Volltext der Zeitschrift Flugsport 1940

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Anfang 1940.

Frankreich und England
haben, wie die ganze Welt weiß,
Deutschland den Krieg erklärt,
um es zu zerstückeln. Jeder
weiß, um was es geht. Je mehr
man uns im Ausland beschimpft,
um so klarer wird es jedem
einzelnen Deutschen, daß die
Ziele unserer Gegner nur darauf gerichtet sind, uns zu vernichten.
Was das für Europa bedeuten würde, ist selbst dem Einfältigsten klar.

Rückschauend müssen wir feststellen, daß es gelungen ist, die
deutsche Luftwaffe so auszubauen, um alle Aufgaben, die ihr ge-
stellt werden, zu erfüllen. Gerade jetzt zu Beginn des neuen Jahres
wird es allen denen, die in der Luftwaffenschmiede mittelbar und
unmittelbar tätig sind, selbstverständlich sein, an dem weiteren Aus-
bau der Luftwaffe mit doppeltem Eifer und verstärkter Kraft zu
schaffen.

Wir werden die Anstrengungen des Geeners nicht unter-
schätzen, sind aber alle fest davon überzeuet, daß wir in Deutsch-
land in unserer unerschütterlichen Geschlossenheit, da wir um
unser Lebensrecht kämpfen, letzten Endes die Ueberlegenheit be-
halten werden. a

Caproni Ca. 164 Schulflugzeug.

Caproni Ca. 164, Doppeldeckerbauweise, wurde gewählt mit
Rücksicht auf bessere Sicht als Photographierflugzeug und leichte

' Reparaturmöglichkeit. Gemischtbauweise, schlanker langer Rumpf,

Kopfluftabiluß vom Hintersitz. Am Unterflügel Landeschlitzklappen.
Spannweite Oberflügel kleiner als Unterflügel.
Stahlrohrrumpf, Oberseite mit Aluminblech, sonst mit Leinwand
bedeckt. Betriebsstoffbehälter im Rumpf im Auftriebsmittel.
Doppelsteuerung herausnehmbar.
Fahrwerk V-Streben ohne durchgehende Achse. Räder Strom-
linienverkleidung.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 19.
Seite 2 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1940, Bd. 32

Caproni Ca. 164 Schulflugzeug. Werkbild

Sechs Zyl. Alfa Romeo-Motor, 195 PS, luftgekühlt.

Spannweite oben 8,14 m, unten 9,424 m, Fläche 23,47 m?, Länge
7 m, Höhe 3 m, Leergewicht 850 kg, Nutzlast 330 kg, Fluggewicht
1180 kg. Geschwindigkeit in Seehöhe 230 km/h, in 3000 m Höhe
215 km/h, mittlere Geschwindigkeit 184 km/h, Landegeschw. 90
km/h. Reichweite 530 km. Steigt auf 1000 m in 5 min. 20 sec., auf
3000 m in 24 min. Praktische Gipfelhöhe 3600 m, theoretische Gipfel-
höhe 4200 m.

S. A.I. Ambrosini 7.

Das neue ital. Sportflugzeug S. A. I. Ambrosini 7 ist ein schnit-
tier Tiefdecker mit hintereinander liegenden Sitzen.

Flügel freitragend, Holzbauweise, dreiholmig, sperrholzbeplankt,
mit Landeklappen. Guten Flügelübergang nach dem Rumpf wie bei
Messerschmitt. Eingezogener Rumpfkabinenaufbau mit Kopfabfluß
bis zur Seitenflosse. Alles Holzbauweise.

Fahrwerk große Spurweite, nach innen hochziehbar. Federbeine
mit Radgabeln und Abdeckblechen. Vergleiche die Abbildung.

Motor Hirth HM 508/D 280 PS mit zweiflügeliger Schraube.
——— Spannweite 9 m,
Länge 7,25 m, Höne
1,98 m, Fläche 13,12 m’.
Leergewicht 750 kg,

Nutzlast 625 kg, Flug-

gewicht 1375 kg, Flä-
chenbelastung 105 kg/

m’. Leistungsbelastung
4,9 kge/PS. Höchstge-
schwindigkeit 400 km/h,

Landegeschw. 105 km/h,
Reichweite 2800 km.
Gipfelhöhe theoretisch
10000 m, praktisch
9500 m. Festigkeit 7.

S.A.I. Ambrosini 7.

7eichnung Flugsport

Nr. 1/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 3

Ital. S.A.I. Ambrosini 7 Sportzweisitzer. Motor Hirth HM 508D. Werkbilder

Do 215.

Do 215 ist eine Weiterentwicklung des Do 17, siehe die Typen-
beschreibung Flugsport 1938, S. 670 und 223. Do 215 ausführliche

Dornier Do 215
mit Daimler-Benz-
Motoren.

"Zeichnung Flight

Seite 4 „FLUGSPORT" Nr. 1/1940, Bd. 32

Typenbeschreibung
Flugsport 1939, Seite
352 fl.

Spannw. 18m, Länge

16,3 m, Höhe 4,5 m,
Flügelfl. 55 m’, Flug-
gewicht 8600 kg,
Geschw. 500 km/h.

Zerstörer Messerschmitt
Me 110, zweimotoriger
Ganzmetalltiefdecker.
Eine Gruppe dieser Zer-
störer war bei dem am
18. 12. 39 bei Helgoland
stattgefundenen englischen
Angriff von 52 Wellington-
Bombern, von denen 36
abgeschossen wurden,
beteiligt.

Bild Archivaufnahme - Sche. -
Weitbild.

Hochgeschwindigkeitswindkanäle mit
Schwergasfüllune*).
Untersuchungen auf dem Gebiete hoher Geschwindigkeiten
müssen in Kanälen mit verhältnismäßig kleinen Querschnitten vor-

eenommen werden, da der Bau und Betrieb normalgroßer Kanäle

mit sehr hohen Kosten verbunden ist, andererseits müssen große
Meßauerschnitte im Interesse einer ausreichenden Meßgenauigkeit
gefordert werden. Neben der dynamischen Aehnlichkeit muß auch
noch die Machsche Zahl eine Berücksichtigung finden, eine Forde-
rung, die zu sehr hohen Luftstromgeschwindigkeiten führt.

Wenn die Versuche anstatt in Luft in Gasen oder Dämpfien vor-
genommen werden, in denen je nach der Schwere eine andere
Schallgeschwindigkeit herrscht, kann die erforderliche Strömungs-

*) Nach Veröffentlichungen des Massachusetts Institute of Technology.

Nr. 1/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT" Seite 5

geschwindigkeit unter Umständen erheblich herabgesezt werden,
ohne daß sich die Machsche Zahl ändert. An das zur Füllung ver-
wendete Gas müssen eine Reihe von Anforderungen gestellt werden.
In erster Linie ist ein hohes Molekulargewicht erforderlich, da nach
dem Avodagroschen Gesetz die Dichte eines Gases seinem Mole-
kulargewicht direkt verhältig ist.

Für die Schallgeschwindigkeit in Gasen besteht die folgende

Beziehung: Me -y rP
0

darin ist y das Verhältnis der spezifischen Wärmen**), P der Gas-
druck und @ die Dichte. Demnach ist die Schallgeschwindigkeit der
Quadratwurzel aus der Dichte umgekehrt proportional und daher
auch angenähert umgekehrt proportional der Quadratwurzel aus
dem Molekulargewicht. vs ist weiter direkt proportional der Quadrat-
wurzel aus y. Aus der kinetischen Gastheorie und aus direkten Mes-
sungen von Edelgasen ist bekannt, daß y für einatomige Gase einen
Wert von 1,67 hat, für zweiatomige einen solchen von etwa 1,4.
Für mehratomige Gase ist y kleiner als 1,4. In dem Diagramm ist
die Schallgeschwindigkeit über dem Molekulargewicht aufgetragen
worden. Bemerkenswert ist die gleichzeitig aufgetragene Kurve
des Leistungsbedarfs eines mit Gas gefüllten Kanals im Vergleich
zu einem normalen Luftkanal; die Machsche Zahl ist als konstant
angenommen worden. Bei einem Molekulargewicht von 300 ist der
Leistungsbedarf nur 10%, bei 450 nur noch etwa 6% im Vergleich
zu dem eines Luftkanals.

Die zweite wichtige Forderung ist der gasförmige Aggregat-
zustand während der Versuche, d. h. der Verdampfungspunkt muß
innerhalb eines bei den Versuchen zu erwartenden Temperatur-
bereiches liegen. Weiter muß das verwendete Gas chemisch stabil
und indifferent in bezug auf den Werkstoff des Kanals und der
Versuchsmodelle sein. Wünschenswert ist ferner, daß es unbrenn-
bar, ungiftig, preiswert und leicht zu reinigen ist.

Untersucht man unter diesen Gesichtspunkten die bekannten
Stoffe mit hohem Molekulargewicht und tiefem Verdampfungspunkt,
so kommt man zu dem Ergebnis, daß die Auswahl nicht sehr groß
ist. Von den Elementen kämen Xenon und Krypton in Frage, die
aber in so geringen Mengen vorkommen, daß sich eine Gewinnung
nicht lohnt. Andere Elemente, wie Merkurium, Jod, Brom usw. er-

füllen nicht die oben ge- 200 — r

Dornier Do 17 nach englischer Darstellung von Max Millar. stellten Anforderungen. Es

Bild: Flieht sollen daher eine Reihe Vs f=: 1%
organischer und anorgani- mt | | ge. >11
scher Verbindungen un- #7 8
tersucht werden. N |

Fiohe Molekulargewichte

Niuft
IN
a
S

75 - as »
\ Ne E 14
\ \ Cl Ä

haben die folgenden Ver- N |
bindungen: CaFeBra«, \
CeFsBrs, CeHF2Brs, CFBrs

und CeClsFs. Die letztere

A

‘ll

Ss

\;

Verbindung, Trichlorotri-
fluorethan, findet in der
. Kälteindustrie Verwen-

R
S

/ y
/

dung. Alle obengenannten
Verbindungen haben die

**) In Btu’/Lb./1°F.

Schallgeschwindigkeit vs m
D
162)
7
/
/
La
ZA

&®
/
/

Leistungsbedarf Ns

Re

EN

Aenderung der Schallgeschwin-
diskeit mit dem Molekular-
gewicht bei Gasen und Lei-

t ines 0:
stungsbedarf eines Gaskanals. 100 150 200 250 300 350 2.00

Molekulargewicht

Seite 6 „PTLUGSPORT“ Nr. 1/1940, Bd. 32

die siliziumhaltigen Verbindungen: SiClsBr, Si«OsClho, SiBr«, SiClBrs,
SiCkO, SiCl,Brs, deren Verhalten noch nicht ausreichend bekannt
ist. Wohl die brauchbarste Verbindung ist Kohlen-Tetrachlorid CC],,
mit einem Molekulargewicht von 153,5 und einem Verdampfungs-
punkt von 76,6° C. Dieser Stoff wird bereits in größeren Mengen
in der Industrie verwendet. Dieser Verbindung ähnlich sind die fol-
genden: C;HCl],, CClsF>, CHC1, und C>H;Cl,. Besonders gut eignen
würde sich auch das Gas Schwefel-Hexafluorid, SF,, das ein Mole-
kulargewicht von 146,06 hat. Nur die Herstellung dieses Stoffes ist
noch sehr kostspielig, ein weiterer Nachteil ist der tiefe Verdamp-
fungspunkt von —62° C, durch den eine restlose Ausscheidung der
Luft sehr erschwert würde. Aehnliche Eigenschaften hat Hexa-
fluorethan, C>F..

Abschließend kann gesagt werden, daß die Füllung von Wind-
kanälen mit schweren Gasen oder Dämpfen weitgehende Mösglich-
keiten eröffnet, und insbesondere die mit dem Bau und Betrieb
heutiger Hochgeschwindigkeitswindkanäle verbundenen Kosten und
Nachteile, die einerseits in der Kleinheit der Meßquerschnitte be-
gründet liegen und andererseits in dem kurzzeitigen Betrieb zu
suchen sind, im günstigen Sinne beeinflußt. Der Betrieb eines der-
artigen Kanals erfordert naturgemäß besondere bauliche Maß-
nahmen, wie eine völlig gegen die Außenluft abgeschlossene Um-
laufstrecke, Fernbedienung der Modelle, Temperaturregelung usw.,
alles Probleme, die zum größten Teil schon bei der Konstruktion
normaler Ueberdruckkanäle gelöst sind und im übrigen durch den
wesentlich geringeren Leistungsbedarf mehr als ausgeglichen wer-
den. Zum Schluß noch einige rechnerisch ermittelte Zahlenwerte.
Bei einer kreisförmigen Meßstrecke von 0,34 m, einer geforderten
Strömungsgeschwindigkeit von 200 m/s, was in dem zur Füllung
verwendeten Gas CCl: eine Mach’sche Zahl von 1,3 ergibt, ist die
erforderliche Antriebsleistung nur etwa 260 PS! (Für einen Luft-
kanal wären dagegen 1300 PS erforderlich, wie sich aus dem Dia-
gramm ergibt.) Ni.

Konstruktions -Einzelheiten 20. Rhön-Wettbewerb 1939.

Instrumentenaufsatz bei Muster B8V2, abnehmbar, enthält
außer dem Instrumentenbrett Variometerflaschen und Staudruck-
messerdüse, so daß er außerhalb des Flugzeuges bei guter Zugäng-
lichkeit vollständig zusammengebaut werden kann und dann erst
am Rumpf mit 2 Schnellverschlüssen befestigt wird. Vgl. die bei-
den Abbildungen Seite 7.

Hauptholmbeschlag des B8V2 neuartige Durchbildung mit
4 schnittigen langen Bolzen und besonders kurzem Nietfeld. Vgl.
Abb. Die Hauptbolzensicherung wirkt automatisch. Vgl. Abb.

Handgriffe der beiden unteren Bolzen der Holmbeschläge haken
beim Eindrehen der Bolzen hinter vorspringende Lappen der Be-
schläge und zeigen dann senkrecht nach unten. In diesem Zustande
passen sie in Schlitze des Abdeckbleches des Barographenkastens,
wodurch sie in ihrer Lage gehalten werden und so die Bolzen sichern.

Sturzflugbremsen beim B8SV2 sind aus der Abb. zu erkennen.
Kinematik neuartig. Beide Klappen liegen im besten Wirkungs-
bereich. Gegenüber den senkrecht aus dem Flügel heraustretenden
Klappen haben diese infolge des großen entstehenden Luftaustritts
durch den Schacht den Vorteil, daß die Bremswirkung viel weicher
einsetzt.

Steuerbetätigungseinrichtung im Rumpf (vgl. nebenstehende
Abb.) kann im fertig montierten Zustand leicht ein- und ausgebaut
werden.

Nr. 1/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 7

Konstruktionseinzelheiten vom Hochleistungs-Segelflugzeugmuster BSV 2. Oben:
Instrumentenaufsatz. Mitte links: Hauptholmbeschlag. Rechts: Bolzensicherung.
Darunter: Sturzflugbremse. Unten links u. rechts: Steuerbetätigungseinrichtungen

im Rumpf. Werkbilder

Wright Doppelstern Cyclone 14. 1600 PS.

Der Cyclone 14 der Wright Aeronautical Corp. Paterson läuft
bereits seit 1938 in Serie, wurde jedoch infolge Verwendung für
Kriegsflugzeuge bisher nicht freigegeben. Die Doppelsternmotore
sind aus einer umfangreichen Versuchsreihe der einreihigen Motore
entwickelt worden*). Einzelteile bis auf Gehäuse und Kurbelwelle
sind kaum von der einreihigen Cyclone-Serie zu unterscheiden. Bei
dem Cyclone 14 (Abb. 1 u. 2) der G-200-Serie sind die Kühlrippen der
Zylinder vergrößert. Zylinderinhalt 43 I, Bohrung 153 mm, Hub

*) Note s. S. 9.

Seite 8 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1940, Bd. 32

158 mm. Sterndurchmesser 138 cm. Trotz der zweireihigen Ausfüh-
rung erhöht sich nur die Baulänge um 32 cm.

Zylinderköpfe mit Rippen auf die Rippenstahlzylinder mit
nitrierten Laufbahnen warm aufgezogen. Ein- und Auslaß auf der
rückwärtigen Seite des Zylinderkopfes. Ventilsitze im Einlaß Bronze,
im Auslaß rostfreier Stahl. Zündkerzen imZylinderboden um SO Grad
versetzt, eine vorn und eine hinten.

Kurbelgehäuse ähnliche Ausführung wie bei den früheren
Cyclonen. Dreiteilige Alumi-
niumpreßstücke. Die beiden
äußeren enthalten Stößelführun-
gen für die Ventile. Nasenstück
enthält Untersetzungsgetriebe,
16:9 oder 3:2. Vergleiche ne-
benstehende Abb. 3.

Das hintere Motorträger-
stück mit 7 Befestigungspratzen
mit Gummilagerung ist gleich-
zeitig als Verteilerstück für die
14 Zylinder ausgebildet, vgl.
Abb.2 Unterhalbdieser Pratzen
befinden sich noch Löcher zur
Befestigung am Versuchsstand.
Weiter unten rotierender Oel-
filter, zwei Synchron-Antriebe,
Betriebsstoffpumpe,zweiTacho-

Abb. 1. Wright Doppelstern Cyclone 14
1350 PS. Vorderansicht.
Unten: Abb. 2. Hinteransicht.
Startleistung 100 PS, Nennleistung

1350 PS. Werkbilder

Abb. 5. Haupt- und Neben-
pleuel des Cyclone 14.
Werkbilder

Nr. 1/1940, Bd. 32 „FTLUGSPORT"“ Seite 9

Oben: Abb. 3. Wright Doppelstern Cyclone 14 1600 PS, Kurbelgehäuseteile. Von
rechts nach links: Nasenteil, vorderes, mittleres und hinteres Kurbelgehäusestück,
hinteres Motorträgerstück mit Anschlüssen für die Ansaugleitung, Ladergehäuse
und Getriebegehäuse für Zubehör. — Unten: Abb. 4. Kurbelwelle, rechts Planeten-
untersetzungsgetriebe 3:2 oder 16:9. Man beachte die ungleichen Ausgleichs-

gewichte an den beiden Kurbelzapfen. Werkbilder

meter und der Vergaser. Ferner noch weiter hinten zwei Magnete,
elektr. Generator, Starter und Oelpumpe.

Kurbelwelle dreiteilig in den Kurbelzapfen 90 Grad versetzt und
in den Schwunggewichtsarmen festgeklemmt. Gesamte Kurbelwelle
hohl für die Schmierung. In den Zapfen zwei Oelauslasse. Am hin-
teren Ende der Kurbelwelle Antriebsteile für ‚Starter und verschic-
denes. Man beachte die verschiedene Größe der Ausgleichsgewichte
an den beiden Kurbelkröpfungen (Abb. 4).

Pleuelstangen in ähnlicher Ausführung wie bei den einreihigen
Cyelonen. Kolben Aluminium geschmiedet, verstärkte Böden, innen

*) Wright Cyclone F-50 Serie, einreihig, Serienberginn 1935, in vier Modellen,
dazu die F-62 Serie mit erhöhter Startleistung. Leistungsbereich 640 PS bis 900 PS.

G-Serie, Verbesserung früherer Modelle. Leistungsbereich 875 PS bis 1000 PS.

G-100-Serie, auch einreihige Cyclone. An Stelle geschmiedeter Aluminium-
gehäuse Stahlgehäuse. Gewichtsverminderung 22,5 g pro PS.

GR-1870G-102 A Startleistung 1100 PS, Nennleistung 900 PS in 2000 m.

GR-1820G-103 A Startleistung 1000 PS, Nennleistung 8£E0 PS in 3300 m.

GR-1820G-106 A Startleistung 940 PS, Nennleistung 830 PS in 4000 ın.

Vier untersetzte Modelle umfassen in dieser Klasse die F-50-Serie Cyclone,
und zwar GR-1820-F-52 Startleistung 875 PS, Nennleistung 730 PS in Seehöhe
und 760 PS in 1750 m. GR-1820F-53 mit Startleistung 770 PS, Nennleistung 670 PS
für normales Fliegen und 730 PS in 2900 m. GR-1820F-54 Startleistung 640 PS,
Nennleistung 590 PS in Seehöhe und 675 PS in 400 m. GR-18?0F-55 Startleistung
770 PS, Nennleistung 680 PS in Seehöhe und 740 PS in 3400 m.

In der Klasse der einreihigen Cyclone-Motoren gibt es noch Wright Cyclone
mit Zweigeschwindiskeits-Doppelverdichter. In der G-100-Klasse sind es die F-55,
F-65, G-5 und G-105A.

In der jetzt folgenden Konstruktion der doppelreihigen Motore sollen die
Serienerfahrungen aus den einreihigen Serien verwendet werden.

Seite 10 „rLUGSPORT“ Nr. 1/1940, Bd. 32

an apen. Für vordere und hintere Zylinderreihe je ein Nockenring
. 4).

Lader 7:1, 7,40 :1 und 10:1, je nach Motormodell. Druck-
schmierung nach allen Kurbelgetriebe- und sonstigen gleitenden Tei-
len. Chandler-Groves-Vergaser, zwei Scintilla-Magnete.

Junkers vollautomatische Verstell-Luftschraube.

Die Ju vollautomatische Vielstellungsschraube wurde in kurzer
Zeit zur Betriebsreife gebracht. Betätigung ölhydraulisch. Das Zahn-
radgetriebe ist nur während Verstellvorganges in Bewegung. Die
Automatik der Verstell-Luftschraube schließt Bedienungsfehler aus
und sorgt dafür, daß die Leistung des Motors durch die Luftschraube
in allen Fluglagen voll zur Auswirkung gelangen kann. Die Junkers-
Verstell-Luftschraube arbeitet mit dem Schmieröl des Flugmotors,
das den Verstell-Delmotor in der Luftschraubennabe antreibt. Je
nach der Stellung des automa-
tisch bewegten Steuerschiebers
ändert sich die Laufrichtung
des Oelmotors und damit die
Stellung der Luftschraubenblät-
ter. Die Junkers-Verstell-Luit-
' schraube ist um 360° unbe-
grenzt verstellbar, wird aber
für den im Flugbetrieb erfor-
derlichen Verstellbereich durch
Anschläge begrenzt. Eine be-
sondere Vorrichtung sorgt da-
für, daß bei stehendem Motor
‚ die Luftschraubenblätter in die
' Segelstellung und auch aus der
 Segestellung gedreht werden
_ können. Abmessungen: 32 bis

3,8 m, Blattbreite: B/D = 6 bis

Nr. 1/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 11

förmige Ende wieder aus. An der engsten Stelle ist die Geschwindig-
keit des Luftstromes stark erhöht. Die vorbeistreichende Luft übt
auf Löcher in der Trichterwandung eine Sogwirkung aus, die der
Geschwindigkeit entsprechend anwächst. Von diesen feinen
Schlitzen wird der Unterdruck durch eine in dem hohlen Stiel be-
findliche Leitung dem einen Anschlußstutzen des Differenzdruck-
messers zugeführt. Zu messen ist der Druckunterschied gegenüber
dem statischen Druck in der betreffenden Flughöhe. Dieser Druck
wird durch kleine Oeffnungen an dem äußeren Umhüllungsrohr der
Meßdüse von der Außenluft entnommen, weil an dieser Stelle der
Luftdruck ungestört ist, und durch ein zweites Rohr dem zweiten
Stutzen des Differenzdruckmessers zugeführt. Dieser ist ein Dosen-
gerät, ähnlich dem Höhenmesser; sein Zeiger spielt vor einer Skala,
die in km/h geeicht ist.

Die Meßdüse ist geeignet für Fluggeschwindigkeiten bis 350 km/h.
Bei höheren Geschwindigkeiten treten Wirbelbildungen im Inneren
der Düse auf und machen die Messung fehlerhaft.

Das Staurohr wird benutzt, wenn die Höchstgeschwindigkeiten
über 350 km/h hinausgehen. Es ist an sich weniger empfindlich
als eine Düse, dafür aber bis zu den höchsten Geschwindigkeiten
meßtechnisch einwandfrei. Auch das Staurohr mißt Druckunter-
schiede. Nur wird hier der Gesamtdruck (Staudruck u. stat. Druck)
in bezug auf den stat. Druck gemessen.

Das Staurohr besteht aus einem zylindrischen Körper, in dessen
abgeschlossenem Vorderteil stets ein, der Fluggeschwindigkeit ent-
sprechender Gesamtdruck herrscht. Ein kleines Röhrchen, geschützt
gegen eindringendes Wasser, mit einer Oeffnung, überträgt den
Gesamtdruck. Im hinteren Teil ist eine sog. Ausgleichskammer für
den stat. Druck mit einer Oeffnung an der Außenwandung und der
Meßleitung zum Anzeigegerät. Auch hier wird ein Differenzdruck-
messer angeschlossen, der entweder in Druckeinheiten z. B. mm
Wassersäule oder in Geschwindiekeitseinheiten z.B. km/h geeicht ist.

Schnitt durch eine Meßdlse. Schnitt durch ein Staurohr.
10%, Gewicht: 165 bis 170 ke. 1. Düsenbeiwert-Regelschraube, 2. Sog-Ent- 1. Entnahmeöffnung für den Staudruck, 2. Aus-
nahmeöffnung, 3. Ausgleichkammer für den gleichkammer für den stat. Druck, 3. Entnahme-
Junkers vollautomatische Verstell- stat. Druck, 4. Entnahmeöffnung für den stat. öffnung für den stat. Druck, 4. Heizkörper,
Luftschraube. Werkbild Druck, 5. Heizkörper, 6. Meßleitung für den 5. Mebßleitung für den Staudruck, 6. Mebßleitung
stat. Druck, 7. Meßleitung für den Sog, 8. Heiz- für den stat. Druck, 7. Heizleitung.
Askania-Meßdüsen und Staurohre. gg, euer, Werkzeichnungen
- "4: . . 3
Zur Messung der Fluggeschwindigkeit werden Meßdüsen oder NSa/ / /
Staurohre in Verbindung mit einem Differenzdruckmesser verwen- SS : N N
det, der in vielen Fällen unmittelbar in km/h geeicht und dann Fahrt- -—— ——- N / NZ
messer genannt wird. N |
Eine Meßdüse, auch Venturi-Rohr genannt, ist außerhalb des /4Hlr | |
Flugzeugs im Luftstrom angeordnet, mit Hilfe eines hohlen Stiels. £ | |
Wie unsere Abbildung zeigt, tritt der Luftstrom in die kurze trichter- | |
förmige Ocffnung der Meßdüse ein und durch das lange trichter- = .
— —— —— BF — oO C€x—€Z=cd—— ji I 6 \ —_ Bu
— — eg ee = } 5 Der
m m u — — — — — — N —n- 1 | I nl
en —_ — ES u = u ul
\— Zur Meßleitung — -
en -—— Alugrichtung | Haudr rat > Zur Meßleitung | 6___
R audruck =
— m Y ee nam m “ Statischer Druck | Hi
509=3,5 | Strömungsbilder: links Meßdüse, rechts Staurohr.
j 7
Werkzeichnung u

Seite 12 „rLUGSPORT“ Nr. 1/1940, Bd. 32

Meßdüsen und Staurohre sind meist mit einer elektrischen Hei-
zung zur Bekämpfung der Vereisungsgefahr ausgestattet.

Der Anbau einer Meßdüse oder eines Staurohrs an ein Flug-
zeug erfordert sorgfältige Wahl einer Stelle ungestörter Luftströmung.

Da in großen Höhen die Dichte der Luft abnimmt, werden auch
die Sog- bzw. Stauwirkungen geringer, so daß die in Geschwindig-
keit geeichten Differenzdruckmesser dann scheinbar zu wenig an-
zeigen; mit Hilfe einer kleinen Tafel kann der der jeweiligen Höhe
entsprechende Wert leicht abgelesen werden.

NN.
: BIBANLEZ Sy

 /

> (|

Inland.

RM 1000 000.— für die Gefolgschait der Dornier-Betriebe hat anläßlich des
25jährigen Geschäftsjubiläums Dr.-Ing. e. h. Claudius Dornier gestiftet. Diese
Stiftung soll der Grundstock sein für eine zusätzliche Altersversorgung solcher
verdienter Gefolgschafter, die über eine langjährige Dienstzeit innerhalb des
Konzerns verfügen und ihre Tätigkeit infolge Alters oder Invalidität nicht mehr
ausüben können oder sonstwie in Not geraten sind. Infolge des Kriegszustandes
wurde die Feier des 25jährigen Bestehens der Dornier-Werke bis auf weiteres
verschoben. Wir haben in dieser Zeitschrift im Jahre 1939 bereits der 25jährigen
Konstruktionsarbeit von Dr. Dornier gedacht und eine Typenzusammenstellung
gebracht. Vergl. „Flugsport‘‘ 1939 S. 359.

Berlin—Moskau Luftverkehr. Beginn 21. 1. 1940, Versuchsflüge voraussicht-
lich 8. Januar.

Ostmärk. Fliegertreffen fand kürzlich, vom NS-Fliegerkorps, Gruppe 17
(Ostmark), Sturm 12/112, veranstaltet, in einem der größten Säle Wiens statt und
stand im Zeichen des Gedenkens an die ersten Flüge auf ostmärkischem Boden
im Jahre 1909. Nach einer Festrede des NSFK-Standartenführers Müller-Klingspor
hielt einer der seit den Anfängen verdienten Flugpioniere, Hans Friedrich von
Oielli, einen fesselnden Lichtbildervortrag, worin er den entscheidenden Anteil
deutschen Genius an der Entwicklung des Flugzeuges betonte und die bahn-
brechenden Leistungen deutscher Oesterreicher schilderte. Neben den Vertretern
der höchsten Kommandos der Luftwaffe, der Partei und Formationen ihrer
Gliederungen konnte die junge Fliegergeneration auch die alte Fluggarde be-
grüßen, von welcher insbesondere Ing. Wels, der Mitschöpfer des ersten ost-
märkischen Flugzeugtyps, der Etrich-Wels-Taube (die am 8. August 1909 von
Karl Illner in Wiener-Neustadt zum ersten 40-m-,Flug‘“ gesteuert wurde), und der
ebenfalls anwesende erste Offiziersflieger der alten Monarchie, der greise
Oberst a. D. Emanuel Quoika, stürmisch gefeiert wurden.

- Ausland.

Anthony Fokker 7 ist am 23. 12. 1939 in einem New Yorker Krankenhaus an
Lungen- und Rippenfellentzündung gestorben. Anthony Hermann Gerard Fokker,
geb. 6. 4. 1890 zu Kidiri-Java (Niederl. Ost-Ind.), war Inhaber des Pilotenpatentes
Nr. 88 für Eindecker (Goedeker) vom 7. 6. 1911. 1911 ging er nach Johannisthal
und baute die bekannte „Spinne“, mit der er mit einen Schlage in der Flieger-
welt bekannt wurde. Die hiernach einsetzende schnelle Entwicklung mit den
vielen erfolgreichen Neukonstruktionen (Eindecker, Doppeldecker, Dreidecker,
Hoch-, Mittel- und Tiefdecker) muß man in den vielen Jahreängen des „Flug-
sport“ nachlesen. 1919 ging er nach Holland und gründete die N. V. Nederlandsche
Vliegtuigenfabriek, Amsterdam. Fokkers Name ist in der Entwicklungsgeschichte
der Fliegerei verzeichnet.

Rom—-Rio de Janeiro Luitpostlinie. 8618 km Flug in drei Teilstrecken. Wäh-
rend der Eröffnungsflug von Rom nach Rio de Janeiro, der am 21. Dezember in
der Fliegerstadt Guidonia begonnen hatte, flugplanmäßig vonstatten ging, so daß

Nr. 1/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 13

die Post am Nachmittag des 24. Dezember an ihrem Bestimmungsort eintraf,
geriet am gleichen lage auf dem Gegentlug das Flugzeug der Teilstrecke Villa
Cisneros—bevilla in eın schweres Unwetter. Der Fiugzeugführer versuchte, bei
Mogadar in Französisch-Marokko eine Notlandung vorzunehmen. Dabei wurde

jedoch das Flugzeug vollständig zerstört. Samtliche Insassen — vier Mann--Be-
satzung und drei Pressevertreter (zwei Brasilianer und einer Italiener) — kamen
ums Leben. E%

Fremde Flugzeuge über Schweizer Gebiet werden nach einer Mitteilung des
Schweizer Armeestabs ohne besondere Alarmzeichen beschossen.

Engl. Ballonsperren an den Flußmündungen werden an der englischen Küste,
um das Legen von Minen durch deutsche Flugzeuge zu verhindern, errichtet. Die
Ballone mit ihren Winden werden auf Schiffen montiert. Personal Reservemann-
schaften der Luftwaffe und Freiwillige der Marine.

Lockheed Lodestar Verkehrsilugzeug für 17 Fluggäste mit zwei 820 PS
Pratt & Whitney Hornet-Motoren. Mittlere Geschwindigkeit 350 km/h, Höchst-
geschwindigkeit 378 km/h. Aehnlich dem Lockheed 14, nur etwas längeren Rumpf.

Pan American Airways hat Konzession bei USA-Regierung zur Durchführung
von wöchentlich vier Flügen von USA nach Europa nachgesucht.

USA. 30-mm-Kanone, halbautomatisch, 125 Schuß.min, Gewicht 450 g, soll

im USA.-Heer als Verteidigungswaffe gegen niedrig fliegende Flugzeuge einge-

setzt werden.

Luftwaffe.

16. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 17. 12. 30. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Auf-
klärungsflüge über Nordseegebieten durch. Versuche britischer Bombenflugzeuge,
in der Nacht vom 16. auf 17. 12. die Inseln Norderney und Sylt anzugreiten,
scheiterten. Eine Anzahl Bomben fielen in See.

Berlin, 18. 12. 39. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte ihre
Aufklärung über Ostirankreich und der Nordsee durch. Hierbei stießen die Flug-
zeuge im Norden bis zu den Shetlands, im Süden bis Portsmouth vor. Sie ver-
trieben an mehreren Stellen englische Vorpostenschiffe und Küstenwachboote von
ihıen Standorten. Ein Vorpostenschiff wurde durch Bombenwurf versenkt. Am
Abend versuchten englische Flugzeuge die deutsche Küste anzufliegen.

Berlin, 19. 12. 39. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte gegen
Seeziele ostwärts Schottland auf. Hierbei griffen deutsche Fernaufklärer vier
englische Vorpostenboote an. Sie wurden versenkt. In den frühen Nachmittags-

‚stunden versuchten 52 englische Kampfflugzeuge Wilhelmshaven anzugreifen, Der

deutsche Flugmeldedienst erkannte frühzeitis die Angreifer. Bereits nördlich :
Helgoland wurden sie von Jagd- und Zerstörerflugzeugen gestellt. 34 britische
Flugzeuge wurden hierbei nach hartem Kampf abgeschossen. Wir verloren zwei

Vor der in- und ausländischen Presse gab im Theatersaal des Reichsministeriums
für Volksaufklärung und Propaganda Oberstleutnant Karl Schumacher, der Kom-
mandeur des siegreichen Geschwaders, das 36 britische Bomber abschoß, einen
ausführlichen Bericht über die Taten seiner Flieger. Sechs seiner Oifiziere und

Unteroffiziere unterstützten ihn bei der Berichterstattung. Weltbild
Seite 14 „FLUGSPORT" Nr. 1/1940, Bd. 32

Flugzeuge. Einzelne feindliche Flugzeuge, denen es gelang, sich den angreifenden
deutschen Jägern zu entziehen, gerieten in das konzentrierte Abwehrfeuer der
Flakartillerie auf den Inseln und an der Küste. Sie mußten umkehren, ohne zum
Bombenabwurf zu kommen.

‚Berlin, 20. 12. 39. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe
führte unter schwierigsten Wetterverhältnissen Erkundungen und Angriffe gegen
Seeziele in der Nordsee durch. Nach den bisherigen Feststellungen wurden dabei
vier Schiffe britischer leichter Seestreitkräfte durch Bombentreffer zerstört. Ein
deutsches Aufklärungsflugzeug griff ein großes britisches Flugboot an und brachte
es zum Absturz. In den letzten drei Tagen hat die deutsche Luftwaffe 23 Schiffe
der britischen Vorpostenstreitkräfte vernichtet, unter anderen „Pearl“, „Serenity“,
„New Choice“, „Eilead Wray“, „Evelina“, „Sedgefly“, „Trinity“. Die Verluste der
Briten in der Luftschlacht vom 18. 12. haben sich um zwei weitere Flugzeuge
erhöht so daß als feindliche Gesamtverluste dieses Tages nunmehr 36 Kampf-
flugzeuge vom Typ Vickers-Wellington festzustellen sind.

Berlin, 21. 12. 39. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Ein französischer Nahauf-
klärer wurde kurz nach Ueberfliegen der Grenze durch deutsche Jagdilugzeuge
in der Gegend von Pirmasens abgeschossen.

Berlin, 22. 12. 39. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Auf-
klärungsflige über Nordfirankreich und Südengland durch. Bei der Grenzüber-
wachung im Westen fand ein Luftkampf zwischen deutschen Messerschmitt-Jagd-
flugzeugen und französischen Jagdflugzeugen statt. Ein feindliches Flugzeug

Deutsche Aufklärer über der Maeinot-Linie. Auch die Maginot-Linie, auf deren

Sicherheit sich Frankreich und noch mehr England so viel zugute tun, ist von .

deutschen Aufklärungsflugzeugen in allen Einzelheiten photographiert worden.
Unsere Aufnahme zeigt einen Teil der Befestigungslinie südlich von Saarbrücken,
zwischen Groß-Redering und Rohrbach. Die 1. Linie, die aus: Tank- und Draht-
hindernissen besteht, und die im Bild punktiert ist, stützt sich auf Betonwerke
mit Panzerkuppeln (1) und Werkgruppen (2). Dahinter sind MG.- und Späh-
nester (4) über das Gelände verteilt. Auch mittlere Bunker ®) mit Pak- und
MG.-Bewaffnung sind hinter der ersten Linie zu erkennen. In größerer Zahl sind
die mittleren und leichten Bunker (3) auf und hinter der zweiten Linie angelegt.
die ebenfalls aus Tank- und Drahthindernissen besteht; wo sich die Linie hell
abzeichnet, sind die Gräben erst vor kurzem angelegt, ebenso wie bei der dritten
Linie. Zwei Kabelbrunnen, in denen sich die aus den Betonwerken nach rückwärts
laufenden Erdkabel vereinigen, haben wir mit der Ziffer 5 bezeichnet. Weltbild

Nr. 1/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 15

wurde nach hartnäckiger Gegenwehr zur Notlandung gezwungen, die eigenen
Flugzeuge kehrten ohne Verluste zurück.

Berlin, 23. 12. 39. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei einem Grenzüber-
wachungsflug wurden nordwestlich Metz zwei französische Jagdflugzeuge von
deutschen Jägern abgeschossen. Die Erkundungsflüge der Luftwaffe gegen Frank-
reich, England und über der Nordsee wurden auch heute fortgesetzt.

Berlin, 24. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe klärte auch
gestern wieder tief nach Nordfrankreich hinein auf.

Berlin, 25. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Während die Tätigkeit der deut-
schen Luftwaffe am 24. Dezember ruhte, überflogen britische Flugzeuge in den
Nachmittagsstunden die deutsche Bucht.

Berlin, 26. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Auch am 25. 12. versuchten britische
Flugzeuge wie am Vortage Vorpostenboote in der deutschen Bucht anzugreifen.
Inı Abwehrfeuer der Maschinengewehre blieben die Angriffe erfolglos. Kampf-
handlungen der deutschen Wehrmacht fanden am gestrigen Weihnachtsfeiertage
nicht statt. , 3 >

27. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht, keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 28. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Britische Flugzeuge versuchten
gestern nachmittag, gegen die deutsche Nordseeküste vorzustoßen, wurden aber
durch rechtzeitige Abwehr daran gehindert. Von zwei Flugzeugen, die bis zur
deutschen Küste gelangten, u .
wurde eines durch einen
Jagdflieger abgeschossen,
das andere durch Flakfeuer
vertrieben.

Jagdflieger Unteroffiz. Heil-
mayer traf am 18. 12. als
erster Deutscher mit den
Engländern in  (Gefechts-
berührung und schoß einen
Wellington-Bomber ab. Be-
kanntlich wurden in dieser
eroßen Luftschlacht von 52
angreifenden englischen Bom-
bern 36 abgeschossen.
Fr. OKW.

Segelflug

Hochalpines Segeliluglager im Gau Salzburg vom NSFK zur Erforschung des
hochalpinen Segelfluges errichtet. Gebäude sind bereits fertiggestellt.

USA-Segelilieger-Tagung fand nach dem Elmira-Wettbewerb im Hollywood
Athletic Club, der auch zu einem Bankett eingeladen hatte, statt. Soaring, die
amerik. Segelfliegerzeitschrift, berichtet hierüber folgendes: Mit dem Gemurmel
der Zustimmung unter den Teilnehmern und heftigem Tellergerassel begann es.
Zuerst folgte einem köstlichen Cocktail ein appetitanregender Obstsalat. Den
Hauptgang stellte ein Truthahn mit Bohnen und Kartoffelbrei dar. Für einige
Augenblicke war nichts zu hören als das Klirren der Eßbestecke gegen die Zähne.
Den Schluß des Essens bildete eine ausgezeichnete Eiscreme, von der Dick Essery
seinen Teller viermal hoch voll lud. Nachdem die Gäste einige Zahnstocher-
schachteln leerten, wurden die anregenden Rekordleistungen nochmals be-
spıochen, während Fred Westphal die Gesellschaft durch Witze. in. guter.
Laune hielt.

Seite 16 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1940, Bd. 32 | 2 „FLUGSPORT“

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nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 2 Ä 17. Januar 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 31. Januar 1940

Verdienste.

Dem Deutschen widerstrebt es, und er ist es nicht gewohnt,
Vorschußlorbeeren zu nehmen. Die Erfolge in der Luft über Land
und über Wasser lassen erkennen, daß unsere Luftwaffe in Ord-
nung ist. ..

Es ist eine innere Befriedigung für Arbeiter und Soldaten hinter
der Front, wenn Hermann Göring zu seinem Geburtstage drei Män-
ner durch Verleihung der Lilienthal-Denkmünze herausstellte. So hat
der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring,
die Erfüllung der von ihm gestellten Aufgaben anerkannt. Neben der
Anerkennung von Konstrukteur-Leistungen, wie die von Dipl.-Ing.
Tank und Dr.-Ing. Klein, wurden diesmal auch Leistungen von Stel-
len, die gleichfalls an der Entwicklung der Luftwaffe ganz hervor-
ragenden Anteil haben, gewürdigt. Die Oeffentlichkeit kann sich
kaum einen Begriff machen, welche umfangreiche, unerläßliche
Kleinarbeit in Adlershof mit seinen vielen Laboratorien geleistet
worden ist. Und wenn Prof. Seewald, auf dessen Schultern die ge-
samte Leitung von Adlershof lastete, mit ausgezeichnet wurde, so
werden alle Adlershof-Schaffenden besonders stolz auf diese Aner-
kennung sein und einen neuen Anstoß empfangen haben, um mit ver-

Lilienthal-Denkmünze erhielten (von links nach rechts): Dr.-Ing. Friedrich
Seewald-Berlin, Dipl.-Ing. Kurt Tank-Bremen und Dr.-Ing. Heinrich Klein-Düsseldorf.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 20, Bd. VII,

nennen

Seite 18 „FLUGSPORT" Nr. 2/1940, Bd. 32

doppeltem Eifer an die Lösung schwierigster Aufgaben heranzu-
gehen.

Kleinmotorflugzeug Musger „Mg III“.

Die Entstehung dieses einsitzigen Kleinflugzeuges reicht in das
Jahr 1932 zurück, als es für den Ostmärker noch äußerst schwierig
war, zum Motorflug zu gelangen. Da ein anderer Weg „auch zum
Motorfliegen zu kommen...“ nicht möglich war, entstand trotz der
damals herrschenden Arbeitslosigkeit und dem Mangel an erforder-
lichen Mitteln die Konstruktion und später auch der Bau dieses Flug-
zeuges. Der Bau wurde mit vereinten Kräften in den Werkstätten
der Segelfliegergruppe Herzogenburg zu dritt nach großen Schwie-
rigkeiten bewältigt, so daß im Sommer 1937 der erste Start erfolgen
konnte. Erwähnt muß hierbei werden, daß mit großem Eifer die

Kleinmotorflugzeug Musger „Mg III“. Werkbild

Herren Toni Hackl und Franz Bubenik mit dem Konstrukteur mit-

bauten, und Herr Schober die Materialkaufsorgen auf seine Schultern

nahm. Nach dem Wunsch vieler entstand ein leicht zu bauendes und

im Betrieb sparsames Kleinflugzeug für Uebungszwecke. Als Trieb-

werk wurde ein für damalige Zeiten noch guter 2-Zyl.-Mercedes-
22-PS-Flugmotor auserwählt und preiswert erworben.

ER 41 Einsitziger freitragender

> Tiefdecker in Holzbauweise,

mit oder ohne Kabinenauf-

satz zu fliegen. Flügel mit 3
Konusbolzen vom Rumpfmit-

telstück lösbar. Einfaches
Dreibeinfahrwerk mit Nie-
derdruckreifien 3809xX150
. und Gummiringfederung.
NN Rüstgewicht 200 ke,
pr j Fluggewicht 325 kg, Flächen-

’ inhalt 9,2 m?, Brennstoffbehäl-
ter 27 1. Brennstofiverbrauch
etwa 6,5 V/h, Aktionsradius

bei Reisegeschwindigkeit

etwa 530 km. Erflogen wurde
eine Höchstgeschwindigkeit
von 150 km/h. Bei einem
Ueberführungsflug durch den
Konstrukteur wurde auf der
‘ Strecke Wiener Neustadt-—
Darmstadt eine Reisegeschwindigkeit von 127 km/h erfloren. Lande-
geschw. etwa 68 km/h, Startlänge 140 m.

Kleinmotorflugzeug
Musger „Me II“.

Zeichnung Flugsport

Nr. 2/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 19

USA Lockheed Lodestar Verkehrsilugzeug.

Ganzmetall-Mitteldecker mit zwei Pratt-&-Whitney-Hornet-
Motoren je 850 PS mit Hamilton-Standard-Hydromatic-Propeller,
ähnlich dem Lockheed 14, der für 11 Passagiere und 2 Mann Be-
satzung bestimmt war. Spannweite des Lockheed 14 betrug 20 m,
Länge 13,5 m, Fläche 51,2 m?, Reisegeschw. 330 km/h, Reichweite
2700 km. (Vgl. „Flugsport“ 1937, S. 513. Man vergleiche auch den
Lockheed-Schnellbomber mit MG.-Turm nahe dem Leitwerk Rumpf-
oberseite, „Flugsport“ 1939, S. 48, ferner Lockheed „Super-Electra“,
1937, S. 7.)

Flügel freitragend, nach den Flügelenden sich stark verjüngend,
mit stark nach der Hinterkante zerundeten Flügelspitzen und großen
Fowlerklappen. Rumpf rechteckiger Querschnitt mit stark zerun-
deten Ecken. Kabine | nn -
mit 14Sitzen, 3Mann
Besatzung. Doppel-
tes Seitenleitwerk.

Fahrwerk nach
hinten in die Motor-
verkleidungen hoch-
ziehbar.

Spannweite 19,75
m, Länge 148 m,
Fluggewicht 7700 kg,
Höchstgeschw. 375
km/h, Reisegeschw.
350 km/h, Landege-
schw. 104 km/h,
Reichweite bei Rei-
segeschw. 1850 km,
Gipfelhöhe 7400 m.

USA Lockheed Lodestar
Verkehrsflugzeug.
Werkbild

Franz. Bloch 174 A3-B3 Bomber.

Bloch 174 A3-B3 Ganzmetall ist eine Weiterentwicklung des
Bloch 174, vergleiche die Typenbeschreibung „Flugsport“ 1939,
Seite 512. Die Hauptabmessungen, Spannweite 17,924 m und Länge

Bloch 174 A3-B3 Bomber. Archiv Flugsport
Seite 20 „FLUGSPORT" Nr. 2/1940, Bd. 32

Franz. Bloch 174 A3-B3 Bomber.

Zeichnung Flursport

11,729 m, sind die gleichen ge-
blieben. Der Flügelinhalt ist
von 41,10 m? auf 4326 m? er-
höht. Das Leergewicht ist von
4468 ke auf 4450 kg und das
Flugsewicht von 6782 kg auf
6393 kg zurückgegangen.
Höchstgeschwindigkeit 520
km/h hat keine Steigerung er-
fahren. Statt der früheren
Rumpfnase mit nur Sicht nach
unten ist jetzt eine Vollsicht-
kanzel verwendet.

Flügel vierteilig. Die beiden
Mittelstücke mit Motorenein-
bauten und Fahrwerk sind ge-
rade, die Ansatzfilügel V-förmig
gestellt. Landeklappen im Mit

-, telstück und im Ansatzflügel.

= Bloch 174 Ad en Fiuesoort Lin Hauptkastenholm mit Tor-

sionsnase. Hinterholm mit Quer-

ruder und Klappenanlehnung. Flügelbedeckung leicht abnehmbar.
Kabine elektrisch heizbar.

Höhenflosse, Höhenruder mit Ausgleichrudern, V-Form mit dop-

peitem Seitenleitwerk als Endscheiben. Bestückung 3 MG.s und

3omben.

anne

nn 7 |

Engl. Bristol „Bombay“ Truppentransporter.

Dieser für Trunpentransporte bestimmte Ganzmetall-Hoch-
decker ist schon in dem Jahre 1936 entstanden. Zur Zeit wird er
noch von Dominion-Firmen gebaut.

Flügel freitra-
gend, dreiteilig, Mit-
telstück mit den Mo-
toren gerade. An-
satzflügel leicht V-

förmig gestellt.

Spreizklappen, aus-
geglichene Quer-
ruder.

Rumpf ovaler
Schnitt, Metallhaut.
In der Rumpfnase
und im Rumpfende
hinter dem Leitwerk
MG.-Stand.

Fahrwerk mit
freiem Durchgang.
An der Rumpfunter-
kante angelenkte V-
Streben mit Stoßauf-
nehmerstrebe nach
der Motorenaufhän-
LUng.

SER
a8

Engl. Bristol „Bombay“.
Zeichnung Fiugsport

in

£

a

Nr. 2/1940, Bd. 32 „FLUGSPOÖRT" Seite 21

Engl. Bristol „Bombay“ Truppentransporter. Archiv Flugsport

Leitwerk verstrebt, doppeltes Seitenleitwerk.
Zwei Bristol-Pegasus-XX-9-Zyl.-Sternmotoren, 1000 PS. D.-H.-
Verstellschrauben.

Als Bomber vier Mann Besatzung, als Truppentransporter Be-
satzung drei und Truppen in voller Ausrüstung 24.
7 unweite 29,28 m, Länge 20,76 m, Höhe 4,88 m, Flugzewicht

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat.
Unten: Alarm. Schneller Einsatz der Jäger Messerschmitt. — Oben: Der Schwarm
während des Anfluges gegen den Feind. Bilder: Stöcker
Seite 22 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1940, Bd. 32

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat. Bilder: Stöcker

Ein Bildbericht aus einem feldmäßigen Fliegerhorst einer Jagdstaffel im Heimat-

gebiet. Die Jagdstaffel verfügt selbstverständlich auch über eine transportable

Reparaturwerkstatt, um Schäden am Motor und an der Zelle schnellstens aus-
besseın zu können. — Unten: Unterhaltungsmusik für Jagdflieger.

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat.
Alarm. Der Flugzeugführer hat seinen Sitz in dem Messerschmitt-Jagdfilugzeug
bereits eingenommen. Fin Mann vom Bodenpersonal zieht die Haube zu, ein anderer
zieht die Bremsklötze weg. Bild Stöcker

Nr. 2/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 23

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat.
Nach kurzer Zeit sind die Jäger in der Luft, der vordere hat gerade das
Fahrgestell eingezogen, der zweite ist gerade dabei. Bild Stöcker

Röder-Winde für Schleppstart.

Diese Segelflugsschlepp-Winde, Konstr. Wohldorf, gebaut von
Röder-Präzision, Frankfurt a. M., ist als Anhänger-Winde konstru-
iert und baut sich auf aus zwei miteinander verschraubten recht-
eckigen Rahmen (Abb. 1). Der äußere Rahmen (Fahrgestell) trägt
die beiden abgefederten und nach oben ausschwenkbaren Räder, die
kurze Transportdeichsel mit Kugelkupplung, die Handdeichsel, die
Zahnstangenwinde und den Rollenbock mit Seilschere. Im inneren
Rahmen ist der Motor eingebaut nebst Kühler, Kupplung, Schalt-
getriebe, Gelenkwelle, Winkeltrieb. Seiltrommel und automatischer
Spulvorrichtung. Alle kraftübertragenden Teile vom Motor bis zur
Nabe für die Seiltrommel sind serienmäßig hergestellte Opel-Ersatz-
teile.

Der Sitz (Abb. 2) für den Windenführer ist verstellbar und trägt
an der Rücklehne den einstellbaren Windschutz. Unterhalb der
glatten Abdeckbleche sind Brennstoffbehälter, Batterie und Werk-
zeugkasten eingebaut. Eine zweite Seiltrommel zum Mitführen eines
Reserveseils ist unter der Trommelverkleidung vorgesehen. Die In-
strumente (Seilgeschwindigkeitsmesser, Brennstoff-Vorratsmesser,
Oeldruckmesser, Kühlstoff-Thermometer und Schalenkreuz-Anemo-
meter) sind übersichtlich angeordnet, das Telefon liegt griffbereit
an der rechten Seite des Sitzes. Die einseitig gelagerte Seiltrommel
aus Leichtmetall faßt ca. 1500 m Seil. An der Antriebsseite ist der
kegelstumpfförmige Seil-Abweiser (Abb. 3) angebracht, der die
durch unsachgemäßes Ausziehen entstandenen Seilschlingen in die
Trommel ablenkt und hierdurch Festhaken und Bruch des Schlepp-
seils verhütet. Als Antrieb dient der Opel-Admiral-Motor, der bei
3000 Umdr./Min. 75 PS leistet und sich infolge seiner großen Elasti-
zität vorzüglich zum Windenschleppmotor eignet.

Das Aufbocken des Windengeräts zu Beginn des Schleppbetrie-
bes erfordert nur eine Minute Zeit. Vermittels der fest eingebauten
Zahnstangenwinde (Abb. 4) werden die beiden Räder entlastet, die
Seite 24 „FLUGSPORT"“ Nr. 2/1940, Bd. 32

2

Röder-Winde für Segelflugschleppstart.
Oben links, Abb. 1: Fahrgestell und Motorrahmen. — Rechts, Abb. 2: Schalen-
kreuz-Anemometer auf umklappbarem Mast, Sitz mit Halter für Windschutz-
schirm. — Unten links, Abb. 3: a Gestänge zur Seilschere, b verschiebbarer
Sitz, c Seilabweiser. — Rechts, Abb. 4: d Zahnstangenwinde zum Aufbocken,
e schwenkbarer Fahrwerkfederträger, f Rollenkasten mit Seilschere.

Werkbilder
Sicherungen der Federn entfernt und die beiden Federträger bei-
seitegeklappt. Nach Lösen der Zahnstangensperre senkt sich die
Winde von selbst langsam zu Boden, wobei die beiden Radrahmen
mit den Rädern nach oben ausschwenken. Die Winde ist nun start-
klar, und das Schleppseil kann ausgelegt werden. Hierbei ist das
Seil-Ende durch einen roßhaar-gefüllten Fußball kenntlich gemacht,
um ein leichteres Wiederfinden des Seils im Gelände zu ermöglichen.

ER UP
AU

ATTI

RZ.

Konische Nietköpfe benötigen nach Angaben
der engl. Aluminium Union Ltd. geringeren Niet-

Nr. 2/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 25

druck. Außerdem können mit einem Nietkopfformer
Nieten mit verschiedenen Durchmessern genietet

werden. Erfordert geringere Nietlänge und soll
die Möglichkeit des Abplatzens der Nietköpfe ver-
hindern.

Flugzeug-Skis werden bei dem starken Schneefall in allen Ländern stark
selragt. Im Jahrgang 1919 des „Flugsport“, S. 267, gaben wir bereits an Hand

von Tafeln X bis XIII einen Ueberblick über die wichtigsten russischen Schnee-
kufen-Konstruktionen.

Diese Skis bestanden aus einem kufenförmig gebogenen Brett mit einem

Verbindungsbock zur Befestigung an Stelle des Rades. Die Abfederune wurde
in früheren Zeiten durch Gummistränge, heute durch Federbeine bewirkt.

In letzter Zeit ist man immer mehr zur Verwendung von Leichtmetall und
zu‘ Stromlinienform übergegangen. Untenstehende Abbildungen zeigen Aus-

führungsformen einer amerik. Flugzeugzubehörfirma.

Die deutsche Flugzeugindustrie hat schon in den frühesten Zeiten ihre
Metallschwimmer so gebaut, daß sie die Drücke der reinen Kufenlandung auf
Eis- oder Schneeflächen
vertragen können. Es sei
nur an die verschiedenen
Ausführungen für die ark-
tischen Länder von Jun-
kers, Heinkel und anderen
erinnert. Nebenstehend
Ausführung einer leicht
im Flugzeug mitnehm-
baren Skiform an einem
Bücker Jungmeister, wie
man sie vor einigen
Tagen auf dem Rangs-
dorfer See an dem Flug-
zeug von Benitz sehen
konnte.

Bücker Flugzeug-Ski für

Typ Jungmeister.
Werkbild

USA-Flugzeug-Skis. Links: in Metall Stromlinienform. — Rechts oben: Gemischt-
bauweise, unten Leichtmetall gepreßt und genietet.

Inland.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehlshaber
der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 1. 1940: zu Generalleutnanten: die General-
majore Schmidt, Bogatsch, Bieneck, Andrae, Sattler, Förster, Bodenschatz, Ritter
von Greim, Loerzer; zum Generalstabsarzt: der Generalarzt Professor Dr. Hippke;
zu Obersten: der charakterisierte Oberst Laumann; die Öberstleutnante des
Generalstabes von der Heyde, Meister; die Oberstleutnante von Gronau, Rebsch,
Fitzau, Rheinshagen, Petrauschke, Volkmann, Schuchardt, Lorenz, Dr. Leon,
Poser, Prestien, Singer, Wedrig.

Lilienthal-Denkmünze für 1939 wurde am Geburtstage des Schirmherrn der
Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung, Generalfe'dmarschall Göring, dem
nme

Seite 26 „FLUGSPORT" Nr. 2/1940, Bd. 32

Diplomingenieur Kurt Tank (Bremen) für grundlegende konstruktive Arbeiten
des Flugzeugbaues, insbesondere für die Schaffung des viermotorigen Lang-
strecken-Verkehrsflugzeuges „Condor“, dem Dr.-Ing. Heinrich Klein (Düsseldorf)
für besondere Verdienste um moderne Luftwaffenkonstruktionen, und dem Dr.-
Ing. Friedrich Seewald (Berlin) für wissenschaftliche Arbeiten und besondere
Leistungen bei der Organisation der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt,
Adlershof, verliehen.

500,786 km/h über 2000 km mit 2000 kg Nutzlast, Geschwindigkeitsrekord
am 30. 7. 1939 von der Besatzung Ernst Seibert und Kurt Heintz mit einem
zweimotorigen Junkers Bombenflugzeug aufgestellt, wurde nunmehr von der
FAI international anerkannt. Dieser Rekord schließt noch zwei andere Rekorde
über dıe 2000-km-Strecke in sich, nämlich: mit 1000 kg Nutzlast und olıne Nutzlast.
Bisher befanden sich sämtliche drei Rekorde mit 468 km/h in italienischem Besitz.

Umstellung der Deutschen Lufthansa bei Kriegsbeginn wickelte sich pro-
erammäßig ab. Direktor Walter Luz gab in einem Gespräch zur Jahreswende
dem H. O.-Mitarbeiter der „Luftreise“ u. a. folgende Schilderung:

„Und dann kam der Krieg. Beginnend mit dem 26. August war die Luft-
hansa genötigt, ihren Dienst immer mehr einzuschränken, und am 30. August
wurde aus Sicherheits- und Landesverteidigungsgründen ihr gesamter Flugbetrieb
stillgelegt. Was besonders hervorgehoben zu werden verdient: alle Flugboote
und Flugzeuge des Südatlantikdienstes kehrten wohlbehalten nach Deutschland
zurück, die Besatzungen führten dabei Flüge durch, die ihr hohes Können ebenso
wie die Güte des deutschen Fluggeräts unter Beweis stellten. Im Ohnehaltflug
wurden die gewaltigen Entfernungen von den Kanarischen Inseln nach dem
Bodensee und sogar nach Travemünde an der Ostsee zurückgelegt, die Alpen
wurden im Nachtflug überwunden. Von den vier Flugsicherungsschiffen des
Transatlantikverkehrs befinden sich „Schwabenland“, „Friesenland“ und „West-
falen“ in der Heimat, die „Ostmark“ konnte sich Anfang September trotz zeit-
weiliger Verfolgung durch französische Flieger von der westafrikanischen Küste
nach Las Palmas, also in spanisches Hoheitsgebiet, durchschlagen. Die „Schwaben-
land“ wurde zwar englischen Meldungen zufolge versenkt, aber auch diesmal
handelte es sich nur um die Lügentorpedos des Herrn Churchill auf die Welt-
öfientlichkeit, das Schiff selbst und seine Besatzung haben nichts von ihnen
bemerkt. Ein einziges Flugzeug der Hansa kam nicht mehr nach Haus und mußte
in Siam verbleiben. Die Versammlung der Hansa-Flotte auf deutschem Boden
in diesen entscheidenden Tagen spricht in gleicher Weise für den Hochstand ihrer
Organisation und Leitung wie für die Einsatzbereitschaft aller ihrer Angehörigen.
Die Lufthanseaten und ihre Flugzeuge bezogen nun ihre Posten, die ihnen der
Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeld-
marschall Göring, in dem Gesamtrahmen der Luftverteidigung Deutschlands zu-
gewiesen hatte. Dort haben sie ihre Pflicht getan und erfüllen sie weiter.

Moskau-—Berlin sind von sowietrussischer Seite drei schnelle 21sitzige Flug-
zeuge Typ DS 3 eingesetzt. Das erste Flugzeug startete am 8. 1. 10 h von Moskau
mit fünfköpfiger Besatzung über Minsk, Bialystok, Königsberg und Danzig und
traf 9. 1. mitt. in Berlin ein. Flugpreis: Moskau—Berlin 380, Moskau—Danzig 295,
Moskau—Königsberg 275 Rubel.
nn DasersteVerkehrs-
flugz.derDeutschen
Lufthansa startete
am 12. 1. zu einem

Probeflug nach
Moskau und zurück.
Der planmäßige
Luftverkehr der
DLH und Aeroflott
beginnt am 21. 1.

Russ. Verkehrsflug-
zeur der sowjet-
russ. Fluggesell-
schaft „Aeroflott“
bei der Ankunft auf
dem Berliner Flug-

hafen.
Weltbild

Nr. 2/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 27

Ausland.

Ital. Fluglinie Italien— Brasilien mit Anschluß nach Buenos Aires landete am
3. 1. flugplanmäßig auf dem Flugplatz Littorio Flugzeug I-AREM, welches am
21. 12. von Guidonia aus die neue Fluglinie nach Brasilien eröffnete. An Bord
befanden sich Oberst Biseo, der Generaldirektor der italienischen Ueberseeflug-
linie, zwei brasilianische und ein italienischer Journalist, der deutsche Konsul von
den Kapverdischen Inseln und ein portugiesischer Offizier und 7 Zentner Post.
Inzwischen hat die argentinische Postdirektion die deutsche Luftfahrtgesellschaft
„Condor“ beauftragt, in Rio de Janeiro die aus Argentinien kommende Post mit
dem Dienst der italienischen Gesellschaft nach Rom weiter zu befördern.

Engl. Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood hatte, wie das „Hamburger Frem-
denblatt“ berichtete, in der geheimen Unterhaussitzung einen besonders schweren
Stand gegenüber den Vorwürfen, die gegen sein Ressort erhoben wurden. Es
wurde gegen ihn geltend gemacht, daß es deutschen Flugzeugen immer wieder
gelungen sei, lebenswichtige Waffenplätze der englischen Kriegsmarine zu er-
reichen und Kriegsschiffe mit Bomben anzugreifen, während englische Flugzeuge
nicht nach Deutschland könnten. Die von der englischen Luftwaffe verwendeten
Typen seien zum Teil zu schwerfällig und den deutschen Jagdfilugzeugen nicht
gewachsen. In diesem Zusammenhange wurde die Einsetzung einer Untersuchungs-
kommission gefordert. Es sei geradezu haarsträubend, daß die für die Erteilung
der Bauaufträge maßgebenden Beamten gleichzeitig Aktionäre großer Rüstungs-
werke seien und die Aufträge daher nicht nach sachlichen Gesichtspunkten ver-
gäben.

Engl. Reserveluftwafie hat 8 Fiugzeugführerinnen zur Ueberführung von
Flugzeugen nach den Militärflugplätzen eingestellt.

Span. Luitwaiie soll nach einer Erklärung von General Yague bis Ende 1940
über 2000 Piloten verfügen, bis 1941 soll der Nachwuchs das Doppelte betragen.
Für die weiter auszubauende Heimatfluszeugindustrie ist als Zentrum Cordoba
vorgesehen und 209 Millionen Peseten bewilligt worden.

Sowietruss. Volkskommissar für die Luftfahrtindustrie jetzt Schachurin aus
Gorki (Nischni-Nowgorod) an Stelle von Michael Kaganowitsch. Als stellver-
tretende Volkskommissare wurden beigegeben Flugzeugkonstrukteur Jacowlew
und Woronin.

F. A. 1.-Sitzung Zürich 11. 12. 39, Vorsitz Prinz Bibesco. Peru wurde in die
Federation aufgenommen.

Schwed. Luitaufrüstungsetat zur Beschaffung von weiteren Kriegsfahrzeugen
von 47 auf 83 Millionen Kronen erhöht. Bis 1943 werden 165 Junkers JuS6K in
Schweden in Lizenz gebaut.

Rumän. Luftwaffe wurde der erste Teil der 30 Jagdeinsitzer Heinkel He 112
ecliefert.

Bücker Jungmeister Einsitzer mit Ski-Fahrwerk. Anthony Herman Gerard Fokker*),
Arthur Benitz zeigte vor Wintersportlern auf dem geboren 6. 4. 1890,

Rangsdorfer See ein Kunstflusprogramm. gestorben 23. 12. 1939,

*) Vgl. „Flugsport“ 1940, Seite 12.
nr

Seite 28 „ELLUGSPORT“ Nr. 2/1940, Bd. 32

American Airlines, Inc. die älteste USA-Luftlinie, hat den zweimillionsten
Fluggast befördert. Der erste Fluggast wurde 1. 4. 1927 befördert, der millionste
atn 16. 2. 1937.

1800 km im Leichtilugzeug Aeronca mit 65 PS Continental, Dauer 13 h
35 Min. flog Henry Chapman von New York nach New Orleans. Die bisherige
srößte Strecke betrug 1420 km.

USA Propelleriabrik Pittsburgh Screw & Bolt Corp. wurde von Curtiss-
Wright Corp. gekauft.

USA Leichtilugzeugbau im ersten Halbjahr 1939 um 90% gestiegen.

USA Schulilugzeuge für Kanada sind auf Grund der „Cash and Oarry"-
Klausel abgeliefert worden. Die Flugzeuge werden nach einem Flugplatz dicht an
der kanadischen Grenze gebracht, von wo sie von Kanada selbst abgeholt werden
müssen. Sie dürfen jedoch nicht USA-Gelände überfliegen. Zu diesem Zweck ist
auf der anderen Seite der Grenze in Kanada ein Flugplatz eingerichtet und mit
einer 600 m langen geraden Straße mit dem USA-Flugplatz verbunden. Die Flug-
zeuge werden dann mit einem Seil auf dieser Straße, welche etwas Gefälle hat,
auf die andere Seite hinübergezogen.

USA-Veröffentlichungen über Flugzeugproduktion und Flugzeugausfuhr unter
Zensur gestellt. Alle Photographien von Militärflugzeugen müssen vor der Ver-
öffentlichung bei den zuständigen Behörden vorgelegt werden und bei Flugzeugen
für den Export auch denjenigen verantwortlichen Stellen, für die die Flugzeuge
bestimmt sind.

Curtiss XSO3C-1 Jagd-Versuchsilugzeug mit Ranger luftgekühltem 12-Zyl.-
Motor, bestimmt als Jagd- und Aufklärungsflugzeug für Schlachtschiffe.

Curtiss XSO3C-1 Jagd-Versuchsflugzeug. Werkbild

Luftwaffe.

29. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 30. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte trotz der
schlechten Wetterlage ihre Aufklärungstätigkeit über Großbritannien und Frank-
reich fort.

31. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 1. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Feindliche Flugzeuge ver-
suchten am 31. Dez. nachm. die deutsche Nordseeküste anzufliegen, wurden
jedoch frühzeitig erkannt und abgewehrt.

Berlin, 2. 1. 46 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Bei den Aufklärungsflügen
am 31. Dez. gegen die deutsche Nordseeküste sind die Engländer beim Rückflug
aus der Deutschen Bucht in niederländisches Hoheitsgebiet eingeflogen. Am
Neujahrstage unternahm die deutsche Luftwaffe Aufklärungsflüge gegen die
Shetland- und Orkneyinseln. Sie brachten wertvolle Erkundungsergebnisse. Ein
Teil der eigenen Aufklärer geriet 200 km vor der schottischen Küste in Be-
rührung mit überlegenen Kräften des Feindes. Eines unserer Flugzeuge, das in-
folge einer technischen Störung bereits vor Beginn des Kampfes seine Kampf-

Nr. 21940, Bl. 2  „FLUGSPORT" Seite 29

kraft zum Teil eingebüßt hatte, mußte auf See niedergehen. Ein britisches Flug-
zeug wurde so schwer beschädigt, daß es seinen Heimathafen wahrscheinlich
nicht mehr erreichte.

Amsterdam, 2. 1. 40 (DNB.). Wie der holländische Regierungspressedienst
mitteilt, haben am Abend des 31. Dez. verschiedene Flugzeuge unbekannter
Nationalität holländisches Wattengebiet und Nordfriesland überflogen. Die Flug-
zcuge sind von Flakartillerie beschossen worden, worauf sie holländisches Gebiet
verlassen haben. Im allgemeinen sind die Flugzeuge in nördlicher und westlicher
Richtung abgeflogen. Es handelt sich um die englischen Flugzeuge, die nach
ihrem erfolglosen Angriffsversuch auf die deutsche Nordseeküste die holländische
Gebietshoheit verletzten.

Berlin, 3. 1. 40 (DNB). Oberk. d. Wehrmacht: An der Westfront geringe
Artillerie- und Spähtrupptätigkeit, Grenzüberwachungs- und Aufklärungsflüge. —
Bei dem Versuch, in die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden drei britische
Vickers-Wellington-Bombenflugzeuge modernster Bauart von deutschen Messer-
schmitt-Flugzeugen abgeschossen. Auf deutscher Seite sind Verluste nicht
eingetreten.

Berlin, 4. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Erkun-
dungsflüge gegen Frankreich und über der Nordsee durch. Ein britisches Kampf-
flugzeug wurde Mittw. früh in der Gegend von Aachen nach Ueberfliegen luxem-
burgischen Hoheitsgebietes von einem deutschen Jagdflieger gestellt und nach
kurzer Verfolgung abgeschossen, ehe es über die deutsch-belgische Grenze hin
entkommen konnte. Das zertrümmerte Flugzeug liegt in Grenznähe auf belgischem
Gebiet.

Berlin, 5. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Aufklärungstätigkeit der
Luftwatfe gegen Großbritannien und Frankreich wurde planmäßig fortgesetzt.

Berlin, 6. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Keine besonderen Ereignisse.

Berlin, 7. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über
Großbritannien und Frankreich auf.

8. 1. 40. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 9. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Außer örtlicher Spähtrupp-
tätigkeit und Aufklärungsflügen der Luftwaffe in der nördlichen Nordsee keine
besonderen Ereignisse.

Austral. Flieger bei ihrer Ankunft in England.
Sie ahnen noch nicht, daß die plutokratischen englischen Kriegstreiber gerade die
Flieger der Dominions bei sogenannten „Ueberwachungsflügen“ in der deutschen
Bucht systematisch in den Tod jagen. Weltbild
JPISERREEEUARIEGEN,

Seite Ju „FLUGSPORT“ Nr. 2/1940, Bd. 32

Dornier Do 18 Langstreckenflugboot geht zu Wasser, um den Gegner auf der
Weite des Nordmeeres zu suchen. Werkbild

Berlin, 10. 1. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge unter-
nahmen am Vor- und Nachmittag des 9. 1. einen Erkundungsvorstoß gegen die
engiische und schottische Ostküste. Hierbei wurden vor der Norwich-Küste vier
bewaffnete Kriegs- und Handelsschiffe, nämlich zwei Vorpostenfahrzeuge, in deren
Geleit zwei Handelsschiffe fuhren, angegriffen und versenkt. — Vor der schot-
tischen Küste wurde von vier bewaffneten Handelsschiffen unvermutet das Feuer
auf die deutschen Erkunder eröffnet. Bei der Abwehr dieses Angriffes wurden
die Dampfer versenkt. Die eigenen Flugzeuge erlitten keine Verluste.

Berlin, 11. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Bei Grenzüberwachungs-
und Aufklärungsflügen an der Westfiront kam es zu mehreren Luftkämpfen. Hier-
bei wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Ein deutsches Flugzeug
wurde bei der Verfolgung eines Feindes in der Gegend von Colmar durch Boden-
berührung vernichtet.

Bei einem erneuten Versuch, Flugplätze an der deutschen Küste mit Bom-
ben anzugreifen, wurden neun britische Bombenflugzeuge vom Muster Bristol-
Bienheim in der Deutschen Bucht von vier deutschen Flugzeugen gestellt. Im
Verlauf des Kampfes wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen, ein weiteres
so stark beschädigt, daß es vermutlich seinen Heimathafen nicht mehr erreichte.
Die deutschen Flugzeuge kehrten aus diesem Kampf gegen eine mehr als doppelte
Ueberlegenheit ohne Verluste zurück.

Berlin, 11. 1. 4) (DNB.). Ein unbewaffnetes Reiseflugzeug der deutschen Luft-
waffe, das infolge schlechter Sicht die Orientierung verloren hatte, mußte in
Belgien in der Nähe von Mecheln notlanden. Das Flugzeug wurde teilweise be-
schadigt. Die Insassen, die unverletzt blieben, wurden von den Belgiern interniert.

Großadmiral Dr. h. c. Raeder bei einer Ansprache in einem Fliegerhorst, wo er
verdienstvolle Flieger mit Eisernen Kreuzen auszeichnete, ..... „denn sie flogen

[23

sesen Engelland ..... Werkbild

Türk. zweisitz. Schulgleiter, russ. Kon-
struktion, Lizenzbau in JInstanbul, im.
türk. Segelfluggelände Inönü (1939). Archiv Flugsport

Nr. 2/1940, Bd. 32 .FLUGSPORT" Seite 31

Berlin, 12. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaife setzte die
Aufklärung an der englischen und schottischen Ostküste und der Shetlands fort.
An der schottischen Küste wurden drei britische Vorpostenboote und ein bewaff-
neter Handelsdampfer, der das Feuer auf die deutschen Aufklärer eröffnete, ange-
eriffen und versenkt. Im Verlauf eines sich hierbei entwickelnden Luftkampfes
nit britischen Jagdfluszeugen wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen.
Britische Flugzeuge haben einen Flugplatz auf einer deutschen Insel angegriffen,
ohne Schaden anzurichten.

Berlin, 13. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe hat am
12. Januar ihre Aufklärungstätigkeit über Ostfrankreich und über der Nordsee
fortgesetzt und hierbei wichtige Ergebnisse erzielt. Drei Einzelflugzeuge wurden
von feindlichen Jägern erfolglos angegriffen.

Vom Feind wurden am 12. Januar außer einzelnen nächtlichen Anflügen,
die zum Teil wieder unter Verletzung der holländischen Neutralität vor sich
gingen, nur ein einziger Bristol-Blenheim über deutschem Gebiet gesichtet. Das
Flugzeug wurde nach kurzem Kampf von deutschen Jägern abgeschossen und ist
nach Aufschlag auf französischem Boden verbrannt.

In der Deutschen Bucht versuchten acht britische Bomber deutsche Zerstörer
anzugreifen. Nur zwei Angreifern gelang es, ohne jeden Erfolg Bomben abzu-
werfen. Der eine wurde abgeschossen, der zweite beschädigt. Die übrigen sechs
britischen Flugzeuge drehten schon unter der Wirkung des gut liegenden Abwehr-
feuers unserer Zerstörer vorzeitig ab.

Berlin, 14. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe hat ihre
Aufklärung über Frankreich und über der Nordsee auch am 13. 1. planmäßig und
erfolgreich durchgeführt. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. — An der West-
front hatten deutsche Flugzeuge keine Feindberührung. Flakartillerie hat in der
Gegend von St. Ingbert ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Einzelne feind-
liche Flugzeuge haben in der Nacht vom 12. zum 13. 1. Aufklärungsflüge über
deutschem Reichsgebiet unternommen. Ein englisches Flugzeug versuchte in der
Nacht eine nordfriesische Insel einzugreifen. Die Bomben fielen ins Wasser, ohne
Schaden anzurichten. Ein holländisches Flugzeug hat die deutsche Reichsgrenze
bei Nordhorn in den Mittagsstunden überfiogen und deutsches Hoheitsgebiet verletzt.

Türk. Segeliluggelände befindet sich in Ankara und Inönü. Inönü, ein brauch-
bar zentral gelegenes Gelände, liest etwa zwischen Istanbul und Ankara. Es hat
schöne, bei mehreren Windrichtungen brauchbare sanfte Felsenhänge und einen
topfebenen Flugplatz, direkt darunterliegend. Am Fuß der Berge und am Rande

Segelflugzweisitzer „Goevier‘“ mit neben-
einanderlierenden Sitzen.
RETTET ee

Seite 32 „rLUGSPORT" Nr. 2/1940, Bd. 32

Wasserkuppe in Schnee und Rauhreif. Silvester 1939. Bild: Flugsport

des Flugplatzes sind eine Reihe fester Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude
sowie Hallen errichtet. Schulkurse finden hauptsächlich im Sommer statt. Als
Schulzweidecker wird ein abgestrebter russischer Hochdecker mit rohrartigem
Leitwerksträger (siehe nebenstehende Abbildung) von verhältnismäßig kleinem
Rohrquerschnitt verwendet. Man vergleiche hierzu den danebenstehenden Doppel-
sitzer „Goevier“, Sitze nebeneinander.

Berührung mit einer Trombe schildert Uifz. Scheidhauer auf Nurflügel-
flugzeug Horten III während der 19. Rhön in den Rhön-Berichten des Korps-
führers 1938: Am zweiten Wettbewerbstag, 25. Juli 1938, riß die Bewölkung erst
spät auf. Es bildete sich über dem Gersfelder Tal eine Wolke mit niedriger
Basis von etwa 1200 m, in der die vorher gestarteten Maschinen sehr schnell
verschwanden. Ich startete als Letzter und fand unter der gesamten Basis nur
noch Null, höchstens % mi/sec Steigen. Plötzlich sah ich etwa 100 m unter der
Basis eine rechtsdrehende Trombe von ungefähr % m Durchmesser, der ich nicht
mehr ausweichen konnte. Die linke Fläche wurde erfaßt und hochgerissen. Die
ganze Maschine wurde mit äußerster Gewalt seitlich geworfen, so daß der
Inhalt aus der rechten Bordtasche, u. a. zwei schwere Reservebolzen, etwa
1;60 'm weit in die linke Fläche fielen. Dadurch, daß ich fest angeschnallt war,
verletzte ich mich nicht. Der Vorfall geschah in 100 m über Grund, und als die
Maschine sich gefangen hatte, konnte ich mit der Höhe gerade noch den Motor-

Nr. 2/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 33

platz erreichen. Bei einem Abmontieren in der niedrigen Höhe über Grund, was
bei solcher Beanspruchung im Bereich der Möglichkeit liegt, hätte es zum
Absprung nicht mehr gereicht. Die große Festigkeit des Nurflügels, die durch den
dicken Flügel und durch das Fehlen des Rumpfgewichtes gegeben ist, hatte sich
erwiesen.

Berichtigung. In dem Artikel „USA Hochgeschwindigkeitsprofil“, Nr. 24, S. 572,
vom 22. 11. 39 muß es selbstverständlich richtig heißen bei der Angabe von
Geschwindigkeiten in Deutschland bei Rumpfmaschinen statt: 746,66 km „755,11 km“.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Malaula! Der Kampfruf meiner Staffel v. Julius Buckler. Vom Dachdecker-
lekrling zum Pour-le-m£rite-Offizier. Eingel. v. Peter Supf. Steiniger-Verlage,
Berlin. Preis RM 2.85.

Buckler, am Ende des Weltkrieges 23 Jahre, Führer der Jagdstaffel 17,
Träger des „Pour le m£rite“ und einer der erfolgreichsten Jagflieger, schildert
in diesem Buch in der ihm angeborenen Bescheidenheit sein Fliegerleben. Malaula
ist der Schlachtruf der Staffel. Ein lesenswertes Buch auch für diejenigen, die
schon glauben, den Knüppel fest in der Hand zu haben.

Jagdiliegergruppe G. J’ger an Polens Himmel, v. K. G. von Stackelbere.
Steirische Verlagsanstalt, Graz. Preis RM 450.

Ernst Udet, unser Generalluftzeugmeister, sagt in seinem Geleitwort: „Dieses
Buch übermittelt prächtige Eindrücke von frisch-fröhlicher Jagdfliegerei über
Polen. Die unvergeßlichen Taten der im Polenfeldzug 1939 erfolgreichsten Jagd-
gıuppe werden der deutschen Jugend Freude bereiten und Ansporn zu immer
sieghaftem Fluge für Deutschland sein.“ — Man liest, wie es losgeht, polnische °
Bomber greifen an, Jagd auf Transportzüge, 26 Polen mit einem Schlag, vom
Besuch des Generalfeldmarschalls Göring. Nach 18 Tagen ist der Krieg aus —
Sieg im polnischen Luftraum. v. Stackelberg versteht es, in seiner knappen sach-
lichen Sprache, alle Phasen in den Luftkämpfen miterleben zu lassen.

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. September

. Oktober

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18. Dezember

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt i
1 { ag: ( f A A a. M., Hindenburgpla 8. H
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein). Frankfurt aM. Alle ten Preis 80 Pf.

sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: -„Redaktion und Verlag Flugsport‘, Franki ;
Hindenburgplatz 8 (Deutschland). " MED 0 Mas | Printed in Germany

Eine feine „Bumslandung” ...

Auf dem €&-Prüffeld steht diese Maschine zur Nachahmung
besonders harter Landungen, bei denen der Reifen bis zur Felge
durchschlägt und der Radkörper harte Stoßkräfte aufzunehmen
hat. Vielfache Belastungsversuche werden bis zum Bruch durch-
geführt u. feinfühlige Instrumente bestimmen elastische u. blei-
bende Verformung. Ein &-Rad, das unsere hochgesteckte „Soll-
Grenze” erreicht, bietet auch im härtesten Flugbetrieb Verlaß!

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f GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \
NM OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro '/a Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50
lelef.: 34334 — lelegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 3 31. Januar 1940 XXXI. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 14. Februar 1940

Nachwuchs.

Deutschlands bewiesene Vorherrschaft in der Luft kann nur er-
halten werden, wenn hochwertiger Nachwuchs gesichert ist. Die
Zeiten, in denen der Modellbau nur als Spielerei bezeichnet wurde
und noch keinen Eingang in den Schulen gefunden hatte, sind vor-
bei. Heute wird in jeder deutschen Schule Modellbau betrieben und
daneben Flugphysik gelehrt.

Durch die Ergebnisse der Pflege des Luftfahrtgedankens in den
letzten fünf Jahren hat Reichserziehungsminister Rust im Einver-
nehmen mit dem Reichsminister der Luftfahrt veranlaßt, daß in jeder
deutschen Schule, in jedem Unterrichtsfach und in jedem Lebens-
alter der Luftfahrtgedanke im Unterricht zu fördern ist. In Gemein-
schaft mit dem NS.-Fliegerkorps wird an den weiteren Ausbau der
Schulung des Nachwuchses herangegangen. Der Erlaß bestimmt:

l. die Luftfahrt im physikalischen, mathematischen, geographischen,
biologischen, chemischen und fremdsprachigen Unterricht und in
der Kunsterziehung;;

Flugmodellbau und Modellflug;

die Luftfahrt in den naturwissenschaftlich-mathematischen Arbeits-
gemeinschaften;

Lufifahrtlehrgänge (in Berufs- und Fachschulen);

Ausnutzung allgemein-schulischer Veranstaltungen zur Förderung
der Luftfahrt;

Förderung der Luftfahrt an den Hochschulen.

Muskel-Doppelschwingenflugzeug Schedel.

Bei den meisten Schwingenflugzeugen hat die Natur dem Kon-
strukteur als Vorbild gedient. Hier kann man wohl ungefähr die Art
der Bewegung nachahmen, aber nicht das Konstruktionsmaterial und
nicht die Konstruktionsarbeit. Ernst zu nehmende und wirklich prak-
tisch tätige Konstrukteure haben daher versucht, andere Wege zu
gehen.

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Diese Nummer enthält Reportsammlung Nr. 18, Patentsammlung Nr. 21, Bd. VII,
und Tafel I.
Seite 36 „FLUGSPORT"“ Nr. 3/1940, Bd. 32

10000
Abb. 1. Doppelschwingenflugzeug Schedel. Zeichnung Flugsport
Die gestrichelte Stellung zeigt den Ausschlag der Schwinge.

Das Schwingenflugzeug Schedel besteht, wie Abb. 1 zeigt, aus
vier Teilflächen, die paarweise durch Muffen verbunden sind, und
wobei die beiden Flügelpaare eine gemeinsame Achse haben. Diese
Waaee-Anordnung, welche eine Entlastung der Flügel bezweckt, ist
von Schedel bereits 1909 (Abb. 2) bei einem Hängegleiter angewandt
worden. Neuartig ist die Anordnung der Achse selbst, die in einem
Winkel von 45° nach oben geneigt ist, wodurch eine weitere Ent-
lastung der Flügel und eine Beherrschung von größeren Flügel-
spannweiten möglich ist. \

Der Flieger liegt und arbeitet hierbei rechtwinklig zur Achse.
Diese Anordnung der Achsen ermöglicht überhaupt die Steuerbar-
keit des Flugzeuges. Vgl. gestrichelte Flügelstellung Abb. 1. Nach der
Ansicht des Konstrukteurs bedingt die Schrägachse in Gemeinschaft
mit den Flügelendscheiben ein neuartiges Steuersystem. (Die Photo-
aufnahmen Abb. 2—-5 sind noch ohne Endscheiben.)

Die Flügelbewegung erfolgt in zwei Richtungen, und zwar ver-
tikal und horizontal zugleich. Während des Schwingenfluges wech-
seln Vorwärts-, Aufwärts- und Rückwärtsbewegung dauernd mitein-
ander. Ganz wesentlich bei dieser Bewegung ist die Einwirkung der
zusätzlichen Horizontalbewegung auf die Flügeleinstellung. So hat
ein aufwärts gestellter Flügel immer einen positiven und ein ab-

Abb. 2. Oben: Schedel-

Hängegleiter mit Doppel-

schwingen, Ausführung
1909.

Mitte: Schwingen ausge-
schlagen. Man erkennt
die Schubstangen und
einen Handgriff, ferner
den auf dem Rücken lie-
genden, um eine Achse
drehbaren Schulterträger.
Die Körperlage des Pilo-
ten im Fluge beträst
ungefähr 45 Grad.

Unten: Schwingenflug-
zeugtransport mit Motor-

rad.
Alle Bilder Schedel

Nr. 3/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 37

Abb. 3. Doppelschwingenflugzeug Schedel.
Links: Flügelanschlußbeschläge mit Achse in Kugellagern. Die Hohlachse wird auf
eine am Schulterträger befindliche Steckachse geschoben. — Rechts: Hintere
Flügel wachsen etwas nach unten aus den vorderen heraus. Schulterträger stützt
das mit vorderer Flügelnase am Boden liegende Flugzeug. An ihm der vier-
strippige Anschnallgurt. Beide Handgriffe aus den Schubstangen herauswachsend.

wärts gestellter einen negativen Einstellwinkel. Will man die Ma-
schine also ziehen, so zieht man am Gestänge. Die Hauptflügel vorn
gehen hoch, die hinteren nieder. Doppelresultat: vorn ist gezogen
und hinten gedrückt. Beim Drücken des Gestänges erhält man um-
gekehrtes Resultat. Bewegt man so im Schwingenflus die Flügel
dauernd auf und ab, so hat man einen dauernden Wechsel von
Drücken und Ziehen; einen wellenförmigen Flug.

Ebenso einfach und interessant ist die aus Abb. 1 verständliche
Seitensteuerung. In der Abbildung ist der rechte Hauptflügel in Ab-
wärtsstellung, also gedrückt, der linke Hilfsflügel gezogen, was die
Kurvenlage der Maschine beeinflußt, das Bremsscheibchen am rech-
ten Flügelende vervollständigt automatisch die Steuerarbeit. Neben-
bei gesagt, hat auch eine Druckpunktverlagerung zugunsten der
Kurve stattgefunden.

Aufbau der Haupt- und Hilfsflügel Profil Göttingen 535, be-

en

Abb. 4. Doppelschwingenflugzeug Schedel.
Zu beiden Seiten des Fliegers sieht man die Stoßstangen mit Handgriffen und
Fußbügeln, welche gestatten, beliebig mit Armen und Beinen gleichmäßig und
ungleichmäßig die Flügel zu bewegen. — Bei 1-2 m Wind hat er schon ziemlich
Kompression daraufgebracht. Es fehlt vielleicht bloß noch der Pilot und die
Libelle fliert. —
Seite 38 „rLUGSPORT“ Nr. 3/1940, Bd. 32

Abb. 5. Doppelschwingenflugzeug Schedel. .
Oben: Gewicht kaum 25 kg, Vorderflügel einzeln 5 kg, Hinterflügel je 3,5 kg,
Gestänge 7 kg, größte Spannweite 10 m. Unten: Ansicht von hinten.

stehend aus torsionsfesten Kastenholmen mit Sperrholznase. Hintere
2/3 der Flügeltiefe Sperrholzrippen mit Leinwand bedeckt. Gewicht
des Hauptflügels 5 kg, Hilfsflügel 3Vz2 kg. Gesamtgewicht 25 kg.

Gelungen scheint die Unterbringung des Fliegers zu sein, Ins-
besondere seine Lage bei Start und Landung. Interessant und prak-
tisch durchgebildet ist der zeichnerisch sehr schwer darstellbare
Betätigungsmechanismus, ein für die Körperiorm angepabtes Ge-
stänge, welches Handgriffe und Fußrasten trägt. Dieses Gestänge
soll abhängig und unabhängig von einander betätigt werden können,
unbeschadet durch wechselnde Verlängerungen und Verkürzungen
der Flügelarme und Wandern und Verdrehen des Angrifispunktes
am Flügel.

NSFK.-Schulgleiter 38 (hierzu Tafel D).

Die Vielseitigkeit in Konstruktion und Ausführung der Anfänger-
segelflugzeuge hat der Korpsführer des NSFK. endlich beseitigt und
einen Einheitstyp, den Schulgleiter 38, geschaffen. Die Erfahrungen
bei den vorausgegangenen Typen, zuletzt dem Zögling 35, sind in
dem neuen Typ berücksichtigt. Auf Sicherheit, leichte Reparatur-
möglichkeit, Einfachheit in der Behandlung und Handhabung ist be-
sonderer Wert gelegt. Kufe durch Faudifederbeine abgefedert.

Der Schulgleiter 38, Baumuster Nr. 14 (Tafel I und Abb. 14),
ist ein verspannter Hochdecker mit Gitterrumpf in Holzbauweise.
Spannweite 10, 414 m, Länge 6,283 ın, Höhe 2,43 m. Zuladung 90 kg.
Höchstzulässige Geschwindigkeit im Kraft- und W indenschlepp

' km/h.

o izelbauweise (Abb. 2 und 3), zwei flache Holme Doppel-T
mit 1,5 mm Sperrholzsteg, Flügelnase Sperrholz 1 mm, im Grundriß
gesehen 5 Felder von Vorder- zu Hinterholm durch Diagonalen ver-
steift. Einfache Holmbeschläge zur Befestigung am Gitterrumpf zum
Einhaken. Die beiden Tragflügelholme werden beim Aufbau zunächst
am Spannturm eingehängt, Trag- und Fangseile am Spannturm be-
festigen, wobei die Spannturmspindel (Abb. 4) etwa 15 mm von oben
nach unten auf Anschlag gedreht ist. Beim Spannen erhält der Flügel
(auf dem Vorderholm mit der Wasserwaage gemessen) eine \ -Form
von 14 mm auf 1 m. Der Hinterholm liegt beim Anpeilen der Flügel-
unterseite nach vorn parallel zur Flügelnase bis zum Querruder.

Nr. 3/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 39

Abb. 1. NSFK. Schulgleiter 38. Archiv Flugsport

Gitterrumpf mit vorher anmontiertem Leitwerk wird. in be-
kannter Weise von Ober- und Unterkante des Flügels mit 4 Ver-
spannungen verspannt, wobei der Spannturm rechtwinklig zum
Flügel liegen muß. Beim Anpeilen von vorn muß Gitterrumpf und
Leitwerk genau symmetrisch stehen.

Die Höhenflosse, welche von hinten auf einen Bolzen am vor-
deren Beschlag geschoben wird und dann am Hinterholm durch 3
Steckbolzen mit Gitterrumpf und Streben verbunden ist, muß, von
der Seite gesehen, eine Schränkung gegenüber der Profilsehne des
Tragflügels von 65° haben. Hierbei wird der Spannturm senkrecht
gestellt, daß die Profilsehne in Flügelmitte waagerecht liegt, wobei
man mit Winkelmesser und Wasserwaage die Einstellung zenau
bewirken kann (6,5° entspricht einer Erhöhung von 57 mm auf
500 mm Länge). | |

Sämtliche Ruder müssen beim Ausschlag begrenzt sein. Die
Steuerseile sind alle mit ihren Anschlußstellen farbig gekennzeichnet.
Beim Abrüsten sollen alle rot gekennzeichneten Anschlußstellen ge-
löst werden. Ruderausschläge am Querruder 165—175 mm nach
oben bzw. 105—115 nach unten. Hierbei ist sowohl bei Einstellung
von Höhen- als auch Seitensteuerung die Höhensteuergabel genau
senkrecht mit der Wasserwaage einzustellen. Höhenruderausschlag

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perrholzecken an Nase, Rippenende und Holm»
durchlässen beiderseils, Sonst einseitig.

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Abb. 2. NSFK. Schulgleiter 38. Flügelprofil und Rippe. ° zeichnung Flugsport

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Schnitt A-B.
Seite 40 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1940, Bd. 32

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Abb. 3. NSFK. Schulgleiter 38, oben Vorderholm, unten Hinterholm.

Zeichnung Flugsport
bei Knüppel in Richtung „ziehen“ 130—140 mm, bei Knüppel in Rich-
tung „drücken“ darf das Hchenruder an der Höhenflosse nicht an-
schlagen. Zur Begrenzung ist ein Holzklotz auf dem Spannturm-
unterteil vorgesehen. Seitensteuerausschlag 265—275 mm, gemessen
an der unteren Ecke des Seitenruders. Zu großer Seitenruderaus-
schlag kann zum Trudeln führen.

Zur Ausrüstung gehört ein vollständiger Anschnallgurt, be-
stehend aus einem Bauchgurt und einem Schultergurt.

Als Schmierung ist nur Fett zu verwenden für Lagerstellen,
Seilrollen, Auflagestellen, Ruderlager, Anschlußbolzen, Spannturm-
spindel.

Für diesen Schulgleiter wurde eine Führersitzverkleidung ent-
wickelt. Er hat die Bezeichnung 38 A.

Trimm- und Rüstanweisungen sind folgende: Einstellwinkel
zwischen Flügel und Rumpfgurt 1,5°, Flügelschränkung bis Quer-
ruder 0°, V-Stellung zwischen letzter Normal- und Wurzelrippe
65 # 5 mm, Schränkung Höhenflosse/Flügel 6,5°.

Geschlog für Gradschnitt - Bauchgur?

Abb. 4. NSFK. Schulgleiter 38. Verspannungsschema.

Nr. 3/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 41

Ruderausschlag, gemessen an Endleiste zwischen Mittelstellung
und Ausschlagstellung: Querruder nach oben 170 #5 mm, nach
unten 110 £ 5 mm, Hchenruder nach oben 135 # 5 mm, Seitenruder
(an unterer Ecke) 270 # 5 mm.

Fluggewichts-Schwerpunktslage hinter Flügel-Vorderkante:
srößtzul. Vorlage 25 v.H. (400 mm), größtzul. Rücklage 30 v.H.
(480 mm), Normallage bei 70-kg-Führer 275 v.H. (440 mm).

Rüstgewichts-Schwerpunktlage hinter Flügel-Vorderkante bei
95 kg Rüstgewicht Schwerpunktlage 50 mm, bei 100 kg 925 mm,
105 kg 600 mm, 110 kg 880 mm, 115 kg 860 mm, 120 kg 845 mm.
Zwischenwerte entsprechend. Zulässige Abweichung + 10 mm.

USA Erco-310 (Weick) Sportzweisitzer.
Der Konstrukteur dieses Flugzeuges, Weick, ist den Lesern die-
ser Zeitschrift durch seinen ersten Typ Weick-WIA, einem abge-
strebten Hochdecker mit Druckschraube und zwei Leitwerksträgern

USA Erco Modell 310. Bilder Aviation

aus dem Jahre 1936, siehe Flugsport S. 71, bekannt. Die Maschine
war damals mit Querrudern in Mitte der Flügeltiefe (Schlitz-Lippen-
Querruder und Bremsklappen an der Hinterkante) versehen.

Der vorliegende neue Typ ist ein Ganzmetall-Tiefdecker mit
Dreibeinfahrwerk und doppeltem Seitenleitwerk; Flugzeugzelle und
Motor gebaut von der Engineering und Research Corporation.

Flügel Profil NACA-43 013, freitragend, dreiteilig. Im Ansatz-
flügel Querruder, deren Züge mit den Seitenrudern in Verbindung
gebracht werden können.

Rumpf, Formringe mit aufgenieteter Metallhaut, Sitze nebenein-
ander. Kabinenaufbau vorderer und hinterer Teil angenietet, dazwi-
schen Schiebehaube.

Höhenleitwerk am
Boden verstellbar.
Seitenleitwerk mit
Rudern elliptisch,

alles in Metallbau.

Dreibeinfahrwerk

mit großem Feder-
weg für 4,60 m Sink-
geschw. Die Räder
sind an einem gega-
belten Hebel, der an
einer freitragenden
Strebe angelenkt ist,
gelagert.

USA Erco Modell 310.

Seite 42 „rLLUGSPORT“ Nr. 3/1940, Bd. 32

Der von der Engi-
neering and Research
Corp. gebaute luftge-
kühlte 55-PS-Motor
hat 4 hängende Zy-
linder. 77,7 mm Boh-
rung, 62,5 mm Hub,
Gewicht trocken 71,5
ke.

Spannweite 9,15m,
Länge 5,65 m, Höhe
\ 1,60 m, Fläche 13 m.
} Leergewicht 295 kg,

Fluggewicht 500 kg,

Flächenbelastung 28
=" ke/m?, Leistungsbe-
last. 9 ke/PS. Max.
Geschwindigkeit 162
km/h, Reise- 145km/h,
Lande- 150 km/h.

S

I

Sportzweisitzer
USA Erco
Modell 310

Zeichnung Flugsport

ONSTRUKTIONS

Flügelwurzel-Manschette wird am Curtiss-Electric-
Propeller angebracht, um die Kühlwirkung bzw. Beauf- .
schlagung der Zylinder bei Sternmotoren zu erhöhen, zeigt
nebenst. Abb. Die Aenderung der Kühlwirkung kann durch
Auswechseln passend geformter Manschetten erreicht

werden.

N
Bespanrstojf mit
Joannlach gelrärnft

Stofiverkleidung des Querruderspaltes bei Kl. 105.

Acolf-Hitler-Preis 1938.
Der Adolf-Hitler-Preis 1938 für Motorflug wurde dem
Oberleutnant Horst Pulkowski zugesprochen für seinen Langstreckenflug auf dem

Nr. 3/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 43

Flugzeugmuster Arado 79 nach Bengasi—Gaya. Dieser Flug ging über eine Strecke
von 6400 km und wurde als internationaler Streckenilugrekord gewertet.

(Oberleutnant Pulkowski ist nach Ausführung des Rekordiluges bei einem
Vorführungsflug tödlich verunglückt.)

Der mit dem Adolf-Hitler-Preis für Motorflug verbundene Geldpreis wird zu
gleichen Teilen zugesprochen denı Preisträger Oberleutnant Horst Pulkowski und
Leutnant Jenett, der bei dem Rekordflug als Begleiter mitgeflogen ist.

Der Adolf-Hitler-Preis für Segelflug 1938 wurde dem
NSFK.-Obersturmführer Ziller, NSFK.-Gruppe 6, zugesprochen für seine hervor-
ragenden Leistungen auf dem Gebiete des Höheniluges. NSFK.-Obersturmführer
Ziller, der zur Zeit seinen Dienst in der Luftwaffe versieht, ist Inhaber von zwei
Höhenflug-Weltrekorden. Er flog den internationalen Höhenrekord für doppel-
sitzige Segelilugzeuge mit einer absoluten Höhe von 4976 m und den internatio-
nalen Höhenrekord für einsitzige Segelflugzuege mit einer Höhe von 8550 m.
Außer den von ihm selbst ausgeführten Höhenflügen ist eine große Anzahl weiterer
Höhenflüge anderer Segelflugzeugführer auf der Reichsschule für Segelflugsport
Grunau (Rsgb.) seiner unermüdlichen Tatkraft und seiner Gemeinschaftsleistung
zuzuschreiben. .

Der mit dem Adolf-Hitler-Preis für Segelflug verbundene Geldpreis wird je
zur. Hälfte dem Preisträger NSFK.-Obersturmführer Ziller und dem NSFK.-Haupt-
sturmführer Braeutigam, NSFK.-Gruppe 7, zugesprochen. NSFK.-Hauptsturmführer
Braeutigam zeigte besondere Leistungen auf dem Gebiete des Streckenfluges,
unter denen die im Jahre 1935 erflogene internationale Rekordstrecke Wasser-
kuppe—Brünn, 504 km, dem Flug (1938) von Sofia nach Varna am Schwarzen
Meer — 390 km — mit Doppelsitzer und der im Jahre 1939 geflogene internatio-
nale Zielstreckenrekord für doppelsitzige Segelflugzeuge Großrückerswalde—Wien,
364 km, besonders zu nennen sind. NSFK.-Hauptsturmführer Braeutigam, der sich
ebenfalls zur Zeit bei der Luftwaffe befindet, war außerdem Teilnehmer bei der
Segelflug-Kunstflugkette des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps beim Reichs-
parteitag 1938.

„Der Weg zum Flieger“, eine Sonderschau, veranstaltet vom Korpsführer
des NS.-Fliegerkorps in Berlin, am Leipziger Platz, vom 8. bis 27. Januar 1940,
war stark besucht, an einzelnen Tagen gabs Massenandrang. Modell- und Segel-
flug, Motorflug und Ballonsport, Luftfahrtforschung und Luftfahrtindustrie waren
durch gut gewählte Beispiele und hervorragende Erzeugnisse vertreten. Besonders
umlagert waren die Ausbildungswerkstätten des NS.-Fliegerkorps für den Flug-
modell- und Segelflugzeugbau, sowie die von der Firma Messerschmitt aufgebaute
„Taifun“, die von den Besuchern sogar „geknüppelt“ werden konnte. Bemerkens-
wert dabei ist die Beobachtung, daß sehr viel Frauen — Fliegermütter, Flieger-
frauen, Fliegerbräute — sich die Maschine näher erklären ließen, um zu erfahren,
wie der Sohn, der Mann, der Verlobte als Flieger ihren Dienst versehen. Daß die
Juxend vom .Knüppe!n“ besonders begeistert war, versteht sich von selbst.
Führungen und Vorträge gaben zudem den Besuchern einen anschaulichen Ein-
blick in die vielgestaltige Arbeit des NS.-Fliegerkorps, die, wie auch diese Sonder-
schau zeigte, unter dem Eindruck der gewaltigen Erfolge der deutschen Luftwaffe
immer mehr in ihrer Notwendigkeit und Bedeutung vom Volke begriffen und
gewürdigt wird.

Adolf-Hitler-Preis '
erhirlten
(von links):
Oblt. Jennet,
NSFK.-Ostf. Ziller, $
NSFK.-Hptstf.

Braeutiecam.
Bild NSFK. (Riehme)

Seite 44 „FrLUGSPORT“ Nr. 3/1940, Bd. 32

Internationale Rekorde. Der Aero-Club von Deutschland gibt folgenden

Nachtrag bekannt:

Klasse D (Segelflugzeuge):

1. Kategorie: Entfernung in gerader Linie USRR. 1939: 749,203 km.

Entfernung mit festem Ziel USRR. 1939: 415,143 km

Klasse C (Motorflugzeuse):

Geschwindigkeit über 2000 km mit 2000 kg Nutzlast Deutschland 1939:
500,785 km/h.

Klasse C Leichtflugzeuge):

1. Kategorie: Höhe Deutschland 1939: 90°5 m.

3. Kategorie: Höhe Deutschland 1939: 8048 m.

4. Kategorie: Entfernung in gerader Linie Deutschland: 1 909,833 km.

Klasse C bis (Wasserflugzeuge):

2. Kategorie: Entfernung in gerader Linie USA. 1939: 1 872,9 km.

Flugplan der Deutschen Luithansa, gültig bis 31. 3. 1940, erschienen. Aus
dem Plan geht hervor, daß die Verkehrsflugzeuge der Lufthansa und die der mit
ihr zusammenarbeitenden Gesellschaften täglich wieder eine größere Anzahl ver-
schiedener Strecken im In- und Ausland befliegen. Im Tagesflug sind von Deutsch-
land aus täglich zehn Länder zu erreichen. Stärkster Luftverkehrsbetrieb in
Mitteleuropa nach wie vor auf dem Berliner Flughafen, an zweiter Stelle folgt
Wien, das unter den anderen Verbindungen täglich über drei Strecken nach
Berlin verfügt, von denen eine über Prag führt. — Wichtig für die Reisenden ist,
daß der neue Flugplan mit seinen Mehrfachverbindungen zwischen Berlin, Wien,
München, Danzig und Königsberg, um nur diese deutschen Städte einmal zu
nennen, wieder Hin- und Rückreisen an einem einzigen Reisetage erlaubt.

Berlin—Moskau Luftverkehrsstrecke am 21. 1. eröffnet. Nachmittags landete
das erste planmäßige Flugzeug auf dem Flughafen Berlin-Ranegsdorf. Die Strecke
wird von der DLH und Aeroflot täglich beflogen.

BMW-Firmenbezeichnungen der im Sommer übernommenen Tochtergesell-
schaften lauten jetzt „BMW-Flugmotorenwerke Brandenburg G. m. b. H., Berlin-
Spandau“, und „BMW-Flugmotorenfabrik Eisenach G. m. b. H., Eisenach“.

Span. Fliegerabzeichen können ehemalige Angehörige des fliegenden Per-
sonals der Legion „Condor“ ohne besondere Genehmigung zu allen Anzugsarten
ragen.

Ausland.
Stockholm—Sundsvall Luftverkehrslinie eröffnet Dez. 1939, die nach Finn-
land weiterführt und täglich von den Junkers-Flugzeugen der schwedischen Luft-
verkehrsgesellschaft AB Aerotransport beflogen wird, landet die Ju52 in Er-

Sonderschau des NS.-Fliegerkorps, Berlin.
Die ausgestellten Flugzeuge durften von der Fliegeriugend in allen Teilen studiert
werden. Sogar in die Führersitze durften sie einsteigen, um selbst mal den
Knüppel zu rühren. Das Bild zeigt eine „Hummel“,

Nr. 3/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 45

Sonderschau des NS.-Fliegerkorps, Berlin.
Links: Ein neuartiger Kartenroller, am Anschnallgurt zu befestigen, im Nicht-
gebrauchsfall zurückklappbar. — Rechts: NSFK. Schulgleiter 38 mit den dazu

nötigen Ausrüstungen wird in allen Teilen aufs genaueste studiert.
bilder NSFK (Riehme)

mangelung eines Flugplatzes regelmäßig auf dem zwei Meilen von Sundsvall
entfernten zugefrorenen Skrängsta-See. Um das Eis dieses Sees besonders trag-
fähig zu machen, hat man Wasser von unten gegen die Eisdecke gepumpt. Am
Ufer des Sees ist bereits ein Gebäude für die Abfertigung und Verpflegung der
Fluggäste errichtet.

Stockholm-—-Schottland, Fluglinie der schwedischen Luftverkehrs-Gesell-
schaft AB. Aerotransport, wurde in Zusammenarbeit mit der norwegischen Ge-
sellschaft Det Norske Luftfartselskap eingerichtet. Die mit deutschen Junkers-
Fiugzeugen beflogene Strecke führt von dem Flughafen Bromma bei Stockholm
über Stavanger nach Perth in Schottland. Bereits auf dem ersten Rückflug von

Perth nach Stavanger erreichte das Junkersflugzeug „Svealand“ einen neuen

Rekord, den absoluten Nordsee-Rekord, indem es diese 600 km lange Strecke
in 2 Std. zurücklegte.

Höhenilugkabine beim Farman F. 1001 bestand aus einem Kessel mit halb-
kugeligen Böden von 1 m Durchmesser und 2 m Länge. Einstieg durch einen
kleinen domähnlichen Aufbau mit dicken durch Gummi abgedichteten Glas-
fenstern. Luftzuführung durch einen kleinen vom Motor angetriebenen Korm-
pressor. Ueber die Weiterentwicklung des Höhen-Atlantikflugzeugs „Centre 2234”
vgl. „Flugsport“ 1939 Seite 122.

Bugatti-Flugmotor, für Flügeleinbau geeignet, je acht Zylinder gegenüber-
liegend, 1500 PS bei 3000 U, Nockenwelle über den Zylinderköpfen mit Lader,
in der Konstruktion.

USA. erteilte folgende Aufträge: Armee: Allison Engineering Co. 1851 631 $
Flugmotore; Continental Motors Corp. 294200 $ Flugmotore; Pratt & Whitney

Piaggio Dreimotor P.23R, Archiv Flugsport
mit welchem 1938 2000 km mit 5000 kg Nutzlast mit 403 km/h gefiogen wurden.
Seite 46 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1940, Bd. 32

12834105 $ Flugmotore; Jacobs Aircraft Engine Co. 360000 $ Flugmotore Mo-
dell R 755—7 von 224 PS; United Aircraft Co. 200 000 $ Propeller und Steue-
rungsteile; Aluminium Co. of America 70729 $ Aluminbleche, Rohre und Profile;
Cheney Brothers 1338.0 $ Fallschirmseide; Bendix Corp. 191836 $ Starter;
Bendix Corp. 56284 $ Vergaser; Sperry Gyroscope Co. 1131260 $ Bord-
instrumente; General Electric Co. 878012 $ Verdichter für Motore; Aviation
Manufacturing Corp. 833880 $ Flugmotore.

USA.-Marine: United Aircraft Corp. 10966 $ Luftschraubenblätter; United
Aircraft Corp. 14806 $ Propeller; Lockheed Aircraft Corp. 117668 $ Flugzeuge;
Eclipse Aviation, Div. of Bendix Aviation Corp. 19778 $ Starter, elektrische und
für Handbetrieb, Flugzeuge. '

USA.-Sicherheitsvorrichtung, um bei Stürzen Aufschlagen des Kopfes auf
das Instrumentenbrett zu verhindern. Besteht aus zwei über die Schultern füh-
renden Metallgurten, welche an der Rückenlehne mit Federn befestigt sind. Die
Spannung kann durch einen neben dem Sitz befindlichen Hebel reguliert werden.

USA. Tucker 3000-PS-Versuchsmotor, Baukosten 500 000 Dollar, wovon die
Hälfte die USA.-Marine trägt, von Preston-Tucker, Ypsilanti, Michigan, gebaut,
zur Zeit im Probelauf. 24 Zylinder, alles in Stahl. Gewicht 1270 kg. Betriebsstoff-
verbrauch 190 & pro PS/h.

Elektrisch gesteuerter Geschützturm wird von der Firma Tucker, USA,,
entwickelt. Steuerhebel liegt direkt über der Waffe.

Douglas-Großbomber, 61 m Spannweite, Gewicht 70 t, Aktionsradius 9600
bis 11200 km, im Bau. Probeflüge für kommenden Sommer vorgesehen.

726 h (30 Tage) mit Betriebstoffaufnahme in der Luft flogen Clyde Schlieper
und Wes Carroll auf Cub Seeflugzeug mit 50 PS Continentalmotor im Oktober
1939 über Long Beach in Kalifornien. Die bisherige Dauer mit Nachfüllung be-
trug 653 h.

Pan American Airways hat seit 20. 5. 1939 am 18. 12. 1939 hundert Ozean-
überquerungen durchgeführt. Befördert wurden 1700 Fluggäste, 40 t Post. Die
Atlantik-Abteilung der Pan American hat 550 Angestellte, davon 90 Flugzeug-
führer. Der Dienst soll erhöht werden auf €mal in der Woche nach Lieferung der
bestellten 6 neuen Clipper, wovon der erste voraussichtlich im Herbst 1940 zur
Ablieferung kommen soll.

Daniel-Guggenheim-Gold-Medaille erhielt der Konstrukteur D. W. Douglas.

Curtiss P 42-Jagdilugzeug hat mit Pratt & Whitney-Doppelstern .1350 PS
620 km Höchstgeschwindigkeit erreicht. Mit 60%/0 Motorleistung 480 km/h. Spann-
weite 11,30 m, Länge 8,90 m. Fluggewicht 2350 kg. Bewaffnung 4 Browning
MG.s 53 von 13 mm, zwei im Rumpf über dem Motor, zwei im Flügel. Wie wir
bereits im „Flugsport“ 1939, Seite 555 und 572, berichteten, sollte die Geschwin-
digkeit mit 1000-PS-Allison-Motor 650 km/h betragen.

USA.-Transatlantik-Luftpost von den Engländern auf Bermuda-Inseln kon-
trolliert. Amerikanischer Protest wurde abgelehnt.

Insley, Ingenieur der Pratt & Whitney-Flugmotorenwerke, hielt auf der
Jahrestagung der Gesellschaft für Motoreningenieure in Detroit einen Vortrag,
in welchem er das deutsche Messerschmitt-Flugzeug als eines der besten der
Welt, gegen das es noch keine gleichwertige Gegenwaffe gäbe, bezeichnete.
Insley gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß diese Flugzeuge durch Massen-
angriff in der Lage wären, eine ganze Flotte zu vernichten.

Brasil. Luitverkehrslinie Sao Paulo—Rio de Janeiro, betrieben seit 30. 11.
1935 von der „VASP“ Luftverkehrsgesellschaft mit deutschen Junkers-Flugzeugen,
hatte am 7. 1. 1938 den 1000. und nun am Jahresende 1939 den 3000. Flug zu ver-
zeichnen.

. . . Archiv Flugsport
Piaggio Viermotor Bomber P. 50 II. von S. A. Piaggio, Genua.

„Flugsport” 1940 7 XXXIl. Jahrgang

NSFK-Schulgleiter-38.

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Zeichnung Flugsport as und Geradführung Steuerknüppel mit Steuerrohr

Nr. 3/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 47

Luftwaffe.

15.—17. 1.40. Oberk. d. Wehrmacht, keine Bekanntmachungen über Luftwafie.

Amsterdam, 16. 1. 40. (DNB.) Einer Reutermeldung aus London zufolge ist
der ehemalige Fischdampfer „Ivery‘“ in der Nordsee von einem deutschen Flug-
zeug angegriffen und versenkt worden. Die neunköpfige Besatzung des Schiffes
ist in einem schottischen Hafen gelandet.

Berlin, 18. 1. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte neben
Grenzüberwachungsflügen an der Westfront Aufklärungsflüge über der schot-
tischen Küste durch.

Berlin, 19. 1. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am Abend des 18. 1. fanden
Einflüge einzelner feindlicher Flugzeuge nach Nordwestdeutschland statt. Hierbei
wurde beim Ein- und Ausflug mehrfach holländisches Hoheitsgebiet überflogen.

Berlin, 20. 1. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Auf-
klärungsflüge gegen Großbritannien und Frankreich durch. Hierbei kam es bei
der Grenzüberwachung zu Luftkämpfen über dem französischen Frontbereich. Ein
deutsches Flurzeug ging verloren. Einzelne feindliche Flugzeuge flogen in der
Nacht vom 19. auf 20. 1. abermals über holländisches Gebiet nach Nordwest-
deutschland ein.

21.—24.1.49. Oberk. d. Wehrmacht, keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 25. 1. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Luftwaffenverbände führten
Jagdeinsätze an der Westfront und Aufklärungsflüge gegen Großbritannien durch.

Berlin, 26.1.40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte an
mehreren Frontabschnitten Aufklärungsflüge durch. Ein britisches Aufklärungs-
flugzeug vom Muster Bristol-Blenheim wurde bei dem Versuch, von Frankreich
aus in das Ruhrgebiet einzufliegen, in der Gegend von Duisburg abgeschossen.

Berlin, 27.1.40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Im Westen Spähtrupp- und
Artillerietätigkeit sowie Jagdüberwachung an der deutsch-französischen Grenze.

S Segelflug

Leistungs-Segelilug-Wanderpreise des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps
wurden für 1939 zugeteilt:
Klasse l— Streckensegelflug.:
21. 4. 39 NSFK.-Sturmführer Beck, R.f.S.Hornberg, 336 km
25. 5. 39 NSFK.-Hauptsturmführer Vergens, Sfl.S.Rhinow, 523,7 km
Klasse II — Zielstreckenflue.
21. 4. 39 NSFK.-Sturmführer Heinemann, Sil.S.Trebbin, 235 km
25. 5. 39 NSFK.-Standartenführer Kunz, Sil.S.Trebbin, 336 km
Klasse III — Doppelsitzer-Segelflug.
12. 5. 39 NSFK.-Hauptsturmführer Braeutigam,
NSFK.-Obertruppführer Meyer, Sfl.S. Großrückerswalde, Ziel-
streckenflug, 362 km
Klasse IV — Dauersegelflug.
21. 1. 39 NSFK.-Sturmführer Reukauf, Sil. S. Gitter, 12 h 30 min
11. 3. 39 NSFK.-Mann Mischke, Sturm 5/1 Palmnicken, 19 h 21 min
10. 7. 39 NSFK.-Truppführer Führinger, Stand. 112 Wien, 48 h 48 min
NSFK.-Mann Hofmann
Waldbrandthermik und Möglichkeit der Ausnutzung im Segelilug schildert
ESFK.-Stbf. Wagner. Auf dem Flug am 11. 6. 38 von Sorau nach Liegnitz war es
mit Aufwind recht schlecht. Die niedriren Wolken zogen von Sorau aus nur recht
schwach, und hinter Sprottau war es fast ganz aus, zudem ich nur noch 400 m
Höhe hatte und vor mir der große Sprottauer Forst lag. Ich flog vorsichtshalber
dem Boberlauf entlang und beobachtete dabei über den riesigen Wäldern eine
große Rauchentwicklung, die mit der Windrichtung dicht über dem Boden abzog.
Plötzlich bemerkte ich, daß die Rauchfahne die am Boden entlangschleichende
Bewegung änderte und steil nach oben abbog. Ich vermutete, daß mit dem plötz-
lichen Richtungswechsel der Rauchfahne eine Aufwindmöglichkeit verbunden sein
könnte und flog sofort in Richtung des Rauches. Mit nur 250 m Höhe kam ich
an der Stelle an. Sofort war ich von einem bläulichen Rauch umgeben. der ganz

Seite 48 „FLUGSPORT" Nr. 3/1940, Bd. 32

angenehm nach Harz und Waldbrand duftete — aber das wichtigste: das Vario-
meter kletterte bis auf 1,5 m/sec, und mit einer sicheren Ruhe stieg ich bis auf
1100 m Höhe. Unter mir sah ich dann, daß ein großes Gebiet von niedrigem Wald
brannte, das eine riesige Rauchentwicklung verursachte, dabei natürlich auch eine
thermische Ablösung zur Folge hatte, die für mich gerade im richtigen Moment
eintraf. Die 4 Mü-13-Flieger, Kurt Schmidt, Max Beck, Ludwig Hofmann und
Wiesehöfer, welche schon in Liegnitz waren, glaubten es kaum, daß ich bei dem
miesen Wetter von Sorau nach Liegnitz kam. Als ich dann von dem Waldbrand
erzählte, meinte einer spaßhalber, der Waldbrand sei für mich eigens angelegt
worden, nachdem ich in den Bereich der NSFK.-Gruppe 6 (Schlesien) gekommen
war, für die ich als deren Angehöriger am Wettbewerb teilnahm.

Führer der Mannschaft Treuberg NSFK., Gr. 14 Bayern Süd, berichtet über
Flugtag 28.7. 38:

Endlich abends 8 U. als allerletzte, kam die Landemeldung, nachdem
unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt worden war. Von überallher kamen
die Landemeldungen, von Berlin, von der Ostsee. Wir waren wirklich froh, als
wir Gewißheit hatten: Wöllnitz 5 km südlich Jena. Sofort ging’s los und nachts
143 U. waren wir in Jena. Aber die Suche nach dem berühmten Wöllnitz dauerte
noch über eine Stunde. Kein Mensch auf der Straße. Dann trafen wir einen ein-
samen Fußgänger. Wir wären ganz verkehrt. Wöllnitz läge auf der anderen
Seite der Saale. Also wir wieder rein nach Jena, über die Brücke und weiter-
gesucht. Endlich finden wir wieder einen freundlichen Einwohner: „Wöllnitz?
Wöllnitz liegt drüben auf der anderen Seite des Flusses“ (wo wir eben herge-
kommen waren!). Aber nach längerer Irrfahrt und unter Mithilfe eines Postboten
fanden wir doch noch hin. Friedlich lag die Maschine, bereits abmontiert, auf der
Wiese. Von unserem Flugzeugführer war weit und breit nichts zu sehen. Wir
wollen erst verladen und dann erst den Piloten ausfindig machen. Gerade wollen
wir den Rumpf abheben, als sich plötzlich die Führerhaube auftut und unser Treu-
berg uns friedlich guten Morgen wünscht. Es gehört schon ein gesunder Schlaf
dazu, in dem engen Gehäuse eines Segelflugzeugrumpfes sich gesundzuschlafen.
Gegen 9 U. waren wir wieder auf der Kuppe. Eine anerkennenswerte Leistung
unseres Piloten, 2 Ueberlandflüge an einem Tag, dabei der anstrengende Rück-
schlepp während der Mittagszeit, 4 St. Ausfall während der besten Thermik: und
dabei trotzdem noch über 200 km zu schaffen.

Southern California Soaring Association, Vorstand seit 10. 11. 39: Dr. W.
Klemperer, Präs. Stephens und Bailey Vice-Präs. Hepburn Schatzmeister, Blates,
Buxton und Charles McReynolds Direktoren.

USA Winter-Segelilug-Wettbewerb in Elmira am 24.—26. 11. 39 veranstaltet
vom Elmira Area Soaring Corp. Teilnehmer: Chester Decker, Stanley Smith,
Hudson Valley Gliding and Soaring Club mit 10 Piloten und 2 Flugzeugen, Tri-
Cities Gliding Club, Elmira Gliding Club, Don Lawrence, Henry Wightman, Floyd
Sweet, Lawrence Edgar, Harland McHenry, Gustav Scheurer und James Barton.

A 0 zn Iı P 0 Rho
\ u ur - Post. B ß su KW rma 26 sum
LE rar u I Yy Gamma A ve Lambda T T Tu
A6 Mu My Y » vosien

Spitzengeschwindigkeit vgl. Ergeb- eosin N m “ (0) Om
nisse der Luftschraubenforschung „Flug- Ee Zen ey X 7
sport“ Nr. 24, S.'566. zc= 5 5 X“

Eta mikron Ps;

Griechische Buchstaben finden Sie H n 00° Fy

nebenstehend. 4” In’ 2 w u
Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)
Die Junkers-Lehrschau. Eine Führung durch die Lehrschau der Junkers
Flugzeug- und -Motorenwerke AG., Dessau. 154 S. m. etwa 230 Abb., 2. Auflage.
Die in den Junkers-Werken, Dessau, eingerichtete Lehrschau. ist .kein
Museum. sondern eine Zusammenstellung belehrender Schaustücke, um dem

Nr. 3/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT"* Seite 49

heranwachsenden Werksnachwuchs zu zeigen, wie sich die heutigen Flugzeuge
und ihre Bauweisen entwickelt und wie sie sich bewährt haben. Man erlebt bei
einem Rundgang bzw. beim Durchlesen dieser Schrift die systematische Ent-
wicklung des Junkers-Flugzeugbaues, der Motoren, Flugzeugteile und alles, was
dazu gehört. Am 1. 2. 1940 sind es 30 Jahre her, daß Prof. Hugo Junkers ein
Patent auf ein nur aus einem Flügel bestehendes Flugzeug erteilt wurde. Die in
dieser Patentschrift niedergelegten Gedanken eilten damals ihrer Zeit weit
voraus und wurden zur Grundlage für die später in der ganzen Welt bekannt-
gewordene „Junkers Bauweise“. Diese hat bekanntlich die gesamte Flugzeug-
entwicklung bis auf den heutigen Tag maßgeblich beeinflußt. Die Junkers Flug-
zeusforschung kann also am 1. 2. 1940 auf eine 30ijährige Vergangenheit zurück-
icken.

I Volo Veleggiato E I Suo Regno von Plinio Rovesti. Herausgegeben von
der Reale Unione Nazionale Aeronautica.

Die vorliegende Denkschrift mit einem Vorwort des Leiters des italienischen
Segelflugwesens, Oberst Nannini, gibt einen Ueberblick über die Entstehungs-
geschichte des italienischen Segelflugwesens und enthält Beiträge in Flugphysik
und Meteorologie.

Luftfahrt-Forschung Bd. 17 Lig. 1, herausgeg. v. d. Zentrale für wissenschaft-
liches Berichtswesen über Luftfahrtforschung (ZwB.), Berlin-Adlershof. Verlag
R. Oldenbourg, München. Preis RM 2.50.

Der 1. Lieferung 1940 liegt das Inhaltsverzeichnis für Bd. 16 bei. Enthält
ferner: Beiträge z. Theorie d. ebenen Potentialströmungen um Leitwerksprofile
v. F. Lösch; Auftrieb u. Moment v. Leitwerksprofilen endlicher Dicke verschwin-
denden Spalts v. W. Weinberger; Geschwindigkeitsfeld in d. Umgebung eines
Leitwerksprofils endlicher Dicke verschwindenden Spalts v. H. Menzel-Rogner:
Auftrieb u. Moment d. geknickten Platte m. Spalt v. AH. Söhngen; Auftrieb u.
Moment eines unsymmetrischen Doppelflügels v. F. Lösch; D. beschleunigungs-
unabhängige Pendel v. einem Freiheitsgrad auf einer Kleinkreisbahn v. E. Schmid.

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sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M., reis 80 a

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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 4 14. Februar 1940 XXXIN. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 28. Februar 1940
Rundblick.

Die englischen und französischen Flugzeitschriften bringen über-
haupt nichts Neues mehr. Die technische Ausbeute beim Durchlesen
der Nummern des letzten Vierteljahres ist fast Null. Die meisten
Zeitschriften führen Klage über die Zensur. In französischen Faclı-
zeitschriften sieht man verschiedentlich Zensurlücken. Der zusam-
mengeschrumpfte technische Teil wird öfters mit Abhandlungen aus
der alten Zeit von 1910 ausgefüllt.

Jede flugsportliche Betätigung ist bei den feindlichen Ländern
eingestellt. Verkehrsflugzeuge, wie bei uns in Deutschland, werden
infolge dringender Kriegslieferungen kaum noch gebaut. Statt dessen
bemüht man sich, Flugzeurkäufe im Ausland zu tätigen, die ver-
schiedentlich nicht zur Durchführung gelangen, da die neuesten
Typen in USA geheimgehalten und nicht ins Ausland verkauft wer-
den sollen. Im übrigen haben, wie aus Holland berichtet wird, die
britische und die französische Regierung infolge beschränkter Gold-
und Devisenvorräte ihre Rüstungsaufträge in einem Rahmen ge-
halten, der den Erwartungen der USA-Firmen nicht entspricht.
Durch französisch-englisches Zusammenarbeiten werden auch die
Preise erheblich gedrückt. Verschiedene Anzeichen deuten darauf
hin, daß weitsichtige Firmen in USA, welche die Zweifelhaftigkeit
des Kriegsgeschäftes erkannt haben, wieder beginnen, ihre Ent-
wicklungsmöglichkeit auf Verkehrsflugzeuge umzustellen.

Segelflugzeug-4-Sitzer 108-16 (EW 2).

Die großen Erfolge mit dem Segelflugzeugmuster EW 1 und die
Auszeichnung mit dem ersten Baupreis im Rhönsegelflug-Wettbe-
werb 1937 veranlaßten den Konstrukteur Ernst Weber und seine
Kameraden, trotz der großen Anforderungen im Dienst bei der
Firma Ernst Heinkel Flugzeugwerke, Rostock, in ihrer Freizeit ein
neues Segelflugzeugmuster zu entwickeln. Das Flugzeug wurde in
einer selbst gemieteten Werkstatt mit großen Selbstkosten gebaut.

Das Segelflugzeugemuster 108—16 (Abb. 1—-6) ist eine Weiterent-
wicklung des Segelflugzeuges EW 1. Um für Versuchs- und For-

Diese Nummer enthält Din-Sammlung Nr. 7.
Seite 52 „rLUGSPORT“ Nr. 4/1940, Bd. 32

schungszwecke außer der Besatzung Instrumente oder sonstige
Sicherheitsgeräte mitführen zu können, wurde die Maschine 4sitzig
mit 2X2 nebeneinanderliegenden Sitzen mit einer Gesamtzuladung
von 320 kg bei einem Rüstgewicht von 360 kg gebaut.

Als Schulterdecker mit leichtem Knickflügel sind die Tragflächen
freitragend mit gutem Flügelübergang an das Rumpfmittelstück
außerhalb des Rumpfes angeschlossen.

Das Flügelprofil läßt sich durch 2 hintereinander angeordnete
Klappen (Abb. 3) in der Profilwölbung verstellen. Die innengelegene
Klappe wird durch Seilübertragung und Spindelantrieb mittels eines
Handrades vom Führerstand aus angetrieben. Die hintere Klappe
steuert sich durch Stoßstangenantrieb über ein Uebersetzungsver-
hältnis selbsttätig. Das Flügelprofil kann vom Führerstand aus be-
liebig eingestellt werden. Bei Streckenflug werden beide Klappen
nach oben gezogen, das Flügelprofil gestreckt, das Flugzeug hat
weniger Widerstand und wird schneller, die Gleitzahl günstiger. Bei
Steigflug werden die Klappen nach unten angestellt und der Auftrieb
erhöht. Für den Landevorgang läßt sich die hintere Klappe als
Landeklappe anstellen. Die Querruder verstellen sich automatisch
mit den Verstellklappen des Flügelprofils, so daß sich die Verände-
rung des Profils über den gesamten Flügel erstreckt.

Die Bremsklappen werden durch Seil- und Hebelübertragung
flachliegend auf der Ober- und Unterseite des Flügelprofils erst von
dem Profil 80 mm entfernt abgehoben und schwenken dann als
Widerstand in den Luftstrom. Dadurch, daß sich die Klappen erst
dann anstellen, wenn sie vom Flügelprofil abgehoben sind, wird er-
reicht, daß die Strömung auf dem Flügelprofil keineswegs gestört
wird und keine Bremsklappenschwingungen entstehen.

Der Rumpf (Abb.4 u.5) ist bis auf die Hauptträgerteile Duralrohr-
konstruktion. Die Rohre werden an den Knotenpunkten durch Blech-
laschen mit Schubnippelverbindung angeschlossen, im hinteren
Rumpfteil durch Hohlnieten. Durch diese Schraubverbindungen kön-
nen jederzeit Rohre oder ganze Bauteile ausgewechselt werden. Ein
Stahlrohrgitterwerk für die Tragflächenaufnahme ist ebenfalls durch
Blechlaschen und Schraubverbindung an den Rumpf angeschlossen.
Das Stahlrohrgitterwerk ist wegen seiner großen Kraftaufnahme
nach dem Schweißen geglüht, damit spannungsfrei, und dann auf
90 kg Festigkeit vergütet. Die Führerräume sind reichlich groß be-
messen, so daß bei Dauerflügen für gute Bequemlichkeit der Flug-
zeugführer Sorge getragen wurde. |

Zwei Sitze nebeneinander sind vor dem Hauptspant und zwei

Abb. 1. Segelflugzeug-Viersitzer 108—16 (EW 2).

Werkbilder

Nr. 4/1940, Bd. 322  „FLUGSPORT“ Seite 53

nebeneinander hinter dem Hauptspant. Die Sitze sind so ausgebildet,
daß Sitz- und Rückenfallschirme verwendet werden können. Als
Einstieg für die beiden vorderen Sitze dient das Dach im Wind-
schutzaufbau. Für die beiden hinteren Sitze sind in der Rumpiseiten-
wand beiderseits Einstiegtüren.

Für die beiden vorderen Führersitze sind Doppelsteuer ein-
gebaut. Steuerknüppel und Fußpedale lassen sich jedoch durch Ba-
jonettverschluß jederzeit abschließen. Das Instrumentenbrett ist gut
sichtbar angeordnet und die Instrumentierung ist gleich einer Motor-
maschine.

Der Windschutzaufbau ist so ausgebildet, daß er gleichzeitig als
Rumpf- und Flügelübergang dient und daß er trotz guter Sicht wenig
Widerstand bietet. Das Rumpfnasenteil ist vor Windschutzaufbau
und Rumpfrücken entsprechend dem Flügelübergang mit einem
leichten Holzgerüst formgebend verkleidet (Abb. 4). An den Rumpf-
seiten und am Rumpfboden sind Stoffleisten angebracht und der
ganze Rumpf mit Stoff bespannt.

Ein an dem Hauptspant angreifendes Einbeinfahrwerk läßt sich
vom Führerstand aus durch Handhebel ein- und ausschwenken.
Trotzdem wurde für Landungen

auf schlechtem Gelände eine
Leichtmetallkufe aus 2,5 mm
Duralblech abgefedert vor das
Laufrad gebaut. Sämtliche
Kräfte vom Flügel und Fahr-
werk werden direkt vom Haupt-
spant aufgenommen.
II ——
N
Abb. 3. Segelflugzeug-Viersitzer 108-16 Br N
(EW 2). Profilwölbung Verstellung E
durch zwei Klappen. Werkbild
Mimmkl.
Tinmkt.
OS 2000 1500-1-390
Gremsklappe 8
Abb. 2.
Segelflugzeug EW 2
Viersitzer.
] Zeichnung Flugsport

—
287

1 —  —

"629:

Seite 54 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1940, Bd. 32

Die Tragflächen sind Holzbauweise (1holmig). Der Kastenholm
ist ander Wurzel 120 mm breit und 360 mm hoch. Die Flügelnase ist
mit Sperrholz von 3,5 mm Stärke an der Wurzel auf 1 mm am
Flügelende diagonal beplankt. Die Holme für sämtliche Ruder und
Steuerungsklappen sind als Sperrholzröhren ausgebildet. Die Rippen
der Steuerungsklappen sind als Sperrholzlaschen an die Sperrholz-
röhren angeschlossen. In Anbetracht der Größenverkhältnisse konn-
ten die Klappen leicht, jedoch drehsteif gebaut werden, da die Dreh-
kräfte von der Sperrholzröhre direkt aufgenommen werden.

Um eine möglichst elliptische Auftriebsverteilung beizubehalten,
wurde die Flügeltiefe in der äußeren Hälfte durch Herausziehen des
Querruders vergrößert, wodurch die Querruderwirkung wesentlich
erhöht wurde. Um die Querruderkräfte herabzusetzen, sind an den
tiefsten Stellen der

QOuerruder Ent-
lastungesklappen
angebracht. Im
Flügel werden die
Ouerruder durch
Seile und im Flü-

geldurchbruch
durch Stoßstangen
angetrieben.

Das Höhenleit-
werk (Abb. 6) ist
2teilie gebaut, so
daß die Ruder
rechts und links
austauschbar sind.
Die Flossenhälften
mit Ruder werden
jeweils seitlich am
Rumpf durch 2
Bolzen festgehal-
ten. Das Ruder
selbst schließt sich
bei der Flossen-
montage automa-
tisch an.

Bei der nur
kurzen Flugerpro-
bung wurden gün-
stige Ergebnisse
erzielt, so daß bei
richticem Einsatz
des Flugzeuges
gute Leistungen
zu erwarten sind.

Segelflugzeug - Viersit-
zer 108—16 (EW2).
Oben Abb. 4: Vorder-
teil zum Stahlrohr-
rumpf. Mitte Abb. 5:
Rumpfhinterteil. Unten
Abb. 6: Leitwerk.
Werkbilder

Nr. 4/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 55

Spannweite 21,58 m, Länge 8,56 m, Höhe 1,40 m, Fläche 34,6 m?,
Flächenbelastung 15,6 ke.

Ital. Schulflugzeug S. A.I. Ambrosini 10 „Grifone“,

Die R. U. N. A. hat für Schulungszwecke von Ambrosini ein
Leichtflugzeug einfachster Bauart in Gemischtbauweise, leicht repa-
rierbar, billig in der Herstellung und Unterhaltung und leicht zu
fliegen, bauen lassen. Flügel freitragend, Profil NACA 230, durch-
gehend, Kastenholm mit Torsionsnase. Hinten Hilfsholm. Mittlerer
Teil der Flügelhinterkante mit Rücksicht auf Sicht ausgespart. Flü-
selverbindung mit Rumpf durch Baldachin. Flügelhinterkante in
Augenhöhe.

Rumpf-Sitze nebeneinander, Hinter-
kante Flügel. Motor CNAD 4 von 60 PS
mit gegenüberliesenden Zylindern, um
Gewicht auszugleichen, weit nach vorn
verlagert. Geteiltes Fahrwerk, bestehend
aus zwei an den Rumpfholmen angelenk-
ten V-Streben und Stoßaufnehmerstrebe
nach dem vorderen Knotenpunkt des Bal-
dachins am oberen Rumpfholm führend.

Flügel des ital. Schulflugzeugs S. A. I. Ambrosini 10
„Grifone“, Werkbild

Ital. Schulflugzeug S. A. I. Ambrosinil0 „Grifone“

Zeichnung Flugsport

Ital. Schulflugzeug S. A.I. Ambrosini 10 „Grifone“. .  Werkbild
Seite 56 „FLUGSPORT"“ Nr. 4/1940, Bd. 32

Ital. Schulflugzeug S. A.I. Ambrosini 10 „Grifone“. Motor CNAD/4 4 Zyl. 60 PS.
bein = 2100. Werkbild

In obiger Abb. erkennt man die vorstehende Motorzylinder-
Stromlinienverkleidung mit Oeffnungen für Kühlluft. Höhenruder nicht
ausgeglichen, mit Trimmklappen. Seitenruder kleine Ausgleichsfläche.

Spannweite 10,30 m, Länge 6,5 m, Höhe 2,10 m, Fläche 14 32 m?.
Leergewicht 330 kg, Fluggewicht 550 kg, Flächenbelastung 38 ke/m?,
Leistungsbelastung 9,2 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit 160 km/h,
Lande- 65 km/h, Reichweite 400 km, theoretische Gipfelhöhe 7000 m,
praktische 5000 m. Sicherheit 7.

USA. Martin-Bomber Modell 167 W.

Gegenüber dem Martin-Bomber Typ 166, vel. „Flugsport“ 1938,
Seite 504, zeigt der Typ 167 W unverkennbaren Einfluß des deut-
schen Kriegsflugzeugbaus und erinnert an die Baumuster Do 17 u.a.
Die Vollsichtkanzel hat Plexiglasverkleidung, die Hauptsichtscheiben
im Führersitz Glas. Die Besatzung ist in dem vorderen Raum des
Rumpfes zusammengedrängt. MG.- und Bombenvisierstand vorn,
ausfahrbare MG.-Nester Hin-
terkante Flügel im Rumpf
oben und Rumpf unten. Füh-
rerauf der linken Rumpiseite.

Rumpf Leichtmetallbau-
weise aus drei Teilen, Nase,

—ı

Rumpfmittelstück und
Schwanzstück. Formprofil-
ringe. Schalenbau. Einfaches
Seitenleitwerk. Landeklap-
pen, Querruder, Seiten- und

Höhenruderbetätigung durch
Kabel.

USA. Martin-Bomber
Modell 167 W.

Zeichnung Flugsport

Nr. 4/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 57

USA. Martin-Bomber Modell 167 W. Archiv Flugsport

Flügelanordnung Mitteldecker. Flügelprofil NACA Profil 23014
nach den Enden sich verjüngend auf Profil 23008,3. Flügel dreiteilig,
Mittelstück mit Ansatzflügeln und abnehmbaren Flügelspitzen. Mit-
telstück mit Mittelflügel und Rumpf aus einem Stück. Enthält Motor
und Fahrwerkeinbauten. Ferner zwischen den Holmen Betriebsstoff-
behälter zu beiden Seiten des Rumpfes 1130 1.

Fahrwerk in die Motorverkleidung hydraulisch hochziehbar.
Spurweite 3,9 m.

Bewaffnung zwei bewegliche MG.s und vier feste MG.s 30 Ka-
liber in den Flügeln. Bombenlast 560 kg. Bombenmagazin im Rumpf
Unterseite mit Klappen, die hydraulisch betätigt werden.

Zwei Pratt & Whitney-Twin-Wasp-R-1830-Motoren von 1050
PS in Seehöhe und 1000 PS in 3400 m Höhe.

Spannweite 18,4 m, Länge 14 m, Höhe 4,8 m, Fläche 49 m?, Flug-
gewicht 6850 kg, Leergewicht 5000 kg. Max. Geschwindigkeit 430
km/h in Seehöhe und 490 km/h in 3900 m, Gipfelhöhe 8700 m, mit
einem Motor 4300 m. Steigfähigkeit 600 m/Min.

Von USA. wurden einige Martin-Bomber, und zwar der Typ
167 F, der sich von dem 167 W kaum unterscheidet, an Frankreich

geliefert und an der Front eingesetzt.

L’Orange Diesel-Motor.

Dieselmotor ohne Einspritzpumpe ist von Dr.-Ing. e. h. Prosper L’Orange
aus seinem Nachkammerpatent (1908) entwickelt worden.

Einspritzen durch Pumpe wird bei neuem Verfahren durch Einspritzen
mittels Differenzendruck ersetzt, der durch Strömen von Gas vom einen in
den anderen Raum entsteht (Abb. 1). Während Saughub wird Brennstoff über
federbelastetes Drosselventil in Nebenkanal gesaugt, der während Verdichtungs-
hubes zum Teil in Nebenkammer einspritzt und zerstäubt. Verdichtungswärme
zündet Kaınmerinhalt bei hohem Druckanstieg.

Der aus Nebenkammer herausschießende Gasstrahl reißt Rest des Brenn-
Seite 58 „rLUGSPORT“ Nr. 4/1940, Bd. 32

stoffes im Nebenkanal zerstäubend in den Zylinder mit. Angenäherte Gleich-
druckverbrennung findet dann bei auswärts bewegtem Kolben statt (Abb. 2).

j NND

24 Y
Abb. 2.
N Die verschiedenen
Phasen des Ein-
> Ir “ spritzvorganges.
Einspritzen in
I die Kammer
Zeichnungen Flugsport — MRTFTRTRTREE,

IKK
Abb. 1. Das neue Verfahren V
in schematischer Darstellung.
8 atü Abbildung 3, Indikator-Diagramm vom
l. arbeitenden Viertakt-Versuchsmotor mit
300 cm?. Schaubild zeigt am Ende der Ver-
dichtung in Nachkammer eine Vorverbren-
— Hauptraum nung bei 85 atü. Steiler Druckanstieg macht
— Nebenkammer eikenntlich, daß Brennstoffrest in Hauptraum
n= 2300 U/min eluspritzt, wo Höchstdrücke bei Verbrennung
Pme® 6 kglcm2 mit 65 atü entstehen, wie bei kompressor-
losen Maschinen üblicher Bauart.

65atü

a Abb. 3. Druckverlauf in der Kammer und im
Hauptraum des ersten Versuchsmotors.

Grenzschicht und Turbulenz am Vogelgefieder.

Das Vogelgefieder ist im Gegensatz zum Säugetierhaar aus Kriechtier-
schuppen hervorgegangen. Die fertig ausgebildete Feder ist ein totes, dem Stoff-
wechsel entzogenes Gebilde. Verletzungen und Abnutzungen der Feder können
nicht durch Wachstumsvorgänge innerhalb der fertig ausgebildeten Feder aus-
geglichen werden, sondern nur dadurch, daß die ganze Feder abgestoßen und
durch eine neue ersetzt wird. Die Mauser der Vögel hat in der Hauptsache die
Bedeutung, abgenützte Federn durch neue zu ersetzen; die Mauser findet bei
den meisten Vögeln nur einmal im Jahre statt; schon daraus geht hervor, daß
eine Analogie zum Sommer- und Winterpelz der Säuger zu wärmeökonomischen
Anpassungen nicht das Wesentliche bei der Sache ist; werden doch bei der
Mauser auch die Schwungfedern und die über diesen liegenden Deckfedern ge-
wechselt, Federn also, die für die Wärmeökonomie des Körpers belanglos sind.
Das Kleingefieder des erwachsenen Vogels hat, abgesehen von der Mauserzeit,
eine annähernd konstante Masse und ein annähernd konstantes Volumen. Der

Finspritzen in
—d Arbeits-

raum

flugfähige Vogel hat ein sehr umfangreiches Kleingefieder von steif-elastischer:

Beschaffenheit und glatter Oberfläche, das ihm die (Gestalt eines Stromlinien-
körpers gibt. Schwungfedern und Kleingefieder sind nach ihrer Entstehungs-
geschichte, ihrem Bildungsmaterial und ihrem Feinbau mit kapillarem Lücken-
system nicht von einander verschieden; auch ihre Funktion in aerodynamischer
Beziehung ist grundsätzlich gleich, insofern beide Energieübertragungsmittel ver-
möge ihres Feinbaues und ihrer Elastizität darstellen. Sie übertragen Energie
auf die Luft und empfangen auch Energie aus der Luft,, durch deren Strom sie
in Spannung versetzt werden. Nur durch Vermittlung der toten Feder überträgt
der fliegende Vogel Energie auf die Luft. j

Die meisten Fledermäuse sind weit davon entfernt, als Stromlinienkörper
gelten zu können (enorm große äußere Ohren, Säuggeschäft während des Beute-
fluges). Die unmittelbare Anpassung an den Flug bezieht sich bei der Fleder-
maus nur auf den eigentlichen Flugapparat. Die Flushäute der Fledermaus sind
aber lebende Substanz mit einem vorzüglichen Tastvermögen, das beim Fluge
den Luftstrom während seines ganzen Verlaufes über die Flughaut zwischen
den gelenkigen Fingern unmittelbar ertastet. Der anatomische Formenreichtum
der verschiedenen Fledermausarten ist außerordentlich groß; es gibt unter ihnen
auch größere Tiere (bis 1,50 m Spannweite): manche fliegen sehr langsam, andere

Nr. 4/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 59

sehr geschwind; ihre Fluggewandtheit ist lehr groß; die „frühfliegende‘ Fleder-
maus, die bereits Stunden vor Sonnenuntergang in bedeutender Höhe fliegt, ent-
geht dem Baumfalken, dem die Schwalbe zum Opfer fällt. Sicher üben die Fleder-
mäuse alle Flugkünste, die ihre anatomische Organisation ermöglicht. Sie würden
wenigstens in ihren größeren Formen auch zum dynamischen Segeln im Laufe
ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung gekommen sein, wenn die anatomi-
schen Voraussetzungen in ihrer Anlage vorhanden gewesen wären. An den
geistigen Leistungen liegt es nicht, wenn sie nicht dazu gekommen sind; denn
die Vögel stehen unter den Fledermäusen; und schon die alten Flugechsen sollen
teilweise gesegelt haben, obwohl sie noch tief unter den Vögeln standen. Aber
alle Fledermäuse scheuen starken Wind und keine kann segeln. Das Mittel, das
zu dynamischem Segeln verhilft, ist demnach, wenigstens für jetzt lebende Flug-
tiere, das Gefieder. Bei Zunahme des Gegenwindes nimmt die Spannung des
ganzen Gefieders zu; der segelnde Vogel wird durch den zunehmenden Gegen-
wind nicht zurückgeworfen, weil dann die Luftstromgeschwindigkeit sofort auch
über und unter dem ganzen Flügel zunimmt und damit zugleich die Spannung
des ganzen Flügels und seine Vortriebsleistung. Bei Abnahme des Gegenwindes
entspannt sich das ganze Gefieder, das bei der Gegenwindzunahme gespannt
worden war; durch die Entspannung gibt das Gefieder seine Spannungsenergie
an die umgebende Luft ab, die dadurch nach hinten beschleunigt wird. Der Vogel
erhält also durch die Entspannung Impuls nach vorn. Dieser Impuls würde aber
kaum praktisch zur Geltung kommen, wenn z. B. bei einem Seesturm starke
Reibung und Sogwirkung auftreten würden. Mouillard erzählt: Während eines
furchtbaren Sirokko „iagten die Sturmvögel und Möwen ganz nach Belieben, voll
in ihrem Element, in rasender Geschwindigkeit über den Wogen mit einer un-
beschreiblichen Leichtigkeit“. (Ahlborn, Der Segelflug, Zeitschr. für Flugtechnik
und Motorluftschiffahrt, Beiheft, Juli 1921, 5. Heft, S. 17 b, unterstes Viertel). —
Freilich könnte an sich keine noch so zweckmäßige Gestalt und Oberflächen-
beschaffenheit Grenzschicht und stärkere Reibung verhindern, wenn nicht be-
ständig vom Luftstrom am Gefieder oder umgekehrt gearbeitet würde.
Dr. med. Wilhelm Frölich.

= SAONSIRUKTIONS
“PINZELHEITEN

Propeller-Enteiserhaube.

wird von der Aircraft Accesories Siebenthaler
Division, Kansas City, in 20 und 50 Zoll Durch-
messer, passend für Zwei- und Dreiblatt Cur-
tiss- und Hamilton - Standard - Schrauben ge-
liefert.

Die Haube wird unter Zwischenschaltung
von Gummistoßaufnehmern zu beiden Seiten
der Flügelwurzel elastisch gelagert. Diese La-
gerung gestattet, daß sie während des Um-
laufes schwimmend sich selbst auswuchtet.
Die Motorschwingungen werden durch diese
elastische Lagerung von der Haube fernge-

. halten. Etwaiger Eisansatz wird durch die
USAPropeller-Enteiserhaube schwimmende Lagerung ausgeglichen und

durch entstehende Un-
wuchten und Biegungen
in der Haube soll das Eis
abgeworfen werden.
Haubenbeiestigungs-
zlieder müssen so gestal-
tet sein, daß sie eine
Ausdehnung der Haube
gestatten und auch mög-
lichst Vibrationen nicht
übertragen. Neben-

2

|
Nuauunle,
Ü
Seite 60 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1940, Bd. 32

stehende Abbildungen zeigen einige Ausführungsformen, wie sie an USA-Motor-
montierungen üblich sind.

Entweder sind gelenkige Glieder eingeordnet oder eine Gummiunterla®e
gestattet die durch Wärmeausdehnungen u. a. hervorgerufenen Verschiebungen.

Rollieldroste, gitterförmi-
ger Bodenbelag, um die Gras-
narbe zu schonen und durch-
weichte Flugplatzstellen nutz-
bar zu machen und um das
Einsinken von Flugzeugen und
Kraftwagen zu verhindern,
werden auf französischen Flug-
plätzen versucht.

Schneepflüge in USA muß-
ten in diesem Winter in er-
höhtem Maße auf Flugplätzen
eingesetzt werden. Man ver-
wendete einen normalen Schnee-
pflug mit Schaufelradschleuder,
wie die nebenstehende Abbil-
dung zeigt. Der Schnee wird
durch die Pflugschar zum Schau-
felrad transportiert, wo er in
großem Bogen auf die rechte
Seite, außerhalb der Fahrbahn
geschleudert wird. Einrichtun-
gen, wie sie in Deutschland
seit Jahren in Gebrauch sind.

USA.
Schleuder-
Schnee-

Inland. |
Goethe-Medaille verlieh der Führer Prof. Prandtl für seine außerordentlichen
Verdienste um die Schaffung der wissenschaftlichen Grundlagen der Strömungs-
forschung anläßlich seines 65. Geburtstages. am 4. 2. 40.

Nr. 4/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 61

Ausland.

Holland-USA-Luiftverkehrslinie, für die die niederländische Regierung in USA
bereits eine Konzession nachgesucht-hat, soll ein Syndikat aus folgenden Firmen
gebildet werden: K.L.M., Fokker und Holland-Amerika-Linie, welche ihre Orga-
nisationen in Europa und den Vereinigten Staaten hierfür bereitstellt.

Mailand—Tripolis, der Aviolinee Italiane, Flugzeit 7 Std. Ab Mailand
8.15 h Montags, Mittwochs und Freitags, ab Tripolis Dienstags, Donnerstags und
Samstags. Die Strecke Rom—Tunis der Ala Littoria wird bis Tripolis ausgedehnt.

Caproni 313 I.S. Wasserfilugzeug mit 2 Piaggio-P.-XVI-Motoren von 630 PS
in 3500 m. Tiefdeckerbauart, halbdickes Profil, Gemischtbauweise. Spannweite
16,20 m, Länge 13,44 m, Höhe 4,40 m, Flügelinhalt 38,70 m?. Leergewicht 4000 kg,
Nutzlast 1600 kg. Höchstgeschwindigkeit 400 kmh in 4000 m. Steigt auf 4000 m
in 16 min. Reichweite 900 km, Gipfelhöhe 6000 m.

Isotta-Fraschini „Gamma RC 35“, 12 Zyl., V-Form hängend, luftgekühlt,
Typenprüfung beendet. Gewicht trocken 400/420 kg. Leistung am Boden 4£0 PS
bei 2500 U. Startleistung 515 PS bei 2500 U. Max. Leistung 540 PS. Bohrung
125 mm, Hub 130 mm. Mit Untersetzungsgetriebe und Kompressor.

Brüssel—Franz. Kongo, während des Krieges von Brüssel bis Marseille mit
der Eisenbahn. Von dort ab mit Flugzeug.

Argentinien, Zivil-Luftverkehr. Leiter ietzt Ing. Maior Francisco Arteaga,
früher in der Direktion der staatlichen Flugzeugwerke in Cordoba.

Brisbane (Australien) soll als Flugboot-Basis ausgebaut werden.

USA. Stearmann XA-21 Zweimotor-Hochdecker. Motoren Pratt & Whitney
1400 PS, 4 Mann Besatzung, Großgewicht 9 t. Spannweite 19,5 m. Vergleiche
„Flugsport“ 1939, S. 214 und 467.

Luftwaffe.

28. u. 29. 1. 40. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luft-
waffe.

Berlin, 30. 1. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Rahmen der Aufklärungs-
flüge der Luftwaffe in der Nordsee wurden am 29. 1., wie schon durch Sonder-
meldung bekanntgegeben, feindliche Geleitzüge bewafineter Handelsdampfer und
Vorpostenboote angegriffen. Trotz stärkstem feindlichen Abwehrfeuer und der
Gegenwehr britischer Jagdverbände wurden sieben feindliche bewaffnete Han-
delsschiffe und zwei Vorpostenschiffe vernichtet. Ein feindlicher Jäger wurde bei
Hartlepool abgeschossen. Sämtliche eigenen Flugzeuge sind wohlbehalten zurück-
gekehrt.

Berlin, 31. 1. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Flugverbände
wurden auch im Laufe des 30. Januar zur Aufklärung über der Nordsee und der
englischen Küste von den Orkneys bis zur Themsemündung eingesetzt. Hierbei
wurden — wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben — wiederum sieben
bewaffnete Handelsschiffe versenkt, ein weiteres schwer und mehrere andere
leicht beschädigt. Außerdem wurden zwei britische Vorpostenboote zum Sinken
gebracht. Trotz stärkster Flakabwehr von den angreifenden Schiffen und trotz
Einsatzes zahlreicher feindlicher Jäger wird nur ein eigenes Flugzeug vermißt.

Berlin, 1. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe setzte
die Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien fort. Das englische Vorpostenboot
Seite 62 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1940, Bd. 32

„East Dudgeon“ ist von deutschen Flugzeugen versenkt worden. Acht Mann der
Besatzung sind ertrunken.

2. u. 3. 2. 40. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luft-
waffe.

Berlin, 4. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie bereits durch Sonder-
meldung bekanntgegeben, hat die deutsche Luftwaffe im Rahmen der Aufklärung
über der Nordsee am 3. 2. britische Kriegsfahrzeuge und bewaffnete oder im Ge-
leit fahrende Handelsdampfer angegriffen und trotz stärkster Flak- und Jagdab-
wehr ein Minensuchboot, vier Vorpostenboote und neun Handelsdampfer versenkt.
Zahlreiche weitere bewaffnete Handelsdampfer wurden teilweise erheblich be-
schädigt. Sämtliche versenkten Handelsdampfer wurden in britischen Geleitzügen
angegriffen. Drei eigene Flugzeuge sind vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

5.—8. 2. 40. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaifie.

Berlin, 9. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Grenzüberwachungsflüge
blieben ohne Berührung mit dem Feind.

Berlin, 10. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Durch deutsche Flieger-
verbände, die, wie schon bekanntgegeben, zur bewaffneten Aufklärung über der
Nordsee angesetzt waren, wurden sechs britische oder in britischem Geleit
fahrende Schiffe mit einer Gesamttonnage von etwa 15000 Tonnen sowie zwei
britische Vorpostenboote versenkt oder so schwer beschädigt, daß mit ihrem
Totalverlust gerechnet werden muß. Trotz starker Flak- und Jagdabwehr wird
nur ein deutsches Flugzeug vermißt.

In den Nachmittagsstunden versuchten einzelne britische Flugzeuge in die
deutsche Bucht einzudringen. Sie wurden, ohne einen Erfolg gehabt zu haben,
durch unsere Abwehrkräfte vertrieben.

Deutsche Flugmodell-Höchstleistungen, Stand vom 1. 1. 1940 hat sich gegen-
über dem Stand vom 1. 10. 39 nichts geändert. Vgl. „Flugsport“ 1939, S. 368 u. 520.
Motormodell WM 6. Das Modell WM 6 wurde im Juni 1938 nach sorgfältiger
Entwicklungsarbeit fertiggestellt.
Seit Juni 1938 bis August
SL 1939 wurden insgesamt 74 Starts
\ _ ohne jeden Bruch der Zelle
ausgeführt. Flüge bei großer
Kälte und sehr starkem Wind
waren keine Seltenheit. Vom
ersten Probestart an war zu
erkennen, daß das Modell tat-
sächlich gut war. Der wunder-
bar laufende Brown-Junior Mo-
tor sprang stets auch mit
schwacher Batterie sofort an
und war bei sachgemäßer War-
tung immer überraschend zu-
verlässig.

Nach dem Start steigt das
Modell in engen Spiralen ganz
hervorragend. Der Gleitwinkel
ist gut und durch das geringe
Gewicht des Modells langsam.

Motormodell WM 6.
Oben links ein Modell mit
Gummiantrieb. Rechts dahinter
das Motormodell WM 6. In den
unteren Abbildungen erkennt

man den Motoreinbau.

Nr. 4/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 63

Start und Landeeigenschaften gut. Mit 30 & Betriebsstoff betrug die größte er-
reichte Höhe bei ca. 14 Min. Laufzeit des Motors über 1800 m (mit Meßgerät
festgestellt). Ein anschließender Segelflug ergab eine Dauer von beinahe 2 Sid
. aten: Fluggewicht
Pa IN ca. 1540 g, Flächen-
, N inhalt 38,3 dm’,
/ \ Flächenbelastung
40,2 eldm?. Motor
Brown-Junior
95 cm? Leistung
1/55 PS bei max.
6000 Ulmin.

Ve

Fahrwerksanord-
nung u. Abfederung
des Motormodells

WM 6.
>a Federweg
Verstellbare Düse für den Argus-Modellmotor.

Durch verschiedene Umstände kann
es vorkommen, daß der Argus-Motor
nach dem Anlassen überhaupt nicht zum
sauberen Zweitaktlauf übergeht und da-
her Erschütterungen auftreten, die das
beste Modell nicht lange erträgt.

Um diesem Uebel abzuhelfen, wurde
für Versuche von mir eine verstellbare
Nadeldüse entwickelt und ausprobiert.

Durch das Vibrieren beim Anlassen
und die Lage der Düse dicht am Propel-
ler wurde eine Ferneinstellung durch
elastische Uebertragung notwendig. Der
dazu verwendete 0,8 mm starke gerade
gerichtete Stahldraht hat sich bewährt.

Um die zum Anlassen nötige rich-
tige Oeffnung der Düse feststellen zu
können, habe ich bei der Original-Düse

Argus-Motor mit einstellbarer Nadel-
düse auf dem Prüfstand.

die Anzahl der Tropfen gezählt, die bei einem bestimmten Gefälle und einem be-
stimmten Benzinstand in einem kleinen Gefäß (mit Schlauchleitung) in 15 Sekun-
den durch die Düse austraten. Dann schloß ich die verstellbare Düse an die
Meßvorrichtung an, bis unter den gleichen Bedingungen die Düse auf denselben
Durchlaß einreguliert war. Nach dem Einbau sprang der Motor bei der festge-
stellten Nadelstellung sofort auf dem Prüfstand an und war in wenigen Sekunden
auf eine saubere Drehzahl einreguliert. W. Müller.

Berichtigung: „Flugsport“ 1939 S. 34, Aufsatz Heizstrahltrieb-
werke, Fußnote, muß es richtig heißen „NACA Technical Note No, 431“ statt
„NACA Report“,

Segelilieger-Leistungsabzeichen, Inhaber der goldenen Nr. 1—25 finden Sie
im „Flugsport“ 1939, S. 314; Inhaber der silbernen Nr. 1—200 „Flugsport“ 1935,
S. 103; Nr. 201—300 1936, S. 681; Nr. 301—845 1938, S. 398; Nr. 846—1132 1939,
S. 315.

Einfluß von Oberilächenrauhigkeit auf die Flugleistungen folgt nächster
Profilsammlung Nr. 20.
Seite 64 „r LUGSPO R T“ Nr. 4/ 1940, Bd. 32 „F LUGSPO R T«

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Richtig morsen. Ein Leitfaden für den Morseunterricht v. Rudolf Grötsch.
Verlag Deutsch-Literarisches Institut J. Schneider, Berlin-Tempelhof. Preis RM 1.80.

Die 5. Auflage des vorliegenden Werkes des bekannten Verfassers, eines
alten Funklehrers, ist verbessert und erweitert. Bei der Anordnung des Stofies ist
alles Ueberflüssige vermieden. Man findet Uebungsapparateschaltung, Morsezei-
chen, Handhaltung, Arten der Methoden für Morsegeben, pädagogische Hinweise,
alle Zeichen, Schreibübungen, Sicherheitsübungen, Gebevorlagen, Telegrafier-
krampf, Anzeichen, Abhilfe, Tastensicherheit, Gebeschnelligkeit, Uebungsbeispiele.

Schriften der Deutschen Akademie der Luftiahrtiorschung. Verlag R. Olden-
bourg, München.

Neu erschienen sind: Heft 3: Ueber die tiefsten heute erreichbaren Tempe-
raturen v. Peter Debye. 11 S. Kart. Preis RM —.50.

Heft 4: Die Struktur der Metalle v. Peter Debye. — Anwendung wissen-
schaftlicher Erkenntnisse auf technische Probleme im Gebiet der Metallkunde v.
Georg Masing. — 57 S., 22 Abb. Kart. Preis RM 3.10.

Heft 5: Ueber einige dynamische Probleme bei Kolbenmotoren v. Richard
Grammel. — Schwingungen des Systems Motorluftschraube v. Karl Lürenbaum. —
Kurzbericht über Messungen in der Meßinstrumentenfrage. Wünsche des Prak-
tikers an die Forschung v. Franz Neugebauer. — 72 S., 37 Abb. Kart. Preis RM 4.10.

Heft 6: Einführung zu den Berichten v. A. Esau. — Problem und Stand der
Blindlandung v. Paul Frhr. v. Handel. — Ueber Ziele und Ergebnisse mehrijäh-
riger Jonosphärenforschung v. Hans Blendl. — 94 S., 50 Abb. Kart. Preis RM 6.—.

Heft 7: Ueber Schallausbreitung bei rasch bewegten Körpern v. Ludwig
Prandtl. — 17 S., 10 Abb. Kart. Preis RM —.90.

Heft 8: Einige neuere optische Untersuchungen v. Robert W. Pohl. — 17 S.,
10 Abb. Kart. Preis RM —.9.

Heft 10: Zweckmäßiger physikalischer Aufbau eines akustischen Luftlotes v.
Heinrich Hecht. — Kurzbericht über Arbeiten aus dem Gebiet der Akustik v. Ro-
bert W. Pohl. — Neue optische Methoden zur Untersuchung der Abstrahlung von
Schallgebern v. Egon Hiedemann. — 42 S., 28 Abb. Kart. Preis RM 2.50.

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3. Oktober
6. November

24 20. November
4. Dezember
8. Dezember

nm Faf

u

Mittwoch, 28. Febr. 1940

Die schnellsten u. leichtesten deutschen Maschinen

die durch zahlreiche Rekordilüge ihre
überlegene Höchstleistung und Zuverläs-
sigkeit unter Beweis gestellt haben, z.B.
der JUNKERS-Rekord-Bomber, der mit 501
km/Std.u.2t0 Nutzlastüber 2000km3 neue
internationale Bestleistungen aufstellte,
die schnellsten Jagdmaschinen der Welt,
HEINKEL und MESSERSCHMITT, die
mit 746 bzw. 755 km /Std. den absoluten

Geschwindigkeits - Weltrekord erstmals
nach Deutschland holten,

die SIEBEL „Si104‘, die 40000 km durch
ganz Europa und Afrika mit der gleich-
bleibenden hohen Reisegeschwindigkeit
von 300km/Std. zurückgelegt hat,

sowie die erfolgreichen deutschen Bau-
muster Do 17, Fw 200, He 116, Ju 90, sind
ausgerüstet mit

ölgedämpften &-Luftfederbeinen

den leichtesten und billigsten Federbeinen bei geringem Wartungsanspruch.

Wenn fürSpezialfälle absolute Wartungsfreiheit gewünscht wird, empfehlen wir unsere bewährten @-Schrauben- u.Ringfederbeine

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! GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEB
ron OSHAR. URSINUS * CIVIL -ING.
INNNIINNJIIIIININ]

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro '/ı Jahr bei 14tägigem Erscheinen RM 4.50
Telef.: 34334 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen.
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr.5 28. Februar 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 13. März 1940.
Auftrieb.

Trotz des Krieges hat die Segelflugtätigkeit im NS.-Fliegerkorps
im vergangenen Jahre erheblich zugenommen. Folgende Zahlen
sprechen für sich:

Es wurden ausgeführt 1212 000 Starts 1939 gegenüber 700 000
Starts 1938; ferner wurden abgelegt 37 280 Prüfungen 1939 gegen-
über 24000 im Jahre 1938.

Sogar während des harten Winters ist die Segelflugtätigkeit
nicht ganz unterbrochen worden. Die Jugend machte sich ein Ver-
genügen daraus, im größten Schneegestöber lustig zu schulen.
Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden, und das
muß auch die Jugend schon von Anfang an üben.

Nicht nur in der Rüstungsindustrie, sondern auch in allen
anderen Industrien wird emsig und produktiv gearbeitet. Auf der
Leipziger Frühjahrsmesse, 3.—8. März, sind in 24 Messepalästen
6500 Firmen vertreten.

Der deutsch-russische Wirtschaftspakt gibt der Entwicklung der
Technik im europäischen Raum verstärkten Auftrieb. Die Ausdeh-
nung des Großdeutschen Luftverkehrs hatte die Schaffung von
neuen Luftverkehrslinien zur natürlichen Folge.

Die deutsche Luftwaffe steht bereit! — Würdiger können wir
den Tag der Luftwaffe am 1. März nicht begehen. — Wir gedenken
unserer tapferen Kameraden an der Front.

Hirth-Motor HM 515.

Die Entwicklung der Sportfliegerei steht nicht still. Für Schulung
und Sport hat die Hirth-Motoren G. m. b.H., Stuttgart-Zuffenhausen,
einen kleinen Motor entwickelt, welcher die amtliche Musterprüfung
bereits erledigt hat.

Der Motor kann mit einem oder mit zwei Zündmagneten be-
trieben werden; ferner ist der Anschluß eines Stromerzeugers
(Bosch-Generator LD 50/6) vorgesehen. Für die Betriebsüber-
wachung ist lediglich der Anschluß eines Drehzählers erforderlich.

Auf Grund der bisherigen Erprobungsergebnisse kann gesagt
werden, daß die Konstruktion, welche auf Ideen des leider zu früh
verstorbenen Hellmuth Hirth beruht, außerordentlich glücklich ge-
lungen ist. Der Gesamtaufbau ist sehr robust und für Schulzwecke

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 22 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 19.

|
Seite 66 „FLUGSPORT*“ Nr. 5/1940, Bd. 32

besonders geeignet. Seine Betriebssicherheit hat der Motor in langen
Dauerläufen auf dem Prüfstand bewiesen, und es ist besonders her-
vorzuheben, daß schon bei der Einführung dieses Musters Laufzeiten
von nahezu 1000 h — ohne jede Teilüberholung — erreicht wurden.
Gegenwärtig wird eine ausgedehnte Flugerprobung im Siebel-Flug-
zeug „Hummel“ (Si 202) durchgeführt. Beachtenswert ist beim Flug-
zeugeinbau das niedrige Gewicht und die kleine Stirnfläche, die eine
sehr gute aerodynamische Verkleidung des Motors zuläßt. Es ist
daran gedacht, in den Lieferumfang des Motors bei Serienlieferung
den Motorvorbau und die Verkleidung einschließlich aller motor-
seitigen Zubehörteile einzubeziehen, um ähnlich wie bei eroßen
Triebwerken eine sogenannte Motoranlage — mit den Vorteilen der
schnellen Auswechselbarkeit — zu schaffen. In diesem Zusammen-
hang ist es von Bedeutung, daß der Schmierstoffbehälter mit einem
Fassungsvermögen von 3 lim Geräteträger untergebracht ist.

Das zweiteilige Triebzehäuse, in Elektron gegossen, besteht aus
Kurbelgehäuse und Geräteträger. Kurbelgehäuse vollständig gze-
schlossen, außerordentlich biegungssteif, die eingerossenen fünf
Querwände dienen zur Aufnahme der Kurbelwellen-Außenlaufringe.
Die Kurbelwelle, die aus einzelnen Teilen — gehärteten Laufzapfen
und vergüteten Schenkeln — hergestellt ist, wird im Kurbelgehäuse
mit Hirth-Verzahnung zusammengebaut, wobei das Kurbelgehäuse
gleichzeitig als Montagevorrichtung dient. Die Kurbelwellen-Einzel-
teile werden durch die Oeffnunzen für die Zylinder eingeführt.

Kurbelwelle vollkommen wälzgelagert, ermöglicht infolge der
zusammengesetzten Bauweise die Verwendung von einteiligen
Pleuelstangen mit geschlossenen Köpfen, die auch auf Rollen laufen.

Hirth-Motor HM 515, 60 PS.

Nr. 5/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 67

Zylinderbüchsen Sondergrauguß; die Leichtmetall-Kolben haben
je zwei Kompressions- und einen Oelabstreifring. Die Zylinder wer-
den durch vier Zuganker mit dem Zylinderkopf aus einer Leicht-
metall-Legierung gezsen das Kurbelgehäuse gezogen. Steuerung der
Ventile (je ein Ein- und Auslaßventil) erfolgt von der im Kurbel-
gehäuse gelagerten Nockenwelle über Stoßstangen und Schwing-
hebel. Steuerungselemente vollkommen öÖldicht gekapselt und aus-
reichend geschmiert.

Gemischaufbereitung erfolet in einem Vergaser Pallas MF 35
unter Ausnützung des Staudruckes. Zur Vermeidung der Vereisungs-
eefahr bei kühlem und feuchtem Wetter ist eine Vorwärmung der
Ansaugluft durch Abgase möglich.

Die Schmierung bildet im Motor einen geschlossenen Kreislauf,
da der Geräteträger zugleich als Schmierstofibehälter ausgebildet
ist. Zylinder und Kurbelwellen-Hauptlager erhalten Frischöl in genau
abgestimmten Mengen; den Nockenwellenlagern und Stößeln wird
der Schmierstoff von einer Zahnradpumpe durch Düsen unter Druck
zugeführt.

Der ablaufende Schmierstoff sammelt sich im Geräteträger und
wird von einer Zahnradpumpe über ein Schlauchfilter in den
Schmierstoffbehälter zurückgefördert.

Die notwendige Kühlluft für die vier Zylinder wird von einem
Kühlluftschacht aufgefangen und auf die Zylinder sowie die Zylinder-
köpfe verteilt.

Bohrung 95 mm, Hub 105 mm, Hubraum je Zylinder 0,744 |],
Gesamthubraum 2,98 1, Verdichtungszahl 6,2, Drehsinn der Luft-
schraube linkslaufend (nach DIN 9001), Luftschraubenanschluß Hirth-
Nabe IH 112.

Startleistung 65 PS bei 2100 Ujniin, Steigleistung 60 PS bei 2040
U/min, höchstzulässige Dauerleistung 55 PS bei 1990 U/min, Kraft-

stoffverbrauch 205 u r e/PS/hbei Dauerleistung —= 14,5 l/h, Schmier-

stoffverbrauch 1—3 e/PS/h —= 0,14 l/h, Gewicht des betriebsfertigen
Motors mit Motorzubehör 69,5 kg.

Länge über alles mit Luftschraubenflansch 976 mm, Breite
334 mm, Höhe 570 mm.

Horizontalvergaser Pallas MF 35, 2 Kraftstoff-Förderpumpen
Pallas C 5, Bosch-Zündmagnet mit Schnapper FF 4 ALS 259, Zünd-
kerzen Bosch W 175 T 39.

Englisches Flugboot „Sunderland“

Die vorliegende Klasse von Flugbooten soll auf große Entfer-
nung von ihrem Heimathafen, selbständig auf sich allein gestellt,
lange Zeit auch tropenarbeitsfähig sein.

Der Typ Sunderland, das größte engl. Flugboot, ist in den engl.
Uebersee-Stützpunkten in Dienst gestellt.

Ganzmetallbauweise, freitragender Hochdecker, mit vier in den
Flügeln eingebauten Pegasus XXII luftgekühlten Radialmotoren
von 4040 PS.

Flügel ein aus Gitterträgern gebildeter Hauptkastenholm mit
Alclad Na 24 St Glatthaut, versenkt genietet.

Betriebsstoffbehälter im Flügel im Grundriß mit kreisrundem
Querschnitt wie bei den Empirebooten. Siehe Flugsport 1939 Seite
493—496.

Im rechten Flügel kleiner Benzinmotor für Betriebsstofipumpen
und Batterie-Aufladen.

Seitliche Stützschwimmer in bekannter Ausführung 4,5 m lang,
Gewicht 68 kg, 3 m u. Flügelunterkante gegen den Flügel verspannt.
Seite 68 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1940, Bd. 32

Engl. Flugboot Sunderland. Archiv Flugsport

_ Rumpf von vorn zurückschiebbare durch Elektromotor ange-
triebene MG.-Kuppel. Im zurückgeschobenen Zustand wird beim
Manövrieren auf dem Wasser die Rumpfspitze frei, in der sich die
Hißeinrichtungen für Anker, und mit schräger Sicht nach unten das
Beobachtungsienster und die Bombenvisiereinrichtung befinden. In
der Luft wird dann die Kuppel wieder nach vorn geschoben. Nach
hinten führt ein Gang mit ein paar Stufen nach dem Führerraum
mit zwei Sitzen nebeneinander. Führerraumverkleidung gerade
Scheiben. Dahinter Funker- und Navigationsraum. Links Funker,
rechts Beobachter. Durch einen Spiegel kann der Beobachter auch
die hinteren Räume beobachten. Dahinter zwischen den Flügelholmen
des Mittelstücks Ingenieurraum mit Bedienungseinrichtungen für
Motoren. Heizkessel zur Erwärmung der Frischluft.

Unter dem Führerraum Kleiderablage und Aufenthaltsraum mit
Liegeplätzen. Dahinter Küche mit Eismaschine, ferner seitlich davon
Lagerplatz für Wasseranker, der von hier aus außer Bord gebracht
wird. Hinter der Küche Schlafplätze und Raum für die Mannschaft,
ferner für einen Reserveflugmotor, der durch eine aufklappbare Luke
seitlich vom Boot ein- und ausgebracht werden kann. Im hinteren
Teil des Rumpfes nach beiden Seiten zwei MG.-Stände, welche
normal abgedeckt und bei Gefechtsklar geöffnet und mit ausschwing-
baren MG.s versehen sind. Auf dem Rumpfboden Gang nach dem
Heck-MG.-Stand. Der Heckschützenraum wird durch eine Klima-
anlage warm oder kalt ge-
halten. Sämtliche Fenster und
Bullaugen mit Vorhängen
zum Abblenden versehen.

Bootsunterseite stark ge-

kielt, Stufe im Grundriß V-
Form, Heck der Unterseite

endet in eine Schneide,
welche nach oben abgerun-
det in die Rumpfform über-
geht.

Höhen- und Seiten-Leit-

werk wie bei den Empire-
booten.

Querruder und Lande-
klappen desgleichen.

Engl. Flugboot Sunderland.

Zeichnung Flugsport

Nr. 5/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 69

Engl. Flugboot Sunderland. Archiv Flugsport

Spannweite 33,8 m, Länge 25,26 m, Höhe 9,65 m, Fläche 137 m’.
Leergewicht 12 750 kg, Fluggewicht 20 600 kg, maximal Flugsgewicht
22 600 kg. Höchstgeschwindigkeit 338 km/h in 1500 m, mit 65%
Motorleistung 285 km/h in 1700 m. Wasserungsgeschwindigkeit.
128 km/h. Start 23 sec bei 16 m Wind. Normale Reichweite 3100 km,
maximal Reichweite 4600 km. Steigfähigkeit 360 m/min. Gipfel-

höhe 6100 m. iu
Bugrad, sein Für und Wider.
V. W. Ballerstedt (Rechlin).
Die normale Landung.

Ein jeder weiß aus seiner „Schulzeit“, daß er folgenden Zustand beim Er-
lernen des Landens durchmachen mußte: Man kann schon die Richtung halten, —
läßt nicht rechts oder links hängen. Nur das schwierigste will nicht gelingen: den
Augenblick richtig abzupassen, wo das Flugzeug ausgeflogen ist und in Drei-
punktlage hingesetzt werden muß. Manchmal stößt man vorher mit den Rädern
an den Boden, manchmal ist man „haushoch“‘ mit der Landung fertig und fällt
dann endlos durch, eins so unschön und unerfreulich wie das andere. Man mußte
es eben erst gefühlt haben, wie das Flugzeug beim Ausschweben durch allmäh-
liches Aufrichten aus der geneigten Lage des Einfluges in die Dreipunktlage ge-
bracht wird, und wie dabei durch einen gewissen Ueberschuß an Auftrieb der
Flügel die schräg abwärts gerichtete Bahn des Einfluges an die waagerechte
Ebene des Landeplatzes heran umgelenkt wird. Es ist eine Sache der Geschick-
lichkeit, durch Uebung zu erwerben, beim Ein- und Ausschweben Fahrtüberschuß
und Höhe so abzuschätzen, daß man das „Hinsetzen‘“ — ein letztes Aufrichten
des „ausgeflogenen“ Flugzeuges — genau in Erdbodenhöhe genau am Landekreuz
fertig bringt. Es ist reinster Sport und macht Spaß, wenn es gut gelingt. Mancher
lernt es nie. Es bleibt im Grundsätzlichen auch ein Sport bei den größeren Flug-

zeugen. Die Bedenken gegen die normale Landung:

Ein Flugzeug nähert sich beim Ausschweben immer mehr dem Zustand der
Filugunfähigkeit, um ihn im Augenblick des „Hinsetzens‘ zu erreichen. Wenn man
nun daran denkt, welche großen Kräfte dazu nötig sind, ein Flugzeug von meh-
reren Tonnen Gewicht bei der Landung genügend aufzurichten, und wenn man
daran denkt, wie viel gefährlicher große und schwere Flugzeuge, zumal mit
Klappen und Landehilfen, sich im ausgeflogenen Zustand verhalten können als
einfache Schulflugzeuge, so wird man nur ungern ein großes, ernsten Zwecken
dienendes Flugzeug grundsätzlich einem sportlichen Können seines Führers über-
lassen. Wenn man aber weiß, wie diese Geschicklichkeit bei der Landung in
allererster Linie vom Sehen-Können abhängt, und wenn man sich vorstellt, wie
wenig diese Vorbedingung bei der Blindlandung gegeben ist, dazu einerseits die
Schwierigkeiten der Höhennavigation beim Einschweben über Hindernisse be-
denkt und sich erinnert, wie kritisch eine falsche Hinsetzhöhe im gefährdetsten
und gefährlichsten letzten Augenblick des Fluges sein kann, fühlt man sich drin-
gend genötigt, eine andere sichere Methode der Landung zu suchen.
Ausrollen L
— —

Seite 70 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1940, Bd. 32

. Das Fahrgestell:

Beim Schulen hat man bei seinen Fehlern die Wirkungsweise des Fahrge-
stelis kennengelernt. Wenn das Flugzeug auf den Boden aufstößt, wird seine
Flugbahn abgeknickt von schräg abwärts in waagerecht oder schräg aufwärts.
Die Federung fängt den Stoß auf, die Dämpfung verarbeitet, so gut sie kann, die
Energie der Abwärtsbewegung. Je besser die Landung gelingt, desto weniger
braucht das Fahrgestell zu übernehmen. Schließlich hat man ausgelernt und kann
eine normale Landung ausführen, d. h. die geneigte Einflugbahn an die waage-
rechte Platzebene mittels Luftkräften herankrümmen. Die Fahrgestellfederung er-
scheint für die normale Landung überflüssig.

Die Landung mit Hilie des Fahrgestells:

Die Bedenken vor der Grenze der Flugfähigkeit, der unvermeidbaren Folge
des Ausschwebens bis zum Ausfliegen, legen den Gedankn nahe, die Krümmung
der Flugbahn bei der Landung fortzulassen und damit den Augenblick der Flug-
unfähigkeit erst beim Rollen am Boden durchzumachen. Das Fahrgestell muß
dann grundsätzlich die Aufgabe übernehmen, die geneigte Flugbahn des Ein-
schwebens am Erdboden umzulenken (abzuknicken).

Als Schüler hat man nur Mängel bei dieser Methode kennengelernt. Ein
Flugzeug kann nämlich nicht in „Dreipunktlage“ mit Leerlauf einschweben und
aufsetzen, denn in dieser Lage ist es ia flugunfähig. Sondern das Flugzeug muß
weniger „gezogen“ einschweben. Es befindet sich dann in einem Bereich leid-
licher Flugfähigkeit. Setzt es aber in dieser Fluglage auf, so trifft der Landestoß
das Flugzeug vor seinen Schwerpunkt. Aufbäumen ist die fast unvermeidbare
Folge. Ein großer Auftriebsüberschuß entsteht dadurch an den Tragflächen, das
Flugzeug wird in „überzogener“ Lage emporgeworfen, was meist nicht gut endet.
Die Geschicklichkeit des Flugzeugführers, das Aufbäumen zu vermeiden und eine
saubere Radlandung zu machen, ist nicht kleiner als die, eine normale Landung
durchzuführen.

Es ist nun vorgeschlagen worden, den Sporn so zu verlängern, daß er bei
der Fluglage des „sicheren“ Einschwebens zugleich mit den Rädern den Boden
berührt. Ein Aufbäumen wird dann verhindert. Ist das Fahrgestell fest genug für
die Sinkgeschwindigkeit, die sich bei dieser Fluglage einstellt, so könnte man
mit einem solchen Flugzeug einschweben und aufsetzen, ohne es am Boden auf-
richten, also abfangen und besonders „hinsetzen“ zu müssen. Damit fielen auch
die gefährlichen Flugzustände fort, die „unsportliche‘“ Landung ist gefunden.

Die Landung wäre vereinfacht, auch bei schlechter Sicht narrensicher, aller-
dings nach unserem Geschmack plump. Der Landestoß ist deutlich fühlbar, aber
von einer genau berechenbaren Größe.

Leider aber hat diese Methode den großen Mangel, daß die Aufsetzge-
schwindigkeit wesentlich größer sein wird. Damit wächst die Ausrollstrecke.
Durch verstärkte Beanspruchung der Radbremsen kann sie nur bedingt verkürzt
werden. Bei zu großer Bremskraft gibt es einen Kopfstand, da die Räder dicht
vor dem Schwerpunkt liegen. Ein weiterer erheblicher Mangel zeigt sich beim
Start: Der zu lange Sporn hindert beim Abheben und „Wegnehmen vom Boden“.

Das Bugradfiahrwerk und seine Vorzüge:

Das Bugradfahrwerk will alle Schwierigkeiten vermeiden. Ein Rad wird
weit vorn angeordnet, die Haupträder sitzen dicht hinter dem Schwerpunkt.
Das Aufsetzen kann nun entweder ohne Abfangbogen aus dem Einschwebeflug-
zustand heraus auf die drei Räder zugleich erfolgen. Der Landestoß darf dabei
für den Flugzeugführer völlig unerwartet kommen (Blindlandung). Oder das
Flugzeug kann auch ganz nach Belieben halb oder ganz aufgerichtet und aus-
geflogen und nur auf die Haupträder gesetzt werden (Landung bei Sicht). An die

- Stelle eines einzigen nicht
x“ unbedenklichen Flugzu-
Linschweben standes, der in Erdboden-
Abfangbogen des =
AuSSChWebens
7 Ainsetzpurkt Abb. 1. Die normale Lan-
ERTERTIRTTTEERERTE 7 DIIGZINEGALZASSGEZINZAYZ/ANNN dung (gekrümmte Flug-
_ bahn).
«x Abb. 2. Die Bugradlan-
Ä ‘ dung (geknickte Flug-
Hinselzpunkt \ Vu schweben bahn).

Ausrollen „= \
— -ı
\

IN IITTT TTN S an DAYIZ/22BBr7Z

Nr. 5/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 71

nähe am Landekreuz erreicht sein muß, tritt ein sehr breiter Bereich sicherer
Flugzustände, bei denen das Berühren des Erdbodens möglich und erwünscht ist.
Hierin liegt eine so außerordentliche Vereinfachung des ganzen Landevorganges,
daß man eine Bugradanordnung mindestens bei allen den Flugzeugen vorsehen
sollte, die unbedingt fliegen müssen, auch wenn wegen schlechtester Sicht oder
anderen Gründen auf den Landevorgang nicht die nötige Aufmerksamkeit ver-
wendet werden kann (z. B. Allwetterkurierflugzeuge).

Trifft der Landestoß nur die Haupträder, so trifft er das Flugzeug hinter
dem Schwerpunkt. Es bäumt sich nicht auf, im Gegenteil, es kippt vornüber auf
das dritte Rad. Dadurch verkleinert sich der Anstellwinkel des Flügels, der Auf-
trieb nimmt ab, das Flugzeug kann nicht springen. Beim schärfsten Bremsen
kann es keinen Kopfstand geben. Das „Wegnehmen vom Boden“ bei einem kur-
zen Start ist unbehindert. Daneben stellen sich noch andere Vorteile ein: Die
gute Steuerbarkeit bis zum Aufsetzen, die gleiche Sicht beim Rollen am Boden
wie beim Fliegen, keine Störung durch Seitenwind bei Start und Landung, gleiche
Sitzlage der Insassen beim Flug wie am Boden.

Gründe gegen den allgemeinen Gebrauch der Bugradanordnung:

Ein nicht ausgeflogenes Flugzeug setzt mit größerer Geschwindigkeit, also
mehr Energie auf als ein normal ausgeflogenes. Außerdem sind die Luftwider-
stände beim Rollen wegen der Bugradlage bedeutend kleiner; es fehlt der große
Widerstand, den in normaler Dreipunktlage der in seiner Tragfähigkeit er-
schöpfte Flüge bildet. Aus diesen beiden Gründen müssen die Radbremsen nicht
% der ausgeflogenen Landeenergie vernichten, um innerhalb der vorgeschriebe-
nen Grenzen der Ausrollstrecke zu bleiben, sondern %—% der nicht ausgeflo-
genen, also das 2—3fache. Das können bei hochbelasteten Flugzeugen die Rad-
bremsen nicht mehr vertragen. Man müßte sie durch Hilfsmaßnahmen entlasten.
Die Fahrgestelle, denen ja bei der Bugradanordnung allein und hauptamtlich die
Aufgabe zufällt, die Einflugbahn am Erdboden umzuknicken, müssen bei hoch-
belasteten Flugzeugen eine große Sinkgeschwindigkeit vertragen und bei schwe-
ren Flugzeugen eine beachtliche Abwärtsenergie verarbeiten können. Das läßt
sich durch große Kräfte oder große Federwege erreichen, kostet aber Gewicht.
Es ist dabei noch zu beachten, daß bei einem normalen 2motorigen Flugzeug die
Fahrwerksteile ziemlich günstig liegen. Die Räder sitzen dicht hinter den Haupt-
massen, den Motoren, und der Sporn benutzt den Leitwerksträger. Die Haupt-
räder eines Bugradfahrwerks aber haben einen größeren Abstand von den
Hauptmassen und die Rumpfspitze muß besondes verstärkt werden, ein beson-
derer Leitwerksträger bleibt trotzdem nötig. Bei einem Flugzeug mit Mittelmotor
liegt das Bugrad schon günstiger zur Hauptmasse. Bei Flugzeugen ohne hinteren
Leitwerksträger (schwanzlose Bauart, „Enten‘typ, Doppelrumpf-Flugzeug) kann
dagegen die Bugradanordnung gewichtlich bestimmt in Wettbewerb treten. Da
aber das Bugrad selbst schon stets größer ist als ein Sporn, leuchtet ein, daß der
Bauaufwand für ein Bugradfahrwerk noch erheblich größer ist als für normales
Fahrwerk, wenn es sich um ein Verschwindfahrwerk handelt. Außer dem Gewicht
ist noch der Platzbedarf zu bedenken, der an der Rumpfspitze bei 2motorigen
Kampfflugzeugen sehr ungelegen ist.

Zusammenfassung.

Das Bugradfahrwerk ist aus dem dringenden Wunsche nach einer gefahr-
losen Landung entstanden. Wenn die sichere Landung bei jeder Wetterlage aller-
erstes Erfordernis für ein Flugzeug mit Sonderaufgaben ist (Allwetterkurierflug-
zeug) oder ein Sonderzweck (Umschulung von Segelfliegern) oder eine Sonder-
bauart eine besonders günstige Gewichtsbilanz bringt, ist das Bugrad die ge-
gebene Lösung für Fluzeuge bis etwa Mittelgröße. Spielt aber das Gewicht auf
die Verwendungsfähigkeit des Flugzeugs eine entscheidende Rolle (Reichweite,
Zuladung), so ist zumal bei Großflugzeugen der normalen Fahrwerksanordnung
der Vorzug zu geben. Es gibt heute navigatiorische Hilfsmittel, die eine Blindlan-
dung erleichtern und ermöglichen und die weniger Gewicht kosten. Solange wir
in Deutschland noch in der Lage sind, die Abkippeigenschaften so günstig zu be-
einflussen, wie es bei allen unseren großen Flugzeugen erreicht wurde, und so-
lange wir, im Gegensatz zu anderen Ländern, die Ruderkräfte bei der Landung
noch so einwandfrei beherrschen können, dürfen wir die normale Landung dem
erfahrenen Flugzeugführer auch bei erschwerten Verhältnissen zumuten: Sie ist
allerdings reinster Sport. Sie kann es auch bleiben. Diese sportliche Färbung hat
schließlich das ganze Fliegen von Hand.
Seite 72 „rLUGSPORT“ Nr. 5/1940, Bd. 32

Inland.

Luftverkehr Berlin— München durch Einlegung von Flugzeugen erweitert.
Start Berlin 7.45 und 10.30 h, an München 10.15 und 13 h. Start München 12.40
und 14 h, Landung Berlin 15.10 und 16.30 h. Das in Berlin startende Frühflugzeug
fliegt von München wie üblich 10.45 h über Venedig nach Rom, an 14.55 h. Das
Gegenflugzeug verläßt Rom um 8 h, trifft nach einer Zwischenlandung in Venedig
um 12.10 h in München ein und fliegt um 12.40 h nach Berlin weiter.

Obltn. Münter wurde von Generalfeldmarschall Göring empfangen und er-
hielt das EK. 1. und 2. Klasse. Während eines Auiklärungsfluges gegen die eng-
lische Ostküste wurde das Kampfflugzeug, zu dessen Besatzung Obltn. Münter
zählte, plötzlich von mehreren feindlichen Jägern angegriffen und arg bedrängt.
Der tapferen Besatzung gelang es zwar, die Gegner rasch abzuschütteln, doch
war bei diesem Kampf der Flugzeugführer Ofw. Moldenhauer durch mehrere
Schüsse schwer verletzt worden. Für den verwundeten Kameraden sprang nun
Obltn. Münter kurz entschlossen in die Bresche und übernahm das Steuer des
führerlos gewordenen Flugzeuges. Obwohl er bisher noch nie als Flugzeugführer
verwendet worden war, gelang es ihm trotz schwierigster Wetterlage, die
Maschine bis an den Heimathafen heranzubringen.

Flugfähigkeit durch Metallbauweise hat eine Ju 52 nach einer Beschädigung
unter denkbar ungünstigen Witterungsverhältnissen bewiesen. Auf einem Fluge
von Hildesheim nach Berlin erhielt eine Ju 52 infolge aufsteigenden Nebels Be-
rührung mit Bäumen. Der Flugzeugführer konnte das Flugzeug aus dem Wald
herausreißen und im Blindflug auf 1200 m Höhe gehen; nach einem halbstündigen
Blindflug erhielt. der Flugzeugführer wieder Erdsicht. Es gelang ihm in Berlin,
ohne weitere Beschädigungen des Flugzeuges und ohne Gefährdung der Insassen,
zu landen. Nebenstehende Abbildungen zeigen die schweren Beschädigungen des
Flugzeuges, die dessen Flug- und Steuersicherheit in keiner Weise beeinträch-
tigen konnten.

Ju 52, infolge Berühren mit Bäumen beschädigt, konnte noch den Flughafen
erreichen. Werkbilder

Nr. 5/1940, Bd. 32 „r LUGSPORT“ Seite 73

Aufbaustab Warthegau des NS.-Fliegerkorps an der Arbeit. Links Besichtigung
der Schule und rechts poln. „Mücke“ der ehem. poln. Segelflieger in Polichno.
Bilder: NS.-Fliegerkorps (Riehme)
Otto Berndt f, Geh. Baurat, Dr.-Ing. e. h., Dr. rer. pol. h. c., Ehrensenator
der Techn. Hochschule Darmstadt, ist kurz nach seinem 83. Geburtstag am
9. 2. 1940 gestorben. Berndt entstammt einer alten Bauernfamilie in der Lausitz,
studierte an der Techn. Hochschule Berlin. 1881 erste Staatsprüfung, 1885 Eisen-
bahndienst, 1892 wurde er auf Empfehlung von Prof. Dr. Slaby, seines früheren
Lehrers, ordentlicher Professor (Maschinenbau) an der Techn. Hochschule Darm-
stadt, wo er 1896/97 und 1915 zeitweise als Rektor
der Hochschule durch sein Wirken sich selbst ein
Denkmal gesetzt hat. Eine ganze Generation der
studierenden Jugend hat ihm zu Füßen gesessen
und seinen impulsiven Vorträgen gelauscht. Für
ieden war er Berater. Ein wirklicher Hochschul-
professor, wie er in den Herzen der Ingenieure,
die bei ihm hörten, weiterlebt.
Bücker-Flugzeugexport hat seit Beginn des
Krieges keine Unterbrechung erlitten (Abb.). Der
Typ Bücker-Jungmann, der als Standard-Flugzeug
für die Schulung in der deutschen Luftwaffe ein-
gesetzt ist, wird gerade jetzt, wo auch im neu-
tralen Ausland der militärischen Fliegerschulung
besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, in
erhöhtem Maße vom Ausland angefordert.
Daß die Bücker-Flugzeugwerke in der Lage
sind, neben dem erhöhten Bedarf an Flug-
zeugen für die eigene fliegerische Schulung in Prof. Otto Berndt f

Flugzeugexportserien in den Bücker-Flugzeugwerken. Werkbild
Seite 74 „rLUGSPORT“ Nr. 5/1940, Bd. 32

Deutschland mit kurzfristigen Lieferterminen die Bestellungen des Auslandes zu
eriedigen, beweist den hohen Stand der deutschen Luftfahrtindustrie.

