Volltext der Zeitschrift Flugsport 1944

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Luftwaffe.

Im Tagesbefehl des Führers zum Jahreswechsel vom 1. Januar 1944 ist
der Einsatz der Luftwaffe gewürdigt:

„Die Luftwaffe hat, ähnlich wie das Heer, auf allen Fronten kämpfend
Ungeheures zu leisten. Bei ihr kommt außerdem dazu noch die Aufgabe

der Verteidigung des heimatlichen Bodens. Ihr Heldentum steht über allem
erhaben.“

Tagesbefehl Hermann Görings an die Luftwaffe,

Berlin, 31. Dezember.
Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann Göring, er-
läßt zum Jahreswechsel folgenden Tagesbefehl:

Kameraden der Luftwaffe! .

Wieder ist ein Jahr schweren Ringens um Deutschlands Freiheit, Größe und
Ehre abgelaufen. In diesem harten Kriegsjahr hat unser ganzes Volk Beispiele
bewundernswerter Tapferkeit, Treue und Bewährung gegeben. Front und Heimat
sind wahrhaft über sich selbst hinausgewachsen. Sie hielten ungeachtet bitterer
Opfer, vieler Sorgen und Nöte im gläubigen Blick zum Führer und in heiliger
Liebe zum Vaterland allen Prüfungen des Schicksals mit starkem Herzen stand.

Ihr, meine Kameraden, habt in diesen Kämpfen zu jeder Stunde die stolze,
ruhmbedeckte Fahne der Luftwaffe hochgehalten. Nehmt hierfür meinen Dank
und meine volle Anerkennung. Ihr tapferen Frontsoldaten und Ihr braven Aus-
bilder in der Heimat, aber auch Ihr jungen Luftwaffenhelfer und Ihr Frauen auf
Eurem verantwortungsvollen Posten. Ich weiß, Ihr werdet mein Vertrauen inEuren
Mut und Euren fanatischen Pflichteifer niemals enttäuschen. Denn unser Leben gilt
als heiliges Vermächtnis der gefallenen Helden nur einem Gedanken: Deutschland!

So schreiten wir im Bewußtsein der gewaltigen Kraft des Reiches, erfüllt von
unerschütterlicher Zuversicht und getragen von hoher Verantwortung für die
Kulturwelt eines ganzen Erdteils, in das neue Jahr. Der Weg liegt klar vor uns.
Es geht um Sieg oder Untergang.

Möge der Herrgott unsere Waffen segnen wie bisher. Es lebe Adolf Hitler!

gez. Göring
Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches
und Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 12 und Profilsammlung Nr. 39.
Seite 2 „FLUGSPORT" Nr. 1/1944, Bd. 36

Neujahrsbefehl des Korpsführers.
Führer und Männer des NS.-Fliegerkorps!

Ein Jahr harter Erprobung und stolzer Bewährung ist zu Ende gegangen.
Groß waren die Opfer, die die tapfer kämpfende Front und die trotz schwerster
Bedrängnis unermüdlich schaffende Heimat für den Bestand und den Endsieg des
Großdeuischen Reiches gebracht haben. Das Nationalsozialistische Fliegerkorps
hat an der Erfüllung der ihm vom Führer und vom Reichsmarschall zugewiesenen
Aufgaben allen Schwierigkeiten zum Trotz planvoll gearbeitet und Erfolge erzielt,
die an der Erhaltung der Schlagkraft unserer Luftwaffe maßgeblichen Anteil
haben. :

Für diese Leistung danke ich allen Führern und Männern des Korps.

Ein neues Jahr hat begonnen. Es wird uns stets einsatzbereit und pflicht-
bewußt in der treuen -Gefolgschaft des Führers finden.

Nichts für uns, alles für Deutschland — für Führer, Volk und Vaterland.

Heil dem Führer!
Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps
Keller, Generaloberst.

Lastensegler in USA und Großbritannien.

Der schlagartige Einsatz und die Erfolge der deutschen Lastensegler
auf Kreta waren für die Welt eine Überraschung.

Nach den Erfolgen von Kreta wurde in USA die Firma Aeronca mit
der Konstruktion eines Lastenseglertyps beauftragt. Um schnell ein solches
Flugzeug zu schaffen, wurde aus dem Leichtflugzeug Aerouca Standard
„Defender“ unter Weglassung des Motors eine Zelle hergerichtet, wobei das
hohe Radfahrgestell weggelassen und durch kleine Räder ersetzt wurde.
So entstand der Typ T. G. 5, aus dem der Mehrsitzer CG-4A entwickelt
wurde. Als Instrukteur wurde der Major Barringer beauftragt.

USA Cargo CG-4, Lastensegler, gebaut von Boeing und Ford, 15-Sitzer.

_
Heer und Marine haben getrennte

Lastensegler-Divisionen. Das Luft-
‘korps des Heeres besitzt Zentren in
'Frankfort Lewis School und in Twen-
'tinine Palms. Das Zentrum der Marine-
Lastensegler-Division befindet sich in
.Parris Island (Südkarolina).

f Für die Lastenseglerausbildung
LAK. Il | wurden die Piloten herangezogen, wel-
ol A| che in der Militärluftfahrt nicht ge-

"braucht werden konnten, weil sie die
Kg | gestellten Bedingungen nicht genügend

7
\
IR

‘erfüllten. Nach zweimonatiger Aushil-
dung erhalten sie den Titel eines

= 'Lastensegler-Transport-Piloten. Für
USA Cargo CG-4A “die Vorschulung wurde ein Verfahren

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"Zeichnung Flugsport jverwendet, welches wir. im „Flug-
| - (sport S. 473, 1941 bereits besprochen

|haben. Es besteht aus 4 nebenein-

, B
°
wu I _

Nr. 1/1944, Bd. 36 „"LUGSPORT“ . Seite 3,

Cargo CG-4A, 15-Sitzer,
gebaut von der Waco Aircraft.

andergestellten, auf Auto-
mobilfahrgestellen montier-
ten Motoren mit Luftschrau-
ben, die einen Luftstrom
von 72 km/h Windgeschwin-
digkeit erzeugen. In diesen
Luftstrom wird ein mit Sei-
len verankertes Segelflug-
zeug gestellt, welches durch
den Luftstrom vom Boden
abgehoben wird.

USA Lastensegler-Ty-
pen sind: Cargo „CG-3“,
„CG-4“ mit 8 bzw. 14 Sitzen
und „CG-4A“ mit 15 Sit-
zen, Spannweite 23 m,
Rumpflänge 15 m, Gewicht
1500 kg, Holzbauweise.

Wasserlastensegler Bri-
stol XLQ-1, gebaut von der
Allied Corporation, ist für
die Marine-Luftwaffe be-
stimmt, Amphibium von 12
Sitzen, Spannweite 27 m,
Gesamtgewicht 2950 ke.

Anderer Typ wurde
von Shead C konstruiert,
24-Sitzer, 33,5 m Spann-
weite, Fluggewicht 5450 ke.

Als Schleppflugzeuge
verwendet man den Dou-
glas C-47 (DC 3) mit 2
Wright Cyclone SGR. 1820-
G2 9-Zyl. luftgekühlte Mo-
toren von 850 PS oder 2
Pratt & Whitney „Twin-
Wasp“ SBG-1830-Motoren
von 850 PS. — Stärkere
Schleppaggregatevon Glenn
Martin und Curtiss Coman-
do sind in Vorbereitung.

In England wurde erst
1942 die Army Airborne
Division unter General-

Waco Lastensegler, 9-Sitzer,
der USA-Armee;
Einstieg rechts‘

Seite 4 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1944, Bd. 36

Engl. Lastensegler „Hotspur“.

Archiv Flugsport

major F. A. M. Browning, bestehend aus
Fallschirmjägern, Motorflugzeugtruppen-
transportern und Lastenseglern, zusammen-
gestellt. Die eingesetzten Lastenseglertypen
waren „Hotspur“ und Airspeed „Horsa”.

zu: u „Hotspur“ wurde von der General Limi-
ted und in den Werkstätten von Feltham
(Middlesex) gebaut. Besatzung 2 Flugzeug-
führer und 6 Mann. Spannweite 13,8 ın,

Hotspur Rumpflänge 11,8 m, Leergew. 750 kg, Flug-
Zeichnung | gew. 1630 kg. Schleppgeschw. 145 km/h,
= Flugsport Gleitgeschw. 129 km/h. Schleppflugzeug

Hawker „Hector“ mit luftgekühltem 24 Zyl. Napier-Halford-..Dagger“ Tl
M. S. Motor von 805 PS.

Der neuere Typ Airspeed „Horsa“ wurde im März 1943 zum ersten
Male dem Herzog von Gloucester vorgeführt und als „Standard“-Iyp von
der Lastensegler-Division übernommen. Transportfähigkeit mit Flugzeug-
führer 25 Mann. Als Schleppflugzeug kam der Hawker „Audax” mit
Rolls-Royce „Kestrel“ I. B.-12-Zylinder-Motor von 533 PS in Anwendung.

Airspeed „Horsa“ Gleiter mit Dreiradfahrwerk haben wir im „Flug-
sport“ auf Seite 204, 1943 beschrieben.

Engl. Lasten-
segler Airspeed
. „Horsa“,
95-Sitzer, 26,5 m
Spannweite
(vgl. „Flugsport“
S. 204, 1943).

USA Kampfflugzeug Martin „Marauder“ (B-26).

Martin „Marauder“ ist auch aus dem Martin „Maryland“ — Modell
167 — (vgl. „Flugsport“ S. 56, 1940) entwickelt worden. Der „Marauder“
unterscheidet sich von dem „Baltimore“ (s. „Flugsport“ S. 107, 1943) in der
Hauptsache durch stärkere Motoren, durch einen Rumpf von. rundem Quer-
schnitt, Ausführung als Schulterdecker. Ferner sind die Motoren nicht in

PATENTSAMMLUNG
1944 des AN Band x Nr. 12

Inhalt: 732 539: 733 447, 733; 736 556, 695; 737 140: 738 519, 554. 611. 684, 750, 758, 759, 877, 969: 739 163,

218, 231, 293, 541, 719, 787, 833, 834, 930, 931; 740 161.

Luitschrauben (Gr. 1—11).
ce Po Pat. 738750 v. 5. 9. 35, veröff.
31.8. 43. Hugo Heine*). Holzluft-
schraube aus einzelnen für sich hergestell-
ten, unverwundenen und nachträglich mit-
einander verleimten Holzdickten.
Patentanspruch:

Holzluftschraube aus einzelnen für sich hergestell-
ten, unverwundenen und nachträglich miteinander
verleimten Holzdickten, dadurch gekennzeichnet, daß
die Holzdickten als Preßlinge aus dünnen, in an sich
bekannter Weise mit Hilfe von filmdünn aufgebrach-
ten Kunstharzbindemitteln unter Hitze und entspre-
chendem Preßdruck verleimten Furnieren gebildet
sind, die mit flügelaxialem Faserverlauf abwechselnd
über die ganze Flügellänge und über die Blattlänge
durchlaufen, wobei den kurzen Furnieren im Naben-
bzw. Schaftteil dessen Querfestigkeit erhöhende,
durch das Heißverleimen und Verpressen mitvergütete
Sonderfurniere mit quer- bzw. diagonalgerichtetem
Faserverlauf zugeordnet sind.
- *) Erfinder: Hans Orth.

Pat. 738969 v. 13. 11. 35, veröff.
c 901 8. 9. 43 V. Junkers Flugzeug- und
-Motorenwerke AG. Einrichtung an Luft-
schrauben mit selbsttätiger Flügelverstel-
lung. Patentansprüche:

1. Einrichtung an Luftschrauben, deren Flügel

mittels eines mechanischen, hydraulischen oder elek-

Abb

126

34 727

trischen Hilfsmotors selbsttätig so verstellbar sind,
daß die Luftschraube angenähert eine vom Flugzeug-
führer einstellbare Solldrehzahl beibehält, dadurch
gekennzeichnet, daß zum Erzeugen einer Luftschrau-
benbremswirkung oder zur Herbeiführung der Segel-
stellung der Flügelblätter eine Umschaltvorrichtung
angeordnet ist, die bewirkt, daß die den beiden Arten
der Drehzahländerung (Zu- oder Abnahme) beim nor-
malen Fluge zugeordneten Richtungen der Flügel-
verstellung vertauscht werden.

2, Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch eine Verblockung, welche das Umschalten nur
bei Kleinstellung der Treibstoffzufuhr zum Luft-
schraubenantriebsmotor gestattet. ,

3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, da-
durch gekennzeichnet, daß die Verblockung zwischen
der Schaltvorrichtung und der Einrichtung zur Ein-
stellung der Treibstoffzufuhr zum Luftschrauben-
antriebsmotor angebracht ist.

Hier folgen Ansprüche 4—13.

ce 50 Pat. 739833 v. 4. 2. 40, veröff.
6. 10. 43 V. Vereinigte Deutsche
Metallwerke AG.*). Rückkehrendes Pla-
netengetriebe zum einstellenden Drehen der
Blätter von Verstelluftschrauben.
Patentanspruch:

Zwischen Verstellschraube und einer rumpffest
gelagerten Verstellantriebswelle eingeschaltetes Rück-
kehrplanetengetriebe zum einstellenden Drehen der
Schraubenblätter um ihre Längsachse während des
Stillstandes oder Umlaufes der Luftschraube, bei
welchem das abtreibende, zentrale Verstellrad um die
Luftschraubenwelle lose drehbar gelagert ist, dadurch
rekennzeichnet, da dieses Getriebe, mit Ausnahme
des abtreibenden Zentralrades (10). zwischen dem der
Luftschraube benachbarten und möglichst nahe an
diese herangerückten Luftschraubenwellenlager (15)
und dem zweiten Luftschraubenwellenlager (16) an-
geordnet ist und der das erstgenannte Luftschrauben-
wellenlager überbrückende Getriebeschluß durch
mindestens ein drehfest und gleichachsig gekuppeltes
Räderpaar (18, 19) erfolgt, deren Verbindungswelle
(20) in der Tragwand (17) für das der Luftschraube
benachbarte Wellenlager rumpffest gelagert ist.

*) Erfinder: Dr.-Ing. H. Ebert.

Seite 82

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 12

Pat. 739218 v. 12. 11. 35, veröff.
c 302 15. 9. 43 V. Junkers Flugzeug- und
-Motorenwerke AG.*). Verstelluftschraube
mit hydraulisch betätigter Flügelverstell-

vorrichtung.
Patentansprüche:

1. Verstelluftschraube, deren Flügelblattanstellung
durch eine oder mehrere hydraulische Motore mit
umsteuerbarem Druckmittelstrom einstellbar ist, da-
durch gekennzeichnet, daß als hydraulischer Motor
ein Zahnradmotor dient und daß zwischen den
drehend bewegten Arbeitszahnrädern des Zahnrad-
motors und den zu verstellenden Flügeln der Luft-
schraube nur Drehbewegungen ausführende Über-
tragungsglieder eingeschaltet sind.

2. Verstelluftschraube nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß als Verstellmotor ein Zahnrad-
motor (6) mit mindestens so viel Arbeitszahnrädern
(7, 8) vorgesehen ist, wie die Luftschraube Flügel
(11, 12) aufweist, und daß jeder Flügel durch ein
Übertragungsgetriebe (13, 15, 19, 21 bzw. 14, 16, 20, 22)
mit je einem dieser Zahnräder (? bzw. 8) verbunden
ist (Abb. 2 und 3).

3. Verstelluftschraube nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Zahnradmotore
(82 bzw. 120) einen gleichachsig zur Antriebswelle
(110 bzw. 124) der Luftschraube angeordneten ver-
zahnten Radkranz (85, 123) antreiben, mit dem die
einzelnen Luftschraubenflügel (100 bzw. 125) durch
je ein Übertragungsgetriebe (90, 94, 97, 101 bzw. 127,
129, 131, 133, 134) verbunden sind (Abb. 4, 5, 6 bzw.
7” und 8).

4. Verstelluftschraube nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der oder die Zahnradmotore
außerhalb des verzahnten Radkranzes in der Weise
angeordnet sind, daß innerhalb dieses Radkranzes
eine zentrale Öffnung frei von Bauteilen bleibt
(Abb. 7 und 8).

5. Verstelluftschraube nach Anspruch 1, 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Luftschrau-
benflügel (125) ein Zahnradmotor (140) mit zwei Ab-
triebsrädern (129, 142) vorgesehen ist, von denen das
eine Abtriebsrad (142) mit dem gleichachsig zur
Antriebswelle der Luftschraube angeordneten ver-

*) Erfinder: C. Gausmann.

Abb. 1

zahnten Radkranz (143) nur zur Erzwingung des
Gleichlaufes in Eingriff steht, während das andere
Abtriebsrad (129) unmittelbar das zugeordnete Über-
tragungsgetriebe (129, 131, 133, 134) des Luftschrauben-
flügels antreibt (Abb. 9).
ce 502 Pat. 739834 v. 29. 4. 38, veröff.
6. 10. 43 V. Vereinigte Deutsche
Metallwerke AG.*). Einrichtung zum Be-
grenzen des Einstellwinkels der Blätter hy-
draulisch verstellbarer Luftschrauben.
Patentanspruch:
Einrichtung zum Begrenzen des Einstellwinkels
der Blätter hydraulisch verstellbarer Luftschrauben

w

u =
GR 9

$‘

| PP f
HH

mit vom Fliebkraftregler-Steuerstift beeinflußten Zu-
und Ableitungen für den hydraulischen Verstellmotor,
dadurch gekennzeichnet, daß ein die Zu- und Ab-
leitungen (n, n’) steuernder Abschlußkolben (o) für
die beiden Grenzstellungen der Verstelluftschrauben-
blätter durch je einen mit dem Verstellmotor (a)
zwangsläufig verbundenen Nocken (p, p’) über je
einen an dieLeitungen (n, n’) angeschlossenen Steuer-
kolben (q und q’) verschoben wird.
*) Eıfinder: Dr.-Ing. H. Ebert, Dipl.-Ing W.
Heinzelmann.
el "Pat. 739930 v. 9. 12. 33, veröff.
8.10.43 V. Dynamit-Act.-Ges. vorm.

Alfred Nobel & Co. Verfahren zur Her-.

stellung eines kreuz- oder sternförmigen

Kunstholzpreßlings für drei- oder vierflü-

gelige Luftschrauben.
Patentansprüche:

1. Verfahren zur Herstellung eines kreuz- oder
sternförmigen Kunstholzpreßlings für drei- oder vier-
flügelige Luftschrauben, dadurch gekennzeichnet, daß
bei der Schichtung des stern- bzw. kreuzförmigen
PreßRlings die Stärke der an der Stoß- bzw. Kreuzungs-
stelle der Flügelarme übereinander zu liegen kom-
menden Holzlagen nur so weit vermindert wird, daß
an dieser Stelle nach dem Pressen der Holzlagen eine
größere Dichte des Kunstholzpreßlings eintritt als im
Bereich der Flügelarme.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß bei einer dreiflügeligen Luftschraube
die zur Schichtung jedes Flügelarmes verwendeten
Bretter an der Stoßstelle in die Spitze eines gleich-
seitigen Dreiecks auslaufen.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die zur Schichtung eines Flügel-

Eu . ..
armes oder eines durchlaufenden Flügelpaares ver-

wendeten Bretter nach der Flügelspitze hin in der
Weise schräg abgehobelt werden, daß die Brettstärke
nach der Flügelspitze hin allmählich abnimmt.

Triebwerk (Gr. 12—15).

2.10.43 V.BMW Flugmotorenbau

Gesellschaft m. b. H.*).  Regeleinrichtung

*) Erfinder: P. Altmaier, Dr.-Ing. F. Riemerschmid,
Dipl.-Ing. E. Schnetzer.

e 1201 Pat. 739719 v. 26. 8. 39, veröff.

Nr. 12 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

Seite 83

für den Kühllufteintrittsquerschnitt von
Verkleidungshauben luftgekühlter, zum An-
trieb von Verstelluftschrauben dienender
Flugmotoren.
Patentanspruch:

Regeleinrichtung für den Kühllufteintrittsquer-
schnitt von Verkleidungshauben luftgekühlter, zum
Antrieb von Verstelluftschrauben dienender Flug-
zeugmotoren, im wesentlichen bestehend aus einer
äußeren, offenen Nabenhaube und einer inneren, ge-
schlossenen, in Achsrichtung verschiebbaren Naben-
kappe, deren Verstellung durch Verbindung mit der
Luftschraubenverstelleinrichtung gleichzeitig mit dem
Verändern der Stellung der Luftschraubenblätter er-
folgt, dadurch gekennzeichnet, daß diese Verstellung
unter Verwendung an sich bekannter Steuermittel
zusätzlich, z. B. von Hand oder selbsttätig in Ab-
hängigkeit von dem Druck bzw. der Temperatur der
Außenluft, der Fortbewegungsgeschwindigkeit bzw.
der Motortemperatur ein- oder nachstellbar ist.

e 1206 Pat. 738554 v. 18. 11. 38, veröff.
20. 8. 43 V. Maurice Francois
Alexandre Julien und Yves Rocard, Paris.
Aufhängung eines Flugzeugmotors an einem
Tragflügel mit Hilfe elastischer Lager oder
Halter.
Patentansprüche:

1. Aufhängung eines Flugzeugmotors an einem
Tragflügel mit Hilfe elastischer Lager oder Halter,
die eine Torsionselastizität oder Radialelastizität auf-
weisen, dadurch gekennzeich-
net, daß die elastischen La-
ger oder Halter (3) den Motor
(2) mit einem als Scheibe
oder Rahmen ausgebildeten
Träger (4) verbinden, der
seinerseits an einem starr mit
dem Tragflügel (1) verbunde-
nen Traggerüst (6) durch
elastische Lager (5) mit vor-
zugsweise einem einzigen axialen Freiheitsgrad be-
festigt ist, wobei die hintereinandergeschalteten
Elastizitäten der Lager (3, 5) derart bemessen sind,
daß die Frequenz der lotrechten Resonanzschwin-
gung des Motors kleiner ist als die Frequenz der
Eigenschwnigungen des Flügels.

2. Motoraufhängung mach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens eines der elastischen
Lager, welche den Rahmen oder die Scheibe (4) mit
dem starr am Tragflügel befestigten Traggerüst (6)
verbinden, von einem Flüssigkeitsdämpfer (7) ge-
bildet wird.

e 1301 Pat. 738 611 v. 6. 7. 37, veröff.

23. 8.43. Junkers Flugzeug- und
-Motorenwerke AG.*). Einrichtung zum
Kühlen der Brennladung von auf Luft-
fahrzeugen untergebrachten Brennkraft-
maschinen, deren Brennladung durch einen
Verdichter vor Eintritt in die Brennräume
verdichtet wird.

Patentansprüche:

1. Im Tragflügel- oder Flossenprofil enthaltener
Kühler für Luftfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kühler, der zur Kühlung der von einem
Verdichter in eine Brennkraftmaschine zu fördernden
erhitzten Ladeluft dient. einen der relativen An-
strömung ausgesetzten, einer Vereisung unterliegen-
den Teil der Tragflügel oder der Flossen bildet.

*) Erfinder: F. Klein.

2. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch einen in den Tragflügeln oder Flossen befind-
lichen Verteilerraum (2) verhältnismäßig großen
Querschnittes, an den sich in Strömungsrichtung der
zu kühlenden gaslörmigen Brennladung enge Kanäle
(4) anschließen, die in der in der Bewegungsrichtung
vornliegenden Zone des flügelartigen Bauteils liegen
und die die Brennladung mit gegenüber ihrer Strö-
mungsgeschwindigkeit in dem Verteilerraum (2) er-
höhter Geschwindigkeit durchfließt.

3. Einrichtung
nach Anspruch 1
oder 1 und 2, da-

durch gekennzeich- [ 7 j
zeichnet, daß die 3 Tr 2
der Führung der 68.2

gasförmigen Brenn- SENEN k
ladung dienenden zn j
engen Kanäle (4)
durch die von der /
Außenluft gekühl-

ten äußeren Be-

plankungsflächen
(7) des flügelartigen Bauteils und in dessen Innern
liegende Leitflächen (8) gebildet werden.

Hier folgen Ansprüche 4—”.

c 1301 Pat. 738758 v. 15. 3. 41, veröff.
31. 8. 43. Ernst Heinkel Flug-
zeugwerke G. m. b. H.*). In einen Flug-
zeugtragflügel hinter dem oder den Holmen
ganz oder teilweise innerhalb des Flügel-
profils eingebauter Blockkühler.
Patentansprüche:

1. In einen Flugzeugtragflügel hinter dem oder den
Holmen ganz oder teilweise innerhalb des Flügel-
profils eingebauter Blockkühler, gekennzeichnet durch
zwei übereinanderliegende ‚am Blockkübler (3) flach
diffusorartig verlaufende Einströmkanäle (6, 7), von
denen die Eintrittsöffnung des oberen Kanals (7) in
an sich bekannter Weise durch einen oder mehrere
Holme getrennt vor dem Blockkühler angeordnet ist,
während die des unteren Kanals (6) im gleichen
Flügelabschnitt wie der Blockkühler liegt.

2. In einen Flugzeugtragflügel eingebauter Block-
kühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der obere Einströmkanal (7) in an sich bekannter
Weise den oder die Holmstege (2) durchsetzt.

3. In einen Flugzeugtragflügel eingebauter Block-
kühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der obere Einströmkanal (7) den oder die Holme (2)
insbesondere an der Oberseite umgeht, wobei der
Tragflügel im Bereich des oberen Einströmkanals und
des Blockkühlers (3) einen Verkleidungskasten (8)
aufweist.

4. In einen Flugzeugtragflügel eingebauter Block-
kühler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß

*) Erfinder: K. Beu.

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Abb.4 ,

Seite 84

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

bei oberhalb der Flügelvorderkante gelegener Ein-
trittsöffnung für den oberen Einströmkanal (7) die
obere Kante der Eintrittsöffnung in an sich bekannter
Weise mit einem insbesondere ausfahrbaren Vorflügel
(9) versehen ist.

14Aoı Pat. 739 931 v. 30. 11. 40, veröff.
c 8. 10. 43 V. Junkers Flugzeug-
und -Motorenwerke AG.*). Einrichtung zur
Schnellentleerung der Betriebsstoffbehälter
in Flugzeugen.

Patentansprüche:

1. Einrichtung zur Schnellentleerung der Betriebs-
stoffbehälter in Luftfahrzeugen mit an der Trag-
flügelhinterkante angeordneter Austrittsöffnung der
Entleerungsleitung, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Tragflächen mit an der Tragflügelhinterkante ange-
lenkter Profilklappe, wie z. B. der Landungsklappe,
die Austrittsöffnung der Entleerungsleitung an der
Profilklappe (k) angeordnet und das mit der Profil-

klappe ver-

schwenkbare
Rohrstück (3)
mit dem im
Tragflügel be-
festigten Rohr-
stück (3) durch
eine Schwenk-
bewegung der
i Klappe zulas-
‚> sende Abdich-
tung verbunden
ist.

2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der abdichtende Übergang von dem im
Tragflügel befestigten Rohrstück (2) zu dem mit der
Profilklappe verschwenkbaren Rohrstück (3) mittels
kreisbogenförmig gekrümmter Teleskoprohrführung
mit auf der Klappendrehachse liegendem Krümmungs-
mittelpunkt bewerkstelligt ist.

3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung der Ent-
leerungsleitung bei Nichtgebrauch durch einen mit
der unterseitigen Außenhaut der Profilklappe bündig
liegenden Deckel (7) verschlossen ist, der in seiner
aus der Hautebene heruntergeklappten Stellung zu-
sammen mit angesetzten, aus der Profilklappe heraus-
ziehbaren Seitenwänden (14) einen nach rückwärts
gerichteten Auslaßstutzen bildet.

*) Erfinder: Dipl.-Ing. H. Gropler, F. Freytag,
Dipl.-Ing. R. Thbier.

Pat. 738519 v. 4. 10. 40, veröff.
ce 1501 |
19. 8. 43. Henschel Flugzeug-
Werke A.G.*). Vorrichtung zum Anlas-
sen von Flugzeugmotoren.
Patentansprüche:

1. Vorrichtung zur Führung aufsetzbarer, zum An-
lassen von Flugzeugmotoren dienender Handkurbeln,
dadurch gekennzeichnet, daß außen am Flugzeug eine
aus einem Lager für den Schaft der Handkurbel und
mehreren am Lager angeordneten Stützstreben be-
stehende Halterung vorgesehen ist, die in den Flug-
zeugkörper einschwenkbar oder von diesem abnehm-
bar ausgebildet ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß bei Verwendung zweier Stützstreben,
die eine (9) gelenkig am Bein (2) des einziehbaren
Fahrwerkes befestigt ist, während die zweite (12) um
einen flugzeugfesten Zapfen (14) derart schwenkbar

=) Erfinder: W. Wohlfarth, A. Eilenberg.

ist, daß bei eingezogenem Fahrwerk die beiden Stre-
ben (9, 12) am Fahrwerksbein (2) anliegen.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Stützstreben (9°, 12°) der Halterung
einerseits an Festpunkte (19) des Flugzeuges lösbar
anschließbar sind, andererseits mit dem Lager, das
als Lagerhülse (8) am Kurbelschaft (5) angeordnet
ist, gelenkig verbunden sind, so daß sie bei abge-
zogener Handkurbel an den Schaft der Kurbel anleg-
bar sind.

ce 1501 Pat. 738 877 v. 9. 10. 36, veröff.
10. 9. 43. Daimler - Benz AG,
und Dipl.-Ing. Willi Stoeckicht, München-
Solln*). Verfahren zum Anlassen von
Brennkraftmaschinen, insbesondere solchen
für Luftfahrzeuge.
Patentansprüche:

1. Verfahren zum Anlassen von Brennkraftmaschi-
nen, insbesondere solchen für Luftfahrzeuge, durch
die in der umlaufenden Luftschraube aufgespeicherte
lebendige Kraft, dadurch gekennzeichnet, daß man
einen Anlasser auf die vom Motor abgekuppelte
Schraubenwelle wirken läßt und die von dieser auf-
gespeicherte Umlaufenergie zum Anwerfen des Motors
auf die Motorwelle überleitet.

2. Verfahren zum Anlassen von Brennkraftmaschi-
nen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man den Anlasser zunächst auf die abgekuppelte
Schraubenwelle und gleich danach den Anlasser oder
die Schraubenwelle auch unmittelbar auf die Motor-
welle einwirken läßt, so daß sowohl vom Anlasser als
auch von der Schraubenwelle her eine Antriebs-
kraft auf die Motorwelle einwirkt.

3. Verfahren zum Anlassen von Brennkraftmaschi-
nen nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn-
zeichnet, daß man beim Vorhandensein eines Über-
setzungsgetriebes zwischen Motorwelle und Schrau-
benwelle den Anlasser auf das vom Motor abge-
kuppelte und mit der Schraubenwelle verbundene
Getriebe einwirken läßt und hiernach außer der

*) Erfinder: R. Freitag, Dipl.-Ing. W. Stoeckicht.

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

Seite 85

Schraubenwelle auch die in den umlaufenden Ge-
triebeteilen aufgespeicherte Energie mit zum Anwerfen
des Motors heranzieht.

Hier folgen Ansprüche 4—12.

Abwurfvorrichtung (Gr. 18—20).

e 1801 Pat. 738 759 v. 10. 11. 39, veröff.
31. 8. 43. Henschel Flugzeug-
Werke A.G.*).  Reihenabrmurfvorrichtung
für Bomben und andere von einem Flug-
zeug abmwerfbare Lasten.
Patentanspruch:
Reihenabwurfvorrichtung für Bomben und andere
von einem Flugzeug abwerfbare Lasten, bei welcher
eine die Lasten zur Abwurfstelle fördernde Einrich-
tung mit einem Kraftantrieb versehen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fördereinrichtung (7, 8) durch
einen unmittelbar mit ihrer Treibwelle (17) ver-

E
Tr

bundenen, mit dem Antriebsmotor (36) kraftschlüssig
gekuppelten Kraftspeicher (18) in Gang gesetzt wird,
dessen Arbeitsabgabe durch eine von Hand schalt-
bare Sperre (20, 26) regelbar ist, während zum Ingang-
und Stillsetzen des den Kraftspeicher (18) aufladenden
Antriebsmotors (36) eine in Abhängigkeit vom Ent-
ladungszustand des Kraftspeichers stehende Schalt-
vorrichtung (37, 38, 39, 40) vorgesehen ist.

*) Erfinder: H. Eule.

ce 1801 Pat. 739163 v. 9. 2. 41, veröff.
13. 9. 43. Junkers Flugzeug- und
-Motorenwerke AG, Aufhängevorrichtung
für im Innern eines Flugzeuges unterzu-
bringende, zum Abmurf vorgesehene Last-
körper.
Patentansprüche:

i. Aufhängevorrichtung für im Innern eines Flug-
zeuges unterzubringende, zum Abwurf vorgesehene
Lastkörper nach Patent 710.422, dadurch gekennzeich-
net, daß der Lastentragkörper (2) zwecks sicheren
Absetzens auf dem Erdboden nach vollständigem Aus-

fahren und Lösen vom Flugzeug seitlich aus seiner
Grundfläche herausragende Stützen (6) aufweist.

2. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stützen (6) in den Bereich
der Grundfläche (10) des Tragkörpers (2) hinein-
bewegbar sind.

Hier folgen Ansprüche 3—6.

ce 1801 Pat. 739541 v. 8. 12. 38, veröff.
29. 9. 43. Luftfahrtgerätewerk
Hakenfelde G. m. b. H.*). Schaltanord-
nung für nacheinander elektrisch zu betä-
figende, in Gruppen angeordnete Bomben-
abmurfgeräte.
Patentansprüche:
1. Schaltanordnung für nacheinander elektrisch zu
betätigende, in Gruppen angeordnete Bombenabwurf-
geräte, wobei die Betätigung, bezogen auf die Grup-

„ 972
AEG “2

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Eee:

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pen, in einer gewissen cyclischen Reihenfolge ge-
schieht, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche
Verbindungsleitungen in solcher Weise vorgesehen
sind, daß beim Außerbetriebsetzen einer oder mehrerer
nachgeordneter Gruppen zu einer lückenlosen Auf-
rechterhaltung der cyclischen Reihenfolge für die
nicht abgeschalteten Gruppen nur ein einziges Schalt-
mittel je abzuschaltender Gruppe, z. B. ein Mehr-
fachblindstecker oder ein mehrpoliger Schalter,
erforderlich ist.
Hier folgen Ansprüche 2—4.

*) Erfinder: OÖ. Modersohn, W. Bohne.

ce 1801 Pat. 739 787 v. 12. 10. 40, veröff.
5. 10. 43 V. Ernst Heinkel Flug-
zeugwerke G. m. b. H.*). Lastenabwurf-
vorrichtung, insbesondere Bombenabmurf-
vorrichtung bei Luftfahrzeugen.
Patentansprüche:

1. Lastenabwurfvorrichtung, insbesondere Bomben-
abwurfvorrichtung. bei Luftfahrzeugen mit einem mit
den Abdeckungen der Lastenräume gekuppelten Aus-
lösegestänge für die Lasten sowie einer das Auslösen
der Lasten bis zum vollständigen Öffnen der Lasten-
raumabdeckungen sperrenden Vorrichtung, dadurch
gekennzeichnet, daß ein an dem Auslösegestänge (h)
sitzender Anschlag (k) nach Verschieben des Auslöse-
gestänges (h) um den zum Öffnen der Abdeckung
(b) erforderlichen Weg gegen einen schwenkbaren
Hebel (m) anläuft, der durch ein mittels eines an der
Abdeckung (b) angebrachten Nockens (0) o. dgl. ver-
riegeltes Glied (n) so lange gegen Verschwenken
gesperrt ist, bis beim vollständigen Öffnen der
Abdeckung (b) der Nocken (o) o. del. das Sperrglied
(un) freigibt.

*) Erfinder: R. Töpfer.
Seite 86

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

Nr. 12

2. Abwurfvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anschlag (k) am Auslöse-
gestänge (h) in an sich bekannter Weise durch Ver-
schwenken einseitig ausweichbar ist.

3. Abwurfvorrichtung nach den Ansprüchen 1und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (m) und das
Sperrglied (n) durch Federn (r, s) in die Sperrlage
zurückziehbar sind.

. 161 v. 18. 8. 40, veröff.
c 1801 1510.48 V. Mechanische Werk-
stätten Neubrandenburg G. m. b. H.*).
Zroeiteiliger Traggurt aus Stahl für in
mwaagerechter Lage in Luftfahrzeuge zu
heißende Abmurflasten.

Patentansprüche:

1. Zweiteiliger Traggurt aus Stahl für in waage-
rechter Lage in Luftfahrzeuge zu heißende Abwurf-
lasten mit unter der Last sitzendem, zur Änderung
der Gebrauchsgurtlänge dienendem Gurtschloß, da-
durch gekennzeichnet, daß der am Ende des einen
Gurtstückes (2) sitzende Verschlußknopf (11, 12) eine
rechteckige Kopfplatte (12), deren lange Seiten senk-
recht zur Gurtlängsmittellinie verlaufen, aufweist
und sein Hals (11) mit einer senkrecht zur Gurtlängs-
mittellinie verlaufenden Lastaufnahmefläche (11’) ver-
sehen ist, während die im anderen Gurtstück (1) be-
findlichen Löcher (7) mit ihren langen Rändern
parallel zur Gurtlängsmittellinie verlaufen, wobei
jedertragendeLochrand durch eine auf das Gurtstück
aufgesetzte Querleiste (8) versteift ist.

2. Traggurt nach Anspruch 1 mit einem ein gegen-
seitiges Verschwenken der Gurtstücke verhindernden
Führungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß die
Randverstärkungsleiste (9) des untersten Knopfloches
(7) an ihren beiden Enden zu das andere Gurtstück
(2) umfassenden Führungslappen (10) abgewinkelt ist.

2) Erfinder: Arno Flügel.

\a deckplatte tragen-

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ses Gehäuses vor mh 7 q
mittels eines um /y
Ei eine im Gehäuse
gelagerte waage- ,
rechte Achse dreh- PR,
baren, die Optik \

Fallschirme und sonstige Rettungsvorrich-
tungen (Gr. 21—23).

Pat. 739 231 v. 4. 2. 40, veröff.
c 2.503 15. 9.43 V. Julius Langes Leinen-
Industrie AG.*). Verpackungssack für Fall-
schirme.
Patentansprüche:
1. Verpackungssack für Fallschirme, der an seiner
dem Rücken des Fallschirmbenutzers abgekehrten

HigS5

DS

”
NS
breiten Außenfläche mit einer Mehrzahl von sektor-
artigen Öffnungsklappen versehen ist, dadurch ge-
kennzeichnet, daß sämtliche Sacköffnungsklappen (2,
3, 4&, 5) mit von ihrem Rande bis zur Sackmitte
reichenden, offenen Taschen (7) versehen sind, die
nach Herstellen des Sackverschlusses einen rings-
herum reichenden Taschenrand bilden, der zum Fest-
legen der Aufziehleine in sich kreuzenden Windungen
dient.

2. Verpackungssack nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Klappenverschluß mit dem
Auslösestift durch eine am inneren Ende der Aufzieh-
leine sitzende Tasche (13) abgedeckt ist, die vorzugs-
weise mit den Enden in die Taschen (7) der Sack-
öffnungsklappen hineinreicht.

3. Verpackungssack nach Anspruch 1 oder 2, da-
durch gekennzeichnet, daß die an den Sacköffnungs-
klappen befindlichen Taschen (7) und die Enden der
Lasche (13) nach der Sackmitte hin verjüngt zulaufen.

*) Erfinder: F. H. Fleck.

Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt
(Gr. 2532).

Pat. 733733 v. 20. 2. 40, veröff.
€ 2902 1. 4. 43. Siemens-Schuckertwerke
AG.*). Bodenfeuer, insbesondere für Flug-
plätze.

Patentanspruch:

Bodenfeuer mit in den Boden eingesetztem Ge-

häuse, insbesondere für Flugplätze, dadurch gekenn-

zeichnet, daß die
obere Öffnung die-

Q

LIIISISS

sowie eine Ab-

den Körpers wech-
selweise ver-
schließbar ist.
*) Erfinder:
K. Neumann.

Nr. 12

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

Seite 87

ce 9502 Pat. 738 684 v. 21. 12. 33, veröff.
27.8.43. Allgemeine Elektricitäts-
Gesellschaft*). Scheinwerfer zur Rollfeld-
beleuchtung.
Patentansprüche:

1. Scheinwerfer zur Rollfeldbeleuchtung, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Hochdruckgasentladungs-
röhre als Lichtquelle dient, deren maximale Inten-
sität im Bereich der Farbe der zu beleuchtenden
Fläche liegt, so daß fast alle der von der Lichtquelle
auf diese Fläche gesandten Strahlen diffus reflektiert
werden.

2. Scheinwerfer nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß zur weiteren hohen Lichtausbeute die

Hochdruckgasent-

vn ladungsröhre mit
S Os ihrer Achse in an
N sich bekannter
Weise in der Brenn-
|| linie eines Zylin-
| | ) derspiegels liegt.
| | | *) Erfinder:
Dipl.-Ing.H. Walter.
ce >54 Pat. 737 140 v. 15. 12. 40, veröff.
7. 7. 43. Svenska A. B. Gasaccu-
mulator in Stockholm-Lidingö*). Verfahren
und Vorrichtung zur Erzeugung von Rauch
oder Nebel.
Patentansprüche:

1. Verfahren zur Erzeugung von Rauch oder
Nebel, insbesondere zur Windanzeige, zum Signali-
sieren o. dgl. durch Hinausleiten von leicht kon-
densierbaren oder sublimierbaren Gasen und/oder
Dämpfen, welche vor dem Hinausleiten in die freie
Luft mit einem Verdünnungsgas von verhältnismäßig
niedrigem Siedepunkt, vorzugsweise Luft, zur Sen-
kung des Taupunktes des Gases bzw. des Dampfes
gemischt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das
Einsaugen von Verdünnungsgas zur Mischung durch
das Ausströmungsmundstück periodisch abwechselnd
mit Ausblasen von mit Verdünnungsgas gemischtem
Gas bzw. Dampf erfolgt.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß das eingesaugte Verdünnungsgas in
einem mit dem Ausströmungsmundstück in Verbin-
dung stehenden Raum, dessen Rauminhalt periodisch
größer und kleiner wird, mit dem Gas und/oder
Dampf gemischt wird.

3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens
nach Anspruch 1 und 2 mit einem über ein Aus-
strömungsmundstück mit der Außenluft in Verbindung
stehenden Mischungs- und Verdampfungsraum und
elektrisch betätigtem Zuführungsventil für die zu
verdampfende Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mischungs- und Verdampfungsraum (2) in
seinem unteren Teil mit der zu verdampfenden

Flüssigkeit gefüllt ist, deren Menge durch eine

*) Erfinder: Per Anton Ästradsson in Stockholm.

Steuervorrichtung (4, 11, 13 bis 18) periodisch ver-
größert und verkleinert wird.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Verdampfungsraum (2) vor-
nehmlich nur an den von der Flüssigkeit berührten
Wandteilen erwärmt wird.

5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der von der Flüssigkeit einge-
nommene Raum des Verdampfungsraumes (2) mit
einem Raum (4) veränderlicher Größe und dieser
über eine mit einer Drosselvorrichtung (12) ver-
sehene Leitung mit einem Behälter (7) in Verbin-
dung steht, dessen Flüssigkeitsspiegel durch einen
Schwimmer (10) unterhalb einer bestimmten Höhe
gehalten wird.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Raum veränderlicher Größe
aus einem Zylinder (4) und einem darin vorzugs-
weise durch elektromagnetische Mittel (13 bis 18)
hin und her bewegten Kolben (11) besteht.

‘. Vorrichtung nach Anspruch 3 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Verdampfungsraum aus
einem vornehmlich lotrecht angeordneten Rohr (2)
besteht, das am unteren Ende mit einer Heizvorrich-
tung (20) versehen ist und oben ein ebenfalls mit
einer Heizvorrichtung (25) verschenes Mundstück
(24) besitzt.

e 2505 Pat. 732 339 v. 20. 2. 36, veröff. 5.
3. 43. Siemens-Schuckertwerke
AG.*). Windrichtungsanzeiger.
. Patentansprüche:

1. Wahlweise entweder selbsttätig durch Wind-
kraft oder durch eine von Hand steuerbare anderwei-
tige Antriebskraft über ein Getriebe einstellbarer
Windrichtungsanzeiger, insbesondere für Flugplätze,
dadurch gekennzeichnet, daß er nach fernelektrischem
Eınkuppeln des Getriebes motorisch drehbar und in-

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folge des selbsthemmenden Getriebes feststellbar ist.
2. Windrichtungsanzeiger nach Anspruch 1, da-
durch gekennzeichnet, daß zwischen dem frei dreh-
baren Anzeiger und der elektrisch gesteuerten Kupp-
lung mit dem selbsthemmenden Getriebe noch eine
Sicherheitskupplung eingeschaltet ist.

*) Erfinder: H. Matulla.

e > Pat. 733 447 v. 29. 12. 40, veröff. 26.
3. 43. Dipl.-Ing. Theodor Stiebel*).
Stoßdämpfende Aufhängung für Tempe-
raturregler.
Patentanspruch:
Stoßdämpfende Aufhängung für Temperaturreg-
ler, die ganz oder in ihrem wesentlichen temperatur-
empfindlichen Teil in einem besonderen Schutzgehäuse
untergebracht sind, für Fahrzeuge, insbesondere für
Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse
selbst federnd und erschütterungsdämpfend ausgebil-
*) Erfinder: Al. Augsburger, Dipl.-Ing. Dr. T.
Stiebel.

Seite 88

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

det und zwischen ihm
und dem Wärmefüh-
ler des Reglers eine
wärmeleitende Flüssig-
keit vorgesehen ist.

e26 Pat. 736556 v. 6. 5. 38, veröff. 21.
6. 43. Dipl.-Ing. Johannes Ferdi-
nand Heinrich Schulz und Auguste Schulz,
geb. Simon*). Einrichtung an Flugzeugen
zum Ermitteln von Aufrindgebieten.
Messungen mit den an den Flügelenden ange-
brachten Staudruckdüsen wurden bereits vorge-
schlagen, um die im Kurvenflug auftretende Neigung
des Flugzeuges gegenüber der Senkrechten zu mes-
sen. Erfahrungen und daran anschließende Rech-

A > =; 0% „
Gl ) \ \ .
— -
Abb. 1 _
7

466.5 4bb 7

nung haben aber gezeigt, daß diese Einrichtung die
gestellte Aufgabe nicht löst, da der Staudruckunter-
schied durch die Fliehkraft der Luft in den Druck-
rohren vollkommen ausgeglichen wird.
Patentansprüche:

1. Anwendung einer Einrichtung zum Ermitteln
des Unterschiedes zwischen den Staudrücken mittels
zweier an den Enden des Flugzeugs zu dessen Längs-
achse symmetrisch angebrachten Staudruckdüsen,
insbesondere in Segelflugzeugen zum Aufsuchen von
Aufwindgebieten in der Weise, daß das Flugzeug auf
das ermittelte Aufwindgebiet hin gerichtet wird, bis
ein beobachteter Druckunterschied Null wird.

>. Für die Anwendung nach Anspruch 1 die
Anordnung von um die senkrechte Achse verstell-
baren Düsen.

3. Für die Anwendung nach Anspruch 1 die An-
ordnung von um die waagerechte Querachse ver-
stellbaren Düsen.

4. Für die Anwendung nach Anspruch 1 die An-
ordnung von zwei Staudruckdüsen an beiden Trag-
flächen, von denen das eine Paar nach vorn, das
andere unter einem Winkel von 90% zur Flugzeug-
achse nach außen gerichtet ist.

— —*) Erfinder: Wolfgang Schulz.
e26 Pat. 736 695 v. 3. 2. 42, veröff. 25.
6. 43. Arado Flugzeugwerke G. m.
b. H.*). Anordnung von Lichtbildgeräten
in Flugzeugen.
*) Erfinder: Franz Meyer, Dipl.-Ing. Wilhelm
van Nes.

1bb.4

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Fan
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Patentanspruch:

Anordnung von Lichtbildgeräten in Flugzeugen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kammern im rück-
wärtigen Teil einer Motorgondel eingebaut sind.

Pat. 739293 v. 8. 4. 38, veröft.
C 270115. 9.43 V, Einst Heinkel Flug-
zeugwerke G. m. b. H.*). Einlaßventil, ins-
besondere für eine mit hochgespannten Ga-
sen betriebene Flugzeugschleuder.

Patentansprüche:

1. Einlaßventil, insbesondere für eine mit hoch-
gespannten Gasen betriebene Flugzeugschleuder, des-
sen Anfangs- und Schließbewegung selbsttätig un-
mittelbar durch das Druckgas geregelt wird, das auf
einen mit dem Einlaßventilteller über eine Ventil-
stange in Verbindung stehenden Steuerkolben ein-
wirkt, dadurch gekennzeichnet, daß je ein in dem
Ventilgehäuse (1) geführter Kolben (5’, 11) über und
unter dem Einlaßventilteller (5) angeordnet ist, und
der Durchmesser des die Ventilbewegung einleitenden
Kolbens, vorzugsweise eines mit dem Ventilteller (5)
zu einem Hohlkörper verbundenen Steuerkolbens (5’)
größer als der Durchmesser des Einlaßventiltellers (5),
letzterer größer als der Durchmesser des vom Druck-
gas einseitig beaufschlagten Bremskolbens (11) ist,
ferner der Steuerkolben (5°) mit dem Ventilgehäuse
einen über die Druckgasleitung nach außen in Ver-
bindung stehenden Raum abschließt, der durch das
Hilfsventil (9) entlüftet und wieder unter Druck ge-
setzt werden kann.

9

Abb.2
7
2 P 1
u ss L hal
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Abb.1 !
If

%. Einlaßventil nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der Zylinder des Bremskolbens (11)
einseitig über einen Drosselkanal (14) mit der Druck-
gasleitung zwischen Einlaßventil (5) und Arbeitszyiin-
der (4) in Verbindung steht und der Bremskolben (11)
einen Bund (13) oder einen Drosseldorn aufweist, der
kurz vor Beendigung des Öffnungshubes des Ventil-
kolbens (57; 11) den Drosselkanal (14) abschließt.

*) Erfinder: R. Eikenroth.

Pat.-Samml. Nr. 12 wurde im „Flugsport” XXXVI Heft 1, am 19. 1. 1944 veröffentlicht.

Nr. 1/1944, Bd. 36

„FLUGSPORT“

|

der Flügelmitte, son-
dern nach unten ge-
rückt,so daß die Ober-
seite der Motoren mit
der Oberseite der Flü-
gel abschneidet.
Lange Rumpfnase
vor der Flügelvorder-

kante. Rumpfnase
halbkugelige Plexi-

glasverkleidung. Im
Heck gleichfalls ge-
bogene Plexiglasschei-
ben. V-förmig gestell-
tes Höhenleitwerk
(vgl. die Abb. „Flug-
sport“ S. 185, 1943).
Sichtaufbau für den
Führersitz steht nach
oben nur wenig her-
vor. Vor dem Seiten-

leitwerk MG.-Turm.

Dreipunkt-Bug-Fahrwerk, hochziehbar.

USA Kampfflugzeug
Martin „Marauder“
(B-26).

Zeichnung Flugsport

Zwei Motoren Pratt & Whitney Double Wasp R-2800, 18 Zyl., von je
1850 PS mit Vierblatt-Curtiss-Verstelluftschraube.

Spannweite 19,8 m, Länge 17,7 m, Höhe 6,05 m.

USA Kampfflugzeug Martin „Marauder“ (B-26).

Druckleitungsstörsucher. Um Störungen an Druckanlagen festzustellen, löste
man bisher die Leitungsverbindungen an verschiedenen Stellen und schloß ein
Manometer an. Dieses Verfahren war jedoch umständlich, zeit- und platzraubend,

zumal sich bei Öldruckanlagen das unvermeidliche Auslaufen von Öl als großer

Nachteil erwies.

Um die erwähnten Störungen leichter beheben zu können, entwickelten die
Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke ein Verfahren, das auf den Interferenz-
erscheinungen des Lichtes in Form Newtonscher Farbringe basiert. Das Meßgerät
besteht aus einem Gehäuse, das mit einem Bügel als Gegenhalter versehen ist. Der
Bügel wird an der Druckleitung angebracht. In dem Gehäuse befinden sich 2
durchsichtige Platten, die mit einer ebenen und einer konvexen oder mit 2 kon-
vexen Oberflächen aufeinanderliegen und zwischen denen der Anpressungsdruck
verändert wird, sobald durch Wechseln des Druckes in der Druckleitung eine
Formänderung auftritt. Der Anpressungsdruck auf die Glasplatten wird durch ein
am Gehäuse beweglich angeordnetes Zwischenglied übertragen. Um das Gerät
auch an Druckleitungen verschiedener Abmessungen festklemmen zu können,

kann das Gehäuse am Bügel jeweils entsprechend. eingestellt werden.

i

Archiv Fluosport‘

Seite 6 „ LUGSPORT“ Nr. 1/1944, Bd. 36

Hierdurch wird eine
bestimmte Anfangsgröße
der durch den Anpres-
sungsdruck an den Glas-
platten auftretenden
Newtonschen Farbringe
erreicht. Um die Größe
dieser Farbringe zu be-
stimmen, werden an den
Glasplatten Meßmarken

0 1
/

IN

/ u

angebracht, die bestimm-
ten Eichwerten entspre-
chen. Das Meßgerät be-

sitzt eine besondere
Linse, mit der die Werte
genau abgelesen werden
können. Die Abbildun-
gen zeigen das Meßgerät in der Ansicht, im Schnitt
und in der Draufsicht.

Das verschiebbar in dem Gehäuse 1 angebrachte
und als Druckstempel 2 ausgebildete Zwischenglied
wird durch die Feder 3 gegen die Glasplatte gedrückt,
die mit einer ebenen Oberfläche gegen eine konvexe
Oberfläche der mit Ringmarken 5 versehenen Glas-

platte 6 anliegt. Das Meßgerät wird auf die zu prüfende
Druckleitung 7 durch Einschrauben des Gehäuses 1 in den die Druckleitung um-
fassenden Bügel 8 festgeklemmt. Das Ende des Bügels dient als Gegenhalter 9,
wobei gleichzeitig eine bestimmte Anfangsgröße der Newtonschen Farbringe, die
sich durch den Anpressungsdruck zwischen den Glasscheiben 4 und 6 bilden, an
einer bestimmten Meßmarke eingestellt wird. Wechselt nun der Druck in der
Leitung 7, so verändert sich infolge der elastischen Formänderung der Leitungs-
wandung der durch den Druckstempel 2 ausgeübte Anpressungsdruck zwischen
den beiden Glasplatten 4 und 6. Damit ändert sich auch die Größe der Newton-
schen Farbringe, aus deren nunmehriger Größe an Hand von entsprechenden
Eichwerten die Größe der Druckänderung in der Druckleitung 7 bestimmt wird.
Das Meßgerät kann sowohl auf eine drucklose als auch auf eine druckführende
Leitung aufgeklemmt werden.

Das Gehäuse 1 kann mit dem die Druckleitung 7 umfassenden Bügel 8 fest
verbunden sein und der Gegenhalter 9 des Bügels 8 einstellbar ausgeführt werden.
Auch die Einfassung 10 der Glasplatten 4 und 6 am Gehäuse 1 kann verstellbar
angeordnet werden, um eine bestimmte Anfangsgröße des Anpressungsdruckes
zwischen den Glasplatten bzw. den Newtonschen Farbringen zu erzielen. Die
Übertragung des Anpressungsdruckes auf die Glasplatten kann auch anders aus-
geführt werden, zum Beispiel durch einen Hebel. Die Glasplatten können auch
ohne Zwischenglied direkt auf der Druckleitung angebracht werden.

Lockheed „Lightning“ P-38, an der italien. Küste abgeschossen.
“ PK. Kind Weltbild:

geschw., Ostfront, Heldentod.

Nr. 1/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“

ii

>
Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Obst. der Res. Koehl, Fliegerführer, Hptm. W. Krauß (f), Gruppenkommandeur
i. e. Sturzkampfgeschw., Lt. H. Hannig (f), Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Lt. H. A.
Stahlschmidt (vom Feindflug nicht zurückgekehrt), Staffelf. i. e. Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der F ührer an: Maj. Stoerchel,
Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw., Generalmajor Plocher, Chef des General-
stabes einer Luftflotte, Hptm. Hitz, Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw,, Hptm.
Badorrek, Staffelkapt. i. e. Aufklärungsgruppe, Major Fuhrhop, Gruppenkomman-
deur i. e. Kampfgeschw., Oblt. J. Brendel, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Hptm.
Waldecker, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw., Hptm. Borchers, Staffelkapt. i. e. Jagd-
geschw., Oblt. Mayerl, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Jennewein, Flugzeugf.
1. e. Jagdgeschw., Ofw. Hormann, Beobachter i. e. Kampfgeschw., Lt. Kientsch,
Staffelf. i. e. Jagdgeschw., Lt. H. Frey, Staffelf. i. e. Kampfgeschw., Oblt. Brand,
Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw., Ofw. Steffen, Flugzeugf. i. e. Fernaufklärer-
staffel, Hptm. Harder, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Scheibe, Bordfunker
1. e. Nachtjagdgeschw., Ofw. Hentschel, Bordfunker i. e. Sturzkampfgeschw., Ofw.
Tanzer, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Lt. Scheel (T), Staffelf. i. e. Jagdgeschw., Ofw.
Sterr, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Fw. Griebel, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw..,
Hptm. H. Wohlers, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw.

Wilfried Herling, Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Sturzkampf-
geschw., Ostfront, Heldentod.

Hans Krumminga, Lt., Ritterkreuzträger, Staffelf. i. e. Sturzkampfgeschw.,
Heldentod.

Walter Ehle, Major, Ritterkreuzträger, Kommandeur einer Nachtjagdgruppe,
starb den Fliegertod.

Herbert Schramm, Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., im
Kampf gegen England gefallen. j

Kurt Brändle, Major, Fichenlaubträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagd-
geschw., kehrte von einem Feindflug nicht zurück.

Wilhelm Lemke, Hptm., Fichenlaubträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagd-
geschw., im Kampf gegen England gefallen.

Seifert, Major, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Heldentod.

Hubertus von Bonin, Major, Ritterkreuzträger, Kommodore eines Jagd-

Auswechseln des Laufes der Waffe in einem Drehturm einer „FW 200“. PK.Müller Atı.

Seite 8 „FLUGSPORT” Nr. 1/1944, Bd. 36

Immo Fritzsche, Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw.,
front Heldentod.
A rkkich Kralemann, Ofw., Ritterkreuzträger, Flugzeugführer, Fliegertod..
Josef Pöhs, Oblt., Ritterkreuzträger, Jagdilieger, Fliegertod.
Lothar Sixt von Arnim, Pressechef bei den Dornier-Werken, jetzt Luftwaf-
fenkriegsberichter, in der Nacht vom 10. zum 11. 8. 1943 Fliegertod.
Bruno Büchner f, alter Aviatikflieger, Pilotenzeugnis Nr. 53 auf Zweidecker
Habsheim 3. 2. 1911, am 30. 11. 1943 im Alter von 73 Jahren in Munderfing gestorben.
Paul Fuess #, Ing., Betriebs- und Wehrwirtschaftsführer der Firma R. Fuess,
im Alter von 77 Jahren am 4. 1. 1944 gestorben.

Abgeschossene englische Spitfire. PK. Kurth Weltbild

USA-Flieger Kennth D. Williams aus Charlotte (North. Carolina) 1504 Scott Ave
nue, geb. am 16. 5. 1922, wurde beim Angriff auf Bremen abgeschossen. Die Sta e
_ der seine Maschine, eine Boeing „Fortress Il, angehörte — trägt offiziell die
Bezeichnung „Murder incorporation“ (Mordverein). Diese Bezeichnung trägt weier
jedes 'einzelne Besatzungsmitglied in großer Schrift auf der Rückseite der

Fliegerkömbination über dem amerikan. Hoheitsabzeichen. Die gleiche Aufschrift
befand sich auf dem abgeschossenen Flugzeug. Der gefangene Williams gab im
übrigen .bei seiner Vernehmung an, daß andere Staffeln und Besatzungen auf
ähnliche Bezeichnungen, die aus der Gangstersprache entnommen sind, getauft

wurden. Atl.

Nr. 1/1944, Bd. 36° „FLUGSPORT“ Seite 9

Ausland.

Japan. Marine-Luftstreitkräfte versenkten am 15. 12. bei Kap Marcus (Insel
Neu-Britannien) aus einem feindl. Geleit, wie das Kaiserl. Hptqrt. bekanntgibt,
insgesamt vor der Landung, vollbeladen mit Truppen: Einen großen Transporter,
4 kleine Transporter, 5 große und mehr als 50 andere Landungsboote. Schwer
beschädigt wurden vor der Landung, vollbeladen mit Truppen: Ein großer Kreuzer
(wahrscheinlich gesunken), 5 Transporter, 4 große und zahlreiche weitere Lan-
dungsboote. 13 feindl. Flugzeuge wurden dabei abgeschossen, während 10 japan.
Flugzeuge verlorengingen.

Japan. Marineluftstreitkräfte, die feindl. Geleitzüge bei Kap Marcus zweimal
am Morgen und am Nachmittag des 21. 12. 1943 angriffen, versenkten: 2 große
Transporter, 4 oder 5 Spezial- oder mittelgroße Transporter, 2 Kreuzer und ein
Landungsboot; ein Zerstörer wurde in Brand geworfen und schwer beschädigt.
Ferner ist eine große Anzahl kleiner Fahrzeuge beschädigt worden. — Bei dem
zweiten Angriff wurden 2 Spezialtransporter, 2 Motor-Torpedoboote und etwa
30 Landungsfahrzeuge versenkt. Ein Zerstörer, der in Brand geworfen wurde, ein
U-Boot-Jäger, ein Transporter und eine große Anzahl Landungsfahrzeuge wurden
beschädigt. Mehr als 4 feindl. Flugzeuge sind abgeschossen. 10 japan. Flugzeuge
gingen bei diesen beiden Angriffen verloren, die sich entweder freiwillig in die
feindl. Ziele stürzten oder nicht zurückkehrten. — Alle feindl. Transporter wurden
vor ihrer Landung angegriffen und waren schwer mit Truppen und Kriegsmaterial
beladen.
Japan. Bomber und Jagdflugzeuge griffen am 18. 12. 1943 den Flugplatz Kum-
ning in der chinesischen Provinz Yünan an. 22 feindl. Flugzeuge wurden zerstört.
3 japan. Flugzeuge kehrten nicht zurück.

. Japan. Marine-Luftstreitkräfte belegten am 24. 12. bei Tagesanbruch die
feindl. Stellungen bei Kap Marcus und der Insel Pilelo mit Bomben und verursach-
ten an einer Stelle eine schwere Explosion sowie an 4 Stellen große Brände. -

Japan. Marine-Lufitwaffe versenkte in den Abendstunden des 25. 12. 1943 in

den nördl. Gewässern von Bougainville bei einem Angriff auf feindl. Überwasser-
streitkräfte ein feindl. Kriegsschiff nicht erkannten Typs. 4 japan. Flugzeuge
kehrten von dieser Operation nicht zurück.

Einheiten der japan. Marine-Luftwaffe haben in den frühen Morgenstunden
des 26. 12. in den Gewässern um Kap Marcus feindl. Wasserstreitkräfte und Lan-
dungsstützpunkte angegriffen und versenkten hierbei einen Transporter, 2 klei-
nere Transporter wurden in Brand geworfen, die Versenkung eines größeren
Transporters war nicht mit Sicherheit festzustellen, ein größerer Transporter
wurde beschädigt und in Brand geworfen, ein Landungsboot wurde beschädigt
und in Brand geworfen, ein kleineres Schiff wurde in Brand geschossen und be-
schädigt. 2 feindl. Landungsstellen wurden in Brand gesetzt.

Luftstreitkräfte der Mariue unternahmen am 26. 12. 1943 einen . Über-
raschungsangriff auf einen feindl. Geleitzug in der Borgen Bay und versenkten:
2 schwere Kreuzer und 2 große Transporter. Beschädigt wurden 3 große Trans-
porter. Abgeschossen wurden 20 feindl. Flugzeuge. Die japan. Verluste betrugen
17 Flugzeuge.

Am 27. 12. 1943 griffen Luftstreitkräfte der Marine feindl. Schiffe und An-
lagen in der Nähe des Kap Marcus an und erzielten nachstehende Erfolge: Ver-
senkt wurden 2 Spezialtransporter, die mit Truppen voll beladen waren, und
2 Motor-Torpedoboote. Abgeschossen wurden 18 feindl. Flugzeuge. An 3 Stellen
wurden Brände verursacht. Die japan. Verluste betragen 7 Flugzeuge. -

Japan. Marineluftwaffe griff am 31. 12. 1943 eine Gruppe feindl. Transporter
vor Kap Marcus (Neu-Britannien) an und versenkte einen mittleren Transporter .

sowie einen oder mehrere kleine Transporter und schoß 4 feindl. Flugzeuge ab.
9 japan. Flugzeuge kehrten nicht zu ihren Stützpunkten zurück.

Einheiten der Kaiserl. Marineluftwaffe starteten am 1. 1. 1944 vormittags zur
Störung des Angriffes eines feindl. Verbandes von 106 Flugzeugen, der Kavieng
anflog, und schossen 24 Flugzeuge bei 7 japan. Verlusten ab.

Japan. Marineluftstreitkräfte bei Rabaul gute Erfolge. Am 17. 12. wur-
den von ungefähr 40 angreifenden feindl. Maschinen, bei 2 japan. Verlusten, 18
Flugzeuge abgeschossen. — Am 24. 12. wurden aus einem Verband von 135 feindl.
Flugzeugen 58 bei 6 japan. Verlusten abgeschossen. — Am 25. 12. von 70 feindl.
Maschinen 20 vernichtet. — Von ungefähr 50 feindl. Jägern wurden am 28, 12.
31 Maschinen abgeschossen. — Am 1. 1. 1944 wurden von 70 feindl. Flugzeugen
Seite 10 „"LUGSPORT“ Nr. 1/1944, Bd. 36

. 2. d
uge abgeschossen. — Am 2. 1. wurden aus einem Verband von annähern
De neesueen 10 Flugzeuge bei 3 japan. Verlusten herausgeschossen. -
Am 6.1. von 40 feindl. Flugzeugen 8 abgeschossen. — Am 7. 1. wurden m angrei
fende Maschinen zum Kampf gestellt und bei 2 japan. Verlusten 31 asc ineı
abgeschossen. — Am 9. 1. 1944 wurden aus einem Verband von 150 angreifenden
Maschinen 52 Flugzeuge abgeschossen. Die Japaner verloren 2 Flugzeuge. 1
Londoner Luftfahrtministerium hat der Presse Anweisung gege en. en
Widerstand der deutschen Verteidigung gegen brit. Luftangriffe nieht me m wie
bisher zu bagatellisieren. Die erndi: Abwehr werde immer mehr ver essert un
ie Angriffe außerordentlich. IL
ee har Tedder, bisher Oberkommandierender der brit. Luftsireilieräie
im Mittelmeerraum, wurde zum Stellvertretenden Oberkommandierenden n ie
sog. Invasionsarmee gegen Westeuropa unter General Eisenhower an FR
das erste Mal in der engl. Militärgeschichte, daß ein Offizier der Luftwa ” en
Posten als Oberkommandierender von Land- und Luftstreitkräften erhä t. a u
marschall Tedder ist als der Erfinder des sogenannten „Bombenteppichs pekann
geworden und gilt als einer der rücksichtslosesten Vertreter der Terrorta u 1
- „Murder Incorporation“ —- Mordverein — diese Bezeichnung trägt o ine
eine amerikan. Staffel in großer Schrift über dem USA-Hoheitsabzeichen (s.Ab )-
Spaatz, nordamerikan. General, bisher Chef der nordamerikan. Luftwaffe a
Nordafrika, wird Oberkommandierender sämtlicher nordamerikan. Luftstreit-
kräfte, die. gegen Deutschland „operieren“. |

Amerikan. Flugplatz auf Bougainville aus dem Urwald herausgeschnitten.

i ikaner sind jetzt imstande, ihre Jagdflugzeuge über der Insel einzusetzen
und dreh Bombengeschw. für die Operationen über den nördl. Salomonen Jagd-
schutz beizugeben. Auch auf Neupommern können sie von den neubesetzten
Stützpunkten am Kap Marcus und am Kap Gloucester ihre Bombengeschw. gegen
Casmata und Rabaul unter Begleitung von Jägern einsetzen.

Sowjetische Flugzeugtypen sollen beschränkt werden. Es werden uur noch.

insi -3, Schlachtflugzeug IL-2
ie 5 Grundmuster Jagdeinsitzer MIG-3, JAK-1, L AGG-3, Sc gzeug
oemarik* und PE-2, 2motor. mittelschweres Kampfflugzeug, hergestellt.

Luftwaffe.

Führerhptgrt., 10. 12. 43 (DNB.) OKW.: Über dem süditalien. Frontgebiet schoß Flakartillerie
der Luftwaffe 9 feindl. Flugzeuge 'ab, 2 weitere wurden durch leichte deutsche Seestreitkräfte übe:

i ichtet. ,
son tat 1. 12. 43 (DNB.) OKW.: An der süditalien. Front kam es bei reger Aulleri
und Fliegertätigkeit nur im Abschnitt südwestl. von Venafro und an der adriatischen Küste a I
hafteren Kämpfen. — Über der italien. Front schoß Flakartillerie der Luftwaffe este 9 en ;
Flugzeuge ab. — Von feindl. Flugzeugen, die am Tage gegen das holländisch-deutsche ee ie
und in der vergangenen Nacht gegen Westdeutschland vorstießen, wurden 6 vernichtet. — Deutsche
Fliegerverbände griffen in der Nacht zum 11. 12. Ziele in Südengland an. R n ;

Führerhptgrt., 12. 12. 43 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte mit zusammengefa ten pr
und Schlachtfliegerkräften bei Tag und Nacht den Nachschubverkehr des Feindes zu Lande un zu
Wasser und vernichtete zahlreiche, stark beladene Eisenbahnzüge und eine Anzahl Snhlepplähne. —
Nordamerikan. Bomberverbände führten am gestr. Tage einen Terrorangriff gegen die Wohnvierte
der Stadt Emden. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 24 feindl. Flugzeuge,
meist 4motor. Bomber, abgeschossen. — In der vergangenen Nacht überflogen einzelne Störflugzeuge

i ebiet.
us “ührerhntunt, 13. 12. 43 (DNB.) OKW.: Einige feindl. Flugzeuge, von denen eines abgeschossen
wurde, unternahmen in der vergangenen Nacht Störflüge über dem rheinisch-westfälischen Industrie-
a nhrerhpigrt, 14. 12. 43 (DNB.) OKW.: Feindl. Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden
des gestr. Tages unter dem Schutz von Nebel und dichten Wolken nach Nardwestdeutseh an en
Zahlreiche Spreng- und Brandbomben verursachten Schäden in Wohnvierteln jene “ ener r -
11 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen feindl. Störflugzeug
i inisch-westfälischen Industriegebiet. .

ae hntart 15 12. 43 (DNB.) OKW: Im Abschnitt von Kirowograd gingen Seufsche Fanzer-
verbände von der Luftwaffe wirkungsvoll unterstützt, zum G@egenangriff über, brachen Fi i Fri
stand des Feindes und warfen diesen aus einigen Einbruchsstellen. — In Süditalien wrzie ten ie
Angriffe der Briten trotz starker Artillerie- und Fliegerunterstützung nur an einigen Ste vn geringen
Geländegewinn, brachen aber sonst im Abwehrfeuer oder im Nahkampf zusammen. er nn Ver an
deutscher Kampfflugzeuge griff in der Nacht zum 14. 12. den feindl. Nachschubstützpun ; ri an um
erzielte Treffer in den Hafenanlagen. — Über dem Mittelmeerraum wurden gestern ? feindl. Flug-

zeuge abgeschossen.

Nr. 1/1944, Bd. 36

Führerhptgrt., 16. 12. 43 (DNB.) OKW.: An der Ostfront wurden gestern 76 feindl. Flugzeuge
abgeschossen. — Ein nordamerikan. Bomberverband griff in den Mittagsstunden des gestr. Tages die
Stadt Innsbruck an. Durch Sprengbomben entstanden vor allem Schäden in Wohnvierteln und an
kulturellen Gebäuden. — In der vergangenen Nacht flogen wenige feindl. Störflugzeuge in das
rheinisch-westfälische Industriegebiet ein.

Führerhptgrt., 17. 12. 43 (DNB.) OKW.: In der Straße von Kertsch schoß Marineküstenbatterie
einen feindl. Bomber ab. — Erneute, von Panzern und Schlachtfliegern unterstützte Angriffe der
Bolschewisten gegen den Brückenkopf von Cherson wurden von unseren. Gebirgsjägern unter hohen
blutigen Verlusten für den Feind abgewiesen und dabei 19 Sowjetpanzer abgeschossen. — Im Ost-.
abschnitt der italien Front setzten brit. Kräfte, von starker Artillerie und Fliegerkräften unter-
stützt, ihre Angriffe fort. Zahlreiche Panzer des Feindes wurden vernichtet und 10 brit.-nord-.
amerikan. Flugzeuge abgeschossen. — Feindl. .Fliegerverbände flogen bei Tage über die Deutsche
Bucht ein und warfen eine große Zahl Spreng- und Brandbomben auf Wohngebiete verschiedener
nordwestdeutscher Orte. Dadurch entstanden besonders in Bremen schwere Zerstörungen. Unersetz-

liche Kulturdenkmäler wurden vernichtet. — In den Abendstunden führten brit.-nordamerikan..

Bomberverbände erneut einen schweren Terrorangriff gegen die Reichshauptstadt. Es entstanden

beträchtliche Schäden. Luftverteidigungskräfte vernichteten trotz wettermäßig schwieriger Abweh:-

bedingungen, soweit bisher festgestellt, 38 der angreifenden brit.-nordamerikan. Bomber. .
Führerhptgrt., 18. 12. 43 (DNB.) OKW.: (Keine Luftwaffenmeldungen).

Führerhptgrt., 19. 12. 43 (DNB.) OKW.: In der Zeit vom 16. bis 18. 12. vernichtete die Luft-
walie 52 Sowjetflugzeuge. 2 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Sicherungsfahrzeuge der Kriegs-

marine und Bordflak eines Geleits schossen vor der westfranz. Küste 3 angreifende feindl. Bomben- :

flugzeuge ab.

Führerhptgrt., 20. 12. 43 (DNB.) OKW.: Am 18. und 19. 12. verlor der Feind im Mittelmeer--

gebiet 14 Flugzeuge. — Feindl. Fliegerverbände griffen gestern erneut die Stadt Innsbruck an. In
heftigen Luftkämpfen über den Alpen und durch Flakartillerie wurden, soweit bisher festgestellt,

20 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Deutsche Flugzeuge warfen in der vergangenen ‚Nacht und in:
den heutigen Morgenstunden Bomben schweren Kalibers auf Ziele in Südostengland. Ein eigenes :

Flugzeug wird vermißt.

Führerhptgrt., 21. 12. 43 (DNB.) OKW.: Im Mittelmeergebiet wurden gestern in Luftkämpfen .:

und durch Flakabwehr sowie durch deutsche leichte Seestreitkräfte und Marineflak 18 feindl. Flug-

zeuge, darunter 9 viermotor. Bomber, vernichtet. Ein deutsches Jagdflugzeug ging verloren. —.:
Feindl. Bomberverbände führten bei Tage erneut einen schweren Terrorangriff gegen Wohnviertel der-:

a oo " j j el
Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. In. r.: Lt. Krumminga, Ofw. Jennewein (vom Feind- ,
flug nicht zurückgekehrt), Hptm. Kipfmüller, Oblt., Schneeweis (vom .Feindflug:,
nicht zurückgekehrt). — 2. Reihe: Hptm. Brendel, Oblt. Weber, :Hptm.. Hitz,:

Oblt. Rehle (}). "Weltbild (8)

„FLUGSPORT“ Seite 11.
Seite 12 „FLUGSPORT' Nr. 1/1944, Bd. 36

Stadt Bremen. In schweren Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden mindestens 45 feindl. Flug-
zeuge abgeschossen. — In den Abendstunden des gestr. Tages griffen starke brit. Fliegerkräfte das
Rhein-Main-Gebiet an. Durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben entstanden schwere Schäden
in Wohngebieten, vor allem in Frankfurt a. M., Offenbach und Mannheim. Luftverteidigungskräfte
schossen bei diesen Angriffen 49 viermotor. Bomber ab. 4 weitere Flugzeuge verlor der Feind über
den besetzten Westgebieten. — Damit wurden am 20. und in der Nacht zum ai. 12, nach bisher vor-
liegenden noch unvollständigen Meldungen 98 feindl. Flugzeuge, davon mindestens 9 viermotor.
Bomber abgeschossen. — Deutsche Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum 21. 12, Ziele im Gebiet
ündung.

er er, 22. 12. 43 (DNB.) OKW.: Im Seegebiet von Sizilien beschädigten deutsche Kampf-
flugzeuge 2 feindl. Handelsschiffe mittlerer Größe durch Bombentreffer schwer. — Einzelne feindl.
Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben in Westdeutschland. — Deutsche Flugzeuge
führten in der Nacht zum 22. 12. Störangriffe gegen Südostengland durch.

Führerhptgrt., 23. 12. 43 (DNB.) OKW.: In Süditalien griff der Feind wiederholt mit starker
Panzer- und Schlachtfliegerunterstützung im Abschnitt von Ortona an. — Vor der norweg. Küste
‚griffen 5 brit. Torpedoflugzeuge ein deutsches Unterseeboot und ein kleines Fahrzeug der Kriegs-
marine mit mehreren Torpedos erfolglos an. 2 der angreifenden Flugzeuge wurden vernichtet, ein
drittes in Brand geschossen. — Nordamerikan. Bomber drangen am gestr. Tage unter dem Schutz
starker Bewölkung nach Nordwestdeutschland ein. Durch Luftverteidigungskräfte zersprengt und am
zusammengefaßten Angriff verhindert, warf der Feind wahllos Spreng- und Brandbomben auf
mehrere Orte. 28 der angreifenden Flugzeuge, darunter 21 schwere, wurden abgeschossen. — 4 weitere
Flugzeuge verlor der Feind über den besetzten Westgebieten. — In den Abendstunden des gestr.
Tages flogen einige feindl. Störflugzeuge in ds Rheinland ein. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge

i vergangenen Nacht Bomben auf Eastbourne. j

enhptart, 2a. 12. 43 (DNB.) OKW.: Südl. und südwestl. der Stadt Ortona scheiterten auch
gestern alle feindl. Angriffe, obwohl sie von starkem Artilleriefeuer, von Panzern und Schlacht-
fliegern unterstützt wurden. In diesen Kämpfen zeichnete sich die 1. Fallschirmjägerdivision unter
Führung des Generallt. Heidrich durch beispielhafte Standhaftigkeit besonders aus. — In der Nacht
zum 24. 12. griffen mehrere brit. Schnellbootgruppen mit Unterstützung von Jagdbombern im Nor -
ausgang des Kanals wiederholt ein deutsches Geleit an, das zuvor von engl. Fornkampfgeschlitzen
erfolglos beschossen worden war. — Brit. Bomber führten in den frühen Morgenstunden das 24. 12.
wieder einen Terrorangraff gegen die Bevölkerung von Berlin. In einigen Stadtteilen entstanden er-
hebliche Schäden. Außerdem bombardierte der Feind planmäßig die ehrwürdigsten deutschen Kunst-
und Kulturstätten in Aachen. Dom und Rathaus wurden schwer beschädigt, der Krönungssaal ver-
nichtet. — Luftverteidigungskräfte brachten bei besonders schwierigen Abwehrbedingungen, soweit
bisher festgestellt, 19 feindl. Bomber zum Absturz.

Führerhptqrt.., 25. 12. 43 (DNB.) OKW.: (Keine Luftwaffenmeldungen). |

Führerhptgrt., 26. 12. 43 (DNB.) OKW.: Bei Angriffen anglo-amerikan. Fliegerverbände am
ersten Weihnachtstag auf die Stadt Bozen und einige Orte im oberitalien. Raum ‚wurden 5 feindl.
Flugzeuge abgeschossen. — Bordflak der Kriegsmarine brachte über der Biskaya ein Flugbooot vom
Typ Sunderland zum Absturz.

Führerhptgrt., 27. 12. 43 (DNB.) OKW.: (Keine Luftwaffenmeldungen).

Führerhptgrt., 28. 12. 43 (DNB.) OKW.: Jagdflieger versenkten in der Straße von Kertsch ein
sOwj ot. : .
a aenerhntart, 29. 12.43 (DNB.) OKW.: Am vergangenen Tage stießen 26 schwere nordamerikan.
Bomber unter Jagdschutz in den oberitalien. Raum vor. 20 Bomber wurden in Luftkämpfen, 2 weitere
durch Flakartillerie der Luftwaffe zum Absturz gebracht. 4 deutsche Jagdflugzeuge gingen verloren,
ihre Flugzeugführer konnten sich jedoch durch Fallschirmabsprung retten. —_ An der italien. West-
küste wurden 2 nordamerikan. Jagdflugzeuge vernichtet. — Im Seegebiet der Biskaya fanden vom
27. bis 29. 12. Gefechte zwischen deutschen Zerstörern und Torpedobooten und engl. leichten See-
streitkräften statt. Die eigene und feindl. Luftwaffe griff laufend in die Operationen ein. Im Ver-
laufe der harten Kämpfe entstanden auf beiden Seiten Beschädigungen. — In der vergangenen Nacht
. führten einige brit. Flugzeuge Störangriffe auf westdeutsches Gebiet durch.

Führerhptgrt. 30. 12. 43 (DNB.) OKW.: (Keine Luftwaffenmeldungen).

Führerhptgrt., 31. 12. 43 (DNB.) OKW.: Nordamerikan. Bomberverbände drangen am Bes
Tage unter Jagdschutz nach Westdeutschland ein und führten einen Terrorangriff gegen die Stä N
Mannheim und Ludwigshafen. Im Verlauf erbitterter Luftkämpfe mit unseren Jagdgeschw. sowie durce
Flakabwehr verlor der Feind über dem Reichsgebiet und den besetzten Westgebieten 39 Flugzeuge,
darunter eine große Anzahl schwerer viermotor. Bomber. — In den gestr. Abendstunden „warfen
einige brit. Flugzeuge Bomben im Rheinland. — Deutsche Flugzeuge unternahmen Störangriffe au

| i on London. .
es eerhutuzt, 1. 1. 44 (DNB.) OKW.: Brit.-nordamerikan. Fliegerverbände griffen am gest
Tage Groß-Paris und mehrere Orte in den besetzten Westgebieten an. Die Bevölkerung ai
besonders in einigen Stadtteilen von Paris hohe Verluste. Luftverteidigungskräfte vernichtelen ei
diesen Angriffen nach bisherigen Feststellungen 19 feindl. Flugzeuge, meist viermotor. nordameril an.
Bomber. — Im Kampf gegen die brit.-nordamerikan. Schiffahrt versenkten Luftwaffe und Kriegs-

marine im Monat Dezember 35 Handelsschiffe mit 225 000 BRT. 24 weitere Schiffe mit 122.000 BRT.

wurden durch Bomben und Torpedotreffer so schwer beschädigt, daß mit dem Untergang vieler

dieser Schiffe gerechnet werden kann. — An feindl. Kriegsschiffen versenkten Kriegsmarine und Luft-
waffe 18 Zerstörer, ein Schnellboot und 2 Kanonenboote. 2 Kreuzer, ein Kriegsschiff mittlerer Größe,

Nr. 1/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 13

ein Zerstörer und 5 Schnellboote wurden so schwer beschädigt, daß auch mit dem Verlust eines Teiles.

‚dieser Schiffe zu rechnen ist. — Die Sowjets verloren durch Luftwaffe und Kriegsmarine im gleichen
'Zeitabschnitt 6 Unterseeboote, 4 Schnellboote, 2 Kanonenboote, einen Eisbrecher, 15 Landungsboote
sowie eine Anzahl leichter Kriegsfahrzeuge. Außerdem wurden zahlreiche Unterseeboote, 2 Schnell-
boote und ein Kanonenboot beschädigt. " .

Führerhptgrt., 2. 1. 44 (DNB.) OKW.: Die Reichshauptstadt wurde in den frühen Morgen-
stunden des Sonntags wieder von einer größeren Anzahl brit. Bomber angegriffen. Durch planlosen
Abwurf von Spreng- und Brandbomben entstanden in einigen Stadtteilen Schäden, vor allem an Wohn-
häusern. Einzelne Störflugzeuge warfen außerdem Bomben im rheinisch-westfälischen Raum. Luft-
verteidigungskräfte schossen nach bisher vorliegenden Meldungen 30 viermotor. Bomber ab. — Die
im Wehrmachtbericht vom 1. 1. gemeldete Abschußzahl von 19 feindl. Flugzeugen beim Angriff auf
Groß-Paris hat sich nach ergänzenden Meldungen auf 31 feindl. Flugzeuge. davon 29 viermotor.
nordamerikan. Bomber, erhöht.

Führerhptgrt., 3. 1. 44. (DNB.) OKW.: Bei einem Nachtangriff schwerer deutscher Kampfflug-
zeuge gegen den feindl. Nachschubstützpunkt Augusta wurden ein Frachter mittlerer Größe sowie
Materiallager in Brand geworfen und Hafenanlagen zerstört. — Die brit. Terrorbomber stetzten in der
vergangenen Nacht unter Wolkenschutz ihre Angriffe gegen verschiedene Wohnbezirke der Reichs-
hauptstadt fort, außerdem fielen vereinzelte Bomben auf einige Orte in Westdeutschland. Nacht-
Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe vernichteten, soweit bisher festgestellt, 31 viermotor. feindl.
Bomber. — Um Mitternacht stießen deutsche Flugzeuge zu Störangriffen nach London vor.

Führerhptgrt., 4. 1. 44 (DNB.) OKW.: Im Mittelmeerraum und in den besetzten Westgebieten
wurden gestern in Luftkämpfen und durch Flakabwehr 16 brit.-nordamerikan. Flugzeuge abgeschossen.
Ein deutsches Jagdflugzeug wird vermißt. — In der vergangenen Nacht flogen einige feindl. Stör-
flugzeuge nach Westdeutschland ein. °

Führerhptgrt., 5. 1. 44 (DNB.) OKW.: In den Mittagsstunden des 4. 1. griffen nordamerikan.
Bomber Orte in Nord- und Westdeutschland an. Die Wohnviertel der Stadt Kiel waren erneut das Ziel
eines schweren Terrorangriffs. Luftverteidigungskräfte schossen nach bisher vorliegenden Meldungen

über dem Reichsgebiet und den besetzten Westgebieten 29 Flugzeuge, meist viermotor. Bomber, ab. — :

In der letzten Nacht überflogen einige brit. Störflugzeuge West- und Norddeutschland. — Deutsche
Flugzeuge griffen in der vergangenen Nacht Einzelziele in Südostengland an.

Führerhptgrt., 6. 1. 44 (DNB.) OKW.: Im Kampfraum von Shitomir griffen Starke Verbände
deutscher Kampf- und Schlachtflugzeuge wirksam in die Kämpfe ein. — Bei Tagesangriffen
brit.-nordamerikan. Bomberverbände gegen das Stadtgebiet von Kiel sowie gegen Orte in West-
deutschland und den besetzten Westgebieten wurden in erbitterten Luftkämpfen nach bisher vorlie-

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Oblt. Jente, Lt. Hammer, Maj. Viedebantt.

Oblt. Löffelbein. — 2. Reihe: Lt. G. Schack, Ofw. F. Kralemann. Oblt. S. Göbel.
Ofw. A. Kelbch. | . Weltbild (8)
Seite 14  .,FLUGSPORT“ Nr. 1/1944, Bd. 36

genden Meldungen 81 feindl. Flugzeuge, davon 63 viermotor. Bomber, abgeschossen. — In der ver-
gangenen Nacht verlor die brit. Luftwaffe bei einem Terrorangriff auf Stettin nach unvollständigen
Meldungen außerdem 16 viermotor. Bomber. In den Wohnvierteln der angegriffenen Städte ent-
standen zum Teil schwere Schäden. — Die brit.-nordamerikan. Terrorflieger haben ihre Angriffe in
den letzten 24 Stunden mit dem Verlust von 97 Flugzeugen, davon 79 viermotor. Bomber, bezahlt.
Es ist damit zu rechnen, daß noch weitere schwerbeschädigte Flugzeuge auf dem Rückfluge verloren
vegangen sind. In der gleichen Zeit verlor die deutsche Luftwaffe 20 Jagdflugzeuge.

©
Führerhptaqrt., 7. 1. 4 (DNB.) OKW.: Im Abschnitt von Kirowograd verstärkte der Feind seinen
Druck. Angriffe starker Infanterie- und Panzerverbände konnten mit Unterstützung der Luftwaffe

unter Abschuß von 51 Panzern beiderseits der Stadt aufgefangen werden. — Deuische Jäger brachten
über dem Atlantik ein brit. Großflugzeug vom Muster Sunderland zum Absturz. Luftverteidigungs-
kräfte schossen über den besetzten Westgebieten 7 brit. Tiefflieger ab. — In der vergangenen Nacht

griffen einzelne brit. Bomber Orte im rheinisch-westfäl. Industriegebiet an.

Führerhptgrt., 8. 1. 4 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff mit Schwerpunkt im Raum von Kiro-
wograd und Berditschew in die Erdkämpfe ein und fügte dem Feind hohe blutige Verluste und
bedeutende Ausfälle an Waffen, Gerät-und Fahrzeugen zu. — In der vergangenen Nacht wurden bei
der Bekämpfung des sowj. Nachschubverkehrs 7 Transportzüge zerstört und 9 weitere Züge schwer
beschädigt. — Brit.-nordamerikan. Bomberverbände griffen am gestr. Tage Orte in Westdeutschland
und im Süden des Reiches an. Durch planlosen Bombenabwurf entstanden, besonders in Ludwigs-
hafen und Mannheim, beträchtliche Schäden in Wohngebieten. — In der vergangenen Nacht warfen
Störflugzeuge Bomben im rheinisch-westfäl. Industriegebiet. — Die feindl. Bomberverbände verloren
bei diesen Angriffen 33 Flugzeuge, in der Masse viermotor. Bomber. 8 eigene Jagdflugzeuge kehrten
nicht zurück. — Damit betragen die Verluste der brit.-nordamerikan. Terrorflieger in der ersten
Woche des Jahres 1944 262 Flugzeuge, davon 231 viermotor. Bomber.

Führerhptgrt., 9. 1. 43. (DNB.) OKW:: Südl. Kiew, südl. und westl. Pogrebischtsche und im
Raum von Berditschew griff die Luftwaffe an den Brennpunkten mit gutem Erfolg in die Erdkämpfe
ein und fügte den Sowjets hohe Verluste an Menschen und Material zu. — Einzelne brit. Flugzeuge
warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland. Dabei wurde erneut der

Aachener Dom getroffen.

Führerhptart., 10. 1. 43 (DNB.) OKW.: Die deutsche Luftwaffe griff wiederholt mit starken
Kräften an den Schwerpunkten der Ostfront in die Erdkämpfe ein und belegte Bereitstellungen und
Panzeransammlungen des Feindes wirksam mit Bomben. Bei der Bekämpfung des sowj. Nachschub-
verkehrs wurden 5 Materialzüge zerstört, 8 weitere Züge beschädigt. — In den ersten Morgenstunden
des 9. 1. griffen deutsche Kampfflugzeuge Schiffsziele vor der Nordküste der Cyrenaika.an. Auf
4 Handelsschiffen mittl. Größe wurden mehrere Volltreffer erzielt. Mit der Vernichtung zweier dieser
Schiffe ist zu rechnen. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.

Führerhptgrt., 11. 1..44 (DNB.) OKW.: Aus dem feindl. Brückenkopf nordöstl. Kertsch begann
gestern der erwartete sowj. Angriff. Die Kämpfe sind noch im Gange. Unsere. Luftwaffe griff in
diese Kämpfe ein und vernichtete 2 feindl. Landungsboote. — Südwestl. Dnjepropetrowsk griff der
Feind mit mehreren Divisionen, von Artillerie und Schlachtfliegern unterstützt, auf schmaler Front
an. — Deutsche Torpedoflugzeuge griffen in der Abenddämmerung des 10. 1. an der alg. Kiste ein
feindl. Nachschubgeleit an und trafen 5 Schiffe mit einer Tonnage von 32 000 BRT. Das Sinken
eines Transporters von 8000 BRT. wurde beobachtet. Die Vernichtung weiterer Schiffe ist wahrschein-
lich. — In den Mittagsstunden des 10. 1. und in der Nacht zum 11. 1. führten brit.-nordamerikan.
Bomber Terrorangriffe gegen das Stadigebiet von Sofia durch. Durch deutsche und bulgarische
Luftverteidigungskräfte wurden nach bisher vorliegenden Meldungen 13 feindl. Flugzeuge. darunter
mehrere viermotor. Bomber, abgeschossen. Die Vernichtung von 9 weiteren feindl. Flugzeugen ist
wahrscheinlich. — In der vergangenen Nacht überflogen einzelne brit. Störflugzeuge das westl. und

nördl. Reichsgebiet.
‘

Führerhptgrt., 12. 1. 44 (DNB.) OKW.: Nordöstl. Kertsch wurden starke, von Schlachtfliegern
unterstützte Angriffe der Sowjets in erbitterten Kämpfen abgewiesen. — In den beiden letzten Tagen
wurden an der Ostfront 43 Flugzeuge vernichtet. — Wie bereits durch Sondermeldung bekannt-
gegeben, erlitten nordamerikan. Bomberverbände am Vormittag des 11. 1. bei Angriffen auf das
mittlere Reichsgebiet schwerste Verluste. Die Angriffe kamen infolge des hervorragenden Zusam-
-menwirkens von Jägern, Zerstörern und allen Teilen der Luftverteidigung nicht zu geschlossener
Wirkung. Nach den neuesten Feststellungen wurden 136 nordamerikan. Bomber, meist vor Erreichen
ihrer Ziele, abgeschossen. Die Vernichtung weiterer feindl. Flugzeuge ist wahrscheinlich.

Führerhptgrt., 13. 1. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff mit starken Verbänden von Kampf-
und Schlachtflugzeugen in die harten Abwehrkämpfe bei Kirowograd, Berditschew und Witebsk ein.
50 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen.

Führerhptgrt., 14. 1. 44 (DNB.) OKW.: In der vergangenen Nacht warfen einige brit. Flugzeuge
Bomben auf westdeutsches Gebiet. — In den Abendstunden des gestr. Tages griffen deutsche Flug-
zeuge Ziele in Südostengland an.

|

Profilsammlung

IUIUDN N
1944 Pe Nr. 39

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}

men
en

Untersuchungen über den Einfluß der Reynolds’schen Zahl auf die
Mach’sche Zahl an den Beispielen der Kugel und des Kreiszylinders.
Von H. O. Nicolaus, Göttingen.

Inhalt: Einleitung — Aufgabenstellung — Beschreibung der Versuchs-

anlage und der Versuchsmodelle — Kugel und Kreiszylinder im
Unterschallgebiet — Kugel und Kreiszylinder im Überschallgebiet —
Zusammenfassung.

A. Einleitung.

Die aerodynamische Forschung verdankt den Untersuchungen mit den
Elementarkörpern Kugel und Kreiszylinder eine Fülle grundlegender Er-
kenntnisse, die erst in der Gegenwart mit ihren stetig gestiegenen Flug-
geschwindigkeiten voll zur Auswirkung gekommen sind. Bereits im Jahre
1905 gelang es Prandtl und Eiffel mit ihren klassischen Kugelversuchen, ein
wichtiges Teilgebiet der Strömungslehre, nämlich die Vorgänge in der
Grenzschicht bei laminarer und turbulenter Strömung, erstmalig aufzu-
zeigen. Auf diesen grundlegenden Arbeiten aufbauend wurden dann in der
Folgezeit die Voraussetzungen geschaffen für eine allgemeine Anwendbar-
keit dieser Erkenntnisse auf Flügelprofile und andere Strömungskörper.
Wenn heute die Möglichkeiten einer Leistungssteigerung durch aerodyna-
mische Verfeinerung fast restlos ausgeschöpft sind, dann durch die weit-
gehend geklärten Vorgänge in der Grenzschicht, d. h. durch die Auf-
deckung der Wechselbeziehungen zwischen turbulentem und laminarem
Strömungszustand einerseits und Kleinstwiderstand und Höchstauftrieb
andererseits.

Prandtl fand bei seinen Versuchen bekanntlich einen Widerstandswert
von 0,44, während Eiffel nur 0,176 erhielt. Die Klärung dieser scheinbaren
Unstimmigkeit erbrachte die wichtige Tatsache, daß der Formwiderstand
durch Turbulenz u. U. verringert werden kann. Die Turbulenz wurde in
diesem Falle durch Auflegen eines dünnen Drahtringes etwas vor dem
Größtkreis der Kugel künstlich erzeugt. Die Strömung kam nun nicht mehr
am Größtkreis, sondern erst in einem gewissen Abstande von diesem zum
Abreißen. Physikalisch erklärt sich dieses Verhalten durch eine schein-
bare Erhöhung der Zähigkeit turbulenter Strömung, und mit einer größeren
Zähigkeit verbinden wir unwillkürlich die Vorstellung eines größeren
Haftvermögens einer Flüssigkeit. So erreichte schließlich auch Prandtl
beliebige Cw-Werte bei seinen Versuchen. Wir sind heute gewohnt, den
laminaren Strömungszustand als unterkritisch, den turbulenten als über-
kritisch zu bezeichnen, dazwischen liegt das Umschlaggebiet.

Von besonderer Wichtigkeit sind die Ergebnisse der Kugelforschu
für die Windkanalmeßtechnik geworden. Erst durch den vom Kusel
widerstand abgeleiteten Turbulenzfaktor ist es einwandfrei möglich, eine
Windkanalsystematik auf der Basis des Turbulenzgrades aufzustellen. Die
früher oft erheblichen Abweichungen in den Ergebnissen ein und desselben
Versuchsmodelles in verschiedenen Kanälen fanden erst ihre Erklärung
als man außer der Re-Zahl auch noch den Turbulenzgrad in Über-
einstimmung brachte. |
Seite 158 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT. Nr. 39

B. Aufgabenstellung.
Der Einfluß der Re-Zahl auf die Luftkräfte im Bereich niedriger

Geschwindigkeiten wurde in zahlreichen Versuchen herausgestellt und
dürfte heute als weitgehend geklärt gelten; dasselbe kann von den Be-
ziehungen zwischen den Luftkräften und der M-Zahl gesagt werden. Die
im folgenden beschriebenen Versuche!) befassen sich mit dem Einfluß der
Re-Zahl bei verschiedenen M-Zahlen, und zwar im Unterschall- wie auch
im Überschallgebiet. Es soll also z. B. untersucht werden, wie sich bei
einer konstanten M-Zahl eine Änderung von Re auf den Widerstand der
Kugel auswirkt.

Die Schwierigkeiten in der Erzeugung und Beherrschung hoher Ge-
schindigkeiten führen zwangsläufig zu kleinen Abmessungen sowohl der
eigentlichen Versuchsanlage wie auch der Versuchsmodelle. Die unmittel-
bare Folge davon ist, daß sich trotz der relativ hohen Strahlgeschwindig-
keiten nur niedrige Re-Zahlen verwirklichen lassen. Man wird also mit
größter Wahrscheinlichkeit damit rechnen können, daß die experimentell
gewonnenen Daten entweder gar nicht oder doch nur bedingt auf die
tatsächlichen Verhältnisse im Fluge übertragbar sind. Die im folgenden
beschriebenen Versuche wollen insbesondere zur Klärung dieser Frage
einen Beitrag liefern. |

C. Die Durchführung der Versuche, Modelle.

Für die Durchführung der Versuche stand der inzwischen weiter ver-
besserte. und umgebaute Hochgeschwindigkeitskanal von Guidonia zur
Verfügung, aus dem bereits Meßreihen an einigen Schnellflugprofilen an
dieser Stelle veröffentlicht wurden?). Einzelheiten über den konstruktiven
Aufbau des Kanals in einem besonderen Bericht?).

