Volltext der Zeitschrift Flugsport 1938
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Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen 30 Jahre Flugentwicklung er- scheint als eine lange Zeit, und —— doch für alle, die sie durchleb- ten, abwechslungsreich und durch die oft sprunghaite Ent- wicklung so interessant, daß wir uns glücklich schätzen dürfen, sie durchlebt zu haben. Der da- zwischenfallende Krieg war gleichzeitig ein Prüfstein für die Leistungsfähirkeit deutschen Könnens gegenüber allen ausländischen Kräften. Wenn das Ausland es zu dieser Zeit nicht vermochte, uns zu überflügeln, so wird es dies heute, wo die Zusammenfassung aller Kräfte bei uns Gewohnheit geworden ist, und in Zukunft erst recht nicht vermögen. Und wenn einmal spätere Gene- rationen in den Annalen der Flusgeschichte nachblättern, dürfen sie auf ihre Vorfahren stolz sein. Wir wiederholen immer wieder an dieser Stelle: Das Ende der Entwicklung in der Fliegerei ist noch lange nicht abgeschlossen. Die kommende Generation hat noch große Aufgaben zu lösen. Im Weltluft- verkehr stehen wir am Anfang. Hier wird man auf beschrittenem Wege zielbewußt ohne Uebereilung weiter forschen und entwickeln. Fortschritt ist Macht, nicht im Sinne der Luftwaffe gesprochen, sondern die Macht der Kultur, der Trieb, die Menschen unter gün‘ti- geren Verhältnissen leben zu lassen. Die Luftverkehrsfortschritte machen sich jetzt schon fühlbar. Länder und Menschen werden immer näher gerückt. Die Verringerung der Entiernungen bringst Annäherung auf allen Gebieten, so darf man hoffen, daß in Zukunft bisherige Gedan- ken über das Verhalten der Völker zueinander von selnst sich dem neuen Zustande anpassen werden. Auch die Verwendung des Flugzeugs als Sport- und Privatreise- mittel steht noch in den allerersten Anfängen. Wie die Entwicklung hier vorwärtsschreiten wird, vermögen wir, da diese mit der Entwick- Diese Nummer enthält Profilsammlung Nr. 18. Seite 2 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 lung des Luftverkehrs in Einklang gebracht werden muß, noch nicht zu übersehen. * Die Entwicklung des Kleinflugzeuges wird in der kommenden Zeit, wenn die Vorbedingungen eines erforderlichen billigen Klein- motors geschaffen sind, zum Ziele führen. Dank der Einsicht und Sach- verständnis unserer jungen Flugzeugskonstrukteure hat der von ver- schiedenen unsachverständigen Seiten propagierte Unfug der Himmels- laus in Deutschland nicht Fuß fassen können. Wer nur einigermaßen von Aerodynamik, Stabilität, Konstruktion und Bau etwas verstand, war sich darüber klar, daß mit einer solchen Laienkonstruktion unnütz Mittel, Arbeit und Zeit vergeudet werden. Dank der Einsicht und Weitsicht des Korpsführers sind schon seit längerer Zeit Versuchsmotoren im Bau, von denen einige bereits Hunderte von Stunden erfolgversprechend auf der Bremse laufen. Der Vorstoß in der Kleinflugzeugentwicklung wird diesmal zum Ziele führen. Wenn erst die Motoren vorhanden sind, dann ist es für unsere Konstrukteure eine Kleinigkeit, das erforderliche Kleinflugzeug zu schaffen. Ostasien-Erkundungsflug der D-ANOY 1937. Fine der wichtigsten Pionierarbeiten auf dem Gebiete des Luft- verkehrs im Jahre 1937 war der von der Deutschen Lufthansa organi- sierte Flug über das Pamirgebirge, das höchste Gebirge der Welt, nach China. Den Lesern des „Flugsport“ sind die Vorgänge (siehe „Flug- sport“ 1937, S. 500, 528 u. 598) noch frisch in Erinnerung. Als die D-ANOY mit ihrer Besatzung Dir. Frhr. v. Gablenz, Flugkpt. Untucht und Oberfunkmasch. Kirchhoff überfällig wurde, legte sich ein be- drücktes Schweigen auf die deutsche Flugwelt und man hoffte dennoch im Stillen, daß die tüchtigen Männer mit dem Leben davonkommen würden. Auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt wurde eine umfang- reiche Suchaktion in die Wege geleitet. Zwei Junkers Ju 52, D-AEHE und D-AOLO, hatten unter Führung der Flugkapitäne Graf Castell und v. Gössel in 28 Flugstunden die Entfernung zwischen Berlin und Kabul, ohne daß sich die Besatzungen eine Nachtruhe gönnten, zurückgelegt. Die Maschinen standen auf dem Flugplatz Kabul und hatten bereits außerordentlich schwierige bis zu 10 Std. dauernde Suchflüge aus- geführt. Da kam plötzlich von Kabul ein Telegramm, daß die D-ANOY mit ihrer Besatzung gelandet sei. Nach langer Gefangenschaft in Chotan, aus der sie sich erst nach langen Bemühungen befreien konnten, war es ihnen trotz des schlecht laufenden linken Motors gelungen, das Pamirgebirge, das Dach der Welt, zu überwinden und mit eigener Kraft nach Kabul zurückzufliegen. Die brave Ju 52 hatte, trotzdem sie mehrere Wochen ohne Aufsicht im Freien gestanden hatte, diese Gewaltleistung doch noch ermöglicht. Die Bedeutung des Erkundungsfluges der D-ANOY-Mannschaft versteht man erst, wenn man das Buch „D-ANOY bezwingt den Pamir“ v. Frhr. v. Gablenz (vel. Literatur S. 25) gelesen hat. Der Laie kann sich keinen Begriff machen von der gewaltigen Leistung bei der Ueberfliegung dieses riesigen Gebirges und der großen Ent- fernung. Nebenstehend eine Uebersichtskarte*), aus welcher man sich annähernd ein Bild über diese Streckenführung bis zum Enderkun- dungspunkt Sian machen kann. *) Mit Genehmigung des Herausgebers. Die Flugroutenkarte zum Ostasienflug (Seite 3) vermittelt einen Begriff von den Entfernungen, die von der Expedition zu bewältigen waren. Ne N LE ——Z FH —— —— —————— ; d 3 > —n A Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 3 © Ankara — = Ar = © Täbris NR Lan Urmia-See N € m Ibunms- Teheran SRup# er q Große Salzwüste a—— nn neun = K— ES S Z FF MB) — ——— „; : ‚AL. Damaskus-” \, „ N „ „ PALÄSTINAS AS - ” N UoJerusalem Io. m — fi ı fi n m zZ trmaT 3 ( T o /* Taschkent or" = EN 0 We J E T - RU N.» 0 N SIT" Aksu® N € Buch N) By Var\ N N 6% RZ es „> In yY N © Er N x ), \ Samarkand EI IN >. v N - SI > Bi; Kaschgar R KESTAN f ) An Ss N 7 n © an) Kar , 4 / Stalnabad = S Pu ° A I Pr m N N > - S \ > Merw & f m gSemnan REN nn FG \ \ f ea mn \ TS: o Turut Meschhed =. em Ne / x j i 55 ne R ) 6 f N Gro%&e \ Q Be a Gate - Khanabad Salzwuste FT Bj Ra Ä nn an I An Badschıstan Rn u > m = PAR: ? Dyas: > DS % NR erat NEIS N R A N EEE AN Fr az z IS" Charikan \ \ N _ & III INH n_ £ AFGHAN IS TA L} J \ \ \ 2 SOWJET- UNION „IB N —— a OUrumtschi Ars PA I—g ÄchanTengn en TS IN j . AN" Im b “ O Turfan _ IS ©Kaschgar PET An II A*Sodwin Austen 7 eig Naniking = Hang £. Seite 4 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 Motorsegler „Mü 13“ der F. F. G. München. Wie wir bereits in der Besprechung des Segelflugzeuges „Mü 13“ auf S. 543 des Jahrganges 1936 erwähnten, war von Anfang an der Einbau eines leichten Motors vorgesehen. Dementsprechend wurden schon Anschlüsse für das Triebwerk, den Brennstoffbehälter und für Ballast im Rumpfheck eingebaut, ferner wurde das hochziehbare Ein- spurfahrwerk entwickelt, um genügend Bodenfreiheit für die Luft- schraube zu bekommen. Die Holmabmessungen sind ebenfalls auf das höhere Fluggewicht abgestimmt. Durch zweckmäßige Durchbildung aller Einzelheiten war es mög- lich, die Zeit für die Umstellung Segelflugzeug/Motorsegler und umge- kehrt auf etwa eine halbe Stunde herabzudrücken. Bei Wettbewerbs- flügen läßt sich eine beträchtliche Zeitersparnis für den kücktransport erzielen, wenn nur das Triebwerk nach dem Landeort gebracht wird. Der Pilot fliegt dann mit eigener Kraft zurück, ein besonderer Trans- portwagen ist nicht erforderlich. Bei etwas geringeren Anforderungen an die Segelflugleistungen kann man auch mit dem Motor, der etwas verkleidet wird, über Land fliegen und nur die Schraube abnehmen, die dann für den motorisierten Rückflug benutzt werden kann. Nachstehend die Gewichte mit und ohne Motor und die Fluglei- stungen mit einem Kroeber „M 4“ von 18 PS. Rüstgewicht 200 (ohne Motor 150) kg, Führer mit Fallschirm 85 kg, Betriebsstoff 25 kg, Flug- gewicht 310 (235) kg, Flächenbelastung 19,0 (14,5) kg/m}, Leistungs- belastung 17,2 kg/PS. Startstrecke vom Stillstand bis 8 m Höhe 220 m, Rollstrecke dabei 80—100 m, Landestrecke aus 8 m Höhe 160 m, Steiggeschwindigkeit in Bodennähe 1,5 m/sec, erflogene Gipfelhöhe 3400 m, Höchstzeschwindigkeit 133 km/h, Mindestgeschw. 45 kmh, Flusdauer 3—4 Std., kleinste Sinkgeschw. bei stehender Schraube 0,76 m/sec, beste Gleitzahl bei stehender Straube 1:21. Bericht nach Ang. v. Egon Scheibe. Bilder: FFG München Motorgieiter „Mü 13“. Links oben: Beim Start. Unten: Abbremsen des Motors beim Vergleichsfliegen in Rangsdorf. Rechts: Der Motorvorbau aus Stahlrohr mit dem Kroeber-Zweizylinder-Zweitakter „M 4“. Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 5 Seversky-Mehrzwecke-Zweisitzer. Der in Ganzmetallbauweise ausgeführte freitragende Tiefdecker gleicht im Aufbau den älteren Baumustern der gleichen Firma. Bemer- kenswert ist die ausgesprochen große Spanne in der Leistung der zum Einbau gelangenden Motoren. Es kann sowohl ein Whirlwind oder Wasp Junior von etwa 400 PS als auch ein Twin Wasp oder ein Cyclone von 1200 PS Startleistung verwendet werden. Um die Flug- leistungen und Eigenschaften dem jeweiligen Verwendungszweck besser anpassen zu können, wird die Maschine mit zwei verschiedenen Außenflügeln geliefert, deren V-Form zudem noch verschieden groß gehalten werden kann. Runder Schalenrumpf. Zwei Sitze hintereinander, überdacht. Der Schützenstand ist so abgedeckt, daß sich keine Störung der Umriß- linien ergibt. Bei einem Gefecht wird die Haube nach vorn geschoben. Freitragendes Leitwert von dickem Profil und niedrigem Seitenver- hältnis. Ruder innen ausgeglichen und mit Trimmklappen ausgerüstet. Einziehfahrwerk wie bei dem italienischen Kampfzweisitzer Breda „65“. Die Räder schwenken nach hinten und verschwinden zur Hälfte in Wülsten an der Flügeldruckseite. Einseitig abgekröpfte Federbeine mit einer Abfangstrebe. Schwenkbares Spornrad, nicht einziehbar. Triebwerk: Luftgekühlter Sternmotor in der Leistungsklasse von 400 bis 1200 PS. NACA-Haube, Verstellpropeller. Der Betriebsstoff (bis zu 2700 I entsprechend einer größten Reichweite von 5600 km) ist in dem dicht genieteten Flügel untergebracht. Militärische Ausrüstung: bis zu 7 MG, vier von 8 bzw. 13 mm Kaliber in der Rumpfnase, durch den Schraubenkreis feuernd, zwei im Flügel und eins im hinteren Schützenstand. Aufhänzevorrichtungen für 270 kg Bomben. Spannweite 11 bzw. 12,5 m, Länge 7,75 m, Höhe 2,9 m, Fläche 20,5 ozw. 233 m”, Leergewicht mit 1000 PS Wright-Cyclone 1830 kg, Fluggewicht mit 900 1 Brennstoff 2700 kg, Höchstgeschwindigkeit in 5000 m Höhe 465 km/h, Reisegeschw. 3700 m NMöhe 435 km/h, Landege- schwindigkeit 105_ km/h, Steiggeschw. & 16 m/sec, Dienst- gipfelhöhe 9100 m, normale Reich- weite mit 1600 | Brennstoff 4200 km. Freitragender Tiefdeckerflügel, mehrholmise Bau- weise, vollwandize Blechrippen mit versteiften Aus- schnitten. In Spann- weitenrichtung verlaufendes Well- blech im mittleren Bereich der Saug- und Druckseite, | Seversky-Mehrzwecke- Zweisitzer. Zeichnung: Aero Digest 1 Seite 6 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 ä ipti j der mit lankung. Annähernd elliptischer Umriß. Querrud en eonder Drehachse, Trimmklappen. Im Flügelmittelteil Landeklappen. u . Kampf-Dreisitzer Hanriot „H-220“. | Auf dem Pariser Salon 1936 war diese Qanzmetallkonstruktion einer der Hauptanziehungspunkte. Mit den beiden Ps ea ! ° or ren von Renault fiel sie vor allem durch die e egan » | in di - tions- und Werkstatt daneben wurden allgemein die saubere Konstru ne Ü ie die u Abmessungen bestaunt. In ausführung sowie die auffallend geringen # ungen bestaunt, Mm j hat die Maschine, wie wir bereits beric te , j ee hire hinter sich, wenn sie auch an der Vorführung der Neukon 2 i blay noch nicht struktionen der französischen Luftwaffe in lan av Nachstehend noch einige Ergänzun- ven zu unserem Be- richt auf S. 618 des vo- rigen Jahrganges. . Zweiteiliger Flü- gel mit gerader Vor- derkante. Trapeziorm, Profil von 12% Dicke, nach außen verinet. | | i Streben Form der Druckseite 1,5°. Von den Motoren aus je zwei ah ar Rumpfunterseite, Hierdurch soll vor allem an Ireien Kaum im Rumpfinnern gewonnen werden, da der biegungssteite 0 man- schluß wegfällt. Zwei Hauptholme und ein Hilisholm. Landen apen über die gesamte Spannweite. Die Querruder sind so ausgeführt, i ite abgespreizt werden kann. | _ ce ee Rumpt von 0,9 m Breite und 1,57 m Höhe, drei überdachte Sitze hintereinander. Verstellbarer Fährersiiz ee it eins ö iR j bachter, anschließend ein -Schütze, i ion "FT-Geräte bedient. Freitragendes Leitwerk, Ganzmetallbau wene j i Hä | Spurweite 3,8 m. hrwerk in zwei Hälften unter den Motoren, Sp , Nee äder, zwischen je zwei Federstreben von son mm zub gelagert, nach hinten hochziehbar. Oeldruckbremsen, hydraulische i ii htung. Schleifsporn. ee zwei 14-Zylinder Gnome-Rhone von 650 iR Ns Fu m Höhe und 700 PS Startleistung. Sterndurchmesser 0,95 m. \ ne Jau- ben. Gnome-Rhone-Verstellpropeller yon 20 m Durchmesser. r stofi ä zusammen 680 lin den Flügeln. . elle 128 m, Länge 8,2 m, Höhe (am Boden) 2,4 m, Fläche 21.2 m?, Rüstgewicht 2210 kg, Euegewist 30 ke, Flächenbelastuns In?. Lei tungsbelastung 2,42 kg/PS. Höchstgeschw | ehe 205 kmlh, Landegeschw. bei 3000 kg Fluggewicht u aus- geschlagenen Landeklappen 130 km/h, Steigzeit auf 8000 m 190 min Gipfelhöhe mit einem Motor 6950 m, Startstrecke bis 8 m Flöhe , Landestrecke aus 8 m Höhe 450 m. Schlagflügelkräfte im Diagramm. Von R. Exloff, Binningen Basel). Schluß von S. 732 des Jahrganges 1937. ü j -äparierte, breite und schmale ke, auch für Segelflugstudien präparierte, reite ur male Voreilärel heranzuziehen und auf Tauglichkeit oder Untauglichkeit in gemisch Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß uns die Unterlagen für vor- Ö ich im August 1936 zugegangen sind. | oo stehenie Veran Heft 26 muß es unten statt Qualitatives richtig heißen: D. Red. Quantitatives. Nr. 1/1938, Bd. 30 „[LUGSPORT“ Seite 7 Oben: Abb. 10. Modellflügel BK VII. Aeußere Form und Gewicht mit dem Bussardilügel nahezu übereinstimmend, Elastizität etwas geringer F=0,106 m’, G=66 g. Rechts: Abb. 9. Künstliche Versuchsflügel: V.o.n. u.: KVI, BKVI u. VII, KV. Letzte- rer mit geringster Eizen-Elastizität. ten Modellen sachverständig oder aufs Ge- ratewohl zu prüfen, ist so naheliegend, daß wir wohl annehmen dürfen, es sei dies da und dort längst schon gemacht worden. Daß solche und ähnliche „Spielereien“ vom praktisch betriebenen Menschenflug überholt sind und d Größenverhältnisse zwecks unmittelbarer Vergleiche bietet, sollte trotzdem, ein- fach wissenshalber, eine systematischere Beleuchtung der Konkurrenz zwischen Vogel und Modell, soweit angänglich, nicht ausschließen. Aus solchen Ueber- legungen sind wir in den Schlagflügelmessungen noch einen kleinen Schritt weiter gegangen, indem zuletzt noch einige Modelle an die Reihe kamen (Abb. 9). Bemerkenswert ist hier besonders das gegliederte Modell BK VII, das in seiner Gesamtform und Größe tunlichst dem Bussard-Flügel nachgemacht wurde (Abb. 10). Es gelang, nach einer Vorübung im Bau eines gleichartigen rechts- händigen Vorgängers, selbst das Gewicht mit dem natürlichen Muster in Einklang zu bringen, das in frischem Zustande 65 g wog. Das Trägheitsmoment ist beim Bussardflügel sogar noch etwas größer, was auf Rechnung des langen künstlichen Verbindungsholmes, der hier nötig war, gehen mag. Insofern ist anzunehmen, daß hauptsächlich bei diesem Naturflügel eine Wiederholung der Versuche mit äußerst knapp bemessener Armatur zu durchwegs verbesserten Resultaten führen würde. So wie die jetzigen Verhältnisse zwischen dem natürlichen Vorbild und dem Modell liegen, erzeugt das Modell durch geringere Eigenelastizität bei gleicher Holmfedereinstellung weniger Vortrieb, während der Flächendruck entsprechend größer ausfällt. Eine kleine zusätzliche Holmverdrehung bewirkt je- doch einen Ausgleich fast bis zum Zusammenfallen der beiden Kennlinien (Abb. 18). Mit dem gleichen Modell sind auch die Kurven der Abb. 11 u. 12 entstanden, wovon erstere den Einfluß der veränderlichen Holmverdrehung, letztere denjieni- gen von drei verschiedenen Anstellwinkeln (in der Ruhelage) veranschaulicht. Auch mit blockierter Holmfeder ergibt sich noch Vortrieb mit positiver Anstel- lung über 20 Grad. auf andere Art ie Natur für diesen überhaupt keine Zum Vergleich diene noch ein von anderer Seite übernommenes ge- wöhnliches Segelflugmo- dell, das, so leicht wie es war und nur an der Wurzel mit einem bis zur dritten Rippe reichen- den Hilfsholm verstärkt, Größter Verarenungs-Winkel 7 del V = 2Zmjsec Model? Br, (2-30) alt 2° untersucht wurde. Die [77 Einfluß der Holmverarehung d| 5 ! nach Diagramm, ohne Einbezug der " | c 25° AHoafilveränderung infolge der £igen- F 070 2 Abb. 11. BK VIII-Kenn- ’ 6m Plastizität des Flügels linien. Einfluß verschie- ur dener Einregulierungen | der Holmverdrehung. 