Ausland.

Franz. Luitfahrtministerium, technischer und industrieller Leiter der Zentral-
verwaltung jetzt Oberstltn. d. R. Jules Meny, bisher Leiter der französischen
Abordnung, welche mit einer englischen Abordnune in London die französisch-
englische Zusammenarbeit durchführte. Der bisherige Leiter der Zentralverwal-
tung, Albert Caquot, ist jetzt wieder Präsident der staatlichen Flugzeuggesell-
schaften. Caquot, welcher bereits vor Ausbruch des Krieges an der Spitze der
Flugzeuggesellschaften stand, kontrolliert jetzt auch die technischen Versuchs-
anstalten, technische Versuche und Entwicklung von Flugzeugs- und Motorenbau.

Intern. Kunstilug-Konkurrenz Havanna auf Kuba siegte der rumän. Fl.-Hptm.
Alex Papana auf Bücker-,Jungmeister“.

Holländ. Verkehrsflugzeuge, welche am 9. 2. nach dem Flughafen Lympne
bei London gestartet waren, erhielten unterwegs, beinahe am Ziel, von den eng-
lischen Behörden die Anweisung, nach Amsterdam zurückzufliegen. Es wird
angenommen, daß das Verbot auf schlechte Verfassung des Flughafens zurück-
zuführen ist.

Span. Unterrichtskurse der Falange für Flugwesen wurden in der Techni-
schen Hochschule Barcelona eingerichtet. Die Vorlesungen behandeln alle Gebiete
des Flugwesens unter besonderer Berücksichtigung des Segelfluges.

Ala Littoria, ital. Fluggesellschaft, hat auf Anordnung Mussolinis für Pilger-
fahrten nach Mekka und Medina Flugzeuge zur Verfügung gestellt. In diesem
Jahre haben 500 Mohammedaner Libyens und Ital.-Ostafrikas ihre Mekkafahrt im
Flugzeug durchgeführt.

Campini-Flugzeug mit Heizluftstrahltriebwerk, das von Capronis Versuchs-
werkstatt Taliedo gebaut wird, hat kürzlich der Unterstaatssekretär Pricolo be-
sichtigt. Wir haben über das Campini-System, dessen Entstehung in das Jahr 1932
fällt, im zweiten Heft des vorigen Jahrgangs, Seite 36, berichtet.

USA.-Hubschrauber De
Bothezat, zwei verstellbare
Metallhubschrauben überein-
ander liegend, Motor 90 PS,
Flugzeuggewichi 270 kg.

Hptm. Papana auf Bücker-
„Jungmeister“ siegte auf der
Intern.Kunstflugmeisterschaft
in Havana.

Werkbild

Luftwaffe.

Berlin, 11. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe setzte
trotz Schlechtwetters ihre Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien fort. Ein
britisches Vorpostenboot wurde versenkt. Alle Flugzeuge kehrten unversehrt
zurück.

Amsterdam, 11. 2. 40. Die britische Admiralität teilte am Samstag mit, daß
am Freitag bei einem Angriff deutscher Flieger in der Nordsee die britischen
Vorpostenschiffe „Robert Browns“ und „Fort Royal“ versenkt worden seien.
4 Offiziere und 18 Mann seien ums Leben gekommen.

12. u. 13. 2. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe,

Amsterdam, 13. 2. 40. (DNB.) Das britische Luftfahrtministerium gibt be-
kannt, daß am 12. 2. in der Nähe der Orkney-Inseln zwei deutsche Flugzeuge
erschienen seien.

14.—16. 2.40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 17. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Ein deutscher Jäger schoß
über der Nordsee ein englisches Flugzeug des Musters Bristol-Blenheim ab.

Nr. 5/1940, Bd. 32 „PTLUGSPORT“ Seite 75

Berlin, 18. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie durch Sondermeldung
bereits bekanntgegeben, sind in der Woche vom 11. bis 17. 2. durch Einsatz der
Seekriegsmittel an britischer, französischer und dem Feind nutzbarer neutraler
Tonnage 32 Schiffe mit 128174 Bruttoregistertonnen versenkt worden.

Ueber der Nordsee kam es auch gestern wieder zu einem Luftkampf zwi-
schen einem Bristol-Blenheim und einem Messerschmitt-Flugzeug. Das englische
Flugzeug wurde zum Absturz gebracht.

19. 2. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 20. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Auf-
klärungsflüge bis über die nördliche Nordsee durch.

Berlin, 21. 2. 40. Oberk. d. Wehrmacht: Aufklärungs- und Grenzüber-
wachungsflüge der Luftwaffe blieben ohne Kampfberührung. Im Rahmen der
gegen die britische und schottische Ostküste bis zu den Shetlands unternommenen
Aufklärungsflüge wurden zwei britische Minenlezer durch Bombenabwurf ver-
senkt und ein bewaffnetes Handelsschiff so schwer getroffen, daß mit seinem
Verlust zu rechnen ist. Sämtliche Flugzeuge sind unversehrt in ihrem Heimat-
hafen gelandet.

Nach Mitternacht flogen mehrere feindliche Flugzeuge aus Westen und
Nordwesten unter Verletzung niederländischen Hoheitsgebietes in die innere
Deutsche Bucht ein.

Berlin, 22. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Westen klärte die Luft-
waffe im verstärkten Maße über Ostfrankreich auf. Trotz feindlicher Jagdabwehr
erlitten die deutschen Aufklärer keine Verluste. Der Versuch feindlicher Flug-
zeuge, über die Westfront nach Deutschland einzufliegen, scheiterte.

Berlin 23. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte im
größeren Umfange Aufklärungsflüge über der Nordsee, den britischen Inseln und
Ostfrankreich durch. Zwei deutsche Flugzeuge kehrten vom Englandflug nicht zurück.

Von drei in die Deutsche Bucht eingeflogenen britischen Flugzeugen wurde
eines vom Muster Vickers-Wellington durch ein Messerschmitt-Flugzeug abge-
schossen.

Amsterdam, 23. 2. 40. (DNB.) Die englischen Vorpostenboote „Tartan“ und
„Starnbank“ sind durch deutsche Flugzeuge versenkt worden.

Berlin, 24. 2. 40 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Franz. Flugzeuge überflogen
mehrmals die deutsche Westgrenze, wurden iedoch durch sofort einsetzende
deutsche Jagd- und Flakabwehr zur Umkehr gezwungen.

Eigene Flugzeuge, die nach Frankreich hinein aufklärten, stießen an mehreren
Stellen auf starke feindliche Flak- und Jagdabwehr. Sie waren dennoch in der
Lage, ihre Aufträge auszuführen, und erreichten ohne Verluste die Heimatflughäfen.

Segelflug

Segelflug-Rekordliste.

Mit Stichtag vom 15. 2. 1940 besteht folgende Rekordliste der internationalen
Segelflug-Rekorde.

Einsitzer.
Streckenflug: Rußland 749,203 km. — Deutscher Rekord Vergens 522,727 km.
Zielilug: Rußland 415,143 km. — Deutscher Rekord u. intern. Anerkennung be-
antragt Schmidt 495,082 km.
Rückkehr-Zielflug: Deutschland — Huth 258,830 km.
Höhenflug: Deutschland — Ziller 6.838 m.
Dauerflug: Deutschland — Schmidt 36° 35’.

Doppelsitzer.
Streckenflug: Rußland 619,748 km. — Deutscher Rekord —.-—
Zielflug: Rußland 395,730 km. — Deutscher Rekord Braeutigam 363, 798 km.

. Rückkehr-Zielflug: Deutschland — Huth 258,830 km.

Höhenflug: Deutschland — Ziller 3.304 m.
Dauerflug: Deutschland — Bödeker/Zander 50° 26’.
Die Frauen-Segelflug-Rekorde sind hierbei nicht berücksichtigt.
Seite 76 „PTLUGSPORT“ Nr. 5/1940, Bd. 32

Vom NS.-Fliegerkorps.
In den Gruppen wurden
trotz Kälte und hohem
Schnee fleißig die Hänge ’
gebügelt, um sich auf Schul-
gleiter „SG 38“ auf die A-
Prüfung vorzubereiten. —
Oben: Im tiefsten Schnee
schleppte . die Startmann-
schaft den Schulgleiter
nach der Startstelle zurück.
Unten: Ein Flugschüler er-
hält die letzten Fluganwei-
sungen vor dem Start.
Diesmal muß es klappen.

“Bilder NSFK

. „ Fliegerei in Island.

In den Sommern 1938 und 1939 hatten die Isländer zwecks Erkundung der
Segelflugmöglichkeiten in ihrem Lande und zur Ausbildung ihrer jungen Leute
deutsche Segelfluglehrer zu sich gebeten. Abgesehen davon, daß für die Deutschen
das Islanderlebnis wegen der Eigenart der nordischen Insel und ihrer besonderen
Flugverhältnisse sowie des Entgegenkommens der Isländer unvergeßlich bleibt,
sind auch die Isländer völlig zufrieden mit den Erfolgen der von den Deutschen
durchgeführten Kurse und Flugtage sowie der pfleglichen Behandlung des Flug-
gedankens im ganzen isländischen Volke.

1931 hatten flugfreudige Isländer nach Abbildungen ein Gleitflugzeug „eigen-
konstruiert“, dessen erster Start auch sein letzter war. Mehr Glück hatten sie
mit einer nach deutschen Plänen und mit deutschem Material gebauten ESG.
1937/38 wurden mit direkter deutscher Hilfe zwei weitere Maschinen dieses Typs
gebaut. Aus dem Expeditionsgut der deutschen Segelfluglehrer kauften die Islän-
der 1938 die Klemm 25 und einen verkleideten Zögling und 1939 das Baby lla.
Kranich und Minimoa gingen nach Versuchsflügen wieder mit nach Deutschland.
Außer den genannten Gleit- und Segelflugzeugen und der Klemm 25, die als
Schlepp-, Passagier-, Wetter-, Post- und Krankenilugzeug und für wissenschaft-
liche Flüge benutzt wird, hat Island noch ein Wasserflugzeug amerikanischer
Bauart, das im Sommer die Heringsschwärme sucht, und einen im Bruch lagern-
den „Bluebird“.

Sechs Isländer sind Motorflieger, vier haben die amtliche C-, zwei die C-,
neun die B- und 25 die A-Prüfung. Ein Erfolg der deutschen Lehrmeister ist es,
daß nun die Isländeı den Segelflug
in allen Sparten selbständig betrei-
ben können.

Flugplätze nach deutscher Art
gibt es in Island nicht. Aus einer
Sandebene, die vom Gletscherwasser
gebildet ist, entsteht durch einen
Windsaek, der infolge der fast stän-
dig wechselnden Windstärke und
-richtung unerläßlich ist, und 100 kg

Fliegerei in Island.

er Zeichnung Flugsport

PJorsa

Nr. 5/1940, Bd. 32 „FELUGSPORT"“ Seite 77

Fliegerei in Island.
Links oben: Am Flugplatz bei Akureyri. — Unten: Der Vifilsfels, dessen Fuß
an Flugtagen von Zuschauern mit Autos, Ponnys und zu Fuß belagert wurde. —
Rechts oben: Start zum letzten B-Flug. — Unten: Klemm TF-SUX und ein
isländischer Schleppflieger. Bilder: Schauerte

Gips der Flugplatz. Solche Sandflecke gestatten auch im Innern zwischen den
Kraterbergen, der Lava und dem Eis Landungen. Weite Ueberlandflige im Segel-
flugzeug enden entweder mit einem Bruch, oder der Rücktransport könnte nur
auf dem Rücken der Islandponys erfolgen. Aber für Hang- und Thermikflüge ist
Island wegen der Berge, dem Wechsel zwischen Sumpf und blanken Steinen und
seiner klimatischen Verhältnisse sehr günstig. (Die Sonne leuchtet an Sommer-
tagen 22 Stunden.)

Der Hauptsegelflugplatz liegt am Fuße des 500 m hohen Vifilsfelsens, 23 km
östlich von Reykjavik. Die Segelflieger aus Akureyri, der Hauptstadt im Nord-
lande, schulen 25 km südlich von ihrer Stadt auf einer festen Sandebene, die
allerdings von drei Seiten mit 700 m hohen, vergletscherten Bergkuppen umstan-
den ist. In Siglufiördur kann und will man mit der A- und B-Schulung beginnen.

Modellflug treibt man vereinsmäßig in diesen drei Orten. Die Regierung be-
reitet die Einführung des Modellbaus in allen Schulen vor.

Alle isländischen Flieger und die es werden wollen sind geschickte und be-
geisterte Menschen. Ihre Begeisterung wird sogar den Mangel an Geld über-
rennen. Fritz Schauerte

Mikroiilm.

Der Aufbau des Modellflugsportes durch das NSFK. in Deutschland brachte
auch notgedrungen eine Weiterentwicklung der bereits seit 1935 bekannten Zim-
merflusmodelle. Gerade der Bau dieser Flugmodelle erfordert eine technische
Handfertigkeit besonderer Art. Es kommt vor allen Dingen auf größtmögliche
Gewichtsersparnis an. Die in der ersten Zeit gebräuchliche Bespannung mit Sei-
denpapier hatte den Nachteil, daß sie erstens zu schwer war (5 g pro qm) und
zweitens sich nicht straff genug auf den Flugmodellen befestigen ließ. Die Indu-
strie unternahm Versuche, hauchdünne cellophanartige Bespannstoffe zu ent-
wickeln und brachte den sogenannten Mikrofilm auf den Markt. Derselbe wird in
flüssigem Zustand an den Verbraucher geliefert. Zur Herstellung der Bespannung
benötigt man ein entsprechend großes, flaches Gefäß, das mit Wasser, dessen
Seite 78 „rLUGSPORT“ Nr. 5/1940, Bd. 32

Mikrofilm-Herstellung.
Von links: Die an den Rändern der „Mikrofilmbadewanne“ a festgeklebte Film-
haut wird durch einen Holzspan vorsichtig gelöst. Die über den Rand des
Mikrofilmhebers b hinausstehenden Filmteile werden gegen den Heberrand
geschoben.
Mitte: Das Herausheben des Mikrofilmhebers bereitet keine Schwierigkeiten.
Der Heber ist von der hauchdünnen, in allen Regenbogenfarben schillernden
Mikrofilmhaut überspannt.
Rechts: Mit Hilfe eines in Flugzeugspannlack getränkten Tuschpinsels werden
die kleinen Mikrofilmheber aus der Filmhaut des großen Hebers herausgelöst.
Die von den kleinen Hebern umschlossene Filmhaut kann nunmehr zur Bespan-
nung des jeweils vorgesehenen Teiles des Saalflugmodells benutzt werden.
Bild NSFK (Riehme)

Temperatur ca. 25—30°C betragen muß, gefüllt wird. Auf den Boden des Beckens
wird ein Drahtrahmen (Mikrofilmheber) gelegt, dessen Größenverhältnisse den
zu bespannenden Teilen entspricht. Der flüssige Mikrofilm wird tropfenweise auf
die Oberfläche des Wassers gegossen und breitet sich hier ähnlich wie eine Oel-
schicht aus. Nach einer Zeit von 30-60 Sek. ist die Flüssigkeit unter Einwirkung
der Luft soweit erhärtet, daß sie mit Hilfe des Mikrofilmhebers als hauchdünne
Haut von der Oberfläche des Wassers abgehoben werden kann. Nachdem die
Wassertropfen abgelaufen sind, wird das Gerüst des zu bespannenden Flusmodell-
teiles (Tragfläche, Höhenleitwerk usw.) leicht angefeuchtet und gegen die Unter-
seite des Mikrofilms gedrückt. Derselbe bleibt sofort an dem (Gerüst hängen.
Danach werden die überstehenden Filmteile durch Berühren mit einem mit flüssi-
sem Mikrofilm getränkten Pinsel oder Stäbchen abgetrennt. Damit ist die
Bespannarbeit beendet.

Die Dicke des Films richtet sich jeweils nach der Menge der aufgeschütteten
Flüssigkeit. Mikrofilm wird in den Farben rot, blau, gelb sowie farblos hergestellt.

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Mittwoch, 13. März 1940

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Bezugspreis für In- und Ausland pro "/a Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50
Telef.: 343834 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 6 13. März 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 27. März 1940

Ge: == m

Anerkannte Ueberlegenheit!

Die Behauptung in der englischen Presse und im Londoner
Rundfunk über die angebliche Unterlegenheit der deutschen Messer-
schmitt-Flugzeuge ist kürzlich durch eine Veröffentlichung in einer
englischen Fachzeitschrift unfreiwillig widerlegt worden. Bei einer
Beschreibung des Messerschmitt-Zerstörers werden die Leistungen
dieses Flugzeuges, die übrigens die Engländer in verschiedenen
Luftgefechten unangenehm gefühlt haben, mit Zahlen angegeben, wo-
bei gesagt ist, daß die Geschwindigkeit des Zerstörers nur 2 Meilen
in der Stunde niedriger sei als die des besten englischen Jagdein-
sitzers Typ „Spitfire“. Hiermit gibt die englische Fachzeitschrift zu,
daß dieser neueste englische Jäger eine völlig unzureichende Ge-
schwindigkeit besitzt, um sich mit den Jagd- oder Zerstörerflugzeu-
sen von Messerschmitt erfolgreich messen zu können. Wie jeder
Fachmann weiß, muß ein mehrsitziges und verhältnismäßig schweres
Zweimotorenflugzeug, wie es der Messerschmitt-Zerstörer darstellt,
aus rein technischen Gründen bedeutend langsamer sein als ein Ein-
sitzer. Wenn also der Messerschmitt-Zerstörer, wie die englische
Fachpresse zugibt, nur 2 Meilen, d. h. etwa 3 km/h, langsamer ist als
der „Spitfire“, so ist das zugleich ein Eingeständnis dafür, daß dieser
berühmte englische Jäger eine unzureichende Geschwindigkeit be-
sitzt. Große Ueberlegenheit an Geschwindigkeit ist aber gerade für
das Jagdflugzeug ein entscheidender Faktor. Praktisch wird somit
der Zerstörer von Messerschmitt als weit überlegen anerkannt, denn
bei annähernd gleicher Geschwindigkeit (3 km/h mehr oder weniger
spielen keine Rolle) verfügt er über eine ungleich stärkere Bewafi-
nung.

Was den Jaedeinsitzer Me 109 anbelangt, der nach Ansicht der
Londoner Rundfunksprecher stets „eine leichte Beute der englischen
Flugzeuge wird“, so erstreckt sich das englische Eingeständnis un-
bewußt auch auf ihn. Kein Fachmann wird sich einreden lassen, daß
ein leichter Einsitzer nicht ganz wesentlich schneller sein muß als
ein von dem gleichen Konstrukteur gebauter schwererer Mehrsitzer.

Diese Nummer enthält Reportsammlung Nr. 20 und Patentsammlung Nr. 23, Bd. VII.

Seite 80 ,FLUGSPORT“ Nr. 6/1940, Bd. 32 Nr. 6/1940, Bd.32 „FLUGSPORT" Seite 81

Mit anderen Worten: Wenn der „Spitfire“, auf den die Briten so
stolz sind, praktisch nicht schneller ist als der Messerschmitt-Zer-
störer, dann ist ihm der Jagdeinsitzer Me 109 bestimmt an Ge-
schwindigkeit weit überlegen — was übrigens unter den Front-
fliegern auf beiden Seiten kein Geheimnis mehr ist.

Messerschmitt-Jagdeinsitzer Me 109 läuft vom Band startbereit aus der Halle. In
wenigen Minuten wird er in der Luft nachgeprüft. Werkbild

Ital. Caproni Ca. 312 1.S. See-Zweischwimmer.

Dieser Tiefdecker, freitragend, Zweimotor, ist als Torpedoträger
.: und Seeaufklärer gebaut. Besatzung je nach Erfordernis zwei bis
Fertigung des schnellen Messerschmitt-Jagdeinsitzers Me 109 am laufenden Band. drei. In Sonderausführung als leichter Bomber hat diese Maschine

Werkbild | die Bezeichnung „Ca. 312 bis“.

Flügel Metallgerippe, Sperrholz und Leinwand bedeckt. Lande-
klappen hydraulisch betätigt.
Rumpf zweiteilig. Sichtnase bis zum Flügel mit dem Hinterteil ver-
schraubt. Hinterteil Stahlrohr, teilweise mit Leinwand und Blech
beplankt. Führerraum Sitze nebeneinander, Steuersäule mit Rad zur
Uebergabe nach dem zweiten Sitz seitlich schwenkbar. Fußpedale
für Seitenruder doppelt.

Zum Aussteigen in der Luft Oeffnungen im Vorderteil und
Falltüren im Führerraum.

Höhen- und Seitenleitwerk einfach, Ruder Trimmklappen ein-
stellbar vom Führersitz. j

Schwimmer Metallbauweise, je 5 m? Inhalt. Durch Streben im
Dreieckverband geren Rumpf und Motoren abgestrebt.

Messerschmitt-Jagdeinsitzer Me 109. Nachprüfen von Fahrwerk und Motoreinbauten.
Werkbild

Caproni Ca 312 bis. Werkbild

Nr. 6/1640, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 83

USA Sikorsky XPBS-I Flugboot, Viermotor.

Das erste Muster dieses Großflugbootes, gebaut von der
Sikorsky Aircraft, Division of the United Aircraft Corp., wurde be-
reits Sept. 37 an den Auftraggeber, die U. S. Marine, welche längere
Zeit Erprobungsflüge ausführte, abgeliefert. (Vgl. die Abb. „Flug-
sport“ 1937, S. 612.)

Das Boot ist für Fernaufklärung und Bombenabwurf bestimmt.
Flügel freitragend, Schulterdeckeranordnung. Flügeldicke stark zu-
nehmend von Außenmotor nach dem Rumpf. Ganzmetallbauweise,
Beplankung Glattblech. Wölbungsklappen und OQuerruder stofi-
bespannt.

Unter den Ansatzflügeln Stützschwimmer, zweistufig. Befesti-

Seite 82 „rLUGSPORT“ Nr. 6/1040, Bd. 32

Bestückung ein MG. fest eingebaut im Flügel links neben dem
Rumpf. Ein MG. in Kuppel Oberseite des Rumpfes feuernd nach
oben nach allen Richtungen. Ausrüstung für Nachtfliegen mit
1000kerz. Scheinwerfer.

Spannweite 16,20 m, Länge 13,4 m, Höhe 4,4 m, Fläche 38,70 m’.
l.eergewicht 4000 ke, Flurgewicht 5700 kg. Zwei Piaggio P. XVI
9 Zyl. luftgekühlte Sternmotoren von 550 PS am Boden und 630 PS
in 3500 m. Dreiblatt - Verstellschraube. Höchstgeschwindigkeit
380 km/h, Landegeschw. 135 km/h, Steigfähigkeit auf 4000 m in
16 min. Startzeit 35 sec. Reichweite mit militärischer Zuladung
600 km, Höchstreichweite 1600 km, Gipfelhöhe 5000 m.

Jardfilugzeuge nach englischer Darstellung.

Messerschmitt Me 109 mit Curtiss Hawk 75 A mit Morane 406 mit Hispano-
Daimler-Benz DB 601 von Pratt& Whitney Twin Wasp Suiza 12 Y von 860 PS,
1150 PS, vier MG. von 950 PS, sechs MG. eine MK. und zwei MG.

3,3; USA. Sikorsky XPBS-1 Flugboot, Viermotor. Werkbilder
Heinkel He 112 (neuester

Hawker Hurricane I mit Supermarine Spitfire I mit j . |
Rolls-Royce Merlin von Rolls-Royce Merlin von Typ) mit Daimler-Benz dure durch u, uele, verspannt
1050 PS, acht MG. 1050 PS, acht MG. DB 601 A von 1150 PS, | urch Profildrähte. on

Bilder: Flight Bewaffnung unbekannt. | Bootsrumpf gekielt zweistufig,

Ganzmetall, Schalenbauweise.
Drei MG. Drehkranzkuppel in
der Rumpfnase, auf der Rumpf-
oberseite aufschiebbare Luke hin-
ter dem Flügel und im Rumpfhek
hinter dem Leitwerk MG.-Kuppel.
Führerstand in der Rumpfnase
verhältnismäßig tief liegend, da-
hinter Räume für Mechaniker-

Werkstatt, Küche mit Trockeneis-
kühlschrankanlage, Wasserdestil-
lation, alles elektrisch mit 110 Volt
durch besonderes Aggregat betrie-
ben. Alle Dienststellen im Boot
sind durch Telefonanlagen ver-
bunden. Ferner übliche Ausrüstung
wie Sender- und Empfangsanlage,
Lüftungseinrichtungen für Aufent-
halt in den Tropen.

USA. Sikorsky
XPBS-1 Flugboot,
Viermotor.

Zeichnung Flugsport

Seite 84 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1640, Bd. 32

USA. Sikorsky XPBS-1 Flugboot, Viermotor. Archiv Flugsport

Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk, stark nach oben gezoge-
nes Bootsende gleichfalls gekielt, um Beschädigungen zu vermeiden.
(Man erkennt die Anwendung der Do-X-Erfahrung.)

Vier Pratt & Whitney Twin Wasp 14 Zyl. Sternmotoren von je
1050 PS in der Flügelnase. Hamilton Standard Constant Speed
Versteilschrauben.

Spannweite 38,1 m, Länge 23,8 m, Fluggewicht 24500 kg,

Höchstgeschwindigkeit 320 km/h.

Inland.

Tagesbeiehl des Generalieldmarschalls Göring, Gründungstag der Luftwafie
am 1.:März 1940.
Soldaten der Luftwaffe! Kameraden!

‘Die fünfte Wiederkehr des Gründungstages unserer stolzen Waffe findet
uns angetreten und kämpfend nach dem Gesetz des unserem Vaterland aufge-
zwungenen Krieges.

Vor fünf Jahren erfuhr die Welt, daß es wieder eine deutsche Luftwaffe
gibt. Die Zeit, die uns vor jenem beglückenden Tage trennt, war erfüllt von
härtester Arbeit, restlosem Einsatz und — bedingungsloser Hingabe jedes ein-
zelnen, der mitschuf an unserem großen Werk.

Kameraden! Ihr habt in den Jahren des Aufbaues, vor allem aber, als
euch der Führer und Oberste Befehlshaber zum Schutz der Heimat aufrief,
gezeigt, welcher Geist euch erfüllt. Ihr habt im Frieden und im Krieg bewiesen,
daß in euch die großen Fliegerhelden des Weltkrieges ebenso fortleben wie die
Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung. Das deutsche Volk weiß, daß
ihr sein Schutz und Schirm gegen jeden Angriff aus der Luft seid. Aber auch
eine vernichtende Waffe gegen alle, die den Frieden verbrecherisch störten, weil
der Aufstieg unseres Volkes aus der Versklavung von Versailles zur geachteten
Großmacht die Neider auf den Plan rief, um das Reich, das unser Führer auf-
sebaut hat, zu zerschlagen.

Euch, meine Kameraden, die ihr in der Luft und am Boden als Angehörige

der Fliegertruppe, der Flakartillerie und der Luftnachrichtentruppe tapfer und

treu eure Pflicht gegenüber eurem Führer und eurem Volk erfüllt, spreche ich
heute am Gründungstage unserer jungen Waffe meinen Dank und meine Aner-
kennung aus. In besonderer Verbundenheit gedenken wir an diesem Tage unserer
Kameraden, die ihre Treue mit dem Einsatz ihres Lebens besiegelten. Sie sind
uns Mahnung und Verpflichtung zugleich, ihrem Heldentum nachzueifern und in
ihrem Geist weiter zu kämpfen, bis der endgültige Sieg unser ist.

Heil unserem Führer! Hermann Göring.

Nr. 6/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 85

Generalieldmarschall Göring besichtigte Ende Februar die Luftwaffenverbände
im Operationsgebiet der Nordseeküste und darauf die im Westen eingesetzten
Fliegerkorps und Jagddivisionen auf ihren Front-
plätzen sowie eine Reihe von Flakbatterien in
ihren Feuerstellungen.

Dr. Heinrich Koppenberg, seit 1934 Wehrwirt-
schaftsführer und mit der Leitung der Junkers-
Werke beauftragt, begeht am 15.' 3. 60. Geburts-
tag. Lehrzeit Gußstahlfabrik Krupp, Essen, Be-
such von Fachschulen, anschließend Konstrukteur-
tätigkeit, leitende Stellung Schwerindustrie, Aus-
bau zahlreicher neuer Werke, Ehrendoktor Berg-
akademie Freiberg, Ehrensenator Techn. Hoch-
schulen Breslau und Dresden. Unter der Leitung
Dr. Koppenbergs haben sich die Junkers-Werke
zum größten Flugzeug- und Motorenwerk der
Welt entwickelt.

Preisausschreiben 1938/39 der Lilienthal-Gesellschait. Ergebnis:

Die Aufgabe aus dem Flugzeugbau verlangte eine Ableitung allgemein-
gültiger Beziehungen für die Strömungserscheinungen an einem geraden Flügel
unter unsymmetrischer Anströmung (Schieben) und für die Verteilung des Auf-
triebes beim Pfeilflügel an Hand von Rechnungen oder Messungen. Die Arbeit
sollte dabei auf den Zustand der nicht abgerissenen Strömung beschränkt und
das Ergebnis so herausgearbeitet werden, daß es möglichst unmittelbar auf flug-
technische Fragen angewendet werden kann.

Erster Preis, 1500 RM, erhielt Dr. rer. nat. Johannes Weißinger, Deutsche
Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, für die Arbeit: „Der schiebende

Tragflügel bei gesunder Strömung“. — Einen Preis von 500 RM erhielt Hans
Multhopp, Focke-Wulf Flugzeugbau G. m. b. H., Bremen, für die Arbeit: „Die
Anwendung der Tragflügeltheorie auf Fragen der Flugmechanik“. — Mit ie einem

Preis in Höhe von 250 RM wurden Prof. Dr. Richard Fuchs, Berlin, für die Arbeit:
„Auftriebsverteilungen, Luftkräfte und Luftkraftmomente für Flügel beim Schieben
und bei Pfeilstellung‘“ und Dr. Klaus Krienes, Aerodynamische Versuchsanstalt
Göttingen, für die Arbeit: „Die schiebende elliptische Tragfläche‘‘ ausgezeichnet.

Bei der Aufgabe aus dem Flugmotorenbau war durch eine allgemein zusam-
menfassende Arbeit oder durch eine eingehende Sonderbehandlung eines Teil-
sebietes auf Grund von Veröffentlichungen und Erfindungen der Stand der
Entwicklung von Zahnradgetrieben für Flugmotoren und deren Entwicklungs-
möglichkeiten aufzuzeigen.

Einen Preis von je 1000 RM wurde Dipl.-Ing. Ernst Rossow, Junkers Flug-
zeug- und -Motorenwerke A.-G., Dessau-Anhalt, für die Arbeit: „Werkstoffe für
Flugmotorengetriebe“ und Dipl.-Ing. Hans Ide, Deutsche Versuchsanstalt für
Luftfahrt, Berlin-Adlershof, für die Arbeit: „Flugmotorengetriebe und ihre Be-
rechnung“ verliehen. — Einen Preis von 500 RM erhielt Ing. Otto Nübling, Argus
Motoren G.m.b.H., Berlin-Reinickendorf, für die Arbeit: „Die Zahnradbeanspru-
chung und ihre Berechnungsweise bei Flugmotorengetrieben. Vergleich der
Getriebe von Motoren mit verschiedenen Drehrichtungen‘“.

Das halten deutsche Flugzeuge
aus! Bei einem Angriff auf die
Seefestung Hela kam eines der
eingesetzten Ju 87 Sturzkampf-
Flugzeuge in einer Tiefkurve
dem Wasser zu nahe. Dabei
verlor es das gesamte Fahr-
werk (wie die nebenst. Abb.
zeigt), außerdem wurde die Luft-
schraube leicht verbogen. Das
Flugzeug flog damit im Ver-"
band zu dem noch über 120 km
entfernten Heimathafen zurück
und landete glatt auf der Rumpf-

Unterseite. Werkbild

Seite 86 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1940, Bd. 32

Die Aufgabe aus dem Flugfunkwesen forderte eine Uebersicht und kritische
Behandlung der Verfahren. die für die Luftfahrt auf dem Gebiete des ultraroten
Lichtes in Frage kommen. Dabei sollte das betrachtete Gebiet alle Wellen um-
fassen, die länger als die optisch sichtbaren und kürzer als ungefähr 1 mm sind.

Mit einem Preis von 1000 RM wurde die von Dr. phil. Werner Lautsch,
Dipl.-Ing. Richard Orthuber und Dr. sc. nat. Walter Schaffernicht, Forschungs-
institut der AEG, Berlin-Reinickendorf, als Gemeinschaftsarbeit eingereichte
Abhandlung: „Ultrarote Strahlung“ ausgezeichnet. — Ein weiterer Preis von
1000 RM wurde der von Dr. Allekotte und Dr. Schönwald, Heereswaffenamt,
Forschungsabteilung Berlin, gemeinsam abgefaßten Arbeit: „Ultrarot-Verfahren“
zuerkannt.

Die vierte und letzte Preisaufgabe war den Problemen des heute natur-
gemäß besonders wichtigen Luftwaffenwesens gewidmet. Auigabe aus dem
Watfienwesen. Es wurde eine Zusammenfassung der bisher bekannten Veröffent-
lichungen über den Stand der Ballistik des Bombenwurfes verlangt (in abwägen-
der Beurteilung sollte eine einheitliche Uebersicht gegeben werden). Die Mängel
der bekannten Methoden sollten dabei durch exakte Rechnungen klar gestellt
und, wenn möglich, durch Angabe neuer Verfahren beseitigt oder einer Be-
seitigung zugänglich gemacht werden.

Ein Preis in Höhe von 1200 RM wurde Dr. rer. nat. Fritz Kraß, Berlin,
Luftkriegsakademie Gatow, Ballistisches Institut, z. Z. Leutnant der Flak, für
die Arbeit: „Stand der Ballistik des Bombenwurfs“ zuerkannt. — Einen Preis
in Höhe von 800 RM erhielt Dr. Hermann Athen, Berlin-Frohnau, Heereswaffen-
amt, Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung, für die Arbeit: „Untersuchung
und numerische Prüfung der Verfahren zur Berechnung von Bombenflugbahnen‘“.
Mit je einem Preis in Höhe von 250 RM wurden Dr. phil. habil. Hans. Gebelein,
EBßlingen/Neckar, Ingenieurschule Eßlingen und Technische Hochschule Stuttgart,
für die Arbeit: „Der gezielte Bombenwurf“ und Dr.-Ing. Hans Knobloch, Berlin-
Treptow, Luftkriegsakademie Gäatow, für die Arbeit: „Ballistik des Bombenwurfs“
ausgezeichnet.

Ein neues Preisausschreiben der Lilienthal-Gesellschaft wird vorbereitet.

Der Wortlaut der Preisaufgaben sowie die Teilnahmebedingungen werden dem-
nächst veröffentlicht.

Ausland.

Ritterlichkeit deutscher Flieger bezeugt wieder einmal ein Vorgang während
der letzten deutschen Luftangriffe auf die englische Küste, bei denen nach dem
Wehrmachtsbericht zwei deutsche Flugzeuge überfällig gemeldet wurden. Hierzu
gibt der Londoner Berichterstatter des „Le Matin“ folgende Mitteilung: „Als
eines der englischen Flugzeuge nach der Notlandung der deutschen Maschine
versuchte, selbst in einem danebenliegenden Feld zu landen, stieß das Fahrgestell
gegen einen Stein, der Apparat überschlug sich und begrub seine Insassen unter
sich. Inzwischen waren die vier Mitglieder der deutschen Maschine, von denen
einer verletzt wurde, aus ihrem Flugzeug gestiegen und steckten den Apparat in
Brand. Dann begaben sie sich eiligst zu dem englischen Flugzeug und halfen der
Besatzung, sich aus ihrer unangenehmen Lage zu befreien.

Belgien Kongo - Luftlinie der Sabana ab 17. 2. wieder in Betrieb ge-
nommen.

Ital. Flugzeugzelte werden in letzter Zeit aus einer Leichtmetallkonstruktion.
mit Segelleinen bedeckt, leicht auf- und abzubauen und zu transportieren,
hergestellt.

13000 m Höhe erreichte der rum. Fliegerkpt. Pufi Popescu am 5. 2., womit
er den rumän. Höhenrekord von Papana um 2000 m überbot.

Beschlagnahme der Post im :USA-Transatlantik-Flugzeug auf den Bermuda-
inseln gab Veranlassung, in Zukunft diese Inseln auf dem Flug nach dem
Kontinent nicht mehr anzufliegen.

Nr. 6/1940, Bd. 22 „TLUGSPORT“ Seite 87

französisches Flugzeug vom Muster Potez 63 wurde in der Eifel durch Flak-
artillerie abgeschossen.

27. 2. 4. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Brüssel, 27. 2. 40. In der Nacht vom Freitag auf Samstag ist bei Gembloux,
etwa in der Mitte der Strecke Brüssel—Namur, ein mit sechs englischen Fliegern
besetztes Vickers-Wellington-Flugzeug gelandet. Die Besatzung, die aus einen
Offizier und fünf Unteroffizieren und Mannschaften bestand, wurde interniert
und das Flugzeug beschlagnahmt. Die Maschine ist stark beschädigt, da das
Fahrgestell nicht rechtzeitig in die Landestellung gebracht werden konnte. Eine
Tragfläche ist verbrannt, da die Flieger, die glaubten, auf deutschem Gebiet
niedergegangen zu sein, ihre Maschine in Brand gesteckt hatten. Die Insassen sind
indessen unverletzt. Das Flugzeug, das mit vier Maschinengewehren bewaffnet
war, kam nach belgischen Zeitungsberichten von einem Fluge über Deutschland
zurück und führte Flugblätter mit sich, die die Unterschrift Chamberlains trugen.
Die Verletzung der belgischen Neutralität steht also fest, um so mehr, als in
England die Landung auf belgischem Gebiet bestätigt wird. Die belgische Presse
beschränkt sich auf die Wiedergabe der Umstände der Landung, zu der die
Engländer durch Benzinmangel gezwungen gewesen sein sollen.

Berlin, 28. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe
unternahm in der Nacht vom 26. zum 27. 2. ausgedehnte Vorstöße in den fran-
zösischen Luftraum, wobei auch Paris von mehreren Flugzeugen längere Zeit
überflogen wurde. — Die am 27. 2. über der Nordsee und den britischen Inseln
und in beschränktem Umfang gegen Frankreich durchgeführte Erkundung der
Luftwaffe stieß an verschiedenen Stellen auf starke feindliche Abwehr. Zwei
deutsche Flugzeuge sind vom Flug gegen England nicht zurückgekehrt. — Ein
englisches Aufklärungsflugzeug vom Muster Bristol-Blenheim wurde abgeschossen.

Berlin, 29. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 27. zum
28. 2. flogen vereinzelte feindliche Flugzeuge in Nordwestdeutschland ein, darunter
zwei über die niederländisch-deutsche Grenze. Am 28. 2. war die Fliegertätigkeit
gering. Die Luftwaffe führte lediglich Grenzüberwachungsflüge durch.

Berlin, 1. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte am
29. 2. erneut, trotz ungünstiger Wetterlage, Aufklärungsflüge über Ostfrankreich
und der Nordsee durch.

Berlin, 2. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Auf-
klärungsflüge über der gesamten Nordsee bis zu den Orkney-Inseln durch.
Hierbei griffen deutsche Flugzeuge an verschiedenen Stellen englische Kriegs-
schiffe und im englischen Geleit fahrende Handelsschiffe erfolgreich an. Ein
Schiff sank sofort, bei einem anderen wurden erhebliche Brandwirkungen fest-
gestellt. Weitere vier Schiffe sind durch Bomben so schwer getroffen worden,
daß ihr Verlust wahrscheinlich ist. — Nach einem Nachtflug über Nordwest-
deutschland flog ein feindliches Flugzeug am 1. März morgens bei Nymwegen
über niederländisches Hoheitsgebiet zurück.

Berlin, 3. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte in der
Zeit vor Morgengrauen bis zum Spätnachmittag des 2. März über der gesamten
Nordsee auf. Vor der britischen Ostküste wurden zwei Vorpostenboote und elf
bewaffnete oder im Geleit fahrende Handelsschiffe angegriffen und teils versenkt,
teils schwer getroffen. — Tagsüber wurde über Nordostfrankreich bis in Gegend

Luftwaffe. | Generalfeld-
. ; marschall Göring
Berlin, 25. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Luft schwache 3

ni ve. . 7 an der Front im
Aufklärungstätigkeit und Jagdüberwachung an der deutsch-französischen Grenze Gespräch mit

und über der Deutschen Bucht. Ein französisches und ein britisches Flugzeug Flugzeugführern
wurden abgeschossen. Eigene Verluste traten nicht ein. . auf einem Flugplatz
Berlin, 26. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Eigene Jagdüberwachung I im Westen.

an der Westfront und über der Deutschen Bucht blieb ohne Feindberührung, Ein

Seite 88 „rLUGSPORT“ Nr. 6/1940, Bd. 32

Paris aufgeklärt. Bei der Grenzüberwachung fanden verschiedene Luftkämpfe an
der deutsch-französischen Grenze statt. Hierbei wurden drei französische Flug-
zeuge durch deutsche Jäger abgeschossen; zwei deutsche Aufklärer werden
vermißt.

Berlin, 4. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe setzte
in der Nacht vom 2. zum 3. März ihre Erkundungstätigkeit an der englischen
Küste und über Ostfrankreich fort. Einzelne Feindflugzeuge flogen in großer Höhe
von der Deutschen Bucht her nach Nordwestdeutschland ein. Dabei überflog ein
englisches Flugzeug die deutsch-dänische Grenze. — Deutsche Jagdflugzeuge
stießen bei der Grenzüberwachung in der Gegend von Diedenhofen auf fran-
zösische Jagdflugzeuge. Es kam zu einem Luftkampf zwischen vier Messerschmitt-
Flugzeugen und zwölf Morane-Flugzeugen. Nachdem ein französisches Flugzeug
abgeschossen war, entzogen sich die Franzosen trotz ihrer dreifachen Ueber-
legenheit dem weiteren Kampf. — Ein deutsches Heinkel-Aufklärungsflugzeug
mußte nach einem Luftkampf mit drei französischen Jägern in der Gegend von
Metz, in dessen Verlauf die beiden Motoren aussetzten, mitten in der französi-
schen Festungslinie notlanden. Die Besatzung verbrannte ihr Flugzeug. Zwei
Mann, von denen einer einen schweren Öberschenkelschuß erhalten hatte,
schlugen sich durch die französischen Linien bis zu der deutschen Stellung durch.

Berlin, 5. 3. 49. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte am
4. März trotz ungünstiger Wetterlage ihre Aufklärungsflüge über Ostfrankreich fort.

6. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 7. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die eigene Luftaufklärung
gegen England wurde fortgesetzt. Einzelne britische Flugzeuge flogen in der
Nacht vom 5. zum 6. März in die Deutsche Bucht ein und berührten hierbei das
nordwestdeutsche Küstengebiet. Ein britisches Flugzeug flog nördlich Sylt über
dänisches Hoheitsgebiet ein.

Berlin, 8. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 6. zum
7. März und vom 7. zum 8. März fanden wiederum erfolgreiche Vorstöße der
Luftwaffe gegen die britische Ostküste statt. Hierbei wurden trotz starker
Gegenwehr insgesamt elf im britischen Geleit oder abgeblendet längs der
britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe versenkt oder schwer getroffen. Alle
deutschen Flugzeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten
ohne Verluste zurück. Ein zur Aufklärung gegen Nordschottland eingesetztes
Flugzeug wird vermißt.

In der Nacht vom 6. zum 7. März flogen einzelne englische Flugzeuge in die
Deutsche Bucht ein. Bis auf ein Flugzeug traten alle übrigen noch vor Erreichen
der deutschen Küste den Rückflug an.

Bei feindlichen Einflügen nach Nord- und Westdeutschland in der Nacht vom
7. zum 8. März wurde dänisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet verletzt.

Segelflug

Segelilugbetrieb im Protektorat hat durch das NSFK. am Großen Hang bei
Keeg in der Nähe von Prag eingesetzt. Statt: ‚der.bisherigen weiten Fahrten zum
‚Ranney-Berg bei Laum- Postelberg kann man ietzt mit der Straßenbahn bis zur
“Endstation nach Tiefenbach (Hloubetin) fah-

ren, um in einer halben Stunde zu Fuß das
Fluggelände am Großen Hang bei Keeg zu
erreichen.

Siidamerik. Höhensegelilug, 3600 m,
führte der deutsche Segelflieger Helmuth

Teichmann bei Buenos Aires aus.

100 Schulgleiter 38 wurden im Rahmen
des Winterbauprogramms der Gruppe 14
von NSFK.-Männern und Flieger-AJ. ge-
baut, eine Leistung, die sich wirklich sehen
lassen kann. Nebenstehende Abb. zeigt die

fertiggestellten Schulegleiter.
Bild NSFK.

Nr. 6/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 89

Segelilieger-C-Schein bzw. -Ausbildung und Flugzeugführerschein für Segel-
fluglehrer können nach einer Verfügung des Korpsführers des NSFK. Mitglieder
des NSFK. und insbesondere der Flieger-HJ. mit A- und B-Schein für Segelflug
durch bevorzugte Teilnahme an den Lehrgängen der Segelfluglehrer auf schnell-
stem Wege erlangen, um dann weiter im Motorflug ausgebildet zu werden und
zum fliegenden Personal der Luftwaffe zugelassen werden.

Luft- Post.

Normenbezeichnung von Rohren nur noch „Außendurchmesser mal Wand-
stärke“ angeben. Bei Bezeichnungen von „Außendurchmesser mal Innendurch-
messer“ ist nicht erkennbar, ob das zweite Maß Innendurchmesser oder Wand-
stärke bedeutet.

Patentanmelder lassen sich am besten Anmeldebestimmungen und Merkblatt,
welche vom Reichspatentamt, Berlin SW 61, Gitschinerstr. 97—103, ohne Kosten
abgegeben werden, kommen. Selbstanmelder werden dann sehen, ob ihre Kennt-
nisse zur Abfassung der Beschreibungen und Ansprüche sowie zur Anfertigung
der notwendigen Zeichnungen ausreichen. Eine Liste der deutschen Patentanwälte

kann gleichzeitig angefordert werden.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.
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XXXlIl. Jahrgang / Nr. 7 Mittwoch, 27. März 1940

Tatsachen nn

—— t

Franz. Guillemin
Sportflugzeug

| USA Spartan 7 WF

USA Curtiss
Helldiver 77

Lockheed 212
Mehrzwecke-
flugzeug

BMW 132 Lu. 132 H
Sternmotoren

USA-
Gefechtskanzel

Konstruktions-
einzelheiten

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| in,Mandschukuo

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Sammlung
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Erscheinungs-
tage
1940
XXXll.Jahrgang

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8 18. April
9 24. April

10 8. Mai
11 22. Mai
12 5. Juni
13 19. Juni
14 3. Juli
15 17. Juli
16 31. Juli
17 14. August
18 28. August
19 11. September
20 25. September
21 9. Oktober
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Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a.M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankiurt a. M..
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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 7. 27. März 1940 XXXIN. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 10. April 1940

Tatsachen.

Es ist noch gar nicht lange her. Rings um Deutschland wurden
Einfalls-Flugplätze ausgebaut, wo die papierenen Flugzeuggeschwa-
der unserer Feinde starten sollten, um Deutschland in Trümmer zu
legen. Inzwischen ist alles anders gekommen. Die Invasionsbomber
aus der Tschechoslowakei und Polen sind nicht mehr. Die Hoffnun-
ven auf Kanada, Australien und auf das neutrale Amerika kommen
nicht in Frage. Oberst Lindbergh hat vor gar nicht langer Zeit, wie
wir bereits an dieser Stelle berichteten, die entschiedene Ueber-
legenheit der deutschen Militärflugzeuge gegenüber den amerikani-

chen neben dem Präsidenten des New Yorker Instituts für Flug-
forschung anerkannt.

Die Praxis hat diese Ueberlegungen bestätigt; bis jetzt hat man
von all diesen sagenhaften Flugzeugen an der Front wenig gehört.
Statt dessen haben unsere erprobten Kampfgeschwader wieder ein-
mal bewiesen, daß sie den Engländer in seinen entferntesten Schlupf-
winkeln aufsuchen und trotz stärkster Gegen- und Flakabwehr ihm
wieder erhebliche Verluste in Scapa Flow beibringen konnten.
Unsere Flugzeuge und Besatzungen mußten wohl demnach über-
lesen sein. Nur Tatsachen beweisen!

Diese erwiesene deutsche Ueberlegenheit wird nicht nur be-
stehen bleiben, sondern sie wird sich noch vergrößern. Das deutsche
Volk weiß, um was es geht. Dank der deutschen sozialen Verbun-
denheit werden unsere Feinde niemals in der Lage sein, gleiche
Leistungssteigerungen hervorzubringen. In Flugtechnik und -indu-
strie werden je nach Erfordernis, ohne Rücksicht auf Standes-
unterschied, die besten Kräfte aus allen Schichten für weitere
Arbeitsleistungen zusammengefaßt. Die flugwissenschaftlichen For-
schungsanstalten, technischen Hochschulen und Lehranstalten sorgen
für Weiterentwicklung. Im NSFK. kann jeder einzelne, ohne durch
finanzielle Hemmungen behindert zu sein, zur Fliegerei gelangen
und sich flurtechnisches Wissen und Handfertigkeit aneignen. Früher

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 24, Bd. VII.

Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen
und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das II. Vierteliahr 1940, RM 4.50,
möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 7. April
werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.
Seite 92 „FLUGSPORT*“ Nr. 7/1940, Bd. 32 | Nr. 7/1940, Bd. 2  „FLUGSPORT“ Seite 93

mußten wir mühsam mit Ueberredungskünsten für die Fliegerei
werben. Heute, im nationalsozialistischen Staat, ist das nicht mehr
notwendig; denn das deutsche Volk hat bereits begonnen, ein Volk
von Fliegern zu werden!

Franz. Guillemin Sportflugzeug.

Der Konstrukteur hat sich sehr eingehend mit der Entwicklung
des Kleinflugzeuges befaßt. Er wollte kein Bastel-Flugzeug für den
Laien, sondern ein Leichtflugzeug entwickeln, welches unter zeit-
gemäßen Gesichtspunkten größte Wirtschaftlichkeit bei guter
Geschwindigkeit leicht und billig auch im Serienbau herzustellen ist.

Der Aufbau des Flugzeuges erscheint sehr einfach. Die Haupt-
versteifung des Rumpfes und Flügels wird durch einen Kastenträger I Zu
gebildet, um den sich die einzelnen Teile herumgruppieren. Rumpf | Franz. Guillemin - Sport- RS
und Flügelträger werden an ihrer Kreuzungsstelle durch ein Träger- I Nugzeug. Flügelaufbau u. E
‘werk im Dreieckverband in der Längs- und Querrichtung versteift. | Steuerung.

Höhen- und Seitenleitwerk, gezogene Flügelnase mit Holzrippen,
stoffbespannt.

Z >

KRAINELNNTD

Q
N S

mit Nasen und Klappenträger, Hilfsholm, Sperrholzrippen. Das ab-
nehmbare Flügelendstück ist nach oben gebogen, und dadurch bei
etwaigen Flügelbeschädigungen leicht auswechselbar.

Fahrwerk, ohne komplizierte Stoßaufnehmer, besteht aus einem
starken Stahlrohr, am unteren Ende mit Gabel für das Rad, am
oberen Ende an einem längs des Holmes verlagerten Torsionsfeder-
rohr befestigt.

Im Versuchstyp wurde ein Mengin Zweizyl. von 32 PS ver-
wendet. Die Leistungen hiermit waren Höchstgeschwindigkeit
176 km/h, Landegeschw. mit Klappen 63 km/h, ohne Klappen 102 km/h.

Spannweite 7,20 m, Länge 5 m, Fläche 6,50 m?, Leergewicht
182 kg, Nutzlast 108 kg, Fluggewicht 290 kg.

USA Spartan 7 WF.

Der Typ 7WF ist in Ausbau und Ausführung dem im „Flug-
sport“ 1939, Seite 96, beschriebenen Kabinentiefdecker vollständig
gleich. Für militärische Verwendung ist in das Kabinendach ein
MG.-Drehkranz eingebaut.

Ganzmetallbauweise, Flügelschnitt NACA 2418 nach den Spitzen
zu sich verjüngend auf NACA 2406.

Rumpf, Ruder, hochziehbares Fahrwerk, vergleiche Typen-
beschreibung des
Spartan 7W Exeku-

tive.

Spannweite 11,9 m,

| Franz.
KA Guillemin-

4 1 Sportflugzeug.
> Zeichnung Flugsport

m —ı< Länge 8,18 m, Höhe
Sr \ 2,4m, Fläche 23,23m?.
\ m Höchstgeschwindig-
\, \ | = | keit 341 kmih. Spartan Modell 7 WF. Archiv Flugsport
|
a USA Curtiss Helldiver 77.
a ein po Hlugzeng: Oben: I Dieser Doppeldecker mit Verschwindfahrwerk, Zweisitzer, ist
Flügelholm, dient gleichzeitig zur als Sturzbomber gebaut.
Befestigung der Steuerbetätigungs- | Flügel Ganzmetallbauweise, Oberflügel aus einem Stück, Unter-
einrichtung. Unten: Strebenknoten- | flügel zweiteilie. Am Rumpf gegen Oberflügel und Rumpf verstrebt
punkt am Flügelholm; gleichzeitig und verspannt. Unterflügel stoffbespannt, Metallnase. Doppelte
Befestigungspunkt der Fahrwerks- | Spreizklappen. Betätigung von Hand.
strebe mit dem links am Holm liegen- | Rumpf Ganzmetall, Formringe. Aluminiumhaut. Sitze hinter-
den Torsionsfederrohr. \ einander. Langer Sichtaufbau mit Schiebedach.

Bilder u. Zeichnungen L’Ae&ronautique.

re

Er
2

Seite 94 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1940, Bd. 32

Höhen- und Seitenleitwerk Metallgerippe, Flossen Aluminium-
haut, Ruder stoffbespannt.

Fahrwerk seitlich in die Unterseite des Rumpfes einziehbar.
Schwanzrad hochziehbar. -

Motor Wright Cyclone R-1820-G3, 840 PS in 3000 m. Hamilton
Standard Constant Speed Luftschraube.

Spannweite 10,36 m, Länge 8,42 m, Höhe 3,18 m, Fläche 29,47 m’,
Flächenbelastung 87,8 kg/lm?, Leistungsbelastung 3,03 kg/PS. Leer-
gewicht 1889,6 kg, Fluggewicht 2589,9 kg, Höchstgeschwindigkeit
378 km/h in 3000 m,
Reisegeschw.
318 km/h in 3000 m,
Landegeschw. mit
Klappen 103 kmjh,

Dienstgipfelhöhe

7830 m, Reichweite
980 km in 3000 m.

Curtiss Helldiver-77. Archiv Flugsport

Lockheed 212 Mehrzweckeilugzeug.

Die Lockheed Aircraft Corp., Burbank, Calif., hat aus der Reihe
ihrer Verkehrsflugzeuge Lockheed 10 „Electra“ („Flugsport“ 1934,
S. 135) den Lockheed 12 mit zwei 400-PS-Motoren entwickelt.
Daneben wurde auch der Lockheed 12-A mit zwei 400 PS Pratt &
Whitney-Motoren für militärische Zwecke umgestaltet. Es entstand
das Mehrzweckeflugzeug Lockheed 212 für 3 Mann Besatzung, wel-
ches als leichter Bomber und Fernaufklärer gedacht war.

Rumpf übliche Ausführungsform, Metallschalenbauweise, ver-
steift durch Längsprofile und Spanten. Führersitz Doppelsteuerung,
Sitze nebeneinanderliegend, mit Selbststeuerung und FT-Gerät.
Bewaffnung: fest eingebautes MG. im Rumpfbug. Auf der Rumpf-
oberseite zwischen Flügel und Leitwerk MG.-Drehturm. Bomben
werden unter dem Rumpf in besonderen Aufhängevorrichtungen
untergebracht.

Flügel dreiteiliges Mittelstück, mit dem Rumpf fest verbunden,
Ganzmetallbauweise, einholmige Spreizklappen zwischen Querruder
und Rumpf, übliches Höhenleitwerk mit doppeltem Seitenleitwerk,
freitragend, Höhenruder, Trimmklappen.

Fahrwerk nach hinten in die Rumpfverkleidung hochziehbar, im
hochgezogenen Zustand noch um ein Viertel des Raddurchmessers
vorstehend.

Zwei Motoren Wright „Whirlwind“ R-975-E3 von je 420 PS.

Spannweite 15,10 m, Länge 11,12 m, Höhe 2,98 m, Flügelinhalt
32,75 m’, Flügelstreckung 7,4.

Leergewicht 2739 kg, Last 1184 kg, Fluggewicht 3923 kg.
Flächenbelastung 128 kg/m?, Leistungsbelastung 4,65 kg/PS, Flächen-
leistung 27,4 PS/m?.

Höchstgeschwindiekeit am Boden 349 km/h, in 427 m Höhe
on m 354 km/h, Reisege-

schwindigkeit am

Boden 314 km/h, in
1678m Höhe 333km/h,
Landegeschwindig-
keit 105 km/h. Steig-
zeit auf 445 m 1 min,
Dienstgipfelh. 6400 m,
| Flugdauer ca. 5h.
Lockheed 212, Mehrzweckeflugzeug. Archiv Flugsport

Nr. 7/1940, Bd. 32 „rLLUGSPORT"“ Seite 95

BMW 132L und 132 H, 9-Zyl.-Stern-Motoren.

Die Erfolge mit dem 9-Zyl.-Stern-Motor BMW 132 A, 27,7 |
Hubraum und 725 PS Startleistung, und seine vielseitige Verwen-
dungsmöglichkeit führte zu verschiedenen Weiterentwicklungen.
Den BMW 132 Dc haben wir im „Flugsport“ 1938 S. 228 ff. ausführ-
lich beschrieben. Hinzugekommen sind die Typen 132 H, 132 L, 132 N
und 132K, wovon die beiden letzteren Typen bei der deutschen
Luftwaffe und bei Auslandsstaaten ausgedehnte Verwendung ge-

funden haben. IT III ITIITT 1
Die beiden Typen 132L | ITLELrEEN!

\

I
. .. . N Kurzl 17100 _ükt.
und 132 H, die besonders für die 1000 -T% Erhöhte Kur ng, ”

Bedürfnisse des Luftverkehrs

>X

entwickelt sind, werden infolge

4
r

ihres hohen Betriebssicherheits-

grades im Luftverkehr vor- N TR]

\ Erhöhfe Kurzleisfung

S-

zugsweise auf Langstrecken soo \ 3.2340, U

eingesetzt. I IN

Pr

Die beiden Typen 132L x

rt

und 132 H sind nicht als Höhen-

motoren gebaut. 132L treibt N

v1

die Luftschraube direkt, 132H HN: SM. n= 2250 Unit

besitzt ein Untersetzungsge- y BERNER

triebe. Von Verbesserungen , SE

) Erhöhte Daverleistung
. F !

I

sind zu nennen: vermehrte und = 218 Ya

verlängerte Kühlrippen, ver-„ X IH

stärkte zweiteilige Kurbelwelle « so

Dauerte ıstung

mit Preßkegelverbindung, Hilfs- 3700

ceräteträger neuer Ausführung & \

mit waagerechten Anschlüssen 8 N An= 2000 Umin

für Magnetzünder, Stromerzeu-

ger, Luftpresser, Anlasser und

BD’
A
na

Drehzählerantrieb. Die Schmie- soo \

PA

rung der Ventil-Schwinghebel T

wurde in das Druckölnetz der N

PAPA
AP.

Umlaufschmierung einbezogen,

kglh

Höhenleistungen und Kraftstoffver- 2430 - %

brauch, Baumuster BMW 132 Hu.Ha, Sy» F \

Reihe 1.  Werkzeichnung

440

vs

BMW-132-H/1-Motor m.Untersetzungs-

Kraftstoffverbrauch

| |
getriebe. 132 L ist gleich im Aufbau, TI 4 |

nur ohne Getriebe. 4 1 +
Werkbilder Höhe in km

Seite 96 „FLUGSPORT"“ Nr. 7/1946, Bd. 32

in den Oelkreislauf ein Spaltfilter eingeschaltet. Dem Luftschrau-
benanschluß dient beim BMW 132L-Motor ein SAE - 40 - Keil-
wellenstummel. Das robuste Kegelrad-Umlauf-Untersetzungsgetriebe
des BMW 132H-Motors hingegen weist für den Luftschrauben-
anschluß eine Flanschwelle mit Kerbverzahnung auf. Beide Bau-
muster sind mit einer Druckölzuleitung zur Betätigung einer druck-
ölgesteuerten Zweistellungs-Luftschraube versehen.

BMW 132L und 132H haben gleiche Abmessungen. Bohrung
155,5 mm, Hub 162 mm, Hubraum 27,7 1, Verdichtungszahl 6,5, Lader-
antriebsverhältnis 1 : 7,87, Untersetzungsverhältnis des Luftschrau-
bengetriebes des 132H 1:0,62, Länge 132L 1252 mm, 1322H
1217 mm, Gesamtdurchmesser 1380 mm, Trockengewicht 132 L
460 kg, 132 H 530 kg.

Leistungen und Vollgashöhen
(bezogen auf Cina-Normalatmosphäre und Luftschraube mit stufenloser

Verstellbarkeit)
BMW 132 L BMW 12H
Lei- | Volleistung Lei- | Volleistung
Belastung . |stung ._| stung
U/min| „Om pg |, mn U/min) „0m ps \ m
PS Höhe | PS Höhe

Erhöhte Kurzleistg.1 Min. | 2230 | 800 830 | 1000 | 2550 | 1000”! 1010 300
Kurzleistung 5 Minuten | 2150 | 720 760 | 1400 | 2.250 800 830 | 1100
ErhöhteDauerlstg.30Min. | 2075 | 650 690 | 1800 | 2180 720 760 | 1550

Dauerleistung - ...... 2000 | 575 | 620 | 2400 | 2090 | 640 | 690 | 2000
Reiseleistung ....... 1900 | 500 | 550 | 3000 | 2000 560 | 615 | 2500
Kraftstoff: Bleibenzin 87 Oktan *) für erhöhte Kurzleistung 100 Oktan

USA Gefechtskanzel.

Ueber Gefechtskanzeln der großen Kriegsflugzeuge ist im Schrifttum nicht
viel zu finden. Es dürfte daher eine der Fa. Boeing Aircraft Cy, Seattle (Wash.),
Erf. J. F. Haberlin, in Amerika patentierte Einrichtung*) Interesse bei unseren
Lesern finden.

Der Flugzeugrumpf geht vorn (oder auch hinten) in eine durchsichtige
Kuppel 9 über, die in einer Kreisschiene 1 läuft. Außermittig ist in einer Oeffinung
der Kuppel, für sich um eine Querachse 10 schwenkbar, ein durchsichtiger, hinten
offener Hohlkugelkörper 7 eingebaut, der ein um eine Hochachse 21 verschwenk-
bares, mit seiner Mündung durch einen Schlitz 4 hindurch nach außen ragendes
MG. zum großen Teil umschließt und Schütze und Waffe weitgehend der Ein-
wirkung des Fahrtwindes entzieht, ohne deren Beweglichkeit einzuengen. Durch

*) USA 2182868 (angem. 11. 1. 37, veröff. 12. 1. 39).

Gefechtskanzel der Boeing Aircraft Cy.

Nr. 7/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 97

entsprechende Einstellung der drei Hauptteile: Kuppel, Kugelkörper und MG. er-
gibt sich ein sehr großes Schußfeld in Höhen-, Tiefen- und Seitenrichtung. Das
Rahmenwerk der Kugel liegt in oder dicht hinter der durchsichtigen Schale. Der
MG.-Träger ist, um den Kugelinnenraum für die Bedienung möglichst frei zu
lassen, aus einem Bogenstück 16 gebildet, an das sich aus Rohren 6 gebildete,
nach hinten längs des MG.s sich erstreckende Arme anschließen. Der Ausschnitt
der Flohlkugel ist gerade nur so groß, um einen zum MG. gehörenden Behälter
ein- und ausbringen und Ladehemmungen beseitigen zu können; ie kleiner er ist,
um so größer ist die äußerste Winkellage, bei der noch kein störender Fahrtwind-
Eintritt in das Rumpfinnere erfolgt. Auch die Patronenzufuhr in das MG. findet
ebenso wie der Hülsenausstoß im Kugelinnern statt.

Für schnelles Zubringen frischer Munition und leichte Fortschaffung der
ausgeworienen Patronenhülsen und Gurtglieder dient eine Behältereinheit, deren
Form besonders aus ihrer perspektivischen Darstellung gut erkennbar ist. Sie
besteht im wesentlichen aus vier Räumen: einem Kanal 30 zur Führung der leeren
Metallgurtglieder, einem Becken 31 für die leeren Hülsen, einem Zuführungs-
kanal 11 für den frischen Patronengurt und einem nach hinten erweiterten Auf-
nehmer 12 für die Gurtglieder. Um die Behältereinheit gleichzeitig für 0,3 und 09,5
Kaliber verwendbar und hemmungssicher auszubilden, ist eine verschiebbare
Wand 3 im Innern vorgesehen, die sich dem jeweils verwendeten Kaliber ent-
sprechend einstellen läßt. Zwei Handgriffe 17 und 18 dienen bequemer Hand-
habung bei der Frischbehälter-Entnahme von und der Leerbehälter-Aufstapelung
an Gestellen 8. Das Aufstecken des Behälters auf das MG. wird dadurch erleich-
tert, daß zwei C-förmige Führungen 20, die in Auskehlungen des Behälters fest-
sitzen, sich über T- oder I-förmige Ansätze 2 der vorerwähnten Parallelträger-
rohre 6 für das MG. schieben lassen. Durch diese Einrichtung, die mit unkompli-
zierter Handhabung den Behälter an den richtigen Ort in bezug auf die Patronen-
Zufuhröffnung am MG. zu bringen gestattet, wird zugleich eine denkbar kleine
Bemessung der hinteren Oeffnung der Hohlkugel 7 ermöglicht.

KONSTRUKTIONS
EINZEBSHEITEN

Maihak-Kraftstoff-Förderpumpen sind als doppeltwirkende Zwillingskolben-
pumpen so ausgebildet, daß eine der doppeltwirkenden Kolbenpumpen die im
normalen Flugbetrieb benötigten Kraftstoffmengen fördern kann. Regelung der
Fördermenge durch einen federbelasteten Regler, der beim Ansteigen des Druckes
infolge Mehrförderung einen Teil des Kraftstoffes in die Saueleitung zurückfließen

Mo

FE

Von links nach rechts: Maihak-Kraftstoff-Förderpumpe. Maihak-Kraftstoffver-
brauchsmesser (Stichprober). Maihak-Sogpumpe MUGIVa. Werkbiider

Seite 98 „FLUGSPORT"“ Nr. 7/1940, Bd. 32

läßt. Der Druckbereich kann zwischen 1,15—1,5 ata eingestellt werden. Der Regler
arbeitet noch bei — 35°. ,

Beide doppeltwirkenden Pumpen sind hinsichtlich der Hubbewegung um 90
gegeneinander versetzt und mit zwei Saugleitungen ausgestattet. Reißt eine Saug-
leitung auf oder ist der mit der einen Saugleitung verbundene Tank leer, so fördert
die andere Pumpenseite ein Benzin-Luftgemisch, ohne daß der Betrieb gestört wird.

Drei verschiedene Bauniuster MFP Il, MFP II und MFP IV haben gleiche
Nenndrehzahl 2700 U/min und zul. Ueberdrehzahl 4000 U/min. Nennförderleistung
bei 0,3 at Unterdruck und Nenndrehzahl MFP II 2xX175 1, MFP III 2X350 1 und
MFP IV 2X500 I. Gewicht MFP I 1,22 kg, MFP Ill 1,55 kg, MFP IV 1,81 kg.

Krafitstofi-Verbrauchsmesser (Stichprober) als Bordgerät oder zur Messung
an Motorenprüfständen für Durchflußmessungen von der Maihak A.-G., Hamburg,
entwickelt. Nach dem bisher angewandten Verfahren wird die Zeit, in welcher
der Kraftstoffspiegel zwischen 2 Meßmarken absinkt, gemessen. Das zwischen
den Meßmarken befindliche Volumen ist genau geeicht. Durch Umrechnen kann
der Kraftstoffverbrauch in einer gewünschten Zeit, z. B. 1 Std., errechnet werden.

In der Abbildung erkennt man die am Klemmrahmen befestigten Sichtschei-
ben. Um schnell hintereinander mehrere Messungen durchführen zu können, ist
das Gehäuse durch eine senkrechte, oben mit einer Ueberlaufbohrung versehene
Trennwand in einen linken und einen rechten Behälter aufgeteilt. Je nach der
Hahnstellung kann sowohl der linke als auch der rechte Behälter zur Messung
benutzt werden, wobei bei der Entleerung eines Behälters auch der andere sich
selbsttätig wieder auffüllt. Ein Abreißen des Kraftstoffstromes im Flugzeug ist
daher nicht möglich.

Rechts oben im Gerät erkennt man das Belüftungsventil, darunter den Druck-
verminderer und unter dem Gerät die Handdruckluftpumpe, welche auch durch
eine Preßluftflasche ersetzt werden kann. Links vom Gerät Stromanschluß für
Beleuchtung bei verdunkeltem Einbau. Der Stichprober Modell MKM III besitzt
ein Meßvolumen von 1600 cm’, MKM IV 3000 cm’.

Maihak-Sogpumpe MUG IVa, als Energieerzeuger für sogbetriebene Flug-
überwachungsgeräte, ist als Unterdruckgebläse nach Art der Dreikolbenverdichter
gebaut. In einem Hohlzylinder dreht sich um eine exzentrisch gelagerte Achse ein
Drehkörper, in dessen Schlitzen parallel zur Achse Schieber gleiten, die den
mondsichelförmigen Raum zwischen Hohlzylinder und Drehkörper in mehrere
Kammern teilen, die beim Umlaufen größer oder kleiner werden. Die Schieber
werden durch Zentrifugalkraft an die Gehäusewandung gepreßt.

Einbau der Sogpumpe in jeder beliebigen Lage. Schmierung erfolgt durch
Frischöl, Vorrat für 200 Betr./Std. Drehrichtung Uhrzeigerdrehsinn. Gewicht
1,35 kg. Liefermenge 250 l/min bei n = 5300, Sog von — 1800 mm WS, Gegen-
druck von + 200 mm WS, bezogen auf 1 ata und 15° C. Antriebsleistung im
Normalzustand ca. 0,5 PS.

Steilschrauber-Steuerring, heute ein vielfach angewandtes Mittel zur Aende-
rung der Flügeleinstellwinkel, ist unseres Wissens erstmalig von Paul Cornu
vorgeschlagen worden. Der um eine rumpffeste Achse i einstellbare Ring h dient
als Führung für an den Flügelholmen sitzende Hebel f. Waagerecht gestellt
(obere Abb.) gibt er beiden Flügeln gleiche Einstellung, die nur axialen Schub
erzeugt; schräg gestellt (untere Abb.) vermindert er auf der einen Hälfte des
Flügelumlaufs den Einstellwinkel, um ihn auf der andern Hälfte zu vergrößern,
wobei sich ein Schub sowohl in axialer Richtung wie auch quer dazu, also Auf-
und Vortrieb gleichzeitig erzeugen läßt. Diese primitive Form ist später von

nu EN
 Anreemer yeninll
Ef

Cornu Steilschrauber-Steuerung. Archiv Flugsport

Nr. 7/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 99

Breguet, Cierva, Flettner, Focke u. a. vervollkommnet worden, indem man den
Ring kardanisch lagerte, also allseitig verschwenkbar und außerdem axial ver-
schiebbar machte. Von der unrationellen Vorschuberzeugung Cornus sehen die
heutigen Konstrukteure natürlich ab; sie verwenden den Steuerring 1. als Mittel
zur Auftriebsregelung durch axiale Verschiebung, 2. als Mittel zum Ausgleich
der unsymmetrischen Flügelbeaufschlagung bei waagerecht fortschreitender Be-
wegung und 3. als Mittel zur Steuerung des Steilschraubers, nämlich bei ange-
lenkten Flügeln zur Lagenänderung des von ihren Spitzen beschriebenen Kreises
in der Längs- und Querebene. In den Fällen 2. und 3. wird der Steuerring
entsprechend schräg eingestellt, bei 3. mit der Steuerhandhabe zusammen. (Siehe
franz. Patentschrift 398 545, veröff. 7. 6. 09.)
USA. Freedman-Burnham-Luitschraube. ‘

Freedman-Burnham Engineering Corporation hat für Leichtilugzeuge von
40—50 PS eine Luftschraube mit einstellbaren Holzblättern entwickelt.

Die Flügelblätter besitzen an ihrem Schaft einen Konus, auf dem ein
Stahlblechmantel mit Rillen unter
gleichzeitiger Beigabe von Kitt auf-
gepreßt wird. Die Flügelblätter wer-
den durch eine zweiteilige Nabe zu-
sammengehalten, wie die Abb. zeigt.

Selbst wenn die Metallman-
schette noch so vorsichtig aufgepreßt
wird, so dürfte, die durch den län-
geren Betrieb sich einstellende Kerb-
wirkung nicht zu vermeiden sein.
(Der Sachbearb.)

Betriebsstoffibehälter-
Einbau beim Curtiss
Wright,  Großverkehrs-
flugzeug, Spannw. 32,5 m,
Länge 22,5 m; vgl. die
Typenbeschreibung im
„Flugsport“ 1939, S. 10,
zeigt nebenstehende Ab-
bildung. Die Betriebsstoff-
behälter für 1500 1 von
rundem und elliptischem
Querschnitt werden in
entsprechende geformte
Lagertaschen, wie die Ab-
bildung erkennen läßt, in
die Flügel geschoben.
Die Behälter müssen der
Taschenform genau an-
gepaßt sein, damit diese
nicht nur gleichmäßig an-
liegen, sondern auch die

Innenversteifung der
Behälter mit den Trag-
rippen korrespondieren.
Sämtliche Rippen haben
entsprechende Aussparun-
gen erhalten. Die runden
Behälter‘ liegen” vor dem
Vorderholm, - die © zwei
elliptischen zwischen. den
Holmen. ..Man .. beachte
auch die Verstärkung der
Flügelhaut durch innen
aufgenietete Längsprofile.

Werkzeichnung

Seite 100 „FLUGSPORT" Nr. 7/1940, Bd. 32

Luftverkehr in Mandschukuo.
Der Luftverkehr in der Mandschurei ist in der Manshu Koku
Kabushiki Kaisha (M.K.K.) zusammengefaßt und wird in 19 Luit-
verkehrslinien betrieben. Durch geschickte Propaganda hat es die
Gesellschaft verstanden, den Luftverkehr zu steigern. Büros in
Gikogwai, Yamatoku und Mukden. Betriebskapital 13 970 000 Yen.
1. Dairen—Siuyen— Antung—Tsian— Tunena—Huanien—Mukden. 800 km, wöchent-
lich 3mal.

2. Dairen—Mukden—Hsinking—Harbin—Chiamussu. 1180 km, täglich.

3. Mukden—Chinchow—-Tientsin— Peking. 730 km, wöchentl. 3mal.

4. Mukden—Chinchow-—Chengte. 480 km, täglich.

5. Chengte—Kalgan. 255 km, wöchentl. 2mal.

6. Chengte—Chihfeng—Linhsi—Linhtung—Kailu—Tungliao—Nsingking. 925 km,
wöchentl. 2mal.

7. Hsinkinge—Tunha—Chunhochin. 350 km, wöchentl. 2mal.

8. Hsingking— Yenchi—Tumen—Hunchun—Seishin. 570 km, wöchentl. 3mal.

9, Hsingkine—Mutankiang. 360 km, wöchentl. 6mal.

10. Mutankiang—Tumen. 180 km, wöchentl. 3mal.

1l. Hsinking—Tsitsihar—Hairaerh—Manchuri. 980 km, wöchentl. 3mal.

12. Harbin—Peian—Sunwa—Heiho—Nonni— Tsitsihar—Harbin. 1275 km, wöchent-
lich 3mal.

13. Harbin— Tungho—Ilan__Chaimussu. 265 km, täglich.

14. Chaimussu—Foshan— Wuyun—Heiho— Huma—Oupu—Moho. 1150 km, wöchent-
lich Imal.

15. Mutankiang— Muling—Suifenho—Supfenko. 175 km, wöchentl. 3mal.

16. Mutangkiang— Pamientung—Pantsaiho — Mishan — Poatsing — Jaoho — Fuchin.
690 km, wöchentl. Zmal.

17. Tungchiang—Jaoho. 150 km, wöchentl. 2mal.

18. Tungchiang—Fuyen. 165 km, wöchentl. Imal.

19. Chaimussu—Luopei—Tungchiang. 295 km, wöchentl. 3mal.

Eingesetzt sind folgende Flugzeuge: Junkers Ju 86 mit 2 BMW.-
Motoren von 1700 PS, 3 Mann Besatzung, 10 Fluggäste, Reise-
geschwindigkeit 345 km/h, Reichweite 1200 km; Messerschmitt
Me 108 Taifun mit Argus As 10c von 240 PS, Besatzung 1 Mann,
3 Fluggäste, Reisegeschw. 265 km/h, Reichweite 1000 km; Nakajima
A.T. mit 2 Kotobuki-II-Motoren von 920 PS, Besatzung 2 Mann,
8 Fluggäste, Reisegeschw. 310 km/h, Reichweite 1200 km; Fokker
Super-Universal mit Kotobuki II von 460 PS, Besatzung 2 Mann,
6 Fluggäste, Reisegeschw. 190 km/h, Reichweite 1230 km; D. H.

Mandschurisches Luftverkehrsplakat. Versinnbild-
licht aufstrebenden Luftverkehr. Filmgröße mit
Flugmodell des neusten Nakaiima-A.-T.-Flugzeuges.
Rechts: Im Mandschukuo-Luftverkehr eingesetzte
Verkehrsflugzeuge. Oben: Hayabusa. Unten: Naka-

jiima A.T. und Junkers Ju 86.
Sämtliche Bilder Archiv Flugsport

Nr. 7/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 101

Mandschurische Luftverkehrsplakate.
Verbindung von Luftverkehr u. Eisenbahnverkehr d. Manchuria Aviation Co. Ltd.
und South Manchuria Railways. Rechts: Mukden u. Peking, Schnellverkehrslinien.

Puss Moth mit Gipsy II von 105 PS, Besatzung 1 Mann, 2 Flug-
gäste, Reisegeschw. 169 km/h, Reichweite 1170 km; Hayabusa mit
Kotobuki II von 460 PS, Besatzung 2 Mann, 6 Fluggäste, Reise-
zgeschw. 210 km/h, Reichweite 1250 km.

‘Von den genannten Linien wird die Hauptlinie Nr.
täglich mit Junkers Ju 86 beflogen.

Die Fokker Super-Universal und die D.H. Puss Moth wurden
in der Flugzeugfabrik der M.K.K. gebaut.

Rechts: Mandschurisches Luftverkehrsplakat. Für Luft-
post gibt es keine Entfernung. Schrift chinesisch. In dem
ausgesparten Flugzeug, im Flügel Harbin, Hsinking,
Mukden und im Schwanz Antung.
Streckenkarte: Luftverkehr Mandschukuo.

Zeichnung Flugsport
Ioho 0 50 100 _ 200 300 + nu

2 als einzige

Tschila

Tirsihar \

adufenho
Supfenkoo / hikalsk

Afladiwostok

Seite 102 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1940, Bd. 32

uegeg®

Kofferklebezettel, auf die die Luftreisenden stolz sind. — Oberste Reihe von links:

1. Neue Klebezettel der M.K.K. 2. Chaimussu. 3. Hsinking. 4. Tsitsihar. 5. Alte

Klebezettel der M.K.K. — Mitte von links: 6. Dairen. 7. Mutankiang. 8. Chengte.

9. Antung. 10. Harbin. — Unten von links: 11. Mukden. 12. Klebezettel für

Reisende mit den neuen Junkers Ju 86. 13. Jetzige Klebezettel der M.K.K.
14. Chinchow.

Inland.

Flieger-Preisausschreiben im Luftgau IV. Für das beste Lied der Flieger,
Bild der Flieger und Wort der Flieger waren Geldpreise und Preise in Form von
Ueberlandflügen u. a. ausgesetzt. Teilnahmeberechtigt waren Angehörige der
Luftwaffe, des NSFK. und der Flieger-HJ. 1. Preis Gefr. Joachim Müller-Gräfe
für ein Bild „Schwere Flak in Stellung“. Die Bestrebungen, durch Ausdrucks-
möglichkeiten in Lied, Bild und Wort den Fliegernachwuchs anzuregen, sind sehr
zu begrüßen.

R. Fuess, Berlin-Steglitz, besteht am 1. April 75 Jahre.

Ernennungen zum Flugkapitän durch den Reichsminister der Luftfahrt: Chef-
pilot Hugo Harmens und Dr.-Ing. Fritz Platz, beide im Dienst der Gothaer

Waggonfabrik AG.
Ausland.

Ital. Verkehrsilugzeug-Bauprogramm 1942, viermotorige Flugzeuge für Stra-
tosphärenflug in Bearbeitung.

Rom-Bassora-Luftlinie der Ala Littoria verlängert bis Bangkok (Siam).

Sofia—Moskau-Fluglinie, unternommene Probeflüge über die Strecke von
2200 km wurden in 8 h 20 min zurückgelegt. Die Flugstrecke Moskau—Herson—
Burgas— Sofia wird demnächst in Betrieb genommen.

Skandinavien—USA-Luitverkehr soll im Sommer vorerst mit USA-Flug-
zeugen, später mit rein skandinavischen Flugzeugen aufgenommen werden.

Norw. Flugzeugbestellung in USA umfaßt 24 Wasserflugzeuge, 400 km/h.

Nr. 7/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 103

Oben: Deutsche Aufklärungsflugzeuge auf dem Flug gegen die englische und

schottische Ostseeküste. — Unten: Blick durch die Bugkanzel auf einen in
Zickzackkurven fliehenden Engländer. Sekunden nur noch, und dann befindet sich
das Schiff mitten im Fadenkreuz. Die Bombe fällt. Weltbild (2)

12 Curtiss-Hawk-Jagdflugzeuge sind bereits vor längerer Zeit bestellt. Norwegen
beabsichtigt, eine eigene Flugzeugindustrie zu schaffen.
USA-Flugzeug-Truppentransport während eines Manövers mit 37 Flugzeugen
350 Mann über eine Strecke von 350 km in 1 Std.
Mai. James Doolittle Präsident des USA Institute of the Aeronautical Sciences.
England—Atlantik-Luftverkehr über Neufundland, bereits im Vorjahr geplant,
soll in diesem Jahr in der ersten Juniwoche mit den Flugbooten „Caribou“ und
„Cabot“ beginnen.

Seite 104 „FLUGSPORT" Nr. 7/1940, Bd. 32

Trojanisches Pierd ist in England für
wert befunden worden, Patentschutz zu er-
halten. „Hubschrauber, gekennzeichnet durch
einen Rumpf tierähnlicher Gestalt in Wett-
renn-Haltung und mit Stoßdämpfern in den
Hufen“ — das ist die Haupterfindung und
„Steuerflächen bildende bewegliche Kopf-
und Schwanzteile“ lautet ein weiterer An-
spruch. So ganz ungefährlich scheint der
Vorschlag nicht zu sein, denn wenn diese
fliegende Kavallerie anrückt, ist zu befürch-
ten, daß unsere Flieger vor Lachen nicht
schießen können.

Was nicht alles erfunden und — -paten-
tiert wird!

Luftwaffe.

Berlin, 9. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien sowie über Nord- und Ost-Frankreich
fort. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, i0. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über
Ostirankreich auf. Am Nachmittag kam es an der deutsch-französischen Grenze
zu einem Luftkampf zwischen sieben Messerschmitt-Flugzeugen und zehn franzö-
sischen Jägern vom Muster Morane und Curtiss, Hierbei wurde ein Morane-
Flugzeug abgeschossen.

Berlin, 11. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Aufklärungstätigkeit über Ostfrankreich fort. Der Gegner versuchte mehrfach,
in deutsches Gebiet einzufliegen. Hierbei überflogen am 10. 3. abends zwei feind-
liche Flugzeuge sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückflug luxemburgisches Gebiet.

Berlin, 12. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über
Ostfrankreich auf. Ein französisches Flugzeug vom Muster Potez 63 wurde durch
Flakartillerie abgeschossen.

Berlin, 13. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Aufklärung über Frankreich fort.

Berlin, 14. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Südlich von Straßburg
wurde ein französisches Flugzeug vom Muster Mureaux durch deutsche Flak-
artillerie abgeschossen.

15. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 16. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über
Ostfrankreich und der gesamten Nordsee auf. Hierbei wurden britische Vorposten-
fahrzeuge angegriffen. Eines derselben wurde versenkt, ein anderes schwer
beschädigt.

Berlin, 17. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über
der Nordsee und Ostfrankreich auf. Deutsche Jäger schossen einen französischen
Fesselballon westlich Breisach brennend ab. — Auf Grund der Aufklärungsergeb-
nisse der letzten Tage unternahmen stärkere deutsche Kampffliegerverbände in
den Abendstunden des 16. März einen Vorstoß nach Nordwesten und griffen in
Scapa Flow liegende Teile der britischen Flotte an. Hierbei wurden drei Schlacht-
schiffe und ein Kreuzer durch Bomben getroffen und schwer beschädigt. Die
Beschädigung von zwei weiteren Kriegsschiffen ist wahrscheinlich. — Außerdem
wurden die Flugplätze Stromnes, Earth-House und Kirkwall sowie eine Flak-
stellung angegriffen und mit Bomben belegt. Trotz starker Jagd- und Flakabwehr
des Feindes führten die deutschen Kampfflugzeuge ihre Aufträge erfolgreich
durch und kehrten ohne Verluste zurück.

Berlin, 18. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte die
Aufklärung gegen Frankreich und Großbritannien fort. An der schottischen Ost-
küste wurden feindliche bewaffnete Handelsschiffe und Vorpostenboote ange-
griffen. Ein Vorpostenboot wurde versenkt.

19. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 20. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 19, 3. gegen 20 Uhr
griffen britische Flugzeuge die Insel Sylt an. Die Angriffe wurden von einigen
Flugzeugen bis 2.40 Uhr fortgesetzt. Ein Haus wurde getroffen, sonst dank der
deutschen Abwehr kein Schaden angerichtet. Die meisten Bomben fielen ins

Nr. 7/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 105

Deutsche Flieger berichteten am 17. 3. abends der Auslandspresse über den
erfolgreichen Angriff auf Scapa Flow. Von links: Verbandsf. Maj. Dönch, Obltn.
Magnussen, Hptm. Schumacher v. RLM. und Obltn. Philipps. Weltbild

Wasser. Ein britisches Kampfflugzeug wurde durch die deutsche Flak abge-
schossen. Im Zusammenhang mit dem Angriff wurde von den britischen Flug-
zeugen dänisches und niederländisches Hoheitsgebiet überflogen.

Segelflug

320 km Zielstreckensegelilug für Doppelsitzer in 5% Std. von NSFK.-Stuf.
Budzinski, Sfl.-Hptl. d. Reichssegelflugschule Wasserkuppe, Flug am 25. 5. 39 von
der Wasserkuppe nach Freiburg, wurde als Jahresbestleistung gewertet und ihm
der Gruppenpreis der NSFK.-Gruppe 8 (Weser-Elbe) zuerkannt.

NSFK.-Standarte 119 Lodsch, Adolf-Hitler-Straße 106, besteht aus Sturm
1/119, Lodsch, Adolf-Hitler-Straße 106, Sturm 2/119, Lodsch, Nibelungenstr. 5,
Sturm 3/119, Lodsch, Alexanderhofstr. 53, und Sturm 4/119, Pabianice. Weitere
Stürme sind in Ostrowo, Kalisch und Turek im Aufbau, ferner sind solche für
Zdunska-Wola, Sieradz und Kempen geplant. Die Werkstätten für die Stürme
sind bereits im Aufbau und teilweise fertig. Mit dem Segelflug wird auf dem
Gelände hinter Zgierz (Dombruwka) begonnen. Erfreulich stark ist der Kreis der
NSFK.-Förderer in Lodsch.

Condor Aero-Club de Planeadores, Astra (Chubut), Argentinien, muß selbst bei
kleinen Ueberlandflügen oft mit schwierigen Geländefahrten, wie obige Abb. zeigt,
rechnen. Das Bild trug die Unterschrift: Ob die schulterhohen, sehr harten Dorn-

büsche unserem „Ursinus“ bekommen werden, wissen wir noch nicht.
Bild-Archiv Flugsport

Seite 106 „FLUGSPORT" Nr. 7/1940, Bd. 3

Berichtigung. Segelflug-Rekordliste „Flugsport“ 1940 Nr. 5 S. 75 muß es
unter „Einsitzer“ statt „Rückkehr-Zielflug: Deutschland-Huth 258,830 km“ richtig
heißen „Rückkehr-Zielilug: Deutschland-Flinsch 305,624 km“. Der Rekord von
Huth fällt nur unter „Zweisitzer“.

Ein Milligal (abgekürzt: mgal) ist der 1000. Teil eines Gal, einer Einheit, die
zu Ehren von Galilei so genannt worden ist. 1 Gal bedeutet die cm-g-sec-Einheit
der Schwerebeschleunigung. Die Dimension ist cmi/sec?. ;.

Bei einem Körper, der unter dem Einfluß der Erdschwere fällt, mißt man in

der Physik den Weg in cm und die Geschwindigkeit in cm/sec;;Die Beschleuni- x

gung ist die Zunahme der Geschwindigkeit pro sec, also demnach cm/sec/sec =
cm/sec? zu messen. Zum bequemeren Gebrauch nennt man ein cm/sec?, wenn es
sich um Schwerebeschleunigung handelt, 1 Gal. Das durch die Schwerkraft be-
dingte Gewicht eines Körpers ist für den Physiker das Produkt aus Masse und
Erdbeschleunigung. Beispielsweise ist die Masse eines Steines am Aequator und
am Pol dieselbe, die Erdbeschleunigung jedoch verschieden und daher auch das
Gewicht verschieden. Diese feinen Unterschiede werden bekanntlich z. B. mit
dem Askania-Schweremesser erfaßt.

Als Beispiel führen wir den Normalwert der Erdbeschleunigung in Meeres-
höhe unter 50° geographischer Breite an. Dieser beträgt 981,1 Gal (cm/sec?) = 8.
Bei Sturzfligen kommen Werte bis zu mehreren g unter dem Einfluß der Zentri-
fugalkraft beim Abfangen vor. Wenn also dort eine Einheit g benutzt wird, so ist
diese nicht mit 1 Gal zu verwechseln.

Schwebungen — versteht man das regelmäßig abwechselnde An- und Ab-
schwellen des Tones (Interferenz), hervorgerufen durch das Zusammentreffen
mehrerer Wellen, z. B. bei zweimotorigen Flugzeugen.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezoren werden.)

Handbuch der Luftfahrt, Jahrgang 1939. Herausgeg. unter Mitw. d. RLM.
v. Oberreg.-Rat R. Schnitzler, Hptm. d. R. d. Luftwaffe G. W. Feuchter und Ing.
Richard Schulz. 600 S. mit 780 Abb. J. F Lehmanns Verlag, München 15. Preis

M 12.—

N Die Entwicklung des Flugwesens ist so umfangreich geworden, dab sich
kaum die Fachleute über die vielen Typen auf dem laufenden halten können.
Das vorliegende Handbuch, dessen Umfang gegenüber der voriährigen Ausgabe
wieder um 100 Seiten gestiegen und um 80 Abbildungen vermehrt wurde, gibt
einen Ueberblick über die Zivil- und Militärluftfahrt im In- und Ausland. Der

1 Teil gibt eine Uebersicht über die Gliederung der Luftfahrt in den Staaten mit

eigener Luftfahrt in alphabetischer Folge. Man findet vieles Wissenswerte über

‚Verträge und Vorschriften über Sperrgebiete, Luftwege, Einflugzonen, Beför-

>derungsverbote, Benutzung von Triptyks, Start- und Landegebühren, ferner Flug-
“ strecken, Karte über das Weltflugnetz, Karte von Sperr- und Gefahren-, Blindflug-

> und’ Blindlandegebieten in Deutschland, farbige Tafeln der Hoheitsabzeichen und

'Erkennungszeichen der verschiedenen Länder, Stand der ausländischen Flieger-
trüuppen- und vieles andere mehr. — Im II. Teil sind die. militärischen und zivilen
Flugzeugmuster sowie Motoren der verschiedenen Staaten an, Hand von Abbil-
dungen ind Uebersichtsskizzen, mit Ausnahme älterer Flugzeugmuster und unbe-

: deutender Schul- und Sportflugzeuge, behandelt, ferner im Abschnitt „Flugzeug-

schiffe‘ Flugzeugträger, Flugzeugmutterschiffe, Flugzeug-Kreuzer. Die am Schluß
der verschiedenen Abschnitte folgenden Zahlentafeln über Flugzeug- und Flug-
motorenmuster geben ein Bild über den großen Umfang der Entwicklung auf
diesem Gebiete. — Der Preis dieses umfangreichen Nachschlagewerkes ist im

© Verhältnis zu der Ausstattung gering. Das Buch sollte in keiner Fachbücherei

fehlen. zu
Das Erkennen von Flugzeugen. Von Fl.-Ostbsing. Dipl.-Ing. K. Haarmann.
2. verb. Aufl, 52 S. m. 90 Abb. Verlag Franz Heß, Braunschweig. Preis RM —.84.

Nr. 7/1940, Bd. 32

legung von Abbildungen über Flügelformen, Anordnung der Flächen und Mo-
toren, Seitenansichten, ferner Angaben über die Einteilung der Flugzeuge nach
ihrem Verwendungszweck.

Das große Kurzwellen- und Ultrakurzwellenempfänger-Schaltungsbuch v.
Werner W. Diefenbach. Verlag Deutsch-Literarisches Institut J. Schneider, Ber-
lin-Tempelhof. Preis kart. RM 6.50, Leinen RM 7.80.

Bei der zunehmenden Bedeutung des Ultrakurzwellenempfanges besteht das
Bedürfnis für geeignete Empfängerschaltungen. Diefenbachs Buch kommt diesen
Wünschen nach. Man findet Schaltskizzen mit Dimensionierungsangaben, ausführ-
liche Stücklisten, so daß beim Nachbau der Geräte Gewähr für einwandfreie
Arbeitsweise gegeben ist. In einem besonderen Kapitel ist ein Ueberblick über die
Wichtigkeit der Empfängerkurzwellenschaltungen gegeben. Weiter sind behandelt
Schaltungen für Absorptions- und Höhenfrequenzmesser, Uebungs- und Zusatzge-
räte für die Erlernung der Morsezeichen und anderes mehr.

Flugzeugbau für Deutschland. Die Luftfahrtindustrie im Lebenskampf des
deutschen Volkes. Von Dipl.-Ing. Fritz Longolius. (Luftmacht u. Volk, Bd. 1.)
Wiking-Verlag GmbH., Berlin W 35. Preis RM 1.60.

Die Schriftenreihe „Luftmacht u. Volk“ ist eine neue Sammlung von Bänd-
chen, welche breitere Kreise über die Entwicklung und Stärke der deutschen
Luftmacht aufklären soll. Bd. 1 „Flugzeugbau für Deutschland“ gibt eine Dar-
stellung der deutschen Luftfahrtindustrie. Gerade in der jetzigen Zeit, wo fort-
gesetzt zweifelhafte Nachrichten über ausländische Flugzeugerzeugung zu uns
gelangen, war es an der Zeit, dem deutschen Volke, um selbst Vergleiche an-
stellen zu können, einen Einblick in die deutsche Luftfahrtindustrie zu geben. Ein
lesenswertes Bändchen, was jeder auch zum Nachschlagen immer zur Hand
haben sollte.

Mehr Flugzeuge — aber wie? Die Flugzeugproduktion der Westmächte. Eine
Bilanz v. Dr. Rolf Wagenführ. (Luftmacht u. Volk, Bd. 2.) Wiking-Verlag GmbH.,
Berlin W 35. Preis RM 1.60.

Der 2. Band der Schriftenreihe „Luftmacht u. Volk“ ist eine Ergänzung des
1. Bandes. Beginnend mit Darlegungen über die Kriegswichtigkeit der Flugzeug-
produktion, ist die Flugzeugproduktion der Feindmächte (Frankreich, Großbri-
tannien, Kanada und Australien) sowie auch des neutralen Amerika nach Tat-
sachenberichten behandelt. Die Angaben über Kapazität und Produktion Deutsch-
lands im Vergleich zu anderen Ländern sind überraschend. Man erkennt: von
einer Ueberflügelung Deutschlands kann keine Rede sein. Unsere tapferen Kämp-
fer in der Luft können die Gewißheit haben, daß in der Heimat eine Flugzeug-
industrie arbeitet, die sich den großen militärischen Leistungen der Front würdig
erweist.

Morgen marschieren wir. Liederbuch der deutschen Soldaten. Herausgeg. i.
Auftr. d. OKW. v. Ltn. Hans Baumann. Verlag Ludwig Voggenreiter, Potsdam.
Preis: Melodie-Ausg. geb. RM 1.75, kart. RM 1.20. Text-Ausg. kart. RM —.35.

Gliederung: Marschlieder, Lieder für Rast und Biwak, Feierlieder. In der
einstimmigen Melodieausgabe (über 250 Lieder) sind zu 50 Liedern zwei- und
dreistimmige Sätze beigegeben. Textausgabe in kleinem Taschenformat.

Abriß der Instrumentenkunde v. Ing. Helmut Bürkle. (Luftfahrt-Lehrbücherei
Bd. 16.) 70 S. m. 74 Abb. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68. Preis
RM 2.—.

Das Bändchen gibt in. kurz gefaßter Forın einen Ueberblick über Flugzeug-
instrumentierung. Auch für den Nichtfachmann leicht verständlich geschrieben.

Westermanns (Flemmings) Generalkarte „Nordseeländer“. Maßstab 1:1500 000,
Größe 88X118 cm, Sechsfarbendruck. Verlag Georg Westermann, Braunschweig.
Preis RM 1.50.

Diese große Uebersichtskarte umfaßt den östlichen Teil von Irland, ganz
England, die Färöer-Inseln, Skandinavien, Dänemark, den nordwestlichen Teil
Deutschlands und den nördlichen Teil Frankreichs. Hervorzuheben ist die saubere
bis in kleinste Einzelheiten gehende Zeichnung.

Ingenieur.

1923 komplett

„FLUGSPORT“ Seite 107

Das deutsche Segeifllegerlied| Flugsport-Jahrgang

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Die 2. Auflage dieses Lehrheftes gibt eine Uebersicht über die „wichtigsten
Flugzeugmuster des In- und Auslandes und enthält praktische Anweisungen, um
beim Sichten eines Flugzeuges das Erkennen zu erleichtern, unter Zugrunde-

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Luftverkehr
 Messerschmitt-
| Kampfflugzeug

„Jaguar”

Jagdeinsitzer
Messerschmitt
Me 109
Engl. Bristol-
Blenheim I
Bomber

Luftwaffe

Profil-
Sammlung
Nr. 20

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlax: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz 8. „
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein). Frankfurt a.M. Alle Zuschriften Preis 80 Pf.

sind nicht an Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankfurt a. M 5
Hindenburgplatz 8 (Deutschland). Printed in Germany

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HENSCHEL |
FLUGZEUG-

WERKE A:G

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fl GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \
ur OSHAR. URSINUS = CIVIL-ING.
IINNINNNJN11111]

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro "/ı Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen.
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 8 10. April 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 24. April 19-40

Flugzeug-Export und Luftverkehr.

„Was können wir exportieren. Wenn wir uns in Kanada, in USA
und anderen neutralen Ländern Flugzeuge bauen lassen, was können
wir dann noch exportieren? Wenn der Kriegsraum sich in Zukunft
noch weiter ausdehnt als die Linie von Luxemburg bis zur Schweiz,
so könnten wir irgendwelchen neutralen Ländern, die sich auf unsere
Seite stellen, eine beträchtliche Anzahl nicht mehr ganz moderner
Bomber liefern. Aber das ist doch kein Exportgeschäft!“

So schreibt eine führende, bekannte englische Fachzeitschrift.

Was würden wir als Fachzeitschrift in Deutschland schreiben ?
Wir brauchen keine Kriegsflugzeuge aus Amerika zu beziehen. Wir
könnten sie auch nicht gebrauchen, da die Anforderungen, welche
unsere Luftwaffe an Flugzeuge stellt, viel größer sind, und wir keine
Veranlassung haben, unsere Erfahrungen den ausländischen Liefe-
ranten zu vermitteln. Aber das ist gut so!

Unsere Flugzeugindustrie ist so leistungsfähig, daß sie nebenbei
die Friedensflugzeugentwicklung nicht nur weiter führen, sondern
auch Flugzeuge aller Art exportieren kann. Und dann kaufen viele
Länder vor allen Dinren die deutschen Flugzeuge, weil sie besser
sind wie die unserer Gegner.

Zahlungsschwierigkeiten gibt es für die Auslandsbezieher nicht.
Wir nehmen Zahlung in für unsere Auslandskäufer bequemen und
reellen Werten und unterstützen damit den Export unserer Käufer.

Der deutsche Luftverkehr zeigt eine erfreuliche Entwicklung.
Berlin kann den stärksten Luftverkehrsbetrieb in Mitteleuropa auf-
weisen. Der Auslandsluftverkehr der DLH erstreckt sich von Bergen
bis Athen. Hierbei werden 16 verschiedene Länder vom deutschen
Luftverkehr angeflogen.

In der Nord-West-Richtung fliegen deutsche Verkehrsflugzeuge
3101 km, in der Ost-West-Richtung 2498 km. Und das alles während
des Krieges! — — —

Messerschmitt-Kampfflugzeug „Jaguar“.
Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Hochgeschwindigkeits-
Jagdeinsitzer Me 109 hat Prof. Messerschmitt erstmalig ein schweres
Kampfflugzeug geschaffen, das kürzlich bereits mit Erfolg über der

Diese Nummer enthält Profilsammlung Nr. 20.
Seite 110 „FLUGSPORT"“ Nr. 8/1940, Bd. 32

Messerschmitt-Kampfflugzeug „Jaguar“. Archiv Flugsport

Messerschmitt-Kampfflugzeug „Jaguar“ für Langstreckeneinsatz, 4 Mann Besatzung,
Archiv Flugsport

Nordsee eingesetzt werden konnte. Ueber das neue Flugzeugmuster
können wir folgende Angaben machen:

. Dieses Kampfflugzeug ist für Langstreckeneinsatz bestimmt und
hat 4 Mann Besatzung.

Flügel freitragend in der bekannten Messerschmitt-Ganzmetall-
bauweise mit Vollsicht-Bugkanzel. Freitragendes Leitwerk mit End-
scheiben-Seitenleitwerk. Fahrwerk und Spornrad hydraulisch ein-
ziehbar. Zwei wassergekühlte Motoren.

Jagdeinsitzer Messerschmitt Me 109.

Das Flugzeug Messerschmitt Me 109 ist ein Jagdeinsitzer, der
es durch seine hohe Geschwindigkeit ermöglicht, jedes andere Flug-
zeug zu verfolgen und anzugreifen. |

Ueber die Ueberlegenheit der Messerschmitt Me 109 gegenüber
dem angeblich besten englischen Jagdflugzeug „Spitfire“ haben wir
im „Flugsport“ 1940 S. 79 u. 80 berichtet. Vgl. auch daselbst die Abb.
über die Fertigung.

Bei der Konstruktion und der aerodynamischen Durchbildung
wurde besonderer Wert darauf gelegt, die hohen Leistungen mit

Nr. 8/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 111

Messerschmitt-Jagdeinsitzer Me 109. Archiv Flugsport

Flugeigenschaften zu vereinigen, die den Piloten im Luftkampf so
wenig wie irgend möglich belasten und außerdem für Start und
Landung keine außergewöhnlichen Flugplätze beanspruchen.

Durch die Verwendung von Vorflügeln und Landeklappen hat
die Me 109 Landeeigenschaiten, die auch die Benutzung von kleine-
ren Plätzen zulassen. Bis zum letzten Augenblick der Landung
reagiert sie noch auf alle Steuer.

Das Flugzeug ist mit starren Waffen ausgerüstet. Davon sind
Maschinengewehre im Rumpf, durch den Propellerkreis schießend,
und Kanonen in den Flächen eingebaut. Außerdem besitzt die Me 109
ein Funkgerät für den Sprechverkehr von Flugzeug zu Flugzeug, als
auch zur Verständigung vom Flugzeug zum Boden.

Die freitragenden Flächen haben trapezförmigen Umriß mit
leicht abgerundeten Randkappen. Die abnehmbaren Tragflächen sind
mit drei Bolzen am Rumpf angeschlossen. Zur Verringerung der
Landegeschwindiekeit und Ver-
kürzung des Starts sind zwischen
Rumpf und Querruder Landeklap-
pen angeordnet.

Die einholmigsen Tragflächen
sind in Ganzmetallbauweise aus-
geführt. Holm und Beplankung
übernehmen gemeinsam die Biege-
kräfte; die Verdrehkräfte werden
allein von der Beplankung aufge-
nommen. Zur Aussteifune und
Weiterleitung der Kräfte dienen
Rippen und Längsprofile.

Der Rumpf ist in Schalenbau-
weise ausgeführt. Die Beplankung
aus Duralblech nimmt die Biege-
und Verdrehkräfte auf; sie ist ört-
lich durch angebördelte Spanten
und durch Längsprofile versteift.

Der verstellbare Führersitz
ist durch eine gut zu belüftende
Kabine vollkommen geschützt.
Das Kabinendach ist abwerfbar :
ausgebildet.

Messerschmitt-Jagdeinsitzer Me 109.
Archiv Flugsport

Seite 112 „FLUGSPORT" Nr. 8/1940, Bd. 32

Die Seiten- und Höhensteuerflossen sind aus Duralblech in
Schalenbauweise gefertigt. Seitenruder, Höhenruder und Querruder
bestehen aus Dural-Gerippen, die mit Stoff bespannt sind.

Die Höhen- und Quersteuerung ist als Knüppelsteuerung ausge-
bildet. Das Seitenruder wird durch Pedale betätigt. Zur Uebertra-
gung der Steuerkräfte dienen Stoßstangen und Drahtzüge.

Das Fahrgestell besteht aus zwei freitragenden, seitlich in die
Tragflächen einschwenkbaren Federbeinen. Die beiden Räder sind
einzeln bremsbar, und zwar durch Oeldruckbremsen. Die Betätigung
erfolgt durch Fußspitzendruck auf die Seitensteuerpedale, an die die
Druckzylinder angegossen sind. Das Ein- und Ausschwenken des
Fahrgestells erfolgt hydraulisch.

Beim Versagen der hydraulischen Anlage kann das Fahrgestell
durch einen mechanischen Notzug ausgeschwenkt werden.

Die Bewaffnung besteht aus starr eingebauten und nach vorne
cerichteten Waffen. Davon schießen die über dem Motor eingebauten
Maschinengewehre synchronisiert durch den Luftschraubenkreis.
Die Kanonen im Flügel sind ungesteuert. Es hat sich erwiesen, daß
im Kampf gegen moderne Metall-Flugzeuge die Wirkung der Kano-
nen von ausschlaggebender Bedeutung ist.

Die Me 109 ist mit einem flüssigkeitsgekühlten V-Zwöltzylinder-
640—1100-PS-Daimler-Benz-Motor, dem DB 601, augerüstet. Als
Luftschraube wird eine dreiflügelige VDM-Verstellschraube benutzt.

Spannweite 9,9 m, Länge 8,7 m, Flügelinhalt 16,4 m?, Leer-
gewicht 1580—2010 kg, Fluggewicht 1955—2540 kg.

Engl. Bristol-Blenheim |.

Der erste Bristol-Bomber, der Bristol 142, von dem bereits 1934
das Rumpfstück auf dem Pariser Salon ausgestellt war, wurde 1935
fertige. Vgl. Flugsport 1935, S. 423. Ende 1935 kaufte Lord Rother-
mere einen Bristol 142, in dem an Stelle der Aquila-Schiebermotoren
zwei Mercury VI-S eingebaut wurden, und der den Namen „Britain
First“ erhielt. (Vel. Flugsport 1936, S. 269.)

Später wurde der Flügel höher gerückt als Mitteldecker, um
unter den durchgehenden Flügelholmen mehr Raum für Bomben zu
schaffen, Typ Blenheim I. Um mehr Raum für den Beobachter zu
schaffen, entstand 1938 der langnasige Bristol-Blenheim Mark IV

450 km/h in 4500 m. Landegeschwindigkeit 115 km/h. Steigzeit 4500 m

Nr. 8/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT"“ Seite 113

(Flugsport 1938, S. 610 und 674). Einzelheiten des Blenheim I], der
von den Bristol-Werken, Filton, gebaut wird, wurden 1937 bekannt.

Die vorstehende Skizze zeigt die Ausführungsform des Blen-
heim I mit der kurzen, aerodynamisch ungünstig geformten Rumpf-
nase. Vor dem hinteren MG.-Turm erkennt man die Oeffnung für
Fallschirmausstieg. Verschiedene verwendete Profile und Knoten-
punkte sind in der Abbildung noch einmal danebengezeichnet,
ebenso die Anordnung der Landeklappenverstellung.

Flügel freitragend, dreiteilie. Mittelstück mit durchgehenden
Holmen. Oberkante Holm bis zum Dach etwa 1 m. Holme Stahl-
flanschen. Stege Alclad-Blech mit aufzenieteten Verstärkungspro-
filen. Ansatzflügel mit ähnlichen Holmen. Blechrippenstege mit run-
den Löchern ausgespart. Flügelspitzen abnehmbar. Spreizklappen
zwischen Rumpf und Querruder. Ganzmetallbau. Betätigung durch
ein längs der Hinterkante laufendes Torsionsrohr. Querruder Metall-
eerippe, stoffbespannt, Trimmklappen.

Rumpf dreiteilig. Am Mittelstück hinterer Rumpfteil in Schalen-
bauweise, verschraubt und vernietet. Rumpfvorderteil in Stahlrohr,
unten Glattblech, oben mit Sichtfenstern verkleidet. In der Rumpf-
nase schräge Sichtfenster für Bodenbeobachtung. Führersitz mit ein-
facher Steuerung (Doppelsteuerung nur versuchsweise durchge-
führt). Seitliche Sichtfenster aufschiebbar als Notausgang.

Höhen- und Seitenleitwerk Metallgerippe. Flossen mit Alclad,
Ruder stoffbespannt. Trimmklappen, Höhenruder fest, Seitenruder
verstellbar. Fahrwerk Radlagerung gabelförmig zwischen zwei
Federbeinen nach hinten hydraulisch in die Motorverkleidung ein-
ziehbar. Im hochgezogenen Zustand ragen die Räder noch etwas
aus der Verkleidung hervor. Spornrad einziehbar.

Betriebsstoffbehälter von je 630 1 außerhalb des Rumpfes im
Flügelmittelstück.

Bewaffnung einziehbarer Bristol-MG.-Turm hinter dem Flügel
Rumpfoberseite. MG.-Schütze zugleich Funker. Ein fest eingebautes
MG. im linken Flügel außerhalb des Luftschraubenkreises. Bomben-
aufhänsung im Rumpf unter dem Flügelholm, Auslösung elektrisch
vom Bombenschützen, zugleich Navigator, rechts neben dem Flug-
zeugführer sitzend.

Spannweite 17,16 m, Länge 12,12 m, Höhe 3 m, Fläche 43,64 m’.
Leergewicht 3363 kg, Fluggewicht 5462 kg. Höchstgeschwindigkeit

ze

Engl. Bristol-Blenheim Bristol-Mercury VIII 840 PS. Archiv Flugsport
Seite 114 „FLUGSPORT"“ Nr. 8/1940, Bd. 32

in 8,8 Min. Dienstgipfelhöhe 9150 m. Reichweite 1600 km. Flug-
dauer 5 .h.

Eiskuien für Schwimmerilugzeuge. Ueber Flugzeug-Skis berichteten wir in
Nr. 2, Seite 25, 1940. Der Einsatz von Wasserflugzeugen wird bei eintretender
Vereisung der Binnengewässer und Haffe stark behindert. Selbst die Flieger-
horste an der Küste müssen ihre Maschinen weit auf See hinausschleppen, um
einen eisfreien Startplatz zu finden. Aber auch dann, wenn das Wasser eisfrei ist,
besteht bei strenger Kälte die Gefahr, daß Querruder und Leitwerk durch Spritz-
wasser vereisen.

Um diese Schwierigkeiten zu beseitigen und Schwimmerflugzeuge auch auf
vereisten Flächen startfähig zu machen, wurden von den Heinkelwerken Eiskufen
für schwere Seeflugzeuge entwickelt und erprobt. Ein mit solchen Eiskufen aus-
gerüstetes Heinkel-See-Mehrzweckeflugzeug führte erstmalig im März 1939
in Schweden Start- und Landeversuche durch. Dabei wurden die Kufen auf ver-
schneitem Eis, das eine wechselnde Oberflächenbeschaffenheit aufwies, unter ver-
schiedenem Fluggewicht erfolgreich erprobt. Die mit einer hydraulisch wirken-
den Eisbremse ausgestatteten Eiskufen werden unter die Schwimmer des Flug-
zeuges angeschraubt.

Heinkel-See-Mehrzweckeflugzeug mit Eiskufen. Werkbilder

An sich ist die Verwendung von Eiskufen nicht neu. Jedoch hat die von den
Heinkelwerken geleistete Arbeit deshalb besondere Bedeutung, weil es hier erst-
malig gelang, auch für schwere Flugzeuge, die ein Fluggewicht von “annähernd
10 t erreichen, solche neuartigen Kufen aus Leichtmetall mit Erfolg anzuwenden.

Die als Start- und Landehilfen für die He 115 verwandten Eiskufen halten
diesen Torpedoträger auch während strenger Frostperioden stets voll einsatzfähig.

Inland.
Jahresergebnis 1939 der Deutschen Luithansa.
Zum besseren Verständnis des Leistungs- und Beförderungsergebnisses der
Deutschen Lufthansa muß im Jahre 1939 daher zwischen der Zeit bis zum Aus-

Nr. 8/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 115

bruch des Krieges und den eigentlichen Kriegsmonaten (Sept. bis Dez.) unter-
schieden werden.

In den ersten acht Monaten des Jahres 1939 hat sich der Verkehr der Luft-
hansa weiter gut entwickelt. Im europäischen Dienst ist die Flugleistung bis Ende
Aug. 1939 um 10,3 v.H. angestiegen, wobei sich das Beförderungsergebnis um
38,2 v.H. gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres verbessert hat. Die
Ausnutzung der angebotenen Verkehrsteistung durch Fluggäste, Post und Fracht
hat demnach in den ersten 8 Monaten stark zugenommen.

Es besteht kein Zweifel, daß sich diese erfreuliche Entwicklung auch im
Gesamt-Jahresergebnis ausgedrückt hätte, wenn nicht die Lufthansa nach dem
Ausbruch des Krieges ihren Flugdienst Ende Aug. vorübergehend hätte ganz ein-
stellen müssen. Gegen Ende Sept. wurde zunächst eine Strecke wieder in Betrieb
genommen, der dann noch einige weitere Verbindungen folgten. Trotzdem blieb
das bis Ende Dez. 1939 wieder beflogene Streckennetz, verglichen mit dem nor-
maler Zeiten, sehr klein.

Infolge der günstigen Entwicklung in den Monaten Jan. bis Aug. 1939 kommt
im Gesamtergebnis des europäischen Dienstes für das vergangene Jahr der Lei-
stungs- und Verkehrsabfall während der letzten vier Monate nicht entsprechend
zum Ausdruck. Die Jahres-Flugleistung im europäischen Verkehr liegt 1939 mit
14 251 000 km um 19,6 v.H. unter derienigen des Vorjahres. Demgegenüber wurde
mit 10838 000 t/km ein fast gleich hehes Beförderungsergebnis wie im Vorjahre
(1938: 10 908000 t/km) erzielt. Der Rückgang im Beförderungsergebnis beträgt
also nur 0,6 v. HM.

Die Jahres-Beförderungszahlen für 1939 im europäischen Verkehr sind
folgende:

Fluggäste 243 000 (i.V. 255 000)
Gepäck 408,2 t (i. V. 388,2 t)
Fracht 1026,2 t (.V.  1321,6 t)
Post 59132 t (i.V. 5288,8 t)

Die außereuropäischen Dienste haben sich ebenfalls in den ersten 8 Monaten
erfreulich entwickelt. Diese Dienste mußten jedoch fast restlos mit Beginn der
Feindseligkeiten eingestellt werden. Im Südatlantikverkehr liegt das bis zur Ein-
stellung des Dienstes erzielte Beförderungsergebnis über demjenigen der ent-
sprechenden Zeitspanne des Voriahres. — Besonders gut hat sich die Oststrecke
Berlin—Teheran—Kabul eingeführt. Bis zur Einstellung des Dienstes auf dieser
Strecke im Aug. beträgt die Beförderungsleistune 197000 Tonnenkilometer, das
sind gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Voriahres 145 v.H. mehr. Die
Beförderungsleistung auf der Oststrecke liegt damit auch noch um 28 v.H. über
dem Gesamtergebnis des Jahres 1938.

Beförderungen in der Luitwaife durch den Führer und Obersten Befehls-
haber der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. April 1940: Zum Oberst den Öberst-
leutnant des Generalstabes Punzert, die Oberstleutnante Römer, Schützek und Weil.

Personalveränderungen im NS.-Fliegerkorps. Der Korpsführer des NSFK.,
General der Flieger Christiansen, hat mit Wirkung vom 1. 4. 40 NSFK.-Guppen-
führer Sporleder zum Stabsführer des NSFK. ernannt. Der bisherige Stabsführer
des NSFK., Gruppenführer Krüger, ab 1.4.40 Führung Gruppe XVII (Ostmark).

Oberst Fuchs, Kommodore d. Löwen-Geschwaders, erh. Ritterkreuz z. EK.

Dr.-Ing. e. h. Johann Schütte f, geb. 26. 2. 1873
in Osterburg bei Oldenburg, ist im Alter von 67 Jah-
ren in Dresden gestorben. Nach längerer Tätigkeit
im technischen Betrieb des Norddeutschen Lloyd
wurde Schütte 1904 ordentlicher Professor für Schiffs-
bau an der T.H. Danzig, von wo er nach Lostren-
nung Danzigs vom Reich nach der T.H. Berlin-
Charlottenburg übersiedelte. 1909/10 baute er bei der
Firma Lanz in Mannheim ein starres Luftschiff zu-
nächst in Holz und dann später 20 Schiffe in Dur-
alumin. Seit 1919 war er Vorsitzender der WGL. und
seit 1930 der Schiffsbautechnischen Gesellschaft.

Geheimrat Prof. Dr.-Ing. Schütte 7.

Seite 116 „FLUGSPORT"“ Nr. 8/1940, Bd. 32

Dr.-Ing. e. h. Brandenburg, Ministerialdir., bisher beurlaubt, jetzt vom
Reichsverkehrsminister mit besonderen Forschungsaufträgen auf dem Gebiete des
Verkehrswesens betraut.

Staatsrat Dr. Krebs, Oberbürgerm. der Stadt Frankfurt a. M., wurde vom
Korpsführer des NSFK., General der Flieger Christiansen, die Goldene Förderer-
Nadel des NS.-Fliegerkorps verliehen.

Unholtz, Generaldirektor, 1. 4. 40 25 Jahre VDM.

Prof. Georgii, Leiter der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug, wurde
in Anerkennung seiner Verdienste um den Aufbau des portugiesischen Segelflug-
wesens das neugeschaffene portugiesische Segelfliegerabzeichen verliehen.

Dipl.-Ing. Kennel 1. 4. Dozent f. Aerodyn. u. Luftfahrzeugbau Staatl. Ingenieur-
schule Konstanz.

Ausland.

Ital. Flugwesen Haushaltungsplan 1940/41 3 261 678 Lire, davon 2 965 400 Lire
Militärflugwesen und 185 650 Lire Zivilflugwesen.

Hollind. Jagdilugzeuge vom Typ Fokker G 1 stellten am 28. 3. morgens ein
englisches Flugzeug vom Typ Bristol-Blenheim, feuerten zunächst Warnungs-
schüsse ab, darauf antwortete das englische Flugzeug mit MG.-Stößen, worauf die
holländischen Flieger das Feuer eröffneten und das englische Flugzeug in Brand
schossen. Vier Mann der Besatzung wurden gerettet, während der fünfte beim
Absprung umkam.

Sir Edward Ellington, bisher Generalinsp. der engl. Luftstreitkräfte, auf
Veranlassung des brit. Luftfahrtministeriums von seinem Posten zurückgetreten.
Der Rücktritt wird in Zusammenhang mit dem Selbstmord des Geschwaderf.
Graham Blomfield gebracht, welcher wegen falscher Siegesmeldungen vor ein
Kriegsgericht gestellt worden war. Die Generalinspektion übernimmt Luftmar-
schall Sir Edward Ludlow-Hewitt. Luftmarschall Portal wurde Oberkommandie-
render des Bombenkommandos und Luftmarschall Gossage Mitglied des Luft-
personalrates.

Engl. Hannibal auf dem Flug von Jiwani nach Sharia am 1. 3. vier Mann
Besatzung mit vier Fluggästen ins Meer gefallen. Reste wurden an der iranischen
Küste angeschwemmt.

Dublin Flughafen (bei Collinstown) in Betrieb genommen.

American Export Airlines bei United Aircraft Co drei dreimotorige Sikorsky-
Flugboote für Atlantikdienst New York—Lissabon—Rom bestellt. 11 Mann Be-
satzung, 16 Fluggäste, Geschwindigkeit 280 km/h.

Chines. Verkehrsilugzeug auf der Linie Mukden—Peking am 19. 3. in der
Nähe von Pingku, 70 km von Peking, mit 6 Insassen verunglückt.

Deutsche Flugzeuge auf Neuguinea wurden auch für den Lufttransport ein-
gesetzt. Als kürzlich ein Plantagenbesitzer auf Neuguinea ein neues Personenauto
brauchte und erfuhr, daß der Transport bis zu seiner Besitzung 21 Tage in An-
spruch nehmen würde, forderte er kurzerhand ein Flugzeug zur Beförderung an.
Fins der auf Neuguinea befindlichen Junkers-Flugzeuge, eine G 31, brachte ihm
das Auto in einer Stunde. Ungeheure Zeit- und Geldkosten werden in diesem
Lande, wo sonst Eisenbahnen und Straßen durch schwieriges Gelände, gefähr-
lichen Dschungel und unwegsame (Gebirge gebaut werden müßten, durch den
Lufttransport gespart. Raupenschlepper, Goldbaggerteile, Schleif- und Fräs-
maschinen, Ausrüstungen für Sägewerke und Werkstätten werden auf Neuguinea
seit Jahren durch Junkers-Flugzeuge an ihren Bestimmungsort gebracht, die so
einen nicht geringen Anteil an der wirtschaftlichen Erschließung des Landes haben.

Ohnehaltilug Bogota— Lima zwischen den Hauptstädten von Kolumbien und
Peru führte der kolumbianische Flieger Concha Venegas aus. Auf diese Weise
war es zum ersten Male möglich, Zeitungen, die am Morgen in Bogota erschienen
waren, noch am gleichen Tage in dem 2260 km entfernten Lima zu verkaufen.
Fluekpt. Concha Venegas, der sich für die Durchführung dieses Fluges für ein
Flugzeug vom Typ Junkers-Ju 34 entschied, legte den Flug auf der Route
Bogota—Cali—Ipiales—Guayaquil—Machala—Chiclayo—Lima zurück. Das Flug-
zeug, das dem Geographisch-Militärischen Institut von Kolumbien gehört, war
mit einem 660-PS-BMW-Hornet-Motor und einer Junkers-Luftschraube aus-
gerüstet. Die Tatsache, daß der gesamte Flug über die unwirtlichen Höhen des
Andenmassivs führte ind daß es sich bei dem verwendeten Flugzeugtyp um ein
Muster aus dem Baujahr 1926 handelt, unterstreicht in wirkungsvoller Weise die
Bedeutung dieses Fluges.

Nr. 8/1940, Bd. 32 „ETLUGSPORT" Seite 117

Luftwaffe.

Berlin, 21. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
griffen am 20. 3. gegen Abend einen durch Kreuzer, Zerstörer und Flugzeuge stark
gesicherten britischen Geleitzug in der Höhe von Scapa Flow sowie ein bewaff-
netes Handelsschiff im Englischen Kanal erfolgreich an. Der Geleitzug wurde zer-
sprengt. Neun Kriegs- und Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von ca. 42 000
Tonnen sind versenkt worden. Zwei weitere Handelsschiffe mit einer Gesamt-
tonnage von ca. 11000 Tonnen wurden schwer getroffen, eines der feindlichen
Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. —
Am Vormittag des 20. 3. wurden einzelne britische Aufklärungsflugzeuge in der
Nähe der ost- und nordfriesischen Inseln gesichtet und von der deutschen Abwehr
abgewiesen. Die Verluste der britischen Fliegertruppe bei ihren Angriffsversuchen
gegen die Insel Sylt in der Nacht vom 19. zum 20. 3. haben sich nach den ab-
schließenden Feststellungen auf drei Flugzeuge erhöht.

Berlin, 22. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte trotz
ungünstiger Wetterlage bis in die nördliche Nordsee auf.

Berlin, 23. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe
führte am 22. März trotz heftiger feindlicher Jagd- und Flakabwehr zahlreiche
Aufklärungsflüge über Frankreich durch. An der Westfront flogen einige feindliche
Aufklärungsflugzeuge in das deutsche Grenzgebiet ein. Ein englisches Flugzeug
wurde in der Gegend von Cleve durch ein Messerschmitt-Jagdflugzeug in großer
Höhe gestellt und zum Absturz gebracht. — Am 22. 3. und in der Nacht vom 22.
zum 23. 3. wurde die Verletzung neutralen Hoheitsgebietes durch feindliche Flug-
zeuge mehrfach festgestellt, und zwar die Verletzung niederländischen Hoheits-
gebietes um 12.22 Uhr, 22.31 Uhr und 23.14 Uhr, belgischen Hoheitsgebietes um
0.47 Uhr und luxemburgischen Hoheitsgebietes um 1.11 Uhr.

Berlin, 24. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Aufklärungstätigkeit über Frankreich fort. — Bei der Grenzüberwachung im
Westen wurde im Luftkampf in Gegend Zweibrücken ein französischer Aufklärer
von deutschen Jägern abgeschossen.

Berlin, 25. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte trotz
sehr ungünstiger Wetterlage Aufklärungsflüge über Ost-Frankreich durch. — In
der Nacht vom 23. zum 24. 3. flogen zahlreiche feindliche Flugzeuge nach Nord-
westdeutschland und in den Abschnitt Mosel—Rhein ein. Ein Vickers-Wellington-
Langstreckenflugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen. — Beim Rückflug
verletzte der Gegner in acht Fällen niederländisches Hoheitsgebiet zwischen
22.45 und 2.45 Uhr.

Berlin, 26. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Gegend Saarbrücken fand
zwischen Messerschmitt-Jagdfliegern und französischen Morane-Flugzeugen ein
Luftkampf statt, in dessen Verlauf ein feindliches Flugzeug abgeschossen wurde.
— In der Nacht vom 24. zum 25. 3. unternahm die deutsche Luftwaffe einige
erfolgreiche Erkundungsflüge nach Nord- und Ostfrankreich, ohne auf Gegenwehr
zu stoßen. Feindliche Flugzeuge flogen um die gleiche Zeit nach Nord- und Süd-
westdeutschland ein, wobei sie teils auf dem Hin-, teils auf dem Rückflug mehr-
fach niederländisches, belgisches, luxemburgisches und schweizerisches Hoheits-
gebiet verletzten.

Berlin, 27. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz feindlicher Jagd- und
Flakabwehr erzielten die zur Aufklärung über Frankreich eingesetzten deutschen
Flugzeuge wichtige Erkundungsergebnisse. — In der Nacht vom 25. zum 26. 3.
flogen mehrere feindliche Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland ein. Hierbei
wurde erneut in mehreren Fällen dänisches, niederländisches, belgisches und
luxemburgisches Hoheitsgebiet bei Ein- und Ausflügen verletzt. — Im Laufe des
26. 3. versuchten feindliche Flugzeuge mehrfach, die deutsch-französische Grenze
zu überfliesen. Deutsche Jagdflugzeuge vertrieben den Gegner und schossen ohne
Verluste ein britisches Hurricane- und ein französisches Morane-Flugzeug ab.

Berlin, 28. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei erfolglosen Angriffen
einzelner britischer Flugzeuge auf Vorpostenboote in der Deutschen Bucht wurde
durch deutsche Jagdflugzeuge ein britisches Bristol-Blenheim-Flugzeug abge-
schossen. Von den feindlichen Flugzeugen, die in der Nacht zum 28. 3. abermals
unter Verletzung dänischen, holländischen, belgischen und luxemburgischen Ho-
heitszebietes über die deutsche Grenze ein- und ausflogen, wurde ein britisches
Flugzeug durch unsere Flak brennend abgeschossen. Ein Teil der Besatzung
wurde gefangen genommen.

Berlin, 29. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge

Seite 118 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1940, Bd. 32

griffen in den Abendstunden des 28. 3. unter schwierigsten Wetterbedingungen
einen britischen Geleitzug im Seegebiet der Shetlands erfolgreich an. Der Geleit-
zug wurde zersprengt. Sechs große Handelsschiffe erhielten Treffer, ein Schiff
geriet in Brand, und ein Bewachungsfahrzeug wurde versenkt. Alle eingesetzten
Kampfflugzeuge kehrten unversehrt zurück. — Tagsüber wurde in verstärktem
Maße über der Nordsee, Großbritannien und Frankreich aufgeklärt. Die Flüge
erstreckten sich bis nach den Orkney- und Shetlandinseln. Sie erbrachten trotz
heftiger Gegenwehr wertvolle Erkundungsergebnisse. Zwei Aufklärungsflugzeuge
sind vom Feindfilug nicht zurückgekehrt.

Berlin, 30. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Aufklärungsflüge trotz ungünstiger Witterung bis in die Abendstunden über der
Nordsee, gegen die britische Ostküste und über Frankreich fort. — Hierbei wurde
ein feindlicher Geleitzug nördlich Flamborough Head angegriffen. Ein den Geleit-
zug sichernder Kreuzer wurde durch Bombentrefier beschädigt, ein Handelsschiff
versenkt und ein anderes getroffen. Ein deutsches Flugzeug kehrte von diesem
Unternehmen nicht zurück. — An der Westfront kam es zu Luftkämpfen zwischen
deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Drei feindliche Jäger vom Muster
Morane erhielten schwere Treffer und mußten unmittelbar hinter der feindlichen
Linie notlanden. Ein deutsches Jagdflugzeug wurde abgeschossen. — Eines der
am Vortage als vermißt gemeldeten Aufklärungsilugzeuge ist von einem deut-
schen U-Boot in der Nordsee treibend gesichtet worden. Die Besatzung wurde an
Bord genommen, das Flugzeug versenkt.

31. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 1. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Südlich Saarbrücken, über
französischem Boden, kam es am Nachmittag des 31. 3. zu verschiedenen größe-
ren Luftkämpfen zwischen deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Trotz
zahlenmäßiger Ueberlegenheit der Franzosen schossen die deutschen Jäger ohne
eigene Verluste sieben Morane-Flugzeuge ab. — Tagsüber wurde über Ostirank-
reich und der Nordsee bis zu den Shetland-Inseln aufgeklärt. Die eingesetzten
Flugzeuge kehrten mit wertvollen Ergebnissen unversehrt zurück.

Berlin, 1. 4. 40. (DNB.) Am 31. 3. fanden über der französischen Front
mehrere größere Luftkämpfe statt. Deutsche Jagdflugzeuge, die zur Grenzüber-
wachung eingesetzt waren, stießen an verschiedenen Stellen auf Jagdilugzeuge
des neuesten französischen Musters. Insgesamt kämpften 25 Messerschmitt-Flug-
zeuge gegen 36 Morane. Die deutschen Jäger trugen einen großen Erfolg davon.
Sie schossen ohne einen einzigen Verlust sieben französische Jagdilugzeuge ab.
Im einzelnen spielten sich folgende Kämpfe ab: Bei Püttlingen standen in zwei
Treffen acht Messerchmitt-Flugzeugen acht Morane-Flugzeuge gegenüber. Dabei
wurde eine Morane-Maschine über dem Ort Püttlingen zum Absturz gebracht.
Aus einer weiteren Morane-Maschine rettete sich der Flugzeugführer durch Fall-
schirmabsprung. Ein Luftkampf fand südlich von Saargemünd statt, und zwar
griffen neun Messerschmitt-Flugzeuge zwanzig Morane-Flugzeuge an. Ein Iran-
zösisches Flugzeug schlug brennend in der Nähe von Saargemünd auf, ein anderes
montierte infolge der Beschußwirkung in der Luft ab. Ueber Mörchingen kam es
zum Kampf zwischen acht deutschen und acht französischen Jägern. Ein franzö-
sischer Flugzeugführer sprang nach Beschuß im Fallschirm ab. Ein französisches
Flugzeug geriet in der Luft in Brand. Ein drittes französisches Flugzeug trudelte
und stürzte zu Boden, da anscheinend der Führer tödlich getroffen war.

Berlin, 2. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftaufklärung über der
Nordsee und gegen Östfrankreich wurde am 1.4. in verstärktem Maße fortgesetzt.
Dabei kam es zu wiederholten Luftkämpfen zwischen einzelnen deutschen Auf-
klärungsflugzeugen und feindlichen Jägern. Ein Dornier-Aufklärungsflugzeug schoß
ein französisches Jagdflugzeug vom Muster Curtiß, ein anderes Aufklärungsflug-
zeug schoß eine Morane ab. Ein englisches Aufklärungsflugzeug, das in die
Deutsche Bucht einzufliegen versuchte, wurde von einer Rotte Me 109 abgeschos-
sen. — Ein deutsches Aufklärungsflugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.

Berlin, 3. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 2. 4. wurde die Luftauf-
klärung über der gesamten Nordsee, der englischen Ostküste bis zu den Shet-
land-Inseln und über Ostfrankreich fortgesetzt. Ein deutsches Aufklärungsflugzeug
mußte nach einem Luftkampf mit drei britischen Jägern auf See notlanden. Die
Besatzung wurde von einem anderen deutschen Aufklärungsflugzeug aufgenommen.
— In den Abendstunden wurden erneut britische Seestreitkräfte in Scapa Flow
angegriffen. Obwohl die Wetterlage ungünstig und die Abwehr sehr stark war,
gelang es, mehrere Schiffe durch Bombentreffer bzw. Bombeneinschläge in näch-
ster Nähe zu beschädigen. — Im Westen kam es an verschiedenen Stellen zu

Nr. 8/1940, Bd. 32 „r LUGSPORT“ Seite 119

Luftkämpfen. Dabei wurden drei feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen. Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 4. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehr-
macht: In der nördlichen Nordsee und vor der
britischen Ostküste wurden am Nachmittag des
3. 4. durch deutsche Kampfflugzeuge britische
Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Han-
delsschiffe angegriffen. — Trotz wiederholter
Luftkämpfe mit britischen Jägern und heftiger
Flakabwehr von den Kriegs- und Handelsschif-
fen gelang es den deutschen Angreifern, einen
nachhaltigen Erfolg zu erreichen. Schwer ge-
troffen wurden ein Zerstörer, ein Vorposten-
boot und zwei Handelsschiffe (mit einer Ge-
samttonnage von 7000 Tonnen), drei Vorposten-
boote und ein Handelsschiff mit 5000 Tonnen
wurden durch die Brandwirkung der Bomben
zerstört. Durch Bombentreffer wurden ferner
beschädigt ein Vorpostenboot und dıei Han-
delsschiffe (mit einer Gsamttonnage von 17 0C0
Tonnen). — Zwei deutsche Flugzeuge mußte
notlanden. Die Besatzungen sind gerettet. Ein
Flugzeug wird vermißt. Ein englisches Jagd-
flugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen.

5. 4. 40 u. 6. 4. 40. Oberk. d. Wehrmacht
keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 7. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehr-
macht: Die Luftwaffe führte am 6. 4. Luftauf-
klärung über Nord- und Mittelfrankreich durch.
Ein deutsches Dornier-Aufklärungsflugzeug
wurde hierbei von vier Curtiss-Fugzeugen an-
gegriffen. Das Aufklärungsflugzeug setzte sich
so lange zur Wehr, bis der Gegner aus Brenn-
stoffmangel von ihm ablassen mußte. Es landete
wohlbehalten in seinem Heimathafen. — Am
Spätnachmittag des 6. 4. flogen mehrere feind-
liche Flugzeuge nordwestlich Trier über luxem-
burgisches Gebiet nach Deutschland ein und
über luxemburgisches Hoheitsgebiet auch wie-
der zurück.

Abgeschossene englische Flugzeuge. Von
oben nach unten:

1. Englisches Flugzeug Typ Vickers „Wel-
lington‘“ Ostersonntag von der deutschen Flak
abgeschossen. Fünf Mann der Besatzung konn-
ten sich retten. Der zweite Pilot, Sergeant
Douglas Wilson, kam in den Flammen unis
Leben.

2. Der Bericht des Oberkommandos der
Wehrmacht vom 23. März meldete: „Ein eng-
lisches Flugzeug wurde in der Gegend von
Cleve durch ein Messerschmitt-Jagdflugzeug in
großer Höhe gestellt und zum Absturz ge-
bracht.‘ — Das Bild zeigt die Reste der von
dem deutschen Jäger abgeschossenen engli-
schen Maschine bei Lobith (Holland) an der
deutsch-holländischen Grenze.

3. Trümmer des englischen Flugzeuges,
das am 28. 3. 40 von deutscher Flak über der
Eifel abgeschossen wurde.

4. Mittelstück eines abgeschossenen engl.
Vickers „Wellington“.

5. Ein deutscher Offizier untersucht die
Ueberreste der abgeschossenen englischen Maschine. Rechts oben erkennt man
das völlig ausgebrannte Gerippe der Vickers „Wellington“. PK-Weltbild

Seite 120 „FLUGSPORT"“ Nr. 8/1940, Bd. 32

Segelflug

1633 Leistungsabzeichen in Silber Columbien . 1
wurden bis zum 1. Januar 1940 an Dänemark . ı
folgende Länder verliehen: Griechenland en
Deutschland nn... 1232 Brit.-Indien . : : > re 1
Polen . : nenn. 190 Lettland . ne 1
England . ren 57 Protektorat Böhmen und Mähren 4
Frankreich . - > > een... 42 1634
Schweiz nn. 27
USA. en 25
Uneam . . > Henne 18 38 Goldene Leistungsabzeichen wur-
Jugoslawien 9 den bis 1. Januar 1940 an folgende
Finnland . : 6 Länder verliehen:

Afrika (Union) 5 Deutschland 31
Helland . 4 Amerika USA. 3
Rumänien . 4 Afrika (Union) 1
Litauen . 3 Aegypten 1
Estland . 2 England 1
Schweden . 2 Frankreich 1
Aegypten 1 Er
Brasilien . - - - 1 _—

Spitzenleistungen im Segelilug der NSFK.-Standarte 75 Frankfurt a. M. an
erster Stelle im Reich wurden nach einer Mitteilung des Korpsführers des NS.-
Fliexerkorps, General der Flieger Christiansen, vollbracht. Nach den Endergeb-
nissen für das Jahr 1939 steht die NSFK.-Standarte 75 Frankfurt a. M. der
Gruppe 11 (Hessen-Westmark) mit 44735 Starts vor sämtlichen NSFK.-Einheiten
des Reiches an erster Stelle. Es entfallen allein auf den Sturm 1/75 Frankfurt a.M.
10 064 Starts, ein Ergebnis, das überhaupt erstmalig in einer Einheit während
eines Jahres erreicht wurde. NSFK.-Sturm 1/77 Darmstadt konnte sich mit 8080
Starts an zweite Stelle setzen, womit die NSFK.-Gruppe 11 (Hessen-Westmark)
die beiden besten Stürme des gesamten Korps aufzuweisen hat. Insgesamt WUT-
den in der Gruppe 77972 Starts ausgeführt, auf die 1857 abzelezte Prüfungen
entfallen. — Welche gewaltige Leistung und welche Unsumme von Arbeit in
diesen nackten Zahlen steckt, wird noch besonders unterstrichen durch die Tat-
sache, daß der volle Flugbetrieb im vergangenen Jahr nur bis August durch-
ceführt werden konnte, während durch Ausbruch des Krieges der gesamte Segel-
flug in den letzten Monaten des Jahres 1939 starke Einschränkungen erfahren
mußte. Nur unter großen Opfern, nur unter Ueberwindung mannigfachster
Schwierigkeiten war es den Männern der Einheiten möglich, den Flugbetrieb
aufrecht zu erhalten.

Ital. Segelilugbetrieb 1939 der R.U.N.A. (Reale Unione Nazionale Aeronau-
tica) ist beträchtlich erweitert. 1938 nur 2 Segelflugschulen, 1939 10 Schulen und
zwei für Fortgeschrittene. Schulgleiter erhöhten sich von 22 auf 44; Schlepp-
winden von 5 auf 29. .

Gleiterstarts 1938 3954 und 1939 77338. Ausgebildet wurden bis zur „A
104, bis zur „B“ 946. Mit 870 Schleppflügen konnten 46 „C"-Prüfungen abselest
werden. Ital. Segelflugrekorde stiegen auf 8 h 21 min und 102 km und auf
650 m Höhe.

Privaten Segelfliegern stellte die R.U.N. A. zur weiteren Ausbildung und
Durchführung von Höchstleistungen Maschinen leihweise zur Verfügung. Für die
Ausführung von Höchstleistungsflügen waren Preise, welche während des ganzen
Jahres gewonnen werden konnten, ausgeschrieben.

Im Motorflugbetrieb erhöhte sich die Zahl der Schulen von 39 auf 58, die
Zahl der Schulmaschinen von 366 auf 453. Zahl der Flugstunden 37259, d. s.
17%/o mehr als 1938. u

Ital. Segelilugzeug Cat B. p. Zweisitzer, gebaut in den „Officine Aeronautiche
di Taliedo“, Mailand, nahm Wettbewerb Asiago 1939 teil. — Spannweite 18,10 m,
Länge 16 m, Fläche 20,75 ım?. Leergewicht 230 kg, Zuladung 170 kg.

Nr. 8/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 121

Deutsche Flugmodell-Höchstleistungen. Stand vom 1. April 1940. Gegenüber
dem Stand vom 1. Januar 1940 hat sich folgendes geändert: Klasse: Saalflug-
modelle mit Gummimotor. Handstart-Dauer: HJ. Mischke, Königsberg, 12 min
27 sec.

Saalilugmodell des Königsberger Hitlerjungen Joachim Mischke flog in der
ÖOstpreußenhalle Königsberg 12 min 27 sec. Damit wurde die bisherige Best-
leistung um 2 min überboten. Spannweite 730 mm, Gummiantrieb, Baustoffe:
Balsaholz, Mikrofilm, Gewicht 3 g.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Instrumentenkunde von Ing. Helmut Bürkle. (Luftfahrt-Lehrbücherei Bd. 17.)
192 S. m. 231 Abb. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68. Preis RM 4.—.

Vorliegendes Buch vermittelt die notwendigen Fachkenntnisse der Flugzeug-
instrumente, Selbststeueranlagen und anderes, wobei in den Beschreibungen der
einzelnen Geräte auch auf die physikalischen Grundlagen eingegangen wird. Ein
praktisches Hilfsbuch für alle, welche sowohl im Werk als auch bei der Behand-
lung von Flugzeugen mit diesen Instrumenten in Berührung kommen.

Werkstoffkunde im Flugzeug- und Motorenbau von Obering. Karl Liebig.
(Luftfahrt-Lehrbücherei Bd. 3.) 108 S. m. 15 Abb. 2. Aufl. Verlag Dr. M. Matthie-
sen & Co., Berlin SW 68. Preis RM 2.50.

Die Werkstoffkunde ist ein außerordentlich umfangreiches Gebiet geworden,
bei dem nicht nur die Kenntnis der einzelnen Werkstoffe, sondern auch deren
Auswahl und Behandlung unerläßlich ist. In der vorliegenden 2. Auflage sind be-
handelt: Leichtmetalle, Eisen und Stahl, Nichteisenmetalle wie Kupfer, Blei, Zinn,
Zink, nichtmetallische Werkstoffe wie Holz, Leim, Leder, Bespannstoffe, Kunst-
stoffe, Kautschuk und alles, was auf diesem umfangreichen Gebiete vorkommt.

Mit Bomben und MGs über Polen. PK-Kriegsberichte der Luftwaffe. Von
Josef Grabler. 294 S. m. 61 Abb. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Preis RM 2.85.

Bekanntlich wurde im Polenfeldzug zum erstenmal die gesamte Kriegs-
-berichterstattung in einer Formation zusammengefaßt. Die Berichter waren nicht
mehr Zivilisten, die nur vom Hörensagen ihre Arbeit verrichteten, sondern sie
nahmen an den Aufklärungs- und Angriffsflügen selbst teil. Grabler, welcher den
polnischen Feldzug in der Luft mit erlebte, gibt in diesem Buch eine Auswahl
von 59 Wortberichten einer Luftwaffenformation. Die Männer haben ausgezeich-
net verstanden ihre Erlebnisse und Eindrücke lebenswahr zu schildern. Der Leser
erlebt die spannenden Momente der Sturzkampfflugzeugbesatzungen, wie sie ihre
Bomben in die Ziele bringen, wie die MG-Leute mit ihren Zerstörern die letzten
polnischen Jäger vernichten, wie die Flugzeugführer ihre eigene abgeschossene
Maschine in Brand stecken, wie sie sich durch die feindliche Linie wieder zur
Truppe durchschlagen. — — Ein spannendes und belehrendes Buch, zugleich ein
Dokument über die Leistungsfähigkeit unserer Luftwaffe.

Flugeigenschaiten von Helmut Wenke. (Prakt. Theorie i. d. Flugtechnik,
Bd. 9.) 124 S. m. 64 Abb. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68. Preis
kart. RM 4.—, geb. RM 5.60.

Ein durch die Luftfahrtbehörde abzunehmendes Flugzeug muß bestimmte

. Mindestflugleistungen und‘Flugeigenschaften besitzen. In den meisten Fällen sind,

um dieses Ziel zu ererichen, noch umfangreiche theoretische und praktische
Untersuchungen sowie Flugversuche notwendig. Das vorliegende Buch behandelt
die Flugeigenschaftsmessungen und enthält die behördlichen Messungen sowie
Erläuterungen der verschiedenen Eigenschaftsbegriffe. Die einzelnen Meßverfah-
ren und Richtlinien hierzu sind beschrieben und teilweise angedeutet. Für Flug-
zeugführer und Ingenieure, welche sich auf diesem Gebiete betätigen müssen, ist
dieses Buch unerläßlich.

Schwert am Himmel. Fünf Jahre deutsche Luftwaffe. Herausgeg. v. Dr. H.
Orlovius, Oberreg.-Rat im RLM. Band 3/4 der Adler-Bücherei. Verlag Scherl,
Berlin SW 68. Preis RM 2.—.

00752 Im TI. Teil „Werden und Bewährung der deutschen Luftwaffe“ sind die Er-
Seite 122

„FLUGSPORT"“

Nr. 8/1940, Bd. 32

eignisse von 1918—1933 kurz wiedergegeben; dann erlebt man den Aufbruch der
Luftwaffe von 1933—1935 und dann die Vollendung des Aufbaues der Luftwaffe
bis heute, die Waffentaten der Legion Condor, die Erringung der Luftherrschaft
in Polen, unsere siegreichen Kämpfe gegen England und Frankreich. Der 2. Teil
behandelt „Gliederung und Einsatz der deutschen Luftwaffe“, während der 3. Teil
„Rund um die deutsche Luftwaffe“ über verschiedene Ereignisse und sonstiges
Wissenswerte in bezug auf Fliegerei und Luftwaffe berichtet. Das vorliegende
Buch kündet von dem Geist, den unsere Luftwaffe beseelt, den der Führer und
sein Feldmarschall ihr gaben. Ein selten inhaltsreiches und preiswertes Buch mit
vielen Abbildungen, in dem sogar der Eingeweihte allerlei Neues findet.

Ingenieur

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Mittwoch, 24. April 1940

A —

x { XXXlII. Jahrgang / Nr. 9

GEGRÜNDET 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON
OSKAR URSINUS, CIVIL-JNG.

Fliegergeist

USA Howard DGA

Kabinen- ‘ sunaggr; Sad Ey
je r f i N
Fünfsitzer KERN LE

USA Grumman
FAF-3
Jagdflugzeug
USA Bell XP-39
Airacobra
USA Curtiss
76-D
Segelflug-
Schleppwinde
Typ „Rhön”
Sum-Vergaser
u. -Triebwerks-
zubehör

BE
usa

Luftwaffe

Patentsammlung
Nr. 25

„Flugsport”-
Erscheinungs-
tage
1940
XXXll.Jahrgang

Nr. Datum
Mai

11 22. Mai
12 5. Juni
13 19. Juni
14° 3. Juli
15 17. Juli
16 31. Juli

17° 14. August

18 28. August

19 11. September
20 25. September
21 9. Oktober

22 23. Oktober
23 6. November
24 20. November
25 4. Dezember
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Preis 80 Pf.

Printed in Germany

Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein). Frankfurt a.M. ‚Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankiurt a. M.,
Hindenbureplatz 8 (Deutschland).

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz 8.
ze

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Rund 1/4 aller Motorflugrekorde der Welt
nämlich 22 von insgesamt im Weltbewerb aller lufffahrttreibenden Nationen auf-

geslelllen 90 Bestleistungen sind in deutschem Besitz und wurden errungen mit

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[ GEGRÜNDET 1908 vu. JIERAUSGEGEBEN

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VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. )
|

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro "4 Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 9 24. April 1940 XXXIl. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 8. Mai 1940

Fliegergeist.

Zum Fliegen gehört Begeisterung. So ist es von altersher, und
wenn wir zurückdenken an die ersten Anfänge der Segelfliegerei, so
wundern wir uns über die Geduld, die wir manchmal aufbringen
mußten. Oft hat es wochenlang gedauert, bis das Flugzeug fertig
war, und dann nochmals Wochen, bis das richtige Flugwetter ein-
setzte, und innerhalb weniger Sekunden lag die Maschine zerschla-
gen am Boden. Viele Kameraden, die voller Hoffnungen eifrig mit-
gearbeitet hatten, mußten nun wieder warten. — Enttäuschungen
gibt es nicht. Dafür sorgt der echte Fliegergeist.

Jetzt sind eine Menge Segelflieger zur Luftwaffe eingerückt,
manche nur bei der Flak und manche auch anderswohin. Das End-
ziel gleich in der Maschine zu sitzen und den Knüppel zu rühren,
können die vielen Flugbegeisterten nicht auf einen Schlag erreichen.
Auf dem Wege bis zum Steuerknüppel sind viele andere Arbeiten
noch zu erledigen. Dazu gehört auch Wacheschieben, Kistenflimmern
und anderes mehr. Hier heißt es auch wieder, mit Fliegergeist, Lust
und Liebe Soldat zu sein. Auch unser Korpsführer hat im Weltkrieg
einmal lange warten müssen und ist endlich als erfolgreicher Pilot
am Knüppel gelandet.

Und nun für den Nachwuchs: Wenn wir Flugsport betreiben,
dienen wir dem Vaterland. Hierzu gehört eine verschworene Flieger-
gemeinschaft, wie sie der Führer braucht.

USA Howard DGA Kabinen-5-Sitzer.

Die Howard Aircraft Corp. Chicago, hat ihr Kabinenflugzeug
hinsichtlich der Stromlinienform und in den Einzelteilen verbessert.

Dieser Kabinenfünfsitzer ist ein abgestrebter Hochdecker, Fahr-
werk verbessert mit freiem Durchgang ohne Achse, Räder Strom-
linienverkleidung. Motor Pratt & Whitney Wasp Junior 450 PS.

Rumpf Stahlrohr, Flügel Holzbauweise, stoffbespannt. Elektrisch
betätigte Wölbungsklappen. In Konstruktion und Bauausführung wie
das Baumuster DGA-11.

Spannweite 11,6 m, Fläche 19,5 m?. Leergewicht 1110 kg, Flug-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 25, Bd. VII.

Seite 124 „rLUGSPORT“ Nr. 9/1940, Bd. 32

gewicht 1860 kg.

Reisegeschwin-
diekeit in 3800 m
332,8 km/h, Lan-
degeschwindig-
keit 88 km/h.

USA Howard DGA
Kabinen-5-Sitzer.

USA Grumman Modell FAF3.

Dieses neue Jagdflugzeug, über welches wir 1939, Seite 589,
an Hand einer Skizze kurz berichteten, bringen wir nebenstehend
in einer Abbildung. Dieser Jagdeinsitzer war für die Marine, insbe-
sondere auch für die Verwendung bei Flugzeugträgern, bestimmt.

Durch die Verwendung eines Pratt & Whitney 1200-PS-Motors
erhält das Flugzeug einen verhältnismäßig großen Rumpfquerschnitt.
Fahrwerk in den Rumpf einziehbar. Dadurch ist im Flügel Raum für
andere Einbauten frei geworden.

Andererseits fehlen wieder die notwendigen Massen, wie sie bei
Einbau von Waffen zur Kräfteaufnahme des Rückstoßes und hierbei
auftretenden Schwingungen notwendig sind. Es scheint, daß die vor-

eennsug liegende
Grumman-
Jagdtype mit
zur Lieferung
an die krieg-

führenden
Mächte in
Europa be-
stimmt war.

USA Grumman

Modell F4F-3
Jagdflugzeug.
Archiv Flugsport

USA Bell XP-39 Airacobra Jagdilugzeug.
USA Bell XP-39 Airacobra Einsitzer-Jagdflugzeug, Typenbe-
schreibung „Flugsport“ 1939, Seite 480. Ergänzend ist noch nachzu-
tragen: Motor Allison V-12, 1250 PS, flüssig gekühlt, hinter dem
Führersitz. Dreiflügelige Luftschraube durch verlängerte Welle an-
getrieben. Bewaffnung eine 3S7-mm-Kanone, durch die hohle Schrau-
Sg benwelle feuernd,
5 vier MG.s im Rumpf
synchron gesteuert.
Höchstgeschwindig-
keit 640 km/h, Gipfel-
höhe 10800 m, Reich-
weite 1600 km, Reise-
geschwindierkeit 520
km/h. Fluggewicht
2700 kg, Flächenbe-
lastung 135,8 kg/m?.
Spannweite 10,2 m,
Länge 9,02 m.

SISSÄSHRIRNETTTEITSSD STE Neu onen.

nn

J

USA Bell XP-39 Jagdflugzeug. Kühler in Flügel-
nase, Luftaustritt Flügeloberseite, Rumpfende
hinter Motor abnehmbar. Zeichnung Flight

Nr. 9/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 125

Werkbild

USA Bell XP-39 Jagdflugzeug.

USA Curtiss 76-D. Zwei-Motor.

Der Kriegsflugzeugbau in USA wird ganz von den Vorgängen
in Europa, insbesondere von dem deutschen Flugzeugbau, beeinflußt.
Die Curtiss-Wright Corporation hat ein zweimotoriges Kampf- und
Jagdilugzeug, den 76-D, in Ganzmetallbauweise, Mitteldeckerbauart,
entwickelt.

Flügel dreiteilig, Mittelstück mit Motoren und Ansatzflügel.
Rumpf schlanke Form. Rumpfnase vier feste MG.s 40 Kaliber, Nasen-
unterteil nach unten aufklappbar mit Trittribine zum Laden der
MG.s. Dahinter Sichtaufbau für Führer und MG.-Schützen für be-
wegliches MG. Weitere MG.s je zwei auf beiden Seiten im Flügel.

Fahrwerk freitragende Federbeine, nach hinten in die Motor-
Verkleidung elektrisch hochziehbar. Ebenso Schwanzrad.

Curtiss 76 D. Zwei-Motor.

Rechts: Arbeits-Tribüne
zum Laden der MG.s
herausgeklappt.
Bild Aviation

Seite 126 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1940, Bd. 32

Segelilugschleppwinde Typ „Rhön“.

Die Rhön-Segelflug-Schleppwinde, gebaut als Anhänger und her-
gestellt von Auto-Pieifer, Fulda, ist durch ihre Torsionsstabachse
(System Porsche) äußerst geländegängig. Die zur Erhöhung der
Standfestigkeit an dem Rahmen angeschweißten 4 Füße können für
re nebenes Gelände auf Wunsch schwenkbar geliefert werden

2).

Die Torsionsstabachse ist zum Schwenken eingerichtet. Die
Schleppwinde wird ınittels einer eingebauten Zahnstangenwinde an
der Vorderseite hochgehoben, der in Abb. 2 an der Kette befindliche
Bolzen gelöst und die Winde wieder abgelassen. Durch das Ablassen
der Winde schwenkt der Arm der Torsionsstabachse nach oben und
nimmt die Räder mit. So ist es möglich, die Winde in kürzester Zeit
(ca. 2 bis 3 Min.) startfertie auf den Boden zu stellen (Abb. 2). Die
Winde steht quer zur Schlepprichtung und gewährt dem Führer eine
ausgezeichnete Sicht und durch die 4 Füße eine gute Standfestigkeit
in Schlepprichtung (Abb. 3).

Der elektrisch geschweißte U-Trägerrahmen, 1 m breit und
2,15 m lang, trägt, in Schlepprichtung gesehen, links den auf Gummi
gelagerten, serienmäßig hergestellten Ford-V8-Industriemotor von
90 PS, Dieser Motor besitzt auch bei Doppelsitzerstarts ein gutes
Anzugsvermögen und bei höchster Belastung noch genügend Kraft-
reserven (Abb. 4). Als Küliler dient ein Kupferlamellenkühler für stat.
Motore von 30 I Inhalt. Neben dem Motor ist eine starke Batterie
eingebaut.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein serienmäßig hergestelltes
Vierganggetriebe und Kardangelenk direkt auf eine gußeiserne
Trommel, so daß leistungsmindernde Differentiale oder Kegelräder
vermieden sind. Die Achse der Seiltrommel läuft auf Kugellager, ist
reichlich stark dimensioniert und gewährleistet hohe Beanspru-
chungen.

Auf der Seiltrommel beiindet sich ein 3,6 mm starkes und 1500 m
langes Seil. Für ein gleichmäßiges Auf- und Abwickeln des Schlepp-
seiles sorgt eine automatische Spulvorrichtung (endlose Spindel)
(Abb. 5). Die vor der automatischen Spulvorrichtung angebrachte
Kappvorrichtung des bekannten Baumusters Jachtmann, Hersteller
Baas, Darmstadt, wird vor der Inbetriebnahme herausgeklappt und
vom Armaturenbrett aus betätigt (Abb. 5 u. 6).

Führersitz mit Armaturenbrett und Betätigungshebel liegt zwi-
schen dem Motor und der Seiltrommel (Abb. 3 u. 6). Unter dem
Führersitz und über der Seiltrommel ist ein Kraftstoffbehälter von
65 l eingebaut. Ueber dem Kraftstoffbehälter und der Seiltrommel
Werkzeugkasten. Hinter dem Führersitz aufsteckbarer Windschutz.

Auf dem Armaturenbrett: Seilgeschwindigkeitsmesser, je ein
Kühlwassertemperatur-Einlaß- und -Auslaßmesser, Oeldruck- und
Oeltemperaturmesser, Ladekontrolle für die Lichtmaschine, Zünd-
schloß und Handanlasser, daneben der Handgashebel (gelb angestri-
chen) und der Kapphebel (rot angestrichen). Links neben dem Arma-
turenbrett Handkupplungshebel und unten auf dem Fußbrett, zum
Abbremsen der Seiltrommel, Fußbremse (Abb. 6).

Links neben dem Führersitz Behälter für Telefon und an der
linken äußeren Ecke der Winde Rohr für Schalenkreuz-Anemometer.

Der Führer der Winde (braucht nicht Autofahrer zu sein) be-
dient also mit der linken Hand die Handkupplung oder das Telefon,
mit der rechten Hand Handgas oder Kappvorrichtung. Dabei ist der
Handgashebel so konstruiert, daß er beim Loslassen selbsttätig auf
Leerlauf zurückgeht.

Nr. 9/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 127

eg
Goshebel |
Fußbremse |

|

x

A)

ig
Segelflugschleppwinde Typ „Rhön“. 1. Die Winde als Anhänger auf dem Trans-
port. 2. Nach Herausziehen des Bolzens schwenkt der Arm der Torsionsstabachse
nach oben und nimmt die Räder mit. 3. Winde im Betrieb quer zur Schlepp-

richtung. Der sitzende Führer hat nach allen Seiten gute Sicht. 4. Motoreinbau.
5. Spul- und Kappvorrichtung. 6. Armaturenbrett. Werkbilder

Durch die vollkommen geschlossene Bauart gegen Witterungs-
einilüsse geschützt und verschließbar, kann die Winde auch im Ge-
lände belassen werden. Mindestgeschwindigkeit des Seiles 18,4km/h,
Maximalgeschwindigkeit 83 km/h, Gesamtgewicht der Winde
1058 kg. Die Rhön-Segelflug-Schleppwinde ist seit einem Jahr bei
der Techn. Erprobungsstelle für Segelflug, Trebbin, in Betrieb.

Sum-Vergaser und -Triebwerkszubehör.

Außer den vielen Spezialvergasern für deutsche Flugmotoren jeden Volumens
baut die Sum-Vergaser-Ges. zwei Modelle für die bekanntesten deutschen Flug-
motorenbaumuster.

Sum-Vergaser 729 und 730 (Abb. 1) für Motoren von 4-6,5 I Hubraum, Bei
Argus As 10 C, 240 PS, 12,6 | Hubraum, werden 2 Vergaser verwendet. Gewicht
je 3 kg, Saugrohrdurchmesser 48 mm, Ovalflansch 76 mm, mit Höhenkorrektur,
rückenflugtauglich. Dreidüsenregistervergaser, lJagenunempfindlich, mit besonders
Seite 128

„FLUGSPORT" Nr. 9/1940, Bd. 32

angeordneter Rückenilu
und Hauptdüsen schalte

.„ Uebergangs- und
A sich ein. |
ä Dies "argaser I 198 und 762 für Motoren von 35-5 I Hubraum
u _„iese Mehrdüsen-Registervergaser haben sich infolge ih infac
Übersichtlichen Aufbaues ausgezeichnet bewährt. #e Ares einfachen und
uber der Herstellung von Vergasern gehört zum Arbei
itsumfang der Sum-
Yorgasernüesellschaft noch (der Bau von Geräten für T riebwerk und Zelle. Wie:
Chlauchanschluß-Geräte verschiedener Ausführungen ’
Ablassen von Kraft- und Schmierstoffen, “ zum Auftanken und
Aus en für Kraftstoffeinspritzung zum Motoranlassen in verschiedenen
Ventile (Abb. 2
des Fluges,

Tantkupplungen für Bord- und Bodenzwecke,

ankventile (Abb. 3) für den gleichen Zweck für ei fach ü

Kraft- und Schmierstoffbehälter, SReNe und geschützte
Frostsichere Be- und Entlüftungsventile (Abb. 4) für Schmierstofftanks zur

Verhinderung von Beschädigungen durch Tank-Ueber- oder -Unterdrücke und
anderes mehr.

,

Hauptdüse außer Wirkung und die Rückenflugdüse schaltet

) zum Ablassen der Kühlflüssigkeit aus dem Kühler während

Sum-Vergaser und -Triebwerkszubehör.
-, Werkbilder

N

de!

Inland.

Beförderungen in der Luitwaife durch den Führer
r und Ober -
der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 4. 1940: ersten Befehlshabeı

Zum General der Flieger: Der Generalleutnant Udet;
zu Generalleutnanten: Die Generalmajiore Fahnert, Haubold, Martini;

zu Generalmaioren: Die charakterisierte ‚ j
: t n Generalmajore H \ it-
tenfeld, Cabanis; erwarth, von Dit

| zu Obersten: Die Oberstleutn
Pawelke, Schwartzkopff, Wieland,
Ledebur, Diakow;

zum Oberst: Der charakterisierte Oberst Würtz.

ante Lehmann, Maier, von Buche, Dr. Stephan,
Heidenreich, Schröder, Zollinger, Freiherr von

Nr. 9/1940, Bd. 32 .FLUGSPORT“ Seite 129

Lilienthal - Gesellschait
für Luftfiahrtforschung, ord.
Mitgliederversammlung 1939
am 27. 4. 1940, 11.30 h, Haus
der Flieger, Berlin. Im An-
schluß Vortrag über tech-
nische Untersuchung von
Beuteflugzeugen.

Ausland.

Austral. Luitwaiffe Luft-
marschall jetzt Sir Charles
Stuart Burnett.

USA Atlantik-Flughaien
Ausbau in Aussicht genom-
men La-Guardia-Field, frü-
her unter dem Namen North
Beach Flughafen bekannt.

Byrds Südpol-Expedi-
tion Curtiss-Condor-Doppel-
decker auf Polarschiff,, North
Star‘ mitgeführt.

Portugal bestellte 12
Grumman G-21B Flugboote
bei der Gillies Aviation
Corp. USA.

Belgien bestellte 80
Brewster Jagdflugzeuge, von
denen 40 bis zum Sommer
abgeliefert werden.

Franz. Jagdflugzeug Morane
406, Motor Hispano-Suiza
12Y 860 PS:

Morane 406.

Engl. Fiugzeug-
erkennungsdienst gibt
folgende Merkmale
an. Vergleiche die
nebenst. Abbildung:
Unten links: Franz.
Jagdflugzeug Morane,
MS. 406, rechts: Engl.
Jagdflugzeug Hurri-
cane. Bei beiden Ty-
pen verjüngen sich,
ebenso wie beim Mes-
serschmitt die Flügel
nach den Enden. Mo-
rane erscheint ge-
drungener, Hurricane
schlanker. Die Nase
Bild: The Aeroplane des Me 109 ist mehr

ringförmig als die
Nase des Morane oder des Hurricane. Charakteristisch für den Morane ist der
Hängebauch hinter der Schraube. Kühler beim Hurricane in der Mitte des Rumpfes
zwischen den Rädern des nach Innen hochgezogenen Fahrwerks. Morane Kühler
auch zwischen den Fahrwerksrädern, nur kürzer und tiefer (hochziehbar). Aus-
gezogen steht er mehr vor als wie beim Hurricane. Me 109 hat drei kleine Küh-
ler unter der Nase, und unter der Flügelhinterkante.

Höhenleitwerk beim Hurricane Oberkante Rumpf, beim Morane fast Unter-
kante Rumpf, beim Messerschmitt über dem Rumpf in halber Flossenhöhe. Flosse
und Ruder beim Hurricane abgerundet, beim Morane gerade Flossen, Vorder-
und Hinterkante-Ruder gerade. Me 109 Strebe nach der Rumpfunterkante, Ruder
nach hinten abgerundet.

Oben links: Heinkel He 111K, rechts Schwanz des Supermarine-Spitfire.

Engl. Erkennungsdienst.
Seite 130 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1940, Bd. 32

Schwierig ist, wie der englische Erkennungsdienst sagt, die Erkennung des
Heinkel He 111. Wenn man ihn in der Luft sieht, muß man auch die Einzelheiten,
in der Konstruktion kennen, Durch das geringe Seitenverhältnis erscheint die,
Maschine gedrungen. Erkennungszeichen elliptische Fläche des Höhenleitwerks
ohne Ausschnitt. In der Luft gesehen erkennt man die starke Verjüngung der.
Flügel, die den Eindruck einer noch stärkeren Pfeilform gibt. Leichte Verwechs-
lung mit dem Blenheim. Flügel beim Blenheim gerade veriüngt, Höhenleitwerk
gerade, "einkel Tiefdecker, Blenheim Mitteldecker.

)ben rechts: Schwanz der Spitfire, nach hinten gesehen : it-
werk über dem Rumpf liegend. Vorderkante Leitwerk en nano
gerade, Seitenruder ausgespart. “Ferner charakteristisch für Spitfire von unten
gesehen der ausgerundete Flügelübergang zum Rumpf.

Franz. Morane Jagdflugzeug 406. Weltbild

Luftwaffe.

Berlin, 8. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im L 7 'er-
nahmen deutsche Flugzeuge Erkundungsflüge über der Miütleren Nordsee eowie
über Nord- und Mittelfrankreich und führten Bewachungsflüge über der Deut-
schen Bucht und der Westfront durch. Nördlich der Insel Sylt sichtete ein
Schwarm Messerschmitt-Flugzeuge 24 britische Wellington-Bomber. Unsere

Jäger schossen zwei britische Flugzeuge ab und zwangen die anderen zum Ab-

Beschußverletzungen an deutschen Flugzeugen haben in vielen Fällen im gegen-
wärtigen ‚Kriege erireulicherweise die schwer zu beeinträchtigende Flug- und
Steuerfähigkeit bewiesen — ein Beweis für die Güte des deutschen Flugmaterials
Bild links: Sturzkampfflugzeug Ju 87 mit von der polnischen Flak durchschossener
Fläche flog glatt weiter und führte seinen Auftrag noch ordnungsgemäß durch
Rechts: Durch Flakbeschuß zerstörte Kielflosse einer Ju 87, die trotzdem ihren

Flug fortsetzen und im Heimathafen landen konnte. Bilder JIFM

Nr. 9/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 131

drehen nach Westen. — An der Westfiront kam es wiederholt zu Luftkämpfen.
Hierbei schossen unsere Jagdflugzeuge vier feindliche Flugzeuge ab, ein weiteres
wurde durch Flakartillerie zum Abschuß gebracht. — Drei eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 9. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In den Abendstunden des
8. 4. griffen deutsche Heinkel-Kampfmaschinen wiederum in Scapa Flow liegende
Teile der gegnerischen Seestreitkräfte mit großem Erfolg an. Zwei große Ein-
heiten, darunter ein Schlachtschiff, wurden durch Bombentreffer stark beschädigt,
drei weitere schwere Einheiten durch Einschläge in nächster Nähe ebenfalls
erheblich beschädigt. Tagsüber wurden ausgedehnte Aufklärungsflüge über der
Nordsee bis zum 65. Breitengrad sowie über Nord- und Ostfrankreich unter-
nommen. Zwei britische Flugzeuge, ein Jagdflugzeug und ein Sunderland-Flugboot,
wurden abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 9. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Um dem in Gang befind-
lichen britischen Angriff auf die Neutralität Dänemarks und Norwegens entgegen-
zutreten, hat die deutsche Wehrmacht den bewaffneten Schutz dieser Staaten
übernommen. Hierzu sind heute morgen in beide Länder starke deutsche Kräfte
aller Wehrmachtsteile eingerückt, bzw. gelandet. — Auf den Flugplätzen in Jüt-
land und Südnorwegen sind deutsche Luftstreitkräfte gelandet.

Berlin, 10. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Die
militärischen Maßnahmen zum Schutz der Neutralität von Dänemark und Nor-
wegen wurden am 9. 4. von starken Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und
der Luftwaffe unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Falkenhorst,
von Seestreitkräften unter dem Befehl des Generaladmirals Saalwächter und des
Admirals Carls und von zahlreichen Verbänden der Luftwaffe unter Führung
des Generalleutnants Geißler in engster Zusammenarbeit durchgeführt. — Die
Luftwaffe klärte während des ganzen Tages über Dänemark auf und sicherte
den Vormarsch der deutschen Truppen, welche im Kleinen Belt bei Middelfahrt,
im Großen Belt bei Korsoer und Nyborg und in Giedser zur Besetzung der
Inseln landeten. Kopenhagen wurde bereits in den frühen Morgenstunden kampf-
ios besetzt. — Die von England vorgesehene Besetzung wichtiger norwegischer
Stützpunkte sollte sofort im Anschluß an die Anlegung der Minensperre in den
norwegischen Hoheitsgewässern stattfinden. Die deutsche Aktion ist diesem
Versuch um knapp 10 Stunden zuvorgekommen. Die zu diesem Zweck bestimmten
und von Aufklärern festgestellten britischen Seestreitkräfte und Transportschiffe
wurden gestern in den späten Nachmittagsstunden von der deutschen Luftwaffe
angegriffen und vernichtend geschlagen. Fast alle feindlichen Kriegsschiffe er-
hielten Volltreffer schweren Kalibers. Im einzelnen wurden getroffen: 4 Schlacht-
schiffe mit je 2 oder 3 Bomben, 2 Schlachtkreuzer mit ie 1 Bombe, 2 Schwere
Kreuzer mit 2 bzw. 1 Bombe, 1 Schwerer Kreuzer wurde mit Bombentreffer
in Brand gesetzt, 2 Transportschiffe wurden mit 1 Bombe belegt. Jagdflieger-
verbände sicherten die Unternehmungen durch Ueberwachung der Westküste
Dänemarks und Norwegens sowie der inneren Deutschen Bucht. — Ein britisches
Flugboot, Typ Sunderland, wurde abgeschossen. — Die weitere Besetzung Nor-
wegens schreitet schnell und planmäßig fort.

Der norwegische Flugplatz Stavanger, nach dem Bericht d. Oberk. d. Wehrm. mit

deutschen Fliegerverbänden belegt. Im Hintergrund das Gebäude der Flugleitung.
Bild PK-Schaller-Weltbild
Seite 132 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1940, Bd. 32

Berlin, 11. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftaufklärung über
Mittel- und Nordfrankreich wurde trotz schwieriger Wetterlage und starker
Abwehr fortgesetzt. — Die norwegischen Wehrmachtsdienststellen in Oslo haben
ihre Bereitwilligkeit erklärt, am Luftschutz gegen englische und französische
Flieger aktiv teilzunehmen. — Die Luftwaffe führte am 10. April wiederum in
verstärktem Umfange Luftaufklärung über der gesamten Nordsee durch und
brachte wichtige Meldungen über Stand und Bewegungen feindlicher Seestreit-
kräfte. — Die zur bewafineten Aufklärung eingesetzten Kräfte hatten infolge
schlechter Sichtverhältnisse nur an zwei Stellen Gefechtsberührung mit dem
Gegner. Ein britischer Zerstörer wurde durch Bomben schweren Kalibers ge-
troffen, eine Flak- und eine Scheinwerferhatterie im Gebiet von Scapa Flow
durch Bombeneinschläge außer Gefecht gesetzt. — Britische Jagrdflugzeuge griffen
mehrmals deutsche Aufklärer ohne Erfolg an. Ein britisches Jagdflugzeug vom
Muster Hawker-Hurricane wurde vor den Shetlands abgeschossen. Zwei eigene
Flugzeuge werden vermißt. — Jagdfliegerverbände überwachten Norwegen sowie
die dänische Westküste und sicherten mit starken Kräften das norwegische
Seeküstengebiet vor feindlichem Einfliug. Feindliche Einflige wurden lediglich
über der norwegischen Westküste festgestellt, wo der mit deutschen Flieger-
truppen belegte Flugplatz Stavanger durch einzelne britische Kampfflugzeuge im
Tiefflug erfolglos angegriffen wurde.

Berlin, 12. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Ueber-
wachungsflüge der Luftwaffe an der dänischen Westküste trafen auf keinen
Feind. — In Gegend Drontheim wurde ein Angriff britischer Flugzeuge erfolgreich
abgewiesen. Ein am Nachmittag stattfindender Angriff britischer Torpedoflugzeuge
blieb ohne jegliche Wirkung. — In den besetzten Räumen um Bergen, Stavanger,
Christiansand verlief der Tag ruhig. Feindliche Angriffsversuche haben mit Aus-
nahme eines erfolglosen hritischen Luftangriffs auf Stavanger nicht stattgefunden.
Dort wurde ein Vickers-Wellington-Flugzeug durch Flakartillerie abgeschossen. —
Einheiten der Luftwaffe unterstützten die deutschen Truppen in Norwegen durch

zahlreiche Erkundungs- und Sicherungsflüge. — In den neuerrichteten Luft- und
Seestützpunkten sind seit dem 10. 4. mittags zahlreiche Flakbatterien feuer-
bereit. — Aufklärungsflugzeuge sicherten das Seegebiet vor der norwegischen

Küste und stießen bis weit über die nördliche Nordsee zur Erkundung feindlicher
Seestreitkräfte vor. Auf Grund der Aufklärungsergebnisse griff ein Kampfflieger-
verband in den Abendstunden feindliche Kriegsschiffe 200 km nordwestlich
Drontheim an. Ein Flugzeugträger wurde durch Volltreffer einer schweren Bombe
schwer beschädigt, ein Schwerer Kreuzer durch zwei Bomben getroffen und

bewegungsunfähig gemacht. — Die Luftaufklärung über Nord- und Mittelfrank-
reich wurde am 11. 4. bis Paris ausgedehnt. — Zwei eigene Flugzeuge sind nicht
zurückgekehrt.

Berlin, 12. 4. 40 (DNB.) Englische Flugzeuge haben einen kleineren Bahn-
hof in Schleswig-Holstein mit Bomben angegriffen. Die Wirkung dieses Angriffes
war zwar gering; es sind nur ein Sportplatz beschädigt worden und durch die
Detonation einer Bombe neben einem Eisenbahngleis die Fenster eines Warte-
raumes zersprungen. Der Vorgang ist iedoch von anderen Gesichtspunkten be-
sonders bedeutungsvoll. Es ist hier der erste Fall im ietzigen Krieg zu ver-
zeichnen, daß von feindlichen Fliegern eine deutsche Verkehrsanlage angegriffen
wurde. Sollte sich durch Wiederholung eines derartigen Versuches herausstellen,
daß es sich um ein planmäßiges Vorgehen gehandelt hat, so ist für Deutschland
eine gänzlich neue Sachlage in der Führung des Luftkrieges gegen England
gegeben. Es werden dann hieraus sofort die notwendigen Folgerungen gezogen.

Berlin, 13. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Ein am Nachmittag des
12. 4. erfolgter Luftangriff auf den Hafen von Narvik blieb erfolglos. Ein briti-
sches Flugzeug wurde hierbei abgeschossen. — Auf Bergen versuchten die Eng-
länder am Nachmittag des 12. 4. einen Luftangriff mit stärkeren Kräften. Die
Abwehr der deutschen Luftwaffe konnte jedoch so rechtzeitig einsetzen, daß nach
bisherigen Feststellungen acht feindliche Flugzeuge, davon eines durch Flak-
‚artillerie, abgeschossen wurden. Zwei deutsche Flugzeuge-werden vermißt. Ein
am späten Nachmittag in mehreren Wellen durchgeführter Luftangriff auf
Stavanger blieb ehenfalls erfolglos, ein Feindflugzeug wurde abgeschossen. —
Die Luftwaffe führte mehrere Aufklärungsflüge über Nord- und Ostfrankreich bis
über Paris durch. 0

Berlin, 14. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Zerstörer unter

Nr. 9/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 133

Führung des Comodore Bonte, die die Landung in Narvik und die erste Einrich-
tung der Truppen gesichert hatten, bestanden in den letzten Tagen, unterstützt
von deutschen U-Booten und Flugzeugen, schwere Kämpfe gegen die wiederholten
Einbruchsversuche der englischen Streitkräfte. Am 13. 4., mittags, führte der Feind
abermals einen Großangriff durch. Er setzte zu diesem Zweck ein Geschwader,
bestehend aus zwei Schlachtschiffen, Flugzeugträgern, Kreuzern und zahlreichen
Zerstörern ein. Trotzdem sind unsere eigenen Zerstörer wieder zum Angriff auf
die britische Ueberlegenheit angetreten. Bei diesen schweren Kämpfen wurde der
britische Zerstörer „Cossack‘“ von Marine- und Luftstreitkräften in Brand ge-
schossen und strandete. Der Zerstörer „Eskimo‘“ sowie weitere Zerstörer wurden
desgleichen schwer beschädigt oder vernichtet. Die Gesamtverluste des Feindes
sowohl als unsere eigenen sind noch nicht in vollem Umfange zu übersehen. —
Britische Luftangriffe richteten sich am 13. 4. gegen Narvik, Stavanger und Bergen.
Hierbei wurde auch die Stadt Bergen mit Bomben belegt. Auf militärische Ziele
blieben die Angriffe erfolglos. — Eigene Kampffliegerverbände griffen an ver-
schiedenen Punkten britische Seestreitkräfte an. Zwei feindliche U-Boote wurden,
wie bereits gemeldet, durch Bombentreffer vernichtet.

Berlin, 14. 4. 40. (DNB.) Das Oberk. d. Wehrmacht gab am 13. 4. bekannt,
daß die Zahl der deutschen Verluste bei den Luftkämpfen am 12. 4. an der
norwegischen Küste insgesamt fünf Flugzeuge betragen habe. Inzwischen ist eines
von den als verloren gemeldeten Messerschmitt-Flugzeugen in seinen Heimathafen
zurückgekehrt.

Berlin, 15. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Bergen griffen zwei
britische Kampfflugzeuge einen deutschen Handelsdampfer mit Bomben an und

Von oben: Deutsche Flieger über Nor-
wegens Küste, deren Schutz sie ietzt
übernommen haben.

Deutsches Kampfflugzeug über Norwegen.
Gelände auf den Lofoten und in dem von
deutschen Truppen besetzten Raum von
Narvik. Wasserfall im Trold-Fiord, im

Hintergrund der 1045 m hohe Troldtinder.
Weltbild (3)

Short Sunderland Flugboot wird als Aui-
klärer und Begleitboot zum Schutz der
Schiffsgeleitzüge verwendet. Vgl.- Typen-
beschreibung „Flugsport“ 1940 S. 67. In
der Abbildung erkennt man besonders
gut den Heckschützen mit vier MG.s.
Drei dieser Flugzeuge wurden am 8., 9.
und 15. 4. abgeschossen. archiv Flugsport

Seite 134 „rLUGSPORT“ Nr. 9/1940, Bd. 32

brachten ihn zum Sinken. Beide Flugzeuge wurden kurz darauf von deutschen
Jägern abgeschossen. — Im Raume von Stavanger und Christiansand verlief der
Tag ruhig. Bei dem erfolglosen Angriff der britischen Flugzeuge am 13. 4. wurden
zwei Vickers-Wellington durch Messerschmitt-Jäger abgeschossen. — Im Skagerrak
vernichteten unsere dort operierenden Streitkräfte zwei weitere feindliche
U-Boote, so daß sich die Zahl der in den letzten Tagen von See- und Luftstreit-
kräften versenkten feindlichen U-Boote auf sieben erhöht. — Einheiten der Luft-
waffe klärten im Laufe des 14. 4. über der Nordsee und der ganzen norwegischen
Küste auf. — Im Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe führte Grenz-
überwachungsflüge durch. Ein deutscher Jäger schoß in Gegend Emmerich ein
britisches Flugzeug vom Muster Bristol-Blenheim ab. Ein weiteres britisches
Flugzeug erhielt nördlich Offenburg Flakfeuer und stürzte ab.

Berlin, 16. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Gegen Narvik führten die
Briten am Vormittag des 15. 4. einen erfolglosen Luftangriff durch. — Bei mehr-
fachen britischen Luftangriffen gegen Stavanger wurden zwei Lockheed Flugzeuge
abgeschossen. — Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärung über der Nordsee und an
der norwegischen Westküste bis Narvik fort. Ein britisches Flugzeug, das einen
Einflug in die Deutsche Bucht versuchte und in der Wesermündung ohne Erfolg
Bomben warf, wurde nordostwärts Helgoland im Luftkampf von einem Angehöri-
gen des Jagdgeschwaders Schumacher, das damit seinen 70. Luftsieg errang,
abgeschossen. Ein anderes britisches Flugzeug ist am Westeingang des Skagerrak
durch deutsche Jäger zum Absturz gebracht worden. Ein deutsches Flugzeug ist
vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Berlin, 17. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht, Bei Stavanger führte die
britische Luftwaffe in der Nacht vom 15. zum 16. 4. erneut Luftangriffe durch, die
jedoch keinen militärischen Schaden anrichteten. — Die Luftwaffe setzte am
16. 4. ihre Aufklärung über der mittleren und nördlichen Nordsee sowie an der
norwegischen Westküste mit wertvollen Erkundungsergebnissen fort. — Trotz des
schlechten Wetters wurden Einheiten der britischen Seestreitkräfte durch deutsche
Kampfflugzeuge angegriffen. Ein großes Transportschiff wurde durch Volltreffer
schwersten Kalibers getroffen und ein feindliches U-Boot und — wie bereits ge-
meldet — ein feindlicher Kreuzer 150 km nordwestlich des Mold-Fiordes durch
schwere Bombentreffer versenkt. — Bei der Jagdüberwachung an der Südwest-
küste Norwegens schossen deutsche Jäger am 15. 4. eine Lockheed-Hudson und
ein Sunderland-Flugboot ab. Ein deutsches Flugzeug ist vom Feindflug nicht
zurückgekehrt.

Berlin, 17. 4. 40. (DNB.) Bei dem Angriff von deutschen Kampfflugzeugen
gegen die britischen Seestreitkräfte und Transportschiffe in den Gewässern bei
Harstad nördlich Narvik am 16. 4. 40 erhielt ein Transportschiff, wie bereits
gemeldet, einen Volltreffer durch eine Bombe schwereren Kalibers. Mit dem
Untergang des Transportschiffes ist zu rechnen. — Es handelte sich hierbei um
einen der englischen Transporter, die bei Harstad, 60 km nördlich von Narvik,
mit. der Ausladung englischer Truppen beschäftigt sind. Der Angriff kam den
Engländern sichtlich überraschend. Sie hatten in diesem so weit von den deut-
schen Stützpunkten in Norwegen abgelegenen Gebiet offenbar nicht mit dem
Erscheinen der deutschen Luftwaffe gerechnet. Die Bekanntschaft mit den deut-
schen Kampfflugzeugen wird den Briten deutlich gemacht haben, daß sie selbst an
einer weltentlegenen Stelle nicht ungestört ihre Landungen vornehmen können.

Berlin, 18. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Ein im Laufe des 17. 4. ange-
setzter britischer Luftangriff gegen Drontheim blieb infolge der rechtzeitig ein-
setzenden deutschen Abwehr ohne jeden Erfolg. — Stavanger wurde in den
Morgenstunden des 17. 4. durch britische Kreuzer aus weiter Entfernung be-

schossen. Vier eigene Flugzeuge wurden durch Splitterwirkung beschädigt.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen darauf die beim Angriff beteiligten sowie weiter
nördlich stehenden Schiffseinheiten an. Ein Kreuzer erhielt, wie bereits bekannt-
gegeben, einen Volltreffer schwersten Kalibers und sank sofort. Ferner wurden
insgesamt vier Volltreffer schweren und schwersten Kalibers auf Leichte und
Schwere Kreuzer erzielt, auch ein Zerstörer erhielt einen Volltreffer schweren
Kalibers. Bei den Kreuzern handelt es sich unter anderem um Schiffe der Suffolk-
und London-Klasse. Stoppen eines Schiffes, Schlagseite bei einem andern, Zer-
störungen an Bord und Oelflecke im Wasser wurden beobachtet. Zwei britische
Flugzeuge wurden über Stavanger abgeschossen. — Deutsche Flugzeuge griffen
zwei norwegische Torpedoboote in der Gegend nordostwärts Arendal an. Fines

Nr. 9/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 135

derselben wurde schwer getroffen, auf Strand gesetzt und von der Besatzung
fluchtartig verlassen, die Verfolgung des zweiten aufgenommen. — Auf der
gesamten mittleren und nördlichen Nordsee brachte die fortgesetzte Erkundung
durch die deutsche Luftwaffe neue wichtige Aufklärungsergebnisse über Stand
und Bewegung feindlicher Seestreitkräfte. ann

Berlin, 19. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Nördlich Narvik wurden
feindliche Seestreitkräfte und Transportdampfer, die eine Landungsaktion vor-
bereiteten, durch Kampfflieger angegriffen und schwer getroffen. Ein feindliches
U-Boot wurde durch Bombentreffer sofort versenkt.

Segelflug

NSFK.-Gruppe 5 (Wartheland), Posen, Oberführer Ledy, wurde am 9. 4.
besucht vom Korpsführer General der Flieger Christiansen in Begleitung von
Gruppenführer Sporleder und Brigadeführer Schröder. Der erste Besuch des
Korpsführers galt dem Gauleiter und Reichsstatthalter Greiser, welchem er den
Dienstgrad eines NSFK.-Gruppenführers verlieh. Gauleiter Greiser erinnerte bei
der Begrüßung seines Waffengefährten aus dem Weltkriege an das gemeinschaft-
liche Wirken vor 25 Jahren. Am 10. 4. erfolgte die Weiterfahrt zur Besichtigun«
der anderen NSFK.-Stürme nach Lodsch.

Wiener Segelilug-Frauengruppe-Arbeitswerkstätte besichtigte Gruppenführer
Krüger der NSFK.-Gruppe 17, wobei die Gruppenführerinnen Tamara Brück und
Golda Niehsner über die bisherigen Arbeiten der Fliegerinnen berichteten. Das
neueste Segelflugzeug (Grunau Baby 2 A) erhielt den Namen „Günter Groenhoff“.
Diese; 120 Mitglieder zählende Gruppe, junge Wienerinnen in langen blauen Hosen
und kürzärmeligen Blusen, machte einen frischen Eindruck. Sie haben schon aller-
hand geleistet und geflogen. 1938 war das Fliegerinnen-Standquartier auf dem
Waschberg, 1939 das Sommer- und Winterlager auf der Koppel bei Salzburg un
zu Ostern ein drittes auf dem Spitzerberg. Selbstgebaut wurden ein „Zögling“
und ein „Baby“.

Luft- Post

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Lycoming-Sportilugmotor „0-145“, 50 PS, Typenbeschreibung mit Abbi'dung
finden Sie im „Flugsport“ 1938 Nr. 9 S. 207.

Mikrofilm-Lösung, gebrauchsfertig in kleinen Flaschen, für 20-30 Modelle
reichend, zu RM —.80, ist bei Uhu-Werk H. u. M. Fischer, o. H.-G., Bühl (Baden),
erhältlich.

Miles Master Geschwindigkeit 800 km ist Laienerzählung.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werlen.)

Das Flugzeug. Zusammenfassendes Handbuch über Aufbau, Triebwerk, Flur-
werk, Ausrüstung, einschl. elektrischer Anlage, Anzeigegeräte, FT.-Anlage sowie
über Instandsetzungsarbeiten und Betriebsmaßnahmen herausgeg. v. Theo RE.
Sönnichsen, bearb. v. Dr. W. Haeder VDI. 898 S. m. üb. 750 Abb. u. 12 teils
mehrfarb. Tafeln. Verlag Richard Carl Schmidt & Co., Berlin W 62. Preis: Leine
geb. RM 27.—.

Es ist ein großes Verdienst des Herausgebers, für die Herausgabe dieses
Handbuches Fachleute gewonnen zu haben, die in der Lage waren, dem angehen-
den Flieger, Techniker, Flugzeugmechaniker, Elektrotechniker und Ingenieur ein
Buch in die Hand zu geben, welches das nötige Verständnis für die Erfassung der
Materie vermittelt. Bereits beim Aufschlagen des Buches überraschen die
ingenieurmäßigen Skizzen und Zeichnungen nach bekannter Haeder-Manier. Die-
jenigen Textstellen des Buches, die Instandsetzungsarbeiten, Störungen und prak-
tische Betriebsmaßnahmen behandeln, sind am Rande durch einen schwarzen
Strich gekennzeichnet. Ein wirklich gutes Buch.
XXXll. Jahrgang / Nr. 10 Mittwoch, 8. Mai 1940

Veberlegenheit d.
| deutsch. Luftwaffe
Heinkel Jagd-
flugzeug He 113
Curtiss-Hawk 75
\ Jagdeinsitzer
USA Bell XFM-1
„Airacuda”

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zeug „Valiant”

Curtiss 77
„Helldiver"

| Reportsammlung

Ri Nr. 21

'„Flugsport"-

Erscheinungs-

| tage

| 1940

AAXXI. Jahrgang
Nr. Datum

. Mai
12 5. Juni
13. 19. Juni
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21 9. Oktober

U Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz 8 3 Soaber
Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Franklurt a. M.. Anden urgplatz 8. . November
Anzeigenpreis It. P. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a.M. Alle Zuschriften 4 20. November
sind nicht an Einzelversonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport”. Frankfurt a. M.. 23 4. Dezember
Hindenburgplatz 8 (Deutschland). % 18. Dezember

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Preis 80 Pf.

Printed in Germany

[| HENSCHEL
FLUGZEUG
WERKEA:G

UN
1 unit auiffl, |. N N,

GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro "4 Jahr bei 14tägigem Erscheinen RM 4.50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinuss — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen.
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 10 8. Mai 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 22. Mai 1940

Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe.

Die deutsche Luftwaffe hat in Norwegen zueeschlagen. Die
Schläge waren hart für die britische Flotte. Transporter, Zerstörer,
Kreuzer bis zu den schwersten, Flakschiffe, selbst Schlachtschiffe
mit ihrer starken Deckpanzerung waren nicht gefeit. Die furchtbare
Wirkung der deutschen Luftwaffe durch die unaufhörlichen Angriffe
deutscher Kampf- und Sturzkampifflieger hat zu einem Zusammen-
bruch der britischen Streitkräfte und Flucht aus Norwegen geführt.

Die deutsche Luftwaffe mit ihren überlegenen Flugzeugen, ihrem
unvergleichlichen fliegerischen Geist und ihrer ausgezeichneten
Führung hat der Weit gezeigt, daß sie der britischen „grand fleet“
das Handeln vorschreibt. Der Traum der britischen Alleinherrschaft
zur See ist aus!

Auf Wunsch des Generalfeldmarschalls Göring hat der Führer
dem Generalobersten Milch, dem Generalleutnant Geisler und dem
Major Harlinghausen das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen.

Generaloberst Milch leitete die gesamten Operationen der Luft-
waffe in Norwegen und brachte sie durch seine überleeene Führung
zum erfolgreichen Abschluß.

Generalleutnant Geisler, der bereits seit Monaten mit seinen
Verbänden der britischen Flotte empfindliche Schläge versetzte, hat
durch den kraftvollen Einsatz der ihm unterstellten Fliererverbände
in Norwegen der feindlichen Seestreitkraft Verluste an Kriegs- und
Handelsschifftonnage beigebracht, die für den weiteren Verlauf des
Krieges von ausschlaggebender Bedeutung sind.

Major Harlinghausen, der sich bereits vor dem 9. April wieder-
holt durch seinen persönlichen Einsatz auszeichnete, hat auch in
Norwegen durch kühn geführte Angriffe immer wieder den feind-
lichen Seestreitkräften empfindlichen Schaden zugefügt.

Heinkel Jagdilugzeug He 113.

Der Jagdeinsitzer Typ He 113 der Ernst Heinkel Flugzeug-
werke, Seestadt Rostock, ist ein freitragender Tiefdecker in Ganz-

Diese Nummer enthält Reportsammlung Nr. 21.
Seite 138 „FLUGSPORT" Nr. 10/1940, Bd. 32

metallbauweise mit Glattblechbeplankung. Aufbau und ausgezeich-
nete Formgebung sind aus nebenstehenden, noch nicht veröffentlich-
ten, Abbildungen zu erkennen. Rumpf schlanke Form, Kabine mit
Schiebehaube, Ganzmetallschalenbauweise. Flügel besondere Bau-
art, Landeklappen zwischen Querruder und Rumpf. Fahrwerk nach
innen oben in den Flügel einziehbar. Freitragendes Höhen- und
Seitenleitwerk. Bewaffnung leichte und schwere MGs. Ausrüstung,

Heinkel Jagdilugzeug He 113.
Unten: Einbringen der gegurteten Patronen. Werkbilder

Nr. 10/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 139

FT-Anlage und .
anderes. Spann-
weite 9,4 m,
Länge 8,185 m,
Höhe 2,5 m, Flü-
gelfläche 14,5 m?.
Ueber Triebwerk
und Leistungen
keine Angaben
erhältlich.Mit der
Erstausführung
des Baumusters
He113 wurde am
30. 3.39 ein Welt-
geschwindig-
keitsrekord von
746,6 km/h (vel.
„Flugsport“ 1939
S.199) aufgestellt.

Heinkel Jagdflugzeug
He 113.
Werkbild

Curtiss-Hawk 75 Jagdeinsitzer.

Der Curtiss-Hawk war früher mit Wright-Cyclone 840 PS aus-
gerüstet. Bei den für Frankreich gelieferten Hawks waren Pratt &
Whitney 915-PS-Motoren eingebaut. Bauweise Ganzmetall, Fahr-
werk fest. Spannweite 11,35 m, Länge 8,5 m, Höhe 2,84 m, Fläche
21,8 m?, Flächenbelastung 107 kg/m?, Leistungsbelastung 2,76 kg/PS.
Leergewicht 1760 kg, Fluggewicht 2340 kg. Höchstgeschwindigkeit
450 km/h, Reisegeschw. 390 km/h, Lande 109 km/h. Steigfähigkeit
930 m/min, Gipfelhöhe 9500 m.

Bei Versuchsflügen mit einer von Frankreich entliehenen Hawk
stellten die Engländer bessere Wirkung der Querruder als beim
Spitflire und Hurricane fest. Im Sturzflug seien die Querruder bei
den engl. Jagdflugzeugen kaum noch zu betätigen.

