Volltext der Zeitschrift Flugsport 1942

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Anfang 1942.

Die Leistungssteigerung in Flugzeugbau, Flugwissenschaft und Tech-
nik wird wie im vergangenen Jahre auch im kommenden in Qualität und
Quantität fortgesetzt werden. Material und Kräfte sind vorhanden und
der feste Wille erst recht.

Die letzten Ereignisse im ostasiatischen Raum haben gezeigt, daß die
märchenhaften USA - Luftgeschwader durch die japanische Luftwaffe
niedergekämpft wurden, welche die Beherrschung des Luftraums im
Pazifik an sich gerissen hat. Trotzdem werden wir die noch weiter nieder-
zuringenden Gegner nicht mit geringschätzigem Achselzucken abtun.
sondern uns bemühen, einen weiteren Vorsprung uns zu sichern, um im
geeigneten Moment, sobald sich der Gegner irgendwo zeist, bereit zu
stehen. Die Zeit arbeitet für uns. Wenn wir sie auch nicht nötig haben.

Über den gewaltigen Stand der Entwicklung bei Beginn des Jahres
1942 zu sprechen, wird einer späteren Zeit vorbehalten bleiben.

Tagesbefehl Hermann Görings an die Luftwaffe.

Der Oberbefehlshäber der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann
Göring, erläßt folgenden Tagesbefehl:

Soldaten der Luftwaffe, Kameraden!

Ein Jahr großer Waffenerfolge, aber auch schwerer Kämpfe ist abge-
laufen. Wieder wart Ihr Bahnbrecher des Sieges, als es galt, die Südost-
flanke der Achsenmächte ein für allemal gegen jeden Störungsversuch
Englands zu sichern. Ihr, meine Jungen Helden der Fallschirm- und Luft-
landetruppen, habt in jähem und beispiellos kühnem Zugriff dem Feind
auch das letzte Bollwerk vor der Ägäis entrissen und die Fahne des Reiches
auf den Höhen Kretas aufgerichtet, die gleiche Fahne, die meinen Fliegern.
Flakartilleristen und Funkern drüben an der Küste Afrikas in zähem
Ringen in den Lüften und zu Lande Kraft und Zuversicht gibt.

Als der Morgen des 22. Junis aufdämmerte, war auch für die Luftwaffe
die Stunde gekommen. Kameraden im Osten, Ihr seit angetreten, um die
seheiligte Kultur des Abendlandes zu verteidigen. Mit todesmutiger, nie
erlahmender Kampfbereitschaft habt Ihr bei glühender Hitze und eisiger

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 20 und Profilsammlung Nr. 35.
Seite 2 „FLUGSPORT"“ Nr. 1/1942, Bd. 34

Kälte dem Feind schwerste Schläge versetzt und so gewaltigen Anteil
am Siegeszug unseres Heeres gewonnen. Wo immer Ihr auch an der un-
geheuren Front vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer im Einsatz steht, Ihr,
meine tapferen Flieger, Flakartilleristen und Funker, aber auch Ihr braven
Männer der Baubataillone, ich drücke jedem von Euch mit Stolz und
Bewunderung die Hände.

Meinen besonderen Dank und meine Anerkennung spreche ich aber
auch den Geschwadern und Batterien im Westen und in der Heimat aus,
an deren Mut und Einsatzfreudigkeit jeder Offensivversuch der britischen
Luftwaffe zuschanden wurde. Mein Dank gilt nicht minder jenen bewähr-
ten Männer in den Ausbildungsregimentern und Schulen, die ihren harten
Dienst an der Luftwaffe still und treu erfüllen und aus jungen Soldaten
Kämpfer machen, wie die Front sie braucht.

Was nützen Euch jedoch, meine Kameraden, alle Kühnheit und aller
Opfermut, stünden nicht hinter uns die Arbeiter und Ingenieure der
Rüstungsschmiede. Sie sind es, die Tag und Nacht für uns schaffen, und
denen wir die besten Waffen der.. Welt verdanken.

Meine tapferen Kameraden. das Schicksal hat uns ausersehen, unter
dem Befehl des geliebten Führers mit der Waffe in der Hand das Tor in
eine neue Zeit aufzuschlagen. Wir wünschen den Krieg nicht, der unserem
Volk Entbehrungen brachte, und viele seiner besten Söhne forderte. Wir
aber werden ihn jetzt auskämpfen für Jahrhunderte, bis zum strahlendsten
aller Siege. Zu

Nie werden die Opfer vergessen sein. Diese Helden, die in die Ge-
schichte unseres Volkes eingegangen sind, werden immer um uns sein.
Ihnen gilt der ewige Dank des ewigen Deutschlands. Laßt uns in Ehrfurcht
unserer Toten gedenken.

Kameraden! In die treuen und starken Hände des deutschen Soldaten
ist nicht nur das Schicksal des Reiches, sondern auch die Zukunft eines
ganzen Erdteils gelegt worden. Ihr werdet, wie bisher, in kühnem Sturm
die Feinde zerschlagen und neue Siege an die Fahne unserer jungen,
ruhmbekränzten Waffe heften. Meine heißen Wünsche begleiten Euch in
die Kämpfe des neuen Jahres.

Es lebe der Führer!

HQu. d. OB. d. L., 31. Dezember 1941.

(gez.) Göring
Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches und

Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

N Einsitziges Leichtflugzeue
mitSchwirmmern,,LallW“.

Die Landausführung des ein-
sitzigen Leichtflugzeuges „La 11“
der fiugtechnischen Arbeitsge-
meinschaft (FAG) an der Staat-
lichen Ingenieurschule Stettin,

vgl. ausführliche Typenbeschr.

„Flugsport“ 1938, S. 80, wies so
gute Flugleistungen und Eigen-

schaften auf, daß es nahe lag, ins-
besondere wegen der günstigen

= a IN Möglichkeit, Wasserflugbetrieb
| m Schwimmer- durchzuführen, diese kleine Ma-
AN N schine mit einem Schwimmwerk
N] Leichtineuen 5 ° . zu versehen. Trotz mangelnder
Sl anne " S Erfahrungen der FAG Stettin in
> x Klugsport der Konstruktion und im Bau von

x

Nr. 1/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 3

Einsitziges Leichtflugzeug mit Schwimmern „La 11 W“.

| Werkbild (5)
Schwimmern zeigte die „La 11 W“ beim Rollen und Ab- bzw. Anwassern
denkbar günstige Figenschaften.
Gesamtgewicht des Schwimmwerks 50 kg. Die Schwimmer sind in
Holzbauweise mit einer Stufe ausgeführt. Das Schwimmergestell besteht
aus Stahlrohr mit stromliniger Balsaholzverkleidung.
Flügel zweiteilig, abgestrebt, 2 I-Holme und Fachwerkrippen aus Holz
doppelte Holz-Diagonalen, 8,50 Pfeilform, Flügelstreben V-förmig aus
Stahlrohr mit Sperrholz verkleidet. Flügel mit Streben zusammen abnehm-
bar und seitlich am Rumpf anzuhängen. Hinterkante in der Mitte ausge-
jehnitten, Holzrumpf mit Sperrholzbeplankung, vorn sechs-, hinten fünf-
antig. |
Normales Höhen- und Seitenleitwerk.
pannweite 10 m, Länge 6 m, Höhe 2 m, Tragfläche 14,5 m?, Fluggewi
360 kg, Flächenbelastung 24,8 kgim?, Höchstgeschwindigkeit 105 Da
Landegeschwindigkeit 45 km/h, Reichweite 350 km, Steigzeit auf 1000 m
Höhe 15 min, Motorleistung (Mercedes) 23 PS.

Bücker Bestmann Bü 181 — 105 PS.

Nach sorgfältigen Gestaltungsüberlegungen hat Bücker Flugzeugbau
G: m. b. H. eine neue Schulmaschine, einen zweisitzigen Kabinentiefdecker
mit nebeneinander liegenden Sitzen herausgebracht. .

Flügel Holzbauweise, bestehend aus einem durchlaufenden Haupt-
holm, einem halb durchlaufenden Vorderholm und Holzrippen. Flügelnase
bis zum Hauptholm sperrholzbeplankt, Rest stoffbespannt. Zur Kontrolle
der Steuerung sind Kontrollklappen und Reißverschlüsse vorgesehen
Landeklappe (Spreizklappe) Leichtmetall. Flügelfestigkeit entsprechend
der Beanspruchungsgruppe 4 (zweisitzig Kunstflug) bis zu 340 km/h mit in
Seite 4 „FLUGSPORT"” Nr. 1/1942, Bd. 34

Abb. 1. Bücker Bestmann Bü 181 — 105 PS. Werkbild (2)

"Startstellung eingestellter Landeklappe. Anfangsschulung kann daher mit
_Ländeklappenstellung „Start“, ohne die Klappen während des Flugs zu
betätigen, durchgeführt werden.
Rumpfvorderteil Stahlrohr mit Anschlüssen für Flügel, Fahrwerk und

52: "Lagerung der Verstellsitze und Steuerung, Verkleidung teils Leichtmetall-

blech, teils Stoffbespannung. Rumpfhinterteil Sperrholzbauweise, an vier
Punkten am vorderen Stahlrohrrumpf befestigt. Kabinenbreite 1,25 m
genügt, um bei Verwendung dicker Pelzkombinationen ohne gegenseitige
Behinderung Flugbetrieb durchzuführen. Kabinensichtverkleidung besteht
aus Frontverglasung, einem verglasten Mittelträger sowie zwei verglasten
Einsteigtüren. Gepäckraum obere Seite und Seitenwände verglast.
Schlechtwetterfenster an beiden Seiten der Kabine gestatten ohne störende
Tragluft freie Sicht bei ungünstigen Wetterverhältnissen. Einstieg durch
- zwei große Türen, die
festgestellt und abge-
worfen werden kön-
nen, zu beiden Seiten.

Vgl. Abb. 4. Die ne-
beneinander angeord-
neten Sitze können
während des Fluges

=
—

in der Höhe verstellt
werden (Abb. 5).
Ebenso sind die Rük-
kengurte während des
Flugs verstellbar
(Abb. 6), so daß An-
schnallen für Reise
und Kunstflug jeder-
zeit beliebig durchge-
führt werden kann.
Für jeden Insassen ge-
sondertes, zwecks
Kontrolle der Geräte

Bücker Bestmann
Bü 181.

10600

Zeichnung Flugsport

Nr. 1/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 5

Abb. 3. Bücker Bestmann Bü 181. Werkbild

und Anschlüsse mit einem Griff nach hinten aufklappbares Instrumenten-
brett. Ebenso können Seitensteuerfußhebel durch eine Kurbel unter dem
Instrumentenbrett beliebig verstellt werden (Abb. 7).
Höhen- und Seitenflossen freitragend Holzgerippe sperrholzbeplankt.
Höhen- und Seitenruder stoffbespannt. Aerodynamisch und statisch ausge-
glichen. Höhenruder besitzt vom Führersitz aus verstellbare Trimmklappe.
Seiten- und Querruder verformbare Trimmfläche. Sämtliche Ruder kugel-
gelagert. Landeklappe kann in drei Stellungen „Flug“, „Start“ und „Lan-
dung“ fest eingestellt werden. Betätigung der Landeklappe erfolgt durch
Abh. 4. . Abb. 5. Abb. 6.

Abb. 7.

Bücker Bestmann Bü 181 — 105 PS. Werkbild. m
Seite 6 „FLUGSPORT"“ Nr. 1/1942, Bd. 34

einen Hebel, welcher zwischen beiden Sitzen angebracht ist und vom Füh-
rer und Schüler bedient werden kann. Größter Ausschlag der Lande-
klappe 45°. | an

Fahrwerk freitragende verkleidete Spiralfederbeine mit Öldämpfung.
Räder, 65165 mm, mit mechanischen Servobremsen. Spurweite 1,9 m.
Heckrad mit Spiralfeder und Öldämpfung kann mit Seitenruder gekuppelt
und zum Verschieben in der Halle ausgekuppelt werden. Räder können
durch Schneekufen ausgewechselt werden (Abb. 8).

Triebwerk 4-Zyl.-Hirth-Motor HM 500 mit Rückenflugvergaser, 105 PS
bei 2500 Umdrehungen. Anlassen durch Handkurbel auf linker Motorseite.
Triebwerksgerüst besteht aus zwei Biegeträgern, welche durch Stahlrohr-
streben zum Rumpf abgestützi sind. Anschluß am Rumpfgerüst an vier
Punkten durch senkrechte Bolzen. Der Motor ist in vier Metallgummi-
lagern aufgehängt. Nach dem Lösen der vier Motorbolzen können die bei-
den Seiten des Triebwerks auseinandergeklappt und der Motor heraus-
genommen werden (Abb. 9).

Kraftstoffbehälter Alumin geschweißt 100 1 im Hinterteil der Kabine
unterhalb des Gepäckraums. Kraftstoffversorgung durch Motorpumpe, im
Störungsfall durch Reservehandpumpe. Schmierstoffbehälter über dem
Motor. Kraftstoffleitungen sind als Haupt- und Reserveleitungen doppelt
verlegt. Spannweite 10,60 m, Länge 7,85 m, Höhe 2,06 m, Tragfläche 13,5 m?.
Leergewicht 475 kg, Zuladung 290 kg, Fluggewicht 765 kg. Flächenbela-
stung 57 kg/m?, Leistungsbelastung 7,3 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit
940 km/h, Reisegeschwindigkeit 200 km/h, Landegeschwindigkeit 80 km/h,
Reichweite bei 200 km/h 700 km, bei 180 km/h 850 km. Startstrecke 250 m,
Landestrecke 120 m. Steigzeit auf 1000 m 5,3 min, auf 2000 m 12,2 min, auf
-3000 m 21,8 min. Gipfelhöhe 5000 m. Zul. Sturzfluggeschwindigkeit 340 km/h,
dabei zul. Landeklappenausschlag 0—15°.

(ONSTRUKTIOAS
INZESHEITEN

Kabelklammer von Gerh. Fieseler Werke G. m. b. H. entwickelt und ge-
schützt, gestattet volle Raumausnützung, Verwendung schmaler Kabelschienen,
gleich starkes und sicheres Klemmen bei jeder Füllung, leichtes Auswechseln
von Leitungen ohne Werkzeug.

Bei dieser Klammer werden die Kabel von einer Feder gehalten, die durch
einfachen Fingerdruck geöffnet und geschlossen wird. Die geöffnete Feder ist
völlig entspannt. Verschiedene Rasten gestatten das Einrücken der Feder nach
dem Gefühl, je nach der Anzahl und dem Durchmesser der Kabel, die in dem
Rahmen der Klammer ruhen.

Die Breite des Rahmens ist so gewählt, daß die Kabel in jedem Falle un-
bedingt festgehalten werden, selbst bei Verlegen nur eines ‚Kabels oder zweier
von verschiedener Stärke. Dies wird außerdem dadurch erreicht, daß das Druck-
stück nicht starr an der Feder befestigt ist, sondern elastisch arbeitet. Es kann sich
also auch seitlich an die Kabel anlegen. \

Abb. 1 zeigt die Klammer in geöffnetem und geschlossenem Zustand. Man
erkennt deutlich 4 Rasten und die Arbeitsweise der Drahtfeder.

Abb. 1.
Kabelklammer,
links: geöffnet,

rechts: geschlossen.

Werkbild (2)

Nr. 1/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 7

Aus Abb. 2 ersieht
man, daß die Klammer
trotz ihres schmalen
Rahmens das Verlegen
einer größeren Anzahl
von Kabelsträngen ohne
Platzverlust gestattet.
Die Klammern werden
in diesem Falle versetzt
angeordnet. .

Außer der abgebil-
deten Größe (52 mm
lang, 13 breit, 27 hoch),
die für Verteilerstränge
verwendet wird, ist bis-
her eine Größe mit etwa
halber Höhe für Einzel-
leitungen erprobt. Diese
beiden Größen reichen
für kleine bis mittlere
Flugmaschinen aus, jedoch können die Klammern bei kleinen Änderungen in
Druckstück und Feder in beliebiger Größe, hergestellt werden, ohne daß die
Vorzüge des Prinzips dadurch verlorengehen.

Rohrrusheulgerät. entwickelt von den Junkers-Werken, dient dazu, stark
verbeulte Rohre in einfacher Weise auszubeulen oder zu richten und sie wieder
verwendungsiahig zu marhen.

Das Verfahren besteht darin, daß
ein dem Innendurchmesser des Rohres
entsprechender und mit einer Dich-
tungsmanschette versehener kugeliger
Treib- und Glättkörper (Abb. 1—3) in
das Rohr eingesetzt und mittels Flüs-
sigkeitsdruckes durch das Rohr hin-
durchgetrieben wird. Als Druckquelle
zur Erzeugung des notwendigen Druk-
kes dient ein tragbares, mit Hand-
pumpe und Manometer versehenes
hydraulisches Gerät, das einen Flüs-
sigkeits-Vorratsbehälter von ca. 30 i
Inhalt hat. Diese Menge reicht zum
Füllen aller am Flugzeug vorkommen-
den Rohrarten aus. Der Anschluß an
das auszubeulende Rohr erfolgt mittels
Hochdruckschlauch und jeweils zum
Durchmesser passende Verschraubun-
gen. Zum Auffangen des Treibkörpers
nach dem Austreten aus dem Rohr ist
in der Fangschale ein Hartholzrost
vorgesehen. Die Druckflüssigkeit un-
terliegt durch einen eingebauten Filter
einer ständigen Säuberung Abb. 1 zeigt
ein verbeultes Rohr. In Abb. 2 ist der
Treibkörper eingesetzt und bereits bis

Abb. 2. Kabelklammer geschlossen.

Junkers Ausbeulgerät.

Abb. 1. Links: Verbeultes Rohr.
Abb. 2. Rechts: Teilweise ausgebeultes
Rohr.

Abb. 3. Unt.: Ausbeulgerät mit Druck-
pumpe, Triebkugeln und Anschluß-
flanschen.

Werkbild (3)

Seite 8 „FLUGSPORT"“ Nr. 1/1942, Bd. 34

zur letzten Beule durchgetrieben und das Rohr gleichmäßig glatt. Beim weiteren
Hindurchtreiben wird auch die letzte Beule verschwinden.

Es ist ein besonderer Vorteil dieses Gerätes, daß der Treibkörper an jeder
beliebigen Stelle im Rohrinnern durch Nichtbetätigung . der Pumpe angehalten
werden kann, und gegebenenfalls scharfkantige Eindrücke oder Biegefalten von
außen durch zusätzliches Bearbeiten mit dem Hammer beseitigt werden können.
Der Treibkörper dient dabei als Widerlager. Ein weiterer. Vorteil liegt darin, daß
das Rohr. an allen Stellen kreisrund wird und ovale Querschnitte besonders an
den Biegestellen, die beim Biegen des Rohres auftreten und unvermeidlich sind,

beseitigt werden.
m j DZ
ENNTTRSRNITTTTHITDETSTTRTTD DIODRARTARROLLRRBORATARRBARNINAONNNN 3 N
( r
WAL

Inland.
Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: Maj. Hitschold, Grppk. in einem Sturz-
ampfgeschwader. \
“a Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht an Oblt. Michalek, Fw. Ohlrogge, Fw. Koeppen, sämtlich
Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, Hptm. Seiler, Führer einer Jagdgr.

° Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehls-
haber der Wehrmacht mit Wirkung vom 1.-Jan. 1942 ab: Zu Generalen der Flieger:
die Generalleutnante Coeler, Deßloch, Speidel, von Seidel; zu Generalleutnanten:
die Generalmajore Deinhardt, Spang, Müller (Ernst), Froehlich; zu Obersten: die

- Oberstlt. von Gyldenfeldt, Krempe, Koester, Doering-
Manteuffel, Rauch,. Schroeder (Horst), Baur, Melmer; zu
Oberstärzten: die. Oberfeldärzte Dr. Schulz (Ernst),
Dr. Knäbel.

 Hptm. Wolfgang Lippert, Kommandeur einer Jagdgr..
der am 24.9.1940 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde.
ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt und in einem
engl. Lazarett den Soldatentod gestorben.
Max Friz, der bekannte, erfolgreiche Motorenkon-
strukteur, ist am 2. 1. 1942 25 Jahre bei BMW, und zwar
trat er am 2: Jan. 1917 bei den damaligen Rapp-Motoren-
werke, Vorgängerin der BMW, ein. Sein erster größerer
Erfolg war der BMW-IlI-Motor. In der Flugzeugbau stillen
Zeit schuf er das BMW-Kraftrad R 32. Dann folgte der

5 M flüssigkeitsgekühlte BMW-VI-Flugmotor, eine Weiterent-
Max Friz. ; : wicklung des Illa. Seit 1938 ist Dr. Friz Leiter der BMW-
Flugmotorenfabrik Eisenach.

Zu NSFK-Oberführern ernannte der Reichsmarschall des Großdeutschen
Reiches Hermann Göring, auf Vorschlag des Korpsführers, General der Flieger
Fr. Christiansen, mit Wirkung ab 9. 11. Wehrwirtschaftsführer Pg. Dr. Heinkel
und den Ministerialdir. und Leiter der Personalabt. der Deutschen Reichspost
Pg. Dr. Erich Körner.

Ausland. |
Siidamerika-Europa-Flugdienst der ital. Ges. „Lati“, wie argentin. Post-
verwaltung bekannt gibt, eingestellt. Bis auf weiteres werde Post aus Argentinien
mit Dampfern oder auf dem Luftweg nur nach Ländern, die nicht der Achse an-
gehörten oder nicht von Deutschland, Italien oder Japan besetzt seien, befördert
werden. j u u
Schwed. Flug-A. B. Aerotransport benutzt eine Betriebsstoffmischung von
75°/o Benzin und 25°% Holzalkohol, welches unter Beimengung von Tetraäthyl auf
87 Oktan gebracht wird.
Svenska Aeroplan B 17, S. 17, Sturzkampfflugzeuge bzw. Aufklärungsflug-
zeuge der schwedischen Luftwaffe.

Nr. 1/1942, Bd. 34 „"LUGSPORT"“ Seite 9

Luftwa Fe.

Führerhptquart., 17. 12 4. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe setzte mit starken
Kampf- und Jagdfliegerverbänden ihre Angriffe gegen sowj. Truppen im Don-
gebiet und im Mittelabschnitt der Ostfront fort. Truppen- und Panzeransamm-
lungen wurden zersprengt, Batterien außer Gefecht gesetzt und eine größere
Zahl von Kraftfahrzeugen vernichtet. Auch im Wolchow-Abschnitt erlitt der Feind
durch Luftangriffe starke Verluste. — An der engl. Südküste bombardierten
Kampfflugzeuge in der letzten Nacht Hafenanlagen sowie Versorgungsbetriebe
von Plymouth und Dover. Im Seegebiet nordostwärts Fraserborough wurde ein
Handelsschiff mittl. Größe durch Bombenabwurf beschädigt. — Schwache Kräfte
der brit. Luftwaffe warfen in der Nacht zum 17. 12. Spreng- und Brandbomben
auf einige Orte des nordwestdeutschen Küstengebietes. — + brit. Flugzeuge
wurden abgeschossen. .

Führerhptquart., 18. 12. 41. (DNB.) OKW: Durch unsere Luftwaffe im Mittel-
abschnitt der Ostfront erlitt der Feind auch gestern hohe Einbußen an Menschen,
Panzern und rollendem Material. Westlich der Kandalakscha-Bucht belegten
Kampfflugzeuge Eisenbahnziele an der Murman-Strecke sowie einen Flugstütz-
punkt mit Bomben. — An der engl. Ost- und Südwestküste wurden in der letzten
Nacht Hafenanlagen bombardiert. — In den Gewässern der Cyrenaika stellten
deutsche Kampfflugzeuge einen größeren Verband brit. Seestreitkräfte und er-
zielten zwei Lufttorpedotreffer auf einem schweren Kreuzer. Deutsche Jäger und
Flak schossen 7 brit. Flugzeuge ab. — Bei Nachtangriffen der brit. Luftwaffe
auf die besetzten Westgebiete verlor der Feind 4 Bomber. — In der Zeit vom
10. bis 16. 12. 41 schossen Verbände der deutschen Luftwaffe und Einheiten der
deutschen Kriegsmarine 74 brit. Flugzeuge ab, davon 52 über dem Mittelmeer
und Nordafrika. Im gleichen Zeitraum gingen im Kampf gegen Großbritannien
17 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 19. 12. 41. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe bekämpfte trotz
schlechter Wetterlage Truppenansammlungen, Artilleriestellungen, Panzerkräfte
und Nachschubwege des Gegners. An der Kola-Bucht wurde ein Handelsschiff
mittl. Größe durch Bombenwurf schwer beschädigt. — Der Versuch eines starken
Verbandes brit. Bomber und Jäger, einen Hafen in den besetzten Westgebieten
anzugreifen, brach unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Deutsche
Jäger und Flak schossen 12 brit. Flugzeuge ab, darunter 5 viermot. Bomber. Ein
eigenes Flugzeug wird vermißt.

Führerhptquart., 20. 12 41. (DNB.) OKW: Kampf- und Jagdfliegerverbände
vernichteten feindl. Feld- und Batteriestellungen und zersprengten durch Bom-
benwurf und Beschuß mit Bordwaffen berittene und motor. sowj. Kolonnen.
Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Flugstützpunkte und Eisen-
bahnanlagen. Ein Frachter erhielt in der Barents-See Bombentreffer schweren
Kalibers. — Im St. Georgs-Kanal vernichteten Flugzeuge, die zu bewaffneter
Seeaufklärung eingesetzt waren, in der vergangenen Nacht aus einem Geleitzug
heraus einen Tanker von 8000 BRT. — Deutsche Kampfflugzeuge bombardierteu
in der Nacht zum 20. 12. mit guter Trefferlage milit. Anlagen im Hafen von Tobruk.

Führerhptquart., 21. 12. 4. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe bekämpfte mit
starker Wirkung feindl. Truppen- und Fahrzeugkolonnen, Panzeransammlungen,
Batterie- und Bunkerstellungen. Im nördl. und finnisch. Abschnitt der Ostfront
wurden Truppentransportbewegungen des Feindes durch Vernichtung von Nach-
schubmaterial, Eisenbahnzügen und Gleisanlagen erfolgreich gestört. — An der
engl. Ostküste erzielte die Luftwaffe in der letzten Nacht Bombentreffer in einem
großen Industriewerk. Aufklärungsflugzeuge beschädigten im Seegebiet um Eng-
land 2 feindl. Schiffe durch Bombentreffer. — In Nordafrika vernichtete ein
deutscher Kampffliegerverband beim Angriff auf einen brit. Flugplatz und auf
Fahrzeugansammlungen des Feindes mehrere Jagdflugzeuge und zahlreiche Last-
kraftwagen. — In der Zeit vom 13.—19. 12. 41 verlor die sowj. Luftwaffe 81 Flug-
zeuge, davon wurden 45 in Luftkämpfen und 30 durch Flakartillerie abgeschossen,
der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront
18 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 22. 12. 41. (DIB.) OKW: Im mittl. Abschnitt der Ostfront
unterstützte die Luftwaffe die harten Kämpfe des Heeres durch starken Einsatz
gegen Feldstellungen Panzeransammlungen, Fahrzeugkolonnen und Eisenbahn-
verbindungen des Feindes. — An der engl. Südostküste warfen Kampfflugzeuge

Seite 10 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1942, Bd. 34

in der vergangenen Nacht Bomben auf Hafenanlagen. — In Nordafrika wurden in
Luftkämpfen 7 brit. Jagdflugzeuge abgeschossen. Auf Malta belegten Verbände
der deutschen Luftwaffe bei Tage und bei Nacht Schiffsziele sowie Betriebsstoff-
und Munitionslager im Hafen von La Valetta mit Bomben schweren und schwer-
sten Kalibers. 4 feindl. Jagdflugzeuge wurden ohne eigene Verluste abgeschossen.
— Bei wirkungslosen Angriffsversuchen einzelner brit. Kampfflugzeuge im Kanal-
gebiet und in der deutschen Bucht verlor der Feind 2 Bomber.

Führerhptquart., 23. 12. 41. (DNB.) OKW: Kampf- und Sturzkampfflieger-
verbände unterstützten im Osten die Kämpfe auf der Erde. Sie fügten dem Feind
hohe blutige Verluste zu, vernichteten zahlreiche Panzer und Fahrzeuge aller Art
und setzten mehrere Batterien außer Gefecht. — In den Gewässern von Sewastopol
beschädigte die Luftwaffe ein sowjetisches Kriegsfahrzeug durch Bombenvoll-
treffer. Ostwärts der Fischer-Halbinsel versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter
mittlerer Größe; ein weiteres Handelsschiff wurde in der Kola-Bucht durch Bom-
benwurf beschädigt. — Kapitänltn. Bigalk versenkte mit einigen Torpedotreffern
einen britischen Flugzeugträger. — Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten in
der westlichen Cyrenaika britische Truppenansammlungen und Lastkraftwagen-
kolonnen. — Militärische Anlagen auf der Insel Malta wurden bei Tag und bei
Nacht bombardiert. Deutsche Jäger schossen hierbei zwei britische Flugzeuge ab.
— Die britische Luftwaffe warf in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften
eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel einiger Orte
an der Deutschen Bucht. Marineartillerie schoß einen feindlichen Bomber ab.

Führerhptquart., 24. 12. 41. (DNB.) OKW: An der Nordostküste des Schwarzen
Meeres warfen Kampfflugzeuge Öllager und Bahnhofsanlagen im Hafen Tuapse
in Brand und führten erfolgreiche Angriffe auf feindliche Bahntransporte im
Südteil der Ostfront. Starke Kräfte der Luftwaffe griffen in die Erdkämpfe ein
und fügten dem Feind erhebliche Verluste an Menschen und Material zu. Sowje-
tische Kolonnen auf der Eisstraße des Ladogasees wurden bei Tag und bei Nacht
mit Bomben belegt. Im hohen Norden setzten Kampffliegerverbände durch Bom-
bentreffer feindliche Batterien außer Gefecht. und vernichteten Nachschubzüge
auf der Murmanbahn. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Moskau.
— Der durch Kapitänltn. Bigalk versenkte Flugzeugträger ist als der Flugzeug-
träger „Unicorn“ festgestellt worden. — Deutsche Kampfilugzeuge zersprengten
Ansammlungen des Feindes in der nördlichen Cyrenaika. — Über Malta wurden
in Luftkämpfen zwei britische Jagdflugzeuge abgeschossen, an einer anderen
Stelle des Mittelmeerraumes ein großes Flugboot. — Die britische Luftwaffe warf
in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte Westdeutschlands
und der bestzten Westgebiete. Die Schäden sind unerheblich. Der Feind verlor
zwei Bomber.

Führerhptquart., 25. 12. 4. (DNB.) OKW: Kampf-, Sturzkampf- und Jagd-
verbände griffen im Mittel- und Nordabschnitt Truppenbereitstellungen an und
zersprengten feindliche Kolonnen aller Waffen. Ostwärts Tichwin und auf der
Murmanstrecke wurden mehrere sowjetische Transportzüge von der Luftwaffe
schwer getroffen. — Deutsche Kampffliegerverbände griffen in der Cyrenaika
britische Kraftfahrzeugansammlungen an und erzielten auf einem Flugstützpunkt
Bombentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen. Auf der Insel Malta bombar-
dierten deutsche Kampfflugzeuge bei Tag unter Jagdschutz Hafenanlagen in La
Valetta. — In der Zeit vom 17.—23. 12. verlor die britische Luftwaffe 54 Flugzeuge,
davon 19 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit
gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 26. 12. 41. (DNB.) OKW: Verbände der Luftwaffe bekämpf-
ten im Mittelabschnitt der Ostfront sowie an der Front vor Leningrad feindliche
Kolonnen, Truppenquartiere und Eisenbahnanlagen mit Bomben und Bordwaffen.
Kampfflugzeuge erzielten Bombentreffer auf Nachschubzügen der Murman-
strecke. An einer anderen Stelle der Ostfront schossen italienische Jagdilieger
4 sowjetische Flugzeuge ab. — Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiff-
fahrt versenkte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht vor der englischen Öst-
küste einen Frachter von 3000 BRT. Vier weitere Handelsschiffe wurden durch
Bombentreffer zum Teil schwer beschädigt. — Deutsche Kampfflugzeuge bombar-
dierten militärische Anlagen an der Nordküste der Cyrenaika.

Führerhptquart., 27. 12. 41. (DNB.) OKW: Starke Verbände von Kampf- und
Sturzkampfflugzeugen versenkten in der Straße von Kertsch vier feindliche
Truppentransporter mit zusammen 7000 BRT. Fünf weitere Transporter sowie

Nr. 1/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT"“ Seite 11

zahlreiche kleinere Fahrzeuge wurden durch Bombenwurf beschädigt. Der Feind
erlitt hierdurch schwere Veriuste an Menschen und Material. An der karelischen
Front erzielten Sturzkamptflugzeuge Bombenvolltrefter in einem Kraftwerk nörd-
lich Kandalakscha. — Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge in
der vergangenen Nacht eın größeres Handelsschiff durch Bombenwurf. —
Deutsche Kampfflugzeuge zerstörten Flugplatzanlagen der Briten in der Cyre-
naika. Mehrere Flugzeuge wurden hierbeı am Boden vernichtet oder beschädigt.
— Auf Malta belegten Verbände der deutschen Luftwaffe den Flugplatz Luka
und den Hafen La Valetta mit Bomben schweren Kalibers. In mehreren Anlagen
entstanden große Brände. Der Feind verlor in Luftkämpfen einen Bomber und
zwei Jagdflugzeuge.

Führerhptquart., 28. 12. 41. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe unterstützte an allen
Frontabschnitten die Kämpfe des Heeres durch wirksame Angriffe auf Bereit-
stellungen, rückwärtige Einrichtungen und Eisenbahnaniagen aes Legners. — In
der Straße von Kertsch setzten starke Kampf- und Sturzkampffliegerverbände die
Angriffe gegen feindliche Schiffe fort. Sie versenkten drei Transporter mit zu-
sammen 2800 BRT. und beschädigten ein Kanonenboot sowie vier weitere Schiffe.
— An der englischen Ostküste versenkten Kampfflugzeuge in der Nacht zum
28. 12. ein Handelsschiff von 6000 BRT. — An der norwegischen Küste versenkten
deutsche Kampfflugzeuge aus einem flüchtenden Kriegsschiffverband einen Zer-
störer und beschädigten einen Kreuzer sowie einen weiteren Zerstörer. In Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie wurden zehn feindliche Bomber abgeschossen.
Bei Annäherung des Feindes wurde das deutsche Vorpostenboot „Föhn“ durch
zahlreiche britische Bomber angegriffen. Das Vorpostenboot schoß ein feind-
liches Flugzeug ab und ist dann im heldenmütigen Kampf gegen das überlegene
Feuer eines britischen Kreuzers und mehrerer Zerstörer verlorengegangen. —
Verbände der deutschen Luftwaffe griffen britische Flugplätze, Kraftfahrzeug-
kolonnen und Zeltlager in der Cyrenaika mit Erfolg an. — Bei Bombenangriffen
auf Flugplätze und Hafenanlagen in Malta wurden von den begleitenden deut-
schen Jägern drei britische Flugzeuge abgeschossen. — Britische Bomber griffen
in der letzten Nacht Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an
Toten und Verletzten. Nach bisherigen Meldungen schossen Nachtjäger und Flak-
artillerie zehn feindliche Bomber ab.

Führerhptquart., 29. 12. 41. (DNB.) OKW: Bei erneuten Luftangriffen gegen
feindliche Truppen- und Schiffsbewegungen in der Straße von Kertsch wurden
ein Transporter versenkt und sechs weitere Transporter sowie zahlreiche kleinere
Fahrzeuge beschädigt. — In der Cyrenaika wurden Flugplätze und Truppen-
ansammlungen des Feindes bombardiert. — Im Seegebiet nördlich Tobruk er-
zielten deutsche Kampfflugzeuge mehrere Treffer auf einem britischen Zerstörer
und einem im Geleit fahrenden Handelsschiff. — Auf der Insel Malta griffen
deutsche Kampfflugzeuge bei Tag und Nacht mit guter Wirkung britische Flug-
plätze und Hafenanlagen an. — Britische Bomber griffen in der Nacht zum 29. 12.
Orte in Westdeutschland und im norddeutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevöl-
kerung hatte besonders in Emden Verluste an Toten und Verletzten. Neun der
angreifenden britischen Bomber wurden abgeschossen. Ein weiteres britisches
Flugzeug wurde beim Versuch, am Tage in die besetzten Gebiete einzufliegen, zum
Absturz gebracht.

Führerhptquart., 30. 12. 41. (DNB.) OKW: Angriffe in verschiedenen Ab-
schnitten der Ostfront wurden im Zusammenwirken mit der Luftwaffe zerschla-

oo 0.

schiff durch Bombenwurf versenkt. — Auf der Insel Malta wurden Flugplätze des
Feindes bei Tag und Nacht angegriffen. Vor La Valetta versenkten deutsche
Kampfflugzeuge ein größeres Segelschiff. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger
5 brit. Flugzeuge ab, ein weiteres Flugzeug wurde am Boden zerstört.
Führerhptquart., 31. 12. 41. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe unterstützte vor
allem im mittl. Frontabschnitt den Abwehrkampf des Heeres durch wirkungsvolle
Tiefangriffe. In Nordafrika Bombenangriffe gegen Kraftfahrzeugkolonnen, Be-
triebsstoff- und Zeltlager der Briten in der Cyrenaika und Marmarica riefen starke
Brände hervor. — Auf der Insel Malta wurden mehrere Flugplätze und andere
milit. Einrichtungen erneut von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen. — Am
Seite 12 „FLUGSPORT"” Nr. 1/1942, Bd. 34

Nachm. des 30. 12. wurden an der Küste Westfrankreichs von deutschen Jägern
\ Spitfi ri ? schossen.
und Füh . Fe ee We Die in Feodosia gelandeten sowjen

ä a Ihre Nachschubwege über das Schwarze Meer wurden von star en
Varpiı dei A Luftwaffe angegriffen. Der Feind erlitt erhebliche n us a
en a Material. Im mittl. Abschnitt der Ostfront setzte a Ai ale
oe anmäßit e Störung der feindl. Angriffsbewegungen fort. Mehrere r se allen
“ N Brand geworfen, Bahnlinien unterbrochen und rollendes | arena
MAREREH 4. Ar Ilmensee wurde eine größere Anzahl sowjet. Flugzeuge ‚ch
INA OA If m Boden zerstört. — In Nordafrika wurden in Lu Feindes
a aaeı abgeschossen — Auf der Insel Malta wurden Flugplätze des Feindes
3 brit. .

bei Tag und Nacht von der Luftwaffe angegriffen.

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Nr. 1/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 13

Größenverhältnis, das zwei konzentrische Hub-Schrauben zu einander haben
müssen, um die Summe der beiden Schübe ein Maximum werden zu lassen, hat
u. a. Lame& in „Le Vol Vertical“ (1926, S. 125; 1934, S. 175) untersucht. Er kommt
dabei zu dem Ergebnis gleicher Größe und gleicher Drehzahl. Anlaß war für ihn
der 1919/20 gebaute Hubschrauber Douhe6ret, dessen konzentrische Schrauben —
oben 4,60 m, unten 2,30 m Durchmesser — von dem Gehäuse und der Kurbel-

welle eines 50pferdigen Umlaufmotors angetrieben unzureichenden Auftrieb er-
geben hatten.

Leistungs- u. Hochleistungs-Segelflugzeuge mit Baubeschreibung und Über-
sichtszeichnung nachstehender Muster finden Sie im „Flugsport“.
„D 30° Akaflieg Darmstadt, Jhrg. 1938, Heft 14, S. 361,
„Reiher“ DFS-Hochleistungs-Segelflugzeug, Jhrg. 1938, Heft 15, S. 384;
„Schwalbe II“ Hochleistungs-Segelflugzeug (Gumpert), Jhrg. 1938, Heft 21, S. 561:
Mü 17 „Merle“ Hochleistungs-Segelflugzeug (FFG München), Jhrg. 1939, Heft 10,
S. 254;
„DFS-Meise“ Olympia-Leistungs-Segelflugzeug, Jhrg. 1939, Heft 6, S. 143;
„Weihe“ Hochleistungs-Segelflugzeug, Jhrg. 1938, Heft 16, S. 420;
„Kolibri“ Hochleistungs-Segelflugzeug, Jhrg. 1938, Heft 17, S. 450;
„PS 18° Hochleistungs-Segelflugzeug (FFG Stuttgart), Jhrg. 1938, Heft 18, S. 471:
„Kranich“ DFS-Leistungs-Doppelsitzer, Jhrg. 1938, Heft 19, S. 499;
„Horten III“ Nurflügel-Hochleistungs-Segelflugzeug, Jhrg. 1938, Heft 16, S. 423:
„Minimoa“ Hochleistungs-Segelflugzeug (Hirth-Schempp), Jhrg. 1936, Heft20, S.490:
„Möwe“ Hochleistungs-Segelflugzeug, Jhrg. 1936, Heft 21, S. 518.

Drehflügler oder Taucher? Zwar haben die heutigen Hub- und Tragschrauber
in der Regel keine „Schraube“ als Auftriebsmittel, denn deren Blatt ist nicht
nach dem mathematischen Gesetz einer Schraubenlinie geformt, sondern ein
System umlaufender Tragflügel nach Flugzeugart mit verhältnismäßig geringen
Verschiedenheiten des Einstellwinkels. Deswegen aber das kurze, eingebürgerte
Wort „Schraube“ durch „Drehflügel“ oder gar „Drehflügelsystem“ zu ersetzen,
erscheint uns nicht angebracht, weil „Drehflügel“ nicht so eindeutig ist; auch
Propeller und Ruder haben ja Drehflügel und könnten das Flugzeug ebenfalls
als „Drehflügler“ legitimieren. Auch für zusammengesetzte Bezeichnungen eignet
sich „Schraube“ besser als „Drehflügel“, siehe Hubschrauber, Tragschrauber,
Flugschrauber usw. („Flugsport“ 1936, 244). Den Ausdruck „Flugzeug“ sollte man
allein dem System mit rumpffesten Tragflügeln und liegender Vortriebsschraube
zubilligen, was nicht hindern würde, mit einem „Steilschrauben-Flugzeug“ ein
Flugzeug zu bezeichnen, das außer Vortriebsschrauben noch eine oder mehrere
Steilschrauben besitzt, z. B. nach den Vorschlägen von Dornier u. a. Daß
man mit „Drehflügler“ auch die nach Art von Schneider-Voith, Rohrbach,
Strandgren u. a. mit Umlaufflügeln — vom Patentamt „Wälzflügel“ genannt —
Auf- und Vortrieb erhaltenden Luftfahrzeuge benannt hat, zeigt, wie mehrdeutig
dieser Ausdruck ist. Go.

Literatur.

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wesens verzeichnet. Italo Balbo mit 19 Jahren Alpinileutnant im Weltkrieg, mit
21 Organisator des Faschismus in seiner Heimat, machte 1922 als Quadrumvir
den Marsch auf Rom mit, mit 26 Jahren Staatssekretär im Wirtschaftsministerium,
1928 Luftgeschwadergeneral, 1929 Luftfahrtminister, 1933 Luftmarschall. Ein ganz
ungewöhnlicher Aufstieg eines idealdenkenden Menschen. Das Buch bringt viele
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zentrierteg Abwehrfeuer der Küftenbatterien. an,
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BM-10-Schulflugzeug

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AAKXIV. Jahrgang
Nr. Datum

3 4. Februar
4 18. Februar
5 4. März

6 18. März
7
8

1. April
15. April
9 29. April
10 13. Mai
11 27. Mai
12 10. Juni
13. 24. Juni
14 8. Juli
I 7 Juli
\ . August
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag:

Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei e

sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Fiuzsport‘.
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gehören allein zum Fahrgestell einer modernen
Kampfmaschine, davon entfallen 100-150 Teile
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tion ausgereift, im Zusammenspiel mit dem Gan-
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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit ‚Nachdruck verboten“ versehen,

nurmit genauer Quellenangabe gestatlet

Nr. 2 21. Januar 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 4. Febr. 1942

Schulilugzeuge.

Die in letzter Zeit im „Flugsport“ beschriebene große Zahl allein von
USA-Schulflugzeugen zeigen in der Konstruktion so verschiedene Formen,
daß ein Schulungsbetrieb mit derartig uneinheitlichem Material unver-
hältnismäßig hohe Kosten verursachen muß,

Durch Verwendung starker Motoren — das gilt auch für andere Aus-
landsflugzeuge — ist der Betriebsstoffverbrauch außerordentlich hoch und
infolge der ungenügenden aerodynamischen Durchbildung die Geschwin-
digkeit der Flugzeuge verhältnismäßig gering.

Die konstruktive Durchbildung von Rumpfaufbau und Fahrwerk.
hauptsächlich bei Doppeldeckern und abgestrebten Hochdeckern, ist
außerordentlich kompliziert und schwer. Es scheint, daß man sich von
alten Konstruktionsgewohnheiten, ‚wie sie schon vor 20 Jahren üblich
waren, schwer trennen kann. Von einheitlichen Konstruktionsrichtlinien
ist nichts zu verspüren. Jede Firma scheint ihre eigenen Wege zu gehen.
Von einer Normung ist überhaupt nichts zu bemerken. Die Ersatzteil-Lie-
ferung muß daher sehr umfangreiche Lager erfordern und Riesenmengen
von Material festlegen. Allerdings glaubte man im Ausland es nicht nötig
zu haben, mit Material haushälterisch umzugehen.

Die Zeiten bei uns in Deutschland, da irgendeine Anfängerfirma ohne
Betriebserfahrung ein Schulflugzeug konstruierte und baute, sind vorbei.

Zur Schulung des Nachwuchses, und das gilt noch in besonderem Maße
für die Wehrmacht, ist das beste Schulfluggerät gerade gut genug.

Segelilugzeug FVA 13 FFG Aachen.

Das Segelflugzeug FVA 13 der Hugtechnischen Fachgruppe Aachen
entstand im Rahmen des Wetibewerbes um das Olympia-Einheitssegelflug-
zeug. Es handelt sich im wesentlichen um eine Umkonstruktion der allen
alten Fliegern wohlbekannten FVA „Blaue Maus“. Im Gegensatz dazu ist

die FVA 13 als freitragender Hochdecker in der üblichen Holzbauweise

ausgeführt.
Flügel mit unsymmetrischem Flächenanschluß — linke Fläche —

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 21, Bd. IX.
Seite 16

„FLUGSPORT"”

Nr. 2/1942, Bd. 34

u .

Segelflugzeug FVA-13.

R
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17230 AL
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= II
S
R
FVA-13.
Zeichnung Flugsport.
N 4

440

‚flugzeuganhänger

Bild FFG

erößte Fläche — einholmig, Sperr-
holznase. Das Flugzeug hat Brems-
klappen, die in ausgefahrenem Zu-
stand die Höchstgeschwindigkeit
auf 200 km/h begrenzen, in einge-
fahrenem Zustand selbsttätig arre-
tieren. Profile an der Wurzel Gö 535,
in halber Spannweite Gö 549, am
Ende M3.

Schalenrumpf mit Hauptspan-
ten zur Aufnahme der Flügelkräfte,
Torsionsröhre zur Aufnahme der
Leitwerkskräfte, Kufe aus Kiefern-
holz mit Gummifederung. Bei der
Montage werden alle Anschlüsse
durch Schnellverbindungen herge-
stellt. Die Montage aus dem Segel-
erfordert nur
3 Mann.

Leitwerk symmetrisch.

Spannweite 15 m, Flügelfläche
14,50 m?, Flügelstreckung A =
1:15,50, Innentiefe 1,22 m, Außen-
tiefe 0,44 m, Höhenleitwerksfläche
1,67 m?, Seitenleitwerksfläche 1 m},
Bremsklappenfläche 0,338 m?.

Rüstgewicht 156 kg, Zuladung
95 kg, Fluggewicht 251 kg.

Nr. 2/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 17

Mindest-Sinkgeschwindigkeit vs = 0,72 m/sec bei vp =
Beste Gleitzahl e = 1:20 bei v = 55,2 km/h u. vx = 0,76 m/s.
Zulassung zu Winden-, Auto- und Flugzeugschlepp.

Southern BM-10-Schulflugzeug.

Das Schulflugzeug BM-10 der Southern Aircraft Corp., Garland (Tex.)
ist ein verspannter, gestaffelter Doppeldecker in Gemischtbauweise mit
Continental-Motor W-670-K von 225 PS.

Flügel Fichten-I-Holme, Holzrippen stoffbespannt. Flügelnase 1,6 mm
Mahagoni-Sperrholz. Oberflügel an einem Baldachin, Unterflügel am
Rumpf befestigt. Zwischen den Flügelenden N-Streben verspannt. Quer-
ruder nur. am Unterflügel.

Rumpf Stahlrohr geschweißt, 2teilig, Verbindungsstelle hinter dem
hinteren Sitz durch 4 konische Bolzen. Vorderteil Metallbedeckung, hinten
stoffbespannt. Sitze hintereinander. Betriebsstoffbehälter 190 1 im Flügel-
mittelstück.

Höhen- und Seitenleitwerk Holzbauweise, stoffbespannt. Höhenleit-
werk gegen Seitenleitwerk und Rumpf verspannt.

Fahrwerk zwei an der Unterseite des Rumpfes angelenkte Halbachsen

mit Stoßaufnehmerstre-

ben. Räder mit hydrau-
lischen Bremsen. Beweg-
liches Schwanzrad.

Spannweite 103 m
(Oberflügel), 10,1m (Unter-
flügel), Länge 7,7 m, Höhe
2,9m, Flügelfläche 28,29 m?,
Flächenbelastung 44,73
kg/m?, Leistungsbelastung
5,75 kg/PS, Leergewicht
939 kg, Zuladung 327 kg,

Fluggewicht 1266 kg,

50,00 km/h.

Ss .
‘ Höchtgeschwindigkeit
Souther N
BM-10- 197,9 km/h, Reise- 169 km/h,
L- Schulflugzeug. IN Lande- 80,5 km/h, Dienst-

gipfelhöhe 4572 m. Steig-
fähigkeit 259 m/min, Reich-
weite 570 km.

Zeichnung
B Flugsport \

USA.
Southern
BM-10.

Bild
Aero Digest

Seite 18

„FLUGSPORT"”

Nr. 2/1942, Bd. 34

USA St. Louis PT Schuldoppeldecker.

Der von der St. Louis Aircraft Corp. St. Louis, Missouri gebaute
Doppeldecker mit offenen Sitzen ist für Schulzwecke bestimmt.
Flügel Ganzmetall. Profil Clark Y. Querruder nur am Unterflügel, stoff-
bespannt. N-Stiele gegen Rumpf und Baldachin verspannt.

Rumpf runder Querschnitt. Ganzmetall Schalenbauweise mit Form-

ringen. Sitze hintereinander.

008?

7900

m

USA.
St. Louis
p PT.

Zeichnung
Flugsport

|

leitwerk Metallgerippe,
stoffbespannt, gegen
Rumpf verspannt.

Fahrwerk freitragende

Federbeine. Räder mit
Bremsen. Schwanz-

iB Höhen- und Seiten-

Hr sporn mit Rad.

| Motor Wright

I Whirlwind R 760-ET
235 PS.

H Spannweite 10,3 m,
Länge 7,9 m, Höhe 2,8 m,
Fläche 27,7 m?, Flächen-
belastung 45,2 kg/m},
Leistungsbelastung 5,3
kg/PS, Leergewicht 934
kg, Fluggewicht 1254,7

0300

Öl 1551.

Höchstgeschwindig-
keit 209 km/h, Reise-
185,5 km/h, Lande- 85,8
km/h, Dienstgipfelhöhe
4572 m, Steigfähigkeit
306 m/min, Reichweite
563 km.

St. Louis PT.
Bid Aero Digest

USA St. Louis PT-LM4-Tiefdecker.
St. Louis PT-LM4 der St. Louis Aircraft Corporation ist ein frei-
tragender Tiefdecker mit offenen Sitzen, als Schulflugzeug für Fortge-

sr

—_ USA.
St. Louis
PT-LMa4.

Zeichnung
Flugsport

schrittene bestimmt.

Flügel Trapezform mit
abgerund. Enden, V-Form,
Metallgerippe, Glattblech-
flügelnase bis zum Vorder-
holm, dahinter stoffbespannt.
Landeklappen.

Rumpf bis hinter den
Führersitz Stahlrohr, Glatt-
blechverkleidung, im hinte-
ren Teil durch Formringe
und Formprofile verstärkt.

Höhen- und Seitenleit-
werk “freitragend Metallge-
rippe init Aluminhaut.

kg. Betriebsstoff 155,21,

Nr. 2/1942, Bd. 34

„"LUGSPORT“ Seite 19

St. Louis PT.-LM«.
Bild Aero Digest

Höhen- und Seitenruder
stoffbespannt.

Fahrwerk fest, frei-
tragende Federbeine.

‚Motor Ranger 6-440
C-3, 180 PS. Spannweite
8,1 m, Länge 7,6 m, Höhe
‘22 m, Fläche 14,6 m?,
: . Flächenbelastung 62,5
kg/m?, Leistungsbelastg.
5 kg/PS, Leergewicht 634 kg, Fluggewicht 913 kg. Betriebsst. 121 1, Öl 11,41.

Spannweite 8,1 m, Länge 7,6 m, Höhe 2,2 m, Fläche 14,6 m?. Flächenbe-

Höchstgeschwindigkeit 220,5 km/h, Reise- 201.2 km/h, |
ch e , , - , m/h, Lande-
88,5 km/h, Dienstgipfelhöhe 5486 m, Steigfähigkeit 304,8 m/min,

Reichweite 555 km.

USA Wally Timm Schultiefdecker.

Dieses Schulflugzeug, gebaut von der Wally Timm, Inc, Glendale, Kali-
fornien, ist ein abgestrebter Tiefdecker, konstruiert von Wally Timm.

USA. Wally Timm.
Bild Aviation

Timm-

„Flug-

(Vgl. freitragender
Zweisitzer PT-160-K,
sport” 1941, Seite 196.)
Flügel gegen Rumpfober-
kante abgestrebt, zweiholmig,
Holzbauweise, stoffbespannt.

Rumpf vorn runder, hin-
ten rechteckiger Querschnitt
mit Flügelstummeln Stahlrohr.
Sitze hintereinander. Form-
leistenauflage, stoffbespannt.

Höhen- und Seitenleitwerk
 Stahlrohrgerippe stoffb=-
spannt. Höhen- gegen Seiten-
flosse verspannt.

USA. Wally

Timm.

Zeichnung Flugsport

Seite 20 „FLUGSP ) RT“ Nr. 2/1942, Bd. 34

Fahrwerk an der Unterseite des Rumpfes angelenkte V-Streben als
Halbachsen mit Stoßaufnehmerstreben gegen den Flügel.

Motor 160 PS Kinner R-5 luftgekühlt.

Spannweite 10,42 m, Länge 7,4m, Höhe 2,17 m. Fläche 16,1 m?.

Fluggewicht 870 kg. Höchstgeschwindigkeit 200 km, Reisegeschwindig-
keit 185 km/h. Flugdauer 3Y/ h. Gipfelhöhe 5300 m. Steigfähigkeit

330 m/min.

Höhenleitwerksteile d. Lockheed-14 (vgl. Typenbeschreibung Flugsport 1937, 5.513).
Links: Luftabströmteil a ist an dem Höhenruder b fest und schwingt in eine
Einsparung des Rumpfes c; rechts: die Seitenruder besitzen eine Aussparung d,

feste Leitwerksfläche e, Höhenruder f, Höhenruderfeststellklammer g.
Bild Archiv Fuysport

Beschneide-Vorrichtung für Bordhöhe von Rippen dient dazu, die aus der
Presse kommenden Bauteile mit ungleichmäßigem Bördelrand auf die gewünschte
Höhe zu beschneiden.

Diese Arbeit des Abschneidens wurde bisher von Hand mit der Blechschere
erledigt. Die Ausführung machte immer
einen recht simplen und rückständigen
Eindruck, besonders in der Umgebung
neuer Pressen und Ziehwerkzeuge, und
war dazu noch zeitraubend und un-
genau.

Durch diese neue Kantenfräse, die
auf Grund eines Verbesserungsvor-
schlages von Arado entwickelt wurde,
ist diesem Übelstand abgeholfen. Es
handelt sich hierbei um eine Tischfräse,
die von unten angetrieben wird und in
der ein Metallsägeblatt eingespannt ist.
Dieses Blatt ist für die gewünschte
Bordhöhe verstellbar. Unter dem Blatt
ist die Führung und über dem Blatt der
Unfallschutz angebracht. Die übrigen
Anbauten dienen zur Kühlung und
Schmierung.

Beschneide-Vorriehtung für Bordhöhe
von Rippen. Werkbild

Nr. 2/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT" Seite 21

Vom Vogelflug zum Menschenflug.

Eine Stellungnahme zu dem Buch von Reg.-Baurat Hans Mascow, Neisse.

Reg.-Baurat Mascow hat im vorigen Jahr ein Buch herausgebracht, betitelt:
„Vom Vogelflug zum Menschenflug“. Eine Untersuchung über dıe physikalischen
Grundlagen des Vogelfluges und ein Beweis der Möglichkeit des Menschenlluges,
mit einer kritischen Betrachtung der bisherigen Theorie von Reg.-Baurat Hans
Mascow, Neisse.

In diesem Buche hat Mascow die von ihm seit Jahren vertretene Flugtheorie,
die nach Prüfung durch verschiedene wissenschaftliche und technische Fach-
d’enststellen als völlig unrichtig und im Gegensatz zu den Grundgesetzen der
Physik stehend festgestellt wurde, nochmals aufgetischt, um auf diesem Wege die-
jenıgen für seine Sache zu interessieren, die sich kein eigenes Urteil über seine
Ausführungen machen können.

In dem Vorwort dieses Buches empfiehlt er es besonders der deutschen Jugend
zum Ansporn „mit himmelstürmender Begeisterung sich den Luftraum zu erobern“.

Die deutsche Jugend hat sich auch ohne die offenbar aus dem Mittelalter stam-
mende Theorie von Mascow den Luftraum erobert, weil heute selbst die kleinen
Pimpfe die Grundgesetze der Physik besser kennen und weil die deutsche Jugend
nach dem Weltkrieg in richtiger Erkenntnis dieser Naturgesetze den Segelflug ge-
schaffen hat.

Nachdem aber nun in der Zeitschrift „Flugsport“ und auch in der Zeitschrift
„Luftfahrt und Schule“ in richtiger Weise zu den von Mascow vertretenen falschen
Ansichten Stellung genommen worden ist, glaubt Mascow seiner Theorie erneut
Geltung verschaffen zu können.

Bisher ist von seiten derjenigen, die Mascow in seinem Buche glaubt ad ab-
surdum geführt zu haben, geschwiegen worden, erstens weil wir etwas besseres
zu tun haben, als uns mit der Widerlegung physikalisch falscher Theorien zu be-
fassen, zweitens weil jeder vernünftige Mensch, der das Buch liest, selbst fest-
stellen wird, was es mit den vertretenen „physikalischen Gesetzen“ auf sich hat.

Mascow behauptet folgendes:

„Im Segelflug ist also der Vortrieb nicht eine Folge des Aufwindes, wie leider
oft behauptet wird, sondern einzig und allein eine Folge der Schwerkraft, wie aus
Fig. 3 deutlich hervorgeht. Das also ist die Energiequelle, die außerhalb des motor-
losen Flugzeugs auf dasselbe einwirkt.“ (Siehe S. 34 des Buches.)

In der Einleitung des Buches (S. 10) wird jedoch andererseits gesagt:

„Am ehesten erreichen wir die Leistung des frei schwebenden Vogels im Segel-
flug und die rasch steigenden Rekordzahlen für Flug-Steig = Höhe, Streckenflug
und Dauerflug könnten den Anschein erwecken, als flögen wir ebenso mühelos
und ohne zu ermüden durch die Luft wie der Vogel. Zwar ist es jetzt keine
Maschine mehr, aber immer doch eine Energie, die außerhalb unserer Muskelkraft
liegt, der Aufwind. Nur im Aufwind können wir segeln; fehlt er, so wird unser
Flugzeug unerbittlich von der Anziehungskraft der Erde zur Landung gezwungen.“

Beide in dem Buche nebeneinander abgedruckten Anschauungen wider-
sprechen sich vollkommen. Die letztere Anschauung ist die unsere. Die erste An-
schauung wird im Text des Buches ohne jeden auch nur im geringsten stichhal-
tigen Beweis zu verfechten versucht.

Zu welcher der beiden Anschauungen bekennt sich Herr Mascow nun end-
gültig‘

Mascow schreibt weiterhin auf S. 33: „Die Schwerkraft leistet dabei (im Falle
des Gleitfluges) die Arbeit des Vortriebs und damit leistet sie im Gleitflug die
Schwebearbeit.“

„Arbeit ist Kraft mal Weg je Sekunde. Diese im Gleitflug von der Schwerkraft
eeleistete Arbeit (L) ist also ..G°wicht des Flugzeugs (G) mal Abtrieb je Sekunde

.(V,), das letztere heißt die Sinkgeschwindigkeit“. Also L=GXxX V,"”

Auf S. 34 wird geschrieben: „Es ist ferner auch falsch zu sagen -— wie aus
vorhergehendem erklärlich —: Um einen Gleitflug in einen dauernden Hori-ontal-
flug zu bringen, ist menschlicherseits oder vom Vogel eine Energie, das heißt eine
Leistung aufzubringen, welche gleich ist ‚dem Gewicht des Flugzeugs mal seiner
Sinkgeschwindiekeit in ruhiger Luft. Das widerspräche auch den Naturgesetzen,
denn was zu heben ist, ist als gewichtsloser Gegenstand anzusehen.“

Man wird zugeben müssen, daß der Widerspruch offenbar bei Mascow selbst
liegt. Aber ehe ich weiter darauf eingehe, will ich doch erst die durcheinanderge-
Hiienen Begriffe der Mechanik klarstellen. Nach eindeutiger Definition (siehe auch

ütte ]) ist
Arbeit =KraftmalWeg (mkg) undLeistung = Kraft mal Weg proSekunde (mkg/s).

So, und nun zu Mascow’s „Theorie“.

Mascow sagt selbst. daß der Segelflug gewissermaßen ein „horizontalisierter“
Gleitflug ist. Tatsächlich sind ja in bezug auf die das Flugzeug umgebenden Luft-
Seite ‚22 „FLUGSPORT“

Nr. 2/1942, Bd. 3%

massen die Flugbahnen genau die gleichen. Wenn sich dann diese Luftmassen
heben, wird das darin belindliche Fiugzeug mitgehoben, weil es sich ja auf diese
Lufimassen stützt. Ze

Haken dıe Luftmassen das Gewicht (P) und die Steiggeschwindigkeit v,, dann
ist die von den Naturkräften zum Heben der Luftmassen aufgewandte Leistung
Io=P:v,.

Befindet sich ein Flugzeug vom Gewicht (G) in dieser Luftmasse, so wird das
Gesamtgewicht um das Fiugzeuggewicht vermehrt und deshalb ist dann die Hub-
leistung der Naturkräfte Lı = (P + G) vn. |

Die Differenz beider Leistungen ist aber die Hubleistung, die allein für das
Flugzeug aufzubringen ist, alsö u — Lo =(P+G) m —P'vy=G: vn

Ist dıe Steiggeschwindigkeit der Luftmasse gleich der Sinkgeschwindigkeit des
Flugzeugs, dann fliegt das Flugzeüg (im Erdkoordinatensystem) horizontal, d.h. der
Gleitflug wird zum ‚Segelflug. Einzig und allein durch den Aufwind der aufsteigen-
den Luttmassen! Die vom Aufwind beim Segelflug in gleicher Höhe aufzubringende
Leistung ist und bleibt also Gewicht X Sinkgeschwindigkeit.

Mascow wundert sich daun, wieso die geringe Geschwindigkeit des Aufwindes
in der Größenordnung von 1 m/s das Flugzeug zu tragen vermag. In der ruhenden
Luftmasse hat aber das Flugzeug im Gleitflug schon die aus Gewicht, Flügelinhalt
und Staudruck bei einem bestimmten Anstellwinkel vorgegebene Gleitgeschwin-
digkeit, die aus der Bedingung abzuleiten ist, daß alle am Flugzeug angreifenden
Kräfte im Gleichgewicht sein müssen, denn es handelt sich ja um eine unbe-
schleunigte Bewegung. Wenn dann diese Luftmassen im ganzen gehoben werden,
ändert sich doch gar nichts an der Wechselwirkung zwischen dem Flugzeug und
den das Flugzeug tragenden Luftmassen.

Ich frage nun, welchen Naturgesetzen widerspricht denn diese Feststellung?
Es genügt nicht zu behaupten, daß man das-nicht begreifen könne, und daß es den
Naturgesetzen widerspräche, sondern man muß das klipp und klar beweisen
können.

Aber zurück zu Fig. 3 auf S. 32.

Nach Ansicht von Mascow geht also aus dieser Figur „deutlich“ hervor, daß
im Segelflug der Vortrieb allein eine Folge der Schwerkraft ist. Die Erklärung
hierfür bleibt Mascow schuldig, weil dieser Nonsens auch gar nicht zu beweisen ist.

Mascow schreibt hierzu folgendes auf S. 32: „Ist die Lage oder die Haltung des

Gegenstandes, z. B. eines Flugzeuges oder Vogels so, daß die Schwerkraft eine nach
vorwärts gerichtete Komponente ergibt (Fig. 3), so wirkt die Schwerkraft auf den
Gegenstand (Flugzeug) nicht nur abwärts, sondern auch vorwärtsziehend.“
- " Mascow wird uns doch wohl nicht einreden wollen, daß „die Lage oder die Hal-
tung eines Gegenstandes“ die Richtung der Schwerkraft zu ändern vermag. Dann
bräuchte ich ja den Koffer, den ich zum Bahnhof schleppen muß, nur schräg zu
stellen und ich würde auf Rollschuhen wie ein geölter Blitz davonbrausen! Zu
dumm, daß wir alle seit Menschengedenken das nicht gemerkt haben. Welch un-
geahnte Möglichkeiten verkehrstechnischer Art würden sich hier eröffnen.

Und dann zeichnet der Verfasser des Buches die Fig. 4 daneben und schreibt
weiterhin: „Ist die Lage oder Haltung des als Beispiel gewählten Flugzeugs aber
zweitens so, daß die Schwerkraft eine Komponente nach rückwärts ergibt (Fig. 4),
dann wirkt sie rückwärts = abwärtsziehend. Siehe Fig. 3 und 4.“

Der Leser meiner Ausführungen mag glauben, ich würde hier übertreiben.
Nein, das steht so wörtlich auf S. 32 dises Buches, in dem es auf 178 Seiten immer
in diesem Stil weitergeht!

Die an einem bewegten Gegenstand wirkenden Kräfte werden als Normal- und
Tangentialkräfte auf ein in der Bewegungsrichtung liegendes rechtwinkliges Ko-
ordinatensystem bezogen. Es kommt also auf die Bewegungsrichtung an, ob die
Schwerkraft eine Komponente in Richtung der Bewegung liefert oder nicht. Wenn
ich mit einem Schlitien den Berg herunter rodele, dann zieht mich d’e Schwer:
kraft in der Bahnrichtung nach vorne. Ist die Neigung des Berges z. B. 1:10, so:
ist die Zuskraft Yıo des Gewichtes. Wird der Berg flacher, z. B. 1:20, dann
ist die Zugkraft der Gewichtskomponente nur noch !/so des Gewichtes. Geht meine
Rodelbahn dann schließlich in die Ebene über, die bekanntlich die Neigung 1:

S = Schwerkraft

V = Vortriebs-
komponente der
Schwerkraft

A = Auftrieb

W = Rücktriebs-
komponente der
Luftkraft

R = Rücktriebs-

komponente der
Figur 3. S RS Figur 4. Schwerkraft

Nr. 2/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 23

hat, dann wird die Zugkraft /» des Gewichtes oder gleich Null. Will Herr Mascow
das etwa bestreiten?

Wenn mein Flugzeug unter dem Gleitwinkel 1:10 fliegt, dann ist die Schwer-
kraftkomponente !/ıo des Gewichtes.

Wenn meın Flugzeug unter dem Gleitwinkel 1:30 fliegt, dann ist die. Schwer-
krafikomponente !/so des Gewichtes.

Und wenn nun meın Flugzeug segelt, d. h. horizontal fliegt, dann ist. die
Schwerkraftkomponente gleich Null.

Will Herr Mascow das etwa auch bestreiten?

Mascow wird uns doch wohl nıcht weismachen wollen, daß ein Auto auf der
ebenen Straße eine Schwerkratikomponente in der Horizontalen erfährt! Ob aber
das Auto sein Gewicht auf dıe Betonbahn der Straße abstützt, oder das Flugzeug
sein Gewicht auf der Luft abstützt ist völlig gleich.

M. schreibt nun weiteıhin auf S. 34/35 seines Buches: „... denn was zu heben ist.
ist als gewichtsloser Gegenstand anzusehen. Jeder Höhenverlust hat bekanntlich
ein Äquivalent in einer anders gearteten Energie. Wenn ein Gegenstand fällt, setzt
sich dıe Lagenenergie in Bewegungsenergie um, die ihrerseits fähig ist, bei An-
wendung entsprechend mechanischer Mittel wie z. B. bei einem auf eine Unterlage
fallenden Balle, von selbst den größten Teil der verlorenen Höhe wiederzugewin-
nen. Wenn ein Flugzeug wie auch ein Vogel fällt, ist das auch nicht anders.“

So, nun wissen wir es. Das Flugzeug, von der Luftströmung getragen, ist ein
gewichtsloser Gegenstand. Sitze ich in dem Flugzeug, dann bin ich frei nach Mas-
cow auch ein gewichtsloser Gegenstand. Ich nehme zu seiner Entschuldigung an,
daß er noch nie geflogen ist, sonst hätte er genau so wie wir alle gemerkt, dais man
auch in dem von der Luft getragenen Flugzeug noch genau so viel wiegt wie vor-
her am Boden. Wenn man einen Rucksack trägt, wird dieser doch nicht durch das
Getragensein gewichtslos? Wenn man nun aber diesen Rucksack z. B. als ein
schneidiger Skifahrer trägt und damit über eine Sprungschanze springt, dann wird
der Rucksack, so lange man im Fallen ist, keinen Druck auf die Schultern aus-
üben, weil er ja mit dem Träger zusammen fällt. Der Trugschluß liegt darin, daß
nicht zwischen einer beschleunigten Bewegung unter dem Einfluß der Erdschwere
und einer unbeschleunigten Bewegung unterschieden wird.

Wenn ein Körper mit Erdbeschleunigung ohne Luftwiderstand abwärts fällt,
so kann er gegen einen anderen Körper, der in gleicher Weise fällt, keine Schwere-
wirkung mehr haben, denn nach Newton ist bekanntlich Kraft = Masse X Be-
schleunigung.

Die Beschleunigung ist aber — 1g, die Masse G/g, folglich ist die Kraft — G
und das Gewicht ist aufgehoben. Eine Beschleunigung ist aber keine Geschwindig-
keit, wie Mascow es offenbar annimmt, sondern der sekundliche Geschwindigkeits-
zuwachs, d. h. nicht m/s, sondern m/s?. Das Flugzeug, welches mit gleichbleibender
Geschwindigkeit abwärts gleitet, fliegt aber unbeschleunigt, folglich kann auch
das Gewicht niemals aufgehoben werden, denn die Beschleunigung ist gleich Null!
Machen wir in Gedanken folgenden Versuch: Wir nehmen eine Federwaage mit
einem Gewichtsstück in einem Fahrstuhl mit, stellen sie dort auf und beohachten
nun die von der Waage angezeigten Gewichte. Sagen wir, der Fahrstuhl fahre zu-
erst nach unten. Im Augenblick, in dem der Fahrstuhl anfährt, tritt eine negative
Beschleunigung auf und die Anzeige an der Federwaage wird je nach der Größe
der Beschleunigung ein mehr oder weniger vermindertes Gewicht anzeigen Fährt
der Fahrstuhl mit der Erdbeschleunigung, d. h. mit 9,81 m/s an, dann zeigt die
Waare Null an.

Nun geht aber der Fahrstuhl nach dem beschleunigten Anfahrvorgang in den
Fahrzustand mit gleichbleibender Sinkgeschwindigkeit über. Was zeigt dann die
Waage an? Natürlich wiederum das volle Gewicht des darauf ruhenden Gewichts-
stückes. Bremst der Fahrstuhl dann ab, so tritt d’e Beschleunigung in umgekehrter
Richtung, d. h. positive Beschleunigung, auf. Nun wird das Gewicht erst einmal
schwerer als im Ruhezustand und dann tritt wieder der stationäre Zustand, in
diesem Falle der Stillstand, ein, und die Waage zeigt wieder das alte Gewicht.

Ein Vogel oder ein Flugzeug, welche beide im Gleitflug mit konstanter Ge-
schwindiekeit fliegen, sind also keine fallenden Gegenstände, wie Mascow glauht,
sondern beide werden genan  _ » 5 Fr 2 “ 5 S

JULIUS LANGE A.-G.

Werk
Fleck-Fallschirmbau

Waltersdorf

Kreis Zittau (Sachsen)

MESSERSCHMITT Fluo*“ |
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J Ä G E R = ' s se = nietbd ei! ne ; DESSAUER ISSENNE A-G | GOTHAER WAGGONFABRIK A-G
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Schußfelder nach allen Richtungen. — Die
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HONSEL-WERKE axtıenseseuscharft MESCHEDE
LEICHTMETALL-GIESSEREIEN UND WALZWERKE

XXXIV.Jahrgang / Nr. 3 Mittwoch, 4. Febr. 1942

Jabei gerser die 2llalchıne des Volt. nen fon=)

zentriertes Abwehrfeuer der Küftenbatterien. —
Mit nur einem Motor, die Luftfchraube des
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
erreichte auch diefe He 111 nach fat 2000 km
ohne Schwierigfeit ihren Einfaghafen.

Triebwerkswartung

Hochleistungs- und
| übungssegelflugzeug
| „FAB-3°

:
j

Arado Ar 196
Seeflugzeug

Pilot, und unbegrenzter Verstellbereich der VD M-Verstelluftschraube reitetsBesatzung und Maschine

VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERRE A-G FRANKFURT (MAIN)

.. Einspritzmotor
Jumo 211

Flugrundschau

Luftwaffe

Segelflug

Modellfiug

| “ Luftpost

al
| Patent-Sammlung
j Nr. 22

„‚FLUGSPORT‘’-
Erscheinungstage

1942
/ARKIV. Jahrgang

Nr. Datum

4 18. Februar
5 4. März
6 18. März

7 1. April
8 15. April
9.29. April
10 13. Mai

11 27. Mai

12 10. Juni

13 24. Juni
14
15
16
17
18
19
20

|
|
|
|

er

BLOHM& VOSS

8. Juli

22. Juli

5. August

19. August

2. September

16. September

30. September
21 14. Oktober
22 28. Oktober
23 11. November
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fahrwerke, @-Spornfederungen mit Rad oder Kufe und auto-

matischer Rückführung.

@&-FLUGMOTORKOLBEN (Bauart MAHLE), schmiedegepreßt
und gegossen in den verschiedensten Bauarten, Größen und

Legierungen.
€ -SPRITZGUSS für Bordinstrumente und Zellenteile,

"Elektron-Co mbH. Bad Cannstatt : Berlin-Spandau - wien

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Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 3 4. Februar 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des "Flugsport” erscheint am 18. Febr. 1942

Triebwerkswartung.

Die gewaltigen Leistungen unserer Luftwaffe wären ohne hochent-
wickelte Flugzeuge und betriebssichere Motoren nicht möglich gewesen.

Wenn der Motor nicht durchhält, kann auch mit der besten Flugzeug-

 zelle der Flugauftrag nicht erledigt werden. — Der beste Motor nutzt
nichts, wenn er nicht auf das sorgfältigste gewartet wird.

Nach jedem Flug muß der Motor — soweitangängig — in seinen Lebens-
wichtigen Teilen gewissenhaft untersucht und etwaige Anzeichen, die
zu einer Betriebsstörung führen könnten, beseitigt werden.

Hierzu gehört ein Motorenwart mit hochentwickeltem Fingerspitzenge-
fühl. Ein guter Motorenwart, wie ihn die Front verlangt, muß ein Meister
seines Faches sein. Um solche Fähigkeiten zu erreichen, sind lange Praxis,
Liebe zum Motor und äußerste Gewissenhaftigkeit notwendig.

Die Notwendigkeit einer erhöhten Triebwerksüberwachung zeigte
sich bereits in den Anfängen des Luftverkehrs. Jetzt im Kriege sind in-
folge der hochgezüchteten Motoren diese Erfordernisse noch bedeutend
gesteigert worden.

Wenn nun unsere Luftwaffe so unvergleichliche Leistungen vollbracht
hat, so ist dies vor allen Dingen mit den Männern zu danken, die dem

‚Flugzeugführer beim Start melden durften:: „Motor flugklar!“

Hochleistungs- und Uebungs-Segelflugzeug „FAB-3“,
Nachdem die Entwicklung von Hochleistungsmaschinen eine gewisse
Vollkommenheit erreicht hat, macht sich immer stärker das Bestreben
nach Flugzeugen geltend, die neben guten Leistungen und Flugeigenschaf-
ten für die Serienherstellung geeignet sind. Aus diesem Grunde wurde die
»"AB-3“ der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft an der H.T.L. Beuth-
Schule Berlin, in Metallbauweise ausgeführt. Sie folgt damit dem Ent-
 wicklungsgang der Motorflugzeuge, der auch von der Holz- und über die
Gemischtbauweise zum Ganzmetallbau führte. Die „FAB-3“ ist in fabrika-
torischer Hinsicht für den Serienbau durchkonstruiert. Hervorzuheben ist

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 22. Bd. IX.
Seite 34 „FLUGSPORT" Nr. 3/1942, Bd. 34

Nr. 3/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 35

Abb. 4.
Hochleistungs- und Übungs-
segelflugzeug „FAB-3“.

Werkbild

Flügelumriß innen recht-
eckig, außen trapezförmieg.
Profil: Innen 6Gö 54,
außen 693;  Profilsehne
durchgehend 2° geschränkt.
V-Stellung 2°.

Der Rumpf ist 9eckig
und läuft in ein 6-Eck aus.
Den tragenden Verband
bildet geschweißtes Stahl-
rohrfachwerk mit 3ecki-
gem Querschnitt.

Die Ruder weisen den
gleichen Aufbau wie der
Flügel auf, d. h. Dural-
Rohrholm mit Elektronrip-
pen und Stoffbespannung.
Das Seitenleitwerk ist un-
gedämpft, das Höhenleit-
werk ist gedämpft und mit
einer verstellbaren Trimm-
klappe versehen. Die Quer-
ruder sind massenausge-
glichen. Die Betätigung sämtlicher Ruder erfolgt durch Stoßstangen, Steue-
 rungsanlagen und Ruder sind kugelgelagert. Damit wird ein praktisch rei-
 bungsfreier und spielfreier Gang der Steuerung erreicht.

Die Flügelmontage erfolgt durch einen zentralen Konusbolzen (Bild 2),
die Flügelaufhängung an 4 Punkten im Rumpffachwerk. Die Querruder
haben automatischen Anschluß. Die „FAB-3“ ist mit Sturzflugbremsen aus-
gerüstet, die in der FAG-Berlin entwickelt sind. Ein plötzliches Abreißen
der Strömung und eine Lastigkeitsänderung findet dabei nicht statt. Start
und Landung erfolgen auf einem bremsbaren Einradfahrwerk. Durch klaren
Aufbau und Überdimensionierung des Führerraumes und Schnellverstel-
lung der Seitensteuerpedale sind dem Piloten weitgehende Erleichterungen
geschaffen.

Die „FAB-3“ hat an einem Vergleichsfliegen der DVL in Prien/Chiem-
see teilgenommen. Sie wurde im Flugzeugschlepp von Berlin nach Prien
und zurück überführt. Die Maschine wurde im Rahmen des Programm-
fliegens von einer Reihe bekannter Segelflieger geflogen und hinsichtlich
ihrer Flugeigenschaften und Leistung günstig beurteilt.

Spannweite 16 m, Fläche 15 m?, Flügelstreckung 17, Flächenbelastung
20 bzw. 17,7 kg/m?. Rüstgewicht 180 ke, Zuladung 120 kg bzw. 80 kg. Flug-

gewicht 300 beziehungsweise 260 kg, Gleitwinkel 1:27, Sinkgeschwindigkeit
0,62 m/sec.

Hochleistungs- und Übungssegelflugzeug „FAB-3”. Werkbild

auch das Fehlen der sonst bei Segelflugzeugen stark in Erscheinung treten-
den Witterungsempfindlichkeit und die dadurch bedingte höhere Lebens-
canon aerodynamischer Hinsicht soll das Flugzeug gute Schnellflugeigen-
schaften und in einem größeren Staudruckbereich günstiges Flugverhalten
Die „FAB-3“ ist ein freitragender Mitteldecker von 16m Spannweite.
Der Flügel ist äußerst einfach gebaut. Auf einem Du ral-Rohrholm, der aus
fertigungstechnischen Gründen als Achteckrohr aus 2 Halbschalen zu-
sammengesetzt wurde (siehe Bild 1 und 2), sind die aus einem Stück her-
eestellten Elektronblech-Rippen aufgeschoben und mit Winkeln angenietet
(wie aus Bild 1 und 3 hervorgeht). Die Nase ist zur Formhaltung mit Elek-
(siehe Bild 1 und 4), der übrige Flügel ist stoffbespannt.

Abb. 1. Flügel. 2. Holm. 3. Leitwerk.

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4

N

2800

Arado Ar 196 See-Flugzeug.

Die Ar 196 der Arado-Flugzeugwerke ist ein Katapult- und hochsee-
fähiger Borderkunder: zugleich Küstenaufklärer und Bomber. Das Muster
ist als halbfreitragender Tiefdecker in Metallbauweise ausgeführt.
Flügel mit abgerundeten Enden, 2teilig, V-Form, ein I-Stegwandhaupt-
holm und ein Hilfsholm gelenkig am Rumpf angeschlossen und zum
Schwimmwerk durch je 1 V-Strebe abgestützt, die beim Zurückklappen

16000 —— —

Hochleistungs-
und Übungssegel-
flugzeug „FAB-3“.

+500

Zeichnung Flugsport

Se] T|

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3/1942, Bd. 34

Seite 36. „FLUGSPORT"“ Nr.

Arado Ar 196 Seeflugzeug.

Werkbilder (16)

üivels gelöst werden. Beim Zurückschwenken der Flügel werden diese
ae Im Rumpfobergurt angreifende Hilfsstreben gehalten. Flügel-
rippen und Gitterträger mit tragender Glattblechhaut. Wölbungsklappe in
Leichtmetall mit Spalt hydraulisch betätigt, Oberseite stoffbespannt. Quer-
mit Spalt.
a ee: vorne fast rund, hinten ovaler Querschnitt. 2 Sitze hinterein-
ander, Führersitz verstellbar, Beobachtersitz verschieb- und wegklappbar.,
Handradsteuerung. Zur Formgebung auf dem geschweißten Stahlrohr-
gerüst, Leichtmetallgerüst stoffbespannt. Rumpfvorderteil Glattblech.
Höhen- und Seitenleitwerk freitragend, Seitenflosse liegt vor der Höhen-
flosse. Flossen in Ganzmetall mit Glatiblechbelag; Ruder stoffbespannt,
gewichisausgeglichen.

Nr. 3/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 37

Arado Ar 196 Seeflugzeug.

/wei gegeneinander austauschbare Schwimmer, istufis, Ganzmetall-
ausführung durch Schotten unterteilt und-durch Stahlrohrstrebengerüst
am Rumpf befestigt. Am Schwimmerheck ein abgefedertes, hochziehbares
Wasserruder (vgl. Abbh.).

Motor 9 Zyl. Stern BMW 132 K/900 PS mit Bodenlader und Kraftstoff-
einspritzpumpe. Einstellbare 3flügelige Holzluftschraube. NACA-Haube
mit regelbarer Hinterkante. Bosch Eclipse-Starter für elektrischen und
Handbetrieb.

Bewaffnung MGs und Flugzeugkanonen. Zum Schutz des Beobachters
gegen den Flugwind ist der hintere Teil der verschiebbaren Beobachter-
raumhaube fächerartig nach außen aufklappbar. Die militärische Aus-
rüstung wird vervollständigt durch Bombenträger, die unter dem Flügel
angehängt sind.

Spannweite 12,5 m, Flügel geklappt 4,8 m, Länge 11 m, Höhe 4,45 m.
Flügelinhalt 28,5 m?, Leergewicht 2066 ke.

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Arado Ar 196

Seeflugzeug.

Zeichnung Flugsport

Arado Ar 196 Seeflugzeug. Von links Abb. 1—3.
Abb. 1: Steuerbordschwimmer ist am Schwimmwerk, das aus Stahlrohrstreben be-
steht, festmontiert. Man erkennt die scharfe Kielung des Schwimmerbodens. die je-
doch nur bis zur Stufe in Wellenbinderform durchgeführt ist. Die seitlichen Hohl-
kehlen der Bodenkielung sollen eine Bindung und eine bessere Führung der Wasser-
strömung herbeiführen und dadurch den Start erleichtern. — Auf der Flügeloberseite
erkennt man die vor demZurückklappen der Flügelanzubringenden Hilfsstreben. —
Abb. 2: Schwimmerstrebenanschluß. — Abb. 3: Zur Verringerung des Luftwider-
standes werden die versenkten Befestigungspunkte des Schwimmerwerks mit‘

„»stromlinienförmig; für Verspannungen: wird. Profilstahldraht -verwendet.

 Blechen windschnittig und wirbelfrei verkleidet. Der Querschnitt der Streben ist
Seite 38 „FLUGSPORT" Nr. 3/1942, Bd. 34

Nr. 3/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 39

Arado Ar 196 Seeflugzeug. Die Funkanlage ermöglicht die dauernde Verbindung
zwischen Bordflugzeug und Kriegsschiff bzw. Einsatzhafen. Vor jedem Aufklärungs-
flug wird Sende- und Empfangsgerät sorgfältig geprüft.

Bildunterschriften zu Seite 38.

‚Bild 1: Die Spanten wurden früher aus vielen Kleinteilen zusammengesetzt, die unter dem Treibhammer
verfermt werden mußten. Heute werden Spante möglichst aus einem Blech und in einem Arbeitsgang
 gepreßt. — Bild 2: Blick in eine Fertigungshalle der Schwimmermontage. Schwimmerbau in den ver-
schiedenen Baustadien. — Bild 3: Zusammenbau der Spante in der Vorrichtung. — Bild 4: Das Anpaß-
gerüst aus Holz hat genau die Schwimmerform, so daß die Beplankungsbleche ohne zeitraubende Maß-
arbeit zugeschnitten und in Form gebracht werden können. Das Bild zeigt das Anpassen der Beplan-
.kungsbleche am Anpaßgerüst. — Bild 5: Nachdem die Spante in der Helling gesetzi sind, werden Holm
und Kielleisten aufgelegt und mit Beplankung wasserdicht vernietet. — Bild 6: Ausnieten der Bodenbe-
plankung mit Preßluftnietung. — Bild 7: Anpassen und Heften der Deckbeplankung. — Bild 8: Zeigt das
Heften der Deckbeplankung und der Mannlochöffnungen zu den Schotträumen. Die Beplankung wird
‚mit Preßluftrevolver wasserdicht vernietet. — Bild 9: Der Innenraum des Schwimmers wird soweit wie
‚möglich durch Einbau von Behältern ausgenutzt. In erster Linie wurden Kraftstofftanks eingebaut.
Das Bild zeigt das Einpassen eines Schachtes für Notproviant an der Unterseite des Schwimmers. Dieser
Proviantschacht ist nicht nur von der Oberseite des Schwimmers, sondern auch vom Schwimmerboden
aus zugänglich, da bei schwerer Havarie die Schwimmer oft kieloben im Wasser treiben. — Bild 10: Die
Schwimmerspitzen ragen weit über den Motor hinaus und sind damit die vordersten Punkte der
Maschine. Deshalb werden sie durch den Einbau von Fendern, federnden Kissen aus Kork mit Segel-
.tuch überzogen. besonders geschützt. Bild zeigt den Anbau des Fenders und die Prüfung der Dichtigkeit

\ des Schwimmergehäuses durch Wasserdruck.

Einspritzmotor Jumo 211.

Verschiedene Einzelheiten des Jumo 211 B& D Einspritzmotor mit luft-
loser Einspritzung haben wir bereits im „Flugsport“ 1941, S. 392, unter der
Überschritt: „Motor im Sturzflug“, wie auch Junkers Verstelluftschraube
mit automatischem Drehzahlregler, beschrieben.

Kurbelgehäuse und Zylinderblöcke, V-Form, in einem Stück gegossen.
Vorderes Gehäuse dient zur Aufnahme des Untersetzungsgetriebes, am
rückwärtigen Teil wird das Apparategehäuse angeflanscht (Abb. 1-3).

Kurbelwelle sechsfach gekröpft und achtmal gelagert (Gleitlager).
Hauptpleuel Doppel-T-Querschnitt und am Fuß gabelförmig ausgebildet
(Abb. 4). Fünf Kolbenringe die beiden untersten Ölabstreifringe.

_  Dtahllaufbüchsen in die Zylinderblöcke eingesteckt und durch vier
Zuganker fest an den Zylinderkopf angezogen. Vom Motorgehäuse abnehm-
arer wassergekühlter Zylinderkopf (Abb. 4) trägt die Steuerungsorgane,
2 Einlaß- und 1 Auslaßventil je Zylinder, hängend. Schwinghebel von der
ockenwelle gesteuert. In acht Gleitlagern laufende Nockenwelle erhält

Schwimmerbau des Arado Ar 19.
Seite 40 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1942, Bd. 34

Antrieb vom Horizontalantrieb über Kegelräder und läuft mit halber
Kurbelwellendrehzahl. Auf Auslaß- und Einlaßseite des Zylinderkopfes
je eine Zündkerze. Zylinderkopf durch Zylinder-Ölwanne abgedeckt, in
deren Schmierstoffsumpf zwei Rückförderpumpen eingebaut sind, die vom
Zahnrad der Nockenwelle angetrieben werden. Am hinteren Ende des
rechten Zylinderkopfes sitzt Kraftstoff-Förderpumpe Jumo 2017 B. Am lin-
ken Zylinderkopf kann elektrischer Drehzahlgeber angebaut werden.
Untersetzungsgetriebe einfaches Stirnradgetriebe.

Apparateteil auf Rückseite des Motorgehäuses angeflanscht. Antriebe
für 2 Schmierstoff-Rückförderpumpen, 1 Druckpumpe, 1 Kühlstoffpumpe,
3 Zündmagnete, 1 Drehzahlregler (Automatik für Verstell-Luftschraube).
1 Lader mit Schaltgetriebe, 2 Sondertriebe, 1 Tachometer bzw. elektrischer
Drehzahlgeber, 1 Generator, 1 Presser, 2 Horizontaltriebe für Nocken-
wellen und 1 Einspritzpumpe (Abb. 1—-3).

Kühlstoffpumpe ist normale Kreiselpumpe und durch Gummimuffen
mit den Kühlwasserkrümmern der beiden Zylinderköpfe verbunden.
Schmierung der Pumpenwelle durch Schleuderöl vom Apparateteil aus.

Druckpumpe mit Schmierstoff-Filter zu einem Aggregat vereinigt.
Spaltfiltereinsatz besteht aus 2 Spulen feinen Drahtes, der beim Durch-
fließen des Schmierstoffes Verunreinigung zurückhält. Durch Betätigen
eines Ratschenhebels werden mittels Drahtbürsten Verunreinigungen vor
Drahtspulen abgebürstet.

Schmierstoffdruck. wird durch Überdruckventil (Kugelventil) auf 4

an u bis 6 atü einreguliert.
: Verneblerdüse

Krafistoff- Schmierstoff- Überschüssiger Druck-
-Druckleitung-Abian Te ischreger \ FEinspritz- "Manometeranschuß schmierstoff wird von
-Feinfilter Gemisch- \ pumpen- | -Rückförder- der Saugseite der
Leerlauf ‚einstellung. \ Antrieb ee Druckpumpe wieder
einstellung \ Überfettung | aufgenommen. Ein-

. messer-

[ Getriebedüse. -
| mit Filter.

2

. Ladedruck-

. Anschluß |

Aufhängeflansch \

Stützpunkt

spritzpumpe (Abb. 5),
die eine Kolbenpumpe
ist, führt jedem Motor-

Abb.1—3 Jumo B und D.
Unten links: linke Motor-
seite,rechts: Stirnansicht,
oben: Ansicht von unten.

IJFM (9).

... Stoppzug Filter

Automalk. Lader-
schaligefriebe Hand- .
- Es - schalthebel.
Lufl=
| Drossel
|

Schmierstofflank-
 Käühlstf- Entlüftung

Sammelkanal _Kühlstoff-

Kontrollbohrungen

Kurbeigehäuse-
Entläflung \\

Auhlstofl-
dustent =

. Kühlstef-. 2

a : Mur e: :
Schmierstoff- . Pumpe Aufiochen ' Schmierung®
Filtermil Reischen : . ... derSleuerung

%0
Stoppzug

einer Gradscheibe

laufendem Laderrad als Boden-

Kurbelgetriebe, Laufbüchsenlage-

Nr. 3/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 41

zylinder durch besonderes Pumpenelement Kraftstoff zu. Pumpe wird
als 12- Zylinder - Doppelreihen - blockpumpe mit hängenden Zylindern
gebaut. Zwei gegenüberliegende Pumpenkolben arbeiten auf denselben
Nocken. Reihenfolge der Pumpenzylinder die gleiche wie der Arbeitszylin-
der des Motors. Pumpe 1 beliefert Motor-Zylinder 1 usw. Veränderung der
Einspritz-Fördermenge erfolgt durch Verdrehen der Pumpenkolben. Dies
wird durch zwei im Pumpengehäuse geführte Zahnstangen bewirkt.
Außerdem kann durch eine besondere Verstellungsmöglichkeit jeder
Pumpenstengel der Luftaufnahme seines zugehörigen Motorzylinders an-
gepaßt werden, wodurch völlig gleichmäßig Gemischverteilung erzielt
wird. Abstimmung der einzelnen Pumpen auf die Arbeitszylinder des
Motors, sowie die Vollgas- und Leerlaufeinstellung, wird im Hersteller-
werk vorgenommen und plombiert. Die Einspritzpumpe ist in jeder Flug-
lage arbeitsfähig.

Zur vollautomatischen Bemessung der Kraftstoffmenge, entsprechend
des dem Motor zugeführten Luftgewichtes, dient Einspritzpumpenregler
(Abb. 6), bestehend aus Geber und Verstärker.

Geber ist eine Dose, die von Ladeluft umspült wird. Druck und Tem-
peratur der Ladeluft verändern die Länge der Dose. Diese Längenverände-
rungen werden über Stellorgane für Bemessung der jeweils dem Zustand
der‘ Ladeluft entsprechenden Kraftstoffmenge zu einem mit Motoröl be-
triebenen Verstärker geleitet, der wiederum den Reguliermechanismus
der Einspritzpumpe betätigt. Von Ladeluftleitung des Motors führen zwei
kurze Rohrleitungen zum Pumpenregler.

Der Kraftstoff wird unmittelbar in die Arbeitszylinder eingespritzt.
Hierzu dienen offene Nadeldüsen.

Kraftstoffzufuhr vom Vorratsbehälter zur Einspritzpumpe besorgt
Junkers-Kraftstoff-Förderpumpe Jumo 2017 B. Antrieb vom Zwischentrieb
des rechten Zylinderkopfes.

Bei Schräglagen des Flugzeuges mit zum Teil entleerten Kraftstoff-
behälter kommt es vor, daß eine Saugseite der Kraftstoff-Förderpumpe
Luft mit ansaugt. Diese angesaugte Luft wird von Förderpumpe, vermischt
mit dem von der anderen Saugseite geförderten Krafstoff, in die Einspritz-
pumpe gedrückt und kann zum Aussetzen des Motors führen. Der in die

_ Kraftstoff-Druckleitung zwischen Förderpumpe und Einspritzpumpe

zwischengeschaltete, nach dem Schwimmerprinzip arbeitende Kraftstoff-
Entlüfter beseitigt diesen Übel-
stand. Lader (Abb. 7) — in
Flugrichtung gesehen — auf
der rechten Seite des Appa-
rateteiles. Einstufiges Schleu-
dergebläse, von der Kurbel-
welle über einen Rädersatz
und ein Zweigang - Schalige-
triebe angetrieben.

In einer bestimmten Höhe
wird Lader automatisch durch
ein Zweigangschaltsetriebe
(Abb. 8) auf höhere Drehzahl-
stufe geschaltet. Hierdurch ist
es möglich, den Motor in grö-
ßerer Höhe mit schnell laufen-
dem Laderrad als Höhenmotor
oder am Boden mit langsam

Abb. 4. Jumo 211 BudD 7 7| ———— KA, SUN

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rung und Zylinderkopf.

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Seite 42 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1942, Bd. 34 Nr. 3/1982, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 43
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Ladedruckregler steuert Drehschieber in Ladeluft-
leitung und setzt sich aus Geberteilund Verstärkerteil zu-
sammen (Abb. 8). Drehschieber in Ladeluftleitung wird durch von Öldruck
bewegten Kolben betätigt, wobei Kegelrad-Ausgleichsgetriebe zwischen-
geschaltet ist. Drucköl tritt durch enge Düse in Zylinder des Verstärker-
‚teiles ein. Schließkraft dieses im Geberteil liegenden Druckregelschiebers

Yensürker  Wulldausa Ost

Eiruchalvarsteilung har Onmischragla® une Gemuchnglen _

Abb. 5. Jumo 211 B u. D, Einspritzpumpe.

motor zu fliegen. Bei Höhenladerantrieb erfolgt Antrieb des Laders
über Rädersatz mit großer Übersetzung, wobei Bodenladergetriebe-
satz über Freilauf läuft. Bei Bodenladerantrieb erfolgt Antrieb über
Rädersatz mit kleiner Übersetzung, wobei die Höhenladerstufe leer mit-
läuft. Die Lamellenkupplung ist dabei ausgeschaltet.

Zweck des Ladedruckreglers ist es, in allen Höhenlagen Luftdruck
vor den Einlaßventilen unverändert zu erhalten. Dadurch wird in jeder
Flughöhe — bis zur Nennleistungshöhe — volle Motorleistung erzielt. In
Bodennähe wird dagegen Motor gegen übermäßig hohe Überladung ge-
schützt.

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Abb. 6. Jumo 211 B und D, Einspritzpumpenregler und Reglergetriebe.

Abb. 8. Jumo 211 B u. D, Laderantrieb.
Abb. 9. Jumo 211 B u. D, Ladedruckregler,

Schnitt durch Geber.

Lader-Loufrad

Lamellen-
Kupplung

Schaltgestänge

n links: Schnitt durch Verstärker; rechts:

ist durch Zwischenschaltung einer luftleeren, barometrischen Dose zum

Luftdruck vor den Einlaßventilen abhängig.

Ist dieser Luftdruck von Ventilen zu hoch, so verändert sich Länge

der luftleeren Dose im Geberteil. Dadurch wird Druckregelschieber ge-

schlossen und der Öldruck im Verstärkerteil steigt an, wodurch Kolben

den Drehschieber weiter zumacht. Bei zu niedrigem Luftdruck wird luft-

leere Dose im Geberteil länger, der Reglerschieber geöffnet, damit sinkt

Öldruck im Verstärkerteil und Drehschieber wird weiter geöffnet.

| Motor regelt.selbsttätig den höchst zulässigen Druck vor den Ventilen
und damit die Höchstleistung. Soll mit kleiner Motorleistung geflogen wer-

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Seite 44 „FLUGSPORT*“ Nr. 3/1942, Bd. 34

den, wird mittels Handhebels über Zahnstange die unter der luftleeren
Dose im Geberteil befindliche Feder zusammengedrückt. Dadurch wird
Gleichgewichtsstellung des Druckregelschiebers schon bei kleinerem Luft-
druck von den Einlaßventilen erreicht und der Regler regelt, unabhängig
von Flughöhe, auf diesen kleineren Luftdruck ein. .

Um bei Versagen der Regelorgane den Motor bedienen zu können,
betätigt Handhebel über das Ausgleichsgetriebe unmittelbar auch den
Drehschieber in der Ladeluftleitung. So läßt sich Drehschieber von Hand
zwangsläufig in seine Endstellung sowie alle Zwischenstellungen bewegen.

Flugzeugführer hat nur darauf zu achten, daß er Motor nicht überladet.

Jumo 211 wird durch Druckumlauf-Schmierung ohne Schmierstoff-
vorrat im Motor (Trockensumpf) mit dem nötigen Schmierstoff versorgt.

Aus. Schmierstoff-Vorratsbehältern wird Schmierstoff von Druck-
pumpe über Filter in das Schmiersystem des Motors gedrückt und von
Rückförderpumpe über den Kühler zum Vorratsbehälter geschafft.

Von Kühlstoffpumpe wird Kühlwasser durch die Zylinderköpfe in die
Kühlräume der Zylinderblöcke gedrückt. Die Verbrennungsräume und
Ventilführungsbüchsen der Anlaßventile sowie die Zylinder-Laufbüchsen
werden vom Kühlwasser umspült. In den an den Außenseiten des Motor-
gehäuses angeflanschten Wasserführungen sammelt sich das aus den Kühl-
räumen austretende Kühlwasser und wird über zwei im Ausgleichbehälter
befindliche „Junkers Dampfluftabscheider“ mittels Rohrleitung zu dem
im Luftstrom liegenden Kühler geführt. Vom Kühler führt Hauptstrom
weiter zum Saugstutzen der Kühlstoffpumpe.

Durch eine, an der tiefsten Stelle des Ausgleichsbehälters, ange-
flanschte Rohrleitung wird Nebenstrom direkt zur Ansaugleitung der
Kühlwasserpumpe geleitet, wo er sich mit Hauptstrom vereint. Diese
Führung hat zur Folge, daß Kühler in Überdruckgebiet zu liegen kommt
und damit Aufdampfen des Kühlwassers vor Pumpe weitgehend vermie-
den wird.

Dampfluftabscheider sollen Luft- und Dampfblasen aus dem Kreis-
lauf ausscheiden und kondensieren, bzw. ins Freie abführen. Dampfluft-
abscheider teilen Kühlwasserstrom in Hauptstrom aus reinem Wasser und
in Nebenstrom, bestehend aus ausgeschiedenen Dampf- und Luftblasen
sowie mitgerissenen Wasserteilchen. Hauptstrom führt mittels Rohrleitung
durch Ausgleichs- und Vorratsbehälter direkt in Kühler, ‘während Neben-
strom in Aussleichs- und Vorratsbehälter eintritt. Die Dampfblasen kon-
densieren zum Teil im Behälter, während der nicht kondensierte Dampf
und die Luft in die beiden oberen Luftsammelräume des Ausgleichsbehäl-
ters entweicht. Beide Luftsammelräume sind durch Ausgleichsleitung ver-
bunden, von der Rohrabzweigung über Doppelventil die Luft und etwaigen
Wasserdampf ins Freie führt.

Jeder Motorzylinder besitzt im Auspuffrohr eine Rückstoßdüse, aus
der die Gase in periodischen Stößen ausströmen. Durch diese Anordnung
wird Auspuffdrosselung völlig vermieden und in Bodennähe merklicher
Düsenschub erzielt, der mit zunehmender Höhe größer wird.

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Inland.

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: Oberst
Galland.

Oberst Gallend schoß in unermüdlichem heldenhaftem Einsatz 94 Gegner im Luft-
kampf ab. Die Masse dieser Luftsiege errang er im Kampf gegen England.

Oberst Galland wurde nach dem Tode von Oberst Mölders als dessen Nach-
folger zum Inspekteur der Jagdflieger im Luftwaffenführungsstab ernannt.

Nr. 3/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 45

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht an: Oblt. Freiherr von Malapert gen. von Neufville, Staffel-
kap., Oblt. Rudel, Flugzeugf., Ofw. Hachtel, Flugzeugf., sämtlich in einem Kampf-
geschwader.

Hptm. Johann Schmid, Ritterkreuzträger, kehrte vom Feindflug nicht zurück.
Durch beispielhaften Einsatz und kühnen Angriffsgeist errang er seine großen
Erfolge als Jagdflieger. In schweren Luftkämpfen hat er insgesamt 41 Gegner ab-
‚geschossen.

Fw. Günter Ursinus, stud. ing., 9. 12. 41 vom Feindflug Afrika nicht zurück-
‚gekehrt.

Gustav Ruth, Stadtrat a. D., Begründer und Seniorchef der Gustav Ruth
'Temperol-Werke, im Alter von über 74 Jahren am 23. 1. 42 einem Herzschlag
‚erlegen.

Deutsche Lufthansa gibt für 1941 folgende Übersicht über die Ergebnisse ihres
planmäßigen Streckenverkehrs.

Im Berichtsjahr gelang es, mit dem durch die Kriegsverhältnisse eingeschränk-
ten Flugzeugpark höhere Flugleistungen zu erzielen als im Vorjahr. Die Flug-
leistung stieg um 33,7%/o, das heißt um ein Drittel und erreichte 6 970 000 km. Die
bezahlte Beförderungsleistung stieg sogar um die Hälfte, und zwar auf 9,33 Mill.
bezahlte Tonnen-Kilometer und näherte sich damit dem Ergebnis des Jahre 1937
ı(9 931 334 bezahlte t/km).

Im einzelnen ist über den Verkehr zu berichten:

Die Beförderung von Fluggästen mußte aus allgmein wirtschaftlichen und in
dem Kriegszustand begründeten Erwägungen zugunsten von Fracht- und Postgut
zurücktreten. Trotzdem wurden 111 000 zahlende Fluggäste (i. V. 95210 Fluggäste)
befördert und eine Leistung von 74,6 Mill. bezahlten Fluggast-km (i. V. 55,3 Mill.
Fluggast-km) erreicht. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug 34,9%o, hielt
:also mit der Vermehrung der Flug-km Schritt.

Die Steigerung des Gepäckverkehrs betrug gegenüber dem Vorjahr 81,4%. _
Es wurden 731 Tonnen Gepäck befördert (i. V. 439 Tonnen), bzw. 623000 Tonnen-km
{i. V. 343408 t/km) erzielt. Das unverhältnismäßig starke Anwachsen des Flug-
gepäcks zwang zur Beschränkung des Gepäcks auf 30 kg pro Gast.

. Ganz außerordentlich erhöhte sich die Frachtbeförderung. Sie stieg auf rund
1521 bezahlte Tonnen (i. V. 908 t), bzw. 1,26 Mill. Tonnen-km (i. V. 0,65 Mill. t/km).
Die Erhöhung betrug 93,8%/0. Eine besonders große Nachfrage war auf den Balkan-
strecken und den Verbindungen nach dem Süden und Norwegen festzustellen. Die
Beförderungsleistung an Fracht, die fast ausnahmslos für wehrwirtschaftliche
Zwecke erfolgte, übertraf im Berichtsjahr das beste Jahresergebnis der Vorjahre
(1936) um 71,1%.

Im Postverkehr wurden 2480 Tonnen (i. V. 1509 t) befördert, bzw. 1,85 Mill.
Tonnen-km (i. V. 0,95 Mill. /km) geleistet. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr
beträgt 94,70. Ein nicht unerheblicher Anteil an dieser Erhöhung entfällt auf die
Feldpostbeförderung auf den Balkanstrecken und den Linien nach Skandinavien.
Auch die Kriegsgefangenenpost auf der Verbindung Berlin—Lissabon hat einen
nennenswerten Anteil.

Abschließend ist festzustellen, daß die Deutsche Lufthansa trotz der kriegs-
bedingten Einschränkungen durch intensivste Ausnutzung und Beladung ihrer
Flugzeuge, dieses günstige Ergebris im Jahre 1941 erreichen konnte.

Ausland. |

Brit. Postflugzeug USA 4-Motor Kairo—Malta—Gibraltar—London stieß gegen
(die Felsen von Tarifa (Südspanien). 10 Insassen, hohe Militärs, tödlich verunglückt.

Bomben, auf schwedisches Gebiet am 29. 12. 1941 abgeworfen, wurden nach
schwedischen amtlichen Untersuchungen als englische Fliegerbomben festgestellt.
Die schwedische Gesandtschaft hat gegen diese Neutralitätsverletzung bei der
britischen Regierung Protest eingelegt.

Australische Flieger werden nach Meldungen aus Canberra gemäß Beschluß

des australischen Kabinetts aus der britischen Luftwaffe zurückberufen.

: Argent.-Brasil. Fluggesellschaft für Post- und Passagierflüge von Rio über
Buenos-Aires nach Santiago soll durch den Direktor des argentinischen Zivilflug-
wesens, Samuel Bosch, gegründet werden, dabei soll das Material, Flugzeuge und
Personal der ehemals deutschen „Condor“-Gesellschaft übernommen werden.
Seite 46 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1942, Bd. 34

Luftwaffe.

Führerhptquart., 16. 1. 42. (DNB.) OKW.: Durch unsere Luftwaffe auf Schiffs-
ziele bei Feodosia und Kertsch wurde ein Transporter von 1500 BRT. versenkt,
ein größerer Transporter und ein Zerstörer schwer beschädigt. — Im Westfahr-.
wasser des Weißen Meeres wurde ein Eisbrecher der Stalin-Klasse durch mehrere
Bombenvolltreffer schwer beschädigt. — In der Nacht zum 16. 1. griffen Kampf-
flugzeuge Hafenanlagen der engl. Ostküste an und erzielten mehrere Volltreffer-
in einer großen Hochofenanlage. — Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge
griffen brit. Kraftfahrzeugkolonnen und Flugzlätze in der Cyrenaika sowie Zelt-.
lager bei Marsa Matruk an. — Die Luftangriffe auf brit. Flugplätze und Verteidi-
gungsanlagen auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht wirksam fortgesetzt.
— Deutsche Transportflugzeuge schossen am 13. 1. über dem Mittelmeer 2 angrei-
fende brit. Zerstörerflugzeuge ab. — Brit. Bomber griffen in der letzten Nacht
Emden und weitere Orte im nordd. Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte
Verluste an Toten und Verletzten. Drei der angreifenden brit. Bomber wurden
abgeschossen.

Führerhptquart., 17. 1. 42. (DNB.) OKW.: Starke Verbände der Luftwaffe
unterstützten den Abwehrkampf des deutschen Heeres im mittl. und nördl. Ab-
schnitt der Ostfront. — Vor der engl. Ostküste wurde ein brit. Minensucher durch
Bombenwurf schwer beschädigt. — Brit. Panzer- und Kraftwagenkolonnen sowie
Flugplätze und Zeltlager in der Cyrenaika und an der ägvpt. Küste wurden erfolg-
reich bombardiert. — Deutsche Kampfflugzeuge führten bei Tag und Nacht wirk-
same Angriffe gegen Schiffsziele und Hafenanlagen in La Valetta sowie gegen
brit. Flugplätze auf der Insel Malta.

Führerhptquart., 18. 1. 42 (DNB.) OKW.: Im Rahmen der schweren Kämpfe
im mittl. und nördl. Kampfabschnitt der Ostfront kam es zu starkem Einsatz
deutscher Kampf- und Jagdfliegerverbände. Sie vernichteten, zum Teil in kühnen
Tiefangriffen, Hunderte von Fahrzeugen und anderen Transportmitteln sowie
zahlreiche schwere Waffen und anderes Kampfgerät des Gegners. Bei Luft-
angriffen auf Eisenbahnlinien wurden mehrere beladene Transportzüge der Sow-
jets beschädigt. — Bei bewaffneter Luftaufklärung über der Nordsee wurde in
der letzten Nacht vor der engl. Ostküste ein größerer Geleitzug angegriffen und

zersprengt. Mehrere Schiffe wurden schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge:

belegten Häfen an der engl. Südwestküste mit Bomben mittleren und schweren
Kalibers. — In Nordafrika führte die Luftwaffe erfolgreiche Angriffe gegen brit.

Marsch- und Nachschubkolonnen an der Küstenstraße. — Der Feind warf in der:
letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte in Nordwestdeutschland. Die Zivil-:

bevölkerung hatte geringe Verluste. In den Wohnvierteln einiger Städte entstan-
den Gebäudeschäden. Zwei .brit. Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. —
In der Zeit vom 10.—16. 1. 42 verlor die sowjet. Luftwaffe 105 Flugzeuge. Davon
wurden 66 in Luftkämpfen und 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest

am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 15 eigene:

Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 19. 1. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe beschädigte im
Seegebiet von Murman ein großes Handelsschiff durch Bombenwurf. — Kampf-
flugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der engl. Südküste und erzielten Bom-
benvolltreffer in einem Munitionslager auf den Shetlands. — Deutsche Kampf-
flugzeuge griffen Hafenanlagen und Flugplätze an der Küste der Cyrenaika an.

In der großen Syrte wurde bei einem Luftangriff auf einen brit. Geleitzug mehrere

große Handelsschiffe durch Bombenwurf schwer beschädigt.

Führerhptquart., 20. 1. 42 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe unterstützte an der-

gesamten Ostfront, zum Teil unter schwierigsten Einsatzbedingungen, die Kämpfe

auf der Erde. Die Murman-Bahn wurde an mehreren Stellen durch Bombenwurf
unterbrochen; ein Betriebsstoffzug wurde in Brand geworfen. — Wirkungsvolle -

Luftangriffe richteten sich in der Cyrenaika gegen Hafenanlagen und gegen die

Küstenstraße. Im Raum südlich Agedabia wurden brit. Kraftfahrzeugansammlun-

gen und Zeltlager mit Bomben belegt. — Im Seegebiet von Tobruk beschädigten
deutsche Kampfflugzeuge ein größeres Handelschiff durch mehrere Bomben-

treffer. — Die Bombardierung von La Valetta und brit. Flusplätzen auf der Insel:

Malta durch deutsche Kampfflugzeuge wurde mit starker Wirkung fortgesetzt.

Nr. 3/1942, Bd. 34

„"LUGSPORT“ Seite 47

Führerhptquart., 21. 1. 42. (DNB.) OKW.: Bei bewaffneter Aufklärung über
dem Seegebiet um England erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer in Hafen-
anlagen und in einem großen Industriewerk an der engl. Ostküste sowie in einer
Funkstation in Südost-England. — Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich bei Tag
und Nacht gegen La Valetta und brit. Flugplätze auf der Insel Malta. — In der
letzten Nacht warf der Feind mit schwachen Kräften Bomben im nordwestl.
Küstengebiet. Es entstand einiger Häuserschaden. Vier der angreifenden brit.
Bomber wurden abgeschossen. Hierbei errang Oblt. Becker seinen 9., 10 und 11.
Nachtjagdsieg.

Führerhptquart., 22. 1. 42. (DNB.) OKW.: In der Straße von Kertsch beschä-
digten Kampfflugzeuge ein großes sowjet. Handelsschiff durch Bombenwurf. —
Bei bewaffneter Aufklärung im Seegebiet von Großbritannien versenkten deutsche
Kampfflugzeuge vor der schott. Nordwestküste ein Handelsschiff von 6000 BRT.
und einen Kohlenleichter von 600 BRT. Vor der engl. Südwestküste wurde ein
größeres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Auf einer, den Shetlands
vorgelagerten, Insel erzielten Kampfflugzeuge mehrere Volltreffer in kriegswich-

tigen Anlagen. — Starke Verbände der deutschen und ital. Luftwaffe griffen in

die Kämpfe auf der Erde ein und bombardierten Truppen- und Panzeransammlun-
gen des Feindes. An der ägypt. Küste wurden Vorratslager der Briten in Brand
geworfen. — Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf Wohnviertel im
nordwestl. Küstengebiet. Die Zivilbevölkerung hatte keine Verluste. Milit. Schaden
entstand nicht. Fünf der angreifenden brit. Bomber wurden zum Absturz ge-
bracht. — In der Zeit vom 11.—20. 1. 42 verlor die brit. Luftwaffe 36 Flugzeuge,
davon 16 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit
gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 23. 1. 42. (DNB.) OKW.: Im Seegebiet um England beschädig-
ten Kampfflugzeuge durch Bombenwurf einen größeren Frachter. Nachtangriffe

_ der Luftwaffe richteten sich gegen Häfen und milit. Anlagen in Süd- und Süd-
_ ostengland. — Verbände der deutschen und der ital. Luftwaffe fügten den im Raum
südlich Agedabia geworfenen brit. Truppen neue schwere Verluste zu. — Auf

der Insel Malta wurden Flug- und Seestützpunkte des Feindes bei Tag und Nacht

von deutschen Kampfflugzeugen bombardiert. — Brit. Bomber warfen in der

letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands — u. a. auf Wohnviertel und
öffentl. Gebäude in Münster — Spreng- und Brandbomben. Einheiten der Kriegs-
marine schossen 3 brit. Bomber ab.

Führerhptquart., 24. 1. 42. (DNB.) OKW.: Im hohen Norden wurden Teil-
strecken der Murmanbahn durch Bombentreffer zerstört und eine Industrieanlage
schwer getroffen. — Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 27 Flugzeuge, wäh-

‘ rend nur ein eigenes Flugzeug vermißt wird. — Im Kampf gegen Großbritannien

bombardierte die Luftwaffe bei Tage Versorgungsbetriebe des Hafens Great
Yarmouth sowie einen Flugplatz in Schottland. — Deutsche Kampfflugzeuge
setzten die Angriffe auf milit. Anlagen der Insel Malta mit guter Wirkung fort. —
Kampf- und Sturzkampffliegerverbände unterstützten die deutsch-ital. schnellen

Verbände in Nordafrika.

Führerhptquart., 25. 1. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche und finnische Luftstreit-
kräfte fügten dem Feinde an der karelischen Front erhebliche Verluste an Men-
schen und Material zu. In den Gewässern der Fischer-Halbinsel wurde ein kleiner
Transporter durch Bombenwurf versenkt. — Auf der Insel Malta belegten deutsche
Kampfflugzeuge die Anlagen der Flugplätze Luka und Halfar mit Bomben schwe-
ren Kalibers. — In der Zeit vom 17.—23. 1. 42 verlor die sowjet. Luftwaffe 110

‚Flugzeuge, davon wurden 59 in Luftkämpfen und 17 durch Flak abgeschossen,

der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Östfront
16 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 26. 1. 42 (DNB.) OKW.: Im Seegebiet um England beschädig-
ten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht westlich Pembroke einen größeren
Frachter durch Bombenwurf so schwer, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist.
Weitere Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen einen Hafen an der
Südwestküste der Insel. — Im Mittelmeergebiet stellten deutsche Kampfflugzeuge
nördlich Tobruk einen brit. Flottenverband und erzielten Bombenvolltreffer auf
einem Leichten Kreuzer. — Bei einem Tagesangriff deutscher Kampffliegerkräfte
auf den Flugplatz Halfar auf Malta wurden Bombeneinschläge in Hallen und zwi-
3/1942, Bd. 34

Seite 48 „FLUGSPORT“ Nr.

schen abgestellten Flugzeugen erzielt. Deutsche Jäger schossen hierbei in Luft-
kämpfen ohne eigene Verluste 8 brit. Jagdflugzeuge ab.

Führerhptquart., 27. 1. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe unterstützte die harten
Kämpfe im Osten trotz schwieriger Wetterlage. — Kampfflugzeuge, die zu bewaff-
neter Aufklärung eingesetzt waren, griffen milit. Anlagen an der schottischen
Ostküste und in Südwest-England an. — Durch Einheiten der Luftwaffe wurden
in Nordafrika 12 brit. Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört. — In den
Gewässern um Malta erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer auf
einem brit. Zerstörer. Ein größeres feindl. Handelsschiff wurde schwer getroffen.
Luftangriffe auf Flug- und Seestützpunkte der Insel Malta wurden bei Tag und
Nacht fortgesetzt. — Brit. Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brand-
bomben auf einige Orte in Nordwestdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte Ver-
luste an Toten und Verletzten. Einzelne feindl. Flugzeuge drangen bis in die
weitere Umgebung der Reichshauptstadt vor. Drei der angreifenden Bomber
wurden abgeschossen. .

Führerhptquart., 28. 1. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe führte wirksame An-
griffe gegen Truppenbewegungen, Nachschubkolonnen, Eisenbahnzüge und Flug-
stützpunkte der Sowjets. — In Nordafrika beiderseitige Aufklärungstätigkeit.
Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten Barackenlager und Kraftfahrzeug-
ansammlungen der Briten in der nördl. Cyrenaika. — Tag- und Nachtangriffe
deutscher Kampffliegerverbände richteten sich gegen Hafenanlagen auf Malta.
Bombenvolltreffer schweren und schwersten Kalibers richteten vor allem in der
Staatswerft Schäden an. — Bei der Abwehr eines Angriffs brit. Bomber auf das
Reichsgebiet in der Nacht zum 27. 1. erzielte eine Nachtjagdstaffel unter Führung
von Hptm. Lent und Oblt. Prinz zu Lippe-Weißenfeld ihren 100. Abschuß.

Führerhptquart., 29. 1. 42. (DNB.) OKW.: Starke Kampf- und Jagdflieger-
verbände griffen besonders im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront
in die Erdkämpfe ein. Zahlreiche sowjet. Flugzeuge wurden in Brand gesetzt. —
Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen brit. Kraftfahrzeugkolonnen,
Truppenansammlungen und Treibstofflager im nordafrikanischen Küstengebiet
von Bengasi bis Marsa Matruk. — Bei Tag- und Nachtangriffen auf brit. Flugplätze
der Insel Malta wurden mehrere Flugzeuge am Boden beschädigt. — Brit. Bomber,
die in der letzten Nacht versuchten, Münster anzugreifen, wurden durch starke
Abwehr vertrieben und warfen planlos Bomben in Nordwestdeutschland. Die
Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einigen Orten entstand Häuser-
schaden. Drei brit. Bomber wurden abgeschossen.

Segelflug

Jap. höhere Schulen erhalten als Pflichtfach Segelflugkurse für die Schüler
der drei letzten Klassen.

Span. Segelflieger Prof. Carlos Gutierrez flog am 28. 10. 41 in Monflorite
(Huesca) auf „Weihe“ 90 km direkte Luftlinie in 2 Std. 13 Min. und erreichte eine
Höhe von 1500 m.

Schwingenflug-Höchstleistung gelang dem sudetendeutschen Hitlerjungen
Militky in der Gablonzer Turnhalle in Anwesenheit zweier Leistungsprüfer. Er

konnte mit seinem neugebauten Saalflugmodell die alte Bestleistung von 2 Min.

7 Sek. mit 3 Min. 11 Sek. überbieten.

Spanien. Die Taller-Schule in Madrid eröffnete neue Modellbaukurse für
Knaben von 12—15 Jahren, die vollkommen kostenlos stattfinden.

Nr. 3/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“

Seite 49

u. ne.

Einstelluftschraube besitzt Blätter, die nur bei
eingestellt werden können. Bei der Verstelluftschraube können die Blätter
während des Fluges vom Führersitz aus verstellt und der jeweiligen Leistung
angepaßt werden.
Italienische Kriegsauszeichnungen:

La croce di guerra al valore militare = Verdienstkreuz, entspricht unserem E.K. II.

La medaglia di bronzo =

La medaglia d’argento
E.K.I—Ritterkreuz.

Bronzemedaille, unser E.K. 1.

stillstehendem Motor am Boden

= Silbermedaille, entspricht etwa der Zwischenstufe

La medaglia d’oro = Goldmedaille, für im Kampf nach großer Leistung Gefallene:
wird von den Angehörigen, der Mutter oder Frau getragen.
Comturkreuz Savoyen = für außergewöhnliche Verdienste.

Der Begründer unseres Werkes,
unser verehrter

Herr Stadtrat a. D.

GUSTAV RUTH

Fabrikbesitzer

ist im Alter von über 74 Jahren
nach eben überstandener Krank-
heit überraschend einem Herz-
schlag erlegen.
Sein Lebenswerk ist der Aufbau
unserer Firma, die er vor 44 Jah-
ren gründete und zu einem füh-
renden Unternehmen der Lack-
industrie entwickelte.
Mit seinem reichen Fachwissen
und seiner rastlosen Schaffens-
kraft war er der Gefolgschaft
stets Vorbild und ihr auf das
väterlichste verbunden.
Sein Wirken in hohen Ehren-
ämtern war erfüllt vom Pflicht-
bewußtsein gegenüber der Ge-
meinschaft.
Sein vorbildlicher Rat galt un-
serem Werk in Hamburg-Wands-
bek ebenso, wie allen Filialen
und Schwesterbetrieben in Eu-
ropa.
Unser Streben, wie das der ge-
samten Gefolgschaft, wird es
sein, dem teuren Verstorbenen
in Pflichterfüllung und Treue am
Werk nachzueifern, um sein An-
denken dadurch in seinem Sinne
zu ehren und sein Werk erfolg-
reich fortzusetzen.

Betriebsführung

und Gefolgschaft der
Gustav Ruth
Temperol-Werke
Chemische und Lackfabriken
Th. Ruth u. Dres. Asser

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11 27. Mai

12 10. Juni

13 24. Juni

14 8. Juli

15 22. Juli

16 5. August

17 19. August

" 2. September
" 16. September
Pr 50. September
: 14. Oktober
: 28. Oktober

; 11. November
a2. November
- Dezember
% 23, Dezenbher

ERNST HEINKEL FLUGZEUGWERKE G.M.B.H.
5 SEESTADT ROSTOCK 2
'HEINKEL-WERKE G.M.B.H,, ORANIENBURG

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz 8.
Mreigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein). Frankfurt a. M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelversonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘. Frankfurt a. M..
Hindenburgplatz 8 (Deutschland!

Preis 80 Pf.

Printed in G
ermany N

USA Johnson-Flugzeug

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&-FLUGZEUGRÄDER aus Elektron-Guß mit mechanischen, hy-
draulischen und Luftdruck-Bremsen, Bremsbetätigungen,
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u Si LA f Mr N)

"GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING.

Illustrierte Hlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag _

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck. verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Be

Nr. 4 18. Februar 1942 __XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 4. März 1942

Werkilieger.

Die Vormachtsstellung unserer Luftwaffe ist mit auf die hoch: ent-
wickelten deutschen Flugzeuge zurückzuführen. An den ausgezeichneten
Qualitäten — Sicherheit, Flugeigenschaften— haben in der deutschen Luft-
waffenschmiede die Werkpiloten hervorragenden Anteil, die in früheren
Zeiten, wenn irgend ein Rekord aufgestellt wurde, nur ab und zu in Er-

 scheinung traten.

Jetzt während des Krieges sind in der Leistungssteigerung auch die
Werkflieger mitgegangen. Die Erprobung von neuen Baumustern ist eine
außerordentlich verantwortungsvolle Aufgabe und stellt an das fliege-
rische Können, das technische Wissen und die Energie höchste Anforde-
rungen. Oft hängt es mit von den Werkfliegern ab, ob ihr Werk das neue
Flugzeugmuster in die Serienfabrikation bringen kann. Von dem ersten
Versuchsstart bis zur endgültigen Abnahme der Musterprüfung ist ein
langer Weg. Ein hohes Maß von Gemeinschaftsarbeit ist Vorbedingung.
Es erfordert den Einsatz des ganzen Menschen. Auch ein stilles Heldentum
hinter der Front! — —

Nurflügelflugzeug Horten IV.*)

Die Eniwicklung des Segelllugzeuges als Nurflügel erfordert dıe
Lösung zweier sich widersprechender Aufgaben: a) den Raum für den
Führer und die Einbauten innerhalb des Flügels zu schaffen, b) hohe Flug-
leistungen zu erreichen, die ihrerseits ein großes Seitenverhältnis voraus-
setzen.

Ein einsitziges Segelflugzeug gibt infolge seiner kleinen Ausmaße nur
schlecht den Raum für den Führersitz innerhalb des Flügels. Der Flügel
erhält, wenn man auf den Rumpf verzichten will, eine Wurzeldicke von
0,60—0,70 m, und daraus resultiert eine Flügelwurzeltiefe von mindestens
3,0 m. Die Segelflugzeuge Horten I, II, II hatten deshalb alle ein verhältnis- |
mäßig kleines Seitenverhältnis, denn wenn die Flügelzuspitzung aus den

*) Typenbeschreibung vgl. „Flugsport“ Horten I 1934, S. 90, Horten IT 1935,
S. 360, u. 1936, S. 143, Horten III 1938, S. 423, Horten V 1941, S. 236.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 23, Bd. IX.

Nr. 4/1942, Bd. 34

Seite 52 „FTLUGSPORT“

Siabilitätsbedingungen gegeben ist, steht das Seitenverhältnis mit der
Spannweite in direkter Beziehung. So wurden auch bei den Nurflügelflug-
zeugen HI, II, III systematisch die Spannweiten erhöht (12, 16, 20 m), so daß
“damit die Möglichkeit einer Leistungssteigerung erschöpft erscheint. Bei
Spannweiten über 20 m treten schon wieder die Nachteile der Sperrigkeit
und der Trägheit um die Längsachse zu stark in Erscheinung.

Diese Entwickung ergab eine außerordentlich große Flügelfläche und
damit eine kleine Flächenbelastung. Die durch das an sich kleine Seiten-
verhältnis bedingte niedrige Steigzahl ca®/cw? wird durch die kleine FIä-
chenbelastung aufgewogen, so daß die Sinkgeschwindigkeit niedrig bleibt.
Anders jedoch sind die Verhältnisse bezüglich des Gleitwinkels. Dieser ist
durch das Verhältnis von ca/cw gegeben und deshalb von der F lächenbe-
lastung unabhängig. Hier hat also das Nurflügelflugzeug mit kleinerem
Seitenverhältnis einen höheren Beiwert des induzierten Widerstandes als
das Normalllugzeug, ein Nachteil, der jedoch durch das Einsparen von
nichttragenden Oberflächen . vermindert wird. Die niedrige Flächenbe-
lasiung hat aber außerdem den Nachteil, daß die Geschwindigkeit, bei der
der beste Gleitwinkel ausgeflogen wird, niedrig liegt; daher ist mit kleiner
Flächenbelastung ein Abwindgebiet nur verlustreicher zu durchfliegen
als mit einer hohen Flächenbelastung. Dasselbe gilt allgemein von der
Reisegeschwindigkeit, die durch die Verschiebung der Geschwindigkeits-
polare durch niedrige Flächenbelastung ungünstig beeinflußt wird. Der
der kleinen Flächenbelastung entsprechende kleine Kurvenradius ermög-
licht zwar das Ausnuizen der intensivsten Stellen innerhalb der Aufwind-
gebiete, ein solches Flugzeug steigt also im Aufwind leichter, jedoch wird
der Nachteil der niedrigeren Gleitgeschwindigkeit hierdurch nur teilweise
ausgeglichen.

Diese Überlegungen für und wider den Nurflügel als Segelflugzeug
mußten bisher zugunsten der Entwicklung und Erforschung der fliege-

Horten IV. Oben: Im Fluge. Mitte: Ansicht von hinten, vorne Stoßkufe, unter
dem’ hinteren Rumpfstück Schleifkufe. Unten links: Im Fluge mit herabgelassener
Stoßkufe. Unten rechts: Seitenansicht. Werkbilder (4)

‚„Horten III“ bekannt ist. Dabei wirken die Mittel-

'Steuerung-Schema der Horten IV.

Nr. 4/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT*“

Seite 53

rischen und aerodynamischen Eigenschaften zurückstehen. Das Sege:iliie
zeug galt für uns als einfaches und billiges Versuchsmittel. Nach Absc'tix
dieser Studien wurden die Erfahrungen auf den Mötorflugzeugbau"äige-
"wandt und die bereits veröffentlichte „Horten V“ geschaffen. Um zü ver-
küten, dab die einmal gewonnenen Erfahrungen nicht verloren gingen; und
um auch den Gedanken des Nurflügels aufrecht zu erhalten, 'entständ ein
Nurflügel-Leistungsflugzeug, die „Horten IV“. 5 en Eu z
Bei diesem Muster ist die Führeranordnung TE
liegend vorgenommen worden. Hierdurch war es
möglich, mit einer Spannweite von 20 m ein Seiten-
verhältnis von 21 zu erreichen. Dabei blieb die
Profildicke an der Wurzel 16% der Tiefe. Durch‘
diese Führeranordnung, zu der uns die Maschine
der FFG Stutigart anregie, sind die oben beschrie-
benen Nachteile alle behoben. | nn
Die Lage des Flugzeugführers ist nicht hori-
zontal, sondern knieend-liegend wobei der Ober-
körper zur Flugrichtung in einem Winkel von 30
Grad ruht. Kniee und Füße sind in einem Kufen-
kasten untergebracht. Der Oberkörper liegt auf
dem als Brücke ausgebildeten Stahlholme des 1,6 m
breiten Mittelstückes. Die Mittelflügel des 5teili-
gen Flugzeuges sind in einholmiger Holzbauweise
hergestellt und tragen je zwei Klappen sowie die  &
Sturzflugbremsen. Die Außenflügel mit 2,0 m. =
Länge sind in Ganzmetallausführung. An ihnen
sind die Außenklappen (Querruder) sowie die Sei-
tenruder angebracht.

' Die Steuerung ist dem liegenden Flugzeug-
führer entsprechend als Handrad-Verschiebe-
steuerung ausgebildet. In jedem Flügel liegen

. zwei Steuerleitungen, bestehend aus kugelgelager-
ten Stoßstangen, die die drei Klappen antreiben.
‚Die Außenklappe besitzt einen Flächenausgleich
in Form einer bei negativen Ausschlägen austre-
‚tenden Rudernase. Diese Klappe arbeitet bei Hö-
hen- und Tiefenruderausschlägen nur mit gerin-
gen Drehwinkeln. Bei Querruderausschlägen wer-
‚den die Drehwinkel über ein entsprechendes Dif-
ferential groß. Die beiden inneren Klappenwirken
als Höhen- bzw. als Tiefenruder sowie als Quer-
'ruder in der Form, wie schon durch das Muster

‚klappen durch die Art des Antriebes hauptsäch-
lich als Höhenruder und die Innenklappen haupt-
sächlich als Tiefenruder. Man erhält durch diese

Horten IV

Zeichnungen
Flugsport

Uli | a ar
Mefenruder .

Höhenruder

- £5.000

Seite 54 „FLUGSPORT“ ° Nr. 4/1942, Bd. 34

Anordnung bei Höhenruderausschlägen die geringsten Verluste und außer-
dem bleibt bei Tiefenruderausschlägen die aerodynamische Schränkung
bestehen. Durch einen „Höhenruderausschlag rechts“ und einen Tiefen-
ruderausschlag links“ wirken auch die Innenklappen als Querruder, wobei
dann die Außenklappe sich mit ihrem Ausschlagwinkel so einfügt, daß
z. B. bei einem Ausschlag nach oben der Klappenwinkel nach außen hin
zunimmt, bzw. bei einem Ausschlag nach unten zum Flügelende hin ab-
nimmt. Durch die Differentialwirkung dieser Anordnung wird das Gieren
um die Hochachse verringert, wozu der austretende Flächenausgleich der
Außenklappe beiträgt.

Die Seitenruder, welche beide auch gleichzeitig als Bremsen ausge-
schlagen werden können, bestehen aus je zwei Klappen (Elektron), die
nicht betätigt die Haut der Flügelnase bilden. Die Betätigung des Seiten-
ruders erfolgt mit den Fußspitzen über einen Seilzug.

Die Montage ist mit 3 Personen in 5 Min. möglich. Die Holzflügel wer-
den am Mittelteil mit 2 konischen Bolzen verschraubt, die Außenflügel
mit Schnellverschlüssen in den Holzflügel eingeschoben. .

Das Fahrwerk besteht aus zwei hintereinanderliegenden Kufen, von
denen die hintere fest, die vordere einziehbar angeordnet ist. Beide Kufen
sind abgefedert. i

Als Landehilfe und Sturzflugsicherung sind beiderseits Luftbremsen
angebracht von je 2,0 m Länge, die voll ausgefahren im Geschwindigkeits-

bereich von 50 bis 90 km/h 8 m/sec Sinken erzeugen und die Sturzflugend-

geschwindigkeit auf 180 km/h begrenzen.
Die Ausrüstung enthält eine elektr. Anlage, die den Wendezeiger treibt
und die zur Beheizung des Handsteuers bzw. der Handschuhe für mehrere

Horten IV. Oben links: Einsteigtür geöffnet. Unten links: Sichtscheiben nach vorne
und unten, hochziehbare abgefederte Kufe mit abwerfbaren.Rädern. Rechts oben:

Teilansicht auf die Ruder u. Klappen. Rechts unten: Anschnallstellung des Führers.
Werkbild

Nr. 4/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT*“ Seite 55

Stunden ausreicht. Das Sauerstoffgerät ist fest eingebaut und hat Außen-
bordanschluß. Als weitere Sicherheitsmaßnahme erleichtert der Hauben-
abwurf mit selbsttätiger Abschnallung das Abspringen mittels Fallschirm.
Die weitere Ausrüstung an Instrumenten usw. ist die übliche der modernen
Segelflugzeuge.

Das Flugzeug wurde im Winter 1940/41 gebaut und in etwa 20 Flug-
stunden erprobt. Es erwies sich als fliegerisch sehr einfach, wenn auch die
Führerlage eine gewisse Umstellung erfordert, und flugeigenschaftsmäßig
einwandfrei.

Spannweite: 20,0 m, Flügelinhalt: 19,1 m?, Seitenverhältnis: 21,0 m,
Rüstgewicht 240 kg, Fluggewicht: 350 kg, Flächenbelastung: 18,3 k&/m?,

sleitverhältnis: 37, Sinkgeschwindigkeit: 0,5 m/sec, Personenzahl: 1.

Gebr. Horten.
Panzerflugzeug J 4.

Das erste deutsche in großer Zahl hergestellte Panzerfiugzeug ist die
in Jahre 1917 von den Junkers-Werken gebaute J 4. In diesem Jahre jährt
sich der erfolgreiche Erprobungsflug dieses Flugzeuges zum 25. Male.

J 4 Flügel freitragender Anderthalbdecker. Die Flügelkonstruktion
besaß kein Bauteil, das nicht, unbeschadet der Sicherheit des Ganzen, aus-
fallen konnte. Das Flugzeug wurde hierdurch weitgehend unempfindlich
gegen Schußverletzungen aller Art.

Infolge der ausschließlichen Verwendung unverbrennlicher Metalie
auch für die Ruder und Flossen war das Baumuster gegen Brandgefahr
ausreichend gesichert. Das Fehlen von Stielen und Spanndrähten und die
zweckmäßige Anordnung der Flügel gewährten sowohl dem Flugzeug-
führer als auch dem Beobachter gute Sicht. Im Gegensatz zu den damals
fast ausschließlich verwendeten Flugzeugen in Holzstoffkonstruktion war
die J4 gegen Witterungseinflüsse unempfindlich. Das lästige Nachspannen
entfiel sowohl während des Flugbetriebes als auch bei der Montage‘ und
Demontage, was die Zusammenbauzeiten wesentlich verkürzte. Die'Flug-
zeuge konnten bei jeder Witterung im Freien bleiben und benötigten weder
Schutz durch Hallen noch durch Zelte. |

] 4 stellte eine ledig-
lich für die Bedürfnisse
des Infanteriefliegers ge-
baute Sonderkonstruktion
dar. Motor, Insassen und
FT-Gerät waren durch
eine schußsichere Panzer-
wanne geschützt. Gewicht
der Panzerwanne etwa
470 kg. Folglich konnte die
Maschine nur mäßige
Steigleistungen aufweisen
und besaß lange An- und
Auslaufstrecken beim
Start.

Panzerung bestand aus
einer Wanne von 5 mm
starkem Spezialstahl. Mo-
torpanzerung war bis zur
oberen Kante des Motors
hochgezogen. Motor, Füh-

Panzer Flugzeug ]J 4
1917.
Zeichnung Flugsport

eoor

Seite. 56 „FLUGSPORT" Nr. 4/1942, Bd. 34

J 4 auf einem Feldflugplatz 1917/18. Bild Junkers-FM.

rer, Beobachter, Brennstofftanks, FT-Anlage, Munition und ein Teil der
Steuerung befanden sich innerhalb des Panzerschutzes. Alle außerhalb
liegenden Teile der Steuerung waren doppelt ausgeführt.

Der Motor war so in die Panzerwanne eingebaut, daß er trotzdem zur
Wartung gut zugänglich war. Teile der Panzerung konnten zurückgeklappt
werden. Für Vergaser und Ölpumpe leicht zu öffnende Klappen. Wind-
fünger führten durch Kanäle die Luft zum Vergaser und zum Kurbelge-
hause. Für den Fall des Versagens einer Motorpumpe für die Benzinzufüh-
rung konnte auf Fallbenzin aus dem Fallbehälter umgeschaltet werden.
Yiit Falltank 30 1 konnte die Maschine etwa eine halbe Stunde mit Vollgas
[!iogen. Sollte der Falltank leer geflogen sein, so konnte dem Motor durch
ie Handpumpe Betriebsstoff zugeführt werden. Das Umschalten bei Ver-
sagen der Motorpumpe erfolgte durch den Schalthahn I. Der Hauptbenzin-
tank war durch eine senkrechte Wand unterteilt, so daß bei Verletzung

] 4. Konstruktionseinzelteile: links: Holmanschlüsse des Tragflügels mit. Stoß-
stangen für die Querruder; unten: Querruderanschluß mit Stoßstange am Trag-

flügel: rechts: Anziehen einer Kugelverschraubung am Flügel der J 4.
Bilder Junkers-FM.

: 216 km/h.

Nr. 4/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 57

I

einer Seite der Tank nicht ganz
auslaufen konnte. Mit dem
Dreiwegehahn II konnte . der
beschädigte Tank ausgeschal-
tet werden und mit dem Brenn-
stoff aus dem unverletzten
Tank der Motor weiter ver-
sorgt werden. An der Rück-
seite desDoppeltanks lagen die
Ablaßhähne für schnelles Ent-
leeren der Hauptbehälter im
Notfalle. Vgl. Rohrleitungspl.

] 4 war mit einem Düsen-
kühler, Bauart Junkers, ausge- Üb eraruckventil
rüstet, der die Form einer vorn
und hinten offenen Haube be-
saß. Die Düse vermindert den
Lufiwiderstand des Kühlers. Mit den beweglichen Haubenteilen konnte die
Kühlertemperatur beliebig geregelt werden.

Die Steuerungsorgane werden durch Gestänge bedient. Seiten- und
Querruder waren zum Teil dynamisch ausgeglichen. Querruder, Höhen-
und Seitensteuer Ganzmetall. Verschiedene Baumuster der J4 wurden
gegen Ende der Produktionszeit von der Panzerwanne ab bis zum Rumpf-
ende mit Stoff bespannt.

Das eingebaute Einheitstelefunkengerät gab sowohl die Möglichkeit
des Sendens wie des Empfangs. Der Generator war leicht zugänglich im
Panzerschuiz untergebracht. Antennenlänge etwa 97 m. Zur Verteidigung
war für den Beobachter ein Parabellum-Gewehr auf beweglichem Dreh-
turm mit 1000 Schuß Munition eingebaut.

Spannweite 16 m, Länge 9,2 m. Höhe 3,43 m, Fluggewicht 2176 kg.

7 Rohrleitungsplan_des Panzer doppeldeckers
Junk.I.

Fallbehälter

Schaugas

Schalthahn 2
m: )9060
ı 2 5 4

4
Betriebsst.

L J

Reıiniger_

_Haupt_- | Behälter

Hotorpumne_

©
©
©
J
U

Ü

Handpumpe

DreiweghahnIL. | Betriebsgt,

USA Johnson 2 Motoren hintereinander.

Dieses von A. C. Johnson,
Long Beach, Kalifornien, kon-
struierte Versuchsflugzeug ist
eine Kabinenmaschine mit
zwei in Tandem hintereinan-
derliegenden 80-PS-Motoren
mit gegenläufigen Schrauben,
von denen die vordere als
Druck-, die hintere als Zug-
schraube mit ca. 40 cm Abstand
angeordnet sind. Die Verklei-
dung des vorderen und hinte-
ren Motors bilden Stromlinien-
form.

Flügel Tiefdeckeranord-
nung, freitragend, rohrartiger
Leitwerksträger. nach hinten
hochgezogen.

Dreiradfahrwerk fest.

Höchstgeschwindigkeit

USA Johnson 2-Motor. _
j Archiv Flugsport
Seite 58

„FLUGSPORT"

Nr.: 4/1942, Bd. 34

Engl. Handley P
Dieser Viermotor-B 3
kühlten Motoren. Die ersten Versuchsflüge

age „Halifax“

omber ist die erste engl.

H.P. 57 Viermotor-Bomber.
Maschine mit flüssig ge-
fanden im Sommer 1941 statt.

dnung. Hinterkante fast gerade,

Flügel freitragend, Mitteldeckeranor Schlitzen. Jedoch keine

V-Form. Klappen und Ruder mit Handley Page-

erh

Engl. Handley Page „Halifax“ H. P. 57 Viermotor-Bomber. The Aeroplane (3)

"Handlev Page-Nasenslots. Landeklappen können bis zu 90° ausgeschlagen

werden. wie früher bei Messerschmitt. Rumpf recht-

Flügelspitzen gerade, rc |
eckiger Querschnitt mit abgerundeten Ecken. Flüge nase N Stand it
Boml ‘elraum. Zu beiden Seiten des Rumpfes zwei nach auben gebogene
Rn gewölbte strom-

linienförmige
Sichtscheiben für
Navigation, dahin-

ter Führersitz. Im
Mittelpunkt des
Rumpfes untere

Hälfte Bomben-

raum mit großen

Bombenklappen.
Doppeltes Sei-
tenleitwerk, frei-
tragend. Ruder
aerodynamisch

ausgeglichen.
Rumpfheck mit

drehbarer Sicht-
MG-Kuppel.

Engl. Handley
Page „Halifax“
H. P. 57
Vjermotor-Bomber.
Zeichnung Flugsport

Nr. 4/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 59

Engl. Handley Page „Halifax“ H. P. 57 Viermotor-Bomber.

Fahrwerk hydraulisch in ‘die mittleren Motorgondeln einziehbar.
Schwanzrad bis zur Hälfte einziehbar.

Vier Rolls-Royce-Merlin-Motore, flüssig gekühlt.

Dreiblatt-Rotol-Verstellschrauben. Glycol-Kühler unter den Motoren.

Spannweite 27,2 m, Länge 21, 1 m, Höhe 6,6 m.

Engl. Hawker Typhoon.

Das neue englische Jagdflugzeug Hawker Typhoon ist eine Weiter-
entwicklung des Hawker Hurricane. Beide konstruiert von Sydney Camm.
Das Flugzeug ist in seinen Abmessungen mit Rücksicht auf den 50%), stär-
keren Motor, den Napier Sabre, etwas größer.

Der Rumpf ist nicht mehr wie beim Hurricane mit Stoff bespannt.
sondern in Leichtmetall-Schalenbauweise ausgeführt.

Fahrwerk nach der Hawker-Bauweise, seitlich in den Flügeln hoch-
klappbar. Spornrad verschwindet in einem flossenartigen Heckteil des
Rumpfes.

Außer den zwei 20-mm-Kanonen im Flügelrumpf sind in der F lügel-
vorderkante acht 38-mm-Kal. MG, wie beim Hurricane eingebaut.

Kühler in der Rumpfnase.

Motor 24 Zyl. Napier Sabre, der eine Leistung von 2000 PS haben soll.
Flüssigkeitsgekühlt. Zylinderreihen in H.

Das Fluggewicht soll sich infolge der größeren Zelle, des schwereren
Motors, des größeren Betriebsstoffbehälters. Flugdauer 3 h auf 3950 kg
erhöhen, gegenüber dem
Hurricane von 2750 ke.

Leistungsbelastung 2.02
kg/PS. Geschwindigkeit
soll 645 km betragen.

Engl. Hawker Typhoon.
Bild Aviation

Seite 60 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1942, Bd. 34

Northrop schwanzloses Versuchsflugzeug mit zwei Motoren Allison mit Druck-
schrauben und verlängerter Welle. Flügel freitragend, herabgezogenen Flügel-

enden, Fahrwerk hochziehbar, Schwanzrad fest.
Bild The Aeroplane (2)

'Federwickelgerät nach Faust für 2—15 mm Drahtstärke kann an der Dreh-
bank oder im Schraubstock benutzt werden. Bei Verwendung im Schraubstock
kann man entweder das Gerät zwischen die Backen spannen und dreht den Dorn,
oder man kann den Dorn senkrecht in den Schraubstock spannen und dreht das
Gerät. Nebenstehende Abbildungen zeigen die Verwendung dieses Federwickel-
gerätes an der Drehbank. 0

Der Draht wird mit einem Drehherz am Dorn befestigt (Abb. 1). Durch
Drehen des Griffes wird die Klaue „a“ geöffnet und der Apparat mit dem Dorn
verbunden. Bei linksgängigen Zugfedern wird der vom Dorn kommende Draht
in die Klemmvorrichtung „d“ gelegt, welche durch die Schraube „e“ zu öffnen
ist. Das Führungsstück „b“ ist links vom Apparat und zeigt nach vorne unten.
Der Draht läuft an der Innenseite des Führungsstückes vorbei. Durch den Hebel
„ec“ wird das Führungsstück „b“ entsprechend an den Draht gedrückt, daß dieser
die nötige schräge Zuführung zum Dorn bekommt, um die richtige Vorspannung
in der Feder zu erhalten. Für wiederholte gleiche Einstellung der Schrägführung
dient die unter dem Hebel sichtbare Skala, sowie bei Massenfabrikation die über
dem Führungsstück liegende Anschlagschraube. Bei Verarbeitung stärkster
Drähte wird das Prisma „g“ durch die Schraube „h“ derart unter den Wickeldorn
angestellt, daß dieser Teil den Apparat stets in horizontaler Lage am Dorn hält.

Bei linksgängigen Druckfedern erfolgt die Einstellung nach Abb. 2. Das
Führungsstück zeigt mit dem geschweiften Teil nach hinten oben. Die Anschlag-
schraube liegt auf der rechten Seite des Apparates.

Zuerst steht der Regulierhebel auf „0“. Dabei wird die erste Windung als
geschlossene Anfangwindung gewickelt. Dann stellt man während dem Umlaufen
des Dornes den Hebel auf die gewünschte Steigung nach Skala oder Anschlag
ein. Bei genügender Federlänge geht man mit dem Hebel auf „0“ zurück und
wickelt die geschlossene Endwindung. 5

Bei rechtsgängigen Druck- und Zugfedern (Abb. 3 u. 4) beginnt man am
‘rechten Ende des Wickeldornes.

Nr. 4/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 61

Werkbild (4)

\

7\

|

Inland
Eichenlaub zum Ritterkreuz des Ei >
isernen Kreuzes verlieh der Führer
IA Tefehlshaber der Wehrmacht an: Hptm. Kaldrack, Komm. einer Po
. ım. ® 1
Heldentod finden rack hat am 3. Februar im Luftkampf an der Ostfront den
hab itlerkreuz des „sernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehls-
macht an: Lt. Graf, Flugzeugf. in ei Jagd h
Gustav Preßler, G i A Ye. Fender Pingzeuef
an Kat enkom i. e. Sturzkampfgeschw., Fw. Fanderl, Flugzeugf.
Beförderungen in der Luftwaffe: Mit Wi

törd. : irkung vom 1. 2. 42: Zu G al j
Kueger: Die Generallt. Ritter von Pohl, Pflugbeil. Zu Generalmal. Die Obersten
oe mann, Luczny, Hänschke, Schilffahrt, Lohmann, Drechsel, Hantelmann. Zu
En ers en: die Obstlt. Ziethen, Schlabach, Trost, Weitkus, Gattersleben Gerick
az "- nertz-Kleptow, Seibt, Brussatis, Dauselt, Nette, Bauer (Erich), Hartig
Ir ıslav), ähn, Hohenberger, Chop, Hempel, Bühling, Hunzinger, Dröge, Kaapke
yon Linsingen, Schröder-Richter, Aschoff, Vahle. Zu Obstärzt.: Die Obfeldärzte-
Bi ei ; - Volksmann, Dr. Hepp. Zum Oberst (W): den Obstlt. (W) Burghanse.
Kan en Ing: Die Obsting. Eisenlohr, Rau. Zu Obsting.: Die Flieg.-Obstabsing.
Dr De T. Noack, Sellschopp, Haase-Berton. Zum Minist.-Rat: Den Obreg.-Rat
an ow. Zum Obstintend.: Den Obreg.-Rat Schnoppeö. Zum Dir. im Reichswetter-
jenst: non eoreg.-Rat Prof. Dr. Robitsch. 2

. Wilhelm pies, Hpt., Ritterkreuzträger, Gr i j :dges
bei einem Tiefangriff im Ostfeldzug ee onkomm, in einem Jasdgeschw.

Dr. Todt, Reichsminister, bei der Durchfü i ilitäri ri
8. 2, 1949 tödlich verunglückt. ure ührung seiner militärischen Aufgaben
Seite 62 „FLUGSPORT"“ Nr. 4/1942, Bd. 34

Deutsches Kreuz in Gold verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der
Wehrmacht an: Oblt. Egmont Prinz zur Lippe-Weißenfeld, Staffelkap. in einem
Nacht-Jagdgeschw. Ende 1941 errang er seinen 15. Nachtsieg. Die von ihm geführte
Jagdstaffel errang im Januar ihren 100. Nachtjagdsieg.

Ausland.