904 902 003 90% 905 Seite 8 „FLUGSPORT*“ Nr. 1/1938, Bd. 30 93 GGF Y= 425 ml5 4 5 = 45 “ ) ABS 02 — r @ C Y= 09 misec Anstellwinke! Abb. 12 d Aurre| % (Ruhelage) BK VII- z ! ve ae Kennlinien. W 20° Einfluß des 04 | __ Modell BAW 2 c + 0° (mtl Profilsehne in der Ruhe- 3 - 68° lage ver- schieden eingestellten [tn ai Anstell- 007 G02 003 00% 905 winkels. Eigenelastizität dieses Flügels ist gleich Null, aber selbst in diesem Falle genügt eine mäßige Holmverdrehung, den sonst geringen Vortrieb wesentlich zu verbessern (Abb. 13—15). Daß auch jede Art einer abweichenden Flügelhaltung, wie z. B. eine größere oder geringere Beugung der Hand, im Effekt zum Ausdruck kommt, ist wohl selbstverständlich (Abb. 16). Zur besseren Uebersicht sind in Tab. 5 die Cv’- und Ck’-Beiwerte für alle Geschwindigkeitsstufen von 1 m/s an aufwärts und den großen Ausschlag für die meisten untersuchten Flügel nochmals zusammengestellt. Tabelle 5. Zusammenstellung von Beiwerten Cy’ und Ck’. ß = 0, a+ %, Mitt Schlaggeschw. v=Tmised 1925| 1,5 |1,755| 2 1225| 251275] 3 35| 4 im Abstand x INr | CY Sperber (Vogel) 1 0,116, 0,1475 0,1875 0,215] 0,235 0,246 Sperber flexib- | | | ler Holm p) O,L18 10,175 0,154 10,198|0,215.0,2 | | Sperber | | | Modell SKc | 3 0,109 0,131 [0,2 0,26910,255 0,325 Fasan 4 0,186 0,213 |0,287 |0,406) 0,406] 0,392 Stockente 5 0,162)022 10,315 0,418,0,464 0,438 | Hubicht 6 9,193) 0,235| 0,31 10,325 ‚0,29 — Bussard 710,224 0,202) 0,22 |0,2+ [0,244 |0,229 | _V oc, K Bussard | Cry ee) Ck Ey? Mod. BK VII 8 0,08 |0,098,0,126 0,139 0,1365 Bussard Ä V=(Cy:F:v’ Modell BK VII) 910,15 0,19 |0,236 0,255, 0,241 | K=Ck -F-v’—=g:F Segel-Mod.K VI| 10 0,127] 0,134,0,141,0,135 0,125 | x mm ' | CK 0,225 a 0,92 |1,0 0,957 0,91 |0,94 0,983 | 0,458 2, 0,693 0,664 0,78 |0,817 0,74 0,675 0,248 3 1,38 | 1,575 [1,75 2,16 |2,°7 [2,45 | 0,206 | 4 14 11,28 |1,475 1,745 1,905 1,722 | 0206 5 1,52311,83 |2,31 19,74 |2,86 13,61 | | 0,26 | 11,96 |1,98 11,99 |1,83 1,62 | 0,316 217 "1,485 1,385 1,234| 1,06 0,9 Ä | | 0,533 8 2,01 |1,6751 1,585 1,4 |t,1f Ä | | 0,333 | 911,82 |1,54 |1,4 |1,2!50,995 Ä | 0,333 110 2,15 |1,865 1,695| 1,56 | 1,22 | | | | Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 9 ww S [ 458 Holmachse I | X = 9309m _ - 3 720 Abb. 13. A Segelflug- Modell K IX. Un- geschränkte Schwingungsachse | f IEL2 Modelflügel K steife Bauart. Kreisbewegung. Es wurde bereits auf den in Abb. 2 links ersichtlichen weiteren Meßapparat aufmerksam gemacht, auf welchen wir noch kurz zurückkommen wollen. Die Frage: Wie ändert sich das Bild der Kennlinien, wenn an Stelle der oszillierenden eine gleichförmig kreisende Bewegung tritt?, ist gewiß nicht gegenstandslos. Vermutlich erscheinen an den gleichen Prüfobiekten die Wider- standsdifferenzen der konkaven und konvexen Flügelseite bei dauernd gleich- mäßigem Vor- und Rückwärtsumlauf ausgeprägter, als wenn die Flächen in den komplizierteren Luftströmungen an Ort schwingen. Das Grundprinzig diesbezüg- licher Messungen ist hier dasselbe wie beim Schlagapparat, nur äußert sich das Spiel der Gelenkfedern nicht mehr in einem Schleifen-Diagramm, sondern durch einen einfachen Bogenstrich, der nach Maßgabe des konstanten Umfangswider- standes kürzer oder länger wird. Den Verlauf des sog. Stirn-Widerstandes, entgegengesetzt der Drehrichtung zu verstehen, und des alternativen Rücktriebes, senkrecht zur Rotationsebene, mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit bei allen Plus-Minus-Anstellwinke!n, zeigen die beiden Kennlinien für den Vor- und Rückwärtsumlauf in Abb. 17. Sie beruhen, was zu beachten ist, nicht auf den Ck-Cv-, sondern auf Ck’- und Cv’-Beiwerten. Das Rücktriebs-Vorzeichen wechselt in der großen Vorwärts-Kurve nur bei negativem, in der kleinen Rückwärts-Kurve nur bei positivem Anstellwinkel, in beiden Fällen beginnend von rd. 70° an bis zur Endstellung von 90°. Auf dem gleichen Blatt ist auch das Versuchs-Schema angereben. Es ist hier nicht mehr möglich, an Hand eines umfassenderen Materials auf abweichende Eigentümlichkeiten in den Ergebnissen vergleichender Parallelver- Abb. 14. Schlag-Verdrehungs-Diagramme von K IX. Randlinien verstärkt durch verlangsamte Einstellung auf die End-Tourenzahl. Die automatische Verdrehung (Horizontaldiagramm) geht bein = 1:5 wesentlich zurück, ebenso die Größe des Ausschlages (Oval-Kurve). Are FL Seite 10 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 Wormatkrafte Holmverdrchung , 14a. Niederschlag —— Niederschlag Flachen - Schwerpunft Aufschlag Aufschlag / holz onse Abb. 14a. Erläuterung der Diagramme. Das rechts gezeichnete Schaubild für die Holmverdrehung ist in Ir vVOor- 14b. li en Arbeit nicht direkt ausge- Maar Der Einfluß verschiedener Verdrehsteifigkeit zeigen die Abb. 11 und 18. Abb. 14b. Schematische Darstellung der Kräfte beim Niederschlag. Der Flügel ist bereits negativ eingestellt (wie aus Abb. 14a hervorgeht, tritt dieser Zustand erst ein, nachdem ein beträchtlicher Teil des Hubes zurückgelegt ist), wird aber noch beschleunigt (nach oben gerichtete Trägheitskraft). Die Summe aus Massenkraft und der in gleicher Richtung auftretenden Luftkraftkomponente stellt die Ordinate P des Normalkraft-Diagramms dar. Giagrama) suche im Schlag- und Propellerapparate näher einzugehen. Jedenfalls zeigen sich wesentliche Differenzen, welche kaum anders als durch Unterschiede in den Strömungsverhältnissen der beiden Bewegungsarten erklärlich sind. Mit Aufgaben, die in das Gebiet der strengen Laboratoriumsforschung und der zuständigen Aerodynamik gehören, können wir uns nicht befassen, möchten aber noch eine Bemerkung machen zu der landläufig allzu wörtlich genommenen theoretischen Erklärung, der niedergehende Schlagflügel beschleunige eine Luft- masse nach abwärts. Eine Art Pendel-Anemometer, wie wir es uns mehr für sinnfällige Demonstrationszwecke als für genauere Messungen bauten, reagiert kaum, wenn wir einen Flügel direkt gegen, d. h. parallel zur Stauplatte, auf und ab schwingen. Erst so etwas wie eine Viertelsdrehung, dazu noch eine Ver- schwenkung des Flügels spitzwinklig zur Platte, die Spitze voraus, ruft den erößten Pendelausschlag hervor. Der Abiluß der Hauptmenge der unter dem Flügel hervor und über denselben hinwegstreichenden Luft erfolgt also mehr seitlich rückwärts. Man weiß, daß die in Keilform wandernden Vögel aus diesem Umstande Nutzen ziehen. In der Schweizerischen Technischen Zeitschrift, Jahrgang 1930, Nr. 26, veröffentlichten wir einige Ergebnisse aus Erstlings-Versuchen mit einem Appa- rate, der Vortriebsgeschwindigkeiten zwangsläufig schlagender und gleichzeitig freiläufig kreisender Flügel mißt. Der Antrieb erfolgt hier in einer Weise, daß sich die ausschließlich durch die Schlagbewegung ausgelösten Vortriebsreaktionen / Pi DJ / ‚ N / Ri NV Sy N Nu d R x g NISSS ' 07 / 1 N 4 675 7 u, / / iv ! 370 ı Ba n _ 7 | 60°| 230 [00306 235 Modeliflugel K 2 _ 2 \20"| 270 |ao37 F= 90659, x -9309 r a| 75° | 280 \90387 Bmarx__530n | Xmm|_£ m: 02 04 lachmove (handbeugung) Flügelgemicht 225 Links: Abb. 15. Kennlinien des Modells K IX. Hohe spezifische Belastungsmöglich- keit bei geringem Vortriebseffekt. Rechts: Abb. 16. Rechtshändiger Möwenflügel von drei Vögeln gleicher Art und Größe in drei verschiedenen Handbeugungs-Stellungen präpariert und geprüft. Pro filsammlung N anf Mm N. | GEGRENDET 108 u" HEMIUSBEGRBEN N N 1 8 1 9 3 8 VW Amar URSINS » er ina. Ji r. PET BRRITTENAITTEN Inga Hr ITH HH N 12% der Flügeltiefe (Endziffern der Einfluß des Kennwertes auf die Flugleistungen. Landehilien. Die größe Bedeutung des Kennwertes (E) bzw. der Reynolds- schen Zahl (R) auf die Eigenschaften von Flügelschnitten ist in frühe- ren „Profilsammlungen“ mehrfach hervorgehoben worden. Nachste- hend soll auf Grund der in dem NACA-Bericht Nr. 586 veröffentlich- ten Untersuchungen im Ueberdruckwindkanal an Rechnungsbeispielen gezeigt werden, wie sich die Leistungen eines Flugzeuges infolge die- ses Einflusses ändern. Gleichzeitig werden die Ergebnisse von Ver- suchen mit verschiedenen Landehilfen verglichen und mitgeteilt. Eine Gegenüberstellung der Polaren von verschieden dicken Flügeln mit gleicher Mittellinie soll Anhaltspunkte für den Entwurf einer günsti- gen Profilkombination geben. Die in Abb. 1 wiedergegebenen Flügelschnitte gehören alle der gleichen Familie an. Der Dickenverlauf ist durch den Schnitt 0012 gegeben, die Wölbung der unsymmetrischen Profile durch die Mittel- linie von 23012. Die Tiefe der untersuchten Spreizklappen beträgt in jedem Falle 20°/0 der Tiefe des Flügels, der Ausschlag wurde zu 60 und 75° gewählt, enstprechend früheren Versuchen, die diesen Win- kelbereich als zweckmäßig erscheinen ließen. Die Winkel sind zwi- schen dem hinteren Teil der Druckseite und der Klappe gemessen. Die Tiefe des Doppelflügels beträgt gleichfalls 0,2 von der des Hauptflügels, als Profil wurde ebenfalls 23012 gewählt. Der Drehpunkt liegt 0,03 t hinter und 0,054 t unter der Hinterkante des Hauptflügels, 0,24 t, hinter der Nase des Hilfsflügels und 0,1 t, unter dessen Mittel- linie. (t = Tiefe des Hauptflügels, tı = Tiefe der Hilfsfläche.) Gemes- sen wurde einmal mit — 3° und einmal mit + 30° Einstellwinkel ge- genüber der Sehne des Hauptflügels. Die Beiwerte sind auf die Ge- samtfläche der Anordnung bezogen. Abb. 2 zeigt die Polaren von 5 verschiedenen Flügeln. Die Werte sind auf unendliche Spannweite umgerechnet. Die für die Bestimmung der reinen Profilcharakteristik erforderlichen Korrekturen (ungleich- mäßige Verteilung des Auftriebes über die Spannweite der untersuch- ten Rechteckflügel und Einfluß der scharfen Ränder) sind nicht vor- genommen, so daß sich das Schaubild nur für Vergleiche eignet. Man erkennt, daß eine Verdickung von 12 auf 15% nur bei Auftriebsbei- werten unter 1 eine Erhöhung des Profilwiderstandes ergibt. Das Profil mit 2190 Dicke fällt m II dagegen weit zurück. Bemer- Abb. 1. Untersuchte Profile. Die oberen drei Flügelschnitte besitzen gleiche m. II Wölbung und gleichen Wölbungsver- lauf, die Dicke beträgt 21, 15 und Profilnummern). Unten das symme- trische Profil von 12% Dicke, aus dem die oberen Schnitte durch Verdicken und Wölben entstanden sind. Be- schreibung der Landehilfen im Text. Seite 66 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 18 ! 122 Abb. 2. Polaren für unendliches Seitenverhält- zu a | nis. Die Versuchswerte sind nicht korrigiert, 22 geben daher nicht die wahre Profilcharak- | ee | teristik, sondern die eines rechteckigen Flügels. 20 30 Ausschlag) Die berichtigten Werte für CAmax und CWPmin / e | sind in Abb. 3 wiedergegeben. 178 | 207 kenswert ist die gute Uebereinstimmung ” = 23072 | der Polare des Doppelflügels bei — 3 14 L mit der des normalen Schnittes. Bei 30° ı 23027 Ausschlag wird der Widerstand im unte- 42 | 11 ren Auftriebsbereich etwa verdoppelt, / | während die beste Gleitzahl fast unver- 7? © 23072@rre, \ ändert bleibt. Für den Flug mit gering- | stem Leistungsbedarf bringt also diese ie | Anordnung Vorteile. Erwähnt sei, daß 06 Rreren 3% __| bei Anwendung einer Spreizklappe der u Rep 78:%° Profilwiderstand auf 0,15 bis 0,2 an- 04 steigt, also ein Vielfaches von dem der Doppelflügelanordnung beträgt. @2 Die Reynoldssche Zahl betrug bei =— diesen Versuchen rd. 3 ‘ 10°. Infolge der GE Turbulenz des Kanals, die gerade hier sehr groß ist, wird eine Umrechnung auf die praktisch nicht turbu- lente atmosphärische Luft erforderlich. Der Faktor, mit dem Rversuch zu multiplizieren ist, um Ret zu erhalten, beträgt 2,64. Näheres hier- über vergleiche „Flugsport“ 1936, S. 550. Der Verlauf des Höchstauftriebes über der Reynoldsschen Zahl ist in Abb. 3 dargestellt. Alle Schnitte und Anordnungen zeigen den bekannten Abfall mit kleiner werdendem Kennwert. Einen unregel- mäßigen Verlauf weist nur der Doppelflügel auf, dessen Maximalauf- trieb unterhalb R=2° 10° un- vermittelt um etwa 0,3 abfällt. Die absolut höchsten Werte ergibt der dicke Schnitt 23021 mit der Spreiz- klappe, während er ohne diese den dünneren Profilen unter- legen ist. ” Der Kleinst- 42 23072 JBr widerstand ver- läuft nach den in 902 Arm (9 Abb. 3. * Höchstauftrieb und 2-42 -3° 90 Kleinstwiderstand \ für mehrere Profile Du | , mit und ohne Lan- __ man —=| dehilfen, über der effektiven — 2 7A | Reif wu Reynoldsschen la 10€ 02 03 04 100104 wm 2 3 4 1618 ws Zahl aufgetragen. 24 23029 _ Sp-M.92,75°| —j 230755 _|\ Se-Al. 92. 75° 60° = 75° 23012 Se.-Al.Q2 78 | 23012 30° _— 16 O-Rt. 92; Nr. 18 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 67 Abb. 4. ——— Polaren eines Flü- 1 _ gels von unend- _— a licher Spannweite “| EG DB — für vier praktisch _, | yeibel vorkommendeFälle. A; moto” nraftftagee dd Der Einfluß der „| 2 Reynoldsschen Zahl tritt kraß in ,, / 7 pe Erscheinung. Y er iS U N Abb. 3 unten % wiedergegebe- | | | nen Kurven. Be- *% u T merkenswert ist ' | | n \ m die Ueberlegen- 07 902 7 Zbs heit des Doppelflügels in einem gewissen Bereich. Den Einfluß der Wölbung zeigt die Gegenüberstellung der Profile 23012 und 0012. Bei R = 1:10° ist er beträchtlich, beim zehnfachen Wert für R ver- schwindet er fast ganz. Um den Einfluß der Reynolds-Zahl auf die Polare bzw. die Flug- leistungen festzustellen, nehmen wir zunächst vier charakteristische Größenverhältnisse an. Es seien verglichen: in Großflugzeug mit einer mittleren Flügeltiefe von 4 m und einer Landegeschwindigkeit von 28 m/sec, ein Motorgleiter mit t = 1,2 m und 14 m/sec Mindestge- schwindigkeit, als in diesem Zusammenhang ungünstigster Fall eines bemannten Flugzeuges ein Muskelkraftflugzeug von 1 m Flügeltiefe und 8 m/sec Landegeschw. und ein Flugmodell mit 0,2 m Flügeltiefe, das bei Höchstauftrieb mit 5 m/sec fliert. Die Reynolds-Zahl (in Bo- dennähe Flügeltiefe in mm mal Geschwindigkeit in m/sec mal 70) wird also: 7 850 000, 1 180 000, 560 000 und 70 000. Wir legen fest: das Großverkehrsflugzeug erhält über die ganze Spannweite laufende Spreizklappen, alle vier Flugzeuge besitzen das Profil 23012. Der Höchstauftrieb wird damit 2,5, 1,35, 1,2, 0,9. Die Geschwindigkeits- spanne sei 4, 2,5, 2 und 2. Damit wird R für den Schnellflug 31 400 000, 2950000, 1120000 und 140000. Hieraus ergibt sich nach Abb. 3 CWPmin Zu 0,0062, 0,0087, 0,009 und 0,027. Aus diesen Werten für Höchstauftrieb und Kleinstwiderstand zeichnen wir die vier Polaren (Verlauf von cw über ca nach NACA-Bericht 586). Der Fehler, der dadurch entsteht, daß CWPmin nicht bei dem Auftriebsbeiwert liegt, der dem mit der Wahl der Geschwin- | & - SQ digkeitsspanne festgelegten Schnell- | N flugzustand entspricht, ist gering. “| 27 \ Abb. 4 zeigt die vier Polaren. 42 BN 3 | In Abb. 5 ist die Gleitzahl dieser „, N \ vier Flügel von unendlicher Spann- weite über dem Auftriebsbeiwert gt — eingetragen. Der Unterschied der Bestwerte — 79 für das Großflug- « zeug gegen 22,5 für das Modell — zeigt deutlich den großen Einfluß # Va a N N 99 02 Abb. 5. Gleitzahl der vier Flügel aus =>—— Abb. 4. Unendliche Spannweite. ZZ #0 0 80 Seite 68 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 18 IS S>y--_ Abb. 6. 76 rs _ Gleitzahl und N BN Flugzahl von Mr 2 -- 2 ! vier geome- N "N trisch ähnlichen TE 3 AT \ f Zellen mit einer N / PA Flügelstreckung 70 4 7 7 1:10 und einem Bu‘ L-7 schädlichen 98 47 -_-r Widerstands- Ph -1L/ _ . - _ "MH beiwert 46 Br LT von 0,02. m Pa -— 2% &/Cu BG 7 -_—— Gaya? BD _- | von R. Am 22 | aa: ganzen Flug- so 100 150 00 E77 ZeUg wird U 5 70 15 P77 Gl 25 dieser krasse | Unterschied durch den induzierten und den schädlichen Widerstand weitgehend abgemindert. Um ihn auch hier beurteilen zu können, wählen wir eine Streckung 1:10 und einen Beiwert für den schädlichen Widerstand von 0,02. Selbstverständlich wird man z. B. ein Muskelkraftflugzeug nicht mit der gleichen Streckung und dem gleichen cws wie eine Ver- kehrsmaschine bauen, für den Vergleich ist dies jedoch von unterge- ordneter Bedeutung, da es sich nur um die Bestimmung der Größen- ordnung des zu erwartenden Einflusses handelt. Die sich damit erge- benden Polaren sind nicht gezeichnet, Abb. 6 zeigt nur die Gleitzahl und die Flugzahl ca®/cw? dieser vier geometrisch ähnlichen Flugzeuge in Abhängigkeit von ca. Die beste Gleitzahl als Maß für die Transport- ökonomie beträgt 1: 15,8 für das Großflugzeug, 1: 14,75 für den Mo- torgleiter, 1 : 14,2 für das Muskelkraftflugzeug und 1: 10,6 für das Mo- dell. Beim Uebergang von der günstigsten Großausführung zum Mo- dell — wobei hier noch sehr günstige Werte angenommen sind, denn meist wird die Flügeltiefe kleiner als 0,2 m und die Höchstgeschwin- digkeit kleiner als 10 m/sec sein — wird also die Wirtschaftlichkeit um rd. ein Drittel herabgesetzt. Hinsichtlich der Flugzahl ist der Unter- schied noch größer, was in erster Linie auf das Absinken des Höchst- auftriebes zurückzuführen ist. Um eine direkte Vergleichsmöglichkeit zu erhalten, ist in Abb. 7 neben der Gleitzahl und der Flugzahl noch der reziproke Wert aus deren Wurzel, also cw/ca!®, eingetragen. Diesem Ausdruck ist der geringste Leistungsbedarf direkt verhältige. Ein Modell beansprucht demnach 68% mehr Motorleistung, als _ 2 7] man auf Grund der Verhältnisse an | 300- ug® einem Großflugzeug erwarten könnte. | a! 14 Der Motorgleiter ist um 10, ein Mus- Ki m ‚+ kelkraftflugzeug um 17” anspruchs- Ni || er nn voller. Gropp. | 7% muy nu 1 j Abb. 7. Vergleichende Wertung der vier ü Flugzeuge. Bei genau gleicher Formgebung erreicht das Großflugzeug eine Gleitzahl 5 0 von 1:15,8, das Modell nur 1:10. Die Flug- 1 zahl sinkt von 255 auf 91. Der Wert I cwl/cat5 als direktes Maß für den Leistungs- B bedarf zum Schweben liegt beim Modell E fast 70% höher als bei der günstigsten 7]2|3|% \2]3|#% -12]3|# ‚Großausführung. Nr. 1/1938, Bd. 30 ‚FLUGSPORT“ Seite 11 Aundlauf- 025 Hchse (vorwarts) V-W. Anstellwinkel Flächenschwergwpät ! | 0° r-W (rückwarfs) 00. Versuchs-Schema . " U =const = 775 / Abb. 17. Kennlinien der Ck’- ° mr/see ce Cv’-Beiwerte eines mit zwi- —- | | | schen 0 und 90° veränder- 992 N 004 ı g06__\ 208 lichem, je einmal positivem, das andere mal negativem Anstellwinkel, vor- und rückwärts gleichförmig krei- senden Entenflügels. Großer Unterschied zwischen dorsalem und ventralem Luftwiderstand. ungehemmt entwickeln können bis eine Umfangsgeschwindigkeit erreicht ist, deren obere Grenze der wachsende Stirnwiderstand bestimmt. Dabei zwingen die nicht frei werdenden Auftriebskräfte den im Kreise herum und auf und ab schwingenden Flügel zuletzt zu den wunderlichsten Kapriolen ähnlich der Bewe- gung einer Taumelscheibe (Abb. 20). Je größer und schneller die Schläge, desto größer auch die Flügel-Torsion, bis sich die aus Schlag und Vortrieb resultierende absolute Geschwindigkeit nicht mehr weiter steigern läßt. In den damaligen mehr tastenden als systematischen Messungen brachten wir es auf Winkelgeschwindigkeiten von höchstens 40 sec". Mit solchen ist für eine geradlinige Vorwärtsbewegung natürlich noch nichts Gewisses ausgesagt, immerhin können auch derartige Versuche und Vergleiche konkretere Aufschlüsse vermitteln. Kämen dazu noch die. schon angedeuteten % Va | L— 12 | 0323777500 1 ” A m ; A } v | | i 20 n/ EI 45 5 7 e ? 45 2 o— 75 Ki / 7 To u 4 Be) Fluge? /m*__|\Xm__|Fe:1000 45 ce, g a | Segel-Typ Z|\gorr |0o%6 |9g9 ö n „ Z |g096 |0326 | a9 e " Z Ä |aoese |0309 | 9507 4 a | Bussard-Iyp H \gws |0333 | 072 e un FächerAornser ZZ \gros |0333 |qR2 e M 7 P LZR v Pr u cı f Hähner -Habicht 00817 | o2e |0265 g | Mause-Bussard 0701 | 0316 | 0106 02 Q P 26 Abb. 18. Kennlinien-Vergleich. Zu beachten die unterschiedlichen Kurven e und eı des gleichen Flügels BK VII. Größere Holmverdrehung bei eı. Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 13 % CA 6- E77 Ih Slockernte 225 a 30 p . fasarn mw —35 V m/see — 2 3 5/4 i Er, ara 3 ’ 2 6 \usperber 6 2 rear er E e 0; Ad ” 725 \ Lachmörve | cv q2 9% [ra Q8 40 72 7 Seite 12 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 Tabelle 6. Stockente Gleichförmig kreisende Bewegung. F =0,0368 m? Anstellwinkel von O bis 90°. v, = 7,75 m/sec konst. x, — 0,246 m Flügel-Umlauf a0 K kn |V ka Ck | Cry q L, L; vo Cr | CY vorwärts (vw) werte Beiwerte (v) |kg/m? |mkgisec| PS/m?