Im Unterschallgebiet wurde versuchsweise von der geschlossenen
Meßstrecke abgegangen und einige Meßreihen im Freistrahl ausgeführt.
Der Strahl mit einem Querschnitt von 400X450 mm zeigte eine große
Regelmäßigkeit, und die Geschwindigkeit blieb über einen Tiefenbereich
von mindestens 200 mm konstant.

Die Geschwindigkeitsüberwachung erfolgte derart, daß sowohl der
statische wie auch der dynamische Druck in der Versuchskammer ge-
messen wurden. Zur Kontrolle wurden auch noch der Gesamtdruck am
Düsenkopf, der statische Druck an der Düsenwand am Ende der Expansion
sowie die Temperatur am Düsenkopf gemessen. Die Temperatur in der
Meßkammer wurde daraus unter der Annahme adiabatischer Umwandlung
berechnet. Temperaturschwankungen für den untersuchten Druckbereich
nur etwa 3° bis 4°.

Die entsprechend der Aufgabenstellung geforderte Änderung der
Re-Zahl wurde durch Druckänderung in der Versuchskammer erreicht.
während die Geschwindigkeit für jede Meßreihe konstant gehalten wurde.
Nur beim Kreiszylinder wurde auch noch der Durchmesser geändert. Die
Druckänderung konnte mit Rücksicht auf die erheblichen Luftkräfte
einerseits und die Festigkeit der Versuchsmodelle andererseits nicht
beliebig ausgedehnt werden; der Höchstdruck lag nur wenig über
Atmosphärendruck. |

Für die Kugelversuche wurde eine polierte Messingkugel von
60 mm & verwendet. Um den Wandeinfluß festzustellen, wurden auch
noch 2 Kugeln von 40 und 80 mm 9 untersucht. Gehalten wurde die Kugel
durch einen in Strömungsrichtung gestellten Hohlstab von 4 mm ©. Die
Kugeloberfläche war für die Druckmessungen mit 15 Bohrungen versehen,

1) Atii Di Guidonia N. 67—68—69.

®2) Profilsammlung 22 bis 26, Flugsport Nr. 16/1940, 2/1941, 3/1941, 6/1941, 8/1941.
3) Atti di Guidonia N. 15.

Nr. 39 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 159

die auf zwei hinsichtlich der Mittelebene symmetrischen Querschnitten
verteilt waren.

Die Kreiszylinder von 15 und 30 mm £ aus poliertem Stahl wurden
mittels Endscheiben, die in die Kanalwände eingelassen waren, gehalten.

Alle Messungen wurden mit der Dreikomponentenwaage ausgeführt.
Bereich der Mach’schen Zahlen von 0,4 bis 0,9 und für den Überschall-
bereich 1,85 und 2,13.

D. Die Kugel im Unterschallgebiet.

u Widerstandsmessungen. Den Besprechungen der Ergebnisse seien noch
einige Angaben über die Errechnung des Beiwertes vorausgeschickt, der
auf Grund der bekannten Gleichung

 _.We2
On e:F:.%2

ermittelt wurde.

In der Abb. 1 sind nun für verschiedene Re-Zahlen und M-Zahlen die
Widerstandswerte aufgetragen worden. Der erste Eindruck bei der Be-
trachtung der Kurvenbilder ist der, daß der Kennzahleinfluß mit zu-
nehmender M-Zahl mehr und mehr schwindet, um schließlich bei den
gemessenen Höchstwerten von M überhaupt völlig aufzuhören. Auffallend
ist der starke Kennzahleinfluß im Bereich M = 0,3 bis M = 0,67, der sich

Ansteigen von c„ andererseits äußert. Dabei steigen die Cwmin bei zu-
nehmender M-Zahl ebenfalls an. Bei M = 0,4 z. B. fällt c„ von einem Wert
0,25 bei Re = 2X105 auf einen Wert - 0,06 bei Re = 4,9X105 ab. Für den
Bereich M ) 0,67 ist die kritische M-Zahl nicht erreicht worden; die Kurve
für M = 0,7 zeigt für den Bereich Re = 3X105 bis 7X105 nur noch ein
schwaches Abfallen des Widerstandes. Ganz unbeeinflußt bleiben die
Kurven für M = 0,8 und M = 0,9. Daraus läßt sich unschwer der Schluß
ziehen, daß der Widerstand in diesen Bereichen schon weitgehend von
gasdynamischen Einflüssen bestimmt wird. Die Zusammendrückbarkeit
der Luft beginnt hier die beherrschende Rolle zu spielen, was später bei
der Besprechung der optischen Ergebnisse noch klar zutage treten wird.

Ein Schnitt durch die Abb. 1
M-09 \derart, daß an Stelle von M nun Re
als Parameter erscheint, zeigt den
Verlauf der Widerstandszunahme.
\M=08 |und zwar für Re = 25 X 105 und
el Re = 4 X 105 (Abb. 2).
M.07 In dem gemessenen Bereich

konnten bis zu M = 0,67 Kleinst-

in einem plötzlichen Widerstandsabfall einerseits und einem erneuten.

NSS 0,35
NN

0,30 ,
\ \ N ! 1.
[-W " /
. Re=2,5x10° Pa
| 025 L __“
Ur _
19:05 | M=0,6 | M=0,67 ı 7 Re=#*10
Ir‘ 1.89% . FF Pi |
N Jr 0 va
ULF 7
5 0,15
DE ER GE 70 0% 0 0 07 08 109
Abb. 1. Abb. 2.

Seite 160 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 39
T
N 2 „
De / ———_ \M-09
A — =

/ 173 \
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2L06b\——— Tu
2 04 05 06,07 08
Abb. 3.
Im-05 \ Mm
7 M-03\ \M-0#
| 9x105 / 10
Sy a 0,15 i _
8x10° eg” 122 ap= Pı” Pa
0,9
7105 7 i
ya |
6:10°5
A *2 2 3 4 5 6
\ Re—
er — Abb. 5.
4.105 + d
werte von c» beobachtet werden,
3 x105 die jeweils nach Durchlaufen der
2 03 04 0 6,07 08 kritischen Re-Zahl erreicht wurden.

—

In der Abb. 3 ist der Verlauf der
Abb Cw min aufgetragen worden. u
Interessant ist die Abb. 4, in der diejenigen Re-Zahlen, die einem cs
von 0,15 entsprechen, in Abhängigkeit von M aufgetragen wurden. Dom-
nach vergrößert sich Rexrit bei wachsender M-Zahl schnell, oder anders
ausgedrückt: cw beginnt bei immer größeren Re-Zahlen abzunehmen.

Eine Änderung des Kugeldurchmessers beeinflußte den Charakter der
in Abb. 1 dargestellten Kurven nur wenig. Meßbare Abweichungen zeigten
sich nur bei M = 0,3 und noch wesentlich schwächer ausgeprägt bei M= 0,4.
Darüber hinaus waren die Abweichungen überhaupt vernachlässigbar.
Vergleichsweise sind in Abb. 1 auch noch die aus der Druckverteilung über
einem Hauptquerschnitt unter Vernachlässigung der Reibung errechneten
Werte des c„ aufgetragen worden. Diese durch kleine Dreiecke gekenn-

ichneten Punkte stimmen gut mit den gemessenen überein. oo
u Das Druckgefälle zwischen Vorder- und Rückseite der Kugel ist in
Abb: 5 als dimensionsloser Beiwert Ap/q’ aufgetragen worden. Der Stau
druck a’ wird abweichend von dem sonst üblichen Wert Y/so' v? durch
die Gleichung

q=!hrov(l+MM+.....)
definiert und ist der in der Versuchskammer herrschende dynamische
Druck (Ap = pı — pe).

Wie zu erwarten war, besteht eine weitgehende Ähnlichkeit mit dem.

j ier li 1 influß der Kom-
K bild der Abb. 1. Auch hier liegt der beginnende Ein Kom
pressibilität zwischen M = 0,6 und M = 0,7: Für den Bereich M - 0,3 bis
M = 0,6 wird Ap/q (1. Im folgenden Abschnitt sollen die Ergebnisse der
Druckverteilungsmessungen besprochen werden. (Wird fortgesetzt.)

Veröffentlicht im „Flugsport“, Heft 1, 1944, Bd. 36.

:Nr. 1/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 15

=.

Modellflugpreisausschreiben des NS,-Fliegerkorps 1943.

Zur Förderung des Modellfluges schreibt der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps folgende Preis-
aufgaben aus.

1. Zielflüge für Flugmodelle mit Verbrennungsmotor.
a) Zielstreckenflug.

Gefordert wird, daß ein Flugmodell mit Verbrennungsmotor nach Gerade-
ausflug in einem vorher abgesteckten Kreise von 500 m Durchmesser landet,
dessen Mittelpunkt 2000 m von der angegebenen Startstelle entfernt ist. Das F)
Flugmodell darf während des Fluges den aus der Zeichnung ersichtlichen
Sektor ABC nicht verlassen.

b) Dreieckflug.

Gefordert wird von einem Flugmodell mit Verbrennungsmotor ein Drei-
eckflug, dessen Verlauf aus der nebenst. Zeichnung ersichtlich ist. Danach soll
das Flugmodell im Punkte A starten, im Geradeausflug den Punkt B erreichen,
dessen Wendemarke umfliegen, von dort in gleicher Weise den Punkt C an-
und umfliegen, im Geradeausflug zur Startstelle zurückkehren und in einem
Kreise von 200 m Durchmesser (mit der Startstelle als Mittelpunkt) landen.
Die Flughöhe darf während des gesamten Fluges 100 m nicht überschreiten.

Die Flüge zu 1a und 1b sollen beı einer Windgeschwindigkeit von nicht
mehr als 5 ın/sec (gemessen in 3 m Bodenabstand) durchgeführt werden. Das’
Flugmodell muß das Ziel (Aufgabe 1a) bzw. die Teilziele (Aufgabe 1b) im
Geradeausflug ohne Kurven erreichen. Leichte Kursabweichungen, nach denen
das Flugmodell (z. B. mit Hilfe einer Steuerung) wieder in die ursprüngliche START=
Richtung zurückkehrt, werden nicht als Kurven angesehen. STELLE D

Die Flugaufträge zu 1a und 1b können entweder
mit Hilfe einer automatischen Steuerung oder einer
Fernsteuerung erfüllt werden. Die Genehmigung der START.
Herstellung und Inbetriebnahme eines für die Fern- STELLE
steuerung erforderlichen Kurzwellensenders muß in
jedem Einzelfalle beim Korpsführer des NSFK. beantragt
werden. Sie wird nach sorgfältiger Prüfung nur solchen
Bewerbern erteilt, die über die notwendigen persön-
lichen Voraussetzungen und langjährigen Erfahrungen
auf diesem Gebiete verfügen.

Die Mindestspannweite der Flugmodelle muß N
P-]

1000 mm betragen. Sie können mit einem oder mit /q 4000 172
2 Motoren ausgerüstet sein. Der Hubraum des einzelnen
Motors darf 10 cem nicht übersteigen. Das höchstzu-
lässige Fluggewicht beträgt 5 kg.

EEE.
PLUERICHTUNG

Für jeden Bewerber um die Aufgabe 1a werden LANDE KREIS
die zwei besten Ergebnisse gewertet. Sieger ist der- von 200m
jenige, dessen Flugmodell in diesen beiden Flügen dem Mittelpunkt des Kreises insgesamt am näch-
sten kommt. Flüge, die außerhalb des Kreises enden, scheiden für die Bewertung aus.

Bei der Aufgabe 1b ist derjenige Bewerber Sieger, dessen Flugmodell bei der Landung der
Startstelle am nächsten kommt. Bei Vorliegen gleich guter Leistungen entscheidet hierbei die
kürzeste Flugzeit.

2. Dauerflug für Schwingenflugmodelle mit Verbrennungsmotor. ’

Gefordert wird von einem Schwingenflugmodell mit Verbrennungsmotor nach Bodenstart ein
Kraftfiug von mindestens 1 Stunde Dauer. Die Einhaltung einer bestimmten Flugrichtung wird hier-
für nicht vorgeschrieben.

Unter einem Schwingenflugmodell wird ein Flugmodell verstanden, dessen Antrieb durch eine
periodische Bewegung des Tragflügels oder durch besondere Schlagflügel erfolgt.

Das Fluggewicht darf 5 kg nicht übersteigen. Die Flächenbelastung muß mindestens 20 g/dm®
betragen.

Sieger ist derjenige Bewerber, dessen Schwingenflugmodell den längsten Kraftflug, mindestens
aber von einer Stunde Dauer, ausführt. Erfüllt keiner der Bewerber diese Flugzeitbedingung, werden
Prämien zuerkannt, deren Höhe nach Flugleistung, Flächenbelastung und Leistungsbelastung abge-
stuft wird. Bei der Zuerkennung der Preise bzw. Prämien werden Vollschwingenflugmodelle gegenüber
Starrflügel-Flagmodellen mit Vortriebsschwingung bevorzugt bewertet.

Bei der Vorprüfung hat der Bewerber einen Aufnahmeflug von mindestens 5 min Kraftfiug-
dauer nach Bodenstart nachzuweisen.

Teilnahmebedingungen
Bewerber.

Bewerber kann jeder unbescholtene Reichsdeutsche arischer Abstammung sein. Schließen sich
mehrere Bewerber zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, erfolgt die Meldung durch ihren Führer,
der die Arbeitsgemeinschaft in allen Angelegenheiten vertritt und dem auch bei Zuerkennung eines

MHINDRICHTUNG

©

[
Nr. 1/1944, Bd. 36

Seite 16 | „FLUGSPORT"

Preises die Verteilung des Geldbetrages obliegt. Der Verteilungsschlüssel ist von dem Führer der
Arbeitsgemeinschaft bei der Meldung anzugeben.
Meldung.

Die Meldung ist von den Bewerbern unter dem Kennwort „Preisausschreiben 1943“ an den
Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Berlin W 15, Meierottostr, 8/9, in der Zeit vom 15. April bis
spätestens 15. Juli 1944 einzureichen. Ist der Bewerber Angehöriger oder Förderer des NS.-Flieger-
korps, hat er seiner zuständigen NSFK.-Gruppe Durchschrift seiner Meldung zu geben. Die Betei-
ligung eines und desselben Bewerbers an mehr als einer Preisaufgabe ist nicht gestattet.

Die Meldung muß (bei Arbeitsgemeinschaften für jeden Bewerber) folgende Angaben enthalten:
Vorname, Name, Geburtsdatum, Beruf, Wohnort, Straße, Nummer, Nachweis der deutschen Staats-
angehörigkeit, Nennung der Preisaufgabe, um die sich der Bewerber bzw. die Arbeitsgemeinschaft
bewirbt.

Diesen Angaben soll cine kurzgefaßte Beschreibung des Flugmodells folgen, mit dem die
Preisaufgabe gelöst werden soll. Eine Übersichtszeichnung im Maßstab 1:10 und Lichtbilder des Flug-
modells sowie Einzeldarstellungen der eingebauten Vorrichtungen zur Erfüllung des Flugauftrages
sind beizufügen.

Der Text der Meldung mit den näheren Angaben ist in Maschinenschrift zu schreiben und muß
klar und deutlich sein. Etwaige Anfragen sind, mit dem Kennwort versehen, an den Korpsführer des
NS.-Fliegerkorps, Abt. I Modellflug, zu richten.

Nach Eingang der Meldung erfolgt eine Vorprüfung durch einen Beauftragten des Korpsführers.
Das Ergebnis der Vorprüfung entscheidet über. die endgültige Zulassung zur Beteiligung an der

Preisaufgabe.
Von seiten des Veranstalters erfolgt die Kenntnisnahme der Unterlagen sowie der in den Flug-
modellen eingebauten Vorrichtungen zur Erfüllung des Flugauftrages vertraulich.
Prüfung.

Die Bewerber um die einzelnen Preisaufgaben werden vom Korpsführer nach dem 15. August 1944
an einem noch zu bestimmenden Tage und Ort zur Vorführung und Abnahmeprüfung einberufen,
Fahrgeld der Bewerber sowie die Kosten für Unterbringung und Verpflegung während der Wett-
bewerbstage trägt der Korpsführer.

Startvorschriften.

Die Bedingungen müssen in einer Mindeststartzahl erfüllt werden, die am Austragungstage
bekanntgegeben wird. Jeder Start muß innerhalb einer halben Stunde nach Aufruf des Bewerbers
durchgeführt sein. Die Reihenfolge beim Start wird durch das Los bestimmt.

Preise.

An Preisen stehen zur Verfügung:

Zu i: Zielflüge für Flugmodelle mit Verbrennungsmotor.

Aufgabe 1a (Zielstreckenflug) 1. Preis 3000,— RM; 2. Preis 2000,— RM.

Aufgabe 1b (Dreiecksflug) 1. Preis 6000,— RM; 2. Preis 4000,— RM. j
Zu 2: DauerflugfürSchwingenflugmodellemitVerbrennungsmotor.

{. Preis 3000,— RM; 2. Preis 2000,— RM.

Zusatzpreis für Vollschwingenflugmodelle: 3000,— RM.

Auf Veranlassung des Preisgerichtes kann der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps auch eine
andere Festlegung der Höhe der einzelnen Preise treffen und bei Vorliegen mehrerer gleich guter
Leistungen für eine der gestellten Forderungen einen Ausgleich schaffen.

Über die genannten Beträge hinaus setzt der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps einen

Sonderpreisin Höhe von 10000,— RM
aus, der ganz oder teilweise denjenigen Bewerbern zugesprochen wird, die das mit den Aufgaben
gestellte Problem der Fernsteuerung mit Hilfe eines Kurzwellensenders technisch einwandfrei
gelöst haben.
Preisgericht.

Den Vorsitz des Preisgerichtes führt der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Generaloberst
Keller.

Im Preisgericht wirken mit: NSFK.-Gruppenführer Kehrberg, Berlin; NSFK.-Oberführer
Kunz, Berlin; NSFK.-Standartenführer. Bengsch, Berlin; NSFK.-Sturmbannführer Haas,
Berlin; Dr. Ing. Alexander Lippisch, Wien; Studienrat Ing. F. W. Sc hmitz, Berlin.

Gegen die Entscheidung des Preisgerichtes kann ein gerichtlicher Einspruch nicht erhoben
werden. Jeder Bewerber erkennt durch die Abgabe seiner Meldung diesen Entscheid als endgültig an.

Mit der Zuerkennung eines Preises geht das Recht der Auswertung und der Veröffentlichung der
gezeigten Leistungen, des verwendeten Flugmodells und der eingebauten Vorrichtungen an den
Korpsführer über. Eine Veröffentlichung dieser Unterlagen (ganz oder teilweise) erfolgt jedoch nur
dann, wenn seitens des Bewerbers aus patentrechtlichen Gründen kein Einspruch erhoben wird.

Das Ergebnis des Preisausschreibens wird vom Korpsführer des NS.-Fliegerkorps bekannt-
gegeben. gez. Keller, Korpsführer.

Deutsche Modellflughöchstleistungen, Stand vom 1. J anuar 1944.

Seit der letzten Veröffentlichung, S. 220/1943, sind folgende Änderungen eingetreten:
1. Segelflugmodelle. \

Klasse: Rumpfsegelflugmodelle: Hochstart-Strecke: H. Runkel, Köln-Raderthal,
23'200 m.
2. Motorflugmodelle.

Klasse: Schwingenflugmodelle mit Verbrennungsmotor: Bodenstart-
Strecke: U. Stampa, Bad Eilsen, 5250 m. Bodenstartdauer: U. Stampa, Bad Eilsen, 16 min 48 sec.

Nr. 1/1944, Bd. 36

„FLUGSPORT“ Seite 17

N BE same guuee

Fluggeschwindigkeit der Fliege von 25km/min, entsprechend 1500 km/h, gemäß
einer Zeitungsnotiz zu glauben, ist etwas viel verlangt. Es wäre schlimm, wenn
einem die Fliegen mit 417 m/sec an den Kopf fliegen würden. Die gemeine
Stubenfliege hat mit 600 Flügelschlägen eine Geschw. von 7,5 m/sec. Unter gewissen
Einwirkungen, wenn die Fliege gejagt wird, kann sie unter Umständen 6—7mal
größere Geschwindigkeit bis zu 50 m/sec erreichen.

Höhenflugzeug über Entwicklung und Bau finden Sie wichtige Hinweise in den
Schriften der Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung, Heft 29. Bericht über
den Bau von Höhenflugzeugen von Herbert Wagner. (Verlag R. Oldenbourg.)

Spritzlackierung. Niederdruckverfahren 0,2 bis 0,5 atü, Hochdruckverfahren
1 bis 5 atü. Zur Verwendung gelangen Farbspritzpistolen, Saugverfahren; bei
dünnflüssigen Anstrichstoffen wird die Farbe von unten angesaugt. Bei Fließ-
verfahren fließt aus einem auf die Pistole aufgesetzten Behälter der Anstrich-
stoff durch die Düse. Beim Druckverfahren wird der Anstrichstoff durch ein
zusätzliches Farbrohr der Düse zugeführt. Letzteres eignet sich besonders für
dickflüssige Anstrichstoffe. Bei Spritzlackierung 10 bis 20% höherer Farbstoff-
verbrauch gegenüber der Handlackierung.

Berichtigung: Durch Nichtausführung von Korrekturen in der Bildunter-
schrift in Nr. 16 S. 259 ist zu-berichtigen: Scheithauer (statt (Scheithammer)und
auf Seite 229 unter Beförderungen im NS.-Fliegerkorps Naujoks (statt Naujcke).

Ferner: „Flugsport“ Nr. 16, 1943 vom 15. 12. In der Bildunterschrift am Schluß
des Inhaltsverzeichnisses muß es richtig heißen: Möwe segelnd, man beachte in der
Flügelnase (anstatt Flügelenden) die ausgefahrene kleine Feder.

Literatur.

Wir arbeiten bei Junkers. Ein Bildbuch von Heinrich Hoffmann. Verlag
Heinrich Hoffmann, München.

Dieses Bildbuch trägt den Untertitel „Ein Bildbericht vom praktischen
Sozialismus eines deutschen Industriewerkes im Kampf um das neue Europa“.
Dieses Buch soll am Beispiel des größten deutschen Flugzeug- und -Motoren-
werkes zeigen, wie in Deutschland mitten im Kriege um ein menschenwürdiges
Leben aller Schaffenden gerungen wird. Zum praktischen Sozialismus des kame-
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1944
XXXVI. Jahrgang

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15. März
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Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatl, Erscheinen 2,40 RM
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 2 16. Februar 1944 XXXVi. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 15. März 1944

Unser Luftwaffennachwuchs.
Von Generaloberst ALFRED KELLER, Korpsführer des NS.-Fliegerkorps.

Nicht die materiellen Kampfmittel entscheiden diesen Krieg, sondern in
erster Linie die moralischen Kräfte der kriegführenden Völker. Bei dem Kampf
um das Schicksal Europas und seiner Kultur kommt es allein auf Deutschland an.
Von seiner Widerstandskraft hängt alles ab. Aus diesem Gesichtswinkel heraus
versuchen unsere Gegner mit allen Mitteln, die Moral des deutschen Volkes zu
brechen. Ihre großen Hoffnungen auf einen Erfolg in dieser Hinsicht durch die
fortgesetzten Terrorangriffe gegen unsere Städte haben sich bereits jetzt als falsch
erwiesen. Die heroische Haltung unseres Volkes hat ihnen gezeigt, daß das natio-
nalsozialistische Deutschland ein anderes ist als das Deutschland von 1918. Auch
bei weiterer Steigerung dieser Terrorangriffe werden unsere Volksgenossen
daheim diese mit Gefaßtheit und Opferbereitschaft über sich ergehen lassen in
dem festen Glauben an die weitere Erstarkung unserer Luftabwehr und an die
kommende Vergeltung.

Eine weitere Hoffnung des Gegners auf Absinken der Kampfmoral unserer
Front durch verschlechterten Ersatz aus der Heimat wird ebenfalls zunichte wer-
den, denn die nationalsozialistische Erziehung und vormilitärische Ausbildung
unserer Jugend hat sich bisher bestens bewährt. Diese Ausbildung geschieht aus
der Erkenntnis, daß der angehende Soldat im Charakter gefestigt und zu jenen
Tugenden erzogen werden muß, die erst den vollen Kampfwert einer Truppe be-
stimmen. Diese Forderung findet in der Schulung durch die Hitler-Jugend ihıe
beste Erfüllung. Ein Vergleich mit 1918 zeigt auch hier den Wandel der Zeit. Der
Ersatz, der damals aus der Heimat zur Front kam, war für die Truppenkomman-
deure meist wenig erfreulich. Die fehlende Erziehung und der Einfluß durch die
defätistische jüdische Propaganda minderte in erschreckendem Maße die Einsatz-
bereitschaft besonders des jungen Frontnachwuchses.

Jeder, der beide Kriege mitgemacht hat und imstande ist, einen Vergleich zu

ziehen zwischen dem Rekrutenersatz beider Zeitabschnitte, kann den Wert er-.

messen, der in der nationalsozialistischen Erziehung und Ausbildung liegt. Unver-
ändert drängt unsere Jugend mit der gleichen Begeisterung und Einsatzfreudig-
keit wie bei Kriegsbeginn auch heute noch zu den Waffen und hat nur den einen
Ehrgeiz, den älteren Kameraden an Tapferkeit nicht nachzustehen.

Der für die Luftwaffe bestimmte Nachwuchs, der in der Flieger-HJ. erfaßt
ist, erhält seine fliegerische und fliegertechnische vormilitärische Ausbildung
durch das NS.-Fliegerkorps. Die erhöhten Anforderungen, die an die Frontflieger
gestellt werden müssen, sowie die kriegsentscheidende Bedeutung der Luftwaffe

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 13 Bd. X u. Profilsammlung Nr. 40.

Seite 20 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1944, Bd. 36

machen eine sorgfältige Auslese und gründliche Ausbildung notwendig. Frühzeitig
muß in der Jugend die Begeisterung für die Fliegerei geweckt werden. Dies er-
folgt bereits in der Schule durch den Modellbau und den Modellflug. Mit dem
15. Lebensjahr beginnt die Ausbildung im Segelflug, der für jeden Jungen das
stärkste Erlebnis ist. Die Gesamtausbildung erstreckt sich über verschiedene
Abschnitte fliegerischer und technischer Art und findet mit dem Erwerb des
Luftfahrerscheines für Segelflug ihren Abschluß. Das NS.-Fliegerkorps vermittelt
weiterhin die Ausbildung als Bordwart, Bordfunker und fliegertechnisches Per-
sonal. Durch diese planmäfßige, sich auf mehrere Jahre erstreckende vormilitä-
rische Ausbildung ist es allein möglich, der Luftwaffe laufend einen Nachwuchs
zu stellen, der nach charakterlicher und fliegerischer Befähigung die notwendigen
Voraussetzungen für die Anforderungen der Luftwaffe erfüllt.

Die jährlich stattfindenden Reichswettkämpfe der Flieger-HJ. geben einen
wertvollen Querschnitt durch die Erziehungs- und Ausbildungsarbeit. Wer als
alter Flieger Gelegenheit hat, diesen Wettkämpfen beizuwohnen und die Jungen
in ihrer Haltung, Hingabe und Begeisterung zu sehen, dem muß das Herz höher
schlagen und die Überzeugung sich aufdrängen, daß eine Luftwaffe, die solch
einen Nachwuchs hat, nur siegreich aus diesem Krieg hervorgehen kaıln.

Groß ist die Zahl hervorragender Flieger, die durch die Schule des NS.-
Fliegerkorps gegangen sind. Viele von ihnen wurden vom Führer mit den höch-
sten Auszeichnungen belohnt, aber auch viele besiegelten ihre Hingabe und Treue
mit dem Soldatentod.

Obwohl ein hoher Prozentsatz der NSFK.-Führer und -Aüusbilder sich im
Einsatz an der Front befindet, geht die Ausbildung in der Heimat trotz mancher
Schwierigkeit erfolgreich weiter. Die erhöhte Einsatzbereitschaft aller verbliebe-
nen Kräfte macht es möglich, die vom Reichsmarschall gestellte Aufgabe durch-
zuführen. Unsere Gegner sollen es wissen: Niemals wird es der deutschen Luft-
waffe an genügendem, gründlich ausgebildetem Nachwuchs mangeln. Front und
Heimat aber dürfen der Überzeugung sein, daß die sieghafte deutsche Luftwaffe
und die politisch-fliegerische Kampfformation des Führers, das NS.-Fliegerkorps,
alle Aufgaben meistern wird, die sich aus dem Kampf um den Endsieg ergeben.

Schwedischer Uebungs- und Leistungssegler Fi-l.

Das von A. B. Flyindustri, Halmstad, gebaute und von Zivil-Ing. T.
Yidmalm konstruierte Übungs- und Leistungssegelflugzeug, ähnlich dem
Segelflugzeug von Weber (s. „Flugsport“ S. 407, 1941), ist ein freitragender
Mitteldecker in Gemischtbauweise.

Flügel zweiteilig, Umriß Trapezform,

1 Profil innen Göttingen 549, außen USA

M-12; Tragflügelaufbau einholmig mit ver-

drehsteifer Nase aus diagonalem finnischen

Birkensperrholz, Hilfsholm als Querruder-

träger, Rippen, Stoffbespannung: Sturzflug-
6+00 —— bremsen auf Ober- und Unterseite.

1320

Rumpf Stahlrohrgerüst mit leicht ab-
nehmbarer Sperrholzschale. Sitz durch ab-
werfbare Kabinenhaube überdacht, L.eit-
werksträger Holzschalenkonstruktion von
kreisrundem Querschnitt, Unterseite des
Rumpfes in Höhe der Flügelendkante hoch-
gezogen. Eschenholzkufe mit Einradfahr-
werk.

Leitwerk Holzgerippe stoffbespannt;
symmetrische Profile. Freitragendes Höhen-
leitwerk gedämpft, Trapezform mit gerun-
deten Enden, auf Leitwerksträger aufgesetzt
und statisch ausgeglichen. Rechtes Höhen-
ruder Trimmklappe. Seitenruder an die aus
Schwed. Segel- dem Leitwerksträger herauswachsende und

flugzeug „Pi-1”.

74000

Henschel Hs 129, das bewährte

Nr. 2/1944. Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 21

Schwedisches Segelflugzeug „Fi-1“.

Werkbild
es Sporn ausgebildete Kielflosse angeschlossen. Alle Ruder
Spannweite 14 m, Länge 6,46 m, Höhe 1,32 m, Flügelfläche 14.45 m?
worgew. 160 kg, Zuladung 100 kg, Fluggew. 260 kg, Flächenbelastung
s/m!, Seitenverhältnis 1:13,5, Gleitzahl 1:24. Sinkgeschw. 0,71 m/sec
Geschw. bei bestem Gleitwinkel 66 km/h, Geschw. bei geringster Sink-
geschw. 58 km/h, zulässige Höchstgeschw. im Sturzflug 315 km/h zul
Höchstgeschw. im Flugzeugschlepp 120 km/h, zul. Höchstgeschw. im Win.
denschlepp 90 km/h, Bruchlastvielfaches (A-Fall) 12.

Fallschirmübungsturm für die ungarische Jugend.

Die ungarische Jugend — nunmehr in der Levente-Bewegung zusam-
mengefaßt — hat im Rahmen der vormilitärischen Fliegerausbildung einen
Fallschirm-Übungsturm erhalten. Der Turm ist ein Stahlfachwerk von
etwa a "[öhe. Die Springer können mittels Fahrstuhl hinauf auf den
Iorung alkon gelangen, der etwa 10 m unter dem drehbaren Turmkran

Der Turm wurde eigentlich mit einem schwenkbaren
entworfen, später wurde aber die Konstruktion abgeändert. Die jetzige
Lösung bietet erstklassige Möglichkeit zur Übung und Entwicklung des
Absprungs, der Geistesgegenwart und des Landens — also für Vervoll.
kommnung allerlei Kenntnisse in den kritischsten Augenblicken des F I.
schirm-Absprunges. Besonders die Steigerung des plötzlichen Entsch: i
dungsvermögens, die Entwicklung zum Höchstmaß der Kühnheit, die F ör-

Sprungbrett

zweimotorige Schlachtflugzeug unserer Luftwaffe.
Archiv Flugsport
Seite 22 „ELUGSPORT" Nr. 2/1944. Bd. 36

derung der seelischen Bedingungen des Fallschirmsprungs sind die wich-
tigsten Faktoren bei diesem zeitgemäßen Übungsgerät.

Ein Fallschirm kleineren Ausmaßes wird zur Übung benutzt. Dieser
wird mittels Drahtseil mit vorgegebener Geschwindigkeit und Beschleu-
nigung geführt — also nach einem gewissen Seilkraftplan, um dadurch dem
Übenden einen möglichst wahrscheinlichen Eindruck von den während
des Absprunges und Landens eintretenden Kräften zu geben. Diese Ein-
richtung gewährleistet zugleich die vollkommene Sicherheit. Der Fall-
schirm dient eigentlich mehr als Attrappe, weniger als tragender Schirm.

Der Turm wurde im August 1943 vom ungarischen Honvedminister
von Csatay {Generaloberst) der Budapester Leventejugend übergeben und
leistet seitdem im Rahmen der vormilitärischen Fallschirmjäger-Ausbil-
dung vorzügliche Dienste. Ernst v. Nagy.

Engl. Wellington mit magnetischem Feld.

Flugzeuge zur Bekämpfung magnetischer Minen wurden 1941—1942
mehrere Monate von den Engländern in den brit. Gewässern eingesetzt.
Zur Verwendung gelangten engl. Kampfflugzeuge Vickers „Wellington“,
die mit einer Einrichtung zur Erzeugung eines magnetischen Feldes, be-
stehend aus einem Metallring von 14,6 m Durchmesser und 0,6 m Breite,

Oben: links: Budapester Fallschirmübungsturm, Mitte: Eisenkonstruktion des
FsJ.-Übungsturmes, rechts: Kurz vor dem Landen. Kleine Landehilfe. Unten: Nach
dem..Ianden:, Der Fallschirm ‚hat eine ringförmige Versteifung, die zur Formgabe
| Ze dient. Archiv Flugsport (5)

Ru on
LAEN ZWELEREE)

fr

Profils

| 1944

| Nr. 40

Untersuchungen über den Einfluß der Reynolds’schen Zahl auf die
Mach’sche Zahl an den Beispielen der Kugel und des Kreiszylinders.

Von H. O. Nicolaus, Göttingen.

Die Messung der Drücke. Den Besprechungen aus dem Hochgeschwin-
digkeitskanal von Guidonia sollen noch einige Angaben aus älteren Be-
richten vorangehen, weil dadurch das Verständnis für gewisse Vorgänge
erleichtert wird. |

Aus dem Verlauf der Druckverteilungskurven lassen sich bekanntlich
wichtige Rückschlüsse auf den Formwiderstand eines Strömungskörpers
ziehen. Bei der Kugel liegen die Verhältnisse so, daß sich im. überkritischen
Gebiet noch ein kleiner Überdruck, im unterkritischen Gebiet dagegen
ein Unterdruck auf der Rückseite ausbildet. Diese unterschiedlichen
Drücke erlauben eine eindeutige Feststellung der beiden Strömungszu-
stände, und der Druckwechsel als solcher zeigt Rex an. Demgegenüber
herrscht auf der Rückseite eines Kreiszylinders immer ein Unterdruck.
Fast übereinstimmend bei Kugel und Kreiszylinder sind indessen wieder
die Ablösungspunkte, und zwar unterkritisch bei etwa 70° und überkritisch
bei etwa 110°. In den Abb. 6 und 7 ist der Druckverlauf bei kleinen M-
Zahlen aufgetragen worden, wie er in einem normalen Göttinger Kanal
gemessen wurde®). Die Art der Auftragung bedarf noch einer näheren Er-
läuterung, die weiter unten gegeben wird.

Die Ergebnisse der Guidonia-Messungen sind in den Abb. $ bis 13 dar-
gestellt; dabei kam es in erster Linie darauf an, das Grundsätzliche der
Erscheinungen möglichst klar wiederzugeben. Durch eine zweckmäßige
Gegenüberstellung wird z. B. der Einfluß der Re-Zahl sofort deutlich. Die
Druckkurven wurden für drei M-Zahlen und je zwei Re-Zahlen aufge-
nommen, dabei wurden für Re Werte gewählt, die einmal weit unterhalb,
das andere Mal möglichst weit oberhalb von Rexrit lagen. Da die kritische
Re-Zahl im Bereich vonM = 0,7 bisM = 0,9 nicht erreicht wurde, konnte
die Druckverteilung nur für die höchstmögliche Re-Zahl ermittelt werden.

Aufgetragen wurden die Drücke in Form dimensionsloser Beiwerte,
die auf den statischen Druck in der Versuchskammer bezogen wurden.
Die Differenz zwischen dem gemessenen Druck und dem statischen Druck
dividiert durch den Staudruck ergibt diesen Beiwert zu

P — Pstat

Diese Beiwerte zusammen mit den Winkelgraden des Kugelumfanges
stellen die Polarkoordinaten für die Auftragungen dar. Es ist zu beachten,
daß sowohl die Überdrücke als auch die Unterdrücke außerhalb eines
Grundkreises liegen. Für genauere Auswertungen der Abb. 6 bis 13 kann
das Koordinatennetz nach Abb. 14 verwendet werden, in dem die Winkel
von 10 zu 10 Grad und der Faktor p — pa: : q aufgetragen wurden. Die
Auswertung geht am besten so vor sich, indem man die Abb. 14 auf trans-
parentes Papier durchpaust und auf die betreffende Abbildung legt.

Über den Einfluß von M auf die Druckverteilung läßt sich an Hand
der Diagramme folgendes aussagen: Bei wachsender M-Zahl dehnt sich der
Überdruckbereich der Kugel aus, die Punkte mit statischem Druck wan-

4) Ergebnisse der Aerodyn. Versuchsanstalt Göttingen, IV. Lfg.
Seite 162 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 40

dern auf der Kugeloberfläche nach rückwärts. Dabei ändert sich der er-
reichte Höchstwert des Überdruckes entsprechend dem Gesetz, das den
Wert des dynamischen Druckes in einer kompressiblen Flüssigkeit ergibt.
Bei gleicher Machscher Zahl hat die Überdruckzone eine größere Ausdeh-
nung bei höherer Reynoldsscher Zahl. Die Flächenausdehnung des Über-
druckgebietes auf der vorderen Kugeloberfläche ist eine Funktion von
M: dies ergibt sich aus der Abb. 15, wo der zu einer beeinflußten Kugel-
kalotte gehörende Zentriwinkel über M aufgetragen wurde.

Weit weniger wird bei niedrigen Re-Zahlen der Unterdruck von M
beeinflußt, von den Fällen abgesehen, wo örtliche Schallgeschwindigkeit
erreicht wird. Als Größtwert wurde 0,59 q bei niedriger Geschwindigkeit
gemessen und 0,5 q bei M = 0,7. Bei höheren Machschen Zahlen ist der
negative Druckgradient kleiner und auch weniger veränderlich als bei
niedrigeren Geschwindigkeiten.

Wird an einer Stelle der Kugeloberfläche örtliche Schallgeschwindig-
keit erreicht, kommt es zur Entstehung einer Stoßwelle. Bei den vorliegen-
den Versuchen war dies z. B. der Fall bei M = 0,8, und zwar an einer
Stelle des größten Unterdruckes, der bei etwa 70° Abstand vom Punkt mit
dem größten Überdruck auftrat. Der Verdichtungsstoß bewirkt eine wei-
tere Erhöhung des Unterdruckes auf der Rückseite und als Folge einer
unregelmäßigen Ablösung im und hinter dem Gebiet der Stoßwelle eine
erößere Streuung der Meßpunkte. In den Abbildungen werden die Ver-
dichtungsstöße durch Unterbrechungen in den Kurven angezeigt (Abb. t1
bis 13).

Di schon in der Abb. 1 zum Ausdruck kommende Konstanz der Luft-
kräfte bei den Machschen Zahlen oberhalb 0,8 wird durch den Kurven-
verlauf der Abb. 12 und 13 erneut bestätigt. Während nämlich beiM = 0,7
der Druckverlauf bei Re = 1,46X105 und Re = 7,2X105 noch stark unter-
schiedlich ist, übt Re bei M = 0,9 keinen merklichen Einfluß mehr auf die
Druckverteilung aus, d. h. die Druckkurven zeigen eine weitgehende
Übereinstimmung. Erst bei größerer Re-Zahl wird bei M = 0,7 ein so
großes Unterdruckgebiet aufgebaut, daß erstmalig örtliche Schallgeschwin-
digkeit erreicht und ein Verdichtungsstoß beobachtet wird. Dieser ganze
Vorgang ist äußerst instabil. Sehr wahrscheinlich ist, daß die in Abb. 1
vorhandene Tendenz einer Widerstandsabnahme bei M = 0,7 bei weiterem
Anwachsen von Re nicht mehr bestehen bleiben würde, weil der Verdich-
tungsstoß im Falle einer höheren Expansion sowohl seine Lage, als auch
das von ihm gestörte Gebiet in einem hinsichtlich cw ungünstigen Sinne
verändern wird.

Die optische Auswertung. Die Schlierenaufnahmen der Kugel sind
leider nicht in dem Maße gelungen, wie dies im Interesse einer weiteren
Klärung der in den voraufgegangenen Abschnitten behandelten Erschei-
nungen erwünscht gewesen wäre. Diesen Mangel wird man in der Haupt-
sache darauf zurückführen müssen, daß infolge örtlicher Instabilität der
Ablösungsvorgänge äußerst kurze Belichtungszeiten erforderlich wurden.
__ Das untersuchte Kugelmodell hatte einen Durchmesser von 60 mm.

Bei unterkritischen Re-Zahlen und M << 0,6 löst sich die Strömung an
einer Stelle ab, die dem Punkt des größten Unterdruckes in den Druck-
verteilungskurven entspricht. Nach einer Richtungsänderung der Strö-
mung von etwa 70° bildet sich ein Totwasser (Abb. 16, 17). .

Bei überkritischen Re-Zahlen und M < 0,6 erfolgt die Ablösung
erheblich weiter rückwärts, und zwar nach einer Richtungsänderung der
Strömung von etwa 110° an einem Punkt, an dem der Unterdruck sich nach
Durchlaufen des Höchstwertes wieder plötzlich vermindert. Das Totwasser
nimmt. einen im Vergleich zum Kugeldurchmesser stark reduzierten Quer-

schnitt an (Abb. 18).

Figi

ED CEREE
AH EG 7 Gau 2
U HHYHMHY
ZAHN IM

1944

PATENTSAMMLUNG
des N I Band X

Nr. 13

Inhalt: 731 163; 734 608, 872; 736 270, 558; 739 372, 720, 932; 740 081, 232, 608; 741.575; 742 556.

Luftschrauben Gr. 1—11).

c 502 Pat. 741575 v. 30. 11. 37, veröff.
12. 11. 43 V. Verstelleinrichtung für
den Blattanstellminkel von Verstelluft-
schrauben.
Patentansprüche:

1. Verstelleinrichtung für den Blattanstellwinkel
von Verstelluftschrauben, bei welcher mit dem Ver-
schwenken des Motorgashebels zwangsläufig der die
Hilfskraftquelle für die Blattverstelleinrichtung steu-
ernde Regler verstellt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Motorgashebel (a) durch Überfahren seiner
Leerlaufstellung (kleinste Drehzahl der Luftschraube)
unter Abschaltung des Reglers die Hilfskraftquelle
auf Verstellen der Schraubenblätter in die Segelstel-
lung schaltet.

2. Verstelleinrichtung nach Anspruch { unter An-

N

wendung eines die Hilfskraftquelle steuernden elek-
tıischen Einstellwiderstandes, dadurch gekennzeichnet,
daß mit dem zwischen Vollgas- und Leerlaufstellung
überfahrenen Widerstand (b) ein die Hilfskraftquelle
ira Sinne der Herbeiführung der Segelstellung schal-
tender Widerstand (f) in Reihe liegt, der durch Über-
fahren der Leerlaufstellung des Motorgashebels (a)
zugeschaltet wird.

3. Verstelleinrichtung nach Anspruch 1 unter An-
wendung eines die Hilfskraftquelle steuernden Flieh-
kraftpendels, dadurch gekennzeichnet, daß durch
Überfahren der Leerlaufstellung des Motorgashebels
dieser durch einen Anschläg o. dgl. die Reglerwirkung
des Fliehkraftpendels aufhebt und die Hilfskraftquelle
auf Herbeiführung der Segelstellung schaltet.

el Pat. 740608 v. 29. 4. 37, veröff.

25. 10. 43 V. Innen versteiftes Luft-

schraubenhohlblatt.
Patentansprüche:

1. Hohler Luftschraubenflügel, der aus einem
leichtmetallenen, in der Flügellängsrichtung verlau-
fenden Träger, der mindestens nach einer Flügelseite
hin rippenartige, dem Flügelprofil angepaßte Stege
aufweist, besteht und bei welchem über die Stege
ein die betreffende Flügelseite abschließendes Blech
gelegt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger-
körper als ein in an sich bekannter Weise im Gesenk
geschlagenes Schmiedestück hergestellt ist.

2. Hohler Luftschraubenflügel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der nur nach einer
Flügelseite hin Stege aufweisende und zugleich die
stark gewölbte Wandung der Flügelsaugseite bildende
Träger als einstückiges Gesenkschmiedeteil ausgebildet
ist, das auf der flachen Flügeldruckseite in an sich
bekannter Weise durch ein Blech abgedeckt ist.

3. Hohlblatt nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß als Versteifungsglied ein Rippenkörper
(d, Fig. 2) benutzt wird, der aus einer in der Flügel-
mittelebene liegenden Platte besteht, die mit dem
vorderen und hinteren Rand des Blattes und den da-
zwischen nach beiden Seiten vorstehenden Rippen
(e, f) aus einem Stück im Gesenk geschmiedet ist,
wobei auf den entsprechend dem Blaitprofil abge-
stuften Rippen die Außenhäute (g, h) der Druckseite
und der Saugseite befestigt sind.

Triebwerk (Gr. 12—15).

ce 12os Pat. 742556 v. 1. 12, 35, veröff.
7.12.43 V. Elastische Aufhängung

eines Sternmotors, insbesondere eines Flug-

zeugsternmotors, an seinem Träger.
Patentansprüche:

1. Elastische Aufhängung eines Sternmotors, ins-
besondere eines Flugzeugsternmotors, an seinem Trä-
ger, gekennzeichnet durch die Vereinigung zweier an
sich bekannter Merkmale, derart, daß zum Dämpfen
der in radialer und in Umfangrichtung wirkenden
Schwingungen rings um die Kurbelwellenachse in
einer zu dieser im wesentlichen senkrechten Ebene
zwischen den einander gegenüberliegenden, ebenfalls

Seite 90

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

Nr. 13

zu dieser Achse senkrechten ebenen Flächen zweier
am Motor bzw. am Motorträger sitzender, vorzugs-
weise aus einzelnen Wangen bestehender .Lagerteile
(4, 5 bzw. 4r, 5’ bzw. 22 bis 27) flache Gummieinlagen
(3 bzw. 3’ bzw. 28 bis 32) angeordnet sind und daß
ferner die Verbindung zwischen den Stoßflächen der
Gummieinlagen und den am Motor bzw. am Motor-
träger vorgesehenen Lagerteilen ausschließlich durch
Anhaften erfolgt, wobei die nicht als Stoßflächen
dienenden Flächen der Gummieinlagen ungehindert
verformbar bleiben.

Hier folgen Ansprüche 2—6.

u 120. 4. 43. In eine Düse eingebaute
Kühleranlage für Luftfahrzeuge.

H . 12. öff.
ce 1301 Pat. 734 608 v. 16. 12. 37, veröff

Patentansprüche:

1. Aus einem in eine Düse an der Stelle ihres
größten Querschnitts eingebauten Kühlerblock be-
stehende Kühleranlage für Luftfahrzeuge, bei welcher
die mit Luftleitblechen
und verstellbaren Luft-
austrittsklappen ver-
sehene Düse an der
Außenseite der Zelle,
beispielsweise an der

Tragflügelunterseite,
angeordnet ist, dadurch
gekennzeichnet. daß
der Kühlerblock (1)
samt Düse (2) in das
Zelleninnere einziehbar
ausgebildet ist.

2. Kühlanlage nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß im eingezogenen Zustand der untere
Teil der düsenartigen Verkleidung zusammen mit der
daran angelenkten Luftanstrittsklappe (5) die mit der
Außenhaut (3) der Zelle bündig liegende Abschluß-
wand der Düseneinziehöffnung darstellt..

Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt
(Gr. 25—32).

e 2 Pat. 739720 v. 4 3. 41, veröff.
. 2.10.43 V. Flächenleuchte für Flug-
zeug-Instrumentenbeleuchtung.
Patentansprüche:

1. Flächenleuchte für Flugzeug-Instrumentenbe-
leuchtung, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar
über den Instrumenten eine allseitig optisch abge-
dichtete Platte aus einer hochlichtdurchlässigen Kunst-
harzpreßmasse angebracht wird, die einige in ihrer
Mittelebene .in Durchbrüchen angeordnete Leucht-
körper und über den Instrumentenskalen durchsichtige
Leuchtfenster oder weitere Durchbrüche enthält.

Abb.3

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. 2. Flächenleuchte nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die Ränder der Durchbrüche über
den Instrumentenskalen nach innen kegelig erweitert

‚geschliffen sind.

3. Flächenleuchte nach vorstehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet, daß Aufschriften für die
Instrumente unter Beseitigung der optischen Abdich-
tungsschichten in die Platte eingraviert und mit
durchscheinender weißer Farbe unterlegt sind.

Pat. 739 932 v. 27. 2. 41, veröff.
c 26 8. 10. 43 V. Meßeinrichtung zur Er-
fassung von Zustandsgrößen und Beeinflus-
sungen an Flugzeugteilen.

Patentanspruch:

Meßeinrichtung zur Erfassung von Zustandsgrößen

und Beeinflussungen an Flugzeugteilen, wie Trag-
flügeln, Ruderklappen
u. dgl., und mit den
Flugzeugteilen form-
gleicher Ausbildung
der Meßgeräte oder
ihrer Träger zur Schaf-
fung annähernd _glei-
cher Verhältnisse im
Wirkungsbereich der
Meßeinrichtung, da-
durch gekennzeichnet,
daß die Meßgeräte
oder ihre Träger im
Strömungsbereich der .
Flugzeugteile und störungsfrei angeordnet und
gleichzeitig über starre Glieder oder eine Parallel-
führung erzielende Steuerstangen mit den Flugzeug-
teilen verbunden sind.

Pat. 734 872 v. 26. 3. 38, veröff.
e27o 30. 4. 43. Am Flugzeug befestigter
Bremsseil- Auffanghaken.

Patentansprüche:

1. Am Flugzeug befestigter Bremsseil-Auffang-
haken mit einem schwenkbaren und in Arbeitsstel-
lung feststell- und lösbaren Schenkelteil, dadurch
gekennzeichnet, daß im Hakenmaul eine verschwenk-
bare Auslösezunge (d) angeordnet ist, an welche
Stoßstangen (i) o. dgl. angreifen, die an Führungs-
scheiben (f) angelenkt sind, die auf dem Drehbol-
zen (c) des schwenkbaren Schenkelteiles (b) drehbar
gelagert sind und die Schenkel des Gabelfußes (g)
des schwenkbaren Schenkelteiles (b) zwischen sich
einschließen,. während eine Seilrolle (e), an die ein
Seilzug (o, p) geführt wird, zwischen den Schenkeln
des Gabelfußes (g) des Schenkelteiles (b) angeord-
ner ist, wobei die Führungsscheiben (f), die Schen-
kel des Gabelfußes (g) und die Seilrolle (e) Aus-
sparungen und Bohrungen besitzen, in denen die
Kupplungskugeln (h) eingelagert sind.

2. Auffanghaken für Flugzeuge nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßstangen (i) als
Träger der .Seilleitrollen (k) dienen, während in der
Seilrolle (e) ein Mitnahmestift (s) angeordnet ist, der
in eine Aussparung (t) in einen der Gabelschenkel
des Gabelfußes (g) eingreift.

3. Auffanghaken für Flugzeuge nach Anspruch 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungs-
scheiben (f) in Bohrungen Kupplungskugeln (r) tra-

Nr. 13 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 91

wegungen auf einen auf einer Abstoßbahn verschieb-
baren Schlitten mittels eines Seiles übertragen wer-
den, das über zwei an den Enden der Vorrichtung
angeordnete Flaschenzugrollensätze läuft, deren einer
von dem Kolben getragen wird, dadurch gekennzeich-
net, daß der einzige Arbeitszylinder (1) zwei gegen-
läufige Kolben (4, 5) aufweist, von denen jeder außer-
halb des Zylinders einen nach Art eines Flaschenzug-
klobens ausgebildeten Kopf (6, 7) mit Rollensätzen
(12, 13 und 14, 15) trägt, und daß das Antriebsdruck-
mittel dem Arbeitszylinder zwischen den einander.
zugewendeten Enden der beiden gegenläufigen Kolben
zugeführt wird.

II“

2. Startschleuder nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die beiden Kolben (4, 5) mit Hilfe
von die Bewegung beider Kolben synchronisierenden
Kabeln (20, 21) verbunden sind, die über Umlenk-
rollen (22, 23) mit festen Achsen laufen, und deren
Enden an den Kolben unveränderlich befestigt sind.

gen, die bei geschlossenem Hakenmaul durch einen
an einer Klappe (l) angeordneten Bolzen (n) in ent-
sprechende Aussparungen im Gehäuse (a) verdrängt
werden.

4. Auffanghaken für Flugzeuge nach den An-
sprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an
: dem Hakenschenkel (b) ein mittels einer Feder ge-

spannter Seilzug (o) angreift, der in der der Arbeits-
xichtung des Seilzuges (p) entgegengesetzten Rich-
tung die Seilrolle (e) umgreift.

ce 2701 Pat. 739 372 v. 11. 10. 31, veröff.

23. 9. 43 V. Drehbar angeordnete
Flugzeugabstoßbahn.

Patentawspruch:

Drehbar angeordnete Flugzeugabstoßbahn, die
während des Schleudervorganges durch Verschieben
des Startbahnkörpers in Startrichtung verlängerbar
und mit einem gleichzeitig in derselben Richtung auf
dem beweglichen Startbahnkörper sich verschieben-
den, das Flugzeug tragenden Startschlitten versehen

Pat. 736 270 v. 10. 9. 40, veröff

02 . 40, veröff.

c 27 10. 6. 43. Transport- und Montage-
wagen für Flugzeugmotoren.

Patentansprüche:

1. Transport- und Montagewagen für Flugzeug-
motoren mit angebauten Rüstteilen zur Lagerung
des Motors, dadurch gekennzeichnet, daß der Rah-
men des Wagens in der Mitte der Seitenbalken zu-
sammenklappbar und die aus mehreren Stützen be-
stehenden Rüstteile einzeln an den Rahmen an- oder
einklappbar sind.

ist, dadurch gekennzeichnet, daß das in Führungen
des feststehenden Startbahnkörperteiles (a) bewegte
Verlängerungsstück (c) in der gleichen Ebene mit
dem feststehenden Startbahnkörperteil angeordnet
und der Startschlitten während des Verlängerungs-
und Schleudervorganges über beide Startbahnkörper-
teile (a, c) nacheinander hinwegbewegbar ist.

I

Pat. 740081 v. 4. 2. 39, veröff.
01 i
e27 11. 10. 43 V. Startschleuder für
Flugzeuge.

Abh.2
Abb.3

2. Transport- und Montagewagen nach An-
spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den hin-
teren Teil des Motors tragenden Riüstteile in an sich
bekannter Weise zum Anschluß an die am Motor
vorhandenen Zellen- oder Traggerüstanschlußpunkte
ausgebildet sind, während die vorderen Rüstteile
den Motor an beliebiger Stelle abstützen.

Patentansprüche:

1. Startschleuder für Flugzeuge mit Mitteln zum
Verhüten der Reaktion der Arbeitskräfte auf die
Verankerung der Schleuder, bei der ein gasförmiges
Druckmittel auf einen in einem feststehenden Zylin-
der beweglichen Kolben einwirkt, dessen lineare Be-
Seite 92

PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT

Pat. 736558 v. 5. 11. 40, veröff.
c 2702 21.6. 43. Selbsttätig ausklinkbarer
Bug- oder S pornradlenker für Zugmaschinen
von Flugzeugen.

Patentansprüche:

41. Selbsttätig ausklinkbarer Bug- oder Sporn- EN
radlenker für Zugmaschinen von Flugzeugen, beste- i

hend aus einem das Rad aufnehmenden Bügelteil und
zweiteiliger Lenkstange, gekennzeichnet durch die
Art der Verbindung beider Stangenteile an zwei
hintereinander liegenden Stellen derart, daß der
vordere Lenkstangenteil mit geschlitztem oder ge-
gabeltem Ende um einen senkrechten Querbolzen (f)
des anderen Stangenteiles schwenkbar ist und die
Zugkraft durch Nocken (h) oder Rollen (tv te), die
sich auf Anschläge (i oder uv u») des hinteren Stan-
genteils stützen, überträgt, wobei durch: abgefederte
Sperrglieder des einen Stangenteils, die federnd

“n
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Su | | "2 As

=

SS

et

zwischen Keilflächen des anderen Stangenteils ein-
greifen, ein Widerstand gegen Ausklinken gebildet
wird.

Hier folgen Ansprüche 2.—4.

Pat. 739 232 v. 23. 7. 38, veröff.
ce 2702 15. 9. 43 V. Vorrichtung zum Er-
leichtern der Handhabung von Werk-
stücken, insbesondere Flugzeugmotoren bei
Einbau- und Prüfarbeiten.

Patentansprüche:

1. Vorrichtung zum Erleichtern der Handhabung
von Werkstücken, insbesondere Flugzeugmotoren bei
Einbau- und Prüfarbeiten, bestehend aus einem fahr-
baren Untergestell mit Hebezeug und einer Vorrich-
tung zum Einstellen des Motors in seine Einbaulage,
dadurch gekennzeichnet, daß auf einem Untergestell
(1) eine um die senkrechte Achse drehbare Hebe-
vorrichtung (26) und ein Traggestell (2) angeordnet
sind, das zwei den Anschlußgliedern von Motoren (9)
angepaßte, sich gegenseitig abgewendete Traggerüste
(3 bis 8, 10 bis 13) mit Schrägstellvorrichtung aufweist,
die wahlweise entweder zur Aufnahme zweier Mo-
toren (9) oder eines Motors (9) und zum Befestigen
der gegenüberliegenden freien Anschlußglieder des
Traggestells (2) an ein an geeigneter Stelle des Roll-

A ARTE

feldes fest im Erdboden eingebautes Hilfsgerüst (35)
dienen.
Hier folgen Ansprüche 2—6.

c 2910 Ft. 731 163 v. 2. 7. 38, veröff. 3. 2.
43. Schleppeinrichtung für Luft-
fahrzeuge.
Patentansprüche:

1. Schleppeinrichtung für Luftfahrzeuge, bei wel-
cher der Schleppkörper durch eine mittels Gleitkör-
per lösbare Kupplung am Seil befestigt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schleppkörper mit Einrich-
tungen für verschiedene Funktionen versehen ist,
deren Antriebe und Auslösungen außerhalb des
Schleppkörpers liegen können, wobei zur Betäti-
gung der Einrichtungen an sich bekannte Gleiter
mit für den jeweiligen Wirkungsvorgang vonein-
ander unterschiedlicher Ausgestaltung dienen, die in
bekannter Weise mit Widerstandsflächen versehen
sein können.

2. Schleppeinrichtung für Luftfahrzeuge nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zwi-
schen Seil und Schleppkörper angeordnete Kupp-
lung, die in bekannter Weise abwerfbar ausgebildet
sein kann, als Träger von Antrieben für die verschie-
denen Funktionseinrichtungen am Schleppkörper,
beispielsweise als Träger einer Stromquelle für
Leuchtkörper dient.

3. Schleppeinrichtung nach den Ansprüchen 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplung
mit bei Gewichts- und Flächenveränderungen des
Schleppkörpers durch einen Gleiter zur Wirkung
zu bringenden Ausgleichsorganen, z. B. aufspreiz-
baren Flächen, verbunden ist.

Abb.1

Pat.-Samml. Nr. 13 wurde im „Flugsport” XXXVI, Heft 2, am 16. 2. 1944 veröffentlicht.

Nr. 40 Seite 163

Eine überkritische Ab- -

lösung bei M = 0,7 zeigt die
Abb. 19. Hier liegt der Ab-
lösungspunkt immer vor 90°,
neigt aber in einem gerin-
sen Maße dazu, sich bei
wachsender Re-Zahl nach
rückwärts zu verlagern un-
ter ‚gleichzeitiger. Quer-
schnittsverringerung des
Totwassers. Anzeichen für
den in Abb. 11 vorhandenen
Verdichtungsstoß werden
noch nicht erkennbar.

Erst abM = 0,78 zeigen
sich auch im Foto Verdich-
tungsstöße, die bei weite-
rem Anwachsen von M an
Intensität zunehmen (Abb.
20, 21, 22, 23). Das Totwas-
ser läßt sich sichtbar ma-
chen, wenn die Stellung
der Messerblende geändert
wird, wie dies für den Fall
der Abb. 21 bis Abb. 23 ge-

schehen ist.

Eine Erklärung für
die Übereinstimmung der
Druckverteilungen der Abb.
12 und 13 ist jetzt insofern
möglich, als diese nur noch
von der durch die Stoßwelle
bewirkten Ablenkung be-
stimmt werden. Die Lage
der Stoßwelle im untersuch-
ten Bereich wird aber nicht
mehr durch die Re-Zahl be-
einflußt, so daß also der Be-
trag der Ablenkung der
gleiche bleibt.

(Wird fortgesetzt.)

Abb. 14.

90°

270°
Normale

Anströmrichtung

Re= 1625x10°

Re= 1,29x10°

Re = 146 x10°

Geschwindigkeit (M< 05)

M=0,70

M=0,%

Abb. 7

Re= 4,35x10°

Re= 6,%#* 10°

Re= 72x10°

Abb. 13,
Re=185*10° Re= 718x105
Re earıg Abb. 15°
40° |
02 03 04 05 06 07 u8 09
Seite 164 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 40

Abb. 18. M = 0,55, R = 670.000. Abb. 19. M = 0,70, R = 600.000.

Abb. 22. M = 0,85, R = 270.000. Abb. 23. M = 0,90, R = 380.000.
Veröffentlicht im ..Flugsport“ Heft 2, 1944. Bd. 36.

Nr. 2/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 23

Engl. Wellington mit magnetischemFeld.
Archiv Flugsport

der am Rumpfbug, am hinteren Teil
des Rumpfes und an den Außen-
flügeln befestigt war, ausgerüstet
waren (vgl. Abb.).

Zum Betrieb diente ein Strom-
erzeugungsaggregat Ford V-8-Mo-
tor. Mit diesem magnetischen Feld
konnten Minen aus 18 m Flughöhe
zur Entzündung gebracht werden.

Das in seiner Steuerbarkeit stark behinderte Flugzeug hatte eine Start-

länge von 1,8 km.

Die Minenräumung mit Flugzeugen ist jedoch bald wieder aufgegeben
worden, nachdem andere Räumungsverfahren entwickelt wurden.

USA Curtiss Sturzbomber.

Dieser zweisitzige Mitteldecker, ge-
baut von der Curtiss-Wright-Fabrik in
Port Columbus, Ohio, USA, entwickelt
aus dem SB2C-1 mit 1700 PS Wright-
Cyelone-Motor, ist für die USA Navy be-
stimmt (vgl. „Flugsport“ S. 273, 1941).

Um die Maschine unter Deck, haupt-
sächlich bei Flugzeugträgern, unterzu-
bringen, sind die Flügel rückklappbar.

Rumpf runder Querschnitt mit ver-
hältnismäßig großem Durchmesser. Lange
Sichthaube. Leitwerk freitragend.

Fahrwerk nach innen hochklappbar.
Einfacher Schwanzschleifsporn.

Curtiss
Sturzkampfflugzeug-Fahrwerk.

Curtiss Sturzkampfflugzeug. Archiv Flugsport (2)
Seite 24 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1944, Bd. 36

Halterung von Handbohrmaschinen (DRP.). Beim Bohren von Löchern in ge-
krümmte Bleche, wie sie im Flugzeugbau in großer Zahl Verwendung finden,
weicht die Achse des fertigen Bohrloches oft von der vorgesehenen Richtung ab
und verläuft schief zur Blechebene. Besonders nachteilig wirkt sich dieser Vorgang
bei der späteren Nietung aus, weil dann der Nietschaft gleichfalls schräg steht
und der Kopf schief angestaucht wird. Durch Verschiebung der zu verbindenden
Bleche kann es infolge der schiefen Nietstellung zwischen den Nietnähten zu
Wölbungen kommen, die das Werkstück oft unbrauchbar machen. Die Benutzung
von Handbohrmaschinen oder von Bohrköpfen, die durch biegsame Wellen ange-
trieben werden, ist nicht vorteilhaft, da die Güte der Arbeit hierbei zu sehr von
der Geschicklichkeit des Arbeiters abhängig ist.

Von den Junkers Flugzeug- und -Motorenwerken wurde nun ein Gerät ent-
wickelt, das diese Nachteile beseitigt. Das Bohrwerkzeug wird dabei mit der
Bohrvorrichtung so verbunden, daß es in der richtigen Winkelstellung zur Werk-
stückoberfläche gehalten wird. In dem Führungskörper 1 (Abb. 1) wird das Bohr-
futter 2 mit dem Bohrer 3 gehalten. Der Bohrer 3 wird in der oberen Büchse 4
und der unteren Büchse 5 geführt, die fest mit dem Führungskörper 1 verbunden
sind. Zwischen dem umlaufenden Bohrfutter 2 und dem feststehenden Bohrkopf 6
befindet sich ein Kugellager. Zwischen dem Bohrkopf 6 und dem Führungskör-
per 1 ist eine Druckfeder 7 vorgesehen. Entgegen der Wirkung der Feder 7 kann
das Bohrfutter 2 mit dem Bohrer 3 durch den Handhebel 8 in Arbeitsstellung
gebracht werden. Der Führungskörper 1 besitzt einen Handgriff 9 und zur Ent-
fernung der Bohrspäne einige Öffnungen 10. Auf den Blechen 11 und 12, die ver-
bunden werden sollen, ist die Bohrschablone 13 unverrückbar angeordnet. Diese
besitzt einen Befestigungskörper 14, der durch einige Schrauben fest mit der
Bohrschablone verbunden ist. Durch die Nuten 15 des Befestigungskörpers 14
gleiten die Verschlußwarzen 16 der Führungsbüchse 5. Nachdem die Führungs-
teile 5 und 16 des Führungskörpers 1 in den Befestigungskörper eingeführt sind.
wird der Führungskörper leicht gedreht, wodurch sich die Warzen 16 gegen die
schrägen Bahnen 17 des Haltekörpers legen und den Führungskörper unverrück-
bar festhalten. Das Handbohrwerkzeug wird also gegenüber dem Werkstück
durch einen Bajonettverschluß fest in Stellung gebracht. Nach der Befestigung
kann die Bohrung des Loches durch Senken des Bohrwerkzeuges erfolgen. Abwei-

chungen von der vorgesehenen Bohrachse sind hierbei ausgeschlossen. Auf Grund .

der guten Bohrführung wird der Bohrer weitgehend geschont und einem Ab-
brechen oder Verbiegen desselben entgegengewirkt.

"SM Der Bajonettverschluß kann auch durch seitlich am Füh-
rungskörper vorgesehene kegelförmige Anzugsflächen gebildet
werden, die gegen entsprechend geformte Widerlager, wie
Schraubenköpfe, wirken (Abb. 2 und 2). Die Abbildungen

Halterung von Handbohrmaschinen.

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Nr. 2/1944, Bd. 36 „LUGSPORT“ Seite 25

4 und 5 zeigen einen Bajonettverschluß, der durch einen seitlich aus der Bohr-
vorrichtung herausragenden und in einen Schlitz des Führungskörpers eingreifen-
den Stift, der gegen eine schräge Fläche wirkt, gebildet wird. Auch andere Be-
festigungsarten des Führungskörpers sind möglich, z. B. durch schlittenförmige
Ausbildung oder durch ein grobes Gewinde.

Die im lichten Durchmesser verhältnismäßig große untere Führungsbuchse 5
(Abb. 1) bietet nach dem Abheben der Bohreinrichtung genügend Platz, um im
unmittelbaren Anschluß an das Bohren die Vernietung durchführen zu können.
Auf diese Weise ist es möglich, ganze Nietnähte hintereinander zu bohren und zu
nieten; zumindest aber können einzelne Heftniete angebracht werden, welche die
Teile für die Fertignietung unverrückbar miteinander verbinden.

Die beschriebene Halterung von Handbohrmaschinen bringt zahlreiche ferti-
gungstechnische Vorteile. Sie findet deswegen im Flugzeugbau, wo große Bauteile
bearbeitet werden müssen, weitgehende Anwendung.

Zangenartiges Werkzeug zum Herausziehen von Spreizbuchsen bei Verbin-
dungen dünnwandiger Bleche (DRP. 734 814) wurde von den Junkers Flugzeug-
und -Motorenwerke entwickelt. Dieses neue Junkers-Werkzeug (s. Abb. 1 u. 2)
beseitigt die früheren Nachteile und zieht ohne Beschädigung anderer Teile die
Spreizbuchsen heraus.

Dünne, überlappte Bleche werden an den Stellen, an denen mit einer spä-
teren Auswechslung der mit den Blechen zu verbindenden Teile gerechnet werden
muß, durch Spreizbuchsen verbunden. Die innen konisch oder ballig geformten
Spreizbuchsen haben eine zylindrische Außenfläche und weisen einen Bund auf,
der das Durchrutschen der Spreizbuchsen beim Einsetzen verhindert. In Richtung
der Längsachse sind die Spreizbuchsen geschlitzt und werden durch Schrauben
fest gegen die Lochwandungen der zu verbindenden Bleche gepreßt. Hierdurch
werden Ungenauigkeiten der Bohrungen der Bleche ausgeglichen, und es wird
eine haltbare Verbindung geschaffen.

Sollen nun Teile ausgewechselt werden, so müssen die Verbindungen gelöst
und die Spreizbuchsen entfernt werden. Da diese aber sehr fest sitzen, ist das
Entfernen mühsam und schwierig. Vielfach bleibt nichts anderes übrig, als sie
mit Runddornen aus den Blechen herauszuschlagen, was besonders bei langen
Verbindungsreihen sehr zeitraubend ist. Auch wird das Gewinde dadurch leicht
beschädigt und unbrauchbar, weil die Dornen durch das Gewinde der Anniet-
muttern geführt werden müssen.

In einer Hülse 1 ist ein Dorn 2 gleitbar angeordnet. Die Hülse 1 besitzt Längs-
schlitze 3, die zur Führung des Dorns 2 dienen, der die Traversen 4 mit dem
Gelenkbolzen 5 verbindet. Außerdem sind an der Hülse 1 die winkelhebelartigen
Zangenschenkel 6 und 7 durch den Gelenkbolzen 8 angelenkt. Die Zangenschenkel
6 und 7 sind mit den Traversen 4 durch Laschen 9 und 10 gelenkig verbunden. Am
anderen Ende ist die Hülse 1 mit dem gabelförmigen Anschlagstück 11 ver-
schraubt. Das Anschlagstück 11 ist auf der Hülse 1 in Richtung der Längsachse
verstellbar angeordnet und durch eine Gegenmutter 12 feststellbar. Innen besitzt
das Anschlagstück 11 eine konische Aufweitung 13. Der Dorn 2 ist an dem Ende,
das an der Spreizbuchse angreift, geschlitzt

l
und mit Widerhaken 14 versehen. Etwas Abb! In _“
unterhalb der Widerhaken 14, etwa eine \ HE ”
Spreizbuchsenlänge von diesen entfernt, be- - I] TE }
sitzt der Dorn 2 einen Bund 15, der der 20 l 15
Spreizbuchse gegenüber als Anschlag wirkt 13 ı m
und nach der entgegengesetzten Seite ko-
nisch verläuft. Der Schlitz in dem Dorn 2 12 f
bewirkt, daß die dadurch gebildeten Schen- 4 5
kel federn können. Eine Feder 16, die gegen ) 365
den Boden der Hülse und gegen den Dorn 2 im
drückt, ist bestrebt, diese Teile auseinander- Be) (6) ”
zupressen und damit auch die Zangen- NA
schenkel 6 und 7 zu spreizen. |
Soll nun die Spreizbuchse 17 aus den 3
mit der Annietmutter 18 verbundenen Ble- u
chen 19 und 20 herausgezogen werden, so 6 7-
wird der Ziehdorn 2 mit den durch den
Schlitz gebildetenen .nachgiebigen Schen-
wu

Seite 26 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1944, Bd: 36

keln in die Bohrung der Spreizbuchse eingeführt. Hierbei drücken sich die Schenkel
des Dornes 2 zusammen und spreizen wieder auseinander, sobald die Widerhaken 14
an der anderen Seite der Spreizbuchse austreten. Die Widerhaken 14 greifen nun
hinter die Spreizbuchse. Gleichzeitig setzen sich die Anschlagarme des gabelförmigen
Gegenhalters 11 auf das Blech 20 auf, so daß sich beim Zusammendrücken der
Schenkel 6 und 7 der axiale Zug des Dornes 2 auf die Spreizbuchse überträgt und
diese infolgedessen aus der Blechwandung herausgezogen wird. Beim weiteren Zu-
sammendrücken der Schenkel 6 und 7 wird der Konus 15 des Ziehdornes 2 in den
Gegenkonus 13 des Gegenhalters hineingezogen. Dadurch werden die Spreizenden
des Ziehdornes 2, welche die Widerhaken tragen, zusammengedrückt. so daß die
Spreizbuchse über die Widerhaken hinweggleiten kann und ausgeworfen wird.
Beim Loslassen der Schenkel 6 und 7 gehen sämtliche Teile unter der Wirkung
der Feder 16 in ihre Ausgangsstellung zurück. Damit ist das Werkzeug zum Ziehen
der nächsten Spreizbuchse bereit. Durch entsprechende Längsverstellung des
gabelförmigen Gegenhalters 11 auf der ihn tragenden Hülse 1 kann das Werk-
zeug auf unterschiedliche Spreizbuchsenlängen eingestellt werden. Die Gegen-
mutter 12 verhindert unbeabsichtigte Verstellung des Gegenhalters 11.

Auf diese Weise ist das Herausziehen vieler Spreizbuchsen in kurzer Zeit
möglich, ohne daß das Werkstück beschädigt wird. Auswechslungsarbeiten wer-
den dadurch wesentlich vereinfacht und beschleunigt. Um an schwer zugängliche
Stellen des Werkstückes heranzukommen, können zwischen dem huberzeugenden
Teil des Werkzeuges und dem am Werkstück angreifenden Teil Verlängerungs-

glieder angeordnet werden.
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Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh
der Führer an: Major Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Kommodore eines Nachtjagd-
geschw., Obst. Hajo Herrmann, Inspekteur in der deutschen Luftverteidigung.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Brinckmann
i. e. Fernaufklärungsgr., Hptm. Zwipf, Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw.. Hptm.
Gehrmann, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Oblt. H. Schnaufer, Staffelf. ı. e.
Nachtjagdgeschw., Ofw. Quast, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Oblt. Seiffert, Staffelf.
i. e. Kampfgeschw., Ofw. Kubisch, Bordfunker i. e. Nachtjagdgeschw.. Oblt. Sinn,
Beobachter i. e. Fernaufklärungsgr., Oblt. Bauer, Staffelkapt. i. e. Sturzkampf-
geschw., Ofw. Glasner, Bordschütze i. e. Kampfgeschw., Hptm. v. Weyrauch, Stal-
felkapt. i. e. Nahaufklärungsstaffel.

Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Major, Eichenlaubträger mit Schwertern, Kom-
modore eines Nachtjagdgeschw., Sieger über 83 feindl. Flugzeuge, nach der Ver-
nichtung von 5 Terrorbombern Fliegertod. Der Geist dieses jungen Kommodore

ird weiterleben! .
“ Wilhelm Schmitter, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw.,
kehrte von einem Feindflug nicht zurück. |

Helmut Orlowski, Maj., Ritterkreuzträger, Kommandeur e. Fernaufklä-

ser., kehrte von einem Feindflug nicht zurück. |
Du Friedrich Karl Haupt, Ofw., Ritterkreuzträger, Flugzeugf. i. e. Kampfgeschw..
beim Einsatz über der Heimat gefallen. .

Rudolf Mons, Major, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Kampi-
chw., kehrte von einem Feindflug nicht zurück.
en Joachim Kirschner, Hptm., Eichenlaubträger, Staffelkapt., Sieger in 185 Luft-
kämpfen, kehrte von einem Feindflug nicht zurück. Bu
N Teinz Klöpper, Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelkapt., Sieger in 84 Luftsiegen,
kehrte von einem Feindflug nicht zurück. on |
“ "Manfred Meurer, Hptm., Eichenlaubträger, Nachtjäger, Sieger in 64 Nacht-
iaedkämpfen, Heldentod. .
Gerhard Scheibe, Ofw., Bordfunker, Ritterkreuzträger, Heldentod. |

Kuno Hoffmann, Maj. Dipl.-Ing., Abteilungschef im RLM., der sich als

Kampfflieger das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erworben hat, an einer

schweren Verwundung gestorben.

Nr. 2/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 27

Hans Günther v. Obernitz, SA.-Obergruppenführer, Oberst, Kommodore der
Ergänzungsfernaufklärungsgruppe, Fliegertod.

Willi Kientsch, Lt, Ritterkreuzträger, Staffelf. i. e. ]J agdgeschw., Heldentod.

Hans Helbig, Ministerialrat im Ministerium für Wissenschaft und Volks-
erziehung, unermüdlicher Kämpfer für die Ausbildung des fliegerischen Nach-
wuchses, Dienstfahrt, Ende Oktober tödlich verunglückt.

25 Jahre deutsche Handelsluftfahrt. In diesen Tagen vor nunmehr 25 Jahren
eröffnete die Deutsche Luftreederei nach dem ersten festgelegten Flugplan den
deutschen Luftverkehr.

| | Ausland.

v. Hefty, ältester ungarischer Flieger, flog zum erstenmal vor 30 Jahren am
14. Dez. Bis heute, darunter 44 Monate Frontflugdienst, noch fortgesetzt am Steuer.
Pie ungarischen Segelfliegerkameraden dürfen auf diesen eisernen Piloten stolz sein.

Japan. Armeeluftwaffe führte einen überraschenden Großangriff gegen
feindl. Stützpunkte auf Neuguinea, und zwar in der Nähe von Finschhafen, am
15. 1. 1944. Rollfelder und mülit. Anlagen in den Orten Mabzab, Marawasa und
Tembi wurden bei diesem Angriff schwer beschädigt. 6 feindl. Maschinen wurden
abgeschossen und 34 am Boden zerstört. Alle japan. Flugzeuge kehrten zurück. —
Am 20. 1. griff die japan. Luftwaffe in den Gewässern der Südostspitze von Neu-
guinea mehrere gesichtete feindl. Kriegsschiffe an. Der Typ der Einheiten konnte
wegen der herrschenden Dunkelheit nicht genau festgestellt werden. Die japan.
Flieger nahmen jedoch an, daß es sich um Zerstörer handelte. Bei sofortigem
Angriff wurden 2 dieser Kriegsschiffe schwer beschädigt.

.Japan. Heeresluftwaffe bei Kap Marcus, Kap Gloucester und Finschhafen
vom frühen Morgen des 22. 1. bis zum 23. 1. abends bei Aktionen gegen die feindl.
Schiffahrt und Stellungen ein Transportschiff und eine Barke versenkt und ein
weiteres Transportschiff beschädigt.

Japan. Luftangriff auf Bougainville am 27. 1. 1944. Volltreffer auf Startbahnen
und zahlreichen sonstigen milit. Einrichtungen wurden erzielt. Alle japan. Flug-
zeuge kehrten unversehrt zurück.

Japan. Luftsiege bei Rabaul. Am 17. 1. gelang es der japan. Abwehr im Gebiet
von Rabaul, der feindl. Luftwaffe einen weiteren schweren Schlag zu versetzen.
Im zusammengefaßten Feuer :von Marinejägern, Flotteneinheiten und Flak-
geschützen wurden von 200 Flugzeugen 102 Maschinen abgeschossen. 17 Abschüsse
konnten nicht bestätigt werden. 87 feindl. Maschinen, zu denen auch die 17 nicht
bestätigten gehören, fielen den Marinejägern zum Opfer, während die Flotten-

 einheiten und Flakbatterien 15 Angreifer abschossen. Japanischerseits gingen

2 Transporter verloren, die versenkt wurden. — Am 22. 1. von 180 feindl. angrei-
fenden Maschinen in einer Luftschlacht 38 Flugzeuge heruntergeholt. — Am 22. 1.
wurden ferner von etwa 530 angreifenden Flugzeugen 125 feindl. Maschinen, davon
32 mit Wahrscheinlichkeit, abgeschossen.

General Botto auf die neue italien. Luftwaffe vereidigt.

Doolittle, bekannt durch seinen sinnlos ausgeheckten Terrorangriff auf
Tokio, übernimmt jetzt in London den Oberbefehl über die amerikan. Luftflotte,
die für die Terrorangriffe auf Deutschland eingesetzt ist.

Sir Leslie Cossage, Luftmarschall, hat das Kommando über das brit. Flug-
ausbildungskorps übernommen.

99. USA Luftdivision besteht ausschließlich aus Negern und bildet einen
Bestandteil des 12. Luftkorps in Italien, das für den Brückenkopf südl. von Rom
den Luftschutz übernimmt.

Luftwaffe.

' Führerhptgrt., 15. 1. 44. (DNB.) OKW.: Bei Witebsk scheiterten erneute, mit Panzer- und
Schlachtiliegerunterstützung geführte Durchbruchsversuche Jes Feindes. — Bei der Abwehr eines
Angriffes brit. Flugzeuge im norweg. Küstengebiet wurden durch Jäger und Flakartillerie von 12
angreifenden Flugzeugen 6 abgeschossen. — Starke brit. Bomberverbände flogen in der vergangenen
Nacht nach Mitteldeutschland ein. Unsere Luftverteidigungskräfte verhinderten jedoch die Durch-
führung eines zusammengefaßten Angriffes. Der Feind warf planlos Bomben auf einige Orte. Nach
unvollständigen Meldungen wurden 40 Bomber abgeschossen. 14 weitere Flugzeuge verlor der Feind
hei Tage über den besetzten Westgebieten. . : “ ;

Führerhptgrt., 16. 1. 44 (DNB.) OKW.: Südl. Leningrad traten die Sowjets, von Panzern und
Schlachtfliegern unterstützt, zum Angriff an, — Am 15. 1. wurden an der Ostfront 72 feindl. Flugzeuge
bei 3 eigenen Verlusten abgeschossen. — Einige deutsche Flugzeuge griffen in den Abendstunden des
gestr. Tages Ziele in Südostengland an.

Führerhptgrt., 17. 1. 44 (DNB.) OKW.: Ein Angriff nordamerikan. Bomber richtete sich am

Seite 28 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1944, Bd. 36

16. 1. gegen das südl. Reichsgebiet. In Klagenfurt entstanden Gebäudeschäden und Personen vertusie:
Durch Luftverteidigungskräfte wurden bei diesem Angriff sowie über dem italien. Raum 18 feindl.
Flugzeuge, in der Mehrzahl Bomber, abgeschossen.

Führerhptgrt.. 18. 1.:44 (DNB.) OKW.: (Keine Luftwaffenmeldungen.)

Führerhptgrt., 19. 1. 44 (DNB.) OKW.: (Keine Luftwaffenmeldungen.)

Führerhptgrt., 20. 1. 44 (DNB.) OKW.: Im Westteil der süditalien. Front setzte der Feind seine
starken, von Artillerie und Schlachifliegern unterstützten Angriffe fort. — In der Zeit vom 1. bis 20. 1.
schossen Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak 38 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptart., 21. 1. 44 (DNB.) OKW.: Am Abend des 20. 1. richteten ‚beit. Bomber erneut einen
Terrorangriff gegen das Stadtgebiet von Berlin, der infolge der Abwehr nicht zu geschlossener N
kung kam. Es entstanden Personenverluste und Schäden an Wohngebäuden, besonders in Ar eiter-
vierteln. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen wurden nach bisher vorliegenden Meldungen 38 brit.
Bomber abgeschossen. Einige feindl. Flugzeuge warfen Bomben in Westdeutschland. — Über den
besetzten Westgebieten und vor der norweg. Küste verlor der Feind 11 weitere Flugzeuge, davon
6 durch Bordflak der Kriegsmarine. .

Führerhptgrt., 22. 1. 44 (DNB.) OKW.: Brit. Bomberverbände flogen in der vergangenen Nacht
in das nordwest- und mitteldeutsche Reichsgebiet ein. Die sofort und stark einsetzende deutsche
Luftverteidigung verhinderte sie an zusammengefaßten Angriffen. In einigen Orten, besonders in
Magdeburg. entstanden geringe Personenverluste und Schäden in Wohnvierteln. ‚Nach ‚bisher Min
liegenden Meldungen wurden 61 brit. Bomber vernichtet. Außerdem verlor der Feind bei Tage über
den besetzten Westgebieten 7 Flugzeuge. — Starke Verbände der deutschen Luftwaffe griffen in der
Nacht zum 22. 1. in mehreren Wellen London’'an. Zahlreiche Großbrände wurden beobachtet.

Führerhptgrt., 23. 1. 44 (DNB.) OKW.: In den Morgenstunden des 22. 1. landeten brit.-nord-
amerikan. Truppen beiderseits Nettuno an der Küste des Tyrrhenischen Meeres. Die Luftwaffe be-
kämpfte die feindl. Landungsflotte mit gutem Erfolg, versenkte 4 große Landungsschiffe von insge-
samt 12000 BRT. und beschädigte 8 größere Einheiten und mehrere Landungsboote schwer. — In
Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden im italien. Raum 13 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptgrt., 24. 1. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampf-, Torpedo- und Jagdflugzeuge griffen
die Kriegsschiffe der feindl. Landungsflotte an. Ein Zerstörer wurde mit Sicherheit, ein weiterer
wahrscheinlich versenkt. Ein Kreuzer, ein anderes kleines Kriegsfahrzeug und ein Landungsboot von
2500 BRT. wurden getroffen. — Über dem italien. Raum wurden durch Flakartillerie und Jäger
8 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge
Bomben in Westdeutschland. Über den besetzten Westgebieten wurden 3 feindl. Flugzeuge vernichtet.

Führerhptgrt., 25. 1. 44 (DNB.) OKW.: Südwestl. Pogrebischtsche nahmen unsere Truppen,
durch Artillerie und Luftwaffe wirksam unterstützt, nach hartem Kampf stark ausgebaute feindl.
Stellungen. — In Süditalien wiesen unsere Truppen im Westabschnitt erneute, von Artillerie und
Schlachtfliegern unterstützte feindl. Angriffe unter hohen Verlusten für den Feind ab. — Die Luft-
waffe griff bei Tag und Nacht mit Kampf- und Torpedoflugzeugen die ‚feindl. Landungsflotte vor
Anzio mit gutem Erfolg an. Nach vorläufigen Meldungen wurden 3 Zerstörer und ein Handelsschi f
von 6000 BRT. versenkt. Die Vernichtung von 3 weiteren Schiffen mit zusammen 26 000 BRT. ist als
sicher anzunehmen. 11 Transporter wurden zum Teil schwer beschädigt. — Nordamerikan. Bomber
flogen am gestr. Tage in das Reichsgebiet ein. Durch planlosen Bombenabwurf entstanden in einigen
Orten des westdeutschen Grenzgebietes geringe Schäden. Nach bisher vorliegenden Meldungen
wurden 15 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Der Kommodore eines Nachtjagdgeschw.. Major Prinz
zu Sayn-Wittgenstein, fand im nächtlichen Kampf gegen feindl. Terrorflieger bei seinem 83. Nacht-
jagdsieg nach Vernichtung von 5 brit. Bombern den Heldentod. Der Führer ehrte den gefallenen
Nachtjäger durch Verleihung des Eichenlaubs mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Mit ihm verliert die deutsche Luftwaffe einen ihrer hervorragendsten Nachtjagdflieger.

Führerhptgrt., 26. 1. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum südwestl. Shaschkoff und südwestl. Pogre-
bischtsche stießen unsere Truppen, durch zahlreiche Kampf- und Schlachtfilugzeuge unterstützt, trotz
zähen feindl. Widerstandes tief in und durch die feindl. Stellungen. — Deutsche Schlachtflugzeuge
erzielten vor Anzio Bombentreffer auf 2 feindl. Schiffen mittlerer Größe, mit deren Vernichtung zu
rechnen ist. Außerdem wurden feindl. Landungsboote und Kraftfahrzeuge im Tiefflug mit Bomben

Eichenlaubträger v. I. n. r.: Hptm. W. Lemke (f}), Hptm. W. Krauß (f), Lt. H.
Hannig (f), Lt. Stahlschmidt (f). Weltbild (4)

Nr. 2/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ | Seite 29

und Bordwaffen angegriffen. — Einige brit. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht planlos
Bomben im westdeutschen Grenzgebiet.

Führerhptgrt., 27. 1. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte Tag und Nacht die feindl.
Landungsflotte vor Anzio mit Kampf-, Torpedo- und Schlachtflugzeugen. Sie erzielte Treffer auf 2
Kreuzern, 4 Zerstörern, 12 Transportern und Handelsschiffen mit 47 000 BRT. sowie auf 6 größeren
Landungsfahrzeugen. Mit der Vernichtung eines Teiles dieser Schiffe ist zu rechnen. In den Hafen-
anlagen von Anzio entstanden nach Bombentreffern Brände und Zerstörungen.

Führerhptgrt., 28. 1. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe setzte die Angriffe gegen die feindl.
Landungsflotte bei Tag und Nacht fort. Sie beschädigte 6 Transporter mit 34 000 BRT. zum Teil schwer
und versenkte ein Landungsfahrzeug von 1000 BRT. — Über dem italien. und südfranz. Raum
wurden am 27. 1. 22 feindl. Flugzeuge, davon 8 durch Bordflak der Kriegsmarine, vernichtet. —
Brit. Terrorflieger nützten die für sie günstigen Wetterverhältnisse am gestr. Abend zu einem erneu-
ten Terrorangriff auf die Reichshauptstadt aus. Bei niedriger, geschlossener Wolkendecke überflogen
zahlreiche feindl. Flugzeuge das Gebiet von Groß-Berlin und warfen Minen, Spreng-, Brand- und
Phosphorbrandbomben auf verschiedene Stadtteile ab. Es entstanden Schäden, vornehmlich in dicht
besiedelten Wohnvierteln und an Kulturstätten. Die Bevölkerung hatte Verluste. — Trotz schwierig-
ster Abwehrbedingungen wurden nach bisher vorliegenden Meldungen 23 feindl. Bomber abge-
schossen. Eınige Störflugzeuge warfen Bomben im westdeutschen Grenzgebiet.

Führerhptgrt., 29. 1. 44 (DNB.) OKW.: Vor Anzio bekämpften deutsche Schlachtflugzeuge die
feindl. Transportflctte sowie weitere Ausladungen des Feindes. 4 Frachter mit 14 000 BRT. und 3 Lan-
dungsfahrzeuge wurden zum Teil schwer beschädigt. In Hafenanlagen und Ansammlungen von Lan-
dungsbooten wurden Volltreffer erzielt. — In den frühen Morgenstunden des 29. 1. setzten brit.
Terrorflieger ihre schweren Angriffe auf die Reichshauptstadt fort. Zahlreiche feindl. Flugzeuge

“warfen im Schutz der Wolken eine große Anzahl von Minen, Spreng- und Phosphorbrandbomben ab.

In verschiedenen Stadtteilen entstanden Schäden. Getroffen wurden wiederum vor allem Wohnviertel.
Kirchen, Krankenhäuser und Kulturstätter. Die Bevölkerung hatte Verluste. Nach bisher vorliegen-

den unvollständigen Meldungen wurden 43 feindl. Bomber abgeschossen. — Die Zahl der in der
Nacht zum 28. 1. abgeschossenen feindl. Flugzeuge hat sich auf 32 erhöht. Damit verlor der Feind bei
seinen beiden letzten Angriffen auf Berlin mindestens 75 viermotor. Bomber. — Außerdem wurden
über den besetzten Westgebieten 9 weitere feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Deutsche Flugzeuge

griffen in der vergangenen Nacht Ziele in Südostengland an.

Führerhptgrt., 30. 1. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff auch am 29. 1. feindl. Schiffe vor
Nettuno an und versenkte einen Zerstörer und 2 Frachter mit 14000 BRT. 4 weitere Frachter mit
28 000 BRT. sowie ein Landeschiff wurden beschädigt. — Damit hat die deutsche Luftwaffe seit dem
22. 1. bei der Bekämpfung der feindl. Landungsflotte 5 Zerstörer, 5 Frachter mit 27 000 BRT. sowie
? Landungsfahrzeuge mit 14 000 BRT. versenkt. 3 Kreuzer, 6 Zerstörer, 41 Frachter mit 201 000 BRT.
sowie 19 Landungsfahrzeuge wurden beschädigt. Mit der Vernichtung eines Teiles dieser Schiffe ist

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I.n. r.: Hptm. H. Jung (f), Ofw. F. Stannek, Ofw. H
Straßl (v. e. Feindflug nicht zurückgekehrt), Major Störchel. 2. Reihe: Hptm. E. Ba-

dorrek, Major H. Fuhrhop, Ofw. H. Steffen, Hptm. H. J. Brand. Weltbild (8)
Seite 30 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1944, Bd. 36

zu rechnen. — Nordamerikan. Bomberverbände führten am 29. 1. einen Terrorangriff gegen die
Stadt Frankfurt a. M. Durch Abwurf zahlreicher Minen, Spreng- und Brandbomben. wurden schwere
Schäden und Brände in mehreren Stadtteilen, insbesondere in der Innenstadt, verursacht und uner-
setzliche Kulturdenkmäler vernichtet. Die Bevölkerung hatte Verluste. Nach bisher vorliegenden
Meldungen wurden hier und über den besetzten Westgebieten 61 feindl. Flugzeuge, in der Mehr-
zahl 4motor. Bomber, abgeschossen. Einige brit. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht
Bomben auf westdeutsches ‚Gebiet. — Starke Verbände der deutschen Luftwaffe griffen in den
späten Abendstunden des gestr. Tages erneut London an. Im Stadtgebiet wurden große Brände und
Explosionen beobachtet.

Führerhptgrt., 31. 1. 44 (DNB.) OKW.: Südwestl. Dnjepropetrowsk traten die Sowjets mit
mehreren Schützendivisionen, von Panzern und Schlachtfliegern unterstützt, zum Angriff an. — Bei
den Angriffskämpfen im Raum südl. Pogrebischtsche vom 24. bis 30. 1. 44 zerschlugen Truppen ‚des
Heeres und der Waffen-44 unter Führung des Generals der Panzertruppen Hube, wirksam unterstützt
von Verbänden der Luftwaffe, über 10 sowj. Schützendivisionen und mehrere Panzerkorps. — Luft-
angriffe auf unsere Flugplätze in Oberitalien kosteten den Gegnern 18 Flugzeuge, die durch unsere
Jäger und Flakartillerie abgeschossen wurden. — Am Vormittag des 30. 1. drangen nordamerikan.
Bomber bis in den Raum Braunschweig-Magdeburg vor. Durch Bombenwürfe entstanden an einigen
Orten Schäden und geringe Verluste unter der Bevölkerung. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen
wurden in heftigen Luftkämpfen 26 feindl. Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotor. Bomber, abge-
schossen. — Am Sonntagabend griffen die brit. Terrorflieger ausgedehnte Gebiete der Reichshaupt-
stadt an, wodurch schwere Schäden in Wohnvierteln, an Kulturbauten, sozialen Einrichtungen und

öffentlichen Gebäuden entstanden. Die Bevölkerung erlitt Verluste. 44 feindl. Bomber wurden nach.

den bisher vorliegenden Meldungen vernichtet. Einzelne Störflugzeuge warfen Bomben in West-
deutschland. — Der feindl. Nachschubverkehr, besonders ein im Nordmeer nach Murmansk laufender,
sehr stark gesicherter Geleitzug wurde durch unsere Unterseeboote mit gutem Erfolg angegriffen.
5 Schiffe mit 32 000 BRT., 10 Zerstörer und Geleitfahrzeuge sowie 3 Landungsschiffe wurden versenkt,
: zeuge abgeschossen. -

j hour. 1. 2. 44 (DNB.) OKW.: Nordwestl. Witebsk und nördl. Newel griff der Feind,
von Panzern und Schlachtfliegern unterstützt, vergeblich an. — Im Kampf gegen die brit.-nord-
amerikan. Nachschubflotte versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat Januar 31 Handelsschiffe
mit 173 000 BRT. 51 weitere Schiffe mit 249.000 BRT. wurden durch Bomben- und Torpedotreffer so
schwer beschädigt, daß mit dem Untergang vieler dieser Schiffe gerechnet werden kann. An feindl.
Kriegsschiffen wurden 28 Zerstörer, 4 Unterseeboote, 2 Bewacher und 10 Landungsfahrzeuge ver-
senkt. 3 Kreuzer, 6 Zerstörer und 25 Landungsfahrzeuge wurden so schwer beschädigt, daß auch mit
dem Verlust eines Teiles dieser Schiffe zu rechnen ist. — Über den besetzten Westgebieten und im
Reichsgebiet wurden im letzten Monat 806 brit.-nordamerikan. Flugzeuge ‚abgeschossen, davon
‚665 Flugzeuge, meist viermotor. Bomber, bei Terrorangriffen auf das Reichsgebiet.

Führerhptgrt., 2. 2. 44 (DNB.) OKW.: Nördl. Newel griffen die Sowjets auch gestern, von
zahlreichen Schlachtfliegern unterstützt, unsere Stellungen an. — Deutsche Torpedoflugzeuge griffen
am Abend des 1.2. vor der nordafrikan. Küste ein feindl. Nachschübgeleit erfolgreich an. Ein Kreuzer
und 7 Handelsschiffe mit 52 000 BRT. wurden getroffen und zum Teil schwer beschädigt, 2 brit. Flug-
zeuge im Luftkampf abgeschossen. — Einige brit. Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bom-

ben in Berlin, Westdeutschland und im südl. Reichsgebiet. 3 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen. .

Führerhptgrt., 3. 2. 4 (DNB.) OKW.: Einige feindl. Flugzeuge warfen in der vergangenen
Nacht Bomben in West- und Nordwestdeutschland.

Führerhptgrt., 4. 2. 44 (DNB.) OKW.: Zwischen Pripjet und Beresina wurden erneute, mit
Schlachtfliegerunterstützung geführte Durchbruchsversuche des Gegners nach schweren, wechselvollen
Kämpfen vereitelt. — Im Kampfraum von Witebsk erlitt der Feind bei der Abwehr seiner wiederum
südöstl, und nordwestl. der Stadt mit zahlreichen Divisionen, Panzern und Schlachtfliegern geführten
Angriffe hohe blutige Verluste. — Bei den schweren Abwehrkämpfen zwischen Wolchow und Lenin-
grad hat sich die ostpreußische 121. Infanteriedivision unter Führung des Generallt. Preiß mit dem
unterstellten ostpreußischen Grenadierregiment 45 unter Führung des Obersten Schwender söwie
eine Kampfgruppe der Luftwaffe unter Führung des Obstlt. Ulla besonders bewährt. — Nordameri-
kan. Bomberverbände führten in den Mittagsstunden des 3. 2. einen Terrorangriff auf einige Städte
des nordwestdeutschen Küstengebiets. Durch Abwurf zahlreicher Spreng- und Brandbomben wurden
besonders die Wohnbezirke der Stadt Wilhelmshaven getroffen. Der Feind verlor nach bisher noch

Nr. 2/1944, Bd. 36

Nettuno. Beim Abflug wurden Explosionen von Munitionsstapeln und Brände beobachtet. — Über
den besetzten Westgebieten wurden gestern 11 feindl. Flugzeuge vernichtet. — Feindl. Störflugzeuge
warfen in der vergangenen Nacht Bomben im Ruhrgebiet und im Raum von Berlin. — Deutsche
Flugzeuge griffen in der letzten Nacht Ziele in Südostengland an.