Japan. Luftüberlegenheit berichtet der Admiral Suetsugu nach einer Meldung
der L. N. N. vom 15. 2. wie folgt: Die auf Malaya verwandten Spitfire und Hurri-
cane seien den japan. Maschinen nicht unterlegen gewesen. Auch die britischen
Piloten müsse man als erstklassig bezeichnen. Überlegen gewesen sei jedoch der
Kampfgeist der Japaner und ihre Kampftaktik in der Luft. Ein japan. Jagdflieger
dürfe erst aus einer Entfernung von 50 m das Feuer eröffnen und greife im übrigen
den Gegner an, als ob er ihn rammen wolle. Die britischen Flieger verlieren dabei
meist die Nerven und weichen aus. Bei diesem Manöver gebe sich der engl. Flieger
auf einige Sekunden eine Blöße und könne dabei abgeschossen werden. In dieser
Form hätten sich 99% aller Luftkämpfe abgespielt. Entscheidend für diesen Ver-
lauf sei die Tatsache, daß der japan. Flieger beim Beginn des Kampfes sein Leben
abgeschlossen habe, während, wie Suetsugu lächelnd bemerkte, kein britisches
Instruktionsbuch eine Vorschrift enthält, wonach der betreffende Flieger sich
opfern müsse. Dies sei das Geheimnis, so erklärte Suetsugu abschließend, für die
Überlegenheit der Japaner in der Luft.

Japans Marinefliegerausbildung nach 20jähriger harter Arbeit führte zu den
außerordentlichen Erfolgen der Marineluftwaffe. Der Chef der Luftwaffe im
Marineministerium, Konteradmiral Hisao Matsunaga, machte in einer Unterredung
mit „Jomiuri Schimbun“ folgende Mitteilung: „Wie in der Schlacht auf der Höhe
von Malaya, dürften auch an der Java-Schlacht viele junge Piloten teilgenommen
haben, die auf eine mindestens sechsjährige Ausbildung zurückblicken. Die ersten
drei Jahre werden fast ausschließlich auf die Charakterbildung verwandt. Im
ersten Jahr, so erklärte der Admiral, muß im jungen Piloten die Bereitwilligkeit
geweckt werden, für die Sache des Vaterlandes zu sterben. Im zweiten Jahr wird
er dahin erzogen, daß die Vernichtung des Feindes wichtiger ist als sein eigener
Tod. Erst vom dritten oder vierten Jahr an beginnt die fliegerische Ausbildung. Im
vierten Jahr wird Motorentechnik und Kunstfliegen gelehrt. Das fünfte Jahr bringt
die Ausbildung im Nachtfliegen, Funken, Schießen, Bombenwerfen, Sturzfliegen.
Abschießen von Lufttorpedos. Im sechsten Jahr wird das Landen auf dem Deck
von Flugzeugträgern gelehrt. Die wirklich erstklassige Ausbildung der Marine-
flieger erfordert jedoch, so schloß der Admiral, noch zwei Jahre, in denen die bis
dahin gewonnenen Kenntnisse praktisch angewandt werden.“

Span. Flughafen auf Ibiza für Fluglinie zwischen Palma— Valencia—Madri«dl
eingeweiht.

Don Alejandro A. Gamboa, Fliegerkommandant, neuer peruanischer Luft-
fahrtattach& in Madrid.

Japanische Jungflieger beim Unterricht in Schlosser- und Mechanikerarbeiten.
Weltbild

Nr. 4/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 63

Links: Junger jap. Flieger in voller Ausrüstung. Rechts: Japanische Bomben-
flugzeuge auf Feindflug.

Weltbild (2)

Dr. Nyron A. Coler der Para Pai N
Bu A. gon Paint and Varnish Corp. hat an Hand ver-
schiedener Versuche festgestellt, daß die seither üblichen Farb- und Emaillacke
ür Ayjinder die Abkühlung derselben beschleunigen. Diese Abkühlung schwanke
je nach der Dicke des aufgetragenen Lackes und der i ver-
bessere die Abkühlung us krası es und der Farbe. Heller Emaillack ver-
Stanford-Tuck, engl. Jagdflieger an der Küste der besetzten Westgebiete ab-
geschossen; unverletzt gefangengenommen.

Austral. Luftpostverkehr auf Anordnung des Postministers z. 7. eingestellt.

schen Nordostküste bombardierten Kampfflugzeuge Hafenanl /
gungsbetriebe. Vor der Südwestküste Englands versenkte en affe ein Hanl
delsschiff von 4000 BRT. — Bei Luftangriffen gegen den Hafen Tobruk wurden
Bomhentreffen in Verladeeinrichtungen und Flakstellungen erzielt. — Flugplätze
Du ner En wurden von Kampffliegerkräften bei Tag und Nacht mit
\ Führerhptquart., 31. 1. 42. (DNB.) OKW.: Im Seegebiet um ri
Flugzeuge im Rahmen der bewaffneten Aufklärung eine a en
der Ostküste der Insel an und beschossen Eisenbahnziele in Nordirland mit Bord-
waffen. — In der nördl. Cyrenaika zersprengten deutsche Kampf-, Sturzkampf-
und Zerstörerverbände Kraftfahrzeugansammlungen der Briten. — Die Angriffe
der deutschen Luftwaffe auf Flugzeug- und Seestützpunkte der Insel Malta wur-
den bei Tag und Nacht mit Frfolg fortgesetzt. Die Staatswerft von La Valetta
wurde mit Spreng- und Brandbomben belegt.
a  ührerhptquart, 1. 2. 42. (DNB.) OKW.: Im Seegebiet um England beschädigte
ie Lu twaffe bei Tages- und Nachtangriffen gegen einzel fahrende Schiffe und
Geleitzüge 5 größere Frachter durch Bombenwurf. Mit der Vernichtung von ?
Schiffen kann gerechnet werden. Andere Kampfflugzeuge warfen am Tage im
Tiefflug Versorgungsbetriebe eines Hafens an der schottischen Ostküste in Brand
und nelegten in der vergangenen Nacht milit. Anlagen im Süden und Südosten
ner nsel mit Bomben. — Durch Bombenvolltreffer auf den Flugplatz Luka der
nsel Malta wurde eine große Anzahl feindl. Flugzeuge am Boden zerstört. — Bei
„ngriffsversuchen brit. Bomber an der Küste der besetzten Westgebiete verlor der
nd 2 Flugzeuge. — In der Zeit vom 21. bis 30. 1. 42 verlor die brit. Luftwaffe
8 Flugzeuge, davon 15 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der

gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 18 eigene Flugzeuge verloren.
Seite 64 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 2. 2. 42. (DNB.) OKW.: Vor der engl. Südküste erzielten
deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer auf 3 größeren Handelsschiffen, darunter
einem Tanker. — Kampfverbände der Luftwaffe unterstützten die Verfolgungs-
kämpfe und warfen Materiallager des Feindes bei Marsa Matruk in Brand. —-
In der Zeit vom 24. bis 30. 1. 42 verlor die sowjet. Luftwaffe 164 Flugzeuge. Davon
wurden 94 in Luftkämpfen und 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden
zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 33 eigene Flugzeuge
verloren. L | u

- Führerhptquart., 3. 2. 42. (DNB.) OKW.: Die sow jet. Luftstreitkräfte büßten in
Luftkämpfen und durch Angriffe auf Flugplätze 23 Flugzeuge ein, ohne daß eigene
Verluste eintraten. — Vor der brit. Südostküste versenkten Kampfflugzeuge aus
gesicherten Geleitzügen heraus 3 Frachtschiffe mit zusammen 10000 BRT. und ein
Bewachungsfahrzeug. Ein weiteres größeres Handelsschiff wurde schwer getroffen.
Im Zuge bewaffneter Aufklärung bombardierte die Luftwaffe am Tage mit guter
Wirkung eine Industrieanlage an der schottischen Ostküste. — Bei Angriffen
deutscher Kampffliegerkräfte auf Flugplätze, Hafenanlagen und andere militä-
rische Ziele der Insel Malta wurden Bombentreffer schweren Kalibers auch in
einer Munitions- und Torpedowerkstatt erzielt. An der Küste der besetzten West-
gebiete schossen deutsche Jäger am gestrigen Tage 3 brit. Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 4. 2. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge bombardierten in de r
letzten Nacht Hafenanlagen in Südwestengland. — Deutsche Kampffliegerkräfte
belegten Kraftfahrzeugkolonnen im Raum um Tobruk sowie Materiallager des
Feindes bei Marsa Matruk mit Bomben. — Die Luftangriffe auf Flugzeugstütz-
punkte, Flakstellungen und andere milit. Anlagen auf den Inseln Malta und 60770
wurden fortgesetzt.

Führerhptqnart, 5.2. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren Frontabschnitt der Ost-
front führten Verbände der Luftwaffe erfolgreiche Angriffe gegen Truppenbereit-
stellungen, Marschkolonnen und Flugstützpunkte des Feindes. — In Nordafrika
zersprengten Kampfflugzeuge britische Kolonnen westlich Tobruk, und bombar-
dierten die Rückzugstraßen des Feindes. — Auf der Insel Malta sriffen deutsche
Kampffliegerkräfte unter Jagdschutz den Hafen La Valetta mit Bomben schweren
und schwersten Kalibers an. In Luftkämpfen ostwärts der Insel wurden ohne
eigene Verluste drei britische Jagdflugzeuge abgeschossen.

Führerhptquart., 6. 2. 42 (DNB.) OKW.: Im Kampf gegen die sowjetischen

Luftstreitkräfte, in dem sich auch Verbände der ital. Luftwaffe beteiligten, wurden

gestern 38 feindl. Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört. — Kampfflug-
zeuge warfen in der Nacht zum 5. 2. Anlagen eines Flugzeugwerkes in Woronesh
in Brand und erzielten Bombenvolltreffer in den Kraftfahrzeugwerken von Gorki.
— Im Seegebiet um England beschädigte die Luftwaffe durch Bombenwurf drei
größere Handelsschiffe, von denen eins in Brand geriet und Schlagseite zeigte.
Nachtangriffe mit vernichtender Wirkung richteten sich ferner gegen Eisenbahn-
ziele auf der Strecke Newcastle—Edinburgh. — In Nordafrika bombardierten Ver-
bände der deutschen Luftwaffe britische Zeltlager, Kraftfahrzeugansammlungen
und Flugplätze um Tobruk. Bei wirksamen Tagesangriffen deutscher Kampt-
fliegerkräfte auf feindliche Schiffe und militärische Anlagen des Hafens La Valetta
auf der Insel Malta wurden zwei britische Unterseeboote beschädigt. Die zum Be-
gleitschutz eingesetzten Jagdstaffeln schossen ohne eigene Verluste drei britische
Flugzeuge ab.
N Führerhptquart,, 7.2. 42. (DNB.) OKW.: An der karelischen Front bekämpften
deutsche und finnische Luftstreitkräfte mit Erfolg Eisenbahnanlagen der Murman-
strecke sowie Barackenlager des Feindes. Am gestrigen Tag wurden ohne eigene
Verluste 34 sowjetische Flugzeuge in Luftkämpfen abgeschossen und am Boden
zerstört. — Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge zwei feindl.
Handelsschiffe mit zusammen 10000 BRT. Fünf weitere große Frachter wurden
durch Bombenwurf zum Teil schwer beschädigt. — In Nordafrika unterstützten
deutsche Kampffliegerkräfte die Verfolgungskämpfe der verbündeten Truppen
und bombardierten Materiallager westlich Marsa Matruk. — Auf der Insel Malta
trafen Bomben schweren Kalibers wiederum ein Unterseeboot, Liegeplätze und
Dockanlagen des Hafens La Valetta. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen den
Flugplatz Halfar. In Luftkämpfen über der Insel verlor der Feind 4 Flugzeuge.
Führerhptquart., 8. 2. 42. (DNB.) OKW.: In der Zeit vom 31. 1. bis 6. 2. verlor
die sowjet. Luftwaffe 239 Flugzeuge. Davon wurden 117 in Luftkämpfen und 18
durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest wurde am Boden zerstört. Während

Nr. 4/1942, Bd. 3% „FLUGS PORT“ | Seite 65

der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 13 eigene Flugzeuge verloren. — In Nord-
afrika beiderseitige Aufklärungstätigkeit. — In der deutschen Bucht schossen am

gestrigen Tag Jagdflugzeuge ohne eigene Verluste aus einem britischen Bomber-
verband 5 Flugzeuge ab.

. Führerhptquart., 9. 2. 42 (DNB.) OKW.: In Nordafrika zersprengten Kampf-
und Sturzkampfflugzeuge britische Fahrzeugkolonnen in der östl. Marmarica. Bei
Jagdkämpfen in diesem Raum schossen Jagdflugzeuge ohne eigene Verluste. 10
feindl. Jäger ab. — An der Küste der besetzten Westgebiete sowie an der norwegi-
schen Küste verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tag 5 Flugzeuge.

Führerhptquart., 10. 2. 42. (DNB.) OKW.: An der Ostfront unterstützte die
Luftwaffe den Abwehrkampf des Heeres durch wirksamen Einsatz von Kampf-
und Sturzkampfflugzeugen und bekämpfte mit guter Wirkung Schiffsziele in den
Gewässern der östlichen Krim. — In Nordafrika bombardierten deutsche Kampf-
und Sturzkampfstaffeln unter starkem Jagdschutz Flugstützpunkte, Kraftfahr-
zeugkolonnen und Materiallager des Feindes in der Marmarica und in Nord-
ägypten. In Luftkämpfen wurden in diesem Raum 3 feindl. Flugzeuge abgeschos-
sen. Westlich Marsa Matruk griff ein deutscher Kampffliegerverband im öst!.
Mittelmeer einen stark gesicherten britisch. Geleitzug mit besonderem Erfolg an.
Hierbei wurden ein Leichter Kreuzer, ein Zerstörer und zwei große Transporter
durch Bombenvolltreffer so schwer beschädigt, daß mit der Vernichtung eines
Teiles dieser Schiffe gerechnet werden kann. — Flugplätze und andere militär.
Anlagen der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht mit Bomben belegt. — Bei der
Abwehr von Angriffsversuchen der britisch. Luftwaffe in der Deutschen Bucht
schoß Ofw. Lüth innerhalb einer Stunde 3 feindl. Bomber ab und erhöhte damit
die Zahl seiner Luftsiege auf 29.

Führerhptquart., 11. 2. 42 (DNB.) OKW.: Vor der engl. Südwestküste versenk-
ten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht durch Bombenwurf zwei Handels-
schiffe mit zusammen 7000 BRT. Ein dritter großer Frachter wurde wahrscheinlich
vernichtet, ein weiteres Schiff beschädigt. Andere Kampfflugzeuge, die zu bewaff-
neter Aufklärung eingesetzt waren, erzielten im Tiefangriff Bombenvolltreffer
schweren Kalibers in einem großen Industriewerk an der Ostküste Schottlands. —
In Nordafrika fügten Sturzkampf- und Zerstörungsflugzeuge dem Feind erhebliche
Verluste an rollendem Material zu. Nordostwärts Tobruk zeigte ein Leichter
britisch. Kreuzer nach Bombenangriff durch ein deutsches Flugzeug Schlagseite. —
Ein kleiner Verband britisch. Bomber griff in der vergangenen Nacht Wohnviertei
im nordwestdeutschen Küstengebiet an.

Führerhptquart., 12. 2. 42. (DNB.) OKW.: In Nordafrika bekämpften deutsche
Jagd- und Kampfverbände wirksam motorisierte Kolonnen des Feindes. — Im
Seegebiet Malta wurde ein Kreuzer der Dido-Klasse von Bomben deutscher Kampf-
flugzeuge schwer getroffen. Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich
ferner gegen Flugplätze, Hafenanlagen und Betriebstofflager der Insel. — An-
griffe britisch. Bomber auf südwestdeutsches Gebiet verursachten in der ver-
gangenen Nacht geringe Verluste unter der Zivilbevölkerung. — In der Zeit vom
31. Jan. bis 10. Febr. verlor die britische Luftwaffe 67 Flugzeuge, davon 38 über
dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf
gegen Großbritannien 13 eigene Flugzeuge verloren. — Hptm. Bär, Staffelkap. in
einem Jagdgeschw., errang seinen 89. und 90. Luftsieg.

Segelflug

Alp. Versuchsfeld f. Segelflug Davos hatte vom 14.—20. 9. 1941 eine Segelflug-
woche in Parsenn, 85 Flüge mit insgesamt 265 Flugstunden wurden ausgeführt.

Franz. Schulungskursus für Modellfiug mit dem Ziel der Segelflug-Ausbildung
als Unterabteilung im General-Kommissariat für Sport von Oberst Bonneau in
Paris eröffnet worden.

Seite 66 „FLUGSPORT"“ Nr. 4/1942, Bd. 34

7 min 57 sec flog papierbespanntes Saalflugmodell des Flieger-HJ.-Kame-
radschf. Oskar Gerlach. Die bisherige Höchstleistung, die E. Domaschke, Dresden,
aufgestellt hatte, betrug 6 min 18 sec. Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps hat
diese neue deutsche Höchstleistung anerkannt.

Modellflugwettbewerb in Bern fand am 28. 9. 1941 statt. 30 Modelle wurden ge-
zeigt; Sieger Alwin Kuhn mit einem Flug von 11 Min. 42 Sek. Zum erstenmal
startete auch ein Diesel-Modell, rein schweizer Konstruktion. Gummimodelle
fehlten vollkommen, wegen Unmöglichkeit der Materialbeschaffung.

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federtem Sporn und einseitig durchgefedertem Fahrgestell vom Boden mindestens
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Die Physik der Atmosphäre besteht aus 3 Bänden: I: Statik und Thermo-
dynamik, Il: Meteorolog. Aerodynamik, II: Wärmehaushalt und Zirkulations-
systeme. Verfasser hat in übersichtlicher und klarer Anordnung des Stoffes dem
Studierenden einen Leitfaden gegeben, der die Einführung in die umfangreiche
Materie außerordentlich erleichtert. Im 1. Kapitel ist die Aerostatik im 2. Kapitel
die Thermostatik behandelt. Ausgehend von physikal. Laboratoriumsversuchen
sind in den einzelnen Abschnitten die Grundbegriffe erläutert und am Schluß in
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8 15. April

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11 27. Mai
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13 24. Juni
14 8. Juli
15 22. Juli
16 5. August
17 19. August
18 ° 2. September
19 16. September
20 30. September
. 14. Oktober

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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestaltet.

Nr. 5 4. März 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 18. März 1942

Lufttransporter.

Die Staffeln der Luftwaffentransportverbände haben im Osten in
Schnee und Eis bei niedrigsten Kältegraden Leistungen vollbracht, über
die zu berichten einer späteren Zeit vorbehalten bleibt. Nachschub aller
Art, Betriebsstoff, Munition, Verpflegung, Waffen, Geräte sowie geschlos-
sene Heereseinheiten mußten in Tag- und Nachtflügen über Hunderte von
Kilometer nach vorn gebracht werden. Oft wurden ganze ITruppenteile auf
diesem schnellsten Wege zu den in vorderster Linie kämpfenden Einheiten
gebracht. Neben den weit vorgeschobenen Feldflugplätzen lagen vielfach
auch die Sammelplätze für die Bodentruppen. Diese Unterstützung war
für die Truppe wiederholt von schlagentscheidender Bedeutung. Bei ihren
Rückflügen standen die Transportflugzeuge für Verwundete zur Verfü-
gung, um diese schnell in die Heimat zu befördern. Daß dabei auch vielfach
Post in die Heimat befördert wurde, ist naheliegend.

Die zurückgelegten Transportkilometer sind so ungeheuer, daß sie
einen tausendmaligen Erdumfang wesentlich überschreiten. Und so hat
unsere Luftwaffe auch die Schwierigkeiten des Winters gemeistert, dank
der Einsatzbereitschaft des fliegenden und Bodenpersonals und der ausge-
zeichneten deutschen Flugzeuge und Motore.

Piaggio „P. 108 C“ 4 Motor-Verkehrsflugzeug.

P. 108 C der Firma Piaggio & Co., Genua, ist ein Langstrecken-Ver-
kehrsflugzeug, Tiefdecker in Ganzmetallbauweise.

Flügel freitragend, 2-holmig, nach Tiefe und Dicke hin sich stark ver-
jüngend, Halbflügel abnehmbar, Flügelvorderkante Schlitzflügel, leichte
V-Form. Betriebsstoffbehälter im Flügelstumpf zwischen Motor und Rumpf.

Rumpf runder Querschnitt, Schalenbauweise, innen versteift mit
Formringen und Längsprofilen, Verstärkungen, Führerkabine, 2 Sitze
uebeneinander, dahinter Radiotelegraphist und Bordmechaniker, Flug-
gastraum für 32 Pers. f. Tagesreisen, 16 Schlafplätze für Nachtreisen, Bar,

Diese Nummer enthält Profilsammlung Nr. 36 und Patentsammlung Nr, 24, Bd. IX.

Seite 68 „FLUGSPORT"“ Nr. 5/1942, Bd. 34

Nr. 5/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 69

körper mit zwei gesonderten, freitragenden Leitwerksträgern. Rohrholm-

Flügel, Mittelflügeihol Stahl ; oo
flügelholm aus Dural. m aus Stahl, zugleich Kraftstoffbehälter, Außen-

Piaggio „P. 108 C“ 4-Motor-Verkehrsflugzeug. LAla d'Italia

Toiletten. Gepäckraum in Rumpfnase, außer dem unter dem Fußboden
des Fluggastraumes.

Leitwerk freitragend in Dural und Stahl-Konstruktion. — Höhen-
ruder aerodynamisch ausgeglichen. Statisch und dynamisch ausgeglichene
Ausgleichsklappen vom Führersitz aus steuerbar.

Seitenflosse aus dem Rumpfende herauswachsend mit kielartiger Ver-
längerung auf der Rumpfoberseite nach vorn.

Hydraulisch einziehbares Fahrwerk.

4 Piaggio-Motoren von je 1350 PS, Gesamtkraft 5400 PS. Dreiblatt-
Luftschraube mit gleichbleibender Steigung. Leicht austauschbare Mo-
torenvorlagerung, um die Wartung zu erleichtern.

Lastvielfaches bei einem Fluggewicht von 26000 kg ist 5 (nach RAI-
- Norm).

Spannweite 33,05 m,
Länge 25 m, Flügel-
fläche 142,85 m?, Leer-

5 j gewicht 16 000 kg, Zu-
DER I 24.000 ladung 10000 kg.

7

) Fluggewicht 26000kg.

Flügelbelastung 18

kg/m?, Leistungsbe-
H lastung 4,81 kg/PS,
Höchstgeschwindig-

ie

keitin5000 m 480 km/h,

CrK- ;
S Reise- in 3000 m bei
+ ) 6/10 Motorleistung 350
km/h; Steigfähigkeit
N auf 5000 m in 13 Min.,
Piasei | prakt. Gipfelhöhe 8000
aggıo . R DD h 7 . . h
„P. 108 C“ m, Reichweite je nac
Geschwindigkeit und
u Zeichnung „Flugsport” Fluggastzahl von 2700
bis 4000 km. Bordper-

33050

sonal 5 Mann.

See-Fernerkunder BV 138.

Von dem hochsee- und katapultfähigen, 3motorigen Flugboot von
Blohm & Voß haben wir bereits im „Flugsport“ 1938 auf Seite 693 eine
Baubeschreibung veröffentlicht. \

Charakteristisch für diese Ausführung ist der kurze zentrale Boots-

Hochseeflugzeug ,‚BV 138“.

:  Werkbild 3...

3;
oh
Nr. 5/1942, Bd. 34

Seite 0 „FLUGSPORT"

Heute sind wir in der Lage, einige neuere Abbildungen, aus welchen
die Gefechtsstände im Vorder- und Hinterteil zu erkennen sind, zu bringen.

3 Junkers Schweröl-Motoren Jumo 205 A von je 700 PS.

Spannweite 27,0 m, Länge (Gesamt) 20,0 m, Höhe m.laufender Schraube
6,6 m, Fläche 112 m, Bootslänge 15,1 m; Leergewicht 9300 kg, Zuladung
4300 kg, Fluggewicht (normal) 13 600 kg, höchstes Fluggewicht 16 500 kg,
Flächenbelastung 122 kg/m?, Leistungsbelastung 6,5 kg/PS. Flächenleistung
18,8 PS/m?; Motorleistung 2100 PS: Höchstgeschwindigkeit 300 km/h, Reise-
975 km/h, Lande- 100 km/h, Dienstgipfelhöhe 4150 m, Steigzeit 0—3 km
%4 min. Reichweite bei normalem Fluggewicht 2500 km, höchste Reichweite

5000 km.

Fieseler Storch mit Schneekufen. Weltbild

Vollautomatisch arbeitendes Gewinde-Prüfgerät

zum Prüfen des Durchmessers von zylindrischen Werkstücken, wie z. B. von Stift-
schrauben o. dgl., mit welchem serienmäßig hergestellte Werkstücke in bezug auf
Genauigkeit ihrer Gewindegänge und ihres Durchmessers untersucht und die-
jenigen Werkstücke ausgeschieden werden, deren Gewinde oder Durchmesser
ein gefordertes Maß unter- oder überschreiten.

Die bisher übliche Methode der Prüfung von Gewindestücken, bei der die
Maßhaltigkeit jedes einzelnen Stückes von Hand in besonderen Lehren oder durch
Nachmessungen festgestellt wird, ist besonders bei Schrauben und ähnlichen
Werkstücken, die in großen Mengen gebraucht werden, zeitraubend, kostspielig
und abhängig von der Sorgfalt des Prüfens.

In Erkenntnis dieser Mängel ist in den Magdeburger Betrieben der Junkers
Flugzeug- und -Motorenwerke A.-G. von Gerhard Trabert ein vollautomatisch
arbeitendes Gerät geschaffen worden.

Abb. 1 zeigt eine Gesamtansicht der Einrichtung; Abb. 2 einen Ausschnitt
aus Abb. 1, und zwar den Prüfstückträger mit den Meßbacken von der Seite
gesehen, und Abb. 3 eine schematische Darstellung der elektrischen Kipprinnen-
betätigung.

Die Prüflinge werden in den Trichter 1 (Abb. 1) der Prüfeinrichtung eingefüllt.
Der durch den Antriebsmotor auf- und abbewegte Stößel 2 nimmt bei jeder
Hubbewegung einen Prüfling auf. Bei richtiger Lage des Prüflings wird derselbe
an der obersten Stellung des Stößels in das Zuführungsrohr 3 abgegeben. Ist die
Lage des Prüflings auf dem Stößel nicht richtig, so hält ein verstellbarer Draht-
bügel den Prüfling fest und kippt ihn bei der nächsten Abwärtsbewegung des
Stößels um, so daß er bei dem darauffolgenden Hub des Stößels richtig liegt und
in das Ablaufrohr 3 gleiten kann. Das Ende des Ablaufrohres mündet in Bohrungen,
die sich auf den Außenumfang eines über den Exzenter 4 (Abb. 2) von dem An-
triebsmotor bewegten scheibenartigen Prüfstückträgers 5 befinden. Der sich
ruckartig entsprechend der Bewegung des Exzenters fortbewegende Prüfstück-

ben 13 das Queck-

Nr. 5/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 71

Abb. 1. Gewinde-
Prüfgerät, vollauto-
matisch.

JF Werkbild

träger 5 trägt, durch
Blattfedern geführt,
die Prüflinge in sei-
nen Bohrungen in
den Bereich einer
Andruckfeder 6,
durch die die Stift-
schrauben vor dem
Durchgange zwischen
den Meßbacken 7 in
die Bohrung einge-
drückt und ausge-
richtet werden. Die
eine Meßbacke ist
seitlich abgefedert
und verschiebbar an-
geordnet und betä-
tigt einen in einem
mit Quecksilber an-
gefüllten Zylinder
beweglichen Kolben 8
(Abb. 3). Nach Vorbeigleiten an den Meßbacken fällt der Prüfling durch sein
Eigengewicht aus der Bohrung heraus in die Leitrinne. Es ergeben sich bei der
Prüfung der Werkstücke drei Möglichkeiten: u
1. Der Prüfling hat zu geringen Durchmesser.
2. Der Prüfling ist einwandfrei und verwendungsfähig.
3. Der Prüfling ist zu stark und muß nachbearbeitet werden...

Im erstgenannten Falle wird der Prüfling die Meßbacken nur wenig oder
überhaupt nicht berühren, so daß der Kolben 8 (Abb. 3) in dem Zylinder stehen
bleibi und keiner der durch die in den Rohren 9, 10 bei Bewegung des Kolbens 8
ansteigenden Quecksilbersäulen sich schließenden Kontakte 11, 12 betätigt wird

Der Prüfling fällt nach Vorbeigang an den Meßbacken durch sein eigenes
Gewicht in die Rinne
13 und wird in den

Ausschußbehälter
geleitet. Im zweiten

Falle verlagert der
Prüfling die beweg-
liche Meßbacke so
stark, daß der Kol-

silber in den Rohren
9, 10 ansteigen läßt,
bis der Kontakt bei
11 geschlossen ist.
Bei diesem Kontakt-
schluß wird dieRinne14 durch Abb. 2.
einen Elektromagneten so ge-

kippt, daß der Prüfling in den
Behälter für einwadfreie Prüf-

linge fällt.

Abb. 3. Wacharbeit) [Einwandfrei_] Ausschug
VITEITITITTTIE GOLLLICLLCLLLECGLL EG.

Seite 22 „FL UGSPORT"” Nr. 5/1942, Bd. 34

elta: . . tung
Ist der Prüfling in seinem Durchmesser zu stark, so daß Nachbearbei
erforderlich ist, so bewegt er ebenfalls die Meßbacke 7, so daß zuerst der Kontakt 11
geschlossen und die Rinne 14 gekippt wird. Das Quecksilber in dem Rohr 10 steigt
jedoch weiter bis zum Kontakt 12 an und betätigt über diesen die Kipprinne 15,
in die der Prüfling von der Kipprinne 14 fällt und in den Behälter für-Nacharbeit
eleitet wird.
ö Die Kontakte 11, 12 sind einstellbar, so daß vor Inbetriebsetzung der Ein-
richtung die Toleranzgrenze der einwandfreien Prüflinge gegenüber den noch
nachzuarbeitenden und als Ausschuß zu betrachtenden Prüflingen genau ein-
estellt werden kann. | i
° An Stelle der beschriebenen Quecksilberschaltung kann das Gerät auch mit
den anf dem Markt befindlichen Schaltkästen ausgerüstet werden.

Inland. |
Görings Tagesbefehl zum 1. März.
Kameraden der Luftwaffe! \ chem K '
An unserem Ehrentage grüße ich euch, meine von unerschütterlichem amp :
geist beseelten Männer, mit Stolz und Dankbarkeit. In knappen sieben Ja ven at
sich unsere junge Waffe eine Geschichte geschrieben, die den kühnsten 1 el en
liedern. aller Zeiten gleichkommt. „us den gewaltigen Siegen dieses Schicksals-
‚amp werden euch immer neue Kräfte zullieben. _ .
“ Baia ist der harte Winter Aurchgestanden. Mit steigender Sonne wird Deutsch-
ds Luftwaffe in vielfacher Wucht den Gegner treiten.
jan Wir gedenken am heutigen Tage in Ehrfurcht und Liebe unserer toten Kame-
raden. Sie werden unter uns sein, auch bei jenem Einsatz, der dem letzten Kein
die Waffe aus:der Hand schlagen und die ewige Größe und Freiheit des Reiches
Adolf Hitlers bekrönen wird.
Heil dem Führer!

gez.: Göring,
Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches
“und Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlich der
Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: Hptm. Baer, Staffelkapt.
im „Jagdgeschwader Mölders“ anläßlich seines 90. Luftsieges als 7. Offizier der
deutschen Wehrmacht. |

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: Generalfeldmarschall Kesselring, Luft-
flottenchef: Oberstltn. Hagen, Kommodore eines Sturzkampfgeschwaders.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht an: Hptm. Johann Zemsky, Grpkommd.; Obit. Hans ‚Stepp,
Staffelkapt.; Oblt. Johann Waldhauser, Staffelkapt.; Oblt. Heinrich Schweikardt,
Staffelkapt., sämtlich in einem Sturzkampfgeschw.; Oblt. Wilhelm Kaiser, Adjutant
i. e. Sturzkampfgr.; Ofw. Karl Kempf, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw.

Deutsches Kreuz in Gold verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der
Wehrmacht an: Major Angel Salas, Staffelkap. einer span. Jagdstaffel an der
Ostfront; Hptm. Heinz Schumann, Jagdflieger. Ba on

Fiugzeugbesatzung Dr. Todts wurde unter militärischen Ehren in ihren
Heimatorten beigesetzt. Flugzf. Ltn. Hoz in Ettlingen bei Karlsruhe, Funker
Heilfort in Berlin-Schöneweide, Bordmech. Uffz. Hauptmann in Schloß Weigsdorf

1. März 1942.

. über Böblitz-Oberlausitz.

August von Parseval, Prof. Dr.-Ing. h. c., ist am 22. 2. in Berlin vor seinem

| Steglitzer Heim durch Herzschlag gestorben. Mit Parseval verliert Deutschland
: einen ihrer verdienstvollen Luftschiffpioniere und begeisterten Förderer der
:: deutschen Luftfahrt.

Prof. Dr.-Ing. Hermann Föttinger, Ordinarius für Strömungslehre und Turbo-

; maschinen an der TH. Berlin, wurde für seine großen Verdienste in der Strömungs-

forschung anläßlich seines 65. Geburtstages vom Führer die Goethemedaille

' verliehen.

En

Nr. 5/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 73

| | Ausland.

- Messen in Utrecht und Prag sind abgesagt. —— —

Köpang auf Timor, der größten der kleinen Sunda-Inseln, wurde von der
japan. Luftwaffe am 18. 2. angegriffen und mit Bomben belegt.

- Port Darwin, an der Nordküste Australiens, wurden am 19. 2. von der japan.
Luftwaffe 26 feindliche Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört. Versenkt
wurden ein 6000-t-Kreuzer, 2 Zerstörer, 1 Tanker, 1 U-Bootjäger und 9 Transport-
schiffe. Ein weiterer Zerstörer wurde schwer beschädigt. Neben großen Zer-
störungen der Hafenanlagen wurden Flugzeughallen, Kasernen und andere mili-
tärische Einrichtungen schwer getroffen. Die japan. Verluste betrugen zwei
Flugzeuge. Bei den vernichteten Flugzeugen handelt es sich um die gesamten dort
stationierten.

USA.-Flugzeugträger „Yorktown“ für 1200 Mann und etwa 60 Flugzeugen
von japanischen Flugzeugen nordöstlich von Neuguinea am 21. 2. versenkt.

Fallschirme aus Papier sind nach Londoner Meldungen der schwedischen
Presse, von den bei Palembang eingesetzten japan. Fallschirmtruppen verwendet
worden.

Aluminiumvorräte in USA. nach einer Meldung aus Washington vom Kriegs-
produktionskomitee beschlagnahmt.

Luftwaffe.

... Führerhptquart., 13. 2. 42. (DNB.) OKW.: In den Gewässern ostwärts der Krim
beschädigte die Luftwaffe durch Bombenwurf ein großes Transportschiff. Am
12. 2. kam es im Zuge von Operationen deutscher Seestreitkräfte im Kanal sowie
in der westl. Nordsee zur Gefechtsberührung mit engl. Streitkräften. Durch..den
unter Führung des Vizeadmirals Ciliax stehenden Verband, der aus den Schlacht-
schiffen „Scharnhorst“, „Gneisenau“ und dem Kreuzer „Prinz Eugen“ ‚bestand,
wurden nach den bisherigen Meldungen ein engl. Zerstörer versenkt und ein
weiterer in Brand geschossen. Die angreifenden starken Verbände der englischen
Luftwaffe wurden unter schweren Verlusten abgewehrt. Nur ein deutsches.
Torpedoboot wurde durch Bombentreffer leicht beschädigt. Ein Vorpostenboot ist
gesunken, nachdem es das angreifende Flugzeug abgeschossen hatte. Die Opera-
tionen unserer Seestreitkräfte wurden durch starke Luftwaffenverbände unter
dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Sperrle unterstützt. Die Verluste der
feindl. Luftwaffe betragen nach bisherigen Meldungen 43 Flugzeuge, von denen
die Mehrzahl durch deutsche Jagdflugzeuge, die übrigen durch die Flakartillerie
der Seestreitkräfte und der Luftwaffe abgeschossen wurden. Im Verlaufe der hef-
tigen Luftkämpfe gingen 7 eigene Flugzeuge verloren. — An der engl. Südküste
belegten Kampfflugzeuge im Tiefflug Hafenanlagen und Flugplätze mit Bomben

Transportflieger. Links: Motoren werden überprüft, Ventile gefettet, Kabel nach-
gesehen, Schrauben nachgezogen u. a. m. — Rechts: Die Motoren werden mit

heißer Luft vorgewärmt. Weltbild (2)
PERF EEE EEE EEE

Seite 74 „FLUGSPORT" Nr. 5/1942, Bd. 34

‚eren Kalibers. — In Nordafrika warfen deutsche Kampf- und Sturzkampfflug-
Be bei Tages- und Nachtangriffen kriegswichtige Anlagen des Hafens Tobruk
in Brand und setzten durch Bombenvolltreffer Flakbatterien außer Gefecht. au
engl. Flugplätzen der Marmarica wurden mehrere Flugzeuge am Boden zersiot
oder beschädigt. In Luftkämpfen verlor der Feind 5 weitere Flugzeuge. er ei
Angriffen deutscher Kampfflugzeuge auf Flug- und Seestützpunkte der Insel Ma ca
schossen die zum Begleitschutz eingesetzten Jäger zwei feindliche Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 14. 2. 42. (DNB.) OKW.: An der Ostfront zersprengten starke
Kräfte der Luftwaffe feindl. Ansammlungen und Nachschubkolonnen und be.
kämpften mit guter Wirkung Feldstellungen der Sowjets sowie Eisenbahn e.
An der Murmanskfront vernichteten Jagdverbände ein feindliches Feldlager. Die
Verluste der Sowjet-Luftstreitkräfte betrugen am gestrigen Tage 39 Flugzeuge. —
Im Seegebiet nördlich Tobruk erzielten deutsche Kampfflugzeuge Treffer au je
zwei Kriegs- und Handelsschiffen eines stark gesicherten Geleitzuges. Mit dem
Untergang eines Zerstörers und eines Transportschiffes von 10 000 BRT. ist zu
rechnen. Außerdem wurde im Hafen von Tobruk ein kleineres Frachtschiff schwer
beschädigt. In der westl. Marmarica vernichteten Kampfflugzeuge mehrere
britische Panzer- und Lastkraftwagen. Begleitende Jäger schossen 5 feindl. Jagd-
flugzeuge ab. — Auf der Insel Malta warfen Kampf- und Sturzkampfiiugzeuge
Material- und Betriebsstofflager des Hafens La Valetta in Brand. — Britische
Bomber griffen in der vergangenen Nacht einige Orte in Westdeutschland an,
wobei unter anderem ein Kinderkrankenhaus in Essen getroffen wurde. Die Zivi -
bevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Bei diesen Angriffen
wurden zwei feindl. Bomber abgeschossen, 3 weitere Flugzeuge verlor der Fein
durch Jagd- und Flakabwehr an der Küste der besetzten Westgebiete. u

Führerhptquart., 15. 2. 42. (DNB.) OKW.: Im Osten griffen trotz schwieriger
Wetterverhältnisse Kampf- und Sturzkampfflugzeuge der Luftwaffe feindl.
Truppenbewegungen wirkungsvoll an, rieben mehrere Marschkolonnen des Fein-
des völlig auf und vernichteten zahlreiches Nachschubmaterial. Im hohen Nor en
wurden Anlagen der Murmansk-Bahn zerstört. — In Nordafrika bombardierten
Sturzkampfflugzeuge der deutschen Luftwaffe motorisierte Abteilungen des Fein-
des im Raum um Ain el Gaza. Im Seegebiet nördl. Bengasi versenkten deutsche
Kampfflugzeuge aus zwei gesicherten britischen Geleitzügen Je einen Transporter
von 9000 BRT. und beschädigten zwei weitere Frachter mit zusammen 15 000 BRT.
so schwer, daß mit der Vernichtung auch dieser Schiffe gerechnet werden kann.
Außerdem erhielten zwei Leichte Kreuzer, zwei Zerstörer und ein großes Handels-
schiff Bombentreffer. — Ostwärts Malta wurde ein Vorpostenboot durch Luft-
angriff vernichtet. — Britische Bomber führten in der vergangenen Nacht mili-
tärisch erfolglose Störangriffe auf einige Orte Südwestdeutschlands durch. — Die
Verluste der britischen Luftwaffe bei dem See- und Luftgefecht im Kanalgebiet

am 12. 2. erhöhen sich auf 49 Flugzeuge. Mit dem Abschuß von 13 weiteren feindl.
Flugzeugen in diesen Luftkämpfen ist zu rechnen. Bei den Kämpfen zeichneten
sich die unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Sperrle stehenden Ver-

Flugplatz im Osten. Ju 88, deren Motore überprüft werden. Zum Schutz gegen
. die Witterung sind große Zelte über die Motoren gespannt. Weltbild

Nr. 5/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT* Seite 75

bände, geführt von General der Flieger Coeler und Oberst Galland, besonders aus.
Die sowjet. Luftwaffe verlor in der Zeit vom 7. 2. bis 14. 2. 153 Flugzeuge. Davon
wurden 88 in Luftkämpfen und 38 durch die Flakartillerie abgeschossen, der Rest
am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 25 eigene
Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 16. 2. 42. (DNB.) OKW.: Im Kampf gegen die sowjetischen
Luftstreitkräfte wurden am gestrigen Tage bei zwei eigenen Verlusten 46 feind-
liche Flugzeuge vernichtet. — Auf Malta wurden durch Bombentreffer deutscher
Kampffliegerverbände erhebliche Zerstörungen an militärischen Anlagen und
Verladeeinrichtungen des Hafens La Valetta angerichtet. Bei Luftangriffen gegen
Flugplätze der Insel wurden drei britische Bomber am Boden vernichtet und
Betriebsstofflager in Brand geworfen. In Luftkämpfen über Malta und in der
östl. Cyrenaika schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste 15 britische Flug-
zeuge ab.

Führerhptquart., 17. 2. 42. (DNB.) OKW.: Die sowjet. Luftstreitkräfte verloren
am gestrigen Tage 48 Flugzeuge. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. — Bei
Einflügen einzelner britischer Bomber in die Deutsche Bucht wurde in der ver-
gangenen Nacht ein feindl. Flugzeug abgeschossen.

Führerhptquart., 18. 2. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe stetzte zur Unter-
stützung des Heeres vor allem im Mittel- und Nordabschnitt der Ostfront starke
Verbände von Kampf-, Sturzkampf- und Jagdflugzeugen ein. Sie zersprengten
mehrere feindl. Kolonnen und vernichtete große Mengen an rollendem Material.
Bei den gestrigen Kämpfen wurden 51 Flugzeuge des Gegners abgeschossen. —
Vor der engl. Ostküste beschädigten Kampfflugzeuge am Tage ein kleineres Han-
delsschiff. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Versorgungsanlagen des
Hafens Great Yarmouth. — In Nordafrika bombardierten Verbände der deutschen
und ital. Luftwaffe Tobruk sowie einen britischen Flugplatz und griffen feindl.
Kolonnen mit Bomben und Bordwaffen an. — Einzelne britische Bomber unter-
nahmen in der vergangenen Nacht wirkungslose Störangriffe auf nordwest-
deutsches Gebiet.

Führerhptquart., 19. 2. 42. (DNB.) OKW.: Die Sowjets verloren am gestrigen

Tage 44 Flugzeuge, während nur ein eigenes Flugzeug vermißt wird. — Im See-
gebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge am Tage ein größeres Handels-
schiff durch Bombenwurf und versenkte einen britischen Bewacher. — Britische

Flugzeuge, die in der vergangenen Nacht in die Deutsche Bucht einflogen, wurden
durch das Feuer der Flakartillerie zum Abdrehen gezwungen. Marineartillerie
schoß einen feindl. Bomber ab.

Führerhptquart., 20. 2. 42. (DNB.) OKW.: Die sowjet. Luftwaffe verlor gestern

39 Flugzeuge. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. — In Nordafrika griffen
deutsche Kampffliegerkräfte trotz schwieriger Wetterlage motorisierte britische
Abteilungen in der östlichen Cyrenaika erfolgreich an. — Einzelne britische

Bomber flogen in der vergangenen Nacht mit geringer Eindringtiefe nach West-
deutschland ein.

£

Abgeschossenes engl. Jagdflugzeug Curtiss P 40 in Nordafrika. Weltbild
Seite 76 „FLUGSPORT" Nr. 5/1942, Bd. 34

"ührerhptquart., 21. 2. 42. (DNB.) OKW.: An der Ostfront fügten Verbände
des er Unterstützt durch starke Kräfte der Luftwaffe, den Sowjets bei ihren
erfolglosen Angriffen schwere Verluste zu. Im Hohen Norden belegten Sturz-
kampfflugzeuge Teilstrecken der Murmanbahn mit Bomben schweren Kalibers. —
Auf der Insel Malta erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer in Truppen-
unterkünften und Flugplatzanlagen. — In der Zeit vom 11. bis zum 20. Februar
verlor die britische Luftwaffe 99 Flugzeuge, davon 38 über dem Mittelmeer und in
Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien
28 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 22. 2. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren ‚Frontabschnitt der
Ostfront vernichtete die Luftwaffe allein am gestrigen Tage über 200 Fahrzeuge
des Feindes. Weitere schwere Luftangriffe richteten sich gegen Eisenbahnanlagen,
Transportzüge und belegte Ortschaften der Sowjets. — An der engl. Ostküste
erzielten Kampfflugzeuge bei Tage Bombenvolltreffer schweren Kalibers in einer
Fabrikanlage. — In Nordafrika belegten Sturzkampfflugzeuge Schiffsziele sowie
Verladeeinrichtungen des Hafens Tobruk mit Bomben. Jagdflugzeuge griffen
motorisierte Kolonnen der Briten im Raum Ain el Gazala an. — Auf Flugplätzen
der Insel Malta vernichteten Kampffliegerkräfte durch Bombenwurf sechs abge-
stellte britische Flugzeuge sowie verschiedene militärische Anlagen. — Der Feind
unternahm in der vergangenen Nacht planlose Störangriffe auf west- und südwest-
deutsches Gebiet. Zwei britische Bomber wurden abgeschossen.

Führerhptquart., 23. 2. 42. (DNB.) OKW.: Bei Luftangriffen im Donezgebiet
und im Nordteil der Ostfront wurden 26 Eisenbahnzüge der Sowjets schwer ge-
troffen. Der Feind verlor am gestrigen Tage an der Ostfront 44 Flugzeuge. — In
der Zeit vom 1. Januar bis 20. Februar verlor die sowjetische Luftwaffe 699 Flug-
zeuge in Luftkämpfen, 159 durch Flakartillerie und 331 durch Zerstörung am
Boden. Diesem Verlust von 1189 feindlichen Flugzeugen steht ein Verlust ‚von
127 deutschen Flugzeugen gegenüber. — In Nordafrika griffen italienische Jäger
mit großem Erfolg einen feindlichen Flugplatz im Ostteil der Cyrenaika an un
zerstörten dabei 15 britische Flugzeuge. Im östlichen Mittelmeer vernichteten
deutsche Kampfflugzeuge bei Tage in wiederholten kühnen Angriffen trotz starker
Jagd- und Flakabwehr einen von Zerstörern gesicherten britischen Geleitzug im
Seegebiet nördlich Sidi Barani. Sie versenkten zwei Frachtschiffe mit zusammen

Ri ä i i. Kolb, Hptm.
Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. Il. n. r.: Obst. Lichtenberger, Maj ;
Hogeback, Oblt. Spaete; 2. Reihe: Oblt. Rudel, Oblt. Fahlbusch, Lt. Seelmann,
. Stfw. Bock. Weltbild (8)

blieb 5 Std. 37 Min. in der Luft.

Nr. 5/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 77

16000 BRT. und beschädigten auch das dritte Schiff des Geleitzuges durch
Bombentreffer so schwer, daß es mit Schlagseite liegen blieb. — Auf der Insel
Malta wurden Flugplätze sowie Werftanlagen und Schiffsziele des Hafens La
Valetta durch deutsche Kampffliegerkräfte erfolgreich bombardiert. — Die
britische Luftwaffe flog mit schwachen Kräften in der vergangenen Nacht das
norddeutsche Küstengebiet an. Zwei britische Bomber wurden abgeschossen.

Führerhptquart., 24. 2. 42. (DNB.) OKW.: An verschiedenen Stellen der Ostfront
brachten Verbände der Luftwaffe auch gestern feindl. Angriffe zum Scheitern.
Kampfverbände der Luftwaffe setzten die Zerstörung sowjetischer Fisenbahnlinien
fort. Hierbei wurden südostwärts des Ilmensees mehrere Transportzüge vernichtet
und Teilstrecken der Murmanbahn getroffen. Bei Nachtangriffen deutscher Kampf-
fliegerkräfte auf die Festung Sewastopol entstanden große Brände. — In Nord-
afrika richteien sich erfolgreiche Luftangriffe gegen rückwärtige Verbindungen
und motorisierte Kolonnen des Feindes. Deutsche Jäger schossen ostwärts Sollum
vier britische Flugzeuge in Luftkämpfen ab. — Auf der Insel Malta wurden Flug-
platzanlagen und .Flakstellungen bei Tag und Nacht mit Bomben belegt. — Bei
Einflügen einzelner britischer Bomber in die Deutsche Bucht schoß Marineartillerie
in den frühen Morgenstunden des 24. Februar ein feindliches Flugzeug ab.

Führerhptquart., 25. 2. 42. (DNB.) OKW.: Rollende Luftangriffe auf Sewasto-
pol verursachten ausgebreitete Brände im Stadt- und Hafengebiet. In den Ge-
wässern der Festung wurde ein Sowjeikreuzer von Bomben schwer getroffen. —
In Nordafrika schossen deutsche Jäger vier britische Flugzeuge ab. — Auf Malta
trafen Bomben schwersten Kalibers Unterseebootliegeplätze im Hafen von La
Valetta. — Im Seegebiet um England zersprengte die Luftwaffe in der vergangenen
Nacht nördlich Cromer einen britischen Geleitzug. Zwei größere Handelsschiffe
wurden so schwer getroffen, daß mit ihrer Vernichtung zu rechnen ist. — Bei
Einflügen einzelner britischer Bomber in die deutsche Bucht verlor der Feind
in der letzten Nacht drei Flugzeuge. — Feldwebel Köppen, Flugzeugführer in
einem Jagdgeschwader, schoß am gestrigen Tage vier Gegner ab und errang da-
mit seinen 72. Luftsieg.

Führerhptquart., 26. 2. 42. (DNB.) OKW.: Im Osten bombardierten im hohen
Norden Kampffliegerkräfte bei Tag und Nacht Teilstrecken der Murman-Bahn
und erzielten Volltreffer in den Bahnhofsanlagen von Kandalakscha. — In der
Zeit vom 15. bis 24. Februar verlor die sowjetische Luftwaffe 403 Flugzeuge.
Davon wurden 265 in Luftkämpfen und 44 durch Flakartillerie abgeschossen, der
Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront
28 eigene Flugzeuge verloren. — In Nordafrika wurden die rückwärtigen Ver-
bindungen des Feindes zwischen Tobruk und Sidi Barani mit Bomben belegt. In
Luftkämpfen schossen deutsche Jäger 3 britische Flugzeuge ab. — Die Luftangriffe
auf militärische Anlagen der Insel Malta wurden fortgesetzt. — Britische Bomber.
griffen in der letzten Nacht einige Orte im Küstengebiet der Ostsee, u. a. auch
die Stadt Kiel, an. Die Opfer unter der Zivilbevölkerung sind gering. Der Feind
verlor 5 Flugzeuge.

Segelflug

Ungar. Segelflugrekord
29 Std. 37 Min. Oblt. Kiralyi
auf „Olympia“ im November
1941 aufgestellt. Der deutsche
Rekord im Dauersegelflug Ein-
sitzer 36 Std. 35 Min. und Dop-
pelsitzer 50 Std. 26 Min. Bei 25°
unter Null flog Kiralyi zu-
nächst 24 Std. in 1400 m Höhe.
Nach Eintreten der Vereisung
ging er auf 400 m herunter und

Eine ausgezeichnete Leistung.

Oblt. Kiralyi, ungar. Segel-
flieger. Bild Magyar Szarnyak

Nr. 5/1942, Bd. 34

Seite 78 „FLUGSPORT"”

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zahlmesser DIN L 35, Fahrtmesser DIN L. 36, Höhenmesser DIN L 37, ario-
meter DIN L 38. Vergleiche Normblattsammlung des „F lugsport“ Nr. 1, Seite
und 4, Heft 20 1937.

Literatur.

Werkpiloten. Einflieger und Versuchsingenieure berichten. Fritz Kienert. Mit
112 Abb. Schützen-Verlag, Berlin. Preis 4.80 RM. j

Der Fernstehende kann sich über den verantwortungsvollen Beruf des Werk-
piloten kaum ein richtiges Bild machen. Leichtfertigkeit, Leichtsinn, wie er on
amerikan. Sensationsfilmen zum Ausdruck kommt, ist in der Praxis der Ein ie.
gerei unmöglich. Verfasser läßt den Werkpiloten in den Vordergrund treten un
selbst sprechen. Man erlebt die fliegerische Erprobung von neuen Fhigzengmus em
und das Einfliegen von Serienflugzeugen. Die Beschäftigung des Werkfiegers is
sehr vielseitig. Wenn er das Flugzeug zu guten Eigenschaften und Qua itäten er-
ziehen will, muß er nicht nur das Flugzeug in allen Einzelheiten kennen, son ern
muß möglichst auch den Bau miterlebt haben; das gilt besonders bei der Erprobung
neuer Baumuster. Werkpilot und Flugversuchsingenieur ‚gehören unlösbar zusam-
men. Das Ideal ist, wenn sich beide, wie beim Flugbaumeister, in einer Person ver-
einigt haben. Die Berichte über besondere Flugleistungen der deutschen Flugzeug-
industrie sind auch sehr belehrend und geben ein Bild der Größe der zu überwin-

denden Schwierigkeiten.

ellflug im NS.-Fliegerkorps von NSFK.-Stdf. Gustav Bengsch und NSFK.-
Fptstt Wilhelm Haas mit einem Geleitwort des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps
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odellfiug ist das beste Erziehungs- und Prüfmittel bei der Erfassung I
Jugend zum Zwecke der vormilitärischen fliegerischen Ausbildung im NSE .
geworden. Gerade hierin unterscheidet sich der deutsche Modellflug von der
Ausübung in anderen Ländern. Die handwerkliche fliegerische Ausbildung im
Modellflug ist ein umfangreiches Arbeitsgebiet geworden, welches in vorliegendem

ingehend erfaßt wird.
a ee hend von den Aufgaben, der Bedeutung und der Entwicklung des Modell-
fluges sind behandelt: Die Reichsmodellflugschulen, Flugmodellbauunterricht als
Pflichtfach in allen deutschen Schulen, Ausbildungsplan in den Modellfluggruppen
von Jungvolk und HJ. Verarbeitung der Werkstoffe im Flugmodellbau, Flug-
modellbau-Werkstatt und Werkzeuge, Lesen und Zeichnen von Flugmodellbau-
plänen, Flugmodelle für Anfänger, Leistungs-Segelflugmodelle, Flugmodelle mit
Gummi-, Benzinmotorantrieb und sonstige Antriebsquellen, Gummimotorbehand-
lung, Luftschraube, Entwurf und Bau von Saalflugmodellen, Grundsätzliches und
Entwicklung der Schwingenflugmodelle, Metallbauweise, Selbst- und Fern-
steuerung, Flugstabilität, Starten von Segelilug-, Gummi- und Benzinmotor-
Flugmodellen, Übungstliegen, Vergleichsfliegen, Modellflug-Wettbewerbe und

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Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 6 18. März 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 1. April 1942

Flugwesen 1911.

Otto Lilienthals Erbe ist von Deutschlands Jugend würdig verwaltei
worden. Die Entwicklungsgeschichte des Segelflugzeuges von 1920 bis
heute ist mit das beste Denkmal für den Altmeister der Fliegekunst über-
haupt. Lilienthals Geist ist in der Zeit vor 35 Jahren, als die Entwicklung
desMotorflugzeuges und die Begeisterung für das Fliegen wieder einsetzte,
die treibende Kraft gewesen. Für die Pioniere dieser Zeit war das nicht
leicht, sich mit ihren Ideen für Fluggeräte schwerer als Luft durchzusetzen.
Nur die Tat konnte hier beweisen, wem die Zukunft gehört. Und doch
sind die Arbeiten und Opfer der alten Pioniere nicht umsonst gewesen.

Schon in dieser Zeit war es vor allen Dingen die heranwachsende Ju-
gend, welche sich für das Flugwesen begeisterte und eine Flugmaschine
interessanter fand als eine gelbe Kugel. Für die Konstrukteure und Flieger
war es allerdings sehr schwer, sich durchzusetzen, da Mittel in Form von
Unterstützungen nur in bescheidenem Maße und dann auch nur von ein-
zelnen flugbegeisterten privaten Stellen zur Verfügung standen. Nach den
ersten sichtbaren Erfolgen der deutschen Pioniere setzte mit einem Schlage
eine Begeisterung für das Flugwesen ein. Oft war es nicht nur die reine
Begeisterung, sondern das Gefühl, nicht zurückstehen zu wollen: oft auch
dem eigenen Geltungsbedürfnis Rechnung zu tragen.

Während 1911 nur 4 Überlandflugveranstaltungen und 5 Flugwochen
stattfanden, stieg 1912, vor 30 Jahren, die Zahl der Überlandflüge auf 12
und die Schauflugveranstaltungen auf 10, die kleineren privaten nicht mit-
gerechnet. Aber auch noch zu dieser Zeit standen nur beschränkte Mittel
zur Verfügung. Während die Flugzeughalter, die sich für schweres Geld
eine Flugmaschine gekauft hatten, sich durch die Schauflugveranstaltungen
einen kümmerlichen Lebensunterhalt zu schaffen suchten, war es für die
Flugzeugfabriken doppelt schwer, finanziell durchzuhalten. Auf der einen

Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen
und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das II. Vierteljahr 1942: 4.50 RM,
möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a M. Nach dem 6. April
werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 25, Bd. IX.
Ir ı

Nr. 6,1942, Bd. 34

Seite 80 „FLUGSPORT"

Sei n sie wohl oder übel gezwungen, um nicht rückständig zu er-
a an den Veranstaltungen teilzunehmen. Dabei mußten sie immer
wieder mit neuen Flugmaschinenkonstruktionen, die eine Leistungs”
steigerung erwarten ließen, herauskommen. Die dadurch entstehen e on
struktionsarbeit stieg ins Ungeheuere. Die Mittel aus den verkauften Flug-
maschinen reichten nicht dazu aus, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Während im Ausland das Flugwesen regierungsseitig mit Riesensum-
men unterstüzt wurde, war bis Ausgang 1911 in Deutschland nichts ge-
schehen. Um hier Abhilfe zu schaffen und den Flugzeugkonstrukteuren
und den Fabriken zu helfen, war es unsere Zeitschrift Flugsport, die mit
allem Nachdruck die Notlage herausstellte und dazu verhalf, die Fliegerei
aus ihrer Notlage zu befreien. (Vergleiche Jahrgang 1911 und Anfang 112.)
Das Jahr 1912 brachte dann den Aufstieg und ein Emporblühen der | eut-
schen Flugzeugindustrie. ..

Franz. „Max Holste 20“.

Der ‚„Max-Holste 20“-Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit ‚festem
Fahrwerk war ursprünglich für die Coupe Deutsch bestimmt. |
Flügel NACA-Profil 23012, Flügeldicke 12/0, freitr. Halbflügel am
Rumpf befestigt, zweiholmig, Glattblechbedeckung. Flügel im Grundrid
gesehen nach den Enden stark verjüngt. Vorderkante Pfeilform 5°, Flüge \
enden abgerundet. Querruder gleichfalls Ganzmetall, Ausschlag + 18°,
— 28%, Landeklappen Ausschlag von — 0° bis + 60°. u
Rumpf eiförmiger Querschnitt. Ganzmetallbauweise mit innen aufge-
nieteten Längs- und Ringprofilen. Führerraum hinter an Be
äti } appen durc etätigu
haube aufklappbar. Betätigung der Lande en Detätigung vom
züge entlastet.
Seitenleitwerk, Flosse,
Stahlrohrgerüst mit dem
Rumpf fest verbunden. Hö-
henflosse am Boden ver-
stellbar, alles mit Glatt-
blech bedeckt. Fahrwerk
) freitragende Federbeine,

I

Stromlinienverkleidung,

’ auch über den Rädern.
N Motor Regnier Typ Coupe
| Deutsch. luftgekühlt.12Zyl.
V-Form hängend 380—420
PS mit Kompressor von 6,5 1.
Verstelluftschraube Ratier.
Betriebsstoffbehälter 200 1
im Rumpf. Ölbehälter 32 1
hinter dem Brandschott.

x

Franz. „Max Holste 20“.

Zeichnung Flugsport

a

> „Max Holste“

Zeichnung L’Aerophilt

Nr. 6/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 81

Franz. „Max Holste 20“.

L’Aerophile

Spannweite 6,68 m, Länge 6,64 m, Höhe 2,10 m, Fläche 6 m}?, Seitenver-
hälinis 6,4, Fahrwerk Spurweite 1,40 m, Leergewicht 585 kg, Fluggewicht
834 kg, Flächenbelastung 140 kg/m}, Leistungsbelastung 1,99 kg/PS. Höchst-
geschwindigkeit 496 km/h, Reisegeschwindigkeit 477 km/h. Landegeschwin-

digkeit ohne Klappenbetätigung 137 km/h, mit Klappenbetätigung 112 km/h.
Startlänge 188 m.

USA Langley Zweimotor Kabinentiefdecker.

Die Langley Corporation, Port Washington, hat sich die Aufgabe ge-
stellt, ein zweimotoriges Flugzeug unter Nichtverwendung kriegswichtiger
Baustoffe zu entwickeln. Nach eingehender Prüfung der bisherigen Holz-
bauweisen entschloß sich der Konstrukteur, Martin Jensen, nach der Vidal-
Bauweise*) zu arbeiten. Hierbei verwendete er die Erfahrungen des früher
von ihm entwickelten einmotorigen Flugzeuges, bei dem zur Heftung
noch Nägel verwendet wurden.

Von dem zu wählenden Baustoff wurde verlangt, daß dieser sich bei
Temperaturen von — 40° C bis + 71° C in seinen Festigkeitseigenschaften
nicht verändert. Der neue verwendete Baustoff fängt erst bei 93° C an
zu fließen bzw. sich zu verändern. Fine Zellenstrukturänderung durch
Feuchtigkeit, Salzwasser, findet nicht statt. Die Schwierigkeiten bei der
Behandlung waren zu vermeiden, daß die Furniere beim Biegen sich in
ihrer Struktur verändern und
brechen, was durch Kochen, das
heißt weich machen, verhindert
wurde. Durch Verwendung ther-
moplastischer Harze wurde die
Strukturveränderung noch mehr
hinausgeschoben. Die größte
Widerstandsfestigkeit bei Biege-
prozessen zeigte Honduras Maha-
gony. Sprucefurniere erwiesen
sich gegen Strukturbruch weni-

ger widerstandsfähig. Das Hon- RS
duras Mahagony wurde nicht in
Schälfurnier, sondern Flach- I

schnittfurnier geschnitten, da der
Schälfurnier bei allen Holzarten

*) Vergleiche auch Abhandlung
„Verbesserte Sperrholzbauweise“

Seite 389 Jahrg. 1941 des „Flugsport“. USA Langley.

Zeichnung Flugsport

—w@5s00
Nr. 6/1942, Bd. 34

Seite 82 „FLUGSPORT"

USA Langley
Kabinen-
tiefdecker.

Bild Aviation

viel leichter zum Strukturbruch neigte, als Flachschnittfurniere. Furnier-
dicke 0,38 mm bis 3 mm. Beim ersten Flugzeug wurden 550 m?’ Mahagony
und 265 1 Plastikharz verarbeitet. (Zur Verwendung gelangten Vinyl und
Phenolharze.)

Die Einzelteile werden aus Furnieren in Streifen mit zwischengelegten
Harzfolien trocken übereinander gelegt und in einen Wärmedruckkessel
gebracht, zunächst evakuiert, unter Dampfdruck gesetzt, so daß das Sperr-
holz weich wird, und dann unter Flüssigkeitsdruck gesetzt und durch kaltes
Wasser abgekühlt. Dieser Arbeitsprozeß beträgt für eine Rumpfhälfte
ca. 3 Stunden. Die Einzelteile, Schotten, Formringe, Längsversteifungen,
Rumpfhaut werden in einem Arbeitsprozeß zusammen verschmolzen. Das
Zusammenfügen der Rumpfhälften erfolgt mittels Thermo-Phenolleim in
einem ähnlichen Arbeitsgang.

Vorliegende Bauweise ist feuerbeständig und eignet sich für den Bau
von Schwimmern, Betriebsstoffbehältern usw.

Das vorliegende Baumuster ist ein freitragender Tiefdecker mit zwei
65 PS Franklin-Motoren im Flügel.

Rumpf Kabine viersitzig mit großen Sichtscheiben nach vorne und
seitlichen Schiebefenstern. Einstieg durch Aufklappen der Sichtfenster
auf der rechten Seite nach oben.

Freitragendes Höhenleitwerk mit doppeltem Seitenleitwerk als End-
scheiben. Fahrwerk unter den Motoreneinbauten fest.

Spannweite 10,50 m, Länge 6,15 m, Höhe 2,1 m, Spurweite 3 m. Leer-
gewicht 640 kg, Fluggewicht 1030 kg, Höchstgeschwindigkeit 228 km/h.
Reisegeschwindigkeit 200 km/h, Landegeschw. 74 km/h, Steigfähigkeit
193 m/Min., Gipfelhöhe 4500 m, Reichweite 960 km.

®

USA Langley Zweimotor-Kabinentiefdecker. Bild Aviation

Nr. 6/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 83

USA Stearman Jensen A.

Der Stearman Jensen A, Zweisitzer, ist ein halb freitragender Tief-
decker über das Fahrwerk verstrebt. Gemischtbauweise.

Flügel Holzholme mit Holzrippen, stoffbespannt.

Rumpf mit verkleideter Kabine mit gewölbter Sichtscheibe. Sitze
nebeneinander. Höhen- u. Seitenleitwerk freitragend. Holzbauweise.

Fahrwerk mit dem komplizierten Strebenwerk vereinigt. Die Räder
sind in ungewöhnlicher Weise an einer Halbgabel, vergl. Abb., federnd
aufgehängt. Motor Lycoming 65 PS. Betriebstoffbehälter 92 1.

Spannweite 9,10 m, Länge 6,715 m, Höhe 1,955 m. Fläche 12 m?. Flächen-
belastung 43,5 kg/m?, Leistungsbelastung 7,95 kg/PS. Leergewicht 282 kg.
Fluggewicht 520 ke.

Höchstgeschwindig-
keit 184 km/h. Reise-
168 km/h, Lande- 72
km/h. Steigfähigkeit
250 m/min. Gipfelhöhe
4200 m.

Stearman
Jensen A.

Zeichnung Flugsport

Bild Aviation

Junkers Ju 88 A-1. Unter dem Flügel erkennt man die ausgefahrenen Sturzflugbremsen, an der
Hinterkante Landeklappen, Querruder mit Trimmklappe, in dem aufgeschnittenen Flügel Be-
triebsstoffbehälter, in den Motornasen Ringkühler, hinter dem oberen Schraubenblatt Schmier-
stoffkühler, dahinter die kragenförmigen Kühlerklappen. Abwerfbares Führerraumdach, hinterer

Bombenraum, Höhen- und Seitenruder mit Trimmklappen. Fahrwerk und Sporn hochziehbar.
Bild IFM.

Seite 84 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1942, Bd. 34

Erschütterungsfreie Steilschrauber.

Eine wenig angenehme Figenschaft gewisser Steilschrauber (Hub-
oder Tragschrauber) sind die Erschütterungen, die infolge der periodischen
Auftriebsänderung der Flügel oder Blätter bei ihrem Umlauf auftreten.
Bein Lauf gegen den Fahrtwind erfährt jeder Flügel ein Auftriebsmaxi-
mum, beim Laufen mit dem Fahrtwind ein Minimum. Diese axial ge-
richteten, bei den Insassen etwa längs der Wirbelsäule spürbar werdenden
Vibrationen, deren Frequenz mit der Umlauf- und Flügelzahl steigt, zu
beseitigen, hat sich die Cierva Autogiro Co Ltd. zur Aufgabe gemacht,
worüber nachstehend berichtet werden soll!).

Der Grundgedanke der Neuerung ist, die Flügel paarweise vorge-
sehener, gegenläufiger, durch ein Verbindungsgetriebe zu gleicher Umlauf-
zahl gezwungener Rotoren so zueinander anzusetzen, daß ihre Grund-
schwingungen phasengleich sind, d. h., daß, wenn der eine Rotor eine
Lage hat, in der ein Auftriebsmaximum vorhanden ist, der andere Rotor
in seiner Maximumphase um einen Zentriwinkel «@/b vor- oder zurückliegt
(b = Flügelzahl). Bei gleichachsigen Rotoren ist die Vibration nahezu
aufgehoben; bei parallelachsiger Anordnung eines Rotorpaares treten zwar
noch Schwingungen in der beiden Achsen gemeinsamen Ebene auf, doch
sind diese harmlos, besonders bei großem Trägheitsmoment der betroffenen
Massen, also kleinen Amplituden. Die Flügelzahl kann beliebig sein; sie
wird im allgemeinen 3 nicht übersteigen.

Über das Vorstehende hinaus ist außerdem auf bereits von anderer
Seite gemachte Vorschläge zurückgegriffen worden, und zwar auf solche,
die sich auf den zu wählenden Abstand mehrerer Rotoren voneinander
beziehen. Man kann nämlich — bei genau oder angenähert achsparalleler
Anordnung — den Abstand der Rotoren kleiner wählen, als deren Durch-
messer ist, so daß sich die Rotorkreise ganz oder teilweise überdecken. Lie-
gen die Flügel in gleicher Horizontalebene, so müssen sie so zueinander ge-
stellt sein, daß sie immer in die Flügellücken beim anderen Rotor ohne
gegenseitige Behinderung zahnradartig eingreifen; natürlich muß auch
hier wieder ein Verbindungsgetriebe zwischen beiden Rotoren gleiche Um-
laufzahlen bewirken und darf die Flügelzahl nicht groß sein. Man kann so-
gar den Achsabstand kleiner als den Rotordurchmesser wählen, muß dann
aber dafür sorgen, daß die Flügel nicht die von ihnen zu überstreichende
Nabe des anderen Rotors berühren. Zu diesem Zweck läßt man die beiden
Achsen eines Rotorpaares einen nach oben offenen Winkel miteinander
bilden. Das nahe Aneinanderrücken der Rotorachsen auf einen kleineren
Abstand, als er dem Spitzenkreisdurchmesser entspricht, hat bei Queran-
ordnung der beiden Rotoren den Vorteil, daß die die Achslager verbinden-
den, im Fahrwind liegenden Konstruktionsteile einen erheblich kleineren
unnutzbaren Luftwiderstand erzeugen, als wenn die Rotoren weit ausein-
andergerückt sind.

Dies wird besonders deutlich beim Vergleich der verschiedene Hub-
schrauber-Ausführungen darstellenden Abb. 1 A,B und C, die erschütte-
rungsfreie Anordnungen zweiflügliger Rotoren zeigen. Abweichend von
den früheren Hubschraubern (z. B. denen von Pescara, Asboth u. a.), die
eine symmetrische Flügellage der gegenüberliegenden Rotoren aufweisen,
finden sich (wie auch bei der sich nicht überschneidenden zweiflügligen
Rotoranordnung der Abb. 4) die Flügel um die Hälfte des Winkelabstandes
benachbarter Flügel versetzt, ebenso in Abb. B mit den auf etwas über
Halbmesserlänge genäherten, ineinander kämmenden Rotoren. In Abb. 1 C,
wo die Naben dicht nebeneinander stehen und die Rotorachsen, um die
Flügel mit genügendem Spiel über die Naben streichen zu lassen, einen
oben offenen Winkel miteinander bilden, überschneiden sich die beiden

1) Nach der französ. Patentschrift 846646, veröff. 21. 9. 39.

. Einblatt des einen Rotors

Nr. 6/1942, Bd. 34 „FLU:GSPORT“ Seite 85

Rotorkreise so weitgehend, daß sie den Eindruck einer einzigen vierflüg-
ligen Schraube erwecken, wobei zu beachten ist, daß die Flügel dieses
scheinbar einzigen Schraubenkreises paarweise gegenläufig und in ihrer
Gesamtheit rückdrehmomentfrei sind. Dasselbe gilt auch für die in Abb. E
gezeigte dreiflüglige Anordnung; auch hier erkennt man den Gewinn an
Raum, Gewicht und unnutzbarem Luftwiderstand bei dicht aneinander-
gerückten Naben im Vergleich zu der Anordnung nach Abb. D, bei der
sie auf etwas über Flü-
gellänge auseinanderlie-
gen, die Schraubenkreis-
flächen sich also nur zu
etwa !/s überdecken. Be-
sonders sinnfällig wird
das bei Vergleich der Ro-
torenträger, die bei den
Ausbildungen nach Abb.
A,BundD aus mehr oder
weniger weit spannenden
Auslegern, nach Abb. C,
E und F dagegen nur aus
einer (windschnittigen)
Säule bestehen.

Eine Sonderstellung
nimmt die Einblattroto- ‘
ren-Anordnung der Abb.
F ein. Dem Einblattrotor
wird in neuerer Zeit er-
höhtes Interesse zuge-
wandt, denn ein einzel-
nes Blatt am Umfange
arbeitet in einem weni-
ger gestörten Luftstrom,
als wenn mehrere Blätter
dicht hintereinander um- ;
laufen; es muß natürlich /
statisch und dynamisch [
ausgewuchtet sein, etwa

durch ein Gegenge-
wicht?). In diesem Falle
verlangt die erwähnte
Bedingung der Phasen-
ungleichheit der Grund-
schwingungen, daß das

längs gerichtet ist, wenn
das Einblatt des anderen

gerade quer liegst, usw.
Die von Cierva erst-
malig angewandte und
im Laufe der Zeit erheb-
.. 2) W. Menze hat sich neuer-
dings an durch Propeller angcetrie-
benen Einblattrotoren die Verwen-
dung des Propellermotors als Ge-
gengewicht schützen lassen: DRP.
713 267. .
Abb. 1. Hubschrauberaus-

führungen A—F.

Archiv Flugsport

Seite 86 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1942, Bd. 34

lich ausgebaute Gelenkigkeit der Rotorflügel mit ihren vielen Variations-
möglichkeiten wird natürlich durch das System der Phasenungleichheit
nicht entbehrlich gemacht. Da der Eintritt des Auftriebs-Maximums oder
-Minimums nicht immer genau vorbestimmbar ist, kann in das Zwischen-
getriebe eine Vorrichtung (gerillte Hülse als Bindeglied auf zwei gerillte
Wellenenden aufgeschoben) eingeschaltet werden, die eine Winkelregelung
ermöglicht.

Die Steuerung derartiger Steilschrauber ist in bekannter Weise durch-
führbar, nämlich durch Änderung der Schraubenkreislage im Raume. Dies
kann entweder durch ein Rumpf-Leitwerk geschehen, wie es auch in den
Abbildungen. angedeutet ist, oder durch eine Blattsteuerung eiwa mit Hilfe
eines allseitig verstellbaren Steuertellers, der den Einstellwinkel der
Blätter bei ihrem Umlauf periodisch ändert, oder durch zwangsläufige
Kippung der Naben in Längs- und Querrichtung. Wie man sich im letzteren
Falle den Nabenkopf und das die Naben verbindende Getriebe etwa zu
denken hat, und zwar in bezug auf die in Abb. C angedeutete Ausführungs-
form, ist in einer Schnittzeichnung (Abb. 2) dargestellt.

7X ©; fr
TZ 4
Rn N \ I
Nil j\ i N = [2 4
ie E | un EN |. 9
= 760 0
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/A NS .

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schaften mit hoher Kampfkraft. — Die
1a Anordnung der Waffen gewährleistetbeste
Schußfelder nach allen Richtungen. — Die
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samte 4-köpfige Besatzung auf, die in Flug

und Kampf ideal zusammenarbeiten kann.

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leistungen |

Stocch

Welche Start- und Lande-
Aäche braucht der, ‚Storch‘?

Beinahe täglich findet man in Dreipunktlage in der Luft

den Tageszeitungen oder in und dann Sacklandung®

den Jllustrierten’ in Wort und Wie werden die zur Drei-
punktlage nötigen Längs-

Bild die unvergleichlichen
momente aufgebracht?

Leistungen des Fieseler „Storch“
Warum kippt der „Storci‘'
bei einem Anstellwinkel von
über 30° nicht ab?

als Verbindungsflugzeug der
deutschen Wehrmacht geschil-

dert. Der Fachmann, vor allem Bei der Sacklandung er-
geben sich Sinkgeschwin-
digkeiten bis zu 5m sek.
, . Wie hält das „‚Storch‘‘-Fahr-
Voraussetzungen dieser Flugleistungen und Flugeigenschaften erfahren. gestell dies aus?

0006

aber der fachlich interessierte

gehören a uch zur Aus
des Kampfflugzeuges

Leser dieser Zeitschrift möchte einmal Einzelheiten über die konstruktiven

In aufeinanderfolgenden Inseraten werden die hervorragenden Leistungen

des Fieseler „Storch‘‘ erklärt und Antwort auf folgende Fragen erteilt:

Wenn Sie sich diese Anzeigen aufheben,
so haben Sie am Schluß eine recht inter- F N F S F L = R
essante Erklärung_der Flugleistungen des DD)

$ . / - u ı \s besondere Spezialität: us
EA ' _ mn | 'W ee enöndigen Leichtmetallegierungen | |
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nn MUNCHEN 23

Offensive Gestaltung

zentriertes Abwehrfeuer der Rüftenbatterien. —
Mit nur einem Motor, die Luftfchraube des
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
erreichte auch dDiefe He 111 nach faft 2000 km
ohne Schwierigkeit ihren Einfaghafen.

Arado Ar 80°

Arado Ar 81

Arado Ar 198
Arado Ar 199

Franz. Zweisitzer
Delanne 20-T-02

Pilot, und unbegrenzter Verstellbereich der VD M-Verstelluftschraube reitet Besatzung und "Maschine

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und Gelenklagern

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Patent-Sammlung
Nr. 26

> „HUGSPORT”-
 Erscheinungstage
* 1942

XXXIV, Jahrgang

Nr. , Datum

P 8 15. April
:9 29. April

10 13. Mai

11 27. Mai

12 10. Juni

13 24. Juni

14 8. Juli

15 22. Juli

16 5. August

17 19. August

18 2. September

19 16. September

20 30. September

21 14. Oktober

22 28. Oktober

23 11. November

24 25. November

235 9. Dezember

26 23. Dezember

Preis 80 Pf.

Printed in Germany

ivi j ;kar Ursi >, Frankfurt a, | indenburgplatz 8.
Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a, M., Hinden urgplatz 8
j 0) y uckerei side i "rankfurt am Main. Alie Zuschriften
zeigenprei - Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Fran un Main. Alle Zus
B; en nersondk, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport“, Frankfurt a. M
Hindenburgplatz 5 (Deutschland)

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag:

AXXIV. Jahrgang / Nr. 7

Mittwoch, 1. April 1942

’

&-FLUGZEUGRÄDER aus Elektron-Guß mit mechanischen, hye
draulischen und Luftdruck-Bremsen, Bremsbetätigungen.
@-SPORNRÄDER aus Elektron-Preßguß, geteilt mit Flach»
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& - FLUGZEUGBEINE mit Luft-Ol-Dämpfung, &-Schrauben«
tederbeine, @-Ringfederbeine, @-Einbeinfahrgestelle, @-Gabel-
{ahrwerke, @-Spornfederungen mit Rad oder Kufe und auto-
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&
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>

re
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wo

sl Mutti fl, #, ‚A. Mi.
GEGRUNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN
MYON OSHAR, URSINUS ® CIVIL-ING.

Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Teiefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 7 1. April 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 15. April 1942

Offensive Gestaltung.

Der Geist und das Gefühl für das Kommende in der heutigen deut-
schen Luftwaffenschmiede sind anders wie seinerzeit während des Welt-
krieges. — Von den großen Erfolgen und Luftüberlegenheit an allen Fron-
ten gar nicht zu sprechen.

Die überall fühlbare Gestaltungsfreudigkeit in Wollen und Können,
allein in der Flugzeugindustrie, wirkt erfrischend und mitreißend und hilft
über manches im jetzigen Zeitgeschehen hinweg.

In der alten Zeit war es oft für den Jungen Ingenieur, dem gestaltenden
und forschenden Menschen, nicht leicht, das zu erstrebende Ziel zu er-
reichen. Die Überwindung von Hindernissen, Mangel an Befürwortung und
an finanziellen Mitteln, verursachte unnütze Kraftanspannung. Viele
kamen wegen der oft künstlich in den Weg gelegten Hindernisse über-
haupt nicht zum Ziel. Hier haben wir aus der Geschichte gelernt, dem
offensiv gestaltenden Ingenieur freie Bahn zu schaffen. Das Wesen der
Fliegerei in der Gegenwart ist daher ganz anders als in der alten Zeit.
wie wir es in der letzten Nummer an dieser Stelle skizzierten. Dement-
sprechend werden sich auch die Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft
in breiteren Bahnen bewegen können. Es wird sich ein Betätigungsfeld von
bisher nicht gekanntem Ausmaß eröffnen.

Arado Ar 89 Tiefdecker Jagdilugzeug.

as Baumuster Ar 80, Entwicklungs- und Baujahr 1934, wurde in drei

verschiedenen Ausführungen, davon eine mit Rolls-Royce-Kestrel und
zwei Stück mit Jumo-210-C als erste Ganzmetallmaschine fertiggestellt.

Flügel Knick an der Fahrwerksanlenkung, Fahrwerk fest.

Rumpf vorne Blechverkleidung, hinten Stoff.

Motor: Jumo-210-C-Reihenmotor, flüssigkeitsgekühlt, V-Form mit hän-
genden Zylindern: Leistung: 610 PS. Rolls-Royce-Kestrel-Reihenmotor,
lüssigkeitsgekühlt, V-Form mit stehenden Zylindern: Leistung 575 PS.

Spannweite 11,80 m, Länge über alles 10,27 m, Höhe über alles 2,65 m.
Fläche mit Rumpfanteil 21 m?; Gewichte: Jumo (in Klammern Rolls-Royce):
Leergewicht 1645 kg (1630), Zuladung 455 (470) kg, Fluggewicht 2100

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 26.

Seite 94 „FLUGSPORT"“ Nr. 7/1942 Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 95

Arado Ar 81 Sturzkampf-Donpeldecker.

Ar 81 Entwicklungs- und Baujahr 1935/36. Ganzmetall für Stuka-
zwecke. Von den 3 Mustermaschinen hat die V 1 und V 2 eingezogenen
Rumpf und Doppelseitenleitwerk und die V 3 durchgehend geschalten
Rumpf mit Zentralseitenleitwerk.

Flügel gestaffelt, N-Streben verspannt. Unterflügel an Fahrwerks-

Arado Ar 80 Tiefdecker Jagdflugzeug. Werkbild.

(2100) kg, Belastungen: Flächenbelastung 100 (100) kg/m?, Leistungsbela-
stung 3,45 (3,66) kg/PS. Leistungen: Steigleistung 0—6000 m 9.50 (10) min,
Gipfelhöhe 10009
(10500) m. Ge-
schwindigkeit
max. in Boden-
nähe 360 (350)
km/h, in 0m  ®
425 (425) km/h, 1 nn nme EEE EEE EIER
"n 6000 m 410 TS . .
(415) km/h.
Landegeschwin-
digkeit 96 (96)
km/h. —  Ge-
schwindigkeit
und Steigleistung
sind errechnet
unter Annahme
der Verwendung
einer im Fluge

= 10270

Arado Ar 81 Sturzkampf-Doppeldecker mit doppeltem Leitwerk. Werkbild

Arado Ar 80 verstellbaren
Tiefdecker Luftschraube.
Jagdflugzeug. Arado Ar 81 Sturzkampf-Doppeldecker mit einfachem Leitwerk. Werkbild

Zeichnung Flugsport

2260

Seite 96 „FLUGSPORT"“ Nr. 7/1942 Bd. 34

Nr. 7/i942 Bd. 34
10650

„FLUGSPORT“
3055271 Arado Ar 81

Sturzkampf-
N. Doppeldecker.

\

Seite 97

3300
18+0

Arado Ar 198 Schulterdecker.

Ar 198 wurde 1938 entwickelt und gebaut. Flügel freitragend.
Rumpf Vorderteil geschweißtes Stahlrohr-Fachwerk. Hinterer Teil
Ganzmetall, Schalenbauweise.

3700
4255

anlenkung
Knick.

Motor Jumo-
210-C-Reihen-
motor, flüssig-
keitsgekühlt,
V-Form mit

hängenden
Zylindern,Lei-
stung 610 PS.

Spannweite
11,2 m, Länge

über alles 11,65
m, Höhe über
alles 3,57 m,
Fläche mit
Rumpfanteil
35,60 m?, Ge-
wichte(2Mann
Besatzung):

Leergewicht
1925 ke, Zuladung 1145 kg, Fluggewicht 3070 ke, Flächenbelastung

86,50 kg/m2, Leistungsbelastung 5,03 kg/PS. Steigleistung 0—4000 m in 11
min, Gipfelhöhe 7700 m, Geschwindigkeit max. in Bodennähe 300 km/h, in

4000 m 345 km/h, Landegeschwindigkeit 97 km/h, Endsturzgeschwindigkeit
600 km/h, Reichweite in 4000 m 690 km.

2110

Das Baumuster kann zur taktischen und Gefechtsluftaufklärung ein-
gesetzt werden. Zu diesem Zweck wird ein kleines oder mittleres Reihen-
bildgerät aufgehängt, das leicht ausgebaut werden kann. Die Windschutz-
scheibe wird einschließlich der beiden Seitenscheiben aus splitterfreiem
Hartglas hergestellt, während die Glasbeplankung der übrigen Haube aus

11810

= |

P—- #000 —

1418

— 1700

Arado Ar 198
Schulterdecker.

Zeichnung Flugsport

3195

Plexiglas besteht. Die linke Seitenscheibe des Windschutzes ist zur Frisch-

luftzuführung abklappbar. — Die reichliche Verglasung des Beobachter-
raumes gewährt eine weite, nach

Bodensicht.

allen Richtungen vom Horizont begrenzte

Motor: Bramo-322-A-9-Zylinder-Sternmotor, Leistung 830 PS.
Spannweite 14,9 m, Länge 11,8 m, Höhe 4,5 m, Flügelinhalt 35.2 m2.

Arado 199 Wasserfluszeug.

Ar 199 Zweischwimmer-Flugzeug, Entwicklungs- und Baujahr 1939,
dient nicht nur zur Anfängerschulung, sondern auch als See-Übungsflug-
Zeug.

R „„feitragender Tiefdecker, Ganzmetall. Landeklappen, ausgeglichene
uder.

Rumpf Stahlrohr-Fachwerk, hinterer Teil Schalenbauweise. Beide
Teile sind für Reparatur austauschbar. Vollkommen verglaste Kabine.
regensichere Be- und Entlüftung. Zwei Sitze für Lehrer und Schüler neben-

Arado Ar 198 Schulterdecker.

Werkbild

Seite 98 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1942 Bd. 34

Werkbild

Arado 199 Wasserflugzeug.

einander. Eine Ausführung, die auch für Überseeflüge geeignet ist, dient
der Schulung mit Funkgerät. Dafür ist die Mitnahme eines dritten Besat-
10543 zungsmitgliedes vorge-

, sehen, das sich mit der

0 gesamten FT-Ausrüstung

hinter den beiden vorde-
ren Plätzen
befindet.

r Schwimmer

1950

2800 ——

4930

Hvdronalium.
einstufig mit
gekieltenı Bo-
den, Weasser-

ruder, Kata-
pultbeschläge.
I, — Motor AS-
I 410-C-Reihen-

| | motor, V-Form
I || ‚, mit hängen-
— denZylindern

380/450 PS.
% Spannweite
12,7 m, Länge
10,54 m, Höhe
4,36 m, Fläche

1120

_
|
|

2800

#000 —
l

(oJ
12690

Arado 199 |
Wasserflugzeug.
Zeichnung Flugsport

6 o
185:

Nr. 7/1942 Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 99

mit Rumpfanteil, Querruder und Landeklappen 30,4 m?, Steigleistung
3000 m in 11 Min., Gipfelhöhe 6500 m, Geschwindigkeit max. in Boden-
nähe 227 km/h, in 3000 m 260 km/h, Höchstgeschwindigkeit in 3000 m ca.
350 km/h, Lande- 80 km/h.

Franz. Zweisitzer Delanne 20-T-02.

Im Flugsport 1938, Seite 88, veröffentlichten wir ein Jagdzweisitzer-
projekt Delanne mit 860 PS Hispano Suiza Kanonenmotor, welches eine
Geschwindigkeit von 600 km/h erreichen sollte.

Inzwischen ist eine Versuchsmaschine mit 180 PS Regnier Motor

Delanne 20-T-02.

Bid L’Asgrophile
gebaut worden, wobei sich eine Geschwindigkeit von 262 km/h ergab.
Vordere Flügel aus der Oberseite des Rumpfes herauswachsend, gebogen
mit leichter V-Stellung, gegen die Rumpfunterseite mit V-Streben abge-
strebt. Flügeltiefe im Grundriß gesehen, um ein besseres Gesichtsfeld nach
vorn zu erreichen, stark verringert. Bauweise Ganzholz, zwei Haupt-
kastenholme mit Sprucerippen. Schlitzquerruder sperrholzbedeckt. Aus-
schlag + 13%, 30 — 25°. Landeklappen gleichzeitig mit den Nasenslots
hydraulisch betätigt.
Hinterer Flügel Trapezform, aus einem Stück, leichte V-Form, Miittel-
deckeranord- 1
nung, mit End- u

scheiben als Sei-
tenruder, Holz-
bauweise, Sperr-
holzbeplankung.
Am Boden Ein-

stellwinkel ver-

stellbar. Quer-
ruderverstellung
+ 300% — 30°.
Höhenruder |
+ 22 — 20%, 30. 4 ‘T TON
\ I

Rumpf Ganz-
holzbauweise,
vier Spruce-

Längsholme. Be-
plankung Sperr-
holz mit Stoff
verleimt, Kabi-
nenaufbau, zwei
Sitze hinterein-
ander, abwerf-
bar.

Franz. Delanne.
Zeichnung Flugsport

7680

EEE RETTET

Seite 100 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1942 Bd. 34

Fahrwerk Oleostoßaufnehmerstreben mit Stahlrohrverstrebungen.
Räder stromlinienverkleidet, ebenso Spornrad.

Luftgekühlter 180 PS Regnier Motor, Ratier Verstellschraube.

Spannweite 7,86 m, Länge 6,78 m, Höhe 2,40 m, Flügel 14m2. Höchst-
geschwindigkeit 262 km/h, Landegeschwindigkeit 70 km/h.

Verkstaitulugplatz —=%j

vw nn nn en

Anreifsorät zum Anreifen von Blechkanten bei Behäutungen i im \ Flugzeug-
bau wurde von den Junkers-Werken ein Gerät geschaffen, das wertvolie Dienste
leistet. Überall da, wo Blechbahnen an eine Flugzeugzelle zusammenzufügen sind,
wird die Einhaltung eines möglichst glatten Oberflächeuverlaufes gefordert.
Heute wird als Verbindung die Überlappungsnaht mit einer oder mehreren Niet-
reihen am meisten angewendet.

Bleche aus Aluminium-Knetlegierung sind sehr empfindlich gegen mecha-
nische Einflüsse und müssen besonders dann, wenn sie mit Reinaluminium plattiert
sind, sehr sorgfältig behandelt werden. Da ihre Dicke meistens nur 0,5 bis 0,8 mm
beträgt, kann man sie schon durch Unvorsichtigkeit einknicken. Sowohl beim
Nieten als auch beim Biegen solch dünner Bleche ist eine sehr schonende Behand-
lung erforderlich.

Um einen Dichtschluß der Überlappungsblechkante mit der unterliegenden
Blechbahn zu erreichen, wird dieselbe in einer Breite von 2 mm leicht umge-
bogen, d. h. angereift. Früher geschah dieses an den fertigen konturmäßig zu-
geschnittenen und gewölbten Blechbahnen durch Hämmern mit dem Holzhammer.

Mit dem neuen Anreifgerät, das als DRP. angemeldet ist, lassen sich
heute Blechkanten vollkommen gleichmäßig und schnell anreifen. Das Gerät liegt
hierbei mit seinem Muschelgriff arbeitsgerecht in der hohlen Handfläche. Der
Muschelgriff bietet zugleich einen Schutz gegen Verletzungen der Hand an der
scharfen Blechkante. Der Kraftangriff ist äußerst günstig, da er gleichmäßig im
Halbkreis um die Verformungsstelle, die im Mittelpunkt dieses Kreises liegt,
erfolgt. Einem Verkanten ist daher weitgehendst vorgebeugt. Während des An-
reifens wird das Gerät von der Blechbahn geführt und mittels Handkraft darauf
abgerollt. Zwei Rollenpaare, von denen eines unter der Wirkung einer Blattfeder
steht, nehmen das Blech federnd zwischen sich auf. Die Rollen bilden schmale,
gehärtete und geschliffene Kugellageraußenringe, deren Kanten ebenfalls abge-
rundet sind. Diese Anordnung kann dem konkaven oder konvexen Blechkanten-
verlauf zwanglos folgen, so daß die Anreifwirkung immer im Lot zur jeweiligen
Kantenkrümmung stattfinden kann. Ein zwangsläufiges Ablaufen tanegential aus
der Arbeitsstelle ist infolge dieser „Mehrrollen“-Führung nicht möglich.

Anreifgerät. B 11 JFM;

Nr. 7/1942 Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 101

Trotz des gewählten weiten Rollenabstandes kann sich beim Durchfahren
einer Krümmung jede Rolle zwangsläufig abwälzen, wobei auch durch Verkanten
aus der Blechebene keine Laufspuren auftreten. Scheuer- und Kratzspuren durch
Richtungsänderung während der Arbeitsstellung treten ebenfalls nicht auf. Auch
bei bombierten Blechen läßt diese „Mehrrollen“-Anordnung immer noch ein An-
reifen zu.

Das eigentliche Abbiegen, auch bei unbegrenzt breiten Blechbahnen, ge-
schieht mit der Biegerolle, die ebenfalls ein Kugellager und mit der auswechsel-
baren Anschlagrolle in einem Segmentkörper gelagert ist. Der Abkantwinkel
kann durch Schwenken des Segmentkörpers um den Biegemittelpunkt eingestellt
werden. Bleche können sowohl auf der Werkbank liegend als auch bei teilweiser
Heftung an der Flugzeugzelle bearbeitet werden. Walk.

Einwalz-Vorrichtungen von Kugel- und Gelenklagern waren bisher recht
wenig entwickelt. Als Einwalzwerkzeug verwendete man ein Gerät, weiches aus
zwei an einer stehenden Welle mit auswechseibarem Führungszapfen seitlich
gelagerten Hartmetallrädchen bestand. Dieses Gerät wurde in eine Bohrmaschine
eingespannt und mit seinem Führungszapfen derart in die zentrale Lagerbuchse
eingeführt, daß die beiden Rädchen auf der Werkstückoberfläche am Umfange
des Kugellagers zur Auflage kommen. Durch Drehen und Andrücken des Gerätes
wurde nunmehr der von den Rädchen erfaßte Werkstoff verdrängt und gewisser-
maßen über den. abgeflachten Rand des Kugellagers geknetet. Jedes dieser Werk-
zeuge ist'nur' für eine bestimmte Kugellager größe verwendbar. Hieraus ergibt sich
der größe Nachteil, daß besonders dort, z. B. wie im Flugzeugserienbau, wo Lager
aller Art und Abmessungen vorwiegend Kugel- und Gelenklager zum Einbau ge-
langen, stets ein großer Vorrat an diesen Werkzeugen vorhanden sein muß, der
den Betrieb stark belastet. Hinzu kommt noch der verhältnismäßig große Ver-
schleiß dieser Werkzeuge, deren Rädchen sich bei längerer Beanspruchung in
ihren Lagern lockern und nach außen stellen, so daß sie den Werkstoff nicht zum
Kugellager hin, sondern von diesen wegdrängen, also keine Einfassung des Kugel-
lagers mehr formen können. Dieses mit der Zeit ungenaue Arbeiten der Rädchen
wird noch durch die schnelle und vor-
wiegend einseitige Abnutzung ihres
Umfanges beschleunigt. Ferner erzeu-
gen die Rädchen stets einen scharfen
Rand der Einrollnarbe, der eine sehr
umständliche und zeitraubende Nach-
bearbeitung notwendig macht.

Das von den Arado Flugzeug-
werken entwickelte Gerät vermeidet
diese Nachteile bekannter Vorrichtun-
gen dadurch, daß die Einwalzkörper
vorzugsweise aus je einer Kugel be-
stehen und relativ zum Führungszapfen
radial verstellbar angeordnet sind, in-
dem jede Kugel am unteren Ende je
eines schwenkbar an einem Träger an-
gelenkten Hebels gelagert ist, dessen
freier Schenkel zur Welle hin gerichtet
ist, und der mit einem Steuerkörper in
Eingriff steht. Träger und Steuerkörper
sind auf der zentralen Welle derart
relaiiv zueinander verschiebbar ge-
lagert, daß das Maß der relativen Ver-
schiebung des Trägers zum Steuerkör-
per den Abstand der Kugel von dem
Führungszapfen bestimmt.

Einwalz-Vorrichtungen von
Kugel- und Gelenklagern.

Bild Arado

Seite 102 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1942 Bd. 34

Der besondere Vorteil der Vorrichtung liegt in der Verstellbarkeit der Ein-
walzkörper, wodurch es möglich ist, mit ein und demselben Werkzeug Kugel- und
Gelenklager verschiedener Größen einzuwalzen, so daß also der hierfür früher
notwendige Vorrat verschieden großer Werkzeuge für die einzelnen Kugellager
entfällt. Da die Abnutzung der Kugeln stets gleichmäßig erfolgt, beeinträchtigt
sie nicht die Bildung einer gut anliegenden und dauerhaften Einfassung des in
das Werkstück eingesetzten Kugel- oder Gelenklagers. Außerdem ist die Einwalz-
narbe nicht mehr wie früher scharfrandig und bedarf daher keiner Nach-

bearbeitung.
U RODIIESDUZTITBENUATSUND HNEBERPERONHAUNARGANREITRENHN le Ga | ) ll) I
FLUG wi ul

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: Oblt. Huy, Stfflkpt. in einem Jagd-
geschw., Lt. Strelow, Flgzgf. in einem Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht an: Oblt. Fritz Schulze, Stffkpt. in einem Zerstörergeschw.,
Hptm. Petersen, Stfflkpt. in einem Kampfgeschw., General d. Flieger Bogatsch.

Lieth-Thomsen, General der Flieger, Feldflugchef u. Chef des Generalstabes
aus dem Weltkrieg, beging am 10. 3. seinen 75. Geburtstag.

Neue Normblätter, Luftfahrt, Leichtmetall-Halbzeug. DIN 9711 Grundmasse
für Profile gepreßter Stangen aus Aluminium, Aluminiumlegierungen und Magne-
siumlegierungen; DIN 9712 I-Profile aus Aluminium, Aluminiumlegierungen und
Magnesiumlegierungen, gepreßt; DIN 9713 U-Profile aus Aluminium, Aluminium-
legierungen und Magnesiumlegierungen, gepreßt; DIN 9714 T-Profile aus Alu-
ininium, Aluminiumlegierungen und Magnesiumlegierungen, gepreßt (Träger:
Fachnormenausschuß für Halbzeug aus Nichteisen-Metallen).

Edelweißabzeichen an der Dienstmütze ist den Angehörigen der NSFK.-Grup-
pen 14 und 17, an der linken Seite der Kopfbedeckung zu tragen, genehmigt worden.

| Ausland. |

Franz. Luftfahrtwoche 4.—11. 4. Vichy, mit einer Ausstellung, in der die ver-
schiedenen Tätigkeitsgebiete der Luftfahrt gezeigt werden, vom franz. Staats-
sekretariat für Luftfahrt veranstaltet.

Vichy-Paris-Luftverkehrslinie vom französ. Staatsminister Benoist-Mechin
eröffnet.

Jap. Luftangriffe auf Australien, Neu-Guinea und die Andamanen nach einer
Mitteilung des Domei vom 23. 3. von Marineluftwaffe erfolgreich durchgeführt.
Die jap. Luftangriffe richteten sich auch gegen die nordaustral. Häfen Port Dar-
win, Derby und Windham,gegen die zwischen dem austral. Festland und Neu-
Guinea liegende Insel Horn, gegen Port Moresby an der Südküste von Neu-Guinea,
gegen Tulag auf den Salomon-Inseln sowie gegen den Hauptort der im Ind. Ozean
gelegenen Adamanen-Inseln, Fort Blair.

Paul Louis Breguet, Sohn des bekannten französ. Flugzeugkonstrukteurs
Louis Br&guet, der unter der Anklage sich staatl. Material angeeignet zu haben,
angeklagt war, wurde durch amtliche Bekanntmachung vom 23. 1. 42 hiervon
freigesprochen und festgestellt, daß er in absolutem gutem Glauben gehandelt hat.

Schweden stellte 5jährigen Luftaufrüstungsplan auf. Außer den bestehenden
11 Geschwadern sollen gebildet werden: 1 Kampfgeschwader, 1 Torpedo-Kampf-
geschwader auch für Verminung zu verwenden und 3 Jagdgeschwader. Sitz der
Jagdgeschwader: Norrköping, Umen und Uppsala, des Torpedo-Kampfgeschwa-
ders: Karlskrona und des Kampfgeschwaders: Halmstadt. DieFlugzeugfabriken in
Linköping und Västeras sollen durch eine dritte Fabrik ergänzt werden. Das

Nr. 7/1942 Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 103

Kommando der Luftabwehr soll seinen Sitz in Gotland haben, außerdem ist die Er-
richtung einer neuen Kadetten-Schule der Luftwaffe in Uppsala vorgesehen.

Span.-argent. Fluglinie, sowie einer Dampferlinie unter Flaggen beider Län-
der fahrend, geplant. Es ist beabsichtigt, wie „Buenos-Aires-Herald“ meldet, die
Flugzeuge der Gesellschaften „Condor“ und „Lati“ für den Luftdienst, in dem nur
spanisches und argentinisches Personal beschäftigt werden soll, hierfür zu erwer-
ben. Der argent. Botschafter in Madrid, Escobar, welcher sich um die Festigung
der span.-argent. Beziehungen bemüht, ist die treibende Kraft.

Luftwaffe.

Führerhptquart., 15. 3. 42. (DNB.) OKW: In Nordafrika wurde bei Luftan-
sriffen auf Tobruk ein feindl. Handelsschiff schwer getroffen. Ital. Jäger schossen
ohne eigene Verluste in Luftkämpfen 8 brit. Flugzeuge ab. Im Ostteil der Cyre-
naika wurden Panzeransammlungen und Zeltlager der Briten bombardiert. —
Die Luftangriffe auf brit. Flugplätze der Insel Malta wurden fortgesetzt. Durch
Bombentreffer entstanden Brände in Hallen und Unterkünften.

Führerhptquart., 16. 3. 42. (DNB.) OKW: Starke Kampf- und Jagdfliegerver-
bände unterstützten in rollenden Angriffen die Kämpfe auf der Erde und ver-
nichteten 45 feindl. Flugzeuge an der Ostfront. Ein eigenes Flugzeug ging ver-
loren. — An der Murmanküste wurde ein großer Transporter in Brand geworfen
und Hafen- und Bahnanlagen in Murmansk erfolgreich bombardiert. — Ein brit.
Flugplatz im ägypt. Küstengebiet sowie milit. Anlagen in Tobruk wurden erfolg-
reich bombardiert. Bei Luftangriffen auf feindl. Kraftfahrkolonnen in der östl.

Cyrenaika wurden mehrere Fahrzeuge in Brand geschossen. — Auf Malta griffen
deutsche Kampf- und Jagdflugzeuge bei Tag und Nacht brit. Flugzplätze und
Flakstellungen sowie milit. Anlagen von La Valetta an. — Im mittl. Atlantik

versenkte ein deutsches Kampfflugzeug ein brit. Handelsschiff von 2000 BRT.

Führerhptquart., 17. 3. 42. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe zerschlug mit starken
Kampf- und Jagdfliegerverbänden in rollendem Einsatz bereitgestellte und an-
greifende Truppen der Sowjets, warf belegte Ortschaften in Brand und unter-
brach Nachschubwege des Feindes. Bei 4 eigenen Verlusten wurden 70 feindl.
Flugzeuge in Luftkämpfen oder am Boden vernichtet.

Führerhptquart., 18. 3. 42. (DNB.) OKW: Auf der Halbinsel Kertsch wurden
weitere feindl. Angriffe teils durch Bekämpfung aus der Luft zerschlagen. —
Die sowjet. Luftstreitkräfte verloren am gestrigen Tage 68 Flugzeuge, hiervon

MG.-Stände eines deutschen Kampfflugzeuges. Weltbild
Seite 104 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1942 Bd. 34

56 in Luftkämpfen; ein eigenes Flugzeug wird vermißt. — Auf Malta verursachten
Tages- und Nachtangriffe deutscher Kampffliegerverbände große Brände und
heftige Explosionen in Flugplatz- und Hafenanlagen. — Ein einzelnes brit. Flug-

zeug unternahm am Tage im Schutze tiefliegender Wolken einen milit. wirkungs-
losen Angriff auf westdeutsches Gebiet.

Führerhptquart., 19. 3. 42. (DNB.) OKW: In Nordafrika richteten sich wir-
kungsvolle Angriffe deutscher Kampfflugzeuge gegen milit. Anlagen der Festung
Tobruk. — Die bei Tag und Nacht fortgesetzte Bombardierung von Flugplätzen
der Insel Malta verursachte heftige Brände und Explosionen. — Im Mittelmeer
wurden in Luftkämpfen 8 feindl. Flugzeuge abgeschossen und 3 am Boden zer-
stört. — Lt. Strelow, Flugzeugf. in einem Jagdgeschwader schoß am gestrigen
Tage an der Ostfront 7 sowjet. Flugzeuge ab. =

Führerhptquart., 20. 3. 42. (DNB.) OKW: Südlich Sewastopol wurde am 18. 3.
ein großer Tanker durch Lufttorpedotreffer vernichtet. — Die Luftwaffe führte
vernichtende Schläge gegen Panzer und Truppenbereitstellungen der Sowjets
auf der Halbinsel Kertsch und bekämpfte mit besonderem Erfolg Flugplätze und
Eisenbahntransporte im mittleren Frontabschnitt. Der Feind verlor gestern 62
Flugzeuge. von denen 42 in Luftkämpfen abgeschossen wurden. 5 eigene Flug-
zeuge kehrten nicht zurück. — Auf der Insel Malta wurden Flugplätze und Flak-
stellungen bombardiert. Ein deutsches Jagdgeschwader im Mittelmeerraum er-
zielte mit dem Abschuß von 3 brit. Flugzeugen seit Kriegsbeginn seinen 1000. Luft-
sieg. — Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge in der vergangenen
Nacht südlich Portland ein Handelsschiff von 6000 BRT., zwei weitere Schiffe
mittlerer Größe wurden so schwer getroffen, daß auch mit ihrer Vernichtung
zu rechnen ist. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen eine Hafenstadt an der
engl. Südküste. — In der Zeit vom 10. bis 19. 3. 42 verlor die brit. Luftwaffe
62 Flugzeuge, davon 28 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der
gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge ver-
loren.

Führerhptquart., 21. 3. 42. (DNB.) OKW: Im Hafen der Festung Sewastopol
versenkten Sturzkamfflugzeuge ein Handelsschiff von 4000 BRT. und beschädig-
ten einen großen Tanker so schwer, daß mit seiner Vernichtung zu rechnen ist.
Bombenvolltreffer richteten in einer Schiffswerft, einem Kraftwerk und in Brenn-
stofflagern große Zerstörungen an. — In der Zeit vom 13. bis 20. 3. 42 verlor die
sowjet. Luftwaffe 386 Flugzeuge; davon 298 in Luftkämpfen und 14 durch Flak-
artillerie, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der
Ostfront 22 eigene Flugzeuge verloren. — Auf Malta wurde der Flugplatz La
Venezia und der Hafen La Valetta am Tage von deutschen Kampfflugzeugen
in rollenden Angriffen mit Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers
belegt. In Luftkämpfen über der Insel und in Nordafrika verlor der Feind
5 Jagdllugzeuge. — Im Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe aus einem
Geleitzug heraus einen Frachter von 4000 BRT. Ein weiteres größeres Handels-
schiff wurde durch Bombenwurf beschädigt. -

Führerhptquart., 22. 3, 42. (DNB.) OKW: Die Luftwaffe bombardierte die
Hafenanlagen von Kertsch und griff vor allem im Donezgebiet, im mittleren
Abschnitt der Ostfront sowie südlich des Ilmensees mit starken Kampf- und
Jagdfliegerkräften wirksam in die Erdkämpfe ein. Bei Luftangriffen auf Eisen-
bahnanlagen wurden 24 Nachschubzüge der Sowjets schwer getroffen und große
Zerstörungen in Ausladebahnhöfen verursacht. Am gestrigen Tage verlor der
Feind an der Ostfront 51 Flugzeuge. — An der Swir-Front zerstörten finnische
Luftstreitkräfte am 20. 3. motorisierte feindl. Kolonnen. — In Nordafrika wurden
durch Bombenvolltreffer und Beschuß mit Bordwaffen eine größere Anzahl
brit. Panzerspähwagen und Kraftfahrzeuge vernichtet, zwei Batterien außer
Gefecht gesetzt und mehrere Flugzeuge am Boden beschädigt. — Auf Malta
griffen starke Verbände deutscher Sturzkampfflugzeuge während des ganzen
Tages milit. Anlagen der Insel an. Hierbei wurden die Flugplatzanlagen von La
Venezia schwer getroffen und 6 brit. Flugzeuge am Boden zerstört. 4 weitere
feindl. Flugzeuge wurden in Luftkämpfen abgeschossen.

Führerhptquart., 23. 3. 42. (DNB.) OKW: Bei Luftangriffen wurden über 300
feindl. Fahrzeuge aller Art und 23 Eisenbahnzüge zerstört. Die Sowjets verloren
am gestrigen Tage 54 Flugzeuge. — In Nordafrika versenkten deutsche Kampf-
fliegerkräfte vor der nordafrikanischen Küste in kühnem Angriff aus einem

Nr. 7/1942 Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 105

Eichenlaub z. Ritterkreuz: V. I. n. r.: Graf von Kageneck f, Hptm. Kaldrack t,
Oblt. Ostermann, Hptm. Eckerle Y. Weltbild (4)

von brit. Seestreitkräften gesicherten Geleitzug ein Handelsschiff von 6000 BRT.
Zwei weitere Handelsschiffe blieben nach Bombentreffern liegen. — Auf Malta
erzielten deutsche Jagd- und Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in Flug-
platzanlagen. 7 brit. Flugzeuge wurden am Boden zerstört, 2 weitere in Luft-
kämpfen abgeschossen.

Führerhptquart., 24. 3. 42. (DNB.) OKW: Im Seegebiet südlich Sewastopol
versenkten Kampfflugzeuge durch Lufttorpedotreffer ein Handelsschiff von 3000
BRT. und vernichteten in einem Hafen der Kaukasusküste ein Unterseeboot.

Zwei weitere Unterseeboote erhielten Bombentreffer. — In Nordafrika verlor der
Feind bei einem Angriffsversuch auf einem Flugplatz in der Cyrenaika durch
Jagd- und Flakabwehr 5 Flugzeuge. — Im Zusammenwirken mit ital. Luft- und

Seestreitkräften gelang es der deutschen Luftwaffe einen auf Malta zusteuernden
Geleitzug zu zerschlagen. Dabei versenkten deutsche Flugzeuge allein 3 Handels-
schiffe mit etwa 18000 BRT. und beschädigten 3 weitere Handelsschiffe, einen
Kreuzer und einen Zerstörer schwer. — Im Kampf gegen die brit. Insel vernichtete
die Luftwaffe am Tage im Hafen von Newhaven ein Handelsschiff von 3000 BRT.
und belegte Munitions-, sowie Betriebsstofflager dieses Schnellbootstützpunktes
erfolgreich mit Bomben. — Wirksame Nachtangriffe von Kampfflugzeugen rich-
teten sich gegen milit. Ziele der Hafenstadt Dover und Portland.
Führerhptquart., 25. 3. 42. (DNB.) OKW: In allen Abschnitten griffen Ver-
bände der Luftwaffe wirksam in die Erdkämpfe ein. — Im Hafen von Murmansk
gelang es bei Luftangriffen, ein größeres Handelsschiff sowie Kaianlagen erheb-
lich zu beschädigen. Deutsche Jäger schossen im hohen Norden 7 Jagdflugzeuge
des Musters Hurricane und 1 sowjet. Flugzeug ab. — Eine Jagdstaffel des ital.
Expeditionskorps hat sich an der Ostfront als Begleitschutz deutscher Flugzeuge
besonders bewährt. — Schiffsziele des Hafens La Valetta auf Malta wurden am
Tage in rollendem Einsatz erfolgreich bombardiert. Hierbei erhielt ein Kreuzer
mittschiffs einen Bombentreffer, während andere Bombeneinschläge in unmittel-
barer Nähe von zwei Handelsschiffen sowie in Dockanlagen und im Arsenal

Ritterkreuzträger: V. I. n. r.: Oblt. Felgenhauer, Oblt. Karbe, Lt. Stadermann,
Obfw. Bender. Weltbild (4)
Seite 106 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1942 Bd. 34

beobachtet wurden. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze der
Insel. Begleitende Jäger brachten 2 brit. Flugzeuge zum Absturz. — An der Süd-
küste Englands belegten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht die Häfen
von Portland und Weymouth mit Bomben. Mehrere milit. Ziele wurden schwer
getroffen. — Bei wirkungslosen Angriffsversuchen eines gemischten brit. Jagd-
und Bomberverbandes. am Tage auf das französ.-belg. Küstengebiet verlor der
Feind durch Jagdabwehr 8 Flugzeuge. In der letzten Nacht schossen Flak und
Marineartillerie 2 brit. Bomber ab.

Führerhptquart. 26. 3. (DNB.) OKW: Am 24. März warfen Kampfflugzeuge in
einem Hafen an der Kaukasusküste ein Handelsschiff mittlerer Größe in Brand. —
Deutsche Kampfflieger griffen den Hafen La Valetta auf Malta mit guter Wirkung
an. Vor der Bucht Marsa Scirocco erhielt ein britisches Vorpostenboot einen
Bombentreffer. — Nachtangriffe der Luftwaffe mit Bomben schweren Kalibers
auf das Hafengebiet von Dover und kriegswichtige Anlagen der Stadt verursachten
große Schäden. Ein zur Aufklärung eingesetztes Kampfflugzeug schoß am Tage
über der Südostküste Englands ein britisches Jagdflugzeug ab. — Der Feind warf
in der vergangenen Nacht Spreng- und Brandbomben auf mehrere Orte in West-
deutschland. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten.
Störungsflüge einzelner feindlicher Flugzeuge führten in das südliche Reichs-
gebiet. Nachtjäger und Flakartillerie schossen acht der angreifenden Bomber
ab. Hierbei erzielte Obltn. Becker seinen 15. und 16. Nachtjagdsieg. — Hptm.
lhlefeld schoß am 24. 3. seinen 70. bis 74. Gegner im Luftkampf ab.

Deutsche erfolgreiche Flugmodelle 1941.

Die Entwicklung des Modellflugwesens hat im NSFK. beachtliche Fort-
schritte gemacht. Die fortgesetzte Leistungssteigerung geht am besten aus
den in dieser Zeitschrift regelmäßig veröffentlichten Listen der deutschen
Modellflug-Höchstleisiungen hervor. Diese Leistungssteigerung ist nur mög-
lich, wenn auch am Bau von neuartigen Flugmodellen unentwegt gearbeitet
wird. So zeigen auch die neu eingeführten Klassen gute Leistungssteigerun-
gen. Nachstehend bringen wir einige von NSFK.-Stf. W. Haas im „Modell-
flug“ veröffentlichte Baumuster. Über weitere werden wir in späteren Num-
mern des „Flugsport“ berichten.

Schwingen-Saalflugmodell von Hitlerjunge Alfred Militky, Gablonz a.N.

Bisher erreichte Bestleistung 2 min 7 sec, Durchschnittsleistungen 1 min 30 sec,
Zahl der bisherigen Flüge 24, geschätzte Gleitzahl und geschätzte Sinkgeschwin-
digkeit 1:6; 0,17 m/sec.

Spannweite 790 mm, Länge über alles 710 mm, Tragflügelinhalt 9,2 dm?, Flug-
gewicht 4,65 g, Flächenbelastung 0,5 g/dm?, Inhalt des Höhenleitwerkes 4,5 dm?.

Einstellwinkel
des Tragflügels 26,

Gummistrang-

750 —

querschnitt 8 mm?,
Werkstoff für das
Rumpfwerk Stroh-
halme, Werkstoff
für Tragwerk
Balsa, durch-
schnittliche Rip-
penstärke 0,7 mal
0.7 mm. Quer-
schnitt der Trag-
flügelholme 3x1
mm hochkant.

790

Schwingen-
Saalflugmodell
von Hitlerjunge
Alfred Militky,
Gablonz a.N.

Nr. 7/1942 Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 107

Saalflugmodell mit Schwingenantrieb von HJ.-Oberrottenf. Walter Loofs,
Markkleeberg.

Bisher erreichte Bestleistung: 55 sec, Durchschnittsleistungen: 40 bis 50 sec,
Zahl der bisherigen Flüge: etwa 15, Verhältnis von Kraftflugzeit/Gleitflugzeit: etwa
1:0,15. “

Spannweite 680 mm, Länge über alles 540 mm, Tragflügelinhalt 1) 2,52 dm?
(ohne Schwingen); 2) 5.32 dm? (mit Schwingen), Flächeninhalt des Höhenleitwerkes
1,50 dm?, Fluggewicht 9,2 g, Flächenbelastung 1) 3,56 g/dm? (ohne Schwingen); 2)
1,73 g/dm? (mit Schwingen).

Einstellwinkel des Tragflügelmittelstückes 8°. Verwindung des Tragflügelmit-
telstückes 5° (am Schwingenansatz beträgt der Einstellwinkel noch + 3°. Die
Schwingen schlagen also nicht genau senk-
recht, sondern etwas von oben-hinten
nach vorn-unten). Motor: 2 Gummimotoren
zu je 12 mm? Querschnitt und 200 mm
Länge (Stoßstangen aus Strohhalmen, auf
Perlen laufend. Doppelkurbeldurchmesser
35 mm).

Werkstoff für das Rumpfwerk Stroh-
halme, Werkstoff für das Tragwerk Balsa-
gerippe, einseitigmikrofilmbespannt, durch-
schnittliche Rippenstärke 0,7X0,7 mm,
Querschnitt des Tragflügelholmes 2X3 mm,
verjüngt auf 1,5X2 mm, Stahldrahtdurch-
messer der Doppelkurbel 0,5 mm, Stahl-
drahtdurchmesser der Schwinghebel 0,3mm.

Sonstige Angaben. Schwingenaus-
schlagwinkel 78° (im Fluge durch die
Elastizität des Tonkin-Schwingenholmes
über 90°!). Endleiste des Tragflügelmittel-
stückes vibriert im Fluge mit (etwa 20 mm).
Schwingen mit sehr dünnem, aber sehr
reißfestem Cellophan bespannt (straff, ohne

lange Fahne). Bespannung an der Ansatz- Saalflugmodell mit Schwingenantrieb von

stelle unmittelbar an das feste Mittelstück

HJ.-Oberrottenf. Walter Loofs,
angeleimt.

Markkleeberg.

Vom Vogelilug zum Menschenilug.

Berichtigung. Als Entgegnung auf die Ausführungen im „Flugsport“ Nr. 2,
S. 21—27, ging uns ein Schriftsatz mit der Bitte um Veröffentlichung zu, in dem
der Verfasser des besprochenen Buches zwar einleitend von seiner Absicht spricht,
die Widerlegung jener Ausführungen dem gesunden Menschenverstand zu über-
lassen, immerhin jedoch einige der von Alexander Lippisch berührten Punkte
kritisch herausgreift. Da der Verfasser des Buches zugleich das baldige Erscheinen
einer Abhandlung „mit einer eingehenden Widerlegung der Lippischschen Theorie“
ankündigt, haben wir keinen Anlaß, von dem uns übergebenen Schriftsatz mehr zu
bringen, als er persönliche Angaben richtig stellt. Nachstehend die Berichtigungen:

»... stelle ich unter Beweis, daß mein Buchmanuskript schon vor Herausgabe
verschiedenen amtlichen und wissenschaftlichen Stellen vorgelegen hat, darunter
auch der Hauptstelle für naturwissenschaftlichen Unterricht, und daß von dieser
Stelle und auch von anderen Wissenschaftlern meine Theorie als völlig richtig
anerkannt wurde...“

„Wahr ist im Gegensatz zu Lippischs Angabe, daß ich schon tausende Kilo-
ıneter im Motorflugzeug zurückgelegt habe, daß ich das praktische Fliegen als
Gleitflugschüler selbst und als Passagier beim längeren Segelflug kennengelernt
habe, also durchaus nicht nur Theoretiker bin.“ gez. Hans Mascow, Neisse O/S.

| Luft- Post.

Gebläse oder Luftschraube? Das Gebläse dient wie die Luftschraube der Er-
zeugung eines Strahles, dessen Impuls beim Ausströmen eine KraftP = m- v/t

(2) Zeichn. Modellflug
Seite 108 „FLUGSPORT“

Nr. 7/1942 Bd. 34

ergibt. In der Art der Strahlerzeugung unterscheiden sie sich voneinander: Die
Luftschraube liefert einen Strahl, dessen Leistungsinhalt fast nur auf Geschwin-
digkeit beruht,

anwendbar sind, wo das
Stıömmittel statischen

| Druck braucht, z. B.

| wenn sich an das Ge-

| bläse noch andere Ener-

| giewandler anschließen.

| Daher ist ein nur als Er-

während Schleudergebläse dort

satz der Luftschraube
dienendes Gebläse als
Vortriebsmittel zunächst
ein Rückschritt, denn
der im freien Strahl ab-
\ wandernde Druck er-
fordert unnutzbaren
| motorischen Aufwand
| und senkt somit den
Wirkungsgrad des Trieb-
werks. Die Führung des
Luftschraubenstrahls
in einer Leitung (Rohr) kann unter bestimmten Voraussetzungen Gewinn-
bringen (DRP. 390728), doch steht dieser selten in einem günstigen Verhältnis
zum Gewicht und Raumbedarf solcher Rohre, die außerdem Reibungs- und Um-
lenkungsverluste verursachen. Die vielfach in älteren Patentschriften sich findende
Begründung, durch Finhäusung der Luftschraube das radiale Abschleudern der
Luft von den Propellerflügeln verhindern zu wollen, entspringt irrtümlicher An-
schauung, denn an den Flügelspitzen tritt Strömung nach der Nabe zu auf, siehe
nebenstehendes Strömungsbild einer Steilschraube im Stand.

In ihrem Wirkungsbereich ist die Luftschraube die leistungsfähigste und zu-
gleich einfachste Triebeinrichtung; man braucht sie sozusagen nur auf eine Motor-
welle zu stecken. Daß man dem Gebläse als Triebeinrichtung heute mehr Beach-
tung schenkt, hat darin seinen Grund, daß die Luftschraube bei weiter zunehmen-
der Flugzeug-Geschwindigkeit einmal an die Grenze ihres Wirkungsbereiches
gelangt, weil ihre Umfangsgeschwindigkeit nicht mehr in genügendem Abstand
unter der Schallgeschwindigkeit gehalten werden kann, bei der die im Unterschall-
gebiet keine wesentliche Rolle spielende Kompressibilität der Luft die Strömungs-
vorgänge auf eine völlig andere Grundlage stellt. Gebläse mit Brennstoffeinsprit-
zung in die verdichtete Luft (Heizstrahlrohre) weisen einen (noch recht weiten)
Weg zur Weiterentwicklung des Flugzeug-Triebwerks.

Klemmschrauben-Sicherung bei elektrischen Leitungen, auch alle selbst-
sichernden Schrauben bis 4 mm werden mit Sicherungslack (vorgeschriebene
Tube) bewirkt. Arbeitsgang: Schraube festziehen; Schraubenkopf !/s des Umfangs
durch Lacktropfen sichern.

Steilschraube Strömungsbild.
Zeichnung Flugsport

Literatur.

Dizionario di Aeronautica — Wörterbuch des Flugwesens und der verwandten
Fachgebiete, Italienisch-Deutsch-Deutsch-Italienisch von Enrico Pavesi, Verlag
Ulrico Hoepli, Milano, Preis kart. 80.— Lire. geb. 100.— Lire. — Bei dem hohen
Stand der Entwicklung des Flugwesens in Deutschland und Italien und mit Rück-
sicht auf die Zusammenarbeit beider Länder, ist eine Verständigung in Wort und
Schrift Voraussetzung. — Verfasser hat in vorliegendem Wörterbuch einen um-
fangreichen Wörterschatz zusammengestellt, wie er in einer solchen Reichhaltig-
keit bisher in der ital. Luftfahrt-Literatur nicht zu finden war.

Gebrauchte oder nicht

mehr ge-

Jacobs-SchweyerFlugzeugbau GmbH.,
Darmstadt . .
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(Assistententätigkeit und Industrie-
praxis), Fachleute für neuwer’ige
Baustoffe, suche : entwicklungsfähi-
gen Wirkungskreis. Angebote unter
4175 an die Expedition de „Flug-
I sport”, Frankfurt-M., Hindenburgp!. 8.

brauchsfähiae

HÜTTER ı7

zum Ausschlachten gesucht. Angeb.
erbeten unter Ziffer 4174 an die Exp-
des „Flugsport”, Frankfurt am Main,
Hindenburgplatz 8.

„FLUGSPORT"

Flugzeugbau in W>stdeutschland
sucht: Segelilugzeugbaumeisier,
Werkstaitleiter,
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Welche Start- und Landefläche
braucht der „Storch’’?

Vom Fieseler „Storch“, dem bekannten Ver-
bindungs-Flugzeug der deutschen Wehr-
macht, sagt man, daß es überall starten
und landen könnte. Wos ist daran wahr®
Der „Storch“ braucht zum Landen nur etwa
25 m Auslauf und zum Starten einen Anlauf
von rund 65 m, je nach Zuladung. Bei Lan-
dungen auf Ackerboden genügen sogar
schon im äußersten Fall 12 m Auslauffläche.
Diese Zahlen beziehen sich auf Windstille.
Da meist etwas Wind herrscht, werden die
Strecken in der Praxis noch kürzer!

Wieso das technisch möglich ist, das finden Sie erklärt in der
nächsten Anzeige, die an derselben Stelle veröffentlicht wird.

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Ein Begriff fur |
photographifche Wertarbeil

/ i

: : Durchschuß von Plexiglas | _

Durchschuß von gewöhnl.Glas| |

Dabei geriet die Wlajchıne des Dpir. nen ton="
zentriertes Abwehrfeuer der Rüftenbatterien. — *
Mit nur einem Motor, die Quftfchraube des
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
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ohne Schwierigkeit ihren Einfathafen.

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
Hindenbnrgplatz 8 (Deutschland)

ne

Erfinder
fairey ‚„‚Swordfish’’
Torpedo-
Doppeldecker

USA Boeing B-17 C

Arbeit
des Einfliegers

Werkstatt und
Flugplatz

Flugrundschau

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Patent-Sammlung
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Nr. Datum

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10 13. Mai

11 27. Mai

12 10. Juni

13 24. Juni

14 8. Juli

15 22. Juli

16 5. August
17.19. August

18 2. September
19 16. September
20 30. September
21 14. Oktober
22 28. Oktober
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Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Veriag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 8 15. April 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 29. April 1942

Erfinder.

Die Regsamkeit der Erfinder hat jetzt während des Krieges auf ver-
schiedenen Gebieten zugenommen. Es scheint, daß die Leistungssteigerung
auf allen Gebieten hier auch die Erfinder angeregt hat. Prozentual sind die
I:rfolgsaussichten der Erfindungen von Laien gegenüber denen von Inge-
nieuren und sonstigen Fachleuten gering.

In der heutigen Zeit haben wir uns daran gewöhnt, das Ideengut von
Laien nicht einfach unter den Tisch fallen zu lassen, sondern dieses nachzu-
prüfen und das Wertvolle herauszusortieren, um es zu verwenden. Wena
in früheren Zeiten von den zuständigen Fachstellen Laienerfinder mit
einem gewissen Vorurteil behandelt und ihre Ideen abgelehnt wurden, so
war das nicht nur unhöflich, sondern auch schädlich. Man brauchte sich
daher nicht zu wundern, wenn eine Verbitterung unter dieser Klasse von
löröndern sich breit machte. Es gehört allerdings für den Fachmann als
Prüfer ein hohes Maß von Geduld und Einfühlungsvermögen dazu, mit
L.aienerlindern, (lie das technische und wissenschaftliche Rüstzeug nicht
besitzen, zu verhandeln, sich in den Gedankengang des Erfinders zu ver-
tiefen und diese zu belehren. Oft führt die Belehrung nicht zum Ziel. Es
gibt eben auch hier Menschen, die sich nicht belehren lassen. In diesen
Fällen ist es notwendig, und das muß einmal ausgesprochen werden, daß
der Erfinder dem Belehrenden etwas mehr Kameradschaftlichkeit und
liöflichkeit entgegenbringt. Voreingenommenheit, Gehässigkeit werden
hierbei nur Verbitterung nach sich ziehen. Man sieht für die Menschen in
den Prüfstellen ist es nicht leicht, ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Mit
etwas Vertrauen und Kameradschaft wird man weiter kommen.

Engl. Fairey „Swordfish“ Torpedo-Doppeldecker.

Der aus dem Jahre 1937 stammende Fairey „Swordfish“ wird mit Fahr-
und Schwimmwerk auswechselbar von den Engländern sogar noch in der
Front eingesetzt.

Flügel verspannter Doppeldecker. Zelle dreiteilig. Mittelstück, unteres
gegen Rumpf verstrebt, oberes auf einem Spannturm befestigt. Oberflügel
größere Spannweite und Flächentiefe wie Unterflügel. Am Oberflügel enden

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 27.
Seite 110 „"LUGSPORT“ Nr. 8/1942, Bd. 34

Engl. Fairey „Swordfish“ Torpedo-Doppeldecker. Archiv Flugsport

in der Nase Spaltflügel mit dahinterliegenden Querrudern. Außerden
noch Querruder am Unterflügel. Ansatzflügel nach hinten zurückklapp ar.
Flügelbauweise Stahlrohrholme, Duraluminrippen, stoffbespannt. Quer-
ruder Dural stoffbespannt. Rumpf Stahlrohr, ‚Streben ovaler Querschnitt.
-Vorderteil des Rumpfes Blech, Hinterseite Stoffauflage. Von vorn nach
hinten Führersitz, hinten MG-Schütze, bei Verwendung als Aufklärer zwi-
schen beiden noch ein weiterer Sitz.

Höhen- und Seitenleitwerk Stahlrohr mit Duralrippen stoffbespannt.

Höhenleitwerk gegen den Rumpf abgestrebt und über das Seitenleitwerk
verspannt.

Fahrwerk an der Unterseite des Rumpfes angelenkie V-Streben mit
Stoßaufnehmerstrebe. Schwimmwerk, zwei Schwimmer stark gekielt, eine

Stufe, Wasserruder, Ganzmetallbauweise. EB
MG durch Luftschraubenkreis feuernd, ein bewegliches vor dem hin-
tersten Sitz. Torpedo ca. 780 ke.

f

kühlt mit Townendring. Fairey
Metallschraube. Hauptbetriebs-
stoffbehälter im Mittelstück, Fall-
tank im oberen Rumpfteil.

u Spannweite
13,87 m, mit zu-
rückgeklappten
Flügeln 5,26 m,
Länge Landflug-
zeug 12 m, Seeflug-
zeug 12,20 m, Höhe
Landflgz. 3,93 m,

Seeflgz. 4,45 m.
Landflugzeus:
Leergewicht 1905
kg, Fluggewicht
3505 kg, Höchstge-
schwindigkeit

246,4 km/h, Reise-
210 km/h, Lande-
107.2 km/h. Gipfel-

13870

Engl. Fairey

Swordfish“- höhe 5870 m, Dauer
Torpedo-Doppel- 5,7 Std.
decker.

Zeichnung Flugsport

Triebwerk 9 Zyl. Bristol Pe-
gasus Ill. M 655/690 PS luftge-

Nr. 8/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 111

Engl. Fairey „Swordfish“ Torpedo-Doppeldecker. Archiv Flugsport

USA Boeing P-17 C.

Der vorliegende Typ B-—-17 C unterscheidet sich gegenüber dem B—17
(vgl. „Flugsport“ 1937, Seite 640) und B—17 A („Flugsport“ 1939, Seite 122)
durch einige geringe Abänderungen, mit welchen man bemüht war, den
Widerstand zu verringern.

Die seitlich hervorstehenden MG-Nester am Rumpf sind weggefallen
und statt dessen mit der Rumpfverkleidung gleichlaufende Sichtfenster
‚vorgesehen. Hinzugekommen ist die Anordnung einer Bodenwanne an der
Rumpfunterseite.

Flügel symmetrisches Profil, zweiholmig, Ganzmetall. Hinterkanten-
Spreizklappen.

Motorenvorbauten wegen Aus-
wechseln gleich groß. Schrauben-
ebene der Außenmotoren gegen-
über der Innenmotoren ent-
sprechend der Pfeilform der Flü-
gelvorderkante nach hinten ge-
rückt.

Rumpf runder Querschnitt,
Schalenbauweise, Bewaffnung 7
MGs. Einfaches freitragendes
Leitwerk, Ruder stoffbespannt.

Fahrwerk unter Innenmoto-
ren nach vorn in die Verkleidung

hochziehbar. |

Vier Wright Cyclone 1200 PS
mit durch Aufpuffgase angetrie-
benem Verdichter. Spannweite
31,6 m, Länge 20,2 m, Höhe 4,7 m,
Leergewicht 14100 ke, Flugge-
wicht 21500 kg, Betriebsstoff
6434 1, Öl 680 1. Höchstgeschwin-
digkeit 522,9 km/h, Gipfelhöhe
11186 m, Steigfähigkeit 688,8 m/
min, Reichweite 5630 km.

Boeing B-17 €.

Zeichnung Flugsport

Seite 112 „FLUGSPORT"“ Nr. 8/1942, Bd. 34

Boeing B-17 C. Bild Aero Digest

Arbeit des Einfliegers.

Wenn ein im Großserienbau hergestelltes Kampfflugzeug die Halle
fertige verläßt, wird es vor Übergabe an die Einfliegerei vom Werk einer
eingehenden Prüfung unterzogen, um anschließend der Bauaufsicht über-
eeben zu werden. Diese überprüft das Flugzeug nach genau vom Ministe-
rium vorliegenden Vorschriften. .

Nunmehr erfolgt der erste Probelauf des Triebwerkes, in dessen Ver-
lauf an Hand der Triebwerksüberwachungsinstrumente die richtige Ein-
eegulierung hinsichtlich Ladedruck, Drehzahl und Kraftstoffverbrauch
festgestellt wird. Nach dem Probelauf werden die Öl-, Benzin- und sonsti-
gen Leitungen nachgesehen. Häufig wird es erforderlich sein, hier und da
kleinere Undichtigkeiten durch Nachziehen von Anschlüssen abzustellen.
Dann wird das Flugzeug der Einfliegerei übergeben.

Nach einem kurzen Probelauf werden von der Einfliegerei nochmals
sämtliche Versplintungen und Sicherungen kontrolliert. Wenn keine Bean-
standungen vorhanden sind, meldet der verantwortliche Prüfer die Ma-
schine dem Einflieger flugklar.

Nr. 8/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 113

Dieser übernimmt die Maschine und startet damit zum ersten Flug.
Der Endprüfer, der das Flugzeug flugklar gemeldet hat, muß diesen ersten
Flug mitmachen. Der Flugzeugführer hat somit die Gewähr, daß er ein
Flugzeug in die Hand bekommt, das nach menschlichen Voraussetzungen
keinerlei größere technischen Fehler mehr aufweisen kann.

Beim Start werden sogleich die Überwachungsgeräte und die Start-
einrichtungen überprüft. Hierzu gehören das Fahrwerk, die Landeklappen.
die selbständige Einstellung der automatischen Verstell-Luftschrauben, die
Trimmung und schließlich die Triebwerksüberwachungsgeräte. Während
der Flugzeugführer beim Steigen ständig diese zahlreichen Geräte abliest
und beobachtet, erreicht er nach wenigen Minuten die Volldruckhöhe der
Moioren. Das ist die Höhe, in der die Motoren ihre volle Leistung abgeben.
Diese Höchstleistung wird dann erflogen. Voraussetzung für die Einhal-
tung der richtigen Höhe ist die genaue Einstellung des Höhenmessers auf
1013 Millibar. Außerdem muß die Außentemperatur, unter der die Leistung
erllogen wird, bei der späteren Umrechnung der Werte berücksichtigt
werden. Man spricht von einem Erfliegen der Leistung, wenn die Maschine
bei einem gegebenen Ladedruck und einer bestimmten Drehzahl in einer
festgesetzten Höhe eine vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Nun erfolgt die Überprüfung der Flugeigenschaften der Maschine.
Vielfach wird eine neue Maschine nach einer Seite hängen oder drehen,
kopf- und schwanzlastig sein.

Diese Lastigkeit kann durch entsprechendes Trimmen bzw. Bügeln
ausgeglichen werden. Das Kampfflugzeug Ju 88 hat eine besondere Anlage
zur Verstellung der Trimmklappen für Höhen-, Seiten- und Querruder.

Die Verstellung geschieht durch Handrädchen an einem Getriebe-
kasten, der an der linken Rumpfseitenwand angeordnet ist. Die jeweilige
Stellung der Trimmklappen kann der Flugzeugführer an einer Anzeige-
vorrichtung, die sich an dem Getriebekasten (Abb. 3) befindet, ablesen.

Die Übertragung der Drehbewegung vom Getriebekasten zu den Ru-
dern erfolgt durch Gelenkwellen, Winkel- und Spindelgetriebe.

Soll das Flugzeug kopflastig getrimmt werden, so muß das Handräd-
chen in die gewünschte Drehrichtung des Flugzeuges, also nach vorne in
llugrichtung gedreht werden, wobei der Zeiger der Anzeigevorrichtung
in Flugrichtung wandert und die Trimmklappe nach oben angestellt wird.

Hängt das Flugzeug nach links, dann ist das Handrädchen für Quer-
rudertrimmung nach rechts zu drehen, wodurch die Querrudertrimm-
klappe am linken Querruder nach oben ausschlägt. Dreht das Flugzeug
nach links, dann muß das Handrädchen für Seitenrudertrimmung nach

Ra Pi < 9 ü a f an der linken nn . - Ku:
Abb. 1. Maßschablone für Trimmklappen Abb. 2. Rücktrimmknop u . rechts gedreht werden, wobei die Seitenrudertrimmklappe nach links aus-
ausschlag. Führerwand. Bild JEM. (2) u
" schlägt.
IN Abb. 3. Trimmkasten mit Sturzflug- Abb. 4. Höhenvordertrimmung und Ab-

marken Ju 88. fangvorrichtung der Ju 88. Bild IFM. (2)

TEA TTIÄGDIPAN-
% Bus\ösumg _

CELL AL ASS
ME RUNTERnLapeen

DANN SCMALTER
FT
m
Seite 114 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1942, Bd. 34

Die Trimmklappen erhalten also immer eine dem Ruderausschlag ent-
gegengesetzte Anstellung und bewirken dadurch einen Ausgleich und
gleichzeitig eine Verringerung der Steuerkräfte.

Kann das Hängen oder Drehen der Maschine durch eine halbe
Drehung des Trimmrades oder -knopfes ausgeglichen werden, so fällt die
Drehbewegung unter die zulässige Toleranz. Muß der Flugzeugführer aber
das Trimmrad ein- oder mehrmals drehen, um einen Ausgleich der Dreh-
bewegung herbeizuführen, so muß die Maschine später nach der Landung,
wie man in der Fliegersprache sagt, „gebügelt“ werden. Hierunter ver-
steht man das Verstellen der sogenannten Bügelkanten (bestehend aus
einem Blechstreifen) an den einzelnen Rudern.

Der Einflieger ist stets bestrebt, seine Maschine so einzufliegen, daß
sie bei Nullstellung der Trimmklappen oder Trimmruder um alle Längs-
achsen völlig stabil ist und nur in besonderen Fällen nachgetrimmt zu
werden braucht. Die Erreichung dieses Zieles stellt eine mühsame Klein-
arbeit dar und erfordert hohe fliegerische Erfahrungen.

Nun zurück zum ersten Flug. Nachdem die verschiedenen Lastigkeiten
um die Quer- und Längsachse bestimmt worden sind, mißt der Einflieger
mit einer Waage (Abb. 5) die Ruderdrücke. Diese Feststellung ist not-
wendig, da die Ruderdrücke einen festgesetzten Wert nicht überschreiten
dürfen, um bei langen Flügen ein Ermüden des Flugzeugführers zu ver-
kindern. Anschließend wird das einwandfreie Aus- bzw. Einfahren der
Landeklappen und des Fahrwerkes nebst Sporanlage, dem sich das Aus-
bzw. Einfahren der gleichen Anlage durch die Notbetätigungshebel an-
schließt und die gesamte Enteisungsanlage überprüft.

Während des weiteren Flugverlaufes achtet der Flugzeugführer auf
die automatische Einschaltung des Höhenladers und überprüft schließlich
die Luftschrauben. In die Ju 88 wird die automatische Junkers VS-Verstell-
Luftschraube eingebaut. Letztere muß bei sämtlichen Geschwindigkeiten
und auch im Sturzflug den Motor auf gleichbleibender Drehzahl halten.

Beendet wird der Flug durch den ersten Sturz-
flug. Die Maschine wird auf den Sturzflug ausge-
trimmt. Öl- und Wasserkühler werden geschlossen
und die Sturzflugbremsen herausgefahren, wobei
gleichzeitig auf die Einhaltung der vorgeschriebenen
Ausfahrzeit der Bremsen geachtet wird. Dann wird
die Maschine in den Sturzflug gebracht. Während des
Sturzfluges müssen sämtliche Geräte einer eingehen-
den Prüfung unterzogen werden, damit die Maschine
nicht zu schnell oder zu laugsam stürzt. Während
des Abfangens wird die automatische Abfangvor-
richtung beobachtet, die ein weiches Abfangen ge-
währleisten muß, wobei eine gewisse g-Zahl nicht
überschritten werden darf. Diese Bedingung ist beim
Abfangen mit einer Endbeschleunigung, die nicht
über 3 g liegt, erfüllt.

Der automatischen Abfangvorrichtung muß der
Einflieger besondere Aufmerksamkeit schenken, da
es nicht einfach ist, diese genau auf die geforderte
g-Zahl einzuregulieren. Es handelt sich hierbei um
eine verhältnismäßig einfache Einrichtung, die
gleichzeitig beim Ausfahren der Sturzflugbremsen
durch eine an der Höhenflosse angebrachte Einzieh-
strebe mit Öldruck die Trimmklappen am Höhen-

Abb. 5. Steuerwaage zum Messen des Steuerdruckes.

Werkbild JFM.

Nr. 8/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 115

ruder (Abb. 4) betätigt. Eine Stoßstange stellt die Trimmklappen dabei
nach oben, also auf Kopflastigkeit. Durch Drücken des Bombenauslöse-
knopfes am Steuer oder des Rücktrimmknopfes an der linken Führerraum-
wand wird bewirkt, daß der Kolben der Einziehstrebe für die Trimmklappe
an der Höhenflosse einfährt, wodurch die Trimmklappe wieder ihre nor-
male Anstellung als Hilfsruder erhält. Das Flugzeug wird schwanzlastig
und das Abfangen damit eingeleitet.

Nach diesem ersten Sturzflug setzt der Einflieger zur Landung an.
Anschließend folgt eine Besprechung mit den zuständigen Ingenieuren,
Prüfern und Meistern, in deren Verlauf alle Ungenauigkeiten festgelegt
und anschließend abgestellt werden.

Der zweite Flug, der sogenannte Funk- und Höhenflug dient zur ein-
gehenden Beobachtung der gesamten Funkanlage der Sonderausrüstung
und zur Festhaltung der erflogenen Daten, die durch den Prüfer auf einer
besonderen Tabelle schriftlich notiert werden. Gleichzeitig prüft der Flug-
zeugführer alle vorher festgestellten Mängel und achtet darauf, ob diese
endgültig abgestellt worden sind. Im Verlaufe dieses zweiten Fluges führt
der Flugzeugführer wiederum einen Sturzflug mit mindestens 3—4000 m
Höhenunterschied aus. Diese Sturzflüge stellen an den Einflieger sehr hohe
Anforderungen physischer Art. Häufig zeigen sich bei einem Flugzeug, das
im Normalflug um alle Achsen stabil ist, während des Sturzfluges Neigun-
gen zum Drehen oder Hängen. Feststellungen dieser Art erschweren dem
Flugzeugführer auf der anderen Seite wieder die Beobachtung der Trieb-
werküberwachungsgeräte. Es gehört sehr viel Erfahrung dazu, bis ein Ein-
flieger während eines Sturzfluges die zahlreichen Geräte ausreichend
genau beobachten und die Flugeigenschaften überprüfen kann. Man muß

bedenken, daß er außerdem bei diesen Vorgängen auch noch fliegen und

die Maschine völlig in der Hand haben muß.

Der Flug endet mit einem Funkbakenanflug, wobei das Flugzeug den
Nachweis seiner Blind-, Lande- und Anflugtauglichkeit erbringen muß.

Beim Einfliegen wird auch die Kurssteuerung einer Überprüfung
unterzogen. Ein bestimmter Kurs wird eingestellt, und das Flugzeug muß
automatisch den vorgeschriebenen Kompaßkurs einhalten. Hieran schließt
sich ein Einmotorenflug, einmal bei stillgesetztem linken und einmal bei
stillgesetztem rechten Triebwerk an. Noch nicht behobene Mängel der Ma-
schine werden wiederum festgestellt. Durch einen Sturzflug werden die
Sturzflugeigenschaften einer letztmaligen Prüfung unterzogen.

fürWerkstaltu Flugplatz <=

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"| MAR, - Be

Strahltrieb. Bringt man einen Öltropfen auf einen Wasserspiegel, so Dröitet
er sich mit großer Geschwindigkeit aus. Aus der „Oberflächenspannung‘“, auf der
dieser physikalische Vorgang beruht, läßt sich eine wenn auch winzige Energie
gewinnen. und zur Veranschaulichung des Strahltriebs nutzbar machen. Man
schneide sich aus einem steiferen Papier nebenstehende
Figur if etwa doppelter Größe aus und lege das Blatt in

einem Waschbecken auf einen Wasserspiegel. Ein in die
runde Öffnung geträufeltes Öltröpfchen wird, indem es sich N

zu entspannen sucht, das flächenhafte Schiffchen vortreiben. I "
Der Spannung führende Öl-,Strahl“ wirkt hier im kleinen

nicht anders als im großen ein aus einer Brennkammer
Seite 116 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1942, Bd. 34

austretender, durch eine Düse geleiteter Gasstrahl eines Strahltriebwerks. (Das
Öl darf nicht zäh sein; Anwärmung auch des Wassers ist zweckmäßig.)

Splintabbiegezange von einem Gefolg-
schaftsmitglied der Arado-Werke entwickelt,
aus einer Rundzange umgebaut, dient dazu
das Splinteinsetzen und Umbiegen schnell und
gut auszuführen. —

Die Einführung des Splintes mit der
Zange erfolgt derart, daß die Öse über den
spitzzulaufenden Teil der Zangenbacken ge-
schoben wird. Der Splint wird bei geöffneter
Zange eingesetzt und die freien Enden des-
selben werden beim Zusammenkneifen der
Zange durch die andere keilförmig gebildete
Zangenbacke auseinandergespreizt.

Splintbiegezange. Bild Arado

ENT ;
Sn:
(

Inland. |
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Christel,
Gruppenkommandeur in einem Zerstörergeschwader; Oblt. Kiel, Figzf. in einem
Zerstörergeschwader; Oblt. Krafft, Stfflkp. Lt. Dickfeld, Flezf., Lt. Omert, Flezf..
Fw. Roßmann, Flgzf., alle in einem Jagdgeschwader; Oblt. Rieger, Stfflkp. in einem
Sturzkampfgeschwader.

Beförderungen in der Luftwaffe. Mit Wirkung vom 1. 4. 1942: Zu Generallt.:
die Generalmaj. Petersen, Zoch, Hanesse, von Wühlisch, Moll. Zu Generalmaj.: die
Obersten von Rantzau, Kettner, Kuen, Exß, Banse. Zu Obersten: die Obstlt. Tho-
mas, Reh, Koester, de Salengre-Drabbe, Sachs von Kummer, Emminghaus, Hefele.
Aue, Cohrs, Simek, Ehrhard, Brandes, Kaus, Gschwender, Ziegler, von Schilgen,
Frhr. von Falkenstein, Kreipe, Heigl, Kraut, Thönissen, Oehmischen, Krämer,
Pusch, Dallmann, Clemens, Schlieter, Plathe, Urban, Schüttel, Lindeiner, genannt
von Wildau, Pretzell, Uhlig, Roth, Thein. Mit Wirkung vom 1. 3. 1942: der Obstlt.
Riehle. Mit Wirkung vom 1. 4. 1942: zum Obstarzt der Oberfeldarzt Dr. Potthoff,
Dr. Schweikert, Dr. Lohrentz.

Generalfeldmarschall Milch, 50 Jahre am 30. 3. 1942. Seine militärische Lauf-
bahn begann er mit 18 Jahren im Fußartillerie-Reg. Nr. 1 (Ostpreußen). Als Flieger
im Weltkrieg wurde er 1918 Hptm., kam nach kurzem Studium 1920 in den Flug-
dienst, wurde Flugleiter der Lloyd-Ostflug Ges. 1924 betätigte er sich für Junkers
in Nord- und Südamerika. 1926 Direktor der Deutschen Lufthansa. 31. 1. 1933 stell-
vertretender Reichskommissar für Luftfahrt unter dem damaligen Reichsminister
ohne Geschäftsbereich Göring. Später leistete er als Staatssekretär im Reichsluft-
fahrtministerium dem Reichsmarschall beim Aufbau der Luftwaffe wertvolle
Dienste. Am 30. 3. 1935 Generallt., am 2. 4. 1936 General der Flieger. Im November
1938 Generaloberst und im Juli 1940 Generalfeldmarschall. Seit 1939 General-
inspekteur der Luftwaffe.

Gaim, Flugkapitän in der Fliegerstaffel des Führers, am 1. 4. 1942 50 Jahre alt.

Hptm. Philipp, Gruppenkommd. in einem Jagdgeschwader, errang am 31. 3.
seinen 100. Luftsieg. Reichsmarschall Göring übersandte ihm folgendes Schreiben:
„Lieber Hauptmann Philipp! Ihr 100. Luftsieg erfüllt mich mit Stolz und Bewun-
derung. Zu dem hervorragenden Erfolg spreche ich Ihnen meine besondere Aner-
kennung aus. Möge Ihr heldenhafter Einsatz von neuen Erfolgen gekrönt sein.
gez. Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber
der Luftwaffe.“

Nr. 8/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 117

Lt. Meyer, Ritterkreuzträger, in Erfüllung seines vorbildlichen Soldatenlebens
an der Ostfront Fliegertod.

Ausland.

Clipperverkehr mit Lissabon soll von den Pan American Airways Washington
unter allen Umständen fortgesetzt werden. Damit scheint man den Plan, eine neue
Transatlantik-Verbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Nord-Irland zu
schaffen, fallengelassen zu haben.

Kanadischer Flugzeugbau plant in zunehmendem Maße die Verwendung von
Holz als Baustoff.

Vought-Sikorsky-Hubschrauber VS 300 flog angeblich 1 h 32 min. Eine Aus-
führung wird mit Schwimmern ausgerüstet.

Luftwaffe.