Heinkel Jagdflugzeug He 113.. Werkbild

Seite 140 „FLUGSPORT"“ Nr. 10/1940, Bd. 32

Curtiss Hawk 75 Jagdeinsitzer. Archiv Flugsport

USA Bell „Airacuda‘“, Zwei-Motor.

Zur Ergänzung der Baubeschreibungen des „Airacuda“ im „Flug-
sport“ 1938, Seite 37, 92 und 325; 1939, Seite 493, bringen wir neben-
stehend eine Uebersichtszeichnung.

Von verschiedenen Stellen wurde der Bell Aircraft Corp.,
Buffalo, entgegengehalten, daß die hintenliegenden Propeller der
Gefahr der Zerstörung durch Steinschlag zu stark ausgesetzt seien.
Man will jetzt durch Verwendung von Stahlpropellern diesen Einwand
beseitigen. (Dadurch wird dem Uebelstand nicht abzeholfen. D. Sachb.)
Ferner würde der Steinschlag nicht durch die Räder des Fahr-
werkes, sondern durch den Propellersog verursacht; für die Be-
schädigeung der Propeller, die sich inzwischen weiter vorwärts
bewegt haben, käme dann eine Einwirkung auf die Propeller nicht
mehr in Frage. Die Kritik sei hauptsächlich durch die Flugmotoren-
firmen veranlaßt, die ihre Motoren nicht gern mit Druckschrauben
laufen lassen möchten.

Ein Geschwader von diesen Flurzeugen mit hintenliegender
Schraube soll jetzt bei der USA-Luftwaffe versuchsweise eingesetzt
werden.

—
)
w
\
/
.
N USA Vultee
Ro lagdeinsitzer-
USA Bell XFM-1 m Zweimotor.
„Airacuda“. - Zeichnung Flugsport
Zeichnung Flugsport

Nr. 10/1940, Bd. 32 „r LUGSPORT“ Seite 141

Spannweite 20,6 m, Länge 12,95 m, Fläche 46 m?. Geschwindig-
keit 530 km/h in 6000 m.
Durch die hinten liegenden 1000 PS Allison V-1760-C6-Motoren

ergibt sich im vorderen Flügel sehr viel Raum für den Einbau von
MK.s.

Vultee-Jagdeinsitzer-Zweimotor.

USA. Vultee-Zweimotoren- Jagdilugzeug „Vanguard“ der Vultee
Aircraft mit zwei Allison-Motoren je 1000 PS in der Konstruktion.
Sehr dünner Bleistiftrumpf wie bei Do 17. Rumpf nicht höher wie
Flügeldicke. Geschwindigkeit soll 700 km/h erreichen. Bewaffnung
vier Kanonen, gekuppelt, in der Rumpfnase. Niedriger Sichtaufbau
über dem Rumpf. Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk.

Lockheed-EB-14-Bomber „Hudson“.

Der Lockheed-EB-14-Bomber unter der Bezeichnung „Hudson“
ist aus dem Lockheed 14 „Super-Electra“ hervorgegangen. Vel.
Typenbeschr. „Llugsport“ 1937, S. 7 und 513. Der Militärtyp „Hud-
son“ ähnelt im Aufbau dem Lockheed 14. Die Sichtfenster am Rumpf
sind weggefallen, und auf der Rumpfoberseite, kurz vor dem Leit-
werk, befindet sich eine drehbare verkleidete MG.-Kuppel. Eine
Abbildung veröffentlichten wir 1939 S. 136. Inzwischen sind mehrere
von diesen Maschinen abgeschossen worden. Die in der Beute-
sammelstelle befindlichen Stücke zeigten nichts neues. Das einzig
Interessante war die mit hellgrauer Leinwand zugeklebte Kokarde

_Rot- Weiß-Blau, die außerhalb des begrenzten Randes noch mit

einem schmalen gelben Ring versehen war.

Besatzung verschieden, bis zu 4 Mann. An Stelle des 760 PS
Hornet bei Lockheed-Electra sind 2 Cyclone-Motoren, welche in
1350 m 2000 PS leisten, eingebaut. Betriebsstoff 2900 1. Fahrwerk
hochziehbar, Spurweite 4,6m, hydraulische Bremsen. Propellerdurch-
messer 3,18 m. Spannweite 19,9, m, Länge 13,45 m, Höhe 3,7 m.
Fläche 51 m?, Querruder 3,21 m’, Seitenflosse 7 m”, Seitenruder
3,08 m?, Höhenflosse 8,65 m? ‚ Höhenruder 3,7 m”.

Leergewicht 5750 kg, Fluggewicht 8400 kg. Flächenbelastung
164 kg/m’, Leistungsbelastung 4,25 ke/PS. Höchstgeschwindigkeit
455 km/h in 4560 m, Reisegeschw. 410 km/h in 5700 m, Landegeschw.
110 km/h. Steigfähigkeit 675 m/min, Gipfelhöhe 7600 m, Betriebs-

stoffverbrauch bei Reisegeschwindigkeit 240 I/h, Reichweite normal
3480 km.

Vultee Einsitzer-Jagdflugzeug „Valiant“, Pratt & Whittney Double Wasp Motor
mit verlängerter Welle. Führersitz Schieberhaube. Oelkühler unter dem Führer-

sitz. Fahrwerk und Schwanzrad hochziehbar. Archiv Flugsport
Seite 142 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1940, Bd. 32

555

2 ES N Ei
R ER |

USA Curtiss Helldiver-77,
Typenbeschreibung Flugsport 1940,
S. 93.

Nr. 10/1940, Bd. 32 „r LUGSPORT“ Seite 143

Inland.

Lufthansa-Luftpostverbindung Amsterdam. Flughafen Schiphol nach Deutsch-
land und Mitteleuropa seit 1. Mai im Betrieb.

Haus der Flieger, Wien, Argentinier Str. 25—27, wurde nach Fertigstellung
der umfangreichen Umbau- und Einrichtungsarbeiten am 5. 5. 1940 in vollem Um-
fang für die Benutzung durch die Mitglieder des Aero-Clubs von Deutschland
freigegeben.

NSFK.-Standarte 91 Marienbad, ietzt NSFK.-Standarte 91 Eger, Holldorf-
straße 9.

Flugkapt. Henke f ist am 22. 4. vormittags bei einem Probeflug verunglückt.
Henke, welcher sich zur Fliegerei und zum Hochschulstudium mit eisernem Fleiß
und seltener Zähigkeit durchgekämpft hat, ging 1929 nach Kolumbien zum süd-
amerikanischen Luftverkehr, 1935 zur Lufthansa. Seine überragenden Leistungen
in Spanien mit Hptm. Frhr. v. Moreau, seine großen Fern- und Rekordflüge,
Ohnehaltflüge Berlin—New York und zurück, Schnellflug nach Tokio ‘ünd andere,
sind noch in frischer Erinnerung. Es wird weiter geflogen!

B

Eine der großen Hallen, in denen das bekannte Sturzkampfflugzeug Junkers-Ju 87
in Serien gebaut wird. Flugzeuge dieses Typs haben bekanntlich an der Brechung
des polnischen Widerstandes einen hervorragenden Anteil gehabt. Werkbild

Carl Bosch 7, Geh. Kommerzienrat, Prof., Vors. d. Aufsichtsr. d. I. G.
Farbenindustrie A. G., seit 1936 Präsident der Lilienthal-Ges. f. Luftfahrtforschung,
ist am 27. 4. im Alter von 66 Jahren gestorben.

Ausland.

Ital. Luitwaiie, 17. Jahrestag am 28. 3. in Gegenwart des Duce in Rom.

Italien hat am Spanienieldzug nach offizieller Mitteilung mit 5699 Angehö-
rigen der ital. Luftwaffe und 312 Mannschaften im Zivildienst teilgenommen. Von
den Fliegern sind 175 gefallen und 192 verwundet worden, die italienische Luft-
waffe hat 86420 Flüge und 125 265 Flugstunden ausgeführt.

Engl. Transatlantik-Versuchsentwürie. Entwurf I: Landflugzeug, 4X1600 PS
Startleistung, Fluggewicht 34 t; Entwurf II: Flugboot, Motorleistung wie I, Ge-
wicht 37 t; Entwurf UI: Flugboot, 6X2100 PS Startleistung, Fluggewicht 74 t.

Nordrußlandilug, Moskau—Angbartselik-Bucht—Kap Schmid nach Anadyr,
flog sowjetr. Brigadekdr. Wodopianow vom 23. 3. bis 24. 4., 16 280 km in 90 Flug-
stunden.

Sowietruss. Arktisilieger Golowin 7, bekannt durch sein Unternehmen vom
Jahre 1937, der Papanin-Expedition zum Nordpol, ist mit weiteren drei Flugzeug-
führern verunglückt.

Rumän. Großfllugmotor von 1000 PS, Muster A—J.A.R., 14 Zylinder
Doppelstern, Hubvolumen 38,69 I, Lader für 3,2 und 3,8 km Gleichdruckhöhe.
Startleistung 1140 PS, Gewicht 665 kg, Kraftstoffverbrauch 295 ge/PS/h, Oel-
verbrauch 8 g/PS/h.

Jap. Großwindkanal des zentralen aerodynamıischen Forschungsinstituts in
der Nähe von Tokio geplant. Antriebsleistung 40000 PS, Windgeschwindigkeit
65 m/s.

New York-North Beach, neuer kombinierter Land- und Seeflushafen New
Yorks. Vier 1,5 km lange Landebahnen.

USA Douglas B-18A Bomber mit zwei 860 PS Wright Cyclone G-103 Motoren
wird mit einem Kraftwagen über die Grenze zwischen USA und Kanada ge-
schleppt, da die Flugzeuge auf dem Luftwege nicht ausgeführt werden dürfen.

Geschwindigkeit 360 km. Archiv Flugsport

Luftwaffe.

Berlin, 20. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Ein feindliches Flugzeug
warf am Abend des 19. 4. fünf Bomben auf den Südrand von Narvik, ohne
Schaden anzurichten. — Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit in star-
kem Umfange weiter fort. Feindliche Kriegsschiffe und Transporte wurden an
der norwegischen Westküste trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse ange-
griffen. Ein Kreuzer und zwei Truppentransporter erhielten Volltreffer schweren
Kalibers. Starke Rauchentwicklung auf den Schiffen und große Oelflecke im
Wasser ließen die zerstörende Wirkung der Bombentreffer deutlich erkennen.
Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. — Ein feindliches Flugzeug, das im west-
lichen Grenzgebiet von eigenen Jägern gestellt wurde, entzog sich dem Kampf
durch Einflug in belgisches Hoheitsgebiet. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 21. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Durch die bereits gemel-
deten Angriffe deutscher Kampfflugzeuge auf englische Seestreitkräfte am 19. 4.
wurden insgesamt ein Schwerer, ein Leichter Kreuzer sowie vier Transport-
schiffe getroffen. — Der Ansatz starker Kampfflieserverbände gegen die feind-
lichen Landungsversuche bei Namsos und Andalsnes am 20. 4. war von außer-
ordentlicher Wirkung. Bei Andalsnes wurde ein Kreuzer mit einer Bombe
schwersten Kalibers getroffen und versenkt. Ein anderer Kreuzer erhielt von
Seite 144 „FLUGSPORT"“ Nr. 10/1940, Bd. 32

zwei Flugzeugen Bombentreffer mittleren Kalibers, zeigte Stichflamme und setzte
sich anschließend auf Strand. An einer anderen Stelle wurde ein Truppen-
transportschiff von 15000 Tonnen durch mehrere Bombentreffer in Brand gesetzt.
Ein zweiter Truppentransporter erhielt durch Bombeneinschlag starke Schlag-
seite. — Gelandete britische Truppeneinheiten wurden an beiden Stellen wirksam
mit Bomben bekämpft und erlitten starke Verluste an Personal und Material.
Die Bahnhöfe von Namsos und Andalsnes wurden in Brand geworfen, Vor-
marschstraßen und Brücken durch Bombentreffer zerstört. — Im deutsch-fran-
zösischen Grenzgebiet kam es im Verlauf des 20. 4. zu mehreren Luftkämpfen.
Ein eigenes Flugzeug stürzte bei einem Luftkampf ab. Fünf feindliche Flugzeuge
verschiedenen Musters wurden über eigenem und Feindgebiet durch deutsche
Jäger und Flakartillerie abgeschossen.

Berlin, 22. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Stärkere Kampffliegerver-
bände bekämpften britische Landungsversuche bei Namsos und Andalsnes mit
Erfolg und zerstörten die mit feindlichen Truppen belegten Orte und die Bahn-
anlagen. Ein britischer Zerstörer wurde getroffen, zwei feindliche Handels-
schiffe versenkt. Trotz schlechten Wetters halfen deutsche Kampfflugzeuge mit,
den feindlichen Widerstand nördlich Hamar zu brechen und zerstörten rück-
wärtige Bahnverbindungen des Gegners.

Berlin, 22. 4. 40. (DNB.) Wie nachträglich bekannt wird, wurden im Laufe
des 21. 4. bei der Abwehr feindlicher Luftangriffe und im Verlauf von Luft-
kämpfen elf feindliche Flugzeuge, und zwar neun britische und zwei französische,
abgeschossen. Von ihnen stürzten bei einem Angriff auf den Flugplatz Aal-
borg und an der norddeutschen Küste vier britische Bombenflugzeuge in Flammen
ab und verbrannten. Die übrigen Flugzeuge wurden an der Westfront durch
deutsche Jäger abgeschossen. Die Aufschläge lagen zum Teil auf feindlichem
Gebiet.

Berlin, 23. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Norden von Oslo setzten
die deutschen Truppen ihr Vorgehen über Amot und Lillehammer trotz Gelände-
schwierigkeiten und feindlicher Sperren fort. Kampfverbände der Luftwaffe
griffen erfolgreich in den Kampf ein. Ein norwegisches Flugzeug wurde zer-
stört. — Vor der mittleren norwegischen Westküste und im Seegebiet von
Andalsnes griffen Kampfverbände erneut britische Kriegs- und Transportschiffe
an. Sie versenkten trotz heftiger Abwehr einen britischen Zerstörer und einen
Transportdampfer. Ein weiterer Zerstörer wurde durch Bomben mittleren Ka-
libers getroffen, ein Transportschiff von etwa 5000 Tonnen durch Brandwirkung
vernichtet. — Weitere Bombenangriffe richteten sich gegen die wichtigen Bahn-
höfe von Dombaas und Grong im mittleren Norwegen sowie gegen die von hier
ausgehenden Bahnlinien und Straßen. Bahnhöfe, Gleisanlagen und Straßen wur-
den zerstört und damit dem -Gegner von Andalsnes und Namsos her jede rasche
Operationsmöglichkeit genommen. — In der Nacht zum 23. 4. wurde ein erneuter
erfolgloser britischer Bombenangriff auf Aalborg abgewiesen. Ein britisches
Flugzeug wurde durch Flak abgeschossen. — Im Westen keine besonderen
Ereignisse. Es fanden Grenzüberwachungs- und Aufklärungsflüge statt. — Bei
Nacht flogen einzelne feindliche Aufklärungsflugzeuge nach Westdeutschland ein.

Berlin, 23. 4. 40. (DNB.) Wie aus Narvik gemeldet wird, wurde am 22. 4.
ein englisches Flugzeug von deutscher Flakartillerie dort abgeschossen. — Bei
den Angriffen deutscher Kampfflugzeuge am 22. 4. vor Aalesund wurden zwei
weitere britische Handelsdampfer von 4 bis 6000 Tonnen durch Volltreffer ver-
senkt. — Wie jetzt bekannt wird, unternahmen am 22. 4. die Engländer einen
erfolglosen Bombenangriff gegen den Flugplatz Stavanger. Zwei englische Flug-
zeuge wurden abgeschossen. — Nach einer Meldung aus Stockholm sollen in
den Nachmittagsstunden des Montags deutsche Militärflugzeuge zwei schwe-
dische Fischerboote innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer mit Maschi-

nengewehrfeuer angegriffen haben. Diese Meldung ist frei erfunden. Die deutsche

Luftwaffe braucht keine völkerrechtswidrige Betätigung gegen unbewaffnete
neutrale Fischdampfer. Ihr Ziel ist der bewaffnete Feind, der überall, wo sie ihn
trifft, geschlagen wird.

Berlin, 24. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Kämpfe im Raume von
Stavanger sind abgeschlossen. Zwei norwegische Regimenter wurden dort im
Zusammenwirken mit der Luftwaffe angegriffen und nach kurzem, hartnäckigem
Kampf entwaffnet. — Die von Oslo aus nach Norden und Nordwesten vor-
gehenden deutschen Hauptkräfte haben, von Panzertruppen und der Luftwaffe
unterstützt, den feindlichen Widerstand überall gebrochen und sind in flottem

Vorgehen. — Ein Angriffsversuch englischer Flugzeuge auf die Umgebung der

Nr. 10/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 145

Flugplätze von Oslo hatte keinen Erfolg. Einige Privathäuser wurden be-
schädigt. — Die Luftaufklärung am 23. 4. erstreckte sich wiederum auf die
gesamte Nordsee, insbesondere gegen die Orkneys und das Seegebiet vor der
norwegischen Westküste. Die Angriffe der deutschen Kampffliegerverbände
richteten sich mit Schwerpunkt gegen die Ausladungen der Briten an der
norwegischen Küste sowie gegen die von ihr ins Landesinnere führenden Straßen
und Eisenbahnlinien. Im Namsosfiord wurde ein Zerstörer schwer beschädigt,
vor Andalsnes ein weiterer Zerstörer und ein Transporter so getroffen, daß
auf beiden Schiffen Feuer ausbrach. Am Eingang zum Moldefiord erhielt ein
anderes Transportschiff zwei Volltreffer, die das Schiff manövrierunfähig mach-
ten. An einer anderen Stelle wurde ein feindlicher Frachtdampfer mit mehreren
Bomben belegt. Er zeigte kurz darauf schwere Schlagseite. Bei den ins Landes-
innere führenden Eisenbahnen wurden an mehereren Stellen die Schienenstränge
durch Bombentreffer aufgerissen, Bahnhöfe zerstört und Lagerschuppen in Brand
gesetzt. Ein feinlicher Transportzug erhielt einen Volltreffer und brannte aus.
Von feindlichen Truppen belegte Orte und Truppenlager wurden zerstört. — Bei
einem nächtlichen Einflug in die Deutsche Bucht wurde ein britisches Flugzeug
über Sylt durch Flakartillerie abgeschossen. — Bei einem Luftkampfi südlich
Diedenhofen schossen deutsche Jäger zwei Hurricane-Flugzeuge ab.

Berlin, 24. 4. 40. (DNB.) Am 22. 4. mußte ein deutsches Aufklärungsflugzeug
in Belgien bei Neuschateau notlanden. Die Umstände, unter denen die Notlandung
erfolgte, werfen ein trauriges Licht auf die Haltung der französischen Flieger-
truppe. Der deutsche Aufklärer setzte zunächst über der Gegend von Charleville
zu Aufnahmen an und wurde dabei von französischen Jagdfliegern überrascht. Im
Verlaufe des Gefechts wurde der deutsche Flieger über belgisches Hoheitsgebiet
abgedrängt und zur Notlandung gezwungen. Bei der Notlandung saßen die fran-
zösischen Flieger ihrem Opfer im Nacken, obwohl sie sich über neutralem
Hoheitsgebiet befanden. Der deutsche Flugzeugführer erhielt, als er 100 m über
dem Erdboden zur Landung ansetzen wollte, von hinten einen Kopfschuß. Nur
mit äußerster Nervenanstrengung gelang es ihm, sich noch einige Minuten auf-
recht zu halten und das Flugzeug zu Boden zu bringen, um seinem Kameraden
das Leben zu erhalten. Er selbst starb nach der Landung auf Grund der ihm
heimtückisch über neutralem Boden beigebrachten Wunde. Seine Beisetzung fand
am 24. 4. unter großer Anteilnahme der belgischen Bevölkerung statt.

Berlin, 25. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der schnelle Vormarsch im
Raum von Oslo nach Norden und Nordwesten hält an. Unterstützt von der Luft-
waffe brachen die deutschen Truppen jeden Versuch des Gegners, sich erneut
festzusetzen, und zwangen ihn zu teilweise regellosem Rückzug. — Die Luftwaffe
klärte am 24. 4. über der mittleren und nördlichen Nordsee bis in Höhe der
Shetlandinseln und über Mittelnorwegen auf. — Kampffliegerverbände unter-
brachen die Verbindungen des Gegners im Raume nördlich Lillehkammer—Dront-
heim—Bergen und bekämpften, zum Teil im Tiefangriff, feindliche Marsch-
kolonnen, Truppenansammlungen und Stützpunkte. — Vor der norwegischen
Küste wurden durch die Luftwaffe feindliche Seestreitkräfte angegriffen. Ein
britischer Flak-Kreuzer erhielt dabei einen schweren Treffer und stellte unter
Feuererscheinung seine Kampftätigkeit ein. — Ueber der Nordsee wurden drei
britische Flugzeuge vom Muster Lockheed-Hudson und ein britisches Flugzeug
vom Muster Hampden-Hereford, bei Aalborg ein weiteres Flugzeug abgeschossen.
Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. — Bei dem bereits gemeldeten Einflug
britischer Flugzeuge auf die Insel Sylt wurde der Badeort Wenningstedt mit
Bomben belegt und mehrere Häuser beschädigt. Auch am Rande der kleinen
Stadt Heide in Schleswig-Holstein warfen feindliche Flugzeuge in der Nacht zum
24. 4. mehrere Bomben ab, obwohl sich weder in Heide noch in seiner weiteren
Umgebung irgendwelche militärischen Ziele befinden. Der Feind hat damit den
Luftkrieg gegen unverteidigte Orte ohne militärische Bedeutung eröffnet. — Zwei
französische Flugzeuge wurden an der Grenze durch Flak abgeschossen. Ein
eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.

Berlin, 26. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die von Oslo aus nach
Norden und Nordwesten in mehreren starken Kampftruppen vorgehenden deut-
schen Verbände haben auch am 25. 4. in engem Zusammenwirken mit der Luft-
waffe weiter an Raum gewonnen. — Kampffliegerverbände belegten Truppen-
ansammlungen und Marschbewegungen, Verkehrsanlagen und Transporte mit
Bomben. Vom Feind benutzte Hafenanlagen wurden durch Bombenwurf zerstört,
auf einem Feldflugplatz zwischen Dombaas und Andalsnes elf feindliche Flug-
zeuge vernichtet. Im Seegebiet vor der norwegischen Westküste wurden mehrere
Seite 146 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1940, Bd. 32

britische Schiffe mit Bomben angegriffen. Ein Minensucher und ein Transporter
setzten sich nach Bombentreffern auf Strand. Ein Torpedoboot zeigte starke
Rauchentwicklung und stoppte. Ein Tankdampfer erhielt durch einen Treffer
starke Schlagseite und wurde von der Besatzung verlassen. Durch Bombentreffer
explodierten die Kesselanlagen eines anderen Nachschubschiffes. — Durch einen
britischen Luftangriff auf einen Flugplatz bei Drontheim wurden einige Flugzeuge
durch Splitterwirkung beschädigt. In der Nacht vom 25. zum 26. 4. wurde Oslo
von britischen Kampfflugzeugen angegriffen und mit Bomben belegt. Während
militärischer Schaden auf dem Flugplatz nicht angerichtet wurde, steht der Um-
fang der Bombenwirkung in der Stadt Oslo noch nicht im einzelnen fest. — Ein
deutsches Aufklärungsflugzeug mußte in Belgien notlanden. Die Besatzung ist
unversehrt. Bei Nacht fanden einige Einflüge feindlicher Flugzeuge in die
Deutsche Bucht statt, ein britisches Flugzeug wurde in Gegend Sylt abge-
schossen und stürzte ins Meer.

Preßburg, 26. 4. 40. (DNB.) Reuter verbreitet eine Mitteilung, wonach eng-
lische Flugzeuge Erkundungsflüge über ganz Deutschland unternommen hätten
und bis nach Preßburg gekommen seien. Das amtliche Slowakische Preßbüro
betont, daß diese Meldung ebensowenig den Tatsachen entspricht, wie die vielen
anderen, die aus denselben Quellen stammen.

Berlin, 27. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Angriffe zur mittelbaren und unmittelbaren Unterstützung des Heeres im norwe-
gischen Kampfraum mit großem Erfolg fort. Dabei wurde ein britischer Kreuzer
im Sogne-Fiord durch vier Bomben getroffen und durch die anschließende Explo-
sion seiner Munition schwer beschädigt und kampfunfähig gemacht. — Bei einem
erfolglosen Angriff auf den Flugplatz Aalborg gelang es, ein britisches Flugzeug
abzuschießen. '

Berlin, 28. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): die deut-
schen Truppen in Norwegen kämpften auch am 27. 4. mit großem Erfolg. Die
Luftwaffe unterstützte die Heeresverbände durch fortgesetztes unmittelbares
Eingreifen in den Erdkampf und durch Angriffe gegen die rückwärtigen Verbin-
dungen und Bewegungen des Feindes. — Im Raume von Stavanger hat sich die
Gefangenenzahl auf 241 Offiziere, darunter mehrere englische Flieger, und 2921
Mann erhöht. — Die Luftwaffe bekämpfte britische Landungstruppen bei Har-
stard und Andalsnes trotz heftiger Flakabwehr erfolgreich. — Vor Narvik wurde
ein britischer Kreuzer mit einer Bombe schwersten Kalibers mittschiffs getroffen.
Vor Andalsnes erhielt ein britischer Flakkreuzer mehrere Treffer verschiedener
Kaliber und wurde außer Gefecht gesetzt. — Im Molde-Fiord wurden drei
britische Transportdampfer mit einer Gesamttonnage von 12000 t versenkt. vier
weitere mit einer Gesamttonnage von 23000 t schwer getroffen. — Ein britisches
Flugzeug wurde über der Nordsee abgeschossen, zwei feindliche Flugzeuge am
Boden zerstört. — Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 29. 4. 40 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Unterstützt durch die Luft-
waffe, die in den Endkampf eingreift und die rückwärtige Verbindung des Feindes
unterbricht, nehmen die Operationen in Norwegen ihren planmäßigen Verlauf. —
Im Küstengebiet von Mittelnorwegen erhielten zwei britische Kreuzer Volltreffer
mittleren Kalibers. Bei elf Transport- und Nachschubschiffen mit insgesamt
50000 t wurden schwere Bombentreffer erzielt, so daß ein Teil der Schiffe ver-

nichtet wurde. — Bei Lesiaskop wurden drei am Boden stehende feindliche
Flugzeuge durch Bombenangriff zerstört. — Zwei deutsche Flugzeuge werden
vermißt.

Berlin, 30. 4. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die feindlichen Landungen,
Versammlungen und Bewegungen in und aus dem Raum um Namsos und Andals-
nes erlitten durch die Angriffe unserer Luftwaffe schwerste Einbuße. Baracken-
lager, Speicher, Kasernen und Tankanlagen wurden in Brand gesetzt, sechs
Schiffe versenkt und weitere schwer beschädigt. Nordwestlich Kristiansand schos-
sen wir am 28. 4. ein britisches Flugzeug ab.

Berlin, 1. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff britische
Seestreitkräfte vor Namsos mit Erfolg an. Ein Flakkreuzer wurde durch zwei
Volltreffer mittleren Kalibers versenkt, ein Schwerer Kreuzer durch Volltreffer
gleichen Kalibers auf das Achterschiff schwer beschädigt. Ferner sanken nach
Treffern ein Zerstörer und fünf britische Transportschiffe, fünf andere erlitten
schwere oder schwerste Beschädigungen. — Bei einem britischen Luftangriff auf
Stavanger wurden acht feindliche Flugzeuge durch Jäger und Flak, bei einem
Angriff auf den Flugplatz Fornebu bei Oslo in der Nacht zum 30. 4. ein britisches
Flugzeug durch Flakartillerie abgeschossen. Bei einem erneuten Angriff der

Nr. 10/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 147

Briten auf diesen Flugplatz in der Nacht zum 1. 5. wurde geringer Sachschaden
angerichtet. — An der Westiront keine besonderen Ereignisse. Ein französisches
Flugzeug vom Muster Potez wurde im Luftkampf angeschossen.

Berlin, 2. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre plan-
mäßigen Störungs- und Vernichtungsangriffe gegen die feindlichen Landungsräume
erfolgreich fort. Auch bei Narvik wurden feindliche Batterien bekämpft. — Den
feindlichen Seestreitkräften wurden weitere Verluste zugefügt. Ein Kreuzer erhielt
einen Treffer auf das Heck, der einen Brand und Detonationen zur Folge hatte.
Ein britisches Handelsschiff wurde versenkt, sechs weitere wurden schwer be-
schädigt. Sechs britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Berlin, 3. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie schon durch eine Sonder-
meldung bekanntgegeben, gelang es der Luftwaffe am 1. 5, einen feindlichen
Flottenverband zu zersprengen, wobei mit Sicherheit ein Flugzeugträger und ein
Zerstörer, wahrscheinlich noch ein zweiter Flugzeugträger, durch Bomben mitt-
leren Kalibers getroffen und zwei feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen wurden.
— Am 2.5. griff die Luftwaffe wiederum feindliche Seestreitkräfte an. Ein Kreuzer
wurde durch zwei Volltreffer auf das Vorschiff schwer beschädigt. Die Bomben-
wirkung auf einem zweiten Kreuzer konnte wegen Nebels nicht im einzelnen
beobachtet werden. Ein größeres Transportschiff wurde durch zwei Volltreffer
mittleren Kalibers versenkt. — Einige Flugplätze in Norwegen und Dänemark
wurden erfolglos von den Briten mit Bomben angegriffen.

2 Std. 3 min flog Motorilugmodell „Meißner-Vogel“ von ÖOberscharführer
Czech, Lehrer für Flugmodellbau an der Flugmodellbauschule Hoher Meißner,
NSFK.-Gruppe 8. Start aus der Hand, Luftschraubendrehzahl 540.

Nach Ablaufen des Gummi-
motors kreiste das Modell noch
über 1% Std. über dem Talkessel.
Mit zunehmender Thermik ge-
wann es an Höhe, bis es dann in
nordöstlicher Richtung, nach ein-
wandfreier Feststellung von zwei
Flugmodell-Leistungsprüfern, die
dem Start beigewohnt hatten,
und 2 Std. 3 min stoppten, ver-
schwand. Damit ist der bisherige
Motorflugmodellrekord um über
1 Std. verbessert worden. Das
von Oberscharführer Czech kon-
struierte Modell „Meißner-Vogel“
wurde in 30 Std. gebaut. Gewicht
150 g, davon Gummimotorge-
wicht 65 g. Höhenleitwerk starke
V-Stellung, vgl. Abb. Ein beson-
deres Seitenleitwerk ist dadurch
weggefallen. Luftschraube Balsa-
holz.

„Meißner-Vogel“.

Bild Missler —.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Eroberung der Luft. Vom „Fliegenden Menschen“ zum „Großen Dessauer“,
von Dr. Herbert Müllenbach. (Soldaten-Kameraden!, Bd. 23). Zentralverlag der
NSDAP., Franz Eher Nachf. G. m. b. H., München 22. Preis RM 1.20.

Verfasser gibt auf 67 Seiten eine gute Uebersicht über die Entwicklungs-
geschichte des Kraftfluges. Segelflug und Ausnützung anderer Energien sind nicht
berücksichtigt. Die Zusammenstellung der Arbeiten der alten Pioniere und Wege-
bereiter ist angehenden Luftfahrtschriftstellern als Nachschlagebuch zu empfehlen.
Seite 148 „FLUGSPORT“

Nr. 10/1940, Bd. 32 | FLUGSPORT“

Als Jagdilieger in Spanien. Aus dem Tagebuch eines deutschen‘ Legionärs
v. Hannes Trautloft m. Geleitwort v. Ernst Udet. Verlag Albert Nauck & Co.,
Berlin W 8. Preis brosch. RM 3.60, geb. RM 4.50.
Ein ausgezeichnetes Buch, von Hauptmann Trautloft, einem der sechs frei-

willigen Jagdflieger, die als erste im Sommer 1936 in Spanien landeten, selbst
erlebt und geschrieben. Die Tagebuchauszüge mit ihren atemberaubenden Schil-
derungen der draufgängerischen Angriffe und Feindflüge, durchsetzt mit den
Spanienerlebnissen, sind so spannend, daß man das Buch, erst angefangen, nicht

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein). Frankfurt a.M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankiurt a M
Hindenburgplatz 8 (Deutschland).

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Mittwoch, 22. Mai 1940

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Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen.

nur mit genauer Quellenangabe gestattet.
Nr. 11 22. Mai 1940 XXXIN. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 5. Juni 1940

Wucht der Luftwaffe.

Die deutsche Luftwaffe steht an der Westküste Hollands. Eng-
lands Küste ist in fünf Tagen in greifbare Nähe gerückt. Fallschirm-
Jäger und Luftinfanterie und andere Luftwaffenverbände haben das
Gewirre von Kanälen und Festungen in neuartiger Weise überwun-
den. Stukas, Fernbomber, Aufklärer und Jäger traten in unerwartet
großer Zahl in Erscheinung. Die technische Leistung der deutschen
Flugzeuge und die hervorragende Ausbildung der deutschen Flieger
und Mannschaften haben die Welt überrascht. Die Leistungen in
Navigation unter schwierigsten Wetter- und Sichtverhältnissen, die
Sicherheit im Bombenabwurf haben einen nie gekannten Grad der
Entwicklung erreicht.

Die größte Luftschlacht aller Zeiten ist im Gange. Das deutsche |

Volk weiß, daß es sich auf die deutsche Luftwaffe verlassen kann.
Ihre Ausrüstung ist die vollkommenste der Welt. Sie wird nicht nur
den Luftraum zu Land und zur See behaupten, sondern auch im
unbedingten Siegeswillen in vereinter Wucht mit den Truppen auf
der Erde jeden Widerstand niederzwingen.

Ital. Schul- und Sportflugzeug MPL.

Für Schulung und Sport haben italienische Konstrukteure im
Auftrage der Runa ein im Aufbau einfaches, billig zu unterhalten-
des, aerodynamisch gut durchgebildetes Kabinenflugzeug konstruiert,
das von der C.N. A. (Compagnia Nationale Aeronautica), Rom, jetzt
in Serie gebaut wird. Vorher wurde ein passender kleiner Vier-
zylindermotor C.N.A. D.4 entwickelt, den wir an anderer Stelle
in dieser Nummer besprechen.

Flügel aus einem Stück, durchgehender Kastenholm, Flanschen
Fichte, Stege Buchensperrholz. Hinterholm Pappel und Sperrholz.
Querruder am Hinterholm befestigt. Vorderholm mit Sperrholznase
torsionsiest.

Rumpf rechteckiger Querschnitt, zweiteilig. Vorderteil bis zur
Hauptschotte; enthält Motoreinbau und Kabinenraum aus Stahlrohr
geschweißt.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 26, Bd. VIM.

Er

Seite 150 „FTLUGSPORT“ Nr. 11/1940, Bd. 32 Nr. 11/1940, Bd. 32 .„FLUGSPORT"“ Seite 151

Ital. Schul- und Sportfluszeug MPL. Werkbild

Rumpfhinterteil Holzbauweise mit 7 Bolzen am Hauptrumpf-
spant bedeckt.

Sitze nebeneinander. Kabine Sichtfenster nach allen Seiten.
Einsteigtüren, die nach oben nach dem Flügel geklappt werden kön-
nen, an beiden Seiten; während des Fluges leicht zu öffnen.

Höhen- und Seitenleitwerk freitragend. Einfache Ausführung
wie bei Segelflugzeugen.

Betriebstoffbehälter 60 1 zwischen den beiden Rumpfhaupt-
schotten.

Kühllufteintritt auf der Oberseite der Rumpfnase durchstreicht
die Zylinder nach unten. Austritt an der Rumpfunterseite.

Spannweite 10,60 m, Länge 7,07 m, Höhe 2,03 m, Fläche 14,04 m’.
Kabinenbreite 1,12 m. Gesamtgewicht 580 kg, Leergewicht 360 kg,
Nutzlast 220 kg. Höchstzeschwindigkeit 180 km/h, mittlere 155 km/h,
Steigfähigkeit auf 1000 m in 6 Min. 30 Sek. Gipfelhöhe 4000 m,
Reichweite 600 km. Betriebstoffverbrauch 15 I/h.

Courtney durch Hilfsflächen gesteuerte Flügel.
Zeichnung: Ihe Aeroplane

Courtney gibt auch einige Ausführungsbeispiele, die wir in
nebenstehenden Abbildungen wiedergeben. Aus Abb. oben erkennt man
die auf einem Querholm a drehbar gelagerten Flügel, mit den hinter
der Hinterkante des Flügels liegenden Steuerflächen b, die von der
Steuersäule c aus durch Kabel d betätigt werden.

Die weiteren Abbildungen zeigen verschiedene Ausführungs-
möglichkeiten, wechselseitige und auch stufenweise Betätigung, wo-
bei einzelne Flügelelemente für sich verstellt werden können.

A

Engl.
Bristol-Blenheim.

Zeichnung Flugsport

Zu Typenbeschr. Flugspr. S. 112. Ital. Schulflugzeug MPL. Kabine geöffnet.

Courtney steuerbarer Flügel.
Courtney, R. A.F.- Pilot, bekannt durch seine Autogiroflüge,
macht in „I’he Aeroplane‘“ 1939 Vorschläge für Flugzeuge mit aero-
dynamisch steuerbaren (schwimmenden) Flügeln. Flügelsteuerung

: \ den) Flug Lockheed-EB-14-Bomber „Hudson“ setzt Land ‚ Fowler-KI -
mechanisch oder aerodynamisch. betätigt ist nicht neu. a zur andunz an, Fonler-Slappen aus

gefahren. Vgl. Typenbeschr. Flugsp. 1940, S. 141. archiv Flugsport

Seite 152 „FLUGSPORT"“ Nr. 11/1940, Bd. 32

Curtiss Hawk 75A, Motor 900 PS Pratt & Whitney Wasp mit Curtiss-Blectrie-
Schraube. Fahrwerk nach hinten hochziehbar, wobei sich das Rad um 90° dreht.
Vel. Fl. 1939, S. 332. Beim Curtiss Hawk 75 ist das Fahrwerk fest. Zwei gesteuerte

 _MG.s über der Motorhaube, ie zwei auf beiden Seiten des Flügels.  wWrerkbild

Hörsaalflugzeug Junkers Ju 52. |

Nachrichtenübermittlung aus dem Flugzeug zur Durchführung, . Betriebs-
sicherung und Aufrechterhaltung des zivilen Luftverkehrs ist unerläßlich ge-
worden. An die rein theoretische Ausbildung des Nachwuchses am Boden (Flug-
zeugführer, Funker, Bordmechaniker) schließt sich die Praxis im fliegenden
Flugzeug an.

“ Infolee der guten Flugeigenschaften und des großen Kabinenraums ist die
Junkers Ju52 als sogenannter „liegender Hörsaal“ zur Unterrichtserteilung
während des Fluges, wie die nebenstehende Abbildung zeigt, eingerichtet worden.
Es ist ein großer Unterschied, ob das theoretisch Gelernte auf dem Boden oder
während des Fluges bei jedem Wetter unter Beweis gestellt werden muß. Das
Arbeiten in der Luft ist etwas ganz anderes als am Boden.

Beim Umbau der Ju 52 als Hör-
saalflugzeug ist im Aufbau der Zelle
und Motoren nichts geändert. Beide
Gefechtsstände sind geblieben, nur
daß der Bodenstand nach entspre-
chender Abdichtung als zusätzlicher
Nutzraum benutzt werden kann. In
dem Führerraum finden ein Lehrer,
ein bis zwei Flugzeugführerschüler
und acht Anwärter auf die Funker-
prüfung auf vier Bänken an zwei
Navigationstischen in der Kabine
Platz. Daneben bleibt noch genügend
Platz für einen Gang, damit der Un-
terrichtende bei schriftlichen Arbeiten
jeden einzelnen Prüfling kontrollieren
kann. Alle Mitglieder des Hörsaalflug-
zeuges sind durch eine Siemens-Eigen-
verständigungsanlage miteinander ver-
bunden. Mittels Anschluß durch Steck-
kontakt unter dem Tischrand kann
daher jeder Schüler auch einzeln mit
dem Lehrer sprechen. Wenn sich
Flugzeugführer und Flugmaschinist
von dieser Anlage abschalten, sind sie
trotzdem durch eine optische Ruf-
anlage erreichbar. Hinter dem Flug-
zeugführerraum im Kabinenhauptteil
befindet sich auf Steuerbord die FT-
Anlage und das Zielflugpeilgerät
und an Backbord die Schlecht-
wetteranlage. Ein Gleichstromgene-
rator von 24 V/1200 W erzeugt

Hörsaalflugzeug Junkers Ju 32. Werkbild

Nr. 11/1940, Bd.32 .,FLUGSPORT" - Seite 153

den Strombedarf für die Anlage. Durch Ausrüstung mit Fenstervorhängen und
elektrischer Bordbeleuchtung ist das Flugzeug auch bei klarem, sonnigem Wetter
durch Verdunkelung der Kabine und des Flugzeugführerraumes sowie Einschalten
der Bordbeleuchtung iederzeit einsatzbereit.

Engl. drehbarer MG.-Turm Nash and Thompson.

Engl. motorbetriebener MG.-
Stand, 1931 für zweisitzige Jagdflug-
zeuge notwendig geworden, da MG.-
Schützen infolge Luftdruck MG. nicht
mehr bewegen konnten, und bei
schwierigen Fluglagen, Looping, Steil-
kurven, durch das herumschleudernde
MG. verletzt wurden. Bei Kanonenein-
bau waren diese Schwierigkeiten noch
größer. 1932 wurden Vorschläge von
Nash und Thompson von der engl.
Regierung wiederholt abgelehnt.

Verlangt wurde feinfühlige und
dabei robuste Steuerung, leichtes Ge-
wicht, überschüssige Kraftreserve für
die Verstellung. Gleichmäßige schnelle
und wechselbare Verstellgeschwindig-
keit, genaue Verstellmöglichkeit nach
beiden Richtungen. Antriebsart elek-
trisch oder hydraulisch oder kombi-
niert. Hydraulische Betätigung hat
sich besser bewährt. Sitzbewegung Engl. drehbarer MG.-Turm Nash and
und Verstellung muß der Verstellung Thompson in einem Handley Page
des MG.s entsprechen. Harrow. Archiv Flugsport

Zur weiteren Ausrüstung des MG.-Turms gehört Telephon, Heizung,
Sauerstoff usw. Bei der ersten Maschine, dem Demon Hawker war der MG.-
Turm-Durchmesser auf 810 mm beschränkt. Erster Einbau erfolgte 1933.

Nebenstehende Abbildung zeigt die zweite Ausführungsform des Nash and
Thompson-Drehstand im Schwanz eines Handley Page Harrow.

Auf S. 133, 1940, veröffentlichten wir einen Einbau von vier -MG.s in einem
Sunderland-Flugboot.

Ital. C.N.A.D. 4 Zyl.-Motor.

Die Compagnia Nazionale Aeronautica, „O.N. A.“, Rom, bekannt
durch ihren 6-Zyl.-Reihen-
motor von 150 PS und
einen kleinen 2-Zyl. gegen-
überliegend von 38 PS,
Leergewicht‘ '42 kg, hat
jetzt einen 4-Zyl., je zwei
gegenüberliegende Zylin-
der mit einer Leistung von
60 PS für Sport- und Schul-
flugzeuge entwickelt.

Gehäuse aus zwei Hälf-
ten, vgl. die Abbildung, im
unteren (Gehäuseteil mit
gerippter Unterseite für
Kühlung, Oelbehälter aus-
reichend für 25 Flugstun-
den für die Umlaufschmie-
rung. Im vorderen Teil
Oelpumpe mit Druckreeu-
lierung.

Ital. C.N. A. D. 4-Zyl.-Motor.
Werkbild

Seite 154 „rLUGSPORT“ Nr. 11/1940, Bd. 32

Stahlzylinder mit aus’ dem Vollen gedrehten Kühlrippen, Zylin-
derkopf aus Duralumin mit je einem von oben gesteuerten Ein- und
Auslaßventil. Betätigung der Ventilstangen durch eine über dem Oel-
sumpf liegende Nockenwelle durch Stirnräder von der Kurbelwelle
angetrieben.

Kurbelwelle Gleitlager druckgeschmiert. Auf der Hinterseite des
Motors zwei senkrecht stehende Magnetzünder.

Vergaser Anschluß am tiefsten Teil des Gehäuses, Vergaser-
leitung geht durch den Oelsumpf und wird dadurch gut angewärmt.

Alle Oelleitungen durch Bohrungen innerhalb des Gehäuses.
Bohrung 100 mm, Hub 95 mm, Zyl.-Inhalt 2,98 1, Kompressionsver-
hältnis 1:5,3, Leistung 60 PS bei 2100 U. Betriebsstoffverbrauch
255 g/PS/h. Oelverbrauch 1,5 e/PS/h. Leergewicht 82 ke.

BMW 132 Versandmontage. Werkbild

Inland.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht für hervorragende Verdienste im Zu-
sammenhang mit den Operationen in Norwegen an Angehörige der Luftwaffe:
Oberst Fiebig, Kommod. eines Kampfgeschw.; Hptm. Hottel, Kmdr. einer Kampfgr.:
Obltn. Schäfer, Elmar, Flgzf. in einer Kampigr.; Ltn. Möbus, Martin, Flgzf. in
einer Kampfgr.; Ltn. Baumbach, Werner, Flgzf. in einer Kampfgr.: Uffz. Gerzel,
Gerhard, Flgzf. in einer Kampfgr.

Ferner auf Vorschlag des Generalfeldmarschalls Göring als Auszeichnung
für Tapferkeit im Rücken des Feindes in Belgien an Hptm. Koch und Obltn.
Witzig sowie folgende Stoßtruppführer eines Fallschirmiäger-Regiments: Obltn.
Altmann, Obltn. Kies, Ltn. Delica, Ltn. Schacht, Ltn. Schächter, Ltn. Meißner,
welche gleichzeitig alle um einen Dienstgrad befördert wurden. .

Weiter erhielten das Ritterkreuz der Divisionskmdr. d. Fallschirmtruppen,

Nr. 11/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 155

Generalltn. Student, und der Kmdr. d. Luftlande-Infanterie-Division, Generalltn.
Graf Sponek, sowie Hptm. Ingenhoven, stellvertr. Kmdr. einer Kampfgruppe, auf
Grund seiner persönlichen Tapferkeit und Entschlossenheit in der Führung seiner
Kampfgruppe bei Eroberung des Osloer Flughafens Fornebu, und folgende Offiziere
der Fallschirmijäger-Sturmabteilungen, die sich bei den Kampfhandlungen in Bel-
gien und Holland besonders auszeichneten, so daß sie auch zum nächsten Dienst-

grad befördert wurden: Obltn. Otto Zierach, Oberarzt Dr. Rolf Jäger und Ltn..

Helmut Ringler.

Weiter erhielten das Ritterkreuz auf Vorschlag des Generalfeldmarschalls
Göring folgende Offiziere der Luitwaffe: General d. Flieg. Sperrle, Chef der Luft-
flotte 3 und Befehlshaber West, für die vorbildliche Führung seiner Verbände
gegen Frankreich; Generalmj. Frhr. von Richthofen als Führer von Fliegerverbän-
den, die in besonderem Maße dazu beitrugen, das schnelle Vorrücken des Heeres
durch ihr kraftvolles Eingreifen zu ermöglichen; Hpt. Weiß, Führer einer Schlacht-
gruppe, wegen persönlicher Tapferkeit vor dem Feinde und schneidigen Einsatzes
seiner Gruppe beim Eingreifen in den Erdkampf.

Das: Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz für Einsatz und Führung der Luftwaffe
wurde auf Vorschlag des Generalfeldmarschalls Göring dem Generaloberst Milch,

dem Generalleutnant Geisler und dem Maior Harlinghausen (v. I. n. r.) verliehen.
\Veltbild-Archiv-OKW

Norwegenkämpfer erhielten das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz. Von links nach
rechts: Hptm. Hozzel, Obltn. Schäfer, Ltn. Möbus und Feldw. Grenzel.
Bild Lange-PK-Weltbild

Preisausschreiben 1940 der Lilienthal-Gesellschaft für Luiftfahrtforschung.

Die Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung hat für das Jahr 1949
wiederum Preisaufgaben aus dem Gebiet des Flugzeugbaus, der Flugmotoren,
des Funkwesens und des Waffenwesens der Luftfahrt ausgeschrieben.

Die Aufgabe aus dem Flugzeugbau geht davon aus, daß zu weiterem Stei-
gen der Flugleistungen von Luftfahrzeugen ein Senken des Reibungswiderstandes

Seite 150 „FLUGSPORT" Nr. 11/1040, Bd. 32

der dem Flugwind ausgesetzten Flächen erforderlich ist; denn nach den Ergeb-
nissen der Reibungsschichtforschung sind Erfolge zu erwarten, wenn es gelingt,
die Form der laminaren Reibungsschicht möglichst lange stromabwärts aufrecht-
zuerhalten, die Umschlagstelle in die Form der turbulenten Reibungsschicht also
möglichst weit vom vorderen Staupunkt abzurücken. Ein Kriterium für die Lage
der Umschlagstelle ist noch nicht bekannt geworden. Man weiß aber, daß die
Vorgänge in der Reibungsschicht im wesentlichen von der Entwicklung des
laminaren Geschwindigkeitsprofils bestimmt werden, und daß diese verschie-
denen Einflüssen unterliegen, insbesondere dem Druckverlauf längs der bespülten
Fläche, der Reynoldsschen Zahl, dem Vorzustand des die Fläche ‚treffenden Luft-
stroms und der Oberflächenbeschaffenheit dieser Fläche. Die bisher entwickel-
ten Verfahren gestatten zwar, die Grenzschicht in vielen Fällen zu berechnen,
geben aber keinen Ueberblick z. B. über die Wirkung einer Aenderung des
Druckverlaufes, ohne daß eine vollständig neue Rechnung durchgeführt wird.

Die Aufgabe verlangt daher, durch theoretische oder experimentelle Unter-
suchungen die heutigen Erkenntnisse von den Vorgängen in der laminaren
Reibungsschicht und ihrem Uebergang in die turbulente zu erweitern. Besonders
erwünscht sind dabei Ergebnisse, die gestatten, die Abhängigkeit der erwähnten
Strömungsvorgänge von der Gestalt des umströmten Körpers oder Flügelschnit-
ten auf möglichst einfache und zuverlässige Weise vorauszubestimmen.

Fin wichtiges Problem aus dem Flugmotorenbau wird von einer weiteren
Aufgabe behandelt. Für die Entwicklung der Hochleistungsflugmotoren ist die
Betriebssicherheit der Lager von übergeordneter Bedeutung. Dies gilt sowohl
für Kurbelwellen- und Pleuellager, die hohen und zum Teil stark veränderlichen
Belastungen bei verhältnismäßig geringen Umfangsgeschwindigkeiten ausgesetzt
sind, wie auch für Lager mit extrem hohen Umfangsgeschwindigkeiten, wie sie
z. B. für Lader- und Turbinenlaufräder mit zusätzlicher Wärmezufuhr zur An-
wendung kommen. Die Bearbeitung, der Wahl der Werkstoffe, der Schmierung,
der Wärmebeanspruchung, der Kühlung und nicht zuletzt von der Deformation
während des Betriebes abhängen, um nur einige Einflußgrößen aufzuzählen. Es
ergeben sich so, sowohl für Gleitlager wie auch für Wälzlager, Einflüsse, die
heute nur zum Teil ihrer Größe nach erforscht sind. Ihre Kenntnis und Verwer-
tung, für den Neuentwurf ist jedoch für die Weiterentwicklung außerordentlich
wichtig.

Die gestellte Aufgabe fordert daher, durch eine zusammenfassende Arbeit
oder aber durch eingehende Sonderbehandlung eines oder mehrerer Teilprobleme
den Stand der Entwicklung aufzuzeigen. Die Einflußgrößen, die zur Klärung der
Betriebssicherheit hochbeanspruchter Flugmotorenlager beitragen, sollen kritisch

leuchtet werden.

b° Die Aufgabe aus dem Funkwesen greift das Gebiet der Ultrakurzwellen
(Meter-, Dezimeter- und Zentimeter-Wellen) heraus, das die Luftfahrttechnik in
letzter Zeit in steigendem Maße für ihre Zwecke nutzbar gemacht hat. Von gro-
Ber Bedeutung für diese Anwendungsmöglichkeit sind die Ausbreitungsverhält-
nisse dieses Wellengebietes. Es liegen darüber bereits an vielen Stellen Erfahrun-
gen vor. Auch ist die Theorie der Ausbreitungsverhältnisse vielfach in Berichten
erörtert worden. Eine Zusammenstellung der bisherigen Erfahrungen über die
Ausbreitungsverhältnisse und die Möglichkeiten der praktischen Verwendung der
Ultrakurzwellen ist erwünscht. .; u

Die gestellte Aufgabe verlangt daher eine Uebersicht und kritische Betrach-
tung der bisherigen Erfahrungen über die Ausbreitung von ultrakurzen Wellen
(Meter-, Dezimeter- und Zentimeter-Wellen) und eine Untersuchung über die

örlichkeiten ihrer praktischen Verwendung. an
ar dem Gebiet Wailenwesen wendet sich die Aufgabenstellung schließlich

dem Visier der beweglichen Waffen zu, dem beim Schießen vom Flugzeuge aus |

eine besondere Bedeutung zukommt. Es sind insbesondere in der Patentliteratur
eine Anzahl von Zielgeräten bekannt geworden, die mit verschiedenen Mitteln
konstruktiv einfache Lösungen des Visierproblems anstreben. Obwohl die Ent-
wicklung nicht abgeschlossen ist, und die Steigerung der Flugzeuggeschwindig-
keiten besondere Berücksichtigung erfordert, erscheint ein Ueberblick über die
i inreschlagenen Wege wünschenswert. u

bisher 0 Aufgabe lautet daher, eine systematische Uebersicht und kritische Be-

trachtung der bisher bekannten Visiere für bewegliche Flugzeugschußwaffen, auf-

bauend auf den mathematischen Grundlagen und ihrer technischen Durchbildung,
zu geben, wobei es erwünscht ist, den Einfluß von vereinfachenden Voraussetzun-
gen in die Untersuchung mit einzubeziehen.

Nr. 11/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 157

Die Bedingungen für die Beteiligung an dem Preisausschreiben sowie weitere
Einzelheiten sind bei dem Generalsekretariat der Lilienthal-Gesellschaft für Luft-
sahrtforschung, Berlin SW 11, Prinz-Albrecht-Str. 5, zu erfahren.

Ausland.

Span. Atlantik-Wasserflughaien Santander im Bau.

Span. Flughafen Ferrol, 1300 m lang und 900 m breit, neu eingerichtet.

UdSSR. Chef der russ. Luitstreitkräite an Stelle General Loktionow ietzt
General Smuschkietwitsch.

Franz. Fachzeitschrift benützt zur Ausschmückung
ihrer oft spaltenlangen Zensurlücken sich wiederholende
Bilder, wie Abbildung zeigt, die an Anfang und Ende des
freien Raumes gestellt werden. \

Franz. Luitiahrtminister jetzt Laurent-Eynac an Stelle 62 LICNES CENSUREET
von Guy La Chambre.

Evakuierung Zivilbevölkerung England 13. 5. neue Beschlüsse zefaßt.
1,2 Millionen Schulkinder
müssen aufs Land ver-
teilt werden, hierunter. rund
450000 aus London.

Sidafrikan. Militärflie-
gerschulung-Zentrale Kim-
berley eingerichtet. Seit 1.1.
40. Kurs für Lehrer. Zur Ver-
wendung sind in Aussicht
genommen engl. Hurricanes,
Spitfires, Fairey Battles und
Bristol Blenheims.

Engl. Sunderland-Flugboot.
Die beiden Hilfs-MG.-Stände
auf der Oberseite des Rump-
fes. Typenbeschr. Flugsport

1940, S. 67. —_ = 2 a
Luftwaffe.

Berlin, 4. 5. 40 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Aufklärungstätigkeit über Norwegen und der gesamten Nordsee fort. Ein feind-
liches Frachtschiff wurde durch einen Treffer mittleren Kalibers im Solbergfiord
nördlich Narvik schwer beschädigt. — Am Nachmittag des 3. 5. wurde, wie
bereits durch Sondermeldungen bekanntgegeben, im Seegebiet westlich Namsos
ein britisches Schlachtschiff auf westlichem Kurs von deutschen Sturzkampf-
fliegern angegriffen und getroffen. Nach einer gewaltigen Explosion ist das
Schiff gesunken. — Fünf britische Kampfflugzeuge griffen in der Nacht vom
3. zum 4. 5. ein deutsches Vorpostenboot in der Nordsee erfolglos an. Zwei
feindliche Flugzeuge wurden dabei abgeschossen.

Berlin, 5. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Starke feindliche Kräfte haben,
unterstützt durch Flieger, unsere Sicherungen nördlich Narvik wiederholt an-
gegriffen. Sie wurden im Zusammenwirken mit eigenen Kampffliegern abge-
wehrt. — Auf dem Flugplatz Lesjaskog, südostwärts Andalsnes, wurden zwanzig
verbrannte englische Flugzeuge aufgefunden. — Die Luftwaffe versenkte bei
Namsos am 3. 5. wie bereits gemeldet, ein englisches Schlachtschiff, einen
Schweren Kreuzer und ein großes Transportschiff, am 4. 5. zwei feindliche
Handelsschiffe, und vor Narvik einen ehemals polnischen Zerstörer. Ein eigenes.
Flugzeug mußte wegen Brennstoffmangels notlanden.

Berlin, 6. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Den zur Unterstützung der
Gruppe Narvik eingesetzten deutschen Kampffliegern. gelang... es, ein feindliches
Schlachtschiff mit einer schweren Bombe zu treffen, ein Truppenlager: anzu-
greifen und dabei ein Munitionslager zur Explosion zu bringen. — .Zwei britische
Sunderland-Flugboote wurden im nordnorwegischen Küstengebiet vor ‘Anker mit
MG.-Feuer angegriffen und beschädigt. — Ein britisches U-Boot wurde, nachdem
es durch einen Minentreffer beschädigt war, am 5. 5. durch zwei deutsche
Flugzeuge im Kattegatt gestellt. Diese gingen kurz entschlossen neben dem

Seite 158 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1940, Bd. 32

U-Boot auf See nieder. Der Kommandant des U-Bootes und ein Unteroffizier
wurden gefangengenommen und an Bord der Flugzeuge gebracht. Sicherungs-
streitkräfte der deutschen Kriegsmarine schleppten dann das britische U-Boot
in einen deutschen Hafen ein. — Bei Terschelling wurden zwei britische Bristol-
Blenheim-Flugzeuge abgeschossen.

Berlin, 7. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei Narvik hat sich die Lage
bisher nicht verändert. Deutsche Kampfflugzeuge griffen britische Kolonnen mit
Bomben und Maschinengewehren an und zersprengten sie. Ein vor Narvik liegen-
der Kreuzer wurde durch eine Bombe mittleren Kalibers getroffen, ein Sunder-
land-Flugboot durch Bombenwurf versenkt. — Bei einem Einflugversuch in die
Deutsche Bucht wurden zwei britische Flugzeuge von deutschen Jägern abge-
schossen.

Berlin, 8. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff erneut
feindliche Seestreitkräfte bei Narvik an. Zwei Kreuzer erhielten Treffer. Feind-
liche Stellungen und Marschkolonnen wurden wirkungsvoll mit Bomben belegt.
Im Luftkampf wurde ostwärts Narvik ein britisches Jagdflugzeug abgeschossen.

Berlin, 9. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
griffen feindliche Seestreitkräfte bei Narvik an. Dabei wurde ein Transporter
von 7000 Tonnen durch eine Bombe mittleren Kalibers zum Sinken gebracht. —
Nördlich Narvik griffen Kampfverbände wiederholt in den Erdkampf ein, be-
lerten Marschkolonnen mit Bomben und bekämpften feindliche Batteriestellun-
gen. — Die Luftwaffe vernichtete im Skagerrak ein feindliches U-Boot durch
Bombentreffer.

Führerhauptquartier, 10. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Angesichts
der unmittelbar bevorstehenden feindlichen Kriegsausweitung auf belgisches und
holländisches Gebiet und der damit verbundenen Bedrohung des Ruhrgebietes
ist das deutsche Westheer am 10. 5. bei Morgengrauen zum Angriff über die
deutsche Westgrenze auf breitester Front angetreten. — Gleichzeitig hat die
Luftwaffe mit großem Erfolg die feindlichen Flugplätze angegriffen und mit
starken Verbänden zur Unterstützung des Heeres in den Erdkampf eingegriffen. —
Um die Gesamtoperationen der Wehrmacht zu leiten, hat sich der Führer und
Oberste Befehlshaber an die Front begeben.

Berlin, 10. 5. 40. (DNB.) Die deutsche Luftwaffe startete bei Morgengrauen
des 10. 5. mit starken Verbänden aller Art zum Einsatz gegen Westen und
landete zahlreiche Einheiten auf belgischen und holländischen Flugplätzen. Die
Flueplätze und ihre Umgebung wurden in kurzer Zeit in die Hände der deutschen
Luftwaffe gebracht. Die in Ost- und Mittelfrankreich gelegenen Flugplätze waren
das Ziel überraschender deutscher Bombenangriffe, die Flugzeuge und Flughäfen
zerstörten und große Brände hervorriefen. Die Flugplätze in Saint-Omer, Vitry
le Francois und Metz wurden nachhaltig zerstört. — Nachdem die belgische
Regierung englische und französische Truppen ins Land gerufen und die hollän-
dische Regierung den Kriegszustand zwischen Holland und Deutschland erklärt
hat, wurden die deutschen Luftangriffe auch auf militärische Ziere Belgiens und
Hollands ausgedehnt. Dabei wurden u. a. auch die Flugplätze von Antwerpen
und Brüssel erfolgreich mit Bomben belegt. — Verbände der Luftwaffe unter-
stützten das Vorgehen des Heeres und waren maßgeblich an der Einnahme eines
belgischen Forts beteiligt. Hierbei zeichneten sich besonders durch Kühnheit und
Schneid Hptm. Koch und Obltn. Witzig aus. Der Führer und Oberste Befehlshaber
verlieh diesen beiden Offizieren das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz. — Die
Agentur Havas verbreitet die Behauptung, daß bei deutschen Luftangriffen auf
die Festung Antwerpen ein Militärlazarett zerstört worden sei. Diese Meldung
ist frei erfunden. Der Führer und Oberste Befehlshaber der deutschen Wehr-
macht hat strenge Befehle erlassen: Offene Städte, nichtmilitärische Ziele und
insonderheit die durch das Genfer Rote Kreuz gekennzeichneten Lazarette,
Krankenhäuser usw. werden nicht angegriffen. — Beim Einflug der deutschen
Luftwaffe nach Belgien, Holland, Nordfrankreich und beim Ueberfliegen der Süd-
ostküste Englands wurde nach bisher vorliegenden Meldungen lebhaftes Flakfeuer
an vielen Stellen gegeben. So berichtet Reuter aus London, daß am Freitagfrüh
an der Themsemündung der Lärm des schweren Feuers tausende von Menschen
weckte, die sich schnell auf die Straße begaben, um einen Blick von den an-
ereifenden Flugzeugen zu erhaschen. Die Blitze der zerspringenden Granaten
waren für die Zuschauer deutlich sichtbar. Trotz dieser Meldung, daß die Be-

Nr. 11/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 159

völkerung auf die Straßen statt in die Schutzräume eilt, verbreiteten Reuter und
Havas wiederholt die Nachricht, daß Zivilpersonen durch angreifende deutsche
Flieger verletzt worden seien. Die deutsche Luftwaffe hat strengen Befehl, keine
Bomben auf offene Städte zu werfen; sie hat nur militärische Ziele angegriffen.
Die Neugier der Bevölkerung aber bringt es mit sich, daß durch die herunter-
fallenden Sprengstücke der feindlichen Flak Zivilpersonen verletzt werden. Flak-
granaten, die nicht in der Luft krepiert sind, sind mit ihrem vollen Gewicht
heruntergefallen und haben einzelne Häuser in Städten beschädigt oder zerstört.
Es ist nicht verwunderlich, daß derartige Einschläge von Flakgranaten mit Bom-

ben verwechselt werden. — Von amtlicher Seite wird nochmals betont, daß
Bombenangriffe auf offene Städte bisher von der deutschen Luftwaffe nicht ge-
schehen sind. — Am 10. 5. haben drei feindliche Flugzeuge die offene Stadt

Freiburg im Breisgau, die völlig außerhalb der eigenen Operatoinen liegt und
keine militärischen Anlagen aufweist, mit Bomben angegriffen. Die Bomben
fielen in der inneren Stadt nieder und töteten vierundzwanzig Zivilpersonen.
Zur Vergeltung dieses völkerrechtswidrigen Vorgehens wird die deutsche Luft-
waffe in derselben Weise antworten. Von jetzt ab wird jeder weıtere planmäßige
feindliche Bombenangriff auf die deutsche Bevölkerung durch die fünffache Anzahl

von deutschen Flugzeugen auf eine englische oder französische Stadt erwidert
werden.

Führerhauptquartier, 11. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Das deutsche
Westheer hat nach Ueberschreiten der holländischen, belgischen und luxum-
burgischen Grenze die feindlichen Grenztruppen in Holland und Belgien überall
geworfen und ist trotz Zerstörung zahlreicher Brücken und Sperren aller Art
in rasch fortschreitendem Angriff. Fallschirm- und Luftlandetruppen sind an ver-
schiedenen Stellen abgesetzt und im Begriff, die ihnen obliegenden Sicherungs-
aufgaben durchzuführen. -— Im rollenden Einsatz unterstützten Verbände der
Luftwaffe das Vorgehen des Heeres, indem sie Befestigungsanlagen und Stellungs-
bauten, Marschkolonnen und Truppenlager angriffen, Straßen, Eisenbahnlinien
und Brücken durch Bombentreffer beschädigten oder zerstörten. Die weit-
reichende Aufklärung brachte Klarheit über die feindlichen Heeresbewegungen. —
Mit massierten Kräften führte die deutsche Luftwaffe ferner am 10. 5. den ersten
Großangriff gegen die Basis der feindlichen Luftwaffe in Frankreich, Belgien und
den Niederlanden. 72 Flugplätze wurden angegriffen, 300 bis 400 feindliche Flug-
zeuge am Boden vernichtet, zahlreiche Flugplatzanlagen und Hallen durch Brände
und Explosionen zerstört. Besonders empfindlich wurden die französischen Luft-
stützpunkte Metz, Nancy, Reims, Romilly, Diion und Lyon getroffen. — In Lutft-
kämpfen verlor der Feind 23 Flugzeuge. 11 eigene Flugzeuge wurden abge-
schossen, 15 weitere werden vermißt. — Der Feind griff, wie schon gemeldet,
am 10. 5. die Stadt Freiburg mit Bomben an und warf in der Nacht vom 10.
zum 11. 5. Brand- und Splitterbomben auf drei Orte im Ruhrgebiet, wobei zwei
Zivilpersonen getötet, mehrere verletzt und geringer Sachschaden verursacht
wurde. Drei feindliche Flugzeuge wurden durch Flak abgeschossen. — Versenkt
wurden: Durch Bomben zwei Handelsschiffe mit 5000 und 2000 t zwischen Calais
und Dünkirchen, durch ein eigenes U-Boot ein feindliches U-Boot, durch ein
Schnellboot ein feindlicher Zerstörer. — In Norwegen ist die Lage unverändert.
Vor Narvik gelang es, ein britisches Schlachtschiff und einen Kreuzer mit
mehreren Bomben verschiedenen Kalibers zu treffen.

Berlin, 11. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Das stärkste Fort der
Festung Lüttich, Eben Emael, das die Uebergänge über die Maas und den
Albert-Kanal bei und westlich Maastricht beherrscht, hat sich heute nachmittag
ergeben. Der Kommandant und 1000 Mann wurden gefangengenommen. — Das
Fort wurde schon am 10. 5. durch eine ausgesuchte Abteilung der Luftwaffe
unter Führung von Obltn. Witzig und unter Einsatz neuartiger Angriffsmittel
kampfunfähig gemacht und die Besatzung niedergehalten. Als es einem von
Norden angreifenden Verband des Heeres nach hartem Kampf gelungen war, die
Verbindung mit der Abteilung Witzig herzustellen, hat die Besatzung ihre
Waffen gestreckt.

Berlin, 11. 5. 40. (DNB.) Wie bereits gemeldet, haben am 10. 5. drei feind-
liche Flugzeuge die offene Stadt Freiburg im Breisgau mit Bomben angegriffen,
obwohl sich in Freiburg keinerlei militärische Anlagen befinden. Die feindlichen
Flugzeuge bewarfen dabei einen Kinderspielplatz mit Bomben, auf dem sich eine

nenn

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größere Anzahl von Kindern sorglos vergnügte. Dreizehn Kinder im Alter von
fünf bis zwölf Jahren wurden durch den Bombeneinschlag getötet.
Führerhauptquartier, 12. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In engem
Zusammenwirken zwischen Heer und Luitwafie ist auf der gesamten Front e
deutsche Angriff im Westen in raschem Fortschreiten. — Ganz Luxemburg is
in deutscher Hand. — Die deutsche Luftwaffe setzte am 1. 5. den tags ud!
begonnenen Großangrilf gegen die feindlichen Luftwafien in Frankreich, e zien
und in den Niederlanden fort. Eine große Anzahl von Flugplätzen wurde een
angegriffen und dabei Hallen in Brand gesetzt, Werften zerstört und Tan an
Munitionslager zur Explosion gebracht. Allein auf dem Flugplatz Breux sc g
es 30, auf dem Flugplatz Orleans 36 Flugzeuge zu zerstören. Im Luftkampf wur en
52, durch Flakartillerie 12 Flugzeuge abgeschossen. Es kann mit Sichere ah
genommen werden, daß insgesamt auch am gestrigen Tage 300 Ion ice
Flugzeuge unserem Angriff und der Luftabwehr zum Opfer fielen. runpen“
ansammlungen, Transportzüge, Bahnanlagen, ‚Marschkolonnen und Kraltwagen”
transporte hinter der belgischen und französischen Front waren das ze RE
kungsvoller Angriffe. — An der belgisch-holländischen Küste wurden en re -
kräfte, Transportschiffe und Ausladungen angegriffen. in Vlissingen drei He
portschiffe und ein Tankdampfer getroffen, in der mittleren Nordsee en eind-
licher Zerstörer durch Bombentrefier beschädigt. — In der Nacht vom 1 zum
12. 5. flogen einzelne Flugzeuge in Westdeutschland ein und griffen wiederum
eine Reihe nichtmilitärischer Ziele ohne besondere Wirkung an. Die eigenen
Flugzeugverluste sind im Verhältnis zum Erfolg wiederum als gering zu oe
zeichnen. 35 Flugzeuge werden vermißt. — In Norwegen ist die Lage un
ändert. Bei Narvik wurden feindliche See- und Landstreitkräfte ‚durch ie Lu
waffe angegriffen, ein Zerstörer versenkt, ein weiterer beschädigt. | ı
Berlin, 12. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die harten Schläge er
Luftwaffe werden fortgesetzt. Im Laufe des heutigen Vormittag wurden berei
58 feindliche Flugzeuge, davon allein 20 Flugzeuge vom Baumuster Spit ire a
geschossen. — In der mittleren Nordsee versenkten unsere Kampflieger ee
britischen Kreuzer neuester Bauart. Ein anderer Kreuzer wurde im otfior
ädigt.
in. en (DNB.) Das britische Luftfahrtministerium gibt bekannt,
daß Angriffe der britischen Luftwaffe auf Gebiete zwischen nein und Naas
erfolgt seien. Die Rheinbrücke bei Wesel und Brücken bei Aldekerke, ie “ "
Rees und Goch seien derartig bombardiert worden, daß der Vormarse j er
deutschen Truppen gelähmt worden sei. Auch wichtige Eisenbahn- und m er
verbindungen seien durch Bombentreffer unterbrochen worden. — Von an on
deutscher Seite wird festgestellt, daß diese Erfolgsmeldungen des britisenen
Luftfahrtministeriums in keinem Punkte richtig sind. Die britische Luitwal na
während des gestrigen Tages weder die in raschem Vordringen beine er
deutschen Truppen noch andere militärische Ziele ernstlich angegriffen. Wä N
der Nacht vom 11. zum 12. Mai erfolgten vereinzelte Einflüge nach Westdeunc -
land. Die britischen Flugzeuge haben vermieden, militärische Ziele und " e,
die durch Flakartillerie geschützt sind, anzugreifen. Sie haben ihre Bomben-
angriffe lediglich auf kleinere, unverteidigte Städte und auf Bahnanlagen ver
sucht. Ein behelfsmäßiger Flugplatz wurde von einem einzelnen Flugzeug mit
Maschinengewehren aus der Luft angegriffen, obgleich dieser Platz unbelest war
Es sind keine von den genannten Brücken oder anderen Orten beschädigt oder
gar zerstört worden. Der Materialschaden an den einzelnen Orten ist gering”
fügie. So wurden eine Schule, ein Lazarett und in der Nähe der Grenze en
am Rande der Stadt gelegene Kaserne zerstört. Diese planlosen Bombena wire
im deutschen Heimatgebiet haben leider einige Tote und Verwundete unter der
ivilbevölkerung verursacht.
a e echauptauartier, 13. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Holland
gehen deutsche Truppen westlich des Süd-Willem-Kanals vor. Sie haben die
Verbindung mit den um Rotterdam auf dem Luftwege gelandeten Truppen heree-
stellt. — In Belgien wurde der Uebergang über den Albert-Kanal auch nord-
westlich Hasselt erzwungen. Unsere Truppen sind westlich Lüttich im Vorgehen
nördlich der Maas nach Westen und sind in die Stadt Lüttich eingebrochen.
Auf der Zittadelle weht seit 13. 5. vormittags die deutsche Flagge, währen
einzelne Außenforts der Festung noch Widerstand leisten. — Das Vorgehen
des Heeres wurde ‚durch Angriffe der Luftwaffe gegen Truppenansammlungen,

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Marschkolonnen und Eisenbahnen wirkungsvoll unterstützt. Im übrigen setzte
die Luftwaffe ihren Großkampf um die Luftüberlegenheit über den westlichen
Operationsraum mit fühlbarem Erfolge fort. Insgesamt wurden am 12. 5. etwa
320 Flugzeuge vernichtet, davon 58 im Luftkampf, 72 durch Flak, die übrigen
am Boden. Allein 25 Flugzeuge wurden bei einem britischen Angriff auf die
Maasübergänge bei Maastricht durch die Flakartillerie zum Absturz gebracht.
Eine einzige Jagdstaffel erzielte 16 Abschüsse. Die eigenen Verluste waren
gegenüber denen des Feindes und gemessen an den Erfolgen auch am gestrigen
Tage gering. Sie betrugen 31 Flugzeuge. — Auch auf See erlitt der Feind starke
Einbuße. Vor der holländischen Küste wurde ein Kreuzer durch Bombentreffer
schwer beschädigt, ein Kreuzer der Southampton-Klasse sowie ein Transporter
von 15000 Tonnen versenkt und sieben weitere Handelsschiffe getroffen und in
Brand geschossen. — Vor Narvik, wo verstärkte feindliche Seestreitkräfte auf-
traten, erlitten ein Zerstörer und vor Hemmerssoy ein Kreuzer durch Bomben-
treffer schwere Beschädigungen.

Berlin, 13. 5. 40. (DNB.) Zu den Angriffserfolgen der Luftwaffe am 12. 5.
wird die Versenkung von vier weiteren feindlichen Schiffen nachgemeldet. Ein
Zerstörer und ein Transporter sanken unmittelbar nach Volltreifern, zwei andere
Transportschiffe infolge von Bränden. Insgesamt wurde durch diese Bomben-
treffer ein Handelsschiffsraum von 10000 BRT. vernichtet, den Zerstörer unge-
rechnet. — Die deutsche Luftwaffe hat im Laufe des heutigen Vormittag über
50 feindliche Flugzeuge abgeschossen, davon 10 Spitfire bei Dordrecht und
26 Spitfire bei Vlissingen. — In der Gegend südwestlich St. Trond stießen deutsche
Panzerkräfte auf feindliche Panzer und schlugen sie im Zusammenwirken mit der
Luftwaffe zurück. (St. Trond liegt etwa 20 km südwestlich Hasselt.)

Führerhauptquartier, 14. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Belgien
wurde gestern auch der Turnhout-Kanal südostwärts der gleichnamigen Stadt
überschritten und weiter südlich die Große Gette erreicht. Nördlich Namur
stoßen unsere Panzerkräfte den auf die befestigte Dyle-Stellung zurückgehenden
feindlichen Panzern nach, die durch die vorausgegangenen Angriffe aus der Luft
und auf der Erde stark erschüttert sind. — Die Stadt Lüttich ist in deutscher
Hand. — Im Raume südlich der Linie Lüttich—Namur haben unsere Truppen
die Ardennen hinter sich gelassen und mit ihren Anfängen die Maas zwischen
Namur und Givet erreicht. Auch in Südbelgien verlaufen unsere Bewegungen
rasch und planmäßig. Die französisch-luxemburgische und französisch-belgische
Grenze ist bis in die Höhe von Mezieres-Charleville fast überall erreicht und
an vielen Stellen überschritten. Unter dem Schutz von ununterbrochen angreifenden
deutschen Kampf-, Stuka- und Zerstörerverbänden und deren niederschmetternder
Wirkung gelang es, die Maas auch auf französischem Gebiet zu überschreiten. —-
Außer der starken Unterstützung des Heeres griff die Luftwaffe verschiedene
feindliche Flugplätze an. Auf dem Flugplatz Hamstede wurden allein 26 am
Boden stehende Flugzeuge zerstört. Im ganzen betrugen die Verluste des Gegners
am 13. 5. etwa 150 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 47, durch Flak-
artillerie 37 abgeschossen. 27 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 14. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Unter dem gewaltigen
Eindruck der Angriffe deutscher Sturzkampfflieger und des bevorstehenden
Panzerangriffs auf die Stadt hat Rotterdam kapituliert und sich dadurch vor der
Vernichtung bewahrt.

Führerhauptquartier, 15. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Festung
„Holland“ hat angesichts des aussichtslosen Kampfes gegen die überlegenen
Angriffe der deutschen Truppen zu Lande und aus der Luft kapituliert. — In
Belgien haben unsere, dem weichenden Gegner scharf nachdrängenden Divisionen
die Dyle-Stellung erreicht. Zwischen Namur und Givet ist der Uebergang über
die Maas in breiter Front erzwungen. Auf dem Westufer mit Panzern unternom-
mene Gegenangriife der Franzosen wurden abgeschlagen. Deutsche Kampfflieger
und Zerstörerverbände griffen in diesen Kampf ein und vernichteten eine eroße
Anzahl Panzerwagen. — Beim Uebergang über die Maas im Raume von Sedan
ist im engsten Zusammenwirken mit der Luftwaffe der Schutzwall Frankreichs,
die Maginotlinie, in ihrer Verlängerung nach Nordwesten durchbrochen. Auch hier
scheiterten französische Gegenangriffe unter schweren Verlusten für den Feind. —
Das Schwergewicht der deutschen Luftoperationen lag gestern im’ Angriff gegen
die rückwärtisen Verbindungen des Feindes, seine Transportstraßen und Auslade-
bahnhöfe. Feindliche Versuche, die deutsche Kampftätigkeit durch Einsatz starker
Fliegerkräfte zu verhindern. wurden mit schweren Verlusten für den Gegner

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abgeschlagen, ohne die eigene Handlungsfreiheit in der Luft wesentlich zu stören.
An einer Stelle wurden allein über 70 britische und französische Kampf- und
Jagdflugzeuge abgeschossen. Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am 14. 5.
über 200 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf etwa 170, durch Flak 17 abge-
schossen, der Rest am Boden vernichtet. 35 eigene Flugzeuge werden vermißt. —
Die bewaffnete Aufklärung vor der niederländischen Küste führte zu großen
Erfolgen. Wie durch Sondermeldung schon bekanntgegeben, wurden zwei Kreuzer
und ein Zerstörer durch Bombentreffer versenkt, ein weiterer Kreuzer durch eine
Bombe schwer getroffen, ein Handelsschiff von 29000 t und vier Transportschiffe
zerstört. — Der Abwehrkampf um Narvik dauert an.

Führerhauptquartier, 15. 5. 40. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber
der Wehrmacht hat den in Holland kämpfenden Soldaten des Heeres, der Luft-
waffe und der ##-Verfügungstruppe folgende Anerkennung ausgesprochen:
„Soldaten des holländischen Kriegsschauplatzes! In fünf Tagen habt ihr eine
starke, wohl vorbereitete Armee, die sich hinter fast unüberwindlich erscheinen-
den Hindernissen und militärischen Befestigungen zäh verteidigte, angegriffen, ihre
Luftwaffe ausgeschaltet und sie endlich zur Uebergabe gezwungen. Ihr habt damit
eine Leistung vollbracht, die einzigartig ist. Ihre militärische Bedeutung wird die
Zukunft erweisen. Nur durch euere vorbildliche Zusammenarbeit, durch die
ebenso entschlossene Führung wie die Tapferkeit der Soldaten, besonders aber
durch den heroischen Einsatz der todesmutigen Fallschirm- und Luftlandetruppen
ist dieser Erfolg möglich geworden. Ich spreche euch im Namen des deutschen
Volkes den Dank und meine Bewunderung aus. gez. Adolf Hitler.“

Führerhauptquartier, 16. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
griff auch am 15. 5. mit starken Kräften feindliche Truppen und ihre Verkehrs-
verbindungen an. Marschkolonnen und Truppenansammlungen wurden zersprengt,
zahlreiche feindliche Panzerwagen durch Volltreffer vernichtet. Ueber dem Kampf-
raum des Heeres wurden in Luftkämpfen 46 feindliche Flugzeuge, durch Flak-
artillerie weitere zwei Flugzeuge abgeschossen. Bei Angriffen gegen feindliche
Flugplätze sind zahlreiche Flugzeuge am Boden zerstört worden. Die sicher fest-
gestellten Gesamtverluste des Gegners am 15. 5. belaufen sich auf 98 Flugzeuge.
18 eigene Flugzeuge sind verloren gegangen. — Im Seegebiet der niederländischen
und belgischen Küste wurden durch Bomben zwei Zerstörer und drei Handels-
schiffe, darunter ein Dampfer mit 12000 t, versenkt, zwei Zerstörer und vier
Handelsschiffe schwer getroffen. — Auch in der letzten Nacht unternahmen feind-
liche Flugzeuge Einflige nach Westdeutschland. Sie warfen dabei planlos eine
Anzahl von Bomben, die unbeträchtlichen Sachschaden anrichteten und eine An-
zahl von Zivilpersonen töteten und verletzten. Militärische Objekte wurden weder
angegriffen noch getroffen.

Führerhauptquartier, 17. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Schlacht
zwischen Antwerpen und Namur wurde die Dyle-Stellung südlich Wawre durch-
stoßen und die Nordostfront der Festung Namur genommen. Südlich Maubeuge
bis nach Carignan südöstlich von Sedan ist die Maginotlinie auf einer Breite von
100 km durchbrochen. Französische Panzerkräfte, die sich westlich Dirant unse-
ren Panzern entgegenwarfen, sind geschlagen. Verbände des Heeres und der
Luftwaffe verfolgen überall den nach Westen zurückgehenden Feind. — Haupt-
angriffsziele der Luftwaffe bildeten am 16. 5. die rückwärtigen Verbindungen des
Feindes in Frankreich und Belgien. Zahlreiche Eisenbahnstrecken und Straßen
sind nachhaltig zerstört, Truppentransportzüge vernichtet, Truppenansammlungen
und Marschkolonnen zersprengt worden. — Durch Angriffe gegen feindliche See-
streitkräfte und Transportschiffe sind vor der niederländisch-belgischen Küste ein
feindlicher Kreuzer und ein Kanonenboot versenkt, ein Transportschiff so schwer
getroffen, daß es auf Strand gesetzt werden mußte, und zwei französische Zer-
störer beschädigt worden. In der mittleren Nordsee erhielt ein getauchtes U-Boot
einen Bombentreffer, seine Vernichtung ist wahrscheinlich. — Vor Narvik gelang
es, auf einem Schlachtschiff und einem leichten Kreuzer Bombentreffer zu er-
zielen und einen Tanker von 15000 t in Brand zu werfen. Ein feindlicher Jäger
wurde dort im Lufitkampf abgeschossen. Unsere Gebirgsjäger konnten in ihrem
Abwehrkampf durch Luftangriffe auf feindliche Ausladungen und Ansammlungen
entlastet werden. Verstärkungen wurden ihnen zugeführt. — Am gestrigen Tage
hat der Feind im Westen insgesamt 59 Flugzeuge verloren. Davon sind 30 im
Luftkampf, 8 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört.
15 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 17. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe er-

Nr. 11/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 163

zielte bereits in den Morgenstunden des 17. 5. eine Reihe von bemerkenswerten
Angriffserfolgen. An der belgischen Front schoß heute innerhalb einer Stunde eine
deutsche Staffel von sechs Messerschmitt-Jägern dreizehn britische Kampfflug-
zeuge des Musters Blenheim ab, ohne selbst irgendwelche Verluste zu haben. Im
Hafen von Dünkirchen wurde ein Zerstörer durch zwei Volltreffer schweren
Kalibers innerhalb weniger Minuten zum Sinken gebracht. Außerdem wurden ein

Kreuzer und ein Handelsschiff vor Dünkirchen durch Bombentreffer schwer be-
schädigt.

Segelflug

15 h 2 min segelte NSFK.-Scharführer Willi Jahn am 2. 5. am Rannayer Berg
auf Grunau-Baby.
Segelilugplatz „Emscher-Mark“, 4000 Tagewerke, von NSFK.-Männern und

Flieger-HJ. im Hertener Wald hergerichtet, wurde von NSFK.-Gruppenführer
Sieler Anfang Mai seiner Bestimmung übergeben.

Segeliluglehrgang Hesselberg (April) Ergebnis 15 A-, 25 B-, 36 C-Prüfungen,

11 Luftfahrerscheine für Segelflugzeugführer. Durchgeführt wurden 999 Gummiseil-
starts und 598 Windenschleppstarts.

Reichswettbewerb für Segelilugmodelle des NS.-Fliegerkorps auf dem Gelände
der Reichssegelflugschule Wasserkuppe 28.—30. 6. Zugelassen 300 Flugmodelle.
Wettbewerbsteilnehmer von den Arbeitsgemeinschaften des Deutschen Jungvolks,
den Fliegereinheiten der HJ. und den Stürmen des NS.-Fliegerkorps.

Eröfinung der flugerzieherischen Lehrschau in der Hermann-Seele-Jung-
fliegerschule Frankfurt a. M. fand am 8. 5. durch Oberbürgermeister Dr. Krebs
in Anwesenheit von Ehrengästen, Generalleutnant Loerzer, NSFK.-Gruppenführer

v. Molitor, Rhönvater Ursinus und zahlreichen Persönlichkeiten von Partei. Staat
und Wehrmacht statt.

Einweihung der ständigen flugerzieherischen Lehrschau Frankfurt a. M.

Bild Winkelser

uft- Post.

Hispano-Suiza 24 H-Motor, 2000 PS Nennleistung, war auf dem letzten

Pariser Salon ausgestellt. Vgl. Typenbesch. u. Abb. „Flugsport“ 1938, S. 720 ff..
72 1 Gesamthubraum, 24 Zylinder (6 Zylinderreihen in H-Form), flüssigkeitgekühlt,

Seite 164 „FLUGSPORT" Nr. 11/1940, Bd. 32

150 mm Bohrung, 170 mm Hub, Trockengewicht 195 kg. Nennleistung bei Type
Hispano-Suiza 82 soll jetzt 2300 PS und Startleistung 2600 PS betragen.

Föhnwinde nennt man die auf der Leeseite eines Gebirges sich bildenden
Äufwindzonen, welche bis auf große Möhen hinaufreichen und an langgestreckten
Wolkengebilden zu erkennen sind.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Aerodynamik der Luitschraube. Von Dr.-Ing. Fritz Weinig. 484 S. mit 374 Abb.
Verlag Julius Springer, Berlin. Preis RM 48.—.

Wie der Titel sagt, beschränkt sich das Buch auf die Aerodynamik der Luit-
schraube. Zunächst gibt der Verfasser eine eingehende und klare Darstellung der
geometrischen Verhältnisse der Luftschraube und, was besonders wertvoll ist,
Grundlagen für Luftschraubenversuche. Die Zusammenhänge zwischen Wirkungs-
erad und Leistung werden erst am Schraubenelement untersucht und hieraus
die wichtigsten Zusammenhänge zwischen Steigung, Blattbreite und Leistung
abgeleitet, außerdem die Wirkung von Leitvorrichtungen und gegenläufigen
Schrauben untersucht. Es folgt dann die Untersuchung der Gesamtschraube, die
ausgeht von der Theorie der Schraube sehr großer Flügelzahl und später auf die
Theorie der Schraube endlicher Flügelzahl ausgebaut wird. Ein Abschnitt über
die Berechnung der Luftschraube gibt Unterlagen für die aerodynamische Ge-
staltung.

Während diese Abschnitte in erster Linie für den Luftschraubenbauer ge-
dacht sind, folgt ein weiterer, besonders für den Flugzeugkonstrukteur sehr wert-
voller Teil über das Zusammenwirken zwischen Luftschraube und Flugzeug, der
wohl die vollständige Zusammenstellung dieser sowohl für die Flugleistungen
als auch besonders für die Flugeigenschaften wichtigen Dinge ist.

Zahlreiche Skizzen und Schaubilder erleichtern das Verständnis. Eine sehr
ausführliche Literaturzusammenstellung ergänzt das Werk. Man kann wohl ohne
Uebertreibung sagen, daß es bei weitem das Vollständigste auf diesem Gebiet in
der gesamten Luftschraubenliteratur ist. Es wäre zu wünschen, daß über den
konstruktiven Teil bald ein ähnlich übersichtliches und vollständiges Werk vor-
liegen würde. Prof. Scheubel.

Bauelemente des Flugzeugs. Nach Vorlesungen von Dr.-Ing. Herbert
Wagner, ehem. o. Prof. u. Leiter d. Flugt. Inst. a. d. Techn. Hochsch. Berlin;
bearb. von Dipl.-Ing. Gotthold Kimm. 296 S. m. 280 Abb.. Verlag R. Oldenbourg,
München. Preis RM 12.—.

Ein empfehlenswertes Buch für Studierende und Konstrukteure mit Ein-

führung in die statische Berechnung der einzelnen Bauelemente des Flugzeuges:

mit praktischen Beispielen. Behandelt sind Statik des ebenen Fachwerks, Biegung,
Verdrehung, Biegungsverdrehung, Knickung und Knickbiegung. Hervorzuheben
ist die übersichtliche und sachliche Anordnung des Stoffes, welche den Studieren-
den wie den Konstrukteuren in der Praxis ein Zurechtfinden in diesem umfang-
reichen Gebiet erleichtert.

Die Jüngsten der Luitwaife. Ein Buch von den Flieger-Technischen Vor-
schulen, herausgeg. von Dr.-Ing. Erwin Krause mit Geleitwort von Generalmayor
Mooyer. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68. Preis kart. RM 3.—,
geb. RM 3.90.

Das vorliegende Buch ist den Aufgaben der Flieger-Technischen Vorschulen;
aus dem Nachwuchs fliegertechnisches Personal heranzubilden, gewidmet. Die
technische Berufsausbildung (Lehrwerkstatt, Betrieb, Werkberufsschule, Ab-
schlußprüfung) ist an Hand von vielen Abbildungen ausführlich geschildert. Ing.
Heinrich Jacob eibt ein lebendiges Bild von der Berufserziehung in den Lehr-
werkstätten und Hauptführer Walter Steinert über die Erziehung der Militär-
schüler in den Unterkünften der Flieger-Technischen Vorschulen. Ein ausge-
zeichnetes Buch für unsere flugbegeisterte Jugend.

Entwurf und Berechnung von Flugzeugen. Band IVa, Fahrwerk. Von
Dipl.-Ing. Gerhard Otto. 128 S. m. 151 Abb. u. 6 Taf. Verlag C. J. E. Volckmann
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nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 12 5. Juni_1940 XXXN. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 19. Juni 1940

m

Am Kanal.

Von der deutschen Luftüberlegenheit ist jetzt die Welt durch
Tatsachen überzeugt worden. Die Luftwaffe hat ihren hohen Stand
der Entwicklung dank der Kühnheit und hervorragenden Ausbildung
unserer Flieger bewiesen.

Trotz der vielen Beschlüsse in englischen und französischen
Parlamenten, ihre Luftwaffe durch Produktionserweiterung und An-
kauf aus fremden Staaten zu vergrößern, um der deutschen über-
legen zu sein, ist das Gegenteil eingetreten. Dem Fachmann war
dabei bekannt, daß durch papierene Luftrüstungsprogramme eine
Steigerung, wie sie die jetzige Zeit erfordert, nicht herbeigeführt
werden konnte. Ebenso wie der Fliegergeist, das Draufgängertum
und der Schneid nicht durch Einstellung von Geldmitteln im Etat
gesteigert werden konnten, ebensowenig kann die deutsche hoch-
wertigste Konstruktions- und Werktätigkeit mit dem dazugehörigen
Arbeitsgeist eines nationalsozialistischen Staates hervorgebracht
und noch viel weniger nachgeahmt werden.

Arado Ar 9% B.

Zur Ergänzung der Typenbeschreibung „Flugsport“ 1939, S. 544,
geben wir umstehend einige Bilder der letzten Ausführungsform,
wie sie jetzt in Serie läuft. Man unterscheidet zwei Ausführungs-
formen: eine als Uebungsflugzeug für fliegerische Ausbildung, die
andere zur Waffen- und Beobachterausbildung sowie für Kampf-
zwecke.

Für die Kunstflugschulung entspricht das Flugzeug den deutschen
Festigkeitsvorschriften der höchsten Beanspruchungseruppe (H5).
Die zulässige Endgeschwindigkeit beträgt bei allen Verwendungs-
zwecken 700 km/h.

Als Waffenflugzeug ist die Ar 96 B ebenfalls vielseitig einsatz-
fähig. Je nach dem, worin ausgebildet werden soll, können die ein-
zelnen Ausrüstungsgeräte eingebaut werden. Das starre MG. mit
500 Schuß Munition für den Führer, das durch den Luftschrauben-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 27.

Seite 166 „rLUGSPORT" Nr. 12/1940, Bd. 32

kreis feuert, bleibt dagegen immer fest in der Maschine. Für die
Ausbildung des Beobachters im MG.-Schießen wird ein bewegliches
MG. mit 375 Schuß in Trommeln verwendet. Zum Bombenwurf
erhält die Tragfläche auf jeder Seite zwei Träger für ie 3 Bomben
zu 10 kg. Der Führer kann sie auch nach Stuka-Art abwerfen. Ein
Nachtzielgerät ist für den Abwurf durch den Beobachter vorgesehen,

Arado Ar 96 B. \Werkbilder

Nr. 12/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 167

in dessen Sitz außerdem noch ein Hebel zur Korrektur des Flug-
zeugkurses angebracht werden kann. Für die fotografische Ausbil-
dung erhält er entweder eine Zeiss-Reihenmeßkamera oder eine
Handkamera. Ein Funkgerät für Telefonie und Telegrafie befindet
sich grundsätzlich bei allen Verwendungszwecken in der Maschine.
Diese Telefunkenstation dient nicht nur zur drahtlosen Verstän-
digung mit Bodenstationen, sondern auch von Flugzeug zu Flugzeug,
wobei der Führer immer mithören kann, was besonders auch für
das Fliegen im Verband vorteilhaft ist. Außerdem kann die Be-
satzung während des Fluges miteinander telefonieren. Um für den
Beobachter die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen, befindet
sich im Rumpfboden ein großes Plexiglasfenster, das ein freies
Blickfeld nach unten bietet und für Reihenbildaufnahmen geöffnet
werden kann. Die Haube über dem Beobachterraum ist bei der
Waffenausführung nach hinten offen.

Als leichtes Kampfflugzeug umfaßt die militärische Ausrüstung
ein starres MG. für den Führer, ein bewegliches MG. für den
Beobachter, 6 Bomben je 10 ke und eine Handkamera.

USA Stearman X 100 (XA-21) Bomber.

Die Entwicklung der Kriegsflugzeuge in USA ist ganz von dem
deutschen Kriegsflugzeugbau beeinflußt. Dabei bemerkt man ein
krampfhaftes Bemühen, die üblichen USA-Konstruktionsgepflogen-
heiten in Anwendung zu bringen. Ein typisches Beispiel ist der
Stearman X 100 (siehe auch „Flugsnort‘“ 1939, S. 467), von dem
bisher verhältnismäßig wenig an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Die
nebenstehende Abbildung zeigt die erste Ausführungsform.

Zweimotoriger Schulterdecker mit langem, hohem Rumpf.
Rumpfbug weit nach vorn gezogen.

Flügel gerade Vorderkante, Mittelstück einschließlich der Mo-
toren gerade Hinterkante. Ansatzflügel Hinterkante nach den Enden
verjüngt. Fowlerklappen am Mittelstück und an einem Teil des
Ansatzflügels. Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk, wobei der
Rumpf in eine Schneide nach dem Seitenleitwerk ausläuft.

Fahrwerk und Sporn in den Rumpf hochziehbar. MG.-Stand auf
der Oberseite des Rumpfes und auf der Unterseite weit hinten vor
dem Leitwerk. Besatzung vier Mann.

Zwei Pratt & „.
Whitney Hornet R- _
2180 Motoren von je
1400 PS mit Drei-
blattverstellschraube.
Spannweite 19,81 m,
Länge 18,85 m, Höhe
3,66 m. Fluggewicht
9050 ke.

USA. Stearman X-100
(XA-21) Zweimotor-

Arado Ar 96 B. Oben links: Sitzanordnung mit Schiebehaube. Unten: Flügel, mit heraus-
genommenem Rumpf, aus einem Stück mit Betriebsstoffbehältereinbau und hochgezoge-
nem Fahrwerk. Rechts: Militärische Ausrüstung für den Beobachter. Werkbilder

bomber.

Archiv Flugsport

„FLUGSPORT"“ Nr. 12/1940, Bd. 32

USA Grumman F3F-3.

Die Grumman Aircraft Engineering Co. Bethphage, Long Island,
hat bisher verschiedene Modelle von Doppeldeckern, F2F-1, XSF-2,
F3F-1 und andere („Flugsport“ 1937, Seite 76—78), entwickelt.
Die Erfolge in den letzten Kriegen führten zu einem Eindecker-
Jagdflugzeug Modell FA4F-3. Vgl. „Flugsport“ 1940, S. 124. Um die
bisherige Konstruktionsarbeit in Doppeldeckern auszuwerten, wurde
das Jagdflugzeug F3F-2, 750 PS Cyclone-Motor, als Sturzbomber
umfrisiert unter der Bezeichnung F3F-3.

Dieser Doppeldecker zeigt die übliche Grumman-Bauweise,
Verschwindfahrwerk in den Rumpf. Vgl. die untenstehende Abb.

F3F-2: Spannweite 9,7 m, Länge 7,1 m, Höhe 2,7 m, Fläche
24 m?. Leergewicht 1302 kg, Fluggewicht 1860 kg, Flächenbelastung
77,1 ke/m?, Leistungsbelastung 2,8 kg/PS.

USA Transatlantik Douglas 100-t-Projekt mit 6 Motoren.

Dieses Projekt, entworfen nach den Erfahrungen des vier-
motorigen Douglas D.C.4, war für Verkehrszwecke bestimmt. In
Fachkreisen wurde vor einiger Zeit von einem Douglas-Großbomber,
61 m Spannweite, 70 t, berichtet. Vgl. „Flugsport“ 1940, S. 46.

Flügel freitragend, Hinterkante mit Landeklappen und Quer-
ruder gerade. Flügelnase mit sechs Motoren V-Form.

Rumpf elliptischer Querschnitt mit luftdichter Kabine

Dreibeinfahrwerk hochziehbar. Dreifaches Seitenleitwerk.
Höhenleitwerk V-förmig.

16 Mann Besatzung und 100 Passagiere.

Spannweite 75 m, Länge 55 m. Fluggewicht 100 t. Sechs Motore
gesamt 12000 PS. Reisegeschwindigkeit am Boden 320 km/h, in
7500 m Höhe 485 km/h. Reichweite 9600 km mit 20.000 kg Zuladung.

Die Militärausführung
war für 80 t mit 20 t Bom-
benlast, Reichweite 9600
km, gedacht.

Seite 168

Douglas 100-t-Proiekt.
Zeichnung Flu

Links: USA Grumman F3F-3 Sturzbo

Nr. 12/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 169

Um größere Leistungen zu erzielen, genügt es nicht, das Flug-
zeug einfach zu vergrößern und möglichst viele Motoren an der
Flügelnase anzuordnen. Ob das Flugzeugprojekt, welches ungeheure
Mittel und Zeit verlangt, in der Praxis zur Verwendung kommt,
scheint noch ungewiß.

Sanitätsflugzeug Ju 52.

Wie bei allen Entwicklungen liegt auch auf dem Gebiet des Sanitäts-Flug-
wesens ein verhältnismäßig großer Zwischenraum zwischen der ersten Idee und
dem ersten praktischen Versuch. Schon 1910 gab der holländische Arzt Dr. Moy
die Anregung, die Vorteile des Lufttransportes für den Sanitätsdienst auszunutzen.
Aber erst 1917 — im Weltkriege — wurde in Frankreich der Gedanke erstmals
versuchsweise in die Tat umgesetzt. Diese wichtigen Versuche, die mit hierfür
hergerichteten Kriegsflugzeugen durchgeführt wurden, hat man aufgegeben.

Erst als nach dem Weltkriege verschiedene Staaten in Kolonialkriege ver-
wickelt wurden, ging man ernstlich an den Ausbau eines reinen Sanitätsflug-
dienstes. Aber es blieb auch hier beim umgebauten Kriegsflugzeug. Deutschland,
dem der Bau von Kampfflugzeugen untersagt war, und das deshalb zwangsläufig
im Bau von Verkehrsflugzeugen an die erste Stelle rückte, blieb es vorbehalten,
seine bewährten Verkehrsflugzeuge mit leicht auswechselbaren Inneneinrichtun-
gen für solche Sanitätszwecke in Dienst zu stellen.

Zunächst wurde von Junkers die F 13 als Sanitätsflugzeug eingerichtet und
dann in den Anfangszeiten der Verkehrsfliegerei in Italien, Spanien mit Kolonien,
Japan und Schweden in zahlreichen Exemplaren verwendet. Später wurden die
G 24, G 31 und Ju 34 für den Sanitätsdienst eingerichtet und eingesetzt.

Im Gran-Chaco-Krieg, im spani-
schen Bürgerkrieg, in Polen, Norwe-
gen und neuerdings auch im Westen
hat dann die Ju 52 ihre hervorragende
Eignung für diese Sonderverwendung
erwiesen. In Fällen, in denen die
Transporte der Schwerverwundeten
über schlechte und zerschossene Stra-
Ben in Kraftwagen tagelang gedauert
hätten, wurden die Verwundeten mit
dem Kraftwagen nur wenige km hin-
ter die Front bis zum nächsten Flug-
platz befördert, wo eine modern ein-
gerichtete Ju 52 auf sie wartete.

Die Seitenwände des Rumpfes
brauchen nur aufgeklappt zu werden,
worauf die Sanitäter die Bahren mit
den Verwundeten in das Innere des
Flugzeuges heben können. Raum für
8 Schwerverwundete oder 22 Leicht-
verwundete, die den Flug sitzend zu-
rücklegen können.

Wenn man bedenkt, daß es auf
diese Weise möglich gewesen ist, Ver-
wundete, die am Morgen weit drau-
Ben in Feindesland verwundet wurden,
noch am Nachmittag des gleichen Ta-
ges in einem neuzeitlichen Lazarett in
der Heimat zu betreuen, so begreift
man, daß ohne den Einsatz von Sani-
tätsflugzeugen in vielen schweren Fäl-
len iede wirksame Hilfe ausgeschlos-
sen gewesen wäre.

Sanitätsflugzeug Junkers Ju 52. Mitte:
Einbringen der Verwundeten durch
große Ladeluken. Unten: Innenansicht

des Junkers Sanitätsflugzeuges.
Werkbilder

Seite 170 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1940, Bd. 32

Inland.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Generalfeldmarschalls
Göring in der Luftwaffe:

Mai. Vetter u. Obltn. Kuntze, Angehörige eines Kampfgeschwaders, das
in zahlreichen kühnen Einsätzen gegen englische Seestreitkräfte in der Nordsee
und dem Küstengebiet Norwegens der englischen Flotte schweren Schaden ZU-
gefügt hat; Feldw. Arpke, Angeh. ein. Fallschirmj.-Regts., das im Einsatz gegen
Westen am Gelingen des raschen Vormarsches der deutschen Truppen hervor-
ragenden Anteil hatte; Oberst Bräuer, Kmdr. ein. Fallschirmi.-Regts., für helden-
mütigen, persönlichen Einsatz bei der Führung seines Regiments, wobei wichtige
Verbindungen bis zum Eintreffen von Verstärkungen gehalten wurden; Hptm.
Fritz Prager, Kmndr. ein. Fallschirmi.-Batl., der trotz schwerer Verwundung und
überstandener schwerer Operation mit seinem Bataillon unter persönlicher
Führung feindliche Stellungen genommen und einige wichtige Brücken gegen
überlegene Angriffe gehalten hat; Hptm. Karl Schulz, Kmdr. ein. Fallschirmj.-
Batl., der mit seiner Truppe einen Flugplatz, der mit zahlreichen Bunkern ge-
sichert war, eroberte und hielt; Hptm. Erich Walther, Kmdr. ein. Fallschirmi.-
Batl., der mit stark unterlegenen Kräften einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt
besetzte und in tapferster Gegenwehr hielt; Horst Kerfin, Obltn. ein. Fallschirmi.-
Regts., der einen wichtigen Brückenkopf, abgeschnitten von seinen Kameraden,
unter tapferstem Einsatz der eigenen Person hielt, trotz erhaltener Erlaubnis,
sich zurückzuziehen; Ltn. d. R. Wolfgang Graf Blücher, der unter hervorragen-
dem persönlichen Einsatz in ungestimem Vorwärtsdrängen ein stark besetztes
feindliches Bunkernest nahm; Heinrich Trettner, Mai. i. G. ein. Fallschirmi.-Div.,
der den Einsatz der Truppe mustergültig vorbereitete und in persönlichem Ein-
satz bei der abgesetzten Truppe die Führungsunterlagen beschaffte und die
Verbindung aufrechterhielt; Oberst Dipl.-Ing. Gerhard Conrad, Kmdr. ein. Trans-
portgruppe, für hervorragende Verdienste bei Führung seines Verbandes in
Vorbereitung und Durchführung des Einsatzes und für vorbildliche persönliche
Tapferkeit bei Einsatz und Landung.

General der Flieger Grauert und Generalltn. Loerzer wegen hervorragender
Verdienste in der Führung der ihnen unterstellten Fliegerkorps auf dem west-
lichen Kriegsschauplatz, und Hptm. Mölders, der soeben seinen zwanzigsten Luft-
sieg errang, wegen Tapferkeit vor dem Feinde sowie kühnen und besonders
erfolgreichen Einsatzes seiner Jagdgruppe.

ÖOberstltn. Gustav Wilke, Kmdr. ein. Trans-
porteinheit, Obltn. Alfred Schwarzmann, Kom-
panieführer i. ein. Fallschirmi.-Regt., Obltn.
Herbert Schmidt, Kompanieführer i. ein. Fall-
schirmi.-Regt., Ltn. Cord Tietien, i. ein. Fall-
schirmi.-Regt., Feldw. Hellmuth Görtz, i. ein.
Fallschirmi.-Regt.

Grausame und völkerrechtswidrige Behand-
lung gefangener deutscher Flieger hat General-
feldmarschall Göring veranlaßt, mit dem 28. 5.
1940 anzuordnen, daß die bisher erlassenen
großzügigen Bestimmungen über die Behand-
lung feindlicher Fliegergefangener derart ein-
geschränkt werden, daß alle Kriegsgefangenen
der französischen Luftwaffe grundsätzlich so
zu behandeln sind, wie die‘ Franzosen die
deutschen Flieger zu behandeln pflegen.
In. Zukunft werden alle französischen

General d. Flieger Student.

Nr. 12/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 171

a a es a 8»:

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht zeichnete Generalltn.
Loerzer, Hptm. Mölders und General d. Fl. Grauert mit dem Ritterkreuz zum
Eisernen Kreuz aus (von links nach rechts). Weltbild (4)

Fliegergefangenen nach französischem Vorbild sofort bei Gefangennahme in
Fesseln gelegt und unter Ausschaltung sämtlicher bisher gewährten Erleich-
terungen unter Anlegung strengsten Maßstabes in den Gefangenenlagern geson-
dert untergebracht. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe sah sich zu diesen
strengen Maßnahmen gezwungen, da sich täglich Berichte über die unmensch-
liche grausame Behandlung gefangener deutscher Flieger durch die. Franzosen
häufen. Der Generalfeldmarschall wird künftighin jedesmal, wenn ihm eine
Ermordung deutscher Flieger gemeldet wird, für jeden ermordeten deutschen
Flieger fünf französische gefangene Flieger erschießen lassen. Das gleiche gilt
auch für den Fall, daß wiederum in Luftnot befindliche, mit Fallschirmen ab-
springende deutsche Flieger beschossen werden, jedoch mit dem Unterschied,
daß in diesem Falle 50 feindliche Gefangene erschossen werden. Auf die ge-
fangenen englischen Flieger finden die vorgenannten Maßnahmen keine Anwen-
dung, da die Engländer bisher keine Veranlassung zu derartigen Gegenmaßnahmen
gegeben haben.

Generalltn. Student, Kımdr. einer Fallschirmdivision, infolge hervorragender
Tapferkeit bei einer erfolgreich ausgeführten, den Kriegsverlauf entscheidenden
Waffentat, zum General der Flieger befördert.

Christiansen, General der Flieger, vom Führer und Obersten Befehlshaber
der Wehrmacht zum Wehrmachtsbefehlshaber in den besetzten niederländischen
Gebieten ernannt. Uebergabe der militärischen Hoheitsrechte erfolgte am 28. 5. 40
im Haag. General Christiansen behält die Führung des Nationalsozialistischen
Fliegerkorps bei. Zu seinem bevollmächtigten Vertreter ernannte der Korpsführer
den Chef des Stabes des NS.-Fliegerkorps, NSFK.-Obergruppenführer Sporleder.

Peter Ingenhoven, welchem der Führer das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz
verlieh, wurde vom Korpsf. d. NSFK., Gen. d. Fl. Christiansen, mit Wirkung vom
17. 5. 40 zum NSFK.-Standartenführer befördert.

Vera v. Bissing, NSFK.-Gruppe 8 (Mitte), wurde für Verdienste durch die
Erfüllung kriegswichtiger Aufgaben das Motorflugzeugführer-Abzeichen vom
Korpsführer des NSFK. verliehen.

Ausland.

Arbeitszeit Flugzeugindustrie Westmächte erhöht. Frankreich täglich 12 Std.,
auch an Sonn- und Feiertagen, England auch Samstags.

Ital. Hochgeschwindigkeits-Profiluntersuchungen im Ultra-Windkanal Gui-
donia von 1200 bis 2400 km/h z. Z. in der Durchführung.

USA-Luftverkehr nach Europa eingestellt.
USA Roosevelts Rüstungsbotschaft an den Kongreß sieht über 1 Milliarde
Dollar für Bau von 50000 Flugzeugen vor.

USA.-Brewster XF 2 A-2, verbesserter Typ, Höchstgeschw. 550 km/h, wie er
von der belgischen Regierung bestellt wurde, zeigt gegenüber dem im „Flugsport“
1938, S. 390, beschriebenen XF2A-1 keine wesentlichen Verbesserungen.

Republic Aviation Corporation, Farmingdale, New York, ist seit dem Aus-
scheiden Severskys die neue Firmenbezeichnung. Republic EP-1 Modell 100 ist
Seite 172 „FLUGSPORT" Nr. 12/1940, Bd. 32

identisch mit dem Seversky P 35 Exportausführung (siehe Flugsport 1938,
S, 301) und Republic 2PA Modell 200 identisch mit Seversky-Mehrzwecke-Zwei-
sitzer (siehe Flugsport 1938, S. 5 und S. 165).

Luftwaffe.

Führerhauptquartier, 18. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
griff hauptsächlich die rückwärtigen Verbindungen und die mit dichten Kolonnen
belegten Rückzugsstraßen des Feindes in Belgien und Frankreich an. Unter der
Wirkung dieser Angriffe ging der Feind an verschiedenen Stellen fluchtartig
zurück. — Bei der bewaffneten Aufklärung an der niederländisch-belgischen
Küste gelang es, einen feindlichen Zerstörer zu versenken. — Im Seegebiet von
Narvik wurden feindliche Ausladungen bekämpft und je ein schwerer Treffer
auf einen Schweren Kreuzer und einen großen Transporter erzielt. — Der
Gegner verlor im Laufe des Tages 108 Flugzeuge, davon 53 im Luftkampf, 11
durch Flakartillerie, der Rest wurde am Boden zerstört. 26 eigene Flugzeuge
werden vermißt. — Feindliche Luftangriffe richteten sich gegen verschiedene
Städte im norddeutschen Küstengebiet, insbesondere Hamburg und Bremen, und
in Westdeutschland. Wie in allen bisherigen Fällen wurden, abgesehen von einer
Kaserne, ausschließlich nichtmilitärische Ziele planlos angegriffen. Dies stellt
das deutsche Oberkommando der Wehrmacht im Hinblick auf die sich daraus
ergebenden Folgerungen ausdrücklich fest.

Berlin, 18. 5. 40. (DNB.) Seit dem 10. 5. haben feindliche Bombenflugzeuge
deutsches Reichsgebiet vielfach in tiefen Einflügen in zahlreichen Fällen mit
Brand- und Sprengbomben, teilweise schwersten Kalibers, beworfen. Die Ab-
würfe erfolgten offensichtlich völlig wahllos. Nur in wenigen Fällen sind mili-
tärische oder kriegswichtige Ziele unmittelbar angegriffen und mit Bomben
belegt worden. — Von 71 in der Zeit vom 10. bis 13. 5. erfolgten Flugangriffen
teindlicher Flieger auf deutsches Reichsgebiet sind 6 unmittelbar auf militärische
Ziele, 14 auf Ziele, die man vielleicht als kriegswichtig bezeichnen kann (Brücken,
Bahnlinien, Kriegsindustrie, Bergwerksanlagen usw.), und 51 Angriffe auf ausge-
sprochen nichtmilitärische Stellen erfolgt. .

. Führerhauptquartier, 19. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
unterstützte wirksam das Vorgehen des Heeres. Ihr Schwergewicht lag weiter-
hin auf den rückwärtigen Verbindungen, Verkehrsanlagen und Rückzugswegen
des Feindes, Bombenwurf auf mehrere Flugplätze, zerstörte Hallen, Werften
und am Boden stehende Flugzeuge. — Vor der französisch-belgischen Küste
wurde ein Handelsschiff von 6000 t durch Bombentreifer versenkt und ein Zer-
störer schwer beschädigt. — Die Verluste des Feindes betrugen 147 Flugzeuge.
Hiervon sind 47 im Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden
zerstört worden. 27 eigene Flugzeuge werden vermißt. — In Norwegen steht
die Gruppe Narvik, unterstützt durch die Luftwaffe, noch immer in: schwerem
Abwehrkampf. Ein Handelsschiff von 1500 t und ein Transporter von 6000 t wur-
den hier versenkt, ein feindliches Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. —
Feindliche Flugzeuge griffen wiederum verschiedene Städte im norddeutschen

Küstengebiet und in Westdeutschland mit Bomben an. Militärische Ziele wurden

nicht getroffen. |

Führerhauptquartier, 20. 5. 40. (DNB.) Stuka-, Kampf- und Zerstörerver-
bände zerschlugen eine von. Laon nach Norden marschierende Panzerkolonne
und zwangen sie zur Umkehr. — Am 19. 5. verstärkte die deutsche Luftwaffe
ihre Angriffe auf rückwärtige Verbindungen und Rückzugswege des Gegners
in Nordfrankreich und Belgien. Die Angriffe gegen feindliche Flugplätze wurden
mit Erfolg fortgesetzt. — Im Verlaufe der bewaffneten Aufklärung im Seegebiet
vor der französisch-belgischen Küste wurden zwei feindliche Zerstörer ver-
nichtet, ein Zerstörer und das französische Torpedoboot „Imcomprise ‚sowie
drei Handelsschiffe mit insgesamt etwa 15000 t schwer beschädigt. — Die Ge-
samtverluste des Gegners betrugen am gestrigen Tage 143 Flugzeuge. Davon
wurden im Luftkampf 95, durch Flak 15 Flugzeuge abgeschossen, der Rest am
Boden zerstört. 31 deutsche Flugzeuge werden vermißt. — In der Nacht vom
19. 20. 5. wiederholten britische Flugzeuge ihren planlosen Bombenwurf in
Westdeutschland, wobei eine Reihe von Zivilpersonen getötet und verletzt wurde.
Das einzige militärische Ziel, das getroffen wurde, ist ein Kriegsgefangenenlager.
Eine Anzahl von Kriegsgefangenen wurde getötet.

Nr. 12/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 173

Führerhauptquartier, 21. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die größte
Angriffsoperation aller Zeiten im Westen findet nach einer Reihe großer tak-
tischer Einzelerfolge ihre erste operative Auswirkung. Die französische 9. Armee,
die an der Maas zwischen Namur und Sedan die Verbindung zwischen der
starken feindlichen Operationsgruppe in Belgien und der Maginot-Linie südlich
Sedan herzustellen und zu halten hatte, ist zerschlagen und in der Auflösung
begriffen. Der Armeestab und der bisherige Oberbefehlshaber der französischen
7. Armee, General Giraud, der den Befehl über die 9. Armee übernommen hatte,
sind gefangen. In die durch den deutschen Angriffsschwung geschlagene Bresche
ergießen sich unsere Divisionen. An ihrer Spitze haben Panzerkorps und motori-
sierte Truppen Arras, Amiens und Abbeville genommen und damit die Ab-
drängung aller noch nördlich der Somme befindlichen französischen, englischen
und belgischen Armeen gegen die Kanalküste eingeleitet. — In Belgien greifen
unsere Truppen den Feind an, der sich ostwärts Gent und weiter südlich an
der Schelde erneut zum Kampf gestellt hat. Versuche des Feindes, sich aus
dem Raum Valenciennes einen Ausweg nach Süden zu bahnen, sind gescheitert.
Am Südflügel unseres Angriffes nahmen deutsche Truppen, wie schon durch
Sondermeldung bekanntgegeben, Laon und stürmten über den Chemin des Dames
bis an den Aisne-Oise-Kanal vor. Bei der Abwehr französischer Gegenangriffe
wurden hier zahlreiche Panzerwagen vernichtet. Die Stadt Rethel, in der sich
Teile des Feindes noch behaupteten, ist genommen. — An diesem Siegeszug
des deutschen Heeres hat die Luftwaffe hervorragenden Anteil. Durch die völlige
Beherrschung des Luftraumes, durch die Zerstörung von Flußübergängen und
Verkehrsanlagen, durch ihre Angriffe auf Marsch- und Transportkolonnen hat
sie die Auflösung der französischen 9. Armee beschleunigt und alle bisherigen
Versuche, die Flanken unseres Durchbruches zu bedrohen, im Keime erstickt. —
Bei der Seeaufklärung vor der französischen Küste sind ein französischer Zer-
störer, der französische Marinetanker „Niger“ von 5482 t, der französische
Frachter „Pavon“ und zwei weitere Frachter schwer beschädigt worden. In
der Nacht zum 21. 5. wurden in der Straße Dover—Calais sechs Transport-.
schiffe und Tanker mit einer Tonnage von 43000 t durch Bomben versenkt, vier
weitere, Schiffe mit insgesamt 13000 t schwer beschädigt. — Die Gesamtverluste
des Gegners in-der Luft betrugen gestern 47 Flugzeuge. Fünfzehn deutsche Flug-
zeuge werden .vermißt.

Führerhauptquartier, 22. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Durch-
bruch der deutschen Truppen zur Kanalküste wurde gestern auch nach Nord-
westen in Richtung auf St. Pol und Montreuil sur Mer erweitert. Die Hafen-
anlagen von Ostende, Dünkirchen, Calais, Boulogne und Dieppe sind von der
deutschen Luftwaffe wiederum erfolgreich angegriffen worden. — Bei Valen-

r

Heimkehr von erfolgreichem Aufklärungsflug gegen englische U-Boote. Besatzung
wird an Land gebracht. Rechts: Nach der Heimkehr von erfolgreichen Seeflug-
zeugen bekommen diese bei Unterseebootversenkung einen Balken und das
sinkende U-Boot aufgemalt. Bilder PK-Eschenburg (Weltbild)
Seite 174 „FLUGSPORT" Nr. 12/1940, Bd. 32

ciennes ist der Angriff gegen die hier zusammengedrängten französischen Kräfte
unter hartnäckigen Kämpfen im Gange. Versuche des Gegners, im Artois über
Arras und westlich nach Süden auszubrechen, wurden abgewiesen. Bei Arras
trugen Junkers-Stuka-Flugzeuge -zum Scheitern eines englischen Panzerangriffes
wesentlich bei. — Am 21. 5. war die deutsche Luftwaffe mit großem Erfolg
hauptsächlich zur Störung des feindlichen Rückzuges eingesetzt. Mehrere stark
belegte Flugplätze wurden außerdem mit Bomben angegriffen, Flugzeuganlagen
und Flugzeuge am Boden zerstört. Die Bahnhöfe von Compiegne und Crei
brennen. In und vor den belgischen und französischen Häfen wurden ein Kreuzer
und elf Handels- und Transportschiffe vernichtet, mehrere weitere Schiffe be-
schädigt. — Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 120 Flugzeuge,
davon wurden 35 im Luftkampf, 14 durch Flak abgeschossen, der Rest am
Boden zerstört. Zehn deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Wie bereits durch
Sondermeldung bekanntgegeben, griffen am 20. Kampfverbände der Luftwaffe
bei Narvik‘ operierende Teile der britischen Flotte an. Ein Schlachtschiff und
ein Schwerer Kreuzer erhielten schwere Bombentreffer, außerdem wurden ‚zwei
weitere Kriegsschiffe und drei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt.
Bei erneuten Angriffen am 21. 5. sind ein Zerstörer und ein Transporter schwer
getroffen worden. — In der Nacht zum 22. 5. warfen feindliche Flugzeuge über
Westdeutschland planlos Bomben, die meist auf freies Gelände fielen. Militärische
Anlagen sind nicht getroffen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Flak
F hossen.
a echauptauartier, 23. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Auch gesteru
wurden Ausbruchsversuche feindlicher Panzerkräfte bei Cambrai im Zusammen-
wirken des Heeres mit der Luftwaffe unter schweren Verlusten für den Gegnei
abgewiesen. Im westlichen Artois sind deutsche Truppen aus dem ‚Durchbruchs-
keil heraus im Vorgehen nach Norden in allgemeiner Richtung Calais. — Angriffe
der Luftwaffe trafen in erster Linie die rückwärtigen Verbindungen des Gegners
sowie Rückzugsbewegungen und Truppenansammlungen in Flandern und im
Artois. — Durch bewaffnete Aufklärung vor der Kanalküste wurden drei Trans-
porter und ein Tanker mit insgesamt etwa 20000 t versenkt und ein Zerstörer
schwer beschädigt. Die Hafenanlagen von Dünkirchen und Dover sind wirksam
mit Bomben belegt worden. — Im übrigen war die Tätigkeit der beiderseitigen
Luftwaffen durch die Wetterlage beschränkt. Der Gegner verlor neun Flugzeuge.
Fünf deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Bei Narvik gelang es, einen
Schlachtkreuzer am Bug schwer zu treffen, einen Transporter von 3000 t zu
versenken und einen weiteren Transporter schwer zu beschädigen. Außerdem
wurden Zelt- und Munitionslager in Brand geworfen. Nachschubkolonnen zer
sprengt, Batteriestellungen und Landungsanlagen erfolgreich angegriffen. — Auc
in der letzten Nacht setzte der Gegner seine planlosen Luftangriffe gegen nicht-
militärische Ziele fort. In den Niederlanden wurden die Orte Nymwegen und
Waalwyk von britischen Flugzeugen angegriffen und dabei mehrere Zivilpersonen
getötet. — Auf Grund nachträglich eingelaufener Meldungen beträgt, wie bereits
durch Sondermeldung bekanntgegeben, die Zahl der durch Flakartillerie in der
Zeit vom 10. bis 15. 5. abgeschossene feindlichen Flugzeuge 342.
Führerhauptquartier, 24. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
unterstützte mit starken Kräften den Kampf des Heeres gegen die im belgisch-
französischen Raum eingeschlossenen feindlichen Armeen. Auch an der Südfront
bekämpfte die Luftwaffe Verkehrsanlagen, Transportbewegungen und 'Truppen-
ansammlungen. — Bei der bewaffneten Aufklärung an der Kanalküste wurden
vor Boulogne ein großes Kriegsfahrzeug, wahrscheinlich ein Kreuzer, und drei
Zerstörer durch schwere Bomben getroffen. Unsere Flugzeuge stießen dabei auf
starke Flakabwehr. Es gelang außerdem, sechs beladene Transporter zu ver-
senken. — Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen ‚gestern insgesamt
49 Flugzeuge; davon wurden im Luftkampf 25, durch Flakartillerie 8 Flugzeuge
abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 16 deutsche Flugzeuge werden ver-
mißt. — Bei Narvik griff die Luftwaffe massierte Erdziele, Zelte und Tragtier-
kolonnen, Truppenansammlungen und Ausladungen mit Erfolg an. Ein feindlicher
Jäger wurde abgeschossen, ein Kreuzer und ein Transporter durch Bombentreffer
beschädigt. — Auch in der Nacht zum 24. 5. flog der Gegner nach West-Süd-
westdeutschland ein und wiederholte seine planlosen Bombenwürfe auf nicht-
ilitärische Ziele.
a erhauptauartier. 25. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche
Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen im belgisch-nordfranzösischen Raum

Nr. 12/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 175

Truppenansammlungen, Kolonnen, sowie Flakstellungen mit gutem Erfolg an und
belegten in den belgischen und französischen Kanalhäfen Kai- und Tankanlagen,
Werften, Docks, Artilleriestellungen und Molen mit Bomben. Dabei gelang es,
einen Zerstörer und sieben Handelsschiffe bzw. Transporter mit einer Gesamt-
tonnage von rund 20000 t durch Bombentreffer zu vernichten bzw. schwer zu
beschädigen. Ein weiterer Zerstörer wurde, wie bereits durch Sondermeldung
bekanntgegeben, durch Flakartillerie zum Sinken gebracht. — Vor der Südfront
erzielte die Luftwaffe gegen Bahnanlagen, Flugplätze, Marschkolonnen und
Kampfwagenansammlungen große Wirkung. — Im Raum von Narvik setzten
deutsche Kampfverbände ihre Luftangriffe gegen Seeziele fort und griffen mit
gutem Erfolg auch in den Erdkampf ein. — Wie bereits durch Sondermeldung
bekanntgegeben, wurden dabei am 23. 5. zwei Kreuzer so schwer getroffen,
daß mit ihrem Totalverlust zu rechnen ist. Auch ein Schlachtschiff und ein
Kreuzer oder Zerstörer wurden stark beschädigt. Bei der Wiederholung dieses
Angriffes am 24. 5. erhielt das schon am 23. 5. beschädigte Schlachtschiff drei
weitere schwere Treffer auf das Heck, so daß es bewegungslos und ohne
weitere Abwehr liegen blieb. Ein Flugzeugträger wurde in Brand geworfen; mit
seinem Verlust ist zu rechnen. Ferner wurden ein Kreuzer mittschiffs getroffen,
ein Transporter und zwei Handelsdampfer versenkt, zwei weitere beschädigt
und ein großer Tanker nach einem Treffer mit Schlagseite auf Strand gesetzt.
Zur Verstärkung der bei Narvik kämpfenden Truppen gelang es, Gebirgsiäger-
einheiten durch Fallschirmsprung abzusetzen. — Die Gesamtverluste des Feindes
in der Luft betrugen gestern 84 Flugzeuge, davon wurden 27 im Luftkampf,
14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Sieben
deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 26. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Flandern
und im Artois setzten wir den konzentrischen Angriff gegen die eingeschlossenen
feindlichen Armeen unter ständiger Verengung ihres Kampfraumes auf der
ganzen Front fort. Der Feind leistet verschiedentlich noch heftigen Widerstand.
Um ihn rascher zu brechen, griff die Luftwaffe an vielen Stellen in den Erd-
kampf ein. — An der belgisch-französischen Küste belegte die Luftwaffe erneut
die Hafenanlagen von Zeebrügge, Ostende und Dünkirchen mit Bomben. In Ost-
ende wurden ein Pulvermagazin und das Marinedepot durch Bombentreffer in
Brand gesetzt, ein Transporter schwer beschädigt. In der Nacht vom 24. zum
25. 5. griff die Luftwaffe ferner zahlreiche Flugplätze im Osten und Südosten
Englands unter guter Wirkung mit Bomben an. Im Seegebiet von Calais wurden
zwei große Handelsschiffe mit je 5000 t, zwei kleinere Handelsschiffe und ein
Kriegsschiff getroffen. — An der Südfront keine besonderen Ereignisse. Die Luft-
waffe setzte dort ihre Angriffe gegen Eisenbahnstrecken, Artillerie-Stellungen
und Truppenansammlungen, besonders in den Wäldern, fort. Die Verluste des
Gegners am 25. 5. betrugen insgesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 19 im Luft-
kampf, 17 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest wurde am Boden ver-
nichtet. Elf deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Im Raume von Narvik er-
hielten ein großes Kriegsschiff sowie ein Kreuzer ie einen schweren Treffer.
Brandwirkung wurde beobachtet. Gestern sind weitere Gebirgsiäger zur Unter-
stützung der bei Narvik kämpfenden Truppen mit Fallschirm abgesprungen.

Führerhauptquartier, 27. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Flandern
und im Artois haben unsere Truppen ihre Angriffe fortgesetzt und die einge-
schlossenen feindlichen Armeen weiter zusammengedrängt. Besonders nördlich

Engl. Wellington-Bomber, bei einem Luftangriff auf den Flugplatz Aalborg zum
Absturz gebracht, fiel ins Wasser.

Bild PK-Eschenburg (Weltbild)
Seite 176 „FLUGSPORT" Nr. 12/1940, Bd. 32

Menin gelang ein tiefer Einbruch in die feindliche Front "bis dieht-vor Ypern.
Wie an den Vortagen griffen starke Einheiten der Luftwaffe in die Kampf-
handlungen im Westen ein und erleichterten das Vorwärtskommen des Heeres.
Der Schwerpunkt der Angriffe lag mit stärkster Wirkung über dem Raum der
eingeschlossenen feindlichen Armeen. — Wie bereits durch Sondermeldung be-
kanntgegeben, fiel Calais, das hinter der Front umschlossen war, nach hartem
Kampf in unsere Hand. — Gegen den Versuch der Engländer, Teile ihrer ein-
geschlossenen Truppen nach England zu schaffen, griff die Luftwaffe erneut
die noch in Feindeshand verbliebenen Häfen an der belgisch-französischen
Kanalküste an. In Dünkirchen gingen die Hafenanlagen in Flammen auf. —
Angriffe der Luftwaffe richteten sich auch gegen die Flugplätze in der Um-
sebung von Paris, Verkehrsanlagen südlich Reims und gegen feindliche Truppen-
bewegungen. Allein auf einem Flugplatz fielen 20 feindliche Flugzeuge der Ver-
nichtung anheim. — Die Verluste des Gegners betrugen gestern 73 Flugzeuge,
davon wurden 32 in Luftkämpfen, 15 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest
am Boden vernichtet. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Im Kampf um
Narvik wurden auch gestern wieder Gebirgsjäger durch Fallschirmsprung ab-
gesetzt. Nachdem bereits am 24. 5. ein feindlicher Flugzeugträger im Ofot-Fiord
bei Narvik einen schweren Bombentreffer erhalten hatte, wurde dieses Schiff,
wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, am 25. 5. vor Harstard erneut
durch drei Bomben, darunter eine Bombe schwersten Kalibers, getroffen und
zum Sinken gebracht. Es gelang ferner, ein Handelsschiff von 8000 t durch
Bombentreffer zu versenken und außerdem ein großes Kriegsschiff und zwei
Kreuzer sowie einen Transporter von 18000 t mit schweren Bomben unter
Brand- und Explosionserscheinungen zu treffen. Auf dem Flugplatz Barduvos
sind mehrere Flugzeuge am Boden zerstört worden. — Der Feind setzte in der
Nacht zum 27. 5. seine planlosen Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele in
Westdeutschland fort, ohne hierbei größeren Schaden anzurichten.

Führerhauptquartier, 28. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die große
Schlacht in Flandern und im Artois hat ihren Höhepunkt erreicht. Im scharfen
Angriff brachen unsere Truppen zum Teil erbitterten Widerstand und drängten
die eingeschlossenen feindlichen Armeen auf immer engeren Raum zusammen,
indem auch die Luftwaffe mit starken Kräften vernichtend wirkte. Gegen die
belgische Armee gewannen wir nach harten Kämpfen schnell Boden und stehen
10 km vor Brügge und vor Thourout. Thielt wurde durchschritten und die dort
befindliche starke feindliche Artilleriegruppe im Nahkampf gestürmt. — In Er-
kenntnis dieser hoffnungslosen Lage hat, wie schon durch Sondermeldung be-
kanntgegeben, die belgische Armee unter Führung ihres Königs in Stärke von
400 000 bis 500000 Mann die Waffen gestreckt. — — Die Luftwaffe belegte die
nach Zeebrügge, Nieuport, Ostende und Dünkirchen führenden Straßen und
Eisenbahnlinien, die Hafenanlagen sowie die in den Häfen liegenden Schiffe mit
Bomben. In Dünkirchen ist die Hafenbrücke zerstört worden. Zwischen Calais
und Dover erhielt ein feindlicher Zerstörer einen schweren Treffer. — Die
Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 91 Flugzeuge.
Davon wurden im Luftkampf 63, durch Flakartillerie 11 abgeschossen. Auf einem
Flugplatz wurden 15 Flugzeuge am Boden zerstört. 23 deutsche Flugzeuge
werden vermißt. — Auch im nördlichen Norwegen griff die Luitwaffe mit Erfolg
an. In Bodö wurden ein Sender zerstört, ein zweiter stark beschädigt, zwei
feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Die englische Luftwaffe setzte ihre plan-
losen Angriffe auf nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland fort.
Mehrere Zivilpersonen wurden getötet.

Führerhauptquartier, 29. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche
Luftwaffe bekämpfte am 28. 5. zurückflutende Kolonnen aller Art, Truppen-
ansammlungen und Panzerwagen. — Bei der bewaffneten Aufklärung vor der
belgisch-französischen Küste und im Kanal wurden drei Zerstörer, zwei Trans-
porter und zwei Frachtschiffe mit Bomben angegriffen und schwer beschädigt,
in der mittleren Nordsee durch Bombentreffer ein feindliches U-Boot versenkt.
Die Vernichtung eines weiteren U-Bootes ist wahrscheinlich. — Die Verluste des
Gegners in der Luft betrugen am 28. Mai insgesamt 24 Flugzeuge, davon wurden
im Luftkampf 16, durch Flak 8 abgeschossen. Drei deutsche Flugzeuge. werden
vermißt. — Hauptmann Mölders errang seinen 20. Luftsieg. — In’Norwegen ist
der Feind gestern, von zahlreichen Kriegsschiffen unterstützt, an der Erzbahn
gelandet und von Norden her in Narvik eingedrungen. Deutsche Kampfverbände
griffen die dort liegenden feindlichen Seestreitkräfte an. Ein größeres Kriegs-
schiff erhielt einen schweren Treffer mittschiffs und stellte unter starker Rauch-

Nr. 12/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 177

entwicklung das Feuer ein. Drei Kreuzer und ein Zerstörer sowie ein Frachter
erhielten schwere Bombentreffer. Truppenausladungen bei Ankenes wurden mit
zahlreichen Bomben belegt.

Berlin, 30. 5. 40. (DNB.) Am Nachmittag und Abend des 29.5. griffen stärkere
Verbände zweier Fliegerkorps, die unter Führung der Generale Grauert und von
Richthofen standen, im Hafen und Seegebiet Dünkirchen—Ostende britische
Kriegs- und Transportschiffe an, die die Reste des geschlagenen britischen Expe-
ditionsheeres nach der Heimat abtransportieren sollten. — Der Angriff, an dem
sich Verbände aller Waffen beteiligten, erstreckte sich auf über 60 Schiffe.
3 Kriegsschiffe und 16 Truppentransporter, darunter Schiffe von über 15000 t,
wurden durch die anhaltenden konzentrierten Bombenangriffe versenkt. 31 weitere
Schiffe erhielten Volltreffer, wurden schwer beschädigt, teils bewegungsunfähig
gemacht, teils in Brand geworfen. Die Schleusen des Hafens von Dünkirchen sind
völlig zerstört, die Hafenbecken ausgelaufen. — Jagdflieger, die gemeinsam mit
den Bombenfliegern den Kampf gegen die englische Transportunternehmung führ-
ten, erzielten 68 Abschüsse. Hierbei zeichneten sich besonders die Verbände des
Obersten von Massow aus. 10 weitere Flugzeuge, die die Einladungen schützten,
wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Die
Flakartillerie versenkte außerdem ein kleineres
Kriegsschiff und brachte fünf weiteren durch
direkte Treffer schwere Beschädigungen bei.

Führerhauptquartier, 30. 5. 40. (DNB.)
Oberk. d. Wehrmacht: Die große Schlacht
in Flandern und im Artois geht mit der Ver-
nichtung der dort im Kampf gestandenen
englischen und französischen Armeen ihrem
Ende entgegen. Seit gestern ist auch das eng-
lische Expeditionsheer in völliger Auflösung.
Sein gesamtes unübersehbares Kriegsmaterial
zurücklassend flüchtet es zum Meer. Schwim-
mend und auf kleinen Booten versucht der
Feind, die auf der Reede liegenden englischen
Schiffe zu erreichen, auf die sich unsere Luft-
waffe — wie schon durch Sondermeldung be-
kanntgegeben — mit verheerender Wirkung
stürzte. Südlich und südwestlich von Amiens
wurden Truppenansammlungen in den Wäldern
mit Bomben belegt. — Die feindlichen Verluste
betrugen gestern 89 Flugzeuge, davon 68 im
Luftkampf, 17 durch Flakartillerie abgeschos-
sen, der Rest am Boden zerstört. 15 deutsche
Flugzeuge werden vermißt. — Der Kampf um
Narvik dauert mit unverminderter Stärke an.
Unsere Truppen haben Bergstellungen außer-
halb der Stadt bezogen und werden verstärkt.
Kampfflieger griffen einen feindlichen Flugplatz
an. Mehrere am Boden stehende Flugzeuge
wurden vernichtet.

Unsere Luftwaffe im Einsatz in großer Höhe
im Westen. Man beachte Atmungsgerät Rück-
spiegel.

Bild PK-Stempka (Weltbild)

Wirkung einer Stuka-Bombe auf einen

belgischen Bahnhof.

Bild Moch-PK-Weltbild

Zurückflutende französische Kolonen werden

von deutschen Kampffliegern bombardiert.

Deutlich zeigt die Brand- und Rauchwolke

(rechts oben), daß die deutsche Bombe genau

auf dem Schienenstrang liegt.

#®;Bıld PK-Smolarczyk (Weltbild)

Abgeschossenes englisches Flugzeug bei einem
französischen Ort.

Bild Sprotte-PK-Weltbild

Seite 178 „FLUGSPORT"“ Nr. 12/1940, Bd. 32

Führerhauptquartier, 31. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Einsatz
der Luftwaffe war im Laufe des 30. 5. durch die Wetterlage stark beeinträchtigt.
Trotzdem wurden die Hafenanlagen von Dünkirchen erneut angegriffen. — In der
Nacht zum 31. 5. griffen wiederum britische Flugzeuge in Norddeutschland nicht-
militärische Ziele an. Wesentlicher Schaden ist nirgends angerichtet worden. In
Südholstein wurde ein feindliches Flugzeug durch Nachtjäger abgeschossen. In
Nordfrankreich verlor der Feind drei französische, vor Stavanger ein britisches
Kampfflugzeug in Luftkämpfen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Segelflug

le von Sänpetru/Brasov 1939.
Segellusschule u Sänpetru, 7. Mai 1940.

Die Segelflugschule von Sänpetru/Brasov, 1937 von der Federatia Aeronautica
Regala a Romaniei gegründet, und Leitung, Organisierung und der Weiteraufbau
der Schule wurden dem Aeroclubul Brasov übergeben.

In den Jahren 1937—1938 war die fliegerische Leitung dieser Schule ‚dem
Deutschen Segelflughauptlehrer anvertraut. Die schönen Ergebnisse, die in dieser
Zeit zu verzeichnen waren, wurden schon im Jahre 1938 im „Flugsport“ ver-
öffentlicht (Nr. 10, 1939).
one Die ae Leitung der Schule führte auch im Jahre 1939 Dipl.-Ing.
VI. Timosencu, Generalsekretär des Aeroclubul Brasov. Die fliegerische Leitung
übernahm Segelflushauptlehrer E. Cernescu.

Das Fluggelände der Schule ist nicht besonders groß und auch relativ niedrig.
Ein ausgezeichnetes Vorgelände und eine gute Verteilung der Hänge macht es
aber für iede Windrichtung, sogar bei mittleren Windstärken (von 7—8 mis auf-
wärts), ausnützbar. Eine danebenliegende Wiese wird für Windenschleppschulung
benützt. Flugzeugschlepp wird auf einem in 10 km Entfernung gelegenen Flugplatz
betrieben. Die Schule verfügt über ausreichendes Flugmaterial, 11 Gleiter und
9 Segler (Grunau 9, Schulgleiter, Salamandra, Baby 2a, Wolf, Rhönbussard). Mit
diesen Flugzeugen wird ein sehr reger Normalschulungsbetrieb erhalten. Leider
hatten wir bisher keine einzige Hochleistungsmaschine, und da unser Gelände für
thermische Verhältnisse sehr ungünstig gelegen ist, blieb die Zahl der Leistungs-
flüge bisher noch gering. Nun bekommt die Schule eine „Meise“, und damit
wollen wir auch diesen Mangel nachholen.

Die Ergebnisse der Tätigkeit für 1939 sind folgende: Starts: 5350, Flug-
stunden: 563, Segelflugstunden: 520, Prüfungen: 69 A, 60 B, 57C, Gleitfluglehrer: 16.

Außerdem wurden auch mehrere schöne Bedingungsflige ausgeführt,
7 Dauer- und 3 Höhenflüge für das Silberabzeichen. 2 Fluglehrer erfüllten in
diesem Jahre die Bedingungen für die Silber C.

Landesrekorde für Strecke und Höhe wurden ebenfalls verbessert.

Wie schon oben erwähnt, war aber die Schule gar nicht für Leistungsflüge
eingestellt, sondern fast ausschließlich auf die Steigerung des normalen Schul-
betriebes für A-, B- und C-Prüfungen konzentriert.

Von der Segelflug-
schule von Sän-
petru/Brasov.

Nr. 12/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 179

Auch für das Jahr 1940 wird die Normalschulung als hauptsächliche Grund-
lage gestellt. Es liegt nun an den wenigen Leistungsfliegern, durch persönlichen
Einsatz auch den Leistungssegelflug bei uns zur Geltung treten zu lassen.

Unsere mühevolle Arbeit des Jahres 1939 erntete auch vollen Erfolg und die
schönen Ergebnisse bilden den richtigen Ansporn für die Weiterentwicklung
dieser Bewegung in unserem Lande. Zwischen uns und Deutschland war bisher
auf diesem Gebiete immer eine aufrichtige Freundschaft. Und wir wollen durch
das Weitererhalten dieser Freundschaft, zur Förderung unseres und des gesamten
Segelfluges beitragen. E. Cernescu, Segelflughauptlehrer.

Schulungswerkstatt für Segelilugzeugbau des Telegraphenamtes Mainz am
9. 5. von Präsident Lochmaier der Obhut des NS.-Fliegerkorps Gruppenführer
von Molitor übergeben.

Luft- Post.

Kenniarben für Rohr- und Schlauchleitungen sind folgende: Wasser: grün,
Luft: blau, Kraftstoff: gelb, Schmierstoff und Preßöl: braun, Abgas: schwarz,
Enteisung: weiß, Gefahrenschutz (Feuerlöscher): rot. Weiter werden die Rohr-
leitungen z. B. bei Drucköl braun-rot-braun gekennzeichnet. Ein DIN-Normblatt
hierfür vom Fachnormenausschuß für Luftfahrt wird demnächst erscheinen.

Lader haben den Zweck, bei Steigerung der Drehzahl (bei kleinen Oeff-
nungszeiten) sowie bei zunehmender Flughöhe, wenn Luftdruck und Luftwichte
abnimmt, den Füllungsgrad des Zylinders zu verbessern und mithin die Leistung
des Motors zu steigern. Je nach Bauart und Uebersetzungsverhältnis läuft der
Motor, angetrieben von der Kurbelwelle, mit 10 bis 30000 Umdrehungen. Bei
sogenannten Höhenladern wird ein besonderer Ladedruckregler vorgesehen,
welcher die Aufgabe hat, den Druck im Vergaser vom Boden bis zur Nennhöhe
gleich zu halten.

Berichtigung. „Flugsport“ Nr. 10 muß es richtig heißen: S. 140 Bildunter-
schrift unten rechts „USA Vultee Jagdeinsitzer-Zweimotor Valiant“; S. 141 Be-
schreibung 1. Zeile „Vultee Einsitzer-Jagdflugzeug Valiant“; ferner Bildunter-
schrift S. 141 „Vultee Einsitzer-Jagdflugzeug Vanguard“.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Die Luftfahrt-Navigation. Ein Handbuch für den Dienstunterricht, v. Kapt.
Theo E. Sönnichsen. 3. erw. Auflage, 195 S. mit 115 Abb. Verlag E. S. Mittler &
Sohn, Berlin SW 68. Preis RM 2.80.

Das Geleitwort schrieb der Korpsführer des NSFK. General der Flieger
Christiansen. Theoretisches Wissen und praktisches Können in der Luftfahrt-
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Bewaffnung. Der umfangreiche Lehrstoff ist übersichtlich gegliedert und leicht
verständlich, wodurch das Buch für das Selbststudium besonders empfohlen
werden kann.

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Untergänge der Sonne für jedes Datum und jeden Ort Mitteleuropas, z. tägl.
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Dümmlers Verlag, Bonn. Preis RM 3.80.

Bei der Herausgabe der 2. Auflage sind die Tafeln unverändert geblieben.
Kürzung der Dämmerung bei mehr oder weniger bewölktem Himmel konnte durch
inzwischen ausgeführte Untersuchungen geklärt werden. Beim Gebrauch ist zu
beachten, daß den aus den Karten entnommenen Auf- und Untergangszeiten in
Deutschland während der Zeit vom 1. 4. bis 6. 10.40 eine Stunde hinzuzufügen ist.

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faßt 876 Seiten. Behandelt sind nur deutsche Erzeugnisse, und zwar Motorflug-
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Seite 180 „FLUGSPORT"“ Nr. 12/1940, Bd.

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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen,

nur mit genauer Quellenangabe gestattet.
Nr. 13 19. Juni 1940 XXXII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 3. Juli 1940

Weiter vorwärts.

Unaufhaltsam sind unsere Truppen vorwärtsgestürmt. Dank
dem Einsatz unserer Luftwaffe wurde jeder Widerstand gebrochen.
Die Suprematie Frankreichs in der Luft ist ausgeträumt. Großbri-
tanniens Luftmacht war eine großsprecherische Einbildung.

Wir danken es unseren Fliegern, unserer Flugzeugindustrie,
unseren rastlos arbeitenden Konstrukteuren und Technikern wie den
einzelnen Arbeitern, die unser Führer mit seinem Generalfeldmar-
schall überall an den richtigen Platz gestellt hat, um Höchstleistun-
gen zu vollbringen.

Mit Ehrfurcht gedenken wir unserer gefallenen Fliegerkameraden,
die alle Mitkämpfer an der Front und in der Heimat zu noch größeren
Leistungen verpflichten.

Trotz größter Erfolge sind wir noch nicht am Ziel. Es heißt, mit
allen Kräften und Mitteln weiter arbeiten, bis die Widerstandskraft
unserer Gegner restlos gebrochen ist.

Unsere Truppen stehen mitten in dem zusammengebrochenen
Frankreich. Inzwischen ist Italien in den Krieg getreten. Der End-
kampf hat begonnen. Das Ziel, eine Neuordnung Europas, wird er-
reicht werden.

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Corp. Glendale, Kalifornien, nahm verschiedentlich an sportlichen
Veranstaltungen in USA im vergangenen Jahr teil.

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Rumpf runder Querschnitt. Führerverkleidung, Schiebehaube.
Motor 125 PS Warner. Es kann auch 145 PS Warner eingebaut
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Diese Nummer enthält Profilsammi!ung Nr. 21,

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und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das III. Vierteljahr 1940, RM 4.50,
möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 3. Juli
werder wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.

Seite 182 „FLUGSPORT"“ Nr. 13/1940, Bd. 32

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R . cht

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geschwindigkeit 187 km/h, Landegeschwindigkeit 56 ‚km/h, neic -
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Drei Längsholme, doppelt T. Sperrholzbeplankung. Landeklappen

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beplankt, hinten Stoffbespannung. Von vorn: mittlerer otor,
Führerkabine mit Doppelsteuerung und Sitze für Bordmonteur un i
Funker, anschließend Fluggastraum für 21—24 Fluggäste. H e
rechten Seite je zwei Sitze, links ein Sitz, dazwischen Mittelgang.

i ietür links hinter dem Flügel. \
lose freitragend. im Fluge verstellbar. Ruder ausgeglichen.

Ital. See-Mehrzweckeflugzeug Savoia-Marchetti SM 87. Werkbilder

Nr. 13/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 183

Zwei Schwimmer stark gekielt, Holzkonstruktion. Schwimmer-
gestell Dreiecksverband. Streben stromlinienverkleidet.

Drei Motoren Pratt & Whitney SC. 3-G von je 900 PS. Start-
leistung 1065 PS. Spannweite 29,70 m, Länge 21,80 m, Höhe 6,15 m,
Fläche 118,6 m?. Betriebsstoff 3800 1. Leergewicht 11 700 kg, Flug-
gewicht 16700 kg. Flächenbelastung 141 kg/m’, Leistungsbelastung
6,2 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit in 3000 m 360 km/h, Reise-
geschwindigkeit mit 70% Motorleistung 310 km/h, mit 60% Motor-
leistung 285 km/h. Steigfähigkeit auf 4000 m 20 Min. Gipfelhöhe
7500 m, mit einem Motor 3000 m. Reichweite mit 24 Fluggästen
1000 km, mit 17 Fluggästen 2180 km.

Franz. Transporter Bloch 161 Viermotor.

Der Viermotor Bloch 161, gebaut von der S.N.C.A. S.-0.
(Societe Nationale de Constructions Aeronautiques de Sud-Ouest),
ist ein freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise.

Flügel, Vorderkante Pfeilform, Hinterkante gerade. (Im Gegen-
satz zu Potez 661 mit gerader Vorderkante.) Im mittleren Teil des
Flügels hinter den Motoren Landeklappen, in den Ansatzflügeln
Querruder. Flügelnase, enthaltend alle Leitungen, Steuerungsführun-
gen, abnehmbar.

Rumpf mit Rücksicht auf Transport zweiteilig. Raum unter dem
Fußboden der Kabine befahrbarer Gang für die Steuerübertragungs-
einrichtungen wie rollengelagerte Stoßstangen usw., ferner Gepäck-
räume.

Höhenleitwerk freitragend mit Endscheiben und Seitenrudern.
Höhenruder Trimmklappen.

Fahrwerk Typ S.M.G. in die mittleren Motorverkleidungen
hochziehbar durch vom Motor betätigte Winden. Hochziehbares
Spornrad.

Betriebsstoffbehälter in den mittleren Flügelstücken.

Im Führerraum Doppelsteuerung, dahinter Sitze für Mechaniker
und Funker mit den entsprechenden Geräten. Dahinter vor der

Kabine, ein abge-

schlossener Raum für a:
Akkumulatoren, —- - - ———t
Schaltbrett usw. Q_ano Senna D

Fluggastraum unter- nn

teilt in drei Räume IT oo.

für 9, 12 und 12 Flug- PR |

gäste. IS r

Spannweite 29,40
m, Länge 244 m, I _
Höhe 4,7 m, Fläche SZ.
111,3 m’. Leerge- | 3
wicht 10 300 kg, nor- UL

_

mn +3
AUIRDUL

Sr
le a
41 Yes El

Fir a Int
rn ER TUE
K'

4

males Fluggewicht NEE FEEE on
17 000 kg, max. Flug- osonpunnäng

gewicht 21000 ke. Er
Flächenbelastung 152 \
kg/m?, Leistungsbe-
lastung 4,6 ke/PS.
Geschwindigkeit er-
rechnet: Max. 420
km/h, Reisegeschw.
365 km/h, Landege-
schw. 100 km/h, Gip-
felhöhe 8000 m, Reich-
weite 1200 km.

Bloch 161.

“ Zeichnung Flugsport

29200
Seite 184 „FLUGSPORT"“ Nr. 13/1940, Bd. 32

Die militärische Ausführungsform als Bomber Bloch 162-BS
wurde 1938 im Pariser Salon gezeigt. „Flugsport“ 1938, S. 679.
Spannweite 28,10 m, Länge 21,91 m, Höhe 4,75 m, Fläche 109 m”.
Höchstgeschwindigkeit in 5000 m 475 km/h, Landegeschw. 110 km/h,
Gipfelhöhe 9000 m.

Alfa-Romeo 135 RC 18 Zyl. Doppelstern 1500 PS.

Den von Alfa Romeo in Mailand gebauten 18-Zyl.-Doppelstern-
luftgekühlten-Alfa-Romeo-135-RC-34-Motor, überkomprimiert, un-
tersetzt, haben wir im „Flugsport“ 1939, Seite 467, kurz erwähnt.

Kurbelgehäuse dreiteilig, Trennstelle in der Achse der Zylinder
der beiden Sterne, wird durch 18 Schrauben zusammengehalten. Der
hintere Teil des Kurbelgehäuses enthält Lader mit seinem Getriebe.
Der hintere Verschlußdeckel trägt die Zubehörteile wie Oelpumpe,

triebstoffpumpe, Magnet, Starter usw.
Zylinder Stahllaufzylinder mit eingedrehten Rippen; Zylinder-
kopf aus Duralfa-Gemisch geschmiedet, auf die Stahlzylinder warm
aufgeschraubt. Verbrennungsraum Kugelform. Zwei Auslaßventile
vorn, zwei Einlaßventile hinten. Geschmiedete Dural-Kolben, zwei
Kompressions- und zwei Oelabstreifringe.

Kurbelwelle hohl, vierteilig, läuft in 5 Kugellagern. Unterset-
zungsgetriebe 1:2. Vorgesehen ist der Einbau eines Untersetzungs-
getriebes für zwei gegenläufige Schrauben 2:3. Ventilbetätigung
durch zwei vor jeder Zylinderreihe sitzenden Nockenscheiben.

Lader angetrieben durch Getriebe mit elastischer Kupplung.
Uebersetzung von Motorwelle: 1: 9,26. |

Betriebstoffzuführung Zenithyergaser mit automatischer Höhen-

ulierung und automatischer Gasanreicherung.

u Doppelzündung mit zwei Marelli-Alta-Quota-Magneten. Druck-
mierung.
sch Zylinderinhalt 48,217 1, Kompression 6,6 : 1. ‚Startleistung
1500 PS, Leistung am Boden 1250 PS, in 3400 m Höhe 1400 PS.
. Betriebsstoff-
nn n N verbrauch bei
Normalleistung
in Seehöhe 265
e/PS/h, in 3400
m Höhe 250
e/PS/h. Oelver-
brauch 14 bis 16
e/h. Durchmes-
ser des Motors
1315 mm, Ge-
wicht 950 kg.

Alfa-Romeo
135 RC 34 1500 PS
Doppelstern-Motor.

Nr. 13/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 185

Amerikanische Luftfahrtforschung im Jahre 1939,

Das „National Advisory Committee for Aeronautics“ (NACA) gibt in seinem 25. Jah-
resbericht eine Gesamtübersicht über die in dem Berichtsiahr geleistete Forschungsarbeit.
Die laufenden Veröffentlichungen erfolgen 1. in NACA Reports, die fundamentale Ergeb-
nisse der Luftfahrtforschung enthalten und deren Inhalt Flugsport-Lesern aus den NACA-
Berichtsammlungen bekannt ist, 2. in NACA Technical Notes, die Ergebnisse kürzerer
Untersuchungen enthalten und zunächst laufend Teilergebnisse von sich über längere Zeit-
räume erstreckenden Versuchsreihen bringen. Insgesamt wurden 1939 36 Reports und
64 Noten veröffentlicht. Daneben gibt das NACA noch Uebersetzungen wichtiger auslän-
discher Literatur heraus.

Die Zentralstätte der amerikanischen Luftfahrtforschung ist das „Langley Memorial
Laboratory, Va.“ (Langley Field), das derzeit über die folgenden Forschungsanlagen ver-
fügt. Ein 8-Fuß- (2.45 m &) Hochgeschwindigkeitskanal, ein 60X30-Fuß- (18,3X9,15 m)
Großkanal, ein 20-Fuß- (6,1 m 9) Luftschraubenkanal, ein 5-Fuß- (1,52 m S) Ueberdruck-
kanal, ein 7X10-Fuß- (2,15X3,05 m) Windkanal, ein 4X6-Fuß- (1,20X1,80 m) Senkrecht-
kanal, ein 15-Fuß- (4,6 m £) Freitrudelkanal, zwei Hochgeschwindigkeitskanäle mit Iniek-
tordüse von 11 Zoll (0,18 m &) und 24 Zoll (0,61 m &). Weiter sind noch vorhanden ein
880 m langer Wasser-Schlepptank, ein Motorenprüfstand, ein Flugforschungslaboratorium
sowie ein Gerätelaboratorium. In letzter Zeit neu hinzugekommen sind noch die folgenden
Anlagen. Ein 19-Fuß- (5,8 m ©) Ueberdruckkanal, ein 7,5X3-Fuß- (2,3X0,91 m) Kältewind-
kanal, ein 12-Fuß- (3,65 m ) Freiflugkanal. In Aussicht genommen sind noch ein Labora-
torium für Flugwerksforschungen, ein Windkanal für zweidimensionale Strömungsunter-
suchungen, ein Kanal für Stabilitätsuntersuchungen, ein 16-Fuß- (4,9 m &) Hochgeschwin-
digkeitskanal und ein 20-Fuß- (6,1 m 9) Freitrudelkanal. Da die in Langeley Field anfallen-
den Forschungsaufträge nicht mehr bewältigt werden konnten, ist mit dem Bau einer
zweiten Forschungsstation in Kalifornien begonnen worden. Mit dem NACA zusammen
arbeitet das „National Bureau of Standards“, Washington, das in der Hauptsache Werk-
stoff-Forschungen durchführt.

Aus der Erkenntnis der Ueberlegenheit ausländischer Militärflugzeuge auf Grund
flüssigkeitsgekühlter Reihentriebwerke, deren ungenügende Entwicklung in USA hervor-
gehoben wird, ergibt sich zwangsläufig die Errichtung eines großen Triebwerksforschungs-
Zentrums; mit dem Baubeginn ist in nächster Zeit zu rechnen.

Die Forschungsarbeit wird von den folgenden Hauptausschüssen geleistet, von denen
gegebenenfalls weitere Unterausschüsse gebildet werden: 1. Ausschuß für Aerodynamik,
2. Ausschuß für Triebwerksanlagen, 3. Ausschuß für Werkstoffe, 4. Ausschuß für Tlugwerk.

Bericht des Ausschusses für Aerodynamik.
Theoretische Aerodynamik. und symmetrischer Joukowsky-Profile un-

Das vom NACA entwickelte Rechenver-
fahren zur Bestimmung der Normalkraftver-
teilung über die Flügeltiefe ist auf gewöhn-
liche Profile sowie auf Profile mit Klappen
anwendbar. Die auf der Saug- und Druck-
seite wirkenden Kräfte werden hierbei nicht
einzeln erfaßt; zu diesem Zweck wurde ein
neues Verfahren ausgearbeitet. (N. 708.)!)
Nunmehr ist es nach Bestimmung der Nor-
malkräfte an Hand der in R. 631 und R. 634
angegebenen Verfahren und der Kenntnis
der Druckverteilung des „Grundprofils“
(d. i. ein Profil gleicher Dicke aber ohne
Wölbung) möglich, die endgültige Druck-
verteilung zu berechnen. Druckverteilungen
des Grundprofils einer Familie von NACA-
Profilen üblicher Form enthält N. 708. Die
theoretischen Untersuchungen über den Ein-
fluß der Kompressibilität bei Strömung hin-
ter Hindernissen wurden fortgesetzt. Im be-
sonderen wurden die Kompressibilitätsein-
flüsse auf das Moment elliptischer Zylinder

') N. und. sind die Abkürzungen für NACA
Technical Notes bezw. NACA Technical Rep.

tersucht und allgemeine Formeln abgeleitet.
(R. 671.) Eine einfache Methode zur nähe-
rungsweisen Bestimmung der Auftriebsver-
teilung längs der Spannweite wurde in
N. 732 veröffentlicht.

Proiile.

In R. 669 werden Korrekturfaktoren ge-
geben, durch .die verschiedene Turbulenz-
grade und Störungen durch Aufhängeinter-
ferenz berücksichtigt werden. Die unter-
schiedliche Turbulenz der Windkanäle war
lange Zeit die Quelle von Fehlern. Die Er-
forschung der Vorgänge in der (renz-
schicht führte in der Entwicklung von Pro-
filen mit ausgedehnter laminarer (renz-
schicht zu weiteren Fortschritten. Diese
Profile konnten nur dann exakt vermessen
werden, wenn die Turbulenz des Windkanals
Null war; diese Erkenntnis führte zur Kon-
struktion eines turbulenzarmen Kanals von
0,9X2,3 m Düsenabmessungen, in dem Pro-
file in zweidimensionaler Strömung unter-
sucht werden konnten. Absolute Turbulenz-
freiheit wird zwar nicht erreicht, wohl aber
Seite 186

„FLUGSPORT“

Nr. 13/1940, Bd. 32

ein im Vergleich zu anderen Kanälen des
NACA äußerst niedriger Wert, der fast dem
der freien Atmosphäre entsprach. In diesem
Kanal wurden neu entwickelte Spezialprofile
untersucht, deren Widerstand 30 bis 50%
kleiner war im Vergleich zu bisher bekann-
ten Werten. Versuche mit diesen Profilen
im Hochgeschwindigkeitskanal führten zu
ähnlichen Resultaten. Die Versuche, zu
denen noch Flugversuche hinzukommen,
werden fortgesetzt. Eine Ausdehnung auf
das Gebiet der kompressiblen Strömung
wurde durchgeführt; Messungen im 0,61-m-
und 2,45-m-Hochgeschwindigkeitskanal. Die
Berechnung von Beiwerten normaler Flügel
und von Flügeln mit Klappen über einem
Teil der Spannweite enthält R. 665. Ergeb-
nisse über den Einfluß verschiedener Arten
von ÖOberflächenrauhigkeit bringt N. 695?)
und N. 724. Geringe Oberflächenwelligkeit,
wie sie durch derzeitige Fabrikationsmetho-
den verursacht wird, bleibt solange ohne
Einfluß auf den Profilwiderstand, als durch
sie nicht eine Verlagerung des Umschlag-
punktes oder Anstoß zur Ausbildung von
Verdichtungswellen verursacht wird. Fine
einfache Welle von 0,5X75 mm Ausdehnung
in 105% t bei einem Profil NACA 230 12
verursachte in einem Falle schon eine
Grenzschichtumwandlung, die von einer be-
trächtlichen Widerstandszunahme begleitet
war. Die durch Rippen bedingte Ausbeulung
der Bespannung ließ den Widerstand bei
einem Rippenabstand von 152 mm um 7%
ansteigen, ein Drittel davon ist auf den
Grenzschichtumschlag zurückzuführen.

Höchstauftriebsvorrichtungen.

Untersucht wurden verschiedene Aus-
führungen von Spalt- und Spreizklappen in
Verbindung mit 12,21 und 30% dicken Pro-
filen. (R. 664, 677.) 30% dicke Profile wiesen
ein 10% kleineres Ca max auf, optimale Klap-
penanordnung. Der zu einem gegebenen c.-
Wert gehörende cy-Wert nimmt mit der
Profildicke zu; größte Geschwindigkeits-
spanne also bei dünnstem Profil! Optimale
Klappentiefe 0,25 t, Vergrößerung nur ge-
ringe Verbesserung. (N. 715, 728.) Ergeb-
nisse von mehrfach unterteilten Klappen
enthält R. 679. Eine Klappe vom „Deflektor“-
Typ ergab kleinere Ca max-Werte im Ver-
gleich zu Spaltklappen. (N. 719.) Spreizklap-
penuntersuchungen an 10, 20 und 30% dicken
Profilen ergaben für die .20% tiefe Klappe
für alle drei Dicken gleiches c,, für die 10%
tiefe Klappe nahm Ca max mit der Profil-
dicke ab, für die 30 und 40% dicken Klap-
pen dagegen mit der Profildicke zu. Eine Zu-
sammenstellung von Untersuchungsergebnis-
sen über Luftkräfte auf Klappen und Vor-
flügel enthält N. 690.

Abreißen der Strömung an den Flügel-

?) Profilsammlung Nr. 20 u. 21 d. „Flugsport“,

spitzen kann u. U. durch Ausfahren der
Klappen behoben werden. Ueber den Einfluß
von Schränkung, Profilform und Wölbung
auf das Abreißen bei Trapezflügeln wird in
N. 713 berichtet. Am günstigsten hinsicht-
lich des Gewichtes sind Trapezverhältnisse
von 0,3 bis 0,5. Ergebnisse von Versuchen
mit festen Flügelschlitzen bringt N. 702. Er-
höhung des Anstellwinkels und demnaciı
auch des Ca max um etwa 10° möglich. Von
Nachteil ist das höhere cyp bei kleinen c..
In N. 670 wird ein automatisches Ueberzieh-
warngerät beschrieben.

Kompressibilität.

Grundlegende Versuche über Kompressi-
bilität wurden im 0,6-m-Hochgeschwindig-
keitskanal ausgeführt. Luftschrauben berei-
ten die größten Schwierigkeiten, während
andere Bauteile so bemessen werden kön-
nen, daß Verluste durch Zusammendrück-
barkeit weitgehend vermieden werden. Die
Anpassung der Propellerprofile an die Kom-
pr.-Bedingungen ist begrenzt durch statische
Forderungen; die notwendig werdenden
dicken Profile sind ungünstig. Die Entwick-
lung geeigneterer Profile ist daher als, vor-
dringlich zu betrachten. Ausgehend von den
Versuchen des R. 646 werden neue Proiile
entworfen und im 0,6-m-Kanal untersucht.
Die Ergebnisse haben beachtenswerte Ver-
besserungen gebracht. Weitere grund-
legende Versuche über die Natur kompres-
sibler Strömung, insbesondere im Bereich
der kritischen Geschwindigkeit, sollen im
0,28-m-Kanal ausgeführt werden. Unter-
suchungen am Modell eines typischen Ver-
kehrsflugzeuges im 2,4-m-Hochgeschwindig-
keitskanal zeigten folgendes: Schrägeinbau
der Motorgondeln setzte die krit. Geschwin-
digkeit stark herab, die durch Interferenz
noch weiter im ungünstigen Sinne beeinflußt
wurde. Isoliert untersucht war die kritische
Geschwindigkeit der Bauteile durchweg er-
heblich höher als am ganzen Flugzeug. In
ein Verkehrsflugmodell eingebaut war Vgrit
beispielsweise 48 km/h geringer als für die
in einen Flügel eingebauten Gondeln allein.

Luftschrauben?).

Ueber Versuche mit Luftschrauben ver-
schiedener Profilierung wird in R. 650 und
mit verschiedener Steigungsverteilung in
R. 658 berichtet. Die größte Differenz im
Wirkungsgrad bei verschiedenen Profilen
war 3% im Normalflugbereich, im Startbe-
reich größere Unterschiede. Variierung der
Steigungsverteilung hatte auf 7 keinen gro-
ßen Einfluß. Bei großen Blattwinkeln bringt
eine Abdeckung der Nabenpartie Gewinn an
N max. Ein abschließender Bericht, der auch
Ergebnisse von Standverschubversuchen auf
einem neuen Schraubenprüfstand enthält, ist

®) Ergebnisse der Luftschraubenforschung,
„Flugsport“ Nr. 24, 1939.

Nr. 13/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT“

Seite 187

in Vorbereitung, desgleichen ein Bericht
über Propellerversuche vor besser kon-
struierten Motorgondeln. Allgemein ist zu
sagen, daß mit den ständig steigenden Mo-
tor- und Flugleistungen das Luftschrauben-
problem immer schwieriger wird, da die
Verluste durch Kompressibilität im gleichen
Maße wachsen. Ein Mittel zur Verbesserung
der Verhältnisse ist in der Erhöhung der
Völligkeit zu sehen, in erster Linie müssen
aber geeignete Profile entwickelt werden;
entsprechende Versuche im 0,6-m-Hochge-
schwindigkeitskanal wurden ausgeführt.
Kontrapropeller zeigten ähnliche Eigenschaf-
ten wie Propeller mit großer Steigung, über
die Versuche ist ein Report in Vorbereitung.
Zur Abschätzung der im Propellernachstrom
enthaltenen Axial- und Rotationsenergie als
Teil der aufgenommenen Leistung wurde ein
geeignetes Verfahren entwickelt. In Vorbe-
reitung ist ein Bericht über Luftschrauben
mit verschiedener Steigungsverteilung länzs
des Blattes.

Aerodynamische Interferenz,

Auf diesem Gebiet wird ein umfangrei-
ches Forschungsprogramm durchgeführt. Die
schon verfügbaren Ergebnisse lassen erken-
nen, daß der Einfluß von Motorgondeln auf
den Auftrieb sehr schwer zu kontrollieren
ist. Bei Hochleistungsflugzeugen entsteht ein
beträchtlicher. Widerstandszuwachs durch
Interferenz. Aus diesem (Grunde sollten
außenliegende Motorgondeln ganz ver-
schwinden. Ergebnisse über den Finfluß des
Verhältnisses Gondeldurchmesser zu Propel-
lerdurchmesser auf den Widerstand enthält
R. 680. Eine weitere Versuchsreihe, deren
Ergebnisse demnächst veröffentlicht werden
sollen, befaßt sich mit verschiedenen Gon-
del-Propelleranordnungen in Verbindung mit
einem Flügel NACA 230 18. Als Ergänzung
zu früheren Fahrwerksuntersuchungen
wurde der Widerstand von Dreiradfahrwer-
ken bestimmt. Ein teilweise eingezogenes
Bugfahrwerk brachte keine Widerstands-
verminderung, dagegen konnte das halbe
Rad aus der Rumpfnase hervorragen, ohne
daß sich der Widerstand merklich erhöhte.

Steuerung und Steuerbarkeit.

Zur Feststellung des Einflusses des Flug-
gewichtes auf die Steuerbarkeit wurden
Versuche mit Flugzeugen von 2000 bis
32000 kg durchgeführt. Dabei zeigten sich
bei Großflugzeugen Mängel in der Quer-
steuerung, vor allem bei hohen Geschwin-
digkeiten. Viele Flugzeugmuster zeigten die
Tendenz, nach der Seite einer hängenden
Fläche zu drehen, wodurch die Einhaltung
eines geraden Kurses unmöglich wurde;
Flügelneigung von weniger als 5° leitete
diese Drehung schon ein. Seiten- und Höhen-
ruderwirkung war bei allen untersuchten

Flugzeugen ausreichend. Bei Vorhandensein
von ganzspannweitigen Klappen wird das
Querruderproblem noch komplizierter. Über
Versuche mit einziehbaren Querrudern wird
in N. 714 berichtet, ihre Wirkung war jedoch
nicht ausreichend. Die Versuche werden
fortgesetzt.

Stabilität.

Alle untersuchten Flugzeuge zeigten die
Tendenz, bei losgelassenen Rudern in eine
spiralige Flugbahn überzugehen, teilweise
Abhilfe durch Erhöhung der Richtunzsstabi-
lität. In einem Falle war die Drehung um die
Hochachse von einer ausgesprochenen Sturz-
flugneigung begleitet, wodurch Störungen in
der Längstrimmung auftraten. Verbesserung
durch größere Seitenflosse. Beobachtungen
des Querneigungswinkels und des dazuge-
hörigen Winkels um die Hochachse ergaben
die Tatsache, daß bei einem modernen
Flugzeug im Sideslip keine Kräfte aus der
Schräganblasung entstehen. Beurteilung
durch den Piloten also nur auf Grund der
Ruderkräfte, wenn dazu noch geringe Rich-
tungsstabilität vorliegt, werden große Dre-
hungen um die Hochachse fast gar nicht
wahrgenommen. Tiefdecker zeigen im allge-
meinen eine schlechtere Richtungsstabilität
als Mittel- und Hochdecker, insbesondere
bei kleinen Geschwindigkeiten. Fin Bericht
über Höhen- und Quersteuerung befindet
sich in Arbeit, desgleichen ist eine Ver-
öffentlichung über die Wechselbeziehungen
von Seiten- und Quersteuerung in Aussicht
genommen. Versuche über die Einflüsse der
Längsstabilität auf die im Böenfall auftre-
tenden Beanspruchungen haben begonnen.
Versuchsergebnisse über den Einfluß von
Drehungen um die Hochachse auf die Quer-
steuerbarkeit eines NACA-23012-Flügeis
enthält N. 703. N. 730 enthält Versuchs-
ergebnisse über die günstigste Lage des
Flügels an einem zylindrischen Rumpf. Der
Unterschied zwischen Hoch- und Tiefdecker
war einer V-Form von 5° gleichwertig.

Um Unterlagen für die Konstruktion
wirksamer Höhenleitwerke zu schaffen,
wurden Strömungs- und Druckmessungen im
Nachstrom verschiedener Profile unternom-
men. (R. 651.) Für praktische Zwecke findet
man in R. 648 Diagramme zur Bestimmung
des Abwindwinkels hinter elliptischen Flü-
geln mit verschiedenen Seitenverhältnissen
und Klappenanordnungen. Ferner sind darin
Formeln zur Berechnung der Nachstrom-
breite und der Geschwindigkeitsverteilung
im Nachstrom vorhanden. Versuchsergeb-
nisse eines isoliert aufgehängten Höhenleit-
werks enthält R. 675. In Vorbereitung ist
ein Bericht über Untersuchungen an Leit-
werkprofilen unter besonderer Berücksich-
tigung des Rudermomentenausgleichs. Der
erste Teil, enthaltend Druckmessungen des
Seite 188

„FLUGSPORT"“

Nr. 13/1940, Bd. 32

Profils NACA 0009, wird demnächst ver-
öffentlicht werden. Durch die Inbetrieb-
nahme eines Freiflugkanals neuartiger Bau-
art sind weitere wertvolle Ergebnisse zu
erwarten.

Trudeln.

Die Trudelversuche im 4,6-m-Freitrudel-
kanal wurden fortgesetzt. Die Ergebnisse
führten zu einem sogenannten „Trudelkrite-
rium“, das beim Entwurf von Leitwerken
mit guten Trudeleigenschaften mit Vorteil
zur Anwendung kommen kann. (N. 711.) Der
Einfluß der Querruder auf die Trudeleigen-
schaften steht im Zusammenhang mit der
Massenverteilung des Flugzeuges, bei deren
Kenntnis die jeweils günstigsten Querruder-
stellungen für ein schnelles Abfangen aus
dem Trudeln im voraus angegeben werden
können. Ueber die Eignung der Querruder
als trudelverhütendes Mittel wurden eben-
falls Untersuchungen angestellt; ein Bericht
hierüber ist in Vorbereitung. Nachträgliche
Fluguntersuchungen von zunächst im Tru-
delkanal untersuchten Flugzeugmustern er-
gaben in 80% der Fälle eine ausreichend
genaue Uebereinstimmung der Ergebnisse.
Ueber die Einflüsse von Flügellage, Leit-
werkslage und Massenverteilung auf die
Trudeleigenschaften wird in R. 672 berichtet.
Ein Bericht über das Trudelverhalten ın
verschiedenen Flughöhen ist in Vorberei-
tung. Schließlich sollen noch die Auswirkun-
gen einer prozentualen Drehwinkeländerung
für alle drei Achsen bestimmt werden.

Start und Landung.
Hauptbestimmungsgrößen für die Start-
eigenschaften sind Flächen- und Leistungs-
belastung, die wiederum durch Schnellilug-
forderungen bestimmt werden. Entweder
Höchstauftriebsvorrichtungen bei kleinem
Cw oder Luftschrauben mit hohen Startwir-
kungsgraden; einige Ergebnisse in R. 650.
Die Versuche über Landeeigenschaften wur-
den fortgesetzt, darunter auch an Flugzeu-
een mit Bugrad. Besondere Beachtung wur-
den den bei Blindlandungen auftretenden
Beanspruchungen geschenkt; die größten
bei Blindlandungen auftretenden Sinkze-
schwindigkeiten waren durchweg doppelt
so groß als bei normalen Landungen. Ein
Bericht über diese Versuche ist in Arbeit.
Mittels besonderer Vorrichtungen wurde
diejenige Reibungskraft bestimmt, die erior-
derlich ist, um das seitliche Rutschen des
Bugrades bei Dreiradfahrwerken zu verhin-
dern. Die Ergebnisse sollen in einem Report
veröffentlicht werden. Ueber den Einiluß
des Bodens auf den Landevorgang wurden
Versuche mit einem Gleitflugzeug unternom-
men; Uebereinstimmung von Theorie und
Messung war als gut zu bezeichnen. In der
gleichen Richtung lagen Windkanalversuche

über den Bodeneinfluß auf die aerodynami-
schen Eigenschaften rechteckiger und tra-
pezförmiger Flügel mit und ohne Spreiz-
klappen und mit Spaltklappen. Die Ergeb-
nisse (N. 705) zeigen, daß bei einem Flügel
mit Klappen eine beträchtliche Herabsetzung
des Widerstandes eintritt, während Ca max
und das Moment ebenfalls kleiner werden.

Windkanäle, Turbulenz.

An drei symmetrischen Profilen wurden
Messungen im Nachstrom vorgenommen,
um auf diese Weise den Profilwiderstand zu
bestimmen; Ergebnisse in R. 660. Die Tur-
bulenzeinflüsse beim NACA-Großkanal wur-
den durch Messung der Geschwindigkeits-
verteilung in der Grenzschicht und durch
Impulsmessungen im Nachstrom eines polier-
ten Modellflügels bestimmt. Zur Kontrolie
wurde der gleiche Flügel auch im Fluge
untersucht. Die Ergebnisse (N. 693) zeigen,
daß die Lage des Umschlagpunktes im Kanal
und im Fluge übereinstimmten, jedoch war
die Breite der Uebergangszone im Kanal
etwas größer, wodurch der Profilwiderstaud
um etwa 0,0001 zunahm. In Anbetracht der
Bedeutung der Windkanalturbulenz für die
Uebertragbarkeit von Meßergebnissen wur-
den Turbulenzgrade von 0,1% verwirklicht,
was entweder durch bauliche Umgestaltung
bestehender Anlagen oder durch Schafimug
neuer Windkanäle erreicht wurde. So wurde
beispielsweise der 1,35-m-Kanal moderni-
siert. Die Messung einer derartig kleinen
Turbulenz ist äußerst schwierig, mit dem
Wollastone-Draht von 0,006 mm Durchmes-
ser und 4 mm Länge aber innerhalb 0,05%
Genauigkeit möglich. Besondere Maßnahmen
müssen zur Verhütung mechanisch beding-
ter Schwingungen dieses dünnen Drahtes
getroffen werden. Die Vervollkommnung der
Verstärker und Spannungsstabilisierungsein-
richtungen haben es erstmalig ermöglicht,
eine tragbare Turbulenzmeßeinrichtung zu
bauen.

Ueber die Strömung in der Grenzschicht
eines elliptischen Zylinders wird in R. 652
berichtet. Die Untersuchungen über die
Grenzschichtumwandlung bei dünnen ebe-
nen Platten parallel zur Strömung werden
erfolgreich fortgesetzt. Der Druckgradient
konnte durch Verstellen der Kanalwände
während der Versuche beliebig verändert
werden. Der Druck blieb konstant, wenn der
Staudruck um 0,05% schwankte. Zur Kiä-
rung des Einflusses verschiedener Faktoren
auf die Lage des Umschlagpunktes wurden
eine Reihe grundlegender Versuche ausge-
führt. Als ausschlaggebend hat sich der Tur-
bulenzgrad erwiesen.

Vereisung.
Zur Entwicklung wirksamer Mittel gegen
Vereisung ist die genaue Kenntnis der Ad-

Nr. 13/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT“

Seite 189

häsionskräfte verschiedener Werkstoffe
notwendig. Einige Ergebnisse in N. 723. Bei
Messing, Kupfer, Dural, rostfreiem Stahl und
Glas waren die Adhäsionskräfte größer als
die Kohäsionskräfte im Eise selbst. In jedem
Falle konnte das Eis durch eine Kraft von
etwa 10 kg/cm? von der Oberfläche gelöst
werden. Bei Kunststoff (‚„micarta‘) genügte
schon eine Kraft von 3,5 kg/cm?. Wenn es
gelingt, einen dünnen Flüssigkeitsflm zwi-
schen Eis und Bauteil aufrecht zu erhalten,
genügten weit geringere Kräfte. Fett ist
weniger geeignet, die handelsüblichen Eut-
eisungspasten enthalten als Hauptbestandteil
einen den (efrierpunkt herabsetzenden
Stoff. Neben diesen chemischen wurden noch
thermische und mechanische Mittel erprobt.
Die derzeit bekannten Verfahren müssen
noch als unzureichend angesehen werden,
insbesondere gelingt es nicht, vereiste Teile
vollständig zu enteisen. Eine Zusammenstel-
lung von vorläufigen im Vereisungskanal er-
haltenen Ergebnissen bringt N. 712. Die Aus-
nutzung der Auspuffwärme wurde sowohl
analytisch als auch praktisch untersucht;
danach genügt ein verhältnismäßig kleiner
Teil der Wärme zur Verhütung des Eis-
ansatzes. Dasselbe kann von der Beheizung
mittels Dampf gesagt werden. Die bisher
bekannten chemischen Mittel befriedigen
noch nicht. Alkohol und Alkohol mit Glyze-
rin gemischt wurden durch die perforierte
Vorderkante gedrückt. Bessere Ergebnisse
zeitieten Versuche mit Etylen-Glykol und
einer Mischung dieses Stoffes mit Isopropyl-
Alkohol. Nachteilig wirken sich die großen
erforderlichen Mengen dieser Stoffe aus. Die
Schleuderspuren von Enteisungsilüssigkeit
auf den Blättern großer Luftschrauben wur-
den im Fluge bestimmt und die Ergebnisse
in N. 727 veröffentlicht. Für eine wirksame
Verteilung müßten Rillen in der Vorder-
kante angebracht werden; die Versuche
werden fortgesetzt. Aeußerst wichtig ist die
Verhütung des Eisansatzes an Führerraum-
verglasungen, wofür direkte elektrische
Heizung, Warmluft oder eine rotierende
Scheibe, in deren Mitte Alkohol austritt,
geeignet wären. Durch Auspuffgase er-
wärmte Luft von 110°C, die mit einer fie-
schwindigkeit von etwa 15 m/sec durch
zwei im Abstand von 1,3 mm stehende Glas-
scheiben strömte, konnte auch unter den un-
günstigsten Bedingungen die Eisbildung ver-
hindert werden. Diese Methode muß als wie
einfachste und wirtschaftlichste angesehen
werden, weil die Scheibe beidseitig von Eis
und Niederschlag freibleibt, keine bewes-
lichen Teile erfordert und die aufzuwen-
dende Energie ohnehin verloren wäre.

Drehilügelilugzeuge.
Zur Verbesserung des Verhältnisses
Ca/Cw des Rotors im Geradeausflug muß Jas

Abreißen der Strömung an den inneren Tei-
len des rückläufigen Blattes hinausgescho-
ben oder verhindert werden. Zur Klärung
dieser Frage wurden die Rotorblätter eines
VG-1B-Autogiro mit Seidenfäden versehen
und deren Verhalten fotografisch verfolgt.
Die Ergebnisse lassen erkennen, daß die ab-
gerissenen Partien einen größeren Umfang
haben, als auf Grund theoretischer Ueber-
legungen angenommen wurde. Eine Veröf-
fentlichung der Ergebnisse ist in Aussicht
genommen. Weitere Versuche befassen sich
mit der getrennten Erfassung der von den
Naben und Blättern ausgehenden Schwin-
gungen im Steuerungssystem heutiger
direkt gesteuerter Tragschrauber; die in den
Steuerorganen auftretenden Kräfte wurden
im Fluge aufgezeichnet. Eine Auswertung
der Diagramme ergab keinerlei Anzeichen
dafür, daß die Störungen durch Unwucht
oder ungleichmäßige Anstellung der Blätter
verursacht wurden.

Seeilugzeuge.

Gegenwärtig sind die folgenden hydro-
dynamischen Probleme als wichtig anzu-
sehen. 1. Dynamische Stabilität während des
Rollens auf dem Wasser, 2. Spritzwasser-
bildung und 3. Seetüchtigkeit. Diese Forde-
rungen, unter gleichzeitiger Berücksichti-
gung kleinstmöglichen Widerstandes und
günstiger Gewichte, führten zur Konstruk-
tion hoher, schmaler Bootsrümpfe, die neben
hoher Flächenbelastung und Landegeschwin-
digkeit das auffallendste Merkmal neuerer
Flugbootentwürfe sind. Als direkte Folge
dieser Eigenschaften ergeben sich steigende
Schwierigkeiten hinsichtlich Längsstabilität,
Wasserfreiheit der Luftschrauben und stati-
scher Festigkeit des Rumpfbodens. Der
durch das Vorhandensein starker Motoren
verfügbare Leistungsüberschuß läßt den
Wasserwiderstand als für den Start nicht
mehr ausschlaggebend sein.

Die Untersuchungsmethoden sowie die
Modelle werden weiter vervollkommnet,
Windkanal- und Schlepptankversuche in
sinnvoller Weise miteinander verbunden.
N. 668 enthält Ergebnisse von Tank- und
Windkanalversuchen an einem aus einem
Umdrehungskörper abgeleiteten Flugboot-
rumpf, der gegenüber bisher bekannten For-
men bedeutende aerodynamische Verbesse-
rungen aufweist. Versuchsergebnisse an
Stützschwimmern in N. 678. Ein weiterer
Flugbootrumpf mit verbesserten hydrodyna-
mischen Eigenschaften wurde untersucht
und die Ergebnisse in N. 681 veröffentlicht.
Dieser Bericht enthält ein Diagramm für
Startrechnungen, ausgehend von Geschwin-
digkeit, Gewicht und ‚Widerstand als Funk-
tion der Trimmung.

Seite 190

„FLUGSPORT“

Nr. 13/1940, Bd. 32

Flugzeuginstrumente.

Beschreibung und Leistungsdaten einer
Reihe von Flugzeuggeräten enthält N. 662.
Ueber Theorie und Leistungen moderner
Flugzeugvariometer wird in N. 666 berichtet.
Weiter wurden eine Anzahl von gewellten
Membranen verschiedener Durchmesser und
der Dicken 0,025 bis 0,33 mm auf ihre Ver-
formung bei verschiedenen Drücken unter-
sucht. Werkstoff Beryllium-Kupfer, Phos-
phorbronze und Spezialnickel (Z-Leg.). Ein
Bericht befindet sich in Vorbereitung. Ent-
wickelt wurde eine neuartige Kapselmem-
bran-Meßdose, mit der beliebig einstellbare
Differenzdrücke gemessen werden können:
im Vergleich zu bekannten Geräten ist die
Empfindlichkeit 7mal größer. Meßbereich
von 140 bis 0 Millibar. Verwendung haupt-
sächlich in Radiosonden. Die Theorie von
sich in flüssigkeitsgefüllten Zylindern bewe-
senden Kolben wurde erweitert. Zur Bestä-
tigung der Theorie wurden zwei Zylinder
nachgemessen, wobei sich Unterschiede von
10% ergaben.

Flugmeteorologie.

82 000 Flugstunden umfaßte das Unter-
suchungsprogramm über Böenbeanspruchun-
gen von Flugzeugen, die der Flugzeuggröße
direkt verhältig sind. Es konnten Beziehun-
gen zwischen der Böengeschwindigkeit und
bekannten Größen aufgestellt werden. Von
bekannt gewordenen Blitzeinschlägen in
Flugzeuge kann berichtet werden, daß die
entstandenen Schäden gering waren und der
Einschlag selbst in sehr vielen Fällen von
der Besatzung nicht einmal wahrgenommen
wurde. Lage und Stärke elektrischer atmo-
sphärischer Entladungen war Gegenstand
besonderer Untersuchungen, die unter ande-
rem auch ergaben, daß die Entladungen vor
der Wolke zur Erde stets negativ waren.
Im Laboratorium wurde der Einfluß elektri-
scher Entladungen auf im Flugzeugbau zur
Anwendung kommende Bleche untersucht.
Aus den unter der Einwirkung der Entla-
dungen entstehenden Vertiefungen oder
Durchbrechungen kann rückwirkend auf die
Stromstärke geschlossen werden. Den

besten Schutz gewährt immer noch die Um-
fliegung von Schlechtwetterzonen.

Verschiedene Untersuchungen.

Im Hochgeschwindigkeitskanal wurden
verschiedene Ausführungen von Führer-
raumverglasungen untersucht, mit dem Ziel,
die derzeit vorhandenen zu verbessern. Eine
unter Verwendung eckiger Glasscheiben
konstruierte Haube eines Verkehrsflugzeu-
ges kann u. U. bis zu 21% des Rumpfwider-
standes verursachen, während der gleiche
Anteil bei Verwendung von allseitig geboge-
nen, gut im Rumpfstrak liegenden Scheiben
nur etwa 2% beträgt. Bei Hochleistungsflug-
zeugen (Jagdeinsitzern) kann der Hauben-
widerstand im ungünstigsten Falle 15% des
Gesamtwiderstandes ausmachen. Im abge-
laufenen Jahr wurde eine Anzahl von Mo-
dellen und Originalflugzeugen im Auftrage
der Industrie und Luftflotte untersucht. Die
Widerstandsbilanz eines typischen zwei-
motorigen Tiefdeckers aus Messungen im
2,45-m-Hochgeschwindigkeitskanal sah fol-
gendermaßen aus: Flügel 37%, Rumpf plus
Interferenz 25%, Motorgondeln 11% und die
aus den Gondeln hervorragenden Räder
14% von Wyes. Der letzte Posten kann
durch vollständiges Einziehen der Räder
zum Verschwinden gebracht werden. Von
diesen 14% entfielen wieder 80% auf die
Haupträder und 20% auf das Spornrad. An
den Motorgondeln konnten schon bei etwa
200 m/sec Kompressibilitätserscheinungen
beobachtet werden. Durch saubere parallele
Ausrichtung der Gondeln zum Luftstrom ließ
sich die kritische Geschwindigkeit erhöhen.
Ein Bericht über diese Versuche ist in Vor-
bereitung. N. 680 enthält Versuchsergebnisse
an 5 Stützschwimmern. Bei Bestimmung des
Trägheitsmomentes ganzer Flugzeuge durch
Schwingungsversuche muß der Einfluß der
umgebenden Luft auf die scheinbare Masse
und das Trimmoment abgeschätzt werden.
Entsprechende Versuche wurden in der Va-
kuumkammer ausgeführt.

Nicolaus.

(Fortsetzung folgt.)

Inland.
Beiörderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehls-
haber der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 6. 1940: zu Generalmaioren die

Nr. 13/1040, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 191

Obersten Kühne, Seifert; zu Obersten die charakterisierten Obersten Fricke,
Voigt-Ruscheweyh, die Oberstleutnante Weber, von Fichte, Morzik, Rath, Mar-
card, von Lindenau, Kapuste, Angelroth, Dr. Gnamm, Polte, Saul; mit Wirkung
vom 1.4.40 zum Oberst den Oberstleutnant im Generalstab Pickers.

Junkers Ju 90, viermot. Großraum-Verkehrsflugzeug, beweist auch bei Stillstand
von 2 Motoren derselben Antriebsseite mit der Automatik der Verstell-Luft-
schrauben vom Baumuster Junkers VS (s. Flugsp. S. 10, 40) unbedingte Flugfähigkeit,

Manövrierfähigkeit und damit seine Betriebssicherheit unter allen Flugzuständen.
Bild JFM

Ritterkreuz z. Eisernen Kreuz, verliehen durch den Führer und Obersten
Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers d. Luftwaffe,
Generalfeldmarschall Göring, an: Mai. Doench, Kmdr. ein. Kampfgr., Hptm. Hin-
kelbein, Kmdr. ein. Kampfgr., Hptm. Arved Crüger, Kmdr. ein. Kampfgr., Obltn.
Wieting, i. ein. Kampfgeschw., Feldw. Schultz, i. ein. Kampfgeschw.

Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse, verliehen vom Führer an NSFK.-Angehörige:
Obstuf. Erwin Ziller, Sturmf. Anton Frey, Obertruppf. Herbert Schikowsky (gleich-
zeitig z. Feldw. bef.), Hptstuf. Wilhelm Fulda, Sturmf. Karlheinz Lange, Hptstuf.
Otto Braeutigam, Sturmf. Erwin Kraft, Sturmf. Erich Mayer, Obstuf. Rudolf
Opitz, Sturmf. Karl Pilz (gleichz. z. Feldw. bef.).

Ingenieuroffizier-Lauibahn der Luitwaife (Flugwesen). Die vom Führer
erlassene Verordnung bestimmt: Die Ingenieuroffiziere führen die Dienstgrad-
bezeichnung der Offiziere der Luftwaffe mit dem Zusatz (ing.). Sie unter-
liegen den für die aktiven Offiziere gültigen Gesetzen und Vorschriften. Die gleich-
zeitig bekanntgemachten Ausführungsbestimmungen des Reichsministers der Luft-
fahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe besagen, daß die Ingenieuroffiziere
sich aus Schülern höherer Lehranstalten mit Reifezeugnis ergänzen, die als
Fahnenjunker (ing.) in die Luftwaffe eingestellt werden. Sie erhalten bis zur Be-
förderung zum Leutnant (ing.) die gleiche Ausbildung wie die Fahneniunker der
Fliegertruppe. Anschließend bekommen sie in Sonderlehrgängen ihre technische
Vor- und Hauptausbildung. Für hervorragend befähigte Offiziere (ing.) wird die
Möglichkeit besonderer fachlicher Weiterbildung geschaffen werden. Die Offiziere

Junkers Ju 52 als Truppentransporter. Unten links: Inneres des Transportraumes.
In der Decke sieht mau einen Flaschenzug. Links und rechts die großen Ladeluken.
Rechts: Die Truppentransporter im Einsatz. Bild JFM

Seite 192 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1940, Bd. 32

(ing.) tragen die Uniform der Luftwaffe mit der Waffenfarbe „rosa“. Das Ingenieur-
korps der Luftwaffe läuft aus. Angehörige des Ingenieurkorps können unter noch
zu bestimmenden Voraussetzungen als Ingenieuroffiziere übernommen werden.

Dr. Alfred Hildebrandt, 70. Geburtstag, vom Führer auf Vorschlag des Ober-
befehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, Charakter eines Oberst-
leutnants verliehen.

Ausland.

Graf Ciano, Maior der ital. Luftwaffe, hat sich am 11. 6. zu seiner Staffel
an die Front begeben.

N. M. Rogers f, kanad. Verteidigungsminister, Flug Ottawa—Toronto tödlich
abgestürzt.

USSR., Moskau. Parade 1. Mai überflogen 600 sowietrussische Flugzeuge
den Paradeplatz.

British Overseas Airways Ltd., Linie Indien—Südafrika— Australien Eng-
land, seit 10.6. in Rom-Brindisi nicht mehr zwischengelandet.

Engl. Fliegerverlustliste v. 10. 6. meldet „Europapreß“, daß in den letzten
5 Tagen 238 Flieger nicht mehr zu ihren Stützpunkten zurückkehrten. Davon
sollen 8 in deutsche Gefangenschaft geraten sein.

USA-Flugstützpunkterrichtung auf Kapverdischen Inseln in Aussicht genom-
men. Es wird noch verhandelt. .

USA hat den Westmächten durch Curtiss Airplane Co. 50 gebrauchte Auf-
klärungs- und Bombenflugzeuge der Flotte angeboten.

Henry Ford hat für Jagdflugzeugfabrikation beim USA-Kriegsdepartement
Musterflugzeug angefordert, welches am 10. 6. eintreffen sollte.

Luftwaffe.