Führerhptgrt., 7. 2. 44 (DNB,.) OKW.: In der vergangenen Nacht wurden Wohnbezirke der

finnischen Hauptstadt von sowj. Flugzeugen angegriffen. — Bei dem Angriff deutscher Kampfflugzeuge
gegen die Landestellen des Feindes bei Anzio in der Nacht zum 6. 2. wurden ein feindl. Zerstörer und .
2 Transportschiffe mittl. Größe schwer beschädigt. — Über den besetzten Westgebieten wurden

gestern 12 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptgrt., 8. 2. 44 (DNB.) OKW.: In der Zeit vom 1. bis 7. 2. wurden an der Ostfront
192 feindl. Flugzeuge bei 17 eigenen Verlusten vernichtet. — Auch die Luftwaffe führte bei Tag uud
Nacht wirkungsvolle Angriffe gegen Ausladungen in den Häfen von Nettuno und Anzio. Mehrere
große Betriebsstofflager wurden in Brand geworfen und Hafenanlagen nachhaltig zerstört. 4 Han-
delsschiffe mit 14.000 BRT. wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Einige feindl. Flugzeuge
schossen in den Mittagsstunden des 7. 2. das im Hafen von Chios liegende schwed. Rote-Kreuz-Schiff

„Wiril‘“ in Brand. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge Bomben auf Orte
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„FLUGSPORT“ Seite 31

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Torpedotreffer schwer beschädigt. Damit erhöht sich die Zahl der beschädigten feindl. Schiffe auf
insgesamt 1 Kreuzer und 9 Handelsschiffe mit 63 000 BRT.
Führerhptiqrt., 5. 2. 44 (DNB.) OKW: Bei der’ Abwehr eines ‚feindl. Luftangriffes gegen die
Hafenstadt Toulon wurden 9 viermotor. Bomber vernichtet. — Nordamerikan. Bomberverbände führ:
ten in den Mittagsstunden des 4. 2. bei geschlossener Wolkendecke Terrorangriffe auf westdeutsches
Gebiet. Durch wahllosen Bombenabwurf entstanden besonders in Wohnvierteln der Stadt Frankfurt
am Main Schäden. Trotz ungünstiger Abwehrbedingungen verlor der Feind 23 viermotor. Bomber. —
In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge Bomben im rheinisch-westfälischen Gebiet.
Führerhptgrt., 6. 2. 44 (DNB.) OKW.: An der Abwehr aller Angriffe im Osten waren die
deutsche Luftwaffe und unsere Artillerie hervorragend beteiligt. — Deutsche Kampfflugzeuge be-
kämpften in der vergangenen Nacht mit guter Wirkung Ausladungen des.Feindes im Hafen von

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Mittwoch, 15. März 1944

GEGRÜNDET 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON
OSKAR URSINUS, CIVIL-ING.

uch agesbefehl zum

VDM-LUFTFAHRTWERKE “Tun der Inttwelle”:

bean

Langsamflugzeug LF I
„Launkönig‘’

Sowj. Jagdeinsitzer
„Lagg-3''
Untersuchungen über
Luftkräfte an
Schlagflügeln

Schraubzwinge

Fasenfräsmaschine
Einspannvorrichtung
für Preßluftfräse

Flugrundschau

Luftwaffe

Segelflug

Luftpost

Literatur

„‚FLUGSPORT’’-
Erscheinungstage
1944
AXXVI. Jahrgang

Nr. Datum
19. April
17. Mai
- 14. Juni
12. Juli
16. August

$UM VERGASER-GESELLSCHAFT

CARL WIRSUM &CO. KOMM.-GES.
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5
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8 a ——
9 13. September I N N a _——
Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8. > kr at.
Anzeigenpreis It. Pl. 3 zuzügl. 100% Aufschlag. — Druck von H. L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frank- 12 13 Dezember Ex
{urt a. M. Alle Zuschriften sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport’, w
Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8 (Deutschland). .
Preis 80 Pf.

Printed in Germany

"GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBE,

VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING.
In11111111111111/11111)

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Briet-Acr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenbuig-Pilatz 8

Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z, Z. monatl, Erscheinen 2,40 RM
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 3 15. März 1944 XXXVi. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 19. April 1944

Görings Tagesbefehl zum „lag der Luftwaffe“.
Soldaten der Luftwaffe! Meine Kameraden!

An unserem Ehrentag fühle ich mich mit jedem von euch besonders
stark verbunden. Ihr habt euch auch im neunten Jahr der wiedererstande-
nen deutschen Luftwaffe in Angriff und Abwehr in härtester Pflichterfül-
lung hervorragend bewährt, wie draußen an den Fronten in treuester
kameradschaftlicher Verbundenheit mit den heldenhaft kämpfenden Mus-
ketieren und Panzergrenadieren, so auch im Heimatkriegsgebiet in ent-
schlossenem Kampf gegen die Schänder unserer so geliebten deutschen
Erde. Dafür danke ich euch.

Kameraden, die herrliche Haltung des deutschen Volkes, allem grau-
samen Bombenterror zum Trotz, ist uns höchste Verpflichtung. Diesem
Feind wird mit neuen Kräften und neuen Waffen Antwort gegeben, die er
verdient. Ich vertraue auf euch, und ich weiß, daß sich der Führer in den
Stunden der großen Entscheidungen auf seine Luftwaffe verlassen kann.

Erfüllt von unbeirrbarer Siegeszuversicht, gedenken wir am heutigen
Tage in unendlicher Dankbarkeit der lieben, vor dem Feind gebliebenen
Kameraden und der, gleich den Soldaten an der Front, für Deutschlands
große Zukunft Gefallenen der Heimat. Ihr Opfergang ist der große Befehl
in uns. Kameraden, wir srüben den Führer! Heil, meine Luftwaffe!

1. März 1944. gez. Hermann Göring

Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches
und Oberbefehlshaber der Luftwaffe

Langsamflugzeug LF-I „Zaunkönig“.

Dieses Langsamflugzeug mit geringster Motorkraft, 51 PS max. Lei-
stung, ist für Lehr- und F orschungszwecke zur Ausbildung der Studieren-
den an der TH. Carolo Wilhelmina, Braunschweig, unter der Leitung von
Prof. Dr.-Ing. H. Winter im Institut für F lugzeugbau von Studierenden der
Fachrichtung Luftfahrt in Gemischtbauweise entwickelt und gebaut
worden.

Festigkeit Beanspruchungsgruppe für Reise- und Sportflugzeug. Mit
Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT*“ Seite 35

Seite 34 „FLUGSPORT* Nr. 3/1944, Bd. 36

benutzt. Querruder und Landeklappen sind mit Düsenspalt versehen. Der
Vorflügel ist aus Steifigkeitsgründen eine Ganzmetallkonstruktion.

Rumpf Stromlinienform, elliptischer Querschnitt mit möglichst kleiner
'Stirnfläche. Unmittelbar hinter dem Brandschott liegt an der Rumpfober-
‚kante der Betriebsstoffbehälter. Hinter dem Führersitz befindet sich ein
kleiner Gepäckraum. Das Rumpfende bildet mittels eines angebauten Fort-
‚satzes zugleich die Seitenflosse. In seinem Aufbau zeigt der Rumpf eine
schalenähnliche Bauweise.

Beim Leitwerk ist die Höhenflosse und Drehung des Flügels zwangs-
läufig mit einer noch näher festzulegenden Verstellung gekoppelt. Aus
diesem Grunde ergab sich die Notwendigkeit, das Höhenleitwerk ganz aus
dem Schraubenstrahl herauszunehmen. Konstruktiv wurde dies durch die
vorhandene Hochlage erreicht (s. Abb.1 u. 2). Die Höhenflosse ist daher um
eine Achse, welche die vier hinteren Anschlüsse erfaßt, nahe der Unter-

‘seite der Flosse drehbar. Die Verstellung erfolgt vorne an einem Segment-
. zwischenstück. Höhen-, Seiten- und Querrudersteuerung erfolgt wie an
anderen Flugzeugen in bekannter Weise.

Die Betätigung der Landehilfen geschieht mittels einer Handkurbel,
welche über eine Torsionswelle einen im Baldachin gelagerten Spindel-
‚trieb betätigt. Die Weiterleitung der Betätigung erfolgt dann über Stoß-
stangen zum Umlenkhebel vor der Landeklappe bzw. zum Differentialhebel
vor dem Querruder. Bei Betätigung der Landehilfe werden die Lande-

klappen auf 40°, die Querruder auf 150 ausgefahren. je

Das Hauptfahrwerk zeigt die übliche Dreibeinausführung. Das Feder-
bein ist eine EC-Strebe ‚mit Stahlfeder. Die bremsbaren Räder werden
durch Fußspitzendruck von den Seitensteuerpedälhebeln. betätigt.‘ Das
Spornaggregat besteht aus einem VDM-Stahlfederbein mit Öldämpfung.
Das Triebwerk besteht/aus dem Zündapp-Motor Z 9-92 mit einer. Lei-

Abb. 1. Langsamflugzeug „LF-1”.

Langsamflugzeug „LF-1. Flügel und. ‚Leitwerk

beigeklappt.. Bu
Links: Abb. 4. Rechts oben: Abb. 5.

Abb. 2. Langsamflugzeug „LF-1“.

Rücksicht auf die Möglichkeit, Sacklandungen (das sind ‚andungen mit
außergewöhnlich steilen Gleitwinkeln, wie sie z. B. mit en noseler
„Storch“ durchführbar sind) auszuführen, wurde das Fahrwerk für ei
ö ruchungsgruppe bemessen.
a umriBlore des Tragwerkes ist aus Gründen einfacher ner
stellung rechteckig, Flügelprofil an allen Quersehnitten gleich. ie arm
des Flügels beträgt 2°, die Pfeilform 0°. Der geteilte Flüge wir je u "
in zwei Punkten am Baldachin gelager! und außen durch einen A
1 1 che von den v gel-
gehalten. Um eine horizontale Achse, we ne 70 gebildet wird, ist der Flü-
gel drehbar, und zwar kann der Ein-
stellwinkel zur Längsachse des Flug-
zeuges von 0 bis +16° verstellt werden.
Am Mittelflügel sind vorn die festen
Vorflügel und hinten Querruder und
Landeklappen angebracht. Auch das
Querruder wird als Landehilfe mit-

Abb. 3. Langsamflugzeug „LF-1“.
Werkbilder (9)

Abb. 6. „LF-1“ Zündapp-Motor Z-9-92 51 PS.

_ 6 6 [x . . ©
Seite 36 ‚FLUGSPORT"“ Nr.. 3/1944. Bd. 36 Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT Seite 37
100 Yax 119,0 — 119,7 km/h; Kleinstgeschw. mit nicht ausgefahrener Landeklappe Yonin 66,8 km/h;
| . Messungen vom eh ° S, im Kleinstgeschw. mit voll ausgefahrener Landeklappe v = 46,85 km/h.
j " o Bei den Steigleistungsmessungen zeigte sich ein starker Einfluß des Vorflügels auf die Steig-
lm] geschwindigkeit (Abb. 9). Gegenüber dem Höhenflug mit Vorflügel sind folgende Leistungssteigerungen
ITTT II772 — vorhanden: Die Steiggeschw. am Boden: v_, = 3,4 m/sec gegenüber 2,85 m/sec; Steigzeit auf 1000 m:
0 80 7 77. 7, G 7 / t in — 584 min gegenüber 6,70 min; Dienstgipfelhöhe: h = 4180 m gegenüber 3820 m. Theoretische
LK, 7 Id. 7 Cipfelhöhe: h = 4900 m gegenüber 4650 m. Bei einfahrbarem Vorflügel könnten also neben der
‚72 A 2 7 7 Höchstgeschwindigkeit auch die Steigzeiten beachtlich verbessert werden.
7 GDTDGE / Zur Ermittlung der Mindestlandeplatzgröße wurde ein 150 m langes und 20 m breites Lande-
l N 7 LEE { feld mit Reitern in je 10 m Abstand abgesteckt. Innerhalb dieses Streifens wurde ein Zielfeld mit
u I ILL, 48 m Länge besonders gekennzeichnet.
77. 0 9 x one Brämsung Die Landeplatzbreite von 20 m wurde bei Landung ohne Seitenwind in keiner Weise benötigt.
180 VIER Die Landeplatzbreite ist nur durch die Spannweite des Flugzeuges bedingt.
777] Eine Landeplatzlänge von 130 m ist ausreichend, um dem Piloten mit Sicherheit eine Landung
60 ? Ho, Da 7 Tr 7, zu ermöglichen.
G J 20 I, KL . Der Vergleich der Ergebnisse des ersten und zweiten Versuchstages zeigte, daß schon geringe
9 -Londektgppenausschtag ["], —_———, j 30 4 12 CL | j runs om Piloten ermöglicht, alle Landungen innerhalb eines Landeplatzes von 20 X 100 m
5 «Rollstrecke beim Abflug Im, III auszuführen,
[reduziert] N 49 mit Bremsung Einem Piloten, der einwandfrei eingeflogen ist, dürfte es möglich sein, innerhalb eines Lande-
20 20 Messungen vom: 9.441,” © |S2Ausrolistrecke [m] (red, platzes von 20 X 80 m alle Landungen auszuführen.
| a7 14H . 4 :Landeklappenausschlaglf , , . , “
2 35 3 a eo nn Sowj. Jagdeinsitzer „Lagg-3".
\ . | Der Jagdeinsitzer „Lagg-3° mit schlanker Rumpfnase hat einen flüssig-
70 (] 30 40

Abb. 7. Rollstrecken $2 beim Abflug in Ab-
hängigkeit vom Landeklappenausschlag L.

(W

vom Landeklappenausschlag L.
= O0: G = 350 kg; HgS = 760 mm;
t = 15°C)

stung von 51 PS bei 2350 U/min, welcher eine Schwarz-Leichtholzmantel-
luftschraube treibt. Ein Stahlrohrgerüst aus 8 Stäben verbindet Rumpf und
Motor (Abb. 6). |

Spannweite 8,02 m, Länge 6,08 m, Höhe 2,38 m, Flächenbelastung
41,8 kg/m?, Leistungsbelastung 7,0 ks/PS, Flächenleistung 6,0 PS/m?, Leer-

gew. 251 kg, Zuladung 104 kg, Fluggew. 355 kg, Beanspruchungsgruppe P3.

Die Ergebnisse der Messungen der Anrollstrecke beim Abflug sind in Abb. 7 aufgetragen. ‚Sie
zeigen, in welchem Maße mit wachsendem Klappenausschlag eine Verkürzung der Rollstrecke erreicht
wird. Bis zum Klappenausschlag von pL = 10° verkürzt sich die Anlaufstrecke von 105 —'140 m auf
90-2100 m, im Mittel um 30 +40 m. Ein weiterer Klappenausschlag bis $L = 45° bringt noch eine
weitere Verkürzung um 30-40 m, so daß die kürzesten Rollstrecken bei 65 + 80 m liegen. Über
Klappenausschläge von ßL = 10° hinaus wird mit wachsendem Ausschlag die Einsparung in der
Anlaufstrecke geringer.

Die Traphische Darstellung der reduzierten Ausrollstrecken s2 in Abhängigkeit vom Lande-
klappenausschlag pL zeigte ein Absinken der Strecken auf den halben Wert bei gebremster Landung
gegenüber der ungebremsten Landung (Abb. 8). Für beide Landearten ist mit zunehmendem Lande-
klappenausschlag ein weiteres Absinken der Ausrollstrecken festzustellen. Die kleinste Ausrollstrecke
wird naturgemäß bei ganz ausgefahrener Landeklappe und gebremster Landung erzielt; sie beträgt
etwa 26 m. I ı

Die großen Streuungen der Versuchswerte sind vornehmlich auf unterschiedliche Geschwindig-
keiten beim Aufsetzen und zum Teil auf unterschiedlichen Verlauf der Bremsung zurückzuführen.
Bei der gebremsten Landung sind die Unterschiede nicht ganz so groß wie bei der ungebremsten
Landung.

Die Geschwindigkeitsmessungen ergaben folgende Werte:

t = 15°C)

Höchstgeschw. mit eingefahre-
| | | | | | || | | | | | ! 1} ner Landeklappe (voller Vorflügel

max . .
km/h; Höchstgeschw. mit einge-

10 ev
w

al

RS in Abhängigkeit v.d. Höhe j !

|
t r 7,0, LEER . . I Te r r — s- ‚9
Steiggeschwindigkeit und Steigzeil ! | vorhanden) Y,, m. = 10
'

fahrener Landeklappe (halber Vor-

flügel vorhanden) Vrax m 150,7 — 151,1

mit km/h: Höchstgeschw. mit eingefahre-

AN
\N/ \ / /
N N

N

+ 7 —‘v = 1645 — 165,7 km/h; Höchst-
aN Imit borftäigel )/ )i

max j
geschw. mit voll ausgefahrener Lan-

Feng“ ner Landeklappe (ohne Vorflügel)
|
j

ohne Vorflügal WA [4

deklappe (voller Vorflügel vorhanden)

(7? kwindiokeil N L lohne| Vorflüge

==> Steigzeit

, mit Perfliget Abb. 9. Steiggeschwindigkeit

und Steigzeit in Abhängigkeit

von der Höhe.

v IN ya
< \
/
u
YIAN IN
%

21-1.

1000 2000 3000 4000
n I

Acina, {m}

Abb. 8. Ausrollstrecke S2 in Abhängigkeit

(W = 0; G = 350 kg; HgS = 760 mm;

keitsgekühlten Reihenmotor „M-105, 12 Zyl., von 1100 PS Motorleistung.
‘Die Ausführung mit luftgekühltem Doppelsternmotor trägt die Bezeich-
nung „Lagg-5“.

Flügel leichte V-Form, nach den Enden sich stark verjüngend, mit

abgerundeten Enden.

!

Sowj. Jagdeinsitzer Lagg-3.

Rumpf eiförmiger Querschnitt.
Kühler an der Unterseite des
Rumpfes.

Fahrwerk nach innen hochzieh-
bar, ebenso hochziehbares Sporn-
rad.

Bewaffnung eine 20-nm-Motor-
kanone und 2 MG. Kaliber 12,7 mm.

Spannweite 9,7 m, Länge 9 m,
Höhe 2,54 m, Flügelinhalt 17,5 m},
Leergew. 2620 kg, Fluggew. 3200 kg,
max. Geschw. in 5000 m Höhe 560
km/h, Reisegeschw. 450 km/h in
5000 m Höhe, Gipfelhöhe 9000 m.

Sowj. Jagdeinsitzer
Lagg-3.

Pr -ı

Seite 38 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1944, Bd. 36

Untersuchungen über Luftkräfte an Schlagflügeln.
Von ARNO VOGEL, Plauen (Vogtl.)

Nachdem an freifliegenden Modellen und bei zahlreichen Versuchen an der
drehbaren Komponentenwaage die Konstruktionsgrundlinie für den Schwingen-
flug gefunden war (vgl. „Flugsport“ 1941, Nr. 11, S. 221), konnte 1941 mit dem
Großbau begonnen werden. Es war geplant, ein Paar 3 m lange Schwingen auf ihre
Wirkung hin an einem normalen Gleitflugzeug zu erproben.

- An einer Grunau 9, deren Tragflügel um etwa !/s ihrer Länge gekürzt waren,
wurden die Schwingen angelenkt. Um rein gefühlsmäßig Erfahrungen über die
beim Schwingenflug periodisch schwankenden Leistungsbeanspruchungen zu sam-
meln, wurde als Antriebsmittel die Muskelkraft gewählt (vgl. „Flugsport“ 1942,
Nr. 19, S. 286). Erprobt und geflogen wurde das Schwingenflugzeug von dem
Obersturmführer Manfred Pult (NSFK.-Standarte 37, Chemnitz). Auf dem Segel-
fluggelände in Hartenstein führte Pult im August 1942 bei 31 Starts eine Anzahl
wohlgelungener Schwingenflüge durch. Er erzielte dabei Streckenverbesserungen
bis 30% gegenüber der normalen Gleitflugstrecke.

Während die Hartensteiner Schwingenflüge im wesentlichen nur demon-
strativen Charakter trugen, mußte nunmehr durch Messung die technische Grund-
lage für den Entwurf eines Schwingenflugzeuges gesucht werden. Es galt ein
großes Prüfgerät zu schaffen, an dem ähnlich wie an der drehbaren Komponenten-
waage, Auftrieb A, Vortrieb V und die benötigte Leistung L zu bestimmen waren.

Nach dem Gesetz der relativen Luftströmung, d. h. der Bewegung zwischen Luft

und Körper, ist es nun gleichgültig, ob ein Körper in ruhender Luft bewegt wird
oder ob ein ruhender Körper von der Luft angeströmt wird. Aus Gründen der
einfacheren und billigeren Herstellung fiel die Entscheidung auf den Bau einer
ruhenden Prüfanlage. Als Ort für die Aufstellung derselben wurde das Gelände
der Segelflugschule Großrückerswalde (Erzgeb.) gewählt. Dort herrschen erfah-
rungsgemäß alljährlich im Herbst anhaltende Winde bis 15 m/sec. Zur Vermei-
dung schädlicher Sog- und Staudruckwirkungen fand das Prüfgerät auf freiem
Felde, fernab jeglicher Hindernisse, Aufstellung.

Einige allgemeine Angaben über den Aufbau der Prüfanlage und die Durch-
führung der Versuche seien vorangestellt. Die Komponentenwaage besteht aus
einem 6,4 m langen, fachwerkartig ausgebildeten Stahlrohrgerüst, das in seinem
Schwerpunkt kardanisch aufgehängt ist. Am äußeren Ende des langen Waage-
armes ist das Schwingengetriebe mit den Versuchsschwingen angebracht. Der
gegenüberliegende kürzere Arm trägt den Antriebsmotor. Dieser Motor, ein
2,2-PS-Drehstrommotor, kann innerhalb seines Drehzahlbereiches um 50°, regu-
liert werden. Das Übersetzungsverhältnis zwischen Schwingenantrieb und Motor

Abb. 1.

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ ' Seite 39

beträgt bei Versuchsgruppe Ti = 1:20,3, bei Versuchsgruppe II 1:14,15. Es wird
mit Hilfe dieser zwei.Stufen eine Steigerung der Schwingenschlagzahl von: 30 bis
60/min erreicht. Zum Zwecke genügender Bodenfreiheit liegt die Schwingenachse
3m über dem Erdboden.

Die in Kugeln gelagerte Aufhängung des Waagesystems gestattet ein spie-
lend leichtes Schwenken des Armes in vertikaler und horizontaler Richtung. Um
die Schlagrichtung der Schwingen (< y) zur Anströmung verändern zu können,
ist der Schwingenantrieb schwenkbar an den Waagearm angeschlossen. Mit Hilfe
eines verschiebbaren. Ausgleichgewichtes kann ein müheloses Einspielen der
Komponentenwaage in die Gleichgewichtslage vorgenommen werden (Abb. i).

Während der Auftrieb an einer am Boden verankerten Personenfederwaage
‚abgelesen wird, erfolgt das Messen des Vortriebes und des Winddruckes an zwei
eigens hierzu konstruierten und geeichten Federwaagen. Zwischen Schwingen und
Auftriebswaage ist eine 2,4 m lange Verbindungsstange eingeschaltet.

Ihre Länge sichert hinreichende Meßgenauigkeit innerhalb der begrenzten
Horizontalschwankungen des Waagesystems (Abb. 2). Der Leistungsverbrauch und
die Schwingenschlagzahl werden an hochempfindlichen und gegen Witterungsein-
flüsse besonders geschützten Meßinstrumenten abgelesen. Der Einfluß des Windes
‚auf Schwingen und Waage wird vor Beginn der Versuche durch Verschiebung
des Laufgewichtes und durch Federregulierung ausgeglichen. Selbst bei starkem
Wind ließen sich daher die Untersuchungen von der Gleichgewichtslage aus
durchführen.

Die Versuche wurden in zwei Hauptgruppen gegliedert, in Gruppe I mit
Schlagzahlen von 30 bis 48/min und Gruppe II mit 46 bis 60 Schwingenschlägen.
Im. Hinblick auf die Bedingungen des freien Fluges sollten die Versuche bei
10 m/sec und mehr Wind durchgeführt werden. Die diesjährigen Windverhältnisse
zwangen jedoch zu einem Beginn bei 4 m/sec. Versuche bei schwächerem Winde
oder.gar bei Windstille schalteten aus. Nach den Erfahrungen früherer Modell-
untersuchungen werden in ruhender Luft kaum !/ı der Luftkräfte erzeugt, die
sonst bei gleicher Schlagzahl in bewegter Luft entstehen.

Die Versuchsreihen der Gruppe I.

1. Auftrieb und Vortrieb bei veränderlichen Schlagzahlen
un » „ verändertem Einstellwinkel
3. »» » ur „ veränderter Schlagrichtung
4 » » 3 „ verschiedenem Seitenverhältnis
5. „ veränderlicher Anströmung

6. Leistungsaufwand der Schlagflügel

In Gruppe II fanden nur die besten Versuchsreihen der Gruppe I ihre

Fortsetzung.
Versuchsgruppe I.
Reihe 1: Luftkräfte in Abhängigkeit der Schlaggeschwindigkeit.

Zahlentafel und Schaubild (Abb. 3 S. 43) veranschaulichen das Ansteigen des
Auftriebs A und des Vortriebs V bei Steigerung der Schwingenschläge.

Die Auftriebswerte sind Mittelwerte, denn während einer Auf- und Ab-
schlagbewegung unterliegen die Luftkräfte periodischen Druckschwankungen.
Besonders bei schwacher Anströmung — unter 5 m/sec — ist der Druckwechsel
bei der Auftriebskomponente recht fühlbar. Der Auftrieb A ist hier beim Abschlag

positiv und beim Aufschlag negativ. Erst durch das Einschalten einer Öldämp-

fung vor die Federwaage (Abb. 4) konnten die Schwankungen fast ausgeglichen
werden. Da die Vortriebskomponente nur einen Bruchteil des Auftriebes beträgt.
sind die Druckschwankungen innerhalb der Schlagamplituden auch ohne Dämp-
fung recht gering. Sie betragen im Durchschnitt + 15% des mittleren Vortriebes.

Der relativ langsame Schwingenschlag ließ eine recht genaue Beobachtung

Vortrieb- Abb. 2. Schematische Darstellung der
Meßgerdt / Schwingenprüfanlage.

[4
Anstromung

Kardanische “In

Schematische Darstellun

Auftriea
der Schwingen- Prüfanlag - [fe geror

FPETFTTT 7 FF 7”

Seite 40 „FLUGSPORT"“ Nr. 3/1944, Bd. 36

der einzelnen Bewegungsphasen zu. Auffallend war, daß die größte Auftriebs-
spitze im Moment der Schwingenwendung und am Anfang der Abschlagbewegung
lag. Während des Abschlages trat allmähliches Absinken von A ein. Das Auf-
triebsminimum liegt am unteren Schwingenwendepunkt (Abb. 5).

Es ist durchaus möglich, daß mit der aerodynamischen Verbesserung der
Schwingen auch eine Änderung der Charakteristik der Auftriebskurve eintreten
wird.

Reihe 2: Luftkräfte in Abhängigkeit der Einstellwinkel « und £.

Genau wie der natürliche Flügel, so hat auch die Versuchsschwinge eine
profilierte, stark gewölbte Fläche, deren Einstellwinkel nach der Flügelspitze
zu abnimmt. Von der Wurzel bis zur elastischen Wölbung beträgt die Schränkung
beim Versuchsgegenstand 12°. Der Einstellwinkei wird an der Schwingenwurzel
in Höhe der ersten Rippe gemessen. Die Bezugslinie hierzu ist die Schwingen-
schlagachse.

Sowohl beim Aufschlag als auch beim Abschlag sind die Einstellwinkel
positiv. Der Winkel a bleibt — durch einen Anschlag fixiert — während der
ganzen Abschlagbewegung gleich (Abb. 6).

Auffallenderweise haben die Verstellungen des Einstellwinkels «a von 2° bis
auf 10° keine gesetzmäßigen Veränderung der Luftkräfte ergeben. Ob dies seine
Ursache in den stets schwankenden Versuchsbedingungen hatte oder ob das nicht
vollständig torsionsfreie Waagegerüst eine Veränderung des Einstellwinkels bei
verschiedenen Belastungsfällen herbeiführte? Die Ursache hierfür konnte bisher
nicht festgesetellt werden. Jedenfalls stellen die geringen Veränderungen des
Einstellwinkels um wenige Grad eine Art Feineinstellung der Schwingen dar.
Solche minimalen Verstellungen werden nur dann meßbar sein, wenn die Lage
des Versuchsgegenstandes während der Versuchsdauer unverändert bleibt.

Auch der Aufschlagwinkel £ ist durch Anschlag begrenzt. Er betrug 35°. Wäh-
rend der Versuche legten sich die Schwingen aber niemals auf diesen Anschlag
auf. Der wirkliche Aufschlagwinkel, in den sich die Schwinge selbsttätig einstellte
und der von der Größe der Anström- und Anschlaggeschwindigkeit bestimmt
wurde, war stets kleiner (Abb. ?).

Reihe 3: Luftkräfte in Abhängigkeit der Schlagrichtung.

Bei der Schlagrichtung von 90° zur Anströmung ergaben die Versuche wohl

durchweg günstige Auftriebswerte, aber keineswegs den erwarteten Vortrieb.

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 41

Auch bei Verstellung der Schwingen auf negativen Abschlagwinkel traten kaum
merkbare Verbesserungen ein. Der Versuch, durch Verwendung elastischerer
Schwingen die Vortriebswirkung zu erhöhen, mußte fallengelassen werden, da
die für den Umbau der Schwingen erforderliche Zeit nicht ausreichte. Außerdem
erschien es zweckmäßig, über das Verhältnis der Vortriebs- und Auftriebskräfte
bei veränderter Schlagrichtung Klarheit zu erlangen. Durch Umstellung des
Schwingengetriebes konnte die Schlagrichtung der Flügel bzw. der Winkel y auf
0°, 80°, 90° und 105° zur Anblasrichtung geändert werden. In Abb. 8 ist die
Veränderlichkeit der Luftkräfte bei verschiedener Schlagrichtung deutlich
erkennbar.

Allgemein herrscht hier die Tendenz, daß bei Änderung der Schlagrichtung
unter 90°, d. h. wenn die Schwingen von vorn oben nach hinten unten schlagen,
der Vortrieb zunimmt, während der Auftrieb sinkt. Aus der Wahl dieses Winkels
lassen sich also je nach dem Bedarfsfalle die gewünschten AV-Verhältnisse
schaffen. Die Praxis des Schwingenfluges wird einmal lehren, ob der Vortriebs-
erzeugung die primäre und der Auftriebswirkung die sekundäre Aufgabe zufallen
wird oder umgekehrt.

Zur Abrundung und Ergänzung dieser Versuchsreihe sind auch Unter-
suchungen mit 105° Schlagrichtung durchgeführt worden. Sie ergaben, wie nicht
anders zu erwarten war, negativen Vortrieb. Dies entspricht einer Lage, die dem
Abfangen bzw. Bremsen des Fluges kurz vor dem Aufsetzen gleichkommt.

Reihe 4: Luftkräfte in Abhängigkeit der Flügellänge/Flügeltiefe.

Für die Versuche fanden zwei Flügelpaare mit folgenden Abmessungen Ver-
wendung:

Länge Tiefe Fläche Profilstärke Profilkrümm.

mm mm m? a.d. Wurzel a.d. Wurzel
Breitbl.-Schw. = 3000 940 2,2 65 mm 100 mm
Schmalbl.-Schw. = 3000 820 1,85 65 mm 100 mm

Obwohl angenommen werden konnte, daß die Wirkung der Schmalblatt-
schwingen infolge ihrer schlanken Form und besseren Oberflächenbeschaffenheit
— die Flügelnase war hier mit Sperrholz beplankt — eine günstigere sein würde,
trat dieses, wie die Abb. 9 zeigt, nicht ein.

Offenbar ergeben bei mäßigeren Windgeschwindigkeiten — um 10 m/sec —
Breitblattschwingen bessere Wirkungen analog der Tatsache, daß die kurzen und
breiten Flügel der Landvögel für begrenzte Windstärken geschaffen sind. Ande-
rerseits eignen sich schmale und spitze Flügel nur für große Geschwindigkeiten,
wie das die schlanken Schwingen der Seevögel, die großen Stürmen trotzen
können, lehren. _

Nach dieser Beobachtung wurden alle weiteren Untersuchungen nur noch an
Breitblattschwingen durchgeführt.

Versuchsreihe 5: Luftkräfte in Abhängigkeit der Anströmung.

Mit zunehmender Anströmung ändert sich der Druckverlauf des Vor- und
Auftriebes innerhalb der Schlagbewegung. Je stärker der Anblaswind, um so
‚geringer sind dann die Druckschwankungen und um so günstiger werden die
mittleren AV-Werte. Schon von 8 m/sec Wind an wird beim Schwingenaufschlag
der Auftrieb A positiv. Mit der Steigerung des Anblaswindes tritt also Erhöhung
der Luftkräfte ein (Abb. 10). Der Einwand, daß diese Erscheinung eine Folge des
stärkeren Hangaufwindes sein könnte, trifft nicht zu. In den Monaten Oktober-

Abb. 5. Der Winkel und der Druckverlauf an der Schwinge.

Anax |
1 |

a. |
ee

_ | Vortrieb_ |
m Si FnRelwerf —

T j r "T
_Menach, Rbschlag.2” el Aufschlo get nalen.
I |

|
| | |
Flögelsghlag |
1

m ı

| ri |

N ae +
uf
|
ı

Oben links: Abb. 4. Unten links: Abb. 6. Rechts: Abb. 7.

|
|
Q
Seite 42 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1944, Bd. 36

Links: Abb. 11. Rechts: Abb. 12.

November wehte vorherrschend Südostwind, der infolge örtlicher Geländeverhält-
nisse nicht hangaufwärts, sondern waagerecht, ja sogar hangabwärts anströmte.
Eher ist die Tatsache der größeren Auf- und Vortriebswirkung bei starkem
Wind auf eine Verringerung der Verstellkräfte bzw. Verkleinerung des Wende-
winkels x zurückzuführen. Möglicherweise entstehen auch günstigere Luftkraft-
wirkungen durch die bessere Tragfähigkeit stark anströmender Luft. Außerdem
dürfte die Tatsache, daß die Strömungsverhältnisse an Schlagflügeln ganz andere
sind als bei Tragflügeln, auf obige Wahrnehmung nicht ohne Bedeutung sein.

: Durch Abtasten der schlagenden Schwingen mit einer Nebelpatrone bei
12 m/sec Wind konnte beobachtet werden, daß die anströmende Luft an der
Schwinge nicht laminar abfließt, sondern von der Unterseite erfaßt und nach der
Schwingenspitze zu abgelenkt wird (Abb. 11). Leider ließen die ungünstigen
Beleuchtungs- und Witterungsverhältnisse des November eine bessere Kenntlich-
machung dieser Erscheinung nicht zu.

Versuchsreihe 6:Leistungsaufwand der Schlagflügel.

Theoretisch gesehen, arbeiten langsam schlagende große Schwingen mit gün-
stigerem Wirkungsgrad als schnellaufende kleine Luftschrauben. Wohl aber
können technische Unvollkommenheiten des Schwingentriebwerkes den Wir-
kungsgrad der Schlagflächen soweit herabsetzen, daß obige Annahme praktisch
ins Gegenteil umschlägt. Zur Klärung dieser für die Entwicklung des Schwingen-
fluges entscheidenden Frage sollte auch hier das Experiment den Beweis liefern.
Wie bereits erwähnt, ist neben der Ermittlung der Luftkräfte auch der Leistungs-
aufwand mit gemessen worden. Die Meßgeräte zeigten aber nicht nur die an die
Schwingen nutzbar abgegebene Leistung an. In den Messungen waren auch alle
verlorenen Energien, die durch Strom-, Wärme-, Triebwerkverluste und Lager-
reibung entstanden, mit enthalten. Alle diese Verluste mußten erst festgestellt
und in Abzug gebracht werden, ehe ein genaues Bild über den Schwingen-
leistungsbedarf gewonnen werden konnte.

Nach Abschluß der Schwingenversuche mußten diese Geräteverluste durch

Abb. 13. Schwingen- und Bremsversuche.

Schwingen - Versuch Bremsversuch Br-Hebel= 0716m

Wind, iger Auftrieb) Vortriebfwatt | PS | Prahzarn, BelastKBrems]
8-9 | 34,5 |25_| 2251580 | 079 I] +70 18 19,3 038
Ho 375 | 25 Ilo70 | 083] 208 19 Jos 0.48
7-93 | a2 43 | 35 Je2o | 0841 275 20 Jo4s3] 057
7-8 | 135 | 43 | 4 Je5o | 088 223 22 10491 055
7 445 | 45 4 705 | 0961 230 23 19531 055
7 46 49 | 45 1730 190991 238 2,6 _ 19,52 | 062
9-0| 4u75_ | 4935| 5_ 1785 11.071 241 2,8 10.671 0625

Die beim Schwingen- als auch An die Schwir-
Bremsversuch in die Prüfanlage gen nutzbar abge
gesondie Gesamterergie. gebene Energie|

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FELUGSPORT“ Seite 43

Einbau eines Bremsdynamometers in die Prüfanlage (Abb. 12) erst ermittelt wer-
den. Tabelle Abb. 13 zeigt einen kurzen Auszug aus der weit über 300 Abbrem-

sungen enthaltenden Versuchsreihe.

Euftkräfle ind

naar

Abb. 3. Luftkräfte in Abhängigkeit der Schwingenschläge. Abb. 8. Luftkräfte in

Abhängigkeit der Schlagrichtung. Abb. 9. Luftkräfte in Abhängigkeit von Lit.

Abb. 10. Luftkräfte in Abhängigkeit zur Anströmung. Abb. 14. Luftkräfte und
effektiver Leistungsbedarf der Schlagflügel.

Seite 44 „FLUGSPORT"“ Nr. 3/1944, Bd. 36

Aus der Fülle dieser Versuche geht hervor, daß von der in die Prüfanlage
gesandten Energie bei Vollast rund 60% nutzbar an die Schwingen abgegeben
worden sind. Die übrigen 40% sind als Triebwerkverluste zu betrachten.

Übereinstimmend zeigen die Versuchsergebnisse einen auffallend niedrigen
Leistungsbedarf. Bei einem durchschnittlichen Anblaswind von 10 m/sec beträgt
für die Versuchsschwingen die
Auftrieb 59 kg

Leistungsbedarf 0,84 PS
Versuchsgruppe IH.

Aus mehr als 300 Schwingenversuchen ging die unter y = 70° schlagende Breit-
blattschwinge mit den günstigsten Ergebnissen hervor. Es galt nun, durch Er-
höhung der Schlagzahlen die Luftkräfte weiter zu steigern und eine Höchstgrenze
für die Schlaggeschwindigkeit zu finden. Bei einem Schlagwinkel ö = 72° wurde
diese mit 54 Schlägen/min erreicht. Die mittlere Schlaggeschwindigkeit an den
Schwingenspitzen beträgt dann:

_ 2X Bogenlänge X Schlagzahl 2x 3,77 x 54
Ym = 60 — 60

Höhere Schlagzahlen bzw. Schlaggeschwindigkeiten dürften mit 3 m langen
Schwingen aus Gründen der Sicherheit nicht empfohlen werden. In Zahlentafel
Abb. 14 ist die bildliche und zahlenmäßige Darstellung der Kräftesteigerung
ersichtlich.

Danach beträgt bei 54 minutlichen Schwingenschlägen die spezifische Flügel-
belastung: N

59 kg
sr u An = 13,5 kg/m’

Dieser Wert entspricht einer Größe, die der spezifischen Flächenbelastung
der Grunau IIb nahekommt.

Zusammenfassend sei erwähnt, daß durch das vorliegende Versuchsergebnis
die hier und da noch auftretenden Zweifel an der Verwirklichung des Schwingen-
fluges im großen als widerlegt angesehen werden können.

Die Schlagbewegungen großer Schwingen verlaufen so ausgeglichen und
sicher, daß sie nie den Eindruck eines unnatürlichen oder ungewöhnlichen Vor-
ganges hinterlassen. Die mit Schwingen erzielten Luftkräfte erreichen recht be-
achtliche Werte. Sie liegen in der gleichen Höhe wie die Belastungsfälle heutiger
Segelflugzeuge. Wertvolles Zahlenmaterial konnte gesammelt und wichtige Ein-
blicke und Erkenntnisse über das Wesen des Schwingenfluges gewonnen werden.
Die Schwingenuntersuchungen nahmen 3 Monate in Anspruch und wurden am
8. Dez. 1943 abgeschlossen.

Der vorliegende Bericht beschränkt sich auf die Wiedergabe von Beobach-
tungen und Erfahrungen. Er verzichtet auf Hinweise zur mathematischen Erfas-
sung des Erkannten, weil die bei der Erstausführung einer Versuchsanlage nie-
mals vermeidbaren Unvollkommenheiten des Gerätes das Versuchsbild beein-
trächtigen. Es wird sich nach Beseitigung aller baulichen Mängel erst noch eine
Nachprüfung der Versuchsreihen in einem großen Windkanal nötig machen, ehe
rechnerische Schlüsse aus dem Gewonnenen gezogen werden können.

spez. Leistungsbel. = — 71 kg/PS

= 6,78 m/sec.

Schraubzwinge von Arado Flugzeugwerken GmbH. entwickelt. DRP. 711 585
und DRP. 730 617, Hersteller Groß & Froelich K.-G., Stuttgart. Erhöhte Klemm-
wirkung mit abgekehrter Spannspindel zeigt nebenst. Abb.

Auf dem Mast 1 der Schraubzwinge wird der Spannbügel 2 mittels einer ge-
sonderten eckenden Muffe 3 geführt, an deren winklig abgebogenen Schenkel 4 der
Spannbügel 2 gelenkig und schwenkbar gelagert ist. Das eine Ende des Spann-
bügels 2 dient zur Aufnahme der
senkrecht zum Mast angeordneten
Spindel 5, so daß die beim Anziehen
ausgeübte Kraft unmittelbar durch
das als Spannbacke ausgebildete an-
dere Ende des Spannbügels 2 auf das
Werkstück 6 übertragen wird.

Gegenüber den bisher üblichen
Schraubzwingen mit parallel zum
Mast und auf der gleichen Seite wie

Schraubzwinge mit abgekehrter
Spannspindel.

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT' Seite 45

die Spannbacken angeordneten Spannspindel 1 hat die neue Schraubzwinge die
Vorteile, daß sie bei höchster Klemmwirkung frei und ungehindert an das einzu-
spannende Werkstück herangeführt werden kann und die dem Werkstück abge-
kehrte Spannspindel beim Finspannvorgang nicht hinderlich ist. Die Schraub-
zwinge gestattet ferner durch die Eigenart ihrer Konstruktion ein schnelles An-
und Abspannen, das lediglich durch Y/s Spindeldrehung bewirkt wird.

Fasenfräsmaschine, entwickelt von den Arado-Flugzeugwerken G. m. b. H.,
dient zum Abschrägen von Blechkanten beim Zusammenfügen von Blechen, Platten
u. dgl. Das Anfasen der Bleche erfolgt auch heute noch in den meisten Fällen
mittels Handfeilen. Zur wirtschaftlicheren Durchführung dieser Arbeiten hat man
bereits versucht, mittels stationär angeordneten Fräsmaschinen ein Anfasen der
Bleche vorzunehmen. Dies hat jedoch, insbesondere bei der Bearbeitung von
großen Blechen, wie sie im Flugzeugbau häufig vorkommen, den Nachteil, daß
diese zur Anfertigung der Fase gewissermaßen durch die Fräsmaschine hindurch-
transportiert werden müssen, was naturgemäß sehr umständlich ist und min-
destens dauernd 2 bis 3 Arbeitskräfte erfordert.

Wie die Abb. 1 erkennen läßt, erhält der Fräser 3 durch eine Druckluft-
turbine seinen Antrieb. Selbstverständlich kann in gleicher Weise ein
Elektromotor als Antrieb verwendet werden. Die Führungsschiene 6 der Maschine
ist einstellbar ausgebildet und zu diesem Zweck mit entsprechenden Gradeintei-
lungen und Feststellschrauben versehen, so daß leicht ablesbar der gewünschte
Winkel und die geforderte Fasenbreite eingestellt werden kann. Die Abb. 2 zeigt
die Maschine während des Arbeitsvorganges und läßt erkennen, wie handlich die
Maschine zu handhaben ist. j

Die zum Vorschub der Maschine vom Werker aufzuwendende Kraft ist so
gering, daß bei der Arbeit eine Ermüdung nicht auftritt.
Gegenüber den bisherigen Arbeitsweisen liegt der Vorteil, insbesondere der

Vorteil der Verwendung dieser Fasenfräsmaschine, in der erzielten Arbeitszeit-
ersparnis und Arbeitsgenauigkeit.

Fasenfräsmaschine.

Werkbild

Spannschraube Einstelschroube Einioßrentil Presspult-
2 Zuföhrung_

Abb. 2.

Einspannvorrichtung für Preßluftfräse. Ziehwerkzeuge aus Holz oder Kunst-
stoffen werden häufig durch preßluftbetriebene Fräsen bearbeitet, die frei von der
Hand geführt werden. Bei manchen Arbeiten erscheint es jedoch angebracht, die
Fräsen zwangsläufig zu führen, um saubere Bearbeitungsstellen zu erzielen. Bei
der Einarbeitung von Ziehsicken oder anderen Ausnehmungen an der Oberfläche
der Werkzeuge kann das z. B. der Fall sein.

Die Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke entwickelten eine Vorrichtung,
durch die es möglich ist, die Handfräsen einzuspannen, so daß sie sicher geführt
und über dem Werkstück bewegt werden können. Die Fräse wird in der Vor-
Seite 46 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1944, Bd. 36

richtung auf einem Schlit-
ten angeordnet, der 'auf-
und abbewegbar ist und die
Einstellung verschiedener
Frästiefen ermöglicht.
Gleichzeitig ist der Schlit-
ten aber auch schwenkbar
ausgeführt und durch eine
Kordelschraube an einer
bogenartigen Führungs-
schiene feststellbar, so daß
auch beliebige Gradstellun-
gen eingestellt werden kön-
nen. Die Vorrichtung be-
steht aus Lignofol und ist
äußerst zeitsparend und
arbeitserleichternd.

Einspannvorrichtung für

Preßluftfräse bei der Be-

arbeitung eines Ziehwerk-
zeuges. -

Werkbild

IT

\

I

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Generalleutnant Richard Heidrich, Kommandeur einer Fallschirmjäger-Division.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Frielinghaus,
Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Major Jödicke, Gruppenkommandeur i. e. Kampf-
geschw., Oblt. Hulsch, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., Lt. Grimm, Flugzeugf.
i. e. Nachtjägergeschw., Hptm. Leingärtner, Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw..
Lt. Sattler, Flugzeugf. i. e. Kampfgruppe, Fw. Waldmann, Flugzeugf. i. e. Jagd-
geschw., Hptm. Lechner, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Ofw. Gschwendtner.
Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., Oblt. Heute, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw..
Lt. Loos, Staffelführer i. e. Jagdgeschw., Maj. Voß, Gruppenkommandeur i. e.
Kampfgeschw., Lt. Goltzsch, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Oblt. Viertel (f), Staffelf.
i. e. Sturzkampfgeschw., Lt. Schoßleitner, Staffelf. i. e. Kampfgeschw., Ofw. Josten.
Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Steinwachs, Staffelkapt. i. e. Sturzkampf-
eschw., Major Zauner, Gruppenkommandeur i. e. Kampfgeschw., Lt. Pölz, Staffelf.
i. e. Sturzkampfgeschw., Maj. Rauer, Gruppenkommandeur i. e. Kampfgeschw.,
Ofw. Leber, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw.

Hans Peterburs, Ofw.. Ritterkreuzträger, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw.,
an der Südfront gefallen.

Johannes Kiel, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Zerstörergeschw.,
Heldentod.

Fritz Sengschmitt, Oblt.. Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Zerstörergeschw..,
Heldentod.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. März
944 zum Generaloberst den General der Flieger Deßloch.

Ernst Künneth, Dipl.-Kaufmann, Madrid, begeisterter Segelflieger, am 11. 11.
1943 plötzlich gestorben.

Oskar Meßter, Pionier der Kinematik und Vorkämpfer des Films, im Alter
von 77 Jahren am 6. 12. 1943 gestorben.

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 47

Hermann Hillmann, Prokurist und stv. Betriebsführer bei Autoflug, 30 Jahre
in der Fliegerei tätig.

Sondermarken deut-
.sche Handelsluftfahrt
anläßlich des 25jährigen
Bestehens im vergange:-
nen Monat durch die
deutsche Reichspost als
tatkräftige Wegberei-
terin des zivilen Luft-
verkehrs herausgegeben.

| Ausland.

Japan. Luftsiege bei Rabaul. Am 6. 2. von 160 Feindflugzeugen 27 herunter-
geholt. — Am 7. 2. von 200 Feindmaschinen 45 abgeschossen. Japan. Verlust 1 Flug-
zeug. — Am 9. 2. von 220 Feindflugzeugen 45 abgeschossen bei 5 japan. Verlusten.
— Am 21. 2. von 170. feindl. angreifenden Maschinen 33 abgeschossen, während
6 weitere beschädigt wurden. 2

Japan. Luftangriffe auf Ceylon am 4. 2. zum erstenmal. Feindl. Militäreinrich-
tungen 600 Meilen nördl. der Bucht von Ceylon wurden angegriffen. Alle japan.
Flugzeuge kehrten zurück. 0

Japan. Marineluftstreitkräfte versenkten am 10.2. ein feindl. Transportschiff
von 8000 BRT. auf der Höhe von Chittagong. Alle japan. Flugzeuge kehrten zurück.

Japan. Heeresluftwaffe führte wirkungsvolle Angriffe auf den Flugplatz von
Mangjung in der südchinesischen Provinz Schantung durch. Am 13. 2, flogen
Einheiten in die mittelchinesische Provinz Kiangsi ein und schossen nach ‘heißem
Kampf mit annähernd 40 feindl. Jägern 12 Maschinen ab. Japan. Verluste betragen
6 Flugzeuge. 2 5

Japan. Marine-Luftstreitkräfte griffen vom Abend des 22. 2. bis zur Morgen-
dämmerung des 23. 2. wiederholt feindl. Flottenstreitkräfte mit 10 Flugzeugträgern
und 8 Schlachtschiffen, östl. der Marianen-Inseln an. Dabei wurden ein Flug-
zeugträger und 3 große Kriegsschiffe — wahrscheinlich auch Flugzeugträger —
versenkt und ein weiterer. Flugzeugträger beschädigt.

Bis zum Morgen des 23. 3. hatten die feindl. Streitkräfte, nachdem etwa 200
von Flugzeugträgern aufgestiegene Maschinen die Inseln Saipan, Tinian und Guam
angegriffen hatten, in östl. Richtung die Flucht ergriffen. — Der erlittene Schaden
der Japaner ist gering.

Japan. Marineluftwaffe vor Neu-Guinea am 11. feindl. Geleitzüge angegrif-
fen, einen kleineren Transporter in Brand geschossen und 2 große Transporter
beschädigt und 4 kleine Wasserfahrzeuge versenkt.

Engl. Flugzeugverluste betragen nach einer Bekanntmachung des brit. Luft-
fahrt-Ministers Sir Archibald Sinclair im Unterhaus laut Reuter am 29. 2. 1944 im
vergangenen Jahr mehr als 2500 Flugzeuge. Wenn man im Durchschnitt 7 Mann
je Flugzeug rechnet, so sagte Sinclair weiter, bedeutet dies, daß nahezu 18 000
Männer von der Blüte unserer Jugend getötet oder gefangengenommen wurden.

USA Flugzeugverluste in China betragen im Februar mehr als 80 Flugzeuge,
die bei den Angriffen auf japan. Basen abgeschossen wurden, erklärte der stellv.

japan. Armeesprecher.
Luftwaffe.

Führerhptgrt., 9. 2. 44 (DNB.) OKW.: Unsere Luftwaffe setzte feindl. Batterien bei Aprilia
durch Volltreffer außer Gefecht, zerstörte mehrere Materiallager und vernichtete 6 feindl. Flugzeuge.
Feindl. Ausladungen im Landekopf wurden wirksam durch Schlachtflugzeuge und schwere Batterien
bekämpft. — Nordamerikan. Fliegerverbände führten in den Mittagsstunden des 8. 2. einen erneuten
Terrorangriff gegen Orte in Westdeutschland, insbesondere wurden Wohngebiete der Stadt Frank-
furt am Main schwer getroffen. Die Bevölkerung hatte Verluste. Luftverteidigungskräfte vernichteten
trotz ungünstiger Abwehrbedingungen 31 feindl.. Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotor. Bomber. —
In der vergangenen Nacht warfen einige feindl.. Flugzeuge Bomben in West- und Nordwestdeutschland.

Führerhptgrt., 10. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei den schweren Abwehrkämpfen südl. Leningrad hat
sich eine unter dem Befehl des Generallt. Luczny stehende Flakdivision der Luftwaffe besonders
bewährt. Sie schoß in der Zeit vom 14. 1. bis 7. 2. 105 feindl. Flugzeuge ab und vernichtete innerhalb
Seite 48 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1944. Bd. 36

von 3 Wochen 111 sowj. Panzer. — Unsere Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht Truppenunter-
künfte des Feindes bei Anzio mit gutem Erfolg an. — Einige feindl. Flugzeuge warfen am 9. 2. und
in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland. — In der Zeit vom 1. bis 10. 2.
wurden 23 feindl. Flugzeuge, in der Mehrzahl 4motor. Bomber, durch Seestreitkräfte, Bordflak von
Handelsschiffen und Marineflak abgeschossen.

Führerhptgrt., 11. 2. 44 (DNB.) OKW.: Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Geleits schossen
im Seegebiet von Monaco von 8 angreifenden feindl. Jagdbombern 5 Flugzeuge ab. 2 weitere verlor
der Feind im Luftkampf. — Deutsche Fernkampfflugzeuge versenkten an der Ostküste Islands einen
feindl. Tanker von 8000 BRT. — Nordamerikan. Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden des
10. 1. mit starkem Jagdschutz in den mitteldeutschen Raum ein. Die sofort und stark einsetzende
deutsche Luftverteidigung hinderte den Feind an zusammengefaßten Angriffen. Durch wahllosen
Bombenabwurf wurden insbesondere Wohngebiete der Stadt Braunschweig getroffen. Im Verlauf
heftiger Luftkämpfe und durch Flakartillerie wurden nach bisher noch unvollständigen Meldungen
61 feindl. Flugzeuge, darunter 32 viermotor. Bomber, abgeschossen. — In der vergangenen Nacht
warfen feindl. Störflugzeuge Bomben auf Orte in Nord- und Westdeutschland.

Führerhptgrt., 12. 2. 4 (DNB.) OKW.: Fernkampfbatterien beschossen mit guter Wirkung
Schiffsansammlungen im Hafen von Nettuno und einen Flugplatz im Landekopf. — Nordamerikan.
Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden des 11. 2. unter starkem Jagdschutz in Westdeutsch-
land ein und setzten ihre Terrorangriffe gegen mehrere Orte fort. Durch planlosen Bombenabwurf
entstanden besonders in Wohngebieten der Städte Frankfurt a. M. und Ludwigshafen Schäden und
Verluste unter der Bevölkerung. Unsere Luftverteidigungskräfte hinderten den Feind wiederum an
der Durchführung zusammengefaßter Angriffe und vernichteten nach noch unvollständigen Meldun-
gen. 26 feindl. Flugzeuge. — In der vergangenen Nacht flogen einige fdl. Störflugzeuge in das west-
und nordwestdeutsche Gebiet ein. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht
Ziele in Südostengland an.

Führerhptart., 13. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei Witebsk vereitelten unsere tapferen Grenadiere, von
Artillerie und Schlachtfliegern wirkungsvoll unterstützt, auch gestern heftige Durchbruchsversuche
der Bolschewisten und vernichteten 49 feindl. Panzer. — Schwere Artillerie des Heeres, Kampf- und
Schlachtflugzeuge bekämpften bei Tag und Nacht Ausladungen und Schiffsbewegungen des Feindes
bei Nettuno und Anzio. Ein feindl. Landungsfahrzeug wurde versenkt, ein großes Betriebsstofflager
vernichtet und mehrere Schiffe zum Abdrehen gezwungen. — In der vergangenen Nacht warfen
einige feindl. Flugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge
führten Störangriffe auf Südostengland und London durch.

Führerhptgrt., 14. 2. 44 (DNB.) OKW.: Zwischen Pripjet und Beresina haben die Bolschewisten
ihre Angriffe eingestellt. Unsere Truppen haben hier durch ihre Standhaftigkeit in der Zeit vom
16. 1. bis 10. 2., unterstützt durch Kampf- und Schlachtfliegerverbände der Luftwaffe, ununterbrochene
feindl. Durchbruchsversuche von 30 Schützendivisionen und zahlreichen Panzerverbänden vereitelt
und dem Feind hohe Verluste an Menschen und Material zugefügt. — Der Gruppenkommandeur eines
Jagdgeschw., Eichenlaubträger Hptm. Barkhorn, errang am 13. 2. 44 an der Ostfront seinen 250. Luft-
sieg. — Kampf- und Schlachtfliegerverbände sowie Fernkampfbatterien bekämpften auch gestern bei
Tag und Nacht Schiffsansammlungen und Ausladungen im Raum von Anzio und Nettuno. Dabei wurde
ein Handelsschiff von 6000 BRT. durch Bombentreffer versenkt, 2 weitere Frachter mittlerer Größe
beschädigt. — Feindl. Flugzeuge bombardierten in der Nacht vom 12. zum 13. 2. die Stadt Rom, ohne
milit. Schaden anzurichten. — Die Luftwaffe führte in der vergangenen Nacht bei guter Sicht einen
zusammengefaßten Angriff starker Kampffliegerverbände gegen London. Durch Abwurf einer großen
Zahl von Spreng- und Brandbomben wurden ausgedehnte Brände hervorgerufen.

Führerhptgrt., 15. 2. 44 (DNB.) OKW.: Im hohen Norden setzten schnelle deutsche Kampf-
staffeln ihre Angriffe gegen den Transportverkehr auf der Murmanbahn fort und beschädigten 3 Züge
schwer. — In der Zeit vom 8. bis 14. 2. wurden an der Ostfront 206 feindl. Flugzeuge bei 27 eigenen
Verlusten vernichtet. — Auf einem Flugplatz bei Nettuno entstanden durch das Wirkungsfeuer
unserer Artillerie Brände in Munitions- und Treibstofflagern. — Die Luftwaffe griff mit Schlacht-
fliegerverbänden den Hafen von Anzio an, warf mehrere Vorratslager in Brand und setzte bei Aprilia
feindl. Batterien außer Gefecht. — In den Morgenstunden des 15. 2. griffen feindl. Kampffliegerver-

Eichenlaubträger mit Schwertern; v. I. n. r.: Major Rall, Obst. D. Peltz, Major
H. Lent, Obst. Herrmann. Weltbild (4)

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 49

bände die historische Abtei Cassino an, obwohl sich im Kloster selbst und in seiner näheren Um-
gebung kein deutscher Soldat befindet. In den Anlagen des weltberühmten Klosters entstanden
schwere Schäden. — Über dem italien. Raum wurden gestern 17 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptgrt., 16. 2. 44 (DNB.) OKW.: Das ehrwürdige Bauwerk der Abtei von Cassino, das,
wie gestern gemeldet, durch die feindl. Luftwaffe angegriffen wurde, obwohl sich in ihm und in der
uähcren Umgebung kein deutscher Soldat befand, ist größtenteils zerstört und niedergebrannt; die
Ruinen sind nunmehr in die deutsche Verteidigungsfront einbezogen worden. — Die deutsche Luit-
waffe griff mit Kampf- und Schlachtfliegerverbänden in den Abenstunden des gestr. Tages und in
der vergangenen Nacht Schiffsansammlungen und das Hafengebiet von Anzio und Nettuno mit guter
Wirkung an. Ein Zerstörer und 4 Frachtschiffe mit 19 000 BRT. wurden durch Volltreffer beschädigt,
mehrere Betriebsstoff- und Materiallager vernichtet und Truppenunterkünfte in Brand geworfen. —
In den Abendstunden des 14. 2. griffen feindl. Bomber abermals Rom an. — Brit. Flugzeuge führten
in der vergangenen Nacht erneut einen Terrorangriff auf die Reichshauptstadt. Sie warfen bei be-
decktem Himmel auf verschiedene Stadtteile eine große Anzahl von Spreng- und Brandbomben, die
Schäden in Wohnvierteln, an Kulturbauten, Kirchen und Krankenhäusern verursachten, Die Bevöl-
kerung hatte Verluste. Trotz ungünstiger Abwehrbedingungen vernichteten Luftverteidigungskräfte
nach bisher noch unvollständigen Meldungen 48 Terrorbomber. — Einige feindl. Flugzeuge warfen
Bomben auf Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet.

Führerhptgrt., 17. 2. 44 (DNB.) OKW.:Bei Witebsk nahm der Feind seine von Panzern und
Schlachifliegern unterstützten Durchbruchsversuche wieder auf. — Unsere tapferen Grenadiere er-
rangen, hervorragend von Artillerie- und Werfereinheiten, Tigern, Sturmgeschützen und Schlacht-
fliegern unterstützt, nach harten Kämpfen erneut einen vollen ‚Abwehrerfolg. — In der vergangenen
Nacht führten sowjet. Flugzeuge erneut einen schweren Angriff auf die finnische Hauptstadt
Helsinki, Finnische Flakartillerie schoß 8 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptgrt., 18. 2. 44 (DNB.) OKW.: In den schweren Kämpfen im Raum von Nikopol wurden
1754 Panzer, 533 Geschütze, zahlreiche andere Waffen und sonstiges Kriegsgerät erbeutet oder ver-
nichtet und 56 feindl. Flugzeuge durch Infanteriewaffen abgeschossen. Unsere Luftwaffe hat an
diesen Erfolgen durch Einsatz starker Kampf- und Schlachtfliegerverbände hervorragenden Anteil. —
Südl. von Rom schreitet unser Angriff zur Einengung des Landekopfes von Nettuno in zähen Kämpfen
vorwärts und wird dabei durch starke Artillerie und Luftstreitkräfte gut unterstützt. — Über dem
italien, Frontgebiet wurden gestern 18 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptgrt., 19. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei Witebsk unterstützte unsere Luftwaffe die Abwehr-
kämpfe mit starken Schlacht- und Jagdfliegerverbänden und vernichtete in Luftkämpfen und durch

Flakartillerie 102 feindl. Flugzeuge. — Zwischen Ilmen- und Peipussee sowie im Raum von Narwa
wurden auch gestern von Panzern und Schlachtfliegern unterstützt starke Angriffe des Feindes
abgeschlagen. — Die Luftwaffe führte in der vergangenen Nacht mit starken Verbänden erneut einen

schweren Angriff gegen London. Durch Massenabwurf von Spreng- und Brandbomben wurden aus-
gedehnte Brände und Zerstörungen im Stadtgebiet verursacht.

Führerhptqrt., 20. 2. 44 (DNB.) OKW.: Zwischen Pripjet und Beresina trat der Feind nach
starker Artillerievorbereitung, von Panzern und Schlachtfliegern unterstützt, erneut zum Angriff an. —
Kampf- und Schlachtfliegerverbände griffen bei Tag und Nacht Ziele im Landeköpf Nettuno mit guter
Wirkung an. Im Hafen von Anzio entstanden nach Bombentreffern ausgedehnte Brände und Explo-
sionen in Munitionslagern. — Bei der Bekämpfung feindl. Schiffsansammlungen von Anzio wurden
ein Transportschiff von 7000 BRT versenkt und zwei weitere mit 16 000 BRT schwer beschädigt. —
Über dem italien. Frontgebiet wurden gestern 18 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In den Morgen-
stunden des 20. 2. richteten brit. Bombenverbände einen Terrorangriff gegen Orte in Mitteldeutsch-
land. Durch Abwurf einer großen Anzahl von Spreng- und Brandbomben wurden besonders die Wohn-
gebiete der Stadt Leipzig getroffen. Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten 83 viermotor. Boın-
ber. — Feindl. .‚Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Nord- und
Nordwestdeutschland. — Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak schossen in
der Zeit vom 11. bis 20. 2. 12 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptgrt., 21. 2. 44 (DNB.) OKW.: In den Mittagsstunden des 20. 2. griffen nordamerikan.
Bomberverbände mehrere Orte in Nord- und Mitteldeutschland an. Durch Spreng- und Brandbomben

Eichenlaubträger; v. I. n. r.: Obstlt. Freiherr v. Beust, Generallt. Heidrich, Hptm.
Kirchner, Obst. Kühl. Weltbild (4)
Seite 50 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1944, Bd. 36

entstanden stellenweise beträchtliche Schäden, besonders in Leipzig. — In den frühen Morgen-
stunden des heutigen Tages führten brit. Bomberverbände bei geschlossener Wolkendecke einen
Terrorangriff gegen den Raum von Stuttgart. Besonders in den Wohngebieten der Stadt Stuttgart
wurden Schäden verursacht und dabei Kulturdenkmäler, Kirchen und öffentliche Gebäude zerstört.
Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen trotz starker Behinderung durch die
Wetterlagen 49 brit.-nordamerikan. Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotor. Bomber. — Die deutsche
Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht mit starken Verbänden schwerer Kampfflugzeuge erneut
London an. Große Mengen von Spreng- und Brandbomben verursachten abermals ausgedehnte Brände
und Zerstörungen im Stadtgebiet.

Führerhptgrt., 22. 2. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampf- und Schlachttliegerverbände setzten bei
Tag und Nacht ihre Angriffe gegen den Landekopf von Nettuno mit guter Wirkung fort. — Im Hafen
von Anzio wurden 2 Handelsschiffe mit‘9000 BRT. durch Bombenwurf schwer beschädigt und mehrere
Betriebsstoff- und Munitionslager vernichtet. — In den Nachmittagsstunden des 21. 2. griffen nord-
amerikan. Bomberverbände unter starkem Jagdschutz Orte in West- und Mitteldeutschland an. Die
entstandenen Schäden sind gering. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden
33 feindl. Flugzeuge. darunter 25 viermotor. Bomber, abgeschossen. — In der vergangenen Nacht
warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben in West- und Südwestdeutschland. — Schnelle deutsche
Kampfflugzeuge griffen in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages den Raum von London an.

Führerhptgrt., 23. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei einem überraschenden Luftangriff gegen den sowjel.
Flugplatz Shitomir wurden 20 feindl. Flugzeuge vernichtet. — Am gestrigen Tage verlor der Feind
an der Ostfront 47 Flugzeuge. — Unsere Schlachtfliegerverbände setzten ihre Angriffe gegen die
Ausladungen des Feindes im Hafen von Anzio fort und verursachten neue Zerstörungen und starke
Brände. — In den Mittagsstunden des 22. 2. griffen nordamerikan. Bomberverbände unter starkem
Jagdschutz Orte in Mitteldeutschland an. Zu gleicher Zeit flogen nordamerikan. Bomber nach Süd-
deutschland und in das Protektorat ein. Durch zahlreiche Spreng- und Brandbomben entstanden
besonders in den Wohngebieten einiger Städte Schäden. Die deutsche Luftverteidigung, war auch
gestern bei der Bekämpfung der nordamerikan. Bomber erfolgreich; sie vernichtete 119 Flugzeuge.
darunter 95 viermotor. Bomber. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge
Bomben auf Orte im westdeutschen Gebiet. — Die deutsche Luftwaffe führte in der vergangenen
Nacht einen weiteren wirkungsvollen Großangriff gegen London. Starke Verbände schwerer Kampf-
flugzeuge. belegten das Stadtgebiet mit großen Mengen von Spreng- und Brandbomben, die beträcht-
liche Schäden’ und ausgedehnte Brände verursachten.

Führerhptart., 24. 2. 44 (DNB.) OKW.: Gestern mittag flog ein nordamerikan. Bomberverband
unter starkem Jagdschutz in süddeutsches Gebiet ein. Durch die schlagartig. einsetzende Abwehr
unserer Luftverteidigungskräfte wurde der Feind an der Durchführung der beabsichtigten zusammen-
gefaßten Angriffe gehindert. 45 feindl. Flugzeuge, darunter 42 Bomber, wurden in Luftkämpfen oder
von Flakartillerie vernichtet. Damit verlor der Feind nahezu die Hälfte der eingesetzten Bomben-
flugzeuge. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben auf Orte in
Westdeutschland. — Schwere deutsche Kampfverbände richteten einen weiteren wirkungsvollen Groß-
angriff gegen London, der ausgedehnte Brände und Zerstörungen in mehreren Londoner Stadtteilen
verursachte,

Führerhptgrt., 25. 2. 4 (DNB.) OKW.: Im Osten unterstützten starke Kampf- und Schlacht-
fliegerverbände die Kämpfe des Heeres und fügten dem Gegner hohe Menschen- und Materialverluste
zu. — In den Mittagsstunden des 24. 2. unternahmen nordamerikan. Bomberverbände unter starkem

Jagdschutz Terrorangriffe gegen einige Orte in Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Besonders in den.

Städten Schweinfurt und Gotha entstanden Schäden. In der vergangenen Nacht führten brit.
Bomberverbände abermals einen Terrorangriff gegen die Stadt Schweinfurt. — Feindl. Störflugzeuge
warfen außerdem Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Unsere Luftverteidigungskräfte ver-
nichteten bei diesen Angriffen 166 feindl. Flugzeuge, darunter 143 viermotor. Bomber. Die deutsche
Luftwaffe führte in der letzten Nacht wieder einen erfolgreichen Großangriff gegen London durch.

Führerhptgrt.,. 26. 2. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampffliegerverbände griffen in den AbenIl-
stunden des 25. 2. Schiffsansammlungen im Hafen von Anzio an. 3 feindl. Transporter mit 24 000 BRT.
und ein Zerstörer wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt. Mit der Vernichtung eines weiteren
Transportschiffes ist zu rechnen. — Nordamerikan. Bomberverbände setzten auch gestern bei Tag
ihre Angriffe gegen Orte in Süddeutschland, besonders gegen die Städte Augsburg, Regensburg und
Fürth fort. — In der vergangenen Nacht griffen brit. Terrorverbände abermals’die Stadt Augsburg an.

Es entstanden besonders in den Wohnvierteln starke Schäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. —.

Einige feindl. Störflugzeuge warfen Bomben in West- und Norddeutschland. — Unsere Luft-
verteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen 106 brit.-nordamerikan. Flugzeuge. darunter
102 viermotor. Bomber. j

Führerhptgrt., 27. 2. 44 (DNB.) OKW.: In der vergangenen Nacht griffen sowjet. Terrorflieger
erneut die finnische Hauptstadt Helsinki an. Es entstanden Schäden in den Wohngebieten und Ver-
luste unter der Bevölkerung. Finnische Flakartillerie und deutsche Nachtjäger vernichteten 13 feindl.
Flugzeuge.

Führerhptqrt., 28. 2. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff, von rumänischen Fliegerkräften
unterstützt, mit starken Kampf- und Schlachtfliegerkräften östl. Kirowograd feindl. Artillerie-
stellungen, Panzer- und Truppenansammlungen an. Eine Dnjeprbrücke wurde durch Volltreffer
mehrfach unterbrochen.

Führerhptgrt., 29. 2. 44 (DNB.) OKW.: Starke Schlachtfliegerverbände der Luftwaffe unterstützten
die Abwehrkämpfe, vor allem bei Kriwoj Rog, bei Dubno und am Pleskauer See durch Tiefangriffe
gegen sowjet. Infanterie und motorisierte Kolonnen mit guter Wirkung. Zahlreiche Fahrzeuge und

Nr. 3/1944, Bd. 36

„FLUGSPORT“ Seite 51

mehrere Flakgeschütze wurden durch Bombenwurf oder Bordwaffenbesehuß zerstört. — Im hohen
Norden vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge feindl. Truppenunterkünfte an der Murman-
bahn. — Marine- und Bordflak brachten über dem Hafen von Boulogne von mehreren im Tiefflug
angreifenden Flugzeugen 2 viermotor. und einen zweimotor. Bomber zum Absturz. — Damit haben
Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak in der Zeit vom 21. bis 29. 2. insgesamt
22 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptgrt., 1. 3. 44 (DNB.) OKW.: Im Monat Februar wurden an der Ostfront 763 feindl.
Flugzeuge, davon 43 durch Verbände des Heeres vernichtet. 60 eigene Flugzeuge gingen verloren. —
Kampffliegerverbände versenkten im Hafen von Anzio ein feindl. Transportschiff von 5000 BRT. und
beschädigten 4 weitere mit 15 000 BRT. sowie ein Landungsboot durch Bombentreffer schwer. — In
Luftkämpfen und durch Flakartillerie verlor der Feind gestern über dem italien. Frontgebiet
12 Flugzeuge. — In den Mittagsstunden des gestrigen Tages flogen nordamerikan. Bomberverbände
unter starkem Jagdschutz nach Mitteldeutschland ein und richteten im Schutze der geschlossenen
Wolkendecke Terrorangriffe gegen Orte im Raum von Braunschweig. Durch wahllosen Bombenwurf

wurden einige Dörfer zerstört. Flakartillerie schoß 8 feindl. Flugzeuge ab. — In der vergangenen
Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Schnelle deutsche
Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südostengland und im Stadtgebiet von London an. — Im Kampf gegen

die brit.-nordamerikan. Nachschubverbindungen versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat
Februar 26 Handelsschiffe mit 144185 BRT. sowie 11 Frachtensegler. 34 weitere Schiffe mit über
200.000 BRT. wurden durch Bomben- und Torpedotreffer schwer beschädigt. Mit dem Untergang vieler
dieser Schiffe ist zu rechnen. — An feindl. Kriegsschiffen wurden ein Kreuzer, 15 Zerstörer und
Sicherungsschiffe, 8 Schnellboote und ein Bewacher versenkt, ein Kreuzer und mehrere Schnellboote
beschädigt. j

Führe:"-tgrt., 2. 3. 44 (DNB.) OKW.: Kampffliegerverbände setzten ihre Angriffe gegen Schiffe
und Ausladu:.zen im Raum von Anzio fort und beschädigten ein Transportschiff von 5000 BRT. durch
Bombentreffer schwer. — In der vergangenen Nacht führten brit. Bomberverbände im Schutze ge-
schlossener Bewölkung Terrorangriffe gegen Orte in Südwestdeutschland. Durch zahlreiche Minen-,
Spreng- und Brandbomben wurden besonders in den Wohngebieten der Stadt Stuttgart Schäden und
Verluste unter der Bevölkerung verursacht. Feindl. Störflugzeuge warfen außerdem im westdeutschen
Raum Bomben. 4 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen. — Unsere Luftwaffe führte erneut einen
Croßangriff gegen London. Die in mehreren Wellen anfliegenden schweren Kampfflugzeuge warfen
cine große Zahl von Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Stadtteile. Es entstanden zahlreiche
Großbrände und umfangreiche Zerstörungen. '

Führerhptgrt., 3. 3. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtfliegerverbände griffen im Raum Polonnoje-
Schepetowka Truppenzusammenziehungen der Bolschewisten mit gutem Erfolg an. — Kampfflieger-
verbände und Fernkampfartillerie trafen bei Anzio und Nettuno 2 Zerstörer und ein Transportschiff
von 7000 BRT. schwer. — In den Mittagsstunden des 2. 3. unternahmen nordamerikan. Bomber-

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Ofw. Sterr, Oblt. Sinn, Lt. Kientsch, Oblt.
Schnaufer. 2. Reihe: Ofw. Kittel, Oblt. Seiffert, Hptm. Waldecker, Oblt. Brinck.
j Weltbild (8)

Seite 52 | „FLUGSPORT“ Nr. 3/1944, Bd. 36

verbände bei geschlossener Wolkendecke unter starkem Jagdschutz Terrorangriffe gegen west- und
sidwestdeutsche Orte. Trotz starker Behinderung durch die Wetterlage wurden 19 feindl. Flugzeuge
abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben im rheinisch-

. westfälischen Raum.

Führerhptart., 4. 3. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Schlachtiflieger versenkten in der Straße von
Kertsch 2 beladene feindl. Fähren und beschädigten einige andere. Angriffe auf die Ausladestellen
des sowj. Landekopfes verursachten starke Brände. — Schlachtfliegerverbände griffen wiederholt
sowj. Truppenansammlungen im Raum von Schepetowka mit guter Wirkung an. — Südöstl. Witebsk
behaupteten unsere Truppen ihre Stellungen gegen die wiederholt mit Panzern und Schlachtflieger-

unterstützung angreifenden Sowjets, bereinigten einige Einbrüche und schossen 14 feindl. Panzer ab.

— Der Angriff eines schwächeren Verbandes sowj. Torpedoflugzeuge gegen ein deutsches Geleit an
der nordnorwegischen Küste blieb erfolglos. Jagdflugzeuge des Geleitschutzes schossen 3, Bordflak 2

feindl. Flugzeuge ab. — Starke Verbände nordamerikan. Terrorflieger griffen gestern das Stadtgebiet

von Rom an. Der milit. Schaden ist gering. Es entstanden Verluste unter der Zivilbevölkerung. Bei
diesen Angriffen wurden durch Jäger und Flakartlilerie 15 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Nord-
amerikan. Bomberverbände drangen in den Mittagsstunden des gestr. Tages unter starkem Jagd-
schutz bei dichter Bewölkung in das norddeutsche Küstengebiet ein. Durch weitverstreute Bomben-
würfe entstanden Schäden in den Wohngebieten einiger Orte und in Landgemeinden. Luftverteidi-
- gungskräfte der Luftwaffe und der Kriegsmarine vernichteten 21 feindl. Flugzeuge. — Feindl.
Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf West- und Norddeutschland.

Führerhptgrt., 5. 3. 44 (DNB.) OKW.: In den Mittagsstunden des 4. 3. führten nordamerikan.
Bomberverbände Terrorangriffe gegen einige Orte in Westdeutschland. Besonders in den Städten
Bonn und Köln entstanden Schäden in Wohnvierteln und Verluste unter der Bevölkerung. Mehrere
Kirchen, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude wurden getroffen. Ein schwächerer Bomberverband
drang mit Jagdschutz bis in den Raum von Berlin vor, wurde aber durch unsere Luftverteidigungs-
kräfte an zusammengefaßten Angriffen gehindert. 41 feindl. Flugzeuge, darunter 21 viermotor. Bom-
ber, wurden vernichtet. — Feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte
in Westdeutschland.

Führerhptqrt., 6. 3. 44 (DNB.) OKW.: Feindl. Torpedoflugzeuge versenkten in der Nacht vom
5. zum 6. 3. nördl. Borkum den in einem deutschen Geleit fahrenden schwed. Dampfer ‚Diana‘.
Von den Sicherungsstreitkräften des Geleits und der Bordflak wurden 2 bis 3 angreifende Flugzeuge
abgeschossen. — Bei der Abwehr feindl. Luftangriffe gegen deutsche Stützpunkte in den besetzten
Westgebieten wurden am gestr. Tage 8 feindl. Flugzeuge, darunter 3 Bomber, abgeschossen. —
Einige feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen. Nacht Bomben im westdeutschen Raum.

Führerhptgrt., 7. 3. 44 (DNB.) OKW.: Auch nördl. Pleskau und bei Narwa scheiterten von
Panzern und Schlachtfliegern unterstützte Angriffe der Sowjets am zähen Widerstand unserer Grena-
diere. — Der Angriff nordamerikan. Bomberverbände gegen die Reichshauptstadt in den Mittags-
stunden des gestr. Tages brachte einen besonders großen Erfolg unserer Luftverteidigungskräfte.
Einige Wohngebiete im Raum von Groß-Berlin wurden durch die zerstreuten Bombenwürfe getroffen.
140 feindl. Flugzeuge, darunter 118 viermotor. Bomber, wurden vernichtet. — Ein Zerstörerverband
unter Führung des Majors Kogler zeichnete sich hierbei besonders aus. — Schnelle deutsche Kampf-
flugzeuge griffen Ziele in Südengland an.

Führerhptgrt., 8. 3. 44 (DNB.) OKW.: An der Autobahn Smolensk-Orscha wurden auch gestern
wieder alle Durchbruchsversuche mehrerer sowj. Divisionen mit Unterstützung unserer Schlacht-
flieger vor unseren Stellungen zerschlagen. — Nordamerikan. Flugzeuge griffen erneut Rom und
andere Städte in Mittelitalien an. In einigen Stadtteilen von Rom entstanden Schäden. Unsere Jäger
schossen dort und vor der südfranzös. Küste 9 feindl. Flugzeuge ab. — Einige feindl. Störflugzeuge
warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Gebiete in Westdeutschland.

Führerhptgrt., 9. 3. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Torpedoflugzeuge griffen in den gestr. Abend-
stunden vor der algerischen Küste ein feindl. Nachschubgeleit an. 5 Transporter mit 52.000 BRT.
wurden schwer beschädigt und 2 feindl. Flugzeuge über dem Geleit abgeschossen. — Bei einem
erneuten Angriff nordamerikan. Bomber- und Jagdverbände gegen die Reichshauptstadt in den
Mittagsstunden des gestr. Tages erlitt der Feind durch unsere Luftverteidigungskräfte wiederum
schwere Verluste. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 112 feindl. Flugzeuge,
darunter 66 Bomber, abgeschossen. Durch Bombenwürfe entstanden in einigen Stadtteilen Schäden
und geringe Verluste unter der Bevölkerung. — Deutsche Flugzeuge griffen in der vergangenen
Nacht Ziele in Südengland an.

Führerhptgrt., 10. 3. 44 (DNB.) OKW.: Bewachungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen über
der Narwabucht 5, deutsche Jäger und Flakartillerie bei einem feindl. Nachtangriff auf Reval 21
sowj. Bomber ab. — Die Reichshauptstadt war in den Mittagsstunden des 9. 3. wiederum das Ziel
eines Terrorangriffes der nordamerikan. Luftwaffe. Durch das starke Abwehrfeuer wurden die an-
greifenden Verbände zersprengt und an einem zusammengefaßten Angriff verhindert. Im Schutze
einer geschlossenen Dunst- und Wolkenschicht warfen sie Spreng- und Brandbomben auf verschiedene
Wohnviertel und die Randgebiete, wodurch Schäden und Verluste unter der Bevölkerung entstanden.
Außerdem warf der Feind auf mehrere Orte in West- und Norddeutschland wahllos Spreng- und
Brandbomben. Infolge besonders ungünstiger Abwehrbedingungen wurden nur durch Flak 9 feindl.
Flugzeuge abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen brit. Störflugzeuge Bomben auf Orte
in Westdeutschland.: — In der Zeit vom 1. bis 10. 3. wurden von Seestreitkräften, Bordflak von
Handelsschiffen und durch Marineflak 25 feindl. Flugzeuge vernichtet.

Führerhptgrt., 11. 33. 44 (DNB.) OKW.: Im Norden der Ostfront griffen die Bolschewisten
nordwestl. Newel, im Raum von Ostrow, bei Pleskau und bei Narwa mit starken, von Panzern und
Schlachtfliegern unterstützten Kräften an. — Nordamerikan. Bomber führten in den Mittagsstunden

Nr. 3/1944, Bd. 36 „FELUGSPORT“ Seite 53

des 10. 3. erneut einen Terrorangriff gegen das Stadtgebiet von Rom. In mehreren Stadtteilen ent-
standen schwere Schäden. 6 feindl. Flugzeuge wurden vernichtet. — Brit. Störflugzeuge warfen in
der vergangenen Nacht Bomben auf Orte im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Unsere Untersce-
boote schossen im Nordmeer, im Atlantik und im Mittelmeer 3 feindl. Bomber ab.

Segelflug

Segelflugrekordanerkennung der Federation A&ronautique Internationale
Klasse D, 1. Kategorie (Einsitzer) Dauer mit Rückkehr zum Startpunkt (Deutsch-
land), Flugzeugführer NSFK.-Sturmbannführer Ernst Jachtmann, Segelflugzeug:
„Weihe“ D-4-1841, Ort: Brüsterort, Datum 22.—24. September 1943, 55 h 52 min
12 sec.

Japan. erste Segelflug-Hochschule wird im April d. J. in Ishioka, der japan.
Rhön, eröffnet werden. Vorgesehen sind dreijährige Kurse, in denen das Flug-
wesen unter besonderer Berücksichtigung des Segelfluges behandelt wird. Für
die neue Hochschule wurden vorläufig 800 000 Yen zur Verfügung gestellt.

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Hang-Flugzeugaufzugswinde des NS.-Fliegerkorps. Motor 7,5 PS. Drehzahl
3500 bis 2500; Zugleistung 900 kg; Seilgeschwindigkeit 3,3 und 4.7 km/h; Seillänge
1200 m, Seilstärke 4,2 mm, Gewicht 840 kg.

Parkern, Schutzbehandlung, Eisen- und Stahloberflächen werden in einen
Überzug nichtmetallischer Phosphatkristalle umgewandelt. Nach Reinigung der
Eisenteile von Fett und Schmutz werden diese in eine Mangan-Phosphat-Lösung
getaucht, wodurch eine in dem Metall selbst verwurzelte Phosphat-Schicht ent-
steht. Die Teile werden dann im heißen Wasser abgespült und getrocknet.

USA Flugzeugabzeichen, angeblich um aus größerer Entfernung Verwechs-
lungen mit deutschen und japanischen Flugzeugen zu vermeiden, besteht jetzt aus
einem fünfeckigen Stern auf einem kreisförmigen blauen Feld mit rotem Rand mit
2 Rechtecken auf beiden Seiten.

Ultrakurze Wellen werden von der Ionosphäre (ionisierte Schicht) nicht mehr
reflektiert. Nebel und Wolken werden praktisch von ultrakurzen Wellen durch-
drungen.

Schweißbare Kunststoffe sind nur die nichthärtbaren (thermoplastischen),
die in der Wärme wiederholt leicht verformbar sind. Das Schweißverfahren wird
bisher ausgeführt in erster Linie für Kunststoffe aus Polyvinychlorid' (z. B. „Vini-
dur“), ferner auch für: Mischpolymerisate (z. B. „Astralon“, „Decelith MP“),
Kunststoffe aus Polyisobutylen (z. B. „Oppanol ORG“), Polymethakrylsäure-
methylester (z. B. „Plexiglas“), Polystrol (z. B. „Trolitul“) u. a. Für jeden dieser
Kunststoffe gelten beim Schweißen z. T. voneinander abweichende Bedingungen.
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Schweißen von Kunststoffen VD] 2007 kommen. Preis 0,50 RM.
Seite 54

„FLUGSPORT"“ Nr. 3/1944,

Bd. 36 „FLUGSPORT“

Literatur.

Mitteilungen aus dem Institut für Aerodynamik, Nr. 8, herausgegeben von
der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Verlag AG. Gebr. Leemann
& Co., Zürich. Preis 2,60 RM.

Das vorliegende Heft bringt eine Beschreibung des Laboratoriums unter be-
sonderer Berücksichtigung des Überschallkanals, der bis zur zweifachen Schall-
geschwindigkeit gefahren werden kann, von Prof. Dr. J. Ackeret, wie wir ihn
auszugsweise im „Flugsport“ 1935 auf Seite 267 veröffentlicht haben. Einzelheiten
wie Regulier- und Meßeinrichtungen sind eingehend beschrieben. Ferner folgende
Abhandlungen: „Eine Apparatur zur Messung turbulenter Schwankungen in
Strömungen“, von Dr. G. Dätwyler; „Die Schlierenoptik des Überschallkanales“
von Dr. Pierre de Haller. Hier ist die Hitzdrahtapparatur zur Messung turbu-
lenter Schwankungen und eine schlierenoptische Anlage für Beobachtungen im
Überschallkanal behandelt. Als letzes „Vergleich der Impulsmethode mit der
Wägung bei Profilwiderstandsmessungen“. Die Impulsmethode zur Bestimmung
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Graz (Steiermark), Hamburg-Altona, Panitzsch b.Leipzig,München-Glodbach,

München, Neu-Isenburg b. Frankfurt-Main, Nürnberg, Stuttgart - Vaihingen
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Mittwoch, 19. April 1944 |

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Sowj. gepanzertes Tiel-
angriffstlugzeug IL-2
„Stormovik“

Engl. Bristol
„Beaufighter”, Zerstörer,
später Nachtjagdflugzg.

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ERBETEN TRENIEWBERBIES.

Boeing 40

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schraube

Aufgelöste Endkontrolle
bei der Fließfertigung

Flugrundschau

Luftwaffe

Modelltlug

Lulpost

Literatur

Patent-Sammlung
Nr. 14

Profil-Sammlung
Nr. 41

„FLUGSPORT"-

Erscheinungstage
SEEADLER 1944

XXXVI. Jahrgang

Nr Datum

5 17. Mai

6% 14. Juni

7 12. Juli

8 16. August

9 13. September
10 - 18. Oktober

11 15. November
12 13. Dezember

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civll-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt_a. M., Hindenburgplatz 8.

Anzeigenpreis It. Pl. 3 zuzügl. 100% Aufschlag. — Druck von H. L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frank-

furt a. M. Alle Zuschriften sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Fiugsport’’,
Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8 (Deutschland).

Preis 80 Pig.

Printed in Germany

III

ll. Insuttnsatilf Kay In... I.

GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \ )
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING.

Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adresse: Redaktion und Verlag „Flugsport”, Frankfurt am Main, Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatlichem Erscheinen 2,40 RM
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag -
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 4 19. April 1944 XXXVI. Jahrg.
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 17. Mai 1944
Luftkrieg.

__ Bereits Ende vorigen Jahres erklärte Major Seversky in der „New York
Times“: die deutsche Abwehr habe die USA-Flieger überrumpelt. Der deut-
schen Luftwaffe sei es als erster gelungen, Zerstörer zu entwickeln, diese
durchbrächen das Verteidigungsfeuer der Bomber, feuerten ihre tödlichen Ge-
schosse ab und machten sich dann aus dem Staube. Jetzt gesteht Major Se-
versky, daß man mit den Bombardierungen unter allen Umständen Deutsch-
land niederzuringen glaubte, da die deutsche Abwehr noch vor kurzer Zeit
sich in der Entwicklung befand.

Die Briten seien, als sie den Plan der Nachtbombardierungen ausarbeite-
ten und in die Praxis umsetzten, sicher gewesen, daß sie schnell genug aus-
reichend Bomber herzustellen vermöchten, um die industrielle Produktion
Deutschlands vollkommen zu zerschlagen, bevor die deutsche Luftwaffe in der
Lage wäre, erfolgreiche Verteidigungsmaßnahmen zu treffen.

Dieser Plan der Briten und die darauf gesetzten Hoffnungen haben sich
jedoch, so muß der amerikan. Luftsachverständige eingestehen, ebenso wenig
erfüllt, wie die Pläne der Amerikaner selbst. Es sei die Aufgabe der USA-
Bomber gewesen, „in erster Linie die deutsche Flugzeugproduktion zu zer-
stören und in Luftkämpfen die deutschen Jäger aufzureiben.“ Man hatte
gehofft, infolge der starken Panzerung der fliegenden Festungen eine taktische
Überlegenheit über die deutsche Verteidigung zu besitzen. Zuerst habe es auch
tatsächlich den Anschein gehabt, daß diese Luftkriegpolitik richtig sei. Aber
bereits im letzten Sommer hätten die USA-Bomber ihre taktische Überlegen-
heit verloren. Die für die Amerikaner so verhängnisvolle Luftschlacht über
Schweinfurt im vergangenen Oktober sei ein Wendepunkt im Luftkrieg
gewesen, denn die taktische Überlegenheit sei von jenem Augenblick an
völlig auf die deutsche Luftwaffe übergegangen. Die USA-Luftwafie sei
gezwungen .worden, immer schwerere Verluste auf sich zu nehmen, als
man vorausgesehen hatte, und sie mußte vielfach überhaupt einen Kampf mit
der deutschen Jagdabwehr vermeiden und sich hinter Wolken zurückziehen
oder sich in große Höhen begeben, wodurch ihre Zielsicherheit außerordent-
lich beeinträchtigt wurde.

Inzwischen ist, wie die Wehrmachtberichte melden konnten, die Abwehr
immer stärker und wirksamer geworden. Die Anstrengungen unserer Luft-
waffe und Flugzeugindustrie haben daher zum beabsichtigten Ziele geführt.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 14 u. Profilsammlung Nr. 41.
Seite 56 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1944, Bd. 36

Sowj. gepanzertes Tiefangriffsflugzeug IL-2 „Stormovik“.

Einmotoriger Tieidecker mit Reihen-
motor „AM 38“ von 1300 PS.

Flügel trapezförmig mit abgerunde-
ten Enden, keine V-Stellung.

Rumpf ovaler Querschnitt, hoher
Sichtaufbau.

Einfaches Höhenleitwerk, sich stark
nach den Enden verjüngend.

Fahrwerk nach hinten hochziehbar,
charakteristisch aus dem Flügel nach
vorn heraustretende Fahrwerksverklei-

dungsstummel.

Bewaffnung 2 starre Flügelkanonen
von 23 mm und 2 starre ungesteuerte
MG von 7 mm in der Flügelnase.

Dieser Typ wird auch zweisitzig mit
MG-Schützen hinter dem Flugzeug-
führer ausgeführt. “

Spannweite 14,6 m, max. Geschw.
400 km/h, Bombenlast 400 kg.

Sowj. Tiefangrifisllug zeug IL-2
„Stormovik“. Zeichn. Flugsp.

Sowj. Tiefangrifisflugzeug IL-2 „Stormovik“. A:ch'v Flugsport

Engl.Bristol„Beaufighter“.

Bristol“ „Beaufighter“, Zerstörer
später Nachtjagdilugzeug, wurde be-
reits vor 3 Jahren, vgl. „Flugsport“

S. 4161941, eingesetzt. Charakteri-
stisch ist zum Unterschied vom Bri-
stol „Beaufort“, Kampfflugzeug, die
kurze Rumpfnase, welche gegen die
beiden Motoren zurücktritt.

_ Flügelmittelstück mit Ansatzflügel
außerhalb der Motoren, 2 Holme.

Rumpf aus 3 Teilen, Führerdach
verläuft mit der Oberkante, Rumpf
nach hinten.

Hinter dem Flügel Beobachtersitz
mit gewölbter abwerfbarer Sicht-
haube. Im Boden des Rumpfes Aus-
stiecklappe, die sich beim Fallschirm-
absprung bewährt hat.

Engl. Bristol
„Beaufighter“,

Zeichn. Flugsport

Nr. 4/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“

Seite 57

Bristol „Beaufighter“, Nachtjagdflugzeug. Archiv Flugsport

Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk.

Fahrwerk mit Spornrad nach hinten hochziehbar, durch Verkleidungsbleche
abgedeckt.

2 Bristol-,Hercules-IIl“-Reihenmotoren, 14 Zyl. Sternform, luftgekühlt von
1400 PS, und 1270 PS in 4600 m Höhe, Dreiblatt-Luftschraube.

4 Flispano-Oerlikon-Kanonen von 20 mm und 6 MG, Kaliber 7,7, 1100
Schuß. Spannweite 17,62 m, Länge 12,60 m, Höhe 3,83 m, Flügelinhalt 41,95 m?,
Seitenverhältnis 6,66, Leergew. 6150 kg, Zuladung 3250 kg, Fluggew. 9400 kg,
Flächenbelastung 224 kg/m’, Leistungsbelastung 3,37 kg/PS, max. Geschw.
530 km/h in 4720 m Höhe, Reisegeschw. 322 km/h, Reichweite 2400 km bei
322 km/h, Gipfelhöhe 8800 m.

Boeing 40.

Viermotoriger Boeing „40“, der sogenannte Flakkreuzer, führt keine Bom-
ben mit, ist aber statt dessen mit 30 überschweren MGs und Kanonen bewaffnet.

In der Nase des Rumpfes 6X12,7 MG, Rumpfoberseite im Turm 4X12,7 MG,
dahinter 2X12,7 MG, zu beiden Seiten hinter den Flügeln im Rumpf je 3X 12,7 .
MG und je einmal 2-cm-Kanone. — Rumpfunterseite nach vorn feuernd 4X12,7
MG, hinter den Flügeln nach unten feuernd 4X12,7 MG und im Heckstand
4x12,7 MG.

Trotz dieser Massenbestückung der Boeing „40“, die als Begleitschutz dient,
sind, wie die Wehrmachtberichte melden, unsere Jäger mit diesen Zerstörern
iertig geworden.

Zur Landung gezwungene USA-Boeing.

PK Ketelhohn Atl.
Seite 58 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1944, Bd. 36

Boots-Rumpf Sikorsky VS-44 A. Archiv Flugsport

Argus Verstelluftschraube.

Die zweiflügelige mechanisch selbsttätig auf gleichbleibende Drehzahl
regelnde 500 PS Argus Verstelluftschraube wurde auf dem Pariser Salon 1938
ausgestellt und kurz im „Flugsport“ auf Seite 671/1938 beschrieben.

Nachstehend geben wir an Hand der Abb. 1—3 eine zusammenhängende
ergänzende Beschreibung der Konstruktions- und Wirkungsweise bei verschie-
denen Schaltstellungen.

Bei der Argus Verstelluftschraube wird die für den Regelvorgang benötigte
Verstellkraft durch die an der Rippenhaube (19) angreifenden Luftkräfte erzeugt.
Die Rippenhaube, die vermöge ihrer schrägen Rippen gegenläufig zur Luft-
schraube dreht, treibt über die Doppelzahnräder (22) die beiden Klauen-Stirn-
räder (24a und b) in einander entgegengesetztem Drehsinn an.

Zwischen diesen befindet sich auf der Reglerwelle (26), welche an dem
oberen Ende als Fliehgewicht ausgebildet ist und mit dem unteren, mit Keil-
nuten versehenen Ende in dem Schraubenrad (28) gleitet, das Klauenrad (25).

Dem Fliehgewicht wirken bei Startleistung die beiden Federn (44 u. 45)

„Giganten“ werden startklar gemacht und von der fußhohen Schneedecke auf den

Tragflächen befreit. PK Winners Atl.

EEE REES

Profilsammlung

k N 4

1944 Nr. 41

Untersuchungen über den Einfluß der Reynolds’schen Zahl auf die
Mach’sche Zahl an den Beispielen der Kugel und des Kreiszylinders.

Von H.O. Nicolaus, Göttingen.
E. Der Kreiszylinder im Unterschallgebiet.

Widerstandsmessungen. Die Ergebnisse der Widerstandsmessungen sind
in der Abb. 24 dargestellt worden, und zwar wurde c, von zwei Zylindern mit
15 mm und 30 mm Durchmesser für die Machschen Zahlen 0,4—0,5—0,6—0,7
und 0,82 gemessen. Der kleinere Zylinder wurde nicht im gesamten Re-Bereich
untersucht, sondern nur bis zu Werten, die auf den jeweiligen Kurven durch
kleine auf die Spitze gestellte Dreiecke markiert sind. Der Meßbereich des klei-
nen Zylinders reicht bis zum ersten Dreieck, zwischen den beiden Dreiecken
wurden beide Zylinder gemessen. Der Kurvenast rechts vom zweiten Dreieck
gibt den Widerstandsverlauf des großen Zylinders wieder. c„ wurde wieder
in bekannter Weise durch Division mit dem Faktor q erhalten. (Darin ist F das
Produkt aus dem Durchmesser und der Länge des Zylinders.)