Führerhptquart., 27. 3. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe zerschlug Panzeran-
sammlungen des Feindes auf der Halbinsel Kertsch und zerstörte allein im mittle-
ren Frontabschnitt 19 Transportzüge der Sowjets. — In Nordafrika wurde bei
Luftangriffen auf den Hafen von Tobruk ein Handelsschiff mittlerer Größe be-

‚schädigt. Die Wüstenbahn in Nord-Ägypten wurde in der vergangenen Nacht

durch.Bombenvolltreffer an mehreren Stellen unterbrochen und hierbei ein bri-
tischer Transportzug vernichtet. — Auf Malta setzten deutsche Kampffliegerkräfte
die Angriffe auf feindliche Schiffe im Hafen von La Valetta sowie in der Marsa-
Scirocco-Bucht mit besonderem Erfolg fort. Bomben schweren Kalibers trafen
einen Kreuzer und fünf große Handelsschiffe, von denen vier in Brand gerieten.
Weitere Bombentreffer wurden in Öltanklagern, Docks, Kasernen und Flakstel-
lungen erzielt. — Im Kampf gegen die britische Insel belegte die Luftwaffe in der
letzten . Nacht militärische Anlagen des wichtigen Schiffsbauplatzes Sunderland
und einen Hafen an der Humber-Mündung erfolgreich mit Bomben. — Bei Angrif-
fen schwächerer Kräfte der britischen Luftwaffe in der letzten Nacht auf West-
deutschland erlitt der Feind hohe Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen
16 der angreifenden Bomber ab. Vier weitere britische Flugzeuge wurden bei Tage
an der französ. Westküste zum Absturz gebracht. — Ofw. Gildner errang seinen
26.—28. und Obltn. zu Lippe-Weißenfeld seinen 18.—21. Nachtjagdsieg. Ein Nacht-
jagdverband unter der Führung von Generalltn. Kammhuber erzielte damit in der
letzten Nacht seinen 500. Abschuß.

 — Führerhptquart., 28. 3.42. (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge griffen in der letzten
Nacht kriegswichtige Anlagen in Moskau an. — Am gestrigen Tage wurden an
der Ostfront 21 feindliche Flugzeuge vernichtet. — In Nordafrika griffen deutsche
Sturzkampfflugzeuge die Hafenanlagen von Tobruk an und erzielten Bomben-

Vereidigung der spanischen Legion mit Kriegsfahne in Werneuchen.
Bild Brieke - Weltbild
Seite 118 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1942, Bd. 34

treffer auf einem feindlichen Handelsschiff. In Luftkämpfen wurden drei britische
Flugzeuge abgeschossen. — Die Luflangriffe auf Flugplätze der Insel Malta sowie
Marinewerften und Hafenanlagen von La Valetta wurden bei Tag und Nacht
fortgesetzt. — An der britischen Süd- und Ostküste bombardierten Kampfflug-
zeuge bei Tage mehrere Häfen; zwei Handelsschiffe wurden beschädigt. — Aus
einem schwächeren Verband britischer Bomber, der in der letzten Nacht die nord-
deutsche Bucht und das besetzte holländische Küstengebiet anflog, wurden durch
Nachtjäger und Flakartillerie fünf. Flugzeuge abgeschossen. Störflüge einzelner
britischer Flugzeuge führten in das Küstengebiet der Ostsee und nach Süd-
deutschland.

Führerhptquart., 29. 3. 42. (DNB.) OKW.: Auf der Halbinsel Kertsch zer-
schlugen deutsche Kampfflugzeuge feindliche Panzeramsammlungen. Bei Luft-
angriffen auf das Hafengebiet von Noworosijsk wurden Bombentreffer auf zwei
Handelsschiffe sowie Eisenbahnanlagen erzielt. — Im Seegebiet des Nordkap
beschädigte die Luftwaffe einen Zerstörer und vier Handelsschiffe eines stark
gesicherten Geleitzuges durch Bombenwurf. Der Hafen von Murmansk wurde
bei Tag und Nacht mit Bomben belegt. — In Nordafrika erfolgreiche Luftangriffe
gegen die Festung und den Hafen von Tobruk sowie gegen britische Kraftfahr-
zeugkolonnen und Zeltlager. — Auf Malta wurde vor allem die Staatswerft von
La Valetta bombardiert. — An der Kanalküste schossen deutsche Jäger aus einem
feindlichen Verband sieben Bombenflugzeuge ab. Westlich St. Nazaire versenk-
ten Kampfflugzeuge bei Tage im Tiefangriff ein britisches Schnellboot. Britische
Boraber griffen in der letzten Nacht einige Orte im norddeutschen Küstengebiei
an, vor allem die Stadt Lübeck. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Nacht-
jäger und Marineartillerie schossen 12 der angreifenden Bomber ab.

Führerhauptquart., 30. 3. 42. (DNB.) OKW.: Finnische Luftstreitkräfte ver-
nichteten an der Karelischen Front am 28. 3. mehrere feindliche Kolonnen und
schossen in Luftkämpfen 27 sowjetische Flugzeuge ab. — In der vergangenen
Nacht belegten deutsche Kampfflugzeuge militärische Ziele im Stadtkern von
Moskau ferner an der oberen Wolga und ostwärts Bologoje wirksam mit Bom-
ben schweren Kalibers. Volltreffer verursachten unter anderem in Rüstungsan-
lagen größere Brände. — Deutsche Zerstörer griffen den nach Murmansk be-
stimmten feindlichen Geleitzug an, der laut Bericht des OKW. vom 29. 3 bereits
Ziel deutscher Luftangriffe gewesen war. Sie versenkten durch Artillerie- und
Torpedotreffer einen großen Transporter von 10000 BRT., der mit einer Ladung
von Panzerwagen und Munition von New York unterwegs war. Die Überlebenden
dieses Dampfers sowie die eines von der Luftwaffe versenkten Dampfers wurden
an Bord genommen. — Vor der französischen Westküste versenkte am 28. 3. ein
Kampfflugzeug ein weiteres Schnellboot. — Bei dem im gestrigen Bericht des
OKW. gemeldeten britischen Luftangriff auf Lübeck wurden in erster Linie die
Wohnviertel der Stadt betroffen. Die Zivilbevölkerung hatte stärkere Verluste. —
Bei Anflügen einzelner britischer Bomber in der letzten Nacht in das holländische
Küstengebiet wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptgrt., 31. 3. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bombardierte eine
Flugzeugfabrik in Sewastopol und Hafenanlagen an der Meerenge von Kertsch

mit guter Wirkung. Bei Luftangriffen gegen Flugplätze und Eisenbahnverbin-

dungen der Sowjets erlitt der Feind empfindliche Verluste an Flugzeugen und
rollendem Material. Kampfflugzeuge bombardierten den Hafen von Murmansk. —
In Nord-Afrika wurde in der Marmarica ein Flugplatz und die Hafenanlagen von
Tobruk erfolgreich bombardiert. Ein britischer Frachter erhielt Bombentreffer. —
An der engl. Ostküste beschädigten Kampfflugzeuge ein britisches Handelsschiff
mittlerer Größe. An der Kanalküste schoß Marineartillerie vier britische Jagd-
fingzeuge ab. — Störflüge einzelner britischer Kampfflugzeuge führten in das öst-
liche Reichsgebiet. — Bei nächtlichen Einflugversuchen britischer Bomber in das
besetzie norwegische Gebiet wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen. —
Hptm. Ihlefeld errang mit sieben Abschüssen seinen 82. Luftsieg.

Führerhptgrt., 1. 4. 42. (DNB.) OKW.: Ital. Jäger griffen im Südteil der Ost-
front einen überlegenen feindlichen Jagdverband an und schossen ohne eigene
Verluste von 12 Sowjetflugzeugen 4 sicher und 2 wahrscheinlich ab. — In Nord-
afrika richteten sich erfolgreiche Luftangriffe gegen Flugplätze in der Marmarica

Nr. 8/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 119

plätze in La Valetia sowie die britischen Flugplätze bei Tag und Nacht mit Bom-
ben belegt. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger zwei feindl. Flugzeuge ab. —
An der engl. Südküste beschädigten deutsche Kampfflugzeuge ein größeres Han-
delsschiff durch mehrere Bombentreffer. — Am gestrigen Tage und in der ver-
gangenen Nacht führten einige britische Flugzeuge Störflüge im westlichen Reichs-

gebiet durch. Einzelne Bombenabwürfe verursachten geringen Sach- und Per-
sonenschaden.

\ Vührerhptgrt., 2. 4. 42. (DNB.) OKW.: Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen
Tage in Luftkämpfen und durch Zerstörung am Boden 45 Flugzeuge. — In Nord-
Afrika wurden Flu eplätze und Zeltlager in der Marmarica sowie die Wüstenbahn
und britische Kraftfahrzeugkolonnen im ägypt. Küstengebiet erfolgreich bom-
bardiert. — Rollende Angriffe starker Kampf- und Jagdfliegerverbände richteten
sich bei Tag und Nacht gegen militärische Anlagen der Insel Malta. Volltreffer
in I lugzeughallen. Unterkünften und zwischen abgestellten Flugzeugen riefen
starke Brände und Explosionen hervor. Britische Flakstellungen wurden nieder-
gekämpft. Im Hafen von La Valetta erhielten Unterseeboote und Zerstörer des
Feindes Bombenvolltreffer. — In Luftkämpfen wurden drei britische Flugzeuge
abgeschossen. — ital. Bomber griffen mit gutem Erfolg die britische Festung
Gibraltar an. — Störangriffe britischer Bomber richteten sich in der letzten Nacht
gegen das westliche Reichsgebiet. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Der
wirtschaftliche Schaden ist gering. Nachtjäger und Flakartillerie schossen elf der
angreifenden Bomber ab. — Der Kampf gegen die Versorgungsschiffahrt Groß-
britanniens und der Vereinigten Staaten brachten im Monat März große Erfolge.
Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten 105 feindliche Handelsschiffe mit zusam-
men 646 900 BRT. Außerdem wurden weitere 39 Handelsschiffe des Feindes durch
Torpedo- und Bombentreffer schwer beschädigt.

Führerhptgrt., 3. 4. 42. (DNB.) OKW.: An der Kaukasusküste warfen Kampf-
flugzeuge einen großen sowjetischen Tanker in Brand. Im Seegebiet von Kertsch
wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. — In Nord-
afrika erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer auf zwei feindlichen
Handelsschiffen bei Tobruk. In Luftkämpfen wurden sechs britische Flugzeuge

Ritterkreuzträger: V.]. n. r. obere Reihe: Hptm. Kiel, Oblt. Freiherr v. Malapert,
Lt. Graf, Ofw. Hachtel. — Untere Reihe: Hptm. Wittmann, Oblt. Beeger, Oblt.
Noell, Ofw. Stechmann. Weltbild (8)
Seite 120 „FLUGSPORT'“ Nr. 8/1942, Bd. 34

abgeschossen. — Die Luftangriffe auf militärische Anlagen in La Valetta und auf
Flugplätze der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. In Luftkämpfen
schossen deutsche Jäger vier britische Flugzeuge ab. — In der Nacht zum 3. 4.
griffen deutsche Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele und Hafenanlagen in Dover
und Portland an. Starke Brände und Explosionen wurden beobachtet. In den
Monaten Februar und März versenkte die deutsche Luftwaffe im Kampf gegen die
Seestreitkräfte Großbritanniens und der Vereinigten Staaten zwei Motorkanonen-
booie, drei Bewachungsfahrzeuge und beschädigte durch Luftangriffe 37 feind-
liche Kriegschiffe, darunter zehn Kreuzer, elf Zerstörer und fünf Unterseeboote.

Führerhpigrt., 4. 4. 42. (DNB.) OKW.: Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen
militärische Anlagen in Murmansk mit starker Wirkung an; im Hafen wurde ein
Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. — Die sowjet. Luftstreitkräfte ver-
loren in den ersten drei Monaten dieses Jahres: 1765 Flugzeuge in Luftkämpfen.
250 Flugzeuge durch Flakartillerie, 595 Flugzeuge durch Zerstörung am Boden
und 110 Flugzeuge, die durch Verbände des Heeres abgeschossen wurden.

Führerhptgrt., 5. 4. 42. (DNB.) OKW.: Starke Kampf-, Sturzkampf- und Jagd-
fliegerverbände unterstützten wirkungsvoll die Kämpfe des Heeres im Nord-
abschnitt der Ostfront. Die Sowjets erlitten empfindliche Verluste an Menschen
und Material. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 47 feindliche Flug-
zeuge bei einem eigenen Verlust abgeschossen. — Verbände der gleichen Luft-
flotte griffen die Reste der sowjet. Ostseeflotte in den Häfen von Leningrad und
Kronstadt an. Zwei Schlachtschiffe und zwei schwere Kreuzer erhielten Bom-
benireffer schweren und schwersten Kalibers. Die Beschädigung eines Minen-
kreuzers ist wahrscheinlich. Schwerste Artillerie des Heeres unterstützte die An-
eriffe der Luftwaffe durch Bekämpfung feindlicher Flakbatterien. — Im Raum
der Fischerhalbinsel und an der Murmanküste versenkten Kampfflugzeuge durch
Bombenabwurf ein Handelsschiff von 1200 BRT. und beschädigten fünf weitere

schwer. — In Nordafrika wurden Flugplätze und Kraftfahrzeugkolonnen in der
Marmarica mit guter Wirkung bombardiert. — Die Angriffe auf militärische Ziele

und die Hafenanlagen in La Valetta sowie britische Flugplätze der Insel Malta
wurden bei Tag und Nacht mit starker Wirkung fortgesetzt. Ein im Dock liegen-
der britischer Kreuzer wurde durch Bomben getroffen. — An der engl. Südwest-
küsie bombardierten deutsche Kampfflugzeuge ein Werk der britischen Flug-
rüstungsindustrie. — Aus einem britischen Bomberverband, der am gestrigen
Nachmittag unter starkem Jagdschutz in die besetzten Westgebiete einzuflieren
versuchte, wurden durch deutsche Jäger: und Flakartillerie 14 Flugzeuge ohne
eigene Verluste abgeschossen. — Ein Jagdgeschwader unter der Führung seines
Commodore Major Trautloff errang am gestrigen Tage den 2000. Luftsieg.

Führerhptart., 6. 4. 42. (DNB.) OKW.: Am gestrigen Tage wurden an der
Ostfront 46 feindliche Flugzeuge in Luftkämpfen abgeschossen oder am Boden
zerstört. Zwei eigene Flugzeuge gingen verloren. — Erfolgreiche Nachtangriffe
der Luftwaffe richteten sich gegen Anlagen der sowjet. Flugzeugrüstungsindu-
strie in Rybinsk sowie gegen militärische Ziele in Moskau. — In Nordafrika wurde
die Eisenbahnstrecke Alexandria—Marsa Matruk an mehreren Stellen dureh
Bombentreffer unterbrochen. — Rollende Angriffe deutscher Kampf- und Jagd-
fliegcrverbände richteten sich gegen militärische Anlagen der Insel Malta. In den
Staatswerften. in Hafen und Dockanlagen, Kasernen, Brennstofflagern und Ver-
sorgungsbetrieben wurden Volltreffer mit nachfolgenden Explosionen und Brän-
den beobachtet. Durch Bombenwurf wurde ein leichter Kreuzer im Dock, ein
Handelsschiff und ein Hafentanker beschädigt. — An der engl. Südküste bombar-
dierten deutsche Kampfflugzeuge ein für die Versoreung wichtiges Industrie-
werk. — Britische Bomber griffen in der letzten Nacht Wohnviertel verschiedener
Orte in Westdeutschland an, vor allem in der Stadt Bonn. Die Zivilbevölkerung
hatte Verluste an Toten und Verletzten. Militärischer oder wehrwirtschaftlicher
Schaden entsiand nicht. Daregen wurde eine Anzahl öffentlicher Gebäude mit
zum Teil hohen kulturellen Werten durch Bombenwurf beschädigt. Flakartillerie
und Nachtjäger schossen fünf der angreifenden Bomber ab.

Führerhptgrt., 7. 4. 42. (DNB.) OKW.: Am gestrieen Tage wurden an der Ost-
front 60 sowjet. Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört. — In Nordafrika
griffen Kampf- und Jardfliegerverbände britische Flugplätze in der Marmarica
sowie im ägyptischen Küstengebiet an und zersprengten Kraftfahrzeugansamm-

Nr. 8/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 121

lungen südostwärts von Mechili. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger sechs
briüsche Flugzeuge ab. — Starke Verbände deutscher Kampf-, Sturzkampf- und
jagdflieger setzten die Angriffe gegen militärische Anlagen der Insel Malta bei
Tag und Nacht fort. Ein im Dock liegender britischer Zerstörer wurde in Brand
geworfen. — An der engl. Südküste erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bomben-
treffer in einer Sendeanlage. — Britise Bomber führten in der letzten Nacht Stör-
angriffe gegen das westliche Reichsgebiet. Die Zivilbevölkerung hatte geringe
Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenden Bomber
ab. — Das Jagdgeschwader Mölders errang am gestrigen Tage den 3000. Luftsieg.

Führerhptquart., 8. 4& 42. (DNB.) OKW.: Der britische Flottenstützpunkt
Alexandria wurde in der Nacht zum 7. 4 bombardiert. In den Dockanlagen ent-
standen beträchtliche Schäden. — Luftangriffe starker deutscher Kampf-, Sturz-
kampf- und Jagdfliegerverbände richteten sich gegen die Hafen- und Versorgungs-
anlagen von La Valetta, das Torpedolager Calafrana und britische Flugplätze der
Insel Malta. In Lagerhallen, Werftgebäuden und Werkanlagen wurden Großbrände
hervorgerufen. Der im Dock liegende britische Leichte Kreuzer erhielt abermals
Bombentreffer. — Im Skagerrak wurde durch die Luftwaffe ein norwegisches
Schiff von 6305 BRT., das für England gechartert war, versenkt. — In der letzten
Nacht griffen deutsche Kampfflugzeuge versorgungswichtige Hafen- und Dock-
anlagen an der Humbermündung an. Starke Brände wurden beobachtet. — In der
Nacht zum 7. 4. errang Oblt. Woltersdorf’seinen 10. Nachtjagdsieg.

Führerhptgrt. 9. 4. 42. (DNB.) OKW.: An der Kaukasusküste griffen deutsche
Kampfflugzeuge bei Tag und Nacht Hafenanlagen und eine Ölraffinerie erfolg-
reich an. — In Nordafrika setzte die Luftwaffe ihre Großangriffe gegen die Insel
Malta mit stärkster Wirkung fort. Flugplätze und militärische Anlagen, Ver-
sorgungseinrichtungen sowie feindliche Schiffe wurden durch zahlreiche Bomben-
treffer erneut schwer beschädigt. — Bei bewaffneter Aufklärung über dem Kanal
beschädigten deutsche Jäger ein britisches Vorpostenboot durch Bombenwurf. An
der englischen Südküste wurde eine Sendeanlage mit guter Wirkung bombar-
diert. — Britische Bomber griffen in der letzten Nacht einige Städte im nord-
deutschen Kütengebiet an. Vier feindliche Bomber wurden abgeschossen. Stör-
flüge einzelner britischer Flugzeuge führten nach Ost- und Süddeutschland.

Segelflug

Inhaber des Segelflieger-Leistunssabzeichens

(veröffentlicht im „Flugsport“ 1936, S. 103 Nr. 1—200, S. 681 Nr. 201—300,. 1938, S. 398 Nr. 301—845,
1939, S. 315 Nr. 846-1132, 1940, S. 307 Nr. 1133—1383, S. 395 Nr. 1384—1692).

1693. Fritz Voegeli, Landau, Pfalz 27. 5. 40 1712. Hans Misar, Wien 4. 6. 40
1694. Stefan Eisen, Wien, NSFK.-Gr. 17 25. 5. 40 1713. Rudolf Deutschmann, Breslau 13. 7. 40
1695. Wilhelm Brosch, Wien, 1714. Eugen Aeberli, Zürich, Schweiz 15. 7. 40
NSFK.-Gr. 17 25. 5. 40 1715. Hans Schwarz, Zürich, Schweiz 15. 7. 40
1696. Peter v. Kunowsky, Potsdam 7.6. 1716. Ernst Lohrum, Neckargemünd 22. 7. 40
1697. Ernst Heilinger, Wien IV, 1717. Ludwig Neumeier, Nürnberg 22. 7. 40
NSFK.-Gr. 17 25. 5. 40 1718. Hermann Gaisberger, Linz a. d.D. 22. 7. 40
1698. Rudolf Wilms, Aachen 25. 5. 40 1719. Kurt Mißlitz, Pegau 30. 7. 40
1699. Hans Blonk, Krefeld 25. 5. 40 1720. Anton Fischer, Frankfurt a. M. 30. 7. &0
1700. Walter Melzer, München-Gladbach 25. 5. 40 1721. Wolf Dietrich, Wien III 8. 8. 40
1704. Bruno Ullrich, Essen 8. 8. 40 1722. E. Schaffroth, S. G. Dübendorf,
1702. Paul Kindling, Halle a. d. Saale 25. 5.40 Schweiz 10. 8. 0
1703. Gerhard Kühn, Halle a. d. Saale 25. 5. 4 1723. Veljko S. Masic, Dvor na Uni,
1704. Heinz Ohme, Halle-Nietleben 25. 5. 40 Jugoslawien 12. 8. 40
1705. Walter Sängerlaub, Glesien 25. 5. 40 1724. Milenko M. Milivojevic, Uzice,
1706. Helmut Schürmann, Köln-Sülz 25. 5. 40 Jugoslawien 12. 8. 40
1707. Franz Gödecke, Köln 25. 5. 40 1725. Peter Schmitz, Werneuchen 27. 8. 40
1708. Henning Wocke, Karlsruhe 27. 5. 40 1726. Gustav Ullrich, Oppeln (O.-S.) 27. 8.40
1709. Alfred Rudolph, Berlin 4. 6.40 1727. Paul Wagner, Sorau 13. 9. 40
1710. Wilhelm Graf, Magdeburg 4. 6. 40 1728. Gerhard Hitgen, Mülheim 14. 10. 40
1711. Heinrich Jäger, Bad-Tölz 5. 6. 40 1729. Bernhard Bäuerle, Landsberg 14. 10. 40
Seite 122 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1942, Bd.
1730. Heinrich Hellemann, Dessau 14. 10. 40 1799. Gefr. R. Schwarzer, Sorau 8. 7. 4
1731. Alfr. Trüb, Tiergarten b. Oberkirch 14. 10. 40 1800. Karl Bölting, Borkenberge 8. 7.4
1732. Walter Seiler, Werdau-S. 14. 10. &0 1801. Feldwebel Zeitter, Memmingen 8. 7. 4
1733. Walter Teschner, Dessau 14. 10. 40 1802. Hans Ehmann, Fürth i. B. 8. 7. 4
1734. Ludwig Kelting, Hiddesen 31. 10. & 1803. Xaver Frey, Fürth i. B 8. 7. 4
1735. Wilhelm Mensching, Herford 8. 11. & 1804. Werner Trott, Eschborn-Taunus 8. 7. 4
1736. Klaus Musso, Neuhausen-Königsterg 16. il. 49 1805. Robert Plewa, Breslau-Schöngarten 11. 7. 41
1737. Massimo Guess’mi, Rom, Italien 22. 11. 40 1806. Leutnant Hans König, Hagenow 15. 7. 41
1738. Leonardo Venturini, Rom, Italien 22. 11. 4) 1807. Wilhelm Steiner, Hummerich a.Rh. 15. 7. 4
1739. Adriano Mantelli, Rom, Italien 22. 11. 40 1808. Willi Deleurant, Jüterbog,
174). Orleo Mazzitelli, Rom, Italien 22.11. 49 Altes Lager 15. 7. 4
1741. Carlo Stricher, Rom, Italien 22. 11. 4) 1809. Leutnant Karl Koch, Brandenburg 24. 7. 41
1742. Friedr. Schulte, Örlinghausen 28. 11. & 1810. Konrad Bruder, Donaueschingen 6. 8. 41
1743. Hans Joach'm Eilenberg, Leipzig 29. 11. 4) 1811. Walter Kellermeier, Braunschweig 7. 8. 4
1744. Johann Pettendy, Budapest, Ungarn’ 6. i2. 40 1812. S’egfried Quentel, Hannover 7.8 4
1745. Franz Danovszky, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1813. Josef Pfeiffer, Lechfeld 6. 8. 4
1746. Aladar Kovach, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1814. Ltn. Walter Wittmer, Brandenburg 8. 8. 41
1747. Josef Pinter, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1815. Obgefr. Franz Appel, Memmingen 8. 8. 41
1748. Alexander Hedl, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1816. Willi Küster, Schönwalde 25. 8. 41
1749. Paul Vojnich, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1817. Horst Schumann, Schönwalde 25. 8. 4
1759. Peter Kell, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1818. Gefr. Werner Jung, NSFK.-Gr. 5 17. 9. 41
1751. Johann Rechnitzer, Budapest, Ung. 6. 12. 40 1819. Frl. Urs. Schmatolla, Warnemünde 17. 9. 4
1752. Ludwig Konrath, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1820. Obltn. Gg. Resch 17. 9. 41
1753. Alexander Paszterko, Budapest, Ung. 6. 12. 40 1821. Heinr. Kipp, Norrköping, Schweden 17. 9. 41
1754. Andreas Huszar, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1822. Ake Gävert, Traneberg, Schweden 16. 9. 41
1755. Ladislaus Pozsgay, Budapest, Ung. 6. 12. 40 1823. Torsten Berglund, Linköping, Schw. 15. 9. 41
1756. Stefan Kiraly, Budapest, Ungarn 6. 12. 49 1824. Stig Fägerblad, Vesteräs, Schweden 15. 9. 41
1757. Andreas Karsay, Budapest, Ungarn 6. 12. 40 1825. Willi Gilges, NSFK.-Gr. 8 15. 9. 4
1758. Friedrich Deppe, Dortmund 13. 12. 40 1826. August Hayn, Rechlin 39. 9. 41
1759. Jakob Thoennissen, Pilsen 13. 12. 40 1827. Obgefr. Zimmermann, Friedersdorf 30. 9. 41
1760. Walter Mischke, Neuhausen 13. 12. 40 1828. Gefr. Kurt Doll, Friedersdorf 30. 9. 4
1761. Leutnant Heintz, Stettin 13. 12. 40 1829. Henri Rütschi, Olten, Schweiz 30. 9. 41
1762. Ludwig Nagy von Eörs, Budapest, 1830. Frl. Irmgard Springguth, Salzwedel 6. 10. 41
Ungarn 17. 12. 40 1831. Erwin Oppermann, Marburg 7.10. 41
1763. Paul Kaiser, Budapest, Ungarn 17. 12. 40 1832. Erich Thaler, Wolmeroth 7.10. di
1764. Julius Sovary, Budapest, Ungarn 17. 12. & 1833. Wilhelm Groth, Marburg 8. 10. 4
1765. Karl Szomolanyi, Budapest, Ung. 17. 12. 49 1834. Paul Kaiser, Gotha 8. 10. 41
1766. Anton Lenkei, Budapest, Ungarn 17. 12. 40 1835. Uffz. Fritz Siebert, Posen 13. 10. 41
1767. Leutnant Franz Re:il, Braunschweig 18. 12. 40 1836. Gefr. Helmut Walla, Posen 13. 10. 41
1768. Obfeldw. Hans Hempel, Hildesheim 24. 1. 41 1837. Uffz, Bruno Falk, Königsberg 13 10. 41
1769. Oberleutnant Schweizer, Hildesheim 24. 1. 41 1838. Arne Heden, Alvsjö, Schweden 13. 10. 41
‚1770. Rudi Kunstmann, Berlin 14. 2. 4 1839. Uffz. Hans Richter, Hildbrandsgrün 13. 10. 41
1771. Hans Joachim Greul, Weimar 14. 3. 41 1840. Feldwebel Georg Knoblauch,
1772. Friedrich Mai, Litzmannstadt 14. 3. 41 Fürstenfeldbruck 13. 10. 41
1773. Heinrich K’enzler, Kaufbeuren 14. 3. 41 1841. Feldw. K. Strucksberg, Greifswald 22. 10. 41
1774. Gldina Haake, Küstrin 14. 3. 41 1842. Alfred Prohaska, NSFK.-Gr. 7 22. 10. 41
1775. Josef Villanyi, Budapest, Ungarn 14. 3. 41 1843. Gefr.H Remm, Berlin-Johannisthal 22. 10. 41
1776. Richard Lewin, Budapest, Ungarn 14. 3. 4 1844. Ltn. d. R. Ritzinger, Fürth 22. 10. 41
1777. S’egfried Klein, Pforzheim 14. 3. 41 1845. Gefr. Bruno Schleichert, Pütnitz,
1778. Helmut Dälıne, Neuhausen 24. 3. 41 Pommern 3. 11. 41
1779. Oltn. Hermann Werner, Münster 24. 4. 41 1846. Feldw. Max Röhricht, Breslau 11. 11. 4
1780. Erwin Rinkel, Geisingen 28. 4. 4 1847. Oberfeldw. Hub. Fleischer,
1781. Ernst Reimer, Gütersloh 30. 4. 4 West-Dievenow 24. 11. 41
1782. Emil Malinowski, Gütersloh 30. 4. 41 1848. Obergefr. Karl Stricker, Zeltweg 8. 12. 41
1783. Leutnant Hans Böhnert, Sorau 14. 5. 4 1849. Feldw. Willi Meister, Memmingen 18. 12. 41
1784. Ulfz. Heinz Funke, Stade a. Elbe 15. 5. 41 1850. Oberltn. Dr. Rob. Müller, NSFK. 18. 12. 41
1785. Uffz. Herbert Bergk, Berlin 17. 5. 41 1851. Ludwig Hufner, NSFK. 18. 12. 41
1786. Feldwebel Ludwig Köhl, Cottbus 24. 5. 4 1852. Carlos Gutierrez, Monflorite-Huesca,
1787. Uffz. Eugen Busch, Fürth i. B. 31. 5.41 Spanien 23. 12. 4
1788. Jann Schmidt 24. 6. 41 1853. Gyula von baji Patay, Budapest,
1789. Hans Flaschel, Grunau 23. 6. 41 Ungarn 9. 1.42
1799. Heinrich Seifert, Jüterbog 21. 6. 41 1854. Robert Meray-Horvath, Budapest,
1791. Paul Becker, Karlsruhe 21. 6. 4 Ungarn 9.1.2
1792. Herbert Horstmann, Telgte 15. 7. 41 1855. Sandor Szulinszky, Budapest, Ung. 9. 1. 42
1793. Hans Reiter, Memmingen 24. 6. 4 1856. Laszlo Laicha, Budapest, Ungarn 9. 1. 42
1794. Walter Rösler, Münster i. Westf. 24. 6. 4 1857. Attila Fabian, Budapest, Ungarn 9. 1. 42
1795. Gefr. Helmut Martin, Stade a. Elbe 27. 6. 41 1858. Tibor Horvath, Budapest, Ungarn 9. 1. 42
1796. Gefr. Helmut Desage, Stade a. Elbe 27. 6. 41 1859. Sandor Retkes, Budapest, Ungarn 9. 1. 42
1797. Ernst Lamsfuß, Stade a. Flbe 27. 6. 4 1860. Dr. Laszlo Kertesz, Budapest, Ung. 9. 1. 42
1798. Friedr. Hauck, Augsburg-Göggingen 27. 6. 4 1861. Andor Balazs, Budapest, Ungarn 9. 1. 4

alles 475 mm, Tragflügelinhalt 10,8

Nr. 8/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“

Seite 123

1862. Istvan Huber, Budapest, Ungarn
1863. Laszlo Vadas, Budapest, Ungarn
1864. Jenö Kapuvary, Budapest, Ungarn

1

1. &

1
1865. Frl. Erzsebet Czekus, Budapest, Ung. 1

9
9.
9.
9

. 42 1866. Lajos Beniczky, Budapest, Ungarn 9. 1.
2 1867. Endre Tatraaljai, Budapest, Ungarn 9. 1. 4

. 42 1868. Gefr. 2

. 42 1869. Feldw.

Alfons Grünke, Dresden 2.2.
Hub. Mazurek, NSFK.-Gr. 7 2. 2. 42

Knittelfeld. Reichsbahn-Ausbesserungswerk übergab dem NS.-Fliegerkorps
eine neue Segelflugwerkstatt und zwei Schulgleiter. 40 Lehrlinge haben bereits

die Segelflugprüfung abgelegt.

Deutsche erfolgreiche Flugmodelle 1941.

(Fortsetzung von Seite 107.)

Nurflügel-Saalflugmodell von Uffz. Günther Sult,
Königsberg.

Bisher erreichte Bestleistung 11 min 2 sec,
Durchschnittsleistung 10 min, Zahl der bisheri-
gen Flüge etwa 660, davon 7 über 10 min. Ge-
schätzte Gleitzahl und geschätzte Sinkgeschwin-
digkeit 1:6,5.

Spannweite 800 mm, Länge über alles 400 mm.

Flächeninhalt 11 dm?, Flächenbelastung 0,345
g/dm?. Fluggewicht 3,8 g.
Einstellwinkel des Tragflügels 0°. Verwin-

dung des Tragflügels (Differenz zwischen dem
Winkel des Endprofils und dem Winkel des
Flügelwurzelprofils) etwa 5°. Gummistrangquer-
schnitt 4 mm?, 450 mm lang.

Luftschraubensteigung etwa 700 mm, Luft-
schraubendurchmesser 400 mm, Luftschrauben-
blattbreite 27 mm.

Werkstoff für das Rumpfwerk Balsa, Mikro-
A Werkstoff für das Tragwerk Balsa, Mikro-
ilm.

Sonstige Besonderheiten: Die Luftschraube
läuft, von hinten gesehen, im entgegengesetzten
Uhrzeigersinn. Das Flugmodell kreist links.
Aufdrehzahl des Gummimotors = 1500. Schlank-
heitsverhältnis des Mittelprofils 1:11, des End-
profils 1:15.

770 —efe 20

Nurflügel-Saalflugmodell
von Uffz. Günther Sult,

Königsberg.
Schwanzloses Saalflugmodell „SN-7“ 1
. . . . De 5509 N
von Hitlerjunge Karlheinz Rieke,, — R
Berlin. n > \
Bisher erreichte Bestleistung + 170 .
8 min 55 sec, Durchschnittsleistungen
8 min 30 'sec. Zahl der bisherigen

Flüge 24. Geschätzte Gleitzahl und

geschätzte Sinkgeschwindigkeit 1:12;
0,12 m/sec,

Spannweite 800 mm, Länge über

dm?, Fluggewicht 2,8 g, Flächenbe-

lastung 0,27 g/dm?.

Fe— 20070 ——— J00|°D°——

| N.
Schwanzloses Saalinemodell . ‚SN-7“ . +
von Hitlerjunge Karlheinz Rieke, N

: Berlin..
2 Zeichnungen.NSFK.

Seite 124

„FLUGSPORT" Nr.

8/1942, Bd. 34

Verwindung des Tragflügels (Differenz zwischen dem Winkel des Endprofils
und dem Winkel des Flügelwurzelprofils) 10°.

Gummistrangquerschnitt 3,2 mm?, 520 mm lang.

Luftschraubensteigung 440 mm, Luftschraubendurchmesser 400 mm.

Werkstoff für das Rumpfwerk Strohhalm, Werkstoff für das Tragwerk Balsa-
holz. Durchschnittliche Rippenstärke Mittelteil 1X1 mm, Außenflügel 0,5X0,5 mm,
Querschnitte der Tragflügelholme bzw. Leisten 3X1 mm bis auf1X0,5mm vertüngt.

Sonstige Besonderheiten: Mit Mikrofilm bespannt. (Fortsetzung folgt.)

Luft- Post.

Energie, potentielle und kinetische, werden Sie nicht mehr verwechseln,
wenn Sie sich an die Bezeichnung Lagenenergie und Bewegungsenergie gewöhnen.
Lagenenergie (potentielle) ist gleich der Arbeit, die aufgewendet werden muß,
um einen Körper von dem Gewicht G in eine erhöhte Lage zu bringen. — Bewe-
gungsenergie (kinetische) ist gleich der Arbeit, um einen Körper aus dem Ruhe-
zustand bis auf die Geschwindigkeit v zu beschleunigen. Nach dem Satz von der
Erhaltung der Kraft (Energieprinzip) bleibt die Summe aller am Vorgang betei-
ligten Energien unverändert.

Stratosphäre (für Deutschland) von 11—65 km Höhe.

Literatur.

Der Flugmotor. Teil l.: Bauteile und Baumuster von Dr.-Ing. Hans Katz,
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Gegenüber der ersten Auflage im Jahr 1938 ist die vorliegende 3. Auflage
(24.—36. Tausend) erweitert und verbessert. Die Zahl der Abbildungen ist auf 326
gestiegen. Bei der Beschreibung der einzelnen Bauteile sind entsprechend der
neueren Entwicklung neuere Einspritzpumpen, Ladedruckregler und anderes be-
schrieben. Im dritten Kapitel sind 17 Baumuster mit ihren Kennwerten und Kurz-
beschreibungen behandelt. Im Anhang sieben farbige und zwei einfache Tafeln.
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Einleitend sind Aufbau und Arbeitsverfahren des Vier- und Zweitakt-Otto-
Motors, ferner des Vier- und Zweitakt-Dieselmotors an Hand von Abbildungen
kurz beschrieben. Unter dem Abschnitt Fehlerquellen und Fehlerbeseitigung sind
die Anlaßschwierigkeiten bei verschiedenen Außentemperaturen sowie oft vor-
kommende Fehlerquellen am Otto- und Dieselmotor und deren Beseitigung sowie

die in der Praxis üblichen Anlaßmittel zusammengestellt.

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Dreipunktlage in der Luft
und dann Sacklandung?

sackartigeLandung geschaffen. Zwarkönnen auch andere

on: . Flugzeuge in der Bewegung einmal für einen Augenblick
Um er so, kurzen Auslauffläche sich in der Dreipunktlage befinden. Der „Storch“ aber
von 25 m auszukommen, macht der kann als einziges Flugzeug gewollt dauernd in dieser

„Storch“ eine sogenannte Sacklan-
dung, d.h. er wird schon in der Luft
in die für die Landung’ erforderliche
Dreipunktlage gebracht. Damit ist Das finden Sie erklärt in der nächsten Anzeige,
die technischeVoraussetzung füreine die an derselben Stelle veröffentlicht wird.

Lage gehalten werden. -Wie läßt sich nun ein Flugzeug in
der Luft in stationäre Dreipunktlage bringen?

«

BLOHM& Voss

(Beschle

|R. FUESS - BERLIN-STEGLITZ

BAYERISCHES LEICHTMETALLWERK
MUNCHEN 23

EIN
 VENTILE

., 2 WwMmn von
Motoren Zeitung
vorlangb wind!

Dabei gerset Die Alajchıne des Vdit. nen ton

zentriertes Abwehrfeuer der Küftenbatterien. —
Mit nur einem Motor, die Luftfchraube des
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
erreichte auc) diefe He 111 nach faft 2000 km
ohne Schwierigkeit ihren Einfathafen.

Pilot, und unbegrenzter Verstellbereich der VD M-Verstelluftschraube rettet Besatzung und Maschine

VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERRE A-G FRANKFURT (MAIN)

EinBegriff für
photographifcheWertarbeit

i i ivi i ki i "rank i latz 8.
'era i für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgpla‘
an It PL. 8. = Drtck von Heiner Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
“sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
Hindenburgplatz 8 (Deutschland)

Aufstieg
$hort Stirling
Kampfflugzeug

an

Jagdflugzeug
!Focke Wulf Fw 190

' "USA Ford
V-12-Flugmotor
Werkmeisterheran-

bildung in der
Luftfahrtindustrie

Anschärfgerät

Vereisungs-Anzeiger

Flugrundschau

Luftwaffe

Segelflug
Modellflug

Luftpost

Patent-Sammlung
Nr. 28

„FLUGSPORT”-
Itscheinungstage

1942

. Mai
11 27. Mai
12 10. Juni
13 24. Juni
148. Juli
15 22. Juli
16 5. August
17 19. August
18 2. September
19 16. September
20 30. September
21 14. Oktober
N 28. Oktober
23 11. November
4 25. November
23 9 Dezember
% 23. Dezember

Preis 80 Pf.

Printed in Germany

XXXIV.Jahrgang / Nr. 9

Miltwoch, 29. April 1942

KOIISS

NN

Ne pin Ihn...

"GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN N
VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING.

Iustrierte tnugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit ‚Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 9 29. April 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 13. Mai 1942

Aufstieg.

Wer sich in der jetzigen großen Zeit nicht fliegerisch betätigt oder in
der Flugzeuggestaltung und -Herstellung als Schaffender eingesetzt ist,
hat einen Teil des Zeitgeschehens nicht erlebt. Der Erwerb der Vorbe-
dingungen, um an den großen Aufgaben mitarbeiten zu können, wird jedem,
seinen Fähigkeiten, sogar Neigungen entsprechend, durch geeignete Vor-
schulung erleichtert. Die Vorschule für deutsche F lieger ist das NS.-Flie-
gerkorps. In 5jähriger erfolgreicher Tätigkeit hat das NS.-Fliegerkorps an
dem gewaltigen Aufbau der Luftwaffe durch Auswahl und Ausbildung der
fliegenden Besatzung mitgewirkt. Ein großer Teil des vorgebildeten Nach-
wuchses befindet sich an der Front.

Auch auf anderen Gebieten sind dem Nachwuchs die Wege geebnet.
Durch das Berufserziehungswerk in der Luftfahrtindustrie sind außer-
ordentlich umfangreiche berufsfördernde Maßnahmen nicht nur für die
Lehrlingsausbildung, sondern für die Ausbildung vom ungelernten Spezial-
arbeiter zum Facharbeiter, vom Facharbeiter zum Vorarbeiter und Vor-
arbeiter zum Werkmeister geschaffen worden. Es ist dies eine Aufstiegs-
schulung, welche jedem ermöglicht, vorwärts zu kommen. Durch diese
Maßnahme ist der Leistungsstandard bedeutend gehoben. Diese Erfolge
werden nicht nur für den jetzigen Krieg, sondern für die zukünftige Ent-
wicklung der Friedensindustrie von ungeheurer Bedeutung sein.

Engl. Short Stirling Kampfflugzeug.

Short Stirling ist ein 4motoriger Bomber für 7 Mann in Ganzmetallbau-
weise.

Flügel, Mitteldeckeranordnung, freitragend nach den Enden sich stark
verjüngend, 2 Hauptholme, Gitterträgerbauart, Betriebsstoffbehälter
zylindrische Form zwischen den Holmen über den Flügeln verteilt. Quer-
ruder in den Ansatzflügeln nach dem Rumpf zu Landeklappen. Die mitt-
leren Motoren sind etwas tiefer vor dem Flügel angeordnet, um den Raum
für das eingezogene Fahrwerk zu gewinnen. Im eingezogenen Zustand
steht das Fahrwerksrad um Reifendicke heraus.

&-FLUGZEUGRÄDER aus Elektron-Guß mit mechanischen, hy-
draulischen und Luftdruck-Bremsen, Bremsbetätigungen.
@-SPORNRADER aus Elektron-Preßguß, geteilt mit Flach-
bettfelge.

€& - FLUGZEUGBEINE mit Luft-Ol-Dämpfung, @-Schrauben-
tederbeine,@-Ringfederbeine, &-Einbeinfahrgestelle, @-Gabel-
tahrwerke, @-Spornfederungen mit Rad oder Kufe und auto-
matischer Rückführung.

&-FLUGMOTORKOLBEN (Bauart MAHLE), schmiedegepreßt
und gegossen in den verschiedensten Bauarten, Größen und
Legierungen.

&@ -SPRITZGUSS für Bordinstrumente und Zellenteile.

1

Elektron -CO mbH: Bad Cannstatt- Berlin-Spandau-Wien . |

Ws
EN
SS
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©

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 28.

„FLUGSPORT“ Nr. 9/1942, Bd. 34

Seite 126

Sporndoppeiroll-
werk, hochziehbar, des
Short Stirling. Die bei-
den Spornräder sind

auf einer Iraverse
nebeneinander gela-
gert, vgl. die obere
Abb. In der unt. Abb.
sind die Räder in ihrer
Lagerung um 90° ge-
dreht, wobei sie hinter-
einander spuren. Da-
neben Abdeckklappen.

Archiv Flugsport

‘a

Rumpf rechteckig,
auffallend lang, nach
hinten mit Rücksicht

auf den hinteren
MG.-Stand sich we-

i Eu nig verjüngend. Von
vorn nach hinten, vgl. die nebenstehende Abb,, Bug-MG.-Stand mit Zwil-
lings-MG., dahinter, durch eine Treppe erreichbar, Raum für Flugzeug-
führer, dahinter Funk- und Navigationsraum, darunter bis Flügelhinter-
kante verteilt Bombenmagazine. Auf der Hinterrumpfoberseite drehbare
Kuppel für Zwillings-MG. BR

""Höhenleitwerk, Mitteldeckeranordnung, Seitenleitwerk ohne Über-
eänge, Rumpfoberseite aufgesetzt. |

" Bedeckung von Flügeln, Rumpf und Leitwerk Glattblech. hoch
Fahrwerk, hydraulisch, unter den Innenmotoren, nach hinten hoch-

DER £ g£
S IIE

RAT
re

Short Stirlin g
Kampfflugzeug.

=

Archiv Flugsport

Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 127

ziehbar, Sporn 2
Räder nebeneinan-
der.

4 luftgekühlte
Motoren, Doppel-
sternschiebermoto-
ren, Bristol Hercu-
les, 1600 PS. 3-Blatt-

Metallschrauben
des Havilland Hy-
dromatic.

Spannweite 30,48
m, Länge 27,00 m,
Höhe 6,7 m, Rumpf-
höhe 2,65 m, -breite
2 m, Leergewicht
23,5 t, Fluggewicht
30,5 t, Bomben 8 t.

Geschwindigkeit Bu
480 km in 4200 m Knort Stirling
Höhe. Reisege- ampfflugzeug.

schwindigkeit 320
km/h mit Reich-
weite 3200 km.

Zeichnung Fiugsport

Short Stirling Kampfflugzeug.

Focke-Wulf Fw 190 Jagdflugzeug.

Das schnellste, bereits im OKW.-Bericht erwähnte, neue Jagdflugzeug
Focke-Wulf Fw 190 mit BMW-Doppelsternmotor hat sich bei seinen bis-
herigen Einsätzen an allen Fronten hervorragend bewährt. Konstrukteur
Wehrwirtschaftsführer Dipl.-Ing. Tank.

Die kurze Bauart und die günstige Schwerpunktlage verleihen dem
Flugzeug trotz seiner hohen Geschwindigkeit eine besondere Wendigkeit.
Die überaus starke, aus MG.s und Kanonen neuester Konstruktion be-
stehende Bewaffnung machen das Flugzeug im Luftkampf zu einer über-
legenen und gefürchteten Waffe. Durch das breit angeordnete, nach innen
einziehbare Fahrwerk erhält der Jäger besonders gute Start- und Lande-
eigenschaften. Ze |

Archiv Flugsport
Seite 128 „FLUGSPORT"“ Nr. 9/1942, Bd. 34

Focke-Wulf Jagdflugzeug Fw 190 Weltbild

USA Ford V-12-Fluemotor.

1940 begann Ford den Rolls-Royce-Merlin-Motor in Lizenz zu bauen.
Kurze Zeit darauf entschloß er sich, da ihm 1200 PS nicht genügend erschie-
nen, einen eigenen Motor auf eigene Verantwortung in der Größe von 1500
bis 1800 PS zu entwickeln. Dabei sollte das Hubvolumen mit Rücksicht auf
Gewichtsersparnis so klein wie möglich gehalten werden. In der Haupt-
sache sollte die Leistung durch einen auspuffgetriebenen Lader statt der
bisherigen Vergasung mit Einspritzung erreicht werden.

In 3!/g Monaten wurde zunächst ein Versuchs-Zweizylindermotor fer-
tiggestellt. Die Versuche ergaben die Möglichkeit, bei 3600 Kurbelwellen-
umdrehungen die ge-
plante Leistung zu er-
reichen. Die Reisedreh-
zahl sollte 3000 bis 3200
Umdrehungen betragen.
Um die Massenfabrika-
tion zu erleichtern, wur-
den zentrifugal gegos-
sene Stahlpreßteile, wie
bei Kurbelwellen, ver-
wendet, wodurch vor
allen Dingen an Mate-

USA Ford V-12-Flugmotor.

rialbearbeitung gespart wird. Zylinderlaufbüchsen aus zentrifugal gegos-
senem, ölgehärtetem Stahl, Kühlmäntel, welche über die Laufbüchsen
hinausragen, sowie Kurbelgehäuse aus hochwertigem Aluminiumguß.
Sechs Kurbelkröpfungen mit Gewichtsausgleich. Kolben gleichen Durch-
messers und Höhe mit Rücksicht auf die Wärmeverteilung.

Je Zylinder zwei Einlaß- und zwei Auslaßventile.

Der erste Zwölfzylinder sollte im Laufe des Jahres 1941 fertig werden.
Man erwartet 1800 PS Startleistung bei 3000 Umdr. und 1500 PS in 9000 m
Höhe. Geschätztes Gewicht 720 kg.

Werkmeisterheranbildung in der Luftfahrtindustrie.
Von Dr.-Ing. E. Krause.

Die Frage des Werkmeisternachwuchses als Rückgrat der Betriebe
steht heute im Brennpunkt des Interesses, sie ist auch für die Luftfahrt-
industrie von vordringlicher Bedeutung. Es soll deshalb hier in folgendem
kurz geschildert werden, wie die Heranbildung von Werkmeistern in der
Luftfahrtindustrie in Zukunft erfolgen wird.

Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 129

Arbeitsgebiet.

Halten wir uns zunächst einınal kurz vor Augen, was alles zum Arbeits-
gebiet des Werkmeisters gehört. Seine Tätigkeit umfaßt das Verteilen oder
Zuweisen der einzelnen Arbeiten seiner Abteilung an die ihm unterstellten
Gefolgschafter, das Eingreifen bei Arbeitsstörungen und deren Behebung.
Ferner muß der Werkmeister ständig um die Beschaffung, Instandhaltung
und Verbesserung der Arbeitsmittel und Werkstatteinrichtungen besorgt
sein. Dann aber soll er die ihm unterstellten Gefolgschaftsmitglieder in der
Ausführung ihrer Arbeiten anleiten und überwachen, er soll sie vor allem
in menschlicher Hinsicht betreuen. Schließlich hat er bei der Planung des
Arbeitsablaufes und bei der Regelung von Lohn- und Akkordfragen mit-
zuwirken.

Anforderungen.

Aus diesen hochwichtigen Aufgaben, die auf den Schultern der Werk-
meister lasten und mit denen sie das Schwergewicht der betrieblichen Ver-
antwortung tragen, ergeben sich die hohen fachlichen und führungs-
mäßigen Anforderungen, die an unsere Werkmeister gestellt werden
müssen.

Fachlich müssen sie über ein solides allgemeines handwerkliches Kön-
nen verfügen und die wichtigsten Fertigkeiten auf ihrem engeren Spezial-
gebiet meisterhaft beherrschen. Es ist aber für einen Werkmeister heut-
zutage genau so unerläßlich auch entsprechendes Fachwissen zu besitzen,
weil sonst ein planmäßiges Anleiten der Gefolgschaft oder ein sachliches
Eingreifen in den Arbeitsablauf nicht möglich ist.

Während es sich bei diesen fachlichen Eigenssehaften um erlernbare
Fähigkeiten handelt, muß der Werkmeister die führungsmäßigen Vor-
aussetzungen gewissermaßen von Hause aus als vorhandene Substanz mit-
bringen, weil sie nicht erlernbar sind. Eine Gefolgschaft führen wird
immer nur derjenige können, der durch vorbildliche innere Haltung,
eisernes Pflichtgefühl und Selbstbewußtsein seine Mitarbeiter mitzureißen
versteht, der aber auch Verständnis für die kleinen und großen mensch-
lichen Sorgen hat und über ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn verfügt.

Auslese.
Diese fachlichen und menschlichen Qualitäten sind nicht sehr häufig

- in einer Person vereinigt und darum muß eine für den Erfolg entschei-

dende Aufgabe des Betriebes die sein, unter Berücksichtigung des Bedarfs
an Werkmeistern die hierfür geeigneten Menschen in sorgfältigster Aus-
lese herauszufinden. Der Bedarf wiederum hängt von der Struktur des
Betriebes, den evtl. Erweiterungsabsichten, ferner von dem Bestand an
vorhandenen Werkmeistern, ihrer Altersgliederung und Leistungsfähig-
keit ab.

Unter Berücksichtigung der geschilderten Anforderungen an den
künftigen Werkmeister werden die geeigneten Bewerber unter den
bewährten Gefolgschaftsmitgliedern durch den Betriebsführer bzw. durch
die von ihm hiermit Beauftragten unter Einschaltung des Betriebs-
obmannes ausgewählt. Sie müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfül-
len, um zu der vorgesehenen Ausbildung zugelassen zu werden. U. a.
müssen sie den Nachweis der Facharbeiterprüfung in einem einschlägigen,
anerkannten Lehrberuf (Metallflugzeugbauer, Flugmotorenschlosser,
Werkzeugmacher, Maschinenschlosser, Mechaniker usw.) führen, 3 bis 5
Jahre als Fach- und Vorarbeiter möglichst in verschiedenen Betriebs-
abteilungen tätig gewesen sein und über eine gewisse menschliche Reife
verfügen. Sie sollen daher möglichst nicht jünger als 26 Jahre sein. Schließ-
lich müssen sie eine Aufnahmeprüfung ablegen, bei der das Vorhanden-
sein der fundamentalen Kenntnisse überprüft wird, auf denen die Werk-
meisterausbildung aufbauen muß.
Seite 130 „FLUGSPORT"“ Nr. 9/1942, Bd. 34

Ausbildung.

Die Ausbildung des Werkmeisternachwuchses hat im Rahmen des
Berufserziehungswerkes der Betriebe zu erfolgen, das in der Luftfahrt-
industrie auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem RLM, Amtsgruppe
Technische Ausbildung und der DAF., Amt für Berufserziehung und
Betriebsführung besonders geregelt ist.

Für die wissensmäßige Ausbildung von Werkmeistern im
Metallfiugzeugbau und im Flugmotorenbau sind die Ausbildungs- und
Stoffgliederungspläne bereits aufgestellt worden und verbindlich. Sie um-
fassen vier Halbjahre mit je 160 Stunden, also insgesamt 640 Stunden (je
45 Minuten). Wie schon eingangs erwähnt, muß der Werkmeister in bezug
auf das erforderliche Wissen sattelfest sein, so daß die hier vorgesehene
Stundenzahl kaum unterschritten werden kann, so wünschenswert dies an
sich scheinen mag.

Jedes der drei ersten Halbjahre wird mit einer Beurteilung der Teil-
nehmer in persönlicher und sachlicher Hinsicht (Zwischenprüfung) ab-
geschlossen, von der das Aufrücken in die nächste Stufe bzw. die weitere
Teilnahme abhängt.

Prüfung.

Es ist beabsichtigt, die auf diese Weise in den einzelnen Werken vor-
gebildeten Werkmeister-Anwärter dann zu einem abschließenden etwa
4- bis bwöchigen Lehrgang an der Berufserziehungsschule des RLM/A.T.A.
in Lübeck zusammenzuziehen, um sie hier kurz handwerklich zu überholen
und vor allem hinsichtlich des theoretischen Wissens einheitlich auszu-
richten. Zum Abschluß des Lehrganges werden die Teilnehmer einer Prü-
fung durch eine Kommission unterzogen, die aus mehreren Praktikern,
Vertretern des RLM und der Industrie- und Handelskammer Lübeck
besteht. Die Prüfung sieht neben der Anfertigung einer praktischen Arbeit
einen schriftlichen und einen mündlichen Teil vor. Die schriftliche Prü-
fung erstreckt sich auf Technisches Rechnen, Technisches Zeichnen, Fra-
sen der Werkstoffkunde bzw. Fertigungsverfahren, Fragen aus Flugzeug-
bzw. Flugmotorenkunde.

Die Prüfung beschränkt sich nur auf die wichtigsten praktischen Fer-
tigkeiten und auf eine Feststellung des Wissensstandes, also der fachlichen
Qualitäten. Die menschlichen Eigenschaften, die für die Tätigkeit des
Werkmeisters, wie eingangs betont, von ausschlaggedender Bedeutung
sind, können natürlich nicht im Rahmen einer Prüfung ermittelt werden,
wenngleich sich manchmal hierfür wichtige Fingerzeige gewinnen lassen.
Daher muß auf eine einwandfreie Auslese der Bewerber durch die Be-
triebe gerade im Hinblick auf die führungsmäßigen Voraussetzungen
denkbar größter Wert gelegt werden. Der Betrieb wird auf Grund der
mehrjährigen Bewährung des Betreffenden am besten beurteilen können,
ob es sich um eine einwandfreie und für die Führung von Menschen geeig-
nete Persönlichkeit handelt.

Zeugnis.

Nach Abschluß der Prüfung in Lübeck erhält der Werkmeister-An-
wärter ein Zeugnis darüber, daß er die fachlichen Voraussetzungen zur
Bekleidung eines Werkmeisterpostens im Flugzeug- bzw. Flugmotorenbau
erfüllt. Aus diesem Zeugnis kann der Betreffende selbstverständlich
keinerlei Rechtsanspruch auf Verwendung als Werkmeister herleiten, zu-
mal die vorgesehene Ausbildung auch noch nicht abgeschlossen ist.

Es ist nämlich vorgesehen, daß die Werkmeisteranwärter noch eine
bestimmte Zeitlang, etwa ein halbes bis ein Jahr lang durch die für die
Fertigung ihres Betriebes wichtigsten Büros und Werkstätten geschleust
werden, um hier in praktischer Mitarbeit mit den wichtigsten Aufgaben
vertraut zu werden. Hierfür kommen beispielsweise die Arbeitsvorberei-

Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ ‚Seite 131

tung, die Werkzeug- und Maschinenbeschaffung, das Arbeiterpersonal-
wissen, das Abrechnungswesen und andere wichtige Betriebsabteilungen
in Frage, soweit sie für den Einsatz des Betreffenden von Belang sind. Die
Wahl der Abteilungen und die anzusetzenden Zeiten müssen sich natürlich
je nach dem geplanten Einsatz richten. Der Werkmeister-Anwärter hat
über seine Tätigkeit in den verschiedenen Abteilungen Bericht zu führen,
aus dem zu erkennen sein muß, daß er die gewonnenen Kenntnisse und
Erfahrungen verarbeitet hat.

Werkmeisterbrief.

Danach wird der Werkmeister endgültig als Hilfsmeister in der Abtei-
lung eingesetzt, für die er vorgesehen ist. Er muß sich hier selbstverständ-
lich in sein Aufgabengebiet einarbeiten. Ist diese Einarbeitung abgeschlos-
sen, und liegt Bewährung als Meister vor, so soll der Werkmeister seine
Bestätigung durch ein amtliches Dokument in Form eines Werkmeister-
briefes erhalten.

Diese Regelung der Werkmeisterfrage in der Luftfahrtindustrie wird
in Zukunft verhindern, daß noch zahlreiche Betriebangehörige unter Auf-
wand von Zeit, Geld und Kraft die Meisterprüfung vor der Handwerks-
kammer ablegen, die einen ganz anderen Charakter hat und für die In-
dustrie nur von sekundärer Bedeutung sein kann. Es steht außer Frage,
daß der hier beschriebene Weg zu erstklassigen Werkmeistern für die
Luftfahrtindustrie führen wird.

Für Werkstatt und Flugplatz.

Anschärfgerät zur Blechkanten-Bearbeitung benutzt Junkers Flugzeug- und
-Motorenwerke A.-G., Dessau, nach Pat.-Nr. 675 973. Es eignet sich vor allem für
alle Reparaturstellen, die mit behelfsmäßigen Mitteln doch gute Arbeit leisten
müssen. Eine Handbohrmaschine mit elektrischem oder Preßluftantrieb, oder sogar
ein Bohr- und Fräsgerät mit biegsamer Welle, stehen meistens immer zur Ver-
fügung. Schon sind sie in Verbindung mit dem Anschärfapparat ein gutes Ge-
brauchswerkzeug für diesen Sonderzweck. Mühsame und unsaubere Arbeit durch
Anspitzen bzw. Anschärfen der Blechkante mit der Feile erübrigt sich.

Infolge der Rollenführung können Bleche mit wechselnder Oberflächen-
krümmung (z. B. Wellblech, Rohre usw.) mit der Krümmung laufend angeschärft
werden. Hautbleche für die Flugzellenbekleidung werden am besten auf der Werk-
bank liegend bearbeitet,
indem man entsprechend
dem Fortschritt der Zer-
spanung das Werkzeug
entlang führt und mit-
geht. Bei kürzer und

stärker verformten

Werkstücken wird der
Anschärfapparat zweck-
mäßig unter Zwischen--
schaltung eines Holz-
futters in den Schraub-
stock eingespannt. Die
Werkstücke werden nun
zwanglos durch die Füh-
rungsrollen des Gerätes
geführt.

Der Rollenabstand
kann mit Endanschlag
sowohl fest eingestellt
als auch unter Feder-

Abb. 1-3. Anschärfgerät.
Bild IFM.

Seite 132 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1942, Bd. 34

wirkung gehalten werden. Der eine Fertiger hat eine leichte Hand und zieht
die federnden Rollen ohne Endbegrenzung vor, der andere arbeitet lieber mit
Endanschlag, weil er so sicher ist, daß ein unbeabsichtigtes Verkanten des An-
schärfgerätes oder des Werkstückes nicht gleich zu Ausschuß führt.

Eine Gewißheit hat der Benutzer aber immer, nämlich die, daß die Tiefe der
Anschärfung, und damit wegen des guten Aussehens auch ihre Breite, immer gleich
bleiben, ungeachtet aller Kantenbeschaffenheit betr. Beulen, Knicke, Gratbildung
und nicht zuletzt der Blechdickenänderung in einer Tafel.

Die Einstellung einer gewünschten Frästiefe kann ebenfalls durch End-
anschläge vorgenommen werden, doch ist eine Veränderung selten erforderlich,
da meist mit „immer gleicher Abfräsung“ gearbeitet wird.

Angeschärft wird meistens zur Erlangung eines guten Oberflächenverlaufes,
so daß in der Beplankungsarbeit das Haupteinsatzgebiet des Anschärfgerätes zu
sehen ist. Es ist üblich, auch die angeschärften Blechkanten mit einem Anreif-
gerät anzureifen, und zwar durch Abbiegen nach der bearbeiteten Seite hin.

Abwandlungen dieses Anschärfgerätes wurden für andere Arbeitsumstände
und weitergehende Forderungen geschaffen und behaupten ebenfalls ihren Platz.

(S. Abb. 2 und 3.)

Vereisungs-Anzeiger.

Ein im hinteren Raum einer dem Fahrtwinde ausgesetzten Expansionsdüse
-(Venturirohr) 3 angeordneter windschnittiger Hohlkörper 1 hat zwei Bohrungen 4,
3 an der Stirnseite, von denen die mit 5 bezeichnete kleiner als die andere ist.
Beide stehen durch Rohre 6 bzw. 12 mit einem, durch eine Membran 7, unterteilten
Hohlraum 8, 9 in Verbindung. Infolge der Expansion der durchströmenden Luft
hinter dem engsten Querschnitt des Rohres 3 fällt die Temperatur dort. Wenn
eine Vereisung bevorsteht, tritt sie daher zunächst an der Stirnseite des Körpers 1
auf, und macht sich zuerst an dem kleinen Loch 5 bemerkbar, das infolgedessen
in den Raum 8 keinen oder einen geringeren Staudruck liefert, als das Loch 4 in

Mi f dem Raum 9. Die Membran 7 biegt sich daher
durch, schaltet die Lampe 20 oder ein anderes
Anzeigeorgan im Führerraum und zugleich die
. S 1 oizspirale 13 ein, die die Eis-Verstopfung des

: tn oches 5 wieder beseitigt. Damit nicht auch das
De Ai Rohr 3 vereist, kann ein Teil desselben durch
, | eine Heizspirale 16 leicht erwärmt werden, auch
mit von der Temperatur abhängiger selbsttätiger
Schaltung; eine Wärmeisolation 15 schützt das
Innenrohr 3 vor einer für den Anzeigebetrieb
abträglichen Erwärmung. Weitere Einzelheiten
können der schweizerischen Patentschrift 213 362
(veröff. 1. 5. 1941) entnommen werden. Erwähnt
sei nur noch, daß der Hohlkörper 1 mit Zubehör
z. B. auch durch einen vom Luftstrom in Schwin-
7) gung versetzten Körper ersetzt werden kann. Die

eg | Schwingungen lassen sich mittels Steuerung
eines Schwingungskreises bezw. seiner Verstim-

mung dem Flugzeugführer sichtbar werden; ver-
m eist wird der Schwingungskörper schwerer, die

ıılılılıl- — | R [ Schwingungszahl also kleiner.

Fq

)))

v2

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Hptm. Wilhelm Spieß, Gruppenkommandeur in einem Zerstörergeschw.; Oblt.
Wolfgang Späte, Stffkapt. in einem Jagdgeschwader.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Ötte, Flgzf. in
einem Stnkageschw.; Oblt. Platzer, Stfflf. in einem Sturzkampfgeschw.; Obfeldw.

Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 133

Kroll; Obst. Koller, Chef des Generalstabes einer Luftflotte; Obst. Friedrich
Morzik, Kommodore und Lufttransportf.

Beförderungen in der Luftwaffe. Der Führer hat befördert mit Wirkung vom
1. April 1942 zu Generalen der Flieger: die Generalleutnante: Ritter, Siburg;
zu Generalleutnanten: die Generalmajore: Langenmeyer, Fiebig, Schubert; zu
Generalmajoren: die Obersten: Zech, Raithel, Olbrich, Baier, Metzner, Kathmann,
Heydenreich; zu Obersten: die Oberstleutnante: Schramm, Lessing, von Cramon-
Taubadel, von Wurmb, Witt, Klähn, Nicolai, Kosch, von Lachemair, Schulz (Lud-
wig), Bormann, Hagen, Schalk, Grabmann, Schulz-Heyn, Heydemeyer, Menzel,
Siegmund, Friedmann, Badetübner, Krahl, Laicher, Boner, Lieb, von Oppeln-
Bronikowski, Pfeffer, Wucherer, von Dähne, Martin, Otto, Weber, Kayser, Bolle,
Matthey, Hartmann, Schuermann, Riba, Wichmann, Hinke, Konopatzki, Kuprian,
Hochschwender, Hoffmann (Willy), Graf von Rothkirch und Trach, Appel, Maske,
Barenthin, Doench, von Barsewisch, Ueberhorst, Schweers, Kähler, Gehrts, Cless,
Lüder, Kautz, Marschner, Jüngling, Nötzel, Milz, Hensgen, Hülsenbusch, Beckh,
Hey, Marschowsky, Brockenhagen, Schultes, Eichhorn, Goes, Bretting, von Senden,
Röhre, Müller (Erich), Busch, Nowarth, Schäfer, Saxadler, Springer, Elle, Streppel,
Dreßler, Jensen (Hans), Tautz, von Cossel, Schuster, Christehn, Lange, Däumling:
zu Oberstärzten: die Oberfeldärzte: Dr. Bengsch, Dr. Thiele, Dr. Saupe, Dr. Land-
graf, Dr. Liebermann, Dr. Peterssen, Dr. Bayer, Dr. Stein, Prof. Dr. v. Diringshofen;
zu Oberstingenieuren: die Flieger-Oberstabsingenieure Dr. Spieweck, Christensen,
Dr. Leyensetter, Platz, Dr. Fischer, Bröcker.

Luftangriff auf Augsburg am 17. 4. wurde, wie das Oberkommando der Wehr-
macht mitteilt, von einem 4motorigen britischen Bomber, Baumuster „Beaufighter-
Lancaster“ ausgeführt. Die in mehreren Ketten anfliegenden Bomber wurden
kurz nach dem Einflug in den nordfranzösischen Küstenraum von deutschen Jä-
gern gestellt, wobei von den zwölf Lancaster vier abgeschossen wurden; der Rest
dieses Verbandes flog weiter. Bei Augsburg gerieten die Britenbomber bei ihrem
Angriff in außerordentlich heftiges Flakfeuer, durch das weitere drei Flugzeuge
zum Absturz gebracht wurden. Ferner erhielten alle anderen Lancaster, wie der
britische Rundfunk zugeben mußte, Beschädigungen. Von den nach dem Angriff
zurückkehrenden Bombern wurde das achte Flugzeug über Frankreich abge-
schossen, so daß nur ein Drittel der eingesetzten Bomber zurückkehrte. Der an-
gerichtete wehrwirtschaftliche Schaden, der Produktionsstörungen für wenige
Tage in einem Betrieb verursachte, wurde also mit acht neuen viermotorigen
Flugzeugen bezahlt. Über fünfzig Mann des fliegenden Personals mußten dieses
kostspielige Unternehmen mit dem Leben bezahlen.

Planmäßige Wehrmachtsbetreuung des Ingenieurnachwuchses hat der Reichs-
minister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, die Deutsche Ver-
suchsanstalt für Luftfahrt durchzuführen, beauftragt. Zweck dieser Maßnahme,
so sagt dazu ein Erlaß des Reichserziehungsministers, sei insbesondere die För-

Aniäßlich des 5. Jahrestages der Gründung des NS.-F liegerkorps legte NSFK.-
OGrf. Sauke in Begleitung von Ritterkreuzträgern des NSFK. am Ehrenmal Unter
den Linden einen Kranz nieder. Weltbild
Seite 134 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1942, Bd. 34

derung der weiteren technischen Ausbildung dieser Männer während des Krieges,
soweit Dienst und militärische Lage es gestatteten. Die Betreuung solle sich en-
strecken auf sämtliche Luftwaffenangehörige, die ein Studium in einer maschinen-
technischen Fachrichtung (Maschinenbau, Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik,
Fernmeldetechnik, Luftfahrttechnik, Gas- und Woasserinstallation, Heizung und
Technik) infolge Einberufung unterbrochen hätten, ferner auf sämtliche Ange-
hörige des Heeres und der Kriegsmarine, soweit diese ein luftfahrttechnisches
Studium oder ein sonstiges maschinentechnisches Studium aufnehmen wollten
oder unterbrochen hätten und einen späteren Einsatz im Bereich der Luftfahrt
erstrebten. . Zu

Luftfeldpostdienst zur Beförderung eiliger Nachrichten zwischen Heimat und
Ostfront wird in nächster Zeit eingerichtet. Zugelassen sind gewöhnliche Post-
karten und Briefe bis zum Höchstgewicht von 10 Gramm, die in der rechten oberen
Ecke mit einer Luftfeldpostmarke zu versehen sind. Die Luftfeldpostsendungen
sind an die gewohnte Feldpostanschrift zu richten und müssen den farbig unter-
strichenen Vermerk „Luftfeldpost“ sowie ein rotes Kreuz quer über die Anschrift-
seite tragen. Die Luftfeldpostmarken selbst werden der Heimat durch ihre An-
gehörigen an der Front zugeschickt, sie sind nicht durch die Dienststellen der
Deutschen Reichspost erhältlich. ni

Ausland.
Admiral Darlan zum Oberbefehlshaber der Land-, See- und Luftstreitkräfte

auf Veranlassung von Marschall Petain ernannt. 2
Erster Luftangriff auf Japan erfolgte am 16. 4. 42, 12.30 Uhr, wo feindliche
Flugzeuge in verschiedenen Richtungen in das Gebiet Tokio-\ okohama einflogen.
Diese wurden sofort von Jagdflugzeugen und der Bodenabwehr angegriffen, wobei
9 feindliche Flugzeuge abgeschossen und der Rest vom japanischen Festland
abgedrängt wurde. Geringe Anzahl abgeworfener Bomben, darunter Brand-
bomben, verursachten nur geringen Schaden. Die Angriffe wurden von Flug-
zeugen unternommen, die nicht zu den Trägern zurückflogen, sondern sich nach
China wandten. Fs scheint nach dem Bericht von „Asahi“, sich um USA-Flugzeuge

gehandelt zu haben.

Australische Verluste belaufen sich insgesamt auf 140 Flugzeuge, wie das
Kais. Jap. Hptqrt. bekannt gibt. Über Port Moresby und Port Darwin wurden in
der Zeit vom 1. bis 20. April 68 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Bis zum 31. März
waren bereits 72 feindliche Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört

Luftwaffe.

Führerhptquart., 10. 4. 42. (DNB.) OKW.: Auf der Halbinsel Kertsch wurde
gegenüber starken, von Panzern und Luftwaffe unterstützten Angriffen ein voller
Abwehrerfolg erzielt. Neben hohen blutigen Verlusten des Gegners sind nach

bisherigen Meldungen 56 feindliche Panzer vernichtet und weitere 26 bewegungs- |

unfähig geschossen. — Die Angriffe auf die Insel Malta wurden bei Tag und Nacht
durch deutsche Kampf-, Sturzkampf- und Jagdfliegerverbände fortgesetzt. In den
Staatswerften, Hafen- und Dockeinrichtungen sowie in den Flugplatzanlagen
verursachten Bombenvolltreffer weitere schwere Beschädigungen. — An der
englischen Südküste erzielten leichte Kampfflugzeuge Volltreffer in einem Gas-
werk. Durch die Explosion eines Gasometers entstanden schwere Beschädigungen
in den umliegenden Fabrikanlagen. — Über der Deutschen Bucht schoß Marine-
artillerie drei britische Bomber ab.

Führerhptquart., 11. 4. 42. (DNB.) OKW.: An der Küste des Schwarzen Meeres
bombardierten deutsche Kampfflugzeuge Hafenanlagen der Sowjets und beschädig-
ten zwei größere Handelsschiffe durch Volltreffer. — In Nordafrika wurden südlich
Tmimi schwächere britische Kräfte zurückgeschlagen. Der Feind verlor eine
Anzahl von Gefangenen. Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen mit gutem Erfolg
britische Feldstellungen und Kraftfahrzeugansammlungen in der Marmarica an
und belegten die Wüstenbahn und andere rückwärtige Verbindungen des Feindes
mit Bomben. — Die Luftwaffe setzte ihre Großangriffe auf die Insel Malta fort.
In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger elf britische Flugzeuge ab. — Am Kanal
‚und vor der norwegischen Küste schossen deutsche Jäger am gestrigen Tage

Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 135

sieben britische Flugzeuge in Luftkämpfen ab. — Aus britischen Bomberverbänden,
die in der letzten Nacht Störangriffe auf West- und Nordwestdeutschland durch-
führten, schossen Nachtjäger und Flakartillerie zwölf Flugzeuge ab.

Führerhpquart., 12. 3. 42. (DNB.) OKW.: Auf der Halbinsel Kertsch brachen
erneute, von Panzern und Luftwaffe unterstützte Angriffe stärkerer feindlicher
Kräfte zusammen, weitere 14 Panzer wurden vernichtet. — Deutsche Kampfflug-
zeuge griffen Hafenanlagen an der Kaukasus-Küste an und beschädigten ein großes
sowjetisches Fahrgastschiff durch Bombentreffer. — Im Nördlichen Eismeer
griffen Kampfflugzeuge einen gesicherten feindlichen Geleitzug an und warfen
zwei Handelsschiffe in Brand, ein weiteres Schiff wurde durch Bombenwurf be-
schädigt. — In Nordafrika lebhafte Artillerie- und Aufklärungstätigkeit. Schwere
und leichte Kampfflugzeuge griffen in der Marmarica die rückwärtigen Verbin-
dungen der Briten erfolgreich an. Begleitende Jäger schossen in Luftkämpfen
sechs feindliche Flugzeuge ab. — Bei Luftangriffen gegen die militärischen Anla-
gen der Insel Malta erhielt ein im Dock liegender britischer Zerstörer mehrere
Bombenvolltreffer. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen über der Insel
13 britische Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 13. 4. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren Abschnitt der Ostfront
unterstützten Kampf- und Jagdfliegerverbände die Operationen des Heeres mit
besonderer Wirkung. — Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Murmansk
mit guter Wirkung an. — In Nordafrika beiderseitige Artillerie- und Spähtrupp-
tätigkeit. Britische Kraftfahrzeugansammlungen wurden erfolgreich bombardiert.
— Die bei Tag und Nacht fortgesetzten Angriffe auf militärische Anlagen und Flug-
plätze der Insel Malta verursachten erneute Zerstörungen in den Zielen. —
Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen bei Tage am Kanal, im norddeutschen
Küstengebiet und vor der norwegischen Küste 15 feindliche Flugzeuge ab. —
Britische Bomber griffen in der letzten Nacht Westdeutschland an. Die Zivil-
bevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Flakartillerie und
Nachtjäger schossen neun der angreifenden Flugzeuge ab. — Ein im Westen ein-
gesetztes Jagdgeschwader errang am gestrigen Tage den 1000. Luftsieg.

Fiihrerhptquart., 14. 4. 42. (DNB.) OKW.: Wie bereits durch Sondermeldung
bekanntgegeben, griffen deutsche Unterseebote im Nordmeer einen aus Murmansk
ausgelaufenen Geleitzug an und versenkten zwei amerikanische Transporter mit
zusammen 12200 BRT., von denen einer bereits durch Bomben deutscher Flug-
zeuge beschädigt worden war. — Kampfflugzeuge versenkten aus Geleitzug einen
Tanker von 4000 BRT. und beschädigten ein großes Handelsschiff so schwer, daß
mit seinem Verlust gerechnet werden muß. — In der Marmarica wurden britische
Kraftfahrzeugansammlungen und ein Flugplatz bombardiert. — Die Angriffe auf
militärische Anlagen der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. —
Leichte Kampfflugzeuge griffen am Tage Hafenanlagen und Versorgungseinrich-
tungen an der englischen Südküste erfolgreich mit Bomben an und zerstörten
eine Fahrikanlage. — In der vergangenen Nacht bombardierten Verbände
schwerer deutscher Kampfflugzeuge einen versorgungswichtigen Hafen an der
Humber-Mündung mit guter Wirkung. — Eine geringe Anzahl britischer Bomher
versuchte in der Nacht zum 14. April das nordwestdeutsche Küstengebiet anzulflie-
gen. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. — Die Besatzung eines deut-
schen Flugzeuges, bestehend aus Oberfeldwebel Nitsch, Feldwebel Schäfer, Feld-
webel Richter und Obergefreiter Hartmann, hat ungeachtet stärkster feindlicher
Boden- und Jagdabwehr einen wichtigen Auftrag über dem Kanal von Suez mit
großem Schneid durchgeführt.

Führerhptquart., 15. 4. 42. (DNB.) OKW.: Erfolgreiche Angriffe deutscher
Kampfflieger richteten sich gegen Hafenanlagen und einen Flugplatz in Sewasto-
pol. —- In Nordafrika lebhafte beiderseitige Aufklärungstätigkeit. — Kraftfahr-
zeugansammlungen und Flugplätze der Briten wurden mit guter Wirkung bom-
bardiert. — Die Angriffe auf militärische Anlagen und Flugplätze der Insel Malta
wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. Dabei wurde ein Funkturm der Sende-
anlage Rinella durch Bombenvolltreffer zum Einsturz gebracht. Deutsche Jäger
schossen über Malta und vor der nordafrikanischen Küste neun britische Flug-
zeuge ab. — In Luftkämpfen über dem Kanal und an der norwegischen Küste
wurden am gestrigen Tage neun britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. —
Britische Bomber griffen in der vergangenen Nacht Westdeutschland an. Die Zivil-
bevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Flakartillerie und
Nachtjäger schossen zehn der angreifenden Bomber ab.
Seite 136 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1942, Bd. 34

Führerphtquart., 16. 4 42. (DNB.) OKW.: Bei Luftangriffen auf Murmansk
wurden zahlreiche Bombentreffer in Kai-Anlagen und Lagergebäuden erzielt.
Ein großes und zwei mittlere Handelschiffe gerieten in Brand. Begleitende Jäger

schossen sieben feindliche Flugzeuge ab. — In Luftkämpfen über dem Kanal und
bei Einflügen des Feindes in die Deutsche Bucht schossen Jäger und Marine-
arlillerie zehn britische Flugzeuge ab. — Kampfflugzeuge griffen in der Nacht

zum 16. April den wichtigen britischen Hafen- und Schiffsbauplatz Sunderland
an. Nach Bombentreffern schweren Kalibers wurden ausgedehnte Brände
beobachtet. — Britische Bomber führten in der letzten Nacht Störangriffe auf
verschiedene Orte in Westdeutschland durch. Die Zivilbevölkerung hatte geringe
Verluste. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen.

Führerhptquart., 17. 4. 42. (DNB.) OKW.: Bei Lutfangriffen auf rückwärtige
Verbindungen und Flugplätze der Sowjets erlitt der Feind empfindliche Verluste
an Flugzeugen und rollendem Material. — Auf der Halbinsel Kertsch wurden
Hafenanlagen mit guter Wirkung bombardiert. — Über dem Kanal und über der
englischen Südküste schossen deutsche Jäger am gestrigen Tage in Luftkämpfen
elf britische Flugzeuge ab. — Kampffliegerverbände griffen in der letzten Nacht
Versorgungsanlagen in Southampton mit beobachteter Spreng- und Brand-
wirkung an.

Führerhptquart., 18. 4 42. (DNB.) OKW.: Im Schwarzen Meer versenkten
deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Handelsschiff von 7000 BRT. — Die Luft-
waffe zerstörte Truppen- und Panzerbereitstellungen des Feindes und richtete
wirksame Angriffe gegen rückwärtige Verbindungen der Sowjets. — In der Zeit
vom 21. März bis zum 10. April 1942 verlor die sowjetische Luftwaffe 872 Flug-
zeugc; davon wurden 631 in Luftkämpfen und 95 durch Flakartillerie abgeschos-
sen, der Rest am Boden zerstört. — Während der gleichen Zeit gingen an der Ost-
front 88 eigene Flugzeuge verloren. — An der englischen Südküste wurden durch
leichte deutsche Kampfflugzeuge bei Tage verschiedene Hafenanlagen, bei Nacht
durch Kampffliegerverbände der Hafen von Southampton angegriffen und
schwere Schäden verursacht. — Britische Bomber flogen während des gestrigen
Tages unter starkem Jagdschutz in die besetzten Westgebiete ein. Von deutschen
Jägern gestellt, verloren sie in heftigen Luftkämpfen 17 Flugzeuge, darunter eine
Anzahl viermotoriger Bomber. Hierbei errang ein weiteres Jagdgeschwader im
Westen seinen tausendsten Luftsieg. — In den gestrigen Abendstunden griff eine
geringe Anzahl britischer Flugzeuge Industrieanlagen in Augsburg an. Es ent-
stand geringer Personen- und Sachschaden. Flakartillerie schoß drei der angrei-
fenden Flugzeuge ab. — In der letzten Nacht warfen britische Flugzeuge Bomben
auf Wohnviertel in Hamburg. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten
und Verletzten. Eine Anzahl von Häusern wurde zerstört oder beschädigt. Flak-
artillerie und Nachtjäger schossen sieben der angreifenden Bomber ab. — Damit
verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage und in der letzten Nacht 27
Flugzeuge.

Führerhptquart., 19. 4. 42. (DNB.) OKW.: Erfolgreiche Luftangriffe richteten
sich gegen den Kriegshafen Sewastopol und Hafenanlagen an der Kaukasusküste.
— Starke Kampf- und Sturzkampffliegerverbände griffen bei Tag und Nacht die
militärischen Anlagen der Insel Malta an. In den Staatswerften von La Valetta,
in Versorgungseinrichtungen, Betriebsstoff-, Torpedo- und Munitionslagern riefen
zahlreiche Bombenvolltreffer schwerste Zerstörungen hervor. Die Angriffe auf
die Flugplätze Luka, Halfar und Calafranca waren besonders erfolgreich; eine
Anzahl von Flugzeugen wurde am Boden zerstört oder beschädigt. — Kampfflieger-
verbände griffen in der letzten Nacht den kriegswichtigen britischen Hafen
Grimsby an. In Großmühlen und Dockanlagen entstanden starke Brände und
Explosionen. — Nach den im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten schweren
britischen Flugzeugverlusten, die sich auf 29 abgeschossene Flugzeuge erhöhten,
flog die britische Luftwaffe weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet
ein. — In der Zeit vom 20. März bis 10. April verlor die britische Luftwaffe 273
Flugzeuge, davon 97 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der glei-
chen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 66 eigene Flugzeuge verloren.

 ‚Führerhptquart., 20. 4. 42. (DNB.) OKW.: An der Kaukasusküste bombardier-
ten deutsche Kampfflugzeuge mit guter Wirkung Hafenanlagen und Versorgungs-
einrichtungen. Ein großer Sowjettanker wurde durch Bombentreffer beschädigt.
— Im südlichen Abschnitt der Ostfront schossen deutsche Jäger in Luftkämpfen,

Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT*“ Seite 137

ohne eigene Verluste, 22 feindliche Flugzeuge ab. — Bei erfolgreichen eigenen
Angriffunternehmungen im nördlichen Frontabschnitt wurden an einer Stelle in
mehrtägigen Kämpfen elf Geschütze sowie fünftig Granatwerfer und Maschinen-
gewehre vernichtet oder erbeutet. Starke Verbände der Luftwaffe griffen beson-
ders erfolgreich in die Erdkämpfe ein und zerschlugen rückwärtige Verbindungen
der Sowjets. -— Im Eismeer versenkten U-Boote aus einem Geleitzug heraus
gemeinsam mit der Luftwaffe zwei feindliche Schiffe mit zusammen 12000 BRT.,
darunter einen Tanker; drei weitere große Schiffe wurden beschädigt. Auf gelei-
tenden Kriegsschiffen wurden ebenfalls Treffer erzielt. — Die Großangriffe der
Luftwaffe gegen die militärischen Anlagen der Insel Malta wurden fortgesetzt.
Bombenvolltreffer schweren Kalibers verursachten besonders in Versorgungs-
anlagen umfangreiche Zerstörungen, Brände und Explosionen, und weitere
schwere Schäden entstanden in den Flugplatzanlagen der Insel. — Leichte deutsche
Kampfflugzeuge griffen am gestrigen Tage Fabrikanlagen und Schiffsziele an der
englischen Südküste mit Bomben und Bordwaffen an. — Hauptmann Ihlefeldt
errang an der Ostfront seinen 85. bis 88. Luftsieg.

Führerhptquart., 21. 4. 42. (DNB.) OKW.: Bei eigenen Angriffs- und Stoßtrupp-
unternehmungen im nördlichen Frontabschnitt wurden mehrere Ortschaften
genommen, feindliche Kampfanlagen zerstört und zahlreiche Waffen erbeutet.
Sturzkampfflieger zerstörten in kühnen Angriffen eine Anzahl von Brücken, die
für den feindlichen Nachschub von Bedeutung waren. — Starke Kampf- und
Jagdfliegerverbände setzten die rollenden Angriffe auf militärische Anlagen und
Flugplätze der Insel Malta mit vernichtender Wirkung fort. Im Seegebiet um
Malta und Nordafrika schossen deutsche Jäger sechs britische Flugzeuge ab und
zerstörten fünf weitere am Boden. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am
gestrigen Tage Eisenbahnanlagen an der englischen Südküste mit Bomben und
Bordwaffen an. — Ein einzelnes britisches Flugzeug, das in der letzten Nacht
einen Störflug in das Reichsgebiet unternahm, wurde in Süddeutschland zum
Absturz gebracht. — Hptm. Ihlefeld errang gestern an der Ostfront seinen 89.
bis 95., Oblt. Geißhardt der gleichen Jagdfliegergruppe seinen 52. bis 56. Luftsieg.

Führerhptquart., 22. 4. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren und nördlichen Ab-
schnitt der Ostfront wurden mehrere örtliche Angriffe des Feindes abgewiesen.
bei einem eigenen Angriff durchbrachen Verbände des Heeres und der Waffen-
74 zäh verteidigte feindliche Waldstellungen, machten eine größere Anzahl -Ge-
fangene und erbeuteten dreizehn Geschütze. Kampf- und Sturzkampfflieger-
verbände griffen Eisenbahnanlagen hinter der feindlichen Front an. Drei Muni-
tionszüge flogen nach Bombentreffern in die Luft. Zahlreiche Bahnstrecken wur-
den unterbrochen und umfangreiches rollendes Material zerstört. — In den mili-
tärischen Anlagen von La Valetta und auf den Flugplätzen der Insel Malta wur-
den durch rollende Luftangriffe erneute schwere Zerstörungen angerichtet. Der
Feind verlor durch Zerstörung am Boden neun und in Luftkämpfen über der
Insel sieben Flugzeuge. — Vor der englischen Südküste versenkten leichte
Kampfflugzeuge am gestrigen Tage ein feindliches Handelsschiff von 3000 BRT.
— In der letzten Nacht erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer mit nachfolgen-
der Explosion in einer Sprengstoffabrik in Südengland.

Das plötzlich einsetzende Tauwetter an der Südostfront stellte den Feldflugplatz
teilweise unter Wasser. Weltbild
Seite 138- „EL U GSPORT“ Nr. 9/1942, Bd. 34

= Segelflug

Großes Segelfliegerabzeichen ist ein fliegerisches Leistungsabzeichen (vgl.
„Flugsport“ S. 93) und kann nach den Bedingungen einer der folgenden
Leistungsgruppen erworben werden:

A. Leistungsgruppe 1.
Erforderliche Prüfungen und Nachweise:
1. Ausbildungsstufe:
Vollendete fliegerisch-vormilitärische Ausbildung nach den Ausbildungsvorschrif-
ten des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps:
a) Fliegerische Ausbildung,
b) Fliegerhandwerkliche Ausbildung,
c) Luftfahrtkunde.
2. Prüfungslehrgang auf einer Reichssegelflugschule:
Erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang zum Erwerb des Großen Segelflieger-
abzeichens.

B. Leistungsgruppe II.
Erforderliche Prüfungen und Nachweise:
1. Ausbildungsstufe:
Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer Klasse II.
2. Dauerflug:
Ununterbrochener Segelflug von mindestens 5 Stunden Flugdauer mit Rückkehr
zur Startstelle.
3. Höhenflug:
_ Dreimal 1000 m Höhengewinn mit einem Flug.
Das Abzeichen kann nur von Angehörigen des NSFK. und der Luftwaffe, in
Sonderfällen von Angehörigen der Flieger-HJ. erworben werden.

Schwanzloses Gummimotor-Flugmodell von Hitlerjunge Wolfgang Hölzer,
Königsberg (Pr.).

© Bisher erreichte Bestleistung 3 min 4 sec, Durchschnittsleistungen 1 min 30 sec.
Zahl der bisherigen vıüge 60 bis 70. Geschätzte Gleitzahl und geschätzte Sink-
geschwindigkeit 1:7; 0,70 m/sec.

Spannweite 1030 mm, Länge über alles 600 mm, Tragflügelinhalt 15,5 dm?. Flug-
gewicht 130 g. Flächenbelastung 8,4 g/dm?.

Einstellwinkel des Tragflügels 0°. Verwindung des Tragflügels (Differenz zwi-
schen dem Winkel des Endprofils und dem Winkel des Flügelwurzelprofils) 10°.

Gummistrangquerschnitt 72 mm?.

Luftschraubensteigung 400 mm, Luftschraubendurchmesser 380 mm.

Werkstoff für Rumpfwerk Balsa, Werkstoff für Tragwerk Balsa. Durchschnitt-
liche Rippenstärke 1 mm, durchschnittliche Spantenstärke 2X3 mm starke Stege.
Querschnitt der Rumpflängsholme 3X3 mm, Querschnitte der Tragflügelholme
bzw. Leisten 3X3, 3X10 mm. Stahldrahtdurchmesser des Fahrgestells 1,2 mm.

Sonstige Besonderheiten: Tragflügelmittelstück Clark Y, Außenflügel S-för-
miges Profil.
Nurflügel-Gummimotor-Flugmodell von Hitlerjunge Alfred Militky, Gablonz a. N.

Bisher erreichte Bestleistung 1 min 34 sec, Durchschnittsleistungen 1 min
20 sec, Zahl der bisherigen Flüge eiwa 25. Verhältnis von Kraftflugzeit/Gleitflug-
zeit 1:1,7. Geschätzte Gleitzahl und geschätzte Sinkgeschwindigkeit 1:8; 0,75
m/sec.

Spannweite 1030 mm. Länge über alles 520 mm. Tragflügelinhalt 12,8 g/dm‘,
Fluggewicht 104 g, Flächenbelastung 8,2 g/dm?.

Einstellwinkel des Tragflügels 1,5%. Verwindung des Tragflügels (Differenz
zwischen dem Winkel des Endprofils und dem Winkel des Flügelwurzelprofils 9°.

"Nr. 9/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT*“ Seite 139

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BER

1 GER BU \ III IT 1,01
ei 09

100 00

Nurflügel-Gummimotor-Flugmodell

berg (Pr.).

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7
& Be
AR

' Gummistrangquerschnitt 64 mm?.
Luftschraubensteigung 530 mm, Luftschraubendurchmesser 400 nim.
Werkstoff für Rumpfwerk Balsa, Werkstoff für Tragwerk Balsa. Durchschnitt-

liche Rippenstärke 3X5 mm starke Stege. Querschnitt der Rumpflängsholme 5X5
mm. Querschnitte der Tragflügelholme bzw. Leisten 4X4, 4X8, 3X8 mm.
Stahldrahtdurchmesser des Fahrgestells 1,2 mm.

Lichtbogenschweißtemperatur (Schweißhitze 3500°—4000° C) am + Pol beträgt
die Lichtbogentemperatur 600° C mehr als am — Pol. Aus diesen Gründen wird
der + Pol an das Werkstück gelegt, um es schnell heiß zu bekommen.

Patentschriften können Sie in der dortigen Auslegestelle einsehen. Sie finden

‚dort auch Verzeichnisse über Gruppeneinteilung der 89 Patentklassen: Luffahrt-

patente Kl. 62, Brennkraftmaschinen Kl. 46, Regler für Maschinen Kl. 60.
Patentzeichnungen Papiergröße 297 mm hoch, 210 mm breit (DIN A 4). Am

besten setzen Sie sich mit einem Patentanwalt in Verbindung.

Literatur.

Das Nationalsozialistische Fliegerkorps — die Vorschule der deutschen Flie-
ger. Von Arno Kehrberg, NSFK.-Brgf., Chef des Führeramtes des NSFK. mit

einem Geleitwort des Korpsführers des NSFK. Fr. Christiansen, General der Flie-

ger. 108 Abb., 6. Farbdrucktafeln. Verlag Bild und Buch, Anton Schuhmacher,

"Berlin SW 68, Lindenstraße 71.

„Das NS.-Fliegerkorps blickt jetzt“, so sagt der Korpsführer in seinem Geleit-

ı ; Wort, „auf eine Aufbauzeit von 5 ‚Jahren zurück, eine Zeit begeisterungsvoller

Einsatzbereitschaft. NSFK.-Führer und -Männer haben alles darangeseizt, mitzu-
helfen, die dem NS.-Fliegerkorps vom Führer und Reichsmarschall gestellten Auf-

von Hitlerjunge Alfred Militky, Gablonz a. N.

Links: Schwanzloses Gummimotor-Flugmodell
von Hitlerjunge Wolfgang Hölzer, Königs-

1
- 2 Zeichnungen NSFK.
Seite 140

„FLUGSPORT"

Nr. 9/1942, Bd. 34

gaben zur Durchführung zu bringen. Der Aufbau des NS.-Fliegerkorps ist durch-
geführt, die ihm gestellten Aufgaben werden erfüllt!“ —

Das NSFK. wurde bekanntlich am 17. 4. 37 vom Führer unter gleichzeitiger
Auflösung des Deutschen Luftsportverbandes (DLV.) gegründet. In den ersten
Kapiteln gibt NSFK.-Brgf. Kehrberg einen Überblick über die Vorgeschichte des
NSFK. und erläutert die Aufgaben und Ziele der Sturm- und Förderorganisation,
ferner in weiteren Kapiteln über die weltanschauliche Führung: Wehrsport und
Luftsport im NSFK.

Über die Verbundenheit der Luftwaffe und des NSFK. und der hier anfallen-
den Aufgaben stellt der Chef des Ausbildungswesens der Luftwaffe, General der
Flieger Kühl fest: „Der jetzige Krieg zeigt eindeutig, wie wertvoll diese Vor-
arbeit durch das NS.-Fliegerkorps für die Luftwaffe ist. Mit fortschreitender Ent-
wicklung wird diese Zusammenarbeit zwischen Luftwaffe und NS.-Fliegerkorps
immer enger und erfolgreicher werden. Das NS.-Fliegerkorps ist mithin ein
Faktor, der von der deutschen Luftwaffe nicht mehr fortzudenken ist.“

Die Richtlinien von der Zusammenarbeit von Hitlerjugend und NSFK. und
der dazu gehörigen Ausführungsbestimmungen werden von Obergebietsführer
Schlünder, Chef des Hauptamtes II und des Amtes Wehrertüchtigung der Reichs-
jugendführung, behandelt. An diesem Buch haben weiter mitgearbeitet: Obf.
Kunz, NSFK.-Obf. H. Hacker über das Führerkorps, Segelfiugstandartenführer
Eichhorn, fliegertechnische Ausbildung; NSFK.-Stbf. Solmecke, Ballonwesen;
NSFK.-Stbf. Petschelt, vormilitärische Bodenfunkausbildung, luftfahrkundlicher
Unterricht; NSFK.-HStf. Haas, Modellflug; NSFK.-HStf. Juhre.

Ein bedeutsames Buch in dem zum ersten Male lückenlos die vielseitigen
Arbeiten des NSFK. in übersichtlicher Weise aufgezeichnet werden.

Der Fingmotorenschlosser. Von Fliegerst.-Ing. Dr. Erwin Krause. Verlag
B. G. Teubner, Leipzig C 1. Preis kart. 1,50 RM.

Der Beruf des Flugmotorenschlossers hat in der Luftfahrtindustrie außer-
ordentlich hohe Aufgaben zu erfüllen. Hier gilt es, die Besten unserer Jugend
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Dabei gerset Die 2llajchıne des dr. en ton ic
-zentriertes Abwehrfeuer-der Küftenbatterien. —
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Nr. 29

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EIAAXIV. Jahrgang

Datum

. Mäi

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i ür di i ag: Civi i i .M., Hi burgplatz 8.
1 für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenietr Oskar Ursinus. Frankfurt a. M ‚ Hinden 3
ee DL.3 — Druck von Beörliers Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
“sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport“, Frankfurt a. M.,
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T GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN
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Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit ‚Nachdruck verboten‘ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 10 13. Mai 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 27. Mai 1942

Ansporn.

Die Entwicklung des deutschen Flugwesens schreitet unaufhaltsam
vorwärts. Das Tempo der Entwicklung muß beibehalten werden. Um wei-
tere Fortschritte zu erreichen, müssen Ziele und neue Aufgaben gestellt
werden. Die Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung hat, wie in ver-
gangenen Jahren, bereits wieder das Preisausschreiben für 1942 bekannt-
gegeben. Weiter gilt es darüber zu wachen, zu Leistungssteigerung auf
allen Teilgebieten anzuspornen. Der Ehrenpräsident Generalfeldmarschall
Milch und das Präsidium für Luftfahrtforschung haben daher beschlossen,
hervorragende Einzelleistungen auf dem Gebiet der Luftwissenschaft und
-technik in jährlicher Wiederkehr durch besondere Preise, wie wir sie an
anderer Stelle der Zeitschrift aufgeführt haben, auszuzeichnen. Es handelt
sich im zweiten Falle also nicht um ein Preisausschreiben, sondern um eine
Preisstiftung. Es kann sich also niemand auf Grund einer besonderen Ar-
beit um die Preise bewerben, sondern ein für die einzelnen Gebiete vom
Präsidium bestimmtes Preisrichterkollegium aus führenden Persönlich-
keiten entscheidet, wem in jedem Einzelfall ein Preis zuzuerkennen ist.

In den Jahren der Entwicklung des deutschen Flugwesens ist außer-
ordentlich viel stille Arbeit mit Begeisterung geleistet worden. Es ent-
spricht dem Empfinden unserer heutigen Zeit, wenn diese erfolgreichen
Arbeiten, zu der die Einzelnen aus eigenem Antrieb Leistungen vollbrach-
ten, anerkannt werden.

Segelilugzeug Mü 17 mit Schneekufen.

Um die Segelflugschleppschule auch im Winter bei hohen Schneelagen
auf Maschinen mit einziehbarem Fahrwerk durchführen zu können, hat die
FFG-München für das von ihr entwickelte Muster Mü 17 eine gefederte
Schneekufe entwickelt (Abb. 1—5). Vor allen Dingen wurde dabei darauf
Wert gelegt, den Umbau möglichst einfach durchzuführen und zur Ver-
ringerung des Widerstandes die Kufe einziehbar zu gestalten, eine Lan-
dung ist sowohl im ausgefahrenen als auch eingefahrenen Zustand möglich.

Das Untersetzen der beiden Schneekufen nimmt ungefähr 20 Minuten in
Anspruch.

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 29.
Seite 142 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1942, Bd. 34 Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 143

Abb. 3 u. 4. Schneekufenanbau Mü 17. Bild FFG
Links: Hauptschi. Rechts: Spornschi.

Die Betätigung erfolgt genau so, wie beim normalen einziehbaren Fahr-
werk der Mü 17.

Die Federung des Hauptschis erfolgt durch 4 Gummiringe (siehe
Abb. 5). Auf der Achse sitzt drehbar das Lagerrohr, auf welchem der Gleit-
bock befestigt ist. An den beiden Gleitführungen sind symmetrisch — um
ein Klemmen zu vermeiden — je zwei Gummiringe, die ihren Gegenhalt
am Lagerrohr haben, zur Federung angebracht. Außerdem gehen von den
Gleitführungen die Streben für die Befestigung des Schis ab.

Die Achse sitzt nun fest in den beiden U der Radgabel. Das Lagerrohr
mit Gleitbock und Federung kann sich auf der Achse drehen. Bei Belastung
der Schneekufe werden die Gleitführungen nach oben gedrückt und dabei
die Gummiringe gedehnt.

Ebenso leicht läßt sich der Spornschi auswechseln. Beim Umbau löst
man im Rumpf einen Splint, der den Sporn gegen Herausfallen sichert:
nimmt dann den Sporn heraus und setzt genau so wie den Sporn den Sporn-
schi — ebenfalls aus Esche mit Heraklitplatte — ein und sichert diesen
dann wieder mit dem Splint. Um ein Verdrehen des Schis zu verhindern.
wird der Spornschi — wie auf der Abb. 4 zu sehen ist — mit einem Schrau-
benbolzen an der Halterung des Spornes befestigt. Der Spornumbau dauert
ungefähr 15 Minuten. Die Federung des Spornschis erfolgt genau wie bei
dem normalen Sporn mit einer Druckfeder.

Abb. 1 u. 2. Mü 17 mit Schneekufen. Bild FFG.
Oben: Schneekufen ausgefahren. — Unten: Schneekufen eingefahren.

Aufbau des Hauptschis zeigt Abb. 5. Die Kufe — aus Esche mit kaurit-
verleimter Heraklitplatte — ist an einem federnden Lagerbock (siehe
Skizze) befestigt, dessen Achse der Radachse entspricht und in die beiden
nach unten offenen U der Fahrwerksgabel eingesetzt wird. Um den zum
Landen für die Schneekufen notwendigen Anstellwinkel zu haben, wurde
an der Kufenspitze ein Gummiseil angebracht, das mittels eines Karabiner-
hakens in eine am Rumpfboden angebrachte Öse eingehängt wird. Um ein
Schlagen der Kufen während des Fluges zu verhindern, wurde am hinte-
ren Teil der Kufe ein Halteseil befestigt, das ebenfalls mit einem Karabiner-
haken am Rumpf befestigt wird. Beim Umbau von Rad auf Schneekufe
braucht man also weiter nichts zu tun, als die beiden Schraubenbolzen im U
der Radgabel zu lösen, das Rad mitsamt der Achse herauszunehmen und
die Schneekufe einzusetzen. Dann hängt man das Gummiseil vorn und das
Halteseil hinten am Rumpf ein. Die vordere Schneekufe ist anklappbar.
| Abb. 5. Übersichts
zeichnung Schnee

kufenanbau
Mü 17.
a) Schneekufen-
esche
b) Heraklitbelag
c) Achse
d) Fahrwerks-U
e) Gleitführung
f}) Gummiring
g) Lagerrohr
h) Fahrwerk-
strebe.

Jagdilugzeug Focke-Wulf „Fw 190“. Werkbild

Zeichnung Flugspo

zZ

Seite 144 „FLUGSPORT" Nr. 10/1942, Bd. 34

Jagdflugzeug Focke-Wulf „Fw 190“ Weltbild

Jagdflugzeug Focke-Wulf „Fw 190“. Vgl. „Flugsport“ Nr. 9, S. 127, 1942.
Links: Dipl.-Ing. K. Tank, Konstrukteur der Fw 190. Bekannt durch seine grund-
legenden konstruktiven Arbeiten im Flugzeugbau. Schaffung des 4motorigen
Streckenflugzeuges „Condor“. Vgl. „Flugsport“ S. 696, 1937, und Nahaufklärers
„Fw 189“, Vgl. Nr. 8, S. 159, 1941. Werkbilder

Sturzkampfflugzeug Dornier Do 217.

Auf Grund der strategischen Erfahrungen der deutschen Sturzkampf-
waffe entwickelten die Dornier-Flugzeugwerke mit der Do 217 ein neues
zweimotoriges Sturzkampfflugzeug. Die beiden starken Doppelsternmoto-
ren der BMW-Flugmotorenwerke verleihen dem Bomber eine hohe Ge-
schwindigkeit, die fast an die der gegnerischen Jäger herankommt. Durch
die Anordnung der neuen Sturzflugbremse, die sich am Rumpfende schirm-

Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 145

Oben: Sturzkampfflugzeug Dornier Do 217 auf dem Anflug zum Feindziel.
Unten: Sturzkampfflugzeuge Do 217 auf ihrem Einsatzhafen. Weltbild

artig öffnet und schließt, erhält das Flugzeug eine hervorragende Stabilität
während des Sturzes. Bombenschächte großer Ausmaße ermöglichen die
Unterbringung von schwersten Bomben sowie Torpedos und Minen im
Rumpfinneren. Mit der Geschwindigkeit wurde auch die Zuladung dieses
Sturzkampfflugzeuges im Vergleich zu den bisherigen Mustern erheblich
vergrößert. Die starke, aus MG.s und Kanonen bestehende Bewaffnung
nach vorne findet eine Ergänzung in einer hinter dem Führerstand ange-
brachten Panzerkuppel, aus der mit schweren Waffen nach allen Seiten
geschossen werden kann. Das Flugzeug hat sich sowohl im Mittelmeerraum,
beim Kampf gegen die britische Schiffahrt, wie im Englandeinsatz und
Östfeldzug glänzend bewährt.

Sprungstart.

Den dem Flugzeug anhaftenden Mangel, zu Start und Landung
längere Bodenstrecken zu benötigen, hat man auf mannigfache Weise zıı
beseitigen versucht, ohne bisher eine allgemein befriedigende Lösung ge-
{unden zu haben. Die hierfür verwendeten Mittel lassen sich in drei
Gruppen einteilen:

1. Ausstattung der Tragflügel normaler Flugzeuge mit Vorflügeln
(Spaltflügeln), besonderen Klappen (z. B. Fowlerflügeln) und ähnlichen die
Frofilwölbung vergrößernden Flügelzusätzen, ferner durch Absaugen oder
Ausblasen der Grenzschicht.

2. Ausstattung des normalen Flugzeugs mit großem Energieüberschuß
m Triebwerk und besonderen Stützeinrichtungen, die ein steiles Aufstei-
gen — „wie an der Schraube hängend“ — ermöglichen, oder mit zusätz-
lichen Hubschrauben (Hubschrauben-Flugzeuge).

3. Ausstattung des Flugzeugs statt mit rumpffesten mit umlaufenden
Seite 146 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1942, Bd. 34

Abb. 1. Sprungstart eines Cierva-Tragschraubers „C 30" (Autogiro).
An der nach vorn geneigten Lage der Maschine ist zu erkennen, daß sie noch
nicht ihren Tragschrauber-Zustand erreicht hat. Archiv Flugsport

Flügeln, die für den Start antreibbar sind, für die Landung Eigendrehung
besitzen. Bu
Die zuletzt genannte Flugzeugart, der Sprungstart-Steilschrauber
(s. Abb. 1) hat bisher die eingangs erwähnte Lücke am ehesten auszufüllen
vermocht, allerdings unter Draufgabe wesentlicher Eigentümlichkeiten
des Flugzeugs, insbesondere unter Verzicht auf seine Fähigkeit zu größten
Geschwindigkeiten. u
Beim Sprungstart-Steilschrauber, von J. de la Cierva aus dem Trag-
schrauber („Autogiro“) entwickelt, erhält bekanntlich der Rotor der noch
auf dem Erdboden stehenden und gegen das Rückdrehmoment unempfind-
lichen Maschine vom Motor eine Drehzahl, die die der Eigendrehung
(, Autorotation“) erheblich übersteigt. Hierbei sind die Rotorflügel auf
einen Winkel eingestellt, der nur geringen Auftrieb und Luftwiderstand
zur Folge hat. Dieser Schwungradzustand gibt die Energie her, die erfor-
derlich ist, um für eine gewisse Zeitspanne ohne Zuführung eines motori-
schen Drehmoments den Rotor mit der hierfür nötigen Flügeleinstellung
als Hubschraube wirken lassen zu können. Nach dem Cierva-Verfahren
(DRP. 675 647, vgl. Patentsammlung des „Flugsport“, Band VII, S. 39) tritt
die Flügelumstellung bei der Umschaltung des Motors vom Rotor auf die
Verstell-Vortriebsschraube selbsttätig ein,
e und zwar mit Hilfe einer eigenartigen An-

—_f __——, lenkung der Flügel an die Nabe. Der Flügel

ist außer um ein senkrechte Schlagbewegun-
gen ermöglichendes Gelenk noch um einen
schräg zur Umlaufachse gerichteten Zapfen
S_ frei drehbar, und zwar so, daß sein Einstell-
winkel von der jeweiligen durch Dreh-
N 2 moment, Fliehkraft, Auftrieb und Wider-

N Abb. 2. Der Vorgang des Sprung-

starts; unten Anlaufstellung bei mo-
torischem Antrieb der Flügel, oben
Erreichung des Tragschrauberzu-
standes mit eingeschalteter Vor-
triebsschraube.

Archiv Flugsport

Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 147

stand sowie Trägheit des Flügels bedingten Lage im umlaufenden
System abhängig wird. Schwingt der Flügel — kurz nach Abschal-
tung des Motors — etwa waagerecht vor, so stellt der Schrägzapfen
ihn in einen größeren (Hub-)winkel; schwingt er — nach Verbrauch der
Schwungenergie, also bei beginnendem Tragschrauberzustand — zurück,
so gelangt der Flügel in kleine, auch negative Einstellwinkel. Die Maschine
fliegt nun, da inzwischen die Vortriebsschraube ihre volle Zugkraft erlangt
hat, als Tragschraube, d. h. etwa so, als ob der vom Rotor beschriebene
Kreis ein Starrflügel sei. Ein Rückdrehmoment tritt, sobald die Maschine
den Boden verlassen hat, nicht auf. _

Von außen betrachtet sieht der Vorgang wie in Abb. 2 dargestellt, aus,
Die Richtung der Auftriebskraft C wandert hierbei aus einer Lage hinter,
in eine solche kurz vor dem Schwerpunkt g. Bei dieser Maschine wird nach
DRP. 671 034 (Patentsammlung Band VII, S.5) in den selbsttätigen Umstel-
lungsvorgang durch eine mit einem Katarakt verbundene Verzögerungs-
einrichtung eingegriffen, die der Umstellung stets einen bestimmten zeit-
lichen Verlauf sichert.

Eine besondere Einrichtung für steile Landung ist beim Tragschrauber,
der ja praktisch unüberziehbar ist, nicht erforderlich. Abb. 3 zeigt eine
Landung des durch Nabenverschwenkung steuerbaren Cierva-Sprungstart-
Tragschraubers „C 30“ auf dem Schleppsegel eines Schiffes.

Interessant dürfte sein, daß der nicht weit vom Sprungstart entfernte
Steilschrauber-Gedanke faßt 100 Jahre alt ist. Im Jahre 1843 hat nämlich
der englische Physiker G. Cayley in „Mechanics Magazine“ seine Stellung
zu dem in derselben Zeitschrift kurz zuvor beschriebenen Flugzeugprojekt
Hensons (Abb. 4) dargelegt und zugleich Verbesserungsvorschläge ge-
macht. Die weitspannenden Tragflügel jenes Projektes — 45 m Spann! —
erschienen ihm bedenklich. C. schlug daher, vermutlich als erster die An-
ordnung mehrerer Decks übereinander und ferner aus Stabilitätsgründen
eine seitliche V-Stellung der tragenden Flächen vor. Ferner beanstandete
er, daß ein Luftfahrzeug wie das Hensonsche, das auf erheblicher Ge-
schwindigkeit beruhe, einen erhöhten Punkt zum Start benötige und nicht
auf engem Raum landen könne; es müsse auch, wenn möglich, auf einer
Stelle in der Luft verharren können. In diesen Angaben ist bereits der Kern
eines Hub- und Tragschraubers zu erkennen. Er ging aber weiter und gab,
um die Mängel des Hensonschen Projektes zu beseitigen, das in den Abb. 5
bis 7 dargestellte Luftfahrzeug an.

Am bemerkenswer-
testen ist bei diesem
Projekt die Ausbildung
der tragenden Organe
und deren Funktion; es
sind dies als ‚„flier“ be-
zeichnete Schrauben,
die je aus einer in Sek-
toren unterteilten Kreis-
fläche bestehen. Dar-
über heißt es im Text:
„Wenn von den Kreis-
ebenen nur ihre flächen-

Abb. 3. Ein Sprungstart-

Autogiro Cierva landet

auf dem Schleppsegel
eines Schiffes.

Archiv Flugsport

Seite 148 „rFLUGSPORT“ Nr. 10/1942, Bd. 34

Abb. 4. Hensons Flugmaschinen-Projekt aus dem Jahre 1842. archiv Flugsport

hafte Ausdehnung erforderlich ist, verbleiben sie in einem ebenen oder
besser in einem wie ein flacher Regenschirm leicht gekrümmten Zustande;
wenn jedoch Maschinenkraft zu ihrer gegenläufigen Drehung angewandt
wird, so werden sie hierdurch ohne anderes Zutun zu der „flier“-Form
geöffnet; auf diese Weise wird die Fläche in hohem Maße zum Schöpfen
gebracht, obwohl die Maschine ortsfest bleiben kann; die obere Kante
jeder Sektion ist bei diesen „fliers“ vorn. Wenn auch dem Cayleyschen
Frojekt die den Sprungstart bewirkende Schwungradfunktion der Hub-
und Tragflächen fehlt, so ist doch jedenfalls erstaunlich, wie nahe es an
die Cierva-Konstruktion zur Zeit der Stephenson und Watt herangekom-
men ist.

Natürlich scheiterte die Ausführung dieses Projekts an dem Nicht-
vorhandensein eines Motors von genügender Leichtigkeit. Dampfmaschinen
mit Röhrenkessel waren zu schwer; ein von Niepce gebauter Verbrennungs-
motor, der mit Lykopodium-Pulver betrieben werden sollte, erwies sich
als nicht brauchbar. Erst etwa 80 Jahre später war der erste Tragschrauber
und 90 Jahre später solche mit Sprungstart-
möglichkeit wieder erfunden und möglich ge-
worden, möglich geworden vor allem auch
durch die schöpferische Tätigkeit der Deut-
schen Otto, Daimler und Benz am Verbren-

nungsmotor.

Abb. 5—7. Cayley-Steilschrauber-Projekt aus dem
Jahre 1843. Die in V-Stellung stehenden Schrauben-

3 „) paare 1 öffnen ihre Kreissektoren, wenn motorisch
angetrieben, von selbst. Werden nur die Vortriebs-
schrauben 2 angetrieben, so wirken die Schrauben
mit geschlossenen Sektoren wie Flugzeug-Trag-

flächen.

Archiv Flugsport

Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 149

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I OBRTTEREITTHRITTERTTHTND) BONTERRHENBTRLLLRTEEETRRARL EINEN RD
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Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh
der Führer an: Hptm. H. Ihlefeldt, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Lt. Schneidig, Flug-
zeugf. einer Fernaufklärungsst., Oblt. G. Jakob, Staffelkapt. in einem Sturzkampf-
geschw., Stabsfw. Weigel, Flugzeugf. in einem Sturzkampfgeschw.

Zu „Pionieren der Arbeit“ ernannte der Führer am Nationalen Feiertag
Prof. Dr. Ernst Heinkel, Prof. Dr.-Ing. e. h. Ferdinand Porsche und Reichswirt-
schaftsmin. Walther Funk.

Preisausschreiben 1942.
der Lilienthal:Gesellschaft für Luftfahrtforschung umfaßt 5 Hauptgebiete:

Aerodynamik.

Es sollen Untersuchungen über die Druckverteilung an Tragflügeln für solche
Machschen Zahlen angestellt werden, bei denen die Höchstgeschwindigkeiten der
Luft am Tragflügel sehr nahe an die Schallgeschwindigkeit herankommen oder
sie um einiges übertreffen. Die zu entwickelnden Berechnungsmethoden sollen an
Tragflügeln mit abgerundeter Vorderkante erprobt werden, wie sie im Hoch-
geschwindigkeitsbereich als zweckmäßig angesehen werden. Eine Bearbeitung von
Versuchsergebnissen soll die Herleitung von praktisch anwendbaren Regeln lie-
fern. Die Ausdehnung der Untersuchungen auf Riümpfe ist erwünscht. Desgleichen
ist eine Erörterung der Stabilitätseigenschaften von Tragflügeln und Riümpfen bei
den hohen Geschwindigkeiten willkommen.

Flugzeugstatik.

Durch theoretische oder experimentelle Untersuchungen soll der heutige
Stand der Kenntnisse über die Vorgänge in überkritisch beanspruchten Blech-
feldern erweitert werden. Zu untersuchen sind Bleche mit vorwiegender Schub-
belastung, der auch eine Druckbelastung in einer oder zwei Richtungen überlagert
sein kann. Von besonderem Interesse sind geringe Überschreitungsgrade, etwa bis
zur 5fachen Knicklast, wobei auf die Rückwirkung der Deformation der Rand-
stäbe auf die Vorgänge im Blech Rücksicht genommen werden muß.

Flugmotorenbau.

Thema I. Es ist durch eine zusammenfassende Arbeit oder aber durch ein-
gehende Sonderbehandlung eines oder mehrerer Teilprobleme der Flugmotoren-
reglung der Stand der Entwicklung aufzuzeigen. Die Finflußgrößen sind kritisch
zu beleuchten, welche zur Erhöhung der Regelgenauigkeit einerseits und anderer-
seits der Betriebssicherheit bei konstruktiven Vereinfachungen der Regelanlagen
beitragen.

Thema Il. Es ist durch eine zusammenfassende Arbeit oder aber durch ein-
gehende Sonderbehandlung eines oder mehrerer Teilprobleme der Stand der Ent-
wicklung aufzuzeigen. Die Wege zur Schaffung einer Einheit von Motor und
Luftschraube, verbunden durch ein obigen Anforderungen gerecht werdendes
Getriebe, sind an rechnerischen oder entwurfsmäßigen Beispielen anzudeuten.

Funkwesen und Ausrüstung.

Thema I. Die Vor- und Nachteile der Frequenz- und Phasenmodulation sind
unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der Luftfahrt gegeneinander
abzuwägen. Die Methoden der Frequenz- und Phasenmodulation auf der Sende-
und auf der Empfangsseite sind kritisch zu ordnen. Es sind die Wege anzugeben,
wie Frequenz und Phasenmodulation neben dem Nachrichtenverkehr auch in den
übrigen Zweigen des Funkwesens, insbesondere für das Richtsenden und -empfan-
gen (Erzeugung und Ausnutzung von Richtdiagrammen) und für die Funknaviga-
tionshilfsmittel ausgenutzt werden können.
Seite 150 „FLUGSPORT" Nr. 10/1942, Bd. 34

Thema I. Es sind die schwingungstechnischen Zusammenhänge zwischen
Flugzeug- und Selbststeuerungseigenschaften darzustellen und die Bedingungen
zu ermitteln, unter denen voraussichtlich kritische Schwingungen in Erscheinung
treten werden. Ferner soll untersucht werden, welche Maßnahmen zweckmäßig
sind, um sowohl von seiten des Flugzeug- als auch des Gerätebaues das Auftreten
kritischer Schwingungserscheinungen von vornherein zu vermeiden oder nach-
träglich zu beheben.

Thema II. Die Erfahrungen über die für Langstreckenflug geeigneten Navi-
gationsverfahren sind zusammenzutragen. Die sich aus den Erfahrungen ergeben-
den Folgerungen sind darzustellen. Insbesondere ist eine kritische Beurteilung
über die Brauchbarkeit und die den Verfahren noch anhaftenden Mängel zu geben.
Es sind Vorschläge zu unterbreiten, wie durch Änderung oder Ergänzung der bis-
herigen Navigationsmethoden eine Verbesserung der Navigation für Langstrecken-
flug erzielt werden kann.

Waffenwesen.

Die eine Maschinenwaffe charakterisierenden ballistischen, mechanischen
und physikalischen Daten sind zusammenzustellen und ihr gegenseitiger Zusam-
menhang ist zu untersuchen. Ferner sind die für die Funktion der Waffe in ihrer
Gesamtheit als auch die für die wichtigsten Einzelvorgänge maßgebenden Gesetz-
mäßigkeiten zu entwickeln; es ist darauf hinzuweisen, an welchen Stellen empi-
rische Versuche die theoretischen Überlegungen zu ergänzen oder zu ersetzen
haben und welche Versuchsanordnungen dafür in Betracht kommen.

Als Bewerber sind nur Reichs- und Auslandsdeutsche arischer Abstammung
zugelassen und an Preisen insgesamt 12500 RM (für jedes Gebiet 2500 RM) aus-
gesetzt. Die Arbeiten, in deutscher Sprache und in Maschinenschrift ausgefertigt
und mit Kennwort versehen, sind im geschlossenen Umschlag mit der Aufschrift
„Preisausschreiben 1942 der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung“ bis zum
1. Januar 1943 an das Generalsekretariat der Gesellschaft in Berlin SW 11, Prinz-
Albrecht-Straße 5, einzusenden, das auch jede weitere Auskunft erteilt. Um
möglichst weite Kreise der deutschen Luftfahrttechnik zur Mitarbeit anzuregen,
sind in diesem neuen Preisausschreiben für einzelne Gebiete mehrere Themen
vorgesehen. .

Preise der Luftfahrt: für Wissenschaft und Technik
hat der Ehrenpräsident Generalfeldmarschall Milch und das Präsidium der Lilien-
thal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung mit Zustimmung des Reichsministers der
Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe für hervorragende Einzelleistung
auf dem Gebiet der Luftfahrt und Technik ausgesetzt.
Preis für naturwissenschaftliche Fortschritte (Carl-Bosch-Preis).

Durch diesen können Leistungen der verschiedensten Art, soweit sie die Luft-
fahrt fördern helfen, Anerkennung finden, so z. B. Fortschritte in der Strömungs-
forschung und ihrer Anwendung, auch auf dem Gebiet der Stoffkunde von den
Werkstoffen bis zu den chemischen Schutzmitteln gegen Vereisung, Neuerungen
bei Flugtriebwerken in der Physiologie.

Höhenflugpreis.
Schnellflugpreis (Ernst-Udet-Preis).
Weitflugpreis (Henke-von-Moreau-Preis).

Alle drei Preise können sowohl für wissenschaftliche Vorarbeit als auch für
erfolgreiche praktische Lösungen und nicht zuletzt auch für persönlichen fliege-
rischen Einsatz bei gefahrvollen Erstunternehmungen verliehen werden.
Flugtriebwerkspreis (Otto-Mader-Preis).

Dieser Preis soll für hervorragende Einzelleistung, konstruktive und wissen-
schaftliche Arbeiten als auch für fliegerischen Einsatz bei technisch gefahrvollen
Erstunternehmungen verliehen werden.

Instrumentenflug- und Navigationspreis.

Die Entwicklung des Flugzeuges zu einem vom Wetter unabhängigen Ver-
kehrs- oder Verteidigungsmittel ist abhängig vom Fortschritt des Instrumenten-
fluges. Preis kann für wissenschaftliche Vorarbeiten, technische Endlösungen oder
besonderen fliegerischen Einsatz bei der Erprobung vergeben werden.
Flugwaffenpreis
erfaßt das Gebiet der Bordfeuerwaffen und Abwurfmittel. In erster Linie sollen
erfolgreiche technische Endlösungen neben wissenschaftlich-technischen Lösungen
Anerkennung finden.

Preis der Luftfahrt zur Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses

Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 151

für Verdienste auf organisatorischem Gebiet sowie für technisch-wissenschaftliche
Lösungen bei der Nachwuchsförderung.
Preis der Luftfahrt für Literatur und die schönen Künste.

Für das Geschäftsjahr 1941/42 stellt die Lilienthal-Gesellschaft nachträglich
an Preisen in Aussicht: für den Höhenflugpreis, Schnellflugpreis, Weitflugpreis
je 15000 RM, für die übrigen Preise je 10000 RM.

Ausland.

Englischer Luftwaffenunfall ereignete sich, wie in einer Unterhaussitzung am
29. 4. mitgeteilt wurde, Mitte März. Die englische Luftwaffe hatte eine Übung an-
gesetzt, um Offizieren des britischen Heeres die Wirkung des Angriffes von Jägern
mit Bordwaffen auf Bodentruppen vorzuführen. Nachdem fünf Hurricane-Appa-
rate ihre Schüsse auf die befohlenen Ziele abgegeben hatten, schoß der sechste
eine Serie in die Gruppe der Zuschauer. 25 Offiziere wurden dabei getötet und
68 verletzt.

George, USA.-General, Befehlshaber des amerik. Fliegerkorps in Australien
mit einem amerik. Berichterstatter tödlich abgestürzt.

USA.-Flugzeugträger „Saratoga“, 33 000 t, 34 Knoten, 1101 Mann, 90 Flugzeuge
und „Yorktown“, 856 Mann, 60 Flugzeuge, 34 Knoten am 6. und 7. Mai See-
schlacht im Korallen-
Meer versenkt. Gesamt-
verlust der feindlichen
Flugzeuge in der See-
schlacht im Korallen-
Meer über 200 Maschi-
nen. 89 Flugzeuge wur-
den im Luftkampf ab-
geschossen, der Rest ist
mit Flugzeugträgern
untergegangen.

USA Martin-Flug-
boot XPB2M-1 70 t mit
vier Cyclone 18. Spann-
weite 60 m, Flugboot
zweistöckig, Länge 52
m. Fluggewicht 63,5 t.
Ende 1941 im Bau bei
den Glenn Martin Wer-
ken in Baltimore. Das Martin-Flugboot XPB2M-1. gild Aero Digest

Flugboot ist beim Probefliegen zu Bruch gegangen.

Luftwaffe.

Führerhptgrt., 23.4. 42. (DNB.) OKW.: Kampffliegerverbände griffen in der letz-
ten Nacht ein großes Rüstungswerk der Sowjets in Stalingrad an und erzielten
zahlreiche Bombentreffer mit nachfolgenden Bränden und Explosionen. — Ein
weiterer wirkungsvoller Luftangriff richtete sich gegen die Hafenanlagen von
Murmansk. — In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätigkeit. — Starke Kampf-,
Sturzkampf- und Jagdfliegerverbände setzten bei Tag und Nacht mit gutem Erfolg
die Angriffe auf die militärischen Anlagen und Flugplätze der Insel Malta fort.
In Luftkämpfen über Malta wurden neun britische Flugzeuge abgeschossen. —
Kampfflugzeuge erzielten bei Nachtangriffen Bombentreffer in einer Spreng-
stoffabrik in Südengland. — In der letzten Nacht warfen britische Flugzeuge
Bomben in Westdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Geringer
Sachschaden entstand vor allem in Wohnvierteln. Nachtjäger und Flakartillerie
schossen fünf der angreifenden Bomber ab. — Hptm. Ihlefeld errang am gestrigen
Tage an der Östfront seinen 98./101. Luftsieg. — Oberfeldwebel Gildner erzielte
in der Nacht zum 23. April seinen 30. und Oberfeldwebel Beier seinen fünfzehnten
Nachtjagdsieg.

Führerhptgrt., 24. 4. 42. (DNB.) OKW.: Im Seegebiet von Noworosijsk wurden
ein Sowjettanker und zwei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. —
Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Murmansk an und beschädigten
ein Handelsschiff durch Bombentreffer. — Die militärischen Anlagen von La
Valetta und die Flugplätze der Insel Malta erlitten durch rollende Luftangriffe

Seite 152 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1942, Bd. 34

erneute schwere Beschädigungen. — Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten
Nacht mit guter Spreng- und Brandwirkung Hafenanlagen an der englischen
Südküste. — Britische Bomber griffen in der Nacht zum 24. April Wohnviertel
verschiedener Orte im norddeutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung
hatte einige Verluste; vier der angreifenden Bomber wurden abgeschossen. —
In der Zeit vom 11. bis 20. April verlor die britische Luftwaffe 161 Flugzeuge,
davon 46 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit
gingen im Kampf gegen Großbritannien 25 eigene Flugzeuge verloren. — Ober-
leutnant Ostermann errang am gestrigen Tage seinen 83. bis 85. Luftsieg.

Führerhptgrt., 25. 4. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bombardierte mit guter
Wirkung Hafenanlagen an der Kaukasusküste und im Asowschen Meer sowie
rückwärtige Verbindungen der Sowjets. — Bei den bereits gemeldeten Angriffen
deutscher Kampfflugzeuge auf Murmansk schossen begleitende Jäger in hef-
tigen Luftkämpfen achtzehn feindliche Flugzeuge ab, darunter siebzehn vom
Muster Hurricane. — Italienische Flugzeuge griffen am 23. April überraschend
einen sowjetischen Flugplatz an und zerstörten neun feindliche Flugzeuge am
Boden. — In Nordafrika infolge schlechter Wetterlage nur geringe Aufklärungs-
tätigkeit. — Die Luftangriffe auf militärische Anlagen und Flugplätze der Insel
Malta wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. Zahlreiche Bombentreffer schweren
Kalibers verursachten neue umfangreiche Zerstörungen. — Am gestrigen Tage
schossen deutsche Jäger über der Kanalküste in Luftkämpfen mit starken briti-
schen Jagdverbänden acht feindliche Flugzeuge ab. — Leichte deutsche Kampf-
flugzeuge griffen bei Tage Fabrik- und Versorgungsanlagen in Süd-England mit
Bomben und Bordwaffen an. Als Vergeltung für wiederholte englische Luft-
angriffe auf deutsche Städte wurde die Stadt Exeter an der englischen Südküste
mit schwerer Wirkung bombardiert. — Britische Bomber griffen in der Nacht
zum 25. April Wohnviertel in Rostock an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an
Toten und Verletzten. Eine Anzahl von Wohnhäusern, Kulturstätten und Wohl-
fahrtseinrichtungen wurde zerstört oder beschädigt. Zwei der angreifenden Bom-
ber wurden abgeschossen. — Unteroffizier Rudolf Müller errang in Luftkämpfen
bei Murmansk an einem Tage fünf Luftsiege.

Führerhptgrt., 26. 4. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge bombardierten tags-
über kriegswichtige Anlagen in Leningrad und Noworossijsk sowie an der Kau-
kasusküste. — In der Zeit vom 11. bis 25. April verloren die Sowjets 312 Flugzeuge;
davon wurden 214 in Luftkämpfen und 35 durch Flakartillerie abgeschossen,
der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 36
eigene Flugzeuge verloren. — In Nordafrika warfen deutsch-italienische Truppen
britische Aufklärungskräfte zurück. Die Hafenanlagen von Tobruk wurden mit
guter Wirkung bombardiert. Begleitende deutsche Jäger schossen acht britische
Flugzeuge ab. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht einen
britischen Flugplatz am Suezkanal an. — Rollende Luftangriffe wurden während
des ganzen Tages mit starker Wirkung gegen Kasernen und Barackenlager der
Insel Malta geführt. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge versenkten am gestrigen
Tage vor der Insel Wight drei britische Handelsschiffe mit zusammen 10 000 BRT.
Britische Bomber, die im Laufe des gestrigen Tages unter starkem Jagdschutz
die Küste der besetzten Gebiete anflogen, wurden von deutschen Jägern gestellt.
In heftigen Luftkämpfen und im Abwehrfeuer der Flakartillerie verlor der Feind
19 Flugzeuge. — Zur weiteren Vergeltung für die britischen Luftangriffe auf
Wohnviertel deutscher Städte griffen starke Kampffliegerverbände in der letzten
Nacht zum Teil aus niedrigen Höhen die südenglische Stadt Bath mit vernich-
tender Wirkung an. — Ein weiterer Nachtangriff richtete sich gegen militärische
Anlagen an der schottischen Ostküste. — Britische Bomber griffen in der Nacht
zum 26. April erneut die Stadt Rostock an. Die Bombenwürfe erfolgten fast aus-
schließlich auf Wohnviertel der Altstadt. Die Zivilbevölkerung hatte zahlreiche
Verluste. Wertwolle Kulturdenkmäler und Wohlfahrtseinrichtungen wurden ver-
nichtet. — Störflüge britischer Flugzeuge führten nach Süddeutschland und in das
Protektorat. Nachtjäger schossen neun der angreifenden Bomber ab. — Oblt.
Geißhardt errang gestern an der Ostfront seinen 61. bis 67. Luftsieg.

Führerhptgrt., 27. 4. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum von Murmansk vernichteten
deutsche Jagdflugzeuge in Luftkämpfen neun feindliche Jäger ohne eigene Ver-
luste. — Die Luftangriffe auf die Insel Malta wurden mit starken Kräften und
guter Wirkung fortgesetzt. Leichte Kampfflugzeuge erzielten bei Tag Volltreffer
in Kasernen und in einer Fabrikanlage in Südostengland. — Im Seegebiet von

Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 153

Island wurde ein Vorpostenboot versenkt. — Stärkere Kampffliegerverbände
setzten in der letzten Nacht die Vergeltungsangriffe gegen England fort. Bei
guter Sicht wurde die Stadt Bath mit starker Wirkung bombardiert. — Britische
Bomber wiederholten in der Nacht zum 27. April ihre Terrorangriffe auf Wohn-
viertel der Stadt Rostock. Die Zivilbevölkerung erlitt weitere Verluste. Nach
bisherigen Meldungen wurden zwei feindliche Bomber abgeschossen.

Führerhptgrt., 28. 4. 42. (DNB.) OKW.: An der Eismeerfront wurden fünf
Sowjetbomber, die einen deutschen Flugplatz angriffen, vollständig vernichtet
und weitere drei Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane abgeschossen. — Starke
Verbände der Luftwaffe setzten die Angriffe auf militärische Anlagen der Insel
Malta fort. In La Valetta wurden an Kasernen und Versorgungsanlagen weitere
schwere Zerstörungen hervorgerufen. — Über der Küste der besetzten Westge-
biete verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage in Luftkämpfen, durch
Flak- und Marineartillerie 19 Flugzeuge. — Kampffliegerverbände führten in der
Nacht zum 28. April einen Vergeltungsangriff gegen die Stadt Norwich, die mit
zahlreichen Spreng- und Brandbomben belegt wurde. — Britische Bomber griffen
in der letzten Nacht ausschließlich nichtmilitärische Ziele in Köln an. Die Zivil-
bevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Zahlreiche Wohnhäuser,
Kirchen und Wohlfahrtseinrichtungen wurden zerstört oder beschädigt. — Ein
einzelnes britisches Flugzeug führte einen Störflug nach Süddeutschland und in
das Protektorat durch. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 12 der angreifenden
Flugzeuge ab. Mehrere britische Bomber wurden bei einem Nachtangriff auf die
norwegische Küste zum Absturz gebracht. Die britische Luftwaffe verlor damit
am gestrigen. Tage und in der letzten Nacht bei ihren Einflügen in die besetzten
Gebiete und in das Reichsgebiet mindestens 38 Flugzeuge. — Oblt. Schoenert
errang seinen 15. Nachtjagdsieg.

Führerhptgrt., 29. 4. 42. (DNB.) OKW.: Im Schwarzen und Asowschen Meer
wurden wirkungsvolle Luftangriffe gegen Hafenanlagen und Schiffe der Sowjets
geführt. — An der Eismeerfront schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste
15 feindliche Flugzeuge ab, darunter 14 vom Muster Hurricane. — In Nordafrika
wurde in der Gegend südostwärts Mechili ein britischer Vorstoß abgeschlagen.
Wirksame Luftangriffe richteten sich gegen britische Zeltlager und Kraftfahr-
zeugansammlungen bei Tobruk sowie gegen militärische Anlagen des britischen

Ritterkreuzträger: Von links nach rechts, obere Reihe: Obst. Raithel, Hptm. Seiler,
Hptm. Preßler, Hptm. Hans Wolff. — Untere Reihe: Hptm. Zemsky, Oblt. Vollmer,
Oblt. Wilhelm Kaiser, Ofw. Beier. Weltbild (8)
Seite 154 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1942, Bd. 34
Flottenstützpunktes Alexandria. — Starke Kampffliegerverbände führten die Zer-
schlagung militärischer Einrichtung auf der Insel Malta fort. — Leichte deutsche

Kampfflugzeuge griffen tagsüber Werftanlagen auf der Insel Wight und Eisen-
bahnziele der englischen Südküste mit Bomben und Bordwaffen an. Über der
Kanalküste schossen deutsche Jäger aus starken britischen Jagdverbänden ohne
eigene Verluste sechs feindliche Flugzeuge ab. — Als Vergeltung für die briti-
schen Luftangriffe auf Wohnviertel deutscher Städte griffen Kampffliegerver-
bände in der Nacht zum 29. April die englische Stadt York an. Zahlreiche große
und kleinere Brände sowie Explosionen ließen eine starke Wirkung des Angriffs
erkennen. — Britische Bomber griffen in der letzten Nacht das norddeutsche
Küstengebiet an. Der Angriff richtete sich vor allem gegen die Stadt Kiel. Die
Zivilbevölkerung hatte Verluste. Wohnhäuser, Krankenanstalten und Kultur-
denkmäler wurden zerstört oder beschädigt. Elf der angreifenden Bomber wurden
abgeschossen, drei weitere verlor der Feind bei einem Nachtangriff auf die
norwegische Küste. — Oblt. Eckardt errang seinen 14. bis 16. Nachtjagdsieg.

Führerhptgrt., 30. 4. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren und nördlichen Abschnitt
der Ostfront wurden eigene Angriffs- und Stoßtruppunternehmungen mit Erfolg
durchgeführt. Vereinzelte schwächere Angriffe der Luftwaffe auf Bahnanlagen
und rückwärtige Verbindungen erlitten die Sowjets empfindliche Verluste an
rollendem Material. — In Nordafrika infolge starker Sandstürme nur rege beider-
seitige Aufklärungstätigkeit. Flugpläte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht
mit guter Wirkung bombardiert. — Die Vergeltungsangriffe der deutschen Luft-
waffe gegen Großbritannien wurden fortgesetzt. In der Nacht zum 30. April
griffen Kampffliegerverbände bei guten Sichtverhältnissen die englische Stadt
Norwich an. In der Stadtmitte und in Industrieanlagen wurden umfangreiche
Brände und starke Explosionen beobachtet. — Bei einem feindlichen Luftangriff
auf die Vorstädte von Paris entstanden größere Gebäudeschäden und Verluste
unter der Zivilbevölkerung. — Einzelne britische Flugzeuge führten Störflüge
an der norddeutschen Küste durch. Zwei britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Führerhptgrt., 1. 5. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge griffen am Tage und
in der Nacht zum 1. Mai militärische Ziele in Sewastopol, Noworossijsk und Lenin-
grad mit guter Spreng- und Brandwirkung an. — In Luftkämpfen des gestrigen
Tages verloren die Sowjets 53 Flugzeuge, drei weitere wurden am Boden zerstört.
— Die Flugplätze der Insel Malta wurden bei Tage und bei Nacht mit guter
Wirkung bombardiert. — Kampfflugzeuge griffen in der vergangenen Nacht
Hafen- und Werftanlagen an der englischen Ostküste erfolgreich an. — Oblt.
Rück und Uffz. Quante einer Fernaufklärungsst. haben sich bei der erfolgreichen

Durchführung wichtiger Erkundungsaufträge gegen Großbritannien durch be-

sondere Kühnheit ausgezeichnet.

Fübrerhptgrt., 2. 5. 42. (DNB.) OKW.: Die Flugplätze der Insel Malta wurden
erfolgreich bombardiert. — Kampfflugzeuge griffen in der vorletzten Nacht
Hafenanlagen und Versorgungseinrichtungen von Port Said mit starker Spreng-
und Brandwirkung an. Ein großes Handelsschiff wurde in Brand geworfen. —
Leichte deutsche Kampfflugzeuge zerstörten bei einem Tagesangriff auf einen
südenglischen Flugplatz mit Bomben und Bordwaffen neun feindliche Flugzeuge
und schossen an der englischer Südküste ein Bewachungsschiff in Brand. —
In Luftkämpfen über den Küsten der besetzten Westgebiete schossen deutsche
Jäger am gestrigen Tage 13 Spitfires ab. — Die Versorgungsschiffahrt Groß-
britanniens und der USA. erlitt im Monat April einen Gesamtverlust von über
585 000 BRT. Die Kriegsmarine versenkte 81 Handelsschiffe mit 565 000 BRT. und
die Luftwaffe sechs feindliche Handelsschiffe mit 19 305 BRT. sowie ein weiteres
unbekannter Tonnage. Außerdem beschädigte die Luftwaffe weitere 14 Handels-
schiffe durch Bombentreffer schwer. — Hptm. Priller errang gestern im Westen
seinen 70. Luftsieg.

Führerhptgrt., 3. 5. 42. (DNB.) OKW.: In Luftkämpfen des gestrigen Tages
wurden 33 feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste abgeschossen. — Die An-
griffe auf britische Flugplätze der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht mit
guter Wirkung fortgesetzt. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge versenkten vor
der englischen Ostküste zwei im Geleit fahrende Handelsschiffe von zusammen
3500 BRT. und beschädigten ein weiteres durch Bombentreffer. Ein Aufklärungs-
flugzeug versenkte im Seegebiet der Shetlands einen Tanker von 800 BRT. —
In der Zeit vom 21. bis 30. April verlor die britische Luftwaffe 209 Flugzeuge,
davon 63 im Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen

Nr. 10/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 155

im Kampf gegen Großbritannien 45 eigene Flugzeuge verloren. — Britische
Kampfflugzeuge die in der Nacht zum 3. Mai das norddeutsche Küstengebiet anzu-
fliegen versuchten, wurden zum Abdrehen gezwungen. — Am gestrigen Tage
errangen an der Ostfront Lt. Koeppen seinen 80. bis 84., Lt. Graf seinen 70. bis 76.
und Feldwebel Steinbatz seinen 44. bis 49. Luftsieg.

Führerhptgrt., 4. 5. (DNB.) OKW.: Im Nördlichen Eismeer haben Unter- und
Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine im Zusammenwirken mit Verbänden der
Luftwaffe feindliche Geleitzüge, die durch starke Kampfgruppen gesichert waren,
in tagelangen Angriffen bei Sturm, hohem Seegang und Vereisung bekämpft. -—
Kampfflugzeuge versenkten drei Handelsschiffe mit zusammen 19000 BRT. und
beschädigten einen größeren Frachter schwer. — In Nordafrika Artillerie- und
Spähtrupptätigkeit. — Militärische Ziele auf Malta wurden am Tage, der Hafen
Alexandria bei Nacht durch die deutsche Luftwaffe angegriffen. — Im Kampf
segen Großbritannien erzielten leichte deutsche Kampfflugzeuge am Tage Bom-
benvolltreffer in kriegswichtigen Anlagen der Küstenstadt Hastings. — Als Ver-
seltung für die Terrorangriffe britischer Bomber .auf deutsche. Städte belegten in
der Nacht zum Montag starke Verbände von Kampfflugzeugen abermals die Hafen-
stadt. Exeter mit Spreng- und Brandbomben. — Versuche der britischen Luftwaffe,
unter starkem Jagdschutz am gestrigen Tage gegen die Kanalküste vorzustoßen,
wurden unter erheblichen Verlusten für den Feind abgeschlagen. Deutsche Jäger
und Flakartillerie brachten hierbei zehn feindliche Flugzeuge zum Absturz. —
Die britische Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht Wohnviertel in Hamburg,
vorwiegend mit Brandbomben an. Nachtjäger und Flakartillerie schossen fünf der
angreifenden Bomber ab.

Führerhptgrt., 5. 5. 42. (DNB.) OKW.: Der Hafen La Valetta und die Flugplätze
der Insel Malta wurden erfolgreich bombardiert. — Vorpostenboote schossen am
4. Mai zwei britische Bombenflugzeuge ab. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge
griffen am Tage Eisenbahnanlagen der englischen Küstenstadt Eastbourne mit
guter Trefferwirkung an. — Die britische Luftwaffe verlor am gestrigen Tage über
der Kanalküste in ikämpil und durch Flakartillerie 18 Flugzeuge. — Starke
Verbände deutscher Kampfflugzeuge belegten in der vergangenen Nacht den eng-
lischen Marinestützpunkt Cowes mit Spreng- und Brandbomben. — Britische

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: General der Flieger Förster, General der
Flieger Bogatsch, Fw. Ohlrogge, Oblt. Fritz Schulze; 2. Reihe: Oblt. Schweickhardt,
Oblt. Sattler, Oblt. Stepp, Oblt. Waldhauser. Weltbild (8
Seite 156

„FLUGSPORT“

Nr. 10/1942, Bd. 34

Bomber führten eine Reihe planloser Angriffe gegen ungeschützte kleinere Städte
und Landgemeinden in Süd- und Südwestdeutschland und gegen Wohnviertel in
Stuttgart aus. Ein britischer Bomber wurde abgeschossen.

Führerhptgrt., 6, 5. 42 (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge bombardierten mit guter
Wirkung militärische Anlagen in Sewastopol, auf der Halbinsel Kertsch und im
kaukasischen Hinterland. — Die Angriffe auf La Valetta und Flugplätze der Insel
Malta wurden mit guter Wirkung fortgesetzt. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge
griffen am gestrigen Tage Eisenbahn- und Fabrikanlagen der englischen Küsten-
stadt Folkestone erfolgreich an. — Planlose Störflüge britischer Bomber führten in
der Nacht zum 6. Mai nach Süddeutschland. Einzelne Bombenabwürfe auf kleinere
Städte und Landgemeinden verursachten geringen Sachschaden. Nachtjäger und
Flakartillerie schossen drei der angreifenden Bomber ab. — Lt. Koeppen errang
an der Ostfront seinen 85. Luftsieg.

15,5 km flog Benzinmotor-Wasserflugmodell des Hitlerjungen Roland Jebens.
Füßen. Das Modell wurde am 19. 3. vom Hopfensee bei Füßen (800 m) gestartet,
stieg schnell auf große Höhe und wurde durch Regenböen in Richtung Ammer-
gauer Berge entführt. Kam nach 16,27 Min. außer Sicht und mußte abgestoppt
werden. Nach 24 Min. wurde das Modell mittels Fernrohr noch einmal gesichtet
und später wurde es in 1400 m Höhe am Wolfskopf, östlich von Trauchgau, wieder
aufgefunden. Es war nach seinem Sturmflug, der bis etwa 1600 m Höhe geführt
haben muß, so glatt auf einem frisch geholzten Steilhang gelandet, daß nicht ein-
mal Luftschraube und Schwimmer Beschädigungen aufwiesen. Der Flug dürfte
etwa 35 Minuten gedauert haben und ging über eine Strecke von 15,5 km.

Spanische Flugmodellschulen in Sevilla und Granada eingerichtet worden.

Lufr- Post.

Duralumin-Rohrgewicht je m: 30 mm Außendurchmesser 0,5 mm Wanddicke
= 0,130 kg; 60 mm X 1 mm = 0,519 kg; 90 mm X 1,5 mm = 1,168 kg.

Arbeitsleistung einer Fliege im Flug, Versuchseinrichtung zur Bestimmung
hierfür finden Sie im „Flugsport“ 1911, S. 21, beschrieben. Zum Beispiel Zugkraft
im Fluge 0,4g. Mücke macht je nach Größe zirka 300 Flügelschläge je Sekunde.

Literatur.

Il Modello Volante Vademecum dell’Aeromodellista. Von Capitano Pilota
Gustavo Clerici. Verlag Movo Milano, Via Spirito 14. Preis 25 Lire.

Ausgehend von den Grundgesetzen der Aerodynamik sind die beim Bau von
Modellen nötigen Werkzeuge, die verschiedenen Bauweisen von Flügeln, Rümpfen,
Leitwerksteilen, Fahrwerk und Luftschrauben besprochen. Besonders eingehend
ist der Aufbau in Schablonen, Bespannung, Herstellung von Schrauben, auch
solche mit wegklappbaren Flügeln, behandelt. Als Baupläne sind beigegeben
Gummimotor - Modell - Rumpfhochdecker. Sehr praktisch und belehrend sind die
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Warumkipptder,Storch’

daß ein Flugzeug normalerweise dabei abkippen würde. Warum erfolgt das

bei einem Anstellwinkel Beim „Storch“ nicht?
von über 30° nicht ab? Der rechteckige Flügel mit dem durchlaufenden, besonders wirksam gestalte-
ten Vorflügel und der erprobten Spaltklappe verträgt die größten Anstell-
Ausderlä . d.derBahnnei winkel und liefert hohe Auftriebswerte.
‚ Aus derLängsneigung und <@7 1° naigung Eine derartige Sacklandung erfolgt doch sicher mit hohen Sinkgeschwindig-
ergeben sich in der Dreipunktlage, die die . " ,
ie keiten. Hält das Fahrwerk dies denn aus?
Voraussetzung der Sacklandung mit kür-
Das finden Sie erklärt in der nächsten Anzeige, die an derselben Stelle veröffentlicht v ird N S %L % BR ER
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zestem Auslauf ist, derartige Anstellwinkel,
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XXXIV.Jahrgang / Nr. 11 Mittwoch, 27. Mai 1942

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zentriertes Abwehrfeuer der Küftenbatterien. —
Mit nur einem Motor, die Luftfchraube deg
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
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ohne Schwierigkeit ihren Einfaghafen.

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Nr. Datum Li

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Zu 14 8. Juli

u 15 22. Juli

| 16 5. August

| 17 19. August

«18 2. September
19 16. Septembeı
20. 30. September |
21 14. Oktober

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
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Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 11 27. Mai 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 10. Juni 1942

Tradition.

Das technische Fühlen und Denken war die Voraussetzung für die Ent-
wicklung deutscher Technik und Wissenschaft und dadurch jetzt der deut-
schen Waffenschmiede.

Deutscher Erfindergeist schuf den Otto-Motor und den Dieselmotor;
deutsche Jugend den Segelflug in der Zeit tiefster Erniedri gung.

Solche fortschrittliche Leistungen können nicht von heute auf mor-
gen, auch nicht nur mit finanziellen Mitteln hervorgebracht werden. Hierzu
gehört, daß den tätigen Menschen technisches Denken nicht nur von einer,
sondern seit mehreren Generationen zur Gewohnheit geworden ist. Die
Liebe und Begeisterung für die Technik liegt dem Deutschen nun einmal
im Blut. Handwerkliche Tradition führt auf die ältesten Zeiten zurück. Ein
solches Menschenmaterial wird daher leichter auf große technische Lei-
stungen anzusetzen sein als wie ein solches, welches sich nur mit Handel
befaßte.

Flugtechnik und Wissenschaft sind seit 1933 durch eine weitsichtige
Staatsführung gesteuert worden. Das Ergebnis ist der heutige beispiellos
hohe Stand der Entwicklung deutscher Flugzeug- und Motorenindustrie.

Unsymmetrisches Flugzeug BV 141. NN

Blohm & Voß Flugzeugwerke haben für die deutsche Luftwaffe mit \
dem Baumuster BV 141, ein im Aufbau und Formgebung völlig neuartiges
Flugzeugmuster entwickelt, das bei seinen ersten Einsätzen im Östfeldzug
überragende Erfolge verzeichnen konnte.

Dieses erste unsymmetrische Flugzeug der Welt ist eine Schöpfung
des Chefkonstrukteurs der Flugzeugwerke Blohm & Voß, Wehrwirtschafts-
führer Dr.-Ing. Vogt.

Das auf dem schlanken Rumpf sitzende Leitwerk ist, wie die Abb.
zeigen, unsymmetrisch ausgebildet. Der Rumpf sitzt auf der linken und
clavon getrennt auf dem rechten Flügel eine geschlossene Vollsichtkanzel
für 3köpfige Besatzung, die sich nur wenig über dem Bereich der Flügel-
tiefe erstreckt. Dadurch, daß das Höhenleitwerk unsymmetrisch ausgebaut
Seite 158 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1942, Bd. 34

ti

BV 141 unsymmetrisches Flugzeug im Flug.

Blohm & Voß BV 141 unsymmetrisches Flugzeug.

Vollsichtkanzel des unsymmetrischen Flugzeuges BV 141. Hinteransicht.
Werkbild (4)

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FrLUGSPORT“ Seite 159

ist und einseitig aus dem Luftstrahl herausragt, wird die Längsstabilität des
Flugzeuges erhöht. (Vgl. Patentsamml. Nr. 28.)

Flügel durch Knick der Enden leichte V-Form.

Fahrwerk seitlich in den Flügel hochziehbar. (Vgl. Abb.)

Bewaffnung Kanonen und Maschinengewehre.

Doppelsternmotor Zylinder BMW 801.

Bereits seit geraumer Zeit läuft die BV 141 im Großserienbau in den
in Ostdeustchland gelegenen Flugzeugwerken der Firma Blohm & Voß.
Der damit garantierte, in immer gesteigertem Umfang möglich werdende
Einsatz dieses Flugzeuges bedeutet eine wesentliche Stärkung der Schlag-
kraft unserer Luftwaffe.

Doppelstern-Einspritzmotor BMW 801.