Führerhauptquariier, 1. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz schlechter
Wetterlage hat unsere Luftwaffe am 31. 5. weitere Einschiffungen in Dünkirchen
mit Erfolg bekämpft und zur Unterstützung des Heeres in den Erdkampf
eingegriffen. Es wurden fünf Transporter versenkt und drei Kreuzer oder
Zerstörer sowie zehn Handelsschiffe, insgesamt 70 000 t, durch Bombentreifer
schwer beschädigt. — An der Südfront scheiterten bei Abbeville feindliche
Panzerangriffe. Im Nachstoß konnten wir dort Boden gewinnen. Südlich Abbeville
beeg.c die Luftwaffe feindliche Truppenansammlungen in den Wäldern erio!g-
reich mit Bomben. Der Feind, der sich noch in einem kleinen Brückenkopf bei
Le Chesne auf dem Nordufer des Canal des Ardennes hielt, wurde über den
Kanal zurückgeworfen. — Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen
am 21. 5. 49 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 39, durch Flak 10 Flugzeuge
abgeschossen. Neun eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 2. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwafie
bekämpfte am 1.6., wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, Versuche
von Resten des geschlagenen britischen Expeditionsheeres, auf die vor Dünkirchen
liegenden Schiffe zu entkommen. Die Erfolge der Stuka-, Kampf-, Zerstörer- und
Jagdgeschwader haben sich gegenüber den bereits bekanntgegebenen Zahlen noch
wesentlich erhöht. Insgesamt sind vier Kriegsschiffe und elf Transportschiffe mit
einer Gesamttonnage von 54000 t versenkt, vierzehn Kriegsschiffe, nämlich zwei
Kreuzer, zwei Leichte Kreuzer, ein Flakkreuzer, sechs Zerstörer, zwei Torpedo-
boote und ein Schnellboot sowie 38 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von
160 000 t durch Bombentreffer beschädigt. Zahlreiche Boote, Barkassen und
Schlepper wurden zum Kentern gebracht und Truppenansammlungen am Strand
von Dünkirchen erfolgreich mit Bomben angegriffen. — Zum ersten Ma’e griiien
Kampfverbände der Luftwaffe den Hafen von Marseille an und setzten dort
zwei große Handelsschiffe durch Bombentreffer in Brand. Die Eisenbahnstrecke
Lyon—Marseille wurde an mehreren Stellen durch Bombentreffer beschädigt. —
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen am 1. 6. 58 Flugzeuge;
davon wurden 42 im Luftkampf, acht durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest
am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 3. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Angriii
gegen Dünkirchen von Westen, Süden und Osten macht langsam Fortschritte.
Das schwierige, von zahlreichen Gräben durchzogene und überschwemmte Ge-
lände erschwert die Operationen. Trotzdem gelang es, im Zusammenwirken mit
der Luftwaffe in die stark befestigte Stadt Bergues einzudringen. Der ganze
noch im Besitz des Feindes befindliche Raum um Dünkirchen liegt dauernd unter

Nr. 13/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 193

schwerem Artilleriefeuer. Auch Kampf- und Stuka-Verbände setzten am 2. 6. ihre
Angriffe auf Dünkirchen fort. Dabei wurden zwei Zerstörer, ein Wachtboot und
ein Handelsschiff von 5000 t versenkt, ein Kriegsschiff, zwei Zerstörer und zehn
Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. — Im übrigen dehnten sich die
Angriffe der Luftwaffe bis in das Rhonetal und bis Marseille aus. — In Nord-
Norwegen wurden am 1. 6. der Sender und das Sendehaus in Vadsoe durch
Bomben zerstört, ein feindliches Handelsschiff am Westausgang des Ofotenfjords
versenkt. — In der Nacht zum 3. 6. setzte der Feind seine Luftangriffe gegen
nichtmilitärische Ziele in West- und Südwestdeutschland fort, ohne nennenswerten
Schaden anzurichten. — Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern ins-
gesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 27 im Luftkampf, zehn durch Flak abge-
schossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 4. 6. 1940. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
griff am 3. 6. mit starken Verbänden aller Waffen die Basis der französischen
Luftwaffe um Paris überraschend an. Es gelang, die feindliche Luftverteidigung
auszuschalten und in zusammengefaßten Hoch- und Tiefangriffen auf Häfen und
Industriewerke der französischen Luftwaffe stärkste Wirkung zu erzielen. Zahl-
reiche Brände und Explosionen wurden beobachtet. In Luftkämpfen wurden
79 Flugzeuge abgeschossen, in Hallen oder am Boden 300 bis 400 Flugzeuge
zerstört. Die Flakartillerie erzielte am 3. 6. 21 Abschüsse. Gegenüber diesen
außerordentlichen Erfolgen werden nur neun eigene Flugzeuge vermißt. — In der
Nacht vom 3.4. 6. hat der Gegner seine Einflüge und Bombenangriffe in Holland,
West- und Südwestdeutschland fortgesetzt. Die Erfolge waren ebenso gering
wie bisher. Dabei gelang es bei Rotterdam und in Westdeutschland, je ein Flug-
zeug durch Flakartillerie, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Nachtiäger
abzuschießen.

Führerhauptquartier, 5. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Mit Kampf- und
Sturzkampffliegern griff die Luftwaffe feindliche Ansammlungen südlich Abbeville
sowie die Hafenanlagen von Le Havre erfolgreich an. — In den frühen Morgen-
stunden des heutigen Tages haben neue Angriffsoperationen auf der bisherigen
Abwehrfront in Frankreich begonnen.

Führerhauptquartier, 6. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
belegte am 5. 6. Truppenansammlungen und Kolonnen hinter der angegriffenen
feindlichen Front mit Bomben. Sie griff ferner mehrere wichtige Flugplätze in
Mittel-Frankreich, den Kriegs- und Handelshafen Cherbourg und in der Nacht
zum 6. 6. zahlreiche Flugplätze an der Ost- und Südostküste Englands mit gutem
Erfolg an. — Die Gesamtverluste des Gegners betrugen 143 Flugzeuge, 49 wurden
im Luftkampf, 19 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 19
deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Der Feind wiederholte seine Luftangriffe
gegen nichtmilitärische Ziele in der Nacht zum 6. 6. in Nord- und Westdeutsch-
land. Wesentlicher Schaden ist nicht angerichtet worden. Drei feindliche Flug-
zeuge wurden hierbei abgeschossen, davon zwei über Hamburg durch Nacht-
läger, ein drittes in den Niederlanden durch Flak.

Führerhauptquartier, 7. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Operationen
des Heeres und der Luftwaffe südlich der Somme und des Aisne-Oise-Kanals
schreiten planmäßig und erfolgreich fort. Die „Weygand-Linie“ wurde auf der
ganzen Front durchbrochen. — Deutsche Kampfkräfte griffen in der Nacht zum
7. 6. erneut britische Flugplätze mit Erfolg an und kehrten ohne Verluste zu-
rück. — Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am 6. 6. 74 Flugzeuge, davon
wurden 64 im Luftkampf, 10 durch Flak abgeschossen. Neun eigene Flugzeuge
werden vermißt. — Die Luftwaffe zerstörte das: Sendehaus des norwegischen
Senders Ingöy bei Hammerfest.

Berlin, 7. 6. 40 (DNB.) In Ergänzung des heutigen Berichts des Oberkom-
mandos der Wehrmacht wird mitgeteilt: In der vergangenen Nacht griffen
deutsche Kampfverbände eine Anzahl von Flugplätzen in Mittel- und Ost-Frank-
reich an. Ebenso wie bei den britischen Flugplätzen ist auch hier mit der Ver-
nichtung einer größeren Anzahl von Flugzeugen zu rechnen. — Trotz starker
Flakabwehr wurde der Hafen Cherbourg mit zahlreichen schweren Bomben be-
legt. Auf den Molen und in den Kaianlagen wurden starke Brände und Explosionen
beobachtet.

Berlin, 8. 6. 40. (DNB.) Zur Unterstützung des Heeres griff die Luftwaffe mit
starken Kräften südlich der Somme in den Erdkampf ein und belegte Truppen-
ansammlungen, Kolonnen, Infanterie- und Artillerie-Stellungen erfolgreich mit

Seite 194 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1940, Bd. 32

Bomben. — Im Zuge der bewaffneten Aufklärung gegen die britische Ost- und
Südküste sind einige englische Flugplätze sowie der Seehafen Dover mit Bom-
ben belegt worden. — Bei Narvik unterstützte die Luftwaffe den dort kämpfenden
Heeresverband durch wirksame Angriffe auf feindliche Stellungen. Ein Tank-
lager wurde in Brand gesetzt, ein feindlicher Kreuzer erhielt zwei schwere

Bombentreffer. — Die nächtlichen feindlichen Luftangriffe auf das deutsche
Heimatgebiet richteten im allgemeinen nur unwesentlichen Schaden an. In einer
Stadt wurden Wohnviertel getroffen und zehn Zivilpersonen getötet. — Die Ge-

samtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 71 Flugzeuge, davon
wurden im Luftkampf 29, durch Flak 25 abgeschossen, der Rest am Boden zer-
stört. — Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 9. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In viertägiger
Schlacht im Somme- und Oise-Gebiet haben deutsche Infanterie- und Panzer-
divisionen in enger Zusammenarbeit mit der Luftwaffe starke feindliche Kräfte
zerschlagen und andere, zum Teil neu in den Kampf geworfene feindliche Trup-
pen, zum Rückzug gezwungen. — Die Luftwaffe unterstützte das Vorgehen des
Heeres südlich der Somme. Artillerie- und Flakstellungen sowie Kolonnen aller
Art sind mit Bomben belegt, Truppen- und Panzeransammlungen zersprengt
worden. Weiter ostwärts verfolgen unsere Divisionen den Feind. Beiderseits
Soissons ist die Aisne im Kampf überschritten. — Heute früh sind weitere Teile
der deutschen Front in Frankreich zum Angriff angetreten. — Den Hafen von
Cherbourg griff die Luftwaffe erneut mit Erfolg an. Mehrere Flugplätze nord-
und südostwärts von Paris sowie Straßen- und Eisenbahnstrecken nordwestlich
von Paris wurden mit Bomben belegt. Die Gesamtverluste des Gegners in der
Luft betrugen gestern 58 Flugzeuge und einen Fesselballon, davon sind 39 Flug-
zeuge im Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört.
Neun eigene Flugzeuge werden vermißt. — Der Feind wiederholte auch in der
Nacht zum 9. 6. seine Einflüge in das westdeutsche Gebiet. Militärischer Schaden
wurde nicht angerichtet.

Führerhauptquartier, 10. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der heldenhafte
Widerstand, den die Kampfgruppe des Generalleutnants Dietl seit vielen Wochen,
vereinsamt unter den schwersten Bedingungen, in Narvik gegen eine überwälti-
gende feindliche Uebermacht geleistet hat, erhielt heute seine Krönung durch den
vollen Sieg! Ostmärkische Gebirgstruppen, Teile der Luftwaffe, sowie die Be-
satzungen unserer Zerstörer haben in zwei Monate lang andauernden Kämpfen
einen Beweis ruhmvollen Soldatentums für alle Zeiten gegeben. Durch ihr Helden-
tum wurden die alliierten Land-, See- und Luftstreitkräfte gezwungen, die ‚Ge-
biete von Narvik und Harstard zu räumen. Ueber Narvik selbst weht endgültig
die deutsche Flagge. Die norwegischen Streitkräfte haben in der Nacht vom
9. zum 10. 6. ebenfalls ihre Feindseligkeiten eingestellt. Die Kapitulationsverhand-
lungen sind im Gange. — Deutsche Fliegerverbände aller Waffen unterstützten
das Vorgehen des Heeres mit starken Kräften am Unterlauf der Seine und in
der Champagne. Um Reims wurden Stabsquartiere, Barackenlager, Truppenan-
sammlungen, Feldstellungen, Befestigungen, Batterien und Marschkolonnen, an
der unteren Seine Verkehrsanlagen, Straßen sowie rückläufige Truppenbewegun-
gen mit großem Erfolg angegriffen. — Die Hafen- und Kaianlagen von Cherbourg
und Le Havre wurden mit Bomben aller Kaliber belegt und Schiffe in diesen
Häfen sowie auf der unteren Seine getroffen, zahlreiche durch Bombentreffer
beschädigt, ein Transporter von 5000 t in Brand gesetzt und vernichtet. — Nörd-
lich Harstad erhielt ein 8000-t-Handelsschiff einen schweren Bombentreffer, auf
den eine starke Explosion folgte. — Feindliche Flugzeuge flogen wiederum wäh-
rend der Nacht in Nord- und Westdeutschland ein und verursachten durch
planlose Bombenabwürfe an einzelnen Stellen Flur- und Gebäudeschaden. Ein
feindliches Flugzeug wurde durch Flak abgeschossen. — Die Gesamtverluste des
Gegners in der Luft betrugen gestern 91 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf
68, durch Flak 14 abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Fünf eigene Flug-
zeuge werden vermißt.

Rom, 10. 6. 40. (DNB.) Die Agenzia Stefani veröffentlicht folgende amtliche
Verlautbarung: Heute, um 16.30 h, hat der Außenminister, Graf Ciano, im Palazzo
Chigi den französischen Botschafter empfangen und Ihm folgende Mitteilung
gemacht: „Seine Maiestät der König und Kaiser erklärt, daß Italien sich von
morgen, dem 11. 6, an mit Frankreich als im Kriegszustand befindlich be-
trachte.‘‘ — Um 16.45 h hat Graf Ciano den englischen Botschafter nach dem
Palazzo Chigi gebeten und ihm in der gleichen Form mitgeteilt, daß sich Italien
als mit Großbritannien im Kriegszustand befindlich betrachte.

Nr. 13/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 195

Führerhauptquartier, 11. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampf- und
Sturzkampfverbände griffen wiederum den Hafen und die Kaianlagen von
Le Havre an, zerstörten die Schleusen, versenkten einen Zerstörer und beschä-
digten weitere Schiffe, darunter einen Zerstörer und zwei Transporter von
10000 t durch schwere Bombentreffer. — Neben den dichten Kolonnen des zu-
rückgehenden Feindes, Transporten, Ansammlungen, Batteriestellungen, die mit
Bomben belegt wurden, gelang es der Luftwaffe auch, mehrere Brücken über
die Marne und die untere Oise zu treffen und teilweise zu zerstören und so
den feindlichen Rückzug empfindlich zu hemmen. — Am 9. 6. wurden im Nord-
meer ein Kreuzer und vier Transportschiffe mit Bomben angegriffen und so
schwer getroffen, daß die Mehrzahl dieser Schiffe ausbrannte.e — Feindliche
Flugzeuge warfen wieder im Schutz der Dunkelheit einzelne Bomben über Nord-
und Westdeutschland ab. Wesentlicher Sachschaden ist nicht entstanden. Die
Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 29 Flugzeuge, davon
wurden im Luftkampf 19, durch Flak 6 abgeschossen, der Rest am Boden zerstört.
Ferner wurden drei Sperrballons abgeschossen. Acht eigene Flugzeuge werden
vermißt.

Führerhauptquartier, 12. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe,
welche durch fortgesetzten Einsatz wesentlich zu den größten Erfolgen des
Heeres seit 5. Juni beigetragen hat, griff gestern neben der unmittelbaren Unter-
stützung des Heeres wieder die Hafenanlagen von Le Havre und feindliche
Transportschiffe an der Westküste des Kanals mit Erfolg an. Hierbei wurden
sieben Transportschiffe, davon ein 5000 t versenkt, zehn weitere, davon drei
zwischen 10000 und 15000 t durch Bombentreffer beschädigt. Auf mehreren
Schiffen brachen starke Brände aus. Bei den in ‚der Nacht zum 12. Juni ver-
einzelten Bombenwürfen feindlicher Flugzeuge in Westdeutschland wurden drei
Bomben in das Innere einer Stadt geworfen. Am 11. Juni versuchten einige
britische Flugzeuge ohne Erfolg Drontheim und Bergen anzugreifen. Sie erlitten
hierbei empfindliche Verluste; von etwa zwölf Angreifern wurden drei durch
Jäger, einer durch Flakartillerie abgeschossen. Die feindlichen Flugzeugverluste
betrugen gestern insgesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 20 im Luftkampf abge-
schossen, 19 durch Flak vernichtet, der Rest am Boden zerstört. Außerdem
wurden wiederum drei Sperrballons abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden
vermißt.

Führerhauptquartier, 13. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz schlech-
ter Wetterlage griffen auch am 12. Juni Kampf- und Sturzkampfverbände zur
Unterstützung des Heeres, insbesondere im Raum um Chalons sur Marne und
an der Küste an. Es gelang hierbei, einen Transporter und einen großen mit
Truppen besetzten Schlepper zu versenken, einen anderen Transporter von etwa
10. 000 t sowie eine größere Anzahl von kleineren Schiffen schwer zu beschädigen.
Bei Le Lavre wurden 20 feindliche Sperrballons abgeschossen. In Norwegen
schossen unsere Zerstörer im Luftkampf vier von fünfzehn britischen Flugzeugen
ab, die einen Angriffsversuch auf einen Flugplatz in der Nähe von Drontheim
unternahmen. Vereinzelte Bombenwürfe des Feindes in Norddeutschland trafen
keine militärischen Ziele. Die Gesamtverluste des Feindes in der Luft betrugen
19 Flugzeuge, hiervon wurden sechs im Luftkampf, neun durch Flak abgeschossen,
der Rest am Boden zerstört. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 13. 6.40. (DNB.) Nachträglich wird bekanntgegeben, daß bei den An-
griffsversuchen britischer Flieger am 12. Juni auf einen Flugplatz in der Nähe
von Drontheim nicht vier, sondern neun feindliche Flugzeuge abgeschossen wor-
den sind.

Führerhauptquartier, 14. 6.40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der zweite Ab-
schnitt des gewaltigen Feldzuges im Westen ist siegreich beendet. Die Wider-
standskraft der französischen Nordfront ist zusammengebrochen. — Die Seine
abwärts Paris ist in breiter Front überschritten, Le Havre genommen. — Unsere
siegreichen Truppen marschieren seit heute vormittag in Paris ein. — Der dritte
Abschnitt der Verfolgung des Feindes bis zur endgültigen Vernichtung hat nun-
mehr begonnen. — Heute früh sind unsere Truppen an der Saarfront auch zum
Frontalangriff gegen die Maginot-Linie angetreten. — Trotz Behinderung durch
die Wetterlage griffen auch am 13.6. unsere Kampf-, Sturzkampf- und Zerstörer-
verbände zur Unterstützung des Heeres an vielen Stellen der Front in den Erd-
kampf ein. Truppenansammlungen, Marsch- und Transportkolonnen im Rücken des
Gegners wurden erfolgreich mit Bomben und Maschinengewehrfeuer belegt, um-
fangreiche Zerstörungen auf Flugplätzen, Bahnhöfen und Bahnlinien besonders im
Raume ostwärts der Marne durchgeführt. — Im Küstengebiet von Le Havre

Seite 196 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1940, Bd. 32

gelang es, zwei Transportdampfer zu versenken, drei weitere erlitten Beschä-
digungen, darunter ein Schiff von 10000 t. — Die Verluste des Gegners in der
Luft betrugen gestern neunzehn Flugzeuge, drei wurden im Luftkampf, drei
durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Zwei eigene Flugzeuge

werden vermißt.

en

Ital. Wehrmacht marschiert. Links: Der Duce mit seinem Stab. Rechts: Ital. See-
flugzeuge auf ihrem Flug über dem Mittelmeer. Oben: General Pricolo, General-
stabschef der ital. Luftwaffe. Weltbild (3)

Italien.

Rom, 12. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier der Wehrmacht: Die vorgesehene Auf-
stellung der Land-, See- und Luftstreitkräfte war am 10. Juni Mitternacht befehls-
gemäß abgeschlossen. Von Jagdstaffeln begleitete Bombeneinheiten der Luft-
waffe haben gestern im frühen Morgengrauen und bei Sonnenuntergang die mili-
tärischen Anlagen von Malta heftig und mit sichtlichkem Erfolg mit Bomben
belegt und sind sodann unversehrt zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Gleich-
zeitig stießen andere Einheiten zur Erkundung in das Gebiet und gegen die Häfen
Nordafrikas vor. An der Grenze der Cyrenaika wurde ein Einflugversuch der
englischen Luftwaffe abgeschlagen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abge-
schossen.

Rom, 13. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier der Wehrmacht: In Fortsetzung des
vorgesehenen Planes hat die Luftwaffe weitere Bombardierungen gegen feind-
liche Luft- und Seestützpunkte durchgeführt. Von besonderer Bedeutung war
die Aktion gezen Biserta und der Nachtangriff auf Toulon. In Biserta sind um-
fangreiche Brände hervorgerufen worden, Schäden in den Anlagen festgestellt und
am Boden befindliche Flugzeuge getroffen worden, von denen neun als zerstört
gelten können. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt.
Bei Tobruk wurde in der Nähe der Grenze der Cyrenaika ein kombinierter
englischer See- und Luftangriff von unseren Land-, See- und Luftstreitkräften
abgeschlagen. Es entstand leichter Schaden in den Anlagen, und ein kleiner
italienischer Minenleger wurde versenkt. In Italienisch-Ostafrika: Feindliche Luft-
angriffe auf die Flughäfen Asmara, Cura, Adi-Ugri und Agordad. Geringer
Materialschaden und etwa ein Dutzend Tote bei den dort beschäftigten Italienern
und Eingeborenen. Die Zahl der gestern von unseren Jagdfliegern im Luftraum
von Cyrenaika abgeschossenen Flugzeuge ist nach weiteren Feststellungen auf
sechs gestiegen. Feindliche, wahrscheinlich englische Flugzeuge, haben Nacht-
flüge über einige oberitalienische Städte durchgeführt. Die auf die offene Stadt

Nr. 13/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 197

Turin abgeworfenen Bomben haben geringen Schaden und einige Verluste unter
der Zivilbevölkerung verursacht. Ueber diese Aktion des Feindes wird noch ein
Sonderbericht ausgegeben werden.

Reichswettbewerb für Segelilugmodelle, zum erstenmal reiner Hochstart-

Wettbewerb, auf 5.—7. Juli verlegt. Reichswettbewerb für Motorflugmodelle Ende

August.

Siowak. Modellilug-Wettbewerb in Banska Bystrica veranstaltete das kürz-

lich gegründete Slowakische Fliegerkorps im Anschluß an eine Modellflug-
Ausstellung. Deutsche Mannschaft, 5 Angehörige des NSFK. und der Flieger-H).
aus den NSFK.-Gruppen 4 (Berlin- Mark Brandenburg), 8 (Mitte) und 9 (Weser-
Elbe), erzielte mit ihren Segel- und Motorflugmodellen trotz ungünstigster Wit-
terung ausgezeichnete Flugzeiten. Verschiedene Flüge mit einer Flugzeit von
mehr als 6 min und gute Durchschnittsleistungen brachten die deutschen Modell-
flieger in den Besitz der goldenen, silbernen und bronzenen Plaketten, die vom
Divisionskmdr. Oberst Jurack als Preise in 4 Wertungsklassen vergeben wurden.
Bei der technischen Wertung wurden der deutschen Mannschaft ebenfalls vier
Preise, darunter der erste und zweite Preis, zugesprochen. — Wie in Deutschland
ist auch in der Slowakei der Modellflug die erste Ausbildungsstufe der künftigen
Flieger. Der deutsche Teil der Ausstellung, der Flugmodelle, Werkstoffe, Baupläne
und Statistiken umfaßte, fand infolgedessen ganz besondere Beachtung.

Pg. Harth, Regierungsbaumeister, wurde am 6. 10. 1880 geboren; gestorben
am 19. 8. 36. Die Beerdigung erfolgte am 21. 8. 36 in Bamberg.

Treiben Sie Sprachstudien! Die Gelegenheit wird Ihnen nicht gleich wieder
gegeben. Ein Wörterbuch wird immer aufzutreiben sein. Fragen Sie Kameraden,
und dann jedes Wort ins Notizbuch. Das an der Front Erlernte bleibt besonders
gut haften.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Aufgaben und Formeln aus Aerodynamik und Flugmechanik v. Gerhard Siegel.
181 S. mit 50 Abb. Verlag R. Oldenbourg, München. Preis RM 7.—.

Behandelt sind Aerodynamik, Flugmechanik, Belastungsfälle. Diesen Kapiteln
sind 200 Aufgaben mit ihren Lösungen beigegeben. Dem Studierenden ist damit
ein ausgezeichnetes Hilfsmittel an die Hand gegeben, sich im Durchrechnen von
Uebungsaufgaben zu schulen. Im Anhang sind die Meßergebnisse gebräuchlicher
Profile wiedergegeben. Eine wirklich praktische Anleitung für den angehenden
Konstrukteur.

Liederbuch der Luitwaffe, herausgeg. v. Carl Clewing in Gem. m. Hans Felix
Husadel mit Genehm. d. RLM. Klavierausgabe, ges. u. mit Vorsp. vers. v. Hermann
Heiß. 52 S. Verlag Chr. Friedrich Vieweg, Berlin-Lichterfelde. Preis RM 3—.

Die vorliegende Klavierausgabe bringt eine Auswahl von fliegerischen
Liedern aus dem „Liederbuch der Luftwaffe“. Vorspiel und Klaviersatz leicht
spielbar. Empfehlens- und preiswert.

Maßeinheiten und Konstanten, bearb. v. Ing. Kurt Nentwig. Verlag Deutsch-
Liter. Inst. J. Schneider, Berlin-Tempelhof. Preis RM 2—.

Vorliegende zusammenfassende Darstellung der in der Physik gebräuchlichen
Maßeinheiten und Konstanten erspart langwieriges Suchen in der Literatur.
32 Seiten in Brieftaschenformat.

XXXll. Jahrgang / Nr. 14 Mittwoch, 3. Juli 1940

OK

Flug-
entwicklung

USA Edward
MBM-1
Zweimotor-
Sport

USA Green-
wood-Yates
(Geodetik)

Sportflugzeug

Fiat Jagdein-
sitzer „F. 5° mit

Doppelstern-
Motor
PIE ET NEE N F N | Grumman
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Amerik. Luft-
fahrtforschung
im Jahre 1939

Luftwaffe

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| Nr. 28

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. Oktober

, . November

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8. . November

Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften ; . Dezember
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘. Frankiurt a. M., . Dezember

Hindenburgplatz 8 (Deutschland) 'P : l
reis 80 Pf.
Printed in Germany

| FLUGZEUG:
\ WERKEA-G

L \\
h. en * f In. N)

T GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro 4 Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 14 3. Juli 1940 XXXN. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 17. Juli 1940
Flugentwicklung.

Die Geschichte über Entwicklung und Bewährung der Flugzeuge
und Motoren während dieses Krieges wird, wenn sie einmal ge-
schrieben ist, richtunggebende Bedeutung annehmen. Schon heute
lassen die Erfolge unserer Luftwaffe eine noch nie dagewesene
Steigerung in der Gestaltung, Herstellung und Bewährung der deut-
schen Flugzeuge erkennen. Welche Voraussetzungen dieser gewal-
tigen Steigerung zugrunde liegen, wird einer späteren Zeit vVOor-
behalten sein, darüber zu sprechen.

Wenn man die Fachzeitschriften von Frankreich und England in
den letzten Jahren studiert hat, so fiel die große Zahl der Konstruk-
tionen in Flugzeugen und Motoren auf, die in dem einzelnen Land
sowie nach dem Ausland als Ueberlegenheit angepriesen wurde. Von
den gerühmten Motoren, z.B. Schiebermotoren Perseus, Dagger und
anderen, hat man nichts mehr gehört, von den vielen Flugzeugen
sind nur vereinzelte Typen in Erscheinung getreten. Ein großer Teil
kräfteverzehrender Konstruktionsarbeit wurde umsonst aufgewendet.

Bei uns in Deutschland ist das Gegenteil der Fall. Die in der
Mehrzahl auftretenden Konstruktionen kann man beinahe an den
Fingern einer Hand abzählen. Hierzu kommt noch ein gewaltiges
Hilfsmittel, vielen Fernstehenden weniger begreiflich, für die Groß-
erzeugung jedoch Voraussetzung: Das ist die Normalisierung. Wohl
in keinem Land der Welt ist die Normung so weit vorgeschritten
wie bei uns. Diese Normung wird nicht nur bei der Luftwaffe,
sondern auch im Flugzeugbau für friedliche Zwecke von ausschlag-
gebender Bedeutung sein. Wir waren das erste Land der Welt,
welches hier bahnbrechend von Grund auf ein Normungswerk auf-
gestellt hat und damit in Flugzeugbau und -industrie führend sein wird.

USA Edward MBM-I Zweimotor-Sport.

Sterling Edward, San Franzisko, Cal., hat 1939 einen zwei-
sitzigen Kabinentiefdecker mit zwei 50 PS Continental-A50-3-Mo-
toren in der Flügelnase fertiggestellt.

Flügel, Profil NACA 23012, stark verjüngt nach den Enden, V-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 28.

Seite 200 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1940, Bd. 32

USA. Edwards MBM-1 mit 2 Continental-Motoren 50 PS. Aviation

Form. Mittelstück mit dem Rumpf fest verbunden. Ansatzflügel
Kastenholm Sperrholz. Flügelnase Sperrholz.

Rumpf und Mittelstück
Stahlrohr Duralumin - Ka-
stenholm. Hinten stoffbe-
spannt, vorne Aluminium-
plankung. Zwei Sitze
nebeneinander, Doppel-
steuerung. Fahrwerk von
Hand hochziehbar.
Betriebsstoffbehälter 135 1.

Spannweite 115 m,
Länge 8,25 m, Höhe 2,1 m.
I 7” Fläche 20 m?. Fahrwerk-
Spurweite 2,7 m. Leer-
gewicht 535 ke, Flug-
gewicht 790 kg. Höchst-
geschwindiskeit 195 km/h,
Reise 172 km/h, Steigzeit
Ss 240 m/Min. Reichweite
® 640 km. Preis 5000 8.

USA. Edwards MBM-I
mit 2 Continental-
Motoren 50 PS.

Zeichnung Flugsport

[
USA Greenwood-Yates (Geodetik) Sport-Zweimotor.
Die vielfach angepriesene geodetische Bauweise führte Georg
Yates und Allan Greenwood dazu, ein Sportflugzeug bei der North
Pacific Aircraft Corporation, Portland Ore., bauen zu lassen.

USA. Greenwood-Yates (Geodetik) Sport-Zweimotor. Aviation

Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 201

Freitragender Tiefdecker, Flügel und Rumpf in geodetischer
Bauweise, bestehend aus diagonal über Schotten und Formringe
gelegten Sprucestreifen. Zwei Sitze. hintereinander, hochziehbares
Fahrwerk. Zwei Menasco-Motoren von je 50 PS.

Rumpf, Flügel sowie Leitwerk stoffbespannt. Baujahr 38/39.

Ital. „F. 5“-Jagdeinsitzer mit Fiat A 74R. C. 38.

Der neue Jagdtiefdecker „F.5“, von Caproni Vizzola gebaut,
besitzt die gleichguten Flugeigenschaften wie der bewährte Doppel-
decker. Gemischtbauweise. Motor Fiat A.7T4R. C. 38, Doppelstern
840 PS in 3800 m; Durchmesser 1,19 m. Fiat-Hamilton constant-
speed Verstellpropeller. Vergleiche Flugsport 1937, S. 558,

Flügel durchgehend aus einem Stück, Holzbauweise. Zwei
Holme, Sperrholzbeplankung mit Stoffaufleimung. Flügelbefestigung
mit Rumpf sechs Schraubenbolzen. Querruder Duralumin-Rahmen-
werk stoffbespannt, statisch ausgeglichen. Landeklappen ganz Dur-
alumin. Bei heruntergelassenen Landeklappen können die Querruder
um 10° verstellt werden, wodurch der Auftrieb sowie seitliche Stabi-
lität erhöht werden.

Rumpf Ganzmetall, geschweißtes Stahlrohrgerüst mit Duralu-

minhaut. Führerverkleidung Schiebehaube, vorderer Windschutz
Plexiglas, hinterer Luftstromabfluß durchsichtig. Hinter dem Kopf
Sturzbügel. Führersitz durch Handrad verstellbar. MG.-Betätirung
auf der Steuersäule. Höhen- und Leitwerksflosse freitragend, zwei-
holmig ganz Duralumin. Höhenflosse im Fluge verstellbar. Steue-
rungsbetätigung durch Stoßstangen.
Fahrwerk nach innen zwischen die beiden Flügelholme hoch-
ziehbar. Betätigung hydraulisch. Pumpe vom Motor angetrieben.
Zur Reserve Handpumpe. Ferner Reserveflasche zum Ausfahren des
Fahrwerks. Fahrwerk im ausgefahrenen Zustand arretiert. Blech-
verkleidung für Verschwindfahrwerk sonderbetätigt, öffnet sich nur
beim Aus- und Einfahren. Hierdurch werden bei ausgefahrenem
Fahrwerk Starteigenschaften günstiger. Stoßaufnehmerstrebe durch
Strebe nach hinten im Dreiecksverband versteift. Fahrwerksachse
am Federbein einseitig gelagert. Schwanzrad hochziehbar zwangs-
läufig mit dem Hauptfahrwerk.

Zwei geschweißte Duralumin-Betriebsstoffbehälter. Zusatzbehäl-
ter kann eingebaut werden, wodurch die Reichweite auf 1000 km
erhöht wird.

Fiat „F.5.“-Jagdeinsitzer mit A. 74 R.C. 38 Doppelstern-Motor. © Weltbild
Seite 202 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1940, Bd. 32 Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 203

Spannweite 12,7 m, Länge 8,6 m, Flügeltiefe 2,42 m. Fluggewicht
6100 kg. Geschwindigkeit in 5000 m wird mit 700 km/h errechnet.
Landegeschwindigkeit 113 km/h.

Bewaffnung außer fest eingebauten MG.s näheres nicht bekannt.
Ausrüstung Funktelefonie-Empfänger. Einrichtung für Nachtiflug.

Spannweite 11,29 m, Länge 7,90 m, Höhe 3 m, Fläche 17,4 m/,
Leergewicht 1850 kg, Fluggewicht 2270 kg. Flächenbelastung 130
kg/m’, Leistungsbelastung 3,04 kg/PS. Landegeschwindigkeit
115 km/h, normale Reichweite 600 km, Steigzeit auf 6000 m in 6,3
Min. Gipfelhöhe 9500 m, Start 187 m, Auslauf 193 m.

Jagdeinsitzer Grumman F5F-1 „Skyrocket“.

Die Grumman Aircraft Engineering Corp., Bethpage, Long Is-
land, hat im Auftrag der USA-Marine einen zweimotorigen, für Flug-
zeugträger bestimmten Jagdeinsitzer F5F-1 „Skyrocket“ entwickelt,
mit dem Anfang April die ersten Leistungsflüge durchgeführt wurden.

Nach dem Grundsatz, die Luftströmung im ersten Flügeldrittel
nach Möglichkeit unversehrt zu erhalten, ist die Rumpfnase sehr
weit nach hinten gerückt. Infolge der geringen Bauhöhe ist der
Kabinenbau entsprechend höher. Höhenleitwerk V-Form, doppeltes
Seitenleitwerk als Endscheiben. Heckrad fest, Hauptfahrwerk in die
Motorverkleidungen hochziehbar.

Bewaffnung 2 MG.s und 2-4 Kanonen. Zwei Wrisht-Cyclone-
Motoren je 1200 PS. Curtiss-Verstellschrauben.

aus

Grumman F5F-1 „Skyrocket“, zweimotoriger Jagdeinsitzer der USA.-Marine.
Werkbild

Arado Ar 196 Küstenaufklärer. Unten links: Während der Norwegenaktion. Nach-
schubsicherung durch Arado Ar 196. Man erkennt die vereiste Ostsee, welche den
Startbetrieb nicht hindert. Rechts: Küstenaufklärer werden zu Wasser gebracht.

Werkbilder

Grumman F5F-1.

Zeichnung Flugsport

Links: Hier entstehen unsere
Stukas. Von oben nach unten:
Hochleistungsmotoren Jumo 211
sind bereitgestellt, um in die fer-
tigen Rümpfe der Ju 87 einge-
baut zu werden. Mitte: Die Mo-
toren sind bereits in die Rümpfe
der Ju 87 montiert. Unten: Hier
wird die letzte Hand an die
Fertigstellung der Stukas ge-
legt, die dann das Werk ver-
lassen.

Foto JFM-Fr. OKW

USA. Bell XP-39 Airacobra Jagdflugzeug (siehe Typenbeschreibung „Flugsport“
Nr. 9, S.124) mit eingezogenem Fahrwerk.

Archiv Flugsport

Seite 204 „FLUGSPORT“

Nr. 14/1940, Bd. 32

USA. Ryan YO-51 Langsamlandeflugzeug für Artilleriebeobachtung für die USA.-

Armee nach dem Vorbild Fieseler Storch.

Werkbild

BMW 132 Großserienbau. Oben links: Einbau der Räder im "hinteren Gehäuseteil.
Rechts: Einbau des Laderrades. Unten: Einsetzen der Kurbelwelle. Man beachte
die bequem greifbare Anordnung des Schalters für Kranbedienung. Rechts: Zu-

sammenbau von Kolben und Pleuel.

Werkbilder

Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT*“ Seite 205

Amerikanische Luftfahrtforschung im Jahre 1939.
(Fortsetzung von Nr. 13/1940, S. 190.)

Bericht des Ausschusses für Triebwerksanlagen.

Leistungssteigerung und wirtschaftlicher Kraftstoffverbrauch stehen heute im Vorder-
grund des Interesses. Daß in den letzten zehn Jahren die Motorleistung nahezu verdoppelt
werden konnte, ist hauptsächlich auf die Vergrößerung der Zylinderzahl und des Hub-
volumens zurückzuführen, die Entwicklung von Kraftstoffen mit hoher Oktanzahl trug
wesentlich zu diesem Erfolg bei. Die Grenze der Leistungssteigerung wird von einer
Reihe von Faktoren bestimmt. von denen Kühlung, Warmfestigkeit der Baustoffe, Lager-
belastung u. a. eine Rolle spielen. Eine weitere Leistungssteigerung ist durch Verminde-
rung des Einbau- und Kühlungswiderstandes-und durch eine bessere Wärmeausnützung
zu erwarten. Der flüssigkeitsgekühlte Reihenmotor ist infolge seiner kleineren Stirnfläche
dem Sternmotor noch immer überlegen, obwohl die Nachteile des letzteren durch ver-
schiedene Maßnahmen auszugleichen versucht wurden. Auf thermischem Gebiet läßt eine
Verbesserung der Wärmebilanz noch eine gewisse Leistungssteigerung erwarten, da in den
heutigen Motoren nur etwa 30% der Verbrennungswärme nutzbar gemacht werden.

Rn
7

Verbrennungsiorschung. Durch die Ent-
wicklung einer Spezial-Filmkamera mit einer
Bildgeschwindigkeit von 40000 in der Se-
kunde bei einer Wiedergabegeschwindigkeit
von 16 in der Sekunde, wird die normale
Beobachtungsfähigkeit 2500fach vergrößert,
wodurch der Verbrennungsvorgang einwand-
frei beobachtet werden kann. Mittels
Schlierenaufnahmen konnte die Zeitdauer
einzelner Klopfstöße zu 0,00005 bis 0,00010 s
ermittelt werden. Versuchsergebnisse über
den Einfluß der Luftbewegung auf das Klop-
fen enthalten R.653 und R.657. In einer
kugeligen Bombe wurde die Verbrennung
untersucht, wobei Gemische von Benzol,
Heptan (0Z = O) und Iso-Oktan (OZ = 100)
mit Sauerstoff und Stickstoff verbrannt wur-
den. Ein Bericht hierüber ist in Vorberei-
tung. Die Verbrennungsgeschwindigkeit war
in allen Fällen dem Druck und der Tempe-
ratur des Gemisches verhältie. Für die
Gruppe der Kohlenwasserstoffe ist die Ver-
brennungsgeschwindigkeit am größten für
Benzol, am kleinsten für Iso-Oktan mit
Heptanzusatz. Durch Zusatz von Tetreae-
thyl-Blei zum Heptangemisch änderte sich
die Verbrennungsgeschwindigkeit nicht we-
sentlich. Somit kann angenommen werden,
daß die Verbrennungsgeschwindigkeit die
Klopfeigenschaften nicht beeinflußt. Die be-
obachtete Druckzunahme während der Ver-
brennung war in allen Fällen kleiner als auf
Grund theoretischer Erhebungen erwartet
werden konnte; diese gingen davon aus, daß
die Energieumsetzung in einer dünnen Flam-

 menfront vor sich geht, tatsächlich findet

jedoch auch noch hinter der Flammenfront
eine Energieumwandlung statt. Da keinerlei
Beziehungen zwischen den eine normale Ver-
brennung bestimmenden Faktoren und dem
Klopfen gefunden werden konnten, werden
weitere Versuche vorbereitet.

Aehnliche Versuche wurden mit Flug-
kraftstoffen zur Bestimmung des Frühzün-
dungsverhaltens ausgeführt. Die eine Früh-
zündung hervorrufende kritische Tempera-

tur ist vom Kraitstoff-Luftgemisch praktisch
unabhängig; im übrigen bestehen keine Be-
ziehungen zwischen Klopf- und Frühzün-
dungsverhalten gebräuchlicher Kraftstoffe.

Zur besseren Verteilung im Zylinder soll
die eintretende Luft möglichst horizontal
eintreten oder zum mindesten stark durch-
wirbelt sein. Ein Bericht über derartige Ver-
suche ist in Arbeit.

Kraitstoffie, Schmierstoffe, Verbrauch.
Zahlreiche Versuche haben die Erhöhung
der Klopffestigkeit von Kraftstoffen zum
Gegenstand. Auf grund theoretischer Ueber-
legungen nimmt die verfügbare Leistung in
dem Maße zu, wie die Verdichtung ab-
nimmt, vorausgesetzt, daß die Temperatur
der Einlaßluft konstant bleibt. Der Klopf-
beginn wird außer von den Klopfeigenschaf-
ten des Kraftstoffs von der Konstruktion des
Motors bestimmt. Versuchsergebnisse die-
ser Art sind in R.655 veröffentlicht. Da-
gegen bleibt die Form der Verbrennungs-
kammer auf das Klopfen ohne Einfluß; es
wurden Motoren mit halbkugelförmigen,
flachen und kegeligen Verbrennungsräumen
untersucht. Aus Versuchen mit 100 Oktan
Kraftstoffen im CFR.-Motor kann gefolgert
werden, daß durch die Drehzahl weniger ein
Zeiteffekt als vielmehr ein Temperatureffekt
ausgeübt wird, indem sich der Wärmeüber-
gang des eintretenden Gemisches ändert.
Die Versuche, einen ungebleiten Kraftstoff
mit einer OZ von größer als 100 zu schaf-
fen, führten zum Erfolg; der erste Kohlen-
wasserstoff, der nach einer Spezialbehand-
lung diese Bedingung erfüllte, war Trime-
thylbutan (Triptan).. Wurde das Produkt
weiter mit einem Gemisch von 90% Iso-
Oktan und 10% Heptan (OZ = 90) vermengt,
wurde eine OZ von über 99 erreicht. Die
Versuche werden fortgesetzt. Festes Oktan
schmilzt bei 101° C, siedet bei 106° C und
ist in flüssigem, paraffinhaltigem Kohlen-
wasserstoff leicht löslich. Es laufen Versuche
zur Festlegung einer Werteskala für Kraft-
stoffe mit einer OZ größer als 100.
Seite 206

„FLUGSPORT“

Nr. 14/1940, Bd. 32

Einen allgemeinen Leistungsvergieich,
unter besonderer Berücksichtigung des
Kraftstoffverbrauchs, zwischen einem Ver-
gaser- und Einspritzmotor, enthält N. 688.
Heutige Motoren arbeiten mit Verdichtungs-
verhältnissen von 6 bis 7,5, durch weitere
Erhöhung könnte der Kraftstoffverbrauch
wesentlich herabgesetzt werden. Versuche
im Bereich von 7,4 bis 10,2 laufen und er-
gaben bein = 1750 U/min, pm” 12,8 ke/cm?
bei Atmosphärendruck der Einlaßluft einen
spezifischen Verbrauch von 161,6 g/PS/h;
Zylinder luftgekühlt, Verdichtungsverhältnis
9,2. Ueber die Herabsetzung des Verbrauchs
bei Höchstleistung wurden weitere Versuche
ausgeführt, deren Ergebnisse in einem Re-
port veröffentlicht werden sollen. Vorerst ist
eine Leistungssteigerung bei gleichbleiben-
dem Kraftstoffverbrauch durch folgende
Maßnahmen möglich: 1. Erhöhung des mitt-
leren Druckes bei praktisch gleichbleibender
Drehzahl bis zur Klopfgrenze oder bis zum
Vollgaszustand, falls Klopfen nicht auftritt,
2. Erhöhung der Drehzahl bei Konstanthal-
tung der Zylindertemperatur durch beson-
dere Kühlungsmaßnahmen, 3. Abschirmung
der Zündkerzen oder Herabsetzung der Zy-
lindertemperatur, wodurch sich höhere mitt-
lere Drücke erreichen ließen, 4. Erhöhung
des Kraftstoff-Luftverhältnisses, wodurch
ebenfalls eine Steigerung des pm erzielt
werden könnte.

Vorläufige Versuche zur Schaffung von
sogenannten Sicherheitskraftstoffen mit
hohem Flammpunkt brachten einige Ergeb-
nisse. Heizwert, Leistungsausbeute und Ver-
brauch sollen möglichst nicht anders liegen
als bei handelsüblichem Benzin.

Verschiedene Versuche befaßten sich mit
den Eigenschaften und Veränderungen von
Flugmotorenölen während des Betriebes und
deren Einwirkung auf die Motorbaustoffe.
Im besonderen wurde die Bildung von Oel-
kohle und das Festfressen der Kolbenringe
untersucht, Erscheinungen, die auf die Ver-
wendung von hochraffinierten Oelen zurück-
zuführen sind. Diese Oele können auch ver-
schieden geartete Korrosionserscheinungen
hervorrufen, besonders dann, wenn die glei-
tenden Flächen nicht einwandfrei bearbeitet
wurden. Mit Korrossionserscheinungen an
Hauptpleuellagern befaßten sich besondere
Untersuchungen. Der bestimmende Faktor
ist hier die Temperatur, bei der es zur Bil-
dung von korrodierenden Säuren kommt.
Um die verschiedenen Einflüsse auf die
Schmierung der Hauptlager systematisch
untersuchen zu können, wurde ein geeig-
netes Modell gebaut, das Drehzahlen, Be-
lastung, Temperatur usw. über einen großen
Bereich zu verändern gestattet. In 50-Stun-
den - Dauerläufen wurde die Eignung ver-
schiedener Oelsorten für besondere Motor-
bedingungen untersucht.

Dieselmotoren. Im allgemeinen ist die
Leistung eines schnellaufenden Dieselmotors
geringer im Vergleich zu einem Otto-Motor;
zum Ausgleich käme eine höhere Verdich-
tung in Frage. Zur genauen Gemischunter-
suchung während der Verbrennung wurde
ein geeignetes Gerät entwickelt, mittels
dessen eine genügend große Kraftstoffmenge
während einer 0,0004 s währenden Oeff-
nungsperiode entnommen werden konnte.
N. 707 enthält Leistungsmessungen bei Ver-
wendung verschiedener Brennöle und Ge-
mische von Benzin, Oel und Alkohol. Mes-
sungsergebnisse über den Zündverzug von
Dieselölen in einer Bombe und in einem
Originalmotor bringt N. 710.

Weitere Versuche befassen sich mit Ein-
spritzaggregaten, insbesondere sollten die
Einflüsse verschiedener Faktoren auf die
austretende Kraftstoffmenge bestimmt wer-
den. Bei Verwendung von auswärts Öffnen-
den (divergierenden) Injektordüsen war die
austretende Menge gleich der durch den
Pumpenkolben verdrängten Menge, bei sehr
hchen Einspritzdrücken jedoch bleibt die
austretende Menge kleiner. Ein Bericht über
diese Versuche ist in Vorbereitung. Aus-
gehend von Versuchen mit Einzylinder-Vier-
takt-Motoren wurde das Einheitsgewicht
eines Neunzylindersternmotors zu 0,725 ke/!PS
ermittelt, bei N = 500 PS. Aehnliche Ver-
suche an einem Zweitaktmotor. Durch Ver-
kleinerung der Einlaß- und Auslaßauer-
schnitte sollte ermittelt werden, welchen
Einfluß diese Maßnahmen auf die Leistung
hatten. Rechnerische Untersuchungen führten
zu dem Ergebnis, daß ein Zweitaktmotor
mit Schieberventilen eine größere Luftkapa-
zität zuläßt. Zur Bestätigung dieser Ergeb-
nisse werden Versuche mit einem Schieber-
motor vorbereitet.

Flugmotorenlader. Eine Reihe von La-
dern für Flughöhen von O0 bis 24,5 km und
einen großen Bereich von Ladedrücken wur-
den rechnerisch untersucht. In Anwendung
dieser Ergebnisse auf einen ausgeführten
Motor ergab sich ein doppelter Kraftstoff-
verbrauch in 15,3 km Flughöhe, wenn der
Bodendruck durch einen Zentrifugallader
aufrecht erhalten werden konnte. Dieser
Mehrverbrauch ist zum Teil auf die für den
Laderantrieb erforderliche zusätzliche Lei-
stung zurückzuführen. Demgegenüber er-
höht sich der Verbrauch bei einem Turbo-
lader nicht so stark, weil dessen Antriebs-
energie den Auspuffgasen entnommen wird.
Die theoretischen Unterlagen sollen auf den
Bereich hochverdichteter Motoren erweitert
werden.

Die Konstanthaltung bzw. Erhöhung der
Klopfgrenze kann durch Zwischenkühlung
der Ladeluft erreicht werden. Theoretische
und praktische Untersuchungen befassen
sich mit der Konstruktion eines geeigneten

Nr. 14/1940, Bd. 32

„r LUGSPORT“

Seite 207

leichten Ladeluft-Zwischenkühlers, der als
wichtigste Eigenschaft einen möglichst klei-
nen Druckabfall aufweisen muß.

Motorkühlung. Für die Entwicklung und
Vervollkommnung von NACA-Hauben wur-
den auch noch im abgelaufenen Jahr erheb-
liche Anstrengungen gemacht. Die für die
Kühlung benötigte Luftmenge muß mit Rück-
sicht auf den inneren Widerstand klein ge-
halten werden, die Kühlleistung ist das
Produkt aus sekundlicher Luftmenge und
dem Druckgefälle, beide Größen richten sich
nach der abzuführenden Wärmemenge.
Außer der NACA-Haube wurden noch eine
Reihe anderer Anordnungen mit mehr oder
weniger Erfolg untersucht. Die Ergebnisse
lassen schon heute erkennen, daß es durch-
aus im Bereich der Möglichkeit liegt, eine
Kühlverkleidung so zu bauen, daß nicht ein
Leistungsverlust auftritt, sondern sogar ZU-
sätzliche Leistung gewonnen wird. (Mere-
dith-Effekt.)

Versuche über Bodenkühlung sind in
N. 673 beschrieben, konstruktive Angaben
über NACA-Hauben enthält R. 662. Vier ver-
schiedene Ausführungen von Nasenspalt-
hauben wurden untersucht und die Ergeb-
nisse in N. 720 veröffentlicht. Die günstigste
Lage der Austrittsspalten ist das Gebiet des
größten Unterdruckes in Nähe der Hauben-
vorderkante. Der Einfluß der Luftschraube
auf die Druckverteilung war (Gegenstand
besonderer Untersuchungen. Alle diese Fra-
gen sollen in einem in Aussicht genommenen
Report behandelt werden. Der Widerstand
einer Motorhaube wird stark von der Form
des Abflußkörpers beeinflußt. Für eine wirk-
same Kühlung ist es unerläßlich, daß die
austretende Luft unverwirbelt in die freie
Außenluft übertritt. Gebläsekühlung erfor-
dert zwar einen größeren Leistungsaufwand,
bietet aber eine Reihe von Vorteilen, wie
z.B. kleineren Widerstand, größeren Pro-
pellerwirkungsgrad und in vielen Fällen ver-
besserte Kühlung. Die großen Kühlungs-
schwierigkeiten bei starken Motorleistungen
würden besser durch ein besonderes Kühl-
gebläse beseitigt werden können. Entspre-
chende Versuche sind in Vorbereitung.

Im 7X10-Fuß-Windkanal wurden Flächen-
kühler untersucht, wobei ausreichende Kühl-
wirkung ohne wesentliche Erhöhung des
Widerstandes im Vordergrund stehen. Durch
die bisher gebräuchlichen Kühler findet eine
merkliche Beeinflussung des Auftriebes statt.
Wird die Eintrittsöffnung für die Kühlluft an
der Seite des hochgehenden Propellerblattes
angeordnet, läßt sich eine um 10% höhere
Luftmenge erreichen. Ein Teil der aufge-
wendeten Energie läßt sich auch bei dieser
Kühlerart zurückgewinnen.

Ueber Kühlversuche auf der Vorderseite
eines Rippenzylinders wird in R.674 be-

richtet. Die theoretischen und praktischen
Versuche über zweckmäßige Gestaltung von
Kühlrippen wurden abgeschlossen. Für ein
gegebenes Rippengewicht ist der größte
Wärmeübergang bei Magnesiumlegierung zu
verwirklichen. Kupfer- und Aluminiumrippen
sind nur wenig schlechter. Allen gemeinsam
ist die eindeutige Ueberlegenheit über Stahl-
rippen in bezug auf den Wärmeübergang.
Ein zusammenfassender Bericht über diese
Untersuchungen ist in Arbeit. Die Unter-
suchungen über den Oberflächen-Wärme-
übergangskoeffizienten wurden einstweilen
abgeschlossen und die Ergebnisse in R. 676
veröffentlicht. Im einzelnen wurden die Ein-
flüsse von Rippentiefe, -abstand und -dicke
untersucht. In Vorbereitung befindet sich ein
Report über den Wärmeübergangskoeffizien-
ten in einem Wright Cyclone - Motor; es
werden Beziehungen zwischen der Zylinder-
temperatur und verschiedenen Betriebs-
bedingungen abgeleitet. Zur Nachprüfung
von im Laboratorium und auf rechnerischem
Wege gewonnenen Ergebnissen wurden mit
einem elektrisch beheizten Zylinder Flug-
versuche ausgeführt.

Um Klarheit über die Eignung eines ein-
stufigen Achsialgebläses für Kühlzwecke von
Flugmotoren zu erhalten, wurden Rechnun-
gen ausgeführt. Für Drücke in der Nähe von
250 mm WS wären Wirkungsgrade von
etwa 80% zu verwirklichen, so daß der-
artige Gebläse für heutige Stärkeklassen ge-
eignet wären.

Durch das vom NACA entwickelte Ver-
fahren, vorbearbeitete Rippen auf gegosse-
nen Zylinderköpfen zu befestigen, läßt sich
die Leistung für ein gegebenes Hubvolumen
erheblich steigern. Zwei nach diesem Ver-
fahren hergestellte Zylinder wurden in Ein-
zylinderversuchen geprüft. Bei gleichen inne-
ren Abmessungen bekannter Ausführungen
hatten diese Zylinder eine fünffach größere
Rippenoberfläche aufzuweisen, die bei gleich-
bleibender Motorleistung und Zylindertem-
peratur nur 35% der Kühlluft üblicher Kon-
struktion notwendig machte. Oder bei
gleichbleibenden Werten für Luftmenge und
Druckgefälle wäre ohne Erhöhung der Tem-
peratur eine Verdreifachung der Leistung
möglich.

Verschiedenes. Ueber Strömungsfragen
von Tellerventilen werden in N. 701 Anga-
ben gemacht. Vorläufige Ergebnisse mit
Schieberventilen ergaben keinen Unterschied
im Strömungscharakter bei teilweise geöff-
netem und ganz geöffnetem Schieber.

Die Versuche über die die Kolbentempe-
ratur beinflussenden Faktoren wurden fort-
gesetzt, Ergebnisse sollen demnächst ver-
öffentlicht werden. Bei Kolbenringen wird
heute noch das Festfressen und Nachlassen
der Spannung störend empfunden. Versuche

Seite 208 „rLUGSPORT“

Nr. 14/1940, Bd. 32

mit einer verbesserten Gußeisenlegierung
und mit nitrierten Stählen als Ringwerkstoff
sind in Vorbereitung, von denen man sich
auch eine Erhöhung der Lebensdauer ver-
spricht.

Ventilzeitenüberschneidung ist ein Mittel
zur besseren Entfernung der Restgase und
Kühlung der Verbrennungskammer. Ein Ver-
suchsmotor wurde mit 130° Ueberschnei-
dung der Oeffnungsperioden von Einlaß- und
Auslaßventil untersucht. Die Versuche mit
Zweitakt-Einspritzmotoren mit Kerzenzün-
dung wurden fortgesetzt; Leistungssteige-
rung durch Erhöhung der Frischluftkapazi-
tät und der Drehzahl möglich. Bei einem
Flugmotor gehen etwa 65% der Kraftstoff-
energie als Abgaswärme verloren, es liegt
daher nahe, einen Teil dieser Energie zu-
rückzugewinnen. Eine Möglichkeit bestände
darin, die durch den Kühler streichende, er-
wärmte und beschleunigte Luft aus einer
Düse zwecks Verrichtung von Vortriebs-
arbeit austreten zu lassen. Es wurden Be-
rechnungen für die folgenden drei Fälle aus-
geführt: 1. Normaler Röhrenkühler, 2. Röh-
renkühler mit teilweiser Ausnutzung der

Auspuffwärme und 3. Röhrenkühler, in
dessen Austrittsdüse sich die Auspuffgase
mit der Kühlluft direkt mischen. Ein Bericht
über diese Versuche ist in Vorbereitung.

Ueber die Möglichkeit der Verwendung
besonderer Startschubdüsen wurden rech-
nerische Untersuchungen angestellt. Infolge
der verhältnismäßig geringen Mengen an
Sauerstoff und Brennstoff käme diese Me-
thode überall dort in Frage, wo eine zusätz-
liche Starthilfe erforderlich ist. Die Berech-
nungen sollen in Form eines Reports ver-
öffentlicht werden.

Die strömungsmäßige Verbesserung von
im Flugmotorenbau verwendeten Rohrleitun-
gen und Krümmern hatten entsprechende
Versuche zum Ziel. Zur Klärung der Ur-
sache der Streifenbildung an Zylinderlauf-
büchsen, besonders im rückwärtigen Teil,
wurden 50-Stundenläufe ausgeführt. Als
Hauptursache für diese Erscheinung kann
Korrosion angenommen werden, die wohl in
erster Linie auf den Antiklopfzusatz der
Kraftstoffe, auf die Oelsorte und die Tem-
peraturverteilung des Zylinders zurückzu-
führen sein wird. Nicolaus.

(Schluß folgt.)

Inland.
Berlin—Kopenhagen Luftlinie der DLH und Dän. Luftverkehrsges. erhält
weitere Verbindung, abends ab Berlin, an Kopenhagen 21 h.
Frhr. v. Gablenz, Direktor der Deutschen Lufthansa, zum Oberstleutnant

befördert.

Generalmajor Fritz Löb 7 auf militärischem Posten Fliegertod. Löb, geboren
1895, begann 1913 als Fahneniunker seine Laufbahn. Ende 1918 wurde er von
Generalfeldmarschall Göring wieder in das Reichsluftfahrtministerium berufen.

Frithjof Ursinus 7, Flugbaumeister, Dipl.-Ing., geb. 22. 4. 1910, Fliegertod

27. 6. 1940. — Es wird weitergeflogen!

Ausland.

Marschall Balbo 7, Generalgouverneur von Libyen, Mussolinis ältester

Mitarbeiter, „Faschist der ersten Stunde“, Schöpfer der italienischen Luftwaffe,
selbst Führer der Geschwader der italienischen Luftwaffe über Länder und
Meere, ist bei einer feindlichen Bombenaktion über Tobruk am 28. Juni mit dem
von ihm selbst gesteuerten Flugzeug mit Besatzung in Flammen abgestürzt. Die
Flieger der nationalsozialistischen deutschen Luftwaffe werden ihn nie vergessen.

Deutscher Ehrenfriedhof Delit. Im Beisein des Militärbefehlshabers für die
Niederlande sowie des Reichskommissars Seiß-Inquart fand am 19. 6. in Delft die
feierliche Uebergabe eines Ehrenfriedhofes, auf dem 33 gefallene deutsche Flieger
beigesetzt sind, an die dortige deutsche Kolonie statt. Auch die Delfter Bevöl-
kerung nahm großen Anteil. Zahlreiche Kranzspenden wurden niedergelegt. In
einer Ansprache sagte General Christiansen, die gefallenen deutschen Flieger
seien nicht von uns gegangen, sondern lediglich ins zweite Glied zurückgetreten.
Ihr unerschütterlicher Mut lebe in den Herzen und der Erinnerung aller fort.

Wright, Duplex Cyclone GR-3350-A2, 18, Zyl. radial luftgekühlt, 1700 PS bei
2300 U/Min in 1950 m Typenprüfung beendet.

Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 209

Henry Ford hat Bau von 1500 Rolls-Royce-Merlin-Motoren für britische
Regierung abgelehnt. Die am 16. 6. eingeleiteten Verhandlungen sind abgebrochen.

30 nordamerik. Flugmechaniker, die den Auftrag hatten, amerikanische Flug-
zeuge bei ihrer Ankunft zu montieren, haben die spanisch-französische Grenze am
23. 6. überschritten.

Japan. aerodynamische Versuchsanstalt in der Nähe von Tokio proiektiert.
Windkanal 40 000 PS 15 bis 18 m.

Südafrik. Union bestellte 16 Lockheed Lodestar. Preis 25 000 £ ie Zelle. Die
im südafrikan. Luftverkehr benutzten 18 Junkers Ju 86 sind für die Verteidigung
eingesetzt.

Australischer Luftverkehr 1940, 1% Millionen zum Ausbau der Luftlinien be-
reitgestellt. Die Bevölkerung Australien zählt insgesamt 7% Millionen.

Luftwaffe.

Führerhauptquartier, 15. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Paris wurde
gestern kampflos besetzt und durchschritten. Ueber dem Schloß von Versailles,
in dem 1871 deutsches Schicksal gestaltet und 1919 deutsche Schmach besiegelt
wurde, weht die Reichskriegsflagge. — Am 14. 6. griffen Fliegerverbände aller
Waffen im Großeinsatz an der Saarfront die Maginot-Linie an. Befestigungswerke,
Bunker, Artillerie- und Infanteriestellungen sowie Kolonnen wurden während des
ganzen Tages mit Bomben aller Kaliber belegt. — Im Raum Verdun—Metz—-Bel-
fort richteten sich wirksame Luftangriffe gegen Truppenansammlungen und Be-
wegungen auf Bahnen und Straßen. Zahlreiche Eisenbahnzüge wurden zerstört,
viele Eisenbahnstrecken unterbrochen. Auch im übrigen Frankreich erzielten
unsere Kampfverbände gute Angriffserfolge gegen Flugplätze, wichtige Eisenbahn-
strecken und zurückgehende Kolonnen. — Während der Nacht zum 15. 6. unter-
nahm der Gegner die üblichen Einflüge nach West- und Südwest-Deutschland und
warf dabei wiederum planlos und ohne militärische Ziele zu treffen Bomben ab.
— Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 43 Flugzeuge,
davon wurden 13 im Luftkampf, 9 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest
am Boden zerstört. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Die Verluste des
Gegners am 13. 6. erhöhen sich um zehn Flugzeuge auf insgesamt 29, die eigenen
um vier Flugzeuge auf insgesamt sechs. — Besonders ausgezeichnet hat sich der
Staffelkapitän Hauptmann Balthasar, indem er bisher 20 feindliche Flugzeuge im
Luftkampf abschoß und 11 weitere am Boden zerstörte.

Führerhauptquartier, 16. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Oberrhein
ist Östlich Colmar in breiter Front im Angriff überschritten. Kampfflieger- und :
Flakverbände unterstützten hier erfolgreich das Vorgehen des Heeres. — Kampf-,
Stuka- und Jagdverbände griffen im übrigen an der ganzen Front die rückwärti-
gen Verbindungen des Gegners in großem Umfange an. An zahlreichen Stellen
wurden Marschkolonnen zersprengt und Eisenbahnstrecken durch Bomben unter-
brochen. Etwa 30 Züge wurden getroffen, mehrere Munitionszüge flogen in die
Luft. — Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 40 Flug-
zeuge, davon wurden zwölf im Luftkampf, neun durch Flakartillerie abzeschossen,
der Rest am Boden zerstört. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 17. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Gegen die zu-
rückgehenden feindlichen Kolonnen setzte die Luftwaffe ihr Vernichtungswerk
fort. Zahlreiche Loire-Brücken wurden getroffen. Dichte Kolonnen, die sich vor
diesen Brücken stauten, wurden mit Bomben und Maschinengewehren angegriffen.
— Die in Burgund und über Langres vorbrechenden schnellen Truppen haben
weit nach Süden Raum gewonnen. Zwei Flugplätze mit 39 startbereiten und mit
Bomben beladenen Flugzeugen wurden hier genommen. — Im Elsaß unterstützten
Kampf- und Sturzkampfverbände sowie Flakartillerie das Heer wirksam im Erd-
kampf. — Befestigungswerke und Bunker wurden mit Bomben schwersten Ka-
libers angegriffen. — Die Verluste des Feindes in der Luft betrugen insgesamt
acht Flugzeuge, davon wurden fünf im Luftkampf, drei durch Flak abgeschossen;
drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 18. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der militärische
Zusammenbruch Frankreichs schreitet unter dem Druck unserer rastlosen Ver-
folgung rasch vorwärts. — Die Luftwaffe setzte den Verfolgungskampf gegen den
zwischen der atlantischen Küste und der oberen Loire zurückflütenden Gegner
fort. Besonders erfolgreich war ein Luftangriff auf den mit Transport-, Munitions-
und Betriebsstoffzügen überfüllten Bahnhof Rennes. Mit gewaltigen Explosionen
Seite 210 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1940, Bd. 32

flogen ganze Züge in die Luft, unter den Truppen brach eine ungeheure Panik
aus. In der Loire-Mündung gelang es, die bisher größte Angriffswirkung auf
feindliche Transportschiffe zu erzielen. Gewaltiger Schiffsraum wurde vernichtet
oder schwer beschädigt. — Unter den getroffenen, zum Teil als beladen er-
kannten Schiffen befanden sich zwei Transporter von je 30000 t, zwei Trans-
porter von je 25000 t, ein Transporter von 20000 t, vier Transporter von je
über 10000 t und mehrere kleinere Kriegs- und Handelsschiffe. Neun Schiffe sind
gesunken, andere unter Explosionserscheinungen teils vollständig ausgebranit,
teils gekentert. — In der Nacht zum 18. 6. nahmen englische Flugzeuge ihre
Angriffe gegen nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland wieder auf.
— Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern fünf Flugzeuge,
ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Führerhauptquartier, 19. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampf- und
Sturzkampgeschwader wirkten durch Angriffe auf Befestigungen, Feldstellungen,
Eisenbahnstrecken, Truppenansammlungen und Kolonnen mit, den Widerstand des
in Lothringen eingeschlossenen Feindes zu brechen. Vor Cherbourg wurde ein
Handelsschiff von 10 000 t durch Bomben versenkt. — In England griffen deutsche
Kampffliegerverbände zahlreiche Flugplätze sowie die Großtankanlagen an der
Themsemündung mit Bomben an und setzten diese in Brand. Hierbei zeichneten
sich besonders die von Generalmajor Coeler geführten Fliegerverbände aus. —
Britische Flugzeuge flogen auch in der Nacht zum 19. 6. in Nord- und West-
deutschland ein, um, wie bisher, ihre Bomben über nichtmilitärischen Zielen ab-
zustreuen. Dabei sind etwa 18 Tote unter der Polizei und der Zivilbevölkerung
zu beklagen, darunter eine Anzahl Personen, die sich nicht in die Luftschutzkeller
begeben hatten. — Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern
sechs Flugzeuge. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 19. 6. 40. (DNB.) Der gestrige Bericht des Oberkommandos der Wehr-
macht gab bedeutende Erfolge der deutschen Luftwaffe gegen feindliche Trans-
portschiffe an der Loire-Mündung bekannt. Wie wir hierzu erfahren, ist an diesen
außergewöhnlichen Erfolgen des 17. 6. das bekannte Adlergeschwader unter
Führung des Oberstleutnants Loebel entscheidend beteiligt gewesen.

Führerhauptquartier, 20. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Südlich der
Loire griffen Kampffliegerverbände den zurückflutenden Gegner auf den Rück-
zugsstraßen laufend an. Wo sich noch Widerstandsnester bildeten, unterstützte
die Luftwaffe das Vorgehen des Heeres. — Westlich Weißenburg wurde die
Maginot-Linie erneut durchbrochen. Stuka- und Kampfverbände zerstörten einen
großen Teil von Befestigungswerken durch Volltreffer. — Seit 10. 5. haben feind-
liche, und zwar vorwiegend britische Flugzeuge, fortgesetzt in der Nacht offene
deutsche Städte angegriffen. Auch in der vergangenen Nacht fielen diesem An-
griff wieder acht Zivilpersonen zum Opfer. — Die deutsche Luftwaffe hat nunmehr
mit der Vergeltung gegen England begonnen. — In der Nacht vom 19. zum 20. 6.
griffen Kampffliegerverbände das als britisches Rüstungszentrum besonders
wichtige Stickstoff-Großwerk Billingham mit zahlreichen Bomben schweren Ka-
libers an. Starke Brände wiesen bereits auf 50 km Entfernung den nachfoigenden
Verbänden den Weg. Weiter wurden Tanklager in Hull in Brand geworfen. —
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 21 Flugzeuge. Sechs
deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Beim Durchbruch durch die Maginot-
Linie sowie bei der schnellen Einschließung des Feindes in Elsaß-Lothringen und
Burgund zeichneten sich vor allem die von Generalleutnant Ritter von Greim und
Generalleutnant von Richthofen geführten Fliegerverbände sowie eine von Haupt-
mann Steiner geführte Schlachtfliegergruppe aus.

Führerhauptquartier, 21. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe
setzte auch am 20. Juni ihre Angriffe auf die Rückzugsstraßen des Gegners fort.
Vor dem Pfälzer Wald setzten unsere Stukas wiederum eine Reihe von Werken
der Maginot-Linie außer Gefecht und halfen damit, den Widerstand des hier
noch haltenden Feindes zu brechen. Bei den Kämpfen im Elsaß, die zur Einnahme
von Straßburg, Schlettstadt und Colmar führten, sowie bei der Oeffnung der
burgundischen Pforte. wurden die Truppen des Heeres in hervorragender Weise
durch Flakverbände im Einsatz gegen Erdziele unterstützt. — Kampf- und Stuka-
verbände griffen am 20. 6. Schiffsziele von La Rochelle und der Gironde-Mündung
an und versenkten einen Transporter von 10 000 t sowie ein Hilfskriegsschiff von
4000 t. — In der Nacht zum 21. 6. unternahmen britische Flugzeuge wieder zahl-
reiche Einflüge nach Nord- und Westdeutschland, um dort ihre Bomben, wie bis-
her, auf nichtmilitärische Ziele abzuwerfen. Der angerichtete Schaden ist uner-

Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 211

heblich, dagegen wurden wieder einige Zivilpersonen getötet. — Die Gesamt-
verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern sechs Flugzeuge, davon wurden
allein vier durch Flak abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.
Führerhauptquartier, 22. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Außer großer
Beute an Waffen und Kriegsgerät aller Art fielen bei der Wegnahme verschiede-
ner Flugplätze 260 Flugzeuge in unsere Hand. Kampf- und Sturzkampfverbände
griffen im Raum westlich Straßburg und südwestlich Weißenburg sowie südlich
der Loire feindliche Befestigungen, Truppenansammlungen und Transportbewe-
gungen an. In der Gironde- und Loiremündung wurde ein Handelsschiff von 8000 t
versenkt, ein anderes von 4000 t beschädigt und zwei Flugboote vernichtet. —
Bei erfolgreichen Angriffen auf militärisch wichtige Ziele an der Ostküste Eng-
lands wurden unter anderem auch die Angriffe auf das Rüstungszentrum Billing-
ham wiederholt und eine große Anzahl von Treffern erzielt. — In den Nach-
mittagsstunden wurden bei der holländischen Insel Texel drei von sechs feind-
lichen Flugzeugen nach kurzem Luftkampf abgeschossen, der Rest zum Abdrehen
gezwungen. — Bei einem erfolglosen Angriff von britischen Bomben- und Tor-
pedoflugzeugen auf ein deutsches Schlachtschiff erzielte die Flakartillerie des
Schiffes sechs Abschüsse. In den Kampf eingreifende eigene Jagdflugzeuge ver-
nichteten weitere sieben Flugzeuge. — Die feindlichen Flugzeugverluste am 21. 6.
betrugen insgesamt 25 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 11, durch Flak 6,

Links oben: Blick auf Paris vom Arc de Triomphe. Unten: Von den Waffen-
stillstandsverhandlungen im Walde von Compiegne am 21. 6. 40. Links: Das
Mahnmal des Hasses mit der Reichskriegsflagge verdeckt. Rechts: Die französi-
schen Unterhändler begeben sich in den Verhandlungswagen. Rechts oben: Nach
der Besetzung des Flughafens Le Bourget. Mitte: Rückwärtige Verbindungen des
Feindes werden zerstört. Bilder PK-Schmidt-Pleiser-Tietz-Faßhauer-Fremke (Weltbild)

Seite 212 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1940, Bd. 32

durch Flakartillerie von Kriegsschiffen weitere 6 Flugzeuge abgeschossen, der
Rest am Boden zerstört. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. — Aus nachträglich
eingegangenen Meldungen geht hervor, daß in der Zeit vom 4. bis 20. Juni über
die bisher bekanntgegebenen Zahlen hinaus 63 feindliche Flugzeuge vernichtet
wurden, so daß die Gesamtzahl der gegnerischen Verluste in diesem Zeitraum
765 Flugzeuge beträgt. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Offensive im Westen
durch Flakartillerie vernichteten feindlichen Flugzeuge beträgt bis: zum 15. 6.
854 Flugzeuge. — Auch in der Nacht zum 22. 6. unternahmen feindliche Flugzeuge
Einflüge nach Nord- und Westdeutschland und griffen erstmals auch die Um-
gebung von Berlin mit Bomben an. Wie bisher, richteten die abgeworfenen
Bomben nur geringen Sachschaden an nichtmilitärischen Obiekten an, wohl aber
wurde eine Anzahl Zivilpersonen getötet oder verletzt.

Führerhauptquartier, 23. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Zuge der
bewaffneten Luftaufklärung vor der französischen Atlantikküste zwischen Saint-
Nazaire und der Gironde wurden insgesamt fünf Handelsschiffe zwischen 3000
und 10000 t durch Bombentreffer stark beschädigt, ein Transporter von 10000 t
und ein weiterer von 4000 t versenkt. — Angriffe von Kampf- und Sturzkampf-
verbänden richteten sich im Laufe des 22. 6. in der Hauptsache gegen belegte
feindliche Flugplätze im Raume nördlich von Bordeaux. Hierbei wurden auf dem
Flugplatz Rochefort zehn Flugzeuge in Brand geworfen, zwanzig Flugzeuge bei
mehrmaligen Tiefangriffen durch Beschuß zerstört, eine Halle durch Bomben-
treffer vernichtet. — Die Verluste des Feindes betrugen am 22. 6. insgesamt
49 Flugzeuge; davon sechs im Luftkampf abgeschossen, der Rest am Boden zer-
stört. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. — In der Nacht zum 23. 6. flogen
keine feindlichen Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet ein.

Führerhauptquartier, 24. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Tätigkeit
der Luftwaffe beschränkte sich gestern auf Aufklärungsflüge über dem Nordsee-
raum. — Unsere Jäger schossen zwei britische Kampfflugzeuge bei Calais ab.
Von etwa 9 britischen Flugzeugen, die am Nachmittage in die Niederlande ein-
zufliegen versuchten, wurden sechs durch Jäger und Flak abgeschossen; unter
dem Schutz der Wolkendecke gelangten zwei bis drei von sieben Flugzeugen bis
nach Westfalen, wo sie bei dem kleinen Ort Wiescherhöfen Bauernhäuser mit
Bomben belegten und die Bewohner mit Maschinengewehren beschossen. Hierbei
wurden zwei Zivilpersonen schwer, vier leicht verletzt. Bei Nacht setzte der
Feind seine Flüge über Nord- und Westdeutschland fort. Die an zahlreichen
Stellen auf nichtmilitärische Ziele abgeworfenen Bomben richteten Sachschaden
an und erforderten wieder Todesopfer und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.
Einige Bomben fielen in ein Kriegsgefangenenlager an der Ostseeküste wobei
eine Anzahl Franzosen getötet und verletzt wurde.

Führerhauptquartier, 25. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Feldzug
in Frankreich hat nach einer Dauer von nur sechs Wochen mit einem unver-
gleichlichen Siege der deutschen Waffen geendet. Seit heute 1.35 h herrscht
Waffenruhe. — Im Zuge der bewaffneten Luftaufklärung vor der französischen
Atlantikküste wurde ein britisches Transportschiff von 5000 bis 6000 t erfolgreich
mit Bomben angeriffen. Aufklärungsflüge erstreckten sich auf Teile der Nordsee.
In der Nacht zum 25. 6. unternahmen deutsche Kampfverbände einige Angriffsflüge
nach Mittelengland und belegten Flugplätze und Anlagen der Flugzeugindustrie
mit Bomben. — Ein britisches Flugzeug flog bei Tage den Flugplatz Stavanger-
Sola an. Vor Abwurf von Bomben wurde es von unseren Jägern abgeschossen.
Britische Flugzeuge setzten ihre Einflüge nach Nord- und Westdeutschland auch
in der letzten Nacht fort, ohne irgendwelchen Schaden an militärischen Anlagen
anzurichten. — Der Flakartillerie unserer Kriegsmarine gelang es, an der Nord-
seeküste zwei englische Flugzeuge abzuschießen.

Führerhauptquartier, 26. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht
zum 26. 6. griffen unsere Kampfflugzeuge in Mittelengland mehrere Flugplätze
und Anlagen der Flugzeugindustrie erfolgreich mit Bomben an. -— Nachträglich
wird bekannt, daß am 24. 6. auf der Höhe von Bayonne auf ein feindliches Trans-
portschiff von etwa 7000 t ein Bombenangriff unternommen wurde, der heftige
Detonationen und Brände zur Folge hatte. — Von drei Bristol-Blenheim-Flug-
zeugen, die gestern erneut versuchten, den Flugplatz Stavanger-Sola anzugreifen,
würden zwei durch unsere Jäger abgeschossen. Das dritte verschwand, ohne zum
Angriff zu kommen. — Die Bombenabwürfe britischer Flugzeuge in der Nacht
zum 26. 6. in Nord- und Westdeutschland trafen keine militärischen Ziele und

no

Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 213

richteten nur geringfügigen Schaden an. Soweit bisher bekannt, wurden vier Per-
sonen getötet.

Führerhauptquartier, 27. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht
vom 26. zum 27. 6. griffen deutsche Kampfflugzeuge erneut Hafenanlagen sowie
Werke der Flugzeugindustrie in England mit Bomben an. Ein eigenes Flugzeug
kehrte nicht zurück. — Britische Flugzeuge setzten ihre Bombenabwürfe in
Westdeutschland auch in dieser Nacht fort, ohne militärischen Schaden anzu-
richten. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt. Zwei britische Flug-
zeuge wurden durch Flakartillerie, ein weiteres durch Jäger abgeschossen.

Italien.

Rom, 14. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Fortsetzung ihrer
Aktion hat die Luftwaffe Flugzeugstützpunkte der Zone von Tunis wirkungsvoll
mit Bomben belegt. Starke Angriffsaktionen wurden gegen den Flughafen Hyeres
durchgeführt, die dortigen Flugzeuge aus geringer Höhe mit Maschinengewehren
beschossen und sodann die militärischen Anlagen bombardiert. Weitere Angriffe
wurden gegen die Flughäfen von Fayence in der Provence sowie die militärischen
Anlagen von Toulon durchgeführt. Ein Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. — Leb-
hafte Aufklärungstätigkeit über den feindlichen Stützpunkten und Gebieten. — In
Italienisch-Nordafrika wurden feindliche, von Panzerwagen unterstützte Angriffe
gegen unsere Grenzposten an der ägyptischen Grenze abgeschlagen, durch das
prompte Eingreifen der Luftwaffe einige Panzerwagen zerstört, andere beschädigt.
— In Italienisch-Ostafrika haben von Kenia kommende feindliche Truppen am
Morgen des 11. 6., von Artilleriefeuer und Bombern unterstützt, von Moyale aus
einen Angriff unternommen, der unter leichten Verlusten glatt abgeschlagen
wurde. — Unsere Luftwaffe hat Port Sudan, den Hafen und Flugplatz von Aden
und den Hilfsflughafen von Moyale mit Bomben belegt. Zwei Flugzeuge sind nicht
zurückgekehrt. Feindliche Luftangriffe haben in Erythräa leichten Sachschaden
verursacht. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen.

Rom, 15. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Luftwaffe hat trotz
der ungünstigen Wetterlage eine neue und wirksame Bombardierung der mili-
tärischen Anlagen von Malta vorgenommen und dabei zahlreiche Erkundungen
über den feindlichen Stützpunkten durchgeführt. Ein feindliches U-Boot wurde
von unseren Wasserflugzeugen versenkt. — In Italienisch-Nordafrika hat der
Feind seine Angriffe mit zahlreichen Panzerkräften gegen unsere Grenzpunkte
an der ägyptischen Grenze erneuert. Die Angriffe sind aufgehalten worden. Durch
die wirksame Aktion unserer Luftwaffe mit Maschinengewehrfeuer und durch den
Abwurf von kleinen Bomben im Tiefflug wurden beträchtliche Ergebnisse erzielt.
— Ueber dem Gebiet von Tunis ist eine rege Erkundungstätigkeit der Luftwaffe
entfaltet worden. — In Italienisch-Ostafrika hat die Luftwaffe, abgesehen von
zahlreichen Erkundungsflügen jenseits der Grenze, in der Nacht zum 13. 6. in
Wellenformationen den Flotten- und Luftflottenstützpunkt von Aden angegriffen,
auf die Ziele Volltreffer erreicht und ein feindliches Jagdflugzeug abgeschossen.
Einer unserer Apparate ist nicht zurückgekehrt. — In den Nachmittagsstunden
wurde alsdann der Flottenstützpunkt von Waiir bombardiert, drei Flugzeuge
wurden am Boden zerstört, die Anlagen schwer beschädigt. Alle unsere Flugzeuge
sind zurückgekehrt. — Am Nachmittag des 12. 6. und in der Nacht des 13. 6.
haben die Engländer die Ortschaft Gobuein und den Flughafen von Assab bom-
bardiert, ohne beträchtlichen Schaden anzurichten. Die feindliche Luftwaffe hat
einige nächtliche Flüge über einigen Städten Mittel- und Norditaliens durchge-
führt. Einzelheiten darüber werden mit einer Sondermeldung bekanntgegeben.

Rom, 16. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Mittelmeer führen
Flotte und Luftwaffe ihre Tätigkeit mit immer wirksameren und besseren Ergeb-
nissen fort. — Gleichzeitig hat unsere Luftwaffe ihren Angriffsgeist bestätigt und
überall die Initiative ergriffen. Mit sicherem Erfolg sind zahlreiche Bombardie-
rungen gegen französische Flugzeugstützpunkte und gegen die Hafenanlagen von
Korsika, gegen das Arsenal von Burmula (Malta) sowie eine groß angelegte
Offensivaktion unter Teilnahme von 70 Jagdflugzeugen gegen die Flughäfen von
Cannet des Maures und Cuert Pierrefeu in Südfrankreich durchgeführt worden.
— 40 feindliche Flugzeuge sind, teils in heftigen Luftkämpfen, teils am Boden,
vernichtet worden. Ein großes Munitionslager wurde in die Luft gesprengt, und
zahlreiche Brände wurden hervorgerufen. Die feindliche Abwehr war bemerkens-
wert: Fünf unserer Flugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. —

Seite 214 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1940, Bd. 32

In Ostafrika haben Einheiten unserer Luftwaffe die Luftflottenstützpunkte von
Berbera und Mandera bombardiert. Ueber Massaua wurden zwei englische Flug-
zeuge bei einem Einflugsversuch abgeschossen. In der Nacht zum 15. 6. hat der
Feind die üblichen Einflüge über das italienische Gebiet ausgeführt. Ueber Genua
sind einige Bomben abgeworfen worden, die wenigen Schaden anrichteten, aber
denen einige Zivilpersonen zum Opfer gefallen sind. Vier feindliche Flugzeuge
sind von der Flakartillerie Genuas abgeschossen worden.

Rom, 17. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
am gestrigen Tag die Flottenstützpunkte und die Flughäfen von Malta, Korsika
und Tunis mit Bomben belegt. Im Luftkampf wurde ein englischer Jäger abge-
schossen. — Die feindliche Luftwaffe hat sich auf einige Finflüge, fast immer mit
verhältnismäßig wenig Flugzeugen, beschränkt und dabei besonders nachts auf
Städte und auf offenes Gelände Bomben abgeworfen. In Savone werden bei der
Zivilbevölkerung ein Toter und einige Verwundete gezählt. In Cagliari hat der
feindliche Angriff Schaden an einigen Hallen des Flugplatzes angerichtet; sechs
Mann des technischen Personals sind tot, etliche dreißig wurden verletzt. In
Palermo hat sich die feindliche Fliegerformation beim Start unserer Jagdilug-
zeuge zurückgezogen und auf den Angriff verzichtet. — In den Alpen immer
stärkere Tätigkeit unserer Aufklärungsabteilungen. — In Nordafrika sind zu
Lande, in der Luft und zur See Aktionen gegen die englischen Streitkräfte mit
günstigem Ergebnis in voller Entwicklung. — In Ostafrika umfangreiche Tätigkeit
unserer Luftwaffe gegen Flotten- und Luiftflottenstützpunkte im Sudan und in
Kenia mit beträchtlichen Ergebnissen: Einige Flugzeuge wurden am Boden zer-
stört und Schaden an den Anlagen angerichtet; einige Einflüge des Feindes haben
Schaden an den Anlagen in Dira Dara an der Bahnlinie verursacht.

Rom, 18. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht vom 16.
zum 17. sind die Flottenbasis von Bizerta, die militärischen Ziele von Malta und
die Flughäfen von Korsika wirksam mit Bomben belegt worden. — In Ostafrika
sind zahlreiche Luftoperationen mit Erfolg durchgeführt worden, wobei verschie-
dene Flottenstützpunkte und militärische Ziele im oberen Sudan mit Bomben
belegt wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt.
Drei feindliche Flugzeuge sind am Boden zerstört und ein Jagdflugzeug ist im
Luftkampf abgeschossen worden. — Einige Einflige der feindlichen Luftwaffe
blieben ohne nennenswerten Erfolg. Ein Flugzeug wurde von der Flak abge-
schossen. Der Feind hat in der Nacht von gestern die Luftangriffe erneuert, wo-
bei nichtmilitärische Ziele getroffen wurden. In Mailand wurden Häuser und ein
Schwesternhospiz beschädigt. Zwei Tote und einige Verwundete bei der Zivil-
bevölkerung. In Ligurien hat eine Flakbatterie vier feindliche Flugzeuge ab-

geschossen.
Rom, 19, 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Marine-Erkun-
dungsflugzeuge haben ein feindliches U-Boot versenkt. — Unsere Luftwaffe hat

feindliche Luftflottenstützpunkte angegriffen und dabei drei Flugzeuge in Brand
gesetzt. Feindliche Flugzeuge haben eine landwirtschaftliche Siedlung mit Bomben
belest. Drei Frauen und einige Kinder wurden getötet. — In der gestrigen Nacht
hat der Feind unter Bombenabwurf Luftangriffe auf Städte in den Provinzen
Liguriens und Piemonts ausgeführt. Opfer sind keine zu beklagen. Der Schaden
ist ganz gering.

Rom, 20. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Mittelmeer sind
zahlreiche Luftflotten- und Flottenstützpunkte, Bizerta, Ghisonaccia, Borgo,
Aiaccio, Campo dell’Oro, Dalvi, Bonifacio, Porto-Vecchio, von unserer Luftwaffe
durch anhaltende Aktionen mit Bomben und Maschinengewehrfeuer belegt wor-
den. Der angerichtete Schaden ist beträchtlich. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. — In Nordafrika werden die Operationen an der Cyrenaika-Grenze unter
aktiver Teilnahme der Luftwaffe, die mehrere feindliche Panzerwagen zerstört
hat, fortgesetzt. Ein englisches Flugzeug ist im Luftkampf abgeschossen worden,
zwei unserer Jagdflugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. —
In Italienisch-Ostafrika sind die feindlichen Stützpunkte Aden, Zeila, Port Sudan
und andere Stützpunkte im Sudan und Kenia mit Bomben belegt worden, die
Brände verursachten und Flugzeuge am Boden zerstört haben. Eines unserer
Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Der Feind hat die Einflüge über Ligurien
und Sardinien wiederholt; keine Opfer und keine nennenswerten Schäden.

Rom, 21. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Laufe der Nacht
zum 21. wurden die Flottenstützpunkte Bizerta und Malta erneut heftig und ziel-

Nr. 14/1940, Bd. 32 „PTLUGSPORT"“ Seite 215

sicher bombardiert. Unsere Aufklärungsflugzeuge überwachen beständig die
Flotten- und Luftflottenstützpunkte am Mittelmeer. — In Nordafrika sind an der
Ostgrenze unsere Operationen dauernd im Gange. Obwohl die Operationen auf
taktischem Gebiete beschränkt sind, verlor der Feind im ganzen mehr als zehn
Flugzeuge und rund vierzig Panzerwagen. Im Verlaufe der Nacht wurden heftige
Bombardements, insbesondere über dem Flugstützpunkt Marsa Matruch, ausge-
führt, wobei schwere Zerstörungen und ausgebreitete Brände verursacht wurden.
— In Ostafrika wurden im Verlaufe eines ergebnislosen Einfluges gegen unseren
Luftstützpunkt Lavello zwei englische Flugzeuge abgeschossen. Der Feind hat
seine Einflüge über unserem nationalen Hoheitsgebiet merklich eingeschränkt. In
der Nähe von Imperia fiel eine einzige Bomben auf freiem Feld nieder.

Rom, 22. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Mittelmeer ver-
stärken Marine und Luftwaffe überall ihre Tätigkeit. Ein Kreuzer, der zu einer
Formation gehörte, ist östlich von den Balearen von unseren Bombern getroffen
worden. Während des Tages und in der Nacht sind die Flottenstützpunkte von
Bizerta und Marseille in rollendem Angriff heftig mit Bomben belegt worden. In
Bizerta wurde ein Kreuzer getroffen, das Arsenal beschädigt, Brennstoffdepots in
Brand gesetzt. In Marseille ist der angerichtete Schaden nicht geringer. — In
Nordafrika ist Marsa Matruch, der Sitz hoher englischer Kommandostellen, durch
heftige Flugzeugangriffe dem Boden gleichgemacht worden. Außerdem wurden
feindliche Ortschaften und Formationen wirksam getroffen. — Bei einer feind-
lichen Aktion über Tobruk hat das dortige Marinelazarett einen Volltreffer er-
halten. Einige Tote und Verwundete unter den Aerzten, den Krankenpflegern und
den im Lazarett Untergebrachten sind zu beklagen. Ein feindliches Flugzeug ist
von den Flakbatterien der Marine abgeschossen worden. — In Ostafrika wurden
zahlreiche Aktionen gegen die feindlichen Stützpunkte von Port Sudan, Uareb
sowie auf kleine befestigte Anlagen und Lager in Kenia ausgeführt. Bei einem
feindlichen Angriffe über Diredaua ist ein englisches Flugzeug abgeschossen
worden. — Einige feindliche Einflüge über dem nationalen Gebiet, besonders in
Oberitalien und Sizilien, sind fast alle ohne Bombenabwurf ausgeführt worden,
ausgenommen in Circe (Turin) und in Livorno, wo im Zentrum der Stadt Wohn-
häuser getroffen wurden, ohne jedoch Opfer zu verursachen.

Rom, 23. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe setzte
ihre Operationen in allen Abschnitten des Mittelmeeres fort. Trotz heftiger Luft-
abwehr und trotz des langen Ueberseefluges ist ohne jeden Verlust in der Nacht
des 22. 6. die Flottenbasis von Alexandria (Aegypten), wohin die englische Flotte
geflüchtet ist, mit einer überaus glänzenden Aktion wirksam mit Bomben belegt
worden. Ebenso wurde die Flottenbasis von Bizerta mit Bomben belegt. Trotz
des schlechten Wetters sind ferner feindliche Schiffe auf der Fahrt im westlichen
Mittelmeer, das von den ununterbrochenen und weitreichenden Erkundungsflügen
im ganzen Mittelmeerbecken überwacht wird, erreicht und bombardiert worden.
Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Nordafrika sind die Aktio-
nen zu unseren Gunsten entschieden worden. Lebhafte Tätigkeit unserer Luft-
waffe gegen Panzerwagen und feindliche Formationen. Ein großes, feindliches,
viermotoriges Flugzeug wurde abgeschossen. — In Ostafrika haben unsere Dubat
(Eingeborenentruppen) ein englisches Flugzeug in Flammen abgeschossen. — Der
Feind hat die Stadt Trapani (Sizilien) mit Bomben belegt und dabei ausschließ-
lich private Wohnhäuser getroffen. 20 Tote und 38 Verwundete wurden gezählt,
darunter Frauen und Kinder und nur drei Militärpersonen. Unsere Jagdflieger
haben die feindlichen Flugzeuge angegriffen und zwei davon abgeschossen.

Rom, 24. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe, die
sich im Verlaufe der Operationen zu Lande trotz der schwierigen Wetterverhält-
nisse glänzend bewährte, hat ferner am gestrigen Tage ihre Offensivaktion durch
Bombenabwürfe auf den Flughafen Micabba (Malta) und das Arsenal von Bizerta
fortgesetzt. Zwei unserer Jagdflugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — In Nord-
afrika sind die Bombenabwürfe auf die Stützpunkte von Marsa Matruch und
Sidi Barrani wiederholt worden. Ferner wurde eine große Ansammlung von
Panzerwagen und englischen Kraftwagen sehr wirksam mit Bomben und an-
deren Sprengkörpern belegt. Alle unsere Flugzeuge sind in ihre Horste zurück-
gekehrt. — In Ostafrika sind die Luftflottenstützpunkte von Dschibuti und Berbera
und feindliche Truppen in Kenia mit Bomben belegt worden. Einige feindliche
Einflüge über Massaua, Assab und Diredaua blieben ohne Erfolge. — Am
gestrigen Nachmittag hat der Feind auf die Stadt Palermo einen Bombenangriff

Segelflugvorführungen von Capt. Wei Chao in China.
Archiv Flugsport

Seite 216 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1940, Bd. 32

durchgeführt, ohne militärischen Zielen Schaden zuzufügen. Hingegen wurden
unter der Zivilbevölkerung 25 Tote und 153 Verletzte gezählt. Ein Flugzeug
wurde von unseren Jagdfliegern abgeschossen.

Rom, 25. 6. 40 (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Infolge der Unterzeich-
nung des Waffenstillstandabkommens sind heute früh 1.35 h die Feindseligkeiten
zwischen Italien und Frankreich auf allen nationalen und Ueberseesektoren einge-
stellt worden. — Bei dem feindlichen Luftangriff auf Tripolis sind Ziele von mili-
tärischem Interesse nicht getroffen worden. Die Bomben fielen auf Häuser des
alten Judenviertels und verursachten an 20 Opfer. — Ein feindlicher Luftangriff
auf Cagliari, bei dem gegen 13 Bomben abgeworfen wurden, hat keinen Schaden
an den Häusern angerichtet und nur wenige Personen verletzt. — Zwei Luft-
angriffe gegen Palermo sind von unseren Jagdflugzeugen, die die feindlichen Flug-
zeuge zur Flucht zwangen, vereitelt worden. — Der Krieg gegen Großbritannien
geht weiter und wird bis zum Siege fortgesetzt.

Rom, 26. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Ostafrika vergebliche
englische Luftangriffe auf Asmara und Diredaua. Zwei feindliche Flugzeuge ab-
geschossen. — Ein versuchter Luftangriff gegen Neapel ist durch das Eingreifen
unserer Jagdflugzeuge und der Luftabwehr vereitelt worden, die den Feind in die
Flucht schlugen.

Rom, 27. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Bombenforma-
tionen haben in mehreren Wellen Malta angegriffen und gegen die dortigen
Marine- und Luftflottenziele neuerdings eine heftige Zerstörungsaktion durch-
geführt. Alle unsere Flugzeuge sind in ihre Horste zurückgekehrt. — In Nord-
afrika sind die Luftangriffe gegen Depots und Kraftwagenparks wiederholt
worden. Alle Flugzeuge sind zurückzekehrt. — Feindliche Luftangriffe auf Massaua
und Assab sind ohne jedes Ergebnis geblieben.

Flugmodell-Traggerüst. Oben: Mit eingespanntem Modell (,„Minimoa“). — Mitte:
Das Modell wird abgenommen; die rückwärtige Schere hat für den Rumpf einen
besonderen Verschlußteil. — Unten: Modell fertig zum Zusammenbau; der Werk-

zeugkasten mit Hochstartschnur ist herauszezogen.
Bilder Karl Anders

Nr. 14/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“

Segelflug

Deutsche Forschungsanstalt für Segellug jetzt Flugplatz Ainring, Post Frei-
lassing (Oberbayern).

Segelilugschule Fordon, Bromberg, Leiter NSFK Stf. Birr, eröffnet.

Ital. Segelilugrekord, wie aus Littoria berichtet, von Carl Stricher mit Wh
45 Min auf Olympia-Segelflugzeug aufgestellt.

Segelilugbewegung in China hat Capt. Wei Chao vor 2% Jahren eingeleitet.
Im vergangenen Jahre machte Capt. Wei Chao Segelflugvorführungen im Oktober
in Chengtu und im Dezember in Chungkiang, für welche ein in Deutschland gekauf-
ter „Rhönsperber“ benutzt wurde. Die Vorführungen in Chengtu und Chungkiang
machten bei den Zuschauern einen derartig großen Eindruck, daß Capt. Wei
Chao von der Regierung beauftragt wurde, in größerem Maßstabe die Entfachung
einer Segelflugbewegung für Chinas Jugend vorzubereiten. Zur Zeit werden Flug-
schulen gegründet, die bereits im April in Betrieb sein sollen. Zunächst sollen
30 Gleitfluglehrer ausgebildet und nach den verschiedenen Universitätsstädten
Chinas entsandt werden, um vor allen Dingen unter der studierenden Jugend zu
werben. Weiter sollen in diesem Jahre 100 Segel- und Gleitflugzeuge gebaut
werden. Nebenstehende Abbildungen zeigen die Vorführungen in Chungkiang.

Flugmodell-Traggerüst.

Tragflügel und Rumpf von Flugmodellen ohne jede weitere Handhabe
tragen zu müssen, ist oft als sehr lästig empfunden worden. Man hat meistens
beide Hände dazu nötig, und im Gedränge oder in der Eisenbahn empfindet man
dies dann um so mehr unangenehm. So lag der Gedanke nahe, ein Gerät zu ent-
wickeln, welches den Transport von zerlegten Flugmodellen erleichtert und
außerdem noch die Mitnahme von Ersatzteilen, Werkzeugen und Hochstartgerät
ohne weiteres gestattet. Das in der Abbildung gezeigte Transportgerät, das be-
sonders für das Flugmodell „Minimoa“ gebaut wurde, entspricht im Aufbau den
bekannten Segelflugzeugtransportanhängern. Hier wie dort befindet sich, in der
Mitte fest verankert, der Rumpf, zu beiden Seiten die Tragflügel und darunter
das abnehmbare Höhenleitwerk. Alle Teile sind in entsprechenden Scheren mit
einer Stoffunterlage unverrückbar festgehalten. Die Tragflügel werden durch
Gurte, die mittels eines Gummizwischenstückes straff gehalten werden, einge-
spannt. Am unteren Teil der Tragvorrichtung befindet sich ein Kästchen, das in
der einen Hälfte Werkzeuge und Ersatzteile (Leistchen, Batist, „Uhu“-Klebstoif)
und in der anderen Hälfte die aufgewickelte Hochstartschnur enthält. Somit er-
füllt dieses Gerät alle Forderungen nach einfacher und leichter Transportmöglich-
keit. Es ist außerdem, technisch gesehen, der Schlußstein beim Modellbau; denn
genau so wie beim Bau von Segelflugzeusen noch hinzukommt der Transport-
wagen, so gehört zu dem fertigen Flugmodell auch das entsprechende „Ein-Hand“-
Transportgerät. Ein Bauplan für ein Traggerüst, in dem sämtliche Flugmodelle
(mit teilbaren Flügeln) eingespannt werden, wird demnächst erscheinen. K.A.

Reichswettbewerb für Segelilugmodelle Wasserkuppe. 5. 7. Anreisetag; 6. 7.
8—12 h technische Prüfung, 13.30 h Eröffnung des Wettbewerbs, 18.30 h Start-
schluß; 7. 7. 8 h Eröffnung der Startstelle, 12.30 h Schluß des Wettbewerbs;
12.30—13.30 h Flugvorführungen der R.-Sil.-S. Wasserkuppe; 13.30 h Preis-
verteilung.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)
Unsere Flieger. Luftwaffe, Luftsport, Luftverkehr, Luftfahrttechnik im Bilde.
Von HA. Orlovius u. H. G. Schulze. M. A. Klieber Verlag, Berlin. Preis RM 3.20.
Beginnend mit dem Tagesbefehl von Generalfeldmarschall Göring: „Kamera-
den! Der Führer hat gerufen! Eure große Stunde ist da — — —“, folgt eine kurze
Uebersicht über die Gliederung der deutschen Luftwaffe und eine große Zahl
vielfach noch nicht veröffentlichter Abbildungen.

nee emTe een

Seite 218

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iür Deutschlands Freiheit kämpfte, und der dann von Marxisten zerrissen wurde,
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L.Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘. Frankiurt a. M.,
Hindenburgplatz 8 (Deutschland)

AXXIl. Jahrgang / Nr. 15

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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 15 17. Juli 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 31. Juli 1940
Flugzeugindustrie.

Der Krieg hat neben der Weiterentwicklung in Wissenschaft
und Technik der deutschen Flugzeugindustrie einen gewaltigen An-
stoß gegeben. Die Durchführung des Programms für die deutsche
Luftwaffe erforderte bei der Industrie eine noch nie dagewesene
Ausweitung in der Gestaltung sowie in der Fertigung. In der Ge-
staltung mußten in kurzer Zeit viele Untersuchungen angestellt wer-
den, die in Friedenszeiten Jahre erfordert hätten. In der Fertigung
wurde die Flugzeugindustrie vor ganz neue Aufgaben gestellt. Unter
Aufwendung eines Minimums von Baustunden mußte ein Maximum
der Erzeugung erreicht werden. Auf die Bedeutung der deutschen
Normung haben wir an dieser Stelle bereits mehrfach hingewiesen.

Die Anforderungen an Sicherheit und größte Lebensdauer ver-
langten Verfeinerung der Baustoffe in größten Qualitäten, ferner
raffinierteste Ausbildung der zugehörigen Arbeitsverfahren mit ihren
Werkzeugmaschinen, Werkzeugschablonen und eine noch nie ge-
kannte Werksorganisation überhaupt. Zur Zeit ist über Deutsch-
lands Waffenschmiede mit ihrer Entwicklung und Ausdehnung an
der Oeifentlichkeit noch nichts bekannt. Das eine steht fest: Die
deutsche Flugzeugindustrie wird nicht etwa durch die jetzige Be-
anspruchung während des Krieges in Zukunft gegenüber anderen
Ländern zurückbleiben, sondern in der Entwicklung des Flugwesens
der ganzen Welt führend sein.

ITS-Motorsegler.

Die Luftfahrtabteilung der Techn. Hochschule (Instytut Techniki
Szybownichwa) in Lemberg entwickelte im Laufe der letzten Jahre
drei Motorsegler mit Druckschraubenantrieb und doppelten Leit-
werksträgern. Alle drei Maschinen können sowohl mit Gummiseil
oder Winde, als auch im Flugzeugschlepp gestartet werden. Die
neueste Ausführung ITS-8M kann ihrerseits sogar selbst leichte
Segelmaschinen in Schlepp nehmen.

Flügel: Verdrehsteifer Kastenholm, Holmgurte aus Fichtenholz,
Stege aus Birkenholz. Beplankung der Flügelnase mit Birkensperr-
holz, Rest des Flügels stoffbespannt. Bei allen 3 Ausführungen zeigt

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 29, Bd. VII.

Seite 220 „rLUGSPORT' Nr. 15/1940, Bd. 32

das Flügel-Mittelstück rechteckigen Umriß. Beim 2. und 3. Muster
wurde von der geraden Hinterkante des Außenflügels abgegangen
und so eine trapezförmige Flügelform erzielt. Die beiden späteren
Konstruktionen weisen auch leichte V-Stellung des Außenflügels auf.

ITS-8 ITS-8W ITS-5M

Baujahr: 1936 1938 1939
Spannweite, m 13,60 14,20 14,60
Länge, m 6,40 6,50 6,50
Flügelfläche, m? 16,90 16,20 16,50
Fächeninhalt des Nöhen-Leitw. 2,0 1,8 2,0
Flächeninhalt des Seiten-Leitw. 1,37 1,64 1,64
Seiten-Verhältnis 11 12,5 12,9
Flächenbelastung, kg/m? 17,9 18,5 19,35
Leergewicht, kg 190 195 205
Nutzlast, kg 82 90 90
Brennstoff, kg 18 22 35
Fluggewicht, kg 290 307 330
Höchstgeschwindigkeit, km/h 115 140 160
Reisegeschwindigkeit, km/h 105 125 145
Mindestgeschwindigkeit, km/h 48 54 46
Steigegeschwindigkeit, m/sek 1,3 2,5 4,0
beste Gleitzahl 18 19 20
Triebwerk: Kröber M-3 Schliha Sarolea
Nennleistung, PS 18 22 32
Verwendungszweck: Ausbildung u. Uebung aerologische
Uebung Forschung u.

Schlepp leichter Segler

Der Motor liegt jeweils direkt in Flügelhöhe in der Flügel-
Hinterkante. In der Ansatzstelle der Leitwerksträger sind die Flügel-
rippen besonders verstärkt. Diese Rippen sind beim ITS-8 und
ITS-S W durch 2 Parallelstreben zur Rumpfunterseite, sowie zur
Motorlagerung und zum Holm des Außenflügels abgestützt. Der
ITS-8 M ist freitragend gebaut und besitzt dreiteilige, über den gan-

6500

200 —|

ITS-8M
Motorsesgler.

ITS-8
Motorsegler.

Zeichnung ITS Zeichnung ITS

14600

Nr. 15/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 221

zen Außenflügel reichende Flügelklappen. Die Außenflügel können
bei diesem Muster zur Transporterleichterung beigeklappt werden.

Die Leitwerksträger sind in der gleichen Kastenholm-Bauweise
ausgeführt wie der Flügelholm, mit Fichtenholzgurten und Erlen-
holzstegen. Sie sind unter sich diagonal mit Draht ausgekreuzt.
Während die erste Maschine nur einfaches Seitenleitwerk besaß,
zeigen die beiden Weiterentwicklungen doppeltes Seitenleitwerk.
Flossen sperrholzbeplankt, Ruder stoffbespannt.

Rumpf normale Holzkonstruktion, sperrholzbeplankt mit ovalem
Querschnitt und tiefgezogenem, spitz auslaufendem Ende, an das ein
gefedertes Spornrädchen angesetzt ist. Während die zwei ersten
Ausführungen ein einziehbares zentrales Rad aufweisen, wurde die
neueste Ausführung mit Zweirad-Fahrwerk, ebenfalls einziehbar,
ausgestattet. Alle Maschinen haben zusätzlich noch eine Landekufe.
Der Führersitz geht bei allen Ausführungen organisch in die Flügel-
nase über, Werkstoff Cellon.

Amphibienflugboot Ha 22.

Das von Haller entworfene Amphibium Ha 22 mit zwei Motoren
ist als Zivilreiseflugzeug zedacht.

Flügel freitragend, dreiteilie. Boot: Holzbauweise (Metallbau-
weise in Aussicht genommen) mit tragender Sperrholzhaut, abge-
schottet, tropensicher imprägniert, galvanisch gegen Korrosion ge-
schützte Beschläge. Bootsunterseite gekielt, eine Stufe.

Geschlossene, plexiverglaste Kabine, Einstieg seitlich, Türen
abwerfibar. Zwei nebeneinanderliesgende Führersitze mit Doppel-
steuerung für Schulilug.

Leitwerk: Flossen mit Sperrholz beplankt, Ruder Leichtmetall.
Im Höhen- und Seitenruder Trimmklappen. Höhenleitwerk nach
unten abgestrebt.

Seitliche Stabilität Schwimmerstummel mit an den Enden ein-
sebaute Fahrwerksräder, die bei Landstart nach unten geschwenkt
werden können. Im Bootsheck Spornrad, schwenkbar, gleichzeitig
als Wassersteuer zu verwenden.

Triebwerk: 2 Motoren HM 515 je 65 PS zu beiden Seiten in der
Flügelnase. Kraftstoffbehälter Leichtmetall, hinter den Vordersitzen
abgeschottet eingebaut. Bei Ausfall eines Motors soll das Flugboot
noch flugfähig bleiben.

Spannweite 12 m, Länge 8,5 m. Leergewicht 650 kg, Gesamt-
zuladung 325 kg, Fluggewicht 975 ke.

Höchstgeschw. 200 km/h, Reisegeschw. 185 km/h, Landegeschw.
70 km/h. Steigzeit auf 1000 m 5 Min., Dienstgipfelhöhe 4400 m, Reich-
weite 800 km. Durch Einbau von Zusatztanks, unter Verringerung
des Gepäckraumes, zweisitzig, Reichweite 1600 km. Kraftstoffver-
brauch im Reiseflug 15 1/1100 km. Flugzeugführerschein A II Zusatz See.

12000

Amphibien-
flugboot Ha 22.

Zeichnung Flugsport

Amphibien-
flugiacht Ha 23.

Zeichnung Flugsport

72000

Seite 222 „rLUGSPORT“ Nr. 15/1940, Bd. 32

Amphibienflugiacht Ha 23.

Rudolf Haller, vor dem Krieg in USA. tätig, jetzt in München,
hat auf Grund von Windkanal- und Wasserschleppversuchen, die
jetzt beendet sind, ein Flugboot konstruiert, dessen Bau demnächst
aufgenommen werden soll. Uebersichtszeichnung S. 221.

Flügel freitragend, dreiteilig, Mittelstück mit Bootsrumpf fest
verbunden.

Boot: Holzbauweise (Metallbauweise vorgesehen) mit tragender
Sperrholzhaut, abgeschottet, tropensicher imprägniert. Bootsunter-
seite gekielt, eine Stufe.

Geräumige, geschlossene, plexiverglaste Kabine, seitlicher Ein-
stieg, Türen können abgeworfen werden. Zwei nebeneinander-
liegende Führersitze mit Doppelsteuerung.

Leitwerk: Flossen mit Sperrholz beplankt, Ruder aus Leicht-
metall, Höhen- und Seitenruder Trimmklappen. Höhenleitwerk nach
unten abgestrebt.

Bugradfahrwerk, in der Bootsnase ein nach hinten hochklapp-
bares um 90° schwenkbares Rad, zu beiden Seiten in der Mitte des
Flügels zwei Stützschwimmer, an deren rückwärtigem Ende je ein
bremsbares Rad mit Niederdruckreifen eingebaut ist. Hochzieh-
betätigung hydraulisch. Die Schwimmer werden beim Wasserstart
ganz aufgezogen, vor Anker liegend, teilweise ausgefahren.

Triebwerk: 2 Hirth-Motoren HM 515 je 65 PS, in Tandem an-
geordnet. Bei Ausfall eines Motors soll das Flugboot noch flugfähig
bleiben. Kraftstoffbehälter Leichtmetall, hinter den beiden Vorder-
sitzen abgeschottet eingebaut.

Spannweite 12 m, Länge 8,5 m. Leergewicht 650 kg, Gesamt-
zuladung 325 kg, Fluggewicht 975 kg.

Höchstgeschw. 200 km/h, Reisegeschw. 185 km/h. Landegeschw.
70 km/h. Steigzeit auf 1000 m 5 Min., Dienstgipfelhöhe 4440 m, Reich-
weite 800 km. Durch Einbau von Zusatztanks, unter Verringerung
des Gepäckraumes, zweisitzig, Reichweite 1600 km. Kraftstoffver-
brauch im Reiseflug 151/100 km. Flugzeugführerschein A II Zusatz See.

Engl. Jagdzweisitzer Hawker Hotspur.

Die Bestrebungen, zweisitzige Jagdflugzeuge mit motorbetrie-
benem Dreh-MG.-Turm zu versehen, begannen 1932. Man suchte
hierbei durch die besondere Anordnung einer drehenden Kuppel
hinter der Führersitzkabine. einen größeren Feuerbereich und
schnellere Schwenkung der Waffe zu erreichen.

Diese Klasse der Jagdzweisitzer war mit flüssigkeitsgekühlten
12-Zyl.-Rolls-Royce-Merlin mit dreiflügeliger De Havilland-Hamil-

' ton - Verstellschraube ausge-

MR rüstet. Vom Royal Air Force

— wurde seinerzeit der Boulton

Paul Defiant (vel. „Flugsport“
1939, S. 99) angenommen.

Beim vorliegenden Hawker

Hotspur wurde der Drehturm
vollständig freistehend hinter
die Flügelkabine gesetzt.

Flügel Ganzmetallbauweise,
Tiefdeckeranordnung. Außen-
haut Kräfte übertragend. Rumpf
Stahlrohrgerüst, stoffbespannt.
Vor der Führerkabine Blech-

—t

EI

Hawker „Hotspur“
Jagdzweisitzer.

Zeichnung Flugsport

Nr. 15/1940, Bd. 32

„ErLUGSPORT“ Seite 223

Hawker Jagdzweisitzer „Hotspur“.

haut. Höhen- und Seitenleitwerk Stahlrohr, stoffbespannt. Fahrwerk

hochziehbar nach innen oben in den Flügel.
Spannweite 12,55 m, Länge 10,00 m, Flügelfl. 24,3 m?.

Zerstörer Messerschmitt „Me 110“. Bild Horster-PK- Weltbild

Inland.

Beförderungen in der Luitwaife durch den Führer und Obersten Befehls-

haber der Wehrmacht mit Mirkung vom 1.7.40 zu Generalmaioren: den charak
terisierten Generalmajor Seldner, die Obersten Pultar, Fröhlich.

Mit Wirkung vom 1.6.40 zum Generalarzt: den Oberstabsarzt Dr. Schröder.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Fisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der
Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, an: General der Flieger Ernst Udet,
Chef des Technischen Amtes; Major Oskar Dinort, Kommodore eines Stuka-
Geschwaders; General der Flieger Keller, Kındr. General eines Fliegerkorps:
Generalltn. Ritter v. Greim, Kmdr. General eines Fliegerkorps; General d.
Flakartillerie Weise, Kmdr. General ein. Flakkorps; Generalmajor Deßloch, Kmdr.
General eines Flakkorps; Generalmaior Wolf v. Stutterheim, Kommodore ein.
Kampfgeschw.; Generalmaior Stefan Fröhlich, Kommodore ein. Kampfgeschw.:

Archiv Flugsport

Seite 224 „FLUGSPORT"“ Nr. 15/1940, Bd. 32

Oberst Alfred Bülovius, Kommodore ein. Kampigeschw.; Oberst Alois Stöckl,
Kommodore ein. Kampfgeschw.; Uifz. Herbert Nelke in .ein. Flakregt.
Finnisch - schwedischer Luitverkehr (Polverkehr der finnischen Aero OIY
und der schwedischen A.B. Aerotransport) während der Dauer des russisch-
finnischen Feldzuges vom 30.10.1939 bis 13.3. 1940 hat gut gearbeitet. Die trotz
meteorologischer und anderer Schwierigkeiten aufgestellten Flugleistungen stellen
ein Ruhmesblatt des „Unbekannten Flugkapitäns“ dar. Vom ersten bis letzien
Kriegstage betrieben die genannten Gesellschaften den Verkehr Stockholm— 0
359 planmäßige Flüge wurden in dieser Zeit durchgeführt. Nur sechs Flüge mub-
ten wegen ungünstiger Witterung und zwei wegen Luftangriffen auf Abo aus
fallen. Die Ausnützung des eingesetzten Materials war hundertprozentig: 3904
Fjuggäste, darunter 117 Kinder unter 3 Jahren, wurden hierbei befördert. Stine
wurden während der Berichtszeit auf dieser Strecke dieselben zwei Ju 52-Ma-
j i tzt.
 L 39 trat die schwed. A.B. Aerotransport in den Finnlandverkehr
ein, indem sie die Strecke Stockholm—-Sundsvall—Vasa eröffnete: 135 planmäßige
Flüge wurden bis etwa Mitte März auf dieser Strecke durchgeführt. Auf gem
Streckenabschnitt Sundsvall—Vasa mußten die schwedischen Ju 52 in acht aen
nach Sundvall zurückfliegen und später noch einmal starten, wozu in vier Fällen
die Wetterverhältnisse, in anderen vier Fällen Luftangriffe auf Vasa. zwangen.
1266 Passagiere, hiervon 77 Kinder, wurden in planmäßigen Flügen befördert. ”
32 Sonderflügen wurden ferner 1034 finnische Kinder von Vasa nach Sundsva

'ebracht.
““ Schweden bestellte Anfang des Jahres 120 Vultee Vanguard mit Twin-Wasp-

Motoren.
Engl. Short Stirling Viermotor-Bomber in Canada gebaut von Canadian

j d.
er 7, Gründer und Herausgeber des „Flight“, am 3. 4. im Alter von
85 Jahren gestorben. Die erste; Nummer von „Flight“ erschien am 2. 1. 1909.

Engl. Flugzeugindustrie Rückstand scheint man schon zu Beginn des Jahres
erkannt zu haben. England machte im April einen Kontrakt mit Douglas ADC!
5-Millionen-Lieferung von DB-19s, lieferbar 1940 und 41. Dabei 200—250 D - :
mit Wright Cyclone 1500-PS-Reihenmotoren. Ferner wurden 50 Consolidate
28-55 (ähnlich der Atlantik-Type) und 120 Brewster Jagdflugzeuge bestellt. Ge-
rüchtweise sollen 1000 Bell P-39 „Airacobra“, 400 von Frankreich und 600 von

3 worden sein. |
a ated B-24, Armee-Bomber, Viermotor, freitragender Flügel in Davis-
Caltech-Bauweise, zu der USA.-20-t-Militär-Klasse gehörend, von der Armee über-

e nsolidated PB2Y-1- Patrouillen-Flugboot-Viermotor, sechs Stück von

der USA.-Marine bestellt. oo
“ Metrisches System, Einführung in USA. propagiert, und zwar in einer schritt-

weisen Umwandlungsperiode von 20 Jahren.

Transport Dreiflügel-Hamilton-
Luftschraube, um das Demon-
tieren der Flügelblätter zu
vermeiden, unter dem Rumpf
eines Douglas im Dienst des

n U. S. Aircorps.
Luftwaffe.

Führerhauptquartier, 28. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfverbände
der Luftwaffe griffen auch in der Nacht zum 28. 6. Rüstungswerke sowie Hafen“
anlagen in Süd- und Mittelengland erfolgreich mit Bomben an. Explosionen m
starke Brände wurden teilweise noch lange nach den Angriffen. beobachtet. m
27. 6. flogen tagsüber an verschiedenen Stellen der niederländisch-belgischen
Küste britische Flugzeuge ein. Sie wurden von unseren Jagdilugzeugen angegrii-
ien, wobei an einer Stelle alle sechs eingeflogenen Flugzeuge abgeschossen wur-

Nr. 15/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 225

den. Zwei anderen Flugzeugen gelang es, im Schutze tiefhängender durchbroche-
ner Wolkenfelder bis in die Gegend von Hannover vorzustoßen und Bomben
abzuwerfen. Mehrere Tote und Verletzte sowie einiger Sachschaden sind zu ver-
zeichnen. — Auch in der Nacht zum 28. 6. flogen wiederum britische Flugzeuge
nach West- und Norddeutschland ein. An verschiedenen Stellen, darunter auch
auf Wohnhäuser, wurden Bomben geworfen, wobei mehrere Personen getötet
oder verletzt wurden. Unsere Nachtiäger schossen drei feindliche Flugzeuge ab. —
Bei einem Angriffsversuch auf den Flugplatz Stavanger-Sola wurde ein britisches
Flugzeug noch während des Anfluges über See abgeschossen. — Die Flakartillerie
der Kriegsmarine schoß zwei feindliche Flugzeuge ab. — Insgesamt verlor der
Gegner am 27. 6. zwölf Flugzeuge in Luftkämpfen und vier durch Flakabschuß.
Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Führerhauptquartier, 29. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie an den
Vortagen griffen Kampfverbände der Luftwaffe auch am 28. und in der Nacht
zum 29. 6. in Süd- und Mittelengland gelegene Rüstungswerke und Hafenanlagen
mit sichtbarem Erfolg an. Besonders wirkungsvoll waren auch Bombenangriffe
auf Truppenansammlungen und Verladungen auf den britischen Kanalinseln Jersey
und Guernsey, wo in den Hafenanlagen große Brände und starke Explosionen
beobachtet wurden. — Britische Flugzeuge setzten ihre nächtlichen Einflüge über
Belgien und Holland nach Nord- und Westdeutschland fort und warfen an ver-
schiedenen Stellen Bomben ab. Diese richteten nur Sachschaden an Wohnhäusern
an und verletzten einige Zivilpersonen. Vier der angreifenden Flugzeuge wurden
abgeschossen, davon zwei durch Flakartillerie. Eigene Verluste sind nicht zu
beklagen.

Führerhauptquartier, 30. 6. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht
zum 30. 6. griffen deutsche Kampfflugzeuge Hafenanlagen und Rüstungswerke in
England und Schottland mit Bomben an. An vielen Stellen wurden Explosionen
und Brände beobachtet. So besonders in den Häfen von Cardiff und Bristol, wo
mehrere Tanklager in Flammen aufgingen. Flugplätze bei Lincoln, Nottingham
und York waren das Ziel weiterer erfolgreicher Luftangriffe. — Britische Flug-
zeuge griffen bei Nacht in Nord- und Westdeutschland an mehreren Stellen nicht-
militärische Ziele mit Bomben an. Der angerichtete Sachschaden ist unbedeutend.
In einer westdeutschen Stadt beschoß ein britisches Flugzeug die zum Löschen
eines Hauses eingesetzte Feuerwehr mit Maschinengewehren. — Vier feindliche
Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird
vermißt.

Führerhauptquartier, 1. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche
Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 1. 7. wieder mehrere Häfen an der
schottischen Ost- sowie der englischen Ost- und Westküste an. Sie erzielten
gute Treffergebnisse. — Eine Staffel von neun britischen Blenheim-Kampfflug-
zeugen, die unter dem Schutz von Jägern den Flugplatz Merville-Lestrem bei
Lille am Mittag des 30. 6. anzugreifen versuchte, wurde durch Flak im Anflug
zersprengst und anschließend von unseren Jägern in einen heftigen Lufitkampf ver-
wickelt. Hierbei gelang es, sechs Blenheim-Flugzeuge sowie drei britische Jäger

 abzuschießen. — Die An- .

griffe feindlicher Flug-
zeuge gegen nichtmilitä-
rische Ziele in Nord-,
West-und Süddeutschland
in der Nacht zum 1. Juli
richteten nur geringen

Generaloberst Milch im
Fluge über die noch tief
verschneiten norwegi-
schen Gebirge. Er hat
seinen Flugzeugführer,
Obltn. Polte, in der
Steuerung des Flugzeuges !
abgelöst. |

Bild Scherl

Seite 226 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1940, Bd. 32

Sachschaden an. — Am 30. 6. wurden insgesamt achtzehn britische Flug-
zeuge, davon elf im Luftkampf, sieben durch Flak abgeschossen. Ein deutsches
Flugzeug wird vermißt.

Führerhauptquartier, 2. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 30. 6. bzw.
1. 7. wurden die britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey im Handstreich
durch Teile der Luftwaffe genommen und anschließend durch Stoßtrupps der
Kriegsmarine und nachfolgende Abteilungen des Heeres besetzt. Hierbei schoß
ein deutsches Aufklärungsflugzeug zwei britische Kampfflugzeuge vom Muster
Bristol-Blenheim im Luftkampf ab. — Im Zuge der bewaffneten Aufklärung über
dem Kanal wurde am Nachmittag des 1. 7. ein britisches Küstenwachschiff ost-
wärts Torquay angegriffen und in Brand geworfen. Ein weiterer erfolgreicher
Angriff richtete sich gegen den Hafen von Wick in Nordschottland. In der Nacht
zum 2. 7. griffen unsere Kampfflugzeuge wiederum Hafenanlagen am Bristol-
Kanal an. Brände und Explosionen wurden beobachtet. — Im Verlaufe der An-
griffe britischer Flugzeuge in der Nacht zum 2. 7. auf Nord- und Westdeutsch-
iand wurden u. a. auch auf Kiel Bomben geworfen, richteten jedoch nur geringen
Sachschaden an. Einige Zivilpersonen wurden getötet. Im ganzen wurden fünf
feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie abgeschossen, außerdem bei dem nächt-
lichen Angriff auf Kiel zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie der
Kriegsmarine. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. — Die Zahl der am 30. 6.
und 1. 7. im Luftkampf abgeschossenen feindlichen Flugzeuge erhöht sich gegen-
über der bisher angegebenen um fünf auf 23.

Führerhauptquartier, 3. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 2. 7. griffen
deutsche Kampfflugzeuge im Zuge der bewaffneten Aufklärung über der Kanal-
küste einen Geleitzug an und versenkten einen Frachter von 12000 BRT. sowie
einen Frachter von 6000 BRT. Ein weiterer Frachter von 8000 BRT. wurde durch
Bombentreffer schwer beschädigt. — An der schottischen Küste warfen unsere
Kampfflugzeuge Bomben auf Anlagen der britischen Rüstungsindustrie, insbeson-
dere in Newcastle. — Im Laufe der Nacht zum 3. 7. führten mehrere Angriffe
auf Hafenanlagen an der Küste Südenglands zu zahlreichen Bränden und Explo-
sionen. — Bei Tage versuchten drei britische Kampfflugzeuge vom Muster Bristol-
Blenheim in Holland einzufliegen, wurden iedoch frühzeitig erkannt und zum
Kampf gestellt. Es gelang, zwei dieser Flugzeuge im Luftkampf abzuschießen. —
Auch in der Nacht zum 3. 7. warfen feindliche Flugzeuge in Holland, Nord- und
Westdeutschland Bomben, die zum größten Teil in freies Gelände fielen und da-
her nur geringen Sach-, aber keinen Personenschaden verursachten. — Ein
deutsches Flugzeug wird vermißt.

Führerhauptquartier, 4. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Ein Untersee-
boot unter Führung von Oberleutnant zur See Endraß erzielte einen Torpedo-
treffer auf den neuesten britischen Flugzeugträger „Ilustrious“. — Deutsche
Kampfflugzeuge griffen am 3. 7. im Kanal und an der Nordsee britische Hafen-
anlagen, brtische Küstenbefestigungen, Flugplätze, Barackenlager sowie Anlagen
der Rüstungsindustrie an. So wurden der Truppenübungsplatz Aldershot, das

Von abgeschossenen feindlichen Flugzeugen.
Ueberklebtes englisches Hoheitsabzeichen an .einem Lockheed-Hudson.

Archiv Flugsport

Nr. 15/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 227

Flugzeugwerk Reading und schwere Küstenbatterien bei Newhaven erfolgreich
mit Bomben belegt. — Bei einem Angriff auf einen britischen Geleitzug im Kanal
erhielt ein großes Schiff zwei schwere Bombentreffer. — Britische Flugzeuge
warfen im Schutz tiefliegender Wolken im Laufe des gestrigen Tages an mehre-
ren Stellen Nord- und Westdeutschlands Bomben ab. Hierbei griffen sie in
skrupelloser Weise die Zivilbevölkerung an, wobei in Hamburg-Barmbeck elf
Kinder, drei Frauen und ein Mann getötet, elf Kinder und neun Frauen schwer
verletzt wurden. Auch in der Nacht zum 4. 7. flogen einige feindliche Flugzeuge
nach Belgien und Holland ein, ohne iedoch nennenswerten Schaden anzurichten. —
Sechs Teindliche Flugzeuge wurden vernichtet. Vier deutsche Flugzeuge werden
vermißt.

Führerhauptquartier, 5. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Laufe des
4. 7. und in der Nacht vom 5. 7. griff die Luftwaffe in England Hafenanlagen,
Flugplätze und Werke der Rüstungsindustrie mit Bomben an. Stuka- und Kampf-
verbände versenkten beim Angriff auf Geleitzüge an der Süd- und Südwestküste
Englands vier Transportschiffe von ie 5000 t und beschädigten ein Kriegsschiff
und neun weitere Transportschiffe durch Bombentreffer. — Britische Flugzeuge
unternahmen am 4. 7. wieder im Schutze tiefliegender Wolken mehrere Einflüge
in Holland, Belgien und Nordwestdeutschland. Auch in der Nacht zum 5. 7. über-
flogen fie den nord- und westdeutschen Raum. Militärisch wichtige Ziele wurden
nicht angegriffen. Dagegen wurden Wohnhäuser, Bauernhöfe usw. durch Bomben-
würfe beschädigt oder in Brand gesetzt und dabei mehrere Zivilversonen getötet.
— Sechs feindliche Flugzeuge sind im Luftkampf, ein weiteres durch Flak abge-
schossen worden. Bei einem erneuten Flugzeugangriff auf Kiel wurde außerdem
von der Flak der Kriegsmarine ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 6. 7. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Unsere Kampffliegerverbände
griffen wiederum in Süd- und Mittelengland Flugplätze, Hafen- und Bahnanlagen
sowie Tanklager mit gutem Erfolg an. Erdöltanks bei Plymouth wurden in Brand
gesetzt und explodierten. — Weitere wirkungsvolle Angriffe richteten sich gegen
britische Kriegs- und Handelsschiffe. In der nördlichen Nordsee gelang es Flug-
zeugen vom Muster Arado 196, ein feindliches U-Boot zu versenken und ein

Von abgeschossenen feindlichen Flugzeugen. Oben links: Holmgurte vom Bristol-
Blenheim im Schnitt. Unten: Heckstand Armstrong-Whitworth Whitley, 800 mm
Durchmesser und 850 mm Höhe vom Drehkranz bis zum Scheitel. Rechts: Hinterer

MG.-Stand Bristol-Blenheim. Archiv Flugsport (3)
Seite 228 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1940, Bd. 32

weiteres schwer zu beschädigen. Im Kanal wurde ein feindliches Handelsschiff
von 8000-10 000 BRT. versenkt, zwei weitere Handelsschiffe mit insgesamt
5000 BRT. trugen Beschädigungen davon. — An verschiedenen Stellen der belgi-
schen und holländischen Küste sowie Nord- und Westdeutschland richteten vom
Feind abgeworfene Bomben keinen nennenswerten Sachschaden an, töteten jedoch
wiederum einige Zivilpersonen. Durch unsere Jagdflieger wurden fünf feindliche
Flugzeuge abgeschossen, zwei weitere durch Flakbatterie bei Nacht zum Absturz
gebracht. — Eine Flakbatterie der Kriegsmarine schoß außerdem an der West-
küste Schleswig-Holsteins ein britisches Flugzeug vom Typ Handley-Page ab. —
Ein eigenes Flugzeug ging verloren.

Berlin, 7. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfverbände der Luftwaffe
setzten ihre Angriffe gegen militärisch wichtige Ziele in Südengland erfolgreich
fort. Im Hafen von Falmouth gelang es, ein Handelsschiff von 8000 BRT. durch
einen Volltreffer mittleren Kalibers in Brand zu setzen. In der mittleren Nordsee
griffen unsere Kampfflieger einen Verband britischer Seestreitkräfte an. Zwei
Zerstörer erhielten so schwere Treffer, daß mit ihrem Totalverlust zu rechnen
ist. Einem 10 000-t-Kreuzer wurden starke Beschädigungen beigebracht. Im
Kanal gelang es, ein Hilfskriegsschiff und einen Bewacher zu versenken. — Das
am Vortage, durch Flugzeuge vom Muster Arado 196, schwer beschädigte feind-
liche U-Boot ist inzwischen gleichfalls gesunken, die Besatzung durch deutsche
Vorpostenboote und Flugzeuge aufgenommen worden. — Nächtliche feindliche
Bombenabwürfe in Norddeutschland verursachten nur unbedeutenden Schaden. —
Britische Flieger haben dänische Fischerboote mit Bomben und Maschinengewehr-
feuer erfolglos angegriffen. Ein unbewaffneter norwegischer Dampfer ist durch
einen britischen Bombentreffer an Deck getroffen worden. Einige Mitglieder der
Besatzung wurden getötet. — Die feindlichen Verluste betrugen gestern insgesamt
10 Flugzeuge, davon je drei in Luftkämpfen und durch Flak sowie zwei am
Boden zerstört. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Verbände der Kriegs-
marine abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 8. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe belegte in Eng-
land u. a. Bahnhofsanlagen von Brighton, Küstenbatterien auf der Insel Wight,
Hafenanlagen und Barackenlager von Falmouth sowie Anlagen der Rüstungs-
industrie in Middlesborough und Newcastle mit Bomben. An der Südküste Eng-
lands wurden Geleitzüge und Schiffsansammlungen angegriffen. Es gelang hierbei,
zwei Handelsschiffe und einen Transporter zu versenken, weitere Schiffe schwer
zu beschädigen. — Britische Flugzeuge warfen tagsüber in Westdeutschland
wenige Bomben ohne Erfolg. Nächtliche Angriffe auf Nord- und Westdeutschland
verursachten nur geringen Sachschaden. Zwei Zivilpersonen wurden getötet. —
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern 14 Flugzeuge, davon in Luit-
kämpfen über dem Kanal zehn britische Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire. Zwei
weitere Flugzeuge wurden an anderer Stelle im Luftkampf, zwei durch Flak
abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 9. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In England griff die Luftwaffe
Hafen- und Tankanlagen, Flugplätze sowie Werke der Rüstungsindustrie und
Schiffsziele an. Getroffen und schwer beschädigt wurden die Werften von Devon-
port, Tankanlagen von Ipswich, Canvey-Island, Thames-Haven und Tilbury,
Sprengstoffwerke in Harwich und die chemischen Großanlagen in Billinsham,
ferner im Kanal und der Nordsee ein Kreuzer, ein Zerstörer und fünf Handels-
schiffe. Auf einem Flugplatz wurden mehrere Flugzeuge am Boden zerstört. —
Angriffe feindlicher Flugzeuge am 8. 7. in Holland und Belgien blieben erfolglos.
in der Nacht zum 9.7. gegen Nord- und Westdeutschland verursachten sie einigen
Häuserschaden und töteten mehrere Personen. — Die gestrigen Gesamtverluste
des Gegners betragen elf Flugzeuge: davon wurden sechs im Luftkampf abge-
schossen, fünf am Boden zerstört. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 10.7.40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Durch Luftangriffe gegen
England wurden vor der Ost- und Westküste ein Vorpostenboot sowie drei
Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 26 000 BRT. versenkt, zehn weitere
Handelsschiffe schwer beschädigt und teilweise in Brand gesetzt. Treffer in
Tanklagern der Flugplätze von Pembroke und in Ipswich sowie in den Rüstungs-
werken von Norwich, Leeds, Tilbury und Swansea verursachten Brände und Fx-
plosionen. Ueber dem Kanal kam es mehrfach zu Luftkämpfen zwischen deutschen
und britischen Jägern, bei denen der Gegner starke Verluste erlitt. — Wie bereits
durch Sondermeldung bekanntgegeben wurde, versuchten zwölf britische Bomben-
flugzeuge des Musters Bristol-Blenheim, den Flugplatz Stavanger-Sola anzu-
fliegen. Sämtliche angreifenden britischen Flugzeuge wurden vor Erfüllung ihres

Nr. 15/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 229

Auftrages abgeschossen. Verluste an deutschen Flugzeugen sind hierbei nicht
eingetreten. — In der letzten Nacht griffen feindliche Flugzeuge wiederum in
Holland, Nord- und Westdeutschland nichtmilitärische Ziele an, ohne wesentlichen
Sachschaden anzurichten. — Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern
29 Flugzeuge, darunter ein Sunderland-Flugboot. 28 Flugzeuge sind im Luftkampi,
ein Flugzeug durch Flak abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.
— In der Nacht vom 8. zum 9. 7. wurde, wie nachträglich bekannt wird, ein
britisches Flugzeug durch Nachtiäger über der Deutschen Bucht abgeschossen.

Italien.

Rom, 28. 6. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Leb-
hafte Luftangriffe in Nord- und Ostafrika. Feindliche rückwärtige Verbindungen
und motorisierte englische Abteilungen wurden an der Cyrenaika-Grenze wirksam
mit Bomben belegt. — In Luftkämpfen ein englisches Flugzeug über Asmara zur
Landung gezwungen, die unversehrt gebliebene Besatzung gefangengenommen.
Ueber Assab ein Flugzeug abgeschossen, zwei weitere schwer beschädigt.

Rom, 29. 6.40. (DNB. Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist ein Lager
südlich von Marsa Matruch mit größter Wirkung bombardiert worden, wobei
Truppen unter Maschinengewehrfeuer genommen, Anlagen getroffen und etwa
20 Flugzeuge am Boden zerstört worden sind. Alle unsere Flugzeuge sind zu-
rückgekehrt.

Rom, 30.6.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): An
der Cyrenaika-Grenze wurden vier feindliche Flugzeuge im Luftkampf abee-
schossen, einige Besatzungsmitglieder gefangengenommen. Zwei unserer Flug-
zeuge sind nicht zurückgekehrt. Während eines Fliegerangriffes auf den Flughafen
von Tobruk haben unsere Jagdflieger zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen;
der Abschuß eines dritten Flugzeuges ist wahrscheinlich. — Ein weiterer Luft-
angriiff auf den Flughafen von Massaua hat keinerlei Schaden verursacht, ein
feindliches Flugzeug wurde von Flakgeschützen abgeschossen.

Rom, 1.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Eines
unserer U-Boote hat ein viermotoriges englisches Flugzeug abgeschossen. — Un-
sere Fliegerformationen haben Gruppen von Panzerwagen, Kraftwagenparks und
Truppen zwischen Sollum und Sidi Omar sowie bei Sidi Barrani wirksam mit
Bomben belegt. Ein feindliches Flugzeug ist von unserer Flak abgeschossen wor-
den. Zu den gestern abgeschossen gemeldeten vier feindlichen Flugzeugen kommt
ein fünftes hinzu. Der Abschuß von zwei weiteren Flugzeugen ist wahrscheinlich.
— In Ostafrika unternahmen unsere Bomber wirksame Angriffe auf den Bahnhof
von Et Teb, ferner auf die Luft- und Seestützpunkte von Aden und Port Sudan.
Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Der Feind hat die Stadt
Harrar bombardiert.

Rom, 2.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. zek.): An der
Cyrenaika-Grenze trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse Aktionen unserer Flug-
zeuge gegen feindliche Panzerwagen mit Bomben und anderen Sprengkörpern,
wobei einige in Brand gesetzt oder beschädigt worden sind. Zwei unserer Flug-
zeuge sind nicht zurückgekehrt. Unsere Luftwaffe hat einen großen feindlichen
Geleitzug im südöstlichen Mittelmeer überrascht und wiederholt erfolgreich mit
Bomben belegt. — In Ostafrika belegte unsere Luftwaffe die Hafenanlagen und
Depots von Berbere wirksam mit Bomben. Feindliche Flugzeuge, welche ver-
suchten Massaua zu bombardieren, wurden durch das rechtzeitige Eingreifen
unserer Jagdflugzeuge, die zwei feindliche Flugzeuge abschossen, und unsere
Marine-Flak, die ein Flugzeug in Flammen zum Absturz brachte, zum Rückzux
gezwungen. — Feindliche Flugzeuge haben Augusta zu bombardieren versucht.
Durch wirksame Abwehr unserer Marine-Flakgeschütze wurde der Angriff ver-
eitelt. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Der Schaden ist unbedeu-
tend, bei der Zivilbevölkerung drei Verwundete.

Rom, 3.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): In Ost-
afrika verlor der Feind während eines Luftangriffes, der keinen Schaden an-
richtete, durch Flakabschuß zwei Flugzeuge. — Unsere Luftwaffe hat von neuem
mit Erfolg die Flotten- und Luftflottenbasen von Aden mit Bomben belegt.

Rom, 4. 7. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): An der
Grenze der Cyrenaika hat unsere Luftflotte eine feindliche Autokolonne ange-
eriffen und zersprengt. — In Italienisch-OÖstafrika haben unsere Dubats (Einge-
borenentruppen) ein feindliches Fort bei Mojalo erobert und trotz englischem Luft-
angriff behauptet. An der Sudangrenze haben unsere Geschwader feindliche
Seite 230 „rLUGSPORT“ Nr. 15/1940, Bd. 32

Kräfte bei Akobo und Gallabet bombardiert. Ein feindlicher Luftangriff auf Assab
hat leichten Schaden angerichtet.

Rom, 5.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Eine
Jagdflugzeug-Formation führte trotz ungünstiger Wetterverhältnisse und starker
feindlicher Flugabwehr erfolgreiche Angriffe gegen den Flughafen von Hal-Far
(Malta) durch, wobei der Flughafen unter Maschinengewehrfeuer genommen und
acht dort liegende Flugzeuge außer Kampf gesetzt wurden. Alle unsere Flugzeuge
sind zurückgekehrt. — Eine weitere Formation unserer Luftwaffe belegte eng-
lische Kriegsschiffe im Hafen von Alexandrien mit Bomben, wobei trotz heftiger
Luft- und Flakabwehr mehrere Schiffe getroffen wurden. Ein feindliches Jagd-
flugzeug ist abgeschossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Aus-
zangshäfen zurückgekehrt. — Eines unserer Marine-Erkundungsflugzeuge griff
einen englischen Kreuzer an und schoß ein Kampf- und Jagdflugzeug, das seine
Aktion zu stören versuchte, ab. — An der Cyrenaika-Grenze wurde ein englisches
viermotoriges Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. — Im Gebiet des Sudan
wurden verschiedene feindliche Stellungen sehr wirksam mit Bomben belegt,
ohne Verluste auf unserer Seite. Ein englisches Erkundungsflugzeug ist von
unseren Jagdfliegern über Massaua abgeschossen worden. — Aus neutraler Quelle
wird bestätigt, daß bei der Aktion unserer Flugzeuge gegen einen feindlichen
Geleitzug im östlichen Mittelmeer ein englisches Kriegsschiff mit einer Bombe
schweren Kalibers getroffen wurde.

Rom, 6.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist Tätig-
keit motorisierter Kolonnen und der Luftwaffe zu verzeichnen. Vier unserer
Jagdflugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Ein englischer Luftangriff auf die
Flottenbasis von Augusta ist durch die rasche Luft- und Flakabwehr vereitelt
worden, infolge deren die feindlichen Flugzeuge ihre beabsichtigte Aktion auf-
geben mußten. Ein weiterer Luftangriff auf Palermo wurde ebenfalls vereitelt.
Feindliche Flugzeuge warfen einige Bomben auf den Flughafen Catania ab, wobei
ein leerer Schuppen getroffen und einige Opfer unter dem Bodenpersonal ver-
ursacht wurden.

Rom, 7.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Unsere
Bomberformationen haben gestern in kurzer Aufeinanderfolge ihre heftigen An-
griffe gegen die Luft- und Flottenstützpunkte von Malta erneuert. Alle Ziele
wurden mit präziser Treffsicherheit mit Bomben belegt, wodurch in der Zone des
Arsenals, weithin sichtbar, große Brände entstanden. Unsere Jagdflieger schlugen
englische Jagdflugzeuge nach einem Kampf in die Flucht. Alle unsere Flugzeuge
kehrten zurück. — In Nordafrika sind die Flugplätze von Tisnidda, Biremba und
Marsa Matruch mit Bomben belegt worden, wobei Flugzeughallen, Treibstofflager
und sechs am Boden befindliche Flugzeuge getroffen wurden. Außerdem wurden
motorisierte Kolonnen in der Gegend südöstlich von Sollum bombardiert. Alle
unsere Flugzeuge kehrten zu ihren Stützpunkten zurück. — In Ostafrika führte
unsere Luftwaffe Erkundungs- und Bombenflüge aus und zerstörte ein feindliches
Flugzeug auf dem Flugfeld von Aroma, sieben auf dem Flugfeld von Goz Rageh,
ferner erheblicher Schaden an den Anlagen. — Der Gegner hat einen Luftangriff
auf den Flughafen von Tobruk durchgeführt, bei dem durch die Luftabwehr der
Marine drei Flugzeuge abgeschossen wurden. Zwei vollbeladene Handelsschiffe
sind getroffen worden. Bei dem Angriff englischer Marine-Einheiten auf Fort Bar-
dia hat unsere Luftwaffe sofort eingegriffen und eine feindliche Einheit mit Bom-
ben getroffen.

Rom, 8.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Am gestrigen Tage sind
die Luftangriffe auf die Flottenstützpunkte von Malta und Alexandrien mit größ-
ten Erfolgen erneuert worden. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zu ihren

Stützpunkten zurückgekehrt. — In Ostafrika hat unsere Luftwaffe Erkundungs-
flüge über Kassala hinaus ausgeführt und dabei feindliche motorisierte Einheiten
wirksam mit Bomben belegt. — Außerdem wurden die feindlichen Flughäfen

Malakal und Perim bombardiert.

Rom, 9.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auzugsw. zek.): In Ost-
afrika bombardierte unsere Luftwaffe feinliche Stellungen im Gebiet von Waiir
(Kenia) und traf ein Munitionslager . — Nach einem Luftbombardement zerstör-
ten unsere Truppen in Kurmuk (Anglo-Aegyptischer Sudan) eine Funkstation und
Nachschublager. — Feindliche Flugzeuge führten Angriffe auf Massaua, Diredaua
und Zula durch. Die Verluste belaufen sich auf zwei Tote und einen Verwundeten,
materieller Schaden wurde nicht angerichtet.

Rom, 10.7.40. (DNB.) Hauptquartier der Wehrmacht (auszugsw. gek.):
Die Luftaufklärung hatte am 8.7. angezeigt, daß englische Seestreitkräfte in drei

Nr. 15/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 231

Gruppen, bestehend u.a. aus einigen Schlachtschiffen und Flugzeugträgern, sich
zwischen der Insel Kreta und der nordafrikanischen Küste in Fahrt nach Westen
befanden. — Unsere Luftwaffe stieg sofort von ihren Stützpunkten auf und unter-
nahm während des ganzen Tages unermüdlich auf den feindlichen Verband wieder-
holte und recht wirksame Bombenangriffe. Einige Schiffe wurden getroffen und
erlitten unter deutlich zu beobachtenden Bränden an Bord ernsthaften Schaden.
Es wird angenommen, daß ein Schiff — wahrscheinlich ein Schlachtschiff — ver-
senkt worden ist. Alle unsere Flugzeuge sind bis auf ein einziges zurückgekehrt,
das auf griechischem Boden mit unverletzter Besatzung landen mußte. — Trotz
verringerter Stärke setzte der englische Flottenverband die Fahrt fort mit der
Absicht, eines unserer wichtigen Küstenzentren von See aus und zur Luft anzu-
greifen. Mit Unterstützung bedeutender Luftstreitkräfte gelang es unserer Flotte
am 9.7. trotz ungünstiger Sichtverhältnisse, die die Luftaufklärung erschwerten,
mit dem Feind im lonischen Meer in Fühlung zu treten und diesen nach kurzem
scharfen Feuergefecht zu zwingen, sich nach Südosten zu entfernen. — Die Luft-
waffe hat trotz stärkster Flakabwehr den Feind bis in die späten Abendstunden
verfolgt, ohne ihn zur Ruhe kommen zu lassen. Einige seiner Schiffseinheiten
sind wiederholt mit Bomben schwereren Kalibers getroffen worden. — Ein weiterer
englischer Flottenverband wurde ebenfalls am 8.7., von Gibraltar mit nordwest-
lichem Kurs kommend, erkundet. Er wurde am 9.7. von unserer Luftwaffe süd-
lich der Balearen festgestellt und den ganzen Tag über von unseren Fliegern
heftig und mit stärkstem Erfolg bombardiert. Drei unserer Flugzeuge sind nicht
an ihren Ausgangspunkt zurückgekehrt.

Reichswettbewerb für Segelilugmodelle, Wasserkuppe/Rhön, 6. u. 7.7. er-
schienen 250 Flugmodelle am Start. Die vorausgehende strenge Zulassungsprüfung
bestanden sämtliche gemeldeten Segelflugmodelle. Trotz des ungünstigen Windes
wurden dank der mustergültigen Organisation des NSFK. über 800 Starts aus-
geführt. Sämtliche im Hochstart ausgeführten Modellflüge zeigten gute Flugfähig-
keit und Kursstabilität der Modelle.

In Gegenwart zahlreicher Ehrengäste und Vertreter des Reichsluftfahrt- und
Reichserziehungsministeriums sowie der Reichsjugendführung eröffnete der Chef
des Stabes des NS.-Fliegerkorps, NSFK.-Obergruppenführer Sporleder, mit einer
Ansprache die Preisverteilung. Es waren kernige Worte: „Keine Großmacht ohne
Luftmacht — und Träger der Luftmacht eines Volkes ist dessen Flugbegeisterung
und der fliegerische Drang seiner Jugend!“ — —

Ergebnisse: Im Wettbewerb der NSFK.-Gruppen siegte in der Gesamt-
wertung die NSFK.-Gruppe 10 (Westfalen) mit 208,9 Pkt. und errang die Gold-
plakette des Korpsführers des NSFK. 2. NSFK.-Gr. 14 (München) silberne Plakette.
3. NSFK.-Gr. 9 (bronzene Plakette. Die beste Einzelleistung erzielte Hitleriunge
Angerbauer (Peine/NSFK.-Gr. 9 Hannover) und erhielt für die beste Gesamtflug-
zeit seines Flugmodells den Wanderpreis und die Goldene Plakette des Korps-
führers. Als bester Pimpf wurde Klaus Heyn (NSFK.-Gr. 2) mit dem Sonderpreis
des Reichsiugendführers ausgezeichnet. In den übrigen Klassen kamen noch
36 Silber- und Bronzeplaketten zur Verteilung.

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Einleitend wird ein kurzer Ueberblick über die nunmehr 1ldiährige Entwick-
lung des Verkehrswissenschaftl. Instituts f. Luftfahrt a. d. T. H. Stuttgart ge-
geben. Behandelt sind die wichtigsten Probleme die jetzt bei Beginn des dritten
Jahrzehnts planmäßigen Luftverkehrs erkennbar geworden sind: Sicherung der
Flüge im Streckennetz, Kreuzen, Ueberholen und Begegnen machen eine Rege-
lung des Streckenfluges unvermeidlich, Ausweichen der Flugzeuge in der Verti-
kalen und Horizontalen zur Verhütung von Zusammenstößen, Wandlungen in der
Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Organisation des Luftverkehrs v. Prof.

„rLUGSPORT“

Am 27. Juni starb in Ausübung seines Dienstes den Fliegertod

Flugbaumeister
Dipl.-Ing. Fritjof Ursinus

Dipl.-Ing. Ursinus hat sich wie sein Vater mit Leib und Seele der Fliegerei
verschrieben. Er wurde am 22. April 1910 in Frankfurt a. M. geboren, stu-
dierte mit Eriolg in Darmstadt an der Technischen Hochschule und widmete
sich anschließend daran der Ausbildung zum Flugbaumeister bei der DVL.

Seit dem 1. 1. 1938 war Dipl.-Ing. Ursinus bei den Ernst Heinkel Flugzeug-
werken zunächst in der Entwurfsabteilung, später in der Einfliegeabteilung
tätig. Auf Grund seiner ausgezeichneten ingenieurmäßigen Begabung, seines
bohen fliegerischen Könnens, seines forschen Draufgängertums und seiner
steten Einsatzfreudigkeit war er bei Kameraden und Vorgesetzten gleich beliebt.

Auch er starb für Deutschland. Sein Opfertod ist für die deutsche F liegerei
ein überaus schmerzlicher Verlust. Unsere Trauer ist eine aufrechte, stolze,
würdig des Wortes, das Oskar Ursinus, dieser echte deutsche Fliegervater,
uns als Antwort auf die Nachricht vom Tode seines Sohnes auf den Weg gab:

Dr.-Ing. Pirath; Einfluß der Höhenlage und Richtung des Fluges auf die Sicherheit
und Leistungsfähigkeit im Streckenflug v. Dr.-Ing. Otto Kimmerle. Wer sich mit
dem Luftverkehr befaßt, muß diese Arbeiten kennen.

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H. Wiegand und Ing. B. Haas. 68 S., 71 Abb. Verlag Julius Springer, Berlin.
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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag:

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sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport“,
Hindenburgplatz 8 (Deutschland)
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GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR URSINUS = CIVIL -ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift

und Anzeiger für das gesamte Flugwesen
Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4,50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 16 31. Juli 1940 XXXIN. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 14. August 1940
TG er eg

Reichsmarschall Hermann Göring.

Unsere Luftwaffe hat durch die Ernennung Hermann Görings
durch den Führer zum Reichsmarschall ihre höchste Anerkennung
gefunden. Aus der Führerrede in der denkwürdigen Sitzung des
Reichstages am 19. Juli 1940 wörtlich folgendes:

„Meine Herren Abgeordneten! Ich habe mich entschlossen, als
Führer und Oberster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht die
Ehrung der verdientesten Generale vor jenem Forum vorzunehmen,
das in Wahrheit die Vertretung des ganzen deutschen Volkes ist.
Ich muß nun an die Spitze jenen Mann stellen, bei dem es mir
schwer fällt, den genügenden Dank für die Verdienste zu finden,
die seinen Namen mit der Bewegung, dem Staat und vor allem der
deutschen Luftwaffe verbinden. Seit der Gründungszeit der SA. ist
Parteigenosse Göring mit der Entwicklung und dem Aufstieg der
Bewegung verbunden. Seit der Uebernahme der Macht haben seine
Arbeitskraft und Verantwortungsfreudigkeit für das deutsche Volk
und das Deutsche Reich auf zahlreichen Gebieten Leistungen voll-
bracht, die aus der Geschichte unseres Volkes und Reiches nicht
weggedacht werden können. Seit dem Wiederaufbau der deutschen
Wehrmacht wurde er zum Schöpfer der deutschen Luftwaffe. Es
ist nur wenig Sterblichen gegeben, im Zuge eines Lebens ein mili-
tärisches Instrument aus dem Nichts zu schaffen und zur stärksten
Waffe ihrer Art in der Welt zu entwickeln. Er hat ihr vor allem
seinen Geist gegeben. Generalfeldmarschall Göring hat schon als
Schöpfer der deutschen Luftwaffe, als einzelner Mann den höchsten
Beitrag für den Neuaufbau der deutschen Wehrmacht geleistet. Er
hat als Führer der deutschen Luftwaffe im bisherigen Verlauf des
Krieges mit die Voraussetzung zum Sieg geschaffen. Seine Ver-
dienste sind einmalige! Ich ernenne ihn daher zum Reichsmarschall
des Großdeutschen Reiches und verleihe ihm das Großkreuz des
Eisernen Kreuzes.“

Die Worte des Führers über die deutsche Luftwaffe werden in
ehernen Lettern in die deutsche Fluggeschichte eingehen.

Diese Nummer enthält Profilsammlung Nr. 22 und Patentsammlung Nr. 30, Bd. VII.

Seite 234 „FLUGSPORT" Nr. 16/1940, Bd. 32

USA. Timm-Zweisitzer PT-160-K.

Die Timm-Aircraft-Corporation, Los Angeles, hat im Vorjahr
ein Militär-Schulflugzeug, Tiefdecker, herausgebracht.

Flügel freitragend, zweiholmig, Sperrholzbeplankung, Flügel-
profil an der Wurzel NACA 23015, an den Spitzen NACA 23012.
Bauweise aus zwei Hälften.

Bauweise Holzkonstruktion mit Auflagen aus kreuzweise ver-
leimten, mit Formaldehyd behandelten, Furnieren.

Rumpf, Sitze hintereinander, Spruce Längsholm mit Formrin-
gen, Schotten, Sperrholz beplankt.

Höhen- und Seitenleitwerk Ausführung wie Flügel, Ruder

Leichtmetallgerippe stoffbespannt.
Fahrwerk freitragende Federbeine, fest. Hydraulische Bremsen.

,
Räder mit Stromlinien-
verkleidung.

Spannweite 10,5 m,
Länge 7,9 m, Höhe 2,1 m,
Leergewicht 640 kg, Flug-
gewicht 920 Kg.

Zum Einbau gelangen
h Sternmotoren zwischen 125
' bis 220 PS.

Geschätzte Leistungen
mit 160 PS, Höchstgeschwin-
diekeit 220 km/h, 'Lande-
geschwindigkeit 78 kmh.
Steiezeit 290 m/Min., auf
3000 m in 14,4 Min. Gipfel-
höhe 5300 m, Reichweite
800 km.

2400 1

10500

USA. Timm-Zweisitzer PT-160-K. Zeichnung Flugsport

USA. Timm-Zweisitzer PT-160-K. Werkbild

USA Cessna T-50, Kabinen-Fünfsitzer.

Modell T-50 der Cessna Aircraft Corp. ist ein zweimotoriger
Kabinentiefdecker in Gemischtbauweise.

Flügel Profil NACA 23012, Holzbauweise. Zwei verleimte
Spruceholme durch die Kabine gehend. Vorderer Holm hinter dem
Führersitz, hinterer Holm unter dem hinteren Sitz. Innerhalb des
Flügels doppelte Kreuzverspannung. Flügelnase und Flügelenden

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 235

Mahagoni-Sperrholz be-
deckt. Betriebsstoffbe-
hälter im Flügel werden
durch kleine Hilfsholme
und Sperrholzkasten ge-
halten. Landeklappen
werden mit Hilfe von’
Gelenkketten, elektrisch
betätigt, ausgefahren.
Querruder statisch und
dynamisch ausgeglichen
in Kugellager gelagert.
Klappen und Querruder
Holzkonstruktion, stoff-
bespannt.

Rumpf Stahlrohr ge-
schweißt, mit aufgeleg-
ten Formleisten stoff-
bespannt. Rumpfnase
bis zum Führersitz
Aluminblech verkleidet.
Rumpf mit Flügelmittel-
stück fest verbunden.
Kabine Führersitz ver-
stellbar. Doppelsteue-
rung. Fenster vor dem
Führersitz von innen
zu Öffnen. Einsteistüre
links.

Höhen- und Seiten-
flosse Holzkonstruktion
mit Sperrholz bedeckt.
Ruder stoffbespannt.

USA. Cessna T-50
Kabinen-Fünfsitzer.

Zeichnung Flugsport

USA. Cessna T-50
Kabinen-Fünfsitzer.

Bild Aero Digest

Kampffilugzeug Dornier Do 215. Werkbild
Seite 236 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1940, Bd. 32

Fahrwerk, Spurweite 3,7 m, elektrisch hochziehbar. Im hoch-
gezogenen Zustand steht das Rad noch vor, um Notlandungen aus-
fiihren zu können. Schwanzrad ebenfalls hochziehbar.

Zwei Jacobs L-4MB 225-PS-Motoren, Startleistung 245 PS.
Hamilton-Standard-Propeller. Zwei Betriebsstoffbehälter von je 270 l.

Spannweite 12,3 m, Länge 9,8 m, Höhe 3 m, Fläche 26,2 m.
Leergewicht 1580 kg, Fluggewicht 2260 kg. Geschwindigkeit mit
75% Motorleistung 300 km/h, Landegeschwindigkeit mit Klappen
89 kmh. Steigfähigkeit 460 m/Min. Gipfelhöhe mit 2 Motoren 6600 m,
mit 1 Motor 1900 m. Reichweite max. 1600 km.

Potez 63-ll.
Potez 63-Il Aufklärer.
Zwei Gnom-Rhone 14M,
680 PS. Gegenüber den
früheren Typen mit
Sichtnase und kleinem
Kabinenaufbau für Füh-
rer und MG.-Schützen.
Geschwindigkeit 450
km/h. Zwei fest einge-
baute MGs. Nach den
eroßen Leistungen der
Messerschmitt - Zerstö-
rer versuchte man die-
sen Typ durch Verklei-
nerung der Fläche um-
zubauen, was jedoch

wieder aufgegeben
wurde.

Typenbeschr. des Potez 63
s. „Flugsport“ 1936, S.570.

Ital. Delta R.C. 35,
700 PS, und Gamma
R. C. 35, 550 PS.

Delta R. C. 35 und
Gamma R. C. 35, gebaut

von Isotta-Fraschini,

12 Zyl. 60° V-Form
hängend, luftzekühlt.
Sodiumsalz gefüllte Ven-
tile. Zylinderköpfe mit
besonders großer Kühl-
fläche. Zündkerzen be-
sonders dem Luftstrom
ausgesetzt.

Ueber den Zylindern
liegende durchgehende
Nockenwelle.

Oben: Ital. Flugmotor
Delta R.C.35, 700 PS.
Unten: Gamma R.C.35,

550 PS.
Werkbilder

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 237

Betätigung der Ventile durch zwischen Nockenwelle und Ventil
liegendem Zwischenhebel.

Schmierung durch Oelpumpe mit zwei Druckstufen, Kolben,
Uebersetzungsgetriebe und Steuerung. Niedere Druckstufe für
Lader, Nockenwelle u. a. Vier Vergaser. Lader Garelli.

Motor Vierpunktaufhängung.

Delta R.C.35: Gesamtzylinderinhalt 28,68 I, Maximalleistung
750 PS bei 2600 U. Startleistung 730 PS bei 2400 U. Nennleistung
700 PS in 4000 m. Stirnfläche 59 dem?. Gewicht 515 ke.

Gamma R.C.35: Gesamtzylinderinhalt 19,2 1, Maximalleistung
880 PS bei 2730 U, Startleistung 550 PS bei 2600 U. Nennleistung
550 PS in 4000 m. Stirnfläche 40 dem”. Gewicht 420 ke.

USA Allison V-1760-C6-Motor 1000 PS.

Die Allison Engineering Co., jetzt Tochterges. der General
Motors Corporation, brachte schon vor längerer Zeit, wie wir 1937
Seite 231 berichteten, die erste Serie ihres 1000-PS-Motors unter
der Bezeichnung V-1710, welche vom USA Army Air Corps versucht
wurde, heraus.

Der Motor ist inzwischen verbessert worden und hat jetzt die
Bezeichnung V-1760-C6. Weiter hat man versucht, durch zwei
nebeneinander gelegte \V-Motoren, welche auf eine Schrauben-
welle arbeiten, ein noch größeres Aggregat, 2600 PS, zu schaffen.
Vergleiche „Flugsport“ 1939, Seite 417.

Allison V-1760-C6, Flüssigkeit heiß gekühlt, ist ein Zwölf-Zylin-
der 60° V mit Getriebe und Lader. Zylinder 139,7 mm Bohrung und
152,4 mm Hub. Gesamtvolumen 28,02 1, Kompressionsverhältnis 6 : 1.

Je sechs Zylinder in einem Block aus Leichtmetall mit Stahllauf-
büchsen.

12-Zylinder-
Motor
Allison
V-1710-C6.
Unten:
V-1760-C6

Werkbilder

Seite 238 „FLUGSPORT" Nr. 16/1940, Bd. 32

Geschmiedete Leichtmetallkolben, drei Kolben- und ein
Abstreifring. Kurbelwelle mit aufgeschweißten Ausgleichsgewichten,
A ronzegleitlager.
Dampen ge und zwei Auslaßventile. Ventilstellitsitze in die
Zylinderköpfe eingeschrumpft. Betätigung durch über den Zylindern
liegende Nockenwelle. Nockenwellenantrieb durch Kegelräder vom

oberen Teil des Kurbelgehäuses.

An der Hinterseite Stromberg-Vergaser mit automatischer Ge-
mischregelung. Lader Schleuderverdichter für Gemischansaugung.
Laderantrieb durch lange, federnde, vibrationdämpfende Welle.

7Zwrei Scintilla-Magnete mit durch Nockenwelle angetriebenem
Verteiler. Schraubenwelle-Untersetzung Umlaufgetriebe 2:1.

Länge 2,399 m, Höhe 1,293 m, Breite 0,735 m. Gewicht trocken
280,6 kg. Nennleistung 1000 PS bei 2600 U. Betriebsstoff 87 Oktan.

DI mu

Kugelgelenk System „Eckelt“.
Gelenktriebe zur Kraft-
übertragung durch Dreh-
bewegung nach allen
Richtungen bis zu einem
Winkel von 30° werden
im Flugzeugbau in beson-
ders leichter Ausführung
verwendet. Kugelgelenke
System „Eckelt‘ bestehen,
wie nebenst. Abb., obere
Reihe, zeigt, aus drei
Teilen: a) Kegel (Chrom-
molybdänstahl), b) Mit-
nehmer (legierter Silber-
stahl), c) Gehäuseteil. Die
Schutzhülse d ist nicht
unbedingt nötig, verdeckt
iedoch die beiden gefähr-
lichen Reißzähne, welche
bei der Bearbeitung im
Gehäuse entstehen. Fer-
ner wird ein Raum für
das Zusammenhalten von
Oel oder Stauferfett ge-
I schaffen. Die Kraft über-
a . tragenden Teile sind start
- “ & und Einbau. und gedrungen, SO da
Kugelgelenk „Eckelt“. Zusammensetzun und EN nd Ver-
ecken kaum vorkommen kann. Die drei Teile a—c sind gehärtet, Anschlußmuff d
ist für das Bohren von Stiftlöchern weich.

Das Kugelgelenk läßt sich nach Abstreifen der Hülse, wie die weiteren
unteren 3 Abb. zeigen, ohne Werkzeuge zusammenstecken und wieder ausein-
andernehmen. Für staubsicheren Einbau kommt eine besondere Schutzkapsel,
wie sie die untere Abb. n rechts zeigt, zur Verwendung.

Um eine gleichmäßige Drehung und gleichmäßige Kraft bei der Verwendung
von Kugelgelenken zu erreichen, müssen zwei Gelenke in ganz bestimmten
Stellungen und gleichen Bewegungswinkeln angeordnet werden. Die Beugungs-

&

|

Dr EHRIG

SS

2

winkel der Kugelgelenke müssen gleich sein und die Drehachsen in einer Fbene
liegen. (S. Abb. o u. p.) Ausführungen gewichtsleicht D-16, 18, 22, 26 und 32 mm.

DNSTRUKIIOAD

Nr. 16/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT“

Seite 239

Amerikanische Luftfahrtforschung im Jahre 1939.
(Fortsetzung von Nr. 14/1940, S. 205.)

Bericht der Ausschüsse für Werkstoffe und Festigkeit.

Metallische Werkstofiie. Von größter
Wichtigkeit für den Metallflugzeugbau ist
die Korrosionsforschung der vorzugsweise
zur Anwendung kommenden Leichtmetalle.
R. 663 enthält reichhaltiges Material über
Korrosionsversuche mit Leichtmetallen, die
sich über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren
erstreckten. Untersucht wurden sowohl Alu-
minium- als auch Magnesiumlegierungen
verschiedener Zusammensetzung und Ober-
flächenbehandlung. Die Probestücke wurden
im Freien an Orten mit See- und Festland-
klima der Witterung ausgesetzt,

Dauerbeanspruchungen von Werkstoffen
führen häufig zu Ermüdungsbrüchen. Zur
Beurteilung des Werkstoffzustandes nach
voraufgegangenen Dauerbeanspruchungen
dienen vornehmlich Schlagbiegeversuche,
wenn nicht Röntgen- oder Mikrountersu-
chungen herangezogen werden. In R. 659
werden Ergebnisse derartiger Versuche mit-
geteilt, und zwar für die amerikanische Le-
sierung 25 S, die in Amerika viel für Pro-
pellerblätter Verwendung findet. Eine Aus-
dehnung dieser Versuche auf genormten
SAE-Stahl X 4130 (Zusammensetzung:
0,370 C, 10 Cr., 0,27/0 Mo) wurde durchge-
führt. Als bemerkenswertestes Ergebnis die-
ser Versuche ergab sich, daß nach Entfer-
nung einer dünnen Öberflächenschicht, die
in erster Linie durch die Dauerbeanspru-
chung in Mitleidenschaft gezogen worden
war, die Probestücke wieder die gleiche
Schlagbiegefestirkeit aufwiesen wie bei Be-
ginn der Versuche. In welchem Umfange
Metalle nach einer stattgefundenen Dauer-
beanspruchung durch längeres ruhiges La-
gern wieder höhere Festigkeit annehmen,
wäre zu untersuchen. Bei dem Stahl X 4130
führte diese Art der Beanspruchung schließ-
lich dazu, daß die Beanspruchungen über
einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden
konnten, ohne daß wieder Unterbrechungen
erforderlich gewesen wären.

Bekannt ist die Abnahme der Schlag-
biegefestigkeit von Metallen bei Temperatu-
ren unter Null. Für den Stahl X 4130 erga-
ben sich im Bereich von — 32°C bis 25°C
keine wesentlichen Unterschiede. Erst bei
—78°C war eine Abnahme von 50 bis
75°/o festzustellen. Zur Verbesserung der
Eigenschaften bei tiefen Temperaturen wur-
den eine Reihe von Warmbehandlungsver-
fahren untersucht, ohne daß diese indessen
zu dem gewünschten Erfolg geführt hätten.
Das Schlagbiegeverhalten bei Raumtempe-
ratur ist kein Kriterium für das Verhalten
bei tiefen Temperaturen, Die Versuche wer-
den fortgesetzt.

In R. 670 werden Ergebnisse von Ver-
suchen mit Chromnickelstählen miteeteilt
unter besonderer Berücksichtigung des pla-
stischen Verhaltens. Ein ähnlicher Bericht
über Versuche mit rostfreien Stählen und
einigen Nichteisenmetallen ist in Vorberei-
tung. Die Beziehungen zwischen Spannung,
Dehnung und bleibender Dehnung werden
behandelt, besonders interessiert die Be-
einflussung der Dauerfestigkeit durch vor-
aufgegangene plastische Dehnung. Die Glei-
chung der Spannungs-Dehnungskurve wurde
berechnet. Die nächste Phase dieser Unter-
suchung wird die Ermittlung der Elastizitäts-
eigenschaften bei tiefen Temperaturen sein.

Als Ergänzung der bisher zur Anwen-
dung gekommenen galvanischen Oberflä-
chenverfahren für Magnesium wurden einige
neue Schutzanstriche entwickelt, die aber
noch Hydrofluorsäure enthalten, gegen die
aus verschiedenen Gründen Beanstandungen
vorgebracht wurden.

Um die oft erheblichen Unterschiede in
der Zugfestigkeit nahtloser Chrom-Molyb-
dän-Stahlrohre zu klären, wurden Versuche
ausgeführt. Als Hauptursache können die
verschiedenen Herstellungsverfahren und
Warmbehandlungsprozesse angesehen wer-
den; ein Ausgleich durch Nachglühen ist
möglich.

Nichtmetallische Werkstoffe, Kunststoffe.
Die Hauptanstrengungen auf diesem Sektor
im abgelaufenen Jahr wurden auf die Ent-
wicklung von Kunststoffen verwendet,
außerdem wurden Versuche mit thermischen
und elektrischen Isolierstoffen, synthetischer
Fiber und einem Glas zur Verwendung in
Bespannungen und Fallschirmen ausgeführt.
Weitere Versuche befaßten sich mit der
Entwicklung von Seidenersatz, Stoßdämpfer-
flüssigkeit, Oberflächenspachtel u. a. 18 ver-
schiedene Kunststoffe wurden auf ihre Eig-
nung zur Verbindung mit Holzfasern unter-
sucht. Drei Kunststofftypen — Phenolfor-
maldehyd und Vinylazetat — wurden als be-
sonders geeignet befunden. Für die Herstel-
lung großer Teile wurde ein geeignetes Ver-
fahren entwickelt. Die für Luftschrauben,
Schwimmer, Holme und andere Teile ver-
wendeten Kunststoffe enthalten als haupt-
sächliche Füllstoffe Holz, Flachs, Jute und
Hanf.

Als besondere Abart wurden die trans-
parenten Kunststoffe entwickelt, von denen
einige genannt werden sollen: Zellulose-
Azetropropionat, Zellulose-Azetobutyrat,
Vinylchlorid-Azetat und Polystyren. Die
Lösungen: Methyl-Methacrylat und Zellu-
lose-Azetat wurden weiter verbessert. Ein
Seite 240

„FLUGSPORT"“

Nr. 16/1940, Bd. 32

besonderes Alterungsverfahren macht diese
Kunststoffe witterungsbeständig.

Festigkeit. In R. 649 wird die soge-
nannte „Packmethode“ beschrieben. Eine
Anzahl dünner Bleche wird zusammenge-
packt und als Ganzes Zug- und Druckver-
suchen unterworfen, ohne daß die Ergeb-
nisse durch vorzeitiges Ausknicken beein-
trächtigt werden. Auf diese Weise konnten
Spannungen bis zu 142 kg/mm? bei 32
0,5 mm dicken Blättern aus rostfreiem Stahl
erreicht werden, Mit Profilen des gleichen
Materials wurden Knick- und Stauchver-
suche ausgeführt.

Zugversuche mit Legierungen, die 22,6
bis 70% Beryllium enthielten, ergaben fol-
gende Ergebnisse: Festigkeit an der Streck-
grenze (0,2) von 11 kg/mm? bis 14 kg/mm’,
Bruchfestigkeit von 16 kg/mm? bis 20,5
ke/mm? bei 2 bis 9Y/o Dehnung.

Druckversuche mit kreisförmigen Plat-
ten von 130 mm & bei verschiedenen Dik-
ken hatten den Zweck, die Theorie des Aus-
beulens einer Platte „mittlerer Dicke“ von
Way und Nadai nachzuprüfen. Bei kleinen
Drücken war die Uebereinstimmung gut,
nicht dagegen bei hohen, wo Abweichungen
von 4 bis 12% auftraten. Hochwertige
Chrom-Molybdänrohre wurden Zug-, Druck-,
Biegungs- und Torsionsbeanspruchungen
unterworfen. Die Ergebnisse reichen aus,
um auf Grund des Durchmesser-Dickenver-
hältnisses eine sichere Dimensionierung vor-
nehmen zu können.

Ueber Versuche an Flügelholmen bei
verschiedener Belastung sind eine Reihe
von Berichten in Arbeit; Werkstoff 24 ST,
I-Profil. Andere Versuche befaßten sich mit
der Untersuchung von Blechfeldern, die
durch Stringer versteift waren. N. 721
bringt Ergebnisse von Stahlrohrversuchen.
Ueber Festigkeit von einfachen Senkniet-
verbindungen ist ein Bericht in Vorberei-
tung.

In N. 687 wird ein Rechenverfahren zur
Bestimmung der Beanspruchungen eines
Holmes mit verschiedenen Gurten und Ste-
sen erläutert. Der moderne Metallilügelbau
geht von der Annahme aus, daß durch die
Rippen eine Unterteilung der Außenhaut in
einzelne kleine Felder vorgenommen wird,
wodurch die Biegekräfte des Flügels in
Schub- und Druckkräfte der einzelnen Fel-
der übergeleitet werden, Dies hat eine aus-
reichende Steifigkeit der Rippen zur Vor-
aussetzung. Das Problem wird noch weiter
behandelt, und vor allem soll die Theorie
noch ausgebaut werden. Schubverformung
der Bleche ist als das wichtigste Probiem
im Schalenbau anzusehen; in N. 704 wurde
eine vereinfachte numerische Methode ver-
öffentlicht. Verwickelter wird dieses Pro-
blem, wenn Biegung und Torsion gleichzei-

tig auftreten. Eine grundlegende Lösung hat
dieses Problem schon früher erfahren, die
zusammen mit einer Reihe anderer Pro-
bleme in N. 691 zu finden ist. Zur Bestim-
mung der krit. Knicklast bei elastischer In-
stabilität wurde eine neue Methode ent-
wickelt und in N. 717 veröffentlicht. N. 686
und N. 722 enthalten Diagramme zur Be-
rechnung der kritischen Druckspannung.
Eine Verallgemeinerung dieses Verfahrens
ist in Vorbereitung.

Mit 9 verschiedenen Blechen, die durch
Z-Profile versteift waren, wurden Druck-
versuche ausgeführt. Verbindung durch
Flachkopfniete mit 13 bis 160 mm Teilung.
Ein Teil der Versuchsstücke knickte durch
Ausreißen der Niete bei einer Beanspru-
chung in den Profilen von 17 bis 27,5
ke/mm?, der Rest durch Instabilität der Z-
Profile bei Beanspruchungen von 26,5 bis
39 kg/mm?.

Einen großen Umfang hatten die Unter-
suchungen über Böenbeanspruchungen. Keine
der dabei gemessenen Beschleunigungen
überschritt die Grenze früher ermittelter.
Die Versuche über die Natur der Böen bis
zu Höhen von 5,2 km wurden abgeschlossen.
Eine Beziehung zwischen Böenintensität
und Böengradient scheint nicht zu bestehen,
dagegen bestand in hohem Maße eine
Wechselwirkung zwischen Windgradient
und einem Index der Böenintensität, der
auf Grund einer einfachen Rechnung abge-
leitet wurde. Bei thermisch bedingten Röen
bestand eine Abhängigkeit der Intensität
von der thermischen Energie der Konvek-
tion. Es wurden sowohl Flugversuche wie
auch Versuche im Böenwindkanal ausge-
führt. Die ersten Ergebnisse des Böenkanals
enthält N. 706. Versuche mit einem Doppel-
deckermodell (N. 731) ergaben Abweichun-
gen der gerechneten und gemessenen Be-
schleunigungen, in einem Falle bis zu 20%.
Denkt man sich die Flügel für sich als von-
einander unabhängige Eindecker, ist die
Uebereinstimmung besser, Bei einem Modell
in Entenbauart war die Beschleunigung
30°/o höher als bei normaler Anordnung. Um
die Möglichkeit einer Herabsetzung der
Böenbeschleunigung durch konstruktive
Maßnahmen zu untersuchen, wurde ein Mo-
dell mit einem nichtsteifen Flügel versehen,
so daß sich der Anstellwinkel bei Bean-
spruchung ändern konnte. Im Vergleich zu
einem drehsteifen Flügel war die Beschleu-
nigungsbeanspruchung bis zu 16° geringer.

Die Aenderung der Flügelbeanspruchung
bei kombinierter horizontaler und vertikaler
Beanspruchung ist Gegenstand einer rech-
nerischen Untersuchung. Berücksichtigt wur-
den dabei die Aenderungen von Schub und
Moment längs der Spannweite, wie sie
praktisch bei unsymmetrischen Landungen,

Nr. 16/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT"

Seite 241

Querruderausschlag und unsymmetrischen
Böen auftreten. Ein Bericht ist in Vorberei-
tung.

Eine kurze Untersuchung über die bei
Großflugzeugen auf das Höhenleitwerk ent-
fallenden Beanspruchungen, besonders beim
Abfangen aus dem Trudeln, hat ergeben,
daß die Beanspruchungen unter Umständen
zum Bruch führen können. Die Ueberbean-
spruchung wird hervorgerufen durch eine
große Flächenbelastung und die daraus re-
sultierende hohe Sinkgeschwindigkeit, durch
steiles Trudeln und durch den Umstand, daß
das Höhenleitwerk während des Abfangens
iM Ca max-Bereich arbeitet. In gleich un-
günstigem Maße werden auch die Flügel be-
ansprucht. Umfangreiche Messungen befaß-
ten sich mit den Beanspruchungen von
Flugbootrümpfen, die in erster Linie von der
Größe der Fluggeschwindigkeit bestimmt
werden.

Schwingungen und Flattern. Die mit die-
sem Problem zusammenhängenden Fragen

eriordern erhöhte Aufmerksamkeit, beson-
ders hinsichtlich schneller Großflugzeuge.
Zunächst ist es notwendig, die kritische Ge-
schwindigkeit zu bestimmen und geeirmete
Rechenverfahren zu entwickeln, die ohne
viel Aufwand zum Erfolg führen. Einen be-
sonderen Raum nehmen die Propeller-
schwingungen ein. In N. 697 werden exakte
Lösungen für die Gleichung der Torsions-
schwingungen von trapezförmig veriüngten
Holmen gegeben. Die theoretischen Erreb-
nisse wurden anschließend durch den Ver-
such nachgeprüft. Die theoretischen Uuter-
suchungen wurden auf die Bestimmung der
Einflüsse von Querrudern, Trimmklappen
und Servorudern ausgedehnt. Eine weitere
Ergänzung erfährt das Flatterproblem durch
die Berücksichtigung des unsteten Auftrie-
bes von Flügeln endlichen Seitenverhält-
nisses; Ergebnisse in N. 682. In der glei-
chen Richtung liegen die Versuche zur Be-
stätigung der Theorie schwingender Trag-
flügel (R. 673). Nicolaus.

Inland.
Beförderungen durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht

am 19.7.40:

Zum Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches unter Verleihung des Groß-
kreuzes des Eisernen Kreuzes: Generalfeldmarschall Hermann Göring, Ober-

befehlshaber der Luftwaffe.

Zum Generalfeldmarschall: Generaloberst Milch, General der Flieger Sperrle,

General der Flieger Kesselring.

Zum Generaloberst: General der Flieger Stumpff, General der Flieger Grauert,

Ing. Hermann Pohlmann (in der Mitte) schuf bei den Junkers-Werken den welt-
berühmten Stuka Ju 87, dessen Einsatz in stärkstem Maße zur planvollen Durch-
führung der vom OKW. eingeleiteten Operationen sowohl in Polen wie Norwegen,

als auch in Belgien und Frankreich beigetragen hat.

Bild JFM
Seite 242 „FLUGSPORT"“ Nr. 16/1940, Bd. 32

General der Flieger Keller, General der Flakartillerie Weise, General der Flieger
Udet.

Zum General der Flieger: Generalleutnant Geißler, Generalmajor J eschonnek,
Generalleutnant Loerzer, Generalleutnant Ritter v. Greim, Generalmajor Frhr.
v. Richthofen.

Im Oberkommando der Wehrmacht: Generaloberst Keitel zum Generalfeld-
marschall, Generalmajor Jodl zum General der Artillerie.

Zum Generalmaior: Oberst Osterkamp.

Zum Oberst: die Oberstleutnante Ibel, Hintz, v. Hippel, Schuhmacher.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der
Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an Generalleutnant Coeler für die hervor-
ragende Führung seines Verbandes.

Deutschland—Spanien Kurier-Luftverkehr wurde am 16.7. mit Zwischen-
landung in Lyon aufgenommen.

Wilhelm Geßner, Dir. d. Hansa Luftbild, 2.8. 50. Geburtstag.

Ausland.

Ing. Gianni Caproni, Gr.Uff., Cavaliere del Lavoro, auf Grund seiner 30-
jährigen Konstruktionstätigkeit im Flugzeugbau auf Vorschlag des Duce zum
Grafen von Taliedo ernannt. Caproni führte am 27.5.1910 den ersten Flug auf
seinem „Caproni I“ mit 25-PS-Motor aus. Während des Weltkrieges ist er durch
seine vielmotorigen Großbomber bekannt geworden. Hiernach folgten Typen,
darunter ein Vieldecker für 100 Passagiere mit 750 m? Fläche, ferner der Bomber
„Caproni 6000 PS“ mit 6 Motoren „Asso 1000 — Isotta-Fraschini‘, ferner auf dem
Gebiete des Stratosphärenfluges der „Caproni 114 A.Q.“, mit dem Renato Donati
am 11.4.35 einen Welthöhenrekord von 14433 m aufstellte. Die nächste Strato-
sphärenmaschine war der „Caproni 161°, mit dem Mario Pezzi am 7.5.37 15655 m
Höhe erreichte. Im Abessinienfeldzug kamen die „Caproni 111“ (Aufklärungsflug-
zeuge) und „Caproni 101“ (leichte Bomber) sowie „Caproni 133“ (schwere Bom-
ber) zum Einsatz. So ist der Name „Caproni“ in den Tagen unserer Zeit ein Be-
griff geworden.

Istanbul— Bagdad - Fluglinie eröffnet.

Amerik. Piloten, die in die kanadische Luftwaffe eingetreten sind, werden
von London darauf aufmerksam gemacht, daß sie, um mit den amerikanischen
Neutralitätsbestimmungen nicht zu kollidieren, sich zur Anwerbung auf englischen
Boden begeben müssen.

Lycoming O - 1230, Boxermotor, je 6 Zylinder auf einer Seite; zum Einbau
in Tragflächen geeignet. Höhe 940 mm, Gewicht 601 kg, Hubvolumen 20,2 1, Unter-
setzungsgetriebe und Schleuderlader. Leistung 1200 PS, flüssigkeitgekühlt.

Sikorsky Hubschrauber VS 300, 1 Hauptrotor, 3 Hilfsrotoren als zusätzliche
Steuerorgane. Hauptrotor 85 m Durchm. 255 Ulmin, Kreisflächenbelastung
9,1 kg/m’, Fluggewicht 520 kg, Motorleistung 75 PS. Probeflüge erfolgreich ver-
laufen.

Bolivianischer Luftverkehr, ausschließlich mit bewährten deutschen Junkers-
Flugzeugen durchgeführt, besteht jetzt 15 Jahre. Beginn der Luftverkehrstätigkeit
1925 anläßlich des Jahrhundert-Jubiläums der spanischen Krone. Alle in Bolivien
lebenden Ausländer widmeten damals der Regierung wertvolle Geschenke. Die
Gabe der deutschen Kolonie bestand in einem Junkers-Verkehrsflugzeug des
Musters F13. Dies hatte eine Wirkung, welche die kühnsten Erwartungen über-
traf und schließlich am 6.8.1925 zur Gründung der „Lloyd A&reo Boliviano“
“(LAB.) führte. — Am 27.7.1925 traf das Junkers-Flugzeug in Cochabamba im
Bahntransport ein, am 31.7. wurde erstmalig die Luftpost in 90 Min. von Cocha-
bamba nach Sucre befördert. Am 16.8.25 nahm der Präsident der Republik,
Don Bautista Saavedra, die Taufe des Junkers-Flugzeuges vor. Von da ab er-
folgte der Verkehr innerhalb Boliviens in einem völlig neuen Zeitmaß. Die Strecke
Cochabamba-—Santa Cruz, für die das Maultier 15 Tage benötigte, wurde mit
dem Flugzeug in 2 Std. zurückgelegt. — Bolivien besitzt die höchstgelegenen
Flugplätze der Welt (über 4000 m hoch) und weite Gebiete, die noch zu den un-
berührtesten Teilen der Welt gehören. Die Ueberwindung der 6500 m hohen
Gebirgskämme der Kordilleren erscheint heute freilich mit den dreimotorigen
Ju 52-Flugzeugen nicht mehr allzu schwer, aber die LAB. hat diese Strecke bereits
regelmäßig und zuverlässig beflogen, als nur einmotorige Junkers-Flugzeuge des
Musters F13 mit verhältnismäßig schwachen Motoren zur Verfügung standen
und es noch keine Blindfluggeräte gab.

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 243

Luftwaffe.

Berlin, 11. 7. 40 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die schon durch Sondermel-
dung bekanntgegebenen Erfolge der Luftwaffe gegen britische Geleitzüge haben
nach abschließenden Feststellungen zur Vernichtung von einem Kreuzer von
7000 t und vier Handelsschiffen von insgesamt 21000 BRT. geführt. Weiter wur-
den ein Kreuzer und sieben Handelsschiffe, darunter ein Tanker, so schwer be-
schädigt oder in Brand geworfen, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden kann.
— Ferner erzielten unsere Kampfflieger am gestrigen Tage wirksame Erfolge
gegen Flugplätze in Südostengland, gegen Hafenanlagen an der Süd- und Südwest-
küste und Werke der Rüstungsindustrie. Besonders in Munitionslagern bei
Pembroke und in den Häfen von Plymouth und Swansea wurden heftige Explo-
sionen und große Brände beobachtet. Auch die Tanklager vom Pembroke und
Portland sind in Brand geraten. — Ein feindlicher Angriff auf den Flugplatz
Amiens-Glissy durch sieben britische Bomber endete mit dem Abschuß aller
sieben Flugzeuge, wie auch bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben wurde.
— Ferner kam es anläßlich eines Angriffes auf einen Geleitzug im Kanal zu
einem Luftkampf, bei dem zehn feindliche Jäger abgeschossen wurden. — In
der Nacht zum 11. 7. unterblieben feindliche Einflüge in das Reichsgebiet. —
Insgesamt wurden in den Luftkämpfen des gestrigen Tages 35 feindliche Flug-
zeuge und ein Sperrballon abgeschossen. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 12. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampf- und Sturzkampf-
verbände der Luftwaffe griffen am 11. 7. Flugplätze, Hafenanlagen und Rüstungs-
werke in Süd- und Mittelengland sowie Schiffsziele vor der Ost- und Südküste
Englands an. — In den Häfen von Plymouth und Lowestoft wurden die Hafen-
anlagen durch Bomben getroffen, in Portsmouth und den Industrieanlagen bei
Burton-upon-Trent starke Brände durch Bombentrefier hervorgerufen. — Im
Kanal gelang es, einen Tanker von 15000 BRT. sowie vier Handelsschiffe mit
insgesamt 15000 BRT. zu versenken, neun weitere Handelsschiffe durch Voll-
treffer schwer zu beschädigen. — Im Verlaufe dieser Angriffe schossen sowohl
unsere Kampf- und Sturzkampfflugzeuge als auch Jäger und Zerstörer mehrere
feindliche Jäger ab. — Die feindlichen Bombenabwürfe in Westdeutschland waren
eering und verursachten keinen Schaden. Die Gesamtverluste des Feindes betru-
sen gestern 13 Flugzeuge, hiervon drei durch Flakartillerie. Sieben eigene Flug-
zeuge werden vermißt. — Die Erfolge der Kriegsmarine und der Luftwaffe im
Handelskrieg haben eine für England fühlbare Höhe erreicht. Bis 8. 7. 40 wurden
versenkt: a) durch Torpedotreffer und Minenerfolge unserer U-Boote 1920 439
BRT., b) durch Ueberwasserstreitkräfte und andere Seekriegsmittel 1362 461
BRT., c) durch Angriffe der Luftwaffe 1046 313 BRT. Damit sind insgesamt seit
Kriegsbeginn 4329213 BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren Handels-
schiffsraumes vernichtet worden. — Zu dieser Zahl von versenkten Schiffen
kommen noch über 300 zumeist durch die Luftwaffe beschädigte Schiffe hinzu,
die zum Teil so schwer getroffen wurden, daß sie für die Weiterbenutzung aus-
fallen oder infolge der notwendigen Instandsetzung für Monate nicht verwen-
dungsfähig sind.

Berlin, 13. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfflugzeuge griffen wiederum
Schiffsziele vor der englischen Ostküste und im Kanal, Flugplätze, Hafenanlagen
und Werke der Rüstungsindustrie in England und Schottland an. Es gelang, ein
Vorpostenboot und ein Handelsschiff von 2000 BRT. durch Bombentreffer zu ver-

Stukas — zum Start bereit! Bild Tobis-JFM
Seite 244 „FLUGSPORT"“ Nr. 16/1940, Bd. 32

senken und fünf Handelsschiffe schwer zu beschädigen. Auf dem Flugplatz
St. Merryn wurden acht britische Kampifflugzeuge am Boden zerstört, in Exeter
Tankanlagen, in Portland, Newport und Dundee Hafen- und Kaianlagen, in Billing-
ham und Newcastle Werke der Rüstungsindustrie wirksam mit Bomben belegt. —
Britische Flugzeuge warfen auch in der Nacht zum 13. Juli in Norddeutschland
Bomben. Dabei wurde mehrere Häuser zerstört und einige Zivilpersonen getötet.
Die am 12. 7. gemeldeten Verluste des Feindes erhöhen sich um vier Flugzeuge,
die in der Nacht durch Flakartillerie abgeschossen wurden, von 13 auf 17 Flug-
zeuge. Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen 13 Flugzeuge, davon
wurden vier im Luitkampf bei Tage, eines durch Nachtjäger abgeschossen. Fünf
eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 14. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Zuge der bewaffneten
Aufklärung im Kanal griffen deutsche Kampfverbände mehrere Geleitzüge an und
beschädigten vier Handelsschiffe schwer durch Bombentreffer. Dabei kam es zu
heißen Luftkämpfen, in deren Verlauf unsere Jäger gegen starke feindliche
Uebermacht bei nur einem eigenen Verlust zehn britische Jagdflugzeuge abschos-
sen. Beim Versuch, in Norddeutschland einzufliegen, wurden zwei weitere bri-
tische Kampfflugzeuge im Luftkampf abgeschossen. — In der Nacht zum 14. 7.
warfen feindliche Flieger wieder in Nord- und Westdeutschland Bomben ab, die
nur geringen Sachschaden anrichteten, ohne militärische Ziele zu treffen. Es
gelang dabei, drei feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie abzuschießen. — Die
Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern fünfzehn Flugzeuge. Drei eigene
Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 15. 7. 40). (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampffliegerverbände grif-
fen im Zuge der bewaffneten Aufklärung über dem Kanal britische Geleitzüge
an und versenkten drei Handelsschiffe mit insgesamt 17000 BRT. Ein Zerstörer,
ein Hilfskreuzer und vier weitere Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer
schwer beschädigt und zum Teil in Brand gesetzt. Es kam wiederholt zu Luit-
kämpfen zwischen deutschen und britischen Jagdverbänden, in deren Verlauf
vier britische Jäger vom Muster Hurricane und zwei eigene Flugzeuge abge-
schossen wurden. — Im Laufe der Nacht zum 15. 7. griffen unsere Kampfflugzeuge
Hafenanlagen, Flugplätze und Werke der Rüstungsindustrie in Südengland an.
Die Wirkung der Bombenangriffe war an allen Zielen durch Brände und starke
Explosionen, vor allem in Faversham, weithin sichtbar. — Britische Flugzeuge
warfen auch in der Nacht zum 15. 7. in Nord- und Westdeutschland wahllos
Bomben ab. Der entstandene Sachschaden ist unbedeutend. Durch Flakartillerie
wurden zwei britische Flugzeuge, durch Nachtjäger ein Flugzeug abgeschossen.

Berlin, i6. 7. 40. (DNB. Oberk. d. Wehrmacht: Bei wiederholten Luft-
angriffen am 15. 7. auf britischen Schiffsverkehr im Kanal gelang es, drei
Handelsschiffe von insgesamt 18 000 BRT. zu versenken und fünf weitere Handels-
schiffe durch Bombentreffer zu beschädigen. Im Laufe des Tages griff die
Luftwaffe ferner die britischen Flugplätze von Pembroke, St. Athan, Plymouth
und Bicester, die Hafenanlagen in Cardiff und Brighton sowie eine Flugzeug-
fabrik in Yeovil an. Die abgeworfenen Bomben riefen zahlreiche Brände und
Explosionen hervor. — Britische Flugzeuge warfen wiederum in der vergan-
genen Nacht in Nord- und Westdeutschland an einigen Stellen Bomben ab,
ohne Schaden anzurichten.

Berlin, 17. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Tätigkeit der Luft-
waffe war infolge der schlechten Wetterlage nur gering. Deutsche Kampfflug-
zeuge griffen in Nord-Schottland die Hafenanlagen von Thurso an und setzten
ein Handelsschiff durch Bomben in Brand. An der Südspitze von Scapa Flow
wurde ein britisches Truppenlager erfolgreich mit Bomben belegt. — Feind-
liche Einflüge nach Deutschland fanden nicht statt.

