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Jahrbücher des Deutschen Luftschiffer bzw. Luftfahrer Verbandes

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dominierte in Deutschland vorrangig die meteorologische Luftschiffahrt, die von wissenschaftlichen Ballonfahrten geprägt war und vornehmlich durch akademische Vereine betrieben wurde. Im Gegensatz zu Frankreich, wo sich bereits der „Aero Club de France“ dem Flugsport zuwandte, war der sogenannte „Luftschiffahrtssport“ oder „Ballonfahrsport“ in Deutschland vergleichsweise unbekannt. Dies sollte sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ändern, als im Rahmen der Weltausstellung zu Paris im Jahre 1900 und danach bislang unübertroffene Rekorde bei Ballonwettfahrten erreicht wurden, so beispielsweise eine Ballonfahrt von Frankreich nach Rußland, die vom „Aero Club de France“ ausgeschrieben wurde. Das Wetteifern um Höhenrekorde („Wettfliegen“) ist die Geburtsstunde des Luftsportes gewesen.

Wasserflugzeug Wettbewerb in Monaco
Abbildung: Wasserflugzeug-Wettbewerb in Monaco

Flugzeughallen am Flugplatz Leipzig Mockau
Abbildung: Flugzeughallen am Flugplatz Leipzig Mockau

So konnten schließlich die Ballonwettbewerbe nicht ganz ohne Rückwirkung auf das aeronautische Leben der deutschen Luftschiffervereine bleiben, zumal ihre ursprünglich meteorologisch-wissenschaftliche Betätigung zusehends auf eigens dafür gegründete staatliche Institute überging. Schritt für Schritt gelang es den einzelnen Luftschiffervereinen, sich von der meteorologischen Forschung abzuwenden und sich dem Flugsport hinzuwenden. Diese breitensportliche Orientierung unter dem Motto „Fliegen für Jedermann“ ließ die Mitgliederzahlen der Luftschiffervereine explodieren. Das Ballonfahren war plötzlich in Mode gekommen. Überall gründeten sich neue Vereine und schnell war der Ruf nach Zusammengehörigkeit geboren, zumal der Gedankenaustausch hinsichtlich der Schulung von Personal und hinsichtlich der Verbesserung des Materials beim Luftsport als besonders notwendig erachtet wurde.

Die wichtigsten Argumente für die Zusammengehörigkeit waren jedoch Wettbewerb, Wetteifern und Wettstreiten, wie Carl Busley (1850-1928) seinerzeit als Vorsitzender des Berliner Verein für Luftschiffahrt anmerkte. So erklärte er, dass sich Konkurrenten bei einem richtigen Sport um einen Preis streiten müßten. Mit diplomatischem Geschick gelang es Carl Busley am 28. Dezember 1902, die verschiedenen deutschen Luftschiffervereine bei einer Konferenz der Vorstände in Augsburg zum „Deutschen Luftschiffer-Verband“ zu einigen. An den Beratungen im Dezember 1902 waren der Deutsche Verein für Luftschiffahrt (Berliner Verein), der Münchener Verein für Luftschiffahrt, der Augsburger Verein für Luftschiffahrt sowie der Oberrheinische Verein für Luftschiffahrt beteiligt.

Luftaufnahme Flugplatz Halberstädt 1912
Abbildung: Luftaufnahme Flugplatz Halberstädt 1912

Erste Flugtage fördern den Luftsport
Abbildung: Erste Flugtage fördern den Luftsport

Mit dem Deutschen Luftschiffer-Verband (DLV) entstand der erste, große Dachverband aller luftsporttreibenden Vereine in Deutschland, dessen Zweck die Förderung gemeinsamer Interessen der Luftschiffahrt war. Insgesamt vier Aufgaben hatte sich der DLV in seiner Satzung gegeben, nämlich erstens die Herausgabe einer Verbandszeitschrift („Illustrierte Aeronautische Mitteilungen“), zweitens die Publikation eines gemeinsamen Verbandsjahrbuches, drittens die Aufrechterhaltung einer einheitlichen Führerinstruktion (Ausbildung für Luftfahrer) und viertens die Erteilung der Führerberechtigung (Luftfahrerschein bzw. Pilotenschein) seitens der Vereine nach gemeinsamen im Verband festgestellten Grundsätzen, seinerzeit „Grundgesetz“ genannt.

Anzumerken bleibt, dass in der Vorstandssitzung des DLV am Sonntag, den 9. Oktober 1911, der Antrag angenommen wird, den Namen des Verbandes von „Deutscher Luftschiffer-Verband“ in „Deutscher Luftfahrer-Verband“ zu ändern, um damit der aktuellen Entwicklung der Luftfahrzeuge, die nunmehr weniger von Luftschiffen und Ballonen, sondern vielmehr von Flugmaschinen und Flugzeugen geprägt ist, Rechnung zu tragen. Die Digitale Luftfahrt Bibliothek verfügt bislang über vier digitalisierte Ausgaben der Jahrbücher des Deutschen Luftschiffer-Verbandes bzw. Deutschen Luftfahrer-Verbandes und zwar für die Jahre 1911, 1912, 1913 und 1914.


Jahrbuch 1911 Deutscher Luftschiffer-Verband Jahrbuch 1912 Deutscher Luftfahrer-Verband Jahrbuch 1913 Deutscher Luftfahrer-Verband Jahrbuch 1914 Deutscher Luftfahrer-Verband

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