| Ck Beiwerte (v?) a negativ 0 10,1325| 0 0,464 |0 3,62 |1,03 [0,372 | — [0,06 — | 5 0,163 \0,58 0,574 \0,1355) 4,44 |1,97 |0,46 123,3 0,738 |0,0175 13 o@aı |1,19 [0,775 \0,278 | 60 ‚1,71 [0,62 48,7 [0,1 1|0,0358 =v1 |30 10315 |1,5 [1,105 \0,55 | 8,55 12,36 [0,855 |31,6 |0,1425| 0,0452 | 45 [0,418 11,19 |1,47 10,278 [11,4 |325 |1,175 | 19,15 |0,189 |0,0358 60 [0,512 |0,52 |1,795 0,121 |13,9 3,97 \1,44 | 6,73 0,232 |0,0156 OS 68 0,545 |0 1,91 |0 14,8 |4,22 11,55 | — 1046| — v-F 75 |0,562 |o,83 [1,9653 |0,194 |15,25 |4,35 |1,575 | 9,86 |0,254 |0,025 x +tvi iss jos5 |ıas |193 |0,3°3 |14,95 |426 |1,54 |16,8 |0,249 |0,0416 K= Zr 90 [0,516 |1,6 |181 10,374 [14,05 |4,0 |1,45 |20,7 |0,233 |0,0482 " | oe lo117 )0008 |0,411 \0,0281) 3,18 |0,906 |0,328 | 6,83 |0,053 | 0,0036 a positiv 5 [0,156 |0,0246| 0,477 |0,0864| 3,7 |1,055 10,377 |18,1. [0,0615 0,0111 L=K:v 15 |0,1635| 0,0666: 0,573 [0,054 | 4,44 |1,27 [0,46 |40,8 |0,0738| 0,0302 30 [0,924 |o,141 |0,785 |0,495 | 6,08 |1 735 |0,628 |63 0,101 [0,0638 L, = Du 43 100985 |o,1s 11,0 10,63 | 7,75 |22ı [08 165 10,129 0,0813 75:F TV 55 [0,331 \0,18 |1,16 0,63 |, 8,98 2,57 ‚0,93 154,5 1|0,1495| 0,0813 K 60 0,354 10,174 |1,94 10,61 | 9,63 12,74 |0,993 [432 10,16 |0,0785 gI=77 75 |0,43 0,1465 1,51 [0,514 |11,7 |3,33 |1,205 |39 [0,194 |0,0662 85 10,485 [0,103 [1,71 10,43 [13,18 |3,76 |1,36 [25,5 |0,219 |0,0555 oo [0,516 |0,1065| 1,81 |0,373 | 14,05 |4,0 [1,45 [20,6 [0,235 |0,0482 a negativ | o Io116 lo 0,407 | — | 316 [09 [0,326 | — |0,0525| — 5 ,0,142 |0,0042| 0,428 |0,0147| 3,32 |0,945 [0,35 | 3,43 |0,055 | 0,0019 13 |0,154 |0,0185| 0,465 |0,065 | 3,6 |1,026 |0,373 |14 [0,06 |0,0084 30 [0,176 |0,0794 0,53 |0,278 | 4,12 | 1,172 |0,425 |52,5 |0,0685| 0,036 z 4 vJ | 45 |0,205 |0,1065|0,618 [0,373 | 4.78 [1,37 |0,495 [60,5 | 0,0797 0,048 & 60 10,228 |0,116 |0,778 |0,406 | 6,03 |1,72 |0,623 1523 [0,1 0,052 P 70 \0,251 |0,1085|0,878 0,381 | 6,8 |1,94 |0,703 |43,4 |0,1135| 0,049 = 75 |0,26 |0.093210,91 [0,527 | 7,04 [2,01 [0,728 |40,6 |[0,1175| 0,042 > ss |0,29 |0,0783| 1,015 0,075 | 7,87 |225 [0,813 27,1 |0,131 |0,0354 ei 00 [0,30 |0,0742| 1,05 10,261 | 8,14 19,32 ‚0,843 |24,6 |0,135 |0,0356 z j —_ 5| a positiv 0 |0,1325| 0,0084 | 0,464 |0,0295| 3,6 11,03 [0,373 | 6,55 |0,06 | 0,0038 = 5 [0,136 |0,018 |0,477 |0,064 | 3,7 11,052 \0,382 |13,4 |0,0614|0,C08 E (5 10,15 [0,053 [0,525 |o,180 | 4,07 |1,16 |0,42 |35,4 |0,0677| 0,024 © —v? | 30 |0,186 |0,093 |0,652 |0,3-6 | 5,05 |1,44 | ‚523 |50 10,084 |0,042 E 43 [0,243 |0,085 |0,85 10,282 | 6,6 |1,88 0,681 133,1 |0,11 |0.0364 ja 60 0.201 [0.0433 1,053 10.15 | 8,17 |9,33 )0,843 |14,25 \0,136 |0,02 70 0519 |0 1,12 | — | 8,66 [2,47 |0,902 | — |o,144 | — | | 73 ,9323 [00108 1,15 [0,0381 8,76 |2,5 |0,905 | 337 \0,146 |0,0048 +v! |ss [0,314 \0,0504| 1,1 |0,177 | 8,53 |2,44 ,0,883 | 16,09 0,142 |0,0228 | | 0 )030 [0,0742 1.05 0261 | 814 [2,32 |0,843 124,8 |0,135 |0,335 Schlagdiagramm-Aufnahmen in strömender Luft, d. h. im Windkanal, mit allen wesentlichen, an künstlichem und natürlichem Versuchsmaterial noch durchführ- baren Modifikationen, so ist nicht einzusehen, weshalb die über den Gesetzen der Schlagflügelwirkungen noch liegenden Schleier nicht auch wissenschaftlich ausreichend gelüftet werden könnten. Anmerkung der Schriitleitung. Um hinsichtlich der Güte als Vortriebsorgan die untersuchten Flügel und Modelle mit einer normalen Luftschraube vergleichen zu können, ist in Abb. 21 das Verhältnis des erreichten zum theoretisch höchsten Schub, der mit der gleichen bestrichenen Fläche bei gleicher Leistung und gleicher Luftdichte erzielt werden könnte, über der mittleren Geschwindigkeit des Flächenschwerpunktes aufgetragen. Dieser Ausdruck, nach Bendemann Gütegrad & genannt, liegt bei Luftschrauben zwischen etwa 0,65 und 0,85. Wie Abb. 21 zeigt, kommt keiner der Flügel auch nur annähernd an diesen Wert heran. Zum Teil ist dies daraus zu erklären, daß die präparierten Schwingen etwas von ihrer natürlichen Elastizität Abb. 19. Kennlinien-Vergleich. Typisch verschiedene Flügel annähernd gleicher Flächengröße. Die großen Differenzen in den maximalen spezifischen Belastungen in Uebereinstimmung mit den naturbedingten Beobachtungs-Tatsachen. eingebüßt haben. Ferner besteht die Möglichkeit, daß ein Vogel beim Rütteln \dieser Flugzustand entspricht etwa der Versuchsanordnung) die Flügel in ge- wissem Maße steuert, um eine stärkere Verdrehung, von der der Gütegrad in erster Linie abhängt, zu erreichen. Die ansteigende Tendenz der Kurven deutet ebenfalls darauf hin, daß die mit zunehmender Schlaggeschwindigkeit größer werdende Flügelverdrehung (unter dem Einfluß der Luft- und Trägheitskräfte) eine Erhöhung des Gütegrades ergibt. Trotz dieses Anstieges sind auch bei noch höherer Schlaggeschwindigkeit keine mit Luftschrauben vergleichbaren Werte zu erwarten, da die Messungen bis nahe an die Grenze der Leistungsaufnahme der Flügel ausgedehnt wurden. Diese kurze Abschweifung ist vor allem für diejenigen Anhänger des Schwingenfluges gedacht, die Luftschrauben als vollkommen überholt betrachten und erwarten, daß bereits mit dem Bau einer Schwinge (in vielen Fällen: mit dem Vorschlag zur Anwendung von Schwingen) alle Probleme gelöst seien. bes£rechene T u fa fr e BE— > * < ofasaa Gi Ulegrad g Sopran). Streor olachmöve | Sperber \ gez 93 — dussard oMabicht Oben: Abb. 20. Schlag - Umlauf - Meßapparat. 9 45; Rechts: Abb. 21. Gütegrade der untersuchten Modell KR Schwingen in Abhängigkeit von der mittleren . % Bewegungsgeschwindiekeit des Flächenschwer- misee punktes. 10 ZU” — 30 Seite 14 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 N Kugelgelenke für den Flugzeugbau. Für die Uebertragung von Drehbewegungen auf größere Entfernungen wer- den seit langem Kardangelenke aller Art benutzt. Mit ihnen lassen sich. zunächst Ungenauigkeiten im Einbau leicht überwinden, weiter bieten sie die Möglichkeit, beliebige Winkel zwischen treibender und getriebener Welle unter Umgehung von Kegelradtrieben zu überbrücken. Während früher der Konstrukteur meist selbst für jeden vorliegenden Fall ein Kreuzgelenk entwarf, haben in den letzten Jahren verschiedene von der Zu- behör-Industrie entwickelte Bauarten zunehmend Eingang gefunden. Wenn trotz- dem noch Sonderanfertigungen und Eigenkonstruktionen verwendet werden, dann ist das darauf zurückzuführen, daß die Anforderungen an solche Gelenke zu weit auseinandergehen, als daß mit einer einzigen Reihe alle Aufgaben zu erfüllen wären. Ist z. B. eine Steuersäule über ein Kreuzgelenk mit dem Quer- ruderantrieb verbunden, dann ist für den Entwurf praktisch nur das höchste, ohne unzulässige Verformung zu übertragende Drehmoment maßgebend. Soll dagegen ein Fahrwerk mechanisch eingezogen oder ein Schnellablaßventil ge- öffnet werden, so rückt das Verhalten bei größeren Ausschlagwinkeln und die Verschleißfestigkeit mehr in den Vordergrund. Die bei Dauerbetrieb wichtige Frage der Wärmeentwicklung tritt im allgemeinen nicht auf, da es sich fast ausschließlich um kurze Arbeitszeiten bzw. um kleine Leistungen handelt. Bevor wir auf einzelne Ausführungen eingehen, soll das grundsätzliche Ver- halten eines Kreuzgelenkes kurz betrachtet werden. Schlägt man ein ‚solches Gelenk um einen gewissen Winkel aus, dann ergibt sich bekanntlich eine Un- gleichförmigkeit in der Drehgeschwindigkeit der beiden angeschlossenen Wellen. Die Ursache hierfür ist leicht einzusehen. Schlägt man ein (gedachtes) Gelenk um 90° aus, dann kann man bei einer bestimmten Stellung des Zwischenstückes eine Welle drehen, ohne daß die andere eine Bewegung erfährt. Ein einfaches Gelenk gestattet also nur spitze Ablenkungswinkel. Diese Ungleichförmigkeit ist auch bei kleineren Winkeln vorhanden. Abb. 1 zeigt ihr Anwachsen mit dem „Aus- schlag. Treibt man die eine Welle mit 100 Ulmin an, dann schwankt bei 50° Ab- lenkung (Winkel «) die Drehzahl der anderen Welle zwischen etwa €5 und 155 U/min. Der Ungleichförmigkeitsgrad beträgt mithin rd. 0,8, während die beiden Wellen während eines Umlaufes zweimal eine Verdrehung gegeneinander um 13° erfahren. Diese Eigenart eines Kreuzgelenkes läßt sich durch Verwendung eines Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 15 2, £ . Bild 21 Abb. 3. Links: Einfaches Kugelgelenk, zerlegt. Rechts: Doppelgelenk, zusammengebaut. Doppelgelenkes ausschalten, wenn die Ablenkungswinkel beider Gelenke gleich sind und wenn die Achsen der Kreuzstücke so zueinander stehen, daß die Winkel- abweichungen des einen Gelenkes vom anderen aufgehoben werden. Für ge- wisse Zwecke ist diese Erscheinung ohne Bedeutung, bei höheren Drehzahlen und vor allem bei größeren Trägheitsmomenten der mit den Wellen verbundenen Teile ist ein Ausgleich jedoch nicht zu umgehen. Weitgehende Verbreitung haben die von den Firmen Fritz Werner AG. und Ludwig Wolfermann hergestellten Gelenke gefunden (Abb. 2 u. 3). Das Kreuzstück 1 von Kugelgestalt besitzt zwei Bohrungen, in die je ein mit der Lasche 2 aus einem Stück hergestellter Zapfen eingreift. Die Laschen sind in Ausfräsungen des Hauptkörpers 3 eingelegt und werden durch einen Stift 5 gegen Längsverschiebungen gesichert. Der aufgepreßte Ring 4 hält die Laschen mit dem Hauptkörper zusammen. Abb. 3 zeigt rechts ein Doppelgelenk, das an Stelle von zwei einzelnen Gelenken zum Ausgleich der Ungleichförmigkeit benutzt werden kann. Der größte Ausschlag dieser Gelenke beträgt 45°. Nach Mösglich- keit sollten derartig große Ablenkungswinkel jedoch vermieden werden, da die Reibungsarbeit hierbei beträchtlich ist und da das übertragbare Drehmoment mit wachsendem Winkel abnimmt. Setzt man das zulässige Drehmoment für 10° Ausschlag gleich 1, dann beträgt es für 0° 1,6, für 5° 1,25, für 20° 0,75, für 30° 0,6 und für 40° 0,45. Diese Gelenke kommen in 14 Größen in den Handel, das Bruchdrehmoment in gestreckter Lage bewegt sich zwischen 3,3 und 550 mkg, das Gewicht beträgt 0,05 bis 7,6 kg. Die zu übertragende maximale Leistung hängt in der Hauptsache von der Wärmeentwicklung ab, weshalb das Nutzdrehmoment mit zunehmender Drehzahl absinkt, wenn nicht sehr kurze Betriebszeiten in Betracht kommen. Zur Weiterleitung des Drehmomentes kann eine Welle in die Paßbohrung des Hauptkörpers 3 eingesteckt oder ein Rohr auf den Ring 4 aufgeschoben werden. Die von der Firma Rheinmetall-Borsig in Lizenz von F. Faudi hergestellten Kugelgelenke sind auf den Kraftfahrzeugbau zugeschnitten, eignen sich jedoch auch für die Verwendung im Flugwesen. Eine besonders für Dauerbelastungen geeignete Ausführung zeigt Abb. 4. Um die Zapfenbelastung herabzudrücken, sind die Lagerstellen weit nach außen gezogen. Das Kreuzstück wird eingefädelt, worauf die außen geschlossene Lagerbüchse mit den Nadeln in das Gabelstück eingepreßt wird. Die Schmierung erfolgt durch ein Nippel am Kreuzstück. Eine 200 7 2 Y andere Ausführung der Faudi-Gelenke ist in Abb. 5 dargestellt. Die Kraftüber- Drehzahl ' / N N tragung erfolgt hier durch Stahlkugeln, die in dem Außenring durch eingepreßte , iR Büchsen und einen Sicherungsring gehalten werden. Beide Arten von Gelenken Re Lzs werden mit Flansch oder mit Keil- EEE ZEREN 7300 Schwankungen _ Ss / verzahnung geliefert. Der Ausschlag N > = SR EN Winkel ver Werriesaren VER beträgt normal 10°, bei Sonderausfüh- N 772 N meumnmmmm.re‘. REISTE S j eh = 153: An N ASH Be _ IS rungen bis 35”. —— == KON j 10a 20 — ee S-H40 — EN = m f, 7 Werder? Ä Bi 05 Abb. 5. Ein von Rhein- 50\%0 Ne; 5 —_ d N metall-Borsig hergestell- . a° —_—_—_—_—- tes Faudi- Gelenk mit _ 7 2 ÄA y) Be T T Kraftübertragung durch „A . I NS 7A | EEE BEE DE 5 Kugeln. 70 20 30 40 E77] 60 70 Abb. 2. Gelenk von % Ve === sen . nar N Abb. 1. Drehzahlschwankungen, Verdrehwinkel und Un- F. Werner bezw. ni Y/ 2 eleichförmigkeitsgrad für ein einfaches Kreuzgelenk in L. Wolfermann im Abb. *. reuzgelenk Faudi-Rheinmetall-Borsig mit Abhängigkeit vom Ablenkungswinkel. Schnitt. adellagerung für hohe Drehzahlen. Seite 16 „FLUGSPORT” Nr. 1/1938, Bd. 30 Für den Konstrukteur ist es wichtig, schnell einen Ueberblick zu erhalten, welche Leistungen bezw. Drehmomente mit den Gelenken der üblichen Aus- führung übertragen werden können. Als ungefähre Richtlinien können folgende Faustformeln gelten: Mit einem kg Gewichtsaufwand (für ein einfaches Gelenk) lassen sich ohne Ablenkung 100 mkg Bruchdrehmoment erreichen. Mit Sicherheit übertragbar sind etwa 80% des Bruchdrehmomentes. In dem Drehzahlibereich von 50 bis 800 U/min folgt die mit Rücksicht auf die Erwärmung bei 10° Ausschlag zulässige Leistung ungefähr der Formel N=c'n%5 (N in PS, n in Umin, c = 0,24 G, G — Gewicht eines einfachen Gelenkes in. kg). Löst man nach G auf, dann ergibt sich: G = 42 ' N : n%”. Diese Beziehung ist aus den Leistungs- angaben der Werner-Gelenke abgeleitet und gilt nur für Leistungen bis etwa i,5 PS bei 800 Ulmin. Größere Gelenke zeiren einen stärkeren Abfall des Dreh- ınomentes mit wachsender Drehzahl. Holzvergütung. Für hochbeanspruchte Bauteile, wie Flügelholme, Luftschrauben usw. hat sich seit längerer Zeit das sogenannte Schichtholz eingeführt. Es bietet durch seine hohe Festigkeit und verschiedene günstige Eigenschaften Vorteile gegen- über dem normalen Weich- oder Hartholz. Schichtholz besteht aus dünnen Furnieren, die mit einem wasser- und schimmelbeständigen Kunstharzbindemittel miteinander verleimt sind. Die Dicke der einzelnen Schichten richtet sich nach den Festigkeitsanforderungen und nach dem zulässigen spezifischen Gewicht. Die nebenstehenden Abbildungen zeigen, wie mit der Anzahl der Schichten je cm Gurthöhe das spezifische Gewicht und n] die Widerstandsfähigkeit ge- gen Druck-, Zug- und Bie- gungsbeanspruchungen zu- Ey; ug > 18 2% nimmt. Die Darstellungen | enthalten Höchst- und Min- 16 j 10 777 0 —— <ı Beegang T—— 20 [Aoymm? destwerte, ferner als ausge- Druck 72 ar Guitesanter zogene Linien die ungefähren m 9- 2 | \ Mittelwerte. | | Um einen Anhaltspunkt RT | für die Auswahl der Schich- tenzahl zu geben, ist in dem m — 0 np Püweng prze) Diagramm links oben die an | | I i Güteziffer Festigkeit: spe- z —— FT zilisches Gewicht eingetra- Pu j | gen. Bei Druck- und Bie- | | Bunguings As za e 40, 9/cm En m gungsgliedern ist dieser F | } Wert nahezu konstant, d.h. | FA | | | Gun ‚. | Sehntenem Gewicht, Festigkeitswerte - 9 =— und Gütezahlen für Schicht- eb Shienenm | 7m 9 20 25% holz (Buche). mn 7 70 75 20 25 40 das Gewicht eines Baugliedes für eine bestimmte Last ist von der Furnierdicke unabhängig. Bei Zuggliedern ergeben 15 bis 20 Schichten je cm die besten Er- gebnisse. Außer der hohen Festigkeit besitzt das Schichtholz auch eine bessere Form- und Feuchtigkeitsbeständigkeit als Naturholz. Es wird in der Hauptsache aus Buche hergestellt und von der Blomberger Holzindustrie B. Hausmann G. m. b. H., Blomberg (Lippe), in Platten bis zu 5 m Länge bei 8 bis 35 mm Dicke und 200 bis 450 mm Breite in den Handel gebracht. Buna-Wellendichtungen. Wellendichtungen aus Buna (synthetischem Gummi) werden seit längerer Zeit vom Goetzewerk hergestellt. Die Dichtung, die gegenüber den bisher meist verwendeten Filzringen verschiedene Vorteile aufweist, besteht aus einem ge- zogenen Metallgehäuse a, in dem die Dichtungsmanschette b unter Zwischen- schaltung eines Blechsteges eingebaut ist. Der erforderliche Anpreßdruck wird durch eine Spiralfeder c erzielt. Das aus Stahl oder Leichtmetall hergestellte Gehäuse wird mit Preßsitz in den Lagerkörper eingedrückt. Die Dichtung ist so einzubauen, daß die am Durchtritt zu verhindernde Flüssigkeit, Oel oder dgl. Nr. 1/1938, Bd. 30 „rTLUGSPORT“ Seite 17 von der Deckelseite aus herantritt (im Bilde rechts i | Flächenpressung zwischen Welle und Manschette da a aruck u Gegenüber dem für den gleichen Zweck benutzten Leder zeichnet sich der Kunststoff Buna durch beson- ders hohe Beständigkeit gegen Hitze und zahlreiche Flüssigkeiten aus. Er verträgt Oeltemperaturen bis zu 200° und ist gegen Wasser, Benzin, Glykol, tierische pflanzliche und mineralische Oele sowie gegen ver- schiedene Säuren, Laugen und organische Lösungsmittel beständig. Auch hinsichtlich Verschleißfestigkeit und“ DT Alterungsbeständigkeit ist Buna überlegen, außerdem zeigt es die bei Naturgummi in starkem Maße auftretende a _—— 2 b—— I IE Quellung fast nicht. Querschnitt einer Wellendichtung aus Buna. Zeichn.: „Die Dichtung“, Goetzewerk, Burscheid b. Köln. Inland. Ein arbeitsreicher Abschnitt i ) 2 Jahre Tan »eitsteich im Aufbau des NSFK. geht mit dem Wir erinnern uns in stolzer Freude der Tei Z ilnahme des NSFK. an Reichsparteitag in Nürnberg, wo wir unter den Augen des Führers marscnieren durften und unsere ersten Sturmfahnen geweiht wurden. ir erinnern uns der handwerklichen und zahlreichen fliegeri- schen Wettbewerbe und sind stolz auf die dabei erzielten Ausgezeich- neten Einzel- und Mannschaftsleistungen. Wir verzeichnen ferner mit besonderer Genugtuung eine Anzahl guter Erfolge von NSFK.-Män- nern auf sportlichen und wehrsportlichem Gebiet er rahmenmäßige Aufbau der meisten NSFK -Gru | . ppen ist nun- mehr beendet, so daß für diese Gruppen die Aufnahmesperre bereits aufgehoben werden konnte. Die Auffüllung der Einheiten mit jungem Segelfluglager Hornisgrinde. Weltbild Seite 19 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 Das Wasser-Segelflugzeug von Jachtmann, mit dem der Dauerflugrekord mit Fluggast überboten wurde. Bild: Fischer, Hamburg Nachwuchs aus der Flieger-HJ. und den Reservisten des fliegenden Personals der Luftwaffe kann nun erfolgen. So schreiten wir wohlgerüstet im neuen Jahre weiteren Aufgaben entzegen, unter denen ich schon heute erwähnen kann: die Ausbildung im Motorflug im Kleinflugzeug. Als nationalsozialistische Kampforganisation werden wir auch im kommenden Jahre im gleichen Marschschritt mit der Partei und ihren Gliederungen weiter marschieren zur Erreichung unseres großen Zieles. In diesem Sinne wünsche ich allen NSFK.-Führern und -Männern ein glückliches und erfolgreiches 1938! Heil unserm Führer! gez. Fr. Christiansen Generalleutnant. Hornisgrinde Segeliluglager auf dem Rücken der Hornisgrinde (1165 m hoch) im westlichen Teil des Schwarzwaldes wird ietzt von der Gruppe 16 des NSFK., Gr.-Führ. Zahn, mit Unterstützung des Landessportführers Ministerialrat Kraft aus- zebaut. 2000 am Land sind bereits von der Waldgenossenschaft Seebach zur Er- richtung des Lagers zur Verfügung gestellt. Bekanntlich hat Segelflieger Hoff- mann 1934 erfolgreiche Segelflüge von der Hornisgrinde ausgeführt. Kranich, das von der DFS. entwickelte zweisitzige Segelflugzeug, hat sich sehr gut bewährt. Einige Maschinen dieses Baumusters haben bereits mehr als 1000 Starts und über 350 Flugstunden hinter sich. Segelflugwerkstätten Alexander Schleicher in der Nacht zum 18. 12. abge- hrannt. Werksräume und Vorräte konnten nicht gerettet werden. — Es wird weiter gebaut! Was gibt es sonst Neues? Generalmajor Keller zum kommandierenden General und Befehlshaber im Luftkreis I (Stab Königsberg) an Stelle des als Führer des Luftwaffenbundes berufenen Generalleutnants Schweickhard ernannt. Junkers „Ju 86“, drei Maschinen an die südmandschurische Eisenbahn ver- kauft. Hubschrauber Breguet-Dorand setzt in Villacoublay seine Versuche fort. Rumänien bestellte nach „Flight“ 20 Maschinen vom Typ Dornier „Do 17“. XVI. Pariser Salon November 1938, Präs. Henry de l’Escaille, Gen.-Kom. Andre Granet. Ausland. Englischer Flugzeugträger „Indomitable“ auf der Barrow-Werft (Vickers- Konzern) auf Kiel gelegt. Short-Empire-Flugboote, 8 weitere Maschinen in Auftrag gegeben. 