Berlin, 18. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
griffen den Truppenübungsplatz Aldershot sowie Flugplätze, Industriewerke und
Hafenanlagen in Süd- und Mittelengland an. Auf dem Flughafen Tunbridge-
Wells, im Industriewerk Eastbourne und in den Hafenanlagen in Portland wur-
den besonders starke Brände beobachtet, ein eroßes Rüstungswerk in Greenock
erhielt mehrere Volltreffer. — Bei Angriffen gegen Schiffe im Kanal gelang es,
ein Handelsschiff in Brand zu werfen, ein weiteres Handelsschiff und ein Vor-
postenboot durch Bomben so schwer zu beschädigen, daß die Besatzungen die
Schiffe verlassen mußten. — In der Nacht in das Rhein-Ruhrgebiet einfliegende
feindliche Flugzeuge wurden durch Flakabwehr vertrieben oder am gezielten
Bombenabwurf gehindert. Einzelne planlos abgeworfene Bomben richteten weder
Dersonen- noch Sachschaden an. — Ein feindliches Flugzeug vom Muster

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 245

Bristol-Blenheim wurde im Luftkampf nördlich Cherbourg abgeschossen. Ein
eigenes Flugzeug ist über dem Kanal abgestürzt.
Berlin, 19. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
griffen wiederum Flugplätze, Hafenanlagen und Barackenlager in England so-
wie Schiffsziele vor den Küsten von Nordschottland und im Kanal mit großem
Erfolge an. Vier Handelschiffe von insgesamt 12—14000 BRT. wurden durch
Bombentreffer versenkt, zwölf Handelsschiffe und zwei Vorpostenboote teilweise
so schwer beschädigt, daß mit dem Totalverlust mehrerer Schiffseinheiten zu
rechnen ist. — Wie nachträglich bekannt wird, gelang es am 17.7., ein feind-:
liches U-Boot durch Bombentreffer zu versenken. — In Nordwest- "und West-
deutschland verhinderte unsere Abwehr gezielte nächtliche Bombenabwürfe des
Feindes, so daß nur geringer Personen- und Sachschaden entstand. Flakartillerie
schoß hierbei drei feindliche Flugzeuge ab. — Die Gesamtverluste des Feindes
betrugen gestern zwölf Flugzeuge und zwei Sperrballone. Von diesen wurden
sieben Flugzeuge in Luftkämpfen, fünf durch Flakartillerie abgeschossen. Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt.
Berlin, 20. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfverbände der Luft-
waffe griffen in Südengland und Schottland gelegene Kraftwerke, Lagerhäuser
Hafen- und Dockanlagen sowie Nachschublager, Flakstellungen und Flugplätze
an. — Weitere Angriffe richteten sich gegen Kriegs- und Handelschiffsziele
vor der Südküste Englands. Ein Handelschiff von 5000 BRT. wurde durch Voll-
treffer versenkt, drei weitere Handelsschiffe und ein Zerstörer durch Treffer
zum Teil erheblich beschädigt. — Wie bereits bekanntgegeben, sind ohne eigene
Verluste über dem Kanal fünfzehn britische Jagdflugzeuge, und zwar zwölf des
Musters Defiant, zwei des Musters Spitfiie und eines vom Typ Hurricane durch
unsere Messerschmitt-Jäger bei Luftkämpfen abgeschossen worden. Durch
Abschuß von weiteren sechs britischen Spitfire-Jagdflugzeugen hat sich diese
Zahl im Laufe des Tages auf einundzwanzig erhöht. — Ein britisches Flugzeug
wurde durch die Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossen. — Feindliche
Flugzeuge warfen in der Nacht zum 20. 7. wiederum Bomben über Nord- und
Westdeutschland ab. Mehrere Zivilpersonen wurden dabei verletzt. Bei diesen
Nachtangriffen sind fünf britische Bomber, und zwar drei durch Flakartillerie
und zwei durch Nachtiäger, abgeschossen worden. — Die Gesamtverluste des
Kindes betragen damit gestern 27 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden
Berlin, 21. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
griffen am 20. 7. und in der Nacht zum 21. 7. Flugplätze, Hafen- und Tank-
anlagen in Süd- und Mittelengland sowie Industriewerke bei Newcastle an. Die
Bombenwürfe riefen Brände und Explosionen hervor. — Bei Angriffen gegen
Geleitzüge wurden ein feindlicher Kreuzer und zwei Zerstörer getroffen und
schwer beschädigt. Hierbei schossen unsere Jäger in Luftkämpfen über dem

u

Wehrmachtsbefehlshaber der Niederlande, General der Flieger Fr. Christiansen,
im Gespräch mit dem Reichskommissar für die besetzten holländischen Gebiete,
Reichsminister Seyß-Inquart. Bild NSFK (Riehme)
‚Seite. 246 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1940, Bd. 32

Kanal acht feindliche Flugzeuge ab. Ein weiteres feindliches Flugzeug wurde
bei Rotterdam abgeschossen. — Im Laufe der Nacht warfen britische Flugzeuge
wieder Bomben- über Nord- und Westdeutschland sowie über Holland ab. Der
angerichtete Schaden ist unerheblich. Mehrere Bomben fielen in eine kleinere
norddeutsche Stadt, wodurch sieben Zivilpersonen getötet wurden. Bei diesen
nächtlichen Angriffen gelang es, neun feindliche Flugzeuge abzuschießen, davon
sieben durch Flakartillerie, zwei durch Nachtiäger. — Feindliche Flieger wur-
den bei einem Angriff gegen Wilhelmshaven durch starke Abwehr zum vOr-
zeitigen Abdrehen gezwungen und vier von ihnen durch Flakartillerie der
Kriegsmarine abgeschossen. — Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern
22 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 22. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfllugzeuge
griffen erneut Flugplätze, Hafen-, Tank- und Fabrikanlagen in England an. Explo-
sionen und starke Brände sind beobachtet worden. — Bei Angriffen gegen einen
Geleitzug im Kanal gelang es, einen Tanker und vier Handelsschiffe mit einem
Gesamtfassungsvermögen von etwa 40 000 BRT. durch Bombentreffer zu ver-
senken. — Feindliche Einflüge in der Nacht zum 22. 7. in Nord- und West-
deutschland sowie in die besetzten Gebiete richteten durch Bombenabwurf nur
Sachschaden an. Ein Flugzeug ist durch Flakartillerie der Kriegsmarine, ein
weiteres Flugzeug durch Nachtjäger abgeschossen worden. — Die Gesami-
verluste des Feindes betrugen gestern acht Flugzeuge, darunter ein Sunderland-
Flugboot durch Abschuß bei Drontheim. Vier eigene Flugzeuge kehrten nicht
zurück, darunter ein Seenotflugzeug, das über der Nordsee durch die Engländer
abgeschossen wurde.

Berlin, 23. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über
England und Schottland auf und griff am 22.7. und in der Nacht zum 23.7. mit
Kampfverbänden Hafenanlagen, Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen
des Feindes an. Besonders die Häfen Pembroke mit seinen Erdöllagern, Chat-
ham, Sherneß, Edinburgh und Aberdeen sowie Flugplätze in Gegend von Ports-
mouth und am Bristol-Kanal wurden mit Bomben belegt. — Im Kanal und an
der englischen Ostküste wurden drei Handelsschiffe durch Bombentreffer be-
schädigt. — Feindliche Flugzeuge setzten auch in der Nacht zum 23. 7. ihre
Angriffe gegen nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland fort. Dabei
sind in einem Dorf die Kirche und einige Häuser beschädigt worden. Ein feind-
liches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen, ein deutsches Flugzeug
wird vermißt. — Wie nachträglich bekannt wird, sind bei dem in der Nacht
zum 21. 7. stattgefundenen Angriff auf Wilhelmshaven zwei weitere feindliche
Flugzeuge abgeschossen worden. Damit erhöht sich die Zahl der bei diesem
Angriff durch Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossenen Flugzeuge auf sechs.

Berlin, 24. 7.40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Infolge ungünstiger Wetter-
lage war die Tätigkeit der Luftwaffe gering. In Südengland wurden einige Eisen-
bahnstrecken und Straßen sowie Nachschublager mit Bomben angegriffen. Im
Zuge der bewafineten Aufklärung im Kanal und an der englischen Südküste ver-
senkten unsere Kampfilugzeuge durch Bombentreffer zwei Vorpostenboote und
ein Minensuchboot und beschädigten ein weiteres Schiff. In der Nordsee gelang
es einem unserer Kampffllieger, ein U-Boot zu versenken. — In der Nacht zum
24. 7. warien britische Flugzeuge über Nord- und Westdeutschland an verschie-
denen Stellen Bomben ab, ohne größere Wirkung zu erzielen. Unsere Nachtiäger
schossen zwei, unsere Flakartillerie ein feindliches Flugzeug ab. Ein eigenes
Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 25. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
eriffen trotz schlechter Wetterlage den britischen Schiffsverkehr im Kanal und
an der Küste Ostenglands sowie Industrieanlagen in Südostengland und Schottland
an. — Wie bereits bekanntgegeben, wurde dabei ein Geleitzug von fünf Handels-
schiffen mit einem Gesamtinhalt von 17 000 BRT. vernichtet; außerdem erhielten
drei weitere Handelsschiffe so schwere Bombentreffer, daß mit ihrem Verlust zu
rechnen ist. Angegriffen wurden ferner unter anderem die Vickers-Flugzeug-
werke bei Weybridge, wo auf dem Werksflugplatz vier feindliche Flugzeuge am
Boden vernichtet wurden, Industrieanlagen bei Great Yarmouth und bei Glasgow.
_ Im Verlauf der Angriffe auf die britischen Geleitzüge kam es verschiedentlich
zu heftigen Luftkämpfen zwischen unseren und britischen Jagdflugzeugen, in
deren Verlauf,sechs feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. — In der Nacht
zum 25.7. fanden“ wieder feindliche Einflige in Norddeutschland statt. Schaden
wurde durch Bombenangriffe nicht angerichtet. — Die Gesamtverluste des Geg-

Nr. 16/1940, Bd. 32 „rFLUGSPORT“ Seite 247

ners neirugen gestern zehn Flugzeuge, davon wurden sechs im Luftkampf, vier
am Boden vernichtet. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.

Italien.

Rom, 11. 7. a. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Aus weiteren Fest-
stellungen ergibt sich ohne jeden Zweifel, daß während der Operationen am 9. 7
A naume der Balearen Einheiten unserer Luftwaffe das zroße englische
Se achtsc ie „Hood (42 100 BRT.) schwer beschädigt und in Brand gesetzt
aben. — Der Flugzeugträger „Ark Royal‘ hat ebenfalls zwei Volltreffer schwe-
ren Kalibers auf der Brücke erhalten, wie sich das aus den photographischen
Aufnahmen dokumentarisch ergibt. — Bei dem Seegefecht im lonischen Meer
hat ein weiteres englisches Schlachtschiff zwei Volltreffer mit Bomben schweren
Kalibers erhalten. Weitere Nachforschungen sind im Gange, um über die vom
Gegner bei diesem Luftangriff wie auch bei den vorhergehenden Angriffen süd-
lieh von Kreta erlittenen Schäden genauere Einzelheiten festzustellen. — Am
sesitigen Morgen und am späten Nachmittag ist der Seeflottenstützpunkt von
| alta von neuem heftig mit Bomben belegt worden. Im Arsenal wie auf den
im Hafen liegenden Schiffen wurden Brände und Explosionen beobachtet. —
Drei feindliche Jagdflugzeuge sind von unseren Bombern abgeschossen word
Zwei italienische Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. ”

Rom, 12. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die See- und Luft-
schlacht vom 8. und 9. 7. ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Unsere See-
aufklärung hat am gestrigen Morgen einen feindlichen Ylottenverband bestehend
aus zwei Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger und kleineren Einheiten fest-
gestellt, der auf der Höhe von Malta kreuzte und später fünf große Fracht-
dampfer mit Kurs nach Osten begleitete. — Auf Anforderung unserer Marine-
luftaufklärung sind unsere Bombenverbände sofort in rasch aufeinanderfolgenden
Wellen gestartet. Während einiger Stunden ist der feindliche Verband verfolgt
und der Aktion unserer Fluggeschwader ausgesetzt worden, die unter Mißachtun,
der außerordentlich heftigen Flakabwehr der feindlichen Schiffe bis auf weni e

hundert Meter niedergingen, um das gewählte Ziel besser zu treffen. — Ein Fracht.
dampfer ist mit Sicherheit versenkt worden. Zwei Zerstörer wurden so schwer
getroffen, daß einer von ihnen die Rettungsboote niederlassen mußte. Der Flug-
zeugträger wurde von einer Bombe schwersten Kalibers getroffen und blieb
plötzlich bewegungslos liegen, wobei aus der Höhe deutlich Brände an Bord
sichtbar wurden, während andere Schiffe ihm zu Hilfe eilten. Vier Jagdflugzeuge
die von dem feindlichen Flugzeugträger aufgestiegen waren, wurden von unseren
Bombern in Flammen abgeschossen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurück-
gekehrt. — In der Schlacht vom 9. 7. haben die Geschütze unserer Kreuzer fünf
feindliche Torpedowasserflugzeuge und drei Bomber abgeschossen, von denen
eines noch die Bomben an Bord hatte und beim Aufschlag aufs Wasser explo-

Von der italienischen Luftwaffe. Links: Vorberei i

c | . : ereitung von Savoia- Marchetti

S.M.79 zu einem Bombenflug. Mitte: General Pricolo. Rechts: Rückkehr eines
Nachtbombers Savoia-Marchetti S. M.79.

Archiv Flugsport

Seite 248 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1940, Bd. 32

dierte. — In Nordafrika Tätigkeit der Luftwaffe und unserer leichten Kolonnen
ienseits der Cyrenaika-Grenze. Tanks und Panzerwagen wurden zerstört und
erbeutet sowie bei Sidi Barrani Baracken und Autos getroffen und in Brand
gesetzt. Ferner wurden ein feindliches Flugzeug abgeschossen und einige Ge-
fangene gemacht. — In Ostafrika sind in Englisch-Somaliland die Flugplätze von
Berbera und Burac äußerst wirkungsvoll bombardiert worden, desgleichen in
Kenia der Flugstützpunkt Waiir, wo zwei englische Jagdflugzeuge im Kampf
abgeschossen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurück-
gekehrt.

Rom, 13. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der feindliche Flotten-
verband, der von unseren Flugzeugen festgestellt und während des ganzen 11. 7.
beständig in Kämpfe verwickelt worden war, hat sich in der Nacht in drei Grup-
pen aufgelöst, die alle mit Östlichem Kurs, aber mit verschiedener Geschwindig-
keit ihre Fahrt fortsetzten. — Nachdem auf Grund der aktiven Seeaufklärung die
Führung in den ersten Stunden des gestrigen Tages wiederhergestellt worden
war, sind die drei Gruppen hartnäckig verfolgt und von den gesamten Flugverbän-
den bombardiert worden, die von den Stützpunkten in Süditalien, in Libyen und
im östlichen Mittelmeer gestartet waren. — Die bis jetzt festgestellten Ergebnisse
dieser Aktionen ergeben, daß mindestens zwei Kreuzer und ein Schlachtschifi
mit Sicherheit und wiederholt von Bomben schweren Kalibers getroffen worden
sind. — Während einer Aufklärung über Malta haben die begleitenden Jagdflug-
zeuge vier feindliche Jäger zum Kampfe gestellt, von denen zwei in Flammen abge-
schossen worden sind. — Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. In Ostafrika wurden in Luftkämpfen insgesamt vier englische
Flugzeuge abgeschossen. Der Feind hat Luftangriffe gegen Kisimaio, Giggiga
und Massaua versucht, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Ein Flugzeug
ist von unseren Jagdflugzeugen, ein zweites von der Flak abgeschossen worden.
Alle unsere Flugzeuge sind unversehrt zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. —
Fines unserer Flugzeuge, das gestern als verloren angegeben wurde, ist zu
seinem Ausgangspunkt zurückgekehrt.

Rom, 14. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der englische Flotten-
verband, der die beschwerliche Rückfahrt auf Alexandrien verlangsamen mußte,
ist von unserer einsatzbereiten Luftwaffe während des ganzen 13. 7. noch ein-
mal gefaßt und angegriffen worden. Kreuzer und Schlachtschiffe wurden hierbei
zu wiederholten Malen von Bomben mittleren und schweren Kalibers getroffen,
so daß zu den bereits früher verursachten Beschädigungen noch neue schwere
Schäden hinzugekommen sind. — Während dieser Bombenangriffe sind vier
feindliche Jagdflugzeuge, darunter drei zweimotorige, von unseren Bombern
abgeschossen worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Bei
einem Angriff unserer Jagdflugzeuge auf die Stützpunkte von Malta kam es zu
einem Kampf mit feindlichen Jägern. Zwei feindliche Flugzeuge sind abge-
schossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Während der
Nacht ist in aufeinanderfolgenden Wellen die Bombardierung der militärischen

Ital. Savoia-Marchetti S.M. 79 Bomber, Dreimotor. Archiv Flugsport

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 249

Stützpunkte der Insel wiederholt worden, wobei schwere Brände verursacht
wurden. — In Nordafrika haben vom Feinde auf Flugstützpunkte der Cyrenaika
ausgeführte nächtliche Einflüge weder Opfer gefordert, noch Schaden verursacht
nn alienisch-Ostafrika ist ein Einflug englischer Flugzeuge auf Italienisch-
Mol! a yon der Flak abgewiesen worden, die ein feindliches Flugzeug abge-
Rom, 15. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Nächtli
angriffe des Feindes auf Tobruk haben weder Opfer a en
In Ostafrika hat unsere Luftwaffe den See- und Luftflottenstützpunkt von Aden
wirksam mit Bomben belegt. Bei einem Erkundungsflug im Luftraum von Buna
sind feindliche Truppenzusammenziehungen mit Maschinengewehrfeuer bestrichen
und zwei Flugzeuge am Boden zerstört worden. — Der Feind hat auf Assad
vergebliche Luftangriffe unternommen. Ein Flugzeug ist abgeschossen worden
Rom, 16. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine Fliegerforma-
tion hat in Palästina den Stützpunkt von Haifa, ein wichtiges Oelzentrum, mit
Bomben belegt. Verschiedene Depots der Raffinerien und andere Anlagen wurden
getroffen und große Brände verursacht, die unsere Flieger, die alle an ihren
Ausgangspunkt zurückkehrten, auf ihrem Rückflug noch auf 200 km Entfernung
beobachten konnten. — Während eines erfolglosen Luftangriffes auf Tobruk ist
glisches Flugzeug abgeschossen i
ns g worden. Die Besatzung wurde gefangen
Rom, 17.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Bei einem Luftkampf
unserer Jagdflugzeuge über der Insel Malta sind zwei feindliche Flugzeuge ab-
geschossen worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Der
Hafen von Alexandria (Aegypten) ist von neuem und wirksam mit Bomben be-
legt worden. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe mit klar erkennbaren FEr-
gebnissen die Flughäfen und Schuppen von Marsa Matruk und Sidi Barrani
bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Feindliche Flug-
zeuge haben auf den Hafen von Tobruk von neuem Nachtangriffe unternommen
ohne irgendeinen Schaden anzurichten. — Feindliche Luftangriffe auf Agordat,
Asmara und Assab haben nur ganz leichten Schaden angerichtet. Ein feind-
liches Flugzeug wurde heruntergeholt.

Ital. Savoia-Marchetti S.M.79 Bomber, Dreimotor. Einfaches Seitenleitwerk,
Höhenleitwerk abgestrebt, MG.-Stände auf Ober- und Unterseite des Rumpfes.
Archiv Flugsport
Seite 250 „FLUGSPORT" Nr. 16/1940, Bd. 32

Rom, 18.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist das
Gebiet von Marsa Matruk erneut wirksam mit Bomben peiest yorden, Nie
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ln von Wajir mit deutlich beobachteten Erfolgen bombardiert. Der Feind
hat den Flughafen von Agordat mit Bomben belegt, ohne Schaden anzurichten.
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Rom, 19.7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Fine ormalo
unserer Luftwaffe hat in einem 3200 km langen, dureh en die

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Luftwaffe überraschter Dampfer, der den Kanal von Sizilien zu passieren wer
suchte, ist von Bomben getroffen, schwer beschädigt und dann vn er Hi
satzung seinem Schicksal überlassen worden. Alle unsere Flugzeuge sin zur x
ekehrt. — Im östlichen Mittelmeer ist ein feindliches U-Boot versenkt wor er
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Unsere Bomberverbände haben die feindlichen ER it
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 elchen unsere Kreuzer bei Kreta das Gefecht aufgenommen hatten, ern
und sie wiederholt mit Bomben belegt, wobei die Kreuzer mehrmals Betro en

worden sind. Ein feindliches Schiff geriet in Brand und u gesunken. Unse

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haben eine wirkungsvolle nächtliche Bombardierung auf das Torpedolager von
Malta aus niedriger Höhe durchgeführt, wobei auskennen a nn er
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und seine drei Mann starke Besatzung gefangengenommen. — In Ostafri 2 1a a
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mationen ergibt sich, daß bei den See- und Luftkämpfen zwischen dem e un
13. 7. außer einem Flugzeugträger und dem Schlachtschiff „Hood auc an
Schlachtschiff von der „Warspite“-Klasse (5200 t) schwere Schäden erli en
hat. — Ein feindliches Flugzeug, das bei den Rettungsoperationen eines unserer
Flugzeuge das wegen Motorschadens wassern mußte, den Versuch gemac
hatte die Besatzung unter MG.-Feuer zu nehmen, ist von unseren Jagd iezen
brennend abgeschossen worden. Ein Offizier der Besatzung, der mi nr.
i beesprungen war, wurde gerettet und von einem unserer g-
BP vefangengenommen. __ In Nordafrika sind die feindlichen Stützpunkte Sidi

Ital. Breda 88 Zweimotor Piaggio P.XI R.C.40, 1000 PS, Geschw. 520 A
Doppeltes Seitenleitwerk. (Vgl. Breda in Belgrad, „Flugsport 1938, S. un
| älteren Typ 1937, S. 584.) Archiv Flugsport

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 251

Ital. Fiat B.R. 20 Zweimotor. Fiat A.SOR.C.41. 1000 PS, Geschw. 420 km.
Archiv Flugsport

Barrani und Marsa Matruk stark und wirkungsvoll mit Bomben belegt worden.
— In Ostafrika sind bei den Stützpunkten Buna und Wajiir, wo ein englisches
Jagrdflugzeug abgeschossen worden ist, englische Flugzeuge und englische Truppen
mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen worden. Alle unsere Flug-

zeuge sind zurückgekehrt. — Feindliche Luftangriffe auf Asmara haben weder
Opfer noch Schaden hervorgerufen.

Rom, 23.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika sind
im Gebiet. von Marsa Matruk und Sidi Barrani wirkungsvolle Angriffe mittels
Bomben und anderer Sprengkörper an der ägyptischen Grenze durchgeführt
worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ostafrika hat unsere
Luftwaffe erneut mit Erfolg Waiir mit Bomben belegt. Der Feind hat wieder-

holt Diredaua bombardiert, ohne Schaden anzurichten. Ein Eingeborener wurde
getötet.

Rom, 24.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Einer unserer Flug-
zeugverbände hat die Brennstofflager der Flottenbasis von Malta mit Bomben
belegt. Trotz der heftigen feindlichen Flakabwehr sind Volltreffer erzielt und
zahlreiche Brände hervorgerufen worden. — In Nordafrika sind zwei feindliche
Jagdflugzeuge vom Gloster-Typ ohne eigene Verluste im Luftkampf abgeschossen
worden. — In der Nacht zum 24. 7. ist auf Grund einer von Gaeta kommenden
Meldung in Rom Fliegeralarm gegeben worden. Die Flakbatterien von Rom
haben daraufhin zweimal Sperrfeuer durchgeführt. Bomben wurden keine ab-
geworfen. Dagegen gab es durch Geschoßsplitter einige Verletzte.

Rom, 25.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugverbände
haben den Marinestützpunkt Alexandria und das Petroleumzentrum von NHaifa
wirkungsvoll bombardiert, wobei Volltreffer erzielt und Lager sowie Raffinerien
in Brand gerieten. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Ueber Malta ist
ein englisches viermotoriges Flugzeug von unseren Jagdflugzeugen angegriffen,
getroffen und schwer beschädigt worden. — In Nordafrika sind bei einem An-
griffsversuch der feindlichen Luftwaffe auf Bardia durch das Eingreifen unserer
Jagdflugzeuge drei englische Flugzeuge abgeschossen worden. Eines unserer
Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Ostafrika ist ein feindliches Flugzeug bei
einem Angriffsversuch auf Massaua abgeschossen worden. Unsere Flugzeuge
haben Züge und Lager auf dem Bahnhof von Ghedaref (Sudan) bombardiert.

Rom, 26.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine unserer Bomber-
formationen hat nach langem Nachtflug den Flottenstützpunkt Gibraltar erreicht
und wirkungsvoll bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. — In Nordafrika haben unsere Jagdflugzeuge bei einem Luftangriff
auf Derna, der einige Opfer forderte und geringfügigen Schaden anrichtete, ein
feindliches Flugzeug vom Gloster-Typ abgeschossen. — Die durch die Bombar-
dierung der Petroleumanlagen von Haifa angerichteten Schäden sind, wie der

Feind selbst zugibt, beträchtlich. Der Brand konnte erst nach vielen Stunden
eingedämmt werden.
Seite 250 „FLUGSPORT" Nr. 16/1940, Bd. 32

Rom, 18.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist das
Gebiet von Marsa Matruk erneut wirksam mit Bomben belegt worden. Alle
Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ostafrika ist der Feind, der sich „yon
Moyale zurückgezogen hat, in der Richtung von Buna von den Landstreitkräften
und von der Luitwaffe verfolgt worden. — Unsere Flugzeuge haben den Flug-
hafen von Waiir mit deutlich beobachteten Erfolgen bombardiert. — Der Feind
hat den Flughafen von Agordat mit Bomben belegt, ohne Schaden anzurichten.
Ein englisches Flugzeug ist von unseren Jägern abgeschossen worden. |

Rom, 19.7.4. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine Formation
unserer Luftwaffe hat in einem 3200 km langen, durch die Witterungsverhältnisse
erschwerten Flug die Flottenbasis Gibraltar erreicht und das Arsenal und die
übrigen militärischen Ziele wirksam mit Bomben belegt. — Ein von unserer
Luftwaffe überraschter Dampfer, der den Kanal von Sizilien zu passieren VEer-
suchte, ist von Bomben getroffen, schwer beschädigt und dann von der ‚Be-
satzung seinem Schicksal überlassen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. — Im östlichen Mittelmeer ist ein feindliches U-Boot versenkt worden.

Rom, 20.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.):
Unsere Bomberverbände haben die feindlichen Streitkräfte, bestehend „aus zwei
gepanzerten Kreuzern von ie 7000 t der Sydney-Klasse und vier Zerstörern, mit
welchen unsere Kreuzer bei Kreta das Gefecht aufgenommen hatten, erreicht
und sie wiederholt mit Bomben belegt, wobei die Kreuzer mehrmals getroffen
worden sind. Ein feindliches Schiff geriet in Brand und ist gesunken. Unsere
Flugzeuge sind alle zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt.

Rom, 21.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugzeuge
haben eine wirkungsvolle nächtliche Bombardierung auf das Torpedolager von
Malta aus niedriger Höhe durchgeführt, wobei ausgedehnte Brände hervor-
gerufen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind unversehrt zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. — In Nordafrika wurde ein englisches Flugzeug abgeschossen
und seine drei Mann starke Besatzung gefangengenommen. — In Ostafrika- haben
unsere Flugzeuge wirkungsvolle Bombenangriffe auf den Flugzeugstützpunkt von
Buna (Kenia) sowie auf den Luft- und Flottenstützpunkt von Berbera und feind-
liche Stellungen in der Zone von Kurauk (Anglo-ägyptischer Sudan) durchge-
führt. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.

Rom, 22.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Aus sicheren Infor-
mationen ergibt sich, daß bei den See- und Luftkämpfen zwischen dem 8. und
13. 7. außer einem Flugzeugträger und dem Schlachtschiff „Hood“ auch ein
Schlachtschiff von der „Warspite“-Klasse (5200 t) schwere Schäden erlitten
hat. — Ein feindliches Flugzeug, das bei den Rettungsoperationen eines unserer
Flugzeuge, das wegen Motorschadens wassern mußte, den Versuch gemacht
hatte, die Besatzung unter MG.-Feuer zu nehmen, ist von unseren Jagdfliegern
brennend abgeschossen worden. Ein Offizier der Besatzung, der mit dem Fall-
schirm abgesprungen war, wurde gerettet und von einem unserer Wasserflug-
zeuge gefangengenommen. — In Nordafrika sind die feindlichen Stützpunkte Sidi

Ital. Breda 88 Zweimotor Piaggio P. XI R.C.40, 1000 PS, Geschw. 520 km.
Doppeltes Seitenleitwerk. (Vgl. Breda in Belgrad, „Flugsport“ 1938, S.312 und
älteren Typ 1937, S. 584.) Archiv Flugsport

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 251

Ital. Fiat B.R.20 Zweimotor. Fiat A.SOR.C.41. 1000 PS, Geschw. 420 km.

Archiv Flugsport

Barrani und Marsa Matruk stark und wirkungsvoll mit Bomben belegt worden.
— In Ostafrika sind bei den Stützpunkten Buna und Waiir, wo ein englisches
Jagdflugzeug abgeschossen worden ist, englische Flugzeuge und englische Truppen
mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen worden. Alle unsere Flug-
zeuge sind zurückgekehrt. — Feindliche Luftangrifife auf Asmara haben weder
Opfer noch Schaden hervorgerufen.

Rom, 23.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika sind
im Gebiet. von Marsa Matruk und Sidi Barrani wirkungsvolle Angriffe mittels
Bomben und anderer Sprengkörper an der ägyptischen Grenze durchgeführt
worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ostafrika hat unsere
Luftwaffe erneut mit Erfolge Wajir mit Bomben belegt. Der Feind hat wieder-
holt Diredaua bombardiert, ohne Schaden anzurichten. Ein Eingeborener wurde
getötet.

Rom, 24.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Einer unserer Flug-
zeugverbände hat die Brennstofflager der Flottenbasis von Malta mit Bomben
belegt. Trotz der heftigen feindlichen Flakabwehr sind Volltreffer erzielt und
zahlreiche Brände hervorgerufen worden. — In Nordafrika sind zwei feindliche
Jagdflugzeuge vom Gloster-Typ ohne eigene Verluste im Luftkampf abgeschossen
worden. — In der Nacht zum 24. 7. ist auf Grund einer von Gaeta kommenden
Meldung in Rom Fliegeralarm gegeben worden. Die Flakbatterien von Rom
haben daraufhin zweimal Sperrfeuer durchgeführt. Bomben wurden keine ab-
geworfen. Dagegen gab es durch Geschoßsplitter einige Verletzte.

Rom, 25.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugverbände
haben den Marinestützpunkt Alexandria und das Petroleumzentrum von Haifa
wirkungsvoll bombardiert, wobei Volltreffer erzielt und Lager sowie Raffinerien
in Brand gerieten. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Ueber Malta ist
ein englisches viermotoriges Flugzeug von unseren Jagdflugzeugen angegriffen,
getroffen und schwer beschädigt worden. — In Nordafrika sind bei einem An-
griffsversuch der feindlichen Luftwaffe auf Bardia durch das Eingreifen unserer
Jardflugzeuge drei englische Flugzeuge abgeschossen worden. Eines unserer
Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Ostafrika ist ein feindliches Flugzeug bei
einem Angriffsversuch auf Massaua abgeschossen worden. Unsere Flugzeuge
haben Züge und Lager auf dem Bahnhof von Ghedaref (Sudan) bombardiert.

Rom, 26.7.40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine unserer Bomber-
formationen hat nach langem Nachtflug den Flottenstützpunkt Gibraltar erreicht
und wirkungsvoll bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. — In Nordafrika haben unsere Jagdflugzeuge bei einem Luftangriff
auf Derna, der einige Opfer forderte und geringfügigen Schaden anrichtete, ein
feindliches Flugzeug vom Gloster-Typ abgeschossen. — Die durch die Bombar-
dierung der Petroleumanlagen von Haifa angerichteten Schäden sind, wie der
Feind selbst zugibt, beträchtlich. Der Brand konnte erst nach vielen Stunden
eingedämmt werden.
Seite 252 „r LUGSPORT“ Nr. 16/1940, Bd. 32

Segelflug

Kroll-Preis für Segelilug wurde in Gegenwart des Chefs d. Stabes d. NS.-
Fliegerkorps, NSFK.-Obergrf. Sporleder, dem Schulführer der Segelflugschule
Rhinow, NSFK.-Sturmbf. Vergens, übergeben. Sturmbf. Vergens verteidigte den
‘wertvollen Preis, den er bereits in den beiden vergangenen Jahren gewonnen
und nunmehr endgültig in seinen Besitz gebracht hat, mit einem Segelflug, der
am 24. 5. 1939 von Rhinow über 522 km nach Tiefenried in Südbayern führte.
Vergens überbot mit diesem Flug, der auf einer „Minimoa“ durchgeführt wurde,
die seit dem Jahre 1935 bestehende deutsche Bestleistung von 504 km. Der
Kroll-Wanderpreis, der 1933 anläßlich der ersten in der Kroll-Oper stattfindenden
Reichstagssitzung gestiftet und von Generalfeldmarschall Göring dem Träger des
deutschen Segelflugsports zur Verfügung gestellt wurde, wird jeweils für den
besten aus dem Windenschlepp gestarteten Streckensegelflug des Jahres ver-
liehen. Die Stiftung hat zu einer stetigen Leistungssteigerung beigetragen, die
aus der nachstehenden Zusammenstellung der bisherigen Zuteilungen deutlich wird:
1934/35 NSFK.-Obersturmführer Ernst Philipp: Flug von Königswusterhausen nach

Landsberg (Warthe), 120 km, am 20. Mai 1934.

1935/36 Hans v. Miakich: Flug von Trebbin nach Abbenrode (Nordharz), 185 km.

am 27. Mai 1935.

1936/37 NSFK.-Sturmbannführer Erich Vergens: Flug von Trebbin nach Wuster-

hausen (Ostsee), 215 km, am 14. April 1936.

1937/38 NSFK.-Obersturmführer Günther Haase: Flug von Werder (Havel) nach

Thunow, Kr. Köslin, 287 km, am 24. Juli 1937.

1938/39 NSFK.-Sturmbannführer Erich Vergens: Flug von Rhinow nach Schwein-

berg (Schlesien), 338 km, am 14. Juli 1938.

1939/40 NSFK.-Sturmbannführer Erich Vergens: Flug von Rhinow nach Tiefenried

(Südbayern), 522 km, am 24. Mai 1939.

Aero 1.T.lI. G-2, Ganzmetall-Segelflugzeug, erbaut von USA.-Studenten.
Spannweite 14,6 m, Rüstgewicht 116 kg, Flügelfläche 15,8 m”. Klappen zur
Wölbungsveränderung.

11. Reichswettbewerb für Segelflugmodelle. Mit einer Ansprache an die Wett-
bewerbsteilnehmer eröffnete der Chef des Stabes im NSFK,, NSFK.-Ogrf. Spor-
leder den Reichswettbewerb für Segelflugmodelle auf der Wasserkuppe in der
Rhön. — NSFK.-Ogrf. Sporleder bei seiner Ansprache. (Vgl. Bericht „Flugsport”

Nr. 15/1940, S. 231.) NSFK (Riehme)

Nr. 16/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 253

Verleihung des Kroll-Wanderpreises für Segelflug. Bildmitte: Preisträger Stubaf.
Vergens. Nach links: Chef d. Stabes d. NSFK. Ogrf. Sporleder, Oberf. Kunz,
Stndtf. Gottbersen, Stuf. Röpke. Nach rechts: Pg. Leußing, Oberf. Kehrberg,

Ostubaf. Grambow. Bild NSFK (Riehme)

Japan. Segelilugzeug Mayeda 105, unter Verwendung von Bambus für Holme,
Rippen u.a. Teile gebaut. Spannweite 11,2 m, Leergewicht 90 kg.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.

Schriften der Deutschen Akademie der Luitiahrtiorschung. Verlag R. Olden-
bourg, München. Preise: Heft 11 RM —.50, Heft 13 RM 1.40, Heft 14 RM —.90.

Heft 11. Zur Sauerstoffbestimmung auf physikalischem Wege, v. Hermann
Rein. Vortrag v. d. 4. Wissenschaftssitzung d. ordtl. Mtgl. am 1. 6. 39. — Be-
handelt praktisch mögliche Meßverfahren über Luftkontrolle in Höhenkabinen.
Beim Atmungsprozeß kann durch praktische lineare Beziehungen zum Galvano-
meterausschlag der Grad der Sauerstoffverarmung bestimmt werden.

Heft 13. Biologische Probleme des Hochgeschwindigkeitsfluges, v. Siegfried
Ruff. Vortrag v. d. 2. Wissenschaftssitzung d. ordtl. Mtgl. am 28. 4. 39. —
Es wird ein Ueberblick gegeben über die Einwirkungen auf den menschlichen
Körper bei hohen Beschleunigungen und Zentrifugalbeschleunigungen, die bei
Katapultstart, Fallschirmentfaltungsstoß und Bruchlandung bei Hochgeschwindig-
keitsflugzeugen auftreten können. Interessant ist die Verschiedenartigkeit der
Einwirkung des Höhenunterschiedes auf den Insassen nach seiner Sitzstellung
(Sitz Körper nach hinten gebeugt, Körper nach vorn gebeugt, aufrechter Sitz)
bei Zentrifugalversuchen u. a. Es sind Möglichkeiten angedeutet, um hohe Be-
schleunigungen oder Störungen des Blutkreislaufes durch geeignete Sitzeinstel-
lung herabzudrücken. Bei liegender Stellung kann die Beschleunigungserträglich-
keit von 14—16 g bei mehreren Minuten Versuchsdauer heraufgesetzt werden.

Heft 14. Das Widerstandsproblem der Flugmotorenkühlung, v. Heinrich
Helmbold. Mitt. d. Deutsch. Akad. d. Luftfahrtf., vorg. am 17. 5. 39. — Bei Block-
kühlern oder Kühlrippen werden Wege angedeutet, den Widerstand ausgeführter
Kühlsysteme auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Behandelt sind frei angeströmte
Blockkühler und eingebaute Kühler. Der Kühlerwiderstand kann nur theoretisch
berechnet werden, wenn der räumliche Verlauf der Vermischung der austretenden
Kühlluft mit der Außenströmung bekannt ist.

Jungilieger Werntgen. Erlebnisse einer Fliegerfamilie aus den Anfangszeiten
der Fliegerei von Tony Werntgen. Verlag Enßlin & Laiblin, Reutlingen. Preis
RM —.20.

Tony Werntgen, Mutter des flugbegeisterten Sohnes Bruno, der mit 17 Jahren
das Pilotenzeugnis Nr. 40 erwarb, gründete 1911 den Flugplatz Bonn-Hangelar.
1913 stürzte Bruno Werntgen tödlich ab, ein begeistertes Fliegerleben ohne Ruhm
voll Pflicht und Leid aus den Anfängen der Fliegerei.

Benzinmotor-Flugmodell „Brummer“, von Wilhelm Haas. (Schäfers Bauplan-
reihe freifliegender Flugmodelle Nr. 14.) Verlag Moritz Schäfer, Leipzig. Preis
RM 1.80.

Schulterdecker in Holzbauweise mit Leinwand bespannt, demontierbar, auch
Motorbock abnehmbar. Motor „Kratmo 4°. Spannweite 3340 mm, Rumpiflänge
960 mm, Flügelinhalt 38 dm?, Flügelbelastung 25—26 g/dm?. Startlänge 4 m, Steig-
zeit auf 100 m 1 min.
Seite 254 „FLUGSPORT"

Nr. 16/1940, Bd. 32

Segelilugmodell „Reiher - W 391“ in Metallbauweise v. Helmut Wechler.
(Schäfers Bauplanreihe freifliegender Flugmodelle Nr. 15.) Verlag Moritz Schäfer,

Leipzig C 1. Preis RM 1.80.

Spannweite 1840 mm, Länge 1435 mm, größte Flügeltiefe 245 mm,. Zeichnung
im Maßstab 1:2,5, Einzelteile im Maßstab 1:1, mit Baubeschreibung.

Rekord-Wasserilugmodell „He 5“ v. Hermann Hebel. (Schäfers Bauplanreihe
freifliegender Flugmodelle Nr. 16.) Verlag Moritz Schäfer, Leipzig C 1. Preis

RM 1.50.

Rumpfmodell in Holzbauweise, Spannweite 1060 mm, Länge 840 mm, Flügel-
tiefe 128 mm. Zwei Schwimmer und ein Schwimmer unter dem Leitwerk. Flug-
gewicht 192 g. Erreichte Flugdauer bei 2 Flügen 10 min 5 sec und 15 min 42 sec.

Ausführliche Baubeschreibung.

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nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

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GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING.

Nr. 17 14. August 1940 XXXI. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 28. August 1940

Erd L1ugs 1gust 1940
Leichtflugzeugbau.

Der Leichtflugzeugbau wird sicher in Zukunft, um den Nach-
wuchs im Gestalten zu üben und in den Anfängen der Werksarbeit
zu schulen, weiter betrieben werden.

Bevor jedoch geeignete Konstruktionen von ein- und zweisitzi-
gen Leichtflugzeugen entwickelt werden, muß die Motorenfrage
gelöst sein. Die Nachfrage nach bestgeeigneten Leichtflugzeugkon-
struktionen von Selbstbauern ist sehr groß. Es hat jedoch keinen
Zweck, ein Flugzeug zu konstruieren, wenn nicht wirklich gute,
leichte, betriebssichere und billige Motoren zur Verfügung stehen.
In der Gesamtheit ist die Lösung der Leichtflugzeugfrage Zielsetzung
des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps.

Die Konstruktion von Leichtflugzeugen wäre mit Rücksicht auf
Schulung im Konstruieren von den Flugtechnischen Fachgruppen
auszuführen. Die hierzu notwendigen Berechnungen müßten, um die
Bedeutung einer ingenieurmäßigen Rechnung zu verstehen, auch
den Flugzeughandwerkern und Flugzeugselbstbauern zur Belehrung
zugänglich gemacht werden, damit diese selbst erkennen, daß mit
oberflächlichem Wissen es unmöglich ist, ein zeitgemäßes Flugzeug
zu gestalten.

Bei Leichtflugzeugüberlandflügen wird in Zukunft, schon mit
Rücksicht auf die Sicherheit anderer in der Luft befindlicher Flug-
zeuge, Blindflug und alles was dazugehört, verlangt werden müssen.
Die Flugzeuge müssen daher auch mit den nötigen Einrichtungen
ausgestattet sein.

FAG Hamburg, Zweisitzer.

Als erste Eigenkonstruktion brachte die Flugtechnische Arbeits-
gemeinschaft (angegliedert der Deutschen Versuchsanstalt für Luft-
fahrt, E.V.) an der Ingenieurschule der Hansestadt Hamburg ein
zweisitziges Leichtflugzeug heraus, das als Schulungs-, Uebungs-
und Reisemaschine geeignet ist. Die werkstattmäßige Ausführung
lag in Händen der Firma F. H. Schule G. m. b. H., Hamburg 26.

Erprobt wurde die Maschine in Hamburg. Besonderer Wert
wurde auf gute Flugeigenschaften geleert und nicht auf unbedingte
Höchstleistung in der Geschwindigkeit. Nach der Erprobung in
Hamburg ist folgendes hervorzuheben:

Diese Nummer enthält Reportsammlung Nr. 22 und Patentsammlung Nr. 31.
Seite 2506 „rLUGSPORT"“ Nr. 17/1940, Bd. 32

FAG-Hamburg Zweisitzer, Eigenkonstruktion mit Breuer-Sternmotor 43 PS.
Werkbild

Gute Start- und Landeeigenschaften

Abgestimmte Knüppelkräfte und Ruderwirkungen im Langsam-
und Schnellilug

Gute Stabilität bei festem und losem Ruder

Harmloses Verhalten im überzogenen Flugzustand

Günstige Lagerung des Motors; bei den gebräuchlichen Um-
drehungen sind in der Kabine nur leichte Schwingungen wahrzu-
nehmen. |

Diese guten Eigenschaften des Flugzeuges wurden bei den Vor-
führungen der Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften in Göttingen
und Adlershof besonders bestätigt.

Der freitragende, trapezförmige Tiefdeckerflügel besteht aus
einem Hauptholm mit Torsionsnase, einem Hilfsholm und Fachwerk-
rippen in Holzbauweise. V-Form 6° und Pfeil-Form 10°. Hinter dem
Hauptholm ist der Flügel stoffbespannt. Bequeme Kabine mit Dop-
pelsteuerung und hinter den Sitzen liegendem Gepäckraum. Abweri-
bare Haube. Im Bereich der Kabine besteht der Rumpf aus einem
mit Sperrholz verkleideten Stahlrohrgerüst, Rumpfende in Holz-
schalenbauweise. Der Rumpf ist vorne annähernd viereckig mit ge-
rundeten Ecken, und wird hinten fast Kreisrund.

Freitragendes Höhenleitwerk mit einteiligem Ruder und vom
Führersitz aus verstellbarer Trimmklappe. Antrieb der Ruder durch
Seile. Höhenflosse am Boden einstellbar. Flossen Holzgerippe, sperr-
holzbeplankt, Ruder Holzgerippe, stofibespannt.

Finbeinfahrwerk mit Faudi-Stoßdämpfern und Niederdruckbe-
reifung 420 X 150. Spurweite 1,50 m. Räder bremsbar.

Triebwerk: Breuer-Sternmotor 9-091 A1 von 43 PS bei 2400
U/min. Direkt angetriebene Holzluftschraube von 1,80 m ©. Der Ein-
bau eines Zündapp-Motors von 60 PS ist vorgesehen. Kraftstofibe-
hälter von 50 I Inhalt hinter dem Brandschott.

Spannweite 11 m, Länge 7,35 m, Höhe 1,90 m, Fläche 13,4 m?,

FAG-Hamburg Zweisitzer. Links Kabinenansicht: Abwerfbare Klapphaube, Doppel-
steuer und Sitzanordnung. Rechts: Rumpfschale in der Helling. wWerkbilder

Nr. 17/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 257

\

FAG-Hamburg Zweisitzer. Zusammenbau der Fläche in der Helling.

Leergewicht 320 kg, Fluggewicht 520 kg, Flächenbelastung 288

kg/m’, Leistungsbelastung 12,0 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit 160
km/h, Reisegeschwindigkeit 140 km/h, Landegeschwindiekeit 68
km/h, Startstrecke 90 m, Landestrecke 80 m. Steigzeit auf 1000 m
7 min, auf 2000 m 17 min, Dienstgipfelhöhe 3800 m. Reichweite
500 km, Kraftstofiverbrauch ca. 10 1/100 km. |

Mehrzwecke-Träger-Flugzeug Fieseler Fi 167.
. Fi 167° der Gerhard-Fieseler-Werke, Kassel, hauptsächlich für
Flugzeugträger entwickelt, kann ein Torpedo oder zwei Bomben
von je 500 kg und gleichzeitig unter jedem Flügel noch zwei kleinere
Bomben mitführen. Reichweite mit dieser Belastung 650 km, bei
Ausrüstung mit einem Zusatzkraftstoffbehälter an Stelle der Haupt-
last als Aufklärer.1300 km.

In zwei Ebenen verspannter, zweistieliger, dreiteiliger Doppel-
decker. Tragwerk Duralfachwerk mit zwei Holmen und dreiteiligen

Fieseler Mehrzweckeflugzeug Fi 167. \Werkbild

Fieseler Mehrzweckeflugzeug Fi 167. Rechts: Schattenriß.

Seite 258 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1940, Bd. 32

Rippen, teils metall-, teils stoffbedeckt. Außenflügel zur Platzeinspa-
rung auf Flugzeugträgerschiffen in wenigen Sekunden zurückklapp-
bar. Selbsttätiger Vorflügel, rechteckiger Flügelumriß mit abgerun-
deten Flügelecken. Unterflügel als Knickflügel ausgebildet mit als
Spaltklappen ausgebildeten hydraulischen Landeklappen. Querruder
und Landeklappen Metallbau mit Stoffbespannung. Im Oberflügel-
mittelstick Schlauchboot, in Unterflügelmittelteilen Auftriebsbeutel,
die bei einer Wasserung mit Kohlensäure aufgebläht werden.

Rumpf Schalenbauweise, ovaler Querschnitt, hinter dem Motor
Führer- und Beobachterraum. Zum Einsteigen für zweiköpfige Be-
satzung Fußrasten und Einsteigklappen. Beobachterstand durch
einen Spant vom Führersitz getrennt, mit Klappsitz. Ueberdacht sind
die Sitzräume durch eine nach hinten offene Plexiglashaube, die im
Falle eines Notausstieges vom Führer durch Handauslösung abge-
worfen werden kann.

Leitwerk, durchgehende Höhenflosse, Höhenruder mit Trimm-
klappen, Bügelkante innen und Außenausgleich. Seitenflosse gegen
Höhenflosse beiderseits durch Strebe abgefangen. Seitenruder mit
Hilfsruder. Höhen- und Seitenruder Metallgerippe mit Stofibespan-
nung. Selbsttätige Sturzflugsicherung gegen Ueberbeanspruchung
beim Sturzflug, welche die Landeklappen bei Ueberschreiten einer
gewissen Geschwindigkeit einfahren und bei Unterschreiten entspre-
chend wieder ausfahren läßt. Mit Hilfe der Höhenrudertrimmung
kann die Maschine für jede Beladung getrimmt werden.

Fahrwerk geteilt, verkleidet. Bei Notwasserung kann das Fahr-
cestell abgeworfen werden. Betätigung durch Druckknopf, wobei die
zur Befestigung am Tragwerk dienenden Springbolzen ausgestoßen
werden. Abgestrebter Stützbock in Schalenbauweise. KPZ-Ring-
federstrebe mit Oeldämpfung, Laufräder mit Oeldruckbremsen,
Parkbremse, Spornrad, ferner für Landung auf Deck in der Mitte
des Rumpfhinterteils Landehaken, der in das quer über das Schifis-
deck gespannte Landeseil einhakt und so die Landung abbremst.

Motor Daimler-Benz DB 601 B, 810 PS Dauerleistung, mit
VDM-Verstellschraube und Schwarz-Einsatzblättern, in zwei ge-
preßten Elektronträgern, abnehmbar, am Rumpf befestigt. Kühlstoff-
kühler verbleibt bei Motorwechsel im Rumpf. Hauptkraftstoffbehäl-

Nr. 17/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 259

Fieseler Mehrzweckeflugzeug Fi 167. Werkbild

ter 660 l im Rumpfvorderteil mit Schnelltankentleerung. Zusatzbe-
hälter 640 I an Stelle der Rumpfabwurfbewaffnung.
Dewalinung: 1 starres und 1 bewegliches MG im Beobachter-
stand. .

Spannweite 13,5 m, Länge 11,4 m, Höhe 4,8 m, Flügelstreckung
5,2 m, Flügelfläche 45,5 m?.

Focke-Wulf Fw 187 Zerstörer.

| Focke-Wulf Flugzeugbau, Bremen, hat mit dem Baumuster
Fw 187 einen schnellen, wendigen und kampfkräftigen Zerstörer her-
ausgebracht. Tiefdecker, freitragend, in Ganzmetalischalenbauweise.
. Flügel dreiteilig mit abnehmbaren Außenflügeln. Flügelmittel-
stück vierholmig, Flügelnase abklappbar, Außenflügel dreiholrmig.
Am Flügelmittelstück Spreizklappen, hydraulisch betätigt. An den
Außenflügeln unterteilte Querruder.
Rumpf ovaler Querschnitt in Ganzmetalischalenbauweise, vier
verschraubte Bauteile mit Glattblechbeplankung.

Focke-Wulf Zerstörer Fw 187. Werkbild

„FLUGSPORT" Nr. 17/1940, Bd. 32

Seite 260

Focke-Wulf Zerstörer Fw 187. Werkbild

Höhen- und Seitenleitwerk freitragend. Höhenflosse Schalen-
hauweise, blechbeplankt. Höhen-, Seiten- und Querruder Metallge-
rippe mit blechbeplankter Torsionsnase, das übrige stofifbespannt.
Ruder ausgeglichen, mit verstellbarer Trimmkante.

Fahrgestell nach hinten oben in die Motorgondeln einziehbar.
Fin- und Ausfahren mit Oeldruck bei gleichzeitiger Unterstützung
durch Kraftspeicher, im Notfall durch Eigengewicht und Kraftspei-
cher. Spornrad schwenk- und einziehbar. Eingezogen steht das Rad

etwas hervor. .
no wassergekühlte 12-Zylinder-V-Motoren mit hängenden
Zylindern. Dreiblatt-V erstelluftschraube.

Bewaffnung starre MG und Kanonen beiderseits in der Runıpf-
seitenwand, außerhalb des Schraubenkreises vorbeifeuernd. Im Be-
obachterstand ein bewegliches MG.

nn
Focke-Wulf Zerstörer Fw 187. Werkbild

Patronen-Gasanlasser für Flugmotoren.

Die British Thompson Comp. Ltd. hat einen Flugmotoranlasser heraus-
gebracht, der durch hochexplosive Gase, die eine Patrone liefert, in Tätigkeit
gesetzt wird. An Hand der Zeichnung gelangen die Gase unter Druck zur Ventil-
kammer 2, welche mit den Turbineneinlaß- und Auslaßkammern verbunden ist.
Die Ventile, welche starr auf einer Spindel sitzen, stehen in Anlaßstellung. Von
der Einlaßkammer expandieren die Gase durch die Düse 8, wobei sie durch

nr

Nr. 17/1940, Bd. 32

Engl. Patronen-Gasanlasser

für Flugmotoren.
Zeichnung Flugsport

die Schaufeln 9 des Turbinen-

laufrades nach dem Anlaß strö-

men. Das Drehmoment wird : d
über ein auf der Laufradwelle
sitzendes Zahnrad auf: die mit
dem Zahnrad 16 verkeilte Welle 16
17 übertragen und die mit der 9
Antriebskupplung 21 verbunden

„r LUGSPORT“ Seite 261:

ist. Die Verbindung erfolgt —.PT7
durch Klauen, die in die Klauen =

an der angetriebenen Kupp- I —
lungshälfte “ eingreifen, welche 2
mit der Motorwelle verkeilt

...©.

ist. Ein rund ‘um die Kupp-

‚ lung_gelegtes Solenoid 30 greift 43 d 6\el 30

in die Hälften ein und ist in den
Stromkreis der Glühkerzen zum
Entzünden der Patronen ein- 4

geschaltet. Um ein Ueberdrehen des Turbinenlaufrades für den Fall zu vermeiden,
daß der Motor zündet bevor die Energie der Patrone ihre Energie voll her-
gegeben hat, wird durch die Kupplungshälfte 21 eine Klaue eingeschaltet. Ein
Abzug 36, der sich durch eine Plattfeder gegen Teil 21 stützt, greift am Ende
des Hebels 41 an, wobei die Feder 43 die Scheibe 44 gegen das untere Ende
des Hebels 41 drückt. Die Scheibe ist auf der Ventilspindel aufgeschraubt, so
daß die Stellung der Ventile genau eingestellt werden kann. Wird der Solenoid 21
eingerückt, so wird der Auslöser 36 durch die Feder zurückgezogen. Wenn der
Motor zündet und die Kupplungshälfte 21 ausgeschaltet wird, wird der Aus-
löser 35 ausgeschaltet und gibt den Hebel 41 frei, wobei die Feder 43 alsdann
das Einlaßventil schließt und das Auslaßventil öffnet, so daß die von der

FIUG FAN
SW

74 '@) >

Inland.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der
Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, am 2. 8. an Ltn. v. Schwerin und Oberfeldw.
Renz; am 3. 8. an Oberst v. Hippel, Kmdr. ein. Flak-Rgt.; Oberst Hintz, Kmdr.
ein. Flak-Rgt.; Obstltn. Loebel, Kommod. ein. Kampfgeschw.; Mai. Galland,
Kindr. ein. Jagdgr.; Obltn. Krauß i. ein. Aufklärungsgr.

Am 29.7. an Oberst Schumacher, Kommod. ein. Geschw.; Mai. Hagen, Kmdr.
ein. Stuka-Gr.; Hptm. Sigel, Kmdr. ein. Stuka-Gr.; Hptm. Frhr. v. Dalwigk, Kındr.
ein. Stuka-Gr.; Hptm. Ennccerus, Kmdr. ein. Stuka-Gr.; Hptm. Hitschhold, Kındr.
ein. Stuka-Gr.; Hptm. Lindmayr, Staffelkpt. i. ein. Jagdgeschw.; Hptm. Thiem,
Staffelkpt. i. ein. Schlachtgr.; Obltn. Frhr. Grote, Staffelkpt. i. ein. Schlachtgr.;
Obltn. Peitsmeyer, Staffelkpt. i. ein. Schlachtgr.; Obltn. Götze, Batteriechef i.
ein. Flakregt.

Nutzung der Flugplätze, insbesondere der Rollfelder der Luftwaffe, selbst
wenn auch nicht alle Ländereien aus technischen Gründen landwirtschaftlich
ausgenutzt werden konnten, ergab einen Ertrag von 60% der früheren Leistung.
Durch Nutzung von toten Ecken und Rändern des Rollfeldes erntete (nach der
„RDT‘“) die Luftwaffe im Jahre 1939 auf ihren Flugplätzen 121000 dz Kartoffeln,
77000 dz Getreide, 3800 dz Hanf, 3440 dz Flachs und 1900 dz Grassamen. Außer-
dem wurde Zucht-Fasernessel gebaut und in geringem Umfang auch Obst und
Gemüse zur unmittelbaren Verpflegung der Truppen.

Seite 262 „FLUGSPORT" Nr. 17/1940, Bd. 32

Heinkel-Nachtiäger He 113.

Messeurlaub (Leipzig 25.—29. 8.) für die Luftwaffe gemäß Regelung d. Reichs-
ministers f. Luftfahrt u. Oberbefehlshabers d. Luftwaffe, soweit nicht dienstliche
Gründe entgegenstehen, für Angehörige der ausstellenden Industriefirmen und
Spezialeinkäufer des Groß- und Einzelhandels sowie Geschäftsinhaber möglich.

Fluglinie Berlin—Stuttgart— Barcelona 7. 8. eröffnet.

Ritterkreuz wird, nach Anweisung des OKW., über dem Pour le Merite und
sonstigen Halsorden getragen.

Ausland.

Santoro, ital. Divisionsgeneral, zum Luft-Geschwadergeneral ernannt.

Ital. Luftwaffe, Verluste bis zum 30. 6. betrugen: Gefallen oder vermißt 75,
verwundet 103.

Spanische Fliegerabordnung besuchte Mailand im Juli.

F. A. I, Bukarest, unter Leitung der Fürstin Bibesco, zentrale Nachrichten-
stelle für gefangene und gefallene Flieger (Boulevard Lascar Catargui 8), ein-
gerichtet.

USA-Flugzeugindustrie-Produktionskapazität soll nach Mitteilung des amerik.
Unterstaatssekretärs im Jahre 1939 5850 Flugzeuge betragen haben. Man rechnet
für das Jahr 1940 mit einer Steigerung auf 14000, 1941 auf 25000 Flugzeuge,
Verkehrs- und Sportflugzeuge inbegriffen. Nach Angaben der USA-Luftwaffe soll
die Produktion an Militärflugzeugen im Jahre 1939 2141 Flugzeuge betragen haben.

Canad. Associated Aircraft
Ltd., Ottawa, welche Ende April
den Bau englischer Flugzeugbau-
muster aufgenommen hatte, hat die
Fabrikation, nachdem die notwen-
digen Zubehörteile ausgeblieben
sind, eingestellt und sich für den
Bau von USA-Flugzeugen um-
gestellt.

USA North American NA-3
Militär - Schulfluezeuge wurden

1600 Stück zur Schulung in Ka-
nada bestellt. USA North American NA-35.

Luftwaffe.

Berlin, 26. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff britische
Flugplätze in Mittelengland und die Funkanlagen von Dover an. — Unsere
Kampf- und Sturzkampfflugzeuge haben, wie bereits bekanntgegeben, trotz
schlechter Wetterlage einen bedeutenden Erfolg im englischen Kanal erzielt. —
Aus einem durch See- und Luftstreitkräfte stark gesicherten Geleitzug von
23 Schiffen konnten elf Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von 43000 BRT.
versenkt werden, drei weitere Handelsschiffe mit zusammen 12000 BRT. wurden
in Brand geworfen oder so schwer beschädigt, daß mit ihrem Totalverlust

Nr. 17/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 263

zu rechnen ist. Außerdem gelang es, einen Zerstörer in Brand zu werfen und
einen anderen schwer zu_beschädigen. Südlich der Insel Wight wurde ferner
ein Handelsschiff von 8000 BRT. versenkt, so daß an einem Tage allein durch
Angriffe der Luftwaffe ein Gesamtverlust für den Feind von 63000 BRT. an-
genommen werden kann. Bei diesen Angriffen auf den englischen Schiffsverkehr
kam es verschiedentlich zu heftigen Luftkämpfen. Im Kanal griff ein zahlen-
mäßig überlegener britischer Jagdverband unsere Flugzeuge an und verlor
dabei acht Flugzeuge vom Muster Spitfire sowie eine Hurricane, während nur
zwei deutsche Flugzeuge dabei abgeschossen wurden. — Die britische Luftwaffe
setzte auch in der Nacht zum 26. 7. ihre Einflüge in Nord-, West- und Mittel-
deutschland fort. Militärischer Schaden wurde nicht angerichtet. Auch der Sach-
schaden an nichtmilitärischen Objekten ist unbedeutend. Im Laufe der Nacht
wurden vier feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie, eines durch Nachtiäger
abgeschossen. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 23 Flugzeuge,
von denen 19 im Luftkampf, der Rest durch Flak abgeschossen wurde. Neun
deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 27. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz weiterer Verschlech-
terung der Wetterlage klärte die Luftwaffe bis zu den Shetland-Inseln und über
der gesamten Ostküste von Schottland und England auf. — Unsere Kampfflug-
zeuge griffen die Hafenanlagen von Cardiff, Aberthow und Hastings an. Zahl-
reiche Brände wurden beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen den
Eisenbahnknotenpunkt Tunbridge Wells und die großen Erdöllager von Thames-
haven. — Britische Flugzeuge unternahmen in der Nacht zum 27. 7. Einflüge
nach West- und Südwestdeutschland. Die wenigen abgeworfenen Bomben rich-
teten keinen Schaden an. Ein britisches Flugzeug wurde im Luftkampf, eines
durch Flak abgeschossen. — Ein eigenes Flugzeug ging im Luftkampf über dem
Kanal verloren, ein weiteres wird vermißt.

Berlin, 28. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz Fortdauer der schlech-
ten Wetterlage gelang es der Luftwaffe, im Kanal und an der Ostküste Englands
einen Hilfskreuzer von 7000 BRT., zwei Zerstörer und ein Handelsschiff von
5000 BRT. zu versenken. Ein weiterer Zerstörer und zwei Handelsschiffe wurden
durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust zu rechnen
ist. Ferner wurden die Hafenanlagen von Swansea und mehrere Flugplätze in
Cornwall mit Bomben belegt. — Bei den nächtlichen Einflügen britischer Flug-
zeuge in Norddeutschland wurden nur wenige Bomben abgeworfen. Sie richteten
keinen Schaden an. — Fünf britische Flugzeuge wurden über dem Kanal abge-
schossen, zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Ein mit dem Roten Kreuz
gekennzeichnetes unbewaffnetes Seenot-Flugzeug ist bei dem Versuch, eine über
See abgestürzte Flugzeugbesatzung zu retten, von den Engländern abgeschossen
worden.

Berlin, 29. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Laufe der bewaffneten
Luftaufklärung kam es am 28. 7. über dem Kanal an mehreren Stellen zu Luft-
kämpfen. — Sechs feindliche Flugzeuge und ein eigenes wurden dabei abge-
schossen. — In der Nacht zum 29. 7. warfen britische Flugzeuge in Nord- und
Westdeutschland nur wenige Bomben, ohne Schaden anzurichten. Nur in Ham-
burg fiel eine Bombe in ein Wohnviertel. Durch Eingreifen der Luftschutzorga-
nisation konnte jedoch größerer Schaden verhindert werden. Beim Einflug nach
Holland wurden zwei feindliche Flugzeuge durch Jäger und eines durch Flak,
in Nordfrankreich und Norddeutschland je ein Flugzeug durch Flak abgeschossen,
so daß die Gesamtverluste des Gegners gestern elf Flugzeuge betrugen. Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 30. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Sturzkampfver-
bände griffen den Hafen von Dover an. Vier dort liegende Schiffe mit einem
Gesamtinhalt von 32000 BRT. wurden so schwer getroffen, daß mit ihrem Ver-
lust zu rechnen ist. — Bei diesen Angriffen kam es zu heftigen Luftkämpfen
mit feindlichen Jagdverbänden, in deren Verlauf zwölf britische Flugzeuge vom
Muster Spitfire und drei vom Muster Hurricane sowie drei eigene abgeschossen
wurden. — Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Kanal und an der englischen
Ostküste gelang es ferner, einen Kreuzer von etwa 10000 t und ein Handelsschiff
von 1000 BRT. zu versenken, ein weiteres Handelsschiff schwer zu beschädigen. —
Britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 30. 7. in Nord- und Westdeutsch-
land ein. Mit ihren Bomben tıafen sie ausschließlich nichtmilitärische Ziele. So
wurden in Düsseldorf fünf Häuser stark beschädigt. Entstandene Dachbrände
Seite 264 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1940, Bd. 32

konnten durch Einsatz des Luftschutzes rasch gelöscht werden. Bei Offenbach
am Main wurden zwei Wohnhäuser schwer, zwei andere leicht beschädigt.

Berlin, 31. 7. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Schlechtwetterlage er-
zwang eine Einschränkung der Tätigkeit unserer Luftwaffe. Trotzdem wurden
neben Aufklärungsflügen an der Ost- und Südküste Englands die Flugzeugfabrik
in Filton sowie die Hafenanlagen von Swansea und Plymouth in der Nacht
zum 31. 7. mit Bomben angegriffen. — In der Nacht zum 31. 7. flogen nur wenige
britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Durch die Bombenabwürfe wurde
Sach- oder Personenschaden nicht angerichtet. Zwei einfliegende Flugzeuge wur-
den durch unsere Jäger abgeschossen. — Wie nachträglich bekannt wird, sind
am 29, 7. insgesamt 21 britische Flugzeuge abgeschossen worden.

Berlin, 1. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Durch die Wetterlage war
die Tätigkeit der Luftwaffe auch am 31. 7. stark beeinträchtigt. Bei der bewaff-
neten Aufklärung im Kanal und im Seegebiet westlich der Scilly-Inseln wurden
einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit Bomben angegriffen.
Mit schwächeren Kräften durchgeführte Nachtangriffe richteten sich gegen
Schiffsziele und Anlagen in südenglischen Häfen sowie gegen feindliche Schein-
werferstellungen. Explosionen und Brände wurden beobachtet. — In den Abend-
stunden kam es in der Höhe von Dover zu Luftkämpfen zwischen britischen
Spitfire-Jagdflugzeugen und deutschen Messerschmitt-Jägern. Ohne eigene Ver-
luste gelang es hierbei, fünf britische Jagdflugzeuge und zwei Sperrballone
abzuschießen. — Beim Einfliegen einzelner britischer Bombenflugzeuge im Laufe
des Tages in norwegisches, dänisches und holländisches Gebiet wurden drei
weitere feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Die von feindlichen Flugzeugen
in der Nacht zum 1. 8. in Nord- und Westdeutschland abgeworfenen Bomben
richteten nur geringen Schaden an. Ein in größerer Höhe über den Wolken
fliegendes feindliches Flugzeug warf eine Anzahl von Bomben in das Stadtinnere
von Hannover, weitab von jeder militärischen Anlage. Hierbei wurden mehrere
Häuser schwer beschädigt, einige Personen getötet und verletzt. — Die Gesamt-
verluste des Feindes betrugen gestern acht Flugzeuge, zwei eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 2. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfverbände
griffen am 1. 8. einzelne kleinere Geleitzüge sowie mehrere einzeln fahrende
bewaffnete feindliche Handelsschiffe vor der Humber-Mündung, im St. Georgs-
kanal und vor Yarmouth mit Bomben an. Hierbei wurde ein Handelsschiff ver-
senkt sowie zwei weitere Handelsschiffe, ein Tanker und ein Minensuchboot
durch Treffer schwer beschädigt. Ein weiterer besonders wirkungsvoller Angriff
wurde auf eine Flugzeugfabrik in Norwich durchgeführt. Die aus niedriger Höhe
geworfenen Bomben schweren Kalibers lagen in den Werkanlagen und riefen
starke Brände und mehrere Explosionen hervor. — Ein Flugzeug hat am 31. 7.
in norwegischen Gewässern ein feindliches U-Boot vernichtet. — Im Laufe des
gestrigen Nachmittags versuchten acht britische Bombenflugzeuge des Musters
Bristol-Blenheim einen Angriff auf den Flugplatz Querqueville bei: Cherbourg.
Durch rechtzeitig einsetzende Jagd- und Flakabwehr gelang es, alle acht Flug-
zeuge abzuschießen, und zwar drei durch Messerschmitt-Jagdflugzeuge, fünf
durch Flakartillerie. Eigene Verluste sind hierbei nicht eingetreten. Bei einem
versuchten Angriff auf holländisches Gebiet wurden zwei weitere Bristol-
Blenheim-Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. — In der Nacht zum 2. 8.
flogen wiederum britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Die abge-
worfenen Bomben richteten keinen militärischen, jedoch zum Teil beträchtlichen
Häuserschaden in der Umgebung von Köln an und töteten und verletzten einige
Zivilpersonen. — Die feindlichen Flugzeugverluste am 1. 8. betrugen insgesamt
10 Flugzeuge; ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 3. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: An der Ostküste Englands
vor Harwich und der Themsemündung sowie vor den Hebriden wurden am
2. 8. mehrere bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit Bomben belegt. Drei der
angeeriffenen Schiffe mit zusammen 16000 BRT. wurden versenkt. In der Nacht
zum 3. 8. wurden einzelne Angriffe auf Tanklager und Flakstellungen in England
durchgeführt. Im Tanklager Thameshaven wurden hierbei ausgedehnte Brände
beobachtet. — Einige am Tage in Holland und Nordfrankreich eingeflogene
feindliche Flugzeuge stießen überall auf wirksame Jagd- und Flakabwehr, so
daß sie ihre Bomben ungezielt ins Gelände warfen. Bei Luftkämpfen über der
Iissel-See und im Seegebiet von limuiden gelang es, zwei Bristol-Blenheim-

Nr. 17/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 265

Flugzeuge, bei Le Havre ein weiteres Flugzeug des gleichen Musters durch
Flakartillerie abzuschießen. — Nach Nord- und Westdeutschland in der Nacht
zum 3. 8. eingeflogene britische Flugzeuge warfen ihre Bomben wiederum nur
auf nichtmilitärische Ziele ab. Sie zerstörten Wohnhäuser und töteten und ver-
letzten Zivilpersonen. In Ehra, Kreis Gifhorn, in dessen weiterer Umgebung
keinerlei militärische Ziele liegen, ist ein bäuerliches Anwesen durch eine Anzahl
Sprengbomben zerstört worden. Die vierköpfige Bauernfamilie, darunter zwei
Kinder im Alter von eins bis zwei Jahren, wurde getötet, zwei weitere Per-
sonen schwer verletzt.

Berlin, 4. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte am
3. 8. über dem Seegebiet zwischen dem Kanal und den Hebriden auf. In der
Nacht zum 4. 8. belegten unsere Kampfflugzeuge den Oelhafen von Stanlow bei
Liverpool mit Bomben. Zahlreiche Brände wurden hierdurch verursacht. Ferner
wurden Flakstellungen bei Canday Island und Swansea angegriffen. — Britische
Flugzeuge flogen während der Nacht zum 4. 8. in Nord- und Westdeutschland
ein. Trotzdem sie mehr Bomben als in den letzten Nächten warfen, war der —
ausschließlich an nichtmilitärischen Zielen — angerichtete Schaden noch geringer
als bisher.

Berlin, 5. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte am 4. 8.
über England, Schottland und dem vorgelagerten Seegebiet auf. Hierbei wurde
ein Handelsschiff am Ausgang des St. Georg-Kanals, etwa 100 km südwestlich
Pembrokes, versenkt. — In der Nacht zum 5. 8. griffen unsere Kampfflugzeuge
die Schiffswerft Sheerneß, die Tanklager und Flakstellungen bei North-Killing-
holm sowie Flakstellungen bei Thameshaven an. — Einige britische Flugzeuge
flogen in der Nacht in Westdeutschland ein und warfen einige Bomben. Neben
geringfügisem Gebäudeschaden wurde ein Bauerngehöft im Kreise Borken in
Brand gesetzt. Eine Zivilperson kam ums Leben.

Berlin, 6. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 5. 8. kam es über dem
Kanal wiederholt zu Luftkämpfen. Hierbei schoß ein deutsches Aufklärungsflug-
zeug zwei britische Jagdflugzeuge neuester Bauart ab. Sechs weitere feindliche
Jäger wurden im Kampf mit unseren Jägern zum Absturz gebracht. In der Nacht
zum 6. 8. griffen deutsche Flugzeuge verschiedene englische Häfen an. —
Britische Flugzeuge flogen in der Nacht in Nordwestdeutschland ein und warfen
Bomben ab. Der angerichtete Sachschaden ist gering; Menschenleben sind nicht
zu beklagen. — Der Feind hat seit Kriegsbeginn an eigenem oder ihm nutz-
baren Handelsschiffsraum verloren: durch Kampfhandlungen der Kriegsmarine
3725547 BRT., durch Kampfhandlungen der Luftwaffe 1261 313 BRT., insgesamt
4 986 860 BRT. — Außerdem sind durch die Luftwaffe seit Kriegsbeginn Handels-
schiffe mit einem Gesamtinhalt von etwa 1,5 Millionen BRT. beschädigt worden.

Berlin, 7. 8. 40. (DNB.) Oberk. d.-Wehrmacht: Unsere Kampfflugzeuge griffen
Flugplätze bei Tynemouth und St. Athan sowie die Flugzeugwerke von Vickers-
Armstrong in Chester und Anlagen der Rüstungsindustrie in Swansea mit Bom-
ben an. — Britische Flugzeuge, die in der Nacht zum 7. 8. in Holland und West-

Deutsche Kampfflugzeuge über den Kanal-Inseln. Zur englischen Inselgruppe im
Kanal, in der Nähe der französischen Küste, gehören mehrere fast unbewohnte
Inseln. Die beiden größten von ihnen, Guernsey und Jersey, wurden bekanntlich

von deutschen Truppen besetzt. Bild PK.-Dietrich (Weltbild)
Seite 266 „FLUGSPORT" Nr. 17/1940, Bd. 32

deutschland in geringer Zahl einflogen, warfen an verschiedenen Stellen Bomben,
ohne nennenswerten Schaden anzurichten.

Berlin, 8. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Flugzeuge legten in
der Nacht zum 8. 8. vor mehreren englischen Häfen Minen aus und griffen ver-
schiedene Rüstungswerke sowie Flak- und Scheinwerferstellungen an. So wurden
in Leyland Motorenwerke, bei Chester die Motorenwerke von Vickers-Armstrong,
bei Yeovil Flugzeugwerke, bei Plymouth Industrieanlagen, ferner Flak- und
Scheinwerferstellungen bei Manchester, Cardiff, Dorchester und Plymouth mit
Bomben belegt. — Der Feind flog in der Nacht zum 8. 8, mit einigen Flugzeugen
in Nord- und Westdeutschland ein und warf Bomben, ohne wesentlichen Schaden
anzurichten. In einem Essener Vorort sowie in Datteln wurden Wohnhäuser be-
schädigt. Die entstandenen Brände konnten durch Einsatz des Luftschutzes schnell
gelöscht werden. Eine Scheune brannte nieder. Zwei feindliche Flugzeuge wurden
abgeschossen.

Italien.

Rom, 27. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Flottenstützpunkt
von Malta ist im Laufe der Nacht heftig bombardiert worden. Außer dem bereits
gestern in Nordafrika als abgeschossen gemeldeten Gloster-Flugzeug ist ein
zweites Flugzeug des gleichen Typs ebenfalls vernichtet worden. — Von den
anderen Fronten ist nichts Wesentliches zu berichten.

Rom, 28. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Flottenstützpunkt
von Alexandria ist bombardiert worden. — Unsere Luftgeschwader haben
gestern im östlichen Mittelmeer auf große Einheiten der englischen Flotte wieder-
holte und außerordentlich wirkungsvolle Bombenangriffe ausgeführt.

Rom, 29. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Jenseits der Cyrenaika-
Grenze haben unsere Fliegerformationen feindliche Panzerwagenabteilungen unter
Maschinengewehrfeuer genommen und mit Sprengkörpern angegriffen, wobei
zahlreiche Panzerwagen schwer getroffen wurden. — Zwei feindliche Flugzeuge
vom Bristol-Blenheim-Typ wurden im Luftkampf abgeschossen. Zwei eigene Flug-
zeuge sind’ nicht zurückgekehrt.

Rom, 30. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der vergangenen
Nacht haben zahlreiche Formationen unserer Luftwaffe wiederholt einen feind-
lichen Geleitzug im östlichen Mittelmeer, der von Kriegsschiffen, darunter ein
Flugzeugträger, begleitet war, mit Bomben belegt. Verschiedene Einheiten sind
schwer getroffen worden. Ein Schiff wurde in Brand gesteckt. — Im Verlaufe
eines Lufitkampfes zwischen unseren Bombern und feindlichen Jägern, die von
dem Flugzeugträger aufgestiegen waren, ist ein feindliches Flugzeug abge-
schossen worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Der
Hafen von Aden ist wirksam mit Bomben belegt worden, ein Schiff hat einen
Volltreffer erhalten.

Rom, 31. 7. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flieger in
Ostafrika haben den Hafen von Aden erneut bombardiert und dabei Volltreffer
auf zwei Schiffe und ein großes Brennstoffdepot erzielt. — Alle unsere Flug-
zeuge sind zurückgekehrt. -— Während eines vom Feind versuchten Angriffes
auf Assab ist ein Blenheim-Bomber von unserer Luftabwehr abgeschossen
worden.

Rom, 1. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Es ist festgestellt
worden, daß während der Luftaktion vom 28. 7. gegen feindliche Einheiten im
östlichen Mittelmeer ein englischer Zerstörer versenkt worden ist. — Während
eines Aufklärungsfluges über Malta hat eine unserer Jagdstaffeln eine feind-
liche Staffel angegriffen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, Eines
unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Ostafrika haben wir wirksame
Luftaktionen auf Wajir, wo ein Kraftwagenlager erfolgreich im Tiefflug be-
schossen wurde, sowie auf dem Flughafen von Buna unternommen, wo drei
Flugzeuge am Boden getroffen und schwer beschädigt wurden. Der Feind hat
Cassala bombardiert, wobei nur leichte Schäden verursacht wurden.

Rom, 2. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Ein feindliches Flotten-
geschwader, das von Gibraltar kam und aus zwei Schlachtschiffen, zwei Flug-
zeugträgern und kleineren Einheiten bestand, ist von unseren Fliegerverbänden
südlich der Insel Formentera (Balearen) erreicht und trotz starker Flakabwehr
heftig mit Bomben belegt worden. Mit Sicherheit wurden einige Einheiten,
darunter ein Schlachtschiff, auf dem ein deutlich erkennbarer Brand entstand,
mit Bomben schweren Kalibers zetroffen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht
zurückgekehrt. — In Ostafrika hat unsere Luftwaffe Batanä (Sudan) bombardiert

Nr. 17/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 267

Ital. Bombenstaffel in Nordafrika im Angriff. Archiv Flugsport

und im Gebiet von Cassala eine Panzerwagenabteilung im Tiefangriff beschossen,
wobei acht Wagen zerstört und die fliehenden Mannschaften unter Maschinen-
sewehrfeuer genommen wurden. — Die feindliche Luftwaffe hat Diredaua ohne
irgendwelchen Erfolg bombardiert. Ferner wurden in Giavelle, Asmara und
Massaua Bomben abgeworfen, die an einem leeren Flugzeugschuppen einige
Schäden verursacht haben. Ein italienischer und ein eingeborener Soldat wurden
getötet und einige verwundet. Zwei feindliche Flugzeuge sind von unseren
Jägern abgeschossen worden.

Rom, 3. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Aus sicheren Fest-
stellungen ergibt sich, daß der durch unsere kürzliche Bombardierung hervor-
gerufene Brand in Haifa noch nach drei Tagen andauerte. — Im Sudan hat unsere
Luftwaffe die Eisenbahnanlage von Port Sudan bombardiert, wobei ein Lager in
Brand geriet, sowie den Flughafen von Gebeit, wo schwerer Schaden angerichtet
und etwa zehn Flugzeuge am Boden getroffen wurden. In Kenia wurden in der
Nähe von Buna Truppen- und Kraftwagenansammlungen mit Bomben und Ma-
schinengewehrfeuer belegt. — In Nordafrika haben feindliche Flieger Bardia
überflogen, ohne Materialschaden anzurichten. Es gab einige Verluste unter den
Truppen. — Während eines feindlichen Einfluges über den Lufthafen von Cagliari,

GE

Ital. Bombenangriff auf Marsa Matruk. Archiv Flugsport
Seite 268 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1940, Bd. 32

der nur ganz leichten Materialschaden, einen Toten und drei Verletzte zur Folge
hatten, wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Die Besatzung des einen
Flugzeuges wurde gefangengenommen.

Rom, 4. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere ostafrikanischen
Luftgeschwader haben im Sudan Erkowit und die Flughäfen von Summit und
Haiya bombardiert, wodurch eine große Flugzeughalle in Brand geriet. Außer-
dem wurde der Eisenbahnknotenpunkt Haiya getroffen. — In Kenia wurde ein
Autopark südlich Wajir bombardiert. In Englisch-Somali ist der Hafen von Zeila
wirkungsvoll bombardiert worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurück-
gekehrt. — Ein feindlicher Luftangriff auf den Hafen von Derna in Nordafrika
hat nur ganz geringen Schaden angerichtet.

Rom, 5. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika hat eine
unserer Kampf- und Jagdstaffeln einen heftigen Kampf gegen eine zahlreiche
feindliche Formation aufgenommen, die versuchte, unsere an der Cyrenaika-
grenze in Bewegung befindlichen libyschen Truppen zu bombardieren. Bei dem
unsererseits außerordentlich heftig geführten Kampf wurden zehn feindliche
Flugzeuge, darunter sieben Gloster und drei Blenheim, abgeschossen. Außerdem
wurde etwa ein Dutzend feindlicher Kraftwagen getroffen und in Brand ge-
steckt. Ein weiteres englisches Jagdflugzeug ist von unseren Bombern abee-
schossen worden, die in der Nähe von Marsa Matruk eine wirkungsvolle Bom-
bardierung durchgeführt haben. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. — Einer unserer Luftwaffenverbände hat den Hafen von Berbera
bombardiert und dabei einen Volltreffer auf ein Schiff erzielt. Ein feindlicher
Luftangriff auf Massaua hat nur leichte Schäden im Hafen verursacht und vier
Tote und etwa dreißig Verwundete, darunter elf Askaris, gefordert. Zwei feind-
liche Flugzeuge wurden abgeschossen, ein drittes ist wahrscheinlich abgeschossen
worden. — In Cassala wurde ein feindliches Flugzeug von der Flak abgeschossen.

Rom, 6. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Verlauf einer be-
waffneten Aufklärung im Luftraum von Malta haben unsere Jagdflieger feind-
liche Jagdflugzeuge gestellt und ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Alle
unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ostafrika ist eines unserer Auf-
klärungsflugzeuge nicht zurückgekehrt.

Rom, 7. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftstreitkräfte
haben zum dritten Male das Oelzentrum von Haifa bombardiert. Dabei wurden
weitere Brennstoffbehälter in Brand geworfen und die Hafenanlagen getroffen.
Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Nachrichten aus zuverlässiger
Quelle zufolge, hat der beim ersten Angriff auf Haifa verursachte Brand mehrere
Tage gedauert. Bei der zweiten Bombardierung wurde die Shell-Raffinerie zer-
stört. — In Nordafrika sind feindliche Zeltlager südlich von Sollum sowie die
Eisenbahnlinie Alexandria—Marsa Matruk mit Bomben belegt worden. Ein vier-
motoriges englisches Flugzeug vom Sunderlandtyp wurde von unseren Jagd-
fliegern bei Tobruk abgeschossen; die aus acht Mann, darunter drei Offiziere,
bestehende Besatzung wurde gefangengenommen. — In Ostafrika wurden die
Flug- und Seestützpunkte von Aden und Derborn wirksam bombardiert. Ein feind-
liches Flugzeug wurde abgeschossen.

Rom, 8. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Ostafrika haben un-
sere Bombenformationen den Flugplatz von Wajir angegriffen, drei Flugzeuge am
Boden zerstört und schweren Schaden und Brände an den Flugplatzanlagen ver-
ursacht. Ein feindliches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen. Feind-
liche Luftangriffe auf Diredaua und Massaua haben unbedeutenden Schaden an-
gerichtet. — Im östlichen Mittelmeer ist ein von Kriegsschiffen begleiteter feind-
licher Geleitzug von fünf Dampfern von unserer Luftwaffe mit Bomben belegt
werden. Zwei Dampfer sind getroffen und ernsthaft beschädigt worden.

Segelflug

Segel-Flugschule Albatros.
Von Wolf Hirth.

Als ich mich dieser Tage an die schöne Woche in Elmira (USA) im
Juni 1939 erinnerte, fiel mir auch die Erzählung eines amerikanischen Segelflieger-
Kameraden ein, der einige Zeit auf einer kleinen Insel, ich glaube 'es' war das
„Wake Island‘ im Stillen Ozean, zugebracht hatte.

Nr. 17/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 269

Dort, auf dieser Stecknadelspitze mitten in der enormen Wasserwüste,
treffen sich Albatrosse zur Paarungszeit, Vögel, die das Jahr über auf einem
Gebiet von Tausenden von Kilometern umherstreiften.

Wie sie das winzige Inselchen finden, ist auch eines der ungelösten Natur-
seheimnisse, das dem Flugfachmann noch viel größer zu sein scheint, als dem
reinen Festlandmenschen, vollends dann, wenn der Flieger schon einmal versucht
hat, ohne Funkgerät und andere Instrumente als den Kompaß, eine Insel im
Ozean anzusteuern.

Das mühelose Fliegen selbst dagegen, das den Albatros so berühmt ge-
macht hat, ist heute kein Geheimnis mehr. Prof. Idrac hat uns durch seine
eenauen Beobachtungen und Vermessungen aufgeklärt. Trotzdem dürfen wir
ruhig darüber staunen, daß es Vögel gibt, die bei 3% m Spannweite und einem
Gewicht von 6-7 kg 4000 km weit einem Schiff gefolgt sind oder die 10000 km
von ihrem Geburtsort, an dem sie beringt worden sind, erlegt wurden.

Noch weitere Eigentümlichkeiten haben die Albatrosse, die freilich mit dem
Fliegen nichts zu tun haben. Der amerikanische Forscher William Beebe be-
schreibt sehr ausführlich einen Albatrostanz, der „fast menschlich“ wirke und
der oft, nicht nur bei der Balz, vorgeführt werde.

Doch nun zum Bericht von Mister P., der zu den Dünen und dem flachen
Sandstrand hinausgewandert war, um dort mit den erstaunten Augen des Segel-
fliegers folgendes wahrzunehmen:

„Die Albatrosse, die das Jahr über oder vielleicht gar jahrelang nur Wasser
als Flugplatz kannten, kamen bei leichtem Seewind auf den Sandstrand zu und
versuchten eine Bauchlandung, ohne ihre Beine vorzustrecken. Sie berührten den
Boden mit ziemlich viel Fahrt und fabrizierten anständige Ueberschläge.

Obwohl die Neuankommenden von der Luft aus diese wenig eleganten Lan-
dungen beobachteten, machten sie doch denselben Fehler. Sie überschlugen sich,
schüttelten ihr Gefieder und bewegten sich dann im Fußmarsch weiter.

Eines Tages konnte ich eine Albatrosmutter beobachten, die ihr Junges
(die Albatrosse haben nur ein Junges) zum ersten Start geleitete. Es war an
einer leicht geneigten Düne mit anschließend weit vorgelagertem Sandstrand.
Fast ganz unten an der Düne begann das Albatrosküken seine Flügel zu dehnen
und zu spreizen. Vorsichtig fühlte es den Wind und übte so eine Zeitlang, bis
plötzlich ein leichter Windstoß es wenige Zentimeter hochhob und einige Meter
weit gleiten ließ. Glatt setzte es wieder auf, blieb verwundert stehen und
marschierte dann munter bergan, sofort begann dasselbe Spiel, diesmal flog es
schon 20 cm hoch und 15 m weit. Inzwischen hatten sich weitere Flugschüler
eingefunden, teils auch „Fortgeschrittene‘‘ ohne Lehrer, die schon höher flogen
und ihre „A“-Prüfung ablegten. Sehr interessiert sah unser iunger Albatros zu
und beschloß, es auch von weiter oben zu versuchen. Wieder ließ er sich
minutenlang auf dem Boden wiegen. Er „pendelte‘‘ und sammelte Mut. Dann
plötzlich hob ihn ein Windstoß ab, nicht viel, nur wieder so einen halben Meter
etwa. Schon ganz selbstsicher segelte er talwärts. Es kam aber nochmals eine
Bö, diesmal eine stärkere, die ihn im Handumdrehen so 3 m hochhob. Da ich
in nächster Nähe stand, konnte ich genau sehen, wie er aus dieser noch ganz
ungewohnten Höhe steil herunter sah und wie er sofort unsicher wurde. Nach
kurzem Zögern und Schwanken faltete er die Flächen, schloß vermutlich die
Augen und wartete, „bis es krachte“. Es gab auch einen ordentlichen „Plumps“
in den Sand und dann war zunächst Ruhe. Bald aber regte sich „der Bruch“,
der Jüngling stand, freilich sehr unsicher und torkelte dann ein paar Schrittchen
seitwärts und dann vorwärts, um sich von neuem einige Sekunden zu besinnen.
Ich sah kurz zur Mutter Albatros, die sehr aufmerksam und zweifellos besorgt
zu ihrem Sprößling herunterblickte, der nun vollends zu sich kam.

Und nun kam etwas so komisches, so verblüffend Menschliches, daß ich
vergnügt zu lachen begann.

Wie dem Flugschüler nämlich klar geworden war, was sich ereignet
und wie feig er sich benommen hatte, drehte er langsam schamhaft den Kopf
und schielte nach oben „zum Start“, ob man ihn wohl von dort beobachtete?
Und wieder staunte ich: „Man“ beobachtete ihn nämlich nicht, sondern hatte
den Kopf in eine ganz andere Himmelsgegend gerichtet. Auch die übrige Flug-
schule nahm keine Notiz von dem jungen Bruchpiloten, der, als er zur Üeber-
zeugung gekommen war, daß niemand etwas gesehen hatte, sich nochmals
ordentlich den Sand aus den Federn schüttelte, kehrt machte und wieder den
Hang hinaufstapfte. Er ist sicher noch ein großer Flieger geworden, der heute
in brausender Fahrt über den großen Ozean kreuzt.“
Seite 270 .FLUGSPORT"“

„FLUGSPORT“

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Menschen im Werk. Aus der größten deutschen Waffenschmiede. Herause.
Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke A.-G., Dessau. Verlag C. Dünnhaupt,
Dessau. Preis RM 2.85.

Luftwaffenschmiede — hier entstehen Flugzeuge. Sie sind das Werk vieler
Hände, in engstem Zusammenwirken aller geschaffen. Menschen im Werk der
größten deutschen Luftwaffenschmiede, der Junkers Flugzeug- und -Motoren-
werke, haben, wie Dr. Koppenberg sagt, dieses Buch geschrieben und bringen
in schlichter Form ihre geistige Haltung und Empfindung zum großen Geschehen
der neuen Zeit zum Ausdruck. Die lebenswahren Aufnahmen haben mitgeholfen,
das Buch lebendig zu gestalten. Eine selten schöne Schrift.

Alarm! Deutsche Flieger über England. Von Joachim Matthias. 184 S.,
27 Abb. Steiniger-Verlage, Berlin SW 68. Preis RM 2.85.

Die Herrschaft über die Nordsee gehört ietzt der deutschen Luftwaffe.
England ist keine Insel mehr. Matthias gibt in seinem Buch eine spannende,
lebenswahre Schilderung der Ereignisse über den Einsatz der deutschen Luft-
waffe über der Nordsee. Man erlebt die Luftschlacht über der Deutschen Bucht,
bei der 36 Blenheim-Bomber heruntergeholt wurden, Großangriffe auf britische
Schlachtschiffe, auf Geleitzüge, feindliche U-Boote, auf Scapa Flow und anderes
mehr.

Nr. 17/1940, Bd. 32 |

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Nachwuchs
im Kriege

Taylorcratt-
50-PS-Sport-
flugzeug

Engl. Westland
Lysander II
Aufklärungs-

flugzeug
Franz.
Morane 406

Jagdeinsitzer
Guiberson
Diesel-4-Takt-

Flugmotor
320 PS

Luftwaffe

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M.. Hindenburepvlatz 8.
Anzeigenpreis lt. Pl. 3. — Druck von H.L.Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankiurt a. M

Hindenburgplatz 8 (Deutschland)

XXXlIl. Jahrgang / Nr. 18 Mittwoch, 28. Aug. 1940

HENSCHEL
FLUGZEUG #
WERKEA:GJ

N
u Ültnesu@lltnnnnssulll ®, h N,

GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR, URSINUS ® CIVIL-ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei l4täglichem Erscheinen RM 4,50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen.
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 18 28. August 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 11. Septbr. 1940

Nachwuchs im Kriege.

Flugwissenschaft und -technik haben sich in den letzten Jahren
gewaltig entwickelt. Selbst für den Zeitgenossen, der die Entwick-
lung von Anfang mit durchlebte, ist es schwer, heute dieses Riesen-
gebiet in allen Einzelheiten zu beherrschen. Die Luftfahrt ist nicht
mehr einzelnen vorbehalten, sondern ein Gebiet geworden, mit wel-
chem sich die Allgemeinheit des deutschen Volkes beschäftigen muß.

Jedenfalls haben wir in Deutschland rechtzeitig angefangen,
unseren Nachwuchs so weit zu schulen, daß er selbst ungewöhnliche
technische Fragen zu behandeln, und zwar nicht nur auf dem Papier,
sondern auch in der Praxis zu meistern vermag. Erst jetzt werden
viele Görings Ausspruch: „Deutschland muß ein Volk von Fliegern
werden!“ richtige verstehen.

Gerade jetzt während des Krieges hat es sich gezeigt, wie not-
wendig es war, unsere Jugend praktisch durch die Vorschulung im
Modellbau und im Segelfliegen in die Fliegerei einzuführen und zum
selbständigen Denken und technisch richtigen Handeln zu erziehen.
Die Schulung des jungen Menschen in Handfertigkeit, aufmerksamem
Beobachten, zielbewußtem Zugreifen und Erfassen der Situation im
richtigen Augenblick war unerläßlich, um den Erfordernissen im
täglichen Leben der Fliegerei gerecht zu werden. Die flugtechnische
und fliegerische Vorbildung der deutschen Jugend hat sich bereits
im ersten Kriegsiahr bewährt. Es standen so viele vorgeschulte
Männer zur Verfügung, die auf einmal gar nicht eingestellt und erst
nach und nach an den richtigen Stellen eingesetzt werden konnten.

Der Luftfahrt-Forschung und -Industrie müssen in Zukunft in
steigendem Maße wissenschaftlich, praktisch und fliegerisch vorge-
bildete Kräfte zugeführt werden. Deutschlands Vorsprung im Flug-
wesen wird dann gesichert sein.

Taylorcraft 50 PS Sportflugzeug.

Das Sportilugzeug der Taylorcraft-Young Co,, Alliance, Ver-
triebsgesellschaft Fairchild Aviation Inc. (vel. „Flugsport“ 1935, S.

Diese Nummer enthält Reportsammlung Nr. 23 und Patentsammlung Nr. 32, Bd. VII.

Nr. 18/1940, Bd. 32

Seite 272 „FLUGSPORT“

335 u. 1938, S. 146) hat in seiner Konstruktion nur geringe Aende-
rungen erfahren. Bekanntlich war das erste Baumuster einsitzig,

Taylorcraft 50-PS-Sportflugzeug. Werkbild

das zweite zwei Sitze nebeneinander mit im Grundriß gebogener,
schräg nach vorn gestellter Sichtscheibe. In der neuesten Ausfüh-
rung ist die vordere Sichtscheibe gerade und schneidet mit der
Flügelnase ab. Zur Verwendung gelangen Continental A-50, Frank-
lin 50 und Lycoming 0,145 Serie — 50 PS.
NEN Der Taylorcraft
IE N wurde in letzter Zeit
Hi als Zweischwimmer-
Wasserflugzeug ge-
liefert.
Spannweite 11 m,

EI Länge 6,7 m, Höhe
a — 2,04 m. Max. Land-
flugzeug - Geschw.
A) 150 km/h, Reisege-
KZISE schwind. 140 km/h,
I Landegeschwind. 56
| km/h, Startweg 120
H: m, Gipfelhöhe 4500 m,
IK | Brennstoffverbrauch
N 13,2 1/h, Brennstoff
HrERp> 45 1, Leergew. 286
HIN n“ kg, Nutzlast 212 kg,
Teusgeg Flusgew. 498 kg,
H SH Reichweite 440 km.
Ay Hr

ns Ei | Taylorcraft

< I 50-PS-Sport-Flugzeug

Zeichnung Flugsport

Engl. Westland Lysander Il, Aufklärungsilugzeug.

Der Typ Westland Lysander II, gebaut von der Westland
Aircraft, Yeovil, unterscheidet sich von dem Lysander I durch den
Finbau eines luftgekühlten Schieber Perseus 900 PS anstatt des
Mercury XII 890 PS.

Hochdecker durch V-Stiele abgestrebt. Charakteristisch, Flügel
in der Flügeltiefe und Dicke nach dem Rumpf sich verjüngend.

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 273

Archiv Flugsport

Engl. Westland Lysander II, Aufklärungsflugzeug.

Zweiholmig, Metallgerippe mit Stoffbespannung. Ueber die ge-
samte Flügelvorderkante Handley Page-Spaltflügel. Aeußere Hälfte
des Flügels Spaltquerruder mit Trimmklappe, innere Hälfte Wöl-
bungsklappen.

Rumpf Fachwerksbau in Metallbauweise mit auf ovalen Ouer-
rippen aufgelegten Formrippen, stoffbespannt. Sichtaufbau für Führer
und Beobachter bis über Oberkante Flügel durchgeführt. Durch die
Verjiüngung der Flügel nach dem Rumpf wird das Gesichtsfeld
erweitert.

Höhen- und Seitenruder Metallgerippe mit Stoffbespannung,
ausgeglichen. Fahrwerk freitragend, gebogene Streben. Abfederung
innerhalb der Dowty-Räder. In der Radverkleidung Scheinwerfer.
Zu beiden Seiten als Flügelstummel ausgebildete Träger für Bomben
und MG. Ein weiteres bewegliches MG. im Führersitz.

Unter dem EN —ı
Rumpf (vgl. ne- in

bensteh. Ueber-
sichtszeichn.)
erkennt man
eine vom Füh-
rersitz herab-
laßbare Fang- |
stange, die in||
herabgelasse-
nem Zustande _
mit dem Haken-
teil noch weit

ZIX

über die Unter-
kante des Fahr-
werkes hervor-
steht und so die
zwischen zwei
Pfählen ausge-
spannte Fang-
leine, die den
Meldebeutel
trägt, erfaßt.
Der Fanghaken
wird von innen
hochgezogen
und der Melde-
beutel vom Beobachtersitz durch eine Oeffnung eingeholt.
Spannweite 15 m, Länge 9,15 m, Höhe 4,35 m, Fläche 24 m?.
Leergewicht 1880 kg, Fluggewicht 2710 ke. Höchstgeschwindigkeit

Engl. Westland
Lysander II

Zeichnung Flugsport

ip

Ru

15000
Seite 274 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

333 km/h, in 4500 m Höhe 360 km/h, Landegeschw. 90 km/h.
Steigfähigkeit 1500 m in 3,3 Min., 6000 m in 19,6 Min. Gipfelhöhe
7850 m. .

Franz. Morane 406 Jagdeinsitzer. |

Der Morane 406, gebaut von Morane-Saulnier, Puteaux (Seine),
war nach französischer Ansicht das geeignetste Jagdilugzeug,
welches in größere Serienfabrikation genommen und bei Beginn
des Krieges fast ausschließlich zum Einsatz gelangte; jedoch wie
die vielen Luftkämpfe während des Krieges bewiesen haben, an die
Leistungen des deutschen Jagdilugzeuges Me 109 nicht heranreichte.

Morane 405 hat Hispano-Suiza 12 Ydrs Motor und Morane 406
hat Hispano-Suiza 12 Y 3I Motor.

Der Morane 406 ist ein freitragender Tiefdecker.

Flügel zweiholmig.

Holmgurte von U-förmigem Profil mit breiten Flanschen aus
dem Vollen, nach den Enden im Querschnitt sich verjüngend gefräst.
Stahl 130 kg Festigkeit. (4 Fräsarbeitsstunden je Flansch.) Nach
dem Fräsen werden die Flanschen geglüht.

Holm doppelte Duralstege, Vollblechrippen mit runden Frleich-
terungslöchern. Diagonalrippen ähnlich wie bei der Zöglingsbauart
zur Versteifung. Bedeckung „Plymax“, Platten aus Duralblech mit
Sperrholzlage, kaseinverleimt, vibrationsdämpfend. Querruder über
die Hälfte des Flügels statisch und dynamisch ausgeglichen.

Morane-Saulnier M. S. 406. Vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1938, S. 680.
Archiv Flugsport

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 275

Bei dem 406 wurden die Diagonalverstrebungen verringert, an
den Flügelenden ganz weggelassen. Bei Belastungsversuchen ohne
Behäutung ergab sich eine Verdrehung von 6° und mit Plymax-
Behäutung von nur 2°
und eine Gewichts-
ersparnis von 23 kg
je Flugzeug.

Spreizklappen zwi-
schen Querruder und
Rumpf. An dem rech-
ten Flügelende außer- |
halb des Querruders
ein vom Führersitz
verstellbares Trimm-
ruder für die QOuer-
lage. Vergleiche die
Zeichnung.

Rumpf vier profi-
lierte Längsholme,
vorn feste Form-

schotten, hinten

Stahlrohrstreben,
drahtverspannt. Be-
deckung vorn Dural-
blech, hinten unter
Auflage von Form- Franz. Morane 406 Jagdeinsitzer. Unten: Hauptholm.
rippen Stoff. Zeichnung Flugsport

Höhen- und Seitenleitwerk freitragend nach oben verstrebt,
Dural. Höhenruder Elektron.

Fahrwerk halb freitragend mit Knickstrebe, die durch einen
Oeldruck Knickzylinder nach innen eingezogen wird. Zum Aus-
fahren Gummikabel angeordnet, falls die hydraulische Betätigung
versagen sollte.

Motor Hispano-Suiza 12 Ygrs 12 Zylinder V elycolgekühlt über-
komprimierter Kanonenmotor von 860 PS in 4000 m Höhe. Drei-
blatt-Ratier-Verstellschraube. Zwei Betriebsstoffbehälter auf der
Rumpfoberseite hinter dem Brandschott und unter dem Führer-
sitz. ÖOelbehälter unter der Motorverkleidung mit Oberflächen-
kühlung. Zusatzkühler unter dem Motorgehäuse. Aethylenglykol-
Kühler unter dem Rumpf, einziehbar.

Führersitz Hinterkante Flügel verkleidet Schiebehaube.

Ausrüstung eine MK. 20 mm, zwei MG.s in den Flügeln. Empfän-
ger und Sender.

Spannweite 10,7 m, Länge 8 m, Höhe 2,7 m, Fläche 18 m?.
Leergewicht 1776 kg, Fluggewicht 2240 ke. Flächenbelastung
122 kg/m”, Leistungsbelastung 2,6 ke/PS. Höchstgeschwindigkeit
480—500 km/h.

Guiberson Diesel-4-Takt-Flugmotor 320 PS.

Vor kurzem brachte die Guiberson Diesel Engine Company in
Dallas, Texas, einen neuen 9-Zylinder-Diesel-Flugmotor heraus, der
eine Weiterentwicklung des Motors A-918 darstelit*). Die 9 in
Sternform angeordneten Zylinder haben 130 mm Bohrung und
140 mm Hub, was bei einem Verhältnis von Hub/Bohrung = 1,07
einem Gesamthubraum von 16,74 ] entspricht. Der Motor, der im
Viertakt arbeitet und luftgekühlt ist, hat weder Untersetzungsge-
triebe noch Lader. Letzterer ist jedoch zum Anbau vorgesehen. Das
Gewicht des Motors beträgt 281 kz und der größte Durchmesser

*) Den 185-PS-Guiberson-Diesel vel. „Flugsport“ 1932, S. 243.

Seite 276 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

1194 mm. Die Startleistung beträgt 340 PS bei einer Drehzahl von
2250 Uml/min, die Normalleistung 320 PS bei 2200 bzw. 310 PS bei
2150 Uml/min und die Reiseleistung 190 PS bei 1800 Uml/min. Auf
Grund der vorgenannten Werte ergibt sich eine Zylinderleistung
von 35,60 PS, eine Literleistung von 19,10 PS und ein Einheitsge-
wicht von 0,88 kg/PS bei einem Hubraumgewicht von 16,75 kg/l.
Bei Volleistung liegt der Brennstoffverbrauch bei 172 g/PS/h, bei
Reiseleistung dagegen nur bei 154 g/PS/h, während der Oelver-
brauch um ca. 9 g/PS/h schwankt. Der Drehzahibereich schwankt
zwischen 400 im Leerlauf und 2250 Uml/min bei Höchstleistung. Der
Motor kann mit gewöhnlichem Traktoren-Dieselöl gespeist werden.
Allgemein sind bei dem Motor die Richtlinien des normalen
Sternflugmotorenbaues berücksichtigt worden. Lediglich auf die
Ausbildung des Verbrennungsraumes und des Einspritzsystems
wurde besonderer Wert gelegt. Der Verdichtungsraum ist durch
domförmigen Zylinderkopf und konkaven Kolbenboden so ausge-
bildet, daß größter volumetrischer Wirkungsgrad und höchster mitt-
lerer wirksamer Druck erzielt werden. Auf eine Turbulenzerzeugung
im Brennraum wurde bewußt Verzicht geleistet. Jeder Zylinder be-
sitzt ein Einlaß- und ein Auslaßventil sowie je eine Einspritzdüse
und Pumpe. Bei einem Verdichtungsverhältnis von 15 beträgt der
mittlere wirksame Druck auf die Nennleistung bezogen 7,94 kg/cm’,
der Verdichtungsenddruck 35 kg/cm? und der Zünddruck max.
70 kg/cm?. Der Brennstoff wird mit einem Druck von 155—176
ke/cm? direkt in den Zylinder eingespritzt.
Einspritzdüsen und Einspritzpumpen sind eigener Bauart. Die
Einspritzpumpen sind ebenfalls sternförmig am hinteren Kurbelge-
häuseteil angeordnet
und werden durch
einen auf dem Ven-
tilnockenring sitzen-
L den und durch vier
Ran: in Schlitzen geführ-
in ten Schrauben ein-
stellbaren Kraftstofi-
nockenring betätigt.
Die Einstellung der
Kraftstoffnocken
kann durch einen
durch die  Ventil-
nocken durchgreifen-
den Exzenter von
der Rückseite des
Motors nach Entier-
nung eines Deckels
IE vorgenommen WEer-
—o - den. Die Einspritz-
g | düsen sind federbe-
lastet und als Drei-
lochdüsen ausgebil-
det, wobei jedes Loch
eine Bohrung von
0,36 mm aufweist,
durch welche der
Kraftstoff fächerar-
tige im DBrennraum
verteilt wird. Die
Kraftstoffeintritts-

Guiberson
Diesel-Viertakt-
Flugmotor 320 PS.

Zeichnung Flugsport

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 277

öffnung der Pumpe wird durch den Pumpenkolben selbst gesteuert.
Je nach Stellung des Gashebels werden Oeffnungszeit und damit
Kraitstoffmenge verändert. Ein beim Abwärtsgang eines Stößels
erzeugter Unterdruck verstärkt noch den Zufluß des Kraftstoffes
zur Pumpe.

ver auf der Rückseite des Kurbelgehäuses liegende Ventilan-
trieb besteht aus einer Nockenscheibe, die sich mit "/s der Kurbel-
wellendrehzahl in entgegengesetztem Sinne zur Kurbelwelle dreht.
Der Nockenring besitzt vier Erhebungen, die als Nocken für die Ein-
und Auslaßventile dienen. Stoßstangen, Kipphebel wie überhaupt der
ganze Ventilsteuermechanismus sind öldicht gekapselt. Der Motor,
der die Typenbezeichnung A-1020 trägt, wurde bereits in einem
Stinson-Flugzeug praktisch erprobt und ist als solcher mit den oben
angegebenen Leistungen für den Luftverkehr von der CAA zuge-
assen.

Der Motor wird von der Buda Co. in Harvey, Ill, in Lizenz ge-
baut. In nächster Zeit sollen nach dem gleichen Prinzip arbeitende
Fünf-, Sieben- und Neunzylinder-Sternmotoren für Privatflugzeuge -
herauskommen. Als Motor für Militärflugzeuge trägt er die Typen-
bezeichnung T-1020. Für schwere Kraftfahrzeuge und Tanks ist bei
Buda eine Ausführung im Bau, die 250 PS bei 2200 Uml/min ent-
wickeln soll und luftgekühlt ist.

ri

Li
.y

ir EN r |

Inland.

Beförderungen in der Luitwaife: Mit Wirkung vom 1. 6. 40 zum General-
major Oberst i. G. Schlemm; mit Wirkung vom 1. 8. 40 zum (Generalleutnant
Generalmajor Ritter v. Pohl, zu Generalmaioren die Obersten i. G. Schwabe-
dissen, Dipl.-Ing. Plock, zu Obersten die Oberstleutnante i. G. Rieckhoff und
Plocher.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der
Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, in der Luftwaffe an Oberstltn. Wolf, Kndr.
einer Flakabt., Ltn. Corts in einem Flakregt., Mai. Ludwig Schulz, Kındr. einer
Kampfgr., Feldw. Otto Eichloff in ein. Kampfigeschw.

Fachschulen der Luftwaffe werden von der Luftwaffe unterhalten, um
langdienende Unteroffiziere und Mannschaften für ihren späteren bürgerlichen
Beruf zu schulen. Nach einem Erlaß des Reichsluftfahrtministers ist Soldaten
und Beamten (des Beurlaubtenstandes und auf Kriegsdauer) der Luftwaffe, die
im Zivilberuf Lehrer des höheren Schuldienstes, Volksschullehrer oder Mittel-
schullehrer sind, für die Zeit nach dem Kriege Gelegenheit gegeben, in den
Fachschuldienst der Luftwaffe überzutreten. Der Unterricht in diesen Schulen
wird in der Regel von hauptamtlich tätigen Lehrern erteilt. Entsprechend den
bei den Schulen eingerichteten zwei Lehrgängen besteht eine Laufbahn des
gehobenen Dienstes. Für die Laufbahn des höheren Fachschuldienstes kommen
Studienräte und Studienassessoren aller Jahrgänge in Betracht, für die Laufbahn
des gehobenen Dienstes Volks- und Mittelschullehrer. Bis zum Ausbruch des
Krieges bestanden im ganzen Reich 45 Fachschulen der Luftwaffe. Mit Beendigung
des Krieges sollen weitere Fachschulen eröffnet werden, so daß sich für die Be-
werber günstige Aussichten bieten.

Lilienthal- und Ludwig-Prandtl-Preis vom Reichsminister für Wissenschaft,
Erziehung und Volksbildung zur Förderung des Luftfahrtgedankens an den
Schulen zum drittenmal wieder am 10. August, dem Todestage Otto Lilienthals,
verliehen. Der Lilienthal-Preis 1940 in Höhe von RM 5000.— wurde dem Abitu-
rienten Horst Witt von der Lettow-Vorbeck-Schule in Bremen, der Ludwig-
Seite 278 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

Prandtl-Preis 1940 in Höhe von RM 3000.— wurde drei Schulen zuerkannt, dem
Staatl. Gymnasium, Göttingen, zwei Fünftel, der Thomasschule (Gymnasium),
weipzig, zwei Fünftel und der Oberschule für Jungen, Reichenberg i. E., ein
"ünftel.

Ju 523 m Frachtilugzeug, kurz vor Kriegsausbruch bestellt, wurde an die
Texas Company, eine der bedeutendsten Oelgesellschaften der Welt, für ihre
Betriebe in. Kolumbien abgeliefert und trotz der feindlichen Blockademaßnahmen
nach Kolumbien gebracht und in Dienst gestellt, ein Beweis für die Leistungs-
fähigkeit der Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke, welche trotz der durch den
Krieg gestellten großen Aufgaben noch für den Export liefern.

Lieferbedingungen für Schrauben und Muttern genormt hat der Deutsche
Normenausschuß kürzlich mit Normblatt DIN 267 „Schrauben und Muttern,
Technische Lieferbedingungen“ vollständig überarbeitet in neuer erweiterter
Fassung herausgegeben“). Wie so viele andere Normen über Lieferbedingungen
wird auch diese die Verständigung zwischen Herstellern und Verbrauchern
erleichtern und Mißverständnisse ausschließen.

Nach DIN 267 werden Schrauben und Muttern nunmehr in verschiedene
Güten eingeteilt, für die bestimmte mechanische Eigenschaften (Zugfestigkeit,
Streckgrenzenverhältnis, Dehnung usw.) gewährleistet werden und die durch ie
eine Zahl und einen Buchstaben (z. B. 4D), 8G, 12K) bezeichnet sind. Diese
Kennzeichen oder die entsprechenden Sinnbilder (Kreis, Viereck usw.) können auf
dem Kopf der Schrauben oder dem Mutterende von Stiftschrauben als Güte-
zeichen angebracht werden. Damit wird die bisher vielfach übliche, aber für die
Güte der Fertigerzeugnisse nicht maßgebende Kennzeichnung nach dem Ausgangs-
stoff hinfällig. Ferner enthält das Normblatt ausführliche Abnahmebedingungen
(Probenahme, Prüfverfahren).

Luftfahrtlehrgänge an der Marburger Universität des Hochschulinstitutes
für Leibesübungen beendet. Vom 1. 3. 40 bis Ende wurden ausgeführt mit
5110 Starts 61 A-, 31 B-, 30 C-Prüfungen sowie 18 Luftfahrerscheine für Segel-
flugzeugführer mit Schleppgenehmigung. Vom 9.—29. 9. Luftfahrteinführungslehr-
gang in den Marburger Fluggeländen für Turnlehrerausbildung der Universitäten
Münster, Bonn, Heidelberg, Frankfurt, Köln und Marburg.

Flugtechn. Arbeitsgemeinschaft a. d. Staatl. Ingenieurschule Konstanz, Lei-
tung Dipl.-Ing. Kennel (früher Leiter d. inzw. aufgehob. FAG. am Adolf-Hitler-
Polytechnikum, Friedberg i. H.).

Ausland. |

Ital. Luftwaffe hat, wie „Giornale d’Italia“ errechnet, seit Kriegsbeginn bis
zum 11. 8. 40 314 feindliche Flugzeuge im Kampf abgeschossen oder auf feind-
lichen Flugplätzen am Boden zerstört.

Flugzeugunfall Linie Agram-Splitt, zweimotoriges Lockheed-Verkehrsflug-
zeug bei stürmischem Regenwetter bei Knin im Karstgebirge mit 9 Fluggästen
und 2 Mann Besatzung abgestürzt.

Sowjetunion, Luitparade-Vorführungen fanden am 18. 8., wie überall in der
Sowjetunion, auch auf dem großen Sportfeld Tuschino bei Moskau in der
Gegenwart von Stalin statt. Gezeigt wurden Vorführungen von 6 neuen Jägern
und Sturzkampfbombern, weiter Segelflugvorführungen, Massenfallschirmab-
sprünge, zum Teil mit Doppelfallschirm, sowie ein neues sechsmotoriges Riesen-
flugzeug „Gigant“,

Handley-Page verteilt 44,83% Dividende. Auf die Unterhausanfrage, ob dies
statthaft sei, antwortete die englische Regierung mit dem Hinweis, es sei dagegen
nichts einzuwenden, wenn das Unternehmen Geld verdiene. Die Aktionäre genös-
sen ebenfalls den Schutz des Gesetzes.

USA, Flugzeugführer-Ausbildungsprogramm der zivilen Luftfahrt waren
10 000 Flugzeugführer vorgesehen und 4 Millionen Dollar bewilligt. Nach dem
neuen Programm ist ab 1. Juli die Ausbildung von 50000 Flugzeugführern ge-
plant.

Austral, Passagierflugzeug 13. 8. in der Nähe von Canberra (Australien)
bei einem Notlandungsversuch in Brand geraten und mit allen seinen Insassen
verbrannt. Darunter befanden sich führende Mitglieder des australischen Kabi-
netts und der Heeresleitung, Vizepremierminister Gullet, Luftfahrtminister Fair-
bairn, Kriegsminister Street, Chef des Generalstabs, General Cyrill Baudenell
White, und weitere hohe Offiziere, insgesamt 10 Personen, welche an einer
Kabinettssitzung in Canberra teilnehmen wollten.

*) Beuth-Vertrieb, Berlin SW 68. Preis RM 2.— (ausschl. Versandkosten).

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 279

Luftwaffe.

Berlin, 9. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 8. 8. griffen deutsche
Sturzkampfverbände unter Jagd- und Zerstörerschutz durch Luft- und Seestreit-
kräfte stark gesicherte britische Geleitzüge südwestlich der Insel Wight an.
Wie bereits bekanntgegeben, wurden allein aus einem Geleitzug zwölf Handels-
schiffe mit insgesamt 55000 BRT. versenkt und sieben weitere Handelsschiffe
schwer beschädigt. Die Gesamtzahl der gestern durch die Luftwaffe versenkten
oder schwer beschädigten britischen Schiffe beträgt achtundzwanzig. — Bei
Dover vernichteten unsere Messerschmitt-Flugzeuge zwölf feindliche Sperr-
ballone. — Im Zusammenhang mit den deutschen Luftangriffen entwickelten sich
größere Luftkämpfe, in deren Verlauf bei der Insel Wight und vor Dover ins-
gesamt 49 britische Flugzeuge, darunter 33 Spitfire, von deutschen Jagd- und
Zerstörerflugzeugen abgeschossen wurden. Zehn eigene Flugzeuge gingen ver-
loren, zwei mußten notlanden. — Bei Nacht griffen unsere Kampfflugzeuge die
britische Flugzeugindustrie um Liverpool und Bristol sowie Häfen, Flugplätze
und Flakstellungen in Südengland an. Der Luftminenabwurf vor britischen Häfen
konnte planmäßig fortgesetzt werden. — Britische Flugzeuge flogen in der
letzten Nacht an verschiedenen Stellen in Westdeutschland ein. Durch unsere
starke Abwehr wurde ein Teil der feindlichen Flugzeuge zur Umkehr gezungen
oder am Bombenwurf gehindert. Vereinzelt abgeworfene Bomben richteten un-
wesentlichen Gebäude- und Flurschaden an. Personen wurden nur in einem
kleinen Ort im Grenzgebiet verletzt. Die Flakartillerie schoß zwei feindliche
Flugzeuge ab.

Berlin, 10. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die bewaffnete Aufklärung
gegen England wurde planmäßig fortgesetzt, insbesondere an der englischen
Ost- und Südküste sowie im Seegebiet nördlich der Shetland-Inseln. — Unsere
Kampfflugzeuge griffen britische Rüstungswerke, Hafen- und Werftanlagen sowie
Flugplätze und Flakstellungen an. Dabei gelang es u. a. das Flugzeugwerk
Pobjoy Airmotors Aircraft Ltd. in Rochester und das Sprengstoffwerk Faversham
besonders wirksam mit Bomben zu belegen, die nachhaltige Brände und heftige
Explosionen hervorriefen. Eine größere Anzahl von Bomben aller Kaliber traf
die Dockanlagen von New Castle und die Staatswerften von Sheerneß und
Chatham. Ferner wurde das Rollfeld eines Flugplatzes nördlich Bristol durch
Bombentreffer zerstört. — Einzelne feindliche Flugzeuge flogen im Laufe des
gestrigen Tages nach Nordfrankreich, Belgien und Holland, bei Nacht nach
Westdeutschland ein. Im Reichsgebiet wurden militärische Ziele nicht ange-
sriffen, dagegen mehrere Zivilpersonen verletzt und einige Gebäude beschä-
digt. —- Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Zwei feindliche Flugzeuge
wurden durch Flakartillerie abgeschossen. — Mit der Vernichtung dieser feind-
lichen Flugzeuge hat die deutsche Flakartillerie im ganzen 1500 feindliche Flug-
zeuge zum Absturz gebracht.

Generalfeldmarschall Sperrle schreitet kurz nach seinem Eintreffen auf einem
Flughafen die Front der angetretenen Ehrenkompanie ab. Engel-PK.-Weltbild
Seite 280 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

Berlin, 11. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe unternahm
am 10. 8. wieder ausgedehnte Aufklärungsflüge über England und über See.
Ein feindliches bewaffnetes Handelsschiff wurde angegriffen und mit Bomben so
schwer getroffen, daß die Besatzung das Schiff verließ, — Vor wichtigen eng-
lischen Häfen wurden erneut Minen gelegt. — Unsere Kampfflugzeuge griffen
die Flugzeugwerke Norwich an und setzten eine Montagehalle durch Bomben
in Brand. Bombenangriffe in der Nacht zum 11. 8. richteten sich gegen Newport,
Swansea, Pembroke sowie gegen die Sprengstoffwerke Hayle bei St. Ives. —
Feindliche Flugzeuge flogen während der Nacht in Nord- und Westdeutschland
ein und warfen Bomben auf nichtmilitärische Ziele, In Oberhausen-Sterkrade,
Bielefeld und Bochum sind ie ein Wohnhaus, in Bruchköbel bei Hanau vier
Wohnhäuser und eine Scheune, in Telgte (Kr. Münster) eine Gastwirtschaft ge-
troffen worden. Die entstandenen Brände konnten in allen Fällen vom Sicher-
heits- und Hilfsdienst rasch gelöscht werden. — Ein feindliches Flugzeug vom
Muster Bristol-Blenheim wurde abgeschossen; ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 12. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie bereits durch Sonder-
meldung bekanntgegeben, haben deutsche Kampfflugverbände am 11. 8. den
Kriegshafen Portland angegriffen. Wichtige Hafenanlagen, die Mole, das
Schwimmdock und eine Verladebrücke wurden vernichtet, Oellager in Brand
gesetzt. Zwei Handelsschiffe und ein Zerstörer erhielten schwere Treffer. Im
benachbarten Hafen von Weymouth gelang es, ein Handelsschiff von 3000 BRT.
zu versenken. Vor der Themsemündung war ein britischer Geleitzug das Ziel
unserer Luftwaffe. Dabei wurden drei Handelsschiffe von zusammen etwa
17000 BRT. versenkt, zwei Zerstörer und vier weitere Handelsschiffe durch
Volltreffer schwer beschädigt. Im Verlauf des Angriffes entwickelten sich hef-
tige, für uns erfolgreiche Luftkämpfe, in denen die deutschen Jäger und Zer-
störer dem Feind schwere Verluste beibrachten. — In der Nacht zum 12. 8.
griff die Luftwaffe Werke der Flugzeugindustrie in Filton und Crewe, die
Hafenanlagen von Cardiff und Bristol sowie das große Oellager von Avonmouth
an. An verschiedenen Stellen belegte sie Flakstellungen mit Bomben. Der Ab-
wurf von Luftminen vor britischen Häfen wurde planmäßig fortgeführt. —
Feindliche Flugzeuge griffen in der Nacht in Nord- und Westdeutschland nicht-
militärische Ziele ohne nennenswerte Erfolge mit Bomben an. In das Wohn-
viertel einer westdeutschen Stadt abgeworfene Brandbomben wurden durch das
sofortige Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes unschädlich gemacht. —
Die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage. betrugen: in Luftkämpfen
90 Flugzeuge und 8 Sperrballone, außerdem durch Flakartillerie 3 Flugzeuge.
Demgegenüber werden 21 deutsche Flugzeuge vermißt.

Berlin, 13. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 12. 8. griffen deutsche
Fliegerverbände Hafen- und Flugplatzanlagen an der englischen Süd- und Süd-
ostküste an. Dabei wurde der Kriegshafen von Portsmouth mit zahlreichen
Bomben belegt. Das Großkraftwerk und die Werft von Voster stehen in Flam-
men. Dock und Kaianlagen sowie ein Vorpostenboot im Kanal erhielten Bomben-
treffer. Im Verlauf dieser Angriffe kam es zu heftigen Luftkämpfen, bei denen
insgesamt 43 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. — Auf den Flugplätzen
Manston, Canterbury, Hawking und Lympne gelang es, Halen, Werftanlagen
und Unterkunftsgebäude zu zerstören und zum Teil in Braud zu setzen. In
Manston wurde ein britischer Jagdverband beim Start gefaßt und dabei drei
Flugzeuge vom Muster Hurricane in der Luft, vier am Boden vernichtet. An
anderer Stelle sind weitere acht Flugzeuge mit Bomben zerstört worden. —
Bei Dover schossen unsere Flugzeuge zwei Sperrballone in Brand. Bei den
in dieser Gegend sich entwickelnden Luftkämpfen verlor der Feind 30 Flugzeuge.
Im Seegebiet ostwärts Southend griffen Sturzkampfflieger einen stark gesicherten
Geleitzug an und versenkten trotz heftiger Jagd- und Flakabwehr zwei Handels-
schiffe mit 5500 BRT., ein weiteres Schiff wurde in Brand geworfen. — In der
Nacht zum 13. 8. erfolgten Bombenangriffe auf Schiffsziele bei Swansea und
Cardiff sowie Flak- und Scheinwerferstellungen bei Plymouth und an der
Humber-Mündung. Die Verminung britischer Häfen wurde fortgesetzt. — Bri-
tische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 13. 8. in Nord- und Westdeutschland
Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Dabei wurden vier Flugzeuge
durch Flakartillerie über deutschem Gebiet abgeschossen. — Die Gesamtverluste
des Feindes betrugen gestern 92 Flugzeuge, von denen 12 am Boden, 4 durch
Flakartillerie, die übrigen in Luftkämpfen vernichtet wurden. 24 deutsche Flug-
zeuge werden vermißt.

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 281

Berlin, 14. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Fliegerverbände
griffen am 13. 8. die Hafen- und Kaianlagen in Wallsend, Hartlepool, Bourne-
mouth und Plymouth, Rüstungswerke in Exeter und Bristol sowie Großtanklager
in North-Killingham wirksam mit Bomben an. — Im Kanal und in der Themse-
mündung gelang es, zwei Vorpostenboote und zwei Handelsschiffe mit 15 000 BRT.
zu versenken. Weiter belegten Kampfflugzeuge die Flughäfen von Eastchurch,
Detling, Farnborough, Andover, Odiham und Middlewallop mit Bomben, zer-
störten zahlreiche Hallen und Unterkünfte, Oellager und Werften und vernich-
teten eine größere Anzahl von Flugzeugen am Boden. Bei den Angriffen im
Kanal und auf England kam es zu zahlreichen heftigen Luftkämpfen, in deren
Verlauf 74 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden. — Im Laufe des Tages
versuchten britische Flugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim die dänische
Stadt Aalborg anzugreifen. Jäger und Flakartillerie zwangen den Feind schon
vorher zur Umkehr und schossen 16 von 23 Angreifern ab. — Feindliche
Bombenwürfe in der Nacht zum 14. 8. richteten nennenswerten Schaden nirgends
an. — Die gestrigen Gesamtverluste des Feindes betragen 132 Flugzeuge und
zwölf Sperrballone; davon wurden 89 Flugzeuge im Luftkampf, 43 am Boden
und durch Flakartillerie zerstört. 28 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 15. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz ungünstiger Wetter-
lage setzten die deutschen Fliegerverbände am 14. 8. ihre Angriffe auf Hafen-
und Industrieanlagen, Flugplätze, Luftsperren und Truppenlager in Süd- und
Mittelengland fort. — In Cardiff, Weston und Portland wurden Hafenanlagen,
zwischen Brighton und Lewes ein Umspannwerk, bei Worcester und Salisbury
Rüstungswerke wirksam mit Bomben belegt. In Süd- und Südostengland rich-
teten sich die Bombenangriffe vorwiegend auf Flugplätze und gegen das Trup-
penlager Aldershot. Bei diesen Angriffen kam es zu heftigen, für uns erfolg-
reichen Luftkämpfen. — Durch die zahlenmäßig geringen britischen Nachtangriffe
vom 14. zum 15. 8. wurde bei Derichsweiler eine Kirche zerstört, sonst kein
besonderer Schaden angerichtet. — Die Verluste des Gegners am gestrigen
Tage betrugen 28 Flugzeuge, davon wurden 22 im Luftkampf und mindestens
sechs am Boden zerstört. Zwölf deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 16. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 15. 8. und in der Nacht
zum 16. 8. setzte die Luftwaffe ihre Angriffe auf Seehäfen, Anlagen der Rüstungs-
industrie, Flugplätze und Ballonsperren weiter fort. Die Hafenanlagen von
Portland, Scarborough, Bridlington und Middlesborough, Flugzeug- und Motoren-
werke in Birmingham und Brought bei Hull sowie Hallen und Unterkünfte auf
mehreren Flugplätzen in Süd-, Südost- und Mittelengland wurden schwer be-
schädigt. Dabei kam es zu heftigen Luftangriffen, in deren Verlauf Maior
Galland seinen zwanzigsten Luftsieg errang. Mehrere britische Häfen wurden
vermint. — Die Nachtangriffe britischer Flugzeuge gegen Westdeutschland rich-
teten keinen nennenswerten Schaden an. — Die Gesamtverluste des Gegners
am 15. 8. betrugen mindestens 143 Flugzeuge, von denen 106 im Luftkampf, der
Rest am Boden zerstört oder durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Außer-
dem gelang der Abschuß von 21 Sperrballonen. 32 deutsche Flugzeuge kehrten
nicht zurück, jedoch konnte unser Seenotdienst neun deutsche und einen briti-
schen Flieger im Kanal retten. — Einige Minenräumboote schossen von zehn
angreifenden feindlichen Spitfire-Flugzeugen vier ab.

Heinkel-See-Aufklärer He 114. Vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“ 1938, >: 71.
eltbi
Seite 282 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

Berlin, 17. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte am
16. 8. und in der Nacht zum 17. 8. den Kampf gegen die britische Insel mit
Teilkräften fort. Hierbei wurden Flugplätze, Flakstellungen und Ballonsperren
in Südostengland und der weiteren Umgebung Londons, Werke der Rüstungs-
industrie in Mittelengland sowie Hafen- und Kaianlagen in Cardiff, Newsport
und Bristol erfolgreich mit Bomben belegt und bei der Insel Wight ein Zerstörer
versenkt. — In dem Angriffsraum durchbrachen unsee Jagdflugzeuge in heftigen
Luftkämpfen die feindliche Abwehr und ermöglichten dadurch den Kampfver-
bänden, ihre Angriffsziele zu erreichen. — In der Nacht zum 17. 8. in das
Reichsgebiet eingeflogene britische Flugzeuge griffen verschiedene Orte mit
mäßiger Schadenwirkung an. Einige Wohnhäuser erhielten Bombentreffer, wobei
zwei Zivilpersonen getötet und mehrere verletzt wurden. — Die Gesamtverluste
des Feindes betrugen gestern 89 Flugzeuge, davon wurden 59 im Luftkampf,
23 am Boden und 7 bei Nacht durch Flakartillerie vernichtet. 22 Sperrballone
wurden in Brand geschossen. 31 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 18. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte am
gestrigen Tage und besonders in der Nacht zum 18. 8. die Aufklärungs- und
Angriffsflüge gegen England fort. In weiten Gebieten Süd- und Mittelenglands
wurden Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen, die Motorenwerke in
Filton, Flugzeugwerke bei Birmingham, Industrieanlagen in Reading sowie die
Hafenanlagen von Swansea, Avonmouth und Bournemouth erfolgreich mit
Bomben belegt. Das Minenlegen in .englischen Häfen wurde fortgesetzt. —
Britische Flugzeuge flogen in der gleichen Nacht in Westdeutschland, Mittel-
deutschland und Belgien ein. In verschiedenen Orten, wie z. B. in Dortmund,
wurden Wohnviertel getroffen und eine Anzahl Zivilpersonen getötet oder ver-
letzt. Auch ein Luftangriff auf die Innenstadt von Brüssel erfoıderte Opfer
unter der Zivilbevölkerung. Hier wurden vier Personen getötet und 22 verletzt,
darunter Frauen und Kinder. — Unsere Nachtiäger schossen ein britisches Flug-
zeug, unsere Flak vier weitere britische Flugzeuge in der Nacht zum 18. 8. ab.
Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. Die Zahl der feindlichen Flugzeugverluste
am 16. 8. hat sich von 89 auf 92 Flugzeuge erhöht.

Berlin, 19. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe errang, wie
zum Teil schon durch eine Sondermeldung bekanntgegeben, am 18. 8. neue
große Erfolge. Deutsche Fliegerverbände griffen in Süd- und Mittelengland
kriegswichtige Ziele wie Industriewerke, Bahnanlagen, Flakstellungen und vor
allem Flugplätze um London und in den Grafschaften Kent und Hampshire mit
guter Wirkung an. — Bei Bombenangrifen auf Schiffsziele im Kanal gelang es,
ein Handelsschiff von 4000 BRT. zu versenken, ein weiteres schwer zu beschä-
digen. — An mehreren Stellen entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren
Verlauf unsere Zerstörer und Jäger dem Feinde schwere Verluste beibrachten.
Das Zerstörergeschwader „Horst Wessel“ unter Führung seines Kommodore
Oberstleutnant Huth schoß allein an diesem Tage 51 Flugzeuge ab. — In der
Nacht zum 19. 8. belegten Kampfflugzeuge große Betriebsstofflager ostwärts
London, Rüstungswerke in Norwich und Essex, die Hafenanlagen von Mildford-
haven, Havenmouth, Bournemouth und Weymouth sowie mehrere Flugplätze in
Südengland und bei Liverpool mit Bomben. Bei allen angegriffenen Zielen konn-
ten starke Brände und Explosionen beobachtet werden. In den Häfen wurden
mehrere Schiffe getroffen. — Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum
19. 8. in West- und Süddeutschland Bomben ab, ohne wesentlichen Sachschaden
anzurichten. — Die Verluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 147 Flug-
zeuge, davon sind 124 in Luftkämpfen abgeschossen und 23 am Boden zer-
stört oder durch Flakartillerie zum Absturz gebracht worden. Außerdem wurden
33 Sperrballone vernichtet. 36°. deutsche Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

Berlin, 20. 8. 40. (DNB.) Oberk. d.: Wehrmacht: Im Zuge der bewaffneten
Aufklärung griff die Luftwaffe Rüstungsfabriken, Betriebsstofflager, Bahnanlagen,
Häfen, Flugplätze und Truppenlager, insbesondere in den Grafschaften Suffolk,
Norfolk und Oxford erfolgreich mit Bomben an. Bei Nacht richteten sich unsere
Angriffe gegen Flugplätze in Südengland sowie gegen Hafenanlagen und Groß-
tanklager an der britischen Süd- und Südwestküste — Feindliche Flugzeuge
warfen in der Nacht zum 20. 8. an verschiedenen Stellen Bomben auf Wohn-
viertel und freies Feld. Einige Zivilpersonen wurden getötet und verletzt, mehrere
Häuser zerstört. Dank des tatkräftigen Eingreifens des Sicherheits- und Hilfs-
dienstes sowie des Selbstschutzes der Bevölkerung konnten an verschiedenen
Stellen entstandene Schäden rasch behoben werden. — Fünf feindliche Flugzeuge

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 283

Deutsches Seenotflugzeug, als solches mit weißem Anstrich und rotem Kreuz
gekennzeichnet. Weltbild

wurden durch Jäger und Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 21. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Rahmen der bewaffneten
Aufklärung griff die Luftwaffe gestern einzelne kriegswichtige Ziele in Mittel-
und Südengland an. In der Grafschaft Suffolk wurde eine Munitionsfabrik bei
Aldeburgh, ein Eisenbahnknotenpunkt bei Southwold, die Hafenanlagen von
Great-Yarmouth wirksam mit Bomben belegt, ebenso ein Kriegsschiff im See-
gebiet von Great-Yarmouth. Bei Cambridge, Eastchurch sowie bei Manston und
Deal griffen unsere Flugzeuge Flugplätze mit Bomben und Maschinengewehren
an. Die Hafenbahnhöfe von Lowestoft und Exeter erhielten mehrere Treffer auf
Schuppen und Geleise. In einer Fabrikanlage bei Chelmsford waren starke Explo-
sionen zu beobachten. Den Hafen und Werftanlagen von Faversham, Burry-Port
und Pembroke wurden durch Bombentreffer schwere Schäden zugefügt. Einzelne
in den Häfen liegende kleinere Schiffe sanken. Oellager gerieten in Brand. Im
Seegebiet nördlich von Irland gelang es, ein Handelsschiff von 12000 BRT. durch

Britischer Geleitzug im Feuerhagel deutscher Bomben. Rechts ein britischer Zer-
störer, der vor den deutschen Bomben sein Heil in der Flucht sucht. Weltbild
Seite 284 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

Volltreffer zu versenken. Im Atlantik, weit abgesetzt von der nord- und west-
irländischen Küste, erhielten drei weitere Handelsschiffe schwere Bombentreffer.
Vereinzelt kam es zu Luftkämpfen. — Einige britische Flugzeuge flogen nach
Frankreich und Holland ein. Das Reichsgebiet wurde am 20. und in der Nacht
zum 21. 8. durch feindliche Flugzeuge nicht überflogen. — Der Feind verlor
gestern zehn Flugzeuge, von denen sechs im Luftkampf und vier durch Flak-
artillerie abgeschossen wurden. Drei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

Berlin, 22. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Verlauf der bewaffneten
Luftaufklärung über den britischen Inseln wurden am 21. 8. zahlreiche Industrie-,
Hafen- und Bahnanlagen, sowie fünfzehn Flugplätze mit gutem Erfolg angegriffen.
Bombentreffer konnten in den Industrieanlagen von Skegneß, Great Yarmouth,
Witney, Coventry, Bournemouth sowie in den Hafenanlagen von Bridlington
beobachtet werden. In den Werftanlagen von Southampton wurde unter anderem
ein Schiff im Dock getroffen. Bei einem Angriff auf einen Geleitzug an der Ost-
küste Englands gelang es, ein Handelsschiff durch Bombentreffer schwer zu be-
schädigen. — In der Nacht zum 22. 8. griffen unsere Kampfflieger Flugzeugwerke
südostwärts von London sowie Rüstungswerke bei Brigton wirksam mit Bomben
an. — Feindliche Bombenabwürfe in der Nacht zum 22. 8. in Norddeutschland
verursachten nur geringfügigen Schaden. Der Feind verlor sieben Flugzeuge,
sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.

Italien.

Rom, 9. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben

16 italienische Jagdflugzeuge an der Cyrenaika-Grenze einen heftigen Kampf
gegen 27 englische Flugzeuge aufgenommen. Trotz der zahlenmäßigen Ueber-
legenheit der Gegner gelang es unseren kampferprobten Fliegern, fünf feindliche
Flugzeuge abzuschießen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zu ihrem Aus-
gangspunkt zurückgekehrt.

Rom, 10. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Aus sicherer Quelle
erfährt man, daß bei dem Luftangriff unserer Bomber am 1. 8. das Schlacht-
schiff „Resolution“ schwere Schäden, besonders am Heckturm, davongetragen
hat. Außerdem wurde ein Zerstörer schwer beschädigt. — In Nordafrika sind
die Eisenbahnstation von Marsa Matruk, Zusammenziehung mechanisierter Ein-
heiten und feindliche Stellungen bei Sidi Barrani von unseren Flugzeugforma-
tionen wirkungsvoll bombardiert worden. — Unsere Luftwaffe hat einen Angriff
auf den Hafen und Flughafen von Berbera durchgeführt, wobei ein Schiff ge-
troffen und zwei feindliche Flugzeuge vom Glostertyp am Boden in Brand
gesetzt wurden. — Feindliche Kraftwagen sind bei Buna im Tiefangriff be-
schossen worden. — Feindliche Luftangriffe auf Harrar, Massaua und Gura
blieben erfolglos.

Rom, 11. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Formationen unserer
Luftwaffe haben den Flugplatz von Erkovit (Sudan) bombardiert, wobei 15 am
Boden befindliche Flugzeuge Volltreffer erhielten und der Angriff der feind-
lichen Jäger zurückgeschlagen wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. — Ein feindliches Flugzeug, das versucht hatte, EI Ulak (Kenia-Grenze)
zu bombardieren, wurde vom Feuer unserer Verbände abgeschossen. Ein eng-
lischer Fliegerhauptmann wurde gefangengenommen.

12. 8. 40. Hauptquartier d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über
Luftwaffe.

Rom, 13. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der erste Zusammen-
stoß mit dem Gros der feindlichen Kräfte, die Britisch-Somaliland verteidigen,
begann am 11., um 13 Uhr, durch den Angriff unserer Streitkräfte und hat sich
während des gestrigen Tages durch eine Anzahl heftiger Gefechte in der Zone
von Adadleh entwickelt, das besetzt wurde. Die Schlacht geht weiter. In dieser
Zone haben wir eine Blenheim abgeschossen und die Leiche des Piloten — eines
Hauptmannes — geborgen. Während der Schlacht haben wir eines unserer
Flugzeuge eingebüßt. — Formationen unserer Bombenflugzeuge haben die Treib-
stofflager Maltas mit Bomben belegt, wobei schwere Brände verursacht wurden.

Rom, 14. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Mittwoch früh, um
1 Uhr, haben feindliche Flugzeuge, die über die Schweiz kamen, norditalienische
Städte bombardiert und Flugblätter abgeworfen. In Mailand sind etwa 30 Explo-
siv- und Brandbomben abgeworfen worden, alle auf Wohnhäuser. Es wurden
keine militärischen Ziele getroffen. Die Anzahl der Toten, ausschließlich Zivil-
personen, beträgt 12, die der Verwundeten 44. In Turin wurden etwa 15 Bomben
abgeworfen, die weder an militärischen, noch an Industrieobiekten Schaden

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 285

Ital. Bombenwasserflugzeuge startbereit. Archiv Flugsport

anrichteten. Ein Toter und 8 Verwundete werden gemeldet. Auch Alessandria
und Tortona wurden bombardiert. In Alessandria wurden 9 Personen getötet,
darunter drei Feuerwehrleute in Ausübung ihres Dienstes, sowie einige ver-
wundet. — Die Bombardierung von Augusta (Syrakus), wo vier Bomben ab-
geworfen wurden, hat weder Schaden noch Opfer verursacht. Ein feindliches
Torpedoflugzeug wurde von der Marineflak abgeschossen. Die Besatzung, ein
Offizier und ein Mann, wurden gefangengenommen.

Rom, 15. 8. 40. Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Operationen in Britisch-
Somaliland sind mit harten Kämpfen, an denen die Luftwaffe wirksamen Anteil
hat, in voller Entwicklung.

Rom, 16. 8. 40. Hauptquartier d. Wehrmacht: In Britisch-Somaliland sind
unsere Offensivoperationen noch in voller Entwicklung. Ein feindliches Flugzeug
ist in Flammen über Zeila abgeschossen worden. Zwei feindliche Einflüge über
die Flugplätze von Colbolcia und Massaua haben leichte Schäden verursacht.
Es gab vier Tote und zwölf Verwundete unter den Italienern und Fingebore-
nen. — Im Laufe einer Luftaktion gegen Wajir sind zwei feindliche Flugzeuge
am Boden zerstört worden. Ein englischer Flieger ist im Luftkampf abge-
schossen worden. — Formationen unserer Bomber, die von Jagdflugzeugen be-

|

“*

Ital. Wasserflughafen mit Bombenflugzeugen. Archiv Flugsport
Seite 286 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

gleitet waren, haben den Flughafen von Holfi (Malta) bombardiert, ihre Ziele
getroffen und Brände verursacht. Die feindlichen Jagdflugzeuge haben sich nach
einem kurzen Angriffsversuch auf unsere Formationen zurückgezogen. Ein feind-
liches Flugzeug ist abgeschossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. — In Nordafrika haben unsere Flugzeuge die Bahn Fuca—Matruk
bombardiert. — In den frühen Morgenstunden ist von über die Schweiz kom-
menden feindlichen Flugzeugen ein neuerlicher Angriff auf norditalienische
Ortschaften durchgeführt: worden, wobei Bomben abgeworfen wurden, von
denen einige auf die Bauerndörfer Merate und Olgiate fielen und zwei Tote
sowie fünf Verletzte zur Folge hatten. Es wurde nur geringer Materialschaden
verursacht. Ein feindliches Flugzeug ist von unserer Flak in Turin getroffen
worden und bei Ceresole d’Alba abgestürzt. Die aus fünf Mann bestehende
Besatzung ist teils umgekommen, teils gefangengenommen worden.

Rom, 17. 8. 40. Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
anderthalb Stunden lang die Hafenanalgen und die im Hafen von Alexandria
liegenden Kriegsschiffe heftig bombardiert. Ein Flugzeug ist von dieser Aktion
nicht zurückgekehrt, ein anderes kam von einem Erkundungsflug über dem
Roten Meer ebenfalls nicht zurück.

Rom, 18. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eines unserer Flug-
zeuge ist von einer Aktion gegen Berbera nicht zurückgekehrt. — In Nord-
afrika haben feindliche Seestreitkräfte nicht weniger als dreihundert Schuß
großen und mittleren Kalibers gegen Bardia und das Innere des Landes ab-
gefeuert, wodurch ein Soldat getötet und elf verwundet wurden. — Unsere
Bomber sind sofort zum Angriff übergegangen und haben gleichzeitig den Schif-
fen zu Hilfe eilende feindliche Luftstreitkräfte zum Kampf gestellt. Sieben
feindliche Flugzeuge vom Gloster-Gladiator-Typ wurden mit Sicherheit abge-
schossen. Der Abschuß von zwei weiteren ist wahrscheinlich. Drei unserer
Flugzeuge fehlen.

Rom, 19. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Britisch-Somaliland
verfolgen unsere Truppen nach Durchbrechung der zweiten feindlichen Ver-
teidigungslinie und der Eroberung und Ueberschreitung von La Faruk den
Feind, der sich in Richtung der Schiffe zurückzieht, die ihrerseits unaufhörlich
von unserer Luftwaffe bombardiert werden. Ein englisches Flugzeug ist von
unseren Jägern abgeschossen worden. — Ein feindlicher Luftangriff auf Cassala
hat weder Opfer noch Schäden zur Folge gehabt. Ein weiterer Angriff auf den
Flugplatz Addis Abeba hat zwei Tote und fünf Verwundete verursacht und zwei
Flugplatzhallen getroffen, die altes Material enthielten. — In Nordafrika hat
unsere Luftwaffe die Anlagen des Wasser-Flughafens von Sidi Barrani sowie
Zeltlager und Kraftwagen in der Zone südöstlich von Sollum wirkungsvoll
bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Feindliche Luft-
angriffe fanden auf Mailand statt, wo drei Bomben einen Häuserblock trafen
und andere auf offenem Felde niederfielen. Angriffe auf Cuneo und Turin haben
unbedeutenden Schaden, jedoch keine Opfer verursacht. Wie üblich, wurden
Flugblätter abgeworfen.

Rom, 20. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Feindliche Luftangriffe
auf Neghelli, Mogadischio, Bardia, Mercha und Genale haben weder Opfer noch
nennenswerten Schaden verursacht. — In Nordafrika bombardierte der Feind das
Krankenhaus von Derna. Von den Insassen wurde einer getötet und 22 verwundet.

Rom, 21. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Berbera wurden
drei bei unseren Luftangriffen beschädigte Blenheim-Flugzeuge, ein viertes ver-
brannt im Bareris-Fluß und ein fünftes am Strande aufgefunden. — Der Feind
hat zahlreiche Einflüge über kleinere Ortschaften Aethiopiens unternommen. Eine
Frau wurde getötet, fünf wurden verletzt, der Materialschaden ist unbedeutend.
In einem Hospital wurden zwei Flüchtlinge verletzt. In einem anderen gab es
einen Toten und fünf Verwundete. Bei Diredaua haben unsere Jäger ein eng-
lisches Flugzeug von Typ Blenheim brennend abgeschossen. — Unsere Bomber
haben die Luftbasen von Malta angegriffen und mit Erfolg bombardiert. Alle
unsere Flugzeuge sind trotz heftiger feindlicher Abwehr zurückgekehrt. Die
feindlichen Jäger, die von den unseren angegriffen wurden, sind in die Flucht
geschlagen worden. Ein Flugzeug ist wahrscheinlich abgeschossen worden.

Rom, 22. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine unserer Luftfor-
mationen hat die militärischen Ziele von Gibraltar bombardiert. Ein Flugzeug ist
‚nicht zurückgekehrt. — Eine feindliche, aus Kreuzern bestehende, Flottenformation

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 287

ist von unseren Luftstreitkräften .erreicht und einer heftigen Bombardierung
unterzogen worden. Zwei Kreuzer wurden wiederholt von Bomben getroffen. Alle
unsere Flugzeuge sind zu den Ausgangsbasen zurückgekehrt. — In Ostafrika
wurde ein englisches Flugzeug von unseren Dubat bei Cacacia (Kenia) abgeschossen.

Segelflug

Weihe der von Reichsbahnlehrlingen erbauten Segelilugzeugen auf der
Wasserkuppe fand am 10. 8. in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste der Partei,
Wehrmacht und Behörden statt. Nach der Begrüßungsansprache von Reichs-
bahndirektionspräsident Angerer, Kassel, und der Weiherede von Ministerialrat
Heiges, Berlin, gedachte Gauleiter Staatsrat Weinrich, Kassel, der Leistungen
unserer Flieger an der Front und der gefallenen Helden. Hiernach sei es Ver-
pflichtung der Heimat, diesen nachzueifern und die junge aufstrebende Gene-
ration zu begeisterten Fliegern heranzuziehen. Nach der Uebernahme der 7 Segel-
flugzeuge, „Zöglinge“ und ein „Grunau-Baby“ durch den Stabsführer der
NSFK.-Gruppe 8 (Mitte) v. Blomberg gab Oskar Ursinus einen Rückblick auf
die Entwicklung des Segelfluges und seine Bedeutung für die deutsche Jugend.
Segelflugvorführungen beendeten die Veranstaltung.

a,

Von Reichsbahnlehrlingen in Reichsbahnausbesserungswerkstätten Fulda, Pader-
born, Kassel, Frankfurt a. M., selbst erbaute Segelflugzeuge wurden auf der
Wasserkuppe zur Betreuung dem NSFK. übergeben.

Segelilug und Modellbau in Bulgarien. Die ersten Anfänge der segelfliege-
rischen Betätigung in Bulgarien gehen bis auf 1926 zurück, zu welcher Zeit
Dr. Winter in Bulgarien tätig war. Sportliche Kreise bekundeten zu dieser Zeit
wenig Interesse. Erst später, 1935, wurden einige Flieger nach Grunau entsandt,
um im Segelflug ausgebildet zu werden, welche nach ihrer Rückkehr die erste
bulgarische Segelflugschule „Rillski Otel“ bei Bresnik an der jugoslawischen
Grenze mit einigen Anfangsschulmaschinen gründeten. Ergebnis 1935 / 36
Seite 288 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1940, Bd. 32

ca. 20 A-Prüfungen. 1937 kamen die ersten Schüler nach Deutschland und machten
in Grunau C-Prüfungen. 1938 schulte Otto Bräutigam mit vier deutschen Lehrern
bei Sofia und Sliwniza mit etwa 8 Maschinen, darunter „Grunau Baby“, „Habicht“
u. a. Ergebnis 30 verschiedene Segelfliegerprüfungen A, B und C, darunter vier
C-Prüfungen. Die Segelflugvorführungen von Bräutigam auf „Habicht“ 1938
in Sofia gaben der bulgarischen Segelfliegerei starken Auftrieb.

Gleichlaufend mit der Ausbildung im Segelflug wurde den Gymnasien in
Sofia dem Nachwuchs Gelegenheit gegeben, sich im Modellbau auszubilden. Zur
Zeit läuft ein Kursus im Modellbau für angehende Gymnasiallehrer. Leiter dieser
Kurse ist Georgi St. Koltscheff.

Fliegerei in Bulgarien. Oben links: Wie man in Bulgarien die Jugend für den

Segelflug begeistert. Rechts: Sofiotischer Klub für Segelflieger. Unten: Bulgar.

Sport-Sommerlager bei Sofia, vormilitärische Ausbildung. Im Vordergrund Vor-
führung von Flugmodellen durch Ausbildungsleiter Georgi St. Koltscheff.

Archiv Flugsport

Luft- Post.

Formaldehyd-Behandlung des Sperrholzes und Furniere vor der Verleimung
zur Vermeidung von Schimmelbildung ist in Deutschland bereits vor 30 Jahren
bekannt und verwendet worden.

Köhl, Hptm. a. D., am 7. 10. 38 Nymphenburger Krankenhaus München an
Nierenleiden gestorben.

Literatur.
{Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)
Vorlesungen über Flugzeugbau. Abschnitt I: Fluglehre. 1. u. 2. Teil (zwei
Schriften) v. Dr.-Ing. Justin Kleinwächter, Prof. a. d. T.H.. Danzig. Zu beziehen

Nr. 18/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 289

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6.

Aus den Vorlesungen sind die notwendigsten Grundlagen, welche für eine
selbständige Weiterarbeit notwendig sind, übersichtlich gegliedert und ingenieur-
mäßig dargestellt, zusammengefaßt. Fluglehre 1. Teil: umfaßt die Kapitel
Atmosphäre, Luftströmung und ihre Kraftwirkung, Profil und Polare, Profiltheorie,
Theorie des Eindeckers. 2. Teil: Doppeldecker, Flugmotor, Luftschraube, Flug-
leistungen, statische Längsstabilität sowie praktische Umrechnungsmaße und
Umrechnungstabellen.

Taschenbuch für den Auto-Ingenieur, herausgeg. unter Mitarb. führ. Fachl.
v. Prof. Dipl.-Ing. H. Buschmann. 2. Abifl. 555 S. mit 600 Abb. Verlag Franckh’sche
Verlagshandlung, Stuttgart. Preis RM 11.—.

Stoffumfang in der vorliegenden 2. Auflage entsprechend den Zeitverhält-
nissen erweitert. Nach einer Uebersicht der theoretischen Grundlagen ist alles
Wissenswerte über Luftkühlung, Gestaltung der Motorteile von Fahrzeugmotoren,
Nockenwellen, Ventile, Kurbeltriebe, Zylinderköpfe, Motorhilfsmaschinen, zusam-
mengefaßt, was man sonst nur aus Fachzeitungen sich mühsam zusammensuchen
muß. Wichtig sind die Kapitel über Lader mit Rechnungsbeispielen sowie die
vielen Angaben aus der Praxis.

Die deutsche Luitwaiie. Ein Bilderwerk v. Dr. Eichelbaum, Mai. i. RLM.,
m. ein. Geleitwort v. Generalfeldmarschall Hermann Göring. 2. Auflage. Verlag
Junker und Dünnhaupt, Berlin-Steglitz. Preis brosch. RM 3.80, geb. RM 4.80.
An Hand einer vorzüglichen Auswahl von Bildern wird mit einem begleiten-
den Text eine Einführung in die Gliederung der Luftwaffe gegeben. Die Bildseiten
mit teilweise noch unbekannten Aufnahmen geben eine Vorstellung von dem
Einsatz unserer Luftwaffe in Polen.

Luitwaiien-Fachwörterbuch. Teil I. Deutsch-englisch-französisch. Herausgeg.
von W. Voigtländer u. H. Zuerl. Heß Verlag G.m.b.H., Braunschweig-München.
Preis RM 1.65.

Enthält eine Zusammenstellung wiederkehrender Fachausdrücke, wie sie
sich aus der Praxis ergeben, in Deutsch-Englisch-Französisch. Zum Schluß Dienst-
grade, ferner die bekanntesten englischen und französischen Kriegsflugzeugtypen
sowie gebräuchlichen Buchstabenabkürzungen.

Luitfahrtunterricht in der Volksschule, v. Engelbert Treese. 199 S. mit
125 Abb. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2.
Preis RM 3.80.

Verfasser hat sich die schwierige Aufgabe gestellt, das Gesamtgebiet des
Luftfahrtunterrichts zur Ausbildung der Lehrer und als ‘Hilfsmittel für den Schul-
unterricht in knapper Form zusammenzustellen. Bei der nächsten Ausgabe sind
verschiedene Stellen zu berichtigen, z. B. S. 63 wird die Leistung des Renn-
ruderers mit 1,8 PS über 10 Min. viel zu hoch angegeben. Die Leistung beträgt
in Wirklichkeit rund 0,57 PS über 4 Min. (vgl. Mitteilungen des Muskelflug-
Instituts Nr. 3 im „Flugsport“ Nr. 25 v. 9. 12. 36); ferner S. 162 Fliegerlied
„Zipp, zapp, Zeppelin‘ — das Flugzeug fliegt, das Luftschiff fährt. Es gibt eine
Menge herrlicher Fliegerlieder, die von unserer Jugend mit Begeisterung ge-
sungen werden.

Großilugzeuge. Von Albert Klapprott. 34. Abb. Verlag Hachmeister & Thal,
Leipzig. Preis RM —.35.

Enthält auf 40 Seiten eine allgemein für Anfänger geschriebene Beschreibung
über Entwicklung und Stand des Großflugzeugbaues.

Technische Grundlagen. Von Ing. Erich Osterland. 120 S. Verlag Haclı-
meister & Thal, Leipzig. Preis RM 1.05.

An Hand von 139 Abbildungen hat Verfasser in knapper und übersichtlicher
Form das wichtigste über die mechanischen Grundlagen des Flugzeuges und Be-
anspruchung der Flugzeugteile mit den grundlegenden Formeln zusammengefaßt.

Leistungs-Segelilugmodell Möwe, v. Heinz Saalfeld. (37. Bauplan v. Volck-
manns Baupläne, flugf. Flugmod.) Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette,
Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 1.80.

Spannweite 258 m. Als Ein- und Doppelrumpfmodell zu bauen. Flugweite
bei Handstart 25—30 m, bei Doppelrumpf 22—28 m.

Die Flugmotoren. Von Albert Klapprott. 72 S., 56 Abb. Verlag Hachmeister
& Thal, Leipzig. Preis RM —.70.

Seite 290

„FLUGSPORT“

Nr. 18/1940, Bd. 32

Enthält Beschreibung der Wirkungsweise der bekanntesten deutschen Flug-

motoren der Neuzeit.

Die deutschen Flugmotoren: Jumo 205. Bearb. v. Ing. Otto Leib. 40 S. mit
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Der Junkers Dieselflugmotor ist an Hand von Abbildungen beschrieben.

Schul- und Reiseflugzeug Arado Ar 79, v. H. F. A. Schelhasse. (8. Bauplan
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„Redaktion und Verlag Flugsport‘. Frankiurt a. r

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nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 19 11. September 1940 XXXIl. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 25. Septbr. 1940

Bau- und Werkstoffkenntnis im Flugzeugbau.

Neben der Flugwissenschaft hat der deutscheFlugzeugbau schon
bei oberflächlicher Betrachtung für den Fernstehenderen einen Stand
der Entwicklung erreicht, wie man ihn noch vor wenigen Jahren
nicht vorausahnen konnte.

Durch die Verwendung moderner Bau- und Werkstoffe entstan-
den neuartige Herstellungsverfahren. Die vielfache Verwendung
von Kunststoffen, verschiedenen Leichtmetallen, Aluminium, Magne-
sium mit ihren Abarten, neuartigen Stählen von verhältnismäßig
hoher Festigkeit und Hitzebeständigkeit, verlangten umfangreiche
Sonderkenntnisse nicht nur in der Herstellung, sondern auch in der
" wendung undBearbeitung. Eine au: gedehnte _ oevhan Täligkei) hat
. o . . n — ie Kenntnis dieser jetzt zur Anwendung kommenden Baustoffe zu
Sich eine Aufgabe ımmer schwieriger stellen Sonderwissenschaften werden lassen, die der Gestalter und selbst
teilweise der Arbeiter beherrschen muß.

Mag eine Konstruktion heute gut und bewährt sein — morgen viel- | TE ey Bu TEE Doc, El be

leicht schon gilt es, noch härtere Anforderungenzuerfüllen! Deshalb | sich mehr wic ir mit den nouärtigen Werkstofeissenschafen

nie auf Erfolgen ausruhen — immer neue, schwerere, umfassendere a an Bands Hi re I Eregen ee

Prüfmethoden ersinnen, um Werkstoff und Konstruktion für die Auf- in an zellen zu aufieren, DIE ‚Kenntnis en er

gaben der Zukunft zu rüsten — das ist seit jeher das Geheimnis der er Terbail, vr Sn Dis JeBET nee. Aueh! Sngessizt sind, ae
planvollen €-Ingenieurarbeit gewesen! gegenüber dem Ausland zu steigern.

USA Schweizer
Ganzmetall-Doppelsitzer-Segelflugzeug SGS 2-8.

Ueber den Doppelsitzer der Schweizer Metal Aircraft Co. be-
richteten wir im „Flugsport“ 1939, S. 470. Bauausführung ähnlich
wie der Einsitzer. Schulterdecker, abgestrebt, rechteckiges Flügel-
mittelstück. Flügeltiefe von 15 m auf 0,6 m nach den Enden zu sich
verjüngend. Metallholm, Torsionsnase, Alcladbeplankung, Duralrip-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 33.

Seite 292 „rLUGSPORT“ Nr. 19/1940, Bd. 32

pen. Auf der Oberseite eine Störklappe, welche von beiden Sitzen
betätigt werden kann.

Rumpf geschweißtes Stahlrohr, Hinterteil nur dreiholmig mit
einem stärker dimensionierten, als Träger wirkenden Holm auf der
Rumpfunterseite. Kabine verkleidet, 2 Sitze hintereinander, hinterer
Sitz im Schwerpunkt des Flugzeuges. Doppelsteuerung. Fahrwerk
ein Rad, bremsbar, Ballonbereifung, mit zusätzlicher Kufe und
eummigefedertem Sporn.

Spannweite 15,65 m, Flügelfläche 20 m?, Profil NACA 4412, V-
Stellung 3°, Seitenverhältnis 1:12,65, Flächenbelastung einsitzig
14,6 kg/m?, zweisitzig 19,5 kg/m?, Leergewicht 204 kg, Mindestsink-
geschwindigkeit einsitzig 67 km/h, zweisitzig 76 km/h, beste Gleit-
zahl 1: 23,5 (einsitzig), Schleppfluggeschwindigkeit 112 km/h. Preis,
flugfertig ab Werk, 1250 Dollar.

Junkers Ju 87 B Sturzkampiflugzeug.

Die Junkers Ju 87 B (Stuka), 2 Mann Besatzung, ist ein frei-
traxender Ganzmetalltiefdecker (vgl. Typenbeschr. Ju 87 „Flug-
sport“ 1938, S. 124, u. Erfolge in Polen 1939, S. 556).

Knickflügel in Dural-Glattblechbauweise mit Mittelstück und
Ansatzflügel. Bei den dreiteiligen Hilfsfligeln an der Hinterkante
dienen die Außenteile als Querruder. Bei der Sturzflugbremse unter
der Flügelvorderkante wird bei der Anstellung eine Abfangvorrich-
tung vorgespannt.

Rumpf aus zwei Längsschalen, horizontal geteilt. Unterteil mit
dem Flügelmittelstück fest verbunden.

Höhenleitwerk durch V-Streben nach der Rumpfunterseite ab-
gefangen. Seitenleitwerk freitragend. Höhen- und Seitenruder
Trimmklappen.

Einbeinfahrwerk, freitragend, mit Ringfederbein, stromlinien-
verkleidet. Oeldruckbremsen. Spornrad verkleidet, schwenkbar.

Motor Jumo 211a, Wasserkühlung, 980 PS in 5000 m Höhe.

Bewaffnung starre MG, nach vorn schießend, ein bewegliches

USA Schweizer Ganzmetall - Doppelsitzer - Segel-

flugzeug SGS 2—8.
Archiv Flugsport

41450

USA Schweizer
Ganzmetall-
Doppelsitzer-
Segelflugzeug
SGS 2-8.

Zeichnung Flugsport

75 850

Nr. 19/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 293

Junkers Ju87B Sturzkampfflugzeug. Oben: Großeinsatz im Westen. Unten: Der
Motor wird angelassen. Werkbild - Weltbild
MG, nach hin-
ten schießend. er
Bombenträger
für eine Bombe
unter dem
Rumpf zwischen
Fahrwerk. Wei-
tere DBomben-
gehänge unter
den Außenflü-
eeln.
Spannweite
13,8 m, Länge
11,1 m, Flügel-
inhalt 32 m’.
Fluggewicht
4235 kg.

Junkers Ju 87B
Sturzkampf-
Flugzeug.

Nachdruck ohne Ouellen-
angabe nicht gestattet.
Zeichnung: Flugsport.

73 800 —

Seite 294 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1940, Bd. 32

Junkers Ju88, modernster Horizontal- und Sturzkampfbomber der deutschen
Luftwaffe, wurde bei Großeinsätzen gegen England mit besonderem Erfolg
eingesetzt. Weltbild

Ital. Cant Z. 501 Flugboot.

Dieses mehrsitzige Flugboot, gebaut von Cantieri Riuniti dell’
Adriatico, Monfalcone, ist für Bombenwurf und Fernaufklärung be-
stimmt.

Flügel aus zwei Hälften, zweiholmig, in Holzbauweise, stofibe-
spannt, gegen den Bootsrumpf durch je zwei Stiele, die in sich ver-
strebt und verspannt sind, abgefangen.

Bootsrumpfunterseite stark gekielt, zwei Stufen, das Ganze in
drei wasserdichten Abteilen abgeschottet. Ganzholzbauweise, Boots-
bedeckung aus zwei Holzauflagen mit von Schutzlack überzogener

Stoffauflage. Die beiden Stützschwimmer, in der Mitte der Flügel-

Ital. Aufklärungsflugboot Cant Z. 501.

Zeichnung: Flugsport.
Nachdruck verboten.

min

Nr. 19/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 295

häliten angreifend, sind im Dreiecksverband mit den Flügelstreben
geschickt vereinigt (vgl. nebenstehende Abb.).

Bootsrumpfende hochgezogen, Höhen- und Seitenleitwerk gegen
Rumpf verstrebt und Seitenleitwerk verspannt. Flossen und Ruder
Holzbauweise, stoffbespannt. Höhen- und Seitenruder im Fluge ver-
stellbare Trimmklappen.

Besatzung 4 Mann, Bewaffnung 1 MG im Bootsrumpf, 1 MG
hinter den Flügeln und ein weiteres Doppel-MG in einem Drehturm
in der Motorgondel. Im hinteren Rumpfteil Raum für zwei Hänge-
matten.

Motor wassergekühlter 16-Zylinder Isotta-Fraschini „Asso XI
R. 0.15“ 800 PS. Betriebsstoffbehälter von 2800 1 in der Motor-
gondel, Hilfsbehälter von 500 1 im Bootsrumpf.

Spannweite 22,5 m, Länge 14,9 m, Höhe 4,4 m, Flügelfläche
62 m?. Leergewicht 3400 kg, Fluggewicht 5500 kg. Flächenbelastung
88,7 kg/m?, Leistungsbelastung 6,8 kg/PS, Flächenbelastung 12,9 k&/m?.

Höchstgeschwindigkeit 275 km/h, Reise 240 km/h, steigt in 16
auf 4000 m, Reichweite 2600 km.

Inland.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehlshaber
der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 9, 40:

Zu Generalen der Flieger die charakterisierten Generale der Flieger Wilberg,
Quade;
zu Generalleutnanten die Generalmaiore Waber, Pflugbeil;
zu Generalärzten die Oberstärzte Dr. Schmidt, Dr. Gebler.

General d. Inf. Volkmann 7, an den Folgen eines schweren Unfalles, den er
auf der Heimfahrt aus dem Felde erlitt, verstorben, ist am 29. 8. in Wilmers-
dorf eingeäschert worden. Generalfeldmarschall Milch und Offiziersabteilungen
aller drei Wehrmachtsteile gaben General Volkmann, der sich schon im Spanien-
feldzug als Befehlshaber der Legion Condor auszeichnete, das letzte Geleit.

Sonderausstellung der Wehrmacht „Der Sieg im Westen“ auf der Leipziger -
Herbstmesse. Abgeschossenes englisches Jagdflugzeug vor dem Ausstellungs-
gebäude der Wehrmacht. Weltbild

Seite 296 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1940, Bd. 32

Godt, NSFK.-Brigadeführer, vom Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General
d. Flieger Fr. Christiansen, zum Führer d. Gruppe 12 (Niederrhein) d. NSFK. ernannt.

Prof. Dr. Otto Mader, 17.9.
60. Geburtstag. Mader ist als
ältester wissenschaftlicher Mit-
arbeiter von Prof. Junkers, ins-
besondere durch seine ver-
dienstvollen Arbeiten, eng ver-
bunden mit der Entwicklung
des Schwerölmotors (seit Jah-
ren Chefkonstrukteur von Jun-
kers-Flugmotorenbau), bekannt
geworden. Erhielt 1937 die Lilien-
thal- Denkmünze und wurde
zum Wehrwirtschaftsführer er-
nannt.

Ausland.

74 englische Sperrbailone
sind nach dem Heeresbericht
vom 31. August 1940 vernichtet Prof. Dr. Otto Mader. Bild: JFM,
worden. Die Einrichtung der Ballonsperren ist in England seit 1938 eifrig
betrieben worden. Man stritt sich seinerzeit, ob man die vorhandene Zahl von
Sperrballonen über das ganze Stadtgebiet von London (Abb. 1) oder mit geringen
Abständen von einigen 100 m im Kreis ringförmig um London verteilen sollte
(Abb. 2). Auf jeden Fall ist der Erfolg mit den Ballonsperren ausgeblieben. Der
„United Preß“-Korrespondent berichtet über den Angriff am 31. 8., der aus einer
Hafenstadt im englischen Südosten datiert ist, folgendes: „Ich war soeben Augen-
zeuge des entschlossensten deutschen Luftangriffes auf eine Ballonsperre, den ich
iemals erlebt habe. Zwölf Maschinen stürzten sich aus der Richtung der Sonne her
in das furchtbare Flaksperrfeuer, und vier von ihnen begannen methodisch, die
Ballonsperre anzugreifen, wobei sie einen Ballon nach dem anderen in Flammen
setzten und zum Absturz brachten.“ Wenn der Berichterstatter auch fortfährt, daß
die Ballons alsbald ersetzt worden seien, so ist doch deutlich, daß ein derartiger
Verbrauch nicht lange anhalten kann. Der Bericht schließt mit dem Satz: „Soweit
ich sehen konnte, war es den vier deutschen Maschinen gelungen, ihre Aufgabe
zu erfüllen und über den Kanal zurückzufliegen.‘ — Die Sperrballone haben 11 m
Durchmesser und sind 21 m lang. Aufsteigzeit auf 300 m 2 Min. — Für die
sogenannten Luftvorhänge mit Drahtschürzen, die in verschiedenen Höhen den
feindlichen Fliegern den Weg versperren sollen, betragen die Ballonabstände
65 ım. Zwischen den Haltetrossen wollte man ursprünglich noch in etwa 10 m
Abstand Sperrkabel auf-

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hängen. — Das alles hat
man sich sehr schön ge-
dacht. Für die Bevölke-
rung wird es kein an-
senehmes (Gefühl sein,
wenn die mit Wasser-
stoffgas gefüllten Ballone
mit ihrem Drahtseilgewirr
plötzlich brennend her-
unterkommen. Ursprüng-
lich beabsichtigte man,

“mit den Ballonsperren

den Angrifisgeist der
feindlichen Flieger infolge
der Ungewißheit über die
Länge der englischen
Ballone und ihre Ver-

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Nr. 19/1940, Bd.2_  „FLUGSPORT“ Seite 297

Argentin. Luftwafie soll um 400 Flugzeuge, wofür 225 Millionen Pesos aus-
geworfen sind, verstärkt werden. Eine beträchtliche Erweiterung soll auch die
Bodenorganisation erfahren.

USA Verkehrsilugzeug in Virginia am 31. 8. mit 26 Personen, die alle ums
Leben kamen, abgestürzt. Darunter befindet sich auch der Senator Lundeen,
welcher als Mitglied des Repräsentantenhauses 1917 gegen den Kriegseintritt der
Vereinigten Staaten gestimmt hatte und auch seinerzeit den Eintritt Nordamerikas
in den Völkerbund bekämpfte.

Bombardement Tschungking durch japanische Flugzeuge am 20. 8. 40 nahmen
77 Bomber teil, die in mehreren Wellen durch große Mengen Bomben die Stadt

in Brand warien.
Luftwaffe.

Berlin, 23. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfverbände der Luft-
waffe griffen gestern im Rahmen der bewaffneten Aufklärung ie einen Geleitzug
im Seegebiet von Berwick und in den Downs an und erzielten auf vier Handels-
schiffe mehrere Treffer. Außerdem wurde der Flugplatz Manston mit guter
Wirkung mit Bomben belegt. Im Laufe des Tages kam es über Südostengland
zu einigen für unsere Jagdflieger erfolgreichen Luftkämpfen. Bei Nachtangriffen
auf mehrere Flugplätze in Cornwall und Wales, auf eine Flugzeugfabrik in
Reading und ein Flugmotorenwerk in Rochester zeigten Brände und Explosionen
die Wirkung der abgeworfenen Bomben. Die Verminung britischer Häfen wurde
fortgesetzt. — Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 23. August in
Westdeutschland ohne besondere Wirkung Bomben. In einer Stadt wurde ein
Wohnhaus zerstört, mehrere beschädigt und einige Zivilpersonen verletzt. —
Der Feind verlor gestern in Luftkämpfen elf Flugzeuge sowie zwei Sperrballone;
zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 24. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Unsere Flugzeuge griffen
am 23. 8. und in der Nacht zum 24. 8. in ganz Süd- und Mittelengland Hafen-

‘und Dockanlagen, Flugplätze, Werke der Rüstungsindustrie und Truppenlager

an. Im Zuge der bewaffneten Aufklärung am Tage warfen sie u. a. Bomben auf
ein Munitionswerk in Banbury, wo Brände und heftige Explosionen beobachtet
wurden. Durch zahlreiche nächtliche Bombenangriffe wurden besonders in den
Hafenanlagen von Bristol, Evonmouth, Devonport und Great Yarmouth sowie auf

Einsatz heim Stab eines Fliegerkorps. Kurz vor Beginn der Kampfhandlungen
findet zwischen dem Chef der Luftwaffe, General der Flieger Ritter von Greim
(Mitte), dem Chef des Stabes und dem I a noch eine kurze Besprechung statt,
bei der die Lage bis ins kleinste Detail durchgesprochen wird. pK-Dietrich-Weltbild
Seite 298 .FLUGSPORT"“ Nr. 19/1940, Bd. 32

dem Flugplatz Cambridge weithin sichtbare Brände und Explosionen ausge-
löst. — Einige feindliche Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland
ohne nennenswerte Wirkung Bomben. — Gestern wurden drei feindliche Flug-
zeuge durch Jäger, vier durch Flak abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden
vermißt.

Berlin, 25. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte am
24. 8. die planmäßige Zerstörung kriegswichtiger Anlagen des Feindes mit großem
Erfolg fort. Wie bereits bekanntgegeben, stießen deutsche Fliegerverbände gestern
überraschend gegen die britischen Inseln vor. Dabei gelang es, Unterkünfte,
Hallen, Werkstätten und Lager auf den Flugplätzen Northwald, Hornchurch,
Manston, Canterbury und Ramsgate weitgehend zu zerstören. Der Kriegshafen
von Portsmouth wurde mit zahlreichen Bomben, darunter solchen schwersten
Kalibers, belegt und die Hafen- und Werftanlagen in Brand gesetzt. Unsere
Kampfflieger warfen ferner Bomben auf Great-Yarmouth, wo Lagerhäuser und
Schuppen in Flammen aufgingen, sowie auf Truppenunterkünfte in der Nähe von
Dover. — Im Laufe des Tages kam es zu mehreren heftigen Luftkämpfen, in
denen unsere Jagdflieger wiederum ihre Ueberlegenheit bewiesen. — Zahlreiche
nächtliche Angriffe unserer Kampfflieger hatten erhebliche Zerstörungen in den
Hafenanlagen von Bristol, Brände und Explosionen im Großöllager von Thames-
haven sowie starke Beschädigungen in verschiedenen Werken der britischen
Flugrüstungsindustrie, u. a. in Derby, Birmingham, Kingston und Rochester, zur
Folge. — Das Verminen englischer Seehäfen wurde fortgesetzt. — Britische
Flieger warfen in der Nacht zum 25. 8. in Nord-, West- und Süddeutschland
Bomben auf freies Gelände und in Wohnviertel von zwei südwestdeutschen
Städten. In einer Stadt wurden mehrere Wohnhäuser getroffen, zwei Zivil-
personen getötet und zwei verletzt. An einer anderen Stelle zerstörte eine
Bombe ein Gebäude, in dem Kriegsgefangene untergebracht waren. Acht von
ihnen wurden verletzt. — Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern
64 Flugzeuge, von denen 57 im Luftkampf und 7 durch Flak abgeschossen oder
am Boden zerstört wurden. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 26. 8. 40. DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge
griffen gestern den Flugplatz Warmwell nordwestlich Portland mit guter Wir-
kung an, wobei es zu heftigen Kämpfen kam. 360 km westlich Landsend ver-
senkte ein deutsches Flugzeug ein Handelsschiff von 4000 BRT. Vor den briti-
schen Häfen wurden erneut Minen gelegt. — In der Nacht zum 26. 8. belegten
zahlreiche Flugzeuge in Birmingham sowie in Kingston und Coventry Werke der
Flugzeug- und Rüstungsindustrie mit Bomben. Heftige Explosionen und starke
Brände konnten beobachtet werden. — In der gleichen Nacht überfllogen zum
erstenmal seit Kriegsbeginn einige feindliche Flugzeuge Berlin und warfen am
Stadtrande mehrere Brandbomben. Im übrigen Reichsgebiet fielen an verschie-
denen Stellen planlos geworfene Bomben auf nichtmilitärische Ziele. Weder
hier noch in Berlin wurde Schaden angerichtet. Eines der Berlin überfliegenden
Flugzeuge wurde auf dem Rückweg durch Flak abgeschossen. — Die Gesamt-
verluste.des Gegners am gestrigen Tage betrugen 72 Flugzeuge, davon wurden
51 im Luftkampf abgeschossen, 21 durch Flak oder am Boden zerstört. 14 eigene
Flugzeuge werden vermißt. — Das Jagdgeschwader Richthofen hat in den
gestrigen Luftkämpfen den 250. Abschuß überschritten. Oberltn. Wieck errang
seinen 19. und 20. Luftsieg.

Berlin, 27. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Fliegerverbände
griffen erneut in Südengland Flugplätze, Truppenlager sowie den Kriegshafen
Portsmouth an. Eine Funkstation auf den Scilly-Inseln wurde zerstört. Drei im
Geleitzug fahrende Handelsschiffe erhielten nördlich Fraserbourgh schwere Bom-
bentreffer. Im Verlauf der Kampfhandlungen kam es zu mehreren für uns er-
folgreichen Luftkämpfen. In der Nacht zum 27. 8. unternahmen stärkere Kampf-
fliegerverbände Angriffe auf den Kriegshafen Plymouth, auf einen Flugplatz in
Cornwall, auf Flugzeug- und Rüstungswerke in Coventry und bei Birmingham
sowie auf die Hafenanlagen von Hull und Newcastle. Nach dem Abwurf zahl-
reicher Bomben entstanden an vielen Stellen Brände und Explosionen, insbe-
sondere in Plymouth und Hull. — Das Verminen britischer Seehäfen aus der
Lüft nahm seinen Fortgang. — In der Nacht zum 27. 8. warfen britische Flug-
zeuge im Reichsgebiet an meheren Stellen Bomben. Der angerichtete Sach-
schaden ist unwesentlich. Es wurden zwei Zivilpersonen getötet, acht verletzt. —
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 70 Flugzeuge, davon wurden

Nr. 19/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 299

61 im Luftkampf abgeschossen und neun am Boden zerstört. 21 eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 28. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am gestrigen Tage be-
schränkte sich die Tätigkeit der deutschen Luftwaffe infolge unsichtigen Wetters
auf bewaffnete Aufklärung, in deren Verlauf Bomben auf die Hafenanlagen
von Gosport geworfen wurden. — In der Nacht zum 28. 8. griffen starke Kampi-
verbände Hafenanlagen und Werften, Flugzeugwerke und Rüstungsanlagen in
England und Schottland an. In Southampton, Aberdeen, Dundee, Leeds, Hull,

Links oben: In einem ‘deutschen Kampfflugzeug, der Schütze am Seiten-MG.
. Schödl-PK-Weltbild
Unten: Er hat bei einem Englandflug einen Schuß durch den Stiefel bekommen

und stopft nun das Loch im Strumpf. Spieth-PK-Weltbild

Rechts oben: Besatzung einer He 111 geht an Bord.
Mitte: Heckschütze eines Kampfflugzeuges vom Muster He 111. seuffert-PK-Weltbild
Unten: Einschuß neben Einschuß zeigen die Tragflächen der deutschen Kampf-
maschine, die trotzdem unbeirrt ihren Auftrag durchführte und glatt im Heimat-
hafen landete. Jütte-PK-Weltbild

Seite 300 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1940, Bd. 32

vor allem in den Flugzeug- und Motorenwerken von Derby und Birmingham
und in der Staatswerft von Chatham zeigten ausgedehnte Brände die Wirkungen
der Bombenangriffe. Das Verminen britischer Häfen durch Flugzeuge wurde
fortgesetzt. — Britische Flugzeuge warfen in der Nacht im Reichsgebiet Bomben
ohne nennenswerten Schaden. In Kiel wurden einige Wohnhäuser beschädigt.
Infolge des disziplinierten Verhaltens der Bewohner erhielt nur eine Person
leichte Verletzungen. — Drei britische Flugzeuge wurden abgeschossen, davon
eines durch Marineartillerie. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 29. 8. 40. DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampffliegerverbände
eriffen am gestrigen Tage die Flugplätze von East Church und Southend an der
Themsemündung sowie den Hafen von Bogner-Regis an der englischen Südküste
mit starker Wirkung an. Bei Nacht wurden in verstärktem Maße die Hafen-
anlagen von Liverpool, Cardiff, Bristol, Middlesborough, Chatham und Thames-
haven sowie Rüstungsziele in Sheffield, Norwich und Coventry mit Bomben
belegt. Der Luftminenabwurf in britischen Häfen wurde fortgesetzt. An ver-
schiedenen Stellen kam es zu Luftkämpfen, in deren Verlauf 38 feindliche Flug-
zeuge und zwölf eigene Flugzeuge abgeschossen wurden. — Britische Flugzeuge
griffen in der Nacht planmäßig Wohnviertel der Reichshauptstadt an. Durch
Brand- und Sprengbomben wurden zahlreiche Zivilpersonen getötet oder ver-
letzt, sowie an einzelnen Wohnhäusern Dachstuhlbrände und Schäden verur-
sacht. Eines der angreifenden feindlichen Flugzeuge wurde durch Flakartillerie
abgeschossen, bevor es das Weichbild von Berlin erreichte. — Auch das Leuna-
werk war das Ziel eines britischen Angriffs. Der hier angerichtete Schaden ist
gering. An mehreren anderen Orten Mittel- und Westdeutschlands, die mit Bom-
ben angegriffen wurden, entstand ebenfalls kein nennenswerter Schaden. — Der
Feind verlor gestern insgesamt 44 Flugzeuge und einen Sperrballon, während
der eigene Gesamtverlust 15 Flugzeuge beträgt.

Berlin, 30. 8. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Gestern beschränkte sich
die Tätigkeit der Luftwaffe auf bewaffnete Aufklärung, in deren Verlauf es zu
mehreren Luftkämpfen über Südostengland kam. — In der Nacht zum 30. 8.
griffen Kampffliegerverbände mehrere Flugplätze in den Grafschaften Lincoln,
Suffolk, Industrieanlagen in Felixstowe, Flugzeugwerke in Weybridge und
Langley-Sluth, sowie die Hafenanlagen von Dundee, Leith, Hartlepool und Liver-
pool an. Ausgedehnte Brände in den einzelnen Zielen, besonders im Hafen von
Liverpool zeigten ‚den Erfolg der Angriffe. Britische Häfen wurden weiter ver-
mint. — Auch in der letzten Nacht warfen britische Flugzeuge in Westdeutsch-
land Bomben auf nichtmilitärische Ziele. Im Ruhrgebiet wurden in mehreren
Orten Wohnviertel getroffen. Es gelang iedoch, entstandene Brände durch den
Sicherheits- und Hilfsdienst rasch zu löschen; der sonst angerichtete Sach-
schaden ist geringfügig. — Bei ihren nächtlichen Einflügen in das Ruhrgebiet
wurden zwei feindliche Flugzeuge durch Flak, in den Luftkämpfen des Tages
19 feindliche Flugzeuge abgeschossen und sechs Sperrballone zerstört. Sieben
eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück.

Berlin, 31. 8. 40 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie bereits bekanntgegeben,
haben unsere Kampf- und Jagdflieger gestern mehrere überraschende Vorstöße
gegen die britische Insel unternommen. Dabei wurden auf verschiedenen Flug-
plätzen Hallen und Unterkünfte durch Bomben schwer beschädigt. Ein Truppen-
lager in Südengland erhielt mehrere Treffer mittleren Kalibers. Im Laufe dieser
Angriffe sowie beim Durchbrechen der Jagdsperre an der englischen Südküste
entwickelten sich zahlreiche Luftkämpfe. — In der Nacht zum 31. August griffen
Kampffliegerverbände Hafenanlagen und Werke der Rüstungsindustrie in Mittel-
england mit Bomben an. An der Themsemündung wurden Oellager und Docks
wirksam mit Bomben belegt. In den angegriffenen Zielen entstanden starke
Brände. — Britische Häfen wurden erneut vermint. — In der vergangenen Nacht
setzten. britische Flugzeuge ihre Angriffe auf Berlin und andere Ziele im Reichs-
gebiet fort. Eine Anzahl von Bomben fiel in die innere Stadt sowie in Arbeiter-
wohnviertel der Reichshauptstadt. Hier wie an anderen Stellen des Reiches
sind die angerichteten Sachschäden unbedeutend. Tote sind nicht zu beklagen.
Einige Zivilpersonen sind verletzt worden. — In den Luftkämpfen des Tages
wurden 93 feindliche Flugzeuge, bei den nächtlichen Angriffen ein britisches
Flugzeug durch Flak und zwei durch Nachtiäger abgeschossen. Mit zwei weiteren
Abschüssen durch Flakartillerie der Kriegsmarine an der Nordseeküste betragen
somit die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage 98 Flugzeuge; 34 eigene
werden vermißt.

Nr. 19/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 301

Berlin, 1. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 31. 8. und in der Nacht
zum 1. 9. unternahmen unsere Kampf- und Jagdflieger überraschende Vorstöße
gegen die britischen Inseln. Flugplätze in den Grafschaften Kent und Essex,
Hafenanlagen und Docks an der Themsemündung und in Liverpool, Luftrüstungs-
werke in Mittelengland wurden mit Bomben belegt. Zahlreiche Brände zeigten
die große Wirkung der Angriffe. Hierbei entwickelten sich heftige Luftkämpfe,
in deren Verlauf 116 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Das Verminen
britischer Häfen wurde fortgesetzt. — In der Nacht zum 1. 9. flogen britische
Flugzeuge ins Ruhrgebiet und gegen Berlin ein und warfen an mehreren Stellen
Bomben, die aber nur ganz geringen Sachschaden anrichteten. Militärische Ziele
sind nirgends getroffen worden. Das Abwehrfeuer unserer Flak hinderte die
feindlichen Flugzeuge beim Angriff auf Berlin am Bombenabwurf über dem
Stadtgebiet. Einige Bomben fielen außerhalb der Stadt in freies Gelände. —
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 133 Flugzeuge, von denen
116 im Luftkampf, drei in der Nacht durch Flakartillerie abgeschossen und 14
am Boden zerstört wurden. Es gelang ferner, 74 Sperrballone zu vernichten.
32 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 2. 9. 40 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 1. 9. setzten unsere
Kampf- und Jagdverbände die Angriffe auf Anlagen der englischen Luftwaffe
in Südostengland fort. Hallen und Unterkünfte der Flugplätze Abingdon, Kenley,
Biggin-Hill, Detling, Hawkinge, Lympne erhielten Volltreffer und wurden zum
Teil in Brand gesetzt. Im Verlauf der Angriffe kam es zu verschiedenen Luft-
kämpfen, in denen unsere Fliegerverbände erneut ihre Ueberlegenheit bewiesen. —
In der Nacht belegten Kampfverbände die Seehäfen von Liverpool, Swansea,
Bristol und Chatham erfolgreich mit Bomben. Die Verminung britischer Häfen
nimmt ihren Fortgang. — Feindliche Flugzeuge versuchten in der letzten Nacht

Oben: Ueber dem Kanal, auf dem Wege nach England. Hinze-PK-Weltbild
Unten: Von den ersten Bombenangriffen auf den britischen Kriegshafen Ports-
mouth. Bombentreffer in den Hafenanlagen. PK-Weltbild

Seite 302 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1940, Bd. 32

wieder, Berlin und andere Städte anzugreifen. Dank unserer starken Flakabwehr
gelang es ihnen nicht, im Raume von Groß-Berlin Bomben zu werfen. An
anderen Stellen im Reichsgebiet wurden nur Schäden an Wohnhäusern, niemals
jedoch militärischer Sachschaden angerichtet. — Die Gesamtverluste des Feindes
betrugen gestern 62 Flugzeuge, von denen 52 im Luftkampf abgeschossen und 10
am Boden zerstört wurden. Demgegenüber werden nur neun eigene Flugzeuge
vermißt.

Berlin, 3. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 2. 9. griffen unsere Kampf-
und Jagdverbände, wie bereits bekanntgegeben, feindliche Flugplätze in Süd-
england an. In Hornchurch, Gravesend, East Church, Detling wurden Hallen
und Unterkünfte durch Bombentreffer zerstört und zum Teil in Brand gesetzt.
Dabei kam es zu einer Reihe von Luftkämpfen, die für unsere Fliegerverbände
siegreich verliefen. — Nachtangriffe unserer Kampffliegerverbände richteten sich
zegen Hafenanlagen an der englischen West- und Südküste, gegen Werke der
Rüstungsindustrie in Mittelengland und gegen Flugplätze. So wurden die Häfen
von Liverpool, Swansea, Bristol, Plymouth, Portland, Poole und Portsmouth
und Rüstungswerke in Birmingham, Coventry und Filton mit Bomben belegt.
An mehreren Stellen entstanden starke Brände. — Das Verminen britischer Häfen
wurde fortgesetzt. — Britische Flugzeuge warfen in der Nacht in West- und
Südwestdeutschland an verschiedenen Stellen Bomben. Außer der Zerstörung
eines ländlichen Anwesens ist weder Sach- noch Personenschaden angerichtet
worden. — Der Feind verlor gestern insgesamt 93 Flugzeuge; davon wurden
85 feindliche Flugzeuge in den Luftkämpfen am Tage, ein Flugzeug durch Nacht-
jäger, eines durch Flakartillerie und eines durch Flakartillerie der Kriegsmarine
abgeschossen und vier am Boden zerstört. 23 eigene Flugzeuge werden ver-
mißt. — Das Zerstörergeschwader 76 hat seinen 500. Luftsieg errungen.

Berlin, 4. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 3. 9. griffen unsere
Fliegerverbände von neuem Flugplätze in Südengland an und belegten Hallen
und Werftanlagen wirksam mit Bomben, die zu mehreren Bränden führten. —
Bei den Vorstößen gegen die britischen Inseln entwickelten sich wiederum Luft-
kämpfe, die für unsere Jäger sehr erfolgreich verliefen. Kampffliegerverbände
warfen in der Nacht Bomben auf britische Hafen- und Rüstungsanlagen sowie auf
Flugplätze. In Liverpool, Avonmouth, Bristol, Portland, Poole, Rochester und
Middlesborough entstanden ausgedehnte Brände. — Das Auslegen von Luftminen
vor den britischen Häfen nahm seinen Fortgang. — Britische Flugzeuge flogen in
der Nacht in das Reichsgebiet ein und versuchten u. a. die Reichshauptstadt
anzugreifen. Nur einzelnen Flugzeugen gelang es, Groß-Berlin zu überfliegen.
Bomben wurden hierbei im Stadtgebiet nicht geworfen. In der Mark Brandenburg
sowie an einigen anderen Orten des Reiches fielen vereinzelt Bomben, ohne
nennenswerten Schaden anzurichten. — Der Feind verlor gestern 62 Flugzeuge,
davon wurden 46 Flugzeuge in den Luftkämpfen des Tages und ein Flugzeug
während der Nacht durch Flakartillerie abgeschossen, ferner 15 Flugzeuge am
Boden vernichtet. Zehn eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 5. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 4. 9. griffen unsere
Kampfflieger, Jagd- und Zerstörerverbände wiederholt Flugplätze, Werke der
Flugrüstungsindustrie. sowie ein Munitionslager wirksam mit Bomben an. In der
Flugmotorenfabrik Rochester und in der Flugzeugfabrik Weybridge sind Treffer
in Hallen und Gebäuden erzielt worden. Bei diesen Angriffen kam es zu mehreren
für unsere Jäger siegreichen Luftkämpfen. — In der Nacht griffen Kampfflieger-
verbände hauptsächlich Hafen- und Dockanlagen an der West- und Ostküste

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz: Oberstltn. v. Bülow, Hptm. Oesau,
Mai. Graf Schönborn, Oberstltn. Ludwig Schulz, Oberfeldw. Renz. Weltbild

Nr. 19/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 303

Englands sowie mehrere Flugplätze an. In Liverpool, Swansea, Bristol, Weymouth,
Poole, Chatham, Tilbury, Great Yarmouth und Hull entstanden zahlreiche Brände.
— Das Verminen englischer Häfen aus der Luft nahm seinen Fortgang. —

“Britische Flugzeuge flogen in der Nacht wieder in das Reichsgebiet ein. Der

Versuch, die Reichshauptstadt anzugreifen, scheiterte an der starken Flakabwehr.
Lediglich an zwei Stellen gelang es dem Gegner, Bomben über dem Stadtgebiet
abzuwerfen, die hier wie auch an anderen Stellen im Reich nur unbedeutenden
Schaden anrichteten. In einer norddeutschen Stadt fiel eine Bombe in eine
Arbeiterunterkunft und tötete 18 Zivilpersonen, die sich außerhalb des Luftschutz-
raumes aufhielten. — Der Feind verlor gestern insgesamt 57 Flugzeuge; davon
wurden 54 in Luftkämpfen bei Tage, ein Flugzeug durch Flakartillerie bei Nacht
abgeschossen und zwei Flugzeuge am Boden zerstört. 17 eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Italien.

Rom, 23. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Hafen von Alexan-
dria (Aegypten) ist neuerdings von einer unserer Flugzeugformationen bom-
bardiert worden. Eine andere Flugzeugformation hat einen feindlichen, von
zwei Torpedobooten geschützten Geleitzug im östlichen Mittelmeer festgestellt
und einem lebhaftem Bombardement unterzogen. Bei beiden Aktionen sind alle
unsere Flugzeuge zurückgekehrt. — Feindliche Luftangriffe von geringer Wir-
kung sind in Nordafrika auf Bomba und Derna durchgeführt worden, wo ein
Toter und fünf Verwundete zu beklagen sind. Bei anderen Angriffen in Ostafrika
auf Mogadiscio wurden fünf Askari und fünf Eingeborene verwundet sowie zwei
Flugzeugschuppen getroffen, in denen vier Kraftwagen untergestellt waren. In
Massaua und auf der Insel Harmil (Massaua) wurden weder Schäden noch
Verluste verursacht.

Rom, 24. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist der
Flugplatz von Sidi Barrani in der Nacht zum 23. heftigen und lang andauernden
Luftbombardierungen unterzogen worden, ebenso feindliche Verteidigungsstellun-
gen in der Zone von Marsa Matruk und die Flottenbasis von Alexandria. Ueber-
all wurden beträchtliche Wirkungen erzielt und ausgedehnte Brände beobachtet.
Alle unsere Flugzeuge sind zu den m
Stützpunkten zurückgekehrt. — Im
Golf von Bomba hat eine feindliche
Formation von Torpedoflugzeugen
eines unserer U-Boote, das aus der
Reede ausfuhr, mit einem Torpedo
getroffen. Der größte Teil der Be-
satzung wurde gerettet. Das U-
Boot wird wieder gehoben werden
können. Ein feindliches Flugzeug ist
abgeschossen worden. — In Öst-
afrika haben unsere Luftformatio-
nen eine wirksame nächtliche Bom-
bardierung des Flugplatzes von
Khartum durchgeführt, wobei be-
trächtliche Zerstörungen an Flug-
zeugschuppen und ein großer Brand
verursacht wurden. Alle unsere
Flugzeuge sind zurückgekehrt. —
Der Feind hat Luftangriffe auf
Massaua, Berbera und Debel aus-
geführt, ohne Opfer noch Schaden
zu verursachen.

Rom, 25. 8. 40. (DNB.) Haupt-
quartier d. Wehrmacht: Eines un-
serer Luftgeschwader hat die Luft-
basis von Alfar auf Malta bom-
bardiert. Zehn englische Jagdflug-

Fliegermarschall Italo Balbo.

Archiv Flugsport

Seite 304 „FLUGSPORT" Nr. 19/1940, Bd. 32

zeuge, die bereits aufgestiegen waren, haben die Aktion zu verhindern
versucht, sind aber sofort von unseren begleitenden Jagdfliegern angegriffen
worden. Es kam zu einem heftigen Luftkampf, in dessen Verlauf vier englische
und eines unserer Jagdflugzeuge abgeschossen wurden. — In Nordafrika sind
zwei englische Zerstörer, die mit einer nächtlichen Beschießung gegen Porto
Bardia begonnen hatten, von unseren sofort eingreifenden Bombenflugzeugen
angegriffen und in die Flucht geschlagen worden. Weitere Luftangriffe sind von
unseren Formationen gegen motorisierte feindliche Abteilungen zwischen Sidi
Barrani und der Cyrenaika-Grenze durchgeführt worden. Drei Panzerwagen wur-
den hierbei zerstört. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Ein feind-
licher Luftangriff auf Tobruk hat fünf Tote gefordert und sehr geringe Schäden
verursacht. Nachträglichen Erhebungen zufolge sind während der feindlichen
Aktion auf Tobruk, die im Wehrmachtbericht vom 20. 8. gemeldet wurden, von
der Marineflak zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. — In Ostafrika
haben unsere Luftgeschwader die Flugplätze von Garissa und Waiir (Kenia) und
feindliche Stellungen in Daga River Post (unterer Sudan) bombardiert. — Feind-
liche Luftangriffe haben in der vergangenen Nacht gegen Piemont und die Lom-
bardei stattrefunden. Die feindlichen Flugzeuge, die wie immer von der Schweiz
her kamen, sind von unseren Jazrdflugzeugen in die Flucht geschlagen worden,
nachdem sie drei Bomben in der Nähe von Anione (Borgosesia) und drei Bomben
in der Nähe von Alessandria hatten fallen lassen, wobei eine Bauernhütte in
Brand geriet. In Mariano Comense hat es zwei Tote unter der Bevölkerung
gegeben, an Wohnhäusern wurde leichter Schaden verursacht. Zusammen mit
den Bomben wurden die üblichen Flugblätter abgeworfen.