Im Gegensatz zur Kugel ist der Kennzahleinfluß bei weitem nicht so aus-
geprägt, wie überhaupt der Kurvencharakter ein völlig anderer ist. Zwischen
M = 0,6 und M = 0,7 vollzieht sich der Übergang zu einem Zustand, der durch
eıne Widerstandskurve mit konstanter Ordinate gekennzeichnet ist, Re übt also
keinen Einfluß mehr auf c, aus, weil die Kompressibilität hier der allein maß-
gebliche Faktor ist. Während bei M = 0,4 noch ein Schwanken des cw von einem
Wert 0,45 auf 0,57 und zurück auf etwa 0,47 bei der höchsten untersuchten Re-
Zahl beobachtet wurde, fällt der ansteigende Ast bei M — 0,5 schon ganz fort,
und es bleibt nur noch ein schwaches Abfallen von c, — 0,58 auf c„ = 0,49
im Bereich Re = 1,5 X 10° bis Re = 3,5 X 10° bestehen. Schließlich nimmt bei
M=0,6c,, von 0,64 auf 0,59 ab.

In Abb. 24 sind noch die durch Integration der Druckverteilungskurven
erhaltenen c „-Werte eingetragen worden. Diese durch kleine Kreuze gekenn-
zeichneten Punkte ‚liegen im allgemeinen etwas unterhalb der gemessenen. Im
übrigen fielen die Meßpunkte der beiden verschieden großen Zylinder so gut
zusammen, daß ein ursprünglich angenommener Wandeinfluß als nicht be-
stehend angesehen werden kann.

In Abb. 25 ist noch eine Kurve gezeichnet, die für je zwei zusammenge-
hörige Werte von Re und M den Beginn des absteigenden Kurvenastes erkennen
läßt. Bei M = 0,7 und 0,82 hat die Zusammendrückbarkeit der Luft das Rey-
noldssche Ähnlichkeitsgesetz völlig außer Kraft gesetzt, wie dies jedenfalls für
den untersuchten Bereich von Re den Anschein hat.

Die Höchstwerte von c,. sind in Abb. 26 noch einmal als Funktion von M

2 M=082 Alan
—+ ——T - 2 M=077] A
x En
Y — M«=06 2 vg
— uU | 7
— 9:97 105 —

45 10 15 20 0 25 30 _ 35x70

Abb. 24 Abb. 25

Seite 166 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 41

A | — — 0,7 ihren
tragen worden. Die Kurve hat zwischen M = 0,5 und M = 0,

Bien Oradienten. Zum Vergleich ist noch eine vom NACA ermittelte Kurve
eingezeichnet, die zwar einen ähnlichen Verlauf, aber durchweg höhere Werte

für c” erkennen läßt).

Die Messung der Drücke.

” Die Druckmessungen wurden
- 5 nur an dem größeren Zylinder
1 08 _ tr MACA von 30 mm Durchmesser bei
-T 7 Machschen Zahlen 0,5—
ew _ 1 17 den )

0,6—0,7 und 0,8. und je zwei
Reynoldsschen Zahlen. _vor-
genommen. Für die Auswer-

04 tung und Auftragung der
Abb 26, m 9 Druckkurven gilt sinngemäß

ingangs von Profilsammlung 40 Gesagte. Aus der Gesamtzahl der auf-
enommgenen Diagramme wurden wieder nur diejenigen ausgewählt, die
charakteristische Merkmale erkennen lassen (Abb. 27-31). durch

Die schon in der Abb 24 erkennbaren beiden Bereiche finden wir durc
den Verlauf der Druckverteilungskurven erneut bestätigt. Bereich I ist gekenn”
zeichnet durch einen Einfluß von Re auf c„ und erstreckt sich bis M= 0,0. [6)
ist z. B. bei M = 0,54/0,55 der Druckverlauf bei Re = 1,26 X 10° merklic ver.
schieden von dem Druckverlauf bei Re = 4 X 10°, wo ım Unterdruckgebiet ai
etwa 75° eine ausgesprochene Druckspitze auftritt. Die daran anschließende
Rückverdichtung nimmt schließlich einen Wert an, der über der hinteren
Zylinderhälfte annähernd konstant bleibt (Abb. 28, 29). Ähnlich ist der ver au
bei M = 06, nur mit dem Unterschied, daß die Druckspitze im Unter ruck
gebiet nicht mehr so ausgeprägt ist. Zwischen M = 0,6 und M = 0,7 vollzie 1
sich der Übergang zum Bereich II, in dem die Zusammendrückbarkeit der An
eine Rolle zu spielen beginnt und der Einfluß von Re mehr und mehr schwinde

Bei M = 0,7 kommt es erstmalig zur Ausbildung eines Verdichtungssto S
kenntlich an der Unterbrechung der Druckkurven, wie dies in den Abb; %
und 31 für M — 0,8 dargestellt ist. Die auf den Verdichtungsstoß folgende Rüc -
verdichtung führt zu konstanten Druckwerten über dem hinteren Zylinder-
7 kommt nun die Widerstandszunahme bei ansteigender Machzahl in
den dargestellten Kurvenbildern am sinnfälligsten zum Ausdruck? Wohl kaum
in der Ausdehnung der rückwärtigen Unterdruckzone, die doch von Abb.
bis 31 nur geringfügigen Änderungen unterworfen ist. Einen stetigen Anstieg
in der Flächenausdehnung proportional zur Machzahl zeigt demgegenüber die
vordere Überdruckzone, was am besten durch den von dieser beanspruchten
Winkelbereich bestätigt wird, der von etwa 34° bei normaler Geschwindigkei
bis auf 51° bei M = 0,8 anwächst. Mit anderen Worten: Die Punkte, in denen
der Überdruck gleich dem statischen Druck wird, wandern im Quadranten au
dem Grundkreis von 0° gegen 90°, bzw. von 0° gegen 270°.

04 05 06 07

Normale Geschwindigkeit [M<05) M=054 M=055
Re 186 x1° Re- 126 10° Re=4x105
Abb. 27 Abb. 28 Abh 29

5) NACA-Rep. Nr. 619.

PATENTSAMMLUNG
des iS

1944 x Nr 14

Band X

Inhalt: 734 213; 740 328, 329, 502, 503, 504, 627, 711; 741 711, 8465, 743.538.

Flugwerk für Fleugzeuge mit Kraftantrieb
(Gr. 3--24).
b 3 Pat. 741 846 v. 28. 2. 39, veröff. 18. 11.
10 43. v. Reißverschlußverbindung für
starre, platte Bauteile, insbesondere an Flug-
zeugen. Patentansprüche:

1. Reißverschlußverbindung für starre,
platte Bauteile, insbesondere an Flugzeugen,
unter Verwendung eines Rinnenprofil aufwei-
senden Gummistreifens zum Verbinden der
Platte mit dem die Reißverschlußglieder tra-
genden Stoffband, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rinne des
Gummistreifens durch
ein längs zusammen-
gefaltetes, mit seiner
Außenwand an dem
Plattenrand und mit
seiner Innenwand” an
dem Stoffstreifen an-
vulkanisiertes Band
26 gebildet ist.

2. Reißverschlußverbindung nach An-
spruch 1, wobei der Gummistreifen den Plat-
tenrand umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß
jeder der den Plattenrand umfassenden
Gummistreifenteile ebenfalls eine durch Längs-
falten gebildete Rinne aufweist und jede der
dadurch seitlich der Platte gebildeten Rinnen
einen mit dem Stoffband zusammenhängenden
gabelschenkelartigen Stoffstreifen (5) umfaßt.

3. Reißverschlußverbindung nach den An-
sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der von den Rinnenschenkeln umfaßte Rand
des starren Bauteiles ein Inverbindungstreten
der Rinnenteile ermöglichende Löcher (6) auf-
weist.

4. Reißverschlußverbindung nach den An-
sprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der von den Rinnenschenkeln umfaßte Stoff-
streifenrand ein Inverbindungtreten der Rin-
nenschenkel ermöglichende Löcher aufweist.

b f\ Pat. 740 502 v. 9. 4. 42, veröff. 22. 10.
08 43. V. Antrieb für Landeklappen.

Patentansprüche:
1. Antrieb für an Tragflügeln von Luft-

Fig. r e _ Ja $

fahrzeugen mit versetzter Drehachse neben-
einander angeordnete und verschieden weit
ausschlagende Landeklapppen o. dgl., dadurch -
gekennzeichnet, daß die einander zugekehrten
Seiten der Landeklapppen in verschieden gro-
ßBem Abstand von ihrer Drehachse durch Len-
ker miteinander gekuppelt sind.

2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drehachsen im we-
sentlichen in der Höhe versetzt zueinander an-
geordnet sind.

3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und
2, dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere
bei nicht parallel zueinander liegenden Dreh-
achsen der Lenker mittels Pendelkugellager
an den Landeklappen gelagert ist.

b | Au Pat. 743 538 v. 29. 11. 41, veröff. 29.
j 12. 43. V. Selbsttätige Regeleinrich-
tung mit” nachgiebiger Rückführung.
— Patentanspruch:
Selbsttätige Regeleinrichtung mit nachgie-
biger Rückführung, insbesondere motorische

Ruderlegeinrichtung in Flugzeugen, bei wel-
cher das Schaltorgan des Servomotors (Ru-
dermotors) durch einen elektrischen Strom-
kreis (Rückführstromkreis) mit vom Servo-
motor verstellbarem Regelglied rückbeeinflußt
wird und bei welcher in diesem Rückführstrom-
kreis als nachgiebiges Glied ein elektrolyti-
sches Stromspeicherelement vorgesehen ist,
nach Patent 737295, dadurch gekennzeichnet,
daß der elektrolytische Stromspeicher (10) in
einen Zweig einer elektrischen Brückenschal-
tung gelegt ist, deren Ausgleichsstrom das
Schaltorgan (3) des Servomotors (2) in Abhän-
gigkeit von der Stellung des Regelgliedes (14)
rückbeeinflußt.

b 4440 Pat. 740 627 v. 16. 4. 35, veröff. 25.
10. 43. V. Steuereinrichtung für
Flugzeuge.
Patentansprüche:
1. Steuereinrichtung für Flugzeuge mit
einem Kraftspeicher zum Aufspeichern der
durch die Überführung des ausgelegten Ruders
Seite 94 PATENTSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 1#

in die Null-
lage ausgeüb-
ten Kraft,
die zum Aus-
legen des Ru-
ders wieder
abgegeben
wird, da-
durch gekenn-
zeichnet, daß
die Ruder-
klappe (Il) an
den Kolben
\ (4) eines hy-
draulischen Zylinders (5) angelenkt ist, dessen
eine Kolbenseite mit einem hydropneumati-
schen Sammler (7) in Verbindung steht und
dessen andere Kolbenseite wahlweise durch
von Hand auszulösende Kraftmittel entweder
zum Ausschwenken der Ruderklappe (1) ent-
lastet oder zum Einschwenken in die’ Nullage
belastet werden kann. \

2, Steuereinrichtung nach Ansprüch 1, da-
durch gekennzeichnet, daß zum Einschwenken
in die Nullage der Klappe (1) eine Pumpe (12)
vorgesehen ist, während durch Öffnen eines
Ventils (15) die betreffende Kolbenseite mit
der freien Luft oder mit einem unter dem
Druck der Atmosphäre stehenden Flüssigkeits-
behälter (13) verbunden und dadurch entlastet
wird.

b 16 Pat. 741 711 v. 13. 6. 37, veröfl. 15.
05 11. 43. V. Steuereinrichtung für

die Haupt -und Hilfsruder von Luftfahrzeugen.
Patentansprüche:

1. Steuereinrichtung für die Haupt- und
Hilfsruder von Luftfahrzeugen, gekennzeich-
net durch eine Kombination von zwei bekann-
ten Anordnungen, nämlich der willkürlichen
Steuerung des am Hauptruder angelenkten
Hilfsruders neben dessen zwangsläufiger
Steuerung und der willkürlichen Änderung des
Übersetzungsverhältnisses zwischen der Haupt-
und Hilfsrudersteuerung.

2. Steuerung nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Gelenkpunkt der Stoß-
stange (g) für das Hilfsruder (c) am Zwischen-
hebel (£) von Hand oder selbsttätig verstellbar
angeordnet ist.

3, Steuerung nach den Ansprüchen 1 und 2,
gekennzeichnet durch einen Lenker (f) mit
festem Drehpunkt, an dem Verstellgestänge (h)
und Stoßstange (g) gelenkig angreifen.

4, Steuerung nach den Ansprüchen 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gelenkpunkt
der Stoßstange (g) mit dem Verstellgestänge (h)
in einer fest angeordneten Kulissenführung
gleitet.

5. Steuerung mit verstellbarer Flosse nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
in einer fest angebrachten Führung (m) beweg-
liche Gelenkpunkt der Hilfsruderstoßstange (g)
durch geeignete Übertragungsmittel, z. B. Win-
kelhebel (i) mit Verbindungsgestänge (k), mit
der Flossenverstellung eingestellt wird.

6. Steuerung mit Ruderausgleich durch Fe-
dern nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der Angriffspunkt der Feder (n)
am Handhebel (o) verstellbar ist..

7. Steuerung mit Einrichtung zur Handver-
stellung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischen-
hebel aus zwei z. B. durch Spindel mit Rechts-
und Linksgewinde spreizbaren Schenkeln «f)
besteht, an deren gemeinsamen »Gelenkpunkt
das Verstellgestänge (h) und die Stoßstange (g)
oder entsprechende Seilzüge angebracht sind.

b 24 Pat. 734 213 v. 3. 7. 38, veröff. 10. 4.
01 43. Flugzeugholm.

Durch Verwendung von Mehrstoffnieten,
die als einzige Nietart infolge ihrer außer-

Schnitt A-8

ordentlich großen Scherfestigkeit den verviel-
fachten Scherkräften widerstehen, kann der
Abstand 9 um 25 Prozent verkleinert werden
und somit das Nietfeld an die Schwerlinien des.
Holmgurtes herangerückt und damit Knoten-
bleche vermieden werden.
Patentanspruch:

Flugzeugholm o. dgl, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die aus Preßprofilen bestehenden
Fillstäbe und Gurte ohne Verwendung von
Knotenblechen mittels an sich bekannter hoch-
scherfester Mehrstoffnieten miteinander ver-
nietet sind.

b 2 4 Pat. 740 503 v. 21. 3. 42, veröff. 22.
05 10. 43. V. Vorrichtung zum Ver-
riegeln von Deckeln, insbesondere an Luftfahr-

zeugen.
Patentansprüche:

1. Vorrichtung zum Verriegeln von Deckeln,.
Klapppen o. dgl., insbesondere an Luftfahrzeu-
gen mit bündig in der Außenhaut liegender
Fingerplatte zur Betätigung von unter der
Außenhaut angeordneten Verschlußmitteln, da-
durch gekennzeichnet, daß an einer mittels.
nachgiebiger Anschlußmittel (5) gehaltenen Fin-
gerplatte (3) ein axial gegen Federdruck ver+-
schiebbarer Führungsbolzen (8) und senkrecht
hierzu ein durch den Bolzen (8) ver- und ent-
riegelbarer, federnder Bolzen (7) angeordnet.

Nr. 14 PATENTSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 95
2 ’ 3 + gekennzeichnet, daß das als Gleitführung (15,

j = Z— r 26) bzw. Kugelgelenk (19, 23) ausgebildete

A yo) ” Pa 4 obere Verbindungsgelenk für die starre bzw.

5: Apr y® teleskoprohrartige Führungsstrebe (10, 20, 21),

”* Z = Wal z. B. mittels Stellschrauben (12, 13, 16 bis 18,

15 0 22 bis 25) oder mittels einer Exzenterscheibe

Abb A (27), quer zum Führungsarm (11) verstellbar

ist, an den eine an der festen Wandung (1)
schwenkbar gelagerte Sperrklinke (11) ange-
lenkt ist, die mit einer Ausnehmung einen am
Deckel (2) befestigten Haltestift (16) umfaßt
und deren freies Ende in einen Öffnungshebel
(A) ausläuft.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die im rechten Winkel zu-
einander angeordneten Bolzen (7 und 8) in
einem auf der Innenseite der festen Wandung
1) „esenden Gehäuse (4) gelagert und geführt
sind.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, da-
durch gekennzeichnet, daß die im rechten Win-
kel zueinander angeordneten Bolzen (7 und 8)
durch einen im Bolzen (8) angeordneten, in
eine Ausnehmung des Bolzens (7) eingreifen-
den Sperrstift (15) gegeneinander verriegelbar
sind.

Fahrwerk (Gr. 40—41).
b40% Pat. 740 328 v. 2. 7. 39, veröff. 18.
10. 43. V. Anordnung eines nicht

lenkbaren Laufrades an einem Flugzeugfahr-

werksbein.
Patentansprüche:

1..Anordnung eines nicht lenkbaren Lauf-
rades an einem Flugzeugfahrwerksbein, da-
durch gekennzeichnet, daß zur Feineinstellung
der Spurrichtung des Laufrades mindestens
einer der zur Lagerung oder Führung des
Laufrades dienenden Fahrwerksteile gegen-
über dem oberen, nichtfedernden Teil des
Fahrwerksbeines verstellbar ist.

2. Anordnung eines nicht lenkbaren Lauf-
rades an einem Flugzeugfahrwerksbein nach
Anspruch 1 in einer Radgabel, dadurch ge-
kennzeichnet, daß mindestens ein Radachsen-
lager unabhängig von dem anderen in Flug-
zeuglängsrichtung verstellbar ist.

3. Anordnung eines nicht lenkbaren Lauf-
rades an einem Flugzeugfahrwerksbein nach
Arspruch 1 mit Führung einer einseitig gela-
gerten Radachse mittels einer Führungsstrebe,
die durch gelenkige Verbindung mit einem
kurzen Ansatz an dem die Radachse tragen-
den, federnden Teil des Fahrwerksbeines und
mit einem am oberen nichtfedernden Teil des
Fahrwerksbeines festen Führungsarm zum
Trahrwerksbein geneigt angeordnet ist, dadurch

Abb.1

ist.

b 400 Pat. 740 504 v. 11. 12. 41, veröff. 22.
10. 43. V. Federstrebe für Flugzeug-
fahrwerke.
Patentansprüche:
1. Federstrebe für Flugzeugfahrwerke, bei
der zwischen der Kolbenstange und der sie um-
gebenden Zylinderwand ein eine Drosselein-

Abb.2

richtung enthaltender, mit einem flüssigen oder
zähflüssigen Stoßdämpfungsmittel gefüllter
und durch zwei Abdichtungspackungen be-
grenzter Dämpfungsringraum stets gleichblei-
benden Inhalts vorgesehen ist, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die, bei Verbindung der
Radachse z. B. mit der Kolbenstange, untere
Abdichtungspackung (4) des Dämpfungsring-
raumes (2) fest im Zylinder und die obere Ab-
dichtungspackung (8) fest an der Kolbenstange
gelagert ist.

2. Federstrebe nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß ein festliegender oberer
Abschluß des Dämpfungsringraumes (2) durch
Absetzen der Zylinderwand auf einen kleineren:
Durchmesser oder durch Anordnung einer Ein-
satzbüchse (11) im Zylinder gebildet ist, wobei
der Durchmesser der als obere Gleitführung
der Kolbenstange dienenden Lauffläche des:
Zylinders (1) bzw. der Einsatzbüchse (11) gleich
dem Durchmesser der Kolbenstange im Be-
reich ihres unteren Gleitführungslagers (6) ist.

3. Federstrebe nach den Ansprüchen 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kol-
benstange einen sich oberhalb der :Drosselein-
richtung (9, 12) nach oben hin verjüngenden
Querschnitt aufweist und mit einem Gleitfüh-
rungsbund (7) versehen ist.

4. Federstrebe nach den Ansprüchen 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Ab-
dichtungspackung (4) unterhalb des unteren
Gleitführungslagers (6) für die Kolbenstange
und die obere Abdichtungspackung (8) ober-
halb des Gleitführungsbundes (7) der Kolben-
stange angeordnet ist.

bh 4a Pat. 740 329 v. 21. 3. 39, veröff. 22.

10. 43. V. Hydraulische Verstell-
einrichtung für aus einem Innenraum des
Flugzeuges ausfahrbare Fahrwerke oder dgl.
Seite 96

PATENTSAMMLUNG DES FLUGSPORT

Nr. 14

und für Abdeckklappen der Durchgangs-

Öffnungen.
Patentansprüche:

1. Hydraulische Verstelleinrichtung für
aus einem Innenraum des Flugzeuges ausfahr-
bare Fahrwerke o. dgl. und für Abdeckklappen
der Durchgangsöffnungen, wobei Fahrwerk
und Abdeckplatten durch besondere Druck-
flüssigkeitsmotoren verstellbar sind, dadurch
gekennzeichnet; daß in.den.Zuflußleitungen so-
wohl des Fahrwerksmotors (1) als auch des
Klappenmotors (5) Schaltglieder (35, 21) an-
geordnet sind, welche bei Schalten des Haupt-
schalters auf „Einfahren“ in sich selbsttätig
weiterschaltender Reihenfolge derart betätigt
werden, daß zunächst nur das Schaltglied (21)
für den Klappenmotor (5) den Durchfluß zu
diesem im Sinne des Öffnens der Abdeckklap-
pen freigibt, während das Schaltglied (35) für
den Fahrwerkmotor (1) erst in Abhängigkeit
von der Bewegung der Abdeckklappen nahe
deren Öffnungslage z. B. durch Anschläge auf
Durchfluß im Sinne des Einfahrens des Fahr-
werkes geschaltet und schließlich in Abhängig-
keit von der Einfahrbewegung des Fahrwerkes
nahe dessen Einfahrlage das Schaltglied (21)
des Klappenmotors (5) im Sinne des Schlie-
Bens der Abdeckklappen betätigt wird.

2. Hydraulische Verstelleinrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
durch die in den Zuflußleitungen für den
Klappen- und den Fahrwerkmotor angeord-
neten Schaltglieder (21, 35) auch eine zwangs-

Rös anbKa

w
1“. n 'ä 7 Abb. 2

— =
"PIE 7%2 U a

a
en 22,

was RS
\
So
&
B
6

läufige . Reihenfolge der Verstellbewegungen
„Abdeckklappen öffnen“, „Fahrwerk ausfah-
ren“, „Abdeckklappen schließen“ in Abhän-
gigkeit von der Bewegung der zu verstellenden
Teile gesteuert wird.

3. Hydraulische Verstelleinrichtung nach
Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltglieder (21, 35) in der Nähe des
Fahrwerk- und Klappenmotors (1, 5) angeord-
net und unmittelbar dürch deren Arbeitskolben
oder durch einen am Arbeitskolben oder an der
Kolbenstange des Klappen- oder Fahrwerk-
motors sitzenden Mitnehmer (18, 26) betätigt
werden.

(Hier folgen Ansprüche 4—11.)

b 4a Pat. 740 711 v. 18. 9. 40, veröff. 27.

10. 43. V. Reibungsverriegelung von
Kolben in hydraulischen Arbeitszylindern, ins-
besondere für Flugzeuge.

Patentansprüche:

1. Reibungsverriegelung von Kolben ir
hydrauli-
schen Ar-
beitszylin-

dern, insbe-
sondere für
Flugzeuge,
gekennzeich-
net durch
mindestens
eine zur Zy-
linderachse
parallel an-
geordnete
Schrauben-
feder, die an
dem Kolben

Abb.1
H 3

LCLE

vATATATAT I“

bzw. der Kolbenstange gelagert und: durch

Vergrößerung ihres Windungsdurchmessers an
die Zylinderwand andrückbar ist.

2. Reibungsverriegelung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schrauben-
feder an der Zylinderwand mit Vorspannung
anliegt.

3. Reibungsverriegelung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schrauben-
feder ihre Vorspannung durch eine zusätzliche
Feder (6, 22) erhält.

4. Reibungsverriegelung nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine
Enntriegelungsvorrichtung (7, 8), deren Verstell-
glied (8) die Schraubenfeder (3) zwecks Ver-
kleinerung ihres Windungsdurchmessers ver-
dreht.

5. Reibungsverriegelung nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Ende (16, 16) der Schrauben-
feder am Arbeitskolben (11) .und das andere
Ende (18, 18) der Schraubenfeder an einem
auf dem Arbeitskolben axial verschieblichen,
jedoch nicht frei verdrehbar geführten Ringkol-
ben (19, 19) befestigt ist.

6. Reibungsverriegelung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkolben
(19, 19) gegen den Arbeitskolben und die Zy-
linderwand druckdicht abgedichtet ist.

Pat.-Samml. Nr. 14 wurde im „Flugsport” XXXVI Heft 4 am 19. 4. 1944 veröffentlicht.

PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 167

Die optische Auswertung.
Die Aufnahmen erfolgten an
einem Modell von 30 mm
Durchmesser, wobei wieder
Unzuträglichkeiten durch eine
zusätzliche Linse, die zur Ver-
kürzung der Belichtungszeiten
eingebaut werden mußte, nicht
zu vermeiden waren. Trotz-
dem lassen. die.in.den :Abb.: 32
bis 41 veröffentlichten Schlie-
renbilder das Wesentliche klar
erkennen.

Wenn bei niedriger Mach-
zahl (Abb. 32, 33) die Rey-
noldssche Zahl ansteigt, wandert 1. der Ablösungspunkt der Strömung in
Richtung des Größtkreises, zeigt 2. das Totwasser die Tendenz, sich hinter
dem Zylinder zu schließen. Bei M — 0,4 war dies z. B. der Fall bei Re = 2,3 X
105. — Sehr schön ist in den Abbildungen 34 und 35 der divergierende bzw.
konvergierende Charakter des Totwassers zu sehen. Erst das Auftreten eines
Verdichtungsstoßes macht diesen Einfluß von Re illusorisch; bei den vorliegen-
den Versuchen lag der kritische Bereich zwischen M = 0,6 und M = 0,7. Daß
sich dieser Wandel schon bei M = 0,6 ankündigt, lehrt ein Vergleich der
Abb. 36 und 37, wo schon bei beiden Re-Zahlen Divergenz beobachtet wird.

Wie die Abb. 38 und 39 erkennen lassen, ist bei M = 0,7 ein gut ausge-
bildeter Verdichtungsstoß vorhanden, ebenso ergibt sich daraus, daß sich die

Nr. 41

M=080
Re -49*105 Re = 35x70°
Abb. 30 Abb. 31

Abb. 33 M=0,40 R=110.000

Abb. 32 M=0,3 R=240,000

Abb. 35 M=0,50 R=310.000

Abb. 34 M=0,5 R=120.000

Seite 168 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 41

Grenzschicht unmittelbar hinter dem Verdichtungsstoß ablöst. Eine Zunahme
der Re-Zahl von 1,8 X 10° auf 3,5 X 10° bleibt ohne wahrnehmbaren Finfluß
auf die Gesamterscheinung.

Bei weiterem Ansteigen von M nimmt die Stoßwelle an Ausdehnung und
Intensität zu. Vor dem Ablösungspunkt der Grenzschicht bildet sich eine zweite
schwächere Stoßwelle aus, die durch ihre größere Neigung eine höhere Ge-
schwindigkeit an dieser Stelle der Zylinderoberfläche anzeigt (Abb. 40, 41). —
Das hinter einer Stoßwelle erzeugte Totwassergebiet unterscheidet sich von
dem bei niedriger Geschwindigkeit beobachteten durch eine geradlinige Be-
grenzung. (Wird fortgesetzt.)

Abb. 36 M=0,50 R=180.000 Abb. 37 M:=0,60 R—330.000

Abb. 38 M=-0,70 R=180.000 Abb. 39 M=0,70 R=350.000

Abb. 40 M:=0.80 R=183.000

Veröfientlicht im „Flugsport“ Heft 4, 1944, Bd. 36.

Abb. 41 M=0,85 R 180.000

Nr. 4/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 59

gemeinsam und bei Reiseleistung nur die innere Feder (44) entgegen. Zum Ein-
stellen der beiden Drehzahlstufen und der Segelstellung dient der Schaltring (61),
welcher über den Schaltbolzen (54), den Umlenkhebel (52), die Schaltstange (51)
und den Gabelhebel (49) die Schaltmuffe (48) mehr oder weniger anhebt, wo-
durch entweder die äußere Feder (45) (Reisestellung) oder beide Federn (44 u.
45) (Segelstellung) außer Wirkung gesetzt werden. Die Federkräfte sind so ab-
gestimmt, daß sie bei der jeweiligen Regeldrehzahl mit der Fliehkraft des Flieh-
gewichtes im Gleichgewicht stehen. Das Klauenrad (25) nimmt dann die ge-
zeichnete Mittelstellung ein. Weicht die Drehzahl nach oben oder unten ab, so
wird das Gleichgewicht gestört, die Schaltklaue kommt bei höherer Drehzahl!
mit dem Steilstell-Klauen-Stirnrad (24a) oder bei niedriger Drehzahl mit dem
Flachstell-Klauen-Stirnrad (24b) in Eingriff und verstellt über die Schrauben-
räder (28 u. 29), den Schneckentrieb (31/32 u. 35/36 sowie die Schnecken-
radwellen (37) die
Luftschraubenblät-
ter steiler oder
flacher. Ist das
Gleichgewicht zwi- Le
schen Fliehkraft -———__L

und Federkraft er-

neut hergestellt, so

St= Stortstellung |
R =Reisestellung ) des Gabelhebels 1491
S = Segelstellung

ist die Schaltklaue 5
wieder außer Ein-. .
griff. \ \ — 1°
Durch den An- ' E 7 ih er
schlagteller (10) | N da
wird über das An-
schlagrohr (41)
und den Hebel (42) J
verhindert, daß die ı
Blattsteigung und
damit der Schrau- Abb. 1. Schematische Darstellung der Wir-
benzug beim Dros- kungsweise der Argus-Verstell-Luftschraube.
seln unzulässig Werkbild (3)

stark abnimmt.

Abb. 2. Verstelluftschraube, zweiflügelig mechanisch selbsttätig auf gleichbleibende
Drehzahl regelnd.
a Flügel, b Flügelfußlagerung, c Schaltrastung, d Nabe, e Verstellgetriebe, iFliehkraitregler,
g Schaltgestänge, h Haube, i Endbegrenzung für Segelstellung, k Schaltring, | Schaltbügel
mit Lagerung, m Endbegrenzung für Flachstellung, n Ausrückhebel für Reglerkup>lung,
o Rippenhaubs, p Regler-Klauenkupplung.

Seite 60

„FLUGSPORT“

Nr. 4/1944, Bd. 36

. Die Reglerwelle (26) mit dem Klauenrad (25) wird dann durch den Hebel
(42) angehoben und so außer Eingriff mit dem Flachstellungsrad (24b) gebracht.
Die Einschaltung der verschiedenen Schaltstellungen (Start, Reise und Segel) der Argus
Verstelluftschraube geschieht mittels der Bedienanlage durch Längsbewegung des Schalt-
ringes (61) (Abb. 1 u. 3). Die Betätigung erfolgt von einem Handgriff aus über die Bedien-
anlage, einen Zwischenhebel und einen Schaltbügel, welcher über Rollen den Schaltring (61)
verschiebt. Die Schaltstellungen werden durch kurzes Drücken oder Ziehen an dem vor dem’
Führersitz angeordneten Handgriff eingerückt. Beim Loslassen des Handgriffes wird das
Bediengestänge durch Federn in Mittelstellung zurückgeführt, so daß die Rollen nur während
des Schaltvorganges an dem Schaltring (61) anliegen.
Durch die sog. Schaltrastung (Abb. 3) wird erreicht, daß beim ein- oder zweimaligen
Ziehen des Handgriffes zwei verschieden große Hübe der Schaltmuffe (48, Abb. 1 u. 3) be-
wirkt werden. Die Schaltvorgänge der einschaltbaren Schaltstellungen und der selbsttätigen
Umschaltung auf Endstellung bei Erreichen der Segelstellung gehen folgendermaßen vor sich:
1. Startstellung (Abb. 3 „A“). Bei Startstellung wird durch Drücken am Handgriff aus
jeder Schaltstellung heraus (auch aus Segelstellung-Verstellung, vgl. Abb. 3 „C“) die
Schaltmuffe (48) in ihre unterste Stellung gebracht, so daß beide Reglerfedern (44 u. 45) der
Fliehkraft der Reglerwelle entgegenwirken. Der nach vorn gerichtete Schaltvorgang beim
Drücken ist im folgenden unter 4. im 2. Absatz beschrieben.

2. Reisestellung (Abb. 2 „B“). Beim Umschalten von Start- auf Reisestellung durch

einmaliges Ziehen am Bediengriff wird durch die Schaltmuffe (48) über die Schalt-
stange (51) die äußere Reglerfeder (45) angehoben und außer Wirkung gebracht, so daß der
Fliehkraft nur noch die Federkraft der Innenfeder entgegenwirkt. Damit ist die untere
Regeldrehzahl, die Reisedrehzahl, eingestellt. Der große Rastbolzen (56) ist in der ersten
Kerbe des Schalthbolzens (54) eingeklinkt und verhindert so das Zurückgehen des Schalt-

bolzens beim Loslassen des Bediengriffes, wobei infolge der Rückholfedern (62) der kleine

3. Segelstellungs-Verstellvorgang (Abb. 3 ,,C").
Segelstellung durch ein weiteres (zweimaliges) Ziehen am Bediengriff wird über Schaltring

Rastbolzen (58) in die innere Raste des Schaltbolzens (54) einrastet.

Beim Umschalten von Reise- auf

(61) und Schaltrohr (57) der Schaltbolzen (54) mittels des kleinen Rastbolzens (58) soweit her-
ausgezogen, bis der große Rastbolzen (56) in der 3. Kerbe des Schaltbolzens (54) eingeklinkt
ist. Dadurch wird über die Schaltstange (51) und Schaltmuffer (48) die Reglerwelle ange-
hoben, bis das Klauenrad (25) durch zwangsläufigen Eingriff in das Steilstell-Klauen-Stirnrad
(24a) die Verstellung der Blätter in Segelstellung einleitet und bis zur Endstellung verstellt.

4. Segelstellungs-Endstellung (Abb. 3 „D“). Bei Erreichen der Segelstellungs-Endstel-

lung tritt der Anschlagteller (10) in Tätigkeit, um ein weiteres Verstellen der Blätter und da-
mit Rückwärtsdrehen des Motors zu vermeiden. Der Anschlagteller (10) drückt über einen

Abb. 3. Schaltrastungen der Argus-Verstelluftschraube.

57

B. Reısesteltung

Drücken Ziehen

61
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77 Av
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D. Segelstellung (Endstellung)

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Nr. 4/1944, Bd. 36 „rFLUGSPORT“ Seite 61

Hebel (60) den Ausrückbolzen (60a) und damit den großen Rastbolzen (56) bis zur Höhe der
2. Kerbe hoch, so daß.der Schaltbolzen-nunmehr der Federkraft der Regelfedern folgend bis
zum Einklinken des Rästbolzens nach innen bewegt wird. Dadurch ist die Reglerwelle in
Mittelstellung zurückgeführt und das Klauenrad (25) außer Eingriff des Steilstell-Klauen-
stirnrades (2da) gebracht. Daher werden die Blätter nun nicht weiter verstellt.

Um die Blätter wieder in Betriebsstellung (Abb. 3 „A‘“) zurückzustellen, muß der Be-
diengriff auf Startstellung (d. h. Imal drücken) gedrückt werden. Dadurch wird nacheinander
der kleine Rastbolzen (58) durch die Schräge der Raste ausgehoben, durch die Flanschbüchse
(55) festgehalten und der große Rastbolzen (56) durch die schräge Fläche (gestrichelt ge-
zeichnet) der ausgeschnittenen Flanschbüchse (59) (Hülse über dem Schaltbolzen) (54) hochgeho-
ben und festgehalten, so daß der Schaltbolzen frei beweglich ist und durch die Federkraft über
die Schaltmuffe bis zur Startstellung nach innen bewegt wird. Die beiden Reglerfedern
schieben infolge der bei stehender Nabe fehlenden Fliehraft die Reglerwelle nach unten
ois zum Eingriff des Klauenrades (25) in das Flachstell-Klauen-Stirnrad (24b). Hierdurch
werden die Blätter solange flach verstellt, bis die Startdrehzahl erreicht ist, d. h. Fliehkraft
und Federkraft im Gleichgewicht sind und damit das Klauenrad (25) außer Eingriff kommt.

Der entsprechende Vorgang spielt sich beim Umschalten von Reise- auf Startdrehzahl
ebenfalls bei einmaligem Drücken ab. -

Aufgelöste Endkontrolle bei der Fließfertigung. Wenn in der Reihenfertigung eines be-
stimmten Teiles mit mehreren Prüfplätzen gearbeitet wird, so werden diese zweckmäßig
nicht erst am Ende, sondern schon. zwischen den Arbeitsgängen angeordnet. Der Prüf-
aufwand kann dadurch auf die Fertigungseigenheiten abgestimmt werden und läßt auf diese
Weise zahlreiche Einsparungen zu. Der Prüfer führt damit für den ihm zugewiesenen Ab-
schnitt die Zwischenprüfung als Fertigprüfung der bis dorthin ausgeführten Arbeitsgänge
anı Werkstück durch. Er bestätigt die richtige Bearbeitung innerhalb des von ihm über-
wachten Fertigungsabschnittes, indem er an der für seinen Prüftakt bezeichneten Stelle des
Werkstückes seinen Stempel anbringt. Nach. Beendigung des Fertigungsvorganges ist beim
letzten Arbeits- und Prüftakt das Teil auch schon endgeprüft. Durch die zwischen die Fer-
tigung geschalteten Prüftakte werden alle Vorteile der Zwischenprüfung praktisch ohne
jeglichen Mehraufwand erzielt.

Die erforderliche Prülsicherheit ist bei diesem Verfahren aber erst gegeben, wenn in
einer Fließ- oder Zwangstaktfertigung gearbeitet wird und die Prüfungen organisch in die
Fertigung eingegliedert werden; denn dann müssen die Werkstücke zwangsläufig die zwi-
schengeschalteten Prüfplätze durchlaufen. Die Abb. zeigt das Beispiel eines am Taktband
zwischengeschalteten Prüfplatzes, der im vorliegenden Falle auf einfache Weise mit Hilfe
einer von den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken entwickelten Lichtsignaleinrichtung
mechanisiert wurde. Die Prüfeinrichtung kann dabei gleich an dem Taktband, das die
Bearbeitungsmaschinen verbindet, angebracht werden, so daß dieses den Prüfling durch
die Lichtsignaleinrichtung befördert. Die Durchmesser werden in dem üblichen Zweipunkt-
verfahren gemessen. Dabei sind die Taststifte so angeordnet, daß die festen Anschläge
immer wechselweise — einmal an der rechten und dann an der linken Seite — angebracht
sind. Sie stehen um einen geringen Betrag vor; hierdurch wird dem Werkstück von Meß-
stelle zu Meßstelle eine geringe Zickzackbewegung erteilt und damit jedesmal eine ein-
wandfreie Anlage gewährleistet.

Das Prüfgerät wird vor dem Eintritt in die Lichtsignaleinrichtung von dem Prüfkörper
selbst eingeschaltet. Die Taststifte betätigen Meßkontakte, die auf der Zeichnung a des Prüf-
körpers farbige Lichtsignale erscheinen lassen. Je nachdem, ob das Werkstück b an einer
Maßstelle zu dick, zu dünn oder gut ist, leuchten entweder rechts, links oder in der Mitte
Pfeile, gelb, rot oder grün auf. Nach
Durchlaufen aller Meßstellen bleibt vor
der Zeichnung a stehen, bis der zugeord-
nete Prüfer das Ergebnis abliest und das
Werkstück freigibt oder aussondert. Da-
nach erlöscht der Prüfer die Lichtsignale
und gibt die Prüfeinrichtung für einen
neuen Prüfkörper frei, der mit dem näch-
sten Takt durch die Prüfeinrichtung ge-
fördert wird.

Im Taktband eingeschalteter Prüfplatz.
Je nachdem, ob das Werkstück an der
Meßstelle zu dick, zu dünn oder gut ist,
leuchten entweder rechts, links oder in
der Mitte Pfeile gelb, rot oder grün auf.
b\ Lichtzeichnung des Werkstückes,

b) Prüfling, c) Taktband.
Werkbild (JFM)

Seite.62.° „FLUGSPORT“ Nr. 4/1944, Bd. 36

Wenn die zulässigen Toleranzen groß genug sind, kann das Taktband als Unterlage
benutzt werden. Wird eine höhere Prüfgenauigkeit als 0,1 mm gefordert, muß der Körper
auf eine einwandfreie Unterlage geschoben und mit an dem Taktband befindlichen Rasten
oder mit Vorschubgabeln durch die Prüfeinrichtung gezogen werden.

Kai]

ill \ 2 \ IERESEIT ENTER an nnchtenan
I N." |
: /

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ver-
lieh der Führer an: Major Rudel, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer
an: Major Streib, Kommodore eines Nachtjagdgeschw., Generallt. Heidrich, Kommandeur
einer Fallschirmjäger-Division, Obst. Dr. Ernst Kupfer, Kommodore eines Schlachtgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. E.
Tratt (}), Gruppenkommandeur..i. e. Zerstörergeschw., Hptm. Jabs, Gruppenkommandeur
i. e. Nachtjagdgeschw., Major Joppe, Kommodore eines Kampfgeschw., Major Schmitter,
Kommandeur i. e. Kampigeschw., Major Dr. Otte, Kommandeur i. e, Schlachfilieger-
geschw., Major Bätcher, Gruppenkommandeur i. e. Kampfgeschw., Hptm. Grilawski,
Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Major Rudorfer, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Oblt. Lang, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Lt. Kittel, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Major
Schönert, Kommandeur i. e. Nachtjagdgr., Major Herget, Gruppenkommandeur i. e. Nacht-
jagdgeschw., Lt. Hafner, Flugzeugt. i. e. Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Berberich, Staffelkapt.
1. e. Sturzkampfgeschw., Ofw. Weiß, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., Oblt. Paulsen,
Stafielkapt. i. e. Kampfgeschw., Ofw. Bauer, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., Generallt.
Ul. Keßler, Fliegerführer, Oblt, E. Bader, Beobachter i. e. Nahaufklärerstaffel, Oblt.
Jäschke, Staffelf. i. e. Schlachtgeschw., Hptm. Strobel (r), Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw.,
Ofw. Doebele, Flugzeugf. i. e. Kampfgeschw., Oblt. Klaus, Staffelf. i. e. Jagdgeschw.,
Oblt. Andorier, Staffelf. i. e. Sturzkampfgeschw., Ofw. Philipp, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw.,
Oiw. Kollak, Flugzeugf. i. e. Nachtjagdgeschw., Oblt. Roth, Flugzeugf. i. e. Kampfgr.,
Oiw. Krohn, Bordfunker i. e. Sturzkampigeschw., Oblt. Leopold, Staffelkapt. i. e. Kampf-
geschw., Lt. Fönnekold, Flugzeugt. i. e. Jagdgeschw.

Woli-Dietrich Wilcke, Oberst, Eichenlaubträger mit Schwertern, Kommodore eines
Jagdgeschw., im Luftkampf tödlich abgestürzt.

Siegfried Schnell, Hptm., Eichenlaubträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Heldentod.

Egmont zur Lippe-Weißenfeld, Major, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e.
Nachtjagdgeschw., Fliegertod.

Gerhard Loos, Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelf. i. e, Jagdgeschw., Fliegertod.

Heinrich Wohlers, Major, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagd-
geschw., Fliegertod.

Ernst v. Weyrauch, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Kampigeschw., Helden-

tod.

Prof. Franz Linke, Direktor des Universitätsinstituts für Geophysik und Meteorologie,
Pionier der deutschen Luftschiffahrt, am 22, 3. 44 dem Terrrorangriff auf Frankfurt a. M.
zum Opfer gefallen.

Ausland.

Japan. Luftwaffe flog vom 29. 3. bis 1. 4. mehrere scharfe Angriffe gegen starke feindl.
Flotteneinheiten. Dabei wurden 2 Kreuzer und ein Flugzeugträger versenkt, 2 Schlacht-
schiffe und ein anderes großes Kriegsschiff sowie mehrere weitere Schiffe schwer be-
schädigt oder in Brand gesetzt.

Zwischen dem 30. 3 und dem 1. 4. versuchte die feindl. Luftwaffe mehrfach japan. Stel-
kungen auf den Palau-Inseln anzugreifen. Bei diesen Operationen wurden annähernd 80
feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Nr. 4/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 63

General. Yun Ushirogu, Kriegsrat und stellv. Chef..des Generalstabes des Heeres,

gleichzeitig zum Generalinspekteur der Heeresluitilotte und zum Chef des Hptgrt. der

Heeresluftflotte ernannt worden, gab das Kriegsministerium am 28. 3, bekannt.
Thomas Lynch, Oblt., USA-Flieger, gefallen. Mit 20 Abschüssen stand er an der Spitze

‚der erfolgreichste USA-Flieger.

Japan. Marineflieger griffen in der Nacht zum 11. 3, eine größere Gruppe feindl. Tor-

"pedoboote an der Südküste der Insel Bougainville an und konnten in kurzer Zeit 4 dieser

Boote versenken.
O. C. Wingate, engl. Generalmajor, Befehlshaber der anglo-amerikan. Luftlandetrup-
pen, die in den Kämpfen mit den Japanern in Mittelburma eingeschlossen wurden, gefallen.
Luftverkehr zwischen Liverpool und Dublin, irische Hauptstadt, wurde am 15. 3, 44

Führerhptart., 12. 3. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtflugzeuge erzielten Treffer in den
Hafenanlagen von Anzio und beschädigten ein feindl. Transportschiff von 2000 BRT
schwer. — Nordamerikan. Bomberverbände griffen am 11. 3. die Städte Padua, Florenz und
Toulon an. In heftigen Luftkämpfen und durch Marineflak verlor der Feind bei diesen
‚Angriffen 30 Flugzeuge, davon 11 durch italien. Jäger. — Im Schutz geschlossener Wolken-
decke warfen nordamerikan. Terrorbomber am Vormittag des 11. 3. Bomben im Raum von
Münster. Die entstandenen Schäden sind gering. — Einige feindl. Störflugzeuge griffen in
der letzten Nacht Orte in Westdeutschland an. Flakartillerie vernichtete 3 dieser Flugzeuge.

Führerhptagrt., 13. 3. 44 (DNB) OKW.: Eine Schlachtfliegerstaffel unter Führung von
Hptm. Ruffer zeichnete sich ebenfalls besonders aus. — Brit. Bomben- und Torpedoflug-
zeuge griffen am 12. 3. in spanischen Hoheitsgewässern vor der Ebromündung den deutschen
Dampfer „Kilissi“ an. Das Schiff geriet in Brand und ging verloren. — Einige brit. Stör-
flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland. —
Deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele an der Südküste Englands an.

Führerhptart,, 14. 3. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen
über dem Landekopf von Nettuno sieben feindl. Flugzeuge ab. — In der letzten Nacht
warfen brit. Störflugzeuge Bomben im westdeutschen Raum. — Deutsche Kampfflugzeuge
griffen mit gutem Erfolg Ziele an der südengl. Küste an.

Führerhptart., 15. 3. 44 (DNB.) OKW.: Nordamerikan. Bomberverbände führten erneut
einen Terrorangriff gegen die Stadt Rom. In mehreren Stadtteilen entstanden schwere Zer-

L.

Eichenlaubträger 1. Reihe v. I. n. r.: Major Seiler, Major Wiese, Major Joppe, Hptm. Jabs.

"ger 1. Re i tm. Ädemeit.
2, Reihe: Obstl. Hrabak, Major Dr. Otte, Major Schmitter, Hp m lan da)

Seite 64 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1944, Bd. 36

störungen und Verluste unter der Bevölkerung. — In der vergangenen Nacht griffen deutsche

-Kampfgeschw. mit guter Wirkung die Hafenanlagen von Neapel sowie feindl. Schiffsziele
vor Neapel an. 4 Transporter mit 18000 BRT. wurden schwer getroffen. In Nachschublagern
entstanden Zerstörungen und ausgedehnte Brände. — Einige brit. Störflugzeuge warfen in
der letzten Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Starke Verbände unserer Luft-
waffe griffen in der Nacht zum 15. 3. erneut London an. Der Massenabwurf von Spreng-
und Brandbomben rief umfangreiche Zerstörungen und zahlreiche Großbrände im Stadt-
gebiet hervor. j

Führerhptart., 16. 3. 44 (DNB.) OKW.: Über dem Raum von Cassino wurden durch
Jäger und Flakartillerie 6 feindl. Flugzeuge vernichtet. — In den Mittagsstunden des 15. 3.
drang ein nordamerikan. Bomberverband unter starkem Jagdschutz in den Raum von Braun-
schweig vor und warf bei meist geschlossener Wolkendecke Bomben auf mehrere Orte. Die
entstandenen Schäden und Verluste sind gering. — Brit. Terrorbomber flogen in der ver-
gangenen Nacht nach Südwestdeutschland ein und griffen das Stadtgebiet und mehrere
Vororte von Stuttgart an. — Bei diesen Angriffen verlor der Feind 66 Flugzeuge, darunter
57 viermotor. Bomber. — Einige brit. Störflugzeuge warfen Bomben im Rhein-Ruhr-Gebiet.
— Deutsche Kampfflugzeuge griffen in den späten Abendstunden des 15. 3. Ziele im Raum
von London an.

Führerhptart., 17. 3. 44 (DNB.) OKW.: Ein deutscher Kampffliegerverband griff in der
letzten Nacht mit guter Wirkung Schiffe vor Nettuno und das Hafengebiet an. Dabei wurde
- ein Transportschiff von 6500 BRT versenkt, ein Zerstörer, ein großes Landungsfahrzeug
und 2 Transporter mit 9000 BRT. schwer beschädigt. Außerdem wurden Treffer auf der
Mole und den Hafenanlagen sowie zwischen Landungsfahrzeugen erzielt. — Unter starkeın
Jagdschutz flogen am Mittag des 16. 3. nordamerikan. Bomber in Süddeutschland ein. Bei
meist geschlossener Wolkendecke warfen sie auf zahlreiche Orte Spreng- und Brandbomben,
vor allem auf Augsburg und Ulm. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen vernichteten
deutsche Luftverteidigungskräfte 36 der angreifenden Flugzeuge, darunter 23 viermotor.
Bomber. — Einige brit. Störflugzeuge .warfen in der vergangenen Nacht Bomben in West-
deutschland.

Führerhptart., 18. 3. 44 (DNB.) OKW.: Im Seegebiet von Vardör griff ein Verband
sowj. Bomben- und Torpedoflugzeuge 3mal erfolglos ein deutsches Geleit an. Von etwa 60
anfliegenden feindl. Flugzeugen wurden 37 im Luftkampf, 7 weitere durch Bordflak abge-
schossen. Das Geleit setzte ohne Schäden seinen Marsch fort. — Ein feindl. Bomberverband
fiog bei unsichtigem Wetter am Mittag des 17. 3. in den Donauraum ein und warf ohne Erd-
sicht weit verstreut Bomben im Raum von Wien. Die Schäden und Verluste sind gering.
Über der Ostmark und dem italien. Raum wurden bei schwierigen Abwehrbedingungen
y) feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Einige brit. Störflugzeuge warfen in der letzten Nacht
Bomben im rheinisch-westf. Gebiet. — Deutsche Flugzeuge griffen in den Abendstunden
des 17. 3. Einzelziele in London an.

Führerhptart., 19. 3. 44 (DNB.) OKW.: Gegen Cassino setzte der Feind seine von Kampf-
fliegern unterstützten starken Angriffe fort. Sie wurden mit wirksamer Unterstützung durch

Schlachtflieger in harten Kämpfen abgeschlagen. — Nordamerikan. Bomberverbände führ-
ten erneut einen Terrorangriff gegen die Stadt Rom. Im Stadtzentrum und in Wohnvierteln
entstanden große Schäden und Personenverluste. — Die brit.-nordamerikan. Bomber erlitten

in den letzten 24 Stunden bei Angriffen gegen das Reichsgebiet und gegen Stützpunkte in
Oberitalien schwere Verluste. 98 feindl. Flugzeuge, darunter 83 viermotor. Bomber, wurden
vernichtet. Bei Tage wurden in den Wohnvierteln der Städte München und Friedrichshafen,
in der vergangenen Nacht in Frankfurt a. M. durch die feindl. Terrorverbände Schäden
und Verluste unter der Zivilbevölkerung verursacht. — Störangriffe brit. Flugzeuge rich-
teten sich gegen Mittel- und Westdeutschland.

Führerhptart., 20. 3. 44 (DNB.) OKW.: In den Abendstunden des 19. 3. beschädigte ein
Verband deutscher Torpedoflugzeuge beim Angriff auf ein feindl. Geleit vor der nordafrikan.
Küste 5 beladene Frachter mit über 30 000 BRT. — Schwächere nordamerikan. Bomberver-
bände flogen am gestr. Tage bei unsichtigem Wetter von Süden nach Südostdeutschland ein und
warfen an mehreren Stellen Spreng- und Brandbomben. Die Schäden und Verluste sind gering.
35 feindl. Flugzeuge, darunter 24 viermotor. Bomber, wurden vernichtet. — In der letzten
Nacht warfen einige brit. Störflugzuge Bomben in Westdeutschland und im Raum von Berlin.
— Deutsche Kampfgeschw. griffen den brit. Hafen Hull mit zahlreichen Spreng- und Brand-
bomben an. In den Zielräumen entstanden ausgedehnte Brände und schwere Zerstörungen. —
Durch Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak wurden in der Zeit vom
11. bis 20. 3. 41 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptart., 21. 3. 44 (DNB.) OKW.: Unsere Luftwaffe fügte mit starken Kampf-
und Schlachtfliegerverbänden auf den Dnijestr vorrückenden Bolschewisten hohe Menschen-
und Materialverluste zu. — In den Mittagsstunden des 20. 3. flogen nordamerikan. Bomber-
verbände mit starkem Jagdschutz nach Südwestdeutschl. ein und führten Terrorangriffe auf
Mannheim, Ludwigshafen sowie Vororte von Frankfurt a. M. Hierbei, sowie bei Ein-
flügen in die besetzten Westgebiete und an der italien. Front wurden 24 feindl. Flugzeuge
vernichtet. Einige feindl: Flugzeuge unternahmen Störflige über dem Ruhrgebiet und über
Süddeutschland. .

Nr. 4/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 65

Führerhptart., 22. 3. 44 (DNB.) OKW.: Störangriffe fdl. Flugzeuge richteten sich in der
verg. Nacht gegen Orte im rheinisch-westf. Raum. — Ein erneuter Großangriff schwerer deut-
scher Kampffliegerverbände gegen London verursachte durch Massenabwurf von Spreng- und
Brandbomben wieder ausgedehnte Brände und Zerstörungen.

„ Führerhptart., 23. 3. 44 (DNB.) OKW:: Nordamerikan Bomberverbände griffen am
22. 3. unter Ausnutzung einer geschlossenen Wolkendecke die Reichshauptstadt an und war-
ten ohne Erdsicht wahllos Spreng- und Brandbomben auf mehrere Wohngebiete. Trotz un-
günstiger Abwehrbedingungen wurden durch Flakartillerie 19 feindl. Flugzeuge, darunter
13 dmotor. Bomber, abgeschossen. — Nach Störangriffen einiger feindl. Flugzeuge auf Orte
in Mitteldeutschl. unternahmen brit. Bomberverbände in der letzten Nacht Terrorangriffe
auf Orte des Rhein-Maingebietes, bes. auf Frankfurt a. M. Im Stadtgebit entstanden be-
trächtliche Schäden, Die Bevölkerung hatte Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie ver-
nichteten hierbei 55 viermotorige Terrorbomber. — Oblt. Becker, Flugzeugführer in einem
Nachtjagdgeschwader, schoß in einem Einsatz allein 5 feindl. Bomber ab. — Deutsche Kampf-
flugzeuge griffen Einzelziele in London mit guter Wirkung an. — Sicherungsfahrzeuge der
Kriegsmarine brachten vor der holl. Küste von 3 erfolglos angreifenden feindl. Fluzeugen
2 zum Absturz und schossen das 3. in Brand.

Führerhptart., 24. 3. 44 (DNB.) OKW.: Über dem finn. Meerbusen schossen Wachfahr-
zeuge der Kriegsmarine ohne eigene Verluste aus mehreren angreifenden Bomberwellen

Ritterkreuzträger 1. Reihe v. I. n. r.: Oblt, Hulsch, Fw. Griebel, Oblt. Pölz, Hptm. Lein-
gartner. 2. Reihe: Hptm. Lechner, Obl. Sattler, Ofw. Kirn, Major Zauner. 3. Reihe: Oblt.
Haker, Hptm. v. Weyrauch, Hptm. Heute, Generalmajor Hermann Plocher.

Weltbild (1

Seite 66 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1944, Bd. 36
3 Flugzeuge ab. — Eine Schlachtfliegergruppe unter Hptm. Walter u. eine Nahaufklärergr.
unter Hptm. Proll haben sich in den letzten Kämpfen bes. ausgezeichnet. — In den frühen

Morgenstunden des 23. 3. griffen deutsche Kampfflugzeuge den feindl. Inselstützpunkt Lissa
arı der Adriaküste an. Neben umfangreichen Zerstörungen im Hafengebiet wurden 8 Frach-
tensegler durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Nordamerikan. Bomberverbände griffen
am Vormittag des 23. 3. Orte des nord-, west- und mitteldeutschen Raumes an.. Luftvertei-
digungskräfte vernichteten 51 feindl. Flugzeuge, darunter 44 viermotor. Bomber. — In der
vergangenen Nacht überflogen einige feindl. Störflugzeuge Nordwest- und Südwestdeutsch-
land. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen auch gestern wieder Einzelziele im Stadtgebiet
von London mit guter Wirkung an. — Vor der westnorwegischen Küste schossen Siche-
rungsfahrzeuge eines deutschen Geleits von 14 erfolglos angreifenden brit. Torpedoflug-
zeugen 5 ab. 3 von ihnen brachte ein kleines, unter der Führung des Oberbootsmannes Böhme
stehendes Boot zum Absturz.

Führerhptart., 25. 3. 44 (DNB.) OKW.: Über dem ital. Raum wurden gestern 12 feindl.
Flugzeuge abgeschossen. — Nordamerikan. Bomberverbände flogen am 24. 3. in das Rhein-
Maingebiet ein und warfen Bomben auf mehrere Orte, bes. auf Frankfurt a. M. Unter
schwierigsten Abwehrbedingungen wurden 9 feindl. Flugzeuge vernichtet. — Bei einem er-
neuten Terrorangriff auf die Reichshauptstadt in der Nacht zum 25. 3. hatten die brit.
Terrorflieger schwerste Verluste. 112 viermotorige Bomber wurden vernichtet. In verschie-
denen Wohngebieten von Bin. entstanden Brände und Zerstörungen. Die Bevölkerung hatte
Verluste. — Starke Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge griffen in der vergan-
genen Nacht wiederum London an. Der zusammengefaßte Angriff verursachte starke Ex-
plosionen u. zahlreiche Brände, die sich noch während des Angriffs zu Flächenbränden er-
weiterten. — Einige brit. Störflugzeuge überflogen das westdeutsche Grenzgebiet. — In den
Morgenstunden des 24. 3. wehrten Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine im Kanal mehrere
Jagdbomberangriffe erfolgreich ab. — Deutsche U-Boote schossen aus Geleitzügen im Nord-
atlantik u. Mittelmeer 3 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptart., 26. 3. 44 (DNB.) OKW.: Einige feindl. Störflugzeuge drangen in der ver-

gangenen Nacht nach Westdeutschland und in den Raum von Berlin vor.

Führerhptart., 27. 3. 44 (DNB.) OKW.: Am mittl. Dnijestr. fügten Schlachtflieger-
geschw. den vordringenden Sowjets schwerste Verluste zu. — Maj. Rudel, Gruppenkom-
mandeur i. e. Schlachtfliegergeschw., vernichtete im Süden der Ostfront an einem Tage
17 feindl. Panzer. — Nach Tagesvorstößen nordamerikan. Bomber gegen Südostdeutschland
griffen brit. Terrorflieger in der vergangenen Nacht das Ruhrgebiet an. Durch Abwurf zahl-
reicher Spreng- und Brandbomben entstanden besondes in Wohntierteln von Essen und Ober-
hausen Schäden und Verluste unter der Bevölkerung. Luftverteidigungskräfte vernichteten
hei diesen Angriffen und über den besetzten Westgebieten unter schwierigen Abwehrbedin-
gungen 17 feindl. Bomber.

Führerhptart., 28. 3. 44 (DNB.) OKW.: Zwischen Dnjestr. und Pruth griffen starke
deutsche Schlachtfliegerkräfte in die Kämpfe ein. Dabei vernichtete Major Rudel wiederum
9 feindl. Panzer. Er hat damit in mehr als 1800 Einsätzen allein 202 feindl. Panzer vernichtet.
— Deutsche Schlachtflugzeuge bekämpften feindl. Schiffsziele vor Anzio mit gutem Erfolg.
Ein Frachter wurde versenkt, 3 weitere beschädigt. — Bei der Abwehr feindl. Luftangriffe
auf deutsche Flugplätze in Nüdwestfrankreich wurden am 'gestr. Tage 20 nordamerikan.
Flugzeuge abgeschossen. — Einige feindl. Störflugzeuge Urangen in der letzten Nacht in das
rheinisch-westfälische Industriegebiet vor. — Starke deutsche Kampfgeschw. führten in der
Nacht zum 28. 3. einen schweren Angriff gegen Bristol. Durch den Abwurf einer großen Zahl
von Spreng- und Brandbomben entstanden bereits während des zusammengefaßten Angriffes
umfangreiche Zerstörungn unuü Großbrände im Zielgebiet.

Führerhptart., 29. 3. 44 (DNB.) OKW.: Wachfahrzeuge der Kriegsmarine schossen über
dem finnischen Meerbusen 3 sowj. Bomber ab. — Ein starker Verband deutscher Kampf-
fugzeuge griff in den Abenstunden des 28. 3, erneut den feindl. Inselstützpunkt Lissa an.
Im Hafengebiet und in Verteidigungsanlagen entstanden schwere Zerstörungen. Kampf-
fähren der Kriegsmarine wehrten im Golf von Genua Angriffe brit. Schnellboote ab und
beschädigten eines der Boote so schwer, daß mit seiner Vernichtung zu rechnen ist. Deutsche
und italien. Jäger brachten über Norditalien 12 nordamerikan. Flugzeuge zum Absturz. —
Über den besetzten Westgebieten vernichtete Flakartillerie der Luftwaffe gestern 7 feindl.
Flugzeuge. Flakartillerieverbände des Feldluftgaukommandos Belgien-Nordfrankreich haben
sich durch die Vernichtung von über 1000 feindl. Flugzeugen besonders bewährt.

Führerhptart., 30. 3. 44 (DNB.) OKW.: Wachfahrzeuge der Kriegsmarine brachten über
dem finnischen Meerbusen erneut 3 sowj. Bomber zum Absturz. — Vor Anzio und an der
nordafrikan. Küste wurden durch Schlacht- und Torpedoflugzeuge 3 feindl. Handelsschiffe
mit 18000 BRT. beschädigt. — Über dem italien. Raum verlor der. Feind durch deutsche und
italien. Jäger sowie durch Flakartillerie 11 Flugzeuge. — Ein nordamerikan. Bomberverband
drang am Mittag des 29. 3. unter starkem Jagdschutz nach Mitteldeutschland vor und warf
Bomben im Raum von Braunschweig. Die entstandenen Schäden sind gering. In heftigen
Luftkämpfen wurden bei ungünstigen Abwehrbedingungen 3 feindl. Flugzeuge, darunter
12 viermotor. Bomber, vernichtet. — In der letzten Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge
Bomben in West- und Norddeutschland. — Der Kommodore eines Jagdgeschw., Obst. Wilke.
der für 155 Luftsiege vom Führer mit dem Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des

brecherkontakte zurückzuführen.

Nr. 4/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 67

Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden war, fand im Luftkampf den Heldentod. Mit ihm
verliert die deutsche Luftwaffe einen ihrer hervorragendsten Jagdflieger und Verbandsführer.
Führerhptart., 31. 3. 44 (DNB.) OKW.: In der letzten Nacht errangen unsere Luftver-
teidigungskräfte bei der Abwehr brit. Terrorangriffe auf Nürnberg ihren bisher größten Er-
folg. Sie verhinderten die Durchführung eines zusammengefaßten Angriffes und vernichteten
132 viermotor. Bomber. Im Stadtgebiet von Nürnberg und in einigen anderen Orten Süd-
deutschlands entstanden Schäden und Verluste unter: der Bevölkerung. — Oblt. Becker,
TFlugzeugf. i. e. Nachtjagdgeschw., errang in dieser Nacht erneut 7 Luftsiege. —- Störangriffle
einiger feindl. Flugzeuge richteten sich gegen Westdeutschland. — Schnelle deutsche Kampf-
flugzeuge griffen Ziele in London und an der engl. Südküste an. — Sicherungsfahrzeuge eines
deutschen Geleits, Marinefllak und zum Begleitschutz eingesetzte Jäger schossen vor der
westnorweg. Küste von 18 erfolglos angreifenden brit. Torpedoflugzeugen 7 ab. — Unsere
Unterseeboote schossen im Atlantik und im Indischen Ozean 2 feindl. Bomber ab.

=

Rekordilug meines Schwingenilugmodells mit Benzinmotor.
Bei der Schlußprüfung des Preisausschreibens zur Förderung des Modellfluges am

Schwingenflugmodell von Ing. Stampa in Tandem-Bauart.

1. 10. 43 in Wartin stellte mein Schwingflug-
modell mit Benzinmotor bei einem Prüfungs-
flug zwei neue deutsche Bestleistungen auf.
Bei leichtem Westwind und wolkenlosem Him-
mel startete das Flugmodell auf einer ausge-
legten Bahn vom Boden. Brennstofi- und Kühl-
wasservorrat waren für einen Kraftilug von
35 min bemessen. In großen Linkskurven und
langsam steigend entfernte sich das Flug-
modell in östlicher Richtung vom Flugplatz.
Nach 15 min Flugdauer hatte es eine Höhe
von etwa 200 m erreicht. Nun verlangsamte
sich die Drehzahl des Motors und das Flug-
modell setzte zur Landung an. Die Landung
erfolgte bei Sommersdorf auf einem Sturz-
acker und konnte einwandfrei von zwei Lei-
stungsprüfern beobachtet werden Die Flug-

"0"

i
{rl

dauer beträgt 16 min 48 sek. Für die zurück-
gelegte Strecke wurden 5,25 km festgestellt.
Beide Leistungen wurden zur Anerkennung als
deutsche Bestleistungen bei der Korpsführung
der NSFK eingereicht. Die vorzeitige Lan-
dung ist auf Verschmutzung der Unter-

Schwingenflugmodell mit Kratmo 10.
Zeichnung Flugsport

Lv
R
>

2500
2500
3030

K- I — — 1800 =

=

Seite 68

„FLUGSPORT“

36

„FLUGSPORT“

Nr. 4/1944, Bd.

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Schwerpunkt angeordnet und werden von einem wassergekühlten „Kratmo 10“ über ein
Schneckengetriebe angetrieben. Die Schlagzahl beträgt 250 min. Die Zelle ist aus Balsaholz
hergestellt und wiegt 850 g. Das Antriebsaggregat Motor, Getriebe, Wasserkühler und
Schwingen ist in einem Getriebekasten zusammengefaßt und läßt sich mit einem Handgrifi
aus dem Rumpf herausnehmen. Das Abiluggewicht mit 160 g Kraftstoff, 160 g Kühlwasser
und zwei Batterien beträgt 2620 g. Bei 175 dm? Gesamtilügelfläche ergibt das eine Flächen-

belastung von 15 g/dm?.

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11. Argus As 410; 12. Junkers Jumo 210; 13. Junkers Jumo 211 B/D; 14. Daimler-Benz

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Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8 (Deutschland).

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Nr. 5

GEGRÜNDET 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON
OSKARURSINUS CIVIL-JNG.

Großflugboot
Blohm & Voß,
BV 222 „Wiking”

Junkers Flugzeuge
mit Überdruckkammern,

N der Leica.

| Bombentrefferbilder mit
|
|
|

j Selbsttätige
| Prüfmaschinen.

Fühlhebeimeßnadel

Splinthebezange

Flugrundschau

Luftwaffe

Stand der Segelllug-

lo:ch 1 EBREER

' 7

Luftpost

- „FLUGSPORT“-

‚ Erscheinungstage

1944
- XXXVI. Jahrgang
Nr. Datum

& 14. Juni

7 12. Juli

8 16. August

9 13. September

ä 10 18. Oktober

Fa 11 15. November -
12 13. Dezember

‚Preis 80 Pfg.

Printed in Germany °

VER
FLUGZEUGE

- PIONIERE. DER WELTLUFTFAHRT

pe deuischer Wertarbeit -
allen fünf Erdteilen

| der Gothaer Waggonfobrik, Aktienger

ERS FLUGZEUG- UND MOTORENWERKE A.G.

h. \
GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEO.
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adresse: Redaktion und Verlag „Flugsport”, Frankfurt am Main, Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatlichem Erscheinen 2,40 RM

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 5 17. Mai 1944 XXXVI. Jahrg.

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 14. Juni 1944

 Großflugboot Blohm & Voss, BV 222 „Wiking“.

Mit den sechsmotorigen Flugzeugen Blohm & Voss BV 222 „Wiking“,
einer Konstruktion des erfolgreichen und bekannten Chefkonstrukteurs der
Abteilung Flugzeugbau der Hamburger Firma, Dr.-Ing. Richard Vogt, hat
Blohm & Voss der deutschen Luftwaffe ihre derzeit größten Seeflugzeuge
geliefert. Die Maschinen haben sich bereits an allen Fronten im Finsatz
bewährt. Tausende von Verwundeten und mehrere Divisionen wurden mit den

Flugbooten über große Entfernungen befördert, unzähliges Material
transportiert.

Großilugboot Blohm & Voss BV 222 „Wiking“
Seite 70 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

Großilugboot Blohm & Voss BV 222 „Wiking“

Blohm & Voss BV 222 setzt zur Wasserung an. Werkbild (4)

Das Boot ist mit sechs BMW-Motoren Bramo 323 oder sechs Junkers
Jumo 207 ausgerüstet, die ihm große Reichweite und Geschwindigkeit ver-
leihen.

Der Bootskörper weist zwei Stockwerke auf; neben der Besatzung können
auf einem Fluge 100 feldmarschmäßig ausgerüstete Soldaten oder rund 10
Tonnen Güter aufgenommen werden. Die Maschine hat eine Spannweite von
46 m, eine Länge von 37 m, das Fluggewicht beläuft sich auf ca. 50 Tonnen.

Die starke Bewaftnung der BV 222 „Wiking“ mit Kanonen und MGs
inacht sie an allen Fronten zu einem gefürchteten Gegner; erst unlängst konnte
eine Besatzung den Abschuß einer viermotorigen Lancaster für sich verbuchen.

Junkers Flugzeuge mit Überdruckkammern.

Die Möglichkeit der Steigerung der Flugzeuggeschwindigkeit infolge der
geringen Luftdichte in größeren Höhen sucht man nicht nur in der Zivilluft-
fahrt sondern jetzt auch im Kriege auszunutzen. Der Höhenflug stellt eine
Reihe von technischen Anforderungen, die zu erfüllen, erst in letzter Zeit gelun-
gen sind. Hauptaufgabe war hierbei zweckmäßiger Höhenschutz für die Be-
satzung und Sicherstellung der notwendigen Zustellung von Lade- und Kühl-
luft für den Motor. oo Bu

Die Jagd nach Höhenrekorden verzeichnete keine wirklichen sichtbaren
konstruktiven Entwicklungen. Für den Stratosphärenflug ist ‚in den vielen
Ländern verhältnismäßig wenig getan worden. Höhenrekorde bis zu 17000 m

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 71

Höhe wurden ausschließlich mit anderen Mitteln, mit einfachen Sauerstofi-
geräten in Verbindung mit geheizten Anzügen, später mehrfach mit Überdruck-
anzügen ausgeführt. Die letzteren eigneten sich weder für eine allgemeine
Verwendung in der Militär- noch für die Zivilluftfahrt, weil sie der Besatzung
jede Bewegungsfreiheit nahmen. Die Motoren dieser Flugzeuge waren
mit Gebläse ausgerüstet. Die Flächenbelastung wurde durch Vergrößerung der
Flügel verringert. Um gute Steigleistungen zu erzielen, erhielten die Flugzeuge
besonders für den Steigflug gebaute Luftschrauben. Bei diesen Flügen nahm
man so viel Kraftstoff mit, wie gerade zum Erreichen von Rekordhöhen not-
wendig war.

Auch der im Jahre 1929 erreichte Höhenweltrekord von 12 739 m war mit

einfachsten Mitteln mit einer Junkers W 34 ausgeführt worden. Trotz Ver-
ringerung des Leergewichtes und Vergrößerung der Tragflächen um 4 m},
Einbau einer einfachen Heizung und Verwendung von Sauerstoffgeräten er-
kannte man sehr bald, daß wenn man den Stratosphärenflug erfolgreich durch-
führen wollte, Flugzeuge mit einer drucksicheren Kammer entwickelt werden
mußten. Es wurde daher 1927/28 die Ju 49 entwickelt, welche 1931 die ersten
Flugversuche machte.
.. Die Ju 49 haben wir im „Flugsport“ 1942 auf Seite 243 an Hand von
Übersichtzeichnungen, Photographien und Typenbeschreibung veröffentlicht.
Zur Ergänzung bringen wir als Nachtrag mehrere Schnittzeichnungen der
Höhenkammer, damit auch die Fernstehenden einen Begrifi von der Vielseitig-
keit und Schwierigkeit der zu lösenden Aufgabe bekommen.

Das Flugzeug war mit einem besonderen Höhenmotor Junkers L 88 a von
800 PS ausgerüstet, der ein Gebläse für 10,3 km Höhe besaß. Luftdicht ver-
schlossene Magnete und Spezial-Zündkerzen schützten die elektrische Anlage
dieses Motors gegen die in großer Höhe geringere Isolation. Als Lader ver-
wendete man ein Schleudergebläse, dessen zwei Stufen einzeln regelbar waren.
Vor Eintritt in den Motor wurde die verdichtete und stark erhitzte Luft durch
einen Ladeluftkühler rückgekühlt. Als Wasserkühler diente ein Lamellenblock-
kühler, der unter einem Überdruck von 0,7 Atmosphären arbeitete. Um eine
ausreichende Kältebeständigkeit des Kraftstoffes zu erreichen, mischte man
dem Benzin einen hohen Prozentsatz Toluol bei. Als Luftschraube verwendete
man zunächst eine vierflügelige Holzschraube von 5,6 m Durchmesser, die
für günstigste Steigflugleistungen in der Gleichdruckhöhe des Motors berech-
net war. Mit den Vorarbeiten für den Einbau einer Verstell-Luftschraube war
bereits begonnen worden. Um die Sicht nach unten, die durch die geschlossene
Kammer behindert wurde, zu verbessern, stellte man Versuche mit einem Seh-
rohr an, das durch das Flügelmittelstück hindurchging und das vor dem Flug-
zeugführer angebracht war. Das Sehrohr war dem in U-Booten gebräuchlichen
ähnlich. Die Motorbedienung erfolgte von der Kammer aus über ein Oestänge,
das man durch Stopfbuchsen abdichtete.

Links: Ladeluftkühler mit Ölkühler unter dem Rumpf und den Flächen der Ju 49.
Rechts: Eine Versuchsausführung der Höhenkammer mit-dem Stratosphärenflugzeug Ju 49.
Auf der linken Seite Einstiegschottentür.

JFM (6)

Bun

Seite 72 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

s Fahrwerk mußte wegen des großen Durchmessers der Luftschraube
ungewöhnlich hoch sein. Damit der Flugzeugführer sich leichter mit cen
Sonderaufgaben des Höheniluges vertraut machen konnte, war das Baumus ei
so konstruiert worden, daß es leicht zu fliegen war und nur geringe u or
derungen an die Aufmerksamkeit des Flugzeugführers stellte. Großer er
wurde deshalb auf hohe Stabilität um die Längs- und Hochachse und auf gu e
Flugeigenschaften in der Nähe des überzogenen Flügelzustandes ge egt.

Während der gesamten, sich über viele Jahre erstreckenden Erprobung
ereignete sich mit der Ju 49 nicht ein einziger Unfall. Reich waren die Priahrun-
gen, die während dieser Lüge gewonnen wurden und die den Wissenschaftlern

euren in gleichem Maße zugute kamen.
und Wahrend die Ju 10 erprobt wurde, baute Farman in Frankreich, ganz un
abhängig davon, gleichfalls ein Höhenflugzeug mit einer Drurkkammer. S
handelte sich hierbei aber, von der Kammer abgesehen, weniger um eine eU-
konstruktion, sondern um den Umbau des Farman F 190, der mit einem eson-
deren Höhenmotor ausgerüstet wurde. Dieses und ein später gebautes Flug-
zeug verunglückten bei der Erprobung.

Eine beachtliche ausländische Konstruktion war ‘ein 1936 in Belgien

 'gebautes Höhenflugzeug Renard 35. Dieses für 20 Fluggäste bestimmte Flug-
| zeug stürzte jedoch bei seinem ersten Probeflug ab.

Im Jahre 1938 begannen die Franzosen Versuche anzustellen mit einer ab-
gedichteten, also möglichst undurchlässig gemachten Kabine. Auf lese \ eise
konnte man den Sauerstoffgehalt der Luft der Kabine steigern, währen
Druck innen und außen der gleiche blieb. Das hierbei benutzte ugzeug war
ein Farman F 2234, vgl. „Flugsport“ 1939, S. 122, das auf [ost ven nach
Südamerika eingesetzt wurde. Die künstlich Sauerstoff angereicherte amme
war als Erholungsraum für die Besatzung gedacht, während Tlugzeugkti zer,
Bordmonteur und Funker außerhalb saßen und Sauerstofigeräte verwende en.

Die Amerikaner begannen erst 1935 mit den ersten Vorbereitungen ür
ein Höhenflugzeug, nachdem es ihnen 1929 gelungen war, einen I Öhenwelt-
rekord mit 11 930 m aufzustellen, den sie im gleichen Jahr an eutsc land
wieder abgeben mußten. Die Versuche wurden anfangs mit ugzeugen ohn
Druckkabine durchgeführt und dienten nur zur Sammlung von, r ahru gen.
Erst im Jahre 1937, also sechs Jahre nach den ersten Vase S lügen ( S deut

Ö ıge Ü sie eine Lockhee mit e -
schen Höhenflugzeuges Ju 49, rüsteten mit einer ohen
| Bezeichnung Lockhee . Be
mmer aus und erprobten sie unter der >
dee Muster war die Höhenkammer nicht als besondere ke Eee an
je bi t einen Teil des Rumpies. n-
f eingebaut, sondern sie bildete selbs > Rur
Po Flüge bis zu 9000 m Höhe, in deren Verlauf der Kabineninnendruck etwa
iner Höhe von 3500 m entsprach. : un
Die Erfolge mit dem Junkers-Flugzeug Ju 49 hatten in mehreren Tändern
Anlaß zu ähnlichen Versuchen gegeben. Die Schwierigkeiten, le | ierbei über
v | hr groß. Der spätere Bau |
unden werden mußten, waren se ‚Bau
Kabinen für Militärflugzeuge stellte noch, wesentlich größere Kr
issenschaftler. Hier waren die
an Konstrukteur und Wissensc de en über das

ammer bei Schußschäden und p

Schicksal der Besatzung ın der K ei | m und ichem
klä hte Sicht aus der Höhenkamm

abfall lange ungeklärt. Die schlec

die Notwendigkeit die Waffen von der Kammer aus automatisch zu bedienen,
' | | | mmend aus.
sich auf die Entwicklung sehr hemm BR

ee auch mit diesen Fragen hatten sich die Junkers-Werke schon ‚ehr
früh befaßt. Kaum waren die Versuche mit der einmotorigen Ju 49 abgeschlos-
d, 3. Be-

ö . Geräte und Instrumente. 1. Außenwand, 2. Innenwan 3
. Höhenkammer der in 5. Halsspant, 6. Sichelspant, Kopfteil, 7. Sitzepant, 8. Sicher
De Türspant 10. Tür, 11. Klappfenster, 12. feste Fenster, 13. Troc nungsgerä
spant, unten, 14, Wärmeschutzschicht, 15. Aussparung für Flügelholm, 16. „öhenkammer e
für Fenster, Sehrohr 18. Trocknungsgerät für Sehrohr, 19. Steuersäule, A. 1 öhenzteuerungs-
festigung, 1T Fri Quersteuerungsdurchführung, 22. SeitensteuerungsdurehIhrung, FR ei an
man 24 Höhenflossentrimmung, 25. Instrumentenbrett für Flugzeugführer, .

ruder , .

ompaß, 27. Bordu Ö e 9. F 30. Längsneigungsmesser, 31. W ende-

K p hr, 28. Höhenmesser, 29. Fahrtmesser, ul 1 "

zeiger 32 Drehzahlmesser I. Getriebestufe, 33. Drehzahlmesser, Motorwelle, 34. Höhenkammer
18 3 .

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 73

druckmesser, 35. Schalendruckmesser, 36. Thermometer-Wasser vor dem Kühler rechts, 37.
Verdichterdruckmesser, 38. Öldruckmesser für Getriebe, 39. Öldruckmesser für Motor, 40.
Druckölzulauf für Verdichter, I. Stufe, 41. Druckölzulauf für Verdich

‚ linker Tank, 57. Kraftstoffvorratsmesser, rechter Tank,
59. Anlaßflaschen-Manometer, 60. Differenz-
nbrett für zweiten Mann, 64. Öldruckmesser
II. Stufe, 68. Thermometer-Kammertemperatur,
69. Belüftungsmeßgeräte, 70. Schreibgerät, Belüftungsmenge, 71. Schreibgerät, Kammerdruck,
Durchführungen, 74. Thermometer-Durch-

trische Kabel-Durchführungen, 77. Fettlei-
tungs-Durchführungen, 78. Manometerleitungs- und Kabel-Durchführungen, 79. Brand- und

Ölhahn, 80. Wasser-Ablaß, 831. Handpumpenbetätigung für Kraftstoffdruck, 82. Ölkühler-
Durchflußregelung, 83. Wasserkühler-Klappenbetätigung, 84. Höhengashebel, 85. Betätigung
T. Verdichterstufe, 86. Betätigung, Normalgas, 87. Betätigung Verdichter II. Stufe, 88. Kon-
trollschalter für Sehrohrheizung, 89. Kontrollschalter für Fahrtmesserdüsenheizung, 90. Kurz-
schlußschalter, 91. Anlasser, 92. Fettpresse, 93, Feuerlöschbetätigung, 95. Überdruckventil, a)
für Außenhant, b) für Innenhaut, 96. Verständigungsgerät, 97. Beleuchtung für Instrumenten-
brett, 98. Schalter für Instrumentenbrett-Beleuchtung, 99. Feuermeldegerät, 100. Handventil
für Pumpe für Öl- und Kraftstoffvorratsmessung, 101. Rückschlagventil, 102. Absperrhahn
für Belüfterluft, 103. Ölfilter, 104. Luftzuführungsschläuche, 105. Reserve-Sauerstoffflasche
mit Dosierungsventil, 106. Druckhalteventil (selbsttätig), 107. Druckregelventile (handbetätigt),
a) für Außenwand, b) für Innenwand, 108. Überdruckventil, 109. Vorderer Klappsitz, 110. Hin-
terer Klappsitz, 111. Armlehne, 112. Rückengurte, 113. Sitzgerüst, 114. Handgriffe, 115. Fuß-
boden, 116. Polsterung, 117. Luftleitung für Fenstertrocknung (mit Absperrhahn), 118. Luft-

leitung für Kreiselbetätigung (mit Absperrhahn), 119. Kreiseldruckregelventil, 120. Luftleitung
für Vorratsmessung.

Schnitt: A-A

T :
Ve T MT
(F I\
Zur Fenster.
trocknung
!

Schnitt: |  schnit:D-D
Seite 74 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

sen, als man mit dem Bau eines zweimotorigen Höhenflugzeuges mit Über-
druckkammer begann. Die mit dem einmotorigen Flugzeug gewonnenen Er-
kenntnisse sollten auf ein mehrmotoriges Baumuster übertragen werden.

Große Spannweite und hohes Seitenverhältnis des Flügels waren charak-
teristisch für das Versuchsflugzeug. Um die Startleistung zu verbessern, wur-
den die Flügelhinterkanten mit einem ausfahrbaren Hilfsflügel (Fowler-Flügel)
ausgerüstet. Dieser wurde so angeordnet, daß die Querruder mit den Lande-
klappen rückwärts geschoben wurden. Einer aerodynamisch günstigen Form-
gebung der Kühlwasseranlage schenkte man besondere Beachtung. Für diese
Zwecke wurde ein Düsenkühler entwickelt, den man an der Vorderseite des
Motors anbrachte und der mit dem Triebwerk eine Einheit bildete. Durch
Klappen konnte die Kühlleistung geregelt werden. oo

Bei der Entwicklung der Höhenkammer suchte man die Sicht dadurch
bedeutend zu verbessern, daß man den ganzen vorderen Teil der Hlöhen-
kammer aus Kunstglas herstellte. Der hintere Teil der Kammer bestand da-
gegen aus Elektronblech. Für die ersten Versuchsflüge wurde eine geschlossene
Metallkammer verwendet, in der man durch Bullaugen dem Flugzeugführer
die notwendige Sicht verschaffte.

Bombentrefferbilder mit der Leica.

Mancher wird sich schon gefragt haben, wie kommen die Aufnahmen aus
der Luft, die sogenannten Zielbilder, beim Einsatz unserer Stukas zustande, um
so mehr, da bei Sturzflug und unter der Einwirkung der feindlichen Jäger keine

Abb. 1—3. Aufnahmemöglichkeiten mit der Leica-Kamera. Atlantic(6)

:s haben
Zeit bleibt, die Aufmerksamkeit auf die Kamera zu richten. In der Praxis ha )
Sich nun insbesondere bei der Verwendung der Leica-Kamera Aufnahmemög-
lichkeiten entwickelt, die ein einfaches Arbeiten ermöglichen. Nachstehend sind
die verschiedenen Möglichkeiten an Hand von Abb. 1—3 dargestellt.

Abb. 4-6. Bombentrefferbilder mit der Leica.

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 75

Wenn die Ju 87 nach dem Bombenwurf wieder hochzieht, photographiert
der Bordfunker seitlich nach hinten durch das Kabinenfenster über das Leit-
werk hinweg die im Ziel explodierenden Bomben. Ist die Abwehr — Jäger und
Flak — sehr stark, so wird der Bordfunker kaum photographieren können.

Abb. 4: Bei der Robot-Kamera werden vor dem Start Belichtung und Ge-
schwindigkeit eingestellt, der Federaufzug gespannt und das Gehäuse in einer
dafür vorgesehenen Öffnung an der Tragfläche der Ju 87 mit Blickrichtung
nach vorn einmontiert. Die Magnetauslösung der Kamera erfolgt durch den

unker.

Abb. 5: Die Motor-Leica, die mit einem Schutzgehäuse versehen ist, ist an
der Bauchseite des Flugzeugrumpfes — Objektiv in Flugrichtung — kurz vor
dem Spornrad angebaut. Durch Auslösung des Magnets vom Funkersitz
beginnt sie wie eine Filmkamera, 4 Aufnahmen je Sekunde, zu laufen.

Abb. 6: ... Ein Bildergebnis! Die schnelle Bildfolge bannt alle Vorgänge
auf den Film. Neben dem angegriffenen Ziel sind gleichzeitig das Fahrgestell
der einmotorigen Ju 87 und die eben ausgelöste Rumpfbombe zu sehen. Hier
werden Fahrzeuge einer Sowjetkampfgruppe angegriffen.

Selbsttätige Prüfmaschinen sollen verhältnismäßig billig in der Anschaffung, allgemein
verwendbar und ohne viel Aufwand umstellbar sein. Nachstehend 2 Beispiele für solche mit
iesten Lehren arbeitenden Einrichtungen, die von den Junkers Flugzeug- und Motoren-
werken entwickelt wurden.

Die Abb. 1 zeigt den Aufbau einer Rollenprüfmaschine, welche die Außendurchmesser
in die Klassen „gut“, „Ausschuß“ und „Nacharbeit“ trennt. Der Fertiger legt seine Teile
nach der Bearbeitung nicht in den Förderkasten, sondern zunächst in die Einlaufrinne a
der Prüfmaschine. Die Gut- und Ausschußkästen b und c sind verschlossen; die darin-
liegenden Teile können nur von einem Überwacher entnommen werden. Dagegen ist der
Nacharbeitskasten d offen; aus ihm können die zu starken Teile wieder herausgenommen
und nachgearbeitet werden. Die im Kasten liegende Stückzahl wird durch ein Zählwerk
festgehalten. Durch die Verwendung von Rachenlehren ist bei denkbar billigem Aufbau
der Maschine eine genügend hohe Meßgenauigkeit vorhanden.

Die Einrichtung arbeitet wie folgt: Die Werkstücke werden aus der Einlaufrinne

Links Abb. 1: Aufbau einer Rollenprüfmaschine zum

Prüfen von Außendurchmessern a) Einlaufrinne für

Prüfstücke, b) Gutkasten, c) Ausschußkasten, d) Nach-

arbeitskasten, e) Tisch, f, h) Rachenlehren, g, i) Aus-
werier, k) Belastungsgewicht.

Unten Abb. 2 u. 3: Prüfmaschine mit Drehtisch für

kurze Rollen. Links: Zuführungsseite; rechts: Prüf-

seite. — a) Drehtisch, b) Auswechselbare Rachen-
lehre, c) Auswerfer, d) Abstreifer.

JFM (3)
Seite 76 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

auf einen Tisch e gehoben und rollen entweder von selbst oder in einem Käfig geführt
in die Ausschußlehre f. Fallen die Teile durch die Lehre, so gelangen sie damit in den
Ausschußkasten, bleiben sie jedoch in der Lehre hängen, so werden sie von einem Äus-
werier g wieder angehoben und rollen zur nächsten Prüfstelle. Die toleranzhaltigen
Werkstücke müssen durch die Gutlehren fallen, während die zu dicken Werkstücke durch
einen Auswerfer i wiederum angehoben werden und dann in den Nacharbeitskasten rollen.
Um bei der Prüfung immer die gleiche Meßkraft zu erhalten werden die Prüflinge mit
einem im Gewicht verstellbaren Belastungsstempel k durch die Rachenlehre gedrückt.
Bei Umstellung auf andere Abmessungen kann der Lehrensatz in einfacher Weise aus-
gewechselt werden. Wenn die runden Werkstücke im Verhältnis zu ihren Durchmessern
nicht zu lang, also genügend standfest sind — z. B. Buchsen, Rollen u. a, m. — kann die
in Abb. 2 u. 3 gezeigte Karusselprüfmaschine angewendet werden.

Auf einem Drehtisch a stehend, müssen die Prüflinge zuerst die Gut- und dann die
Ausschußrachenlehre durchlaufen. Bleiben sie in einer dieser Lehren hängen, so dreht
sich der Tisch unter dem Werkstück weiter. Die Teile fallen dann, unterstützt durch einen
Auswerfer c, durch Aussparungen des Tisches in den entsprechenden Nacharbeits- oder
Gutkasten. Zu schwache Teile, die also beide Rachenlehren durchlaufen, werden schließ-
lich durch einen Abstreifer d dem Ausschußkasten zugeführt.

Auch bei dieser Prüfmaschine werden die Gut- und Ausschußkästen verschlossen,
wenn sie zwischen den Fertigmaschinen aufgestellt wird. Die Prüfmaschine läßt sich, da
als Meßmittel feste Lehren verwendet werden, ebenfalls in wenigen Augenblicken auf
andere Abmessungen umstellen, sofern diese im Durchmesserbereich von 5 bis 45 mm
liegen. Mit dieser Prüfmaschine lassen sich in einer Stunde etwa 4000 Teile prüfen. Diese
Leistungsangabe ist jedoch nur für den Einsatz der Prüfmaschinen in den, Endprüfstellen
wichtig; denn bei ihrer Einschaltung zwischen die einzelnen Arbeitsgänge soll die
Prüfung lediglich nicht länger dauern als die Fertigung des Werkstückes. Der niedrige
Preis gestattet die Anwendung dieser Einrichtung schon bei einer geringen Stückzahl;
die Grenze der Wirtschaftlichkeit für ihren Einsatz dürfte bei 50 Stück liegen.

Fühlhebelmeßnadel für Parallelmeß- und Anreißgeräte wurde von den Arado-Flug-
zeugwerken, an Stelle der starren Tastnadel eingeführt.

Der Grund für die Abschaffung der alten, starren Konstruktion lag in den verschie-
denen, nachfolgend erläuterten Mängeln. Die Einstellung der Tastnadel auf einen
gegebenen Meßpunkt erfolgt im allgemeinen rein gefühlsmäßig. Dadurch ist es praktisch
unmöglich jeden Meßvorgang mit dieser Nadel in immer gleichbleibendem Druck bzw.
Meßgenauigkeit auszuführen. Ist der Auflagedruck so groß, so biegt sich die Nadel durch,
ist er zu gering, so liegt sie nicht genügend auf. Es bleibt stets ein Behelisverfahren,
ob nun der Prüfer durch mehrmaliges Abheben und Beobachten des Lichtspaltes oder
durch das übliche Hindurchschieben eines Papierstreifens zwischen Nadelspitze und
Meßstelle versucht, die erforderliche Meßgenauigkeit zu erzwingen.

Von Arado wurde ein Tastgerät geschaffen, welches die Form einer Reißnadel hat,
dessen Spitze jedoch beweglich gelagert ist und die in ihrer Verlängerung als Zeiger
wirkt, der die Meßgrößenänderung anzeigt.

Die Nadelspitze 1 (s. Abb.) bildet das eine Ende eines doppelarmigen und am Nadel-
schaft 2 schwenkbar gelagerten Hebels 3. Das andere Ende 4 ist entgegen der Spannung
einer Feder 5 auf eine Nullmarke 6 einstellbar, die an einem Anschlag 7 des Schaftes 2
angebracht ist. Der Auflagedruck der Spitze 1 wird durch den stets gleichen Wert der
Feder 5 bestimmt. Er kann beim Messen an der Stellung der Einstellmarke des Hebel-
‚endes 4 zu der Nullmarke 6 auf dem Anschlag 7 festgestellt werden. Der Querschnitt der
Nadelspitze ist keilförmig bzw. messerschneideartig. Dadurch läßt sie sich auch für
Bohrungsmessungen verwenden. Damit man die Nadel auch zum Anreißen benützen kann,
ist das Hebelende .4 durch eine im Anschlag 7 vorgesehene Stellschraube 8 und eine im
Schaft 2 befindliche Schraube 9 auf die Nullmarke 6 feststellbar. Die Nadel läßt sich zu
jedem Meß- bzw. Anreißgerät passend herstellen.

Bei der Einstellung
3 - wird die Spitze der Fühl-
hebel-Meßnadel auf den

Noniusschieber des Hö-
henmeßgerätes solange
verschoben bis der Zei-
ger der Meßnadel auf die
Nullmarken einspielt. Ist
dieses geschehen, so kann
das Meßergebnis an dem

Fühlhebelmeßnadel.
Werkbild Arado

Prüfling gesetzt und der -

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 77

Maßstab des Höhenmeßgerätes abgelesen werden. Für die Messsung des oberen Begren-
zungspunktes einer Bohrung o. dgl. wird die Nadel so in den Halter des Meßgerätes ein-
gespannt, daß die keilförmige Auflagefläche der Nadelspitze oben liegt.

Infolge der durch das Hebelübersetzungsverhältnis gesteigerten Empfindlichkeit wird
der Anzeigebereich von Nonius und Skalenteil des Parallelmeßgerätes wesentlich er-
weitert, die bei einer 50teiligen Noniusskala und einem Hebelübersetzungsverhältnis von
z. B. 1:5 sogar die Genauigkeit der üblichen Meßuhren übertrifft. Hierzu kommt noch,
daß bei ausgesprochener Massenfertigung und kurzer Meßzeit eine Zeigerhebelkonstruk-
tion mit nur 2 Einstellmarken zuverlässiger ist und den Messenden weniger ermüdet als
der ständige herumkreisende Meßuhrenzeiger.

Splinthebezange nach Arado (Schutzrechte angemeldet) zeigt untenstehende Abb. Die
Schenkel 1 und 2.der Zange sind durch den Bolzen 3 zueinander beweglich gelagert. Das
Kopfende des Schenkels 1 ist bei 7 dornartig geformt, während der Kopf des Schenkels 2
einen anderen dornartigen Ansatz (6) trägt, welcher für die Aufnahme der Splintöse vor-
gesehen ist und bei geschlossener Zange fest an dem Dorn liegt.

Die Handhabung des Werkzeuges ist einfach: Nachdem die Zange geöffnet und die
Splintöse von einem der Dorne 6 oder 7 so aufgenommen wurde, daß einer der beiden
Dorne aus der Öse herausragt, werden die Schenkel 1 und 2 zusammengedrückt. Die Dorn-
enden liegen nun fest aneinander. Ein
Abgleiten der Öse von den Dornen ist
verhindert. Die ganze Zange wird ge-
schwenkt, wobei das jeweilige Werk-
stück z. B. die Kanten der Mutter, desı
Kopiteil 4 bei der Wulst 5 abstützt.
Der Splint ist herausgehoben. Ein Zer-
reißen des Splintes ist nicht möglich.
da er ja bei diesem Vorgang nur auf
Zugbelastung beansprucht wird.

Splinthebezange.

Werkbild Arado

ar samen

DSB
f\;

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer
an: Obst. Heilmann, Kommandeur eines Fallschirmjägerregiments.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: General-
oberst Otto Deßloch, Chef einer Luftilotte.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Höckner, Gruppen-
kommandeur i. e. Jagdgeschw., Oblt. Josef Peters, Beobachter i. e. Kampfgeschw., Hptm.
Szameitat (7), Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Oblt. H. A. Meyer, Staffelf. i. e. Schlacht-
geschw., Oblt. Ludigkeit, Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw., Ofw. Weible, Flugzeugf. i. e.
Kampigeschw., Lt. Schack, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Oblt. Roesch, Staffelkapt.
1. e. Kampigeschw., Lt. R. Wagner Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Wosnitza,
Flugzeugf. i. e. Sturzkampigeschw., Oftw. Norz, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Oblt.
Braunegg, Flugzeugf. u. Beobachter i. e. Nahaufklärer-Gruppe, Oblt. Weiß, Staffelkap. i. e.
Jagdgeschw., Hptm. Gobert, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw., Oblt. Huecke, Flugzeugf. i. e
Jagdgeschw., Fw. Meyering, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Ofw. Ehrenberger, Flug-
zeugi. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Lau, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Hptm. Fellerer,
Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw., Fahnenjunker-Fw. Moller, Flugzeugf. i. e
Schlachtgeschw., Ofw. Rollwage, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Lehnert, Bordfunker
i. e. Kampfgeschw., Ofw. Scherfling, Flugzeugf. i. e. Nachtjagdgeschw., Obtl. Debus,
Beobachter i. e. Nahaufklärungsst., Maj. Specht, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Fptm. Zöllner, Staffelkapt., i. e. Kampigeschw., Oblt. Dähne, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw.,

—ı

Seite 78 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

Ofw. Schuck, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Hptm. v. Eckel-Streiber, Staffelkapt. i. e. Jagd-
geschw., Hptm. Puschmann, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Oblt. Heuer, Flugzeugf. i. e.
Fernaufklärerst., Oblt. Pipan, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Oblt. Bermadinger, Staffel-
kapt. i. e. Kampigeschw., Lt. Lipfert, Staifelf. i. e. Jagdgeschw., Oblt. J. Dreher, Flugzeugf.
i. e. Kampigeschw, Lt. Lindner, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Christmann, Beobachter
i. e. Kampigeschw., Ofw. Hampe, Flugzeugf. i. e. Kampfgeschw., Major H. Schmidt,
Gruppenkommandeur i. e. Kampfigeschw., Hptm. Hinkes, Flugzeugf. i. e. Transportgeschw.,
Lt. Valet, Flugzeugf. i. e. Transportgeschw., Lt. Neumüller, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw.,
Ofw. Morgenstern, Bordfunker i. e. Schlachtgeschw., Ofw. Würfel, Flugzeugf. i. e. Jagd-
geschw., Lt. Münster, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Hoffmann, Gruppenkommandeur
i. e. Nachtjagdgeschw., Hptm. Frey, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Fw. Trummer, Bord-
funker i. e. Schlachtgeschw., Oblt. Dose, Staffelkapt, i. e. Schlachtgeschw.