211 kmh über 1000 km mit 10 t Nutzlast erreichte das französische Flugboot Latecotre 521 „Lieutenant de Vaisseau Paris‘ "auf der Strecke ‘Biscarosse—La Rochelle—Biscarosse. Da bisher kein Wasserflugzeug mit dieser Nutzlast über 1000 km geflogen ist, stellt diese Leistung im Falle ihrer Anerkennung durch die FAI den ersten Weltrekord dieser Kategorie dar. Französische Leichtilugzeuge stellten am 27. 12. vier Bestleistungen in der Klasse bis 6,5 1 Hubraum auf (neue Klasseneinteilung ab 1.1. 38). Arnoux erreichte | \ | | Nr. 1/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT“ Seite 19 Vor dem Sternflug nach Hoggar/Algerien. Ministerialrat Mühlig-Hoffmann bein Start auf dem Flughafen Rangsdorf auf seiner Messerschmitt 240 PS. Weltbild 7900 m Höhe (Farman mit Renault-Motor von 140 PS) und 331,8 km/h über eine Strecke von 100 km. Boris flog auf einem Zweisitzer von Caudron, eben- falls mit Renault-Motor, 1000 km mit 318,4 km.h. Die Fliegerin Lion stieg mit einer Maschine der gleichen Kategorie auf 6500 m. Polymecanique, eine französische Firma, die sich bisher mit dem Bau von Fahrzeugmotoren befaßte, bringt einen Zweizylinder-Boxer auf den Markt. Lei- stung 38 PS bei 55 kg Gewicht. Viertakt, obengesteuert, Doppelzündung. Ein stärkeres Baumuster von 60 PS ist in Vorbereitung. Der Zweizylinder erledigt zur Zeit in Chalais-Meudon seinen Abnahmelauf. Paris—Saigon (11560 km) in 92 Std. 32 Minuten flog Maryse Hilsz auf Caudron „Simoun“ mit 220-PS-Renault-Motor. Die bisher kürzeste Flugzeit er- reichte Japy mit 98,5 Std. auf einer Maschine des gleichen Typs. Der Versuch, bei dem Flug nach Saigon den Langstreckenrekord für Frauen zu brechen (3940 km), mißlang infolge ungünstiger Wetterlage. 7000 m Höhe wurden von Touya mit dem schwanzlosen Zweisitzer von Fauvel erflogen. Die Maschine ist bereits mehrere Jahre alt und mit einem Pobioy-Motor von 75 PS ausgerüstet. 249 kmh über 2000 km flog der Franzose Roger Bellon auf Caudron „Rafale‘“ mit 140-PS-Renault-Motor. 4950 m Höhe erreichte der Franzose Touya auf einem selbst konstruierten Leichtflugzeug mit 40-PS-Train-Motor. Der Rekord steht auf 4660 m und wird von der Tschechoslowakei gehalten. Air France-Transatlantique erhält von den ursprünglich vorgesehenen Mitteln (125 Mill. frs.) nur rund ein Viertel (30 Mill. frs.). Sternilug nach Hoggar (Algerien) 24. 12. bis 8. 1. Deutschland hat drei Ma- schinen vom Tyn Messer- schmitt „Taifun“ getneldet, die quer durch Deutschland, Frankreich und Italien flie- gen, um möglichst nahe an die höchste gewertete Flug- strecke von 5000 km zu kommen. Der eigentliche Rundflug durch Algerien fin- det vom 8. bis 18. 1 statt. Er führt über El-Golea— Insalah—Tamanrasset—Bis- kra zurück nach Algier. ALGIER Streckenführung des Rund- fluges von Hoggar. Zeichnung: Flugsport Seite 20 „FLUGSPORT“ Nr. 1/1938, Bd. 30 j “ei j deren Entwurf aus dem a) ia-Marchetti „S. 74°, eine Verkehrsmaschine, u \ Ss Tg stammt und die seit dieser Zeit in Serie gebaut wird. Eine ausiühntehe Typenbeschreibung findet sich im „Flugsport“ 1935 auf S. 51. Spannweite ın. Fläche 120 m?, normale Zuladung 5000 kg, Höchstgeschwindigkeit 350 RER 322,1 km/h mit 10 t Nutzlast über 1000 km erreichten die naliener 1eseh Rocci auf einer viermotorigen Savoia-Marchetti „S. 74° mit Alfa-Romeo- olaren 126 R. C. 34“. Der Rekord steht auf er kmh und wurde vor kurzem mi vier ij Farman-Hochdecker „2231“ aufgestellt. \_ toria erreichte in der Zeit von Juli 1936 bis Juni 1937 1979 ” Aus kilometer gegenüber 5 736 741 in den vorhergehenden 12 Monaten. Die Mesam länge des Streckennetzes betrug 30 093 km gegenüber 22182 on in Yorlanre: Befördert wurden rd. 90000 Fluggäste und 2200 t Fracht und ost er na schinenpark der Gesellschaft umfaßte im Juni 1937 89 Flugzeuge un toren. . . Japan und Venezuela entsandten Luftfahrtkommissionen nach Inte Hugzeug ohne Zwischen- landung flozx der Italiener Stoppani auf „Cant Z 506“ von Italien nach Süd- ainerika. Die bisher erößte Strecke wurde vor kurzem von dem französischen Großflug- boot „Latecoere 521“ mit rd. 5800 km erreicht. Bemerkenswert ist, daß der Langstreckenrekord schon einmal im Besitz von Cant war, als das einmotorige Flugboot „Cant Z 501° 4930 km zurücklegte. Links: Ital. Aufklärungs- flugboot Cant. Z. 501, das kleinste der von Zap- pata entworfenen Was- serllurzeuge, die insge- samt 20 Weltrekorde halten. Spannweite 22,5 m, Leergewicht 3850 kg, Fluggewicht 6000 ke. Höchstgeschwindigkeit in 2500 m mit 850 PS 275 kın/h, Steigzeit auf 4000 m 16 min. Reichweite nor- mal 2400 km, maximal 4930 km (erflogen). Bau- beschreibung s. „Flug- sport“ 1937, S. 577. \Werkbilder Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 21 428,3 km/h über 2000 km mit 2000 kg Nutzlast erreichten Bacula-Ambrosis auf Savoia-Marchetti „S. 79“. Damit wurden die vier bisher von der gleichen Maschine mit 380 km/h gehaltenen Rekorde mit 0, 500, 1000 und 2000 ke Nutz- last überboten. Fokker übernimmt den Europa-Vertrieb für Consolidated Aircraft Cor- poration. Die bekannteste Maschine von Consolidated ist das. Aufklärungsboot PBY, von dem mehr als 200 an die amerikanische Marine geliefert wurden. Belgiens Regierung stellte für den passiven Luftschutz für das Jahr 1938 48 Millionen frs. bereit. Griechenland veranstaltete eine Sammlung für den Ankauf von Militärflug- zeugen, die über 10 Millionen Mark einbrachte. Curtiss- Jagdeinsitzer „P-37“ ist seit Jahren die erste amerikanische Maschine dieser Art, die mit einem flüssiggekühlten Motor ausgerüstet wird. Zur Ver- wendung gelangt der Zwölfzylinder von Allison mit Abgasturbine. Leistung rd. 1000 PS. San Franzisco—Auckland-Luitpostverkehr soll am 29. 1 eröffnet werden. Flugdauer drei Tage, zwei Flüge monatlich. Durch diese Linie ist Neuseeland von London aus in 8,5 Tagen zu erreichen. Wenn der Empire-Dienst nach Bris- bane beschleunigt wird und die Strecke von Australien nach Neuseeland eröffnet ist, beträgt die Beförderungszeit auf dieser Strecke dasselbe. Himmelslaus-Versuche werden bekanntlich in Amerika von Mignet fort- gesetzt. Ein Zweisitzer mit einem Motor von 75 PS führte die ersten Probe- flüge aus. Fairchild Aircraft in Longueuil (Kanada) bringt eine zweimotorige Ver- kehrsmaschine für 2 Piloten und 8 Fluggäste heraus. Fluggewicht 4500 kg, Reise- geschwindigkeit mit zwei Pratt and Whitney „Wasp“ von ie 420 PS 260 km/h. General Verdaguer, Chef der argentinischen Heeresluftfahrt, besucht auf Ein- ladung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe Deutschland und besichtigt verschiedene Verbände der Luftwaffe. Brasilianische Luftverkehrsgesellschait „Vasp“ beförderte in 12 Monaten seit Ende November 1936 auf der Strecke Rio de Janeiro—Sao Paulo 12723 Fluggäste. Die durchschnittliche Jahresausnutzung der eingesetzten Maschinen vom Typ Junkers „Ju 52“ betrug über 91%. Damit steht die „Vasp‘“ weitaus an der Spitze aller Luftverkehrsunternehmen der Welt. Japans neuer Flugzeugträger „Chiyoda“ soll in Kürze fertig sein. Länge 176 m, Breite 18 m, Tiefgang 5,5 m, Verdrängung 9000 t, Geschwindigkeit 20 Knoten, Bewaffnung: vier 12,7 cm-Flak. Japan plant Luftverkehr zwischen Tokio und den Mandats-Inseln Saipan und Paloa. Tokio Zentralilughaien, 2,4 km’, nahe der Tokiobucht, soll innerhalb drei Jahren, Baukosten 12 Millionen Yen, von der Stadtverwaltung Tokio gebaut werden. Eröffnung zur 2600-Jahr-Feier 1940. Sidney-Raboul-Luitverkehr (Australien—Neu-Guinea) soll im März 1938 mit de Havilland-Flugzeugen eröffnet werden. Die Strecke führt über 4800 km. Technische Rundschau. Kugellager für Instrumente, die gegenüber den üblichen Lagern in Metall oder Stein wesentlich geringere Empfindlichkeit aufweisen sollen, werden in der Schweiz hergestellt. Das kleinste Lager von 1,5 mm Durchmesser weist drei Kugeln auf, die größeren Ausführungen besitzen 8. Zylinderbefestigung bei Sternmotoren nach U.S. A.-Patent 667142 (R. Daub i. Fa. Wright Aeronautical Corp.) besteht aus zwei kräftigen Scheiben, die zu beiden Seiten der Kurbel- wellenkröpfung sitzen und in die die Zylinder- fußschrauben eingreifen. Bekanntlich bereitet bei großen Sternmotoren die Weiterleitung der Zylinderdrücke Schwierigkeiten, die bei dem neuesten „Cyclone“ zu einem Stahl- gehäuse an Stelle des allgemein bevorzugten Leichtmetallschmiedestückes geführt haben. In diesem Zusammenhang sei an den be- = kannten Dieselsternmotor von Packard erin- I] _J -—— nert, dessen Zylinder durch 2 über die Flan- schen gelegte Stahlringe auf das Gehäuse ge- preßt werden. Zeichnung: Patent- ? schrift Seite 22 „FLUGSPORT" Nr. 1/1938, Bd. 30 Vergütetes Buchenholz für Holmgurte und andere hochbeanspruchte Bau- teile bringt insbesondere dort Vorteile, wo bei Anwendung von Holz normalen Festigkeit ein Biegungsquerschnitt fast voll ausfallen würde. Bei dem Segen flugzeug „B 5“ der FFG Berlin konnte das Biegemoment an der Flügelwurze von einem Kieferholm kaum noch aufgenommen werden. Die beiden Gurte des in vergüteter Buche ausgeführten Holmes sind dagegen ‚bei 100 mm Breite au 24 bzw. 16 mm dick. Damit ist der Holm trotz des höheren spezifischen ie- wichtes der Buche (0,95) leichter als in Kiefer. Er wiegt bei 15 m Spannweite 10,3 kg. Weitfluggüte von Gummi-Motormodellen läßt sich am besten durch die Be- ziehung s = Gm/Gr : AIW °n E, ausdrücken. Dabei ist s die Flusstrecke In m Gm das Gewicht des Gummistranges in 8, Gr das Fluggewicht in g ger Auftrieb, W der Widerstand, m. a. W. WA = ‚Gleitzahl des Modells, 9 er Luftschraubenwirkungsgrad und E, die Speichergüte des verwendeten Gummis in mkelkg. Mit dieser Formel läßt sich leicht errechnen, welche Flugstrecke ohne atmosphärische Einflüsse zu erreichen ist. Eg beträgt bei verdrehtem Summ! rd. 300 mkglkg, 7 wird höchstens auf 0,7 zu bringen sein (Kennwerteinfluß) un der Anteil des Gummigewichtes am Gesamtgewicht beträgt normal etwa 0,3, in Sonderfällen bis 0,5. Nimmt man eine Gleitzahl von 1:10 an, was mit Rücksicht auf den Kennwerteinfluß nur schwer zu überbieten sein dürfte, dann ergibt sich s zu 630 bezw. 1050 m. In der Praxis liegt die Strecke unter diesem Bestwert, da das Modell nicht dauernd mit bester Gleitzahl fliegt und die Schraube nicht während des ganzen Fluges mit dem höchsten Wirkungsgrad arbeitet. 6“ Entenmodell Firsching ,„J. F. 35 Der freitragende Schulterdecker ist vorzugsweise aus Balsa hergestellt. Trapezflügel mit gerundeten Enden. Holmgurte 3X3 mm, Endleiste 5xX2 mm, Nasenleiste 3X mm. Rippen aus 1,5 mm-Balsabrett- chen ausgesägt. Schränkung 3°, V- Form 9, Bespan- nung: 2mal cello- niertesJapanpapier. Hilfsholm zur Auf- nahme von Wider- standskräften, in Dreieckform ange- ordnet. Kopfflosse von gleichem Aufbau wie der Hauptflü- xel. 11° V-Form, 2° Kursstabilität angebracht. Entenmodell Firsching „J. F. 35". Zeichnung: Flugsport Die in der Zeichnung angegebene senk- rechte Kielflosse unter dem Rumpf wurde erst nachträglich zur Verbesserung der Nr. 1/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 23 Schränkung, gegenüber der .Tragfläche 3,5° positiv angestellt. Befestigung von Fläche und Flosse mit Gummiringen. Rumpf aus 3X3 mm-Balsaleisten aufgebaut. Fahrgestell aus zwei Tonkin- streben, mit Absteifung aus 0,8 mm-Stahldraht. Lindenholzlaufräder von 30 mm Durchmesser. Sporn und Endhaken aus einem Stück Stahldraht von 1 mm Durch- messer gebogen. Nasenklotz abnehmbar. Druckschraube von 360 mm Durchmesser und 630 mm Steigung. Blattbreite 40 mm, Werkstoff: Birke. 12 Gummistränge 4X1 mm. Aufziehzahl (Hand) 400 Umdrehungen. Spannweite 1035 mm, Hakenabstand 800 mm, Fläche des Hauptflügels 11,6 dm?, der Kopfflosse 4,3 dm’, Gewichte: Flügel 22 g, Flosse 9 g, Schraube und Lager 20 g, Rumpf mit Fahrgestell und Kielflosse 40 g, Motor 38 g, Flug- gewicht 129 g, Anteil des Gummigewichtes am Gesamtgewicht rd. 30%. Flug- leistungen: Strecke 370 m, Höhe 60—70 m, Dauer 102 sec. Amerikanisches Doppelschraubenmodell. In dem Model Aeronautics Year Book von F. Zaic ist ein Gummimotor- modell mit zwei gleichachsigen Schrauben beschrieben, das gegenüber verschie- denen bekannten Konstruktionen mit Umkehrgetriebe den Vorteil größerer Ein- Tachheit besitzt. Um den mitunter recht ungünstigen Einfluß des Propellerdrehmomentes auszuschalten, liegt der Gedanke nahe, auf die gleiche Welle hintereinander zwei vegenläufige Luftschrauben zu setzen. Ein Vorbild findet diese Bauweise in dem Kennflugzeug Macchi-Castoldi „MC 72“ und in dem Jagdeinsitzer Koolhoven „Fr. K. 55“. Der Grundgedanke des beschriebenen Modells ist, daß man die zweite Schraube auf den Rumpf setzt und diesen rückwärts umlaufen läßt (vei. auch das Drehschwingenmodell auf S. 348, „Flugsport“ 1935). Der Rumpf schwindet zu einem Zylinder zusammen, dessen Durchmesser mit Rücksicht auf die erfor- derliche Außenlagerung möglichst klein gehalten ist. Er ist aus 1--3 Lagen Balsafurnier von insgesamt 1,2—2,5 mm Dicke hergestellt. Den Schub nimmt ein am hinteren Ende befindliches Kugellager auf, zwei Aluminiumblechspante mit sebördelten Ausschnitten dienen als Lager. Wegen der hohen Umfangsgeschwin- digkeit ist besonderer Wert auf gute Schmierung zu legen. Das fertige Rumpf- Motor-Propeller-Aggregat kann entweder in einem leichten Rumpf untergebracht oder auch als selbständiges Triebwerk auf die Fläche gesetzt werden. Die Skizze zeigt rechts ein Modell der letzteren Art. Das Leitwerk sitzt auf zwei besonderen Trägern. Der hohle Motorstab ist auf der Höhenflosse und auf der Tragfläche ie einmal gelagert. Der Schraubenwirkungsgrad selbst wird durch die Anordnung von Tandenı- propellern nicht erhöht, da der Gewinn durch Aufhebung des Dralls von der erhöhten Kreisflächenbelastung aufgezehrt wird. Zwei nebeneinanderlierende Schrauben gleichen Durchmessers besitzen also keinen schlechteren Wirkungs- xrad. Der Vorteil dieser Anordnung liegt vor allem in der Einfachheit der Bauweise. Bild rechts: Amerikanisches Modell mit gegenläufisen Luft- schrauben ohne Cetriebe. | —) Links oben: Schnitt durch das Triebwerk, darunter das Drucklager am hin- teren Ende des RBalsa- zylinders. Rechts und unten: Uebersichtszeich- nung des Modells. Zeichnungen: ModelAeronautics Year Book 1937 Modellwettbewerb mit Wertung der aerodynamischen Güte würde in Eng- land ausgeschrieben. Die Wertungsformel wird noch nicht veröffentlicht, soll jedoch den Einfluß atmosphärischer „Unterstützung“ ausschalten. Für erfahrene Modellbauer eine lohnende Aufgabe, wenn auch die absoluten Höchtleistungen damit scheinbar zurückgehen werden. | Seite 24 „FLUGSPORT“ Modellbau in den Vereinigten Staaten. Links und oben: Eine besondere Flügen bauweise mit gekreuzten Rippen, die keine besonderen Holme erorcer erh größere Modelle kann ein weiteres Netz eingefügt werden, womit ie Kons nik tion wesentlich an Festigkeit gewinnt. Um eine Markierung der schräg ver laufenden Rippen in der Oberfläche zu erhalten, ist der Bespannung eson re Aufmerksamkeit zu schenken. Unten Mitte: Wickelrümpfe aus Bapier, eine an sich seit langem bekannte und verschiedentlich angewendete auweise. Formklotz wird eingefettet, die Streifen werden einmal rechts- einma a sg ! sie mit etwas Ueberdeckung aufgelegt und miteinander verleimt. Nac en rocken wird die Hülle teilweise aufgeschnitien, bis sie sieh von der Form abziehen läßt. : Ei rkzeug zum Schneiden von BDalsa- . a wetiiiieren um den Weakefield-Pokal findet am 31. 7. in Krankıeich statt. Wie 1937 muß das Fluggewicht mindestens 227 g betragen, die Fläche darf 12,2 bis 13,5 dm? groß sein. Liebe „Flugsport“-Leser im In- und Aus- land. Vielen Dank für die vielen Zuschrif- ten und Grüße anläßlich des Weihnachts- und Neujiahrsfestes, die wir hiermit noch- mals herzlichst erwidern. Wir freuen uns, feststellen zu können, daß von den vielen langiährigen Lesern im Ausland eine Menge neuer hinzugekommen ist, und vor allen Dingen freuen wir uns, daß viele alte Abonnenten vom ersten Jahrgang an bis zum 30. uns treu ge- blieben sind. Es ist wohl der schönste Dank, den uns unsere Leser gezollt haben. Wir benutzen die Gelegenheit, un- seren Freunden in Uebersee und sonsti- gen entfernten Erdwinkeln an dieser Stelle dafür zu danken, was sie zur He- bung des Ansehens unserer Flugwissen- schaft und -technik im Ausland geleistet haben. Es gibt doch wirklich nichts Schöneres, als ietzt für unser herrliches Deutschland zu arbeiten. Und nun weiterhin mit verstärktem Auftrieb hinein in das neue Jahr 1938, in den 30. Jahrgang des „Flugsport“. Red. u. Verl. „Flugsport“. Swakopmunder Segelilugschulbetrieb. In den letzten 4 Wochen haben weitere & Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren ihre C-Prüfung, im Durchschnitt mit ichnungen: Model Aeronautics zeichnung Year Book 1937 a Nr. 1/1938, Bd. 30 „ETLUGSPORT" Seite 25 Ein dänischer Sport- und Reiseeinsitzer, Konstruktion Zeuthen-Hansen. Holzbau. Leergewicht 192 kg, Fluggewicht 325 kg, Spannweite 7,2 m, Länge 5,4 ın, Fläche 8,4 m”, Höchstgeschwindigkeit mit ABC-Skorpion von 30/35 PS 183 km/h. Bild: Archiv Flugsport 60 Minuten Flugdauer, bestanden. Das sind jetzt insgesamt für Swakopmund 2] C-Prüfungen, davon 15 unter der Leitung von Georg Ott. Luft- Post Lord Carberry, der im Europaflug 1932 mit einer KI 32 startete. — wer kennt seinen Aufenthaltsort ? Luitschrauben mit Spaltilügel haben nur für den Start Vorteile. Im Fluge wird auch eine Schraube extrem hoher Steigung unter kleinem Anstellwinkel angeströmt, es hat also keinen Zweck, das normale Blattprofil durch ein ge- schlitztes, das auf alle Fälle einen wesentlich höheren Profilwiderstand besitzt, zu ersetzen. Man könnte zwar, z. B. bei einem Modell, etwas an Standschub gewinnen bezw. den Steigflug verbessern, wenn die Schraube ausgesprochen hohe Steigung hat. Im Streckenflug ist dieser Propeller jedoch einem der normalen Ausführung unterlegen, so daß gegenüber einer Schraube von etwas geringerer Steigung mit normalem Blatt kein Gewinn erzielt werden kann. | Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden). D-ANOY bezwingt den Pamir, von C. A. Freiherr v. Gablenz. Ein aben- teuerlicher deutscher Forschungsflug. Gerhard Stalling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg i. OÖ. Preis RM 4.80. Im vorliegenden Werk ist auf 241 Seiten der Verlauf des bedeutenden Pionierfluges der D-ANOY über den Pamir mit einer Zwischenlandung in Lantschow nach Sian geschildert worden. Wer das Buch mit seinen eindrucks- vollen Streckenkarten und Landschaftsbildern angefangen hat, wird es nicht wieder aus der Hand legen, bis er es zu Ende gelesen hat. Auch ein Dokument deutscher Kultur, was jeder gelesen haben sollte. Diesel. Der Mensch, das Werk, das Schicksal. Von Eugen Diesel. 