Baumuster BMW 801 ist ein luftgekühlter 14 Zyl. 4-Takt-Doppelstern-
Einspritzmotor mit Untersetzungsgetriebe und Lüfter für Motorkühlung.
Zur Aufladung dient ein einstufiges Kreiselgebläse mit zwei selbsttätig ge-
schalteten Ladegängen (Abb. 1 u. 2).

Bauart des BMW 801 als vollkommene Motoranlage mit Einbautrag-
ring und Motorverkleidung, sowie als nackter Motor mit Luftschrauben-
verstellgetriebe. Zylinder-Kühlluftleitblechen und Einbauzwischenring
mit Gummilagern.

Luftschraubenverstellung durch VDM-Verstellgetriebe und Verstell-
gerät. Für Normalbetrieb selbsttätig druckölbetrieben und gesteuert durch
Regler für jeweils gleichbleibende gewählte Drehzahl. Für stillstehenden
Motor und Bedarfsfälle elektrische Verstellmöglichkeit durch Hand-
schaltung.

Zur Vereinfachung der Bedienung im Flug haben die Motoren ein
Kommandogerät mit Einhebelbedienung für Ladedruck- bzw. Drehzahl-
wahl und selbsttätige Reglung von Ladedruck, Drehzahl, Gemischbildung,
Zündzeitpunkt und Ladergangschaltung.

Motorgehäuse besteht aus den 6 Hauptbauteilen: Kurbelgehäuse, Ge-
triebegehäuse, Ladergehäuse, Einströmgehäuse, Geräteträger und Ölsumpf.

Kurbelgehäuse aus Stahl, dreiteilig, in den Zylindersternmittelebenen
geteilt und zwischen den Zylinderöffnungen durch Stiftschrauben verbun-
den. Kurbelwelle im Gehäusemittelteil in einem Kugellager und im Ge-

Abb. 1. BMW 801 Doppelsternmotor — Seitenansicht. Werkbild (9)
Seite 160. „FLUGSPORT“ Nr. 11/1942, Bd. 34

häusevorder- und Hinterteil in je einem Rollenlager gelagert. Zylinder-
befestigung 16 Stiftschrauben. Im vorderen und hinteren Kurbelgehäuse-
teil sind an den Außenseiten je ein Bund mit Laufbüchsen für die Nocken-
trommel der Ventilsteuerung und Anschlußflächen für den Anbau der
Stößelträgerringe und Steuerungsantriebe angeordnet, sowie am Umfang
die Anschlußstutzen der Ventilstoßstangenschutzrohre eingeschraubt.

Getriebegehäuse unmittelbar am Kurbelgehäusevorderteil ange-
flanscht. Enthält Stirnrad-Umlaufgetriebe für den Antrieb der Luft-
schraube mit der vorderen Lagerung der Luftschraubenwelle, das Luft-
schraubenverstellgetriebe sowie die Antriebe für den Zündmagnet, den
Drehzahlregler, das Luftschraubenverstellgerät, das Lüfterrad und die
Getriebeabsaugpumpe. Zum Getriebegehäuse gehört ferner der vordere
Lagerdeckel, in dem das Lüfterrad in 2 Kugellagern gelagert ist. .

Ladergehäuse mit angegossenen Stutzen für die Laderrohranschlüsse
zu den Zylindern ist am Kurbelgehäusehinterteil angeflanscht. Es trägt die
vordere Lagerung der Laderradwelle und hat am Umfang über dem Lader-
rad Leitschaufeln zur Umwandlung der Energie der mit hoher Geschwin-
digkeit austretenden Ladeluft in Druck.

Einströmgehäuse mit den Drosselklappen am Ladergehäuse angebaut.
In ihm sind ferner die hintere Lagerung der Laderradwelle, der Laderrad-
antrieb, der Waffengeberantrieb und der Ölpumpenantrieb eingebaut. Für
den Anbau des Zwischentragringes zum Einbautragring um Umfang des
Einströmgehäuses 12 Augen für durchgehende Befestigungsschrauben.

Geräteträger am Einströmgehäuse angeflanscht. Trägt die Antriebe
für Kraftstoff-Förderpumpe, Einspritzpumpe, Stromerzeuger, Luftpresser,
Drehzahlgeber und Kommandogerät, sowie die Zentralmutterbefestigung
für den Anlasser. 5 5

Am Kurbelgehäuse und Ladergehäuse ist für den Ölrücklauf der Öl-
sumpf angebaut, der diese beiden Gehäuseräume miteinander verbindet.

Kurbelwelle, vierteilig, mit zwei um 180° versetzten Kurbelzapfen im
Kurbelgehäuse, dreifach gelagert, und zwar im vorderen und hinteren
Gehäuseteil mit je einem Rollenlager und im mittleren mit einem Kugel-
lager, das auch die Längskräfte aufzunehmen hat.

Die beiden mittleren Kurbelschenkel sind durch eine verschraubie
Zahnverbindung am mittleren Lagerzapfen, die beiden äußeren Schenkel
am Hubzapfen durch eine lösbare Preßverbindung verbunden. Die Gegen-
gewichte zum Massenausgleich sind an den vier Kurbelschenkeln befestigt.

Pleuelsterne des hinteren und vorderen Zylindersternes sind gleich.
Hauptpleuel im hinteren Stern ist dem Zylinder 8 und das im vorderen
Stern dem Zylinder 9 zugeordnet. Die beiden Hauptpleuel sind am Hub-
zapfenlager ungeteilt und gleiten auf dem Hubzapfen mit einem Blei-

bronzelager. Die sechs
Nebenpleuel jedes
Sternes sind im Haupt-
pleuelkopf durch Bol-
zen angelenkt und
drehen sich in der An-
lenkbohrung und in
der Kolbenbolzenboh-
rung mit Bronze-
büchsen.

Kolben 5 Kolben-
ringe, von denen die
unteren 2 als Ölab-
streifringe ausgeführt
sind. Kolbenbolzen,
schwimmend gelagert,
sind gegen seitliches

Abb. 2. BMW 801 Dop-
pelsternmotor — Ansicht
auf Geräteträger.

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 161

—
Verschieben durch Pilze gesichert. Schmierung der Kolbenbolzen durch
Bohrungen in Pleuel- und Kolbenbolzenauge mit Schleuderöl.

/ylinder bestehen aus einer verrippten Stahllaufbüchse mit unlösbar
aufgeschrumpftem Leichtmetall-Zylinderkopf. Zylinderköpfe des vorderen
Sternes haben die öldicht verschlossenen Schwinghebelgehäuse mit fest
eingeschraubten Stoßstangenschutzrohren nach vorne und die des hinteren
Sternes nach hinten angegossen. Je Zylinder ein Auslaß- und ein Einlaß-
ventil. In dem Zylinderkopf für die Ventilführungen Bronzebüchsen, sowie
für das Auslaßventil ein warmfester Stahlsitz und das Einlaßventil ein
Aluminiumbronzesitz eingeschrumpft. Für die nach vorne gerichteten
Zündkerzen und die hinten angeordnete Einspritzdüse sind in dem Zylin-
derkopf von innen Gewindebüchsen aus Bronze eingeschraubt. Zur Mes-
sung der Zylindertemperaturen ist an jedem Zylinderkopf unter dem Aus-
laßanschluß ein Gewinde für ein Einschraubthermoelement vorhanden.

Ventile sind hängend zueinander unter einem Winkel im Zylinderkopf
angeordnet. Auslaßventil hat zur besseren Wärmeabfuhr im Schaft und
Ventilteller Natrumfüllung und gegen vorzeitige Abnutzung bzw. Korro-
sion eine Hartmetallauflage am Schaftkopf und an der Ventilsitzfläche. Je-
des Ventil wird durch 3 ineinanderliegende zylindrische Schraubenfedern,
die durch Federteller und geteilte Keilkegel gehalten sind, auf seinen Sitz
gedrückt. Federringe an den Schäften verhindern bei Federbruch ein Her-
einfallen der Ventile in den Zylinder.

Schwinghebel haben eingepreßte Bronzebüchsen für die Lagerung auf
den Schwinghebelbolzen, die schwimmend im Schwinghebelgehäuse in ein-
sepreßten Bronzebüchsen gelagert sind. Auf der Ventilseite ist ein frei
bewegliches Kugeldruckstück in Druckpfanne und auf der Stoßstange
angeordnet. Schwinghebellagerung und die beiderseitigen Druckpfannen
werden durch die Ventilstössel, Stoßstangen und Bohrungen im Hebel mit
Drucköl versorgt. oo

An den Zylindern sind die zur Druckbelüftungsanlage gehörigen Luft-
leiinleche fest angebaut und verbleiben beim Abbau der Zylinder mit
diesen verbunden. Nur die Manschette am Flansch ist vor Lösen der Zylin-
derbefestigungsmuttern abzunehmen bzw. nach endgültigem Festschrau-
ben des Zylinders anzubringen.

Steuerung der Ventile (Abb. 3) eines jeden Sternes gesondert durch je
eine auf dem hinteren
bzw. vorderen Lager-
bund des Kurbelgehäu- Emsteiscrausel
ses auf Bronzebüchsen Kunpel ELa8

oberer Federteller —

laufende Nockentrom- = $
mel über Stössel und N

=

Stoßstangen. Nocken- ee ——
trommel mit je 2 Nok- Be.
kenbahnen werden durch
je ein doppeltes Stirn-
räderpaar von der Kur- seeunsenmer
belwelle aus mit einer ——— f
Untersetzung von 1:8 im raus.
Kurbelwellendrehsinn "ep;
angetrieben. Ventilstös-
sel für Auslaß- und Ein-
laßventile laufen mit

Deckel z Schwinghebe!kammer,

Ventilstäßel
Steuerrolle

— Antriebsrad
-—Tauf Kurbelwelle fest)

Steuerungsantrieü

Rollen auf je einer Nok-
kenbahn und sind in je
einem an der vorderen
oder hinteren Kurbel-
gehäusewand ange-
flanschten Stössellager-
ring, durch Drucköl ge-
schmiert, geführt. Ventil-
Stoßstangen haben bei-

Abb. 3. Steuerung des Dop-
pelsternmotors BMW so1.

£hinteren Stern

5 __— Lagerbügel
Vorgelege
Stößelring

Stoßstangen- |
schutzrohr

Stoßstange
Seite 162 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1942, Bd. 34

beiderseits Kugelköpfe mit Bohrungen für die Durchführung des Schmier-
öles von den Stösseln zu den Schwinghebeln. Sie sind durch die im Zylin-
der fest eingeschraubten Stoßstangenschutzrohre und im Kurbelgehäuse
eingeschraubten Schlauchverbindungsstutzen öldicht eingeschlossen.

Der Lader ist ein Kreiselgebläse mit einer im Betrieb mittels Lamel-
lenkupplung umschaltbaren Zweigangübersetzung für Boden- bzw. [löhen-
betrieb. Laderrad wird von der Kurbelwelle durch einen Drehfedersta
über ein als elastische Kupplung ausgebildetes Antriebszahnrad und das
vom Kommandogerät abhängig von Flughöhe und Ladedruck selbsttätig
geschaltetes Zweiganggetriebe angetrieben. Ladeluft wird aus dem Stau-
raum vor dem Motor entnommen und durch 2 Kanäle in der Motorverklei-
dung zu den Ansaugkrümmern und dem Einströmgehäuse mit den Drossel-
klappen geführt. In den Ansaugkrümmern vorgesehene, federbelastete
Warmluftklappen öffnen sich bei Vereisung der vor ihnen in den Ansaug-
kanälen angeordneten Gitter durch den dabei entstehenden Unterdruck
selbsttätig. Die Drosselklappen im Einströmgehäuse werden über das
Kommandogerät bei Ladedruckwahl vorverstellt und auf den gewählten
Ladedruck sowie bei Luftdruckveränderungen selbsttätig eingeregelt.

Bosch-Zwillings-Zindmagnet mit 2 vollkommen getrennten elektri-
schen Zündsystemen ist am Getriebegehäuse oben angebaut. Der vom
Zünder erzeugte hochgespannte Strom wird den Zündkerzen durch eine
vollentstörte Kabelleitung zugeführt. Von den 2 Zündkerzen je Zylinder
sind die einlaßseitigen sowie auslaßseitigen Kerzen zu je einem Zünd-
kerzensatz zusammengefaßt, und es kann jeder Zündkerzensatz getrennt
oder gleichzeitig ein- oder abgeschaltet werden. In den Zündmagnetantrieb
im Getriebegehäuse ist eine Verstellvorrichtung eingebaut, die eine Ver-
drehung des zünderseitigen Antriebes zum motorseitigen und damit die
Zündzeitpunktverstellung ermöglicht. Diese Verstellung wird durch das
Kommandogerät selbsttätig über einen Duz-Zug geregelt. ,

Kraftstoff-Förderpumpe, am Geräteträger angebaut, saugt durch 2
Leitungen den Kraftstoff aus dem Vorratsbehälter über den „Filter-Brand-
hahn“ in der einen und über die „Filter-Brandhahn-Handpumpe“ in der
anderen Leitung an und drückt den Kraftstoff durch eine Leitung zum
Fliehkraftentlüfter der Einspritzpumpe (Abb. 4). Der hier entlüftete Kraft-
stoff wird sodann weiter zu den Einzelpumpen der Einspritzpumpe ge-

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cc
_ ckluftanschluß me S90
- Fitter-Brandhahn- Absperrhahn Dru “ Ming

Anschluss Für Kraftstoffentnahme

Kraftstaffbehälter

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Kraftstoff - Druckmesser 4 N Einspritzpumpe
Kraftstoff- Rücklertung Entlüftungsleitung Pendel — Entlüfter “

Hohlschraube mit
_—— Kraftstoff-Filter Zentrifugal-Enttüfter

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Kraftstoff tunentlüftet) Kraftstoff tentlüftet) Abgeschiedene Luf q R

Abb. 4. Kraftstoffleitungsplan des Doppelsternmotors BMW 801.

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ni dhah FT | af Entlüftung des >
ilter-Brandhahn u ) „Kraftstoff - Druckreglers

ng

,

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 163

drückt, die den Kraftstoff unter hohem Druck über die Einspritzdüsen,
feinstens zerstäubt, in die jeweils zugeordneten Zylinder einspritzen. Die
erforderliche Einspritzmenge wird, den verschiedenen Motorbelastungen
entsprechend, vom Kommandogerät über den Gemischregler stebsttätig ge-
regelt. Vom Fliehkraftentlüfter der Einspritzpumpe abgeschiedene Luft
wird mit einer Teilmenge Kraftstoff zum Zwecke der nochmaligen Ent-
lüftung durch die Überströmleitung dem Pendelentlüfter zugeführt. Der
hier entlüftete Kraftstoff wird in die über den Filter-Brandhahn führende
Saugleitung der Förderpumpe wieder zugeleitet, während die abgeschie-
dene Luft, die nunmehr nur noch wenig Kraftstoff enthält, durch die Ent-
lüftungsleitung in den Vorratsbehälter zurückgeleitet wird.

Um die Möglichkeit zu haben in Notfällen den Kraftstoff aus den Be-
hältern schnell ablassen oder aus zusätzlichen Kraftstoffbehältern Kraft-
stoff in den Entnahmebehälter leiten zu können, ist ein Druckluftanschluß
am Geräteträger vorgesehen, von dem Druckluft vom Ladergehäuse ent-
nommen und in die Kraftstoffbehälter geleitet werden kann.

Zur Überwachung des Kraftstoffdruckes ist an der Pumpe ein An-
schluß für eine zu einem Druckmesser zu führende Leitung angebracht.
Der vorgeschriebene Kraftstoffdruck ist am Reglerventil, das zuviel ge-
förderten Kraftstoff in die Saugleitung zurückleitet, einregelbar. Rechts-
drehen (nach abgenommener Kappe) an der geschlitzten Schraube ergibt
Druckerhöhung, Linksdrehen Druckverminderung. Der Entlüfteranschluß
des Druckreglers darf nicht verschlossen werden.

Um zum Anlassen des Motors mittels Handpumpe die Kraftstoffleitun-
gen entlüften und Kraftstoffdruck geben zu können, ist in der Kraftstoff-
Förderpumpe auf beiden Saugseiten je ein Umgehungsventil vorgesehen.

Die Motoranlagen haben Druck-Schmierstoffumlauf nach dem Trok-
kensumpfverfahren (Abb. 5). Schmierstoff wird aus dem Vorratsbehälter
durch die Vorlaufleitung von der Vorlaufpumpe angesaugt und zu dem
Ölkühler gedrückt. Der höchstzulässige Druck in den Ölkühlern von 12.5
atü kann durch das Ventil nachgestellt werden. Schmierstoff fließt durch
die hintereinander geschalteten Ölkühler, tritt von diesen kommend in die
Saugleitung der Hauptdruckpumpe ein und wird von dieser über das sich
selbst reinigende Ölspaltfilter zu den Schmierstellen des Motors bzw. Öl-

zum Getriebe zur Steuerung vorne 7 Getriebeölrücklauf - Schmierstoffbehälter
N zum Behälter !
Getriebeölrücklaut AM. von Vorlaufpumpe Rücklauf zum Eahälter
j zum Kühler
Getriebeöl- zur Steuerung hinten Warmoiı zum Kühler
Absaugpumpe
ur Rückförderpumpe

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Ölkühler zum Öldruckrmesser
von Voriaufpumpe
zum Kühler zur Vorlaufpumpe

Ölsumpf

vom Ölkühler zur/ Rücklauf von Rücklauf vorn Warmölanschluß LIT WermölanschluR
Druckößumpe Schwinghebeigehäusen Schiammablaß Gerätsiräger Enttüftungs-Ülabscheider zum Behälter Zum mbror

Abb. 5. Schmierstoffleitungsplan des Doppelsternmotors BMW 801.

Ölvorlauf vorm Behälter
Seite 164 „FLUGSPORT* Nr. 11/1942, Bd. 34

druckentnahmestellen gedrückt. Ein Rückschlagventil hinter dem Spalt-
filter verhindert den Rücklauf des Schmierstoffes aus dem Motor während
des Stillstandes.

Der vorgeschriebene Betriebsdruck von 8—9 atü bei betriebswarmem
Schmierstoff wird durch das Ventil eingestellt. Bei kaltem, dickflüssigem
Schmierstoff wird die Feder des Überdruckventils durch Öldruck weiter
vorgespannt, so daß sich das Ventil erst bei 15 atü öffnet. Die Steuerung
des Öldruckes geschieht durch einen ‚von einem Thermostat gesteuerten
Schieber. Der vom Kurbelgehäuse, Ladergehäuse und Geräteträger in
den Ölsumpf zurückgeflossene Schmierstoff wird von der Hauptrückför-
derpumpe in die Ölrücklaufleitung zum Vorratsbehälter geführt. Die im
Ölsumpf des Getriebegehäuses eingebaute obere Getriebeabsaugpumpe
befördert das dort angesammelte und die untere Absaugpumpe das von der
Lüfterabdichtung abgelaufene Öl zurück in die Druckleitung der Rück-
förderpumpe.

Die Rückförderpumpe für den Schwinghebelschmierstoff saugt den
aus den Schwinghebelkammern zurückgeflossenen Schmierstoff durch
Sammelleitung ab und drückt ihn über die Druckleitung der Hauptrück-
förderpumpe zurück in den Behälter.

Zur Vereinfachung der Auswechslung von Motoranlagen sind Vor- und
Rücklauf-Druckmesser- und Behälterleitungsanschlüsse zu einem Trag-
ringschild geführt, der mit dem Motortragring verbunden, also zellenfest
ist. Zum Auffüllen und Entlüften des Ölkühlers wird durch Anschluß I
warmer oder nach besonderer Vorschrift mit Kraftstoff verdünnter
Schmierstoff eingepreßt, während die Luft und kalter Schmierstoff bei
Anschluß II entweichen kann.

Der Vorratbehälter wird durch Anschluß III aufgefüllt. Für das Ein-
pressen von Schmierstoff zu allen Schmierstellen vor dem Anlassen des
Motors ist Anschluß IV vorgesehen.

Zur Entnahme des Öldruckes für den Druckanzeiger ist ein Anschluß
angebracht, der durch Leitung mit dem Tragringschild verbunden ist.

Bei den Motoren BMW 801 C werden die Ölkühler und der Tragring-
schild nicht mitgeliefert. Die Anschlüsse sind sinngemäß dem Öldrucklauf-
schema entsprechend an der Ölpumpe vorzunehmen.

. Getriebe des Motors BMW 801 ist Gleichlaufgetriebe, d. h. Luft-
schraube und Kurbelwelle haben beide Rechtsdrehsinn vom Gerätträger
aus gesehen. Die Kraft wird dabei von der Kurbelwelle durch ein in Keil-
bahnen auf ihr befestigtes Kupplungsrad über einen Innenzahnkranz,
sechs Stufen-Umlaufräder und ein im Getriebegehäuse feststehend gehal-
tertes Sonnenrad durch den Planetenradträger auf die mit diesem verbun-
dene Luftschraubenwelle übertragen.

Getriebe des Motors BMW 801 B ist Gegenlaufgetriebe, d. h. die
Kurbelwelle hat, vom Geräteträger aus gesehen, wie beim Motor BMW
801 A und C Rechtsdrehsinn, jedoch die Luftschraube Linksdrehsinn. Die
Kraft wird bei diesem Getriebe von der Kurbelwelle durch ein in Keil-
bahnen auf ihr befestigtes Antriebsrad über sechs am Umfang verteilte,
im Getriebegehäuse festgelagerte Zwischenräder auf ein Innenzahnrad,
das auf der Luftschraubenwelle festsitzt, übertragen.

Luftschraubenwelle ist mit ihrem motorseitigen Ende in einer in der
hohlen Kurbelwelle eingesetzten Bleibronzebüchse und im Getriebe-
gehäuse vorne in einem hochschultrigen Kugellager, das auch den Luft-
schraubenschub aufnimmt, gelagert. Auf der Luftschraubenwelle ist eines
der inneren Zahnräder des Luftschraubenverstellgetriebes fest und das
andere sowie das Luftschraubenverstellrad drehbar gelagert. Zur Ölab-
dichtung des Wellenaustritts aus dem Getriebe sind auf der Luftschrauben-
welle ein Dichtringträger mit 2 federnden, in der Luftschraubenverstell-
hülse anliegenden Dichtringen und auf der Verstellhülse Ölrückförder-
gewinde angeordnet. Für die Befestigung der vorgesehenen VDM-Voll-
verstell-Luftschraube trägt das vordere Wellenende Keilbahnen und
Nabenmuttergewinde. Im Getriebegehäuse sind ferner eingebaut:
das Luftschraubenverstellgetriebe, das als Umlaufuntersetzungsgetriebe
ausgebildet ist, mit dem Zwischenantrieb zu dem ebenfalls am Getriebe-
gehäuse angebauten Luftschraubenverstellgerät,

Nr. 11/1942, Bd. 34 „"FLUGSPORT“ Seite 165

der Lüfterantrieb, der von einem mit der Luftschraubenwelle umlaufenden
Antriebrad angetrieben, über ein durch einen Drehfederstab verbundenes
Zwischenvorgelege-Zahnräderpaar zum Lüfterantriebsrad führt,
die Lagerung des Lüfterrades, das mit 3,2facher Luftschraubendrehzah
im Luftschraubendrehsinn läuft, vorne im Gehäuseabschlußdeckel in zwei
Rollenlagern mit Ölabdichtung des Wellenaustritts durch Rückförder-
gewinde,
der Zündantrieb mit Zündzeitpunktverstellvorrichtung,
der Drehzahlreglerantrieb von dem mit der Luftschraubenwelle umlaufen-
den Antriebszahnrad zu dem am Getriebegehäuse angebauten VDM-Reg-

er und

der Schmierstoffabsaugpumpenantrieb vom gleichen Antriebszahnrad der
Luftschraubenwelle über Stirn- und Kegelräder zur ebenfalls eingebauten
Doppel-Absaugpumpe für den Ablauf-Schmierstoff vom Lüfterantrieb und
vom Getriebeghäuse.

Für die BMW 801-Motoren werden VDM-Luftschrauben verwendet,
die zwischen den beiden Anschlagstellungen „Start“ für kleinste. Steigung
und „Segelstellung“ für geringsten Blattwiderstand im Fluge bei stehen-
dem Motor durch eine am Motor angebaute VDM-Verstellanlage in ihrer
Blattsteigung geregelt werden.

; Die Luftschraubenverstellanlage besteht aus einem im Fluge grund-
sätzlich zu wendenden selbsttätig gesteuerten hydraulischen und einem
handgeschalteten elektrischen Teil für die Verstellung der Schrauben-
blätter bei Einstellarbeiten am Gerät am Stand, wenn kein Öldruck vor-
handen ist, bei etwaigem Ausfall der Druckölversorgung sowie für das
Abstellen eines im Flug ausgefallenen Motors durch Verstellen der Luft-
schraube auf Segelstellung.

Die Verstellanlage umfaßt den am Getriebegehäuse angebauten und
durch Zahnräder vom Getriebe aus angetriebenen Drehzahlregler, das
ebenfalls am Getriebegehäuse angebaute elektrische hydraulische Ge-
triebegehäuse eingebaute Verstellgetriebe, dessen Aufgabe es ist, die Ver-
stellkraft von dem im Raum feststehenden Verstellgerät auf die mit der
Lufischraube umlaufende Blattverstelleinrichtung in der Luftschrauben-
nabe zu übertragen. _

Der Drehzahlregler hat die Aufgabe, den hydraulischen Teil des Ver-
stellgerätes so zu steuern, daß trotz sich ändernder Betriebsbedingungen
eine gewählte und eingestellte Drehzahl aufrechterhalten wird. Er ist
ein, auf einen hydraulischen Steuerkolben wirkender, federbelasteter
Fliehgewichtsregler, dessen
Federspannung vom Komman- Ss

dogerät aus durch Duz-Ge 2 S

stänge mit der Ladedruckwahl | =>

auf einen bestimment Wertein- ——<

gestellt wird. Mit der Einstel- _ A N EEE
lung der Federspannung wird ZN 7 Ve Da
gleichzeitig der Steuerkolben ISIN. R

verschoben, auf dessen eine
Seite die Federspannung und
auf dessen andere Seite die :
Verstellkraft des Reglers ein-
wirkt. Durch diesen Vorgang
wird je nachdem, in welchem
Sinne die Federspannung ver-
ändert wird, der Arbeitsöl-
strom auf die eine oder andere
Seite des Druckölmotors des
Verstellgerätes geleitet, so daß
dieser in einen oder anderen
Sinne umläuft und dement-

E nn

Abb. 6. Luftschraubenverstell-

geräte des Doppelsternmotors
BMW 801.

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NEN EN,
Seite 166 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1942, Bd. 34

sprechend die Steigung der Luftschraubenblätter solange verstellt, bis sich
Verstellkraft des Reglers und Federspannung in der Mittellage des
Steuerkolbens das Gleichgewicht halten und die Ölzu- und -abfuhr zum
bzw. vom Druckölmotor wieder unterbrochen ist. Bei sich ändernden Flug-
betriebsbedingungen ändert sich auch die Drehzahl und damit die Ver-
stellkraft des Reglers, so daß der Steuerkolben aus seiner Mittellage ver-
schoben wird und der Regelvorgang in gleicher Weise erneut vor sich
geht, bis wieder das Gleichgewicht und damit die eingesteuerte Drehzahl
des Motors erreicht ist.

Im Regler ist ferner eine Zahnradpumpe eingebaut, die das aus dem
Motor-Schmierstoffdrucknetz entnommene Öl auf den zum Betreiben des
Verstellmotors im Verstellgerät nötigen Druck bringt.

Das elektrisch-hydraulische Verstellgerät (Abb. 6) hat die Aufgabe,
ie Verstellkraft zu liefern und auf das im Getriebegehäuse des Motors
eingebaute VDM-Verstellgetriebe zu übertragen. Zu diesem Zweck arbeitet
sowohl der selbsttätig durch den Drehzahlregler gesteuerte Druckölmotor
als auch der handgeschaltete Umkehr-Elektromotor unter Zwischenschal-
tung von Federsperren auf ein Ausgleichgetriebe. Wird hydraulisch ver-
stellt, so hält die auf der elektrischen Seite angeordnete Sperre das Sonnen-
rad des Ausgleichgetriebes, das über in Zahnradvorgelege mit dem Elektro-
motor gekuppelt ist, fest, während der Druckölmotor über ein Zahnrad-
vorgelege den Planetenradträger antreibt und so die Drehkraft auf das mit
Innen- und Außenverzahnung versehene Gehäuse des Ausgleichgetriebes
überträgt. Bei elektrischer Verstellung wird umgekehrt der Planetenrad-
träger durch die auf der Hydraulikseite angeordnete Sperre festgehalten,
während der Elektromotor das Sonnenrad antreibt und die im Raume fest-
stehenden Planetenräder die Drehkräfte auf die Innenverzahnung des Ge-
häuses übertragen. Auf diese Weise kann unabhängig von einander ent-
weder hydraulisch oder elektrisch verstellt werden.

Die beiden Endstellungen der Luftschraubenblätter „Startstellung”
und „Segelstellung“ werden am Verstellgerät durch den eingebauten
selbsttätigen elektrisch-hydraulischen Endbegrenzungsschalter gesteuert.
der verhindert, daß die beiden Endstellungen überfahren werden, was
durch je einen Steuerschieber bewirkt wird, der durch je einen vom Aus-
gleichgetriebe angetriebenen Nocken gesteuert wird und Drucköl auf
einen, dem Öldruckmotor vorgeschalteten, Absperrkolben leitet.

Außerdem ist im Verstellgerät noch ein elektromagnetisch betätigter
hydraulischer Abschalter eingebaut, der beim Einschalten der elektri-
schen Verstellung den hydraulischen Teil selbsttätig ab- und beim Aus-
schalten der elektrischen Verstellung wieder einschaltet.

Zur Überwachung der Blattstellungen ist am Verstellgerät ein Antrieb
für einen VDM-Stellungsanzeiger vorgesehen.

Während die hydraulische Verstellung der Luftschraubenblätter und
die zur Aufrechterhaltung der eingestellten Drehzahl bei Veränderungen
der Flug-Betriebsbedingungen erforderliche Nachregelung vollkommen
selbsttätig vor sich geht, muß die elektrische Verstellung von Hand ge-
schaltet werden. Zu diesem Zweck ist im Führerraum ein Hand- oder
Daumenschalter mit den Stellungen „aus“, „Drehzahl srößer“, „Drehzahl
kleiner“, „Segelstellung“ (beim Daumenschalter nicht vorhanden) ein-
gebaut, der zur Einstellung der Startstellung vor dem Anlassen und. falls
die hydraulische Verstellung einmal versagen sollte, der zur Aufrecht-
erhaltung der dem gewählten Ladedruck zugeordneten Drehzahl sowie
während desFluges den Erfordernissen entsprechend betätigt werden muß.

Das Verstellgetriebe, das im Getriebegehäuse des Flugmotors eingebaut
ist, besteht aus zwei Stirnrad-Umlaufgetrieben. die in einem mit dem Ge-
triebegehäuse verschraubten Stahlring in der Weise angeordnet sind, daß
der innen und außen verzahnte Planetenradträger des einen Umlaufge-
triebes im Stahlring drehbar gelagert, während der der anderen fest-
gehalten wird.

In die Außenverzahnung des Planetenradträgers des auf der Motor-
seite liegenden, drehbar gelagerten Umlaufgetriebes greift über ein Zwi-
schenrad das Antriebszahnrad des Verstellgerätes ein, während die Außen-
verzahnung des auf der Luftschraubenseite angeordneten Umlaufgetriebes
zur Halterung gegenüber dem Stahlring dient. Die Planetenräder des auf

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 167

der Motorseite liegenden Umlaufgetriebes greifen mit der halben Zahn-
breite in ein fest mit der Luftschraubenwelle verbundenes Sonnenrad und
mit der anderen Hälfte der Zahnbreite in ein auf der Luftschraubenwelle
zwischen den beiden Umlaufgetrieben drehbar gelagerten Zwischenrad
ein. Die Umlaufräder des auf der Luftschraubenseite angeordneten Um-
laufgetriebes greifen mit der halben Zahnbreite ebenfalls in dieses Zwi-
schenrad und mit der anderen Hälfte in ein auf der Luftschraubenwelle
drehbar gelagertes Sonnenrad ein, das mit der Verstellhülse gekuppelt ist.

Die Wirkungsweise dieser Getriebeanordnung ist folgende:

Solange das Verstellgerät in Ruhe ist, wird bei laufendem Flugmotor
das Sonnenrad des auf der Luftschraubenseite liegenden Umlaufgetriebes
über die Planetenräder der beiden Umlaufgetriebe und das Zwischenrad
mit der Drehzahl der Luftschraubenwelle im gleichen Drehsinn verdreht,
so daß es gegenüber der Luftschraubenwelle in Ruhe ist. Infolgedessen ist
auch die Verstellhülse gegenüber dem Verstellgetriebe in der Luftschrau-
bennabe in Ruhe, und die Blatteinstellung wird nicht beeinflußt.

Wird jedoch durch das Verstellgerät der Planetenradträger des auf
der Motorseite liegenden Umlaufgetriebes verdreht, so wird das Sonnen-
rad des auf der Luftschraubenseite angeordneten Umlaufgetriebes eben-
falls um ein gewisses Maß verdreht, weil die Zähnezahl der beiden Sonnen-
räder (70 Zähne) von der des Zwischenrades (73 Zähne) verschieden ist.
Die Verstellhülse wird hierdurch gegenüber der Luftschraubenwelle ver-
dreht und überträgt diese Verdrehung auf die Blattverstellvorrichtung in
der Luftschraubennabe.

Das Kommandogerät ist eine sinnvolle Zusammenfassung aller zur
Einstellung und selbsttätigen Regelung von Ladedruck, Motordrehzahl,
Gemisch, Zündung und Laderschaltung notwendigen Regel- und Steuer-

- geräte zu einem einzigen Gerät mit nur einem Leistungswählhebel für den
Flugzeugführer. Neben der großen Entlastung für den Flugzeugführer
wird durch die mit diesem Gerät erzielte günstigste Abstimmung der ein-
zelnen Wirkungsgrößen zueinander größte Betriebssicherheit und wirt-
schaftlicher Betrieb des Motors gewährleistet.

Zur Versorgung des Kommandogerätes mit Steuer- und Schmieröl ist
ein eigener Kreislauf für ein dünnflüssiges, kältebeständiges Öl vorgese-
hen. Im Kommandogerät ist zu diesem Zweck eine vom Motor angetrie-
bene Druck- und Absaug-Zahnradpumpe eingebaut. Die Druckpumpe
saugt den Schmierstoff aus dem zellenseitig angebauten Behälter und

Lagerbock für Befestigung Ouz-Bestänge für Dux-Gestänge Stützring Angriffspunkt des
Verstellhebei Drosseliring - Verstellung Duz-Gestänges am
\ Drossellring
Verstellhebel
Verstellbarer Zu S IN
Haubennasenring r— " \ Verstellbarer
Drossellring
Ausgleichring z

Avl
Duz-Gestänge für
Haubennasen- Verstellung

Einoauring

Rolle für Lagerung des
Ausgleichringes

m ver Ye > j .
— NE; am AR \ u
Winkelhebel X \ \ Y / I 'Austrittspalt

der Motorkühlluft

—— a ellenverkleidung
1% -

Ausgleichsring

Lagerbock
A

Austrittenalt der Qikühltuft Winkelhebel- Drehpunkt Winkelhebel
Abb. 7. Haubennasen- und Drosselringbetätigung des Doppelsternmotors BMW 801.
Seite 168 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1942, Bd. 34

drückt ihn über ein Spaltfilter zu den Steuerkolben und Schmierstellen.
Die Absaugpumpe saugt das im Kommandogerät sich sammelnde Rück-
{lußöl ab und fördert es zum Behälter zurück. Für etwa im Kommando-
gerät sich ansammelnden Ölschlamm ist unten am Kommandogerät ein
Ablaßanschluß angeordnet.

Zur Druckbelüftung der gesamten Motoranlage beim Baumuster 801
(Abb. 7--9) dienen Luftleitbleche an den Zylindern, die Motorverkleidung
mit vorderem und hinterem Drosselring zur Regelung der Kühlluft für
Ölkühler und Motor und das Lüfterrad, das die gesamte Luftmenge für
Verbrennung, Zylinder- und Ölkühlung in den Stauraum vor den Motor
drückt. Durch die Druckbelüftung wird auch bei geringem Staudruck
beim Lauf im Stand und kleiner Fluggeschwindigkeit beim Steigen der
Motor bei geringstem Leistungsaufwand ausreichend gekühlt. Die vom
Lüfterrad in den Stauraum geförderte verdichtete Luft wird durch die
Luftleitbleche gezwungen, an den eng angeordneten Zylinderrippen vor-

izuströmen.

be Die Ausführung und der Anbau der Luftleitbleche ist so, daß jeder
Zylinder gesondert und die Zylinderköpfe auf Vorder- und Hinterseite
durch getrennte Zuführungen Frischluft erhalten. Die Kopfleitbleche des
vorderen und hinteren Zylindersternes bilden zusammen einen Felgen-
ring, der am Umfang gegen die Motorverkleidung durch einen Gummi-
schlauchring abgedichtet ist. Zwischen den Mantelblechen der vorderen
und hinteren Zylinder sind verbindende Abschlußbleche zur Vermeidung
aller Kühlluftverluste eingebaut, an denen die erforderlichen Kühlluftlei-
tungsanschlüsse für angebaute Geräte wie Stromerzeuger usw. angeschlos-
sen sind. Bei Nichtverwendung sind diese Blasrohranschlüsse zu ver-
schließen. Die hinter den Zylindern austretende Zylinderkühlluft streicht,
die Abgasrohre kühlend, an diesen entlang und entweicht durch den hin-
teren Äustrittsquerschnitt, der mittels längsverschiebbaren Drosselringes
geregelt wird, ins Freie. _

Die Kühlluft für den Ölkühler, die ebenfalls aus dem Stauraum vor
den Zylindern entnommen wird, streicht von hinten nach vorne zwischen
den Rippenrohren des Ölkühlers hindurch und entweicht durch den Nasen-
spalt, der zur Regelung des Kühlluftdurchsatzes entsprechend der Öltem-
peratur durch Längsverschieben des Nasenspaltringes mittels Duz-Zuges
von Hand geregelt wird.

Verstellbarer Luftleitbleche Abdichtschlauch /

Nasenspaltring

Verstellbarer
Drossellring

Kietor- Einströmgehäuse

Wermiuftklappe

Ausintt der
Motorkühlluft

oT al

I]
Austritt der ypaiinilhl -
——

Ölkühlluft

Ze \Ansaugkrümmer

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 169

Die Verbrennungsluft wird ebenfalls aus dem Stauraum entnommen,
durch Kanäle in den beiden Seitenteilen des Motorhaubenmittelteiles über
Fangsiebe für Fremdkörper und Krümmer mit Warmluftklappen zum Fin-
strömgehäuse geführt. Die unter Federdruck normal verschlossenen
Warnmlufiklappen lassen infolge Unterdrucks im Fall der Vereisung in den
Ansaugkanal Warmluft aus dem Raum hinter den Zylindern in den Lader
einströmen.

Die Luftleitbleche des Zylinders bestehen aus dem Kopfleitblech, zwei
Mantelblechen und einer geteilten Manschette am Zylinderfuß. Kopf- und
Mantelbleche sind enganliegend an der Verrippung der Zylinder befestigt
und bleiben auch an diesen bei An- und Abbau der Zylinder angebaut. Die
geteilte, um den Zylinderfuß gespannte Manschette ist zur Zugänglichkeit
beim An- und Abschrauben der Zylinderbefestigungsmuttern notwendig.
Die Leitbleche der hinteren und vorderen Zylinder, die durch die Ab-
schlußbleche miteinander verbunden sind, bilden eine Stauwand, die am
Umfang der Kopfleitbleche durch einen Gummischlauch gegen die Motor-
verkleidung abgedichtet ist und die Kühlluft nur zwischen Zylinderwand
und Leitblechen durchläßt.

Die Motorverkleidung gliedert sich in das Haubenvorderteil mit
Nasenspaltring für die Ölkühlluftregelung, in das Haubenhinterteil mit
Drosselring für die Motorkühlluft und das Haubenmittelteil.

Das Haubenmittelteil ist mit 6 elastischen und verstellbaren Lagern an
den vorderen Zylinderköpfen befestigt und als Hohlkörper zum Finbau
des Ölkühlers ausgebildet. Der Nasenspaltring, durch den der Austritts-
spalt für die Kühlluft des Ölkühlers verstellt werden kann, ist mit Winkel-
hebel verschiebbar befestigt und wird mittels Duz-Gestänge von Hand
betätigt. Der Nasenspaltring ist zur Dichtheit gegen den Stauraum mit der
Innenwand des Haubenvorderteiles durch eine ausziehbare Abdichtleiste
verbunden und an der Luftaustrittskante mit einem Dichtstreifen zur ein-
wandfreien Abdichtung bei geschlossenem Ring versehen. Die äußere
6teilige Verkleidung kann bei geöffneten Haubenklappen zwecks Zugäng-
lichkeit zum Ölkühler und Zünder nach Öffnen der Verschlüsse und Lösen
des Spannseiles abgenommen werden. Die Verschlüsse werden geöffnet
durch Niederdrücken mit Schraubenzieher am Schlitz des Verschlusses,
Verdrehen desselben um 90°.

Das hintere Haubenteil besteht aus dem mit 6 nachgiebigen und ver-
stellbaren Lagern an den hinteren Zylinderköpfen befestigten Stützring
mit dem verstellbaren Drosselring für die Regelung der Motorkühlluft.
Die siebenteilige Innen-
verkleidung des Stütz-
ringes kann zwecks Zu-
sänglichkeit zur Drosse!-
ringverstellrichtung ab-
genommen werden. Die giseische Lagerung
Verstellung des Drossel- fr stizring
ringes in Längsrichtung
über Winkelhebel und

Ausgleichsring wird
durch ein Duz-Gestänge
von Hand bewirkt. /
Das Haubenmittelteil
besteht aus den beiden
als Ansaugkanäle ausge-
bildeten Seitenteilen und |
den oberen und unteren |
Haubenklappenpaaren.
Die beiden Seitenteile
sind durch Zapfensteck-
verbindung am vorderen

$ Obere Haubenklapp
h \ + Obere Abstützstreben

Elastische Lagerung für
Haubenvorderteil

Scharnierleiste
Riegelverschluß.

Abnehmbare
Verkleidung

Spannseil

Ansaugkanal

Ölkühler Motor - Ansaugluft
Abb. 8. Luftführung in der Motoranlage BMW 801.

Abb. 9. Motoranlage BMW
801 Doppelstern mit aufge-
klappten Haubenpaaren.

Verstellbarer

Nasenspaltring
\ a Steckverbindung
Spannverschlüsse \ \ Seitenteil mit Ansaugschacht
Riegelverschlu ERS SFR S Untere Haubenklappen
Untere Abstützstrebe | | j
Zn Kl / ! a

Nr. 11/1942, Bd. 34

Seite 170 „FLUGSPORT“

und hinteren Haubentragring befestigt. Die federbelasteten Riegel des
Seitenteils auf der Seite des hinteren Haubentragringes können zum An-
und Abbau der Seitenteile zurückgezogen werden. Die beiden Hauben-
klappenpaare sind mit je einer Scharnierleiste an den beiden Haubentrag-
ringen ebenfalls mit Steckverbindungen befestigt und auf gleiche Weise
abnehmbar. Für die Wartungsarbeiten können die bei den Klappenpaaren
durch Öffnen der selbstsichernden Haubenverschlüsse aufgeklappt und
mit Streben offengehalten werden. Die 4 Heißösen zum Aufhängen der
Motoranlage sind nach Öffnen der 4 Handlöcher am oberen Hauben-
klappenpaar zugänglich.

Die Motorbefestigung am Traggerüst des Flugzeuges ist federnd aus-
gestattet. Fin Zwischenring, der am Ladergehäuse angeschraubt ist, trägt
10 Gummilager, durch die der Tragring mit den 4 Befestigungsaugen zum
Anschrauben an das Traggerüst des Flugzeuges nachgiebig befestigt ist.

An dem zellenfesten Tragring befindet sich ein Blechschild für die
Anordnung der Bedien- und Leitungsanschlüsse angebracht. Der Raum
zwischen Tragring und Zwischenring ist durch eine Blechverkleidung
abgedeckt.

| Konstruktions-Einzelheiten.

Fahrwerk des
Acron Funk Modell
B-75L. Vgl. Typen-
beschr. des „Flug-
sport“ 1940, 5. 49.
Das Fahrwerk be-
steht aus einer an der
Rumpfunterseite an-
gelenkten Halbachse
und einer V-Strebe,
N wovon der vordere
Schenkel den Stoß-
aufnehmer enthält.

| a = Achse, b = Len-

\ kerstrebe, ce = V\-

Fahrwerk Strebe, d = hydrauli-
Acron Funk ) scher Stoßaufnehmer,
Zeichnung Flugsport a e = Füllventil, f =

Handlochklappe, g =
Bremskabelführung,

h = Bremskabel.
Verstauen des Rettungsbootes im Flugzeugschlauchbootkasten.

Weltbild (2)

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 171

Schlauchbootverstauung muß gewissenhaft durchgeführt werden. Wie die
vorst. Abb. erkennen läßt, wird das Boot in einen hierfür bestimmten Schacht
auf der Rumpfoberseite des Flugzeuges eingebracht. Obenauf liegt die Kohlen-
säureflasche. Ihr Verschluß ist durch einen Seilzug vom Funkersitz aus zu be-
tätigen. MAR

Die rechte Abb. zeigt, wie der Deckel auf dem Schlauchbootkasten aufgesetzt
ist. Sein Verschluß ist ebenfalls vom Funkersitz aus zu lösen, wobei durch ein
Zug am Seil der Deckel aufspringt, Kohlensäure in die Bootshaut einströmt, und
das Boot herausgedrückt wird und selbständig ins Wasser springt. Der ganze
Vorgang dauert nur wenige Sekunden, so daß das Schlauchboot zur Aufnahme der
notgewasserten Besatzung bereit ist.

N il TI TDTTTTD CO en
N) i e\
r ZA

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh
der Führer an: Oblt. Helmuth Ostermann, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw., Lt.
Hermann Graf, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Lt. Hermann Graf, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw., Lt. Adolf Dickfeld.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Obstlt. Knust, Kom-
modore eines Kampfgeschw., Obst. Rath, Kommodore eines Kampfgeschw., Lt.
Huebner, Obfw. von Poremski, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Oblt. Lasse,
Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.

Dr. Claudius Dornier, der die Dorniermetallbauweise und die bewährten
Kampfflugzeuge konstruierte, wurde am Geburtstag des Führers der Titel eines
Professors verliehen.

Technische Hochschule Aachen. Dr. Ing. Friedrich Seewald, Berlin-Fried-
richshagen, wurde zum o. Prof. ernannt und der Lehrstuhl für angewandte Mathe-
matik und Strömungslehre an der TH. Aachen übertragen. Dr. phil. habil. Alexan-
der Naumann, Aachen, Dozent für Strömungslehre und Flugmechanik, Dr. phil.
habil. Werner Linke, Aachen, für Strömungslehre, Flugmechanik und Wärmeüber-
tragung.
Lilienthal-Ges. Vortragsabend im Haus der Flieger am 8. 5. 1942 zeigte der
Vorstand des Deutschen Museums, Geheimrat Prof. Dr. Zenneck, daß häufig Arbei-
ten, die allein aus einem allgemeinen Erkenntnisstreben herauswuchsen, ohne daß
ein praktischer Zweck der Anlaß war, in der Folge zu wesentlichen Grundlagen
der Technik wurden. Als Hertz 1887 erstmals elektromagnetische Wellen erzeugte,
wollte er lediglich wissenschaftliche Folgerungen der Maxwellschen Theorie prü-
fen. Acht Jahre später zeigte Marconi, daß diese Wellen völlig neue Wege der
Nachrichtenübermittlung ermöglichen, die heute aus der gesamten Kriegsführung
nicht mehr wegzudenken sind. Gerade im Kriege ergibt sich hieraus die Notwen-
digkeit einer tiefgründigen allgemeinen Forschung, denn die Physik von heute ist
die Technik von morgen. Ähnliche Gedankengänge, von der neuesten Strömungs-
forschung ausgehend, brachte auch Prof. Busemann. Ziel der Forschung müsse
sein, den Fortschritten der Technik vorauszueilen und die Theorie so zu vervoll-
kommnen, daß sie auch „vom Schreibtisch aus“ Fragen beantworten könne, um
deren Lösung heute noch mühevoll im Modellversuch oder sogar unter Einsatz des
Lebens in der Flugerprobung gerungen wird.

Prof. Strughold behandelte „Neuere Ergebnisse und Probleme der medizini-
schen Stratosphärenforschung“. Theorie und Selbstversuch des Luftfahrtmediziners
halfen mit, sich den verschiedenen Höhengrenzen, die sich auf Grund der physi-
kalischen und physiologischen Tatsachen ergeben, anzupassen und nicht nur dem
Flugzeug, sondern auch den Flugzeugbesatzungen größere Flughöhen zu er-

schließen. Ausland

Chittagong, wichtigster indischer Flugplatz, 250 km nordwestlich von Akyab,
8. Mai durch jap. Bomber zum erstem Male erfolgreich angegriffen, wobei erheb-
liche Zerstörungen und mehrere feindliche Maschinen am Boden zerstört wurden.

ui

een

Pr

unnnuununeun
Seite 172 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1942, Bd. 34

USA Zivilluftfahrt, wie das Kriegsministerium in Washington bekannt gibt,
wird der Wehrmacht unterstellt. Nicht kriegswichtige Luftverkehrslinien sollen
stillgelegt werden. Die Zivilluftfahrt umfaßt mehr als 300 Flugzeuge.

19 USA-Jäger vom Cobra-
Geschwader bei Port Moresby
zwischen 12. und 18. Mai, 13 in
der Luft, 6 weitere am Boden,
von der jap. Marineluftwaffe
vernichtet.

USA Sauerstoffausrüstung
transportabel muß von Ver-
kehrsflugzeugen, die mehr als
30 Min. in 10000 m Höhe oder
beliebige Zeit über 12000 m
Höhe fliegen, mitgeführt wer-
den, laut einer am 6. 2. 41 in
den zivilen Luftfahrtverord-
nungen bekanntgemachten
Anordnung, gültig ab 1. 5. 41.

USA Boeing-Flugboot der Pan
American Airways für den
Transatlantik-Dienst.

Bild Aero Digest

Luftwaffe.

Führerhptgrt., 7. 5. 42. (DNB.) OKW.: Bei Luftangriffen auf das Gebiet von
Sewastopol, an denen auch kroatische Flieger teilnahmen, wurden Bombentreffer
in Häfen und Flugplätzen beobachtet. — In Nordafrika zersprengten Verbände der
deutschen Luftwaffe Kraftfahrzeugansammlungen der Briten und erzielten Bom-
bentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen eines Wüstenflugplatzes. — Auf Malta
wurden Festungswerke und Flugplätze, vor der Insel Gozzo wirksam bombardiert.
— Vor der Südküste Englands versenkten leichte Kampfflugzeuge am Tage ein
Handelsschiff von 2500 BRT. sowie einen Bewacher. Weitere Angriffe richteten
sich gegen wichtige militärische Ziele eines Hafens nördlich Dover. — Britische
Bomber unternahmen in der vergangenen Nacht militärisch wirkungslose Stör-
angriffe auf west- und südwestdeutsches Gebiet. Nachtjäger und Flakartillerie
schossen sieben der angreifenden Flugzeuge ab, nachdem bereits bei Tage fünf
feindliche Flugzeuge in Luftkämpfen an der Kanalküste vernichtet worden waren.
— Oblt. Ostermann errang am gestrigen Tage seinen 95. und 96. Luftsieg.

Führerhptgrt., 8. 5. 42. (DNB.) OKW.: In Luftkämpfen wurden im Osten 26
feindliche Flugzeuge abgeschossen, drei weitere am Boden zerstört. — Im Küsten-
gebiet der Insel Malta wurden Schiffsziele, Flakstellungen und Betriebsstofflager
erfolgreich bombardiert. — Nachtangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten
sich gegen Flugplätze auf Malta und gegen Nachschubverbindungen der Briten in
Nordafrika. — Im Kampf gegen Großbritannien belegte die Luftwaffe bei Tag und
Nacht kriegswichtige Ziele an der britischen Kanalküste sowie an der Themse-
mündung mit Bomben. — Bei erfolglosen Angriffsversuchen britischer Bomber in
der vergangenen Nacht gegen das dänische Küstengebiet verlor der Feind vier
Flugzeuge.

Führerhptgrt., 9. 5. 42. (DNB.) OKW.: In Nordafrika beiderseitige Artillerie-
und Aufklärungstätigkeit. Bei Nachtangriffen wurden die englische Wüstenbahn
und Kraftfahrzeugansammlungen erfolgreich durch die Luftwaffe bekämpft. —
Auf Malta erzielten Kampfflugzeuge zahlreiche Bombenvolltreffer in Flugplatz-
anlagen sowie in Torpedo- und Betriebsstoffanlagen der Insel. — An der Süd- und
Südostküste Englands bombardierten deutsche Kampfflugzeuge am Tage kriegs-
wichtige Ziele und versenkten im Seegebiet südwestlich Worthing ein Vorposten-
boot. — Als Vergeltung für die Angriffe britischer Bomber auf deutsche Städte und
Landgemeinden belegten Kampffliegerverbände in der Nacht zum 9. Mai zum Teil
aus geringer Höhe die Stadt Norwich mit Bomben. — Kräfte der britischen Luft-
waffe warfen in der vergangenen Nacht auf die Stadt Rostock und das Seebad

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 173

Warnemünde Spreng- und Brandbomben. Flakartillerie und Jagdabwehr fügten
dem Gegner bei diesem abermaligen Terrorangriff auf die Zivilbevölkerung
schwere Verluste zu. Achtzehn der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.
An diesem Abwehrerfolg hatte die Flakartillerie besonderen Anteil. — In den
Gewässern der Halbinsel Kertsch vernichtete ein Aufklärungsflugzeug ein feind-
liches Minenräumboot. — Der Flugzeugf. in einem Jagdgeschw. Lt. Köppen, Sieger
in 85 Luftkämpfen und Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes, ist vom Feindflug nicht zurückgekehrt. Mit ihm verliert die Luftwaffe
einen ihrer kühnsten und erfolgreichsten Jagdflieger.

Führerhptgrt., 10. 5. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe setzte die Zerschlagung
des bolschewistischen Nachschubes mit Erfolg fort. Allein im Norden der Ostfront
wurden am gestrigen Tage 22 feindliche Flugzeuge — darunter drei Hurricanes —
abgeschossen. — In Luftkämpfen über Malta waren deutsche und italienische Jäger
besonders erfolgreich. Sie schossen bei nur einem eigenen Verlust vierzehn bri-
tische Jagdflugzeuge ab. — Kampfverbände bombardierten nachhaltig Flugplätze
der Insel und griffen in der vergangenen Nacht militärische Ziele des Hafens
Alexandria an. — In Südengland belegten leichte Kampfflugzeuge am Tage Hafen-
und Fabrikanlagen mit Bomben. — Bei militärisch wirkungslosen Angriffen ge-
mischter Verbände der britischen Luftwaffe gegen das belgisch-französische
Küstengebiet verlor der Feind durch Jagd- und Flakabwehr elf Flugzeuge. Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt. |

Führerhptgrt., 11. 5. 42. (DNB.) OKW.: Flugzeuge, die zu bewaffneter See-
aufklärung im Schwarzen Meer eingesetzt waren, versenkten in der Straße von
Kertsch ein Handelsschiff von 1300 BRT. — An der Front des hohen Nordens erlitt
der Feind am gestrigen Tage in Luftkämpfen besonders schwere Verluste. Deutsche
Jäger schossen bei nur einem eigenen Verlust 27 Flugzeuge, darunter 22 Hurri-
canes, ab. Kampf- und Sturzkampfverbände beschädigten durch Bombenwurf ein
großes Handelsschiff in der Lizza-Bucht und bombardierten wirksam den Hafen
Murmansk sowie Anlagen der Murmanbahn. -— Im Hafen La Valetta auf Malta
wurde ein im Dock liegendes Kriegsschiff. mit Bomben schweren Kalibers ange-
griffen. Begleitende italienische Jagdflugzeuge schossen hierbei acht feindliche
Flugzeuge ab. Deutsche Jagdflugzeuge brachten in erbitterten Luftkämpfen über
der Insel neun feindliche Flugzeuge zum Absturz. Zwei weitere feindliche Flug-
zeuge wurden in Nordafrika abgeschossen, so daß im Mittelmeerraum gestern
19 britische Flugzeuge vernichtet wurden. — Im Seegebiet' nördlich Alexandria

Italienische Bombenflugzeuge über Malta. Weltbild:
Seite 174 „ELUGSPORT'" Nr. 11/1942, Bd. 34

warf ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 5000 BRT. in Brand. Mit der Ver-
nichtung dieses Schiffes ist zu rechnen. — Im Kampf gegen Großbritannien erzielte
die Luftwaffe am Tage Bombenvolltreffer in einer Fabrikanlage bei Folkestone
und in einem Truppenlager an der Südküste der Insel. — Bei den Faröern wurde
ein Handelsschiff mittlerer Größe durch Bombenwurf beschädigt.

Führerhptgrt., 12. 5. 42. (DNB.) OKW.: Auf der Halbinsel Kertsch sind deut-
sche und rumänische Truppen, von starken Kräften-der Luftwaffe unterstützt, am
8. Mai zum Angriff angetreten. Die Schlacht ist seitdem in vollem Gange. — Bei
der Bekämpfung von Schiffszielen in den Gewässern der Halbinsel Kertsch und
vor der Südostküste des Asowschen Meeres versenkte die Luftwaffe zwei Trans-
portschiffe mit zusammen 5000 BRT. sowie mehrere kleine Fahrzeuge. Ein weite-
res Handelsschiff wurde beschädigt. — Auf Malta bombardierten deutsche Kampf-
Nliegerkräfte trotz schlechter Wetterlage weiterhin mit guter Wirkung die Flug-
platzanlagen der Insel. — Im Seegebiet südlich Kreta griffen Kampfflugzeuge in
mehreren Wellen einen von Aufklärungsflugzeugen festgestellten Verband von
vier britischen Zerstörern an. Sie versenkten durch Bombenvolltreffer drei der
feindlichen Kriegsschiffe, während in Luftkämpfen zwei britische Flugzeuge, die
den Flottenverband sichern sollten, abgeschossen wurden. Eigene Flugzeuge gingen
bei diesem Angriff nicht verloren. — Vor der niederländischen Küste griffen drei
britische Bomber vom Muster Hudson ein deutsches Geleit an. Alle drei feind-
lichen Flugzeuge wurden, ohne Bombentreffer erzielt zu haben, von den Geleit-
fahrzeugen der Kriegsmarine abgeschossen. — In der Zeit vom 1. bis zum 10. Mai
verlor die britische Luftwaffe 161 Flugzeuge, davon 32 über dem Mittelmeer und
in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien
42 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptgrt., 13. 5. 42. (DNB.) OKW.: Im Seegebiet der Halbinsel Kertsch
versenkten gestern Kampffliegerkräfte vier kleine Transportschiffe und beschä-
digten eine größere Zahl weiterer Küstenfahrzeuge. — An der Eismeerküste und
im Hafen von Murmansk waren Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bei der Be-
kämpfung von Schiffszielen besonders erfolgreich. Sie vernichteten ein Fracht-
schiff von 8000 BRT. sowie ein kleines Küstenschiff und beschädigten vier große
Transporter und Verbindungsfahrzeuge zum Teil so schwer, daß mit der Ver-
nichtung weiteren Schiffsraumes gerechnet werden kann. — Im Zusammenwirken
mit der Kriegsmarine versenkten Kampfflugzeuge außerdem vor dem Nordkap
ein feindliches Unterseeboot. — In Luftkämpfen über Malta schossen deutsche und
italienische Jäger, die zum Schutz eigener Kampfflugzeuge eingesetzt waren,
(1 britische Jäger vom Muster Spitfire ab. Drei weitere feindlichen Flugzeuge
wurden an der nordafrikanischen Küste zum Absturz gebracht. — Bei Tages-
angriffen der Luftwaffe gegen militärische Ziele an der Südküste Englands ver-
ursachten Bombenvolltreffer in Hafengebieten und Fabrikanlagen erhebliche
Schäden. — Den im gestrigen Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht ge-
ıneldeten erfolgreichen Angriff auf britische Zerstörer im Seegebiet südlich Kreta
unternahm ein von Eichenlaubträger Hptm. Helbig geführter Kampffliegerver-
band. Hptm. Helbig versenkte selbst einen der feindlichen Zerstörer durch Bom-
henabwurf.

Führerhptart., 14. 5. 42. (DNB.) OKW.: Auf der Halbinsel Kertsch wird die
Verfolgung des geschlagenen Feindes unermüdlich fortgesetzt. Der Hafen von
Kertsch sowie Schiffsansammlungen in diesen Gewässern wurden erfolgreich mit
Bomben belegt. — In Luftkämpfen des gestrigen Tages wurden an der Ostfront
54 sowjetische Flugzeuge abgeschossen, fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. —
Finnische Luftstreitkräfte bekämpften mit guter Wirkung Schiffsziele an der
Wodlanmündung. — In der Zeit vom 26. April bis 13. Mai verloren die Sowjets
748 Flugzeuge, davon wurden 540 in Luftkämpfen, 73 durch Flakartillerie abge-
schossen, 76 durch Verbände des Heeres vernichtet oder erbeutet, der Rest am
Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 82 eigene
Flugzeuge verloren. — Auf Malta erzeugten deutsche Sturzkampfflugzeuge Bom-
benvolltreffer in Flugplatzanlagen und Flakstellungen. Vier britische Flugzeuge
wurden im Mittelmeerraum zum Absturz gebracht. — Einzelne britische Bomber
führten am gestrigen Tage im Schutze der Wolken einen wirkungslosen Störangriff
auf westdeutsches Gebiet durch. — Oblt. Ostermann, Staffelkapt. in einem Jagd-
seschw., errang seinen 100. Luftsieg.

Führerhptgrt., 15. 5. 42. (DNB.) OKW.: Starke Kampf- und Sturzkampfver-
hände zerschlugen Panzeransammlungen, Artilleriestellungen und Nachschub-

Nr. 11/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 175

kolonnen der Sowjets. — An der Östfront wurden gestern 65 feindliche Flugzeuge
vernichtet. — Auf Malta wurden Flugstützpunkte und andere militärische Ziele
wirksam mit Bomben schweren Kalibers belegt. Deutsche und italienische Jäger
schossen über der Insel acht britische Jagdflugzeuge ab. — Im Kampf gegen ein
amerikanisches Geschwader hat die deutsche Luftwaffe gestern zwischen Nordkap
und Spitzbergen einen Kreuzer der .„Pensacols“-Klasse von 9100 Tonnen sowie
einen Zerstörer versenkt. Ferner wurden ein Eisbrecher von 3000 BRT. und ein
}Tandelsschiff von 2000.BRT. vernichtet. Ein Frachter von 10000 BRT. wurde so
schwer getroffen, daß er vom Bug bis zum Heck brannte. — Außerdem vernichteten
tieffliegende leichte deutsche Kampffiugzeuge in den gestrigen Abendstunden un-
geachtet der Ballonsperren und des heftigen Flakfeuers in einem Hafen der eng-
lischen Südküste vier Handelsschiffe mit zusammen 7500 BRT. — In den gestrigen
Luftkämpfen an der Ostfront errang Lt. Graf seinen 98. bis 104., Lt. Dickfeld seinen
82. bis 90. Luftsieg.

Führerhptgrt., 16. 5. 42. (DNB.) OKW.: In der Kolabucht versenkte die Luft-
waffe einen feindlichen Transporter von 8000 BRT. Ein weiteres großes Handels-

schiff wurde durch Bombentreffer beschädigt. — Die Bombardierung der Flug-
plätze auf Malta wurde fortgesetzt. — Vor der niederländischen Küste schossen

Vorpostenboote bei einem britischen Luftangriff auf ein deutsches Geleit fünf von
acht angreifenden Bombern ab. Außerdem wurden im Kanal und an der nieder-
ländischen Küste ein britischer Bomber und ein Jagdflugzeug durch Minensuch-
boote, zwei Bomber durch Marineartillerie abgeschossen. Ein eigenes Minensuch-
boot und ein Vorpostenboot wurden bei diesen Kämpfen schwer beschädigt. —
Schwächere Kräfte der britischen Luftwaffe wurden in der vergangenen Nacht
über der Deutschen Bucht und an der dänischen Westküste festgestellt. Nacht-
jäger und Flakartillerie brachten drei, Minensuchboote zwei britische Bomber
zum Absturz. — Hptm. Lent errang in der Nacht zum 16. Mai seinen 30. Nacht-
Jagdsieg.

Führerhptgrt., 17. 5. 42. (DNB.) OKW.: Über die Straße von Kertsch flüch-
tende sowjetische Kräfte erlitten durch Luftangriffe hohe Verluste. Auf Taman-
skaja entstanden große Brände und heftige Explosionen. Deutsche Jäger schossen
hierbei in Luftkämpfen ohne eigene Verluste 28 feindliche Flugzeuge ab. — Im
Raum um Moskau sowie ostwärts des Ilmensees wurden wichtige Eisenbahnver-
bindungen des Gegners von der Luftwaffe nachhaltig zerstört. — Auf der Insel
Malta wurden die Flugplätze bei Tag und Nacht bombardiert. — Leichte Kampf-

Ritterkreuzträger: 1. Reihe v. I. n. r.: Hptm. Lent, Oblt. Schwegler, Obst. Merzyk,
Hptm. Wittmer 2. Reihe: Hptm. K. A. Petersen, Lt. Gallowitsch, Flugzeugf. Fanderl,
Lt. Eduard Meyer. Weltbild (8)
Seite 176 „FLUGSPORT"“ Nr. 11/1942, Bd. 34

flugzeuge versenkten bei einem Tagesvorstoß zur Südküste Englands im Hafen
von Plymouth durch Bombenvolltreffer ein größeres Kriegsfahrzeug und beschä-
digten außerdem ein Kanonenboot sowie ein Frachtschiff.

Führerhptgrt., 18. 5. 42. (DNB.) OKW.: Weitere 54 sowjetische Panzer wur-
den durch Luftangriffe außer Gefecht gesetzt. — Im Abschnitt des IImensees führ-
ten Kampffliegerverbände vernichtende Schläge gegen Truppenunterkünfte und
Nachschubkolonnen des Feindes. — Im Seegebiet von Murmansk erzielte die Luft-
waffe Bombenvolltreffer auf fünf großen Transportern. — Über Malta wurden fünf
britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. — An der englischen Südküste bombar-
dierten leichte Kampfflugzeuge mit guter Wirkung die Hafengebiete von Folke-
stone und Hastings. — An der Kanalküste schossen deutsche Jäger ohne eigene
Verluste 15 britische Flugzeuge ab. — In der nördlichen Nordsee griffen starke
britische Luftstreitkräfte den Kreuzer „Prinz Eugen“ erfolglos an. Sie wurden
unter schwersten Verlusten zurückgeschlagen. Der Kreuzer und seine Begleit-
fahrzeuge schossen sieben, Jäger und Flakartillerie 22 der angreifenden Bomber
ab, so daß der Feind bei diesem Angriffsversuch über die Hälfte eines Verbandes
verlor. — Drei britische Bomber wurden über der Deutschen Bucht, fünf über der
westlichen Ostsee zum Absturz gebracht. Damit verlor die britische Luftwaffe am
gestrigen Tage und in der vergangenen Nacht bei ihren Angriffsversuchen auf
deutsche Seestreitkräfte und auf die besetzten Gebiete sowie bei Anflügen der
deutschen Küste insgesamt 52 Flugzeuge. Bei diesen Kämpfen gingen nur drei
eigene Jagdflugzeuge verloren, deren Besatzungen gerettet werden konnten.

Führerhptgrt., 19. 5. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum von Charkow wurden wei-
tere, mit massierten Kräften geführte Angriffe des Feindes abgeschlagen. Weitere
31 Panzer und über 500 Fahrzeuge aller Art wurden durch die Luftwaffe außer
Gefecht gesetzt. Damit hat sich die Zahl der feindlichen Panzerverluste seit Beginn
dieser Kämpfe auf 447 erhöht. — In den Gewässern der Halbinsel Kola wurde ein
sroßes Frachtschiff durch Bombenvolltreffer so schwer beschädigt, daß mit seinem
Verlust gerechnet werden kann. — Luftangriffe auf Murmansk richteten erheb-
liche Zerstörungen im Hafengebiet an. Die Sowjets, verloren in Luftkämpfen 45
Flugzeuge, darunter 13 Hurricanes. — In Nordafrika griffen deutsche Kampf-
fliegerkräfte Zelt- und Barackenlager der Briten im Raume um Tobruk sowie die
Wüstenbahn bei Capuzzo erfolgreich an. — Über Malta schossen deutsche und
italienische Jäger in Luftkämpfen fünf britische Flugzeuge ab. — An der Südküste
Englands belegten leichte Kampfflugzeuge am Tage kriegswichtige ‚Ziele der
Hafenstädte Brighton und Deal wirksam mit Bomben. Hierbei wurden Treffer in
Bahn- und Fabrikanlagen beobachtet.

Führerhptgrt., 19. 5. 42. (DNB.) (Abschluß Sieg Kertsch) OKW.: An diesem ge-
waltigen Erfolg auf der Krim haben starke Luftwaffenverbände unter Führung
der Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen hervorragenden Anteil.
In unermüdlichem Einsatz haben sie den Kampf der Erdtruppen unterstützt, dem
fliehenden Feind Abbruch getan und die feindliche Luftwaffe bekämpft. — In
Luftkämpfen verlor der Gegner 323 Flugzeuge. In den Gewässern der Halbinsel
wurden sechzehn Schiffe mit zusammen 13600 BRT., ein Minensuchboot und 21
kleine Küstenfahrzeuge versenkt. Zehn weitere Schiffe mittlerer Größe wurden
durch Bombentreffer schwer beschädigt. Der über die Enge von Kertsch über-
setzende Gegner erlitt hierdurch weitere schwere Verluste.

Segelflug

Franz. Segelflug-Rekord von 22 Std. 28 Min. von Chefpilot Neßler, Segelflie-
gerlager Montagne-Noire aufgestellt.

Schweiz. IV. nationaler Segelfiugwettbewerb 1942. Veranst. Aero-Club der
Schweiz vom 1. April bis 31. Oktober 1942. Zweck: sportliche Förderung des Segel-
fluges, Bewertung der Leistungen der Piloten, Bewertung der Leistungen der Flug-
zeuge schweizerischer Konstruktion. Zugelassen nur Schweizer Bürger mit Segel-
fliegerausweis C. 1941 nahmen 25 Piloten mit 26 Flugzeugen teil: an der Bewertung
konnten nur 20 Piloten mit 23 Flugzeugen teilnehmen.

Nr. 11/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“

Seite 177

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knallt deshalb mit ziemlicherWucht
auf die Erde auf. Aber das schadet

dem ‚Storch”-Fahrwerknichts,denn

es ist eine Sonderkonstruktion mi

sehr hohem Hub, der etwa das

Dreifache des üblichen beträgt

sehr breiter Spurweite und große

Vorlage.

Die Differenz von Al ıunbelastet) und A

(belastetes Fahrgestelll zeigt den Federweg.
Der Unterschied zwischen BI und B2 veran-
schaulicht die Spreizwirkung beim Aufprallen.

t

‚gehören auch zur Ausrüstı
des Kampfflugzeuges „He 111

R.FOESS BERLIN-STERLIT

r

2

EinBegriff für
photographifche Wertarbell

& Spezialität die

als besonder |
chtmetallegierungen

Wir vergießen |
ändigen Lei

hochkorrosionsbest

155; VERGÜTET
g5-SEEWASSER

UND KOLBENWERKE GMBH. 3

LEICHTMETALL-
LTONA ]

RDDEUTSCHE
no HAMBURG-A

(XXXIV. Jahrgang / Nr. 12°

Mittwoch, 10. Juni 1942

ii S ° r4 . a
des DI. rn FO

Dabei gerset Die Najchıne
zentriertes Abwehrfeuer der Küftenbatterien. —
Mit nur einem Motor, die Luftfchraube des
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
erreichte auch diefe He 111 nad) faft 2000 km
ohne Schwierigkeit ihren Einfathafen.

Neue Waffen

j | Lettischer
1 Tiefdecker-Zweisitzer
VEr-J 17 |

— % ö ® ü

Aer. Macchi |

Pilot, und unbegrenzter Verstellbereich der VDM -Verstellufischraube reitet Besatzung und Maschine

VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERKRE A-G FRANKFURT (MAIN)

Verschiedene |
Fallschirmmuster

Flugplatz und |
Werkstatt |
|
|

Flugrundschau |

ee |
Luftwaffe |
\

Segelflug |

Luftpost

Patent-Sammlung
Nr. 30

„FLUGSPORT”-
Erscheinungstage

1942

“

. September
19 16. Septembe:ı
20 30. September
21 14. Oktober
22 28. Oktober
23 31. November
24 25. November
4 25 9. Dezember
M 26 23. Dezember

Preis 80 Pf.

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Die große Tragfähigkeit der Hei
möglicht den rollenden Angriffen unse

. .. - B . . . ” - . latz 8. !
tlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgp \
ann reis It. Pl. 8. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
sind nicht an Finzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
Hindenburzplatz 8 (Deutschland)
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fahrwerke, &-Spornfederungen mit Rad oder Kufe und auto-
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J

"GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING.

|

Ilustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

2 in Sn | ®, a. Ä Ml..

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 12 10. Juni 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 24. Juni 1942

Neue Waffen.

Die deutschen Flugzeug- und Motorenkonstrukteure sind in den letzten
Jahren nicht untätig gewesen. Von neuen Flugzeugen und Motoren hört
man bei uns in Deutschland erst, wenn diese an der Front erscheinen. Wir
haben es nicht nötig, wie in manchen Ländern, mit Zukunftsideen, man
nennt es auch in Europa Bluff, zu operieren. Es genügt uns, wenn die
Erfolge unserer Luftwaffe an der Front sich zeigen. Diese Erfolge sind
dann, wenn die Konstrukteure die Früchte ihres Schaffens erkennen und
den eingeschlagenen Weg bestätigt finden, der beste Ansporn. Viele Leser
unserer Zeitschrift werden überrascht gewesen sein, plötzlich den BMW 801
in ebenso neuartigen Flugzeugen mit erheblichen Leistungssteigerungen
bereits an der Front in Betrieb zu sehen. Ebenso wie die Flugzeug- und
Motorenkonstrukteure sind auf allen Gebieten der Zubehörindustrie die
schöpferischen technischen Kräfte tätig, um an der Leistungssteigerung
noch mit besseren Waffen tätig zu sein. Neben der Leistungssteigerung
in Qualität hat auch die Leistungssteigerung in der Quantität Schritt
gehalten. Auch hier brauchen wir keine Vorschußlorbeeren zu nehmen,
sondern die Heimat hat bewiesen, daß sie neben der. Entwicklung in der
Konstruktion auch in der Herstellung eisern Schritt gehalten hat. Der
Luftwaffe stehen die besten Maschinen in solchem Umfange, wie diese
für eine Überlegenheit und zur Behauptung des Luftraumes notwendig
sind, zur Verfügung.

Lettischer Tiefdecker-Zweisitzer VEF J-17.

Das lett. Baumuster J-17, Holzbauweise, Konstrukteur K. Irbitis, der
VEF (Valsts Elektrotechniska Fabrika) für Flug- und Kunstflugschulung
bestimmt, ist eine Weiterentwicklung des VEF J-12. Vgl. „Flugsport“ 1937,
S. 468).

Flügel Baumaterial lett. Kiefer. Dreiteilig, zweiholmig mit Rippen-
und Sperrholzbeplankung. Ansatzflügel V-Form 7°. Flügelmittelstück her-
ausnehmbar. Landeklappen als Spreizklappen im Mittelstück und teil-
weise in den Ansatzflügeln. Flügelfestigkeit entspricht der Beanspruchungs-

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 30.
Seite 180 | „FLUGSP 10) RT“ Nr. 12/1942, Bd. 34

Lett. Tiefdecker Zweisitzer VEF J-17. Werkbild (4)

gruppe S4 (zweisitziger Kunstflug). Schlitzquerruder sind statisch aus-
geglichen, sperrholzbeplankt.
| Rumpf mit Rücksicht auf Serienbau aus zwei Hälften, einem Bodenteil
und zwei aufgesetzten Oberteilen, sperrholzbeplankt. Sitze mit Doppel-
steuerung hintereinander (vgl. Abb.). Fußsteuerung am Boden verstellbar
und mit Radbremshebel gekuppelt. Landeklappenbetätigung von beiden
Sitzen aus. Plexiglaswindschutzhaube leicht abnehmbar und abwerfbar, so
daß das Flugzeug auch offen geflogen werden kann. Windschutzhaube
seitlich aufklappbar. Für Instrumentenschulung kann Sicht im hinteren
Sitze im Fluge durch Vorhänge abgeblendet werden.

Seitenflosse aus dem Rumpfende herauswachsend. Seitenruder aus-

Lett. Tiefdecker
Zweisitzer

VEF J-17.

- Schneekufen ersetzt wer-

270 kg; Kunstflug 230 kg;

Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 181

‚geglichen. Höhenflosse 7900
ziemlich hoch angeord-
net durch eine Strebe
nach Rumpf abgefangen.
Höhenruder mit Trimm-
klappe.

Freitragendes festes
Einbeinfahrgestell mit
Schraubenfederbeinöl-
dämpfung (Ec) Bremsrä-
der mechanisch betätigt.
- Spornrad voll drehbar.

12750

3090
0.
IQ
I
2250

Ya

Fahrwerk kann durch

den. Als Triebwerk ist
vorgesehen Vierzylinder-
Reihenmotor Walter Ma-
jor oder Menasco Pirate,
130PS und Hirth HM 506
mit fester Holzschraube.
Zwei Brennstoffbehälter,
Aluminium, geschweißt,
100 1 ım Flügelmittel-
stück, Schmierstoffbehäl-
ter hinter dem Motor, 91.

Spannweite 10,2 m;
Länge 7,9 m; Höhe 2,16
m; Fläche 16,5 m?; Rüst-
gew. für Schulungs- und
Kunstflug 620 kg: Zula-
dung für Schulungsflug

19)

Lett. Tiefdecker
Zweisitzer
VEF ]J-17.
Zeichnung Flugsport

Fluggew. Schulungsflug
890 kg; Kunstflug 850 ke.
Flächenbelastung 53,9
kg/m}; Leistungsbela-
stung 7,4 kg/PS; Höchst-
geschw. 235km/h; Lande-
geschw. mit Landeklap-
pen 70 km/h; Steigzeit
auf 2000 m 12,5 min.;
Gipfelhöhe 5000 m.

Führersitzanordnung,
Doppelsteuerung Instru-
mentierung, Zweisitzer
VEF ]J-17.

Aer. Macchi C 202.

Das ital. Jagdflugzeug, Baumuster 200 mit Sternmotor, Spannweite
10,6 m, Länge 8 m, Höhe 3,4 m, das auf der Belgrader Ausstellung gezeigt
wurde, haben wir im „Flugsport“ 1939, Seite 46, beschrieben.

Das vorliegende neue Baumuster Aer. Macchi „C 202°“ ist eine Weiter-
entwicklung des „C 200“. An Stelle des Sternmotors ist ein starker flüssig-
keitsgekühlter Motor zum Einbau gelangt. Dadurch hat der Rumpf einen
kleineren Querschnitt und günstigere Formgebung erhalten. Kühler unter

Seite 182 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1942, Bd. 34

Ital. Jagdflugzeug Aer. Macchi „C 202“. Werkbild (2)

Ital. Jagdflugzeug, Muster: „Aer. Macchi C. 202“.

. dem Rumpf in Höhe der Flügelhinterkante; Fahrwerk wie bei der „C 200“,
seitlich hochziehbar; Spornfahrwerk fest mit Stromlinienverkleidung.

Verschiedene Fallschirmmuster.
Heinrich von Stryk.

Im Laufe der Jahre haben sich in den einzelnen Ländern, die sich mit der
Entwicklung der Luftfahrt beschäftigen, immer wieder Konstrukteure gefunden,
die mit mehr oder weniger Sachkenntnis und Erfahrung an der Vervollkommnung
der Fallschirme gearbeitet haben und so sind nach und nach eine ganze Reihe
brauchbarer Fallschirmsysteme entstanden, von denen die wichtigsten Merkmale
einzelner nachstehend beschrieben werden sollen:

1.301824B.

Der Fallschirm 30 I S 24 B ist ein freier Sitzkissen-Fallschirm, welcher fest
am Gurt angebracht ist. Die Kappe ist aus Seide und besteht aus 24 Bahnen zu
je 4 Feldern. Die Betätigung der Auslösung geschieht durch ein Kabel, welches

Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 183

an einem Ende 2 Stifte aufweist, die durch zwei Kegel gesteckt werden. Diese
Kegel sitzen auf der untersten der 4 Verschlußklappen, während die übrigen
3 Verschlußklappen entsprechende Segelösen aufweisen, die auf die Kegel gesteckt

werden. Durch das Einstecken der Stifte in die Bohrung der Kegel wird die Ver-
packung geschlossen und zusammengehalten.

Das andere Ende des Kabels weist einen Griff in Trapezform auf, welcher
in einer kleinen Stofftasche an der linken Brustseite angebracht ist.

Nach dem Absprung wird der Griff gezogen, wodurch die Stifte wiederum
aus den Kegeln gezogen werden. Hierdurch wird die Verpackung geöffnet und
die 4 Verschlußklappen werden durch 6 Gummizüge auseinandergerissen. Nun
schnellt der kleine, unter Federspannung liegende Hilfsschirm heraus und zieht
den eigentlichen Fallschirm nach.

Um einen geordneten Ablauf der Fangleinen zu gewährleisten, sind diese in
Zickzackform in Schlaufen am Boden des Verpackungssackes untergebracht, aus
denen sie in vorgeschriebener Reihenfolge herausgezogen werden. Je !/a der Fang-
leinen, also 6 Stück, sind in einem D-Ring eingeknotet, welcher am Ende des sogen.
Hauptgurtes eingenäht ist. Je 2 dieser Hauptgurte sind zusammengenäht und füh-
ren, von den D-Ringen beginnend, vorn an den Schultern vorbei, dann unter dem
Gesäß durch und an der anderen Schulter vorbei wieder nach oben und haben am
anderen Ende wiederum die D-Ringe mit den Fangleinen.

Die Aufhängung ist also ein geschlossener Kreis, wobei der Mensch in den
Gurten sitzt, wie in einer Schaukel.

Eine Reihe zusätzlicher Gurte, Brust-, Bein-, Rückengurte, bieten die Gewähr
dafür, daß der Mensch fest und sicher sitzt und nicht herausrutschen kann.

Dieser Fallschirm wird in Deutschland als Normal-Fallschirm benutzt und
dient vor allem dem Flugzeugführer und Beobachter, soweit er sich während des
uses nicht von seinem Platz fortbewegt.

2.3011S24B.

Der Fallschirm 30 IT S 24 B ist im Prinzip dem 30 IS 24 B sehr ähnlich. Auf-
bau der Kappe, der Gurte, der Hilfsschirm, der Verpackungssack und die Aus-
lösung sind die gleiche, bis auf folgende Abweichungen.

Anstatt der 4 D-Ringe enden die Fangleinen je zur Hälfte in nur 2 Doppel- D-
Ringen, welche sich am Boden des Verpackungssackes befinden. Der eine Teil, also
das eine D des Ringes mit den Fangleinen, befindet sich im Innern des Verpackungs-

 sackes, während die des anderen D an der Außenseite des Verpackungssackbodens

zu sehen ist.

An den Enden des Hauptgurtes sind 2 große Karabinerhaken eingenäht,
welche in die D-Ringe eingeklinkt werden, so daß das Paket auf der. Brust des
Fliegers hängt.

Da das Fallschirmpaket vom Gurt getrennt ist, befindet sich der Abzugsgriff
auf dem Fallschirmpaket selbst. Im Gegensatz zum Fallschirm 30 I S 24 B ist der
Fallschirm 30 II S 24 B ein Schirm mit einer Ein-Punktaufhängung, wodurch die
Kräfteübernahme beim Entfaltungsstoß verhältnismäßig ungünstiger ist.

Zusammenstellung einiger techn. Daten einzelner Fallschirmmuster.

Kappe |8| »
Her- , 5 Anbringung | & 2 31:1
stellungs- ‚Bau- Kappen Aus- am : |< 18|$ >
8 muster Stoff lösung E1%|=12|3 Bemerkungen
Land Körper 2353| »@]|2 BE
32|2|21 1% I}
Als a 7 oO
a b c d e f eh lilxlı m.
1| Deutschland |301S24B] Seide Frei Sitz 7,5 |45,8| 24 | 6,0 110,0]!) „Kombiniert” =
2, 30I1S24B| Seide Frei Schoß 7,5 |45,8| 24 | 6,0[10,7| wahlweise frei
3. 27 11520 | Seide | Gefesselt [Rück. od. Sitz] 8.0 [50,4 20 |5,5| 80] Pder gefesselt
4. 35 M18B | Mako [Kombiniert Rücken 6,2 |31,0| 18 | 6,0 | 7,5]: 2) Durchmesser und
5. 38M185S | Mako Frei Rück. od. Sitz] 6,2 \31,0| 18 | 6,0] 7,9] Fläche 'd, Stoffes,
64 U.S.A. Switlik Seide Frei Rücken 1731!41,4| 24 164] 7,0 also, ai eht, ‚der
7”J England Irving BP | Seide Frei Rücken 7,3141,4| 24 | 6,5 | 9,5 = attet 2ache
8.| Rußland Irving SP | Seide Frei Sitz . 7,3 |41,4| 24 | 6,5] 9,5]%) Gewicht des
9 IrvingLP | Seide| Frei Schoß. [73 |41,4) 24 | 6,5 | 9,0 kompletten all
10. Italien Salvator | Seide |Kombiniert Rücken 6,5 |37,7| 20 1 7,0] 6,51 a
11,| Frankreich Vinay Seide IKombiniert[Rück. od. Sitz] 7,0 |38,2| 24 | 6,5 | 8,0
12, Ors Seide [Kombiniert Rücken 7,0 138,2] 24 | 6,5 | 8,0

13} Protektorat Pak Seide Frei Rücken : [7,2 141,0) 24 | 6,0] 851°
Seite 184 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1942, Bd. 34

Auch dieser Fallschirm wird in Deutschland hergestellt und dient vorzugs-
weise Beobachtern und MG-Schützen, die genötigt sind, sich während des Fluges
im Flugzeug zu bewegen. Sie haben nur den Gurt um und klinken den Fallschirm
erst ein, wenn eine akute Gefahr besteht. .---

3.271820.

Dieser Fallschirm ist im Gegensatz zu den beiden oben beschriebenen, ein
gefesselter Fallschirm. Die Kappe besteht aus nur 20 Bahnen zu je 4 Feldern. Die
Fläche der Kappe ist aber trotzdem größer, als die der beiden vorbeschriebenen
freien Fallschirme.

Die Fangleinen enden alle zusammen in einem Punkt, am sogen. Haupthalte-
tau, welches sich in zwei Taue teilt. An den Enden der Taue befinden sich je ein
Karabinerhaken, welche in D-Ringe eingeklinkt werden, die sich in Hüfthöhe am
Hauptleibgurt befinden. Vom Leibgurt, welcher um die Taille verläuft, gehen zwei
Beingurte, Schulter- und Rückengurte ab. Ein Brustgurt vervollständigt das Gurt-
werk.

Der Verpackungssack besteht aus einem „Inneren“- und einem „Außeren“-
Verpackungssack. Der Innere ist ein rechteckiger Sack, an dessen Boden die Auf-
ziehleine befestigt ist. In diesem Sack wird der Fallschirm, mit dem Kappen-
scheitel beginnend, harmonikaartig verpackt. Die Fangleinen werden aufgeschlos-
sen auf die Basis gelegt und nun wird der äußere Verpackungssack übergezogen
und durch einen kleinen Stahlnippel, welcher durch eine Schlaufe gezogen wird,
verschlossen. Die Schlaufe befindet sich an der untersten Klappe und wird durch
Segelösen der anderen 3 Klappen gezogen, so daß der Verpackungssack fest ver-
schlossen ist. Der Verschlußnippel ist an der Aufziehleine befestigt.

Beim Absprung wird nun erst der Nippel aus der Schlaufe gezogen. Der Ver-
packungssack verbleibt also an der Aufziehleine. Dieser Fallschirm ist ein rein
Deutscher. Er wird im Schulbetrieb, bei vorbereiteten Fallschirmabsprüngen und
für Ballone benutzt.

4.35 M18sB und 3sSM 18 S.

Diese beiden Fallschirme sind im Aufbau und Ausführung ähnlich. Die
Kappe besteht aus 18 Bahnen und ist aus Mako gefertigt. Der Fallschirm 35 M 18 B
ist kombiniert, d. h. die Auslösung kann je nach Wahl mit der Aufziehleine oder
von Hand erfolgen, während der Fallschirm 33M 18S nur von Hand ausgelöst wird.

Im Ausbau und in der Arbeitsweise sind die Fallschirme ähnlich dem Fall-
schirm 30 S 24 B. Der Fallschirm 35 M 18 B hat einen weichen, also rahmenlosen
Verpackungssack, während der Fallschirm 38 M 18 S ähnlich wie der Fallschirm
30 124 B einen Rahmen aufweist, welcher dem Paket eine gewisse Steifigkeit gibt.
Die Gurtführung ist ebenfalls ähnlich wie beim Fallschirm 30 1 S 24, also auch mit
einer Zwei-D-Punkt-Aufhängung. Allerdings ist die Beingurtführung eine andere.
Die Beine sitzen in einer Art Schlaufe, so daß der Stoß nicht nur mit dem Gesäß,
sondern mit den Oberschenkeln aufgenommen wird.

Der Fallschirm wird vorzugsweise in Deutschland im Segel- und Sportflug-
betrieb als Rettungsgerät verwendet.

5. Switlik.

Der Switlik-Fallschirm besteht aus einer Seidenkappe mit 24 Bahnen und ist
als Rückenkissen mit Handauslösung gebaut. Der Verpackungssack ist oval und
besteht aus einer steifen Leichtmetallmulde. Über das ganze Fallschirm-Paket ist
ein Stoffdeckel gespannt, um dessen Peripherie ein Drahtseil gespannt wird. Das
eine Ende des Drahtseiles hat eine Schlaufe, das andere einen Sliphaken mit einem
Dorn, welcher, nachdem das Drahtseil herumgelegt ist, durch die Schlaufe ge-
steckt wird und so das Paket schließt. Das Öffnen dieses Hebelverschlusses
geschieht durch ein Drahtkabel, welches zum Abzugsgriff führt.

Der Verschlußdeckel ist mit flachen Stahlfedern ausgerüstet und dient gleich-
zeitig als Hilfsschirm.

Der übrige Aufbau des Fallschirmes, des Gurtes und der Verpackung ist der
gleiche wie beim 30 IS 24 B-Fallschirm.

6. Irving.

Die Irving-Fallschirme entsprechen im Aufbau und Ausführung völlig den
Deutschen Standard-Fallschirmen mit freier Auslösung. Es gibt vor allem 3 Muster:
a) S. P. Dieser Schirm ist identisch mit dem deutschen Schirm 301524 B,

b) L. P. dieser entspricht dem 30 II S24B,
c) B. P. dieser Schirm ist wiederum gleich mit dem 30 1524 B

Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 185

nur mit dem Unterschied, daß er nicht als Sitz, sondern als Rückenkissen aus-
gebildet ist.
Die Irving-Fallschirme werden in der USA als Militärfallschirme benutzt.
Darüber hinaus sind sie in fast allen Ländern als Militärfallschirme eingeführt,
mit Ausnahme derjenigen Länder, die ihre eigene Fallschirmfabrikation besitzen.
Die wichtigsten Länder mit Irving-Fallschirmen sind:
USA, England, Rußland, früher Polen.
7. Salvator.
Die interessantesten Eigenschaften der Salvator-Fallschirme sind:
a) Geringes Gewicht,
b) geringes Volumen.
Er besteht aus einer verhältnismäßig kleinen Seidenkappe, die in einem nahezu
rechteckigen Verpackungssack mit 4 Klappen untergebracht ist.

Die Kappe besitzt ein verhältnismäßig großes Scheitelventil, welches durch
Gummikabel zusammengezogen wird.

Die Fangleinen enden in belederten Tauschlaufen, welche sich am Boden des
Verpackungssackes befinden und direkt am außerordentlich breiten Leibgurt
befestigt sind. Der Leibgurt besitzt ein Klappverschluß, welcher leicht gelöst wer-
den kann. Der Leibgurt nimmt den ganzen Entfaltungsstoß auf. Durch diese Anord-
nung hängt der Mensch nicht nahezu senkrecht, wie bei den sonstigen Fall-
schirmen, sondern stark nach vorne übergebeugt.

Um ein Herausrutschen aus dem korsettartigen Gurt zu verhindern, hat er
zusätzlich einen Schulter- und Beingurt.

Der Verschluß des Verpackungsackes geschieht durch eine Schnur, welche
die 4 Verschlußklappen in der Mitte zusammenhält. Die Verschlußschnur ist durch
ein kleines Messer, ähnlich einem Zigarrenabschneider, durchgezogen. Durch Zie-
hen des Messers wird die Schnur zerschnitten und der Schirm freigegeben. Gummi-
bänder ziehen die Verschlußklappen auseinander und der mit einer Spiralfeder
versehene Hilfsschirm wird frei.

Der Salvator-Fallschirm wird normalerweise als Rückenfallschirm gebaut,
jedoch im Bedarfsfalle auch als Sitzkissen. Bei der letzteren Ausführung werden
die Tauschlaufen mit den Fangleinen über Gurtenden an dem Leibgurt geführt, so
daß das Fallschirmpaket, im Gegensatz zum Rückenschirm, lose herunterhängt.

Zwei-Punkt-Aufhängung Ein-Punkt-Aufhängung

|

|

|

|
Y
p

A. B C. D E

Zwei-Punkt-Aufhängung Ein-PunktAufhängung

Schaukelsitz Schenkelsitz Leibsitz

Schematische Darstellung der Aufhängung und des Kräfte-Verlaufs bei verschie-
denen Fallschirmen.
1. Kappe, 2. Fangleinen, 3. Verbindungspunkt, 4. Gesäßgurt, 5. Leibgurt, 6. Bein-
schlaufen. — Gestrichelte Linie = Kräfte-Verlauf P.
f
A
=

Seite 186 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1942, Bd. 34

‚Der Salvator-Fallschirm kann sowohl als freier, als auch als gefesselter Fall-
schirm benutzt werden, je nachdem, ob an das Messer ein Abzugskabel oder eine
Aufziehleine angebracht ist. Er gehört also auch zu der Klasse der kombinierten
Fallschirme.

Der Salvator ist der typische Vertreter der italienischen Luftwaffe.

8. Verschiedene.

Außer den vorgenannten Fallschirmen gibt es noch eine ganze Reihe andere
Fallschirmtypen, welche aber im allgemeinen einem der Vorgenannten mehr oder
weniger nachgebaut sind und über die nichts Wesentliches zu sagen ist. So ist z. B.
der französische Vinay- und der tschechische Pak-Fallschirm, ähnlich dem deut-
schen 30 I S. 24 B. Dem Salvator nachgebaut sind die Modelle Ors und Aerazure,
beides französische Fallschirme.

Erwähnenswert wäre der Robur- und der Corona-Fallschirm, beides schwe-
disch-deutsche Erzeugnisse, welche heute allerdings nur noch in Schweden gebaut
werden. Im Prinzip an den 30 1 S 24 B angelehnt, liegt ihre Besonderheit in einer
kombinierten Auslösung und vor allem in der Ausbildung der Kappe, welche außer
dem sonst üblichen Scheitel-Ventil, eine ganze Menge Luftablauflöcher, in der
eigentlichen Kappe aufweist, um auf diese Weise den Entfaltungsstoß herabzu-
mildern.

Ferner sei auf den amerikanischen Hoffmann-Fallschirm hingewiesen, der
wohl als einziger Fallschirm eine Kappe aufweist, welche, von oben gesehen, nicht
kreisrund, sondern dreieckig ist. Besonders bewährt hat sich dieser Schirm bis
jetzt nicht.

Eine ganze Reihe mehr oder weniger guter und bedeutender Einzelheiten,
und Einzelerfindungen, welche aus Raummangel nicht einzeln aufgeführt werden
können, ergänzen die heutigen Fallschirme und machen sie zu einem wertvollen
Rettungsgerät.

Flugplatz und Werkstatt.

Radiusdreheinrichtung zum Einspannen auf den Support der Drehbank dient
zur Herstellung kreisförmiger Querschnitte (Hohlkehlen) an Werkstücken. Die
bisherige Herstellungsweise mit entsprechend geformten Schneidkanten der Dreh-
stähle ist ungenau, da sich die Schneidkante während des Arbeitsvorganges ab-
nutzt und die Form ändert.

7123819 7 6 Die aus der Abb. ersichtliche, von
den Junkers Flugzeug- und -Motoren-
werken AG. entwickelte Einrichtung zur
kreisförmigen Führung eines Drehstahles
stellt eine gute Lösung der gestellten Auf-
gabe dar.

Als Träger des Drehstahles dient ein
mit dem Support der Drehbank zu verbin-
dender Kreuzschieber, dessen Bewegungen
von einem exzentrisch geführten Zapfen
abgeleitet werden. Der Zapfen greift an
einem der beiden Schlitten des Schiebers
an, wodurch der zweite Schlitten mitge-
nommen wird. Der exzentrisch bewegte
Antriebszapfen ist auf einer unter dem
Kreuzschieber in dessen Grundkörper ge-
lagerten Scheibe zur Scheibenmitte ver-
schieb- und feststellbar angeordnet. Der
Antrieb der Scheibe erfolgt über ein
Schneckengetriebe durch eine Handkurbel.

Die mit der neuen Dreheinrichtung
erzielten Vorteile liegen vor allem darin,
daß kreisbogenförmige oder kegelige Ab-
drehungen auch in Hohlkörpern oder
an versteckt liegenden Stellen von Werk-
stücken hergestellt werden können, weil

DL_-_----..

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- / = ;- 14

Radiusdreheinrichtung. Zeichnung Flugsport

Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 187

es gelang, alle Mittel zur Führung des Drehstahles in einem sehr engen Raume
unterzubringen. Des weiteren kann der einmal eingestellte Halbmesser unab-
hängig von der Abnutzung oder dem Auswechseln des Drehstahles stets beibe-
hallen werden. Der eingespannte Stahl ist auch ohne weiteres zum Lang- oder
Querschneiden zu benutzen, wenn die exzentrische Lage des Drehzapfens unver-
ändert belassen wird. Schließlich ist durch Anordnung von Teilungen auf dem
Kreuzschieber die Möglichkeit geschaffen worden, den Fortgang der Dreharbeit
an der Stellung eines am Drehzapfen angeordneten Anzeigemittels gegenüber
diesen Teilungen mit einem Blick zu verfolgen. Ein auf den beiden Schlitten des
Kreuzschiebers angeordneter Nonius gestattet ferner eine genaue Einstellung
des Drehradius.

In einem Gehäuse { ist ein mittels der Handkurbel 2 in Drehung zu setzendes
Schneckengetriebe 3 eingelagert, mit dessen Schneckenrad durch eine Achse 4
ein Teller 5 fest verbunden ist. Die Schlitten 6 und 7 eines auf das Gehäuse 1
aufgesetzten Kreuzschiebers sind durch einen Drehzapfen 8 beweglich gekuppelt.
Der Drehzapfen 8 ist auf dem mit dem Schneckenrad umlaufenden Teller 5
mit seinem Fuße 9 in der Schiene 14 aufgeklemmt, so daß er bei Betätigung der
Kurbel 2 mit jeder Umdrehung des Tellers 5 einen Kreis beschreibt, dessen Halb-
messer der Entfernung der Achse des Tellers 5 von der des Zapfeus 8 entspricht.
Der Drehzapfen 8 nimmt bei dieser Drehbewegung über die Buchse 10 den Schlit-
ten. 7 des Kreuzschiebers mit und versetzt ihn gleichfalls in entsprechende Be-

wegung: ‚Der Schlitten 7 führt an einem Halter 11 den Drehstahl 12, dessen kreis-
förmige Bewegung demnach ebenfalls den Halbmesser der Entfernung der Achse
des Tellers 5 von der des Drehzapfens 8 aufweist. Dieser Halbmesser ist durch
Lösen der Schraube 13 und Verschieben des Zapfens 8 in der Schiene 14 des
Tellers 5 einstellbar. Seine Größe ist von einer auf den beiden Schlitten 6 und 7
angebrachten Noniusteilung 15 (Abb. 2) abzulesen. An einer auf dem Schlitten 7
angeordneten Kreiseinteilung 16 und an der Stellung eines am Drehzapfen 8
angeklemmten Pfeiles 17 innerhalb der Kreiseinteilung 16 ist die exzentrische
Lage des Drehzapfens 8 zur Achse des Drehstahles 12 ersichtlich, so daß der
Fortschritt des Drehvorganges während der Bearbeitung eines Werkstückes an-
hand dieser Anzeigevorrichtung ohne weiteres überwacht werden kann. Mittels
der Leiste 18 des Gehäuses 1 kann die Einrichtung an dem Support jeder Dreh-
bank angeklemmt werden.

Senkeinrichtung für 90° und 120° Spitzsenkungen.
Die bisherigen Senkeinrichtungen mit verstellbarem
Anschlag, bei denen die gewünschte Senktiefe einstell-
bar ist, haben den Nachteil, daß sie, verursacht durch
das Nachschleifen bzw. das Neueinsetzen eines Senkers
eine Ungenauigkeit in der Einstellung aufweisen.

Um diese Schwierigkeiten zu beseitigen, haben
die Arado-Flugzeugwerke G. m. b. H. die in neben-
stehender Abbildung ersichtliche Senkeinrichtung für
90° und 120° Spitzsenkungen entwickelt, bei der nicht
nur die normale Einstellung der Senktiefe vorhanden
ist, sondern bei der auch die Skala auf verschiedene
Senkarten und -größen mit Hilfe einer dem Senker und
dem Anschlag entsprechenden Lehre justierbar ist. so
daß die durch das Schleifen eingetretene Verkürzung
des Senkers durch Neueinstellung bzw. Nachstellung
der Skala auf einfachste Weise wieder ausgeglichen
werden kann. Es wird also der Senkeinrichtung eine
entsprechend den jeweiligen Senkungsarten und -grö-
Ben einstellbare Null-Stellung der üblichen Skala zu-
gegeben.

‘Zur Vermeidung der unerwünschten Schleifmar-
ken ist zusätzlich eine sogenannte Anschlagbremse an-
gebracht. Diese Anschlagbremse ist auf dem Anschlag

=

Senkeinrichtung. Werkbild

a

Seite 188 „rLUGSPORT“ Nr. 12/1942, Bd. 34

gleitend aufgeschoben und am unteren Ende jeweils mit einer Spezialgummimasse
armiert. Eine am oberen Ende der Anschlagbremse angebrachte Druckfeder
schiebt den Anschlagzylinder stets der Werkstoffoberfläche entgegen, wodurch die
Bremswirkung beim Auftreten auf der Werkstücksoberfläche unmittelbar erfolgt.
(Hersteller Hahn & Kolb, Stuttgart, Königstraße 14.)

|

I]
|

“KUNDSCHAU 2%

ee RI.

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Obfw. Leopold Steinbatz, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Fw. Schleef, Flug-
zeugl. in einem Jagdgeschw.; Ltn. Jaekel, Flugzeugf. in einem Sturzkampfgeschw.

Freiherr von Malapert, genannt von Neufville, Hptm., Gruppenkommandeur
in einem Sturzkampfgeschw. und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes,
:elallen.

“ Johannes Brandenburg, Hptm., Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschw.
und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, ist von einem Feindflug nicht
zurückgekehrt.

Wilhelm Wilke, Prof. Dr.-Ing., 60. Geburtstag am 18. Juli 1942. Bekannt ge-
worden durch seine Arbeiten bei der I. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft,
Werk Oppau, Schaffung des I. G. Prüfmotors, I. G. Prüfdiesels sowie seine kraft-
stofftechnischen und Schmiermitteluntersuchungen. .

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. Juni
1942 an: Zu Generalen der Flieger: die Generalleutnante Vierling, Doerstling,
Somme, Fischer; zum General der Flakartillerie: der Generalleutnant Weiß-
mann: zu Generalleutnanten: die Generalmajore von Stubenrauch, Kieffer,
Kühne, Seifert, Schlemm; zum Generalstabsarzt: der Generalarzt Dr. Schröder;
zu Generalmajoren: die Obersten Fischer, Rauch; zu Obersten: die Oberstleut-
nante Merhart von Bernegg, Mahrle, Heller, Reichardt, Dangers, Sambach, Jebens,
Birfelder, Clauditz, Eckstein, Bachus, Bieck, Mittmann, Rudhart, Gordack, Gehrts,
Mettig, Dobratz, Minner, Stockmann, Stelzer, Frielinghaus, Müller (Herbert),
von Ludwig, von Schweinichen, Souchon, Ehrhardt, Burghardt, Schacke,
Kobbelt, Jahns, Kuhnow, Mohn, Angermund, Heimes, Welcker, Götze, Prinz zu
Bentheim und Steinfurt, Brecht, Kinkelin, von Kornatzki, Prochaska, Wind-
möller, Armbrecht, Schröder, von Beulwitz, Jaenisch, Henze, Kießling, Schilling,
Boesler, Thedieck, Hühn, Braune, Heinrich; zu Oberstärzten: die Oberfeldärzte
Dr. Wullen, Dr. Hofer, Dr. Löcker, Dr. Maschke, Dr. Michalowsky, Prof. Dr.
Steidle, Dr. Kohler, Dr. Schallert, Dr. Pagels, Dr. Meyer-Bojana.

Mit Wirkung vom 1. März 1942 ab: zum Oberstingenieur: der Flieger-Ober-
stabsingenieur Beith.

Mit Wirkung vom 1. April 1942 ab: zum Generalingenieur: der Oberst-
ingenieur Fischer; zur Oberstingenieuren: die Flieger-Oberstabsingenieure
Buchenau, Bergner, Eisenhut, Centhe, Göttmann, Heinze, Kuhlenkamp, Labunski,
Mahnke, Müller (Bruno), Opitz, Pomme, Voilcker, Wilder, Woeltjen, Wolle,
Wunderlich.

Feldluftpost-Staffel auf Anordnung des Führers für Schnellverbindung aus-
schließlich zur Benutzung für die kämpfende Truppe und deren Angehörigen,
zwischen Front und Heimat aufgestelli. Monatlich kommen vier Feldluftpost-
marken unentgeltlich zur Verteilung, zwei für jeden Soldaten und zwei für seine
Angehörigen. Die Briefe und Postkarten dürfen ein Gewicht von zehn Gramm
nicht überschreiten. Die Ausgabe der Marken an die Truppe muß selbstverständ-
lich gestaffelt erfolgen, damit nicht plötzlich so starke Postmassen anfallen, daß
deren Beförderung mit Flugzeugen sich als eine Unmöglichkeit herausstellt. —
Dieser Tage sind die ersten Feldluftpostsendungen auf diesem Wege an die Front
gegangen.

Georgii, Prof., Leiter der D. F. S., spricht auf Einladung des franz. Sportführers,

Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 189

Obst. Pascot, in verschiedenen franz. Städten über die Entwicklung des deutschen
Segelfluges.

Neue Normblätter: Lg-Normblätter. LgN 166 17 Flugzeugmusterkarte (Jan. 42),
LgN 822 58 Begriffsbestimmungen bei Flugzeugbremsrädern (Jan. 42).

Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, die im August 1941 gegründet
worden ist, hat einen Beirat eingesetzt, der am 19. 1. 1942 im Harnack-Haus in
Berlin-Dahlem eine Sitzung abhielt, in der über die Aufgaben und Ziele der Ge-
sellschaft berichtet wurde. Die Gesellschaft ist eine Vereinigung zur Erforschung
und Organisation der Dokumentation, d. h. der Sammlung, Ordnung und FEr-
schließung von Dokumenten aller Art. Insbesondere sollen die Dokumentations-
probleme auf den einzelnen Fachgebieten in Verbindung mit den wissenschaft-
lichen Fachverbänden untersucht werden; ebenso soll die Entwicklung und die
Förderung der Arbeitsverfahren und der technischen Hilfsmittel der Dokumen-
tation nachdrücklich betrieben werden.

Es wurden Arbeitsausschüsse eingesetzt für: Bibliographien und Referat-
blätter, Fachzeitschriftenverzeichnisse, Schrifttumsauskunftsstellen einzelner
Fachgebiete, Schrifttumsauskunftsstellen allgemeiner Art, Beschaffung ausländi-
scher wissenschaftlicher Literatur, Zeitungsausschnittsammlungen, Photographi-
sche Vervielfältigungsverfahren, Terminologie der Dokumentation. Eine Reihe
weiterer Ausschüsse folgen.

An den Arbeiten der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation beteiligten
sich die Reichsbehörden, die Bibliotheken, Archive und Museen, die Herausgeber
und Schriftleitungen von Zeitschriften, Bibliographien und Referatblättern, die
Schrifttumsauskunftsstellen, insbesondere die der Industrie, sowie die Lieferer
von technischen Hilfsmitteln für die Dokumentationsarbeit.

Die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation ladet alle an ihren Arbeiten
interessierten Stellen zur Mitarbeit an der Lösung der ihr gestellten Aufgaben ein.
Mitglieder können Einzelpersonen, Institute, Firmen, Vereinigungen usw. werden;
nähere Auskunft erteilt die Geschäftsführung, Berlin NW 7, Dorotheenstraße 40.

Erster Postflug von Lt. von Hiddessen auf Euler-Flugzeug „Gelber Hund“
fand am 10. 6. 1912 von Frankfurt nach Darmstadt, weitere Postflüge von Mainz
nach Frankfurt am 17. 6. statt. (Vgl. „Flugsport“ 1912 S. 514.) Jetzt, nach 30 Jahren,
war aus diesem Anlaß im Hause Lichtenstein, Römerberg, Frankfurt a. M., eine
kleine Schau eingerichtet worden, in der die ersten Luftpostkarten, interessante
Photographien und Modelle des ersten für den Postflug benutzten Flugzeuges
„Gelber Hund“ gezeigt wurden.

Ausland.

Denkmal in Burgos, Pineda de la Sierra, für Gefallene vom 25. Dez. 1939
des Condor-Geschwaders: Richard Conrad, Bernhard Hentschel, Hermann Schmitz,
Kurt Laux, am 15. März 1942 eingeweiht.

Pilatus-Flugzeugwerke AG. (Schweiz) besteht seit 1938 als Studiengesellschaft.
Ist jetzt im Februar in Stans am Vierwaldstätter See eröffnet worden, gebaut wird
Baumuster SB 2.

USA Flugmotor 42 Zylinder, angeblich 4000 PS, vermutlich Curtiss Wright,
bestehend aus 6 hintereinanderliegenden 7-Zylindersternen, in der Konstruktion.

Japanischer Luftangriff
auf Dutch Harbour, USA-Ma-
rinestützpunkt auf den Aleu-
ten, begann am 3. Juni 1. An-
griff, Dauer 15 Min., mit vier
Kampfflugzeugen, begleitet
von 15 Jägern, 2. Angriff soll
6 Stunden gedauert haben. In
der Nacht zum 4. erfolgte ein
3. Angriff.

USA Vega Ventura
(nebenst. Abb.).
Zweimotor-Bomber, entwickelt
aus dem Hudson, gebaut von
der Vega Airplane Corp.,
Schwesterfirma der Lockheed
Aircraft Corp., Burbank, Kali-

fornien. Bild Flight

Seite 190 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1942, Bd. 34

Luftwaffe.

Führerhptquart., 20. 5. 42. (DNB.) OKW.: Wie durch Sondermeldung bekannt-
gegeben, haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des
Generalobersten von Manstein, unterstützt von starken Luftwaffenverbänden
unter Führung des Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen, in der
Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite
erreicht und die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt nach
erbittertem Widerstand genommen. — In Luftkämpfen verlor der Gegner 323 Flug-
zeuge. In den Gewässern der Halbinsel wurden 16 Schiffe mit zusammen 13 600
BRT., ein Minensuchboot und 21 kleine Küstenfahrzeuge durch Luftangriffe ver-
senkt. Zehn weitere Schiffe mittlerer Größe wurden durch Bombentreffer schwer
beschädigt. — Im Raum von Charkow wurden erneute Angriffe des Feindes in
harten Kämpfen abgeschlagen. Die Luftwaffe griff an den Schwerpunkten mit
Kampf- und Sturzkampfverbänden wirksam in die Erdkämpfe ein, zerschlug
Bereitstellungen des Feindes und vernichtete oder beschädigte 29 Panzer. Der
Feind verlor am gestrigen Tage 36 Flugzeuge. Ein eigenes Flugzeug wird ver-
mißt. — Auf Malta wurden Bombenvolltreffer in Abstellplätzen des Flughafens
La Venezia erzielt, in Luftkämpfen über Nordfrankreich zwei britische Jagd-
flugzeuge abgeschossen. — Im Kampf gegen Großbritannien belegten stärkere
Verbände der Luftwaffe in der vergangenen Nacht das Hafengebiet von Hull
an der Humbermündung mit Spreng- und Brandbomben. Mehrere Brände wurden
beobachtet. Leichte Kampfflugzeuge bombardierten bei einem Tagesvorstoß zur
britischen Südküste mit Erfolg Fabrikanlagen. An der Kanalküste schossen
deutsche Jäger ohne eigene Verluste aus feindlichen Jagdverbänden sieben
Spitfire ab. — Britische Bomber unternahmen in der letzten Nacht mehrere mili-
tärisch wirkungslose Störangriffe auf südwestdeutsches Gebiet. Sie warfen vor-
wiegend Brandbomben auf Wohnviertel, die Schäden sind unerheblich. Nacht-
jäger und Flakartillerie brachten elf feindliche Flugzeuge zum Absturz. —
Hptm. Baer, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschw., errang am gestrigen
Tage seinen 99. bis 103. Luftsieg. — Das Jagdgeschwader 77 hat die Zahl seiner
Abschüsse auf 2011 erhöht.

Führerhptquart., 21. 5. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum von Charkow dauert die
Schlacht an. Die Luftwaffe griff mit starken Kräften und mit großem Erfolg in
die Erdkämpfe ein. — Auf Malta wurden Flugplätze des Feindes bei Tag und
Nacht mit Bomben belegt. — Vor der Südostküste Englands beschädigten leichte
Kampfflugzeuge am Tage ein Handelsschiff mittlerer Größe. — In der Zeit vom
11. bis 20. Mai verlor die britische Luftwaffe 151 Flugzeuge, davon 36 über dem
Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen gegen Groß-
britannien 42 Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 22. 5. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge warfen im Hafen-

gebiet von Sewastopol ein Handelschiff in Brand. — In einem Hafen der Kola-
Halbinsel beschädigte die Luftwaffe drei größere Frachtschiffe, darunter eines so
schwer, daß mit seiner Vernichtung zu rechnen ist. — Nachtjäger brachten in den

letzten Tagen an der Ostfront mehrere bolschewistische Bomber und Transport-
flugzeuge zum Absturz. — Auf Malta wurden die Flugplätze Halfar und Luca bei
Tag und Nacht bombardiert. — Weitere Luftangriffe richteten sich gegen einen
britischen Luftstützpunkt in Nordafrika.
Führerhptquart., 23. 5. 42. (DNB.) OKW.: Seit zwei Tagen sind nunmehr die
deutschen, rumänischen und ungarischen Truppen, von starken Kräften der Luft-
waffe unterstüzt, auf der ganzen Front der bisherigen Abwehrschlacht zum kon-
‚zentrischen Gegenangriff angetreten. — Im Gebiet südöstlich des Ilmensees setzte
der Feind seine hartnäckigen Angriffe ohne jeden Erfolg und mit schweren Ver-
lusten fort. Starke eigene Kampf- und Jagdfliegerverbände haben dabei dem Feind
auf dem Gefechtsfeld und im Hintergelände schweren Schaden zugefügt. — In
der Zeit vom 14. bis 21. Mai verlor die Sowjetluftwaffe 452 Flugzeuge, davon
wurden 342 in Luftkämpfen, 65 durch Flakartillerie und 26 durch Verbände des
Heeres vernichtet, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen
an der Ostfront 45 eigene Flugzeuge verloren. — Das Flakregiment 6 erzielte
am 22. Mai seinen 200. Flugzeugabschuß im Ostfeldzug. — In Nordafrika wurde
ein Vorstoß britischer Aufklärungskräfte zurückgeschlagen. Deutsche Jäger schos-
sen in Luftkämpfen zehn feindliche Flugzeuge ab. — Einzelne britische Flugzeuge

‚Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 191

überflogen in der letzten Nacht die Deutsche Bucht und das norddeutsche Küsten-
gebiel, ohne Bomben abzuwerfen.

Führerhptquart., 24. 5. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche Jäger schossen über der
Marmarica 15 britische Flugzeuge ab; ein eigenes Flugzeug ging verloren. — In
Westengland wurden Hafengebiete am Bristol-Kanal bei Tage mit Bomben schwe-
ren Kalibers belegt.

Führerhptquart., 25. 5. 42. (DNB.) OKW.: An der Kandalakschabucht ver-
nichteten Sturzkampfflugzeuge eine wichtige Brücke der Murmanbahn. — Kampf-
fliegerverbände belegten in der letzten Nacht einen Stützpunkt leichter britischer
Seestreitkräfte an der Südküste Englands wirksam mit Spreng- und Brandbomben.

Führerhptquart., 26. 5. 42. (DNB.) OKW.: Gleichzeitig hat der von Süden,
Westen und Norden her geführte Angriff deutscher, rumänischer und ungarischer
Verbände die Bewegungsfreiheit des Feindes erheblich eingeschränkt. Seine dicht-
gedrängten Massen unterliegen zunehmend den Vernichtungsschlägen unserer
Luftwaffe. — Im Seegebiet zwischen Island und dem Nordkap griffen Kampfflug-
zeuge in der Nacht zum 26. Mai einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug an.
Ein Handelsschiff von 8000 BRT. wurde versenkt, fünf weitere durch Bombentref-
fer beschädigt. — In Nordafrika bombardierten stärkere Kampffliegerkräfte mili-
tärische Ziele im Raum um Tobruk.

Führerhptquart., 27. 5. 42 (DNB.) OKW.: An der Eismeerfront wurden im
Hafen von Murmansk zwei große Handelsschiffe in Brand geworfen. -— Bei Fort-
setzung der Angriffe auf den feindlichen Geleitzug in den Gewässern zwischen
dem Nordkap und Island wurde durch Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 8000
BRT. versenkt, drei weitere wurden in Brand geworfen. — Im Mittelmeer richte-
ten sich wirksame Angriffe gegen Flugplätze auf Malta und im nordafrikanischen
Küstengebiet. — Kampfflugzeuge griffen bei Tage die Hafenanlagen von Sout-
hampton, bei Nacht kriegswichtige Einrichtungen an der britischen Südwestküste.
an. — Bei Einzelanflügen an die Küsten Norwegens und Frankreichs verlor der
Feind durch Jagd- und Flakabwehr vier Flugzeuge.

Führerhptquart., 28. 5. 42. (DNB.) OKW.: Im Eismeergebiet wurde der Hafen
von Murmansk erfolgreich mit Bomben belegt. Ein größeres Handelsschiff wurde
beschädigt. — Bei Luftkämpfen im nordafrikanischen Küstengebiet wurden 14
feindliche Flugzeuge von deutschen und italienischen Jägern abgeschossen. — An
der Südküste Großbritanniens versenkten leichte Kampfflugzeuge ein feindliches
Vorpostenboot. — Bei einzelnen Anflügen gegen die holländische Küste wurden
durch Jäger, Flak und Marineartillerie neun britische Flugzeuge abgeschossen.

. Störflüge einer Anzahl feindlicher Flugzeuge lösten in Ostpreußen in der ver-

gangenen Nacht Fliegeralarm aus. Vereinzelte Bombenwürfe verursachten nur
geringen Schaden. Der Feind verlor zwei der angreifenden Flugzeuge.

Führerhptquart., 29. 5. 42. (DNB.) OKW.: Vor der Kaukasusküste erzielten
Kampfflugzeuge Bombentreffer auf einen Sowjet-Zerstörer. — An den Ufern des
Ladoga-Sees trafen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge große Versorgungslager der
Sowjets sowie abgestellte Züge und warfen ein Frachtschiff in Brand. Im Hafen
von Murmansk wurde ein großes Handelsschiff durch Bombentreffer beschädigt.
— Allein in Luftkämpfen an der karelischen Front verlor der Feind am gestrigen
Tage 22 Flugzeuge, darunter mehrere des Musters Hurricane. — Aus dem schon
seit Tagen verfolgten und wiederholt von Luft- und Seestreitkräften mit großem
Erfolg angegriffenen Geleitzug in den Gewässern des hohen Nordens wurden, wie
gestern durch Sondermeldung bekanntgegeben, in der Zeit vom 25. bis 27. Mai
14 Schiffe mit zusammen 96000 BRT. versenkt und ein bereits beschädigtes
Handelsschiff von 6000 BRT. erneut angegriffen und zum Sinken gebracht, so daß
sich der bisher vernichtete Handelsschiffsraum auf 114000 BRT. erhöht hat. —
Über der Deutschen Bucht wurden in der vergangenen Nacht einzelne feindliche
Störflugzeuge festgestellt. Marineartillerie brachte eines der Flugzeuge zum
Absturz.

Führerhptquart., 30. 5. 42. (DNB.) OKW.: Wie bereits durch Sondermeldung
bekanntgegeben, ist die große Schlacht um Charkow beendet. Die Luftwalfen-
verbände des Generalobersten Loehr und des Generals der Flieger Pflugbeil unter-
stützten im schonungslosem Einsatz die Kämpfe des Heeres in der Abwehr wie
im Angriff und schlugen die feindliche Luftwaffe aus dem Felde. — Die Zahl des
erbeuteten oder im Kampf vernichteten Kriegsmaterials beläuft sich auf 1249
Panzerkampfwagen, 2026 Geschütze, 538 Flugzeuge und ungezählte Mengen an
sonstigen Waffen und Geräten. — An der Einschließungsfront von Leningrad
Seite 192 „FLUGSPORT"“ Nr. 12/1942, Bd. 34

führte die Luftwaffe schwere Angriffe gegen den Versorgungsverkehr der Sowjets
über den Ladoga-See. — Bei Nachtangriffen deutscher Kampfflugzeuge gegen
Rüstungswerke der Stadt Gorki wurden Bombentreffer mit nachfolgenden Brän-
den in Fabrikanlagen beobachtet. — In den Gewässern des hohen Nordens setzten
Kriegsmarine und Luftwaffe trotz schlechten Wetters ihre Angriffe gegen den für
die Sowjetunion bestimmten Geleitzug fort. Kampfllugzeuge warfen zwei große
Frachter in Brand. — In Östengland bombardierte die Luftwaffe in der Nacht zum
30. Mai den Verladehafen Grimsby an der Humbermündung sowie das Hafengebiet
von Great Yarmouth. — Britische Bomber führten in der letzten Nacht abermals
einen Angriff auf Groß-Paris durch, der Opfer unter der Zivilbevölkerung vor
allem in den Vororten forderte. Sechs der angreifenden Fiugzeuge wurden abge-
schossen. — Über der Deutschen Bucht wurden zwei weitere britische Bomber
zum Absturz gebracht. — Vorpostenschiffe und Geleitfahrzeuge des Befehlshabers
der Sicherung der Nordsee haben in 24 Stunden zehn britische Bomber abgeschos-
sen, davon acht bei erfolgreicher Abwehr feindlicher Luftangriffe auf die ihnen
anvertrauten Geleite. — Das Jagdgeschwader Udet errang am 28. Mai seinen
2000. Lufisieg.

Führerhptquart.,, 31. 5. 42. (DNB.) OKW.: Von den Resten des bereits seit
Tagen von Luft- und Seestreitkräften wiederholt schwer getroffenen feindlichen
Geleitzuges im Nordmeer wurden vier weitere große Handelsschiffe durch Bom-
benwurf beschädigt. Bei diesen Angriffen kam es zu Luftkämpfen, in deren Ver-
lauf sechs feindliche Jäger der Muster Tomahawk und Hurricane abgeschossen
wurden. — In Nordafrika wird der Kampf fortgesetzt. Deutsche und italienische
Jagd- und Zerstörerflugzeuge schossen 25 britische Flugzeuge ab. — An der Kanal-
küste verlor die britische Luftwaffe bei Jagdvorstößen am gestrigen Tage zwei
Flugzeuge. — Vor der niederländischen Küste wurden beim Angriff auf ein deut-
sches Geleit acht feindliche Flugzeuge durch Sicherungsstreitkräfte der Kriegs-
marine abgeschossen. — Britische Bomber unternahmen in der vergangenen
Nacht einen Terrorangriff auf die Innenstadt von Köln, wobei große Schäden
durch Spreng- und Brandwirkung vor allem in Wohnvierteln, an mehreren öffent-

lichen Gebäuden, u. a. auch an drei Kirchen und zwei Krankenhäusern, entstan-

den..Bei diesen ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Angriff erlitt
die britische Luftwaffe schwerste Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen
36 der angreifenden Bomber ab. Im Küstengebiet wurde außerdem ein Bomber
von Marineartillerie zum Absturz gebracht. — Ein Nachtverband unter Führung
des Generalleutnants Kammhuber erzielte hierbei seinen 600. Nachtjagdabschuß.
Hptm. Streib seinen 25. und 26. und Olt. Knacke seinen 20. Nachtjagdsieg. — An
der Ostfront errang Fw. Steinbatz seinen 83. Luftsieg.

Führerhptquart., 1. 6. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte mit starker
Wirkung militärische Ziele in Stadt und Hafen von Sewastopol. — In den Gewäs-
sern von Murmansk beschädigten Sturzkampfflugzeuge zwei große Frachtschiffe
durch Bombentreffer. — In Nordafrika wurden britische Gegenangriffe unter
hohen Verlusten des Feindes abgeschlagen. Deutsche und italienische Jäger schos-
sen am gestrigen Tage in Luftkämpfen 24 britische Flugzeuge ab. — An der Kanal-
küste verlor der Feind am gestrigen Tage 19 Flugzeuge. — Zur Vergeltung für den
Terrorangriff der britischen Luftwaffe auf die Innenstadt von Köln griffen starke
Kampffliegerkräfte in der letzten Nacht den Bischofssitz von Canterbury in Süd-
ostengland mit Tausenden von Spreng- und Brandbomben an. Die in geringer Höhe
und bei guter Sicht anfliegenden Verbände beobachteten große Brände. — Einzelne
britische Flugzeuge unternahmen in der Nacht zum 1. Juni wirkungslose Störflüge
in das westdeutsche Gebiet. — Der Kampf gegen die Versorgungsschiffahrt Groß-
britanniens und der Vereinigten Staaten war im Monat Mai besonders erfolgreich.
Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten 170 feindliche Schiffe mit zusammen
924400 BRT. Außerdem wurden 66 Schiffe durch Bomben- oder Torpedotreffer zum
Teil schwer beschädigt. — Bei dem britischen Luftangriff auf Köln haben die dort
eingesetzten Luftschutzkräfte, ungeachtet eigener Verluste, durch Tatkraft und
besonderen Mut eine größere Ausdehung der Brände verhindert.

Führerhptquart., 2. 6. 42. (DNB.) OKW.: Bei Sturzkampfangriffen auf die
Hafenanlagen von Jokonga und Murmansk erhielt ein Frachtschiff mittlerer Größe
so schwere Treffer, daß mit seiner Vernichtung zu rechnen ist. — Im Kampf gegen
Großbritannien führte die Luftwaffe in der letzten Nacht ohne eigene Verluste
einen schweren Angriff gegen den Versorgungshafen Ipswich an der Südostküste
Englands. Andere Kampfflugzeuge warfen abermals Bomben schweren Kalibers in

Nr. 12/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 193

das Stadtgebiet von Canterbury. — Bei Vorstößen gemischter Verbände der briti-
schen Luftwaffe zur Küste der besetzten Westgebiete wurden am gestrigen Tage
18, bei Einflügen einzelner bewaffneter Aufklärungsflugzeuge in den Raum um
Köln ein britisches Flugzeug zum Absturz gebracht. — Britische Bomber griffen in
der Nacht zum 2. Juni mehrere Orte in Westdeutschland an, vor allem die Wohn-
viertel in Duisburg und Oberhausen. Bei der Abwehr dieser nur gegen die Zivil-
bevölkerung gerichteten Terrorangriffe erzielten Nachtjäger und Flakartillerie 37,
Marineartillerie 3 Abschüsse. Damit hat die britische Luftwaffe bei ihren Einflügen
in die besetzten Gebiete und in das Reichsgebiet am gestrigen Tage und in der
letzten Nacht 59 Flugzeuge verloren. — Obfw. Strüning errang in der letzten Nacht
seinen 15. und 16. Nachtjagdsieg.

Führerhptquart., 3. 6. 42. (DNB.) OKW.: Im nördlichen Frontabschnitt dauern
die heftigen örtlichen Kämpfe im Sumpfgelände des Wolchow an. Gegenangriffe
des Feindes scheiterten, wobei unter Mitwirkung von Sturzkampffliegern
32 sowjetische Panzer zerstört wurden. — In den Gewässern des Schwarzen Meeres
versenkten Kampfflugzeuge aus einem sowjetischen Geleitzug heraus einen Tanker
von 3000 BRT. — Im Hafen von Murmansk trafen Sturzkampfflugzeuge sechs große
Fracht- und Transportschiffe mit Bomben schweren Kalibers. — In der Zeit vom
21. Mai bis 1. Juni verloren die Sowjets 610 Flugzeuge. Davon wurden 496 Flug-
zeuge in Luftkämpfen, 74 durch Flakartillerie und 14 durch Verbände des Heeres

Ritterkreuzträger: 1. Reihe v. I.n. r.: Hptm. R. Henne, Oblt. Klien, Lt. Fritz Bliese-
ner, Lt. Lukesch. 2 Reihe: Hptm. Otto, Hptm. Dr. Kupfer, Oblt. Platzer, Lt. A.
Schmalz. 3. Reihe: Oblt. Hohagen, Lt. Itzen (gefallen), Obfw. Schulz, Obfw.

E. Wagner. Weltbild (12)
Nr. 12/1942, Bd. 34

Seite 194 „FLUGSPORT"“

abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an
der Ostfront 53 eigene Flugzeuge verloren. — Die Stadt Canterbury wur e au u
der vergangenen Nacht mit Sprengbomben belegt. — Bei Jagdvorstö an‘ er
Kanalküste und Einflügen einzelner britischer Bomber im Dehutze von olen in
das westliche Reichsgebiet verlor der Feind am gestrigen Tage urc Jasda ah
und Marineartillerie 20 Flugzeuge. Ein eigenes Jagdflugzeug wird yerm . — Die
britische Luftwaffe unternahm in der Nacht zum 3. Juni Dtörangn! ve gesen eh
rere Orte Westdeutschlands. Größere Brandschäden, vor allem in \ aviorteln und
an öffentlichen Gebäuden, sind besonders in Duisburg entstanden. a u or und
Y'lakartillerie schossen 14 der angreifenden Bomber ab. — Während © ie britische
Propaganda 20 000 Tote als ee ee ‚is
ngriffs ote zu bekla . nn
karl a. on DNB OKW.: Verbände der deutschen und italieni-
schen Luftwaffe bombardierten Bahnanlagen und Truppenlager im Raum von
Capuzzo. — Bei Luftkämpfen im Kanalgebiet verlor der Gegner 805 ern = I
zeuge. — Stärkere Kampffliegerkräfte bombardierten in der Nach zum ZEN i
den britischen Seestützpunkt Ban Tale Stadt Fne
- in der letzten Nacht das Gebiet um Drer 5
nit Brandbomben. Nachtjäger on schossen zehn ger
i ab. — In der Zeit vom 21. Mai bis 2. Juni ver
a Hlagseuge von denen 41 durch Einheiten der Kriegsmarine ange-
schossen wurden. Während der gleichen zeit gingen a oh der 20 Dan
ien ei ünfzig ei Flugzeuge verloren. — Da melc

nen 2000. Luftsiee. Bi Hptm. Müncheberg errang am 2. Juni seinen
80., Oblt. Marseille am 3. Juni in Nordafrika seinen 70. bis 75. Luftsieg.

Segelflug

17jähriger Hitlerjunge, Ernst Pfeifer aus Eifelshausen, Dillkreis, SHE
Gr. 11, flog in Hirzenhain am 19. 4. bereits 10 Std., ferner am 1. 6. 1942 10 .22 .

d 19.30 h.
a ische Shartwinde durch Akkumulatorenbatterie durch gut regelbaren

Gleichstrom angetrieben, ist jetzt vom schwedischen Segelflugklub in Betrieb
genommen.

Luff- Post.

Durch die geometrische Verwindung des Flügels wird der Punkt des Anreibens
der Strömung von dem Ende des Flügels, also vom Querruden Ban jer An vun
verschoben. Über die Ermittlung der notwendigen geometrisc jr en lung In
den Sie eine gute Anleitung in: J. Kleinwächten: Yorlesungen über Flugzeugbau.

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an hen über Polarenbestimmung von Flügeln mit Profiländerung, a Pine
der notwendigen Schränkung haben wir bereits mehrfach beantwortet. (Ygl. „

sport“ 1937, S. 738.)

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Ferner ein graphisches Verfahren zur Bestimmung der Polaren eines g

schränkten Flügels. Profilsammlung Nr. 17, Heft 23, 1937.
Literatur.

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ä ö iträ Witterungserscheinungen belabt,
fläche und größere Zeiträume erstreckenden a hend von
1 li den Büchlein übersichtlich zusammengestellt. / i
ae Begnitt und der Aufgabe der Großwetterforschung sind im einzelnen behan

Ir. 12/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“

Seite 195

delt: Großwetter und mittlere Luftdruck verteilung, Wärmehaushalt und allgemei-

ner Kreislauf der Atmosphäre, Witterungsperioden und Wetter-Rhythmen, Geo-
physikalische Einflüsse auf das Großwetter, Kosmische Einflüsse auf das Groß-
wetter, Die langfristige Witterungsvorhersage.

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Gleichgewichtslehre. Jeder Teil 1,80 RM. Verlag von R. Oldenbourg, München
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Bändchen sind übersichtlich die Grundbegriffe der technischen Mechanik zu-
sammengefaßt. Gerade im jetzigen Zeitalter ist ein klares und technisches Denken
auf allen Gebieten Voraussetzung. Der Verfasser hat es verstanden, den Stoff an
Hand von anschaulichen Abbildungen so zu geben, daß ihn jeder verstehen muß.

1. Teil, Bewegungslehre: Gleichförmige Bewegung, Arbeit, Leistung, Wir-
kungsgrad, Pferdekraftstunde, Arbeit aus Wärme. Ungleichförmige Bewegung.
Geradlinig fortschreitende Masse, Energieumformung, Umlaufende Masse, Sach-
verzeichnis. .

2. Teil, Gleichgewichtslehre: Kraft und Gegenkraft, Kräfteparallelogramm,
Moment einer Kraft, Gleichgewichtsbedingungen, Wechselwirkung, Parallele
Kräfte, Kräftepaare, Nicht parallele Kräfte, Fachwerk. Rolle, Wirkungsgrad,
Arbeit bleibt Arbeit, Wellrad, Schiefe Ebene, Reibung, Geschichtliches, Sachver-
zeichnis.

Wir wiederholen: Metallflugzeugbau. 1000 Fragen und Antworten. Von Dr.
Alfred Spraul. 125 S. mit Abb. Verlag: Dipl.-Ing. R. Bohmann, Verlag für Fach-
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Durch Fragen und Antworten führt der Verfasser den Leser kurz durch:
Werkstoff-, Arbeits-, Flugzeugkunde und Fachrechnen. Der Leser fühlt sehr bald
seine Lücken und wird automatisch dazu geführt, das fehlende Wissen zu ergän-
zen. Ganz abgesehen davon, daß man auch manche Antworten auf die gestellten
Kragen nach seinem Teilwissen anders formulieren und vielleicht sogar ausgiebi-
ger beantworten kann. Das Buch ist für Anfänger zur Einführung in das Gebiet

des Flugwesens besonders zu empfehlen.

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zentriertes Abwehrfeuer der Küftenbatterien. —
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ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
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| Ver Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.

Vera {lich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingeniecur Oskar Ursinus, j !
en nrate I Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
ind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
Hindenburgplatz 8 (Deutschland)

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und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

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Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten” versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 13 24. Juni 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 8. Juli 1942

Forschung.

Fortschritte in der wissenschaftlichen Forschung werden oft durch
technische Fortschritte in mühsamem Experimentieren von vielen tätigen
Kräften in Gemeinschaftsarbeit eingeleitet.

Andere Wissenschaftsgebiete, wie z. B. Aerodynamik, Meteorologie in
der Segelflugentwicklung wurden nach neuen Richtungen angeregt.

Vielfach wird die wissenschaftliche F orschung in den Flugindustrie-
laboratorien je nach den Erfordernissen der Aufgabenstellung vorwärts
getrieben. So auch an den Hochschulen, die mit der Industrie vielfach
zusammenarbeiten. Die freie, rein persönliche Forschung arbeitet meisten-
teils im stillen je nach Weitsicht und Eingebung.

Die jüngeren vorwärtsstrebenden Kräfte können an der wissenschaft-
lichen Forschung der genannten Forschungsstellen aus Gründen der Ge-
heimhaltung nicht anteilnehmen. Es scheint hier wichtige Möglichkeiten
zu geben. —

In Zukunft wird der die wissenschaftliche Forschung steuernde Staat
auch diese Kräfte wieder mit zur Forschung heranziehen. Ansätze sind
bereits vorhanden, und etwaige Schwierigkeiten sind dazu da, damit sie
überwunden werden.

Unsymmetrisches Flugzeug BV 141 mit BMW 801.

Über das erste unsymmetrische Flugzeug der Blohm & Voß-Flugzeug-
werke berichteten wir bereits im „Flugsport“ auf S. 157 bis 159. Der Kon-
strukteur Dr.-Ing. Richard Vogt dieses neuartigen Baumusters teilt noch
folgende Einzelheiten mit:

Das Reichsluftfahrtministerium beabsichtigte im Jahre 1937, ein Flug-
zeug für Sonderzwecke bauen zu lassen. Aus wirtschaftlich-taktischen

rwägungen heraus schrieben die Bedingungen unter anderem ausdrück-
lich die — Einmotorigkeit — des zu entwickelnden Musters vor. Beste Beob-
achtungsmöglichkeit wurde, soweit es sich mit dieser Grundforderung
irgendwie vereinbaren ließ, verlangt.

Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und
senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das III. Quartal 1942: 4.50 RM, möglichst
auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 6. Juli werden wir diese
zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. -

Diese Nummer enthält Patentsammluing Nr. 31.
Seite 198 „FLUGSPORT"“ Nr. 13/1942, Bd. 34

Mir war bei Inangriffnahme der Aufgabe alsbald klar, daß mit einem.
konventionellen einmotorigen Flugzeug eine voll befriedigende Beobach-
tungssicht nicht erreicht werden konnte. Die günstigste Beobachtungsstelle
war ja vom Triebwerk besetzt und alle anderweitigen Ausblickpunkte von
über und unter dem Rumpf angebrachten Glasausbauten aus ergaben nur
eine schlechte Addition einzelner Sichtfelder.

Immer wieder kreisten die Gedanken zurück auf die bei zweimotorigen
Flugzeugen vorhandene Rumpfbugkanzel, bis die Vorstellung in einem
mutigen Anlauf einen der beiden Motoren entfernte und — grotesk aus-
gedrückt — bei einem einmotorigen Zweimotorenflugzeug landete.

Damit war das unsymmetrische Flugzeug geboren; es konnte gebaut
werden, wenn es all den sofort einsetzenden kritischen Selbstbetrachtungen
standhalten sollte.

Eines schien sofort klar. Die Verhältnisse waren ungleich günstiger,
als beim Einmotorenflug eines zweimotorigen Flugzeugs, bei dem der
Widerstand des stillgesetzten Motors auf der einen Seite durch den Schub
der noch laufenden Schraube auf der anderen Seite überwunden werden
mubite.

Finen entscheidenden Hinweis auf die eigentliche flugeigenschafts-
mäßig brauchbare Lösung der Beherrschung des einseitigen Schrauben-
schubs floß aus der Tatsache, daß es erfahrungsgemäß beim zweimotorigen
Flugzeug durchaus nicht gleichwertig war, ob man mit einem linken oder
rechten ausgefallenen Motor zu fliegen gezwungen war. Das gab nämlich
Veranlassung, auf Schub und Drall der Luftschraube und ihre Rück-
wirkung einzugehen, bis sich gedanklich das Ergebnis klar herausschälte.

Schub und Drall (Abb. 1) sind in ursächlichem Abhängigkeitsverhält-
nis, wenn der unsymmetrische Schub am größten ist, dann ist der Schrau-
benstrahldrall ja auch am größten. Man mußte die Unsymmetrie demnach
so aufbauen, daß diese ausgenutzt werden. Das gelang sehr einfach auf
dem Weg über das im Schraubenstrahl liegende Seitenleitwerk.

Wenn man also, wie es in Deutschland üblich ist, ein rechts drehendes
Triebwerk hat. dann muß man zweckmäßig den Motor links und den Be-
satzungsrumpf rechts vom gemeinschaftlichen Flugzeugmittel anordnen.
Der links ziehende Propeller dreht dann das Flugzeug nach rechts um die
Hochachse. Der Schraubendrall strömt das Seitenleitwerk mit einem gewis-
sen Anstellwinkel von links außen an und dreht das Flugzeug nach links,
kompensiert also den unsymmetrischen Schraubenzug.

Fine kurze rechnerische Abschätzung ergab, daß der so gedachte Aus-
gleich durchaus befriedigende Verhältnisse ergab, jedenfalls weitaus
bessere, als bei starken Einmotorenflugzeugen, etwa bei Jägern, in Kauf
genommen werden mußten. Das hat die Praxis denn auch vollauf bestätigt.
Das bei einmotorigen Flugzeugen übliche starke Wegdrehen beim Über-
gang vom Horizontal- in den Steigflug trat bei dem für das Auge unsymme-
trischen Flugzeug nur noch in ganz bescheidenem Maße auf. Man kann
deshalb mit einem gewissen Recht die abermals groteske Behauptung auf-
stellen, daß die Symmetrie des einseitigen Flugzeugs größer ist, als die des
konventionellen einmotorigen Flugzeugs.

Durch seitliche Verlagerung des Schwerpunktes in Spannweitenrich-
tung aus der Flugzeugmitte heraus läßt sich auch noch die Reaktion zum
Drehmoment der Luftschraube ausgleichen.

Bei symmetrischen Flugzeugen wird dieses Moment ja bekanntlich
ausgemerzt über einen weggetrimmten Querruderausschlag.

Bei dem oben genannten Ausschreiben des Luftfahrtministeriums war
die Firma Blohm & Voß ursprünglich nicht in der Auftragserteilung vor-
gesehen. Es ist ein Zeugnis für
die Entschlußfreudigkeit des
verstorbenen Generalobersten
Udet, daß er in klarer Er-
kenntnis der gebotenen Mög-
lichkeiten die Entwicklung
des ihm vorgetragenen neu-
artigen Vorschlags sofort an-
ordnete.

Abb. 1. Schub und Drall bei der
BV 141.

Nr. 13/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 199

ch a omand Camit rechnen konnte, daß ein so ausgefallenes Muster
8 e Anderungen an der Zelle fertiggestellt werden
konnte, wurde die Forderung nach besonderer Dringlichkeit zurückgestellt
Es ist gewiß einer der schönsten und im Flugzeugbau wohl auch selten-
sten Iriumphe technischen Denkens, daß wir bereits ein Jahr nach de
Auftragserteilung die Versuchsflüge beginnen und schon einige Wochen
später das neue Muster nachflugreif melden konnten. Alle Überlegungen
haben sich als richtig erwiesen, besondere Schwierigkeiten im Hinblick auf
die Unsymmetrie sind nicht aufgetreten, und leistungsmäßig sind wohl
alle, die den Vergleich mit den konventionellen Parallelentwicklungen an-
zustellen hatten, überrascht und erstaunt worden. u
Eigenschaftsmäßig war das Muster so befriedigend, daß Generaloberst
Udet sofort Rollen, Loopings und andere Figuren fliegen konnte
Vielleicht interessiert in diesem Zusammenhang ein leistungsmäßiger
Vergleich mit dem damaligen neuesten englischen Aufklärer dem eben-
falls auf gute Sichtverhältnisse gezüchteten Muster Lysander. Dieser hatte
annähernd gleiche Motorleistung, war aber kleiner in den Abmessungen
nur zweisitzig und ohne die ausgezeichnete Kanzelsicht unserer BV 14.
Der Vergleich stellt sich folgendermaßen dar:
Lysander 24 m? Fläche BV 141 A 43m? Fläche
ohne Behälterschutz mit Behälterschutz

Flugwerk 1055 k

Äh nn g 1640 kg
Triebwerk. . 2. 220020. 785 kg 1030 ke
Besatzung nn 200 kg 300 kg
Betriebsstoffe . . . 2.0.2. 330 kg 400 ke
est nn 310 kg 460 ke
“uggewichtt . . 2.020. 2680 kg

u . . . . “ ° 8
Geschwindigkeit in 3500 m . . 368 km/h 308 mh
Steiggeschwindigkeit am Boden . 8,4 m/s 9,5 m/s

Die Zahle ie Ü |
schen nen dokumentieren selbst die Überlegenheit der unsymmetri-
m weiteren Verlauf der Erprobung schälten si
u & sich ze: -
nische und eigenschaftsmäßige Erkenntnisse heraus. nr wafentech
war 2as Dicht, und ein, von der Heckspitze des Besatzungsrumpfes
v gezeichne . 2-3). Die Störung des einseitigen Rumpfes ı
mehr als ausgeglichen durch ein freies Schußfeld im gefährlichsten Ver.
eidigungssektor. Dabei darf nicht vergessen werden, daß Drehungen des

Abb. 2 u. 3. Flugzeug für Sonderzwecke, Blohm & Voß BV 141. Werkbilder (6)
Seite 200 .„FLUGSPORT“ Nr. 13/1942, Bd. 34

Abb. 4. BV 141, 1600 PS.

Flugzeugs um die Längsachse, also Querbewegungen, zu den am leichtesten
auszuführenden Abwehrfiguren gehören, weil keine Ric tungs- un
Höhenänderung dabei zu erfolgen hat. Ein Angriff von der dure on
Rumpf abgeschirmten Seite kann also viel leichter abgewehrt were en a $)
etwa ein Angriff aus dem Sichtschatten eines Leitwerks bei konventioneller
Ü nabwehr.
Rumpirückonn aber im Laufe der Erprobung einen Schritt weiter und
haben die in den Schußsektor des Heckstandes hineinragend © , zeehie
Ö N g 1 nd damit eine weı
Höhenleitwerksflosse weggeschnitten und ee he ne
. lich erfreuliche Verkopplung
von Wirkungen, daß sich ne-
ben der Schußfeldverbesse-
rung auch noch eine Stabili-
tätsverbesserung einstellte.
Bei gleichgehaltenem Stabili-
tätsmaß war es nicht notwen-
dig, linksseitig die Flosse um
dasjenige Maß zu vergrößern,
als auf der anderen Seite ab-
geschnitten wurde.

Man kann diese Erkennt-
nis sogar allgemein verwer-
ten und auch bei normalen
einmotorigen Flugzeugen das
Leitwerk vorteilhaft unsym-
metrisch aus dem absteigen-
den Schraubenstrahl heraus-
geschoben anordnen.

Nach Abschluß der Ver-
suche erhielten wir den Auf-
trag, den mittlerweile gestei-
gerten Ansprüchen entspre-
chend mit einem wesentlich

Abb: 5 u.6 oben: Außenflügelholm
der BV 141. Unten: Innenflügel-
‚kasten der BV 141 mit Aussparung
für Fahrwerk an der Hinterkante
für die Aufnahme der Spreiz-
klappen.

Nr. 13/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 201

stärkeren Triebwerk, dem BMW 801, ein neues Flugzeugmuster, die BV 141,
zu entwickeln. Mit diesem neuen Baumuster wurden bedeutend größere
Leistungen erzielt, die die Einsatzmöglichkeiten für dieses Flugzeug ins-
besondere für Sondereinsätze wesentlich erweitern.

Konstruktiv ist über die wichtigsten Baugruppen folgendes zu sagen:

Wenn schon im Interesse der Aufgabenstellung zu einer radikalen
Gesamtlösung geschritten wurde, dann ist es verständlich, daß für die
engere Aufgabe der Beobachtung aus der Besatzungskanzel alles getan
worden ist in deren Formgebung, Verglasung, sowie Ein- und Ausrüstung,
was dem Beobachter zur Erfüllung seiner Aufgaben nach neuzeitlichen
Gesichtspunkten und Erfahrungen dienlich sein konnte.

Der rechts neben dem Flugzeugführer sitzende Beobachter hat aus-
reichende Bewegungsfreiheit, sein Sitz ist längsverschieblich, und seine
Geräte sind handlich um ihn herum gruppiert.

Der Triebwerksrumpf ist bis zurück zum Leitwerk als hohler Schalen-
rumpf gebaut. Da keinerlei unabgedeckte Ausschnitte erforderlich sind,
weist er trotz geringstem Baugewicht eine hohe Festigkeit und vor allem
eine in Hinsicht auf Schwingungsgefahren wichtige hohe Steifigkeit auf.

Das Tragglied des Flügels ist in der für alleB & V-Flugzeuge bekann-
ten Art ein Rohrholm (Abb. 5). Bei den die Flügelschale wiederum vielfach
unterbrechenden Ausschnitten, 2 Rumpf- und 2 Fahrwerksöffnungen, hat
sich der Rohrholm als zuverlässiges Bauglied wiederum vollauf bewährt.

Die Bauweise der Flächenhülle hat eine interessante Bereicherung er-
fahren. Die ganze Profilkontur abzüglich eines Längsstreifens auf der
Unterseite für das Einfahren des Rohrholms ist in Querschüssen als fertiges
Bauteil hergestellt worden. Die Montage im Reihenbau ebenso wie das
Auswechseln bei Beschädigungen ist damit außerordentlich gefördert.

Die Querruder sind nur im Außenflügel, sie haben aerodynamischen
Innenausgleich und sind wie alle anderen Ruderflächen sorgfältig massen-
ausgewuchtet.

Der Innenflügel trägt einfache hydraulisch betätigte Spreizklappen
als Landehilfe (Abb. 6).

as unsymmetrische Höhenleitwerk lagert auf einem Hals über dem
Leitwerksrumpf. Es ist auf der Überhangsseite durch eine Strebe nach
unten abgefangen. Das zentrale Seitenleitwerk wird so weit herunter-
gezogen, als baulich zulässig ist, um einen großen Flächenanteil in den
Schraubenstrahl zu bringen.

Das Fahrwerk ist sehr breitspurig ausgelegt mit der Absicht. die Roll-
möglichkeit gegen die Schwenkneigung durch den Schraubenzug (rechts-
drehend) mit einem gut wirkenden Bremsmoment des linken Rades (links-
drehend) ausreichend übersteuern zu können. Diese Überlegung gilt aller-
dings nur für ganz ausgefallene Zustände, z. B. im ersten Augenblick des
Abrollens aus der Ruhelage mit Rückenwind. Sobald der Schraubenstrahl
las Seitenleitwerk gefaßt hat, ist das Verhalten normal und gut be-
herrschbar.

Das Fahrwerksbein ist an einem kräftigen Strebenbock vom Holm aus
gefaßt und schwenkt mit dem Rad nach außen in eine vor dem Holm aus-
gesparte Öffnung der Tragfläche ein (Abb. 6).

Abschließend kann gesagt werden, daß die in das unsynımetrische
Flugzeug gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt worden sind. Zu-
sammen mit der gewählten konstruktiven Gestaltung ist ein Baumuster
geschaffen worden, dessen Leistungen durch eine konventionelle Lösung
nur unter Verzicht auf primäre Forderungen vielleicht gerade auch er-
reicht werden können, die aber bei gleich guter Beobachungsmöglichkeit
einmotorig nicht möglich sind.

Engl. Jagdeinsitzer Westland „Whirlwind“.
Das zweimotorige Jagdflugzeug für größere Reichweite ist von der
Westland Aircraft, Ltd. erbaut.
Flügel dreiteilig mit rechteckigem Mittelstück, Ansatzflügel nach den
Enden sich stark verjüngend, Fowler- Klappen im Mittelstück und einem
Teil des Ansatzflügels.
Seite 202 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1942, Bd. 34 Nr. 13/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 203

Vereisung.
Von Ing. HerbertSteuer.

... gleichmäßig brummend liefen die 3 Motoren der großen Verkehrs-
maschine schon fast eine Stunde lang und sie mußten sich sehr anstrengen
in der großen Höhe, die zur Überquerung der Hochgebirge notwendig war.
Ein leichtes Neigen nach vorne zeigte den Passagieren an, daß die höchsten
Bergspitzen überwunden waren und die Maschine ihren Abstieg begann.
Behaglich genossen sie den grandiosen Anblick der Bergwelt, die Kabine
war gut geheizt, obwohl außen eine Temperatur von — 30° herrschte. Es
kam in der Ferne eine Wolkenbildung in Sicht und man bedauerte, daß die
schöne Aussicht bald ein Ende haben würde.