Beförderungen im NS-Fliegerkorps durch den Reichsmarschall des Großdeutschen
Reiches, Hermann Göring, mit Wirkung vom 20. 4. 44: zum NSFK-Obergruppenführer
Bruno Loerzer, und zum NSFK-Gruppenführer Adolf Galland ernannt.

Walter Oesau, Oberst, Eichenlaubträger mit Schwertern, Kommandore des Jagd-
geschw. „Richthofen“, im Luftkampf gefallen.

Josef Zwernemann, Oblt., Eichenlaubträger, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Heldentod.

Hildebrand, Hptm., Ritterkreuzträger, Flugzeugführer. i. e. Kampigeschw., Heldentod.

Hans Dammers, Oiw., Ritterkreuzträger, Flugzeugf. i. e. Kampfgeschw., Heldentod.

Detlef Rohwer, Hptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Heldentod.

Alois Lechner, Hptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw.,
vom Feindflug nicht zurückgekehrt. |

Zwipf, Hptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommand. i. e. Schlachtgeschw.., Heldentod.

Omert, Hptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw., im Luft-
kampf gefallen.

Claudius Dornier, Professor, Dr.-Ing. e. h., am 29. 4. 44 zum „Pionier der Arbeit“
ernannt. Am 14. 5. 60 Jahre alt.

Hans Grade, Altmeister des Motorfluges, Flugzeugführer Nr. 2, am 17. Mai 65 Jahre alt.

Hans von Orelli, alter Berufsflieger, machte 1909 bereits Gleitilüge an den Hängen des
Semmering, am 25. Jan. 1944 im Alter von 52 Jahren gestorben.

„Stabsgefreiter“ bei der Luftwaffe mit sofortiger Wirkung als Dienstgrad eingeführt.
Als Abzeichen werden ein gestickter Stern in den Obergefreitenwinkel und auf den Kragen-
spiegeln 4 Doppelschwingen getragen.

Ausland.

Jonescu, Kgl. rumänischer Generalmajor, Kommandierender General eines rumänischen
Fliegerkorps, vom Führer auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs-
marschall Göring, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

Jonescu, rumänischer Geschwadergeneral, Ritterkreuzträger, zum Divisionsgeneral
befördert.

Luftbrigadegeneral Paul Moniot wurde zum Generalsekretär der franz. Luit-
verteidigung ernannt.

Heldengedenktag der spanischen Luftwaffe wurde am Todestag des erfolgreichsten
span. Jagdiliegers im Bürgerkrieg, Garcia Morato, erklärt. In ganz Spanien fanden wür-
dige Gedenkieiern statt.

Japan. Luftilotte verserikte während der Operationen vor Hollandia (Neuguinea) und
der Insel Truk am 27. 4., 30. 4. und 1. 5. 44 einen feindl. Kreuzer und beschädigte 2 Flug-
zeugträger schwer und darüber hinaus auch 30 feindl. Flugzeuge.

Argentinische Militär- und Zivilluftfahrt ist unter ein einheitliches Kommando ge-
stellt worden. Die bisher getrennten Luftwaffenabteilungen von Heer und Marine stehen
in Zukunft direkt unter der Lritung des Kriegsministers.

Fiugmotorenproduktion in Australien soll mit Teilfabrikation und Lizenzbauten be-
kannter Typen, wofür erst die nötigen Betriebseinrichtungen beschafit werden sollen, ein-
gerichtet werden.

Sowj. 12 Zyl. Reihenmotor AM 38, bestimmt für Schlachtilugzeuge, und AM 35 für
Jagdilugzeuge, wassergekühlt, dem Hispano-Suiza 12 Y ähnelnd, Pleuelanlenkung wie
beim „BMW VI“ haben gleiche Bauteile. AM 38 is eine Weiterentwicklung des Höhen-
motors AM 35. Bohrung 160 mm, Hub 196,77 beim Nebenpleuel, 190 mm Hauptpleuel,
Zylinderhubraum 3,95 Nebenpleuel, 3,82 Hauptpleuel, Verdichtungsverhältnis 1:7/1 :72,
“Moötorgewicht 830 kg, Startleistung AM 35 1350 PS bei 2050 U/min, AM 38 1600 PS bei
2150 U/min, Volldruckhöhe AM 35 6000 m, AM 38 2000 m, Leistungsgewicht AM 350,62

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 79

kge/PS, AM 380,57 kg/PS, Literleistung‘ AM 35.29,0 PS/, AM 38 34,2 PS/l, Kraitstoliver-
brauch bei Startleistung AM 35330 bis 360 g/PSh, AM 38305 bis 325 g/PSh, bei 90%o
Nennleistung AM 35 270 g/PSh, AM 38 270 bis 285 g/PSh.

“
Lultwalle.

Führerhptart., 1. 4. 44 DNB.) OKW.: Einige feindl. Störflugzeuge überflogen in den
spät. Abendstunden des 31. 3. Westdeutschland. — Im Kampf gegen die brit.-nordamerikan.
Nachschubflotte versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat März 29 DHandelsschiffe
mit 156 000 BRT. 31 weitere Schiffe mit 176 000 BRT wurden durch Bomben- und Torpedo-
treffer beschädigt. Mit dem Untergang vieler dieser Schiffe kann gerechnet werden. — An
feindl. Kriegsschiffen wurden 22 Zerstörer und Geleitfahrzeuge, 2 Unterseebceote und 12
Schnellboote versenkt. 4 Zerstörer und 15 Schnellboote wurden z. T. so schwer beschädist,
daß auch mit deren Verlust zu rechnen ist.

Führerhptart., 2, 4. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampf- und Torpedoflugzeuge griffen
im Seegebiet vor der nordafrikan. Küste in der Nacht zum 1. 4. ein stark gesich. feindl.
Nachschubgeleit an. 2 Frachter mit 18000 BRT wurden versenkt. 10 weitere Handelsschiffe
mit 63000 BRT sowie ein Zerstörer wurden z. T. so schwer getroffen, daß mit dem Verlust
mehrerer dieser Schiffe gerechnet werden kann. — Am Mittag des 1. 4. flog ein nordamerikan.
Bomberverband unter Jagdschutz nach Südwestdeutschland ein. Bei meist geschloss. Wol-
kendecke warf der Feind an versch. Stellen wahllos Bomben, die geringe Schäden und Ver-
luste unter der Bevölkerung verursachten. Ein Teil der Bomben fiel auf schweizerisches
Gebiet. 21 nordamerikan. Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotor. Bomber, wurden abge-
schossen. — Störflüge einzelner brit. Flugzeuge richteten sich in der vergangenen Nacht
gegen West- und Mitteldeutschland.

Führerhptart., 3. 4. 44 (DNB.) OKW.: Wachfahrzeuge der Kriegsmarine schossen im
Finnischen Meerbusen wiederum 6 sowj. Bomber ab. — Bei einem Angriff nordamerikan.
Bomber auf Orte in Südostdeutschland wurden in heftigen Luftkämpfen 54 feindl. Flugzeuge,
darunter 50 viermotor. Bomber, vernichtet. In Steyr entstanden Schäden.

Führerhptart. 4. 4. 44 (DNB.) OKW.: Ein nordamerikan. Bomberverband führte in den
Mitiagsstunden des 3. 4. einen Terrorangriff auf Budapest. Ein weiterer schwächerer Ver-
banıl griff in der vergangenen Nacht ebenfalls die ungarische Hauptstadt an. In Wohnvierteln
entstanden Schäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Durch deutsche und ungar. Jäger wur-
den 17 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Gestern versuchten brit. Trägerflugzeuge einen norweg.
Stützıunkt anzugreifen. Der Angriff wurde durch die eigene Abwehr zersplittert und kam

Links: Blick auf die Führerkanzel einer Ju 88. Rechts: Start’ zum Feindflug: Über eine kleine
Leiter hinweg steigt die Besatzung in ihre Maschine. 8 Stunden wird es dauern, ehe sie über
die gleichen Stufen hinab wieder festen Boden unter den Füßen hat. Weltbild (2)
Seite 80 „rFLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

nicht zur vollen Wirkung. Hierbei wurden durch das Schlachtschiff ‚„Tirpitz‘‘ 4, durch ein
Vorpostenboot 2 fdl. Flugzeuge :abgeschossen.

Führerhptart., 5. 4. 44 (DNB.) OK W.: Starke deutsche Kampffliegerverbände griffen in
der vergang. Nacht den feindl. Nachschubstützpunkt Korosten an. Es entstanden in Bahnan-
lagen und im Stadtgebiet starke Explosionen und ausgedehnte Brände. — Ein Tagesangriff
nordamerikan. Bomberverbände gegen das Stadtgebiet von Bukarest verursachte Schäden und
Verluste unter der Bevölkerung. Durch deutsche, rumän. und bulg. Luftverteidigungskräfte
wurden 44 feindl. Flugzeuge vernichtet. An diesem Erfolg haben rumän. Jagdfiieger besonderen
Anteil. Brit. Störflugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben auf einige Orte im vheinisch-
westf. Gebiet. — Nach abschließenden Meldungen haben sich die gestern bei einem Angriff
auf einen norwegischen Marinestützpunkt gemeldeten Abschüsse fdl. Flugzeuge auf 16 erhöht.
Damit wurde die Hälfte der Angreifer vernichtet.

Führerhptart., 6. 4. 44 (DNB.) OKW.: Verbände der Luftwaffe, unter ihnen auch
Lastensegler, versorgten, ungeachtet schwerster feindl. Abwehr, die Verteidiger der Stadt
Kowel und ermöglichten dadurch ihr standhaftes Aushalten. — In der Zeit v. 3. bis 5. April
verloren die Sowjets in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 117 Flugzeuge. — Bei einem
T'agesvorstoß nordamerikan. Bomber in das Gebiet von Ploesti brachten deutsche und rum.
Luftverteidigungskräfte 53 viermotor. Flugzeuge zum Absturz. Damit wurde wenigstens ein
Drittel des angr. feindl. Verbandes vernichtet. — Über dem Reichsgebiet wurden gestern untor
schwierigen Abwehrbedingungen 10 feindl. Jagdflugzeuge abgeschossen.

Führerhptart., 7. 4. 44 (DNB.) OKW.: Bei Tagesvorstößen feindl. Fliegerverbände in
das südostdeutsche Grenzgebiet wurden 9 feindl. Flugzeuge abgeschossen. Außerdem verlor
der Feind durch unsere Luftverteidigungskräfte über dem italien. Raum 6 Flugzeuge. -—
Störangriffe feindl. Flugzeuge richteten sich in der vergang. Nacht gegen Orte in Norl-
und Westdeutschland.

Führerhptart., 8. 4. 44 (DNB.) OKW.: Starke Kampfgeschw. führten in der vergan-
genen Nacht einen schweren Angriff gegen das feindl. Nachschubzentrum Kiew. Starke
Explosionen und ausged. Brände wurden in den Zielräumen beobachtet. — Deutsche und
italien. Luftstreitkräfte schossen am 7. 4. über dem italien. Raum 17 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptart., 9. 4. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum von Kamenez-Podolsk unterstützte die
Luftwaffe trotz ungünstiger Witterung, in aufopferngsvollem Einsatz, durch Kampf- und
T.ansportverbände unter dem Oberbefehl des Generalobersten Deßloch die Kämpfe auf der

E ie. Sie trug damit entscheidend zum Gelingen der Operationen bei. — In der letzten Nacht
griffen starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge den Bahnhof Fastow mit großem Erfolg
ar. — Deutsche Kampffliegerverbände griffen am gestr. Tage mit beobachtetem Erfolg Stütz-

p' nkte kommunistischer Banden im kroatischen Raum mit Bomben und Bordwaffen an. —
Eim Einflug starker nordamerikan. Bomberverbände nach Mitteldeutschld. entwickelten sich
a:ı Mittag des 8. 4. heftige Luftkämpfe. Durch deutsche Jäger und durch Flakartillerie wur-
den 87 nordamerikan. Flugzeuge, darunter 64 viermotor. Bomber, abgeschossen. In einigen
Orten West- und Mitteldeutschld., besonders im Raume von Braunschweig, entstanden Ge-
bäudeschäden und Personenverluste. — Einige fdl. Störflugzeuge überflogen in der letzten
Nacht westdeutsches Gebiet.

Führerhptart., 10. 4. 44 (DNB.) OKW.: Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge
griffen in der vergangenen Nacht erneut den Bahnhof Korosten mit sichtbarem Erfolg an. —
Nordamerikan. Bomberverbände flogen gestern nach Nord, und Ostdeutschland ein und war-
fen an einigen Stellen, besonders auf das Stadtgebiet von Posen, Spreng- und Brandbomben.
Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen sowie in der letzten Nacht

! bei Einflügen briti-
scher Flugzeuge in
den Ostseeraum und
in die besetzten
Westgebiete 71 Flug-
zeuge, darunter 62
viermotorige Bom-
ber. — Angriffe
feindlicher Störflug-
zeuge richteten sich
gegen West- und

Südwestdeutsch-
land.

Aus einem abge-
schossenen Jagd-
einsitzer der USA:
Segel mit auige-
druckter Ge-
brauchsanweisung
für das Gummi-
Boot des Flug-
zeuges.

Weltbild

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 81

Führerhptgrt, 11. 4. 44 (DNB.) OKW.: Südl. Pleskau wurden u. a. 121 Flugzeuge ver-
nichtet. An dem Erfolg der Abwehrschlacht hat die Luftflotte des Generals der Flieger
Pilugbeil hervorragenden Anteil. Fliegende Verbände unter Führung von Obst. Kühl und
ein Flakregiment unter Obstlt. Bulla zeichneten sich besonders aus. — Italien. Torpeldo-
flugzeuge versenkten in der letzt. Nacht vor Anzio einen feindl. Transporter. — Bei der Ab-
wehr feindl. Bomberangriffe auf Ziele in den besetzten Westgebieten wurden am 10. 4 und in
ter vergangenen Nacht 29 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Nach einem Tagesvorstoß eines
schwächeren feindl. Fliegerverbandes in den nordwestdeutschen Raum flogen brit. Störflug-
zeuge in :ler letzten Nacht nach West- und Mitteldeutschland ein.

#ührerhptart., 12. 4. 44 (DNB.) OKW.: Wachfahrzuge der Kriegsmarine schossen über
der Naıinabucht 4 sowj. Bomber ab. — Deutsche Kampf- und Torpedoflugzeuge führten in
der letzten Nacht einen Angriff gegen den brit.-nordamerikan. Nachschubverkehr im Mit-
telmeer. Sıe vernichteten dabei im Seegebiet von Algier trotz starker feindl. Abwehr aus
einem Gele:t 2 Zerstörer und beschädigten 6 Frachter mit 42 000 BRT durch Bomben- und
Torpedotreffer so schwer, daß mit der Versenkung eines Teiles dieser Schiffe zu rechnen ist.
— Am gestr. Tage erlitten nordamerikan. Bomber bei Angriffen gegen Mittel- und Ost-
deutschland erneut schwere Verluste. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie
wurden 129 feindl. Flugzeuge, darunter 105 viermotor. Bcember, abgeschossen. In mehreren
der angegriffenen Orte, besonders im Stadtgebiet von Stettin, entstanden Schäden und Ver-
luste unter der Bevölkerung. — Beı geschlossener Bewölkung führten brit. Bomber in der
vergang. Nacht einen Terrorangriff gegen die Stadt Aachen. Die Bevölkerung hatte Ver-
luste. Im Stadtgebiet entstanden Schäden. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen wurden
bei diesem Angriff sowie über den besetzten Westgebieten 22 feindl. Flugzeuge vernichtet.
Einige brit. Flugzeuge warfen außerdem Bomben im Raum von Hannover. — Schnelle
deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht mit guter Wirkung Ziele in Ost-
‚england an. — Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Geleits brachten in der Loiremündung
.4 brit. Jagdbomber zum Absturz.

Führerhptart., 13. 4. 44 (DNB.) OKW.: Im Nordteil der Krim und in der Landenge
‚nordöstl. Feodosia vernichteten Schlachtfliegerverbände in den beiden letzten Tagen 82 sow).
Panzer. Eine Schlachtfliegerstaffel unter Hptm. Ruffer hat sich hierbei besonders hervor-
‚getan. — Verbände deutscher Kampf- und Schlachtflugzeuge griffen bei Tag und Nacht
Munitions- und Betriebsstofflager im Raum von Anzio an. — Bei Angriffen nordamerikan.
Bomber gegen das südöstl. Reichsgebiet und bei einem Vorstoß feindl. Jagdverbände nach
‚Nord- und Mitteldeutschland wurden gestern 51 nordamerikan. Flugzeuge, darunter 36 vier-
motor. Bomber, abgeschossen. Einige brit. Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bom-

ben auf .das Stadtgebiet von Osnabrück. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele
‚Im Raum von London an.

’

Eichenlaubträger. 1. Reihe v. I. n.r.: Lt. Kittel, Obstlt. Kroh, Major Her get, Major Schoenert.
2. Reihe: Oblt. Krupinski, Major Bätcher, Lt. Hafner, Hptm. Grislawski. bite 1)
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Führerhptart., 14. 4. 44 (DNB.) OKW.: Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen
über Feodosia 3 sowj. Bomber ab. — Nordamerikan. Bomber griffen am 13. 4. Orte im un-
earischen Raum sowie Ziele in Süddeutschland an. Besonders im Raum von Budapest und
in den Stadtgebieten von Augsburg und Schweinfurt entstanden Schäden und Verluste unter
der Bevölkerung. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 91 feindl. Flug-
zeuge, darunter 74 viermotor. Bomber, vernichtet. — Einige brit. Flugzeuge warfen in der
letzten Nacht Bomben im Raum von Berlin und in Westdeutschland. — Schnelle deutsche
Kampfflugzeuge griffen wiederum Ziele im Stadtgebiet von London an.

Führerhptart., 15. 3. 44. (DNB.) OKW.: In der Zeit vom 8. bis 13. 4. vernichteten Ver-
bände des Heeres, der Luftwaffe und Marineartillerie 285 feindl. Panzer. — Die Luftwaffe
griff mit starken Schlacht- und Kampffliegerkräften in die Abwehrkämpfe auf der Krim
und im Raum von Tiraspol ein. Allein in diesen Räumen wurden in den beiden letzten Tagen
73 sowj. Panzer durch Angriffe aus der Luft vernichtet. — Ein Tagesangriff schwächerer
feindl. Fliegerkräfte im westdeutschen Grenzgebiet verursachte geringe Schäden.

Führerhptart., 16. 4. 44 (DNB.) OKW.: Im Südwestteil der Krim wurden in heftigen
ILuftkämpfen und durch Flak 36 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In der vergangenen
Nacht griffen starke Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge den Bahnhof Sarny an.
In den Zielräumen wurden zahlreiche Explosionen und Brände beobachtet. — Nordamerikan.
Bomber griffen gestern mehrere Orte in Rumänien, u. a. das Stadtgebiet von Bukarest an.
Es entstanden Gebäudeschäden und Verluste unter der Bevölkerung. Durch deutsche und
rumän. Jäger sowie durch Flakartillerie wurden nach bisher. Meldungen 20 feindl. Flugzeuge,
in der Mehrzahl 4motor. Bomber, vernichtet. — Bei Vorstößen nordamerikan. Jagdverbände
nach Nord- und Mitteldeutschland wurden am 15. 4. 31 feindl. Flugzeuge abgeschossen. Bei
der Abwehr dieser Angriffe zeichneten sich leichte Flakbatterien der Luftwaffe, Marineflak
und Hafenschutzboote besonders aus.

Führerhptart., 17. 4. 44 (DNB.) OKW.: In der letzten Nacht griffen starke deutsche
Kampfflugzeugverbände Eisenbahnziele in der Nordukraine an. — Ein starker Verband
schwerer deutscher Kampfflugzeuge griff in der letzten Nacht mit guter Wirkung den feindl.
Inselstützpunkt Lissa vor der dalmatin. Küste an. — Feindl. Bomberverbände führten am
18. 4. und in der vergangenen Nacht Terrorangriffe gegen die Städte Belgrad, Budapest und
Kronstadt. Besonders in den Wohngebieten entstanden Schäden und Verluste unter der
Eevölkerung. Durch deutsche und rumänische Jäger sowie durch Flakartillerie wurden 17
feindl. Bomber abgeschossen.

Führerhptart., 18. 4. 44 (DNB.) OKW.: Über der südl. Krim schossen deutsche Jagd-
fieger am 17. 4. in heftigen Luftkämpfen 29 sowj. Flugzeuge, in der Masse Schlachtflieger,
Flak 11 weitere Flugzeuge ab. Lt. Lambert vernichtete allein 12 fdl. Flugzeuge. — Bei Tarno-
pol kämpften sich weitere Teile der Besatzung befehlsgemäß zu den in harten Angriffskämpfen
vorgedrungenen, von der Luftwaffe wirksam unterstützten Verbänden des Heeres und der
Waffen-4 durch. In 25tägigem erbittertem Ringen hat sie, von Transportfliegergeschw. trotz
stärkster fdl. Abwehr in aufopferndem Einsatz versorgt, dem Ansturm einer mehr als 10fachen
fdl. Übermacht bei schwerstem Artilleriefeuer und laufenden Luftangriffen standgehalten und
durch das Binden starker feindlicher Kräfte den Aufbau einer festen Abwehrfront ermöglicht.
— In der verg. Nacht griffen starke deutsche Kampffliegerverbände die Bahnanlagen von
Kiew mit guter Wirkung an. In den Zielräumen entstanden mehrere Großbrände und ausge-
dehnte Zerstörungen. — Nordamerikan. Bomber führten im Laufe des 17. 4. erneut Terror-
angriffe gegen Städte Südosteuropas, besonders in Belgrad entstanden Schäden in Wohn-
vierteln und Personenverluste. Unter schwierigen Abwehrbedingungen wurden 6 feindl. Flug-
zeuge von deutschen und bulgarischen Luftverteidigungskräften abgeschossen. — In der
letzten Nacht warfen einige brit. Flugzeuge Bomben auf das Stadtgebiet von Köln.

Wührerhptart., 19. 4. 44 (DNB.) OKW.: In den Mittagsstunden des 18. 4. drangen starke
nordamerikan Bomberverbände unter Jagdschutz bis in den Raum von Berlin vor. In ver-
schiedenen Orten, besonders in Rathenow, entstanden Schäden und Verluste unter der Bevöl-
kerung. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen wurden 44 fdl. Flugzeuge, darunter 40 vier-
motor. Bomber, abgeschossen. Bei der Abwehr dieser Angriffe zeichnete sich ein Jagdverband
unter Führung von Major Karl-Friedrich Müller durch die Vernichtung eines geschlossenen
fdl. Bomberverbandes besonders aus. — Angriffe brit. Bomber richteten sich in der verg.
Nacht gegen den Raum von Paris und das Ostseegebiet. — Einige fdl. Flugzeuge drangen nach
Westdeutschland und in den Raum von Berlin vor. Durch Nachtjäger und Flakartillerie wur-
den 14 Bomber vernichtet. — Ein starker Verband schwerer deutscher Kampfflugzeuge griff
in der letzten Nacht London an. In den Zielräumen entstanden Großbrände und Zerstörungen.
Andere Kampfflugzeuge belegten Ziele in Ostengland mit Bomben. .

Fiührerhptart., 20. 4. 44 (DNB.) OKW.: Nordöst. Sewastopol wurden in Luftkämpfem

36 fdl. Flugzeuge, 20 weitere am Boden vernichtet. — Dabei zeichnete sich Oblt. Smola,.
Staffelf. i. e. Schlachtfliegergeschw., besonders aus. — Nordamerikan. Flugzeuge versenkten:
am 19. 4. vor der südfranz. Küste das schwed. Rote-Kreuz-Schiff „Embla“. — Fdl. Bomber-

eriffen am Vormittag des 19. 4. mehrere Orte in West- und Mitteldeutschland an. Besonders.
in den Städten Kassel und Paderborn entstanden Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung:
31 fdl. Flugzeuge, i. d. Mehrz. viermotor. Bomber, wurden vernichtet. — In der letzten Nacht
griffen schnelle deutsche Kampfflugzeuge Ziele im Raum von London an.

Führerhptart., 21. 4 44 (DNB.) OKW.: Verbände deutscher Kampf- und Schlachtflug-
zeuge griffen bei Tage feindl. Stützpunkte in Raum von Lanciano an der adriatischen Küste
und i. d. verg. Nacht Ziele im Landekcpf von Nettuno mit guter Wirkung an. — Über dem.

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 83

italien. Raum wurden gest. 12 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Deutsche Kampf- und Tor-
pedoflugzeuge führten i. d. verg. Nacht einen schweren Angriff gegen ein fdl. Nachschubgeleit
v. d. nordafrikan. Küste. Sie versenkten im Seegebiet von Algier 2 Zerstörer, 4 Frachter mit
29 990 BRT sowie einen großen Tanker. 13 Handelsschiffe mit 103 000 BRT, 2 große Truppen-
transporter und 3 Zerstörer erhielten schwere Treffer. — Fdl. Bomberverbände griffen am
Tage und i. d. Nacht Ziele in den besetzten Westgebieten an. I. d. vergangenen Nacht führten
brit. Flugzeuge einen Terrorangriff gegen das Stadtgebiet von Köln. Es entstanden besonders
i. d. Wohnvierteln erhebliche Gebäudeschäden und Verluste u. d. Bevölkerung. — Angriffe
einzelner brit. Flugzeuge richteten sich gegen das Gebiet der Reichshauptstadt. Bei schwieri-
gen Abwehrbedingungen wurden 12 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Starke deutsche Kampf-
geschw. bombardierten i. d. vergang. Nacht die Hafenstadt Hull an der engl. Ostküste. In den
Zielräumen, besonders im Hafengebiet, wurden mehrere große Flächenbrände und starke
Zerstörungen beobachtet.

Führerhptart., 22. 4. 44. (DNB.) OKW.: Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge
griffen i. d. verg. Nacht die Bahnanlagen von Welikije Luki mit guter Wirkung an. — Nord-
amerikan. Bomber griffen am 21. ohne Erdsicht mehrere Städte Südosteuropas, vor allem
Bukarest, an. Es entstanden Schäden und Personenverluste. Durch deutsche und rum. Luft-
verteidigungskräfte wurden 19 feindl. Flugzeuge, i. d. Mehrz. viermotor. Bomber, ahbgeschos-

sen. -— Einige brit. Flugzeuge warfen i. d. letzt. Nacht Bomben im Raum von Köln.
Führerhptart., 23. 4. 44 (DNB.) OKW.: Über der Krim vernichteten deutsche Jagd- und
Schlachtflugzeuge bei nur einem eigenen Verlust 20 fdl. Flugzeuge. — Nordamerikan. Bomber

griffen in den Abendstunden des 22. d. mehrere Orte in Westdeutschland an. Besonders in den
Wohnvierteln der Städte Hamm und Koblenz entstanden Schäden und Personenverluste. In
schweren Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 37 Flugzeuge, in der Mehrzahl
4motor. Bomber, vernichtet. — Brit. Bomber führten in der verg. Nacht Terrorangriffe gegen
mehrere Städte in West- und Mitteldeutschland. Besonders i. d. Wohngebieten von Düsseldorf
und Braunschweig entstanden Schäden und Verluste unter der Bevölkerung. Luftverteidi-
gungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen sowie über den besetzten Westgebieten 76 brit.
Bomber. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen i. d. letzt. Nacht mit gutem Erfolg
Einzelziele in Östengland an.

Führerhptart., 24. 4. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Jagd- und Schlachtfllieger schossen
27 Sowjetflugzeuge ab. — Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Geleits brachten im Seegebiet
westl. von Sewastopol 6 sowj. Bomber zum Absturz. — In den schweren Abwehrkämpfen
zeichnete sich eine Flakdivision u. d. Befehl des Generallt. Pickert besonders aus. Sie vernich-
tete vom 8. bis 23. 4. 105 fdl. Flugzeuge und 82 Panzer. — Bei einem Angriff sowj. Bomber auf
ein deutsches Geleit v. d. norw. Küste wurden 40 fdl. Flugzeuge, davon 37 in Luftkämpfen
und 3 von Sicherungsfahrzeugen der Kriegsmarine abgeschossen. — Nordamerikan. Bomber
griffen am 23. 4. mehrere Orte im Raum von Wien an. Besonders in Wiener Neustadt entstan-
den Schäden und Personenverluste. Durch deutsche und ung. Jäger sowie durch Flakartillerie
wurden 31 fdl. Flugzeuge, i. d. Mehrz. viermotor. Bomber vernichtet. — Bei Vorstößen fdl.
Jagdverbände nach West- und Südwestdeutschland sowie über den besetzten Westgebieten
wurden 10 fdl. Flugzeuge abgeschossen. In der letzten Nacht richteten sich Angriffe brit.
Bomber gegen das Ostseegebiet und den Raum von Mannheim. 6 fdl. Flugzeuge wurden abge-
schossen. — Major Bär, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw., errang im Kampf mit brit.-
nordamerikan. Flugzeugen seinen 200. Luftsieg. — Starke Geschw. schwerer deutscher Kampf-
flugzeuge führten i. d. vergang. Nacht einen zusammengefaßten Angriff auf Bristol, der aus-
gedehnte Brände und große Zerstörungen zur Folge hatte.

Führerhptart., 25. 4. 44 (DNB.) OKW.: Die Sowjets verloren in Luftkämpfen 32, durch
Flakartillerie und Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine weitere 24 Flugzeuge. — Das
Schlachtgeschw. Immelmann hat sich unter Führung seines Kommodore, Obstlt. Step, an der
Ostfront besonders bewährt. — Schlachtflieger griffen Kraftfahrzeugansammlungen und Nach-
schublager hinter der Cassinofront erfolgreich an. — Ein Verband schwerer deutscher Kampf-
flugzeuge bombardierte i. d. letzt. Nacht die Hafenanlagen von Neapel mit guter Wirkung. —

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Eichenlaubträger mit Schwertern v. I. n. r.: Obstlt. Mayer (f) Hptm. Barkhorn, Obst. Dr.
Kupfer (}), Major Boerst (F). Weltbild (4)
Seite 84 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

Nordamerikan. Bomber richteten am gestr. Tage Angriffe gegen Orte in Rumänien, besonders
auf das Stadtgebiet von Bukarest. Deutsche und rumän. Luftverteidigungskräfte vernichteten
dabei 25 fdl. Flugzeuge. — Bei der Abwehr fdl. Angriffe auf verschiedene Orte im Raum von
München und Friedrichshafen wurden 97 nordamerikan. Flugzeuge zum Absturz gebracht. —
Brit. Bomber führten i. d. verg. Nacht unter Verletzung schweiz. Hoheitsgebietes einen schwe-
ren Terrorangriff auf München. Es entstanden Schäden i. d. Wohnvierteln und Verluste u. d.
Bevölkerung. Unersetzliche Kulturbauten fielen dem fdl. Terror zum Opfer. Auch die Städte
Karlsruhe und Mannheim waren das Ziel brit. Terrorangriffe. Bei schwierigen Abwehrbe-
dingungen wurden 45 brit. Bomber durch unsere Luftverteidigungskräfte abgeschossen. —
Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen Einzelziele in Ostengland an.

Führerhptart., 26. 4. 44 (DNB.) OKW.: Im oberitalien. Raum schossen deutsche und
italien. Jäger 13 fdl. Flugzeuge, i. d. Mehrz. viermotor. Bomber, ab. — vor der nordnorweg.
Küste brachten Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Geleits im Seegebiet von Bodoe 3 an-
greifende fdl. Flugzeuge zum Absturz. — Über den besetzten Westgebieten wurden gestern
16 brit.-nordamerikan. Flugzeuge vernichtet. — In der verg. Nacht warfen fdl. Störflugzeuge
Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Eigene schwere Kampfverbände griffen i. d. ver-
gangenen Nacht Ansammlungen i. d. Häfen der engl. Südostküste mit suter Wirkung an.

Führerhptart., 27. 4. 44 (DNB.) OKW.: Eine Schlachitfliegergr. u. Führung des Maj.
Frank vernichtete vom 12.—26. 4. über der Krim in Luftkämpfen 106 £dl. Flugzeuge und
zerstörte 28 weitere am Boden. — In der Nacht zum 25. 4. kam es im Seegebiet nördl. Elba

i ä i : Hptm. Berberich, Oblt.
Ritterkreuzträger. 1. Reihe v, I. n. r.: Oblt. Felder, Hptm. Breese, Hptm. rich,
Unruh. 2. Reihe: Ofw. Pätz, Hptm. Findeisen, Ofw. Meier, Ofw. Dawedeit. 3. Reihe: Obilt.

Schossleitner, Oblt. Paulsen, Hptm. Boecker, Oblt. Dr. Klein. weltbild (12)

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 85

zu wiederholten harten Gefechten zwischen leichten Seestreitkräften und Jagdbombern. 2 fdl.
Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. — Nordamerikan. Bomber flogen gestern i. d. Raum
von Braunschweig ein und warfen aus einer geschlossenen Wolkendecke planlos Bomben, die
nur geringe Schäden anrichteten. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen wurden 8 fdl. Flug-
zeuge zum Absturz gebracht. — I. d. verg. Nacht drangen einzelne fdl. Flugzeuge i. d. mittel-
und norddeutschen Raum ein. — Brit. Bomberverbände führten Terrorangriffe gegen Orte im
Ruhrgebiet und in Südwestdeutschland. Es entstanden zum Teil erhebliche Schäden, vor allem
in Essen und Schweinfurt. Die Bevölkerung hatte Verluste. Luftstreitkräfte schossen 41 vier-
motor. Bomber ab. — Schwere deutsche Kampffliegerverbände setzten i. d. verg. Nacht die
Angriffe gegen Schiffsansammlungen a. d. engl. Südküste mit-guter Wirkung fort.

Führerhptart., 28. 4. 44 (DNB.) OKW.: Schwere Kampffliegerverbände bekämpften i. d.
verg. Nacht die Nachschubverbindungen der Sowjets im Raum von Sarny. — Bei dem am 2%6. 4.
gemeldeten Angriff fdl. Flugzeuge auf ein deutsches Geleit bei Bodoe hat sich die Zahl der
von Einheiten der Kriegsmarine abgeschossenen Flugzeuge von 3 auf 11 erhöht. — Über den
besetzten Westgebieten wurden gestern 21 fdl. Flugzeuge vernichtet. — Brit. Bomberverbände
führten i. d. Nacht Terrorangriffe gegen Ort in West- und Südwestdeutschland, besonders
gegen die Stadt Friedrichshafen. Es entstanden Schäden in Wohnvierteln und Verluste u. d.
Bevölkerung. Luftverteidigungskräfte vernichteten hierbei 47 viermotor. Terrorbomber. —-
Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen i. d. verg. Nacht Ziele in Ostengland, schwere
Kampfverbände Schiffsansammlungen und andere kriegswichtige Ziele im Bereich der eng].
Südwestküste m. guter Wirkung an.

Führerhptart., 29. 4. 44 (DNB.) OKW.: Vom 26.—28. 4 .verloren die Bolschewisten 105
Flugzeuge; 9 eigene Flugzeuge kehrten im gleichen Zeitraum nicht zurück — Kampfflieger
griffen i. d. verg. Nacht fdl. Stellungen und Truppenunterkünfte im Landekopf von Nettuno
mit guter Wirkung an. — Über den besetzten Westgebieten wurden gestern 11 fdl. Flugzeuge
vernichtet. — I. d. vergang. Nacht warfen fdl. Flugzeuge Bomben in Nord- und Westdeutsch-
land. — Schwere deutsche Kampfflugzeuge setzten ihre Angriffe gegen Ziele a. d. engl. Süd-
küste fort.

Führerhptart., 30. 4. 44 (DNB.) OKW.: Fdl. Flieger griffen in Mittelitalien ein deutlich
gekennzeichnetes Lazarett mit Bomben und Bordwaffen an. — Bei e. fdl. Luftangriff auf
den franz. Hafen von Toulon schossen Verteidigungskräfte der Luftwaffe und Kriegsmarine
15 fdl. Bomber ab. — Vom 11.—30. 4. wurden durch Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschif-
fen und Marineflak 101 fdl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Nordamerikan. Bomberver-
bände richteten i. d. gestr. Mittagsstunden u. starkem Jagdschutz einen Terrorangriff gegen
die Reichshauptstadt. Es entstanden Schäden in Wohnvierteln und Verluste u. d. Bevölkerung.
Die deutsche Luftverteidigung schoß 129 nordamerikan. Terrorflugzeuge, darunter 121 vier-
motor. Bomber, ab. Oblt. Hans Heinrich König, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., vernichtete in
Luftkämpfen 4 viermotor. Terrorbomber. — I. d. verg. Nacht warfen fdl. Flugzeuge Bomben
auf niederrheinisches Gebiet. — Schwere deutsche Kampfverbände erzielten i. d. verg. Nacht
bei einem Großangriff gegen Plymouth und Schiffsansammlungen v. d. engl. Südwestküste
nachhaltige Wirkung. -

Führerhptart., 1. 5. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampf- und Schlachtfliegergeschw. grif-
fen im Raum von Kowel Batteriestellungen, Panzeransammlungen und Fahrzeugkolonnen der
Sowjets an und vernichteten außer zahlreichen Fahrzeugen 23 fdl. Geschütze. — Starke Ver-
bände schwerer deutscher Kampfflugzeuge führten i. d. letzten Nacht einen schweren und
wirkungsvollen Angriff gegen den südl. Rowno gelegenen Verkehrsknotenpunkt Zdolbunowo.
— Im Hohen Norden hat sich ein Verband deutscher Nahaufklärer u. Hptm. Hoppe bei schwie-
rigen arktischen Wetterbedingungen ausgezeichnet. Ein Schlachtfliegerverband griff Artil-
lerie- und Flakstellungen m. guter Wirkung an. Deutsche und italien. Jäger sowie Flakartil-
lerie brachten über Norditalien 7 fdl. Flugzeuge zum Absturz. — Am 29. 4. griffen brit. Jagd-
bomber ein im Hafen von St. Malo liegendes, deutlich gekennzeichnetes deutsches Lazarett-
schiff an und beschädigten es durch mehrmaligen Beschuß mit Bordwaffen. — Bei Angriffen
gegen Orte i. d. besetzten Westgebieten verlor der Feind gestern 9 Flugzeuge. — Einzelne brit.
Störflugzeuge warfen i. d. vergang. Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Im Kampf
gegen die brit.-nordamerikan. Nachschubverbindungen versenkten Luftwaffe und Kriegs-
ınarine im Monat April 23 Handels- und Transportschiffe mit 153 820 BRT, weitere 34 Schiffe
mit zusammen 227000 BRT wurden durch Bomben- und Torpedotreffer schwer beschädigt.
Mit dem Untergang vieler dieser Schiffe kann gerechnet werden. An fdl. Kriegsschiffen wur-
den 27 Zerstörer und Geleitfahrzeuge, ein Minenräumboot und 7 Schnellboote versenkt sowie
5 Zerstörer und 9 Schnellboote beschädigt.

Führerhptart., 2. 5. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtfliegergeschw. führten wirksame Tief-
angriffe gegen Flugplätze der Sowjets auf der Krim und im südl. Frontabschnitt und griffen
fdl. Panzeransammlungen und Truppen im Raum nordwestl. Jassy mit gutem Erfolg an. —
Deutsche Kampffliegerverb. griffen i. d. Nacht fdl. Nachschubbahnhöfe, insbesondere Schepe-
towka, und Transportzüge mit gutem Erfolg an. — Fdl Bomber warfen gestern mittag Bomben
auf Florenz. — Bei Angriffen auf einige Orte in Westdeutschland und auf die besetzten West-
gebiete verlor der Feind gestern bei Tage und i. d. Nacht 22 Flugzeuge, darunter 16 viermotor.
Bomber.

Führerhptart., 3. 5. 44 (DNB.) OKW.: Beiderseits des mittl. Sereth traten die Sowjets
gestern auf schmaler Front mit starken Infanterie- und Panzerkäften und unter Einsatz von
zahlreichen Schlachtfliegern zu dem dort erwarteten Angriff an. In harten Kämpfen wurden
160 Panzer abgeschossen, davon 65 durch deutsche und rumänische Kampf- und Schlachtflieger,
Seite 86 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1944, Bd. 36

ie di ämpfe des Heeres hervorragend unterstützten. — Das Schlachtgeschw. 77 u. Führung
mode Eichenlaubträger Oblt. Bruck hat sich bei den Kämpfen a. d. Ostfront beson-
ders bewährt. — Deutsche Kampfflieger bombardierten i. d. letzten Nacht m. guter Wirkung
Munitions- und Versorgungslager des Feindes im Landekopf von Nettuno. — Nordamerikan.
Bomber richteten gestern einen Terrorangriff gegen Wohnviertel der Stadt Florenz. Zahl-
reiche Häuser wurden zerstört. Die Bevölkerung hatte Verluste. 5 Feindflugzeuge wurden ab-
geschossen. — Einige brit. Flugzeuge warfen ji. d. verg. Nacht Bomben auf westdeutsches
A hrerhptart. 4. 5. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche und rumänische Kampf- und Schlacht-
geschw. fügten den angreifenden Sowjets schwere Verluste zu. In wiederholten Einsätzen ver-
nichteten sie 31 weitere fdl. Panzer, zahlreiche Geschütze und eine große Anzahl von Nach-
schubfahrzeugen. — Starke Kampffliegergeschw. bekämpften i. d. letzten Nacht fdl. Verkehrs-
und Truppenziele im Raum nordwestl. Jassy. — Das u. Führung von Obstlt. Nordmann
stehende Jagdgeschw. Mölders meldet seinen 8000. Luftsieg. — Bei der Abwehr brit. Bomber-
angriffe auf Mittelfrankreich wurden i. d. letzten Nacht 51 viermotor. fdl. Flugzeuge abge-
schossen. Hptm. Bergmann, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., vernichtete allein 6 viermotor.
Bomber. — Einzelne brit Störflugzeuge warfen i. d. letzten Nacht Bomben im Raum von
a rerhptart, 5. 5. 44 (DNB.) OKW.: Bei Sewastopol griffen deutsche Schlachtflieger
fdl. Artilleriestellungen an und vernichteten 26 Werfer. In Luftkämpfen wurden durch Jäger
14 durch Schlachtflieger 15 fdl. Flugzeuge abgeschossen Dabei zeichnete sich Lt. Lambert
erneut besonders aus. — I. d. verg. Nacht griffen starke deutsche Kampffliegerverbände meh-
rere Nachschubbahnhöfe der Sowjets in der Nordukraine an. — I. d. verg. Nacht warf ein
schwächerer fdl. Bomberverband Spreng- und Brandbomben auf das Stadtgebiet von Budapest.
4 der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. — Bei Einfligen nordamerikan. Verbände
i. d. besetzten Westgebiete und nach Nordwestdeutschland wurden am gestr. Tage 11 Flug-
zeuge zum Absturz gebracht. Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. verg. Nacht Bomben im
Raum von Köln und Mannheim.

Führerhptart., 6. 5. 44 (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol ‚trat der Feind unter besonders
heftigem Artilleriefeuer und rollendem Luftwaffeneinsatz mit starken Kräften wieder zum
Angriff an. Deutsche Jagd- und Schlachtflugzeuge griffen in die Kämpfe wirkungsvo ein
und schossen ohne eigenen Verlust 30 sowj. Flugzeuge ab. — Östl. des rumänischen Sere
unterstützten Kampf- und Schlachtfliegergechw. auch hier mit gutem Erfolg unsere Abwehr
und vernichteten 11 Panzer sowie zahlreiche Geschütze und Nachschubfahrzeuge des Feindes.
— Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge führten i. d. verg. Nacht einen zusammenge-
faßten Angriff a. d. Bahnhof Kiew-Darniza. Es entstanden schwere Zerstörungen i. d. Bahn-
hofsanlagen. — Nordamerikan. Bomber führten im Laufe des gestr. Tages Angriffe gegen
Ploesti und Turnu-Severin, die Schäden und Verluste unter der Bevölkerung zur Folge hatten.
Durch deutsche und rumän. Luftverteidigungskräfte wurden 47 der angreifenden Flugzeuge,
i. d. Masse viermotor. Bomber, zum Absturz gebracht.

Führerhptart., 7. 5. 44 (DNB.) OKW.: Über der Krim wurden durch Jagd- und Schlacht"
flieger wiederum 34 Sowjetflugzeuge abgeschossen. — Vom 4.—6. 5. verloren die Sowjets 2. 6
Ostfront 140 Flugzeuge. — Nordamerikan. Bomber führten gestern wiederum einen Amer {
gegen mehrere Orte in Rumänien, besonders im Stadtgebiet von Kronstadt entstanden RN e
bäudeschäden und Verluste u. d. Bevölkerung. 23 £fdl. Flugzeuge, meist viermotor. Bom en
wurden abgeschossen. Hierbei zeichneten sich besonders rumänische Jagdflieger aus. — Bei
der Abwehr fdl. Luftangriffe auf eigene Geleite vernichteten Sicherungsfahrzeuge der Kriegs-
marine, Bordflak und Marineartillerie vor der norweg. und holl. Küste sowie im Schwarzen
Meer 15 Bomben- und Torpedoflugzeuge. — Vor der südfranz. Küste griffen brit. Hlugzenge
den im Dienst des Roten Kreuzes fahrenden spanischen Dampfer „Christina trotz une er
Kennzeichnung an; die Besatzung hatte Verluste, auch der Kommissar des Internat. o en
Kreuzes wurde verwundet. — Bei Angriffen fdl. Bomberverbände gegen die besetzten Ken
gebiete wurden 5 fdl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — I. d.. vers. Nacht warfen einze
brit. Flugzeuge Bomben in West- und Südwestdeutschland. u m

Führerhptart., 8. 5. 44,(DNB.) OKW.: Bei der Abwehr starker Angriffe fdl. Tee
und Kampfflieger vernichteten unsere Jagd- und Schlachtfliegerverbände sowie Flakar n le
der Luftwaffe 130 sowj. Flugzeuge. Lt. Lambert erzielte in Luftkämpfen allein 14 Absc üsse.
— Die 9. Flakdiv. u. Führung von Generallt. Pickert hat sich bei den schweren Abwehrkämp-
fen auf der Krim erneut besonders ausgezeichnet. Sie konnte am gestr. Tage ihren 1400. Klug
zeugabschuß melden. — Zwischen Pruth und Moldau scheiterte der mit 20 Schützen- und meh-
reren Panzerdivisionen angestrebte Durchbruch der Bolschewisten an der zähen und verbis-
senen Abwehr der u. Führung des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen und
rumän. Truppen, die von Verbänden der deutschen und rumän. Luftwaffe in vorbildlicher
Waffenkameradschaft hervorragend unterstützt wurde. Der Feind verlor neben hohen blu-
tigen Verlusten 38 Panzer, 92 Geschütze und 100 Fugzeuge. — Brit.-nordamerikan. Bomber-
verbände richteten am gestr. Tage und i. d. letzten Nacht Terrorangriffe gegen das Stadtgebiet
von Bukarest, wo sie Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung verursachten. Deutsche und
rumän. Luftverteidigungskräfte schossen 14 fdl. Flugzeuge ab. — Bei geschlossener Wolken-
decke führten zahlreiche nordamerikan. Bomber einen Terrorangriff auf die Reichshauptstadt
und gegen mehrere Orte in Westdeutschland. Besonders im Stadtgebiet von Berlin entstanden
Schäden an Wohngebäuden und Kultureinrichtungen sowie Personenverluste. — I. d. verg.
Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im Raum von Köln und Düsseldorf. Durch

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 87

Luftverteidigungskräfte wurden b. d. Angriffen sowie ü. d. bes. Westgebieten 26 fdl. Flug-
zeuge, darunter 17 viermotor. Bomber, zum Absturz gebracht.

Führerhptart., 9. 5. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum von Sewastopol wurden bei der Abwehr
starker fdl. Luftangriffe durch Schlacht- und Jagdflugzeuge 46, durch Flakartillerie der Luft-
waffe 10 weitere Sowjetflugzeuge abgeschossen. — Deutsche und rumän. Fliegerverbände be-

. kämpften nördl. Tiraspol und östl. des Sereth fdl. Bereitstellungen mit guter Wirkung. — Vor

der nordnorweg. Küste wurde von leichten Sicherungsstreitkräften der Kriegsmarine im Zu-
sammenwirken m. d. Luftwaffe ein sowj. Schnellbootverband zersprengt und dabei ein Schnell-
boot vernichtet. — Bordflak, Sicherungsfahrzeuge und Marineflak sowie zum Geleitschutz
eingesetzte Jagdflieger brachten v. d. norweg. Küste, über der Ostsee und dem Kanal 13 fdl.
Flugzeuge zum Absturz. — Nordamerikan. Bomber richteten am gestr. Tage erneut Terror-
angriffe gegen das Reichsgebiet. Sie warfen auf die Reichshauptstadt und i. Raum v. Braun-
schweig Spreng- und Brandbomben, die Gebäudeschäden und Verluste u. d. Bevölkerung zur
Folge hatten. Luftverteidigungskräfte vernichteten b. d. Angriffen 86 nordamerikan. Flug-
zeuge, darunter 68 viermotor. Bomber. — Über d. besetzten Westgebieten verlor der Feind
weitere 13 Flugzeuge. — I. d. letzt. Nacht warfen einige brit. Flugzeuge Bomben auf Osnabrück.

Führerhptart., 10. 5. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtflieger vernichteten a. gestr. Tage
30 sowj. Panzer. — In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 19 fdl. Flugzeuge abge-
schossen. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge vernichteten nördlich Murmansk 3 sowi.
Schnellboote sowie 2 Handelsschiffe mit insgesamt 2600 BRT. Bei Angriffen auf deutsche
Stützpunkte i. hohen Norden verloren die Bolschewisten 19 Flugzeuge. — Kampfflugzeuge
griffen Schiffsansammlungen am Landekopf von Nettuno mit gutem Erfolg an. 2 Frachter
m. insgesamt 5000 BRT, 2 größere Landungsfahrzeuge und ein Zerstörer wurden schwer ge-
troffen. Die Vernichtung eines Teiles d. Schiffe ist wahrscheinich. — Bei seinen Angriffen
gegen Orte i. d. besetzt. Westgebieten u. d. Vorstößen i. d. Raum von Luxemburg und Saar-
brücken verlor der Feind gestern 19 Flugzeuge. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. letzt.
Nacht Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin.

Führerhptart., 11. 5. 44 (DNB.) OKW.: Starke Kampffliegerverbände griffen i. d. letzten
Nacht die Bahnhöfe Schepetowka und Proskurow m. gutem Erfolg an. Es entstanden Groß-
brände und Zerstörungen. — Das u. Führung von Major Antrup stehende Kampfgeschw. hat
sich im Einsatz a. d. Ostfront besonders bewährt. — Starke Kampffliegerverbände führten i. d.
vergang. Nacht einen Angriff gegen den fdl. Inselstützpunkt Lissa, der im Hafengebiet Ex-
plosion enund zahlreiche Brände hervorrief. — Ein schwächerer fdl. Verb. griff i. d. verg. Nacht
das Stadtgebiet von Budapest an. — Durch die Angriffe nordamerikan. Bomber gegen Südost-
deutschland entstanden bes. i. Wiener-Neustadt Schäden u. Verluste u. d. Bevölkerung. Hierbei
sowie bei Angriffen auf Orte i. d. bes. Westgebieten wurden 69 fdl. Flugzeuge, i. d. Mehrz.
viermotor. Bomber, vernichtet. — Einige brit. Flugzeuge warfen i. d. letzt. Nacht Bomben auf
südwestdeutsches Gebiet.

Führerhptart., 12. 5. 44 (DNB.) OKW.: Im rückwärtigen Gebiet südl. Polozk haben
Verbände d. Heeres und der Polizei zus. m. landeseigenen Freiwilligen bei schwierigen Witte-
rungs- und Geländeverhältnissen, hervorragend unterstützt durch Kampf- und Schlachtflieger
der Luftwaffe, starke sowj. Banden in 3wöchigen harten Kämpfen eingekesselt und zer-
schlagen. — Bei wiederholten Angriffen sowj.. Flugzeuge auf ein deutsches Geleit vor der
nordnorweg. Küste wurden 16 fdl. Flugzeuge durch Jäger und Bordflak abgeschossen. — Ver-
bände deutscher Torpedoflieger griffen am Abend des 11. 5. im Seegebiet östl. Algier ein fdl.
Nachschubgeleit an und versenkten 7 Frachter mit 49 000 BRT und einen Zerstörer. 12 weitere
Frachter mit 86 000 BRT, ein großer Tanker, ein Leichter Kreuzer sowie 2 Zerstörer wurden
beschädigt. — Nordamerikan. Bomber griffen gest. am späten Nachmittag Orte in Südwest-
dtschld. an. Bes. in Saarbrücken entstanden Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung. —
31 fdl. Flugzeuge wurden vernichtet, 16 weitere Flugzeuge wurden b. Nachtangriffen ü. d. bes.
Westgebieten abgeschossen.

Segelflug

Stand der Segelflug-Leistungsabzeichen.
Von Karl Anders VDI.
Im Segelflug unterscheidet man dreierlei Leistungsabzeichen:
1 das Große Deutsche Segelfliegerabzeichen,
2. das silberne Leistungsabzeichen und
3. das goldene Leistungsabzeichen;
die letzten beiden sind internationale Auszeichnungen. Dem jetzigen Stand der Verleihungen
dieser Abzeichen sollen die folgenden Abschnitte gewidmet sein.

Das silberne Leistungsabzeichen, abgekürzt die Silber-C, wurde bis zum 31. 12. 1943
insgesamt 2042mal von der Internationalen Studienkommission für den motorlosen Flug
(Istus) verliehen. Es interessiert hierbei hauptsächlich die Verleihung während der Kriegs-
jahre. Von den drei Bedingungen (1000-m-Überhöhung, 50 km Strecke und 5 Stunden Dauer)
ist in Großdeutschland mit Kriegsbeginn der Streckenflug aus Gründen der Benzin- und
Materialersparnis beim Rückflug oder -transport untersagt worden. Das führte zwangs-

Nr. 5/1944, Bd. 36

Seite 88 „FLUGSPORT“

läufig zur Schaffung einer neuen Bedingung, der 3mal-1000-m-Überhöhung, auf Grund dessen
bei gleichgebliebener Dauerflugbedingung das „Große Deutsche Segelfliegerabzeichen‘“ ver-
liehen wird. Im Ausland sind auch im Kriege noch Streckenflüge ausgeführt worden, sowohl
in den krieg- wie auch in den z. Z. nicht kriegführenden Ländern.

Zunächst eine Übersicht der Silber-C-Verleihungen in alphabetischer Reihenfolge:

Land Stand Verliehen im Jahre: Stand
an 31. 12.1939 | 1940 1941 11942 1943 | 31. 12. 1943

Deutschland . . . 1232 11 76 7 32 1418
Amerika (USA) 25 25
Afrika (Union) 5 5
Ägypten 1 1
Brasilien 1 1
Columbien 1 1
Dänemark 1. 1
England . 57 57
Estland 2 2
Finnland 6 6
Frankreich 42 42
Griechenland 1 1
Holland 4 4
Japan nn — 1 1
Indien (Brit.) . 1 1
Italien . — 5 5
Jugoslawien 9 2 11
Lettland 1 1 2
Litauen oo. 3 3
Ehemaliges Polen . 190 31 221
Protektorat . . . 1 1
Rumänien 4 4
Schweden . 2 5 28 35
Schweiz . . ... 27 3 1 1 32
Spanien on - 1 4 5
Ungarn . . ... 18 19 2 15 103 157
Zusammen . . .. 1634 133 85 | 23 | 167 2042

Vieles ist aus dieser Tabelle ersichtlich. Führend unter den 26 Staaten, und zwar weitaus
führend, steht an der Spitze Deutschland als das klasische Land des Segelfluges.

Die Verleihungszahl der Silber-C in Deutschland stieg von Jahr zu Jahr: 1931 waren es
6, 1922 nur 2 Abzeichen; dann aber begann der Anstieg: 1933 10, 1934 44, 1935 137, 1936 129,
im Rekordjahr 1927 307 und in den Jahren 1938 und 1939 zusammen 601 Abzeichen, das sind
fast soviele wie in den 7 Jahren vorher! Mit Kriegsbeginn sinken die Zahlen auf etwa ein
Viertel herab: die meisten Segelflieger eilten zu den Fahnen! Nach zwei Jahren Krieg sin
die Verleihungen ganz gering geworden; denn mancher Segelflieger hatte wohl Strecke
und eine weitere Bedingung schon im Frieden geschafft; im Urlaub oder vielleicht bei der
Luftwaffe gelang es ihm aber erst, die dritte Bedingung noch zu erfliegen, so daß auch
weitere Verleihungen im Kriege vorgenommen werden konnten. Wenn im vierten Kriegs-
jahr sogar eine Steigerung auf den fast fünffachen Betrag ersichtlich wird, so ist darin
wohl der ungetrübte Wille zu Deutschlands ureigenster Sportdisziplin zu ersehen, der nach
wie vor allüberall vorhanden ist und sich aus verständlichen Gründen jetzt nur noch in den
gegebenen Segelflugmöglichkeiten auf Schulen, Gruppen und bei der Waffe (LS!) betätigen
kann; bemerkenswert ist hierbei, daß eine sehr rührige Gruppe allein acht Silber-C 1943
schaffte!

Nach Deutschland folgt in weitem Abstand das ehemalige Polen, danach die
„reichen“ Staaten: England, Frankreich und USA; ihre Silber-C-Anzahl ist aber geradezu
kläglich zu nennen, wenn man an die wohl damals besten materiellen Voraussetzungen dieser
3 Länder denkt. Auch im Kriege, währenddessen. neun anderen Ländern laufend Abzeichen
verliehen wurden, haben sie weder am Anfang noch später etwas geleistet. Mit dem Nach-
hinken der Entwicklung ist dies aber auch nicht zu begründen; denn gerade in diesen Ländern
haben viele Deutsche (Wolf Hirth war schon 1931 in USA! immer und immer wieder
Segelflüge durch- und vorgeführt, an Wettbewerben teilgenommen und Vorträge gehalten.
Die ‚kleinen‘ Staaten Schweiz und Ungarn z. B. sprechen da eine ganz andere Sprache!
Denn die Schweiz, die als nächstes folgt — sie hat USA inzwischen stark überholt, — hat
wohl trotz vieler Schwierigkeiten die „rentabelsten“ Silber-C erflogen. Auf einen Stand von

nur etwa 175 insgesamt zugelassenen Segelflugzeugen, wovon 50 wohl längst wieder Bruch

sind, besitzt sie 36 Abzeichen, auf 5 Flugzeuge also rund ein Abzeichen! Die Schweiz, die
auch im Kriege gleichmäßig Leistungsflüge durchführen konnte, hat auch stets mehr Ab-
zeichen als die restlichen 16, z. T. viel größeren Länder zusammen, die nach den 10 führenden
Staaten kommen. Sie ist, obwohl ihre Abzeichenzahl größer geworden ist. doch um einen
Platz in der Rangliste heruntergerückt (bald wird sie allerdings Frankreich ein- und über-

Nr. 5/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 89

holt haben!). Es liegt dies an dem Aufrücken eines Landes, das unter den beiden sozusagen
als Schlußstein der Erfolggekrönten nun noch folgenden Ländern besonders hervorgehoben
werden muß: Ungarn!

Wenn man sich die Übersicht w. o. ansieht, so stellt man oben wie unten fast in jedem
Jahre eine zweistellige und sogar eine dreistellige Verleihungszahl fest; betrachtet man aber
die drei letzten Jahre Ungarns allein, so vermeint man sogar, dort müsse unbedingt Frieden
herrschen! Denn so ähnlich stiegen ja auch die Zahlen in den ersten Jahren bei uns. Die Ver-
leihungsziffer von 103 Abzeichen im Jahre 1943 ist im höchsten Grade bewundernswert; hat
doch dieses Jahr unserem Verbündeten mehr Silber-C eingebracht, als England, Frankreich
und USA seit deren ersten Anfängen überhaupt schaffen konnten! Ein gleicher Steilanstieg
findet sich für Ungarn auch hinsichtlich der goldenen C vor, s. w.u.

Auch die Schweden, die in friedensmäßiger Ruhe arbeiten können, befinden sich auf
lem Wege des Anstiegs; nicht zuletzt ist die ausgezeichnete Breitenarbeit unter Verwendung
rein deutschen Materials in den Jahren 1942 und 1943 daran schuld, vor allem auf der schwe-
dischen Wasserkuppe, dem Alleberg, was nunmehr zur Verleihung von 23 Abzeichen führte.
So hat Schweden nun auch das ehemalige Jugoslawien und auch USA überflügeln können und
taucht nun überhaupt erst unter den 10 führenden Segelflugländern auf.

Die Reihenfolge hat sich also wie folgt verändert:

Rang zu Kriegsbeginn nach vier Jahren Krieg
1. Deutschland . . . 1232 Deutschland . . . 1418
2. ehemaliges Polen. . 190 ehemaliges Polen . 221
3, England . . ... 57 Ungarn ...:...7357
4. Frankreich . . .. 42 England . . ... 57
5. Schweiz . .... 27 Frankreich . . . . 42
6. Amerika (USA) . . 25 Schweden . ... 35
7. Ungarn ....n 18 Schweiz . . 2... 32.
8. Jugoslawien . . . . 9 Amerika (USA) . . 25
9. Finnland . . ... 6 Jugoslawien ... 11
10. Afrika (Uniono) . . 5 Finnland . . ... 6
11.—26. restliche Länder . . 23 restliche Länder . . 38

Nun zur „Goldenen C“. Das goldene Leistungsabzeichen wurde bis zum 31. 12. 1943
insgesamt 47mal von der Istus verliehen. Zunächst wieder eine Übersicht der Verleihungs-
anzahl der goldenen © in alphabetischer Reihenfolge:

Stand Verliehen im Jahre Stand

Land | 31. 12. 39 1940 1941 1942 1943 31. 12. 43
Deutschland . . 31 2 1 — 1 35
Amerika (USA) . 3 j 3
Afrika (Union) 1 1
Ägypten . 1 1
England . 1 1
Frankreich . 1 1
Jugoslawien — 1 1
Ungarn —_ 4 4
Zusammen . . .. 38 3 1 — 5 46

Wenn auch in der bisherigen Kriegszeit insgesamt nur 9 goldene C verliehen wurden,
so ist dieser Anteil mit 18 Prozent fast genau der gleiche wie bei der Silber-C. Mit den
Kriegsjahren nimmt die Verleihung natürlich ebenso schnell ab; waren es 1940 noch 3 Ab-
zeichen, so wurde 1941 nur noch eins und 1942 sogar gar keins verliehen. 1943 aber wird die
im Kriege bisher höchste Verleihungszahl, nämlich 5 Abzeichen, erreicht. Dies ist leicht zu
erklären.

Der Inhaber der einen deutschen goldenen C, hatte schon im Frieden die Streckenba-
dingung mit 391 km abgeleistet und holte 1943 die Höhenbedingung mit 3200 m in Freiburg/Br.
nach. Die anderen vier Abzeichen kommen auf das Konto von Ungarn, das-— wie schon bei
der Silber-O ausgeführt — einen ganz steilen Leistungsaufstieg seiner Segelflieger zeigt.
Einer der vier dabei ausgeführten Streckenflüge, und zwar der erste über diese Distanz,
war der bekanntgewordene Flug zwischen den beiden Hauptstädten Budapest und Belgrad.

. Aber auch andere Länder warten schon mit Bedingungsflügen zur goldenen C auf.
So sind Strecken- und Höhenflüge vor allem von Schweden und von der Schweiz bekannt-
geworden. Weiterhin liegen natürlich auch in Deutschland einige erfüllte Höhenflüge vor.
Man darf daher gespannt sein, was das Jahr 1944 in dieser Hinsicht an Überraschungen bringt.

Im Ganzen gesehen, die Verleihungszahl der Silber-O und der goldenen © zusammen-
gefaßt: An der Spitze liegt Deutschland; ihm folgt nach dem ehemaligen Polen das mächtig

- vorwärtsdrängende Ungarn und sodann — unter Übergehung des stagnierenden Englands

und Frankreichs, von USA ganz zu schweigen — die segelflugbegeisterte Schweiz (welch
Nr. 5/1944, Bd. 36

Seite 90 „FLUGSPORT“

„FLUGSPORT“

, Ä
prächtige Segelflugmeisterschaften z. B. hat sie 1943 in Samaden abgehalten!). Und man sieht
auch hier: nicht die reichen Länder, sondern die „Habenichtse‘“ machen das Rennen, weil

sie trotz schlechterer Bedingungen mit den besseren Leistungen aufwarten!

Und als Schlußsatz einen Zukunftsgedanken: Wenn kurz vor Ablauf des Jahres 1943 die
2000. Silber-C verliehen wurde (an Györe-Ungarn), so dürfte im Jahre 1944 voraussichtlich die
50. Goldene © fällig sein.

Über die Verleihungszahlen des Großen Deutschen Segelfliegerabzeichens kann aus be-
greiflichen Gründen: vorerst nichts gesagt werden.

: Y Größte .Betriebssichsrheit
Erhöhte. Wirtschaftlichkeit:

Wieviel %/; Gummi muß ich in ein Motorflugmodell einhängen, um die beste Flugzeit zu
erzielen? Richard Eppler hat sich mit dieser Frage befaßt und rechnerisch ermittelt, daß die
Flugzeit eines Gummi-Motorflugmodells dann am längsten wird, wenn das Gummigewicht
662/30/0 des Gesamtgewichts beträgt.

Bauxitvorkommen in Ungarn ist das größte Europas. Die Bauxitlagerstätten betragen

- annähernd 30 Mill. t. Die Bauxitlagerstätten Frankreichs werden nur auf 60 Mill. t ge-
schätzt, Kroatien auf 100 Mill. t, Griechenland auf 60 Mill. t und Italien auf 20 Mill. t.
1929 betrug die ungarische Bauxitproduktion 15000 t, im Jahre 1941 etwa 600 000 t. Die
Dürener Metallwerke AG, die 1942 mit der Ungarischen Bauxitgruben-AG. eine technische

... Für Holz: und.
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Produktionsgemeinschaft bildete, hat ein besonderes Aluminiumwalzwerk errichtet.

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starb unerwartet während eines
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I. und II. Klasse.

Seine Lebensaufgabe war der Holz-
propellerbau, dem er sich mit seiner.
ganzen Schaffensfreude verschrieben
hatte. Wir verlieren mit ihm einen
unermüdlichen; Arbeitskameraden.

Sein Wirken und seine Persönlich-
keit werden in unserer Gemeinschaft

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XVI. Jahrgang / Nr. 6

Mittwoch, 14. Juni 1944

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Be

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Kampfilugzeug
n „Do 217’ *

I Ju 87, Kampfflugzeug
| mit 2 x 3,7 cm- Kanone.

Sturz mit der Ju 88

USA Lastensegler
YCG 13

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Nr. 42.

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1944

Ns Datum

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenbur

Anzeigenpreis It. Pl. 3 zuzügl. 100%), Aufschlag. — Druck

Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8 (Deutschland).

} ; von H. L. Brönners Druckerei (F. W. i i -
turt a. M. Alle Zuschriften sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an Redaktion a en ae

g „Flugsport”,

gplatz 8. 11 15. November

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Printed in Germany

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T 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON

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I. UIERTLLLIITTTRHLLLLLLLIRG mr r In. Aln..

"GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBE:
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING.

Illustrierte lugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adresse: Redaktion und Verlag „Flugsport”, Frankfurt am Main, Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatlichem Erscheinen 2,40 RM

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 6 14. Juni 1944 XXXVI. Jahrg.

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 12. Juli 1944

Kampfflugzeug „Do 217“.

Aus dem Schnellflugzeug des Jahres 1935 entstanden in den darauffolgen-
den Jahren Zug um Zug die verschiedenen Abwandlungen des Kampfilugzeu-
ges Do 17. Unter sorgfältiger Verwertung aller Erfahrungen vollzog sich bei
Kriegsbeginn der Schritt zur Do 217. Seitdem befindet sich dieses neue
Kampfflugzeug in ununterbrochenem Fronteinsatz und machte einen ähnlichen
Weiterentwicklungsprozeß durch wie vordem Do 17. Die Erhöhung der
Kampikraft, die Erfüllung neuer technischer Forderungen sowie eine weitere
Verbesserung der Flugleistungen waren das Ziel dieser Maßnahmen, und in
Durchführung derselben erhielt das Kampfflugzeug Do 217 ein neues Gesicht.

Von der „Do 17“ zur „Do 217“.

Diese Nummer enthält Profilsammlung Nr. 42.
Seite 92 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36

Dornier „Do 217“ mit Sichtaufbau. Waıkbild (5)

Das wesentliche äußere Merkmal der jüngsten Baustufe der Do 217 ist die
vollkommene Verglasung des Besatzungsraumes nach vorn. Gleichzeitg WUur-
den die Geräte im Besatzungsraum nach neuen Gesichtspunkten unter Wahrung
ihrer leichten Ablesbarkeit und ohne Beeinträchtigung ihrer bequemen Bedien-
barkeit so angeordnet, daß der Ausblick der Besatzung ın allen wichtigen Sek-
toren ungestört ist. Diese beiden Maßnahmen schufen der Besatzung umfas-
sende Sicht für den Angriff, die Beobachtung des Luitraumes, die Navigation
usw. Die Bewaffnung wurde erneut verstärkt und die Schußfelder der Stände
erfuhren eine Erweiterung. Schließlich wurde durch den Einbau stärkerer Trieb-
werke eine erhebliche, im Einsatz sich fühlbar auswirkende Verbesserung der

Flugleistungen erzielt.
"Richtungsweisender Grundsatz für diese Weiterentwicklung war die For-

Dornier „Do 217“ mit runder Vollsichtkanzel.

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 93

derung, hinsichtlich der Flugsicherheit und der Flugeigenschaften keinerlei
Risiko einzugehen. Durch die fließenden Übergänge von einer Baureihe zur
anderen wurde das Auftauchen neuer Probleme flugmechanischer Art, deren
Lösung in jedem Falle eine Terminverzögerung zur Folge gehabt hätte, sicher
vermieden. Für den Einlauf in die Serienfertigung bedeutet dies, daß die Um-
stellung ohne Störung der laufenden Ausbringung vor sich ging.

In den langen Jahren der Frontbewährung erfuhr die Zelle des Kampfilug-
zeuges Do 217 eine immer größere Vervollkommnung. Empfindliche, zu über-
durchschnittlichem Verschleiß neigende oder bei Beschuß besonders gefährdete
Teile wurden erkannt und verbessert, so daß sich die Zelle der Do 217 im Front-
einsatz als außerordentlich unempfindlich und robust bewährt. Zu diesen Eigen-
schaften sind nun durch den jüngsten Schritt der Weiterentwicklung jene Fak-
toren getreten, die das Flugzeug im gegenwärtigen Geschehen des Luftkrieges
technisch und taktisch zur Durchführung schwierigster Aufgaben befähigen.

Ju 87, Kampfflugzeug, mit 2-mal 3,7-cm-Kanonen.
Die altbewährte Ju 87, „Stuka‘“ (vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“,
S. 292, 1940), hat als fliegende Pak, ausgerüstet mit einer panzerbrechenden

Ju 87 Kampiilug-

zeug mit 3,7-cm-Ka-

none für Panzerbe-
kämpfung.

Stromlinien-Waifen.
behälter der 3,7-cm-
Kanone der Ju 87.

Atlantic (2)

Seite 94 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36

Bordkanone (3,7 cm Durchmesser) bei der Bekämpfung von Erdzielen eine neu-
artige Verwendung gefunden. Wie die Abbildungen erkennen lassen, ist die
3,7-cm-Kanone unter den beiden Tragflächen außerhalb des Fahrwerkes auf-
gehängt. Der Waffenbehälter in Stromlinienform ist leicht zugänglich. Die
Munition wird in ein Streifenmagazin von der Seite zugeführt. Die Kanone
selbst ist vollautomatisch und wird vom Führersitz aus gesteuert. Die neue
Waffe hat sich, Major Rudel brachte allein 200 Stahlkolosse zur Strecke, aus-
gezeichnet bewährt.

Sturz mit der Ju 88.

Wenige wissen, welche geistige Konzentration der Sturzilug verlangt, und
welche zahlreichen Hebel und Geräte vor, während und nach einem solchen
rasenden Flug von der Besatzung in einer genau bestimmten Reihenfolge be-
dient werden müssen.

Hat die Besatzung einer Ju 88 ihren Einsatzbefehl erhalten, so stellt der
Flugzeugführer vor dem Abflug die Luftdruckwerte, die ihm von der Wetter-
warte durchgegeben worden sind, auf seinen Höhenmeßgeräten ein. Sie werden
während des Fluges nach Funkmeldungen berichtigt. Auf dem Marschilug
selbst schaltet der Bombenschütze zuerst den Wahlhebel auf die vorgesehene
Bombenart. Dann stellt er auf dem Reihen-Abwurfgerät für Bomben (RAB)
den Wurfauftrag ein (1). Der Flugzeugführer stellt am Reflexvisier den Wind-
ausgleichswinkel ein und schaltet dann die Revibeleuchtung an (2). Hierauf
bringt er den Zeiger des Kontakthöhenmessers auf Abwurfhöhe (3). Dieses
Gerät löst während des Sturzfluges, 250 m vor dem Bombenabwurf, eine Hupe
oder einen Summerton im Kopfhörer aus und entlastet damit den Flugzeug-
führer von der Beobachtung des Höhenmessers. Hört die Hupe oder der Sum-
mer auf zu tönen, so muß er die Bomben auslösen.

In der Nähe des Zieles stellt der Bombenschütze den Hauptschalter des
Reihen-Abwurfgerätes auf „Ein“ (4) und den Hebel des Zünderschaltkastens
auf „Sturz“ (5). Nun schließt der Flugzeugführer die Kühlerklappen (6),
um den Kühlstoff vor einer zu starken Abkühlung zu schützen. Dann verstellt
er die Luftschraubenblätter (7) und bringt sie auf eine Steigung, durch die
einerseits Überdrehzahlen des Motors verhindert werden, andererseits die
höchstzulässige Drehzahl erreicht wird, um die Bremswirkung der Schraube
als zusätzliche Sturzflugbremse auszunutzen. Endlich dreht er das Trimmrad aui
die rote Sturzflugmarke (8). Unmittelbar vor dem Sturz bringt er den Kipp-
hebel für „Arm-Reich“-Schaltung (9a) auf hohe Leistung. Die Pumpenstempel
der Einspritzpumpen fördern dann beim Vollgasgeben nach dem Sturzilug
mehr Kraftstoff. Auf diese Weise wird der Verbrennungsraum besser gekühlt.
(Innenkühlung) und ein Klopfen des Motors verhindert. Diese vorübergehende
Leistungssteigerung gibt der Besatzung die Gewähr dafür, daß sie nach dem
Sturz schnell aus der Gefahrenzone herauskommt. Hierauf schaltet der Flug-
zeugführer die Förderpumpen (9b) ein.

Decken sich die Abkippmarken am Kursvisier und am Kanzelboden mit
dem Ziel (10), so stellt er den Sturzflugschalter auf „Aus“ (11), worauf die
Sturzilugbremsen ölhydraulisch ausgelahren werden. Ein roter Stift oberhalb
der Bremsen zeigt ihm an, daß die Bremsen ausgefahren und eingerastet sind
(12). Mit der Sturzflugbremse zusammen betätigt eine in der Höhenilosse
angebrachte Einziehstrebe durch Öldruck eine Stoßstange zur Trimmklappe
des Höhenruders (13). Die Trimmklappe wird nach oben gedrückt, das Ruder
nach unten, und die Maschine wird kopflastig.

Der Flugzeugführer stellt nun die Gasdrossel auf Leerlauf (14) und läßt die
Ju in Sturzflug übergehen. Er bringt dabei das Ziel so in sein Reflexvisier, daß
es etwas über dem Kreis des Revis liegt (15). Das Ziel stets im Revi haltend,
stürzt er weiter, bis 250 m vor der eingestellten Abwurfhöhe die Hupe oder der
Summer des Kontakthöhenmessers ertönt (16). Während des Hupens zieht der

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 95

Flugzeugführer das Höhenrad etwas an, dami |
giul ,‚ damit das Ziel an den unteren R:
ces Revikreises zu liegen kommt. In dem Augenblick, wo die Hupe Ser Ye
ummer aussetzt, drückt er auf den Bombenauslöseknopf am Steuer (17), der
die Trimmklappe am Höhenruder durch einen Magneten schlagartig in ihre
normale Stellung zurückbringt,; das Flugzeug wird schwanzlastig und das
& bfangen dadurch ‚eingeleitet. Über die Trimmklappe wird gleichzeitig der

!romkreis zum Reihenabwurfgerät für Bomben geschlossen (18). Das Gerät
tritt in Tätigkeit und bringt die Bomben in der Reihenfolge zum Abwurf, wie
sie vom Bordschützen eingestellt wurden. Durch das Umspringen der Trimm-
klappe, welche die Bomben erst dann zum Abwurf bringt, wenn ihre normale
stellung erreicht und das Abfangen eingeleitet ist, wird das Hineinfallen der
„omben in aan Aultschraubenkreis verhindert. Das Abfangen des Flugzeuges

eım Auslösen der Bomben vom Flugzeugführer durch leichtes Zie
und suimmen der Maschine eingeleitet. ER rel. leichtes Ziehen
ogleich nach dem Abfangen wird der Sturzflugschalter auf Stellung Ein“
gebracht (19). Die Sturzilugbremsen werden dann automatisch eingefahren
ws 0 das Verschwinden der roten Stifte auf den Tragflächen sichtbar
ir
Dann gibt der Flugzeugführer langsam Gas (21), verstellt die Luf
) , tschrau-

benblätter auf Steigflug (22), also auf kleine Steigung, und öffnet die Kühler-
Klappen (23): Der Bombenschütze schaltet das Reihenabwurfgerät aus (24) und
ste en Hebel des Zünderschaltkastens auf „Aus“ (2 Ü
Einsatzhafen beginnt. „Aus“ (9), Der Rückflug zum
Der Bombenabwurf im Sturz stellt demnach hohe technische Anforderun-
gen an die Besatzung, denn bei dem oft raschen Wechsel der Flugzustände
müssen die meisten der genannten Geräte im Abstande weniger Sekunden be-
dient werden. Bei längeren Flügen kommt eine starke körperliche Beanspru-

Die Bedienung des Triebwerkes und der Bombenabwurigeräte vor, während und nach
dem Sturzilug einer Ju 83. IEM

I Zielanflug INN Sturzflug ”

IV.
Nach dem Abfangen

<
s

V.Übergang
in Reiseflug

Seite 96 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 30

chung hinzu. Auch durch die Navigation und durch die Beobachtung des
Kraftstoff- und Schmierstoffverbrauchs sowie die Ablesung der vielen Motoren-
überwachungsgeräte wird die Besatzung stark beansprucht. Nicht zu verges-
sen sind der Kampf gegen feindliche Jäger und das Durchfliegen von Flak-
sperren. Oft mag der schwer kämpfende Grenadier in seinem Schützengraben,
wenn die Geschwader zur Front fliegen, denken, was haben es die Flieger
dort oben gut, so frei beschwingt, ohne die Hindernisse des Bodens, fliegen
sie ihrem Ziele entgegen. Aber gerade in diesen ruhig dahinziehenden Ge-
schwadern ist in der eisigen dünnen Luft großer Höhen ein hohes Maß
geistiger und physischer Leistung von jedem aufzubringen. -WOWa-

USA-Lastensegler YCG 13.
Den erößten bisher in den USA gebauten Schleppgleiter zeigt untenst.

>

Abb. Dieser für die USA-Luftwaffe, von den Northwestern Aeronautical Corp.,

USA-Gleiter YCG—13.

Minneapolis, gebaute Gleiter wurde
1943 zum ersten Male über den Atlantik
geschleppt.

Der Gleiter ist ein abgestrebter
Hochdecker mit viereckigem Rumpf mit
2 Laufrädern, die zwischen primitiven
Kufen unter den Holmen befestigt sind.
Der Rumpf von rechteckigem Quer-
schnitt besitzt eine hochklappbare
Rumpfnase, um die Transportgüter ein-
zuladen. Durch Anordnung der Lade-
luke im Vordert: il, unter Umgehung des
Doppelrumpfes wie bei dem „Gigant“
Me 323, wird eın einfaches Höhen- und
Seitenleitwerk ermöglicht. Da sich der
Führersitz in der hochklappbaren
Rumpfnase beündet, ergibt sich eine
komplizierte Anordnung des Steuerbe-
tätigungsseiles, das vermutlich über
Rollen, die in der gleichen Achse des
Drehpunktes, ter nach oben abschwenk-
baren Nase liı gen, geführt werden.

USA -Gleiter YCG—13.

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 97

Eine Zusammenstellung der Lastensegler von USA und Großbritannien
veröfientlichten wir bereits auf Seite 2.

Der USA-Gleiter „YCG—13“ ist aus dem Waco OG—4 entwickelt. Die
Spannweite ist etwas größer. Ebenso ergibt sich hier eine etwas größere Zu-
ladung, etwa 4 bis 5000 kg. Beim CG—4 betrug die Schleppgeschw. 390 km/h,
die Mindestgeschw. 61 km/h. Der Gleitwinkel im Mittel 1:10.

Als die ersten Typen der YCG—13 in ausländischen Zeitschriften veröffent-

licht wurden, war angegeben, daß sie für einen geheimen Zweck bestimmt seien.
Inzwischen haben die nach deutschem Muster gebildeten Verbände nun bei
ihren Landungen an der nordfranzösischen Küste recht bedeutende Verluste
erlitten. Der erhoffte Erfolg ist ausgeblieben.

Die britischen und amerikanischen Fallschirmjäger und Luitlandetruppen
tragen rote Baskenmützen und führen deshalb den Beinamen „Red devils“ (rote
Teufel), während die Flugzeugführer der Gleiter gelbe Baskenmützen tragen
und „Butterfly-boys‘“ (Schmetterlingsjunge) genannt werden.

Fokker F-24, Transportflugzeug.

Von diesem Fokker-Transportflugzeug wurden 1940 von der K. L. M.
4 Stück bestellt, die jedoch infolge des Krieges nicht fertiggestellt werden
konnten.

„F-24“ ist ein zweimotoriger Hochdecker in Ganzmetallbauweise.

Flügel freitragend, dreiteilig, zwei Wright-Cyclone-Motoren von 1700 PS
mit Dreiblatt-Luftschraube im Mittelstück.

Rumpf ovaler bis fast runder Querschnitt. Dach der Führerkabine verläuft
nach hinten in den Rumpf. Einstieg für die Besatzung vorn in den Rumpf nach
links. Einstieg für die Fluggäste in der Mitte des Rumpfes unter dem Flügel.
Fluggastraum umfaßt
24 Sitze, davon 6 vor
dem Einstieg und 18
hinter dem Einstieg.
Einfaches Höhen- und
Seitenleitwerk mit dern
Rumpfheck zusammen-
gebaut, nach hinten ab-
nehmbar.

Hochziehbares Drei-

radfahrwerk unter
Rumpf und Motoren.

Spannweite 28,50 m,
Länge 20,60 m, Höhe
0,75 m, Flügelinhalt
100 m?, Leergew. 9050
kg, Fluggew. 13000kg.
Reisegeschw. 330 km/h
in 3000 m Höhe, prakt.
Gipfelhöhe 7300 m, ab-
solute Gipfelhöhe 7700
m und 3200 mmiteinem
Motor. Aktionsradius
1200 km, Betriebsstoff--
behälter 4200 1.

Fokker F—24
Transportilugzeug.
Zeichnung F ugsport

Seite 98 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36 Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 99

Englischer Flugzeug-Transportwagen für die englischen schmalen Straßen. An die Führer
werden hierbei besonders hohe Ansprüche an Geschicklichkeit gestellt, um sich an Hinder-
nissen vorbeizuwinden.

Sowj. Jagdeinsitzer „Mig 3“.

Mig 3 (1-20, I-61 und I-200) ist ein einsitziger Tieidecker mit Reihenmotor
„AM-35 A“ von 1250 PS.

Flügel sich stark verjüngend mit abgerundeten Enden.

Ovaler Rumpf, Führersitz hinter der Hinterkante des Flügels.

Fahrwerk hochziehbar.

Bewaffnung ein MG 12,7 mm und zwei starre gesteuerte MG von 7,7 mm
im Rumpf.

Spannweite 10,3 m, Höchstgeschw. in 7000 m Höhe 576 km/h.

. ;

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=Y.

RT. \ i ale

\..-N.
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”
a

. 2. 5 > ll} ala — SS
Mig 3, sowj. Jagdeinsitzer. = FE H Bi R SS
Engl. Jagdflugzeug Hawker „Typhoon“. I 5 u © A, h a z S

Zur Ergänzung unserer Typenbeschreibung auf S. 59/1942 ‚bringen wir erlS® Abe s = 8 ”
nachstehend einige Abbildungen, aus denen der Aufbau dieses einsitzigen Jagd- N £ Be
flugzeuges hervorgeht. u (?

Motor 24 Zyl. Napier Sabre, flüssigkeitsgekühlt, von 2000 PS, mit drei- | S
flügeliger Luftschraube N ITS == °

Bestückung 4 Kanonen oder 12 7,9-mm-MGs. == > \

Rechte Seite: Abb. des Engl. Jagdfilugzeugs Hawker „Typhoon“. | 9 3 ED n
a) Kühlwasserbehälter, b) Wasserkühler, c) Ölkühler, d) Kühlwasserpumpenanschluß, e) Öl- \ _
behälter, f) Thermostat, g) Hydraulik-Zylinder-Fahrwerk, h) Reservetank, i) Haupttank,

k) Kanonen, I) Landescheinwerfer, m) Positionslampe, n) Munition, o) Landeklappe, h u 0 | y / >
p) Antenne, q) Warmluftleitung für Kanonen, r) Panzerplatte, s) Reflexvisier, t) Seiten- kı Ss
ruderpedale, u) Notauslösung. AO €
“anf ©) ( Q R
Abb. i BER RS N
Hawker „Typhoon“ LAN SORT

Seite 100 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36

Aus der Abb. 1 ist der Aufbau ersichtlich. In Abbildung 2—3 ist die Öl-
und Wasserkühlung dargestellt. Der Ölkühler liegt innerhalb des Wasserküh-
lers und erhält seine Kühlluft durch einen Schacht vor der Rumpfnase. Abb. 4
zeigt das Fahrwerk hochgezogen und ausgefahren, und Abb. 5 das hydrau-
lisch einziehbare Spornrad.

Verstellbare Winkelschere, entwickelt von den Arado-Flugzeugwerken, ist ein Blech-
ausklinkgerät, das eine Sondervorrichtung für die Blechbearbeitung im Flugzeugbau dar-
stellt und außerdem für solche Betriebe von Bedeutung ist, die dünne Eisen- und Leicht-
metallbleche verarbeiten. Im Metallflugzeugbau sind z. B. bei der Fertigung von Rippen,
Umbördelungen an den Ecken, an welchen 2 Biegeradien zusammenstoßen, notwendig.

Die Bleche müssen für diesen Zweck winkelig ausgeschnitten werden. Metallscheren sind-

für solche Schnitte nicht anwendbar. Die Arbeit mit Stanzwerkzeugen, deren Bearbeitung
viel Kosten verursacht und gute Stahlsorten verlangt, ist nur in Pressen möglich. Da die
Winkelgrößen schwanken, muß stets ein größerer Satz verschiedenster Stanzwerkzeuge
vorhanden sein. Das Auswechseln dieser Werkzeuge ist zeitraubend.

Mi: der neuen Winkelschere lassen sich Winkel in der Größe von ca. 30° bis '/. 120°
schneiden. Winkelschnitte von über 120° sind ganz selten oder kommen für obige Zwecke
gar nicht vor. Die Messerpaare sind gelenkig miteinander verbunden und lassen sich un-
abhängig voneinander um eine in der Schnittrichtung verlaufende Achse schwenken. Die
bisher verwendeten Scheren sind zunächst für den Schnitt von Leichtmetallblechen bis zur
Dicke von 1 mm entwickelt, jedoch dürfte eine entsprechende robustere Ausführung ohne
weiteres auch für die Bearbeitung dickerer Leichtmetalle und Stahlbleche verwendbar sein.

Die konstruktiven Einzelheiten sind aus den beigefügten, nur der Voranschau-
lichung der wesentlichen Merkmale dienenden Abb. ersichtlich: Auf einer Grundplatte 1
(s. Abb. 1) sind die gelenkig miteinander verbundenen Messerträger 2, unabhängig von-
einander um einen Drehbolzen 3 schwenkbar, angeordnet. Die Feststellung der Träger 2
geschieht durch die Spannschrauben 4 von den in einer kreisförmig verlaufenden Schwal-
benschwanznut gleitenden Nutsteinen. Jeder Messerträger besitzt ein Obermesser 6 und
ein Uniermesser 7. Die
Obermesser 6 sind um
einen Bolzen schwenkbar
und können an den Mes-
serträger 2 parallel zur
Schwenkachse verscho-
ben werden. Schwalben-
schwanztührungen und
eine Einstellschraube 19
verhindern während des
Schneidens das Ecken und
Klemmen der Messer. Der
Schnittdruck wird mittels
des Handhebels 14 auf die
Obermesser übertragen.
Der Hebel bewegt sich um
den Lagerbolzen 12. Gleich-
zeitig mit der Hebung der
Obermesser 6erfolgtdurch
die Feder 13 der Rückzug
des Hebels selbsttätig in
seine Ausgangstellung. Die
Winkelgradeinteilung 13
dient zusammen mit zwei
Einstellmarken an den
Messerträgern zur Ein-
stellung des vorgesehenen
Winkels. Das Gerät läßt
sich auf jedem Arbeits-
tisch u. dgl. befestigen.

Abb. 2. Verstelllbare
Winkelschere.

Profilsammlung

| Ss NE

GEGRÜMDET 1909 u HERAUSGECHBEN von

1944 Nr. 42

Untersuchungen über den Einfluß der Reynolds’schen Zahl auf die
Mach’sche Zahl an den Beispielen der Kugel und des Kreiszylinders.
VonH.O©.Nicolaus, Göttingen.

(Fortsetzung und Schluß.)

F. Kugel und Kreiszylinder im Überschallgebiet.

Die Untersuchungen im Überschallbereich waren nicht so ausgedehnt wie
die Messungen im normalen Geschwindigkeitsgebiet. Widerstands- und Druck-
messungen sowie eine optische Auswertung erfolgten nur beim Zylinder, von
der Kugel wurde lediglich der Widerstand gemessen. Dieses skizzenhafte Ver-
suchsprogramm genügt aber vollauf, solange es nur darauf ankommt, das
Grundsätzliche der Erscheinungen darzustellen. Die Versuche wurden in einer
geschlossenen Meßstrecke ausgeführt‘).

Ein Blick auf die ermittelten Widerstandskurven zeigt, daß Re keinerlei
Einfluß mehr auf den Widerstandsverlauf ausübt. Für M = 1,85 und M = 2,13
waren die entsprechenden Beiwerte 0,435 bzw. 0,428. — Ähnliche Ergebnisse
wurden beim Zylinder erzielt, und zwar 0,645 bei M = 1,85 und 0,610 bei
M — 2,13. Bei ansteigender M-Zahl nimmt cw demnach geringfügig ab. Im
Unterschallgebiet war das Gegenteil der Fall.

Ganz andere Formen zeigen auch die Druckverteilungskurven nach
Abb. 42 und 43. Die Überdruckzone hat die größte Ausdehnung, ihr ist daher
auch der Hauptanteil des Widerstandes zuzuschreiben. Der beanspruchte
Winkelbereich beträgt fast 180°. Der Unterdruck bleibt auf der gesamten hin-
teren Zylinderhälfte annähernd konstant. Das Maximum ist bei M — 2,13
etwas kleiner, worauf wohl auch die beobachtete Widerstandsabnahme zurück-
zuführen sein wird. Gleichzeitig steigt der Höchstwert des Überdruckes
schwach an.

EN

Abb. 42. M-185

Re- 2x7?

Abb. 44.

M =2,13
Re- 2x70°

‘Abb. 43.
Seite 170 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 42

Das Lichtbild der Abb. 44 ist mit einer behelismäßigen Anlage auf-
genommen worden und läßt daher auch die nötige kontrastreiche Klarheit
vermissen. Vor dem Zylinder bildet sich die aus der Ballistik bekannte Kopf-
welle; hinter der Mittellinie des Zylinders kommt es zur Entstehung einer
Stoßwelle mit unmittelbar folgender Strömungsablösung. Das Totwasser zeigt
eine stark konvergierende Tendenz. Bei den Vorgängen am Zylinder dürfte die
Turbulenz im Gebiet hinter der Kopfwelle eine wichtige Rolle spielen, eine Tat-
sache, die man bei einer Prüfung der Lage und Gestalt der Stoßwelle und der
Totwassergrenzen berücksichtigen muß.

G. Zusammenfassung.

Die im Vorhergehenden beschriebenen Versuche verfolgten in der Haupt-
sache den Zweck, die Wechselbeziehungen zwischen Machzahl und Reynolds-

zahl zu erforschen und die Ergebnisse in möglichst anschaulicher Weise dar-
zustellen.

Eine Vergrößerung von M bewirkt im Unterschallgebiet zunächst ein
Ansteigen von Rekrit, bis schließlich bei hohen M überhaupt kein Einfluß von
Re mehr feststellbar ist. Da somit in diesen Bereichen die hohe Kennzahl-
empfindlichkeit der Kugel nicht mehr besteht, hört sie auch auf ein zuverläs-
siger Gradmesser für die Turbulenz von Windkanälen zu sein, es sei denn, man
könnte das Problem durch quantitative Festlegung aller Veränderlichen für
ie jeweils in Frage kommende Machzahl auf einen dem niedrigen Geschwin-
«igkeitsbereich entsprechenden Stand zurückzuführen.

Wenn es infolge örtlicher Schallgeschwindigkeit zur Ausbildung eines
\ erdichtungsstoßes kommt, wird die Strömungsablösung immer unmittelbar
inter diesem erfolgen. Als einzige Bestimmungsgröße für die Lage der Ab-
‚Ösungsstelle auf der Kugeloberfläche ist also die Lage dieser Stoßwelle selbst
ı nzusprechen. Der Einfluß von Re wäre höchstens ein mittelbarer, indem näm-
ch die Lage und Form der Stoßwelle von dieser mitbestimmt wird.

Im Überschallgebiet dagegen kann man mit Sicherheit annehmen, daß
jeglicher Einfluß von Re auf die Ablösung und damit auf den Betrag des Wider-
standes aufgehört hat.

Die in Abb. 44 sichtbare und von der jeweiligen Körperform abhängige
Kopfwelle wird einmal als primäre Widerstandsquelle anzusehen sein und zum
andern hinter sich ein stark verwirbeltes Gebiet erzeugen, in dem die Bildung
der zweiten Stoßwelle und die Strömungsablösung vor sich gehen.

Die an Kugeln und Kreiszylindern gewonnenen Ergebnisse können nun
nicht ohne weiteres auf Tragflügel Anwendung finden, weil hier viel ver-
wickeltere Verhältnisse vorherrschen. Man wird aber erwarten können, daß bei
Annäherung an die Schallgrenze der Einfluß von Re auch hier mehr und mehr
.an Bedeutung verliert und im Überschallgebiet als nicht mehr bestehend an-
genommen werden muß. Abweichend hiervon unterliegt aber die auf die erste
Stoßwelle folgende Expansionszone sowie die durch erneute Verdichtung ge-
bildete zweite Stoßwelle einem Einfluß von Re. Als Ursache nimmt man die
Verdickung der Grenzschicht nach der Ablösung an. Endgültiges über diese
Erscheinung zu sagen ist auf Grund der vorliegenden Ergebnisse nicht mög-
lich, weil es sich um einen Fragekomplex handelt, der zu seiner Klärung weitere
systematische Versuche erfordert”).

6) „Aerotecnica“, Januar 1940.

. ') „Untersuchungen über den Einfluß der Reynoldsschen Zahl auf die Machsche Zahl an
den Beispielen der Kugel und des Kreiszylinders“ wurden veröffentlicht im „Flugsport“:
Profilsammlung Nr. 39, Heft 1/1944, Nr. 40, Heft 2/1944, Nr. 41, Heft 4/1944.

Veröffentlicht im „Flugsport“ Heft 6, 1944, Bd. 36.

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 101

Bohrerschützende Vorrichtung für Handbohrmaschinen aus leicht herzustellenden
Einzelteilen, entwickelt von den Arado-Flugzeugwerken, soll den Bruch des Bohrers ein-
schränken.

Bei der neuen Arado-Vorrichtung verhindert eine Führungsbuchse 1 den Bruch
des Bohrers 2. Damit Bohrer mit verschiedenem Durchmesser verwendet werden können,
ist diese Buchse auswechselbar mit einem Bohrbuchsenhalter 3 verbunden. Der Halter 3
liegt zentriert und achsial verschiebbar in einer oben geschlitzten und mit konischem
Außengewinde versehenen Klemmhülse 4. Ein auf der Hülse 4 aufschraubbarer Klemm-
ring dient zum Befestigen der Vorrichtug an dem jeweiligen Bohrmaschinenkörper 5. In
der Klemmhülse 4 ist eine Druckfeder 6 angebracht, deren oberer Teil an dem Bohrmaschi-
nenkörper 5 anliegt, während der untere Teil von dem Bohrbuchsenhalter aufgenommen
wird. Ist die Vorrichtung aufgespannt, so drückt diese Feder 6 den Bohrbuchsenhalter 3
nach unten. Die Spannung der Feder 6 läßt sich für jede beliebige Bohrmaschine und
Bohrerlänge einstellen. Die Einstellung erfolgt so, daß der Bohrer 2 in Ruhestellung in
seiner ganzen Länge von der Bohrbuchse 1 aufgenommen wird und mit seinem unteren
Ende nicht aus dieser herausragt.

Damit der Bohrer 2 in Arbeitsstellung kommt, ist es nur nötig, die laufende Bohr-
maschine auf das zu bohrende Werkstück 7 zu setzen und mit dem auch sonst üblichen
Druck nach unten zu drücken. Dabei wird die Feder 6 gespannt und der Bohrer nach
unten an das Werkstück 7 geführt. Nach Beendigung des Bohrvorganges entspannt sich
die Feder 6 selbsttätig, indem sie den Bohrbuchsenhalter 3 in die Ruhestellung zurück-
schiebt. Der Bohrer liegt wieder geschützt in der Führungsbuchse 1. Er ist also nicht
allein während des Bohrens, sondern auch in der Zeit der Nichtbenutzung gegen Bruch
gesichert, z. B. beim Fallen der Handbohrmaschine oder bei unbeabsichtigtem Stoß.

Neben der Ausschaltung des Materialverbrauches durch Bruch ergibt sich eine
wesentliche Einsparung von Werkstoff, Arbeitskräften und Arbeitszeit für die Anfertigung
von Bohrbuchsen und eine Entlastung der Werkzeugmaschinen für andere Zwecke.

Leim- und Tuschierpresse in einfacher, zweckmäßiger Ausführung wurde von den
Arado-Flugzeugwerken entwickelt.