Rom, 26. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Flottenstützpunkt
von Alexandria ist erneut in aufeinanderfolgenden Wellen von unseren Flug-
zeugformationen bombardiert worden. — Ein englischer Bomber, der bei Lampe-
dusa wassern mußte, ist gesunken. Die aus einem Offizier und zwei Unter-
offizieren bestehende Besatzung ist gerettet und gefangengenommen worden. —
Eines unserer im Atlantik operierenden Unterseeboote hat ein großes feindliches
Erdölschiff torpediert und schwer beschädigt. — In Ostafrika haben feindliche
Luftangriffe auf Mogadiscio vier Verwundete zur Folge gehabt. In Galath wur-
den acht Kolonialsoldaten zetötet und rund vierzig verletzt. In Chombolchia
wurden ein Kind getötet und fünfzehn Askari verletzt. Die Materialschäden sind
unbedeutend. "

Rom, 27. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika sind
von unserer Luitwaffe Kraftwagen bei Bir Sceferzen und Barackenlager bei Sidi
Barrani bombardiert worden. Ein feindlicher, von Kriegsschiffen gesicherter
Geleitzug wurde von unseren Formationen im östlichen Mittelmeer bombar-
diert. — In Ostafrika scheiterte ein feindlicher Einflugsversuch über Asmara an
der prompten Reaktion unserer Luftwaffe. Die feindlichen Flugzeuge haben ihre
Bomben auf freiem Feld abgeworfen, ohne Schaden anzurichten. Unsere Jäger
haben ein Flugzeug abgeschossen. — Wiederum über die Schweiz hinweg ist
der Gegner erneut in verschiedene Provinzen Norditaliens eingeflogen. Durch
das scharfe Eingreifen unserer Luftabwehr und unserer Luftwaffe hat der Gegner
nur einige Bomben bei Turin abwerfen können, wobei ein Pavillon von Fiat
und das Sanatorium von St. Luigi getroffen wurden. In der Provinz von Pavia
wurden auf freien Felde zwei Sennhütten getroffen, wobei ein Bauer getötet,
ein anderer schwer verletzt wurde. — Ein feindliches Flugzeugs, das vom Feuer
der 27. Batterie der Luftabwehr getroffen wurde, ist in der Gegend von Valera,
einer Gemeinde des Kreises Arese, brennend abgestürzt. Die aus fünf Mann
bestehende Besatzung ist tot.

Rom, 28. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Das Erdölzentrum
von Haifa ist gestern am hellichten Tage von unseren Luftformationen bombar-
diert worden. Der Bahnhof und die neue Raffinerie wurden getroffen, wobei
überall große Brände entstanden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. —
In Nordafrika hat der Feind einen heftigen Luftangriff auf Derna unternommen.
Ein kleiner Dampfer mit einer Holzladung wurde getroffen. Im übrigen wurde nur
leichter Schaden verursacht; zwei Tote und fünf Verwundete werden gemel-
det. — In Ostafrika haben feindliche Einflüge auf Harrar, wo das Militärlazarett
für Eingeborene getroffen wurde, und auf Dessie stattgefunden, wo die Militär-
sanitätsstation getroffen wurde. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Opfer auf
acht Tote und etwa zwanzig Verwundete. Ein feindliches Flugzeug wurde ab-
eeschossen. In Massaua ist eine Strafanstalt getroffen und leicht beschädigt

Nr. 19/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 305

worden. Von den Häftlingen wurden neun getötet. — Feindliche Flugzeuge, die
wiederum über die Schweizer Grenze kamen, haben Piemont und die Lombardei
überllogen. Infolge der wirksamen Abwehr durch Jäger und Flak haben sich
die feindlichen Flugzeuge darauf beschränkt, einige Brandbomben bei Nicholino,
Provinz Turin, abzuwerfen, wo ein Bauernhaus in Brand geriet.

Rom, 29. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftformationen
haben die Flottenbasis von Alexandrien (Aegypten) bombardiert und trotz wid-
rigen Wetters lange Zeit den Suezkanal zwischen Port Said und Ismailia über-
flogen. Dabei warfen sie Bomben am Nordausgang des Kanals und auf die
Eisenbahnfähre von Alkantara. Mit letzterer überquert die Eisenbahn, die Aegyp-
ten mit Palästina verbindet, den Kanal. — Fliegerverbände haben die Eisenbahn-
station von Khashem-el-Ghirba (Sudan) und die Flugplätze von Wair und
Garissa (Kenia) bombardiert.

Rom, 30. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Flottenstützpunkt
von Micabba (Malta) ist von unseren Luftverbänden planmäßig und treffsicher
bombardiert worden. Die feindlichen Jagdflugzeuge, die sich bereits in der Luft
befanden, haben den Kampf mit unseren Jagdflugzeugen nicht annehmen wollen
und versuchten, sich ihrer Aktion zu entziehen. Unseren Jagdflugzeugen gelang
es jedoch, drei feindliche Flugzeuge unter Maschinengewehrfeuer zu nehmen und
zu beschädigen. — In Nordafrika sind die Militärdepots und Militärlager sowie
der Güterbahnhof von Marsa Matruk von unseren Luftverbänden in aufeinander-
folgenden Wellen wiederholt und heftig mit Bomben belegt worden. Einige
hundert Bomben wurden auf die Ziele abgeworfen, wobei kontrollierte Voll-
treffer festgestellt wurden. — In Ostafrika sind von unseren Flugzeugen bei
Arbo el Bahi und in der Nähe von Garissa (Kenia) Truppenzusammenziehungen
und Kraftwagenkolonnen bombardiert worden. Ferner wurde der Flughafen von
Buna mit Bomben belegt, wobei ein Flugzeug am Boden zerstört und zwei
andere beschädigt wurden. — Die Flugzeuge, die an den obigen Operationen
teilgenommen haben, sind alle, obwohl teilweise getroffen, zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. Von ihren Besatzungen ist niemand verletzt. — Der Feind hat
Mogadiscio dreimal bombardiert, wobei es zwei Tote und sechs Verwundete
gab. Der Sachschaden ist unbedeutend.

Rom, 31. 8. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugzeuge
haben motorisierte feindliche Abteilungen in der Zone von Dar el Hambra jen-
seits der Cyrenaikagrenze bombardiert. — Im Roten Meer wurde ein feind-
licher Kreuzer von einer unserer Flugzeugformationen bombardiert und ge-
troffen. Der Feind hat einen Luftangriff auf den Flugplatz von Agordat durch-
geführt. Unter den Eingeborenen gab es acht Tote und neun Verwundete. Der
Sachschaden ist gering.

Rom, 1.9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im östlichen Mittelmeer
ist ein feindlicher Geleitzug von einer unserer Luftformationen bombardiert
worden. Ein Dampfer ist getroffen und schwer beschädigt worden. —- Der Feind
hat Luftangriffe auf verschiedene Ortschaften der Cyrenaika ausgeführt, bei
denen es insgesamt sieben Tote und acht Verwundete gab, sowie auf Ostafrika,
wo drei Tote und fünf Verwundete unter den Italienern und Eingeborenen zu
beklagen sind. Die Materialschäden sind nicht bedeutend. — Bei einem feind-
ichen Luftangriff auf den Flugplatz von Cagliari (Sardinien) wurden ein Flügel
des Kommandogebäudes und zwei am Boden befindliche Flugzeuge zetroffen
und beschädigt. Es gab keine Toten oder Verwundeten.

Rom, 2. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Feindliche Flugzeuge
haben in der vergangenen Nacht Sardinien überflogen, wobei sie planlos Bomben
auf freies Feld abwarfen. Drei feindliche Flugzeuge sind von der Luftabwehr
abgeschossen worden. Es hat weder Opfer noch Materialschaden gegeben. —
Andere Flugzeuge, die wiederum von der Schweiz her kamen, haben Teile von
Piemont und der Lombardei überflogen und sind durch das sofortige Eingreifen
der Abwehr in der Luft und am Boden empfangen worden. Nachdem es ihnen
somit nicht möglich war, die wahrscheinlichen Ziele zu erreichen, warfen sie
vier Bomben auf ein Dorf bei Varese und Leuchtraketen über verschiedenen
Ortschaften ab, ohne Opfer zu fordern oder nennenswerten Schaden anzurich-
ten. — Zwei unserer Aufklärungsflugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. — Im Laufe des im Heeresbericht vom Sonntag (1. 9.) gemeldeten
Luftangriffes auf Tobruk ist ein Feldlazarett getroffen worden, wobei es einen
Schwerverwundeten gab. Ein feindliches Flugzeug ist von der Marineflak abge-
schossen worden. — In Ostafrika haben feindliche Flugzeuge Angriffe auf die
Seite 306 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1940, Bd. 32

Insel Harmil (80 Meilen von Massaua entfernt) versucht. Ein feindliches Flugzeug
ist abgeschossen und die aus drei Mann bestehende Besatzung geiangengenom-
men worden. Ein weiteres feindliches Flugzeug wurde in Assab im Verlauf
eines Luftangriffes abgeschossen, der geringen Schaden verursacht und 8 Tote
unter den Italienern und Eingeborenen zur Folge hatte. — Unsere Flugzeuge
haben im Tiefflug ein feindliches Lager südlich von Marman ienseits Kassala
erfo'greich unter Maschinengewehrfeuer genommen.

Rom, 3. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine feindliche Flotten-
formation, die im mittleren Mittelmeer erkundet wurde, ist von unserer Luftwaffe
zestellt und wiederholt angegriffen worden. Die heftige Flakabwehr und harten
Kämpfe mit den feindlichen Jagdflugzeugen konnten den draufgängerischen
Angriffsgeist unserer Bomberverbände und neuer Sturzkampfbomber („Picchia-
telli“) nicht daran hindern, offensichtliche Ergebnisse zu erzielen. Ein Flugzeug-
träger ist schwer am Bug getroffen worden, ein Schlachtschiff, ein Kreuzer und
ein Zerstörer erhielten Volltreffer und wurden schwer beschädigt. Vier feindliche
Flugzeuge wurden im Kampf abgeschossen. Die obigen Ergebnisse sind durch
photographische Aufnahmen kontrolliert worden. — In der Zwischenzeit wurde
der Flottenstützpunkt Malta heftig bombardiert. Drei unserer Flugzeuge sind nicht
zurückgekehrt. — Eines unserer Lazarett-Wasserflugzeuge, das die vorgeschrie-
benen Abzeichen des Roten Kreuzes trug, ist angegriffen und beschossen worden,
während es sich auf der Suche nach ins Meer abgestürzten Flugzeugen befand. —
In Ostafrika sind feindliche Truppenlager und Lastwagen in Gadabi am Fluß
Abdara (Sudan) bombardiert worden. Unsere Verluste bei der im gestrigen Wehr-
machtsbericht gemeldeten Bombardierung von Assab belaufen sich nach weiteren
Feststellungen auf vier tote Italiener und acht tote Eingeborene sowie etwa
20 Verwundete. — Feindliche Flugzeuge, die wie gewöhnlich aus der Schweiz
kamen, haben einige Ortschaften Norditaliens überflogen. Durch das sofortige
Eingreifen der Abwehr konnten sie nur auf Genua Bomben abwerfien, wo unter
der Bevölkerung zwei Tote und fünfzehn Verwundete zu beklagen sind. Der
Sachschaden ist unbedeutend. Drei Flugzeuge sind von der Flak brennend ab-
geschossen worden, bei zwei weiteren ist der Abschuß wahrscheinlich.

Rom, 4. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Normale Aufklärungs-
tätigkeit der vorgeschobenen Abteilungen an allen Fronten.

Rom, 5. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Aegäischen Meer
wurde ein aus zahlreichen Schiffen bestehender feindlicher Geleitzug in Be-
gleitung von Seestreitkräften gesichtet und im Laufe des Dienstags verfolgt. —
In der Absicht, diesen Geleitzug um ieden Preis sicherzustellen, haben feind-
liche Luft- und Seestreitkräfte in den frühen Morgenstunden des gestrigen
Tages einen Angriff auf unsere Luft- und Flottenstützpunkte im Aegäischen
Meer gemacht. Der Angriff wurde von zwei Flugzeugverbänden gegen die
Flugplätze von Gadurra und Marizza durchgeführt, wo zwei italienische Flug-
zeuge am Boden getroffen worden sind, sowie von einem Flottenverbande,
der Scarpanto beschoß und dabei leichten Schaden an Privathäusern sowie
einige Verwundete unter der Bevölkerung zur Folge hatte. Die Intervention
unserer Jagdflugzeuge und unserer Flakartillerie hat den Angriff in kurzer
Zeit abgeschlagen. Sieben feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen; die Be-
satzungen von drei Flugzeugen, insgesamt 8 Mann, wurden gefangengenommen. —
Nach der so erfolgten Zurückweisung des Feindes gingen unsere Luftstreitkräfte
zum Gegenangriff über. Von 7 h bis 17.30 h wurden in fünf Wellen Bomben-
aktionen gegen die feindlichen Verbände durchgeführt. Trotz des Eingreifens
der feindlichen Jagdflieger und der feindlichen Flakbatterien wurden vier Schiffe
schwer getroffen und beschädigt und fünf Jagdflugzeuge abgeschossen. Zwei
italienische Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Einige Verwundete an Bord der
übrigen Flugzeuge. — In Nordafrika auf beiden Seiten lebhafte Flugtätigkeit. Die
feindlichen Einflüge verursachten geringen Schaden. Ein Toter und elf Verwun-
dete. Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Zwei davon von der
Flak. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ostafrika ist bei einem
feindlichen Luftangriff auf den Flugplatz Javello ein feindliches Flugzeug vom
Hampden-Typ abgeschossen worden. Der Abschuß eines zweiten ist wahrschein-
lich. Eine italienische Bomberformation hat auf einem englischen Dampfer im
Roten Meer einen schweren Treffer erzielt.

Nr

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Segelflug

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1134. Alfredas Gysas, Kaunas, Litauen

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1191.

Inhaber des Segelflieger-Leistungsabzeichens
(veröffentlicht im „‚Flugsport” 1936, S. 103 Nr. 1—200, S. 681 Nr. 201—300,

1938, S. 398 Nr. 301—845, 1939, S. 315 Nr. 846—1132).

. Karl Zechin, Offenburg i. Bad.

. Alfred Walter, Darmstadt
. Hellmut Sachse, Dresden

. Wilhelm Hanisch, Münster i. W.

. Anton Bartmann, München

. Eugen Köhler, Nied.-Ellguth, O.-S.

. Hans Wagner, Steinberg, O.-S.

. Hans Huterstein, Steinberg, O.-S.
. Helmut Hertle, Berkheim b. EßI.

. Richard Norz, Eßlingen
. Kim Lindberg, Stuttgart
. Karl Keß, Bad Kissingen

. Heinrich Schirmeister, Neuruppin
. Otto Felgner, Zierenberg b. Kassel

. Harald Pritzel, Nürnberg

. Alb. Ehret, Ammendorf b. Halle/S. 16.
2.
5.
5.
. Hans Sedlatzek, Gr.-Rückerswalde 5.
5.

. Fritz Bertsch, Eßlingen a. N.
. Heinrich Holzhäuser, Darmstadt
. Karl Schlichting, Hesselberg

Herbert Rathmann, Zierenberg
Paul Espenlaub, Hornberg

13.
10.

Georg Abel, Fürth i. B. 13.
Walter Stüllein, Alzey 12.
Kurt Börner, Laucha 5.
Heinz Meinicke, Berlin 5.
Alfred Hensel, Laucha 5.
Erich Glawe, Vietnitz, Neum. 5.
Willi Pätzke, Rhinow 5.
Gerh. Wendt, Werneuchen-Berlin 8.
Heinrich Geitner, Giebelstadt 5.
Hanauer, Quakenbrück 11.
Gottfried Doblinger, Regensburg 5.
Hermann Stach, Borkenberge 17.
Karl Heinz Rost, Chemnitz 11.
Hermann Lindenmaier, Darmstadt 12.
Horst Dümcke, Hagenow i. Meckl. 12.
Joachim Piatscheck, Berlin-Charl. 12.
Georg Mahler, Berlin-Grünau 25.
Andre Tournon. Paris 11.
Hans Volmer, Hannover 25.
Hans Clemens, Saalhoff 12.
Willi Rentrop, Borkenberge 15.
Andre Medicus, Paris 17.
E. Olavi, Korhonen. Finnland 17.
Lennart Poppius, Finnland 17.
Erich Westermann, Neuruppin 17.
Anton Schützendorf, Stuttgart 24.
Helmut Müller, Bremen 8.
Helmut Pinther, Hagenow 7.
Herbert Katz, Kirchheim-Teck T.
Bernhard Seeger, Göttingen 7.
Werner Maier, Delmenhorst T.
Friedrich Kopp, Delmenhorst T.
Martin Thier, Jüterbog-Damm T.
Walter Söhne, Stuttgart 26.
Otto Malchow, Bad Freienwalde/O. 8.
Ouadt, Blankensee 7.

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August Hachtel, Wertheim a. M.
Huldreich Kemnitz, Berlin-Charl.

Otto Eulenburg, Bad Reinerz
Willi Dose, Alt-Ruppin
Heinrich Overberg, Darmstadt
Rudolf Wurzbach, Chemnitz
Werner Brandt, Darmstadt
Erich Pawlack, Gießen
Günther Reinhold, Magdeburg
Vanier, Dresden

Walter Motz, Borkenberge

V. Strazdas, Litauen

Albert Wienke, Fürth i. B.
Alfred Storl, Großrückerswalde
Robert Westermann, Laucha
Hans Burzlauer, Münster i. W.
Kurt Seeland, Eschwege
Walter Stengel, Karlsruhe
Günther Ribbert, Essen

Erich Sommerlatte, Blankensee-
Trebbin

Wilhelm Schmidt, Rhinow
Alfred Hannss, Werneuchen
Heinrich Schauer, Kulmbach
Egon Rehmet, Hindenburg
Alfred Buchsteiner, Rhinow
Paul Weißert, Trebbin
Christian Runge, Trebbin
Wolfgang Blum, Gotha
Herbert Oberschachtsiek, Kassel
Hans von Saalfeld, München
Otto Rietdorf, Berlin

Georg Schmidt, Fischbach
Herbert Hartmann, München

Peter Lippmann, Frankfurt a. M.

Willy Porschmann, Rositten
Karl Heinz Zander, Rositten
Otto Speckmann, Berlin

Paul Kiesel, Darmstadt
Alexander Beis, Hannover
Hans Pohl, Aachen

Friedrich Wilhelm Winter,
Darmstadt

Hans Werner Ertel, Stettin
Hermann Groth, Hannover
Wilhelm Mohr, Braunschweig
Otto Keller, München
Günther Sprenger, Allenstein
Werner Thierfelder, Darmstadt
Theodor Gödicke, Darmstadt
Raymond Scheelke, Darmstadt
Karl Katzner, Wenningstedt
Thea Mayer, Hamburg
Gerhard Reinhard, Wolfenbüttel
Adolf Reuter, Halberstadt
Ewald Rogala, Marburg
Walter Pieper, ‘Marburg

Kurt Palandt, Marburg
Friedrich Schulz, Marburg

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1249. Heinz Wolf, Berlin 21. 6.39 1318. Robert Schwede, Zierenberg 3. 7.39
1250. Erich Schrader, Riga, Lettland 21. 6.39 1319. Engelbert Over, Uffz., Zierenberg 1. 7.39
1251. Manuel Gomez, Garcia Manizales, 1320. Eugen Zech, Duisburg 30. 6.39
Columbien 26. 6.39 1321, Richard Wagner, Fürth i. B. 19. 7.39
1252. Furdeon H. Irani, Bombay, Indien 16. 6. 39 1322. Franz Püschel, Rannay, Post
1253. Wilhelm Thiele, Berlin 16. 7.39 Weberschau 3.7.9
1254. Hermann Bulle. München 21. 6.39 1323. Walter Strobel, Graz 47.3
1255. vun. Rassmussen, Kopenhagen- 21. 6.39 1324. Josef Beutler, Schwangau 3. 7.39
ar e . . . R
1256. Heinrich Becking, Göttingen 17. 6.39 1325. Georg Egid Bauer, München 3. 7.39
1257. Ulrich Hesse, Berlin-Charl. 17. 6.39 18926. Wilhelm Schwenke, Leipzig 1. 7. 3
1258. Gustav Thum, Köln 17. 6.39 1327. Charlotte Stenke, Hamburg 30. 6.39
1259. Erich Pankratz, Suhl 17. 6.39 1328. Leo Klas, Altenkirchen 5. 7.39
1260. Wilhelm Werner, Berlin-Charl. 17. 6.39 1329. Helmut Traser, Darmstadt-Arheilgen 5. 7.39
1261. Julius Schuck, Ludwigshafen 17. 6.39 1330. Albert Bethmer, Wiesbaden 5. 7.39
1262. Kurt Broichgans, Köln 17. 6.39 1331. Franz Neumann, Mansfelden 3. 7.39
1263. Bernhard Eichholz, Dessau 17. 6.39 1832. Hans Goebel, Schwenningen 15. 8. 39
1264. Franz Horwath, Budapest 22. 6.39 1333. Alfred Lieb, Schwenningen 5. 7.39
1265. Alexander Kemeny, Budapest 22. 6.39 1334. Lt. Werner Pistor, Ansbach 3. 7.39
1266. Georg Ozsdolay, Budapest 22. 6.39 1835. W. Steimann, Ansbach 3. 7.39
1267. Stefan Szabo. Budanest 22. 6.39 1336. Rudi Wendh, Wasserkuppe 3. 7.39
1268. M. Kovats, Budapest 22. 6.39 1337. Fritz Brand, Münster-Handorf 3. 7.39
1269. Josef Szöngi, Budapest 22. 6.39 1338. Wilhelm Frank, Herford 3. 7.39
1270. Ernst von Dechant. Aachen 23. 6.39 1339. Hans Hollmeier, München-St. 3. 7.39
1271. Sigwart Wagner, Aachen 23. 6.39 1340. Karl Oestreich, Schönhagen
1272. Helmut Ruhbrauck, Aachen 23. 6.39 b. Trebbin 3. 7.39
1273. Gerhard Varres, Aachen 23. 6.39 1341. Richardt Lugk, Trebbin, Kr. Teltow 3. 7. 3
1274. Edwin Schäfer, Darmstadt 21. 6.39 1342. Walter Kallegger, Schönwalde 25. 7.39
1275. Eugen Röckl, Berlin 23. 6.39 1943. Franz Böger, Barntrup 5. 7. »
1276. Hermann Zimmerhöcker, Hagen 23. 6.39 1344. Fritz Horn, Düsseldorf-Lohausen 25. 7.39
1277. Lehmann, Unteroffz., Ludwigslust 27. 6.39 1345. Ernst Kuhnle, Stuttgart 29. 6. 39
1278. P/O. L.C.Withall, Cambridgeshire 22. 6.39 1346. Margarete Schmidt, Dortmund 1. 7.39
1279. Frank Charles, Roose, Barrow-in- 1347. Eva Heymann, Darmstadt 30. 6. 39
Furness 22. 6. 39 1348. Helmut Hönke, Böblingen 4. 7.39
1280. Krawczyk Jerzy, Polen 28. 6.39 1349. Frau Gretel Lampe, Worms 30. 6.39
1281. Krzywicki, Jan, Polen 28. 6.39 1350. A. Ziß, Johannesburg, Südafrika 12. 7.39
1282. Woicik Zbigniew, Polen 28. 6.39 1351. Karl Sauke, Berlin 12. T. 39
1283. Wyszkowski Stanis., Polen 28. 6.39 1352. Heinrich Rang, Marburg 12. 7.39
1284. Trubicyn Andrzei, Polen 28. 6.39 1353. Wilhelm Hilbring, Herne i. W. 12. 7.39
1285. Bossy Wawrzyniec, Polen 28. 6.39 1854. Hermann Weichelt, Hummerich
1286. Flach Romnald, Polen 28. 6.39 bei Andernach 14. 7.39
1287. Pipowarski Eugen., Polen 28. 6.39 1355. Erwin Stüber, Schwerte 12. 7.39
1288. Chylinski Marian, Polen 28. 6.39 1356. Hans Günther Warnatz, Neuhausen .
1289. Kasza Gerhard. Polen 28. 6.39 bei Cottbus 14. 7.39
1290. Kaczkiewicz Tadeusz, Polen 28. 6.39 1357. Herdin Quandt, Zoppot 14. 7.39
1291. Lewandowski Stanisl., Polen 28. 6.39 1358. Herbert Schikowski, Sensburg 14. 7.39
1292. Gadysz Jan, Polen 28. 6.39 1359. Walter Steimann, Danzig-Langfuhr 12. 7.39
1293. Kliks Witold, Polen 28. 6.39 1360. Hermann Hopfengärtner, Wester-
1294. Stachurski Stanisl., Polen 28. 6.39 land-Sylt 12. 7.39
1295. Czechowski Tadeusz, Polen 28. 6.39 1361. Alfons Urban, München-Gladbach 11. 7. 39
1296. Strzgzewski Jacek, Polen 28. 6.39 1362. Ernst Lange, Wenningstedt, Sylt 11. 7.39
1297. Rayska Wanda, Polen 28. 6.39 1363. Hermann Eckhardt, Dresden 12. 7. 39
1298. Sawicki Tadeusz, Polen 28. 6.39 1364. Karl Lukas, Andernach 11. 7.39
1299. Maslaczyk Zbigniew, Polen 28. 6.39 18965. Harry Brenn, Andernach 14. 7.39
1300. Pisudska Jadwiga. Polen 28. 6.39 1366. Louis Koch, Neuwied a. Rh. 14. 7.39
1301. Kierniczny Bohdan, Polen 28. 6.39 1367. Hermann Hofstaetter, Hummerich 11. 7.39
1302. Markiewicz Antoni, Polen 28. 6.39 1368. Richard Rapp, Stuttgart 11. 7.39
1303. Twardzik Rafal. Polen 28. 6.39 18969. Erwin Frey, Stuttgart 14. 7. 39
1304. Gwiazdon Tadeusz, Polen 28. 6.39 1370. Paul Justen, Valdorf-West 11. 7.39
1305. Pieslak Bronisaw, Polen 28. 6.39 1371. Alfred Wallmersperger, Stuttgart 12. 12. 39
1306. Wolfgang Scheel, Breslau 3. 7.39 1372. Ludwig Bader, Rottenburg 10. 7.39
1307. August Engel, Frankfurt a. M. 3. 7.39 1373. Max Frenzel, Leipzig 10. 7. 3
1308. Paul Leisse, Frankfurt a. M. 3. 7.39 1374. Karl Petersilie, Gera 14. 7.3
1309. Wilhelm Birkenstock, Frankfurt a.M. 3. 7.39 1375. Rudi Sensbach, Jena 13. 7.39
1310. Heinrich Thomas, Heppenheim a.d.B. 3. 7. 39 1376. Horst Knapke, Lauterbach 10. 7.39
1311. Reinhard Mertz, Nieder-Ellguth 3. 7.39 1377. Werner Engelhardt, Dresden 10. 7.39
1312. Hilde Domeyer, Hannover 3. 7.39 1978. Edmund Daser, Bremen 10. 7.39
1313. Benno Schrief, Halten i. W. 3. 7.39 1379. Thomas Deyerling, Berlin 10. 7.39
1314. Fritz Kahlmeier, Münster i. W. 3. 7.39 1380. Lotte Braun, Darmstadt 6. 7.39
1315. Max Hübner, Gefr., Fürth i. B. 3. 7.39 1381. Hermann Himmelskamp, Darmstadt 6. 7. ”
1316. Georg Michel, Fürth i. B. 3. 7.39 1382. Rolf Model, Berlin 6. 7.39
1317. Lt. H. Werner Schröder, Fürth i. B. 3. 7.39 1383. Alfred Leppert, Darmstadt 6. 7.39

Nr. 19/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 309

12. Reichswettbewerb für Motorilugmodelle.

Am 24. und 25. August 1940 fand auf einem in der Nähe der Flugmodell-
bauschule Hoher Meißner gelegenen Fluggelände der 12. Reichswettbewerb für
Motorflugmodelle statt. 257 Flugmodelle waren hierfür gemeldet und konnten in
der voraufgehenden Bauprüfung ausnahmslos zugelassen werden. Dieses hervor-
ragende Ergebnis erfuhr seine Bestätigung durch den Verlauf des Wettbewerbs
selbst, der gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Leistungssteigerung erkennen
ließ. Diese Leistungen wollen um so höher bewertet sein, als das Hauptkontingent
der Teilnehmer — wie schon beim Reichswettbewerb für Segelflugmodelle —
von den jüngeren Jahrgängen gestellt wurde: in baulicher Hinsicht sowie in
ihren Flugleistungen hielten die in den Modellfluggsruppen des Deutschen Jung-
volks gebauten Flugmodelle durchaus einen Vergleich mit den Flugmodellen der
erfahrenen NSFK.-Männer
und Hitleriungen aus. Der
Chef des Stabes, NSFK.-
Obergruppenführer Spor-
leder, welcher den Wett-
bewerb im Namen des
Korpsführers des NS.-
Fliegerkorps, General der
Flieger Fr. Christiansen,
eröffnet hatte, konnte
denn auch den Wett-
bewerb mit Worten höch-
ster Anerkennung be-
schließen. Führende Män-
ner der Partei, des Staa-

12. Reichswettbewerb für
Motorflugmodelle 1940.

Von oben nach unten:
1. Der Chef des Stabes
des NS. - Fliegerkorps,
NSFK.-Obergrf.Sporleder,
schreitet die angetrete-
nen Fronten in Begleitung
von ÖOberbannf. Voigt-
länder (RJF.), NSFK.-
Oberf. Kehrberg und dem
Leiter des Wettbewerbes,
NSFK.-Osturmbf.Bengsch,
ab. — 2. Offiziere der
Wehrmacht verfolgen auf-
merksam den Start zum
Motor-Schlepp. — 3. Vor
zahlreichen Ehrengästen
führt Flieger-Hitlerjunge
Domaschke, NSFK.-Gr. 7
(Elbe-Saale), sein,‚Hucke-
pack“ - Motorflugmodell
vor, das während des
Fluges ein auf dem Rumpf
desMotorflugmodells mon-
tiertes Segelflusmodell
automatisch ausklinkt. —
4. Der Wettbewerb ist
erfolgreich beendet — die
Fahrt in die Heimat

beginnt.
NSFK (Riehme)

Seite 310

„FLUGSPORT“

Nr. 19/1940, Bd. 32

tes und der Wehrmacht hatten es sich nicht nehmen lassen, dem Wettbewerb
beizuwohnen. Unter ihnen befand sich Oberbannführer Voigtländer von der
Reichsiugendführung und Ministerialrat Arndt vom Reichsluftfahrtministerium.
Ferner waren erschienen der Gauleiter des Gaues Kurhessen, Staatsrat Wein-
rich, und Oberbannführer Schmidt, der Kriegsgebietsführer des Gebietes 14 Kur-
hessen der Hitleriugend.

Mannschaftssieger und Gewinner der Goldenen Plakette des Korpsführers
des NS.-Fliegerkorps wurde die Mannschaft der NSFK.-Gruppe 9 (Weser-Elbe),
gefolet von den Mannschaften der NSFK.-Gruppen 1 (Ostland) und 8 (Mitte),
denen die Silberne und die Bronzene Plakette des Korpsführers zufelen.

Den Wanderpreis und die Goldene Plakette des Korpsführers für die beste
Gesamtleistung eines Teilnehmers gewann der NSFK.-Sturmmann Horst Jarsen
von der NSFK.-Gruppe 1 (Ostland). Mit Sonderpreisen des Reichsiugendführers
für die beste Gesamtleistung eines Hitleriungen und eines Pimpfen wurden der
Hitleriunge Gustav Sämann und der Pimpf Hermann Auer ausgezeichnet; sie
starteten innerhalb der Mannschaften der NSFK.-Gruppe 9 (Weser-Elbe) bzw.
14 (Bayern-Süd).

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Technisches Universal-Wörterbuch, Rumänisch-Deutsch. Von Dr.-Ing. O.
Bocancea u. Dipl.-Ing. I. Zapolanski. 345 S. Verlag H. Welther, Sibiu-Hermann-
stadt. Preis Halbl. RM 10.—, Ganzl. RM 12.—.

Das vorliegende Wörterbuch, enthaltend die gesamte rumänische technische
Terminologie sowie Fachausdrücke im Bahn- und Schiffsverkehr, Zoll und was
der Exporteur sonst braucht, entspricht gerade in der jetzigen Zeit einem drin-
genden Bedürfnis. Der deutsch-rumänische Teil wird anfangs nächsten Jahres
erscheinen.

Psychologie des Jagdiliegers. Berühmte Flieger des Weltkrieges v. Dr. Paul
Robert Skawran, Prof. d. Psychologie a. d. Univ. Pretoria, Südafrika. (Neue
deutsche Forschungen, herausgeg. v. Hans R. G. Günther und Erich Rothacker,
Bd. 264.) 216 S. m. 32 Abb. Junker & Dünnhaupt Verlag, Berlin. Preis RM 10.—.

Die Untersuchungen von Skawran wurden durch finanzielle Unterstützung
des Psychologischen Institutes der Universität Pretoria und freiwillige Mitarbeit
seines Offizierstabes ermöglicht. Das Material entstammt zum großen Teil der
unter Leitung von Generalmaior Haehnelt stehenden Kriegswissenschaftlichen
Abteilung des Reichsluftfahrtministeriums, Berlin. Behandelt sind die Möglichkeit
und Art der Erfassung der Persönlichkeit des Jagdfliegers, vorläufige Begriffs-
bestimmungen, Erblichkeit bei berühmten Jagdfliegern, körperliche Konstitution,
geistige Eigenart, Alter, Rasse, Persönlichkeit und Vergleiche zwischen diesen,
Aberglaube u. a. m. Verfasser hat in diesem Buch eine Menge Material (das
Biographie-Verzeichnis umfaßt 443 Nummern) zusammengetragen.

Kriegsilugzeuge. Von Herbert Sennwitz. 15 Abb. Verlag Hachmeister & Thal,
Leipzig. Preis RM —.35.

Auf 32 Seiten sind für den Anfänger die wichtigsten deutschen Kriegsflug-
zeuge zusammengestellt.

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., Hindenburgnlatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘‘,. Frankiurt a. M..
Hindenburgplatz 8 (Deutschland)

XXXll. Jahrgang / Nr. 20

Taten beweisen

überlegenheit

USA
Bowlus Baby
Albatross

Kleinflugzeug
Mücke

Zweitakt-Klein-
Flugmotor
24 PS

Bugfenster

‚für Flugboote

I. Luftwaffe

Patentsamm-
lung Nr. 34

„Flugsport”-
Erscheinungs-
tage

... 1940
KXXII.Jahrgang

Nr, Datum

9. Oktober
23. Oktober
6. November
20

4

. No
vember ia

. Dezember
18. Dezember

Preis 80 Pf.

Printed in Germany

Mittwoch, 25. Sept. 1949

A ger,
3 Ne:
Ten

LQN
I. Mmuiltnnunti ® AUIILLITT N

GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR URSINUS = CIVIL -ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen.
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 20 25. September 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 9. Oktober 1940

u an

Taten beweisen.

Royal Air Force verlor in den letzten sechs Wochen 2096 Flug-
zeuge, davon nach den Berichten des Oberkommandos der Wehr-
macht im August 1354 Maschinen, in der 1. Woche des September
481, in der 2. Woche 261.

Die hohen Leistungen der deutschen Luftwaffe gehen nicht nur
aus den hohen Abschußziffern einzelner hervorragender Flieger,
sondern aus der Gesamtleistung der einzelnen Jagd- und Zerstörer-
geschwader hervor. So haben vier Geschwader seit ihrem Bestehen
mehr als 200, vier weitere Geschwader mehr als je 300 Luftsiege
errungen, so daß diese acht Geschwader allein mehr als 2000 Gegner
abgeschossen haben. Auch innerhalb dieser Geschwader zeigen sich
wieder Höchstleistungen. So hat eine Gruppe sich allein mit 200
Luftsiegen ausgezeichnet.

Ueberlegenheit.

Alle Erfolge in der Fliegerei sind Gemeinschaftsleistungen. Schon
vor Jahrzehnten wurde es als eine Ungerechtigkeit empfunden, wenn
berichtet wurde, daß der Pilot Soundso diese und jene Höchstleistun-
gen vollbracht hatte. Das Durchhalten des Motors war weniger dem
Piloten zu verdanken, als dem Monteur mit seinem schmierigen Aeuße-
ren, der mit größter Gewissenhaftigkeit Motor und Flugzeug für den

iug vorbereitet hatte,

In der heutigen Zeit ist es immer mehr Gewohnheit geworden,
wenn irgendein Flugzeugtyp Höchstleistungen vollbracht hat, die Er-
folge als Gemeinschaftsleistungen zu betrachten. Man fühlt die Mit-
arbeit der vielen unbekannten Soldaten, welche an dem Werk mitge-
wirkt haben. Man sieht im Geiste den unbekannten Konstrukteur, der
der Oeffentlichkeit entzogen, still hinter Mauern am hintersten Reiß-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 34.

Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen
und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das IV. Vierteljahr 1940, RM 4.50,
möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 6. Oktober
werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.

a
Seite 312 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1940, Bd. 32

brett, die oft sehr schwierigen Aufgaben mit ganz neuartigen Ge-
staltungen löst, — man sieht im Geiste den Werkmeister, der es
versteht, die Arbeitskräfte richtig anzusetzen und auch die richtige
Anwendung des Materials und Verwendung der Werkzeuge und Ma-
schinen zu überwachen. Gerade diese Männer sind Künstler ihres
Faches. Ohne sie wären die jetzigen Kriegserfolge nicht möglich
gewesen. Nur durch die heutigen Erkenntnisse konnte man eine
Vielzahl dieser Männer an der richtigen Stelle ansetzen und sich
entfalten lassen, damit der Vorsprung im deutschen Flugwesen
erhalten bleibt.

USA Bowlus Baby Albatross.

Ueber das von William Hawley Bowlus gebaute Hochleistungs-
segelflugzeug haben wir im Flugsport 1939, S. 470 anläßlich des
Elmira-Wettbewerbes kurz berichtet.

Charakteristisch an diesem Typ ist die Anordnung eines Leit-
werkträgers aus Duralrohr von 127 mm Durchmesser, der an der
Oberseite der Rumpfgondel an drei Schotten befestigt ist.

Flügel, Ausführung wie beim Grunau-Baby, Holzbauweise. Holm
Doppel-T mit torsionsfester Nase, durch eine Strebe nach der Unter-
seite des Rumpfes abgestrebt.

An der Unterseite des Rumpfes Kufe, dahinter Laufrad mit
Bremsen. Spannweite 13,5 m, Länge 5,85 m, Flügeltiefe 1,2 m, Fläche
14,1 m?, Profil Göttingen 535. Leergewicht 110 kg. Sinkgeschwindig-
keit 70 cm, Gleitwinkel 20 : 1. Preis flugfertig 750 $. In halbiertigen
Stücken als Baukasten 385 $.

Eine Flugtüchtigkeitsabnahme kommt in USA wie bei uns in
Deutschland vor 20 Jahren nicht in Frage.

USA Segelflugzeug
Bowlus Baby Albatross.

Zeichnung Flugsport

2190

N
ir-127

2600

ms 1220

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 313

Kleinflugzeug Mücke.

Der vorliegende Hochdecker ist von Flugbaumeister Adalbert
Schmid konstruiert und in der Werkstatt von Pause, München-
Pasing, her gestellt worden.

Flügel zweiholmig, Torsionsnase aus Sperrholz bis Vorderholm,
stofibespannt, durch V-Streben gegen die Rumpfunterseite verstrebt.
Flügel durch Lösen von 4 Bolzen abnehmbar.

Rumpf Holzbauweise, stoff- _ 1
bespannt. Kabine Cellonscheiben, e
Einstieg durch seitliche Türen, die
im Notfall abgeworfen werden |
können. Zwei Sitze nebeneinander,
Doppelsteuerung, Fußhebel für
Seitenruder- und Bremsbetätigung
verstellbar. Gepäckraum hinter
den Sitzen. Für spätere Serien-
fabrikation ist in Aussicht genom-
men, den Rumpf in Stahlrohr aus-
zuführen.

Möhen- und Seitenleitwerk
freitragend, Holzbauweise, stoff-
bespannt, Trimmklappen.

Dreibeinfahrwerk, Faudi-Fe-
derbeine, mit verkleideten Lauf-
rädern mit Bremsen, Spornrad
schwenkbar.

70.000

m

Kleinflugzeug Mücke. Zeichnung Flugsport

__-

Kleinflugzeug Mücke. Werkbilder
Seite 314 „rLUGSPORT“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Das erste Baumuster war mit Salmson ausgerüstet, die folgen-
den sollen mit 50 PS Zündapp oder Hirth HM 515 65 PS verselien
rden. .
De Spannweite 10 m, Länge 6,4 m, Flügeltiefe 1,5 m, Flügelfläche
14 m?. Leergewicht 280 kg, Gesamtzuladung 200 kg, Fluggewicht
480 kg. Mit Zündapp-Motor Höchstgeschw. 170 km/h, Reisegeschw.
155 km/h, Landegeschw. 65 km/h. Dienstgipfelhöhe 3500 m, absolute

‚Höhe 4000 m.
Preis in Serienfabrikation soll RM 5900.— betragen.

Zweitakt-Kleinflugmotor 24 PS 300 cm’.

In der Entwicklung der Flusmotoren werden erfreulicherweise
auch noch die verschiedenen Seitenwege experimentiert und er-

Potez 63 —C3,. Links: Blick in den Führerraum. — Rechts: Einbau des Gnome-
Rnone 14 N 25. Vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1938 S. 478. Archiv Flugsport

Uebung mit dem Floßsack: Links oben: Der Floßsack: wird ausgepackt. — Rechts:
Das Aufpumpen mit einem Blasebalg im Wasser muß geübt sein. — Links unten:
| Man geht an Bord. Weltbild (3)

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 315

forscht. Nebenstehende Abb. zeigt einen Kleinflugmotor mit Leicht-
metallzylindern von 300 cm? Zylinderinhalt, zwei Zylinder hängend,
mit Untersetzungsgetriebe. Vorausgegangene Versuche, die Ver-
schleißfestigkeit der Zylinderlaufbahn durch eingegossene Grauguß-
streifen oder in den Leichtmetallkörper eingeschraubte Laufbuchsen
zu erhöhen, die ein Verspannen der Laufbuchse und Fressen des
Kolbens verursachten, führten nicht zum Ziele. Zwischen Laufbuchse
und Leichtmetallkörper setzte sich infolge Kapillarwirkung Oel an,
das nach längerer Laufzeit verkohlte und die Temperatur der Kol-
benlaufbahn um etwa 30% steigerte. Die Versuche mit diesem
Motor, welcher ursprünglich 20 PS leisten sollte und später auf
24 PS erhöht wurde, waren recht vielversprechend.
Zylinderanordnung in V-Form 40°, Kurbelzapfen 150° versetzt,
Zündfolge 170—190°, Kurbelwelle dreimal gelagert, Kurbelgehäuse
zweiteilig mit Zwischenwand und Membranabdichtung, Leicht-
metallzylinder mit außenverzahnter Graugußbüchse, Gehäuse Elek-
tron, Untersetzungsgetriebe 1: 2,2 mit Stoßdämpfer. Aus der neben-
stehenden Abb. erkennt man links oben die durch Fxzenter ange-
triebene, doppelt wirkende zusätzliche Spülpumpe, darüber die Star-
terwelle, welche direkt in den Flugzeugrumpf geführt wurde und an
einen Federstarter angeschlossen war. Rechts neben der Starter-
welle der Antrieb für die Brennstofförderpumpe und Frischölpumpe
vom Vorgelege aus. Am Ende der verlängerten Welle für beide
Pumpen der Anschluß für den Drehzahlmesser. Darüber ein Bolzen
für die Motoraufhängung. Hinter dem Kurbelgehäuse, im Vorder-
grund der Abb., sind die beiden Einspritzpumpen mit der Resulie-
rung zu sehen. Der Antrieb der Pumpen erfolgt durch die verlän-
gerte Kurbelwelle, welche gleichzeitig der hinter den Pumpen
liegende Magnetapparat _
antreibt. Die Einsprit-
zung des Brennstoffes
erfolgt durch Nadel-
düsen in die Ueber-
strömkanäle. Unter den
Einspritzpumpen ist das
Auge für die unteren
beiden Punkte der Mo-
toraufhängung zu sehen.
Höchstleistung 24 PS
bei Luftschraubendreh-
zahl n = 1640, Dauer-
leistung 20 PS bein =
1360. Brennstoffver-
brauch 280 g/h.
Motorgewicht 29,4 ke.
Der Motor wurde bei.
einem 100-Std.-Dauer-
lauf erprobt und davon
70 Std. mit Vollast be-
ansprucht.

Zweitakt-Kleinflugmotor
24 PS, 300 cm?.

Archiv Flugsport

Seite 316 FLUGSPORT“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Bugienster für Flugboote hat sich die
Glenn L. Martin Cy., Baltimore (Erf.: OÖ. E.
Tormollan ir.) in USA schützen lassen (Pat.
2 201 249). Um für Bombenwurf- unbeschränkte
Sicht nach unten zu haben, ist in den Bug des
Bootes eine etwas schräg stehende Glasscheibe
12 in Gummi gefaßt eingelassen, und zwar eine
Planscheibe der baulichen Einfachheit und Re-
flexfreiheit wegen. Die Störung, die die wind-
oder wasserschnittige Bootsform dadurch er-
leidet, wird durch gekrümmte Schiebetüren 20
beseitigt, die um Zapfen 2 schwenkbar fächer-
artig vor das Fenster gebracht werden, wenn
das Bombenvisier (bei 8 angedeutet) nicht ge-
braucht wird, besonders wenn das Boot zu
Wasser geht. Im geöffneten Zustande schmie-
gen sich die Türen 20 der Bootshaut 4 an; oben
sind sie in einem Ueberfang geführt und mit
Verzahnung versehen, in die ein handsteuer-
bares Ritzel 3 eingreift. In einem Bodenstück 6
ist eine verschließbare Oeffnung vorgesehen,
durch die hindurch das Fenster gesäubert
werden kann.

Bugfenster für Glenn L. Martin Flugboote.
Von oben nach unten: Vorderansicht; senk-
rechter Längsschnitt des Boots-Vorderteils;
Schutztür-Getriebe; waagerechter Längsschnitt

des Boots-Vorderteils.

Inland.

Fichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes hat der Führer und
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht dem erfolgreichsten Jagdflieger der Luft-
waffe, Major Mölders, anläßlich seines 40. Luftsieges verliehen. .

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der
Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, in der Luftwaffe an Hptm. Rubensdörffer,
Kmdr. ein. Fliegergr.; Hptm. Keil, Kmdr. ein. Sturzkampfgr.; Hptm. Oesan,
Staffelkpt. ein. Jagdst.; Hptm. Tietzen, Staffelkpt. ein. Jagdst.; Generalmai.
Osterkamp, Jagdfliegerf.; Oberst Ibel, Kommod. ein. Jagdgeschw.; Oberstltn.
v. Bülow, Kommod. ein. Jagdgeschw.; Mai. Frhr. v. Massenbach, Kmdr. ein
Kampfer.; Obltn. Wick, Staffelkpt. i. ein. Jagdgeschw.; Ofeldw. Werner Macho n
Jasdflieger (20 Luftsiege); Hptm. Hans Mayer, Jagdflieger (20 Luftsiege); Obers -
leutn. Huth, Kommod. ein. Zerstörergeschw.; Oberstltn. Höhne, Kommod. ein.
Kampfgeschw.; Oberstltn. Schalk, Kmdr. ein. Zerstörergruppe; Hptm. Schäpfel,
Kındr. ein. Jagdgr.; Obltn. Paepke, Staffelkpt. in ein. Kampfgeschw. |

Flachkopfniete für Flugzeugbau genormt. Im Flugzeugbau wurden ursprüng-
lich die Schließköpfe genau so ausgebildet wie im Stahlhochbau, d. h. man hatte
meistens die Form des Halbrundkopfes. Bald zeigte sich, daß diese Form nicht
die günstigste war: Der überschüssige Teil des Schaftes wurde beim Bilden ces
Kopfes entweder als Grat auf die Auflage gedrückt und konnte, um die Unter age
nicht zu beschädigen, nicht entfernt werden. Oder der Kopf hatte nicht genügen
Masse, um richtig gebildet zu werden, wobei dann das Werkzeug auf die

e aufschlug und diese beschädigte. |

ee dessen eine man vor Jahren zum sogenannten Flachkopf über, bei
dem der überstehende Schaftteil nur flach zusammengestaucht wird. Da mit dieser
Kopfform die besten Erfahrungen gemacht worden sind, hat der Kachnormen
ausschuß für Luftfahrt beim Deutschen Normenausschuß kürzlich das Normbla

Nr. 20/1940, Bd. 32 „ELUGSPORT*“ Seite 317

DIN 9011 „Schließköpfe für Niete, Flachkopf“ herausgegeben*), in dem die Niete
von 2 bis 8 mm Durchmesser mit den Maßen und zulässigen Abweichungen für
den Kopf aufgeführt sind.

Die in dem Normblatt auch angegebenen Nietschaftlängen für den Kopfinhalt
sind vorläufige Richtwerte; sie liegen etwa 25 bis 30% über den theoretischen
Kleinstwerten, die sich aus kleinstem Durchmesser und kleinster Kopfhöhe
errechnen. Später sollen die Schaftlängen, die für das Schlagen des Schließkopfes
und Füllen des Loches notwendig sind, in besonderen Normblättern aufgeführt
und auf die Klemmlängen bezogen werden.

Die Längen der Niete sind in dem Normblatt DIN 9011 noch nicht angegeben.

Goldenes Fliegerabzeichen mit Brillanten verlieh der Reichsminister der Luft-
fahrt, Reichsmarschall Göring, dem Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General
der Flieger Fr. Christiansen.

Prof. Messerschmitt zum NSFK.-Standartenführer vom Korpsführer des NS.-
Fliegerkorps ernannt.

Helmut Möckel, Gebietsführer, von Reichsiugendführer Axmann mit Ge-
nehmigung des Reichsleiters für die Jugenderziehung der NSDAP., Baldur von
Schirach, zum Stabsführer der Hitler-Jugend ernannt. Möckel, der bei Kriegs-
ausbruch sich freiwillig zur Luftwaffe meldete und zum Jagdflieger ausgebildet
wurde, bleibt auch weiter Führer des HJ.-Gebietes Sachsen.

Brandblättchen wurden seit dem 11. August zunächst einzeln und dann in
ungeheuren Mengen von englischen Fliegern bei ihren feigen Nachtflügen über
Deutschland über weite Strecken unseres Landes verstreut. Diese Blättchen be-
stehen aus Zelluloid, sind etwa 5X5 cm groß und tragen in der Mitte ein Loch,
in welchem Brandpillen in Brandwatte eingepackt sind. Diese Blättchen entzünden
sich an der Luft und sollen Brände in Scheunen, Feldern, Wäldern und Heu-
schobern, aber auch in Städten hervorrufen.

Ausland.

Franco, Generalissimus, verlieh der Führer Großkreuz des Ordens vom
Deutschen Adler in Gold.

Franz. Minister für Flugwesen 7. 9. General Bergeret.

172 britische Sperrballone, von welchen 52 am 17. 9. und 120 am 18. 9. los-
gerissen wurden, trieben über den Kanal nach dem Festlande und wurden, damit
sie an Hochspannungsleitungen keinen Schaden anrichteten, von deutschen Flie-
gern abgeschossen. Viele andere vom Sturm losgerissene englische Sperrballone
wurden für die östlichen Länder zu einer Landplage. So haben die treibenden
Ballone mit ihren langen Schleppseilen außerordentlichen Schaden, insbesondere
in den schwedischen Ueberlandleitungen, angerichtet. Auch der große schwedische
Sender Motala wurde so stark beschädigt, daß er seine Sendungen unterbrechen
mußte.

USA-Atlantikilugverkehr mit Flugboot „Clipper“, wie aus Lissabon berichtet
wird, Anfang September eingestellt. Der Flugdienst wird erst im Dezember wieder

aufgenommen.

*) Beuth-Vertrieb, Berlin SW 68; Preis —.75 RM (ausschl. Versandkosten).

Jagdilugzeug einer Staffel Heinkel
He 112 schützt ein Heinkel-Kampi-
flugzeug He 111.  Werkbild

Engl. Brandblättchen, Weltbild

Seite 318 „rFLUGSPORT“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Luftwaffe.

Berlin, 6. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Unsere Kampfflieger- und
Jagdverbände setzten am 5. 9. die Bombenangriffe auf feindliche Flugplätze in
Südengland fort und erzielten Treffer in Gebäuden und Unterkünften. Das Groß-
öllager Thameshaven wurde in Brand geworfen. Im Laufe dieser Angriffe kam
es zu verschiedenen für uns siegreichen Luftkämpfen. — In der Nacht griffen
Kampffliegerverbände mehrere Flugplätze in der Gegend von Lincoln, Hafen-
anlagen in Liverpool, Portsmouth, Sunderland, Blyth, Hull, Industrieanlagen in
Newcastle, Hafen- und Dockanlagen im Ostteil von London, sowie erneut das
Großöllager in Thameshaven wirksam mit Bomben an. — Englische Häfen wurden
weiter vermint. — Britische Flugzeuge flogen in der Nacht in das Reichsgebiet
ein und warfen an einzelnen Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden an-
zurichten. Nur an einer Stelle wurde ein Bauernhaus getroffen. Dabei sind fünf
Zivilpersonen auf dem Wege zum Luftschutzraum getötet und zwei verletzt wor-
den. — Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 46 Flugzeuge. Davon
wurden zwei bei Nacht durch Flakartillerie abgeschossen. Es gelang ferner,
sechs Sperrballone zu vernichten. Sechzehn eigene Flugzeuge kehrten nicht zu-
rück. — Außer vier bereits genannten Offizieren haben in den Luftkämpfen der
letzten Wochen drei weitere Jagdflieger 20 und mehr Luftsiege errungen, und
zwar: Hptm. Mayer, Hptm. Oesau und Hptm. Tietzen. An der Spitze der Sieger
in Luftkämpfen steht Mai. Mölders mit 32 Abschüssen.

Berlin, 7. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 6. 9. griff die Luftwaffe
kriegswichtige Ziele im Südosten Englands, so die Flugzeugwerke von Rochester
und Weybridge, die Oellager von Thameshaven und den Flugplatz von Keniey
wirksam mit Bomben an. Von den feindlichen Jägern, die sich zum Kampf stell-
ten, wurde eine große Anzahl abgeschossen. Nächtliche Angriffe richteten sich
gegen Hafenziele und ‘Anlagen der Luftrüstungsindustrie. In Liverpool, Manchester
und Derby sowie an einigen NHafenplätzen der Südküste entstand erheblicher
Schaden. — Ein britisches im Geleitzug fahrendes Handelsschiff von 6000 BRT.
wurde im Seegebiet nordostwärts Aberdeen durch Bombentreffer versenkt. —
Vor verschiedenen britischen Häfen wurden Luftminen abgeworfen. — Der Feind

griff bei Nacht wieder die Reichshauptstadt an und verursachte einigen Per-

sonen- und Sachschaden durch wahllosen Bombenabwurf auf nichtmilitärische
Ziele der Innenstadt. — Die deutsche Luftwaffe ist daher dazu übergegangen,
nunmehr auch London mit starken Kräften anzugreifen. In der vergangenen Nacht
wurden Dockanlagen im östlichen London in Brand geworfen und durch Spreng-
bomben schwer getroffen. Dort und im Oellager von Thameshaven waren starke
Brände weithin sichtbar. — Der Gegner verlor am gestrigen Tage 67 Flugzeuge,
von diesen 52 in Luftkämpfen und 13 durch Zerstörung am Boden. Ein feindliches
Flugzeug wurde auf dem Rückflug von Berlin nördlich Hannover durch Flak-

Der Reichsmarschall leitet den Großeinsatz :der

i Luftwaffe gegen England
auf einem Gefechtsstand an der Kanalküste.

PK.-Eitel-Lange (Weltbild)

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 319

artillerie zum Absturz gebracht, ein anderes von Nachtiägern am Dortmund-Ems-
Kanal abgeschossen. 24 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 8. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Angriffe unserer Luft-
waffe gegen die wehrwirtschaftich besonders wichtigen Objekte von London,
die in der Nacht vom 6. auf 7. 9. begonnen hatten, wurden auch am 7. und in
der Nacht zum 8. 9. mit sehr starken Kräften und unter Einsatz schwerster
Beimben fortgesetzt. Diese Angriffe sind die Vergeltung für die von England be-
gonnenen und in den letzten Wochen gesteigert geführten britischen Nachtangriffe
auf. Wohnviertel und andere nichtmilitärische Ziele im Reichsgebiet. Der Reichs-
marschall leitet persönlich den Einsatz von Nordfrankreich aus. — In ununter-
brochener Folge fielen bis jetzt über eine Million kg Bomben aller Kaliber auf das
Hafen- und Industriegebiet an der Themse, Kaianlagen, Handelsschiffe, Docks
und Speicher, Kraft-, Wasser- und Gaswerke sowie Arsenale, Fabriken und Ver-
kehrseinrichtungen wurden getroffen und zum Teil durch schwerste Explosionen
vernichtet. Große Feuersbrünste wüten in der Umgebung der Docks. In kraft-
vollen Vorstößen kämpften Jagdflugzeuge den Weg der Kampfflugzeuge nach
London frei. — Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Großöllager und
Dockanlagen von Thameshaven, gegen die Sprengstoffabriken von Chatham und
den Flugplatz von Hawkinge. Außerdem griffen Kampfflieger Industrie- und
Hafenziele in Liverpool, Manchester, Birmingham, Cardiff, Bristol, Southampton,
Portsmouth, Portland und zehn weiteren Orten an. — Der Gegner flog wiederum
bei Nacht nach Deutschland ein. Eine Welle wendete sich gegen Südwestdeutsch-
land und warf vereinzelt Bomben, die keinen Schaden anrichteten. Der andere
Teil der britischen Kampfflugzeuge versuchte, seinen Kurs, wie in den bisherigen
Nächten, nach Berlin zu nehmen, wurde iedoch durch konzentrierte Abwehr im
Westen zur Umkehr bzw. zum vorzeitigen Bombenabwurf gezwungen. Bomben
richteten lediglich in einer Kirche in Hamm Schaden an. — Der Feind verlor
bei den gestrigen Kampfhandlungen 94 Flugzeuge. 26 eigene Flugzeuge kehrten
nicht zurück.

Berlin, 9. 9. 40. (DNB.)
Oberk. d. Wehrmacht: Kampf-
fliegerverbände setzten trotz
schlechter Wetterlage auch am
8.9. und in der Nacht zum 9. 9.
die Vergeltungsangriffe gegen
London fort. Luftbildaufnahmen
bestätigen die starke Wirkung
der bisherigen Angriffe. Bei den
nächtlichen Anflügen konntei
die angreifenden Verbände ihre
Ziele infolge der immer noch
andauernden Brände schon auf
weite Entfernung erkennen.
Wieder wurden Dock- und
Hafenanlagen, Oellager, Gas-,
Elektrizitäts- und Wasserwerke
sowie Speicheranlagen zu bei-
den Seiten der Themse mit
Bomben aller Kaliber belegt.
Auch mehrere Flugplätze in
der Umgebung von Lincoln
wurden angegriffen. Im Firth
of Forth gelang es, ein Han-
delsschiff von 8000 BRT. durch
Bombentreffer schwer zu be-
schädigen. — Britische Flieger

Tanklager bei Purfleet an der
Themse nach dem ersten deut-.
schen Bombenangriff am 7. 9.
1940. PK.-Weltbild

Seite 320 „FLUGSPORT"“ Nr. 20/1940, Bd. 32

richteten in der letzten Nacht Angriffe gegen Hamburger Wohnviertel. Mehrere
Wohnhäuser wurden beschädigt, einige Zivilpersonen verletzt. Der angerichtete
Gesamtschaden ist jedoch auch hier nur gering. — Die Gesamtverluste des Geg-
ners betrugen gestern 22 Flugzeuge. Davon wurden zwei durch Flakartillerie, die
übıigen im Luftkampf abgeschossen. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 10. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Britische Flugzeuge warfen
auch in der letzten Nacht in Norddeutschland Bomben auf Orte, die weitab von
jerlichen militärischen Zielen liegen. In Berlin sowie in anderen Städten wurden
einzelne Wohnhäuser mehr oder weniger stark beschädigt. — Deutsche Kampf-
und Jagdfliegerverbände setzten ihre rollenden Vergeltungsangriffe gegen kriegs-
wichtige Ziele der britischen Hauptstadt weiter fort. So weit es die Wetterlage
zuließ, wurden Hafen- und Dockanlagen, Gasanstalten, Wasser- und Elektrizitäts-
werke sowie Speicher und Großöllager mit Bomben aller Kaliber belegt. Weithin
sichtbare Brände wiesen unseren Fliegerverbänden den Weg. Weitere Luftangriife
trafen einige Hafenanlagen an der Westküste Englands und an der Ostküste
Schottlands. Die Verluste des Gegners betrugen gestern 44 Flugzeuge. Davon
wurden 2 durch Flak, eines durch Marineartillerie, die übrigen in Luftkämpfen
abgeschossen. 21 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 11. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Feind warf in der ver-
gangenen Nacht in Nordfrankreich, Belgien und Norddeutschland an verschiedenen
Stellen Bomben, die jedoch nur geringen Schaden anrichteten. Einigen feindlichen
Flugzeugen gelang es, nach Berlin vorzustoßen und dort Bomben zu werfen. In
Wohn- und Geschäftsvierteln entstanden an zahlreichen Stellen Brände. In der
Innenstadt wurden zwei Krankenhäuser getroffen. Im Diplomatenviertel mußten
einige Straßenzüge wegen drohender Einsturzgefahr vorübergehend geräumt
werden. Eine Bombe fiel auf das Reichstagsgebäude, eine andere auf die Aka-
demie der Künste. Fünf Zivilpersonen wurden getötet, mehrere verletzt. Das
tatkräftige Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes sowie der Selbstschutz
der Berliner Bevölkerung verhinderten, daß die zahlreichen Brandbomben größe-
ren Schaden anrichteten. — Kriegswichtige Anlagen in der Stadt und im Hafen
von London blieben auch gestern das wichtigste Ziel der deutschen Vergeltungs-
angriffe, Zahlreiche neue Brände traten zu den bisherigen hinzu. Daneben wurden
noch andere kriegswichtige Ziele, insbesondere Hafenanlagen, Flughäfen und
Industrieanlagen im Südosten der britischen Insel mit Bomben belegt. — Südlich
der Hebriden versenkte ein Kampfflugzeug aus einem britischen Geleitzug ein

Handelsschiff von 8000 BRT. — Bei den Kampfhandlungen über England gingen

drei eigene Flugzeuge verloren. Flakartillerie und Nachtijäger schossen von den
Berlin angreifenden Flugzeugen ie eins, Marineartillerie an der Kanalküste wei-
tere vier feindliche Flugzeuge ab.

Berlin, 12. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Abermals belegten britische
Flugzeuge in der Nacht vom 11. zum 12. 9. in Norddeutschland die Wohnviertel
mehrerer Städte, darunter Hamburg, Bremen und Berlin, mit Spreng- und Brand-
bomben. Es entstanden zahlreiche Brände und Schäden in Wohnhäusern und
in Arbeitersiedlungen. 14 Tote und 41 Verletzte sind zu beklagen. Gut liegendes
Abwehrfeuer, diszipliniertes Verhalten der Bevölkerung und tatkräftiges Ein-
greifen des Selbstschutzes verhinderten in der Reichshauptstadt und an anderen
betroffenen Orten größere Schäden. — Deutsche Kampf-, Jagd- und Zerstörer-
geschwader setzten Tag und Nacht ihre Vergeltungsangriffe gegen London fort.
Docks und Hafenanlagen, die durch Brände hell erleuchtet waren, Gas- und
Flektrizitätswerke, eine Pulver- und Waffenfabrik wurden schwer getroffen. Wei-
tere Angriffe im Laufe des Tages galten einer Flugrzeugfabrik in Southampton,
in der sechs Hallen zerstört wurden sowie den Oellagern von Port Viktoria.
Nachtangriffe richteten sich ferner gegen Liverpool und anderen Hafenanlagen an
der West- und Südküste Englands. — In der Themsemündung stürzten sich
Kampfflugzeuge auf einen Geleitzug und warfen einen Zerstörer und vier Handels-
schiffe in Brand; zwei weitere Handelsschiffe erhielten Treffer. — Im Verlaufe
der Angriffe gegen London kam es zu mehreren erbitterten Luftkämpfen, bei
denen 67 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. In der Nacht wurden sechs
weitere britische Flugzeuge über deutschem Gebiet durch Flakartillerie zum Ab-
sturz gebracht. Marineartillerie hat sechs feindliche Bombenflugzeuge an der
Nordseeküste, ein weiteres an der Kanalküste abgeschossen, so daß die gestrigen
Gesamtverluste des Feindes achtzig Flugzeuge betragen. Zwanzig eigene Flug-
zeuge werden vermißt.

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 321

Berlin, 13. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Den in der Nacht in Nord-
und Westdeutschland einfliegenden britischen Flugzeugen gelang es nicht, ihre
Ziele zu erreichen. Wenige auf Wohnviertel und ein Dorf abgeworfene Bomben
richteten nur geringen Schaden an. — Bei der eigenen bewaffneten Aufklärung
über Südengland wurden Bomben auf Industrieanlagen in London, Bexhill, Brigh-
ton, Banbury und andere Orte abgeworfen. Südwestlich der Insel Man gelang es
ein Handelsschiff von 8000 BRT. schwer zu beschädigen. — In der Nacht zum
13. 9. belegten Kampfflugzeuge wiederum die Hafen- und Dockanlagen in London
und Liverpool mit Bomben und riefen neue Brände und Explosionen hervor. —
Britische Häfen wurden erneut vermint. — Ein feindliches Flugzeug wurde ab-
geschossen, ein eigenes wird vermißt.

Berlin, 14. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte gestern
bei Tag und Nacht ihre Vergeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt trotz
ungünstiger Wetterlage fort und erzielte zahlreiche Treffer in Dockanlagen,
Lagerhäusern und Fabrikgebäuden. An verschiedenen Stellen entstanden neue
Brandherde. — Außerdem belegte sie Flughäfen, Industrieanlagen, Hafenplätze
und Eisenbahnen im Südosten Englands wirksam mit Bomben. — Der Feind
unternahm einige kurze Einflüge nach Holland, Belgien und Frankreich und warf
an mehreren Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. — In-
folge der starken Bewölkung kam es am Tage nur zu vereinzelten Luftkämpfen.
Acht feindliche Flugzeuge wurden durch Jagdflieger und Flakartillerie abge-
schossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Amsterdam, 14. 9. 40. (DNB.) Wie von zuständiger deutscher Seite im Haag
mitgeteilt wird, haben die Engländer bei ihren letzten Flügen über Holland nicht
nur Zündplättchen, die sich gegen die holländische Landwirtschaft und die Volks-
ernährung richten, abgeworfen, sondern sie sind in ihren feigen Kampfmethoden
sogar so weit gegangen, Kartoffelkäfer abzuwerfen, um die Kartoffelernte zu
vernichten. Die niederländische Bevölkerung wird daher aufgefordert, der Be-
kämpfung, dieser englischen Methoden erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Berlin, 15. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Verbände der Luftwaffe
setzten trotz bedeckten Wetters auch am 14. und in der Nacht zum 15. 9. die
Vergeltungsangriffe gegen kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland mit
Schwerpunkt auf London fort. Im Raum der britischen Hauptstadt erhielten

u

Bombenabwurf über dem Flugplatz Biggin-Hill, 10 km südöstlich von London.
Oben rechts im Bild erkennt man den Flugplatz mit der Landebahn, auf welchem
durch Färbung Waldgruppen und Wiesenparzellen vorgetäuscht sind. Die Färbung
auf der Landebahn ist gegenüber der anderen etwas zurückgegangen. In der
Mitte unterhalb der Landebahn erkennt man auf dem dunkler gefärbten Busch-

flecken ein Flugzeug (Größe 1 mm).

Weltbild
Seite 322 „FLUGSPORT"“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Dock- und Hafenanlagen Treffer. Der Hafen von Liverpool und das Walzwerk
von Warrington, sowie mehrere Flughäfen, Verkehrseinrichtungen und Hafen-
plätze im Süden Englands wurden wirksam mit Bomben belegt. — Bei Angriffen
auf Geleitzüge gelang es, nördlich Irland ein Handelsschiff von 8000 BRT. zu
versenken. — Ueber London entwickelten sich einige, für unsere Jäger erfolg-
reiche Luftkämpfe. — Der Gegner warf bei Nacht mit einzelnen Flugzeugen in
Belgien und Holland sowie im westdeutschen Grenzgebiet Bomben auf kleinere
Orte, und als einziges militärisches Ziel auf ein Truppenlager. Sieben Personen
wurden getötet, sechzehn verletzt. Der angerichtete Sachschaden ist unbedeu-

tend. — Fünf feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie, weitere fünfund-
zwanzig durch Jäger abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zu-
rück. — Obltn. Müncheberg errang seinen zwanzigsten Luftsieg.

Berlin, 16. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 15. 9. und in der Nacht
zum 16. 9. wurden unter schwierigsten Wetterverhältnissen die Vergeltungsflüge
gegen London fortgesetzt. Kampfflieger griffen Docks und Hafenanlagen an, trafen
mit einer Bombe schweren Kalibers das Gaswerk Bromley, setzten ein Oellager
in Brand und erzielten Treffer auf Bahnhöfe sowie kriegswichtige Industrie-
anlagen in Woolwich und anderen Stadtteilen. Im Laufe dieser Angriffe kam es
zu heftigen Luftkämpfen. — Auch die Hafenanlagen von Dover und Portland, wo
ein Oellager in Brand gesetzt wurde, sowie die Flugzeugwerke in Southampton
wurden mit Bomben belegt. -— An der irischen sowie an der schottischen und
englischen Ostküste gelang es, beim Angriff auf mehrere Geleitzüge zwei Han-
delsschiffe von insgesamt 18 000 BRT. zu versenken, eines in Brand zu werfen
und eines schwer zu beschädigen. Fin weiteres Handelsschiff von 8000 BRT.
wurde bei Nacht im Kanal versenkt. — Kampffliegerverbände unternahmen nächt-
liche Angriffe auf Liverpool und Birmincham. Auch hier entstanden zahlreiche
Brände. — Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang. — Versuche
britischer Flugzeuge, die Reichshauptstadt in der letzten Nacht anzugreifen,
schlugen fehl. In einigen Städten Westdeutschlands fielen Bomben auf Wohn-
viertel. Dabei wurden in einem Ort mehrere Häuser und eine Schule in Brand
gesetzt. Zwei Zivilpersonen sind getötet, mehrere verletzt worden. — Flak-
artillerie und Nachtijäger schossen je ein Flugzeug ab. Hafenschutz- und Vor-
postenbooten der Kriegsmarine gelang es, an der Kanalküste drei feindliche
Flugzeuge abzuschießen. — Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern
79 Flugzeuge, 43 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 17. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am Vormittag des 16. 9.
beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe infolge der ungünstigen Wetterlage
auf bewaffnete Aufklärung. In ihrem Verlauf wurden mehrere Flugplätze in Süd-
und Mittelengland sowie Hafen- und Industrieanlagen von Whitby wirksam mit
Bomben angegriffen. — Gegen Mittag setzten erneut Vergeltungsangriffe gegen
London ein, die rollend und mit wachsender Stärke bis zum Morgen des 17, 9.
andauerten. Hafen- und Dockanlagen sowie sonstige kriegswichtige Ziele wurden
mit zahlreichen Bomben aller Kaliber belest und an vielen Stellen neue Brände
hervorgerufen. Nächtliche Bombenangriffe richteten sich auch gegen Liverpool. —
Drei feindliche Flugzeuge wurden im Luftkampf abgeschossen, eines am Boden
zerstört. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Der Feind unterließ
gestern bei Tage und in der vergangenen Nacht iegliche Angriffsversuche auf
deutsches Gebiet.

Berlin, 18. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsflüge gegen
London hielten im Laufe des 17. 9. an und wurden während der Nacht zum 18. 9.
mit steigender Heftigkeit fortgesetzt. Auf die West-India-, London- und Victoria-
Docks, auf Wasser- und Gaswerke, auf Bahnhöfe und sonstige kriegswichtige
Ziele wurden Bomben aller Kaliber geworfen. Neue ausgedehnte Brände waren
überall die Folge. — Weitere Angriffe richteten sich im Laufe des Tages auf den
Flughafen Croydon sowie auf Flugplätze und kriegswichtige Ziele an der Südost-
küste. Liverpool wurde bei Tag und Nacht wiederholt angegriffen. Die Flugzeug-
werke in Liverpool-Speke erhielten schwere Treffer. — Auch der nördlichste
große britische Hafen, Glasgow, wurde in der Nacht zum 18. 9. angegriffen. —
Fin britischer 5000-t-Dampfer wurde bei einem Angriff nördlich von Irland schwer
beschädigt. — Britische Flieger griffen in der letzten Nacht in Nord- und West-
deutschland wieder Wohnviertel und Siedlungen mit Bomben an und beschädigten
einige Wohnhäuser. — Der Feind verlor gestern sieben Flugzeuge im Lufitkampf,
zwei durch Flakartillerie. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 323

Ju 87-Geschwader auf einem Feldflugplatz. Bild PK./JFM.

Berlin, 19. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff auch
gestern trotz schwieriger Wetterverhältnisse verschiedene kriegswichtige Ziele
in der Umgebung von London an. Die Dock- und Hafenanlagen in Tilbury, die
Staatswerft in Chatham und die Großöllager von Port Victoria wurden wirksam
mit Bomben belegt. Mehrere Oeltanks und ein Tankschiff gingen in Flammen auf
” In der Nacht wurden die Vergeltungsflüge gegen London in verstärktem
‚mfang fortgesetzt. Vor allem erhielten die Silvertown- und Royal Albert-Docks
sowie andere wichtige Ziele in rollendem Einsatz zahlreiche Bombentreffer
schwersten Kalibers. In vielen Stadtteilen Londons entstanden ausgedehnte
vände. — Auch in anderen Teilen Englands wurden kriegswichtige Ziele, wie
die Hafenanlagen in Liverpool, die chemischen Werke in Billingham, die Tyne-
Docks in Newcastle sowie Flugplätze in Mittelengland, erfolgreich angegriffen —_
Das Verminen südenglischer Häfen wurde fortgesetzt. — Feindliche Flugzeuge
warfen in Nordfrankreich und Belgien an mehreren Stellen Bomben, ohne nen-
nenswerten militärischen Schaden anzurichten. Eine Anzahl von Zivilpersonen
wurde getötet. — In der Nacht zum 19. 9. wurden in Westdeutschland einfliegende
britische Flugzeuge durch deutsche Auwehr zur Umkehr gezwungen. Sie warfen
ihre Bomben auf nichtmilitärische Ziele ab und griffen dabei die Krankenanstalt
von Bethel an. Drei Krankenhäuser wurden zerstört, obwohl sie durch das Rote
Kreuz deutlich als solche kenntlich gemacht waren. Dabei wurden 9 Kinder
getötet, 12 verletzt. — Während der Nacht wurden neun feindliche Flugzeuze
urch Flakartillerie, zwei durch Nachtiäger, am Tage 24 Flugzeuge im Luftkampf
a der Nordseektiste schoß Marineartillerie ein feindliches Flug-
a . ei weitere Flugzeuge wurden so schwer beschädigt, daß mit ihrem
gerechnet werden kann. Die gestrigen Gesamtverluste des Feindes be-
ragen demnach 38 Flugzeuge. 13 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Italien.

ı Rom, 6. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Gestern wurde ein
oppelter Angriff auf Malta durchgeführt. Beim ersten Aufklärungsfluge am Vor-
mittag konnte der Auftrag vollkommen durchgeführt werden, weil die zum Schutz
Aufgestiegenen englischen Jäger beim Angriff unserer Jagdilugzeuge sich durch die

ucht dem Kampf entzogen. Zwei feindliche Jagdflugzeuge sind mit Maschinen-
gewehrfeuer beschossen und beschädigt worden. — Während des zweiten An-
griffes am Nachmittag haben Sturzbomberstaffeln (Picchiatelli), die überraschend
über der Insel erschienen, das Fort Demimara getroffen und halb zerstört sowie
ein Brennstoffdepot in Brand geworfen, wobei weder die englischen Jäger noch
die Flak in Aktion traten. Im östlichen Mittelmeer hat unsere unermüdliche Luft-
waffe den bereits gestern schwer angegriffenen Geleitzug erneut erreicht. Ein
Seite 324 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1940, Bd. 32

sdampfer wurde schwer getroffen, ein anderer, der vielleicht gestern ge-
a onen ist, wurde in einer Bucht mit schwerer Schlagseite aufgelunden. —
In Nordafrika haben unsere Flugzeuge die Brennstofflager von Suez bombar er
sowie Kraftwagen, die auf der Landstraße bis in der Nähe von Sollum Überrasc
wurden. Alle bei diesen obengenannten Angriffen eingesetzten Flugzeuge su u
ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Im Roten Meer haben Teile unserer Lu ss rei -
kräfte einen feindlichen Geleitzug angegriffen und zwei Dampfer schwer ge ” en
Weitere feindliche Schiffe sind im Innern des Hafens von Aden bombardier a
getroffen worden. Unsere Flugzeuge sind trotz Angriffe feindlicher Jäger zurück-

i indli ist i hossen worden. — Eine
eekehrt. Ein feindliches Flugzeug ist im Kampf abgesch .
andere Formation hat feindliche Truppenlager bei Achid in der Gesend von
Tocar (Oberer Sudan) mit Erfolg bombardiert. — Wie immer über die Schweiz

eindliche Flieger haben einen nächtlichen Luftangriff auf Turin unter-
 häden von geringerer Bedeutung sind an Privatwohnungen verursach
worden. Die beiden oberen Stockwerke eines Wohnhauses im Viertel . al
sind zerstört worden, doch blieben die Einwohner, die sich beim Nam nr ven
Luftschutzkeller begaben, unverletzt. Einige Eisenbahnwagen sind auf en n n
hof in Brand geraten. Weitere Bomben wurden in der Nähe der Stadt auf offenes
Feld geworfen, ohne Schäden zu verursachen.

Rom, 7. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Petroleumanlagen
von Haifa sind erneut von unseren Flugzeugen bombardiert worden, wone! aus-
gedehnte Brände verursacht wurden. — In Nordafrika haben ‚unsere iunzeus
formationen die Eisenbahn Alexandrien—Marsa Matruk bombardiert. Im Lu amp
mit angreifenden feindlichen Jägern haben unsere Bomber zwei „ugpeuse N m
Gloster-Typ abgeschossen. Der Abschuß von drei weiteren ist ‚wahrsc einlic a
Im Roten Meer ist ein von drei Kreuzern geschützter Geleitzug von unserer
Luftwaffe erreicht und bombardiert worden. Zwei Dampfer und ein Kreuzen sn
getroffen und schwer beschädigt worden. — Alle unsere Flugzeuge sind zu
Stützpunkten zurückgekehrt.

Rom, 8. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Bombenstaffeln, die von
Jagdflugzeugen begleitet waren, haben das Arsenal von Malta angegriffen une
Brände und Zerstörungen hervorgerufen sowie ein feindliches Onterseel 0m
Trockendock getroffen. Die feindlichen Jagdflugzeuge, die vom Heuer der omben
flugzeuge zurückgewiesen und von unseren Jagdflugzeugen angegriffen vun en
haben zwei Flugzeuge verloren, von denen eines bei der Küste und das an ei AH
Meer abgestürzt ist. Ein drittes Flugzeug ist wahrscheinlich abgeschossen worcen
Alle unsere Flugzeuge sind mit einigen Verwundeten an Bord zu ihren 1m
punkten zurückgekehrt. — Im Roten Meer ist ein feindlicher Geleitzug von de
Luftwaffe angegriffen worden. Ein Dampfer wurde getroffen, schwer besc Aare
und von der Besatzung verlassen. Eine weitere italienische Luftformation ha an
Hafen von Aden bombardiert und im Kampf ein feindliches Jardilugzeug a 2
schossen. Auf unserer Seite gab es keine Verluste. — Feindliche ngzeuse neben
Buna bombardiert und im Tiefflug beschossen, wobei ein Dubat (Eingeboren

' j undet wurde. .

forma on) 9% 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Haifa ist bei 3 und
Alexandrien bei Nacht erneut von unserer Luftwaffe angegriffen worden m © a
wo der Angriff überraschend erfolgte und der Abwehr keine Zeit zum Ainsre sen
blieb, ist die Oelraffinerie mit Bomben belegt worden, wobei die ua so
troffen und große Brände verursacht wurden. In Alexandrien sind u. Fr en
die Anlagen der Flottenbasis bombardiert worden. Außerdem wurde die Fa
Alexandrien—Marsa Matruk mit Bomben belegt. Alle unsere urzeuse Inc
zurückgekehrt. — In Ostafrika haben unsere Flugzeuge Boma im Su nn BE
Bahnhof und die Petroleumlager von Port Sudan bombardiert. Feindliche \ “
zeuge haben Mogadiscio, Massaua und Berbera bombardiert, ohne FR es en
Erfolge gegeben hat. Der Sachschaden ist sehr gering. Ein Huszeus, 2 vei uch
hatte, den Flugplatz von Mossio anzugreifen, ist von unseren andiueze En
brennend abgeschossen worden. Drei Mitglieder der Besatzung sind tot. De

, ei ant, wurde gefangen genommen. u .
09. NE) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im östlichen Mittelmen
unternahm unsere besonders aktive ee Fear a

ästina und auf die Bahnlinie Alexandria— Marsa Matruk. | {

en ale Hafenanlagen und wichtigen Lagerhäuser getroffen und heftige Rune
hervorgerufen. Bei der zweiten wurde den Bahnanlagen ernster Schaden zugefügt.

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 325

Ein Eisenbahnzug erhielt Volltreffer und flog in die Luft. — In Nordafrika wurden
außerdem feindliche Zeltlager und Kraftwagenkolonnen von der Luftwaffe im
Tiefflug angegriffen und beschossen. Besonders bei Bir Sceferzen hat der Feind
erhebliche Verluste erlitten. — Die feindliche Luftwaffe unternahm einige Angriffe
auf die Ortschaften der Cyrenaika, wobei insgesamt 1 Mann getötet und 4 ver-
letzt wurden. Es entstand unbedeutender Sachschaden. —- In Ostafrika griff unsere
Luftwaffe den Flugstützpunkt von Port Sudan an, wobei verschiedene Flugzeure
am Boden getroffen und Brände verursacht worden sind. Trotz dem Angriff der
feindlichen Jäger sind alle unsere Flugzeuge nach Abschuß eines feindlichen
Flugzeuges zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. — In Kenia wurden feindliche
Depots und Barackenlager von unserer Luftwaffe in Bura am Tana-Fluß mit
deutlich erkennbaren Erfolgen und ohne eigene Verluste bombardiert. — Der
Feind versuchte Luftangriffe auf Massaua, Asmara und Dessie. Die Bomben fielen
vor allem auf freies Feld und hatten zwei Tote und drei Verletzte zur Folge.

Rom, 11. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Fliegerverbände
haben wiederholt die Zonen von Sollum, Sidi Barrani und Marsa Matruk angegrif-
fen und Anlagen, motorisiertes Material und Truppen bombardiert und im Tiefflug
angegriffen und beschossen. Die dabei verursachten Schäden waren sichtlich
bedeutend. Zwei feindliche Jagdflugzeuge wurden im Luftkampf von unseren
Bombern abgeschossen, weitere zwei sind wahrscheinlich abgeschossen worden.
Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Der Feind hat Luftangriffe
auf Badria, Tobruk und Derna ausgeführt. Insgesamt gab es 13 Tote und 21 Ver-
letzte. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen und stürzte ins Meer ab.
Drei Offiziere eines anderen während der im gestrigen Wehrmachtsbericht ge-
meldeten Aktionen abgeschossenen Flugzeuges wurden gefangengenommen. —
In Ostafrika haben englische Bomber Kassala mit Bomben belegt, wobei drei
Personen verwundet wurden. Ein feindliches Flugzeug wurde von unseren Jagd-
fliegern abgeschossen. Von der Besatzung waren zwei Mann tot, der dritte wurde
gefangengenommen.

Rom, 12. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Eisenbahn-Anlagen
an der ägyptischen Küste und feindliche Stellungen bei Sollum und Sidi Barrani
wurden von neuem von italienischen Flugzeugen bei Tag und bei Nacht bombar-
diert. Es entstanden Brände, Explosionen und große Zerstörungen. Feindliche
Panzerwagen wurden angegriffen, zum Teil vernichtet und unter Maschinen-
gewehrfeuer genommen. — Der Feind hat einen Luftangriff auf Derna versucht,
wurde aber durch unsere Flak abgewiesen. Ein feindliches Flugzeug vom Typ
Blenheim wurde abgeschossen, ein zweites ist vermutlich zerstört. Eines unserer
Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Weitere Informationen ergeben, daß wäh-
rend der Bombardierung von Aden am 1. und 2. 9. zwei feindliche Torpedoboote
versenkt wurden. — Unsere Geschwader haben den Flughafen von Khartum
bombardiert, wo eine Flugzeughalle getroffen wurde. Ferner wurde der Eisen-
bahnknotenpunkt und die Anlagen von Hayia Junctiun und der Flugplatz von
Altbara bombardiert, wo zahlreiche Gebäude und drei Speicher getroffen wurden
und ein weithin sichtbarer Brand entstanden war. Alle unsere Flugzeuge sind
zurückgekehrt. — Ein englisches Flugzeug bombardierte das Wohnviertel von
Assab, wobei Zivilwohnungen beschädigt, ein Mann getötet und zwei verletzt
wurden. Bei einem weiteren feindlichen Luftangriff auf den Flugplatz Sciasciaman
(südlich von Addis Abeba) wurde leichter Schaden angerichtet. Ein feindliches
Flugzeug wurde abgeschossen, die Besatzung von drei Mann gefangengenommen.
— Feindliche Flugzeuge versuchten einen Angriff auf den Flottenstützpunkt von
Massaua. Angesichts der prompt einsetzenden Bodenabwehr warfen sie die
Bomben ins Meer. — Bei dem im Wehrmachtsbericht vom Dienstag (10. 9.)
erwähnten feindlichen Luftangriff auf Dessie wurden zwei feindliche Flugzeuge
abgeschossen.

Rom, 13. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika hat
unsere Luftwaffe die Tages- und Nachtangriffe gesen die feindlichen Stellungen,
Kraftwagenparks und andere militärische Ziele an der ägyptischen Küste fort-
gesetzt. Ein Benzinlager wurde in Brand geschossen, verschiedene Kraft- und
Panzerwagen wurden wiederholt getroffen und unbrauchbar gemacht. — In Öst-
afrika griffen unsere Fliegerverbände erfolgreich ein Zelt- und Barackenlager bei
Abiq im Sudan und eine feindliche Kolonne von 20 Kraftwagen in der Gegend
von EI Katulo (Kenia) an. — Feindliche Luftangriffe wurden ausgeführt auf
Massaua, das bei Beschädigung eines Pavillons viermal bombardiert wurde, auf
Seite 326 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Assab, wo ein Krankenhäus, eine Lazarettküche und Wohnungen im Zentrum der
Ortschaft zerstört wurden, wobei unter der italienischen und der Eingeborenen-
bevölkerung sechs Personen getötet und eine verletzt wurden, auf Asmara und
Gura, wo ein beschränkter Schaden angerichtet wurde. Außerdem wurden
bombardiert die Flughäfen von Gimma und Sciasciamanna, wo leichter Schaden
angerichtet und neun Personen verletzt wurden. Ein feindliches Flugzeug wurde
von unseren Jagdflugzeugen abgeschossen, zwei weitere sind wahrscheinlich
abgeschossen worden.

Rom, 14. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im östlichen Mittelmeer
ist ein von Kriegsschiffen geschützter feindlicher Geleitzug von unseren Luiftstreit-
kräften und anschließend von einem unserer Torpedoflugboote angegriffen worden.
Ein Dampfer mittlerer Tonnage, der von einem Torpedo getroffen wurde und
stark Schlagseite ergeben hatte, ist von den übrigen Schiffen seinem Schicksal
überlassen worden. Bei einem späteren Aufklärungsflug wurde das Fehlen des
Dampfers festgestellt, so daß er höchstwahrscheinlich gesunken ist. Ein weiterer
ebenfalls geschützter Geleitzug ist wiederholt von unseren Bombenflugzeugen
angegriffen worden, die auf einem Frachtdampfer und wahrscheinlich auch auf
einem Kriegsschiff, das sofort das Feuer einstellte, Volltreffer erzielten. Trotz der
heftigen Luftabwehr sind alle unsere Flugzeuge zu ihren Stützpunkten zurück-
gekehrt. — In Ostafrika sind feindliche Zeltlager der Zone von Ras el Sil nördlich
von Gallabat bombardiert worden, ein feindliches Flugzeug, das nach dem Angriff
auf Sciasciamanna im gestrigen Wehrmachtsbericht als wahrscheinlich abge-
schossen angegeben wurde, ist in Brand geschossen aufgefunden und die aus
einem Offizier und zwei Unteroffizieren bestehende Besatzung gefangengenommen
worden. Weiteren Feststellungen zufolge sind außer den im Wehrmachtsbericht
vom Mittwoch (11. 9) als abgeschossen gemeldeten Flugzeugen zwei weitere
feindliche Flugzeuge, die Cassala am 11. 9. bombardiert hatten, brennend abge-
schossen worden.

Rom, 15. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Cyrenaika
haben unsere vorgeschobenen Abteilungen die Grenze überschritten und lebhafte
Kämpfe gegen feindliche Kräfte aufgenommen. Unsere Luftwaffe nimmt aktiv teil,
indem sie durch Bombardement und im Tiefflug feindliche Ansammlungen von
Kraftfahrzeugen angreift. Zwei feindliche Flugzeuge vom Blenheim-Typ sind
abgeschossen worden. — Bei Malta sind das Arsenal von Valletta und der Wasser-
flughafen von Calafrana einem neuerlichen nächtlichen Bombardement unterzogen
worden. Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse sind alle Ziele voll ge-
troffen worden. — Im östlichen Mittelmeer sind feindliche Seestreitkräfte neuer-
dings von unseren Fliegern erreicht und bombardiert worden. Alle unsere Flug-
zeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. — Im Indischen Ozean konnte
ein britischer 10 000-t-Kreuzer, der von einer unserer Luftformationen bombardiert,
getroffen und ernsthaft beschädigt wurde, nur langsam und mit stark abgesunke-
nem Heck die Fahrt fortsetzen. — Der Feind hat in Nordafrika einige Luftangriffe
durchgeführt und dabei Brandbomben auf Bomba ohne das geringste Ergebnis
abgeworfen. In Italienisch-Ostafrika hat der Feind Luftangriffe gegen die ganze
Zone zwischen Asmara und Adi Ugri unternommen und dabei einen Toten und
einen Verwundeten unter den Eingeborenen sowie leichten Sachschaden an einer
Siedlung verursacht.

Rom, 16. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Vorhuten haben
Sollum besetzt und überschritten; sie haben dabei rund 50 feindliche Tanks und
Panzerwagen zerstört. Feindliche Abteilungen haben auf ihrem Rückzug zahl-
reiche Lager in Brand gesteckt und durch sehr intensive Aktionen unserer Luft-
waffe schwere Verluste erlitten. — Eine unserer Luftformationen hat im Sturz-
flug den Flughafen von Hal Far auf Malta bombardiert, wobei die Flak, die
Anlagen und die Flugzeugschuppen Volltreffer erhielten. Eine starke Explosion
und ein darauffolgender Brand von beträchtlichen Ausmaßen wurden beobachtet.
Aufgestiegene feindliche Jagdflugzeuge sind einem Kampf mit unseren begleitenden
Jägern aus dem Wege gegangen und haben dagegen unsere Sturzbomber

(Picchiatelli) angegriffen, die zum Gegenangriff übergingen und ein feindliches:

Flugzeug abschossen sowie ein weiteres schwer beschädigten. Alle unsere Flug-
zeuge sind zurückgekehrt. — Ein feindlicher Kreuzer, der von einer unserer Luft-
formationen angegriffen wurde, hat durch eine Bombe mittleren Kalibers einen
Volltreffer erhalten. — In Ostafrika haben unsere Flugzeuge die Anlagen in der
Zone von Goz Regeb (Sudan) bombardiert. Feindliche Luftangriffe auf Assab,

Nr. 20/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 327

Massaua, Debaroa, Asmara und Gura haben insgesamt vier Verwundete und
geringen Sachschaden zur Folge gehabt.

ab 17. 9. 40. Hauptquartier d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über
Rom, 18. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben
italienische Truppen sowie libysche Truppen, die auch bei dieser Aktion ihre
hohen Kriegstugenden und ihre absolute Treue zu Italien vollauf unter Beweis
gestellt haben, in Fortsetzung ihres siegreichen Vormarsches das in 100 km Luft-
linie von der alten Cyrenaika-Grenze gelegene Sidi el Barrani besetzt und den
Ausbau der neuen Basis sowie der Etappe in Angriff genommen. — Der hart-
näckige und von Panzerformationen unterstützte Widerstand des Feindes ist
überall gebrochen worden. Unsere Luftwaffe hat mit Bomben- und Maschinen-
gewehrangriffen wiederholt eingegriffen. Fünf feindliche Flugzeuge vom Gloster-
Typ wurden brennend abgeschossen. Der Abschuß eines weiteren ist wahrschein-
lich. Vier eigene Flugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. —
Durch nächtliche feindliche Luftangriffe auf Bengasi und Derna wurden im Hafen
von Bengasi ein Ponton und ein Torpedoboot versenkt und einige Brände ver-
ursacht, deren man iedoch sofort Herr wurde. In Derna wurde ein Dampfer
leicht beschädigt. Der Abschuß eines feindlichen Flugzeuges ist wahrscheinlich. —
Eine von Jagdflugzeugen begleitete Sturzkampfformation (Picchiatelli) hat den
Hafen von Micabba auf Malta bombardiert, Brände und beträchtliche Schäden
hervorgerufen sowie mindestens drei Flugzeuge am Boden zerstört. Die feind-
lichen Jäger, die sich einem Kampf mit unseren Jagdflugzeugen zu entziehen
trachteten, eriffen die „Picchiatelli‘“ an, die entschlossen zum Gegenangriff über-
gingen und zwei feindliche Flugzeuge abschossen. Zwei eigene Flugzeuge sind
nicht zurückgekehrt. — In Ostafrika haben unsere Flieger Boma (Unterer Sudan)
mit Bomben belegt, wobei ein Fort beschädigt und ein Feldlager in Brand gesetzt
wurde. Bei einem Erkundungsflug über Aden hat eines unserer Flugzeuge, das von
englischen Jägern angegriffen wurde, ein feindliches Flugzeug schwer "getroffen
und ist selbst unversehrt zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt. — Ein feindliches

Rechts: Bombenangriff auf bri-

tische Wagenkolonne bei Sol-

lum (Aegypten), das ietzt von

den italienischen Truppen er-
obert wurde.

Weltbild

Links: MG.-Schütze in italieni-
schem Bombenflugzeug.
Archiv Flugsport

Seite 328 „FLUGSPORT!“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Flugzeug wurde von unseren Fliegern bei Saraf Sai (nordwestlich von Galabat)
am Boden zerstört. — Feindliche Luftangriffe auf Assab, Massaua, Harmil und
Asmara haben keinen Schaden angerichtet. In Diredaua wurde ein Mann ver-
wundet und ein Gasthof leicht beschädigt. Ein feindliches Flugzeug wurde mit
Wahrscheinlichkeit von der Marineflak abgeschossen. — Ein feindliches Flugzeug
vom Blenheim-Typ, das nach Malta unterwegs war, landete aus Versehen auf dem
Flughafen Pantelleria und wurde intakt mit der aus zwei Offizieren und einem
Unteroffizier bestehenden Besatzung erbeutet.

Rom, 19. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Feindliche Seestreit-
kräfte haben in der Wüstenzone, zwischen Bardia und Sidi el Barrani, das Feuer
gegen unsere Truppen eröffnet. Durch das Eingreifen unserer Bomber wurden sie
zur Aufgabe der Aktion gezwungen und in die Flucht geschlagen. Ein Kreuzer
von 10000 t ist durch einen Torpedo eines unserer Torpedoflugzeuge getroffen
und schwer beschädigt worden. — Weitere intensive Bombardierungen sowie
Beschießungen mit Maschinengewehren sind von unserer unermüdlichen Luftwaffe
durchgeführt worden, die überall Kolonnen und mechanisierte Abteilungen traf
und in die Flucht schlug sowie die Stellungen von Marsa Matruk und andere

militärische Ziele angriff. — Der Feind hat Luftangriffe auf die Gegend von
Tobruk, Boma und Bengasi durchgeführt, die nur leichte Verluste und Schäden
zur Folge hatten. — Zwei feindliche Flugzeuge sind von unseren Jägern abge-

schossen worden, der Abschuß von drei weiteren ist wahrscheinlich. Ein weiteres
Flugzeug wurde von der Marineflak abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind
zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge haben die Inseln Rhodos und Leros an-
gecriffen und wahllos Bomben abgeworfen, die zum Teil ins Meer fielen und nur
kleine Brände auslösten sowie überaus leichten Schaden an einem Haus ver-
ursachten, iedoch keine Opfer forderten. Ein feindliches Flugzeug ist von der
Flak abgeschossen worden. — In Ostafrika hat der Feind Luftangriffe auf Kassala,
Assab, Giavello, Mogadiscio, Diredaua, Zeila, Mersa-Techay (Rotes Meer) durch-
geführt, die insgesamt sieben Tote und dreizehn Verwundete unter den Italienern
und Eingeborenen sowie unbedeutende Schäden zur Folge hatten. — Unsere
Luftwaffe hat im Innern des Hafens von Aden Dampfer bombardiert.

Segelflug

Aufbauarbeit im NS.-Fliegerkorps.

Aufbauarbeit im NS.-Fliegerkorps geht trotz des Krieges weiter.

Nach Rückkehr der Ostmark ins Reich Aufbauplan für Segelflug der Ostmark
aufgestellt. Im Rahmen dieser Planung bereits mehrere Segelfluglager ausgebaut.
Außerdem ietzt fertiggestellt: Reichs-Segelflugschule Spitzerberg und Segelflug-
schule Zell am See.

Reichs-Segelilugschule Spitzerberg:

Lage: 50 km östlich Wien in der Nähe deutsch-slowakische-ungarische Grenze.
Am Südufer der Donau mit unterem Auslauf der Kleinen Karpathen. Der Spitzerberg
liegt unmittelbar beim Hundsheimer Kogel, die mit dem Tebener Kogel die Eingangs-
pforte der Donau in die Slowakei bilden.

Am Segelhang des Spitzerberges wurde der Dauer-Weltrekord von 50 Std.
(von den NSFK.-Männern Führineer/Kahlbacher) geflogen. Die Reichs-Segelflug-
schule Spitzerberg ist nach den modernsten Erfahrungen gebaut. Es wird dort Hang-
tlugschulung,, Windenschleppschulung und Flugzeugschleppschulung durchgeführt.
Fassungsvermögen für 220 Flugschüler normal, für besondere Anlässe (Wett-
bewerbe, Veranstaltungen usw.) können in der Reichs-Segelflugschule Spitzerberg
600-700 Mann untergebracht werden.

Segelflugschule Zell am See:

Die Segelflugschule Zell am See ist als hochalpine Segelflusschule ausgebaut
worden und soll der Förderung des alpinen Leistungssegelfluges dienen. Die
Segelflugschule ist als Schleppflugschule eingerichtet und liegt unmittelbar in der
Nähe von Zell am See, nördlich der Hohen Tauern. Es kann von dort aus der
Anschluß an das Großglockner-Massiv und das Massiv des Groß-Venedigers
erreicht werden (über 4000 m).

Seite 329
Nr. 20/1940, Bd. 32

Nicht nur in der
Ostmark, sondern auch
in dem Gebietszuwachs
von Danzig/Westpr. u.
Posen ist die Boden-

organisation bereits
weitgehendst im Gange.
Es werden schon an
mehreren Stellen Lehr-
gänge auf Segelflug-
lagern durchgeführt.

Als erstes Segel-
fluglager ist das Segel-
fluglager Mariensee in
Gebiet Danzig erbaut
worden. Die Fertigstel-
lung ist vor wenigen
Tagen erfolgt.

Zusatz: Bei der Er-
stellung der Bauten
wird der örtliche Cha-
rakter besonders betont
und auch künstlerisch
zur Geltung gebracht
(siehe hierzu insbeson-
dere die Fotos der Se-
gelflugschule Zell am
See und des Segelflug-
lagers Mariensee).

USA Sesgelilugtätig-
keit ist zur Zeit noch
gering. Die Fachzeit-
schrift „Soaring‘“ schätzt
die Anzahl der Segel-
flugpiloten, darunter die,
welche noch kein ofü-
zielles Zertifikat be-
sitzen, auf ca. 1000; die
Anzahl der Klubs auf
annähernd 150, von
denen nur wenige wirk-
lich fliegerisch tätig sind,
die gern fliegen würden,
wenn sie die nötige
Unterstützung und Se-
gelflugzeuge hätten,

Von oben nach unten:
Reichssegelflugschule
Spitzerberg bei Wien;
Teilansicht der Unter-
kunftsgebäude.
Segelfluglager Marien-
see im Gebiet Danzig.
Segelflugschule Zell am
See. Wirtschaftsgebäude
und Unterkunftshaus.

Bilder: NSFK. (1), Kunz (3)

Seite 330 „FLUGSPORT"“ Nr. 20/1940, Bd. 32

Der Beiwert cys ändert sich mit dem Anstellwinkel, kann aber für den in
Frage kommenden Bereich des Fluges, d. h. im Schnellflug, vernachlässigt wer-
den. Wenn im Bereich größerer Anstellwinkel, etwa im Landefall, eine Zunahme
des ws; eintritt, ist diese nur erwünscht, da ein größeres Cws die Anordnungen
zur Verschlechterung der Gleitzahl im günstigen Sinne beeinflußt. Einige Zahlen-

werte für einen runden Rumpf: (Amerik. Messungen, VDT-Kanal, Rees = 8,2
mal 10°).
a. 0° 4° 8° 12° 16°
cv. 0,0041 0.0042 0,0049 0,0062 0,0085

Bei Hochleistungssegelflugzeugen ist übrigens der Rumpf so angestellt, daß
Cwsmin bei bester Sinkgeschwindigkeit erreicht wird.

Warmbehandlung d. Duralumin unterscheidet man Erwärmung bis 350° C
Weichglühtemperatur, wobei die Festigkeit des Duralumins wieder zunimmt und
30% unter der Ausgangsfestigkeit bleibt. Vergütungsglühen bis 500° C wird er-
reicht ie nach der Blechstärke in 10—30 Min. Nach dem Glühen wird der Werk-
stoff sofort in Wasser von ca. 20° C abgeschreckt. Von diesem Zeitpunkt an
geht der Werkstoff in einer Aushärtezeit von 6 Tagen (am 1. Tag sehr schnell
und in weiteren 5 Tagen langsamer) wieder in seinen ursprünglichen Zustand
zurück. Weichglühen wird für Stücke verwendet, die lange Zeit zur Bearbei-
tung nötig haben. Weichgeglühte und vergütungsgeglühte Stücke sind getrennt
voneinander aufzubewahren und zu kennzeichnen. Das Vergütungsglühen er-
folgt in einem Salzbad (Durferit-Aluminium-Vergütungssalz AVS 250)-Glühofen.
Die Behandlung in einem solchen Salzbad-Glühofen erfordert, um allerhand Ge-
fahren zu begegnen, so große Erfahrung, daß sie von Laien ohne die nötige
Uebung für den normalen Werkstattgebrauch schwer ausgeführt werden kann.

Konsul-Profil 535 mit Polaren, s. „Flugsport“ 1934, S. 204.
Literatur.

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Der Flugmotor. Teil I: Die Wartung des Motors. Von Dipl.-Ing. Günther
Ulsmann, Fl.-Stabsing. i. RLM. (Luftfahrt-Lehrbücherei Bd. 8). 168 S. mit 110 Abb.
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Wartungsarbeiten an den in der jetzigen Zeit zur Verwendung selangenden
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die Folgen mangelhafter Behandlung von Motoren augenscheinlich dem Leser
vermittelt.

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unbestimmten Systemen im Flugzeugbau v. Ing. Adolf Wegener. 84 S. mit 83 Abb.
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Die Kenntnis der Berechnung von statisch unbestimmten Systemen ist in
modernen Flugzeugbau unerläßlich. Verfasser gibt jungen Ingenieuren mit geringen
mathematischen Kenntnissen, die sich im Flugzeugbau einarbeiten wollen, die
Möglichkeit, sich mit der Verformung von Fachwerken und der Berechnung von
statisch unbestimmten Systemen vertraut zu machen.

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meister & Thal, Leipzig. Preis RM —.70.

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XXAXll. Jahrgang / Nr. 21 Mittwoch, 9. Okt. 1940

Wissen
und Können

USA Douglas
8A-3P Ein-
motor-Bomber

USA North-
American
NA-40-
Schnellbomber

Engl. Short
14/38 B
Viermotor-
Landflugzeug

Stahl und
Kunststoffe im
& Flugzeugbau

L Konstruktions-
einzelheiten

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ermöslichen höchsten militärischen Einsatz

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VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERKE A.G. FRANKFURT (MAIN)-HEDDERNHEIM 1940 S
2, XXX. Jahrgang |
er ee Nr. Datum

R 23. Oktober

3 6. November

N 20. November
4. Dezember

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus, Frankfurt a. M.. Hindenbureolatz 8.

Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften % 18 D
sind nicht an Einzelpersonen, sondern u Been aus Eon und Verlag Flugsport‘. Frankiurt a. M. p ‚ Dezember 7
indenburgplatz eutschland a
reis 80 Pf
a

Printed in Germany 7

Polen - Dänemark - Norwegen - Holland / Belgi nkreich - auf allen

Schlachtfeldern hat die deutsche Luftwaffe ihren kampfe idenden Ein-
satz bewiesen. Tag und Nacht stür jetzt-deutsche Ge der gegen die
> ere’Bomber. KeinEinsatz

ie nicht von Menschen

emeistert würden: @-Gerät,

sig w für Flugzeugräder

des Kampfflugs sicher

HOBEALE

N N N

N. Mneuihlitnsssusciihl WAR In. MM in..

! GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN
VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro 4 Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4,50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen,

nur mit genauer Quellenangabe gestattet.
Nr. 21 9, Oktober 1940 XXXI. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 23. Oktober 1940

Som

Wissen und Können.

Die Nachwuchsschulung in den letzten Jahren hat mit der sich
fortsteigernden Entwicklung des deutschen Flugwesens dank der
Lenkung und Betreuung durch NSFK., DAF., HJ., Partei und Staat,
welche für eine sozialistische Auslese der Tüchtigen und charakter-
lich Geeigneten sorgen, Schritt gehalten.

Die Entwicklung des deutschen Flugwesens geht indessen in
gleichem Tempo weiter. Das Reservoir für die Schulung von Men-
schen für flugtechnische und fliegerische Ausbildung erscheint hier
unerschöpflich. Die Arbeit in der Fliegerei ist für unseren Nachwuchs
nicht mehr Arbeit nach der alten Auffassung, sondern eine Betäti-
gung, die mit Begeisterung ausgeübt wird und bei Erreichung des
Zieles höchste Befriedigung auslöst. Wer sich einmal der Fliegerei
verschrieben hat, wird, wenn er einmal eine solche Befriedigung
verspürt hat, nie wieder davon loskommen.

Die an der Front, in den Konstruktionsbüros, in den Betrieben
stehenden Männer wissen das. Sie wissen aber auch, daß das Maß
ihres Wissens und Könnens fortgesetzt mit der Entwicklung sich
steigernd Schritt halten muß und das deutsche Flugwesen in der
Zukunft ihre Kräfte benötigt.

USA Douglas SA-3P Einmotor-Bomber.

Das vorliegende Baumuster in Ganzmetallbau ähnelt in seinem
Aufbau dem Douglas SA—3N (vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1939,
S. 479) mit Pratt & Whitney 900-PS-Motor, während der Typ
SA—-3P mit einem Cyclone 1000 PS ausgerüstet ist.

Flügel Tiefdeckeranordnung ohne Sturzflugbremsen.

Rumpf rund bis ovaler Querschnitt, Führersitz hinter Vorder-
kante, Flügel dahinter, Beobachtersitz mit langem Sichtaufbau.
Rumpfunterseite MG-Stand.

Freitragendes Höhen- und Seitenleitwerk.

Fahrwerk vor dem Vorderholm angelenkt, nach den Innenseiten
zum Rumpf hochklappbar. Zur Unterbringung der Räder die Flügel-

Seite 332 „FLUGSPORT” Nr.

IND

1/1940, Bd. 32

USA. Douglas sA-3P Einmotor-Bomber. Bild: Aero Digest

wurzel etwas nach vorn
gezogen.
Bewaffnung 5 MGs.
Spannweite 14,55 m,
Länge 9,75 m, Fläche
33,7 m’, Flächenbelastung
101 ke/m?, Leistungsbela-

stung 3,9 kg/PS. Leer-
gewicht 2340 kg, Flug-
gewicht 3400 kg, Höchst-

geschwindigkeit 400 km/h,

Reise mit 62% Motor-
leistung 315 km/h, Lande
mit Klappen 105 km/h,
ohne Klappen 120 km/h.
Gipfelhöhe 9000 m, Steig-
fähigkeit 3000 m in 6,9 min.
Reichweite 2300 km.

USA. Douglas
8A-3P Einmotor-Bomber.

Zeichnung Flugsport

USA North American NA-40-Schnellbomber.

NA--40 ist ein Schnellbomber, Ganzmetallbau, Glattblech, mit
versenkten Nieten, von verhältnismäßig geringer Bauhöhe.
Flügel freitragend. Schulterdecker, nach den Enden sich stark
. verjüngend. Leichte V-Form. Flü-
| geloberseite mit Rumpfoberseite
abschneidend. Mit zwei luftgekühl-
ten Sternmotoren Wright Cyclone
1350 PS. Dreiblatt-Metallverstell-
schraube Curtiss. Motorenanord-
nung Flügelunterseite, so daß

Oberflügel fast glatt bleibt.
Rumpf in der Nähe der Flü-
gel rechteckig mit abgerundeten
Ecken nach hinten in ovalen Quer-
schnitt verlaufend. Rumpfbug Voll-
sichtkanzel, nach hinten darüber
langer Sichtaufbau für Führer und

USA North American
NA-40-Schnellbomber.

Zeichnung Flugsport

Nr. 21/1940, Bd. 32 „FLLUGSPORT“ Seite 333

USA. North American NA -40 Schnellbomber.

—_

USA. North American NA -40 Schnellbomber.
Die gleiche Aufnahme, Fahrwerk eingezogen.

Archiv Flugsport

Heckschützen. Einziehbares Dreirad-Fahrwerk mit weit vorn lie-
sendem doppeltem Bugrad. Die hinteren Räder liegen unter den
Motorengondeln.

. Doppeltes Seitenleitwerk als Endscheiben für das freitragende
Höhenleitwerk.
Spannweite 20, 2 m, Länge 15,5 m, Höhe 4,9 m, Fläche 55 m’,

Fluggewicht 8500 kg. Höchstgeschwindigkeit wird mit 550 km/h
angegeben.

Engl. Short 14/38 B Viermotor-Landflugzeug.

Baumuster Short 14/38 Großverkehrsilugzeug für 16 Fluggäste
machte 1939 die ersten Probeflüge. Zur Zeit ist dieser Typ als Groß-
bomber umgebaut worden. Typ A war für normale Höhe, Typ B als
Höhenflugzeug gedacht.

Flügel freitragend. Je zwei Motoren zu beiden Seiten des
Rumpfes vor der Flügelnase. Ganzmetallbau, Schalenbauweise Glatt-
blech. Höhenleitwerk V-Form, mit doppeltem Seitenleitwerk als End-
scheiben. Vergleiche die umstehende Abbildung (Modellausführung).

Type A Hercules-Motoren 1250 PS in 1000 m Höhe, Type B
Hercules-Motoren 1100 PS in 6600 m Höhe.

Spannweite 38,2 m, Länge 26,8 m, Höhe 6,62 m. Fläche 165 m?.
Seite 334 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1940, Bd. 32

Engl. Short 14/38 B Viermotor-Landilugzeug. Bild: Flight

Type A Leergewicht 17600 kg, Fluggewicht 32000 kg. Type B Leer-
gewicht 18500 kg. .

Type A Geschwindigkeit in 3000 m 395 km, Gipfelhöhe 6000 m.
Reichweite ohne Gegenwind 5450 km. nn

Type B, errechnete Leistungen, Geschwindigkeit in 7500 m

440 km, Gipfelhöhe 9980 m, Reichweite ohne Gegenwind 5400 km. .

Stahl und Kunststoffe im Flugzeugbau.

Es erscheint uns heute als ein glückliches Zusammentreffen, daß
fast zu gleicher Zeit mit dem Flugzeug zwei weitere technische
Neuerungen das Licht der Welt erblickten, die dem Flugzeugbau in
der Folgezeit erst die Voraussetzungen zu seinem stürmischen Ent-
wicklungstempo gaben: Der Verbrennungsmotor und das Leicht-
metall. Die Erfindung des Duralumins im Jahre 1909 bedeutete eine
Revolution im Bau von Luftfahrzeugen, handelte es sich doch um
einen Werkstoff mit der Festigkeit des Stahles bei nur einem Drittel
an Gewicht! Das für den Leichtbau so wichtige Verhältnis der
Festigkeit zum Gewicht erreicht bei den heutigen hochwertigen
Legierungen beispielsweise Werte von etwa 18. Zum V ergleich
dazu die Werte einiger anderer Werkstoffe: Elektron 12,8 und Rein-
aluminium 8,8, während der rostfreieStahlmit 16,5 dem Dural
am nächsten kommt. Durch besondere Legierungszusätze und Ver-
edelungsverfahren wurde das Duralumin ständig weiter verbessert,
so daß es heute allen Anforderungen in bezug auf Festigkeit und
Wetterbeständigkeit gerecht wird.

Ein Austausch dieser hochwertigen Legierungen würde nur dann
gerechtfertigt sein, wenn es gelänge, Werkstoffe mit noch besseren
Eigenschaften an ihre Stelle zu setzen, d. h. Werkstoffe mit gleichem
oder höherem Festirkeits-Gewichtsverhältnis, besseren Korrosions-
und Verarbeitungseigenschaften usw. In der Tat hat die neuere
Werkstofforschung eine Reihe von Stofien hervorgebracht, die dem
Leichtmetall ebenbürtig, ja in vieler Hinsicht überlegen sind. Und
zwar handelt es sich um die rostfreien Stähle und einige Kunststoffe.

Nr. 21/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 335

Der rostfreie Stahl zeichnet sich besonders durch eine fast unbe-
grenzte Korrosionsbeständigkeit aus, die dem Werkstoff auf Grund
seiner chemischen Zusammensetzung zu eigen ist und die nicht erst
durch kostspielige Veredelungsverfahren, wie das bei Dural der Fall
ist, erzeugt werden muß. Da sich rostfreier Stahl ganz besonders
für das elektrische Punktschweißen eignet, kann das Zeit und Kosten
verursachende Nietverfahren, das zudem noch in aerodynamischer
Hinsicht unvorteilhaft ist, in Fortfall kommen. Die Folge wäre eine
allgemeine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit in der Stahl verarbei-
tenden Flugzeugindustrie.

Aehnlich günstige Verhältnisse ergeben sich bei der Anwendung
von Kunststoffen, nur daß diese auf Grund ihrer besonderen Eienung
für Gieß- und Preßfertigung eine noch weitergehende Erhöhung der
Wirtschaftlichkeit erwarten lassen. Während die Entwicklung des
rostireien Stahles in technologischer Hinsicht als abgeschlossen gel-
ten kann, bedarf es auf dem Gebiete der Chemie der Kunststoffe
noch weiterer Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um das gleiche
Ziel zu erreichen.

Bei Prüfung der Eignung neuer Werkstoffe für den Flugzeugbau
darf man sich nicht ausschließlich von technischen Erwägungen lei-
ten lassen; nicht minder wichtig ist die Beurteilung im Sinne der
heimatlichen Rohstofflage. Wenn in Amerika neuerdings der rost-
freie Stahl als der Flugbaustoff der Zukunft propagiert wird und an-
geblich für Großflugzeuge der bestgeeignete Werkstoff sein soll,
muß man dabei bedenken, daß der amerikanischen Industrie die rie-
sigen Nickelvorkommen der neuen Welt — insbesondere die ?/s des
gesamten Weltvorkommens betragenden Nickelerzvorräte Kanadas
— zur Verfügung stehen. Demgegenüber verbleibt uns nur das rest-
liche Drittel, das ebenso wie Chrom auch nur außerhalb der Reichs-
grenzen vorhanden ist. Nach Beendigung des englischen Krieges
wird sich, bedingt durch die politische Umformung der alten Welt,
zwangsläufig auch eine wirtschaftliche Neuorientierung der Welt an-
bahnen, so daß der deutschen Industrie dann diese wichtigen Roh-
stoffe zu günstigeren Bedingungen zur Verfügung stehen werden.
Im Hinblick auf diese zu erwartende Entwicklung ist es für den
fortschrittlich denkenden Konstrukteur doppelt ratsam, sich beizei-
ten mit neuen Werkstoffen und deren Anwendungsmöglichkeiten
vertraut zu machen. Daß die deutsche Flugzeugindustrie zur Zeit
noch ausschließlich auf der Aluminiumbasis aufgebaut ist, ist natür-
lich, da ihr der Ausgangsrohstoff Bauxit in ausreichender Menge zur
Verfügung steht.

Bei den Kunststoffen liegen die Dinge insofern günstiger, als
deren Ausgangsrohstoffe ausschließlich deutschen Ursprungs sind.

- I. Rostireier Stahl.

In Deutschland entstand bereits im Jahre 1915 das erste Ganzstahl-Flugzeug
in den Junkerswerken. Die J1 war durchweg aus Stahl gebaut und mit 0,2 mm
Stahlblech beplankt. Die Beschaffungsschwierigkeiten während des Krieges führ-
ten in der Folgezeit wieder zu einer Aufgabe dieser Bauweise. Demgegenüber
wurde in England die Stahlbauweise beibehalten und weiter ausgebaut. Stahl
fand jedoch nur für lebenswichtige Bauteile wie Holme, Rümpfe usw. Anwendung,
so daß von einer eigentlichen Ganzstahlbauweise nicht die Rede sein konnte.

In Amerika wurde unter Beteiligung des Ambi-Budd-Konzerns das Flugboot
„Pionier“ zu Vorführungszwecken gebaut, das eine Reihe von Jahren in unbe-
spanntem Zustande der Witterung ausgesetzt wurde, wobei sich angeblich
keinerlei Materialbeanstandungen ergeben haben sollen.

Nähere Einzelheiten sind von dem von der American Aeron. Corp., New York,
im Jahre 1931 gebauten Amphibien-Flugboot BB I bekannt!). Dieser elektrisch

geschweißte Doppeldecker bestand bis auf die rückwärtige Flügelbespannung

1) „Flugsport“ Bd. XXIN, Nr. 25, S. 539,
Seite 336 „FLUGSPORT"“ Nr. 21/1940, Bd. 32

aus rostfreiem Stahl. Gewichtlich ließ sich ein Gewinn von etwa 12% gegenüber
Holz und 7% gegenüber Dural erzielen.

Das von der „Fleetwings Inc.“ im Jahre 1936 herausgebrachte Muster
„Seabird‘“ ist ein viersitziges Amphibienflugboot in Ganzstahlbauweise; ausgenom-
men sind Teile der Flügelhaut sowie des Leitwerks. Verschweißung nach der
von Ambi-Budd entwickelten „Schußschweißmethode‘®).

In Deutschland sind Ganzstahlflugzeuge in neuerer Zeit nicht gebaut worden.
Von den Versuchen der deutschen Industrie sind lediglich die Arbeiten von Bücker
bekannt geworden, die die versuchsmäßige Herstellung von Bauteilen aus rost-
freiem Stahl zum Gegenstand hatten. Dabei wurde in der Hauptsache der Zweck
verfolgt, Erfahrungen mit rostfreiem Stahl zu sammeln und die Eignung des
„Schußschweißverfahrens“ für den Flugzeugbau zu untersuchen. Auf nähere
Einzelheiten dieser Versuche kommen wir noch zurück.

Der Werkstoff. Die wichtigsten Legierungsbestandteile rostireier Stähle sind
Nickel und Chrom, die gleichzeitig oder auch einzeln vorhanden sein können. Zur
Ergänzung bzw. Unterstützung dieser beiden Elemente werden noch häufig
Mangan und Molybdän herangezogen. Der C-Gehalt ist bei allen Legierungen
nicht größer als 0,3%.

Rostfreie Chromstähle enthalten bis zu 18% Cr, bei nur geringen anderen
Zusätzen. Gefüge ferritisch oder perlitisch. Handelsbezeichnungen VM, z. B.
VıM, VsM usw.

Die nickelfreien bzw. nickelarmen (bis zu 4% Ni) Cr-Mn-Stähle enthalten
etwa 18% Cr und bis zu 9% Mn. Bei gleichzeitigem Zusatz von Mo verringert
sich der Gehalt an Cr und Mn entsprechend.

Die wichtigste Gruppe stellen die Chrom-Nickel-Stähle dar, die normaler-
weise bis zu 18% Cr und 8% Ni enthalten. Handelsbezeichnung VA, z. B. V>A,
VıA usw. Infolge ihres austenitischen Gefüges sind die 18/8-Stähle vollkommen
unmagnetisch; ihre magnetische Umwandlung liegt oberhalb der Erstarrungs-
grenze. Angaben über die chemische Zusammensetzung und einige mechanische
Werte enthalten die Zahlentafeln I bis II. Es handelt sich dabei um eine in USA
viel verwendete Legierung?).

Bei Betrachtung der Spannungs - Dehnungs - Kurve (s. Abb.) fällt auf, daß
18/8-Stahl keine ausgeprägte Fließgrenze aufweist und im übrigen ein unter-
schiedliches Verhalten zeigt, je nachdem, ob die Beanspruchung in Richtung der
Walzfaser oder quer dazu erfolgt. Durch Kaltwalzen läßt sich die Festigkeit bis
auf 200 kg/mm? steigern, mit Rücksicht auf eine ausreichende Verformbarkeit
werden 130 ke/mm? nicht überschritten.

Rostfreie Stähle haben eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, die nur etwa
ein Drittel derienigen von Kohlenstoffstahl beträgt. Diese in Verbindung mit dem
auf den hohen Nickelgehalt zurückzuführenden hohen elektrischen Widerstand
schaffen ideale Bedingungen für das elektrische Punktschweißen. Und zwar
erwärmt sich immer nur das Material in der unmittelbaren Umgebung der
Schweißpunkte, so daß merkliche Festigkeitsverluste nicht eintreten. Der hohe
elektrische Widerstand andererseits führt zu einem verhältnismäßig kleinen
Stromverbrauch.

Ein besonderes Merkmal der 18/8-Legierung ist die hohe Schlagbiegefestig-
keit bei tiefen Temperaturen, wie überhaupt die guten Festigkeitseigenschaften
sowohl bei tiefen als auch bei hohen Temperaturen (Höhenflugzeuge, Abgas-
sammler).

Stahlleichtbau. Unter Leichtbau versteht man im allgemeinen eine Bauweise,
bei der durch exakte Erfassung aller auftretenden Beanspruchungen, durch eine
bis an die Grenze der Festigkeit getriebene Ausnutzung des Werkstoffs, eine
gleichmäßige Festigkeit und Sicherheit in allen Teilen vorhanden ist. Um nun das
günstige Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht und die hohe Festigkeit des Stahles
selbst auszunutzen, kommt man auf sehr dünne Wandstärken, so daß nur
geringe Schub- und Druckkräfte aufgenommen werden können. Dieser Mangel
muß durch zweckmäßige Formgebung wieder ausgeglichen werden. Rationeller
Leichtbau ist also weniger ein Problem des Gewichtes als vielmehr der Form-
gebung. Die Aufgabe, eine dünne Platte schub- und drucksteif zu machen, ist
durch die Schalenbauweise hinreichend gelöst worden, und die hier für Leicht-
metall aufgestellten Konstruktionsrichtlinien gelten auch für Stahl, allerdings mit
dem Unterschied, daß sich bei der Stahlbauweise noch dünnere Wandstärken
ergeben.

2) „Flugsport“ Bd. XXIX, Nr. 2, S. 30.
3) „Aero Digest‘, Mai 1940.

Nr. 21/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 337

Druck Zahlentaiel I.
27 Zug Chemische Zusammensetzung:
y C = 0,12% max
Mn = 02 % min
_ Druck 2,5 % max
& [7 P = 0,3% max
3 A Cr = 170 % min
N Va Quer zur W lzfı so _ Me „ I
alzfaser i > j
a 14 -- -- (InRichtung der Walzf. si h 2 z max
Cu = 05 % max
Dehnung ——
Zahlentaiel u. Zugfestigkeit und Dehnung:
and: weich %« hart 7 hart %
Zugfestigkeit min (kg/mm?) 56 88 106 er 5 os
anskeit an der 0,2-Grenze u
g/imm? 21 53 77,5
Dehnung bei Blechdicken von ” “
0,4—0,8 (%) 40 20 10 5 4

Zahlentatel II.
Allgemeine phys. und mechanische Eigenschaften:

spezifisches Gewicht . . 220. 7,9

chmelzbereich f
rn 270— ®

Schmiedetemperatur 22 . 12000 .

Temperaturbereich für Glühbehandlung . . . 1000—1100° C

Grenzen der Dauerfestigkeit . . 2. 2. 56—67 kge/mm?

Brinellhärte ee

anne, die 1% Längung nach 10000 h verursacht (k&/mm?)

= 0 cc rn 12

t = 750° C >

t = 935 C v6

Um die erforderliche Druck- und Knickfestigkeit zu err i ispi
weise ein Rohrauerschnitt weitgehend aufgelöst werden, so a nes
Querschnitte ergeben; eine ebene Platte muß durch Aufbringen von Längs- und
nmerprofilen in einzelne Schubfelder unterteilt werden. Die Gesetze des Schalen-
baues „sind allgemein bekannt, auf nähere Einzelheiten kann deshalb verzichtet

Das Versuchsprogramm der Bücker Flugzeugswerke umfaßt ä
Schweiß- und Festigkeitsversuche mit einzelnen Blechen, Profilen und Hofmtelien.
Als Ausgangsmaterial wurden Bleche und Bänder aus V»A-Stahl genommen, die
in einem kombinierten Zieh-Walz-Verfahren auf die gewünschten Querschnitte
gebracht wurden. Im Schweißpunkt selbst geht die durch Kaltverfestigung ge-
wonnene Festigkeitssteigerung wieder verloren, und zwar beträgt die Abnahme
ewa 30%. Auf Biegung beanspruchte Stahlholme ergaben für das Verhältnis

euliestigkeit zu Zugfestigkeit Werte bis zu 0,67, bei einer mittleren Bruch-
spannung von 100 kg/mm?. Bei Bruchversuchen mit Flügelrippen ergab sich eine
eindeutige Ueberlegenheit der Stahlrippe; im Vergleich zu einer Holzrippe wurde
eine 16% höhere Bruchlast erreicht, dabei waren die Gewichte annähernd gleich
Auf Grund der mit diesen Einzelteilen gewonnenen Erfahrungen wurde
schließlich ein vollständiger Flügel des Baumusters Bü 131 in V>A-Stahl gebaut
Das Gewicht dieses Flügels war 13,42 kg, hatte also fast denselben Wert wie der
3, 5 kg schwere Holzflügel. Diese Tatsache ist deswegen von Bedeutung, weil
ve eweist, daß man schon bei relativ kleinen Flugzeugen in Stahl so leicht
a an PA a Bei größeren Flugzeugen dürften sich noch günstigere

Abschließend kann gesagt werden, daß der rostfreie S Ü
Flugzeugbau wichtigen Eigenschaften in sich vereinigt a ae runde
in Zukunft in weit größerem Umfange als Flugbaustoff Verwendung finden wird.

(Siehe auch „Flugsport“ Bd. XXXI, Nr. 3, NACA-Berichtsammlung 18.)

4 A “ .
) „Luftwissen“ Bd. II, S. 1-11. Nicolaus.
Seite 338 „rLUGSPORT"“ Nr. 21/1940, Bd. 32

(ONSIRUKTIOAS

ATT.L

Ventile für Flugmotore.

Bei Flugmotoren werden nicht nur Ventile mit hohlem Kopf, sondern auch
solche mit hohlem Schaft zwecks besserer Kühlung häufig verwendet, die mit
Soda oder Quecksilber gefüllt sind. Dies trifft sowohl bei Flugmotoren mit 2
oder 4 Ventilen ie Zylinder zu. Um ein Abblättern der Auslaßventile bei großen
Motoren mit nur zwei Ventilen ie Zylinder zu vermeiden, werden mitunter
die Ventilsitze mit einer Legierung, die unter dem Namen Brightray bekannt
ist, überzogen, die 80% Nickel und 20% Chrom enthält. Rolls-Royce überzieht
nicht nur die Ventilsitze, sondern auch die Ventilköpfe mit Brightray, was
angeblich zu besseren Betriebsbedingungen führen soll. Es sind auch Ventile
ganz aus Brightray hergestellt worden, jedoch ist es zweifelhaft, ob sie billiger
als Ventile aus austenitischem Stahl, der mit Brightray nachträglich noch
behandelt ist, hergestellt werden können.

Ein im Flugmotorenbau häufig anzutreffender Ventilstahl hat folgende Zu-
sammensetzung:

Eu Kohlenstoff . . 2.2.2.2... 0,35— 0,45%
N N SS Chrom . 2.2 2 2 200. 12,50 14,50%

SG Z Nickel nn... 12,50--14,50 7%
S7 Mansan . > 2 2.2.2.2.20,50— 1,00%
A Silizium © 2 2.2.2222 100- 1,75%

Q VEDAD Wolfram . 2 2 2.2.2.2. 2,00— 3,00%.
Schwefel und Phosphor . . 0,03% Max.

Die früher viel verwendeten Sitze aus
Aluminiumbronze haben heute fast durch-
weg den Ventilsitzen aus Stahl weichen
müssen. Ein Ventilsitzeinsatzmaterial, be-

kannt unter dem Namen NMC wird viel mit

| u Ventilen aus Material obengenannter Zu-

sammensetzung verwendet, wobei die Sitz-

flächen noch stellitiert werden. Das Einsatzmaterial NMC enthält 12% Nickel,

5% Mangan, 3,5% Chrom, 0,5—0,6% Kohlenstoff und 0,5% Silizium. Die Einsätze

werden mit oder ohne stellitierden Sitzflächen verwendet. Es werden auch

Ventileinsätze aus dem gleichen Material wie für die Ventile selbst verwendet,

auch mit oder ohne stellitierden Sitzflächen. Bei mit Brightray behandelten

Sitzflächen bestehen die Einsätze entweder aus Silcrome Nr. 1 oder aus dem
oben genannten Ventilmaterial.

Immer häufiger kann man feststellen, daß der Ventilsitzwinkel um ca.
0,5 bis 1° größer ist als der zugehörige Sitzwinkel des Ventilsitzringeinsatzes.
Das Ventil ruht alsdann in kaltem Zustande mit dem größeren Durchmesser
seines Kopfes auf dem Einsatz, während bei normalen Betriebsbedingungen und
Temperaturen dasselbe auf der ganzen Sitzfläche aufliegt.

Diehl Auspuiitopf, gebaut von W. Diehl, Bendix Flughafen, USA., soll durch
Kühlung der Auspuffgase den Auspuffenddruck verringern.

Der Auspufftopf war an einem
120 PS Gipsy angebaut. Der End-
druck ging bei voller Drehzahl von
740 mm Wassersäule bei angebautem
Auspufitopf auf 372 mm zurück.

Nebenstehende Abbildung zeigt
eine Ausführungsform, Auspuffrohr-
durchmesser 75 mm, Topfauspufföff-
nung 140 mm, Gewicht 2,7 kg.

VIIZZLIDLLILLLLRLELT.

RIISIIISIISIIS

NIS “
GV
\ \

Diehl-Auspufftopf.

NZEBHEITEN

Nr. 21/1940, Bd. 32 „Pr LUGSPORT“ Seite 339

Ensign A. W. 27 Flügelkonstruktion besteht aus einem Kastenholm in
Metallbauweise. Der aus mehreren Gliedern sich zusammensetzende Kastenholm
wird begrenzt von zwei leich-
ten Z-Flanschen an den Ecken
mit Blechstegen und profilier-
ten Stegblechen auf der Ober-
und Unterseite. Innen ist dieser
Kastenträger durch Stahlrohre
im Dreiecksverband versteift.
Nasen- und Endrippen werden
für sich an dem Kastenholm
befestigt. Das Ganze, Nase bis
zur Hinterkante Holm Dural-

- blech, das übrige stoffbespannt. Typenbeschreibung des Ensisn A. W. 27
vgl. „Flugsport“ 1937, Seite 274.

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Maior Galland und Hptm. Wick anläßlich
ihres 40. Luftsieges.

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs-
marschall Göring, Obltn. Ihlefeld, Obltn. Müncheberg, Obltn. Joppien (je 20 Luft-
siege); Mai. Schellmann, Kommod. ein. Jagdgeschw.; Maj. Lützow, Kommod. ein.
Jardgeschw.; Mai. Cramer, Kmdr. ein. Kampfgr.; Obltn. Brandenburg i. ein.
Stukageschw.; Oberstltn. Grabmann, Kommod. ein. Zerstörergeschw.; Hptm.
Pingel, Kmdr. ein. Jagdgr.

Beförderungen in der Luftwaffe
durch den Führer und Obersten Be-
fehlshaber der Wehrmacht mit Wir-
kung vom 1. 10. 40 zum General der
Flierer den char. General d. Flieger
Drassofeld, zum (Generalmaior den
char. Generalmaior Schubert.

Ernst Zindel, Dipl.-Ing., Chefkon-
strukteur, Schöpfer der Ju52 und fast
aller anderen Flugzeuge bei Junkers,
der bisher hinter seinen Schöpfungen
still und bescheiden zurücktrat, kann
nunmehr auf eine zwanzigiährige
schöpferische Tätigkeit im Dienste der
deutschen Luftwaffe zurückblicken.

Von der Hochschule Berlin-Char-
lottenburg kommend, trat Dipl.-Ing.
Ernst Zindel am 1. Okt. 1920 bei den
Junkers-Werken in Dessau ein, wo er

Bild Sportpilot

Dipl.-Ing. Ernst Zindel, Chefkonstruk-
teur bei Junkers.

Bild: JFM.

Seite 340 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1940, Bd. 32

Mitarbeiter des Chefkonstrukteurs Dipl.-Ing. Fritz Reuter, des Schöpfers des ersten
reinen Verkehrsflugzeuges der Welt, der Junkers-F 13, wurde. In der Zusammen-
arbeit mit diesem genialen Konstrukteur lernte er die großen konstruktiven und
wirtschaftlichen Zusammenhänge des neuesten Verkehrsmittels, des Flugzeuges,
kennen. Die sich hieraus ergebenden Erkenntnisse verwertete er nach dem Tode
Reuters als dessen Nachfolger bei der Konstruktion der weltbekannten Junkers
Verkehrs- und Kampfflugzeuge. Dabei hat er der weiteren Entwicklung der
Luftfahrt immer neue Ideen und Impulse gegeben, gleichgültig, ob man an die
dreimotorige G24, die Ju33, die dreimotorige G31 denkt, oder an die vier-
motorige G38, die bekannte erste Annäherung an das „Nurflügel-Flugzeug“, die
bereits erwähnte Ju 52, oder die viermotorige Ju 9%. Alle diese Flugzeuge sind
in Idee und Ausführung ebenso mit dem Namen Zindel verbunden wie das
zweimotorige Kampfflugzeug Ju86 und der in letzter Zeit bekannt sewordene
Horizontal- und Sturzkampfbomber Ju88, das modernste Kampfflugzeug der
deutschen Luftwaffe.

Prof. Mader anläßlich seines 60. Geburtstages in Anerkennung seiner bahn-
brechenden wissenschaftlichen und konstruktiven Arbeit beim Bau und Gestaltung
von Benzin- und Dieselmotoren und bei ihrem Einsatz für Luftverkehr und Luft-
waffe zum Ehrenmitglied der Lilienthal-Gesellschaft ernannt.

Albert Kalkert, bis ietzt techn. Direktor d. Gothaer Waggonfabrik, ab 1. 10.
Betriebsführer d. Reparaturwerkes Erfurt.

Ausland.

England verliert täglich 32 Flugzeuge, so berichtet die englische Zeitung
„Aeroplane“. Der flugtechnische Mitarbeiter von „Stockholms Tidningen“, der
diese Mitteilung weitergibt, bemerkt dazu, daß in diesen Zahlen noch nicht die
Verluste der britischen Seeluftstreitkräfte und nicht diejenigen, die man zu ver-
heimlichen für angebracht hielte, enthalten seien. Die Ueberlegenheit der deut-
schen Luftwaffe sei eine durch die ununterbrochene Folge deutscher Bomben-
angriffe auf praktisch alle wichtigen Lebenszentren Großbritanniens bewiesene
Tatsache.

Franz. Bomben auf Gibraltar Ende September haben sich, wie aus Fest-
stellungen nach einigen Blindgängern hervorgeht, als englischen Ursprungs er-
wiesen.

50000 Flugzeuge in USA sollen iährlich nach dem Programm des Präsi-
denten Roosevelt produziert werden. Nach einem Artikel von T. P. Wright,
Präsident der Curtiss-Wright Corp., in der Fachzeitschrift „Aviation“ müßte die
Produktionssteigerung 400% betragen. Die Kosten für die notwendigen indu-
striellen Erweiterungen betragen 572 Millionen Dollar und die Produktionskosten
einschließlich 10% Gewinn 3,565 Milliarden Dollar. Infolge der im Flugzeugbau
notwendigen Präzisionsarbeit, die kaum kontrolliert werden kann, kommt ein
Lizenzbau nicht in Frage; ebenso wird eine Verstaatlichung mit Rücksicht auf
die Erfahrungen in der französischen Flugzeugindustrie abgelehnt. Da eine Er-
weiterung der bestehenden Flugzeugfabriken aus strategischen Gründen abge-
lehnt wird, kommt nur eine Erzeugung mit Schattenfabriken in Frage. Aufgabe
der Muttergesellschaft wird es sein, fortgesetzt neue Typen zu entwickeln, um
mit der Entwicklung in der Welt Schritt zu halten. T. P. Wright kommt zu dem
Ergebnis, daß in 2% Jahren 2000 Flugzeuge monatlich, in 4 Jahren 3000 Flugzeuge
monatlich und später 4200 Flugzeuge monatlich erzeugt werden können, so daß
die im Roosevelt-Programm gewünschte Anzahl von Flugzeugen in 5 Jahren
erreicht sein wird.

USA-Flugzeugbestellung durch den Kriegsminister Stinson beträgt seit dem
1.7.40 9174 Flugzeuge. Von dem Kongreß sind bekanntlich Mittel für 18641 Flug-

zeuge bewilligt.
Luftwaffe.

Berlin, 20. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei anhaltender schwieriger
Wetterlage führte die Luftwaffe gestern bewaffnete Aufklärungsflüge durch, in
deren Verlauf London sowie Flugplätze und Hafenanlagen in Südengland mit
Bomben belegt wurden. — In der Nacht setzten Kampfflugzeuge die Vergeltungs-
angriffe auf London und auf kriegswichtige Ziele in West- und Mittelengland fort.
Zahlreiche neue Brände breiteten sich besonders auch in Liverpool aus. — Einige
britische Flugzeuge warfen bei Nacht Bomben auf Wohnviertel in west- und

Nr. 21/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 341

südwestdeutschen Städten. — Ein britisches Flugzeug wurde abgeschossen. Drei
deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 21. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Angriffe auf England fort. Vergeltungsangriffe waren in erster Linie gegen London
gerichtet. Besonders im Zentrum der Stadt, dicht westlich des großen Themse-
bogens, wurden verschiedentlich kriegswichtige Anlagen schwer beschädigt. Ueber
Südostengland kam es hierbei zu einigen für uns erfolgreichen Luftgefechten. —
Nachtangriffe galten vor allem den Londoner Hafenanlagen. Unter anderem
konnten in den Royal-Albert-Docks zahlreiche Treffer erzielt werden. Ferner
griffen kleinere Verbände im Laufe der Nacht kriegswichtige Versorgungsbetriebe
im Süden und Osten Londons sowie Flugplätze und andere kriegswichtige Ziele
in Süd- und Mittelengland an. Zu den alten, seit Tagen schwelenden Brandherden
traten neue Brände hinzu. Bei nächtlichen Angriffen einzelner britischer Flugzeuge
auf westdeutsche Städte wurden mehrere Wohngebäude zerstört, eine Kirche und
ein Friedhof getroffen. Die Verluste der Zivilbevölkerung betragen 13 Tote und
zahlreiche Verletzte. — 14 britische Flugzeuge wurden gestern durch Jagdflieger
und Flakartillerie abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt.

Berlin, 22. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe auf
England nahmen auch gestern ihren Fortgang. London war wieder Hauptangriffs-
ziel. Bei Tag und Nacht wurden im Zentrum und längs der Themse zahlreiche
militärische und kriegswichtige Ziele erfolgreich mit Bomben belegt. In der Nähe
des Royal-Albert- und des West-India-Docks entstanden neue schwere Brände.
Im großen Themsebogen konnte festgestellt werden, daß noch zahlreiche alte
Brände wüten. — Weitere Angriffe richteten sich gegen verschiedene Flugplätze
und Truppenlager sowie gegen einige Hafenplätze an der Süd- und Ostküste
Englands. Auf einem besonders stark belegten Flugplatz in der Nähe Londons
wurden Treffer in Hallen und Unterkünften erzielt. — Erneute Versuche feind-
licher Luftstreitkräfte, in das Reichsgebiet einzudringen, scheiterten bis auf einige

Unsere Luftwaffe gegen England. Von links n. rechts. Oben: Der Reichsmarschal!
läßt sich auf seinen Besichtigungsreisen zu den einzelnen Feldflugplätzen von den
Besatzungen Bericht erstatten. — Ueberreste eines von drei Kanadiern besetzten
englischen Flugzeuges. — Beobachter und Bordschütze bedient bei der bewaff-
neten Aufklärung auch noch die Bombenabwurfeinrichtung. — Unten: Major Mölders
kommt von erfolgreichem Feindflug zurück und meldet seinen 33. Luftsieg. In-
zwischen hat der erfolgreiche Jagdflieger bekanntlich schon seinen 40. Luftsieg
errungen. — General Ritter v. Schleich (links) und Maior Galland, der inzwischen
seinen 40. Luftsieg errungen hat. — Hptm. Wick bespricht nach der siegreichen
Landung und dem 22. Abschuß (Stand am 6. 10.: 41 Abschüsse) seines Gegners
mit anderen Fliegerkameraden den Kampf. — Bomben streben den Hafenanlagen

Portlands zu.
Bilder: PK.-Eltel- Lange-O.T.- Ahrens PK.-Orium I K„Sturm-PK.-Dreesen-PK-Sturm-PK-Strieman
eltbild

Seite 342 „rLUGSPORT"“ Nr. 21/1940, Bd. 32

Einflige an der französisch-belgischen Küste. Die hier abgeworfenen Bomben
richteten keinen militärischen Schaden an. — Der Feind verlor zwei Flugzeuge.
Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 23. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte gestern
bewaffnete Aufklärungsflüge durch, bei denen kriegswichtige Ziele in London und
anderen Orten Südenglands bombardiert wurden. In der Nacht nahmen die Ver-
seltungsangriffe auf London in voller Stärke ihren Fortgang. Hafenanlagen, Docks
und andere kriegswichtige Ziele sind erfolgreich mit Bomben aller Kaliber
angegriffen worden. — Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 23. 9. in
Norddeutschland Bomben und zerstörten mehrere Bauernhöfe. Einzelne feindliche
Flugzeuge gelangten bis nach Berlin, ohne hier jedoch Schaden anzurichten. —
Abschüsse feindlicher Flugzeuge wurden nicht beobachtet. Ein eigenes Flugzeug
wird vermißt. — Das Jagdgeschwader des Maiors Mölders hat bisher über 500
Luftsiege errungen.

Berlin, 24. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei bewaffneten Aufklärungs-
flügen über Südengland belegte die Luftwaffe auch gestern kriegswichtige Ziele
mit Bomben. Dabei kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen. —
In der Nacht setzten Kampffliegerverbände ihre Angriffe auf London und andere
kriegswichtige Ziele Englands fort. Bei den Millwall- und India-Docks in der
Nähe von Wauxhall und des Hyde-Parks sowie an anderen Stellen konnten starke
Brände beobachtet werden. In Liverpool entstanden ebenfalls starke neue Brände.
Als Vergeltung für britische Bombenwürfe auf die alte deutsche Universitätsstadt
Heidelberg, die keinerlei kriegswichtige Anlagen aufweist, wurde Cambridge mit
Bomben belegt. — Einige feindliche Häfen wurden erneut vermint. — In der Nacht
zum 24. 9. griffen britische Flugzeuge einige Orte in Norddeutschland und als
Hauptziel Berlin an. Die Bombenwürfe riefen in Außenvierteln und Wohnbezirken
Berlins Beschädigungen an Wohnhäusern hervor. Eine Anzahl Zivilpersonen
wurde getötet oder verletzt. Weder in Berlin noch in anderen Orten wurde
militärischer Schaden angerichtet. — Der Gegner verlor gestern 24 Flugzeuge im
Luftkampf, eins wurde durch Flakartillerie abgeschossen. Sechs deutsche Flug-
zeuge werden vermißt.

Berlin, 25. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte zahl-
reiche bewaffnete Aufklärungsflüge gegen Südengland durch und warf hierbei
Bomben auf London und andere kriegswichtige Ziele. Im Raume Dover-Falkestone-
Ashford wurden Bahnanlagen zerstört, in Hastings, Newhaven und Brighton Hafen-
anlagen, in Southampton-Woolstone eine Flugzeugfabrik getroffen. Im Laufe des
Tages kam es über Südostengland zu mehreren für unsere Jagdflieger erfolg-
reichen Luftkämpfen. — An der Südostküste Irlands gelang es, ein Handelsschiff
von 3000 BRT. durch Bombentreffer zu versenken, ein weiteres in Brand zu
setzen. Am Nordausgang des Nordkanals wurde ein Handelsschiff durch Bomben-
treffer schwer beschädigt. — Mit starken Kräften geführte Vergeltungsangriffe
gegen London sowie gegen andere kriegswichtige Ziele wie die Hafenanlagen
von Liverpool und Cardiff dauerten vom Einbruch der Dunkelheit bis zum
Morgengrauen an. Zahlreiche Treffer, vor allem in den Hafen- und Verkehrs-
anlagen, wurden erzielt. — Britische Flugzeuge versuchten auch in der ver-
gangenen Nacht, über Nordwestdeutschland einfliegend, die Reichshauptstadt
anzugreifen. Starkes Flakfeuer hinderte die Angreifer am gezielten Bombenwuri.
Ein Krankenhaus und einige Wohnhäuser erhielten Treffer. Die entstehenden
Brände konnten durch den Sicherheits- und Hilfsdienst rasch gelöscht werden. —
Der Gegner verlor gestern 18 Flugzeuge im Luftkampf, zwei weitere durch Flak.
Vier deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Major Mölders und Major Galland
errangen ihren vierzigsten Luftsieg.

Berlin, 26. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe
setzte ihre Vergeltungsangriffe auf Südengland und London fort. Im Laufe des
Tages wurde unter anderem das Flugzeugwerk Filton durch zahlreiche Bomben-
treffer erheblich beschädigt. Hierbei zeichneten sich Kampfverbände der Luft-
flotte III in besonderem Maße aus. In Plymouth, Portland und Southend trafen
Bomben die Hafen- und Dockanlagen schwer. Ein bei Plymouth vor Anker
liegendes Kriegsschiff erhielt ebenso wie ein militärisches Barackenlager bei
Gungeneß wirkungsvolle Treffer. In verschiedenen anderen Städten Südost-
englands gelang es, Fabrikanlagen und Lagerhäuser zu zerstören. — Im Laufe
der Nacht richteten sich Angriffe vor allem auf London, wo wieder Versorgungs-
betriebe sowie Hafen-, Dock- und Speicheranlagen auf beiden Ufern der Themse

Nr. 21/1940, Bd.32 .,„FLUGSPORT“ Seite 343

erfolgreich mit Bomben schweren Kalibers belegt wurden. Zahlreiche Explosionen,
denen ausgedehnte Brände folgten, konnten trotz schlechter Sicht einwandfrei
beobachtet werden. — Der Gegner setzte seine Terroraktionen gegen die deutsche
Zivilbevölkerung fort. Militärischer Schaden entstand durch die englischen Bom-
benwürfe weder in West- und Nordwestdeutschland noch in Berlin. Jedoch sind
unter der Zivilbevölkerung wieder mehrere Tote und Verletzte zu beklagen. Die
Reichshauptstadt wurde von verschiedenen feindlichen Flugzeugen erfolglos
angegriffen. Einige Wohnlauben und Siedlungshäuser wurden zerstört. Gut liegen-
des Flakfeuer zwang die Engländer, ihre Angriffe abzubrechen. — Die Verluste
des Gegners belaufen sich gestern auf zehn Flugzeuge, darunter acht Spitfire.
Eines dieser Flugzeuge wurde an der Nordseeküste durch Marineartillerie abge-
schossen. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt. — Das Verminen englischer
Häfen wurde auch gestern fortgesetzt.

Berlin, 27. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Stärkere Kräfte der Luft-
waffe griffen gestern wiederum militärische und kriegswichtige Ziele in Süd- und
Mittelengland an. Im Laufe des Tages haben Verbände des V. Fliegerkorps das
Spitfire-Montagewerk Woolston bei Southampton mit Bomben eingedeckt und
durch Volltreffer in Hallen und andere Fabrikanlagen schwere Zerstörungen
erzielt. — In anderen Rüstungswerken Mittelenglands entstanden heftige Explo-
sionen und anhaltende Großbrände Auch die Hafen- und Gaswerke von
Southampton erlitten durch Bombentreffer schwere Beschädigungen. Bei Liverpool
gelang es, eine Schleusenanlage und ein Handelsschiff zu treffen. — Einzelne
feindliche Kriegsfahrzeuge wurden an der Kanalküste durch gutliegende Salven
der Marineartillerie vertrieben. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen
Dover unter Feuer. — An der schottischen Küste wurde ein Geleitzug mit Bom-
ben angegriffen. Zwei Schiffe erhielten Volltreffer und gerieten in Brand. — Im
Laufe des Tages kam es zu verschiedenen für die deutsche Luftwaffe erfolgreichen
Luftkämpfen. — Nächtliche Vergeltungsangriffe richteten sich in erster Linie
wieder gegen London. Ferner wurden die Hafenanlagen von Liverpool und Bir-
kenhead mit Bomben schweren Kalibers belegt. In allen Fällen waren heftige
Brände die Folge. In den Speicheranlagen von Liverpool entstand Großfeuer. Bei
den militärischen Zielen von London, vor allem nördlich und südlich der West-
India-Docks, konnten zahlreiche Explosionen mit nachfolgenden Bränden beobach-
tet werden. Zahlreiche kleinere Brandherde entstanden im übrigen Kerngebiet der
britischen Hauptstadt. — Der Feind, der bei Tage keine Angriffe unternahm, flog
in der Nacht zum 27. 9. nur mit schwachen Kräften nach Holland, Belgien und

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz. Von links n. rechts. Oben: Mai.
Frhr. v. Massenbach, Obltn. Wick, Obltn. Paepke, Obltn. Joppien, Oberstltn. Schalk.
Unten: Hptm. Pingel, Hptm. Schöpfel, Oberstltn. Huth, Oberstltn. Grabmann,

Oberstltn. Höhne. Weltbild (10)

Seite 344 „FrLUGSPORT“ Nr. 21/1940, Bd. 32

Nordfrankreich und mit einzelnen Flugzeugen in das nordwestdeutsche Grenz-
gebiet ein. Planlos abgeworfene Bomben richteten nirgends militärischen Schaden
an. — Die britische Luftwaffe verlor gestern insgesamt 27 Flugzeuge, davon 24
im Luftkampf und drei durch Flakartillerie. Sechs deutsche Flugzeuge kehrten
nicht zurück. — Die Besatzung eines Kampfflugzeuges unter Führung des Haupt-
manns Storp zeichnete sich bei den Angriffen auf Mittelengland durch wage-
mutigen Tiefangriff besonders aus.

Berlin, 28. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die gestern wieder mit
starken Kräften geführten Angriffe der Luftwaffe richteten sich in der Hauptsache
gegen Hafenanlagen, Docks, Fabriken, Großkraft- und Gaswerke in London und
Südengland sowie gegen Truppenlager. Mit besonderem Nachdruck wurden die
Häfen in London und Bristol bombardiert. Weit ausgedehnte Brände und Explo-
sionen ließen den Erfolg überall erkennen. In Mittelengland gelang ‘es, ein
Rüstungswerk durch Bomben schwersten Kalibers vernichtend zu treffen. — Iın
Seegebiet nördlich Irland griffen Kampfflieger einen stark gesicherten Geleitzug
an und versenkten durch Volltreffer ein Handelsschiff von 5000 BRT. — Einige
wenige feindliche Flugzeuge warfen bei Nacht planlos Bomben im westdeutschen
Grenzgebiet auf freies Feld. Schaden wurde nicht angerichtet. — Starke nächtliche
Vergeltungsangriffe trafen kriegswichtige Ziele in London und Liverpool. — Im
Laufe des 27. 9. kam es zu zahlreichen heftigen Luftkämpfen, in deren Verlauf
101 britische Flugzeuge abgeschossen wurden. 38 eigene Flugzeuge kehrten nicht
zurück. — Beim Angriff auf Mittelengland zeichnete sich eine Flugzeugbesatzung
unter Führung von Oberleutnant Leonhardi besonders aus. Sie stieß in schneidigem
Tiefangriff trotz starker Abwehr auf ein Rüstungswerk hernieder und setzte ihre
Bomben aus niedrigster Höhe mitten ins Ziel.

Berlin, 29. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe un-
serer Luftwaffe richteten sich am 28. und in der Nacht zum 29. 9. mit Schwer-
punkt gegen London und außerdem gegen Liverpool und andere Hafenziele im
Süden Englands. Ernste Schäden wurden in London an den Silvertown-Docks,
in Gravesend, bei den Tilbury-Docks sowie im Themsebogen und bei den Ost-
india-Docks verursacht. — Vor der schottischen Ostküste gelang es, durch
Angriffe aus der Luft aus einem stark gesicherten Geleitzug zwei Handelsschiffe
von je etwa 6000 BRT. durch Volltreffer zu versenken. —- Im Verlaufe der Tages-
angriffe entwickelten sich über London an einigen Stellen heftige, für uns sehr
erfolgreiche Luftkämpfe. — Die britische Luftwaffe führte Nachtangriffe vor alleın
gegen das west- und südwestdeutsche Grenzgebiet. Einige britische Bomber,
die bis dicht vor Berlin vorstießen, wurden durch das. Abwehrfeuer der Flak-
artillerie gezwungen, abzudrehen, ohne das Weichbild der Reichshauptstadt er-
reicht zu haben. In West- und Südwestdeutschland warf der Gegner mehrfach
Bomben, ohne nennenswerten Sachschaden anzurichten. In einer westdeutschen
Stadt wurden abermals Wohnviertel angegriffen und mehrere Personen, die sich
nicht in Schutzräumen befanden, getötet oder verletzt. — Der Feind verlor
gestern insgesamt 28 Flugzeuge, davon drei durch Flakartillerie. Nur ein deut-
sches Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 30. 9. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangrifie auf
London und kriegswichtige Ziele in England und Schottland sind ohne Unter-
brechung fortgesetzt worden. — Hauptangriffsziele waren wieder London und
Liverpool. Sie wurden von geschlossenen Verbänden und zahlreichen Einzel-
flugzeugen bombardiert. Starke Zerstörungen und Großfeuer zeigten die Wirkung
auf wichtige Ziele in den Hafengebieten beider Städte. Weitere Angriffe galten
mehreren Häfen Südenglands. Ferner belegten Kampfflugzeuge in der Nacht die
schottischen Städte Aberdeen, Edinbursh und Leith mit Bomben schwersten
Kalibers. In den Midlands wurde ein besonders wichtiges Rüstungswerk im Tief-
flug angegriffen. Ein Volltreffer schwersten Kalibers richtete in dem Werk sroße
Zerstörungen an. — Vor der englischen Ostküste gelang es, zwei Geleitzüge zu
zersprengen. — Bei den gestrigen Nachteinflügen in das Reichsgebiet gelangte
der Gegner mit einzelnen Flugzeugen in die Mark Brandenburg, ohne jedoch
bis zur Reichshauptstadt vordringen zu können. An einigen Orten im Westen
wurden Bomben geworfen. Militärischer Schaden entstand nicht. Der ange-
richtete zivile Sachschaden ist bedeutungslos. Dagegen wurden unter der Be-

völkerung wieder zahlreiche Personen verletzt. — In den Luftkämpfen des 29. 9.
wurden siebzehn britische Jäger und ein Kampfflugzeug abgeschossen. Vier
deutsche Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Der erwähnte Angriff auf das

Rüstungswerk in den Midlands wurde von einem Kampfflugzeug unter Führung
des Oberleutnants von Buttlar durchgeführt.

Nr. 21/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 345

Berlin, i. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei Tag und Nacht griff die
Luftwaffe in geschlossenen Verbänden und in zahlreichen Einzelfligen kriegs-
wichtige Ziele in England an. Der Schwerpunkt ihrer Kampftätigkeit lag in Lon-
don sowie im Seegebiet der britischen Inseln. Trotz vielfach geschlossener
Wolkendecke und Dunst konnte die Wirkung der Bombenwürfe meist einwand-
frei beobachtet werden. Besonders bei Tage hatte der Einsatz gegen London
trotz der starken Abwehr großen Erfolg. In den Hafengebieten von London und
Liverpool entstanden zahlreiche neue Großfeuer, in Südengland wurde ein Flug-
zeugwerk, an der britischen Südostküste ein Flugplatz und ein Hafen erfolgreich
mit Bomben belegt. — Ein deutsches Kampfflugzeug versenkte im Seegebiet west-
lich Irland, etwa 1000 km vor Glasgow, ein feindliches Handelsschiff von
10000 BRT. durch Volltreffer schweren Kalibers. Vor der Ostküste Schottlands
gelang es, in der Nähe von Aberdeen einen Geleitzug zu zersprengen. Zwei
Schiffe mit einem Gesamtrauminhalt von weiteren 10000 BRT. wurden dabei
durch Treffer mittschiffs in Brand geworfen und blieben mit starker Rauch-
entwicklung liegen. — Britische Flugzeuge stießen beim Versuch, nach Nord-
und Westdeutschland einzufliegen, überall auf starke Abwehr durch Nachtiäger
und Flakartillerie. Dadurch wurden ihre planmäßigen Angriffe und gezielten
Bombenwürfe vereitelt und zahlreiche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Infolge
dieser guten Abwehrwirkung gelang es nur wenigen feindlichen Fliegern, das
Gebiet von Berlin in großer Höhe zu erreichen und nur vereinzelt Bomben ab-
zuwerfen. Der angerichtete Sachschaden ist dementsprechend in der Reichs-
hauptstadt wie im sonstigen Reichsgebiet gering. Dagegen sind auch gestern
wieder Tote und Verletzte unter der Bevölkerung zu beklagen. — Die Gesamt-
verluste des Feindes betrugen gestern 68 Flugzeuge, von denen vier durch
Nachtiäger und sechs durch Batterien des II. Flakkorps abgeschossen wurden.
Von eigenen Verbänden kehrten 31 Flugzeuge nicht zurück. — Als Nachtjäger
zeichnete sich Oberleutnant Streit ganz besonders aus. Er brachte allein drei
feindliche Flugzeuge zum Absturz.

Berlin, 2. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff am 1.
und in der Nacht zum 2. 10. wieder zahlreiche kriegswichtige Ziele in London
sowie in Süd- und Mittelengland an. Umfangreiche Brände und Explosionen
konnten beobachtet werden. — Teile einer Kampfigruppe unter Führung des
Gruppenkommandeurs Major Hahn bombardierten in kühnem Tiefangriff trotz
starker Flakabwehr den Flughafen Pembroke-Carew, erzielten Treffer schweren
Kalibers in den Hallen, beschädigten eine Anzahl feindlicher Kampfflugzeuge
durch Bomben und MG.-Feuer am Boden und kehrten ohne Verluste in ihren
Heimathafen zurück. Andere Kampffliegerverbände griffen die Hafenanlagen von
Liverpool sowie die Hafen- und Industrieanlagen von Manchester an und er-
reichten starke Brand- und Explosionsschäden. Ferner gelang es durch über-
raschenden Angriff einzelner Kampfmaschinen, ein Rüstungswerk nördlich Lon-
dons und einen in der Nähe befindlichen Nachtflughafen mit Volltreffern schweren
Kalibers zu belegen. — Britische Flugzeuge wurden bei Tage weder über
Reichsgebiet noch über den von Deutschland besetzten Gebieten beobachtet.
Bei Nacht griff der Gegner mit mehreren Flugzeugen eine Reihe von west-
deutschen Städten an, wo an zahlreichen Wohnhäusern starke Brandschäden
verursacht wurden. — Einige britische Bombenflugzeuge flogen über Nord-
deutschland auch die
Reichshauptstadt an,
wurden hier aber
durch das gutliegende
Planfeuer der Flakar-
tillerie aus ihrer An-
griffsrichtung abge- |
drängt. Ostwärts Ber-
lins warfen die briti-
schen Flugzeuge meh-
rere Brand- und |
Sprengbomben auf

Rolls-Royce-Motor
einer abgeschossenen
Spitfire.

Bild Elle-PK.-Weltbild

Seite 346 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1940, Bd. 32

eine Ziegelei. Weitere Gebäude- und Personenschäden wurden hier nicht an-
gerichtet. — Die Verluste des Gegners am 1. 10. und in der Nacht zum 2. 10.
belaufen sich auf 17 Flugzeuge, von denen 15 im Luftkampf, eines von einem
Nachtiäger und eines durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Zwei deutsche
Flugzeuge werden vermißt. — Dem Feinde sind in der letzten Zeit durch die
besonders entwickelten Abwehrverfahren der Nachtjäger und Flakartillerie
schwere Verluste zugefügt worden. Er wurde fast überall an der planmäßigen
Durchführung seiner Angriffsabsichten gehindert.

Berlin, 3. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Angriffe der Luftwaffe rich-
teten sich gestern wieder gegen London und zahlreiche kriegswichtige Ziele in
Siid- und Mittelengland. In London fügten Bombenwürfe bei Tage Bahnanlagen
im Zentrum der Stadt sowie Dock- und Hafenanlagen im Themsebogen eroßen
Schaden zu. In mehreren Flughäfen Süd- und Mittelenglands gelang es, durch
Volltreffer Hallen und Unterkünfte zu zerstören und eine Reihe von Flugzeugen
zu vernichten. In einigen südenglischen Häfen, z.B. Swansea, Newquay und Wey-
mouth, riefen Treffer schweren Kalibers in Fabrikanlagen, Speichern und Oel-

lagern starke Brandwirkung hervor. — Vor der Südwestspitze Irlands griff ein
Kampfflugzeug ein britisches Frachtschiff an, das mit Volltreffer in der Maschinen-
anlage und brennender Deckladung liegenblieb. — Einige feindliche Flugzeuge

flogen in das nördliche und westliche Grenzgebiet des Reiches sowie in die be-
setzten Gebiete ein und warfen Bomben, ohne militärischen oder wehrwirtschaft-
lichen Schaden anzurichten. An einer Stelle wurde eine stillgelegte Fabrikanlage
getroffen. Einige auf Berlin anfliegende Flugzeuge wurden durch das Feuer der
Flakartillerie von ihrer ursprünglichen Angriffsrichtung abgedrängt. Nördlich der
Reichshauptstadt schoß die Flakartillerie ein britisches Bombenflugzeug ab, das
brennend abstürzte. — Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen sechs
Flugzeuge. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt. — Eine Gruppe eines
Kampfgeschwaders unter der Führung von Maior Petersen, die sich schon im
Norwegen-Feldzug besonders auszeichnete, hat in den letzten sechs Wochen auf
langen, bei jeder Witterung durchgeführten Feindflügen, die oft bis weit in den
Atlantik hineinführten, rund 90 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt
und über 40000 BRT. schwer beschädigt, oft im Tiefangriff auf stark gesicherte

Geleitzüge.

Italien.

Rom, 20. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eines unserer Seeauf-
klärungsflugzeuge hat ein feindliches U-Boot mit Bomben angegriffen und ver-
senkt. — In Nordafrika haben feindliche Luftangriffe auf den Hafen von Derna
sowie in der Zone von Bomba, Tobruk und Sollum einen Toten und einige Ver-
wundete sowie leichten Materialschaden zur Folge gehabt. In Sidi el Barani
ist ein englisches Flugzeug von der Flak abgeschossen worden. Die Zahl der im
gestrigen Heeresbericht erwähnten abgeschossenen feindlichen Flugzeuge beträgt
neuerlichen Feststellungen zufolge sieben, die der wahrscheinlich abgeschossenen
zwei. — Ein englischer Dampfer, der von unserer Luftwaffe im Aegäischen Meer
angegriifen wurde (gemäß Wehrmachtsbericht vom 14. 9.), ist mit einem Brand
an Bord und schweren Schäden in den Piräus eingelaufen und befindet sich im
Dock. — In Ostafrika hat eine Fliegerstaffel ein feindliches Zeltlager bei Nadi
Jusuf (nordwestlich von Gallabat) mit Bomben belegt. Während des im letzten
Wehrmachtsbericht erwähnten Luftangriffes auf Cassala haben unsere Jagdflieger
ein englisches Flugzeug vom Typ Blenheim in Flammen abgeschossen. Ein feind-
liches Flugzeug, das im Wehrmachtsbericht vom 18. 9. als wahrscheinlich bei
Massaua abgeschossen gemeldet wurde, ist 30 km von der Stadt entfernt aufge-
funden worden. Die Besatzung war tot. Feindliche Angriffe auf Diredaua, Gia-
vello und Mogadiscio haben nur ganz leichten Schaden und keine Opfer gefordert.

Rom, 21. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Feind, der in den
letzten Tagen die Krankenhäuser von Bardia, Tobruk und Derna mit Bomben
belegt hatte, hat in der vergangenen Nacht eine heftige Bombardierung von
Bengasi durchgeführt, ohne irgendein Ziel von militärischem Interesse zu treffen.
Dagegen hat er beträchtlichen Schaden an Wohnhäusern, besonders in den von
Muselmanen bewohnten Stadtvierteln, verursacht. Drei Tote und 27 Verletzte
sind zu beklagen. — Als sofortige Vergeltungsmaßnahme hat eine eroße italie-
nische Fliegerformation während des Tages und in der Nacht die Eisenbahn-
anlagen, Lagerhäuser und sonstige Einrichtungen von Marsa Matruk mit deut-
lichem Erfolg heftig mit Bomben belegt. Es wurden große Zerstörungen und

Nr. 21/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 347

Brände verursacht. Alle unsere Flugzeuge sind zurü

ckgekehrt. — Unsere Flug-
zeuge haben den Flugplatz von Aden und zwei von Kriegsschiffen geschützte
Geleitzüge bombardiert, die sich auf der Fahrt nach der Straße von Bab el
nundeb befanden. Der „sind hat die üblichen Luftangriffe auf Assab, Tessenei
Jura, arrar un iredaua durchgeführt, ohne Opf [ er
Materialschaden ist gering. Pier zu verursachen. Der

Rom, 22. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die von unserer Luft-
waffe durchgeführte Bombardierung der militärischen Ziele von Marsa Matruk
hat durch die Zielsicherheit und das Ausmaß des Feuers imposante Ergebnisse
gehabt. Die zahlreich beobachteten Feuersbrünste der trotz heftiger Luftabwehr
getroffenen und vernichteten Ziele, die Abwesenheit der feindlichen Jagdflieger
die es nicht gewagt haben, unsere Verbände anzugreifen, zeugen von dem voll-
kommenen Gelingen der Aktion und von der Panik des Gegners. — Unsere
Flugzeugverbände haben östlich von Marsa Matruk die Flugplätze von Maaten
Bugush und ‚von El Bada, den Bahnhof und Barackenlager im letztgenannten
Ort bombardiert. Die feindliche Luftwaffe hat während der Nacht auf Sidi Barani
Tobruk und Derna Bomben abgeworfen, die einige Verwundete, aber keinen
nennenswerten Schaden verursachten. Ein feindliches Flugzeug ist vermutlich von
der Flak abgeschossen worden. — Der Flugzeugstützpunkt von Alexandria ist
von unseren Flugzeugverbänden heftig bombardiert worden. Ein Schiff erhielt
durch eine Bombe schwersten Kalibers einen Volltreffer. — Ein weiterer Luft-
verband hat die Anlagen des Petroleumzentrums von Haifa angegriffen wobei
ein Brennstofflager und die neue Oelraffinerie getroffen und schwere "Brände
verursacht wurden. Alle an diesen Operationen beteiligten Flugzeuge sind zu
ihren ‚Stützpunkten zurückgekehrt. — Im Roten Meer ist ein von Kreuzern und
Zerstörern geschützter Geleitzug von unserer Luftwaffe angegriffen worden
Zwei Transportschiffe sind getroffen und schwer beschädigt worden. Alle Flug-
zeuge sind zurückgekehrt. Eine unserer Luftpatrouillen hat einen Angriff auf
!siolo (Kenia) durchgeführt. Nach einem Kampf mit der feindlichen Luftwaffe
ist die Staffel unversehrt zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt, nachdem sie ein
feindliches Flugzeug getroffen hatte. — Der Feind hat verschiedene Einflüge über
Somaliland unternommen, wobei er wiederholt das Dorf von Burgavo (südwest-
lich von Chisimaio) bombardierte, wo es zwei Verwundete gab, und auch
Bomben auf ein Rollfeld südwestlich von Chisimaio und südwestlich von Berbera
abgeworfen. In Massaua hat ein Luftangriff weder Schaden noch Opfer ver-
acht. Ein feindliches Flugzeug ist von der Flak abgeschossen worden, die
ae urde gelangengenommen, Ein weiteres Flugzeug ist voraussichtlich

Rom, 23. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Aus weiteren Infor-
mationen geht hervor, daß der gemäß dem Wehrmachtsbericht vom Donnerstag
von einem unserer Flugzeuge torpedierte feindliche Kreuzer anschließend ge-

sunken ist. — Die Photographien von dem am 21. 9 if
j . 9. auf das Zentrum von Haifa
ausgeführten Bombardement beweisen den glänzenden Erfolg dieser Operation.
eberall sind heftige und ausgedehnte Brände hervorgerufen worden. — Der

Flugstützpunkt Micabba auf Malta ist neuerdings bombardiert worden. Ein Depot
wurde getroffen, wobei ein großer Brand entstand. Die feindlichen Jagdflugzeuge
sind einem Kampf aus dem Wege gegangen. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. — In Nordafrika hat der Feind die Bombardierung der Stadt Bengasi
wiederholt und verschiedene Wohnhäuser beschädist. Dank der Schutzmaß-
nahmen und der allgemeinen Disziplin sind keine Opfer zu beklagen. Ein Luft-
angriff auf Bardia hat weder Opfer noch Sachschäden verursacht. Ein vier-
motoriges englisches Flugzeug vom Sunderland-Typ, das von unseren Jägern mit
Maschinengewehren beschossen wurde, ist in der Nähe der Cyrenaika-Grenze
ins Meer gestürzt und mit der gesamten Besatzung untergegangen. — Unsere
Luftpatrouillen haben feindliche halbmotorisierte Abteilungen erfolgreich ange-
griffen. Die militärischen Ziele von Marsa Matruk sind neuerdings mit Erfolg
bombardiert worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Die Hafen-
anlagen von Aden wurden einem Nachtbombardement unterzogen. Die Zahl der
gemäß dem gestrigen Wehrmachtbericht von unserer Luftwaffe während des
Angriffes auf einen Geleitzug am Roten Meer getroffenen Schiffe beläuft sich auf
rei. n Die feindliche „„uftwaffe hat Bomben auf Gura, Cassala und in der Nähe
mara abgeworien, i Ei Ö i
MEAN a nd zwei Eingeborene getötet und zwei verwundet
Seite 348 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1940, Bd. 32

Rom, 24. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist das
befestigte Lager von Marsa Matruk erneut mit Erfolg bombardiert worden. —
Feindliche Lufteinflüge auf Tobruk und Bardia haben keine Opfer und nur ge-
ringen Schaden zur Folge gehabt. — Unsere Luftformationen haben den Flugplatz
von Port Sudan bombardiert, wobei 10 feindliche Flugzeuge am Boden schwer
beschädigt wurden. Eine andere Formation hat den Wasserflughafen von Aden
bombardiert. — Der Feind hat seine Luftbombardierungen über Gura, Adi Ugri,
Sciasciamana, Diredaua erneuert. Es gab einen Verwundeten und nur leichten
Sachschaden.

Rom, 25. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die feindliche Luft-
waffe hat Tobruk bombardiert und mit Spreng- und Brandbomben Wohnhäuser,
Zivil- und Militärhospitäler und im Hafen einen unbeladenen Dampfer getroffen.
Insgesamt beklagt man fünfzehn Tote und siebzig Verwundete. Ein feindliches
Flugzeug ist von der Marineflak abgeschossen worden. Ein einzelnes feindliches
Flugzeug hat Bomben auf Kufra abgeworfen und einige Verwundete unter der
Zivilbevölkerung und leichte Materialschäden zur Folge gehabt. — In Ostafrika
haben unsere Luftformationen den feindlichen Flugplatz und die militärischen
Anlagen in Bura (Kenia), ferner ein Fort und eine Truppenabteilung, die in der
Nähe von Wajir kampierte, sowie feindliche Gruppen bei Cuneina (nördlich von
Gallabat) bombardiert. Ein feindliches Flugzeug hat Bomben auf Diredaua abge-
worfen, ohne Opfer oder Schäden zu verursachen.

Rom, 26. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika hat
unsere Luftwaffe den Flughafen EI Dabä bei einem Nachtangriff mit Bomben
belegt. — Der Feind hat die Bombardierung von Tobruk wiederholt und wurde
von der prompten Gegenaktion der Flugabwehr und der Marineflak behindert.
Ein Flugzeug ist mit Sicherheit und drei weitere sind wahrscheinlich abgeschos-
sen worden. Unsere Jagdflieger, die zur Störung des Rückfluges der feindlichen
Flugzeuge zu ihrem Einsatzhafen eingriffen, haben außerdem drei Flugzeuge ab-
geschossen. Einige Wohnhäuser und ein Feldspital sind beschädigt worden. Ins-
gesamt sind fünf Tote und zehn Verwundete, darunter zwei Frauen, zu be-
klagen. — Eine Jagdstaffel hat einen Angriffs- und Erkundungsflug über Malta
ausgeführt. Ein Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. — Im Roten Meer wurde ein
Geleitzug von unseren Fliegern angegriffen. Ueber Aden hat ein Erkundungs-
flugzeug, das von feindlichen Jägern vom Gloster-Typ angegriffen wurde, ein
Flugzeug in Flammen abgeschossen und ist dann zu seinem Einsatzhafen zurück-
gekehrt. — Im Sudan wurden die feindlichen Verteidigungsstellungen bei Otrub
von anderen Verbänden mit Bomben belegt. — Feindliche Flugzeuge warfen
Bomben auf Gura, Sololo (Kenia), Adi Galla, wo zehn Eingeborene verwundet
wurden, Metemma, wo ein Toter und drei Verwundete unter der Bevölkerung
zu beklagen sind, Magi, wo es einen Toten und drei Verwundete gab. Ein feind-
liches Flugzeug ist getroffen worden. — Das im Wehrmachtsbericht vom 22. 9.
als getroffen verzeichnete feindliche Flugzeug bei Isiolo ist, wie nachträglich
festgestellt werden konnte,ahgestürzt.

Rom, 27. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika Späh-
trupptätigkeit; feindliche Luftangriffe auf unsere Truppen und auf Sollum haben
einen Verwundeten zur Folge gehabt. Es bestätigt sich, daß das Flugzeug, das
im gestrigen Wehrmachtsbericht als wahrscheinlich abgeschossen gemeldet
wurde, abgestürzt ist. — Unsere Luftwaffe hat das Petroleumzentrum von Haifa
bombardiert und die Oelbehälter am Ausgang der Oelleitung, die militärischen
Depots des Hafens, Lagerschuppen, Eisenbahn- und Hafenanlagen und besonders
den U-Boothafen getroffen. Trotz der feindlichen starken Abwehr sind alle unsere
Flugzeuge zurückgekehrt. — In Ostafrika hat eine unserer Luftformationen ein
Zeltlager in den Waldungen des Monte Amadi westlich von Gallabat bombardiert
und versprengt. Eine andere Formation hat Truppenabteilungen an den Ufern
des Flusses Atbara (Sudan) versprengt. — Feindliche Einflüge auf Hargeisa,
Berbera, Giggiga, Agordat und Gura haben insgesamt zwei Tote und leichte
Materialschäden zur Folge gehabt, In Metemma gab es sechs Tote und 23 Ver-
wundete, fast ausschließlich unter den Eingeborenen. Zwei feindliche Flugzeuge
wurden von unserer Flak brennend abgeschossen.

Rom, 29. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Zwei unserer Luft-
formationen haben in Begleitung von Jägern den Angriff auf die Insel Malta
wiederholt und die Flughäfen von Micabba und Hal Far bombardiert. Nachdem
die Formationen ungestört ihre Aktion durchgeführt hatten, wurden sie von

Nr. 21/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 349

feindlichen Jägern angegriffen. Zwei feindliche Flugzeuge wurd
schädigt und sind wahrscheinlich abgeschossen worden. Alle unsere Fe
sind zurückgekehrt. — In Nordafrika gingen die Säuberungs- und Aufklärungs-
aktionen weiter. Die feindliche Luftwaffe hat Angriffe auf Garn UI Grein und
Giarabub durchgeführt, wobei zwei Libyer getötet und fünf Italiener verletzt
wurden. Unsere Jäger, die sofort eingriffen, haben zwei feindliche Flugzeuge
abgeschossen, drei weitere sind wahrscheinlich abgeschossen worden. — Unsere
Luftwaffe hat feindliche Verteidigungsanlagen im mittleren Sudan bombardiert
Ein feindlicher Luftangriff auf Assab hat weder Opfer noch Schäden verursacht —
Ein englisches Flugzeug ist bei Lampedusa gelandet und ging dabei zu Bruch
Die Besatzung, bestehend aus einem Offizer und zwei Unteroffizieren wurde
gefangengenommen. \
‚Rom, 29. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika ist bei
den üblichen Erkundungsflügen ein Pilot des mit Wehrmachtsbericht vom Sams-
tag als abgeschossen erwähnten Flugzeuges aufgefunden und gefangengenommen
worden. Der Feind hat seine Luftangriffe auf Bardia, Derna sowie auf die Zonen
von Sollum und Giarabub erfolglos erneuert. Die Verluste beliefen sich auf
einen Verwundeten und einen beschädigten Kraftwagen. — Unsere Luftwaffe hat
die Radiostationen von Nadi Jusuf (nordwestlich von Gallabat) bombardiert sowie
eine Autokolonne und Luftabwehrabteilungen mit Maschinengewehren aus ve-
ringer Höhe beschossen und versprengt und ist sodann zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Assab, Dessie und Combolcia, ohne
Schaden anzurichten, bombardiert. (Ein Schwarzhemdler wurde verletzt.) Ferner
wurde Uesca Ueca (südlich von Magi), ohne Verluste oder nennenswerten Scha-
den anzurichten, bombardiert.

Rom, 30. 9. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine unserer Flieger-
formationen hat ein feindliches Geschwader in der Küste der Marmarica (Libyen)
trotz der heftigen Abwehr der Flak bombardiert. Eines unserer Flugzeuge wurde
abgeschossen. Feindliche Flugzeuge, die von einem Flugzeugträger aufgestiegen
waren, wurden von unseren Fliegern angegriffen. Drei feindliche Flugzeuge vom
Hurricanetyp wurden im Luftkampf abgeschossen. — Einer anderen Formation
von Torpedoflugzeugen gelang es inzwischen, ein feindliches Schlachtschiff mit
einem Torpedo am Heck zu treffen. Das Schiff stellte seine Fahrt ein und wurde
sofort ‚von feindlichen Torpedobootszerstörern umgeben. — Eine dritte Luft-
formation hat neuerdings die Depots und Magazine des Hafens von Haifa bom-
bardiert. Im Kampf mit feindlichen Jägern, die unsere Flugzeuge angriffen, wurde
ein feindliches Flugzeug abgeschossen, das ins Meer fiel. — In Ostafrika wurde
bei feindlichen Luftangriffen auf Burgavo (Somaliland), Gura, Assab und Passo
Carrin ein Eingeborener verwundet.

Rom, 1. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben
feindliche Flugzeuge Angriffe durchgeführt. In Tobruk haben einige Bomben einen
Verwundeten und leichten Schaden zur Folge gehabt. Die Marineflak hat ein
Flugzeug abgeschossen. Auf einem Flughafen sind sechs Tote und sechs Ver-
wundete zu beklagen. Auch hier nur leichte Schäden. Unsere Jagdflugzeuge
konnten die feindlichen Formationen auf dem Rückflug angreifen und dabei ein
Flugzeug vom Blenheim-Typ abschießen. Der Abschuß eines zweiten ist wahr-
scheinlich, während ein drittes, obwohl wiederholt getroffen, sich entfernen
konnte. — Bei Aufklärungsflügen auf dem Wege des nach dem gestrigen Wehr-
machtsbericht von unserem Torpedoflugzeug getroffenen Schlachtschiffes wurden
überaus ausgedehnte Oelflecke angetroffen. — Im englisch-ägyptischen Sudan
haben unsere Flugzeuge Zelte und Panzerwagen auf der Brücke Butana, den
Bahnhöfen von Hagiz und Aroma bombardiert, wobei vollbeladene Waggons
zerstört wurden. Feindliche Flugzeuge haben einen Angriff auf Gura durch-
geführt und dabei einen leeren Pavillon zerstört. Keine Opfer. Ein feindliches
Flugzeug ist von unseren Jägern brennend abgeschossen worden.

Rom, 2. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Aus neuen Fest-
stellungen geht hervor, daß die Zahl der gemäß unserem gestrigen Bericht von
unserer Luftwaffe bei Anriffen abgeschossenen feindlichen Flugzeugen zwei
beträgt. Weiterhin wurde festgestellt, daß außer den drei gemäß dem Wehrmachts-
bericht vom Montag in Luftkämpfen abgeschossenen feindlichen Flugzeugen zwei
weitere vom Feuer unserer Bomber stark beschädigte englische Flugzeuge ge-
zwungen waren, auf der Insel Kreta zu landen. — Die feindliche Luftwaffe
hat einige Angriffe durchgeführt, die bei Bugbug fünf Verwundete und bei
Seite 350 „FLUGSPORT" Nr. 21/1940, Bd. 32

einen Verwundeten zur Folge hatten. Die Schäden sind außerordentlich
BEA — Im Zentralmittelmeer hat unser U-Boot „Medusa“ ein englisches
viermotoriges Flugzeug vom Sunderland-Typ abgeschossen. — Im östlichen
Mittelmeer hat unsere Luftwaffe eine aus zwei Kreuzern bestehende Marine-
formation angegriffen. Der Wasserflughafen von Aden ist von einer unserer
Luftformationen bombardiert worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. — Die feindliche Luftwaffe hat Gherilli (Somaliland) bombardiert,
ohne Opfer oder Schäden zu verursachen. Ferner wurde die Eisenbahn ‚beim
Tunnel des Harr-Passes (nordöstlich von Diredaua) bombardiert, wobei ein

i Ö er keinerlei Materialschaden angerichtet wurde.

N ze io 2 (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Ostafrika wurden
bei einem feindlichen Luftangriff auf Gura, der weder Opfer noch Schaden zur
Folge hatte, zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Weitere Luftangrifie au
EI Uak und Buna (Kenia) sowie auf Assab hatten insgesamt drei Tote und neun
Verwundete zur Folge; die Materialschäden sind unbedeutend.

Segelflug

Vom Segelilugwettbewerb in Elmira 1940 (dem 11.) und anderen amerikanischen
Segelilügen. Von Wolf Hirth.

i i bi i di Jahr aus zwei

Der amerikanische Segelflugwettbewerb in Elmira waı dieses
Gründen weniger gut als der vorjährige. Zu allererst waren die meisten ui
altbekannten Segelflieger durch ihre berufliche Tätigkeit abgehalten, sich aktiv

zu beteiligen. Dann aber waren etliche, die sich die Zeit nehmen konnten, zu dem.

Wettbewerb nach Texas gegangen und konnten dann nicht auch noch in Elmira
a ac OFFHRIEN in Texas litt unter sehr schlechtem Wetter. John Robinson
S " .. .

ai u Elmira waren nur zwei „Kanonen“ mit guten Seglern am Start, nämlich
Chester Decker mit seiner „Minimoa“ (der Sieger war 1939) und John Robinson,
der fünfte 1939 mit dem alten Roß-Stephens Leistungssegler. — Decker a rie
wieder bis zum letzten Wettbewerbstag. Er machte zwei Flüge bis ans ver.
Am letzten Tag aber überbot ihn Robinson mit einem neuen amerikaniscı en
Streckenrekordflug von 295 Meilen (475 km). Am selben Tage flogen ober
Stanley (der 2. von 1939) zusammen mit Ernst Schweitzer in dessen Me a j
zweisitzer nach Washington, eine Strecke von 12 Meilen (340 km). Sie ver

damit den alten Rekord auf das Doppelte. L
wurde somit John Robinson. Zweiter Chester Decker a re
ein 17iähriger iunger, unbekannter Californier, der ein Bowius a hie
zeug wie das Grunau
Baby, flog. — Robert
Stanley, der große
Könner und Inhaber
des amerikanischen
Höhenrekords, flog nur
außer Konkurrenz mit.

Slowakische Segel-
flieger als Gäste des
NS.- Fliegerkorps in
der Reichssegelflug-
schule Spitzerberg bei
Bad Deutsch - Alten-
burg.
Bild: NSFK.

Nr. 21/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 351

Während der ersten drei Wochen des August machten Lewin Barringer,
John Robinson und Jay Buxton eine Expedition nach Sun Valley in den Rocky
Mountains. Dabei schafften Robinson und Barringer einen neuen amerikanischen
Zweisitzerhöhenrekord mit 14 600 Fuß = 4450 m in einem nagelneuen „Schweitzer“.

Vom 24. Aug. bis 2. Sept. fand dann bei Chicago „The American Open
Soaring Contest“ statt. Das ist das Treffen des mittleren Westens. Obwohl das
Wetter sehr schlecht war, wurde doch jeden Tag bis auf die zwei letzten geflogen.
Sieger wurde Shelly Charles mit Deckers „Minimoa“, Zweiter wurde Stan
Corcoran in einem neuen „Cinema I“, Dritter wurde John Robinson in einem
Schweitzer Zweisitzer.

Der Sieger Charles ist der Seniorchefpilot der Luftverkehrsgesellschaft
„Eastern Air Lines“ und einer der bekanntesten amerikanischen Verkehrsflieger.
Er hat sich ietzt die „Minimoa“ des Engländers Philip Brown aus Derby gekauft.

Der Chicago-Wettbewerh war das erste Segelflugtreffen in den Vereinigten
Staaten, bei dem die Flugzeugführer und ihre Mannschaften alle Unkosten und
Auslagen zurückerstattet bekamen. Vom Augenblick des Eintreffens bis zur
Abreise brauchten sie keinen Cent auszugeben.

Das war das aufsehenerregendste Ereignis im amerikanischen Segelflug 1940.

(Aus einem Brief von Walt Setz, Philadelphia.)

Flieger aus der Slowaeki waren vom Korpsführer des NSFK., General der
Flieger Fr. Christiansen, ins Reich geladen, von denen eine Gruppe Segelflieger
einen Kurs auf der Reichssegelflugschule Spitzerberg machte. Trotz der ungünsti-
gen Witterung wurden 600 Flüge ausgeführt. Die Teilnehmer aus der Slowakei,
die durch ihr strammes Auftreten auffielen, fühlten sich unter den deutschen
Kameraden sehr bald heimisch. Ihr Besuch am Spitzerberg wird mit dazu bei-
tragen, in ihrer Heimat aussichtsreiche fliegerische Aufbauarbeit zu leisten.

Deutsche Modellilug-Rekorde, Stand vom 1. 10. 1940.
Klasse: Rumpisegelilugmodelle.
Handstart-Strecke: W. Saerbeck, Borghorst, 43 000 m
Mi -Dauer: E. Bellaire, Mannheim, 20 min 13 sec
Hochstart-Strecke: W. Bretfeld, Hamburg, 91 200 m
„ -Dauer: W. Probst, Uhingen, 1 h 6 min 15 sec
Klasse: Nurflügel-Segelilugmodelle.
Handstart-Strecke: A. Herrmann, Nordhausen, 2375 m
„ -Dauer: K. Schmidtberg, Frankfurt a. M., 37 min 41 sec
Hochstart-Strecke: H. Kolenda, Essen, 10400 m
„ -Dauer: H. Kolenda, Essen, 11 min — sec
Klasse: Rumpiilugmodelle mit Gummimotor.
Bodenstart-Strecke: W. Bauer, Köln, 1030 m
„ -Dauer: H. Kermeß, München-Pasing, 17 min 47 sec
Handstart-Strecke: O. Michalicka, Dresden, 24000 m
„ -Dauer: A. Lippmann, Dresden, 1 hS8 min
Klasse: Rumpfilugmodelle mit Verbrennungsmotor.
Bodenstart-Strecke: G. Holl, Essen, 112400 m
„„ -Dauer: I. Schmidt, Allenstein, 1 h 15 min 33 sec
Klasse: Rumpiwasserflugmodelle mit Gummimotor.
Wasserstart-Dauer: H. Hebel, Hannover, 15 min 42 sec
Klasse: Rumpfwasserilugmodelle mit Verbrennungsmotor.
Wasserstart-Dauer: B. Kocea, Essen, 11 min 14 sec
Klasse: Schlagflügel-Flugmodelle mit Gummimotor.
Bodenstart-Dauer: Liegen z. Z. noch keine Ergebnisse vor
Handstart-Dauer: A. Kugler, Augsburg, — min 45 sec
Klasse: Schlagflügel-Flugmodelle mit Verbrennungsmotor.
Bodenstart-Dauer: A. Lippisch, Griesheim, 4 min 15 sec
Handstart-Dauer: A. Lippisch, Griesheim, 16 min 8 sec
Klasse: Saalilugmodelle mit Gummimotor.
HA. J. Mischke, Königsberg, 12 min 27 sec

F. Alexander, NSFK.-Obersturmführer.
Seite 352 „FLUGSPORT"“

Nr. 21/1940, Bd, 32

—.

Lufr- Post.

Republic EP-I Jagdeinsitzer ist identisch mit dem Jagdeinsitzer Seversky
P-35. Die Firma Seversky Aircraft Corporation, Farmingdale, wurde 1939 in
Republic Aviation Corporation umgeändert. Vgl. Firmenänderung Flugsport 1939,
Seite 572.

Armstrong Whitworth „Ensign“ Großverkehrsflugzeug für 42 Fluggäste und
5 Mann Besatzung, vier Motore, wurde im Flugsport 1937, Seite 274, besprochen.

Berichtigung. Zweitakt-Kleinflugmotor 24 PS („Flugsport“ 1940, Nr. 20,
S, 314), gebaut von Ardie, Nürnberg, muß es richtig heißen: „600 cm?“. Hub
78 mm, Bohrung 78 mm.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) .

Werkstattpraxis für den Bau von Gleit- und Segelilugzeugen. Von Hans
Jacobs. 4. Aufl, 452 S. m. 320 Abb. Otto Maier Verlag, Ravensburg. Preis kart.
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Die vorliegende 4. Auflage ist durch Herbert Lück, dem Leiter der Abt.
Konstruktion bei der DFS. entsprechend dem heutigen Stand der Segelflustechnik
vollständig umgearbeitet worden, so daß der Umfang gegenüber den früheren
Ausgaben über das Doppelte erweitert wurde. Nicht nur der Anfänger, sondern
-auch der erfahrene Segelflugzeugbauer findet alles Wissenswerte über Werkstatt,
ihre Einrichtung, Werkstoffe und ihre Prüfung, Werkstoffbearbeitung, Einzelteil-
herstellung, wie Bau von Rippen, Holmen, Randbogen, Spanten, Rumpfnasen,
Flügelhellinge für Flugzeuge aller Art, Rumpfhellinge und anderes mehr. Bei allen
- Einzelarbeiten sind eine Menge praktischer Winke, wie sie sich nur aus der
Praxis ergeben, angeführt. Abschließend sind Wartung und Reparatur sowie
deutsche Gleit- und Segelflugbaumuster angeführt. Hervorzuheben sind die
sauberen Zeichnungen und Abbildungen, welche zum wesentlichsten Verständnis
des Stoffes beitragen.

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Am 1. Oktober 1940 fand unser lieber Arbeitskamerad

Herbert Schmidt

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Handwerksmeister für Segelflugzeugbau
bei der Durchführung eines Versuchsfluges den Fliegertod.

Auch er opferte in Ausübung seines Berufes sein Leben dem
Vaterlande. Seine außerordentliche berufliche Tüchtigkeit und sein kameradschaft-
liches, gerades Wesen lassen uns sein plötzliches Hinscheiden besonders schmerzlich
empfinden. Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Sein fliege-
rischer Einsatz wird uns immer Verpflichtung sein.

Flugtechnische Arbeitsgemeinschaft an der
Staatlichen Akademie für Technik zu Chemnitz

angeschlossen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt
E. V., Berlin-Adlershof.

Chemnitz,
im Oktober 1940.

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Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus,. Frankfurt a. M.. Hindenburgplatz ®.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften
sind nicht an Einzelpersonen, sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankiurt a. M.,
Hindenburgplatz 8 (Deutschland)

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Be

MENSCHIE
FLUGZEUG

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GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR URSINUS * CIVIL-ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 22 23. Oktober 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 6. November 1940
ET

Großleistungen.

Fortschritte kann man durch Stellung besonderer Aufgaben, wie
jetzt im Kriege, erreichen. Es ist dann meistenteils ein Arbeiten und
sinnvolles Einordnen und Verwenden vorhandener Erkenntnisse und
Baumittel.

Parallel dazu werden auch ganz neue Ideen verlangt. Es gilt,
auf bisher ungewohnten Seitenwegen in technisches Neuland vorzu-
stoßen. Dabei sind Ideen nichts, wenn sie nicht gestaltet werden,
und zum Gestalten gehört eine genaue Kenntnis nicht nur der alten,
sondern auch der neuen in der Entwicklung befindlichen Baustoffe,
die wieder die Kenntnis der Gestaltung neuer Bauelemente verlangt.

Unsere Konstruktionsgewohnheiten dürfen nicht starr werden,
sonst wird eben der Konstrukteur zum Zeichner. Es ist nicht lange
her, da baute man unter allerdings anderen politischen und wirt-
schaftlichen Verhältnissen Segelflugzeuge und Leichtflugzeuge mit
geringster Motorkraft, um überhaupt zu fliegen. Der Vorstoß in die-
ser Richtung brachte mancherlei Erkenntnisse, die auf anderen Teil-
gebieten wieder zur Auswertung gelangten.

Auch Vorstöße auf anderen Nebenwegen — Hubschrauber und
ähnliche — brachten aerodynamisch kostbare Aufschlüsse auf bisher
noch wenig erforschten Gebieten, die vielleicht in kommender Zeit
die Durchführung neuer Ideen ermöglichen.

Die Grenzen der Möglichkeiten sind noch lange nicht erreicht.
Unserem physikgeschulten Nachwuchs bleibt es vorbehalten, auf
dem Gebiete des Flugwesens noch viele Aufgaben zu lösen.

Wissenschaft und Technik in der Fliegerei sind beinahe größer
als auf allen anderen Gebieten, und die dieses Gebiet beherrschen,
dürfen nicht nur einzelne, sondern müssen möglichst viele sein. Dann
werden deutsche Großleistungen in der Fliegerei zu Gewohnheiten

werden.
Junkers Ju 88.

Vor dem Kriege wurde die Nachricht verbreitet, daß ein zwei-
motoriges Junkers-Flugzeug den internationalen Geschwindigkeits-
rekord für Landflugzeuge über 1000 km mit 2000 kg Nutzlast für
Deutschland aufgestellt hat. Wie erinnerlich, wurde die überragende

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 35.