Schon tauchte die Maschine in die ersten Wolkenfetzen hinein, da
verlor sie plötzlich das Gleichgewicht, kippte ab und ging in rasendem
Sturzflug in die Tiefe, das Steuer gehorchte dem Pilot nicht mehr 2000 m
Höhenverlust, der Funker hämmerte sein SOS hinaus, da fühlte der Pilot
wieder die Steuerwirkung und er konnte die Maschine in Horizontallage
bringen... Vereisung!

Unter den Gefahren, die ein Flugzeug bedrohen können, nimmt die
Vereisungsgefahr eine besondere Stellung ein, sie ist heimtückisch und
unberechenbar. Während die technische Entwicklung eine sehr hohe Flug-
sicherheit geschaffen hat, ist ein unbedingt zuverlässiger Vereisungsschutz
noch nicht gefunden worden, aber man hat große Fortschritte in der Er-
forschung und Bekämpfung der Eisbildung an Flugzeugen gemacht.

I. Allgemeine Betrachtungen.

Engl. Jagdeinsitzer Westland „Whirlwind“. Archiv Flugsport (2)

Eisbildung an Flugzeugen kann zu den oo
verschiedenartigsten Störungen führen (Abb.1). Wie wirkt sin Eisbildung am Flugzeug aus?
Am Flugzeugkörper: Verminderung des Auf-
triebs, Veränderung der Flugeigenschaften
(Gleichgewichtsstörungen), Auftreten von
Schwingungen bis Bruch, Herabsetzung der Entstehung des Auftriebs

Die gefährlichste Störung ist die
Verminderung des Auftriebs

Fluggeschwindigkeit.
EUER Am Motor: Verstopfung von Öffnungen (Ver- Auftrieb ist die Kraft am Flugzeug, die dem
Engl. Jagdeinsitzer Westland „Whirlwind”. gaser usw.). Kühlung bei luftgekühlten Moto- nach unten wirkenden Gewicht das
ren kann versagen. Gleichgenicht halt

Rumpf ovaler Querschnitt.

3500 In der Rumpfnase 20 mm MK.

Führersitz Flügelhinterkante,
gewölbter Sichtaufbau.

Einfaches hohes Seiten-

An der Luftschraube: gerät in Schwingungen,
evtl. bis Bruch.

An Düsen: Vereiste Instrumentendüsen ergeben
Versagen oder Fehlanzeige der lebenswichtigen

leitwerk, Höhenleitwerk nach Instrumente.

oben sehr hoch angesetzt. An Rudern: Beeinträchtigung der Steuerfähig-

Kreuzungsstelle statt Hohl- keit. Die Luftschraube zieht das Flugzeug ckuroh die
kehlen mit Stromlinienkörper An Antennen: Versagen des Funkverkehrs. Luft, welche um den Tragflügel strömt

verkleidet.

Fahrwerk nach hinten in
die Rumpfverkleidung hoch-
ziehbar.

Zwei flüssigkeitsgekühlte
Rolls-Royce-Merlin je 1260 PS,
verhältnismäßig tief unter den
Flügeln aufgehängt.

Spannweite 13,72 m, Länge
95 m, Höhe 3,53 m, Höchst-
geschw. 570 km/h.

An Kabinenfenstern: Sichtbehinderung.

Jede einzelne der aufgeführten Störungs-
möglichkeiten kann für sich allein schon kata-
strophale Folgen haben. Da die Vereisung aber
meistens an mehreren Stellen am Flugzeug an- &
greift, gestaltet sich die Bekämpfung besonders
schwierig.

Die Frage, wann Vereisung am Flugzeug
auftreten kann, ist schwer zu beantworten, da
die Eisbildung von vielen sich gegeneinander
beeinflussenden Bedingungen abhängt. Gerade
diese Unklarheit in der Voraussage der Ver-
eisung ist ein Hauptgrund, weswegen man noch Beim vereisten Flügel veißt die Strömungab,
kein allgemein wirksames Mittel gegen diese es entsteht kein Auftrieb mehr
Flugbehinderung gefunden hat. Abb. 1

Gewicht

V
——1720

[\

Engl. Jagdeinsitzer Westland
„Whirlwind“.

Zeichnung Flugsport

Seite 204

„FLUGSPORT“

Nr. 13/1942, Bd. 34

Zu)
Eisbildung von Wasserdampf ausgehend

Kaltes Flugzeug,ın
klaver Luft mit
Wasserdampfgibt:
Reifriiederschlag
‚am Flugzeug,

nicht sehr störend

——— ——
Zu 2a)
Eisbildung aus kleinen Tröpfchen

\ oe R GrenzschichE
. „..
. vo... .'
P} o’ 1. -—-
> o D .
- 0.0.80, x u.
eo .o02 0" ,’ ee s
. Pa) . Ja Pure Zn
. oe . o,'

gleiten Grenzschicht
entlang, größere
Tropfen schlagen
duroh.

ve
win störender Eisansatz
N Abb. 2
Zu 2b)

Eisbildung aus größeren Wassertröpfchen
bei wenig kalten Wolken

. erster Eisansalz
an Flügelnase

nicht ann der Nase
er . gefroremes Wasser
fließt nach hinten
ab und vereist dorf

5 Abb. 3.

—

Die Flügelnase selbst bleibt naß und nur das
auf der Fläche zurücfließende Wasser gofriert

Voraussetzung der Vereisung.

Eisansatz am Flugzeug kann nur entstehen,
wenn es von sichtbarer Feuchtigkeit, Regen,

Nebel und Wolken umgeben ist.

Temperatur muß unter 0° und über — 20° C

liegen, max. Vereisung zwischen 0° und — 5°C.

Rauhreifansatz kann schon entstehen, wenn ein

kaltes Flugzeug in klarer Luft mit hohem

Feuchtigkeitsgehalt (in Wasserdampfform)

fliegt.

Unter dem Zusammenwirken von Feuchtig-
keit und Temperatur kann also Vereisung ent-
stehen, eine genaue Voraussage ist aber sehr
schwierig, da” noch einige Faktoren beeinilus-
send hinzutreten; z. B. schwankt die Tempera-
tur an verschiedenen Stellen des Flugzeugs
(auf der Tragflügeloberseite herrschen meist
um 2° höhere Temperaturen als auf der Unter-
seite).

Über die Fhysik der Eisbildung.

In der Luft ist stets Wasserdampf vor-.

handen. Daneben auch Nebel, Wolken oder Re-
gen, bestehend aus Flüssigkeitströpfchen,

welche durch Kondensation (wenn sich Dampf

auf einen Gegenstand niederschlägt und zu
Wasser wird nennt man das Kondensation) des
obengenannten Wasserdampfes auf Jonen ent-
stehen. Unter Jonen versteht man die Kerne im
Wassertröpfchen, auf die sich der Wasser-
dampf niederschlägt. Diese Kerne werden meist
von Mineralsalzen gebildet, die durch Meeres-
nebel aufsteigen.

Die Wassertröpfchen haben einen Gefrier-
punkt, der bei — 4° liegt, weil nämlich das
Tröpfchen kein reines Wasser. sondern eine
Art Salzlösung ist.

Um nun aber die Vereisung noch kompli-
zierter zu machen, haben die Tröpfchen eine
besondere gefährliche Eigenschaft. Sind sie bis
— 4° unterkühlt worden, so gehen sie unier
Einwirkung eines Stoßes schlagartig in den
Eiszustand über. Ein Flugzeug, das in eine
unterkühlte Wolke hineinfliegt, ist also einer
besonderen Gefahr ausgesetzt. Meist läßt sich
Wasser bis — 4° unterkühlen, es ist jedoch
schon unterkühltes Wasser bis — 20° beobachtet
worden.

Es sollen nun im folgenden die wichtig-
sten auftretenden Eisbildungen näher beschrie-
ben werden.

1. Eisbildung vom Wasserdampf ausgehend
(Abb. 2).

Fliegt ein kaltes Flugzeug in eine klare,
mit Wasserdampf gesättigte Luftschicht, so ist
Reifbildung am ganzen Flugzeug die Folge.
Die Stärke der Reifschicht ist stets gering,
denn z. B. bei 0° kann nicht mehr als 5 gr/m?
Wasserdampf vorhanden sein und bei sinkender
Temperatur wird der Wasserdampfgehalt noch
geringer.

Reifbildung hat keinen störenden Einfluß
auf die Flugeigenschaften, unangenehm kann

Auftreten: .

Nr. 13/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“

Seite 205

sich nur die Sichtbehinderung durch Beschla-
gen der Scheiben auswirken.
2. Eisbildung von unterkühltem Wasser und '
Wasserdampf ausgehend.
a) Eisbildung aus kleinen Tröpfchen
(Abb. 2).

Kleine Wassertröpfchen (Nebel, Wolken)
von 0,001 bis 0,0001 mm & dringen nur teil-
weise durch das den Tragflügel bzw. Flugzeug-
teil umgebende Luftpolster (Grenzschicht)
durch, gefrieren dann aber sehr plötzlich. Die
einzelnen Eisteilchen verschmelzen sehr bald
unter Einschluß von großen Luftmengen. Die-
ser. Eisniederschlag von lockerem Gefüge ver-
dichtet sich unter dem Luftstrom und wächst
gegen den anströmenden Wind.
Kennzeichnung:

Art des Eises: Milchig weiß, undurchsichtig.

Gestalt: Kegelförmig, in den Wind
wachsend.
- Bei 0° bis — 20° C.

b) Eisbildung aus größeren Wassertröpf-
chen bei wenig kalten Wolken (Abb. 3).
Gefrieren tritt bei Berührung des Wasser-
tröpfchens mit dem Flügel auf, ein Teil des
nicht gleich geforenen Wassers fließt über den
Tragflügel nach hinten und gefriert dort. Bei
stark mit Wassertropfen gesättigter Luft bleibt
die Flügelnase naß und die Tragfläche über-
zieht sich mit starker Eisschicht.

Kennzeichnung:

Art: Hart bis glashart, durchscheinend.

Gestalt: Haftet fest, bildet Knospen und
Vorsprünge.

Auftreten: Bei 0° bis — 17°.

c) Flugzeug dringt in kalte Luftschicht mit
unterkühltem Regenfall ein (Abb. 4).
Die von der oberen warmen und feuchten

Wolkenschicht kommenden Tropfen werden

unterkühlt und treffen auf das Flugzeug. Sie

gefrieren sehr schnell, weil ihnen Kälte entzo-
gen wird:

1. durch schnelle Verdampfung in der dampf-
armen kalten Luft sowie im Unterdruck-
gebiet über dem Tragflügel;

2. durch von Fahrtwind gekühltem Flugzeug;

3. durch gute Abfuhr der Erstarrungswärme
im kalten Flugwind (Erstarrungswärme ent-
steht bei der Umwandlung von Wasser-
tröpfchen in Eis).

Das Flugzeug wirkt wie eine Kälte-
maschine, die Kälte durch Leitung und Ver-
dampfung erzielt.

Kennzeichnung:

Art: Rein und homogen wie Glatteis.

Gestalt: Über ganzes Flugzeug, große Haft-
fähigkeit.

Auftreten: Selten, bei Temperatureinbruch,
für Schnellflugzeuge ungünstig.
d) Flugzeug fliegt längere Zeit bei tiefen
Temperaturen und tritt dann in eine
dichte Wolke nahe bei 0° ein.

Abb. 5.

Zu 2.)
Flugzeug dringt in_ kalte Luftschicht

mit unterkühltemn Regenfall ein

Wolken, große relative Feuchtigkeit

kalte Schicht, wolkenlos, in die
esvon oben hereinregnet, ca — 4?

\

NN \ \ \N\ \ \ \ Die Glatleisschicht
\ \ kann ein sehr hohes
Gewicht erreichen
\ \

‚Tragflügel in vergrößerter Ansicht
Abb. 4.

Der Goodrih- Enteiser

Flügelnase, geschützt durch Goodrich- Enteiser

aufblasbare Taschen

Preßluft- |
Anschlüsse

es hat sich Eis
an der Flügelnase
angesetzt

Enteiser britt in
Tätigkeit, 2 Taschen A
wurden aufgeblasen

Vereisung ist ge -
broden, Eisbroden
werden vom Luftstrom”,
weggerissen. j

von Auspuffgasen indirekt

beheizte Luft strömt in die _
Flügelnase und tritt durch (
kleine Bohrungen b wieder

aus, Warmluft-Enteisung in  \K
Deutschland viel verwendet
Seite 206 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1942, Bd. 34

Es stellt sich schnell starke Vereisung ein, die sich nach Bildung einer gewissen
Schicht nicht mehr vergrößert und bald den Charakter des Fall b annimmt.
Kennzeichnung:

Art: durchsichtig, homogen, hart.
Gestalt: Auf allen Flugzeugteilen.
Auftreten: Bei Abstieg von Höhenflug.

II. Bekämpfung der Vereisung.

1. Eiswarnung.

Auf Grund der Wetterberichte kann der Pilot seinen Flugweg so wählen, daß er
Gebiete mit Vereisungsgefahr möglichst vermeidet.

Als wesentlichste Kennzeichen für die Eiswarnung dienen sichtbare Luftfeuch-
tigkeit und Temperatur.

Weiterhin wäre es von Vorteil, wenn der Pilot während des Fluges an einem
Instrument bereits die Bildung einer unmerklichen Eisschicht angezeigt bekäme.
Um ein solches Instrument zu schaffen, versucht man die Tatsache auszunützen, daß
ein Draht sehr viel schneller vereist als eine Fläche. 2 Systeme sind bisher bekannt
geworden.

Gesucht ist auch ein Gerät zur Anzeige der Bildungsgeschwindigkeit des Eises.

2. Natürliche Enteisung.

Flugzeugvereisung verschwindet immer sehr schnell, wenn der Pilot sich in
wolkenfreie Bereiche mit relativer Feuchtigkeit unter 100 v. H. und höherer Tem-
peratur begibt.

3. Einfluß der Flugeigenschaften.

Gute Flugeigenschaften, geringer Widerstand, gute Längs- und Querstabilität

widerstehen besser der Vereisung und lassen der Besatzung Zeit zur Eisbekämpfung.

4. Geräte zur Eisbekämpfung.
a) Thermisch,

b) mechanisch,

c) chemisch.

a) Thermisches Verfahren.

Ausnutzung der Abgase und Kühlluft (Abb. 5).

Die unmittelbare Ausnutzung der Abgase wird nicht angewendet, der Wasser-
dampfgehalt derselben würde kühlend wirken. Es wird deshalb mit Kühlluft oder
indirekt von den Abgasen erwärmter Luft gearbeitet. Wenn der konstruktive Einbau
der Heizleitungen schon beim Entwurf genügend berücksichtigt wird, lassen sich
gut arbeitende Anlagen durchführen.

Elektrische Heizung.

Auf Grund ihrer Anpassungsfähigkeit scheint die elektrische Enteisung durch
Flügelerwärmung erfolgversprechend. Der hohe Aufwand der elektr Aggregate hat
bisher die praktische Durchführung gehindert. Kleine Bauteile wie z. B. Staurohre,
Düsen usw. werden erfolgreich elektrisch beheizt.

b) Mechanisches Verfahren.

Der Goodrich-Enteiser (Abb. 5).

In 6 Jahre langer Arbeit wurde von B. F. Goodrich in USA unter Dr. W. Geer
ein Gerät zum Aufbrechen der Eisschicht entwickelt.

Aufbau des Gerätes: Der zu schützende Teil wird mit einer Gummidecke über-
zogen, die in Gummitaschen eingeteilt ist. Die Taschen werden wechselweise mit
Preßluft aufgeblasen und sprengen dadurch das Eis ab.

. Der Goodrich-Enteiser bewährt sich bei allen Vereisungsfällen, in denen sich
die Eisbildung auf die vom Gerät geschützte Fläche (Flügelnasen) beschränkt.

Die Benutzung, Anbringung und Wartung des Gerätes ist kostspielig und um-
ständlich, jedoch bietet es zuverlässigen Schutz gegen undurchsichtige Vereisung,
kann aber noch bei bestimmten schnellen Klareisbildungen versagen.

c) Chemische Verfahren.

Man hat versucht, durch auf Flugzeugteile aufgetragene Pasten den Eisansatz
zu verhindern oder zu erschweren. Diese kalt oder warm aufgetragenen Schichten
nutzen sich aber mit der Zeit ab und können nicht als zuverlässiger Schutz ange-
sehen werden.

Lösliche Gemische, die den Gefrierpunkt des Wassers senken, werden mit Erfolg
verwendet. Das von Lockspeiser entwickelte Dunlop-Verfahren ist sehr einfach.

Nr. 13/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 207

Das Dunlop-Verfahren.

Es besteht aus einem auf die Tragflügelvorderkante aufgebrachten porösen
Überzug, der ständig mit Ethylalkohol gesättigt wird. Durch diese Flüssigkeit wird
die Grundschicht des sich bildenden Eises flüssig und das Eis wird vom Luftstrom
weggerissen.

Auch Luftschrauben werden zuverlässig geschützt, indem man die Enteisungs-
flüssigkeit durch die Fliehkraft am Propellerblatt nach außen laufen läßt.

III. Zusammenfassung und Ausblick.

Die Vereisung an Luftfahrzeugen ist eine Gefahr, die in verschiedenen Formen
auftritt und weitgehendst von den herrschenden Wetterbedingungen abhängt. Da
sehr viele Faktoren Einfluß auf die Vereisung haben, ist es schwierig, eine zuver-
lässige Anzeige und Bekämpfung durchzuführen.

Die seit vielen Jahren ausgeführten Versuche, Forschungsarbeiten und die
praktischen Erfahrungen haben zu einer weitgehenden Klärung der Vorgänge bei
Vereisung an Luftfahrzeugen geführt. Darüber hinaus sind einige Verfahren ent-
wickelt worden, die im allgemeinen genügend Schutz gegen die Eisgefahr bieten,
so daß der Flugverkehr auch im Winter durchgeführt werden kann.

Wir wissen, daß die Vereisung aber auch heute noch in manchen Fällen zu
schweren Unfällen führen kann, und deshalb ist Wissenschaft und Industrie restlos
an der Entwicklung von Vereisungsschutzverfahren tätig, um auch diesen Unsicher-
heitsfaktor aus dem Luftverkehr herauszubringen.

Flugplatz und Werkstatt.

Blech-Heft-Klammern dienen zum vorübergehenden Zusammenhalten von
zusammenzunietenden Blechen. Diesen Heftklammern haften verschiedene Mängel
an und beruhen auf ganz verschiedenen Herstellungsmethoden und Arbeitsweisen.
Entweder sind diese Heftklammern in der Herstellung als Massenprodukt billig,
jedoch haben sie dann den Nachteil, daß sie der Forderung einer guten Heftung
der Bleche nicht gerecht werden. Bei anderen Klammern ist die Heftung der zu-
sammenzuhaltenden Bleche sehr gut, jedoch sind diese Klammern in der Herstel-
lung sehr teuer.

Um nun eine Heftklammer zu schaffen, die beiden Forderungen in aus-
reichendem Maße gerecht wird, haben die Arado-Flugzeugwerke GmbH. die aus
der nebenstehenden Abb. ersichtliche Draht-Heftklammer entwickelt, die im
wesentlichen aus zwei
starken Drahtseilen be-
steht, die zangenartig
ausgebildet und lediglich
durch einen Niet bzw.
Bolzen zusammengehal-
ten werden. Hersteller:
Dresdner Spezialfeder-
fabrik Strobel & Co.,
Dresden-Hellerau.

Blech-Heft-Klammer.
Werkbild

Reduktionszirkel für Navigation nach Bendix, bei dem sich die Teilung durch
eine scherenartige Anordnung für jeden Maßstab selbst einstellt, dient unter Aus-
schaltung von Windgeschw., Abdrift zur Bestim-
mung der Bodengeschwindigkeit. Als weiteres
Hilfsmittel ist nur noch Karte und Uhr notwendig.
Auf einer Skala im oberen Schenkel kann die
Geschwindigkeit sofort abgelesen werden.

Y

Reduktionszirkel.
Archiv Flugsport

Seite 208 „FLUGSPORT'“ Nr. 13/1942, Bd. 34

Inland.

Schwer ter zum Eichenlaub des Ritterkr euzes des Eisernen Kreuzes verlieh
der Führer an: Oblt. Marseille, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Hptm. Lent, Gruppenkommandeur in einem Nacht- Jagdgeschw., Hptm. Robert
G. Freiherr v. Malapart gen. Neufville, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Dilley, Grup-
penkommandeur in einem Sturzkampfgeschw., Lt. Krems, Flugzeugf. in einem
Kampfgeschw.

Fritz Dönsch, Oberst im Generalstab der Luftwaffe und Abteilungschef im
Reichsluftfahrtministerium, Ritterkreuzträger, Fliedertod.

Lt. Karl Hübner, NSFK.-Obertruppf., nach seinem 47. Abschuß vom Feindflug
nicht zurückgekehrt.

Carl Töpfer, Dr.-Ing. habil., Lehrbeauftragter für Flugtechnik, an der TH.
Karlsruhe als Obstlt. der Luftwaffe, 49 Jahre, im Osten Heldentod.

Dr. M. Pier, 22. Juli, 60. Geburtstag. Bekannt durch seine ungewöhnlichen
Verdienste um die Treibstoffversorgung. Ihm gelang es 1925 bei 200 atm Druck im
dynamischen Versuch das erste Autobenzin in 100 volumprozentiger Ausbeutung
aus Braunkohlenteer zu erhalten.

Karl Kutzbach, Prof. Dr.-Ing. e. h., Direktor der maschinentechn. Abteilung der
Technischen Hochschule Dresden, ein alter Förderer des Flugwesens, bekannt durch
seine Veröffentlichungen über Prüfung und Entwicklung des Flugmotorenbaues, am
25. 4. 42 im Alter von 67 Jahren gestorben.

Förderung der Erfindertätigkeit im Kriege kommt durch einen Erlaß des

Reichswirtschaftsminister zum Ausdruck. Bisher war das Amt für technische Wis-
senschaften im Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront in den Fällen eingeschaltet,
wenn dem Erfinder eine Auswertung nicht möglich war. Diese Funktionen sind jetzt
auf das Hauptamt für Technik der Partei übergegangen.

Ausland.

Spanisches Institut für Lutfahrtforschung soll nach einem Beschluß des span.
Ministeriums vom 10. Mai geschaffen werden.

Türkische Neutralitätsverletzung durch USA-Bombenflugzeuge erfolgt. Am
12. 6. vorm. landeten drei viermotorige amerikanische Flugzeuge auf dem Flug-
platz von Ankara und ein weiteres Flugzeug bei Ada-bazar. Ein fünftes versuchte
auf dem Flugplatz von Adana zu landen, erreichte aber noch syrisches Gebiet.
Die Flugzeuge kamen von einem Angriffsflug zurück, den sie von Nordsyrien aus
gegen die Nordküste des Schwarzen Meeres unternommen hatten.

Flugzeugwerke Etimesut bei Ankara brachten vor kurzem das erste in der
Türkei erbaute Flugzeug heraus, welches in Gegenwart des Ministerpräsidenten
und einer Reihe von Kabinettsmitgliedern seinen ersten Flug ausführte.

USA-Flugzeugträger statt Schlachtschiffe zu bauen, wird nach einem Bericht
der Associated Preß in Washington von zwei USA-Senatoren, Elledner und Brewster,
die beide der Marinekommission angehören, verlangt. Die Admiralität sei zu diesem
Entschluß auf Grund der bisherigen Erfahrungen gekommen. Das USA-Problem
Flugzeug gegen Schlachtschiff, welches seit 1938 fieberhaft debattiert wurde, sei nun
endgültig gelöst. Der Verlust der britischen Schlachtschiffe „Prince of Wales“ und
„Repulse“ habeden Wendepunkt in dieser Debatte bedeutet. Die umstürzenden Maß-
nahmen der USA-Admiralität bedeuten, so erklärten die beiden Senatoren weiter,
nicht mehr und nicht weniger, als daß die Pläne über den Bau von fünf Super-
schlachtschiffen von je 60000 Tonnen Gehalt hinfällig werden. Leider, so betonten
die Senatoren, habe die Admiralität mehr als ein Jahr an diesen Plänen gearbeitet,
die nun nach sechs Monaten Kriegserfahrungen beiseite gelegt werden müßten.

Nr. 13/1942. Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 209

Luftwaffe.

Fükrerhptgqrt., 5. 6. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte bei Tag und

Nacht Flugplätze und Eisenbahnverbindungen der Sowjets. — In Nordafrika
wurden britische Gegenangriffe unter Verlusten für den Feind abgeschlagen. Die
deutsche und italienische Luftwaffe griffen mit guter Wirkung in die Kämpfe ein.
In Luftkämpfen verloren die Briten 26 Flugzeuge. — An der Ostküste Englands
wurden in der letzten Nacht Hafen- und Werftanlagen von Sunderland mit
Spreng- und Brandbomben belegt. — An der Kanalküste verlor die britische
Luftwaffe am gestrigen Tage in Luftkämpfen und durch Flakabwehr zehn Flug-
zeuge.
Führerhptgrt., 6. 6. 42. (DNB.) OKW.: An der Einschließungsfront von
Sewastopol wurden die feindlichen Befestigungen durch starkes Feuer schwerster
Artillerie und zusammengefaßte Luftangriffe bekämpft. — An der Wolchow-Front
wurden starke feindliche Angriffe in schweren Kämpfen und im Zusammenwirken
mit Sturzkampfverbänden abgewehrt. Der Gegner hatte sehr hohe blutige Ver-
luste und verlor 22 Panzer. — In Nordafrika wiesen deutsch-italienische Truppen
stärkere britische Angriffe ab und gingen selbst zum Gegenangriff über. In.
Luftkämpfen wurden 14 feindliche Flugzeuge abgeschossen. — In der letzten
Nacht griffen Kampffliegerverbände das Hafengebiet von Tobruk an. — Bei Vor-
stößen gegen die Küste der besetzten Westgebiete wurden am gestrigen Tage
zweiundzwanzig feindliche Flugzeuge abgeschossen — Britische Bomber griffen
in der Nacht zum 6. Juni mehrere Orte in Westdeutschland an. In einigen Städten
des Industriegebietes entstanden Brandschäden. Nachtjäger und Flakartillerie
schossen 13 der angreifenden Bomber ab.

Führerhptgrt., 7. 6. 42. (DNB.) OKW.: An der Wolchow-Front wiederholte der
Feind an mehreren Stellen seine heftigen Angriffe. Sie scheiterten an der wach-
samen Abwehr, die durch Sturzkampfverbände unterstützt wurde, unter hohen
Verlusten des Gegners, der weitere 18 Panzer verlor. — In Nordafrika brachte
der Gegenangriff der deutschen und italienischen .Panzergruppen, unterstützt
von starken Luftstreitkräften, große Erfolge. Im Kanalgebiet schossen deutsche
Jäger am gestrigen Tage ohne eigene Verluste 13 britische Flugzeuge ab. Das
Stadtgebiet von Canterbury wurde in der Nacht zum 7. Juni abermals von Kampf-
fliegerverbänden mit Spreng- und Brandbomben belegt. — Britische Bomber
griffen in der letzten Nacht die Stadt Emden an. Die Zivilbevölkerung hatte Ver-
luste. Zahlreiche Gebäude, vor allem wieder in Wohnvierteln, wurden zerstört

-und beschädigt. Sechs der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. — Hptm.

Philipp, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschw., errang am gestrigen Tage
an der Ostfront seinen 101. bis 103. Luftsieg. — Oblt. Becker errang in der
letzten Nacht seinen 20.—22. Nachtjagdsieg. — Obfw. Teige in einem . Kampf-
geschwader schoß mit einem Kampfflugzeug in wenigen Tagen elf feindliche
Flugzeuge, darunter neun bei Nacht, ab.

Abgeschossene sowjetische Zerstörermaschine. Weltbild
Seite 10 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1942, Bd. 34

Führerhptgrt., 8. 6. 42. (DNB.) OKW.: In Nordafrika dauern die harten Kämpfe
an. Erneute wirkungsvolle Luftangriffe wurden gegen die Luft- und Flottenstütz-
punkte der Insel Malta geführt. — An der Südküste Englands wurde ein Handels-
schiff mittlerer Größe durch Bombenwurf beschädigt.

Führerhptgrt., 9. 6. 42. (DNB.) OKW.: Im Festungsgelände von Sewastopol
halten die Kämpfe an. Von schwerster Artillerie und starken Kräften der Luft-
waffe wirksam unterstützt, hat unsere Infanterie eine Reihe von Festungsanlagen
auf beherrschender Höhe gestürmt und Gegenangriffe des Feindes blutig abge-
wiesen. — Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden die eingeschlos-
senen feindlichen Gruppen unter wirksamer Unterstützung durch die Luftwaffe
auf kleinen Raum zusammengedrängt. — Auf dem Ladogasee wurde ein Handels-
schiff durch Bombenwurf beschädigt. — In Nordafrika dauern die Kampfhand-
lungen weiterhin an. Die britische Luftwaffe verlor hierbei 22 Flugzeuge. — Bei
einem militärisch wirkungslosen Tagesangriff auf die Kanalküste schossen
deutsche Jäger sieben britische Flugzeuge ab. — An der Nordseeküste brachte
Marineartillerie ein feindliches Flugzeug zum Absturz. — In der vergangenen
Nacht richteten sich feindliche Luftangriffe gegen mehrere Orte Westdeutsch-
lands. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Es entstanden Schäden vorwiegend
in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden. Nachtjäger und Flakartillerie
schossen 16 der angreifenden Bombenflugzeuge ab — Bei der Zerschlagung des
für die Sowjetunion bestimmten großen feindlichen Geleitzuges im Nordmeer
haben sich Staffelkapitän Hptm. Flechner, Kampfbeobachter Ltn. Richtering und
Flugzeugf. Unteroffizier Pusavec besonders ausgezeichnet.

Führerhptgrt., 10. 6. 42. (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol gelang es, in harten
Kämpfen und durch die Luftwaffe wirksam unterstützt, weitere Festungsanlagen
zu nehmen. — Die Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht das Hafengebiet von
Great Yarmouth mit Bomben schweren Kalibers an.

Füherhptart., 11. 6. 42. (DNB.) OKW.: Im Verlauf heftiger Luftangriffe auf
das Gebiet von Sewastopol wurde im Hafen der Festung ein Handelsschiff von
3000 BRT. durch Bombentreffer versenkt. — In Nordafrika wurde das Fort Bir
Hacheim, der südliche Pfeiler des britischen Verteidigungssystems, in den heu-
tigen Vormittagsstunden nach tagelangem erbitterten Widerstand der dort ein-
geschlossenen starken feindlichen Kräfte erstürmt. Luftstreitkräfte griffen in
die Erdkämpfe ein und bombardierten britische Truppenansammlungen und
Kolonnen. In Luftkämpfen verloren die Briten 21 Flugzeuge. — Auf der Insel
Malta wurden britische Flugplätze bei Tag und Nacht mit Bomben belegt. Deutsche
und italienische Jäger vernichteten hierbei acht britische Flugzeuge. — Vor der
englischen Südküste erzielten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht Bombenvoll-
treffer schweren Kalibers auf drei Handelsschiffe mittlerer Größe.

Führerhptgrt., 12. 6. 42. (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol gewann der Angriff
im zähen Kampf um die zahlreichen Befestigungsanlagen weiter Raum. Wieder-
holte Gegenangriffe des Feindes brachen verlustreich zusammen. Kampfflieger-
kräfte setzten in dichter Folge den Angriff auf die tiefgegliederten Befestigungs-
anlagen fort. — Bei Störflügen einzelner britischer Bomber im deutschen, däni-
schen und holländischen Küstengebiet wurden in der letzten Nacht drei feind-
lıche Flugzeuge abgeschossen. — Obfw. Steinbatz errang an der Ostfront seinen
95., Oblt. Marseille in Nordafrika seinen 78. bis 81. Luftsieg.

Führerhptgrt., 13. 6. 42. (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol wurden in schweren
Angriffen Befestigungswerke und zahlreiche Kampfstände genommen. Der Luft-
waffe gelang es, durch stärkeren Einsatz ihrer Kampf-, Sturzkampf- und Jagd-
flieger den schweren Kampf der Infanterie zu erleichtern und die feindliche Luft-
waffe auszuschalten. — Im Raum ostwärts Charkow führten eigene Angriffe zum
Erfolg. Verbände der Luftwaffe griffen mit starker Wirkung in diese Kämpfe ein.
Deutsche und italienische Jäger schossen gestern in Luftkämpfen 13 feindliche
Flugzeuge ab. — Kampfflugzeuge bombardierten wichtige Rüstungswerke der
Sowjets an der oberen Wolga sowie Anlagen der Murman-Bahn.

Führerhptgrt., 14. 6. 42. (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol versenkten Kampf-
flugzeuge ein in die Südbucht der Festung eingelaufenes Transportschiff von
10000 BRT. — Die deutsche Luftwaffe vernichtete in den Gewässern der Krim
einen sowjetischen Flakträger und beschädigte einen feindlichen Zerstörer. —
Im hohen Norden bombardierten Kampfflugzeuge den Hafen und das Stadtgebiet
-von Murmansk sowie den Bahnhof von Louhi. Hierbei wurden in Luftkämpfen
ohne eigene Verluste elf feindliche Flugzeuge abgeschossen. Bei einem wirkungs-

Nr. 13/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 211

losen Angriff von sieben Sowjetbombern auf einen Flugplatz verlor der Feind
durch Jagdabwehr sechs Flugzeuge. — In Nordafrika nehmen die Operationen
der deutschen und italienischen Truppen einen günstigen Verlauf. Deutsche
Jäger schossen ohne eigene Verluste neun britische Flugzeuge ab. — Im Mittel-
meer versenkten deutsche Kampfflugzeuge aus einem britischen Geleitzug nörd-
lich Marsa Matruk ein Handelsschiff von 5000 BRT. Zwei weitere große Schiffe

und ein Sicherungsfahrzeug wurden durch Bombentreffer beschädigt. — In Süd-
england erzielte ein Kampfflugzeug in kühnem Tiefangriff bei Tage Bomben-
treffer schweren Kalibers in einem Werk der Flugrüstungsindustrie. — Bei einem

nächtlichen Angriff auf einen feindlichen Geleitzug im Ausgang des Bristol-
Kanals wurden fünf Handelsschiffe sowie ein britischer Zerstörer durch Bomben
getroffen und beschädigt.

Führerhptgrt., 15. 6. 42. (DNB.) OKW.: Im Kampf um Sewastopol wurde der
Feind trotz hartnäckiger Gegenwehr aus mehreren stark befestigten Stellungen
der Südfront der Festung geworfen. Über dem Festungsgebiet schossen als Be-
gleitschutz der Kampfgeschwader eingesetzte Jagdverbände ohne eigene Ver-
luste 16 Sowjetflugzeuge ab. — Im hohen Norden belegte die Luftwaffe das Hafen-
gebiet von Murmansk mit Bomben und beschädigte einen feindlichen Zerstörer. —
In der Zeit vom 2. bis 11. Juni verlor die Sowjetluftwaffe 456 Flugzeuge, davon
wurden 343 in Luftkämpfen, 66 durch Flakartillerie und 38 durch Verbände des
Heeres vernichtet, die übrigen am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit
gingen an der Ostfront 47 eigene Flugzeuge verloren. — In Nordafrika warfen
deutsche und italienische Truppen den Feind in harten Kämpfen weiter zurück.

Deutsche Jäger brachten am gestrigen Tage vierzehn britische Flugzeuge zum
Absturz.

Führerhptquart., 16. 6. (DNB.) OKW.: Im Befstigungsgelände vor Sewastopol
fanden gestern nur Kämpfe geringeren Umfangs statt. Die Luftwaffe vernichtete
im Hafen der Südbucht einen feindlichen Zerstörer. — Starke Kampffliegerkräfte
bombardierten mit guter Wirkung einen feindlichen Flugplatz bei Murmansk und
erzielten an der Kandalakscha-Bucht Bombentreffer auf Strecken der Murman-
Bahn. Hierbei verlor der Feind in Luftkämpfen zehn Flugzeuge. — Nachtangriffe
der Luftwaffe richteten sich gegen Flugplätze und Eisenbahnanlagen im Raum
um Moskau. — In Südwestengland wurden in der vergangenen Nacht militärische
Anlagen mit Bomben belegt. — Einzelne britische Flugzeuge führten am gestrigen
Tage unter dem Schutz von Wolken einen wirkungslosen Störangriff auf west-
deutsches Grenzgebiet durch.

Führerhptquart., 17. 6. (DNB.) OKW.: In den heutigen Morgenstunden wurde
das bedeutende Kampfwerk „Sibirien“ erstürmt. Die Luftwaffe unterstützte den
Kampf der Infanterie in hervorragender Weise. — Kampf- und Schlachtflieger
fügten südostwärts des IImensees und am Wolchow dem Feind erhebliche Ver-
luste zu. — An der Eismeerküste wurde im Hafen von Jokonga ein feindliches
Handelsschiff von 3000 BRT. durch Bombenwurf versenkt. — In Nordafrika ver-
loren die.Briten 21 Flugzeuge in Luftkämpfen. — Wie durch Sondermeldung
bekanntgegeben, versetzten Verbände der deutschen Luftwaffe und Einheiten
der deutschen Kriegsmarine im Zusammenwirken mit italienischen Luft- und
Seestreitkräften der britischen Flotte und der feindlichen Versorgungsschiff-
fahrt im Mittelmeer schwere Schläge. In der Zeit vom 13.—15. Juni wurden aus
stark gesicherten britischen Geleitzügen von deutschen Luft- und Seestreit-
kräften vier Kreuzer und Zerstörer und acht Handelsschiffe mit zusammen
56000 BRT. versenkt. Außerdem wurden ein Zerstörer und acht Handelsschiffe
durch Torpedos getroffen, in Brand geschossen oder so schwer beschädigt, daß
mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Weitere sechs Kriegsschiffe und sechs Handels-
schiffe erhielten Bomben- oder Torpedotreffer. In Luftkämpfen mit den zur
Sicherung der Geleite eingesetzten Jagdflugzeugen wurden von der deutschen
Luftwaffe dreiundreißig feindliche Flugzeuge abgeschossen. Zehn deutsche Flug-
zeuge gingen verloren. — An diesen Erfolgen haben die unter dem Oberbefehl
des Generalfeldmarschalls Kesselring und unter der Führung des Generals der
Flieger Lörzer, des Generals der Flieger Geißler, und des Generalleutnants Hoff-
mann von Waldau stehenden Fliegerverbände besonderen Anteil. An dem Erfolg
ist ferner das Unterseeboot des Kapitänleutnants Reschke mit der Versenkung
eines feindlichen Kreuzers beteiligt. — Vor der englischen Südküste beschädigte
die Luftwaffe bei Tages- und Nachtangriffen drei Handelsschiffe mittlerer Größe
durch Bombenwurf. Bei Brigton und bei Portland wurden kriegswichtige Anlagen
Nr. 13/1942, Bd. 34

Seite 212 „FLUGSPORT“

N ‚offen. — Die britische Luftwaffe unternahm in der letzten Nacht Stör-
lite san westdeutsches Debiel Nachtjäger und Flakartillerie brachten neun

: i Bomber zum sturz. .
ser a htraartı, 18. 6. (DNB.) OKW.: Im Kampf um Sewastopol erstürmien
Infanterie und Pioniere, durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer und Fliegerangn e
wirksam unterstützt, in harten Nahkämpfen die Hauptkampfwerke im Nor ei es
stark ausgebauten Festungssystems, darunter das Werk Maxim Gorki, das mo em e
und stärkste Fort der Festung überhaupt. Damit wurde in diesem Frontabsc mi der
Angriff bis auf drei Kilometer an die Hafeneinfahrt der Festung herangetragen. )
Im Hafengebiet wurden Materiallager und Nachschubfahrzeuge des Fein es uurc
Luftangriffe vernichtet. — Im Hafen von Murmansk bekämpften Sturz amp ug-
zeuge feindliche Nachschubdampfer. Zum Geleitschutz eingesetzte Jäger Fi sssen
hierbei elf feindliche Jagdflugzeuge ab. — In Nordafrika fügten Verbin e der von -
schen und italienischen Luftwaffe den zurückgehenden britischen Kolonnen ’ 1.
Verluste an Menschen und Material zu. — In den Gewässern um England VersanIe
die Luftwaffe in der vergangenen Nacht zwei Schiffe mit zumsammen > nn
Drei weitere Frachter wurden durch Bombentreffer beschädigt. — Die bi isc e
Luftwaffe verlor in der Zeit vom 3. bis 16. Juni 307 Flugzeuge, davon 137 ü er em
Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kaupf, gegen
Großbritannien 71 eigene Flugzeuge verloren. — Oblt. Marseille schoß in Don afri a
innerhalb 24 Std. zehn feindliche Flugzeuge ab und erhöhte damit die a 1 seiner
Luftsiege auf 101. — Der mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen veuzes
ausgezeichnete Lt. Strelow, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., ist von einem | ug
gegen den Feind nicht zurückgekehrt. Als Sieger in 68 Luftkämpfen zählte dieser
erst 20jährige Offizier zu den hervorragendsten Jagdfliegern.

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Nr. 13/1942, Bd. 34

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sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
j Hindenburgplatz 5 (Deutschland)

XXXIV. Jahrgang / Nr. 44 Mittwoch, 8. Juli 1942 \

Luftwaffenerfolge

Ingl. Fairey „‚Fulmar’’
. Jagdflugzeug

Caproni-Zweimotor
„ca 311°

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Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 14 8. Juli 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 22. Juli 1942

Luftwafienerfolge.

Die letzten Erfolge in Afrika, Einnahme von Tobruk, im Osten Se-
wastopol, sowie an vielen anderen Stellen, wären ohne Unterstützung der
Luftwaffe nicht möglich gewesen. — In Ehrfurcht gedenken wir unserer
gefallenen Helden.

Über die fliegerischen und organisatorischen Leistungen sowie über
die Bewährung des Flugmaterials wird man erst später einmal sprechen
können.

Die Leistungssteigerung in unserer Flugzeugindustrie wird zu den
Erfolgen mit beigetragen haben. F ortgesetztes Ringen um flugtechnische
Fortschritte hat sich gelohnt. Die Erfolge in dem bisherigen Tempo, Tech-
nik und Wissenschaft weiterzutreiben, sind gleichzeitig ein Ansporn für
die unermüdlich schaffenden Kräfte. Alle dürfen auf den hohen Stand der
deutschen Luftwaffe stolz sein. In steter Beharrlichkeit hat der deutsche
schaffende Mensch der Welt wieder einmal bewiesen, daß deutsche Gründ-
lichkeit in der Forschung und Arbeit, im Flugwesen zu Spitzenleistungen
geführt hat.

Noch stehen wir im schwersten Kampf. Die Luftüberlegenheit an sämt-
lichen Fronten wird uns zum Endsieg führen.

Engl. Fairey „Fulmar“ Jagdflugzeug.

Fairey „Fulmar“ ist ein zweisitziges Jagdflugzeug, entwickelt aus dem
Fairey P4 — 34, nur größer, für Flugzeugträger bestimmt. Aufbau ähnlich
dem Hurricane. (Siehe „Flugsport“ 1938, S. 291.)

Flügel Metallbau, dreiteilig, 8 starre MGs, je 4in den Ansatzflügeln.

Rumpf mit langem Sichtaufbau (Vgl. Abb.).

Höhen- und Seitenleitwerk freitragend.

Fahrwerk an den Enden des Mittelstücks angreifend nach innen hoch-
ziehbar. Spurweite 2,4 m.

Motor Rolls Royce „Merlin“ 1050 PS.

Spannweite 13 m, Länge 9,6 m, Höchstgeschw. in 3000 m Höhe 410 km/h.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 32.
Seite. 216 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1942, Bd. 34

Nr. 14/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 217

Caproni-Zweimotor „Ca 311“.

„Ca 311“ in Gemischtbauweise, gebaut von Caproni Vizzola S. A.
ähnelt in seinen Abmessungen dem „Ca 310° Zweimotor.

Flügel nach den Enden sich stark verjüngend mit abgerundeten Enden,
freitragend. Betriebsstoffbehälter abwerfbar, zwischen Rumpf, Motoren im
Flügel eingebaut.

Rumpf — Nase als Vollsichtkanzel, Beobachterstand, dahinter Führer-
stand mit zwei Sitzen nebeneinander mit schwenkbarem Steuerrad nach
dem Sitz für den Hilfsflugzeugführer. Fußhebel für Seitensteuer doppelt.
Dazwischen schmaler Gang nach dem hinteren MG-Schützenstand. Schalt-
brettanordnung so angeordnet, daß die Sicht nach vorn noch möglich ist.

Im Mittelteil des Rumpfes mit Fenstern Bombenraum. Einfaches Höhen-
und Seitenleitwerk.

Engl. Fairey „Fulmar“ Jagdflugzeuge starten vom Flugzeugträger. Bild Flight (2)

9600 x !
00 - B

Caproni-Zweimotor „Ca 311“.

Fairey „Fulmar“.

Fahrwerk in Motorver-
kleidung nach hinten

hochziehbar, Grüne Kon-

Zeichnung Flugsport

trollampe, Fahrgestell
ausgefahren, rote Laın-
pen eingezogen. Im ein-
gezogenen Zustand steht
das Laufrad um die Hälfte
des Durchmessers vor,
ebenfalls das Spornrad.

MG Kaliber 7,7, ein MG
in linker Flügelnase
außerhalb des Schrau-
benkreises, ein MG im
Drehturm, Rumpfober-
seite, ein MG in Bomben-
lücke, Rumpfunterseite.

2 Piaggio-Motoren VI
C 35 von 400 PS.

Caproni-Zwei-
sitzer Ca 311.

: : “ hiv Fl ort (2
Caproni-Zweimotor „Ca 311“. Archiv Flugsp ) Zeichnung Flugsport

15200

Seite 218 „FLUGSPORT*“- Nr. 14/1942, Bd. 34

Nr. 14/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 219

Spannweite 16,2 m, Länge 13,3 m, Höhe 3,03 m, Gesamtflächeninhalt
38,4 m?, Leergewicht 3500 kg, Gesamtgewicht 4860 kg, Höchstgeschwindig-
keit 350 km/h, Mindestgeschw. 119 km/h, Reisegeschw. 300 km/h, Höchst-
flugbereich 1950 km.

USA. Martinbomber „Maryland“.

Martin-Bomber „Maryland“, früher Modell 167 W, (vgl. Typenbeschrei- .
bung „Flugsport“ 1940, S. 56) unterscheidet sich hauptsächlich durch den
Einbau eines stärkeren Motors, früher Pratt & Whitney-Twin-Wasp-R-1830-
Motor von 1050 PS, jetzt Wright 1600 PS. Rumpfnase ist auch gleichgeblie-
ben, statt der früheren geraden Scheiben ist heute gewölbtes Plexiglas ver-

wendet. (Vgl. Abb.)

ölhydraulisch ausgefahren. Damit der Flugzeugführer jeweils über die
Stellung der Bremsklappen unterrichtet ist, sind an jeder Flügeloberseite
rote Anzeigebolzen angebracht. Bei ausgefahrenen Bremsklappen treten
die Anzeigebolzen aus der Flügeloberseite heraus, um bei eingefahrenen
Klappen wieder im Flügel zu verschwinden. Die Bolzen werden von dem
Kolben der Einziehstrebe der Bremsklappen betätigt.

Das Ausfahren der Sturzflugbremse erfolgt durch einen Schalthebel
vom Führersitz aus, der am Schaltkasten an der linken Rumpfseitenwand
((Abb. 2) angebracht ist. Durch diesen Hebel wird ein Schaltschieber be-
tätigt, der das Drucköl für die Einziehstreben der Bremsklappen steuert.

Zum Einziehen derBremsklappen wird der Schalthebel auf „Einziehen“
geschaltet, und die Bremsklappen werden wieder hydraulisch eingefahren.

Beim Ausfahren der Sturzflugbremse stellt die automatische Abfang-
vorrichtung eine am rechten Höhenruder be-
findliche Trimmklappe (Abb. 3,I) nach oben,
wodurch die Maschine kopflastig wird. Beim
Abwerfen der Bomben wird die Trimmklappe
durch die Automatik in ihre Normalstellung
(Abb. 3,1I) zurückgebracht. Hierdurch wird
das Flugzeug schwanzlastig und der Abfang- |
vorgang eingeleitet.

Eine Sicherheitssteuerung, die sich beim
Ausfahren der Sturzflugbremse einschaltet.
verhindert in einfacher Weise ein unzulässig
starkes Abfangen aus dem Sturzflug. Der Knüp-
pel kann nach Einschalten der Sicherheits-
steuerung beim Ziehen nur etwa 5° von der
Normalstellung aus angezogen werden, demzu-
folge das Höhenruder nur einen geringen Aus-
schlag nach oben hat (Abb. 3, IM).

Ist ein schärferes Abfangen notwendig, Sturz Äfiug
kann die Sicherheitssteuerung mit einer Steuer-
kraft von etwa 30 kg überzogen werden.

Bei eingefahrener Sturzflug-
bremse ist sowohl die Abfangvor-
richtung als auch die Sicherheits- on | |

Q
n

Archiv Flugsport

Martin Baltimore für die RAF.

Die Sturzflugbremse des Sturzkampfflugzeuges Ju 87.

Die Erfolge der deutschen Sturzkampfflugzeuge sind in erster Linie
dem entschlossenen Angriffsgeist unserer Besatzungen zu verdanken. Ihr
fliegerisches Können wird jedoch wesentlich durch die Sturzflugbremse
(vgl. „Flugsport“ 1940, S. 292) unterstützt. Sie hält die Geschwindigkeit
im Sturzflug in ganz bestimmten Grenzen und verhindert eine Über-
belastung für Flugzeug und Besatzung. Außerdem erleichtert sie dem
Flugzeugführer das nahe Herangehen an das Ziel und vergrößert dadurch
die Treffsicherheit. |

Die Sturzflugbremsklappen (Abb. 1) sind bei der Ju an der Tragflügel-
unterseite angebracht. Sie werden kurz vor dem Ansetzen zum Sturzflug

steuerung ausgeschaltet.

Vor dem Übergang in den Sturz- BER
flug muß der Flugzeugführer die KL N
Gasdrossel zurücknehmen, die 1
Kühlerklappen schließen und, so-
weit das Baumuster kein auto-
matisches Schaltgetriebe und eine
von Hand verstell-
bare Luftschraube in
besitzt, auf Boden- Beende
lader schalten und
die Luftschraube
auf große Steigung
bringen. Durch das
Anstellen der Sturz-
flugbremse neigt
das Flugzeug in-
folge der egleich-
zeitigen Trimmung

Bombenabwurf

dar

Abb. 1 links: Die Sturzflugbremse des Sturzkampfflugzeuges Ju87 in ausgefahrenem

Zustand. — Abb. 2 rechts: Hebel zur Bedienung des Sturzkampfflugzeuges Iu 87.

n

SEEN
E>

I. Einleiten

Il. Bombenabwurf

Automatik
Abfangen
Il. Beenden

Abb. 3.

Automatik

Auslöseknopf drücken

löst Bombe

Sturzflughebel nach hinten
begrenzt Knüppelausschlag

Automatik stellt Sturzlugbremse an
stellt Hilfsruder on

stellt Hilfsruder zurück

Sturzlughebel nach vorn
fährt Sturzflugbremse ein
gibt Knüppel frei
Seite 220 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1942. Bd. 34

auf Kopflastigkeit durch die Abfangvorrichtung von selbst dazu, in den
Sturzflug überzugehen.

Nach dem Abfangen aus dem Sturzflug und dem Einfahren der Brems-
klappen müssen die Kühlerklappen wieder geöffnet werden, damit der
Motor, der während des folgenden Steigfluges mit Vollast läuft, nicht über-
hitzt wird.

. Die Ausführungen zeigen, wie durch die Sturzflugbremse, in Verbin-
dung mit einer. automatischen Abfangvorrichtung und einer Sicherheits-
steuerung, die Angriffsflüge unserer wagemutigen Besatzungen bedeutend
erleichtert werden.

Flugplatz und Werkstatt. a ehestoff:
Schutzhülle gegen
Schußverletzung
werden in den
Flügeln zwischen
den Holmen bei
einem Douglas-
Zweimotor-Bom-
ber eingebracht.
(Vgl.nebenst.Abb,.)
Derartig primitive
Sicherungsmittel
gegen Beschuß
sind von anderen
Feindstaaten ver-

der aufgegeben
worden.
Bild Aero Digest

Rohrbiegewerkzeug dient vorzugsweise zum Biegen von dünnen Leichtmetall-.

rohren. Die Verformung erfolgt von Hand durch einen Hebel, wobei die Rohre im
kalten Zustande über einen entsprechenden Dorn gezogen werden. An den Biege-

stellen tritt weder eine Quer-
schnittsverengung noch eine
Faltenbildung ein, so daß die
Rohre auch außen einen sau-
beren Eindruck machen. Die
Rohre können nach jeder be-
liebigen Richtung gebogen

länge etwa dem zweifachen
Rohrdurchmesser entspricht.
Auch lassen sich ganz kurze
Etagenbögen mit einer Länge
gleich dem 1!/fachen Rohr-
durchmesser herstellen.

Das Werkzeug (Abb. 1),
das von den Junkers-Werken
entwickelt worden ist, besteht
aus einer Grundplatte, die auf
einer Werkbank montiert wird.
Der aus drei Teilen zusam-
mensetzbare Dorn muß auf
Mitte Biegerolle eingestellt
werden.

Die Einstellung der an der
Biegerolle anliegenden Mit-
nehmerbacke wird durch eine

Abb. 1 u. 2.
Rohrbiegewerkzeug.
JFM (2)

schiedentlich wie-

werden, wobei die Einspann-

Nr. 14/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 221

Einstellschraube geregelt. Nach dieser Backe wird auch die auf einer ver-
stellbaren Führungsplatte angeordnete Gleitschiene ausgerichtet, die ebenfalls
durch eine Gewindespindel einstellbar ist.

Soll ein Rohr verformt werden, so wird es über den Dorn gesteckt, wobei die
Gleitschiene locker am Rohr liegen muß. Nach Einstellung der Mitnehmerbacke
am Biegegriff durch die Einstellschraube wird bei Schwenkung des Biegehebels
die Mitnehmerbacke fest an das Rohr gepreßt, und die Biegung kann bis zu dem
gewünschten Anschlag durchgeführt werden. Das Lösen des Rohres aus dem
Werkzeug erfolgt dadurch, daß der Biegegriff ausgeschlagen und zurückgenom-
men wird.

Das Gerät sowie sämtliche erforderlichen Zubehörteile, Dorn, Biegerolle usw.
sind in einem verschließbaren Kasten übersichtlich untergebracht (Abb. 2)

w

N,

F-UG=%

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der
Führer an: Hptm. Gollob, Kommodore eines Jagdgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Oblt. Geißhardt und Oblt. Setz, Jagdflieger.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Fw. Rudolf Müller,
Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.; Hptm. Kroseberg f, Staffelkapt. einer Notstaffel:
Oblt. Herrmann, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw.; Obfw. Stotz, Flugzeugf. in
einem Jagdgeschw.; Lt. Graber, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw.; General-
leutnant Hoffmann v. Waldau, Fliegerführer Afrika.

G. Friedrich Beckh, Major, Ritterkreuzträger, Kommodore eines Jagdgeschw.,
im Osten Heldentod.

Alexander von Winterfeldt 16. Mai 1942 Fliegertod.

Carl Bamberg, 50. Todestag, starb am 4. Juni 1892 im Alter von 45 Jahren. Be-
gründer der Friedenauer Werkstätten für Präzisions-Mechanik und -Optik, welche
den Ausgangspunkt der berühmt gewordenen Askania-Werke bilden.

Deutsche Feldpost befördert zur Zeit von der Heimat ins Feld und von der
Truppe zur Heimat täglich etwa 15 Millionen Sendungen nach allen Fronten.

Neuer Reichsforschungsrat durch Erlaß des Führers vom 9. 6. wird Reichs-
marschall Hermann Göring beauftragt, dessen Vorsitz zu übernehmen. Führende
Männer der Wissenschaft sollen auf ihren Sondergebieten in Gemeinschaftsarbeit
in erster Reihe die Forschung für die Kriegsführung fruchtbar gestalten. Der
bisherige dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unter-
stehende Reichsforschungsrat geht in der neuen Einrichtung auf. Diese Institution
war im Jahre 1937 errichtet und das Präsidium Prof. Karl Becker übergeben
worden; 1940 ging es an den Reichsminister Rust über.

Die für Forschungszwecke benötigten Mittel sind — gemäß dem Erlaß — im
Reichshaushalt sicherzustellen, soweit sie nicht aus Förderungsbeiträgen der an
der Forschung interessierten Kreise aufgebracht werden.

Ausland.

Gibraltar von ital. Flugzeugen 29. 6. bombardiert. Die in dem Flugzeugplatz
entstandenen Brände waren noch aus weiter Entfernung sichtbar.

Flughafen Orbetello soll den Namen Italo Balbo (Todestag am 26. 9.) tragen.

Schwedischer Luftverkehr 1939: 47 311; 1940: 85268 und in den ersten neun
Monaten von 1941: 133 600 Flugstunden. Unfälle mit tödlichem Ausgang 1939: 14,
1940: 29, 1941: 21.

Flugzeugführersitz in dem Spitfire wird jetzt aus geschichtetem Preßstoff,
Harzgehalt von rund 60°/0, anscheinend als Austauschstoff für die beschränkt vor-
handenen Aluminiumlegierungen, vielleicht auch um Arbeitszeit zu sparen, in
England hergestellt.

Lissabon—Kairo-Luftpostlinie der British Airways eingestellt.
Seite 222 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1942, Bd. 34

Luftwaffe.

Führerhptquart., 19. 6. (DNB.) OKW.: Der Angriff auf Sewastopol führte am
gestrigen Tage zu entscheidenden Erfolgen. Die im Nordabschnitt der Befestigungs-
front eingesetzten deutschen Infanteriedivisionen durchstießen die_durch starken
Artillerie- und Fliegereinsatz niedergehaltenen letzten Verteidigungslinien des
Gegners und erreichten in breiter Front die Sewernajr-Bucht gegenüber der Stadt
Sewastopol. — An der Eismeerküste wurden die Hafenanlagen von Murmansk und
Jokonga mit Bomben schweren Kalibers bekämpft und dabei ein Handelsschiff von
6000 BRT versenkt. Ein weiteres großes Frachtschiff wurde beschädigt. — An der
Südküste Englands warfen leichte Kampfflugzeuge bei Tage Lager des Hafens
Brixham in Brand. — Im westdeutschen Küstengebiet verursachte ein. Tagesangriff
eines einzelnen britischen Bombers leichte Verluste unter der Zivilbevölkerung.

Führerhptquart., 20. 6. (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol setzte die Luftwaffe die
Zerschlagung der Festungsanlagen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers
fort. — Vor der belgisch-holländischen Küste schossen deutsche Jäger ohne eigene
Verluste fünf britische Jagdflugzeuge ab. — Britische Bomber griffen in der letzten
Nacht einige Orte in Nordwestdeutschland vorwiegend mit Brandbomben an. In
Osnabrück wurden zahlreiche Gebäude getroffen. Die Zivilbevölkerung hatte
geringe Verluste. Neun britische Bomber wurden abgeschossen. — Hptm. Gollob,
Kommodore eines Jagdgeschwaders, errang seinen 101. Luftsieg. — Ein Jagd-
geschwader unter Führung des Majors Trautloft hat an der Ostfront seinen
2000. Abschuß erzielt.

Führerhptquart., 21. 6. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe unterstützte auch gestern
mit starken Kräften die Kämpfe um die Befestigungen von Sewastopol und bom-
bardierte Versorgungsanlagen in der Stadt sowie feindliche Schiffe im Hafen.
-- Nachtangriffe der Luftwaffe auf Rostow riefen in mehreren Stadtteilen größere
Brände hervor. — Bei Vorstößen zur Kanalküste verlor die britische Luftwaffe
am gestrigen Tage neun Flugzeuge im Luftkampf. Ein weiterer britischer Jäger
wurde durch Boote einer Flußflottille abgeschossen. — Britische Flugzeuge führten
bei Tage wirkungslose Störangriffe im nordwestdeutschen Küsten- und Grenz-
gebiet durch. Bei Nachtangriffen britischer Bomber auf die Stadt Emden ent-
standen Brandschäden vorwiegend in Wohnvierteln. Nachtjäger, Flak- und
Marineartillerie schossen zehn der angreifenden Bomber ab. — Oblt. zur Lippe-
Weißenfels errang in der letzten Nacht drei Luftsiege, Hptm. Lent erzielte seinen
35. Nachtjagdabschuß. — In der See- und Luftschlacht im Mittelmeer bei der Zer-
schlagung der britischen Geleitzüge zeichnete sich ein Sturzkampfgeschwader
unter Führung des Majors Sigel, die Jagdstaffel des Hptm. Belser sowie die Be-
satzung von zwei Kampfflugzeugen mit den Kommandanten Gruppenkommandeur
Major Linke und Obstlt. Schulte besonders aus.

Führerhptquart., 22. 6. (DNB.) OKW.: An der übrigen Einschließungsfront von:

Sewastopol erstürmten deutsche und rumänische Truppen, durch starke Verbände
der Luftwaffe unterstützt, mehrere befestigte und zäh verteidigte Höhenstellungen.
— Über Sewastopol und ostwärts des Donez schossen deutsche Jäger am gestri-
gen Tage 28 feindliche Flugzeuge ab. — Im Südteil der Ostfront bekämpften Zer-
störergeschwader mit guter Wirkung Eisenbahnanlagen und Nachschubkolonnen
des Feindes. — In Nordafrika wurden ein Vorpostenboot, sechs Küstenfahrzeuge
und ein Transporter von 4500 BRT., der bereits durch Luftangriffe beschädigt war,
versenkt. — Auf Malta wurde der Flugplatz Luca durch deutsche Kampfflieger-
kräfte angegriffen. — Vor der niederländischen Küste schossen Sperrbrecher und
Marineartillerie zwei britische Bomber ab. — Das Hafen- und Stadtgebiet Sout-
hampton war in der letzten Nacht Angriffsziel der Luftwaffe. Durch Spreng- und
Brandbomben wurden erhebliche Schäden in kriegswichtigen Anlagen hervor-
gerufen.

Führerhptquart., 23. 6. (DNB.) OKW.: Vor Sewastopol unterstützten starke

Kampffliegerverbände die Angriffe und bombardierten feindliche Reserven und
Munitionslager. — Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage 100 Flugzeuge.
Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. — Auf Malta bekämpften deutsche und
italienische Kampfflugzeuge die Anlagen des Flugplatzes Luca mit Bomben schwe-
ren Kalibers. — Die Stadt Emden wurde in der letzten Nacht erneut von britischen
Bombern angegriffen. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Zahlreiche
Gebäude in Wohnvierteln wurden getroffen. Vier der angreifenden Flugzeuge

Nr. 14/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 223

wurden abgeschossen. — Lt. Leykauf, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader,
hat an der Ostfront in einer Nacht sechs- feindliche Transportflugzeuge abge-
schossen.

Führerhptquart., 24. 6. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe führte zusammengefaßte
Angriffe von Kampffliegerkräften gegen Feld- und Artilleriestellungen vor Sewa-
stopol durch. — Im Finnischen Meerbusen versenkten leichte Kampfflugzeuge ein
sowjetisches Schnellboot. — Über Murmansk schossen deutsche Jäger elf feind-

. liche Flugzeuge ab. — Auf Malta wurde die Bombardierung von Flugstützpunkten

in der letzten Nacht mit guter Wirkung fortgesetzt. — An der Nordseeküste schoß
ein Hafenschutzboot ein britisches Kampfflugzeug ab. — Bei Vorstößen britischer
Bomber in das französische und belgische Küstengebiet verlor der Feind am Tage
und bei Nacht neun Flugzeuge. — Oblt. Schoenert errang über der Deutschen
Bucht seinen 19. und 20. Nachtjagdsieg.

Führerhptquart., 25. 6. (DNB.) OKW.: Schwere und wirkungsvolle Angriffe
von Luftwaffenverbänden richteten sich vor allem gegen die Stellungen an der
Südbucht, bei Inkerman und gegen die Verteidigungszone um Nikolajewka. — Auf-
klärungsflugzeuge vernichteten im Finnischen Meerbusen ein sowjetisches Räum-
boot. — An der Eismeerfront versenkte die Luftwaffe in der Kola-Bucht zwei
Handelschiffe mit zusammen 11000 BRT. und beschädigte ein weiteres großes
Frachtschiff durch Bombentreffer. — Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 71
Flugzeuge. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt. — Im Kampf gegen Groß-
britannien belegte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht das Industriegebiet
von Birmingham sowie kriegswichtige Ziele in Südostengland mit Spreng- und
Brandbomben. — Der Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes, Obfw. Steinbatz, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., ist nach seinem 99.
Luftsieg vom Flug gegen den Feind nicht zurückgekehrt. Mit ihm verliert die
Luftwaffe einen ihrer erfolgreichsten Jagdflieger. Der Führer hat den helden-
mütigen Einsatz des Obfw. Steinbatz durch nachträgliche Verleihung des Eichen-
laubs mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes gewürdigt.

Führerhptquart., 26. 6. (DNB.) OKW.: Im Raum südostwärts Charkow führte
der umfassende Angriff deutscher und rumänischer Truppen, wirksam unterstützt
durch Verbände der Luftwaffe, zur Einschließung und Vernichtung feindlicher
Kräfte. — Bei bewaffneter Aufklärung im Finnischen Meerbusen versenkte die
Luftwaffe ein feindliches Unterseeboot und beschädigte zwei kleine Frachtschiffe
durch Bombenwurf. — Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Rüstungs-
werke an der oberen und mittleren Wolga sowie gegen Eisenbahnziele im Raum
um Moskau. — In der Zeit vom 12. bis 22. Juni verlor die Sowjetluftwaffe 468 Flug-
zeuge, davon wurden 375 in Luftkämpfen, 63 durch Flakartillerie und 9 durch
Verbände des Heeres vernichtet, die übrigen am Boden zerstört. Während der
gleichen Zeit gingen an der Ostfront 42 eigene Flugzeuge verloren. — In der ver-
gangenen Nacht führte die britische Luftwaffe Angriffe auf mehrere Orte des

Im Schlauchboot treibender Flieger wird von einem zu Hilfe gewasserten
Seenotflugzeug eine Leine zugeworfen. Weltbild
Seite 224 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1942, Bd. 34

nordwestdeutschen Küstengebietes, besonders auf die Stadt Bremen. Die Bevöl-
kerung hatte Verluste. Brandbomben richteten vor allem in Wohnvierteln und
öffentlichen Gebäuden Schaden an. Nachtjäger, Flakartillerie und Marineartillerie
schossen 52 der angreifenden Bomber ab. Oblt. Becker erzielte seinen 25. Nacht-
jagdsieg. — Ein kroatischer Jagdverband unter Führung des Obstlt. Dzal errang
an der Ostfront seinen 50. Luftsieg, — Ein Flakregiment erzielte während der
Offensive in Nordafrika in der Zeit vom 26. 5. bis 18. 6. folgende Gesamterfolge:
205 feindliche Panzer, 16 Panzerspähwagen und 26 Flugzeuge wurden abgeschossen.

Führerhptquart., 27. 6. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe versenkte in den Gewäs-
sern von Sewastopol einen Zerstörer sowie ein Unterseeboot. — Südostwärts des
Ladoga-Sees führten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge schwere Angriffe gegen
wichtige Eisenbahnknotenpunkte der Sowjets. — Am gestrigen Tage wurden an
der Ostfront 48 sowjetische Flugzeuge ohne eigene Verluste zum Absturz gebracht.
— In Nordafrika schossen deutsche und italienische Jäger in heftigen Luftkämpfen
43 feindliche Flugzeuge ab. — In Südost-England wurde die Stadt Norwich in der
vergangenen Nacht von Kampfflugzeugen mit Spreng- und Brandbomben schwer
getroffen. — Hptm. Philipp errang am gestrigen Tage seinen 108. und 110. Luftsieg.

Führerhptquart., 28. 6. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bombardierte weiterhin
mit starken Kräften Befestigungsanlagen und Feldstellungen östlich der Stadt
Sewastopol sowie einen Flughafen der Festung. — Südostwärts Feodosija wurde
ein sowjetischer Zerstörer durch eine Bombe schweren Kalibers getroffen. - In
den Gewässern des Finnischen Meerbusens wurden mehrere kleine Handelschiffe
von Kampfflugzeugen versenkt bzw. in Brand geworfen. — Nachtangriffe von
Kampffliegerkräften gegen Eisenbahnziele am mittleren Don verursachten Zer-
störungen und Brände in Bahnanlagen. — Auf Malta wurde der Flugplatz Luca
in der vergangenen Nacht erneut mit Bomben belegt. — Britische Bomber griffen
in der letzten Nacht einige Orte im nordwest-deutschen Küstengebiet, vor allem
die Stadt Bremen und ihre Vororte an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Von
der verhältnismäßig geringen Zahl der angreifenden Flugzeuge wurden durch
Nachtjäger, Flak und Marineartillerie 14 zum Absturz gebracht. — Im Kampf
gegen England bombardierte die Luftwaffe in der Nacht zum 28. Juni einen
kleinen Hafen im Bristol-Kanal mit guter Wirkung. — In der Nordsee und im
Kanal schossen am 26. Juni Minensuchboote vier britische Jagdflugzeuge, Marine-
artillerie und Vorpostenboote drei Kampfflugzeuge ab. — Das Jagdgeschwader 52
errang an der Ostfront seinen 2000. Luftsieg.

Führerhptquart., 29. 6. (DNB.) OKW.: Im Festungsgebiet von Sewastopol er-
zwangen deutsche und rumänische Truppen, durch starke Luftstreitkräfte unter-
stützt, in kühnem Angriff den Übergang über das tief eingeschnittene Tschernaja-
tal und brachen in stark ausgebaute Stellungen der beherrschenden Sapun-Höhe
ein. — Bei nächtlichen Luftangriffen auf wichtige Nachschubbahnhöfe der Sowjets
im Gebiet des oberen Don wurden vierzehn Transportzüge durch Bomben ver-
nichtet. — Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, war es der 2. sowjetrussi-
schen Stoßarmee sowie Teilen der 52. und 59. sowjetrussischen Armee im Februar
dieses Jahres gelungen, über den gefrorenen Wolchow nördlich des Ilmensees vor-
stoßend eine tiefe Einbuchtung in die deutsche Abwehrfront zu erzielen. Unter
Führung des Generals der Kavallerie Lindemann haben Truppen des Heeres und
der Waffen-44, dabei auch spanische, niederländische und flämische Freiwilligen-
verbände hervorragend unterstützt durch die Luftflotte des Generalobersten Kel-
ler nach monatelangen erbitterten Kämpfen unter schwierigsten Wetter- und
Geländeverhältnissen diese feindlichen Armeen zunächst von ihren rückwärtigen
Verbindungen abgeriegelt, dann immer mehr zusammengedrängt und heute end-
gültig vernichtet. — Im Gebiet von Murmansk warfen Kampf- und Sturzkampf-
verbände Bahnanlagen und Lagerhallen in Brand. Begleitende Jäger schossen
zwölf feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. — In Nordafrika führten
Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe wirksame Angriffe auf

britische Verteidigungsstellungen und bombardierten feindliche Kolonnen auf

dem Rückzug. Jagdfliegerverbände schützten den Kampfraum über der Panzer-
armee und schossen ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge ab. — Im
Nachschubdienst nach nordafrikanischen Häfen schossen Bordflakkommandos
der deutschen Kriegsmarine am 27. Juni 16 britische Bomber ab. — An der Nord-
westküste Englands warfen in der letzten Nacht stärkere Kampffliegerkräfte, zum
Teil aus geringer Höhe, eine große Zahl von Bomben schweren Kalibers und Tau-
sende von Brandbomben auf kriegswichtige Anlagen.

Nr. 14/1942, Bd. 34 .„FLUGSPORT“ Seite 225

Führerhptquart., 30. 6. (DNB.) OKW.: Starke Kampffliegerverbände zer-
schlugen feindliche Befestigungsanlagen vor allem auf den Sapun-Höhen und
fügten Truppenansammlungen der Sowjets schwere Verluste zu. — Im Donez-
becken brach ein von Artillerie und Luftwaffe unterstützter örtlicher Angriff
unter hohen Verlusten zusammen. — Wiederholte Angriffe des Feindes gegen den
Wolchow-Brückenkopf scheiterten nach harten Kämpfen an dem zähen Widerstand
der Infanterie, die durch Artillerie und Luftwaffe wirksam unterstützt wurden. —
In den Gewässern des Finnischen Meerbusens versenkten Kampfflugzeuge ein
feindliches Schnellboot und beschädigten zwei weitere kleinere Kriegsfahrzeuge.
In der Kola-Bucht erhielten zwei große Handelsschiffe der Sowjets Bombentreffer
schweren Kalibers. — Starke deutsche und italienische Luftstreitkräfte griffen die
Rückzugsstraßen und Verteidigungsanlagen der Briten, vor allem südlich des
Araber-Golfes erfolgreich an. — Im Kampf gegen Großbritannien belegte die
Luftwaffe in der vergangenen Nacht militärische Anlagen in den Midlands und
im Küstengebiet von The Wash mit Bomben. — Britische Bomber griffen in der
Nacht zum 30. Juni wieder die Stadt Bremen und ihre Vororte vorwiegend mit
Brandbomben an. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Ein Versuch des
Feindes, auch das Gebiet von Hamburg zu erreichen, scheiterte an dem zusammen-
gefaßten Feuer der Flakartillerie. Die britische Luftwaffe verlor wieder, soweit
bisher festgestellt, 13 der eingesetzten Bomber. — In der Zeit vom 17. bis 6. Juni
verlor die britische Luftwaffe 200 Flugzeuge. Davon wurden 23 durch Einheiten
der deutschen Kriegsmarine abgeschossen. Während der gleichen Zeit gingen im
Kampf gegen Großbritannien 37 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 1. 7. (DNB.) OKW.: Deutsche Truppen drangen, von der
Luftwaffe hervorragend unterstützt, bis zu den Verteidigungsstellungen am Öst-
rand der Stadt Sewastopol vor und erstürmten das aus dem Krimkrieg bekannte
Fort Malakow. — Nachtangriffe von Kampffliegerverbänden gegen den feindlichen
Nachschubverkehr im Raume zwischen Don und Oskol verursachten große Zer-
störungen in mehreren wichtigen Bahnknotenpunkten. — An der Einschließungs-
front von Leningrad griffen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge mit gutem Frfolg
feindliche Panzerbereitstellungen an und bekämpften Eisenbahnanlagen im
Waldaigebiet. — Im hohen Norden wurden Hafen- und Industrieanlagen sowie ein
feindlicher Flugzeugstützpunkt von der Luftwaffe schwer getroffen. — Auf Malta
bombardierten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht den Flugplatz Luca. Bomben-
volltreffer zerstörten mehrere am Boden abgestellte Flugzeuge und riefen größere
Brandfelder in den Flugplatzanlagen hervor. ”

Abgeschossener englischer Bomber. Luftsack, ein Hilfsmittel der Wetter-
Weltbild (2) warte, wird an der Spitze eines Mastes
befestigt.
Seite 226 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 2. 7. (DNB.) OKW.: Wie bereits durch Sondermeldung be-
kanntgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen unter Führung Ks
Generalfeldmarschalls von Manstein, hervorragend unterstützt von dem bewä I
ten Nahkampffliegerkorps des Generalobersten Freiherr von Richthofen, nac n
35 tägigem erbittertem Ringen am Mittag des 1. Juli die bisher stärkste Land- unc
Seefestung Sewastopol bezwungen. Starke Forts, in Fels gehauene Befestigungs-
werke, unterirdische Kampfanlagen, Beton- und Erdbunker sowie ungezählte Feld-
befestigungen wurden in vorbildlichem Zusammenwirken aller Waffen genommen.
— Vor der Südspitze der Krim wurden zehn kleine, aus Sewastopol flüchten e
Schiffe, darunter zwei Wachtboote, durch Luftangriffe versenkt oder beschädigt.
— Die Angriffsoperationen im südlichen und mittleren Abschnitt der Ostfront
brachten bedeutende Anfangserfolge. Starke Verbände der Luftwaffe griffen Rn
rollendem Einsätzen in die Erdkämpfe ein. — Bei Luftangriffen auf Woronesc
wurden mehrere kriegswichtige Werke vernichtend getroffen. Begleitende Jäger
schossen in Luftkämpfen '52-Sow jetflugzeuge ab. — Durch nächtliche Luftangriffe
auf wichtige Eisenbahnknotenpunkte wurde die große Nachschublinie Rostow-—
Moskau an mehreren Stellen schwer getroffen. — An der Eismeerfront belegten
Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Kai- und Bahnhofsanlagen von Murmansk mit
Bomben schweren Kalibers. — In Ägypten haben deutsche und italienische Divi-
sionen, unterstützt durch starke Luftverbände, nach erbittertem Kampf die El Aa
mein-Stellung durchbrochen. — Auf der Insel Malta wurden die Luftangriffe au
britische Flugplätze wirkungsvoll fortgesetzt. Bombentreffer verursachten beson"
ders auf dem Flugplatz Luca zwischen abgestellten Flugzeugen und in den I\ ug
platzeinrichtungen schwere Zerstörungen und Brände. — Im Kampf gegen Grob
britannien griffen Verbände der Luftwaffe in der letzten Nacht kriegswichtige
Anlagen in der englischen Süd- und Südwestküste an.

Deutsche Modellflug-Höchstleistungen — Stand vom 1. Juli 1942.
1. Flugmodelle ohne Antrieb.
Klasse: Rumpfsegelflugmodelle:

Handstart-Strecke: W. Saerbeck, Borghorst, 43000 m; Handstart-Dauer: H.
Gonser, Stuttgart, 38 min 26 sec; Hochstart-Strecke: W. Bretfeld, Hamburg, 91 200 m:
Hochstart-Dauer: W. Probst, Uhingen, 1 h 06 min 15 sec.

Klasse: Nurflügel-Segelflugmodelle:

Handstart-Strecke: A. Herrmann, Nordhausen, 2375 m; Handstart-Dauer:
K. Schmidtberg, Frankfurt a. M., 37 min 41 sec; Hochstart-Strecke: H. Kolenda, Essen.
10400 m; Hochstart-Dauer: A. Widmer, Biberach/Riß, 1 h 02 min 50 sec.

2. Flugmodelle mit Antrieb.
Klasse: Rumpfflugmodelle mit Gummimotor:

Bodenstart-Strecke: H. Wenzel, Hannover, 11125 m; Bodenstart-Dauer:
H. Kermess, München-Pasing, 17 min 47 sec; Handstart-Strecke: O. Michalicka,
Dresden, 24 000 m; Handstart-Dauer: A. Lippmann, Dresden, 1 h 08 min.

Klasse: Nurflügel-Flugmodelle mit Gummimotor:

Bodenstart-Strecke: liegen z. Z. noch keine Ergebnisse vor; Bodenstart-Dauer:
G. Sult, Königsberg/Pr., 4 min 16 sec; Handstart-Strecke: A. Militky- Gablonz a. N..
311 m; Handstart-Dauer: W. Hölzer, Königsberg/Pr., 3 min 04 sec.

Klasse: Rumpfflugmodelle mit Verbrennungsmotor:

Bodenstart-Strecke: G. Holl, Essen, 112400 m; Bodenstart-Dauer: I. Schmidt,
Allenstein, 1 h 15 min 33 sec

Klasse: Nurflügel-Flugmodelle mit Verbrennungsmotor:

Bodenstart-Strecke: liegen z. Z. noch keine Ergebnisse vor; Bodenstart-Dauer:
W. Fleischmann, Starnberg, 10 min 02 sec.

Klasse: Wasserflugmodelle mit Gummimotor:

Wasserstart-Dauer: H. Hebel, Hannover, 15 min 42 sec.

Klasse: Wasserflugmodelle mit Verbrennungsmotor:

Wasserstart-Dauer: H. J. Mischke, Königsberg/Pr., 21 min 47 sec.

° Klasse: Schringenflugmodelle mit Gummimotor: _

Bodenstart:Dauer: A. Militky, Gablanz a. N., 50 sec; Handstart-Dauer: A. Kugler,
Augsburg, 1 min 03 sec.

Nr. 14/1942, Bd. 34 .F"LUGSPORT“ Seite 227

Klasse: Schmwingenflugmodelle mit Verbrennungsmotor:
Bodenstart-Dauer: .A. Lippisch, Augsburg, 4 min 15 sec: Handstart-Dauer:
A. Lippisch, Augsburg, 16 min 08 sec.
3. Saalflugmodelle mit Antrieb.
Klasse: Filmbespannte Saalflugmodelle:
Handstart-Dauer: A. Militky, Gablonz a. N., 12 min 53 sec.
Klasse: Papierbespannte Saalflugmodelle:
Handstart-Dauer: O. Gerlach, Korntal, 7 min 57 sec.
Klasse: Filmbespannte Nurflügel-Flugmodelle:
Handstart-Dauer: G. Sult, Königsberg/Pr., 11 min 02 sec.
Klasse: Papierbespannte Nurflügel-Flugmodelle:
Handstart-Dauer: M. Budnowski. Königsberg/Pr., 7 min 12 sec
Klasse: Schroingenflugmodelle:
Handstart-Dauer: A. Militky, Gablonz a. N., 5 min 01 sec.
Klasse: Drehflügel-Flugmodelle:
Handstart-Dauer: A. Militky. Gablonz a. N., 1 min 31 sec.
F.d.R.
F. Alexander, NSFK.-Hauptsturmführer.

teichswettkampf der Modellfluggruppen der Hitler-Jugend vom 25. bis 29.
Juni 1942, Quedlinburg, bestehend aus: Allgemeiner Mannschaftsbewertung, Sport-
wettkampf geleitet von der Hitlerjugend und dem fliegerischen Wettkampf ge-
leitet von dem NS.-Fliegerkorps. Zugelassen wurden rund 200 Segelflug- und Motor-
Hugmodelle. Bei der Siegerehrung sprachen Obergebietsführer Dr. Schlünder und
für den Korpsführer, NSFK.-Gruppenführer Dr. Kratz. Ergebnisse: Klasse 1
(Rumpfsegelflugmodelle): 1. Braunert (Gebiet Bayreuth) 855 P., 2. Scharnsreber
(Mark Brandenburg) 685 P., 3. Forster (Hochland) 481 P.— Klasse 2 Nurflügel-
segelllugmodelle): 1. Groop (Bayreuth) 433 P., 2. Neubert (Sachsen) 289 P., 3. Stro-

jek (Köln-Aachen) 251 P,— Klasse3 (Segelflugmodelle mit Selbststeuerung):
1. Igler (Bayreuth) 555 P., 2. Stocklinger (Oberdonau) 526 P., 3. Regeßky (Düssel-
dorf) 323 PL. — Klasse 4 (Rumpfflugmodelle mit Gummimotor): 1. Buck (Ham-

burg) 285 P., 2. Ritter (Köln-Aachen) 200 P., 3. Wahl (Württemberg) 96 P. —
Klasse 5 (Wasserflugmodelle mit Gummimotor): 1. Pospich (Hochland) 324 P..,
2. Gerlach (Württemberg) 289 P., 3. Richter (Hessen-Nassau) 213 P. — Klasse %
(Benzinflugmodelle): 1. Pfitzner (Niederschlesien) 15,08 P., 2. Wulff (Hamburg)
17,55 P., 3. Huber (Hochland) 24,27 P.

Norwegische Jugendfliegerabteilung vor einem halben Jahre gegründet, hat
regen Zulauf gefunden. Der Modellbau ist mit großer Begeisterung aufgenommen
worden. Für den Sommer ist in Aussicht genommen. die Jungen Flieger aus allen
Feilen Norwegens in einem Gemeinschaftslager zusammen zu fassen.

Dreieckige kleine Flächen bei älteren engl. Doppeldeckern auf der Unterseite
der Flügelnase sind Verkleidungen der Lenker für die nach vorn aus der Flügel-
nase herausschwingenden Slots zur Bildung des Nasenschlitzes, um den Auftrieb

‚des Flügels bei der Landung zu erhöhen.

Schräge Anstellung der Seitenflosse, bei im Uhrzeiger-Sinne rechtsdrehenden
Motoren (im Grundriß gesehen nach links) dient zum Ausgleich des Drehmoments
der Luftschraube. Besonders bei starken Motoren macht sich der Drall der Luft-
schraube beim Start bei geringer Geschwindigkeit und geringer Wirkung von
Seitenflosse und -Steuer sehr unangenhm bemerkbar.

Radiosonde nach Kölzer-Graw mißt Temperatur der Atmosphäre kontinuier-
lich durch Frequenzmessung des Senders. Luftdruck durch Ausschaltungen des
Senders in Abständen von 50—30 mb. 4-Volt-Trockenakkumulator liefert Heiz-
strom für Senderöhre und Primärstrom für Anodentransformator. Gewicht der
Radiosonde 450 g.

Berichtigung der Notiz: „Denkmal in Burgos, Pineda de la Sierra, für Gefal-
lene vom 25. Dezember 1939“ im „Flugsport“ Nr. 12 auf S. 189 muß richtig heißen
25. Dezember 1938.
Seite 228

„FLUGSPORT"

Nr. 14/1942, Bd. 34

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

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Bei den zwischenstaatlichen Beziehungen in der Luftfahrtforschung und Fiug-
technik sind auf diesem Gebiet umfangreiche Sprachkenntnisse erforderlich. Ver-
fasser hat in übersichtlicher Anordnung einen umfa
sammengestellt, wie er in der Luftfahrtliteratu
der soeben erschienenen Wörterbuchserie liegt
russisch-deutsch vor. Jeder Band ist in zwei Teile gegliedert, etwa 14 000 Ausdrücke
über Flugwesen, im zweiten Teil etwa 3000
Erläuterung wird die Einführung und das
leichtert. Wichtige militärische Abkürzu
Ein noch erscheinender Stichwortba
geordnetes Wörterverzeichnis mit Zahlenangabe enthalten, unter der

Literatur.

in sechs Sprachen

zelne Wort der gesuchten Sprache zu finden ist.

ngreichen Wörterschatz zu-
r bisher nicht vorhanden war.
der erste Band in deutsch-russisch,

über Luftwaffe. Durch Bildanhang mit
Erfassen fremdsprachiger Begriffe er-
ngen sind am Schluß angegeben.

nd als Sonderband soll ein alphabetisch

russisch, spanisch,
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.

Anzeigenpreis lt.
sind nicht an

.3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport“, I rankfurt a. M,,
Ilindenburgplatz 5 (Deulschland)

XXXIV.Jahrgang ° Nr. 15 Mittwoch, 22. Juli 1942

Aktivität

Leistungssegler
-10°°

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Curtiss-Aufklärer
„0-52’'

> Engl. Avro Manchester
Kampfflugzeug

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Wirbeiverschluß

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Patent-Sammlung
Nr. 33

Luftwaffe

Segelflug

j Lufipost

Literatur

„FLUGSPORT’’-

1942
AKKIV. Jahrgang
Nr. Datum
16 5. August

17 19. August

18 2. September
‚19 16. Septembeı
20 30. September
1 14. Oktober

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8 11. November
44 25. November
3 9. Dezember
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Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 15 22. Juli 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 5. August 1942

Aktivität.

Die Leistungssteigerung in der Flugzeugindustrie hat nicht nur einen
Höhepunkt erreicht, sondern diesen weit überschritten. Durch die sich
steigernden Anforderungen in der Rüstungsindustrie zeigt sich, daß die
Rüstungskraft trotzdem keineswegs erschöpft ist.

Die Beherrschung des Luftraumes war für den Gegner eine große
Überraschung. Überall hat man Vorsorge getroffen, daß Engpässe nie ein-
traten. Etwaiger gesteigerter Arbeitsbedarf wurde durch Arbeitseinsatz
ausländischer Kräfte in kurzer Zeit ausgeglichen. Den Unternehmen WUT-
den alle Hindernisse aus dem Wege geräumt, Erfahrungen mit anderen
Betrieben ausgetauscht und damit ihre Verantwortungsfreudigkeit ge-
hoben.

Damit im Anfang des Jahres 1943 der Wehrmacht genügend Waffen in
bester Qualität zur Verfügung stehen, hat der Führer weitere Rationie-
rung und Leistungssteigerung gefordert. Nach dem Aufruf des Reichs-
munitionsminister vom 11. 7. muß Vorsorge getroffen werden, daß die
Produktion auf allen Gebieten der Rüstung erhöht wird. Die entstehenden
neuen Anforderungen an Stahl werden durch die befohlenen Schrottsamm-
Jungen ausgeglichen. Hier muß jeder industrielle, jeder handwerkliche
Betrieb, der Eisen verarbeitet, mithelfen.

Leistungssegler „AFH-10“,

Das von der Flugtechnischen Fachgruppe Hannover entworfene und
gebaute Leistungssegelflugzeug „AFH—10“ ist ein freitragender Mittel-
decker von 15 m Spannweite. Knickflügel mit elliptischem Umriß und
negativer Pfeilform von — 4°, Der Holm des zweiteiligen Flügels ist durch-
gehend und wird in der Mitte des Rumpfes mit 2 Bolzen verbunden. Für die
Rumpfaufhängung sind weitere 4 Bolzen vorgesehen. Das Profil NACA
23012 ist durchgehend über die ganze Spannweite. Zur Vergrößerung des
Bereichs der günstigen Geschwindigkeiten wurde eine einfache Wölbungs-
klappe von 35%/, Tiefe eingebaut. Klappe kann bis +30° und — 10° an-
sestellt werden. Der Aufbau ist einholmig mit drehsteifer Nase. Holm ist
kastenförmig mit Gurten aus vergütetem Holz. Querruder sind im Verhält-
nis 1:5 differenziert, Antrieb durch rollengelagerte Stoßstangen. Brems-

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 33.
Seite 230 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1942, Bd. 34

Segelflugzeug „AFH 10“. Werkbild (6)

klappen sind als Landehilfe auf der Ober- und Unterseite innerhalb der
Querruder angeordnet.

Die Rumpfform wurde von dem 1938 von der FFG Hannover heraus-
eebrachten Baumuster „AFH 4°“ übernommen, da sie sich als sehr günstig
erwiesen hat. Um ein Minimum an Bauhöhe zu erzielen, ist für den Piloten
eine halbliegende Stellung vorgesehen; durch die große ekaritbeplankte
Haube .hat er eine fast unbeschränkte Sicht, die voraus nur leicht durch das
Instrumentenbrett behindert wird. Der Leitwerksträger ist als dreh- und
biegesteife Röhre in Schalenbauweise ausgeführt. Seiten- und Höhenruder
sind gedämpft. Seitenruder bleibt bei der Montage an der Maschine.
—, Höhenleitwerk besitzt eine durch Spindel an-

6500 getriebene Flossentrimmung. Die Steuerung
ist vollständig in Kugeln gelagert und in
S Stoßstangen, geraden Seilen und Kettenum-
leitungen ausgeführt. Seitenruderpedale sind
durch Fußbetätigung im Fluge verstellbar.
Kufe ist durch Tennisbälle gefedert. Zur ver-
einfachten Durchführung des Flugzeug-
schleppbetriebs und besseren Transport-
möglichkeit wurde zusätzlich ein festes,
bremsbares Rad eingebaut. Sporn ebenfalls
tennisballgefedert.

Flugeigenschaftsmäßig ist die Maschine
als harmlos anzusprechen. Durch Verklei-

dung des Schlitzes an der Wölbungsklappe
konnten die Abreißeigenschaften noch
wesentlich verbessert werden. Genaue er-
flogene Werte der Leistungsmessung liegen
noch nicht vor. Sinkgeschwindigkeit im Be-
reich von 60—65 m/sec. Geschwindigkeit bei
bester Sinkgeschw. 55—75 km/h (durch Klap-
pen). Bei höheren Geschwindigkeiten nimmt

Leistungssegler
„AFH 10“.

Zeichnung Flugsport

. 15/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 231

o Konstruktionseinzelheiten der „AFH 10“.
ben 1.: Bremsklappe mit Antrieb (ausgefahren). Unten L: Hauptholmbeschlag,
rechts: Flächenausschnitt mit Bremsklappen.

die Sinkgeschwindigkeit nur verhältnismäßig 1 |

a en ig wenig zu. Geringste Geschwin-
| Spannweite 15 m. Länge 6,5 m. Flügelfläche 13 m?. Flügelstreckung 17,3.

Rüstgewicht 165 kg. Fluggewicht 255 kg, Flächenbelastung 19,23 kg/m2.

Curtiss Aufklärer „O-52“.
Das Aufklärungsflugzeug „O—52“ ist mit Rücksicht auf bessere Boden-
sicht als Hochdecker für die USA-Armee von Curtiss in Buffalo gebaut.
Flügel zweiteilig, leichte V-Form, gegen untere Seite des Rumpfes mit
einer Strebe abgefangen. Abmessung etwas kleiner als die „O—47B“
welche seit längerer Zeit als Aufklärer im Gebrauch ist. "
Rumpf vorn rund, nach hinten in elliptischen Querschnitten über-
gehend, mit langem Sichtaufbau.
Einfaches Seiten- und Höhenleitwerk.
Seite 232 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1942, Bd. 34;

Curtiss Aufklärer „O—52". Archiv Flugsport

Fahrwerk seitlich in den Rumpf nach Curtissbauart einziehbar. Sporn-

rad fest.
Motoren Pratt & Whitney.

Engl. Avro Manchester Kampfflugzeug.
Charakteristisch doppeltes Seitenleitwerk als Endscheiben mit zusätz-
licher Seitenflosse auf der Rumpfoberseite.

“2 Motoren Vultur 1700 PS.
‘ Flügel freitragend, leichte V-Form, bis zu den Motoren rechteckig.
Ansatzflügel sich nach den Enden verjüngend. Landeklappen und Diffe-
renzialquerruder.
“Rumpf von rechteckigem großen Querschnitt mit stark abgerundeter
Ober- und Unterseite. Im Rumpfbug MG-Turm, ebenso im Rumpfheck. Ver-
hältnismäßig kleiner Sichtaufbau für Führer.

Fahrwerk in Motorenverkleidung hochziehbar.

Spannweite 30 m; Höhe 7 m; Länge 23 m; Höchstgeschwindigkeit in
5000 m Höhe 450 km/h, Reisegeschwindigkeit 390 km/h.

Abb. rechts: Engl. Avro „Manchester“ mit Vulture-Motor fliegt hinter einer Hampden. giid ı

23000

Avro „Manchester“

Zeichnung Flugsport

Nr. 15/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“ Seite 233

Konstruktions-Einzelheiten.

Selbstsichernder Wirbelverschluß
mit Vorreiberstift für Blechverkleidung,
Hersteller United Carr Fastener Cor-
poration, Cambridge, besteht aus zwei
Teilen, einer gepreßten Biechfeder a,
die mit zwei Nieten auf der Blechwand
befestigt ist, einem zweiten Teilzapfen
mit Drehwirbel, wobei der Stift b in den
entsprechend geformten Schlitz ce der
Feder a eingreift und in den Rasten d
einschnappt. e Federring zum Halten
des Zapfens. Zapfen f besitzt konischen
Kopf mit Schlitz zum Drehen durch
Schraubenzieher.

Selbstsichernder Wirbelverschluß.

Archiv Flugsport
USA.-Everel-Verstell-Luftschraube entwik-
kelt und gebaut von der Everel Propeller Cor-
poration, Baltimore, bestimmt für Motorleistung
bis zu 75 PS. Infolge der einfachen Konstruktion
und geringen Zahl der Einzelteile war es mög-
lich, die Herstellungskosten gering zu halten.
Nebenst. Abb. zeigt die Verstellschraube auf
einem Lycoming-Motor von 75 PS. Aero Digest

Schrägbolzen-Aufschlagzünder der 20-mm-„Oerlikon“-Granaten. Bedingung
für eine Zünderkonstruktion ist Einfachheit, niedrige Herstellungskosten, trans-
port- und rohrsicher. Der bisher bekannte Fliehstift-Zünder soll den Nachteil
haben, daß der wegfliegende Fliehstift Beschädigungen hervorrufen kann. Man
hat daher einen neuen Schrägbolzen-Aufschlagzünder entwickelt. Kupfer ist als
Baustoff zu vermeiden. Abb. 1 zeigt einen Schnitt des Schrägbolzenzünders im
Transportzustand. Abb. 2 entsichert während des Durchschlages. Der Zündkopf 1
ist auf den Geschoßkörper 2
aufgeschraubt. Er trägt die
Sprengkapsel 4 und enthält

in seinem Inneren die Füh-
rungsbüchse 5, welche mit 5

Hilfe einer Schraube 6 fest-
gehalten wird. Der Zünd- 1
stift 7 ist vorn im Zünd-
kopf 1 und hinten in der
Führungsbüchse 5 geführt g
und wird im Transportzu-

Schrägbolzenaufschlag-
zünder der 20-mm-,Oerli-

kon“-Granaten.
Werkzeichnung

Seite 234 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1942, Bd. 34

stand durch drei am Umfang verteilte, schiefgestellte Sicherungsbolzen 8 gegen
achsiale Verschiebung in Richtung der Sprengkapsel gesichert. Ein federnder
Sicherungsring 9 legt sich in der Transportstellung der Granate an die Führungs-
büchse 5 an und verhindert eine Bewegung der Sicherungsbolzen 8.

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der
Führer an Generalfeldmarschall Kesselring, Oberbefehlshaber der im Mittelmeer
und Nordafrika eingesetzten Luftwaffenverbände.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Müller,
Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschw., Lt. Hannak, Flugzeugf. in einem
Jagdgeschw., Oblt. Becker, Staffelkapt. in einem Nachtjagdgeschw., Oblt. Schrepfer,
Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw., Lt. Blume, Flugzeugf. in einer Fernauf-
klärerst., Uffz. Reinert, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Uffz. Gratz, Flugzeugf.
in einem Jagdgeschw., Hptm. Br ändle, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschw.,
Oblt. Freytag, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.

Goldene Fliegerabzeichen mit Brillanten verlieh Reichsmarschall Göring dem
Reichsführer 4 Himmler als Zeichen der kameradschaftlichen Verbundenheit der
Luftwaffe mit der Waffen-4.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. Juli
1942 an: Zum General der Luftwaffe: den Generalleutnant Schubert; zum General
der Flieger: den Generallt. Putzier; zum General der Flakartillerie: den Generallt.
Heilinsbrunner; zum Generalleutnant: den Generalmaj. Freiherrn Rüdt von Col-
lenberg; zum Generalmajor: den Obst. Pfeiffer.

Wilhelm Kissel, Dr.-Ing. e. h., Vorsitzender der Daimler-Benz AG., Stuttgart-
Untertürkheim, bekannt durch sein förderndes Vorwärtstreiben der Konstruk-
tionen im Flugmotorenbau, plötzlich im Alter von 57 Jahren gestorben.

Guido Wünsch, Dir., Vorstandsmitglied der Askania-Werke AG., am 27. Juli
1942 25jähriges Dienstjubiläum.

Ausland.

Japanische Fliegereinheiten vernichteten Anfang Juli bei Luftangriffen An-
lagen der USA.-Armee auf Hongyang und Lingling im südlichen Honan.

Brasilianisches Postflugzeug am 6. 7. über Sao Gocala im Staate Rio abge-
stürzt. Alle Insassen kamen ums Leben.

Britische Chefluftmarschälle wurden die Luftmarschälle Peirse, Befehls-
haber der Luftstreitkräfte in Indien, Doglas, Befehlshaber der Jägerkommandos,
und Tedder, Befehlshaber der Luftstreitkräfte im Nahen Osten.

Austral. Luftverkehr muß, falls
nicht von USA Flugzeug-Nachschub
erfolgt, eingestellt werden.

Oberbefehlshaber der amerika-
nischen Luftstreitkräfte auf dem
europäischen Kriegsschauplatz jetzt
der 51 Jahre alte Generalmajor Kar!
Spaatz, der während der ersten deut-
schen Luftangriffe auf England als
offizieller Beobachter der USA. tätig
war.

Seitlicher MG-Stand des Consolidated
Catalina Flugbootes, wie es von den
englischen Patrouillenflugbooten
verwendet wird. Bild Aviation

Nr. 15/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 235

Luftwaffe.

Führerhptquart,, 3. 7. 42. (DNB.) OKW.:An der Kaukasusküste des Schwarzen
Meeres sowie im Asow chen Mac griffen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge
mehrere Häfen, unter anderem Noworossijsk und Anaca sowie feindliche Schiffe
mit besonderem Erfolg an. Ein Minenleger und zehn Küstenfahrzeuge wurden
versenkt, vier Zerstörer und sieben Handelsschiffe sowie ein Schulschiff und ein
Schwimmdock vernichtend getroffen. — Starke Kampffliegerverbände bombar-
dierten feindliche Stellungen und Nachschubbewegungen auf Straßen und Eisen-
bahnen. — In der Kolabucht wurden Kai- und Werftanlagen sowie Versorgungs-
betriebe der Häfen Rosta und Murmansk erneut durch Bomben getroffen und
Brände in Stadt- und Hafengebiet hervorgerufen. — Nachtangriffe der Luftwaffe
richteten sich gegen militärische Anlagen bei Alexandrien. — Im Seegebiet nord-
ostwärts Islands wurde ein Handelsschiff von 1500 BRT durch ein Kampfflugzeug
versenkt. — Bei einem kurzen Tagesangriff von fünf britischen Bombern auf die
Stadt Flensburg verlor der Feind zwei Flugzeuge. Die Zivilbevölkerung hatte
einige Verluste. — In der vergangenen Nacht warf die englische Luftwaffe mit
schwächeren Kräften Spreng- und Brandbomben auf Stadt und Außenbezirke von
Bremen. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind gering. Vor allem in Wohn-
vierteln entstanden Brandschäden. 14 der angreifenden Bomber wurden ab-
geschossen.

Führerhptquart., 4. 7. 42. (DNB. OKW.: Im Seegebiet südlich der Krim ver-
senkten Kampfflugzeuge einen feindlichen Bewacher. — In den Abschnitten Char-
kow und Kursk unterstützten Kampf-, Zerstörer- und Jagdgeschwader in rollen-
den Einsätzen die Angriffsoperationen und fügten dem Gegner empfindliche Ver-
luste an Menschen und Material zu. — Ein Flakartillerie-Regiment brachte neun
Sowjetflugzeuge zum Absturz. — An der Eismeerfront bombardierte die Luftwaffe
Flakstellungen im Stadt- und Hafengebiet von Murmansk sowie einen wichtigen
Stützpunkt ostwärts der Kolabucht. In der Nacht zum 4. Juli wurde im nördlichen
Eismeer ein feindliches Handelsschiff von 10 000 BRT durch Luftangriffe versenkt.
— In Ägypten schossen deutsche und italienische Jäger in Luftkämpfen 28 bri-
tische Flugzeuge ab.

Führerphtqnart., 5. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Seegebiet von Rostow versenkten
Jagdflugzeuge der kroatischen Luftwaffe ein feindliches Schnellboot und beschä-
digten ein weiteres Boot schwer. — Starke Kampf- und Zerstörerverbände unter-
stützten in rollendem Einsatz die vordringenden Divisionen am Don und fügten
dem Gegner weitere hohe blutige und Materialverluste zu. In Luftkämpfen wur-
den 51 Sowjetflugzeuge abgeschossen. — Luftangriffe wurden bei Tage auf feind-
liche Truppenunterkünfte und gegen Nachschubkolonnen im Gebiet des Ilmensees
und bei Nacht gegen Bahnbewegungen und Versorgungsstützpunkte westlich von
Moskau geführt. Der zwischen Nordkap und Spitzbergen nach Osten steuernde
feindliche Geleitzug wurde auch gestern von Unterseebooten und Flugzeugen an-
gegriffen. Dabei vernichteten Kampfflugzeuge 4 Handelsschiffe mit zusammen
24000 BRT und beschädigten 11 Schiffe. — In Ägypten wurden britische Gegen-
angriife in dem Befestigungssystem bei der El Alamein-Stellung abgeschlagen.
Der Feind verlor in Luftkämpfen 19 Flugzeuge. Am Suezkanal wurde der britische
Flugzeugstützpunkt Kantara mit Bomben belegt. — Bei Luftangriffen auf Malta
wurden bei Tage 14 britische Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptquart., 6. 7. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe unterstützte mit star-
ken Kräften die Operationen und führte schwere Angriffe gegen den feindlichen
Nachschubverkehr auf Straßen und Eisenbahnen im südlichen Frontabschnitt
durch. — Nördlich Orel griff der Feind mit starken Kräften, unterstützt durch
zahlreiche Panzer und Verbände der Luftwaffe an. — In heftigen Luftkämpfen
des gestrigen Tages schossen deutsche Jäger an der Ostfront bei nur drei eigenen
Verlusten 127 feindliche Flugzeuge ab. — Luftstreitkräfte bombardierten die
Hafenanlagen von Alexandrien und Port Said und griffen britische Panzer- und
Kraftwagenansammlungen an. — Auf Malta verursachten Tages- und Nacht-
angriffe deutscher Kampfflugzeuge größere Brände in den Anlagen des Flugplatzes
La Venezia.

Führerhptquart., 7. 7. 42. (DNB.) OKW.: Bei den Angriffsoperationen an der
Ostfront wurde der Don überschritten und die bedeutende Industriestadt Woro-.
nesch genommen. Starke Luftstreitkräfte griffen an den Schwerpunkten der
Schlacht wirksam in die Erdkämpfe ein und führten vernichtende Schläge gegen

Seite 236 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1942, Bd. 34

den feindlichen Nachschubverkehr. — lm Seegebiet der Krim wurde ein sowje-
tischer Unterseebootsjäger durch Luftangriff vernichtet. — Am gestrigen Tage
verloren die Sowjets 96 Flugzeuge, zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. — In
Agypten bombardierten Kampf- und Sturzkampfverbände feindliche Truppen-
und Kraftfahrzeugansammlungen. Neun britische Flugzeuge wurden abgeschossen.
— Auf Malta erzielten Verbände der deutsch-italienischen Luftwaffe bei Tages-
und Nachtangriffen Bombenvolltreffer in Flugplatzanlagen und anderen mili-
tärischen Einrichtungen. In Luftkämpfen wurden 16 britische Flugzeuge zum
Absturz gebracht. — An der englischen Ostküste bombardierten starke Kampf-
fliegerverbände in der letzten Nacht bei guter Sicht das Hafen- und Industrie-
gebiet von Middlesborough. Ausgedehnte Brände wurden beobachtet. — Als Er-
gänzung zum Wehrmachtsbericht vom 3. Juli gibt das Oberkommando der Wehr-
macht über den Fall der Festung Sewastopol nunmehr abschließend folgendes
bekannt: Die Truppen des Heeres waren durch das deutsche Nahkampf-Flieger-
korps vorbildlich unterstützt, das in pausenlosen Tag-. und Nachtangriffen wirk-
sam in den Kampf gegen Erd- und Seeziele eingriff. — In der Zeit vom 2. Juni
bis 5. Juli wurden 23 751 Angriffsflüge durch Kampfmaschinen aller Art durch-
geführt, 123 feindliche Flugzeuge abgeschossen und 18 am Boden zerstört. — Zahl-
reiche feindliche Panzer, Bunker, Batterien, Kasernen, Munitions- und Öllager
wurden vernichtet, vier Zerstörer, ein Unterseeboot, drei Schnellboote, sechs
Küstenfahrzeuge und vier Frachter versenkt. 31 eigene Flugzeuge gingen verloren.

Führerhptquart., 8. 7., 42. (DNB.) OKW.: Nördlich und nordwestlich Orel
dauern die Angriffe des Gegners an. Sie wurden in harten Kämpfen und unter-
stützt durch starke Kampffliegerkräfte abgeschlagen. — Im Hohen Norden feind-
liche Flug- und Seestützpunkte im Raum der Kola-Bucht bombardiert. — Im
Seegebiet nördlich der Halbinsel Kanin wurde ein feindlicher Bewacher durch

Bombentreffer versenkt. — Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben

Kampffliegerverbände und Unterseeboote einen englisch-amerikanischen Groß-
geleitzug im nördlichen Eismeer angegriffen und zum größten Teil vernichtet.
Der Konvoi bestand aus 38 Handelsschiffen, hatte Flugzeuge, Panzerkampfwagen,
Munition und lebensmittel geladen, war nach Archangelsk bestimmt und durch
schwere feindliche Seestreitkräfte, Zerstörer und Korvetten, sehr stark gesichert.
In enger Zusammenarbeit zwischen Kriegsmarine und Luftwaffe wurden durch
Kampfflugzeuge ein Schwerer amerikanischer Kreuzer und 19 Handelsschiffe mit
122.000 BRT, durch Unterseeboote neun Schiffe mit 70 400 BRT versenkt. Bei Ver-
folgung der Reste des Geleitzuges gelang es Unterseebooten, vier weitere Schiffe
mit 24 700 BRT zu versenken. Damit wurden aus diesem Geleit 32 feindliche Schiffe
mit zusammen 217 100 BRT vernichtet. Durch Seenotflugzeuge wurde eine größere
Zahl amerikanischer Seeleute gerettet und gefangengenommen. — Auf Malta
wurden bei Tag und Nacht Flugplätze und Flottenstützpunkte bombardiert. In
Luftkämpfen verlor der Feind 14 Flugzeuge. — Vor der englischen Südküste ver-
senkten leichte Kampfflugzeuge beiTage ein feindliches Schiff von etwa 10000 BRT.
Ein zweites Schiff von gleicher Größe wurde durch Bombenwurf schwer be-
schädigt. — Kampffliegerverbände bombardierten in der letzten Nacht erneut das
Hafen- und Industriegebiet von Middlesborough. Ausgedehnte Brände und große
Zerstörungen wurden beobachtet.

Führerhptquart., 9. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Südabschnitt der Ostfront griffen
starke Verbände der Luftwaffe in rollenden Einsätzen in die Erdkämpfe ein und
zerschlugen bei Tag und Nacht die zurückflutenden feindlichen Kolonnen. — Im
Raum nördlich und nordwestlich Orel haben die deutschen Truppen in viertägigen
harten Kämpfen mit hervorragender Unterstützung durch die Luftwaffe den zur
Entlastung seiner Südfront angreifenden Feind abgewiesen und ihm schwere
Verluste zugefügt. — Nach Luftangriffen auf Murmansk entstanden im Stadt- und
Hafengebiet mehrere ausgedehnte Brände. — Am gestrigen Tage wurden 75 sow-
jetische Flugzeuge abgeschossen; zwei eigene Flugzeuge -werden vermißt. — In
der Zeit vom 23. Juni bis 6. Juli verlor die Sowjet-Luftwaffe 980 Flugzeuge: davon
wurden 837 in Luftkämpfen, 99 durch Flakartillerie und zwei durch Verbände des
Heeres vernichtet, die übrigen am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit
gingen 89 eigene Flugzeuge verloren. — Auf Malta erzielten deutsche und italie-
nische Kampfflugzeuge bei Tag- und Nachtangriffen Bombenvolltreffer in Flug-
platzanlagen, in Luftkämpfen wurden elf britische Flugzeuge abgeschossen. —
Die britische Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht einige Orte im nordwest-
deutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung, vor allem in der Stadt Wil-

Nr. 15/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 237

helmhaven, hatte Verluste. Drei der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.
— In der Deutschen Bucht wurden von den unterstellten Einheiten der Marine-
artillerie, der Hafenschutz- und Flußflottille seit Kriegsbeginn 400 britische Flug-
zeuge abgeschossen. — Bei den Operationen der Luftwaffe gegen den englisch-
amerikanischen Großgeleitzug im Nordmeer zeichneten sich Oblt. Behnke, Lt.
Hennemann und Uffz. Braun durch tapfersten Einsatz aus. Lt. Hennemann fand
‚bei der Vernichtung des amerikanischen Schweren Kreuzers den Heldentod.

Führerhptquart., 10. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Südabschnitt der Ostfront unter-
stützten starke Kampf- und Schlachtfliegerverbände die Abwehr der feindlichen
Entlastungsangriffe und bekämpften mit großem Erfolg die zurückflutenden sowje-
tischen Kolonnen, die sich an einzelnen zerstörten Übergängen zu großen An-
sammlungen stauten. — Nördlich und nordwestlich Orel hat sich die Zahl der
im erfolgreichen Zusammenwirken von Heer und Luftwaffe in diesen Kämpfen
vernichteten Panzer auf 390 erhöht. — Durch Jäger und Flakartillerie wurden
am gestrigen Tage 78 sowjetische Flugzeuge abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge
sind nicht zurückgekehrt. — Die Reste des englisch-amerikanischen Geleitzuges
im Nordmeer wurden gestern nochmals durch Kampfflieger und Untersceeboote
gefaßt und angegriffen. Von dem Geleit, das noch aus drei Dampfern mit drei
Zerstörern und zwei Bewachern bestand, wurden sämtliche drei Dampfer ver-
senkt, davon zwei durch Unterseeboote. — Die Luftangriffe auf die Flugstütz-
punkte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht erfolgreich fortgesetzt. In Luft-
kämpfen wurden sechs feindliche Jagdflugzeuge ohne eigene Verluste abge-
schossen. — An der Südküste Englands versenkten leichte Kampfflugzeuge in
den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages aus dem zuvor von deutschen
Schnellbooten angegriffenen britischen Geleitzug ein Handelsschiff von 3000 BRT
sowie einen größeren Bewacher und beschädigten ein weiteres Handelsschiff mitt-
lerer Größe. — In der Deutschen Bucht schossen Geleitfahrzeuge und Marine-
artillerie drei britische Kampfflugzeuge ab.

Führerhptquart., 11. 7. 42. (DNB.) OKW.: Wie durch Sondermeldung bekannt-
gegeben, haben deutsche und verbündete Truppen, hervorragend unterstützt durch
die Luftwaffe, im Verlaufe der Angriffsoperationen westlich des Don vom 28. Juni
bis 9. Juli den Feind vernichtend geschlagen. 540 Flugzeuge wurden abgeschossen.
— Die Luftwaffe belegte bei Tage Hafenanlagen an der Kaukasusküste und am
Asowschen Meer mit Bomben und setzte ihre vernichtenden Angriffe auf zurück-
gehende feindliche Kolonnen, Flußübergänge und Nachschubverbindungen fort. —
Im hohen Norden bombardierte die Luftwaffe feindliche Infanterie- und Artillerie-
Stellungen auf der Fischerhalbinsel. — Im Nordmeer wurden zwei feindliche
Handelsschiffe mit zusammen 13.000 BRT, ein Zerstörer und ein Bewacher durch
Bombenvolltreffer vernichtet. Außerdem versenkte die Luftwaffe in der Kola-
Bucht ein feindliches Handelsschiff von 6000 BRT. — Die Sowjetluftwaffe verlor
am gestrigen Tage 94 Flugzeuge. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt. — In
Agypten unterstützten starke Luftstreitkräfte die Operationen auf der ganzen
Front, griffen Materiallager und Kraftfahrzeugsammlungen an und schossen in
Luftkämpfen 33 britische Flugzeuge ab. — Luftangriffe auf Flugplätze der Insel
Malta riefen erneute Zerstörungen hervor. Begleitende Jäger schossen 12 britische
Flugzeuge ab. — In der Zeit vom 27. Juni bis 9. Juli verlor die britische Luftwaffe

Ritterkreuzträger:v.|.n.r.: Hptm. Hennings (f), Oblt. zur Lippe-Weißen-
feld, Lt. Hennig, Obfw. Kroll. Weltbild (4)
Seite 238 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1942, Bd. 34

223 Flugzeuge, davon wurden 27 durch Einheiten der deutschen Kriegsmarine ab-
geschossen. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien
54 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 12. 7. 42. (DNB.) OKW.: In Rostow sowie in mehreren Häfen
der Kaukasus-Küste wurden kriegswichtige Anlagen mit Bomben belegt. Ent-
lastungsangriffe des Feindes nordwestlich Woronesch blieben auch gestern er-
folglos. Im Zusammenwirken mit der Luftwaffe wurden dabei 63 feindliche Panzer
vernichtet. — Im Raum nördlich und nordwestlich Orel wiederholte der Feind
seine Angriffe mit stärkeren Infanterie- und Panzerkräften. Sie wurden mit
wirkungsvoller Unterstützung der Luftwaffe in harten Kämpfen abgewiesen. —
Die Sowjet-Luftwaffe verlor am gestrigen Tage 74 Flugzeuge. Sechs eigene Flug-
zeuge werden vermißt. — In Ägypten griffen Kampf- und Sturzkampflliegerver-
bände die britischen Stellungen und motorisierten Kräftegruppen mit Bomben
schweren und schwersten Kalibers an. Sie fügten dem Feind großen Schaden zu.
In Luftkämpfen wurden von deutschen und italienischen Fliegern 14 feindliche
Flugzeuge abgeschossen. — Auf Malta wurden Stützpunkte der britischen Luft-
waffe bombardiert. — An der Südküste Englands versenkten leichte Kampfflug-
zeuge zwei Zerstörer aus einem feindlichen Kriegsschiffsverband. — In der ver-
gangenen Nacht belegte die Luftwaffe kriegswichtige Ziele an der englischen
Ostküste mit Bomben schweren Kalibers. Im Südteil des St.-Georg-Kanals wurde
bei einem Angriff auf einen feindlichen Geleitzug ein Frachtschiff durch Bomben-
treffer beschädigt. — Nach einem wirkungslosen Störangriff auf die Stadt Flens-
burg in den Abendstunden des gestrigen Tages flogen in der Nacht zum Sonntag
einige britische Bomber in das Gebiet von Danzig ein. Durch Spreng- und Brand-
bomben entsianden in Wohnvierteln der Stadt Danzig Sach- und Gebäudeschäden.
In einem zerstörten Krankenhaus fanden zahlreiche Kinder den Tod. Vier der
angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen.

Führerhptquart., 13. 7. 42. (DNB.) OKW.: Starke Luftstreitkräfte unter-
stützten die Verfolgungskämpfe und zerstörten in Tag- und Nachtangriffen weitere
Übergänge über Don und Donez. — An der Kaukasus-Küste erzielten Kampfflug-
zeuge Volltreffer schweren Kalibers auf zwei Schwimmdocks im Hafen von
Noworossijsk. — Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, führte der im Raum
südwestlich Rschew am 2. Juli begonnene Umfassungsangriff der deutschen Trup-
pen, wirkungsvoll unterstützt durch Verbände der Luftwaffe, nach Durchbruch
durch das feindliche Stellungssystem in schweren Waldkämpfen zur Einschließung
und Vernichtung mehrerer Schützen- und Kavallerie-Divisionen sowie einer
Panzerbrigade. — Im hohen Norden bombardierten Sturzkampfflugzeuge die
Hafenanlagen von Rosta bei Murmansk. Mehrere Brände wurden beobachtet. —
In Ägypten wurden erneute britische Angriffe im Raum von El Alamein verlust-
reich abgewiesen. — Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe setzten
die Zerstörung britischer Flugstützpunkte auf Malta fort. — An der englischen
Südküste versenkten Kampfflugzeuge bei Tage im Hafen Brixham einen britischen
Bewacher: außerdem wurde ein großes Frachtschiff durch Bombentreffer schwer
beschädigt.

Führerhptquart., 14. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Südabschnitt der Ostfront richte-

Abgeschossene Hurricane. Weltbild

Nr. 15/1942, Bd. 34

—

„FLUGSPORT“ Seite 239

ten sich rollende Luftangriffe mit vernichtender Wirkung geen den zurück-
gehenden Feind. — In Ägypten verloren die Briten in Luftkämpfen und durch
Flakartillerie 12 Flugzeuge. — Auf Malta wurden die Luftstützpunkte durch
deutsche und italienische Kampffliegerverbände fortlaufend bekämpft. — An der
englischen Südküste versenkten leichte Kampfflugzeuge einen britischen Be-
wacher. — An der Kanalküste wurden gestern vier feindliche Flugzeuge abge-
schossen. — Britische Bomber griffen in der letzten Nacht mehrere Orte im
rheinisch-westfälischen Gebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Haupt-
sächlich in Wohnvierteln der Stadt Duisburg entstanden Gebäudeschäden. Fünf
der angreifenden Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht.

Führerhptquart., 15. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Osten setzte die Luftwaffe ihre
Angriffe auf die feindlichen Rückzugsbewegungen fort. Bei einem nächtlichen
Luftangriff gegen Rostow entstanden ausgedehnte Brände in der Stadt und im
Bahnhofsgelände. — Nördlich und nordwestlich Orel hat sich die Zahl der durch
Heer und Luftwaffe in erfolgreichen Abwehrkämpfen vom 5. bis 13. Juli vernichte-
ten Panzer auf 446 erhöht. — Bei Luftangriffen auf einen feindlichen Flugplatz
im Gebiet von Murmansk wurden zahlreiche Treffer in Hallen und zwischen
abgestellten Flugzeugen erzielt. — An der ägyptischen Front fügten Kampf- und
Sturzkampffliegerverbände dem Feind schwere Verluste zu. — Auf Malta wurden
militärische Anlagen bei Tag und Nacht bombardiert.

Führerhptquart., 16. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Südabschnitt der Ostfront griffen
starke Verbände der Luftwaffe die rückwärtigen Verbindungen der Sowjets
an und zersprengten zahlreiche Kolonnen. — Kampfflugzeuge bombardierten
Rostow und mehrere Häfen an der Kaukasusküste. In kriegswichtigen Anlagen
der Stadt Rostow entstanden mehrere große Brände. Fin Frachtschiff wurde durch
Volltreffer versenkt. — Gegen den Brückenkopf Woronesch setzte der Feind seine
starken Panzerangriffe fort. Im Zusammenwirken mit der Luftwaffe wurden sämt-
liche Angriffe in harten Kämpfen blutig abgeschlagen. — Im westlichen Mittel-
meer wurde ein britischer Kreuzer von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen
und durch Bombenvolltreffer beschädigt. — Bei Vorstößen britischer Jagdflieger
an die Küsten der besetzten Westgebiete gelang es, im Laufe des gestrigen Tages
sechs feindliche Flugzeuge zum Absturz zu bringen.

Segelflug

Reichssegelflugschule Ith, des NS.-Fliegerkorps, im Weserbergland, dessen
vor dem Krieg begonnener Ausbau jetzt fertig gestellt werden konnte, wurde vom
Vertreter des Korpsführers und Chef des Stabes NSFK.-OGrf. Sauke am 8. Juli 1942
in Gegenwart hoher Gäste von Partei, Staat, Luftwaffe, darunter Gauleiter Lauter-
bacher seinen Bestimmungen übergeben.

NSFK.-Obf. Kunz, Chef der Abteilung des NS.-
Fliegerkorps, gab einen Überblick über die Ent-
stehung und fliegerische Entwicklung des Ith-Segel-
fluges vom 26. 4. 1931 bis zu den Ergebnissen des
Ith-Wettbewerbes, wo eine Gesamtstrecke von
10840 km und 30 Höhenflüge, wobei die größte
Höhe 4420 m (NSFK.-OTrf. Kachel, Hannover), .er-
reicht wurde. Der beste Zielstreckensegelflug, Stock,
Magdeburg, erreichte zu dieser Zeit den 218 km
entfernten Flugplatz von Frankfurt a. M. Im glei-
chen Jahr wurde von mehreren Segelfliegern von
der Wasserkuppe aus nach dem Ith, in einem Ziel-
flug, die 170 km weite Flugstrecke nach hart-
näckigem Kampf bewältigt. Während .des Krieges
trat der Leistungssegelflug etwas zurück, wogegen
die vormilitärische Ausbildung in den Vordergrund
gerückt wurde. Abschließend erinnerte Obf. Kunz

og

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Reichssegelflugschule Ith im Weserbergland.
Bild Richter

Seite 240° .„FLUGSPORT“ Nr. 15/1942, Bd. 34°

an Versailles, das die gesamte deutsche Luftfahrt seinerzeit lahmgelegt hat, und wie
doch die Quelle fliegerischen Willens nichtzum Versiegen kam. Es waren dieuralten
Wielandschen Kräfte in der Seele unseres Volkes, die überall zur fliegerischen

Entfaltung drängten. Im Motorflug waren zunächst die Wege versperrt. Da fanden:

sich auf einen Aufruf des Zivil-Ingenieurs Oskar Ursinus im Jahre 1920 ehemalige
Kriegsflieger und andere, junge, flugbegeisterte Menschen zum 1. Rhön-Segelflug-
Wettbewerb auf der Wasserkuppe zusammen. „Wenn wir nicht mit Motor fliegen
können, dann fliegen wir eben ohne Motor“, das war der Inhalt des Aufrufes. So
kam es zu der eigentlichen Geburtsstunde des Segelfluges.

Dieser erste Rhön- Segelflug-Wettbewerb, der übrigens die einzige fliegerische
Veranstaltung des Jahres 1920 in Deutschland gewesen ist, wird in der Geschichte
des Segelfluges immer jenes bewundernswerte Merkmal behalten, daß er trotz der
primitiven Verhältnisse, trotz der heute so gering erscheinenden fliegerischen
Erfolge, entgegen allen Schwierigkeiten und Nöten einen so starken fliegerischen
Gestaltungswillen hervorbrachte, und daß sich hier eine fliegerische Gemeinschaft
bildete, die zwar ihren zukünftigen Weg noch nicht sah, die sich aber in ihrem
fliegerischen Glauben bestärkte und einer unbestimmten Hoffnung zuversicht-
liche Kraft gab. Und diese Zuversicht übertrug sich auf die deutschen Gaue, wo
sich viele unbekannte flugbegeisterte Menschen in gleicher Weise zusammen-
fanden und sich mit aufopferungsvoller Begeisterung dem werdenden Segelfllug-
gedanken anschlossen.

Auch in diesem Teile Deutschlands, in dem wir uns hier befinden, keimte diese
Saat, wuchs heran und wurde stark, kämpfte an gegen oftmals sinnlose Schwie-
rigkeiten in der Systemzeit, breitete sich aus und faßte erneut Fuß an vielen Stel-
len. An einer dieser Stellen stehen wir heute, auf dem Segelfluggelände des Ith,
wo tausendfach die fliegerische Begeisterung in den Herzen der fliegerischen
Jugend entflammt worden ist, wo sie gestärkt, aber auch geprüft wurden auf ihre
fliegerische Bewährung.

NSFK.-Obergruppenf. Sauke überbrachte dann die Grüße des Korpsführers
des NSFK. und übergab dem Leiter der Reichssegelflugschule Ith, Stbf. Witting,
feierlich den Schlüssel zur neuen Schule. Weiter stellt er fest, daß die NSFK.-
Arbeit sich im Krieg wohl bewährt hat.

Anschließend wurden die neuen Anlagen besichtigt und dann der Flugbetrieb
mit Hangsegel- und Kunstflug.

Oshima, japanischer Botschafter, gab in Gegenwart von Gauleiter Lauter-
bacher und NSFK.-OberGrf. Sauke bei einem Besuch der Segelflugschule auf dem
Ith während einer Feierstunde, einem Hochleistungssegelflugzeug „Kondor 3”
den Namen des gefallenen japanischen Fliegerhelden Masaki Jinuma, welcher
seinerzeit den Langstreckenflug Tokio—Berlin—Tokio ausführte.

Massai

Botschafter Exz. Oshima weiht ein Hochleistungssegelflugzeug auf den Namen des
japan. Fliegerhelden Massaki Jinuma, dessen Fliegerleben sich im Dezember 1941
im Kampf um die Malayen-Halbinsel erfüllte (s. „Flugsport“ 1937, S. 230).

Bild Hausschild

Nr. 15/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 241

Vor die Flügelnase gespannter Draht bei Modellen oder Rohr bei Flugzeugen
dient dazu, um im Sackflug das Überziehen des Flügels zu vermeiden und den
Schlitzflügel zu ersetzen. Bekanntlich hat die turbulente Strömung ein besseres
Haftvermögen gegenüber der laminaren, Durch Einführung von Turbulenz in die
Grenzschicht wird ein längeres Anliegen und vor allem ein allmähliches Ablösen
der Strömung erreicht. Die Versuche sind von Mattioli vor 10 Jahren gemacht
worden und auch im „Flugsport“ 1934 unter der Bezeichnung Turbulenzflügel
Diruttore beschrieben.

Sperrholzplattengewicht kg/m? von Birke und Buche bis 1,5 mm Dicke gleich.
Nennmaße: 0,6 mm — 0,60 kg/m?; 0,8 mm — 0,75 kg/m?; 1 mm — 0,90; 12 mm —
1,05 kg/m?; 1,5 mm — 1,25 kg/m?. Herstellungsmaß 1200X 1000 mm.

Literatur.

Grundsätzliche Untersuchung des Instrumentefluges. Von G. Arturo Crocco.
91 S. mit 5 Abb. Verlag von R. Oldenbourg, München, Preis kart. 4,80 RM.

Nach einer vorausgehenden Erklärung des Instrumentefluges, der Steuerung
nach Instrumenten und dieser Instrumente selbst, die zum Ausgleich der Störun-
gen beim Geradeausflug dienen, sind unter gleichzeitigem Studium der ent-
sprechenden Gleichungen die mathematischen Grundlagen von Instrumenten ein-
gebend behandelt. Wichtig sind die Untersuchungen und Betrachtungen über den
Einfluß der verschiedenen Instrumentesysteme, die zur Stabilität und Unstabilität
innerhalb gewisser Grenzen führen. Ferner auch die Erkenntnis, daß einige
Systeme zu einem aperiodischen Flug führen und andere zu einem langsam
periodisch gedämpften. Auf die theoretischen Möglichkeiten des Fluges ohne
Instrumente ist hingewiesen. Eine exakte Kenntnis der Zusammenhänge beim In-
strumenteflug ist für den Werkflieger und den Flugversuchsingenieur unerläßlich.

Schriften der Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung. (Heft 34/38, 43)
Verlag R. Oldenbourg, München.

_ Heft 34. Die Druckfallkrankheit der Höhenflieger. Von Th. Benzinger und
W. Hornberger, Rechlin als Gäste. 44 S. Preis kart. 2,80 RM.

In vorliegender Schrift ist die Caissonkrankheit (Krankheit der Taucher und
Senkkastenarbeiter), Benennung in Zukunft Druckfallkrankheit, welche bei Luft-
druckverminderung eintreten kann, wobei Aufstiegzeiten auf 10.000 bis 12.000 m,
zwischen !/2 bis 1 Std. zugrundegelegt sind. Ausgehend von der Beschreibung des
Krankheitsbildes der Caisson- und Taucherkrankheit werden die Beobachtungen
über Druckfallerscheinungen im Flugzeug und in der Unterdruckkammer mit-
geteilt. Die Versuche bei schnellen Aufstiegen auf 10 000 m, bei denen Druckfall-
krankheitserscheinungen und langdauernde Nacherscheinungen eintraten, wobei
Schwindelgefühl, Schwäche, Schweißausbruch den Zusammenbruch einleiteten,
sind in Tabellen zusammengestellt.

Heft 43. Wissenschaftliche Grundlagen der Prüfung auf Höhenfestigkeit
at Atmung definierter Gasgemische. Von Th. Benzinger. 29 S. Preis kart.

Fünf verschiedene Kapitel sind behandelt: 1. Die verschiedenen Möglichkeiten
der Untersuchung im Sauerstoffmangel, 2. Berechnung, Herstellung und Atmung
von Sauerstoffmangelgemisch, 3.. Versuchsanordnung zur Feststellung der Höhen-
tauglichkeit im Stickstoffversuch, 4 Der normale Verlauf der Höhenkrankheit
im Stickstoffversuch, 5. Fälle von mangelnder Höhenfestigkeit.

Heft 38. Begriffsgleichungen der Flugmechanik. Von Prof. Dr. G. Arturo
Crocco. 169 S. Preis kart. 10,60 RM. '

Verfasser hat ausgehend von den aerodynamischen Gleichungen des indu-
zierten Widerstandes die hauptsächlichsten Begriffsgleichungen der Flugeigen-
schaften wiedergegeben und miteinander in Verbindung gebracht. Unter Ver-
wendung der Definition „Induktion“ wird deren Verwendung zur Untersuchung
des ungleichförmigen Horizontalfluges gezeigt. Das Studium der Begriffsgleichung
der Flugmechanik ist dem Studium des Buches „Grundsätzliche Untersuchung -
des Instrumentefluges“ vorteilhaft voranzustellen.
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
Sind nieht an Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport", Frankfurt a. M.,

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XXXIV.Jahrgang Nr. 16 Mittwoch, 5. Aug. 1942

Unerwartet

Ju 49
Höhenflugzeug

Ju 39
Arbeitsflugzeug

Nietlängen-
Bestimmungs erät
für verschiedene

Schließkopf-

ausführungen

Umrechnungspkan
zur Ermittlung des
richtigen Preßdruckes
beim Gummi-
Preßverfahren

Schlauchboote
und deren
Verwendung

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Nr. 34

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GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN
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und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8
Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 16 5. August 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 19, August 1942

Unerwartet.

Die scheinbar unumstößliche Auffassung bei den Feindstaaten, daß
Rohstoffschwierigkeiten unmöglich seien, ist bedenklich ins Wanken ge-
kommen. Roosevelt fordert in einem Aufruf das amerikanische Volk auf,
sich intensiv an der Sammlung von Altmaterial zu beteiligen, um die Her-
stellung von Flugzeugen, Geschützen und Panzern zu ermöglichen. Vor
allen Dingen besteht ein Mangel an gewissen Metallen.

Von kriegswichtigen Treibstoffen wie Öl und Flugzeugbenzin wird
nicht gesprochen. Durch Einsparungen im Kraftfahrwesen ist angesichts
der vielen Tankerversenkungen die Lücke nicht auszufüllen. Jedenfalls ist
mit einem Fünfminutenplan das Rohstoffversorgungsproblem nicht zu
ösen.

Ähnlich ist es auch bei den Briten, wo überall fieberhaft nach Mineral-
erzen in den restlichen Kolonien gesucht wird. Alle diese Pläne sind jedoch
nur durchführbar, wenn genügend Schiffsraum für den Abtransport der
Rohstoffe zur Verfügung steht.

Es ist dies aber eine Angelegenheit, die uns nichts angeht. Wir werden
zielbewußt unseren Weg zu finden wissen. —

Ju 49 Höhenflugzeug.

Die Ju 49 ist ein Sonderflugzeug, das 1927/28 entwickelt wurde und für
Versuchsflüge in großen Höhen Verwendung fand. Um einen günstigen
Wirkungsgrad der Luftschraube beim Höhenflug zu erzielen, benutzte man
eine große vierflügelige Schraube, die ein hohes Fahrgestell notwendig
machte. Die Ju 49 erhielt als erstes deutsches Flugzeug eine druckfesie
Höhenkammer.

Das Innere dieser Höhenkammer war, wie die Abb. zeigt, mit zahl-
reichen Versuchs- und Sicherheitsinstrumenten für Flugzeugführer und
Bordmonteur eingerichtet. Die größte Schwierigkeit bei der Herstellung
der Höhendruckkammer ergab sich aus der Führung der Steuergestänge
und der zahlreichen Leitungen zu den Instrumenten durch die Wände der
drucksicheren Kammer.

Als Motor wurde der Junkers L 88 von 800 PS eingebaut, der mit einem
Höhenlader versehen war. Bei den Versuchsflügen wurden Höhen von

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 34.
Seite 244 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1942, Bd. 34

Nr. 16/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“

Seite 245

12.000 bis 13 000 m erreicht, was für die damalige Zeit eine hervorragende
Leistung darstellte.
Spannweite 28,26 m,
Länge 17.20 m, Höhe
475 m, Fluggewicht
42550 kg, Höchstge-

schwindigkeit 146 km/h.
R
FI
| [ =
| 17200 |

S
MN.
m = >>
2 w

Ju 49 Höhen-
flugzeug.

Zeichnung Flugsport Überdruckkabine mit Flugzeugführerraum
ge der Ju 49.
Ju 49 Höhenflugzeug.

die Überdruckkammer wird eingebaut; r.: Überdruckkammer.

Ju 39 K Arbeitsflugzeug.
Durch Umbau des Post- und
Kurierflugzeuges A 32 (Baujahr
1926/27) entstand die 39K, die als
 Arbeitsflugzeug Verwendung
fand. Zum Einbau gelangte ent-
weder ein Junkers-L-88- oder ein
BMW-VI-Motor. Die Bewaffnung
bestand aus zwei starren, durch
den Luftschraubenkreis feuern-
den MG., einem beweglichen
Zwillings-MG. auf der Rumpf-
oberseite im hinteren Sitz und
einem beweglichen MG. in einer
Bodenwanne.
Spannweite 17,82 m, Länge 11
m, Höhe 3,38 m, Höchstgeschwin-
digkeit 230 km/h, Fluggewicht
3000 kg.

Ju 49 Stratosphärenflugzeug.

m 100

Ju 39 K Arbeitsflugzeug.

Werkbild JFM (5)

JFM

|
Ü
es)
)
y

Ju 39 K Arbeits-
flugzeug.

Zeichnung Flugsport

Seite 246 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1942, Bd. 34 Nr. 16/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 247

Öffnung sind Strichmarken für verschiedenartige Schließkopfformen angebracht,
die am vorderen Teil des Gehäuses mit Buchstaben näher erläutert sind. Im vor-
liegenden Falle bedeutet F = Flachsenkniet, ] = Junkersniet und D = Duralniet.

Beim Gebrauch des Gerätes wird zunächst die Klemmlänge dadurch ermittelt,
daß der Fühlstift in das Nietloch eingeführt wird und die Bleche zwischen dem
darauf angebrachten Ansatz und dem Gehäusekopf zusammengespannt werden.
Die in einer der Öffnungen erscheinende Längsskala wird auf dem betreffenden
Nietdurchmesser eingestellt, der rechts neben den Öffnungen näher bezeichnet ist.
Die Klemmlänge ist dann an der linken Seite dieser Öffnungen abzulesen, während
die an der Hülse angebrachten Strichmarken die erforderliche Nietschaftlänge
Pratt & Whitney. anzeigen.
Double Wasp,

2000 PS, 18 Zyl. Umrechnungsplan zur Ermittlung des richtigen Preßdruckes beim Gummi-

Sterndurchmes- j . Preßverfahren.
ser 1,35 m, Der Preßdruck an hydraulischen Pressen wird während der Verformung von
mit Unter- Blechteilen am Manometer der Presse abgelesen. Der hier angezeigte Betriebs-

druck ist zwischen dem Ober- und Unterteil der Presse gleich. Beim Gummi-
Preßverfahren mit Gummi-Preßwerkzeugen ist jedoch nicht der am Manometer
abgelesene Druck für die Verformnug maßgebend. In erster Linie interessiert
der spezifische Druck, der sich aus dem Preßdruck dividiert durch die Preß-
rahmenfläche ergibt und der im Gummikissen auftritt.

Zur Verformung von Blechteilen nach dem Gummi-Preßverfahren ist je
nach Form und Größe des zu verformenden Werkstückes ein ganz bestimmter
spezifischer Druck erforderlich. Dieser Druck muß zur Erzielung einwandfreier
Werkstücke unbedingt eingehalten werden. Er wird am besten durch Versuche
ermittelt. Dieser Druck ist dem Bedienungsmann an der Presse bekannt, wenn
ihm das zu verformende Werkstück angeliefert wird. Da beide Drücke einander
nicht gleich sind, muß er den Betriebsdruck der Presse nach Preßdruck und
Preßrahmengröße errechnen, wobei sich letztere nach der Größe des zu ver-
formenden Werkstückes richtet. Bei derartigen Rechnungen können in der Werk-

setzungsgetriebe.
(Vgl. „Flugsport“
1939, Seite 573.)

Archiv Flugsport

Flugplatz und Werkstatt.

Nietlängen - Bestimmungsgerät für verschiedene Schließkopfausführungen.
Bei Nietverbindungen für dünnere Bleche, wie sie im Metallflugzeugbau zur Ver-
wendung kommen, ist die Länge des Nietschaftes mit ausschlaggebend für die Güte
der Nietung. Durch die Verwendung verschieden starker Bleche muß die „Klemm-
länge“ jedesmal genau ermittelt werden, um einwandfreie Nietungen zu erzielen.
Das konnte bisher nur ungenau mit mehr oder weniger behelfsmäßigen Mitteln
erreicht werden, die wohl die Klemmlänge maßen, jedoch nicht die Eigenart des
Schließkopfes berücksichtigten. In manchen Fällen wurden auch Tabellen zu Hilfe
genommen, um die Beziehungen zwischen Klemmlänge, Nietdurchmesser und den
verschiedenartigen Schließkopfausführungen festzuhalten. Alle diese Hilfsmittel
konnten sich im praktischen Betrieb jedoch nicht durchsetzen, da sie in der Hand-
-habung zu umständlich waren.

Ein neues von den Junkers Flugzeug- und -Motorenwerken entwickeltes Gerät
ermöglicht es, mit wenigen Handgriffen sowohl die Klemmlänge als auch die ver-
schiedenen Durchmesser, Schließkopfformen und die erforderliche Schaftlänge
einwandfrei zu bestimmen. Das Gerät besteht aus einem rohrförmigen Gehäuse,
aus welchem ein Fühlstift herausragt, der mit einem im Innern des Gehäuses
befindlichen Bolzen verbunden ist und durch eine Verstellschraube bewegt wird. ! u «OODE
Der Bolzen ist in Längsrichtung mit einer Millimeter-Skala versehen, die durch | Pa 300 Böjrajer
eine rechteckige Öffnung im Gehäuse eingesehen werden kann. Über dem Ge- | LT

häuse ist eine
2 drehbare Hülse
| . angeordnet, die
eine Anzahl Öff-
nungen aufweist, .
von denen jede |” A
einem bestimm- 1
ten Nietdurch-
messer ent-
spricht. Etwa in

Links: Abb. 1. Plan zur Umrechnung des Betriebsdruckes auf den spez. Druck an
hydraulischen Pressen. — Rechts: Abb. 2. Umrechnungsplan neben dem Mano-
meter der hydraulischen Presse. Man sieht, wie bei dem vom Manometer ange-
zeigten Druck von 200 kg/cm? nach dem Umrechnungsplan je nach Preßrahmen-

größe ein spezif. Druck von 80 : 250 kg/cm? im Preßkissen auftritt.
Werkbild JFM (2)

Umrechnung dis Retriebsdrucks auf den
spez. Preidruzi: bei gegebensr Preßrahmenfläche,

57 S ® % x A

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Nietlängen-Be-
stimmungsgerät
für verschiedene 4000E Presse
Schließkopfaus-
führungen.

Preßrahmenfläche:1000x3000
1000 x 2000

GERZERESS
 )
600x1800 u
0}

Werkbild IJFM

1000 x1000

Nr. 16/1942, Bd. 34

Seite 248 „FLUGSPORT"“

statt leicht Fehler unterlaufen. Um nun diesem Mangel abzuhelfen, ist von der
Firma Junkers Flugzeug- und Motorenwerke A.-G. ein Umrechnungsplan ge-
schaffen worden, der in übersichtlicher und einfacher Anordnung sofort den für
eine Preßrahmenfläche notwendigen Betriebsdruck erkennen läßt. Der Plan ist
in Kreisform gehalten und für eine bestimmte Pressenleistung, im vorliegenden
Fall 4000 t, eingerichtet. Er kann ohne weiteres auch für eine andere Pressen-
leistung hergerichtet werden (Abb. 1).

Die an der Presse zur Verwendung kommenden verschiedenen Preßrahmen-
srößen sind auf dem Plan als Kreise eingezeichnet. Auf diesen Kreisen, die in
verschiedenen Farben angelegt werden können, sind die spezifischen Drücke
und am äußeren Rand die Betriebsdrücke angegeben. Ein um den Mittelpunkt
dieser Kreise drehbarer Zeiger kann auf diese Drücke eingestellt werden.

Benötigt zum Beispiel ein zu verformendes Werkstück einen spezifischen
Druck von 200 kg/cm?, so ist hierzu ein Preßrahmen von 1000X1000 mm Größe
notwendig. Der Zeiger wird auf diesen Punkt eingestellt und der erforderliche
Betriebsdruck kann an dem äußeren Rand mit 160 kg/cm? abgelesen werden.
Dieser Druck ist am Manometer während des Verformungsvorganges einzu-
halten. Ebenso wird verfahren, wenn von einem anderen spezifischen Druck und
einer anderen Preßrahmenfläche ausgegangen wird (Abb. 2).

Umgekehrt kann bei einem bestimmten Manometer-Druck der spezifische
Druck, der im Preßkissen herrscht, sofort abgelesen werden.

Dieser Umrechnungsplan stellt ein brauchbares und nützliches Hilfsmittel
dar, das an jeder Presse leicht anzubringen ist und zur Einsparung von Kraft
sowie zur Verhinderung von Ausschuß dient.

Schlauchboote und deren Verwendung zeigen die nebenst. Abb. Die Aus-
rüstung dieser Schlauchboote ist vielseitig, daher muß die Benutzung vorteilhaft
geübt werden. In der Abb. links sieht man das Boot durch Preßluftflasche in weni-
gen Augenblicken oder bei der Übung mit Blasebalg prall aufgeblasen. So manche
Fliegerbesatzung, die auf hoher See niedergehen mußte, verdankt ihre Rettung
dem Schlauchboot. Aus Erfahrung des Luftkrieges gegen England wird der Ret-

Schlauchbootrettungsgerät. Links: Befestigung des Mastes und Setzen des Segels
wird an Land geübt. Rechts oben: Bei Nacht verwendet die übende Besatzung
Leuchtfackeln, die ein helles weißes Licht erzeugen. Links unten: Am Tage werden
Rauchkerzen abgeblasen, die weithin sichtbar sind und den Flugzeugen und Schif-
fen des Seenotdienstes das Auffinden des Schlauchbootes erleichtern. Weltbild (4)

Nr. 16/1942, Bd. 34 .FLUGSPORT“ Seite 249

tungsgerätstand weiter entwickelt und verbessert. Dem Schlauchboot ist ein Mast
mit Treibsegel beigegeben, der mit wenigen Handgriffen aufgerichtet ist. Jeder
einzelne Mann muß die Befestigung des Mastes und das Setzen des Segels beherr-
schen. Deshalb werden noch an Land alle Griffe gewissenhaft durchgeübt, bis die
Handhabung jedem zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

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SU.
| Ru \.

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Inland,

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Freytag,
Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Hptm. Mader, Gruppenkommandeur in einem
Jagdgeschw., Hptm. Amelung, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw., Oblt.
Henze, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Oblt. Clausen, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.

. Heinz Krahl, Hauptm., Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur in einem
Jagdgeschwader vor dem Feind geblieben.
Hartmut Schairer, Hptm.. Ritterkreuzträger, Staffelkapt. in einem Sturz-

kampfgeschw. gefallen.
Ausland.

Rom—Tokio—Rom. 26 000 km flog Obstlt. Moscatelli mit 3 Mann Besatzung
mit einem Savoia-Marchetti-Flugzeug, Motor Alfa Romeo 128, um dem japan.
Volk die Grüße des ital. Volkes zu übermitteln. Der Flug erfolgte hauptsächlich
über Feindgebiet in drei Etappen mit zwei Zwischenlandungen. Reiseflugzeit je
4 Tage, Aufenthalt in Japan 12 Tage.

Tschunking wurde von japan. Bomberformationen am 22. 7., wie „Yomiuri“
aus Schanghai meldet, über 3 Std. zum erstenmal angegriffen. 3 Flugzeugfabriken
und andere militär. wichtige Ziele wurden getroffen.

Japan. Luftwaffe vernichtete von der australischen Luftwaffe im Laufe von
74 Angriffen vom 2. 2. 42 bis 20. 7. hauptsächlich gegen Neuguinea, Salomoninseln
und andere Inseln 434 Flugzeuge. Nicht inbegriffen in dieser Zahl sind die bei
Luftangriffen auf australische Städte wie Port Darwin, Windham und Derby
vernichteten Flugzeuge. Fast alle Flugzeuge waren USA-Fabrikat.

Pedro Zanni, Oberst, Chef des argentinischen Luftverkehrs am 22. 1. 42 durch
Auto tödlich verunglückt.

Engl. Luftchefmarschall Dowding, 60 Jahre alt, galt bisher als einer der
fähigsten Offiziere der brit. Luftwaffe, in den Ruhestand versetzt.

Gummiversorgung Englands schreibt „Manchester Guardian“, wenn nicht
sofort einschlagende Maßnahmen ergriffen würden, stände innerhalb von zwölf
Monaten das ganze alliierte Transportwesen vor der Gefahr eines völligen Zusam-
menbruchs. Es befänden sich heute 90 Prozent der Rohgummiproduktion der
Welt in den Händen der Gegner Englands.

Rumänischer Luftwaffentag fand am 20. Juli am Tag ihres Schutzpatrons,
des heiligen Ilie, statt. „Universul“ teilt bei dieser Gelegenheit mit, daß von
rumän. Flg. fast 1000 Flugzeuge vernichtet und über drei Mill. kg Bomben abge-
worfen wurden.

Neuseeländischer General Mead ist, nach Meldungen aus Wellington, von
einem Erkundungsflug nicht zurückgekehrt.

Transportfiugzeuge sollen nach Vorschlag des USA-Schiffbauers J. Kaiser
an Stelle von Frachtschiffen von 3 amerik. Schiffswerften, darunter die Higgins-
Werft in New Orleans und anderen Werften an der Atlantik- und Pazifikküste,
die den Schiffsbau eingestellt haben, gebaut werden.

29 USA-Torpedoflugzeuge von 30, sind in der Schlacht bei den Midway-Inseln
nicht zurückgekehrt, und wie von einem Überlebenden mitgeteilt wurde, im Ab-
wehrfeuer der Japaner vernichtet worden und in das Meer gestürzt.

USA-Bauxitförderung betrug nach USA Büro von Mines 1941 899 500 It gegen-
über 438 913 im Jahre 1940. Davon wurden 92% im Staate Arkansas gewonnen und
Seite 250 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1942, Bd. 34

der Rest in den Staaten Alabama, Georgia und Virginia. Stark erhöht worden ist
ebenfalls die Einfuhr, deren Umfang allerdings nicht veröffentlicht worden ist.
In den ersten neun Monaten 1941 wurden 749 264 It Bauxit eingeführt und damit
bereits erheblich mehr als im ganzen Jahr 1940 (629 552 It). Im Jahr 1942 sind also
insgesamt vermutlich über 1 Mill. t Bauxit eingeführt worden. Ein Teil dieser
Mengen scheint auf Vorrat genommen worden zu sein, denn der amerikan. Bauxit-
verbrauch betrug nach dem Büro von Mines 1942 1,7 Mill. t, wovon 77% von der
Aluminiumindustrie und der Rest von anderen Industriezweigen verarbeitet
wurde. Die von der Aluminiumindustrie verarbeitete Bauxitmenge von 1,19 Mill. t
entspricht einer Rohalumniummenge von 300 000 t.

Luftwaffe.

Führerhptgrt., 17.7.42. (DNB.) OKW.: Im Südabschnitt der Ostfront unterstützte
die Luftwaffe in rollenden Angriffen die vorstoßenden Schnellen Verbände und
verhinderten überall da, wo die Sowjets zu weichen begannen, den geordneten
Rückzug. Bei Tage und bei Nacht wurden im Hoch-, Tief- und Sturzangriff mar-
schierende Kolonnen, Verkehrsanlagen und Nachschubverbindungen bekämpft.
— In überraschendem Vorstoß nahm ein Schneller Verband einen sowj. Flug-
platz. Hierbei wurden 50 Flugzeuge erbeutet oder zerstört. — Bei einem Luft-
angriff auf den Hafen Poti an der Kaukasusküste wurde ein schwerer sow].
Kreuzer durch eine Bombe schwersten Kalibers getroffen. — Im hohen Norden
wurde die Murmanbahn an mehreren Stellen durch Bombenvolltreffer nachhaltig
unterbrochen. — In Mittelengl. wurde am gestr. Tage ein Rüstungswerk ange-
griffen und mehrere Werkshallen beschädigt oder in Brand geworfen. — Einige
brit. Bomber führten in den frühen Nachtstunden Störangriffe auf das nord-
deutsche Küstengebiet durch. Zwei der angreifenden Flugzeuge wurden abge-
schossen.

Führerhptgrt., 18. 7. 42. (DNB.) OKW.: Starke Luftstreitkräfte führten vor
allem im Gebiet des unteren Don vernichtende Angriffe gegen rückwärtige Be-
wegungen der Sowjets. Südlich des Don wurden die mit Transportzügen in dichter
Folge belegten Eisenbahnlinien und Bahnhöfe mit besonderem Erfolg bekämpft.
— In Ägypten schossen Jagdflieger und Flakartillerie 13 brit. Flugzeuge ab. —
Im Kanalgebiet südlich Torquai versenkten leichte Kampfflugzeuge am gestr.
Tage einen brit. Bewacher und beschädigten ein Handelsschiff schwer.

Führerhptgrt., 19. 7. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff die bei Woroschi-
lowgrad geschlagenen und zurückgehenden sowjetischen Kräfte wirksam an und
richtete an den Bahnverbindungen und den Zugstauungen des Feindes im Raum
um Rostow schwere Zerstörungen an. — Die Luftwaffe zerschlug feindl. Kolonnen
und Truppenbereitstellungen am oberen Don. Der Feind erlitt hohe blutige
Verluste. — An der Kolabucht wurden die Hafenanlagen von Rosta erneut schwer
bombardiert. — Einzelne brit. Bomber warfen am gestr. Tage Bomben über west-
deutschem Gebiet ab. Die Zivilbevölkerung, besonders in Duisburg, hatte Verluste.
Zwei brit. Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. — In der vergangenen Nacht
unternahm die Sowjetluftwaffe mit schwachen Kräften wirkungslose Störangriffe
auf einige Orte in Ostpreußen.