Wie aus der nebenstehenden Abb. zu sehen ist, besteht die Arado-Presse aus einem
Rahmen 1, in dem ein Tisch 2 als Träger der zu leimenden bzw. tuschierenden Werkstücke
beweglich geführt wird. Der Tisch wird durch pneumatische, bei anderen Apparaten
und Maschinen bereits bekannten Hebezeugen 3 gehoben oder gesenkt. Die Hebezeuge 3
sind an einem Träger 4 gelagert und durch eine Rohrleitung 5 miteinander verbunden.
Die Rohrleitung 5 mündet in ein Zuleitungsrohr 6, das sich an jede vorhandene pneu-
matische Druckleitung oder Preßluftbehälter anschließen läßt. Ein Seil- oder Kettenzug 7
ist an beiden Seiten des Tisches 2 befestigt, geht von dort mit je einem Ende über eine
am unteren Rahmenteil angeschraubte Rolle 8 und führt weiter über je 2 auf dem oberen
Träger 4 gelagerte Rollen 9. Der Seil- bzw. Kettenzug 7 wirkt als Ausgleichsvorrichtung,
durch die eine gleichmäßige Tischbewegung gewährleistet wird. Er verhindert, daß der
Tisch 2, vielleicht infolge ungleicher Kraitwirkung der seitlichen Hebezeuge, verkantet.
Der Unterteil der Presse ist mit schwenkbaren Fahrrollen 10 versehen. Die Presse läßt
sich dadurch bequem an die zu bearbeitenden Werkstücke heranfahren.

Der geringe Aufwand an Material. die ein-
fache Konstruktion des Antriebes und der nied- 3 NS,
drige Anschaffungspreis dieser Leim- und Tu- 4 ANY)
schierpresse erleichtern dem kleinen Betrieb die A \
Einführung und dem Großbetrieb ermöglichen sie In
durch Aufstellen von mehreren Pressen dieser | “

Art die Erhöhung der Produktion und die Über- |
brückung der Beschaffungsschwierigkeiten.

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Werkbilder Leim- und Tuschierpresse.
Seite 102 „FLUGSPORT“ Nr. 0/1944, Bd. 36

FI-,UG — Fr za]

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Maj. Karl
Henze, Gruppenkommandeur i. e. Schlachtiliegergeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Beutelspachen, Staffelf.
i. e. Schlachtgeschw., Ofw. Filius, Bordfunker i. e. Schlachtgeschw., Ofw. Rabben, Flug-
zeugi. i. e. Schlachtgeschw., Oblt. Panse, Staffelführer i. e. Schlachtgeschw., Lt. Lambert,
Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Fw. Fechner, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw.

Martin Möbus, Major, Eichenlaubträger, Gruppenkommandeur i. e. Schlachtgeschw..,
einem Unglücksfall zum Opfer gefallen.

Walter Sigel, Obst., Eichenlaubträger, Fliegerführer, Heldentod.

Kurt Ubben, Major, Eichenlaubträger, Kommodore eines Jagdgeschw., Heldentod.

Georg Dörfel, Major, Eichenlaubträger, Kommandeur e. Schlachtgeschw., Heldentod.

Walter Bornschein, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Kampigeschw., Helden-
tod.

Horst Carganico, Major, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Heldentod.

Günther Hitz, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Heldentod.

Ludwig Leingärtner, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw.,
Heldentod.

Friedrich Karl Müller, Major, Kommodore eines Jagdgeschw., starb nach 140 Luft-
siegen den Heldentod.

Dietrich Puttfarken, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw., kehrte
von einem Feindilug nicht zurück.

Ausland.

Flagge der italien. Sozialrepublik besteht aus der bisherigen Trikolore mit den ver-
tikal nebeneinander gegliederten Feldern grün-weiß-rot. Das Savoyer-Kreuz in der Mitte
der Flagge fällt weg. An der Spitze der Fahnenstange befindet sich das Zeichen des Lik-
torenbündels der Fascio. Die Kriegsflagge der italien. Wehrmacht zeigt i. d. Mitte über
die 3 Farbfelder hinausgehend einen schwarzen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der auf
einem horizontal gelagerten faschistischen Liktorenbündel steht. Das Fahnentuch muß
1,50 m lang und 1 m breit sein.

Japanische Luftüberlegenheit ist eindeutig. Wie das japan. Hptgrt. bekannt gibt, be-
tragen die Flugzeugverluste des Feindes im Mai 1944 das Neunfache der japan. Einbuße.
Der Feind verlor 908, die Japaner 111 Maschinen.

Japan. Luftstreitkräfte haben ihre Angriffe gegen die fdl. Flotte i. d. Gewässern der
Marianeninseln fortgesetzt. Ein weiterer fdl. Flugzeugträger wurde schwer beschädigt
und in Brand geworfen. Damit erhöht sich die Zahl der in diesen Gewässern schwer be-
schädigten amerikan. Flugzeugträger auf 4.

Feindlicher Luftangriff auf Japans inneren Verteidigungsring wird vom japan. kaiserl.
Hptgrt. bekanntgegeben. Am 15. 6. erschienen starke fdl. Kräfte i. d. Nähe der Bonin-Insel-
gruppe über der Vaterinsel und über der Schwefelinsel. Von der japan. Verteidigung wur-
den 7 Maschinen abgeschossen.

Amerikan. Verluste seit dem ersten Luftangriff auf die Marianen-Insel am 11. Juni:
1 Schlachtschiff und 1 großes Kriegsschiff unbekannten Typs versenkt, 2 Schlachtschiffe
und 2 Flugzeugträger schwer beschädigt und 124 Flugzeuge abgeschossen.

USA-Brigadegeneral Russel A. Wilson wird nach einer Meldung des „Daily Herald“
seit dem 2. Tagesangriif auf Berlin vermißt. Sein Flugzeug sei vor dem Bombenabwurf
bereits in Brand geraten und kurz darauf explodiert.

USA-Bomber gegen Tschunking-Truppen am 13. 6. über der Hunaniront. Nach Er-
reichen Liuyangs, wo die Tschungkingtruppen sich gegen den japan. Ansturm noch ver-
zweifelt zur Wehr setzten, ließen Feindilugzeuge plötzlich in ihrer planlosen üblichen Art
einen Bombenhagel niedergehen, da sie offenbar irrtümlich annahmen, Liuyang sei bereits
in japan. Hand gefallen. Die Tschungking-Soldaten, die diese Flugzeuge für japan. Maschi-
ren hielten, antworteten mit einer schweren Flaksperre, wodurch auf beiden Seiten Verluste
entstanden.

Nr. 6/1944, Bd. 36 ‚FLUGSPORT“ Seite 103

Luftwaffe.

Führerhptart., 13. 5. 44 (DNB.) OKW.: Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge
griffen in ler vergangenen Nacht den Eisenbahnknotenpunkt Kalinkowitsch an und erzielten
durch Massenabwurf von Spreng- und Brandbomben ausgedehnte Brände und umfangreiche
Zerstörungen. — Fdl. Bomberverbände führten gestern Angriffe gegen mehrere Häfen a. d.
italien. Westküste, besonders gegen Genua. Durch Flakartillerie der Luftwaffe wurden
13 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Kampffliegergeschw. bembardierten i. d. Nacht zum 13. 5.
2 fdl. Flugplätze a. d. Ostküste Korsikas. I. d. Flugplatzanlagen und u. d. abgestellten Flug-
zeugen entstanden zahlreiche Brände und Zerstörungen. — Starke nordamerikan. Bomber-
verbände richteten a. gestr. Tage Angriffe gegen mehrere Orte in Mitteldeutschland und
gegen Brüx, die Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung zur Folge hatten. In heftigen Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie wurden 91 nordamerikan. Flugzeuge, darunter 78 viermotor.
Bomber, abgeschossen. — I. d. letzt. Nacht griff ein schwächerer brit. Bomberverband Ziele
im norddeutschen Küstengebiet und in Belgien an. 13 4motor. Flugzeuge wurden durch Nacht-
jäger abgeschossen. — Die anhaltenden starken Angriffe brit.-nordamerikan. Bomber gegen
die bes. Westgebiete können als Vorbereitung der Invasion betrachtet werden. I. d. Zeit vom
1. bis 10. 5. verlor der Gegner dabei 182 Flugzeuge, darunter 120 viermoter. Bomber.

Führerhptart., 14. 5. 4 (DNB.) OKW.: Jagd-, Schlacht- und Nahkampffliegerverbände
haben den Abwehrkampf der Erdtruppen auf der Krim vorbildlich unterstützt und dabei
allein i. d. Zeit vom 8. 4. bis 12. 5. 604 fdl. Flugzeuge, 196 Panzer und 113 Geschütze vernichtet.
— In einer einzigartigen Übersetzbewegung haben Einheiten der deutschen und rumän. Kriegs-
und Handelsmarine sowie Transportverbände der Luftwaffe gegen starke fdl. Abwehr die auf
der Krim eingesetzten verbündeten Truppen auf das Festland zurückgeführt. — Der Bahnhof
Fastow wurde i. d. verg. Nacht durch starke Geschw. schwerer Kampfflugzeuge angegriffen.
Es entstanden zahlreiche Brände und Explosionen. — In den frühen Morgenstunden des 14. 5.
bombardierte ein starker Kampffliegerverband das Hafengebiet von Neapel mit guter Wir-
kung. — Bei der Abwehr fdl. Luftangriffe auf Oberitalien und den frontnahen Raum wurden
10 Flugzeuge abgeschossen. — Nordamerikan. Bomber griffen unter starkem Jagdschutz
mehrere Orte im Ostseegebiet und in Westdeutschland an. Besonders i. d. Städten Stettin und
Osnabrück entstanden Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung. Hierbei sowie über d. bes.
Westgebieten wurden 41 fdl. Flugzeuge vernichtet.

Führerhptart., 15. 5. 44 (DNB) OKW.: I. d. verg. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge
Bomben auf Köln. — Ein starker Verband schwerer deutscher Kampfflugzeuge führte i. d.
ersten Morgenstunden des 15. 5. einen zusammengefaßten Angriff auf Bristol durch. — Der

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Hptm. Maetzel, Oblt. Braunegg, Oblt. Klaus, Maj.
Mietusch, 2. Reihe: Hptm. Harder, Hptm. Bennemann, Hptm. Sorge, Major Dahl.weitbild(s)
Seite 104 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36

Kommodore eines Jagdgeschw., Obst. Walter Oesau, der für 117 Luftsiege über brit.-nord-
amerikan. Gegner vcm Führer mit dem Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des
Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden war, fand im Luftkampf den Heldentod. Mit ihm
verliert die Luftwaffe einen ihrer hervorragendsten Jagdflieger und Verbandsführer.
Führerhptart., 16. 5. 44 (DNB.) OKW.: Verbände der Heeresflakartillerie schossen seit
Beginn des Ostfeldzuges 2000 fdl. Flugzeuge ab; davon erzielten allein 300 Abschüsse die

Heeresflakabteilungen 275 und 279. — Ein starker Kampffliegerverband bombardierte i. d.
späten Abendstunden des 15. 5. fdl. Stützpunkte im Kampfgebiet von Cassino mit guter
Wirkung. Es entstanden Brände und Explosionen. — Bei Angriffen einzelner brit. Störflug-

zeuge auf den Raum von Köln und Mannheim sowie bei Einflügen i. d. Kieler Bucht wurden
i. d. verg. Nacht 4 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — I. d. ersten Morgenstunden des 16. 5. griffen
starke Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge die brit. Hafenstadt Portsmauth mit
einer großen Zahl von Spreng- und Brandbomben an.

Führerhptart., 17. 5. 44 (DNB.) OKW.: Starke Kampf- und Schlachtfliegerverbände
griffen i. d. letzt. Nacht sowj. Bereitstellungen und Truppenunterkünfte südöstl. Ostrow und
im Raum von Pleskau mit beobachteter guter Wirkung an. — Im Finnischen Meerbusen
wurden 13 sowj. Bomber durch Wachfahrzeuge der Kriegsmarine und durch Jäger abge-
schossen. — Bei einem Angriffsversuch sowj. Bomber auf ein deutsches Geleit v. d. nord-
norweg. Küste wurden durch Sicherungsstreitkräfte und Bcerdflak 3, durch Jäger 21 weitere
Flugzeuge vernichtet. — I. d. letzt. Nacht warfen einige brit. Flugzeuge Bomben auf das
Stadtgebiet von Berlin.

Führerhptart., 18. 5. 44 (DNB.) OKW.: Ein starker Verband deutscher Kampfflugzeuge
griff i. d. letzt. Nacht m. beob. guter Wirkung fdl. Bereitstellungen und Nachschubwege im
Kampfraum von Minturno an. — Nordamerikan. Bomber richteten Angriffe gegen mehrere
Hafenstädte a. d. italien. Westküste und auf der Insel Elba. Dabei wurden durch Flakartil-
lerie und in Luftkämpfen 17 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Starke Verbände schwerer deut-
scher Kampffiugzeuge führten i. d. verg .Nacht einen zusammengefaßten Angriff gegen das
Bahnhofsgebiet von Smolensk. Durch Massenabwurf von Spreng- und Brandbomben ent-
standen in den Zielräumen mehrere Großbrände und Explosionen. — Bei einem Angriffsver-
such sowj. Bomber auf einen südfinnischen Hafen wurden 10 fdl. Flugzeuge durch finn. Jäger
abgeschossen.

Führerhptart., 19. 5. 44 (DNB.) OKW.: Starke deutsche Kampffliegerverbände griffen in
d. letzt. Nacht die Bahnhöfe Rowno, Sarny und Sdolbunowo mit guter Wirkung an. Durch
Abwurf zahlreicher Spreng- und Brandbomben entstanden i. d. Bahnhofsanlagen und unter
abgestellten Zügen große Brände und Zerstörungen. — Nordamerikan. Bomber führten am
gestr. Tage Terrorangriffe gegen mehrere Orte Südosteuropas. Besonders i. d. Städten Belgrad
und Ploesti entstanden Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung. Durch deutsche und rumän.
Luftverteidigungskräfte sowie Marineflakartillerie wurden 35 Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptart., 20. 5. 44 (DNB.) OKW.: Wachfahrzeuge d. Kriegsmarine schossen ü. d.
Finnischen Meerbusen 5 bolschew. Bomber ab. — Ein finn. Kampffliegerverband griff i. d.
letzt. Nacht einen fdl. Nachschub-Stützpunkt hinter der Swir-Front an. — Nordamerikan.
Bomber drangen gestern unter starkem Jagdschutz i. d. Reichsgebiet ein und verursachten
durch wahllosen Bombenabwurf auf verschiedene Wohnviertel der Reichshauptstadt sowie auf
Braunschweig Gebäudeschäden und Verluste u. d. Bevölkerung. Jäger, Flakartillerie der Lw.
sowie Einheiten und Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen 71 fdl. Flugzeuge, i. d.
Mehrz. viermotor. Bomber, ab. — I. d. verg. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im
Raum von Köln.

Führerhptart., 21. 5. 44 (DNB.) OKW.: Starke deutsche Kampffliegerverbände griffen i.
d. letzt. Nacht die Eisenbahnknotenpunkte Schepetowka und Sdolbunowo mit zahlreichen
Spreng- und Brandbomben an. Es entstanden Großbrände u. Zerstörungen. — Wachfahrzeuge
der Kriegsmarine schossen ü. d. Finnischen Meerbusen 4 sowj. Bomber ab. -— Bei Einflügen
i. d. bes. Westgebiete und i. d. westdeutsche Grenzgebiet verlor der Feind 6 Flugzeuge. — I. d.
letzten Nacht warfen einige brit. Flugzeuge Bomben auf Orte im rheinisch-westfäl. Raum.

Führerhptart., 22. 5. 44 (DNB.) OKW.: Ein deutscher Kampffliegerverband griff i. d.
vergangenen Nacht motorisierte Kolonnen des Gegners im Raum von Fondi m. gutem Erfolg
an. — Bei den schweren Kämpfen der letzten Tage hat sich eine Flakbatterie der Lw. u. Füh-
rung von Oblt. Barg durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. — Nordamerikan. Jagdflieger-
verbände führten gestern Angriffe auf Ortschaften und Personenzüge in Nord- und Mittel-
deutschland. Es entstanden Verluste u. d. Bevölkerung. Leichte Flakbatterien d. Lw. und
Marineflak schossen 32 fdl. Flugzeuge ab. — I. d. ‚letzt. Nacht richteten. brit. Bomber ohne
Erdsicht einen Terrorangriff gegen das Stadtgebiet von Duisburg und mehrere Orte im rhei-
nisch-westf. Raum. Es entstanden Schäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Trotz schwieriger
Abwehrbedingungen wurden 33 viermotor. Terrorbomber vernichtet. — Schnelle deutsche
Kampfflugzeuge griffen Einzelziele in Ostengland erfolgreich an.

Führerhptart., 23. 5. 44 (DNB.) OKW.: Alle durch stärkstes Artilleriefeuer und bei rollen-
dem Fliegereinsatz unterstützten Durchbruchsversuche des Feindes bei Pontecorvo und--bei
Piedimonte wurden im zusammengefaßten Werfer- und Artilleriefeuer zerschlagen. — Nach
Säuberung der Flußschleife am unteren Dnjestr. wurden die Kämpfe südl. Duvosari beendet.
Infanterie- und Panzerverbände zerschlugen hier, von deutsch-rumän. Kampf- und Schlacht-
fliegern hervorragend unterstützt, mehrere sowj. Schützendivisionen und eine Panzerbrigade. —

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 105

Ein Kampffliegerverband führte i. d. letzt. Nacht einen Angriff gegen den Bahnhof Dshankoi
auf der nördl. Krim, der Brände und Explosionen hervorrief. — Nordamerikan. Bomber rich-
teten am gestr. Tage einen Terrorangriff gegen das Stadtgebiet von Kiel. Es entstanden be-
sonders in Wohnvierteln Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung. Bei schwierigen Abwehrbe-
dingungen wurden 22 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — I. d. verg. Nacht griffen brit. Bomber
mehrere deutsche Städte an. Besonders in Dortmund und Braunschweig wurden Schäden in
Wohngebieten und Personenverluste verursacht. Luftverteidigungskräfte vernichteten 46 vier-
motor. Bomber. — Starke Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge griffen i. d. letzt.
Nacht erneut den brit. Hafen Portsmouth an. Ausgedehnte Brände und Zerstörungen wurden
i. d. Zielräumen beobachtet. Schnelle Kampfflugzeuge setzten die Bekämpfung von Einzel-
zielen in England fort.

Führerhptart., 24. 5. 44 (DNB.) OKW: Starke deutsche Kampffliegergeschw. führten i. d.
letzt. Nacht einen zusammengefaßten Angriff gegen den Bahnknotenpunkt Schepetowka.
Starke Brände und Explosionen wurden beobachtet. — Nordamerikan. Bomber griffen gestern
mehrere Orte in den bes. Westgebieten und in Südwestdeutschland an. Im Stadtgebiet von
Saarbrücken entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste Einzelne brit. Flugzeuge
warfen i. d. verg. Nacht Bomben auf Berlin und im rheinisch-westfäl. Gebiet.

Führerhptart. 25. 5. 44 (DNB.) OKW.: Brit.-nordamerikan. Fliegerverbände führten im
Laufe des gestr Tages und i. d. verg. Nacht mehrere Terrorangriffe. Unsere Luftverteidigungs-
kräfte vernichteten 139 fdl. Flugzeuge, darunter 115 viermotor. Bomber. Weitere 16 Flugzeuge
wurden über dem italien. Raum und den bes. Westgebieten abgeschossen. — Von diesen bei
Tage unter starkem Jagdschutz durchgeführten Angriffen wurden Berlin, Wiener-Neustadt
und mehrere Orte im Raum von Wien betroffen. Bei Nacht war Aachen das Ziel eines brit.
Terrorangriffes. Besonders i. d. Wohngebieten der Reichshauptstadt und in Aachen entstan-
den Schäden und Personenyerluste. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. letzt. Nacht Bom-
ben auf das Stadtgebiet von Berlin. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen i. d. frühen
Morgenstunden des heutigen Tages wiederum Einzelziele in Ostengland mit gutem Erfolg an.

Führerhptart., 26. 5. 44 (DNB.) OKW.: Über dem italien. Raum wurden gestern in hef-
tigen Luftkämpfen -gegen weit überlegene fdl. Fliegerkräfte und durch Flakartillerie 18 fdl.
Flugzeuge abgeschossen. — Ein Kampffliegerverband griff i. d. letzten Nacht fdl. Bereitstel-
lungen und Verkehrsknotenpunkte im Raum westl. Cassino mit guter Wirkung an. — Der
Bahnhof Dshankoi auf der Krim wurde i. d. verg. Nacht erneut von einem deutschen Kampf-
fliegerverband wirksam bombardiert. — Deutsch-rumän. Schlachtfliegerverbände richteten
wirksame Angriffe gegen sowj. Truppenansammlungen und Batteriestellungen im Raum südl.
Dubosari. — Bei der Abwehr eines sowj. Luftangriffes auf ein eigenes Geleit i. d. nordnorweg.
Gewässern schossen unsere Jäger von 80 angreifenden Flugzeugen 69 ab. Ein weiteres Flug-

kitterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n, r.: Hptm. Steinwachs, Hptm. Walther, Ofw. Bauer, Fw.
Meyering. 2. Reihe: Oblt. Künkel (}), Oblt. Spadiut, Hptm. Weiss, Hptm. Hermichen.
Weltbild (8)
Seite 106 . FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36

zeug wurde durch die Sicherungsfahrzeuge des Geleites zum Absturz gebracht. — Nord-
amerikan. Bomber griffen mehrere Orte i. d. bes. Westgebieten sowie Städte im südwest-
deutschen Grenzgebiet an. Besonders in Mühlhausen entstanden Schäden. Die Bevölkerung
hatte Verluste. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 27 fdl. Flugzeuge vernichtet.
Führerhptart., 27. 5. 44 (DNB.) OKW.: Bei einem erneuten Angriffsversuch sowj. Flug-
zeuge gegen ein deutsches Geleit vor der nordnorweg. Küste schossen, deutsche Jäger ohne
eigene Verluste 37 fdl. Flugzeuge ab. — Einzelne fdl. Flugzeuge warfen i. d. verg. Nacht
Bomben auf Städte in West- und Südwestdeutschland. Luftverteidigungskräfte schossen über
lem Reichsgebiet, den bes. Westgebieten und im Mittelmeerraum 23 fdl. Flugzeuge ab.
Führerhptart., 28. 5. 44 (DNB.) OKW.: In den Kämpfen a. d. italien. Front zeichneten
‘sich Kampffliegerverbände u. Führung von Oberstlt. Helbig und i. d. schweren Kämpfen am
Liri-Abschnitt eine Flakabteilung u. Führung von Hptm. Zimmermann besonders aus. —
Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge griffen i. d. Nacht z. 28. 5. die Bahnhöfe von
Rowno und Sarny mit beobachteter guter Wirkung an. — Nordamerikan. Bomber drangen
i. d. südwestdeutsche Reichsgebiet ein und führten Terrorangriffe gegen die Städte Mannheim
und Ludwigshafen. Schwächere Angriffe richteten sich gegen Saarbrücken und den Raum
von Trier. Es entstanden Schäden und Personenverluste. Trotz ungünstiger Abwehrbedingun-
gen wurden durch Luftverteidigungskräfte hier und über den besetzten Westgebieten 39 fdl.

Flugzeuge vernichtet. — Brit. Bomber führten i. d. letzten Nacht einen Terrorangriff gegen
die Stadt Aachen, der Schäden und Verluste u. d. Bevölkerung verursachte. 28 Terrorbomber
wurden abgeschossen. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen Bomben auf das Stadtgebiet von

Berlin. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südengland mit guter Wirkung an.

Führerhptart., 29. 5. 44 (DNB.) OKW.: Nordamerikan. Bomberverbände drangen i. d.
Mittagsstunden des gestr. Tages unter starkem Jagdschutz i. d. west- und mitteldeutsche Ge-
biet ein. Durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben entstanden Schäden, besonders in
Wohngebieten von Köln und einigen Städten Mitteldeutschlands. In äußerst harten Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie wurden 75 fdl. Flugzeuge, darunter 50 viermotor. Bomber,
vernichtet. 9 weitere Flugzeuge verlor der Feind über den bes. Westgebieten und über dem
Seegebiet um England. — I. d. verg. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben auf das
Stadtgebiet von Mannheim. — Deutsche Kampfflugzeuge führten wirksame Angriffe gegen
die brit. Häfen Torquay und Brighton sowie gegen Einzelziele in Ostengland. Explosionen und
Brände wurden beobachtet.

Führerhptart., 30. 5. 44 (DNB.) OKW.: Über dem Finnischen Meerbusen schossen Wach-
fahrzeuge der Kriegsmarine 6 sowj. Bomber ab, 7 weitere wurden im Luftkampf vernichtet.
— I. d. letzten Nacht führten deutsche Kampfflugzeuge wirksame Angriffe gegen die Bahn-
knotenpunkte Kasatin und Shmerinka, die Brände und Explosionen in Betriebsstoff- und
Munitionslagern hervorriefen. — Nordamerikan. Bomberverbände drangen bei Tage von Süden
und Westen in das nord-, mittel- und südostdeutsche Reichsgebiet ein. Besonders in Leipzig,
Posen und Kottbus entstanden Schäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. In heftigen Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie wurden 94 fdl. Flugzeuge vernichtet. — I. d. verg. Nacht
warfen einzelne fdl. Flugzeuge Bomben im Raum von Wien und auf Hannover. — Deutsche
Kampfflugzeuge führten wirksame Angriffe gegen die engl. Hafenstädte Falmouth und
Portsmouth.

Führerhptart., 31. 5. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Nachtschlachtflugzeuge griffen Ziele
im Raum von Cisterna sowie fdl. Kolonnen und Batteriestellungen im Raum von Aprilia mit
guter Wirkung an. — Ein Verband deutscher Torpedoflugzeuge versenkte in der Nacht zum
31. Mai aus einem fdl. Geleit im Mittelmeer einen Transporter und 2 Frachter mit 23000 BRT.
Ein weiterer Transporter, 5 Frachter sowie ein Tanker mit zusammen 44 000° BRT. wurden
beschädigt. — Im Osten durchbrachen nördl. Jassy Infanterie- und Panzerverbände, von star-
ken deutschen und rumänischen Kampf- und Schlachtfliegern unterstützt, ein stark ausge-
bautes und tief gegliedertes fdl. Stellungssystem und warfen die Sowjets in harten Kämpfen
in die dahinter liegende Flußniederung zurück. Jagd- und Schlachtflieger vernichteten über
diesem Raum 69 fdl. Flugzeuge. — In der Nacht zum 31. 5. wurden die Eisenbahnkotenpunkte
Kasatin und Fastow durch starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge wirksam bombardiert.
Schlachtflugzeuge versenkten im Finnischen Meerbusen 3 sowj. Sicherungsfahrzeuge; ein wei-
teres wurde beschädigt. — Nordamerikan. Bomber drangen bei Tage in das Reichsgebiet ein
und verursachten durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben in einigen Orten Schäden und
geringe Personenverluste. Luftverteidigungskräfte vernichteten 42 fdl. Flugzeuge. — I. d. verg.
Nacht warfen einige brit. Flugzeuge Bomben auf Orte im rheinisch-westf. Raum. — Im Kampf
gegen die brit.-nordamerikan. Terrorflieger zeichnete sich eine Jagdgruppe u. Führung von
Maj. Freitag besonders aus. — Unterseeboote schossen 6 fdl. Flugzeuge ab. — Seestreitkräfte,
Bordflak von Handelsschiffen und Marineflakartillerie vernichteten im Monat Mai 200 fdl.
Flugzeuge.

Führerhptart., 1. 6. 44 (DNB.) OKW.: Nachtschlachtflugzeuge griffen das Stadtgebiet
von Aprilia sowie fdl. Batterien und Kolonnen im gleichen Raum mit guter Wirkung an. —
Im Raum nördl. Jassy wurden in harten Kämpfen im Zusammenwirken mit Kampf- und
Schlachtflugzeugverbänden 37 fdl. Panzer vernichtet. Jäger, Schlachtflugzeuge und Nahauf-
klärer schossen über diesem Raum 87 fdl. Flugzeuge ab. — Die Luftwaffe griff bei Tag und
Nacht den sowj. Eisenbahnverkehr mit beobachteter guter Wirkung an. Zahlreiche Bahn-
anlagen wurden zerstört und 2 Betriebsstoffzüge vernichtet. — Nordamerikan. Bomberver-
bände warfen in West- und Südwestdeutschland Bomben auf mehrere Orte. Bes. i. Osnabrück

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 107

und Hamm entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste. Über dem Reichsgebiet und
über den bes. Westgebieten wurden 13 fdl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Ein nach
Rumänien einfliegender nordamerikan. Bomberverband verursachte im Raum Ploesti Schäden
und Verluste unter der Bevölkerung. Deutsche und rumänische Luftstreitkräfte vernichteten
28 £fdl. Flugzeuge. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen i. d. letzt. Nacht Einzelziele
in Südostengland an. — Aus der brit.-nordamerikan. Nachschubflotte wurden im Monat Mai
durch Luftwaffe und Kriegsmarine 24 Handels- und Transportschiffe mit zusammen 131 700
BRT versenkt und 23 weitere Schiffe mit 169000 BRT beschädigt. Außerdem wurden 17 Zer-
störer und Geleitfahrzeuge, 2 Unterseeboote, 8 Schnellboote und 3 Sicherungsfahrzeuge ver-
senkt, ein Torpedoboot, zahlreiche Schnellboote und sonstige Fahrzeuge beschädigt.
Führerhptart., 2. 6. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum von Velletri und Valmontone haben sich
die 65. Infanteriedivision unter Generallt. Pfeiffer, die durch Teile der 4. Fallschirmjägerdivi-
sion verstärkte 3. Panzergrenadierdivision unter Generalmajor Hecker und eine aus Einheiten
des Heeres und der Fallschirmtruppe zusammengesetzte Kampfgruppe unter Generallt. Grei-
ner, hervorragend unterstützt durch Artillerie und durch Flakartillerie der Luftwaffe, beson-
ders ausgezeichnet. — Nachtschlachtflugzeuge .griffen fdl. Batterien und Kolonnen im Raun
von Artena sowie den Ort selbst mit Bomben und Bordwaffen an. — Nördl. Jassy fügten
deutsche und rumän. Kampf- und Schlachtfliegerverbände dem Feind schwere Verluste an
Menschen und Material zu. — I. d. vergangenen Nacht führten starke deutsche Kampfflieger-
verbände zusammengefaßte Angriffe gegen die Bahnknotenpunkte Kasatin und Fastow. —
Bei einem Angriff von 40 brit. Flugzeugen auf ein deutsches Geleit vor der westnorweg. Küste
wurden durch Sicherungsfahrzeuge und Bordflak von Handelsschiffen 11 Flugzeuge vernichtet
und 2 weitere in Brand geschossen. j
Führerhptart., 3. 6. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Nachtschlachtflugzeuge griffen fdl.

Kolonnen und Bereitstellungen im Raum von Välmontone mit gutem Erfolg an. — Sicherungs-
fahrzeuge eines deutschen Geleits und Bordflak schossen vor Kreta bei der Abwehr eines
schweren Luftangriffs 6 fdl. Bomber ab. — Nordwestl. Jassy griffen starke Kampf- und

Schlachtfliegerverbände wiederholt wirksam in die Erdkämpfe ein und unterstützten die ver-
bündeten Truppen in Angriff und Abwehr. 22 sowj. Flugzeuge wurden über diesem Raum
abgeschossen. — Major Rudel, mit dem höchsten deutschen Tapferkeitsorden ausgezeichnet,
flog a. d. Ostfront zum 2000. Male gegen den Feind. — Nordamerikan. Bomberverbände griffen
gestern mehrere Orte in Ungarn und Rumänien an. 5 fdl. Flugzeuge wurden dabei vernichtet.
— Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. verg. Nacht Bomben auf Orte im rheinisch-westfäl.
Gebiet. — Über den bes. Westgebieten und dem Reichsgebiet wurden bei Tage und i. d. Nacht
33 fdl. Flugzeuge, darunter 20 viermotor. Bomber, zum Absturz gebracht

Führerhptart., 4. 6. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Nachtschlachtflieger griffen auch i. d.
verg. Nacht fdl. Kolonnen und Bereitstellungen im Raum von Valmontone wirksam an. — Im

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Ofw. Norz, Lt. Döbele, Fw. Hager, Hptm. Milahn.
2. Reihe: Ofw. Baake, Ofw. Philipp, Ofw. Mader, Olt. Leopold. Weltbild (8)
Seite 108 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1944, Bd. 36

Osten warfen deutsch-rumänische Truppen die Sowjets im Kampfraum nordwestl. Jassy, von
rollenden Angriffen starker deutsch-rumän. Kampf- und Schlachtfliegerverbände unterstützt,
weiter zurück und nahmen mehrere Höhenstellungen. Starke, von Schlachtfliegern und Panzern
unterstützte Gegenangriffe des Feindes scheiterten. 25 fdl. Panzer wurden abgeschossen und
33 sowj. Flugzeuge in Luftkämpfen vernichtet. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. verg.
Nacht Bomben auf die Städte Mannheim und Ludwigshafen.

Führerhptart., 5. 6. 44 (DNB.) OKW.: I. d. schweren Ringen südl. Roms haben sich die
Flakverbände des Generals der Flieger Ritter von Pohl bes. ausgezeichnet. — Italien. Tor-
pedoflugzeuge griffen i. d. letzten Nacht Schiffsziele i. d. Bucht von Gibraltar an, beschädigten
4 Frachter mit 30 000 BRT schwer und erzielten Treffer auf 2 weiteren Frachtern. — Bei Ein-
fligen nordamerikan. Bomberverbände in den norditalien. Raum und über dem Frontgebiet.
wurden durch Flakartillerie der Luftwaffe, Jäger und Marineflak 19 fdl. Flugzeuge abgeschos-
sen. — Im Kampfraum nordwestl. Jassy griffen starke deutsch-rumän. Fliegerverbände lau-
fend mit guter Wirkung in die Kämpfe ein und vernichteten in Luftkämpfen 42 fdl. Flugzeuge.
— Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. letzt. Nacht Bomben auf das Stadtgebiet von Köln.

Führerhptart., 6. 6. 44. (DNB.) OKW.: I. d. verg. Nacht hat der Feind seinen seit langem
vorbereiteten und von uns erwarteten Angriff auf Westeuropa begonnen. Eingeleitet durch
schwere Luftangriffe auf unsere Küstenbefestigungen, setzte er an mehreren Stellen der nord-
franz. Küste zwischen Le Havre und Cherbourg Luftlandetruppen ab und landete gleichzeitig,
durch starke Seestreitkräfte unterstützt, auch von See her. In den angegriffenen Küsten-
streifen sind erbitterte Kämpfe im Gange. — Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe schossen
über dem oberitalien. Raum 8 fdl. Flugzeuge ab. — Im Osten kämpften sich die deutsch-rumän.
Truppen, wirksam unterstützt durch starke deutsch-rumän. Fliegerverbände, nordwestl. Jassy
gegen zähen fdl. Widerstand in harten Kämpfen weiter vor und wiesen wiederholte Gegen-
angriffe der Bolschewisten ab. 39 fdl. Flugzeuge wurden in Luftkämpfen vernichtet. — Einige
fdl. Flugzeuge warfen i. d. letzten Nacht Bomben auf Osnabrück. 2 fdl. Flugzeuge wurden
abgeschossen.

Führerhptart., 7. 6. 44 (DNB. (OKW.: Die fdl. Landungsoperation a. d. Nordküste der
Normandie zwischen Le Havre und Cherbourg wurde während des ganzen Tages durch starke
Seestreitkräfte unterstützt. Zahlreiche im Rücken unserer Küstenbefestigungen abgesetzte
Luflandeverbände sollten diese Landung erleichtern und das Heranführen unserer Reserven
verhindern. Sie wurden zum größten Teil nach kurzem, hartem Kampf aufgerieben, nachdem
sie schon beim Absprung durch unsere Flak schwere Verluste erlitten hatten. — Die beider-
seitige Kampftätigkeit i. d. Luft war durch das Wetter stark behindert. Über dem Landungs-
raum wurden durch Luftverteidigungskräfte nach bisherigen Meldungen 104 fdl. Flugzeuge
abgeschossen. — Nordwestl. Jassy griffen starke Kampf- und Schlachtfliegerverbände in die
Erdkämpfe ein und fügten den Sowjets hohe Menschen- und Materialverluste zu. — Bei der
Bekämpfung des fdl. Nachschubverkehrs durch die Luftwaffe wurden zahlreiche Bahnhöfe
nachhaltig zerstört und mehrere Eisenbahnstrecken unterbrochen. I. d. Nacht waren besonders
(lie Bahnknotenpunkte Proskurow und Shmerinka das Angriffsziel schwerer deutscher Kampf-
flugzeuge, die starke Explosionen und ausgedehnte Brände hervorriefen. — Nordamerikan.
Bomberverbände warfen auf verschiedene Städte in Siidosteuropa Bomben und verursachten
besonders in Ploesti, Kronstadt, Turnu Severin und Belgrad Schäden und Personenverluste.
Durch deutsche und rumän. Luftverteidigungskräfte wurden 21 fal. Flugzeuge, darunter 19
viermotor. Bomber, vernichtet. — I. d. verg. Nacht warfen einzelne fdl. Flugzeuge Bomben
-auf das Stadtgebiet von Mannheim.

Führerhptart., 8. 6. 44 (DNB.) OKW.: Kampffliegerverbände führten i. d. verg. Nacht
Angriffe gegen die brit.-nordamerikan. Landungsflotte vor den fdl. Brückenköpfen. Brände
und Explosionen wurden beobachtet. Jagdflieger allein schossen über dem Landungsraum
mindestens 89 fdl. Flugzeuge, darunter i. d. Nacht 30 viermotor. Bomber ab. — Die Abschuß-
zahlen der Flak liegen noch nicht fest. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen Einzelziele in Süd-
ostengland an. — Die Marineküstenartillerie Marcouf liegt seit Beginn der Invasion im
Schwerpunkt des Kampfes gegen die fdl. Landungsflotte im Ostteil der Halbinsel Cherbourg.
Trotz heftiger Beschießung von See her und starker Luftangriffe vernichtete sie mehrere
Landungsfahrzeuge und versenkte durch Volltreffer ein fdl. Kriegsschiff vom Kreuzertyp.
Nachdem sie von fdl. Fallschirmjägern eingeschlossen war, hielt sich die Batterie gegen die
überlegenen fdl. Kräfte und sprengte schließlich den Einschließungsring. — Bei den Kämpfen
im Raum von Jassy haben deutsch-rumän. Truppen u. Befehl des rumän. Generals der Kaval-
lerie Racovita, des Generals der Panzertruppen von Knobelsdorff sowie des Generals der In-
fanterie Mieth, hervorragend unterstützt durch deutsch-rumän. Kampf- und Schlachtflieger-
verbände, in harten Kämpfen die Bolschewisten aus tiefgegliederten, zäh verteidigten Stel-
lungen geworfen und die eigenen Stellungen dadurch bedeutend verbessert. 323 fdl. Flugzeuge
wurden vernichtet, davon 50 durch Truppen des Heeres. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen i.
d. verg. Nacht Bomben im Raum von Köln.

Führerhptart., 9. 6. 44 (DNB.) OKW.: An der Küste der Normandie gelang es dem Geg-
ner, wenn auch unter hohen Verlusten durch die Angriffe der deutschen Seestreitkräfte und
Luftwaffe, die Verstärkung seines Landekopfes. — Auch die Luftwaffe setzte mit Kampf-
und Schlachtfliegerverbänden ihre Angriffe gegen die fdl. Landungsflotte mit gutem Erfolg
fort. Sie versenkte am 7. und i. d. Nacht zum 8. 6. 6 Transporter mit insgesamt 38 000 BRT und
ein Landungsfahrzeug. Außerdem wurden 4 Transportschiffe mit über. 30000 BRT und

Nr. 6/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 109

8 Speziallandungsschiffe schwer beschädigt. Ein Schwerer und ein Leichter Kreuzer erhielten
Bombentreffer. — Jäger und Flakartillerie schossen 45 fdl. Flugzeuge ab.

Führerhptart., 10. 6. 44 (DNB.) OKW.: Unsere Truppen schlagen sich gegen starke fdl.
Kräfte und gegen eine überlegene Luftwaffe hervorragend. — Die Luftlandetruppen des Fein-
(les hatten besonders schwerste blutige Verluste. — Deutsche Seestreikräfte und Kampfflieger
fügten auch gestern der fdl. Landungsflotte schwere Verluste zu. — Seit dem 6. 6. wurden
durch Kriegsmarine und Luftwaffe sowie durch Küstenbatterien der Kriegsmarine und des
Heeres 2 Kreuzer, 3 Zerstörer, 6 Transportschiffe mit 38000 BRT, 5 Panzerwagen-Landungs-
schiffe mit zusammen 17 500 BRT und 7 Panzerwagen-Landungsboote mit 2600 BRT versenkt.
Durch Torpedo-, Bomben- und Artillerietreffer wurden beschädigt ein Schwerer Kreuzer,
3 weitere Kreuzer, 6 Zerstörer, 5 Schnellboote mit 41 000 BRT. und 14 Landungsspezialschiffe.
Außerdem wurden zahlreiche kleinere Landungsfahrzeuge und Sturmboote versenkt oder be-
schädigt. — Schwere Kampfflugzeuge griffen i. d. Nacht zum 10. 6. Schiffsansammlungen vor
Nettuno an und beschädigten dabei 6 fdl. Schiffe. — Nordamerikan. Bomber führten i. d. Vor-
mittagsstunden des 9. 6. einen Terrorangriff gegen die Stadt München. Luftverteidigungs-
kräfte schossen 35 fdl. Flugzeuge ab. -- Einzelne brit. Flugzeuge warfen i. d. verg. Nacht
Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin.

Führerhptart., 11. 6. 44 (DNB.) OKW.: Erneut hinter unserer Front abgesetzte fdl. Luft-
landetruppen wurden zum größten Teil vernichtet. — Bei den schweren Kämpfen im Lande-
kopf und bei der Vernichtung der im Hintergelände abgesetzten fdl. Fallschirm- und Luft-
landetruppen haben sich das rheinisch-westf. Grenadierregiment 736 u. Führung von Oberst
Grug, die 352. Infanterie-Division u. Führung von Generallt. Kraiß und das Fallschirmjäger-
regiment 6 unter Führung von Major von Heydte besonders ausgezeichnet. — Kampfflugzeuge
vernichteten i. d. Nacht zum 10. 6. ein Fahrgastschiff von 9000 BRT und einen fdl. Zerstörer.
Ein weiterer Transporter von 6000 BRT wurde schwer beschädigt. — Der Feind verlor gestern
ü. d. Landungsraum 68 Flugzeuge. — Kampffliegerverbände bekämpften i. d. letzten Nacht den
sowj. Nachschubverkehr mit gutem Erfolg. Schwere Schäden und große Brände entstanden
vor allem i. d. wichtigen Bahnknotenpunkt Shmerinka. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen
i. d. verg. Nacht Bomben i. d. Räumen von Berlin und Wiener-Neustadt. 3 Flugzeuge wurden
abgeschossen.

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1941: Motorsegler „C 10“ der FAG Chemnitz, S. 155; Motorgleiter „4“ der FAGsStettin.

‚5.410, 445; 1940: Poln. Motorsegler ITS, S.219; 1939: Schweiz. Motorsegler „W.F.23“, S.231;

1938: „Mü 12“ der FFG München, S. 4. 1937: „Motorbaby“ von Schneider, S. 660; „ESM 5“
Schneider, S. 660; „Berlin“ der FFG München, S. 660; „Dynamikus“ von Ott, S. 657,
„Milan G.S.4“, S. 659; „Stomo 3“ S. 657, 687; schweiz. „WF 23“ von Farner, S. 165;
motorisierter Rhönsperber, Spahni, S. 380; „Grauer Wolf“, S. 34. 1936: „SS 2“ Ente, S. 408;
S.F.A.N. „H3“ Motorsegler auf Schwimmern, S. 535; Schmid (Marokko), Motorsegler,
S. 133; „Avia 60%, S. 180; S.F.A.N. „4“, S. 248. 1935: Garden-Bynes Motorsegler, S. 212;
Hübner Motorsegler S. 556, USA Motorsegler „Transporter“, S. 24, Kormoran „Ko 2a“
Motorgleiter, S. 73, Motor-Condor „D—La Falda“ (Riedel), S. 241. 1934: Motor-Zögling,
S. 122, Grunauer Motorbaby ,II“, S. 382.

Literatur.

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Nr. 6/1944, Bd. 36

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| der Gothaer Waggonfahrik, Aktiengesellschaft |

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Ar JUNKERS VERKEHRSFLUGZEUGE
ano PIONIERE DER WEELTLUFTFAHRT
JUNKERS FLUGZEUG- UND MOTORENWERKE AG.

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"GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \\\
VON OSHAR, URSINUS = CIVIE ING. Ai

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adresse: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt am Main, Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatlichem Erscheinen 2,40 RM

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

12. Juli 1944 AXXXVI. Jahrg.

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 16. August 1944

Fliegende Bombe „V 1“.

Churchill erklärte schon vor dem Kriege: „Es wird sich das nächste Mal
darum handeln, Frauen und Kinder, ja die Zivilbevölkerung überhaupt zu töten,
und die Siegesgöttin wird sich zuletzt vor Entsetzen demjenigen vermählen, der
dies im gewaltigsten Ausmaß zu organisieren versteht.‘ Der gleiche Churchill
schrieb: ‚Ich bin dafür, methodisch bereitete Bazillen absichtlich auf Menschen
und Tiere loszulassen, Mehltau, um die ersteren zu zerstören, Antrax, um Pferde
und Vieh zu vertilgen, Pest, um damit nicht nur ganze Armeen, sondern auch
‚die Bewohner weiter Gebiete zu töten. Das alles nenne ich fortschrittliche Kriegs-
wirtschaft.“

Der gleiche Churchill sabotierte bei den Verhandlungen in Genf und ebenso
bei den diplomatischen Besprechungen nach 1933 alle Vorschläge, den Bomben-
krieg gegen die Zivilbevölkerung zu diffamieren.

Demgegenüber warnte der Führer die Welt unzählige Male vor dem Luft-
kriege gegen die Zivilbevölkerung. Er forderte immer wieder die Abschaffung
des Bombenkrieges und verlangte in seinen Reden und in diplomatischen Noten
die feierliche und allgemeine Ächtung einer solchen Barbarei. Noch am 1. 9. 1939
erklärte der Führer: ‚Ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen.
Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich bei den Angriffen auf
militärische Objekte zu beschränken. Wenn aber der Gegner glaubt, daraus
einen Freibrief ablesen zu können, seinerseits mit umgekehrten Methoden zu
ampien, dann wird er eine Antwort erhalten, daß ihm Hören und Sehen ver-
geht.‘

Diese Antwort ist erfolgt. Die spannungsvolle Erwartung, diese tausend-
und millionenmal gestellte Frage nach der Vergeltung ist im ersten Satz des
Wehrmachtberichtes vom 16. Juni 1944 kurz und kühl wie ein Richterspruch
beantwortet worden: „Südengland und das Stadtgebiet von London wurden
in der vergangenen Nacht und heute vormittag mit neuartigen Sprengkörpern
schwersten Kalibers belegt.‘

Seit dieser Zeit orgeln die fliegenden Sprengkörper unausgesetzt Tag für
Tag und Nacht für Nacht nach England.

Alle Nachrichten über die neue Waffe „V 1“ wurden, nach einem Bericht des Lon-
doner Korrespondenten „Stockholms Tidningen“, ‘von der englischen Zensur sehr streng

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 15.

Nr. 7

Seite 112 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36

unterdrückt. Dabei ergab sich etwa folgendes Bild: Das Verhalten der Briten dem neuen
Kampfmittel gegenüber hat zunächst geschwankt, die erste Schreckwirkung wurde durch
eine mehr fatalistische Stimmung abgelöst. Ein schwedischer Korrespondent berichtete zu
Anfang, daß nur ein Drittel aller Londoner die Luitschutzanlagen aufsuche, wenn die Sirenen
ertönten. Inzwischen hat sich das geändert. Der Prozentsatz ist erheblich größer gewor-
den. Die Zeitungen werden mit Zuschriften überschwemmt, in denen Vorschläge zur Be-
kämpfung von ,„V 1“ enthalten sind. Die groteskesten Vorschläge werden dabei gemacht.
Die Blätter veröffentlichen beruhigende Mitteilungen, aus denen hervorgeht, daß an der
Bekämpfung gearbeitet wird, daß aber die Ausarbeitung der Abwehrmethoden Zeit
erfordere.

Interessant sind die Angaben, die in den Fachzeitschriften über „V 1“ gemacht wurden.
Die letzten Ausgaben der Londoner Zeitschriften „Aeoroplane“ und „Flight“ beschäftigen
sich fast ganz mit dem neuen Kampfmittel. Beide Zeitschriften teilen mit, daß in letzter Zeit
eine größere Type von „V 1“ eingesetzt worden sei. Die Geschwindigkeit der fliegenden
Bomben, die andere sehr viel höher geschätzt haben, wird hier mit 600 km/h angegeben, aber
auch daraus geht hervor, wie schwierig es ist, „V 1“ aus der Luft zu bekämpfen. Brit.
Piloten berichteten, daß die Roboter, wenn sie Treffer erhielten, sich wie böse Wespen
benähmen, und die wildesten und unberechenbarsten Kurven beschrieben. Deshalb sei es
gefährlich, sich den Robotern zu nähern. Dem Geheimnis der Konstruktion ist man bisher
nicht auf die Spur gekommen. Gerade aber das erhöht die seelische Spannung des brit.
Volkes.

In der „New York Times“ berichtete ein amerikan. Journalist: „Diese Bombe kain
in einem Rudel von 27 anderen gleichförmigen, aber etwas kleineren Bomben, die alle die
Richtung auf die englische Küste nahmen. Wie Luftsachverständige auf unserem Schiff
erklärten, entwickelten die Geschosse eine Geschwindigkeit von 960 km/h, während die
„Spitfire“ nur 650 km/h erreiche. Die Maschinen blieben natürlich weit zurück. Kurz
darauf hörten wir eine gewaltige Explosion. Winston Churchill, der brit. Premierminister,
hat sich angesichts der starken Kritik der englischen Öffentlichkeit an der Verschweige-
taktik der Regierung über die Auswirkungen der deutschen Vergeltungswaffe am 6. 7.
gezwungen gesehen, eine Erklärung über die deutschen „fliegenden Bomben“, wie er die
„v 1“ nennt, abzugeben.

„Ich möchte gleich zu Anfang unterstreichen“, so erklärte Churchill zu Beginn seiner
Rede, „daß es ein Fehler sein würde, den ernsten Charakter dieser besonderen Form von
Angriff zu unterschätzen. Die Möglichkeit eines solchen Angriifes sei schon seit geraumer
Zeit Gegenstand intensiver Erwägungen der britischen Regierung gewesen. Zu Beginn des
Jahres 1943 habe er Berichte darüber erhalten, daß die Deutschen eine neue weittragende
Waffe entwickeln, mit welcher sie London zu bombardieren beabsichtigen. Einige Zeit
später“, so behauptete Churchill, „habe man festgestellt, daß im Pas de Calais die erste große
Anlage anscheinend für eine weittragende Rakete gebaut wurde. Diese Anlage wurde bis
zum September sehr heftig angegriffen.“

„Wir führten auch“, so berichtete der Premierminister weiter, „im ganzen Nordwesten
von Frankreich und Belgien äußerst gründliche Erkundungsflüge durch. Dies war eine
ungeheure Aufgabe, die nicht ohne Verluste erfüllt werden konnte. Aber als Ergebnis ent-
deckten wir im Oktober 1943, daß außer diesen Anlagen noch andere Anlagen in größerer
Anzahl an der ganzen franz. Küste entlang zwischen Le Havre und Calais gebaut wurden.
Wir fanden schließlich heraus, daß ungefähr 100 von diesen ziemlich kleinen Anlagen im Bau
begriffen waren und schlossen daraus, daß es sich um Abschußpunkte für Projektile mit
Raketenantrieb handeln müsse. Auch die neuen Anlagen sind seit verschiedenen Monaten
fortdauernd angegriffen worden. In dem Maße, wie diese Anlagen neu gebaut werden,
werden unsererseits alle Anstrengungen gemacht, sie zu zerstören.“

Churchill teilte dem Unterhaus dann mit, daß mehr als 50 000 t Sprengstoff auf die
angeblichen Abschußstellen der „liegenden Bomben“ in Frankreich abgeworfen worden
seien, und daß die Zahl der Flüge in die vielen Tausende ginge. Die Prüfung und Aus-

legung der Zehntausende von Luftphotos, die zu diesem Zweck aufgenommen wurden, sei .

eine ungeheure Arbeit für die Luftaufklärungsverbände brit. Flieger gewesen.

Den Kampf, der auf diesem Sektor, lange bevor die ersten deutschen Abschüsse erfolg-
ten, geführt wird, nannte Churchill „eine unsichtbare Schlacht“ die seit mehr als einem Jahr
im Gange sei. Diese „unsichtbare Schlacht“, so fuhr er fort, ist jetzt allgemein sichtbar gewor-
den, und wir sind verpflichtet, ihren Fortgang sehr genau zu beobachten.

Churchill befaßte sich dann in sehr vorsichtigen Sätzen mit den Auswirkungen der deut-
schen Vergeltungswafie. Wenn man das Gewicht und die Durchschlagskraft dieser Bomben

Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 113

berücksichtige, so sei der Schaden, den sie durch ihre Sprengwirkung angerichtet haben,
„noch erträglich“ gewesen. Die Angriffsfiorm sei aber in hohem Maße ermüdend, weil die

ngräie sich über 24 Stunden täglich erstrecken, „und das Volk sich eben daran gewöhnen
muß.“

Heinkel Kampfflugzeug „He 111“.

Die „He 111“ freitragender Tiefdecker, in Ganzmetallbauweise, Baujahr

1930 (vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“ S. 32/1936), hat sich im Einsatz
lange benauptet. Verwendungszweck Kampfflugzeug für Tag und Nacht. Für
die äußere Formgebung war die Forderung bester aerodynamischer Eigen-
schaften richtunggebend. Auch die militärische Einrichtung genügt weitest-
gehend der aerodynamischen Forderung, ohne daß ihre Verwendbarkeit da-
durch beeinträchtigt wurde.
.. Rumpf Schalenbauweise. Baustoffe für Spante und Beplankung Dural und
'ür die Beschläge Stahl oder Dural. Kanzel geräumige Vollsichtkanzel. Diese
Kunzeliorm bietet dem Piloten und Kommandanten nebeneinander bequem
.latz und bietet ein ausgezeichnetes Sichtfeld nach allen Seiten. Unmittelbar
hinter der Kanzel liegt der Bombenraum. Bombenmagazine sind unten durch
Klappen abgedeckt. Der Arbeitsraum steht durch einen Gang im Bombenr:um
mit der Kanzel in Verbindung. Er enthält 2 Gefechtsstände: einen oberen Ge-
fechtsstand und einen unteren, wannenförmigen Liegestand, ferner die FT-An-
lage. Eine Klappe im Liegestand dient auf dem Flugplatz der Besatzung zum
Ein- und Aussteigen.

Flügel zweiholmig, freitragend, metallbeplankt, besteht aus dem Mittel-
teil und den beiden Außenflügeln. An den Enden des Flügelmittelteils sind die
beiden Motoren und die beiden Fahrgestelle eingebaut. Außenflügel sind durch
Verschraubungen lösbar mit dem Flügelmittelteil verbunden.

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He 111 Kampfilugzeug Zeichnung Flugspot
Seite 114 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36

He 111, Kampffllugzeug.

1. Rumpf, 2. Kanzel, 3. Spant, 4. Flugzeugführersitz, 5. Beobachtersitz, 6. Liegepolster für
Bombenschütze, 7. zurückschiebbarer Windschutz für den MG-Schützen, 8. FT-Raum,
9. Fahrgestell, eingezogen, 10. Höhenflosse, 11. Höhenruder, 12. Höhenhilisruder, 13. Seiten-
flosse, 14. Seitenruder, 15. Seitenhilisruder, 16. Querruder, 17. Querhilisruder, 18. Lande-
klappe, 19. Steuersäule, 20. Fußraste für Seitenruder, 21. Flügelmittelstück, 22. Linker Außen-
flügel, 23. Rechter Außenflügel, 24. Vorderholm, 25 Hinterholm, 26. Flügelrippe, 27. Linker
Motor, 28. Rechter Motor, 29. Motorträger, 30. Verstellbare VDM-Luftschraube, 31. Kühler.
32. Kraftstoffbehälter, 33. Kanzel--MG-Stand, 34. Heckstand, MG auf Drehkranz, 35. Boden-
wanne mit beweglichem MG, 36. Bombenvisier, 37. Bombenschächte, 38. Flug- und Trieb-
werküberwachungsgerätetafel, 39. Sauerstoff--Flaschen für die Höhenatmung, 40. Antennen-

mast. Werkbild

Höhen- und Seitenleitwerk freitragend elliptischer Umriß. Zum Austrim-
men dienen Hilfsruder am Höhenruder, die vom Flugzeugführer während des
Fluges verstellt werden können. on

Steuerwerk normale Handradsteuerung, der obere Teil der Steuersäule ist
umklappbar, so daß der neben dem Führer sitzende Kommandant im Nottfalle
die Steuerung betätigen kann. Der Antrieb sämtlicher Räder erfolgt über Ge-
stänge.

Die beiden Fahrwerkshälften sind unter den Motorgondeln angeordnet
und werden nach hinten in den Flügel eingeschwenkt. Das eingezogene Fahr-
werk wird selbsttätig durch Bleche abgedeckt. Außerdem ist eine, von dem
hydraulischen Antrieb unabhängige, mechanische Notbetätigung zum Aus-
schwenken des Fahrwerkes vorhanden.

Triebwerk 2 Daimler-Benz-Motoren DB 601 oder Junkers-Motoren Jumo
211. Der gut verkleidete Kühler ist unter dem Motor einziehbar aufgehängt.
Ölkühler oberhalb des Motors fest eingebaut. Luftschrauben im Fluge konti-
nuierlich verstellbar.

Spannweite 22,50 m, Länge 16,38 m, Flächeninhalt 87,60 m?, Leerge-
wicht 6020 kg, Zahl der Sitze 4.

Franz. S. O. 80 „Biarritz“ Zweimotor.

Dieses zweimotorige Flugzeug, konstruiert von Ing. Le Bihan, gebaut von
der SNCASO, ist als Postzubringerflugzeug für 500 kg Fracht oder als Passa-
gierflugzeug für 5 Fluggäste, einen Piloten und einen Funker gedacht. Bau-
weise Ganzmetall.

Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 115

Flügel in Halbmitteldek-
keranordnung. Flügelenden von
den Motoren ab leichte V-
Form. Im Grundriß gesehen,
nach den Enden sich stark ver-
jüngend. |

Rumpf Schalenbauweise,
aus 3 Teilen zusammengebaut.
Ovaler Querschnitt.

Fahrwerk Messier, hy-
draulisch in die Motorgondel
einziehbar.

2 luftgekühlte 6-Zyl.-Rei-
henmotoren Bearn 6 D von
410 PS, mit Ratier- - Verstell-
Luftschrauben.

Spannweite 12,8 m, Länge
9 m, Höhe 2,96 m, Flügelinhalt
20,5 m?, max. Geschw. 450
km/h, mit Landeklappen 100
km/h, Leergew. 1910 kg, Flug-
gewicht 3000 kg.

Franz. S. O. 80
„Biarritz“
Zeichnung Flugsport

USA Jagdflugzeug North American P-51 „Mustang“.

Das Jagdflugzeug „Mustang“ ist aus dem einsitzigen Tiefdecker in Ganz-
metallbauweise der North-American „Na 73“, vgl. Typenbeschreibung „Tlug-
sport“ S. 272/1941, hervorgegangen. Diese Type war ursprünglich mit einem
Allison V—1710 F3R, flüssigkeitgekühltem Motor ausgerüstet. Die ungenügen-
den Höhenleistungen genügten jedoch nicht, um ihn erfolgreich an der Front
einzusetzen. Das Jagdilugzeug wurde dann mit einem von Packard nachgebau-
ten Rolls Royce Merlin versehen. Dieser Typ kam auch als Sturzkampfflugzeug
zur Verwendung.

Flügel trapezförmig mit Knick, Flügeloberkante in der Nähe des Rumpfes
V-Stellung 5, Davis-Laminarprofil 1,5% in der Wölbung und 50°/ der Flügel-
tiefe. Ganzmetallschalenbauweise mit 2 Hilfsholmen, Trennstelle der beiden
Flügelhälften in der Mitte des Rumpfes. Befestigung durch einen um das Profil
gelegten Flansch mit etwa 100 Schrauben. Den Aufbau des Flügels gezogene
Rippen, Stringer mit selbsttragender Flügelaußenhaut sowie die beiden Holme
erkennt man in der Abbildung.

Rumpf Ganzmetallschalenbauweise. Vorn Spante von L Querschnitt,
Profilhöhe 50 mm und entsprechenden Längsspanten mit selbsttragender
Außenhaut, vgl. die Abb. Die Formspanten sind verhältnismäßig nahe anein-
andergerückt.

Höhen- und Seitenleitwerk mit dem Rumpfende in zweiholmiger Schalen-
bauweise aus einem Stück gebaut. Rudergewicht ausgeglichen, und stoff-
bespannt.

Fahrwerk freitragend nach innen in den Flügel einziehbar. Einziehsporn-
rad kann nach Bedarf mit dem Seitenruder gekuppelt werden.

Bewaffnung bei den älteren Baumustern 4 MG Kal. 12,7 mm und 4 MG von
7,6 mm, davon 2 gesteuerte 12,7 mm MG an der Rumpfunterseite, ein unge-
steuertes MG Kal. 7,6 in den Flügeln. — Bei der neueren Ausführung sind die
rumpigesteuerten MGs weggefallen. Ferner findet man oft noch bei den neueren

Ausführungen als Jäger 4 ungesteuerte Flügelwaffen 12,7 mm und als Tiefen-

angrifisilugzeug 4 20-mm-Fispano-Kanonen. — Waffenräume bei den älteren
Seite 116 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36 Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 117

Ausführungen Brennstoffluftgemisch-Heizofen, der Warmluft auf die Waffen
olast, bei den neueren Ausführungen dagegen werden die Waffen elektrisch
geheizt.

Panzerung vor dem Motor halbringförmiger Schild 9,8 mm, vor dem
Führersitz 9,8 mm, Kopischutz 9,8 mm, Rückenschutzpanzerplatte 3,9 mm.

Betriebsstoffbehälter bei älteren Ausführungen 2 Sackbehälter im Flügel
von 320 1 Inhalt, neuere Ausführung 2 Sackbehälter von je 350 1 im Innenflügel
und einen Zusatzbehälter von 320 I im Rumpf hinter dem Führersitz. Ferner.
Zusatzbehälter unter den Flügeln je 285 I, abwerfbar.

Spannweite 11,28 m, Flügelinhalt 21,7 m?, Rüstgewicht 3050 kg, Start-
gewicht 3870 kg, Flächenbelastung 180 kg/m?, Leistungsbelastung 3,35 kg/PS,
Flugleistungen mit Allison V-1710-Motor 590 km/h in 4000 m Höhe, mit
Packard Rolls Royce Merlin-Motor 645 km/h in 8300 m Höhe. Gipfelhöhe
8000 m bzw. 12000 m. Reichweite 1800 km, mit 2 Zusatzbehältern je 285
I = 270 km, mit 2 Zusatzbehältern je 570 1 = 3500 km.

USA North American P-51 „Mustang“ (1150 PS V 1710-39-F3R Allison-Motor).

a) Vergaser-Luftansaugstutzen, b) Vereisungsschutz hierfür, c) Öltank, d) Brandschott,
e) Panzerglaswindschutzscheibe, f) Panzerung, g) Überschlag-Schutz-Bogen, h) Anschluß
des Rumpfendes, i) Höhenleitwerk, Ausgleichsgewicht, k) Massenausgleich vom Seiten-
ruder, ]) Spornrad, einziehbar, mit Seitenruder gekuppelt, Nachlauf 15°, abgekuppelt bei
360° Nachlauf, m) Hintere Kühlerklappen, n) Kühlilüssigkeits- und Schmierölkühler, o) Spalt-
klappe, p) ein MG, Kaliber 12,7 und 2 MGs 7,6, q) Querruderklappenbetätigungshebel und
Drahtseil, r) Querrudertrimmklappen, s) Trimmklappenverstellung, Schraubengetriebe mit
Drahtseilantrieb, t) Munitionsklappen, u) Brennstoffbehälter, 315 1, aus Kunststoff (selbst
schließend), v) Fahrwerk-Klappen mit Betätigungshydraulik, w) Auffangbehälter für leere
Kartuschen und Magazine, x) Zuführungsrinne hierfür, y) ein MG, Kaliber 12,7 auf jeder
Seite, z) Panzerplatte.

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Einer von den vielen Hunderten niedergekämpften Lastenseglern der feindlichen Invasions-

Luftlandetruppen, Airspeed „Horsa“, vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“ S. 204, 1943.
Atlantic (2)
Koordinaten-Meßtisch (Universal-Lehre für Bohrungsmittenabstände). Die Be-

maßung von Gerätezeichnungen wird, um Umrechnungen zu vermeiden, nach einem
rechtwinkligen Koordinatensystem vorgenommen; denn wahllos durcheinander gewürielte
Maße lassen nicht nur Fehler beim Umrechnen befürchten, sondern vermindern auch die
Genauigkeit der für die Bauteilprüfung anzufertigenden Lehre und damit die Genauigkeit
des Bauteiles selbst. Jedes Lehrenbohrwerk und jedes Lehrenmikroskop, das ja haupt-
sächlich für die Vermessung von Werkzeugen und Lehren benutzt wird, arbeitet nach dem
rechtwinkligen Koordinatensystem.

Von den Arado-Flugzeugwerken wurde darum ein Meßtisch (Schutzreche ange-

A. Ausgefahrene Spaltklappen, auf jeder B. Mit Bomben-Sturzilugbremse

Seite 2X 20-mm-Kanonen. ausgefahren.
Seite 118 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36

Koordinaten-Meßtisch.
Werkbild

meldet) eingeführt, mit dem Lochmitten-
abstände von Bauteilen nach obigem Prin-
zip geprüft werden können und der für
diese Zwecke im Lehren- und Vorrichtungs-
bau, Sonderfertigungsabteilungen bei der
Prüfung kleiner Bauteilserien universelle
Verwendung finden kann. Bei der Entwick-
lung dieser Neuerung wurden insbesondere
folgende grundsätzliche und häufig wieder-

kehrende Fälle von Lochmittelabständen berücksichtigt: Verbindung von Blechen, Platten,
zentrierten und unzentrierten Flanschen oder ähnlichen Konstruktionselementen, welche mit
Bohrungen gleichen und verschiedenen Durchmessers versehen sind, sollen aufeinander-
gelegt oder zusammengesetzt ‚das Durchstecken von Bolzen ohne jegliche Nacharbeit ge-
statten. Alle anderen Fälle von Lochmitenmaßen lassen sich auf diese Beispiele zurückführen.
Die Prüfung des Abstandes dieser Bohrlöcher auf genaue Maßhaltigkeit erfolgte

bislang durch Lehren, die auf einer Grundplatte in den entsprechenden Sollabständen.

Meßzapfen aufwiesen. Mit diesen Lehren kann jeweils nur ein bestimmtes Bohrbild ge-
prüft werden, so daß sich ein großer Bedarf an Lehren ergibt. Die geiorderte Genauigkeit
bedingt einen hohen Preis der einzelnen Lehre und eine erhebliche Hortung von Werk-
stoffen. Die Meßflächen der Lehre stellen einen großen Teil des aufgewendeten Kapitals
für eine Fertigungseinrichtung dar; sie sind aber auch ausschlaggebend für die Genauigkeit,
Güte und die Austauschbarkeit der Erzeugnisse. Der Arbeitsgang der Lehrenherstellung
kann durch keine maschinenmäßigen Hilfsmittel vollkommen ersetzt werden; denn wäh-
rend man bei Massenfertigung anstrebt, daß die Teile möglichst fertig von der Maschine
kommen und als einzigen Handarbeitsvorgang das Entgraten zuläßt, wird im Lehrenbau,
der hohe Handgeschicklichkeit, feines Meßgefühl und eine bestimmte Veranlagung er-
fordert, die Handarbeit nie ganz entbehrt werden können; d. h. es werden bei obiger
Lehrenherstellung hochwertige Arbeitskräfte gebunden.

Der Arado-Meßtisch läßt sich auf alle obigen Bohrbilder, ob symmetrisch oder un-
symmetrisch, leicht einstellen und kann nach Fertigstellung der jeweiligen Bauteilserie
für neue Aufgaben eingesetzt werden.

Die Einstellung der Bohrungsabstände (s. Abb.) erfolgt durch mehrere Gleitfüh-
rungen 1, welche die feststellbar gelagerten Meßzapfen 2 enthalten. Die Gleitführungen 1
sind auf der Grundplatte 4 durch die Nuten 3 mittels T-Nutensteinen und die in Spann-
gliedern 5 gelagerten Meßzapfen 2 sind in den Nuten 6 der Gleitführungen einstellbar
geführt. Die Meßzapfen 2 können also sowohl in Richtung der Nuten 3 als auch der Nuten 6
verstellt werden. Durch die Anordnung der Meßzapfen 7 auf je einer für sich verschieb-
baren Gleitführung 8 lassen sich diese Meßzapfen auch auf ein unsymmetrisches Bohrbild
einstellen.

Im 1 Tannen ee TEE RE
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Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer
an: Oblt. Priller, Kommodore eines Jagdgeschw., Maj. F. Lang, Kommodore eines Schlacht-
geschw., Oblt. Hartmann, Staffelkapt i. e. Jagdgeschw. >

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Major
Kaubisch, Gruppenkommandeur i. e. Schlachtgeschw., Oblt. H. Stahl, Staffelkapt. i. e.
Schlachtgeschw., Hptm. Schnaufer, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw., Lt. Glunz,
Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Skrzipek, Staffelkapt. i. e. Kampfigeschw., Hptni.
Huppertz, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw. (kehrte vom Feindilug nicht zurück).

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Generalmaj. Junck, Komman-
dierender General eines Jagdkorps der Luftw., Major Dahlmann, Gruppenkommandeur i. e.

Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 119

Schnellkampfgeschw., Lt. Lemke, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Zorner, Staflelkapt.
i. e. Nachtjagdgeschw., Fw. Brandenburg, Flugzeugf. i. e. Kampfgeschw., Major Hornung,
Verbandsführer i. e. Transportgeschw., Hptm. Rommer, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Obiw.
Gelles, Flugzeugf. i. e, Schlachtgeschw., Lt. Woidich, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Hptm.
Ruffer, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Oblt. Matzig, Flugzeugf. i. e. Kampigeschw., Lt.
Herbert Schmidt, Flugzeugt. i. e. Schlachtgeschw., Fahnenjunker-Fw. Kolb, Flugzeugf. e.
Transportgeschw., Ofw. Klimek, Bordfunker i. e. Kampfgeschw., Oblt. Augenstein, Staffell.
i. e. Nachtjagdgeschw., Ofw. Aigen, Bordmechaniker i. e. Kampfgeschw., Ofw. Gaiser, Flug-
zeugf. i. e. Jagdgeschw., General der Flieger M. Ritter v. Pohl, Kommandierender General
der Luftw., General der Flieger Alfred Schlemm, Kommandierender General eines Fall-
schirmjägerkorps, Generalmaj. K. H. Schulz, Chef des Generalstabs einer Luiftilotte, Hptm.
Dudeck, Gruppenkommandeur i. e. Transportgeschw., Oblt. Merker, Staffelf. i. e. Kampi-
geschw., Ofw. Kern, Flugzeugf. i. e. Transportgeschw., Ofw. Hengst, Flugzeugi. 1. e.
Transportgeschw., Ofw. Ellmer, Beobachter i. e. Kampfgeschw., Lt. Peter Düttmann, Flug-
zeugt. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Bergmann, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Oblt. Män-
hardt. Beobachter i. e. Fernauiklärungsst., Oblt. Jolitz, Staffelf. i. e. Kampigr., Lt. Pless,
Flugzeugf. i. e. Nahaufklärerstafffel, Lt. Grünberg, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Kriegsverdienst mit Schwertern verlieh der Führer auf Vorschlag des
Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches, Göring, und des Reichsministers für Rüstung
und Kriegsproduktion, Speer, an: Generaldirektor Karl Frydag, Leiter des Hauptaus-
schusses, Flugzeugzelle, und Direktor Dr.-Ing. Hans Heyne, Leiter des Hauptausschusses,
Flugzeugausrüstung.

Herbert Friebel, Lt., Ritterkreuzträger, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Ostiront,
Heldentod.

Wolfgang Martin, Ofw., Ritterkreuzträger, im Kampf gegen England, Heldentod.

Wilhelm Knapp, Ritterkreuzträger, Kommandeur ein. Fernaufklärergruppe, Fliegertod.

Generaloberst Diet!, Eichenlaubträger mit Schwertern, „Held von Narvik“, am 23. 6. 44
bei einem Flugzeugunfall tödlich verunglückt.

Helmut Kermess, Uffz., stud. ing., 16. 6. 44 Terrorangrifi geiallen.

I. G. Karl Schmidt, Inhaber der Firma Kampschulte, nach schwerer Krankheit im Alter

von 67 Jahren gestorben.
Ausland.

Japan. Bomber erzielten bei einem Angriff auf feindl. Flotteneinheiten in den Gewäs-
sern östl. der Insel Saipan am Abend des 18. 6. mehrere Volltreffer auf einem Schlachtschifi
und setzte es in Brand.

Japan. Luftwaffenverbände beschädigten in den Gewässern der Marianen 2 weitere
USA-Flugzeugträger schwer. Der Angriff der japan. Flugzeuge fand in der Nähe von Saipan
statt.

Japan. Luftstreiskräfte versenkten vor den Marianen-Inseln in der Zeit vom 11. bis
zum 30. 6. ein Schlachtschiff, 2 Flugzeugträger, 2 Kreuzer, ein Zerstörer und ein Untersee-
boot. Schwer beschädigt wurden 3 Schlachtschiffe, 11 Flugzeugträger, 5 Kreuzer, 9 Trans-
porter und ein Kriegsschiff nicht erkannten Typs.

Japan. Luftangriffe auf Saipan in der Nacht zum 27. 6. 44. Die Verbände konnten nach
dem Bombenangriff große Brände und zahlreiche Explosionen feststellen. Von allen Unter-
nehmen kehrten alle japan. Maschinen zurück. — Die Luittätigkeit des Gegners über den
Saipan benachbarten Inseln Guam und Rota ist lebhafter geworden. Über beiden Inseln
erschienen am 27. 6. annähernd 100 feindl. Flugzeuge.

USA-Flugzeuge bombardierten am 5. 7. die Inseln Guam, Tinian, Rota und Pegan der
Marianen-Gruppe. Wie Frontberichte zeigen, haben die Amerikaner bei allen diesen Opera-
tionen erneut schwere Verluste erlitten.

USA-Flugzeuge richteten am 8. 7. einen Angriff gegen das japan. Mutterland und
warfen Bomben auf die südl. der japan. Inseln Kyushu.

Lultwalle.

Führerhptart., 12. 6. 44 (DNB.) OKW.: Luftwaffe und Kriegsmarine versenkten trotz der
on Feind wesentlich verstärkten Abwehr 3 Fracht- und Transportschiffe mit zusammen
370000 BRT. 3 weitere große Schiffe mit 27000 BRT. und ein Zerstörer wurden schwer
beschädigt. — Der Feind verlor gestern über der Invasionsfront und den besetzten West-
gebieten 17 Flugzeuge. — Durch zusammengefaßte Angriffe stärkerer Kampfflliegerverbände
auf die Bahnhöfe Kasatin, Fastow und Kiew-Darniza wurden große Mengen an Nachschub-
material vernichtet. Die Bahnanlagen wurden nachhaltig zerstört. — Bei Einflüxen starker
nordamerikan. Bomberverbände in den bulg.-rumän. Raum wurden durch deutsche. rum&än. und
Seite 120 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36

Eichenlaubträger. 1. Reihe v.1.n.r.: Major Rudorffer, Hptm. Geiger, Major Seiler, Obstlt.
Stepp. 2. Reihe: Lt. Wolf (7), Hptm. Tratt (f), Ofw. Vinke, Oblt. Lang.

u;
Se

3

\Welibild (8)

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Obit. Oble
.ı ‘un. . sser, Oblt. Anders, Oblt. Heuer, Ofw.
Morgenstern. 2. Reihe: Fw. Stein, Ofw. Gutzmann, Oblt. Nippa, Hptm. Puschmann (f).
Weltbild (8)

Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“

Seite 121

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Ofw. Luhr, Lt. Prössl, Ofw. Ehrenberger, Hptm. Pipan.

9, Reihe: Ofw. G. Schmitz, Oblt. Ludigkeit, Lt. Seeger, Oblt. Permadinger.

Weltbild (8)

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Oblt. Debus, Oblt. Bonath, Fw. Trummer, Hpt. Gut-

mann. 2. Reihe: Lt. Wagner, Ofw. Hampe, Ofw.

Frank, Major Specht.
Weltbild (8)

E
5
k

Seite 122 „FLUGSPORT“ N

5

. 7/1944, Bd. 36

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I.n. r.: Oblt. Lücke, Lt. V ii

1. |I|n.r.: . ‚ Lt. Valet, Ofw. Filius (f), Ofw. Roll

2. Reihe: Oblt. Dreher, Oblt. Großendorfer (f), Hptm. Schwaneberg Of Kalk
Weltbild (8)

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I.n. r.: H ü
s 1. ‚in. r.: Hptm. Felerer, Ofw. Würfel (f), Ofw. Schuck U-
müller. 2. Reihe: Oblt. Becker, Ofw. Lehnert, Ofw. Jenster, m Szameitat a

Weltbild (8)

1944

PATENTSAMMLUNG |
Sus

ums“ Nr. 15

Band X

Inhalt: 735 298; 743 881, 883, 960; 744 597, 665, 667, 668, 731, 732, 733, 734, 908.

‚Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb

(Gr. 3--24).

b4 Pat. 744 665 v. 26. 10. 41. veröfl. 22.
09 1.44 V. Tragfiügel für riugzeuge
mit I-förmigen Holmen, zwischen denen Kraft.
stoffbehälter eingesetzt sind.
Patentanspruch:

Tragflügel für Flugzeuge mit I-förmigen
Holmen, zwischen denen Kraftstoffbehälter
eingesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden Gurte ein und desselben Holmes und
ebenso die entsprechenden Gurte benachbarter
Holme gegenüber dem Stegblech nach ent-
gegengesetzten Richtungen aus der symmetri-
schen Lage heraus versetzt sind derart, daß
etwa Z-förmige Holmauerschnitte entstehen
zum Zweck, den Raum zwischen zwei Stegble-
chen zur Unterbringung des Kraftstoffbehäl-

+ NS 3
ters weitgehendst auszunutzen, und daß jeweils
an der Seite des größeren Abstandes zwischen

den Gurten zweier benachbarter Holme die Be-
plankung leicht abnehmbar angebracht ist.

[03 5 Pat. 743 881 v. 29. 7. 39, veröfl. 5. 1.
06 44 V. Montageverfahren für mit dem
Flugzeugkörper Getriebe bildende kraftbetä-
tigte Flugzeugteile, z. B. Einziehfahrwerke.
j Patentanspruch:
Montageverfahren für mit dem Flugzeug-
körper Getriebe bildende kraftbetätigte Flug-
zeugteile, z. B. Einziehfahrwerke, dadurch ge-
kennzeichnet, daß diese Teile vor dem Anbau
an den Flugzeugkörper an eine die Anschluß-
mittel an letzterem in gleicher Anordnung ent-
haltende Vorrichtung angeschlossen, eingestellt
und in ihrer Bewegung geprüft und sodann
nach Abnahme von der Vorrichtung an den
Flugzeugkörper angeschlossen werden.

= 56 Pat. 744 597 v. 2. 7. 41, veröfl. 21. 1.

44 V. Bauvorrichtung zur serienmäßi-

gen Herstellung großer Bauteile, vorwiegend
Flugzeugteile.

Patentansprüche:
1. Bauvorrichtung zur serienmäßigen Her-
stellung großer Bauteile, vorwiegend von Flug-
zeugteilen in Leichtmetallbauweise, dadurch

£_ Ur n

- NN
5 \ N
. \=>

gekennzeichnet, daß mindestens einer der den
Bauteil (7) tragenden Vorrichtungsteile (5 bzw.
3, 4, 5 bzw. 9, 10) zusammen mit dem Bauteil
als Ganzes von dem Grundgestell (1) der Bau-
vorrichtung trennbar ist.

3. Bauvorrichtung nach Anspruch 1, da-
durch gekennzeichnet, daß der ven der Bauvor-
richtung trennbare Vorrichtungsteil (5 bzw. 3,
4, 5) eigenversteift ist.

3, Bauvorrichtung’ nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der von der Bau-
vorrichtung trennbare Vorrichtungsteil (5 bzw.
3, 4, 5 bzw. 9, 10) Mittel zum Transportieren
auf dem Boden oder mittels Hebezeuges auf-
weist.

» 22 Pat. 743 960 v. 13. 7. 37, veröft. 6.1.
2 44. Schwenkarmlafette für Schnell-
feuerwaffen in Flugzeugen mit in der Ruhe-
stellung der Waffe an einer Zurreinrichtung
festlegbarem Schwenkarm.
Patentanspruch:

Schwenkarmlafette für Schnellfeuerwaffen

in Flugzeugen, bei der ein die Waffe tragen-

BIZEZEEZZAGEAEE
(met 1

|
|
L
ja
{

Seite 98 PATENTSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 15

der, um eine parallel zur Flugzeuglängsachse
liegende Achse schwenkbarer und über ein
Hebelgestänge mit einem Gegengewicht für
den Massenausgleich verbundener Arm in der
Ruhestellung der Waffe an einer Zurreinrich-
tung festlegbar ist, die ein bewegliches, von
Hand bedienbares Verriegelungsglied aufweist,
das mit dem Sperrglied einer am Gegengewicht
befestigten und dieses in der Endstellung
sichernden Verriegelungsvorrichtung durch
Bowdenzug zwangsläufig verbunden ist, da-
durch gekennzeichnet, daß der durch Feder-
kraft in die Ruhelage verschwenkbare, in be-
kannter Weise durch Druckkncpfsicherung
mit der Waffe kuppelbare Zurrhebel (12) an
einer in flugzeugfesten Lagern drehbaren
Welle (29) befestigt ist, die mit einem Nocken
(32) oder einer ähnlichen exzentrischen Ver-
dickung an einem am Drahtnippel (35) des
Bowdenzuges (16), vorzugsweise in axialer
Richtung, einstellbar angeordneten Bund (33)
eines Gewindebolzens (34) anliegt.

b 22 Pat. 744 667 v. 23. 11. 39, veröff. 22.
02 |. 4a vV. Waffenlagerung in der
Außenhaut von Flugzeug-Gefechtsständen.
Patentansprüche:
1. Lagerung für Waffen, insbesondere
schwere oder Doppelwaffen, im Mugzeugge-

fechtsstand, bei der die Waffenläufe in einer
Drehscheibe eingebaut und mit dieser in einem
die Scheibe «dicht umschließenden Gehäuse
waagerecht und senkrecht verschwenkbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse als
langgestreckte, unmittelbar in die Außenhaut (i)
des Rumpfes oder der Gefechtskuppel einge-
baute und dieser gegenüber abgelichtete Achs-
welle (b) ausgebildet ist.

2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die Scheibe (a) als Auflager
für die Gurtzuführungen (g) und das Visier (k)
der Waffen dient.

3. Lagerung nach Anspruch 1 und 2, da-
durch gekennzeichnet, daß die Drehachse (f)
der Scheibe (a) außerhalb der Achse für die
Welle (b) liegt.

4. Lagerung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Außenform der Achsen-
welle (b) dem Strak des Gefechtsstandes an-
gepaßt ist.

b 22 ‚ Pat. 744 908 v. 20. 6. 35, veröff. 29.
02 1.44.V. Kugelförmiger Gefechts
- tond bei Flugzeugen.

Patentansprüche:

1. Kuppelförmige Abdeckung eines Ge-
fechtsstandes für Flugzeuge mit einer die

Waffe tragenden, beweglichen Einsatzplatte,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einsatzplatte
(e) um eine in oder nahe der Wand (b) verlau-
fende Achse (0), die vorzugsweise senkrech*+
zur Kuppelachse liegt, aus der Wanrlebene
herausschwenkbar angeordnet ist.

2. Kuppelförmige Abdeckung eines Qe-
fechtsstandes nach Anspruch 1, mit drehbarer
Anordnung der Abdeckung. (dadurch gekenn-
zeichnet, daß dıe Finsatzplatte (e) außerır‘®
zur Dreliachse in der Wand der Abdeckung ein-
gebaut ist.

2. Kuppelförmige Abdeckung eines fie-
Techtsstandes nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die Einsatzplatte (e) in der
Mitte der Wandung einer vorzugsweise festen
Abdeckung angeordnet und mit Hilfe einer
kardanischen Lagerung (o, m, q) allseitig
schwenkbar ist, während die Waffe in der Ein-
satzplatte (e) um ihre Seelenachse drehbar an-
geordnet ist.

Fahrwerk (Gr. 40—41).

b40u Pat. 744 731 v. 25. 3, 41, veröff. 24.
1.44 V. Laufwerk für Flugzeuge.
Patentanspruch:

Laufwerk für Flugzeuge mit mehreren
endlosen Laufbändern, die nebeneinander über
Räder geführt und durch an den Seiten der
Räder vorgesehene
radial vorstel,eude
Ringleisten gegen

seitliche Verschie-
bung gesichert sind,
dadurch gekenn-
zeichnet, daß die
Laufbänder (8) ge-
meinsam über je-
weils ein und das-
selbe Rad (1, 2, 3)
geführt sind, wel- &br.2
ches auch in den
Zwischenräumen 2
(14) zwischen den Laufbändern (8) radial vor-
stehende Ringleisten (12) aufweist, wobei die
Höhe aller Ringleisten (12, 13) nahezu oder ganz
der Höhe der Laufbänder (8) entspricht und die
beiden außenliegenden Ringleisten (13) des
Rades stark abgerundet (15) sind.

b 40 Pat. 744 732 v. 24. 7. 41, veröfi, 24.

04 1.44 vV. Laufwerk für Flugzeuge.
Patentansprüche:

1. Laufwerk für Flugzeuge mit über Räder

seführtem endlosem Laufband sowie zwischen

Rad und Laufband vorgesehener Verzahnung,

SD
REEL,

IISS
DD

Nr. 15 PATENTSAMMLUNG

DES FLUGSPORT Seite 90

\
\
\
)

dadurch gekennzeichnet, daß die Zähne (16) am
Rad (d, 2) und die Zahnlücken (17) im Lauf-
band (1i, 12) angeordnet sind.

3, Laufwerk für Flugzeuge nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die Felge des
Rades an ihren das Laufband (11, 12) tragen-
den Stellen mit einem Reibbelag (14) versehen
ist.

b& 40 Pat. 744 733 v. 1. 9. 42, veröfl. 24.
10 1.44 V. Stoßdämpfer für Flug-
zeuge.
Patentansprüche:
1. Stoßdämpfer für Flugzeuge, bei welchem
am XKopfteil des Stoßdämpferzylinders ein
Dämpferkolben befestigt ist, der beim Ein-

IHN

federn ein flüssiges Dämpfungsmittel aus
einem Hohlraum im Arbeitskolben des Stoß-
dämpfers verdrängt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindung des Dämpferkolbens (3)
mit dem Kopfteil des Stoßdämpferzylinders (1)
mindestens ein federnd nachgiebiges Zwischen-
stück (8, 14, 16, 17, 18) enthält,. das ein Auswei-
chen des Dämpferkolbens bei seitlichen Druck-
beanspruchungen ermöglicht.

2. Stoßdämpfer nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das nachgiebige Zwischen-
stück durch eine Scheibenfeder (8) gebildet ist,
die zwischen einem Anschlag (9) an einem im
Kopfteil des Stcßdämpferzylinders  vorzugs-
weise in axialer Richtung eingebauten Stell-
belzen (4) - und einem Bund (7) an der inneren
Wand des Dämpferkolbens derart eingespannt
ist, daß sie den Dämpferkolben federnd gegen

“ die obere Anschlußwand (6) des Stoßdämpfer-

zylinders drückt.

3. Stoßdämpfer nach den Ansprüchen 1 und
2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ölstandrohr
(10) in den Stellbolzen (4) eingesetzt ist.

[]

6 41 Pat. 743 883 v. 27. 6. 40, veröfl. 5.
02 |. 44 V. Klapoenkörper zur Abdek-
kung von einfahrbaren Flugzeugteilen, insbe-
sondere einziehbaren Fahrwerken.
Patentansprüche:

1. Am Tragflügel oder am Rumpf eines
Flugzeuges bewegbar gelagerter Klappenkör-
per, der im eingeschwenk-
ten Zustand zur Abdeckung
von einfahrbaren Flug-
zeugteilen, insbesondere
einziehbaren Fahrwerken,
und im ausgeschwenkten
Zustand zur Auftriebser-
nöhung dient, dadurch ge- ;
kennzeichnet, daß der \
Klappenkörper (6) im aus- >
geschwenkten Zustand einen Teil einer um
eine in Spannvreitenrichtung verlaufende, gege-
benenfalls in Flugrichtung verschiebbare
Achse (7) schwenkbaren Auftriebsklappe bildet.

2. Klappenkörper nach Anspruch 1, da-
durch gekennzeichnet, daß die Betätigungsglie-
der des Klappenkörpers (6) mit den Verstell-
organen des anderen Teiles der Auftriebsklappe
derart gekuppelt sind, daß beide Teile bei Be-
tätigung gleiche oder gleichsinnige Bewegun-
gen ausführen.

Pat. 744 734 v. 13. 6. 40, veröff. 24.
b 4o |"

1. 44 V. Teleskoprohrartige Ver-
stellstrebe, insbesondere für Luftfahrzeuge.
Patentansprüche:

1. Teleskcoprohrartige Verstellstrebe, insbe-
sondere für Luftfahrzeuge, mit einem im In-
nenrohr gelagerten Elektromotor nebst Über-
setzungsgetriebe und einer über die ganze In-
nenwand des Außenrohres sich erstreckenden,
z. B. durch ein Gewinde gebildeten Verzah-
nung, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer
Getriebewelle (u) schräge Lagerscheiben (w)
zum Antrieb von Taumelscheiben (d) befestigt
sind, an welche einseitig wirkende Schaltele-
mente (e) angelenkt sind, die mittels Verzah-
nungen unter dem Einfluß von auf der Ge-
triebewelle (u) drehfest angeordneten Nocken
(f) und ihnen entgegenwirkenden Federn (v)
in und außer Eingriff mit der Außenrohrver-
zahnung gelangen und so ihre Hubbewegung
auf das Außenrohr übertragen.

2. Teleskoprchrartige Verstellstrebe nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Ermöglichung einer Notauslösung durch Längs-
verschiebung eines in der hohlen Getriebewelle
(u) gleichachsig zu dieser angeordneten Ver-
stellschiebers (g) die Nocken (f) unter Wirkung

EIITITHTTITETE
7

Ei

Seite 100 PATENTSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 15

der die Schaltelemente (e) im Sinne des Aus-
rückens aus der Außenrohrverzahnung beein-
flussenden Federn (v) in die Getriebewelle (u)
in radialer Richtung hineinschiebbar sind.

3, Teleskopartige Verstellstrebe nach den
Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß sowohl die Schaltelementverzahnung als
auch die Außenrohrverzahnung schräge Flan-
ken und die Außenrohrverzahnung abgeflachte
Spitzen aufweisen, so daß die Schaltelemente (e)
bei voller Belastung der Verstellstrebe lösbar
sind.

4, Teleskoprohrartige Verstellstrebe nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
die Notauslösung bewirkende Verstellschieber
(g) durch mechanische und bzw. oder elektro-
magnetische Antriebsmittel bewegbar ist.

5. Teleskoprohrartige Verstellstrebe nach
den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeich-
net, daß mit dem Verstellschieber (g) ein An-
schlag (I) verbunden ist, der nach der Notaus-
lösung in einer vorbestimmten Strebenstellung
sich gegen einen am Außenrohr befindlichen
Anschlag (m) anlegt und so den Verstellschie-
ber und durch diesen die Nocken (f) wieder in
die den Eingriff der Schaltelemente (e) in die
Außenrohrverzahnung bewirkende Lage bringt.

6. Teleskoprohrartige Verstellstrebe nach
den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeich-
net, daß das Innenrohr (a) gegen das Außen-
rohr (o) luftdicht oder mit regelbarem Luft-
durchtritt abgeschlossen ist zur Erzielung einer
Luftdämpfung bei Notauslösung unter großer
Last.

Schwimmwerk (Gr. 43—46).

b43 Pat. 735 298 v. 19. 8. 41, veröft. 12.
03 5. 43. Anzeigegerät für Leckwasser.
Patentansprüche:

1. Anzeigegerät für in Kraftstoffbehälter,
insbesondere von Flugzeugschwimmern, einge-
drungenes Leckwasser, dadurch gekennzeichnet,
daß in eine Lenzleitung ein Schauglas mit Hohl-
körper (Schwimmer) eingeschaltet ist, dessen
spezifisches Gewicht zwischen dem von Kraft-
stoff und Leckwasser liegt.

9. Leckwasseranzeigegerät nach Anspruch],
gekennzeichnet durch die Parallelzuführung der
Ansaugleitungen (2) mehrerer Kraftstoffbehäl-
ter (1) vor dem Schauglas (8) und ihre einzelne
Abschließbarkeit @).

3. Leckwasseranzeigegerät nach Anpruchl,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Entleerung der
Zuführungsleitung (4) eine an einen Dreiwege-
hahn (7) angeschlossene Rücklaufleitung (10)
zum Behälter (1) vorhanden ist.

. 4. Leck-
wasseran-
zeigegerät
nach An-
spruch 1,
‘dadurch ge-
kennzeich-
N” net, daß der
S-7 Schwimmer
(11) in einer
mit der Zu-
führungs-
leitung (9)
in Verbin-
dung _ste-

henden Parallelleitung (12) außerhalb des Flüs-
siekeitsstromes arbeitet.

Bremsmittel (Gr. 47).

& 47 Pat. 744668 v. 27.5. 42, veröfl. 22.1.

3 44 V. Einrichtung an Bremsklappen

von Flugzeugen.
Patentansprüche:

1. Einrichtung an Bremsklappen von Flug-
zeugen mit parallel zu den Klappendrehachsen
verlaufenden Gitterstäben der Klappen, die
paar- oder gruppenweise kinematisch so mit-
einander gekuppelt sind, daß die eine Klappen-
gruppe im Strömungsrichtungssinne und die
zugeordnete Klappengruppe entgegen der Strö-
mung in Bremsstellung geht, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Gitterstäbe der einzelnen
Bremsklappengruppe in Querschnittsgröße und
Querschnittsform anders sind als jene der zu-
geordneten Klappengruppe, derart, daß eine
über den ganzen Schwenkweg hinweg weit-
gehend konstant bleibende Differenz der bei-
den entgegengesetzt gerichteten Klappen-
momente erzielt wird.

3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die gegen die Drehachse
hin innenliegenden Gitterstäbe einer Brems-
fläche eine andere Querschnittsferm besitzen
als die von der Drehachse am weitesten ent-
fernt liegenden Gitterstäbe.

3, Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, da-
durch gekennzeichnet, daß die gegen die Dreh-
achse hin innenliegenden Gitterstäbe (6, 7, 8)
der gegen die Strömung sich öffnenden Klappe
den Querschnitt eines mit seiner längeren Seite
parallel zum Schwenkarm liegenden Rechtecks
gegebenenfalls mit abgerundeten Kanten auf
der der Strömung abgekehrten Seite aufweisen.

4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, da-
durchgekennzeichnet, daß die innenliegenden
Gitterstäbe (9, 10, 11, 12) der gegen die Strö-
mung sich schließenden Klappe hutförmigen
Querschnitt aufweisen.

5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, da-
durch gekennzeichnet, daß der von der Dreh-
achse am weitesten abgelegene Stab der mit
der Strömung sich schließenden Klappe ein mit
seiner langen Seite parallel zum Klappenarm
liegendes Rechteck (13) als Querschnittsform
aufweist, während bei der zugeordneten Klappe
der Außenstab in zwei Rechteckstäbe (14, 15)
aufgelöst ist.

6. Einrichtung nach An-
spruch 1 bis 5, dadurch ge-
zennzeichnet, daß die äuße-
ren Stäbe (9, 15, 14) der mit
ler Strömung sich Öffnen-
den Klappe und die Innen-
seite (7,8) der zugeordneten
Klappe Querbohrungen int
Gestalt von Loch- oder
Schlitzreihen enthalten.

Pat.-Samml. Nr. 15 wurde im „Flugsport“ XXXVI Heft 7 am 12. 7. 1944 veröffentlicht.

Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 123

hulg. Luftverteidigungskräfte 18 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Einzelne brit. Flugzeuge
warien in der vergang. Nacht Bomben auf Berlin. Ein feindl. Flugzeug wurde zum Absturz
gebracht.

Führerhptart., 13. 6. 44 (DNB.) OKW.: In der Normandie versuchte der Feind gestern
unter sehr starkem und anhaltendem Einsatz der Luftwaffe an zahlreichen Stellen seinen
Brückenkopf nach Süden und Südwesten zu erweitern. — Kampfflugzeuge erzielten bei der
Bekämpfung der feindl. Landungsflotte Bombenvolltreffer auf 2 größeren Frachtschiffen. —
Über der Invasionsfront und den besetzten Westgebieten wurden 76 £feindl. Flugzeuge zum AD-
sturz gebracht. — Brit. Bomberverbände warfen in der vergang. Nacht Bomben auf mehrere
Orte im rhein.-westf. Gebiet. Besonders in Recklinghausen und Essen entstanden Gebäude-
schäden und Personenverluste. Durch Nachtjäger wurden 21 feindl. Flugzeuge abgeschossen.
— Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Einzelziele in Südostengland an.

Führerhptart., 14. 6. 44 (DNB.) OKW.: In der Nacht zum 13. 6. gingen vor der Invasions-
front auf dem Rückmarsch 3 eigene Schnellboote durch massierten Angriff feindl. Jagdbomber
verloren. Die Luftwaffe versenkte 2 Transportschiffe mit 8000 BRT. sowie 2 Zerstörer und
beschädigte 3 weitere Frachter mit 25 000 BRT. — Feindl. Jagdbomber griffen in den Morgen-
stunden des 13. 6. vor der italien. Westküste wieder ein deutsches Lazarettschiff an. — Nord-
amerikan. Bomber griffen am Vormittag des 13. 6. Wohngebiete der Stadt München an. Es
entstanden Schäden, die Bevölkerung hatte Verluste. Durch Luftverteidigungskräfte wurden
37 feindl. Flugzeuge abgeschosssen. In der vergang. Nacht drangen einzelne feindl. Flugzeuge
in den Raum von München und in das rhein.-westf. Gebiet ein. 5 feindl. Flugzeuge wurden zum
Absturz gebracht.

Führerhptart., 15. 6. 44 (DNB.) OKW.: Feindl. Fallschirmspringer, die nordöstl, St. Lo
hinter unserer Front abgesprungen waren, wurden vernichtet. — In der vergang. Nacht WUur-
den durch Angriffe starker Kampffliegerverbände 14 Transportschiffe mit 101000 BRT. und
2 Zerstörer durch Bomben und Torpedotreffer entweder versenkt oder schwer beschädigt. Hier-
bei zeichnete sich eine Kampffliegergruppe unter Major Thomsen besonders aus. — In den
ersten 10 Tagen des feindl. Invasionsangriffes haben unsere Truppen über 400 feindl. Panzer
und über 1000 Flugzeuge vernichtet. — Nicht eingerchnet sind die zahlreichen Panzer,
Geschütze und schweren Waffen aller Art, die bei Angriffen von Einheiten der Kriegsmarine
und der Luftwaffe gegen die feindl. Landungsflotte untergingen. — Insgesamt versenkten
Luftwaffe, Kriegsmarine sowie Heeres- und Marineküstenbatterien seit Beginn der Invasion
2 Kreuzer, 9 Zerstörer, 2 Schnellboote, 23 Fracht- und Transportschiffe mit 131 000 BRT. sowie
12 Panzerlandungsschiffe mit 18300 BRT. Außerdem wurden durch Torpedo-, Bomben- und
Artillerietreffer 2 Schwere Kreuzer, 3 weitere Kreuzer, 16 Zerstörer, 8 Schnellboote, 58 Han-
dels- und Transportschiffe mit 235 000 BRT., 2 Landungsfahrzeuge mit 4000 BRT. und ein
Dampfer mittlerer Größe schwer beschädigt. Die Verluste des Feindes an Kriegs- und Lan-
dungsschiffen durch Minentrefffer erhöhen diese Zahlen wesentlich. — Die blutigen Verluste
des Feindes, insbesondere an seinen Eliteverbänden, den Luftlandedivisionen, betragen ein
Vielfaches der eigenen. — Nordamerikan. Bomberverbände griffen gestern das Stadtgebiet
von Budapest an. Durch ungarische und deutsche Luftverteidigungskräfte wurden 18 feindl.
Flugzeuge abgeschossen. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen in der vergang. Nacht Bomben
im rhein.-westf. Raum. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen Einzelziele in Südostengland an.