Seite 354 „rLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32 Nr. 22/1940, Bd. 32

„FTLUGSPORT“ Seite 355

Junkers Ju 88, der modernste Horizontal- und Sturzbomber der deutschen Luft-

waffe, der für die Angriffe gegen England mit besonderem Erfolg eingesetzt ist.
Werkbild

Flugleistung dieses neuen Flugzeugmusters, über das sonst nichts
bekannt wurde, auf der Meßstrecke Dessau—Zugspitze mit 517 km/h
erreicht und damit der Auslandsrekord, der 474 km/h betrug, um
43 km/h überboten. Aus begreiflichen Gründen wurde über dieses
neue Junkers-Universal-Kampfflugzeug nichts Näheres mitgeteilt.
Später wurde auch mit diesem Flugzeug der internationale Rekord
über 2000 km mit 2000 kg Nutzlast mit 501 km/h geschlagen.
Inzwischen ist die Ju 88 seit Kriegsbeginn, um die Schlagkraft
der Ju 87 noch zu überbieten, zu einem Ueberstuka mit unvergleich-
licher Kampfkraft und größerer Reichweite gezüchtet worden, der
in dem entscheidenden Kampf gegen England zum Einsatz gelangt.

Engl. Willoughby Delta 8. Engl. Willoughby Delta 8.

Anregung zu diesem Typ war die Idee des Nurflügelflugzeuges Zeichnungen: Flight

von Junkers, ein Flügelsystem mit besten Auftriebsverhältnissen und , weise in A
gleichzeitig guten Flugeigenschaften trudelsicher zu entwickeln. Die ‚ Die teilweise in Ame-
Modellversuche begannen 1937, bis Anfang 1939 die erste Versuchs- rika im Guggenheim-Insti-
maschine, die Willoughby Delta 8 (gen. St. Francis) von der Wil- tut der New York Eniver-
loughby Delta Co., auf dem Whitney-Flugplatz, Oxford, gebaut wurde. sität durchgeführten Wind-
tunnelversuche führten zu
Junkers Ju 88. Oben im Fluge. Unten links: Ju 88-Staffel vor dem Feindflug. einer Kompromiß - Kon-
Rechts: Nach dem Feindflug. Werkbilder struktion, deren Ausfüh-

rungsiorm von der der
blichen Flugzeuge ab-
weicht.

Bei kleinen Anstellwin-
keln, also größter Flug-
geschwindigkeit ergab
sich bei Windkanalversu-
chen Auftrieb nur durch
den Hauptflügel, erst bei
größerem Anstellwinkel
Mittragen der flachen
Leitwerksträger, wodurch
die Querstabilität in die-
ser Lage sich erhöhte.
Die Auftriebskurven lie-
ßen günstige Verhältnisse
gegen Ueberziehen er-

Engl. Willoughby Delta 8.

Engl. Willoughby Delta 8. Bild: Flight

Seite 356 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

kennen. Auftriebsmaximum bei 16°, Abfallen der Auftriebskurve
sehr flach. Es zeigten sich ähnliche Verhältnisse wie sie bei ring-
förmigen Tragflächen oder Flügeln (durchlöcherte Hutkrempe) bei
Modellen und auch Flugzeugen (Flugzeug von Dr. Huth) in Deutsch-
land in den frühesten Zeiten experimentiert wurden. — In den beiden
flachen Leitwerksträgern beabsichtigte der Konstrukteur bei der
Großausführung die Fluggäste unterzubringen und den somit weg-
fallenden Rumpf bis zu einem gewissen Grade als Tragfläche heran-
zuziehen.

In der vorliegenden bemannten Modellausführung mußte ein
besonderer Rumpf mit hintereinanderliegenden Sitzen unter dem
Hauptflügel angeordnet werden, da in den beiden flachen Leitwerks-
trägern in dieser kleinen Ausführung Insassen nicht untergebracht
werden können. Vgl. die umstehenden Abbildungen. Holzbauweise,
zwei Motoren Menasco Pirate C-4 von je 125 PS.

Die Großausführung als Großverkehrsflugzeug, Delta 9, ist für
ein Fluggewicht von 20 t mit 36 Fluggästen in den beiden flachen
Leitwerksträgern und zwei 1000-PS-Motoren projektiert, welches an
verschiedene Junkersmodelle und das von Burnelli in Amerika er-
innert.

USA Martin „162“ Flugboot, 18 t.

Das Martin-Flugboot „162“ (Typenbezeichnung der Firma
XPBM-1) ist im Auftrag der USA-Marine als Fernaufklärer und
Bomber entwickelt worden. Das Boot wurde zunächst als flugfähiges
Modellboot im Maßstab 1 : 4 mit einem Martin-Motor von 90 PS im
Rumpf gebaut und im großen NACA-Windkanal untersucht. Ver-
gleiche „Flugsport“ 1938, Seite 44.

Die Bedingung größten Wasserabstandes von Motoren mit Pro-
peller führte zur Anwendung des Knickflügels, wie er in Deutschland
schon mehrfach verwendet wurde.

7 Mann Besatzung, zwei Motoren Wright Cyclone 14.

Flügel freitragend als Schulterdecker. Ganzmetallbau. In der
Mitte der Flügelenden einziehbarer Stützschwimmer.

USA Martin „162“ Flugboot. Werkbilder

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 357

USA Martin „162“

Flugboot. |

Zeichnung: Flugsport

Rumpfboot, in
der Mitte recht-
eckiger, nach dem
Rumpfende runder
Querschnitt. Unter-
seite gekielt, zwei-
stuig. Heck in
Schneide verlau-
fend, verhältnismä-
Big kurz, um Leit-
werksträger vor
Wasserschäden zu
entlasten. MG.-
Stände im Rumpf-
bug sowie zu bei-
den Seiten im hin-
teren Bootsteil. Ein-
steigtüren unterhalb
des Führersitzes zu
beiden Seiten. Wei-
ter Arbeitstüren
unterhalb Vorder-
kante Flügel zur
Anbringung und Lö-
sung der Transport-
räder. Auf dem
nach hinten hoch-
gezogenen Leit-
werksrumpfstück
freitragendes NHö-
hen- und doppeltes
Seitenleitwerk. Ru-
der doppelgelenkig.

Spannweite 35,5
m. Länge 23.5 m.
Fluggewicht 18 t.

USA Martin „162“
Unten: Modell und
Großausführung.

BR

Der Fallschirmsprung mit verzögerter Oeffnung.

Die russische Zeitschrift „Samolet‘“ bringt in ihrer Nr. 3 vom

Februar 1940 einen Aufsatz, in dem der Fallschirmsprung mit ver-

zögerter Oeffnung behandelt wird. In Anbetracht der Bedeutung

dieses Problems für die militärische und zivile Luftfahrt bringen wir

nachstehend die wichtigsten der darin enthaltenen Gedankengänge.

Zu der ursprünglichen Bestimmung des Fallschirms, als Rettungsgerät für

die Besatzung von in Luftnot geratenen Flugzeugen zu dienen, ist heute ein durch

freiwilligen Absprung gekennzeichneter neuer Anwendungsbereich hinzugekom-

men. Die Aufgabenstellung kann entweder von der Forschung ausgehen oder aber

von rein praktischen Gesichtspunkten bestimmt werden; letzteres trifft in besön-
derem Maße für die militärische Verwendung des Fallschirms zu. te

Seite 358 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

Die Mehrzahl aller Flugunfälle schafft Situationen, in denen ein normaler
Absprung keine Aussicht auf eine Lebensrettung bieten würde oder diese doch in
Frage stellt. So besteht beispielsweise bei einem plötzlichen Bruch des Flugzeuges
in der Luft die Gefahr, daß der geöffnete Schirm von dem herabstürzenden Flug-
zeug oder dessen Teilen, die möglicherweise noch in Brand geraten sind, getroffen
wird. Bei militärischen Operationen kommt noch hinzu, daß bei sofort geöffnetem
Schirm ein sehr langsames Herabgleiten stattfindet, wodurch die Gefahr eines
Beschusses vom Boden oder aus der Luft sich erhöht, um so mehr, als der
geöffnete Schirm ein weithin sichtbares Ziel bietet. Handelt es sich gar darum,
Luftlandetruppen aus großer Höhe auf kleinen Plätzen zu landen, würden sich
beim normalen Absprung durch die Abtrift große Schwierigkeiten ergeben.
Darüber hinaus machen es die heutigen hohen Fluggeschwindigkeiten überhaupt
unmöglich, einen normalen Absprung auszuführen, da die beim Entfaltungsstoß
auftretenden Kräfte sowohl vom Material als auch vom Organismus nicht mehr
aufgenommen werden könnten. Es ist vielmehr notwendig, die Oeffnung solange
aufzuschieben, bis der Körper im freien Fall eine Endgeschwindigkeit angenom-
men hat, die eine gefahrlose Entfaltung gestattet. Schließlich ergeben sich durch
die verzögerte Schirmöffnung weitere Möglichkeiten beim Absprung aus großen
Höhen, weil infolge des freien Fallens der Aufenthalt in den sauerstoffarmen und
kalten Luftschichten erheblich abgekürzt wird. Der erste Absprung mit ver-
zögerter Oeffnung aus einer Höhe von 10800 m wurde im Jahre 1938 von
Williams ausgeführt. Die obere Grenze mit Sauerstoffgerät dürfte bei 14000 m
liegen, noch größere Höhen würden sich nur noch mit einem Ueberdruckanzug
erreichen lassen.

An die Ausbildung müssen bei dieser Methode naturgemäß besonders hohe
Anforderungen gestellt werden. Schritt für Schritt muß die freie Fallstrecke
vergrößert werden, wobei die größte Schwierigkeit darin besteht, die Fallzeit
richtig abzuschätzen. Am brauchbarsten hat sich das langsame Zählen erwiesen,
eine Methode, die bis zu ihrer unbedingten Zuverlässigkeit eine sehr lange und
gewissenhafte Ausbildung erfordert. Nach Beherrschung dieser wichtigsten Phase
der Ausbildung muß. sich der Springer mehr und mehr mit der Erdoberfläche
beschäftigen und die Entfernung bis zur Erde abzuschätzen versuchen. Für die
Ausbildungspraxis mag die Zahlentafel I von Nutzen sein, die die zusammen-

gehörigen Werte von freier Fallzeit und Mindesthöhe

Zahlentafel I enthält. Der Absprung vom Flugzeug selbst muß so
vorgenommen werden, daß unerwünschte Saltos und
Absprung mit einer Fall- Drehungen gar nicht erst auftreten. Zur Verhinderung
zeit des Trudelns soll möglichst mit dem Gesicht nach
, .. unten abgesprungen werden, wobei die Beine ge-
von Mindesthöhe spreizt und die Arme vorgestreckt gehalten werden.
(s) (m) Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß kleine
5 800 Lagekorrekturen innerhalb gewisser Grenzen möglich

10 1200 sind. u
15 1500 Auch beim Fallschirmsprung gibt es zwei Arten
des Trudelns: das steile und das flache Trudeln.
20 1800 Beim ungefährlicheren Steiltrudeln (Abb. 1) bildet der
25 2200 Kopf das Rotationszentrum, während die Füße. sich
auf einer größeren Kreisbahn bewegen. Beim Flach-
trudeln (Abb. 2) — gewöhnlich durch einen unvorschriftsmäßigen Rückensprung

eingeleitet — bildet die Körperlängsachse einen Winkel von etwa 30 bis 40° mit
der Horizontalen, der Schwerpunkt und das Rotationszentrum liegen im Ober-
körper. Im Gegensatz zum Steiltrudeln bewegt sich jetzt der Kopf auf einem
größeren Kreise, wodurch eine Zentrifugalbeschleunigung auftritt, die wiederum
eine Blutstauung im Kopf hervorruft. Bei längerem Anhalten dieses Zustandes
können Bewußtseinsstörungen auftreten, die zu einer ernsten Lebensgefahr
werden können. In der Praxis haben sich folgende Maßnahmen zur Vermeidung
bzw. Beendigung des Trudelns als wirksam erwiesen: Absprung aus einem seitlich
gleitenden Flugzeug bei kleinster Geschwindigkeit, energische Bewegungen ent-
gegen der Rotation und Spreizen der Beine.

Eine exakte Bestimmung der Fallgeschwindigkeit und der Fallzeit ist nicht
möglich, da die bestimmenden Faktoren, wie Körpergewicht, Schirmgröße und
-bauart von Fall zu Fall verschieden sind. Wenn der Fall im luftleeren Raume vor
sich ginge, fände eine gleichbleibende Beschleunigung statt, und es brauchte nur

‚Boden nimmt die Geschwindigkeit wieder ab, so daß in Bo-

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 359

Zahlentafelll.
Höhed.Absp. b.Schirmöff. Fallstrecke Fallzeit Endgschw.

(m) (m) (m) (s) (m/Sek.)
900 800 100 5 38
1100 „ 300 10 33—48
1400 „ 600 15 50
1700 „ 900 20 54
2000 „ 1200 25 62
2300 „ 1500 30 „
2600 „ 1800 35 „
2900 „ 2100 40 „
3200 „ 2400 45 »
3600 „ 2800 50 „
4000 „ 3200 55 „
4400 „ 3600 60 „ Y
4800 „ 4000 65 „ Abb. 1
5300 4500 70

die Erdanziehung berücksichtigt zu werden. Beim Fall in at-
mosphärischer Luft müssen noch deren Dichte und Gewicht
eingesetzt werden, die neben der geometrischen Körper-
form den Widerstand und damit die Geschwindigkeit be-
stimmen. Die Berechnung erfolgt dann durch Umstellung ;
der bekannten Luftkraftgleichungen. Ist der Widerstand
gleich dem Gewicht geworden, so bleibt die Geschwindig-
keit konstant, und zwar tritt dies nach etwa 10 bis 20 Sek.
Fallzeit ein. Infolge der Dichteabnahme mit der Höhe nimmt
auch die Endgeschwindigkeit in einem bestimmten Höhen-
intervall zu. So ist z. B. v bei einer Höhe von 1000 m nach
12 Sek. etwa 50 m/Sek., bei einer Höhe von 14000 m nach
21 Sek. dagegen schon 102 m/Sek.! Bei Annäherung an den

dennähe eine Endgeschwindigkeit von 50 bis 62 m/Sek.
herrscht, dabei wird ein v von 62 m/Sek. niemals über-
schritten. In der Zahlentafel II sind einige Werte zusammen-
gestellt; G von 70 bis 100 kg. — Die beim Entfaltungsstoß auftretende kinetische
Energie errechnet sich aus der bekannten Gleichung:
2
A= un (mke)

Für G = 90 kg und v = 62 m/Sek. wird A = 17600 mkg. Dauer des Oeffnungs-
stoßes etwa 0,6 Sek., nach dessen Ablauf die normale Sinkgeschwindigkeit von
3,5 bis 5 m/Sek. herrscht. Die Größe der beim Entfaltungsstoß auftretenden
Kraft erhält man, indem man A durch die während der Oeffnungsperiode durch-
fallene Strecke teilt. Mit einem mittleren Wert von 18 m ergibt sich somit eine
Oefinungskraft von annähernd 1000 kg, die noch um 10 bis 12% verringert werden
kann, da die während ‘der Kuppelbildung des Schirms aufgewendete kinetische
Energie in Abzug gebracht werden muß. Durch die kurze Einwirkzeit dieser
Kraft ergeben sich keine nachteiligen Rückwirkungen auf den Organismus, der

unter diesen Umständen noch höhere Kräfte aufzunehmen in der Lage wäre. N.
T T T _7
- Fallgeschwindigk. ? < 800 S
= on fallstrecke -
7
a _-
E60 >— 600
$ 7 . 53
2 - =
B { _
I Pd
S A r-
820 , — 200
h 1-71
_L -—- nico
0 2 4 6 & 70 12 14 16 18 20

Falizeif s

Abb. 3. Fallgeschwindigkeit und Fallstrecke in Abhängigkeit von der Fallzeit.
Gültig für Höhen unterhalb 2000 m.
Seite 360 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

Festhaltevorrichtung mit Seilzugauslösung für Segelilugstart, wie sie beim
NS.-Fliegerkorps im Gebrauch ist, zeigt nebenstehende Abbildung. Beim Start
wird der Haken in einem Beschlag am Flugzeug (beim Gleitflugzeug am Ende
des Rumpfgerüstes, siehe Abb.) eingehängt. Halteseil und Auslöseseil werden

Aausche 12 DINL69

von der Haltemannschaft festgehalten, das Auslöseseil von einem hierzu beson-
ders beauftragten Mann. Auf Kommando wird das Halteseil freigegeben. Das
Auslöseseil wird festgehalten und zieht den Haken aus der Vorrichtung heraus.
Form des Festhaltebeschlages richtet sich nach dem zu verwendeten Flugzeug.

Fahrwerk-Ringiederbeine. 2

Ueber die Konstruktion der KPZ-Ringfederbeine mit einigen Baumustern
haben wir im „Flugsport“ 1938, Heft 21, S. 572 berichtet. Diese Federbeine sind
nun in den letzten Jahren in Fahrwerke aller Art eingebaut worden, wofür wir
im nachstehenden einige Beispiele anführen.

Bei Großflugzeugen mit einziehbarem Rahmenfahrgestell verwendet man
zwei Federbeine (Abb. 1). Vorteilhafter ist es, die Kraft auf Räder nur durch
ein Federbein fortzuleiten, da ein Federbein billiger ist als zwei Federbeine mit
ie der halben Arbeitsaufnahme. Man kann durch eine Anordnung von möglichst
wenigen Federbeinen die Herstellungskosten für das Fahrgestell verringern.
Wirtschaftlicher ist also eine Bauart nach Abb. 2 bei der zu jedem Rad ein
kräftiges Federbein, in diesem Fall ein Einbein, gehört.

Das Federbein ist als festes Einbein für das Baumuster Ju 87 ausgeführt,
es kann also nicht eingezogen werden. Die Weiterentwicklung eines solchen
Fahrgestells bilden Flugzeuge mit einziehbarem Einbein-Fahrgestell. Mehrere
neueste Baumuster wie Ju 88 besitzen einziehbare Einbein-Fahrgestelle mit KPZ-
Ringfederbeinen.

Gerade bei den Einbeinen, also bei den Biegung aufnehmenden Feder-
beinen, bringt die Ringfeder weitere Vorteile. Die Federkraft des KPZ-Ring-
federbeines hängt bekanntlich nicht von der Stoßgeschwindigkeit, sondern nur
von dem Federweg ab. Daher können sich in den Biegung aufnehmenden
Rohren große Biegungskräfte nur dann ergeben, wenn das Federbein stark
eingefedert ist. Infolgedessen können bei KPZ-Ringfederbeinen die Biegung auf-
nehmenden Rohre leichter gehalten werden als bei anderen Bauarten.

Bei sehr kleinen Flugzeugen, z. B. Sportflugzeugen, sind die Kräfte in den
Federbeinen nur klein, daher haben die Ringe in den Ringfedern ebenfalls nur
eine geringe Größe. Da nun aber die Herstellung größerer Federringe wirtschaft-
licher ist als die von kleinen Ringen, empfiehlt es sich, bei kleinen Flugzeugen
eine Uebersetzung zwischen Rad und Federbein zu schalten, die bei kleiner
Radkraft eine große Federbeinkraft hervorruft. Die Zwischenschaltung der Ueber-
setzung bietet auch noch den Vorteil, daß der Federweg des Federbeines kurz

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 361

wird. Da bei der Ringfeder die Federlänge vom Federweg abhängt, kann also
eine kurze Ringfeder verwendet werden. Die Ringfeder wird dadurch natürlich
besonders billig. Eine in dieser Beziehung besonders vorteilhafte Fahrgestell-
anordnung für ein leichtes Sportflugzeug zeigt Abb. 3. Hier ist durch die Wahl
eines geeigneten Uebersetzungsverhältnisses eine kurze und billige Ringfeder
erreicht worden, wobei die ganze Anordnung günstig ist, weil sich die horizon-
talen Kräfte auf einem verhältnismäßig kleinen Raum gegenseitig aufheben. Man
erkennt hier wiederum den Vorteil des Ringfederbeines, das auch liegend ein-
wandfrei arbeiten kann.

Sollte eine liegende Anordnung aus räumlichen Gründen nicht möglich
sein, kann man die Federbeine auch stehend anbringen und die Ringfeder durch
eine Zugstange belasten.

Die Abb. 4 und 5 zeigen Spornaggregate mit Ringfederbeinen, wobei bei
dem Radsporn zu beachten ist, daß er eine selbständige gerade Ausstellung hat,
sowie ein Ringfederbein für Bugfederung (Abb. 6). Ringfederbeine sind auch als
Schneekufen-Ausgleichstreben mit bestem Erfolg verwendet worden.

Seite 362 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

USA aufblasbare Schwimmer
von Capt. McKinley.

Bild: Aeronautics

USA aufblasbare Schwimmer, kon-
struiert von Capt. McKinley, gebaut
von der Goodyear Tyre and Rubber
Co., Gewicht 19 kg, Länge 3,95 m, 560
mm breit. Hüllstoff gummiertes Luft-
schiffleinen Goodyear. Zur Versteifung
dienen V-förmige Schotten und einge-
nähte Rohre, etwas kürzer wie die
Schwimmer in aufgeblasenem Zustand.
Die Schottenstufe ist eingenäht. Die
Schwimmer sind für ein größtes Flug-
zeuggewicht von 680 kg vorgesehen.
Diese Schwimmer sind weniger emp-
findlich gegen Eisschollen und Geröll-
strand.

Inland.

Beförderungen in der Luitwafie durch den Führer und Obersten Befehlshaber
der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 10. 1940:
zum General der Flieger den char. General der Flieger Dransfeld;
zu Generalleutnanten die Generalmaiore Schwub, von Kotze, Schubert, Carlsen;
zum Generalmajor den Oberst Dipl.-Ing. Fink;
zu Obersten die Oberstleutnante Gerlach, Hesse, Schantz, Dr. Major, von Flotow,
Leibl, Schmoeger, von Münch, Funck, Baron von Loewenstern, Backhaus, Heimer-
dinger, den charakterisierten Oberst Werner;
mit Wirkung vom 19. 9. 1940: zu Generalmaioren die Obersten Mertitsch, von
Axhelm;
mit Wirkung vom 1. 7. 1940: zum Oberst den Oberstleutnant Scherkamp.

Fallschirmiäger springen aus Ju 52-Flugzeugen ab. Bild PK - JFM

Nr. 22/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 363

Adler-Ausstellung am Dönhoff-Platz, Berlin. Eine „Me 109“ und eine französische
„Potez 63“. Bild: NSFK. (Riehme)

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Reichs-
marschall Göring Hptm. Wolfgang Lippert, Kmdr. ein. Jagdgr.; Obltn. Hans Hahn
i. ein. Jagdgeschw.; Oberstltn. Rowehl, Kmdr. ein. Aufklärungsgr.; Obltn. Jabs
i. ein. Zerstörergeschw.; Ltn. Sprick i. ein. Jagdgeschw.; Mai. Falck, Kommod. ein.
Nachtiagdgeschw.; Hptm. Makrocki, Kmdr. ein. Zerstörergr.; Hptm. Groth, Kmdr.
ein. Zerstörergr.; Obltn. Streib, Staffelkpt. i. ein. Nachtgeschw.

Luitfahrtgerätewerk Hakenielde GmbH. hat die Abt. für Luftfahrtgeräte von
Siemens Apparate und Maschinen GmbH. übernommen. Sonstige Anschrift ist die
gleiche geblieben.

Ausland.

Ital. Streitkräfte vernichteten in 4 Monaten 500 britische Flugzeuge, wogegen
Italien nur 89 Flugzeuge einbüßte.

Ital. Jagdilugzeug Reggiane Re 2000, nach Aeronautics vom Juni 1940, ge-
baut von Officine Meccaniche Italiane „Reggiane‘“ (Caproni Gruppe). Ganzmetall-
tiefdecker, Motor Piaggio P.XIR.C.40, Flügel und Rumpf blech-, Höhen- und
Seitenleitwerk stoffbespannt. Hochziehbares Fahrwerk und Schwanzrad. Spann-
weite 10,6 m, Fläche 20 m?. Steigt auf 6000 m in 6 Min. Gipfelhöhe 11 000 m, Flug-
dauer 3 Std. Sturzfluggeschwindigkeit 700 km. Bewaffnung zwei MG. Großkaliber.

Kopenhagen—Berlin— München Fluglinie jetzt in zwei Etappen. Viermotorige
Condormaschine „Jutlandia“ der dänischen Luftfahrtgesellschaft mit Basis Mün-
chen wird die Strecke Berlin—München befliegen, während eine weitere dänische
Maschine die Strecke Kopenhagen—Berlin befliegt.

Franz. Rüstungsindustrielle im Zusammenhang mit den Anklagen in der
französischen Presse gegen die ehemaligen Luftfahrtminister Pierre Cot und Guy
la Chambre festgesetzt. Es handelt sich um die jüdischen Industriellen Paul-Louis
Weiller von Gnöme-Rhöne und Marcel Bloch.

Engl. Chefluitmarschall jetzt Sir Charles Portal, bisher Chef d. Bomber-
kommandos, an Stelle von Sir Kyril Nevall. Bomberkommando ietzt Rich. Peirse.

Engl. Sportilugverkehr mit Irland seit Juni eingestellt.

USA Ryan YO-51 Hochdecker mit Fowlerklappen über die ganze Hinter-
kante und Schlitzklappen an der Flügelnase. Motor Pratt & Whitney Wasp
420 PS. Flügel sperrholzbedeckt, Stahlrohrrumpf, Höhen- und Seitenleitwerk stoff-
bespannt. Vgl. Abb. Flugsport 1940 S. 204.

USA North American NA-Jagdilugzeug mit W-förmigem Allison 2000-PS-
Motor, vergleiche Flugsport 1939 S. 417, mit dem man alle bisherigen Jagdflug-

. zeuggeschwindigkeiten übertreffen wollte, seit längerer Zeit im Bau. Ueber Probe-

flüge bis heute noch nichts bekannt geworden. Inzwischen sollen sich unüber-
windliche Schwierigkeiten mit dem V-förmigen Allison-Motor gezeigt haben.
Seite 364 „FLLUGSPORT"“ Nr. 22/1940, Bd. 32

„Großjapan. Luitiahrtvereinigung‘“ umfaßt jetzt alle zivilen Luftfahrtgesell-
schaften und Vereinigungen einschließlich des Segelfluges.

Jap. Mitsubishi MC 20, Ganzmetall-Flugzeug der Nagoya-Flugzeugwerke,
nur aus japan. Material hergestellt, für 11 Personen, Höchstgeschw. 430 km/h,

Reichweite 4000 km.
Luftwaffe.

Berlin, 4. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe auf
London und die Angriffe auf wehrwichtige Ziele in Süd- und Mittelengland wur-
den trotz schwieriger Wetterlage erfolgreich fortgesetzt. In einem Gaswerk im
Nordwesten von London folgte der Bombenexplosion eine hohe Stichflamme.
Kampfflugzeuge griffen mit besonderem Schneid zwei Rüstungswerke in Coventry
und bei Chester an. Volltreffer vernichteten in beiden Werken Montagehallen und
Maschinen. Weitere erfolgreiche Angriffe richteten sich gegen verschiedene Flug-
plätze im Weichbilde von London sowie gegen den Flugplatz von St. Eval in
der Grafschaft Cornwall, wo Hallen, Unterkünfte, Rollfelder und Flugzeuge am
Boden zerstört wurden. Besonders wirkungsvoll war ein Bombenangriff auf das
Fluglager von Sheerneß. Volltreffer trafen angetretene Truppen, ein Teil der
Unterkünfte geriet in Brand. Nördlich von London griffen einzelne deutsche
Kampfflugzeuge Eisenbahntransporte mit sichtbarem Erfolg an und versprengten
Lastkraftwagenkolonnen. — Im Gegensatz zur deutschen Luftkampftätigkeit hielt
sich die feindliche Luftwaffe bei Tage und in der Nacht fast ganz zurück. Nur
ein einzelnes Flugzeug griff im Westen Deutschlands ein Industriewerk an, ohne

nennenswerten Sachschaden anzurichten. Einige britische Flugzeuge flogen die .

norwegische Küste an. Die vier abgeworfenen Bomben blieben ohne Wirkung.
Ein Angreifer wurde durch Jäger abgeschossen. — Die gestrigen Gesamtverluste
des Gegners belaufen sich auf drei Flugzeuge. Vier eigene Flugzeuge sind nicht
zurückgekehrt. — Bei den Angriffen auf die Rüstungswerke in Mittelengland
zeichneten sich Kampfflugzeuge unter der Führung von Obltn. Neumann und Ltn.
Bischoff durch besondere Kühnheit aus.

Berlin, 5. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz besonders ungünstiger
Wetterlage griffen starke Verbände des Generalfeldmarschalls Sperrle im Laufe
des Tages kriegswichtige Ziele in und bei London erfolgreich an. Zahlreiche
Brände am Nordrande Londons, in der City und am nördlichen Themse-Ufer
ließen die Wirkung der deutschen Bomben erkennen. Volltreffer wurden in den
Bahnanlagen bei College-Park beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen
Hafenanlagen, Versorgungs- und Rüstungsbetriebe, Großtanklager sowie gegen
Fisenbahnziele und Flugplätze in Südost-, Ost- und Mittelengland. Treffer in
Hallen und Unterkünften, starke Detonationen, Brände und Rauchentwicklung
waren die Folge der Bombenwürfe. Auf dem Flugplatz Penrhose am St. Georgs-
Kanal gelang es, außer der Vernichtung von festen Anlagen auch eine größere
Anzahl von Flugzeugen am Boden durch Bomben- und Maschinengewehrfeuer
zu zerstören. — Am 4. und in der Nacht zum 5. 10. fanden keine Einflüge in
deutsches Reichsgebiet statt. — Der Gegner verlor, außer den am Boden zer-
störten, fünf Flugzeuge, die im Luftkampf abgeschossen wurden. Fünf eigene
Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 6. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Stärkere Verbände der Luft-
waffe belegten bei Tag und Nacht Hafen- und Versorgungsanlagen sowie

 Rüstungsbetriebe und sonstige militärische Ziele in der britischen Hauptstadt
wirksam mit Bomben. Die Oel- und Gasbehälter von Tilbury erhielten mehrere
Volltreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Häfen, Flugplätze, Bahnanlagen,
Truppenlager und Rüstungswerke im Süden der Insel und an der Westküste.
Zahlreiche Brände zeigten weithin sichtbar die Wirkung besonders der nächt-
lichen Angriffe. — Vor der Ostküste zersprengte der Angriff mit Bomben
schweren Kalibers drei Geleitzüge. Zwei große Handelsschiffe wurden getroffen.
Das eine blieb mit Schlagseite liegen, das andere geriet in Brand. Das Ver-
minen britischer Häfen wurde fortgesetzt. — An verschiedenen Stellen kam es
zu Luftkämpfen, die für unsere Jäger erfolgreich verliefen. — Versuche des
Feindes, in der Nacht zum 6. 10. nach Norddeutschland einzufliegen, wurden
bereits im Grenzgebiet abgewehrt und die feindlichen Flugzeuge zur Umkehr
gezwungen. Dem Abwurf mehrerer Bomben auf drei deutsche Orte und eine

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 365

holländische Stadt fiel eine Reihe von Zivilpersonen zum Opfer. — In den Luft-
kämpfen über England verlor der Gegner 30 Flugzeuge, während 7 eigene Flug-
zeuge vom Feindflug nicht zurückkehrten. Hptm. Wick schoß am gleichen Täge
fünf feindliche Jäger im Luftkampf ab und errang damit seinen 41. Luftsieg.

Berlin, 7. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: London und zahlreiche an-
dere Ziele Südenglands wurden am 6. und in der Nacht zum 7. 10. trotz schwierig-
rollenden Einsatz Kampfflugzeuge Verkehrsanlagen, Versorgungsbetriebe und an-
gaswerk mit nachfolgender starker Brandwirkung. Weiter gelang es, ein Wasser-
werk stark zu beschädigen. — Einzelne Flugzeuge griffen mehrere Rüstungs-
betriebe in Südengland an und vernichteten Kesselhäuser, Montagehallen, Ma-
schinen, Fertigfabrikate und Vorräte. Bomben schweren Kalibers trafen mehrfach
Bahnhöfe und Gleisanlagen. Infolge von Bombentreffern auf einige Flugplätze
stürzten mehrere Hallen ein. Zahlreiche Flugzeuge wurden durch Bombentreffer
und MG-Beschuß am Boden vernichtet. — Angriffe auf verschiedene Truppen-
lager südlich von London hatten nachhaltige Wirkung. Zahlreiche Volltreffer in
Baracken und Unterkünften konnten beobachtet werden. In Thameshaven und
Port Victoria lösten Bombenexplosionen neue große Brände aus. Weitere An-
griffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd- und Südostgrenze Londons.
Zu Luftkämpfen kam es infolge der Wetterlage gestern nicht. An der dänischen
Westküste versuchten feindliche Flugzeuge zwei deutsche Vorpostenboote anzu-
greifen. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen, die übrigen zur Umkehr
gezwungen. — Bei den Angriffen auf Rüstungswerke in England zeichneten sich
durch besondere Kühnheit aus: Obltn. Braun, Obltn. Biemer, Obltn. Kühn und
ÖOberfeldw. Wolf.

. Berlin, 8. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Stärkere Kampffliegerver-
bände erzielten bei ihren Vergeltungsangriffen am gestrigen Tage in London
zahlreiche Bombentreffer schweren Kalibers auf Bahnanlagen westlich des
Themsebogens sowie auf die Commercial- und West-India-Docks. Hierbei zeich-
neten sich besonders die leichten Bombenkräfte des Generalfeldmarschalls
Kesselring aus. In Südengland wurden Rüstungsanlagen und militärisch wichtige
Ziele wirkungsvoll bombardiert. — Auch während der ganzen Nacht belegten im
rollenden Einsatz Kampfflugzeuge Verkehrsanlagen, Versorgungsbetriebe und an-
dere Ziele in der britischen Hauptstadt mit Bomben mittleren und schweren

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz. Von I. n. r.: Oben: Ltn. Sprick,
Generalmaj. Osterkamp, Mai. Lützow, Oberstltn. Rowehl. — Unten: Mai. Schell-
mann, Oberst Ibel, Feldw. Eichloff, Obltn. Jabs.

‚Seite 366 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

Kalibers. Zahlreiche Brände im Stadtgebiet waren die Folge. — Bei Nacht-
angriffen gegen Manchester, Liverpool und Edinburgh konnten besonders starke.
Schadenfeuer beobachtet werden. — Das Verminen britischer Häfen wurde fort-
gesetzt. — In der letzten Nacht flogen britische Flugzeuge an mehreren Stellen
nach Deutschland ein. Ihr Hauptangriffsziel war Berlin. Durch Abwehrmaßnahmen
gelang es, die Mehrzahl abzudrängen, während ein Teil die Reichshauptstadt
erreichte. Bomben trafen wiederum mehrere Krankenhäuser, ferner Wohngebäude,
Lagerschuppen sowie Gleisanlagen und richteten an einigen Stellen Sachschaden
an. Unter der Bevölkerung sind zahlreiche Tote und Verletzte zu beklagen. Zwei
britische Flugzeuge wurden beim Anflug auf die Reichshauptstadt durch. Flak-
artillerie abgeschossen. — Insgesamt verlor der Gegner gestern 32 Flugzeuge;
13 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 9. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe der
Luftwaffe gegen London und andere wichtige Plätze der britischen Insel wurden
im Laufe des gestrigen Tages und in der Nacht ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Besonders wirksam waren Angriffe auf zahlreiche Städte, Hafen- und Industrie-
anlagen, Bahnanlagen sowie Flugplätze in Südengland. Auf sieben Plätzen der
britischen Luftwaffe gelang es, durch Volltreffer mittleren bis schwersten Kali-

bers Hallen und Unterkünfte zu zerstören und zahlreiche Flugzeuge teilweise im.

Tiefangriff mit Maschinengewehren am Boden zu vernichten. Weitere Angriffs-
ziele waren Truppenlager, Industrie- und Versorgungsbetriebe in Südengland;.
Bombentreffer lösten an verschiedenen Orten starke Brände aus. Auch an der
Westküste trafen Bomben schweren Kalibers Hafen- und Industrieanlagen. Vor
der schottischen Küste griff ein Aufklärungsflugzeug ein britisches Handelsschiff
mit mehreren Bomben an. Das Schiff geriet in Brand und blieb in sinkendem
Zustand liegen. — Nordwestlich Irland, über 200 km von der schottischen Küste
abgesetzt, griff ein Kampfflugzeug im kühnen Tiefangriff einen stark gesicherten
Geleitzug mit fünf großen, vollbesetzten Truppentransportern an und erzielte auf
einem Schiff von etwa 20000 BRT. mehrere Treffer. Der Transporter blieb ge-
stoppt liegen. — Nächtliche Einflüge des Gegners in das Reich und in die besetz-
ten Gebiete waren für die britischen Bomber infolge der starken Abwehrwirkung
unserer Flakartillerie besonders verlustreich. Durch feindlichen Bombenabwurf
wurden in einigen Städten Nord- und Nordwestdeutschlands mehrere Häuser be-
schädigt sowie einige Zivilpersonen getötet. Angriffisversuche des Feindes auf
Industrie- und Bahnanlagen blieben ohne Wirkung. — Die gestrigen Verluste des
Gegners belaufen sich auf 16 Flugzeuge, von denen 12 im Luftkampf, vier durch
Flakartillerie abgeschossen wurden. Drei eigene Flugzeuge kehrten vom Feindflug
nicht zurück.

Berlin, 10. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Vom frühen Morgen bis zu
Beginn der Dunkelheit rollten ununterbrochen die Vergeltungsangriffe leichter und
schwerer Kampfflugzeuge gegen die britische Hauptstadt. Unmittelbar anschlie-
ßBend setzten Nachtangriffe schwerer Kampfflugzeuge ein, die bis in die Morgen-
stunden des 10. 10. andauerten. — Schwerste Schäden wurden den Docks im
Themsebogen zugefügt. Umfangreiche Zerstörungen richteten Bombenexplosionen
auch an den Bahn- und Gleisanlagen im Stadtkern an. Während der Nacht waren
zahlreiche ausgedehnte Großfeuer zu beobachten. — Einzelne Kampfflugzeuge
griffen in Südengland Hafenanlagen, Truppenlager, Bahnkörper und Rüstungs-
betriebe erfolgreich mit Bomben schweren und schwersten Kalibers an. In Süd-
und Mittelengland belegten sie mehrere Flugplätze mit Bomben. In St. Eval,
Penrhose und St. Merryn gelang es, Hallen und Unterkünfte durch Volltreffer zu
zerstören und am Boden stehende Flugzeuge zu vernichten. — Im Hafenbecken
von Cardiff lösten Bombentreffer heftige Explosionen und anschließend einen
großen Brand aus. — Auf See wurde ein feindliches Handelsschiff von etwa
4000 BRT. durch mehrere Bomben mittschiffs getroffen. Es blieb brennend mit
starker Schlagseite liegen. — In Westdeutschland und in den besetzten Gebieten
durch nächtlichen feindlichen Bombenwurf angerichteter Sachschaden konnte
rasch wieder behoben werden. Einige Wohnhäuser wurden zerstört, ein Bauern-
gehöft brannte vollkommen ab. — Der Gegner verlor gestern 10 Flugzeuge, davon
eines durch Flakartillerie. Vier deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 11. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: London lag gestern wieder
im Mittelpunkt der Vergeltungsangriffe leichter und schwerer Kampfflugzeuge.
Zahlreiche Explosionen und Großfeuer waren zu beobachten. Deutsche Kampf-
fliegerverbände belegten außerdem zahlreiche kriegswichtige Ziele in Liverpool,

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT*“ Seite 367

Birkenhead und Manchester mit Bomben mittleren und schweren Kalibers. Auch
hier riefen heftige Detonationen starke Schadenfeuer, vor allem an den Ufern
des Mersey, hervor. — In Süd- und Mittelengland wurden Hafenanlagen, Rüstungs-
betriebe und wichtige Versorgungszentren erfolgreich angegriffen. Bombenwürfe
auf stark belegte Flugplätze an der britischen West- und Südküste, teilweise in
kühnem Tiefanflug durchgeführt, zerstörten Hallen und Unterkünfte. Größere
Brände vollendeten das Vernichtungswerk. — Der Feind zeigte bei Tag keine
Angriffstätigkeit. Bei Dunkelheit erreichten einige feindliche Flugzeuge Mittel-
deutschland. Dort abgeworfene Bomben richteten keinen nennenswerten Sach-
schaden an. In West- und Nordwestdeutschland wurden verschiedene Städte und

Industrieanlagen angegriffen, ohne daß wehrwirtschaftlicher Schaden eintrat. Da-

gegen trafen die britischen Bomben wieder einige Wohngebäude und Siedlungs-
häuser. — Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern zwölf Flugzeuge,
von denen eins durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Vier eigene Flugzeuge
kehrten nicht zurück.

Berlin, 12. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Bombenwurf von Ver-
bänden leichter Kampfflugzeuge richtete am gestrigen Abend in der britischen
Hauptstadt umfangreiche Zerstörungen an. Nachfolgende Brände entwickelten sich
an einigen Stellen zu Großfeuern, die bei Beginn der Dunkelheit Verbänden
schwerer Kampfflugzeuge für ihre Vergeltungsangriffe den Wer wiesen. Zahlreiche
Boniben mittleren und schweren Kalibers riefen zwischen Themsebogen und
Leyton weitere große Brandherde hervor. Ebenso konnten in der Gegend des
Battersey-Parks und an den Themseufern zahlreiche Einschläge beobachtet wer-
den. — Ein weiterer Großangriff richtete sich gegen das Hafen- und Industrie-
gebiet von Liverpool-Birkenhead und Manchester. Hier entstand in den Kühl-
häusern um den Alexandra-Hafen und ostwärts der Kanada-Docks ein Großfeuer,
das sich rasch ausdehnte. Ebenso waren mehrere große Brände zwischen dem
Stanley-Hafen und dem Kanada-Dock zu beobachten. Die Dockanlagen von Liver-

Nach erfolgreichem Feindflug ist die He 111 im Heimathafen gelandet und an
ihren Liegeplatz gerollt. Während sich der Bordfunker als erster durch die Boden-
luke zwängt, nimmt der Beobachter den bequemeren Weg durch die Klappen der

Bugskanzel. Bilder: PK. - Wanderer - Weltbild
Seite 368 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

pool-Bootle erhielten gleichfalls mehrere Volltreffer und gerieten in Brand. —
Zahlreiche Einzelangriffe richteten sich gegen Bahn- und Gleisanlagen in Süd-
england. Auch mehrere Rüstungs- und Versorgungsbetriebe in Mittelengland und
an der Ostküste Schottlands wurden erfolgreich bombardiert. Ein wichtiges
Rüstungswerk an der Ostküste brannte völlig nieder. — Im Seegebiet vor der
schottischen Ostküste griff ein deutsches Flugzeug einen Geleitzug von mehreren
bewaffneten Handelsschiffen im Tiefflug an. Ein Schiff von 8000 BRT. blieb mit
starker Rauchentwicklung gestoppt liegen. Ein anderer stark gesicherter Geleit-
zug wurde südlich der Hebriden mit Bomben belegt. Zwei Schiffe wurden so
getroffen, daß sie die Weiterfahrt einstellen mußten. — Die britische Luftwaffe
führte in der Nacht Terroraktionen gegen zahlreiche holländische Ortschaften
durch, in denen stärkerer Personen- und Sachschaden angerichtet wurde. — Im
übrigen beschränkte sich die Angriffstätigkeit des Gegners auf einige Nacht-
einflüge in das deutsche West- und das norddeutsche Küstengebiet. — Der Gegner
verlor am gestrigen Tage insgesamt 13 Flugzeuge, davon 10 im Luftkampf, 3
durch Flakartillerie. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 13. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Angriffe unserer Luft-
waffe auf London und zahlreiche andere Plätze der britischen Insel wurden am
Tage und in der Nacht mit starker Wirkung fortgesetzt. In London war das Ge-
biet nördlich des Themsebogens und der OÖstindia-Docks sowie der Raum beider-
seits London-Bridge das Hauptziel der Angriffe unserer leichten Kampfflieger-
verbände, auch in der Gegend ostwärts des Victoria-Parks wurde gute Trefflage
beobachtet. Der Waterloo-Bahnhof ist von mehreren Bomben so getroffen wor-
den, daß mit starken Störungen im Verkehr zu rechnen ist. Die in der Nacht an-
greifenden Kampffliegerverbände konnten weithin sichtbare Brände als Folge der
Tageseinsätze im Zentrum der britischen Hauptstadt beobachten. In Südengland
griffen einzelne Kampfflugzeuge zum Teil im Tiefflug zwei Truppenlager an,
starke Zerstörungen wurden in den Unterkünften angerichtet. Weitere Angrifis-
ziele waren zwei südenglische Hafenstädte. In Hastings wurden Bahnanlagen zer-
stört, ein Gasbehälter in Brand gesetzt und mehrere Gebäude vernichtet. Stär-
kere Kampffliegerverbände griffen im Laufe der Nacht verschiedene Rüstungs-
betriebe in Mittelengland an. Starke Explosionen und Brände zeigten die Wir-
kung. — Wie gewöhnlich verzichtete der Feind bei Tage auf jede Angriffstätigkeit
gegen das Reichsgebiet. Erst bei Nacht drang er an mehreren Stellen in Deutsch-
land ein und erreichte unter anderem mit einigen Flugzeugen Berlin. Die hier
abgeworfenen Bomben richteten keinen Sachschaden an. Einige Personen, die
sich außerhalb der Schutzräume befanden, wurden verletzt. Angriffe der briti-
schen Luftwaffe auf verschiedene Industrieanlagen in West- und Norddeutsch-
land blieben erfolglos. Größerer Sachschaden entstand lediglich an einigen Wohn-
gebäuden und einer Speicheranlage. Hier sind auch Tote und Verletzte zu bekla-
een. Zahlreiche britische Bomben fielen wieder auf holländische Ortschaften.
Militärischer Schaden entstand dabei nicht, jedoch wurde eine Anzahl von Wohn-
gebäuden zum Teil schwer beschädigt. — Der Feind verlor gestern in mehreren
Luftkämpfen 21 Jagdflugzeuge, 7 deutsche Flugzeuge kehrten vom Feindflug nicht
zurück.

Berlin, 14. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Leichte und schwere Kampf-
fliegerverbände setzten am Tage und in der Nacht ihre -Vergeltungsangriffe auf
London und ihre Angriffe auf andere kriegswichtige Ziele in Süd- und Mitteleng-
land mit großer Wirkung fort. In rollendem Einsatz flogen Staffeln, bei Tage
durch Jagdverbände geschützt, in dichter Folge, so daß zwischen den einzelnen
Angriffen nur kurze Pausen eintraten. --- In London entstanden vor allem nörd-
lich der Themse in Höhe der Victoria- und India-Docks durch Bombentreffer
mittleren und schweren Kalibers Großbrände, die während der Nacht bereits
von der Themsemündung und der britischen Küste aus zu sehen waren. Nach
dem Angriff auf ein Kraftwerk konnten große Stichflammen und starke Rauch-
entwicklung beobachtet werden. — Ein zweiter, stärkerer Angriff galt den Hafen-
anlagen und Rüstungsbetrieben von Liverpool. Der Bombenabwurf rief auch hier
schwere Explosionen mit nachfolgenen Bränden hervor. Beim Angriff auf ver-
schiedene kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland wurden unter anderem
in zwei Truppenlagern die Unterkünfte zerstört. In der Themsemündung führte
die Besatzung eines Kampfflugzeuges einen besonders kühnen Tiefangriff auf
einen stark gesicherten Geleitzug von 18 bewaffneten Handelsschiffen durch. Da
das Flugzeug keine Bomben mehr an Bord hatte, griff es mit Maschinengewehr-

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 369

feuer an und setzte dadurch ein Schiff am Heck in Brand. — Obwohl der Gegner
mehrfach der Gefechtsberührung mit unseren Jagdfliegern auswich, kam es zu
verschiedenen, für uns sehr erfolgreichen Luftkämpfen. — Im Seegebiet westlich
Cadiz zerstörte ein deutscher Fernbomber ein bewaffnetes feindliches Handels-
schiff von 3000 bis 4000 BRT. durch zwei Bombentreffer. — Bei Tage griff der
Gegner das Reichsgebiet und die besetzten Gebiete nicht an. Zwei einzelne Auf-
klärungsflugzeuge wurden schon an der französischen Küste durch Flakartillerie
vertrieben. In der Nacht flog der Feind nach Nord- und Westdeutschland. ein.
Planlos geworfene Bomben richteten nur geringen Häuserschaden. an, trafen
jedoch keine militärischen oder wehrwirtschaftlichen Ziele. — Der Gegner verlor
gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon 12 in Luftkämpfen, eines durch Flak-
artillerie. Ein deutsches Jagdflugzeug ist nicht zurückgekehrt. Bw .

Berlin, 15. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: London. wurde im Laufe
des gestrigen Tages mit Bomben schweren Kalibers belegt. Die Wirkung der
Tagesangriffe wurde durch Nachtangriffe weiter verstärkt. Im Raum. zwischen
Hyde-Park und India-Docks entstanden nach schweren Explosionen. und. Stich-
flammen beiderseits der Themse große Feuersbrünste, die rasch um: sich griffen
und durch ihre Rauchentwicklung die sonst gute Erdsicht erheblich erschwerten.
Nördlich London zerstörten Volltreffer Hallen und Unterkünfte eines ‚Flugplatzes.
Andere Kampffliegereinheiten griffen ein Truppenlager in Südengland aus :niedrig-
ster Höhe an. Die hier in Baracken und Unterkünften hervorgerufenen Brände
waren auf dem Rückflug noch bis zur Mitte des Kanals zu beobachten. Auch
Bahnanlagen in Süd- und Mittelengland wurden mit Bomben teilweise schwersten
Kalibers belegt. — Der Feind flog, wie üblich, erst bei Dunkelheit nach Deutsch-
land und in die besetzten Gebiete ein. Fr begegnete dabei wirkungsvoller Abwehr
durch Nachtiäger und Flakartillerie. Die abgeworfenen Bomben richteten geringen
Sachschaden lediglich an nichtmilitärischen Gebäuden und Anlagen an. Ebenso
sind Verluste nur unter der Zivilbevölkerung eingetreten. Das Rudolf-Virchow-
Krankenhaus in Berlin wurde in seinen ausgedehnten, durch das Rote Kreuz
gekennzeichneten Anlagen erneut durch eine Sprengbombe getroffen. — Besonders
stark waren die Zerstörungen, die britische Bombenflugzeuge in den letzten Tagen
in der französischen Hafenstadt Le Havre und auf holländischem Gebiet anrichte-
ten. Zahlreiche Gebäude wurden durch Brände zerstört, so daß Teile der Zivil-
bevölkerung obdachlos wurden. — Der Gegner verlor gestern insgesamt sechs
Flugzeuge, von denen drei durch Nachtiäger abgeschossen wurden. Ein kleines
‚Tafenschutzboot schoß an der Kanalküste ein feindliches Flugzeug ab. Ein deut-
sches Flugzeug ging verloren. |

Berlin, 16. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die britische Luftwaffe, die
nicht in der Lage ist, militärische und wehrwirtschaftliche Ziele in Deutschland
bei Tage anzugreifen, setzte ihre nächtlichen wahllosen Bombenangriffe gegen
nichtmilitärische Ziele und damit vor allem gesen die deutsche Zivilbevölkerung
fort. Auch gestern wurden wieder in Mittel- und Westdeutschland Wohngebäude

Fernkamera-Aufnahme — zur englischen Küste. Deutsche Jäger auf dem Rückflug
nach erfolgreichem Angriff. Im Hintergrund die englische Küste.
Bild: PK. - Kisselbach - Weltbild
Seite 370 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

und Bauernhäuser sowie ein Krankenhaus getroffen. Tote und Verletzte sind
erneut unter der Bevölkerung zu beklagen. — Die Angriffe der deutschen Luft-
waffe auf kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittelengland und vor allem die Ver-
geltungsangriffe auf London wurden deshalb wesentlich verstärkt. Starke Ver-
bände leichter Kampfflugzeuge flogen bereits am Tage unter dem Schutz von
Jagdstaffeln ungehindert über Südengland ein und warfen Bomben schweren
Kalibers auf die britische Hauptstadt. Die Angriffe schwollen in der Nacht durch
Einsatz schwerer Kampfverbände zu noch größerer Stärke an. Bomben schweren
und schwersten Kalibers trafen in großer Zahl vor allem Rüstungswerke, Ver-
kehrsanlagen und Versorgungsbetriebe sowie die Hafenanlagen an beiden Themse-
Ufern. Die nach starken Explosionen im Stadtkern beiderseits der Themse sowie
zwischen dem Themsebogen und den Victoria-Docks entstandenen Großbrände
waren beim Rückflug noch bis zur Kanalküste sichtbar. — Obwohl die britischen
Jäger eine Gefechtsberührung vielfach zu vermeiden suchten, konnten sie in
mehreren Fällen von unseren Jagdverbänden gestellt und geschlagen werden. —
Im Laufe des Tages und in der Nacht wurden ferner zahlreiche Industrieanlagen,
Oellager, Flugplätze, Bahn- und Hafenanlagen sowie Rüstungs- und Versorgungs-
betriebe in Süd- und Mittelengland mit Bomben bis zu schwersten Kalibern be-
lest. — Das Verminen britischer Häfen und Küstengewässer konnte durch See-
und Luftstreitkräfte ungehindert fortgesetzt werden. — Der Gegner verlor in den
Luftkämpfen des gestrigen Tages 32 Jagdflugzeuge. Fünf weitere Flugzeuge wur-
den durch Flakartillerie, ein weiteres durch Marineartillerie abgeschossen, so daß
der Feind gestern insgesamt 38 Flugzeuge verlor. Sieben eigene Flugzeuge
kehrten von ihrem Flug gegen den Feind nicht zurück.

Berlin, 17. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte trotz
ungünstiger Wetterlage ihre Angriffe auf London und andere kriegswichtige Ziele
Mittel- und Südenglands fort. Besonderen Erfolg hatte der Bombenwurf auf
einen Flugplatz südlich Liverpool. In einem Rüstungswerk Mittelenglands gelang
es, mehrere Hallen und Werkstätten durch schwere Bomben in Brand zu setzen.
_ Mit einbrechender Dunkelheit nahmen die Vergeltungsangriffe auf die englische
Hauptstadt wieder größeren Umfang an. Bomben aller Kaliber wurden bis zum
Tagesanbruch auf kriegswichtige Ziele zu beiden Seiten der Themse geworfen.
Die entstehenden Brände ließen die über London liegende Wolkendecke auf
weite Entfernung hell aufleuchten. Wei-
tere Angriffe richteten sich gegen
Städte Mittel- und Südenglands, wie

Liverpool und Birmingham. — An zahl-
reichen Stellen vor der britischen Küste
legten Flugzeuge Minen. — Britische

Flugzeuge warfen in der Nacht zum
17. 10. im Reichsgebiet Bomben, ohne
militärischen Schaden anzurichten. Da-
gegen wurden erneut in verschiedenen
Städten Wohnviertel getroffen, wobei
u. a. in Kiel eine Anzahl Häuser be-
schädigt wurden. — Ein britisches
Flugzeug wurde in der letzten Nacht
schon vor Erreichen der Reichsgrenze
durch die Abwehr zum Absturz ge-
bracht, ein weiteres Flugzeug im Luft-
kampf abgeschossen. Marineartillerie
schoß ein drittes Flugzeug ab. Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt.

Erste Bombenreihe auf Schiffe in der
Themse, die zweite geht in die Docks
von Tilbury, dem größten Umschlag-
platz für die Verproviantierung Lon-
dons. 1. Vorhafen, 2. Schleuse, 3. Dock-
hafen, davon rechts und links Lager-
Hallen.

Bild: PK. - Weltbild

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 371

Italien.

Rom, 4. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im englisch-ägyptischen
Sudan haben unsere Luftfiormationen Zeltlager und Verteidigungsanlagen in der
Zone von Rozeires sowie ein feindliches Feldlager und einen wichtigen Stützpunkt
in der Gegend von Gallabat bombardiert. — Die feindliche Luftwaffe hat Angriffe
auf Berbera, Afmado, EI Uak und auf die Eisenbahnstationen von Afordat und
Aiscia unternommen. Ein neuer Angriffsversuch gegen die letztgenannten Ort-
schaften ist von unseren Jägern zurückgeschlagen worden. Man zählt drei Tote,
darunter eine Eingeborenen-Frau, und fünf Verwundete, Die Materialschäden sind
beschränkt.

Rom, 5. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Während eines Offen-
siv-Aufklärungsfluges gegen die Insel Malta kam es zwischen unseren und feind-
lichen Jagdflugzeugen zu einem Luftkampf. Ein feindliches Flugzeug vom Gloster-
typ wurde abgeschossen, der Abschuß eines weiteren vom Hurricane-Typ ist
wahrscheinlich. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Die feindliche
Luftwaffe hat Bardia und Tobruk bombardiert und dabei geringe Schäden, aber
keine Verluste verursacht. Ein weiterer Angriff auf den Hafen von Bengasi hat
unter der Zivilbevölkerung und dem Militär drei Tote und 28 Verwundete zur
Folge gehabt. Eine Barke wurde versenkt. — Zwei feindliche Flugzeuge wurden
abgeschossen, eines davon durch die Marineflak. — Feindliche Luftangrifffe in
der Nähe von Metemma hatten einen Toten und vier Verwundete zur Folge.
Weitere Luftangriffe auf Nacfa, Ghinda und Asmara verursachten leichte Schäden,
aber keine Opfer. Bei Metemma wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen.
Eines unserer Jagdflugzeuge wurde abgeschossen. Der Pilot rettete sich mit dem
Fallschirm.

Rom, 6. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika hat ein
starker Fliegerverband die feindlichen Stellungen in Marsa Matruk heftig mit
Bomben belegt und wichtige Ergebnisse erreicht. Beim Rückflug wurde ein feind-
liches Flugzeug wahrscheinlich abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren
Einsatzhäfen zurückgekehrt. — Im Roten Meer haben unsere Fliegerstaffeln
militärische Ziele auf der Insel Perim bombardiert. Feindliche Flugzeuge griffen
Aiscia und Assab mit Bomben an. Leichter Sachschaden, keine Opfer.

Rom, 7. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Roten Meer wurde
ein feindlicher, von Kreuzern und Zerstörern begleiteter Geleitzug von unserer
Luftwaffe mit Bomben belegt. — Die feindliche Luftwaffe hat Gallabat bombar-
diert, wobei vier Askari getötet und sechs verletzt wurden. Weitere Luftangriffe
auf Otumla (Massaua) und Metemma haben drei Tote und zwei Verletzte unter
den Eingeborenen zur Folge gehabt. Einige Hütten wurden zerstört.

Rom, 8. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Roten Meer hat eine
unserer Luftformationen den bereits gestern angegriffenen Geleitzug neuerdings
bombardiert. — Weitere Flugzeuge haben die Funkstation von Nadi Jusuf (nord-
westlich von Ghedaref) sowie kleinere feindliche Abteilungen in der Nähe der
Grenze des unteren Sudan bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt.

Rom, 9. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftstreitkräfte
haben auf Malta das Torpedolager von Valletta und Brennstofflager von Calafrana
anzesriffen. Im Verlaufe eines Luftkampfes zwischen unseren Flugzeugen und
feindlichen Jägern wurde ein feindliches Flugzeug brennend abgeschossen. Eines
unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Nordafrika Tätigkeit motorisier-
ter Kolonnen, unsere Kampfilugzeuge haben eine motorisierte feindliche Abteilung
bei Bir Kamsa (70 km südlich von Sidi Barani) versprengt und mit Maschinen-
gewehren beschossen, wobei drei Panzerwagen außer Gefecht gesetzt wurden.
Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Feindliche Luftangriffe auf
Tobruk und Bardia haben weder Verluste noch Schaden verursacht. — Der im
Roten Meer bereits bombardierte feindliche Geleitzug ist von einer unserer Flug-
formationen neuerdings erreicht und bombardiert worden. Ein getroffener Damp-
fer hat den Geleitzug verlassen und sich mit verringerter Geschwindigkeit in
Richtung der südägyptischen Küste begeben.

Rom, 10. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika belegten
feindliche Flieger Tobruk mit Bomben, wobei es außer leichtem Sachschaden drei
Tote und sechs Verwundete gab. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Marine-
flak abgeschossen. — Eine unserer Fliegerstaffeln machte einen Luftangriff auf
Colobati (südöstlich von Wajir) und beschoß im Tiefflug die feindlichen Lager.

Seite 372 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

Eine weitere Staffel bombardierte die Hafenanlagen und Lagerhäuser von Aden
sowie die im Hafen liegenden Schiffe. — Feindliche Flieger warfen Bomben auf
Cheren, Buna, de Camere, Sura und Mai Edaga, ohne Opfer oder Schaden zu
verursachen, während bei einem Luftangriff auf Assab unter den Italienern und
Eingeborenen zwei Tote und einige Verwundete zu beklagen sind.

Rom, 11. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Eine unserer Luit-
formationen hat den Flugplatz von Port Sudan bombardiert und dabei rund 15
englische Flugzeuge am Boden getroffen. — Feindliche Luftangrifffe auf Gura,
Toselli und Dacamere haben leichten Schaden angerichtet. Zwei Frauen wurden
verletzt.

Rom, 12. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwafie hat
östlich von Sidi Barani die Luftfahrt- und Eisenbahnanlagen von Maaten Bagush
sowie militärische Anlagen des Feindes bei EI Quasaba bombardiert. Alle unsere
Flugzeuge sind zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat die Städte Bengasi,
Bardia und Sidi Barani bombardiert, wobei es insgesamt fünf Verwundete gab. An
Wohnhäusern und an der Kathedrale von Bengasi wurde beträchtlicher Schaden
angerichtet, sonst nur leichter Schaden. — In Ostafrika haben feindliche Luft-
angriffe auf Burgavo (Somaliland), Neghelli, Asmara, Gura, Adi Ugri und Assab
geringe Schäden, aber keine Opfer verursacht.

Rom, 13. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Beträchtliche englische
Seestreitkräfte wurden von unseren im Kanal von Sizilien auf Patrouille befind-
lichen Torpedobooten während der Nacht vom 11. auf den 12. 10. in der Nähe von
Malta energisch angegriffen. — In den frühen Morgenstunden haben unsere Luft-
streitkräfte auf der Suche nach den feindlichen Einheiten diese auf der Fahrt nach
Osten erreicht und intensiv bombardiert. Trotz der überaus heftigen Reaktion
der Schifffsartillerie sowie der von dem zu den feindlichen Schiffsverbänden
gehörenden Flugzeugträger aufgestiegenen Flugzeuge und trotz der ungünstigen
atmosphärischen Bedingungen konnte unsere Luftwaffe beträchtliche Ergebnisse
erzielen. Der Flugzeugträger ist am Bug von einer Bombe schweren Kalibers
getroffen worden, während ein Schwerer Kreuzer an der Backbordseite beschä-
digt wurde. Zwei feindliche Jagdflugzeuge sind abgeschossen worden. Eines
unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Unsere Luftwaffe hat während der
Nacht den Flugplatz von Maaten Bagus sowie die Anlagen von Daba (östlich von
Marsa Matruk) mit offensichtlichen Ergebnissen bombardiert. Trotz der heftigen
Abwehr sind alle unsere Flugzeuge zurückgekehrt. Feindliche Luftangriffe auf
Bardia und die Häfen von Derna und Tobruk haben leichte Schäden, aber keine
Opfer zur Folge gehabt. Unsere über Tobruk Sperre fliegenden Jäger haben eine
feindliche Formation angegriffen und ein Flugzeug vom Blenheim-Typ abgeschos-
sen sowie zwei weitere schwer getroffen. — Unsere Luftwaffe hat feindliche
Befestigungswerke bei Lodwar (westlich des Rudolfsees), ferner die Anlagen des
Flughafens von Wajir sowie einen feindlichen 10 000-t-Kreuzer, der einen Konvoi
geleitete, bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Feindliche
Flugzeuge haben Bomben auf Gura, Naghelli, Asmara, El Uak geworfen. Es sind
keine Opfer und nur sehr geringer Schaden zu verzeichnen.

Rom, 14. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftverbände
haben die englischen Flugplätze von Tuka und von EI Daba (Aegypten) mit sicht-
baren Ergebnissen angegriffen; besonders den Flugplatz El Daba, der in voller
Nachtflugtätigkeit überrascht wurde. Ein stärkerer feindlicher Luftangriff auf
Tobruk ist von intensiver und wirksamer Luftabwehr empfangen worden, die die
Zielsicherheit des Feindes entschieden beeinträchtigte. Eine Baracke wurde ge-
troffen und einige Telephonleitungen unterbrochen; ein Mann wurde getötet. —
In Ostafrika hat einer unserer Luftverbände die Bombardierung von Lodwar
wiederholt und einen Brand verursacht. — Die Hafenanlagen von Perim im Roten
Meer sind von unseren Flugzeugen wiederholt bombardiert und getroffen worden,
wobei starke Brände entstanden. — Die feindliche Luftwaffe hat Giavello, Maggi,
Gura und Toselli bombardiert und leichte Schäden verursacht. — Feindliche Flug-
zeuge haben den Hafen von Porto Largo auf Leros angegriffen und dabei die
katholische Kirche und andere zivile Bauten getroffen und 34 Tote und 20 Ver-
wundete verursacht. Keinerlei nennenswerten Schaden an militärischen Zielen.
Zwei feindliche Flugzeuge sind abgeschossen worden.

Rom, 15. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die in den letzten See-
und Luftgefechten bereits schwer getroffenen feindlichen Kriegsschiffe wurden
im östlichen Mittelmeer erneut von unseren Fliegern angegriffen, die trotz der

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 373

heftigen Flakabwehr und der von dem Flugzeugträger aufgestiegenen feindlichen
Jagdflieger beträchtliche Erfolge erzielten. Eines unserer Flugzeuge torpedierte
einen feindlichen Kreuzer unter dem vordersten Geschützturm. Auf einem Trans-
portschiff wurde mit einer Bombe mittleren Kalibers ein Volltreffer erzielt. Wei-
tere schwere, auf den Schiffen entstandene Schäden werden zur Zeit durch die
photographische Kontrolle festgestellt. — In Nordafrika belegten unsere Flugzeug-
staffeln die englischen Lager von EI Daba, Fuka, Maaten Bagush und Seir Abu
Smeit mit deutlichem Erfolg mit Bomben. Ein Flugzeug wurde am Boden zerstört.
— Die feindliche Luftwaffe bombardierte von neuem Bengasi, wobei die Wohn-
viertel beim Hafen und im Zentrum der Stadt getroffen wurden. Unsere Jagd-
staffeln und die prompt einsetzende Bodenabwehr störte die feindliche Aktion.
Kein Schaden an militärischen Zielen, dagegen beträchtlicher Schaden an acht
Privathäusern; zwei Verwundete. Weitere Luftangrifffe auf Bardia und Sollum
haben einen Verwundeten, aber keinen nennenswerten Schaden zur Folge gehabt.
— In Ostafrika bombardierten unsere Flieger im Tiefangriff die feindlichen Stel-
lungen von Monte Rejan, von Otrub und südlich von Cuvra. Eines unserer Erkun-
dungsflugzeuge, das über Aden von feindlichen Jägern angegriffen wurde, schoß
ein Flugzeug vom Glostertyp im Kampf ab. -— Englische Flugzeuge belegten Deca-
mere mit Bomben; leichter Schaden und drei Verwundete. Zwei feindliche Flug-
zeuge wurden abgeschossen. Weitere feindliche Luftangriffe auf Burgavo, Saga-
neita, Senafe, El Uak, Gemma und Gura hatten weder Opfer noch Schaden zur
olge.

Rom, 16. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika hat
unsere Luftwaffe trotz ungünstiger Wetterlage die feindlichen Flugplätze von Bir
Kenays, EI Daba, Assaba, Maaten Bagush, Fuka und Bir Abu Smeit sowie feind-
liche Barackenlager bei Marsa Matruk bombardiert und alle Ziele trotz lebhafter
Flakabwehr voll getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Der Feind
hat seine Angriffe auf Bardia, Sollum, Derna und Bir Sofofi (südwestlich von
Sidi Barani) wiederholt, die insgesamt einen Toten und fünf Verwundete zur
Folge hatten. Ein weiterer, in mehreren Wellen durchgeführter nächtlicher Luft-
angriff auf Bengasi hat keine Opfer gefordert, dagegen an Wohnhäusern beträcht-
lichen Schaden .angerichtet; ein Motorboot wurde im Hafen versenkt. — In der
Zone von Gyarabut hat eines unserer Jagdflugzeuge ein feindliches Flugzeug vom
Lysander-Typ abgeschossen. — Feindliche Luftangriffe in Ostafrika auf Bas
Gasar (Massaua) und Hargheisa haben weder Opfer noch Schäden verursacht.

Rom, 17. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Bei dem englischen
Kreuzer, der, wie bereits im Wehrmachtsbericht von gestern mitgeteilt wurde,
von einem ital. Lufttorpedo getroffen worden ist, handelt es sich nach einer Mit-
teilung der engl. Admiralität um die „Liverpool“. Dieser Kreuzer hat 9300. t
Wasserverdrängung und ist mit zwölf Geschützen von 15,2, acht Geschützen von

Ital. Savoia-Marchetti S. 79. Nächtlicher Start zu einem Bombenflug. Die Ein-
steigtür dient gleichzeitig als Einsteigtreppe. Archiv Flugsport
Seite: 374 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1940, Bd. 32

10,2, sechs Torpedorohren und drei Flugzeugen ausgestattet. — Unsere Jagd-
staffeln bombardierten die feindlichen Flugplätze von Fuka, Kassaba, Daba und
die feindlichen Verteidigungsstellungen im Gebiet von Maaten Bagush und Marsa
Matruk. Trotz der heftigen Flakabwehr wurden ausgezeichnete Ergebnisse erzielt.
Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Die feindliche Luftwaffe bombar-
dierte heftig die Stadt Tobruk mit Brisanz- und Brandbomben. Einige Anlagen
und 45 Wohnhäuser wurden beschädigt, 9 Baracken zerstört, keine Opfer. Einige
auf Derna abgeworfene Bomben haben weder Opfer noch Schaden verursacht. —
Unsere Fliegerstaffeln bombardierten die Militäranlagen auf der Insel Perim sowie
den Flughafen von Ghedarem. Ueber dem letzteren Flughafen wurde außerdem
von einer unserer Jagdstaffeln ein überraschender Tiefangriff durchgeführt, bei
dem 11 Flugzeuge am Boden zerstört, ein Munitionslager in die Luft gesprengt
und ein Lastkraftwagen zerstört wurden. — Fine weitere Fliegerstaffel hat im
Roten Meer zwei große, von einem Kriegsschiff begleitete Frachtdampfer ange-
griffen. Einer davon wurde schwer getroffen. Feindliche Flugzeuge, die eingreifen
wollten, wurden von unseren Bombern zum Kampf gestellt, die ein Flugzeug vom
Blenheim-Typ und wahrscheinlich auch eines vom Gloster-Typ abschießen konn-
ten. — Feindliche Flugzeuge bombardierten Diredaua, Dekamere, Tessenei, Cas-
sala und Gondar, wobei es nur in Gondar einen Toten und einige Verwundete
gab; leichte Sachschäden. Spätere Angriffe auf Diredaua und Harrar wurden von
unseren Jagdstaffeln verhindert, die die feindlichen Flugzeuge zum Abdrehen
zwangen, bevor sie ihre Bomben abwerfen konnten.

Segelflug

Karl Kotzenberg +, Dr. iur. h.c., Dr.-Ing. e.h., am 20. 10.1940 im Alter von
74 Jahren gestorben. Als begeisterter Förderer ist sein Name mit der Segelflug-
entwicklung unauslöschlich verbunden.

Becker, Obstbaf., erfolgreicher Jagdflieger aus dem Weltkrieg mit 24 Ab-
:schüssen, am 1. 11. zehn Jahre Schulleiter an der Reichsschule für Segelflugsport
NSFK. Grunau (Rsgb.).

Capt. Wei Chao, der bekannte chinesische Segelflieger, ist im Frühjahr 1940

tödlich verunglückt. Wei Chao hatte 1938 mit den Vorarbeiten zur Entfachung

einer Segelflugbewegung in China, wie wir bereits im „Flugsport“ Nr. 14/1949,
S. 217, berichteten, begonnen. Die Segelflugbestrebungen in China werden eifrig
fortgesetzt.

Luff- Post.

nie Les —— mn >
ET H Zu 000 u

Metallilugzeugbau-Entwicklung von Heinkel, Bücker sowie ausländische
Zieh-, Nietverfahren und Werkzeuge aller Art vel. „Flugsport“ 1935, S. 590605.
Ueber engl. Stahlbauweise vgl. „Werkstofforschung im Flugzeug- und Motoren-
bau“ 1929, S. 380, und „Armstrong-Witworth-Stahlbauweise“ v. Frithiof Ursinus
„Flugsport“ 1930, S. 410—14 und S. 441—53.

| Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Der Flieger. Dienstunterricht in der Fliegertruppe, bearb. v. Hptm. Fritz-
Herbert Dierich. 2. Aufl., 248 S. m. 136 Abb. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Ber-
lin SW 68. Preis RM 2.—.

Im vorliegenden Buch, welches für die Sonderausbildung im fliegenden
Dienst bestimmt ist, sind alle Vorschriften, Verfügungen, Merkblätter und alles
Wissenswerte zusammengefaßt. In den ersten Kapiteln ist die Gliederung der
Luftwaffe, Führungsstellen, Wafiengattungen, der technische Dienst, Aufstellen
der Flugzeuge, Wartung von Flugzeugen und Motoren, behandelt. Hiernach folgen,
kurz gefaßt, in übersichtlicher Weise geordnet, Angaben über die Physik des
Fliegens, Flugzeug-, Geräte- und Motorenkunde, Wissenswertes über den Flug-
dienst, Roll-, Start- und Landeordnung, Nachtflug, Ueberlandflüge. Verhalten auf
auswärtigen Flughäfen bei Notlandungen, Vereisung an Flugzeugen. Neuartig für

Nr. 22/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 375

den Fernstehenderen sind vor allem die Kapitel Bombenwurflehr i ü
lichen Angaben über Bomben- und Zünderarten, Ziel- und Abwurfgeräte Fame,
sind unter Waffenlehre die Fliegerbordwaffen, MG 15, mit Schieß- und Ziellehre
behandelt. Nach den Kapiteln Verbandsfliegen, Luftbild, Navigation, Wetterkunde
Sicherheitsgerät, sind im Schlußkapitel unter Allgemeines über Erteilung und
Erlangung von Ausweisen und Abzeichen des fliegenden Personals viele Fragen
die nmer wiecer ven gestellt werden, beantwortet.
roberer der Luft. Von Franz Franziß. i
Kine hardt, Leipzig. Preis RM 3.80. IR 18 Som IT Abb. Verlag Julus
| ir wissen aus der Geschichte, daß bereits in den ältesten Zeit
Männer versucht haben, das Wunder des Menschenfluges zu lösen. Die Gesehen
in einem Buch zusammenzufassen, würde viele Bände umfassen. Verfasser hat es
unternommen, unserer Jugend ausgewählte Abrisse aus der Entwicklungsge-
schichte vor Augen zu führen und in Erinnerung zu bringen, unter welchen
Schwierigkeiten und Entbehrungen die Eroberer der Luft zu kämpfen hatten.

In Ausübung seines Dienstes starb unser Arbeitskamerad, der
Flugbaumeister Diplom-Ingenieur

Woligang Lord

am 12. Oktober 1940 den Fliegertod. Wir verlieren in ihm einen her-

vorragenden Flugzeugführer, aussichtsreich Inen I
und guten Kameraden. ichen Forschungsingenieur

Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten.

Betriebsführer und Gefolgschaft

der Arado Flugzeugwerke G.m.b H.
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„Redaktion und Verlag Flugsport‘, Frankiurt a. M
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Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen.
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 23 6. November 1940 XXXIM. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 20. Nov. 1940

Me 109.

Die Ueberlegenheit der deutschen Jagdflieger hat die Briten doch
stark beeindruckt. Man braucht sich daher nicht zu wundern, wenn
die englische Fachzeitschrift „The Aeroplane“, die übrigens im letz-
ten Jahr von ihrer freien Meinung viel eingebüßt hat, wieder einmal
über den Jagdeinsitzer Messerschmitt Me 109 verkündet, daß es mit
der Festigkeit dieses Flugzeugmusters ziemlich schlecht bestellt sei,
und behauptet, daß die Me 109 in mehreren Angelegenheiten, so im
Sturzflug, die „Ohren angelegt habe“.

Tatsachen beweisen. — Die Ereignisse der letzten Monate
haben die gehässigsten Gegner von der Einsatzfähirkeit der Me 109
aufs gründlichste überzeugt. Indessen scheint es geboten, doch ein=
mal die Festigkeit der Me 109 etwas zu beleuchten.

Aerodynamik und Lastannahmen für die Me 109 sind im zeit-
lichen Verlauf ihrer Entwicklung stets auf den neuesten Stand der
Erkenntnis gebracht worden. Ausgehend von den grundlegenden
Berechnungen für die erste Versuchsmaschine gestaltete sich all-
mählich ein auf individuelle Besonderheiten des Flugzeugmusters
eingehendes System von Lastannahmenforderungen, das heute in
weitgehendem Maße von flugmechanischen Prinzipien beeinflußt ist.
Naturgemäß wurde hierzu eine große Menge von Messungen aller
Art angestellt. Mehrere Messungen an Rechteckflügeln mit dem Flü-
gelprofil der Me 109 in den verschiedensten Kanälen gaben Auf-
schluß über die Profileigenschaften des Flugzeuges, von denen für
die Festigkeit vor allem die Profilempfindlichkeit, die Druckpunkt-
lagen im ganzen Abfanebereich, das Abreißverhalten beim Höchst-
auftrieb und die Tangentialkraitbeiwerte von Bedeutung sind. Diese
Größen werden in ihrer Abhängiekeit von der Profildicke längs
Spannweite variabel berücksichtigt und ihre durch Integration er-
haltenen Mittelwerte mit Kraftmessungen in Einklang gebracht.
Selbstverständlich werden Beeinflussungen dieser Größen durch
örtlich vorhandene Störungen im Profil berücksichtigt. So wurden
mehrere Messungen verwendet, um die Druckpunktlagen im Vor-
flügelbereich bei den Flugfällen mit geöffnetem Slot zu erfassen,

IE I

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 36.

Seite 378 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32

Auch die durch den Rumpf mit Bauchkühler bzw. den Flächenkühler
auf den Flügeln ausgeübten Störungen in der Spannweitenverteilung
der jeweils betrachteten Größen sind durch besondere Messungen
berücksichtigt worden. Ferner ergaben sich aus einer im großen
DVL-Kanal ausgeführten Messung an einem naturgroßen Halbflügel
der Me 109 u. a. eingehende Aufschlüsse über die Flügelbeanspru-
chung durch Klappen- und Querruder-Ausschläge neben den für die
Klappen und Ruder allein zu erwartenden Beanspruchungen.

Die in jedem Falle verwendete Mehrzahl von Messungen ge-
stattete es, die tatsächlich zu erwartenden maximalen Beanspru-
chungen sicher anzugeben.

Aber nicht nur von der aerodynamischen Seite her wurden die
Lastannahmen für das Tragwerk fundiert und ausgestaltet, sondern
es wurde auch die durch statische Versuche gelieferte Erkenntnis
über die Formänderung des Flügels unter Last in weitestgehendem
Maße einbezogen. Es dürfte im Flugzeugbau erstmalig sein, daß in
der Auftriebsverteilung die elastische Formänderung des Flügels so-
gar bis zum Bruchzustand berücksichtigt wurde.

Die Frage nach den Vorflügellasten wurde durch seitens der
DVL mit der Me 109 angestellte Abfangversuche, bei denen die Vor-
flügellagerkräfte durch eingebaute Kraftschreiber gemessen ‚wurden,
eindeutig geklärt. — Auch die Festigkeitsrechnung des Höhenleit-
werks ist auf den aus Flugversuchen erhaltenen Werten von Stau-
druckverhältnis, Abwindänderung und Ruderwirksamkeit aufgebaut.
Zu erwähnen ist dabei, daß die Leitwerksfestigkeit auf die Flügel-
festigkeit abgestimmt wurde, in dem Sinne, daß die Leitwerksbetäti-
eungslasten auch noch für das vom Flügel bei kleinstem Fluggewicht
aufnehmbare höhere Lastvielfache berücksichtigt wurde. Zur Fun-
dierung der Fahrwerkslastannahmen wurden Sinkgeschwindigkeits-
messungen und Messungen von Rollbeanspruchungen benützt.

Festigkeitsrechnung. Nach den deutschen Festigkeitsvorschriften werden
fünf Beanspruchungsgruppen unterschieden, wobei der fünften Gruppe die größten
Beanspruchungswerte zugeordnet sind. In diese Gruppe fällt auch die Me 109.
Dies bedeutet, daß z. B. für das Tragwerk bei Abfangen mit vollem Fluggewicht
der Rechnung ein „sicheres“ Lastvielfaches von mindestens 6,0, ferner Abfangen
in Normallage mit dem „sicheren‘‘ Lastvielfachen von 6,0 sowie Abfangen in
Rückenlage mit dem „sicheren“ Lastvielfachen von 3,0, zugrunde zu legen ist,
wobei dann gegenüber Bruch noch eine Mindestsicherheit von 1,8 (bzw. 2,07 für
lebenswichtige Anschlüsse) vorhanden sein muß. Oft wird unter Hinweis auf
angebliche Bruchlastvielfache bei Jagdflugzeugen des Auslandes von der Größen-
ordnung 12 und darüber die Frage aufgeworfen, ob ein sicheres Lastvielfaches
von 6,0, also ein Mindestbruchlastvielfaches von 10,8 für einen Jäger wie die
Me 109 ncech genügt. Demgegenüber ist festzustellen, daß für die Me 109 durch
das bereits beschriebene Eingehen auf die tatsächlichen Beanspruchungsverhält-
nisse in Verbindung mit den weiter unten angeführten eingehenden Festigkeits-
rechnungen und Versuchen eine wirklichkeitsgetreue Beurteilung der Festigkeit
möglich wird, so daß im vorliegenden Falle ein Bruchlastvielfaches von 10,8 sich
noch in Flugzuständen ausreichend zeigt, wo ein mit primitiveren Methoden
„nachgewiesenes“ Lastvielfaches von 12 einen Flügelbruch vielleicht nicht mehr
verhindern kann.

Nachstehend seien die wesentlichsten Fälle angeführt, die bei den einzelnen
Baugruppen im Festigkeitsnachweis rechnerisch untersucht wurden.

Tragwerk: Sturzflug mit einem Endstaudruck, der einer Geschwindigkeit
von 800 km/h in Bodennähe entspricht. Dieser Endstaudruck wurde aus dem Ge-
schwindigkeitsverlauf über der Höhe bei senkrechtem Sturzflug mit verschiedenen
Ausgangshöhen und der dort jeweils maximal möglichen Horizontalgeschwindig-
keit als Anfangsgeschwindigkeit errechnet, die Widerstandsänderung bei An-
näherung an die Schallgeschwindigkeit wurde dabei, ebenso wie der Schrauben-
widerstand, berücksichtigt. Das rechnerische Ergebnis ist durch die Erfahrungen
des Flugbetriebes bestätigt. Ferner Abfangen in Normallage mit dem sicheren

Nr. 23/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 379

Lastvielfachen von 3,0; Querruderbetätigung im Horizontal- und Sturzflug; Quer-
ruderbetätigung bei gleichzeitigem Abfangen mit einem sicheren Lastvielfachen
von 5,0; Böenbeanspruchung bei vollem Landeklappenausschlag mit einer max.
Geschwindigkeit von 250 km/h. Für den Vorflügel wurde der Fall des über-
zogenen Abfangzustandes, der die größte Belastung liefert, besonders unter-
sucht. Bei allen Fällen wurde die Aenderung der Lastverteilung infolge elastischer
Verformung des Flügels — wie schon erwähnt — bis zum Bruchzustand berück-
sichtigt. Die elastische Verformung wurde in erster Näherung rechnerisch abge- '
schätzt und nach den Ergebnissen der Versuche verbessert.

Für das Höhen- und Seitenleitwerk wurden, außer den schon erwähnten
Ruderbetätigungsfällen, die Böenfälle sowie für das Höhenleitwerk, außerdem die
unsymmetrische Belastung im Fall Ruderbetätigung untersucht. Die Bean-
spruchung des Rumpfes ergibt sich aus den für das Tragwerk und Leitwerk an-
gesetzten Lastfällen, sowie für die Fälle aus Landung, Kopfstand und Ueber-
schlag. Bei gleichzeitiger Wirkung von Höhen- und Seitenleitwerkslasten sind
die Fälle Ruderbetätigung mit je 75% und die Fälle für Abfangen mit 75% Höhen-
leitwerkslast und 100% Seitenleitwerkslast überlagert.

Triebwerk, Triebwerksgerüst: Zu den Beanspruchungen aus den Fällen für
Tragwerk und Leitwerk (Massenkräfte) kommen die Kräfte durch Luftschrauben-
einflüsse aus Luftschraubenschub, Luftschraubendrehmoment und Luftschrauben-
kreiselmoment hinzu. Ferner sind die Landefälle untersucht, Für die Steuerung
sind folgende Lasten angesetzt: Höhenruderbetätigung 80 kg Knüppelkraft in
Richtung „Ziehen“; 50 kg in Richtung „Drücken“; Querruderbetätigung 25 kg
Knüppelkraft, Seitenruderbetätigung durch einen Fuß 50 kg; Gegenstützung mit
beiden Füßen je 150 kg; durch Ueberlagerung von Höhenruder- und Querruder-
betätigung je 75% der einzeln angesetzten Lasten. Für die erforderliche
Arbeitsaufnahme des Fahrwerks ist eine Stoßgeschwindigkeit von 0,7 der Sink-
geschwindigkeit angesetzt. Für das Hauptfahrwerk wurden die Fälle Dreipunkt-
landung, Radlandung, Kurvenrollen und einseitige Radlandung untersucht, für
den Sporn Dreipunktlandung und schräger Spornstoß.

Zur Prüfung der Flattersicherheit wurden umfangreiche Standschwingungs-
versuche und ausführliche Rechnungen vorgenommen. Die Standschwingungs-
versuche dienten zur Klärung der Feder-Masse-Eigenschaften der Zelle. Die
Eigenfrequenzen und Amplitudenverteilung für Tragwerk, Leitwerk, Rumpfwerk
und Triebwerk wurden dabei ausführlich untersucht. Im Hinblick auf die Wichtig-
tigkeit der Feststellung, bei welcher Fluggeschwindigkeit etwa angefachte
Schwingungen zu befürchten wären, wurde den Untersuchungen von Tragwerk
und Leitwerk besondere Sorgfalt gewidmet. So wurden z.B. Versuche mit an-
geschlossener und gelöster Steuerung, mit ein- und ausgefahrenen Vorflügeln und
Landeklappen, mit festgeschraubten und geöffneten Deckeln sowie mit ein- und
ausgefahrenem Fahrwerk durchgeführt. Vergleichsuntersuchungen wurden vor-
genommen an fabrikneuen Maschinen und solchen, die schon längere Zeit im
Flugbetrieb standen, sowie an Maschinen der verschiedenen Baureihen. Die
Zweckmäßigkeit der Lage und Größe der Massenausgleiche der Ruder wurde
besonders geprüft. Rechnungen zur Abschätzung der kritischen Geschwindigkeit
wurde bei räumlicher Betrachtung von Flügel und Leitwerk unter Verwendung
theoretisch ermittelter Luftkräfte für instationäre Strömung vorgenommen. Ge-
rechnet wurde für die drei Freiheitsgrade Flügel- bzw. Flossenbiegung und
-drehung und Ruderdrehung. In den Rechnungen wurde der Einfluß der Baustoff-
dämpfung der Flügel- bzw. Leitwerkbiegung und -drehung untersucht; Toleranz-
rechnungen gaben Aufschluß über den Einfluß über — oder unter — massenaus-
geglichener Ruder auf die kritische Geschwindigkeit. Der Einfluß der Federwirkung
der Steuerung auf den Wert der errechneten kritischen Geschwindigkeit wurde
durch Variationsrechnungen ermittelt.

Das Ergebnis der vorgenommenen Standschwingungsversuche und angestell-
ten rechnerischen Untersuchungen besagt, daß das Muster Me 109 bis über die
mögliche Sturzflug-Endgeschwindigkeit hinaus als flattersicher angesehen werden

kann, was mit den inzwischen gesammelten praktischen Flugerfahrungen im Ein-
klang steht.

USA Republic EP-I 100 (Seversky P 35) Jagdilugzeug.
Die Seversky-Typen P 35 und Seversky-Convoy-Mehrzwecke-
zweisitzer (vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1938 Nr. 1 Seite 5) wer-
den jetzt von der Republic Aviation Co. Farmingdale gebaut.

„FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32

Seite 380

USA. Republic EP-1 100 (Seversky P 35) Jagdflugzeug. Werkbild

Der Seversky: P 35, jetzt Republic EP—1 Modell 100, wurde
durch einen Vorführungsflug 1937 in Südamerika bekannt und er-
reichte dabei 470 km/h (vgl. „Flugsport“. 1938 Seite 301).

Motor Pratt & Whitney S3C3—G 1000 PS. Flügel Tiefdecker-
anordnung freitragend, Ganzmetall, ‚gezogene Flügelhaut, innen mit
Wellblech versteift, 5 Stegwand-Holme mit Stegwand-Rippen, ver-
nietet. Profil Clark CHY abgeändert. Dreiteilig, Mittelstück mit Flü-
rel fest verbunden, dient als Betriebsstoffbehälter. Querruder aus
rostfreiem Stahl stoffbespannt. Hinterkanten Spreizklappen, elek-
trisch betätigt. cn | .

Rechts: Republic EP-1 M-G Kaliber 30 Einbau für 1000 Schuß. Um das M-G
unterzubringen ist der Flügelholm durchbrochen... "Zeichnung: Aviation

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USA, Republic EP-1. 100 (Seversky P 35) ur
Jagdflugzeug. zeichnung Flugsport £ ij

kg/m’, Leistungsbela-

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite’ 381

Rumpf Ganzmetall, Halbschalenbauweise (Alumin.) mit Form-
ringen und innen aufgenieteten Längsprofilen. Bauweise in zwei
Hälften, senkrechte Trennungsebene wird nach Fertigstellung mit-
einander vernietet. Führersitz Schiebehaube. Höhen- und Seitenleit-
werk Duralumin. Ruder rostfreier Stahl, stoffbespannt. Trimmklap-
pen. Fahrwerk nach hinten elektrisch hochziehbar. Ein Teil der Ver-
kleidung an der Vorderseite des Federbeins, der übrige als Luftab-
fluß an der Unterseite des Flügels fest. Schwanzrad elektrisch hoch-
ziehbar, arretierbar, Schwenkung des Schwanzrades um 360°.

Bewaffnung zwei MG.s, gesteuert durch den Propeller schießend
auf der Oberseite der Rumpfnase. Zwei Großkaliber-MG.s außerhalb
der Fahrgestellanlenkung im Flügel mit besonderen Verkleidungen
an jeder Seite des Flügels.

Spannweite 11 m, Länge 8,2 m, Höhe 3 m, Fläche 20,9 m’. Flä-
chenbelastung 124,5 ke/m?, Leistungsbelastung 2,74 kg/PS. Flugge-
wicht 2599,6 kg. Betriebsstoff 757 1, Oel 68.11. u

Höchstgeschwindigkeit 515 km/h, Reise 466,7 km/h, Gipfelhöhe
94488 m. Steigfähigkeit 14,2 m/min. Reichweite 1200 km mit 490 1
Betriebsstoff.

USA Seversky 2 PA-A Modell 230 (Amphibium).

Seversky 2PA—A, Modell 230, Aufklärungsflugzeug, zwei
Schwimmer mit Fahrwerk, ist mit einem Wright Cyclone von 850. PS
in 1770 m Höhe ausgerüstet. Dreiflügelige Hamilton-Metallschraube,
Drehzahl gleichbleibend. Bu DE

Flügel Ganzmetallbauweise, dreiteilig. Profil Clark CYN. Flügel-
aufbau mehrere Vollwandträger und Rippen, wie beim Seversky
P 35. Mittelstück mit Rumpf fest vernietet, enthaltend Betriebsstoff-
behälter 760 1, Oel 68 I. Querruder Metall, stoffbespannt. Spreizklap-
pen Hinterkante Ganzmetall, elektrisch und zur Reserve handbe-
tätigt.

Rumpf Ganzmetall-Schalenbauweise, runder Querschnitt. Lange
Sichtschiebehaube, Doppelsteuerung, Sitze hintereinander. Möhen-
und Seitenflosse freitragend, Ganzmetallbauweise. Höhen-’ und Sei-
tenruder Metallgerippe, stoffbespannt. An beiden Rudern Trimm-
klappen. Zwei Ganzmetallschwimmer mit elektrisch einziehbaren
Laufrädern. Einstufig, am Heck Wassersteuer. Darunter Stützrollen.
Spornrad lenkbar. Schwimmer in der Längsrichtung um den Stre-
benpunkt drehbar mit dahinterliegender Schwimmerabfederungs-
strebe.

Bewaffnung zwei
starre MG.s Rumpfober-
seite, ein bewegliches
MG. im Beobachtersitz,
nach hinten feuernd.

Spannweite 12,5 m,
Länge 93 m, Höhe
3,4 m, Fläche 22,85 m?. '
Flächenbelastung 133,3

stung 3,6 kg/PS. Leer-
gewicht 2173,2 kg, Rüst-
gewicht 860 kg, Flug-
gewicht 3033,2 kg.

USA Republic 2 PA-A
Amphibium.

Zeichnung Flugsport

12500

Seite 382  ,„FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32

USA. Seversky 2 PA-A Amphibium.

Höchstgeschwindigkeit 362 km/h, Reise 321,9 km/h, Steigfähigkeit
9,7 m/sec. Reichweite 1448,5 km, Gipfelhöhe 7010 m.

USSR L-760 Großverkehrsflugzeug.

L—-760 für 64 Fluggäste und 8 Mann Besatzung ähnelt dem
Maxim Gorki (8 Motoren) aus dem Jahr 1934. 6 wassergekühlte
AM-34-Motoren, mit Verstellpropeller in der Flügelnase.

Flügel freitragend. Im Innern Zugang zu den Motoren. Auf jeder
Seite des Flügels Aufenthaltsraum für je einen Motorenwart.

Rumpf rechteckiger Querschnitt, drei Sitzräume, ein Speiseraum
und vier Schlafkabinen. Großer geräumiger Führerraum. Telephon
zwischen allen Arbeitsräumen der Besatzung und den Fluggästen.
Finfaches freitragendes Höhen- und Seitenleitwerk. Fahrwerk fest.

Spannweite
78 m, Länge
33,6 m, Höhe

75 m. Flugge-
wicht 45 t. Ge-
schwindigkeit
234 km/h, mit
Verstellpropel-
ler 10 km mehr.

USSR. L-760 Großverkehrsflugzeug.

USSR. L-760 Großverkehrsflugzeug. Bild: Aviation

dargestellt (siehe „Flugsport“

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 383

ONSTRUKTIONS
$PINZEISHEITEN

Flugzeug-Druckkabinen.

Im Heft 5 des Jahres 1939 brachten wir eine ausführliche Be-
schreibung des französischen Höhen-Atlantikflugzeuges „Centre“
2234 mit luftdichter Kabine. Nachstehend einige weitere Einzelheiten

Abb. 2.

Abb. 4.
verschiedener ausgeführter Höhenflugzeuge sowie eine italienische
Versuchs-Druckkabine*).

Die Abb. 1 zeigt das Sicherheitsventil für die Druckkabine des
Höhenflugzeuges Lockheed X. ©. 35 in schematischer Darstellung.
Die Empfindlichkeit des Ventils ist durch Aenderung der Federspan-
nung mittels der Flügelschraube regelbar.

In der Abb. 2 ist das Innere
der Druckkabine des Einmann-
Höhenflugzeuges Farman 1001

Heft 3, 1936, S. 55). Baustoff
Dural, Länge 2000, Durchmes-
ser 1000, Rauminhalt etwa
1,7 m?. Das mit dieser Kabine
ausgerüstete Flugzeug erreichte
bei seinem ersten Versuchsflug
10420 m. Im einzelnen bedeu-
ten: 1 die aus der Rumpfkontur
hervorragende Kuppel, 2 Luft-
filter, 3 Fußboden, 4 Bedienhebel
für die Regeleinrichtung der

*) Atti di Guidonia N. 29—30,
Juli 1940.

Abb. 3. Flugzeug-Druckkabine.

Seite 384 „FLUGSPORT" Nr. 23/1940, Bd. 32

—

aa En —n FREE Sr. ae

Schraubendrehzahl, 5 Kraftstoffabsperrhahn, 6 Gashebel, 7 Unter-
brecherschalter des Bordnetzes, 8 Außenbordanschlüsse der Druck-
kabine für die Steuerungsgestänge (Stopfbuchsen).

In Italien wird seit 1936 an der Entwicklung von Höhenkabinen
gearbenet, und ein Entwicklungsabschnitt fand im Jahre 1438 mit der
Erringung des absoluten W elthohenrekords seinen Abschluß. zu den
\orversuchen wurde auch die in den Abb. 3 und 4 dargestellte Ver-
suchs-Druckkabine verwendet, die in Form und Aufbau der Farman-
Kabine ähnelt. Die Atemluft wird durch die vom Motor angetriebene
Pumpe 1 in Umlauf gesetzt, wobei sie die Filtersätze 2 und 3 pas-
sieren muß. Diese dienen aer Ausscheidung schädlicher Atemrück-
stände sowie der Konstanthaltung der Luftfeuchtigkeit. Durch die
Leitung 4 tritt der Sauerstoff in die Kabine ein. Im übrigen sind in
der Kabine alle für den Betrieb eines Flugzeuges erforderlichen Ge-
räte und Bedienorgane vorhanden.

“FürWerkstaltaFlugplatz "3

ent __—
—

Zoe)

Vorrichtung zum Auswuchten und zur Spurkontrolle.
Bei Luftschrauben oder ähnlichen Werkstücken ergibt sich die Notwendig-
keit, neben der Auswuchtung auch das Spuren zu kontrollieren, um festzustellen,
daß die Flügelspitzen der Luftschraube in einer Kreislinie laufen. Zur Durchführung
dieser Spurkontrolle wurde bisher das Werkstück zusammen mit dem Auswucht-
dorn, auf dem es aufgespannt ist, auf die Spurvorrichtung gebracht ‚die von der
Auswuchtvorrichtung völlig getrennt ist. Diese Arbeitsweise hat sich jedoch beson-
ders bei umfangreichen Kontrollarbeiten als zu kostspielig und zeitraubend er-
wiesen.
Nach einer von Dipl.-Ing. Fritz Huxdorff von der Hamburger Metallverarbei-
tungs-Ges. m. b.H. entwickelten neuartigen Vorrichtung (Patent Nr. 687 571) kann
Auswuchten und Spurkontrolle in einem zusammenhängenden Arbeitsgang durch-
geführt werden. Die Vorrichtung besteht aus einer Auswuchtbahn, welcher eine
Spurvorrichtung zugeordnet ist, so daß der das Werkstück tragende Auswuchtdorn
unmittelbar von der Auswuchtbahn auf die Spurvorrichtung auflaufen kann und
dadurch von der Auswuchtbahn getrennt wird.

Wuchtbock. Abb. 3: E = Exzenterhebel in der Stellung „Wuchten“. Abb. 4: E =
Exzenterhebel in der Stellung „Spuren“. Die Spurrolle S ist gehoben, ihre Rillen
greifen ein in die Rillen des Wuchtdornes. Werkbilder

Abb. 3. Abb. 4

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 385
he Abb.2. °—

Ä zz BEN

Die Auswuchtbahn A LE
(vgl. die Abb. 1—4) wird ID u -—

von den beiden zylindri-
schen Laufschienen 1 und

2 gebildet, die auf vorde-
ren Stützen 3 und hin-
teren Stützen 4 ruhen, auf I, nn
welchen der Auswucht-
dorn 5 laufen kann. An

WRTZEHRTT

den hinteren Stützen 4 - = - Sr j
sind Konsole 6 befestigt, die je zwei Lager 7 und 8 tragen. In den Lagern 7 ruhen
die Drehzapfen 9 der Hebel 10 und in den Lagern 8 die Laufzapfen 11 der Stütz-
rollen 12. Die Hebel 10 sind an ihrem unteren Ende mit einem Handgriff 13 und
am oberen Ende mit einem Zapfen 14 versehen. Auf den Zapfen 14 sind die Trag-
rollen 15 frei drehbar gelagert. Die Tragrollen 15 sind erfindungsgemäß mit
Ringrippen 16 versehen, die in entsprechende Ringnuten 17 des Auswuchtdorns 5
eingreifen und den Auswuchtdorn gegen axiale Verschiebung bei der Spur-
kontrolle sichern.

Die Zeichnung veranschaulicht die Stellung des Auswuchtdorns 5 während
der Spurkontrolle, wobei der Dorn auf den Tragrollen 15 aufruht und an den
Stützrollen 12 anliegt. In diese Lage gelangt der Auswuchtdorn durch einfaches
Auflaufen auf die Tragrollen 15 von der Auswuchtbahn, nachdem die Tragrollen 15
mit Hilfe der Hebel 10 etwas nach oben verschwenkt sind, so daß der Dorn beim
Auflaufen um ein bestimmtes Maß angehoben wird. Die Tragrollen werden in
dieser angehobenen Stellung dadurch festgehalten, daß die über die Mittelsenk-
rechte durchgeschwenkten Hebel 10 mit ihrem Vorsprung 18 an dem Anschlag 19
der Konsolen 6 anliegen.

Das Senken der Tragrollen geschieht durch Verschwenken der Hebel 10 im
umgekehrten Sinn, bis der Vorsprung 18 jedes Hebels an den zweiten Anschlag 20
der Konsolen 6 stößt.

USA.-Schneepflug mit 3
Transportschnecken schafft
den Schnee nach einer Seite
der Fahrbahn und wirft ihn
durch ein viereckiges Rohr
aus. Bei einer Schneehöhe
von 15 cm konnte eine 3500
m lange Startbahn 300 m
breit in 8 Std. frei gemacht
werden.

USA. - Schneeräumgerät mit

Transportschnecken.
Bild: Flugsvort

Inland.

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs-
marschall Göring, in der Luftwaffe an Oberst v. Chamier-Glisczinski, Kommod.
eines Kampfgeschw.; Oberstltn. Kosch, Kmdr. einer Kampfgr.; Hptm. Lutz,
Kmdr. einer Kampfgr.; Obltn. Rössinger, Staffelkpt. in einer Kampfgr.; Obltn.
Schürmeyer, Staffelkpt. in einer Aufklärungsgr.; Ltn. Illg in einem Kampfgeschw.;
Oberstltn. Vollbracht, Kommod. ein. Zerstörergeschw.; Mai. Bloedorn, Kmd. ein.
Kampfgr.; Obltn. Herrmann, Staffelkpt. i. ein. Kampfgeschw. u

Beförderungen in der Luitwafie durch den Führer und Obersten Befehls-
haber der Wehrmacht: Zum Oberst den Oberstleutnant Hanns Seidemann mit

Seite 386 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32

Wirkung vom 10. 10. 40; zum Oberstleutnant den Maior Mölders anläßlich seines
50. Luftsieges. _
’ ak Wels t, Ing., ist am 19. 10. in Wien verstorben, Wels, geb. 18. 10. 73
in Marburg, ein alter Flugpionier, ist Mitbegründer des Oesterr. Flugtechn. Vereins
und Gleitflug-Clubs. 1909 erhielt er für sein Flugzeugmodell Etrich-Wels die
höchste Auszeichnung auf der Internationalen Ausstellung Mailand. Im Herbst
1907 führte er nach gemeinschaftlicher Arbeit mit Etrich bei Trautenau in Böhmen
viele Gleitflüge mit Zanoniaflügeln durch. Mit einem Drachenflugzeug, das nach
dem gleichen Prinzip gebaut war, erreichte Etrich 1909 die ersten Erfolge.
Später wurde die Etrich-Taube bekanntlich in Deutschland in Lizenz gebaut.

Span. Luitverkehrsleute trafen am 21. 10. auf Einladung der Lufthansa mit
planmäßigen Streckenflugzeug in Berlin ein. Die spanischen Gäste, der Unter-
staatssekretär im span. Luftfahrtministerium, General Don Apolinar de Buruaga
y Polanco, der Direktor der span. Luftverkehrsgesellschaft Iberia, Don Daniel de
Aracz y Areiula, in Begleitung von maßgebenden Herren der spanischen Luftfahrt,
wurden von Ministerialdirektor Fisch vom RLM im Auftrage des Reichsministers
der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe sowie von Direktor Waiter
Luz von der Lufthansa empfangen und werden Einrichtungen der deutschen
Handelsluftfahrt studieren.

Ausland.

Ital, General Fougier, Oberkommandierender des italienischen Fliegerkorps
an der Kanalküste, hat das Oberkommando des Corpo Aereo Italiano, das
bestimmt ist, an der Seite der Luftwaffe des Reiches im Kampf an der Nord-
westfront zu stehen, übernommen. — Als die Engländer die offenen oberitalieni-
schen Städte bombardierten, wurde ihnen angekündigt, daß Italien dafür Ver-
geltung üben würde. Italien hat, wie immer, auch hier Wort gehalten.

Ital. Ueberseeverkehrsilugzeug der Transozeanflugverkehrsgesellschaft
„Lati“ ist in Rio de Janeiro eingetroffen und hat damit den regelmäßigen Post-
verkehr zwischen Europa und Brasilien aufgenommen.

Helsinki Techn. Hochschule, Abt. f. Flugzeugbau, Prof. Dr. Ylinen.

Panamerikan. Clipperflugzeuge sind angewiesen, ab sofort von Lissabon
über Westafrika und Natal heimzufliegen. Die Verlegung des Flugweges nach
Süden sei infolge der verschlechterten Wetterverhältnisse notwendig.

Brit. Vizeluitmarschall Blount 7, Weltkriegsteilnehmer, Kommandant der
britischen Luftwaffe vor der Niederlage des britischen Expeditionskorps in Frank-
reich, ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

General der Flieger Student dankt seinen Fallschirmiägern. Zum erstenmal nach
seiner Verwundung hatte jetzt der General Gelegenheit, die Männer zu besuchen,

die unter seinem Kommando kämpften. Bild v. Kayser-PK-(Weltbild)

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 387

Luftwaffe.

Berlin, 18. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Leichte Kampfverbände
griffen erneut die britische Hauptstadt und kriegswichtige Ziele in Südostengland
an. Trotz schwieriger Wetterverhältnisse gelang es, im Osten Londons am Bahn-
hof Deptford bei den Victoria-Docks sowie im Stadtgebiet nördlich der Themse
wichtige Anlagen zu zerstören. Es kam dabei zu mehreren Luftkämpfen, in denen
unsere Jäger Sieger blieben. — Bei Le Havre beschoß eine Heeresbatterie ein
feindliches Unterseeboot. Sturzkampfflieger griffen darauf das Boot mit Bomben
an. Unter starken Detonationen wurden Bootsteile an die Oberfläche geschleu-
dert, so daß mit Vernichtung des Unterseebootes gerechnet werden muß. — In
der Nacht richteten sich starke rollende Luftangriffe wieder gegen die Industrie-
und Dockanlagen von London sowie gegen Liverpool und Birmingham. — Das
Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang. — Britische Flugzeuge flogen
gestern in das Reichsgebiet nicht ein. — In den Luftkämpfen des gestrigen Tages
verlor der Gegner 17 Flugzeuge. 7 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 19. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Vergeltungsangriffe auf die britische Hauptstadt trotz ungünstiger Wetterlage fort.
Dabei gelang es, ein lebenswichtiges Wasserwerk zu zerstören. Bei Angriffen
auf andere Orte Süd- und Mittelenglands erhielt ein Rüstungswerk mehrere
schwere Treffer. In Truppenlagern wurden Baracken und Zelte zerstört. In einem
Lager trafen Bomben angetretene Mannschaften. — Auch in der Nacht griffen
schwere Kampfverbände London mit zahlreichen Bomben aller Kaliber an und
zerstörten Dock- und Industrieanlagen nördlich und südlich der Themse. Weitere
Angriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen in Liverpool und Rüstungswerke
in Birmingham, die zahlreiche Brände zur Folge hatten. — Bei nächtlichen Ein-
lügen nach Nord- und Westdeutschland warfen einige britische Flugzeuge an
verschiedenen Stellen Bomben, ohne militärischen Sachschaden anzurichten. Da-
gegen wurden wieder mehrere Wohnhäuser getroffen. Zwei eigene Flugzeuge
sind nicht zurückgekehrt.

Berlin, 20. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte
am gestrigen Tage trotz ungünstiger Wetterlage die Angriffe auf die britische
Hauptstadt und andere kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland fort. In
der Nacht griffen stärkere Verbände in rollendem Angriff London an und warfen
große Mengen Bomben, teilweise schwersten Kalibers, ab. Neben vielen anderen
Einschlägen konnten insbesondere nördlich der West-India-Docks, im Gaswerk
von Greenwich, bei den Handley-Page-Flugzeugwerken, bei einem großen Wasser-
werk und in mehreren Bahnhöfen zahlreiche neue Brände, weithin sichtbare
Explosionen und bis zu 1000 m hohe Stichflammen beobachtet werden. Schwere
Kampfiliegerverbände griffen die Hafenanlagen von Liverpool, Industriewerke von
Coventry und sonstige Rüstungszentren in Süd- und Mittelengland an und beleg-

Generaloberst Udet (links) mit Mai. Galland u. Mai. Mölders, Trägern des Eichen-
laubs zum Ritterkreuz. Bild PK.-Spieth (Weltbild)

Seite 388 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32

ten sie wirkungsvoll mit Bomben. — Der Feind unternahm keine Angriffe aui
deutsches Gebiet.

Berlin, 21. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In den Abendstunden des
20. 10. versenkten Torpedoflugzeuge an der englischen Ostküste drei stark ge-
sicherte Handelsschiffe mit insgesamt 20000 BRT. — Leichte Kampflliegerver-
bände führten auch gestern Vergeltungsangriffe auf die britische Hauptstadt und
andere Städte in Süd- und Mittelengland durch. Dock- und Hafenanlagen sowie
lebenswichtige Versorgungsziele wurden erfolgreich mit Bomben belegt. Im
Großtanklager von Thameshaven brachen nach den Angriffen weithin sichtbare
neue Brände aus. Im Laufe des Tages und in der Nacht verstärkten schwere
Kampfverbände die Angriffe auf London und warien große Mengen von Bomben
aller Kaliber, die zu beiden Seiten der Themse zahlreiche weitere Brände und
schwere Zerstörungen hervorriefen. Werke der Rüstungsindustrie in Mittelengland
und Hafenanlagen an der britischen Westküste waren ebenfalls das Ziel wirkungs-
voller Bombenangriffe. — Feindliche Flugzeuge flogen in der letzten Nacht in
Deutschland ein und warfen auf die Reichshauptstadt und an anderen Stellen
Bomben. Als einziges militärisches Ziel ist eine Gleisanlage in Westdeutschland
getroffen worden, ohne daß eine Verkehrsunterbrechung eintrat. Im übrigen wur-
den bei Angriffen auf Wohnviertel einige Häuser zerstöt und mehrere Zivil-
personen getötet. — Der Gegner verlor gestern 19 Flugzeuge, davon im Luft-
kampf 16, durch Flakartillerie 3 von denen eins über Berlin abgeschossen wurde.
4 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 22. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Laufe des 21. 10. griffen
Kampfverbände London und andere wichtige Ziele in Mittel- und Südengland mit
Bomben an. In London entstanden zahlreiche neue Brände. In den Flugmotoren-
werken von Leyland nördlich Liverpool und in zwei anderen Anlagen der
Rüstungsindustrie wurden wichtige Montage- und Maschinenhallen zerstört. Durch
Treffer auf Truppenlager und Flugplätze gelang es, Hallen und am Boden stehende
Flugzeuge zu zerstören. — Weitere wirkungsvolle Angriffe galten mehreren
Großöllagern und Hafenanlagen. Beim Angriff auf einen Geleitzug an der Ost-
küste Englands erhielt ein Handelsschiff von 3000 BRT. mittschiffs einen so schwe-
ren Treffer, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. — In der Nacht zum 22. 10.
nahmen die Vergeltungsflige gegen London und die Angriffe auf andere Städte
Großbritanniens ihren Fortgang. In kriegswichtigen Anlagen in Birminsham,
Coventry und Liverpool konnten Brände und Explosionen festgestellt werden. —
In der Nacht in Deutschland einfliegeride feindliche Flugzeuge warfen einige
Bomben ab, ohne militärischen Schaden anzurichten. Der Gegner verlor gestern
zwei Flugzeuge, davon eins durch Flakartillerie. Zwei deutsche Flugzeuge wer-
den vermißt.

Berlin, 23. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Leichte Kampfverbände
belegten während des Tages London und andere kriegswichtige Ziele erfolgreich
mit Bomben. — Mit Einbruch der Dunkelheit setzten schwere Kampfverbände die
Vereeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt und die Zentren der englischen
Rüstungsindustrie fort. Zu beiden Seiten der Themse entstanden neue Brände.
In Coventry und Birmingham erhielten kriegswichtige Betriebe schwere Treffer.

— Feindliche Einflüge nach Deutschland fanden gestern nicht statt. — Major
Mölders schoß, wie schon bekanntgegeben, in einem Luftkampf gegen zahlen-
mäßig überlegene feindliche Jäger seinen 49., 50. und 51. Gegner ab. — Zwei

deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 24. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Infolge der ungünstigen
Wetterlage über den britischen Inseln beschränkte sich die Tätigkeit unserer
Luftwaffe am gestrigen Tage auf bewaffnete Aufklärung, wobei Bomben auf
London und eine Fabrikanlage in Mittelengland geworfen wurden. In der Nacht
eriffen schwere Kampfflugzeuge wieder die britische Hauptstadt mit zahlreichen
Bomben an. — Britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 24. 10. in das Reichs-
gebiet ein und versuchten, Berlin anzugreifen. Nur einzelne Flugzeuge erreichten
die Reichshauptstadt. Sie warfen hauptsächlich Brandbomben auf Wohnviertel
und verursachten leichten Gebäudeschaden sowie mehrere kleine Brände, die
durch das rasche Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes und durch den
Selbstschutz der Bevölkerung sofort gelöscht werden konnten. An einer Stelle
wurde eiue Fabrikanlage getroffen. Durch den tatkräftigen Einsatz des Werk-
luftschutzes blieb der Schaden gering. — Ein deutsches Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 25. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfflugzeuge griffen am
gestrigen Tage in kurzer Folge mehrmals die britische Hauptstadt an und .be-

Nr. 23/1940, Bd. 32 „TLUGSPORT“ Seite 389

legten im Süden der britischen Insel einige Hafenplätze, Industrieanlagen und
Verkehrseinrichtungen wirksam mit Bomben. Bei Nacht richteten sich die An-
griffe mit dem Schwerpunkt wiederum auf London, wo Brände und Explosionen
das weithin sichtbare Zeichen unseres Erfolges waren. Ferner erstreckten sich
die Nachtangriffe auch auf Rüstungszentren und Hafenbezirke. — Das Verminen
der britischen Häfen wurde fortzesetzt. — Im Rahmen der von der deutschen
Luftwaffe durchgeführten Kampfhandlungen gegen England starteten zum ersten
Male italienische Kampfverbände von ihrer Absprungbasis im besetzten Gebiet
aus. Sie erzielten durch kühn geführte Angriffe und wohlgezielte Bombenwürfe
sroße Erfolge gegen Hafenanlagen im Osten der britischen Insel. — Der Feind
flog bei Nacht nach Nord- und Westdeutschland ein. Seine Bombenangriffe rich-
teten sich in erster Linie gegen Hamburg, wo an einigen Stellen im Stadtgebiet
und im Hafen Brände und sonstige Sachschäden verursacht wurden. Im Schutze
einer geschlossenen Wolkendecke stieß der Feind mit schwachen Kräften bis zur
Reichshauptstadt vor. Durch vereinzelt abgeworfene Bomben entstanden Dach-
stuhlbrände und leichte Gebäudeschäden, ferner ein größerer Brand in einem
Holzlager. In Berlin und Hamburg sind einige Tote und Verletzte zu beklagen.
— 5 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Deutsche und italienische Flug-
zeuge werden nicht vermißt.

Berlin, 26. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Leichte Kampfilugzeuge
des Generalfeldmarschalls Kesselring griffen während des ganzen Tages die
britische Hauptstadt und wichtige Ziele in Südostengland mit Bomben an. Zahl-
reiche Treffer konnten auf Gleisanlagen und in Fabriken des Versorgungsgebietes
ostwärts Battersea Park und anderen Teilen Londons erzielt werden. — An der
Ostküste Englands wurden zwei Geleitzüge aus der Luft angegriffen und ver-
sprengt. Ein Handelsschiff erhielt einen Volltreffer. Mit seinem Totalverlust ist
zu rechnen. — In der Nacht griffen schwere Kampfflugzeuge in rollendem Einsatz
London, Liverpool, Birmingham sowie Hafenanlagen an der britischen West- und
Südküste und Flugplätze in Mittelengland mit gutem Erfolg an. Das Verminen "
britischer Häfen nahm seinen Fortgang. — Feindliche Flugzeuge flogen in der
Nacht zum 26. 10. in das Reichsgebiet ein und warfen an verschiedenen Stellen
Bomben, die jedoch fast alle in freies Gelände fielen; nur an einer Stelle entstand
ein Dachstuhlbrand. Im Laufe der gestrigen Luftkämpfe schossen unsere Jagd-
flugzeuge 17 feindliche Jäger ab. Dabei errang Oberstltn. Mölders seinen 52. und
53, Luftsieg. 9 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 27. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht. Unsere leichten und schwe-
ren Kampffliegerverbände setzten am gestrigen Tage, zum Teil unter Begleitschutz
von Jägern, ihre Angriffe auf London und andere Orte in Süd- und Mittelengland
fort. Trotz stellenweise starker Jagd- und Flakabwehr gelang es, kriegswichtige
Ziele erfolgreich mit Bomben zu belegen. Besonders heftige Explosionen konnten
in einer chemischen Fabrik in Birmingham beobachtet werden. — Wie bereits
bekanntgegeben, erhielt 100 km westlich von Irland das 42000 BRT. große
britische Transportschiff „Empreß of Britain“ einen so schweren Bombentreffer,
daß es in Brand geriet und die Besatzung in die Boote gehen mußte. — In der
Nacht führten unsere Kampffliegerverbände in pausenlosen Einsätzen ihre An-
griffe auf die britische Hauptstadt weiter. Zahlreiche Bomben wurden ferner aui
Industrieanlagen in Birmingham und Coventry sowie auf den Hafen von Liver-
pool abgeworfen. Schwächere Kampfflieger-Einheiten belegten wieder britische
Flughäfen in Nord-Schottland in kühn geführten Tiefangriffen mit Bomben und

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz. V.U.n.r.: Hptm. Streib, Obltn.
Rössiger, Oberstltn. Kosch, Obltn. Schürmeyer, Hptm. Lutz. Weltbild (5)

Seite 390 „rLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32.

setzten Hallen und Unterkünfte in Brand. — Feindliche Flugzeuge flogen in der
Nacht zum 27. 10. in Deutschland ein und versuchten, Städte und Industrieanlagen
in Nord- und Mitteldeutschland anzugreifen. An einer Stelle wurde ein Treffer
in einer Fabrik erzielt, bei dem ein Arbeiter getötet und Gebäudeschaden ver-
ursacht wurde. Ein feindliches Flugzeug warf auf die Reichshauptstadt Bomben,
die hier, wie in anderen großen Städten, nır Wohnhäuser beschädigten. In
Belgien wurden mehrere Zivilpersonen durch Sprengbomben getötet und verletzt
sowie mehrere Wohnhäuser getroffen. — Der Gegner verlor gestern 9 Flugzeuge.
4 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 28. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Das von Luiftstreitkräften
bombardierte und in Brand gesetzte 42000 BRT. große britische Transportschifi
„Empreß of Britain“, das die Engländer unter starker Sicherung durch Zerstörer
und Bewacher einzubringen versuchten, ist von dem unter Führung des Ober-
leutnants zur See Jenisch stehenden Unterseeboot torpediert und versenkt wor-
den. — Vorwiegend leichte Kampffliegerverbände führten den ganzen Tag über
zahlreiche Vergeltungsangriffe auf London durch. Im Zuge dieser Kampfhand-
lungen griffen Kampfflugzeuge nahe der Hauptstadt gelegene Flughäfen an und
setzten zahlreiche Hallen und Gebäude in Brand. In weiteren Flughäfen an der
schottischen Ostküste gelang es bei Bombenangriffen in den frühen Abendstunden,
eine Anzahl von Flugzeugen am Boden zu zerstören. Neben anderen kriegs-
wichtigen Zielen an der Südküste erhielt ein Großkraftwerk mehrere schwere
Treffer. Nördlich von Liverpool griff ein Kampfflugzeug ein Rüstungswerk erfolg-
reich im Sturzflug an. In der Nähe von York gelang es, einen Eisenbahnzug durch
Bombentreffer zum Entgleisen zu bringen. — Wie bereits bekanntgegeben, hatte
der Angriff eines Flugzeuges etwa 300 km westlich der Nordspitze der irischen
Insel auf einen stark gesicherten Geleitzug den Erfolg, daß zwei Frachtschiffe zu
ie 8000 BRT. schwere Volltreffer erhielten und mit Schlagseite liegen blieben. —
Während der Nacht verstärkten sich die durch schwere Kampffliegereinheiten
geführten Bombenangriffe auf die britische Hauptstadt. Außerdem wurden Indu-
strieanlagen in Birmingham und Coventry sowie der Hafen von Liverpool mit
Bomben belegt. — Britische Flugzeuge mieden auch gestern bei Tage das Reichs-
gebiet. Sie flogen erst unter dem Schutz der Dunkelheit ein und griffen Wohn-
gebiete an, wobei ein Waisenhaus, ein Altersheim und mehrere Wohnhäuser be-
schädigt wurden. Einige Zivilpersonen trugen Verletzungen davon. Der einzige
Versuch, ein Industrieziel anzugreifen, schlug fehl. Ein Hochofen wurde durch
einen Bombensplitter gestreift, aber nicht beschädigt. — Der Gegner verlor
gestern insgesamt 29 Flugzeuge, von denen 17 in Luftkämpfen im Raum um
London, 12 auf den angegriffenen Flugplätzen zerstört wurden. 9 eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 29. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampffliegerverbände setz-
ten gestern ihre Vergeltungsangriffe auf die britische Hauptstadt und auf Indu-
strieanlagen in Südengland fort. Besonders schwere Treffer erhielten kriegs-
wichtige Werke bei Brooklands, Standon, Clacton on Sea und Ashford. In Süd-
england wurden Truppenlager wirksam mit Bomben belegt. — Bei einem Angriff
auf einen Geleitzug bei Lowestoft erhielt ein Vorpostenboot mittschiffs so schwere
Treffer, daß es mit Schlagseite liegenblieb. — In der Nacht richteten sich die An-
eriffe unserer schweren Kampffliegerverbände wieder in verstärktem Maße gegen
London, wo zahlreiche neue Brände entstanden. Weiter wurden Industrieanlagen
in Birmingham, Coventry, im Hafen von Liverpool und einige Flugplätze erfolg-
reich bombardiert. — Vorpostenboote wehrten einen Angriff feindlicher Torpedo-
flugzeuge durch gutliegendes Feuer ab. Die vom Gegner abgeschossenen Tor-
pedos verfehlten ihr Ziel. — Die feindlichen Einflüge nach Deutschland waren auch
in der letzten Nacht von nur geringer Wirkung. An einzelnen Stellen wurden
Wohnviertel angegriffen, Häuser beschädigt und einige Zivilpersonen getötet oder
verletzt. — In einer norddeutschen Stadt wurde ein Kesselhaus beschädigt, ohne
daß dadurch eine wesentliche Störung des Betriebes eintrat. — Der Gegner ver-
lor gestern 10 Flugzeuge, davon eins durch Marineartillerie. 8 deutsche Flug-
zeuge werden vermißt. Seit Kriegsbeginn sind allein von der Kriegsmarine 116
feindliche Flugzeuge, und zwar 26 durch Seestreitkräfte und 90 durch Marine-
artillerie abgeschossen worden. — Beim ersten Angriff auf den großen, stark
geschützten Transportdampfer „Empreß of Britain“ zeichnete sich die Besatzung
eines Kampfflugzeuges unter Führung des Oberleutnants Jope besonders aus.

Berlin, 30. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfverbände warfen
auch gestern zahlreiche Bomben auf London und erzielten vor allem in der .Ge-

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 391

gend der West-India-Docks und des Waterloo-Bahnhofes Treffer. Es konnten
Stichflammen und neue Brände beobachtet werden. Auch sonstige kriegswichtige
Ziele Südenglands wie der Kriegshafen Portsmouth und ein Munitionslager in
Great-Yarmouth wurden mit Erfolg bombardiert. Vor Ramsgate erhielten zwei
Schiffe Treffer und blieben unter starker Rauchentwicklung liegen. An diesen
Untenehmungen beteiligte sich auch das italienische Fliegerkorps. In den Abend-
stunden gelang es bei Angriffen auf mehrere Flugplätze in den östlichen Graf-
schaften der britischen Insel Hallen und Unterkünfte durch Bombentreffier in
Brand zu setzen und zahlreiche Flugzeuge am Boden zu zerstören und zu be-
schädigen. — Im Laufe des Tages kam es mehrfach zu heftigen Luftkämpfen. —
In der Nacht steigerten sich die Angriffe auf London. Zer Vergeltung englischer
Nachtangriffe auf deutsche Wohnviertel wurden wieder mehrere 100000 kg
Bomben abgeworfen. Zu beiden Seiten der Themse entstanden zahlreiche neue
Brände in Dock- und Industrieanlagen. Weiter bombardierten Kampfflliegerver-
bände den Hafen von Liverpool sowie die Industriegebiete von Birmingham und
Coventry, ferner kriegswichtige Ziele in Nordengland. — Zahlreiche britische
Häfen wurden vermint. — Britische Flugzeuge flogen im Schutz der Nacht in
Belgien, Holland und das Reichsgebiet ein. Ihre Bomben richteten, wie gewöhn-
lich, keinen nennenswerten Schaden an kriegswichtigen Zielen an. Bei der Zer-
störung eines freiliegenden Bauernhauses wurden sechs Erwachsene und zwei
Kinder getötet. In anderen Orten sind einige Wohnhäuser beschädigt und mehrere
Personen, darunter einige Holländer, getötet oder verletzt worden. — Der
Gegner verlor gestern insgesamt 47 Flugzeuge, davon wurden 19 im Luftkampf
abgeschossen, 28 durch Flak oder am Boden zerstört. 17 deutsche Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 31. 10. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe auf
London und auf kriegswichtige Ziele in Mittel- und Westengland wurden fort-
gesetzt. Dabei gelang es vor allem, ein Werk der Flugrüstungsindustrie, eine
Fabrik in der Nähe von Sheffield und ein Truppenlager schwer zu beschädigen. —
300 km westlich von Irland versenkte ein Flugzeug durch Bombentreffer ein
Handelsschiff von 5000 BRT. — Im Laufe des Tages kam es zu mehreren für uns
erfolgreichen Luftkämpfen. Die nächtlichen Vergeltungsflüge gegen England nah-
men in verstärktem Umfange ihren Fortgang. Zu beiden Seiten der Themse
konnten in den Industrie- und Dockanlagen Explosionen und Brände beobachtet
werden. Weiter wurden Häfen an der britischen Westküste und Rüstungszentren
in Mittelengland, vor allem Coventry, erfolgreich bombardiert. — Britische Flug-
zeuge flogen auch in der letzten Nacht in die westlichen Grenzgebiete des Reiches
ein und warfen vereinzelt Bomben,
die jedoch in freies Gelände fielen
und dabei nur ein Hochspannungs-
kabel durchschlugen. — Der Geg-
ner verlor gestern 13 Flugzeuge,
davon 12 im Luftkampf und eins
durch Flakartillerie. 5 eigene Flug-
zeuge werden vermißt.

Träger des Ritterkreuzes zum
Eisernen Kreuz.
Links: Maior Falck, rechts: Fiptm.
Makrocki.

Weltbild (2)

Italien.

Rom, 18. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Der Kommandant
des Flugzeuges, das den englischen Kreuzer „Liverpool“ bombardiert hat, ist
Fliegerhauptmann der Luftwaffe Massimilio Erasi. — In Nordafrika haben unsere
Flugzeugformationen trotz der widrigen Witterungsbedingungen erfolgreich die
Bombardierung der Flugplätze von El Daba und Marsa Matruk wiederholt; ge-
troffen wurden der Flugplatz von EI di Kheila (Alexandria) und längs der Straße
Marsa Matruk—ElI Daba feindliche Anlagen und Kraftwagenkolonnen. Alle unsere
Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ostafrika haben unsere Flugzeuge den
Wasserflughafen und den Hafen von Aden bombardiert, wobei in beiden Angriffs-
zielen riesige Brände ausgelöst wurden. Die feindliche Luftwaffe hat den Wohn-
ort von Leghelli bombardiert und leichte Schäden verursacht.

Seite 392 „FLUGSPORT"“ Nr. 23/1940, Bd. 32

Rom, 19. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: ‚Im östlichen Miitel-
meer griff unsere Luftwaife englische Kriegsschiffe an, die einen feindlichen ne
leitzug begleiteten. Ein Kreuzer von 10 000 t wurde von Bomben getroffen. Fein -
liche Flugzeuge griffen wiederholt die Flugplätze von Rhodos an. Ein Toter, zwei
Verwundete. Leichter Gebäudeschaden, kein Schaden an Flugzeugmaterial. —
Unsere Flugzeugformationen haben feindliche Anlagen und Flugplätze von Marsa
Matruk, El Daba, Maaten Bagush, Fuka und Bir Abu Smeit bombardiert, wobei
sie Brände und sichtbare Schäden verursachten. — Weitere Flugzeugformationen
haben den Flugplatz von Siwa, Schuppen und Zeltlager des Feindes bombardiert
und im Tiefflug unter Maschinengewehrfieuer genommen, wobei sie Volltreffer er-

zielten. — Die feindliche Luftwaffe hat die Bombardierung des Hafens von
Bengasi wiederholt, ohne jedoch Schaden oder Opfer zu verursachen. Ein ui
angriff in der Zone von Halfaia hatte vier Verwundete zur Folge gehabt. — In

ist ein halb zerstörtes englisches Flugzeug aufgefunden worden, das
2. 10. bombardiert hatte. — Die feindliche Luftwaffe hat Gondar bom-
bardiert, wobei ein Toter und einige Verwundete unter den Eingeborenen ver-
ursacht wurden, ferner Diredaua, wo es zwei Verwundete gab, schließlich ‚die
Eisenbahnlinie von Dschibuti bei Erer, Gura, Toselli, Decamere, Cassala Gherille
und Neghelli, wo es keine Opfer und nur geringen Sachschaden gab. |

Rom, 20. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum
19. 10. hat einer unserer schweren Bomberverbände nach einem langen Flug von
etwa 4500 km einen Angriff auf das Oelzentrum der Insel Bahrein, des englischen
Besitzes im Persischen Golf, durchgeführt. Die aus Oelraffinerien, Oelleitungen,
Depots und Tankanlagen bestehenden Ziele sind wirksam getroffen worden, was
einige riesige aus weiter Ferne sichtbare Brände verrieten. Alle unsere Flugzeuge
sind zurückgekehrt. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe militärische Lager bei
Rasel-el-Rum, längs der Fahrstraße von Marsa Matruk, Flugzeuganlagen
Barackenlager bei Maaten Bagush und Fuka sowie die Eisenbahnlinie und die
Flugzeuganlagen bei EI Daba bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-
gekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Bardia und Halfaia mit Bomben belegt,
ohne weder Opfer noch Schaden zu verursachen, und hat erneut in Bengasi zahl-
reiche Brand- und Explosivbomben auf den Hafen und die Wohnviertel abge-
worfen, wobei einige Häuser im Araberviertel getroffen wurden. Weder Opfeı
noch Schaden an Militärzielen. — In Ostafrika ist ein von feindlichen motorisier-
ten Truppen versuchter Angriff gegen Gherille unter Teilnahme unserer Flug-
waffe glatt zurückgewiesen worden. Feindliche Flugzeuge haben Einflüge auf
Todienac (Rudolfsee), Barantu, Decamere und Massaua sowie auf einige Ort-
schaiten ohne Ergebnisse durchgeführt, wobei unbedeutender Schaden angerichtet

d einige Verwündete zu verzeichnen sind.

rn 21. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika Er-
kundungstätigkeit. Einige feindliche Luftangriffe verursachten keinen Sachschaden,
es gab zwei Verwundete. — Unsere Luftwaffe bombardierte die ‚feindlichen
militärischen Stellungen bei Habbas Wein (Kenia), den Flughafen Wajir, motori-
sierte Truppen auf der Straße Waiir—Gherille und in der Umgebung von ‚Arbo
sowie im Roten Meer einen von Kriegsschiffen begleiteten feindlichen Geleitzug.
Bei dem im Wehrmachtsbericht vom Donnerstag (17. 10.) erwähnten Luftangriff
auf den englischen Stützpunkt Perim wurden — wie nachträglich festgestellt
wurde — zwei kleinere dort stationierte Kriegsschiffe versenkt. — Feindliche
Flugzeuge bombardierten Decamere, wobei es unter der eingeborenen Bevölke-
rung einen Toten und elf Verwundete gab. Leichter Schaden an Baracken: fer-
ner wurden wirkungslos Bomben abgeworfen auf Asmara, Gura, Agordat und
Massaua. — Von der Schweiz kommend, wurden vom Feind Luftangriffe auf
oberitalienische Ortschaften durchgeführt. In Verona wurde ein Privathaus und
ein Wohltätigkeitsinstitut beschädigt, wo 60 Waisen und 150 Arme untergebracht
waren. Insgesamt sind drei Tote und zwölf Verwundete zu beklagen. In der
Provinz Pavia wurden zwei Wohnhäuser zerstört, wobei es vier Tote und einen
Verwundeten gab. In der Provinz Alessandria wurden drei Häuser zerstört, eine
Person getötet und zwei verwundet, eine davon schwer. In der Ortschaft Borgi
Verezzi (Savona) wurden in einem Gehölz kleine Brände verursacht, eine Kirche
schwer getroffen und die benachbarten Häuser leicht beschädigt, ohne Personen
zu verletzen. Bei zwei anderen Ortschaften wurden Bomben auf freies Feld ab-
geworfen.

Rom, 22. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek): Im
südlichen Roten Meer griffen italienische Torpedoboote einen großen feindlichen

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 393

Geleitzug, der von größeren Zerstörern stark geschützt und von Erkundungsflug-
zeugen ausgemacht war, erfolgreich an. Beim Morgengrauen wurde der feind-
liche Geleitzug auch noch von unserer Luftwaffe angegriffen, die mit den gegne-
rischen Jägern in Kampf geriet und ein Flugzeug vom Typ Gloster traf. — In
Nordafrika hat unsere Luftwaffe Fuka, Maaten Bagush, Barackenlager in Marsa
Matruk und in El Daba, die Luftstützpunkte von Hamman, westlich von Alexandria,
Holwan, südlich von Kairo, und den Flottenstützpunkt von Alexandria bombar-
diert. Ueberall sind positive Ergebnisse trotz der lebhaften feindlichen Flak-
abwehr erzielt worden. Die feindliche Luftwaffe hat gegen unsere Truppen An-
griffe durchgeführt, wobei es einige Verwundete gab. Außerdem wurden von ihr
zwei deutlich gekennzeichnete Zeltlazarette in der Gegend von Ugbug angegriffen,
wobei acht Insassen verletzt wurden. — Unsere Flieger bombardierten die Hafen-
anlagen von Aden, einige Lastkraftwagen bei Lokitang (Kenia) und die befestigten
Stellungen sowie den Flughafen von Garissa, wobei zwei feindliche Flugzeuge
am Boden zerstört und ein Jagdflugzeug im Kampf abgeschossen wurde. Eines
unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Die feindliche Luftwaffe griff Aiscia,
Gura, Decamere und Massaua erfolglos an, ferner Cassala, wobei es einen Ver-
wundeten gab, und Asmara, wo drei Verwundete zu beklagen sind und leichter
Sachschaden entstand.

Rom, 23. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben
feindliche Flieger unsere Truppen zwischen Sollum und Sidi Barani angegriffen.
Es gab einen Toten und einige Verwundete. Im Gebiet von Bug-Buc hat eines
unserer Jagdilugzeuge zwei feindliche Bomber vom Typ Wellington angegriffen
und in die Flucht geschlagen. Einer der Bomber wurde schwer getroffen, so daß
er wahrscheinlich abgestürzt ist. — Unsere Bombenflieger haben den Flotten-
stützpunkt Port Said mit Bomben belegt. Das Bombardement der Flottenbasis
von Alexandria, das im Wehrmachtsbericht vom Dienstag (22.10.) erwähnt wurde,
dauerte insgesamt zwei Stunden und hatte in den Lagern und Depots des Hafens
schwere Explosionen und Brände zur Folge. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-

gekehrt. — In Ostafrika haben unsere Flieger den Flugplatz von Bura am Tana-
fluß angegriffen, die Treibstofflager mit Maschinengewehrfeuer belegt und zer-
stört. — Die feindliche Luftwaffe hat erfolglos Angriffe auf Burgavo und die

Flughäfen von Asmara und Gura unternommen.

Rom, 24. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die feindliche Luft-
waffe hat ohne Erfolg einige Bomben auf das Gebiet von Sidi Barani abgeworfen.
— In Ostafrika hat unsere Luftwaffe militärische Anlagen auf der Insel Perim
bombardiert, wobei .ein starker Brand verursacht wurde, und hat im Tiefflug
feindliche bewaffnete Abteilungen bei EI Ducana mit Maschinengewehrfeuer be-
schossen. Die feindliche Luftwaffe bombardierte Massaua, wo es sechs Verwun-
dete gab, den Flugplatz von Bahar Dar (südöstlich des Tanasees), wo es zwei
Tote und einen Verwundeten gab, Tessenei, wo es neun Leichtverwundete gab,
Azozo (Gondar), wo es einen Toten und sechs Verwundete gab, und die Flug-
plätze von Alomata, Dessie und Decamere, wo leichter Schaden verursacht wurde.
„reitere feindliche Einflüge auf Assab, Asmara, Cassala und Gura blieben ohne

rfolg.

Rom, 25. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Fliegerstaffeln
bombardierten die Hafenanlagen von Port Said, den Flugplatz von Catbhur, nord-
westlich von Kairo, die Anlagen von Aboukir, östlich von Alexandria, Maaten
Bagush, die Flugplätze von Fuka, EI Daba und die Bahnhöfe von EI Daba und
Marsa Matruk. Ueberall wurden beträchtliche Ergebnisse erzielt und große Brände
verursacht. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Ein feindlicher Luft-
angriff auf Tobruk blieb ohne Erfolg. Bei einem weiteren Luftangriff auf Bengasi
wurden ein Eingeborener getötet. und zwei Araberhäuser beschädigt. Kein Schaden
an militärischen Zielen. — Unsere Luftwaffe bombardierte Schiffe im Hafen von
Port Sudan. Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Azozo und Cassala, wo-
bei es insgesamt fünf Verwundete gab, ferner auf Decamere, Asmara, EI Uak, El
Gabo (Somaliland), ohne Schaden anzurichten.

Rom, 26. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika belegte
unsere Luftwaffe die Bahnanlagen von Marsa Matruk, Fuka, Daba mit Bomben.
Es wurden deutlich erkennbarer Schaden und Brände verursacht. Die feindliche
Luftwaffe bombardierte Tobruk; ganz leichter Sachschaden, jedoch sind Verluste
an Menschenleben nicht zu beklagen. Ein feindliches Flugzeug vom Blenheim-
Typ wurde von unseren Jagdfliegern abgeschossen. Der Abschuß von zwei
weiteren ist wahrscheinlich. Eines davon wurde von der Marineflak getroffen.

Seite 394 „FLUGSPORT"“ Nr. 23/1940, Bd. 32

— In Ostafrika belegte eine unserer Fliegerstaffeln den feindlichen Flugplatz
Malindi (Kenia-Küste) mit Bomben. — Die feindliche Luftwaffe unternahm Luft-
angriffe auf Gorra (Kenia), wo zwei Dubat (Eingeborenensoldaten) verwundet
wurden, . auf Assab, wo leichter Sachschaden entstand, und Decamere, ohne

Schaden anzurichten.

Rom, 27. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Das beim Angriff
auf Tobruk als wahrscheinlich von der Flak der italienischen Kriegsmarine ab-
geschossen gemeldete feindliche Flugzeug ist tatsächlich abgeschossen worden.
— In Ostafrika haben unsere Flugzeuge eine feindliche Abteilung am Ghirghir-
Strom, 40 km nördlich von Cassala, im Tiefflug angegriffen und beschossen. —_
Feindliche Einflüge fanden statt auf Assab, Gherille und Cassala, ohne einen Er-
folg zu haben, auf Metermma, wo es zwei Tote (darunter eine eingeborene Frau)
und acht Verwundete gab, und die katholische Kirche schwer beschädigt wurde,
auf Buna und Debel in Kenia, wo acht Askaris verwundet wurden, und auf Mersa
Teclai, wo vier Personen verwundet wurden. — Im Verlauf der feindlichen
Bombardierung am 26. 10. auf Assab wurde das Spital getroffen, wobei der
Kreissaal und die Wohnräume der Pflegerinnen und Schwestern beschädigt

wurden.

Rom, :28. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Während einer be-
waffneten Aufklärung über Malta haben 9 italienische Jagdflugzeuge 9 englische
Jäger zu einem heftigen Kampf gestellt. Zwei feindliche Flugzeuge sind abge-
schossen und ein weiteres wahrscheinlich abgeschossen worden. — In Nordafrika
hat unsere Luftwaffe militärische Ziele zwischen Kantara und Ismailia (südlich
von Port Said) bombardiert. Feindliche Flugzeuge haben einen Einflug auf
Bengasi und in der Zone von EI Abiar (östlich von Bengasi) durchgeführt, der
fünf Tote und einige Verwundete zur Folge hatte. — Feindliche Flugzeuge
haben wahllos Bomben auf die Ortschaft Maltezzana (Stampalia) abgeworfen,
aber weder.Schaden noch Opfer verursacht. Eines dieser Flugzeuge, das sicher
getroffen worden ist, mußte sich seiner Bomben durch Abwurf ins Meer ent-
ledigen und hat sich unter ständigem Verlust an Höhe entfernt. — In Ostafrika
haben unsere Luftformationen feindliche Lager und Truppen in der Zone von
Gatissa und Lodwa (Kenia) bombardiert. Eines unserer Flugzeuge ist nicht
zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Bomben auf El Uak, Mega und
Magi abgeworfen und dabei insgesamt zwei Tote und einen Verletzten sowie
leichte Materialschäden verursacht.

Rom, 29. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Trotz der schlechten
Wetterverhältnisse bombardierte unsere Luftwaffe wiederholt die ihr befohlenen
militärischen Ziele, wobei Docks, Hafen- und Eisenbahnanlagen getroffen wurden
und im Hafen von Patras Brände hervorgerufen wurden. Außerdem wurden die
Anlagen längs des Kanals von Korinth und an dem Flottenstützpunkt von Pre-
veza sowie Anlagen des Wasserflughafens der Luftbasis von Tatoi in der Nähe
von Athen bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Ost-
afrika hat eine unserer Luftformationen feindliche Zusammenziehungen in der
Zone von Soiusceib (mittlerer Sudan) versprengt. Flugzeuge haben Asosa (süd-
östlich von Kurmuk) und Dima (nordöstlich von Abra Marcos) bombardiert und

dabei 7 Tote verursacht.

Rom, 30. 10. 40 (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben
feindliche Luftangriffe auf Bardia und Tobruk zwei Tote und leichte Schäden
zur Folge gehabt. — Feindliche Luftangriffe auf Assab haben leichte Schäden,
aber keine Opfer zur Folge gehabt.

Rom, 31. 10. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
nach Ueberwindung widriger Wetterverhältnisse und der lebhaften feindlichen
Luftabwehr den Hafen von Patras bombardiert und vollbesetzte feindliche
Truppentransporte sowie die Basis von Lepanto, griechische Truppenlager am
Metzovo und bedeutende Verteidigungsanlagen und Straßenknotenpunkte im Kala-
may-Tal bombardiert. Ein von unseren Jägern angegriffenes feindliches Flugzeug
wurde abgeschossen; eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Feind-
liche Flugzeuge haben Bomben auf Buna, Massaua, Lugh, Ferrandi, Cheren und
Berbera abgeworfen und dabei insgesamt 5 Tote und 16 Verwundete — davon
13 unter der Eingeborenenbevölkerung — verursacht. Weitere Luftangriffe auf
EI Uak und Sarde haben weder Schäden noch Opfer zur Folge gehabt.

Nr. 23/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 395

Segelflug

Inhaber des Segelflieger-Leistungsabzeichens

(veröffentlicht im „Flugsport“ 1936, S. 103 Nr. 1—200, S. 681 Nr. 201—300,
1938, S. 398 Nr. 301—845, 1939, S. 315 Nr. 846—1132, 1940, S. 307 Nr. 1133—1383).

1384. Otto Thiele, Darmstadt 6. 7.39 1441. Helmut Schönfeld, Sensburg 24. 7.39
1385. Heinrich Eppmann, Darmstadt 6. 7.39 1442. Jacques Beau, Neuchatel, Schweiz 24. 7. 39
1386. Raymond Bailly, Paris 12. 7.39 1443. Julius Schröder, Dresden 24. 7.39
1387. Pierre Charron, Paris 12. 7.39 1444. Ernst Fritsch, Schwangau 24. 7.39
1388. Robert Martin, Paris 12. 7.39 1445. Heinrich Schumacher, Stettin 24. 7.39
1389. Edmont Voigard, Paris 12. 7.39 1446. Karl Ebert, Augsburg 24. 7.39
1390. Andre Colin, Paris 12. 7.39 1447. Karl Erich Kugel, Hagen i. W. 8. 8.39
1391. Gefr. Karl Heinz Groth, Fürth i. B. 14. 7. 39 1448. Feldwebel Hollmann, Brandenburg 28. 7. 39
1392. Obi. Fiebig, Wertheim 14. 7.39 1449. Miedzybrodzki, Leslaw, Polen 25. 7.39
1393. Georg Jakob, Lt., Hermsdorf 13. 7. 39 1450. Kaminska, Wladyslawa, Polen 25. 7.39
1394. Otto Dumke, Stuttgart 13. 7. 39 1451. Fron Boleslaw, Polen 25. 7.39
1395. Helmut Wessel, Münster 13. 7.39 1452. Karczmarz, Josef, Polen 25. 7.39
1396. Max Steiner, Zürich 12. 7.39 1453. Krasnodebski, Henryk, Polen 25. 7.39
1397. Paul Schmid, Bürglern, Schweiz 12. 7.39 1454. Dumin-Rzuchowski, Zbignow, Polen 25. 7. 39
1398. Max Schachenmann, Grenchen, 1455. Orzulik, Jan, Polen 25. 7.39

Schweiz 12. 7.39 1456. Czyzyk, Stanislaw, Polen . 25. 7.39
1399. Karl Haberstich, Brug, Schweiz 12. 7.39 1457. Wandaldi Wladyslaw, Polen 25. 7.39
1400. Werner Richter, Darmstadt 7. 7.39 1458. Roiniewicz, Ryszard, Polen 25. 7.39
1401. Friedrich Lange, Berlin 7. 7.39 1459. Hans Hellhake, Düsseldorf 25. 7.39
1402. Michael Braun, Fürth i. B. 19. 7.39 1460. Walter Chilian, Chemnitz 9. 8.39
1403. Obergefr. Panier, Nohra-Weimar 27. 7.39 1461. Johann Eilers, Bremen 4. 8.39
1404. Lt. Fritz Hohenstein, Fürth i. B. 10. 7.39 1462. Bruno Taps, Uetersen, Holst. 4. 8.39
1405. Wilhelm Dormann, Berlin 19. 7.39 1463. Willy Jarand, Geislingen 8. 8.39
1406. Karl Bruhn, Berlin-Charl. 19. 7.39 1464. Hans Drüsedau, Gardelegen 25. 8.39
1407. Heribert Mosel, St. Marein, Ostm. 19. 7.39 1465. Wilhelm Frömter, Dresden 4. 8.39
1408. Emil Hörrmann, Stuttgart 19. 7.39 1466. Hans Specht, Stuttgart 2. 8.39
1409. H. von Michaelis, Johannesburg, 1467. Edgar Berkholtz, Stuttgart 4. 8.39

Südafrika 19. 7.39 1468. Erich Meyer, Dresden 4. 8.39
1410. Albert Wanderer, Dresden 19. 7.39 1469. Wilhelm Hamacher, Menden 3. 7. 39
1411. Adolf Liebermeister, Danzig 13. 7.39 1470. Hans Scheffler, Hemer-Westig 31. 9. 39
1412. Leo Schmidt, Berlin-Charl. 13. 7.39 1471. Karl-Heinz Flöte, Lauterbach 31. 7.39
1413. Günther Heesmann, Stettin 13. 7.39 1472. Georg Hoppe, Lauterbach 31. 7.39
1414. Herbert Boenecke, Göttingen 13. 7.39 1473. Karl Woywod, Lauterbach 8. 8.39
1415. Hans Egon Warnholtz, Augsburg 19. 7. 39 1474. Hans Voß, Balinger Heide, Meckl. 4. 8. 39
1416. Liy Gräfin Sierstorpff, Buchenhöh 19. 7. 39 1475. Hans Neelmeyer, Dresden 4. 8.39
1417. Daniel Schmidt, Johannisthal 19. 7.39 1476. Karl Dünnebeil, Erfurt 9. 8.39
1418. Paul Judex, Berlin-Adlershof 19. 7.39 1477. Hans Stein, Altenburg, Thür. 12. 12. 39
1419. Franz Tischer, Bad Schlag 19. 7.39 1478. Ernst Thalheim, Rudolstadt 8. 83.39
1420. Helmut Becker, Marburg 26. 7.39 1439. Ernst Hessenberger, Jena 4. 8.39
1421. Robert Lard, Eschwege 19. 7. 39 1480. Willi Trasser, Darmstadt-Arheilgen 8. 8. 39
1422. Robert Machemer, Sprendlingen 19. 7.39 1481. Friedrich Hessing, Ballenstedt 4. 8.39
1423. Hans Fröhlich, Werdohl i. W. 22. 7.39 1482. Rudolf Artmann, Oschersleben 4. 8.39
1424. Alfons Schwarz, Regensburg 8. 8.39 1483. Karl Wallhöfer, Göttingen 4. 8.39
1425. Hans Schmidt, Ellingen i. B. 22. 7.39 1484. Kurt Hoffmann, Hameln 4. 8.39
1426. Hildegard Kessel, Düsseldorf 22. 7.39 1485. Herbert Drape, Hannover 4. 8.39
1427. Jakob Schumann, Frankenthal, Pfalz 22. 7. 39 1486. Heinrich Werner, Hameln 4. 8.39
1428. Siegfried Waldner, Wechmar 22. 7.39 1487. Rolf Ackermann, Göttingen 4. 8.39
1429. Ingeborg Buer, Hamburg 22. 7.39 1488. Walter Hönig, Dessau 8. 8.39
1430. Otto Arndt, Ballenstedt-Harz 12. 12. 39 1489. Herbert Apitzsch, Hildesheim 4. 8.39
1431. Viktor Sosniers, Waren, Meck. 21. 7. 39 1490. Rudolf Zimmermann, Hildesheim 31. 7.39

1432. Karl Knothe, Lebus, rechts d. Oder 22. 7. 39 1491. Hans Krieger, Köthen, Anhalt 12. 12. 39

1433. Gefr. Ferdinand Vogt, Berlin- 1492. Walter Pretschner, Dessau 28. 7.39
Heiligensee 22. 7.39 1493. Elmer Zock, Detroit-Michigan, j
1434. Arthur Müller, Darmstadt 26. 7.39 USA, 31. 7.39
1435. Obergefr. H. Hartebrodt, Liegnitz 19. 7. 39 1494. Udo Fischer, Ithaca, New York,
1436. Erich Nagel, Uffz. 17. 8.39 USA. 31. 7.39
1437. Kurt Dobner, Nürnberg 17. 8. 39 1495. N. Randoll, Detroit, Michig., USA. 31. 7.39
1438. Alfred Wagner, Nürnberg 24. 7.39 1496. Parker Leonard, Osterville, USA. 31. 7.39
1439. Albin Wermut, Königsberg 24. 7.39 1497. Harland Mac Henry, Athens, USA. 31. 7.39:
1440. Otto Grams, Insterburg 26. 7.39 1498. Alan R. Essery, San Diego, USA. 31. 7.39

Seite 396 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32
1499. John Robinson, San Diego, USA. 31. 7.39 1558. Werner Flanz, Witten-Annen (Ruhr) 30. 8.39
1500. Donald Stevens, Hollywood, USA. 31. 7.39 1559. Aug. Wiethüchter, Neuruppin 30. 3. 39
1501. Harvey Stephens, Hollywood, USA. 31. 7.39 1560. Gerhard Baumgärtner, Laucha-
1502. Heinz Martin, Saarbrücken 21. 8.39 Dorndorf 30. 8. 39
1503. Wilhelm Koch, Jüterbog 28. 7.39 1561. Heinrich Neuhaus, Neubiberg 30. 8. 39
1504. Werner Hilger, Düsseldorf 31. 7.39 1562. Robert Denecke, Kassel 30. 8. 39
1505. Karl Pilz, Schwangau 12.12.39 1563. Matthias Zingsheim, Troisdorf 29. 8. 39
1506. Franz Orthbandt, Berlin-Gatow 9. 8.39 1564. Georg Rosenblath, Düsseldorf 29. 8.39
1507. Siegfried Schubert, Stettin 8 83.39 1565. Fritz Püttmann, Krefeld 30. 8.39
1508. Ludwig Pötter, Uetersen, 1566. Paul Rentmeister, Essen 28. 8.39
Fliegerhorst 14. 38.39 1567. Otto Pehlke, Kamp-Lintfort 28. 8. 39
1509. Hans Heinzel, Berlin-Pankow 14. 8.39 1568. Wilhelm Boßmann, Erfgen b. Kleve 28. 8. 39
1510. Heinz Petzold, Zwickau i. Sa. 8. 8.39 1569. Johannes Synde, Bautzen i. Sa. 28. 8.39
1511. Eduard Peters, Segelfluglager Ih 8. 8.39 1570. Gerhard Raffke, Grunau i. Rsgb. 12.12. 39
1512. Erica Bromund, Fliegerhorst 1571. Kurt Adam, Hirschberg i. Rsgb. 12. 12. 39
Braunschweig 8. 8.39 1572, Günter Baumann, Waldenburg 28. 8.39
1513. Reinhold Gäbler, Halberstadt 8. 8.39 1573. Siegfried Rösler, Hirschberg i. R. 12. 12. 39
1514. Gustav Grosser, R. f. S. Hornberg 14. 8.39 1574, Elfriede Marmulla, Rüdersdorf + 12. 12. 39
1515. Hans-Joachim Hefter, Berlin- 1575. Eva Gentzen, Berlin-Charlottenbg. 28. 8. 39
Potsdam 14. 8.39 1576. Hermann Weisenseel, Regensburg 25. 8.39
1516. Karl Klingelhöfer, Uffz., Jüterbog 12. 12. 39 1577. Franz Eckerle, Baden-Baden 25. 8.39
1517. Elisabeth Krause, Berlin-Wolters- 1578. Kurt Hammel, Velbert 13. 7.39
dorf 15. 8.39 1579. Willi Kummert, Peckensen, Kreis
1518.Eduard Otto, Segelflugi. Dolmar 15. 8.39 Salzwedel 25.8. 39
1519. Hans Klenk, Fl. Neubiberg-Münch. 12. 8. 39 1580. Martin Hartmann, Grubschütz
1520. Ferdinand Erwig, München 12. 8.39 üb. Bautzen 25. 8.39
1521. Karl Hinderer, EBlingen a. N 14. 8.39 1591. Gustav Pieper, Schweinfurt 25. 8.39
1522. Peter Meyer, Friedrichsthal, Saar 14. 8.39 1582. Paul Morgenstern, Stuttgart 25. 8.39
1523. Walter Hesse, Graz 14. 8.39 1583. Max Gnann, Kirchheim-Teck 25. 8.39
1524. Hanns Mustroph, Hamm, Westf. 9. 8.39 1584. Fritz Franke, Großrückerswalde 12. 12. 39
1525. Erich Kronstätt, Rostock 12. 8.39 585. Wilhelm Ammelounx, Schüren 12. 12. 39
1526. Hans Schiff, Hannover 12. 8.39 596. Heinrich Bürger, Duisburg 13. 12. 39
1527. Wilhelm Huber, Memmingen 8. 8.39 1587. Heinz Sander, Wuppert.-Elberfeld 13. 12. 39
1528. Wilhelm Salz, Kampffl.-Sch. 1588. Gustav Zirke, Goch 13. 12. 39
Tutow b. Demmin 12. 8.39 1599, Horst Heinstein, Heidelberg 13. 12. 39
1529. Gerhard Fiech, Berlin-Charl. 14. 8. 39 1590. Herbert Bayer, Offenburg 13. 12. 39
1530. Ernst Matern, Segelflugl. Nidden 12.12. 39 1591. Erich Seiter, Oftersheim 13. 12. 39
1531. Helmuth Wendel, Erfurt 17. 8.39 1592. Werner Edelmann, Karlsruhe 13. 12. 39
1532. Erwin Stahler, Dettingen-Teck 16. 8.39 1593. Alfred Moos, Karlsruhe 3. 9.39
1533. Gerhard Suhr, Schöneiche b. Berlin 15. 8. 39 1594. Alfons Brunner, Karlsruhe 12. 12. 39
1534. Anton Grosch, Regensburg 17. 8.39 1595. Karl Fr. Bäuerle, FI.-H. Uetersen 13. 12. 39
1535. Ernst Schmollinger, Wildbad 15. 8.39 1596. Wilhelm Schott, Hornberg 11.12. 39
1536. Adrien Rouchouse, Frankr. il. 8.39 1597. Gerhard Fabricius, Hornberg 25. 8.39
1537. Raymond Autier, Frankreich 11. 8.39 1598. Gerhard Roll, Stuttgart-Feuerbach 11. 12. 39
1538. Maurice Refregier, Frankr. 11. 8.39 1599. Peter von Malapert, Darmstadt 11.12.39
1539. C. J. Wingfield, Onslow Shrewsbury 1600. Carl Treiber, Stuttgart 11. 12. 39
Salop 11. 8.39 1601. Max Andresen, Sfl.-Sch. Fischbeck 13. 12. 39
1540. F. T. Gardiner, Broodfield, Preston 1602. Erich Hammoschöck, Hamburg 13. 12. 39
Yrril-Somerset 11. 8.39 1603. Friedrich Ludwig, Frankfurt a. M. 13. 12. 39
1541. A. P. Pringle, Manchester 11. 8.39 1604. Philipp Lienert, Fürth i. Bay. 13.12.39
1542. G. H. Briggs, London 11. 8.39 1605. Willi Köhler, Frankfurt a. M. 13. 12. 39
1543. Lt. Treppe, Waldpolenz 16. 8.39 1606. Gerhard Buschmann, Estland 11. 12. 39
1544. Willy Kistner, S.-G. Lenzburg, 1607. Ants Saar, Estland 11. 12. 39
Schweiz 1. 9.39 1608. Jefta Bosniak, Jugosl. 11. 12. 39
1545. Max Vieser, S.-G. Zürich 1. 9.39 1609. Slavko Lemesic, Jugosl. 11. 12. 39
1546. Uffz. Hermann Hoffmann, 1610. Ilic Tihomir, Jugosl. 11. 12. 39
Wertheim 3. 8.39 611. Vladimir Jelovac, Jugosl. 11. 12. 39
1547.. Eberhardt Zwick, Stuttgart 19. 8.39 1612. Minco-Krstev Kolier, Jugosl. 11. 12. 39
1548. Heinrich Dubbe, Hamburg 24. 8.39 1613. Albert Brickhoff, Bielefeld 13. 12. 39
1549. Otto Eller, Darmstadt 22. 8.39 1614. Werner Thiel, Liegnitz 14. 12. 39
1550. Rudolf Diemer, Ebingen (Württ.) 29. 8.39 1615. Hermann Lang, Hirschzell bei
1551. Franz Düllmann, Sfl.-L. Drachen- Kaufbeuren 14. 12. 39
berge 29. 3.39 1616. Fritz Rothe, Kassel 14. 12. 39
1552. Dr. Martin Winkler, Berlin-Herms- 1617. Erich Maus, Seefl.-H. Pütnitz 14. 12. 39
dorf 24. 8.39 1618. Hans van Zanten, Niederlande 11. 12. 39
1553. Elimar Mayer, Hamburg-Groß- 1619. Werner Wedekind, Halberstadt 13. 12. 39
Flottbeck 12.12.39 1620. Gustav Löhr, Ballenstedt, Harz 12.12. 39
1554. Lt. Willi Kollmer, Fl.-H. Ansbach 31. 8. 39 1621. Peter Zsigmond, Ungarn 12. 12. 39
1555. Günter Marschhausen, Halberstadt 1. 9.39 1622. Tibor Sarszegehi, Ungarn 12. 12. 39
1556. Hermann Kohl, Dessau 31. 8.39 1623. Paul Müller, Jüterbog 12. 12. 39
1557. Eduard Haslberger, Regensburg 30. 8.39 1624. Bengt Ragnar, Olow, Schweden 13. 12. 39

Nr. 23/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 397
1625. Rolf Weber, Halle a. d. Saale 13. 12. 39 1660. Klimsza, Ludwik, Polen 5. 1.40
1626. Gerhard Lott, Leipzig 15. 12: 39 1661. Czech, Bronislaw, Polen 5. 1.40
1627. Fritz Stegemann, Rudolstadt i. Th. 15. 12. 39 1662. Muchowa, Wladyslawa, Polen 5. 1.40
1628. Siegfried Heitsch, Rudolstadt i. Th. 15. 12. 39 1663. Max, Andrzej, Polen 5. 1.40
1629. Detlef Klose, Berlin-Wilmersdorf 12. 12. 39 1664. Wolniczek, Antoni, Polen 5. 1.40
1630. Alfred Hartmann, Bamberg 12. 12. 39 1665. Karwacki, Wladyslaw, Polen, 5. 1.40
1631. Robert Elbinger, Nürnberg 12. 12. 39 1666. Stakun, Wladyslaw, Polen 5. 1.40
1632. Helmut Kempe, Dresden 12. 12. 39 1667. Pürkhardt, Edmund, Polen .5. 1.40
1633. Werner Ledermann, Schweiz 12. 12. 39 1668. Helmut Berthauer, Bad Lauterberg 20. 2. 40
1634. Friedrich Pistorius, Altenburg, Th. 15. 12. 39 1669. Karl Heinz Schulze, Königsberg

1635. Gustav Wilke, Kaufbeuren 2. 1.40 1670. Hans Busse, Allenstein

1636. Alfred Zanko, Wien III 2. 1.40 1671. Robert Wagner, Gerolzhofen 8. 2.40
1637. Krepski, Walenty, Polen 1.40 1672. Hermann Hack, Tönning-Eider 8. 2.40
1638. Radecki, Zygmunt, Polen . 1.40 1673. Hermann Franke, Breuervörde 10. 4. 40
1639. Wachal, Kazimierz, Polen . 1.40 1674. Albert Sigler, Wendlingen a. N. : 13. 2.40
1640. Huczynski, Franciszek, Polen 1. 40 1675. Heinz Heimann, Münster 13. 2. 40
1641. Zupnik, Wawrzyniec, Polen 1. 40 1676. Wilhelm Suwelack, Billerbeck 13. 2.40
1642. Wallman, Andrzej, Polen 1. 40 1677. Werner Mann, Berlin 13. 2. 40
1643. Szteinbokowna, Irena, Polen 1.40 1678. Julius Schäffler, Oberbeuren 14. 2.40
1644. Piechulek, Edward, Polen 1. 40 1679. Helmut Schulz, Hindenburg 13. 2.40
1645. Pawluszkiewicz, Boleslaw, Polen 1. 40 1680. Hildegard Kaumann, Berlin-

1646. Zajac, Marian, Polen 1. 40 Wilmersdorf 13. 2.40
1647. Pilniak,Jaroslaw, Polen 1. 40 1681. Backpyeng, Kim, Japan 12. 2.40
1648. Kaminski, Zdzislaw, Polen 1. 40 1682. Kurt Habedank, Berlin-Charl.

1649. Augustynowicz, Tadeusz, Polen 1. 40 1683. Hermann Woll, Böblingen 13. 2.40

1650. Andrzejewski, Jan, Polen
1651. Skura, Stanislaw, Polen
1652. Siega, Henryk, Polen
1653. Proll, Tadeusz, Polen
1654. Kempowna, Irena, Polen
1655. Gora, Jerzy, Polen

2
1. 40 1684. Boriss Azelicki, Riga, Lettland 11. 3. 40
1. 40 1685. Hans Garrelmann, Schwerin i. M. 14. 3.40
1. 40 1686. Wolfgang Busack, Greifswald 14. 3. 40
1. 40 1687. Otto Strödel, Plauen i. Vogtl. 14. 3. 40
1. 40 1688. Bernhard Bakowski, Hannover 14. 3. 40
1. 40 1689. Werner Nack, Braunschweig-

nnunnunnunnuun”nmunununnugng

1656. Grosicki, Waclaw, Polen 1. 40 Waggum 1. 4.40
1657. Jasinski, Lech, Polen 1. 40 1690. Willi Eick, Eschwege 16. 3. 40
1658. Ryder, Boleslaw, Polen 1. 40 1691. Karl Heinz Weißenborn, Eisenach 16. 3.40
1659.. Strzelecki, Stanislaw, Polen 1. 40 1692. Heinz Legler, Waltersdorf 16. 3. 40

Eröffnung der vierten Segelilugschule Spitzerberg.

Bereits 1928 wurden auf dem Spitzerberg in der Ostmark (vgl. „Flugsport“
S.328) die ersten Gleitflige mit selbstentwickelten Gleitern ausgeführt. Die
spätere Verwendung von Zöglingen zur Schulung ermöglichte in den folgenden
Jahren eine einheitliche und fortschrittliche Ausbildung. Besonders hemmend
wirkte sich dagegen der im Sommer häufig verursachte Flurschaden aus. Erst
1936 gelingt es unter größten Schwierigkeiten berufene Stellen zu veranlassen,
ein Landefeld zu pachten und auszubauen. Weiterhin wurde eine Flugzeughalle
nebst Unterkünften errichtet. Dauer-, Höhen- und Streckenflüge sind die ersten
sichtbaren Ergebnisse.

Bereits bald nach dem Umbruch 1938 wurde der Ausbau der Schule zu einer
der größten Segelflugschulen des Reiches geplant und alsdann begonnen. Unter-
dessen wurde mit erhöhtem Auftrieb weitergeschult. 1938 gelingen Kahlbacher-
Führinger ein Dauerflug von 40 h 51’ und 1939 der Besatzung Führinger-Hofmann
ein Dauerflug von 48 h 48”,

Am 19. 10. 1940 wurde die nunmehr vollendete Reichs-Segelilugschule
Spitzerberg durch den NSFK.-Gruppenführer Krüger im Beisein des Gauleiters
und zahlreicher Persönlichkeiten aus Wehrmacht und Partei eröffnet. Dabei er-
hielten vier neue zweisitzige Segelflugzeuge die Namen von vier NSFK.-Männern,
die den Fliegertod starben.

NSFK.-Gruppe 16 (Südwest) hat die alten Reichsländer Elsaß und Lothringen,
Nebenstelle Straßburg, als Arbeitsgebiet erhalten. Erste Segelflugausbildung in
einem Segelfluglager hat bereits begonnen.

80 Farbenaufnahmen vom 20. Rhön-Wettbewerb wurden von Dr. Karl Theo-
dor Haanen anläßlich eines Vortrages über die geistigen Grundlagen des Segel-
fluges im Institut für Leibesübungen der Universität Marburg gezeigt.

Dänische Segelilieger wurden in der Segelflugschule Grunau als Lehrer für
die dänische Segelflug-Union ausgebildet.

USA Elmira-Wettbewerb 1940 Konstruktionspreis der Zeitschrift „Aviation“
erhielt Aero Industries Techncial Institute für das Segelflugzeug Aero 1. T. I. G-2,
Metallrumpf mit Flügel in Holzkonstruktion, Landeklappen, mit dem ein Flug von
179 km in 2 Std. ausgeführt wurde.

Seite 398 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1940, Bd. 32

_ Luft- Post.

Reynolds’sche Zahl — im Jahre 1883 erstmalig von Reynolds in der wissen-
schaftlichen Literatur angegeben — ist eine Verhältniszahl, und zwar ist darin
das Verhältnis der Trägheitskräfte zu den Zähigkeitskräften einer Flüssigkeit oder
eines Gases enthalten, die wiederum mit den Körperabmessungen in Beziehung
gebracht werden. Um nämlich die Ergebnisse von Strömungsmessungen zweier
geometrisch ähnlicher, aber verschieden großer Körper, in quantitativer Hinsicht
vergleichen zu können, müssen auch die Stromlinien geometrisch ähnlich ver-
laufen, was aber zur Voraussetzung hat, daß an den entsprechenden Stellen das

Verhältnis der Trägheitskräfte N zu den Zähigkeitskräften nn (7 ist die
Zähigkeit, die der Physiker mit &# bezeichnet) dasselbe ist. Es folgt durch ‚Division
ee; der Ausdruck | wird kinematische Zähigkeit genannt und mit”
bezeichnet, so daß sich als endgültige Form ergibt:

v+l : :
Re = (dimensionslos!)

Dieser Ausdruck muß für die zwei zu untersuchenden Fälle eine Konstante sein.
v die Geschwindigkeit in cm/s, 1 eine charakteristische Körperabmessung in cm,
bei Tragflügeln und ebenen Platten die Tiefe t, tm, bei Profildrähten und Proiil-
rohren die Dicke d, bei Drehkörpern, wie Rümpfe, Gondeln usw., die Länge |.
v (Dimens. m?/s) ist der Temperatur direkt und dem Barometerstand umgekehrt
verhältig. Einige Zahlenwerte für v: — 20°/0,113; — 10°/0,139; 0°/0,130; 10°/0,139
(DNA); 15°/0,144 (INA); 20°/0,149, bei einem Barometerstand von 760 mm. Er-
höhung der Re-Zahl durch folgende Maßnahmen: 1) größeres v; sehr kostspielig,
da N im Verhältnis v? ansteigt, also 2fache Geschwindigkeit 2° = 8fache Leistung
N erfordert! 2) größere Modelle; 3) größeres, wodurch ? = 7 klein und somit

Re größer wird; Ueberdruckkanäle! Ni.

Rätselbeantwortungen anderer Zeitschriften können an dieser Stelle nicht
veröffentlicht werden, da Zweck und Ziele solcher Ausschreibungen dadurch zer-
stört würden.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Kolbentemperaturen in Otto-Motoren. Von Dr.-Ing. Walther Brecht. 99 S. m.
52 Abb. Verlag R. Oldenbourg, München. Preis RM 4.—.

In einer kalorimetrischen Versuchsanordnung und am Einzylinder-Otto-
Motor wurden Untersuchungen über die Beeinflussung der Kolbentemperaturen
durchgeführt. Ueber Fragen des Einflusses der Kolben- und Kolbenringgestaltung
hinaus wurden auch Versuche und Betrachtungen über den Einfluß veränderter
Betriebsbedingungen im Wärmeeinfall und der Wärmeabfuhr auf die Kolben-
temperaturen angeschlossen. Möglichkeiten der zuständigen Kühlung des Kolben-
inneren zum Zweck einer weiteren Herabsetzung der Kolbentemperaturen werden
gezeigt.

Schriften der Deutschen Akademie der Luitiahrtiorschung, Heft 15 u. 17.
Verlag R. Oldenbourg, München. Preis H. 15 RM 3.30, H. 17 RM 1.80.

Heft 15: Ueber den Dauerbruch metallischer Werkstoiie. V. Friedrich Körber.
Die Arbeit gibt einen tiefen Einblick in das Wesen des Dauerbruches metalli-
scher Werkstoffe durch Wechselbeanspruchungen und erklärt die in diesen
Werkstoffen sich vollziehenden Veränderungen. Behandelt ist Ausbildung, Ein-
setzen und Ausbreiten des Dauerbruchs, Bedeutung der Rißbildung, Eigenschafts-
änderungen des Werkstofis unter Wechsellast.

Heit 17: Grundlagen und Eigenschaften des Variometers v. Adoli 'Bestel-
meyer. — In der Arbeit sind die Eigenschaften des Variometers auf Grund der
Theorie und praktischer Versuche kritisch behandelt. Von einem Variometer
wird verlangt, daß es die tatsächliche Vertikalgeschwindigkeit und nicht die-
jenige, die sich aus barometrischer Höhenmessung und INA ergibt, anzeigt.
Die Bedingungen, unter welchen ein Variometer richtig anzeigt, sind dargelegt.
Auch werden die Formeln angegeben, aus welchen der Zusammenhang zwischen
konstruktiven Einzelheiten und Variometereigenschaften ersichtlich ist.

Nr. 23/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT“

Seite 399

Adler-Kalender 1941. Verlag Scherl, Berlin SW 68. Preis RM 2.—.

Abreißkalender, 53 Blatt, jede Woche ein Blatt, umfassend, mit Raum für
Notizen und ausgewählten, wirkungsvollen Abbildungen von den Kämpfen in
Polen, in Norwegen, im Westen, gegen England, die abgetrennt als Postkarten
verwendet werden können.

Jochen Knoll ‚und Emil Latte. 16 Abenteuer zweier lustiger Flieger in
Versen und Bildern, v. Hans Johannsen. Verlag E.S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68.
Preis RM 2.50.

„Mittels kleiner Bildberichte möchten wir Euch die Geschichte zweier
Sünder nunmehr bringen, sie in Druckerschwärze zwingen, Kanonieren, Fliegern,
Funkern, Kameraden in den Bunkern, kurz, all denen Freude geben, die sie
lesend miterleben‘, so verkündet das Vorwort. Eine selten schöne Zusammen-
stellung besten Soldatenhumors, frisch und derb, wie wir es an der Front
brauchen. Die lebenswahren, lustigen Bilder können nur Flieger von der Front

gezeichnet haben.

Speziatteile .

Segel- und
Muskelkraftflugzeuge

neu oder wenig gebraucht, habe ich
abzugeben: Startseil (700° Dehnung),

Anschnallgurte nach|.

Vorschrift, Anlaufräder
260/85, Luftschraube 83,0
Wirkungsgrad, Steue-
rung (nur für Handbe-
tätigung).

Hermann Deuschle, Köngen
(Württemberg), Golterstraße 58

(} ® > U} .
Füc die Neugründüng
eines Unternehmens auf
dem Gebiete des Sport-

flugzeugbaues wird ein

Teilhaber

mit 50000 RM gesucht.

Es handelt sich um die Herstel-
lung neuer Typen, die durch Pa-
tente geschützt sind. Zuschrift.
unter 4098 an den „Flugsport“,
Frankfurt a.M., NHindenburgpl. 8

Ich suche

Metall- ünd
Holztachacbeiter,

die Interesse haben, in mei-
nem kleinen aber vielseiti-
gen Versuchsflugzeugbau
zu arbeiten. Willkommen
sind Leute, die auch bei un-
serem gemeinsamen Segel-
flugschulbetrieb mitmachen
wollen.

Wolf Hirth, Nabern-Teck,
am Flugplatz.

Großes Flugzeugwerk

sucht in

leitende Stellung

energische, hochqualifizierte Persönlichkeit für die
Aufgabe, neue, im Einflugbetrieb befindliche Bau-
muster in möglichst kurzer Zeit abnahmereif zu
machen. — Großes Dispositionstalent und die
Fähigkeit, überall durchzugreifen, sind neben voll-
kommener \Vertrautheit mit der Materie unbedingt
erforderlich. Angebote erbeten unter 4097 an den
Verlag des „Flugsport“, Frankfurt-M., Hindenburgpl.

xxxIl. Jahrgang /

Nr. 24

Mittwoch, 20. Nov. 1940

u

7

— ——

um?
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VON

Anerkennung

Luscombe
Schulflugzeug
1941

Breda 88

Dornier Do 18
Hochleist.-
Seeflugboot

Vought-
Sikorsky
Hubschrauber

"VS 300°

| Leistungs-
steigerung
im@rik. Leicht-
lHlugmotoren

an We ae. % Flak=
EWR an a ET Re | Horchgerät

Luftwaffe

HRAUBEN

„Flugsport”-
Irscheinungs-
tage
1940
MXll.Jahrgang

I Datum

>= N 4. Dezember
Verantwortlich für, die Redaktion und, Verlag; Giviklnzenieur Oskar Uran re ale Zuschriften AR 7 nn 0 IrLE E KERLE |
i i .3. — Druck von H.L. Brönners Druckzrei . W. Br N ! . M. 7 = ES |
| hssiaeaneeh. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘. Frankfurt a. M.. reis 80 Pf. = E & k CH: :#-F: B- x Hr
\ Hindenburgplatz 8 (Deutschland) . (e} o c#s oB5 E>E 5 43
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HENSCHEL
FLUGZEUC-
WERKEA:G

N
MM nnaunlltannsuihtll * m. N)

' GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR URSINUS = CIVIL -ING.

( )
Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei l4täglichem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 24 20. November 1940 XXXH. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 4. Dezember 1940

Segelflug-Anerkennung.

Der Segelflug hat seinen Befähigungsnachweis erbracht. Die
Bedeutung des Segelfluges als Mittel zur Schaffung eines geeigneten
Nachwuchses für die Luftwaffe ist jetzt von allerhöchster Stelle
anerkannt worden.

Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der
Luftwaffe hat sich von dem Höheren Fliegerausbildungskommando
die Erfahrungen melden lassen, die mit Segelfliegern in der Ausbil-
dung zu Flugzeugführern gemacht worden sind. Die Meldungen
besagen eindeutig, daß der Segelflug als Vorschulung für den Motor-
flug sich bewährt hat; es wurden durchweg gute Ergebnisse mit
Schülern aus dieser Ausbildung erzielt. Der Reichsminister der Luft-
fahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat daher angeordnet,
daß alle Kommandodienststellen dem Segelflug vollstes Verständnis
und Unterstützung entgegenzubringen haben.

In einer besonderen Verfüsung wurden die Luftgaukommandos
ermächtigt, mit sofortiger Wirkung auf Antrag der Dienststelle
Segelfluglehrer für den Bereich der Luftwaffe zu ernennen. Erfahrene
Segelfluglehrer der Luftwaffe sind in ausreichender Zahl zu Segel-
flugsachverständigen zu ernennen.

USA Luscombe Schuliluezeug 1941.

Der letzte Typ 1941 der Luscombe Airplane Corp. West Trenton,
N. J., ist ein Schulflugzeug in Ganzmetallbau. (Vgl. Luscombe Fifty,
„Flugsport“ 1939, Seite 174.)

Aufbau des Flugzeugrumpfes und Ausstattung wesentlich ver-
einfacht. Sitze hintereinander beweglich und vergrößert, um Raum
für Fallschirme zu schaffen.

Flügel zweiholmig Dural mit aufigenieteten Rippen. Flügelnase
Duralblech. Flügelenden duralblechbekleidet, leicht reparierbar bei
Beschädigungen durch Bodenberührung. Das übrige des Flügels
stoffibespannt.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 37.

Seite 402 ,„FLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

USA. Luscombe Hoch-
decker.
Bild: Aviation

wc Querruder Duralgerip-
pe Bedeckung mit 17 St.
Alclad. Rumpf ovale Form-
ringe mit weichgenieteten
vorher ° hohl gewalzten
Platten aus 0,8 mm 17 St.
Alclad. Höhen- und Seiten-
leitwerk freitragend Rah-
menwerk Dural bedeckt.
An Stelle des Fahrwerkes
kann ein leicht auswechsel-
bares Schwimmwerk ge-
liefert werden. Zwei ein-
stufige, stark gekielte,
\ schlanke Schwimmer mit
\ Wasserrudern, einfacher
V-Strebenverband mit
zwei waagerechten Stre-

ben, an der Oberkante des
USA. Luscombe - Schwimmers angreifend.
An Stelle des Schwanz-

Feichnung Flugsport \l rades ein kleiner Stütz-
' schwimmer direkt unter
dem Rumpf.

Motor 65 PS Lycoming.
Betriebsstoffbehälter 68 }
im Führerraum.

Spannweite 10,5 m,
Länge 6 m, Höhe 1,8 m,
Fläche 12,9 m?. Flächen-
belastung 3,3 kg/m’.

Leergewicht 300 kg,
Fluggewicht 540 kg. Reich-
weite 600 km. Geschwin-
diekeit 162 km, Lande
56 km. Preis 1785 ®.

PP
10500

D

GT

USA. Luscombe
Metallrumpf.

Zeichnung: Aviation

Der Schnellbomber Breda 88, welcher 1938 zum erstenmal auf
der Ausstellung in Belgrad gezeigt und im „Flugsport“ 1938 S. 312
und 1937 S. 584 kurz beschrieben wurde, ist seit dieser Zeit wesent-
lich verfeinert worden.

Freitragender Hochdecker in Ganzmetallbauweise, kommt als
Jagdmehrsitzer und mittlerer Bomber zur Verwendung.

‚Flügel glattblechbeplankt, Spaltvorflügel, Spreizklappen zwischen
Querruder und Motorgondel. Flügelenden stark abgerundet, große
Querruder.

Nr. 24/1940, Bd. 32 „rLUGSPORT“ Seite 403

Rumpf von ovalem Querschnitt, Stahlrohrfachwerk mit Form-

gerippe aus Duralumin mit Glattblechhaut. Doppeltes Seitenleitwerk,
Höhenleitwerk abgestrebt, Ganzmetallbauweise.
Rahmenfahr-
werk nach
hinten in die
Motorgondel
hochziehbar,
Verschwind-
spornrad.

2 Piaggio
P. XIR.C.40
Sternmotoren
je 1000 PS.
3 starre MG.
imRumpfbug,

darunter
2  Großkali-
ber. Bomben-
last über
1000 ke.

Ital. Breda 88.
Bild „Le Vie
dell’ Aria‘

Spannweite 15,5 m, Länge 11,5 m, Höchstgeschwindigkeit
550 km/h, Landegeschw. 110 km/h.

DornierDo I18Hochl.-Seeilugboot2SternmotoreBMW132.

Das Hochseeflugboot Do 18 (vgl. „Flugsport“ 1935 S. 469 und
1936 S. 489) hat sich bei seinen Flügen als Patrouillenboot, im Han-
delskrieg, im U-Bootschutz oder Hilfeleistung, bei denen die Hoch-
seefähigkeit, Start und Wasserung bei Seegang im offenen -Meere,
ausschlaggebend für den Erfolg der Kampfhandlung war, außer-
ordentlich bewährt. Werkbilder

Abb. 1 u. 2. Dornier Do.18 mit luftgekühlten Motoren BMW 132. Unten: Motor-
gondel mit zwei luftgekühlten BMW-Motoren. Der Kühllufteintritt für den hinteren
Motor erfolgt an der Stufe der Oberseite. Der Kühlluftaustritt für beide Motoren
erfolgt seitlich (auf beiden Seiten der Motorgondel). Die Klappen sind weit geöffnet.
Seite 404 „ELLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

Um eine weitere Leistungssteigerung herbeizuführen, wurden
an Stelle der bisherigen Dieselmotoren, die mit ihrem geringen
Kraftstoffverbrauch seinerzeit zu dem Weltrekord über 8400 km nach
dem Katapultstart führten, jetzt 2 luftgekühlte Sternmotoren BMW
132 eingebaut, da der Einsatz jetzt auf kürzere Strecken erfolgt, wo
gewichtlich der Benzinmotor von Vorteil ist. Ein Katapultstart ist
daher nicht mehr notwendig.

Heute, wo man gelernt hat, durch Strömungshauben den Kühl-
aufwand bei luftgekühlten Motoren zu senken und die Kühlung zu
verbessern, war es möglich, den Einbau der luftgekühlten Motoren
in der Tandemanordnung beizubehalten. Vorteile der Tandemanord-
nung: Verringerung des Stirnwiderstandes, Schutz des Propellers
vor Spritzwasser, leichte Wartung auch während des Fluges, Re-
paraturmöglichkeit auf hoher See, günstigste Leistungsausnutzung
bei Ausfall eines Motors, wobei die Druckschraube eine bessere
Leistungsumsetzung ergibt. So wurden angeblich mit der laufenden
Druckschraube bei der neuen Do 18 unter gleichen Bedingungen
ca. 400 ke mehr gestartet als mit Zugschraube.

Da als Zueschrauben- und als Druckschraubenmotor derselbe
Motor ohne Aenderung der Kühl-Leitbleche oder gar etwa der Zy-
linderköpfe verwendet wird, wurde für den hinteren Motor Zwangs-
kühlung vorgesehen, d.h. die Kühlluft wird nicht nur unter dem Ein-
fluß des Staus des Flugwindes, sondern mit Hilfe eines einstufigen
Hilfsgebläses durch den Zylinderstern des Motors gedrückt. An der
Oberseite der Gondel, etwa hinter dem zweiten Motor, befindet sich
eine Stufe in der Motorengondel-Verschalung (vgl. Abb. 2 u. 4).
Durch eine Oeffnung an der Stufe strömt die Frischluft an der Stelle
in den Raum ein, wo sich die Verlängerungswelle zur Druckschraube
befindet. Damit keine erwärmte Kühlluft des vorderen Motors dem
hinteren Motor zufließt, erfolgt der Austritt der Kühlluft beim vor-
deren Motor nicht ringförmig, wie es vielfach üblich ist, sondern
durch seitlich an der Gondel angeordnete Klappen. Diese Klappen
sind gerade, so daß der Betätigungs-Mechanismus zur Regelung sehr

Abb. 3 u. 4. Do18 auf dem Schleppwagen. Rechts: Blick auf die Motorgondel
von vorn oben nach rückwärts. Einige Verkleidungsbleche sind abgenommen.
Deutlich ist die Fernwelle, der Kühllufteintritt für den hinteren Motor, dann der

Motor selbst mit dem Kühlluftgebläse zu erkennen. Werkbilder

Nr. 24/1940, Rd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 405

einfach ist. Die im Raume der Verlängerungswelle befindliche
Frischluft wird durch einen Lüfter, der von der Verlängerungswelle
angetrieben wird, durch den Motor entgegen der Flugrichtung ge-
drückt. Der Motor wird auf diese Weise normal gekühlt. Eine Aen-
derung der Kühlbedingungen für den hintenliegenden Motor konnte
so vollständig vermieden werden. Aus dem Raum hinter dem Motor,

dem Geräteraum, strömt nun die gebrauchte Kühlluft durch zwei 3
seitliche Klappen ins Freie. Auf diese einfache Weise ist es gelungen, ©
ohne Schwierigkeiten und ohne jede Veränderung des normalen

Motors, mit einem Aufwand von ca. 30 PS das Kühlungsproblem ein-
wandfrei zu bewältigen. | |

Mit dieser Lösung wurde auch die Kühlung des hintenliegenden
Motors beim Einmotoren-Flug ohne weiteres zufriedenstellend ge-
staltet, da die Einflüsse der Geschwindigkeit und des Luftschrauben-
strahls auf die Kühlung durch die Zwangskühlung ausgeschaltet sind.
Wie sehr die Leistungen des Flugbootes Dornier Do 18 durch den
Einbau des neuen Motors gestiegen sind, kann man daraus erkennen,
daß statt des früheren normalen Katapult-Startgewichtes von 10 t
heute von dem neuen Dornier-Flugboot Do 18 12,2—13,5 t, je nach
Windstärke, ohne Starthilfe in die Luft gebracht werden. Selbstver-
ständlich ist auch eine Steigerung der Geschwindigkeit entsprechend
der erhöhten Motorenleistung eingetreten. N

\

Vought-Sikorsky-Hubschrauber „VS 300°“.

Der zunächst als Versuchsmaschine (Abb. 1) herausgebrachte
Hubschrauber hat eine einzige große Hubschraube von 8,5 m £ im
Schwerpunkt angeordnet; sie liefert praktisch den ganzen Auftrieb
mit einer minutlichen Drehzahl von 255 und wird von einem C0 PS
4 zyl. Franklin-Motor angetrieben. Da das Gesamtgewicht 522 kg
beträgt, ist die Leistungsbelastung 7 PS/kz und die Schraubenkreis-
belastung etwas über 9 kg/m’. Das Rückdrehmoment der Hub-
schraube wird durch eine am Rumpfschwanz in senkrechter Fbene
umlaufende einflügelige Verstell-Luftschraube AH von 2m und
1700 Uml./min (Neutralschub 27 kg) ausgeglichen, die zugleich der
Seitensteuerung dient. Die Höhen- und Querrudersteuerung wird
durch zwei rechts und links am Rumpfende auf Auslegern vorge-
sehene, waagerecht umlaufende VerstelluftschraubenR und L (Abb. 2)
gleicher Ausbildung, Größe und Drehzahl wie die Ausgleichsschraube
bewirkt, ie nach ihrer Blatteinstellune: Wird diese bei beiden
Schrauben in gleichem Sinne geändert, so wird der Hubschrauber
um seine Querachse gedreht, Einstellungsänderung in gegenläufigem
Sinne hat Querruderwirkung. Diese beiden Schrauben werden wie
die entsprechenden Flugzeugruder vom Knüppel, die Ausgleichs-
schraube wird von einem Fußsteuer bedient. Der Draht A (Abb. 2)

Abb. 1.
Voueht-
Sikorsky-
Hub-
schrauber
„vS300“.

Nr. 24/1940, Bd. 32

Seite 406 „FLUGSPORT“

Abb. 2. Leitwerk des „V S300“ aus einflügeligen Schrauben.

auf eine an der Blattvorderkante angreifende Hebelei C der rechten
Steuerschraube: F ist deren Steuerzug. Die über eine Freilaufkupp-
lung vom Motor ausgehende Triebwelle D treibt die Ausgleichs-
schraube H unmittelbar über ein Getriebe und die beiden Steuer-
schrauben R und L über Riemenzüge E an. Die Freilaufkupplung‘
(Abb. 3) oberhalb des Motors und Kühlgebläses gestattet allen vier
Luftschrauben Eigendrehung, wenn sie nicht angetrieben werden.

Die Hubschraube ist zwecks Auftriebsregelung ebenfalls flügel-
verstellbar, und zwar durch einen Sonderhebel an der linken Seite
des Führersitzes. Ihre Einstellungsänderungen machen indessen
gleichzeitig gewisse andere Aenderungen am Motor und an den hin-
teren Leitschrauben erforderlich, z. B. Drosseländerung zur Vermei-
dung der Ueberlastung des Motors, Schubänderung sowohl der Aus-
gleichsschraube zur Anpassung an das sich ändernde Rückdreh-
moment als auch der Steuerschrauben, wenn z.B.der Rumpfschwanz
infolge Vertikalbeschleunigung zurückbleibt. Zur Vereinfachung des
Betriebes werden diese Aenderungen selbsttätig durch entsprechende
Einrichtungen am Haupteinstellungshebel herbeigeführt. Die Ver-
suchsmaschine ist für einen Insassen bestimmt. Nach den Flugergeb-
nissen ist anzunehmen, daß 90 PS zu wenig hergeben und 100 PS
ie Insasse für normalen und mehr noch für Schnellflug erforderlich
sind. Die rein senkrechte Abstiegsgeschwindigkeit bei abgestelltem
Motor liegt zwischen 7,5 und 9 m/sec; bei geringer Vorwärtsge-
schwindiekeit ist sie halb so groß.

Abb. 3.
Vought-Sikor-
sky-Hubschrau-

ber.
Mittelstück des
„V S 300“ mit

Motor, Gebläse
und Freilauf-
kupplung; davor
der Führersitz.

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 407

Leistungssteigerung amerik. Leichtflugmotoren.

Die neuerdings im amerik. Leichtflugzeugbau geforderten höhe-
ren Steigflug- und Startleistungen haben die Firmen Continental und
Lycoming veranlaßt, ihre Motoren ohne wesentliche Abänderungen
diesen Verhältnissen anzupassen. Beim Continental-Motor (s. „Flug-
sport“ 1934, S. 461) wurde eine 30%oige Leistungssteigerung
durch Höherverlegung der Betriebsdrehzahl, des Verdichtungsver-
hältnisses und Anwendung der Kraftstoffeinspritzung erreicht. Um
den höheren mechanischen und thermischen Beanspruchungen ge-
recht zu werden, wurden vor allen Dingen der Zylinderkopf mit
größeren Kühlrippen versehen und der Abstand der beiden Ventile
erweitert (s. Abb. 1), wodurch die Kühlung nicht unwesentlich
verbessert wurde. Die Ventilsitze bestehen aus austenitischem Stahl
wie auch die Ventile. Die Kolben wurden innen reichlich verrippt
und werden dauernd durch das durch die hohle Kurbelwelle zuge-
leitete Kühlöl gekühlt (s. Abb. 2). Die Einspritzung des Kraftstoffes
erfolgt direkt vor das Lufteinlaßventil. Durch die Kraftstoffein-
spritzung ergeben sich nach Angaben der Firma größere Leistung,
Kraitstoffersparnis, ruhiger Lauf, eine Verminderung der Feuersge-
fahr und Schutz vor Vereisung und Aussetzen infolge Wassertröpf-
chenbildung der Vergaserdüse.

Beim Lycoming-Motor (s. „Flugsport“ 1938, S. 207) wurde die
Leistungssteigerung auf ähnliche Weise erzielt. Interessant ist bei
diesem Motor noch das Untersetzungszetriebe. Die auf Kupfer-Blei-
Gleitlager laufende Luftschraubenwelle bildet mit dem mit Innen-
verzahnung versehenen Untersetzungsrad ein Stück und liegt ca.
22 mm tiefer als die Kurbelwelle des Motors. Bei beiden Motoren

Leistungssteigerung amerikanischer Leichtflugzeugmotoren. Abb. 1 Zylinderkopf
des Continental-Motors. A = alte Ausführung, B = neue Ausführung. Abb. 2
Schmierung bzw. Kühlung der Kolben beim Continental-Motor. Abb. 3 Kurbel-
welle mit Untersetzungsgetriebe und dynamischen Schwingungsdämpiern beim

Lycoming-Motor. Abb. 4 Einspritzpumpe des Continental-Motors.

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Seite 408 „TLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

handelt es sich bekanntlich um 4 Zylindermotoren in Boxerform, d.h.
mit je 2 gegenüberliegenden Zylindern, bei denen die Frage der
Drehschwingungen 2. und 4. Ordnung besonders wichtig wird, die
dadurch gelöst ist, daß dynamische Dämpfer in Paaren eingebaut
wurden, und zwar dergestalt, daß am 2. Kurbelarm ein Dämpferpaar
4. Ordnung und am 5. Kurbelarm ein Dämpferpaar 2. Ordnung vor-
gesehen wurde (s. Abb. 3).

Die wesentlichen Daten der beiden Motoren sind folgende:
Continental-Motor Lycoming-Motor

Zylinderzahl 4 4
Bohrung 98 92 mm
Hub 92 89 mm
Hub/Bohrung 0,94 0,97
Hubraum 2,76 2,361
Verdichtungsverhältnis 17,5 6,5 ,
mitt. wirksamer Druck 9,59 — kg/cm
Oktanzahl — 73
Gewicht 84,0 82,5 kg,
Drehzahl 2700 3200 U/min
Untersetzungsverhältnis 0,704 0,03
Drehzahl d. Luftschraube 1900 2015 U/min
Zylinderleistung 20,00 18,75 PS
Hubraumleistung 28,°0 31,80 PS/
Einheitsgewicht 1,04 1,10 kg/PS
Hubraumgewicht 30,40 34,90 kg/l

Siehe auch Bericht des Ausschusses für Triebwerksforschung des
NACA (National Advisory Committee for Aeronautics 1939), „Flug-
sport“ 1940, S. 205.

Flak - Horchgerät mit in der
Säule des Fußes eingebautem Schall-
verzugsrechner zeigt die nebenst.
Abbildung. Letzterer dient zur Be-
rechnung der Abweichungen der
akkustischen Peilwerte von den op-
tischen Werten. Bis nämlich die
Schallwellen das Gerät erreichen,
hat das Flugzeug bereits ein be-
trächtliches Stück Weg zurück-
gelegt. Die Lichtgeschw. ist dagegen
so groß, daß sie vernachlässigt wer-
den kann. Außerdem müssen noch
der Wind, der Temperaturgradient,
der Windgradient und der Stellungs-
unterschied zwischen Richtungshörer
und einzuweisendem Gerät berück-
sichtigt werden. Der Schallverzugs-

Flak-Horchgerät, rechner kann nach 3 verschiedenen

Bild Grosse-PK-Weltbild Verfahren arbeiten. Es können die

Wegrichtung und Höhe des Zieles

an Hand von Winkelfunktionen berechnet werden, wenn man das Bild des Ziel-

weges auf einer waagerechten Ebene darstellt, oder aber man berechnet die

optische Peilgröße aus dem Produkt von Schallaufzeit und Winkelgeschw. Als

dritte Lösung bildet man das im Raum liegende Dreieck nach, dessen Seiten der

akkustische, der optische Peilstrahl und der Zielweg sind. Ein solches Gerät nach

einem dieser Verfahren arbeitend, muß genaue Werte liefern, einfach zu bedienen

sein, darf keine empfindliche Teile haben und muß konstruktiv am Richtungs-

hörer gut unterzubringen sein. Die hochentwickelte deutsche optische Industrie
bürgt uns dabei für beste Geräte.