Fihrerhptgrt., 20. 7. 42. (DNB.) OKW.: Kampf- und Schlachtfliegerverbände
zerstörten feindl. Kolonnen ostwärts Rostow, vernichteten wichtige Nachschub-
verbindungen des Feindes im Mündungsgebiet des Don und unterstützten wirk-
sam die Verfolgungskämpfe im Donezbogen. — Alle Versuche zur Rückeroberung
der Stadt Woronesch wurden in harten Kämpfen zum Teil im Gegenstoß, von der
Luftwaffe erfolgreich unterstützt, abgeschlagen,und hierbei wurden von 60 an-
ereifenden Panzern 36 vernichtet. — Im Raum um Moskau wurden Eisenbahnziele
bei Tag und Nacht mit vernichtender Wirkung angegriffen. — Das Hafengebiet
von Murmansk wurde am gestr. Tage mit besonderem Erfolg bombardiert. In
Dockanlagen, Kraftwagen- und Betriebsstofflagern entstanden große Brände.
Jagdflieger schossen hierbei über der Kolabucht 17 feindl. Flugzeuge ab. —
Nordastwärts London erzielte ein Kampfflugzeug bei Tage Bombenvolltreffer ın
einem bedeutenden Rüstungswerk. — Im deutsch-holländischen Grenzgebiet warf
ein britisches Flugzeug am gestr. Tage einige Bomben auf Wohnviertel. Das
Flugzeug wurde abgeschossen. — Die brit. Luftwaffe griff bei Nacht mit schwäche-
ren Kräften einige Orte an der Deutschen Bucht, vor allem die Städte Bremen und

Nr. 16/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 251

Oldenburg, an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. 3 feindl. Flugzeuge wurden
zum Absturz gebracht. — Das Jagdgeschw. Udet errang seinen 2500. Luftsieg.

Führerhptgrt., 21. 7. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte die dicht
belegten Rückzugswege des Feindes und setzte die Angriffe auf Flußübergänge
und Eisenbahnanlagen im Raum von Rostow fort. — In Ägypten richteten sich
Nachtangriffe der Luftwaffe gegen milit. Ziele bei Alexandrien. Auf Malta wurden
Bombentreffer in den Flugplatzanlagen von Luca erzielt. — Im Bereich der
Deutschen Bucht warfen am gestr. Tage brit. Flugzeuge ohne Erdsicht planlos
Bomben ab. Eine ländliche Schule wurde getroffen; dabei einige Kinder verletzt.
— In der vergangenen Nacht führten einzelne feindl. Flugzeuge Störfiüge über
Ostpreußen durch, ohne Bomben zu werfen.

Führerhptgrt., 22. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im hohen Norden wurden feindl.
Batterien auf der Fischerhalbinsel durch Sturzkampftlieger mit vernichtender
Wirkung bekämpft. — In der Zeit vom 8. bis 20. Juli verlor die Sowjetluftwaffe
829 Flugzeuge. Davon wurden 640 in Luftkämpfen, 62 durch Flakartillerie und 9
durch Verbände des Heeres vernichtet, die übrigen am Boden zerstört. Während
der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 70 eigene Flugzeuge verloren. — Nach
milit. wirkungslosen Tages-Störangriffen einzelner brit. Bomber auf westdeutsches
Gebiet warf der Feind in der vergangenen Nacht vor allem auf Stadt und Um-
gebung von Duisburg und die Stadt Moers eine größere Zahl von Spreng- und
Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. 6 der angreifenden Bomber
wurden abgeschossen. — An der niederländ. Küste schoß Marineartillerie 5 brit.
Flugzeuge ab. — Das Jagdgeschw. 54 schoß seit Kriegsbeginn 2500 Flugzeuge ab.

Führerhptgrt., 23. 7. 42. (DNB.) OKW.: Bahnanlagen südlich der Don-
mündung sowie Transportbewegungen des Feindes waren bei Tag und Nacht das
Ziel vernichtender Luftangriffe. — Im Finnischen Meerbusen versenkten Kampf-
flugzeuge einen sowj. Bewacher und beschädigten einen zweiten. — In Ägypten
wiesen die deutsch-italienischen Truppen in der El Alamein-Stellung, von der
Luftwaffe wirksam unterstützt, vielfach wiederholte Tag- und Nachtangriffe
starker brit. Kräfte in erbitterten Nahkämpfen ab. — An der Süd- und Ostküste
Englands erzielte die Luftwaffe am gestr. Tage und in der vergangenen Nacht
Bombentreffer in kriegswichtigen Anlagen mehrerer Orte. — In der Zeit vom
10. bis 22. Juli verlor die brit. Luftwaffe 189 Flugzeuge, davon 114 über dem Mittel-
meer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen
Großbritannien 40 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptgrt., 24. 7. 42. (DNB.) OKW.: Wie durch Sondermeldung bekanntge-
geben, haben Truppen des deutschen Heeres, der Waffen-44 und slowakische Ver-
bände, von der Luftwaffe unterstützt, die stark befestigten und tiefgegliederten
Verteidigungsstellungen von Rostow auf der gesamten Frontdurchbrochen undnach
harten Kämpfen die als Verkehrs- und Hafenzentrum wichtige Stadt im Sturm
genommen. — Nordwestlich Woronesch wurden stärkere feindl. Angriffe im
Gegenangriff zerschlagen. Kampf- und Sturzkampffliegerverbände griffen in die
Erdkämpfe ein und fügten den Sowjets schwere Verluste zu. — An der Eismeer-
Front bekämpfte die Luftwaffe Unterseebootsliegeplätze und milit. Anlagen des
Kriegshafens Poljarnoje mit guter Wirkung. — Die Sowjets verloren am gestrigen

NA

Eichenlaubträger mit Schwertern; v. I. n. r.: Hptm. Philipp, Ofw. Steinbatz (f),
Hptm. Gollob, Generalfeldmarschall Kesselring. Weltbild (4)
Seite 252 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1942, Bd. 34

-

Tage 83 Flugzeuge; 7 eigene Flugzeuge werden vermißt. — In Ägypten griffen
Verbände der deutschen und der italienischen Luftwaffe erneut mit besonderem
Erfolg in die Kampfhandlungen ein. — In Luftkämpfen über der Wüste, durch
Flakartillerie und bei Angriffen auf die Insel Malta wurden 18 feindl. Flugzeuge
abgeschossen. — Im Kampf gegen Großbritannien erzielte die Luftwaffe bei Tag-
und Nachtangriffen Bombenvolltreffer in Werken der Flugrüstungsindustrie, auf
Flugplätzen und in anderen kriegswichtigen Anlagen Mittel- und Ostenglands.
An der Küste der besetzten Westgebiete verlor der Feind am gestr. Tage 9 Flug-
zeuge. — Ein brit. Tagesangriff auf einen Ort im westdeutschen Grenzgebiet und
Angriffe des Feindes in der vergangenen Nacht, vor allem auf die Stadt Duisburg,
verursachten Verluste unter der Zivilbevölkerung. Es entstanden Brände und
Zerstörungen hauptsächlich in Wohnvierteln und in öffentlichen Gebäuden.
Nachtjäger und Flakartillerie brachten sechs der angreifenden Bomber zum Ab-
sturz. — Einige sowjet. Bombenflugzeuge unternahmen um Mitternacht wirkungs-
lose Störangriffe gegen ostpreußisches Gebiet. Hierbei verlor der Feind 1 Flugzeug.

Führerhptgrt., 25. 7. 42. (DNB.) OKW.: Im Mittelmeerraum schossen deutsche
Jäger 10 brit. Flugzeuge ab. Auf Malta warfen Kampfflugzeuge Anlagen des Flug-
platzes Luca in Brand.

Führerhptgrt., 26. 7. 42. (DNB.) OKW.: Ein sowjet. Kanonenboot wurde von
der Luftwaffe in der Donmündung versenkt. — Auf der Wolga warfen Kampf-
flugzeuge bei Tages- und Nachtangriffen zwei Tanker mit zusammen 6000 BRT.
in Brand und versenkten 3 mit Nachschubgütern beladene große Schleppkähne.
— Nordwestlich Woronesch wurden massierte Truppenbereitstellungen des Fein-
des durch zusammengefaßten Angriff von Infanterie-, Panzer- und Luftwaffen-
verbänden zerschlagen, Gegenangriffe des Feindes blieben erfolglos. — Auf Malta
wurden neue Zerstörungen in den Anlagen der Flugplätze Luca und Halfar erzielt
und vor Port Said ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. —
An der Ostküste Englands belegte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht bei
guter Erdsicht den Hafen von Middlesborough mit einer großen Zahl von Spreng-
und Brandbomben. Nach heftigen Explosionen entstanden ausgedehnte Brände. —
Nach planlosen Bombenwürfen einzelner brit. Flugzeuge am Tage im Rhein-Main-
Gebiet griff die brit. Luftwaffe in der letzten Nacht Westdeutschland und wieder
vor allem Duisburg, Homberg und Moers an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste,
besonders in Wohnvierteln entstanden zum Teil erhebliche Gebäudeschäden. —
Durch Nachtjäger und Flakartillerie wurden 11 der angreifenden Bomber zum
Absturz gebracht. — Sowjet. Bombenflugzeuge unternahmen wirkungslose Stör-
angriffe auf ostpreußisches Gebiet. — Die Sowjetluftwaffe verlor am 24. und 25.
Juli 128 Flugzeuge, 5 eigene werden vermißt.

Führerhptquart., 27. 7. (DNB.) OKW.: Südlich Rostow wurde die stark befestigte
und zäh verteidigte Stadt Bataisk nach zweitägigem Kampf von deutschen Trup-
pen im Sturm genommen. Kampf-, Zerstörer- und Schlachtgeschw. bahnten hier-
bei der Infanterie den Weg. — Im großen Don-Bogen warfen deutsche und rumän.
Infanteriedivisionen im engen Zusammenwirken mit Panzer- und Luftwaffenverbän-
den den Feind und erreichten in breiter Front den Fluß. — Schwere Luftangriffe
richteten sich gegen den Nachschubverkehr des Feindes auf der Wolga und gegen
Eisenbahnziele nordwestlich Stalingrad. — Deutsche Jagdfliegerverbände schossen
gestern bei 3 eigenen Verlusten 120 sowjet. Flugzeuge ab. Außerdem brachten ita-
lien. Jäger 3 feindl. Flugzeuge zum Absturz. — Auf Flugplätzen der Insel Malta
wurden durch Bombentreffer mehrere brit. Flugzeuge am Boden zerstört. — Im
Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge am gestrigen Tage
kriegswichtige Anlagen an der Südküste Englands und in den Midlands. — Im
Kanalgebiet und an der Deutschen Bucht verlor der Feind in Luftkämpfen 6 Flug-
zeuge. — Nach wirkungslosen Störangriffen am Tage auf westdeutsches Gebiet
wurde in der Nacht zum 27. Juli die Stadt Hamburg und Umgebung von der brit.
Luftwaffe mit Spreng- und Brandbomben belegt. Die Zivilbevölkerung hatte stär-
kere Verluste. Fast ausschließlich in Wohnvierteln wurden zahlreiche Gebäude
zerstört und beschädigt. Nachtjäger, Flakartillerie, Marineartillerie und Vorposten-
boote schossen 37 der angreifenden Bomber ab.

Führerhptquart., 28. 7. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe hat durch starke Angriffe
an der Niederkämpfung des feindl. Widerstandes südlich Rostow besonderen

Anteil. Bei Tag und Nacht wurden auch gestern die Nachschubverbindungen, der

Fährverkehr und Flugstützpunkte der Sowjets angegriffen. Hierbei wurden zahl-

Nr. 16/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 253

reiche Züge und Eisenbahnanlagen, mehrere Wolga-Frachtschiffe und 53 Flug-
zeuge zerstört. — In Ägypten griffen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge in die
Abwehrkämpfe mit Erfolg ein. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger 9 brit.
Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. — Auf Malta setzten deutsche Kampfflug-
zeuge die Bekämpfung von Flugzeugstützpunkten fort. — Im Kampf gegen Groß-
britannien griff die Luftwaffe am gestr. Tage zahlreiche Industrie- und Verkehrs-
ziele in Süd- und Mittelengland mit Einzelflugzeugen und in der vergangenen
Nacht mit starken Kräften das brit. Industriezentrum Birmingham sowie kriegs-
wichtige Anlagen mehrerer anderer Städte der Midlands und Ostenglands an. Bei
guter Trefferlage wurden zahlreiche Zerstörungen und ausgedehnte Brände
beobachtet. — Bei milit. wirkungslosen Tagesangriffen einzelner brit. Bomber
gegen Siedlungen im nordwestdeutschen Gebiet wurden 3 Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptquart., 29. 7. (DNB.) OKW.: Südlich des unteren Don warfen die
deutschen Truppen den zum Teil zäh kämpfenden Feind nach Süden und erzwan-
gen, von der Luftwaffe mit starken Kräften unterstützt, den Übergang über den
Manytsch und Sal. — Der Nachschubverkehr der Sowjets sowie Eisenbahnverbin-
dungen ostwärts der Wolga wurden bei Luftangriffen schwer getroffen. — Bei
der Bekämpfung von Schiffszielen versenkte die Luftwaffe im Don-Delta 3 Kano-
nenboote und erzielte Bombentreffer auf 2 weiteren Booten. Außerdem wurde bei
Nachtangriffen mehrere Transportschiffe auf der Wolga vernichtet oder beschä-
digt. — Bei der Abwehr feindl. Vorstöße gegen den Brückenkopf Woronesch
wurden 29 Panzer abgeschossen und eine größere Anzahl durch Kampfflieger-
kräfte außer Gefecht gesetzt. — In der Nacht zum 28. 7. wurde das Hafengebiet
von Suez mit Bomben belegt und Treffer in Kaianlagen, Treibstofflagern und
zwischen Schiffsansamınlungen beobachtet. Ein Flugplatz westlich Alexandria
und Flugstützpunkte auf Malta wurden von deutschen und ital. Kampfflugzeugen
angegriffen, wodurch ausgedehnte Brände entstanden. — Einzelne brit. Flugzeuge
warfen am Tage einige Bomben in Westdeutschland sowie im norddeutschen
Küstengebiet. In der letzten Nacht wurde erneut das Stadtgebiet von Hamburg
vorwiegend mit Brandbomben belegt. Es entstanden Schäden an öffentlichen
Gebäuden; unter anderem wurde das Eppendorfer Krankenhaus schwer getroffen.

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I.n. r.: Obfw. Wilhelm Mink, Oblt. Tratt, Obfw. Otto
Tange, Lt. Hübner (f). — 2. Reihe v. I. n. r.: Obfw. v. Poremski, Fw. Wachowiak,
Obfw. Schalles, Obfw. Kempf. Weltbild (8)
Seite 254 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1942, Bd. 34

Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Nachtjäger, Flakartillerie und Marne
artillerie brachten 45 der angreifenden brit. Bomber zum Absturz. BE h i hi -
und Südengland griffen Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht er e ver
Rüstungsindustrie, Bahnanlagen und Flugplätze aus geringer Höhe mit guter
Wirkung an.

i i fü 7 ilenburg am 3. 7. 42.

16,5 kn weit flog ein Nurflügelmodell von Otto Pfuhl aus Ei ‚am 5.7.
Bauprüfung zum Reichswettkampf der Modellflusgruppe der Hitler jugend
(über die Ergebnisse berichteten wir bereits im „Flugsport Nr. 14, S. 27) wur e
von Bauprüfern des NS.-Fliegerkorps durchgeführt. Die Bauprüfung hatte zu
entscheiden, ob das einzelne Flugmodell auf Grund seiner baulichen Ausführung

fliererischen Wettkampf zugelassen wird.
Su Für jedes zugelassene Flugmodell erhielten die Mannschaften der Gebiete
200 Punkte, die bei der Ermittlung der Sieger im fliegerischen Wettkampf mitge-
:echnet wurden. .
5 Es waren folgende Vorschriften zu beachten: Die Flugmodelle mußten bis
auf den Querschnitt der Rümpfe den „Modellflugbestimmungen des NSFK.” ent-

‚echen.
u Der Querschnitt der Rümpfe wurde durch die nachstehenden Formeln be-

stimmt:

Segelflugmodelle:
Rumpfquerschnitt: 1 L = Rumpflänge über alles einschl. über-
300 stehender Teile des Seitenleitwerkes.
Benzinmotorflugmodelle:
Rumpfeuerschnitt: L L = Rumpflänge über alles einschl. über-
200 stehender Teile des Seitenleitwerkes.
! be.
Gummimotorilugmodelle: Schwanzsporn oder Luftschraube
Rumpfquerschnitt: L?
100

Die Rumpfquerschnitte konnten größer, durften aber nicht kleiner sein.

In der Klasse VI durften nur Flugmodelle mit Verbrennungsmotoren deut-
scher ITerstellung starten, deren Hubraum nicht über 10 cm betrug.

Jeder Teilnehmer erhielt für sein Flugzeugmodell eine Startnummer. Diese,
sowie die Klassenbezeichnungen (I, II usw.) waren in vorgeschriebener Größe (80
von 160 der mittleren Flügeltiefe) auf der unteren und oberen Seite des Trag-
flügels unlösbar anzubringen. Auf die linke Hälfte des Tragflügels in Flugrichtung
gesehen, war die Klassenbezeichnung und auf die rechte Hälfte des Tragflügels

die Startnummer zu setzen.

Bilder NSFK. (2)

Nr. 16/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 255

Ingenieur-Offizierlaufbahn in der Luftwaffe wurde geschaffen auf Grund
eines Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 11. 5. 1940. Die Ingenieur-
offiziere führen die Dienstrangbezeichnungen der Offiziere der Luftwaffe mit dem
Zusatz (Ing.). Sie sind den aktiven Offizieren gleichgestellt und unterliegen den
gleichen Gesetzen und Bestimmungen. Einstellungsbedingungen und: -verfahren
sind daher die gleichen wie bei der Berufsoffizierlaufbahn. Auf jeden Fall muß der
Bewerber das Reifezeugnis (Abitur) einer allgemeinbildenden Höheren Schule
aufweisen, da dies als Grundlage für das technische Studium, das einem TH-
Studium gleichwertig ist, benötigt wird.

Der Ausbildungsgang besteht aus militärischer Grundausbildung, nach deren
Abschluß Ernennung zum Fahnenjunker (Ing.) erfolgt, aus einer gründlichen
fliegerischen Schulung, worauf Ernennung zum Leutnant (Ing.) folgt, aus einer
sechsmonatigen praktischen Werkstättentätigkeit und aus einer dreijährigen
Ingenieurausbildung.

Nach Abschluß der gesamten militärischen, fliegerischen und technischen
Ausbildung werden die Ingenieuroffiziere als technische Offiziere bei technischen
Kompanien, Staffeln, Gruppen, Geschwadern usw. oder an besonderen militäri-
schen Stellen (z. B. Erprobungsstellen) verwendet.

Auskünfte über das Ingenieurkorps und die Ingenieuroffizierlaufbahn erteilt
der Herr Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe,
Generalluftzeugmeister (PT), Berlin W 8, Leipziger Straße 7.

Pou-du-Ciel hat Flügelsteuerung, d. h. der Anstellwinkel des Flügels wird
vom Steuerknüppel aus betätigt. Es ist sehr wohl möglich, daß bei hoher Sturz-
geschw. die Kräfte von dem Führer nicht mehr beherrscht werden können. Eine
Beurteilung des Pou-du-Ciel finden Sie im „Flugsport“, Jahrgang 34 und 36.

| Literatur.
Physik ohne Zahlen. Von Emil Braunweiler. 254 S. mit 183 Abb. Verlag Knorr
& Hirth, München. Preis geb. 5,50 RM.
Kenntnis der Physik gehört im jetzigen Zeitalter zum täglichen Leben. Es ist
daher notwendig, daß dem Kinde von Jugend auf an, die physikalischen Begriffe,

‚wenn auch stückweise und je nach dem Auffassungsvermögen, beigebracht werden.

Das vorliegende Buch gibt eine solche Anleitung. Es ist auch ein ausgezeichnetes
Hilfsmittel, um Erwachsenen das physikalische Schulwissen wieder aufzufrischen.
Schließlich muß auch eine Mutter, wenn sie sich mit ihrem Kind über diese Begriffe
unterhält, davon eine gewisse Ahnung haben.

Darstellende Geometrie. Teil I: 25 Aufgaben (Grundlehrgang). Von Dipl.-Ing.
Gerhard Otto. 60 S. mit 60 Abb. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin.
Preis kart. 3,60 RM.

Das Buch soll dem technischen Zeichner und Konstrukteur das allernötigste
Rüstzeug für seine Arbeiten am Reißbrett geben. Gerade jetzt während des

Bauprüfer des NS.-Fliegerkorps während ihrer

Tätigkeit bei der Abnahme der Flugmodelle. . | 0,
Wasserflugmodell im Flug während des Reichs-

wettkampfes der HJ. in Quedlinburg.

Krieges, wo junge Soldaten sich weiter bilden wollen, ist das vorliegende Buch
bei der Umschulung für Facharbeiter und angehende Ingenieure zu empfehlen.

Flugzeugwartung. Teil II. Die Wartung des Flugwerks. Von Cl. Böhne.
84 5. mit 76 Abb. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin. Preis kart.
2,50 RM.

Während der erste Band dem Triebwerk gewidmet war, sind in dem vor-
liegenden II. Teil Aufbau und Wirkungsweise der einzelnen Teile des Flug-
werkes behandelt. Der Bordwart findet darin alles Wissenswerte: Kontrolle vor
dem Start, tägliche Reinigung, Abschmieren, Beladen des Flugzeugs; während
des Starts, Verhalten in Notfällen, bei Motorstörungen, im Gleitflug, Zwischen-
prüfung des gesamten Flugwerks und seine Einzelteile und allgemeine Vor-
schriften für Wartungsarbeiten und zum Schluß Betriebsstoff-Leitungspläne der
bekanntesten Flugzeugtypen.

Der Facharbeiter im Flugzeugbau. Bd. 3. Der Flugzeugwart (Motorenwart).
(2. Aufl.) 177 S. mit 86 Abb. Verlag Carl Marthold, Halle a. S. Pr. 3,80 RM. Von
Ing. Richard’ Hofmann.

Die zweite Aufl. zeigt außer einigen Erweiterungen und Ergänzungen zum

Seite 256

„FLUGSPORT"

Nr. 16/1942, Bd. 3

Teil nach neuen Gesichtspunkten in Zusammenfassung und Stoffbehandlung keine

wesentlichen Änderungen.

Der Facharbeiter im Flugzeugbau.

Verlag Carl Marthold, Halle a. S. Pr. 3,80 RM.

Das vorliegende Bändchen gibt in knapper Form einen
Gebiet der Werkstoffprüfung und des Kontrollwesens im Flugzeugbau. Die Grund-
lagen sind kurz erläutert, und die Bedeutung der verschiedenen Prüfarten klar-

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8. '
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Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet. \

Nr. 17 | 19. August 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 2, September 1942

Amerikanisch!

Die angebliche riesenhafte Entwicklung der USA.-Flugzeugindustrie ist
in den letzten Jahren von den USA.-Fachzeitschriften in dicken Ausgaben
mit bunten Bildern herausgestellt worden. In den breiteren Kreisen mag
diese Reklame den Eindruck der Wirklichkeit erweckt haben. Selbst bei
Fachleuten, die auf diesem Gebiete geschäftlich — — tätig waren, fand eine
solche Reklame gute Aufnahme. Man sah in den Anzeigen Bilder von aus-
gedehnten Fabrikanlagen an abgelegensten Stellen mit riesigen Park-
plätzen für Tausende von Automobilen für Angestellte und Arbeiter. Daß
die Beschaffung des Betriebsstoffes und Gummis einmal eine Rolle spielen
würde, damit hat man nicht gerechnet.

Inzwischen hat sich in diesem aufgeblähten Bauprogramm von Flug-
zeugen aller Art der Materialmangel bemerkbar gemacht, damit soll nicht
gesagt sein, daß keine Vorräte für eine längere Zeit vorhanden sind. Auf-
fallend ist jedoch die Maßnahme, die Typenzahl in Jagd- und Kampf-
maschinen diktatorisch zu verkleinern. Viele unnütze Konstruktions- und
Bauarbeit ist nun, da das Material verschrottet werden muß, umsonst

gewesen. Ebenso ist das Transportflugzeugprogramm wieder aufgegeben
worden.

Bücker Bü 180 „Student“ mit Kabine.

Das Bücker-Sport- und Reiseflugzeug mit offenen Sitzen haben wir
1938, 5. 79, ausführlich beschrieben. Mit der „Bü 180“ war ein Flugzeugtyp
mit guten Flugeigenschaften, größter Flugsicherheit geschaffen, welches
bei kleinen Betriebskosten und gleichzeitig höchster Leistung billig in der
Anschaffung war. Die weitere Entwicklung, Ausrüstung mit Kabine und
BüM-700-Motor, Leistung max. 80 PS bei 2500 U/min, wurde infolge wich-
tiger Kriegsaufgaben unterbrochen. Umst. Abb. zeigen die Kabinenaus-
führung der „Bü 180“. In einem Duralrahmen sind die Sichtscheiben gefaßt.
Auf der Backbordseite im vorderen und hinteren Sitz Schiebefenster.

Spannweite 11,5 m, Länge 7,1 m, Höhe 1,85 m, Flügelfläche 15 m2, V-Stel-
lung des Flügels 4,50, Pfeilform 80. Flächenbelastung 36 kg/m2, Leistungs-
belastung 9 kg/PS, Höchstgeschw. 175 km/h, Reisegeschw. 160 km/h, Lande-
geschw. 70 km/h, Steigzeit auf 1000 m in ‘2 min, 2000 m 16,8 min, Gipfel-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 35,
Nr. 17/1942, Bd. 34

Seite 258 „FLUGSPORT“

höhe 4500 m, Reichweite 650 km, Kraftstoffverbrauch bei Reisegeschw.
7,5 1/100 km.

Bücker Bü 180 „Student“ Kabinenflugzeug. Werkbild

Kabinenanordnung des Bücker Bü 180 „Student“. Werkbild

Ju K 43 Kampfilugzeug.

Die K 43 ist ein leichter Bomber.
der aus dem Fracht- und Verkehrs-
Ei flugzeug W 34 (Baujahr 1926) ent-

standen ist. Die Besatzung bestand

aus 3 Mann. Als Bewaffnung stan-
den 3 MG. zur Verfügung, von denen
zwei oberhalb des Rumpfes drehbar
angebracht waren, während mit
einem dritten MG., das im Boden
eingebaut war, der Raum nach un-
ten bestrichen werden konnte. Die

\ Maße und Leistungen des Baumu-
‘ sters entsprechen denen der W 34.

Die Ju K 43 war mit einem luftge-
| “  kühlten Sternmotor von 500/600 PS

1840

ausgerüstet.
N Spannweite 1776 m, Länge
10,27 m, Höhe 3,18 m, Flügelfläche
u 44 m?, Höchstgeschwindigkeit 247
km/h, Landegeschwindigkeit 115
| Ju K 4 km/h, Gipfelhöhe 5300 m, Flugge-
Kampfflugz. wicht 3200 kg.
8 Zeichnung '
hi Flugsport
Nachdruck verbot.

Nr. 17/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“

Seite 259

Ju K 43 mit einem MG.-Stand hinten.

Ju K 43 mit zwei MG.-Ständen auf der Rumpfoberseite.

Ju K 47 Jagdzweisitzer.

JFM.

JIFM. (2)

Der Jagdzweisitzer K 47 wurde 1928 gebaut. Es handelt sich dabei um
die erste von Junkers gebaute Glattblechmaschine, einem abgestrebten

Mitteldecker. Das Flugzeug
war mit einem Jupiter-Motor
von 430/480 PS ausgerüstet
und erreichte eine Höchst-
geschwindigkeit von 270
km/h. Hierdurch war es das
damals schnellste Jagdflug-
zeug. Es stieg in 40 Minuten
auf 8000 m Höhe und hatte
bei einer Flugdauer von 2,5
Stunden einen Flugbereich
von 650 km. Die Bewaffnung
bestand außer dem beweg-
lichen, nach rückwärts ge-
richteten MG. des Beobach-
ters aus zwei starren, durch
den Luftschraubenkreis feu-
ernde MG. Charakteristisch

für das Baumuster war das

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450
2s| | Ju K 47 Jagd-
Po zweisitzer.

Zeichnung Flugsport

Nachdruck verboten

Seite 260 „FLUGSPORT" Nr. 17/1942, Bd. 34

Ju K 47 Zweisitzer. Die untere Abb. läßt das gute Schußfeld nach hinten als Jagd-
zweisitzer erkennen. IFM. (2)

zur Rückendeckung eingebaute MG., dlas in einer drehbaren Wiegelafette
gelagert war, die ein erweitertes Schußfeld insbesondere nach oben unc
durch das doppelte Leitwerk auch nach hinten bot. Mit dieser nei
artigen Anordnung der Bewaffnung verband die K 47 ausgezeichneie
Flugeigenschaften. Seinen Leistungen entsprechend wurde das Flugzeug
im Ausland in größeren Serien gebaut. .

Spannweite 12,4 m, Länge über alles 8,55 m, Höhe 2,0—2,8 m, Trastäche
23,8 m?, Geschwindigkeit 270 km/h, Landegeschwindigkeit 105 km/h, Flug-
gewicht 1650 kg.

Konstruktions-Einzelheiten. x en
by ' ’ ür tflug g rird ı ichita, Kan., gebaut.
by Verstell-Propeller für Sportilugzeuge wird in Wic

Untensteh. Abb. zeigt die Verstellnabe mit den in einem Schaftfutter gelagerten
Holzflügeln. Verkaufspreis 150 Dollar. Die Abnahmeprüfung hat die Schraube

noch nicht gemacht.

Seeflugzeuganker nach Danforth, 12,5-ky-
Type, wie von der amerikanischen Airways für
ihre Clippers verwendet wird, zeigt untensteh.
Abbildung.

Danforth-Seeflugzeuganker.

Roby Verstellpropeller.
Bild Aero Digest

Archiv Flugsport

Nr. 17/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 261

. u || 57, ill || |

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Ofw. Beerenbrock, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Hptm. Hackel, Staffelkapt.
in einem Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Schönert,
Staffelkapt. in einem Nachtjagdgeschw., Hptm. Köhnke, Gruppenkommandeur in
einem Kampfgeschw., Oblt. Hinrichs, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw.

Kühl, Hptm., Ritterkreuzträger, "Gruppenkommandeur in einem Kampf-
geschw., starb am 22. 7. im Osten den Fliegertod.

Schmalz, Lt., Ritterkreuzträger. Flugzeugf. in einem Sturzkampfgeschw.,
Fliegertod, als er in Not befindliche Kameraden retten wollte.

Rudolf Eckardt, Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. in einem Nachtjagd-
geschw., vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Thomsen f, General der Flieger, der als einer der ersten vor dem Weltkrieg
die Bedeutung der Luftwaffe des Militärflugwesens erkannte, ist am 5. 8. gestorben.
Das vom Führer angeordnete Staatsbegräbnis fand am 10. 8. in Gegenwart von
Vertretern von Wehrmacht, Staat und Partei sowie einer Reihe von Militär-
attach&s der befreundeten Staaten, beginnend mit einem Staatsakt im Ehrensaal
des Reichsluftfahrtministeriums statt. General der Flieger Kastner-Kirdorf als
Vertreter des Reichsmarschalls Hermann Göring würdigte die Verdienste des
Dahingeschiedenen. Die Luftwaffe trauert um den Organisator, der den Aufbau
der Kriegsfliegertruppen und der Luftstreitkräfte des Weltkrieges schuf, ihr
Wachsen und ihr Werden formte und ihr machtvolles Gedeihen mit sicherer Hand
bis zum bitteren Ende des gewaltigen Ringens lenkte. — Auf dem durch den
Führer bereiteten Boden sah er mit tiefster Genugtuung, wie die Gedanken, die
er, weit vorausschauend, einst gelegt hatte, die Totalität der Luftwaffe zu Lande,
zu Wasser und zur Luft in einer Faust, durch die Hand eines seiner alten Jagd-
llieger glanzvoll in Erfüllung gehen. Und die neue Zeit bedarf seiner. Der Ober-
befehlshaber beruft ihn zur Mitarbeit in die Generalität der Luftwaffe. So steht
dieser Mann in unserem Erinnern vor uns als der Schöpfer und Organisator unserer
Kriegsfliegerwaffe des Weltkrieges, dessen Taten in die Tafeln der Geschichte
unserer Waffe eingetragen sind. Nach Beendigung des Staatsaktes erfolgte die
Überführung nach dem Invalidenfriedhof.

Beförderungen in der Luftwaffe. Der Führer hat befördert mit Wirkung vom
1. August 1942 zu Generalleutnanten: die Generalmajore: Korten, Osterkamp,
Knauß, Franßen, Schwabedissen, Burchard; zum Generalstabsarzt: den General-
arzt Dr. Wenzig; zu Generalmajoren: die Obersten Orellberg, Roth, Aschen-
brenner, Riva, Heidrich.

Verordnung über die Errichtung einer Reichsstelle „Forschungsführung des

Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe“
vom 30. Juni 1942 hat nach Reichsgesetzblatt N 72 vom 6. Juli 1942 folgenden Wort-
laut: Um die Erkenntnisse von Wissenschaft und Technik in vollem Umfange für
Luftfahrt und Luftrüstung nutzbar zu machen sowie die auf dem Gebiet der. Luft-
fahrtforschung arbeitenden Kräfte zusammenzufassen, wird auf Grund des Ar-
tikels 2 des Zweiten Gesetzes zur Änderung und Ergänzung des Luftverkehrs-
gesetzes vom 29. Juli 1936 (Reichsgesetzbl. I S. 582) verordnet:

$1.

(1) Es wird eine Reichsstelle „Forschungsführung des Reichsministers der
Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe“ (Forschungsführung) mit dem
Sitz in Berlin errichtet.

'- (2) Die Reichsstelle ist rechtskräftig. Sie ist dem Reichsminister der Luftfahrt
und Oberbefehlshaber der Luftwaffe unmittelbar unterstellt und übt ihre Auf-
gaben und Befugnisse in dessen Auftrag aus.
Seite 262 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1942, Bd. 34

82.

Die Leitung der Reichsstelle wird vom Reichsminister der Luftfahrt und
Oberbefehlshaber der Luftwaffe bestellt. Sie vertritt die Reichsstelle und führt
ihre Geschäfte nach einer vom Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber
der Luftwaffe zu genehmigenden Satzung.

83.

(1) Der Reichsstelle werden die bisher vom Reichsminister der Luftfahrt und
Oberbefehlshaber der Luftwaffe auf dem Gebiete der wissenschaftlichen For-
schung wahrgenommenen Aufgaben übertragen, insbesondere

Vertretung der Gesamtinteressen der Luftfahrtforschung,

Planung und Überwachung der Luftfahrtforschung,

Regelung des Einsatzes der zur Verfügung stehenden Mittel, Anlagen und
Einrichtungen sowie des Forschungspersonals,

Leitung des Erfahrungsaustausches mit Wissenschaft, Industrie und Wehr-
macht.

(2) Die Reichsstelle kann gemeinsame Aufgaben der Luftfahrtforschung selbst
übernehmen.

SA.
(1) Die Reichsstelle hat im Umfange ihres Aufgabengebietes Anordnungs-
befugnis.
(2) Die Reichsstelle führt ein Dienstsiegel.
$5

Die Verordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Berlin, den 30. Juni 1942.

Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe
In Vertretung: Milch.

Lilienthal- und Ludwig-Prandtl-Preis 1942, gestiftet vom Reichsminister für
Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zur Förderung des Luftfahrgedankens
an den höheren Schulen, von der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung
verliehen.

Lilienthal-Preis, der einem für das Studium der Luftfahrtwissenschaft und
technik besonders begabten Abiturienten einer höheren Schule durch ein Stipen-
dium von 5000.— RM dieses Studium ermöglichen soll, konnte in diesem Jahre
ausnahmsweise zwei Abiturienten verliehen werden: Flieger Horst Möring, Hin-
denburg-Gymnasium in Düsseldorf, Richard Eppler, Mergenthaler-Oberschule
Schwäbisch Hall. Anerkennungen erhielten Fahnenjunker-Gefreiter Horst Bech-
mann, Georg Reichel und Oskar Gerlach. Die Bewerber hatten sich die Aufgabe
gestellt, durch Selbststudium über den Schulunterricht hinausgehende Aufgaben
zu lösen und selbständige Wege zu gehen.

Ludwig-Prandtl-Preis 3000,— RM der Thomasschule zu Leipzig zuerkannt für
eine Reihe von Untersuchungen und einen kleinen Film über Flugphysik.

Ausland.

USA-Armee-Flugzeugbezeichnung folgt dem Beispiel der USA-Marine, nach
dem Flugzeuge neben den Nummern noch Namen erhalten. Bis jetzt sind folgende
genehmigt: Curtiss Condor III (C-46); Curtiss Owl I (O-52); North American
Mitchell III (B-25c) ; Republic Thunderbolt (P-47B); Vultee-Stinson Vigilant (O-49A).
Condor IH ist die jetzige Ausführung der CW 2% für Truppentransporte. Die
Namen North American Apache (P-51), Republic Lancer (P-43), Piper Grasshopper
(O-59) waren ursprünglich von den Baufirmen benannt worden und von der USA
Army für den offiziellen Gebrauch genehmigt.

Brasil. Flugzeugmotorenfabrik Fabrica Nacional de Motores, in Baixada
Fluminense, 32 km von Rio de Janeiro, welche 7- bis 9-Zylinder-Whirlwind-Moto-
ren von 235 bis 450 PS bauen soll, gegründet.

Synthetische Gummifabriken, welche 40 000 US-t (36 288 t) pro Jahr erzeugen
sollen, im Bau. Der jährliche Gummiverbrauch vor dem 7. 12. 1941 betrug in USA
600 000 US-t (544 320 t).

Amerik. Störangriffe auf Japan am 18. 4, wie „Aeroplane“ vom 29. Mai 1942
berichtet, wurden von James Doolittle, dem bekannten amerik.Rennpiloten, geleitet.

Neue Luftlinie zwischen der Panamakanalzone und Lima, Peru, eingerichtet
worden.

USA Bombengroßflugzeug mit 24 Mann Besatzung bei Peru Massachusetts
abgestürzt. 17 Offiziere tot, 3 verletzt, 4 vermißt.

Nr. 17/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 263

USA-Lufttransport wird von der USA-Armee kontrolliert. Laut Verfügung
vom 14. Mai sind alle nicht kriegswichtigen Luftlinien eingestellt. Auch wird mit
der Einstellung des Luftpostdienstes gerechnet. Der Betrieb wird von der USA-
Armee übernommen werden.

USA General H. H. George am 30. 4. durch ein abstürzendes Jagdflugzeug
tödlich verunglückt.

Brewster Flugzeugfabrik am 18. 4. wegen Unzufriedenheit in der Leitung von
der USA-Marine übernommen. Auf Anordnung von Roosevelt mußte der Firma
die Selbständigkeit wieder zurückgegeben werden.

Flugplatzsicherheitsabteilung 1000 Mann ist von der R. A. A. F. (Royal Austra-
lian Air Force), wie „Aeroplane“ vom 29. 5. berichtet, gebildet. Diese Einheit ist
mit Maschinengewehren und bewaffneten Fahrzeugen ausgerüstet.

Luftwaffe.
)

Führerhptquart., 30. 7. 42 (DNB.) OKW.: Südlich Rostow unterstützten nach

erfolgreich durchgeführter Luftaufklärung starke Kampffliegerkräfte die Angriffe
des Heeres. — Im hohen Norden wurden bei Luftangriffen die Versorgungs- und
Werftanlagen bei Murmansk sowie ein großes Truppenlager westlich der Kola-
bucht schwer getroffen. — Im Schutze starker Bewölkung durchgeführte Tages-
störangriffe einzelner brit. Bomber auf Städte des Rheinlandes hatten nur geringe
Wirkung. — In.der vergangenen Nacht griff ein brit. Bomberverband einige Orte
der Saarpfalz, vor allem Wohnviertel der Stadt Saarbrücken, an, wobei unter
anderem das Gautheater völlig zerstört wurde. Die Zivilbevölkerung hatte Ver-
luste. 7 der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen, 2 weitere durch Ein-
heiten der deutschen Kriegsmarine über der Deutschen Bucht zum Absturz ge-
bracht. — An der Ostküste Englands erzielte ein Kampfflugzeug am Tage Bomben-
volltreffer in den Werkanlagen eines Rüstungsbetriebes. Stärkere Kräfte der
Luftwaffe griffen in der Nacht zum 30. Juli erneut Birmingham an. Durch Auf-
klärer wurden in den heutigen Morgenstunden zahlreiche ausgedehnte Groß-
brände festgestellt.
Führerhptquart., 31. 7. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff in die Verfol-
sungskämpfe in pausenlosem Einsatz ein, zersprengte zahlreiche Kolonnen und
verhinderte, daß der Gegner sich erneut festsetzte. — Auch im Donbogen griffen
Kampf- und Schlachtfliegerverbände in die Angriffsoperationen ein. — Im Finni-
schen Meerbusen bekämpfte die Luftwaffe einen feindl. Flugstützpunkt auf der
Insel Lavansaari. — In Ägypten belegten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht
zum 30. Juli mehrere Flugplätze bei Kairo mit Bomben schweren Kalibers. In Hal-
len und Tanklagern entstanden mehrere Großbrände. Volltreffer zwischen dicht
abgestellten Flugzeugen richteten schwere Zerstörungen an. — Von zwei Flug-
zeugen, die am gestr. Nachmittag norddeutsches Küstengebiet überflogen, wurde
eines im Luftkampf abgeschossen. -—— Weitere 17 brit. Flugzeuge wurden an der
Kanal- und norwegischen Küste zum Absturz gebracht. Im Seegebiet von Brighton
versenkten leichte Kampfflugzeuge am Tage ein Handelsschiff von 3000 BRT. — In
der vergangenen Nacht wiederholte die Luftwaffe mit stärkeren Kräften ihre
Angriffe auf kriegswichtige Ziele in Birmingham. Die Aufklärung in den frühen
Morgenstunden ergab zahlreiche weitausgedehnte Brände.

Führerhptquart., 1. 8. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte mit starken
Kräften die feindl. Rückzugsbewegungen. — Fliegerverbände griffen bei Tage und
Nacht Truppenausladungen und Transporte auf Bahnen, Straßen und Wasser-
wegen an. Auf der Wolga wurden ein Tanker und 7 Frachter versenkt,
16 weitere Frachter beschädigt. — Nördlich von Rschew scheiterten erneute, mehr-
fach wiederholte Angriffe der Sowjets in harten Kämpfen. Infanterie brachte hier-
bei 4 feindl. Flugzeuge zum Absturz. — Im Seegebiet nordwestlich Tripolis ver-
senkten deutsche Kampfflugzeuge am 30. 7. ein feindl. Unterseeboot. — Nach
einigen Störflügen am 31. 7. flog der Feind in der vergangenen Nacht in das rhei-
nisch-westf. Industriegebiet ein. Er griff mit Schwerpunkt Düsseldorf an, wo in
Wohnvierteln, unter anderem in 2 Krankenhäusern, Brände und Sachschäden
entstanden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Durch Nachtjäger und Flak-
artillerie wurden 26 der angreifenden Flugzeuge abgeschossen. — Bei Angriffs-
versuchen eines gemischten Bomber- und Jagdverbandes auf das Gebiet der
Somme-Mündung schossen deutsche Jäger am gestr. Tage im Verlauf einer halben
Seite 264 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1942, Bd. 34

Stunde 16 feindl. Flugzeuge bei einem eigenen Verlust ab. Ein weiteres brit. Flug-
zeug wurde bei Cherbourg zum Absturz gebracht. — Im Kampf gegen Großbritan-
nien belegten deutsche Kampffliegerverbände in der Nacht zum 1. 8. kriegswich-
tige Hafen- und Industrieanlagen von Hull mit Sprengbomben schweren und
schwersten Kalibers. Alle eingesetzten Flugzeuge kehrten zu ihren Einsatzhäfen
zurück. — Durch die Luftwaffe wurden im gleichen Zeitabschnitt 30 Handelsschiffe
mit 183 000 BRT. versenkt und weitere 17 Handelsschiffe beschädigt.

Führerhptquart., 2. 8. 42. (DNB.) OKW.: Verbände der Luftwaffe unterstütz-
ten den Vorstoß des Heeres und richteten außerdem rollende Angriffe gegen die
rückwärtigen Verbindungen der Sowjets. — Starke Nahkampffliegerkräfte griffen
in diese Kämpfe mit gutem Erfolg ein. Bei Nachtangriffen auf den Schiffs- und
Fährverkehr wurden 5 Wolgaschiffe durch Bombentreffer versenkt, 5 weitere und
eine Fähre beschädigt. — Im Finnischen Meerbusen beschädigten Kampfflugzeuge
2 sowj. Frachtschiffe durch Bombentreffer. — In der Zeit vom 21. bis 31. 7. verlor
die Sowjetlufiwaffe 815 Flugzeuge, davon wurden 641 in Luftkämpfen, 66 durch
Flakartillerie und 11 durch Verbände des Heeres vernichtet, die übrigen am Boden
zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 61 eigene Flugzeuge
verloren. — In Ägypten griffen deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 1. 8.
den Flugplatz Heliopolis bei Kairo an. Mehrere Flugzeughallen wurden in Brand
gesetzt und 7 Flugzeuge am Boden vernichtet. — Eine Anzahl brit. Flugzeuge
führte im Laufe des gestr. Nachmittags in großer Höhe Störflüge im westdeutschen
Gebiet durch. Durch Bombenabwurf auf Wohnviertel einiger Städte entstanden
Verluste unter der Zivilbevölkerung und Gebäudeschäden. 2 Flugzeuge wurden
in Luftkämpfen zum Absturz gebracht. — Im Kampf gegen Großbritannien belegte
die Luftwaffe in der vergangenen Nacht ohne eigene Verluste kriegswichtige
Anlagen von Norwich mit Spreng- und Brandbomben.

Führerhpiquart., 3. 8. 42. (DNB.) OKW.: Zwischen Sal und Don treiben deut-
sche und rumänische Truppen den Feind nach Osten zurück. Starke Kampfflieger-
und Zerstörerverbände griffen in diese Kämpfe ein. Die rückwärtigen Verbin-
dungen der Sowjets im Kuban-Gebiet, besonders die Eisenbahnlinie Baku—Rostow,
waren schweren Angriffen ausgesetzt. — Im großen Donbogen wurden erneute
sowj. Gegenangriffe abgewiesen und wieder 85 Panzer vernichtet. Sturzkampf-
und Schlachtgeschw. sowie Flak-Artillerie-Abteilungen der Luftwaffe waren auch
an diesen Kämpfen erfolgreich beteiligt. Bei Nachtangriffen auf die Wolgaschiff-
fahrt wurden 2 Tanker und 6 Frachtschiffe versenkt, 9 weitere Frachtschiffe
beschädigt. — In Lappland nahmen deutsche Infanterie und Gebirgsjäger, von
Sturzkampffliegern wirksam unterstützt, eine vom Feind stark besetzte, ausgebaute
Höhe. — Die sowj. Luftwaffe verlor am gestr. Tage 114 Flugzeuge. 5 eigene Flug-
zeuge werden vermißt. — Auf Malta wurde der Flugplatz Halfar durch deutsche
und italien. Kampfflugzeuge mit guter Trefferlage bombardiert. — An der Ost-
küste Englands und in den Midlands bekämpfte die Luftwaffe am gestr. Tage und
im Verlauf der vergangenen Nacht kriegswichtige Anlagen in mehreren Orten. —
In der Zeit vom 23. Juli bis 2. Aug. verlor die brit. Luftwaffe 248 Flugzeuge; davon
84 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im
Kampf gegen Großbritannien 78 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 4. 8. 42. (DNB.) OKW.: Verbände der Luftwaffe griffen zu-
rückflutende feindl. Kolonnen mit vernichtender Wirkung an und bombardierten
bei Tag und Nacht feindl. Flugplätze, Transportbewegungen und Eisenbahnanlagen
bis zu den Nordausläufern des Kaukasus. — Bei einem nächtl. Luftangriff auf die
Wolgaschiffahrt wurde ein sowj. Tanker versenkt. — In Ägypten belegten deutsche
Kampfflugzeuge in der Nacht zum 3. 8. und am gestr. Tage brit. Flugplätze und
Feldlager bei Alexandrien mit Bomben. In Nordafrika und über Malta wurden in
Luftkämpfen 9 brit. Flugzeuge durch deutsche Jäger ohne eigene Verluste abge-
schossen. — Im Kampf gegen Großbritannien griff die Luftwaffe am gestr. Tage
wieder kriegswichtige Anlagen und Flugplätze in den Midlands sowie an der Öst-
und Südküste Englands zum Teil im Tiefflug an. Im Seegebiet von Torquay wur-
den in der vergangenen Nacht durch Kampfflugzeuge auf 3 Handelsschiffen eines
brit. Geleits Volltreffer erzielt.

Führerhptquart., 5. 8. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff den auf den
Kaukasus zurückweichenden Feind ununterbrochen.an: und:setzte-die-Bombardie-
rungen von Transportstauungen auf den Bahnlinien mit vernichtender Wirkung
fort. 2 Panzerzüge und 24 Transportzüge wurden durch Sturzkampfflugzeuge zer-

Nr. 17/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 265

schlagen. — Zwischen Sal und Don bahnen Kampf- und Schlachtfliegerverbände
den nach Osten vorstoßenden Panzerspitzen den Weg. — Die brit. Luftwaffe unter-
nahm in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften planlose Angriffe auf das
rheinisch-westf. Industriegebiet. In einigen Orten entstanden geringfügige Schä-
den. Ein feindl. Flugzeug wurde abgeschossen. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge
griffen am gestr. Tage Ziele an der engl. Südküste an und erzielten Volltreffer in
kriegswichtigen Anlagen der Stadt Brighton. Außerdem wurde ein Vorpostenboot
getroffen. — In der Nacht zum 5. 8. belegte die Luftwaffe Hafenanlagen an der
Südwestküste Englands mit Bomben.

Führerhptquart., 6. 8. 42. (DNB.) OKW.: Zerstörerverbände unterstützten in
Hoch- und Tiefangriffen die Panzertruppen bei der Erweiterung der Brückenköpfe
über den Kuban. — Im großen Donbogen setzte die Luftwaffe während der Nacht
ihre Angriffe auf Bahnanlagen im rückwärtigen Gebiet des Feindes fort. — An der
Ostfront wurden gestern 108 feindl. Flugzeuge abgeschossen, 6 eigene Flugzeuge
werden vermißt. — Nach Tagesstörflügen einzelner feindl. Flugzeuge über west-
deutschem Gebiet führte die brit. Luftwaffe in der vergangenen Nacht militärisch
wirkungslose Angriffe gegen das rheinisch-westf. Industriegebiet. Der in Wohn-
vierteln einiger Städte angerichtete Schaden ist gering. 5 der angreifenden Bomber
wurden durch Nachtjäger zum Absturz gebracht. — An der Süd- und Ostküste
Englands belegte die Luftwaffe am gestr. Tage und in der letzten Nacht zum Teil
im Tiefflug kriegswichtige Anlagen mit Bomben schweren Kalibers.

Führerhptquart., 7. 8. 42. (DNB.) OKW.: Tag- und Nachtangriffe der Luft-
waffe richteten sich gegen Transportbewegungen und Eisenbahnanlagen der Sow-
jets an der Schwarzmeerküste, den Nordausläufern des Kaukasus und am unteren
Wolgaknie. — Im Raum von Rschew brachten starke Kampf- und Sturzkampf-
fliegerkräfte sowie Einheiten der Flakartillerie den Verbänden des Heeres bei den
schweren Abwehrkämpfen wirksame Entlastung. Der Feind erlitt hohe Verluste
an Menschen und Material. — Im Finnischen Meerbusen wurden im Seegebiet von
Lavansaari ein sowj. Wachboot durch Bombentreffer versenkt, 4 weitere Boote und
ein Minensucher beschädigt. — Im hohen Norden belegte die Luftwaffe sowj. Trup-
penlager auf der Fischer-Halbinsel sowie Batteriestellungen südwestlich Mur-
mansk mit Bomben schweren Kalibers. — An der Ostfront wurden gestern in Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie 138 feindl. Flugzeuge zum Absturz gebracht.
8 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Einige brit. Flugzeuge führten im Verlauf
des gestr. Tages in großer Höhe Störflüge nach Südwest- und Westdeutschland

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Oblt. Krems, Lt. Beißwenger, Major Zeidler,
Hptm. Gaßmann. — 2. Reihe: Hptm. Seifert, Oblt. Stinpel, Obst. Rath, Hptm. Dilley.
Weltbild (8)
Seite 266 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1942, Bd. 34

durch. — In der vergangenen Nacht richtete die brit. Luftwaffe ihre Angriffe
erneut auf Wohnviertel mehrerer Städte des rheinisch-westf. Industriegebietes.
Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Durch Spreng- und Brandbomben ent-
standen Sach- und Gebäudeschäden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 7 der
angreifenden Bomber ab. — Im Kampf gegen Großbritannien belegte die Luftwaffe
am gestr. Tage kriegswichtige Anlagen in Südwestengland mit Bomben schweren
Kalibers. In der Nacht zum 7. 8. wurden Hafen- und Rüstungsanlagen in Osteng-
land und an der Ostküste Schottlands angegriffen. Mehrere große Brände wurden
beobachtet. Alle Flugzeuge kehrten zu ihren Einsatzhäfen zurück.

Führerhptquart., 8. 8. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff, den eigenen
Panzerspitzen voraus, marschierende Kolonnen sowie Transportbewegungen und
Einschiffungen an der Schwarzmeerküste an. — Im großen Donbogen griffen
starke Nahkampffliegerverbände in die Erdkämpfe ein und zerschlugen Stauungen
feindl. Kräfte an den Übergängen und Fähren des Don. — Die Abwehrschlacht im
Raum von Rschew hat sich noch auf weitere Frontabschnitte ausgedehnt. Kampf-
geschw. setzten sich in zahlreichen Angriffen gegen sowj. Truppen-, Panzer-
und Kraftfahrzeugansammlungen besonders ein. — Im Finnischen Meerbusen
wurden auf einem feindl. Wachboot Bombentreffer erzielt. — In Ägypten griffen
deutsche und italien. Kampfflugzeuge brit. Batteriestellungen und Kraftfahrzeug-
ansammlungen mit guter Trefferlage an. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen
13 brit. Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug ging verloren. — Im Südwesten Eng-
lands belegten leichte Kampfflugzeuge bei Tag kriegswichtige Ziele mit Bomben
schweren Kalibers, die Brände und Explosionen zur Folge hatten. In der ver-
gangenen Nacht wurden Hafen- und Rüstungsanlagen an der engl. und schotti-
schen Ostküste sowie im Osten Mittelenglands bombardiert.

Führerhptquart., 9. 8. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe führte ihre Angriffe
gegen die feindl. Rückzugs- und Räumungsbewegungen auf Straßen, Bahnen und
auf die Häfen der nordkaukasischen Schwarzmeerküste. Im Hafen von Anapa
wurden hierbei 3 sowj. Leichter durch Bombentreffer versenkt und ein Fracht-
schiff beschädigt. — Im großen Donbogen waren dichtgedrängte Massen des
Feindes an den Flußübergängen den vernichtenden Hoch- und Tiefangriffen der
Kampf- und Schlachtfliegerverbände ausgesetzt. — An der Ostfront schossen
gestern Jagdfliegerverbände und Flakartillerie 82 sowj. Flugzeuge bei 5 eigenen
Verlusten ab. — Im Kampf gegen Großbritannien griffen Kampfflugzeuge bei Tag
und Nacht kriegswichtige Anlagen im Süden Englands bzw. im Norden und Nord-
osten der Insel an. Ein brit. Nachtjäger wurde im Luftkampf zum Absturz gebracht.

Führerhptquart., 10. 8. 42. (DNB.) OKW.: Wie durch Sondermeldung am 9. 8.
bekanntgegeben, durchbrachen deutsche Infanteriedivisionen, hervorragend unter-
stützt durch Verbände der Luftwaffe, nach außergewöhnlichen Marschleistungen
und in harten Kämpfen bei tropischer Hitze stark ausgebaute Stellungen nördlich
des Kuban und nahmen die für die feindl. Rüstungsindustrie wichtige Hauptstadt
des Kubangebietes Krasnodar. — Im großen Donbogen wurde eine starke feindl.

Armee westlich Kalatsch eingeschlossen. Den eingekesselten und auf engem Raum
zusammengedrängten feindl. Kräften fügten Nahkampffliegerverbände schwere

Verluste zu. Außerdem wurden Truppen- und Materialeinschiffungen an der
nordkaukasischen Küste durch die Luftwaffe wirkungsvoll bombardiert. Hierbei
versenkten Kampfflugzeuge im Hafen von Tuapse ein Handelsschiff von 4000 BRT.
durch Bombentreffer und beschädigten ein weiteres schwer. — Weitere Angriffe

richteten sich gegen Fisenbahnanlagen südlich Stalingrad. Ein sowj. Panzerzug

wurde vernichtet.

Führerhptquart., i1. 8. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe verstärkte ihre Angriffe
gegen die Räumungsbewegungen und Einschiffungen der Sowjets im Küstengebiet
sowie in den Schwarzmeerhäfen Tuapse, Noworossisk und Anapa. Hierbei wurden
11 Transportschiffe mit zusammen 12700 BRT. versenkt, 9 weitere beschädigt. —
Im Raum von Rschew brachten den ganzen Tag über vorgetragene Bombenangriffe
der Luftwaffe auf sowj. Stellungen, Panzer- und Truppenansammlungen den Ver-
bänden des Heeres fühlbare Entlastung. — Im hohen Norden erzielte die Luft-
waffe Bombentreffer in Anlagen eines Flughafens an der Kola-Bucht sowie in
Batteriestellungen westlich der Murman-Bahn. — Nachtangriffe der Luftwaffe
richteten sich gegen Nachschubverbindungen, Ortschaften und Flugstützpunkte
süd- und nordwestlich Moskaus. — An der Ostfront wurden am 9. und 10. 8. in
Luftkämpfen durch Flakartillerie und am Boden 195 feindl. Flugzeuge vernichtet.

14 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Bei zunehmender l.ufttätigkeit im Mittel-
meerraum und über Nordafrika verlor der Feind gestern 16 Flugzeuge. — Einige
brit. Flugzeuge führten am gestrigen Tage wirkungslose Störflüge nach West-

Nr. 17/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 267

deutschland durch. — An der Südküste sowie im Südosten und Osten Englands
belegte die Luftwaffe in den Abendstunden und in der vergangenen Nacht kriegs-
wichtige Ziele mit Spreng- und Brandbomben. Zahlreiche Brände wurden beobach-
tet. Sämtliche Flugzeuge kehrten von ihrem Einsatz zurück.

Führerhptquart., 12. 8. 1942. (DNB.) OKW.: Wie durch Sondermeldung be-
kanntgegeben, haben Truppen des Heeres unter Führung des Generals der Panzer-
truppen Paulus, hervorragend unterstützt durch die Flakartillerie und die fliegen-
den Verbände der Luftwaffe unter Führung des Generalobersten Freiherrn
von Richthofen, im großen Donbogen westlich Kalatsch die Masse der sowj.-russ.
62. Armee und starke Teile der 1. Panzerarmee vernichtet. In dieser Vernichtungs-
schlacht wurden bisher 57000 Gefangene eingebracht, über 1000 Panzerkampf-
wagen und 750 Geschütze aller Art vernichtet oder erbeutet. Die blutigen Verluste
des Gegners sind hoch. — Seit Beginn der Frühjahrskämpfe, der Schlacht auf der
Halbinsel Kertsch, bis zur Beendigung der Schlacht am großen Donbogen haben
die deutschen und verbündeten Truppen an der Ostfront 1 044 741 Gefangene ein-
gebracht, 6271 Panzerkraftwagen und 10 131 Geschütze aller Art erbeutet oder ver-
nichtet. — In derselben Zeit wurden 4960 feindliche Flugzeuge in Luftkämpfen,
664 Flugzeuge durch Flakartillerie abgeschossen und 432 Flugzeuge am Boden zer-
stört. — Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf den sowj. Räumungsverkehr im
Küstengebiet sowie in den Schwarzmeerhäfen fort. Ein Bewacher, 2 Transport-
schiffe und 2 Küstenfahrzeuge wurden durch Bombentreffer versenkt, 6 Trans-
portschiffe und ein Küstenfahrzeug beschädigt. Südlich Stalingrad wurde ein sowj.
Panzerzug durch Bombentreffer vernichtet, auf der Wolga ein Frachtschiff ver-
senkt und 3 weitere beschädigt. — Im Finnischen Meerbusen versenkten Kampf-
flugzeuge 3 feindl. Bewacher und beschädigten mehrere Bewacher und ein
Minensuchboot schwer. — Ein bei Tage in die Deutsche Bucht einfliegendes brit.
Jagflugzeug wurde im Luftkampf zum Absturz gebracht. — In der vergangenen
Nacht unternahm die brit. Luftwaffe neben wirkungslosen Störflügen in das Gebiet
der Deutschen Bucht Angriffe auf Wohnviertel mehrerer Städte Westdeutsch-
lands, hauptsächlich auf Mainz und Wiesbaden. Die Zivilbevölkerung hatte Ver-
luste. Durch Spreng- und Brandbomben entstanden Sach- und Gebäudeschäden.
Nachtjäger und Flakartillerie schossen 11 der angreifenden Bomber ab. — An der
Südküste Englands sowie in den Midlands belegte die Luftwaffe bei Tag und in
der Nacht zum 12. 8. kriegswichtige Anlagen mit Spreng- und Brandbomben, die
schwere Zerstörungen, Brände und Explosionen hervorriefen.

Ritterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Ofw. Höfemeier, Major von Winterfeld (f),
Oblt. Sattler (f), Hptm. Keller. — 2. Reihe: Oblt. Sy, Oblt. Rieger (ft), Hptm. Bau-
haus, Oblt. Jacob. Weltbild (8)
Seite 268 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 13. 8. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte erneut mit
starken Kräften den Schiffsverkehr im nordkaukasischen Küsten- und Seegebiet
sowie in der Straße von Kertsch. Dabei wurden ein Küstenfahrzeug versenkt,
mehrere Frachter sowie 3 Transportschiffe in Brand geworfen. — Bei einem An-
griffsversuch sowj. Schlachtllugzeuge gegen einen deutschen Flugplatz wurden in
Luftkämpfen 28 feindl. Flugzeuge abgeschossen und damit der angreifende Ver-
band fast völlig vernichtet. — Im Raum von Woronesch nehmen die Kämpfe an
Heftigkeit zu. Alle von zahlreichen Panzern unterstützten Entlastungsangriffe des
Feindes brachen unter schweren Verlusten im Abwehrfeuer der deutschen Trup-
pen und unter den Bombenangriffen starker Kampf- und Sturzkampffliegerver-
bände zusammen. — An der Ostfront wurden am 11. und 12. 8. in Luftkämpfen und
durch Flakartillerie 161 sowj. Flugzeuge abgeschossen. 8 eigene Flugzeuge werden
vermißt. -— Über Nordafrika schossen 4 deutsche Jäger in Luftkämpfen 12 brit.
Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. — Die gestern von einem brit. Flugzeug über
einer westdeutschen Stadt aus großer Höhe abgeworfenen Bomben blieben ohne
Wirkung. -—- In der Nacht zum 13. 8. wiederholten Verbände der brit. Luftwaffe
ihre Terrorangriffe auf das Rhein-Main-Gebiet. Bei der Bombardierung von Wohn-
vierteln der Stadt Mainz hatte die Zivilbevölkerung, deren Haltung vorbildlich ist.
wieder Verluste. Zerstörungen und Brände größeren Umfanges wurden verur-
sacht. Nach bisherigen Meldungen wurden 4 der angreifenden Bombenflugzeuge
durch Nachtjäger und Flakartillerie abgeschossen. — Im Kampf gegen Großbri-
tannien belegten Kampfflugzeuge bei Tage und in der vergangenen Nacht Hafen-
und Rüstungsanlagen in Süd- und Ostengland sowie in Südschottland mit Spreng-
und Brandbomben. Bei guter Trefferlage entstanden Explosionen und zahlreiche
Brände.

Segelflug.

Schwedisches Segellluggelände Alleberg. Ob. 1.: NSFK.-Schulgleiter-38 auf der
Startbahn, welche am Ende des höchsten Punktes des Hügels aufgebaut ist. Ob. r.:
Grunau-Baby, darunter die rückwärts verlängerte Startbahn. Unt. 1.: Schlepp-

winde, r.: Rückholwinde. Svensk Motor Tidning

Nr. 17/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 269

Sieger im fliegerischen Wettkampf von den 4 besten aus 36 HJ.-Gebieten und
damit aus 17 NSFK.-Gruppen und NSFK.-Brigade 21 Danzig wurde überlegen das
Gebiet 6/Nordmark mit 463,5 Punkten vor dem Gebiet 8/Niedersachsen (438 Punkte)
und dem Gebiet 22/ Bayreuth (430 Punkte). Die fliegerischen Leistungen der
Jungen waren so ausgezeichnet, daß von den 15 Besten im Stechen ein vierter
Flug durchgeführt werden mußte. Das beste Ergebnis erzielte nach dem vierten
Flug mit 191 Punkten Schatz vom Gebiet 2/Mark Brandenburg vor Diestl (Gebiet
8/Niedersachsen) mit 179,5 Pkt., Drexhagen (Gebiet 9/Westfalen), Schulte (Gebiet
7/Nordsee) und Niederhumer (Gebiet 29/Oberdonau) hatten die gleiche Punktzahl
von 178 aufzuweisen.

Schwed. Segelfluglager Alleberg bei Falköpingsslätten liegt in Südschweden.
Ein schwach hügeliges Gelände mit sanften Hängen, in eine flache Talsenke über-
gehend. Die Hänge sind etwas kurz, so daß man die Startbahnen, wie die Abb.
erkennen läßt, die Hänge um „A“-Prüfungen mit Gummiseil zu ermöglichen, durch
künstliche Rampenanbauten verlängert hat.

Trotzdem die Schweden schon 1922 den Segelflugbetrieb auf der Wasserkuppe
kennenlernten, steht die schwed. Segelfliegerei noch in den Anfängen. Man schult
nach deutschem Muster und verwendet die in Deutschland üblichen Gleitflugzeuge
NSFK-Schulgleiter-38 und „Grunau-Baby“. Für den Windenschlepp die deutsche
Winde Pfeifer, für den Rücktransport hat man sich primitive Rückholwinden mit
Elektromotor gebaut. Als Motorschleppmaschine dient die KL 35.

Deutscher Fliegerbund waren zwei verschiedene Organisationen. Der erste
„Deutsche Fliegerbund“ wurde am 13. Nov. 1910 gegründet, Sitz Frankfurt, ihm
gehörten folgende Vereine an: Bayrischer Flugsportklub, München; Fliegerklub,
Mainz; Flugtechnischer Verein, Leipzig; Flugtechnische Gesellschaft, Nürnberg-
Fürth; Frankfurter Flugsportklub, Frankfurt a. M.; Frankfurter Flugtechnischer
Verein, Frankfurt a. M.; Mannheimer Flugsportklub, Mannheim; Schlesischer
Flugsportklub, Breslau; Westdeutscher Verein für Flugsegler, Oberhausen. Ver-
anstaltet die ersten Überlandflüge Frankfurt—Mainz— Mannheim und die ersten
Wasserflugwettbewerbe, Heiligendamm u. a. — Ein zweiter „Deutscher Flieger-
bund“, vollständig unabhängig von dem genannten, wurde mit Unterstützung der
Inspektion der Fliegertruppen, Sitz Berlin, vgl. „Flugsport“ 1917, S. 220, gegründet
und umfaßte die Modellflug-Vereine von Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Dresden,
München und Hamburg. -

DIN L 5 Kennfarben für Rohrleitungen: Normblatterweiterung:

1) Grundfarbe gelb mit schmalem weißem Ring für Azetylen zum Anlassen von
Flugmotoren;
2) Grundfarbe eelh mit schmalem, braunem Ring für Start-Kraftstoffe,

Literatur. -

Zarathustra, Palmström als Flieger. Von Paul C. Ehrhardt. Neu herausge-
geben und ergänzt von Paul dem Scherschanten. 88 S. mit 41 Abb. Verlag Hauser-
presse Hans Schaefer, Frankfurt a. M. Pr. 2,80 RM.

Palmström als Flieger erschien, wie sich die Flieger aus dem Weltkrieg er-
innern können, 1917 mit Erlaubnis des damaligen Inspekteurs Obstlt. Siegert in
der Druckerei der Inspektion der Fliegertruppen gedruckt. Das Buch war längst
vergriffen. Zarathustra hat in diesen Reimspielen ein Stück des alten Flieger-
geistes eingefangen, für den das Wort gilt: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

In der vorliegenden Neuausgabe 1942 ist das historische Buch von Paul dem
Scherschanten erweitert und mit Zeichnungen von Wolfgang Goetze neu ausge-
stattet worden. Ein geeignetes Buch auch für die Nachwuchswerbung.

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lag KG., Abt. Versandbuchh., Berlin NW 40, In den Zelten 9.

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Verantwortlich Für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.

lt. Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften

sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
Hindenburgplatz 5 (Deutschland)

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sine nieht an Einzelpersonen.

XXXIV.Jahrgang / Nr. 18

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Flugrundschau

Luftwaffe

Modellflug

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Literatur

Patent-Sammlung
Nr. 36

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus.
3. — Druck
sind nieht an Einzelpersonen. sondern zu richten an:

Anzeigenpreis It.

Pl.

von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein),
„Redaktion und Verlag Flugsport‘,
Hindenburgplatz & (Deutschland)

Frankfurt a. M.,
Frankfurt am Main. Alle Zuschriften

Hindenburgplatz 8.
Frankfurt a. M.,

XAXXIV. Jahrgang / Nr. 19

Seitenwege

Versuchsflüge
mit Arno Vogel
Schwingenflugzeug

Ju 46
Katapuliflugzeug

Ju 53 K
Militärflugzeug

USA Douglas-
A-20-A

Flugrundschau

Luftwaffe

LUFTHANSA

Segelflug

Luftpost

Literatur

Patent-Sammlung
Nr. 37

„‚FLUGSPORT’-

N Erscheinungstage BR

1942

#XXXIV. Jahrgang

Datum

. September

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Miitwoch, 16. Sept. 1942

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8 Intlitenntil * , In.: Illin.. =
GEGRUNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN
N VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING.
Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8
Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 19 16. September 1942 AXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 30. September 1942

Seitenwege.

Der Drachenflug hat, wenn man die Entwicklung des Flugwesens in
den letzten 30 Jahren überblickt, heute einen außerordentlich hohen Stand
erreicht. Er wird auch in der Weiterentwicklung in Geschwindigkeit und
Höhenleistung wohl von keiner anderen Flugart so leicht übertroffen
werden.

Die vielen Arbeiten und Ideen auf anderen Seitenwegen wie Schwin-
gsen- und Schwirrflug haben bis heute zu keiner wesentlichen Anwendung
geführt. Nur der Hubschrauber ist nach verschiedenen Richtungen ent-
wickelt worden und hat seine Nutzanwendung gefunden.

Die Bemühungen, mit geringster Kraft zu fliegen, werden auf dem

. Gebiet des Muskelfluges erfaßt, wobei die aufzubringende Energie durch

Menschenkraft rund 3/ı PS beträgt.

Bei der anderen Flugart, dem Segelflug, der von der flugbegeisterten
deutschen Jugend der Welt geschenkt wurde, wird die Energie, die sich
hier in der Natur unter den verschiedensten Verhältnissen bietet, aus-
genutzt.

Zurückgeblieben ist trotz der vielen Bemühungen der Schwingenflug.
Man denke an die vielen Patentanmeldungen vor 30 Jahren. Diese Flug-
art kann, wie es scheint, nur in der Luft experimentiert werden. Die
Segelflugentwicklung ist hierfür ein Beispiel. Die Aufgabenaufstellung in
der Rhön-Segelflugausschreibung 1920 eilte der Zeit weit voraus. Erst mußte
die eine Aufgabe, das Segelflugproblem, gelöst werden. Damit ist uns
die Möglichkeit gegeben, Versuche von Schwingen aller Art auf ihre Vor-
triebs- und Auftriebsmöglichkeit mit geringstem Leistungsbedarf zu stu-
dieren. Vielleicht ist es vorteilhaft, aus Sicherheitsgründen zunächst, erst
mit kleinen Flügeln, die nach und nach vergrößert werden, zu arbeiten. Als
Antrieb wird hier Menschenkraft vorzuziehen sein, da der Mensch mit
seinem Gefühl ein gutes Instrument sein wird, um zu fühlen, unter wel-
chen Verhältnissen die angetriebenen Schwingen die geringste Kraft er-
fordern, und welche Bewegung am günstigsten isi. Deshalb sind Versuche

in dieser Richtung, um überhaupt Unterlagen zu schaffen, außerordentlich
zu begrüßen.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 37.

Seite 286 „FLUGSPORT"“ Nr. 19/1942, Bd. 34

Versuchsflüge mit Arno Vogel-Schwingenflugzeug.

Schwingenflugmodelle sind schon seit 1909 auf der Ila in Frankfurt am
Main geflogen. 1920 erschien Senator Zeise (vgl. „Flugsport“ S. 209/1933)
auf der Wasserkuppe zum ersten Rhönwettbewerb mit einem Segelflug-
zeug mit Vortriebsschwingen. Dieses Flugzeug ging leider vorzeitig in die
Brüche. Ferner ließ sich Dr. Brustmann, nachdem seine Versuche 1925
(„Flugsport“ S. 369/1925) mit einem Schwingenfahrrad keine Erfolge brach-
ten, von A. Lippisch einen gleitfähigen Schwingenhochdecker konstruieren,
mit dem Werner Krause und Fritz Stamer Gleitschwingenflüge ausführten
und dabei den Gleitflug auf das doppelte verlängerten („Flugsport“
S. 372/1930).

Seit jener Zeit sind wesentliche Fortschritte auf diesem Gebiet nicht
gemacht worden. Versuche zur Bestimmung des Leistungsbedarfs von
Schwingenflugmodellen wurden verhältnismäßig wenig durchgeführt. Die
Hauptsache war, zunächst zu untersuchen, ob der Leistungsbedarf bei
Schwingenflugmodellen geringer ist als bei Drachenmodellen. Solche
Untersuchungen wurden von Arno Vogel, Plauen, 1941 (vgl. „Flugsport“
S, 221/1941), welche auch einen sehr einfachen Schwingenmechanismus,
der beim Aufschlag ein möglichst widerstandsfreies Durchschneiden der
Luft gestattet und beim Abschlag eine Auf- und Vortrieb erzeugende Wir-
kung ermöglicht, durchgeführt. Die Modellflugversuche von Arno Vogel
ergaben beim Drachenmodell 5,2 mkg/sec und beim Schwingenflugmodell
nur 4,1 mkg/sec Leistungsbedarf.

Vogel entschloß sich nun, seine Schwingen in natürlicher Größe für
Menschenflug zu versuchen. Er baute seine Schwingen mit Antriebsvor-
richtung durch Beine unter Mithilfe von Dr. Karl Förster NSFK. und Mar-
tin Förster FLH]. in einen Schulgleiter 38 ein. Vgl. die nebenstehende Abb.
Bei den Flugversuchen galt es festzustellen, wie sich die Wirkung der
Schwingen auswirkte und die Gleitflugentfernung vergrößert wurde. Die
Versuchsmaschine wurde von Flugzeugführer Stubaf. Pult, NSFK.-Stan-
-larte 37, Chemnitz, zunächst mit festgestellten Schwingen im Gleitflug
und dann zum Vergleich mit Betätigung der Schwingen, ohne jegliches

2,

Arno-Vogel-Schwingenversuchsflugzeug. Man erkennt an dem Rumpf des Schul-
gleiters 38 das angebrachte Antriebsgestänge und an dem abgeschnittenen Flügel-
ende die Hebelanordnung für die Schwingen. Unten: Gleitflug mit festgestellten

Schwingen. Gesamtfläche 14 m?. Gew. 108 kg. Bilder Dr. Förster (5)

Nr. 19/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 287

Arno-Vogel-Schwingenversuchsflugzeug. Erster Flug.

Kopat"&egangencs Training geflogen, wobei trotz der Betätigung der Tret-

nebe! durch Beine und Betätigung des Knüppels durch Hand eine eut

ängs- und Querstabilität festgestellt wurde.

Die Flugergebnisse waren folgende: 18. 8. 42 Gleitflus-

Seitenruder gekuppelt, Flugdauer 14 sec. eu
1% : schwingenflug: Fluglage gut, Rechtskurve, 18 sec.

. 5. Schwingenflug: Streckenverbesserung beobachtet, 18 sec.

19. 8. Schwingenflug: Zur Erzielung eines rascheren Abschlages der

c ;
Schwing = .
ken Wird Jüngs der Zugstangen ein Gummiseil gespannt. Ergebnis:
2 ne e i . . r
sung bequemer, Aufschlag ist zu langsam, 17 sec.

19.8.3 Gleitflüge: 1. SW-Wind 2—4, Flugzeit 12 sec, Flugstrecke 159 m.

Querruder mit

Arno-Vogel-Schwingenversuchsflugze Ind

gel-i ‚hstlugzeug. An Stelle der Seitenruderpedale si

Hebel, die mit den Beinen nach vorn getreten werden und die Kraft durch Gestänne
und Winkelhebel betätigen, angebracht. °
Nr. 19/1942, Bd. 34

Seite 288 „FLUGSPORT"

2, Gleitflug: SW-Wind 3—5, Flugzeit 13 sec, Flugstrecke 163 m. 3. Gleit-
flug: SW-Wind 3—5, Flugzeit 12 sec, Flugstrecke 168 m, Shninsenauf.
19. 8. Schwingenflug: Ohne Seilvorspannung. rascher S R wingenaut
schlag, größere Kraftanstrengung beim Abschlag, SW-Wind 3—5, Flug-
zeit 18 sec, Flugstrecke 200 m, Streckenvergrößerung 37 m. afschl:
20. 8. 2 Schwingenflüge: Versuch mit geringerer Seilspannung, U sch ag
immer noch zu langsam. Flugergebnisse dadurch ungünstig. 1. ° yinsen
flug: Wind 2—4, Flugdauer 10 sec, Schwingenflugstrecke 175 m. 2. Schwul
senflug: SW-Wind 3—4, Flugdauer 10 sec, Flugstrecke 165 m. ein
20. 8. Gleitflug: SW-Wind 0—2, Flugdauer 9 sec, Flugstrec e 12 m.
20. 8. Schwingenflug: Ohne Gummiseil, Flugergebnisse werden essen.
SW-Wind 1-3, Flugdauer 12 sec, Flugstrecke 192 m, Streckenvergröberung
“ "50, 8. Gleitflug: SW-Wind 0—1, Flugdauer 12 sec, Flugstrecke En ”
20. 8. Schwingenflug: Ohne Gummiseil. Startstelle liegt einige e er
höher. SW-Wind 0—1, Flugzeit 19 sec, Flugstrecke 258 m, Streckenver-
einsetzenden Gewittersturmes und starken Regens konnten
rei Tersuche nicht mehr durchgeführt werden.
a Tugversuche wie die von Vogel und Brustmann sind aber
ordentlich wichtig. Nur auf diesem Wege ist es möglich, Schritt Kir Sc ri
das Problem zu lösen und Unterlagen über Leistungsbedarf herauszu-
arbeiten. Schwingen können nur in der Luft versucht werden.

Ju 46 Katapultilugzeug. hen Echandeh
ie di ist N 3 tstanden. Es hande
Wie die K 43, so ist auch die Ju 46 aus der W34en
sich dabei um eine Weiterentwicklung zum Katapultflugzeug, das auf den
Schnelldampfern „Europa“ und „Bremen“ mit guten Erfolgen eingesetz
wurde. Als Motor diente ein 600 PS starker BMW-Hornet-Sternmotor.

” [22 , [23 Ts _
Postflugzeug Ju 46, das auf den Dampfern „Europa und „Bremen“ als Nach und
Zubringerflugzeug für die Post erfolgreich eingesetzt wurde. Werkbild - FM.
5 .

ä | öhe 3 flächeninhalt
N ite 17,80 m, Länge 11,10 m, Höhe 3,90 m, Trag
44 0 PR Geschwindigkeit 0%4 km/h. Landegeschwindigkeit 115 km/h,
Cipfelhöhe 4700 m, Fluggewicht 3400 ke.

Ju K 53. Werkbild- FM.

Nr. 19/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 289

Ju 55 K
Militärflugzeug.

Die K 53 ist die letzte von Junkers
im Ausland gebaute Militärmaschine,
die aus dem Kurier- und Postflugzeug .
A35 entstanden war. Das Baumuster 9220
fand als Aufklärer und leichtes Kampf- |
flugzeug Verwendung. Die Besatzung
bestand aus 2 Mann. Als Bewaffnung
dienten zwei starre, durch den Luft-
schraubenkreis feuernde MG und ein
bewegliches Zwillings-MG. Als Trieb-
werk wurde der bewährte Junkers-
Motor LV von 280/310 PS eingebaut.
Durch Auswechseln des Fahrgestells
gegen Schwimmer konnte die K 53 in
kurzer Zeit zum Wasserflugzeug um-
gebaut werden. Ferner konnte sie mit
Schneekufen ausgerüstet werden.

Spannweite 15,94 m, Länge 8,215 m,
Höhe auf Stand 3,55 m, Tragfläche
29,76 m?, Geschwindigkeit in 2000 m
Höhe 195 km/h, Landegeschw. 100 km/h.
Fluggewicht 1500 kg, Gipfelhöhe 6400 m.

Ju K 53.

Zeichnung Flugsport

USA Douglas-A-20-A. ! |
Typ A-20-A ist von der Douglas Aircraft Co. als Angriffs-Bomber in
Ganzmetallbauweise gebaut.
Flügel freitragend, vierteilig, Mitteldeckeranordnung, vergleiche die
Teilbauskizze (Abb. 6).
Rumpf aus zwei Hälften, Glattblechschalenbau mit Innenversteifungen.
Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk freitragend.

Fahrwerk hy-
draulisch hochzieh- aA
bar.
Douglas-A-20- 7
A-Angriffsbomber ‚FF (>
wird in ca. 500 Ein- N |
zelstücken herge-
stellt. Nach dem i 14600

ersten Baumuster
wurden perspekti-
vische Zeichnungen
von den Einzel-
stücken unter Zu-
hilfenahme von
photographischen
Aufnahmen ange-
fertigt. Damit sollte
den Arbeitern das
komplizierte Stu-
dium von Blau-

Abb. 1. USA Douglas A 20 A.
Zeichnung Flugsport

78600

Seite 290 „FLUGSPORT*“ Nr. 19/1942, Bd. 34

Abb. 2 u. 3. USA Douglas A-20-A.

pausen erleichtert werden. Ebenso wurden neben den für den Bau nötigen
Schablonen und Baugerüsten der Einzelteile Ansichtsmodelle der Einzel-
ü rgestellt.
ande Abbildung 6 zeigt die Auflösung des Douglas-A-20-2
in die Einzelherstellungsteile, Abbildung 4 und 5 z. B. Zeichnung unc
Schablonen einer inneren Flügelklappe.
Spannweite 18,6 m, Länge 14,6 m, Höhe 5,35 m.

Abb. 5. a obere Haut, b Nasenhaut, ce untere Haut, d Stoff- & /6

bespannung, e, f, g Versteifer, h Rohr, i Gußstück. G ec

Abb. 4. Baugerüst.

im ersten

End-

Oben: Bau
Stadium; unten:
baustadium.

Nr. 19/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“ Seite 291

A-20-A.

eg

m

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|
12

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Marseille, Staffelkpt. in einem Jagdgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Hptm. Braendle, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschw., Hptm. Steinhoff,
Gruppenkommandeur in einem Luftgeschw., Obstlt. Sigel, Kommodore eines
Sturzkampfgeschw., Hptm. Zemsky, Gruppenkommandeur in einem Sturzkampf-
geschw., Hptm. Druschel, Gruppenkommandeur in einem Schlachtgeschw., Obst.
Bormann, Kommodore eines Kampfgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Major H. Keppler,
Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschw., Oblt. Schmitz, Flugzeugf. in einem
Kampfgeschw., Oblt. Fuß, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Fw. A. Hafner, Flug-
zeugf. in einem Jagdgeschw., Hptm. Wandel, Stffkpt. in einem Jagdgeschw.

Adalbert Karbe, Hptm., Ritterkreuzträger, Stffkpt. in einem Kampfgesch w.,
am 20. 7. Heldentod im Kampf gegen Großbritannien.

Oblt. Marseille schoß mit seiner „Me 109“ an einem Tage 16 Feindflugzeuge ab.
vormittags im ersten Einsatz 4, im zweiten 8 und im dritten nachmittags 4. Es ist
dies die größte Abschußzahl, die je ein Jagdflieger an einem Tage erzielt hat.

150 Abschüsse errang Major Gollob, Träger des Fichenlaubs mit Schwertern
zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

150 Abschüsse, Oblt. Graf, Stffkpt. in dem von Major Gollob geführten Jagd-
geschw., das seinen 3000. Luftsieg errang, Eichenlaubträger mit Schwertern zum
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Beförderungen in der Luftwaffe. Durch den Führer mit Wirkung vom 1. Sept.
1942 zu Generalstabsärzten: die Generalärzte Dr. Schmidt (Friedrich), Dr. Gebler:
zu Generalmajoren: die Obersten Meister und Hornung.

Ausland.
Graf Julius Karolyi, Schwiegersohn des ungarischen Reichsverwesers, Präsi-
dent des Ungarischen Aeroverbandes, 36 Jahre alt, stürzte am 2. 9., 17 h, bei Erd
in die Donau tödlich ab.

Abb. 6. USA Douglas

(6) Aero Digest.

Seite 292 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1942, Bd. 34

Italien. Lazarettschiff „Aquileia“ am 3. 9., 14 h, 70 Meilen von der Küste der
Cyrenaika von engl. Flugzeugen mit Maschinengewehrfeuer beschossen und dar-
auf aus geringer Entfernung ein Torpedo abgeschossen, ohne daß jedoch das Schiff
getroffen wurde. Bereits am 29. 7. wurde das Lazarettschiff „Citta di Trapani‘,
welches gleichfalls das Rote Kreuz trug, von engl. Flugzeugen bombardiert.

Brit. Flugzeuge bombardierten die afghanische Stadt Host am 30. 7. 20 Häuser
und eine Moschee wurden zerstört. 3 Personen getötet.

Engl. Bombenangriff auf indische Stadt nördlich von Lucknow, 8 brit. Flug-
zeuge, erfolgte, wie aus Rangun gemeldet wird, am 16. 8. Es entstanden Brände,
wobei Bewohner ums Leben kamen.

Austr. Flugzeugfabrikation betrug nach einer Mitteilung des austr. Luftfahrt-
ministers 14000 Flugzeuge, Wert 10 Mill. Pfund. Für 1942 sollen 20 Mill. Pfund be-
willigt sein.

Kanadische Fliegerausbildungskurse sollen von 24 auf 28 Wochen Aushil-
dungszeit verlängert sein.

Führerhptquart., 27. 8. 42. (DNB.) OKW.: Westl. Stalingrad wurde der Gegner
unter starkem Einsatz der Luftwaffe mit hohen Verlusten abgewi iesen; dabei wur-
den 40 Panzer vernichtet. — Jäger und Flakartillerie brachten am 25. und 26. 8.
153 Sowjetflugzeuge zum Absturz. 4 weitere wurden am Boden zerstört. 9 eigene
Flugzeuge sind vom Flug gegen den Feind nicht zurückgekehrt. — Leichte deut-
sche Kampfflugzeuge griffen in Ägypten Kraftfahrzeugansammlungen und Artille-
riestellungen der Briten mit guter Wirkung an. — Einzelne brit. Flugzeuge flogen
gestern nach West- und Nordwestdeutschland ein. In der Nacht führten einzelne
Sowjetbomber milit. bedeutungslose Flüge über Ostdeutschland durch. Durch
planlos abgeworfene Spreng- und Brandbomben entstanden nur geringe Schäden.
— Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe verursachten in kriegswichtigen Anlagen
Süd- und Südost-Englands Zerstörungen und ausgedehnte Brände.

Führerhptquart., 28. 8. 42. (DNB.) OKW.: Westl. Stalingrad griffen starke
Kampf- und Nahkampffliegerkräfte in die Erdkämpfe vernichtend ein. — Außer-
dem wurden Stalingrad und die rückwärtigen Verbindungen der Sowjets bei Tag
und Nacht bombardiert. 2 große Wolgafrachter und ein Tanker wurden in Brand
geworfen. — Südwestl. Kaluga und bei Rschew wurden an mehreren Stellen
Angriffsvorbereitungen des Feindes im Zusammenwirken mit Luftwaffenverbän-
den zerschlagen. — Die Sowjetluftwaffe verlor am gestr. Tage in Luftkämpfen
und durch Flakartillerie 101 Flugzeuge, 7 weitere wurden am Boden zerstört. Ein
eigenes Flugzeug wird vermißt. — Bei Einflügen in die besetzten Westgebiete
wurden gestern in Luftkämpfen 15, durch Vorpostenboote 3 brit. Flugzeuge ohne
eigene Verluste abgeschossen. — Nach wirkungslosen Tagesstörflügen über West-
und Nordwestdeutschland führten Verbände der brit. Luftwaffe in der Nacht zum
28. 8. Angriffe, vor allem auf die Stadt Kassel, durch. Die Zivilbevölkerung hatte
Verluste. In Wohnvierteln entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Durch Nacht-
jäger und Flakartillerie wurden nach bisherigen Meldungen 35 der angreifenden
brit. Bomber zum Absturz gebracht. — In der Zeit vom 14. bis 27. 8. verlor die
brit. Luftwaffe 315 Flugzeuge, davon 52 über dem Mittelmeer und in Nordafrika.
Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 63 eigene
Flugzeuge verloren. — Bei Tage und in der vergangenen Nacht griff die deutsche
Luftwaffe kriegswichtige Anlagen an der Südküste Englands sowie in Mittel- und
Östengland mit Spreng- und Brandbomben an.

Führerhptquart., 29. 8. 42. (DNB.) OKW.: Bei Tag- und Nachtangriffen der
Luftwaffe auch gegen die rückwärtigen Bahnlinien erlitten die Sowjets wieder
schwere Verluste. Auf der Wolga wurden 2 Tanker in Brand geworfen und 12
Frachtschiffe beschädigt. — Südwestl. Kaluga griff der Feind mit starken, von
Schlachtfliegern unterstützten Infanterie- und Panzerkräften an. Die Angriffe
wurden von Verbänden des Heeres und der Luftwaffe in vorbildlichem Zusammen-
wirken in harten Kämpfen abgeschlagen. — Auch bei Rschew brachen erneute
Angriffe starker feindl. Kräfte im Gegenstoß deutscher Truppen und im zusam-
mengefaßten Angriff von Kampf- und Sturzkampfgeschw adern zusammen. — Im
Finnischen Meerbusen belegten Kampfflugzeuge einen Inselflugplatz mit Bomben
und beschädigten 5 feindl. Bewacher. — In Nordafrika und über der Insel Malta

Nr. 19/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ | Seite 293

wurden in Luftkämpfen 3 brit. Flugzeuge ohne eigene Verluste abgeschossen. --
Verbände der deutschen Luftwaffe griffen in der Nacht brit. Flugplätze südl.
Alexandria mit Bomben schweren Kalibers an. In Flugplatzanlagen und zwischen
abgestellten Flugzeugen entstanden ausgedehnte Brände. — Bei wiederholten
feindl. Luftangriffen auf ein deutsches Geleit im Mittelmeer wurden durch Bord-
waffen 7 von 24 angreifenden brit. Bombenflugzeugen abgeschossen. Der Geleitzug
erreichte unbeschädigt seinen Bestimmungshafen. — 2 brit. Flugzeuge, die am
28.-8..nach--Westdeutschland und über die Deutsche Bucht einflogen, wurden im
Luftkampf zum Absturz gebracht, 5 weitere bei Einflügen in die besetzten West-
gebiete abgeschossen. — In der vergangenen Nacht führten Verbände der brit.
Luftwaffe Störangriffe auf süd- und südwestdeutsches Gebiet. Die Zivilbevölke-
rung hatte Verluste. In Wohnvierteln einiger Städte entstanden Sach- und Ge-
bäudeschäden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen nach den bisherigen Mel-
dungen 32 der angreifenden Bomber ab. — Im Kampf gegen Großbritannien grif-
fen deutsche Flugzeuge bei Tag und Nacht kriegswichtige Anlagen in Südwest- und
Nordostengland mit beobachteter guter Wirkung an.

Führerhptquart., 30. 8. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum von Stalingrad durchstie-
ßen Infanteriedivisionen und Schnelle Verbände, durch starke Kräfte der Luft-
waffe unterstützt, stark ausgebaute Stellungen und brachen in harten Kämpfen
tief in das feindl. Befestigungssystem ein. — Bei Rschew versuchte der Feind
auch gestern unter Einsatz starker Kräfte die Front zu durchbrechen. Unter Mit-
wirkung der Luftwaffe wurden alle Angriffe, zum Teil im Gegenstoß, abgeschla-
gen. — Seit dem 30. 7. wurden in dem Kampfraum um Rschew 1572 Sowjetpanzer
abgeschossen, teils von Flieger- und Flakverbänden der Luftwaffe zerstört oder im
Nahkampf vernichtet, 547 Flugzeuge bei 25 eigenen Verlusten zum Absturz ge-
bracht und zahlloses Material durch das deutsche Abwehrfeuer und die Angriffe
der deutschen Luftwaffe zerstört. Die blutigen Verluste des Feindes sind außer-
gewöhnlich hoch. — In der vergangenen Nacht führten Sowjetbomber, zum Teil
in großer Höhe, Störflüge über Nordostdeutschland durch. — Durch planlose
Bombenabwürfe entstanden an einigen Stellen geringe Schäden. — In Nordafrika
wurden durch deutsche und italien. Jagdflugzeuge und durch Flakartillerie 12 brit.
Flugzeuge abgeschossen. — Im Seegebiet von El Daba wurde ein brit. Zerstörer
durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Deutsche Kampfflugzeuge versenkten
südl. Korfu ein brit. Unterseeboot. — Bei Einflügen brit. Verbände in die besetzten
Westgebiete wurden gestern in Luftkämpfen 5 feindl. Flugzeuge ohne eigene
Verluste zum Absturz gebracht. — Im Kampf gegen Großbritannien griffen deut-
sche Flugzeuge bei Tage Industrie- und Versorgungsanlagen in Süd- und Osteng-
land sowie Schiffsziele an der engl. Kanalküste an. Ein brit. Handelsschiff von
5000 BRT. und ein Geleitboot wurden durch Volltreffer versenkt. Ein weiteres
Geleitboot blieb schwer beschädigt liegen.

Führerhptquart., 31. 8. (DNB.) OKW.: Nachtangriffe der Luftwaffe riefen in
Stalingrad ausgedehnte Brände hervor. Außerdem wurden Eisenbahnziele und
Flugplätze des Feindes ostwärts der Wolga mit guter Wirkung bekämpft. —
Kampftlugzeuge belegten bei Tag und Nacht kriegswichtige Anlagen in Ostengland
und in den Midlands mit Spreng- und Brandbomben. — Am 29. 8. errang Major
Gollob, Kommodore eines Jagdgeschw., an der Ostfront seinen 150. Luftsieg.

Eichenlaubträger v. I. n. r.: Maj. Gollewe, Hptm. Steinhoff, Hptm. Brändle,
Hptm. Zemsky. Weltbild (4)
Seite 294 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 1. 9. 42. (DNB.) OKW.: Starker Einsatz der Luftwaffe trug
zur Zermürbung des feindl. Widerstandes bei. Schwere Bombenangriffe wurden in
der vergangenen Nacht gegen Stalingrad und mehrere Flugplätze ostwärts der
Wolga geführt. — Nordwesti. Medyn und bei Rschew scheiterten neue von Pan-
zern unterstützte Angriffe des Feindes. Kampf- und Sturzkampffliegerverbände
brachten den in hartem Abwehrkampf stehenden Truppen wirksame Entlastung.
-— Auf dem Ladogasee wurde ein sowj. Kanonenboot durch Luftangriff vernichtet.
— Im hohen Norden wurden in der vergangenen Nacht milit. Anlagen von Ar-
changelsk bombardiert und mehrere große Brände ausgelöst. — Die Sowjetluft-
waffe verlor im Verlaufe der beiden letzten Tage in Luftkämpfen und durch
Flakartillerie 182 Flugzeuge, 15 weitere wurden am Boden zerstört. In der glei-
chen Zeit gingen 11 eigene Flugzeuge verloren. — In den letzten beiden Nächten
belegten deutsche Kampffliegerverbände mehrere brit. Flugplätze südl. Alexan-
drien und nordwestl. Kairo mit Bomben schweren Kalibers sowie Tausenden von
Brandbomben. In den Flugplatzanlagen und zwischen abgestellten Flugzeugen
wurden Explosionen und starke Brände beobachtet. — Im gleichen Zeitraum ver-
senkte die Luftwaffe 14 Handelsschiffe mit 109 000 BRT. und beschädigte weitere
12 Handelsschiffe ohne Größenangabe. — An feindl. Kriegsfahrzeugen versenkte
die Luftwaffe einen Kreuzer, 4 Zerstörer, ein Unterseeboot, ein Torpedoboot, ein
Schnellboot, einen Bewacher und ein Geleitboot. Beschädigt wurden 2 Flugzeug-
träger, 12 Kreuzer bzw. Zerstörer, 4 Schnellboote, ein Sturmlandungsboot, ein Ge-
leitboot. — Außer den empfindlichen Kriegsschiffsverlusten verlor die feindl.
Schiffahrt somit im Monat August insgesamt 125 Schiffe mit zusammen 808 100
BRT. Weitere 35 Schiffe mit zusammen etwa 200 000 BRT. wurden torpediert bzw.
durch Bombentreffer beschädigt.

Führerhptquart., 2. 9. 42. (DNB.) OKW.: Ein Aufklärungsflugzeug versenkte
im Wolgadelta südl. Astrachan einen Sowjettanker durch Bombenwurf. — Süd-
westl. Kaluga und bei Rschew wurden mehrere örtliche Angriffe der Sowjets ab-
gewiesen und Bereitstellungen durch Artilleriefeuer und Angriffe der Luftwaffe
zerschlagen. — Auf dem Ladogasee wurden durch Bombentreffer ein Sowjet-
Torpedoboot versenkt und 2 Transportkähne beschädigt. — Kampfflugzeuge grif-
fen bei Tag und Nacht einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt nordwestl. Moskau
an. Explosionen und Großbrände wurden beim Abflug erkannt. — In der ver-
gangenen Nacht flogen Sowjetflugzeuge in das Generalgouvernement und nach
Ostpreußen ein und griffen hauptsächlich Wohnviertel der Stadt Warschau an.
Es entstanden mehrere Brände. — Im Zusammenhang mit den Kämpfen in Ägyp-
ten wurden am 31. 8. und 1. 9. in Luftkämpfen durch deutsche und italien. Jäger
51, durch Flakartillerie 4 brit, Flugzeuge abgeschossen. — Bei Tageseinflügen ein-
zelner Flugzeuge in die besetzten Gebiete verlor die brit. Luftwaffe gestern
2 Jagdflugzeuge. — In der vergangenen Nacht griff die brit. Luftwaffe mehrere
Orte der Saarpfalz an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln, vor
allem in Saarlautern, entstanden Sach- und Gebäudeschäden. 2 der angreifenden
Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. — Leichte deutsche Kampfllugzeuge
erzielten in einem Truppenlager an der engl. Südküste Bombentreffer schweren
Kalibers. — In der Nacht wurden kriegswichtige Anlagen in den Midlands und in
Nordostengland mit Spreng- und Brandbomben belegt und mehrere Brände ver-
ursacht.

Führerhptquart., 3. 9. 42. (DNB.) OKW.: Vor Noworossijsk wurden ein Motor-
boot und ein Räumboot durch Bombenwurf versenkt. — Vor Stalingrad warfen
deutsche und rumänische Truppen in engem Zusammenwirken mit der Luftwaffe
den Feind aus stark befestigten Bunkerstellungen. — Kriegswichtige Anlagen in
und um Stalingrad sowie Schiffsziele auf der Wolga waren das Ziel schwerer
Luftangriffe. — Auch im Raum von Rschew scheiterten von starken Infanterie-
und Panzerkräften geführte feindl. Angriffe. Hierbei wurden von Verbänden des
Heeres und durch zusammengefaßten Einsatz von Kampf- und Sturzkampfflieger-
verbänden 109 Sowjetpanzer vernichtet. — An der Eismeerfront bekämpfte die
Luftwaffe sowj. Batteriestellungen auf der Fischerhalbinsel sowie einen Flug-
stützpunkt bei Murmansk. — Die Sowjetluftwaffe verlor am 1. und 2. 9. in Luft-
kämpfen und durch Flakartillerie 184 Flugzeuge, ein weiteres wurde am Boden
zerstört. 8 eigene Flugzeuge kehrten vom Flug gegen den Feind nicht zurück. —
An der ägyptischen Front schossen deutsche und italien. Jagdflieger gestern 21
brit. Flugzeuge ab. Ein deutsches Flugzeug ging verloren. — In der Nacht zum

Ritterkreuzträger v. 1. n. r.: Oblt. L. Becker, Oblt. Kiel, Hptm. R. Müller,

Nr. 19/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 295

2. 9. bombardierten deutsche Kampffliegerverbände mehrere brit. Flugplätze nord-
westl. und nordöstl. von Kairo. — Nach wirkungslosen Tagesstörflügen in großer
Höhe über Westdeutschland griffen Verbände der brit. Luftwaffe in der ver-
gangenen Nacht die Stadt Karlsruhe an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Be-
sonders in der Innenstadt entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen
Meldungen wurden 6 der angreifenden Bomber zum Absturz gebracht. — Bei
Tiefangriffen erzielten gestern leichte deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer
schweren Kalibers auf Industrie- und Verkehrsanlagen der Insel Wight und der
engl. Südküste. In der Nacht zum 3. Sept. wurden kriegswichtige Ziele in Mittel-
england bombardiert.

Führerhptgqrt., 4. 9. (DNB.) OKW.: Deutsche und rumänische Truppen haben
am 1. Sept. im Zusammenwirken mit Verbänden der Kriegsmarine und Luftwaffe
von der Krim aus die Straße von Kertsch überschritten, trotz zähen feindl. Wider-
standes die feindl. Küstenverteidigung durchbrochen und im raschen Vordringen
am gestr. Tage die Verbindung mit den vom Osten angreifenden rumänischen
Truppen hergestellt. — Bei einem feindl. Luftangriff gegen einen deutschen Flug-
platz im mittleren Frontabschnitt wurden 24 von 37 der angreifenden Flugzeuge
zum Absturz gebracht, der Rest zum Abdrehen gezwungen. — In Ägypten rich-
teten sich Angriffe der deutschen und italien. Luftwaffe gegen feindl. Truppen,
Kraftfahrzeugansammlungen, Flugplätze und Nachschubverkehr. In Luftkämpfen
wurden 25 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Im Laufe der gestr. Nacht wurden
über der Deutschen Bucht 2 brit. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Leichte
deutsche Kampfflugzeuge erzielten gestern Volltreffer in Industrie- und Verkehrs-
anlagen an der engl. Südküste. -- Obit. Marseille, Staffelkapt. in einem Jagd-
geschw., errang am 2. 9. an der ägypt. Front seinen 125. Luftsieg, nachdem er in
Luftkämpfen des vorangegangenen Tages 16 brit. Gegner bezwungen hatte.

Führerhptgrt., 5. 9. (DNB.) OKW.: Im Hafen von Noworossijsk wurden 2 Trans-
portschiffe durch Bombenwurf beschädigt. — In Tag- und Nachtangriffen setzte
die Luftwaffe die Zerstörung von Verkehrs- und Flugplatzanlagen ostwärts der
Wolga fort. — Nordwestl. Medyn und südostwärts Rschew scheiterten wiederholte,
von Panzern und starken Luftverbänden unterstützte Angriffe der Sowjets. — Bei
Nacht wurde ein feindl. Flugstützpunkt mit guter Wirkung bombardiert. — Im Fin-
nischen Meerbusen wurde ein sowj. Minensuchboot durch Bombenwurf beschädigt.
An der Ostfront wurden am 3. und 4. 9. 182 feindl. Flugzeuge in Luftkämpfen und
durch Flakartillerie zum Absturz gebracht, 5 weitere am Boden zerstört. 14 eigene
Flugzeuge werden vermißt. — In der vergangenen Nacht führten die Sowjets Stör-
flüge über dem Generalgouvernement und über Ostdeutschland durch. Planlose
Bombenabwürfe verursachten einige Verluste unter der Bevölkerung. Es entstand
geringer Sachschaden. Der Feind verlor ein Flugzeug. — Die brit. Luftwaffe führte
in der Nacht zum 5. 9. einen Terrorangriff auf Wohnviertel der Stadt Bremen. Aus
großer Höhe geworfene Spreng- und Brandbomben trafen u. a. mehrere Kirchen
und Krankenhäuser schwer. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 11 der angrei-
fenden Bomber ab. — Im Kampf gegen Großbritannien griffen deutsche Flugzeuge,
zum Teil im Tiefflug, Industrie- und Verkehrsanlagen an der engl. Süd- und Süd-
ostküste an. — Oblt. Graf, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw., errang am 4. 9. an
der Ostfront seinen 150. Luftsieg.

Oblt. Bischoff. Weltbild (4)

Seite 296 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1942, Bd. 34

Führerhptgrt., 6. 9. (DNB.) OKW.: Die erbitterten Kämpfe im Raum von Sta-
lingrad halten an. Auch gestern scheiterten unter Mitwirkung der Luftwaffe Ent-
lastungsangriffe sehr starker feindl. Kräfte von Norden. Hierbei wurden 84 Panzer
vernichtet. Stalingrad, Flugplätze ostwärts der Wolga und Nachschubverbindun-
gen der Sowjets wurden bei Tag und Nacht bombardiert. 2 Wolgaschlepper wur-
den durch Bombenwurf beschädigt. — Im Raum von Woronesch wurden bei feindl.
Luftangriffen auf deutsche Flugplätze 27 Flugzeuge in Luftkämpfen ohne eigene
Verluste abgeschossen. — Südwestl. Kaluga und südostwärts Rschew brachen
wieder feind!. Angriffe zusammen. Mehrere Flugplätze des Feindes wurden über-
raschend angegriffen und dabei 20 sowj. Flugzeuge am Boden zerstört. — Ein wei-
teres Minensuchboot wurde im Finnischen Meerbusen durch Bombentreffer be-
schädigt. — An der Eismeerfront bombardierten Kampfilugzeuge den Kriegshafen
Murmansk sowie Eisenbahnanlagen mit guter Wirkung. — In der Zeit vom 25. 8.
bis 4. 9. verlor die Sowjetluftwaffe 1062 Flugzeuge. Davon wurden 812 in Luft-
kämpfen, 175 durch Flakartillerie und 33 durch Verbände des Heeres abgeschossen,
die übrigen am Boden zerstört. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 49
eigene Flugzeuge verloren. — In Nordafrika bekämpfte die deutsche und italie-
nische Luftwaffe brit. Stellungen, Panzeransammlungen und Flugplätze. Nach
Volltreffern wurden Explosionen und Brände beobachtet. Über dem nordafrikan.
Kampfraum sowie über Kreta wurden durch deutsche und italienische Jäger
und durch Flakartillerie 20 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Bei Einflügen in die
besetzten Westgebiete wurden in Luftkämpfen 10, in der Nordsee und im Kanal
durch Einheiten der Kriegsmarine 2 brit. Flugzeuge zum Absturz gebracht. —
Deutsche Flugzeuge griffen gestern Industrie- und Verkehrsanlagen an der engl.
Südküste und in Ostengland an.

Führerhptgrt., 7. 9. (DNB.) OKW.: In der Schlacht um Stalingrad gewannen
deutsche und rumänische Truppen in schweren Kämpfen weiter Boden. Der Feind
erneuerte unter Einsatz starker Infanterie- und Panzerverbände seine schweren
Entlastungsangriffe von Norden gegen die deutsche Riegelstellung. Alle Angriffe
wurden blutig abgewiesen und 108 feindl. Panzer vernichtet. Panzer- und motori-
sierte Infanteriedivisionen, unterstützt durch Flieger- und Flakverbände, haben
hieran entscheidenden Anteil. — Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe richteten
sich gegen das Stadtgebiet. Außerdem wurden im Verlauf der Nacht Flugplätze
ostwärts der Wolga bombardiert. — Bei nächtlichen Bombenangriffen wurden
Flugplatzanlagen nordwestl. Moskau sowie der Nachschubverkehr des Feindes
wirksam getroffen. — Auf dem Ladogasee wurden durch Bombentreffer ein Be-
wacher und ein Schlepper versenkt, ein weiterer Bewacher und 3 Schlepper be-
schädigt. — Kampf- und Sturzkampfilugzeuge bekämpften auch gestern brit. Artil-
leriestellungen im mittleren Abschnitt der Front in Ägypten, Panzer- und Kraft-
fahrzeugansammlungen sowie einen Flugplatz am Arabergolf mit guter Wirkung.
Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen 15 feindl. Flugzeuge ab, ein weiteres
feindl. Flugzeug wurde im Seegebiet südl. Korfu zum Absturz gebracht. — Nach
einzelnen wirkungslosen Tagesstörflügen griffen Verbände der brit. Luftwaffe in
der vergangenen Nacht Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste.
In Wohnvierteln mehrerer Orte, vor allem in Duisburg, entstanden Sach- und Ge-
bäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden 11 der angreifenden Flugzeuge
abgeschossen. Weitere 7 verlor der Feind bei Einflügen in die besetzten Westge-
biete. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften am gestr. Tage kriegswich-
tige Ziele in Süd- und Mittelengland sowie Hafenanlagen an der engl. Nordost-
küste mit Bomben schweren Kalibers. In der Nacht bombardierten Kampfflugzeuge
Werftanlagen in Sunderland, zahlreiche Explosionen wurden beobachtet.

Führerhptgrt., 8. 9. (DNB.) OKW.: Im Raum von Noworossijsk finden noch
Kämpfe mit den sich erbittert wehrenden feindl. Gruppen statt. Zerstörerflugzeuge
bekämpften in Tiefangriffen Kolonnenverkehr der Sowjets auf der Küstenstraße
südostwärts der Stadt. — Jagdflieger schossen aus angreifenden feindl. Flieger-
verbänden 27 Flugzeuge ab. — Im Festungsgebiet von Stalingrad unterstützten
starke Kampf- und Nahkampffliegerkräfte die Kämpfe des Heeres. Die Wolga-
brücken südl. der Stadt wurden bei Tag und Nacht bombardiert. — An der Ein-
schließungsfront von Leningrad wurden mehrere feindl. Angriffe, zum Teil im
Gegenstoß. unter Mitwirkung der Luftwaffe abgeschlagen. — Die Sowjetluftwaffe
verlor am 6. und 7. 9. in Luftkämpfen, an denen auch italien., kroatische und unga-
rische Jäger beteiligt waren, 125, durch Flakartillerie 40 Flugzeuge, 3 weitere wur-

Nr. 19/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 297

den am Boden zerstört. 5 eigene Flugzeuge werden vermißt. — In Nordafrika
erzielten deutsche Kampfflugzeuge Volltreffer in feindl. Panzer- und Kraftfahr-
zeugansammlungen sowie auf brit. Flugplätzen südl. von Alexandrien und im
Raum von Suez. — Bei Finflügen in die besetzten Westgebiete und bei einzelnen
Tagesangriffen gegen Westdeutschland wurden 3 brit. Flugzeuge abgeschossen. —
Im Kampf gegen Großbritannien belegte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht
kriegswichtige Anlagen in Ostengland mit Bomben schweren Kalibers.
Führerhptquart., 9. 9. 42. (DNB.) OKW.: Vor der Schwarzmeerküste versenk-
ten Kampfflugzeuge ein Transportschiff von 500 BRT. — Bei Nacht wurden das
Stadtgebiet sowie sowj. Flugplätze ostwärts der Wolga bombardiert. — Im Raum
von Rschew fanden auch am gestr. Tage keine größeren Kampfhandlungen statt.
In der Zeit vom 30. 7. bis 6. 9. wurden hier durch Heer und Luftwaffe 2126 Panzer
vernichtet. — Auf dem Ladogasee wurden 3 sowj. Kanonenboote durch Bomben-
treffer schwer beschädigt. — Im Hohen Norden griffen Kampfflugzeuge einen
Flugstützpunkt an der Kola-Bucht und das Hafengebiet von Murmansk an. Jagd-
flieger schossen in diesem Raum 26 feindl. Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. —
Die Sowjetluftwaffe verlor am gestr. Tage in Luftkämpfen mit deutschen und
kroatischen Jägern und durch Flakartillerie 137 Flugzeuge. 4 eigene Flugzeuge
werden vermißt. — Bei Einflügen in die besetzten Westgebiete und bei vereinzelten
Tagesstörflügen über Westdeutschland wurden in Luftkämpfen 10 brit. Flugzeuge
abgeschossen. — Im Laufe der Nacht griffen Verbände der brit. Luftwaffe südwest-
deutsches Gebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Vor allem in Wohn-
vierteln entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wur-
den 3 der angreifenden Bomber abgeschossen. — In der Zeit vom 28. 8. bis 8. 9.
verlor die brit. Luftwaffe 252 Flugzeuge, davon 120 über dem Mittelmeer und in
Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien

59 eigene Flugzeuge verloren. — Kampfflieger griffen bei Tag und Nacht Rüstungs-

werke und milit. Anlagen an der engl. Südküste sowie in Mittel- und Ostengland
an. Ein brit. Motorschiff von 300 BRT. wurde durch Bombentreffer versenkt.

Segelflug

Übergabe von 6 Schulgleitflugzeugen von dem Appellplatz der Arado-Flug-
zeugwerke, Wittenberg, an den NSFK.-Sturm 11/36 der Standarte Halle, fand am
1. 4. 1942 statt, wo sie von OStbf. Hinz übernommen wurden. Die Flugzeuge wur-
den von den Werkslehrlingen, die der Flieger-Hitlerjugend angehören, außerhalb
der Arbeitszeit in je 800 bis 1000 Baustunden gebaut.

Übergabe von 6 Schulgleitern der Arado-Flugzeugwerke. Werkbild

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Unter Nutzlast versteht man Gewicht von Fluggästen, Fracht, Munition,
Bomben (ohne Betriebsstoff- und Kühlwassergewicht)

Seite 298

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fahrwerke, @-Spornfederungen mit Rad oder Kufe und auto-
matischer Rückführung.

&-FLUGMOTORKOLBEN (Bauart MAHLE), schmiedegepreßt
und gegossen in den verschiedensten Bauarten, Größen und
Legierungen.

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GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING.

Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet,

Nr. 20 30. September 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 14. Oktober 1942

Europäische Jugendorganisationen.

Die europäische Jugend mit völkischer Eigenständigkeit ist in der Zeit
vom 14. bis 18. September in Wien in einem Europäischen Jugendverband
nach gemeinsamen Zielen gegründet worden. Unter den vertretenden Ju-
gendverbänden in Wien hörte man bekannte Namen: Italien — GIL (Gio-
ventü Italiana del Littorio), Finnland — Nueren Voimann liitte (Vereini-
gung der jungen Kräfte), Norwegen — NSUF (Nas jonal Samlings Ungdoms
Fylking), Dänemark — Hirde, Niederlande — Nationale Jeugdstorm,
Flandern — NS]JV (Nationalsocialistische Jeugd in Vlaanderen), Wallonien
Rex-Jugend, Frankreich — Jugend der französischen Legion, Spanien —
Frente de Juventudes, Portugal — Mocidade (Grünhemden), Slowakei —
Hlinka-Jugend, Kroatien — Ustascha-Jugend, Ungarn — Levente-Jugend,
Rumänien — rumänische Staats- Jugend, Bulgarien — Brannik. Außerdem
waren offiziell vertreten Japan und Vertreter der tschechischen, der est-
nischen und der lettischen Jugend.

Die flugfreudige Jugend wird sich auch im zunehmenden Maße mit
der Fliegerei beschäftigen. Viele haben es bereits getan. Andererseits wird
die Betätigung in der Fliegerei ganz besonders dazu beitragen, die Jugend

der europäischen Völker kameradschaftlich zur gemeinsamen Arbeit näher
zu bringen.

J7 erster deutscher Jagdeinsitzer aus Ganzmetall.

Vor 25 Jahren flog der erste deutsche Jagdeinsitzer aus Ganzmetall
J 7. Die Entwicklung der J] 7 erfolgte im Jahre 1917, in der gleichen Zeit
als das Infanterie- und Panzerflugzeug J 4 zur Serienreife (227 Stück) ge-
bracht wurde. Für die ] 7 wurde nicht mehr wie bei der J 4 Stahl und
Eisen, sondern ausschließlich Duralumin verwendet. Der Flügel wurde
dreiteilig gebaut, wobei das Mittelstück zu einem sogenannten Mittel-
gerüst ausgebildet wurde. Die Befürchtung, daß durch die hohe Schwer-

Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und
senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das IV. Vierteljahr 1942, 4,50 RM,
möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a.M. Nach dem 5. Okt. werden
wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 38 Bd. IX und Merkblatt Nr. 12.
Beul- und Bruchspannungen von Buchensperrholz.
Seite 300 „FLUGSPORT*“ Nr. 20/1942, Bd. 34

] 7 erstes freitragendes Ganzmetall-Jagdflugzeug aus Leichtmetall.
Unten: J] 9 aus der J 7 entwickelt. Bilder JFM.

punktlage das Flugzeug unstabil werden würde, traf nicht ein. Die J ?
wurde von Flugzeugführer Schmidt am 17. Sept. 1917 vom Flugplatz Halle
eingeflogen. Schmidt faßte seine Eindrücke über den Flug wie folgt ZU-

sammen: .
„Meine Ein-

drücke, die ich von

j \ der J] 7 gewonnen
habe, sind gut. Gro-

Be  flugtechnische

Fehler habe ich

nicht beobachten
können. In der
Längsrichtung ist
das Flugzeug im

Flug mit

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K Ss —Zemme:- _ lich. In der
N ? Querrich-
- QS —— tung da-
7800 — 8 gegen sta-
Pe 2800 biler. Im
7800 steilen wie
im flachen
J 9.

Zeichnung Flugsport

LJ

Nr. 20/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 301

Gleitfluge fliegt die Maschine gut und braucht mit dem Höhenruder nicht
gehalten zu werden. An Geschwindigkeit habe ich im Steigen, nach dem
Morell gemessen, 160 bis 200 km/h gehabt, im Gleiten 140 bis 220 km/h.“

Wenn man bedenkt, daß zur damaligen Zeit keinerlei Erfahrung über
Tiefdecker vorlagen und diese Konstruktion von F liesern und Konstruk-
teuren abgelehnt wurde, ist der Bericht ganz hervorragend. Prof. Junkers
war mit der Entwicklung dem Flugzeugbau um Jahrzehnte vorausgeeilt.
— Die Erfahrungen mit der J 7 führten zu einer Weiterentwicklung mit
der Typenbezeichnung J 9. Dieses Flugzeug besaß eine größere Spann-
weite und einen längeren Rumpf. Im Sept. 1918 wurden die ersten Flüge
durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, daß das neue Baumuster nicht
wendig genug war, so daß bei der zweiten Versuchsmaschine Spannweite
und Rumpf wieder verkürzt wurden. Ein weiteres Versuchsflugzeug vom
Typ J 9, das am 10. Okt. 1918 seine Probeflüge erledigte, erzielte mit einem
BMW-Motor von 185 PS bei einem Leergewicht von 650 kg, einer Zuladung
von 180 kg und einem Fluggewicht von 835 kg in 1000 m Höhe 200 km/h
Geschwindigkeit. Junkers erhielt damals leider zu spät den ersten Groß-
serienauftrag auf die J 9.

USA Hall XPT BH-=2.

Das zweimotorige 2-Schwimmer Seeflugzeug der Hall Alum. Aircraft
Corp., Bristol, Pa. ist für Fernaufklärung, Bomben- und Torpedo (4—6
Mann Besatzung) bestimmt.

Flügel freitragend, 3-teilig, Mitteldeckeranordnung, Ganzmetallbau-
weise, einholmig mit Landeklappen. Flügelprofil Clark Y.

Rumpf Ganzmetall, 6-eckiger Querschnitt mit abgerundeten Kanten.
In Rumpfnase MG-Stand, dahinter Führerraum, 2 Sitze nebeneinander.
Weiterer MG-Stand Flügelhinterkante im Rumpfboden.

Einfaches gegen Rumpfunterseite abgestrebtes Leitwerk. Seitenleit-
werksflosse aus dem Rumpf herauswachsend: Glattblech-beplankt. Ruder
Metallgerüst, Stoffbespannung. Trimmklappen.

2 Schwimmer in Ganzmetallbauweise in Schotten unterteilt, einstufig,
Boden gekielt. Befestigung der Schwimmer mit den Flügeln hinter den
Motoren durch Stahlrohrgerüst mit Stromlinienverkleidung.

2 luftgekühlte Sternmotoren Pratt & Whitney Twin Wasp von je
1050 PS. NACA-Haube. 3-Blatt-Curtiss-Verstelluftschraube.

Spannweite 24,18 m, Länge 16,88 m.

Hall XPTBH-2. Bild: Janes All the World’s Aircraft

Seite 302 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1942, Bd. 34

Nr. 20/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 303

belastung 2,86 kg/PS. Bombenaufhängung Flügelmittelstück, je nach Zweck
bis 1000 kg. 4 MG.s im Flügel 2,7 mm und 2 bewegliche 7,6 mm hinten nach

USA Northrop N-3PB
Bomber.

Zeichnung Flugsport

USA Northrop N-3PB Bomber.
\ Bild Aero .Digest

USA Northrop N-3PB

Bomber.
Der Northrop-N-3PB-
Patrouillen-Bomber, Ur-

sprünglich für die norwegi-
sche Marine gebaut, ist ein
Zweischwimmer-Tiefdecker
mit  Wright-Cycelone-Gr-
1820-1200-PS-Motor.

Flügel freitragend, 5tei-
liges Mittelstück, 2 Ansatz-
flügel mit abnehmbaren
Flügelspitzen. Flügelschnitt
NACA 2400. Hinterkanten-
Spreizklappen und Quer-
ruder.

Rumpf aus zwei Hälf-
ten, horizontal geteilt. Un-
terteil des Rumpfes mit dem
Flügelmittelstück aus einem
Stück. Gezogene Blechhaut
mit Quer- und Längsver-
steifungen. Drei Sitze hin-
tereinander liegend. Schie-
behaube. Hinterer Teil der
Haube bis zu 45° nach oben
aufklappbar für MG.

Freitragendes Höhen-
und Seitenleitwerk in Me-
tallbauweise.

Zwei Edo-Metallschwim-
mer mit Wasserrudern am
Rumpf mit einer kräftigen
Stromlinienstrebe mit dem
Flügelmittelstück verbun-
den. Spannweite 14,91 m,
Länge 11,58 m, Höhe 3,44 m,
Fläche 36 m?. Flächenbela-

stung 119,1 kg/m?, Leistungs-

oben und unten.

Avro Manchester mit 24 Zylinder Rolls-Royce Vulture.

Flugplatz und Werkstatt.

Nietsortiermaschine Junkers sortiert aus dem Abfall oder Kehricht Nieten
nach Länge und Durchmesser. Der Abfall gelangt zunächst über einen vorgeschal-
teten Magnet-Abscheider, um Stahlteile, Blechteile, Schrauben und Muttern, die
nicht in den Sortiervorgang gehören, auszuscheiden. Das Sortiergut gelangt dann
auf eine sich drehende und schwach geneigte Trommel. Diese Trommel ist in
mehrere Felder unterteilt, die dem auszusortierenden Nietdurchmesser entspricht.
Die Niete fallen dann auf eine Ablaufschurre, von wo aus sie zu einer Einrichtung
geführt werden, in der das Aufstellen und Auffädeln erfolgt. Dann werden sie zu
einer mit Schlitzen versehenen Teilscheibe geleitet, in der das Aussortieren nach
Längen vor sich geht. Von hier aus fallen sie in einzelne Schubkästen, aus denen
sie gebrauchsfertig entnommen werden können. Zum Antrieb der Niet-Sortier-
maschine sind zwei Elektromotoren mit etwa !/ı PS erforderlich.
Dornier-Versuchsgeräte.

Der neuzeitliche Flugzeugbau verlangt ein zuverlässiges, auf seine außer-
gewöhnliche Entwicklung abgestimmtes Versuchswesen. Die Versuche müssen

The Aeroplane

Links: Magnetabscheider mit Sortierband; Mitte: Ansicht auf die Nietsortier-
maschine; rechts: Sortiereinrichtung. Werkbild JFM.

Seite 304 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1942, Bd. 34

rasch durchgeführt werden, eine möglichst große Eindringtiefe in technisches
Neuland aufweisen und klare, eindeutige Ergebnisse liefern. Die Anzahl der
Arbeitskräfte muß dabei klein und der Verbrauch an Arbeitsmitteln gering sein.

Dornier-Versuchsgeräte.

il) Dynamometer oder Kraftmesser, die im Versuch vielfach Verwendung finden und an dem
der Fortschritt der Technik besonders deutlich wird. Materialverschwendung und Plumpheit kennzeich-
nen die alte, Leichtigkeit und sparsamste Materialvrerwendung die neue Ausführung, mit der Zweck-
ınäßigkeit angestrebt wurde.

2) Tensometer oder Dehnungsmesser, der die Dehnung des Materials während der Belastungs-
versuche verzeichnet.

53) Optische Sichtbarmachung des Kräfteverlaufs im Konstruktionsteilen.

4) Dauerprüfmaschine wird benutzt. um Flugzeug-Einzelteile einer stets wechselnden
Dauer-Beanspruchung auszusetzen, wodurch die voraussichtliche Lebensdauer ermittelt wird.

5) Ablesegerät, mit dessen Hilfe die mittels des Schwingungsschreibers erzielten Aufschriebe
abgelesen und ausgewertet werden.

6) Der Momentenmesser dient zur Messung der Anzugsmomente von Schrauben, deren Ge-
winde bei zu starkem Anziehen der Muttern beschädigt werden könnte, während bei zu schwachem
Anziehen die Schraubverbindung ihren Zweck. die gleichmäßige Überleitung der Kräfte, nicht erfüllen

könnte. Werkbilder

Nr. 20/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT*“ Seite 305

Diese Forderungen sind nur zu erfüllen, wenn die Versuche jeweils nach
dem höchsten Stand technischer Erkenntnisse angesetzt und nach einfachen Ver-
fahren mit zweckmäßigen Meßgeräten vorgenommen werden. Die Flugtechnik ist
noch zu jung, um heute schon einen wohlbestellten Markt geeigneter Meßgeräte
für Industrie und Forschung aufzuweisen. Hieraus ergab sich im Laufe der lang-
jährigen Versuchstätigkeit innerhalb der Dornier-Werke die Notwendigkeit, feh-
lende Meßgeräte selbst zu entwickeln. So sind auch die Dornier-Versuchsgeräte
(vgl. Abb. 1--6) entstanden (s. S. 304).

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Inland.
Eicheniaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh
der. Führer an: Hptm. J. Müncheberg, stellv. Kommodore eines Jagdgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Lt.
Heinz Schmidt, Flügzeugf. in einem Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Ofw. Weßling, Flug-

zeugf. in einem Jagdgeschw., Lt. Zellot, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Lt.
Hennemann (f), Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., Hptm. Wilcke, Kommodore
eines Jagdgeschw., Hptm. Heise, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschw.,
Oblt. Rall, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Oblt. Frank, Staffelkapt. in einem
Schlachtgeschw., Lt. Nowotny, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Ofw. Ahnert,
Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., Oblt. Schmitz, Flugzeugf. in einem Kampf-
geschw., Oblt. Barkhorn, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw., Lt. Weißmann, Flug-
zeugf. in einem Jagdgeschw., Fw. H. Dammers, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.,
Lt. Fuß, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Ofw. Jochems, Flugzeugf. in einem
Sturzkampfgeschw., Hptm. Büsen, Führer einer Fernaufklärer-Staffel, Oblt. Weh-
meyer, Flugzeugf. in einem Zerstörergeschw., Oblt. Mader, Staffelkapt. in einem
Kampfgeschw., Hptm. Belser, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.

Keller, Generaloberst, 19. 9. 60 Jahre alt, Chef einer Luftflotte, im Weltkrieg
1917 Kommandeur des Kampfgeschw. 1, Pour-le-merite-Träger. 1934 Schulleiter der
deutschen Verkehrsfliegerschule in Staaken und in Braunschweig.

Karl F. M. Rösner, Dipl.-Ing., der im Weltkrieg bei der Gothaer Waggon-
fabrik erfolgreich tätige Chefkonstrukteur für Wasserflugzeuge, am 1. 9. im Alter
von 62 Jahren gestorben. Sein Name und seine Arbeiten sind in der Geschichte
verzeichnet (s. „Flugsport“ S. 377, 1919).

Ausland.

Oberbefehlshaber der alliiert. Luftstreitkräfte im südwestl. Pazifik, bisher
General Brett, Luftwaffengeneralstabschef u. Generalmajor Royce verlassen ihren
Posten. Neuer Oberbefehlshaber der alliiert. Luftstreitkräfte im südwestl. Pazifik
Generalmajor Kenney, 43 Jahre alt, geborener Kanadier, seit 1917 im Dienst der
amerik. Luftwaffe.

Brit. Flugboot „Cleare“, 23 t, auf Flug von Westafrika nach England mit
13 Passagieren und 6 Mann Besatzung verunglückt.

Hartmetall-Überzüge aus schwerschmelzbaren Metallen vermittels der Elek-
tro-Pistole ist Dr. Schoop, Zürich, nach langen Versuchen in seinem Laboratorium
gelungen. In erster Linie handelt es sich um Molybdän, Wolfram, Stellit und
Widia. — Die Temperatur des elektrischen Lichtbogens liegt zwischen 4000 und
5000° und ist also mehr als hinreichend, die genannten Metalle zu verarbeiten. —
Die Eigentemperatur der auftreffenden Metallteilchen ist außerordentlich hoch
(zwischen 3000 und 4000°), so daß sich dieselben mit der Unterlage schweißähnlich
verbinden. Wie ersichtlich, ist also eine Lötung oder Schweißung (wie bisher) nicht
mehr erforderlich.

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Seite 306 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1942, Bd. 34

Sinclair Übungsflugzeug besteht aus einem
Rumpf in einer Gabel im Automobilfahrgestell, 5 m
über dem Boden gelagert. Vorn befindet sich ein
Elektromotor, welcher eine Luftschraube in Bewe-
gung setzt und das hinten liegende Seiten- und
Höhenleitwerk beaufschlagt, wodurch der Rumpf
mit dem darin sitzenden Führer verschiedene Flug-
lagen einnimmt. Dieses sogenannte Übungsflugzeug
gehört der Sinclair Air Co. Praktisch ist es ohne
jegliche Bedeutung und dient ausschließlich Re-
klamezwecken.

Sinclair Übungsflugzeug. Archiv Flugsport

Luftwaffe.

Führerhptquart., 10. 9. 42. (DNB.) OKW.: Im Festungsgebiet von Stalingrad
wurden mit Unterstützung der Luftwaffe weitere stark ausgebaute und zäh ver-
teidigte Befestigungsanlagen genommen. — Kampfflugzeuge bombardierten Hafen-
anlagen und Versorgungslager von Astrachan. — Nachtangriffe richteten sich
gegen Flugplätze ostwärts der Wolga. — Im Raum von Rschew nahm der Feind
seine Angriffe mit starken Infanterie- und Panzerkräften wieder auf. Sie wurden
im Zusammenwirken mit der Luftwaffe in harten Kämpfen abgeschlagen und dabei
77 feindl. Panzerkampfwagen vernichtet. — In der vergangenen Nacht führten die
Sowjets Störflüge über ostdeutschem Gebiet durch. Die sowj. Luftwaffe verlor
gestern 128 Flugzeuge, außerdem wurde ein Fesselballon durch Jagdflieger abge-
schossen. 8 eigene Flugzeuge kehrten vom Flug gegen den Feind nicht zurück. —
In den Mittags- und Abendstunden des 9. 9. überflogen einzelne brit. Flugzeuge
Westdeutschland. Durch den Abwurf einiger Sprengbomben entstanden gering-
fügige Schäden. — Vorpostenboote schossen im Kanal 2 brit. Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 11. 9. 42. (DNB.) OKW.: Kampffliegerkräfte führten heftige
Angriffe gegen Schwerpunkte des feindl. Widerstandes im Festungskampffeld von
Stalingrad und bekämpften Truppenbereitstellungen der Sowjets. — Nach ver-
einzelten wirkungslosen Tagesstörflügen griffen Verbände der brit. Luftwaffe in
der vergangenen Nacht mehrere Orte Westdeutschlands an. Vor allem in Wohn-
vierteln der Stadt Düsseldorf entstanden zahlreiche Brände sowie Sach- und
Gebäudeschäden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Nach bisherigen Meldungen
schossen Nachtjäger und Flakartillerie 31 der angreifenden Flugzeuge ab. Außer-
dem wurden im Kanal, über der Nordsee und über der Deutschen Bucht durch
leichte deutsche Seestreitkräfte und Marineartillerie 3 feindl. Flugzeuge zum
Absturz gebracht. — An der engl. Südküste griffen leichte deutsche Kampfflug-
zeuge ein brit. Vorpostenboot an, das nach Bombentreffern schwer beschädigt
liegen blieb. — Ein Nacht-Jagdkorps der deutschen Luftwaffe erzielte in der
vergangenen Nacht seinen 1000. Abschub.

Eichenlaubträger mit Schwertern und Brillanten: V. I. n. r.: Major Gollob, Oblt.
Marseille, Hptm. Graf. — Eichenlaubträger mit Schwertern: Hptm. Müncheberg.
Weltbild (4)

Nr. 20/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 307

Führerhptquart., 12. 9. 42. (DNB.) OKW.: Der feindl. Nachschubverkehr war
wieder das Ziel schwerer Luftangriffe. Außerdem wurden bei Nacht Stalingrad
und Flugplatzanlagen nördl. der Stadt bombardiert. — Südl. des Ladoga-Sees und
aus Leningrad führte der Feind vergebliche verlustreiche Angriffe. Deutsche und
kroatische Kampfflieger fügten dem Feinde schon in der Bereitstellung hohe
Verluste zu. — Im Hohen Norden bekämpfte die Luftwaffe feindl. Truppenlager
und Flugstützpunkte. — Die Sowjetluftwaffe verlor am 10. und 11. 9. in Luft-
kämpfen, an denen auch italien., rumän., span. und ungarische Jäger beteiligt
waren, und durch Flakartillerie 171 Flugzeuge. 14 eigene Flugzeuge werden ver-
mißt. — An der engl. Südküste und im Südosten der Insel erzielten deutsche Flug-
zeuge am gestr. Tage Volltreffer mit Bomben schweren Kalibers in Industrie- und
Verkehrsanlagen. — An der Küste der besetzten Westgebiete wurden 2 feindl.
Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptquart., 13. 9. 42. (DNB.) OKW.: Starke Kräfte der Luftwaffe unter-
stützten an den Brennpunkten der Schlacht die Kämpfe des Heeres, bombardierten
bei Tag und Nacht die Stadt Stalingrad, wodurch ausgedehnte Brände hervor-
gerufen wurden.

Führerhptquart.; 14. 9. 42. (DNB.) OKW.: Starke Kräfte der Luftwaffe griffen
in Kämpfe um Stalingrad mit ein und bekämpften neu herangeführte sowj. Kräfte
ostwärts der Wolga mit guter Wirkung. — In der Nacht wurden Flugplätze nördl.
und ostwärts der Stadt bombardiert. — An der Don-Front wurde von deutschen
und ungarischen Verbänden ein Angriffsunternehmen erfolgreich durchgeführt.
Wiederholte Gegenangriffe des Feindes wurden in harten Kämpfen unter Mitwir-
kung der Luftwaffe abgewiesen und 13 Panzer vernichtet. — Südl. des Ladogasees
scheiterten mehrere örtliche Angriffe des Feindes bei beiderseitiger lebhafter
Artillerie- und Lufttätigkeit. — In der vergangenen Nacht flogen sowj. Flugzeuge
in die Ostgebiete ein. Durch vereinzelte planlose Bombenabwürfe entstanden
geringe Sachschäden. — Nach wirkungslosen Tagesstörflügen über Westdeutsch-
land führten Verbände der brit. Luftwaffe in der Nacht zum 14. 9. einen Terror-
angriff, vor allem gegen die Stadt Bremen. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste.
In den Wohnvierteln der Stadt entstanden Brände, Sach- und Gebäudeschäden.
U. a. wurden mehrere Kirchen, Krankenhäuser und Kulturdenkmäler getroffen.
Nach bisherigen Meldungen wurden 14 der angreifenden Bomber zum Absturz
gebracht. — Im Abschnitt Tobruk versuchte der Feind heute nacht unter Einsatz
von See- und Luftstreitkräften an mehreren Stellen zu landen. Deutsche Jäger
haben 2 Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen, 4 weitere Flugzeuge wurden von
der Flakabwehr von Tobruk vernichtet.

Führerhptquart., 15. 9. 42. (DNB.) OKW.: Der siegreiche Ansturm gegen Sta-
lingrad durch die deutschen Truppen, von Verbänden der Luftwaffe hervor-
ragend unterstützt, gewinnt weiter an Raum. — Nachschubverbindungen und Flug-
platzanlagen des Feindes wurden bei Tag und Nacht bombardiert. — Auf der
Wolga ist ein Schlepper durch Bombentreffer versenkt worden. — Ein Panzerzug
der Sowjets wurde durch Bombenangriff vernichtet. — Auf dem Ladogasee ver-
senkten Kampfflugzeuge einen Frachter und beschädigten 3 weitere Schiffe. —
In der vergangenen Nacht belegten Kampfflugzeuge Murmansk und Flugplätze in
der Umgebung der Stadt mit Bomben schweren Kalibers. — Vom 12. bis 14, 9.

Ritterkreuzträger: v. I. n. r.: Generallt. v. Waldau, Oblt. Lion, Oblt. Schrepfer,

Oblt. Hackl. Weltbild (4)

Seite 308 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1942, Bd. 34

wurden 227 Sowjetilugzeuge abgeschossen. In der gleichen Zeit gingen an der
Ostfront 23 eigene Flugzeuge verloren. — Einzelne brit. Bomber überflogen am
gestr. Tage Norddeutschland. Einzelne Sprengbomben richteten nur geringen
Gebäudeschaden an. In der vergangenen Nacht griff die brit. Luftwaffe nord-
deutsches Küstengebiet an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Vor allem in Wohn-
vierteln der Stadt Wilhelmshaven entstanden Brände, Sach- und Gebäudeschäden.
Nachtjäger und Flakartillerie schossen 4 der angreifenden. Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 16. 9. 42. (DNB.) OKW.: Verbände der Luftwaffe unter-
stützten den Kampf des Heeres und griffen den feindl. Nachschubverkehr auf
Bahnen und Straßen im Mündungsgebiet der Wolga an. — Auf dem Ladogasee
wurden ein Sowjetbewacher und ein Frachtschiff durch Bombenwurf beschädigt.
-— In der Zeit vom 5. bis 15. 9. verlor die Sowjetluftwaffe 1215 Flugzeuge, davon
wurden 936 in Luftkämpfen, 212 durch Flakartillerie und 43 durch Verbände des
Heeres abgeschossen, die übrigen am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit
gingen an der Ostfront 87 eigene Flugzeuge verloren. — Einschließlich der schon
früher gemeldeten feindl. Verluste vernichteten finnische und deutsche See- und
Luftstreitkräfte im Laufe dieses Sommers 26 sowj. Unterseeboote. — Wie bereits
durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurden die in der Nacht zum 14. 9. bei
Tobruk unter Einsatz von Luft- und Seestreitkräften gelandeten brit. Truppen im
engen Zusammenwirken deutscher und italien. Kräfte nach hartem, schnellem
Kampf vernichtet oder gefangengenommen. 9 feindl. Bombenflugzeuge wurden
abgeschossen. — An der Front in Ägypten bekämpften leichte deutsche Kampf-
und Sturzkampfllugzeuge Kraftwagenansammlungen der Briten mit großer Wir-
kung. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen über Nordafrika und Malta 25 brit.
Flugzeuge bei einem eigenen Verlust ab. — Über dem Seegebiet westl. Brest sowie
bei Einflügen in die besetzten Westgebiete wurden 5 brit. Flugzeuge abgeschossen.
— Im Kampf gegen Großbritannien griffen Kampfflugzeuge in der letzten Nacht
die Hafen- und Industriestadt Boston an. Es entstanden zahlreiche Brände. — An
der ägypt. Front errang Oblt. Marseille seinen 145. bis 151. Luftsieg.

Führerhptquart., 17. 9. 42. (DNB.) OKW.: Bei Einflugversuchen in die besetz-
ten Westgebiete und über Norddeutschland verlor die brit. Luftwaffe gestern 4 Flug-
zeuge. Im Laufe der Nacht griffen brit. Bomberverbände rheinisch-westfäl. Gebiet
an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Vor allem in Wohnvierteln mehrerer Orte
entstanden Brände, Sach- und Gebäudeschäden. 37 der angreifenden Bomber
wurden abgeschossen. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten bei Tage
Volltreffer in Industrie- und Verkehrsanlagen an der engl. Südküste sowie in
einem brit. Truppenlager auf den Orkney-Inseln. In der Nacht wurden kriegs-
wichtige Ziele in Ostengland mit Spreng- und Brandbomben belegt.

Führerhptgrt., 18. 9. (DNB.) OKW.: Am Terek vernichteten deutsche Panzer-
verbände, von Zerstörerflugzeugen unterstützt, durch umfassenden Angriff die
Masse von 2 feindl. Bataillonen und erbeuteten 41 Geschütze. — Im Kampf um
Stalingrad wurden in erbitterten Kämpfen in enger Zusammenarbeit von Heer
und Luftwaffe weitere Erfolge erzielt. — Nachtangriffe der Luftwaffe richteten
sich gegen Flugplätze im rückwärtigen Gebiet des Feindes. — Die Sowjetluftwaffe
verlor am 16. und 17. 9. 146 Flugzeuge. 6 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Tag-
und Nachtangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen kriegswichtige
Anlagen in Süd- und Ostengland. — Im Kanal wurde ein brit. Vorpostenboot durch
Bombentreffer versenkt. Marineartillerie schoß 2 brit. Flugzeuge ab.

Führerhptgrit., 19. 9. (DNB.) OKW.: In. die eigenen Stellungen eingedrungene
feindl. Kräfte wurden in hervorragender Zusammenarbeit von Verbänden des
Heeres und der Luftwaffe aufgerieben. Es wurden zahlreiche Gefangene einge-
bracht und 120 Panzer vernichtet. — In Luftkämpfen über Stalingrad verlor der
Feind am gestr. Tage 77 Flugzeuge. — Auf der unteren Wolga warfen Kampfflug-
zeuge 3 Ölschiffe in Brand und setzten die Zerstörung von wichtigen Eisenbahn-
knotenpunkten mit Erfolg fort. — Bei Woronesch wurden fortgesetzte Angriffe
des Feindes gegen den Brückenkopf in erbitterten Kämpfen zum Teil im Gegen-
angriff abgeschlagen. Verbände der deutschen und italien. Luftwaffe brachten den
Truppen des Heeres hierbei wirksame Entlastung. — In Nordafrika führte die
deutsche und italien. Luftwaffe rollende Angriffe mit Bomben und Bordwaffen
gegen brit. Panzerbereitstellungen und motorisierte Kolonnen. — Bei nächtlichen
Störflügen brit. Bomber im Küstengebiet der Ostsee wurden 2 feindl. Flugzeuge
abgeschossen. — Vor der engl. Südküste versenkten gestern leichte deutsche

Nr. 20/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 309

Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 1500 BRT und beschädigten 4 weitere
Schiffe durch Bombentreffer.

Führerhptgrt., 20. 8. (DNB.) OKW.: Einzelne brit. Flugzeuge führten am Tage
wirkungslose Störflüge über dem Reichsgebiet durch. Ein Flugzeug wurde abge-
schossen. — In der Nacht flogen brit. Bombenflugzeuge nach Südwest- und Süd-
deutschland ein. An einigen Orten, unter anderem in der Stadt München, entstan-
den Spreng- und Brandschäden vorwiegend in Wohnvierteln und an öffentlichen
Gebäuden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. 12 der angreifenden Bomber wur-
den teils durch Flak, teils durch Nachtjäger zum Absturz gebracht. — Nach
Tagesangriffen auf Industrieanlagen an der brit. Südostküste belegten deutsche
Kampfflugzeuge in der Nacht zum 20. 9. das Industriegebiet von Sunderland mit
Bomben schweren Kalibers. — Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist
im Nordmeer eine große Geleitzugschlacht gewonnen worden. Deutsche Kampf-
fliegerverbände und Unterseeboote griffen an und zerschlugen auch diesen aus
rund 45 Handelsschiffen bestehenden Geleitzug in tagelangen aufopferungsvollen
Kämpfen. Unter schweren Kampfbedingungen, auf weite Entfernungen, bei
schlechtem Wetter und starker feindl. Flak- und Jagdabwehr versenkten unsere
Kampfflieger aus dem Geleitzug insgesamt 25 Handelsschiffe mit zusammen
177.000 BRT. 8 weitere Dampfer wurden so schwer beschädigt. daß sie als verloren
anzusehen sind. Außerdem vernichtete die Luftwaffe von den Sicherungsfahrzeu-
gen einen Zerstörer sowie 2 Bewacher und warf einen zweiten Zerstörer in Brand.

Führerhptart., 21. 9. (DNB.) OKW.: Bei Saratow warf die Luftwaffe Tanklager
an der Wolga in Brand. — Die Luftwaffe versenkte auf dem Ladogasee ein Fracht-
schiff, ein weiteres Schiff wurde beschädigt und ein Bewacher in Brand geworfen.
— Deutsche Kampfflugzeuge bekämpften gestern in der Dwina-Bucht bei Archan-
gelsk, trotz besonders schwieriger Wetterlage, die Reste des britisch-amerikani-
schen Großgeleits. 3 Handelsschiffe wurden mehrmals getroffen. — In Nordafrika
griffen Verbände der deutschen Luftwaffe feindl. Kräfte an der El Alamein-Front
und im südl. Wüstengebiet mit Bomben und Bordwaffen an. 4 brit. Jäger wurden
in Luftkämpfen abgeschossen. — In der Zeit vom 9. bis 20. Sept. verlor die brit.
Luftwaffe 189 Flugzeuge, davon 46 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Wäh-

Ritterkreuzträger: 1. Reihe, v. I. n. r.: Oblt. Hinrichs, Hptm. Otto, Oblt. Möhle,
Hptm. Mader. — 2. Reihe, v. I. n. r.: Ofw. Zwerneman, Lt. Blume, Ofw. Stumpf,
Hptm. Kuhlmey. Weltbild (8)

Seite 310 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1942, Bd. 34

rend der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 22 eigene Flugzeuge
Te ehwerhptgrt, 22. 9. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bombardierte feindl. Stel-
lungen um Gelendschik sowie Schiffsziele im Hafen von Tuapse. — Bei Anflügen
einzelner brit. Flugzeuge über die Küste der besetzten Westgebiete und bei nächt-
lichen Störflügen über den Gewässern um Dänemark verlor der Feind 6 Flug-
zeuge. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften am Tage an der Südküste
Englands militärische Ziele mit Bomben und Bordwaffen. — Hptm. Graf errang
als Jagdflieger am 21. Sept. seinen 182. bis 185. Luftsieg.

Führerhptquart., 23. 9. 42. (DNB.) OKW.: Vor einem Kaukasushafen wurden
ein Schwimmdock und ein Frachtschiff mittlerer Größe durch Bombentreffer be-
schädigt. — Starke Kampffliegerkräfte griffen bei Tag und Nacht Nachschublager
und Eisenbahnverbindungen der Sowjets im Raum um Rschew mit vernichtender
Wirkung an. — An der Küste der Fischerhalbinsel bombardierten Sturzkampf-
flieger einen wichtigen sowj. Stützpunkt. In Luftkämpfen schossen deutsche und
finnische Jäger im hohen Norden ohne eigene Verluste 19 feindl. Flugzeuge ab. —
An der Kanalküste wurden bei Einflügen schwacher brit. Kräfte 4 feindl. Flug-
zeuge abgeschossen. — In Südengland belegten leichte deutsche Kampfflugzeuge
am Tage kriegswichtige Ziele mit Bomben schweren Kalibers. Bei Dover wurden

ne abgeschossen.

® SP nheechntunert, 24. 9. 42. (DNB.) OKW.: Im Nordwestteil des Kaukasus
stürmte Infanterie, von Artillerie und Luftwaffe wirksam unterstützt, nach Über-
winden zähen feindl. Widerstandes mehrere beherrschende Bergrücken. — Die
Luftwaffe führte außerdem heftige Bombenangriffe gegen den Hafen von Tuapse.
Hierbei wurde ein größeres Frachtschiff in Brand geworfen und in den Küsten-
gewässern ein weiteres Handelsschiff sowie ein Bewacher beschädigt. — Der Nach-
schub des Feindes auf den Bahnlinien ostwärts und westl. der unteren Wolga sowie
Betriebsstofflager bei Saratow wurden von der Luftwaffe erneut schwer bombar-
diert. — An der Ostfront wurden gestern 62 feindl. Flugzeuge abgeschossen, 2
eigene Flugzeuge werden vermißt. — Brit. Flugzeuge warfen in der vergangenen
Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte im norddeutschen und däni-
schen Küstengebiet. Die Bevölkerung hatte Verluste. 10 der brit. Bomber wurden
abgeschossen. — Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum
24. 9. kriegswichtige Ziele der Grafschaft York in Mittelengland.

S Segelflug

Segelflug in der Luftwaffe.

Es wird weiten Kreisen bekannt sein, daß dem Segelflug im Rahmen der vor-

militärischen Ausbildung innerhalb des NSFK. und der Flg.-HJ. eine besondere

tung zukommt. |

ee in der Luftwaffe erhält der Segelflug eine sich steigernde Förderung.
Die Anfangsaufgabe war rein ideeller, sportlicher Natur. Dem Bodenpersonal
sollte zum Ausgleich gegenüber technischem und allgemeinem Truppendienst
fliegerisches Erleben nähergebracht werden. Bald aber verlagerte sich das Schwer-
gewicht auf die Förderung und Heranbildung geeigneten Nachwuchses für das
fliegende Personal unserer Fliegertruppe.

Zur Schulung wird in erster Linie das Bodenpersonal zugelassen: die Meldung
dazu ist freiwillig. Fliegertauglichkeit ist Voraussetzung. Im Gegensatz aber zur
Motorschulung erhält der Segelflugzeugführer die gesamte Ausbildung in seiner
Freizeit, d. h. in den Abendstunden und an Sonn- u. Feiertagen, gelegentlich auch
an Tagen, an denen der Motorflugbetrieb aus irgendwelchen Gründen ausfällt.
Für die Segelfluggruppen ergibt sich die besondere Aufgabe, diese Soldaten nach
schneller und gründlicher Ausbildung den Motorschulen zuzuführen. |

Die Segelflugausbildung oder zumindest die Ausbildung der Anfänger beim
NSFK. und bei der HJ. wird am Hang durchgeführt, also da, wo von Natur aus
besondere Möglichkeiten dazu geschaffen sind. Diese Art der Schulung ist langsam
und mühevoll, hat aber einen besonderen erzieherischen Wert.

”

Nr. 20/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“ Seite 311

In den seltensten Fällen bietet sich einem Fliegerhorst die Gelegenheit, auf
diese Weise zu schulen, liegen doch oft Fliegerhorste viele Kilometer fern von
einem Hang-Übungsgelände. Die Ausbildung wird also nach der Auto- und Win-
denschleppmethode durchgeführt. Auch hier ist der Schüler vom ersten Sprung an
auf sich selbst angewiesen.

Die Segelflugschüler der Luftwaffe durchlaufen den Ausbildungsgang, wie
er im NSFK. vorgeschrieben ist. Sie legen also auch die A-, B- und C-Prüfung ab.
Das Lehrpersonal muß vom Korpsführer des NSFK. anerkannt sein und die Lehr-
berechtigung für die durchzuführende Schulmethode besitzen.

Hat der Schüler die C-Prüfung abgelegt, erfolgt die Weiterschulung auf
Leistungsflugzeugen und im Flugzeugschlepp. Nach einer Anzahl von Flügen am
Doppelsteuer erhält er seinen ersten Alleinflug im Schlepp des Motorflugzeuges.
Schleppvorgang, Landeeinteilung sowie Landung selbst müssen vom Schüler ein-
wandfrei beherrscht werden.

Im Hinblick auf die spätere Ausbildung als Motorflugzeugführer wird die
Landetechnik weitestgehend der der Motorlandung angepaßt. Dadurch werden
Landeschwierigkeiten, die der Segelflieger auf den Motorschulen hatte, vermieden.
Nach einer vorgeschriebenen Anzahl von Starts und Flugstunden sowie der Durch-
führung von Geschicklichkeitsflügen und Ziellandungen hat der Schüler den
praktischen Teil der Prüfung zum Erwerb des Luftfahrerscheines bestanden. Es
folgt die theoretische A2-Prüfung: sie ist die gleiche wie die der Motorflieger, mit
Ausnahme der Motorkunde.