491 Ss, 21 Bilder u. Wiederg. i. Text a. Kunstdrucktaf. Hanseatische Verlassansta!t AG. Hamburg. Preis RM 7.50. : Eugen Diesel, der Sohn Rudolf Diesels, vermochte es, wie er selbst schreibt, infolge seiner unbeherrschbaren dichterischen und philosophischen Neigungen nicht, sich für die Technik zu begeistern und war somit nicht in der Lage, das begonnene Werk seines großen Vaters fortzusetzen. Das einzige, was er jetzt vermochte, war, das vorliegende Buch über seinen Vater Rudolf Diesel zu schreiben. Es gibt nur noch wenig Zeitgenossen Diesels, denen es vergönnt war, das Werden des Dieselmotors zu erleben, und diese wenigen, welche nun durch die Presse hörten, daß ein Buch, von dem Sohn Diesels verfaßt, erschienen sei, welches sich wie ein spannender Roman lese, griffen sich an den Kopf. Denn alle diese Männer wußten, was es bedeutet, Pionierarbeit zu leisten. Und so liest man die Lebensgeschichte Diesels, wie er, nur auf sich allein gestellt, sein Werk soweit vollendet, daß es weiterleben konnte, ohne die Früchte seiner Arbeit zu ernten. Man liest, wie die Erben Diesels vor dem Kassenschrank stan- den und dann, als sie darin nichts fanden, miteinander in ein gräßliches Gelächter ausbrachen. Und wenn der Verfasser in seinem Vorwort schreibt: Mit 40 Jahren begriff ich den 40jährigen Vater, jetzt bin ich 46 Jahre, vielleicht werde ich bei Beendigung dieses Buches das rein Menschliche meines Vaters begriffen haben, --- Seite 26 „FLUGSPORT!” Nr. 1/1938, Bd. SU so hat er vielleicht recht, er wird noch manches begreifen. Wenn jedoch Rudolf Diesel durch Verkennung der damaligen Ereignisse andere alte Pioniere wie Capitain angreift und ihm verbrecherische Patentprozesse vorwirit (vel. S. 302), so muß ihm die Nachwelt, welche für das Ansehen der alten Pioniere verantwort- lich ist, zurufen: Hände weg! Hierüber können nur wirkliche Ingenieure, welche die Zeit mit durchlebten, urteilen. Wir sind stolz auf unsere Pioniere, auch die toten Gegner Rudolf Diesels darf man nicht beleidigen. Rudolf Diesel mit seinen vornehmen, wohlüberlegten Erwiderungen in den Diskussionen nach seinen Vor- trägen ist noch frisch in Erinnerung; er hätte sich nie dieser Ausdrucksweise be- dient. Der Name Diesels steht durch sein Werk in ehernen Lettern in der Ge- schichte des Motorenbaues verzeichnet. Wir alle sind stolz darauf, daß er ein Deutscher war. Was sagt der VDI. dazu? Ursinus, VD].-Mitglied seit 1902. Letecky Fruvodce. Luftfahrtwörterbuch mit Tabellen und Zahlenangaben. Zusammengestellt von Bruha, Rivnace, Prag. Das in tschechischer Felber, Gololobov und Koncek. Verlag Fr. Sprache geschriebene Werk enthält, nach technischen Gesichtspunkten geordnet, eine Zusammenstellung von Fachausdrücken in tsche- chisch, deutsch, englisch, französisch, italienisch und russisch. Das Aufsuchen be- stimmter Wörter geschieht wie bei den illustrierten technischen Wörterbüchern von Schlomann nach den in jeder Sprache vorhandenen alphabetischen Verzeich- nissen mit Angabe der tschechischen Uebersetzung und der Nummer des Ab- schnittes. Technische Tabellen, Nomogramme und Formelzeichen bilden einen umfangreichen Anhang zu dem Wörterbuch. Export Auslandsdeutscher, routin. Reisen» der u. Vertreter, sprachkundig mit Auslandspraxis, auch in Büroarbei- ten bewandert, Autobesitzer, sucht Auslandsvertretung. Anfragen er bet. an Postfach 210, Berlin W 9. I ———— Spleißkluppen Spleißahlen IN ges. gesch. vom Erfinder: Walter Tillmanns Remscheid, Birkenstr. 11 Arado sucht für das Entwurfsbüro jüngere, fähige Ingenieure und Techniker una eine Stenotypistin mit englischen und französischen Sprachkenntnissen, für den Entwicklungsbau 2 Ingenieure f. Zeichnungsänderungen mitnachweisbaren Erfahrung. im mod. Flugzeugbau. Bewerber wollen sich melden unter Angabe der Gehaltsansprüche und des frühesten Äntrittstages unter Kennwort „TZ” an Arado-Flugzeugwerke G.m.b.H., Werk Brandenburg/Hav. D.R.P. 558485 u. 605664 „Flugzeug mit Tragflügeln änderbarer Größe‘ soll verwertet werden. Am fragen unter „G 6069 an und alle Leichtmelalle schweißen und löten mit „FIRINIT“ 4 Schweiß- eroet anlagen Berlin NW 7 Karls'raße 20 Annoncen-Expedition Kegeler Berlin-Wilmersdorf ‘ KALTLEIM-INDUSTRIE »CERTUS«G.M.B.H. . BERLIN - HAMBURG Auch Dein Opfer für das WHW hilft mit Not zu lindern! 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Nr. 2 19 Januar 1938 XXX. Jahrgang _ Die nachste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 2. Fenruar 1938 Fliegerei im Osten. Europa mit seinen kleinen Entfernungen wird für den Luftverkehr zu klein. Das Flugliniennetz in Australien und Asien ist noch sehr dünn. Zur Zeit ist im Fernen Osten das Flugzeug Kriegsmittel. Nach Meldung vom „Avio-D.“ ereigneten sich im Jahre 1937 200 Flugzeug- unfälle mit 468 Toten und Verletzten, nach sowjetrussischen Berichten nur 31 Flugzeugunfälle mit 52 Toten. Die Schuld scheint man nur auf die Piloten abzuschieben, die mit schweren Strafen belegt wurden. Sobolew und Djaschko, Klasse 1, wurde das Fliegen überhaupt unter- sagt, Pawlow, Borowski, Gwosdjew, Tamarin, Gulba, Stein in Klasse 2 wurden aus der Luftfahrt ausgestoßen und in Haft genommen, Korol- kow und Baischurin wurden zum Tode verurteilt, jedoch zu 10 Jahren Gefängnisstrafe begnadigt. Die Ueberwachung der Luftgrenzen, welche früher von Luftfahrt- einheiten der Roten Armee ausgeübt wurde, wird ab 1. Februar 38 neugebildeten Luftfahrttruppen des Bundeskommissariats des Innern (OGPU.) übertragen werden. Die chinesischen Behörden verhandeln, wie aus Hongkong gemel- det wird, in USA. über den Ankauf amerikanischer Boeing-Bomber, die schnellstens in China eintreffen sollen. Schwierigkeiten der USA.- Regierung stehen der Ausfuhr nicht im Wege. Die japanische Militärluftfahrt errichtet in China weitere Flug- plätze, so daß demnächst verfügbar sind: Peking 3, Tientsin 2, Kalgan 3 und Schanghai 2 Flugplätze. Früher war nur je 1 Flugplatz vorhan- den. Weiter sind an anderen Stellen auf verschiedene Gegenden ver- teilt 15 Flugnlätze errichtet worden. Suriyama, der japanische Kriegsminister, hat gegen die Auf- blähung der Verwaltungsapparate der Flugwaffe Stellung genommen. Die Kommandanten der Flugwaffe sind angewiesen, die Verwaltungen der Luftwaffe abzubauen und die notwendigen Kräfte auf vorgescho- benen Posten an der Front zu verwenden. Die Mehrzahl der japa- nischen Flugzeuge wird mehr für den Angriff als für die Verteidigung angesetzt. Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 14. Seite 28 „‚FLUGSPORT“ " — Nr. 2/1938, Bd. 30 Ueber die Eignung der verschiedenen Flugzeugtypen kann man sich zur Zeit nur schwer eine Vorstellung machen, da die Ausbildung des notwendigen Fliegerpersonals bis auf ganz geringe Ausnahmen erst begonnen hat. Daneben ist die Motoren- und Betriebsstofffrage nicht ohne Einfluß. Renntiefdecker de Havilland „T.K. 4“. Der kleine Einsitzer ist als eine Weiterentwicklung des im „Flug- sport“ 1936 auf S. 412 besprochenen Baumusters „T.K. 2“ zu betrach- ten. Er wurde von den Schülern der de Havilland-Schule für Flug- zeugingenieure entworfen und gebaut. Im diesjährigen Königspokal- rennen zeigte die „T. K. 4* beachuliche Leistungen. Ein Beweis für die Gründlichkeit, mit der beim Entwurf vorgegangen wurde, ist der Umfang der Festigkeitsberechnung, die fast 400 Seiten füllt. Freitragender Tiefdeckerflügel in Holzbau. Vier Kastenholme. Die Saugseite ist mit zwei Schichten Spruce beplankt, die Druckseite mit Sperrholz von nach außen abnehmender Dicke. Trapezförmiger Umriß mit abgerundeten Enden. Handley Page-Spaltflügel. Die Beplankung der Flügelnase ist ebenso wie die des Leitwerkes mit Balsaeinlagen versteift. Diese Bauweise ergibt eine starke Dämpfung von Schwingun- zen und wirkt schallschluckend. Ovaler Rumpf in Halbschalenbau. Werkstoff: Sperrholz und Spruce. Geschlossener Führerraum, die Plexiglashaube ist abwerfbar. Guter Uebergang des Rumpfrückens in die Haube. Freitragendes Leitwerk mit sorgfältig gerundeten Uebergängen zum Rumpf. Balsarippen und Sperrholzbeplankung. Einziehfahrwerk unter der Vorderkante des Flügels. Die Räder werden hydraulisch nach innen geschwenkt und verschwinden im Rumpf. Abdeckung durch Flektronbleche. Profilierter Schleifsporn. Triebwerk: De Havilland „Gipsy Major II“ von 140 PS. Verstell- propeller. Renneinsitzer de Havilland „T. K. 4“. Bilder: The Aeroplane Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 29 BE ATS 2EB Ya Konstruktionseinzelheiten des Renneinsitzers de Havilland „T. K. 4“. Die gepunk- teten Teile sind aus Balsaholz hergestellt. Links unten: Flügelnase mit dem vordersten der vier Kastenholme, Balsafutter mit Ueberzug aus Diagonalsperrholz. Davor der Handley Page-Spaltflügel. Oben: Schnitt durch ein Querruder. Rechts: Einzelheiten des Seitenruders, das punktierte Gegengewicht besteht aus Blei. Der Rumpfrücken hinter dem Führersitz ist aus Elektron getrieben. Zeichnungen Flight Spannweite 6 m, Länge 4,72 m, Fläche 5,55 m?, Leergewicht 400 kg, Fluggewicht 615 kg, Flächenbelastung 111 kg/m?, Leistungs- belastung 43 ke/PS. Reisegeschwindigkeit 350 km/h, Landegeschw. 100 km/h, absolute Gipfelhöhe 6300 m, Reichweite 800 km. Sport- und Reiseflugzeug Koolhoven „F.K. 54“. Der abgestrebte Hochdecker ist für einen Piloten und zwei Flug- gäste gebaut und vor allem auf angenehme Flug- und Landeeigen- schaften gezüchtet. Trapezförmiger, am Rumpf etwas eingezogener Flügel, zweiteilig, an den Oberkanten des Rumpfes angelenkt. Kleine, schmale Quer- ruder mit Trimmklappen. Zwei Kastenholme aus lammelliertem Spruce und Sperrholzstegen. Sperrholzrippen, Sperrholzbeplankung. Zwei parallele Streben nach Rumpfunterkante. Viereckiger Rumpf, Vorderteil Stahlrohrgerippe mit Blechbenlan- kung, Hinterteil Holzschale, mit Höhen- und Kielflosse in einem Stück gebaut. In der von beiden durch eine Tür zuränglichen Kabine finden hinter dem in der Mitte untergebrachten Führersitz auf einer Bank zwei Personen Platz. Seitenfenster und. verglaste Rumpfoberseite ergeben gute Sicht. Die Verglasung des Führersitzes kann bei Schlechtwetter geöffnet werden. Frischluftheizung, zugfreie Belüftung. Hinter der Kabine Gepäckraum. Freitragendes Leitwerk, Flossen sperrholzbeplankt, Ruder stoff- bespannt. Seitenruder am Boden, Fiöhenruder im Fluge trimmbar. Geteiltes Einziehfahrwerk mit Koolhoven-Oelstoßdämpfern. Die Räder werden mechanisch nach hinten hochgezosen und kommen unter die Fluggast- = u sitze zu liegen. Selbsttätig schlie- Bende Abdeckklap- pen. Sport- und Reiseflug- zeug Koolhoven „Dr. K. 54“, Werkbild Seite 30 „FLUGSPORT* Nr. 2/1938, Bd. 30 Triebwerk: | Luftgekühlter Motor von 130 bis 150 PS, z.B. Gipsy Major, Walter Maior, Walter Minor VI, Menasco C4 oder CAS. Stahl- rohrbock, Me- tallpropeller. Spannweite 11 m, Länge 7,7 m, Höhe 2,15 m, . Spurweite 1,8 m, Fläche 15 m’, ‘ Rüstgewicht 520 kg, Flugge- wicht 900 kg, Flächenbe- lastung 60 kg/ m?, Leistungsbe- lastung mit Gip- sy Maior von 130 PS 6,9 kg/ PS. Höchstge- schwindigkeit am Boden 250 km/h, Reisege- | 1 schwindigkeit 215 km/h, Mindestgeschw. 84 km/h, Landegeschw. 76 km/h, Steig- geschwindigkeit am Boden 4,9 m/sec, Steigzeit auf 1000 m 3,8 min, auf 2000 m 8,8 min, auf 3000 m 15,7 min, Dienstgipfelhöhe 4750 m, Reichweite mit vollen Behältern bei Reisegeschw. 1000 km. Sport- und Reiseflugzeug Koolhoven „F. K. 54“. Zeichnung: Flugsport 00 Renneinsitzer Miles „Hobby“. Der kleine freitragende Tiefdecker wurde von Phillips and Powis tür das Königspokalrennen 1937 gebaut. Er weist die typische Miles- Konstruktion auf. Rennflugzeug Miles „Hobby“. Werkbild Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 31 Dreiteiliger Holzflügel mit Sperrholzbe- plankung. Miles- - Spaltlandeklap- pen von großer Tiefe. Ovaler Sperrholzrumpf mit Holmen und Spanten aus Spruce. Führer- sitz über der Flügelhinter- kante, mit einer doppelt gewölb- ten Haube über- dacht. Freitra- Miles-Renneinsitzer gendes Leit- „Hobby“. werk in Holz- Zeichnung: Flugsport 4 bau, mit Ausnahme des stoffbespannten Höhenruders mit Sperrholz beplankt. Einziehbares Fahrwerk, die in Gabeln gelagerten Räder schwenken nach innen. Spurweite 2,9 m. | Triebwerk: De Havilland „Gipsy-Majior“ mit De Havilland-Ver- stellpropeller. Leistung 140 PS bei 2400 U/min. Spannweite 6,55 m, Länge 6,71 m, Fläche 7,45 m?. Höchst- geschwindigkeit 320 km/h. les30_ 7 Vermessungsflugzeug Abrams „The Explorer“. Die Firma Abrams Aircraft Corporation in Lansing, Michigan, entwickelte im Auftrage der Vermessungsgesellschaft Abrams Aerial Surveys ein Flugzeug, das besonders auf die Verwendung für Luft- bildaufnahmen zur Herstellung von Karten zugeschnitten ist. Erste Forderung hierbei war: bestmögliche Sicht bei geschützter Unter- bringung der Insassen und große Gipfelhöhe. Freitragender Tiefdeckerflügel, ein Holm, aus Stahlrohren ge- schweißt. Innerhalb der Querruder Landeklappen. Hinterkante gerade, Vorderkante pfeilförmig. Geschlossener Rumpf, Stahlrohrgerüst mit tragender Duralbe- plankung. Vorderteil allseitig verglast, Einsteigtür vor dem Flügel, ohne Leiter oder sonstige Hilfsmittel zugänglich. Die Kabine ist luft- Abrams-Vermessungsflugzeug „The Explorer“. Bild: The Sportsman Pilot Seite 32 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 -—-—4 dicht ausgeführt, so daß sie bei Bedarf unter einen geringen Ueberdruck ge- 0 setzt werden kann. Der Rumpf endigt über der Flügelhinterkante in den Motorträger, auf dem der I mit einer NACA-Haube verkleidete ‚Sternmotor sitzt. 2800 j träger, zwischen ihnen die / rechteckige Höhenflosse ‘ mit durchgehendem Ruder. Zwei als Endscheiben aus- Al > Zwei in Dural-Schalen- [ARE |\ bau ausgeführte Leitwerks- 8100 gebildete Seitenleitwerke. Festes Dreiradfahr- werk, Federbeine und Rä- der verkleidet, Spurweite 2,6 m. Vermessungsflug- Triebwerk: Sternmo- zeug Abrams, tor Wright „J-6-9-E“ von one Rpioren | 330 PS mit Verstellpropel- zeichnung; Flugsport ler, zwischen den beiden Leitwerksträgern gelagert, die Flügelhinterkante ist im mittleren Be- reich ausgeschnitten, um freien Durchgang für die Luftschraube zu schaffen. Spannweite 10,9 m, Länge 8,1 m, Fläche 17,8 m?, Leergewicht 950 kg, Fluggewicht 1540 kg, Flächenbelastung 86,5 ke/m?, Leistungs- belastung 4,7 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit am Boden 298 km/h, Reisegeschw. 240 km/h, Landegeschw. 97 km/h, Steiggeschw. 6,6 m/sec, Dienstgipfelhöhe 5800 m, Reichweite 1930 km. Henschel-Mehrzwecke-Flugzeug „Hs 126“. Die Maschine ähnelt im Aufbau dem abgestrebten Hochdecker „Hs 122“, den wir 1935 auf S. 463 besprochen haben. Sie kann für Naherkundung, als Artillerieaufklärer und als leichter Bomber ein- gesetzt werden. Zweiteiliger Ganzmetallflügel, auf dem Rumpf auf einem Streben- Baldachin gelagert und auf jeder Seite durch einen V-Stiel nach Rumpfunterkante abgefangen. Ausgeprägte Pfeilform, Flügelhinter- kante in der Mitte eingezogen, um bessere Sicht zu erhalten. Die Flügelstreben sind in der Mitte durch einen leichten N-Stiel nach dem Flügel abgestützt. Zwei Holme, Beplankung bis auf das NHinterteil Dural, Querruder und Landeklappen (hydraulisch betätigt) stoff- bespannt. Leichtmetallschalenrumpf von ovalem Querschnitt. Zwei Sitze hintereinander, durch eine Schiebehaube, die auch abgeworfen werden kann, überdacht. Leitwerk in Leichtmetallbau mit stoffbespannten "Rudern. Das Höhenleitwerk sitzt in halber Höhe der Kielflosse und ist auf jeder Seite mit zwei parallelen Streben nach unten abgefangen. Beide Ruder ausgeglichen, Trimmklappen im Fluge verstellbar. Freitragendes Einbeinfahrwerk mit im Rumpf liegender Federung. Verkleidete Elektronräder mit hydraulischen Bremsen. Schwenkbares Spornrad mit Verkleidung, für die Landung feststellbar. 2500 Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“. Seite! 33 Mehrzwecke-Flugzeug Henschel „Hs 126“. Werkbilder Triebwerk: Sternmotor BMW „132 Dc“ von 870 PS Höchst- leistung. NACA-Haube mit Spreizklappen. Dreiflügelige Verstell- schraube. Brennstofftank im Rumpf. Die ständige Ausrüstung besteht aus einem starren MG für den Führer und einem beweglichen MG für den Beobachter. Je nach dem Verwendungszweck werden Reihenbildgerät, FT-Einrichtung, Hand- kamera, Nebelgerät oder Bombenaufhängung für 10 Bomben zu 10 kg mitgeführt. Spannweite 14,5 m, Länge 10,85 m, Höhe 3,75 m, Fläche 31,6 m’, Leergewicht 2050 kg, Fluggewicht 3150 kg, Flächenbelastung 100 kg/m?, Leistungsbelastung 3,63 kg/PS. Höchstzeschwindigrkeit in 3000 m Höhe 355 km/h, Landegeschw. 95 km/h, Steigzeit auf 6000 m 13,5 min, Reichweite 950 km. Torpedo-Bomber Douglas „TBD-I1“. Der freitragende Ganzmetalltiefdecker, dessen Flugerprobung im Herbst 1935 begann, ist als Mehrzweckeflugzeug für die amerikanische Marine entwickelt worden. Angeblich stellt dieses Baumuster den ersten für den Dienst auf Flugzeugträgern eingesetzten Eindecker dar. Freitragender Tiefdecker mit Trapezflügel. Auffallend große Aus- rundung nach dem Rumpf zu. Schalenrumpf, drei Sitze hintereinander, mit einer Schiebehaube überdacht. Freitragendes Leitwerk, Ruder mit Innenausgleich und Trimmklappen. Fahrwerk und Sporn einziehbar. Triebwerk: Pratt and Whitney „Twin Wasp‘“ von 850 PS. Hamil- ton-Verstellpropeller, NACA-Haube mit verstellbarer Austrittskante. Die Maschine wird in Serie für die Marine gebaut. Abmessungen, Gewichte, Leistungen und Einzelheiten des Aufbaues werden nicht bekannt gegeben. Seite 34 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 Torpedo-Bomber Douglas „TBD-1“ mit Pratt and Whitney „Twin Wasp“ von 850 PS. Bild: U. S. Navy Verkehrsflugzeug Potez „661-662“. Der freitragende viermotorige Tiefdecker entspricht etwa dem Baumuster Heinkel „He 116“, nur ist entsprechend der Ausführung für den Personenverkehr die Reichweite geringer. Das Musterflugzeug ist mit vier Sechszylinder-Renault-Motoren von je 220 PS ausgerüstet. Eine Sonderausführung mit der Bezeichnung „662“ weist bei den gleichen Abmessungen eine höhere Festigkeit auf und erhält vier Verkehrsflugzeug Potez „661“. Zeichnung: Flugsport Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 35 Doppelsternmotoren Gnome-Rhone ‚„M 14“. die bei nur 0,95 m Durch- messer 680 PS leisten. Dreiteiliger Trapezflügel, etwa 1:2 zugespitzt. Hinterkante gerade durchlaufend, Vorderkante der mit V-Form angesetzten .Außenflügel zurückgezogen, halbkreisförmige Flügelenden. Innerhalb der OQuer- zuder Landeklappen, Ausführung in Metall, tragende Beplankung aus clad. Schalenrumpf, in einem Stück ausgeführt. Im Bug ein Gepäckraum von 1,9 m?, dahinter zwei nebeneinanderliegende Führersitze mit einer schwenkbaren Steuersäule. Anschließend Kabine für 12 Fluggäste, Länge 6,7 m, Höhe 1,75 m, Breite 1,63 m. Schalldämpfende Ausklei- dung. Heizung, Belüftung usw. Freitragende Höhenflosse, mit vier Bolzen auf dem Rumpfrücken gelagert. Trapezförmiger Umriß, leichte V-Form, geteiltes Höhenruder. Zwei Endscheibenseitenleitwerke, Flosse blechbeplankt, Ruder stoff- bespannt. Trimmklappe am Höhenruder im Fluge verstellbar. Einziehfahrwerk unter den inneren Motoren. Bremsbare Räder mit Niederdruckbereifung, zwischen zwei Federstreben gelagert, nach hinten in die Motorenverkleidung einziehbar. Schwenkbares Spornrad, verkleidet (661) oder einziehbar (662). Triebwerk: Vier Renault-Reihenmotoren „6-0“ (6 hängende Zylinder). Leistung 220 PS in 2000 m, zweiflügelige Ratier-Verstell- propeller. Bei dem Baumuster „662“ vier Sternmotoren Gnome-Rhone „M 14“ von ie 680 PS in 4000 m. Die beiden inneren Motoren sitzen am Flügelmittelteil, die äußeren an den Außenflügeln. Vier Brennstoff- behälter im Flügel, Gesamtinhalt 1200 I beim Typ „661“ und 1640 I bei dem Muster „662“. Spannweite 22,5 m, Länge 16,6 m, Höhe 4,4 m, Fläche 64 m’, Leergewicht 3985 kg (661) bzw. 5500 kg (662), Fluggewicht 6325 (8380) kg, davon 940 (1040) kg zahlende Last, Flächenbelastung 100 (130) kg/m?, Leistungsbelastung 7 (3) ke/PS, Höchstgeschwindigkeit 326 (470) km/h, Reisegeschw. 