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 409

Inland.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehls-
haber der Wehrmacht mit Wirkung vom 11. 11.40:

Zum General der Flieger: Generalleutnant Wenninger,

zu Generalleutnanten: die Generalmajore Dipl.-Volksw. Weigand, Cranz,
Ritter, Siburg, Mußhoff, Mahncke, Ritter von Mann, Edler von Tiechler, Lech,
Bruch, Kolb, den charakterisierten Generalleutnant Hermann:

zu Generalmajoren: die Obersten Wagner, Becker, Scheurlen, Weese, Thym,
Dipl.-Ing. Kuttig, Mensch, Teschner, Dörffler, Wilck, Freiherr von Wangenheim,
Lorenz, Stein, Homburg, von Tippelskirch, Siesz, Kammhuber;

zum Obersten: den charakterisierten Obersten Freiherrn von Treusch von
Buttlar-Brandenfels.

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs-
marschall Göring, an Hptm. Hrabak, Kmdr. ein Jagdgr.; Hptm. Bretnütz, Kındr.
ein Jagdgr.; Obltn. Priller, Staffelkpt. i. ein. Jagdgeschw.; Obtln. Philipp, Staffel-
kapitän i. ein. Jagdgeschw.; Mai. Hahn, Kmdr. ein Kampfgr.; Mai. Petersen, Kmdr.
ein. Kampfgr.; Maj. Kleß, Kmdr. ein. Kampfgr.; Hptm. Storp, Kmdr. ein. Kampfer.;
Obltn. Peltz, Staffelkpt. i. ein. Sturzkampfgeschw.; Oberst Angerstein, Kommod.
ein. Kampfgeschw.; Hptm. Bertram, Gruppenkmdr. i. ein. Jagdgeschw.; Hptm.
Kaldrack, Gruppenkmdr. i. ein. Zerstörergeschw.; Hptm. Nacke, Staffelkpt. i. ein.
Zerstörergeschw. und Hauptm. Knapp, Staffelkpt. i. ein. Aufklärungsgr.

Sauke, NSFK.-Obergruppenführer, Führer der NSFK.-Gruppe 4 (Berlin-
Mark Brandenburg) vom Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General der Flieger
Fr. Christiansen, zu seinem kommissarischen Vertreter berufen und gleichzeitig
mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des. Stabes des NS.-Fliegerkorps
beauftragt. Obergrf. Sauke tritt damit an die Stelle des NSFK.-Obergrf. Sporleder,
der auf eigenen Antrag aus dem Amt geschieden ist, dem NSFK. aber weiter als
ZV.-Führer angehört. Die Führung des NSFK. Gruppe 4 (Berlin-Mark Branden-
burg) behält Obergrf. Sauke bei.

Ausland.

England—USA-Luftlinie wird zur Zeit, wie Aviation von Okt. meldet, un-
regelmäßig von dem Pan American Transatlantic Service, New-York—Lissabon
und von der British Overseas Airways, Lissabon— England durchgeführt. Diese
Linie bringt Post, Expreß und politische Missionen von und nach New-VYork.

Royal Airforce stellvertretender Chef des Generalstabes Sir W. Freeman
am 3. 11. ernannt worden.

Brasil. Verkehrsfilugzeug über der Bucht von Rio de Janeiro beim Stadtteil
Botafogo am 8.11. mit einem Privatflugzeug zusammengestoßen. 17 Fluggäste
des Verkehrsflugzeuges, darunter der kubanische Gesandte in Brasilien und der
bekannte Tropenkrankheitsforscher Dr. Evandro Chags, fanden den Tod.

„SCADTA“ Sociedad Colombo-Alemana de Transportes A&reos (Deutsch-
Kolumbianische Luftfahrtgesellschaft), welche durch den deutschen Kaufmann W.
Kaemmerer, der 1919 Südamerika bereiste, ins Leben gerufen wurde, ist jetzt
laut Generalversammlungsbeschluß der Aktionäre vom 8.6.1940 nationalisiert.
Die neue Gesellschaft ist in ein rein amerikanisches Unternehmen umgewandelt
worden und hat den Namen „Avianca“ (Aerovias Nacionales de Colombia) erhal-
ten. Die in den 20 Jahren geleistete gewaltige deutsche Pionierarbeit ist für
Kolumbien nicht umsonst gewesen.

USA United Air Lines Verkehrsilugzeug mit 7 Fluggästen und 3 Mann Be-
satzung an Bord bei Centerville im Staate Utah mit sämtlichen Insassen, die den
Tod fanden, verunglückt.

USA-Air-Show findet 10., 11., 12. 1. 1941 in Miami statt.
Seite 410 „FLUGSPORT"“ Nr. 24/1940, Bd. 32

Menasco Manufacturing Company, Betrieb von Los Angeles nach Burbank
verlegt.

Kanadische Flugzeugindustrie. Das Arbeitsfeld erstreckt sich nach Angaben
von James Montagnes (,„Aviation“, Oktober-Nr. 1940) auf Flugzeuglieferungen für
die englische Regierung, für das kanadische Air Force und für den britischen
Schulungsplan. Die Bestellungen der britischen Regierung umfaßten 600 Hurricane-
Jardflugzeuge, welche die kanadische Car & Foundry Co,., Montreal, baute,
Handley Page Hampden-Bomber bei der Canadian Associated Aircraft Co. Ltd.,
Montreal und Toronto.

Die größte Aufgabe war, Flugzeuge für den britischen Flugschulungsplan
(5000 Flugzeuge) zu bauen. Anfangsschulmaschinen lieferten Fleet Aircraft Ltd.,
Fort Erie und die De Havilland Aircraft of Canada Ltd., Toronto. Motoren für
diese, Fleet Finch und De Havilland Tiger Moth, lieferte USA (Menasco). Die
Noorduyn Aviation Ltd., Montreal, baut den Noorduyn Norseman, Truppentrans-
port- und Trainingsflugzeug, sowie den North American Harvard für Fortgeschrit-
tene, als Ersatz für den Fairey Battle. National Steel Car Corp., Toronto, baut
den Westland Lysander, Fairchild Aircraft Ltd. in Montreal den Bolingbroke-
Bomber, eine Abart des britischen Bristol Blenheim-Bomber. Canadian Vickers
Ltd., Montreal, baut zweimotorige Supermarine Stranrear-Flugboote.

Bei der Bestellung für den britischen Flugschulungsplan bestand die Haupt-
anfrage für den Avro Anson-Bomber (1600 Stück). Einzelteile für diese Flugzeuge
bauen: Boeing Aircraft of Canada, Vancouver; MacDonald Aircraft Ltd., Winni-
peg; Cockshutt Plow Co. Ltd., Toronto; De Havilland Aircraft of Canada,
Toronto; Canadian Vickers Ltd., Montreal; Canadian Car & Foundry Co. Ltd,
Amherst. Zusammengebaut werden die Einzelteile in vier Werken in Winnipeg.
Toronto, Ottawa und Amherst. Dieser kanadische Avro Anson ist ausgerüstet
mit USA-Jacobs-Motoren, von denen 3000 in USA bestellt wurden. Der Umbau
des engl. in den kanadischen Avro Anson erforderte ein Heer von Ingenieuren.
5000 Blaupausen wurden angefertigt. Die Gesamtproduktion dieser Maschine
erhielt Federal Aircraft. Die ersten Ablieferungen werden im März 1941 erwartet.

Für das kanadische Royal Air Force sollen zweimotorige Airspeed Oxford,
Short Sunderland, Supermarine Spitfire, Blackburn Shark Torpedo-Bomber von
England und Douglas Digby, Lockheed Hudson und Boeing Transport geliefert
werden.

Das kanadische Air Force hat Schulen in St. Thomas, Ontario und Montreal
eingerichtet, wo Mechaniker und Ingenieure ausgebildet werden sollen. Jeder
dort Ausgebildete wird dann sofort in eine Flugschule eingereiht.

USA-Flugzeugaufträge werden in USA-Fachzeitschriften recht verschieden
angegeben. So veröffentlicht „Aviation“, Oktober-Nr. 1940, eine Zusammenstellung
der Flugzeugbestellungen von Armee und Marine ab 1. 6. bis 1. 10. 1940, wobei
gleichzeitig mitgeteilt wird, daß diese Angaben um einige Staffeln differieren
könnten. Die Zusammenstellung ist ein Teil des neuen „4247-Flugzeug -Pro-
gramms. Nach einer Rede des Verteidigungs-Kommissars Knudsen während einer
Inspektionsreise soll die Erhöhung der Flugzeugproduktion bis Juli 1942 3000
Flugzeuge im Monat betragen. Bis April 1942 sollen 33 000 Flugzeuge fertiggestellt
sein, wovon 14000 nach England zu liefern sind. Von den 19000 für USA sind
60% Kriegsflugzeuge und die übrigen Verkehrs- und Schulflugzeuge. Die Flug-
motoren-Produktion, die jetzt monatlich 2200 beträgt, soll bis Juli 1941 auf 3500

im Monat erhöht werden.
Luftwaffe.

Berlin, 1. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Besonders ungünstiges
Wetter veranlaßte die Engländer, ihre Kampftätigkeit in der Luft gestern völlig
einzustellen. Die deutsche Luftwaffe hingegen setzte ihre Angriffe gegen London
und andere kriegswichtige Ziele in Süd-, Mittel- und Westengland fort. Im Süd-
westteil von London waren als Folge von Bombenangriffen auf eine Bahnanlage
und ein größeres Fabrikgebäude Brände zu beobachten. Bei Birmingham und am
Südrand von Bristol sind wichtige Rüstungswerke erfolgreich mit Bomben belegt
worden. Beim Angriff auf ein Munitionslager westlich von London flogen mehrere
Munitionsschuppen in die Luft. Ein Eisenbahnzug wurde zum Entgleisen gebracht.
— Bei weiteren Angriffen gegen britische Flugplätze konnten Volltreffer in
Hallen, Schuppen und Unterkünften festgestellt werden. Eine Anzahl am Boden
stehender Flugzeuge wurde im Tiefangriff mit Maschinengewehrfeuer belegt und

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 411

beschädigt. — In den Gewässern westlich von Irland wurde ein britisches Trans-
portschiff von etwa 6000 BRT. durch Bombentreffer versenkt. An der Südostküste
Englands zersprengten Kampfflieger einen Geleitzug. Sie erzielten mehrere Voll-
treffer und trafen ein Schiff so, daß es mit Schlagseite liegen blieb. — Vor der
norwegischen Westküste wurde ein feindliches Flugzeug vom Muster Lockheed-
Hudson im Luftkampf, ein weiteres durch ein Minensuchboot abgeschossen. Eigene
Flugzeugverluste sind nicht entstanden.

Berlin, 2. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre
Vergeltungsangriffe auf London fort. Am frühen Morgen sowie am Abend griffen
einzelne Kampfflugzeuge wieder britische Flughäfen an. Dabei setzten sie Hallen
und Betriebsstofflager in Brand und zerstörten mehrere Flugzeuge am Boden.
Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafen- und Fabrikanlagen Südenglands,
wobei es vor allem in Portsmouth gelang, ein Großkraftwerk zu treffen. — Sturz-
kampfilugzeuge unternahmen im Laufe des Tages Angriffe auf drei Geleitzüge
vor der englischen Südostküste. Dabei wurden 13 Schiffe von insgesamt 47000
BRT. versenkt, 9 weitere beschädigt. Bei Great-Yarmouth versenkte die Be-
satzung einer Heinkel He 111 im kühnen Tiefangriff einen Zerstörer und drei
Frachtschiffe aus einem stark gesicherten Geleitzug. — Im Laufe des Tages kam
es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen. — Die Vergeltungsflüge auf
London nahmen in der Nacht wieder stärkeren Umfang an. Hier und in den In-
dustrieanlagen von Birmingham und Coventry sowie im Hafen von Liverpool
entstanden zahlreiche neue Brände. Heftige Angriffe richteten sich auch gegen
eine Anzahl schottischer Industrie- und Hafenplätze. — Das Verminen britischer
Häfen nahm seinen Fortgang. — Bei ihren Einfligen nach Holland und in das
Reichsgebiet griffen britische Flieger wieder wie gewöhnlich in erster Linie nicht-
militärische Ziele an. In Amsterdam wurde ein Lazarett getroffen und dabei 19
Soldaten getötet und 20 schwer verletzt. An anderer Stelle wurden weitere 7
Holländer getötet. — Bei dem Versuch, die Reichshauptstadt anzugreifen, wurden
die meisten feindlichen Flugzeuge durch die starke Abwehr nach Norden und
Süden abgedrängt. Einzelne Flugzeuge, denen es gelang, das Weichbild Berlins in
großer Höhe zu überfliegen, warfen Spreng- und Brandbomben auf Wohn- und
Siedlungsgebäude ab, wobei mehrere Häuser beschädigt und ein Sägewerk in
Brand gesetzt wurde. Auf das Virchow-Krankenhaus fielen erneut Brandbomben.
Durch den tatkräftigen Einsatz des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des zivilen
Luftschutzes gelang es, entstehende Dachstuhlbrände schnell zu löschen. Es sind
mehrere Tote und Verletzte zu beklagen. — Der Gegner verlor gestern im Luft-
kampf 10 Flugzeuge. 2 deutsche Flugzeuge werden vermißt. Major Galland schoß
seinen 50. Gegner ab.

Berlin, 3. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz ungünstiger Wetter-
lage, die insbesondere bei Nacht die Anflüge und Angriffe durch Sturm, starke
Böen und Regenschauer, teilweise tiefliegende Wolken sowie durch Vereisung
außerordentlich erschwerte, setzte die deutsche Luftwaffe am 2. 11. und in der
Nacht zum 3. 11. ihre Vergeltungsflüge gegen London fort und belegte vor allem
Versorgungsbetriebe wirksam mit Bomben. Auf mehreren Flugplätzen wurden
Hallen und Unterkünfte bombardiert. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafen-
und Industrieanlagen. Ein Rüstungswerk in Castle-Bromwich erhielt schwere
Treffer. An der britischen Ostküste versenkte ein Kampfflugzeug ein Handels-
schiff von 6000 BRT. Damit hat der Kommandant dieses Flugzeuges, Major i. G.
Harlinghausen, sein 20. Handelsschiff und mit ihm eine Gesamttonnage von über
100 000 BRT. vernichtet. — Der Gegner unternahm nur vereinzelte Einflüge. Der
Versuch einiger feindlicher Flugzeuge, am frühen Morgen gegen die Küste Nord-
frankreichs anzufliegen, wurde durch Flakartillerie bereits am Kanal abgewehrt.
Zwei von ihnen wurden dabei abgeschossen. Zwei weitere Flugzeuge verlor der
Gegner bei den Luftkämpfen des Tages über London. Hier sowie bei den unter
schwierigen Witterungsverhältnissen durchgeführten Nachtangriffen gingen sieben
deutsche Flugzeuge verloren.

Berlin, 4. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Das ungünstige Wetter hat
die Luftwaffe nicht gehindert, ihre Angriffe auf London und andere kriegswichtige
Ziele in England und Schottland, wenn auch in geringerem Ausmaße, fortzusetzen.
Im kühnen Tiefanflug griffen Kampfflugzeuge einen Verschiebebahnhof in Nord-
london an und trafen Bahngebäude und Verkehrsanlagen. Beim Abflug brachten
sie mehrere Flakgeschütze durch Maschinengewehrfeuer zum Schweigen. — An-
griffe auf britische Flugplätze hatten auch gestern Erfolg. In Stratishall stehen
die Flugplatzanlagen in Flammen, in Wattisham wurden Hallen und Flugzeuge
Seite 412 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

zerstört. Weitere Flugplätze und kriegswichtige Industrieziele, vor allem in
Schottland, wurden erfolgreich bombardiert. Bei Irland und an der schottischen
Ostküste griffen Kampfflugzeuge einzelne Schiffe und Geleitzüge an. Ein Handels-
schiff von 19000 BRT. erhielt einen schweren Treffer. Bei Kinnaird-Head wur-
den ein Zerstörer, ein Wachboot, ein großer Handelsdampfer sowie ein Frachter
schwer getroffen. — Britische Flugzeuge unternahmen nur vereinzelte Einflüge
nach Holland und Norddeutschland. In Holland wurden zwei Häuser zerstört,
zwei Personen getötet und zwei verletzt. In Deutschland fielen nur an drei
Stellen Bomben, die keinerlei Schaden anrichteten. — Der Feind verlor gestern
drei Flugzeuge. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Die Besatzungen
einer Kampfgruppe unter Führung ihres Kommandeurs Hptm. Storp zeichneten
sich durch erfolgreich geführte Angriffe gegen britische Flugplätze und kriegs-
wichtige Ziele in London aus.

Berlin, 5. 11. 49. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz der auch weiterhin
besonders ungünstigen Wetterlage griff die Luftwaffe bei Tag und Nacht England,
Schottland und als Hauptziel London an. In der Zeit von 19 bis 6.30 h warfen
Kampfflugzeuge in rollendem Angriff auf die britische Hauptstadt insgesamt über
1500 Bomben aller Kaliber. — Am 4. 11 und in der Nacht zum 5. 11 unternahmen
Kampffliegerverbände außerdem zahlreiche Angriffe auf kriegswichtige Ziele, wie
Flugplätze, Industrie- und Verkehrsanlagen sowie Munitionsanstalten und Ba-
rackenlager. Dabei wurden u. a. in Wattisham und Ford erneut Hallen getroffen
und eine große Anzahl von Flugzeugen am Boden zerstört. — Nach nächtlichen
Angriffen auf Coventry und Liverpool konnten mehrere starke Explosionen und
Brände beobachtet werden. In Hillington, Edinburgh-Leith und anderen Orten
Schottlands erhielten Industrieanlagen schwere Treffer, die heftige Explosionen
hervorriefen. — Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang. — Der
Gegner unternahm keinerlei Einflüge in das Reichsgebiet. Ein britisches Flugzeug,
das sich der Kanalküste näherte, wurde abgeschossen; ein eigenes Flugzeug wird
vermißt.

Berlin, 6. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampffliegerverbände setzten
am 5. 11. und in der Nacht zum 6. 11. ihre Vergeltungsflüge gegen London fort
und verursachten an vielen Stellen neue Brände und Explosionen. Zahlreiche
Luftangriffe richteten sich außerdem auf Hafen-. Industrie- und Verkehrsanlagen
in Süd- und Ostengland, wobei vor allem in Great Yarmouth heftige Explosionen
zu beobachten waren. Im Laufe des Tages kam es zu mehreren für uns erfolg-
reichen Luftkämpfen. Deutsche Jäger schossen allein vor Portland neun feind-
liche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. — Bei nächtlichen Angriffen auf
schottische Hafen- und Industrieanlagen konnten in Dundee besonders starke
Brände festgestellt werden. — Am Pentland-Firth erhielten zwei feindliche Vor-
postenboote so schwere Treffer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. — Das
Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. — Britische Flugzeuge flogen bei
Nacht in Holland und in das Reichsgebiet ein und warfen an verschiedenen Orten
Bomben. Nur an einer Stelle gelang es ihnen, eine Industrieanlage zu treffen
und dabei in einer Spinnerei ein Nebengebäude in Brand zu setzen. Das Feuer

konnte jedoch in Kürze gelöscht werden. Die übrigen Bomben fielen entweder.

auf freies Feld oder in Wohnviertel, wo einige Häuser beschädigt, zwei Zi-
vilisten getötet und mehrere verletzt wurden. — Die gestrigen Verluste des
Feindes betrugen 23 Flugzeuge, davon 21 im Luftkampf, eins durch Flakartillerie
und eins durch Marineartillerie. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt. —
Beim Verminen britischer Häfen zeichnete sich das Kampfgeschwader „General
Wever“ in ununterbrochenem Nachteinsatz auch unter ungünstigsten Wetter-
verhältnissen besonders aus. ’

Dieser Tagesbericht enthält ferner Angaben, wonach durch Verbände der
Luftwaffe seit Kriegsbeginn 1 638 200 BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren
Handelsschiffsraums vernichtet worden sind, ungerechnet der durch die Luftwaffe
zum großen Teil schwer getroffenen Handelsschiffe von mehr als 3 Millionen
BRT., von denen mit Sicherheit angenommen werden kann, daß ein Teil ihre
Heimathäfen nicht mehr erreicht hat oder nicht mehr wiederhergestellt werden
konnte.

Berlin, 7. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht. Kampfiliegerverbände setzten
die Vergeltungsangriffe auf London bei Tage und besonders bei Nacht mit star-
ken Kräften fort und belegten auch sonstige kriegswichtige Ziele erfolgreich mit
Bomben. In den Dockanlagen und Lagerhäusern von Southampton und an anderen
Stellen Südenglands brachen Brände aus. Erfolgreiche Nachtangriffe richteten

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 413

sich ferner auf Coventry, Birmingham und Liverpool. Hallen und Unterkünfte der
Flugplätze von Great Driffield, Leeming und Rum wurden in Brand gesetzt,
Flakbatterien durch Maschinengewehrfeuer zum Schweigen gebracht. — An der
Kanalküste schossen Jagdflieger wiederum 9 britische Jäger ab. — Im Atlantik,
500 km westlich von Irland, griffen deutsche Kampfflugzeuge einen Geleitzug an
und trafen drei Frachter von ie 6000 BRT. so schwer, daß mit ihrem Verlust
gerechnet werden muß. Südlich der Orkneys wurde ein Handelsschiff von 8000
BRT. mittschiffs getroffen und versenkt, ein zweites schwer beschädigt. Ein
weiterer Frachter wurde an der britischen Ostküste mit Bomben belegt. Bei den
Angriffen auf den Hafen Kinloch Castle an der Westküste Schottlands erhielt ein
großes Handelsschiff zwei schwere Treffer. Lagerhäuser wurden in Brand ge-
setzt. — Auch gestern wurden britische Häfen vermint. — Nächtliche Bomben-
würfe des Feindes trafen im Reichsgebiet in der Mehrzahl freies Gelände und
verursachten nur Flurschäden. Nur in zwei Fällen griffen feindliche Flugzeuge
Industrieanlagen an. Sie beschädigten dabei unerheblich ein Kesselhaus und eine
Laderampe. Bei weiteren Angriffen auf Wohnviertel sind mehrere Tote und Ver-
letzte zu beklagen. In Westdeutschland erfolgte ein Angriff auf ein mit dem Roten
Kreuz kenntlich gemachtes Krankenhaus. — Die Verluste des Gegners betrugen
zestern insgesamt 9 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 8. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff am 7.11.
und in der Nacht zum 8. 11 zahlreiche kriegswichtige Ziele in London, Süd- und
Mittelengland und in den englischen Gewässern an. — In London riefen Angriffe
auf die Tilbury-Docks Explosionen und mehrere große und kleine Brände hervor,
die sich weit ausbreiteten. In den Flugmotorenwerken und Fabrikanlagen von
Coventry entstanden nach dem Bombenwurf Explosionen und ein großer Brand.
Der Flugplatz Scampton wurde während der britischen Vorbereitungen zu Nacht-
flügen aus niedrigster Höhe im Tiefflug mit Bomben und MG-Feuer angegriffen,
mehrere Flugzeuge beschädigt und zwei Hallen in Brand gesetzt. In Brixton ge-
lang es, Lagerhallen durch Volltreffer zu zerstören. In Dover konnten Treffer
in der Nähe des Hafens beobachtet werden. — Ein Verband von Sturzkampf-
fliegern griff, wie bereits gemeldet, vor der Themsemündung einen größeren
Geleitzug an. Hierbei wurde ein Kreuzer von 10.000 t getroffen und schwer be-
schädigt. Ein Handelsdampfer von der gleichen Größe erhielt einen Volltreffer
auf das Vorschiff und blieb mit Schlagseite liegen. Ein Frachter von 5000 BRT.
wurde durch einen Volltreffer zum Stoppen gebracht und in Brand gesetzt. Ein
weiteres Handelsschiff von 5000 BRT. sank unter starken Explosionserscheinun-
zen. — Im Seegebiet vor der Grafschaft Norfolk gelang es, ein feindliches Han-
delsschiff zu versenken, ein anderes in Brand zu setzen. Weiter südlich wurde
ein Handelsschiff von 6000 BRT. durch zwei Bomben so schwer beschädigt, daß
es in große Rauchwolken gehüllt liegen blieb. — In den sich hierbei entwickelnden
Luftkämpfen wurden mehrere feindliche Flugzeuge abgeschossen. — In der Nacht
zum 8. 11. flogen britische Flugzeuge in Westdeutschland ein und warfen Spreng-
und Brandbomben. Es entstand in einigen Städten in Rheinland Häuserschaden.
Einige Tote und Verletzte sind zu beklagen. — Die Gesamtverluste des Gegners
betrugen am gestrigen Tage 11 Flugzeuge und einen Sperrballon. Drei eigene
Flugzeuge werden vermißt. — Major Wick errang im Laufe des 6. und 7. 11.
durch den Abschuß von 6 feindlichen Flugzeugen seinen 48. bis 53. Luftsieg. —
Mit der kürzlich gemeldeten Versenkung eines Dampfers von 6000 BRT. an der
Ostküste Schottlands hat der Obltn. zur See Barth, Kommandant eines Seeflug-
zeuges, insgesamt 30.000 BRT. feindlichen Schiffsraumes versenkt.

Berlin, 9. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht. Deutsche Kampifflieger-
verbände setzten die Vergeltungsflige auf London am Tage und in der Nacht
erfolgreich fort, sie erzielten zahlreiche Treffer in Versorgungsbetrieben und
Dockanlagen. Die Angriffe erstreckten sich auch auf Häfen an der Ostküste Eng-
lands, wobei besonders Great Yarmouth mehrere schwere Treffer erhielt, sowie
auf Flugplätze in den Grafschaften Norfolk und Yorkshire. Hier gelang es, Hallen
und Unterkünfte in Brand zu setzen. In der Nacht wurden Industriewerke in
Birmingham und Coventry sowie Hafenanlagen in Liverpool mit Bomben belegt
und danach zahlreiche Explosionen beobachtet. — Sturzkampfverbände des Ge-
neralfeldmarschalls Kesselring griffen wiederum Schiffsziele und Geleitzüge im
Seegebiet vor der Ostküste der britischen Insel an und fügten dem (Gegner
schweren Schaden zu. Dabei wurden, wie bereits bekanntgegeben, mit Sicher-
heit 6 Handelsschiffe von insgesamt 34000 BRT. versenkt, zwei weitere von

|

Seite 414 „rLUGSPORT"“ Nr. 24/1940, Bd. 32

zusammen 7000 BRT. mit großer Wahrscheinlichkeit vernichtet. Ein Kreuzer von
10 000 BRT. wurde von zwei Bomben so schwer getroffen, daß mit seinem Ver-
lust zu rechnen ist. Fünf Handelsschiffe erhielten schwere Treffer, nach denen
Brände und Explosionen entstanden. Ein weiterer Kreuzer von 10000 BRT. und
vier Handelsschiife wurden beschädigt. — Im Atlantik, westlich von England,
versenkten unsere Kampfflugzeuge zwei Handelsschiffe von zusammen 9000 BRT.
_—_ Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang. — Der Gegner Ilog in
der Nacht zum 9. 11. in das Reichsgebiet ein und warf eine Anzahl Bomben ab.
Einige Treffer wurden in München, Stuttgart und einigen kleineren Orten Würt-
tembergs erzielt. Der angerichtete Sachschaden ist gering. Bei den Angriffen auf
Wohnviertel wurden Häuser durch Dachstuhlbrände beschädigt und zwei Personen

verletzt. — Bei den Luftkämpfen des gestrigen Tages verlor der Gegner 17 Flug-

zeuge, ein weiteres wurde im Laufe der Nacht durch Flakartillerie abgeschossen.
Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 10. 11.40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Unsere Kampffliegerverbände
setzten am Tage und in der Nacht die Vergeltungsangriffe auf London fort, sie
trafen wieder zahlreiche kriegswichtige Betriebe. Weiter belegten unsere Kampi-
flugzeuge, oft in kühnem Tiefanflug, Rüstungswerke und Flugplätze mit Bomben
und riefen an mehreren Stellen heftige Explosionen hervor. An verschiedenen
Punkten wurden Verkehrswege erfolgreich mit Bomben belegt und der Eisenbahn-
verkehr gestört. An der Südküste waren Hafenanlagen, ein Truppenlager und ein
Kraftwerk das Angriffsziel unserer Kampfflieger. Bei Nacht wurden außer London
wieder Birmingham und Liverpool angegriffen und an mehreren Stellen Brände
verursacht. Bei Angriffen auf Schiffsziele gelang es, 500 km westlich von Irland
ein großes Handelsschiff von etwa 25000 BRT. durch mehrere schwere Bomben
zu beschädigen. Im Seegebiet ostwärts Harwich erhielt ein Frachter von
3000 BRT., der in stark gesichertem Geleitzug fuhr, einen so schweren Treffer,
daß beide Bordwände aufgerissen wurden. Bei einem Angriff auf einen Geleitzug
an anderer Stelle beschädigten unsere leichten Kampfflugzeuge einen weiteren
Frachter von 8000 BRT. durch Bombenwurf. — Der Gegner unternahm keine
Einflüge in das Reichsgebiet. — Ein feindliches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf
abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. — Das Stukageschwader
des Oberstltn. Hagen hat seit Kriegsbeginn 210000 BRT. feindlichen Handels-
schiffsraum versenkt und 305000 BRT. so schwer beschädigt und zum Teil in
Brand gesetzt, daß mit einem Verlust von einem Drittel dieses beschädigten
Frachtraumes zu rechnen ist. An feindlichen Kriegsfahrzeugen wurden durch das
Geschwader vernichtet: ein Monitor, vier Zerstörer, drei Feuerschiffe; beschädigt
wurden sechs Kreuzer, ein Flakkreuzer, zehn Zerstörer.

Berlin, 11. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsflüge auf
London wurden am 10. 11. und in der Nacht zum 11. 11. ohne Unterbrechung
fortgesetzt. Außerdem wurden in Süd- und Ostengland am Tage zahlreiche An-
griffe auf kriegswichtige Ziele geführt. In den Häfen von Bexhill, Hastings, Dover,
Clacton on Sea und Great Yarmouth gelang es, Lagerhäuser und Verkehrsanlagen,
in Fastbourne, Margate sowie an mehreren Stellen der Bahnstrecke
Ipswich—Norwich Gleisanlagen und in Chatham ein Industriewerk zu treffen. In
den Truppenlagern von West-Lutworth und Dungeneß zerstörten Bombentreffer
mehrere Baracken und Truppenunterkünfte. Während der Nacht wurden
Birmingham und Liverpool bombardiert. — Im Seegebiet ostwärts Middlesborough
versenkte ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 8000 BRT. — Feindliche Flug-
zeuge warfen in der Nacht zum 11. 11. im Reichsgebiet an verschiedenen Orten
Bomben, wobei an einer Stelle ein Holzlager in Brand gesetzt, an zwei anderen
Stellen Hochspannungsleitungen beschädigt wurden. Weiter beschädigten feind-
liche Bomben zwei Bauernhöfe und ein Wohnhaus. Es sind insgesamt ein Toter,
ein Schwerverletzter und neun Leichtverletzte zu beklagen. — In den Luftkämpfen
des gestrigen Tages wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschossen. Fünf eigene
Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 12. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die gestern bekanntgegebe-
nen Vergeltungsangriffe deutscher Kampfverbände gegen London in der Nacht
vom 10. zum 11. 11. haben in den Verkehrsanlagen nördlich von Warmwood,
Scrubs und im Stadtgebiet von Willesden, Harlesden und South-Acton große
Brände hervorgerufen. Ein Großgaswerk erhielt mehrere schwere Treffer. Im
Stadtteil Leyton sowie in Bermondsey entstanden weitere ausgedehnte Brände.
In einem Werk der Flugzeugindustrie bei Birmingham wurden starke Stichflam-

Nr. 24/1940, Bd. 32 „r LUGSPORT“ Seite 415

men im Ziel beobachtet. — Auch im Laufe des 11. 11. griffen Kampfflugzeuge trotz
schwierigster Wetterlage London sowie zahlreiche kriegswichtige Betriebe in
Süd- und Mittelengland an. Dabei gelang es, bei Slough ein Motorenwerk, bei
Birmingham eine Gasfabrik und Industrieanlagen, bei Oxford ein Rüstungswerk
und bei Folkestone eine Brücke schwer zu treffen. — Sturzkampffliegerverbände
griffen, wie bereits gemeldet, im Seegebiet südostwärts Harwich einen stark
gesicherten britischen Geleitzug an. Trotz heftiger Flak- und Jagdabwehr gelang
es, sieben Handelsschiffe mit etwa 44.000 BRT. zu versenken, fünf weitere schwer
zu beschädigen. — Ein Fernaufklärer versenkte im Atlantik einen Frachter von
2500 BRT. — Seeflugzeuge erzielten Volltreffer auf zwei britischen Handels-
dampfern mit zusammen 14 000 BRT. — Es kam am Tage zu heftigen Luftkämpfen,
in deren Verlauf 14 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Der Gegner unter-
nahm in der Nacht zum 12. 11. kleine Einflüge in das Reichsgebiet. — Bei den
Kampfhandlungen am 11. 11. zeichneten sich Verbände des italienischen Flieger-
korps durch einen erfolgreichen Vorstoß gegen einen Hafen an der englischen
Ostküste aus. Dabei kam es zu stärkeren Luftkämpfen, in deren Verlauf die
italienischen Jäger sieben britische Jagdflugzeuge abschossen. — Die gestrigen
Gesamtverluste des Feindes betrugen 22 Flugzeuge, davon eins durch Flakartillerie.
Sieben deutsche und sechs italienische Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 13. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Während in der Nacht vom
11. zum 12. 11. die britische Luftwaffe durch Sturm- und Vereisungsgefahr lahm-
gelegt war, setzten unsere Kampfverbände ihre Vergeltungsflige gegen London
erfolgreich fort. Sie griffen auch im Verlaufe des 12. 11. London an. Ein Gaswerk
und Lagerhäuser in Kensington erhielten schwere Treffer. Weiter richteten sich
erfolgreiche Bombenangriffe gegen Hafen- und Verkehrsanlagen, Lagerhäuser,
Rüstungswerke und ein Kraftwerk in Südengland. — Britische Häfen wurden
weiterhin vermint. — In der Nacht vom 12. zum 13. 11. warfen einige britische
Flugzeuge in Westdeutschland Bomben, die fast ausschließlich in freies Gelände
fielen und dort nur Flurschaden anrichteten. Nur in einer Ortschaft wurden ein
Wohnhaus zerstört, zwei Häuser sowie eine Wasserleitung beschädigt und
mehrere Personen außerhalb des Luftschutzraumes verletzt. An anderer Stelle
an einer Gleisanlage entstandener Schaden konnte schnell behoben werden. —
Verluste traten gestern auf deutscher Seite nicht ein. Wie nachträglich gemeldet
wird, erhöht sich die Zahl der vom italienischen Fliegerkorps am 11. 11. abge-
schossenen Flugzeuge auf zehn.

Berlin, 14. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz ungünstiger Wetter-
lage setzte die Luftwaffe auch in der Nacht vom 12. zum 13. 11. ihre Vergeltungs-
flüge mit starken Kräften fort. Zahlreiche Brände und Explosionen entstanden vor
allem in den Verkehrsanlagen im Nordwesten Londons, in den Westindia-
Docks, in einem großen Gaswerk und anderen kriegswichtigen Zielen der Stadt.

Das Boelcke-Geschwader gedachte am 28. 10. dem Todestage des großen Welt-
kriegsfliegers, in einem Appell des Mannes, dessen Name in ihm fortlebt. Der

Kommandeur einer Gruppe schreitet die Front der Besatzungen und Flugzeuge ab.
Bild PK-Brandt-Weltbild

RETFRRET

SITTWTSEN

Seite 416 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

— Auch Liverpool und Coventry waren das Ziel erfolgreicher Bombenangriffe. —
Am gestrigen Tage griffen Kampfflugzeusge London und andere kriegswichtige
Ziele in Süd- und Mittelengland an und belegten vor allem Flugplätze, Bahn-
anlagen und ein Rüstungswerk bei Birmingham mit Bomben. — Im Seegebiet von
Kinnaird Head hatten zwei Angriffe auf einen durch einen Flakkreuzer und andere
Kriegsfahrzeuge stark gesicherten Verband Erfolg. Beim ersten Angriff wurde ein
Handelsschiff von 6000 BRT. versenkt, ein weiteres schwer beschädigt. Bei einem
späteren Angriff erhielt ein anscheinend mit Sprengstoff oder Munition beladener
Frachter von 8000 BRT. einen Volltreffer, der das Schiff zur Explosion brachte
und völlig vernichtete. 360 km westlich von Irland versenkte ein deutscher Fern-
bomber einen britischen Frachter von 6000 BRT. — Die nächtlichen Einfllüge
britischer Flugzeuge ins Reichsgebiet waren wieder ohne nennenswerten Erfolg.
Lediglich bei einem Walzwerk beschädigte eine in der Umgebung einschlagende
Bombe mehrere Gebäude durch Splitter. Ein Versuch, die Reichshauptstadt an-
zugreifen, schlug fehl. Heftiges Flakfeuer zwang die wenigen Flugzeuge, die bis
an die Sperrzone Berlins vordrangen, zur Umkehr, nachdem sie in den Stadt-
randgebieten ihre Bomben vorzeitig abgeworfen hatten. Hier wie in einigen
anderen Orten entstanden mehrere Dachstuhlbrände, die aber durch das
energische Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des Selbstschutzes
in kürzester Zeit gelöscht werden konnten. — In der Nacht zum 13. 11. wurde
ein britisches Bombenflugzeug durch Flak abgeschossen. In den Luftkämpfen des
gestrigen Tages verlor der Gegner zwei weitere Flugzeuge. Drei deutsche Flug-
zeuge werden vermißt. j

Italien.

Rom, 1. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika hat
unsere Luftwaffe heftige Angriffe gegen die feindlichen Stellungen unternommen,
wobei es mit feindlichen Jägern zu heftigen Kämpfen kam. Sieben feindliche Flug-
zeuge wurden von unseren Bombern, weitere zehn von unseren Jägern abge-
schossen. Der Abschuß von weiteren zwei Flugzeugen ist wahrscheinlich. Drei
eigene Flugzeuge fehlen. Die feindliche Luftwaffe hat die Flugplätze der Marmarica
angegriffen, was einen Toten und drei Verwundete sowie leichte Materialschäden
zur Folge hatte. — In Ostafrika verursachten feindliche Luftangriffe auf Adi Galla
leichte Schäden. Drei Eingeborene wurden verletzt; ein Angriff auf Agordat blieb
ohne Folgen. — Die feindliche Luftwaffe hat verschiedene Bomben — darunter
eine Brandbombe — auf Neapel abgeworfen, die geringe Schäden in Bagnoli,
Porta Capuana und in Pomigliana d’Arco anrichteten. Ein ‘Toter untl fünf Ver-
wundete sind zu beklagen. \

Rom, 2. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe
bombardierte gestern tagsüber das Militärarsenal von Salamis und die dort im
Hafen liegenden Schiffe, militärische Ziele bei Korfu, wobei starke Explosionen
und Brände entstanden, und Truppenlager bei Skikero mit sichtlichem Erfolg,
ferner den Bahnhof von Larissa, wo ein Zug getroffen wurde, den Kanal von
Korinth, die Bahnlinie Korinth— Athen, die an verschiedenen Punkten unterbrochen
wurde, und in zwei aufeinanderfolgenden Wellen Saloniki. Bei Zusammenstößen
mit gegnerischen Jagdfliegern wurde wahrscheinlich ein feindliches Flugzeug
abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Im mittleren Mittel-
meer bestanden zwei Marine-Erkundungsflugzeuge einen Kampf mit drei feind-
lichen Jägern, von denen zwei abgeschossen wurden. Eins unserer Flugzeuge ist
nicht zurückgekehrt. — Unsere Jagdflieger haben ein englisches viermotoriges
Flugboot vom Typ „Sunderland“ in Flammen abgeschossen. Ein weiteres Sunder-
land-Flugboot ist auf der Höhe von Malta schwer getroffen worden. — Während
eines Luftangriffes auf den Flughafen Rofeires wurden zwei englische Jagdilug-
zeuge vom Gloster-Typ abgeschossen. Der Feind hat bei Luftangriffen einige
Punkte der Bahnlinie Adele—Aiscia mit geringstem Schaden bombardiert. — Im
Aegäischen Meer wurden Truppen, die in der Landung auf Kreta begriffen waren,
von unseren Flugformationen mit deutlich erkennbaren Ergebnissen hombardiert
und mit MG.-Feuer angegriffen. Dabei wurden auch einige Dampfer getroffen,
Hafenanlagen und Vorratslager beschädigt. Alle unsere Flugzeuge sind zurück-

ekehrt.

“ Rom, 3. 11. 40. DNB) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
zahlreiche Aktionen durchgeführt und dabei wiederholt die militärischen Ziele
von Korfu bombardiest, we insbesondere bei dem „Neuen Fort“ zahlreiche

Explosionen beobachtet wurden, ferner den Hafen von Patras, wo ein Brand am .

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 417

Bahnhof Smandrea festgestellt wurde und wo eine Fabrik sowie die Infanterie-
kaserne getroffen wurden. Weitere Angriffe erfolgten auf Larissa, Janina und
Saloniki, wo im Kampf mit feindlichen Jägern ein Gegner wahrscheinlich abge-
schossen wurde. In Navarino wurde ein Brand verursacht, während in Canea die
Hafenanlagen getroffen wurden. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.
— In den frühen Nachmittagsstunden haben vier von Jagdformationen begleitete
Bomberformationen eine Offensivaktion gegen Malta durchgeführt und dabei die
Hafenanlagen von La Valetta sowie die Anlagen und Depots des Flugplatzes
Micabba voll getroffen und schwer beschädigt. Die heftige Boden- und Luftabwehr
hat unsere Angriffe nicht beeinträchtigt. In heftigem Luftkampf wurde dabei ein
feindliches Flugzeug abgeschossen, das ins Meer abstürzte. Eines unserer Flug-
zeuge ist nicht zurückgekehrt. Beim Rückflug wurde eine unserer Formationen
von vier feindlichen Jägern angegriffen, die aber auf Grund des prompten Gegen-
angrifis vom Kampf Abstand nahmen. — Vor der ägyptischen Küste wurde eine
große englische Schiffsformation von unseren Torpedoflugzeugen erreicht, die ein
Schiff trafen. — In Ostafrika hat unsere Luftwaffe die Hafenanlagen von Perim
sowie den Flugplatz Roseires bombardiert und dabei zwei Flugzeuge vom
Wellingtontyp am Boden getroffen. Während eines Erkundungsfluges auf Chaschim
el Ghirba schoß eines unserer Flugzeuge einen feindlichen Jäger ab, während ein
weiterer schwer getroffen wurde.

Rom, 4. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
an den Operationen zu Lande mitgewirkt, wobei die feindlichen Stellungen in der
Umgebung des Corciano dicht mit Bomben belegt wurden. Ferner wurden die
Bombardierungen von Saloniki, der Zitadelle auf Korfu, des Forts Navarino und
des Gebirgszuges nordöstlich von Janina entlang der Fahrstraße Janina—Kalibaki
wiederholt. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Während des
Luftkampfes, der sich, wie im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldet, über Salo-
niki abspielte, wurden außer dem Flugzeug, das als wahrscheinlich abgeschossen
verzeichnet wurde, weitere fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Eines
unserer Wasser-Erkundungsflugzeuge griff ein zweimotoriges feindliches Flugzeug
vom Typ Blenheim an, das mehrmals getroffen wurde und mit schweren Schäden
an Bord abdrehen mußte. — Feindliche Flugzeuge griffen kleinere Verbände bei
Garn-UI-Greid (nordöstlich Giarabub) an. Es wurden zwei Tote und einige Ver-
letzte gezählt. — Im Roten Meer bombardierte unsere Luftwaffe einen Dampfer,
der von einem Kreuzer geleitet wurde, sowie die Hafenanlagen der Insel Perim.
Feindliche Flugzeuge bombardierten Assab, wo es drei Tote und einige Verwun-
dete gab und leichter Sachschaden an Wohnhäusern entstand. — Während der
vergangenen Nacht versuchten feindliche Flugzeuge Neapel anzugreifen. Von
starkem Sperrfeuer abgehalten, mußten sie ihre Bomben auf freies Gelände
abwerfen. Ein Toter und drei Verwundete werden gemeldet.

Rom, 5. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
in Verbindung mit den Operationen zu Lande während des ganzen Tages inten-
sive Aktionen durchgeführt, indem sie Verbindungsstraßen, Truppen und Auto-
kolonnen, Lager- und Verteidigungsstellen in den Zonen von Florina, Kastoria und
Joannina bombardierte. Außerdem wurden im Sturzflug Batterien und andere Ziele
am Höhenzug im Norden Joanninas und auf der Straße Joannina—Kalibaki
wiederholt bombardiert. Unsere Flugzeuge haben ferner die Häfen von Volos,
Prevesa und Patras bombardiert. Im Verlauf der Luftkämpfe ist ein feindliches
Jagdfilugzeug abgeschossen, ein weiteres ist wahrscheinlich abgeschossen worden.
Aus weiteren Feststellungen ergibt sich, daß während der Luftaktionen vom
2. 11. weitere sechs feindliche Flugzeuge neben den bereits im gestrigen Heeres-
bericht gemeldeten vernichtet wurden. Die Zahl der an diesem Tage abgeschos-
senen feindlichen Flugzeuge betrug somit elf und ein wahrscheinlich abgeschos-
senes. Einer unserer Jagdverbände hat bei einem Aufklärungsflug auf Malta
einige große Wasserflugzeuge, die im Hafen vor Anker lagen, überrascht und
beschossen. Alle unsere ‚bei dieser Aktion eingesetzten Flugzeuge sind zu ihren
Stützpunkten zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Cheren
abgeworfen, wobei ein Eingeborener getötet und vier Eingeborene, darunter eine
Frau und ein Kind, verwundet wurden. Bei einem Einflug auf Neghelli gab es
weder Opfer noch Sachschaden. Ein feindliches Flugzeug ist von der Flak abge-
schossen und seine Besatzung gefangengenommen worden.

Rom, 6. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Feindliche Angriffs-
versuche nördlich des Kapestica-Passes, und zwar den südlichen Ausläufern des.

Seite 418 „FLUGSPORT"“ Nr. 24/1940, Bd. 32

Presba-Sees, sind unter Mitwirkung der Luftwaffe, die die Verbindungswege und
die feindlichen Kolonnen unter heftiges Feuer nahm, zurückgeschlagen worden.
Die Brücke über den Isthmus des Presba-Sees wurde unterbrochen, feindliche
Kraftwagen unter MG.-Feuer genommen und zerstört und Truppenkolonnen mit
Volltreffern zersprengt. Unsere Fliegerverbände bombardierten ferner Straßen-
kreuzungen im Gebiet von Janina, Metzovo, die Bahnstation von Phlorina, wobei
die Bahnlinie unterbrochen wurde, sowie die Flottenstützpunkte Pylos (Navarrino),
Pyräus, Argostolion sowie die militärischen Ziele auf Korfu. — Feindliche Flug-
zeuge warfen erfolglos Bomben auf das Fort Maddalena und Gar ul Grein, wo es
drei Verwundete gab. — Ein Jagdflugzeug vom Gloster-Typ wurde von unseren
Jagdfliegern bei Metemma abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge bombardierte
im Roten Meer unter militärischem Schutz fahrende Frachtdampfer. Bei feind-
lichen Luftangriffen auf Cherin gab es einen Toten und zwei Verwundete, bei
Kisimayo und bei Gherille weder Opfer noch Sachschaden. Feindliche Flugzeuge
haben in der vergangenen Nacht versucht, Neapel zu erreichen, wurden abeı
von der prompt einsetzenden Luftabwehr zum Abdrehen gezwungen. Einige
Bomben, die bei Surbo, einem Dorf in der Provinz Lecce, fielen, haben zwei
Häuser zerstört, wobei es sechs Tote und vier Verwundete gab. Weitere Bom-
beneinschläge bei San Vito dei Normanni hatten acht Tote und sechs Verwundete
zur Folge.

Rom, 7. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luitwaffe hat
an den Operationen des Heeres durch MG.-Beschießung und ‚Bombardierungs-
aktionen feindlicher Stellungen längs der Fahrstraße Janina—Kalibaki, in der Zone
von Florina und beim Presba-See teilgenommen. Unsere Luftverbände haben
außerdem die Hafenanlagen von Velos und Patras, den Flughafen und den Bahn-
hof von Larissa, militärische Ziele in Missolungi, Zakintos und Methom sowie den
Bahnhof von Florina bombardiert, wo große Brände entstanden. Alle unsere
Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Ein feindliches Luszeug
ist abgeschossen und ein weiteres wahrscheinlich abgeschossen worden. Währen
eines feindilchen Einfluges auf den Flughafen von Valona ist ein feindliches Aus
zeug brennend von unseren Jagdfliegern und ein weiteres von der Marinef ak
abgeschossen worden. Ein feindliches Flugzeug vom Typ Sunderland, das in
Malta vor Anker lag, ist von unseren Jagdfliegern mit sichtlichem Resultat im
Tiefflug beschossen worden. — In Ostafrika hat unsere Flugwaffe mit den Truppen
durch wiederholte Angriffe, in deren Verlauf unsere Jagdilieger sechs feindliche
Flugzeuge vom Gloster-Typ abschossen, zusammengewirkt.

Rom, 8. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
trotz ungünstiger Witterungsverhälinisse Ofiensivaktionen auf die Fahrstraßen
beim Presba-See und die Festung Korfu unternommen und wiederholt Volltreffer
erzielt. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Eine aus sechs feindlichen
Flugzeugen bestehende Formation hat Valona angegriffen und ist durch sofortiges
Eingreifen der Luft- und Bodenabwehr vernichtet worden. Vier Flugzeuge wurden
sicher, zwei weitere wahrscheinlich abgeschossen. Ein Teil der Besatzungen
sprang mit Fallschirmen ab. Zwei englische Piloten wurden gefangengenommen.
— In Nordafrika haben unsere Flugzeugstaffeln den Flugplatz und die feindlichen
Stellungen der Oase Siwa intensiv angegriffen, bombardiert und im Tiefflug mit
Maschinengewehren beschossen, wobei dem Feind schwere Verluste und Material-
schäden zugefügt wurden. Zwei Flugzeuge vom Lysander-Typ sind am Boden in
Brand gesteckt worden. — Zwischen 3 und 4.30 Uhr haben feindliche Flugzeuge,
die von der Bodenabwehr heftig beschossen wurden, drei Bomben auf den Bahn-
hof von Brindisi und zwei Brandbomben in der Nähe des Bahnhofes abgeworfen,
wobei einige Schienen, eine Wasserleitung und ein Waggon beschädigt wurden.
In einem Privathaus brach ein Brand aus, der sofort gelöscht wurde; keine Opfer.

Rom, 9. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Während eines Er-
kundungsfluges im mittleren Mittelmeer schossen unsere Flieger im Kampf gegen
feindliche Jäger ein Flugzeug in Flammen ab und beschädigten zwei weiere
schwer. — Die feindliche Luftwaffe bombardierte Tobruk, wobei es einen Ver-
wundeten und leichte Schäden gab, sowie Wohnhäuser in Derna, wo neun „ote
und 26 Verwundete zu beklagen sind. Nur geringer Sachschaden. — In Ostafrika
wurde ein Einflug feindlicher Jäger abgewiesen, wobei ein englisches ugzeus
abgeschossen wurde. — Bei einem feindlichen Luftangriff auf Turin fielen 3omben
bei einem Säuglings- und Mütterheim, bei dem Sanatorium San Luigi, bei einem

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 419

Militärlazarett und bei einer Kaserne, wobei einiger Schaden angerichtet wurde.
Es wurden ein Toter und sieben Verwundete gezählt. Eine Bombe traf zwischen
Moncalieri und Cambiano ein Haus, wo neun Tote und mehrere Verwundete zu
beklagen sind. Einige kleine Brände wurden sofort gelöscht. — Ein feindlicher
Luftangriff auf Cagliari hat weder Schaden angerichtet noch Opfer gefordert.

Rom, 10. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Im
mittleren Mittelmeer haben unsere Flugzeugverbände englische Streitkräfte an-
gegriffen und mit Bomben großen Kalibers ein Schlachtschiff und einen Flugzeug-
träger getroffen sowie feindliche Flugzeuge zum Kampf gestellt, von denen zwei
abgeschossen sowie ein weiteres wahrscheinlich abgeschossen wurde. — Eine
andere unserer Flugzeugstaffeln hat ein feindliches Flugzeug vom Blenheim-Typ
abgeschossen. — In Nordafrika haben unsere Bomber intensive Aktionen auf EI
Quasaba, Maaten Bagush, EI Daba und Fuka durchgeführt und dabei zahlreiche
Brände verursacht. Außerdem wurden der Hafen von Alexandria und Port Said
wirkungsvoll bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten
zurückgekehrt. — Der Feind hat einige Bomben auf Derna abgeworfen, die keinen
Schaden verursachten. — Unsere Luftwaffe, die an der Aktion in Ostafrika bei
Gallabat erheblichen Anteil hatte, indem sie die feindlichen Verbände im Tiefflug
angriff und unter Maschinengewehrfeuer nahm, hat drei englische Tanks in Brand
gesetzt. Sie bombardierte außerdem Ghedaref, wo ein großer Brand entstand. —
Während des gestrigen, im Morgengrauen durchgeführten feindlichen Einfluges
über Sardinien wurden Bomben in der Gegend von Carbonia abgeworfen, ohne
Opfer oder Schaden zu verursachen. Ein feindlicher Einflug in der Gegend von
Cremona hatte weder Opfer noch Schäden zur Folge. — Im heutigen Morgen-
grauen haben feindliche Flugzeuge versucht, Neapel zu erreichen. Durch das
Abwehrfeuer gelang es ihnen nicht, Bomben auf das Weichbild der Stadt zu
werfen. Einige Bomben fielen zwischen Neapel und Pompeji und eine Brandbombe
bei Torre Annunziata. Es gab weder Opfer noch Sachschäden.

Rom, 11. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Ein englischer
Flottenverband ist von einem unserer Luftgeschwader im mittleren Mittelmeer
erreicht und trotz heftiger Gegenwehr in der Luft und durch die Flak intensiv
bombardiert worden. — In Malta haben unsere Jagdflugzeuge drei am Boden
befindliche zweimotorige Flugzeuge im Tiefflug mit Machinengewehrfeuer beschos-
sen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Unsere Bomber haben
trotz schlechtester Witterungsverhältnisse die militärischen Ziele auf dem Lande
und die im Golf von Suda (Kreta) liegenden Schiffe angegriffen, wobei zwei
Kreuzer getroffen wurden. Weitere Formationen haben mit Erfolg den Flotten-
stützpunkt von Alexandria — wo die Hafenanlagen getroffen wurden —, E
Hamman, EI Daba und militärische Anlagen südlich von Marsa Matruk, die
Straßen- und Eisenbahnverbindunger zwischen EI Quassaba, Maaten Bagush und
Fuka angegriffen — wo große Brände verursacht wurden — und die feindlichen
Luftstützpunkte von Helwan (Kairo) und Ismailia angegriffen, wo ebenfalls außer-
ordentlich heftige Brände verursacht wurden, die noch aus weiter Ferne sichtbar
waren. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. —
Unsere Luftwaffe hat die Verteidigungsstellungen von Reijan (westlich von
Gallabat) angegriffen und auf dem Flugplatz von Saraf Said am Boden ein Flug-
zeug vom Wellesley-Typ getroffen. — Feindliche Einflüge auf Metemma, Gondar,
Massaua, Cheren und Assab haben insgesamt zwei Tote und einige Verwundete
unter den Eingeborenen zur Folge gehabt. Der Sachschaden ist unbedeutend.

Rom, 12. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In den ersten Stunden
der Nacht zum 12. 11. griffen feindliche Flugzeuge die Flottenbasis von Tarent an.
Die Flakabwehr des Kriegshafens und der im Hafen liegenden Schiffe hat
energisch eingegriffen. Eine einzige Einheit ist schwer getroffen worden, keine
Verluste. Sechs feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen und ein Teil der Be-
satzung gefangengenommen. Drei weitere wurden wahrscheinlich abgeschossen.

— Unsere Luftwaffe hat wiederholt starke Bombenangriffe auf militärische Ziele
von Joannina, Metzovo, Kastoria, Korfu, Larissa und auf den Isthmus des Pres-
basees durchgeführt. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Unsere Flieger-
formationen bombardierten mit Erfolg den Flughafen und den Bahnhof von Burg
el Arab (südwestlich von Alexahdria), den Flugplatz von Maaten Bagush,
Barackenlager und feindliche Stellungen in Marsa Matruk. Feindliche Flugzeuge
warfen Bomben ab bei Derna, wo, Wohnhäuser getroffen und zwei Tote und
zehn Verwundete, hauptsächlich möhammedanische Kinder, zu beklagen sind; auf

Seite 420 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

Bengasi, wo die Gefängnisanlagen getroffen und drei tote und zehn verwundete

Mohammedaner gezählt wurden; in der Gegend von Bardier und Sidi el Barani,
ohne Schaden anzurichten.

Rom, 13. 11: 40.. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftformationen
haben feindliche Stellungen auf dem Pindus sowie in der Nähe der Straßenkreuzung
Mitzuni-Joannina, ferner in den Zonen von Kalibaki und Filippade bombardiert.
In der Zone von Berat wurde von unseren Jägern ein Flugzeug vom Blenheim-
Typ abgeschossen. Feindliche Flugzeuge führten einen Einflug auf Durazzo aus,
der einige Tote und Verwundete zur Folge hatte; ein feindliches Flugzeug wurde
wahrscheinlich abgeschossen. — Während einer bewaffneten Aufklärung gegen
Malta wurde eines unserer Jagdflugzeuge abgeschossen. — In Nordafrika bom-
bardierten unsere Flugzeuge die militärischen Anlagen von Suez und die Flug-
plätze von Kairo und Abukir; die Ziele wurden voll getroffen. — Unsere Luft-
waffe hat mit Bomben und Maschinengewehrfeuer Schützengräben- und Artillerie-
stellungen, Truppen, feindliche Feldlager und Kraftwagen bei Otrub (Zone von
Kassala) angegriffen. Ein Angriff der feindlichen Luftwaffe auf Metemma hatte
drei Tote und zwölf Verwundete zur Folge. Unsere Jäger haben ein Flugzeug
vom Gloster-Typ abgeschossen, zwei weitere wurden wahrscheinlich abge-
‘schossen. _ Ein Einflug feindlicher Flieger auf Brindisi, Tarent und Bari. Nur
in der letzten Stadt wurden Bomben abgeworfen, die unbedeutenden Material-
schaden und drei Verwundete verursachten.

_ Rom, 14. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Epirus fanden im
Gebiet von Kalibaki mit Erfolg lokale Aktionen statt, die von unseren Bomber-
staffeln unterstützt wurden. Einige feindliche Angriffe im Corcianogebiet sind mit
Hilfe der Luftwaffe, die die feindlichen Truppen in der Umgebung des Presba-
Sees unter Feuer nahm, glatt abge-
schlagen worden. — Unsere Luftwaffe
bombardiete den Flughafen von Pa-
tras, Arostolion und Preveza, wobei
militärische Ziele getroffen und die
feindlichen Kolonnen unter wirksames
Maschinengewehrfeuer genommeli
wurden. Feindliche Flugzeuge warfen
auf Valona Bomben ab, wobei es
sechs Tote und 30 Verwundete gab,
ferner auf Durazzo, wo es weder
Opfer noch Schaden gab. — Zwei
Flugzeuge vom Blenheim-Typ wur-
den von unseren Jägern auf der Höhe
von Pantelleria zum Kampf gezwun-
gen und abgeschossen. Ein weiteres
Flugzeug des gleichen Typs wurde
auf der Höhe von Cagliari (auf Sar-
dinien) abgeschossen. — Im östlichen
Mittelmeer wurden Marineaufklä-
rungsflugzeuge von feindlichen Jägern
angegriffen, von denen zwei abge-
schossen wurden. Der Abschuß von
zwei weiteren feindlichen Flugzeugen
ist wahrscheinlich. — Unsere Flug-
torpedoboote griffen einen im öst-
lichen Mittelmeer ausgekundschafte-
ten feindlichen Geleitzug an und tor-
pedierten zwei Dampfer. Einer davon
versank, wie von einem See-Erkun-
dungsflugzeug einwandfrei festgestellt
wurde. — Eine weitere italienische
Fliegerstaffel hat einen im Hafen

SS
=

Transport eines italienischen Jagd-
flugzeuges in einem Bomber.

Bild „Le Vie dell’Aria‘

Nr. 24/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 421

Felsen von Gibraltar, aufgenommen von einem italienischen Flugzeug.

Bild: „Le Vie dell’Aria‘“
von Alexandria liegenden Kreuzer, getroffen. Hier wurden nachts mit Erfolg
weitere Fliegerangriffe auf diese Elöttenbasis durchgeführt. Ferner wurden gegen
die Eisenbahnlinie Fuka-el-Daba und Maaten Bagush Luftangriffe gerichtet, durch
die Brände hervorgerufen wurden. Das Flugfeld Maaten Bagush wurde unter
Maschinengewehrfeuer genommen, ein feindlicher Bomber wurde in Brand ge-
schossen und weitere drei ernstlich beschädigt. — Alle unsere Flugzeuge, die
an den erwähnten Aktionen teilgenommen haben, sind trotz der feindlichen,
überall sehr starken Flakabwehr zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. — Feind-
liche Flugzeuge warfen Bomben auf Bardia, Derna und Bengasi. Es wurde leich-
ter Schaden angerichtet und ein Muselmane verwundet. — Bei Luftangriffen auf
Assab und Diredaua gab es nur ganz leichten Schaden, keine Opfer. — Feindliche
Flugzeuge unternahmen Angriffe auf Crotone, wo die Bomben ins Meer fielen,
auf Tarent, wo es bei der Zivilbevölkerung einen Toten und drei Verwundete, bei
der Truppe zwei Tote und neun Verwundete gab sowie einige Sachschäden an
Wohnhäusern. Zwei feindliche Flugzeuge wurden wahrscheinlich abgeschossen.

Nurflürel-Modell Sult.

Der Nurflügler ist in der Hauptsache aus Balsa hergestellt. Zur Bespannung
wird japanisches Seidenpapier verwendet, das ein- bis zweimal dünn celloniert
wird. Das überall gleichbleibende Tragflächenprofil ist ein Olark-Y-Profil mt
leicht hochgezogener Hinterkante. Die Außenflügel werden um 8—10° geschränkt.
Doppelholm je 3X4 mm, Nasenleiste 3X3 mm, Endleiste 3X8 mm. Rippen aus
1 mm Balsafournier. Randbogen aus Tonking 2X2 mm. Rumpf in Stäbchenbau-
weise. Holm 3X3 mm Balsa. Untenliegende Vertikalfläche in Balsa-Flachrippen-
bauweise.

j Fahrwerk aus Tonking 2X4 mm, mit Stahldraht 1 mm nach hinten abge-
federt. Räder von 40 mm £& aus Balsa.

Triebwerk: Luftschraube aus Balsa, S 380 mm, Steigung 460 mm, Blattbreite
50 mm. Lagerklotz und Endklotz herausnehmbar. Motor 16 Fäden 1X4 mm,
500 mm lang. Höchstaufdrehzahl 510 mit vierfacher Dehnung.

Gewichte: Tragfläche 26. g, Rumpf 20 g, Fahrwerk 10 g, Luftschraube mit
Lager- und Endklotz 24 g, Gummi 32 g. Fluggewicht 112 g.

Nurflügel-
Modell Sult.

„FLUGSPORT“ Nr. 24/1940, Bd. 32

r

Seite 422

Spannweite 1000 mm,
Fläche 12 dm’, Belastung
9,35 g/dm’.

Fluggeschwindigkeit 5
m/sec, Gleitzahl 8, Sinkge-
schwindigkeit 60—65 cm/sec,
Motorlaufzeit 25 sec, Höhe
60 m. Gesamtflugzeit durch-
schnittlich 2 min.

Der Nurflügler hat bis
jetzt 1 Flug über 30 min, 2
Flige über 10 min und 4
Flüge über 5 min gemacht.
Die Zeiten von über 10 min
wurden in Anwesenheit von
Flugprüfern erreicht.

55 Sek. mit Schwingen-
flugmodell des Leipziger
Hitleriungen Walter Loofs
wurden bei einem Flug-
modell-Wettbewerb der Gaue
Mitte, Sachsen und Sudeten-
land in der Halle in Dresden
als Bestleistung erreicht.

7
|

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EEE BEER

Nurflügel
Sult.

Zeichnung
Flugsport

Curtiss Helldiver (Höllenstürzer), Sturzkampf-Doppeldecker, finden Sie im
„Flugsport“ 1940, Seite 93.

Azetylen-Sauerstoff-Flammentemperatur max. 3500° C., innerhalb des scharf
umrissenen Flammenkegels 1000°C, Spitzentemperatur ie nach Brennergröße 3
bis 7 mm vor dem Flammenkegel, innerhalb der größten Flammenbreite 1800° C
und am Ende der Streuflamme 1200°C.

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Und wir sind doch geflogen! Meine Flugerlebnisse in drei Erdteilen. Von
Oberst Polte. Aufgezeichnet v. Josef Grabler Mit einem Vorwort von General-
feldmarschall Milch. 356 S. m. 48 Abb. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. Preis
geb. RM 4.80.

Oberst Polte, der verdienstvolle Lufthansa-Pionier erzählt seine Flugerleb-
nisse. Versailles — die deutsche Fliegerei war lahmgelegt, Luftwaffe vernichtet,
Industrie zerstört, Flugsport gefesselt, Luftverkehr unterdrückt. Man erlebt den
Aufbau der Deutschen Lufthansa, die ersten Strecken in Sowjetrußland, China,
Afrika, die abenteuerlichen Flüge mit ihren gefährlichen Lasten in die Ukraine,
den Aufenthalt in den litauischen Gefängnissen, Notlandungen in den Schnee-
wüsten Rußlands, die ersten Flüge über der Wüste Gobi und dann die national-
sozialistische Revolution mit ihrem unerhörten Aufstieg der Fliegerei. Wer das
Buch angefangen hat, legt es nicht wieder aus der Hand. Es ist so spannend ge-
schrieben, daß man selbst die wunderbaren Abbildungen beim Durchlesen zuerst
nicht beachtet.

Praxis des Flugmodellbaues v. Werklehrer Karl Müller unt. Mitarb. v. Fritz
Harnack u. Günther Schuzius. 143 S. m. 194 Abb. Verlag C. J. E. Volckmann
Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 3.—.

Das ‚vorliegende Buch ist ein praktischer Ratgeber für den Lehrer bei der
Einführung des Modellbaues in Landschulen, wo er unter einfachsten Verhält-
nissen ‘durchzuführen ist, — gleichzeitig ein Leitfaden für den Schüler. Ausgehend
von der Einrichtung einer Werkstatt und der Behandlung der Werkzeuge, sind
die einzelnen Abeitsvorgänge (Rippen-, Spanten-, Holmbauweise, Helling-, Rumpf-
und Flügelbau sowie*Bau der Einzelteile), daran anschließend Flugmodelle aus
Behelfswerkstoffen, Bau von Zimmerfilugmodellen, das Einfliegen, Reparaturen,
Organisation von Wettbewerben beschrieben. In den Schlußkapiteln sind die
theoretischen Grundlagen des Modellfluges sowie Rechnungsbeispiele aus der
Flugmodellpraxis angeführt.

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dem Gebiete des Sport-
flugzeugbaues wird ein

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100”
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; Douglas B-19
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Erscheinungs-
VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERKE A.G. FRANKFURT (MAIN)-HEDDERNHEIM tage
—n de, 1940
XXX. Jahrgang ©
Nr. Datum

Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinus. Frankfurt a. M.. Hindenburgolatz 8. 26 18. Dezember

i i = H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften .
a a inzelnmsanen. sondern zu richten an: „Redaktion und Verlag Flugsport‘. Frankfurt a. M.. ! Preis 80 Pf.
Hindenburgplatz 8 (Deutschland) Printed in Germany

I AXXII. Jahrgang / Nr. 25 Mittwoch, 4. Dez. 1940

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Soeben ist als Ergänzung unserer bekannten Schrift über
€-Flugzeugräder und -bremsen ein „Handbuch über €-Flug-
zeugbeine” erschienen. Die unablässige Weiterentwicklung
der Flugzeugtechnik hat auf dem Gebiet des Fahrwerkbaues
eine Fülle neuer Erkenntnisse und Forderungen gebracht, die
in diesem Werk eine systematische Behandlung erfahren ha-

ben. Für Fachmann und Nachwuchs ein wertvoller Ratgeber!

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! GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \
VON OSHAR URSINUS = CIVIL -ING.

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift
und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Briei-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8

Bezugspreis für In- und Ausland pro 4 Jahr bei l4täglichem Erscheinen RM 4,50
Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag
Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen,
nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 25 4. Dezember 1940 XXXI. Jahrgang
Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 18. Dezbr. 1940

Inzenieurarbeit.

Die Entwicklung des deutschen Flugwesens ist bereits durch die
Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe schlagend zum Ausdruck ge-
kommen. Die Luftwaffe hat bewiesen, daß die Luftwaffenschmiede
in der Heimat den Stand der Entwicklung der Feindländer in Quali-
tät wie in Quantität weit übertroffen hat.

In der Entwicklung kannten unsere Ingenieure keinen Stillstand.
Fortgesetzt mußten neue Konstruktionen ersonnen werden. Einen
Maßstab für die Leistungssteigerung in den letzten Jahren gibt die
Steigerung in der Zahl der erteilten Flugpatente der Klasse 62 b und c,
wie wir sie in dieser Zeitschrift an anderer Stelle fortlaufend bekannt-
gegeben haben. Im Jahre 1938 wurden allein 159 Flugpatente ver-
öffentlicht, 1939 201 und im Jahre 1940 bis heute, wo das Jahr noch
nicht zu Ende ist, über 250 Patente.

Das deutsche Patent hat immer in der Welt ein besonderes An-
sehen gehabt und wird es in Zukunft in noch viel höherem Maße
besitzen. Deutscher Gestaltungs- und Erfindergeist hat Leistungen
vollbracht, die sich später auf anderen Gebieten der Fliererei aus-
wirken werden.

Grunan Babv IIB.

Grunau Baby IIB unterscheidet sich von den früheren Mustern
Grunau Baby II und lla*) im wesentlichen durch den Einbau von
Sturzflugbremsen Bauart Schempp-Hirth. Die Sturzfluggeschwindig-
keit kann hierdurch, wie üblich, auf 200 km,h begrenzt werden. Das
küstgewicht erhöht sich durch den Einbau auf etwa 150 kg. Höchst-
zulässiges Fluggewicht vom RLM auf 2(0 kg festgesetzt.

Der nachträgliche Einbau der Sturzflugbremsen in Segelflugzeuge
vom Muster Grunau Baby II und Ha ist an Hand von Einbauzeich-
rungen möglich, die bei der Beschaffungssteile des NSFK. erhältlich
sind. Jedoch erfordert dieser nachträgliche Einbau einen erheblichen
Arbeitsaufwand, so daß er zweckmäßig dann vorzunehmen ist, wenn
ohnehin größere Reparaturen infolge eines Bruches notwendig sind.

*) Vgl. „Flugsport“ 1933 S. 211 „Grunau Baby II“, 1934 S. 229 „‚Grunau Baby II
nach den z. Z. geltenden Bestimmungen“, 1939 S. 400 „Grunau Baby lla“.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 38.

Seite 424 „FLUGSPORT“

Nr. 25/1940, Bd. 32

Archiv Flugsport

Grunau Baby IIB.

Beim Grunau Baby IIB ist außerdem z. Z. noch eine Reihe klei-
nerer Verbesserungen angebracht. Insbesondere ist zu bemerken,
daß das Muster neuerdings mit einer Gewichtstrimmung (ähnlich wie
beim „SG 38“) serienmäßig geliefert wird.

USA. Serelflugzeug Briegleb BG-6.

Briegleb Schul-Segelflugzeug, Einsitzer, gebaut von der Briegleb
Aircraft Co., Van Nuys, Kalifornien, ist ein abgestrebter Schulter-
decker. Flügel von nach den Enden gleichbleibender Flügeltiefe. Stark
abgerundete Enden. Zweiholmig. Flügelprofil NACA 4412. Flügelnase
und Querruder aus 1,2 mm Pappel-Sperrholz. Mit zwei V-Streben aus
Dural abgefangen, welche mittels
kleiner Stützstreben nach dem
Flügel nochmals verstrebt sind.

Stahlrohrrumpf mit aufzeleg-
ten Formleisten, stoffbespannt.
Durchsichtige Windschutzver-
kleidung der Stromlinien, Vorder-

Links: USA Briegleb BG-6.

LIEITITITET]

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USA Briegleb BG-6.

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Zeichnung Flugsport .

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USA Interstate „Cadet“. Befestigung der Stoff-

bespannung mit Drahtklammern.
Zeichnung: Aviation

Nr. 25/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT"“ Seite 425

teil Rumpf angepaßt. Im Führerraum Geschwindigkeitsanzeiger. Links
Hebel für Bremse und Auslösehaken. Auf der rechten Seite Hebel für
Höhensteuertrimmung. Kufe mit Laufrad und kleine Schwanzkufe.
Spannweite 9,7 m, Länge 5,6 m, Höhe 1,21 m, 'Fläche 15,7 m’.
Leergewicht 82 kg, Fluggewicht 168 kg.

USA Interstate „Cadet“.

Die Bauart abgestrebter Kabinen-Hochdecker als Sport- und
Schulflugzeug wird in USA besonders bevorzugt. Im vergangenen
Jahr ist die Interstate Aircraft & Engineering Corp., Los Angeles,
welche früher nur Zubehörteile baute, mit ihrem Interstate „Cadet“
auf dem Markt erschienen.

USA Interstate „Cadet“ Leichtflugzeug. Bild: Aviation

Flügel zwei Spruceholme mit Rippen aus Alumin. Stofibespan-
nung wird mit Drahtklammern unter Zwischenlage eines Stofibandes
durch Eindrücken in entsprechende kleine Löcher in der Rippe be-
festigt. Vgl. Abbildung.

Rumpf Stahlrohr mit aufgelegten Formleisten, stofibespannt.
Continental-Motor von 50 oder 65 PS. Zwei Sitze hintereinander.
Hinter dem Rücksitz Gepäckraum. Doppelsteuerung. Kabinentür
nach vorn aufklappend.

Hihen- und Seitenleitwerk Stahlrohr, stoffbespannt. Einfaches
festes Fahrwerk, zwei V-Streben durch einen profilierten Stahldraht
verspannt. Ein gemeinsamer Oleo-Stoßaufnehmer innerhalb des
Rumpfes.

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RN
NL

Rechts: USA Interstate „Cadet“.

Zeichnung Flugsport

Seite 426 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

Spannweite 11 m, Länge 7,25 m, Höhe 2,3 m, Fläche 16 m?.
Leergewicht 304 kg , Fluggewicht 540 kg. Höchstgeschwindigkeit
mit 65 PS 182 km/h, mit 50 PS 168 km/h. Reisegeschwindigkeit mit
65 PS 160 km/h, mit 50 PS 152 km/h. Landegeschwindigkeit mit
65 PS 58 km/h, mit 50 PS 54,5 km/h. Gipfelhöhe 4500 m oder 3900 m.
 Steigt mit 65 PS 210 m/min, mit 50 PS 150 m/min. Reichweite mit
65 PS 600 km, mit 50 PS 680 km.

Großraumflugzeug „Air Wibault 100“.

Mit diesem Baumuster sollte ein Großflugzeug für den Lang-
streckenverkehr geschaffen werden, das größtmögliche Bequemlich-
keit für die Fluggäste mit ausreichender Wirtschaftlichkeit vereinigt.
Bei Flügen von längerer Dauer, bei denen die Fluggäste u. U. Tag und
Nacht an Bord bleiben müssen, genügt die bisher bekannte „Omnibus“-
Sitzanordnung nicht mehr. Vielfach sind noch alle Fluggäste in einem
Raum untergebracht. Anzustreben ist bei derartigen Flugzeugen
Unterbringung in Einzelkabinen sowie eine weitgehende Bewegungs-
freiheit; letztere Forderung ist nur durch Anordnung von besonderen
Gemeinschaftsräumen wie Wandelgang Restaurant o. dgl. zu ver-
wirklichen. Das Stadium der aerodynamischen und konstruktiven
Durchbildung im Flugzeugbau kann als abgeschlossen angesehen wer-
den, so daß nunmehr das Problem der inneren Raumgestaltung in den
Vordergrund treten kann.

Ansätze zu einer derartigen Entwicklung finden wir naturgemäß
in den Ländern, die auf Grund ihrer großen Interessenräume zum Ein-
satz von Langstreckenflugzeugen gezwungen waren und dabei neben
Post und Fracht auch Personen befördern mußten. Das war beispiels-

„Air Wibault 100°“ im Bau; beachte den Motorspant mit Anordnung aller Leitungen
und Gestänge auf einer Leiste. Bilder: L’A&ronautique

Nr. 25/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 427
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Raumauiteilung des ‚„Air-Wibault 100“. Zeichnung: L’A&ronautique
1 doppeiter Pılotensitz, 2 Mechaniker, 3 Navigator und Kommandant, 4 und 5 Gepäck-
räume, 6 obere Kabinen, ie 8 Plätze am Tage oder 4 Bettplätze; hintere obere Kabine,
8 Toiletten, 9 Tür zum Oberdeck, 10 Gepäckraum, 11 Tür zum Unterdeck, 12 Ge äte-
raum und Kühlkammer, 13 Aufgang zum Oberdeck, 14 Bar, 15 Restaurant, 16 Eingang
in den Flügel und zu den Motoren, 17 Luxuskabinen, 18 Kleiderablagen, 19 Duschraum,
20 Gepäckräume, 21 hinterer Rumpfraum.

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weise in England, Frankreich, Holland und USA. der Fall:

Mit dem Baumuster ‚Air Wibault 100°“ wurde der Versuch unter-
nommen, die Raumfrage in großzügiger Weise zu lösen, was auch in
gewissem Umfange gelungen zu sein scheint. Die äußere Form als
viermotoriger Tiefdecker zeigt an sich nichts Besonderes; eine An-
lehnung an die Rumpfform der Ju 90 ist unverkennbar. Vor Baubeginn
der Großausführung wurde zunächst ein Modell im Maßstab von etwa
1:3 hergestellt und im Kanal von Chalais-Meudon untersucht. -

Flügel in Schalenbauweise, vierteilig. Die die Motoren tragenden
Innenflügel sind an das fest mit dem Rumpf verbundene Mittelstück,
dessen Holme durchlaufen und die
Trennwände für das Restaurant und
die Bar bilden, angesetzt. Außen-
flügel mit größerer Trapez- und V-
Form, normale Querruder und Lan-
deklappen.

Rechts: „Air Wibault 100°;
Schalenstück des Rumpfes.

„Air Wibault 100.“

Zeichnung Flugsport

Seite 428 | „FLUGSPORT“

Der Rumpf in Schalenbauweise hat trotz des großen Innenraumes
von 183 m?, wovon 72 m? auf die Passagierräume und 27 m? auf die
Fracht- und Gepäckräume entfallen, einen verhältnismäßig kleinen

-Stirnquerschnitt. Das wird zum Teil durch die geschickte bauliche
Ausnutzung der Flügelwurzel erreicht, wodurch die unteren Räume
sehr breit werden. Das obere Deck enthält die Führersitze, Passagier-
kabinen, Wasch- und Duschräume, während im unteren Deck zunächst
zwei Luxuskabinen und daran anschließend Restaurationsräume und
Gepäckräume angeordnet sind.

Weitere konstruktive Einzelheiten der Zelle und des Triebwerks
sind noch nicht veröffentlicht worden.

Spannweite 34,06 m, Länge 27,23m, Höhe (inHorizontallage) 6,1 m,
Spurweite des Fahrwerks 7,5 m, Flügelfläche 156,6 m?, Fluggewicht
28 500 kg, Flächenbelastung 182 kgjm?, Leistungsbelastung 5,3 kg/PS
(bei 4X 1350 PS), 4,5 kgIPS (bei 4X 1600 PS), Höchstgeschwindigkeit:
mit N = 4X 1350 PS in H = 1500 m 375 km/h; in H= 4000 m 397 km/h;
mit N = 4X 1600 PS in H = 1500 m 399 km/h; in H—= 4000 m 425 km/h.
Reisegeschwindigkeit: mit N = 4X 1350 PS und Drosselung auf 0,54 N
in H = 1500 m 286 km/h ; in H — 4000 m 293 km/h. °

Zahlende Last in H = 1500 m, bei 0,66 bzw. 0,54 N: Flugstrecke

500 km 7700 bis 7900 kg; Flugstrecke 1000 km 6455 bis 6854 kg; Flug-
strecke 2500 km 2660 bis 3765 kg. Zahl. der Flurgäste: bei Kurz-
streckenverkehr 44, in 5 Kabinen zu je 8 Plätzen, 1 Kabine zu 4 Plätzen.
Bei Langstreckenverkehr über 2000 km ohne Zwischenlandung 26,
in den oberen Kabinen. Außerdem noch einige Plätze in den unteren

Räumen.
USA Douglas B-19.

Inden Werkstätten von Douglas ist seit längerer Zeit die B-19 im
Bau. Dieser. Tiefdecker mit 64 m Spannweite und 63 t Fluggewicht bei

25 t Zuladung und 11 000 km Reichweite ist der größte bisher gebaute

Bomber. Auf’hohe Geschwindigkeit wurde zugunsten von Reichweite
und Bewaffnung bewußt verzichtet, da diese nach den europäischen
Kriegserfahrungen weniger wichtig sei. (Nachtbomber?)

Flügel in Dreieck-Form mit stark zurückgezogener Vorderkante.

Flügelaufbau großer aufgelöster Kastenholm mit Querrippen und Ste-

gen und Verstärkungsprofilen auf Ober- und Unterseite aus vergüte-
tem Aluminiumblech. Jede dritte Flügelrippe im Nasenteil verstärkt.
Zur besseren Formhaltung der Beplankung sind auf die Rippen in
Flügellängsachse verlaufende Stringer von H-Ouerschnitt genietet.
Ueber die Hälfte der Spannweite Landeklappen.

Das Triebwerk besteht aus 4 Wright-Duplex-Cyclone-Motoren
von je 2000 PS. Motorgondeln in Schalenbauweise mit profilierten
Ringspanten und Längsprofilen, Gondelquerschnitt kreisförmig. Be-

Nr. 25/1940, Bd. 32

Nr. 25/1940, Bd. 32

„FLUGSPORT“

Seite 429

USA Douglas B-19.

Rumpfhinterteil mit Leitwerk.
j Bild: Aviation

plankung 1 mm Alcad - Blech.
Der Innenraum ist so bemessen,
daß während des Fluges Motor-
reparaturen ausgeführt werden
können. Neuartige Motorauf-
hängung an den Zylinderköpfen
der Bauart Lord „Dynafocal“.
Von am Umfang der Motorgon-
del verteilten, als Schwingungs-
dämpfer ausgebildeten Aufhän-
gelagern, laufen Rohrstreben
aus rostfreiem Stahl zu den ein-
zelnen Zylinderköpfen. Die
Schwingungsdämpfer selbst sind
in einem Punkte an der Gondel
und in 2 Punkten an den Halte-
streben befestigt. Durch diese
Aufhängung erübrigt sich ein
besonderer Motorträger, da alle
Kräfte von der Gondelschale
aufgenommen und in den Flügel-
verband weitergeleitet werden.
Gewichtsersparnis (s. Abbild.).
, „uuftschraubendurchmesser

‚sm.

Im hinteren Rumpfoberteil
MG.-Turm.  Dreiradfahrwerk.
Normales Höhen- und Seiten-
leitwerk, freitragend.

USA Douglas B-19,. Führerraum.
Bild: Aviation

USA Douglas B-19. Zylindrischer Mo-
torträger mit Anschlußstücken für die
Motorbefestigung mit entsprechenden

USA Douglas B-19. Einbringen des Motors in den
zylindrischen Motorträger.

USA Douglas B-19, Zur bequemeren Bearbeitung von Flügel, Motorträgern und
Rumpf ist das Flügelstück senkrecht gestellt. Davorliegend Rumpfhinterteil, waage-
recht gestellt. Bild: Aviation

Befestigungsstücken an den Zylinder-
köpfen. Bild: Aviation

Seite 430 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

Spannweite 64 m, Fluggewicht 63 t, Zuladung 25 t, Leistungs-
belastung 8,8 kg/PS, errechnete Höchstzeschwindigkeit (6000 PS) =
20 kmjh. |

BN

„Loire Newport 41“, von den Italienern abgeschossen, französischer Leichtbomber,
ausgerüstet mit Hispano Suiza 650 PS, Baujahr 1938, Höchstgeschw. 380 km/h.
- Bild Le Vie dell’Aria

ONSTRUKTIONS

_ USA Schraubensicherung (Tinnerman Products, Cleveland), bestehend aus
_. „ einem Blattfederstück mit zwei ausgebogenen kleinen Knacken, welche in die Ge-
£  windegänge eingreifen und beim Anziehen sich ver-
stärkt in die Gewindegänge einpressen. Für Metall-
und Holzschrauben verwendbar. Besonders für die
Befestigung von Verkleidungsblechen. Vergleiche

die Abbildung. .

Hawker Holme bestehen aus ge-
zogenen, rohrförmigen, ein Vieleck
bildenden Gurten aus Stahl S. 88. In
dem unteren, nach außen geflansch-
ten Rohrgurt wird das Stegblech
eingenietet. Die nebenstehende Abbil-
dung zeigt die Ausführung des Holms
sowie die Anfügung der Rippen beim

. Hawker Hurricane. Rippen können
leicht ausgewechselt werden.

Nr. 25/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT" Seite 431

Siemens Gegenlaufmotoren Sh I und Sh 3.

1916-1917 wurden von Siemens Gegenlaufmotoren gebaut, bei
denen sich z.B. beim Sh 1, Gesamtdrehzahl 1800 U/min, der Zylinder-
steın mit s60 U/min links und die Kurbelwelle mit 400 U/min rechts
drehte. In nebenst. Abb. 1 wird diese Gegenläufigkeit dargestellt.
Das Reaktionsmoment des umlaufenden Zylinder-Sternes war dem
der Luftschraube entgegengesetzt. Dadurch war es möglich, eine
geringe Drehzahl an der Kurbelwelle zu erhalten und mithin Schrau-
ben von großem Durchmesser zu verwenden.

Diese Motoren sind an der Oeffentlichkeit aus Gründen der Ge-
heimhaltung verhältnismäßig wenig bekannt geworden. Wir kom-

|

1} Festaufder
Kurbelwelle, | |
dreht sich re

3
=7,7

II rennt
3

I

III

3,8
| T H
BERAN EAN
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ZI N Fest am Gehäuse
di r N dreht sich links
fein
NEN
jr if Am uozeun.
1}
Abb. 1. Siemens-Umlaufmotor Sh 1, Abb. 2. Schnitt durch den Flugmotor
Baujahr 1916-17. Darstellung der Sh ll.

Gegenläufigkeit. Werkzeichnungen

|

_ _Gewichtshalter

h „gewichlshaler
1}
J]
/

Ausgleichgewiecht

(2 Nase

Sicherungsbügel

Kolbenbolzenhalter

Abb. 4. Schnitt durch das Einlaßventil

des Flugmotors Sh 1. .
nal Werkzeichnung

Abb. 3. Rückansicht des Flugmotors Sh 1.
Werkbild
Seite 432 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

Abb. 5. Schnitt durch das Auslaß-

ventil des Flugmotors Sh 1.
Werkzeichnung

men oft geäußerten Wün- Geitsesn,” en
schen nach und bringen nach-
stehend eine Beschreibung
dieser Motoren.

Sh 1, Abb. 2 u. 3, war
ein Neunzylinder. Hub 130
mm, Bohrung 114 mm, Hub :
Bohrung 1,14 :1, Hubraum
ie Zylinder 1322 cm’, Ge- -
samthubraum 11.90 |, Verdichtung 4,5 :1. Höchstleistung 115 PS,
Dauerleistung 110 PS. Drehzahl: Zylinder 600 U/min links, Kurbel-
welle S00 U/min rechts, Gesamtdrehzahl 1800 U/min, Drehsinn der
Luftschraube rechts. Größter Durchmesser 965 mm, größte Länge
930 mm, Gewicht 140 kg. Kraftstoffverbrauch 224 g/PS/h, Oelver-
brauch 86 g/PS/h. 2Ven-
tile, Auslaßventil im Zy-
linder hängend, Einlaß-
ventil im Kolben ste-
hend, 1 Vergaser Sie-
mens, Zündkerzen Sie-
mens-Esha-Blaskerze
Bauart A, 2 Zündma-
genete Siemens - Esha

Abb. 6. Fokker-Jardflugzeug

mit Flugmotor Sh 1.
Werkbild

Bauart F la, Anlasser
Siemens - Esha - Anlaß-
magnet.

Abb. 7. Schnitt durch den

8

Flugmotor Sh 3.

Werkzeichnung

motors Sh 3.

Abb. 8. Vorderansicht des Flug-

Werkbild

Nr. 25/1940, Bd. 32 „ET LUGSPORT“ Seite 433

Abb. 9,
Siemens-
Schuckert-
Doppel-
decker mit
Flugmotor
Sh 3.

tunden.

Ss

S
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Abb. 10.
Höhen-
schreiber-
streifen von
einem
Höhenflug
auf 8000 m.

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Nugmristerei dar.

Flug

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Abb. 4 zeigt das durch Pleuelstangennocken gesteuerte Einlaß-
ventil im Kolben.

Der Motor war in einem Fokker-Jagdflugzeug, Abb. 6, eingebaut.

Der Siemens-Gegenlaufmotor Sh 3, Abb. 7 u.8, Baujahr 1917—18,
hatte 11 Zylinder. Hub 140 mm, Bohrung 124 mm, Hub : Bohrung
1,13 : 1, Hubraum je Zylinder 1694 cm?, Gesamthubraum 18,63 I, Ver-
dichtung 4,5 :1, Leistung 160 PS. Drehzahl: Zylinder 900 U/min
rechts, Kurbelwelle 900 U/min links, Gesamtdrehzahl 1800 U/min
links, Drehsinn der Luftschraube rechts. Größter Durchmesser 1100
mm, größte Länge 1200 mm, Gewicht 195,4 kg. Kraftstoffverbrauch
250 g/PS/h, Oelverbrauch 100 g/PS/h. 2 Ventile im Zylinder hän-
gend, 1 Vergaser Rhone, Bosch-Zündkerzen, 2 Zündmagnete Sie-
mens-Esha, Oelpumpe Siemens, Anlasser Bosch-Anlaßmagnet.

Der Sh3 war in einem Siemens-Schuckert-Doppeldecker, Abb.9,
eingebaut. Interessant ist der Höhenschreiberstreifen, Abb. 10, von
einem Höhenflug auf 8000 m.

Inland. |
Ritterkreuz zum Fisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehls-
haber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs-
marschall Göring, in der Luftwaffe Hptm. Lignitz, Kındr. ein. Jagdgr., Ltn. Ebeling,
Staffelkpt. i. ein. Jagdgeschw.; Ltn. Schnell, i. ein, Jagdgeschw.
Junkers-Flugzeuge flogen 25 Jahre. 1915 im Herbst entstand das erste Junkers-
Flugzeug J 1, ein verspannungsloser Mitteldecker aus Eisenblech. Spannweite
Seite 434 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

Vor 25 Jahren flog das erste Junkers-Flugzeug J 1, Baujahr 1915.
Bild: JFM
12,95 m. Dieses Flugzeug startete am 12. Dez. 1915, also vor 25 Jahren, in Döberitz

unter Führung von Ltn. Malinckrodt zu seinem ersten Flug. Bereits nach einem
Anlauf von 40 m hob sich die Maschine mit einem 120-PS-Motor vom Boden ab
und erreichte mit 1010 kg eine Geschwindigkeit von 170 km/h. Dieses erste brauch-
bare Ganzmetallflugzeug der Welt hat im Deutschen Museum zu München einen
Ehrenplatz gefunden. Vgl. die ersten Typen von Junkers im „Flugsport“ 1919,
S. 195—197.

Hans Baur, #4-Oberführer, Flugkapitän des Führers, beging am 25. 11. sein.
25jähriges Fliegeriubiläum. Der Führer überreichte seinem langjährigen, seit März
1932 ununterbrochen im Dienst stehenden Flugkapitän sein Bild mit einer herz-
lichen Widmung.

Ausland.

Ital. Heizluitstrahltriebwerk-Flugzeug hat nach „El Popolo d’Italia‘“ seinen
ersten Aufstieg hinter sich. Es ist nach den Plänen des Ingenieurs Campini bei
Caproni erbaut worden und stellt das Ergebnis über 10jähriger Forschung und von
zahlreichen Erprobungen der grundlegenden Ideen auch an Schnellbooten (Wasser-
strahlantrieb) dar. In einer zu Beginn des Jahres 1939 in dieser Zeitschrift erschie-
nenen Aufsatzreihe über Heizluftstrahltriebwerke von Oberregierungsrat Gohlke
ist unter anderem auch über die Campinische Bauart Näheres enthalten. Das da-
malige Projekt des italienischen Erfinders sah ein für sehr große Geschwindig-
keiten bestimmtes Flugzeug mit 2 Hauptkörpern vor: einer mit Fallschirm ver-
sehenen, gegebenenfalls lösbaren Druckkabine und einem dahinter vorgesehenen
röhrenartigen Körper”), der das mit einem Sternmotor ausgestattete Heizluftstrahl-
triebwerk enthält und in eine im Querschnitt änderbare Rückstoßdüse mündet.
Insofern beruhte dieses Projekt auf bereits bekannten Vorschlägen. Darüber hinaus
hatte sich der Erfinder die Aufgabe gestellt, seinen Strahlantrieb sowohl für Unter-
wie Ueberschallgeschwindigkeit verwendbar zu gestalten, vgl. „Flugsport“ 1939,
S. 36/37. Wie weit Campini mit der Versuchsausführung des gebauten 4-t-Schnell-
flugzeugs der Lösung des Problems nahegekommen ist, ist nicht bekannt. Die
Maschine hat jedenfalls einen 10 Minuten währenden Flug auf einem Mailänder
Flugfeld unter Führung des Fliegeroberst de Bernardi ausgeführt; hierbei soll sich
ein Wirkungsgrad der Rückstoßanlage ergeben haben, der der eines Motor-Luft-
schrauben-Triebwerks gleichkommt. Auch wenn letzteres nicht zutreffen sollte,
läßt sich aus diesem ersten praktischen Versuch auf eine gewaltige Umwälzung der
Flugzeugantriebstechnik schon in absehbarer Zeit schließen, denn die Einfachheit
der Heizluftstrahltriebwerke und ihr geringer Raum- und Gewichtsbedarf sind
bedeutsame Vorteile.

Kopenhagen—Bornholm Passagier- und Postflugverbindung eröffnet.

Vizeluiftmarschall Boyd Awer Tudor, erst kürzlich dem Befehlshaber der
Luftstreitkräfte im Nahen Osten zugeteilt, wurde am 20. 11. über Sizilien mit
seinem Wellington von ital. Jagdfliegern zur Landung gezwungen und gefangen-
genommen. Vgl. ital. Wehrmachtsbericht.

Engi. Luftwaffe, Veränderungen. Luftmarschall Sir Hugh Dowding jetzt als.
Berater der englischen Einkaufskommission in USA zugeteilt. Nachfolger als Kom-

*) Für diesen in neuzeitlicher Entwicklung immer mehr in den Vordergrund
tretenden rohrförmigen Körper, der im allgemeinen Luftmaul, Verdichter, Brenn-
kammer, Brennkraftmaschine (Motor oder Gasturbine) und Rückstoßdüse umfaßt,
fehlt es noch an einer kurzen treffenden Bezeichnung — etwa „Strahlrohr‘‘?

Nr. 25/1940, Bd. 32 „rFLUGSPORT“ Seite 435

mandeur des Jagdfliegerkommandos Vizeluftmarschall Douglas, dem als Nach-
folger im Generalstab der Luftwaffe Vizeluftmarschall Harris folgt. Vizeluftmar-
schall Boyd, dem Befehlshaber der englischen Luftstreitkräfte im Nahen Osten
zugeteilt, ist bereits von den Italienern gefangengenommen.

Engl. Erfndergeist
hat eine neue schreckliche
Waffe geschaffen. Es han-
delt sich nach „Le Vie
dell’Aria“ um ein Geschoß,
enthaltend Rollen von
35 m langen Stahldrähten,
die an Stelle von Schrap-
nellkuge!ln in einer Höhe
von 6000 m nach Zerplat-
zen der Hülle sich aufrol-
len und die feindlichen
Flugzeuge vernichten sol-
len. In nebenst. Abb. ist

a Zünder, b Mantel,
c Drahtspiralen, d Explo-
sivstoff,

Drahtgeschoß,. FE 7 N NZ
STE NG

.- & a \ \ =
&

Engl. Fliegerangrifie auf Lorient erfolgten am 27. 11. und verursachten in
dieser französischen Hafenstadt in der Bretagne neben Sachschaden an Wohn-
gebäuden 2 Tote und 4 Vermißte unter der französischen Zivilbevölkerung.

Sowietr. Luitwaife hat 20 Kadettenanstalten gegründet, bestehend aus drei
oberen Mittelschulklassen, die die Zöglinge frühzeitig auf den Dienst in der Luft-
waffe vorbereiten und zum neuen Jahre eröffnet werden sollen.

Sow;etr. Zivilluftverkehr unterhält z. Z. Luftverbindungen zwischen Moskau
und Berlin, Stockholm und Sofia, auf dem asiatischen Abschnitt die Luftlinien
Taschkent—Kabul (Afghanistan), Ulan-Ude--Ulan-Bator (äußere Mongolei), Alma
Ata—Urumtschi Hami (China).

Luftwaffe.

Berlin, 15. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz starker Behinderung
durch heftige Stürme führte die Luftwaffe auch am 14. 11. ihre Aufklärungs- und
Angriffsflüge planmäßig durch. 500 km westlich Irland vernichtete ein schweres
Kampfflugzeug einen britischen Handelsdampfer von 5000 BRT. durch zwei Bomben,
die mittschiffs und achtern trafen. Das Schiff geriet in Brand und blieb mit Schlag-
seite liegen. Längs der schottischen Küste wurden zwei Dampfer von 2000 und
7000 BRT. angegriffen. Das größere Schiff sank nach Explosion, während der
andere Dampfer in Seenot geriet. Durch Volltreffer wurde ferner in der nördlichen
Nordsee ein 5000-BRT.-Schiff versenkt. In der Höhe von Great Yarmouth erhielt
ein britischer Zerstörer einen schweren Bombentreffer mittschiffs. — Sturzkampf- -
flugzeuge griffen die Funkstation von Dover an, die drei Volltreffer schweren
Kalibers erhielt. — Im Laufe des Tages kam es trotz der ungünstigen Witterung
über dem Kanal und Südengland zu einer Reihe von schweren Luftkämpfen, die für
unsere Jäger erfolgreich verliefen. — Nach Besserung der Wetterlage konnte die
Luftwaffe in der Nacht zum 15. 11. als Vergeltung für die britischen Angriffe auf
München dem Gegner durch einen Großangriff auf bedeutende Rüstungsziele in
Mittelengland einen außerordentlich schweren Schlag versetzen. Besonders heftig
und erfolgreich war dabei der rollende Angriff starker Kampfverbände der
Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle auf Coventry, wo zahlreiche
Motorenfabriken und große Anlagen der Flugzeugzubehörindustrie sowie andere
kriegswichtige Einrichtungen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers
belegt wurden, die gewaltige Verwüstungen anrichteten. Ungeheure Feuersbrünste,
die von großen Rohstofflagern genährt wurden, und bis zur Kanalküste sichtbar
waren, vollendeten das Vernichtungswerk. Außer Rüstungsbetrieben wurden in
den Midiands noch ein großes Nachschublager der britischen Luftwaffe und ein
Gaswerk mit sichtbar großer Wirkung angegriffen. — In der gleichen Nacht wurde
der Vergeltungsangriff auf London planmäßig fortgesetzt. Weitere Angriffsziele
waren kriegswichtige Obiekte in Süd- und Mittelengland. — Der Feind versuchte
Seite 436 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

in der Nacht zum 15. 11. die Reichshauptstadt mit stärkeren Kräften anzugreifen;
der geplante Großangriff scheiterte aber an der durchschlagenden Wirkung der
Flakartillerie. Nur zwölf englische Flugzeuge gelang es indessen, Berlin zu er-
reichen. Davon wurden drei über der Stadt selbst, drei weitere im Vorfe!d Berlins
durch Flakartillerie abgeschossen. Sechs britische Bombenilugzeuge waren bereits
im Westen kurz nach Ueberfliegen der Küste durch Flakartillerie abgeschossen
worden. Die feindlichen Bomben richteten nur geringen Personen- und einigen
Gebäudeschaden an. — In Hamburg und Bremen sowie an zwei anderen Stellen
in Norddeutschland wurden einige Bomben abgeworfen. — Der Gegner verlor im
Laufe des 14. 11. und in der Nacht zum 15. 11. zwanzig Flugzeuge, davon sieben
im Luftkampf, zwölf durch Flakartillerie und eins durch Marineartillerie. Fünf
eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück.

Berlin, 16. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 15. 11. und in der Nacht
zum 16. 11. setzten unsere Kampfflieger die Vergeltungsangriffe auf London fort
und erzielten zahlreiche Treffer, besonders auf Verkehrsan'agen, in den Victoria-
Docks und anderen kriegswichtigen Z‘elen. Auch sonstige Orte in Süd- und
Mittelengland wurden mit Bomben belegt. — Die Verminung britischer Häfen nahm
ihren Fortgang. — Ein deutscher Fernbomber griff 7C0 km westlich Irland einen
großen Geleitzug an und warf trotz heftiger Abwehr durch die begleitenden
Zerstörer einen Frachter von 9500 BRT. und ein Handelsschiff von 16000 BRT.
in Brand. Die Schiffe blieben mit Schlagseite liegen. — Britische Flugzeuge griffen
in der Nacht zum 16. 11. vor allem Hamburg an. Die angerichteten Schäden stehen
in keinem Verhältnis zu dem Einsatz und konnten in den meisten Fällen schnell
behoben werden. In einer Werft wurde ein Verwaltungsgebäude beschädigt. Ein
Getreidesilo geriet in Brand, der aber sofort gelöscht werden konnte. Auch ein
Krankenhaus wurde wieder angegriffen. An anderen Stellen, an denen Bomben
abgeworfen wurden, ist der angerichtete Sachschaden ebenfalls gering. Einige
Tote und Verletzte sind zu beklagen. — Deutsche Jäger schossen im Laufe des
Tages sieben feindliche Flugzeuge im Luftkampf ab. Die F’akartillerie brachte in
der letzten Nacht fünf, die Marineartillerie in der Nacht zum 15. 11. ein britisches
Flugzeug zum Absturz. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt. — Das Jagd-
geschwader Freiherr von Richthofen errang unter Führung des Maiors Wick
seinen 500. Luftsieg.

Berlin, 17. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei den Vergeltungsangriffen
auf London in der Nacht vom 15. zum 16. 11. wurden, wie nachträglich gemeldet
wird, Treffer auf die Waterloo-Brücke, auf einen Bahnhof in Paddington, auf ein
Gaswerk in Keunington sowie auf ein weiteres in der Nähe der Commercial-Docks
erzielt. Bei letzteren konnten große Brände beobachtet werden. In verschiedenen
Städten Südenglands, wie in Portsmouth und Southampton, wurden kriegswichtige
Ziele schwer getroffen. — Am 16. November wurden die Angriffe auf London
fortgesetzt und verschiedene Orte an der Südostküste Englands mit Bomben belegt.
Im Laufe des Tages griffen deutsche Kampfflugzeuge wieder zahlreiche Schiffsziele
an. Dabei wurde ein Handelsschiff von etwa 8000 BRT., ein Tanker von 3000 BRT.
und ein Frachter von 2000 BRT. versenkt. Zwei weitere Frachter wurden schwer
beschädigt. — Die Verminung britischer Häfen nahm ihren Fortgang. — Die
britischen Flugzeuge, die in der Nacht zum 17. 11. in Deutschland einflogen, griffen
besonders Hamburg, Bremen und Kiel an. An kriegswichtigen Zielen wurde nur
sehr geringer Schaden angerichtet. Eine Brandbombe fiel in ein Trockendock,
konnte aber sofort gelöscht werden. Ein Lazarett wurde angegriffen, aber die
zahlreich abgeworfenen Bomben fielen in den Garten, ohne Schaden anzurichten.
Weitere Angriffe richteten sich gegen Wohnviertel und Siedlungen. Es entstanden
mehrere Dachstuhlbrände, die aber rasch gelöscht wurden. Ein großer Teil der
Bomben fiel in die Elbe oder in freies Gelände. Vierzehn Tote und mehrere Ver-
letzte sind zu beklagen. — In der Nacht zum 16. 11. wurde an der nordfranzösischen
Küste ein feindliches Flugzeug von Marineartillerie, in der Nacht zum 17. ein
anderes bei Hamburg durch Flakartillerie und ein drittes durch Nachtjäger abge-
schossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 18. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff in der
Nacht vom 16. zum 17. 11. und am 17. 11. London und kriegswichtige Ziele im
Süden der britischen Insel sowie Rüstungsziele in Mitteleng'and erfolgreich an. —
Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es, ein Handelsschiff und einen
Minenleger zu versenken, ein anderes Handelsschiff schwer zu treffen. — In der
Nacht zum 18. 11. warfen britische Flugzeuge in Westdeutschland an mehreren

Nr. 25/1940, Bd. 32 .FLUGSPORT“ Seite 437

Stellen Bomben. In einem Eisenwerk und in einer Ziegelei entstandene Brände
konnten durch den tatkräftigen Einsatz der Werkfeuerwehr sofort gelöscht werden.
Ferner waren zwei Friedhöfe und wieder Wohnviertel das Ziel britischer Bomben-
angriife. Dabei wurden einige Häuser beschädigt und eine geringe Anzahl Personen
verletzt. — In den Luftkämpfen über dem Kanal wurden gestern drei britische
Flugzeuge abgeschossen. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Ein Jagd-
geschwader unter Führung des Maiors v. Maltzahn errang am 15. 11. seinen
501. Luftsieg.

Berlin, 19. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Angriffe auf kriegswichtige
Ziele in England wurden in der Nacht vom 17. zum 18. 11. fortgesetzt. Außer London
waren mehrere Orte an der Südküste Englands, darunter vor allem Hafen- und
Industriean'agen in Southampton sowie Rüstungswerke in Mittelengland das Ziel
der Bombenangriffe. — Kampfflugzeuge des italienischen Fliegerkorps griffen eine
Stadt an der Ostküste Eng’ands mit gutem Erfolg an. — Bei Angriffen auf Schiffs-
zie!e und Geleitzüge an der britischen Ostküste gelang es, zwei Handelsschiffe mit
ie 3000 BRT. zu versenken und drei weitere schwer zu beschädigen. — Nächtliche
Angriffe einer geringen Zahl britischer Flieger auf deutsches Gebiet waren wir-
kungslos. — Flugzeugverluste sind nicht eingetreten.

Berlin, 20. 11. 49. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Zur Vergeltung für die
britischen Angriffe auf Wohnviertel in Hamburg, Bremen und Kiel belegten in der
Nacht vom 19. zum 20. 11. starke Kampfverbände der Generalfeldmarschälle
Kesselring und Sperrle die Zentren der britischen Rüstungs- und Versorgungs-
industrie von Birmingham mit Bomben. In rollendem Angriff warfen Hunderte von
Kampfflugzeugen über 500 000 kg Bomben, auch der schwersten Kaliber, ab. Die
weithin sichtbaren Brände und Explosionen waren noch umfangreicher als bei dem
Angriff auf Coventry. — In der Nacht vom 18. zum 19. 11. setzte die Luftwaffe im
übrigen ihre Angriffe auf London und andere wichtige Ziele in Süd- und Mittel-
england fort. Eine Anzahl von Flugplätzen, wie Marhan, Norwich-Latton und
Cranwell wurden mit Bomben belegt und dabei Hallen und Unterkünfte in Brand
gesetzt und zerstört. Liverpool, Southampton und andere Häfen an der Kanalküste
waren ebenfalls das Ziel deutscher Luftangriffe. — Im Seegebiet vor der englischen
Ostküste gelang es leichten Kampfflugzeugen, drei Handelsschiffe mit Erfolg anzu-
greifen. — In der Nacht zum 20. 11. warfen britische Flugzeuge im Reichsgebiet
Bomben auf Wohnviertel und sonstige Ziele ohne militärische Bedeutung. — Der
größte Teil der feindlichen Flugzeuge, die gegen die Reichshauptstadt anflogen,
wurde durch Abwehrfeuer vorzeitig abgedrängt. Ein Flugzeug warf seine Bomben
auf die historische Stadt Potsdam. Der hier wie an anderen Stellen Deutschlands
angerichtete Sachschaden ist unbedeutend und beschränkt sich im allgemeinen auf
leichte Beschädigungen von Wohnhäusern und Straßen. Wiederum wurden mehrere
Krankenhäuser getroffen. — Zwei britische Bombenflugzeuge wurden bei Nacht
vor Erreichen ihres Zieles durch Flakartillerie abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge
werden vermißt.

Berlin, 21. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum 20. 11.
setzte die Luftwaffe über den bereits gemeldeten Großangriff auf Birmingham
hinaus ihre Vergeltungsflüge gegen London fort. Weitere Angriffe richteten sich

une ng ee EEE.

Reichsmärschall Göring auf einem Gefechtsstand an der Kanalküste.
Bild PK-Eiter-Lange- Weltbild.

Seite 438 „ETLUGSPORT"“ Nr. 25/1940, Bd. 32

gegen die Hafenanlagen von Weymouth, Nordhampton, Bournemouth und andere
kriegswichtige Ziele. — Im Laufe des Tages beschränkte sich infolge der Wetter-
lage die Tätigkeit auf bewaffnete Luftaufklärung. — In der Nacht zum 21. 11. griffen
britische Flugzeuge in West- und Nordfrankreich einige deutsche Flugplätze an.
Kein einziges Ziel wurde jedoch getroffen. Auch Angriffe auf einige Orte in West-
deutschland waren ohne nennenswerten Erfolg. Lediglich in einem Hüttenwerk
wurden eine Werkshalle und eine Gasleitung getroffen. Der entstandene Schaden
wurde in kürzester Zeit durch das Eingreifen des Werkschutzes behoben. — Zwei
eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 22. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte auch
in der Nacht vom 20. zum 21. 11. erfolgreich Vergeltungsangriffe gegen London,
Birmingham und andere Rüstungswerke in Mittelengland sowie gegen Hafenan!agen
und Versorgungsbetriebe in Südengland. Zahlreiche Brände waren die Folge. —
Im Laufe des 21. 11. wurde im Zuge der bewaffneten Aufklärung London und
kriegswichtige Ziele in Süd- und Südostengland mit Bomben belegt. Eisenbahn- und
Fabrikanlagen erhielten Treffer. — Das Verminen britischer Häfen wurde fort-
gesetzt. — In der Nacht vom 21. zum 22. 11. flogen keine feindlichen Flugzeuge in
deutsches Reichsgebiet ein. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 23. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 21. zum
22. 11. setzte die Luftwaffe ihre Vergeltungsangriffe gegen London fort und griff
wieder Birmingham und Coventry sowie Bristol und Southampton an. Am Tage
nahmen die Angriffe auf London, Brighton und andere kriegswichtige Zie'’e ihren
Fortgang. In Mittelengland bombardierten Kampfilugzeuge mehrere Flugplätze und
setzten Hallen und Unterkünfte in Brand. — An der Südküste Englands sowie bei
Lincoln wurden Verkehrsanlagen umfangreich mit Bomben belegt. Bei Angriffen
auf Geleitzüge erhielten zwei Frachter schwere Beschädigungen durch Bomben-
treffer. — In der Nacht vom 22. zum 23. 11. griffen britische Flugzeuge in West-
frankreich und Westdeutschland vor allem wieder Wohnviertel an. Entstehende
Dachstuhlbrände konnten durch das Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes
rasch gelöscht werden. Sieben Zivilpersonen sind getötet, etwa 20 verletzt worden.
— Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen, ein eigenes
Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 24. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 22. auf den
23. 11. setzte die Luftwaffe ihre Vergeltungsflüge gegen London mit großem Erfo!ge
fort und griff mit starken Verbänden erneut die Anlagen der britischen Rüstungs-
industrie in Birmingham an. Mehrere hundert Flugzeuge warfen hier in rollendem
Angriff über 300 000 kg Bomben. Im Schein der Leuchtbomben und Feuersbrünste
war deutlich zu beobachten, daß zahlreiche kriegswichtige Fabrikan'agen zerstört
sind. Bei einem in den frühen Morgenstunden des 23. 11. durchgeführten Luft-
aneriff auf die Waffenwerke in Grantham entstanden dort mehrere Brände. Weiter
richteten sich Bombenangriffe gegen Portland, Southampton, Portsmouth und
andere kriegswichtige Ziele in Südengland. — Das Verminen britischer Höfen
wurde in verstärktem Umfange fortgesetzt. — Im Laufe des 23. 11. warfen Flug-
zeuge im Zuge der bewaffneten Aufklärung Bomben auf London. — Die Mehrzahl
der in der letzten Nacht in das Reichsgebiet einfliegenden britischen Flugzeuge
konnte infolge der starken Flakabwehr ihr Ziel nicht erreichen und warf daher
die Bomben in freies Gelände ab. In einem kleinen Ort trafen sie Wohnhäuser und
verletzten mehrere Zivi!personen.

Berlin, 25. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe der
Luftwaffe gegen London dauerten auch in der Nacht vom 23. zum 24. 11. an.
Battersea, Southwark und andere Stadtviertel waren Zie'e erfolgreicher Bomben-
würfe. Zahlreiche deutsche Kampfgeschwader griffen außerdem, wie bereits ge-
me'det, in pausenlosem Angriff Southampton mit Bomben aller Kaliber an. In
Hafen- und Industrieanlagen brachen ungeheure Brönde aus, die bis nach Frank-
reich hinein sichtbar waren. Auch verschiedene kriegswichtige Ziele an der West-
und Südküste Eng’ands wurden erfolgreich bombardiert. — Das Verminen der
britischen Küste nahm seinen Fortgang. — Am Tage griffen deutsche Flugzeuge im
Verlauf bewaffneter Aufklärung London und einige Orte an der Kana'küste mit
Bomben an. — In der Nacht zum 25. 11. warfen britische Flugzeuge in Nord-
deutsch'and einige Bomben, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen. Die Me'dung
des britischen Informationsministeriums, daß in der Nacht zum 24. 11. britische

Flugzeuge in Berlin Bahnhöfe mit Bomben belegt haben, ist falsch. Kein einziges

Nr. 25/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 439

feindliches Flugzeug hat in dieser Nacht Berlin überflogen. — Ein britisches Flug-
zeug wurde im Luftkampf abgeschossen, drei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 26. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte auch in
der Nacht zum 25. 11. erfolgreiche Vergeltungsangriffe auf London durch. Nament-
lich im Zentrum der Stadt und auf beiden Themseufern waren heftige Explosionen
und Brände zu beobachten. — Andere starke Kampffliegerverbände waren, wie
bereits gemeldet, in der gleichen Nacht auf kriegswichtige Ziele in Bristol angesetzt.
Mehrere Stunden hindurch griffen sie mit Brand- und Sprengbomben schwersten
Kalibers Hafen- und Industrieanlagen sowie Versorgungseinrichtungen an. Im
ganzen Gebiet fielen zahlreiche Lagerhäuser mit Rohstoffvorräten und deren Ver-
arbeitungsanlagen den verheerenden Feuersbrünsten zum Opfer. Drei Gasanstalten
wurden vernichtet, eine Großmühle durch Feuer zerstört. Der Angriffsraum von
Bristol war, wie Augenerkundung am folgenden Tage bestätigte, ein einziger großer
Brandherd. — Weitere Angriffe richteten sich in der gleichen Nacht gegen einige
andere Städte in den Midlands und in Südengland. Infolge ungünstiger Wetterlage
herrschte am 25. 11. tagsüber nur geringe Kampftätigkeit. Kleine Verbände leichter
Kampfflugzeuge belegten verschiedene kriegswichtige Ziele in Südengtand erfolg-
reich mit schweren Bomben. — Britische Häfen und Schiffahrtswege wurden pian-
mäßig weiter vermint. — In der letzten Nacht warf der Feind in Nordwestdeutsch-
land an einigen Stellen Bomben, die aber nur in einem Dorfe geringen Sachschaden
anrichteten. — Der Gegner verlor gestern zwei Flugzeuge, von denen eines im
Luftkampf, eines durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Eigene Verluste ent-
standen nicht.

Berlin, 27. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei sehr ungünstiger Wetter-
lage beschränkte sich in der Nacht vom 25. zum 26. 11. und am 26. 11. die Tätigkeit
der Luftwaffe auf bewaffnete Aufklärung und Einzelunternehmungen. In Avonmouth
riefen nächtliche Bombenangriffe mehrere Brände hervor. — Bei Angriffen auf
Geleitzüge wurden bei Falmouth ein Begleitschiff von 7000 BRT. versenkt, vor der
Themsemündung zwei Handelsschiffe mittlerer Größe durch Bombentreffer be-
schädigt, bei Avonmouth ein kleines Handelsschiff durch Flugzeugkanonen in Brand
geschossen. — Auch gestern wurden britische Häfen weiter vermint. — Britische
Flugzeuge warfen im Reichsgebiet vereinzelt Bomben. Es wurden einige Wohn-
häuser beschädigt und dabei mehrere Zivilpersonen getötet oder verletzt. — Bei
erfolglosen Angriffen britischer Flugzeuge auf deutsche Vorpostenboote gelang es,

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz:
Von links n. rechts: Oben: Mai. Hahn, Hptm. Storp, Mai. Kleß, Mai. Petersen,
Obltn. Peltz. — Unten: Hptm. Knapp, Hptm. Kaldrack, Hptm. Nacke, Hptm. Bertram,
Oberst Angerstein. Weltbild

Seite 440 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

wie bereits bekanntgegeben, in der Nordsee einem Boot, ein feindliches Flugzeug
abzuschießen. Ein weiteres Flugzeug wurde durch Flakartillerie brennend abge-
schossen. — Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 28. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die anhaltend ungünstige
Wetterlage schränkte die Tätigkeit der Luftwaffe ein. Trotzdem warfen in der
Nacht zum 27. 11. und gestern bei Tage Kampfflugzeuge Bomben auf London und
Avonmouth. Ein Kampfflugzeug griff bei eintretender Dunkelheit ein Rüstungswerk
bei Burntisland im Tiefflug an und erzielte zwei Volltreffer in einer großen Vor-
halle. Weiter wurden Grimsby, der Flugplatz Great-Drieffield und ein Flugplatz bei
Lincoln bombardiert. Es gelang, mehrere schwere Treffer zu erzielen. — In der
letzten Nacht beschädigten einige britische Flugzeuge in Westdeutschland durch
Bombenabwurf eine Anzahl Wohnhäuser. Vier Zivilpersonen wurden getötet,
mehrere verletzt. — Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, fünf eigene
Flugzeuge werden vermißt.

Italien.

Rom, 15. 11. 49. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe unter-
nahm wiederholt Aktionen normaler Bombenangriffe sowie auch solche mit Sturz-
kampffliegern auf die militärischen Ziele von Korfu, Larissa und Argostoli, auf die
Landenge des Presbasees, die unterbrochen wurde, auf Artilleriestellungen, auf das
Flugfeld von Florina, wo fünf Flugzeuge am Boden zerstört oder schwer beschädigt
wurden, auf das Gebiet Joannina-Kalibaki-Metzova, auf den Corcianoabschnitt, auf
die Sudabucht (Kreta). Bei den Luftkämpfen wurden dreizehn feindliche Flugzeuge
von verschiedenen Typs (z.B. Blenheim und Potez) abgeschossen. Der Abschuß
von zwei weiteren Flugzeugen ist wahrscheinlich. Vier unserer Flugzeuge wurden
bei den Kämpfen getroffen, konnten aber in den Flughäfen landen. Ein italienisches
Flugzeug fehlt. — Unsere Fliegerstaffeln bombardierten wiederholt die Flottenbasis
von Alexandria, die Eisenbahnlinie bei Marsa Matruk, das Flugfeld von Bir Ama
Smeit, wobei einige Flugzeuge vom Blenheim-Typ am Boden getroffen wurden.
Alle unsere Flugzeuge sind von unseren Aktionen zurückgekehrt. Ein Luftangriff
auf EI Maktila hat weder Opfer verlangt noch Schäden verursacht. — In Ostafrika
haben feindliche Luftangriffe auf Cherem, Agordat, Gura, Diredaua, Asmara, Assab
und die Insel Difnein geringfügigen Schaden angerichtet und leichte Verluste unter
den Eingeborenen verursacht. Auf Grund von nachträglichen Feststellungen ergibt
sich, daß bei unserem Luftangriff auf Port Sudan, der im Wehrmachtsbericht vom
25. Oktober erwähnt worden ist, ein feindlicher Dampfer versenkt wurde. Ein
feindlicher Luftangriff in der Nähe von Monopolis (Provinz Bari) hat weder Opfer
noch Schaden verursacht. Ein weiterer Luftangriff auf Bari hat geringen Schaden
angerichtet, ein Toter und ein Verwundeter sind zu beklagen.

Rom, 16. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in
Zusammenarbeit mit den Truppen Straßen sowie feindliche Truppenzusammen-
ziehungen bombardiert. Außerdem wurde der Flughafen von Larissa bombardiert,
wo zwei Blenheim-Apparate am Boden zerstört und weitere beschädigt wurden,
sowie der griechische Flottenstützpunkt Navarino. Bei Luftkämpfen wurden neun
feindliche Flugzeuge verschiedenen Typs brennend abgeschossen. — In Nordafrika
hat eine unserer Luftformationen die militärischen Stellungen sowie die Anlagen
des Flurhafens von Marsa Matruk mit Maschinengewehren beschossen. Weitere
eigene Flugzeuge haben den Flottenstützpunkt von Alexandrien, den Bahnhof von
Marsa Matruk und Maaten Bagush sowie die Eisenbahn neuerdings bombardiert,
wobei Brände hervorgerufen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt.
Die feindliche Luftwaffe hat Angriffe auf Bir Sofafi, Sidi Barani, Sollum und Bardia
unternommen, ohne Schäden oder Opfer zu verursachen. — Unsere durch die
internationalen Kennzeichen deutlich erkennbaren Rote-Kreuz-Flugzeuge sind in
Ausübung ihrer Tätigkeit auf der Höhe von Sidi Barani von feindlichen Jägern
angegriffen worden. Eines von ihnen wurde versenkt, seine Besatzung gerettet. —_
In Ostafrika hat unsere Luftwaffe die feindlichen Artilleriestellungen westlich von
Gallabat bombardiert. Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Cassa!a und Assab,
ohne Schaden anzurichten, ferner auf Diredaua und Giavello, wobei leichter
Sachschaden und keine Opfer verursacht wurden. In der Nacht vom 15. zum 16.
unternahm der Feind mit zahlreichen Flugzeugen einen Angriff auf Brindisi. Das
sofortige wirksame Eingreifen der Flak verhinderte, daß Bomben auf die Wohn-
viertel abgeworfen wurden. Zahlreiche Bomben sind ins Meer gefallen oder auf
offenes Feld und verursachten kleine Brände, die sofort gelöscht wurden. Ferner
wurde ein Haus zerstört. Ein feindliches Flugzeug ist wahrscheinlich abgeschossen

er

Nr. 25/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 441

worden, während zwei andere von der Luftabwehr getroffen wurden. Opfer sind
nicht zu beklagen.

Rom, 17. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
in enger Zusammenarbeit mit den Truppen Straßen, Eisenbahnen. feindliche Stel-
lungen und Artilleriestellungen bombardiert, wobei Brände und Explosionen hervor-
gerufen, Verbindungsstraßen unterbrochen und Truppenzusammenzienungen ge-
troffen wurden. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. — Unsere Luft-
formationen haben die Hafenanlagen von Suda (Kreta) sowie den Hafen von
Alexandria (Aegypten) bombardiert. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe die
feindlichen Flugzeugstützpunkte von EI Daba und Maaten Bagush bombardiert,
wo sich ein ausgedehnter Brand entwickelte, ferner die Anlagen von Marsa Matruk
und die Eisenbahnlinie zwischen Marsa Matruk und Bir Amasin. Ein in Fahrt
befindlicher Güterzug von etwa 30 Wagen erhielt mehrere Volltreffer durch Brand-
bomben und wurde außerdem mit Maschinengewehrfeuer bestrichen. Truppenlager
sowie etwa 30 feindliche motorisierte Waffen wurden bei Alam el Islaguiya (40 km
sädlich von Sidi el Barani) im Tiefflug unter Maschinengewehrfeuer genommen und
mit Sprengbomben belegt, wobei schwere Schäden und Brände verursacht wurden.
Feindliche Flugzeuge, die sofort von der Flak unter gut gezieltes Feuer genommen
wurden, haben wahllos Bomben auf Sollum, Bardia, Derna, Bomba und Bengasi
abgeworfen, die insgesamt zwei Verwundete, aber keine Materialschäden zur
Folge hatten. — Ein feindliches Flugzeug vom Lysandertyp ist von unseren Jägern
brennend abgeschossen worden. In der Hitze der Verfolgung ist eines unserer
Flugzeuge im Tiefflug am Boden zerschellt. — Von Italienisch-Ostafrika aus hat
eine unserer Flugformationen die Anlagen von Port Sudan bombardiert und einen
der angreifenden feindlichen Jäger vom Glostertyp abgeschossen. — Feindliche
Angriffe auf Decamere, Asmara und Massaua haben weder Opfer noch Schäden
verursacht. — Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Bari abgeworfen und dabei
zwei Verwundete und fast unbedeutenden Schaden verursacht, ferner auf Monopoli,
wo einige Wohnhäuser zerstört wurden und ein Toter zu beklagen ist.

Rom, 18. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
in enger Zusammenarbeit mit den Truppen in den Abschnitten von Kalibaki und
Konitza bei heftigen wiederholten Bombenangriffen Brücken und Verbindungs-
straßen unterbrochen. Weiterhin wurden Verteidigungsanlagen und Barackenlager
getroffen, wobei heftige Brände und Explosionen ausgelöst wurden. Außerdem
wurden feindliche Kraftwagen getroffen und Flakstellungen mit Maschinengewehren
beschossen. Weitere Flugzeuge bombardierten den Stützpunkt Korfu. Zwei unserer
Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Ein feindliches Flugzeug vom Blackburn-
Shark-Typ ist in der Nähe von Sizilien abgeschossen worden. Die aus einem Offizier
und einem Unteroffizier bestehende Besatzung wurde gefangengenommen. — Unsere
Flugzeuge haben die Flottenstützpunkte Suda (Kreta) und Alexandrien (Aegypten)
bombardiert und im Innern des Hafens von Alexandrien ein Schiff getroffen. Ein
feindlicher Kreuzer vom Leander-Typ wurde von einem unserer Flugzeuge beim
Hafenausgang von Alexandrien mit Torpedos getroffen. — In Nordafrika haben
unsere Flugzeuge die Eisenbahn Fuka el Daba und die von Marsa Matruk bombar-
diert. Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Bengasi geworfen, wobei eine Frau
und ein Kind getötet und sechs Personen verwundet wurden, darunter zwei Frauen
und ein Kind. Außerdem wurde an Wohnhäusern Schaden angerichtet. Angriffe auf
Bardia blieben ohne Folgen. — Feindliche Flugzeuge haben Agordat bombardiert,
ohne Opfer zu fordern. Leichte Schäden. Ein feindliches Flugzeug ist in der Nähe
des Rudolfsees abgeschossen worden.

Rom, 19. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftverbände
haben heftig die feindlichen Positionen angegriffen. wobei Explosionen verursacht
und Truppenansammlungen im Tiefflug mit Maschinengewehren beschossen
wurden. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge
ist nicht zurückgekehrt. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe Flughafenan'azen,
die Stellungen und die Barackenlager der Oase Siwa angegriffen und im Tiefflug
beschossen, wobei alle Ziele getroffen und schwerer Schaden verursacht wurde.
Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Tobruk und
Bardia erfolglos sowie Sollum, wo es drei Tote und fünf Verwundete gab. bombar-
diert. — In Ostafrika hat der Feind Luftangriffe auf Agordat, Corondil, Buna und
Gherille durchgeführt, die keine schweren Folgen hatten.

Rom, 20. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in
enger Verbindung mit den Landstreitkräften die feindlichen. Truppen im Tiefflug
Seite 442 .„FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

angegriffen ünd mit Maschinengewehren beschossen, wobei Straßen, Barackenlager
und Truppenkonzentrationen getroffen worden sind. Außer den drei bereits im
italienischen Wehrmachtsbericht vom 19. 11. als abgeschossen angegebenen Flug-
zeugen sind weitere fünf feindliche Flugzeuge in Flammen zum Absturz gebracht
worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Nordafrika hat eine
unserer Luftformationen eine starke Gruppe feindlicher Panzerwagen südöstlich
von Sidi Barani gesichtet und ihr im Tiefflug zahlreiche Verluste beigebracht, indem
sie einen Teil der Panzerwagen zerstörte und den Rest in die Flucht schlug. Unsere
Luftformationen haben die zum Schutze eingesetzten englischen Jagdflieger ange-
griffen und sechs Flugzeuge vom Glostertyp in Flammen abgeschossen. Außerdem
sind fünf feindliche Tanks, ein Dutzend Panzerwagen und einige Kanonen vernichtet
worden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt. Die
Luftformationen haben den Hafen von Alexandria, die Kaianlagen der Insel Ras el
Tin, den Flughafen, im Nifisha-See vor Anker liegende Schiffe (südlich von Ismailia),
die Eisenbahnan!agen von El Hamman, die An’agen von El Hassab und von Bir
Auani (südöstlich von Marsa Matruk) bombardiert, wobei Brände, Explosionen und
sichtbare Schäden entstanden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Feind-
liche Flugzeuge haben wiederholt Tobruk bombardiert. ohne Schaden zu ver-
ursachen, ebenso Bengasi, wobei leichte Sachschäden entstanden und eine
Mohammedanerin verletzt wurde. — Unsere Bomber haben feindliche Zeltlager
bei Aroma und bei Kascim el Ghirba bombardiert. Feindliche Flugzeuge haben
Bardera, Decamere, Agordat, Kheren und Massaua bombardiert. Es hat keine Opfer
und nur unbedeutenden Schaden gegeben. — Feindliche Flugzeuge haben versucht,
an den westlichen Küsten Süditaliens einzufliegen. Angesichts der sofortigen Reak-
tion der Flugabwehr haben sie sich zurückgezogen, ohne Bomben abzuwerfen.

Rom, 21. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
den feindlichen Stützpunkt von Prevesa und militärische Ziele in den Abschnitten
von Trikka'a und im Gebiet von Kortscha bombardiert. Vier unserer Flugzeuge
sind nicht zurückgekehrt. — Einer unserer Luftverbände hat die militärischen Ziele
von Malta angegriffen und dabei den Flughafen von La Venezia, die Befestigungs-
werke und das Arsenal von La Valetta getroffen, wo ein heftiger Brand verursacht
wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Ein englisches Flugzeug vom
Wellington-Typ ist zur Landung in Sizilien gezwungen worden. Die siebenköpfige
Besatzung, darunter der Vizeluftmarschall Boyd Owen Tudor, ein Maior und drei
andere Offiziere, wurden gefangengenommen. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe
einen neuen glänzenden Erfolg erzielt. Einer unserer Jagdverbände hat eine zahlen-
mäßig weit überlegene feindliche Jagdformation entschlossen angegriffen. Bei dem
Kampf wurden sieben feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht, vier
Gloster, zwei Hurricane wnd eine Blenheim. Drei unserer Flugzeuge sind nicht
zurückgekehrt. — Unsere Luftformationen haben die Eisenbahnlinien Alexandria—
Kairo und Alexandria—Marsa Matruk, den Flughafen von Bir Abu Batta, südlich
von Marsa Matruk, und feindliche Lager längs der Straße Marsa Matruk—Bir
Kenays bombardiert. — Feindliche Flugzeuge haben ohne Erfolg Bomben auf den
Hafen von Tobruk abgeworfen. — Unsere Flugzeuge haben den Bahnhof von
Showak (Sudan), Truppenkonzentrationen in Ghedaref, Lastwagen- und Flakstel-
lungen westlich von Gallabat und auf den Reyan-Berg sowie den Hafen von Aden
bombardiert. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Feindliche Flug-
zeuge haben Bomben auf Assab abgeworfen, die fünf Tote und neun Verwundete
unter den Eingeborenen zur Folge hatten. Ein feindliches Kriegsschiff, das versuchte,
sich dem Hafen von Chisimaio zu nähern, ist von unserer Luftwaffe angegriffen und
zum Rückzug gezwungen worden.

Rom, 22. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Trotz der außerordent-
lich schlechten Witterungsverhältnisse hat unsere Luftwaffe mit den Truppen zu-
sammengewirkt, indem sie einige feindliche Ziele bombardierte. — In Nordafrika
haben unsere Luftverbände die Eisenbahnlinie und die feindlichen Stellungen von
Marsa Matruk bombardiert. Aus weiteren Feststellungen geht hervor, daß während
des Kampfes vom 19. 11. ungefähr zehn feindliche Panzerwagen, darunter vier
mittleren Typs, vernichtet und etwa zwanzig Lastwagen beschädigt worden sind.
Die dem Feinde zugefügten Verluste sind beträchtlich. — Feindliche Einflüige haben
bei Sollum, Bardia, Tobruk und Benghasi stattgefunden. Sehr leichter Sachschaden.
— Feindliche Flugzeuge haben die Zone östlich von Sidi Barani und unsere Stel-
Jungen in U’adi und Makti'a beschossen. wobei weder Opfer noch Schaden ver-
ürsacht wurden. > Im Aegäischen Meer haben feindliche Flugzeuge wahllos Bomben

Nr. 25/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 443

auf Leros abgeworfen, von denen die Mehrzahl ins Wasser fiel und weder Opfer
noch Sachschaden verursacht worden. — In Ostafrika haben unsere Flugzeuge den
Flugplatz von Roseires bombardiert, wobei ein Brand verursacht wurde. Im Verlauf
des im Wehrmachtsbericht vom Donnerstag gemeldeten Angriffes unserer Luft-
waffe auf den Hafen von Aden wurden ein Dampfer und die Anlagen des Flughafens
getroffen. — Feindliche Flugzeuge haben Assab bombardiert, wo es keine Opfer
gab, jedoch das Eingeborenendorf schwer beschädigt wurde. In Massaua, Decamere,
Asmara weder Verluste noch Opfer; in Hargeisa ein Toter und fünf Verwaundete, in
Asosa (südlich von Kurmuk) acht Verwundete unter den Italienern und Eingeborenen.

Rom, 23. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
zahlreiche Ziele der gegnerischen Stellungen, insbesondere im Abschnitt von
Kortscha, bombardiert und dabei Straßenknotenpunkte, Truppenzusammenziehungen
und feindliche Stellungen getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. —
In Nordafrika haben feindliche Luftangriffe auf den Golf von Bomba einige Schäden
angerichtet. Luftangriffe auf Bardia und Derna richteten keinen Schaden an. Eines
unserer am 21. 11. als nicht zurückgekehrt gemeldeten Flugzeuge ist einschließlich
des Piloten innerhalb unserer Linien aufgefunden worden. — In Ostafrika hat
unsere Luftwaffe den Flughafen von Roseires bombardiert und dabei am Boden ein
Flugzeug vom Wellesley-Typ in Brand geworfen sowie ein weiteres beschädigt.
Andere Luftformationen haben die feindlichen Stellungen jenseits von Gallabat,
wobei ein heftiger Brand ausgelöst wurde, sowie Fort Sudan bombardiert. Unsere
Flieger schossen von fünf angreifenden Jägern vom Glostertyp zwei ab und kehrten
alle zu unseren Stützpunkten zurück. — Feindliche Flieger haben Cassala bombar-
diert und ein Feldlazarett in Brand geworfen. — Feindliche Luftformationen haben
Bomben auf Bari abgeworfen, wodurch vorwiegend Privathäuser getroffen, eine
Frau getötet und fünf Personen, darunter eine Frau und zwei Kinder, verwundet
wurden. Kleine Brände wurden sofort gelöscht.

Rom, 24. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nähe von
Pantelleria ist ein Flugzeug des Blenheim-Typs von unseren Jägern erreicht und.
in Flammen abgeschossen worden. — Im Verlauf eines Offensivfluges über Malta
haben unsere Jagdflugzeuge den Feind zum Kampf gestellt und sechs feindliche
Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht. Anschließend hat eine unserer Bomber-
iormationen die Flughäfen von Micabba und Hal-Far angegriffen, wobei Volltreffer
erzielt wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Im Aegäischen Meer
sind feindliche Segelschiffe von unseren Fliegern in der Nähe der Insel Samos
bombardiert und in Brand gesteckt worden. — Ein feindliches Aufklärungsflugzeug
wurde über Chisimaio von unseren Jagdfliegern abgeschossen. Die Besatzung
wurde gefangengenommen. Feindliche Flugzeuge haben erfolglos Bomben bei
Decamere abgeworfen. — Die feindliche Luftwaffe hat einen Nachtangriff auf Turin
und auf Ligurien durchgeführt und Bomben, Brandbomben und Leuchtraketen abge-
worfen. Weder Opfer noch Sachschaden.

Rom, 25. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe bom-
bardierte die feindlichen Stellungen besonders entlang der Küste des Epirus.
Feindliche Flugzeuge machten einen Angriff auf Durazzo, wobei es einige Verwun-
dete gab und leichter Schaden angerichtet wurde. Ein feindliches Flugzeug wurde
abgeschossen. Unsere Jäger verfolgten und erreichten ein feindliches zweimotoriges
Flugzeug vom Wellingtontyp, das nördlich Malta abgeschossen wurde und ins
Meer fiel. Eine unserer Jagdstaffeln machte einen Tiefangriff auf den Flugplatz
Micabba, wobei zahlreiche am Rande des Flugfeldes aufgestellte Flugzeuge unter
Maschinengewehrfeuer genommen wurden; drei von ihnen gingen sofort in Flam-
men auf. Das Feuer breitete sich rasch aus, rief verschiedene außerordentlich heftige
Explosionen hervor und nahm einen solchen Umfang, daß es auch an der sizilia-
nischen Küste sichtbar war. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Unsere
Flugzeuge griffen die Flottenbasis von Alexandria (Aegypten) an, wobei die Ziele
im Hafen wiederholt getroffen wurden. Andere Flugzeuge griffen die militärischen
Anlagen im Gebiet südlich von Marsa Matruk an. Feindliche Flugzeuge warfen
Bomben auf Tobruk und Bardia, wobei leichter Schaden entstand und im letzteren
Ort einige Personen verwundet wurden. Ferner wurden Bomben auf Derna abge-
worfen, wo ein Ferienheim getroffen wurde und fünf Tote und zwei Verletzte zu
beklagen sind. Bei Apollonia wurde im Tiefflug ein Lazarett mit ‚Bomben und
Maschinengewehrfeuer angegriffen, obwohl die Rote-Kreuz- Zeichen ganz klar er-
kennbar sind. Ein Verwundeter ist zu beklagen. — Ein Flugzeug vom’ ‘Blenheimtyp

wurde von unseren Jagdfliegern östlich Amseat erreicht und ‚in ‚Flammen abge:
schossen. .
SrElIna
Seite 444 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1940, Bd. 32

Rom, 26. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in
enger Zusammenarbeit mit den Landstreitkräften über dem ganzen Öperations-
gebiet zahlreiche Angriffe durchgeführt. Straßenknotenpunkte, Brücken, Kraft-
wagenkolonnen und feindliche Truppenzusammenziehungen längs des Kalamastales
in Arta sowie bei Perati und Erseke sind aus der Höhe, im Tiefflug oder im Sturz-
flug einem heftigen Bombardement unterzogen worden. Die Forts der Insel Korfu
sind wiederholt bombardiert und getroffen worden, wodurch heftige Brände und
Explosionen hervorgerufen wurden. Unsere Jäger haben über Durazzo zwei Flug-
zeuge vom Blenheimtyp abgeschossen. Feindliche Flugzeuge haben Leros und
Stampalia angegriffen. Einige Gebäude wurden beschädigt, darunter nur eines von
einigem militärischen Interesse. Weder Tote noch Verwundete. Fünf der angreifen-
den Flugzeuge wurden von der Flak brennend abgeschossen. — Feindliche Flug-
zeuge haben Bomben auf Assab abgeworfen, die einen Toten, vier Verwundete
ind leichte Schäden zur Folge hatten.

" Rom, 27. 11. 40 (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat
ohne Unterbrechung ihre Aktionen gegen die feindlichen Anlagen und Truppen
durchgeführt. Außerdem wurden alle feindlichen Verkehrswege zum Ziel heftiger
Angriffe gemacht. Die Straßenkreuzungen von Perati, Delvinaki und Doliana, die
Zentren von Erseka und Minina, die Brücken über den Kalamas bei Perati und
Minina wurden wiederholt getroffen und unterbrochen. Der Flughafen von Jannina
wurde mit Bomben belegt. — Auf der Insel Korfu wurden das neue Fort, die

Hafenan!axen und die Höhen von Corakiana getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind
zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge bombardierten Valona, ohne Opfer oder
Schaden zu verursachen. — Während einer offensiven Erkundungsaktion über der
Insel Malta wurde ein feindliches Jagdflugzeug im Kampf mit unseren Jägern
abgeschossen und stürzte ins Meer. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückge-
kehrt. — In Nordafrika warfen feindliche Flugzeuge Bomben auf Tripolis, wobei
es im Hafengebiet zwei Verwundete und unbedeutenden Schaden gab. Andere
feindliche Flugzeuge griffen das Fort Maddalena, ferner Garn ul Grein und unsere
benachbarten Stellungen an. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Flak getroffen
und stürzte in Flammen ab. Ein Mitglied der Besatzung rettete sich mit dem Fall-
schirm und wurde gefangengenommen. — Nach zuverlässigen Nachrichten wurden
bei dem von unseren Fliegerstaffeln mit Bomben schweren Kalibers am 19. 11. auf
den Hafen von Alexandria durchgeführten Luftangriff sechs Kriegsschiffe schwer

getroffen, ferner die von der feindlichen Flotte benutzten Reparaturwerkstätten der

Kanalgesellschaft, die Flughäfen von Heluan und Abu Soehr, in welch letzterem
vier Flugzeuge in Brand gerieten, zerstört. — In Ostafrika griffen unsere Flugzeuge
die feindlichen Artilleriestellungen westlich von Gallabat an. — Feindlich: Flug-
zeüge warfen Bomben auf Massaua und Daghile, ohne Opfer zu fordern. — Zu den
fünf feindlichen Flugzeugen, die bei dem im gestrigen Wehrmachtsbericht verzeich-
neten Luftangriff auf Leros abgeschossen wurden, kommt noch ein sechstes von
der Marineflak abgeschossenes Flugzeug hinzu. — Feindliche, über die Schweiz
gekommene Flugzeuge warfen Bomben und Brandbomben auf Turin. Einige Ge-
bäude im Zentrum und an der Peripherie der Stadt wurden beschädigt. Ein Brand,

der in einer Glasbläserei ausbrach, wurde im Keim erstickt. Viele Bomben fielen.

auf freies Feld, wo zwei Bauernhäuser zerstört wurden. Ein Soldat, der Wache
stand, wurde getötet, zwei Personen durch Bombensplitter verwundet.

Rom, 28. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Zwei Luftgeschwader
von insgesamt einigen hundert Maschinen haben auf taktischem Gebiet mit den
Landstreitkräften zusammengearbeitet und außerdem die folgenden feindlichen
Objekte bombardiert: den Flugplatz von Cozani, wo neun Flugzeuge zerstört wur-
den, von denen fünf. verbrannten, den Flugplatz von Florina, wo fünf Jagdflugzeuge
vom PZL-Typ in Brand gesetzt wurden, sowie den Bahnhof Florina. Alle unsere
Tlugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. — Eine unserer Marineforma-
tionen ist gestern nachmittag auf ihrer Fahrt südlich von Sardinien mit einem von
Westen kommenden englischen Geschwader in Kontakt gekommen, das sich aus
einigen Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger und zahlreichen Kreuzern zusam-
mensetzte. Die Flak unserer Einheiten hat zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.
__ Während sich nach Einstellung des Feuers das feindliche Geschwader rasch nach
Südosten entfernte, wurde es etwa 200 km von Sardinien entfernt von einigen un-
serer von Jägern begleiteten Bomberformationen S 79 erreicht. Ein Flugzeugträger,
ein Schlachtschiff und ein Kreuzer wurden von Bomben schweren Kalibers getroffen.
Durch eine darauffolgende Luftaufklärung wurde kontrolliert, daß das Schlacht-
schiff mit einem Brand an Bord still lag. — In den heftigen Luftkämpfen zwischen

Nr. 25/1940, Bd.2  ,„FLUGSPORT“ Seite 445

unseren Jägern und den von dem Flugzeugträger aufgestiegenen wurden fünf
feindliche Flugzeuge abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge CR 42 und ein Erkun-
dungsflugzeug sind nicht zu den Stützpunkten zurückgekehrt.

‚Segelflug

Segelilugbetrieb auf Helgoland ist jetzt unter Führung von NSFK.-Truppf.
Meyer-Eckhardt, nachdem NSFK.-Gruf. Zahn die Mittel zum Bau eines Segelflug-
zeuges und einer eigenen Werkstatt genehmigt hatte, begonnen worden. Ein geeig-
netes Segelfluggelände wurde im Unterland durch Aufschüttung von zwei Start-
hügeln, die Starts nach verschiedenen Windrichtungen gestatten, geschaffen. Bisher
wurden bereits an die 1000 Starts durchgeführt, wobei 22 Männer ihre A- und 7 ihre
B-Prüfung machten.

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Stockbrunnerhof, Bohlhof, Wartenberg und Schallodenbach.

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Charles. Ferner kamen zur Verteilung 2000 $ und Zusatzpreise an: Stanley Cor-
coran, John Robinson, William Putnam, Randall Chapman, Arthur Schultz, Ted

Bellak, Helen Montgomery, Don Wise, Edward Laine, George Hall und Laurence
Edgar.

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Gel Kmeret, L. £

Veraniwortlich für die Redaktion und Verlag: Civil-Ingenieur Oskar Ursinu s, Frankfurt a. M.. Hindenburgolatz 8.
Anzeigenpreis It. Pl. 3. — Druck von H.L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), Frankfurt a. M. Alle Zuschriften
sind :  Abb. 5.

des Schützensitzes erfolgt
ebenfalls durch den Mo- F]
tor G. Das Reflexvisier ist
auf dem Arm J befestigt,
dessenBewegung mit dem
Elektromotor E gekuppelt
ist. Der Handgriff K ist
mit dem Arm J verbunden
und trägt die elektrischen
Auslösehebel für die Waf-
fen. Bei allen besproche-
nen Ausführungen ist ein
Austausch der Waffen.
gegen fotografische Ka-
meras möglich.

Seite 456 ‚„‚FLUGSPORT“ Nr. 26/1940, Bd. 32

Inland. |

Ritterkreuz z. Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber
der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs-
marschall Göring, in der Luftwaffe an Hptm. Adolph, Kmdr. ein. Jagdgr.; Hptm.
Krahl, Führer ein. Jagdgr.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehlshaber
der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 12. 1940: zum General d. Flakartillerie:
Generalleutnant Ruggera; zu Generalleutnanten: die Generalma’ore Vierling, Schulz,
Dierstling, Süßmann, Koch, Somme&, Fischer, Haehnelt, Dr. Weißmann; mit Wir-
kung vom 1. 11. 1940: zu Generalmaioren: die Obersten v. Dewall, Mensching,
v. Hachenburg, v. Egan-Krieger, Langemeyer, Steinkopf, Harting; mit Wirkung
vom 1. 12. 1940: zu Generalmajoren: die Obersten Stutzer, Lackner.

Generalmaior Wolf v. Stutterheim %. Inhaber des Pour-le-merite und des
Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz, 45 Jahre alt, gestorben. v. Stutterheim kam 1930:
nach der Wasserkuppe, lernte Segel- und Motorfliegen, wurde Ortsgruppenleiter
beim Deutschen Luftsport-
verband. Später berief der
Oberbefehlshaber der Luft-
waffe Wolf v. Stutterheim als
Major wieder zum aktiven
Dienst. Nach seinem Sturz als
Teilnehmer im Olympiastern-
flug 1935 wieder hergestellt,
wurde er Gruppenkomman-
deur gegen Polen und später
Frankreich. Am 15. 6. wurde
er im Luftkampf schwer ver-
wundet. Dieser, seiner 18,
Kriegsverletzung ist er nun
erlegen.

Maior Wick, der Kom-
modore des bekannten Richt-
hofen-Geschwaders und Trä-
ger des Ritterkreuzes mit
Eichenlaub, ist am 28. 11.
von einem Feindilug, auf dem
er seinen 55. Gegner abschoß,
nicht zurückgekehrt und wird
seitdem vermißt.

(Vgl. unter Luftwaffe
Wehrmachtsbericht v. 4. De-
zember, S. 459.)

Ma:or Wick. Weltbild

Ausland.

Lufthansa Südost-Luftverkehrsstrecke Schnellverbindung Bukarest—Sofia,
werktäglich in jeder Richtung einmal verkehrend, Flugzeit 1 h 40 min, 12. 12. in
Betrieb genommen.

Fachschule für Flugzeugtechniker d. Dornier-Werke A.G., Altenrhein (St. G.),
vom Erziehungsdepartement d. Kantons St. Gallen konzess. Fachschule für Flug-
zeugbau mit staatl. Diplomabschluß für Flugzeugtechniker. Kursdauer: 28. 4. 1941
bis 30. 4. 1942. Anmeldeschluß 31. 12. 1540. Aufnahmebedingungen: Diplom als Ma-
schinen- oder Elektrotechniker. Andere Bewerber müssen Aufnahmeprüfung

Nr. 26/1940, Bd.322 ,FLUGSPORT*“ Seite 457

Frauen helfen Flugzeuge bauen. Links: Bei der Montage des Jumo 205-Schweröl-
motors im drehbaren Rahmengestell. Rechts: Als Nieterin im Flugzeugbau.
Bilder: JFM
machen. Prospekte, Anmeldeformulare und Auskünfte durch das Sekretariat der
Schule, Dornier-Werke A.G., Altenrhein, St. G., Schweiz.

Ital. Militärflugzeug auf dem Flug von Rom nach Turin, mit Luftgeschwader-
general Aldo Pellegrini und Armeegeneral Pietro Pintor, Mitgliedern der ital.
Waffenstillstandskommission für Frankreich, an Bord, am 7. 12., Ursache unbe-
kannt, in der Nähe von Acuil abgestürzt. Pellegrini, geb. 20. 8. 1888 in Bologna,
trat nach seiner Teilnahme anı italienisch-türkischen Kriege 1911/12 zur Luftwaffe
über, 1926/29 Kabinettschef des Luftministeriums, 1940 nach seiner Ernennung zum
Luftgeschwadergeneral Mitglied der ital.-franz. Waffenstillstandskommission.

London—Lissabon—Flugverkehr unter dem Druck der Kriegszustände ein-
gestellt.

Span. Militärflugzeug von englischen Jagdfliegern, welche von einem Flug-
zeugträger aufgestiegen waren, in der Nähe der Westküste der Balearen abge-
schossen. Die drei Insassen kamen ums Leben.

Franz. Zivilillugzeug mit dem neuernannten französischen Oberkommissar von
Syrien, Chiappe, an Bord ist von englischen Militärflugzeugen über dem Mittelmeer
abgeschossen worden.

USA United Air Lines-Verkehrsilugzeug am 4. 12. in der Nähe des Flug-
hafens Chicago, von New York kommend, abgestürzt. 13 Fluggäste kamen ums
Leben.

Schwed. Blindilugschulung von Fliegeranwärtern wurde durch plötzlich ein-
setzenden Witterungsumschlag empfindlich gestört. Nur einer Maschine gelang es,

Japan. Riesen-
drache „Wan-Wan“
wird als Volkssport
für  Volkswettbe-
werb, an dem sich
Tausende von Men-
schen beteiligen,
gebaut. Die Abb.
zeigt den bunt mit
Papier beklebten,
vielbekannten Dra-
chen, genannt Wan-
Wan, der Prächtige
der Luft. Spann-
weite 24 m. Damit
der Wind sich so-
fort fangen kann,
wird der Drachen
vor dem Aufstieg
mit Bambusstangen
abgestützt. wWeitbild

Seite 458 ‚FLUGSPORT“ Nr. 26/1940, Bd. 32

wieder nach dem Flughafen zurückzufinden, während von den übrigen 3 Maschinen
in völlig zerstörtem Zustand aufgefunden wurden und die 2 anderen noch vermißt

gemeldet sind.
Luftwaffe.

Berlin, 29. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte in der
Nacht zum 28. und im Laufe des 28. 11. ihre Vergeltungsangriffe gegen kriegswich-
tige Ziele im Stadtgebiet von London fort. Neue Brände und starke Detonationen
wurden beobachtet. — Stärkere Kräfte griffen in der Nacht zum 28. November, wie
bereits gemeldet, Stadt und Hafenan!agen von Plymouth konzentrisch an und ver-
ursachten mehrere starke Explosionen sowie größere und kleinere Brände. Außer-
dem wurden Bahn- und Industrieanlagen einer anderen größeren Stadt in Schott-
land wirkungsvoll mit Bomben belegt. — In der Nacht zum 29. 11. warfen mehrere
britische Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. An
einigen Häusern wurden erhebliche Sachschäden verursacht. Dachstuhlbrönde
konnten bald gelöscht werden. Eine Bombe traf ein Reservelazarett. — Die Ver-
luste des Gegners betrugen gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon 11 im Luftkampf
und zwei durch Flak- und Marineartillerie. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 39. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum 29. und am
29. 11. war London wieder das Ziel von Vergeltungsangriffen der Luftwaffe. Es
wurden umfangreiche Brände in den Victoria-Docks sowie im Südwesten Londons
beobachtet. — Starke Kampffliegerverbände belegten in rollenden Nachtangriffen
militärische Ziele in der Hafenstadt Liverpool sowie die Dockanlagen des gegen-
überliegenden Birkenhead mit Bomben, darunter eine große Zahl schwersten Ka-
libers. Gewaltige Explosionen und Brände in den ausgedehnten Lagerhäusern
erleuchteten weithin die Nacht. Auch andere kriegswichtige Ziele in Schottland
sowie in Süd- und Mittelengland, wie Birmingham, Bristol, Portsmouth und Sout-
hampton, wurden mit zahlreichen Bomben angegriffen. — Südlich von Lizard
Point griffen Kampfflugzeuge einen Geleitzug an und beschädigten ein Handels-
schiff durch schwere Bombentreffer. — Britische Häfen wurden weiter vermint. —
Durch Angriffe britischer Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland in der Nacht
zum 30. 11. wurden außer einer kleinen Fabrikan'age wieder mehrere Häuser be-
schädigt, zwei Personen schwer- und mehrere leichtverletzt. — Vier feind'iche
Flugzeuge wurden gestern abgeschossen, davon zwei im Luftkampf, zwei durch
Fiakartillerie. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 1. 12. 40. (DNB) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum 30. 11.
unternahm die Luftwaffe einen neuen Großangriff auf London. Welle auf Welle
überllog die Stadt und warf Bomben schweren und schwersten Kalibers unter
anderem auch auf Paddington, Kensington und Battersea. Gewaltige Brände er-
leuchteten die Stadt und wiesen den angreifenden Flugzeugen das Ziel. Auch
andere kriegswichtige Ziele wie Liverpool, Birmingham und Plymouth wurden mit
Erfolg angegriffen. Am Tage beschränkte sich die Tätigkeit der deutschen Flug-
zeuge auf bewaffnete Aufklärung. Sie stellte fest, daß in Plymouth immer noch
starke Brände, besonders in den. Tankan'agen, wüten. London wurde im Verlauf
dieser Flüge erneut mit Bomben belegt. An der Kanalküste kam es zu mehreren

Luftkämpfen. — In der Nacht zum 1. 12. unternahm die deutsche Luftwaffe einen
Großangriff auf einen lebenswichtigen Hafen an der Kanalküste. — Die britische
Luftwaffe trat in dieser Nacht nicht in Erscheinung. — In den Luftk’mpfen des

gestrigen Tages wurden: sechs feindliche Flugzeuge abgeschossen. Vier eigene
Flugzeuge werden vermißt.

Berin, 2. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum Sonntag
griffen, wie bereits gemeldet, starke Kampffliegerverbände in rollenden Anflügen
die Hafenstadt Southampton mit Bomben shwersten Kalibers an. Ueber 60 große
und zahlreiche kleine Brände, die sich im Laufe der Nacht zu einem großen Flam-

. menmeer zusammenschlossen, konnten beobachtet werden. Ein großes Kraftwerk
wurde getroffen. am Test-Kai und in anderen Hafenteilen standen ausgedehnte
Lagerhallen in Flammen. In der gleichen Nacht und am Tage überflogen schwere
und leichte Kampfflugzeuge London und warfen dort Bomben. — Im übrigen be-
schränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe am Tage auf Aufklärung sowie auf
Jardvorstöße, die zu mehreren erfolgreichen Luftkämpfen führten. — In der Nacht
zum 2. 1?. wurden die Angriffe auf Southampton und andere Städte fortgesetzt,
während britische Flugzeuge auch in dieser Nacht wieder nicht in Tätigkeit traten.

Nr. 26/1940, Bd. 32 ‚FLUGSPORT"“ Seite 459

Erst in der Morgendämmerung warfen einige Flugzeuge, von der Nordsee kom-
mend, im Küstengebiet auf Wohnviertel einer Stadt Bomben, die mehrere Zivil-
personen verletzten. — Jagdflieger schossen gestern über Südengland elf feind-
liche Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge gingen verloren.

Berlin, 3. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie bereits gemeldet, haben
stärkere deutsche Kampffliegerverbände in der Nacht zum Montag die Angriffe
auf Southampton fortgesetzt und die noch anhaltenden Brände erweitert. Explo-
sionen in den Lagerhäusern und Hafenvierteln waren weit über den Kanal bis
nach Frankreich sichtbar. Die Schwäche der britischen Abwehr erhöhte die Treff-
sicherheit der Flugzeuge. Auch London, Birminsham und Liverpool wurden mit
Bomben angegriffen. — Die Tätigkeit der Luftwaffe am Tage beschränkte sich auf
Aufklärung. Dabei wurden südwestlich von Irland ein Handelsschiff durch Bomben-
treffer versenkt. In der Nacht zum 3. 12. griffen stärkere deutsche Verbände eine
Hafenstadt an der britischen Westküste an. — Die nächtliche Tätigkeit der briti-
schen Luftwaffe beschränkte sich auf einige Einflüge in die besetzten Küsten-
gebiete. — Ein deutsches Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 4. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie bereits gemeldet, griffen
in der Nacht zum 3. 12. stärkere Kampffliegerverbände die Hafenanlagen von Bristol
mit Bomben aller Kaliber an. Bei der allgemein schlechten Wetterlage stießen die
Flugzeuge teilweise bis zur tiefliegenden unteren Wolkendecke durch, um die
befohlenen Ziele mit Erdsicht anzugreifen. Zahlreiche Beobachtungen bestätigten
die gute Trefferlage im Ziel. — Außerdem wurde in dieser Nacht Southampton
wiederum mit Bomben belegt. — Im Laufe des Tages griffen leichte und schwere
Kampfflugzeuge Flugplätze, Truppenlager, Verkehrsanlagen und Rüstungsbetriebe
an. So wurden auf London und auf ein Rüstungswerk in Grantham Boinben ge-
worfen. Auf dem Flugplatz in Shoreham gelang es, Hallen zu treffen und mehrere
Flugzeuge am Boden zu zerstören. — Ein Fernbomber griff 400 km nordwestlich
Irlands einen großen gesicherten Geleitzug an und brachte dabei ein Handelsschiff
von 4900 BRT. durch Volltreffer zum Sinken. — In der Nacht zum 4. 12. fanden
trotz der schlechten Wetterlage Angriffe auf verschiedene kriegswichtige Ziele
in Mittel- und Südengland statt. — Einzelne britische Flurzeuge warfen in dieser
Nacht in West- und Südwestdeutschland Bomben, richteten aber nur leichten Ge-
bäudeschaden an, ohne Personen zu verletzen. — Der Kommodore des Jagd-
geschwaders Richthofen, Maior Wick, kehrte nach seinem 56. Luftsieg vom Feind-
flug nicht zurück. Damit hat die deutsche Luftwaffe einen ihrer kühnsten und erfolg-
reichsten Jagdflieger verloren. Maior Wick, der für seinen heldenhaften Einsatz
im Kampf für die Zukunft des deutschen Volkes mit dem Eichenlaub zum Ritter-
kreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet war, wird im deutschen Volke und
vor allem in der deutschen Jugend als Vorbild fortleben.

Berlin, 5. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum 4. 12. griffen
Kampfflugzeuge trotz schlechter Wetterlage London und Birmingham an. In den

Im Luftkampf mit englischen Jägern, von Kriegsberichtern aufgenommen. Abwehr
zweier englischer Jäger im Angriff. Beide werden abgewehrt und ziehen nach unten
ab. Die Do 17 fliegt ihren Kurs weiter.

Bilder PK-Speer- Weltbild

Seite 460 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1940, Bd. 32

Londoner Stadtteilen Paddigton, Kensington und Battersea wurden starke Brände
beobachtet. Auch in Birmingham entstanden nach heftigen Explosionen neun große
und zahlreiche kleine Brände. Ferner wurden Southampton und einige andere
Städte angegriffen. — Am Tage beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf
Aufklärungsflüge. — In der Nacht zum 5. 12. richteten sich Angriffe gegen Süd- und
Mittelengland. — Britische Häfen wurden weiterhin vermint. — Einige britische
Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland Bomben und beschädigten
einige Wohnhäuser. — Gestern wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen,
davon zwei durch Flakartillerie. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 6. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum 5. 12. griffen
Kampfflugzeuge London, Birmingham und Southampton an. In allen drei Städten
wurden kleinere und größere Brände als Folgen des Bombenabwurfs beobachtet. —
Im Laufe des Tages beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Einzel-Stör-
angriffe gegen London und einige weitere Ziele in Süd- und Mittelengland. — In
der Nacht zum 6. 12. waren wiederum London und Portsmouth das Ziel deutscher
Luftangriffe. — Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. — Einige
britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 6. 12. in das westliche Reichsgebiet
ein, ohne Bomben abzuwerfen. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern
10 Flugzeuge, davon sechs im Luftkampf. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 7. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz schlechter Wetterlage
griffen Kampfflugzeuge, wie bereits gemeldet, in der Nacht zum 6. 12. London
und Portsmouth an. Zahlreiche Bombentreffer riefen starke Brände hervor. —
Im Laufe des Tages führte die Luftwaffe Aufklärungsflüge und einzelne Störangriffe
durch. — In der Nacht zum 7. 12. belegten Kampfflugzeuge Bristol und andere
kriegswichtige Ziele an der Kanalküste mit Bomben. — Der Feind unterließ in der
letzten Nacht jegliche Versuche, in das deutsche Reichsgebiet einzufliegen. —
Bewachungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen zwei britische Torpedoflugzeuge
ab. — Eigene Flugverluste traten nicht ein. — Von den gestern als vermißt ge-
meldeten sieben deutschen Flugzeugen sind inzwischen noch zwei zurückgekehrt.

Berlin, 8. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Wie bereits gemeldet, griffen
Kampffliegerverbände in der Nacht zum 7. 12. die Hafen- und Dockanlagen sowie
andere kriegswichtige Ziele von Bristol an. In verschiedenen Teilen der Stadt, be-
sonders in der Nähe der Wasserwerke, wurden Explosionen und mehrere Brände
beobachtet. — Am 7. 12. beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Stör-
angriffe gegen einzelne kriegswichtige Ziele an der Südostküste Englands, — Im
Zuge der bewaffneten Aufklärung im Seegebiet ostwärts und nordostwärts von
Great Yarmouth wurden zwei Handelsschiffe aus niedrigster Höhe mit Bomben
angegriffen. Beide Schiffe erhielten Treffer und gerieten in Brand. — In der Nacht
zum 8. 12. flogen britische Flugzeuge in die besetzten Gebiete sowie in West-
deutschland ein und warfen mehrere Bomben ab. An drei Stellen wurden Fabrik-
anlagen unerheblich beschädigt. Außerdem traten an mehreren Stellen Häuser-
schäden ein, wobei sechs Personen zetötet und mehrere verletzt wurden. Fast
alle getöteten oder verletzten Personen befanden sich außerhalb der Schutz-
räume. — Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, davon drei durch Flak-
artillerie. — Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 9. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Als Vergeltung für -die eng-
lischen Luftangriffe auf westdeutsche Städte führte die deutschen Luftwaffe in der
Nacht zum 9. 12. einen Großangriff auf London mit sehr starken Kräften und in
rollendem Einsatz von Einbruch der Dämmerung bis zum Morgen durch. Bei guter
Beleuchtung warfen Kampfilugzeuge Bomben auch der schwersten Kaliber auf die
Stadt und besonders auf lebenswichtige Versorgungsanlagen. An vielen Stellen
entstanden gewaltige Brände, die sich im Laufe der Nacht an mehreren Punkten
zu einem großen lodernden Feuermeer vereinigten. Gasbehälter flogen mit hoher
Stichflamme in die Luft. Erdöllager gerieten unter starken Raucherscheinungen in
Brand. — Einzelne britische Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland
wieder an mehreren Stellen Bomben. In Düsseldorf, München-Gladbach und einigen
anderen Orten wurden Wohnviertel getroffen, einige Häuser in Brand gesetzt und
dabei neun Zivilpersonen getötet, siebzehn schwer und vierundzwanzig leicht ver-
letzt. Sämtliche getöteten oder verletzten Personen befanden sich außerhalb der
Luftschutzräume. Militärischer oder wehrwirtschaftlicher Schaden ist an keiner
Stelle entstanden. — Zwei englische Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abge-
schossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 10. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Nach dem bereits gemeldeten
besonders erfolgreichen Vergeltungsangriff auf London in der Nacht zum 9. 12.

Nr. 26/1940, Bd. 32 „PLUGSPORT“ Seite 461

beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe am 9. 12. und in der Nacht zum 10. 12.
infolge der ungünstigen Wetterlage auf bewaffnete Aufklärung. — Im Laufe der
Nacht zum 10. 12. warfen einige britische Flugzeuge im besetzten Gebiet und in
Norddeutschland eine Anzahl Spreng- und Brandbomben, die geringen Gebäude-
schaden verursachten. — Der Feind verlor gestern drei Flugzeuge, davon wurden
zwei im Luftkampf und eines durch Flakartillerie abgeschossen. Drei eigene Flug-
zeuge kehrten von dem Großangriff auf London nicht zurück.

Berlin, 11. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Schlechte Wetterlage be-
schränkte die Tätigkeit der Luftwaffe auch am 10. und in der Nacht zum 11. 12.
auf bewaffnete Aufklärung. In Frinton on Sea wurden Treffer im Hafengelände mit
großer Rauchentwicklung, ferner Treffer in einem Fabrikgelände zwischen Folke-
stone und Canterbury beobachtet. Vor Harwich wurde ein Handelsschiff mit
Bomben und mit Bordkanonen angegriffen. — In der Nacht zum 11. 12. warfen
einige feindliche Kampfflugzeuge eine Anzahl von Spreng- und Brandbomben im
besetzten Gebiet und in Südwestdeutschland. Außer der erheblichen Beschädigung
eines Kinderheimes in einer südwestdeutschen Stadt und leichten Gebäudeschäden
in einigen Orten in der Eifel entstand kein nennenswerter Sachschaden. Im Reichs-
gebiet wurden zwei Zivilpersonen schwer und eine Person leicht verletzt, im be-
setzten Gebiet ein Kind getötet und zwei Zivilpersonen verletzt. — Flakartillerie
schoß gestern zwei feindliche Flugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim ab. Eigene
Verluste traten nicht ein.

Berlin, 12. 12. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 11. 12. richteten sich im
Zuge der bewaffneten Aufklärung die Angriffe der Luftwaffe in der Hauptsache
gegen Schiffsziele. Bei Feuerschiff „Kentish Knock“ gelang es, ein Schiff, das von
einem Frachter geschleppt wurde, durch Bombentreffer schwer zu beschädigen.
Südwestlich Clacton on Sea wurden ein Handelsschiff von 15000 BRT. versenkt,
ein Tanker mit Kanonen und MG. angegriffen und ein weiteres Handelsschiff von
15000 BRT. beim Angriff aus niedrigster Höhe so schwer getroffen, daß es mit
Schlagseite in sinkendem Zustand liegen blieb. — In der Nacht zum 12. 12. griffen
starke Verbände kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland mit gutem Erfolg
an. — Einige britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht im besetzten
Gebiet und in Südwestdeutschland an mehreren Stellen Spreng- und Brandbomben,
durch die aber nur geringer Sachschaden verursacht wurde. Das Kesselhaus einer
kleinen Fabrikanlage wurde durch Brand beschädigt. Im besetzten Gebiet wurden
ein Franzose und ein Belgier getötet, mehrere Zivilpersonen verletzt. — Flakartille-
rie schoß vier feindliche Flugzeuge ab, zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Italien.

Rom, 29. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Griech. Front: Rund
300 Flugzeuge unserer Luftformationen haben die Zentren und die Verbindungs-
wege bombardiert und dabei insbesondere in der Zone von Erseke und Sopiki die
Ziele wiederholt getroffen, wobei Explosionen und Brände hervorgerufen wurden.
In Erseke ist ein Brennstofflager unter MG.-Feuer genommen und in Brand gesteckt
worden. In den Luftkämpfen sind vier feindliche Jäger abgeschossen worden. Zwei
eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. An der Front der 9. Armee hat unsere
Flak zwei Flugzeuge brennend abeeschossen. Ein Bomber landete im Flußbett des
Devoli; die aus einem Offizier und zwei Unteroffizieren bestehende Besatzung
wurde gefangengenommen. Andere Luftformationen haben die Ziele von Korfu
bombardiert. Die militärischen Anlagen dieses Stützpunktes wurden von unseren
Streitkräften am Morgen des 28. 11. aus kurzer Entfernung einer längeren Bombar-
dierung unterzogen. Dabei wurden folgende Ziele mit offensichtlich zerstörender
Wirkung getroffen: die Batterien von St. Salvator, St. Stefano, Cultura und Roda,
ferner die Verteidigungsanlagen sowie die Kaserne von Sidari, die Rundfunkstation
von Tignola sowie ein Beobachtungsposten. Die feindliche Abwehr war plan- und
wirkungslos. Unsere Einheiten haben keinerlei Schaden erlitten. — Eine in der
Nähe von Malta gesichtete feindliche Marineformation wurde von unseren Luft-
streitkräften erreicht und angegriffen. Ein großes Kriegsschiff erhielt durch eine
Bombe schweren Kalibers einen Volltreffer. Bei den folgenden heftigen Luftkämpfen
zwischen unseren von Jagdflugzeugen begleiteten Bombern und feindlichen Jägern
wurden fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen und vier ernsthaft beschädigt. Ein
eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. Während der Nacht haben unsere Flug-
zeuge den Hafen von Valetta (Malta) bombardiert. — In Ostafrika blieben feind-
liche Luftangriffe auf Tessenei ohne Folgen, während in EI Uak zwei Personen
Seite 462 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1940, Bd. 32

verwundet und in Comar (Metemma) einige Eingeborene verwundet und ein Kind
getötet wurden. — Feindliche Flugzeuge versuchten die Städte Brindisi und
Tarent zu erreichen. Auf Grund des heftigen Sperrfeuers der Flak konnte der
Gegner nur in der Nähe von Brindisi Spreng- und Brandbomben abwerfen, die auf
freies Feld und ins Meer fielen.

Rom, 30. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Zwei Luftgeschwader
wurden während des ganzen Tages zu Bomben- und Sprenggranaten- sowie MG.-
Angriffen gegen die bei den in Gang befindlichen Operationen an der albanisch-
griechischen Front interessierenden Ziele eingesetzt. Militärische Anlagen, Straßen-
knotenpunkte, Truppenzusammenziehungen und feindliche Stellungen wurden
wiederholt voll getroffen. In Policani wurden Truppenabteilungen wirkungsvoll
unter MG.-Feuer genommen. Auf der Straße westlich von Sajiada wurden Feld-
lager und Kraftwagen im Tiefflug angegriffen und wirkungsvoll getroffen. Ueber
Shkore wurden drei unserer Bomber von neun feindlichen Flugzeugen vom
Gloster-Typ angegriffen. Nach lebhaftem Kampf wurde ein feindliches Flugzeug ab-
geschossen, Alle unsere Flugzeuge sind zu den Stützpunkten zurückgekehrt. — Am
27. 11. wurden von unseren Jägern in Luftkämpfen drei feindliche Flugzeuge vom
Gloster-Typ und eins vom Blenheim-Typ abgeschossen, dessen Besatzung ge-
fangengenommen wurde. Drei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Wäh-
rend einer Aufklärung in der Nähe von Malta haben unsere Flugzeuge schon aus
großer Entfernung das Lodern eines ausgedehnten Brandes festgestellt, das bei
der gestern gemeldeten Bombardierung von La Valetta verursacht wurde. — In
Nordafrika haben unsere Flugzeuge Artilleriestellungen in der Zone von El Dawaia
und Wadi Halazin (60 und 100 km östlich von Sidi Barani) wiederholt mit MG.-
Feuer bestrichen. Feindliche Flugzeuge haben erfolglos Bomben auf Sidi Barani
abgeworfen. — In Ostafrika haben unsere Flugzeuge feindliche Kraftwagen in der
Zone von Menze (nordwestlich von Gubba) mit Sprengbomben belegt und dabei
zwei Brände hervorgerufen. Feindliche Bombenangriffe auf Cheren haben leichte
Schäden angerichtet. Bei MG.-Angriffen auf den Hafen von Assab wurden sechs
Personen verwundet.

Rom, 1. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika sind feind-
liche Kraftwagen von einer unserer Staffeln, die einen Offensiv-Erkundungsflug in
der Zone von EI Auenat durchführte, im Tiefflug beschossen und in die Flucht ge-
schlagen worden. — Zwei feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Montelao
(Cyrenaika) abgeworfen, die weder Schäden noch Opfer verursacht haben.

Rom, 2. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Feindliche Flugzeuge
haben ergebnislos Bomben auf unbewohnte Gebiete einiger Inseln des Dodekanes
abgeworfen. — In Ostafrika haben unsere Jagdflieger ein Flugzeug vom Wellesley-
Typ auf dem Flugplatz von Ghedaref in Brand geschossen. Feindliche Flugzeuge
haben in der Zone von Kassala Bomben abgeworfen; unter der Bevölkerung gab es

Ital. Jagdflugzeug Macchi C. 200. Einführung der gefüllten MG.-Gurte.
Vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1939 S. 46. Archiv Flugsport

Nr. 26/1940, Bd. 32 „FLUGSPORT“ Seite 463

zwei Tote und vier Verwundete. Ein feindliches Flugzeug wurde von unserer Flak
abgeschossen. Weitere Einflüge haben bei Burac, wo zwei Frauen verwundet wur-
den, bei Assab und bei Metemma, wo es drei Tote und siebzehn Verwundete gab,
stattgefunden.

Rom, 3. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Griech. Front: Unsere
Luftwaffe hat mit den Truppen zusammengearbeitet, indem sie Verbindungsstraßen
bonibardiert und feindliche Stellungen und Lastwagen im Tiefflug angegriffen hat.
Unsere Luftformationeiı haben das neue Fort und andere militärische Ziele auf
Korfu bombardiert. — Im Mittelmneer haben unsere Jagdflieger ein feindliches Flug-
zeug vom Blenheim-Typ abgeschossen. — In Nordafrika haben unsere Flugzeuge
die englische Stellung von Ain el Prinz im Tiefflug angegriffen und beschossen. —
In Ostafrika haben feindliche Einflüge auf Adi Ugri und Zula sehr leichten Sach-
schaden und keine Opfer verursacht. In Metemma ist ein feindliches Flugzeug von
unseren Truppen abgeschossen worden. — Feindliche Flugzeuge haben einige
Bomben auf Neapel und auf Augusta abgeworfen, die unbedeutende Schäden und
einige leichte Brände verursacht haben, die gleich gelöscht werden konnten. Es
sind keine Opfer zu beklagen.

Rom, 4. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Griech. Front: Unsere
Luftverbände haben die Aktionen der Truppen unterstützt, indem sie besonders
in der Zone westlich von Erseke heftige Bombardierungen durchführten. Unsere
Bomber griffen mit Erfolg die Häfen von Prevesa und S. Maura an. Einer unserer
Luftverbände hat bei einer Begegnung mit einer feindlichen aus PZL.-Flugzeugen
bestehenden Formation über Tirana sechs davon brennend zum Absturz gebracht.
Drei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge haben
Bomben auf Mirake Elbassan abgeworfen, die zwei Frauen, ein Kind und einen
Arbeiter getötet, aber keinen Schaden verursacht haben. — Unsere Torpedoflug-
zeuge haben in der Suda-Bucht zwei feindliche Kreuzer torpediert..

Rom, 5. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Griech. Front: Unsere
normalen und Sturzflugbomberstaffeln bombardierten, kräftig unterstützt von
Jagdfliegern, militärische Anlagen, Straßen, Brücken, Kampfwagen und Proviant-
kolonnen sowie auf dem Marsch befindliche Truppen. Die Straße Premeti-Perati
wurde besonders wirksam und wiederholt angegriffen und an verschiedenen Stellen
unterbrochen. Die Stützpunkte von Korfu, Zante und Prevesa wurden mit Bomben
belegt. Bei einem Kampf zwischen einer unserer Jagdstaffeln und einer feindlichen
Fliegerstaffel wurden fünf feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen. Zwei unserer

Hafen von Alexandria mit einem Teil der engl. Flotte. |

Archiv Flugsport
Seite 464 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1940, Bd. 32

Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Feindliche Einflüge auf Cheren und Ghinda
haben weder Opfer noch Schäden verursacht. Ein feindliches Flugzeug wurde von
unseren Jägern abgeschossen. — Feindliche Flugzeuge, die über die Schweiz kamen,
warfen Bomben über Turin ab. Sie verursachten einen Toten und drei Verwundete
in der Nähe eines Krankenhauses. Ferner entstanden einige Brände in einer
Färberei, einer Wollspinnerei und einer Teppichfabrik, die sofort gelöscht wurden.
Militärische Ziele wurden nicht beschädigt.

Rom, 6. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Griech. Front: Unsere
Luftwaffe hat mit Erfolg Verbindungsstraßen und Truppenansammlungen des Geg-
ners mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen. Alle unsere Flugzeuge
sind zurückgekehrt. — Die feindliche Luftwaffe hat einige Bomben im Gebiet von
Tobruk, wo es zwei Tote und einen Verwundeten gab, und in den Gebieten von
Sollum und Sidi-el-Barani abgeworfen, wo es weder Opfer noch Sachschaden gab.

Rom, 7. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Griech. Front: Unsere
Luftwaffe hat trotz sehr ungünstiger Witterungsverhältnisse und der heftigen
Bodenabwehr des Feindes zahlreiche Angriffe im Tiefflug durchgeführt und dabei
Truppen-, Lastwagen- und Nachschubkolonnen bombardiert und mit MG.-Feuer

belegt sowie Fahrstraßen unterbrochen und Hauptverkehrspunkte getroffen. Die .

militärischen Ziele von Zante und Arta wurden heftig bombardiert. In Erseke
wurde ein Munitionslager in die Luft gesprengt. — In Ostafrika haben vier feindliche
Flugzeuge vom Wellesley-Typ Burie mit MG.-Feuer beschossen, was einen Toten
und einige Verwundete zur Folge hatte. Unsere Jagdflugzeuge haben drei der
feindlichen Flugzeuge abgeschossen. Weitere feindliche Flugzeuge bombardierten
ein Dorf nordöstlich von Sabderat, wo einige Eingeborene getötet und verwundet
wurden, und Gheleba (Cal lam),. wo drei Frauen und vier Kinder unter der ein-
geborenen Bevölkerung verwundet wurden. Feindliche Einflüge auf Metemma
und den Engpaß von Sabderat haben weder Opfer noch Schäden verursacht. In
Neghelli wurde ein Askari getötet.

Rom, 8. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugzeuge haben
militärische Ziele in Prevesa und auf Ithaka bombardiert. — Feindliche Flugzeuge
haben Einflüge auf Vallona unternommen. Sie begegneten der sofortigen Abwehr
unserer Flak und wurden von unseren Jägern angegriffen. Ein feindliches Flugzeug
wurde dabei von unserer Marineflak, ein weiteres brennend von unseren Jägern
abgeschossen. Zwei weitere feindliche Flugzeuge, von unseren Jägern verfolgt,
verschwanden mit Branderscheinungen an Bord in den Wolken. — In Nordafrika
hat eine unserer Jägerformation im Tiefflug zahlreiche feindliche Kraftwagen
östlich von Bir Enba mit Maschinengewehrfeuer angegriffen. Einige Kraftwagen
konnten die Fahrt nicht fortsetzen. Eines unserer Flugzeuge hat militärische An-
lagen des Gegners längs des Uadi el Raml bei Marsa Matruk bombardiert. In
Östafrika hat unsere Luftwaffe etwa zwanzig feindliche Kraftwagen in Mecali
Welles nördlich von Kassala, den Bahnhof von Malawiya südlich von Kassala, und
ein Wellesley-Flugzeug auf dem Flugplatz von Saraf Said angegriffen. Alle unsere
Flugzeuge sind zurückgekehrt.

Rom, 9. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe belegte
trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse militärische Ziele von Santa Maura und
am Artagold mit Bomben. — Die Ueberreste eines der feindlichen Flugzeuge, die im
gestrigen Wehrmachtsbericht als schwer getroffen erwähnt worden waren, sind
auf unserem Gebiet gefunden worden. Ein englischer Fliegeroffizier, der mit dem
Fallschirm abgesprungen war, wurde schwerverwundet aufgefunden. — Feindliche
Verbände griffen den Flughafen von Tripolis und die Orte Gargaresc-Zanzur und
Tarhuna an, wobei es einen Toten, fünf Verwundete und einigen Sachschaden gab.
Andere feindliche Flugzeuge griffen den Flughafen von Bengasi an, wobei ein Flug-
zeug und ein Flugzeugschuppen beschädigt wurden sowie erfolglos Ain Gazala. Drei
feindliche Flugzeuge wurden von unseren Jägern abgeschossen, ein viertes von der
Marineflak. — In Ostafrika gab es feindliche Luftangriffe auf Gallabat und Gherille
(Somaliland), die etliche Tote und einige Verwundete zur Folge hatten. Andere
Luftangriffe auf Moyale und Mega haben weder Opfer noch Schaden verursacht.

Rom, 10. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika sind vier
feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. — Feindliche Luftangriffe auf Assab
und längs der Eisenbahn von Djibuti haben keinen nennenswerten Schaden ver-
ursacht. |

Rom, 11. 12. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht (auszugsw. gek.): Wäh-
rend des 9. 12. und am gestrigen Tage fanden zwischen den feindlichen und unseren

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Truppen bei Sidi Barani Kämpfe von einer außergewöhnlichen Heftigkeit statt.
Unsere Luftwaffe überflog während all dieser Kämpfe das Schlachtfeld und warf
dabei Bomben auf die feindlichen Panzerformationen ab, die außerdem mit Ma-
schinengewehrfeuer bestrichen wurden.

Rom, 12. 12. 40 (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftstreitkräfte
haben trotz ungünstiger Wetterlage Bombenangriffe gegen Truppenzusammenzie-
hungen im Abschnitt von Berova sowie gegen Schiffe im Innern des Golfes von
Patras durchgeführt. — Bei dem vorgestern gemeldeten Luftkampf wurden nicht
vier, sondern dreizehn feindliche Flugzeuge abgeschossen, die, wie mit Sicherheit
festgestellt wurde, am Boden zerschellten. Sieben eigene Flugzeuge sind nicht
zurückgekehrt. — (Ostafrika.) Eines unserer Aufklärungsflugzeuge hat, von sieben
feindlichen Jägern angegriffen, einen Jäger brennend abgeschossen und ist unver-
sehrt zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge haben die Gegend von Arghaisa und
EI-Uak im früheren Britischen Somaliland bombardiert.

2. Reichswettbewerb f. Saalilugmodelle d. NSFK. 30. 11. u. 1. 12. wurde in der
Breslauer Jahrhunderthalle (Höhe 42 m, Spannweite 67 m) von NSFK.-Ober-
gruppenführer Sauke eröffnet. Erschienen waren 157 Flugmodellbauer mit 181 in 7
verschiedenen Klassen zur Teilnahme gemeldeten Flugmodellen (Hubschrauber,
Tragschrauber, Enten, Tandems und Nurflügelmodelle), die alle zusammen nicht mehr
als 1 kg wogen. — Leider trat durch die Art der Beheizung der Halle eine starke
Verwirbelung der Luft ein, die sehr häufig zur Folge hatte, daß die Flugmodelle
aus ihrer vorher auf Kreisflüge eingestellten Bahn geworfen und gegen die Wand
gedrückt wurden. Um so höher müssen die tatsächlich erzielten Leistungen be-
wertet werden. Es waren dies Leistungen, an denen gerade die jüngeren Jahrgänge
der deutschen Modellflieger, also die Pimpfe aus den Modellfluggruppen des DJ.
und die Angehörigen der Flieger-HJ. größten Anteil hatten.

Sieger des Wettbewerbes wurde mit einer Punktzahl von 667 der Hitleriunge
Kermeß. Flugdauer 11 min 7 sec. Er erhielt den Wanderpreis und die Goldene Pla-
kette des Korpsführers des NSFK.

In der Klasse B war zum erstenmal der Versuch gemacht worden, neben
den mikrofilmbespannten Saalflugmodellen auch solche mit Papierbespannung auf
eine Eignung für derartige Wettbewerbe zu prüfen. Die in dieser Klasse erzielten
Flugleistungen übertrafen noch bei weitem die Erwartungen. Die Flugmodelle zeig-
ten sich gegen die Luftbewegung in der Halle nicht so empfindlich wie die mikrofilm-
bespannten Flugmodelle der Klasse A und AI. Obwohl diese B-Flugmodelle das
4—5fache Gewicht gegenüber den A I-Flugmodellen aufwiesen, erreichten sie Flug-
zeiten von über 6 min, also 50% der A I-Klasse.

2. Reichswettbewerb f. Saalflugmodelle d. NSFK., Breslau. Obergrf. Sauke, Chef d.
Stabes, spricht während der dem Wettbewerb vorausgegangenen Gruppenführer-
tagung. — Von links nach rechts: NSFK.-Grf. Krüger, NSFK.-Obergrf. v. Bülow,
der Chef d. Stabes, NSFK.-Grf. Sieler u. NSFK.-Grf. Schröder. Bilder NSFK. (Riehme)
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Beachtliche Flugzeiten erflogen auch die Enten und Tandems der C-Klasse. Sie
blieben nur um Sekunden hinter den Besten der A I-Klasse zurück.

In der Klasse CI ging der einzige hoffnungsvolle Tragschrauber bereits beim
Einflliegen zu Bruch. Die von den Wettbewerbern an den Start gebrachten Hub-
schrauber bestanden durchweg nur aus einem Stab, an dessen beiden. Enden ie eine
gegenläufige Luftschraube angebracht war. Dieser Stab flog, durch die obere Luft-
schraube gezogen, durch die untere Luftschraube gedrückt, senkrecht bis zur 42 m
hohen Hallenkuppel hinauf, um nach Ablauf der beiden Gummistränge aus dieser
Höhe herunterzufallen. Die längste „Flugzeit“ eines dieser „Hubschrauber“ betrug
159 sec.

Am meisten fanden jedoch bei den Fachleuten die von dem NSFK.-Mann E. v.
Holst, Göttingen (NSFK.-Gr. 9), in der Klasse C II gemeldeten Vollschwingenflug-
modelle Beachtung. v. Holst, der als Dozent am Zool. Institut, Göttingen, tätig ist
und sich bereits über ein Jahrzehnt mit dem Studium des Vogel- und Insektenfluges
beschäftigt, ist eigene Wege gegangen. Um ein Heben und Senken des Rumpfes
während des Fluges zu vermeiden, erfolgt der Auf- und Abschlag der Schwingen
nicht gleichmäßig, sondern der Abschlag der Flügel, die sich dabei auch gleichzeitig
um ihre Längsachse drehen, erfolgt durch ein besonderes Ausgleichsgetriebe mit
der 3fachen Geschwindigkeit des Aufschlages. v. Holst erzielte als beste Flugleistung
mit einem solchen Vollschwingenflugmodell 44 sec. Dabei gelang es dem Flugmodell,
Höhen von etwa 6 m zu erreichen. An einem zweiten Flugmodell führte v. Holst den
Insektenflug, nämlich den der Libelle, vor. Das Flugmodell besitzt zwei hinterein-
anderliegende Flügelpaare, die durch ein besonderes Getriebe gegensinnig arbeiten,
z. B. wenn der linke vordere und der rechte hintere Flügel sich aufwärts bewegte,
schlug der rechte vordere und der linke hintere Flügel zur gleichen Zeit abwärts.
Auch mit diesem Flugmodell wurden Steigflüge bis zu 6 m Höhe erzielt.

In Anerkennung seiner in den Flugmodell-Entwürfen zum Ausdruck kommen-
den besonderen technischen Leistungen erhielt NSFK.-Mann von Holst die Bronzene
Plakette des Korpsführers.

Ergebnisse: Modellflieger unter 16 Jahren mit mikrofilmbespannten Normal-
modellen: 1. Hitler-Junge Vahlenbreder (Danzig) 454 Punkte; 2. HJ. Pfitzner
(Schlesien) 279 P.; 3. Pimpf Wogatz (Nord) 367 P. — Modellflieger über 16 J.: 1. HJ.-
Kam.-Führer Mischke (Ostland) 664 P.; 2. HJ. Sämann (Weser-Elbe) 582 P.: 3. HJ.-
Rottenführer Probst (Schwaben) 525 P. — Modellflieger mit papierbespannten
Normalflugmodellen, ohne Altersunterschied: 1. HJ. Domaschke (Elbe-Saale) 378 P.;
2. HJ. Rudolph (Elbe-Saale) 361 P.; 3. HJ.-Scharf. Balau (Danzig) 357 P. — Modell-
flieger mit neuartigen Flugmodellen, ohne Altersunterschied: 1. NSFK.-Mann Friz
(Schwaben) 637 P; 2. NSFK.-Mann Oswald (Schwaben) 610 P.; 3. NSFK.-Mann
Mertins (Ostland) 551 P. — Modellflieger mit Hubschraubern u. a.: 1. HJ. Rieke
(Berlin-Brandenburg) 159 P.; 2. HJ. Militky (Elbe-Saale) 157 P.; 3. HJ. Kermeß
(Bayern-Süd) 97 P. — Modellflieger mit Schwingenflug-Modellen: 1. HJ.-Kam.-
Führer Rösler (Schlesien) 51 P.; 2. NSFK.-Mann v. Holst (Weser-Elbe) 44 P.;
3. Pimpf Kugler (Bayern-Süd) 42 P. — Benufs-Flugmodellbauer: 1. NSFK.-Truf.
Czech (Mitte) 624 P.; 2. NSFK.-Scharf. Wagener (Nordwest) 492 P.; 3. NSFK.-Truf.
Anthöfer (Nordwest) 473 Punkte.

Schwingenflugmodelle v. Holst auf dem Reichswettbewerb für Saalflugmodelle.
V.1.n. r.: Schwingenflugmodell, Auf- und Abschlag nicht gleichmäßig; Schwingen-
flugmodell mit zwei hintereinanderliegenden wechselseitig schlagenden Flügeln;

Schwingenflugmodell mit Doppelschwingen (Schmetterling). Bilder NSFK.

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2. Reichswettbewerb f. Saalflugmodelle d. NSFK. Breslau. — Links: Start eines
Huckepack-Saalflugmodells. Rechts: Bauprüfung der Modelle auf einer Feinwaage.
Bild NSFK. (Riehme)

Geheimpatent. — Eine Bestimmung wie die des deutschen Patentgesetzes
($ 30, Abs. 5), daß, wenn ein Patent vom Reich für Zwecke der Landesverteidigung
nachgesucht wird, es auf Antrag ohne iede Bekanntmachung und auch ohne Ein-
tragung in die Patentrolle erteilt wird, findet sich in allen Kulturstaaten. Fine
Einspruchsmöglichkeit ist in diesem Falle nicht gegeben, auch nicht nach Be-
endigung des Krieges, wenn wie nach dem Weltkriege die Geheimpatente ver-
öffentlicht werden, was wohl anzunehmen ist; an die Stelle des Einspruchs kann
dann das Nichtigkeitsverfahren treten. Es liegt in der Natur der Sache, daß über
die Zahl der Geheimpatente nichts bekanntgegeben wird; deswegen enthält auch
unser Leitaufsatz in Heft 25 keine Angaben hierüber. Legen schon die dort ange-
führten Vergleichszahlen eine erhebliche Entwicklungssteigerung in der deutschen
Flugindustrie dar, wobei noch eine Phasenverschiebung zu berücksichtigen wäre,
da das Prüfverfahren länger als ein Jahr dauert, so wird sich erst nach dem Kriege
die fruchtbare Tätigkeit des deutschen Erfinders in vollem Umfange feststellen
assen.

Weltrekordsegelilüge 1922. Am 18. August flog Martens a. Vampyr 1 Std. 6Min.
Landung erfolgte in 9,5 km Entfernung. Vel. „Flugsport‘ 1922, S. 260. Hentzen
flog am 24. 8. 22 3 Std. 10 Min. Vgl. „Llugsport‘ 1922, S. 288.

Segelilugzeug „Konsul“, von Botsch und Spies konstruiert, Typenbeschr. und
aerodyn. Erwägungen v. Friedrich Hoppe, vgl. „Flugsport“ 1923, S. 170—73.

Buchbinder-Anweisungen beim Binden des „Flugsport“-Jahrgangs 1941.
Reihenfolge: 1. Titelblatt mit Inhaltsverzeichnis; 2. „Flugsport“-Hefte Nr. 1-25,
S. 1468 (ohne Beilagen; die Tafeln bleiben jedoch an den gleichen Stellen, wie sie
den Nummern beigeheftet sind); 3. Profilsammlung Nr. 20—22, S. 77-88; 4. DIN-
Normblätter Luftfahrt Nr. 7, S. 29-32: 5, Report-Sammlung des „Flugsport“ Nr. 18
bis 23, S. 71—94; 6. Patentsammlung Nr. 19-39, S, 73—160.

Segelilugbetrieb auf Helgoland ist in der Notiz „Flugsport“ 1940 S. 445 nach-
zutragen: Die angegebenen über 1000 Starts, 22 A- und 7 B-Prüfungen wurden von
Angehörigen der NSFK-Schar und der Flieger-HJ. insgesamt erflogen, die Prüfun-
gen und der größte Teil der Starts auf dem Festland. Das neue Fluggelände auf
Helgoland läßt z. Z. erst Flüge bis fast zur A-Prüfung zu.

Berichtigung. Grunau Baby IIB, Veröffentlichung „Flugsport“ 1940 Nr. 25
S. 423, muß es in der 6. Zeile richtig heißen „Fluggewicht 240 kg“ statt „200 ke“.
Seite 468

„FLUGSPORT“

Nr. 26/1940, Bd. 3

Literatur.
(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)
Duralumin und die anderen Dürener Leichtmetalle. Werkstoffblätter (Neuauf-
lage) der Dürener Metallwerke A.G., Hauptverwaltung, Abt. 310, Berlin-Borsig-
walde, enthalten viele Aenderungen und Zusätze, neue Duraluminnietlegierungen,
Gestaltungsrichtlinien für Gesenkpreßteile, wichtige Richtlinien für die Wahl der

geeignetsten Legierung u. v. a. m.

Saalilugzeugmodell „Zeisig“, v. Joh. Schönleitner, Aichkirchen, Post Lam-

bach, Oberdonau, zu beziehen.

Spannweite 630 mm, Länge 460 mm, Gesamtgewicht mit Fahrwerk 8,43 g.

Flugdauer 4—5 Min.

Flugzeug-Leichtmetallbau (Der Leichtmetallschlosser). Herausgeg. v. Dr.-Ing.
Adolf Erlenbach. 208 S. m. 218 Abb. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin

SW 68. Preis RM 4.20.

Die vorliegende 2. Auflage ist entsprechend dem heutigen Stand der Entwick-
lung im Flugzeugleichtmetallbau ergänzt und erweitert. Die Abbildungen haben
sich auf 218 erhöht. Neu hinzugekommen sind die Abschnitte „Warmbehandlung
von Duralumin“ und „Oberflächenschutz“. Weggefallen sind die Tabellen und Norm-
blätter.