Nach Abschluß dieser Ausbildung meldet die Luftwaffensegelfluggruppe den
fertigen Segelflieger zur Weiterschulung: als Motorflugzeugführer. Je nach Bedarf
erfolgt die Einberufung. Die Wartezeit aber wird zur Weiterbildung ausgenützt;
fällt sie in die Sommermonate, so ist sie besonders wertvoll. Der Junge Flieger hat
jetzt die Gelegenheit, sich im Leistungsflug zu üben. Jetzt ist sein Fliegen kein
ewiges Auf und Ab mehr, er lernt die Thermik, den Wind und die Wolken aus-
nutzen. Seine Flüge werden Stundenflüge sein, und diese Stunden geben ihm das
große fliegerische Erleben. Das aber ist der Lohn für die vielen Stunden Freizeit,
die er in seiner Flugbegeisterung opferte.

Ein Soldat aber, welcher eine derartige Vorbildung zur Motorschulung mit-
bringt, hat gegenüber dem Fliegerrekruten einen bedeutenden Vorsprung. Seine
fliegerische Veranlagung ist nachgewiesen. Bei Fliegerrekruten kann der Lehrer
sie erst nach einer Vielzahl von Starts erkennen; ist der Schüler ungeeignet, so
sind kostbare Zeit, wertvolles Material, Kraftstoff usw. unnütz verbraucht. Weiter-
hin kommt der Segelflieger mit einer geringeren Startzahl zum ersten Alleinflug.
Auch hieraus ergeben sich erhebliche Vorteile. Selbstverständlich muß der Segel-
flieger die vorgeschriebene Mindeststartzahl am Doppelsteuer durchführen. Die
Erfahrung hat aber gezeigt, daß sie fast immer mit dieser Mindeststartzahl aus-
kommen. Bei anderen Schülern erreicht sie bisweilen das Doppelte. Ablösungen von
Flugschülern mit segelfliegerischer Vorbildung aus rein fliegerischen Gründen
sind daher selten.

Die Luftwaffensegelfluggruppe einer Jagdfliegerschule hat in dreijähriger
Ausbildungszeit eine größere Anzahl Segelflieger an die Motorschulung abgegeben.
Von fast allen Schülern wurde bekannt, daß sie das Ausbildungsziel mit besonde-
rem Erfolg erreichten. Zum Teil fanden sie als Lehrer ihre weitere Verwendung.

Die Tätigkeit einer Segelfluggruppe erschöpft sich aber nicht nur in der.
Ausübung des Flugdienstes. In einer gut eingerichteten Werkstatt werden sämt-
liche Reparaturen an beschädigten Flugzeugen und Geräten von den Schülern
selbst durchgeführt. In den Wintermonaten, an denen der Flugdienst naturgemäß
eingeschränkt ist, tritt der Bau- und Werkstattdienst in den Vordergrund. Brüche
bis zu 60°/ und mehr werden wieder hergestellt. In der Regel reicht die Zeit für
einen Neubau aus. So konnte unter anderem ein Segelflugzeug vom Muster „Kra-
nich“ in vielen tausend Arbeitsstunden erbaut werden. Die Summe der freizeitlich
geleisteten Arbeitsstunden betrug im Jahre 1941 rund 11000. Diese Zahl verdeut-
licht gleichzeitig den hohen erzieherischen Wert für die Vervollkommnung der

Baukunde und der handwerklichen Fertigkeit bei den Segelflugschülern.

Vergleicht man die Gesamtleistung der Gruppe im Kriegsjahr 1941 mit den
Leistungen im letzten Friedensjahr, so kann man eine Steigerung um das Dreifache
feststellen.

Nr. 20/1942, Bd. 34

Seite 312 „FLUGSPORT“

Diese Leistungen konnten trotz Anspannung aller Kräfte ausschließlich in
der Freizeit des Lehr- und Schülerpersonals erreicht werden.

Die gewaltige Steigerung, die der, Segelflug bei allen Fliegerhorsten seit
Kriegsbeginn erfahren hat, beweist die Bedeutung des motorlosen Fluges für den
Nachwuchs unserer Fliegertruppe. Ofw. H. Linscheid.

Sn Zur Post u

Flugzeugpolare unterscheidet sich von der Flügelpolare um den Beiwert (OR
des schädlichen Widerstandes, den man annäherungsweise als vom Anstellwinkel N.
abhängig ansehen kann. Selbstverständlich kommt dem Gleitflug noch der Schrau-
benwiderstand hinzu.

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Gottlob Espenlaub. Ein Fliegerleben. Von. Friedrich Wilhelm Radenbach.
{96 Seiten mit Textzeichnungen von Rolf Wilde und vielen Originalfotos. Verlag
K. Thienemann, Stuttgart. Preis 4,80 RM. j Fu

Als unser Flugwesen unter den sadistischen Bestimmungen des Versailler
Vertrags zerschlagen, scheinbar endgültig erledigt am Boden lag, war es das hohe
Verdienst der „Rhön“ und der tatbewußten Männer, die sie schufen, neben den
Kraftquellen des Luftmeeres die fliegerischen Kraftquellen der deutschen Jugend
zu erschließen. Von einem der Jünglinge, die sich Ursinus für den ersten Wett-
bewerb 1920 mit unbändiger Fliegersehnsucht und unerschöpflicher Arbeitsfreude
zur Verfügung stellten, als „Espe” mit seinem tiefbraunen Gesicht und seinem
schwarzen Wuschelkopf jedem Rhönbesucher vertraut, erzählt das Buch, und
damit zugleich von einem einzig dastehenden fliegerischen Werdegang, aus eigneı
Kraft. Ein abenteuerliches Dasein, dessen humorige Seiten und dessen sprichwört-
liches Glück — z. B. beim ersten Raketenflug der Welt — der Verfasser darzu-
stellen verstand, spricht aus der Geschichte dieses Lebens, das über Wien, Grunau,
Rossitten, die Krim, über Kassel, Paris, Düsseldorf usw. zum Fabrikanten führt,
der dem Ausbau der Luftwaffe für den Krieg zu dienen berufen ist. Aber noch
etwas ist nachzulesen, besonders von denen, die oft herablassend nach dem Zweck
der Segelfliegerei fragten: Die Taten von Eben-Emael, von Rotterdam, vom Isth-
mus von Kreta — sie hatten ihren Keim in den Geschehnissen der zwanzig Jahre
auf der Wasserkuppe, als der damalige Hauptmann und heutige General der
Flieger Student uns die Anfänge der Knüppelführung beibrachte. „In schwierig-
sten Zeiten durchhalten, ein gestecktes Ziel zum Erfolg bringen und trotz alleı
Entbehrungen materieller Art nicht verzweifeln, sondern durch Kampf zum Sieg

sich durcharbeiten, das erleben wir beim Lesen des vorliegenden Buches” — diese
Worte gibt der Korpsführer des NSFK., General der Flieger Christiansen, dem
interessanten Werk des alten Kriegsfliegers Radenbach mit auf den Weg. Go.

Kriegsflugzeuge, deutsche, italien., brit., amerikan. und sow/. 1942, zusammen-
gestellt unter Mitwirkung des RLM. Dr.-Spohr-Verlag Il, Dresden N 6, Preis 0,75RM.

Das Büchlein beginnt mit der Erläuterung der fliegerischen Begriffe: Flug-
zeugbewaffnung, Panzerung, Spreng- und Brandbomben, Minen und Torpedos.
Weiter wird eine Anleitung gegeben über das Erkennen der einzelnen Flugzeug-
muster und wie sie angesprochen werden. Den Hauptteil bildet eine Zusammen-
stellung der deutschen, italien., brit., amerikan. und sowj. Flugzeuge, meistenteils
mit je 3 Abb., wie sie an den Fronten vorkommen.

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XXXIV. Jahrgang / Nr. 21 Mittwoch, 14. Okt. 1942

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R Nr. 39

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.
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sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
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nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 21 14. Oktober 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 28. Oktober 1942

25 Jahre DIN.

Am 18. 5. vor 25 Jahren wurde innerhalb des VDI ein Ausschuß zur
Normalisierung von Maschinenbauelementen zusammengerufen und dann
am 22. 12. 1917 ein selbständiger Normenausschuß der deutschen Industrie
gegründet.

Der Wert der Normung wurde in Deutschland schon lange vor der
Jahrhundertwende erkannt. Die Nutzanwendung der Normung be-
schränkte sich jedoch zunächst überall auf den Bereich des eigenen Be-
triebes, wobei jedes Hinausgehen über diesen Kreis mißtrauisch abgelehnt
wurde. Es bedurfte erst der überzeugenden Kraft tatkräftiger Männer und
den Anforderungen des Weltkrieges, um die Notwendigkeit einer allge-
meinen deutschen Normung begreiflich werden zu lassen und die Betriebe
zur Mitarbeit zu gewinnen.

Die deutsche Flugzeugindustrie war mit eine der ersten, die die Be-
deutung einer gemeinschaftlichen Normung erkannte. So wurde bereits
1918 vom Normenausschuß der Flugzeugindustrie (Vorgänger des heu-
tigen Fachnormenausschusses Luftfahrt im deutschen Normenausschuß) ein
Wettbewerb für Flugzeugrohrschalter*) ausgeschrieben, dessen schönes
Ergebnis 1919 nach Beendigung der F eindseligkeiten veröffentlicht wurde.

Seit dieser Zeit ist von dem Fachnormausschuß Luftfahrt unter selbst-
losem Mitwirken der deutschen Flugzeugindustrie eine Riesenarbeit ge-
leistet worden, die sich in der Leistungssteigerung mit ausgewirkt hat.
Ohne die Normung wäre unser heutiger Flugzeugbau kaum noch denkbar.

Im Jahre 1926 wurde es notwendig, den Hinweis auf die deutsche
Industrie im Namen des Normenausschusses wegzulassen, da er dem inzwi-
schen wesentlich erweiterten Wirkungsbereich nicht mehr entsprach. Es
wurde deshalb der Name „Deutscher Normenausschuß“ beschlossen. Das

DIN-Zeichen, ursprünglich die Abkürzung von „Deutsche Industrie-Nor-

men“, wurde als Symbol der deutschen Normung beibehalten. Man deutet
es seitdem als: „Das Ist Norm“.

Während früher die Verbände VDI, VDE und andere sowie die sroßen
*) Vgl. „Flugsport“ S. 188/1918 und S. 756/1919.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 39.

Seite 314 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1942, Bd. 34

Firmen AEG, Krupp, Loebel, Siemens je nach ihrem Arbeitsbereich selb-
ständig Normen entwickelten, wurden Ergebnisse und Erfahrungen in dem
Normenausschuß verarbeitet und der Gesamtheit selbstlos zur Verfügung
gestellt. So berichtet Dr.-Ing. e. h. Hellmich, der damalige Geschäftsführer
und heutige Kurator des Deutschen Normenausschusses, im Jahre 1927:

„Die deutsche Technik machte mit der Gründung des Normenaus-
schusses der deutschen Industrie den entscheidenden Schritt vom Eigen-
sinn zum Gemeinsinn; sie befreite ihre Aufgaben von der Einengung auf
den Einzelzweck und stellte sie in die Zusammenhänge des Gesamt-
wohles. Die deutsche Normung ist der erste greifbare Ausdruck dieses
Gesinnungswechsels.“ |

So hat sich das deutsche Normungswerk in Technik, Wissenschaft und
Wirtschaft bis in den jetzigen Krieg hinein gewaltig entwickelt. Das Nor-
menwerk umfaßt rund 7700 Normen, alle mit dem Ziel, die Herstellung der
Dinge zu vereinfachen, die Benutzung zu erleichtern, zu sparen und damit
die Verzinsung des Lagerbestandes zu verringern und die Leistung zu stei-
gern. Für den Aufbau eines neuen europäischen Gebildes ist dem kom-
menden Ausbau der internationalen Zusammenarbeit besondere Bedeutung
beigemessen. Die einzelnen Länder müssen sich zur Normungsarbeit zu-
sammenfinden, um die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Gütererzeu-
gung aller Art und damit einen reibungslosen Warenaustausch von Land
zu Land herbeizuführen. Anläßlich des 25jährigen Bestehens des Deut-
schen Normungsausschusses wird eine internationale Normungstagung ın
Berlin, an der die Vertreter ausländischer Normungsausschüsse teilneh-
men, stattfinden. Die sich jetzt während des Krieges ergebenden Riesenauf-
gaben des Warenaustausches im sroßeuropäischen Wirtschaftsraum wer-
den dem Normungsausschuß noch größere Aufgaben zu lösen geben.

USA Consolidated Catalina PBY-5.

Das Catalina-Aufklärungsflugboot ist aus dem Consolidated PBY ent-
wickelt (vgl. „Flugsport“-Typenbeschreibung S. 562/1939). Das Flugboot ist
ein abgestrebter Hochdecker mit in die Flügelspitzen hochziehbaren Stütz-
schwimmern. Charakteristisch für die Ausführung des PBY—-5 sind die
hinter der Flügelkante aus dem Rumpf herauswachsenden stromlinien-
förmig angeordneten Maschinengewehrnester (vgl. „Flugsport“ S. 234/1942).

Consolidated
„Catalina“

PBY-5.

Zeichnung
Flugsport

5

37700

BEE

Consolidated „Catalina“ PBY-5.
Ansicht von hinten auf die MG-Nester.

Links unten: Einbringen der Photokamera. |
Bild Aviation|

Nr. 21/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 315

Consolidated „Catalina“ PBY-5. Archiv Flugsport

Spannweite 36,4 m, Län Re
* mM, ge 19 m, Höchstgeschw. in 400 ö
Reisegeschw. 230 km/h, Motorleistung 2X900 PS. in 4000 m Höhe 320 km/h.

USA Boeing B 17-E u. F.

B17-—E, Baujahr 1941, entwi
, , ickelt aus B17—B (vgl. „Fl “
le und n Sl 1909). Letztere wird in England Fortzess a an.
me . ” . x . "
Key risches Profil, zweiholmig, Ganzmetall, Hinterkanten-Spreiz-

Spannweite 31,6 m, Läng . .
Abmessungen. ‚o m, Länge 23 m. Die Boeing B—17—F hat die gleichen

Boeing B 17-E
Fortress.

The Aeroplane (3)

Kunststoffe als Konstruktionswerkstoffe im Flugzeugbau.
Von Ing. Herbert Steuer VDI, Kassel.

und Tun den nik Sennffenden sind Werkstoffe wie Stahl, Leichtmetall
| estimmten klaren orstellungen verbunden. Man ist mit ih

eaut und ‚gennt gie Gewinnungsverfahren, Eigenschaften und Anwendungsmös-
| . Die Kunststoffe dagegen haben sich noch nicht it d

ist zunächst auf die noch j i Ü ühren: : a ea

. Junge Entwicklung zurückzuführen; aber auch die Tat-

sache, daß es sich um künstliche Stoffe handelt, die sozusagen in den Retorten de

enie entstanden sind, erschwert das Verständnis j

er Ingenieur ist bei der Konstruktion eines Teiles v i
or die Wahl gestellt :
welchem Werkstoff es hergestellt werden soll. Nur eine eingehende Kenntnis "aller

Seite 316 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1942, Bd. 34

augenblicklich zur Verfügung stehenden Werkstoffe ermöglicht es ihm, den „gün-
stigsten“ Werkstoff einzusetzen.

Die Kunststoff-Industrie hat eine große Zahl verschiedener Stoffe herausge-
bracht, die den vielseitigsten Anforderungen gerecht werden. Für den Flugzeug-

bauer jedoch kommen z. Z. nur ganz bestimmte Gruppen von Kunststoffen in Frage

_ denn durch die hohen Beanspruchungs- und Sicherheitsforderungen ist es besonders
schwierig, im Flugzeugbau neue Werkstoffe einzusetzen.
I. Einteilung der Kunststoffe.

Die Unterscheidung der Kunststoffe wird dadurch erleichtert, daß man sie in
2 große Gruppen einteilen kann.

1. Thermoplastische Kunststoffe werden bei starker Erwärmung weich und
lassen sich beliebig verformen.

9, Härtbare Kunststoffe werden einmal durch Druck und Hitze in eine bestimmte
Form gebracht und lassen sich dann nie mehr plastisch verformen.

Die thermoplastischen Werkstoffe sollen nur kurz behandelt werden, da sie
wegen ihrer geringen mechanischen Festigkeit und Temperaturempfindlichkeit im
Flugzeugbau weniger verwendet werden.

Die Ausgangsprodukte für Thermoplaste sind rein deutsche Rohstoffe. Aus
Nitro- und Azetylcellulose (Abb. 1) macht man trotz des so explosiv klingenden
Namens Schmuckstücke, Kämme, Abzeichen, Apparate u. a. m. Als Verarbeitungs-
verfahren wird meist Spritzguß verwendet. Hydratcellulose ist nichts anderes als
Vulkanfiber, man macht daraus widerstandsfähige Koffer usw.

Auch Kohle-Kalk ist Ausgangsstoff für thermoplastische Werkstoffe (Abb. 2).
Polystrol dient zur Herstellung kleiner Gebrauchsgegenstände. Polyvinylchlorid
eignet sich besonders für Bodenbelag, Gürtel, Schläuche u. ä.

Wenn wir Flugzeugbauer diese thermoplastischen Werkstoffe nicht gerne an-
wenden, so liegen die Verhältnisse bei den härtbaren Kunststoffen wesentlich gün-
stiger. Sie haben eine höhere Festigkeit und erfüllen die im Flugzeugbau übliche
Forderung der Unempfindlichkeit gegen — 60° Kälte und + 100° Wärme. Die Schaf-
fung der härtbaren Kunststoffe ist ein besonders interessantes Kapitel der Werk-
stoff-Forschung, auf das es sich bestimmt lohnt, näher einzugehen. Die in den Nor-
men festgelegte Bezeichnung heißt: Kunstharz-Preßstoff. Daraus läßt sich ersehen,
daß es sich um einen aus künstlichem Harz durch Pressen hergestellten Stoff han-
delt. Zur Erzeugung bestimmter mechanischer Eigenschaften wird ein Füllstoff bei-
gegeben, der aus Holzmehl, Papierschnitzel, Gewebe usw. bestehen kann. Schon
lange konnte man Preßstoffe aus natürlichen Bindemitteln wie Asphalt, Gummi,
Naturharz usw. herstellen, meist für die Elektroindustrie. Erst mit der Entwicklung
des härtbaren Kunstharzes begann der neue Preßstoff seinen Siegeslauf.

Man unterscheidet 2 Arten von Kunstharzen:

1. Phenolharze aus Phenol und Formaldehyd, beides aus Kohle gewonnene Pro-
dukte. Die aus Phenolharzen hergestellten Kunststoffe nennt man Phenolplaste.

9. Harnstoffharze aus Harnstoff und Formaldehyd, Produkte, die aus Stickstoff
und Kohle gewonnen werden. Die aus Harnstoffharzen hergestellten Kunststoffe
nennt man Aminoplaste.

I. Kunstharz.

Als wichtigsten Bestandteil für die härtbaren Kunstharz-Preßstoffe kann man
die künstlichen Harze bezeichnen. Sie geben dem Kunstharz-Preßstoff seine charak-
teristischen Eigenschaften. Wenn man es richtig bedenkt, so können diese Harze die
Natur regelrecht überlisten, und das kommt folgendermaßen:

Nehmen wir ein Naturharz, z. B. Kolophonium, und erhitzen wir es, so schmilzt
es, bleibt flüssig, solange wir es warm halten und erstarrt erst wieder, wenn wir es

abkühlen, läßt sich aber durch Erwärmen jederzeit wieder flüssig machen.
Erhitzt man dagegen Kunstharz, so schmilzt es auch, erstarrt aber nach einiger
Zeit, obwohl man es noch heiß hält. Dieses einmal erstarrte Kunstharz läßt sich nie
mehr in den flüssigen Zu-
stand zurückführen, es ist
ausgehärtet und hat in
wenigen Minuten die Um-
wandlung durchgemacht, zu

Abb. 1.
Abb. 2.
Polyvinyl-

Hycıral-
celulose chlorıd

i Preßform

Nr. 21/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“ Seite 317

der die Natur Jahrtausende braucht. Ausgehärtete Naturharze, z. B. Bernstein, sind
durch Ablagerung von Naturharzen über lange Zeiträume entstanden.

Diese hervorstechende Eigenschaft des Aushärtens wirkt sich in der Temperatur-
empfindlichkeit und der mechanischen Festigkeit günstig aus, so daß der Einsatz
der härtbaren Kunstharz-Preßstoffe im Flugzeugbau weitgehend ermöglicht wurde.
Vom fertigungstechnischen Standpunkt aus hat das Aushärten gewisse Nachteile,
besonders einschneidend macht sich der Aufwand für die Preßformen bemerkbar.

Ill. Schnellpreßmischung und Formpressen.

Durch geschickte Ausnutzung der Eigenschaften der Kunstharze hat man gün-
stige Verfahren zur Herstellung von Kunstharz-Preßstoffteilen geschaffen. Zum Ver-
ständnis der damit zusammenhängenden Fragen muß nochmals auf die Herstellung
des Kunstharzes eingegangen werden.

Das im chemischen Prozeß sich bildende Kunstharz hat noch Wasser in sich.
Erwärmt man es, so scheidet es immer mehr Wasser aus, wird zusehends fester, bis
es in den Zustand kommt, wo eine weitere Erhitzung die vollständige Aushärtung'
zur Folge haben würde. Das zum Herstellen von Kunstharz-Preßteilen verwendete
Harzpulver befindet sich gerade in diesem Zustand, den der Fachmann mit ‚Zu-
stand B“” bezeichnet. Das Harzpulver, mit dem Füllstoff (z. B. Holzmehl) und einigen
anderen Zusätzen gemischt, wird unter der Bezeichnung Schnellpreßmischung heute
allgemein angewendet. |

Bei den bekannten Fabrikationsverfahren für Stahl und Leichtmetall, die ge-
gossen, geschmiedet, gepreßt oder gedrückt werden, tritt als wesentliche Umwand-
lung nur die vom flüssigen oder teigigen in den festen Zustand auf.

Der Vorgang bei der Herstellung von Preßstoffteilen ist durch Ausnutzung der
Sondereigenschaften des Kunstharzes ein anderer.

Der Preßvorgang wird in einer aus hochwertigem Stahl gefertigten Preßform
durchgeführt. Sie besteht aus Ober- und Unterteil, die elektrisch oder mit Dampf
beheizbar sind. Die Form ist hochglanzpoliert, wodurch auch das Preßstück eine
glänzende Oberfläche erhält (Abb. 3).

Die Schnellpreßmischung wird eingeschüttet und die Form eingefahren.' Bei
einem Druck von 150—1200 kg/cm? (je nach Form und Größe des Preßstückes) und
einer Temperatur von 160° wird etwa 1—6 min gepreßt. Hierbei wird das Pulver
sofort flüssig, füllt die ganze Form aus und geht sodann in den ausgehärteten Zu-
stand, auch Zustand C genannt, über.

Nach Öffnen der Form kann man das Preßteil sofort herausnehmen. es ist zwar
noch heiß, aber schon fest und nach dem Abkühlen gebrauchsfertig. Das hier be-

| Holz | | orte

| Sreinkomle |

M np, . "
Shylarkopo; % m = 7 Te@#
HA ya pnene!:
0 , { 2
.. jarrfıo -
Heiziöcher Ne 009% er

ILPuiver
| engeschülfer o ©

4 ll. Pressen

Form

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| Abb. 3. Der Preßvorgang.

S & wasser
co00%°o H } Sorrrtus

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Joe zıa/ - Gewebe I _—

Trocknung

<< —_T

Ferfiges fHlalözeug
( Flotte)

Tränk-Vorrichtung

Abb. 4. Herstellung von Preßstoffplatten.

j Harz Lösung
—-] (A - Zustand)

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ZZzZzZz.C
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SZ: ®>v®*|w Ww—.DGlüzz

Harzgetränkte
Plauen (B-Wstand)
Seite 318 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1942, Bd. 34

schriebene Verfahren ist das für Formpreßteile aus Phenolharzen meist gebräuch-
liche. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe andere Preßverfahren, die für beson-
dere Zwecke angewendet werden.

Bei Ausführung eines Teiles im Formpreßverfahren aus Kunstharz-Preßstoff
sind verschiedene Gesichtspunkte zu beachten. Wie schon erwähnt, besteht die
Preßform aus hochwertigem Stahl, der in oft zeitraubenden, komplizierten Arbeits-
gängen bearbeitet werden muß. Voraussetzung ist also, daß das zu pressende Teil
in großen Stückzahlen gebraucht wird. Gerade im Flugzeugbau ist aber diese For-
derung nicht immer erfüllt. Dafür können aber hier bei geschickter Ausnutzung
der besonderen Eigenschaften der Preßstoffe auch bei kleineren Stückzahlen wirt-
schaftliche Lösungen geschaffen werden. Es genügt aber nicht, ein bisher in Blech
gefertigtes Teil in seiner bisherigen Bauweise nun einfach als Preßteil auszuführen.
In vielen Fällen läßt sich die Teeilzahl von zusammengesetzten Werkstücken verrin-
gern, indem man Lagerungen, Befestigungsschrauben, Anschläge, Aufschriften usw.
gleich mit einpreßt. Bemerkenswert sind die guten Gleiteigenschaften von Preßstoff
gegenüber Stahl, während die Kombination Leichtmetall-Preßstoff einen hohen Rei-
bungskoeffizienten aufweist. Berücksichtigt man noch die guten isolierenden Eigen-
schaften von Preßstoff in elektrischen Aggregaten sowie die hohe Korrosionsbestän-
digkeit der unbearbeiteten glatten Oberfläche, die außer Entgraten meist keiner
Nacharbeit und keines Anstriches bedarf, so erkennt man, daß dem Konstrukteur
vielseitige Anwendungsmöglichkeiten gegeben sind. Kommt man jedoch nach Über-
prüfung aller konstruktiven und fertigungsmäßigen Einzelheiten zu dem Schluß,
daß eine formgepreßte Ausführung nicht zu einer befriedigenden Lösung führt, so
kann noch die Verwendung von Halbzeugen versucht werden.

IV. Halbzeuge aus Kunstharz-Preßstoff.

Die Verwendung von Halbzeugen ist immer dort angebracht, wo man ein Teil
durch einfache mechanische Bearbeitung (drehen, fräsen, bohren, feilen usw.) her-
stellen kann, also die Anfertigung einer Preßform unwirtschaftlich sein würde. Der
Konstrukteur weiß heute genau, daß im Lager neben den Halbzeugen aus Metall
auch die Kunststoff-Halbzeuge zur Verfügung stehen, ein Zeichen dafür, daß sich
der Kunststoff einen festen Platz unter den Konstruktionswerkstoffen erobert hat.
Platten sowie gepreßte oder gewickelte Rohre bzw. Stangen werden meist aus Preß-
stoffen mit Gewebeeinlagen hergestellt. Daneben können auch nach einem beson-
deren Verfahren endlose Stangen, Rohre oder Profile gefertigt werden, allerdings
aus einem Preßstoff mit Holzmehlfüllung.

In Abb. 4 ist anschaulich die Fabrikation von Platten aus Phenoplast mit Ge-
webeeinlagen gezeigt. Spezial-Gewebebahnen werden mit Harz im A-Zustand (noch
flüssig) getränkt, dann durch Hitze getrocknet und hierbei das Harz in den B-Zu-
stand überführt. Die Gewebebahnen werden in Platten geschnitten und in die
Etagenpresse geschichtet eingelegt, unter Hitze (180%) und Druck (100 kg/cm?) wer-
den die Platten (100 min — 28 Std.) gepreßt. Dann Heizplatten gekühlt und die er-
kalteten Preßstoffplatten herausgenommen.

Nach dem Neoresit-Strangpreßverfahren können endlose Profile von beliebiger
Form hergestellt werden. Die fertigungstechnisch erwünschte Anwendung von Pro-
filen in Verbindung mit den besonderen Eigenschaften der Kunstharz-Preßstoffe
eröffnet neue Konstruktionsmöglichkeiten.

Preßvorgang (Abb. 5).

Das Preßpulver gelangt durch einen Fülltrichter T in einen Zylinder Z, von
hier aus wird es durch den Kolben K in die offene Preßform gedrückt, wo sich das
Pulver im Durchlaufen erwärmt und vom ungehärteten in den gehärteten Zustand
übergeht. Der Dorn D ist z. B. bei Rohr-Preßformen im hinteren Teil befestigt, so daß
das an dieser Stelle noch körnige Pulver vorbeigleiten kann.

Abb. 5. Neoresit-Strangpreßverfahren.

Herzschlangen Y

ı
t
N
N
J
ze K
SAN \

m

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\

VDDSDIIAÄNE Ye
Yenottoses WEDTILELELLINISKEERN

Preiss foffrohr d

Kar
\*

Stoßsfornge

Abb. 6. nn ]
Brandschottdurchführung.

Nr. 21/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 319

Zur Herstellung von Strangpreßprofilen eignet sich besonders der Preßstoff Typ S.
Das Einpressen von Gewebeeinlagen oder Metallprofilen ist zur Zeit nicht möglich.
Die kleinste Wandstärke der Profile, z. B. von Rohren, liegt bei 1,5 mm. Die Profile
haben die übliche glatte, korrosionsbeständige Oberfläche von Preßstoffteilen, man
hat es jedoch in der Hand, durch Regelung der Preßgeschwindigkeit die Ober-
flächengüte zu verändern. Die Kosten von Preßstoffprofilen liegen etwa 1/2 bis Ys
niedriger als bei Stahl bzw. Dural. Da es sich bei dem Preßstoff Typ S um einen
aushärtbaren Kunstharz-Preßstoff handelt, ist eine Verformung nach dem Aus-
härten nicht mehr möglich, lediglich während des Preßvorgangs läßt sich der aus der
Maschine kommende Profilstrang in gewissen Grenzen biegen.
V. Konstruktive Gesichtspunkte,

Neben den wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die den Einsatz von Kunststoffen
sehr starkbeeinflussen, ist die konstruktive Eignung in vielen Fällen ausschlag-
gebend. Bei der Gestaltung ist stets darauf Rücksicht zu nehmen, daß es sich bei
dem Gewebe-Preßstoff um ein Material mit Schichtcharakter handelt. Der Quer-
schnittsverlauf bei Preßteilen muß beanspruchungsgerecht so gewählt werden, daß
eine gleichmäßig gute Verteilung der Gewebeeinlage beim Pressen erreicht wird.
Dünne biegungsbeanspruchte Querschnitte sind zu vermeiden, da der Gewebe-Preß-
stoff seiner Eigenschaft nach besser Druckbelastung auf starke Querschnitte senk-
recht zur Faserrichtung aufnehmen kann. Die beanspruchungsgerechte Gestaltung
ist. besonders wichtig bei Preßstoffsorten, die keine Gewebeeinlage besitzen, wie
Preßstoffe "mit. Holzmehlfüllung. Bei diesen Werkstoffen sind schlagartige Bean-
spruchungen-und-starke Deformationen zu vermeiden. Weiterhin ist auf die lineare
Wärmedehnzahl zu achten.

Lineare Wärmedehnzahl: Preßstoff 40—50 X 10—$
Leichtmetall 22 x 10-$

Stahl 11 x 10-8
Diesen Unterschieden in der Wärmeausdehnung muß bei der Gestaltung von Ver-
bindungen Rechnung getragen werden.

Abb. 6—11.

Anwendungsbeispiele: Ein typisches Preßstoffteil im Flugzeugbau ist die Seil-
rolle. Die Oberfläche des Rades ist besonders als Auflage für das Stahlseil geeignet,
ohne daß dieses verletzt oder stark abgenutzt wird.

Kunstharz-Preßstoff ohne Gewebeeinlage verwendet man zur Herstellung von
Knüppelgriffen, die sich durch angenehme Griffeigenschaften auszeichnen, gut aus-
schen und im Preßverfahren billig herzustellen sind.

Überall im Flugzeug, wo die Gefahr besteht, daß sich Metallteile aufeinander
reiben, schaltet man ein Preßstoffteil dazwischen. Dadurch wird der Verschleiß
perahgesetzt, die Korrosionsgefahr verringert und Störung des Funkverkehrs ver-

indert.

Die günstigen Gleiteigenschaften von Stahl auf Preßstoff hatten eine weit-
gehende Verwendung von Gleitlagern und Lagerbuchsen aus Kunstharz-Preßstoff
zur Folge. Auch Zahnräder, Gleitführungen, Bremsbacken, Reibscheiben und viele
andere Kleinteile werden aus Kunstharz-Preßstoff hergestellt. Im Vorrichtungsbau
werden Preßstoff-Halbzeuge gerne verwendet. Die Oberfläche eignet sich besonders
zum Drücken, Bördeln und Umschlagen von Leichtmetallblechen. Aus rohstofftech-
nischen Gründen sind Preßstoffe mit Holzmehl oder Papierschnitzelfüllung heute
den Sorten mit Gewebeeinlagen vorzuziehen.

Abb. 8.
Seilrolle aus Abb. 9. Abb. 10.
| aus Preßstoff. Preßstoff. Stangenführung. Knüppelgriff.
Seite 320 .FLUGSPORT"“ Nr. 21/1942, Bd. 34

VI. Zusammenfassung und Ausblick.

Die heute zur Verfügung stehenden Kunstharz-Preßstoffe haben sich als Kon-
struktionswerkstoffe auch im Flugzeugbau eingeführt, ihre Eignung hat sich an
vielen allerdings meist kleineren Teilen in der Praxis
Abb. 11. bewiesen. Bei Berücksichtigung aller Eigenschaften
Antennen- des Kunstharz-Preßstoffes lassen sich noch viele An-
befestigung. wendungsgebiete erschließen, jedoch muß genaue
Kenntnis des Werkstoffes und seiner Eigenheiten vor-
angesetzt werden. Darüber hinaus sind Bestrebungen
im Gange, auch größere tragende Bauteile am Flug-
zeug in Preßstoff herzustellen. Zweifellos würden sich
N hier wesentliche Vorteile gegenüber der Blechbau-
\ weise herausholen lassen. Es ist auch heute schon
„ gelungen, z. B. Ruder aus Preßstoff zu fertigen, auch
4 ganze Rümpfe und Tragflächen hat man schon aus
x Verbundstoffen auf der Basis Holz-Phenolharz nach
Spezialverfahren hergestellt. Fine nähere Beschreibung einer solchen Bauweise findet
sich im „Flugsport“ Nr. 20/1941, S. 389, wobei es sich jedoch um eine verbesserte
Sperrholzbauweise handelt. Man kann sagen, daß in absehbarer Zeit solche Verfahren

eine Rolle bei der Fertigung von zunächst kleineren Flugzeugen spielen werden.
Die Forschungslaboratorien und Konstruktionsbüros aller Länder haben die
Entwicklung der Kunststoffe, besonders für den Flugzeugbau, aufgegriffen. Seine
erste Anerkennung als Konstruktionswerkstoff hat sich der Kunststoff schon heute
errungen, indem er uns in der Industrie und darüber hinaus im täglichen Leben
dient. Einige seiner Eigenschaften, wie geringes Gewicht, Preßfähigkeit, Korrosions-
beständigkeit und Oberflächenbeschaffenheit lassen erwarten, daß Kunststoffe im

Flugzeugbau zu erhöhter Bedeutung kommen werden.

ag vu

Inhalt.

Eichenlaub mit Schwertern u. Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
verlieh der Führer an Major Hermann Graf, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der
Führer an: Hptm. Helbig, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschw.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Obit. Fr. K. Müller, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.. Fw. Wilh. Crinius, Flug-
zeugf. in einem Jagdgeschw., Oblt. Tonne, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.,
Lt. Hans Beißwenger, in einem Jagdgeschw., Fw. Reinert, Flugzeugf. in einem
Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Quednau,
Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., Hptm. Liesendahl (f), Staffelkapt. in einem
Jagd-Kampfgeschw., Oblt. Michalski, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw., Hptm.
Resch, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw., Hptm. Hamester, Staffelkapt. in einem
Sturzkampfgeschw., Oblt. Moßdorf, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw.,
Ofw. Bevernis, Bordschütze in einem Sturzkampfgeschw., Hptm. Schmidt, Staffel-
kapt. in einem Sturzkampfgeschw., Oblt. Martens, Staffelf. in einem Jagdgeschw.,
Lt. Koerner, Staffelf. in einem Jagdgeschw., Major Diesing, Kommodore eines Zer-
störergeschw., Hptm. Leicht, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw., Lt. Ehrler,
Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Oblt. von Wangelin, Flugzeugf. in einem Kampf-
geschw., Ofw. Heckmann, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Hptm. Fick, Staffelkapt.
in einem Sturzkampfgeschw., Fw. Lucas, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Ofw.
Graßmuck, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.

Hptm. Marseille, der Sieger in 158 Luftkämpfen, Träger des höchsten deut-
schen Tapferkeitsordens, unbesiegt vom Feinde, Fliegertod in Nordafrika. Seine
Beisetzung erfolgte am 2. Okt. auf dem Militärfriedhof von Derna.

Nr. 21/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 321

Hans-Joachim Marseille, 13. Dez. 1919 als Sohn eines Generalmajors in Char-
lottenburg geboren, trat nach bestandener Reifeprüfung 1938 als Jagdflieger in die
Wehrmacht ein. Er erhielt die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und
Schwertern, nachdem er am 2. Sept. 1942 an einem einzigen Tage 16 brit. Flugzeuge
abgeschossen hatte.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. Ok-
tober 1942 zum General der Flieger: den Generalleutnant Harmjanz, zu General-
leutnanten: die Generalmajore: Mertitsch, von Axthelm, Fink, zu Generalmajoren:
die Obersten: Pickert, von der Heyde, zum Generalingenieur: den Oberstingenieur
Graf von Bullion.

Ausland.

Obstlt. Stainforth, engl. Fliegerchef eines Nachtjagdgeschw. im Nahen Osten,
mit 43 Jahren ältester Pilot der engl. Luftwaffe, gefallen. Stainforth stellte 1931
einen Weltrekord von 655 km/h bei einem Flug um den Schneider-Pokal auf.

Brit. Luftwaffe. Mindestalter zur Aufnahme in das Fliegerkorps ist von 16
auf 151/ı Jahre herabgesetzt worden.

Engl. Bombenflugzeuge überflogen am 24. 9. dänisches Gebiet und warfen
Spreng- und Brandbomben.

Obst. Jorge Paez, Oberbefehlshaber der Luftwaffe von Ecuador, wird beschul-
digt, auf seiner Reise nach den USA beim Einkauf von Heeres-Flugzeugmaterial
Geldsummen unterschlagen zu haben. Er wurde in Haft genommen.

Luftwaffe.

Führerhptquart., 25. 9. 42. (DNB.) OKW.: Bei der Bekämpfung von Schiffs-
zielen vor der Kaukasusküste wurden 2 Frachtschiffe durch Bombentreffer schwer
beschädigt. — Flugplätze ostwärts Stalingrad wurden bei Tag und Nacht bom-
bardiert. — Nächtliche Bombenangriffe setzten abermals Ölbehälter bei Saratow
in Brand. — Im Mündungsgebiet der Wolga und ostwärts des Stromes wurden
2 Tanker versenkt, 2 Lastkähne beschädigt und 1 Munitionszug zur Explosion
gebracht. — Brit. Bomber führten in der vergangenen Nacht Störflüge über Ost-
und Nordsee durch. Nachtjäger schossen ein Flugzeug, Marineflak und Vorposten-
boote 5 brit. Flugzeuge ab. — Nach wirksamen Tiefangriffen leichter deutscher
Kampfflugzeuge bei Tage gegen milit. Ziele an der engl. Südküste wurde in der
vergangenen Nacht ein Verkehrsknotenpunkt im Südwesten der Insel mit Bomben
belegt.

Führerhptquart., 26. 9. 42. (DNB.) OKW.: Im Nordwestteil des Kaukasus und
am Terek durchbrachen deutsche und verbündete Truppen mit wirksamer Unter-
stützung der Luftwaffe mehrere stark ausgebaute feindl. Stellungen. — Ein
Transportschiff und ein großer Schleppkahn erhielten Bombentreffer. — Kampf-
flugzeuge warfen bei Nachtangriffen Bahnhofsanlagen und Öllager der Stadt
Astrachan in Brand. — Bei einem milit. wirkungslosen Tagesangriff auf das Stadt-
gebiet von Oslo schossen deutsche Jäger 3 von 4 brit. Bombern ab. — Die Luft-
waffe bekämpfte in der vergangenen Nacht eine Hafenstadt in Südwestengland
mit Spreng- und Brandbomben.

Führerhptquart., 27. 9. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bombardierte die
Häfen Tuapse und Chosta und beschädigte ein Frachtschiff durch Bombentreffer.
— Im Stadtkern von Stalingrad stürmte Infanterie mehrere Bunkeranlagen und
Häuserblocks und stieß, von Sturzkampfflugzeugen unterstützt, an weiteren Stellen
bis zur Wolga vor. Entlastungsangriffe gegen die nördl. Abriegelungsfront wurden
abgewiesen. — Zusammengefaßte Luftangriffe fügten den Sowjets hohe Verluste
zu. — Deutsche und rumänische Kampffliegerverbände setzten die Zerschlagung
des feindl. Nachschubs auf den Bahnstrecken im Gebiet der unteren Wolga fort. —
Bei Rschew griff der Feind einen Teilabschnitt der Front mit starken, von Panzern
und Fliegern unterstützten Kräften erneut an. Die harten Kämpfe sind noch im
Gange. — Südl. des Ladoga-Sees wurden mehrere feindl. Angriffe unter hohen
blutigen Verlusten des Feindes abgewiesen und weitere Bereitstellungen durch
zusammengefaßtes Feuer aller Waffen und den Einsatz der Luftwaffe zerschlagen.
— Die Sowjets verloren am gestr. Tage 50 Flugzeuge; 3 eigene Flugzeuge werden
vermißt. — In Nordafrika führten deutsche Kampfflugzeuge am 25. 9. einen
überraschenden Angriff gegen den brit. Stützpunkt in der Oase Kufra. Bomben-
treffer und Bordwaffenbeschuß riefen Zerstörungen und Brände in den Befesti-
gungs- und Flugplatzanlagen sowie in Truppenunterkünften hervor. — Deutsche

Seite 322

„FLUGSPORT“ Nr. 21/1942, Bd. 34

Jäger schossen am 26. 9. bei Begleitschutz und freier Jagd ohne eigene Verluste
8 brit. Jagdflugzeuge ab. — Der Flugplatz Heliopolis bei Kairo wurde in der ver-
gangenen Nacht mit Bomben belegt. — An der Kanalküste und bei nächtlichen
Störflügen im Gebiet der Nord- und Ostsee wurden 4 brit. Flugzeuge abgeschossen.
— Hptm. Graf, Staffelkapt. in einem Jagdgeschw. errang am 26. 9 seinen 200, bis
202. Luftsieg.

Führerhptquart., 28. 9. 42. (DNB.) OKW.: Im Kampf um Stalingrad stießen
die deutschen Truppen nunmehr auch gegen die nördl. Stadtteile vor. Das bisher
eroberte Stadtgebiet wurde restlos vom Feind gesäubert. Die Angriffe wurden
durch zusammengefaßtes Feuer der Artillerie des Heeres und der Flakartillerie
der Luftwaffe und von massiert eingesetzten deutschen, rumänischen und kroati-
schen Nahkampffliegerkräften wirksam unterstützt. — An der Eismeerfront griff
die Luftwaffe bei Tag und Nacht sowj. Flugstützpunkte an. Deutsche Jäger
schossen dabei ohne eigene Verluste 26 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhpiquart., 29. 9. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bombardierte das
Hafengebiet von Tuapse und beschädigte im Schwarzen Meer 2 Schiffe mittlerer
Größe. — Im nördlichen Frontabschnitt wurden bei einem eigenen Angriff von
Truppen des Heeres und der Luftwaffe zahlreiche sowj. Kampfstände vernichtet,
und dem Feind hohe blutige Verluste zugefügt. — Das Stadt- und Hafengebiet
von Archangelsk wurde in der vergangenen Nacht mit Bomben angegriffen. Es
entstanden ausgedehnte Brände. — Deutsche Kampfflugzeuge erzielten bei
Tagesangriffen im Tiefflug Bombentreffer in kriegswichtigen Anlagen mehrerer
Orte Südostenglands. — Ostwärts Great Yarmouth wurde ein Frachtschiff durch
Bombenwurf schwer beschädigt.

Führerhptquart., 30. 9. 42. (DNB.) OKW.: Im Nordabschnitt fügten starke
Verbände der Luftwaffe und kroatische Kampfflieger hierbei den Sowjets hohe
Verluste zu. — Archangelsk wurde in der vergangenen Nacht erneut bombardiert.
Ausgebreitete Brände ließen die gute Wirkung dieser Angriffe erkennen. — In
der Zeit vom 15. bis 28. Sept. wurden 816 Sowjetflugzeuge in Luftkämpfen, 131
durch Flakartillerie der Luftwaffe und 22 durch Verbände des Heeres abgeschos-
sen, 4 erbeutet, 17 weitere am Boden zerstört, so daß die Gesamtverluste 990
Flugzeuge betrugen. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 77 eigene Flug-
zeuge verloren. — In der letzten Nacht flogen brit. Bomber in geringer Zahl in das
Gebiet der Ostsee ein. 2 Flugzeuge wurden abgeschossen. — Deutsche Kampf-
flugzeuge führten bei Tage Tiefangriffe gegen milit. Ziele an verschiedenen Orten
Süd und Südostenglands mit Erfolg durch.

Führerhptquart., 1. 10. 42. (DNB.) OKW.: In Stalingrad drangen die Angriffs-
truppen, unterstützt durch Verbände der Luftwaffe, in mehreren Stoßkeilen weiter
in den Nordteil der Stadt ein. — Die rückwärtigen Bahnlinien des Gegners im
Gebiet der unteren und mittleren Wolga sowie im Raum um Moskau wurden von
der Luftwaffe bei Tag und Nacht angegriffen. — Bei Rschew führten eigene An-
griffshandlungen trotz zähen feindl. Widerstandes zu örtlichen Stellungsverbesse-
rungen. Ansammlungen des Feindes wurden durch Artilleriefeuer und Luft-
angriffe zerschlagen, so daß es gar nicht zu den beabsichtigten Angriffen kam. —
Im Golf von Suez beschädigten Kampfflugzeuge ein großes Handelsschiff schwer.
— Bei Tagesvorstößen einzelner brit. Bomber zur Kanalküste und nächtl. Stör-
flügen im Bereich der Nordsee wurden 4 feindl. Flugzeuge zum Absturz gebracht.
— Deutsche Flugzeuge bombardierten am Tage Bahnanlagen und Werke der
Rüstungsindustrie sowie milit. Ziele an mehreren Orten in Süd- und Südost-
England. — Im gleichen Zeitraum vernichtete die deutsche Luftwaffe 35 Handels-
schiffe mit 242500 BRT. und beschädigte weitere 8 Handelsschiffe. An feindl.
Kriegsfahrzeugen versenkte die Luftwaffe einen Kreuzer und unter Mitwirkung
von Küstenbatterien 5 Zerstörer, mehrere Bewacher, ein Vorpostenboot und eine
größere Anzahl von Motor-Torpedobooten, sowie Landungsfahrzeugen aller Art.
— Damit hat die brit.-amerikan. Schiffahrt im September allein durch deutsche
Kampfhandlungen 161 Schiffe mit zusammen 1 011 700 BRT. verloren. Weitere 22
Handelsschiffe wurden beschädigt. — Hptm. Hans-Joachim Marseille, Träger der
höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung, fand, unbesiegt vom Feinde, auf
dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz den Fliegertod. Erfüllt von unbändigem
Angriffsgeist hat dieser junge Offizier in Luftkämpfen 158 brit. Gegner bezwun-
gen. Die Wehrmacht betrauert den Verlust eines wahrhaft heldenhaften Kämpfers.

Führerhptquart.,, 2. 10. 42. (DNB) OKW.: Nahkampffliegerkräfte unter-
stützten die Divisionen des Heeres und schirmten die Abwehrflanke zwischen

®

Nr. 21/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 323
Don und Wolga ab. — Deutsche und rumänische Kampfflugzeuge setzten die
Zerschlagung wichtiger Bahnstrecken im Gebiet der unteren Wolga fort. — An

der Donfront fügten deutsch-italien. und ungarische Luftstreitkräfte dem Feinde
hohe Verluste an schweren Waffen und rollendem Material aller Art zu. —
Auf dem Ladogasee versenkten Kampfflugzeuge einen Bomber und beschädigten
ein Frachtschiff durch Bombenwurf. — In Nordafrika bekämpften leichte
deutsche Kampfflugzeuge an der Alameinfront feindl. Batteriestellungen und
Betriebsstofflager. — Brit. Bomber führten in der vergangenen Nacht milit.
wirkunglose Angriffe auf einige Ort norddeutschen Küstengebietes durch. Die
Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. 22 der angreifenden feindl. Bomben-
flugzeuge wurden abgeschossen. — Die brit. Luftwaffe verlor in der Zeit vom
20. bis 30. Sept. 95 Flugzeuge, davon 34 über dem Mittelmeer und in Nordafrika.
Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 18 eigene
Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 3. 10. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche und rumänische Luft-
streitkräfte bekämpften den feindl. Nachschubverkehr auf den Bahnstrecken am
Kaspischen Meer und im Gebiet der unteren Wolga. — Luftangriffe mit vernich-
tender Wirkung wurden gegen Bahnlinien und Truppenausladungen der Sowjets
südostwärts des Ilmensees geführt. — Die Schlacht südl. des Ladogasees endete
mit einem vollen Erfolg. Truppen des Heeres haben in vorbildlichem Zusammen-
wirken mit Verbänden der Luftwaffe die nach harten Kämpfen eingeschlossenen
Kräfte des Feindes in Stärke von 7 Divisionen vernichtet, 12370 Gefangene ein-
gebracht, 244 Panzer, 307 Geschütze, 491 Granatwerfer und 843 Maschinen-
gewehre sowie zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet.
Die Verluste des Feindes an Toten betragen über 28000. — Nach einzelnen wir-
kungslosen Tagesstörflügen griffen brit. Bomber in der vergangenen Nacht west-
deutsches Gebiet an. Die Bevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln mehrerer
Städte, insbesondere in Krefeld, entstanden Sach- und Gebäudeschäden. 5 der
angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. Weitere 7 Flugzeuge verlor der
Feind bei Tagesangriffen gegen die besetzten Westgebiete. — Leichte deutsche
Kampfflugzeuge führten am gestrigen Tage Tiefangriffe gegen kriegswichtige
Anlagen an der Südküste Englands.

Führerhptquart., 4. 10. 42. (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte vor den
eigenen Angriffsspitzen feindl. Kolonnen und Truppenbereitstellungen der
Sowjets. — Im nördlichen Stadtgebiet von Stalingrad unterstützten starke Nah-
kampffliegerkräfte und Flakartillerie der Luftwaffe die Verbände des Heeres. —
Weitere Fliegerkampfkräfte setzten die Zerschlagung sowj. Nachschubverbin-
dungen fort. Eine größere Anzahl feindl. Transportzüge wurde vernichtet, ein
Motorschiff auf der Wolga versenkt. — Nächtl. Bombenangriffe richteten sich
gegen Flugplätze und Artilleriestellungen der Sowjets ostwärts der Wolga.

Abgeschossener USA-Bomber in der EI Alameinstellung.

Weltbild
Seite 324 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 5. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Nordwestteil des Kaukasus und
südl. des Terek warfen deutsche Truppen, unterstützt durch Verbände der Luft-
waffe, den Feind aus Bunker- und Waldstellungen. — Im Hafen Tuapse beschä-
digten Kampfflugzeuge einen Sowjettanker von 7000 BRT. — Im Kampf um
Stalingrad nahmen Infanterie- und Panzerverbände in engem Zusammenwirken
mit Nahkampffliegerkräften in hartnäckigen Häuserkämpfen weitere Teile des
nördl. Stadtgebietes. — Nächtliche Bombenangriffe richteten sich gegen sowj. Flug-
plätze, Artilleriestellungen und Bahnstrecken ostwärts der Wolga. — Auch die
Luftwaffe setzte ihre Angriffe gegen feindl. Bunker, Panzer und Truppen-
ansammlungen fort. Im Finnischen Meerbusen wurde ein Räumboot durch
Bombentreffer beschädigt. — Im gleichen Zeitraum versenkte die Luftwaffe im
Schwarzen Meer, auf der Wolga und auf dem Ladogasee 11 Handelsschiffe und
beschädigte 26 Schiffe sowie ein Schwimmdock. An Kriegsfahrzeugen wurden ein
Kanonenboot, ein Torpedoboot, ein Räumboot und ein Bewacher versenkt, 2 Minen-
suchboote, 3 Kanonenboote und 4 Bewacher beschädigt.

Führerhptquart., 6. 10. 42. (DNB.) OKW.: In Stalingrad wurden in harten
Einzelkämpfen neue Fortschritte erzielt. Kampfflugzeuge und Nahkampfllieger-
kräfte unterstützten die Sturmtruppen des Heeres. — Einzelne brit. Flugzeuge
überflogen am gestr. Tage norddeutsches und westdeutsches Gebiet. Einzelne
Sprengbomben richteten nur geringen Schaden an. In der vergangenen Nacht
unternahm die brit. Luftwaffe Störangriffe auf holländisches und westdeutsches
Gebiet. Die Bevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln einiger Städte entstanden
Brände, Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden 4 der an-
greifenden Bomber durch Nachtjäger und Flakartillerie abgeschossen.

Führerhptquart., 7. 10. 42. (DNB.) OKW.: Südostw. des Ilmensees macht d. eigene
Angriff gegen zähen Widerstand in unwegsamem Wald- und Sumpfgelände gute
Fortschritte. Deutsche Sturzkampfverbände und kroatische Kampfflieger hatten
an diesen Kämpfen besonderen Anteil. — In heftigen Luftkämpfen über der Insel
Malta schossen deutsche Jäger 2 brit. Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. — Von
einzelnen Flugzeugen bei Tagesstörflügen über dem Westen Deutschlands abge-
worfene Sprengbomben verursachten nur geringen Schaden. Nachtangriffe der
brit. Luftwaffe richteten sich gegen nordwestdeutsches Gebiet, vor allem gegen
die Stadt Osnabrück. Die Bevölkerung hatte Verluste. Es entstanden Zerstörungen
und Brandschäden vorwiegend in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden.
6 der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.

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Stand vom 1. Oktober 1942.

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litky, Gablonz a. N., 20 min 35 sec; Handstart-Strecke: O. Michalicka, Dresden,
24 000 m. Handstart-Dauer: A. Lippmann, Dresden, 1 h 08 min.
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Bodenstart-Strecke: liegen z. Z. noch keine Ergebnisse vor; Bodenstart-Dauer:
G. Sult, Königsberg/Pr., 4 min 16 sec; Handstart-Strecke: A. Militky, Gablonz a. N.,
1152 m: Handstart-Dauer: A. Militky, Gablonz a. N., 4 min 16 sec.

“  *®) Letzte Veröffentlichung „Flugsport“ Nr. 14/42, S. 226—227.

Nr. 21/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT" Seite 325

Klasse: Rumpfflugmodelle mit Verbrennungsmotor.
Bodenstart-Strecke: G. Holl, Essen, 112400 m: Bodenstart-Dauer: J. Schmidt
Allenstein, 1 h 15 min 33 sec.
Klasse: Nurflügel-Flugmodelle mit Verbrennungsmotor.
_Bodenstart-Strecke: liegen z. Z. noch keine Ergebnisse vor: Bodenstart-Dauer:
G. Maibaum, Magdeburg, 19 min 43 sec.
Klasse: Wasserflugmodelle mit Gummimotor.
Wasserstart-Dauer: H. Hebel, Hannover, 15 min 42 sec.
Klasse: Wasserflugmodelle mit Verbrennungsmotor.
Wasserstart-Dauer: K. Berendt, Köthen, 41 min.
Klasse: Schmwingenflugmodelle mit Gummimotor.
| Bodenstart-Dauer: A. Militky, Gablonz a. N.. 50 sec: Handstart-Dauer: K. Barth.
Schwäbisch-Hall, 1 min 35 sec.
Klasse: Schwingenflugmodelle mit Verbrennungsmotor.
Bodenstart-Dauer: A. Lippisch, Augsburg. 4 min 15 sec: Handstart-Dauer:
A. Lippisch, Augsburg. 16 min 08 sec.

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Klasse: Filmbespannte Saalflugmodelle.
Handstart-Dauer: A. Militky, Gablonz a. N., 12 min 53 sec.
Klasse: Papierbespannte Saalflugmodelle.

Handstart-Dauer: H. Kermeß, München, 9 min 28 sec.
Klasse: Filmbespannte Nurflügel-Flugniodelle.
Handstart-Dauer: R. Eppler, Schwäbisch-Hall, 13 min 33 sec.
Klasse: Papierbespannte Nurflügel-Flusmodelle.
Handstart-Dauer: N. Budnowski, Königsberg/Pr.. 7 min 12 sec.
Klasse: Schwingenflugmodelle
Handstart-Dauer: A. Militky, Gablonz a. N., 5 min SI sec.
Klasse: Drehflügel-Flugmodelle.
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IXAXIV. Jahrgang

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23 11. November
24 25. November
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8, Preis 80 Pt.

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nicht an Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport”, Frankfurt a. M., nted in Germany

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Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten’ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 22 28. Oktober 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 11. November 1942

Wildwest!

Die völkerrechtswidrigen Verstöße britischer Flugzeuge scheinen eine
neue Kampfgewohnheit zu werden. Sanitätsflugzeuge und sogar Wüsten-
lazarette werden in rücksichtsloser und grausamster Weise beschossen
und die bedauernswerten hilflosen Insassen getötet. Die Genfer Konven-
tion scheint für die Briten nicht mehr zu existieren. Mit Terrorangriffen
auf die deutsche Zivilbevölkerung hat man das deutsche Volk nicht zer-
mürben können, man hat das Gegenteil erzielt. Die Rücksichtslosiekeit,
Brutalität und unritterliche Kanıpfesweise achsenfeindlicher Flieger macht
sich überall bemerkbar. Das Maß ist zum Überlaufen voll!

Nach einer Äußerung der japanischen Regierung Hori am 21. 9. wer-
den feindliche Flieger, die sich bei einem Angriff auf japanische Gebiete
Grausamkeiten der Zivilbevölkerung gegenüber zuschulden haben kommen
lassen, mit schweren Strafen belegt. Bei dem Angriff am 17. April, als
Kinder auf einem Schulhof beschossen wurden, waren es USA-Flieger, die
solche Heldentaten in Wildwestmanier vollbrachten.

Verstöße gegen die Abmachungen der Genfer Konvention sind un-
auslöschlich in der Geschichte verzeichnet. Vielleicht sind es Verzweif-
lungsakte infolge der vielen verlorenen Schlachten..Schandmale in der
Kriegsgeschichte unserer Gegner.

USA Douglas DB-19 Sturzbomber.

Der DB-19 ist ein einmotoriger Tiefdecker, freitragend in Ganzmetall-
bauweise.

Flügel dreiteilig, Ansatzflügel starke V-Stellung. Flügelschnitt
NACA 2412. Bremsklappen, hydraulisch betätigt.

Rumpf Formringe, Längsprofile mit Glattblechbelag. Sitze hinter-
einander.

Langer Sichtaufbau mit Schiebehaube.

Höhen- und Seitenleitwerk freitragend, metallbedeckt. Trimmklap-
pen am Höhen- und Seitenruder.

Fahrwerk in eine unter dem Mittelstück liegende ‘Verkleidung hydrau-
lisch hochziehbar, so daß noch ein Teil des Rades heraussteht.

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 40.

Seite 328 „»„FLUGSPORT“

Nr. 22/1942, Bd. 34

QS
8
N

m

Motor Pratt &
Whitney Twin Wasp
Junior SD4—-G 750
PS-Motor.

Spannweite 12,65 m,
Länge 9,67 m, Höhe
3,02 m, Flügelfläche
293 m’,  Flächen-
belastung 100 kg/m},

Leistungsbelastung
3,9 kg/PS, Höchstge-
schwindigkeit 358 km/
h, Reise- 309 km/h,
Landegeschw. mit
Klappenbetätigung 96

km/h, Gipfelhöhe
7620 m, Steigfähigkeit
6,5 m/sec, Reichweite
1575 km.

Douglas DB-19.
Zeichnung Flugsport

USA Douglas B-19 Viermotor.
Douglas B-19 hat am 8. 11. 1941 seine Flugversuche beendet.
Spannweite 64 m, normales Fluggewicht 63,5 t,

überbelastet 72 t (vgl.
„Flugsport“ 1940,
S. 428). Höchst-
geschw. 335 km/h,
Reisegeschw. 300
km/h.Flightschrieb
unter dem 11. 12.
1941 hierüber, daß
die Leistungen
nicht berühmt
seien. Die Douglas-
Konstrukteure ha-
ben jedenfallsschon

‘an Stelle der Wright

Führerstand des
Douglas B-19.
10 Mann Besatzung.
Bild Flight

USA Douglas B-19 mit vier Wright-Cyclone-Motoren von je 2000 PS machte 1941

den ersten Versuchsflug.

Bild Aero Digest

Nr. 22/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 329

bei der Konstruktion
damit gerechnet, daß

Duplex Cyelone Mo-
toren mit 2000 PS
Startleistung, die eine
Leistungsbelastung
von ca. 7,65 kg/PS er-
geben, durch größere
Motoren ersetzt wer-
den müssen. Betriebs-
stoff 4150 1. Dreiblatt-
luftschrauben Durch-

messer 4,8 m.

USA Douglas B-19.
Hinterer Rumpfteil.
Bild Flight .

Mercedes-Benz-Flugmotoren seit 1888*).

Der erste überhaupt zum Antrieb eines Luftfahrzeuges verwendete
Benzin-Explosionsmotor war der in Abb. 1 gezeigte 2-PS-Daimler-Einzylin-
dermotor, der in dem von dem Leipziger Buchhändler Dr. Wölfert kon-
struierten Lenkluftschiff eingebaut war (erster Aufstieg im August 1888).

Das erste Flugzeug mit Antrieb durch Verbrennungsmotor wurde
1900/01 von dem österr. Ingenieur Wilhelm Kreß erbaut, der schon mit
Lilienthal in Verbindung stand; zum Antrieb diente ein etwas „frisierter“
30/35-PS-Daimler-Mercedes-4-Zyl.-Automobilmotor. Leider wurde das
Kreßsche Flugzeug (Abb. 2) bei einem mißglückten Start im Oktober 1901
restlos zerstört.

In den folgenden Jahren entwickelten sich aus den Automobilmotoren
dann die ersten eigentlichen deutschen Flugmotoren. So brachten 1909/10
die Daimler-Werke einen für damalige Begriffe bemerkenswert fortschritt-
lichen 50/55-PS-4-Zyl.-Flugmotor heraus, mit dem der Flieger Schendel

*) Ausführliche Typenbeschreibung vergleiche „Flugsport“: 1910 S. 711, Daim-
ler 70 PS. — 1912 S. 250. Daimler-Mercedes 4 Zyl. 50 PS, 4 Zyl. 65 PS, 6 Zyl. 125 PS.
— 1913 5. 81. Kaiserpreis Motor Benz, 4 Zyl. 100 PS. — 1918 S. 585. Benz-Motor,
6 Zyl. 230 PS. — 1928 5. 430. Auf der Ila, Berlin, Mercedes-Benz-Motoren. — 1935
S. 475. Diesel Mercedes-Benz „OF 2“, 6 Zyl. 700 PS. — 1936 S. 584. Daimler-Benz-
Diesel-Motor „LOF 6“, 12 Zyl. 900/1200 PS. — 1937 S. 554. Mercedes-Benz „DB (09%,
12 Zyl. hängend 800/
1000 PS. — 1938 S. 233.
Daimler „DB 600“.
S. 280. — 1939 S. 379
Daimler-Benz. „DB
601a“ Finspritzmotor.

Abb. 1. 4-PS-Daimler-
Motor, 1888 erstmalig
als Luftschiffmotor
verwendet. (In der
Gondel der Leipziger
Buchhändler Dr.
Wölfert.)

Seite 330 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1942, Bd. 34

Abb. 2. Erstes Flugzeug der Welt mit Antrieb durch Verbrennungsmotor (1900/01).

Das von dem Österreicher Wilh. Kreß konstruierte Wasser-Flugzeug mit 35/40-PS-

Mercedes-4-Zyl.-Motor. Vor dem hinteren Tragdeck der Erbauer Wilh. Kreß (mit
weißem Spitzbart).

einen neuen deutschen Höhenrekord aufstellte. Mit dem im Jahre 1911 er-
schienenen 70-PS-Daimler-Mercedes-4-Zyl.-Flugmotor wurde der von der
„Automobil- und Flugtechnischen Gesellschaft“ ausgesetzte Preis für den
besten deutschen Flugmotor errungen.

Im darauffolgenden Jahr (1912) entwickelten die Daimler-Werke eine
Abart dieses Motors mit hängenden Zylindern und untersetzter hohler Pro-
pellerwelle. Dies war der erste Flugmotor, durch dessen Propellerwelle
man mit einem Maschinengewehr schießen konnte. Trotz ihrer Vorzüge
vermochte sich die hängende Zylinderanordnung jedoch zunächst nicht
durchzusetzen. Die Schmierung ließ sich mit den damaligen Mitteln der
Technik noch nicht sicher genug beherrschen.

Der am 27. 1. 1912 gestiftete Kaiserpreis, der für den besten deutschen
Flugmotor 50000 RM aussetzte, führte zu neuen Höchstleistungen. Die
Benz-Werke wählten für den Wettbewerbsmotor, zugleich ihren ersten
Flugmotor, die Vierzylinder-Bauart, da diese den Wertungsbestimmungen
am besten zu entsprechen schien. Der 100-PS-Flugmotor (Abb. 3) zeigte
sich allen Mitbewerbern überlegen und wurde mit dem „Kaiserpreis 1913“
ausgezeichnet.

. Bereits während des Wettbewerbs hatte die Firma mit der Entwick-
lung von drei 6-Zyl.-Flugmotoren-T'ypen begonnen, die nach genau den
gleichen Grundprinzipien wie der siegreiche „Kaiserpreis“-Motor konstru-
iert waren. Dank seines gleichförmigen Drehmoments und besseren Mas-
senausgleichs arbeitet der Sechszylinder bekanntlich wesentlich ruhiger
und erschütterungsfreier als der Vierzylinder. In der Tat bewährten sich
die drei ersten 6-Zyl.-Flugmotorentypen mit den Musterbezeichnungen
„BZ 1“ (88/95 PS), „BZ 2“ (110/125 PS) und „BZ 3“ (150/165 PS) in der Praxis

ausgezeichnet.

Zu Abb. 3 bis 10, S. 331:
Abb. 3. 4-Zyl.-100-PS-Benz-Flugmotor errang im Flugmotoren-Wettbewerb im
Jahre 1912 den Kaiserpreis. — Abb. 4. Mercedes-Flugmotor 1915, 6 Zyl., 160 PS.
Auspuffseite. (Bohrung: 140 mm, Hub: 160 mm, Umdrehungen in der min: 1400.) —
Abb. 5. 250-PS-Benz-12-Zyl.-Flugmotor 1914/15. — Abb. 6. 500-PS-Mercedes-18-Zyl.-
Flugmotor in W-Form. — Abb. 7. 800/1000-PS-Mercedes-Benz-12-Zyl.-Flugmotor
„E' 2“ (1927/28). — Abb. 8. 700/750-PS-,Mercedes-Benz-12-Zyl.-Diesel-Flugmotor Typ
„OF 2“. — Abb. 9. Mercedes-Flugmotor F 7502, 1925, 20 PS. Boxer-Motor, luftge-
kühlte Zylinder, Bohrung: 75 mm, Hub: 100 mm, Gesamtvolumen: 0,9 1, n = 3000,
. Gewicht: 48 kg. Hängende Ventile (je 2 pro Zylinder) durch Stoßstangen und Kipp-
hebel gesteuert, Bosch-Hochspannungsmagnetzündung, Mercedes-Bremsdüsen-
Vergaser. — Abb. 10. Auf einem Feldflugplatz im Osten. Wartungsarbeiten an dem
Mercedes-Benz-Flugmotor DB 601 eines vom erfolgreichen Feindflug zurückge-
kehrten Messerschmitt-Jägers Me 109.

Nr. 22/1942, Bd. 34

.FLUGSPORT“

Seite 331

Mercedes-Benz-Flugmotoren Abb. 3—10.

Werkbild (10)*
Seite 332 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1942, Bd. 34

Die Nachfolge des 70-PS-4-Zyl.-Daimler-Mercedes-Flugmotors traten
1912/13 die beiden zu Weltberühmtheit gelangten 6-Zyl.-I'ypen von 75/85
PS und 100/105 PS an. An Stelle der bis dahin verwendeten Gußzylinder be-
saßen diese beiden Baumuster Stahlzylinder, die fortan zum typischen
Kennzeichen der Daimler-Mercedes-Flugmotoren wurden. An dem rapiden
Aufschwung des deutschen Flugwesens in den beiden letzten Jahren vor
Ausbruch des Weltkrieges haben die 75/85-PS- und 100/105-PS-Flugmotoren
hervorragenden Anteil gehabt; sie errangen eine ganze Reihe von Welt-
rekorden, darunter den absoluten Höhen-, Dauer- und Streckenweltrekord.

Der Weltkrieg forderte gebieterisch immer höhere Leistungen von
Flugzeugen und Motoren und trieb die technische Entwicklung in außer-
zewöhnlichem Ausmaß voran. Auch auf fabrikatorischem Gebiet wurden
an die wenigen deutschen Flugmotorenfabriken sehr große Anforderungen
gestellt. Rund 45000 Flugmotoren wurden während des Weltkrieges in
Deutschland hergestellt, davon nicht weniger als 32900 in den Daimler-
und Benz-Werken.

Auf Grund der mit den Typen „BZ 1“, „BZ 2“ und „BZ 3“ gesammelten
Erfahrungen entstand das Baumuster „BZ 4“, ein Sechszylinder mit einer
Leistung von 200/220 PS. Die Daimler-Werke entwickelten aus ihrem er-
folgreichen 100-PS-Sechszylindertyp („D I“) zunächst ein etwas stärkeres
Baumuster von 120/125 PS („D II“) und hieraus wiederum ein noch stärke-
res von 160/170 PS („DIET“) (Abb. 4). Mit diesem Motor hat u. a. der „Rote
Kampfflieger“ Rittmeister Manfred von Richthofen viele Luftsiege er-
rungen. Hauptsächlich zur Verwendung in Bombenflugzeugen wurde 1915
ferner der 260-PS-6-Zyl. „D IVa“ geschaffen.

Auch der Weg, die Motorleistung durch Erhöhung der Zylinderzahl zu
steigern, wurde damals erfolgreich beschritten. Um die Jahreswende
1914/15 lief der erste Benz-12-Zyl.-Flugmotor, der bei 1400 U/min eine
Leistung von 250 PS besaß, auf dem Prüfstand (vgl. Abb. 5). Jedoch ent-
schied der damalige Chefingenieur der Inspektion der Fliegertruppen, daß
die Entwicklungsarbeiten an diesem Motor vorzeitig abgebrochen werden
mußten. So kam es nicht zur Aufnahme der Serienfabrikation.

Erst drei Jahre später (1917) entstanden mit den Typen „BZ 5b“ und
„BZ 6“ neue 12-Zyl.-Flugmotoren. Der „BZ 5b“ leistete bei 2000 U/min bis
450 PS und wog trocken 430 kg, also noch nicht einmal 1 kg je PS. Die
Luftschraubenwelle war durch ein Umlaufgetriebe zur Kurbelwelle im
Verhältnis 19 : 29 untersetzt. Hierdurch paßte man die Drehzahl der Luft-
schraube einem besseren Wirkungsgradbereich an.

Der „BZ 6“ war der stärkste während des Weltkrieges gebaute deutsche
T'lugmotor: bei 1600 U/min entwickelte er eine Höchstleistung von 675 PS.
Das Untersetzungsgetriebe für die Luftschraubenwelle war getrennt vom
Kurbelgehäuse vor dem Motor angeordnet und federnd mit der Kurbel-
welle gekuppelt. Da ausreichend betriebssichere Zwölfzylinder-Zünd-
magnete damals nicht zur Verfügung standen, wurden 4 Sechszyl.-Magnete
verwendet.

Bei den Daimler-Werken entstand 1915 ein 220-PS-Reihen-8-Zyl.-
Flugmotor für Fernaufklärer und Bomber. Im gleichen Jahr wurde ferner
init der Entwicklung eines 500-PS-18-Zyl.-Flugmotors in W-Form (Abb. 6)
begonnen, der seiner Zeit weit voraus war.

Für Jagdflugzeuge wurden besonders kurz und gedrängt gebaute
8-Zyl.-Schnelläufer in V-Form entwickelt. Es waren dies der 185-PS-,D
11Ib“- und der 195/260-PS-,,BZ 3b“-Motor.

Schon im Weltkrieg kam der Ruf nach immer größeren Flughöhen auf.
Dieser Forderung stand aber entgegen, daß mit zunehmender Höhe die
Luftdichte abnimmt und damit die Motorleistung sinkt. Diesem Leistungs-
abfall versuchten die Benz-Werke durch „Überkomprimierung“ und „Über-

Nr. 22/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 333

dimensionierung“ des Motors entgegenzuwirken, was sich freilich nur für
verhältnismäßig geringe Flughöhen als ausreichend erwies. Die Daimler-
Werke begannen als erste Flugmotorenfabrik der Welt 1916 mit systema-
tischen Versuchen zur „Aufladung“ ihrer Flugmotoren mit Hilfe eines Ge-
bläses oder Kompressors. Im Herbst 1918 hätte mit der Serienfabrikation
von Gebläseflugmotoren begonnen werden können. Der unglückliche Aus-
gang des Krieges machte jedoch alle dahin zielenden Absichten und Pläne
zunichte.

Auf Grund des Versailler Friedensdiktats mußten die in der entmili-
tarisierten Zone gelegenen Benz-Werke die Flugmotorenfabrikation gänz-
lich einstellen.

Auch bei den Daimler-Werken lag der Flugmotorenbau in den ersten
Nachkriegsjahren völlig still. Erst nach Aufhebung des der deutschen
Luftfahrtindustrie durch die ehemaligen Feindmächte auferlegten Bauver-
bots (Mai 1922) konnte mit der Entwicklung eines luftgekühlten 2-Zyl.-
Boxer-Motors für leichte Sportflugzeuge begonnen werden. Bei 3000 U/min
leistete der in Abb. 9 gezeigte Motor 20 PS und wog 48 kg; die Propeller-
welle war durch ein Planetengetriebe im Verhältnis von 3 : 1 zur Kurbel-
welle untersetzt. Im „Deutschen Rundflug 1925“ entfielen in der Gruppe A
die drei ersten: Preise auf Flugzeuge mit diesen Motoren. Mit dem gleichen
Motor führte Freiherr von König-Warthausen 1928 einen Flug um die Welt
aus und wurde für diese Leistung mit dem „Hindenburg-Pokal“ ausge-
zeichnet.

Nach langwierigen und mühseligen Verhandlungen gelang es im Früh-
jahr 1926 endlich, wenigstens die teilweise Aufhebung der über die deutsche
Luftfahrt verhängten Beschränkungen durchzusetzen. Im Sommer des glei-
chen Jahres schlossen sich-die Daimler- und Benz-Werke durch Fusion zur
Daimler-Benz Aktiengesellschaft zusammen.

Noch im Laufe des Jahres 1926 wurde der Bau des bereits im Weltkrieg
bewährten 6-Zyl.-Flugmotors „D II“ wieder aufgenommen, der sich wegen
seiner robusten Bauart und unbedingten Zuverlässigkeit besonders für
Schulflugzeuge hervorragend eignete. Durch konstruktive Verbesserungen
gelang es, die Leistung von 125 auf 150 PS zu steigern.

Unter der Typenbezeichnung „F 2“ entstand 1927/28 ein wassergekühl-
ter 12-Zyl.-Flugmotor in stehender V-Form, der von vornherein als Lader-
motor entworfen wurde (Abb. 7). Die Propellerwelle war durch ein Stirn-
radgetriebe im Verhältnis von etwa 2 : 1 zur Kurbelwelle untersetzt. Die
Nennleistung des „F 2“ betrug 800 PS bei 1600 U/min, die Höchstleistung
mit eingeschaltetem Gebläse etwa 1000 PS bei 1700 U/min.

Parallel mit diesem wassergekühlten 800/1000-PS-12-Zyl.-Flugmotor
wurde ein im wesentlichen nach den gleichen Grundsätzen konstruierter
luftgekühlter 12-Zyl.-Flugmotor „F 3“ von 700 PS Solleistung entwickelt.
Die Kühlung der Zylinder erfolgte durch zwischen den Zylindern sitzende
Gebläseräder. Der Motor besaß also Zwangsluftkühlung.

Die großen Fortschritte und Erfolge im Bau von leichten schnellaufen-
den Vorkammer-Dieselmotoren für Kraftfahrzeuge legten den Gedanken
nahe, die gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen auch für den Flug-
motorenbau nutzbar zu machen. Unter der Typenbezeichnung „OF 2“ ent-
stand 1929 ein wassergekühlter 12-Zyl.-Dieselmotor mit einer Dauerleistung
von 720 PS bei 1720 U/min (Abb. 8) und einer Spitzenleistung von 800 PS
bei 1790 U/min. Der Treibölverbrauch bei Dauerleistung betrug nur 180 g
je PS u. h, war also im Vergleich zu den damals bei Benzinflugmotoren
üblichen Verbrauchswerten außerordentlich gering. Auch das Gewicht des
„OF 2“ war mit 935 kg für einen Dieselmotor bemerkenswert niedrig; auf
die Spitzenleistung von 800 PS bezogen, entspricht dies einem Einheits-
gewicht von nur 1,17 kg je PS.
Seite 334 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1942, Bd. 34

Trotz technisch weitschauender Entwicklungsarbeit hielten die schwie-
rigen wirtschaftlichen Verhältnisse den Flugmotorenbau in Deutschland
klein. Erst als der Führer Deutschland vom Versailler Diktat befreite,
brach eine neue Epoche im Flugmotorenbau an. Die seit 1926 in aller Stille
gesammelten Erfahrungen sollten sich bewähren. In verblüffend kurzer
Zeit entstanden die 12-Zyl.-Hochleistungsmotoren „DB 600° und „DB 601“,
die beim IV. Züricher Flugwettbewerb im Juli 1937 zum erstenmal an die
Öffentlichkeit traten. Sie verhalfen sowohl in der „Internationalen Steig-
und Sturzflug-Konkurrenz“ als auch im „Internationalen Alpenrundflug für
Militärflugzeuge“ zum Sieg für Deutschland.

Am 30.3. 1939 eroberte Flgkp. Dieterle auf einem Heinkel-Jagdeinsitzer
„He 112 U“ mit Mercedes-Benz-12-Zyl.-Flugmotor „DB 601“ den „Rekord
der Rekorde“, den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord, erstmals für
Deutschland, und zwar mit einer Leistung von 746,6 km/h. Knapp einen
Monat später überbot Flkp. Wendel auf Messerschmitt-Jagdeinsitzer „Me
109 R“, ebenfalls ausgerüstet mit „DB 601“ (Abb. 10), den Rekord der „He
1123 U“ bereits wieder, indem er unter offizieller Kontrolle eine Geschwin-
digkeit von 755,11 km/h erreichte.

In ihrem konstruktiven Grundaufbau gleichen sich der „DB 600“ und
„DB 601“ weitgehend. Beide sind flüssigkeitsgekühlte, hängende 12-Zyl.-
V-Motoren mit kleinster Stirnfläche und so gedrängten äußeren Abmessun-
gen, daß sie ohne weiteres innerhalb des zur. Unterbringung des Flugzeug-
führers sowieso erforderlichen Rumpfquerschnitts Platz finden. Aber auch
bei Mehrmotoren-Flugzeugen mit in den Flügeln eingebauten Motorgon-
deln bietet die hängende Zylinderanordnung in aerodynamischer Hinsicht
große Vorteile; denn in den meisten Fällen ist für das einziehbare Fahr-
gestell unter den Flügeln ohnehin ein Ausbau vorhanden, der sich zur Un-
terbringung hängender Motoren ausgezeichnet verwerten läßt.

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Inland.

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes verlieh der Führer an: Major Hermann Graf, Staffelkapt. in einem
Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Ofw. Broich, Flug-
zeugf. in einem Kampfgeschw.; Oblt. Bornschein, Flugzeugf. in einem Kampf-
geschw.; Hptm. Kindler, Staffelkapt. in einem Kampfgeschw.; Oblt. Stry, Flugzeugf.
'jn einem Sturzkampfgeschw.; Lt. Kutscha, Flugzeugf. in einem Lerstörergeschw.;
Fw. Schulte, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.; Hptm. Somrau, Staffelkapt. in
einem Nachtjagdgeschw.; Hptm. Stricker (f), Gruppenkommandeur in einem Kampf-
geschw.: Hptm. Breu, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschw.; Ofw. Füll-
grabe, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.; Hptm. Korthals, Staffelkapt. in einem
Kampfgeschw., Fw. Engfer, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.

Kollewe, Major, Eichenlaubträger, Gruppenkommandeur in einem Kampf-
geschw., vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Joachim Wandel, Ritterkreuzträger, Hptm., Staffelkapt. in einem Jagdgeschw.,
vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Orthofer, Ritterkreuzträger, Major, Kommodore eines Sturzkampfgeschw., im

Osten Heldentod.
Dr. Sebastian Finsterwalder, Geheimrat, Professor, vollendete am 4. 10. sein
80. Lebensjahr. Technische Hochschule München.

Nr. 22/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 335

Deutsch-finnischer Luftverkehr ist mit Wirkung vom 14. Sept. durch ein Ab-
kommen über die Regelung des zivilen Luftverkehrs zwischen der deutschen und
finnischen Regierung abgeschlossen.

Ausland.

Port. Flughafen in Portela Sacavem, einer Vorstadt von Lissabon, Landflug-
hafen, am 16. 10. eröffnet. Der Flughafen ist noch nicht fertiggestellt und soll auch
als Wasserflughafen ausgebaut werden.

Luftwaffendienstalter infolge der schweren Verluste an Offizieren der engl.
Luftwaffe in.den letzten Monaten für aktiven Dienst von 32 auf 45 Jahre und das
Alter des technischen Personals von 45 auf 60 Jahre heraufgesetzt.

W. F. Dickson, engl. Luftkommodore, zum Vizeluftmarschall ernannt.

North American Mitchell, Bezeichnung für B—25 C Bomber (zwei 1700 PS
Wright Double-Row Cyclone GR—2 600 — 5AB Motoren).

Lockheed Constellation, Verkehrsflugzeug bestellt von der Pan American
Airways, Transcontinental und Western Air Inc., sollte im Juni d. J. fertig werden.
Das Verkehrsflugzeug ist für 57 Fluggäste und Besatzung von 7 Mann bestimmt
und mit vier 2500 PS 18 Zyl. Wright Cyclone Motoren ausgerüstet. Reichweite
6400 km, Höchstgeschw. 550 km/h und Reisegeschw. 455 km/h angegeben.

Luftwaffe.

Führerhpigart., 8. 10. 42. (DNB.) OKW.: Auch in Stalingrad mußte der Feind
in schwerem Kampf weiteres Geläniie aufgeben. Starke deutsche Luftstreitkräfte
und rumänische Kampfflugzeuge sowie Flakartillerie der Luftwaffe griffen mit
guter Wirkung in die Kämpfe des Heeres ein. — Andere Kampffliegerverbände
bombardierten wiederum bei Tag und Nacht wichtige Verkehrsknotenpunkte und
Nachschubverkehr an der unteren Wolga und am Kaspischen Meer. — Übersetz-
versuche des Feindes über die Newa wurden durch wirksames Artilleriefeuer ver-
eitelt und die Luftangriffe auf wichtige sowj. Bahnstrecken im nördl. Frontab-
schnitt mit guter Trefferwirkung fortgesetzt. — An der Südküste Englands be-
kämpften leichte Kampfflugzeuge bei Tage milit. Ziele und kriegswichtige Anlagen.

Links: Vierlingsflak in Stellung. — Rechts: Gutgetarnte und mit starkem Splitter-
schutz versehene Abstellboxen auf den deutschen Flugstützpunkten am Finnischen
Meerbusen. j Weltbild (2)
Seite 336 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 9. 10. 42. (DNB.) OKW.: Südostwärts des Ilmensees haben
Truppen des Heeres, der Waffen-44 und Luftwaffenfeldeinheiten, hervorragend
unterstützt durch fliegende Verbände der Luftwaffe, in mehrtägigen harten An-
griffskämpfen einen wichtigen Geländeabschnitt gewonnen und hierbei 5 sow]7.
Divisionen und 2 Schützenbrigaden zerschlagen bzw. vernichtet. — Nach einem
wirkungslosen Tages-Störangriff eines brit. Flugzeuges auf saarpfälzisches Gebiet
flogen in der vergangenen Nacht einzelne feindl. Flugzeuge in die Deutsche
Bucht ein. Eines von ihnen wurde abgeschossen. Ein weiterer Bomber wurde bei
einem Vorstoß gegen die westfranz. Küste zum Absturz gebracht. — In den
Morgenstunden des heutigen Tages überflogen einige feindl. Flugzeuge westdeut-
sches Gebiet. In geringer Anzahl abgeworfene Sprengbomben verursachten keine
Schäden.

Führerhptquart., 10. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Kampf um Stalingrad setzten
Sturzkampfverbände die Zermürbungsangriffe auf feindl. Widerstandsnester und
befestigte Häuserblocks, Kampffliegerkräfte die Zerschlagung der Nachschub-
strecken und Hafenanlagen im Bereich der unteren Wolga fort. — Im hohen Nor-
den bekämpften deutsche Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht feindl. Flug-
plätze an der Kolabucht. — In Nordafrika griff die Luftwaffe motorisierte Ver-
bände, Batteriestellungen und Zeltlager der Briten an der mittleren Alamein-Front
sowie die Hafen- und Dockanlagen von Alexandria mit guter Trefferwirkung an.
Zum Begleitschutz eingesetzte deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen 6 brit. Flug-
zeuge ohne eigene Verluste ab. — Bei Angriffen eines starken gemischten Flieger-
verbandes auf eigene Feldflugplätze verloren die Briten durch die zusammenge-
faßte Abwehr deutscher und italien. Jäger sowie durch Flakartillerie 48 Bomben-
und Jagdflugzeuge. In diesen Luftkämpfen ging nur ein eigenes Jagdflugzeug ver-
loren, wobei sich der Jagdflieger durch Fallschirmabsprung retten konnte. — Bei
Tagesangriffen gemischter feindl. Fliegerverbände auf nordfranz. und belg. Ge-
biet entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren Verlauf eine größere Anzahl
mehrmotoriger Bomber, darunter solche amerikan. Herkunft, bei nur einem eige-
nen Verlust abgeschossen wurden. Die franz. Zivilbevölkerung erlitt Verluste an
Toten und Verletzten. Die durch Sprengbomben hervorgerufenen Sachschäden sind
gering. — An der Südküste Englands versenkten leichte deutsche Kampfflugzeuge
bei Tagesangriffen 6 brit. Landungsboote und beschädigten 2 weitere schwer.

Führerhptquart., 11. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Nordteil des Kaukasus warfen
deutsche Gebirgstruppen, unterstützt durch Verbände der Luftwaffe, den Feind
aus weiteren Höhenstellungen. — Zusammengefaßte und in der Nacht fortgesetzte
Angriffe starker Luftwaffenkräfte gegen das für die sowj. Erdölgewinnung und
-verarbeitung bedeutsame Groszny riefen schwerste Zerstörungen und gewaltige
Brände hervor. — In der Zeit vom 29. Sept. bis 9. Okt. wurden 356 Sowjetflugzeuge
in Luftkämpfen, 66 durch Flakartillerie der Luftwaffe, 19 durch Verbände des
Heeres abgeschossen, 18 weitere am Boden zerstört, so daß die Gesamtverluste
459 Flugzeuge betragen. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 36 eigene
verloren. — In Südostengland wurden bei Tage milit. Anlagen und Versorgungs-
betriebe mit Bomben schweren Kalibers angegriffen. Die brit. Luftwaffe verlor
in der Zeit vom 1. bis 10. 10. 127 Flugzeuge, davon 54 über dem Mittelmeer und in
Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien
23 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 12. 10. 42. (DNB.) OKW.: Kampffliegerkräfte setzten die
Zerstörungen wichtiger Bahnstrecken ostwärts der Wolga fort. — Deutsche Kampf-
fliegerverbände setzten am gestr. Tage die Bombardierung der brit. Flugstütz-
punkte auf der Inselfestung Malta fort. Ausgedehnte Brände in Abstellplätzen und
Flugzeugboxen wurden beobachtet. In Luftkämpfen über der Insel brachten deut-
sche Jäger 3 brit. Jagdflugzeuge zum Absturz, 2 weitere wurden durch Besatzungen
von Kampfflugzeugen abgeschossen. — Aus brit. Flugzeugverbänden, die gestern
bei Tage in großen Höhen gegen die nordfranz. und holländische Küste
vorstießen, schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste 5 feindl. Flugzeuge her-
aus. — Bei Tagesstörflügen einzelner brit. Flugzeuge über nord- und nordwestdeut-
schem Gebiet hatte die Bevölkerung geringe Verluste. Über der Nord- und Ostsee
wurden 3 brit. Flugzeuge bei Nacht abgeschossen. — Deutsche Kampfflugzeuge
griffen in der letzten Nacht eine bedeutende Hafenstadt in Nordostengland mit
guter Wirkung an.

Führerhptquart., 13. 10. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche und rumänische Kampf-
fliegerkräfte belegten feindl. Versorgungsstützpunkte und Transportbewegungen

Nr. 22/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 337

beiderseits der Wolga mit Bomben aller Kaliber. — Die in dem kaukasischen
Erdölzentrum Grosny entstandenen Brände wurden durch nächtl. Luftangriffe
erweitert. — Die Luftwaffe bekämpfte den feindl. Nachschubverkehr auf wichtigen
Eisenbahnstrecken im Waldai-Gebiet und erzielte Volltreffer in Ausladestationen,
— Auf Malta bombardierten bei Tage und Nacht deutsche und italien. Kampf-
fliegerverbände brit. Flugplätze mit starker Wirkung. In heftigen Luftkämpfen
verlor der Feind 15 Flugzeuge bei 10 deutschen Verlusten. — Brit. Bomber führten
in der letzten Nacht Störflüge über der Nord- und Ostsee durch, wobei einzelne
Spreng- und Brandbomben ohne Wirkung abgeworfen wurden. 2 feindl. Flugzeuge
wurden abgeschossen. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern im
Tiefflug Industrieanlagen einer Stadt an der engl. Südküste an.

Führerhptquart., 14. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Kaukasus an der Straße von
Maikop nach Tuapse erstürmten Truppen des deutschen Heeres, unterstützt durch
Sturzkampf- und Zerstörerverbände der Luftwaffe, weitere beherrschende Höhen-
rücken und Bergstellungen. — Ostwärts der Wolga bombardierten Kampfflugzeuge
am Tage Truppen- und Materialtransporte und bei Nacht Flugplätze der Sowjets.
Auf der Wolga wurde ein Handelsschiff mittlerer Größe versenkt. — An der Don-

front schossen italien. Jäger ohne eigene Verluste 2 feindl. Flugzeuge ab. — Im
Finnischen Meerbusen schossen Jagdflugzeuge bei Tiefangriffen ein sowj. Kano-
nenboot in Brand. -— Bei der Bekämpfung von Flugstützpunkten auf der Insel

Malta durch deutsche Kampfflugzeuge wurden auch gestern große Zerstörungen
und Brände erzielt. In heftigen Luftkämpfen schossen begleitende deutsche Jäger
ohne eigene Verluste 13 brit. Jagdflugzeuge ab. Ein eigenes Kampfflugzeug ging
verloren. — In Nordafrika waren während des ganzen Tages motorisierte Kräfte-
gruppen und Zeltlager der Briten an der mittleren und südl. Alamein-Front hefti-
gen Angriffen deutscher Fliegerverbände ausgesetzt. Deutsche Jäger brachten
6 brit. Jagdflugzeuge bei 2 eigenen Verlusten zum Absturz. — Brit. Bomber griffen
in der vergangenen Nacht das norddeutsche Küstengebiet an. Die Bevölkerung
hatte Verluste. Durch Spreng- und Brandbomben entstanden vor allem in der
Stadt Kiel Sach- und Gebäudeschäden. Nachtjäger und Flakartillerie der Luft-
waffe und Marine schossen nach bisher vorliegenden Meldungen 10 feindl. Flug-
zeuge ab. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten gestern bei überraschen-

Ritterkreuzträger: 1. Reihe v. I. n. r.: Ofw. Henning, Oblt. Becker, Oblt. Henze,
Lt. Stahlschmidt: 2. Reihe: Hptm. Stoffregen, Major Keppler, Hptm. Eggers,
. Generalmajor Fröhlich. Weltbild (8)
Seite 338 „FLUGSPORT*“ Nr. 22/1942, Bd. 34

den Vorstößen Volltreffer in kriegswichtigen Anlagen auf der engl. Kanalinsel
Wight. Im Seegebiet ostwärts der Insel wurde ein großes Schwimmdock durch
Bomben beschädigt.

Führerhptquart., 15. 10. 42. (DNB.) OKW.: In Stalingrad zerschlugen Kampf-
und Sturzkampfgeschw. in rollenden Einsätzen feindl. Bunker und Artilleriestel-
lungen. -— Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich auch gegen Transportbewe-
gungen und Umschlagplätze der Bolschewisten am Unterlauf der Wolga. Ein
Tanker und 2 Lastkähne wurden durch Brand vernichtet. — Kampfflugzeuge bom-
bardierten wichtige Bahnstrecken, wobei der Feind beträchtliche Verluste an rol-
lendem Material erlitt. Im Tiefangriff schossen Jagdflieger ein sowj. Schnellboot
im Finnischen Meerbusen in Brand. — Im hohen Norden richteten sich Angriffe
von Zerstörerflugzeugen gegen Truppenlager ostwärts der Kola-Bucht. — Die
brit. Flugstützpunkte auf der Inselfestung Malta wurden von Kampfflugzeugen bei
Tag und Nacht mit Bomben schweren Kalibers belegt. Die zum Begleitschutz ein-
gesetzten deutschen und italien. Jäger schossen zusammen 25 brit. Jagdilugzeuge
ab, davon 18 allein durch deutsche Jäger. 2 eigene Kampfflugzeuge kehrten nicht
zurück. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge bombardierten gestern kriegswichtige
Anlagen und milit. Ziele an der engl. Südküste.

Führerhptquart., 16. 10. 42. (DNB.) OKW.: Starke Luftstreitkräfte führten
Zermürbungsschläge gegen den verbissen kämpfenden Feind, während Jagdver-
bände jede Gegenwirkung der feindl. Luftwaffe verhinderten. — Im mittleren
und nördl. Frontabschnitt bekämpfte die Luftwaffe die rückwärtigen Verbindun-
gen der Sowjets. — Die Flugplätze auf Malta wurden bei Tag und Nacht durch
deutsche und ital. Luftstreitkräfte angegriffen. 8 feindl. Flugzeuge wurden abge-
schossen, davon 2 im Kampf mit deutschen Kampfflugzeugen. — Die brit. Luft-
waffe führte in der vergangenen Nacht Störangriffe auf rheinisches Gebiet durch.
Die Bevölkerung hatte Verluste. An mehreren Orten entstanden Brände und Ge-
bäudeschäden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 22 feindl. Bomber ab. Dar-
über hinaus wurden am Tage bei Angriffsversuchen auf norddeutsches und franz.
Küstengebiet 3 brit. Flugzeuge vernichtet.

Führerhptquart,, 17. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Westkaukasus erzielte gestern
der Angriff deutscher und slowakischer Truppen trotz heftigen feindl. Widerstan-
des abermals bedeutenden Raumgewinn. Kampf- und Zerstörerflugzeuge griffen
wirksam in die Erdkämpfe ein. — In Stalingrad setzten Infanterie- und Panzer-
verbände in engem Zusammenwirken mit pausenlos angreifenden Fliegerkräften
und der Flakartillerie der Luftwaffe ihren schwungvollen Angriff trotz erbitterter
feindl. Gegenwehr fort, überrannten zahlreiche Stützpunkte und eingegrabene
Panzer und drangen in die Geschützfabrik „Rote Barrikade“ ein. — Schwerste
Angriffe der Luftwaffe richteten sich außerdem gegen Batteriestellungen ostwärts
der Wolga. Eigene Jagdverbände schalteten die sowj. Luftwaffe bei Tage vollkom-
men aus und schossen 18 feindl. Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. — Eine seit
14 Tagen erkannte Aufmarschbewegung der Sowjets auf allen Bahnen und Stra-
ßen im Abschnitt Kalinin—Toropez wurde durch die Luftwaffe laufend und mit
großem Erfolg bekämpft. Die für die Bahnbewegungen wichtigen Bahnhöfe Bolo-
goje, Ostaschkow, Toropez, Selisharewo und Soblago wurden mehrfach mit stärk-
ster Wirkung angegriffen, die Bahnlinien selbst häufig unterbrochen und zahl-
reiche Züge mit Truppen und Material vernichtet. — Durch diesen trotz schwie-
riger Wetterlage fortlaufend geführten Einsatz der Luftwaffe ist es gelungen, den
Aufmarsch der Sowjets nicht nur zu stören, sondern ihn teilweise zu unterbinden
oder erheblich zu verzögern. — Die Bombardierung milit. Anlagen auf der Insel-
festung Malta wurde bei Tag und Nacht durch deutsche und italien. Fliegerver-
bände fortgesetzt. In Luftkämpfen verlor der Feind durch die verbündeten Jagd-
flieger 15 Flugzeuge. 2 deutsche Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — In Süd-
england bekämpften leichte deutsche Kampfflugzeuge bei Tage milit. Anlagen und
Ansammlungen von Landungsbooten an der brit. Südküste. 6 Landungsboote wur-
den versenkt, eine Anzahl beschädigt. In der vergangenen Nacht griffen Kampf-
flugzeuge Hafen- und Dockanlagen in Nordostengland an. — Über dem Seegebiet
westl. Brest wurden bei Tage 2 brit. Bomber durch deutsche Kampfflugzeuge ab-
geschossen. Außerdem brachte Flak-Artillerie der Luftwaffe und der Kriegsmarine
4 brit. Bomber bei nächtl. Vorstößen in die Deutsche Bucht und gegen westfranz.
Küstengebiet zum Absturz.

Führerhptquart., 18. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Frontabschnitt Noworossijsk—
Tuapse richteten sich Bombenangriffe der Luftwaffe gegen den Kolonnenverkehr

Nr, 22/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 339

der Sowjets auf den Gebirgs- und Küstenstraßen. — Schwere Angriffe starker
Luftwaffenverbände unterstützten diesen Kampf und vernichteten auf dem Ostufer
der Wolga zahlreiche Geschütze. — Kampffliegerkräfte setzten trotz der un-
günstigen Wetterlage die Bekämpfung der sowj. Transportbewegungen fort. — Bei
Luftangriffen auf Flugstützpunkte und sonstige milit. Anlagen der Insel
Malta durch deutsche und italien. Luftstreitkräfte wurdew neue Zerstörungen
erzielt. In heftigen Luftkämpfen wurden 12 brit. Flugzeuge abgeschossen. — Ein
Tagesvorstoß der brit. Luftwaffe gegen den Südteil des besetzten franz. Gebietes
verursachte Verluste unter der franz. Bevölkerung sowie geringe Sach- und
Gebäudeschäden, vor allem in den Wohnvierteln der angegriffenen Orte. Ein
Bomber wurde abgeschossen. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge belegten gestern
kriegswichtige Anlagen in Südostengland im Tiefflug mit Bomben schweren
Kalibers. u
Führerhptquart., 19. 10. 42 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff Ziele in und um
Stalingrad sowie Transportbewegungen und Bahnanlagen der Sowjets östl. der
Wolga an. 11 Transportzüge, darunter 2 Ölzüge, wurden vernichtet. — Im mittleren
Abschnitt bekämpften Kampf- und Sturzkampfverbände abermals feindl. Bahn-
bewegungen mit sichtbarem Erfolg. Ein großes Versorgungslager der Sowjets
wurde im zusammengefaßten Luftangriff schwer getroffen. — Malta wurde durch
deutsche und italien. Kampfflugzeuge bei Tag und Nacht angegriffen.
Führerhptquart., 20. 10. 42. (DNB.) OKW.: In Luftkämpfen wurden 10 Sow jel-
flugzeuge abgeschossen. — Nahkampfflieger bombardierten hauptsächlich die stark
ausgebauten Stützpunkte des Werkes „Roter Oktober“. Kampffliegerverbände ver-
nichteten im Bereich der unteren Wolga mehrere Transportzüge, einen Schlepp-
dampfer und sechs abgestellte Flugzeuge. — An der El-Alamein-Front griffen
leichte deutsche und italien. Kampfflugzeuge brit. Panzer- und Kraftfahrzeug-
ansammlungen an. Begleitende Jäger und Zerstörer schossen 4 brit. Flugzeuge ab.
Die Bekämpfung brit. Flugplätze auf Malta wurde durch deutsche und italien.
Luftstreitkräfte fortgesetzt. — In Ostengland führte die deutsche Luftwaffe am
vestr. Tage ausgedehnte Angriffe gegen milit. Ziele und kriegswichtige Anlagen.

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Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 23 11. November 1942 XXXIV. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 25. November 1942

Entwicklungsstand.

Wohl jeder, der sich seit langen Jahren mit der Fliegerei beschäftigt,
ist schon einmal gefragt worden: „Warum hast du dich so ganz der Flie-
gerei verschrieben? Es gibt doch auch andere Berufe!“ Nun, liebe Leser,
ich sehe auf Eurem Gesicht ein mitleidiges Lächeln. Ihr überlegt die Ant-
wort und denkt, was weiß denn schon der Außenstehende, welche innere
Befriedigung das Wirken als Wissenschaftler, als Ingenieur, als Flieger
dem einzelnen gibt. Früher sprach man schlechthin von Idealismus. Nein,
Idealismus ist es nicht allein, sondern ein innerer Drang, an der Lösung
fliegerischer Aufgaben mitzuwirken. Hier wirkt auch der Wissenschaftler
für den Ingenieur, der Ingenieur für den Flieger: eine kameradschaftliche
Gemeinschaft, die dem Deutschen zu großen Erfolgen auf dem Gebiet des
Flugwesens verholfen hat. Die Hoffnung auf klingenden Lohn war es nicht,
vielmehr ein Muß, das dem inneren Drang entsprach, immer mehr helfen
das Flugwesen zu erweitern, das fliegerische Können zu steigern und nicht
zum letzten, das Fliegen in allen Phasen zu erleben und sich mit Leib und
Seele der Fliegerei zu verschreiben. Alle diese Menschen, die in Kamerad-
schaft vom Konstrukteur bis zum Arbeiter einer für den anderen schaffen
und nicht zuletzt für die Luftwaffe wirken, zählen zu den edelsten Kräften.
Nur dieses ermöglicht den hohen Entwicklungsstand des deutschen Flug-
wesens.

Nurflügel-Parabel-Horten.
Von Gebr. Horten, Bonn.

Die Entwicklung des Segelflugzeuges wurde hauptsächlich durch eine
Steigerung des Gleitverhältnisses und durch eine Erhöhung der Geschwin-
digkeit, bei der das beste Gleitverhältnis ausgeflogen wird, betrieben. Hierbei
wurden Leistungssteigerungen durch Vergrößerung der Spannweite bzw. des
Seitenverhältnisses und durch Erhöhung der Flächenbelastung erreicht.
Diese Entwicklungsrichtung ist für den Leistungssegelflug und speziell für
den Strecken- u. Zielstreckenflug geeignet. Besonders bei Zielstreckenflüge
gegen den Wind ist außer dem Gleitverhältnis auch die Geschwindigkeit,
bei welcher dieses Gleitverhältnis ausgeflogen wird, als Leistungsfaktor maß-.
gebend.. Dr Eee BE |

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 41.
Seite 342 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1942, Bd. 34

Einen Seitenweg in der Segelflugzeugentwicklung sehen wir in einem
Spezialflugzeug, welches für den Höhenflug zu gestalten ist, und bei wel-
chem das Gleitverhältnis und die Geschwindigkeitsspanne zu vernachlässi-
gen sind; also Leistungssegelflug unter Verzicht auf Streckenleistung. Diese
Entwicklungsrichtung ließen die bisherigen Ausschreibungen der Rhön-
Segelflugwettbewerbe zu, denn eine Höhenwertung ohne Streckenflug war
vorgesehen bei Überhöhungen von über 2000 m. Es war also eine Möglichkeit
gegeben, einen Rhön-Segelflugwettbewerb ohne Streckenflüge mit Erfolg zu
bestreiten. Dieses Spezialflugzeug für Höhenflüge erscheint in der Punktwer-
tung eines solchen Wettbewerbes deshalb aussichtsreich, da es denkbar ist,
daß solche Höhenflüge bei entsprechender Wetterlage am gleichen Tage wie-
derholt werden können.

Es wird also von diesem Flugzeug gefordert, daß es schon bei Beginn der
Thermik in der Lage ist, hierbei die Kerne der Aufwindfelder zu erfliegen.
In bergigen Geländen, besonders bei Beginn der Thermik, ist allgemein das
Aufwindfeld eng und zerrissen. Bei der Aufgabenstellung tritt folglich die
Wendigkeit als wichtigster Faktor auf. Außer der eigentlichen Wendigkeit
oder Ruderwirksamkeit ist anzustreben, daß der Kreisdurchmesser möglichst
klein wird. Eine solche Aufgabenstellung ist aber mit den üblichen hohen
Spannweiten der Segelflugzeuge nicht erfüllbar, da durch die Geschwindig-
keitsabnahme am Innenflügel während der Kurve eine örtliche Anstellwin-
kelvergrößerung entsteht. Der kritische Anstellwinkel wird sinngemäß dann
am Außenflügel vorzeitig erreicht, wodurch die Stabilität des Flugzeuges um
die Längsachse gestört wird. Dieses „Abkippen“ kann außerdem hervorge-
rufen werden, wenn durch einseitige Geschwindigkeitsabnahme das Rey-
noldssche Ähnlichkeitsgesetz nicht mehr erfüllt wird. Diese Störungen sind
durch eine Beschränkung der Spannweite zu vermeiden. Andererseits wird
durch diese Maßnahme gleichzeitig die Flächenbelastung erhöht, wodurch
der Kurvenradius verhältnisgleich zunimmt, wenn man gleiche Schräglage
und gleichen Auftriebswert voraussetzt. Es gibt zwischen diesen beiden
Extremen eine optimale Spannweite, die das Erfliegen des kleinsten Kreises
ermöglicht. Unter Berücksichtigung der durch die geforderte Statik ent-
stehenden Baugewichte errechnet sich diese Spannweite für ein Flugzeug
auf 12 m.

Als weiterer Teil der Rechnung zur Ermittlung optimaler Ausmaße für
diese Aufgabenstellung folgert sich die Bestimmung des Seitenverhältnisses.
Dieses greift in der Weise ein, wie oben angeführt, daß bei schlanken Flügeln
infolge der kleinen Flügelfläche die Flächenbelastung wächst und damit
gleichfalls der Kurvenradius. Zur Verwirklichung des engen Kurvenfluges
im kleinsten Aufwindgebiet ist ein extrem niedriges Seitenverhältnis vorzu-
sehen. Die weitere Untersuchung der Auswirkung dieser Maßnahme auf die
Flugleistung zeigt, daß die Sinkgeschwindigkeit wenig beeinflußt wird. Die-

Nurflügel-Parabel-Horten.

Werkbild (5)

Nurflügel-Parabel-Horten. Tiefenruder ausgeschlagen. Fa

Nr. 23/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 343

ses ergibt sich daraus, daß das Verhältnis von Steigzahl und Flächenbela-
stung nahezu. konstant bleibt. Trotz der sich ergebenden geringen Flügel-
streckung ist der Grundbedingung der niedrigen Sinkgeschwindigkeit nicht
widersprochen.

Anders bilden sich die Verhältnisse für den Streckenflug aus. Der
Gleitwinkel ist unmittelbar abhängig von dem Seitenverhältnis des Flügels.
Außerdem wird die Geschwindigkeit, bei welcher er erflogen wird, von ihm
beeinflußt. Die Aufgabenstellung verzichtet aber ausdrücklich auf den
Streckenflug, also auf das Durchstoßen großer Abwindgebiete mit hoher
Geschwindigkeit. Die Verlagerung der Geschwindigkeitspolare infolge klei-
ner Flächenbelastung ist daher, unter Verzicht auf den Streckenflug, tragbar.

Die Konstruktion eines solchen Spezialflugzeuges muß auf eine voll-

endete aerodynamische Durchbildung Wert legen. Da das Ausfliegen der,

Auftriebsbeiwerte, bei denen die geringste Sinkgeschwindigkeit vorhanden
ist, einen großen induzierten Widerstandsanteil bedingt, muß für eine ver-
lustarme Widerstandsverieilung gesorgt werden. Umfangreiche Vergleichs-

rechnungen haben für den eigenstabilen Flügel als verlustärmste Kombi-
nation eine parabolische Tiefenverteilung mit parabolischer Nasenkante und °

parabolischer Schränkung ergeben. Mit den daraus festgelegten Konstruk-
tionsdaten erhält man bei einem Seitenverhältnis von 4,3 ein Leergewicht
von 90 kg und damit, 80 kg für den Führer eingerechnet, 5,1 kg/m? Flächen-
belastung. Diese Aufgabenstellung als Segelflugzeug hätte allein nicht ein
solches Bauobjekt gerechtfertigt. Jedoch bedingte die Entwicklung des Nur-
flügelflugzeuges als Schnellverkehr- bzw. Schnellpostflugzeuges die Erfor-
schung des aerodynamischen Verhaltens von Flügeln bei beliebiger Schräg-
anströmung. Diese Verhältnisse lassen sich bei einer gewölbten Flügelnase
(mit der Spannweite veränderliche Flügelpfeilform) sehr gut studieren.
Speziell die Auftriebsverteilungen größerer Flügelpfeilstellungen können
an einen, Parabelflugzeug durch Wollfädenuntersuchungen in einfacher
Weise erforscht werden.

Mit diesen beiden Aufgabenstellungen wurde im Jahre 1935 die Aus-

Parabel-Horten.
Zeichnung Flugsport

Steuerschema.

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Seite 344 „FLUGSPORT"“ Nr. 23/1942, Bd. 34

Nurflügel-Parabel-Horten. Aufbau der Flügelnase auf einer gebogenen Schablone.

arbeitung dieses Parabelflugzeuges begonnen und im Jahre 1937 der Bau in
‘Angriff genommen. Leider wurde: aus werkstattechnischen Gründen, der
Bau erforderte 25 000 Arbeitsstunden, das Flugzeug zum Rhönsegelflugwett-
bewerb 1938 nicht fertig, so daß die Erprobung in dem vorgesehenen Ausmaß
unterblieb. Durch den Ausbruch des Krieges und durch die begleitenden
Umstände war es nicht möglich, das Flugzeug auszuwerten und die Versuche
abzuschließen.

Wie schon in der Aufgabenstellung angedeutet, mußte bei der Durch-
führung dieser Konstruktion auf geringstes Gewicht geachtet werden. So
wurde ein Leergewicht von nur 90 kg erreicht bei einer Flügelfläche von
33 m?. Die Formgebung verlangte, daß der Holm auf einer gebogenen Helling
verleimt wurde und auf einer entsprechenden Bauvorrichtung die Flügel-
nasen hergestellt werden mußten (s. Abb.). Die Nasenbeplankung wechselte
von 1,0 bis 0,6 mm Sperrholzstärke mit !/io mm Stufung. Eine entsprechende
Leichtausführung wiesen alle anderen Bauteile auf. Die Steuerung war eine
solche, wie sie das Muster „Horten III“ zeigt, mit der zusätzlichen Anord-
nung, daß die Außenklappen bei jedem
Höhen- oder Querruderausschlag sich längs
der Endleiste teilen ließen und als Seiten-
ruder (Widerstandsvermehrung einseitig)
spreizten. Zum Ausgleich des Giermomen-
tes bei Querruderausschlägen wurde das
nach oben auschlagende Ruder selbsttätig
mit kleinem Winkel geöffnet, wobei durch
das Fußsteuer jeder weitere Spreizwinkel
überlagert werden konnte. Bei Höhenruder-
ausschlägen, bei denen die Außenklappen
beide nach oben ausgeschlagen sind, fand
diese selbsttätige Spreizung nicht statt. Die
Innenruder wirkten hauptsächlich als Tie-
fenruder. Sämtliche kugelgelagerten Ruder
wurden mit Stoßstangen angetrieben.

Nurflügel-Parabel-Horten. Aufbau auf gebogene:
Flügelschablonen.

Nr. 23/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 345

Das Fahrwerk entsprach denjenigen der Muster „Horten II und III”,
wobei sich das Vorderrad einziehen ließ.

Der Aufbau des Flügels war dreiteilig. Das Mittelstück mit 2,4 m Breite
bestand in den tragenden Teilen aus einer Stahlrohrkonstruktion, die Ver-
kleidungen aus Sperrholz und Stoff. Die Außenflügel wurden ganz in Holz-
bauweise hergestellt.

Spannweite 12 m, Flügelinhalt 33,2 m?, Seitenverhältnis 4,34, Leerge-
wicht 90 kg, Fluggewicht 170 kg, Flächenbelastung 5,12 kg/m?. Sinkge-
schwindigkeit 0,64 m/sec, Gleitverhältnis 19, Schwerpunktkurvenradius bei
ca = 1,0 und 30° Schräglage 9,6 m, Personenzall 1.

Schwanzloser Hochdecker „Go 147“.

„Go 147“, Versuchsbau, der Gothaer Waggonfabrik ist ein schwanz-
loser Hochdecker mit 240-PS-Argus-Motor.

„Go 147°, Hochdecker, schwanzlos. Werkbild. (2)

Flügel starke Pfeilform, zweiteilig,
mit starkem Knick nach der Rumpfober-
seite, durch N-Strebe nach der Rumpf-
unterseite abgestrebt.

Quer- und Höhenruder an der Hin-
terkante. An den Flügelenden, Seiten-
flossen und -Ruder als Endscheiben.

Kurzer, hoher, schmaler Rumpf in
Stromlinienform nach hinten in eine
senkrechte Schneide auslaufend, zwei-
sitzig.

Fahrwerk an der Unterseite ange-
lenkte V-Strebe mit Stoßaufnehmer-
strebe nach dem unteren Strebenknoten-
punkt für die Flügelaufhängung. Ein ab-
sefedertes Spornrad.

Spannweite 12,25 m, Länge 5,92 m, Höhe
2,96 m, Leergew. 945kg, Fluggew. 1145 kg,
Höchstgeschw. 220 km/h, Steigzeit auf
1000 m 4,8 min, Dienstgipfelhöhe 5500 m.

„Go 147°, Hochdecker, schwanzlos.
Zeichnung Flugsport

Seite 346 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1942, Bd. 34

Brennkraftmaschine mit in Sternform angeordneten Zylinderreihen.

Es lag die Aufgabe vor, einen Viertakt-Reihensternmotor zu schaffen mit vier
in Reihe hintereinanderliegenden Sternen zu je sechs Arbeitszylindern, bei welchem
die Kurbelwelle eine möglichst einfache Form (Kröpfungen in nur einer Ebene)
aufweisen sollte und bei welchem ferner die auf die Kurbelwellenlager einwirkenden
Kräfte auf ein Kleinstmaß herabgesetzt sind. Zu diesem Zweck wurden nach dem
Junkers-Pat. Nr. 711137 je zwei hintereinanderliegende Zylindersterne zu einer
Gruppe zusammengefaßt, so daß zwei Gruppen von in folgender Weise zusammen-
arbeitenden Zylindersternen entstanden:

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ZZ AMRLIHHHT DH SIAHLLTATDE: AADTHIEITITII, = RU
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SARIEEEATTILLE SALASIIIIISLTTT.
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Abb. 1 u. 2. Junkers Viertakt-Reihensternmotor. Werkbild

Auf zwei in der Drehrichtung aufeinanderfolgende Doppelzündungen von Je
zwei sich gegenüberliegenden Zylindern zweier Sterne einer Gruppe erfolgen in der
gleichen Weise die Zündungen der in der Drehrichtung folgenden zwei Zylinder-
paare der anderen Gruppe. Auf diese Weise konnte bei einer Maschine der erwähnten
Art erreicht werden, daß die Kurbelwelle, wie aus den Abb. 1 und 2 ersichtlich ist,
nur in einer Ebene liegende Kröpfungen, also eine Gestalt ähnlich der Kurbelwelle
eines Vierzylinderreihenmotors, aufweist. Durch die gleichzeitig erfolgenden Zün-
dungen einander gegenüberliegender Zylinder einer Gruppe von zwei Zylinder-
sternen wird eine weitgehende Entlastung der Kurbelwellenlager erzielt.

Versandmontage des Doppelstern-Motors „BMW 801”. Werkbild

Crowell Trainingsgerät wurde entwickelt, um Studenten in die Handhabung
der Flugzeugsteuerung einzuführen. Das Gerät ist auf Grund seiner Flugzeug-

lehrertätigkeit von John Crowell entwickelt. Im Prinzip der alte Wackeltopf.

Nr. 23/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 347

wie.er in den früheren Jahren der Segelfliegerei im Gebrauch war (s. Abb.). —
In der Nase des Gerätes ist ein kleiner Propeller, welcher mit der Steuerung in
Verbindung steht, angeordnet. Im Geradeausflug steht der Propeller waagerecht,
bei der Linkskurve wird z. B. für Treten des Seitenruders links der Propeller
schräg gestellt, so daß die Nase nach links geht. Darüber
ist ein Scheinwerfer angeordnet, welcher auf eine Ziel-
tafel fällt, auf der mehrere Flugwege eingezeichnet sind,
wobei es für den Anfänger nicht leicht ist, den Schein-
werfer auf der Zieltafel zu halten. Der Schüler lernt,
wenn er das Fluggerät besteigt, seinen Gurt zu ordnen,
unverkrampft zu sitzen, zunächst das Seitenruder zu ge-
brauchen, den Knüppel für Querruder und Höhenruder
zu betätigen, alle wichtigsten Steuerungsstellung, z. B.
um aus dem Trudeln herauszukommen usw. Preis des
Trainers 300 Dollar.

USA
Crowell Trainingsgerät.
Bild Aviation

a EIRTPRERNNERDEIT INN h If ID
er:
PT,

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Oblt. G. Rall, in einem Jagdgeschw., Ofw. M. Stotz, Flugzeugf. in einem Jagd-
geschw., Hptm. H. Schweickhardt, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., Hptm. W.
Schenck, Flugzeugf. in einem Zerstörergeschw., Ofw. J. Zwernemann, Flugzeugf.
in einem Jagdgeschw.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Hptm. Riedesel Frei-
herr zu Eisenbach, Oblt. Putz, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., Ofw. Hammer!,
Flugzeugf in einem Jagdgeschw., Fw. Kemethmüller, Flugzeugf. in einem Jagd-
geschw., Hptm. Barth, Staffelkapt. in einem Kampfgeschw., Oblt. Meyer, Beobach-
ter in einem Kampfgeschw., Lt. Stollnberger, Staffelf. in einem Schlachtgeschw.,
Obst. Kuehl, Kommodore eines Kampfgeschw., Lt. Burkhardt, Flugzeugf. in einem
Jagdgeschw., Lt. Badum, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Lt. Greve, Flugzeugf., in
einem Kampfgeschw., Ofw. Müller, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., Lt. Schroer,
Staffelf. in einem Jagdgeschw., Oblt. Ilk, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw.

Hptm. Päpke, Ritterkreuzträger, Gruppenkommandeur in einem Kampf-
geschw., vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

‚Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. No-
vember 1942 zum General der Flieger den Generalleutnant Petersen; zu General-

USA Crowell Trainer.
Seite 348 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1942, Bd. 34

leutnanten die Generalmajore Schubert, Wagner, Becker, Scheurlen; zu General-
majoren die Obersten Schörgi, von Arnim.

Jagdgeschwader Mölders errang Ende Oktober an der Ostfront seinen 4000.
Abschuß.

Ofw. Werner Stumpf, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Ritterkreuzträger,
47 Luftsiege, in Nordafrika vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Vermittlung von Auskünften über Fachschriften gehört zu den Aufgaben der
Deutschen Gesellschaft für Dokumentation. Anfragen nach Veröffentlichungen
über ein bestimmtes Fachgebiet oder einen bestimmten Gegenstand werden von
der Gesellschaft an eine Schrifttumauskunftstelle weitergeleitet, die das Schrift-
tum nachweisen kann, oder es wird dem Anfragenden mitgeteilt, an wen er sich
wenden kann.

In der Aufstellung eines möglichst vollständigen Verzeichnisses aller Schrift-
tumauskunftstellen wird ein wesentliches Hilfsmittel gesehen, den Zugang zum
Schrifttum zu erleichtern und so Zeit und Arbeitskräfte zu sparen.

Die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation beabsichtigt daher, das vom
Deutschen Normenausschuß herausgegebene Verzeichnis von Schrifttumauskunft-
stellen der Technik und verwandter Gebiete, das vielen schon nützliche Dienste
geleistet hat, auszubauen und neu herauszugeben. Insbesondere soll das Verzeich-
nis auf die Naturwissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften, die Medizin, die
Landwirtschaft usw. ausgedehnt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation wendet sich an alle, die über
Einzelfragen auf einem der genannten Gebiete, sowie auf dem Gebiet der Technik
Schrifttumauskünfte geben können, mit der Bitte, ihre Anschrift der Geschäfts-
führung, Berlin NW 7, Dorotheenstr. 40, mitzuteilen.

Matthäus Braun, Mitinhaber und Betriebsführer der Mitteldeutschen Kühler-
fabrik Teves & Braun GmbH., am 15. 10. 1942, 60. Geburtstag.

Ausland.

Luftangriffe auf ital. Gebiet, Genua, in der Nacht vom 22. auf 23. 10. 39 Tote,
: 190 Verletzte. Am 24. Okt., spätnachmittags, und 25. Okt., nachts, erneute Angriffe
auf Lombardei, Piemont und besonders Mailand, Monza und Novara. Mailand
48 Tote, 254 Verletzte, Novara 10 Verletzte, Savona 35 Tote, 67 Verletzte. Im Gebiet
von Mailand wurden 3 Bomber, beim Angriff auf Genua 3 viermotorige Bomber
abgeschossen.

Die Zahl der Opfer des engl. Terrorangriffs auf Genua hat sich auf 354 er höht,
zum größten Teil Frauen, Greise und Kinder.

Internat. Messen 1943: Mailand 12.—27. 4.; Plovdiv 26. 4.—4. 5.; Barcelona
5.—25. 6.

Engl. Ministerium für Flugproduktion zum Direktor ernannt der bisherige
stellvertr. Stabschef der brit. Luftwaffe, Marschall Sir Wilfrid Freeman.
R USA.-Hoheitsabzeichen jetzt weißer Stern auf blauem Untergrund mit gelbem

ing.

Drei japanische Bombenangriffe seit 25. Okt. auf Flugplätze an der burme-

sisch-indischen Grenze, dabei 53 feindl. Flugzeuge abgeschossen oder am Boden

zerstört.
Luftwa fe.

Führerhptquart., 21. 10. 42. (DNB.) OKW.: Die anhaltende Schlechtwetterlage
beeinträchtigte am gestr. Tage Ai Kennfhan lungen im westl. Kaukasus. Trotzdem
erkämpften die deutschen Truppen mit Unterstützung der Luftwaffe weiteres Ge-
lände für die Fortsetzung der Angriffe. — Die Luftwaffe griff bei Tag und Nacht
Transportbewegungen, Bahnanlagen und Flugplätze der Sowjets ostwärts der
Wolga an. — Über der ägyptischen Front fand eine heftige Luftschlacht mit starken
feindl. Fliegerverbänden statt. Deutsche und italien. Jäger und Flakartillerie er-
zielten dabei unter geringen eigenen Verlusten einen großen Erfolg. Die genauen
Ergebnisse liegen noch nicht vor. Deutsche Jagdbomber setzten ihre Angriffe gegen
Flugplätze von Malta fort. — Im Golf von Suez versenkten deutsche Kampfflug-
zeuge in der Nacht zum 20. 10. einen feindl. Tanker von 5000 BRT. — Einige brit.
Flugzeuge flogen gestern nach Norddeutschland ein. Vereinzelte Bomenabwürfe
verursachten Verluste unter der Bevölkerung und Gebäudeschäden. Flakartillerie

Nr. 23/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 349

schoß ein Flugzeug ab. — Nördlich der Shetlands wurde ein feindl. Handelsschiff
durch Bombentreffer schwer beschädigt. -

Führerhptquart., 22. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Kampf um Stalingrad lag das
Schwergewicht der deutschen Luftangriffe auf den feindl. Stützpunkten im Nord-
teil der Stadt. — Fortgesetzte Entlastungsangriffe gegen die Front nördl. der Stadt
wurden mit Unterstützung deutscher und rumänischer Luftstreitkräfte restlos zer-
schlagen. — Die Zerstörung der rückwärtigen Verbindungen der Sowjets ostwärts
der Wolga wurde durch Kampfflugzeuge fortgesetzt. — Südl. Murmansk rief ein
überrraschender Angriff der Luftwaffe gegen einen sowj. Flugstützpunkt Zer-
störungen und Brände hervor. — In der gestern gemeldeten Luftschlacht vom 20. 10.
an der ägyptischen Front schossen italien. Jäger 44 und deutsche Jäger 11, Flak-
artillerie außerdem 6 feindl. Flugzeuge ab. — Am 21. 10. wurden durch Jäger und
Flakartillerie 12 weitere feindl. Flugzeuge abgeschossen. 12 Flugzeuge der verbünde-
ten Luftstreitkräfte gingen verloren. — Angriffe der deutschen und ital. Luftwaffe
richteten sich auch gestern und in der vergangenen Nacht gegen Flugstützpunkte
und sonstige Anlagen der Inselfestung Malta. — Durch den Angriff eines gemisch-
ten feindl. Fliegerverbandes auf westfranz. Gebiet hatte die franz. Bevölkerung
wiederum Verluste, während die Sachschäden gering waren. Jagdflieger schossen
3 viermotorige Bomber ab. Außerdem verlor der Feind bei Tage westl. Brest und
über dem Südteil des besetzten franz. Gebietes je ein Flugzeug. — Leichte deutsche
Kampfflugzeuge griffen gestern kriegswichtige Anlagen in Südwestengland mit
Bomben schweren Kalibers sowie Ansammlungen brit. Landungsboote mit guter
Wirkung an. — In der vergangenen Nacht bombardierten Kampfflugzeuge milit.
Ziele in Ostengland.

Führerhptquart., 23. 10. 42. (DNB.) OKW.: In dem Raum nordostwärts Tuapse
warfen Gebirgs- und Jägerdivisionen den Feind aus tiefgestaffelten Widerstands-
nestern. Sie wurden hierbei trotz ungünstiger Wetterlage laufend von Luftwaffen-
verbänden unterstützt. — Vor der Kaukasusküste wurde ein sowj. Handelsschiff
durch Bomben schwer beschädigt und von der Besatzung auf Strand gesetzt. —
Die Luftwaffe setzte die Bekämpfung der Bahnbewegungen des Feindes fort. — An
der ägypt. Front belegten leichte deutsche Kampfflugzeuge brit. Stellungen sowie
Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen mit Bomben schweren Kalibers. Beglei-
tende Jäger brachten in heftigen Luftkämpfen 10 feindl. Flugzeuge bei 3 eigenen
Verlusten zum Absturz. Weitere 3 wurden bei einem Angriffsversuch auf einen
eigenen Feldflugplatz durch Flakartillerie der Luftwaffe abgeschossen. — Im Roten
Meer versenkten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 22. 10. ein Handels-
schiff von 5000 BRT. — Flugplätze und Hafenanlagen der Insel Malta wurden er-
neut bombardiert. — Nordwestdeutschland wurde am Nachmittag des 22. 10. von
einigen feindl. Flugzeugen im Schutz tiefliegender Wolken überflogen. Vereinzelte
Bombenabwürfe richteten unwesentliche Gebäude- und Flurschäden an. Die Ver-
luste der Bevölkerung waren gering. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpf-
ten am Tage Ziele an der Südost- und Südwestküste Englands.

Führerhptquart., 24. 10. 42. (DNB.) OKW.: 2 sowj. Handelsschiffe wurden vor
der Kaukasusküste durch Bombenwurf schwer beschädigt. — In Stalingrad lagen
die feindl. Stellungen unter dem Bombenhagel der laufend eingesetzten Kampf-
und Sturzkampfflugzeuge, die außerdem bei Tag und Nacht feindl. Artilleriestel-

lungen auf den Wolga-Inseln und ostwärts des Stromes bekämpften. — Schwere
Luftangriffe wurden im mittleren Frontabschnitt gegen feindl. Bereitstellungen,
Transportbewegungen und Truppenausladungen der Sowjets geführt. — An der

ägypt. Front weiterhin lebhafte Lufttätigkeit. Der Feind verlor 10 Flugzeuge. —
Unter Ausnutzung der Wetterlage wiederholte die brit. Luftwaffe gestern mit
einzelnen Flugzeugen ihre Störangriffe auf nordwestdeutsches Gebiet. Die Bevöl-
kerung hatte Verluste. Der Sachschaden war gering. Bei Anilügen gegen die Küsten
der besetzten Gebieten verlor der Feind am Tage und in der vergangenen Nacht
4 Flugzeuge. — Die deutsche Luftwaffe bekämpfte bei Tage milit. Ziele und kriegs-
wichtige Anlagen in Südengland.

Führerhptquart., 25. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Westkaukasus erstürmten
deutsche und rumänische Truppen, wirksam von der Luftwaffe unterstützt, weitere
Höhenrücken. — Die schweren Luftangriffe auf die feindl. Stützpunkte in Stalin-
grad und die sowj. Nachschubverbindungen ostwärts der Wolga gingen mit unver-
minderter Kraft weiter. — An der Don-Front richteten rumänische Luftstreitkräfte
ihre Angriffe gegen feindl. Stellungen und Bahnbewegungen. — Auf dem Ladoga-
Seite 350 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1942, Bd. 34

see führte in der Nacht zum 22. 10. ein Verband deutscher und italien. Kriegsfahr-
zeuge unter Sicherung durch die deutsche und finnische Luftwaffe ein örtliches
Unternehmen gegen einen Teil der von den Sowjets besetzten Küste durch. Eine
Landungsabteilung zerstörte einen Leuchtturm und brachte Gefangene ein. Auf der
Rückfahrt wurden unter ständigen Gefechten gegen feindl. Kanonenboote heftige
Luftangriffe abgewehrt und durch Jäger und Flakartillerie 21 feindl. Flugzeuge
abgeschossen. — In Ägypten trat der Feind in breiter Front nach heftiger Artillerie-
vorbereitung mit starken Infanterie- und Panzerverbänden unter Einsatz zahlreicher
Luftstreitkräfte zu dem erwarteten Großangriff an. Zur Zeit sind erbitterte Kämpfe
im Gange. Der Feind verlor bisher 20 Flugzeuge und zahlreiche Panzer. — Auf
Malta erzielten deutsche leichte Kampfflugzeuge wiederum zahlreiche Bomben-
treffer in den Flugplatzanlagen von Lucca und Venezia. — Bei Einflügen in die
besetzten Westgebiete sowie beim An- und Abflug gegen Oberitalien verlor die brit.
Luftwaffe durch die deutsche Abwehr 11 Flugzeuge, hiervon mehr als die Hälfte
viermotorige Bomber. — In der Nacht zum 25. 10. führte die deutsche Luftwaffe
Bombenangriffe gegen kriegswichtige Anlagen einiger Städte in Ostengland. Alle
Flugzeuge kehrten zu ihren Einsatzhäfen zurück.

Führerhptquart., 26. 10. 42. (DNB.) OKW.: Zerstörerstaffeln bekämpften im
Tiefflug die feindlichen Stellungen. Kroatische Jäger schossen 5 bolschew. Flug-
zeuge ab. — In Stalingrad hielten Kampfflugzeuge die Artillerie des Feindes ost-
wärts der Stadt in rollenden Angriffen nieder. Deutsche Jäger schossen bei einem
eigenen Verlust 27 feindl. Flugzeuge ab. — Deutsche und rumänische Kampfflug-
“ zeuge griffen bei Tag und Nacht den Nachschubverkehr des Feindes auf Bahnen
und Straßen an. — In Ägypten richteten sich Angriffe der deutschen und italien.
Luftwaffe bei Tag und Nacht gegen motorisierte Verbände des Feindes. Messer-
schmitt-Zerstörer schossen 4 Flugzeuge vom Muster „Beaufighter“ ab. — Ein
feindl. Landungsversuch in der Nacht vom 23. zum 24. 10. im Gebiet von Marsa
Matruk wurde durch das rasche Eingreifen von Kampfflugzeugen schon auf See
vereitelt. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften mit guter Wirkung Flug-
platzanlagen auf der Inselfestung Malta. — Auch an der engl. Südküste griffen
leichte deutsche Kampfflugzeuge am gestr. Tage kriegswichtige Anlagen an ver-
schiedenen Stellen erfolgreich an.

Führerhptquart., 27. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Terek-Abschnitt haben deutsche
und rumänische Truppen, unterstützt durch starke Verbände der Luftwaffe, ange-
griffen und schon in den ersten beiden Tagen räumlich und taktisch bedeutende
Erfolge erzielt. — Transportbewegungen der Sowjets auf Bahnen, Straßen und
Wasserwegen wurden auch bei Nacht wirksam bombardiert. Mehrere Transport-
züge wurden zerstört und im Westteil des Kaspischen Meeres ein Tanker und
8 Handelschiffe in Brand geworfen bzw. schwer beschädigt. — Am 25. 10. verlor
die Sowjetluftwaffe in heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie der Luft-
waffe 60 Flugzeuge; 4 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Die Schlacht in Ägypten
nimmt mit unverminderter Heftigkeit ihren Fortgang. Deutsch-italien. Luftstreit-
kräfte griffen in immer stärker wiederholenden Einsätzen die feindl. rückwärtigen
Verbindungen an. In Luftkämpfen schossen deutsche und italien. Jäger über Nord-
afrika und über dem Mittelmeer 14 feindl. Flugzeuge ab. — Über Südengland führte
die deutsche Luftwaffe am gestr. Tage ausgedehnte Angriffe gegen Industrie- und
Werftanlagen.

Führerhptquart., 28. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Kampf östl. Tuapse bekämpfte
die Luftwaffe Stellungen des Feindes sowie Stadt- und Hafengebiet von Tuapse.

Ein Handelsschiff von 6000 BRT. wurde durch Bombentreffer beschädigt. — In

Stalingrad stieß der deutsche Angriff östl. der Brotfabrik bis zur Wolga durch und
brachte damit ein größeres, vom Feinde stark besetztes Häusergebiet zu Fall. Ver-
bände der Luftwaffe griffen mit guter Wirkung in diese Kämpfe ein. — Auf Bahn-
strecken und im Kaspischen Meer erlitt der Feind durch die deutschen Luftangriffe
hohe Verluste. 11 Transportzüge wurden vernichtet, 3 Handelsschiffe mit zusammen
3000 BRT. versenkt, ein Tanker, ein Handelsschiff und 2 Bewacher in Brand
geworfen bzw. beschädigt. — An der Don-Front warfen rumänische Truppen, von
ihren eigenen Kampfflugzeugen unterstützt, den Feind in die Don-Niederung
zurück. — Die schweren, aber erfolgreichen Abwehrkämpfe in der El-Alamein-
Stellung dauern an. In heftigen Luftkämpfen brachten deutsche und italien. Jagd-
flieger 21 brit. Flugzeuge zum Absturz, eines wurde von der Flakartillerie abge-
schossen. — Bei Einflügen über der westfranz. Küste wurden gestern drei brit.

Nr. 23/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 351

Flugzeuge in Luftkämpfen abgeschossen. Am Abend des 27. 10. flogen einige leichte
Bomber unter Ausnutzung des stark diesigen Wetters in norddeutsches Küsten-
gebiet ein und verursachten einige Verluste unter der Bevölkerung. Im übrigen
entstanden nur geringe Gebäude- und Sachschäden.

Führerhptquart., 29. 10. 42. (DNB.) OKW.: Im Westkaukasus wiesen die deut-
schen Truppen feindl. Gegenangriffe gegen die in den letzten Tagen gewonnenen
Bergstellungen ab, wobei sie von der Luftwaffe wirksam unterstützt wurden. —
Kroatische Jäger schossen 6 sowj. Flugzeuge bei einem eigenen Verlust ab. — In
Stalingrad bombardierte die Luftwaffe neben starkem Einsatz über der Stadt bei
Tag und Nacht feindl. Flugplätze, Batteriestellungen und Transportbewegungen. —
Im Nordwestteil des Kaspischen Meeres wurden 2 Frachtschiffe mit zusammen
3000 BRT. versenkt, 2 Tanker und 5 andere Frachtschiffe in Brand geworfen bzw.
schwer beschädigt. — Der Feind verlor gestern 44 Flugzeuge, 2 eigene Flugzeuge
werden vermißt. — Die Angriffe auf die Flugplätze von Malta wurden fortgesetzt. —
In Südostengland führten deutsche Kampfflugzeuge am gestr. Tage Angriffe gegen
Industrie-, Verkehrs- und Hafenanlagen.

Führerhptquart. 30. 10. 42 (DNB.) OKW.: In Stalingrad wurde der Angriff mit
Unterstützung von Sturzkampfflugzeugen fortgesetzt und das in den letzten Kämp-
fen gewonnene Gelände gesäubert. — Südl. der Stadt brachen auch gestern von
Panzern unterstützte Entlastungsangriffe vor den eigenen Linien im Abwehrfeuer
aller Waffen und unter den Bombenangriffen der Luftwaffe zusammen. — Im
Kaspischen Meer vernichtete die Luftwaffe in der vergangenen Nacht 9 feindl.
Transportschiffe, darunter 7 Tanker. — Im Raum südl. Ostaschkow bekämpfte die
Luftwaffe Truppenbereitstellungen und Transportbewegungen des Feindes. 12 mit
Truppen und Material stark belegte Ortschaften wurden zum großen Teil zerstört.

— Im hohen Norden richteten sich starke Luftangriffe gegen feindl. Truppenlager

sowie gegen Stadt und Hafen von Murmansk. — Ein an zwei Stellen durchgeführter
Landungsversuch im Raum von Marsa Matruk wurde durch Flakartillerie und
Sturzkampfflugzeuge vereitelt. — Bei Tagesvorstößen schwacher Kräfte der brit.
Luftwaffe gegen die Küste der besetzten Westgebiete und in die Deutsche Bucht
sowie bei nächtl. Störflügen über dem deutschen Küstengebiet wurden 4 feindl. Bom-
ber zum Absturz gebracht.

Ritterkreuzträger 1. Reihe v. I.n. r.: Hptm. Kulmey, Hptm. Wilck, Hptm. Kahl, Flug-
zeugf. Fuß. 2. Reihe: Hptm. Flechner, Lt. Hanne (f), Lt. Körner, Lt. Neuhof.
Weltbild (8)
Seite 352 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1942, Bd. 34

Führerhptquart. 31. 10. 42 (DNB.) OKW.: Kampffliegerverbände griffen erneut
die Bahnlinien nördl. Astrachan an. — Die Luftwaffe bekämpfte im Quellengebiet
der Wolga Bereitstellungen, Transportbewegungen, Nachschublager sowie Industrie-
anlagen weit im Hinterland des Feindes. — Auf dem Ladogasee wurden 4 größere
für die Versorgung von Leningrad bestimmte Schiffe durch Bombenwurf versenkt
und 3 Lastkähne beschädigt. — Bombenangriffe auf Leningrad riefen Brände her-
vor. — Die Luftangriffe auf Murmansk wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. —
Die Sowjets verloren am 29. und 30. 10. 134 Flugzeuge. An den Abschußerfolgen
waren rumänische und ungarische Jagdflieger beteiligt. 8 eigene Flugzeuge kehrten
nicht zurück. — In Ägypten bekämpfte die deutsche und italien. Luftwaffe motori-
sierte Kräfte und Nachschubkolonnen des Feindes. 8 brit. Flugzeuge wurden ab-
geschossen.

Führerhptquart. 1. 11. 42 (DNB.) OKW.: Vor Tuapse wurde ein Handelsschiff
der Sowjets von 3000 BRT. durch Bombentreffer versenkt. — Westl. des Terek über-
rannten unsere Angriffstruppen, durch die Luftwaffe hervorragend unterstützt, die
Stellungen des Feindes und warfen ihn unter Überwindung mehrerer Flußläufe
weit zurück. 2 Panzerzüge wurden durch Heer und Luftwaffe vernichtet. — Im
Kaspischen Meer wurden wieder 9 größere Transport- und Frachtschiffe, darunter
4 Tanker, in Brand geworfen oder versenkt. — Die Artilleriestellungen des Feindes
am Ostufer der Wolga wurden mit Bomben und Bordwaffen bekämpft, nördl.
Astrachan 13 Transportzüge durch Bomben getroffen. Ein Ölzug brannte aus. —
Ungarische Jagdflieger schossen bei Begleitschutz für eigene Kampfflugzeuge 4
Sowjetflugzeuge ab. — Südostwärts des Ilmensees brachen Gegenangriffe des Fein-
des unter der Wirkung des Einsatzes von Verbänden des Heeres und der Luftwaffe
zusammen. — Auf dem Ladogasee verlor der Feind ein Frachtschiff und einen
Schlepper durch Bombentreffer. Ein Schnellboot wurde beschädigt. — Murmansk
wurde erneut bei Tag und Nacht angegriffen. — In Ägypten fügten deutsche und
italien. Sturzkampfflugzeuge den Briten in rücksichtslosem Einsatz starke Verluste
zu. — Eine geringe Zahl brit. Flugzeuge stieß im Wolkenschutz bei Tage in die be-
stezten Westgebiete, in die Deutsche Bucht und zur nordwestl. Reichsgrenze vor.
Durch Bombenwürfe entstanden an einigen Orten Sachschäden. 7 Flugzeuge wur-
den abgeschossen. — Im Kampf gegen Großbritannien führte die Luftwaffe am
gestr. Tage und in der vergangenen Nacht in mehreren Wellen Vergeltungsangriffe
gegen die Stadt Canterbury. Die zum Teil im Tiefflug geworfenen Bomben ver-
ursachten erhebliche Zerstörungen durch Spreng- und Brandwirkung. Jagdge-
schwader des Begleitschutzes schossen 3 brit. Jagdflugzeuge ab. Andere Kampf-
flugzeuge bombardierten milit. Ziele an verschiedenen Orten im Südosten der Insel,
darunter Dover. — Die Luftwaffe versenkte 2 Handelsschiffe mit zusammen 10 000
BRT. und beschädigte ein großes Handelsschiff und ein Schwimmdock. — Die
engl. Kriegsflotte verlor im gleichen Zeitraum einen Zerstörer, 2 Bewacher, 7 Schnell-
boote und durch Luftangriffe 12 Landungsboote.

Führerhptquart. 2. 11. 42 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe unterstützte die Kämpfe
des Heeres und griff Truppenquartiere und Bahnanlagen der Stadt Ordschonikidse
an. — Rumänische Kampfflieger bekämpften Bahnstrecken im Donabschnitt wirk-
sam mit Bomben. — Der Gegenangriff der deutsch-italien. Truppen im Nordab-
schnitt der El Alamein-Front wurde gestern fortgesetzt und warf den eingebroche-
nen Feind unter schwersten Verlusten, besonders bei einer australischen Division,
zurück. — Angriffe der deutschen und italienischen Luftwaffe richteten sich vor
allem gegen Batteriestellungen des Feindes. — Durch Bombentreffer wurde eine
größere Anzahl von Geschützen zum Schweigen gebracht. Zum Begleitschutz ein-
gesetzte Jäger schossen ohne eigene Verluste 4 brit. Jagdflugzeuge ab. — In der Zeit
vom 11. bis 31. Okt. verlor die brit. Luftwaffe 306 Flugzeuge, davon 187 über dem
Mittelmeer und über Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen
Großbritannien 88 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart. 3. 11. 42 (DNB.) OKW.: Luftangriffe mit Bomben und Bord-
waffen brachten dem Feinde hohe Verluste bei. Ein Panzerzug wurde vernichtet. —
In Stalingrad geht der schwere Angriffskampf um Häuserblocks und Straßen weiter.
Sturzkampfflugzeuge setzten ihre Angriffe gegen die hartumkämpften Widerstands-

nester im nördl. Stadtgebiet fort. — Kampffliegerverbände unterbrachen nachhaltig

die Bahnverbindungen ostwärts der Wolga und den Fährbetrieb über den Strom.
— Italien. Jäger bekämpften im Tiefflug Feldstellungen der Sowjets. — Im Kampf
gegen die sowj. Handels- und Kriegsflotte vernichtete die Luftwaffe im Monat

Nr. 23/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ ‚Seite 353

Oktober an der Schwarzmeerküste, auf dem Kaspischen Meer, dem Unterlauf der
Wolga und auf dem Ladogasee insgesamt 33 Fracht- und Transportschiffe ver-
schiedener Größe, darunter eine hohe Zahl von Tankern, außerdem einen Bewacher.
Ferner wurden 32 Frachtschiffe aller Art und 4 Kriegsschiffseinheiten durch An-
griffe aus der Luft beschädigt. — Die Schlacht in Ägypten geht mit gesteigerter
Heftigkeit weiter. Deutsche und italien. Luftstreitkräfte führten an den Brenn-
punkten der Schlacht unermüdliche Angriffe gegen motorisierte brit. Kräfte, Artil-
leriestellungen und rückwärtige Verbindungen. Deutsche und italien. Jagdflieger
schossen bei einem deutschen Verlust 15 Flugzeuge des Feindes ab. Außerdem wur-
den über dem Mittelmeer 5 brit. Flugzeuge zum Absturz gebracht, davon eines durch
ein deutsches Unterseeboot. — An der Kanalküste verlor der Feind gestern 4 Flug-
zeuge.

Führerhptquart., 4. 11. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflieger griffen den Hafen
Tuapse mit guter Wirkung an. — Sturzkampfflieger bekämpften Truppenansamm-
lungen westl. des Wolgaknies. — Auf dem Ladogasee versenkten deutsche Flug-
zeuge 2 Schleppzüge und einen Frachter. — Die Achte brit. Armee führte auch
gestern in der El-Alamein-Front unablässig Angriffe mit überlegenen Infanterie-
und Panzerkräften unter starkem Einsatz ihrer Artillerie und Luftwaffe. Die
deutsch-italien. Panzer-Armee schlug in erbittertem Kampf wieder den Ansturm
zurück. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen die Flugplatzanlagen von
Lucca und Halfar auf Malta an. — An der nordwestl. Reichsgrenze wurde bei Tage
ein viermotoriger Bomber, an der Kanalküste ein Jagdflugzeug abgeschossen. —
In Südwest- und -Südostengland bekämpften leichte Kampfflugzeuge kriegs-
wichtige Ziele.

„Spitfire II“, Höchstgeschw. mit Rolls-Royce Merlin III (max. 1045 PS), wurde bei
Flugversuchen mit Beuteflugzeugen in 5 km Höhe mit 550 km/h festgestellt. Werte
weit über 600 km/h dürften im waagerechten Flug mit dem stärkeren Motor
Merlin XII nicht erreicht sein. Steigt in 14 Min. auf 8km Höhe. Gipfelhöhe zwischen
11 und 12 km. n

. Kaiseradlerdressur wird, wie die L. N. N. mitteilt, von Tierlehrer Wedde für
Film abgerichtet, um einen Zielflug nach dem Völkerschlachtdenkmal auszuführen.
Die ersten Freiflüge sind bereits gelungen. Wedde berichtet über seine Arbeit fol-
gendes: Jeder Adler wird von mir abgerichtet, sich sein Futter von meinem Arm
zu holen. Hungrig wird er zu seinem Flug in die Luft geworfen, und wenn er
50 m hoch ist, zeige ich den Handschuh mit dem Futter, und er wird auf meinen
Arm zurückkehren. Den anderen Adler lasse ich während dieses Fluges neben
mir sitzen. Zwischen beiden Vögeln hat sich eine Freundschaft gebildet, die be-
wirkt, daß der in der Luft fliegende Adler zu seinem Genossen zurückkehrt.

Doppelschwingenflugzeug E. Kreiss mit sich öffnenden Klappen beim Auf-
schlag, war auf der .„Ila“ 1909 ausgestellt. Abb. finden Sie im ..Flugsport“
S. 474, 1909. |

| Literatur.

Lg-Normblätter Neuausgabe, neubearbeitet mit Vermerk: Zweite Ausgabe
Februar 1942, sind erschienen: LgN 100 50, LgN 100 55, LgN 100 95, Übersicht, Sach-.
Ordnungsnummern-Verzeichnis. über Normen für Prüf- und Meßgeräte, Betriebs-
mittel, Werkzeugmaschinen.

Schriften, herausgegeben von der Zentrale für wissenschaftliches Bericht-
wesen der Luftfahrtforschung des Generalluftzeugmeisters (ZWB) Berlin-Adlers-
hof. Kommissionsverlag von R. Oldenbourg, München und Berlin.

Turbulente Reibungsschichten an der Platte. Von I. Niku-
radse, Breslau. 24 S. 39 Abb. Preis 3,— RM.

Nach neuen bestätigten Versuchen in Berlin und Göttingen konnte das uni-
verselle Geschwindigkeitsgesetz unter der Einwirkung der tiefgreifenden Analyse
von Prandtls Ansatz, eine Reihe von Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten der
turbulenten Strömung exakt behandelt werden. Die Mechanik der Grenzschichten
wird daher rechnerisch erfaßt.

Laminare Reibungsschichten an der längs angeström-
Seite 354

„FLUGSPORT“

Nr. 23/1942, Bd. 34

ten Platte. Ein Beitrag zur Prandtlschen Grenzschichttheorie. Von I. Niku-
radse, Breslau. 47 S., 18 Zahlentafeln, 76 Abb., Preis 6,— RM.

An Hand neuer Versuche wird bewiesen, daß die Grenzschichtuntersuchun-
gen im Jahre 1933 im Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung in Göttingen
(Leitung: Prof. Dr. Prandtl) noch weiter reichen, als aus den Experimenten von
Hansen hervorgeht. Abweichungen waren nur auf Meßfehler zurückzuführen. So-
mit ist die Theorie physikalisch exakt. Die vorliegende Arbeit wird hauptsächlich
den Ingenieuren die Idee der Prandtlschen Grenzschicht näherbringen.

ZurMechanik desLuftreifens. VonB. v. Schlippe und R. Dietrich.

20 S. 51 Abb. Preis 3,— RM.

Die vorliegende Arbeit befaßt sich lediglich mit der Mechanik der seitlichen

Verformungen des Pneus eines rollenden Rades.

Unser lieber jüngster Sohn .u.
Bruder ist von einem Feind-
flug in Afrika nicht zurückge-
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im Alter von 25 Jahren im Luft-
kampf den Heldentod gefun-
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Oskar Ursinus und Frau, geb.
Römer; .
Lotte Schumacher, geb. Ursi-
nus, und Walter Schumacher;
Werner Ursinus, Hptm., Staffef-
kapt. i. e. Jagdgruppe, und
Gerda Ursinus, verw. Knüppel,
geb. Zombeck;

Hedwig Ursinus, geb. Klöver.

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hielt, entstand auf Grund eines Auftrages des
Reichserziehungsministeriums,dieZusammenhänge
zwischen den bisherigen Erfahrungstatsachen des
Modellflugs und den Strömungsgesetzen des großen
Flugzeugs zu klären. Daraufhin wurden Trag-
flügelmessungen bei Reynoldsschen Zahlen des
Modellflugs durchgeführt. Diese Messungen ergeben
erstmalig eine systematische Grund-

age für einen wissenschaftlich
sesteuertenFlugmodellbau. „Dasvor-
liegende Buch stellt — wie Prof. Prandtl in seinem
Geleitwort sagt — nicht nur eine sehr bemerkens-
werte Förderung des Modellflugwesens dar, son-
dern es wird darüber hinaus durch seine zum
großen Telneuartigenund überraschen-
den Ergebnisse auch dem Strömungs-
fachmann sehr lehrreiche Auf-

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AXXIV. Jahrgang

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25 9. Dezember
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.
Anzeigenpreis lt. Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M.,
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Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 24 25. November 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 9. Dezember 1942

Holzilugzeugbau.

Auch der Holzflugzeugbau erfordert besonders geschickte Handwerker.
Die Holzbearbeitung war in den alten Zeiten Domäne des Zimmermanns,
des Böttchers, des Schreiners, des Bootsbauers, des Holzschnitzers, die auf
ihrem Gebiet je nach Feinheit der Arbeit als Lehrling besonders aus-
gebildet wurden.

Ein Berufsbild für Lehrlinge im Holzflugzeugbau ist bereits im vorigen
Jahre geschaffen worden.