Führerhptart., 16. 6. 44 (DNB.) OKW.: Südengland und das Stadtgebiet von London
wurden in der vergang. Nacht und heute vormittag mit neuartigen Sprengkörpern schwersten
Kalibers belegt. — Die Bekämpfung der feindl. Ausladungen vor dem Landekopf wurde auch
in der letzten Nacht durch unsere Luftwaffe erfolgreich fortgesetzt. Sie erzielte Bombentreffer
in Schiffsansammlungen und Ausladungen. — Bei einem Angriff brit. Bomber- und Torpedo-
flugzeuge auf ein deutsches Geleit vor Borkum wurden 10 feindl. Flugzeuge durch Sicherungs-
fahrzeuge und Bordflak zum Absturz gebracht. Ein eigenes Fahrzeug ging verloren. — Feindl.
Flugzeuge griffen am 15. 6. erneut vor der westitalien. Küste das deutsche Lazarettschiff
„Erlangen“ an und warfen es in Brand. — Wachfahrzeuge schossen über der Narwa-Bucht
5 feindl. Flugzeuge ab. — Vor der Fischerhalbinsel griffen sowj. Bombenflugzeuge und Schnell-
boote ein deutsches Geleit erfolglos an. 10 feindl. Flugzeuge wurden durch unsere Jäger ver-
nichtet. — Ein schwächerer nordamerikan. Bomberverband flog gestern nach Nordwestdeutsch-
land ein und warf zerstreut Bomben im Raum von Hannover. — Angriffe einzelner brit. Flug-
zeuge richtete sich. in der vergang. Nacht gegen das rhein.-westf. Gebiet. — Deutsche Flug-
zeuge griffen wiederum Ziele in Südostengland an.

Führerhptart., 17. 6. 44 (DNB.) OKW.: Seit dem 15. 6., 23.40 Uhr, liegen Südengland und

(las Stadtgebiet von London mit nur geringen Unterbrechungen ständig unter dem Feuer
unserer schwersten Sprengmittel. Mit stärksten Zerstörungen in den betroffenen Gebieten ist
zu. rechnen. — In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages landete der Gegner nach
schwerer Luftangriffen an mehreren Stellen auf der Insel Elba. — In den Morgenstunden des
16. 6. flog ein nordamerikan. Bomberverband mit Jagdschutz nach Südostdeutschland ein und
warf Bomben in den Außenbezirken der Stadt Wien und auf Preßburg. Es entstanden Schäden
und Verluste unter der Bewölkerung. — In der vergang. Nacht griffen brit. Bomber die Städte
Duisburg und Oberhausen an und verursachten dort Gebäudeschäden und geringe Personen-
verluste. Einzelne brit. Flugzeuge warfen Bomben auf Berlin. — Über dem Reichsgebiet un!
den besetzten Westgebieten wurden am Tage und in der vergang. Nacht durch Luftverteidi-
gungskräfte 83 feindl. Flugzeuge zum Absturz gebracht.
Seite 124 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36

Führerhptart., 18. 6. 44 (DNB.) OKW.: Schwerstes Störungsfeuer liegt weiterhin fast
ohne Unterbrechung auf London und seinen Außenbezirken. — Auf der Halbinsel Cherbourg
setzte der Gegner seine Angriffe im Raum St. Sauverle—Vicomte fort, konnte aber nur gerin-
gen Geländegewinn erzielen. — Starke Verbände unserer Luftwaffe griffen während des gan-
zen Tages wirksam in die Erdkämpfe ein. — Kampf- und Torpedoflieger trafen gestern vor
lem Landekopf 4 feindl. Schiffe mit Bomben und Torpedos. — Brände und Explosionen wurden
beobachtet. Außerdem wurde ein Schwerer Kreuzer beschädigt. — Leichte und schwere Flak-
batterien der: Luftwaffe schossen seit Beginn der Invasion 301 feindl. Flugzeuge, 5 Lasten-
segler und 20 Panzer ab und beschädigten einen feindl. Kreuzer schwer. — Starke Verbände
deutscher schwerer Kampfflugzeuge griffen in der vergang. Nacht die Bahnhöfe Gomel,
Nowosybkow und Schtchors mit guter Wirkung an. In Bahnanlagen, Munitions- und Betriebs-
stofflagern entstanden große Brände und Explosionen. — Bei einem Angriff sowj. Bomber auf
ein deutsches Geleit vor der nordnorweg. Küste wurden durch Jagdflieger und Marinebordflak
37 feindl. Flugzeuge vernichtet. 30 weitere sowj. Flugzeuge wurden bei einem Angriff auf
Kirkines durch Luftverteidigungskräfte zum Absturz gebracht. — In der vergang. Nacht war-
fen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im Raum von Berlin und im rheinisch-westf. Gebiet. --
Obstl. Lent, Kommodore eines Nachtjagdgeschw., schoß in der vergang. Nacht vom 15. auf 16. 6.
seinen 100. Gegner ab. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südostengland an.

Führerhptart., 19. 6. 44 (DNB.) OKW.: Das Störungsfeuer auf London und seine Außen-
bezirke dauerte auch gestern während des ganzen Tages und in der heutigen Nacht mit wech-

selnder Stärke an. — Schwere deutsche Kampfflugzeuge führten in der vergang. Nacht einen
zusammengefaßten Angriff gegen den Bahnknotenpunkt Sarny, der große Brände und Explo-
sionen verursachte. — Ein nordamerikan. Bomberverband flog nach Nordwestdeutschland ein

und führte Terrorangriffe gegen mehrere Städte. Besonders in den Wohngebieten von Ham-
burg, Bremen, Hannover und Wesermünde entstanden Schäden und Personenverluste. Durch
Flackartillerie der Luftwaffe und der Kriegsmarine wurden 16 feindl. Flugzeuge vernichtet.
Führerhptart., 20. 6. 44 (DNB.) OKW.: Der Raum von London liegt weiterhin unter
unserem Störungsfeuer. — Die Luftwaffe setzte auch in der letzten Nacht die Bekämpfung der
Schiffsansammlungen vor dem Landekopf erfolgreich fort. Nach zahlreichen Bombentreffern
wurden schwere Explosionen beobachtet. — Bei dem bereits gemeldeten Angriff deutscher
Kampffliegerverbände in der Nacht vom 18. zum 19. 6. wurden nach abschließenden Meldungen
2 weitere Handelsschiffe mit 18000 BRT. und ein Zerstörer versenkt. Außerdem wurden ein
weiterer Zerstörer, ein Tanker von 8000 BRT. und ein Frachter von 7000 BRT. schwer
beschädigt. — Eine Fliegerdivision unter Führung von Generalmajor Korte hat sich bei diesen
Einsätzen besonders ausgezeichnet. — Über dem Landekopf und den besetzten Westgebieten

wurden gestern 29 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Vor der Karelischen Landenge ein-

gesetzte Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen 5 sowj. Bomber ab.

Führerhptart., 21. 6. 44 (DNB.) OKW.: Das Störungsfeuer gegen London wird fortgesetzt.
—. Kampfflugzeuge erzielten in der Nacht Bombentreffer auf feindl. Schiffsansammlungen vor
der normannischen Küste. — Seit dem 6. 6. versenkten Luftwaffe und Kriegsmarine, sowie
IHeeres- und Marineküstenbatterien vor der normannischen Küste und im Kanal, nicht ein-
gerechnet die feindl. Verluste durch Minentreffer, 2.Kreuzer, 14 Zerstörer, 4 Schnellboote, 27
Fracht- und Transportschiffe mit 167 400 BRT. und 12 Panzerwagen-Landungsschiffe mit
18 300 BRT. durch Bomben-, Torpedo- und Artillerietreffer wurden 3 Schwere Kreuzer, 3 wei-
. tere Kreuzer, 21 Zerstörer, 9 Schnellboote, 68 Handels- und Transportschiffe mit 287 000 BRT..
2 Landungsfahrzeuge mit 4000 BRT. und ein Dampfer mittl. Größe beschädigt. — Während der
gestern gemeldeten Rückführung unserer Truppen von der Insel Elba wurden bei der Abwehr
von See- und Luftangriffen 2 feindl. Schnellboote versenkt, 2 weitere schwer beschädigt und
2 Jagdbomber abgeschossen. — Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine schossen 9 feindl.
Flugzeuge ab. — Starke nordamerikan. Bomberverbände führten am gestr. Vormittag Terror-
angriffe auf die Städte Hamburg, Hannover, Magdeburg und Stettin. Es entstanden Schäden
und Personenverluste. — Luftverteidigungskräfte vernichteten 58 feindl. Flugzeuge, darunter
49 viermotor. Bomber. — Weitere 23 viermotor. Bomber mußten nach Angriffen unserer Jäger
und Zerstörer auf schwed. Gebiet notlanden.

Führerhptart., 22. 6. 44 (DNB.) OKW.: Der Großraum London liegt nunmehr seit 160
Stunden mit nur geringen Unterbrechungen. unter unserem Störungsfeuer. — Die Luftwaffe
griff mit Kampf- und Schlachtflugzeugen in die Erdkämpfe ein und erzielte in der vergang.
Nacht mit schweren Kampfflugzeugen Bombentreffer auf Schiffen vor dem Landekopf. — Im
Scegebiet von Piombino schoß Marineflakartillerie 8 feindl. Jagdbomber ab. — Ein starker
Verband schwerer deutscher Kampfflugzeuge führte in der vergang. Nacht einen zusammen-
gefaßten Angriff gegen den bolschewistischen Flugplatz Poltawa. 30 feindl. Flugzeuge wurden
am Boden zerstört. Es entstanden größere Flächenbrände in Flugplatzanlagen und Betriebs-
stofflagern. — Starke nordamerikan. Bomberverbände richteten gestern einen Terrorangritff
gegen die Reichshauptstadt. In Wohnvierteln vor allem, entstanden Gebäudeschäden und Per-
sonenverluste. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 67 feindl. Flugzeuge, darunter 52 vier-
motor. Bomber, zum Absturz gebracht. — Ein brit. Bomberverband griff in der letzten Nacht
Orte im rhein.-westf. Gebiet an. Nachtjäger und Flakartillerie der Luftwaffe schossen 62 vier-
nıotor. Bomber ab und vernichteten damit über ein Drittel des eingeflogenen Verbandes. —
Einzelne brit. Flugzeuge warfen außerdem Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin. Bei der

Nr. 7/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 125

Abwehr der Bomber zeichnete sich in den letzten Tage eine im Raum von Hamburg eingesetzte
Flakdivision besonders aus.

Führerhptart., 23. 6. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Torpedoflieger versenkten in der
vergang. Nacht 2 Zerstörer, einen Truppentransporter mit 10 000 BRT. und einen Frachter mit
8000 BRT. 2 Kreuzer, 2 Zerstörer, 3 Frachter mit 28000 BRT. und 4 weitere Handelsschiffe
wurden schwer beschädigt. — Über der normannischen Küste und den besetzten Westgebieten
wurden gestern 72 feindl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Das Störungsfeuer auf London
hält an. — Die 3. Flakbrigade hat in Italien in der Zeit vom 1.—20. 6. 114 feindl. Flugzeuge und
(196 Panzer abgeschossen. — Starke Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge führten
einen zusammengefaßten Angriff gegen den Flugplatz Mirgorod, 20 viermotor. Bomber und
eroße Betriebsstoff- und Munitionsvorräte wurden vernichtet. — Einzelne brit. Flugzeuge
warfen in der vergang. Nacht Bomben im Raum von Hamburg. — Deutsche Kampfflugzeuge
sriffen Ziele in Ostengland an.

Führerhptart,, 24. 6. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe erzielte in der Nacht Treffer auf
mehreren Handelsschiffen im Westen. — Über dem Landekopf und den besetzten Westgebieten

wurden 40 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Das Störungsfeuer auf London wurde bei Tag
und Nacht mit wuchtigen Feuerschlägen fortgesetzt. — Die Bolschewisten verloren gestern im
Mittelabschnitt der Ostfront 53 Flugzeuge. — Bei Angriffen eines nordamerikan. Bomber-

verbandes auf serbisch. und rumän. Gebietwurden Wohnviertel der Städte Giurgin und Ploesti
getroffen. Deutsche, rumän. und bulg. Luftverteidigungskärfte vernichteten 18 feindl. Flug-
zeuge, — Einzelne brit. Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben auf Bremen. —
Deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südostengland an.

Führerhptart., 25. 6. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum von Tilly griffen trotz schweren Feuers
der feindl. Schiffsartillerie und rollenden Luftangriffen unsere Küstenbatterien wirksam in die
Erdkämpfe ein. — Schweres Störungsfeuer lag weiterhin gestern auf London und seinen
Außenbezirken. — Im Osten stehen unsere Divisionen im gesamten mittl. Frontabschnitt im
schweren Abwehrkampf gegen die mit starken Infanterie-, Panzer- und Luftstreitkräften ge-
führten Offensive der Sowjets. — Jäger und Flakartillerie brachten 42 sowj. Flugzeuge zum
Absturz. — Ein nordamerikan. Bomberverband griff erneut rumän. Gebiet an und warf Bom-
ben auf den Raum von Ploesti. Deutsche, rumän. und bulg. Lutfverteidigungskräfte vernichte-
ten 23 feindl. Flugzeuge, darunter 20 viermotor. Bomber. — Nordamerikan. Bomber führten in
den gestr. Mittagsstunden einen Terrorangriff gegen Bremen. Es entstanden Schäden in Wohn-
vierteln. Die Bevölkerung hatte Verluste. — In der Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge im
Raum von Berlin Bomben. — Durch Luftverteidigungskräfte wurden über dem Reichsgebiet
und den besetzten Westgebieten bei Tage und in der Nacht 59 feindl. Flugzeuge vernichtet.

Deutsche erfolgreiche Flugmodelle 1943.

„Wenn keine Aufgaben gestellt, so können auch keine gelöst werden.“ Dieser in unserer
Zeitschrift oft genannte Leitgedanke zur Förderung des Fortschrittes, hat sich so recht in
der Aufgabenstellung des NS-Fliegerkorps im Flugmodellbau des Jahres 1943 wieder einmal
gezeigt. In der Liste der deutschen Modellilughöchstleistungen waren bisher noch 15 Höchst-
leistungen offen. Ein Anreiz, der unsere Modellbauer anspornte, diese Lücken auszufüllen.
Ende 1943 standen nur noch 8 Spalten offen. Um den fernstehenderen Modellbauer von der
ernsigen Tätigkeit auf diesem Gebiet ein Bild zu geben, veröffentlichen wir nachstehend die
eriolgreichen Flugmodelle von 1943.

Rumpfsegelflugmodell „G 12“ von Hitlerjunge Tuchy-Wendel, Litzmannstadt. Erreichte
Bestleistung 35 min (außer Sicht), Siegerflugmodell im Reichswettkampf der Flieger-Hitler-
Jugend 1943.

Spannweite 2200 mm, Länge 1500 mm, größter Rumpfquerschnitt 150 cm2, Profil Trag-
flügel RAF 32, Profil Höhenleitwerk Clark Y, Einstellwinkel Tragflügel im Verhältnis zum
Höhenleitwerk 30, Verwindung des Tragflügels (zwischen Flügelwurzel- und Endprofil) 2%,
V-Form des Tragflügels in % der Spannweite 15°, Tragflächeninhalt 43 dm2, Fluggewicht 980 g,
Flächenbelastung 22,8 g/dm2, Werkstoff für Rumpfwerk Kiefer und Sperrholz, Werkstoff für
Tragwerk Kiefer und Sperrholz, durchschnittliche Rippenstärke 1 mm, durchschnittliche Span-
tenstärke 1 mm, Querschnitt der Rumpfholme 3x3 mm, Querschnitt der Tragflügelholme 5x5
mm. Besonderheiten: Ovaler Rumpfquerschnitt durch Vielzahl von Rumpfholmen.

Seite 126 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1944, Bd. 36

Benzinmotor-Flug-
modell von Arnold
Staude, Breslau Er-
reichte Bestleistung:
Siegerflugmodell in
Reichswettkampf der
Flieger-Hitler-Jugend
1943.

Verhältnis von Kraft-
Augzeit/Gleitflugzeug
1:3,61, Spannweite 1560
mm, Länge 1020 mm,
größter Rumpfauer-
schnitt 54 cm2, Profil
Tragflügel ähnlich
„Clark Y“, Profil Hö-
henleitwerk symme-
trisch, Einstellwinkel
des Tragflügels im Ver-

Pr 290 ———|

werk 2,50%, V-Form des
Tragflügels in °h der
. Spannweite 8%, Trag-
| J flächeninhalt 28,68 dm»,
'Fluggewicht 870 g, Flä-

Rumpfsegelilugmodell „Ge 12“. Tuchy-Wendel. 08 i
IHREN VO 905 e/dns, Motormarke und Teistung, Line, FRE Aere en le Aue.
inhalt 5 cem2, Drehzahl 6000 U/min, Art der Zündung Batterle- h , ee os Bis
fertig 330 g, Leistungsbelastung 3,78 kg/PS, Luftschraubendue messer ee ee Ebene
feld B 1° 260 mm Einstellwinkel für die Zugrichtung der u Ku N ne ne
der Längs- und Querachse 3°, Einstellwinkel für die Zugriehtung CT. an rat
zur Ebene der Hoch- und Längsachse 3°, Werkstoff für Rumpfwer  Kiefe s Re
fü iefernleisten, durchschnittliche Rippenstärke 1,4 mm, ( urchschni
liche, a kknke, a nbauweise 3 mm, Querschnitt or Tragilügelholme 3 Stück 1,5x5 mm

j r der Fahrgestellstreben 2 un mm.
a rhuemodell von HJ.-Jungenzugführer Walter Holzmann, Hanau. Erreichte
Bestleistung: 2. Sieger im Reichswettkampf der Flieger-Hitler-Jugend ne raftfue-

Geschätzte Gleitzahl 1:12, geschätzte Sinkgeschw. 0,6 mis, Verhältnis von ua ux
zeit/Gleitflugzeit 1:5, Spannweite 2360 mm, Länge 1475 mm, größter Rumpfquersc m DB Be
Profil Tragflügel ähnlich „Clark Y“, Profil Höhenleitwerk symmetrisch, Einste win e es
Tragflügels im Verhältnis zum Höhenleitwerk 2°, Verwindung des Tragflügels wine! en n “
velwurzel und Endprofil) 4%, V-Form des Tragflügels in % der Spannweite 9 1% Trag äc ainha
60 dm2, Fluggewicht 2000 g, Flächenbelastung 33,5 g/dm?, Motormarke und Leistung DR “ ıno
10“ 0,35 PS, Zylinderinhalt 10 cm3, Drehzahl 6000 U/min, Art der Zündung Batterie-Zündung,
Triebwerkgewicht flugfertig 650 g, Leistungs-
belastung 5,7kg/PS, Luftschraubendurchmesser
und Steigung handelsübliche „Kratmo 10°“ Luft-
schraube, Einstellwinkel für die Zugrichtung

hältnis zum Höhenleit-

IS J | LI
A
. S_ Pa 1
Links: Benzinmotor-Flugmodell. K ı,
Arnold Staude. "| nn
” 0 885 ——
Rechts: Benzin-Flugmodell. ı F |
Walter Holzmann.
Po r25 _
N
570 —_—
NIE
IS
nn! I 11
So erct|
ST Ser ran \
” | \

Nr. 7/1944, Bd. 36

der Luftschraube in bezug zur Ebene der Längs- und Querachse 10, Einstellwinkel für die Zug-
richtung der Luftschraube in bezug zur Ebene der Hoch- und Längsachse 10, Werkstoff für
Rumpfwerk, Sperrholz, Kiefernleisten, Balsaholz, Werkstoff für Tragwerk Balsaholz, durch-
schnittliche Rippenstärke 1,2 mm, durchschnittliche Spantenstärke Stege 3x3, Halbspanten
il mm, Querschnitt der Rumpfholme 3x3 992 j
mm, Querschnitt der Tragflügelholme
3X7 mm, Stahldrahtdurchmesser der Fahr-
gestellstreben 3 mm, Besonderheiten: ab- I
nehmbarer Motorkopf. Nr
Benzinmotor-Flugmodell von NSFK,- —_ =
Sturmführer Ludwig Anthöfer, Lauenburg! _ ’
Elbe, gestartet von Pimpf Peter Lengefeld, * N
Lauenburg/Elbe. Bisher erreichte Best- Ir
leistung: Siegerflugmodell im Reichswett- I 7 7-
kampf der Flieger-Hitler-Jugend 1943. |
Spannweite 1780 mm, Länge (ohne
Motor) 992 mm, Tragflächeninhalt 36,9 dm2,
Einstellwinkel des Tragflügels 1,50%, Verwin-
dung des Tragflügels (Differenz zwischen
dem Winkel der Endrippe und dem der
drittnächsten) 3,50% verwendeter Motor
Kratmo 4, Luftschraube handelsübliche
Luftschraube zum Kratmo 4, Werkstoff für
Rumpfwerk Kiefernleisten, Werkstoff für
das Tragwerk Kiefer, Sperrholz, Rippen-
stärke Mittelrippen 1,5, sonst 1 mm, Spant-
stärke 5,3 und 1 mm, Querschnitt der
Rumpflängsholme 3x3 mm, Querschnitt der
Tragflächenholme oben 3x5, unten 3x8,
Stahldrahtdurchmesser des Fahrgestells
3 mm, Besonderheiten: Das Fahrwerk ist
aus einem Stück gebogen und federnd in
den Spant eingeschoben. Der Tragflügel ist
zweiteilig gebaut, die zungenartigen Hinter- [OR

7

710279» 790

Benzin-Motorflugmodell.
Ludwig Anthöfer.

„FLUGSPORT“ Seite 127

V } 1531
teile der Auflagebrettchen werden zusam- f
men in den Spant eingeschoben, während |
die vorderen Zungenhälften mit einem

| III TI |
Gummiband zusammen- undauf demRumpf ? ht He
festgehalten werden. ' !

| Rumpfsegelflugmodell von Oberrotten-
führer Georg Stadler, Nürnberg. Erreichte

Bestleistung: 19 050 mn.

Geschätzte Gleitzahl 1:12, geschätzte
Sinkgeschw. 0,5 m/sec, geschätzte Höchst-
geschw. 4 m/sec, Spannweite 2400 mm,
Länge 1550 mm, größter Rumpfquerschnitt
82 cm2, Profil Tragfligel RAF 32 (ähnlich),
Profil Höhenleitwerk leicht auftriebliefernd,
Einstellwinkel des Tragflügels im Verhält-
nis zum Höhenleitwerk 2,50, Verwindung
des Tragflügels (zwischen Flügelwurzel und
Endprofil) 10, V-Form des Tragflügels in %
der Spannweite 5%, Tragflächeninhalt 50
dm2, Fluggewicht 900 g, Flächenbelastung
18 gs/dm2, Werkstoff für Rumpfwerk, Kie-
fernleisten, Sperrholz, Werkstoff für Trag-
werk Kiefernleisten, Sperrholz, durch-
schnittliche Rippenstärke 1 mm, durch-
schnittliche Spantenstärke 12 mm, Quer-

Rumpisegelilugmodell.

schnitt der Rumpfholme 3x 5, 2x5, 2x3 mm, RER | Georg Stadler.
Querschnitt für Tragflügelholme 2x 5, 3x5, mon) 4
3x10 mm, Besonderheiten: V-Leitwerk. um

Hohlschmieden der Luftschraubenblätter erfolgt in den USA auf folgende Weise: Der
runde hohle Rohling wird mit kleinen Kugeln aus verformbaren Metallen Blei, Kupfer usw.

Seite 128

„FLUGSPORT“

Nr. 7/1944, Bd. 36

gefüllt und mit einem Stopfen verschlossesn und geschmiedet. Hiernach wird der Füllstoft

ausgeschmolzen.

Dampftriebwerk, franz. Drachenilugzeug Ader (Fledermausilügel zusammenfaltbar)
bestand aus 2 Dampfmaschinen von 20 PS. Vgl. Abb. „Flugsport“ 1909, S. 36 u. 39.

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Photos

eine Brücke zwifchen
Front und Heimat

(le

Hugo Wegner A;

“Vönder.dieesinsich naben: | FF Mn

Luftfahrtlehrmittel-,

schen Industrie, die er-,

Auch bei den Modellierbogen der Heerestypen gibt es Schwierig-
keiten. Sorgfältig müssen die Ketten der Panzerwagen ausgeschnit-
ten werden. Um einen sauberen Nachbau zu erreichen, bestreichen
war die Kleberänder nur mit ganz wenig wosserfestem, farblosen

Der Alleskleber

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lichung des seit langem
gesuchten „organischen”

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*

2° XXXVI. Jahrgang / Nr.8

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GEGRÜNDET 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON
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Der Reichsmarschall
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Schweizer Kampf-
flugzeug „C 3603”.

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R ; a. nn Fairey „Borracuda’”’,

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Modellflug

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Literatur

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„FLUGSPORT“-

Erscheinungstage

1944

XXXVI. Jahrgang

Nr. Datum

9 13. Sepiember
10 18. Oktober

11 15. November
12 13. Dezember

| Preis 80 Pfg.

Printed in Germany

$UM VERGASER-GESELLSCHAFT
CARL WIRSUM 8& CC. KOMM.GE$S.
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-In i i i
j ] ; genieur Oskar Ursinus, Frankf .M,
REEeNDeN 5 FL. > ZUFRBI- 7ooı, Aufaae a9. — Druck vente L. Brönners a IE w. ee
.M. n Einzelpersonen, sondern zu richte : Redakti f at
Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8 (Deutschland). ec Be eig Rn =

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Dip ’ are PIONIERE DER WEITLURFTFAHRT
\ JUNEERS FLUGZEUG- UND MOTORENWERKE AG.

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I. IneHtiltuaclill Ih. In...

"GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING.

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und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adresse: Redaktion und Verlag. Flugsport”, Frankfurt am Main, Hindenburg-Platz 8

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Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 8 16. August 1944. XXXVI. Jahrg.

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 13. Sept. 1944

Der Reichsmarschall zum Anschlag.

Führerhauptquartier, 21. Juli.

Der Reichsmarschall richtete folgende Ansprache an die Luftwaffe:

Kameraden der Luftwaffe!

Ein unvorstellbarer, gemeiner Mordanschlag wurde am Donnerstag von einem
Obersten Graf Stauffenberg im Auftrage einer erbärmlichen Clique von ehemaligen Gene-
valen, die wegen ihrer ebenso feigen wie schlechten Führung davongejagt werden mußten,
gegen unseren Führer durchgeführt. Der Führer wurde durch die allmächtige Vorsehung
wie durch ein Wunder gerettet.

Diese Verbrecher versuchen jetzt als Usurpatoren durch falsche Befehle Verwirrung
in die Truppen zu bringen. Ich befehle daher: Im Reich führt in meinem Auftrag General-
oberst Stumpf als Oberbefehlshaber der Luftflotte Reich alle Verbände der Luftwaffe inner-
halb des Reichsgebietes. Nur meinen und seinen Befehlen ist Folge zu leisten.

Der Reichsführer 44 Himmler ist von allen Dienststellen der Luftwaffe auf Anforderung
tatkräftigst zu unterstützen. Kurierflüge, gleichgültig mit welchen Maschinen, dürfen nur
init meiner Erlaubnis oder seiner Erlaubnis durchgeführt werden.

Offiziere und Soldaten gleich welchen Ranges, ebenso Zivilpersonen, die für diese Ver-
brecher auftreten und sich Euch nähern, um Euch für ihr erbärmliches Vorhaben zu über-
reden, sind sofort festzunehmen und zu erschießen.

Wo Ihr selbst zur Ausrottung dieser Verräter eingesetzt werdet, habt Ihr rücksichtslos
durchzugreifen. Das sind dieselben Jämmerlinge, die die Front zu verraten und zu sabo-
tieren versuchten.

Offiziere, die sich an diesen Verbrechen beteiligten, stellen sich außerhalb ihres Volkes,
außerhalb der Wehrmacht, außerhalb jeder soldatischen Ehre, außerhalb von Eid und
Treue. Ihre Vernichtung wird uns neue Kraft geben. Entgegen diesem Verrat setzt die Luft-
waffe ihre verschworene Treue und heiße Liebe zum Führer und ihren rückhaltlosen Ein-

satz für den Sieg. Es lebe unser Führer, den der allmächtige Gott heute so sichtbar segnete!

Schweizer Kampfflugzeug ,„C 3603“.

Mit diesem Muster haben die Vereinigten Konstruktionsstätten Thun ein
Kampf- und Mehrzweckeflugzeug geschaffen, das seit einiger Zeit bei der
schweizerischen Luftwaffe eingeführt ist. Von dem ursprünglichen Muster
„C 3601“ unterscheidet sich dieses Flugzeug durch eine Reihe konstruktiver

Verbesserungen, von denen Einziehfahrwerk und Verstellschraube die wich- .

tigsten sind.
Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 16 und Merkblatt 13/14.

Seite 130 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36

Tr Zweisitziger Tiefdecker in Ganz-

metallbauweise, Einholmflügel. Nur
Quer- und Höhenruder sind stofi-
bespannt. Das Fahrwerk ist nach
hinten in den Flügel einziehbar,
während des Einziehvorganges wer-

den die Räder um 90° gedreht. Öl-
hydraulisches System. Feststehendes
“ | Spornrad.

Als Triebwerk dient der His-
/4 pano-Suiza 12-V-V-Motor, 12 Zylin-
$ der flüssigkeitsgekühlt, von 1000 PS
Leistung. Die Auspuffdüsen sind so
ausgebildet, daß der Strahlschub gut
ausgenutzt wird. Der Eintrittsstutzen
für die Ladeluft liegt in der Kühler-
öffnung. Davor ist der Ölkühler an-
geordnet.
| wel Spannweite 13,74 m, Länge
10,23 m, Höhe 4,07 m (gemessen.bis zu einer hochstehenden Schraubenspitze),
tragende Fläche 28,70 m?, Luftschraubendurchmesser 3,25 m, Leergewicht
2272 kg, Nutzlast (einschl. der eingebauten Waffen) 1185 kg, Fluggewicht (als
Jäger) 3457 kg, Besatzung 2 Mann.

Angaben über Flugleistungen, Bewaffnung und Bombenladung können
nicht veröffentlicht werden.

15740

Schweizer Kampf-
flugzeug C 3603.

Zeichn. Flugsport

Fairey „Barracuda“, Torpedoflugzeug.

Fairey „Barracuda“, für die brit. Marineluftwaffe bestimmt, ist ein 3sitziger
Schulterdecker in Ganzmetallbauweise.

Rumpf rechteckiger Querschnitt mit
abgerundeten Ecken. Führerraum mit
langem Sichtaufbau. Hinter dem Flug-
zeugführer Beobachter und Funker. Im
mittelsten Sitz zu beiden Seiten des
Rumpifes gewölbte Sichtscheiben.

Flügel fast trapezförmiger Quer-
schnitt mit gerader Vorderkante, frei-

Links: Engl. Jagdilugzeug Fairey „Barracuda“
im Sturzllug.

RA

Be
U ”

Engl. Jagdilugzeug
"airey „Barracuda“.

Zeichn. Flugsport

Nr. 8/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 131

Engl. Jagdilugzeug Fairey „Barracuda“.

tragend und mit abgerundeten Flügelenden. Sehr große Landeklappen mit gro-
ßem Abstand unter der Flügelhinterkante liegend .Diese auch negativ ausschlag-
baren Klappen dienen gleichzeitig als Sturzilugbremsen. Zur Vermeidung von
Wirbelbildung ist unter der Flügelfläche mit den äußeren Enden der Flügel-
klappen abschneidend eine Leitflosse angeordnet. Vgl. die Abb. Flugzeug im
Sturzilug. |

Höhenleitwerk nach oben gerückt und abgestrebt.

Fahrwerk besteht aus rechtwinklig gekröpftem Schenkel, der an der unteren
Seite des Rumpfes angelenkt und durch eine hydraulische Strebe nach oben in

Boeing B 17 A-F „Fortress“ mit Kanonendrehturm unter der Bugnase. Unten: die normale
Ausführung des Bombenflugzeuges, rechts: das USA-Hoheitsabzeichen.
Seite 132 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36 Nr. 8/1944.Bd. 36... 0  „FLUGSPORT” Seite 133

den Flügel hochgezogen (vgl. Abb.) und durch Verkleidungsbleche abgedeckt
wird. Spornrad iest.

Motor Rolls Royce „Merlin 32“ mit Ablättriger „Rotol“-Verstelluftschraube,
Bombenlast 918 kg.

Deutsches Fernkampfflugzeug vor dem Start über das Nordmeer.

Napier „Sabre II A“ von 2200 PS.

Der Sabre IIA ist ein 24-Zylindermotor, flüssigkeitsgekühlt, Anordnung
der Kolbenschieber gesteuerten Zylinder, Bauart Burt-McCollum in H-Form,
wobei je 6 Zylinder auf einer sechsfach gekröpften Kurbelwelle arbeitend
übereinander so angeordnet sind, daß sie ziemlich nahe an das Stirngetriebe
herangerückt werden konnten. Nebenst. Abb. zeigt den Sabre II A mit liegend
angeordneten Zylindern, wie er in das Jagdilugzeug Hawker „Typhoon“ ein-
gebaut ist.

Schieberantrieb durch kleine Kurbeln mit Kugelgelenkverbindung. Zwei-Gang-
Lader mit doppelstufigem Laderlaufrad mit automatischer Aufladerregulierung.
Vier-Kammer-Äufströmvergaser mit automatischer Verstellung für Höhenflug.
Zwischen 2übereinanderliegenden
Zylinderreihen Abgasrohr mit
Abgasstrahldüse, welche gleich-
zeitig zur Flammendämpfung
dient. Zündung durch 2 BTH-
Zwillines-Zündmagnete über dem
Motor. Weiterhin Regler für kon-
stante Luftschraubendrehzahl.

Bohrung 127 mm, Hub 120,65
mm, Hubraum je Zylinder 1,53 1,
Laderübersetzung 1: 4,36, 1: 6,1,
Trockengewicht 1070 kg, Länge
2060 mm, Breite 960 mm, Höhe
1065 mm, Kompressionsverhält-
nis 7:1, Startleistung bei 3700
U/min 2200 PS.

Weltbild

Consolidated „Liberator“.
Spannweite 33,5 m, Länge 20,2 m. 4 Pratt & Whitney Twin Wasp Motoren.

Napier „Sabre IT A“ von 2200 PS.

Viermotor. Boeing von unseren Jägern in einer Luftschlacht im Westen des Reiches
abgeschossen. Atlantik

FAN
Zen

North American P-51 „Mustang“. Vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“, S. 155, 1944.

Napier „Sabre II A“
von 2200 PS.

Seite 134 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36

Prüfeinrichtungen an Maschinen ermöglichen Fehler vor der Fertigstellung zu ver-
meiden. Diese Prüfeinrichtung schaltet sich bei Erreichung des Fertigmaßes selbsttätig ab.

Bei der in der Abb. dargestellten signalgebenden Tiefenanzeigeeinrichtung wird
die jeweilige Tiefe der Bohrung laufend an einer Meßuhr angezeigt. Damit der Fertiger
nicht ununterbrochen die Meßuhr zu beobachten braucht, wird diese erst etwa ?/ı mm
vor der Solltiefe eingeschaltet. Der Zeitpunkt wird durch ein (gelbes) Lichtsignal d ange-
zeigt. Bei Erreichen der vorgeschriebenen Tiefe schaltet das Licht in Verbindung mit
einem Geräuschsignal auf eine andere Farbe (grün) um. Der Fertiger hat die Bohrspindel
dann zurückzufahren. Zur Vermeidung von
Fehlern auch bei fahrlässiger Bedienung
ist die Ausschußseite, d. h. die größte er-
laubte Tiefe, durch einen einstellbaren
Kontakt begrenzt, der über ein Relais den
Vorschub ausschaltet oder die Maschine
stillsetzt. Das Lichtsignal wechselt in die-
sem Falle von grün auf rot, und es er-
scheint die Aufschrift „Ausschuß“. So ist
mit Rücksicht auf kurze Arbeitszeiten, wo-
bei natürlich nicht dauernd die Maschine
stillgesetzt werden kann, die Ausschaltung
nur für den Ausnahmefall vorgesehen.

Prüfeinrichtung, Tiefenanzeigegerät für
Bohrmaschinen.

a) Meßuhr, b) Handrädchen zum Einstellen

der Nullstellung, c) Revolverkopf mit be-

leuchteten Fenstern für die gewählte

Tiefe, d) Signalienster, e) auf Tiefe abge-

stimmte Taststiite. JFM.

Die Signalgebung des von Herrn Gaudich bei den Junkers Flugzeug- und Motoren-
werken entwickelten Prülgerätes wird von einer Junkers-Kontaktmessung ausgelöst, die
eine denkbar einfache Schaltung gestattet. Mit ihr ist es möglich, laufend die Bohrtiefe
auf 0,01 mm (oder bei groben Arbeiten auf 0,1 mm) genau abzulesen. Zum Einstellen des
Gerätes wird nach Aufsetzen des Bohrers oder Senkers auf die zu bearbeitende Fläche
die Meßuhr mit dem Vorschubgestänge durch einen Handgriff gekuppelt. Auf diese Weise
wird ohne Rechnung und Denkarbeit für den Fertiger die in dem Revolverkopfi c gewählte
Tiefe — unabhängig von der Lage des gerade benutzten Werkzeuges — von der Aus-
gangsfläche aus gerechnet. Die gewählte Tiefe wird an einem beleuchteten Fenster des
Revoiverkopfes angezeigt. Das Vorschubgestänge des Prüfgerätes wird über eine Brücke
unmittelbar von der Bohrspindel betätigt. Die Übertragung auf die Meßuhr geschieht
durch Taststifte e, die auf die jeweilige Tiefe abgestimmt sind und bei Einrichtung des
Arbeitsplatzes ausgewechselt werden können.

Der Vorteil der geschilderten Einrichtung besteht darin, daß gegenüber den bisher
benutzten einstellbaren Anschlägen eine wesentlich höhere Genauigkeit erzielt werden
kann, die Einstellung narrensicher nur durch Betätigung eines Handgriffes erfolgt, und
daß selbst bei fahrlässiger. Bedienung möglichst Arbeitsfehler vermieden werden. Vor
allem wird dem Fertiger keine Rechen- oder Denkarbeit zugemutet. Auch an den Stellen,
wo bisher ieste Anschläge an den Werkzeugen angewendet werden konnten, ergibt sich
mit der Einrichtung eine größere Genauigkeit, da sie unabhägig von dem auf die Spindel
ausgeübten Bohrdruck anzeigt. Werkzeuge mit festen Anschlägen erfordern ferner eine
umfangreiche Überwachung, da sie nicht nur nach dem Schärfen, sondern laufend über-
prüft werden müssen.

‚Prüfeinrichtungen der beschriebenen Art lassen sich ohne Schwierigkeiten nach-
träglich an jeder Bohrmaschine, aber auch an Drehbänken und anderen Bearbeitungs-
maschinen, die Bohrarbeiten ausführen, anbringen.

Spannfutter für Mehrspindelbohrköpfe. Die gebräuchlichen Werkzeugfutter besitzen
keine Vorrichtung zum Ausgleichen verschiedener Bohrerlängen, wenn z. B. einzelne
Bohrer durch Nachschleifen o. dgl. kürzer geworden sind, als die Normallänge beträgt.
Alle Bohrer sollen gleichzeitig in Schnitt gehen, d. h. ihre Spitzen sollen in einer Ebene
liegen, damit ungleiche Belastungen der Bohrer und des Bohrkopfes und die damit ver-
bundenen Nachteile vermieden werden.

des
1944

PATENTSAMMLUNG

ur 4 Band X

Nr. 16

Inhalt: 735 299; 740 594, 609; 742 348, 418; 743 539, 814, 913; 744 433, 666; 745 295,400.

Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb
(Gr. 3--24).

» 5 Pat. 744 666 v. 2. 2. 43, veröff. 16. 3.

05 44 Schwingungsgefährdeter stabför-
miger Flugzeugbauteil.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
Schwingungsanfachungen zu verhindern, ohne
dabei aber die aerodynamischen, elektrischen
und sonstigen Eigenschaften des Bauteiles
selbst nennenswert zu beeinträchtigen oder
eine Steigerung des Bauteilgewichtes in Kauf
nehmen zu müssen.

Patentansprüche:

1. Schwingungsgefährdeter stabförmiger,
nicht der Quertriebserzeugung dienender Flug-
zeugbauteil mit zumindest angenähert wind-
schnittigem Querschnitt, insbesondere Flugzeug-

AbDd.2

Abb. E] I
AB

antennenmast, gekennzeichnet durch den Bau-
teil (1) quer zur Anströmung durchsetzende
Druckausgleichsdurchbrechungen ().

3. Flugzeugbauteil nach Anspruch 1, da-
durch gekennzeichnet, daß bei Ausgestaltung
des Bauteils (1) als Hohlkörper in die Durch-
brechungen (8) Verbindungshülsen (4) einge-
setzt sind.

3. Flugzeugbauteil nach Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilung der
Durchbrechungen (3) gegen die Mitte oder das
Ende des Bauteils (1) hin abnimmt bzw. der
Querschnitt dieser Durchbrechungen zunimmt.

[3 14 Pat. 745 295 v. 22. 7. 39, veröfl. 24.

10 3. 44. Vorsteuerventil für druck-
mittelbetriebene Motoren.

Patentansprüche:

1. Vorsteuerventil für durckmittelbetriebene
Motoren, insbesondere Rudermotoren in Flug-
zeugselbststeueranlagen, dadurch gekennzeich-
net, daß die Vorsteuernadel (1) hohl und der
dem einen Ennde der Nadel zugekehrte Teil des
Steuerkolbens (2) aus vollem Material ohne

RS

Steuerbohrung hergestellt sind und daß ferner
das andere Ende und seitliche Abflußbohrungen
der Nadel mit der Druckmittelrückleitung (5)
bzw. dem drucklosen Raum (6) in Verbindung
stehen.

2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Vorsteuernadel in Richtung
ihrer Betätigung durch eine federnde Auf-
hängung (22, 23) mit Anschlag (7) mit dem sie
betätigenden Steuerglied (8) verbunden ist.

3. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Nadel an ihrem dem Steuer-
kolbenboden (20) zugekehrten Ende zapfenlos
ausgebildet und der genannte Kolbenboden
rechtwinklig zu seiner Achse plan geschliffen
ist. j
0} 45 Pat. 745 400 v. 1. 12. 39, veröff. 25.

03 4.44.V. Als Hohl-Bauteil_ohne in-
nere Längswände ausgebildetes, metallbeplank-
tes Ruder für Luftfahrzeuge.

Patentansprüche:

1. Als Hohl-Bauteil ohne innere Längs-
wände ausgebildetes, metallbeplanktes Ruder
für Luftfahrzeuge mit in Flugrichtung durch-
laufenden, der Profilform angepaßten Querrip-
pen, dadurch gekennzeichnet, daß der vor der
Ruderdrehachse (5) liegende Nasenbeplankungs-
teil eine größere Wanddicke als der dahinter-
liegende Beplankungsteil (2) und in Richtung
der Ruderdrehachse verlaufende Längsverstei-
fungen (4, 4) aufweist, die an der Außenkante
der vorzugsweise formgepreßten Rippen (3) an-
geordnet sind.

2 Ruder nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Längsversteifungen (4) des
Nasenbeplankungsteils (1) an der Übergangs-
stelle zur dünneren Beplankung (2) angeordnet
sind.

3. Ruder nach den Ansprüchen 1 und 2, da-
durch gekennzeichnet, daß am vordersten Teil
und innerhalb der Nasenbeplankung (1) eine
zusätzliche Verstärkungsbeplankung (6) ange-
bracht ist, deren Werkstoff einen größeren
BElastizitätsmodul und ein höheres spezifisches
Gewicht als der Werkstoff der übrigen Beplan-
kung (1) hat.

Seite 102

4. RKuler nach den Ansprüchen 1 bis 3, da-
durch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter
Weise die einzeln hergestellten Ruderhälften
durch.längs. der :Vorder-:und Hinterkante an-
geordnete Verbindungsteile (8, 9) zusammen-
setzbar ausgebildet sind.

5. Ruder nach den Ansprüchen 1 bis 4, da-
durch gekennzeichnet, daß ein Teil (1) der
Nasenbeplankung (1) innerhalb des Ruderum-
risses verläuft und durch einen profilierten
Ansatzkörper, beispielsweise eine Enteisungs-
nase (10), zu dem Ruderprofil ergänzt ist.

6. Ruder nach den Ansprüchen 1 bis 5, da-
durch gekennzeichnet, daß die an den Lager-
stellen vorhandenen Ausschnitte (11) der Nasen-
beplankung (1, 1°) durch hinter den Ausschnit-
ten angeordnete kurze Hilfsträger (12) über-
brückt sind.

Schwimmwerk (Gruppe 43—36).

b 45. Pat. 735299 v. 15. 11. 41, veröff.
12. 5. 43. Bugkappe für Flugboote‘
Patentansprüche:

1. Auf-
klappbare
Bugkappe
für Flugboote
und Anord-
nung eines
Ankers im
Bug. dadurch
gekennzeich-
net, daß das
Serippe der
Bugkappe als
Ankerkran
ausgebildet
ist.

2. Auf-
klappbare
Bugkappe
nach An-

spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der An-
ker im Innern der Bugkappe gelagert ist.

Bremsmittel (Gruppe 47).

n 470 Pat. 743539 v. 25. 4. 39, veröff. 29.
12. 43 V. Luftbremseinrichtung.

Patentansprüche:

1. Luftbremseinrichtung für mit Unter-
schallgeschwindigkeit fliegende Flugzeuge, ins-
besondere Sturzflugbremse, gekennzeichnet
durch eine Einrichtung zur örtlichen Verände-
rung des Tragflügelprofils oder der Rumpfform
derart, daß durch diese Veränderung eine ört-
liche Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit
über Schallgeschwindigkeit ‘bewirkt wird.

2. Luftbremseinrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die Verwendung eines
Strömungsstörers gegebenenfalls an sich be-
kannter Ausführung im Bereiche der Stelle, an
der das Tragflügelprofil oder die Rumpfform
veränderlich ist.

Luftschrauben (Gruppe 1—11).
r- yrr Pat. 743 913 v-3t: 12.37," veröft: 5.1.
44V. Aus Dickten zusammenge-
leimter, für hölzerne Ein- und Verstellflügel
von Luftschrauben bestimmter Rohblock.
Patentansprüche:

1. Aus Dickten zusammengeleimter, für

hölzerne Ein- und Verstelllügel von Luft-

PATENTSAMMLUNG DES FLUG-PORT. Nr. 16
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Abb.s
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schrauben bestimmter Rohblock, der den Quer-
schnittsprofilen des fertigen Flügels angenähert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden
Breitseiten eines sich über die ganze Flügel-
länge erstreckenden parallelepipedischen, aus
Dickten (i) geschichteten Kernblockes mehrere
bis zum Schaftende reichende und der Bildung
der Flügelfußrundung und eines Überganges
zum Blatt dienende, kürzer und auf beiden
Längsseiten treppenförmig schmaler werdende
Dickten (e, g, h bzw. f, g, h), von denen die
längste (f) in einiger Entfernung von der Blatt-
spitze beginnt und auf beiden Schmalseiten
des Kernblockes im Bereich der größten Blatt-
profile mehrere, die Flügelein- und -austritts-
kanten bildende vorzugsweise gleich lange und
auf beiden Blockschmalseiten ungleich breite
Dickten (k, m) von der Dicke der Kernblock-
(liekten mit ihrer Schmalseite unter Anordnung
sämtlicher Zusatzdickten parallel zur Längs-
achse des Kernblocks aufgeleimt sind.

2. Luftschraubenrohblock nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, daß die auf die
Schmalseiten des Kernblockes aufgeleimten
Dickten (k, m) aus einem leichteren Holz als
(die vorzugsweise aus Furnierpreßlingen mit
verdichtetem Schafthelz bestehenden Dickten
(les Kernblockes und die auf dessen Breitseiten
aufgeleimten Dickten hergestellt sind.

Abwurfvorrichtungen (Gruppe 18—20).

€ 18 Pat. 740 594 v. 21. 2. 37, veröff. 23.
“' 10. 43. Zähleinrichtung für durch
eine elektrische Reihenauslösevorrichtung zum
Abwurf kommende Bomben. i
Patentanspruch:
Zähleinrichtung für durch eine elektrische
Reihenauslösevorrichtung zum Abwurf kom-
mende Bomben, dadurch gekennzeichnet, daß
der Fortschaltmagnet eines an sich bekannten
elektromagnetischen Impulszählers eine kon-
stante Erregung sowie zwei jeweils dieser ent-
sprechende, je nach der Stellung des Auslöse-
schalters (5) wechselweise eingeschaltete Ge-
generregungen besitzt, deren Stromkreis über
einen von zwei oder mehreren parallel geschal-
teten, von den zugeordneten fallenden Bomben
betätigten Kontakten (7, 8) geführt ist im

S: ; .
__.Sinne einer zwischen den Abwurfzeitpunkten

Nr. 16 PATENTSAMMLUNG DES. ELUGSPORT , Seite 103

der einzelnen Bomben liegenden Unterbre-
chung der Gegenerregung und damit verbunde-
nen Fortschaltung des elektromagnetischen
Impulszählers.

c 1801 Pat. 742 418 v. 23. 11. 40, veröfl. 2.
12. 43 V. Vorrichtung zum Ein-
fahren von aus dem Strak eines Flugzeuges
herausragenden Bombenschlössern nach erfolg-
tem Bombenabwurf.
Patentansprüche:

1. Vorrichtung zum Einfahren von aus dem
Strak eines Flugzeuges herausragenden Bom-
benschlössern nach erfolgtem Bombenabwurf,

dadurch gekenn-
zeichnet, daß die
Schlösser (2) mit
einer Kurbelwelle
(5) durch an deren

Kurbeln angrei-
fende Kurbelstan-
gen (4) derart ver-
bunden sind, daß
sich bei der unteren

Totpunktstellung
der Welle (5) die
Schlösser (2) in der
ausgefahrenen, bei
der oberen Tot-
punktstellung in der
eingefahrenen Lage
befinden.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die
Bomben in verschiedenen Abständen von der
Flugzeugbeplankung angebracht sind, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kurbelarme (5°) ent-
sprechend dem verschiedenen Abstand der
Bomben von der Flugzeugbeplankung verschie-
den lang sind.

3, Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, da-
durch gekennzeichnet, daß die Welle (5) unter
der Einwirkung einer zum Einführen der von
Bomben freien Schlösser (2) ausreichenden
mechanischen Drehkraft steht.

Fallschirme und sonstige Rettungsvorrich-
tungen (Gruppe 21—23).

c 23 Pat. 740 609 v. 15. 12. 38, veröff. 25.
03 10.43 V. Vorrichtung zum An-
schnallen von Personen in Fahr-, insbesondere
Flugzeugen.
Patentansprüche:

1. Vorrichtung zum Anschnallen von Perso-
nen in Fahr-, insbesondere Flugzeugen mittels
zweier ein- oder verstellbarer, mit Spannvor-
richtungen versehener Einzelgurte, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die etwa rechtwinklig zuein-
ander verlaufenden Brust- und Schenkelriemen
durch eine kombinierte Brust- und Schenkel-
weste zusammengehalten werden, die durch
einen Reißverschluß geöffnet werden kann.

3. Anschnallvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spannnvor-
richtung (c) aus einem Bügel (8) besteht, an
dem ein mit einem Steg (i) versehener Kie-
hebelbügel (h) angelenkt ist.

3. Anschnallvorrichtung nach Anspruch 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein-
stellvorrichtung (d) zwei mit Kurvenausspa-
rungen (k) versehene Klemmplatten (I) besitzt,
die durch in den Kurvenaussparungen (k) ge-

e | BZ Pr % ul j

= | . d
pers ’ , 7 DAR :

er) KR“

3

führte Zapfen (n) bewegt werden, wobei die
Zapfen (n) an den Druckknöpfen (m) angeord-
net sind, die ihrerseits mit einer Feder (0) hin-
terlegt sind, deren Spannung gleichzeitig die
Klemmspannung der Klemmplatten (I) erzeugt.

4. Anschnallvorrichtung nach den Ansprü-
chen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnent, daß die
Kurven (k) der Klemmplatten (l) eine Rich-
tungsumlenkung aufweisen.

Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt

(Gruppe 25—32).

c 25 Pat. 743 814 v. 26. 2. 42, veröfi. 3. 1.
08 44 V.Selbststeuerung für Flugzeuge.
Damit sich die Landung von Flugzeugen
ordnungsgemäß nacheinander vollzieht, ist es
üblich, einzelnen Flugzeugen die Weisung zu
gehen, sich bis zum Abruf in einem sog. Warte-
raum aufzuhalten. Im Warteraum umkreisen
(lie Flugzeuge ein für diesen Zweck aufgestell-
tes Funkfeuer. Der Flugzeugführer richtet sich
dabei nach der Funkpeilung, die er ständig be-
obachtet. Statt dessen kann aber auch der Peil-
empfänger auf die selbsttätige Kurssteuerung
so aufgeschaltet werden, daß er auf Einhaltung
der rechtwinkligen Stellung der Flugzeuglängs-
achse zum Peilstrahl regelt. Der Flug im
Warteraum vollzieht sich dann selbsttätig, und
das Flugzeug umfliegt den Sender auf einer ge-
schlossenen Bahn.

Mit einer solchen Einrichtung würde das
Flugzeug den Sender zwar auf einer geschlos-
senen Bahn umfliegen. Der Abstand vom Sen-
der, bei Windstille also der Radius der Kreis-
bahn, wäre aber noch völlig unbestimmt. Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
Steuerung so zu beeinflussen, daß das Flugzeug
aus beliebiger Entfernung den vorgeschriebe-
nen Radius selbsttätig findet und alsdann ein-
hält.

Patentanspruch:

Selbsttätige Kurssteuerung für Flugzeuge
in Verbindung mit einem Peilempfänger, der
auf Einhaltung der rechtwinkligen Stellung der
Flugzeuglängsachse zum Peilstrahl regelt, so
daß das Flugzeug den Sender auf einer ge-
schlossenen Bahn umfliegt, dadurch gekenn-
zeichnet, daß zur Steuerung des Seitenruders
zwei einander überlagerte Steuergrößen dienen,
von denen die eine entsprechend einer bestimm-
ten Winkelgeschwindigkeit fest eingestellt ist,
während die andere dem Peilempfänger ent-
nommen wird und bei Abweichung der Flug-
zeuglängsachse von der Tangente an die ge-
wünschte Kreisbahn mit dem Sender als Mit-
telpunkt einen berichtigenden Einfluß auf die
\Winkelgeschwindigkeit ausübt.
Seite 104

PATENTSAMMLUNG DES FLUGSFORT

Zu Pat. 743 814 (vorherige Seite).

e27 Pat. 744 433 v. 28. 5. 38, veröff. 15.
01 1. 44. Flugzeuglandeeinrichtun g.
Patentansprüche:

1. Flugzeuglandeeinrichtung mit einem von
einer Fangvorrichtung des Flugzeugs zu erfas-
senden, quer über dem Landeplatz zwischen
ortsfesten Umlenkrollen ausgespannten Fang-
seil, das die Weiterleitung der kinetischen Ener-
gie des Flugzeugs zu einem Energievernichter
vermittelt, dadurch gekennzeichnet, daß das
F'angseil während des Bremsvorganges über
eine die gesamte Bremsenergie übertragende
zusätzliche, ortsbewegliche, dem Flugzeug auf
seinem Bremswege folgende Seilrolle hinweg-
geführt ist.

2. Flugzeuglandeeinrichtung nach An-
spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäh-
rend des Bremsvorganges ortsbewegliche Seil-
rolle als mit dem Energievernichter (32) in Ver-
bindung stehende, von einem endlosen Fangseil
(12) umschlungene Aussgleichsrolle (14) ausge-
bildet ist.

3. Flugzeuglandeeinrichtung nach Anspruch
1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die wäh-
rend des Bremsvorganges ortsbewegliche, als
Ausgleichsrolle wirkende Seilrolle (3) in die
Fangvorrichtung (1) des Flugzeugs eingebaut
ist.

4. Flugzeuglandeeinrichtung nach Anspruch
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
der ortsbeweglichen Seilrolle (3) ausgerüstete
Fangvorrichtung (28) mit dem Flugzeug durch
eine aus Zug- und Druckstreben (20, 21) be-
stehende Parallelführung verbunden ist.

5. Flugzeuglandeeinrichtung nach Anspruch
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
der ortsbeweglichen Seilrolle (3) ausgerüstete
Fangvorrichtung an dem Ende eines mit dem
Flugzeug über ein allseitig bewegliches Gelenk
(15 bis 18) verbundenen starren Zuggliedes (6)
angeordnet ist, wobei die gelenkig miteinander
verbundenen Teile unter der Einwirkung
schwingungsdämpfender Vorrichtungen (19)
stehen.

6. Flugzeuglandeeinrichtung nach Anspruch
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
der Ausgleichsrolle (3) versehene Fangvorrich-
tung (1) mit einer diese in Bereitschaftsstellung

verriegelnden Klinke (8) ausgerüstet ist, deren
Zugseil (10) vom Flugzeugführer zu betätigen
ist.

€ 270 Pat. 742348 v. 10. 9. 40, veröff. 30.

11.43 V. Montagekran für Flug-

zeugmotoren. j
Patentansprüche:

1. Montagekran mit Laufkatzenträger zum
Ein- und Ausbau von am Flügel befestigten
Flugzeugmotoren sowohl bei Waagerecht- als
auch bei Spornlage des Flugzeugrumpfes, da-
durch gekennzeichnet, daß-der in der Senk-
rechtebene der Luftschraubenachse angeord-
nete Laufkatzenträger durch ein sich auf die
Flügelholme abstützendes Gerüst getragen
wird und in dieser Ebene in die Waagerecht-
lage neig- sowie in ihr feststellbar ist.

3

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2. Montagekran nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die am Gerüst (i, k, m,, M3)
und Hinterholm (£) gelenkig anschließende Zug-
strebe (n) in der Länge verstellbar:ist.

3. Montagekran nach den Ansprüchen 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lauf-
katzenträger (c) in waagerechter Ebene am Ge-
rüst um die Achse (p, q) schwenkbar ist.

5. Montagekran nach den Ansprüchen 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß das vordere
Ende des Laufkatzenträgers (c) mit Flügel
oder Rumpf durch Seile (o,, 02) verspannt ist,
in die Spannschlösser (nı, he) mit Spannkraft-
begrenzung eingebaut sind.

Pat.-Samml. Nr. 16 wurde im „Flugsport“ XXXVI Heft 8 am 16. 8. 1944 veröffentlicht. |

EL au

14m

Abb2

(4
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| 25 4
hr 2

Nr. 8/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 135

Durch einen neuartigen Spannkopf (DRP. angem.) wird eine Längenverstellbarkeit
jedes einzelnen Bohrers mit wenigen Handgriffen ermöglicht.

Die Zeichnung zeigt einen mehrspindligen Bohrkopi teilweise, bei welchem ein Bohrer-
spanniutter im Schnitt dargestellt ist.

In den Mehrspindelbohrkopf sind — wie das im Schnitt dargestellte Bohraggregat 3
zeigt — einzelne Werkzeugspindeln über ein zentrales Zahnrad 2 und Ritzel 4 in Drehung
versetzt. Die mit dem Ritzel 4 verbundene Bohrspindel 5 hat eine Aufnahmebohrung 6 für
das Mitnehmerfutter 7. Die Bohrung 6 besitzt ein Innengewinde 8, in welches der Ge-
windezapfen 9 des Mitnehmerfutters 7 verschieden tief eingeschraubt werden kann. Am
unteren Ende besitzt die Bohrspindel 5 ein Gewinde 10, auf welches die Überwurfimutter 11
geschraubt ist, die einen Kegelring 12 aufnimmt, der zur Zentrierung des Futters 7 dient.
Der von der Überwurfimutter 11 gehaltene Mitnehmerring 13 besitzt Innenkeile, die über
entsprechende Nuten 7a des Futters 7 fassen und ist an der Oberseite mit Planzähnen ver-
sehen, die in eine entsprechende Verzahnung an der Unterseite der Bohrerspindel 5 ein-
greifen. Das Werkzeug 14 wird in der üblichen Weise durch Kegel- und Mitnehmerlappen
mitgenommen. Eine Feder 15 dient dazu, den Mitnehmerring 13 beim Lösen der Über-
wurfmutter 11 außer Eingriff mit den Zähnen an der Unterseite der Bohrspindel 5 zu
bringen.

Werkzeuge, die z. B. durch Abbrechen und Nachschleifen kürzer geworden sind als
die übrigen Werkzeuge eines Werkzeugfutters, können in Längsrichtung nach Lösen der
Überwurfmutter 11 dadurch verstellt werden, daß sie in den Gewinden 8, 9 heraus- oder
bineingeschraubt werden. Es ist die Möglichkeit geschaffen, ungleich lange Bohrer in
gleiche Anschnittebene zu bringen. Ein Zwängen der Bohrer oder Bohrerbrüche, Beschä-
digungen des Werkstückes und andere Übelstände können dadurch vermieden werden.

Werkzeugkühlung bei der Metallbearbeitung erfolgt meist durch Rohrleitungen, deren
Mündung möglichst nahe an die Bearbeitungsstelle gelegt und auf diese gerichtet ist.
Diese Kühlflüssigkeitsrohre stören vor allem dann, wenn mit Bohrplatten gearbeitet wird,
da die Strahlrohre nur auf der der Bohrspindel zugewendeten
Seite der Bohrplatte angeordnet werden können. Die Kühlllüssig-
keit muß in solchen Fällen entgegen dem in der Bohrbüchse als
| Förderschnecke wirkenden Bohrwerkzeug zur Arbeitsstelle ge
langen, so daß eine ausreichende Kühlung der Bearbeitungsstelle
in Frage gestellt ist. Um diese und weitere Schwierigkeiten. z. B.

g das häufige Biegen der Strahlrohre u. dgl. zu vermeiden, wird

vorgeschlagen, insbeson-

+ ’ dere bei Verwendung von

| 6 Bohrplatten. die Düse für
Bi! 7 die Kühlmittel in einen
| N 0 kugelförmigen Körper zu
legen, der allseitig dreh-

_ ” bar und feststellbar in der
" Bohrplatte angeordnet ist.

iM Das Ausrichten des kugel-

. ‚ Jörmigen Düsenkörpers

F ’a kann nach Einstecken

eines Dornes in die Düse
durch Verdrehen dessel-
ben erfolgen. Die neue
Einrichtung ist vor allem
dort angezeigt, wo bei
Verlegung der Spannzeit
in die Laufzeit der Ma-
schine die Bohrplatte fest-
liegt, sperrige Werkstücke
auf Werkstücktrommeln
vor die Bohrplatte ge-
bracht werden und wegen
der Drehung der Trommel die bisher übliche Rohrleitung überhaupt nicht an die Bearbeitungs-
stellung herangebracht werden konnte. Die obenstehende Abbildung zeigt die neue Einrich-
tung (DRP. angem.). Der kugelförmige Düsenkörper 1 besitzt eine Bohrung 2 und wird

RRISN

.

Neuartige Werkzeugkühl-
vorrichtung. Werkbild

Spanniutter für Mehr-
spindelbohrköpie. Werkbild
Seite 136 „FLUGSPORT“ Nr..8/1944, Bd. 36

durch die Kappe 3 gegen eine Büchse 4 gedrückt, die sich gegen die Bohrplatte abstützt. Nach
Lösen der Kappe 3 kann der Düsenkörper 1 so eingestellt werden, daß der Kühlmittelstrahl
auf die Bearbeitungsstelle des Bohrers 6 trifft, der von der Bohrbüchse 5 geführt wird.

FI-UG v2 Au? \

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh
der Führer an: Generalfeldmarschall Albert Kesselring, Obstit. Helmut Lent, Kommodore
eines Nachtjagdgeschw.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer
an: Hptm. Schnaufer, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw., Obstlt. Steinhoff, Kom-
modore eines Jagdgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Batz,
Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw., Obit. Kientsch, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Hptm.
Strüning, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Hptm. K. H. Weber, Staffelkapt. i. e. Jagd-
geschw., Oblt. Weßling, Stafielkapt. i. e. Jagdgeschw., Ofw.R. Franck, Flugzeugf. i. e. Nacht-
jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hpt. Bergmann, Staffelkapt. i.
e. Nachtjagdgeschw., Oblt. Mänhardt, Beobachter i. e. Fernaufklärungsst., Lt. Düttmann,
- lugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Oblt. Jolitz, Staffel. i. e. Kampfgr., Lt. Pleß, Flugzeug®. i. e.
Nahaufklärungsst., Hptm. Bleckmann, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Lt. Fickel, Flugzeug.
€ Schlachtgeschw., Major Quast-Faslem, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw. Oblt.
Schob, Flugzeugf. i. e. Zerstörergeschw., Oblt. Kornblum, Staffelkapt., i. e. Kampfgeschw.,
Obstlt. Klosinski, Kommodore i. e. Kampigeschw., Hptm. Ehlers, Staffelkapt. i. e, Jagd-
geschw., Hptm. Meister, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Hptm. Günther, Staifelkapt. i.
e. Kampfgeschw., Lt. Wilius, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Ofw. König, Flugzeugf. i
Transportiliegergeschw., Fhj.-Fw. Braun, Beobachter i. e. Kampfgeschw,, Lt. Hoifmann,
Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Oiw. Kahle, Kampfbeobachter i. e. Kaimpigeschw., Olw.
Meier, Flugzeugf. 1. €. Schlachtgeschw,, Ofw. Brennecke, Flugzeugf. i. e. Kamnigeschw.,
Generalmajor Reuß, Kommandeur einer Fliegerdivision.

Günter Korten, Generaloberst, der bei dem feigen Mordanschlag gegen den Führer am
20. Juli sein Leben lassen mußte, wurde in einem Staatsakt am Fuße des Tannenbergehren-
mals mit einem Sonderzug nach einem Einäscherungsakt nach Berlin überführt.

Josef Wurmheller, Hptm,, Eichenlaubträger, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., an der West-
iront nach 102 Luftsiegen gefallen.

Siegfried Simsch, Hptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw.,
Heldentod.

Hans Mader, Major, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Kampigeschw.,
Heldentod.

Edwin Bader, Oblt., Ritterkreuzträger, Beobachter i. e. Nahaufklärungsstaffel, von
einem Feindilug nicht zurückgekehrt.

E. Baumgartl, Hptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur i. e. Kampigeschw.,
Heldentod.

Karl Golles, Ofw., Ritterkreuzträger, Flugzeugf., Ostfront Heldentod. .

Hans Pühringer, Oblt. und Gruppenadjutant i. e. Jagdgeschw., Akaflieg, Flugtechnische
Fachgruppe Darmstadt, fand am 6. 6. 44 beim Luftkampf im Westen Heldentod.

Julius Schmidt, NSFK.-Stdi., Flugzeuglehrer, 1. Weltkrieg Angehöriger d. Jagdgeschw.
Freiherr v. Richthofen, 15 Abschüsse, am 2. 7. 44 Fliegertod.

Buddeberg, Leiter des Berliner Büros der Junkers Flugzeug- u. Motorenwerke AG,
gestorben. Mit der Leitung ist Adolf Eberhardt, beauftragt worden.

Franz-Peter Budien, Lt. 1. e. Schlachtfliegergeschw. u. NSFK. -Obersturmführer am

24. 6. 44 Heldentod.

Otto Fuss, Schwiegervater von Arthur Martens, der sich bei Errichtung der Martens
Fliegerschule besonders einsetzte, im Alter von 83 Jahren am 12. 7. 44 gestorben.

Nr. 8/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 137

Generallt. Werner Kreipe, bisher General der Fliegerausbildung, jetzt als Chef des
Generalstabes der Luftwaffe als Nachfolger des bei dem Anschlag auf den Führer tödlich
verletzten Generaloberst Korten berufen.

Otto Teufert, Obing., 1. 8. 44, 25 Jahre im Dienste der Askania-Werke AG.

Ausland.

Japan. Einheiten auf der Insel Ogasawara (Bonininseln) schossen im Verlauf von 2
Tagen, am 3. und 4. 7. mindestens 102 Feindmaschinen ab oder beschädigten sie schwer.

Japan. Luftwaffe in China vernichtete 112 fdl. Maschinen bei den systematischen An-
griffen auf die amerikanischen Stützpunkte.

Japan. Luftwaffe schoß seit dem 1. Juli 44 in China 491 Flugzeuge der Amerikaner ab
oder zerstörte sie am Boden.

Japan. Lufterfolge in China. I. d. Zeit vom 11. bis zum 20. 7. haben die in China statio-
nierten japan. Luftstreitkräfte 31 USA-Flugzeuge abgeschossen und 159 entweder zerstört
oder am Boden in Brand geworfen. Während der gleichen Zeit beliefen sich die japan. Ver-
luste auf 11 Flugzeuge.

2 weitere USA-Flugzeugträger, wie am 8. 7. bekanntgegeben wurde, in den Gewässerr
um die Insel Saipan von den Japanern versenkt worden.

USA-Luftstützpunkte in Südchina verlieren ihre Bedeutung, da die japan. Streitkräfte
ihren raschen Vormarsch längs der Kanton-Hanksu-Eisenbahnlinien ununterbrochen fort-
setzen.

USA- Brigadegeneral Pratt, stellv. Kommandeur der 101. USA-Luitlandedivision am
Invasionstage i. d. Normandie gefallen.

USA- Konteradmiral Charles P. Cecil, ist bei einem Flugzeugunglück im Pazifik ums
Leben gekommen.

Brit. Vize-Luftmarschall Boyd ist im Fronteinsatz gefallen.

Neger zu Luftgangstern ausgebildet. In einer Meldung des „Daily Telegraph“ heißt es:
„Zur Wiederauffüllung seiner Luftwaffe muß England mehr und mehr aui Eingeborene
aus seinen Kolonien zurückgreifen. So ist jetzt in England ein Kontingent aus den West-
indischen Inseln eingetroffen, das nun ausgebildet werden soll.“

Rumänische Luftwaffe feierte am 20. Juli 1944 in Bukarest den Tag der Flieger. In
diesem Kriege hat die rumänische Luftwaffe 12 000 Bomben abgeworfen und 1300 fdl. Flug-

zeuge abgeschossen.
w
Lultwalle.

Führerhptart., 26, 6. 44 (DNB.) OKW.: Die tapfere Besatzung von Cherbourg unter Füh-
rung des Generallt. von Schlieben zusammen mit starken Teilen der Kriegsmarine und der
Luftwaffe steht seit gestern innerhalb der Stadt und im Hafengebiet in erbittertem Häuser-
kampf. — In der Nacht vom 24. zum 25. 6. wurden nach abschließenden Meldungen vier große
feindl. Kriegsschiffe und ein Frachter durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Ein seit
langem im Kampf gegen England stehendes Fliegerkorps unter Führung von Generalmajor
Peltz hat sich hierbei besonders ausgezeichnet. — Das Störungsfeuer gegen Südengland wurde
bei Tag und Nacht fortgesetzt. — An der Düna, östl. Polozk und südöstl. Pleskau unterstützten
Schlachtflieger den Abwehrkampf des Heeres, vernichteten zahlreiche Panzer sowie eine große
Anzahl von Fahrzeugen und fügten dem Feind schwere blutige Verluste zu. Durch Jäger und
Flakartillerie wurden 37 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In der Nacht griff ein starker
Verband schwerer Kampfflugzeuge den Bahnhof Smolensk an. Zahlreiche Großbrände wurden
beobachtet, große Mengen an Nachschubmaterial wurden vernichtet. — Ein schwächerer feindl.
Bomberverband griff in der letzten Nacht das Stadtgebiet von Budapest an. 7 Flugzeuge wurden
abgeschosssen. Brit. Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben im rhein.-westf. Raum.

Führerhptart., 27. 6. 44 (DNB.) OKW.: In der letzten Zeit wurden zahlreiche, mit Fall-
schirm abgesetzte, feindl. Sabotagetrupps im franz. Raum im Kampf niedergemacht. —
Schweres ,„V 1“-Störungsfeuer lag weiterhin auf dem Stadtgebiet von London. — An der
finnischen Front vernichteten deutsche Schlachtflugzeuge 23 feindl. Panzer. — Schwere
deutsche Kampfflugzeuge führten in der vergang. Nacht zusammengefaßte Angriffe gegen die
Bahnhöfe Briansk und Klinzy, die ausgedehnte Brände und Explosionen verursachten. — Ein
nordamerikan. Bomberverband griff in den gestr. Vormittagsstunden Außenbezirke der Stadt
Wien an. Es entstanden Gebäudeschäden und Verluste unter der Bevölkerung. Deutsche und
ungar. Luftverteidigungskräfte vernichteten 54 feindl. Flugzeuge, darunter 46 viermotor. Bom-
ber. — In der vergang. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben auf Landgemeinden im
Raum von Göttingen.

Führerhptart., 28. 6. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum von Cherbourg verteidigen sich immer
roch zahlreiche Stützpunkte des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe tapfer und ihrer
Pflicht getreu. — In der letzten Nacht griffen schwere Kampfflugzeuge feindl. Schiffsansamm-
Seite 138 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36

lungen vor der normannischen Küste an. Ein Spezial-Landungsschiff wurde in Brand gewor-
fen. Es entstanden Explosionen. — Schweres Feuer der „V 1‘ liegt unaufhörlich auf dem Raum
von London. — Südöstl. Pleskau unterstützten Schlachtfliegerverbände die Abwehrkämpfe des
Heeres und vernichteten zahlreiche feindl. Panzer, über 100 Kraftfahrzeuge und eine große
Zahl Geschütze. — Schwere Kampfflugzeuge führten am Tage einen Angriff gegen den Bahn-
hof Kalinkowitschi. Auch in der Nacht wurde der sowj. Nachschubverkehr erfolgreich
bekämpft. Besonders in den Bahnhofsanlagen von Smolensk entstanden Brände und Explo-
sionen. — Bei mehreren feindl. Angriffen auf Stadt und Hafen Kirkenes brachten Jäger und
Flakartillerie in den gestr. Abendstunden und im Laufe der Nacht 77 sowj. Flugzeuge zum
Absturz. — In heftigen Luftkämpfen errangen Oblt. Dorr und Lt. Norz allein je 12 Luftsiege.
— Ein starker nordamerikan. Bomberverband führte gestern vormittag einen Angriff gegen
das Stadtgebiet von Budapest. Deutsche und ungarische Luftverteidigungskräfte vernichteten
24 feindl. Flugzeuge. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Einzelziele in
Sidostengland an.

j Führerhptgrt., 29. 6. 44 (DNB.) OKW.: Über dem Landekopf und den besetzten West-
gebieten wurden 41 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — London liegt nunmehr seit 2 Wochen
unter dem andauernden Feuer der „V 1°. — Hart westl. des Trasimenischen Sees haben sich
bei den schweren Abwehrkämpfen die 1. Fallschirmjäger-Division unter Generallt. Heidrich
und die 334. Infanterie-Division unter Generalmajor Böhlke durch besondere Tapferkeit und
Srandhaftigkeit ausgezeichnet. — Südöstl. Pleskau griffen Schlachtfliegerverbände wirksam in
die Erdkämpfe ein und fügten dem Feind schwere Menschen- und Materialverluste zu. — Ein
nordamerikan. Bomberverband griff gestern das Stadtgebiet von Bukarest an. Deutsche und
rumän. Jäger brachten 12 feindl. Flugzeuge, darunter 10 viermotor. Bomber, zum Absturz.
Nordamerikan. Bomberverbände führten gestern vormittag einen Terrorangriff gegen die Stadt
Saarbrücken. In der Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im rhein-westf. Gebiet und
im Raum von Saarbrücken.

Führerhptart,, 30. 6. 44 (DNB.) OKW.: In der Normandie konnte unter stärkstem Einsatz
von Artillerie und Luftwaffe der Gegner seinen Einbruchsraum in erbitterten Kämpfen zu-
nächst erweitern, bis ihn ein starker deutscher Gegenangriff in der Flanke traf und ihm einen
großen Teil des gewonnenen Geländes wieder entriß. — Beim Kampf im Raum von Cherbourg
zeichnete sich der Kommandant eines Stützpunktes der Luftnachrichtentruppe, Oblt. Daimling,
besonders aus. — Das schwere Vergeltungsfeuer der V 1 wird fortgesetzt. — Bei Borissow und
südwestl. Polozk griffen Schlachtfliegerverbände wiederholt in die Erdkämpfe ein und zer-
sprengten feindl. Infanterie- und Kraftwagenkolonnen. — Ein starker nordamerikan. Bomber-
verband griff gestern vormittag Orte in Mitteldeutschland an. Besonders in Magdeburg und
Wittenberg entstanden Gebäudeschäden und Verluste unter der Bevölkerung. — Einzelne
feindl. Flugzeuge warfen in der Nacht Bomben im Raum von Wien. — Über dem Reichsgebiet
und den besetzten Westgebieten wurden bei Tage und in der Nacht durch Luftverteidigungs-
kräfte 34 feindl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Unterseeboote schossen im Kampf gegen
die feindl. Seeüberwachung 10 feindl. Flugzeuge ab. .

Führerhptart., 1. 7. 44 (DNB.) OKW.: Nordöstl. St. Lo traten nordamerikan. Truppen-
von starker Artillerie. Panzern und Luftangriffen unterstützt, zum Angriff an. — Die Luft-
waffe unterstützte mit starken Schlachtfliegerkräften die Kämpfe des Heeres im normanni-
schen Landekopf. Über dem Landekopf und den bes. Westgebieten wurden 25 feindl. Flugzeuge
darunter 15 viermotor. Bomber, zum Absturz gebracht. — In den Kämpfen um Cherbourg hat
sich ein Flakregiment unter Führung von Obst. Herrmann hervorragend bewährt. — Schweres
Vergeltungsfeuer liegt auf London. — Am Oberlauf der Beresina sowie westl. und südwestl
Polozk griffen deutsche Schlachtfliegergeschwader mit guter Wirkung in die Abwehrkämpfe
ein. Sie fügtem dem Feinde schwere blutige und Materialverluste zu. — Ein starker nord-
amerikan. Bomberverband warf gestern verstreut Bomben im ungar. Raum. Deutsche und
ungar. Jäger schossen 13 feindl. Flugzeuge, darunter 12 viermotor. Bomber, ab. — Einzelne brit
Flugzeuge warfen in der vergang. Nacht Bomben im rhein.-westf. Gebiet. — Im Kampf gegen
die feindl. Invasionsflotte und dem Nachschub über See versenkten Luftwaffe, Kriegsmarine
Heeres- und Marine-Küstenbatterien im Monat Juni 51 Fracht- und Transportschiffe mit
312 000 BRT. 56 weitere Schiffe mit 328 000 BRT. söwie zahlreiche kleinere Transportfahrzeuge
und Landungsboote wurden zum Teil schwer beschädigt. An feindl. Kriegsschiffen wurden
2 Schwere und 3 Leichte Kreuzer, 22 Zerstörer, 15 Schnellboote, ein Unterseeboot, 3 Landungs-
boote und ein Bewacher versenkt. — Mehrere Schlachtschiffe, darunter ein Schiff der Nelson“-
Rlasse, 21 Kreuzer, 22 Zerstörer, 26 Landungs-Spezialschiffe und 12 Schnellboote würden durch
mromben-, Torpedo- und Artillerietreffer schwer beschädigt. Mit der Vernichtung eines Teiles
en nehäffe kann gerechnet werden. Die feindl. Schiffsverluste erhöhen sich noch durch
Führerhptart., 2.7.44 (DNB.) OKW.: Schlachtfliegerverbände unterstü
in der Normandie die Erdkämpfe mit gutem Erfolg. In der Nacht griffen a Eestern
nal Sch lsansammlungen vor vom wandekopf an. Starke Explosionen wurden beobachtet. —

res Vergeltungsfeuer liegt au — j ri
See nen ne In mon. In der vergang. Nacht warfen einzelne brit.

Führerhptart., 3. 7. 44 (DNB.) OKW.: Schweres Vergeltungsfeuer liegt auf London. —
An der Ostfront griffen Schlachtfliegerverbände mit guter Wirkung in die Erdkämpfe ei ' |
vernichteten zahlreiche feindl. Panzer, Geschütze und 260 Fahrzeuge. — Schwere Kampffue-

Seite 139

Nr. 8/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“

zeuge führten in der vergang. Nacht einen zusammengefaßten Angriff gegen Ssluzk. — Ein
starker nordamerikan. Bomberverband richtete gestern einen Terrorangriff gegen Budapest.
Es entstanden Schäden in den Wohngebieten und Personenverluste. Deutsche und ungar.
Luftverteidigungskräfte vernichteten 45 feindl. Flugzeuge, darunter 34 viermotor. Bomber.

Führerhptart., 4. 7. 44 (DNB.) OKW.: In der Bretagne wurden 20 Terroristen und 58
in Zivilkleidern abgesprungene fdl. Fallschirmjäger im Kampf bis zum letzten Mann nieder-
gemacht. — Schwere deutsche Kampfflugzeuge griffen in der verg. Nacht fdl. Schiffsansamm-
lungen vor der normann. Küste an. 2 Landungsspezialschiffe erhielten Volltreffer. Weitere
"Treffer in Ausladungen wurden beobachtet. — Schweres Vergeltungsfeuer liegt auf London. —
Die Luftwaffe griff mit Schlachtfliegerverbänden wirksam in die Erdkämpfe an der Ostfront
ein, zersprengte zahlreiche fdl. Kolonnen und vernichtete mehrere Panzer, Geschütze und
einige hundert Fährzeuge. — In der Nacht führten Kampfflugzeuge Angriffe gegen mehrere
sowj. Bahnhöfe und zersprengten umfangreiches Nachschubmaterial. Besonders im Bahnhof
Borissow entstanden ausgedehnte Brände und starke Explosionen. — Nordamerikan. Bomber
warfen verstreut Bomben im Raum von Belgrad und auf mehrere Orte in Rumänien.
Deutsche und rumän. Luftverteidigungskräfte brachten hierbei 19 fdl. Flugzeuge zum Ab-
sturz. — Einzelne brit. Flugzeuge griffen i. d. verg. Nacht Orte im rheinisch-westf. Gebiet
mit Bomben an.

Führerhptart., 5. 7. 4£ (DNB.) OKW.: Schwere Kampfflugzeuge griffen i. d. Nacht fdl.
Schiffsansammlungen vor der normann. Küste an und versenkten einen Zerstörer und ein
Handelsschiff von 5000 BRT. Ein Kreuzer wurde schwer beschädigt. — Über dem Landekopf
und den besetztn Westgebieten wurden 62 fdl. Flugzeuge, darunter 45 vıermotor. Bomber,
abgeschossen. — In Mittelfrankreich wurde ein durch Fallschirm abgesetzter brit. Sabotage-
trupp in Stärke von 43 Mann liquidiert. Weitere 108 bewaffnete Terroristen wurden erschos-
sen, — Schweres Vergeltungsfeuer liegt auf London. — Schlachtfliegergeschw. unterstützten
den Abwehrkampf des Heeres und fügten den Sowjets hohe Verluste zu. — Ein Verband
schwerer Kampfflugzeuge führte i. d. Nacht einen zusammengefaßten Angriff gegen Minsk.
Zahlreiche Großbrände wurden beobachtet. — Bei einem Angriff sowj. Flugzeuge auf Kir-
kenes wurden 26 fdl. Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. — Ncerdamerikan. Bomber flogen
nach Rumänien ein und warfen Bomben auf Kronstadt. Es entstanden Schäden und Per-
sonenverluste. 5 viermotor. Flugzeuge wurden abgeschossen. — Einzelne brit. Störflugzeuge
warfen i. d. letzt. Nacht Bomben im rheinisch-westf. Gebiet.

Führerhptart., 6. 7. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff i. d. Nacht mit starken
Schlachtfliegerverbänden fdl. Truppenbewegungen mit guter Wirkung an. — Bei dem gestern
gemeldeten Angriff schwerer Kampfflugzeuge gegen fdl. Schiffsansammlungen in der Nacht
vom 4. auf 5. 7. wurden nach abschließenden Meldungen ein weiterer Frachter von 7000 BRT
versenkt, ein Zerstörer schwer beschädigt und ein Frachtschiff von 10000 BRT in Brand
geworfen. — Über den besetzten Westgebieten verlor der Feind 57 Flugzeuge, darunter 44
viermotor. Bomber. — In mehreren Gefechten gegen fdl. See- und Luftstreitkräfte ver-
senkten Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine vor der niederl. und franz. Küste 3 brit.
Schnellboote. Außerdem wurden 13 fdl. Jagdbomber zum Absturz gebracht. 5 eigene Flug-
zeuge gingen verloren. — Unser Vergeltungsfeuer liegt mit nur geringen Unterbrechungen
auf London. — Nachtschlachtflugzeuge erzielten in fdl. Nachschublagern im adriatischen
Küstenabschnitt Großbrände und Explosionen. — Italien. Torpedoflugzeuge griffen vor Bari
{dl. Schiffsansammlungen an ‘und trafen 2 Handelsschiffe von 13000 BRT schwer. — An-
eriffe deutscher Schlachtfliegerverbände richteten sich vor allem gegen fdl. Marschkolonnen.
Hierbei wurden wieder zahlreiche Panzer, Geschütze und mehrere hundert Fahrzeuge sowie
einige Brücken zerstört. — In der Nacht griffen schwere Kampffiugzeuge den fdl. Nachschub,
besonders’ den Bahnhof Kritschew an, wo ausgedehnte Brände und starke Explosionen ent-
standen. Ein weiterer zusammengefaßter Angriff richtete sich gegen den Flugplatz von
Minsk. Große Zerstörungen und zahlreiche Brände wurden beobachtet. — Einzelne brit.
Flugzeuge warfene i. d.: letzten Nacht Bomben auf Orte im rheinisch-westf. Raum.

Eichenlaubträger mit Schwertern v. I. n. r.: Obst. Heilmann, Obstlt. Priller, Generallt.
Heidrich, Obst. Oesau. Weltbild
= N) |
= | MERKBLATTER |N:r. 1314
IS . . Veröffentl. i. Nr. 8/1944
j Blechknicken (Duralumin)
Seite 140 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36 |
Schubknickdiagramme |
Führerhptart., 7. 7. 44 (DNB.) OKW.: Über dem Landekopf und den besetzten West- . |
gebieten wurden 22 fdl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Im franz. Raum wurden 157 400 I 77T — 1500
Terroristen und mit Fallschirm abgesetzte brit. Sabotagetrupps im Kampf niedergemacht. — - / VA vr
Schweres Vergeltungsfeuer liegt weiter auf dem Raum von London. — Nachtschlachtflug- 7 u
zeuge griffen in der letzten Nacht wieder den fdl. Nachschubverkehr an der adriatischen — 7 Ya / u
Küste mit guter Wirkung an. — Nördl.. und nordwestl. Polozk griffen Schlachtfliegerver- 4 VG ü
bände wirksam in die Erdkämpfe ein und zersprengten zahlreiche fdl. Kolonnen. — Schwere u ze dooo
Kampfflugzeuge setzten den Kampf gegen den sowj. Nachschub bei Nacht durch Angriffe 1 /, /\ Ya = oo
auf Bahnhöfe und Bisenbahnlinien mit guter Wirkung fort. — Nordamerikan. Bomber 300 — 77H 4 7 Ego
führten gestern einen Terrorangriff gegen die Stadt Kiel. — In der Nacht warfen einzelne brit. 4 =
Flugzeuge Bomben im rheinisch-westf. Gebiet. — Außerdem griff ein schwacher fdl. Bomber- _ — Foo
verband den Raum von Wien an. Durch Nachtjäger wurden 12 fdl. Flugzeuge abgeschossen. - r 7 4 = '
Führerhptart., 8. 7. 44 (DNB.) OKW.: Im franz. Raum wurden 213 Terroristen und mit _ a) 4 = 600
Fallschirm abgesetzte fdl. Saboteure im Kampf vernichtet. — Kampf- und Schlachtflugzeuge — .j Y N = |
eriffen belegte Ortschaften und Flugplätze im Landekopf mit guter Wirkung an. Über den A 7 — 500
besetzten Westgebieten und dem Landekopf wurden gestern 96 fdl. Flugzeuge, darunter 73 | ] ’ eV m |
viermotor. Bomber, abgeschossen. — Im Ostteil der Seine-Bucht schossen Sicherungsfahr- VA 0, BG = |
zeuge 2 brit. Schnellboote in Brand und brachten einen Jagdbomber zum Absturz. — Truppen 41 Y A = #00 |
des Heeres und der Waffen-# schossen im ersten Monat der Invasionskämpfe 237 Flugzeuge \ u Ya o « I |
200 — / .. / N E |
u 14 v > 300 |
] L B FV. —
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Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Oblt. Haker, Lt. Tegtmeier, Obst. Bauer, Obit. A. | : _
Meyer. 2. Reihe: Lt. Lambert, Hptm. Walther, Ofw. Wosnitza, Hptm. Gobert. 3. Reihe: — %
Generallt. Deichmann, Hptm. Poesch, Major Henze, Fahnenjunker-Ofw. Hoffmann. 4 .
Welibild (12) . 4 Je 2 mn

> RER
400

7 4 Va
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Nr. 8/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 141

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600

ab. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden außerdem 1418 £dl. Flugzeuge zum Ab-
sturz gebracht. — Im gleichen Zeitraum wurden durch Luftwaffe, Kriegsmarine, Heeres-
und Marineküstenbatterien 56 Handels- und Transportschiffe mit 348 600 BRT und zahl-
reiche kleinere Nachschubschiffe und Landungsboote versenkt. Weitere 45 Handels- und
"I'ransportschiffe mit 269000 BRT wurden schwer beschädigt. An fdl. Kriegsschiffen wurdeu
2 Schwere Kreuzer, 4 weitere Kreuzer, 26 Zerstörer, eine Fregatte und 10 Schnellboote ver-
senkt. Mehrere Schlachtschiffe, 22 Kreuzer, 25 Zerstörer, 13 Schnellboote und 28 Landungs-
Spezialschiffe erhielten schwere Beschädigungen. Nicht eingerechnet sind die durch Minen-
treffer verursachten fdl. Schiffsverluste. — Das schwere Feuer der „V 1“ liegt unablässig auf
dem Raum von London. — Kampf- und Schlachtfliegerverbände griffen laufend sowj. Kco-
lonnen an und vernichteten über 250 fdl. Fahrzeuge. — In der Nacht wurde der Kampf gegen
den fdl. Nachschubverkehr fortgesetzt. — Ein starker nordamerikan. Bomberverband flog
gestern vormittag nach Mitteldeutschland ein und warf Bomben auf mehrere Orte. Beson-
ders im Stadtgebiet von Leipzig entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste. Weitere
ıordamerikan. Bomber griffen, von Süden einfliegend, einige Orte in Oberschlesien an. Luft-
verteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen 92 fdl. Flugzeuge, darunter 71 vier-
motor. Bomber. — Die unter persönlicher Führung ihres Geschw.-Kommodore Major Dahl
kämpfende 4. Sturmgruppe Jagdgeschw. 3 mit ihrem Kommandeur Hptm. Moritz zeichnete
sich durch Abschuß von 30 viermotor. Bombern besonders aus. — In der Nacht warfen ein-
zelne brit. Flugzeuge Bomben auf Berlin und im rheinisch-westf. Raum. 2 dl. Flugzeuge
wurden zum Absturz gebracht. — Damit verlor der Feind gestern über dem Reichsgebiet und
den bes. Westgebieten insgesamt 188 Flugzeuge, darunter 144 viermotor. Bomber.

Führerhptart., 9. 7. 44 (DNB.) OKW.: Ein fdl. Flugzeug wurde durch Kampfmittel
der Kriegsmarine im Gebiet der Invasionsfront abgeschossen. — Schweres Vergeltungsfeuer
liegt weiterhin auf London und seinen Außenbezirken. — In der verg. Nacht belegten deutsche
Kampfgeschw. die Bahnhöfe Korosten, Sarny, Rowno undn Olewsk mit zahlreichen Spreng-
und Brandbomben. — Ein starker nordamerikan. Bomberverband griff gestern vormittag
Außenbezirke der Stadt Wien an. Es entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste.
Deutsche und ungar. Luftverteidigungskräfte vernichteten 30 fdl. Flugzeuge, darunter
96 viermotor. Bomber. — In der Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im rheinisch-
westf. Gebiet. °

Führerhptart., 10. 7. 44 (DNB.) OKW.: Das „V 1“-Vergeltungsfeuer auf London dauert
mit nur geringen Unterbrechungen an. — Bei den schweren Abwehrkämpfen im Raum von
Orscha griffen starke Schlachtfliegergeschw. in rollenden Einsätzen in die Erdkämpfe ein,
setzten zahlreiche sowj. Panzer und Geschütze außer Gefecht und vernichteten mehrere
hundert Fahrzeuge. — I. d. Nacht führten Kampf- und Nachtschlachtflugzeuge wirksame
Angriffe gegen den sow). Nachschubverkehr. Bes. i. d. stark belegten Bahnhöfen Korosten,
Olewsk und Rowno entstanden große Brände in Betriebsstofflagern und heftige Explosionen.
— Ein nordamerikan. Bomberverband warf gestern verstreut Bomben im Raum von Ploesti. —
Einzelne fdl. Flugzeuge warfen i. d. letzt. Nacht Bomben im rhein.-westf. Raum. Seestreit-
kräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marine-Flakartillerie schossen i. d. Zt. v. 1.--10. 7.
66 fal. Flugzeuge ab.-

Führerhptart., 11. 7. 44 (DNB.) OKW.: Die ‚„V1‘ belegt den Raum von London weiter-
hin mit schwerem Vergeltungsfeuer. — Schlachtfliegergeschw. unterstützten in zahlreichen
Einsätzen unsere schwer ringenden Truppen, besonders im Raum von Wilna. Sie vernich-
teten zahlreiche Panzer und Geschütze sowie über 200 Fahrzeuge der Sowjets. — Einzelne brit.
Tlugzeuge warfen i. d. verg. Nacht Bomben auf Berlin.

Führerhptart., 12. 7. 44 (DNB.) OKW.: Schweres „V 1“-Vergeltungsfeuer liegt weiterhin
auf dem Großraum von London. — Schlachtfliegergeschw. griffen besonders südwestl. Wilna
und südwestl. Dünaburg wirksam in die Erdkämpfe ein und fügten dem Feind in Tiefangrif-
fen hohe Verluste an Menschen und Material zu. — Ein starker nordamerikan. Bomberver-
band führte gestern im Schutz dichter Bewölkung einen Terrorangriff gegen München. Durch
Flakartillerie wurden 27 fdl. Flugzeuge, darunter 24 viermotor. Bomber, vernichtet. — I. dd.
Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben auf das rheinisch-westf. Gebiet. j

Führerhptart., 13. 7. 44 (DNB.) OKW.: Über dem Landekopf und den besetzten West-
gebieten verlor der Feind gestern 27 Flugzeuge. — Das schwere Feuer der „V1“ auf London
dauert an. — Schlachtfliegerverbände unterstützten den Abwehrkampf des Heeres und fügten
den Sowjets besonders im Raum Dünaburg—Wilna durch Bomben- und Bordwaffenangriffe
hohe Verluste zu. — Ein starker nordamerikan. Bomberverband führte gestern unter Aus-
nutzung der Wetterlage erneut einen Terrorangriff gegen München. Durch Flakartillerie
wurden 31 viermotor. Bomber vernichtet. I. d. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben
im rheinisch-westf. Raum.’

Führerhptart., 14. 7. 44 (DNB.) OKW.: Schweres Vergeltungsfeuer liegt weiterhin auf
dem Großraum von London. — Südl. Dünaburg sowie zwischen Düna und Peipussee griffen
Schlachtfliegerverbände auch gestern wirksam in die Erdkämpfe ein und vernichteten im
Tiefangriff zahlreiche Panzer, Geschütze und Fahrzeuge des Feindes. — Nordamerikan.
Bumber richteten gestern wiederum einen Terrorangriff gegen München. Durch Luftvertei-
digungskräfte wurden 29 fdl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Einzelne brit. Flugzeuge
warfen in der Nacht Bomben auf rheinisch-westf. Gebiet.