300 (400) km/h, Geschwindigkeit mit 3 Motoren 250 (400) km/h, Gipfelhöhe mit drei Motoren 4250 (9000) m, Reichweite im Reiseflug 1000 km. Mehrzweckeflugzeug Dornier „Do 17“. Die Maschine ist als freitragender Schulterdecker in Ganzmetall- bauweise konstruiert. Trapezförmiger Flügel mit Blechbeplankung. Unterseits teilweise stoffbespannt. Zwischen Querruder und Rumpf Landeklappen. Schlanker Rumpf in Schalenbau mit Glattblechbeplankung. Bug nach unten verglast. Geschlossener Führersitz vor der Luftschrauben- ebene. 3 oder 4 Mann Besatzung. Zweimotoriges Mehrzwecke-Flugzeug Dornier „Do 17“. Werkbild Seite 36 „FLUGSPORT“ Nr, 2/1938, Bd. 30 Kampfflugzeug Dornier „Do 17“, oben mit wassergekühlten, unten mit luftgekühlten Motoren. Werkbilder Freitragendes Leitwerk. Die im Fluge verstellbare Höhenflosse trägt zwei Endscheibenseitenleitwerke. Seitenruder mit Außenaus- gleich und Trimmklappen. Alle Ruder gewichtkch ausgeglichen. Finziehfahrwerk unter den Motoren. Die Räder schwenken nach hinten in die Verkleidung ein. Hydraulische Betätigung. Radbremsen, verkleidetes Spornrad. Triebwerk: zwei wassergekühlte Zwölfzylinder Daimler-Benz „DB 600“ von je 950 PS vor der Flügelnase. Kühler in einem Schacht unter dem Motor. Dreiflügelige VDM-Verstellpropeller. Spannweite 18 m, Länge 169 m, Fläche 55 m’, Gewichte und Flugleistungen werden noch nicht bekanntgegeben. Henschel-Mehrzwecke-Flugzeug „Hs 124“. Im Anschluß an unseren Bericht auf S. 615 des Jahrganges 1937 bringen wir noch einige Einzelheiten des zweimotorigen Mitteldeckers der Henschel Flugzeugwerke in Schönefeld. Freitragender Ganzmetallflügel, dreiteilig, Außenflügel Schalenbau, Mittelstück dreiholmig ausgeführt. Glattblechbeplankung, Querruder und Landeklappen (hydraulisch betätigt) stoffbespannt. Schalenrumpf, Leichtmetall. Vorderteil mit Ausrüstung abnehm- bar. Kanzel und Führerraum verglast. Hinter dem Flügel hinterer MG-Stand und FT-Raum. Freitragendes Leitwerk mit zwei Endscheiben. Ruder stofibe- spannt, aerodynamisch und statisch ausgeglichen. Trimmklappen im Fluge einstellbar. Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 37 Mehrzwecke-Flugzeug Henschel „Hs 124“. Werkbild Einziehfahrwerk mit „Uerdinger Ringfedern“, Radbremsen. Sporn- rolle schwenkbar, für die Landung kann sie blockiert werden. Triebwerk: zwei Sternmotoren BMW „132 Dc“ von je 870 PS. NACA-Hauben mit Spreizklappen. Dreiflügelige Verstellpropeller. Es können auch wassergekühlte Motoren der gleichen Leistungsklasse Verwendung finden. Brennstoffbehälter im Flügelmittelteil, Zusatz- tank im Rumpfrücken. Besatzung für Bombenwurf und Fernerkundung 3 Mann, für Tief- angriffe 2 Mann. Bombenlast (unter Rumpf und Flügel) 600—900 kg. Spannweite 18,2 m, Länge 14,5 m, Höhe 3,75 m, Fläche 54,6 m, Leergewicht 4250 kg, Fluggewicht 7230 kg, Flächenbelastung 132 kg/m?, Leistungsbelastung 4,15 ke/PS, Höchsteeschwindigkeit in 3000 m 435 km/h, Landegeschw. 110 km/h, Steigzeit auf 6000 m 17,5 min, Reichweite mit Zusatztanks 4200 km. | Kampfflugzeug Bell XFM-I „Airacuda“. Die Bell Aircraft Corporation in Buffalo brachte im Herbst 1937 einen zweimotorigen Tiefdecker heraus, der durch seine von der Standardform abweichende Bauweise große Beachtung fand. Auffallend ist zunächst die Verwendung flüssigkeitsgekühlter Motoren, die in den letzten Jahren in den Vereinigten Staaten praktisch von der Bildfläche verschwunden waren, ferner der Einbau von Druckpropellern mit Zwischenwellen und weiter die Benutzung von Abgasturbinen für den Antrieb der Aufladegebläse. Ganzmetallbauweise, freitragender Trapezflügel, außerhalb der Kampfmehrsitzer Bell XFM-1 „Airacuda“. Bild: The Sportsman Pilot Seite 38 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 Motoren V-Form. Elektrisch betätigte Landeklappen. Ovaler Rumpf mit zwei hintereinander liegenden Führersitzen. Das gesamte Oberteil des Rumpfbuges ist verglast, so daß keine Widerstandserhöhung durch die sonst übliche Führersitzhaube entsteht. Hinter dem Führerraum sitzt der Bordfunker, der zugleich die Abwehr nach hinten durch zwei seitlich am Rumpf sitzende stromlinienförmig verkleidete MG-Nester übernimmt. Freitragendes Leitwerk. Einziehfahrwerk unter den Motoren. Die Räder sitzen außen an freitragenden seitlich gekröpften Federstreben. Schwenkbare Sporn- rolle, die im Fluge halb in den Rumpf eingezogen wird. Das Einziehen erfolgt elektrisch. Triebwerk: zwei prestone-zekühlte Zwölfzylinder-Motoren vom Typ Allison V 1760-C6. Leistung 1000 PS bei 2600 U/min mit Brenn- stoff von 87 Oktan. Kühler in kleinen Tunnels über den Motoren. Curtiss-Verstell- propeller mit elektrischer Regelung, über Zwischenwellen angetrieben. Die Schraubenachse liegt etwa ein Viertel des Durchmessers über der Flügelsehne. Vor den Motoren sitzt je ein Schütze, der eine schwenk- bare Maschinenkanone oder zwei MG bedient. Der Brennstoff ist in einem dicht genieteten Abschnitt des Flügels untergebracht. Abmessungen, Gewichte und Leistungen sowie Einzelheiten des Aufbaues werden noch nicht bekannt gegeben. Kampifflugzeug Caproni „Ca-135“. Auf Seite 578 des vorigen Jahrganges berichteten wir kurz über diesen auf dem Mailänder Salon gezeigten zweimotorigen Mitteldecker mit zwei wassergekühlten Issotta-Fraschini-Motoren. Inzwischen sind weitere Einzelheiten über Konstruktion und Leistungen dieses Bau- musters bekannt geworden, die wir nachstehend wiedergeben. Freitragender Holzflügel, dreiteilig. Zwei Kastenholme, Sperrholz- beplankung. Trapezförmiger Umriß mit abgerundeten Enden, Außen- flügel leicht V- förmig ange- setzt. Querruder statisch und aerodynamisch ausgeglichen, Zwischen ihnen Landeklappen. Rumpf aus Stahlrohr ge- schweißt, mit einer leichten Holzverkleidung versehen und stoffbespannt. Vorderteil bis zum Führersitz in Duralumin- geführt. Schwenkbares . MG im Rumpf- bug. Der Schüt- ze ist zugleich Bombenwerfer Bombenflugzeug Caproni „Ca 135“. Zeichnung: Flugsport Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 39 und dem Rumpf Schalenbau aus- : und Beobachter. Geschlossener Führerraum mit zwei nebeneinander liegenden Sitzen. Darüber ein einziehbarer MG-Turm auf dem Rumpf- rücken. Unter dem Rumpf in der Nähe der Flügelhinterkante ein wei- terer einziehbarer MG-Stand, der vom Funker bedient wird. Freitragendes Leitwerk. Zwei Seitenflossen auf dem Höhenleit- werk, jedoch nicht als Endscheiben ausgebildet. Ruder mit Außenaus- gleich und Trimmklappen. Fahrwerk in zwei Hälften unter den Motoren. Niederdruck- Bremsräder, zwischen je zwei Oelfederbeinen gelagert, nach hinten in die Verkleidungen einziehbar. Spornrolle halb im Rumpf versenkt. Triebwerk: Zwei wassergekühlte Zwölizylinder Isotta-Fraschini „Asso XIR. C.“. Startleistung je 810 PS bei 2185 U/min, Spitzenleistung in 4500 m 835 PS bei 2400 U/min. Untersetzte, dreiflügelige Verstell- schrauben. Spannweite 18,8 m, Länge 13,7 m, Höhe 3,4 m, Fläche 60 m’, Leergewicht 4500 kg, Fluggewicht 7375 kg, Flächenbelastung 123 km/m?, Leistungsbelastung 4,4 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit am Boden 350 km/h, in 2000 m 370 km/h, in 3000 m 390 km/h, in 4000 m 417 km/h, in 5000 m 430 km/h, Landegeschw. 105 km/h, Steigzeit auf 1000 m 3,2 min, auf 2000 m 6 min, auf 3000 m 9,3 min, auf 4000 m 12, 1 min, auf 5000 m 16 min. Gipfelhöhe 8000 m, mit einem Motor 4500 m, Anlauf und Auslauf 300 m, Reichweite mit Zusatztank 3500 km. Großflugboot „Martin 156“. Wie wir bereits berichteten, wurde von der Firma Glenn L. Martin in Baltimore eine Weiterentwicklung des bekannten viermotorigen Flugbootes Martin 130 „China-Clipper“ durchgearbeitet. Daß die ersten drei Maschinen dieses neuen Typs von Rußland in Auftrag gegeben wurden, ist unseren Lesern gleichfalls bekannt. Bemerkenswert ist, daß Martin sowohl in der Größe als auch in der Bauform nur wenig von dem bewährten „China-Clipper“ ab- gegangen ist. Trotzdem ist die Erhöhung der Nutzlast für lange Strecken sehr beträchtlich, so können auf der Strecke San Franzisco— Honolulu an Stelle von 1100 kz nunmehr 4500 kz zahlende Last befördert werden. Abgestrebter, dreiteiliger Flügel von annähernd elliptischem Um- riß. Das Mittelteil von 12,7 m Spannweite sitzt auf einem Hals über dem Boot und ist auf jeder Seite durch ein ausgekreuztes Strebenpaar abgefangen. Die Mitte dieser Streben ist nach dem Flügel und nach den Enden der Flossenstummel verstrebt. Profil der Familie NACA 23 000, nach außen in der Dicke verjüngt. Schmale Querruder mit Trimmklappen, im Flügelmittelteil Lande- klappen mit Spaltabdeckung zur Verminderung des Widerstandes beim Start. Zwei I-Holme, miteinander zu einem Kastenträger verbunden. Werkstoff: Duralumin 24-ST, nach dem Bengouh-Verfahren anodisch oxidiert (eloxiert). Mehrere wasserdichte Abteile. Eines der drei an die Sowiet-Union gelieferten Martin-Flugboote „156“ bei einem Probeflug. Bild: The Sportsman Pilot Seite 40 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 1 Zweistufiges Boot, in fünf wasserdichte Räume unterteilt. Ge- schlossener Führer- raum mit zwei ne- beneinanderliegenden Sitzen. Dahinter Platz für den Funker und Orter, in dem Rumpf- hals für den Motoren- ‚+1. | wart. Flossenstummel -&- | in Dornier-Bauart, in NT ihnen sind die Be- -fY | triebsstofitanks un- & | | tergebracht. Gesamt- II | fassınosvermögen s 16000 1. “ Leitwerk auf einem Hals über dem Rumpfheck. Höhen- flosse abgestrebt. Zwei Endscheiben- Seitenleitwerke, mit —t 28000 je einer umgekehrten V-Strebe nach der Höhenflosse abge- fangen. Flossen du- Verkehrsflugboot „Martin ralbeplankt, _ Ruder 156“. staffhespannt. Trimm- klappen. Triebwerk: vier | luftgekühlte _Stern- = motoren Wrisht Cy- clone R. 1820 G-2“ von je 850 PS bei 2100 U/min nebeneinander vor dem Flügel. NACA-Hauben mit verstellbarer Hinterkante (45° Aus- schlag an Stelle der sonst üblichen 20°). Dreiflügelige Hamilton-Ver- stellpropeller, Luftschraubenbremsen. Spannweite 47,8 m, Länge 28 m, Höhe 5,85 m, Fläche 212 m’, Leergewicht 13780 kg, Fluggewicht 28600 kg, Flächenbelastung Zeichnung: Flugsnort 134,6 kalm?, Leistungsbelastung 8,4 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit in 1800 m Höhe 305-325 km/h, Reisegeschw. 233—273 km/h, Gipfelhöhe mit drei Motoren 3050 m, Startzeit mit 28,6 t Fluggewicht 35 sec, Reichweite bei Windstille 5600—8000 km. Aspin-Flugmotoren. Wie wir bereits im Vorjahre verschiedentlich berichteten, führte die englische Firma F. M. Aspin & Company in Bury, Lancashire, Versuche mit einem Hochleistungs-Viertaktmotor durch, die außer- ordentlich hohe Hubraumleistungen und unglaublich niedrige Brenn- stoffverbräuche ergaben. Nachstehend bringen wir eine Beschreibung des Einzylinder-Versuchsmotors und die Schnittzeichnung des Vier- zylinders, der für Sportflugzeuge entwickelt wird. Abb. 1 zeigt einen Schnitt durch den Zylinderkopf des Versuchs- motors. Mit einem Hubraum von 249 cm? (Hub 70 mm, Bohrung 67 mm) und einer Verdichtung von 14 : 1 erreichte dieser Einzylinder ohne Aufladung bei 10 000 U/min eine Leistung von 31 PS, entspre- Nr. 2/1938, Bd. 30 ‚FLUGSPORT*“ Seite 41 Abb. 2 (oben). Kegeliger Schnitt Z-Z durch Abb. 1. G Ansaugöffnung, E Aus- laßquerschnitt, F Kerzensitz, D Schmier- nuten. — Abb. 1 (links). Senkrechter Schnitt durch den Zylinderkopf des Ver- suchsmotors. A Kerzensitz, B Oeleintritt in den Schieber, C Oelaustritt aus dem Schieber, Eintritt in die Kanäle D (Abb. 2), Z-Z Schnittebene für Abb. 2. chend einer Hubraumleistung von 124 PS/l. Der mittlere nutzbare Druck beträgt dabei 11,3 atü. Bemerkenswert ist, daß diese Ergeb- nisse mit einem Brennstoff von 68 Oktan, also niedriger Klopffestigkeit erzielt wurden. Bei einer Leistung von 12 PS bei 5000 Ulmin betrug der Brennstoffverbrauch 113 g/PSh. (!) Die ausgesprochen hohe Dreh- zahl und der beachtliche Wert für den Mitteldruck sind ein Beweis für die hervorragende Durchbildung der Gaswege. Der Motor er- reichte eine Spitzendrehzahl von 14000 U/min, entsprechend einer mittleren Kolbengeschwindigkeit von 32,7 m/sec. Wenn auch eine so extrem hohe Geschwindigkeit mit den heute im Kolbenbau bekannten Mitteln nicht zu beherrschen sein dürfte, so beweisen doch diese Zah- len, daß ohne Ueberladung eine Füllung erreicht wurde, an die man- cher Motor selbst bei der günstigsten Drehzahl nicht herankommt. Das Steuerorgan des Aspin-Motors ist ein konischer Drehschieber aus Leichtmetall, der in einem Stahlmantel sitzt und in dessen einsei- tiger Aussparung der größte Teil des Verdichtungsraumes liert. Die Stahlhülse trägt oben eine zylindrische Verlängerung, die durch drei Kugellager im Zylinderkopf gehalten wird. Der Verbrennungsraum N I Abb. 3. Schnittzeichnung des „Flat-Four‘“ mit rollengelagerten Drehschiebern. Seite 42 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 des Zylinderkopfes enthält eine Einlaß- und eine Auslaßöffnung, die sich mit dem Ausschnitt in dem Drehschieber decken. Während des Verdichtungs- und Verbrennungshubes sind beide von der Mantelfläche des Schiebers abgedeckt. Die Zündkerze ist so angeordnet, daß sie nur im Augenblick der Zündung mit dem Verbrennungsraum in Ver- bindung steht, während der übrigen Zeit ist sie gleichfalls abgedeckt und gegen Verölen und übermäßige Erwärmung geschützt. Die vom Gasdruck herrührenden Achsialkräfte auf den Schieber werden von den beiden unteren Kugellagern aufgenommen, das obere dient nur zur Führung der Welle und zur Aufnahme der Antriebskräfte. Der Schieber läuft mit halber Kurbelwellendrehzahl um. Für den sicheren Betrieb, die Abnutzung und die Abdichtung des Drehschiebers ist eine sorgfältige Schmierung erforderlich. Das Oel tritt von dem unteren Kugellager in eine Nut B der Schieberhülse ein, von wo aus es in die innere achsiale Bohrung des Schieberkörpers gelangt. Etwas tiefer tritt das Oel durch eine Querbohrung wieder aus und gelangt in zwei Nuten D (Abb. 2) im Zylinderkopf, die an der hin- teren Kante der beiden Kanäle entlanglaufen. Auf diese Weise erhält der Schieber stets ausreichende Schmierung. Die Abnutzung belief sich nach 2000 Stunden Laufzeit auf 0,1 mm in achsialer Richtung. Der für Sportflugzeuge vorgesehene Motor besitzt vier in der „Flat-Four“-Bauweise angeordnete Zylinder von 83 mm Bohrung und 80 mm Hub, entsprechend einem Gesamthubraum von 1,73 1. Verdich- tungsverhältnis 1: 10, Leistung 80 PS bei 4800 bis 5000 U/min. Brenn- stoffverbrauch 136— 145 g|PSh. Trockengewicht 60 kg. Je zwei Zylinder sind in einem Stück aus Leichtmetall gegossen. Tiefe Kühlrippen in weitem Abstand, stromlinienförmiger Umriß, Guß- eisenlaufbüchsen, Leichtmetallkolben mit von der Lauffläche getrenn- ter Kolbenbolzenlagerung. Geschmiedete Leichtmetallpleuel. Zweifach eekröpfte Kurbelwelle, 2 Rollen- und ein Kugellager. Stirnradunter- setzungsgetriebe 1:2, Antrieb der Drehschieber durch Kegelräder und Zwischenwellen, die über je ein Stirnrad die beiden entgegenge- setzt umlaufenden Schieber eines Zylinderpaares treiben. Zwei BTH.-Magnete, einer davon mit Abreißvorrichtung. Trocken- sumpfschmierung, die Schieberantriebsteile laufen im Oelbad. Ein Ver- gaser hinter dem Motor, Verteilung des Gemisches durch ein mit Kur- belwellendrehzahl umlaufendes Gebläse. Als besondere Vorzüge des Aspin-Motors werden angegeben \ 1. Hohe Drehzahlen infolge der großen Gaskanalquerschnitte (keine Ueberladung) und der gleichförmigen Geschwindigkeit der Steuer- Bellanca-Langstreckenflugzeug „28—92“ mit einem Fairchild-Ranger-Motor und zwei Menasco-Sechszylindern. Die Maschine war ursprünglich für den rumäni- ‘schen Oberleutnant Papana gebaut, der sie im Rennen New York—Paris fliegen wollte. Später sollte sie an dem Flug Istres — Damaskus — Paris teilnehmen. Höchstgeschwindigkeit mit 920 PS (errechnet) 432 km/h, Reisegeschw. 384 km/h, Reichweite dabei 6400 km. Bild: The Sportsman Pilot 1937 PATENTSAMMLUNG des Sun Band Vil Nr. 14 Inhalt: 637659; 653880; 654256, 692, 693, 813, 831, 944; 655056. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). Ä b 4» Pat. 637659 v. 26. 8. 34, veröff. 18. 12. 37. Dr. Fritz Huth, Berlin- Johannisthal. Flngzengbanart. Patentansprüche: 1. Flugzeugbauart, bei der die einzelnen Teile durch Schlitzverbindung gegeneinandergehalten werden, dadurch gekennzeichnet, daß die rippenartigen mit den holmartigen Teilen mittels nicht durchgehender Schlitze ineinandergehakt sind. 2. Flugzeugbauart nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Befestigungsteile (10, 12) der Rippen in der Nähe ihrer Enden einen geschlitzten Leppen (16) tragen, der zusammen mit dem kurzen Lappen (11) der Gegenrippe und seinem Schlitz (7) eine Klinksicherung der Verleimung bildet. 3. Flugzeugbauart nach Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die am Hauptteil festen Haftteile (10, 12) der rippenartigen Teile (1, 2) be- sondere stabartige Teile (3) tragen. 4. Flugzeugbauart nach Ansprüchen 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß die Rippen mit zu ihnen senkrecht stehenden Versteifungen ein Stück bilden. 5. Flugzeugbauart nach Ansprüchen 1 bis 4, da- durch gekennzeichnet, daß der zur Rippe winklige An- satz (4°) am Ende einen Schlitz (14) oder einen An- _ satz hat, der ihn mit der Nachbarrippe oder mit dem Holmsteg (5) oder mit beiden Teilen zugleich verhakt. 6. Flugzeugbauart nach Ansprüchen 1 bis 5, da- durch gekennzeichnet, daß die Stoßstellen der Rippen- ansätze (4’) durch feste oder lose Verstärkungsstücke versteift werden, die in besonderen Lücken (13) der Rippen an der Stegwand (5) befestigt sind. 7. Flugzeugbauart nach Ansprüchen 1 bis 6, da- durch gekennzeichnet, daß diejenigen Teile (4), die die Rippenteile (1, 2) in der dritten Raumebene sichern, zugleich die Bekleidungshaut (6) tragen. D 1355 Pat. 655066 v. 15. 4. 36, veröff. 7. 1. 38. Compagnie des Avions Hanriot, Arcueil, Frankreich. Klappenanord- nung an Fingzengflügeln. Patentanspruch: Klappenanordnung an Flugzeugflügeln mit zwei über- einander angeordneten, unabhängig voneinander dreh- baren Klappen, gekennzeichnet durch die Vereinigung Fig1 von zwei bekannten Merkmalen, nämlich der Anlen- kung der Unterklappe an der Oberklappe mit der Ver- legung des Drehpunktes der unteren Klappe vor den der oberen Klappe. b 16s Pat. 654692 v. 14. 5. 