Die Holzflugzeugbauer in den Fliegerschulen waren bisher Männer,
die sich selbständig in den Segelflugzeugbau mit List und Tücke einge-
arbeitet hatten und einen Befähigungsnachweis an der Segelfliegerschule
erbringen mußten, d. h. sie konnten sich nur behaupten, wenn sie den an
sie gestellien Anforderungen genügten. Dieses alte Reservoir an Nach-
wuchskräften, die auch einmal Segelflugwerkmeister werden wollen, wird
nach einigen Jahren erschöpft sein.

Indessen darf die Entwicklung des Segelflugzeugbaues nicht still-
stehen. Schulgleiter und Leistungssegelflugzeuge von heute werden in
zehn Jahren in aerodynamischer und baulicher Hinsicht anders aussehen
müssen.

Der Segelflugzeugbau ist gegenüber dem Schreinerhandwerk immer
fälschlicherweise als Bastelarbeit betrachtet worden. Diese Ansicht ist
grundverkehrt. — Im Gegenteil — der Segelflugzeugbauer ist der Fein-
mechaniker der Schreinerei, diese Tatsache kommt auch in dem Berufsbild
für Holzflugzeugbau zum Ausdruck.

Durch die Schaffung von veredelten Kunstharzpreßhölzern, Lager-
hölzer, die unter hohem Druck verdichtet werden, sind durch die Kunst-
harzleimung dem neuzeitlichen Holzflugzeugbau neue Wege geebnet. Die
Anforderungen an den Holzflugzeugbauer steigern sich daher fortgesetzt.

Auf dem Fundament des Segelflugzeugbaues ist es notwendig, ein wenn
auch kleines Handwerkerreservoir von ausgebildeten Kräften zu schaffen.
Auf anderen Gebieten der Industrie werden die Feinmechanikerholz-

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 42 Bd. IX und Merkblatt 34
Knicken von Holzstäben.

Seite 356 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1942, Bd. 34

arbeiter gesucht. Ganz abgesehen davon, daß in Flugforschungslaborato-
rien aller Art solche Holzfeinmechaniker benötigt werden.

Ital. Macchi Flugboot M. C. 77.

Das einmotorige Flugboot mit 4 Mann Besatzung ist für Fernaufklä-
rung und Bombenwurf bestimmt.

Flügel freitragend, Schulterdeckeranordnung mit Landeklappen,
Querruder mit Ausgleichsklappen, Holzbauweise.

Bootsrumpf Ganzmetallweise, stark gekielt, eine Stufe, unter den
Flügelenden je ein Stützschwimmer mit zwei Streben gegen den Flügel
verspannt. Im Rumpfbug und auf der Rumpfoberseite hinter dem Flügel
ein Drehturm mit je einem MG., ein weiteres MG. mit Drehkranz hinter
dem Führersitz innerhalb des Motorstrebenbockes.

Höhen- und Seitenleitwerksflosse gegen Rumpf verspannt, jedoch im
Flug verstellbar.

Macchi Flugboot M. C. 77. Werkbild

Motor Isotta-Fraschini-Asso 750 R mit 850/910 PS mit Dreiflügel-Ver-
stellschraube.

Spannweite 17,7 m; Länge 12,6 m; größte Höhe 3,94 m; Flügelinhalt
50 m?, Leergewicht 3000 kg, Zuladung 1800 kg, Fluggewicht 4800 kg; Flügel-
belastung 96 kg/m?; Leistungsbelastung 5,3 kg/PS; Höchstgeschw. 303,5
km/h: Wasserungsgeschw. 112 km/h; Gipfelhöhe (theoretisch) 5500 m.

Engl.
Avro „Lancaster“,
Viermotor.

Avro „Lancaster T”,
Baujahr 1941, mit Rolls
Royce Merlin 12 Zylinder
1300 PS, ist aus dem Avro
„Manchester“ (vgl.,Flug-
sport“ S. 232/42) ent-
wickelt. 7 Mann Besat-
zung, Höchstgeschw.

450 km/h.

Avro „Lancaster“ Viermotor
Rolls Royce.

Svensk Motor Tidning

Nr. 24/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT“ Seite 357

Avro „Lancaster“ Viermotor. The Aeroplane

Ganzmetallbauweise mit Glattblechhaut.

Flügel freitragend,
Mitteldeckeranord-
nung, rechteckiges
Mittelstück, Ansatz-
flügel nach den Enden
sich gleichmäßig ver-
jüngend, Landeklap-
pen bis in die Ansatz-

flügel reichend.
Rumpf vgl. Abb.,
verhältnismäßig weit
über die Flügelvor-
derkante vorstehend
mit 3 MG.-Ständen.
Leitwerk mit ova-
len Endscheiben. Die
äußeren Motoren sind
tiefer angeordnet als
die inneren und im
Grundriß gesehen
rückwärts gegen die
mittleren gestaffelt.
Fahrwerk in die
Motorenverkleidung
der inneren Motoren
hochziehbar.
Spornrad fest.
Spannweite 33 m,
Länge 22 m.

Avro „Lancaster“
Viermotor.
Zeichnung Flugsport

— _Z0öi

=>

Seite 358 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1942, Bd. 34 Nr. 24/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 359

sehen ist und von einem im
Gehäuse 4 befestigten Zapfen
12 gehalten wird. Das Ritzel 5
steht einerseits mit dem Seg-
ment 2 und andererseits mit
der Innenverzahnung des
Kranzes 6 in Eingriff, während
die Außenverzahnung des m —-
Kranzes 6 mit den Zahnstan-
gen 7, 8 zusammenwirkt, die
am Fördermengenverstellglied
der Einspritzpumpen angrei-
fen. Die Änderung des Über- \ A
setzungsverhältnisses erfolgt
durch Verschiebung des in die
Kulisse 13 hineinragenden

In

Gil aa ang
ı

Zapfens 12 in einer Nut 14 des T 5 5
Gehäuses 4.
[N 3 6 7
BMW 801“ Fertigmontage der Motoren ist in einem Montagegestell and gleich SSSSSS SS
ORTE : kbar gelagert, somit sind alle leile leıc .
zeitig in einem Fahrwerk liche Werkbild Abb. 1 u. 2. Stufenlos regel- \ £ Y

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8 2 m 4 2950209

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Teile, der beim Umwerfen sich selbsttätig schließt, so daß die Teile nicht heraus-
fallen können, ist von Blohm & Voß entwickelt worden. Bisher verwandte man
transportable oder festangebrachte, offene Behälter, welche meistens durch Wände
in einzelne Mulden unterteilt sind. Festangebrachte Kästen können wohl nicht
umgeworfen werden, können jedoch
beim Fortschreiten der Arbeit nicht mit-
wandern. Der neue ortsbewegliche
Kleinteilbehälter besitzt eine selbst-

i i i {nahme in einem ein-

BMW 801 Triebwerk wird nach der Fertigmontage und Au I
fachen Triebwerkwagen zum Versand gebracht. Vorder- und Hinterachsenrollen
sind durch ein Torsionsrohr drehsteif miteinander verbunden. werkbild

Stufenlos regelbares Verstellgetriebe. System Junkers Pat. Nr. 710 463.

Bei der Regelung von Einspritzbrennkraftmaschinen ist es erforderlich, die
Einstellbewegungen selbsttätiger Regler oder bestimmter Handhebel auf die Di
dermengenverstelleinrichtung der Brennstoffeinspritzpumpen zu übertragen. Zu
diesem Zweck wurde ein Verstellgetriebe geschaffen, dessen Übersetzungsvor-
hältnis stufenlos geändert werden kann. Dieses Getriebe ist Gegenstand. es
DRP 710463. Gemäß der Erfindung ist das Verstellgetriebe als Ausgleichgetriene
ausgebildet und so gestaltet, daß durch Veränderung seines Übersetzungsverhäl -
nisses die miteinander in Eingriff stehenden Verzahnungen über den ganzen
Verstellbereich hinweg keine Abstands- oder Mittelpunktsänderung erfahren.

Die Kraftübertragung erfolgt dabei, wie aus Abb. 1 und 2 hervorgeht, von
einem Zahnsegment 2 über ein Ritzel 5 und einen innen und außen verzahnten
Kranz 6 auf eine oder mehrere Zahnstangen 7, 8, wobei das Ritzel 5 auf dem
einen Ende eines mit dem Segment 2 durch einen Zapfen 11 verbundenen Hebels
10 gelagert ist, während das andere Ende des Hebels 10 mit einer Kulisse 13 ver-

Schnellverschlußkasten

\MarbbtiAinar !IEN

Abb. 1u. 2.
Seite 360 „FLUGSPORT"“ Nr. 24/1942, Bd. 34

tätige Verschlußeinrichtung, die beim Herunterfallen oder Umkippen des Behälters
in Tätigkeit tritt. Abb. 1 zeigt diesen Behälter als halbkreisförmig gebauten Kasten,
welcher durch zwei Deckel geschlossen werden kann. Im Inneren des Behälters
befinden sich Mulden, welche durch halbkreisförmig geformte Zwischenwände
gebildet werden. Die beiden Deckel stehen unter Federspannung, welche das Be-
streben haben, diese zu schließen. Hieran werden sie durch Fühlerhebel gehindert,
die unter dem Boden des Behälters angebracht sind, Abb. 5 unten. Kommt die
Unterlage für diese Fühlerhebel durch Herunterfallen oder Umkippen des Be-
hälters nicht mehr zur Wirkung, so schnellen die Deckel unter Einwirkung der
Federn selbsttätig in die Verschlußlage. Damit beim Anheben und Transportieren
des Behälters dieser geöffnet bleiben kann, ist ein Handgriff über eine in senk-
rechter Richtung verschiebbare Stange in Wirkungszusammenhang mit den
Fühlerhebeln vorgesehen. Im angezogenen Zustand des Handgriffs ist daher die
Öffnungsstelle der Fühlerhebel gesichert und es wird verhindert, daß sich die
Deckel schließen, wenn der Behälter am Handgriff aufgehängt oder befördert wird.

Dieser ortsbewegliche Schnellverschlußkasten kann nach einer beliebigen
Seite umgeworfen werden oder auch von seiner Auflage herunterfallen, ohne daß
das kleinste Teilchen heraus- oder durcheinanderfällt, Abb. 2. Der Schnell-
verschlußkasten wird wieder aufgestellt und durch einen Handgriff geöffnet. Alle
Teile befinden sich nach wie vor sortiert in den Behältermulden. A. Schwinke.

—FUGTT U

) I
Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:
Lt. josef Wurmheliler, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Generalmajor Ramcke
(Fallschirmjäger).

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Peteani, Flug-
zeugf. in einer Nahaufklärergr., Ofw. Franke, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.,
Ofw. Köster, Flugzeugf. in einem Nachtjagdgeschw., Lt. Scheffel, Staffelkapt. in
einem Zerstörergeschw., Hptm. Hachfeld, Gruppenkommandeur in einem Zer-
störergeschw., Uffz. Schwaiger, Schwarmf. in einem Jagdgeschw., Oblt. Heindorff,
Flugzeugf. und Beobachter in einer Aufklärungsgr., Lt. Krupinski, Flugzeugf. in
einem Jagdgeschw., Lt. Strüming, Flugzeugf. in einem Nachtjagdgeschw., Lt.
Miethig, Staffelf. in einem Jagdgeschw., Ofw. Schilling, Flugzeugf. in einem Jagd-
geschw., Hptm. Köhne, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw., Fw. Siegler,
Flugzeugf. in einem Jagdgeschw., Uffz. Knappe, Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.

Karl Barth, Hptm., Ritterkreuzträger,
Staffelkapt. in einem Kampfgeschw., große
Verdienste um die Verwendung von Torpedo-
flugzeugen, erzielte mit 7 Torpedos 6 Treffer,
ein Schiffsraumverlust von 36 000 BRT., vom
Feindflug nicht zurückgekehrt.

Ingenhoven, Major, Gruppenkomman-
deur in einem Kampfgeschw., Ritterkreuzträ-
ger, vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Hans Fuß, Lt. in einem Jagdgeschw., Rit-
terkreuzträger, 71 Luftsiege, an den Folgen
einer im Osten erlittenen Verwundung in
einem Berliner Lazarett gestorben.

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schaftsf., Major der Luftwaffe, erfolgreicher
Jagdflieger an den Dardanellen während des
Weltkrieges, Vorsitzender im Vorstand der
Messerschmitt AG., am 7. 11. 1942 in München
unerwartet gestorben. Sein Einsatz für die
Fliegerei war sein Lebenswerk. Seine Zeitge-
nossen werden diesen stets hilfsbereiten För-
u derer und Fliegerkameraden nie vergessen.

Theo Croneiss waltbild

Theo Croneiss, 44-Brigadef., Wehrwirt-

Nr. 24/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“* Seite 361

Arnold Ernsting Dipl.-Ing. Fliegertod, war bei der Aktflieg Darmstadt
1926—30. Ein vorbildlicher Kamerad.

Generalfeldmarschall Milch sprach in einem Vortrag bei der Tagung der
Deutschen Arbeitsfront am 17. 11. in Berlin den deutschen Rüstungsarbeitern
seine Anerkennung aus. Durch Haltung und Vorbild müsse der deutsche Arbeiter
die ausländischen Kräfte mitreißen, damit auch sie ihr Letztes hergäben zur Er-
füllung ihrer Pflichten. Die Leistungen des deutschen Arbeiters seien so hervor-
ragend, daß zum Beispiel die schon bisher gewaltige Rüstung für die Luftwaffe
in der letzten Zeit habe verdoppelt werden können.

Hanna Reitsch Eisernes Kreuz 1. Klasse. Der Führer hat der Fliegerin Flug-
kapt. Hanna Reitsch in Anerkennung der besonderen Verdienste, die sie sich
unter stetem Einsatz ihres Lebens um die Entwicklung des deutschen Fluggeräts
erworben hat, das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Reichsmarschall Hermann
Göring hat der tapferen Fliegerin Anerkennung und Glückwünsche ausgespro-
chen. Durch diese Verleihung wurde zum erstenmal eine deutsche Frau mit dem
Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. 8.
1942 zu Oberstingenieuren die Flieger-Oberstabsing. Hans Scholz, Dr. Hans Högel,
Artur Paul, Eberhard Beißwenger; mit Wirkung vom 1. 10. 1942 B. Alpers, Hel-
muth Abendroth.

Links:
Hanna Reitsch er-
hielt das Eiserne

Kreuz 1. Klasse.
Weltbild

Rechts: Bordwart
reinigt den Lauf
der DBordkanone
eines Messer-
schmitt-Jagdflug-
zeuges.

Weltbild

Ausland.

Buscaglia, Major, Kommandeur eines italien. Torpedoflugzeugverbandes,
vernichtete im Verlauf von 31 Torpedoaktionen 2 schwere Kreuzer, 2 Hilfskreuzer,
einen Netzleger und 6 Dampfer mit 101 800 BRT.; vom Feindflug am 12. 11. 1942
nichi zurückgekehrt.

Japan. Luftwaffe und Marine versenkte nach Agentur Domei am 11. 11. bei
der Salomoninsel Guadalcanar 5 feindl. Kreuzer und einen Zerstörer, während
3 feindl. Kreuzer und 3 Zerstörer schwer beschädigt wurden. Außerdem versenkten
die japan. See- und Luftstreitkräfte 3 feindl. Transporter. 90 feindl. Flugzeuge
wurden im Verlauf der Operationen abgeschossen. — Japan. Kampf- und Sturz-
kampfflugzeuge griffen in der Zeit vom 10. bis 12. Nov. kleinere amerikan. Flot-
teneinheiten an, die in das Seegebiet der Salomon-Inseln vorgestoßen waren. Im
Verlauf dieser Operationen wurden der amerikan. Schwere Kreuzer „San Fran-
cisco“ sowie ein amerik. Zerstörer schwer beschädigt.

Sikorsky Hubschrauber. Dreiflügelige Hubschraube von 85 m Durchmesser
für Auf- und Vortrieb, daneben sind noch zwei kleinere zweiflügelige Hilfshub-
schrauben vorhanden. Die Schrauben werden bei dem Versuchsflugzeug vom
90-PS-Antriebsmotor über einen mehrfachen Bandantrieb bewegt, der es ermög-
licht, die Lage der Hubschrauben zu ändern. Das Gesamtgewicht des Flugzeuges
betrug bei den Versuchsflügen rund 600 kg. Verlangt wird, daß der Hubschrauber
von einem Platz aus aufsteigen kann, der kleiner ist als 225 m?. Bei einem Ver-
Seite 362 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1942, Bd. 34

suchsflug bewegte er sich über einem noch nicht 40 a großen Gelände etwa 65 min
lang, bei einem zweiten Flug an anderer Stelle 92!/s min lang in der Luft. Diese
Leistungen sollen an anderer Stelle in Amerika noch nie erreicht worden sein.
Eine Abb. dieses Vought-Sikorsky-Hubschraubers VS 300 haben wir im „Flug-
sport“ S. 398/1941 veröffentlicht.

Luftwaffe.
)

Führerhptquart., 5. 11. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflieger vernichteten im Hafen-

gebiet von Tuapse 3 Handelsschiffe mit zusammen 5800 BRT. Nahkampfflieger
griffen den feindl. Nachschub an. — Truppenansammlungen und Versorgungslager
der Sowjets im Raume zwischen den Flüssen Kuma und Terek sowie Eisenbahn-
züge südl. von Astrachan wurden von der Luftwaffe bombardiert. — Schwere
Luftangriffe richteten sich gegen Stützpunkte des Feindes westl. des Wolga-Knies
und Batteriestellungen ostwärts des Stromes. — Kampfflieger bombardierten trotz
schlechter Wetterlage einen wichtigen Nachschub- und Verkehrsknotenpunkt der
Sowjets. — In der Zeit vom 10. bis 31. Okt. wurden an der Ostfront 615 feindl.
Flugzeuge vernichtet, hiervon 535 in Luftkämpfen und 61 durch Flakartillerie der
Luftwaffe. Der Rest wurde am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen
56 eigene Flugzeuge verloren. — Die Schlacht in Ägypten ist an der ganzen Front
weiter im Gange. Kampffliegerkräfte führten laufend Bombenangriffe gegen die
brit. Panzerverbände und Artilleriestellungen. Am 3. und 4. Nov. schossen deutsche
und italien. Jagdflieger in erbitterten Luftkämpfen gegen zahlenmäßig überlegenen
Feind 30 Flugzeuge ab. 4 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Im Nordmeer ver-
senkte die Luftwaffe ein Handelsschiff von 7000 BRT. und beschädigte 2 große
Frachtschiffe.
Fühererhptquart., 6. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im Frontabschnitt von Tuapse wurden
in schweren, von der Luftwaffe wirksam unterstützten Angriffskämpfen zahlreiche
feindl. Kampfanlagen genommen und Gegenangriffe abgewiesen. — Im Raum
des oberen Terek sind deutsche und rumänische Truppen im Zusammenwirken
mit Nahkampffliegerkräften gegen verbissenen Widerstand des Feindes weiter im
Angriff. Allein in diesem Abschnitt wurden gestern 35 Sowjetflugzeuge abge-
schossen. — Die Bahnen ostwärts der Wolga wurden den ganzen Tag von Kampf-
fliegern angegriffen. — Die Luftwaffe griff feindl. Stellungen und Fahrzeug-
kolonnen südl. Ostaschkow an. Der Bahnhof Ostaschkow wurde bei Tag und
Nacht bombardiert. — Auf dem Ladogasee versenkte die Luftwaffe einen Dampf-
schlepper und 2 Frachtkähne. Ein Kanonenboot, ein Flakschiff und 6 Versor-
gungsfahrzeuge wurden beschädigt. — Kampf- und Sturzkampfflieger setzten
die Bombardierung von Murmansk und der Murmanbahn mit guter Wirkung fort.
In den Gewässern des Nordmeeres wurde ein Handelsschiff von 6000 BRT durch
Bombentreffer versenkt, ein zweites größeres Frachtschiff schwer beschädigt. —
Kampfflugzeuge führten gegen verschiedene Orte in Südostengland Tagesangriffe
durch.

Führerhptquart., 7. 11. 42. (DNB.) OKW.: Bei der Abwehr feindl. Gegen-
angriffe ostwärts Alagir wurden in hartem Kampf 30 Sowjetpanzer und durch
die Luftwaffe ein Panzerzug vernichtet. Truppenbewegungen auf der georgischen

Heerstraße wurden von Aufklärungsflugzeugen mit Bomben belegt. — Im Raum
von Stalingrad fanden örtliche Kämpfe statt. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge
griffen Batteriestellungen und Ortschaften ostwärts der Wolga an. — Truppen-

bereitstellunsgen und Transportbewegungen der Sowjets im Quellgebiet der
Dwina und Wolga wurden von der Luftwaffe bekämpft. — Auf einem Flugplatz
nordwestl. Moskaus entstanden nach einem Nachtangriff starke Brände. — In
Ägypten dauern die schweren Kämpfe an. Deutsche und italien. Luftstreitkräfte
griffen in rollendem Einsatz motorisierte Kräfte des Feindes zwischen Marsa
Matruk und El Alamein an. Im Mittelmeer schoß Bordflak der deutschen Kriegs-
marine in den letzten Tagen 5 feindl. Flugzeuge ab. — Einzelne brit. Flugzeuge
flogen am Tage unter Wolkenschutz in das nordwestdeutsche Gebiet und in die
Deutsche Bucht ein. Die Bevölkerung hatte geringe Verluste. Hierbei und über
den besetzten Westgebieien wurden 6 feindl. Flugzeuge zum Absturz gebracht.

Führerhptquart., 8. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im Westkaukasus und am Terek-
Abschnitt wurden mehrere Gegenangriffe unter blutigen Verlusten für den Feind
abgewiesen und Bereitstellungen durch Artilleriefeuer und Luftangriffe zer-

Nr. 24/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 363

schlagen. — An der Don-Front schlugen deutsche und verbündete Truppen im
Zusammenwirken mit deutschen Schlachtfliegern und rumänischen Kampfflug-
zeugen mehrere Vorstöße des Feindes ab. — Zusammengefaßte Luftangriffe star-
ker Kampffliegerverbände gegen Eisenbahnziele im Raum um Östaschkow führ-
ten zur Vernichtung von mehreren Transportzügen und Versorgungslagern des
Feindes. — Bei Nacht wurden Stadt und Bahnhof Kalinin angegriffen. — Die
Luftwaffe versenkte auf dem Ladogasee einen Motorfrachter und 2 Frachtkähne,
3 Fahrzeuge wurden beschädigt. — Im Frontabschnitt von Marsa Matruk hat der
Feind mit überlegenen -Panzerkräften seine Angriffe fortgesetzt. Die deutsche
und italien. Luftwaffe unterstützte die Kämpfe auf der Erde und griff feindl. Kräfte
und Nachschubwege an. — Bei Angriffen der brit. Luftwaffe gegen die besetzten

Wesigebiete und bei Vorstößen gegen Nordwestdeutschland verlor der Feind
4 Flugzeuge.

Führerhptquart., 9. 11. 42. (DNB.) OKW.: An der unteren Don-Front setzten
deutsche und rumänische Luftstreitkräfte ihre Angriffe gegen Feldstellungen
und Truppenunterkünfte fort. — Nachschubbahnen der Sowjets im mittleren
Frontabschnitt wurden durch Luftangriffe wiederholt unterbrochen. — Bei der
Bekämpfung der Versorgungsschiffahrt für Leningrad versenkte die Luftwaffe
auf dem Ladogasee 3 Fahrzeuge. — Im Raum um Marsa Matruk vernichteten
deutsche Schlachtflieger mehrere brit. Panzer und zerstörten Kraftwagenkolonnen
des Feindes. — Die amerikan.-brit. Flotteneinheiten und Truppentransporte in
den Gewässern nördl. Algier wurden seit dem 6. Nov. bei Tag und Nacht von
deutschen u. italien. Kampffliegerverbänden angegriffen. Nach bisher vorliegenden
Meldungen trafen Bomben schweren Kalibers 6 Kriegsschiffeinheiten und 4 Han-
delsschiffe. — An der Kanalküste schossen Jagdflieger am gestrigen Tage ohne
eigene Verluste aus einem gemischten brit. Verband 12 Flugzeuge, darunter
2 viermotorige Bomber ab. 7 weitere Flugzeuge verlor der Feind bei einzelnen
Störflügen im Seegebiet um Frankreich und über der Deutschen Bucht.

Führerhptquart., 10. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren und nördl. Front-
abschnitt setzten starke Kampfflieger-Kräfte in zusammengefaßten Angriffen die
Bekämpfung des feindl. Nachschubverkehrs fort. Stark belegte Bahnhöfe wurden
zerstört, mehrere Züge und Versorgungslager getroffen. — Bei Nacht warfen
Kampfllieger Anlagen des Bahnhofs Toropez in Brand. — In Nordafrika schossen
Kampflliegergeschwader 5 brit. Jagdflugzeuge ab. — Kampffliegergeschwader und
Uuterseeboote errangen bei den weitvorgetragenen Tages- und Nachtangriffen
gegen die amerikan.-brit. Flottenstreitkräfte und Transportschiffe vor der franz.
nordafrikan. Küste neue Erfolge. Kampfflieger warfen einen Kreuzer in Brand
und beschädigten einen weiteren Kreuzer durch Bombentreffer. Außerdem wurden
8 große Handelsschiffe, darunter ein Fahrgastschiff von 19 000 BRT. und ein Trans-
porter von i0 000 BRT. mehrfach schwer getroffen. — Brit. Bomber warfen in der
vergangenen Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte Nord- und Nord-
westdeutschlands. Die Bevölkerung hatte geringe Verluste. Bei diesen Angriffen
und bei Tagesanflügen an die Küste der besetzten Westgebiete verlor der Feind
20 Flugzeuge, darunter auch mehrere viermotorige Bomber.

Eichenlaubträger. V. I. n. r.: Oblt. Clausen, Oblt. F. C. Müller, Obstlt. Sigel,
Oblt. Tonne. Weltbild (4)
Seite 364 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 11. 11. 42 (DNB.) OKW.: An der Don-Front wiesen rumä-
nische Truppen feindl. Angriffe ab. Schlachtflieger griffen in die Erdkämpfe mit
Erfolg ein. — Kampf- und Sturzkampfflieger setzten ihre Angriffe gegen Truppen-
bereitstellungen und Bahnanlagen fort. — An der ägypt. Front verlor die brit.
Luftwaffe 4 Flugzeuge. — Deutsche und italien. Jagdflieger schossen in Luft-
kämpfen gegen überlegene feindl. Luftstreitkräfte vom 5. bis 10. Nov. 27 feindl.
Flugzeuge ab. — Deutsch-italien. Luftstreitkräfte bekämpften weiterhin die ame-
rik.-brit. Landungsflotte an der Küste Nordafrikas. Ein Flugzeugträger und ein
großes Handelsschiff erhielten Treffer. Kampfflieger schossen 3 feindl. Jagdflug-
zeuge ab.

Führerhptquart., 12. 11. 42 (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge griffen feindl. Stel-
lungen, Bahnanlagen und Küstenflugplätze an. — Artillerie des Heeres und Flak-
artillerie der Luftwaffe versenkten auf der Wolga 5 größere Übersetzboote und
Frachtkähne. Artilleriestellungen und Nachschubverbindungen ostwärts des
Flusses wurden durch Luftangriffe schwer getroffen. — An der gesamten übrigen
Ostfront keine Kampftätigkeit außer starken Angriffen der Luftwaffe auf Trans-
porte, Truppenquartiere und Nachschublager des Feindes. Nachhaltige Wirkung
wurde erzielt. — Ein Nachtangriff auf den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Tors-
hok rief große Brände hervor. — In Nordafrika schossen deutsche Jagdflieger
5 brit. Flugzeuge ab. — Bei Tag- und Nachtangriffen der Luftwaffe gegen amerik.-
brit. Schiffseinheiten vor Algier wurden ein Flugzeugträger, ein Kreuzer und ein
großes Handelsschiff mit Bomben schweren Kalibers getroffen. Der Hafen von
Algier sowie ein mit feindl. Flugzeugen stark belegter Flugplatz in der Nähe der
Stadt waren das Ziel weiterer Bombenangriffe. In der Bucht von Bougie wurden
in rollendem Einsatz 2 Transporter mit zusammen 16000 BRT. versenkt und
12 große Handels- und Fahrgastschiffe zum Teil schwer beschädigt. In demselben
Gebiet wurde ein Flugzeugträger, ein Schwerer Kreuzer und 2 Zerstörer getrof-
fen. Sämtliche Flugzeuge kehrten von diesen Angriffen zu ihren Stützpunkten
zurück.

Führerhptquart., 13. 11. 42 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe bekämpfte den feind!.
Nachschub auf Bahnen und Straßen. — Im Golf von Bougie versenkten deutsche
und italien. Kampffliegerverbände bei fortlaufenden Tag- und Nachtangriffen
einen Transporter von über 10000 BRT. sowie ein kleines Handelsschiff und
beschädigten 14 Handelsschiffe, davon einzelne so schwer, daß mit ihrem Unter-
gang gerechnet wird. — Außerdem wurden bei Sturz- und Tiefangriffen schwere
Bombentreffer auf 2 große Kriegsschiffeinheiten, einen Kreuzer und 3 Zerstörer
erzielt. — Schnelle Kampfflugzeuge bombardierten am Tage die Hafenanlagen von
Bougie und den Flugplatz Maison Blanche bei Algier.

Führerhptquart., 14. 11. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflugzeuge bombardierten
Siadt und Hafen Tuapse. — In Stalingrad wurden feindl. Gegenangriffe abgewie-
sen und Bereitstellungen durch zusammengefaßtes Artillerie- und Flakfeuer und
durch Sturzkampfflieger zerschlagen. — Deutsche und rumänische Luftstreitkräfte
flogen bei Tag und Nacht Angriffe gegen feindl. Truppenansammlungen. — Die
Luftwaffe setzte ihre schweren Angriffe gegen das rückwärtige Gebiet des Fein-
des fort. — Die Sowjets verloren in der Zeit vom 1. bis 10. Nov. 282 Flugzeuge,
davon 218 in Luftkämpfen, 33 durch Flakartillerie der Luftwaffe und 11 durch
Verbände des Heeres. Der Rest wurde am Boden zerstört. Im gleichen Zeitraum
gingen 18 eigene Flugzeuge verloren. — Kampfflugzeuge bombardierten brit.
Kolonnen auf dem Halfaya-Paß. — In den Gewässern von Bougie versenkten
Kampfflieger ein Handelsschiff von 6000 BRT. 2 feindl. Kreuzer und 5 große
Transporter wurden mehrfach getroffen. Die Vernichtung eines Kreuzers ist
wahrscheinlich. Verladeeinrichtungen und Lagerhallen des Hafens Bougie wurden
zerstört.

Führerhptquart., 15. 11. 42 (DNB.) OKW.: Im Stadtgebiet von Stalingrad
wurden feindl. Gegenangriffe abgewiesen. Die Luftwaffe unterstützte die Kämpfe
wirksam durch Angriffe auf Artilleriefeldstellungen und Flugplätze der Sowjets
ostwärts der Wolga. Feldstellungen und Ansammlungen des Feindes am unteren
Don wurden im Sturz- und Tiefflug angegriffen. — Durch Kampf- und Sturz-
kampfgeschwader wurden Bahnhöfe und Züge des Feindes bei Tag und Nacht
schwer getroffen. — Im Gebiet um Bougie wurden ein Flugplatz sowie der Hafen
wirksam angegrıffen, vor Bougie 2 große, vollbeladene Transporter durch Bomben-
wurf beschädigt. Ein feindl. Unterseeboot wurde durch Bomben vernichtet. Jagd-
und Zerstörerflugzeuge schossen vor der tunesischen Küste 3 feindl. Flugzeuge ab.

Nr. 24/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT* Seite 365

Führerhptquart., 16. 11. 42. (DNB.) OKW.: 5 Flugzeuge warfen ein Fracht-
schiff im Kaspischen Meer in Brand und beschädigten 2 Transporter. — Die Aus-
weichbewegungen in der Cyrenaika verlaufen planmäßig. Deutsche und italien.
Kampf- und Zersörerverbände griffen feindl. Kolonnen mit guter Wirkung an. In
Luftkämpfen mit überlegenen feindl. Fliegerverbänden wurden 3 feindl. Flugzeuge
abgeschossen. — An der Küste Algeriens wurden Hafen und Flugplatz Bone bom-
bardiert. — Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurden im ge-
meinsamen Kampf der italien. und deutschen Luftwaffen und der italien. und
deutschen Marinen in der Bekämpfung des feindl. Geleitzuges gegen die nord-
afrik. Küste im westl. Mittelmeer folgende Erfolge erzielt: Vernichtet oder beschä-
digt wurden insgesamt 89 Einheiten, und zwar: 14 Handels- und größere Trans-
portschiffe mit insgesamt 102000 BRT. versenkt. Fin großer Tanker (etwa 10 000
BRT.) wurde torpediert und in sinkendem Zustand zurückgelassen. 7 Handels-
und größere Transportschiffe mit insgesamt 71000 BRT. wurden so schwer be-
schädigt, daß mit ihrem Verlust mit Sicherheit gerechnet werden kann. — Somit
wurde eine Gesamtsumme von 183 000 BRT. wertvollsten feindl. Fracht-, Tanker-
und Transportraums vernichtet. Hiervon sind bereits 8 Schiffe mit 76000 BRT.
in der Sondermeldung vom 14. Nov. bekanntgegeben. — Weitere 35 Handels- und
Transportschiffe mit insgesamt 234000 BRT. wurden beschädigt, teilweise so
schwer, daß mit ihrem längeren Ausfall für Transportzwecke zu rechnen ist.

Riiterkreuzträger. 1. Reihe v. I. n. r.: Lt. Novotny, Fw. Mevissen, Uffz. Gratz,
Oblt. Schoenert. 2. Reihe: Ofw. Broich, Oblt. Sengschmitt, Lt. Hemmer, Oblt.
Nemece. 3. Reihe: Oblt. Barkhorn, Oblt. Quednau, Fw. Grislawski, Lt. Weißmann.

Weltbild (12)
Seite 366 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1942, Bd. 34

Führerhptquart., 17. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im Kaspischen Meer versenkte die
Luftwaffe einen Tanker, 2 Tankschiffe wurden beschädigt. — Kampfilugzeuge
setzten die Angriffe auf die Bahnlinien ostwärts der Wolga mit gutem Erfolg fort.
— In der Cyrenaika bekämpften Kampfflieger wirksam brit. Kolonnen. Feindl.
Marschkolonnen auf der Küstenstraße ostwärts Bone und im südl. tunesischen
Grenzgebiet erlitten durch unsere Luftangriffe schwere Verluste. — Einzelne brit.
Flugzeuge flogen in der Abenddämmerung in das nordwestdeutsche Grenzgebiet.
Durch Bombenabwurf hatte die Bevölkerung geringe Verluste. — Vorpostenboote
sowie Flakartillerie der Luftwaffe und Kriegsmarine schossen an der Atlantik-
und Nordseeküste 7 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 18. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im Kaspischen Meer versenkte die
Luftwaffe 3 Schiffe, darunter einen Tanker. — Hafenanlagen und Betriebsstoff-
lager in Bone sowie der Flugplatz Maison Blanche bei Algier wurden erneut
bombardiert. In Luftkämpfen an der tunesischen und libyschen Küste verlor der
Feind 5 Flugzeuge, 3 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Einzelne feindl. Flug-
zeuge flogen in der vergangenen Nacht in das deutsche und dän. Küstengebiet ein.
Bei einem Angriff feindl. Bomber auf eine Stadt an der franz. Atlantikküste hatte
die Bevölkerung Verluste. Nachtjäger schossen einen, Marineartillerie 2 brit.
Bomber ab.

Führerhptquart., 19. 11. 42. (DNB.) OKW.: Neue schwere Angriffe der Sow-
jets ositwärts Alagir wurden blutig abgewiesen, Truppenansammlungen durch
Artilleriefeuer und Luftangriffe zerschlagen. Kampf- und Schlachtflieger be-
kämpften außerdem trotz schlechter Wetterlage sowj. Batterien und Eisenbahn-
ziele mit guter Wirkung. — Rumänische Truppen wehrten an der Don-Front
mehrere Angriffe ab, wobei rumänische Luftstreitkräfte dem Feinde erhebliche
Verluste zufügten. Neue Kämpfe sind hier im Gange. — In der Cyrenaika wurden
im Kampf gegen brit. Flottenstreitkräfte im Seegebiet von Derna ein Kreuzer
und ein Zerstörer durch Luftangriff schwer getroffen. — Die deutsche und italien.
Luftwaffe bombardierte die Hafenanlagen von Bone und motorisierte feindl.
Kräfte an der algerisch-tunesischen Küste. — Bei Angriffen der brit. Luftwaffe
gegen Küstenorie der besetzten Westgebiete hatte die franz. Bevölkerung starke
Verluste. 3 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen.

Segelflug

Segelflug-Weltrekord 45 h 28 min 5 sec im Einsitzer NSFK.-Stubf. Vergens
von der Reichs-Segelfliegerschule Spitzerberg b. Wien aufgestellt.

Bulgarische Segelflugschau, bei der junge Flieger den Stand ihrer Ausbil-
dung zeigten, fand am 1. 11. in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der bulgari-
schen Luftwaffe, General Airandoff, statt. Die Ausbildung ist durch einen deut-

schen Segelfluglehrer, Stubaf. Schmargen, erfolgt. Gleichzeitig fand die Einwei-

hung des ersten Segelflugzeuges statt.

“u 4

Segelflugschule Campina (zwischen Bukarest und Kronstadt).
Einweihung des neuen Unterkunftsgebäudes. Archiv Flugsport

Nr. 24/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 367

Französische Segelflieger Pierre Decroo und Foucaud auf Segelflugzeug
„Castel 242", Zweisitzer, am 18. 10. 11 h 29,45 min in Sains-Auban (Basses-Alpes).

USA Segelflugausbildung Mitte dieses Jahres von der Luftwaffe, welche bis-
her den Segelflug geringschätzig betrachtete, in größerem Umfange begonnen.

or

Rückstoßfreier Abschuß für Flugzeugkanonen, bei dem der Rückstoß nach
engl. Vorschlag durch ein Gegengeschoß aufgenommen wird, ist schon im Welt-
krieg mehrfach vorgeschlagen worden.

Festigkeitswerte für Sperrholzplatten: Birke DIN L 182, Buche: DIN L: 183
sind nach ermittelten Häufigkeitswerten in Zukunft folgende:

Dicke mm Zugfestigkeit (mindestens) kg/cm?
längs quer
0,6 700 500
0,8— 1 200 550
1,2— 5 700 600
6—16 700 600
Literatur.

Aerodynamik des Flugmodells. Tragflügelmessungen 1. Von Ing. F. W.
Schmitz. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin. 160 S., 92 Abb., 5 Tafeln.
Preis 10,— RM.

Verfasser früher an der Hochschule Bonn, jetzt Studienrat von der Abt. Luft-
fahrt bei der staatl. Hauptstelle für naturwissenschaftlichen Unterricht, hat mit
seltenem Fleiß und Ausdauer unter schwierigsten Verhältnissen eine Aufgabe
gelöst und eine Arbeit geleistet, welche mit dem Ludwig-Prandtl-Preis 1941 aus-
gezeichnet wurde. Die von Schmitz durchgeführten Tragflügelmessungen über-

_ deckte Spanne der Reynoldszahlen des Modellfluges reicht von Re = 21 000 bis

168000. Es wurden 5 Profile durchgemessen, die so ausgewählt wurden, daß ihre
Ergebnisse möglichst große Gegensätze zeigten, um das Problem der Profileigen-
schaften in diesem Re-Zahlbereich zu umgrenzen. Mit den Polaren der gemessenen
Profile konnten erstmalig Flugleistung und Stabilität von Flugmodellen in diesem
Re-Zahlen-Bereich erfaßt werden; damit sind neue Grundlagen zur Beurteilung
von Versuchen im Freiflugkanal und im Trudelwindkanal gegeben. Aus diesen
Versuchen lassen sich dann durch Zwischenschaltung der am gleichen Profil ge-
messenen Polaren großer Re-Zahlen weitergehende Schlüsse für das große Flug-
zeug ziehen, als dies bisher möglich war. Hierin liegt neben der Erweiterung.des
physikalischen Bildes die Bedeutung der Messungen für die allgemeine Flugwis-
senschaft.

Die bisher als störend empfundenen Gegensätze zwischen den Strömungs-
gesetzen des großen Flugzeugs und den Erfahrungstatsachen des Modellflugs wur-
den zu einem wesentlichen Teil geklärt und die Ursachen begründet. Damit wurde
die neue Brücke geschlagen zwischen der Flugphysik und dem Flugmodellbau im
Sinne des „Ludwig-Prandtl-Preises“.

Gleichzeitig wurde bewiesen, daß der Modellflug weniger dem großen Flug-
zeug, sondern mehr dem Lilienthalschen Vorbild, dem Vogelflug, nahesteht, weil
Vogel und Flugmodell im Bereiche gleicher Reynoldsscher Zahlen fliegen.

Im Rahmen dieser Besprechung ist es leider nicht möglich, auf die vielen

Erkenntnisse dieser erfolgreichen Arbeit hinzuweisen.

Oberfläche und Dauerfestigkeit. Von Dr.-Ing. habil. Heinrich Wiegand. Ver-
lag Dipl.-Kfm. Erwin Müller, Berlin. 83 S. 60.Abb. Preis 5,— RM.

Hoch legierte Werkstoffe mit hohen Festigkeitseigenschaften sind besonders
oberflächenempfindlich. Die Oberflächenbehandlungsverfahren solcher Werk-
stoffe, wie sie besonders im Motorenbau verlangt werden, verlangt eine genaue
Kenntnis der Anwendung und Auswirkung der verschiedenen Werkstoffe, die in
vorliegender Arbeit an Hand von Zeichnungen und Abb. leicht verständlich er-
läutert ist.
„FLUGSPORT"

Meister f. Flugzeugbau

Für ein mittleres Flugzeugwerk wird
ein Meister für die Montage, für die
Maschinenhalle (Dreherei, Fräserei)
sowie für den Vorrichtungsbau und
die Anlernwerkstatt umgehend ge-
sucht. Bewerbern, die an ein durch-
aus selbständ. Arbeiten gewöhnt sind
und organisatorische Fähigkeiten be-
sitzen, bietet sich hier eine aussichts-
reiche Dauerstellung. Bewerbungen
unter Chiffre 4190 a. d. Verl. d. „Flug-
sport‘, rankfurt a. M. erbeten.

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XXXIV.Jahrgang / Nr. 25 Mittwoch, 9. Dez. 1942

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zentriertes Abwehrfeuer der KRüftenbatterien. — -
Mit nur einem Motor, die Luftfchraube des
ausgefallenen Motors auf Segelftellung —
erreichte auch diefe He 111 nach faft 20OO km
ohne Schwierigkeit ihren Einfaghafen.

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|
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Literatur

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EÄITSITITITTTTIITI ILL L

| Nr. 43
[7 r R
„BV 141

BLOHM&VOSS Een:
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FLUGZEUGBA U u m |
R AXXIV. Jahrgang
LIT I II LIT LT ZN N N \ N \ \ Nr. Datum

26 23. Dezember

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.

Anzeigenpreis lt. Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften =
sind nicht an Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport'', Frankfurt a. M., Preis 80 Pf. E
Hindenburgplatz 5 (Deutschland) g

Printed in Gerrnany

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GEGRUNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING.

Illustrierte tiugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 25 9. Dezember 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 23. Dezember 1942

Führende Kräfte.

Konstruktions-, Betriebsingenieur und Ingenieurkaufmann können
auf ihrem Betätigungsfeld als besonders geeignet Höchstleistungen voll-
bringen. Jeder ist auf seinem Gebiet ein Spezialist. Der Idealzustand wäre
nun, wenn bei einem Betriebsführer diese Fähigkeiten in einem Menschen
vereinigt würden. —

Richtunggebend ist im Flugzeugbauunternehmen der Konstruktions-
ingenieur, dessen Name auch verschiedentlich in der Firmenbezeichnung
verankert ist.

In Friedenszeiten, wo es sich darum handelt, den Absatz zu erhöhen.
werden die kaufmännischen Fähigkeiten oft auch richtunggebend sein.
insbesondere dann, wenn der Ingenieurkaufmann versteht, mit seinem Kon-
strukteur in selbstlosem gegenseitigen Vertrauen zusammenzuarbeiten und
als Betriebsführer die Fähigkeit besitzt, das Vertrauen seiner Gefolgschaft
zu erringen.

Bei Konstrukteuren und Betriebsingenieuren ist diese Fähigkeit durch
langjährigen Umgang mit der Arbeiterschaft vielfach zur Gewohnheit
geworden. Leider betrachteten oft hervorragende Konstrukteure, haupt-
sächlich in früberen Zeiten, die kaufmännische Angelegenheit als neben-
sächliche und minderwertige Tätigkeit. Während der Konstrukteur, um
ungestört arbeiten zu können, sich in sein Konstruktionsbüro zurückzog.
wurde er in kaufmännischen Dingen vollkommen ausgeschaltet.

Die richtunggebende Kraft in einem Flugzeugbauunternehmen, auch
in einem kleineren, ist und bleibt der Konstrukteur, der sich kaufmänni-
sches Denken und die Fähigkeit der Menschenführung leichter aneignen
kann, als der Kaufmann die umfangreichen Kenntnisse des Ingenieurs.

Sowi. TB 7.

Viermotor, entwickelt aus dem TB—6—B. Baujahr 1940. Freitragender
Mitteldecker, 6 bis 7 Mann Besatzung., -

Halbkugelförmige Rumpfsichtnase, ferner Sichtfenster nach unten.
Fahrwerk in die inneren Motorgondeln nach hinten hochziehbar. Ein-
faches Seitenleitwerk, 4 Motoren (M 105 Hispano Suiza 450), 100 PS. Spann-
weite 40 m, Reisegeschw. 350 km/h, Höchstgeschw. 420 km/h.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 43, Bd. IX.

Seite 390 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1942, Bd. 34

Sowj. TB-7.

5Sowj. IB-7. Vier-

motor M 105 (His-
pano Suiza 450),
Motor Merlin.

Svensk Motor Tidning (2)

UdSSR. PE-2 Kampifflugzeug.

Dieses neue sowj. Kampfflugzeug, welches als Sturzbomber und Auf-
klärer verwendet wird. besitzt 2 flüssigkeitsgekühlte Motoren von 1100 PS.

Flügel Tiefdeckeranordnung mit Sturzflugbremsen.

Rumpf nach hinten in eine Spitze auslaufend. Motorenverkleidung
über die Flügelhinterkante hinausragend.

UdSSR. PE-2.
Kampfflugzeug.

BE-2, sowj. Bomber, an der Ost-

front abgeschossen.
Weltbild

Zeichnung Flugsport

Nr. 25/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 391

Sowj. Kampfflugzeug PE-2. Bild Aviation

Höhenleitwerk V-Form mit doppeltem Seitenleitwerk.

Fahrwerk in die Motorenverkleidung hochziehbar.

Bewaffnung 2—3 starre MG. und 1—3 bewegliche MG. Bombenlast
600 kg. Spannweite 17,2 m, Länge 12 m, Höchstgeschw. 500 km/h in 5000 m
Höhe.

Blackburn „Botha“ I. Torpedobomber mit hochgezogenem Fahrwerk.
(Vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“, S. 316/1941.) Bild Aero Digest

Flugautomat Jumo 211.

Durch unsere Veröffentlichungen über den Einspritzmotor „Jumo 211”
B-D S. 392/1941 unter der Überschrift „Motor- und Sturzflug“ sowie die
Typenbeschreibung des Jumo 211, S. 39/1942, ist dem Leser bereits klar
geworden, daß der Fortschritt im Motorbau nicht allein in einer möglichst
sroßen PS-Zahl zum Ausdruck kommt, sondern in der Automatisierung der
Regel- und Verstell-Einrichtungen. Das Streben nach hoher Geschwindig-
keit und der Höhenflug erfordern die Einführung des Laders und der
Kraftstoffeinspritzpumpe. Der Lader muß entsprechend der Flughöhe ver-
stellt werden, ebenso die Betätigung der Landeklappen. Hinzu kommen
noch viele andere Verstellarbeiten wie Einziehen des Fahrwerkes, Regu-
lierung der Düsenkühler, der Verstelluftschraube u. a. m. Alles das muh
der Flugzeugführer in kürzester Zeit neben seinen kämpferischen und
navigatorischen Aufgaben vollführen. Je mehr er von der Beobachtung
des Triebwerkes entlastet wird, um so mehr kann er seine Aufmerksamkeit
auf die sonstigen Aufgaben konzentrieren.

Um unsere bisherigen Veröffentlichungen zu vervollständigen, sollen
im folgenden die automatischen Arbeiten der Bauteile und der Verstell-

‚einrichtungen besprochen werden.

Entlüfter.

Der Kraftstoff wird beim Jumo 211 durch eine Junkers-Kraftstoff-
Förderpumpe über einen Filter vom Vorratsbehälter angesaugt und unter
Druck zur Einspritzpumpe befördert, die ihn über eine Düse fein zer-

(3) Entlüfterraum

zur Einspritzpumpe
DD Kraftstoffilter
(D von Kraftstoff -Förderpumpe

Seite 392 „FLUGSPORT"“ Nr. 25/1942, Bd. 34

stäubt in dıe Zylinder einspritzt. Bei Schräglagen des Flugzeuges mit zum
Teil entleerten Kraftstoffbehältern läßt es sich nicht vermeiden, daß die
eine oder andere Saugseite der Kraftstoff-Förderpumpe Luft aus dem
Vorratsbehälter mit ansaust. Die dadurch in der Kraftstoffzuführung ent-
stehenden Luftblasen müssen beim Einspritzmotor wieder ausgeschieden
werden. Man verwendet hierfür einen Kraftstoffentlüfter, der zwischen
Förderpumpe und Einspritzpumpe eingebaut wird. u

Diese Einrichtung ist im Gegensatz zum Vergasermotor für den Ein-
spritzmotor charakteristisch. Die einzelnen Pumpenelemente der Ein-
spritzpumpe drücken nämlich ein ganz bestimmtes, der Zylinderleistung
entsprechend abgewogenes Volumen Kraftstoff in die Zylinderräume. Der
Druck, unter dem dies geschieht, ist so hoch, daß die kleine Menge fein
zerstäubt wird und mit der gleichzeitig einströmenden Luft ein zünd-
fähiges Gemisch bilden kann. Würde ein Pumpenelement nur anstatt
Kraftstoff Luftblasen ansaugen, so könnte im Zylinder kein zündfähiges
Gemisch entstehen. Der Zylinder würde nicht zünden, was zu einem un-
regelmäßigen Lauf des Motors führen würde. ı

Der Entlüfter (Ab. 1) ist eine sinnreiche Einrichtung, die den spezifi-
schen Gewichtsunterschied von Kraftstoff und Luft ausnützt. Von der
Kraftstoff-Förderpumpe 1 kommend, durchfließt der Kraftstoff zuerst das
Kleinfilter 2, um dann in den Entlüfterraum 3 zu gelangen. Hier wird die
Fließgeschwindigkeit des Kraftstoffes so weit vermindert, daß die Luft
infolge ihres Auftriebes sich im oberen Teil des Entlüfterraumes sammelt.

Der Schwimmer 4 steuert durch seinen Auftrieb das Nadelventil 5.
Während des Durchfließens des Kraftstoffes sammelt sich über dem Kraft-
stoffspiegel im Entlüfterraum 3 immer mehr Luft, bis sich schließlich der
Kraftstoffspiegel so weit gesenkt hat, daß der Auftrieb des Schwimmers
nicht mehr ausreicht, um das Nadelventil 5 geschlossen zu halten. Die Luft
entweicht dann durch die Bohrungen 7 über eine kalibrierte Düse durch
len Entlüftungskanal 6. Über zwei Durchlässe 9 und 10 fließt der von Luft-
blasen gereinigte Kraftstoff dann zur Einspritzpumpe.

Einspritzpumpe.

Der Hauptvorteil der Einspritzpumpe liegt in der gleichmäßigen
Kraftstoffverteilung auf die einzelnen Zylinder und der damit verbun-
denen Kraftstoffersparnis. Die Gefahr des Vereisens der Vergaser wird
ausgeschaltet und die Reichweite der Flugzeuge durch den sparsamen
Krafstoffverbrauch vergrößert.

Die Einspritzpumpe, vgl. d. Abb. 55.42 Nr. 3 „Flugsport“, besitzt zwölf
Pumpenelemente mit hängenden Zylindern. Je sechs Pumpenzylinder sind
V-förmig zueinander angeordnet. Zum Antrieb der Pumpenstempel dient

_ eine Nockenwelle. Die ge-
(8) kalibrierte Düse genüberliegenden Pumpen-
9) Bohrungen stempel arbeiten auf den
’ gleichen Nocken. Die Pum-
G) Nadelventil pen sind in derselben Rei-
henfolge angeordnet wie die
Motorzylinder, wobei die
ZL. (6) Entlüftungskandd Pumpe 1 den Motorzylinder
Fe 1 und die Pumpe 2 den Mo-
torzylinder 2 usw. mit
Kraftstoff beliefert. Die
Schmierung der Einspritz-
pumpe erfolgt durch Druck-
öl, das dem Hauptstrom des
@&) zur Einspritzpumpe Ölkreislaufes entnommen
wird.

Das eigentliche Gehirn

des Motors ist der

Abb. 1, Kraftstoffentlüfter des
Jumo 211.

JFM. (6)

Nr. 25/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 393

Regler der Einspritzpumpe
(Abb. 2). Er hat die Aufgabe, die Einspritzpumpe, die von der Ladeluft-
dichte, der Ladelufttemperatur und von der Flughöhe abhängig ist, durch
Verdrehen der Pumpenstempel der Einspritzpumpen zu steuern. Hierzu
dienen zwei barometrische Dosen, die ständig von der Ladeluft umspült
werden und die sich je nach Druck und Temperatur derselben ausdehnen
oder zusammenziehen. Die Kraft der Dosen reicht jedoch nicht aus, um ein
Verstellen der Pumpenstempel der Einspritzpumpen zu gewährleisten.
Aus diesem Grunde übertragen die Dosen ihre Bewegungen auf einen
Verstärker, das heißt, sie regeln lediglich die Ölzufuhr oder den Ölablauf
eines Steuerschiebers, der durch Drucköl über ein Reglergetriebe die

Pumpenstempel betätigt und somit die Kraftstoffmenge dosiert.

i Der Regler besteht aus dem Geber 1 mit dem Verstärker 2 und dem Reglergetriebe 3. Im
Geber 1 ist die Ladelultdose 5 und die Höhendose 6 untergebracht. Diese beiden Dosen beeinflus-
sen über den Steuerschieber 8 einen Drehkolben 9. Die Bewegung des Drehkolbens 9 wird über das
Reglergetriebe 3 auf die Pumpenstempel der zwölf Einspritzpumpen 4 übertragen, die ihrerseits
wieder von der Nockenwelle 7 angetrieben werden.

. Die Ladeluftdose 5 wird über zwei Anschlüsse 10 und 11 ständig von der Ladeluft umspült. Sie
rcagiert auf den Druck und die Temperatur derselben. Die zweite kleinere Dose 6 wird gleichfalls
von der Ladeluft umspült, während sie in ihrem Inneren mit der Außenluft über einen besonderen
Anschluß 12 in Verbindung steht.

. Die spiralförmigen Bohrungen und Kanäle 13, 14, 15 und 16 des Steuerschiebers 8 leiten, je nach
seiner Stellung, Drucköl oder Ablauföl auf den Drehkolben 9 der durch das Drucköl bewegt wird. Der
Drehkolben ist an der Hülse 17 des Steuerschiebers befestigt. Diese Hülse macht also die Bewegungen
des Drehkolbens mit, die über das Reglergetriebe zu den Zahnstangen und weiter zu deu Pumpen-
stempeln übertragen wird.

. Beim Steigflug zieht sich in größeren Höhen die Höhendose 6, die mit der Außenluft in Ver-
bindung steht, zusammen. Diese Bewegung nimmt der Steuerschieber 8 gleichfalls auf und bewirkt
so unabhängig von der Ladcluftdose in großer Höhe eine Erhöhung der Einspritzmenge. Dieser Vor-
gang ist notwendig, da mit zunehmender Höhe unter sonst gleichen Ladeluftzuständen die Zylinder-
auffüllung größer wird. Entsprechend muß auch die Einspritzmenge vergrößert werden.

Im Flugzeugführerraum befindet sich noch ein Schalter für Sparflug und Höhenleistung und ein
Stoppzug 18, die den Steuerschieber von außen beeinflussen. Dabei werden durch Verdrehen des
Steuerschiebers 8 die Zu- und Ablaufbohrungen 19 und 20 gesteuert und hierdurch die Drehbewegung
des Drehkoibens 9 ausgelöst.

Das einzelne Pumpenelement (Abb. 3) besteht aus der Pumpenlaufbüchse 1 mit der Kraftstoff-
zuflußbohrung 2, der Leckkanalableitung 3, dem Pumpenstempel 4 mit einer waagerechten und einer
schrägen Steuerkante 5 und dem Schmierkanal 6.

Der Kraftstoff tritt durch die Saugbohrung 2 in die Pumpenlaufbüchse 1 ein. Die waagerechte
Steuerkante schließt jetzt den Kraftstoffzulauf ab: dann erfolgt der Einspritzbeginn. Der Kolben geht
nach oben, während die schräge Steuerkante das Saugloch wieder freigibt. Die Veränderung der Ein-
spritzmenge wird durch Verdrehen des Pumpenstempels erreicht.

Von den Einspritzpumpen führen Stahlleitungen 4 (Abb. 4) zu den Einspritzdüsen, die aus eincın
Düsenkörper I, einem Düseneinsatz 2 und einer Düsennadel 3 bestehen.

Der Ladedruckregler
hält in allen Höhenlagen des Flugzeuges den Luftdruck vor den Einlab-
ventilen des Motors unverändert. Hierdurch erreicht man, daß in jeder
F]lughöhe — bis zur Nennleistungshöhe — die volle Motorleistung erzielt

wird und andererseits der Motor am Boden nicht überladen wird.
Der Lader (Abb. 5) drückt die von außen angesaugte Luft über die als Drehschieber 1 aus-
gebildete Luftdrossel in die Zylinder. Der Ladedruck wird durch den Ladedruckregler automatisch

Abb. 2. Einspritzpumpenregler des Jumo 211.

@Ö0) Ablauf des
Verstellöles

(5) Ladeluftdose

7) Nockenwelle

wi

, (2) Verstärker

„_(6) Höhendose
Ladeluft
wy-

Außenluft

- 3) Steuerbohrun
@7A Hulse 9 (14) Ablaufkanal .
Paaanss für Verstellöl
v4 ER er Überfettung

u. Stoppzug

& Einspritzpumpe
(8) Steuerschieber

&) Druckölkanat

oO) Drehkolben (16) Steuerbohrung

(3) Eınspritzpumpe

& Einspritzpumpe

Seite 394 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1942, Bd. 34 Nr. 25/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 395

gesteuert. Dieser besteht aus dem Geber 2 mit der Reglerdose 3 und dem Reglerventil 4, dem Öl-
ablauf 5, dem Servoteil 6 mit Düse 7” und dem Ölzulauf 8, der Einstellvorrichtung 9 für den Ladedruck.
der Zahnstange 10 und dem Gestänge 11 für den Drehschieber 1.

Bei Vollgas verhindert der Ladedruckregler das Überschreiten des höchstzulässigen Ladedruckes
auf folgende Weise. Durch den Handhebel 12, der im Flugzeugführerraum angebracht ist, wird die
Drossel voll geöffnet. Dadurch steigt der Ladedruck zu hoch an: Die Reglerdose 3, die durch den
Kanal 13 mit dem Ladeluftkanal in Verbindung steht, wird zusammengedrückt, der Ölablauf 5 wird
geschlossen, das am Ölzulauf 8 eintretende Öl kann nicht mehr abfließen und drückt den Reglerkolben
nach oben, wodurch die Drossel etwas geschlossen wird. Der Ladedruck fällt auf den erlaubten Höchs-
wert, die Reglerdosen dehnen sich dabei wieder etwas aus, und der Ölablauf öffnet sich und steht
nun im gleichen Verhältnis zum Ölzulauf. Der Ladedruckregler hat sich somit auf den höchsten zu-
lässigen Ladedruck eingespielt.

Auch im Reiseflug wird der Ladedruck durch den Ladedruckregler
konstant gehalten. Bei fallendem Ladedruck dehnen sich die Dosen aus.

Geberteil (N) Schaltgetriebe Q)

Höhenladerstellun
(© Umschnappvorrichtung _” adı g

&) Lamellenkupplung Antrieb von Kurbelwelle

„®Flügelkolben

@® Steuerkolben (D)Luftkanal mit Leitblechen

u ©) Schaltgestänge :
Der Ölablauf wird größer. Der Kolben geht nach unten und öffnet dabei u nn;
die Drossel so weit, bis der Ladedruck den alten Wert erreicht hat. Nun Q, Qauwenn

werden die Dosen etwas zusammengedrückt, bis der Ölablauf wieder
gleich dem Zufluß ist und der Ladedruck wieder eingespielt ist.

Automatisches Laderschaltgetriebe.

Der Lader hat die Aufgabe, dem Motor vorverdichtete Luft zuzuführen
und besonders in großen Höhen die dünnere Außenluft auf den erforder-
lichen Ladedruck zu verdichten. Die Umschaltung von Bodenlader auf
Höhenlader erfolgt automatisch. Das Schaltgetriebe besteht aus dem
Geberteil 1 (Abb. 6) und dem eigentlichen Schaltgetriebe 2. Zwei barome-
trische Geberdosen 3 steuern das Motordrucköl 4 auf die entsprechende
Seite eines Flügelkolbens 5. Dieser Flügelkolben schaltet über ein Schalt-

gestänge 6 den Lader auf Bodenlader bzw. Höhenlader.
Das Schaltgetriebe 2 besteht aus der Bodenladerstufe 7 mit Freilauf und der Höhenladerstufe 8
mit Lamellenkupplung, die von der Kurbelwelle 9 angetrieben werden.

(@D) Außentuft ut”
@®) Geberdosen

&Fliehkraftschalter — ( Laderleitrad

) Verstellschraube X Yy
(@) Höhentaderstufe . (0) Laderlaufrad

© Bodenladernahn

(D) Bodentaderstufe &Luftarossel

Zum Motorölsumpr 1 —(3) zu den Zylindern

Abb. 6. Automatisches Laderschaltgetriebe des Jumo 211.

Das Laderlaufrad 10 ist mit dem Laderleitrad 11 fest verbunden. Die Luft wird durch einen
Luftkanal mit Leitblechen 12 angesaugt. Dann gelangt sie durch den Ladeluftkanal zu den Zylindern 13,

Bei Stellung Bodenlader strömt das Motordrucköl 4 sowohl über das offene Ablaufventil 14 als
auch über den offenen Bodenladerhahn 15 zum Motorölsumpf 16 ab. Mit zunehmender Höhe nimmt
der Außenluftdruck 17 ab. Die Geberdosen, die durch eine Verstellschraube 18 einreguliert sind,
dehnen sich infolgedessen aus und schließen das Ablaufventil 14. Das Drucköl strömt allein über den
Bodenladerhahn 15 ab. Der Flugzeugführer stellt nun den Laderschalthebel auf Automatik. Dadurch
wird der Bodenladerhahn 15 geschlossen. Das Drucköl kann nun nicht mehr abfließen und staut sich

Vor einem Sturzflug schaltet der Flugzeugführer auf Höhenlader-Automatik, um nach dem
Abfangen ständig die höchste Motorleistung für den Steigflug zur Verfügung zu haben. Dabei dreht
sich das Laderrad mit etwa 30 000 Umdrehungen in der Minute. Eine besondere Drehzahlsicherung
schaltet nun bei Überdrehzahlen auf die langsam laufende Bodenladerstufe um.

.. Bei zu hoher Drehzahl gehen die Fliehgewichte des Fliehkraftschalters 24 auseinander und
öffnen über einen schrägen Teller und einen Absperrschieber den Ölablauf zum Motorölsumpf 16. Der
Öldruck auf den Steuerkolben 19 läßt nach. Die Feder des Umschnappers 20 drückt den Steuer-

kolben 19 nach unten. Als Folge drückt das Drucköl den Flügelkolben 5 über das Schaltgestänge 6
auf die Bodenladerstufe 7. Das durch zu hohe Drehzahl gefährdete Laderlaufrad dreht sich langsamer.

f \ Fam

n
L

jetzt unter dem Steuerkolben 19, drückt

ihn über den Umschnapper 20 gegen die Lader
Feder nach oben und gibt so dem öl

den Weg auf den Flügelkolben 5 frei. Ladeluftdruck -
Der Flügelkolben wird in die Höhen- Manometer
laderstellung 21 gebracht, und das
Schaltgestänge 6 rückt die Lamellen-
kupplung 22 und damit die Höhenlader-
stufe 8 ein. Das Laderlaufrad 10 geht Vollgas Leerlauf
nunmehr auf hohe Drehzahl, so daß

der Ladedruck ansteigt. Steigt der Druck

zu hoch an, so wird die Drossel 23 zu- (2) Handhebel
rückgenommen.

y

((

n
-_

|
|

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an:

Rechts: Abb. 5. Ladedruckregler des Zahnstange

Jumo 211. Oblt. Boerst, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw., Hptm. Lang, Staffelkapt. in

Abb. 3. Pumpenelement der Ein- (9) Einstellvorrichtung_| cinem Sturzkampfgeschw., Hptm. Schweickhardt, Gruppenkommandeur in einem
spritzpumpe des Jumo 211. für Ladedruck | Kampfgeschw.

@®) Reglerdose 1, Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Lt. Weißenberger,

I Flugzeugf. in einem Zerstörergeschw., Oblt. Koller, Staffelkapt. in einem Kampf-

(5) Steuerkante (2) Geber gseschw., Hptm. Antrup, Staffelkapt. in einem Kampfgeschw.,. Uffz. Bartels, Flug-

zeugf. in einem Jagdgeschw.
Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 19. Nov.
1942 zum Generalmajor den Oberst Galland.
Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung von 1. De-

(Q) Kraftstoffzufluß (4) Reglerventil

_» Leckkanal 5) Ölablauf gen BEE

Abb. 4. Einspritzdüse des Jumo 211.

Schmierkanal ij zember 1942: Zum General der Flieger: den Generalleutnant Schulz; zu Generalen

©) Düsenkörper

®) Düsenleitung j I der Flakartillerie: die Generalleutnante Hoffmann, Odebrecht; zu Generalleut-
i I nanten: die Generalmajore von Egan-Krieger, Lackner.
Reichsminister Speer ist vom Reichsmarschall als Präsident der Deutschen
Akademie der Luftfahrtforschung zum Ehrenmitglied der Akademie ernannt.
Berufsförderungswerk hat das Oberkommando der Wehrmacht geschaffen.
Die Einrichtung soll verhindern helfen, daß die eingezogenen jungen Aka-
demiker berufsfremd werden und hinter ihren Arbeitskameraden in der Heimat
zurückstehen müssen. Für länger dienenden Unteroffiziere sind Arbeitsgemein-
schaften eingerichtet worden, die auf den späteren Besuch einer Fachschule vor-
bereiten. Eine besondere Art der Berufsförderung ist für die Abiturienten der
Luftwaffe durch Fernbetreuung geschaffen worden. Auf dem Wege über das
NZ) Pumpenstempel ji Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird eine
us i Verbindung zwischen den bei der Luftwaffe dienenden jungen Akademikern und
Pumpenlaufbüchse fi

©) Düseneinsatz (@) Düsennaaei

Seite 396 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1942, Bd.

der Hochschule hergestellt, an der sie studieren wollen. Von ihren künftigen
-Hochschullehrern werden sie durch Fernbriefe und Aufgaben in ihr Studium
eingeführt. Von Zeit zu Zeit finden außerdem Jung-Akademiker-Tagungen statt,
damit auch die unmittelbare Fühlung zwischen Lehrer und Studierenden be-
steht. Die erste dieser Tagungen für die Luftwaffe hat in der Zeit vom 2. bis
4. Dezember in Berlin stattgefunden.

Kriegsteilnehmer an Ingenieurschulen können nach einem Erlaß des Reichs-
erziehungsministers Dienst bei einem techn. Truppenteil, soweit er die zweijährige
Dienstverpflichtungen übersteigt, auf die für das Studium erforderliche Werkstatt-
praxis angerechnet werden, wenn die Studienleistungen des ersten Semesters dies
rechtfertigt.

Links:Erich Vergens,
NSFK.-Stubaf. ist am
Spitzerberg 45 Std.
33 Min. in der Luft
geblieben und hat
den bisherigen Welt-
rekord des Franzosen
Neßler um über 7 Std.
überboten.

Rechts: Rüdel,
Generaloberst, bisher
Chef der Luftwehr
im  Reichsluftfahrt-

ministerium, vom

Führer zum General-
oberst befördert und
mit dem Ritterkreuz
des Kriegsverdienst-
kreuzes mit Schwer-
tern ausgezeichnet.

Weltbild (2)

Ausland.

Francesco Agello, bekannter italien. Flieger, welcher 1933 auf Macchi

Castoldi 72, Zweischwimmer-Wasserflugzeug (vgl. „Flugsport“, S. 173/1933) einen
Weltrekord aufstellte, ist bei einem Prüfungsflug tödlich verunglückt.

Italien. verschollene Athiopienflieger, Vittorio Suster und Pipetti Loris.
wurden die Goldene Tapferkeitsmedaille in memoriam verliehen.

Fliegerschäden in Norditalien wie der Duce mitteilt: Mailand 30 Häuser ver-
nichtet, 411 schwer beschädigt, 1973 leicht beschädigt; Turin 161 zerstört, 874
schwer beschädigt, 2195 leicht beschädigt; Savona 6 Häuser vernichtet, 44 schwer
beschädigt, 970 leicht beschädigt; Genua (Zentrum) 187 Häuser vernichtet, 1006
schwer beschädigt, 4569 leicht beschädigt. Großgenua: insgesamt 203 Häuser ver-
nichtet, 1049 schwer beschädigt, 4869 leicht beschädigt. An Verlusten bis zum
30. 11.: 1882 Tote und 3332 Verletzte.

Japanische Kampf- und Zerstörerflugzeuge vernichteten am 29. Nov. einen
aus vier Transportschiffen bestehenden feindl. Geleitzug, der Verstärkungen nach
Gualdacanar bringen sollte. Von den begleitenden Zerstörern wurde einer durch
Torpedotreffer versenkt, ein zweiter wurde in Brand geworfen.

1.M. P. A. (Industria Metalürgicia y Plästica Argentina) hat einen Sportzwei-
sitzer-Tiefdecker argentinischer Konstruktion fertiggestellt, der bei der Erprobung
gute Flugeigenschaften aufwies. Ein Schnelltransportflugzeug sowie die Konstruk-
tion eines Flugmotors sind in Vorbereitung.

USA. Vultee und Consolidated sind zusammengelegt und bauen Consolidated
.„Liberator“ und „Catalina“.

Glen Martin Großwasserflugzeug, erster Probeflug ausgeführt, bestimmt für
Truppen- und Materialtransporte. Besatzung 11 Mann, 150 Fluggäste. Spannweite
61 m. Höhe 11 m, Länge 36 m. Fluggewicht 70 t.

Nr. 25/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 397

M. S. A. Duncan, Brigadegeneral, Oberbefehlshaber der amerik. Luftstreit-
krülte auf dem europäischen Kriegsschauplatz, auf einem Flug von England nach

Nordafrika vermißt.
Luftwaffe.

Führerhptquart., 20, 11. 42. (DNB.) OKW.: Bei örtlichen Kampfhandlungen
im Westkaukasus warfen deutsche Truppen feindl. Kräfte im Gegenangriff, durch
starke Nahkampffliegerverbände unterstützt, auf ihre Ausgangsstellungen zurück.
— In der Cyrenaika bekämpfte die Luftwaffe laufend brit. Kraftfahrzeugkolonnen.
— Im algerisch-tunesischen Grenzgebiet griffen Nahkampfflieger feindl. Vorhuten
und gaullistische Verbände, die den eigenen Vormarsch aufzuhalten suchten, mit
sichtbarem Erfolg an — An der holl. und norweg. Küste verlor die brit. Luftwaffe
bei milit. wirkungslosen Angriffen 5 Flugzeuge, davon 3 durch Flakartillerie der
Kriegsmarine. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Führerhptquart., 21. 11. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche Kampfflugzeuge griffen
im hohenNorden eine Teilstrecke der Murman-Bahn mit guter Wirkung an. — In
der Cyrenaika und an der tunesisch-algerischen. Grenze entwickelten sich erfolg-
reiche Spähtruppkämpfe. Nachschubkolonnen des Feindes wurden bombardiert. —
Die Luftwaffe erzielte Bombentreffer auf 2 größeren Handelsschiffen vor Algier
und Philippeville und in den Hafenanlagen beider Städte. — Luftangriffe richteten
sich ferner gegen Flugplätze und Bahnanlagen. Hallen und abgestellte Flugzeuge
wurden in Brand geworfen. — In den besetzten Westgebieten wurden 6 brit. Flug-
zeuge abgeschossen. — In der Nacht vom 19. zum 20. 11. flogen 2 brit. Kampfflug-
zeuge mit je einen Segelllugzeug im Schlepp in Südnorwegen ein. Ein Kampfflug-
zeug und beide Segelflugzeuge wurden zur Landung gezwungen, die mitgeführten
Sabotagetrupps zum Kampf gestellt und bis zum letzten Mann niedergemacht. —
In der Zeit vom 1. bis 20. Nov. verlor die brit. Luftwaffe 249 Flugzeuge, davon 120
über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Flakartillerie und Schiffseinheiten der
Kriegsmarine sind hieran mit 40 Abschüssen beteiligt. Während der gleichen Zeit
singen im Kampf gegen Großbritannien 97 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 22. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum südl. Stalingrad und im
sroßen Donbogen halten die erbitterten Abwehrkämpfe an. Deutsche und rumä-
nische Luftstreitkräfte unterstützten die eigenen Truppen und fügten dem Feinde
in rollenden Angriffen gegen Panzerbereitstellungen, Infanterieverbände, Ausla-
dungen und Fahrzeugkolonnen hohe Verluste zu. — Sturzkampfflugzeuge setzten
die Angriffe gegen die Murman-Bahn fort. — Kampffliegerverbände bombardierten
bei Tag und Nacht stark belegte Flugplätze im algerischen Küstengebiet sowie die
Häfen von Bougie und Philippewville.

Führerhptquart., 23. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum südl. von Stalingrad und
im großen Don-Bogen stehen die deutschen und rumänischen Verbände im Zu-
sammenwirken mit starken Nahkampffliegerkräften weiterhin in schweren Abwehr-

kämpfen. — Bei vorübergehender Wetterbesserung im mittleren Abschnitt der Ost-
front waren Kampf- und Sturzkampfflugzeuge zur Bekämpfung feindl. Artillerie-
stellungen und Truppenunterkünfte eingesetzt. — Die Luftwaffe griff Panzer-

Eichenlaubträger v. 1. n. r.: Hptm. Druschel, Oblt. Rall, Generalmajor Ramcke,
Lt. Wurmheller. Weltbild (4)
Seite 398 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1942, Bd. 34

ansammlungen, Kraftfahrzeugkolonnen und Barackenlager an der Cyrenaika an
und fügte dem Feind erhebliche Verluste zu. — Vor Algier warfen Kampfflieger in
der vergangenen Nacht ein Handelsschiff von 7000 BRT in Brand, ein Zerstörer und
ein großes Frachtschiff wurden beschädigt. Der Hafen und Flugstützpunkte im
Küstengebiet wurden mehrfach mit Bomben belegt und starke Schäden verursacht.
— Nach einem milit. wirkungslosen Einflug eines einzelnen feindl. Flugzeuges in
das nordwestdeutsche Grenzgebiet griffen brit. Bomber in der vergangenen Nacht
einige Orte Südwestdeutschlands an. Es entstanden vorwiegend Brandschäden unter
anderem in Stuttgart. Nachtjäger, Flakartillerie der Luftwaffe und Kriegsmarine
schossen zum Teil schon an der Kanalküste und über franz. Gebiet 10 Flugzeuge.
darunter mehrere viermotorige, ab.

Führerhptquart., 24. 11. 42. (DNB.) OKW.: Südwestl. Stalingrad und im großen
Don-Bogen sind die Sowjets unter rücksichtslosem Einsatz von Menschen und
Material in die Verteidigungsfront am Don eingebrochen. Die Gegenmaßnahmen
sind im Gange. Verbände der deutschen und rumänischen Luftwaffe griffen trotz
ungünstigen Flugwetters laufend in die Erdkämpfe ein. — Im Mündungsgebiet des
Wolchow wurden feindl. Transportzüge durch Luftangriffe vernichtet. — Tag- und
Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen brit. Panzer- und Kraftfahrzeug-
ansammlungen in der westl. Cyrenaika. — Im nordafrikanischen Hochland griffen
Sturzkampfflieger Bahnziele, motorisierte Kolonnen und Artilleriestellungen mit
guter Wirkung an. Bei der Bombardierung von Schiffszielen vor Algier in der Nacht
zum 23. 11. trafen Kampfflieger 5 Transporter, darunter große Fahrgastschiffe und
einen Zerstörer, mit schweren Bomben. — Flakartillerie der Luftwaffe schoß im
Mittelmeer 5 feindl. Bombenflugzeuge ab. — An der franz. Westküste vernichteten
deutsche Jäger 5 viermotorige feindl. Bomber. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.

Führerhptquart., 25. 11. 42. (DNB.) OKW.: Südwestl. Stalingrad und im gro-
Ben Donbogen setzte der Gegner seine Angriffe mit starken Infanterie- und Panzer-
kräften fort. Die eigene Abwehr wurde durch starke Nahkampffliegerverbände so-
wie deutsche und rumänische Kampfflieger in rollenden Einsätzen wirksam unter-
stützt. Die Sowjettruppen erlitten erneut hohe Verluste an Menschen und Material.
— Brit. Kräfte wurden in der Cyrenaika von, Jagdflugzeugen und schnellen Kampf-
flugzeugen im Tiefflug bekämpft, Hallen und abgestellte Flugzeuge auf einem Flug-
platz mit Bomben belegt. — Kampfflieger vernichteten in den Gewässern von Algier
bei Nacht ein Handelsschiff von 10000 BRT, warfen einen großen Transporter in
Brand und beschädigten 2 Zerstörer schwer. Bombentreffer in den Hafenanlagen
von Algier. Bone und Philippeville riefen starke Brände hervor. Darüber hinaus
wurden motorisierte feindl. Abteilungen und Eisenbahnziele wirksam bekämpft.

Führerhptauart., 26. 11. 42. (DNB.) OKW.: Eigene Luftangriffe fügten dem
Gegner starke Verluste an Menschen, schweren Waffen und Fahrzeugen aller Art
zu. — Marschkolonnen, Zeltlager und Batteriestellungen in der westl. Cyrenaika
wurden bombardiert. — Im tunesischen Hochland bekämpften Verbände der Luft-
waffe feindl. Panzer, motorisierte Abteilungen und Truppenquartiere. — Im Mittel-
meer und an der Küste der besetzten Westgebiete verlor die brit. Luftwaffe am
gestr. Tage 8 Flugzeuge. 6 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhptquart., 27. 11. 42. (DNB.) OKW.: Angriffe von Sturzkampfflieger-
verbänden trafen den Feind mit vernichtender Wirkung. — An der mittleren Ost-
front bekämpften Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Panzeransammlungen, Marsch-
kolonnen und Truppenunterkünfte mit guter Wirkung. — In Tunesien bekämpften
deutsche und italien. Luftwaffenverbände feindl. Stellungen, Marschkolonnen
und rückwärtige Verbindungen. — Deutsche Jäger schossen im Mittelmeergebiet
bei 2 eigenen Verlusten 5 brit. Jagdflugzeuge ab. — Außerdem verlor die brit. Luft-

waffe im Seegebiet um England und an der Küste der besetzten Westgebiete

6 Flugzeuge.

Führerhptquart., 28. 11. 42. (DNB.) OKW.: Jagdflieger schossen ostwärts Ala-

eir 7 Sowjetflugzeuge ab. — Zwischen Wolga und Don griffen Flakartillerie und
Schlachtflieger wirksam in die Erdkämpfe ein und vernichteten 34 Sowjetpanzer.
— Kampffliegerverbände griffen bei Tag und Nacht, zum Teil bei Schneesturm.
Marschkolonnen, Truppenbereitstellungen und die Bahnanlagen von Toropez mit
guter Wirkung an. — Sturzkampfflieger erzielten im hohen Norden Bombentreffer
schweren Kalibers in Bahnhöfen der Murman-Strecke. — Zeltlager und Kolonnen
zwischen Bengasi und Agedabia wurden mit Bomben und Bordwaffen bekämpft. —
Weitere Luftangriffe richteten sich bei Tag und Nacht gegen Flugzeugstützpuukte

Nr. 25/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT"“ Seite 399

und motorisierte feindl. Kräfte in Tunesien. Deutsche und italien. Jagdflieger
schossen im gesamten Kampfraum 20 feindl. Flugzeuge ab. — Deutsche Jäger
griffen bei einem TagesvorstoßR zur Südküste Englands Eisenbahnziele erfolg-
reich an.

Führerbpiquart., 29. 11. 42. (DNB.) OKW.: Im großen Don-Bogen warf ein
eigener Gegenangriff die Sowjets über einen Flußabschnitt zurück. Starke Luft-
streitkräfte, darunter rumänische Kampfflieger, unterstützten die Truppen des
Heeres mit gutem Erfolg. Eine große Anzahl von Fahrzeugen wurde zerstört. —
Bahnstrecken an der unteren Wolga wurden bei Nacht erfolgreich bombardiert. —
Schnelle italien. Kampfflugzeuge griffen am mittleren Don motorisierte feindl.
Kolonnen und Truppenunterkünfte an. — Deutsche und rumänische Jäger und
Flakartillerie schossen gestern allein im Süden der Ostfront 39 Sowjetflugzeuge ab.
Im gleichen Abschnitt gingen 6 eigene Flugzeuge verloren. — In Tunesien griffen
Luftstreitkräfte feindl. Kolonnen, Nachschubverbindungen und Flugstützpunkte
an. Zahlreiche Kraftfahrzeuge wurden in Brand geworfen. In Luftkämpfen schossen
deutsche Jäger 16 feindl. Flugzeuge, darunter viermotorige Bomber, ab. 4 eigene
Flugzeuge werden vermißt. — Vor der franz. Nordafrika-Küste beschädigten Kampf-
flugzeuge 2 große Transporter schwer. — Bei Einflügen schwacher brit. Kräfte in
die besetzten Westgebiete und bei nächtl Durchflügen über Frankreich verlor der
Feind 5 Flugzeuge. — Jagdflugzeuge bekämpften im Süden Englands Eisenbahnen
und sonstige kriegswichtige Ziele.

Führerhptquart., 30. 11. 42. (DNB.) OKW.: Jagdflieger schossen 15 feindl.
Flugzeuge ab. — Zwischen Wolga und Don schlugen die Truppen des Heeres in
engem Zusammenwirken mit starken Luftstreitkräften erneut heftige Panzer- und
Infanterieangriffe ab. — Die Luftangriffe gegen Eisenbahnanlagen am mittleren
Don wurden fortgesetzt und dabei mehrere Transportzüge schwer getroffen. — In
der Cyrenaika richteten sich Luftangriffe bei Tag und Nacht gegen brit. Zeltlager
und motorisierte Kräfte. -- Kampfflieger belegten auf tunesischem Gebiet Kolonnen
des Feindes mit Bomben und fügten ihm erhebliche Verluste an Schweren Waffen,
Fahrzeugen und Panzern zu. — In den besetzten Westgebieten und über dem Kanal
wurden 7 brit. Flugzeuge zum Absturz gebracht. — Deutsche Jäger setzten die
Tagesvorstöße zur Südküste Englands fort und beschossen Eisenbahnziele mit guter
Wirkung. — Seitdem am 13. Nov. über die großen Erfolge der italien. und deutschen.

Ritterkreuzträger. 1. R. v. I. n. r.: Oblt. v. Ballasko, Oblt. Putz, Hptm. Fözö,
Generallt. Fink, 2. Reihe: Lt. Kutscha, Oblt. Moßdorf, Lt. Hannemann, Ofw. Orth 7.
Weltbild (8)
Seite 400 „FLUGSPORT"“ Nr. 25/1942, Bd. 34

Luftwaffe und der italien. und deutschen Marine im Kampf gegen die amerikanisch-
britische Invasionsflotte vor den Küsten Nordafrikas durch Sondermeldung be-
richtet worden war. haben sich die Erfolge noch beträchtlich erhöht. Insgesamt
wurden in der Zeit vom 7. bis 25. Nov. in den Häfen und Küstengewässern Franzö-
sisch-Nordafrikas 23 Handelsschiffe und Transportschiffe mit zusammen 165 000 BRT
versenkt, 11 Handels- und Transportschiffe mit zusammen 100 000 BRT so schwer
beschädigt, daß sie aller Vorraussicht nach gesunken sind. 65 Schiffe mit zusammen
398 000 BRT beschädigt, davon ein Teil so schwer, daß mit einem längeren Ausfall
zu rechnen ist. — An Kriegsschiffseinheiten wurden 2 Schlachtschiffe beschädigt.
3 Träger beschädigt, davon einer sehr schwer, 5 Kreuzer vernichtet, 5 Zerstörer und
Geleitboote vernichtet, 28 Kreuzer, Zerstörer und andere Geleiteinheiten beschädigt.
_—- Außerdem wurden in den Hafenanlagen an der nordafrikan. Küste in fast täg-
lichen Angriffen schwere Zerstörungen und starke Brände hervorgerufen, durch die
weiteres wertvolles Nachschubgut vernichtet wurde.

Führerhptquart., 1. 12. 42. (DNB.) OKW.: Örtliche Angriffe im großen Don-
Bogen scheiterten. Kampf-, Schlacht- und Zerstörergeschw. unterstützten wirksam
die Truppen des Heeres. Jagdverbände schossen 43, Flakartillerie der Luftwaffe
8 Sowjetflugzeuge ab. 3 eigene Flugzeuge gingen verloren. — Truppenunterkünfte
und Bahnanlagen am mittleren Don wurden bei Tag und Nacht bombardiert. —
Siidwestl. Kalinin und im Raum um Toropez dauern die erbitterten Kämpfe an.

Kampf- und Sturzkampfflieger führten zum Teil im Tieftlug vernichtende Angriffe

gegen Panzerbereitstellungen, Marsch- und Fahrzeugkolonnen des Feindes. — In
der Zeit vom 20. bis 30. 11. vernichteten Truppen des Heeres an den Brennpunkten
der Kämpfe im Osten 1024 Sowjetpanzer. Durch Luftangriffe und Flakartillerie der
Luftwaffe wurden weitere 148 Panzerkampfwagen zerstört. — An der Cyrenaika-
front wurden brit. Kolonnen und ein Flugstützpunkt durch die Luftwaffe mit
Bomben und Bordwaffen bekämpft. — Deutsche und italien. Panzertruppen griffen
mit starker Unterstützung durch die Luftwaffe vorgehende mbotorisierte feindl.
Verbände in Tunesien an und brachten Gefangene ein. -— Kampfflieger bombar-
dierten bei Tag und Nacht Hafenanlagen in Bone und Algier, unter anderen wurde
ein großes Transportschiff getroffen. — Im Süden Englands griffen Jagdflugzeuge bei
Tag verschiedene milit. Anlagen an und schossen über See 2 feindl. Flugzeuge ab.
2 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben,
haben deutsche See- und Luftstreitkräfte im Monat November insgesamt 166 Schiffe
mit 1.035 300 BRT versenkt. Schwer beschädigt wurden 102 Schiffe, von denen ein
erheblicher Teil als Totalverlust zu rechnen ist.

Führerhptgrt., 2. 12. 42. (DNB.) OKW.: Gegen stärkere feindl. Truppenbewe-
gungen am mittleren Don waren Schnelle italien. und Schwere deutsche Kampf-
flugzeuge eingesetzt. — Die Luftwaffe bekämpfte feindl. Infanterie- und Panzer-
kräfte, Artilleriestellungen und Nachschubstraßen. 22 Panzer erhielten Bomben-
treffer. — Deutsche Sturzkampf- und Jagdverbände fügten den brit. Truppen
in der westl. Cyrenaika erhebliche Materialverluste zu. — In Tunesien schossen
deutsche Jäger ohne eigene Verluste 8 brit. Jagdflugzeuge ab. — Über dem See-
gebiet von England und im Raum der besetzten Westküste verlor die brit. Luft-
waffe in den Luftkämpfen des gestr. Tages 7 Flugzeuge. Alle deutschen Flug-
zeuge kehrten zurück.

Führerhpgrt., 3. 12. 42. (DNB.) OKW.: Kampfflieger verfolgten den fliehenden
Feind und zerstörten zahlreiche schwere Waffen und Fahrzeuge. — Im Zusammen-
wirken mit starken deutschen und rumänischen Luftstreitkräften wurden dem
Feinde hohe blutige Verluste zugefügt und allein zwischen Wolga und Don 60
Panzerkampfwagen abgeschossen. — Im Abschnitt Kalinin-Ilmensee wiesen Ver-
bände des Heeres und der Luftwaffe in andauernden schweren Abwehrkämpfen
sämtliche feindl. Angriffe, zum Teil im Gegenangriff, blutig ab und vernichteten
{06 Panzerkampfwagen. — An der Eismeerfront wurden sowj. Truppenansamm-
lungen durch Luftangriff zersprengt, Stadt und Hafen von Murmansk und Kola
schwer getroffen. — In der Zeit vom 11. bis 30. Nov. wurden 309 Sowjetflugzeuge
vernichtet. 230 wurden in Luftkämpfen, 71 durch Flakartillerie der Luftwaffe und
15 durch Truppen des Heeres abgeschossen. die übrigen am Boden zerstört. In
der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 83 eigene Flugzeuge verloren. — In der
westl# Eyrenaika fügte die Luftwaffe dem Feinde wiederum starke Verluste an
Panzerspähwagen und Kolonnenfahrzeuge zu. — Die Hafenanlagen in Tobruk
waren in der vergangenen Nacht das Ziel schwerer Bombenangriffe. — Die feindl.

Nr. 25/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 401

Nachschubhäfen in Franz.-Nordafrika wurden laufend aus der Luft angegriffen
und größere Zerstörungen erzielt. — Vor der Küste von Algerien wurde ein brit.
Zerstörer durch Bomben getroffen und von der Besatzung verlassen. Ein Bewacher
wurde versenkt. — Brit. Bomber führten in der Nacht zum 3. 12. Angriffe gegen
Westdeutschland. In einigen Orten im Rhein-Main-Gebiet entstanden geringe Ge-
bäudeschäden. 5 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen. — An der Südostküste
Englands bekämpften deutsche Jäger bei Tage Fisenbahnziele und Truppenunter-
künfte ,

9 Ir

Orientierung ohne Kompaß ist behelfsmäßig auch mit dem Monde möglich.
Schätzt man die sichtbare Mondfläche in Zwölfteln der gesamten, so hat man bei z u -
nehmendem Mond den Zähler von der jeweiligen Stundenziffer abzuziehen, bei
abnehmendem Mond ihn dazuzuzählen, um diejenige Stundenziffer zu erhalten.
bei der die Sonne im gleichen Azimuth steht. — Ist beispielsweise die Sichelfläche
des zunehmenden Mondes um 22 Uhr %ı2 der voll zu denkenden, so zeigt der Mond
dann die Westrichtung an, denn um 22--4 = 18 Uhr steht die Sonne im Westen.

‚Helithopter ist kein Schreib- oder Druckfehler, sondern eine in Anlehnung
an „ornithopter“ (= Vogelflug nachahmendes Schwingenflugzeug) und „helicopter”
(= Hubschrauber) gewählte Bezeichnung von Schlagflügelschraubern.
Bei dieser Art, die sich den Hub- und Tragschraubern zugesellt, werden die Blätter
mechanisch zwangsläufig auf- und abbewegt, etwa durch eine Taumelscheibe, die
sonst bei Steilschraubern nur dazu dient, den Blatteinstellwinkel periodisch zu
steuern. Unter gewissen Voraussetzungen — u. a. ein Schlag je Umlauf — läßt
sich auch bei Einzelhubschrauben das Rückdrehmoment ohne die sonst üblichen
Mittel (Gegenläufigkeit mehrerer Schrauben, zusätzliche Treibschrauben, Ruder im
Schraubenwind usw.) beseitigen. Prof. Küssner hat das Grundsätzliche hierüber im
Jahrbuch 1937 der Luftfahrt-Forschung dargelegt. Wie sich die Blätter der Hub-
und Tragschraube als sich im Kreise bewegende Flugzeug- bzw. Segelflugzeug-
Flügel betrachten lassen. sind die Schlagflügelschrauben den Schwingenflugzeugen
vergleichbar.

Literatur.

Benito Mussolini „Ich rede mit Bruno“. Aus dem Italien. übersetzt. Verlag
Essener Verlagsanstalt, Essen. 160 S. 44 Abb.

Die deutsche Ausgabe dieses Buches kann nur gegen Zeichnung eines angemes-
senen Spendenbetrages, der auf das Konto „Stiftung Bruno Mussolini“ bei der
National-Bank AG., Essen. Postscheckkonto 16400. zu überweisen ist. bezogen
werden.

Hermann Göring hat dem Buch ein Geleitwort gewidmet, aus dem folgende
markante Sätze herausgegriffen sind: „Mit Bruno Mussolini verlor der Duce, und
mit ihm Italien, eine große Hoffnung. So jung Bruno war, so leuchtend waren seine
Leistungen als Flieger im Krieg und Frieden. Ihm widmet der Duce ein Denkmal des
Herzens, sein Buch: „Ich rede mit Bruno“. — Der Duce gab seinem kleinen. schick-
salschweren Werk eine große Aufgabe auf den Weg: Witwen und Waisen der italien.
Fliegertruppe soll aus dem durch Spenden zusammengetragenen Erlös geholfen wer-
den. — Die deutsche Ausgabe des wundervollen Vater- und Sohn-Dokumentes hat
der Duce in hochherzigem kameradschaftlichen Gedanken den Hinterbliebenen
gefallener deutscher Flieger gewidmet.“

Der Duce beendigt sein Gespräch mit Bruno mit den Worten: „Es ist eine Er-
zählung, eine einfache menschliche Erzählung. und als solche vertraue ich sie be-
sonders der Jugend an, damit sie sich an Deinem vorbildlichen Leben begeistere.
Du bist einer von den Vielen. Und wolltest nur einer von den Vielen sein.”

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hielt, entstand auf Grund eines Auftrages des
Reichserziehungsministeriums,dieZusammenhänge
zwischen den bisherigen Erfahrungstatsachen des
Modellflugs und den Strömungsgesetzen des großen
Flugzeugs zu klären. Daraufhin wurden Trag-
flügelmessungen bei Reynoldsschen Zahlen des
Modellflugs durchgeführt. Diese Messungen ergeben
erstmalig eine systematische Grund-
lage für einen wissenschaftlich
sesteuertenFlugmodellbau. „Das vor-
liegende Buch stellt — wie Prof. Prandtl in seinem
Geleitwort sagt — nicht nur eine sehr bemerkens-
werte Förderung des Modellflugwesens dar, son-
dern es wird darüber hinaus durch seine zum
großen Telneuartigenund überraschen-
en Ergebnisse auch dem Strömungs-
fachmann sehr lehrreiche Auf-
schlüsse vermitteln.“

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die die Luft besiegen helfen

Vergessen wir nie: Groß ist die
Verantwortung des Flugzeug-
führers. Er will sich deshalb im
Kampf gegen alle Unbilden des
Wetters auf seine Bordgeräfe
unbedingt verlassen können.

Um wieviel größer muß daher die
Verantwortung der Werkstätten
sein, die ihm diese Geräte liefern.

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-Steuerungen fragen wir gern
diese Verantwortung, dennunsere
hochentwickelten Instrumente
genießen Weltruf.

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SS NS N N I A I SI I I SS SS

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XXXIV.Jahrgang Nr. 26 Mittwoch, 23. Dez. 1942

Dabei geriet Die 2llajchıne des Do. en fo
zentrierted Abwehrfeuer der Küftenbatterien. —

Mit nur einem Motor, die Luftfchraube des Ende 1942
ausgefallenen Motors auf Segelftellung — : ital. Segelflugzeuge Ende 34.
erreichte auch diefe He 111 nach faft 2000 km Teichfüss |
ier ti i i l Flugzeug- .
ohne Schwierigkeit ihren Einfaßhafen. en | Jahrgang
x MG 131
Pilot, und unbegrenzter Verstellbereich der VDM-Verstelluftschraube reitet Besatzung und Maschine ga R
5 Abdruckprüfstand rn

VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERRE A-G FRANKFURT (MAIN) Modellfiug-

bestimmungen des
NS.-Fliegerkorps

Fiugrundschau

Luftwaffe

Luftpost

Literatur

Inhaltsverzeichnis

Patent-Sammlung
Nr. 44

4

„FLUGSPORT”-
) Erscheinungstage

1943
AXXV. Jahrgang

Nr. Datum

6. Januar
20. Januar
3. Februar
17
3

. Februar
. März

ovosoau2om-e

. September
19 15. September
20 29. September
21 13. Oktober

22 27. Oktober

23 10. November
24 24. November
25 8. Dezember
26 22. Dezember

: Fu . Mi - ; . latz 8.
'era tlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M., Hindenburgplai .
ehe It Pl. 3. — Druck von Brönners Druckerei (Inh. Breidenstein), Frankfurt am Main. Alle Zuschriften Preis 80 Pf.
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘', Frankfurt a. M.,
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"GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN '
VON OSHAR URSINUS * CIVIL-ING.

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Ilustrierie nugiechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nurmitgenauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 26 23. Dezember 1942 XXXIV. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport” erscheint am 6. Januar 1943

Ende 1942. |

Deutschland und Italien haben in der Luft die Überlegenheit in Eu-
ropa, Japan in Ostasien und im Pazifik. England und USA haben wichtige
Rohstoffquellen verloren.

Inzwischen haben USA und England, die auf nordafrikanischem Boden
Truppen gelandet haben, sich auch in der Luft Verluste geholt. Lufttorpedo-
geschwader haben schneidige Leistungen vollbracht. Die Schiffsverluste
unserer Gegner haben sich durch Luft- und U-Bootwaffe gesteigert. Die
Zeit arbeitet für uns! —

Neben den Leistungssteigerungen unserer Jagd-, Kampf- und Trans-
portflieger sind von den Flugzeugkonstrukteuren und -Werken wieder be-
achtenswerte Erfolge erzielt worden. Über diese Fortschritte wird erst
einmal in späteren Zeiten berichtet werden können.

In der Nachwuchsschulung für die Luftwaffe über das NS.-Flieger-
korps zeigte sich ein starker Überschuß. Der Andrang war so groß, daß
bei der Annahme nur die allerbesten eingestellt werden konnten.

Ital. Segelilugzeuge Teichfuss.

Nachstehend geben wir eine Zusammenstellung der von Teichfuß,
einem der ältesten Segelflugkonstrukteure in Italien, welcher schon in den
früheren Jahren oft die Rhön besuchte, entwickelte Typen. Die Entwick-
lung der Schulgleiter, Schul- und Hochleistungs-Segelflugzeuge zeigen in
ihrem Aufbau Parallelen zu der deutschen Entwicklung, die ja in allen
Ländern der Welt führend gewesen ist.

Allievo Pavullo.

Baujahr 1940. Spannweite 11 m, Länge 6,30 m, Höhe 1,45 m, Flügel-
tläche 16,45 m?, Querruderfl. 1,03 m?, Höhenruderfl. 2,14 m2?, Seitenruderfl.

Verehrte Leser des „Flugsport“! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen
und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das I. Vierteljahr 1943: RM 4.50,
möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 5. Januar
werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.

Diese Nummer enthält Inhaltsverzeichnis und Patentsammlung Nr. 44.
Seite 404 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1942, Bd. 34

Italien. Anfängerschulflugzeug Allievo Pavullo wird auch verstrebt gebaut. &)

0.81 m?, Leergew. abgestrebt 107 kg, verspannt 120 kg; Zuladung 75 kg,

; Sp; inkgeschw. 1,0 m/sec,
Gesamtgew. verstrebt 182 kg, verspannt 195 kg, Sin g: |
‘ Fluggeschw. 45—50 km/h. Bruchvielfaches 8, Profil Gött. 532, Holzbau-
weise.
Balilla (für Flugzeugschlepp). | kuelfl
Baujahr 1939, Spannweite 12,50 m, Länge 6,38 m, Höhe 1,48 m, Flüge .
{6.60 m?, Querruderfl. 1,18 m?, Höhenruderfl. 2,15 m?, Seitenruderfl. 0,70 ni
Leergewicht 126 kg, Zuladung 85 kg, Gesamtgew. 211 kg. Sinkgeschw. 0,
ec, Holzbauweise.
ws Nibio I.
Flügelfläche 17,50 m2, Leergewicht 145 kg. Zuladung 75 kg, Gesamtgew.
220 kg, Flügelbelastung 12,60 ken. Holzbauweise,
r1lo.
Baujahr 1934. Spannweite 14,20 m, Länge 6,53 m, Höhe 1,50 m, Flügelil.
{6.0 m?. Leergew. 135kg, Zuladung 85 ke, Gesamtgew. 220 kg. Flügel-

u on

| ER

\
Verspannt. Abgestrebt.
alilla.
Zeichn. u Zeichn. B
j Flugsport j Flugsport Zeichn.
Flugsport

Allievo Pavullo.

ns

=

12500

Nr. 26/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 405

Italien. Schulsegelflugzeug Balilla.

.

belastung 12,90 kg/m?, Sinkgeschw. 0,90 m/sec., Bruchlastvielfaches 7
Holzbauweise.

S. Grifo.

Baujahr 1935. Spannweite 18,0 m, Länge 6,80 m, Höhe 1,50 m, Flügelil.
16 m?, Querruderfl. 1,70 m?, Höhenruderfl. 2,14 m?, Seitenruderfl. 1,10 m2,
Leergew. 204 kg, Zuladung 85 kg, Gesamtgew. 289 kg, Flügelbelastung
18 kg/m?, Flügelgew. 110 kg, Rumpfgew. 65 kg, Höhenrudergew. 8,5 kg.
Seitenrudergew. 2,5 kg, Strebengew. 18 kg, Schleppgeschw. 120 km/h, Sink-
geschw. 0,65 m/sec. Fluggeschw. 60—64 km/h, Bruchlastvielfaches 7, Holz-
bauweise.

Biposto L—T 12.

Baujahr 1933. Spannweite 15,40 m, Länge 8,22 m, Höhe 2 m, Flügelfläche

28 m?, Leergew. 331 kg, Zuladung 150 kg, Gesamtgew. 481 kg, Flügelbe-
lastung 17 kg/m?, Sinkgeschw. 1,05 m/sec. Fluggeschw. 60—65 km/h, Holz-
bauweise. Fahrwerk 2 Räder, durchgehende Achse.
Örione.
Baujahr 1932. Spannweite 16,60 m, Länge 7,18 m, Höhe 1,40 m, Flügel-
fläche 16,60 m2, Querruderfl. 1,32 m?, Höhenruderfl. 2,20 m2, Seitenruderfl.
1,10 m?, Leergew. 238 kg, Zuladung 85 kg, Gesamtgew. 323 kg, Flügelbe-

mr

—_

re. || Biposto
‚Zeichn. LT 12.
Flugsport
wi: Zeichn,
Super Grifo. Flugsport

Zeichn.
Flugsport

Seite 406 „FLUGSPORT" Nm aprıa2, Ba # Nr. 26/1942, Bd. „FLUGSPORT*“ Seite 407

lastung 19,60 kg/m?, Flügelgew. 150 kg, Rumpfgew. 75 kg, Höhenrudergew.
9 kg, Seitenrudergew. 4,4 kg, Schleppgeschw. 130 km/h, Sinkgeschw.
0,75 km/h, Fluggeschw. 70—75 km/h, Bruchlastvielfaches 9, Profil Gött.
535 M. 6. Holzbauweise.
Sparviero.

Baujahr 1937. Spannweite 16. m, Länge 7,16 m, Höhe 1,28 m, Flügelfläche
17,40 m2, Querruderfl. 2,13 m?, Höhenruderfl. 2,28 m, Seitenruderfl. 1,25 m?,
Leergew. 315 kg, Zuladung 35 kg, Gesamtgew. 400 kg, Flügelbelastung
23 kg/m2, Flügelgew. 192,8 kg, Rumpfgew. 101,5 kg, Höhenrudergew. 15,8 kg,
Seitenrudergew. 4,9 kg, Schleppgeschw. 150 km/h, Sinkgeschw. 0,85 m/sec,
Fluggeschw. 75—80 km/h, Bruchlastvielfaches 12, Profil Gött. 532 M. 12.

Holzbauweise. =
Turbine. | Ä

Baujahr 1938. Spannweite 18,50 m, Länge 7,60 m, Höhe 1,11 m, Flügelfl.
16 m?, Querruderfl. 1,33 m}, Höhenruderfl. 2 m2, Seitenruderfl. 1,04 m?, Leer- Ä Nibio II.
sew. 238 kg, Zuladung 90 ksg, Gesamtgew. 328 kg. Flügelbelastung 210 ve.
kg/m, Sinkgeschw. 0,54 m/sec, Holzbauweise. FReIchn.

Biposto. | Sparviero.

Baujahr 1940. Spannweite 21 m, Länge 8 m, Höhe 1,14 m, Querruderfl. | Orione. | | _ _
3 m?, Höhenruderfl. 2,25 m?, Seitenruderfl. 1,1 m?, Profil Gött. 532. Holz- | veicn „Zeichn, N
bauweise. | „Zeichn.

Nibio I. Frec. Nera. Hsh lkecif 1 ser L

Baujahr 1930. Spannweite 13,40 m, Länge 6,20 m, Höhe 1,30 m, Flügel. | . ., o . ha.

12,60 m?, Querruderfl. 1,30 m}, Höhenruderfl. 2,14 m?, Seitenruderfl. 0,85 m?, | acung h a fee el

Leergew. 125 kg, Zuladung 85 kg, Gesamtgew. 210 kg, Flügelbelastung 16,70 |

ke/m2, Flügelgew. 64 ke, Rumpfgew. 35 kg, Höhenrudergew. 7 kg, Seiten- faches 7. Holzbauweise

rudergew. 2,5 kg, Schleppgeschw. 120 km/h, Sinkgeschw. 0,80 m/sec, Flug- | Spannweite 14 m, Länge 6,25 m, Höhe 1,58 m
oeschw. 50—55 km/h, Bruchlastvielfaches 8, Profil Gött. 535 M. 6, Holz- Fl panı » > > > »
ie " ’ ügelfläche 18 m?, Leergew. 177 kg, Zuladung

bauweise. Falco | 75 kg, Gesamtgew. 252 kg, Flügelbelastung 13,8
° 1 o 2 1
Spannweite 16 m, Länge 7,06 m, Höhe 1,44 m, Leergewicht 155 kg, Zu- keim?, na.

Schwanzlos mit Hilfsmotor, Druckschraube.
Spannweite 14 m, Länge 3,80 m, Höhe 1,58 m,
Flügelfläche 18 m?, Leergewicht 210 kg, Zuladung
85 kg, Gesamtgew. 295 kg, Flügelbelastung 16,34
kg/m?, Holzbauweise.

Cicogna. Zeichnung Flugsport

Flugzeugmaschinengewehr MG 13].

Die meisten deutschen Frontflugzeuge sind seit einiger Zeit mit
einer neuen Bordwaffe ausgerüstet, dem von der Rheinmetall-Borsig AG
entwickelten MG 131.

Das MG 131 hat ein Kaliber von 13 mm. Es kann sowohl starr als auch
beweglich eingebaut werden. Abb. 5—6.

Das MG 131 ist ein starr verriegelter Rückstoßlader mit kurzem Rück-
lauf des Laufes. Der Rückstoß wird durch eine Düse an der Mündung ver-
Ra stärkt, um dadurch eine hohe Feuergeschwindigkeit zu erreichen. An dem
Waffengehäuse sind vorn der Vorholer, der Lauf und der Mantel befestigt,
während es hinten den Verschlußpuffer trägt. Der Vorholer enthält außer
einer Vorholfeder für den Lauf die Kupplungshülse mit der Verriegelungs-
hülse. Oben auf dem Gehäuse befindet sich der Zuführer, dessen Hebel-
system vom Verschluß angetrieben wird.

Durch den Rückstoß werden Lauf und Verschluß starr miteinander
verriegelt zurückgeworfen, bis das Geschoß den Lauf verlassen hat. Dann

i beginnt die Entriegelungsbewegung, die durch Drehen der Verriegelungs-
aport ı hülse eingeleitet wird. Nach beendigter Entriegelung ist der Verschluß

21900

Falco. Astore.

Zeichn.
Flugsport

Biposto.

‚Zeichn.
Flugsport

Seite 408 „FLUGSPORT" Nr. 26/1942, Bd. 34

Abb. 1—3. Flugzeugmaschinengewehr MG 131. Werkbild (6)

völlig frei; jetzt erfolgt das Trennen des Verschlusses von den mit dem
Lauf zurückgleitenden Massen; dabei wird der Verschluß beschleunigt und
die übrige Masse verzögert. Der Lauf kehrt unter der Wirkung der Vor-
holfeder zum Vorlauf um. Inzwischen hat der Verschluß die leere Patronen-
hülse ausgezogen und ausgeworfen. Er entnimmt dann während des Vor-
laufes mit den Zubringhebeln die vorderste Patrone aus dem Gurt und führt
sie dem Lauf zu.

Das MG 131 verfeuert Sprenggranatpatronen mit Leuchtspur und Pan-
zergeschoßpatronen, ebenfalls mit Leuchtspur. Die Sprenggranate hat
einen hochempfindlichen Kopfzünder. Dieser ist völlig rohrsicher. Das
Panzergeschoß ist als gehärtetes Spitzgeschoß ausgebildet. Der Leuchtsatz
ist in einer Bohrung am hinteren Ende des Geschoßkörpers untergebracht.
Er brennt etwa 1,7 Sekunden lang nach dem Abschuß.

Die Muni-

tionszufüh-
u FF

rung erfolgt
a —_ eg durch einen

Druckminderer

— Gurt, der be-
liebig lang ge-
macht werden
kann. Die
Gurtzufüh-
rung wird
auch bei be-

weglich ein-

30 af
ang

Vertil . A.Sch.

Abb. 4. Flug-
z. = .  zeugmaschinen-
. | gewehr MG 131.

Schaltungs-
schema.

HSch 4 5.5ch | nn 4 Sch

£ ” zum
. _ . Bordnetz

gebauten Waf-

Nr. 26/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 409

Abb. 5 u. 6. Flugzeugmaschinengewehr MG 131. Oben: Drehkranz.

fen verwendet. Der Gurt ist ein sog. Zerfallgurt, dessen Glieder aus Stahl-
blech bestehen.

Kaliber 13 mm, Länge des Laufes 550 mm, Gesamtlänge mit Feuer-
dämpfer 1170 mm, Mündungsgeschwindigkeit 750 m/s, Schußfolge rd. 900
Schuß/min, Geschoßgewicht der Sprenggranate 34 g, Gewicht der Spreng-
ladung 1,2 g, Patronengewicht 75 g.

Abdruckprüfstand.

Um unter Innendruck stehende Behälter, z. B. hydraulische Anlagen von
Flugzeugen, wie Fahrwerkschalter, Antriebszylinder, Ventile, Ölkühler, Schläuche,
o. dgl. prüfen zu können, haben die Arado-Flugzeugwerke G.m.b.H. einen
Abdruckprüfstand entwickelt, der in einem einzigen Aggregat die verschiedensten
Prüfmöglichkeiten
in sich vereinigt,
ohne daß hierfür
irgendwelche Um-
schaltungen vorzu-
nehmen sind.

Wie aus der
nebenst. Abb. er-
sichtlich, sind bei
diesem Abdruck-

Abdruckprüfstand.

Werkbild

Seite 410 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1942, Bd. 34

prüfstand mehrere, die Prüfflüssigkeit enthaltende Druckbehälter in einem
zweckmäßig ausgebildeten Schaltschrank angeordnet und mit Kontrollgläser und
Manometer ausgerüstet. Die Druckbehälter sind durch je eine gemeinsame Druck-
luft-Zuführungs- und -Entlüftungsleitung miteinander verbunden und haben
ferner je ein Absperrventil zum Anschluß der zu prüfenden Behälter. Die ge-
meinsame Druckluftleitung kann zur Durchführung von Prüfungen über einen
Verteiler entweder an eine mit hohem Druck arbeitende Preßluftflasche oder
an eine stationäre Betriebsdruckluftleitung angeschlossen werden.

Um Temperaturprüfungen durchführen zu können, sind zwei Druckbehälter
mit entsprechenden Heizvorrichtungen und Thermometer ausgerüstet.

Gegenüber den bisher üblichen Prüfvorrichtungen bedeutet der beschriebene
Abdruckprüfstand*) einen erheblichen Fortschritt, durch den wesentliche Er-
sparnisse an Arbeitskräften und damit an Arbeitszeit erzielt werden.

*) DRGM. 1492 969. Hersteller: Apparate- und Armaturenfabrik Wien XVW/

107, Kulmgasse 17.
UNE TE || La, \ \
FLUG

Inhalt.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Ofw. A. Kraus, Flug-
zeugf. in einem Kampfgeschw.; Hptm. H. Fischer (f), Staffelkapt. in einem Sturz-
kampfgeschw.; Lt. Dickwisch, Flugzeugf. in einem Sturzkampfgeschw.; Ofw.
Peterburs, Flugzeugf. in einem Zerstörergeschw.; Oblt. Wutka, Staffelf. in einem
Sturzkampfgeschw.; Hptm. Taubert, Staffelkapt. einer Fernaufklärerstaffel;
Hptm. Kaubisch, Staffelkapt. in einem Sturzkampfgeschw.; Lt. Fitzner, Staffelf.
in einem Sturzkampfgeschw.; Fw. Lindinger, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw.:
Lt. Brocke (f), Flugzeugf. in einem Jagdgeschw.

Fritz Bliesener, Oblt. und Adjutant in einem Kampfgeschw., Ritterkreuz-
träger, starb den Fliegertod.

Moßdorf, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. in einem Stukageschw. vom
Feindilug nicht zurückgekehrt.

Erwin Sy, Hptm., Ritterkreuzträger, Flugzeugf. in einem Kampfgeschw., vom
Feindflug nicht zurückgekehrt.

3000. Lutfsieg errang das unter Ritterkreuzträger Major Trauloff stehende
Jagdgeschw. von Eichenlaubträger Lt. Stotz, der damit seinen 111. Luftsieg ver-
buchen konnte.

Ausland.

Fliegerschäden Neapel, Stadtzentrum, bei Angriff 12. 12 42, 57 Personen tot,
138 verletzt. Jäger schossen 3 viermotorige amerikan. Bomber ab, Flak 2 weitere
Flugzeuge.

Japanischer Kampfflugzeugangriff am 7. 12. auf Port Darwin, Hafenanlage,
Ziel 12 Schiffe. In mehrmaligen Tiefangriffen stürzten sich die japan. Flugzeuge
trotz heftiger Abwehr auf die Schiffsziele. 3 Dampfer von zusammen 14 000 BRT.
wurden durch Bombentreffer außerhalb des Hafenbeckens versenkt, ein weiteres
Schiff von 6000 BRT. in Brand geworfen. Einer der großen Truppentransporter
erhielt gleichfalls mehrere Treffer und kenterte. Austral. Zerstörer gaben den
Versuch, das schwer getroffene Schiff in den Hafen einzuschleppen, auf. Damit
verlor der Gegner bei diesem einen Angriff 4 Schiffe mit insgesamt 23000 BRT.

Japan. Luftstreitkräfte versenkten im Hafen Chittagong am 5. und 10. Dez.
7 Schiffe, beschädigten 10 schwer und warfen 4 oder 5 in Brand. 10 brit. Flugzeuge
wurden abgeschossen.

USA. Benzinrationierung ab 19. 12. 1942 infolge dringender nordafrik. Nach-
schuhbedürfnisse in 17 nordamerikan. Staaten (75% des gesamten Kraftwagen-
bedarfs) eingeführt.

Nr. 26/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“ Seite 411

Luftwaffe.

Führerhptquart., 4 12. 42. (DNB.) OKW.: Im Abschnitt Kalinin-Ilmensee
scheiterten wiederum starke Panzer- und Infanterieangriffe der Sowjets unter
hohen blutigen und Materialverlusten. Kampf- und Sturzkampfgeschw. griffen in
die erbitterten Abwehrkämpfe ein. Jagdflieger stellten stärkere feindl. Luft-
verbände zum Kampf und schossen 22 sowj. Flugzeuge ab. 4 weitere wurden durch
Flakartillerie der Luftwaffe vernichtet. 3 eigene Flugzeuge werden vermißt. —
An der Cyrenaika-Front bekämpften Verbände der deutschen und italien. Luft-
waffe in Sturz- und Tiefangriffen feindl. Panzerkampfwagen und Fahrzeug-
kolonnen. — Nachtangriffe wurden gegen die Hafenanlagen und den Flugplatz
in Bone und gegen feindl. Nachschubverkehr in Algerien geführt. Deutsche
Jäger schossen 16 brit. Flugzeuge ab. 2 eigene Flugzeuge werden vermißt. —
Während der Zeit vom 21. bis 30. Nov. verlor die brit. Luftwaffe 111 Flugzeuge,
davon 62 im Mittelmeer-Raum. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf
gegen Großbritannien 50 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 5. 12. 42. (DNB.) OKW.: Im Raum zwischen Kalinin und
Ilmensee brachen auch gestern starke, zum Teil durch besonders heftiges
Artilleriefeuer, Panzer und Schlachtflieger unterstützte Angriffe des Feindes
zusammen. 104 Panzerkampfwagen wurden, zum Teil im Nahkampf, vernichtet,
und 6 Flugzeuge durch Truppen des Heeres abgeschossen. — Bei den Abwehr-
kämpfen der letzten 10 Tage vernichtete die 78. Infanteriedivision allein 169
Panzerkampfwagen. Die Luftwaffe zerschlug feindl. Truppenbereitstellungen
und Fahrzeugkolonnen, Jagdfliegerverbände schossen ohne eigene Verluste 58,
Flakartillerie 3 feindl. Flugzeuge ab. — In Tunesien sind heftige Kämpfe im
Gange. Starke Verbände von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen griffen wirksam
in die Kämpfe ein. Außerdem wurden Artilleriestellungen, Truppen- und Panzer-
ansammlungen wiederholt angegriffen, wobei über 100 Kraftfahrzeuge vernichtet
wurden. — Ferner griffen deutsche und italien. Luftwaffenverbände den Hafen
von Bone an. Ein Transportschiff wurde schwer getroffen, zahlreiche andere
gerieten in Brand. Deutsche Jäger schossen 23, die Küstenartillerie in Tunis
2 feindl. Flugzeuge ab. 5 eigene Flugzeuge werden vermißt. — An der Küste der
besetzten Westgebiete verlor die brit. Luftwaffe gestern 6 Flugzeuge.

Führerhptquart., 6. 12. 42. (DNB.) OKW.: Im Ostkaukasus und im Terek-
Gebiet wurden Angriffe der Sowjets im Nahkampf und teilweise im Gegenstoß
abgewiesen. Im Tiefflug angreifende Jagdflieger fügten der feindl. Infanterie hohe
Verluste zu und schossen 12 feindl. Flugzeuge ab. — Zwischen Wolga und Don
versorgten Truppentransportverbände der Luftwaffe trotz schwierigster Wetter-
verhältnisse die kämpfende Truppe. — Die Luftwaffe bekämpfte feindl. Kolonnen
und Ausladungen im Hafen von Bone. Jagdflieger schossen am gestr. Tage über
diesem Kampfraum ohne eigene Verluste 14 feindliche Flugzeuge, darunter vier
motorige Bomber, ab. — An der Südostküste Englands führten Jagd- und Kampf-
flugzeuge Tagesangriffe gegen Eisenbahn- und Industrieziele durch.

Führerhptquart., 7. 12. 42. (DNB.) OKW.: In der Cyrenaika wurden brit.
Bereitstellungen und ein Versorgungslager mit Bomben bekämpft. — In Tunis

Ritterkreuzträger Weltbild (4)
v.lin. r: Fw. Steffen, Lt. Graber, Oblt. Schmitter, Oblt. Pfaffendorf.
Seite 412 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1942, Bd. 34

waren Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen des Feindes das Ziel schwerer
Luftangriffe. — Kampffliegerverbände bombardierten nachts die Häfen Bone und
Philippeville. — Deutsche Jäger schossen im Mittelmeerraum ohne eigene Ver-
luste 6 feindl. Flugzeuge ab. — Die brit. Luftwaffe griff tagsüber unter Wolken-
deckung die besetzten Westgebiete, in der vergangenen Nacht West- und Süd-
westdeutschland an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Bei diesen Angriffen über
dem Kanal und im deutschen Küstengebiet schossen Jagdflieger, Flakartillerie
der Luftwaffe und Kriegsmarine am Tage 30 brit. Jagd- und Bombenflugzeuge ab.
3 eigene Flugzeuge gingen verloren. — Jagdflugzeuge griffen am Tage Ziele im
Südosten Englands mit guter Wirkung an.

Führerhptquart., 8. 12. 42. (DNB.) OKW.: Im Terekgebiet sriffen Jagdflieger
im Tiefflug Bahnanlagen und Kraftfahrzeuge des Feindes an. — Im großen Don-
Bogen nahmen die Sowjets gestern ihre heftigen Angriffe mit starken Panzer-
verbänden wieder auf. Sie brachen unter der Abwehr unserer Truppen, die durch
deutsche und rumänische Kampfflieger unterstützt wurden, zusammen. — Bei
starken Luftangriffen gegen Philippeville wurden vor Anker liegende Schiffe
Kaianlagen und Lagerhallen wiederholt getroffen und durch schnelle deutsche
Kampfflugzeuge eine Anzahl feindl. Flugzeuge auf einem stark belegten Flug-
platz zerstört. — Deutsche und italien. Jagdilieger schossen über Nordafrika bei
einem deutschen Verlust 8 feindl. Flugzeuge ab. — Im Westen verlor die brit.
Luftwaffe gestern 5 Flugzeuge. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Deutsche
Jäger griffen am Tage Verkehrsanlagen und Truppenunterkünfte an der engl.
Südostküste an. — Transportverbände der Luftwaffe haben sich an der Ostfront
und im Mittelmeerraum in unentwegten, oft unter starker Feindeinwirkung
stehenden Einsätzen wieder hervorragend bewährt und vielfach zu entscheidenden
Kampfhandlungen beigetragen.

Führerhptiquart., 9. 12. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche, italien. und ungarische
Luftstreitkräfte bekämpften an der Don-Front feindl. Aufmarschbewegungen und
Truppenunterkünfte — Im mittleren Frontabschnitt schreitet der deutsche
Gegenangriff kraftvoll fort, während die großangelegten feindl. Operationen
fühlbar an Schlagkraft verloren haben. Bei dieser Operation wurden im Zu-
sammenwirken mit Kampf- und Sturzkampffliegern zahlreiche Ortschaften
genommen, feindl. Stellungen aufgerollt und der Gegner von seinen rückwärti-
gen Verbindungen abgeschnitten. In heftigen Luftkämpfen verlor der Feind hier

16 Flugzeuge. — Ein großes brit. Frachtschiff wurde nordwestl. Bengasi durch
Bombentreffer schwer beschädigt. Deutsche Jäger schossen 4 brit. Jagdflugzeuge
ab. Ein eigenes wird vermißt. — Bei Störangriffen einzelner brit. Bomber gegen

Nordwestdeutschland und bei nächtl. Einflügen in das deutsche Küstengebiet
wurden 5, über Westfrankreich und vor der Südostküste Englands 2 weitere
feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptquart., 10. 12. 42. (DNB.) OKW.: Im mittleren Abschnitt der Ost-
froni bekämpften Kampf- und Sturzkampffliegerverbände feindl. Truppen und
Bahnziele. Stoßtrupps einer Luftwaffenfelddivision vernichteten 59 Bunker und
Kampfstände. Bei diesen Kämpfen und südl. des Ilmensees verloren die Sowjets
insgesamt 72 Panzerkampfwagen. — In der Cyrenaika griffen deutsche Kampf-
flieger den Flugzlatz Derna an und zerstörten 7 Flugzeuge am Boden. — Ein
feindl. Panzervorstoß wurde südwestl. von Tebourda blutig abgewiesen, 8 Panzer-
kampfwagen zum Teil durch eingreifende Schlachttflieger in Brand geschossen. —
Kampfflieger trafen ein Handelsschiff mittlerer Größe im Hafen von Bougie mit
schweren Bomben und bekämpften feindl. Flugstützpunkte mit sichtlichem
Erfolg. — Nachtjäger und Flakartillerie schossen in der vergangenen Nacht bei
Durchflügen brit. Bomber durch die besetzten Westgebiete nach Oberitalien
3 Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 11. 12. 42. (DNB.) OKW.: Starke deutsche und rumänische
Luftstreitkräfte griffen in die Kämpfe im Wolga-Don-Gebiet ein. Jagdflieger
schossen 24 feindl. Flugzeuge ab. Kampf- und Schlachtflugzeuge setzten die
Bekämpfung des feindl. Aufmarsches am mittleren Don fort. — Der schwung-
volle Angriff deutscher Infanterie- und Panzerdivisionen im mittleren Front-
abschnitt führte zur Einschließung einer feindl. Stoßgruppe. Alle Entlastungs-
angriffe und Ausbruchsversuche wurden mit Unterstützung der Luftwaffe
abgeschlagen. — In der Cyrenaika schossen deutsche Jäger 8 feindl. Flugzeuge
bei nur einem eigenen Verlust ab. Bei Nacht wurde der Hafen von Bone bom-

Nr. 26/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT" Seite 413

bardiert. — Im Kampf gegen brit.-nordamerikan. Luftstreitkräfte wurden in der
Zeit vom 1. bis 10. 12. 191 feindl. Flugzeuge abgeschossen, davon 112 im Mittel-
meerraum. Während der gleichen Zeit gingen 45 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhptquart., 12. 12. 42. (DNB.) OKW.: Deutsche, italien. und rumänische
Truppen wiesen, durch Luftwaffenverbände unterstützt, im südl. Abschnitt der
Ostfront mehrere feindl. Angriffe mit Verlusten für den Gegner ab. — Nach Zu-
führung neuer Kräfte traten die Sowjets gestern südl. Rschew zu einem neuen
Großangriff gegen die deutsche Front an. Durch Heer und Luftwaffe wurden 170
feindl. Panzerkampfwagen vernichtet, 127 allein im Abschnitt einer Infanterie-
division. — In der Cyrenaika wurden bei einem Angriff brit. Jagdflieger
durch deutsche Jäger und Flakabwehr 8 Flugzeuge abgeschossen. — Die Nach-
schubhäfen des Feindes in Algerien wurden bei Tag und Nacht bombardiert,
Hafenanlagen und vor Anker liegende Schiffe mehrfach getroffen. — Hafen-
schutzboote und Marineflak schossen an der norweg. und flandı. Küste 3 brit.
Flugzeuge, Flakartillerie der Luftwaffe in der vergangenen Nacht über franz.
Gebiet ein viermotoriges Flugzeug ab. — In der Nacht griff ein Kampfflieger-
verband den wichtigen Hafen und Schiffsbauplatz Sunderland an. Es entstanden
ausgedehnte Brände, 2 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Führerhptquart., 13. 12. 42. (DNB.) OKW.: Am Wolga-Don-Gebiet waren
deutsche, rumänische, italien. und ungarische Luftstreitkräfte an den Schwer-
punkten der Kämpfe zur Unterstützung des Heeres eingesetzt. In Luftkämpfen
und durch Flakabwehr wurden 37 feindl. Flugzeuge abgeschossen. 7 eigene Flug-
zeuge werden vermißt. — Der Hafen von Tokruk, motorisierte Kolonnen des
Feindes und ein Flugplatz wurden von Kampftlugzeugen wirksam angegriffen. —
Der Hafen von Bone wurde in der Nacht erneut bombardiert und dabei ein
Handelsschiff von 8000 BRT. in Brand geworfen. — Feindl. Bomber- und Jagd-
verbände griffen am Tage im Schutze der Wolkendecke einige Orte in Westfrank-
reich an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Der Feind verlor 7 Flugzeuge, darunter
2 viermotorige Bomber.

Führerhptquart., 14. 12. 42. (DNB.) OKW.: An der Don-Front wurden bei 4
eigenen Verlusten 25 Sowjetllugzeuge abgeschossen. — Kampftlugzeuge bombar-
dierten in der vergangenen Nacht Stadt und Hafen Murmansk. — Deutsche Kampf-
flieger führten starke Angriffe gegen den Hafenbetrieb von Bengasi. — In Tunesien
vernichteten deutsche Schlachtflieger mehrere feindl. Panzer. — Das Hafengebiet
von Bone wurde von deutschen und italien. Flugzeugen erneut schwer bombar-
diert. Es entstanden Explosionen und Brände. In Luftkämpfen wurden in Nord-
afrika 12 feindl. Flugzeuge abgeschossen. Bordflak der deutschen Kriegsmarine
schoß im Geleitdienst 3 feindl. Flugzeuge ab. — Marine-Artillerie, Vorpostenboote
und Jagdflieger schossen über dem Kanal und an der Küste Norwegens 4 brit.
Flugzeuge ab.

Führerhptquart., 15. 12. 42. (DNB.) OKW.: Insgesamt wurden im mittl. Ab-
schnitt 48 Sowjetpanzer vernichtet und 5 Transportzüge des Feindes durch Luft-
angriff zerstört. — Kandalakscha und andere Orte an der Murmanbahn wurden
bei Tag und Nacht von Kampffliegern mit guter Wirkung angegriffen. — In der
westl. Cyrenaika wurden 10 feindl. Flugzeuge abgeschossen. Deutsche Kampfflug-
zeuge erzielten Bombentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen auf Wüstenflug-
plätzen der Cyrenaika. — Deutsche Jäger schossen am gestr. Tage in Tunesien
ohne eigene Verluste 3 feindl. Flugzeuge ab. — In mehreren Wellen vorgetragene
Nachtangriffe der Luftwaffe gegen Bone richteten im Hafen erhebliche Zerstörun-
gen an. — Im Kampf gegen Großbritannien belegte die Luftwaffe in der letzien
Nacht das Hafengebiet von Hartlepool und ein Industriewerk an der Ostküste
Englands mit Spreng- und Brandbomben. Es entstanden vor allem in den Dock-
anlagen erhebliche Brände.

Führerhptquart., 16. 12. 42. (DNB.) OKW.: Im hohen Norden griffen Sturz-
kampf- und Kampfflugzeuge Stadt und Hafen Murmansk, Anlagen der Murman-
Bahn und Batteriestellungen auf der Fischer-Halbinsel mit guter Wirkung an. —
In der Zeit vom 1. bis zum 15. 12. verloren die Sowjets 441 Flugzeuge. Hiervon wur-
den 348 in Luftkämpfen, 60 durch Flakartillerie der Luftwaffe und 29 durch Ver-
bände des Heeres abgeschossen, die übrigen am Boden zerstört. Während der glei-
chen Zeit kehrten 89 eigene Flugzeuge vom Flug gegen den Feind nicht zurück. —
In der westl. Cyrenaika schossen deutsche Jäger bei einem eigenen Verlust 4
feindl. Flugzeuge ab. — Bei Nacht wurde das Hafengebiet von Bengasi mit guter

Seite 414

„FLUGSPORT“ Nr. 26/1942, Bd. 34

Wirkung bombardiert. Nachschubhäfen und Flugstützpunkte des Feindes in
Algerien wurden weiterhin bekämpft. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen
bei Tage an der Südostküste Englands kriegswichtige Anlagen mit Bomben und
Bordwaffen an.

Literatur.
Anfänger-Gleitflugmodell „Falter“. Bauplan 38. Von A. Dalinghoff. C. J. E.
Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin. Preis 0,60 RM.
Einfaches Segelflugmodell, einfache Bauweise. 610 mm Spannweite, Gesamt-
länge 580 mm. Zeichnung in natürlicher Größe.

Luft- Post.

Be ee

Panzerung erfolgt je nach Flugzeugmuster aus Panzerblech von 4,5 bis
10 mm, manchmal bis 15 mm Stärke. Das Panzerglas hat eine Stärke von 40 bis
65 mm. Das Gewicht der Panzerung eines Jagdeinsitzers beträgt ungefähr 20 bis
50 kg, das eines mehrmotorigen Kampfflugzeuges erreicht bereits etwa 300 kg.

Anweisung für den Buchbinder: Mit der Nr. 26 des „Flugsport“ schließt der
XXXIV. Band 1942, er enthält „Flugsport“-Titel und Inhaltsverzeichnis.

Reihenfolge für Binder: Titelblatt mit Inhaltsverzeichnis. Nr. 1—26 ohne die
Beilagen. Hiernach sind einzubinden geordnet nach Nummern: Profilsammlung,
Patentsammlung und Merkblätter des „Flugsport“.

Zukunftskrieg war untenst. Abb. be-
titelt, welche die Zeitschrift „Über Land und
Meer“ im Jahre 1895 veröffentlichte. Der phan-
tasiebegabte Zeichner Fritz Thiele wird den Neid
mancher Muskelflugzeugerfinder herausfordern
— und das vor 50 Jahren!

Archiv Flugsport (3)

N : AAA X IX ;
ai ie
\ £

\
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>... 5. \
R & %

Karrikatur eines Dampfhubschrau-
bers (um 1860).
Aus der Sammlung v. A. A. Rodnych,
Leningrad.

Tierkameradschaft. Kaiseradler mit
Wolfshündin.

Nr. 26/1942, Bd. 34

„FLUGSPORT”

Seite 415

Modellflug-Bestimmungen des NS-Fliegerkorps.

I. Einteilung der Flugmodelle.

Die freifliegenden Flugmodelle werden in
zwei Gruppen eingeteilt:
1. Freiluftflugmodelle, die zwn Fliegen im Freien »
bestimmt sind,
2, Hallenflugmodelle, die zum Fliegen
schlossenen Räumen bestimmt sind.
Die Freiluftflugmodelle werden in
Hauptklassen unterteilt:
1. Segelflugmodelle
2. Motorflugmodelle.
Klasseneinteilung der Segelflugmodelle®).
Rumpfsegelflugmodelle
Nurflügel-Segelflugmodelle.
Klasseneinteilung der Motorflugmodelle.
Flugmodelle
mit Gummimotor
Rumpfflugmodelle

in  ge-

"zwei

Nurflügel-Flugmodelle
Wasserflugmodelle
Schwingenflugmodelle
Drehflügel-Flugmodelle

mit Verbrennungsmotor
Rumpfflugmodelle
Nurflügel-Flugmodelle
Wasserflugmodelle
Schwingenflugmodelle

j Drehflügel-Flugmodelle.

Klasseneinteilung der Hallenflugmodelle.
Filmbespannte Hallenflugmodelle
Papierbespannte Hallenflugmodelle
Filmbespannte N:.ıflügel-Hallenfiugmodelle
Papierbespannte Nurflügel-Hallenflugmodelle
Schwingen-Hallenflugmodelle
Drehflügel-Hallenflugmodelle.

Begriffsbestimmungen für die einzelnen Klassen
derFlugmodelle.

Rumpfflugmodelle.

Unter einem Rumpfflugmodell wird ein Flug-
modell verstanden, das einen (z. B. in der Span-
ten- oder Stegbauweise hergestellten) Vollrumpf
besitzt, der einen im einzelnen näher festgelegten
Mindestquerschnitt aufweisen muß.

Zu den Rumpfflugmodellen der einzelnen
Klassen gehören neben den Normalflugmodellen
auch die Enten- und Tandemflugmodelle.
Nurflügel-Flugmodelle.

Die Klassen der Nurflügel-Flugmodelle um-
fassen neben den Nurflügel-Flugmodellen im
engeren Sinne auch die schwanzlosen Flug-
modelle. -

Ein Nurflügel-Flugmodell ist ein solches, das

lediglich aus einem eigenstabilen Flügel besteht.

Es darf weder einen Rumpf noch
Höhen- und Seitenleitwerke besitzen. .
Ein schwanzloses Flugmodell ist ein solches,

gesonderte

das ebenfalls aus einem um die Querachse eigen-
stabilen Flügel besteht, das aber im Gegensatz
zum Nurflügel-Flugmodell noch einen Rumpf und
für die Stabilisierung um die Hochachse beson-
dere Flächen (Seitenleitwerk) aufweist.

Da das Ziel der Entwicklung der Nurflügel
ist, bestimmt er den Namen der Klasse.
Wasserflugmodelle.

Ein Wasserflugmodell ist ein solches, das mit
Hilfe von Schwimmern oder eines als Boot »us-
gebildeten Rumpfes nur vom Wasser aus startet.
Schwingenflugmodelle.

Unter einem Schwingenflugmodell wird »in
Flugmodell verstanden, dessen Antrieb durch
eine periodische Bewegung des Tragflügels oder
durch besondere Schlagflügel erfolgt.
Drehflügel-Flugmodelle.

Zu den Drehflügel-Flugmodellen gehören die
Hub- und Tragschrauber-Flugmodelle.

II. Bauvorschriiten.

Allgemeine Vorschriften.

Für den Bau von Flugmodellen sind sämt-
liche Werkstoffe zugelassen. j

Das höchstzulässige Fluggewicht für die
Flugmodelle aller Klassen mit Ausnahme der
Hallenflugmodelle beträgt 5 kg.

Die Spannweite wird von Flügelspitze zu
Flügelspitze gradlinig gemessen.

Für die Errechnung der Flächenbelastung ist
der Grundriß des Tragwerks maßgebend.

Bei V-Leitwerken wird der Berechnung des
Inhaltes des Höhenleitwerkes ebenfalls der
Grundriß zugrundegelegt.

Die Flugmodelle aller Klassen dürfen keine
während des Fluges abwerfbaren Teile haben.

Sämtliche Flugmodelle mit Verbrennungs-
motor müssen mit einem start- und landefähigen
Fahrwerk versehen sein. Bei Gummimotor-Flug-
modellen genügt ein startfähiges Fahrwerk.
Schwingenflugmodelle mit Gummimotor und llal-
lenflugmodelle können ohne Fahrwerk sein.

Wasserflugmodelle müssen schwimmfähig
sein. Sie haben vor Bewertung ihrer Flugleistung
in startfähigem Zustand eine Schwimmprobe von
5 Minuten Dauer abzulegen, wobei andere Teile
als das Schwimmwerk nicht eintauchen dürfen.

A. Bauvorschriften für Freiluftfiugmodelle.

1.Segelflugmodelle.
Mindestspannweite: 1500,

3500 mm.

Rumpflänge: Nicht größer als die Spannweite.

2

Höchstspannweite:

Rumpfquerschnitt: 3 (L = Rumpflänge über
alles einschl. überstehender Teile des Seiten-
leitwerks). 5

Bei Flugmodellen mit Doppelrümpfen rechnet
die Summe der Querschnitte.
Mindestflächenbelastung: 15 g/dm?.
Der Flächeninhalt .des Höhenleitwerkes darf
höchstens 33% des Flächeninhaltes des Trag-
flügels betragen. ‘ Bei Überschreitung dieses
Prozentsatzes wird der darüber hinausgehenile
Teil zum Flächeninhalt des Tragflügels für die
Bestimmung der Flächenbelastung hinzuge-
rechnet.
Segelflugmodelle müssen mit einer Vorrichtung
für den Hochstart versehen sein.
.Flugmodelle mit Gummimotor.
Mindestspannweite (für sämtliche Klassen mit
Ausnahme der Drehflügel-Flugmodelle): 1000,
Höchstspannweite: 3500 mm.
Rumpflänge: Nicht größer als die Spannweite,

[80}

*) Hallenflugmodelle bleiben auf die Hauptklasse Motorflugmodelle beschränkt.

Seite 416

„FLUGSPORT”

Nr. 26/1942, Bd. 34

Rumpfguerschnitt: “ (L = Rumpflänge über
100
alles einschl. überstehender Teile, z. B. Luft-
schraube, Schwanzsporn, Seitenleitwerk). Bei
Fingmodellen mit Doppelrümpfen rechnet die
Summe fer Querschnitte.
Mindestflächenbelastung: 15 gldm?.
Flicheninhalt des Höhenleitwerkes: Wie bei
Segeltingmodellen.

Die Rümpfe müssen allseitig geschlossen
sein. Der Gummimotor muß sich im Innern des
Rumpfes oder des Tragwerkes befinden. Ausge-
nommen von dieser Bestimmung sind Schwingen-
flugmodelle.

Der Einbau von mehreren Gummimotoren
sowie von Zahnradumlenkungen oder Über-
setzungen ist gestattet, nicht dagegen der Ein-
bau eines Stabes zur Aufnahme der Verdrehungs-
kräfte oder eines Rohres als Motorträger.

3. Flugmodelle mit Verbrennungs-
motor.

Mindestspannweite (für sämtliche Klassen mit

Ausnahme der Drehllügel-Flugmodelle): 1000,

Höchstspannweite: 3509 mm.

Mindestflächenbelastung: 15 g/dm?, Höchst-
flächenbelastung: 50 g/dm?.
L?
Rumpfquerschnitt:— (L = wie bei Gummi-
200

motor-Flugmodellen).

Zugelassen sind nur Verbrennungsmotoren

deutscher Herstellung.

Der Einbau von mehreren Motoren ist ge-

stattet.

Der Hubraum des Motors oder der Motoren

darf insgesamt 10 cm? nicht überschreiten.

Jedes Flugmodell, das mit einem Verbren-

nungsmotor ausgerüstet ist, muß mit einem

Zeitschalter verschen sein, der eine zeitliche

Begrenzung des Kraftfluges durch Ausschal-

tung der Zündung des Motors gewährleistet.

Die Bauvorschriften für Flugmodelle mit
Verbrennungsmotor gelten im einzelnen, mit
Ausnahme der Vorschriften über die Antriebs-
quelle, auch für Flugmodelle mit Turbinen- oder
ähnlichem Antrieb.

Die vorgeschriebenen Rumpfgnerschnitte sind

II. Startvorschriften.

Für Segelflugmodelle ist der Handstärt und
der Hochstart zulässig.

Handstart.

Beim Handstart®muß der Startende unmittel-
bar auf dem Erdboden stehen.
Hochstart.

Der Hochstart wird entweder mit dem Seil,
mit der Hochstartrolle oder mit der Hochstart-
winde ausgeführt. Sämtliche Hochstartschnüre
müssen mit einem farbigen Wimpel versehen
sein, um das Auffinden im Gelände zu erleich-
tern. An Stelle des Wimpels kann aush ein
Windsack verwendet werden.

Beim Hochstart hat der Bewerber das Seil,
die Hochstartrolle oder die Hochstartwinde selbst
zu bedienen.

1. Seilstart: Schnurlänge: bis zu 100 m.

Mindestqwerschnitie an der stärksten Stelle des

Rumpfes. Sie können größer, dürfen aber nicht

kleiner sein! 1

4. Sondervorschriften für Nur-
[lügel-Flugmodellezulbis3.

Fir Nurflügel-Flugmodelle gelten die unter
{ bis 3 aufgeführten Bauvorschriften mit folgen-
den Zusätzen:

Die Länge des Rumpfes darf bei schwanz-
losen Flugmodcellen die halbe Spannweite nicht
überschreiten. Bezüglich des Rumpfquerschnittes
gelten die gleichen Bestimmungen wie für die
Rumpfflugmodelle der betreffenden Klasse.
>.Sondervorschriften für Dreh-

flügel-Flugmodelle.

Für Drehflügel-Flugmodelle wird eine he-
stimmte Spannweite und Flächenbelastung nicht

schrieben. Dagegen müssen sie einen all-

seitig geschlosscucn, im Normalflug waagerecht
liegenden Rumpf aufweisen. Der Querschnitt des
Rumpfes muß den Bestimmungen der betreilen-
den Klasse entsprechen.
B. Bauvorschriften für Hallenfiugmedelle.
Höchstspannweite: 860 mm.
Rumpflänge: Nicht größer als die Spannweite.

Rumpfquerschnitt: Wird nieht vorgeschrieben.

Höchstzulässiges Fluggewicht:

Filmbespannte Hallenflugmodelle 20 g
Papierbespannte Hallenflugmodelle & g
Schwingen-Hallenflugmodelle 40 8
Drehflügel-Hallenflugmodelle: Nicht  vor-
geschrieben.

Filmbespannte Hallenflugmo-
delle und Schwingen-Hallenflug-
modelle können einen Stab- oder Vollrumpf
besitzen.

Papierbespannte Hallenflug-
modelle müssen einen geschlossenen Rumpf
aufweisen. Der Gummimotor muß sich im In-
nern des Rumpfes befinden.

Bei Hallenflugmodellen ist der Einbau eines
Stabes im Innern des Rumpfes zur Aufnahme
der Verdrehungskrälte gestattet.

. Drehflügel-Hallenflugmodelle müssen einen
allseitig geschlossenen, im Normalflug waage-
recht liegenden Rumpf aufweisen.

Segelflugmodelle.

Gummizwischenschaltung: bis zu 25% der Ge-
samtlänge. Laufstrecke: nicht begrenzt.

2. Startmitder Hochstartrolle:
Schnurlänge: bis zu 125 m.
Gummizwischenschaltung: nicht gestattet.
Laufstrecke: nicht begrenzt.

3. Start mit der Hochstartwinde:
Schnurlänge: bis zu 200 m.
Gummizwischenschaltung: nicht gestattet.
Laufstrecke: keine. Der Start erfolgt aus
einem Kreis von 2 m Durchmesser.

Für den Hochstart von Nurflügel-Segelilug-
modellen ist es verboten, abwerfbare Seitenleit-
werke zu benutzen oder das Nurflügel-Segel-
flugmodell mit Hilfe eines Normalflugmodeils
(„Huckepackflug‘‘) zu starten.

Motorflugmodelle.

Landflugmodelle werden entweder mit der
Hand oder vom Boden aus gestartet. Für die
Aufstellung von Geschwindigkeits-Höchstleistun-

gen ist der „Fliegende Start‘ zulässig, bei dem
die Startart freigestellt wird. Für Wasserllug-
modelle ist nur der Wasserstart zulässig.

Nr. 26/1942, Bd. 34

„ELUGSPORT“

Seite 417

Handstart.
Beim Handstart muß der Startende unmittel-
bar auf dem Erdboden stehen.

Bodenstart.

Der Bodenstart muß für alle Klassen ohne
Anstoß erfolgen. Das Anheben des Rumpfes uad
Durchdrücken des Fahrwerks ist nicht zulässig.

Das Flugmodell ist vor der Freigabe nur an
der Luftschraube und an dem Leitwerk oder
einem Tragllügel oder am Rumpf zu halten. Aus-

genommen von dieser Bestimmung sind die Flug-
modelle mit Verbrennungsmolor.

Der Start erfolgt entweder unmittelbar vom
Boden oder von einer flach auf dem Boden
liegenden Startbahn.

Wasserstart.

Der Wasserstart muß ohne Anstoß vom Was-
ser erloigen. Das ‘Eindrücken des Flugmodells
zur Ausnutzung des Wasserrückstoßos- ist nicht
gestattet. Für die Bewertung ist auch die Lan-
dung auf festem Boden zugelassen.

Hallenflugmodelle.
Hallenflugmodelle werden nur im Handstart gestartet.

IV. Bestimmungen für „Deutsche Modellflug-Höchstleistungen“.

Eine „Deutsche Modellflug - Höchstleistung‘
kann von einem deutschen Modellflieger mit
einem deutschen Fluginodell im In- oder Ausland
aufgestellt werden. Die Höchstleistung muß von
zwei Modellflug-Leistungsprüfern beurkundet sein
und wird vom Korpsführer des NS.-Fliegerkorps
anerkannt, wenn sie die bestehende

in der Dauer um 10 s,

in der Strecke um 100 mn,

in der Geschwindigkeit um 3 m/s
mindestens überbietet.

Die Deutschen Modellflug-Höchst-
leistungen werden für folgende Flugmodell-
klassen und Startarten geführt:

1. Freiluftfiugmodelle.
1.Segelflugmodelle.

Klasse: Rumpfsegelflugmodelle
Handstart-Strecke
Handstart-Dauer

Hochsiart-Strecke
Hochstart-Dauer

Klasse: Nurflügel-Segelflug-
modelle
Handstart-Strecke
Handstart-Dauer
Hochstart-Strecke
Hochstart-Dauer

.Motorflugmodeile,

Klasse: Rumpfflugmodelle mit
Gummimotor
Bodenstart-Strecke
Bodenstart-Dauer
Geschwindigkeit (Fliegender Start)

Klasse: Nurflügel-Flugmodelle
mitGummimotor
Bodenstart-Strecke
Bodenstart-Dauer

Klasse: Rumpfilugmodelle mit
Verbrennungsmotor
Bodenstart-Strecke
Bodenstart-Dauer
Geschwindigkeit (Fliegender Start)

Klasse: Nurflügel-Flugmodelle
mit Verbrennungsmotor
Bodenstart-Strecke
Bodenstart-Dauer

Klasse: Wasserflugmodelle mit
Gummimotor
Wasserstart-Strecke
Wasserstart-Dauer

Klasse: Wasserflugmodeile mit
Verbrennungsmoteor
Wasserstart-Strecke
Wasserstart-Dauer

DD

Klasse: Schwingenflugmodelle
mitGummimotor
Handstart-Dauer
Bodenstart-Dauer

Klasse: Schwingenflugmodelle
mit Verbrennungsmotor
Handslart-Strecke
Handstart-Dauer
Bodenstart-Strecke
Bodenstart-Dauer

Klasse: Drehfilügel-Flugmodelle
mit Gummimotor
Handstart-Dauer
Bodenstart-Dauer

Klasse: Dreh flügel-Tlugmodelle
mit Verbrennungsmotor
Handstart-Dauer
Bodenstart-Dauer

IT. Hallenflugmodelle.

Klasse: Filmbespannte Hallen-
tlugmodelle
Handstart-Dauer

Klasse: Papierbespannte Hallen-
flugmodelle

Handstart-Dauer

Klasse: Filmbespannte Nurflü-
gel- Hallenflugmodelle
Handstart-Dauer

Klasse: Papierbespannte Nurflü-
gel- Hallenflugmodelle
Handstart-Dauer

Klasse: Schwingen -Hallenflug-
modelle
‚Handstart-Dauer

Klasse: Drehflügel-Hallenflusg-
modelle
Handstart-Dauer

Bau- und Startvorschriften.

Für Flugmodelle, mit denen eine neue Modell-
flug-Höchstleistung aufgestellt wird, gelten die
Bau- und Startvorschriften des NS.-Fliegerkorps.
Messung der Flugleistungen.

Dauer.

Für die Zeitmessung gilt die Dauer des Flu-
ges. Sie beginntin dem Zeitpunkt,
indem das Flugmodellsich selbst
überlassen wird. Beim Hochstart erfolgt
die Zeitnahme im Augenblick des Ausklinkens.

Die Zeitmessung endet mit Beendigung des
Fluges, d. h. in dem Augenblick, in dem das
Flugmodell den Erdboden oder das Wasser be-
rührt, auf ein Hindernis stößt oder außer Sicht
der Flugprüfer gerät.
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„FLUGSPORT"”

Nr. 26/1942, Bd. 34 „FLUGSPORT“

Bei Motorflugmodellen wird ein nochmaliges
kurzes Berühren des Erdbodens bzw. des Wassers
unmittelbar nach dem Start nicht als Beendigung
des Fluges gerechnet.

Bei Hallenflugmodellen bleibt auch ein mehr-
faches Berühren eines Hindernisses (Wände,
Saaldecke, Beleuchtungskörper usw.) für die
Zeitmessung unberücksichtigt, wenn das Flug-
modell den Flug jeweils nicht mehr als 3 Sek.
unterbricht.

Kommt ein Flugmodell voraussichtlich nur
vorübergehend außer Sicht (Wolkenflug), kann
der Dauerflug auch dann anerkannt werden,
wenn die Flugprüfer nach dem Abstoppen beim
ersten Außersichtkommen die Zeit mit zwei wei-
teren Uhren genommen haben.

Für die Zeitnahme dürfen die Flugprüfer nur
Stoppuhren benutzen, welche die Zeit auf !/s Sek.
genau angeben. Um den Flug verfolgen zu kön-
nen, sind die Flugprüfer ermächtigt, optische
Instrumente zu benutzen und ihren Standort zu
verlassen.

Bei Dauerflügen darf der Höhenverlust zwi-
schen Start- und Landepunkt nicht mehr als 9 m
je Flugminute betragen.

Strecke.

Die gemessene Strecke ist die gerade Linie
zwischen Start- und Landepunkt. Erlaubt die
zurückgelegte Strecke keine direkte Vermessung,
so kann sie bei Entfernungen bis zu 10 km auf
einer amtlichen Karte mit einem Maßstab von
mindestens 1:25000, bei Entfernungen darüber
hinaus auf einer amtlichen Karte mit einem Maß-
stab von mindestens 1:100000 gemessen werden.

Der Höhenverlust zwischen Start- und Lande-
punkt darf nicht mehr als 2% der Flugstrecke
betragen.

Sofern bei Streckenflügen die Landung des
Flugmodells nicht von den Flugprüfern beobach-
tet werden kann, ist für die Beurkundung eine
Erklärung des Finders des Flugmodells erforder-
lich, die durch die zuständige Ortspolizei oder
eine andere Dienststelle beglaubigt sein muß.
Geschwindigkeit.

Bei Flugmodellen mit Gummimotor wird die
Geschwindigkeit über eine Strecke von 50 m.