Führerhptart., 15. 7. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtfliegerkräfte unterstützten die Kämpfe
des Heeres im Landekopf der Normandie und griffen belegte Ortschaften sowie die Bereit-

on

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Seite 142 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36
stellungen des Feindes mit guter Wirkung an. — 21 fdl. Flugzeuge wurden in Luftkämpfen
abgeschossen. — Schweres Vergeltungsfeuer liegt auf London. — Die Luftwaffe griff mit

starken Schlachtfliegerkräften in den Schwerpunkten an der Ostfront in die Kämpfe ein
und vernichtete in Tiefangriffen zahlreiche sowj. Panzer, Geschütze und Fahrzeuge —
87 fal. Flugzeuge wurden durch Jagäflieger und Flakartillerie abgeschossen. — I. d. Nacht
bekämpften Kampf- und Nachtschlachtflugzeuge den sowj. Nachschubverkehr und Truppen-
ansammlungen des Feindes mit guter Wirkung. — Ein nordamerikan. Bomberverband führte
Simon Terrorangriff gegen Budapest. Durch deutsche und ung. Luftverteidigungskräfte wur-
nn , Fin u nezeuge vernichtet. — I. d. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im
Führerhptart., 16. 7. 44 (DNB.) OKW.: In der Normandie griffen Kampf- und Schlacht-
fliegerkräfte fal. Truppenansammlungen und belegte Orte sowie Flugplätze im Landekopf
wit guter Wirkung an. — Das schwere Feuer der V1 auf London dauert an. — Schlacht-
fliegergeschw. fügten dem Feind hohe Verluste an Menschen und Material zu. Im Mittel-
abschnitt der Ostfront wurden bei Tag und Nacht 83 sowj. Flugzeuge vernichtet. — Ein
nordamerikan. Bomberverband flog gestern vormittag nach Rumänien ein und warf Bomben
at von 1 oesti neuische und rumän. Luftverteidigungskräfte vernichteten 12 fdl.
.— I. d. verg. Nac i i j j

nero a 8 een warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im Raum von Berlin
iem aanrerhptart, 1” Kr 44 (DNB,) OKW.: Das schwere Feuer der V1 liegt weiterhin auf
IrERBER Rn ondon. — Die Luftwaffe griff an den Schwerpunkten im Osten mit
en Se ach Niesergeschw. 1. die Abwehrschlacht ein und fügte den Bolschewisten in
Fakes griffen hohe Verluste ZU. Zahlreiche Panzer, Geschütze und über 400 Fahrzeuge des
eindes wurden vernichtet. In ‚heftigen Luftkämpfen wurden 88 fdl. Flugzeuge, durch Flak-
arilerie 9 weitere abgeschossen. — Nordamerikan. Bomberverbände griffen mehrere Orte in
Peg ‚und nudwestdeutschland an, unter anderem Saarbrücken, Augsburg und mit stärkeren
len ! neben. Besonders in München, gegen das der Feind innerhalb von 5 Tagen bei
Analch R ne wehr ungünstiger Wetterlage 4 Großangriffe führte, entstanden z. T. emp-
Foo e HR en und Verluste. Die Haltung der Bevölkerung war vorbildlich. — Ein wei-
en NR „den einfliegender nordamerikan. Bomberverband griff Wien an. Auch hier ent-
Pe a men im Stadtgebiet und Personenverluste. Durch Luftverteidigungskräfte wur-
che use vernie tet. — I. d. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben im
ie a antart. 18 a DNB.) ORW. : a der Normandie unterstützten Schlachtflieger
Artilleriestellungen mit guter Wirkung angeeriffen. u D 2 an uneen Fri
dauert an. — Schlachtflieger vernichteten im Oster 37 tal Par Me a don
In der Nacht wurden bei einem fdl. Luftangriff F f Ki k Fe Be Bo zeune: Pt
kämpfen abgeschossen und damit ü j ittel- y ect Mu IR N uszeuge in Tuft-
Nacht warten Be inereuge En uor tel der Angreifer vernichtet. — I. d. verg.
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angriff an. — In Luftkämpfen verlor der Feind 22 Flusze 20: 2 Neil nn en
zerstört. — Schweres Feuer der „V1‘ liegt weiterhin a f Lond ai WAHR en
— Schlachtfliegerverbände vernichteten wiederum ei N hl son "> a a ananezirken.
Hunderte von Fahrzeugen. In Luftkämpfen und ur h lack Pille Ha ee sowie
{ rtillerie wurden 57 fdl. Flug-
zeuge zum Absturz gebracht. — Ein starker nordamerikan Bomb \ iff i ee
. > ( a J . erverband griff im O -
ee a aut Quanden Schäden in Wohnviertein und Personenverluste Bin
Angriffe gegen den Raum von Ken na N an an. In der Nacht fanden schwächere
diesen Angriffen wurden in Luftkämpfen . » N ngebiet und auf Berlin statt, Bei allen
darunter 69 viermotor. Bomber, nano der len Ja yet
unter m. Moritz brachte allein 49 viermotor. Bomber zum Absturz po ces (andsenchw. 3

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im Raum rhntart Dr (DNB) OKW.: I. d. Normandie setzte der Feind seine Angriffe
Während ds aa Bon K „aen mit starker Panzer-, Artillerie- und Fliegerunterstützung
der Erdtruppen in wi Ks. 5 niet Schlachtflieger unterstützten in St. Lö die Abwehrkämpfe
a une 1 in wir samen Tiefangriffen und vernichteten 10 fdl. Panzer. — In Luftkämp-
en En n Nereuse abgeschossen. —I.d. Nacht griffen Kampf- und Nachtschlacht-
nn un ei 5 ellungen nördl. Caen mit guter Wirkung an. In Munitions- und Be-
sen Nachtiäre "abe standen Brände und Erxplosionen. — In der Nacht vom 18. auf 19. schos-
London dauerte eich 30 viermotor. Bomber ab. — Das Vergeltungsfeuer auf
Miefangritfe gegen fl DB M , 1 er an. — An der Ostfront führte die Luftwaffe zahlreiche
Panzer und über 230 . korisie ellungen und Kolonnen und vernichtete wiederum zahlreiche
Flakartillerie wurd Er ne und bespannte Fahrzeuge. — In Luftkämpfen und durch
Augzeuse arten Di dl. Fngzenge abgeschossen. — Starke Verbände deutscher Kampf-
Nowosokolniki und Welikite meniffe gegen die sowj. Nachschubstützpunkte Molodeezno
und Süden Terroran Krug ukl. — Nordamerikan. Bomberverbände führten von Westen
Wohnbezirken der Städte nenn west“ and Suckleutschland. Vor allem in den
Schäden. Die ri ’ , weinfurt und Saarbrücken entstander
Bevölkerung hatte Verluste. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 61 Po

„FLUGSPORT“ Seite 143

griffen fdl. Störflugzeuge das Stadtgebiet

Nr. 8/1944, Bd. 36

Flugzeuge zum Absturz gebracht. In der Nacht

von Bremen an. ” .
Führerhptart., 21. 7. 44 (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge versenkten im Seegebiet west-

lich Brest einen feindl. Zerstörer u. beschädigten zwei weitere schwer. — Schweres V 1-Ver-
geltungsfeuer liegt weiterhin auf dem Großraum von London. — Schlachtfliegergeschw. ver-
sprengten sowj. Panzerverbände u. Nachschubkolonnen. 58 feindl. Panzer u. über 500 Fahr-
zeuge wurden vernichtet. In Luftkämpfen verlor der Feind 55 Flugzeuge. Wachfahrzeuge der
Kriegsmarine schossen über dem Finnischen Meerbusen fünf sow). Bomber ab. Starke
deutsche Kampffliegerverbände führten auch in der vergang. Nacht schwere Angriffe gegen
die Nachschubbahnhöfe Minsk u. Molodetschno. — Nordamerikan. Bomberverbände griffen
von Süden u. Westen Orte in West-, Südwest- u. Mitteldeutschland an. Besonders in Fried-
richshafen, Wetzlar u. Leipzig entstanden Schäden u. Personenverluste. Durch Luftvertei-
digungskräfte wurden 47 feindl. Flugzeuge, darunter 45 viermotorige Bomber, abgeschossen.
In der Nacht griff ein brit. Verband Orte im rhein.-westf. Gebiet an. Störflugzeuge warfen
außerdem Bomben auf das Stadtgebiet von Hamburg. 39 4mot. Bomber wurden dabei zum
Absturz gebracht. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südostengland an.
Führerhptgrt., 22. 7. 44 (DNB) OKW.: Kampfflugzeuge beschädigten im Seegebiet
westlich Brest einen engl. Zerstörer schwer und schossen dabei ein brit. Sicherungsflugzeug ab.
— Bei der Abwehr feindl. Luft- u. Schnellbootangriffe auf ein Geleit in der Deutschen Bucht
schossen Minensuchboote, Sicherungsfahrzeuge u. Bordflak der Handelsmarine fünf feindl.
Jagdbomber ab. — Das Vergeltungsfeuer auf London dauert an. — Im Osten verlor der Feind
in Luftkämpfen 83 Flugzeuge. — In der Nacht waren die Bahnhöfe Borissow u. Orscha das
Angriffsziel schwerer deutscher Kampfflugzeuge. In den brennenden Bahnanlagen flogen
nehrere Munitionszüge in die Luft. — Nordamerik. Bomber drangen vom Westen u. Süden in das
Reichsgebiet ein u. griffen mehrere Orte in Süd- u. Südwestdeutschland arı. Besonders in den
Wohngebieten von München, Mannheim, Ludwigshafen u. Schweinfurt entstanden Schäden
u. Personenverluste. Luftverteidigungskräfte vernichteten 68 feindl. Flugzeuge, darunter
Nacht überflogen feindl. Flugzeuge Nordwest- u. Südostdeutsch-

55 viermot. Bomber. — In der

land u. warfen auf das Gebiet der Reichshauptstadt eine Anzahl von Bomben. Sechs brit.

Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. — Ein Unterseeboot schoß einen 4mot. Bomber ab.
Führerhptart., 23. 7. 44 (DNB.) OKW.: Schweres „V 1“-Vergeltungsfeuer liegt weiterhin

auf dem Großraum von London. — Im Osten griffen Schlachtfliegergeschwader wirksam in
die Erdkämpfe ein u. fügten dem Feind hohe Menschen- u. Materialverluste zu. 59 feindl.
Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. — In der Nacht griffen Kampffliegerverbände den
Bahnhof Molodeczno an. Es entstanden Flächenbrände und Explosionen. — Ein nordamerik.
Bomberverband warf Bomben im Raum von Ploesti. Durch deutsche, rumänische u. bulga-
rische Luftverteidigungskräfte wurden 28 feindl. Flugzeuge vernichtet.

Führerhptart., 24. 7. 44 (DNB.) OKW.: Das Vergeltungsfeuer auf London wurde bei
Tag und Nacht fortgesetzt. — Ein brit. Bomberverband führte in der vergangenen Nacht
einen Terrorangriff gegen Kiel. Einzelne Flugzeuge griffen außerdem das Gebiet der Reichs-

hauptstadt an.

Deutsche Modellilug-Höchstleistungen.
Stand vom 1. 4. 1944.
Seit der letzten Veröffentlichung S. 16/44, Stand vom 1. 1. 44 sind folgende Änderungen

eingetreten:
Klasse: Nurilüge
start-Strecke: C. G. Neubert, Dresden, 32 200 m; Bodenstart-Dauer: C.

24 min 24 s.
Klasse: Drehflügel-Hallenflugmodelle: Handstart Dauer:

Stuttgart, 1 min 59 s.

1-Flugmodelle mit Verbrennungsmotor: Boden-
G. Neubert, Dresden,

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Rumpfsegelflugmodell von NSFK.-Obertruppführer Hermann Runkel, Köln. Erreichte

Bestleistung 23200 m Strecke nach Hochstart.
Spannweite 1950 mm, Länge 1428 mm, größter Rumpfquerschnitt 105 cm?, Profildicke des

Tragflügels 11,3 v. H., Einstellwinkel des Tragflügels im Verhältnis zum Höhenleitwerk 2,5°,
Verwindung des Tragflügels 4%, V,-Form des Tragflügels in der

Spannweite 9%, Tragflächen-

inhalt 47,6 dm?, Fluggewicht 770 g, Flächenbelastung 16 g/dm2, Werkstoff für Rumpfwerk
Kiefernleisten, Sperrholz, Werkstoff für Tragwerk Kiefernleisten, Sperrholz durchschnittliche
Rippenstärke 1 mm, durchschnittliche Spantenstäke 1 mm, Querschnitt der Rumpfholme 5x 10,
3x5, 5x5 mm, Querschnitt der Tragflügelholme Nasenleiste 5x5, Hauptholmgurte 5x5, Hilfs-
holm 3x3, Endleiste 3x10 mm, Besonderheiten: Tragendes Höhenleitwerk. Tragflügel und

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Seite 144 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1944, Bd. 36

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I Rumpisegelilug-
mui modell.
r ] Hermann Runkel.
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Im
Thermik-Nurflügel-Segelflugmodell „AO-S 10“.
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Leitwerke abnehmbar. Tragflügel außerdem aus Transportgründen geteilt. Bei vorliegendem
Flugmodell handelt es sich um eine Weiterentwicklung des im Verlag ©. J. E. Volckmann
Nachf., Berlin-Charlottenburg 2, erschienenen Bauplans „Luftikus“.

Thermik-Nurflügel-Segelflugmodell „AO—S10“ von Gefr. Arthur Oswald. Erreichte Best-
leistung 17 min 55 sec.

Geschätzte Gleitzahl 1:15, geschätzte Sinkgeschw. 0,4 m/sec, geschätzte Höchstgeschw.
6—7 m/sec, Spannweite 1800 mm, Länge 620 mm, größter Rumpfauerschnitt 14 cm?, Profil Trag-
flügel eigenentworfenes S-Profil, Verwindung des Tragflügels (zwischen Flügelwurzel und End-
profil) 10°, V-Form des Tragflügels in % der Spannweite 4,5%, Tragflächeninhalt 35 dım?, Flug-
gew. 530 g, Flächenbelastung 15,14 g/dm2, Werkstoff für Rumpfwerk und Tragwerk Kiefern-
leisten, Balsaholz, durchschnittliche Rippenstärke 3 mm, durchschnittliche Spantenstärke 5 mm,
Querschnitt der Rumpfholme 2 Stück 5x8 mm, 1 Stück 5x5 mm und ? mm Balsabeplankung,
Querschnitt der Tragflügelholme Nasenleiste 5x5 mm, Hauptholm 5x10 mm, Hilfsholm
2,5x5 mm, Endleiste 3x 15 mm.

Benzin-Motorflugmodell von HJ.-Rottenführer @. Lipinski, Hannover. Erreichte Best-
leistung 33 900 m Strecke.

vero Geschätzte Gleitzahl 1:9, geschätzte
Sinkgeschw. 0,8 m/sec, Verhältnis von Kraft-
flugzeit/Gleitflugzeit 1:4 Spannweite 1900
mm, Länge 1470 mm, größter Rumpfquer-
schnitt 160 cm?, Profil Tragflügel G5 P, Pro-

—— 210 —

fil Leitwerk NACA-M 6, Einstellwinkel des
Tragflügels im Verhältnis zum Hiöhenleit-
werk 3%, Verwindung des Tragflügels (zwi-

schen Flügelwurzel und Endprofil) 20, V-
Form des Tragflügels in % der Spannweite

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Benzin-Motorflugmodell. u
G. Lipinski. -

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Nr. 8/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 145

10%, Tragflächeninhalt 56 dm?, Fluggewicht 2100 g, Flächenbelastung 37,5 g/dm?, ‚Motormarke
und Leistung Kratmo 10, 0,3 PS, Zylinderinhalt 10 cm3, Art der Zündung Batterie, Triebwerk-
gewicht flugfertig 520 g, Leistungsbelastung (Fluggewicht: PS) 7 kg/PS, Luftschraubendurch-
messer und Steigung Kratzsch-Original-Luftschraube, 6.
Einstellwinkel für die Zugrichtung der Luftschraube in
bezug zur Ebene der Hoch- und Längsachse 0%, Werk-
stoff für Rumpfwerk und Tragwerk Schirmbaumholz,
durchschnittliche Rippenstärke 2 mm, Querschnitt der
Rumpfholme 10x10 (4 ausgefräst), Querschnitt der
Rumpfstege 5x5 mm, Querschnitt der Tragflügelholme
7x7 mm Schirmbaumholz, Stahldrahtdurchmesser der
Fahrgestellstreben 3 mm.

Jar

200 u r20
0

Nurflügelflugmodell mit Verbrennungsmotor von mm
NSFK.-Truppführer Karl Dannenfeld, Uelzen. Bisher - u
erreichte Bestleistung 22 min und 5500 m Strecke.

Verhältnis von Kraftflugzeit/Gleitflugzeit 1:35,
geschätzte Gleitzahl 1:10, Spannweite 2000 mm, Länge TS
(ohne Motor) 500 mm, Fluggewicht 1000 g, Tragflächen-
inhalt 40 dm?, Flächenbelastung 25 g. Verwindung des
Tragflügels (Differenz zwischen dem Winkel des End-
profils und dem des Wurzelprofils) 8%, Luftschraube 300
mm .&, Motor Kratmo 4, Werkstoff für Rumpfwerk Kie-
fer, Sperrholz (Spantenbauweise), Werkstoff für Trag-
werk Kiefernleisten und Sperrholz. Querschnitt der
Rumpfholme 3x5 mm, Querschnitt der Tragflügelholme
3x5 mm, Endleiste 3x10 mm, Stahldrahtdurchmesser der
Fahrwerkstreben vorn 3 mm, hinten 2,5 mm. Besonder-
heiten: Tragflügelprofil Clark Y, Endprofil symmetrisch,
bisher durchgeführte Flüge 70.

220

N)
Ba — #00

60

-780

Farm der End'scheibe
Moteriol Ponplas!

1430
Benzinmotor-Wasserflugmodell von HJ.-Rotten-

führer G. Lipinski, Hannover. (Flugmodelldaten wie
beim Benzinmotor-Flugmodell von Lipinski.)

. Karl Dannenield.

> u” Post.

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mal von Oskar Ursinus angewandt. S. Pat. Nr. 316 640, Patent-Sammlung 1920, S. 16.

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Verbindung mit dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung u. Untericht u. der
Staatlichen Hauptstelle für den naturwissenschaftlichen Unterricht, hergestellt durch den
Verlag Ferd. Hirt, Leipzig, Preis je Band 1,— RM.

1. Teil: Deutsch, Sprachgestaltung u. Geschichte. — 2. Teil: Geschichte. — 3. Teil: Erd-
kunde. — 4. Teil: Kunstbetrachtungen. — 5, Teil: Naturwissenschaften, Biologie, Chemie,
Physik. Wichtig Vergessenes wieder aufzufrischen (Grundbegriffe Arbeit = Kraft X Weg;
Leitung = Arbeit je Zeiteinheit, Energieprinzip), Gravitationsgesetz, Strömungs- u. Fluglehre,
elektr. u. magnet. Felder, Schwingungen u. Wellen. — 6. Teil: Mathematik: Notwendige Vor-
kenntnisse aus Arithmetik, Algebra u. Trigonometrie; Einführung in die Differential-
rechnung; Gerade, Kreis, Kegelschnitte. Er werden im ersten Abschnitt die mathematischen
Kenntnisse vermittelt, die für die Ablegung der Reifeprüfung für Kriegsteilnehmer nach dem
Erlasse des Reichserziehungsministers vom 22. 2. 42 erforderlich sind. Das Bändchen soll
sowohl der Einzelarbeit, wie auch der Gemeinschaftsarbeit in Arbeitsgemeinschaften, Lehr-
gängen und Kursen dienen. Es setzt die mathematischen Kenntnisse der Mittelstufe einer
höheren Schule voraus. Für die Reifeprüfung der Oberschule und des Gymnasiums sind die
gleichen Stoffgebiete vorgeschrieben, für das Gymnasium in entsprechend gekürzter Form.
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Varantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.

Anzeigenpreis It. Pl. 3 zuzügl. 100%, Aufschlag. — Druck von H. L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frank-

furt a. M. Alle Zuschriften sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: Redaktion und Verlag „Flugsport”,
Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8 (Deutschland).

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n En
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Neuordnung
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Flugrundschau

Luftwaffe

Modellflug

Merkblätter Nr. 15/18

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' GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEB.
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING.

 — Mlustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adresse: Redaktion und Verlag. Flugsport”, Frankfurt am Main, Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatlichem Erscheinen 2,40 RM
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 9 September 1944 XXXVI. Jahrg.

An umere Peser!

Im Zuge der durch den totalen Krieg bedingten Konzentrationsmaßnahmen auf dem
Gebiete der Presse stellt unsere Zeitschrift mit dem 30. Sept. 1944 das Erscheinen für die
Dauer des Krieges ein. Es werden dabei weitere Kräfte für die Wehrmacht und für die
Rüstung frei.

Wir danken unseren Lesern und Freunden für die uns erwiesene langjährige Treue.
Mit unserem zuversichtlichen Glauben an den Sieg verbinden wir die Hoffnung, unsere
Zeitschrilt nach dem Siege allen Beziehern wieder in gewohnter Weise liefern zu können.

Aus arbeitstechnischen Gründen hat die Reichspressekammer die Anweisung «erteilt,
daß eine Rückzahlung von zuviel gezahlten Bezugsgeldern möglichst unterbleiben soll. Der
Verlag wird deshalb verpflichtet, diese Beträge an das Winterhiliswerk abzuführen.. Be-
zieher, die mit dieser Regelung nicht einverstanden sind, müssen sich unter Vorlage der
Z.ahlungsbelege bis zum 31. Okt. d. J. wegen Rückvergütung an den Verlag wenden.

Redaktion und Verlag „Flugsport“. -

Wolf Hirths Motorsegler Hi-20. | er

Mit dem Bau seines Motorseglers begann Wolf Hirth 1937. Ein Spezialmotor
war für diesen Zweck entwickelt worden; er sollte zunächst in einem Versuchs-
träger eingehendst erprobt werden und dann erst, nach Überwindung-der Kin-
derkrankheiten, vollkommen funktionssicher in ein Hochleistungssegelflugzeug
eingebaut werden. |

Im Sommer 1939 war dieser Versuchsträger schon beinahe fertig, als der
Krieg ausbrach und die Arbeiten sofort eingestellt werden mußten. Erst im
Herbst 1941 konnten die restlichen Arbeiten zu seiner Fertigstellung durchge-
führt werden. Am 25. 10. 1941 war dann der erste Start. Weitere kleinere Ver-
besserungsarbeiten wurden durchgeführt, bis dann die Arbeit von neuem auf-
hören mußte. |

Wolf Hirths Motorsegler „Hi 20“ ist ein freitragender Mitteldecker. Flügel
und Leitwerk sind die gleichen wie die des Segelilugzeug-Doppelsitzers Gö-
vier, d. h. Holzgerüst teils sperrholzbeplankt, teils stoffbespannt.

. Rumpf Stahlrohrgerüst mit Stoff bespannt. Fahrwerk besteht aus einem
Ballonrad, das hinter dem Schwerpunkt des Flugzeuges liegt, einem kleinen
Bug-Führungsrad und einem gummiballgefederten Schleifsporn.

Diese Nummer enthält Merkblatt 15/18.

Seite 148 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

Motorsegler Hirth „Hi 20“ oben rechts: ohne Motor, unten links: mit eingebauten:
Motoraggregat.

Im Entwurf sind noch 2 seitliche Stützräder vorgesehen, die jedoch vor-
läuig weggelassen sind.

Der Motor, 25 PS Krautter, sitzt zusammen mit der Luftschraube und dem
Ferntrieb auf einem Träger, der in seinem Schwerpunkt im Rumpf drehbar
gelagert ist. Durch ein Gestänge kann er vom Flugzeugführer in den Rumpf ein-
und ausgeschwenkt werden. Zur Aufnahme des Ferntriebes und der Luft-
schraube ist auf der Rumpfoberseite eine schmale Öffnung vorgesehen, die nach
dem Ein- bzw. Ausschwenken des Motors mit Klappen abgedeckt wird (vorerst
noch nicht montiert).

Motorsegler Hirth „Hi 20“ im Rohbau. Weltbild (8)

Nr. 9/1944, Bd. 39

„FLUGSPORT“ Seite 149

Motorsegler Hirth „Hi 20“. Links: Triebwerk in seiner ersten Ausführung (Mitarbeiter
links: H. A. Katz, r. U. Hütter), rechts: das eingebaute Triebwerk.

Der Motorträger ist mit Duralblech verkleidet, das gleichzeitig einen
Schacht für die Kühlluftabführung bildet. Aus dem vertikalen Schlitz am hin-
teren Ende des Getriebeträgers saugt dann die knapp davor laufende Luft-
schraube die Kühlluft ab, die durch zwei sich seitl. am Rumpf unter den Trag-
flächen befindliche Taschen in einen Stauraum eintritt.

Gaszufuhr wird durch einen Drehgasgriff am Steuerknüppel geregelt,

Im linken Flügelübergang ist, für den Führer leicht zu erreichen, ein Feuer-
löscher montiert, im rechten befindet sich der Brandhahn. Die Luftschraube ist
so gelegt, daß ihr Strahl das Höhenleitwerk trifft, daß das durch den Schrauben-
schub entstehende kopflastige Moment aufgehoben wird.

Motor luftgekühlt, Vierzylinder-Zweitakter von Dipl.-Ing. W. Krautter,
Stuttgart, besonders für Motorsegler und Motorgleiter entworfen.

Dem Entwurf wurden kleinste Ausmaße, geringstes Gewicht, gute Kühlver-
hältnisse, erschütterungsfreier Lauf, geringer Brennstoffverbrauch, einfache
Wartung und die Forderung nach leichtestem Anspringen auf jeden Fall und in
jeder Lage bei sofortiger genügender Leistungsabgabe zugrunde gelegt.

Hubraum 500 ccm (51 mm Bohrung, 62 mm Hub), bei 5500 U/min Leistung
25 PS, Motorgewicht einschl. Spezialzündeinrichtung und Vergasern 20,5 kg.

2 Vergaser sind vorgesehen. Die Mischkammern sitzen auf dem Motor
selbst, ein gemeinsamer Schwimmer ist fest im Rumpf eingebaut. Verbrauch im
Mittel etwa 450 g/PS/h.

Motorsegler Hirth „Hi 20“. Links: Blick in den Führerraum nach hinten, rechts: nach vorn.
Seite 150 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

Bemerkenswert ist, daß die Motorleistung von anfänglich 17 PS durch
Änderung der Sauganlage auf 25 PS gesteigert werden konnte.

Luftschraube (Durchmesser 1,4 m, Steigung 0,84 m) ist über ein Kegelrad-
getriebe 1 : 2,3 untersetzt. oo

Mit dem gesamten Triebwerk wurden vor dem Einbau in die Zelle umfang-
reiche Probeläufe gemacht in seiner letzten Form hat es rund 12 Laufstunden in
mehreren Läufen von 10 bis 90 min Dauer hinter sich. Die veröffentlichten Flug-
bilder wurden bei den ersten wenigen Flügen gemacht, nach denen über die Lei-
stungen noch keine Angaben gemacht werden können. .

Spannweite 14,8 m, Länge 6,9 m, Höhe 1,92 m, Fläche mit Querruder
187 m? Höhenleitwerk 2,65 m?, Seitenleitwerk 1,66 m?, V-Form 5°, Pfeiliorm
30, Leergewicht 280 kg, Fluggewicht 380 kg, Flächenbelastung 20,3 kg/m?, Lei-
stungsbelastung 15,2 kg/PS, Höchstgeschw. 105—110 km/h, Reisegeschw. 85
km/h, Landegeschw. 55 km/h, Steiggeschw. in Meereshöhe 0,75— 1,12 m/sec,
Triebwerk eingeklappt. Beste Gleitzahl 1: 20, Sinkgeschw. 0,9 m/sec.

Messerschmitt „Me 210“. ‚Werkbild (2)

„V I“ im Fluge über England. Aus seinem Heck strömen deutlich sichtbar die flammenden
Auspufigase seines Antriebes. Atl. (5)

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 151

Messerschmitt „Me 210“.

Flugzeugmuster Me 210 ist bereits seit längerer Zeit als schwerer Jäger, Zer-
störer oder Aufklärer eingesetzt und hat sich ausgezeichnet bewährt. Freitragen-
der zweimotor. Tiefdecker in Ganzmetallbauweise (Schalenbau) mit einzieh-
barem Fahrwerk, zentralem Seitenleitwerk und geschlossenem Raum für die
Besatzung (2sitzig). Das Tragwerk ist durch den Rumpf durchlaufend ausge-
führt und ist mit Landeklappen und Sturzflugbremsen versehen. Hauptbaustoff
Dural.

Spannweite 16,4 m, Länge 11,2 m, Höhe 3,7 m, Flügelfläche 36,2 m?.

»V 1“-Abschuß aus gesicherten Bunkern.

„V 1“, eine Waffe, gegen die bis heute kein Abwehrmittel gefunden werden konnte.

Engl. Jagdilugzeug ,„Spitfire“.

Das englische Jagdilugzeug ,‚Spitfire‘ Supermarine von. Vickers-Arm-
strong hat in der Formgebung der Flügelenden mehrfach sich geändert. Die
ursprüngliche ovale Form mit Flügelspitzen wurde nach den Erfolgen der deut-
schen Jagdilugzeuge plötzlich mit einem geraden Flügelende versehen, und als
dann die „Me 109‘ mit schlanken Flügelspitzen erschien, wurde die englische
Spitfire-Serie wieder abgeändert. Die letzte Serie hat nun eine besonders betont
schlanke Spitze, wobei die Spannweite auch etwas größer geworden ist. Dieses
neuere Baumuster wird mit ein oder zwei Kühlern, für geringere Höhe mit ge-
raden Flügelenden und für größere Höhen mit spitzen Flügelenden verwendet.
Seite 152

„FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

Australischer Jagdeinsitzer Commonwealth „Boomerang‘‘ mit Pratt & Whitney Twin
Wasp 1200 PS.

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ ‚Seite 153

USA. Grumman TBF—1 „Avenger“ Torpedo-Bomber mit Wright Double Row
Cyclone 1600 PS.

richt Cyclone

USA. Douglas A—24 (SBD—2) „Dauntless“-Sturzbomber mit 1100 PS
en R 1820.
USA Douglas P-70 „Nighthawk“.
Douglas „P— 70‘ Nachtjäger ist aus dem „DB—7“ entwickelt. Unter dem

Flügel in Hochdeckeranordnung sind 2 Cyclone-Motoren von 1600 PS aufge-
hängt.

}
|

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|
|

‘Seite 154 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

USA. Douglas P—70 Nachtjäger, aus DB—7 entwickelt, mit 2 X 1600 PS Wright
 Cyclone 14.

Charakteristisch ist der lange gerade Aufbau vom Führerraum bis zur
Flügelhinterkante verlaufend. Aus dem stromlinienförmigen Rumpf wächst das
Höhen- und Seitenleitwerk heraus. Höhenleitwerk leichte V-Stellung. In der
Rumpfnase 4 großkalibr. MGs. Versuchsweise soll auch eine 37-mm-Kanone
eingebaut werden.

USA Curtiss Wright C-46 „Commando“.

Curtiss Wright C—46 „Commando“, Truppentransporter, ist ein Tief-
decker mit auffallend großem Rumpf.

Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk und einziehbares Fahrwerk.

2X Pratt & Whitney ‚„Double-Wasp“-Motoren von 2000 PS. Höchstgeschw.
in 4000 m Höhe 420 km/h, Reisegeschw. 350 km/h, Spannweite 32,9 m, Länge
23,2 m, Flügelfläche 126 m?, max. Fluggew. 26 t, Rüstgew. 14 t, max. Nutzlast

bis 600 km Reichweite 8 t, Laderauminhalt 65 m?, 40 Mann können transportiert
werden oder schwere Lasten.

so

BE NERNERER nz

USA. Curtiss Wright C—46 „Commando“ Truppentransporter mit 2 X 2000 PS
Pratt & Whitney.

Engl. Avro „York“.

Avro „York“ ist als Bombenflugzeug, welches sich leicht i in ein Transport-
flugzeug für 50 Mann umändern läßt, entworfen.

Es zeigt gegenüber dem Avro „Lancaster“ einen Rumpf in besser durch-
gebildeter Stromlinienform, wobei die „| übinnse sehr weit nach vorn ge-
zogen ist.

Flügel vierteilig, 3faches Seitenle‘; eK.

Hochziehbares Fahrwerk in die ‘'rlängerung der hinteren Motorgondel.

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 155

Engl. Avro „York“ Transportilugzeug mit 4 X 1260 PS Rolls-Royce „Merlin XX“.
20 Fluggäste.

FE | |
4 Rolls-Royce-Merlin-XX-Motoren von 1260 PS mit dreiblättriger Havilland-

Verstelluftschraube.
Spannweite 31,09 m, Länge 23,78 m.

USA Curtiss Wright C-76 „Caravan“ Frachtilugzeug.

Curtiss-Wright C—76 „Caravan“ ist ein freitragender zweimotor. Schul-
terdecker in Holzbauweise und von den Curtiss- Wright-Werken, Missouri, ge-
baut. Die C 76, welche auch zur Beförderung von Luftlandetruppen vorgesehen
ist, hat 2 Mann Besatzung.

Curtiss C 76 „Caravan“ mit Pra“ & Whitney 2 X 1200 PS.
Seite 156 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

Flügel mit dicken H | a
„u, JeFengener erdungerKlmp von vrchien Qnehut hautac
glg. Laetr au der Inka Sei Rum orei it, dem ogchtunneh
Be ESEL nr en Motorrkiungen und einen
Bugrad unter der Rumpin ase ter | en Motorverkleidungen und einziehbares
Spannweite 23 m, Länge am TS

Bell Hubschrauber machte in B i

| uffalo sei

ın der Öffentlichkeit zu demonstrieren wurde aa
Leser des „Flugsport“

deutscher Hubschrauber i

n Flugversuche. Um die Steuerfähigkeit

Flugzeug in einer Halle vorgefü N
eführt.
werden sich erinnern, daß 1938 bereits von Hanna Reitsch Fr

n der Deutschland-Halle i i vefii

Engl. T sport S. ara), vorgelährt wurde (vgl. Flug.

„agl. Tandem-Flugzeuge Miles M 35 und M 39 B.

1941 zwei Tandem-Versuchsbaumusten, wnlene a AN les Aircraft Corp. hat

-V jatl mus . F .

dacht, waren, konstruiert und vaumuster, welche als Marine-Jagdilugzeuge ge

fläche 25, Taumusier M 35 bestand au ein»* äußeren kinten‘ liegenden Trag-

deren kleineren, "höher erden Ta as seitenruder dienten, und einer vor
. ) gen Pk ; . -

fand sich ein Motor mit Druckschra ‚jche. Im hinteren Teil des Rumpfes be-

und ein Hilfsrad unter dem rückwärtigen En ae Rures Dreipunkt-Fahrwerk

Baumuster M 39 B hat 2 Motoren, di
. | B toren, die unter den H ü e
hängt sind. An den Flügelenden befinden sich ovale Endscteiben Dar kant

„FLUGSPORT“ Seite 157

Nr. 9/1944, Bd. 36

Miles Tandemflugzeuge. Oben: Miles M 35, unten: Miles M 39 B.

Tragflügel ist an dem Unterteil der Rumpfnase befestigt und liegt tiefer-als der
Haupttragflügel. An dem hinteren Ende des Rumpfes befindet sich eine Zentral-
flosse. — 3-Punkt-Fahrwerk, hochziehbar.

Über den weiteren Verlauf der Entwicklung ist bis jetzt nichts bekannt
geworden.

Neuordnung der deutschen Normung.

Erlaß des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion vom 24. 6. 44,
veröffentlicht im Ministerialblatt Speer vom 25. 7. 44 (Nr. 22).

I. Die Erfüllung der Anforderungen des Krieges setzt eine weitgehende Normung und
Typung voraus. Um die hierzu notwendigen Arbeiten in verstärkten Maße zusammenzu-
fassen und auf die kriegsbedingten Erfordernisse auszurichten, ordne ich im Einvernehmen
mit dem Reichswirtschaftsminister die Bildung einer Kommission für Normung und Typung
unter dem Vorsitz des Präsidenten des Deutschen Normenausschusses, Direktor Benkert, arı
Die Mitglieder der Kommission werden auf Vorschlag des Vorsitzers durch mich berufen.

II. Die Kommission für Normung und Typung hat im einzelnen folgende Aufgaben,
für deren Durchführung ihr Vorsitzer verantwortlich ist.

1. die Normung und Typung zu planen und ihre Durchführung nach einheitlichen Ge-
sichtspunkten sicherzustellen;
. Richtlinien für die Aufstellung der Normung herauszugeben;
. geeignete Normungsträger mit der Aufstellung von Normen zu beauftragen;
, für die Abgleichung aller Normen auf Widerspruchsfreiheit zu sorgen;
. in Zweifelsfragen über die Notwendigkeiten oder die endgültige Fassung einer Norın
und auch in allen sonstigen Streitiragen zu entscheiden;
. geeignete Maßnahmen zur Einführung der Normen in die Wege zu leiten;
im Einvernehmen mit den Beteiligten geeignete Maßnahmen zur Bereitstellung und
Bewiri chaftung von Normteilen be! de zuständigen Stellen zu veranlassen.
III. Normen sind d’e,von den Bı eilis.en geschaffenen Vereinheitlichungen, die als
Grundlagen für die Ord,ung und Leis ungss ‚eigerung in Technik, Verwaltung, Wirtschaft
und Wissenschaft dienen. 1
Typen sind in dem Begriff Normen mit er. „alten.
Normen sind so aufzustellen, daß sie nach ihrer Veröffentlichung allgemein angewendet
und, sofern der Sachinhalt dafür geeignet ist, verbindlich erklärt werden können.
IV. Der Vorsitzer der Kommission für Normung und Typung kann sich zur Durch-
‚führung seiner Aufgaben des Deutschen Normenausschusses und seiner Geschäftsstelle

[0 0 es De)

a

Seite 158 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

bedienen. Der Vorsitzer der Kommission kann andere Stellen mit der selbständigen Er-
ledigung von Aufgaben betrauen. gez. Speer.

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Inland.

. ‚Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh
der Führer an: Oblt. Erich Hartmann, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer

an:.Major Bühligen, Kommodore eines Jagdgeschw., Generalobst. Ritter v. Greim, Be-
fehlshaber eines Luftwaffenkommandos. . u

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: General der

Tlieger Kurt Pflugbeil, Oberbefehlshaber einer Luftflotte.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Müller, Staffelkapt. i.:e.
Nachtjagdgr., Obit. Anders, Flugzeugf. i. e, Nahaufklärungsst., Fhj.-Ofw. Vechtel, Flug-
zeugi. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Liebherr, Bordfunker i. e.. Nachtjagdgeschw., Hptm.
Hadeball, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Oblt. Smola, Staffelkapt. i. e. Schlacht-
geschw., Oblt. Baake, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Lt. Wolfirum, Flugzeuge‘.
1. .e. Jagdgeschw., Fhj.-Ofw. Dörries, Beobachter i, e. Fernaufklärungsst., Ofw.
Hettinger, Bordfunker und Fliegerschütze i. e. Schlachtgeschw., Fhj.-Ofw. Meisel,
Ofw. Grewe, Flugzeugf. i. e, Schlachtgeschw., Obit. Tschoerner, Beobachter und
Kommandant i. e. Nahauiklärungsst., Oblt. Töpfer, Staffelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Ofw.
Huber, ‚Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Hptm. Geisler, Gruppenkommandeur i. e. Kampf-
geschw., Oblt. Sartor, Beobachter i. e. Kampfgeschw., Ofw. Honsberg, Flugzeugf. i. e.
Schlachtgeschw., Ofw. Porsch, Flugzeugf. und Beobachter i. e. Nahaufklärungsgr., Oblt.
Schmidt, Staffelkapt. i. e. Nachtjagdgeschw., Oblt. Rökker, Staffelkapt. i. e. Nachtjagd-
geschw., Fhj.-Fw. Bachnik, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Ofw. Gänsler, Bordschütze i. e.
Nachtjagdgeschw., Maj. Düllberg, Gruppenkommandeur i. e. Jagdgeschw., Hptm. Börngen.
Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Sommer (7), Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Dre-
wes, Gruppenkommandeur i. e. Nachtjagdgeschw., Oblf. Greiner, Staffelkapt. i. e. Nachtjagd-
geschw., Lt. Weik, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Fhj.-Fw. Birkner, Fw. Handke, Bordfunker
i. e. Nachtjagdgeschw., Hptm. Riegel, Stalfelkapt. i. e. Schlachtgeschw., Obit. Schellons
Staffelf. i. e. Kampfgeschw., Lt. Seyffardt, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Lt. von Hoffer,
Staffelf. i. e: Schlachtgeschw., Obfähnrich Oberweg, Beobachter i. e. Nahaufklärungsst..
Olw. Hübsch, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Ofw. Haugk, Flugzeugf. i. e. Zerstörer-
geschw., Ofw. Hörwick, Flugzeugf. i. e. Nachtjagdgeschw., Hptm. Hoffmann, Staffelkapt.
i.. €. Schlachtgeschw., Oblt. Ebersbach, Staffelkapt. i. e. Kampigeschw. (f), Oblt. Proetzel,
Beobachter i.'e. Aufklärungsstaffel, Lt. Rumpelhardt, Bordfunker i. e. Nachtjagdgeschw.,
Fw. Köster, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Oblt. Betke, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw.
Oblt. Hessinger, Flugzeugr. i. e. Fernaufklärungsst., Oblt. Ermoneit, Flugzeugf. und Grup-
penadjutant i. e. Kampfgeschw., Fhj.-Fw. Ensle, Flugzeugf. i. e. Schlachtgeschw., Fw. Lud-
wig, Flugzeugführer i. e. Schlachtgeschw. —

Student, General, Oberbefehlshaber der Fallschirmtruppe, vom Führer zum General-
obersten. befördert. 2

Helmut Göring, Leutnant, 5. Neffe des Reichsmarschalls, der sein Leben für Deutsch-
land gab, im Luftkampf gefallen.

Erwin Kraft, Oblt., gewann 1939 die 20. Rhön, am 25. 8. 44 im Luftkampf gefallen.

Otto Mader, Prof., Dr.-Ing., Dr. rer. techn. e. h., Wehrwirtschaftsführer der Junkers
Flugzeug- iind Motorenwerke AG.,;am 9. 9. 44 im Sanatorium Landeck gestorben. oc

Ausland. -

‘Japan. Luftstreitkräfte in China, die an der Hunanfront eingesetzt sind, haben vom
27. 5. bis 9. 8. inegesamt 869 Flugzeuge der amerikan. Luitilotte vernichtet. Von diesen
wurden in Luitkämpfen 654 Maschinen abgeschossen, während japan. Flakbatterien die
übrigen 215 Flugzeuge vernichteten. 3 Pa A

Sir William Mitchel, Luftmarschall, zu Beginn des Krieges Oberstkommandierender
der. anglo-amerikan Luftwaffe im Mittleren Osten und bis 1941 Generalinspektor der brit.
Luftwaffe, wie der Londoner. Nachrichtendienst meldet, am 16. 8. 44 gestorben,

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite-159

Peghetti, italien. Flugindustrieller, ein Pionier der italien. Luftfahrt, wurde in seiner
Wohnung in Mailand von Kommunisten ermordet. a

Buscaglia, italien. Torpedofliegerstaffel, hat in den letzten Monaten nicht weniger als
17 Dampfer mit rd. 103 000 BRT vernichtet oder schwer beschädigt.

. $*) . z ’ j
Führerhptart., 25. 7. 44 (DNB.) OKW.: In der Normandie traten die Nordamerikaner
gestern nordwestl. St. Lö und südwestl. Carentan nach heftiger Feuervorbereitung und rol-

lenden Luftangriffen mit starken Kräften zum Angriff an. — In den frühen Morgenstunden
des heutigen Tages begannen engl. Divisionen im Raume von Caen nach stärkster Artillerie-
und Luftwaffenvorbereitung ihren dort erwarteten Angriff. — In der Nacht griffen schwere

Kampfflugzeuge vom Feind belegte Ortschaften im Landekopf, fdl. Bereitstellungen und den
Nachschubverkehr mit guter Wirkung an. Über dem Landekopf und den bes. : Westgebieten
verlor der Feind 21 Flugzeuge. — Das schwere Vergeltungsfeuer auf London hält an. — In
Galizien scheiterten zahlreiche von Panzern und Schlachtfliegern unterstützte Angriffe der
Sowiets am zähen Widerstand unserer tapferen Grenadiere. — An der Front von Dünaäburg
bis zum Finnischen Meerbusen brachen zahlreiche. von Panzern und Schlachtfliegern unter-
stützte, Angriffe des Feindes verlustreich zusammen. — Die Luftwaffe führte auch gestern
mit starken Schlachtfliegerverbändene laufend Tiefangriffe zur Unterstützung der Erdtruppen
und vernichtete dabei weitere 59 sowj. Panzer. — In Luftkämpfen und durch Flakartillerie
verlor der Feind 54 Flugzeuge. — In der Nacht waren fdl. Truppenansammlungen und Be-
reitstellungen im Raum von Lublin das Angriffsziel schwerer K'ampfflugzeuge. -- Nach Tages-
angriffen fdl. Jagdfiieger in den südwestdeutschen Raum führte. ein brit. Bomberverband in
der Nacht einen Terrorangriff gegen Stuttgart. Einige fdl. Flugzeuge warfen außerdem
Bomben auf Berlin und auf Orte in Ostpreußen. 15 fdl. Flugzeuge wurden abgeschossen.

Führerhptart., 26. 7. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtflieger griffen fdl. Bereitstellungen im
J.andekopf mit gutem Erfolg an und beschädigten vor der Küste ein großes Transportschiff
schwer. In Luftkämpfen wurden 11 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Schweres V 1-Vergeltungs-
feuer liegt weiterhin auf dem Großraum von London. — Bei Angriffen auf Nachschubgeleite
in der Ägäis brachten Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine, Bordflak und J agdflieger von
15 angreifenden Bombern 7 zum Absturz. — Hptm. Weißenberger, Gruppenkommändeur i. e.
Jagdgeschw., errang an der Ostfront seinen 200. Luftsieg. — Fdl. Bomberverbände griffen
Orte in West- und Südostdeutschland an. Besonders in. Stuttgart entstanden durch einen er-

Eichenlaubträger. 1: Reihe vn r.: Hptm. Lamprecht, Lt. Glunz, Major Henze, Ofw:
Frank (7), 2. Reihe: Oblt. Stahl, Hptm. Huppertz, Major: Kaubisch, Oblt. Weßlung (F).
Weltbild (8)
Seite 160 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

neuten Terrorangriff Schäden und Personenverluste. — Einzelne fdl. Flugzeuge warfen außer-
dem Bomben auf das Gebiet der Reichshauptstadt und auf Orte in Ostpreußen. — Luftver-
teiligungskräfte brachten 51 fdl. Flugzeuge zum Absturz.

Führerhptart., 27. 7. 44 (DNB.) OKW.: Wirksame Angriffe unserer Kampfflieger rich-
teten sich bei Nacht gegen fdl. Bereitstellungen im Raum Caen und Schiffsziele nordöstl.
Oherbourg. — Der Feind verlor 11 Flugzeuge in Luftkämpfen. — Das Vergeltungsfeuer auf
I.ondon dauert an. — In der Zeit vom 24. 6. bis 24. 7. wurden im Nordabschnitt der Ostfront
durch Truppen des Heeres und der Waffen-# sowie durch fliegende Verbände und Flakartil-
lerie der Luftwaffe 924 sowj. Panzer vernichtet. — Starke Schlachtfliegerverbände griffen in
den Schwerpunkt-Abschnitten wirksam in die Erdkämpfe ein und zersprengten fdl. Kolonnen.
Hierbei wurden 35 fdl. Panzer und über 400 Fahrzeuge zerstört. — In der Nacht führten
schwere Kampfflugzeuge Angriffe gegen fdl. Bereitstellungen im Raum von Lublin. — Norl-
amerikan. Bomber griffen Orte in Südostdeutschland und in Rumänien an. Durch Luftver-
teidigungskräfte wurden 42 fdl. Flugzeuge, darunter 35 viermotor. Bomber, vernichtet. Ru-
mänische Jagdflieger schossen im Kampf mit einem nordamerikan. Jagdverband 9 £fdl. Jäger
ab. — In der Nacht warfen fdl. Flugzeuge Bomben im Raum von Hamburg und auf die
Stadt Tilsit. 6 Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht.

Führerhptart., 28. 7. 44 (DNB.) OKW.: Jagd- und Schlachtfliegerverbände schossen im

Abschnitt von Caen in Luftkämpfen 10 fdl. Flugzeuge ab. — Torpedoflieger versenkten in der
Nacht zum 27. 7. in der Seinebucht einen fdl. Tanker von 4000 BRT und beschädigten 4 Trans-
pertschiffe mit 25000 BRT und einen Zerstörer schwer. — Sicherungsfahrzeuge eines deut-

schen Geleits schossen vor der Loire-Mündung von 8 angreifendene fdl. Jagdbombern 6 ab. —
Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt fast ununterbrochen auf dem Großraum von London. —
An der Front zwischen Dünaburg und dem Finnischen Meerbusen unterstützten starke
Schlachtfliegerverbände die Abwehrkämpfe des Heeres und vernichteten in Tiefangriffen
1 fdl. Panzer und über 400 Fahrzeuge. — I. d. Nacht waren der Bahnhof von Wilna und
sowj. Truppenansammlungen westl. Lublin das Angriffsziel schwerer deutscher Kampfflug-
zeuge. — Nordamerikan. Bomber führten einen Terrorangriff gegen Budapest. Durch deutsche
und ungar. Luftverteidigungskräfte wurden 29 fdl. Flugzeuge, darunter 26 viermotor. Bomber,
zum Absturz gebracht. —- I. d. verg. Nacht warfen fdl. Flugzeuge Bomben auf einige Orte irn
Westdeutschland und in Ostpreußen. In der Stadt Insterburg entstanden Schäden und Per-
senenverkaste-3 Flugzeuge wurden abgeschossen.

Führerhptart., 29. 7. 44 (DNB.) OKW.: Vor dem Landekopf beschädigten Torpedoflieger
ein fdl. Frachtschiff von 6000 BRT schwer. — Das Vergeltungsfeuer auf London dauert an.
—- An der Front zwischen der Düna und dem Finnischen Meerbusen vernichteten Schlacht-
fliegerverbände weitere 40 Panzer, zahlreiche Geschütze und mehrere hundert Fahrzeuge. —
In der Nacht führten schwere Kampfflugzeuge einen zusammengefaßten Angriff gegen den
Bahnhof Molodeczno, der starke Brände und heftige Eplosionen unter abgestellten Trans-
portzügen hervorrief. Bei der Abwehr eines sowj. Luftangriffs auf die Stadt Kirkenes schos-
sen unsere Jagdflieger 12 fdl. Flugzeuge ab. — Nordamerikan. Bomber griffen bei Tag Orte in
Mittel- und Westdeutschland, darunter Wiesbaden und Merseburg an.

Führerhptart., 30. 7. 44 (DNB.) OKW.: Im Abschnitt Beaucourdray—Perey wurden 28
Panzer und 7 Flugzeuge durch Einheiten des Heeres abgeschossen. — Jagd- und: Schlacht-
fliegerverbände schossen in Luftkämpfen 6 fdl. Flugzeuge ab. — I. d. Nacht führten starke Ver-
l,ände schwerer Kampfflugzeuge wirksame Angriffe gegen Bereitstellungen des Feindes sid-
östl. Caen und im Raum südwestl. St. Lö. — Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt weiter auf
London und seinen Außenbezirken. — Schlachtfliegerverbände versenkten auf der Weichsel
inehrere vollbeladene Fähren und Landungsboote des Feindes. — In der Nacht griffen schwer«
Kampfflugzeuge fdl. Truppenansammlungen und Bereitstellungen östl. des großen Weichse!-
bogens an. — Nordamerikan. Bomber führten Terrorangriffe in Mitteldeutschland und gegen
die Stadt Bremen. Die Bevölkerung hatte Verluste. Durch Verteidigungskräfte wurden 34 fdl.
Flugzeuge, darunter 31 viermotor. Bomber, zum Absturz gebracht. — I. d. Nacht warfen brit.
Störflugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. \

Führerhptart., 31. 7. 44 (DNB.) OKW.: In der Nacht griffen Kampfverbände fdl. Schiffs-
ansammlungen vor der Orne- und Seine-Mündung an. — Der Feind verlor 11 Flugzeeuge. —
Schweres Vergeltungsfeuer liegt fast ununterbrochen auf London. — Schlachtgeschw. setzten
bei Tiefangriffen zahlreiche fdl. Panzer und Geschütze außer Gefecht und zerstörten mehrere
hundert Fahrzeuge. — Ein nordamerikan. Bomberverband griff gestern das Gebiet von Buda-
pest sowie einige andere Orte in Ungarn und Kroatien an. Deutsche und ungar. Luftvertei-
Jdigungskräfte vernichteten 15 fdl. Flugzeuge, darunter 11 viermotorige Bomber.

Führerhptart., 1. 8. 44 (DNB.) OKW.: Torpedoflieger beschädigten in der Seinebucht
2 Handelsschiffe mit 15 000 BRT. — Das V 1-Vergeltungsfeuer auf London wurde bei Tax
und Nacht fortgesetzt. — Im Finnischen Meerbusen schossen Wachfahrzeuge der Kriegs-
marine und Jagdflieger 10 sowj. Bomber ab. — Schlachtfliegergeschw. griffen mit guter Wir-
kung an den Schwerpunkten in die Erdkämpfe ein und vernichteten über 300 fdl. Fahrzeuge.
— Nordamerikan. Bomber griffen gestern Bukarest und das Gebiet von Ploesti an. Durch
(leutsche und rumänische Luftverteidigungskräfte wurden 11 fdl. Flugzeuge vernichtet. — Inı
Schutze dichter Bewölkung führten nordamerikan. Bomber Terrorangriffe gegen die Städte
München, Mannheim, Ludwigshafen und Frankenthal. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen
wurden 15 fdl. Flugzeuge abgeschössen. — Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Monat
Juli 25 Fracht- und Transportschiffe mit 149 000 BRT, 20 weitere Transportschiffe mit 110 000

Fr

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT«“

Seite 161

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Ofw. Brennecke, Lt. H. Schmidt, Oblt. Krink, Hptm.
Günther (7), 2. Reihe: Lt. Sachsenberg, Major Hornung, Oblt. Mänhardt, Hptm.

Jamrowski.

Weltbild (8)

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Lt. Düttmann, Fhj.-Fw. Braun, Lt. Fickel, Ofw.

Gaiser (kehrte von einem Feindflug nicht zurück). 2. Reihe: Oblt. Kornblum;
Noller, Oblt. Metzig (v. Feindflug nicht zurückgekehrt), Oblt. Augenstein.

Fhj.-Ofw.
Weltbild (8)

„FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

Seite 162

BRT wurden beschädigt. An fdl. Kriegsschiffen wurden 2 Kreuzer, 10 Zerstörer, eine Fre-
gatte, ein Minenräumboot, 2 Bewacher und 11 Schnellboote versenkt. Ein Schlachtschiff,
4 Kreuzer, 11 Zerstörer, ein Torpedoboot, 2 Landungsspezialschiffe und mehrere Schnellboote
erlitten durch Bomben, Torpedos und Artillerietreffer zum Teil schwere Beschädigungen. _
Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak-Artillerie schossen i. d. Zeit v.
1.--831. 7. 196 fdl. Flugzeuge ab. °

Führerhptart., 2. 8. 44 (DNB.) OKW.: In der Nacht griffen Kampfflieger fdl. Panzer-
spitzen und belegte Ortschaften mit guter Wirkung an. — Das Vergeltungsfeuer auf London
dauert an. — Deutsche Torpedoflieger griffen einen fdl. Geleitzug vor der nordafrikan. Küste
an. 4 Frachter mit 26 000 BRT und ein Zerstörer wurden vernichtend getroffen. Außerdem er
hielten weitere 7 Handelsschiffe mit zusammen 49 000 BRT. Torpedotreffer, — Schlachtfliegei
versenkten auf der Weichsel 28 mit Truppen vollbeladene Fähren der Sowjets. — Nordöstl
Warschau warfen Truppen des Heeres und der Waffen-4, von Schlachtfliegern unterstützt
die Bolschewisten im Gegenangriff zurück. — Im Monat Juli vernichtete die Luftwaffe 1831
anglo-amerikan. Flugzeuge, darunter 1236 viermotor. Bomber. Allein über dem Reichsgebiet
wurden 804 fdl. Flugzeuge in Luftkämpfen und durch Flakartillerie abgeschossen. .

Führerhptart., 3. 8. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtflugzeuge zersprengten fdl. Marschkolon
nen im Raum südl. Avranches und vernichteten eine größere Anzahl von Panzern, Geschützeı
und Fahrzeugen. — Über der Normandie und den bes. Westgebieten wurden 18 fdl. Flugzeugt
abgeschossen. — Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt weiterhin auf dem ‚Großraum vor
London. — In der großen Abwehrschlacht zwischen den Karpaten und dem Finnischen Meer
busen wurden im Monat Juli 250 fdl. Panzer durch die Luftwaffe vernichtet. — Im gleicheı
Geitraum verloren die Sowjets in Luftkämpfen und durch Flakartillerie der Lw. 1329 Flug
TE rihrerhptart., 4. 8. 44 (DNB.) OKW.: Das schwere Feuer der V1 liegt weiterhin au
London und seinen Außenbezirken. — Ein in den Morgenstunden des 2. 8. im Schutze eng]
Zerstörer und zahlreicher Jagdbomber durchgeführtes fdl. Landungsunternehmen gegen die
dalmatinische Insel Korcula wurde durch die Inselbesatzung nach kurzem, hartem Kamp
ahgeschlagen. — Fdl. Bomberverbände richteten unter Verletzung schweizerischen Hoheits
gebietes Terrorangriffe gegen Orte in Süd- und Südwestdeutschland, vor allem gegen Fried
richshafen, Saarbrücken und Kempten. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 43 fdl. Flug
zeuge, darunter 40 viermotor. Bomber, abgeschossen.

Führerhptart., 5. 8. 44 (DNB.) OKW.: In der Bretagne griffen Schlachtflieger mit gute

Wirkung in die Erdkämpfe ein und zersprengten fdl. Kolonnen. — I. d. Nacht waren von
Feinde belegte Orte und Flakbatterien das Angriffsziel unserer Kampf- und Nachtschlacht
flugzeuge. — Schweres V1-Vergeltungsfeuer liegt auf London. — Italien. Torpedoflieger veı

senkten nordöstl. Bengasi einen Frachter von 7000 BRT und beschädigten 2 weitere mi
14 000 BRT schwer. — 41 fdl. Flugzeuge wurden in Luftkämpfen und durch Flakartilleri

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Generallt. Boenicke, Lt. Lemke, Ofw. Kahle, Oiv
Scheriling. 2. Reihe: Hptm. Haiböck, Lt. Hoffmann, Ofw. Elimer, Oblt. Merker. Weltbild (

LATTER

Kurvenkonstruktionen für den Flugzeugentwurf.

AS MERK

GEGRÜNDET 1909 U MERAUISTOEBEN von

SSKAR UESINUS, EmL-JeG

Nr. 15-18

Veröffentl. i. Nr. 9/1944

I. Eierkurven nach F. Hügelschäffer.

1. Einfache Eierkurven (Zweikreis-Verfahren). Spantumriß durch drei Stücke

eindeutig gegeben, nämlich größte Höhe H und Höhenlage h, der größten Breite B.

Die Konstruktion (Abb. 1) entspricht genau der als hinreichend be-
kannt vorausgesetzten Ellipsenkonstruktion. j

Gleichung der Eierkurve nach Abb. 1:

| x — e\?’ y ® x\? /2x

_——) + - — = 1)=1
Cr) (5) +) (7 )
dabei iste= H/2? —h, undk = HBjäe.

Ohne den 3. Summanden, der die Unsymmetrie der
Kurve zur Querachse besorgt, würde die Gleichung eine
Ellipse mit den Achsen H und B darstellen.

Y-

Interessante Variationen ergeben sich auch, wenn der Strah-
lenmittelpunkt M,, nicht mit dem Breitenkreismittelpunkt M
zusammenfällt oder wenn er nicht auf der Symmetrielinie liegt oder

Abb.1. Einfache

j x Eierkurven, ge-

geben: H, B, h,)-

Höhenkreis

wenn statt der beiden Kreise andere Linien gewählt werden.

Die Abb. 2 zeigt eine interessante Strakkonstruktion als An-

Breitenkreis

wendung des Verfahrens.
N
\/

I
Rumpfbezugsebene

N

nachträglich angestrakf: en
ideal'sierter (sreiiger) Verlauf‘ —_ Pl

| Linie ae größfen-Breite (=Orf aller
Mitelpunkte Ks)
0

b

Abb. 2. Konstruktion
eines Rumpfstraks
m. Hilfe von
Eierkurven
oach d. Zwei-
kreis-Verfah-
ren v. F. Hü-
gelschäffer.

Ruf „ueugsebene

2. Verbesserte Eierkurven (Dreikreis-Verfahren).
Höheren Ansprüchen an die zu konstruierende Spant-
form entspricht die Konstruktion nach Abb. 3. Außer

H, hg  DBesind noch zwei Kurvenpunkte P und Q be- “ f 4
liebig gegeben. Lösungsgang: , 1 | 7
1. 49) = H 6. (56 | [| 8-4) of on |
2. @9) = 7. 6-7) | [| d-2) / „o Hilfsovall
3. 8-4) = B/2 8 8-6) x 6) = M 6

4. 5) = TP vorgegebene
5 (5°) = Q Kurvenpunkte

Die Aneinanderreihung genügend vieler Punkte 7 H
ergibt ein Hilfsoval von der Höhe des Hilfskreises |
und der Breite B. Das Hilfsoval ist zwar nicht von |
unmittelbarer Bedeutung, doch erleichtert es die Über- \
prüfung der Konstruktion auf ihre Richtigkeit und \
entspricht genau dem Breitenkreis in Abb. 1. Die
Konstruktion geht folgendermaßen weiter:

9. (5-—7) x Breitenkreis = (8).

10. 79) [1 &—9).

11. (3-8) x (7-9) = (9) = Punkt des Hilfskreises.
Entsprechend findet man für Q@ einen Punkt
(9).

12. Mittelsenkrechte auf (9-9) x Symmetrieachse
(1—2 = (10) = Mittelpunkt des Hilfskreises.
mit Halbmesser (9—10).

Abh. 3.1!

Sn

N N

Hölhenkreis
, N

ÄN X Hilfskreis

NS.

Die Konstruktion weiterer Kurvenpunkte ergibt sich rückläufig als -Ziekzack (8--9-——7—6—5). Das Ver-
fahren läßt sich ohne weiteres auch für eine Strakkonstruktion entsprechend Abb. 2 verwenden, dabei
gibt man sich die 3 Kreismittelpunkte M,, (10) undM Tim Aufriß als strakende Linien vor.

II. Ellipsen-Sinustropfen nach A. Voegeli.

i i i i d b. Das Tropfenende ist

Die Tropfennase besteht aus einer halben Ellipse mit den Halbachsen a un en
das Viertel einer Sinuslinie (mit der . Wellenlänge 4c und dem größten Ausschlag 2b) und deren Spiegelbild.
j Die Krümmung des Umrisses ist zwar an der Übergangsstelle von der Ellipse zur Sinuslinie unstetig

(Abb. 5), doch tritt dies mindestens zeichnerisch bei den gebräuchlichen Dickenverhältnissen nicht in Er-

cheinung. . .
= Konstruktion: Man zerlegt das Kreisviertel über b und das Tropfenende über ein gleiche Teile. Auf
die in den Teilpunkten von c errichteten Höhen werden die Teilpunkte des Viertelskreises hinübersgelotet.
Die elliptische Nase erhält man in bekannter Weise,

c
Vorzüglich findet der Ellipsen-Sinustropfen auch als Um- 2C
rißform von rotationssymmetrischen Kraftstoffbehältern Ver- E27
wendung. Seine Vorzüge sind nicht nur —4
einfache Umrißkonstruktion, sondern 6
auch die Möglichkeit der genauen und > C N
verhältnismäßig einfachen Berechnung Al &,
von Rauminhalt und Körperoberfläche: ea,
Rauminhalt V des Tropfenkörpers
| V= nb? (2a3 + c/2) 0 ist j
p
Abb. 4 B E "7 j
Ellipsen-Sinustropfen. ar Ellipse
Konstruktion n. Voegeli. 5
2
#./<
n gleiche Teile b ( $) Sinuslinie
- sr
2C 2
Ber Bun b .
Abb. 5. Konstruk-
tion u. Berechnung
der Krümmungs-
- Sinuslinie kreise in den Schei-
e teln. Neigung der

Endtangente.,

ge. licher Ellipsen-Jin

r DER EE
i :
BURERL,

}

Seine Oberfläche Ö ist

. 2 on
| 0=rb (+: ) + fi VIFR +m@+ Virm]

€

elliptische Nase + sinoides Ende

V 2 = hE

dabei ist ge — undk= ab
a 2c
Zahlenbeispiel: Behälterlänge l= a+c = 20 m. Dickenrücklage a = 0,7 m. Durchmesser d = 2b =
0,5 m. Demnach b = 025m c= 13m, a/l = 35%, d/. = 25%. Durch Einsetzen in die Gleichungen findet
man:

Iauminhalt V= „ 0,0625 (1,4/3 + 1,3/2) = 0,22 cbm = 220 Liter.

Ferner findet man k = 0,302 und e = 0,943.

Nach der Sinustabelle beträgt der Winkel, dessen Sinus = 0,943 ist, rund 70040’ oder durch Multipli-
zieren mit 7/1800 umgerechnet ins Bogenmaß = 1,25. Also beträgt der Zwischenwert aresin = 1,25. Durch
Einsetzen von arcesin » = und k in die Oberflächengleichung findet man schließlich 0 = 2,32 qm. (Den
Zahlenwert des natürlichen Logarithmus findet man z. B. in der „Hütte“, wobei nach bekannten Regeln
beispielsweise In 1,345 = In 1345 — In 1000 = 7,204 — 6,903 = 0,301.)

Bei geometrisch ähnlichen Tropfen verhalten sich natürlich die Rauminhalte wie die dritten Poten-
zen der Längen oder Dicken, die Oberflächen dagegen wie die Quadrate der Abmessungen, also:

Vı[\ = (hl)? = (dıld)?| und |0,/0, = (Iıll2)? = (dı/d,)?

Diese Tatsache führt zum Diagramm Abb. 6, wobei sich die Abhängigkeit im doppelt logarith-
mischen Maßstab als exakte Gerade mit der Neigung 2/3 abbildet.

Bei Tropfen gleicher Länge und gleicher größter Dickenrücklage, jedoch verschiedener Dicke ver-
halten sich die Rauminhalte wie die Quadrate der Dicken, also:

\Y/% = (dı/de)? | für ı — ls und ı = a.

Bei Tropfen gleicher Länge und gleicher Dicke, jedoch verschiedener größter

Dickenrücklage ver-
halten sich die Rauminhalte wie:

YÄ)=ß8+al):(3 + 31) furl = 1 undd = d.

Demnach bringt bei gleich langen und gleich dicken Tropfen eine Änderung der Rücklage von z. B.
30% auf 40% eine Volumänderung von —3%, Geht man mit den Vs-Werten in die geneigte Gerade des
Diagramms, so ergeben sich daraus links abzulesen ziemlich genau die neuen Oberflächen 0,.

III. Kegelschnitte.

Kreise, Ellipsen, Parabeln und Hyperbeln (Abb. 7) sind Kegelschnitte, so benannt nach ibrer Ent-
stehung am Drehkegel. U. a. gilt folgender Satz:

„Bin Kegelschnitt ist durch 5 —n Tan

genten und n Kurvenpunkte eindeutig gegeben‘, Dabei kann
n=0,1,2,3, 4 5 gesetzt werden.

Davon leiten sich zahlreiche Konstruktionen ab, wovon sich die nachstehenden für das rasche Auf-

zeichnen von exakten und formschönen Umrissen von Spinnern, Flügelrandkappen, Seitenleitwerken.
Spanten, Kabinenaufrissen u. dgl. besonders eignen.

Bezeichnungen und Abkürzungen:

A,B,O, .... = Punkte.
abe 2.2... = Geraden oder Tangenten in den PunktenA,B,C...
DE = Serade, dargestellt durch die Verbindung zweier
Punkte D und E.
G : Punkt G ergibt sich als Schnitt der Geraden e und £.

der gesuchte Punkt X liegt auf der Geraden c.
XH : die gesuchte Gerade x geht durch den Punkt H.
„KS (A,a;B,b;c) : der Kegelschnitt ist durch 2 Kurvenpunkte A,
B und 3 Tangenten a, b, ce gegeben.

A
PR, Ay In Abb. 7 wird angedeutet, daß alle KS (A, a:
HERREN B, b; C), deren C zwischen S und M bzw.M und H
er AL) liegt, Hyperbeln bzw. Ellipsen sind, wobei SM —
6 eo MH und SH die Sehnenhalbierende ist. Der Ke-
x& 7 ur gelschnitt durch M selbst ist ein Sonderfall und
DR stellt die einzig mögliche Parabel dar.
AY= WB

YHM= MS Abb. T. Verschiedene Kegelschnitte mit
gemeinsamen Tangenten A,b,B.

Tangente a
Bei den Abb. 8 und 9 erübrigt sich eine Beschreibung der Konstruktion.

Abb. 10: Gegeben ist ein KS (A, a; B, b; Ö, gesucht sind so viele weitere Kurvenpunkte N, daß die
Kurve mit Sicherheit gezeichnet werden kann. Lösungsweg: ;

1.axb=D.

man wähle beliebige Punkte E, (auch außerhalb B—D)),

3. ABExBO = F4FDxAC=G,5.GBxEF= X.

Abb. 11: Gegeben ist ein KS (A, a; B, b; c), gesucht sind so viele weitere Tangenten x, daß die
Kurve mit Sicherheit durch die einhüllenden Tangenten dargestellt wird.

lL.axb=D,2.axce=B,3.bxe= F,4. man wähle bel. Punkte Gr 5. AGxb =H, 6. DGxc
=J,7.HJ=x

Abb. 8. Kegel-
schnitt, gegeben
i. d. Form (A, a;
B, b; e), gesucht
Berührpunkt X .

von c.

B

Abb. 12: Gegeben ist ein KS (A, a; B; C; D), gesucht, S
ist die Tangente x,.

Lösungsweg:
1.ADxBC=EH2.axCD=F,3.EFxAB=-G,

4, GD = XD = d. . .
Die Abb. 13 zeigt ein Anwendungsbeispiel der Abb. 10
und 11.

Dr.-Ing. H. Schmidbauer.

Abb. 10. Punktweise K
venkonstruktion.

Abb. 9. Kegelschnitt, ge-
geben i. d. Form (A, a; B,
b: C), gesucht Tangentex <
durch C.

4
Wa Abb. 13. Spantkonstruktion m. Hilfe
v. Kegelschnitten f. Triebwerksver-
kleidung des Jumo 211.

Abb. 11. Kurvenkonstruktion durch ein
hüllende Tangenten (entspricht genau
Abb. 8).

hte Tangente x

gesuc D

12. Konstruktion d. Tan- N
te x) an dem 4. Punkt D.

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 163

abgeschossen. — Beim Vorstoß fdl. Fernjäger in rumänisches Gebiet schossen deutsche und
rumän. Luftverteidigungskräfte 10 fdl. Flugzeuge ab. — Fdl. Bomberverbände griffen gestern
mehrere Orte in Norddeutschland, vor allem Bremen, Hamburg, Anklam und Schwerin an.
Durch Luftverteidigungskräfte wurden 46 fdl. Flugzeuge vernichtet. — I. d. Nacht warfen
einzelne fdl. Flugzeuge Bomben im Raum Insterburg und Gumbinnen.

Führerhptgrt., 6. 8. 44 (DNB.) OKW.: Das Vergeltungsfeuer auf London wurde bei Tag
und Nacht fortgesetzt. — Im Bereich einer Panzerarmee wurden 27 Panzer durch Schlacht-
flieger vernichtet. Hiervon schoß Major Rudel allein 11 Panzer ab und erzielte damit seinen
300. Panzerabschuß durch Bordwaffen. — Schlachtflieger versenkten i. d. Narwabucht einen
sowj. Tanker von 2000 BRT. und 2 Transportschiffe. 2 weitere Schiffe wurden schwer be-
schädigt. — Fdl. Bomberverbände führten Terrorangriffe gegen Orte in Mitteldeutschland.
Besonders in Magdeburg und Braunschweig entstanden Personenverluste und Gebäudeschä-
den. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 36 fdl. Flugzeuge vernichtet. — In der Nacht
warfen einzelne fdl. Flugzeuge Bomben im rheinisch-westf. Gebiet und in Ostpreußen.

Führerhptart., 7. 8. 44 (DNB.) OKW.: Torpedoflieger versenkten i. d. Seinebucht 3 fdl.
Zerstörer, 2 leichte Kreuzer, ein Zerstörer und ein Truppentransporter von 4000 BRT wurden
schwer beschädigt. — Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt auf London. — Fdl. Bomber-
verbände führten gestern Terrorangriffe gegen Berlin und Hamburg sowie einige Orte im
Östseeraum, — In der Nacht warfen einzelne fdl. Flugzeuge Bomben im rheinisch-westf. Ge-
biet. Über dem Reichsgebiet und den besetzten Westgebieten wurden 57 fdl. Flugzeuge, dar-
unter 45 viermotor. Bomber, abgeschossen.

Führerhptart., 8. 8. 44 (DNB.) OKW.: Südwestl. Vire und östl. Avranches setzten die
Nordamerikaner auf breiter Front ihre Durchbruchsangriffe unter stärkstem Material- und
Luftwaffeneinsatz fort. — I. d. Nacht zum 7. 8. wurde ein Zerstörer i. d. Seinebucht durch
Lufttorpedotreffer schwer beschädigt. — Über der Normandie und über den besetzt.’ Westge-
bieten wurden 19 Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. — London und seine Außenbezirke
liegen weiterhin unter dem schweren Störungsfeuer der „V1“ — Nordamerikan. Bomber
sriffen gestern einige Orte in Oberschlesien an. — I. d. verg. Nacht überflogen fdl. Störflug-
zeuge Südostdeutschland. Deutsche und ungar. Luftverteidigungskräfte schossen 28 fdl. Flug-
zeuge ab.

Führerhptart., 9. 8. 44 (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge griffen die Nachschubstützpunkte
Avranches und Brecey mit guter Wirkung an. Im Seegebiet von Avranches wurde i. d. Nacht
zum 8. 8. ein fdl. Handelsschiff von 10 000 BRT durch Bombenvolltreffer versenkt. — Über der
Normandie und den besetzt. Westgebieten verlor der Feind 20 Flugzeuge. — Schweres „V1“-
Vergeltungsfeuer liegt auf dem Großraum von London. — An der lettischen Front griffen
Schlachtflieger wiederholt in Tiefangriffen wirksam in die Erdkämpfe ein. — Durch Kampf-
und Nachtschlachtflugzeuge wurden sowj. Verkehrsanlagen und Stützpunkte mit guter Wir-
kung angegriffen. Mehrere Pontonbrücken über die Weichsel wurden zerstört. — Fdi. Stör-
flugzeuge warfen i. d. verg. Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland und in Ostpreußen.
In Köln entstanden Gebäudeschäden.

Führerhptart., 10. 8. 44 (DNB.) OKW.: Im Seegebiet westl. Brest wurde ein fdl. Groß-
Zerstörer durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Schweres Störungsfeuer liegt auf Lon-
don. — Schlachtfliegerverbände griffen vor allem im großen Weichselbogen und im Raum
westl. Kauen sowj. Bereitstellungen und Panzeransammlungen mit guter Wirkung an. I. d.
Nacht waren fdl. Truppenansammlungen nordwestl. Baranow und südwestl. Warka das An-
griffsziel unserer Kampf- und Nachtschlachtflieger. — Der Feind verlor gestern 41 Flugzeuge.
— Fdl. Flugzeuge warfen bei Tage Bomben im Raum von Budapest. — I. d. Nacht griff ein
schwächerer fdl. Verband das Gebiet von Ploesti an, wobei er 14 Flugzeuge verlor. — In West-
und Südwestdeutschland wurden vor allem Saarbrücken, Karlsruhe, Pirmasens und Luxem-
burg angegriffen und durch Luftverteidigungskräfte 33 fdl. Flugzeuge, darunter 31 viermotor,
Bomber, vernichtet. '

Führerhptart., 11. 8. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtflieger griffen nördl. Le Mans fdl. Fahr-
zeugkolonnen mit guter Wirkung an. — Durch Angriffe schwerer Kampfflugzeuge vor der
normann. Küste wurden ein Handelsschiff von 4000 BRT in Brand geworfen, eine weitere
große Schiffseinheit und ein Zerstörer schwer beschädigt. — Sicherungsfahrzeuge der Kriegs-
warine und Marineflakartillerie schossen v. d. Küste der bes. Westgebiete 11 fdl. Flugzeuge
ab. — Das Vergeltungsfeuer auf London dauert an. — Kampf- und Schlachtfliegerverbände
griffen den sowj. Übersetz- und Nachschubverkehr auf der Weichsel mit guter Wirkung an.
— Fül. Bomber griffen gestern das Gebiet von Ploesti an. Deutsche, rumän. und bulg. Luft-
verteidigungskräfte brachten 13 fdl. Flugzeuge zum Absturz. — I. d. Nacht überflogen fdl.
Störflugzeuge südungar. Gebiet. 2 Flugzeuge wurden abgeschossen. — Fdl. Jagdverbände
stießen nach Südwest- und Westdeutschland vor. Hierbei wurde ein mit dem Roten Kreuz
deutlich gekennzeichneter Lazarettzug im Raum München mit Bordwaffen angegriffen. —-
I.d. N acht warfen fdl. Flugzeuge Bomben auf Berlin.

‘ Führerhptart., 12. 8. 44 (DNB.) OKW.: Unterseeboote schossen vor der Invasionsküste
und in anderen -Seegebieten 3 fdl. Flugzeuge ab. — Schweres „V 1“-Vergeltungsfeuer liegt
Tag und Nacht auf dem Großraum von London. — Nordamerikan. Bomber führten Terrör-
angriffe gegen Südwestdeutschland. Besonders in den Städten Straßburg, Saarbrücken und
Mühlhausen entstanden Schäden in Wohnvierteln und an Kulturdenkmälern. Das Straßburger
Münster wurde beschädigt. — I. d. Nacht griff ein schwächerer Verband fdl. Störflugzeuge
die Reichshauptstadt an. 11 Terrorbomber wurden abgeschossen.
Nr. 9/1944, Bd. 36

Seite 164 „FLUGSPORT“

Führerhptart., 13. 8. 44 (DNB.) OKW,;: Nach starken Luftangriffen traten die Nord-
amerikaner erneut zum Angriff auf St. Malo an. — Marineflakartillerie und Sicherungsfahr-
zeuge schossen über der west- und südfranz. Küste 15 fdl. Bomber ab. — Das Vergeltungsfeuer
auf London dauert an. — Schlachtfliegerverbände führten westl. Baranow wirksame Angriffe
gegen sowj. Panzer und Fahrzeugkolonnen. — Nach einem Tagesangriff nordamerikan.
Bomber auf die Stadt Metz warfen schwächere brit. Fliegerverbände i. d. Nacht Bomben auf
Braunschweig, Hildesheim, Rüsselsheim und Kiel. Durch Nachtjäger und Flakartillerie der
Lw. wurden 58 Terrorbomber abgeschossen.
Führerhptart. 14. 8. 44 (DNB.) OKW.: Im Raum nördl. Alencon stießen gepanzerte
Kampfgruppen dem vordringenden, von starken Luftstreitkräften unterstützten Feind ent-
gegen. Es entwickelten sich heftige Kämpfe, die noch andauern. Durch Flakartillerie der
Lw. wurden 12 viermotor. Bomber abgeschossen. — Schweres ,„V 1“-Vergeltungsfeuer liegt
weiter auf London und seinen Außenbezirken. — Einzelne fdl. Flugzeuge warfen i. d. Nacht
Bomben auf Hannover.
Führerhptart., 15. 8. 44 (DNB.) OKW.: Nachdem der Feind i. d. letzt. Tagen seine Luft-
angriffe gegen Verteidigungsanlagen und Verkehrsverbindungen im südfranz. Küstenraum
wesentlich verstärkt hatte, landete er i. d. frühen Morgenstunden des heutigen Tages im
Raum Toulon—Cannes. — Marine-Flakbatterien und Sicherungsfahrzeuge schossen über
west- und südfranz. Küstengewässern 30 fdl. Flugzeuge ab. — Das Vergeltungsfeuer auf
London dauert an. — Schlachtfliegerverbände unterstützten die Abwehrkämpfe und Tfügten
dem Feind hohe Menschen- und Materialverluste zu. — Durch die Angriffe fdl. Bomberver-
bände entstanden gestern Schäden in Mannheim, Ludwigshafen, Trier und Kaiserslautern.
Die Bevölkerung hatte Verluste. Der Dom von Trier wurde schwer getroffen. — I. d. Nacht
warfen fdl. Flugzeuge Bomben auf Berlin und im 'rheinisch-westf. Gebiet. Über dem Reichs-
gebiet und den bes. Westgebieten verlor der Feind gestern 22 Flugzeuge.
Führerhptart., 16. 8. 44 (DNB.) OKW.: In Luftkämpfen, durch Flakartillerie der Lw.
und der Kriegsmarine sowie durch Seestreitkräfte verlor der Feind über der west- und süd-
franz. Küste 23 Flugzeuge. — Schweres Vergeltungsfeue der „V 1“ liegt weiter auf dem Groß-
raum von London. -— Die Sowjets verloren gestern an der Ostfront 52 Flugzeuge. — Norll-
amerikan. Bomber griffen Orte in West- und Nordwestdeutschland an. Durch Luftverteidi-
gungskräfte wurden 29 fdl. Flugzeuge, darunter 27 viermotor. Bomber, zum Absturz gebracht.
— I. d. Nacht warfen einzelne fdl. Flugzeuge Bomben auf Berlin und im rhein.-westf. Gebiet.
3 fdl. Flugzeuge wurden abgeschossen.
Führerhptart., 17. 8. 44 (DNB.) OKW.: Im südfranz. Küstengebiet dauern die heftigen
Kämpfe gegen den Feind an, der sich aus der Luft, durch Anlandungen von See her zunehmend
verstärkt. — Im Kampf gegen die fdl. Landungsflotte beschädigte die Luftwaffe im Seegebiet
vor St. Tropez 2 fdl. Transporter mit 18 000 BRT so schwer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen
ist. Ein Schlachtschiff erhielt einen Bombenvolltreffer schweren Kalibers. — Das „V 1"-Ver-
geltungsfeuer auf London dauert an. — In Estland unterstützten Schlachtfliegerverbände die
Kämpfe des Heeres und griffen den fdl. Übersetzverkehr zwischen dem Peipus- und dem
Fleskauer See mit guter Wirkung an. 11 vollbeladene Fährboote wurden versenkt. — In Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie verloren die Sowjets 56 Flugzeuge. — I. d. schweren Kämp-
fen im Mittelabschnitt der Ostfront vernichteten Fliegerverbände und Flakartillerie einer
Luftflotte i. d. letzt. 6 Wochen 889 fdl. Panzer und 1217 Flugzeuge. — Fdl. Bomberverbände
griffen Orte in Mittel- und Süddeutschland an, besonders in Magdeburg und Dessau entstan-
den Schäden. — I. d. Nacht führten brit. Bomber Terrorangriffe gegen Stettin und Kiel. In
der Altstadt von Stettin entstanden größere Schäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Ein-
zelne fdl. Flugzeuge warfen außerdem Bomben auf Berlin und in Westdeutschland. — Durch
Luftverteidigungskräfte wurden 49 fdl. Flugzeuge vernichtet.
Führerhptart., 18. 8. 44 (DNB.) OKW.: Schweres V1- Vergeltungsfeuer liegt bei Tag unä

Nacht auf dem Großraum von London. — Durch wirksame Angriffe unserer Schlachtflieger-
verbände hatten die Bolschewisten hohe Verluste. Allein in Luftkämpfen wurden i. d. Front-
abschnitt 56 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Bei einem Angriffsversuch sowj. Bomber auf
Kirkenes wurden 40 fdl. Flugzeuge durch unsere Luftverteidigungskräfte abgeschossen und
damit über 4 d. fdl. Verbandes vernichtet. — Am gestr. Tage wurden a. d. Ostfront 110 fdl.
Flugzeuge abgeschossen. — Bei Angriffen fdl. Bomber auf das Gebiet von Ploesti wurden
durch deutsche und rumän. Luftverteidigungskräfte 18 viermotorige Bomber zum Absturz
gebracht. — I. d. Nacht warfen einzelne brit. Flugzeuge Bomben auf Mannheim, Ludwigs-
hafen und im rheinisch-westf. Gebiet.

Führerhptart., 19. 8. 44 (DNB.) OKW.: Der Feind verlor gestern in Luftkämpfen über

der Normandie und über den bes. Westgebieten 22 Flugzeuge. — I. d. Gewässern vor dem

franz. Laandekopf wurde ein fdl. Transporter von 6000 BRT durch Kampfflugzeuge schwer
beschädigt. — Das Vergeltungsfeuer auf London dauert an. — Nordamerikan. Bomber griffen
erneut Ploesti an. 4 fdl. Flugzeuge wurden abgeschossen. Ein schwächerer fdl. Bomberverband
griff gestern das Stadtgebiet von Metz an. — I. d. Nacht war Bremen das Ziel eines brit.
Terrorangriffes. Es entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste. Schwächere fdl. Ver-
bände warfen Bomben auf rheinisch-westf. Gebiet und auf die Reichshauptstadt.

Führerhptart., 20. 8. 44 (DNB.) OKW.: Luftverteidigungskräfte brachten über franz.
Gebiet 48 Flugzeuge zum Absturz. — London und seine Außenbezirke liegen weiterhin unter
dem schweren Feuer der „V 1“. — Ein schwächerer nordamerikan. Bomberverband griff das
Gebiet von Ploesti an. 4 fdl. Flugzeuge wurden abgeschossen.

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Seite 165

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“

- Führerhptgrt., 21. 8. 44 (DNB.) OKW.: Das Vergeltungsfeuer auf London wurde bei Tag
und Nacht fortgesetzt. — Die Luftwaffe griff in den Schwerpunkten im Osten wirksam in
die Erdkämpfe ein und fügte den Bolschewisten hohe Menschen- und Materialverluste zu. —
In Luftkämpfen und durch Flakartillerie verlor der Feind gestern an der Ostfront 41 Flug-
zeuge. -— Fdl. Bomberverbände griffen Orte in Südostdeutschland und in Ungarn an. — In der
Nacht warfen einige fdl. Flugzeuge Bomben im Raum Oberdonau. Durch Luftverteidigungs-
kräfte wurden bei diesem Angriff 15 Terrorbomber abgeschossen.

Führerhptgrt. 22. 8. 44 (DNB.) OKW.: Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt auf London.
— Durch Jagdflieger und Flakartillerie der Lw. wurden an der Ostfront 43 fdl. Flugzeuge ab-
geschossen. — Bei Angriffen fdl. Bomber auf ungar. Gebiet brachten deutsche und ungar.
Luftverteidigungskräfte 9 fdl. Flugzeuge zum Absturz. — Unterseeboote schossen ein fdl.
Flugzeug ab.

Führerhptart., 23. 8. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Schlachtflugzeuge griffen den fdl.
Übersetzverkehr über die Seine nördl. Mantes mit guter Wirkung an. Mehrere Pontonbrücken
und vollbeladene Fähren wurden zerstört. — Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen
über der franz. Atlantikküste 7 fdl. Bomber ab. 2 eigene Fahrzeuge gingen nach Bombentref-

fern verloren. — Das Vergeltungsfeuer der „V 1“ auf London dauert an. — Zwischen Bug und

Narew traten die Sowjets unter Einsatz starker Panzer- und Schlachtfliegerkräfte erneut zum
Angriff an. — Westl. des Pleskauer Sees griffen Kampf- und Schlachtfliegerkräfte wirksam in
die Erdkämpfe ein und zerstörten in Tiefangriffen zahlreiche fdl. Panzer, Geschütze und meh-
rere hundert Fahrzeuge. Durch Jagdflieger und Flakartillerie der Lw. verloren die Sowjets
an der Ostfront gestern 62 Flugzeuge. — Bei einem Luftangriff brit. Flugzeuge auf einen nor-
weg. Stützpunkt schossen Sicherungsfahrzeuge weitere 7 Bomber ab. 4 davon wurden allein
von einem Vorpostenboot zum Absturz gebracht. — Nordamerikan. Bomber griffen das Gebiet
von Wien und einige Orte in Oberschlesien an. Deutsche und ungar. Luftverteidigungskräfte
schossen 57 fdl. Flugzeugee, darunter 51 viermotor. Bomber ab. I. d. Nacht wurden über West-
ungarn 3 weitere fdl. Bomber zum Absturz gebracht.

Führerhptgrt., 24. 8. 44 (DNB.) OKW.: In der Normandie unterstützten Schlachtflieger-
geschw. die Kämpfe und griffen den fdl. Übersetzverkehr sowie Panzer- und Fahrzeug-
kolonnen mit guter Wirkung an. 2 Seinebrücken wurden durch Bombentreffer zerstört. In
Luftkämpfen wurden 12 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — In der Nacht führten Kampfflieger-
verbände einen wirksamen Angriff gegen Evreux. Starke Brände und Explosionen wurden
beobachtet. — London und seine Außenbezirke liegen weiter unter dem schweren Feuer der
„V1“. — Schlachtfliegerverbände vernichteten allein im Nordabschnitt der Ostfront 60 fdl.
Panzer, 15 Geschütze und über 100 Fahrzeuge. In heftigen Luftkämpfen wurden an der
Ostfront 54 fdl. Flugzeuge abgeschossen. — Bei der Abwehr eines Angriffs sowj. Flugzeuge
gegen das Gebiet von Petsamo und des Varangerfjord wurden durch Jagdflieger und Flak-
artillerie der Lw. weitere 29 fdl. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Nordamerikan. Bomber
griffen mehrere Orte im Großraum von Wien an. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 28
fdl. Flugzeuge, darunter 21 viermotor. Bomber vernichtet. — I. d. Nacht griffen sowj. Bomber
das Stadtgebiet von Tilsit an. — Einzelne brit. Flugzeuge warfen Bomben auf Köln.

Führerhptart., 25. 8. 44 (DNB.) OKW.: Das Vergeltungsfeuer auf den Großraum von Lon-
don wurde bei Tag und Nacht in verstärktem Maße fortgesetzt. — Im Weichselbrückenkopf
nordwestl. Baranow haben unsere Infanterie- und Panzerdivisionen, von Fliegern und Flak-
artillerie wirksam unterstützt, fdl. Durchbruchsversuche nach Norden in harten Abwehr-
kämpfen und erfolgreichen Gegenangriffen vereitelt. — In Luftkämpfen und durch Flak-
artillerie verloren die Sowjets gestern 58 Flugzeuge. Hiervon schoß der mit dem nenlaub
mit Schwertern zum Ritterkreuz des E. K. ausgezeichnete Oblt. Hartmann, Staffelkapt.
Jagdgeschw., allein 11 Flugzeuge ab und errang damit seeinen 301. Luftsieg. — Bei einenı
erneuten Luftangriff auf einen nordnorweg. Stützpunkt wurden von Marine-Flakartillerie und
Sicherungsfahrzeugen 20 hrit. Flugzeuge abgeschossen. — Nordamerikan. Bomber griffen meh-
rere Orte in Nord- und Mitteldeutschland sowie im Sudetenland und in Böhmen an. Hierbei
wurden besonders die Städte Kiel und Pardubitz getroffen. Luftverteidigungskräfte brachten
bei diesen Angriffen 48 Hin Flugzeuge, darunter 43 viermotor. Bomber, zum Absturz.

Führerhptart., 26, 8. 44 (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge führten i. d, verg. Nacht einen
zusammengefaßten Aumift gegen fdl. Truppenansammlungen in Brionne. — Das Vergeltungs-
feuer auf London dauert an. — Schlachtfliegergeschw. griffen bes. wirksam in die Kämpfe um
Dorpat ein und vernichteten 28 fdl. Panzer und über 100 Fahrzeuge. — In Luftkämpfen un!
durch Flakartillerie der Lw. wurden gestern über der Ostfront 87 fdl. Flugzeuge abgeschossen.
— I. d. Nacht giffen Kampf- und Schlachtfliegerverbände den sowj. Nachschubverkehr west!l.
des Pleskauer Sees mit guter Wirkung an. — Fdl. Bomberverbände warfen bei Tage Bomben
auf einige Orte in Norddeutschland und in Böhmen, darunter auf die Städte Rostock, Wismar,
Schwerin und Brünn. — Nordamerikan. Jagdflieger beschossen wiederholt im Tiefflug die bei
der Landarbeit tätige Bevölkerung. — I. d. Nacht waren besonders Rüsselsheim und Darm-
stadt das Ziel brit. Terrorangriffe. Fdl. Flugzeuge warfen außerdem Bomben auf den Groß-
raum von Berlin und im rhein.-westf. Gebiet. — Luftverteidigunskräfte vernichteten über
dem Reichsgebiet und über den besetzten Westgebieten 75 fdl. Flugzeuge, darunter 45 vier-
motor. Bomber.

‚Führerhptart., 27. 8. 44 (DNB.) OKW.: Das Feuer der „V 1“ liegt weiter auf dem Groß-
raum von London. — Der Feind verlor gestern a. d. Ostfront 75 Flugzeuge. — Fdl. Bomber
griffen bei Tage Mannheim, Ludwigshafen und einige Städte im rheinisch-westf. Gebiet an.
Seite 166 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1944, Bd. 36

I. d. Nacht führte die brit. Luftwaffe unter Verletzung schwed. Hoheitsgebietes Terroran-
sriffe gegen Kiel und Königsberg. Bes. in Wohngebieten entstanden Schäden. Fdl. Flugzeuge
warfen außerdem Bomben auf Berlin und Hamburg. Sowj. Bomber griffen die Stadt Tilsit
an. — Jagüfliegerverbände und Flakartillerie schossen über dem Reichsgebiet und über den
bes. Westgebieten 71 fdl. Flugzeuge, darunter 56 Bomber, ab. 9 weitere Flugzeuge wurden
über dem Südostraum zum Absturz gebracht.

Die Benzinmotorflugmodelle Typ „Kaiman“,

Die Flugmodelle obiger Typenreihe wurden 1942/43 konstruiert und gebaut, um einige
im deutschen Flugmodellbau neuartige Konstruktions- und Bauelemente zu untersuchen und
ihre Brauchbarkeit zu erproben.

Rumpfgerüst ist vom Rumpfende nach vorn entsprechend der Massenkonzentration im
Rumpfkopf mit erhöhter Festigkeit konstruiert.

Tragflügelaufbau normal mit Haupt- und Hilfsholm, verstärkt wird die Konstruktion
durch eine mittragende Nasenbeplankung aus Balsaholz.

Höhenleitwerk teilweise m. einer tragenden Beplankung, Rippen m. Verstärkungsstreifen.

Seitenleitwerk mit Trimmklappe von 8,2% des Gesamtinhalts. Zwei kleine zusätzliche
Leitwerke unter dem Höhenleitwerk im Randausgleichsbereich, gleichzeitig als Sporne vor-
gesehen.

Einbeinfahrwerk aus 3 mm Stahldraht, am Brandschott mit Beschlägen zweifach be-
festigt. Zwei Abfangstreben aus 1 mm Stahldraht wurden nachträglich erforderlich und zum
Motorträger hin eingebaut. Laufrad Bauart Goedecker 75x27 mm.

Bei den Gleitflugvermessungen wurde eine Sinkgeschwindigkeit von 47 cm in der Sekunde
vermessen, als Ergebnis von einer Zahl von Flügen, bei denen die „Luftkissenwirkung“ in
Bodennähe ausschaltete. Die Flugerprobung mit Motor ergab, daß infolge des hohen Dreh-
momentes ein Fliegen nur mit gedrosseltem Motor möglich war. Daraufhin erfolgte eine Um-
konstruktion des Rumpfes und des Parasols, wobei darauf geachtet wurde, daß der Tragflügel
aus dem Luftschraubenstrahl herausgelegt wurde. Die erneute Erprobung ergab, daß das
Modell auf 30 m Steighöhe ging und dann Messerkurven bei vollaufendem Motor flog. —
Daß hierbei kein Abrutschen eintrat, ist der guten aerodynamischen Abstimmung der ein-
zelnen Bauglieder zuzuschreiben. — Nach einem erneuten Rumpfneubau und Neubau des
Höhen- und Seitenleitwerkes erfolgte die Erprobung mit dem Muster IIb und erbrachte jetzt
den gewünschten kurvenlosen Steigflug mit 550 m/min als Spitzenleistung. Auch dieses ent-
spricht mit 10% Überschuß den errechneten Flugleistungen. Die Leistungen des Modells in
Gleitflug mit einem Kraftflug/Gleitflug-Zeitverhältnis von 1:6 bis 1 :10 sind als gut zu be-
zeichnen.

Daten des letzten Flugmodells, Typ IIb: Gleitzahl 1:12, Sinkgeschwindigkeit 0,47 m/sec,
Steigzeit 500 m/min, Spannweite 1550 mm, Länge über alles 1000 mm, größter Rumpfauer-
schnitt 162 cm2, Tragflüglprofil G-5-P, Höhenleitwerkprofil Gö 595/4, Einstellwinkel Tragfl. 40,
Einstellwinkel Höhenleitwerk 0°, Tragflügelverwindung 00%, V-Form in % der Spannw. 8,8%,

Benzinmotorflugmodell „Kaiman Ia“.

Nr. 9/1944, Bd. 36 „FLUGSPORT“ Seite 167

"Luftschraube in bezug zur Ekene der r - -
Längs- und Querachse 00, Einstellwinkel HH Te# Ha Be an 1 Ama

Flächeninhalt des Tragflügels 37,3 dm2, Höhenleitw. 12,9 dm?, Seitenlw. 2,2 dm?, Höhenleitw.
34,5% des Trafl., Seitenleitw. 5,9% des Tragfl., Fluggewicht 1050 g, Flächenbelastung 28,20
g’dm?, Motormarke u. Leistung Eisfeld BIIo.27PS, Zylinderinhalt 7,5 ccm, Drehzahk 5500
U/min, Batteriezündung, Triebwerksgewicht 470 g, Leistungsbelastung 3,9 kg/PS, Luftschrau-
bendurchmesser 320 mm, Luftschraubenbauart Eisfeld, Einstellwinkel f. d. Zugr. d. Motors
zur Längsachse 00, Einstellwinkel f. d. Zugr. d. Motors zur Hochachse 1,50.
Verbrennungsmotor-Flugmodell mit Druckschraube. Von Uffz. H. Kienow, Stargard.
Geschätzte Gleitzahl 1:10, geschätzte Sinkgeschw. 0,9 m/sec, Verhältnis von Kraft-

Augzeit/Gleitflugzeit 1:2,8, Spannweite 1560 mm, Länge 1135 mm, größter Rumpfauerschniti-

153 cm?2, Profil des Tragflügels Clark Y, Profil des Höhenleitwerks NACA 00 12. Einstell-
winkel des Tragflügels im Verhältnis zum Höhenleitwerk 3% Verwindung des Tragflügels
zwischen Flügelwurzel und Endprofil) 10, . N

V-Form des Tragflügels in % der Spann- |
weite 6%, Flächeninhalt des Tragflügels
35 dm?, Fluggewicht 900. g, Flächenbe-
lastung 25,7 g, Motormarke und -leistung
„Dyno I“, 0,09 PS, Zylinderinhalt 2,04
cm3, Drehzahl 7000 U/min, Art der Zün:
dung Selbstzündung, Triebwerkgewıcht,
flugfertig 240 g, Leistungsbelastung 16
kg/PS, L.uftschraubendurchmesser unıl
-steigung 300 mm 6, 150mm Steigung.
Einstellwinkel für die Zugrichtung der

für die Zugrichtung der Luftschraube in _ \
bezug zur Ebene der Hoch- und Längs- =

|
achse 00, Werkstoff für Rumpfwerk Kie- |
fernleisten, Sperrholz, Werkstoff für . R
Tragwerk Kiefernleisten, Sperrholz,
durchschnittl. Rippenstärke 1 mm, durch-
schnitt]. Spantenstärke 1 mm, (Juer-
schnitt der Rumpfholme 2x2, 2x5 mm.
Querschnitt der Tragflügelholme 2x6.
3x5, 2x6 mm. Sonstige Besonderheiten:
Anordnung des Motors mit Druck-
schraube über einen Leitwerksträger.

Verbrennungsflugmodell mit Druckschraube, I 280

Atlantik-Überquerung im Flugzeugschlepp wurde zur Erprobung von Kanada nach
Großbritannien durchgeführt. Start Montreal, 5600 km Flugstrecke, in Etappen über Grön-
land, Island, reine Flugzeit 28 Stunden. Der Waco „CG—4A“ wurde von einem Transport-
fugzeug „DC 3“ geschleppt. Flughöhe nach ungefähr 3 Stunden 2,7 km, bei Wolkendecke
nur 450 m Höhe. Schleppseillänge 130 m, Schleppseil 25 mm „Nylon“ entspricht der deut-
schen Bezeichnung „Perlon“. Das Segelilugzeug hielt sich 6 m über dem Schleppflugzeug.
Perlon hat eine Trockenfestigkeit von 530 gegenüber Seide von 400 und eine Naßifestigkeit
von 460 gegenüber 360 von Seide.

Askania-Tastschwingungsschreiber, verwendbar als Verschiebungsmesser (fest einge-
spannt) und als Schwingungsmesser (Gehäuse mit Schreibwerk wirkt als träge Masse, die
haltenden Arme als Feder, Eigenfrequenz etwa 6 Hz.). Ritzschreibung auf Wachspapier,
Vergrößerung 1-, 6- oder 20fach, mit Zusatzgeräten auch 1/6.

Literatur.

Kampf im Aufwind. Unter Mitarbeit führender Männer des Segelfluges herausgegeben
von Hubert Zuerl. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68. 164 Seiten mit 53 Bildern auf
Tafeln. Preis 7,50 RM. Beige 2 Be,

Das vorliegende Buch enthält eine Zusammenstellung spannender Berichte über Flug-
erlebnisse folgender Segelflieger: H. Bartaune, M. Beck, A. Bödecker, O. Braeutigam (f),
H. Dittmar, W. Fick, H. Fischer, B. Flinsch (f), S. Führinger, Dr. S. Hohenleitner, H. Huth,
E. Jachtmann, E. Klöckner, Eva Moser-Schmidt, H. Osann, W. Romeis, L. Schneider, W.
Späte, E. Vergens, R. Ziegler.

Man wird von dem Inhalt derartig gefesselt, daß es Überwindung kosten würde, das
Buch nicht auf einmal zu lesen. Es ist wirklich geeignet, unseren jungen Fliegernachwuchs
zu begeistern.