35, veröff. ? 28. 12. 37. Dipl.-Ing. Willy Mes- serschmitt, Augsburg”). Fingzengstenerung, deren Zwangsläufigkeit im Falle der Veberbe- anspruchung ansschaltbar ist. Die Erfindung bezieht sich auf eine Flugzeugsteue- rung mit einer im Steuerwerk ungcordneten Einrich- tung, die vor einer gefahrbringenden Bedienung warnt oder eine solche verhindert. Patentansprüche: 1. Flugzeugsteuerung, deren Zwangsläufiskeit im Falle der Ueberbeanspruchung ausschaltbar ist, da- durch gekennzeichnet, daß eine der Beschleunigung des Flugzeuges unterworfene Masse am Steuerliebel selagert ist, die durch Knicken des Steuerhebels die Zwangsläufigkeit der Steuerung aufhebt. 2. Flugzeugsteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gegeneinander beweglichen Teile des Steuerorgans in an sich bekannter Weise elastisch miteinander verbunden sind. 3. Flugzeugsteuerung nach einem der vorher- *") Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Robert Lusser, Augsburg. Seite 62 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr, 14 wehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die der Beschleunigung unterworfene, die Steuerung be- einflussende Masse an der dem Flugzeugführer ab- gewandten Seite des Steuerorgans angeordnet ist. 4. Flugzeugsteuerung nach einem der vorhergehen- den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß von der der Beschleunigung unterworfenen Masse elektrische Kontakte steuerbar sind, die Sonderbewegungen des Steuerorgans zu veranlassen verinögen. b1 Pat. 654831 v. 18. 9. 36, veröff. Ol 31. 12. 37. Dornier-Werke G. m. b. H., Friedrichshafen‘). Vorrichtung zum gleichzeitigen Feststellen und gleichzeitigen Lösen sämtlicher Ruder eines Flugzenges. Patentanspruch: Vorrichtung zum gleichzeitigen Feststellen und gleichzeitigen Lösen sämtlicher Ruder eines Flug- zeuges durch miteinander gekuppelte Riegel, dadurch gekennzeichnet, daß zur Feststellung der Ruder Rie- gelpaare auf selbsthemmenden Spindeln mit Rechts- und Linksgewinde vorhanden sind, welche zwischen sich auf den Ruderwellen oder auf den Ruderbetäti- gungswellen befestigte Hebel in die Mittelstellung bringen und in dieser festhalten können. *) Yon dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Alfred Wagner, Friedrichshafen. Schraubenilugzeuge (Gr. 25—30). b SITE Pat. 654813 v. 13. 3. 35, veröft. 3. 1. 38. Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt E. V.„ Berlin-Adlershof. Vor- richtung zur Höhenstenerungvon Steulschranbern. Bekanntlich werden Steilschrauber, bei denen die Traekraft durch frei umlaufende oder angetriebene Drehflügelsysteme mit im wesentlichen senkrechten Achsen erzeugt wird, auf verschiedene Weise in der Symmetrieebene gesteuert. Eine dieser Steuerungen entspricht der bei normalen Flugzeugen üblichen Steuerung durch ein hintenliegendes Leitwerk ‘(die Leitwerksteuerung), das gleichzeitig zur Dämpfung der Drehung um die Querachse dient. Eine weitere Steue- rungsmöglichkeit besteht darin, daß die Drehflügel um eine in der Nähe der Nabe liegende Querachse geschwenkt werden (die Flügelsteuerung), wobei die Schwanzflosse zum Rumpf feststeht. Man hat diese Flügelsteuerung auch mit der nor- malen Leitwerksteuerung verbunden, derart, daß zur Drehkopfsteuerung an sich noch eine zusätzliche Höhensteuerung hinzukommt. Nun zeigen die genann- ten Steuerungsarten gewisse Mängel, die weiter unten besprochen werden. Gegenstand vorliegender Erfin- dung ist die Beseitigung dieser Mängel. Abb. 1 zeigt schaubildliich die Bedeutung der Steuerwinkel eines fliegenden Tragschraubers; Abb. 2 und 3 zeigen die Charakteristiken der einzelnen Steuerungsarten; Abb. 4 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel für eine Verbindung zwischen den Drehflügeln und dem Höhenruder nach der Erfindung. In Abb. 1 ist der Winkel F Schwenkungswinkel des Flügelsystems, fp der des Leitwerks. Ein Maß für die Güte einer Steuerung ist die Ruderempfindlich- keit, d. h. der zu einer bestimmten Geschwindigkeits- änderung erforderliche Ruderausschlag oder Steuer- winkel. Die Werte für die Ruderempfindlichkeit werden aus dem Verlauf der Luftkraftmomente gewonnen, die den einzelnen Steuerungsarten zugeordnet sind. Trägt man also über der Fluggeschwindigkeit v oder einem der Geschwindigkeit v verhältigen Faktor K v den zugehörigen Ruderwinkel ßnH bzw. — 1 _ V ca PF auf, so entstehen die Kurvenzüge gemäß den Abb. 2 und 3. Bei der Leitwerksteuerung, d. h. einer nur durch ein normales Leitwerk bewirkten Steuerung, ist, wie aus Abb. 2 ersichtlich, die Ruderempfindlichkeit bei kleiner Geschwindigkeit sehr gering, wächst mit zu- nehmendem v iedoch außerordentlich stark an. Ueber den ganzen Geschwindigkeitsbereich ist der Wert dv/dß großen Schwankungen unterworfen. Die Flügelsteuerung, d. h. die Steuerung durch Einstellung des Flügelsystems, die Kurve b in Abb. 3, zeigt hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit schon einen wesentlich günstigeren Verlauf als die Kurve a der Leitwerksteuerung in Abb. 2. Immerhin sind aber auch hier über dem ganzen Steuerbereich noch merk- liche Aenderungen von dv/dß festzustellen. Die in Abb. 3 aufgezeichnete Linie c, die gerad- linie die Steuerempfindlichkeit anzeigt, würde einem Flugzeug entsprechen, bei dem die absolute Ge- schwindigkeitsänderung dem Steuerausschlagverhältnis gleich ist und die großen Empfindlichkeitsunterschiede vollständig verschwinden. Dies erscheint mit den Mitteln der Erfindung erreichbar. Der Steilschrauber läßt sich mit mäßigen Steuerbewegungen landen und ist beim Geschwindigkeitsflug wenig empfindlich. Ferner ist es möglich, durch den Steuerausschlag auch die erreichbare Höchstgeschwindigkeit zu be- erenzen, was bei der Tragschraube, die einen be- stimmten Fortschrittsgrad nicht überschreiten soll, be- sonders große Bedeutung hat. Alle diese Eigenschaf- ten einer Verbundsteuerung nach der Erfindung tra- gen dazu bei, das Fliegen mit dem Tragschrauber noch angenehmer und sicherer zu gestalten, als es heute schon der Fall ist. Die gegenseitige störende Beeinflussung vom Drehflügelsystem und Höhenleitwerk wird beseitigt, Nr. 14 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 63 wenn die Schränkung zwischen den beiden Organen entweder konstant bleibt oder in bestimmter gewoll- ter Weise verändert werden kann. Einmal kann der Winkel zwischen Leitwerk und Umlaufachse des Flü- gelsystems konstant gehalten werden. Diese reine Flügelsteuerung schließt jede Wirkung einer Schrän- kung zwischen Leitwerk und Drehflügel vollständig aus. Dieser Fall (Abb. 3, Kurve c) zeigt aber prak- tisch geradlinigen Verlauf der Ruderwirkung, was die weiter oben geschilderten Vorteile für die Steue- rung des ganzen Flugzeuges ergibt. Nun kann man aber ie nach Wahl der Ueber- setzung zwischen den beiden Flugzeugsteuerorganen zu einer zenäherten oder überschriebenen reinen Flü- - gelsteuerung gelangen. Bei dieser Art, wo also das Leitwerk noch eine zusätzliche Drehung in derselben Richtung wie die Winkelbewegung der Umlaufachse erfährt, ist es ohne weiteres denkbar, die Ruder- empfindlichkeit bei einer bestimmten Höchstgeschwin- digkeit noch kleiner oder gar zu Null werden zu lassen, d. h. die Geschwindigkeit in noch wirksamerer Weise zu begrenzen als bei der reinen Flügelsteue- rung allein. Auf jeden Fall gestattet diese Kombina- tion große Freiheit in der Wahl der gewünschten Höhenrudereigenschaften. Die Wirkungsweise des in Abb. 4 dargestellten Ausführungsbeispieles ist folgende: Wird der Steuerhebel 1 in der Pfeilrichtung (Abb. 9 etwa in die strichpunktierte Linie geführt, 0 wird die Hebelübersetzung 2 und damit die Um- laufachse 3 um den Punkt 7 in die ebenfalls strich- punktiert gezeichnete Lage geschwenkt. In gleichem _ Sinne wird durch die Hebelübertragung 5 das Höhen- ruder 4 um die Achse 8 in die strichpunktierte Linie gedreht. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur Höhensteuerung von Steil- schraubern mit kippbarem Drehflügelsystem und einem mit diesem verbundenen Höhenruder, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Höhenruder gleichzeitig und in gleichem Drehsinn mit dem um eine Querachse schwenkbaren Drehflügelsystem betätigt wird. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine den Schränkungswinkel zwischen Dreh- flügelsystem und Höhenruder regelnde Aenderbarkeit der Uebersetzung zwischen den beiden Steuerorganen. Fahrwerk (Gr. 40—41). b Adıı Pat. 653880 v. 24. 8. 33, veröff. 4. 12. 37. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Freitragendes Rollwerk für Flngzenge. Patentansprüche: 1. Frei tragendes Rollwerk für Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß dort, wo die frei tragende Strebe, die das Rad oder deren mehrere trägt, aus dem Flug- zeugkörper (Rumpf, Flügel, Motorgondel o. dgl.) her- austritt, in einem am Oberteil der Federstrebe sitzen- den Zwischenstück eine Sollbruchstelle angeordnet ist. 2. Frei tragendes Rollwerk nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstelle ein um alle in der senkrecht zur Strebenachse liegenden Ebene durch die Sollbruchstelle befindlichen Achsen gleiches Widerstandsmoment aufweist. 3. Frei tragendes Rollwerk nach Anspruch .1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstelle ein im Verhältnis der Bruchlasten, die seitlich oder in Flugrichtung auf das Rad wirken, verschiedenes Wi- derstandsmoment um die Längs- bzw. Querachse auf- weist. b Als Pat. 654256 v. 26. 9. 36, veröff. 18. 12. 37. Dornier-Werke G. m. b. H,, Friedrichshafen”). Vorrichtung zum Schulz einer Schraubenspindel, insbesondere für einziehbare Flngzengfahrgestelle. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Schutz einer Schraubenspindel, insbesondere für einziehbare Flugzeugfahrgestelle, mit- tels eines die Spindel umgebenden Rohres, welches einen Längsschlitz zum Durchtritt eines Ansatzes an der Mutter hat, dadurch gekennzeichnet, daß über das genannte Rohr leicht drehbar und zwischen zwei Bun- den in Längsrichtung gesichert ein zweites Rohr ge- schoben ist, welches ebenfalls einen Längsschlitz zum Durchtritt des gleichen Ansatzes der Mutter mit seit- lichen Ausbuchtungen an einem Ende hat, derart, daß dieses äußere Rohr auf dem inneren Rohr gedreht werden kann, wenn die auf der Spindel wandernde Mutter eine ihrer Endstellungen erreicht hat, und daß dann das äußere Rohr den Schlitz des inneren Rohres vollständig verdeckt. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das äußere Rohr unter der Last einer Feder steht, welche das Rohr in die Schlußstellung zu ziehen bestrebt ist, und daß der Ansatz der Mutter das äußere Rohr offen hält, solange die Mutter nicht in einer ihrer Endstellungen ist. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das äußere Rohr mit beweglichen Teilen des einziehbaren Fahrgestelles derart zwangsläufig ge- F 22 KEN u 8.3 Seite 64 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 14 kuppelt ist, daß das äußere Rohr in die Schlußstellung geht, sobald das Fahrgestell ganz ausgelassen ist. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Schlitz in dem äußeren Rohr in der Hauptsache in einer Schraubenlinie großer Steigung, nahe seinen Enden in einer Schraubenlinie kleiner Stei- gung geführt ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Wilhelm Schwarz, Seemoos, Post Friedrichshafen. Luftschrauben (Gr. 1—11). Pat. 654944 v. 21. 7. 34, veröff. c don 5.1. 38. Gustav Schwarz G.m.b.H,, Berlin-Waidmannslust*). Nabe für Propeller- flügel. Patentansprüche: 1. Nabe für Propellerflügel, die aus einteiligen, mit Längsschlitzen versehenen, aus der Nabe aus- gebildeten Hülsen besteht, die, die Flügelschäfte um- schließend, die Propellerflügel neben anderen Halte- mitteln durch elastisches Zusammenklemmen festhal- ten, dadurch gekennzeichnet, daß die die Flügelschäfte umfassenden Spannhülsen mit über die Länge des um- spannten Flügelschaftes sich hinaus erstreckenden Schlitzen versehen sind. 2. Nabe für Propellerflügel nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die Schlitze der einzelnen Hülsen in der Nabenmitte zusammenlaufen. 3. Nabe für Propellerflügel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze in eine mittlere Bohrung der Nabe münden, durch die der Wellenstumpf, seine Befestigungsmittel oder die ihn umspannende Büchse der Nabe hindurchragt. 4. Nabe für Propellerflügel nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine einzige durchlaufende, die beiden Flügelschäfte umfassende, über ihre ganze Länge geschlitzte Hülse. 5. Nabe für Propellerflügel nach Anspruch 4, bei der die Hülsen innen und die umspannten Schäfte *") Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Manfred Grabarse, Berlin-Hermsdorf. NRıy III A N SSSIS außen mit Gewinde versehen sind, dadurch gekenn- zeichnet, daß die das Gewinde bildende Schrauben- linie über die ganze Länge der die beiden Schäfte umfassenden Hülse in einem Zuge durchläuft. 6. Nabe für drei oder mehr Propellerflügel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze der die Flügelschäfte umspannenden Hülse auf der Nabenstirnseite verlaufen. Pat. 654693 v. 3. 5. 36, veröff. c 124 27. 12. 37. Bayerische Motoren Werke AG. München. Stirnradumlanfunter- setzungsgetriebe für Luftschrauben. Patentansprüche: 1. Stirnradumlaufuntersetzungsgetriebe für Luft- schrauben, bei dem die Untersetzung durch Umlauf- räder mit je zwei Zahnkränzen verschiedenen Teil- kreisdurchmessers bewirkt wird, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Umlaufräder (3) in dem Umlaufrad- träger (7) in an sich bekannter Weise auf verdreh- baren exzentrischen Bolzen (8) gelagert sind, deren größter Verstellweg dem Längenunterschied der Teil- kreishalbmesser der beiden Verzahnunsen (4 und 5) der Umlaufräder (3) entspricht. 2. Stirnradumlaufuntersetzungsgetriebe für Lwuit- schrauben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrischen Lagerzapfen (8) durch ın den Umlaufradträger (7) eingesetzte Paßschrauben (11) in ihrer jeweiligen Lage festgehalten werden. 3. Stirnradumlaufuntersetzungsgetriebe für Luft- schrauben mit Umlaufräder mit ie zwei Zalhnkränzen verschiedenen Teilkreisdurchmessers und zylindrischen Lagerbolzen für die Umlaufräder, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Umlaufradträger (14) mit wechsel- weise zueinander versetzten Bohrungen für die Lager- zapfen der Umlaufräder versehen ist, wobei die Ver- setzung der Bohrungen mit dem Längenunterschied der Teilkreishalbmesser der beiden Verzahnungen (4 und 5) der Umlaufräder (3) übereinstimmt. ERDE SIT k BE See IIIIISSS 19 Y RIES III ee N & I N AN —K III LS [Li Pat.-Samml. Nr. 14 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 2, am 19. 1. 1938 veröffentlicht. Nr. 2/1938, Bd. 30 ‚FLUGSPORT*“ Seite 43 organe. 2. Hohe Verdichtungsverhältnisse durch die günstige Form des Verbrennungsraumes, der kräftige Wirbelung ergibt. 3. Niedriger Brennstoffverbrauch durch hohen thermischen Wirkungsgrad, der u.a. durch die Anwendbarkeit sehr mageren Gemisches infolge einer ge- wissen Schichtung der Ladung mit Anreicherung in der Nähe der Kerze erreicht wird. 4. Verminderung der Ansprüche an Oel- und Hitzefestigkeit der Zündkerze. Gegenwärtig führt Aspin Versuche mit einem Zweitakter der glei- chen Bauart durch. Der Schieber läuft ebenfalls mit halber Kurbel- wellendrehzahl, der Zylinderkopf besitzt zwei Einlaßkanäle, die ab- wechselnd geöffnet werden. Der Austritt der Verbrennungsgase er- folet durch kolbengesteuerte Schlitze im unteren Teil des Zvlinders. Ueber den Einfluß des Kennwertes auf den Wirkungsgrad von Luftschrauben. In der „Profilsammlung“ Nr. 18 (Heft 1, 1938) haben wir gezeigt, welchen Einfluß die Reynoldssche Zahl auf die Eigenschaften von Flügelprofilen ausübt und in welchem Maße die Flugleistungen dadurch beeinträchtigt werden. Im Zusammenhang damit erscheint es interes- sant, auch einmal die Luftschraube unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Es ist bekannt, daß genau wie beim Flügel auch bei der Luft- schraube verschiedene Verlustquellen vorhanden sind. Neben dem reinen Profilwiderstand, der für den Kennwerteinfluß allein verant- wortlich ist, tritt entsprechend dem induzierten Widerstand der Ver- lust durch die Strahlbeschleunigung nach hinten auf. Weiter bringt die unvermeidliche Strahldrehung eine, allerdings kleinere, Einbuße an Wirkungsgrad. Die Verteilung des Gesamtverlustes auf diese drei Hauptquellen ist sehr verschieden. In diesem Zusammenhang sei nur darauf hingewiesen, daß bei kleiner Steigung der Profilwiderstand an Bedeutung zunimmt. Als maßgebend für das Verhalten des ganzen Propellers betrach- ten wir ein Blattelement, das 70% des Halbmessers von der Nabe entfernt ist. An dieser Stelle liest etwa das Zentrum der Schub- erzeugung und damit auch der Verluste. Die Relativgeschwindigkeit zwischen Blattelement und Luft errechnen wir für die vorliegenden Messungsergebnisse aus der Drehzahl und dem Fortschrittsgrad. Diese — 007 < = —— -— > N\ Gummimotor-Modelle Modelle Mushe? loter- Verkehrs! \ m. L- edler u.Militär- IS — | Verör-Mol.| Flugzeuge + flüge. 906 \ > N x N B F ” PFEBES ereich für Womü 7 1% füdliche Profil) Gepmin } — gas . N \ N Wirkungs- "n_ NL sol gred 7 S_ < HD-09 DD 00 an BEE u 7 trkungsgradr 94 IT Sn SJ 2 3 7) s— > ° IS ts 1 _03,-90 v7 D- 99 3 N 7 ° IS | best 7 9 a1 I & BE S \onter Fortschrittsgrad 40 NS su SL _ A=- Yu 92 _ 00: a MD2BE=L. SQ or >-_ T--__ 20 to nn 974-908 p Reynotdssche ZamRı\ | !,„ 100.1 I>-L I__----- L-_ ” — o | ” 1 708 ı N | f | 70000 2 3 4 6 8 700000 P 3 4% € E77 Abfall von bestem Wirkungsgrad und günstigstem Fortschrittsgrad zweier Luft- schrauben mit abnehmender Reynoldsscher Zahl. Zunahme des Profilkleinst- widerstandes. Arbeitsbereiche von Luftschrauben für verschiedene Zwecke. Seite 44 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 Geschwindigkeit, multipliziert mit der Blattbreite an dieser Stelle, gibt den Kennwert E. Die Reynoldssche Zahl R beträgt dann normaler- weise das 70fache hiervon. In dem Schaubild sind über R die Höchst- wirkungsgrade von zwei Luftschrauben*) eingetragen. Die Meßpunkte beiR =3 : 10° sind amerikanischen Untersuchungen an einer gleichen bezw. ähnlichen Schraube entnommen, daher der große Abstand zwi- schen den beiden Meßbereichen. Die Verschiechterung von 7 mit abnehmendem R tritt deutlich in Erscheinung. Bemerkenswert ist, daß die Schraube höherer Steigung weniger empfindlich ist. Diese Er- scheinung ist auch zu erwarten, da der Profilwiderstand und damit auch eine Erhöhung desselben bei größerer Steigung geringere Be- deutung hat. (Vel. hierzu „Flugsport“ 1937, S. 185.) Der beste Arbeitsbereich einer Luftschraube ist bekanntlich durch einen bestimmten Fortschrittsgrad und einen bestimmten Drehwert gekennzeichnet (s. „Flugsport“ 1935, S. 531). Da mit abnehmendem Kennwert der Profilwiderstand an Bedeutung gewinnt, ist eine Ver- schiebung dieses günstiesten Zustandes zu erwarten, was auch in den beiden Kurven für den besten Fortschrittsgrad zum Ausdruck kommt. Der Wert v/u nimmt ab, m. a. W., die Schraube muß bei gleicher Fluggeschwindigkeit schneller laufen, damit am Blatt ein höherer Kennwert erreicht wird. Das Schaubild enthält außerdem zwei Kurven, die das Gebiet eingrenzen, in dem die kleinsten Profilwiderstände üblicher Flügel- schnitte liegen. Der Anstieg dieses Feldes mit abnehmendem Kennwert ist die Ursache der Wirkungsgradverschlechterung. Der Anstellwinkel geringsten Profilwiderstandes liegt zwar im allgemeinen unter dem, den ein Luftschraubenblattelement im Zustand besten Wirkungsgrades aufweist, so daß die Wahl des Mindestwiderstandes nicht ganz kor- rekt ist; die Abweichungen sind jedoch gering, außerdem dient die Kurve für CWPmin nur zur Demonstration des Größeneinflusses. In der Abb. sind oben die Bereiche der verschiedenen Anwen- dungszebiete gekennzeichnet. Danach liegt eine Luftschraube für ein Muskelkraftflugzeug etwa an der Grenze des Kennwerteinflusses. Bei Motorflugzeugen aller Art ist keine nennenswerte Beeinträchtigung des Wirkungsgrades vorhanden. Benzinmotor-Modelle liegen günstiger als solche mit Gummimotor; infolge der hohen Drehzahlen, die meist zu Schrauben mit niedriger Steigung führen, sind sie jedoch im Nach- teil, so daß das Endergebnis kaum besser als bei einem Gummimotor *) Ergebnisse der AVA Göttingen, II. Lfg., S.125, und „Luftfahrt und Schule“ 1937, S. 58. Flugfähiges Modell des nächsten Großflugbootproiektes der Glenn L. Martin Company. Maßstab 1:4, Spannweite 13,3 m, Fluggewicht mit einem Insassen 840 kg, ein Martin-Motor von 90 PS im Rumpf, Antrieb der beiden Luftschrauben durch Keilriemen. Nachdem die Flugversuche, die vor allem der Ermittlung der Eigenschaften dienen sollen, abgeschlossen sind, wird das Modell im großen Windkanal des NACA untersucht werden. Bild: The Sportsman Pilot Nr. 2/1938, Bd. 30 „ErLUGSPORT“ Seite 45 ausfällt. Um ungefähr feststellen zu können, in welchem Bereich ein bestimmtes Modell fällt, kann man R nach der Formel R == 0,0028 b°D 'n ermitteln (b = — Blattbreite in 0,7 Radius in mm, D = Durchmesser in mm, n = Drehzahl in U/min). Aus dem Schaubild läßt sich ableiten, daß es für Modelle u. U. zweckmäßig sein kann, an Stelle einer zweiflügeligen Schraube ein einziges Blatt mit der doppelten Breite zu benutzen. Läuft die Zwei- blattschraube mit R = 20 000, dann ereibt sich für die Ein-Blatt-Aus- führung mit der doppelten Tiefe R = 40000, was bei H/D = 0,9 (H = Steigung) einem Wirkungsgradgewinn von etwa 8% «leichkommt. Selbstverständlich geht durch das Gegengewicht, bei übermäßig brei- tem Blatt auch durch den Randeinfluß, wieder etwas verloren. Trotz- dem ist noch eine kleine Leistungssteigerung zu erwarten, so daß sich einige Versuche in dieser Richtung lohnen würden. we. Nee ur. Di I nn mg u 7 Heitgeräte für Nietarbeiten")). Bei der überaus großen Zahl von Nieten, die in einem neuzeitlichen Flugzeug geschlagen werden müssen, ist es selbstverständlich, daß dem Nietvorgang und allen dazugehörigen Nebenarbeiten die denkbar größte Beachtung geschenkt wird. Ein beträchtlicher Teil der Gesamtarbeitszeit beim Nieten entfällt auf das An- heiten der einzelnen Bleche und Profile. Die für diesen Arbeitsgang benutzten Hilfsmittel haben im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchgemacht, die hier anhand einiger Abbildungen kurz gestreift werden soll. Die Unterlagen über die neueren, hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit den früher üblichen Geräten weit überlegenen Konstruktionen wurden uns von den Dornier-Werken zur Verfügung gestellt. Obwohl die Nachteile der gewöhnlichen Heftschraube allgemein bekannt sind, seien sie kurz aufgezählt. Zunächst verdrückt man beim Einführen in das *) Alle Abb. Werkbilder. Abb. 1. Beplankung eines Flügels mit Schaftheftschrauben. Seite 46 „FLUGSPORT"“ Nr. 2/1938, Bd. 30 —_ Abb. 2. Tragwerkbehäutung mit der DWW-Nadel. Nietloch leicht den ersten Gewindegang, sobald die Bleche sperren. Das Anfädeln von Scheibe und Mutter kostet ziemlich viel Zeit, auch wenn das Gewinde noch einwandfrei ist. Beim Lösen geht die Mutter in vielen Fällen verloren, während die Schraube selbst, wenn man sie nicht herausschrauben will, beim Durch- schlagen auch erst auf den Boden fällt. Das Gewinde leidet dabei am ersten Gang noch einmal. Einen beachtlichen Vorteil bietet schon die Schaftheftschraube, die vor dem Gewinde eine auf den Kerndurchmesser abgesetzte Verlängerung besitzt. Die Mutter fällt beim Abschrau- ben nicht so leicht ab, das Ge- winde leidet beim Ein- und Aus- stecken kaum, aber der Zeitauf- wand ist immer noch beträcht- lich und der Verlust an Schrau- ben durch Herunterfallen ent- spricht dem bei der normalen Heftschraube. Abb. 3 (links). Handhabung der DWW-Nadel. Abb. 4 (oben). Anwendungsbei- spiel des Holzschraubenhefters. auf eine Ringfeder vorgescho- Nr. 2/1938, Bd. 30 SZIZESZIEIEZEIEIE, DR RFEEES SEGEL EL EH N VZZZZA | NZZZZQ7) FA SKIIITSYISTSS KLL [N Y/ ZEN X Abb. 5 (oben). Schematische Darstellung, von I.n.r.: Spreiz- hefter, Schraubenhefter, Klam- merheifter. Abb. 6 (rechts). Ein Spreiz- hefter in zusammengelegstem Zustand. Die Hakenheftschraube hat den Vorteil, daß sie auch an nur von einer Seite zugäng- lichen Stelle benutzt werden kann und daß an größeren Bau- teilen der zweite Mann zum Aufsetzen der Mutter gespart wird. Sie zentriert jedoch nicht, da der Schaftdurchmesser kleiner als das Nietloch sein muß. Ferner läßt sie sich nur bei dünneren Blechen anwenden, da sie durch längere Bohrungen nicht durchgesteckt werden kann und da der Haken bei zu starkem Anziehen, was bei dicken Blechen unvermeidlich ist, leicht aufgebogen oder abgebrochen wird. Ein weiterer Nachteil der Hakenheftschrauben besteht darin, daß sie sich bei Erschütterungen leicht lockern und herausfallen. Als obere Grenze für die Anwendbarkeit der Hakenheftschraube kann ein Nietdurchmesser von höchstens 3 mm angesehen werden. Ein sehr einfaches Hilfsmittel ist der Holzschraubenhefter, der bei Dornier weitgehende Verwendung findet. Er besteht aus einer Holzschraube, die in einen Holzgriff eingeschraubt ist und deren Spitze etwa 6 mm hervorsteht. Die Haftung der Gewindegänge im Blech genügt, um bei Hautblechen eine genügende Anpres- sung zu erzielen. Vorteilhaft ist weiter, vor allem bei eloxierten Teilen wichtig, daß das Blech gegen den Holzgriff zu liegen kommt und nicht bekratzt wird. Ein sehr einfaches Mittel zur provisorischen Heftung von Blechen sind konische Stifte, die mit einem Drahtgriff versehen sind und ein Verschieben der einzelnen Teile verhindern. Den gleichen Zweck erfüllen auch einfache Draht- haken in Form einer abgeschnittenen Acht, wie sie in Abb. 5 dargestellt sind. Eine sehr bedeutende Zeitersparnis bringt die zum Patent angemeldete DWW-Heftnadel. In einem ab- gesetzten Hohlkörper, der dem Niet entspricht, sitzt ein Draht mit U-förmig gebogenem Ende. Die Breitenabmessungen dieses Hakens entsprechen dem Loch- durchmesser. Beim Einführen wird der Haken durch Druck ben, sobald der Druck aufhört, lest sich der Haken gegen das Blech und drückt es gegen den Kopf des Hohlkörpers An diesem Heftgerät, das hinsichtlich des Zeitaufwandes für Einsetzen und Lösen kaum unterboten werden kann, ist ferner das ge- ringe Gewicht von Vorteil. Abb. 7. Spreizhefter und DWW- Nadel, im Blech eingesetzt. „FLUGSPORT“ Seite 47 Seite 48 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 Der in Abb. 5 dargestellte Schraubenhefter besteht aus einem hohlen Schaft vom Außendurchmesser des Nietloches, auf den eine hohe Mutter aufgeschraubt ist. Ein Draht im Innern der Schraube wird nach dem Einführen durch eine seit- liche Bohrung herausgeschoben und gibt damit den Widerstand für das Anziehen der Mutter. Ein technisch sehr vollkommenes, wenn auch nicht ganz so einfaches Heft- gerät, stellt der sog Spreizhefter dar (Abb. 5-7). In einer geschützten Hülse sitzt ein am unteren Ende verdickter Draht, beide Teile sind von einem Hohl- zylinder umgeben. Beim Einführen mit der besonderen Zange werden zunächst Hülse und Stift gemeinsam vorgeschoben (die untere Feder ist schwächer als die obere). Später gibt die obere Feder nach und der innere Stift tritt aus der geschlitzten Hülse heraus. Beim Oeffnen der Zange spreizt der Stift zuerst die Hülse und geht dann mit ihr soweit zurück, bis diese am unteren Blech klemmt. Die neueren Heftgeräte befinden sich zur Zeit in Großerprobung, um festzu-. stellen, welche Ausführung am wirtschaftlichsten ist. Auf jeden Fall wird die normale Heftschraube praktisch vollkommen verdrängt werden. Um die Be- deutung der Niethefter zu kennzeichnen, sei erwähnt, daß bei einem größeren Ganzmetallilugzeug 300-400 Arbeitsstunden gespart werden können, wenn von den alten zeitraubenden zu einem der besten neuen Heftverfahren übergegangen wird. Inland. Ernst Heinkel wird am 24. 1. 50 Jahre alt. Die Leser des „Flugsport“ kennen ihn seit 30 Jahren, einen unserer größten Pioniere. Wir gratulieren ihm herzlichst! Auch der jungen Generation ist er kein Unbekannter. Auf der Wasserkuppe er- scheint er oft still und bescheiden und fragt die einzelnen nach ihren Bedürfnissen. Förderer der Luftfahrt, wie sie sein sollen. 2. Magnesiumtagung des VDI fand als Wiederholung der Veranstaltung vom 56. 11. 37 am 12. 1. in Frankfurt a. M. statt. Mit der Tagung war wiederum eine Ausstellung verbunden. Reichssegelilugschule Rossitten erhält neues Gebäude mit Schul- und Unter- kunftsräumen, Speisesaal und Gemeinschaftsraum. Der Führer begrüßt zum 45 Geburtstage am 12. Januar seinen Ministerpräsidenten Hermann Göring. Weltbild. Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 49 D-—-ABUR „Charles Haar“, Streckenflugzeug Mailand, am 4. 1. mittags 13.15 Uhr über dem Frankfurter Flughafen Rhein-Main vor der Landung in orkanartigem dickem Schneesturm zerstört. Flugkapt. Wagner und Flugmasch. Duester und Johaenntges sowie 3 Fluggäste kamen ums Leben. Es wird weiter geflogen! Was gibt es sonst Neues? Ballonsperre für London erfordert insgesamt 3600 Mann Bedienungspersonal. Beigien-Kongo-Luitverkehr wurde von der Sabena vorläufig eingestellt, da die Frage der Subventionen noch nicht geklärt ist. Flugpreisermäßigung von 10% gewährt die Lufthansa beim Besuche der Leipziger Frühiahrsmesse (6.—14. 3.). Ernst Heinkel Flugzeugwerke G. m. b. H., am 10. 1. 38 mit allen Aktiven und Passiven übergegangen an Ernst Heinkel als alleiniger Inhaber, führt jetzt den Namen Ernst Heinkel Flugzeugwerke. Ausland. Nationalisierung der französischen Luftfahrtindustrie. Die in dem Gesetz vom 11. 8. 36 beschlossene Verstaatlichung der franzö- sischen Flugzeugwerke, soweit sie Militärflugzeuge herstellen, ist zum größten Teil durchgeführt. Bisher wurden 6 Gruppen zusammengestellt, die aus den nach- stehend aufgeführten Werken bestehen. Die Gruppen tragen die Bezeichnung Societe Nationale de Constructions Aeronautiques und sind nach geographischen Gesichtspunkten zusammengestellt. frühere Gruppe Firmenbezeichnung Werk in: S,N.C.A.C. (du Centre) Hanriot Bourges Farman Boulogne-Billancourt S.N.C. A.M. (du Midi) Dewoitine Toulouse S.N.C.A.N. (du Nord) Potez M&aulte C.A.M.S. Sartrouville Amiot Caudebec-en-Caux A.N.F.-Mureaux Les Mureaux Breguet Le Havre S.N.C. A. O. (de l’Ouest) Breguet Nantes Loire-Nieuport Saint-Nazaire Loire-Nieuport Issy-les-Moulineaux S.N.C.A. S.O. Bloch Villacoublay Bloch Courbevoie Bloch Chäteauroux . S.A.S.O. Bordeaux-Merignac U.C.A. Bordeaux-Begles Liore-et-Olivier Rochefort S.N.C.A. S.E. Lior&-et-Olivier Argenteuil de (Sud-Est) Potez Berre CG.A.M.S. Vitrolles "Romano Cannes Verkehrsflugzeug Savoia-Marchetti „S 83“. Als Schwestermaschine der durch zahlreiche Weltrekorde bekannten „S 79“ erreicht dieses Baumuster mit 10,3 t Fluggewicht und 2250 PS 425 km/h Höchstgeschwindigkeit. Baubeschreibung s. 1936, S. 581. Werkbild Seite 50 | „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 Amy Johnson, die bekannte englische Rekordfliegerin, erwarb ein Uebungs- segelflugzeug vom Typ Hütter „H 17“, dessen Lizenz vom Sportflugszeugbau Göppingen nach England vergeben wurde. Bristol-Pegasus Xc ergab über eine Versuchsdauer von 750 Stunden bei 510 PS und 2200 Ulmin (Reiseflug mit sparsam eingestelltem Vergaser) einen mittleren Verbrauch von 206 g/PSh. Bloch 170, ein zweimotoriger Kampfmehrsitzer mit zwei Gnorme-Rhone- Motoren von ie 940 PS in 3700 m Höhe soll in Kürze flugfertig sein. Errechnete Höchstgeschwindigkeit 500 kmh. 211 km/h mit 10000 kg Nutzlast über 1000 km und 180 km/h mit 15000 kg über die gleiche Strecke flog das französische Flugboot Lateco&re „521“. Bei einem Fluggewicht von 41500 kg betrug die Startzeit 76 sec. mit einer Nutzlast von 18000 kg stieg die Maschine in 45 Minuten auf 2600 m, mit 15 000 kg wurden 3600 m Höhe erreicht. Mit diesen Leistungen wurden mehrere Weltrekorde über- boten bzw. zum ersten Male aufgestellt. Clerget-Diesel „l4 F—01“ von 500 PS erreichte in einem Versuchsflugzeug Potez „25“ eine Höhe von 7655 m. Bekanntlich fällt die Leistung von Dieselmoto- ren mit zunehmender Höhe stärker ab als die von Zündermotoren. Der luftge- kühlte Vierzehn-Zylinder-Sternmotor von Clerget ist mit einem Gnome-Rhone- Schleudergebläse ausgerüstet, das die Gleichdruckhöhe auf 2700 m heraufsetzt. In diesem Zusammenhang sei an die Versuche von Junkers an dem Muster „Jumo 205°“ mit Abgasturbine erinnert, die günstigere Ergebnisse als mit mechanisch getriebenen Lader erwarten lassen. Sternflug nach Hoggar. Die deutsche Mannschaft hat den über 5000 km füh- renden Flug nach Algier beendet. Am 8. 1. erfolgte der Start zu dem 2400-km- Wüstenrundflug zum Hoggargebirge, wo am 12. nachmittags in Tamanrasset alle 3 Messerschmitt-Maschinen eintrafen. Schweizer Aero-Revue geht in den Besitz des Aero-Clubs der Schweiz über. Jagdeinsitzer Nieuport „161“ (Typenbeschreibung s. „Flugsport“ 1937, S. 119), Mustermaschine bei Abnahmeflug zu Bruch gegangen. Continental A-50 kommt als etwas stärkere Ausführung des bekannten Vier- zylinder A-40 mit 50 PS Nennleistung bei 1900 U/min auf den Markt. Vier Zylinder, je zwei gegenüberliegend, obengesteuert. Bohrung 98,5 mm, Hub 92 mm, Gesamthubraum 2,8 1. Verdichtung 5,4:1, Gewicht 68 kg. Einheitsgewicht 1,36 kg/PS, Hubraumgewicht 24,3 ke/l, Hubraumleistung 17,8 PS/l, mittlerer Druck 8,45 atü. Douglas „D.C.4“ soll in diesem Monat flugfertig werden. Die ersten Ver- suche mit einem Dreiradfahrwerk an einer größeren Maschine dürften das be- sondere Interesse der Fachwelt erwecken. Führersitz des Gwinn „Aircar“. Die Steuersäule betätiet durch die nor- male Vor- und Riück- wärtsbewegung das Hö- henruder, das Handrad arbeitet auf die Quer- ruder und dreht gleich- zeitix das vordere An- laufrad. Ein Seitenruder ist nicht vorhanden. Der Fußhebel links von der Steuersäöule wirkt auf die Landeklappen, die bei zu hoher Geschwindigkeit durch Zwischenschaltung einer Zugfeder vor Ueber- beanspruchung geschützt wird. Ein Druck auf den Fußtritt ganz rechts zieht die Radbremsen an und hebt gleichzeitig die Landeklappen hoch, um genügend Bodendruck zu erreichen. Der dritte Fußhebel, rechts von der Steuersäule, bedient die Gasdrossel. Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 5l Eine Gesamtansicht des „narrensicheren‘ Flugzeuges Gwinn „Aircar“. Typenbeschreibung 1936, S. 611. Leergewicht 480 kg, Fluggewicht 730 kg, Höchst- geschwindigkeit mit 90 PS (Pobioy) 193 km/h. Bilder: Shell Aviation News. Northwestern Airlines Flugzeug bei Bozeman, Staat Montana, mit 9 Perso- nen, darunter 5 Fluggäste, verunglückt. Japan. Kampfilugzeug der kaiserl. Marineluftwaffe wurde von den übrigen Maschinen seiner Staffel durch überlegene chinesische Luftkräfte abgetrennt und von 4 Maschinen verfolgt. Eine wurde abgeschossen. Die übrigen 3 kamen strah- lenförmig auf den Japaner zu. Ausweichen war unmöglich, die einzige Möglichkeit war, den nächsten Gegner zu rammen, wobei das chinesische Flugzeug abstürzte das japanische Flugzeug jedoch zwei Drittel der Tragflächen verlor. Dem iapa- nischen Flieger gelang es, das Reststück der Maschine wieder zu fangen und noch den Rückflug mit der noch wirksamen Höhensteuerung anzutreten, um in Schanghai wohlbehalten mit Kopfstand zu landen. INN . Stand der Deutschen Flugmodell-Rekorde am 1. 1. 1938. Klasse: Rumpisegelflugmodelle Handstart-Strecke: W. Saerbeck, Borghorst, 43 000 m Handstart-Dauer: E. Bellaire, Mannheim 20 Min. 13 Sek. Hochstart:Strecke: W. Bretfeld, Hamburg, 91 200 m Hochstart-Dauer: H. Kummer, Düben, 55 Min. Klasse: Nurflügel-Segelllugmodelle Handstart-Strecke: A. Herrmann, Nordhausen, 2375 m Handstart-Dauer: K. Schmidtberg, Frankfurt a. M., 37 Min. 41 Sek. Hochstart-Strecke: H. Kolenda, Essen, 10400 m Hochstart-Dauer: H. Kolenda, Essen, 11 Min. Klasse: Rumpiflugmodelle mit Gummimotor Bodenstart-Strecke: A. Lippmann, Dresden, 795,5 m Bodenstart-Dauer: Neelmeyer, Dresden, 13 Min. 7 Sek. Handstart-Strecke: K. Lippert, Dresden, 22400 m Handstart-Dauer: A. Lippmann, Dresden, 1 Std. 8 Min. = NN NN mn Seite 52 „FLUGSPORT“ Nr. 2/1938, Bd. 30 Klasse: Rumpiilugmodelle mit Verbrennungsmotor Bodenstart-Strecke: H. J. Haas, Gladbeck, 20 000 m” Bodenstart-Dauer: H. J. Haas, Gladbeck, 1 Std. 8 Min.“ Handstart-Strecke: K. Dannenfeld, Uelzen, 23900 m Handstart-Dauer: K. Dannenfeld, Uelzen, 52 Min. Klasse: Rumpiwasserfilugmodelle mit Gummimotor Wasserstart-Dauer: A. Menzel, Dresden, 25 Sek. Klasse: Rumpiwasserflugmodelle mit Verbrennungsmotor Wasserstart-Dauer: F. Alexander Beauftragt mit der Führung der Deutschen Flugmodell-Rekordliste. Die mit * versehenen sind neue Rekorde gegenüber der letzten Veröffent- lichung über Modell-Rekorde am 1. 10. 37 in Nr. 23 des „Flugsport“ 1937, S. 650. Wassermodell-Schulungs- und -Leistungsfliegen veranstaltete die Haupt- schulverwaltung Berlin vor einiger Zeit am Bootshaus der Dorotheenschule j öpenick. u en beiden Klassen (Stab- und Rumpfmodelle) waren 45 Modelle ge- meldet, von denen allein 26 auf zwei Schulen entfielen. Jedem Teilnehmer standen 3 Hand- und 3 Wasserstarts zu. Wenn keins der Modelle zu einem einwandfreien Abwassern kam, so liegt das vor allem in der mangelnden Er- fahrung im Schwimmerbau begründet. Zahlreiche Modelle wiesen zu kurze Schwimmer auf, andere hatten die Stufe an falscher Stelle, oder sie war zu hoch, in einigen Fällen fehlte sie ganz. oo Die Flugleistungen der Rumpfmodelle sind durch ungünstiges Wetter beeinflußt, hieraus erklärt sich die scheinbare Unterlegenheit gegenüber den Stabmodellen. Die größte Dauer bei Handstart betrug 18 sec (Stabmodelle) bzw. 16,8 sec (Rumpfmodelle). Siedetemperatur des Wassers nimmt mit der Höhe ab. Sie beträgt in 4000 m 86° in 8000 m 72°, in. 12 000 m 58°, in 16 000 m 46°, in 20.000 m 35°. _ Holmgewicht des Segelilugzeuges „B. 5“ in Buchenschichtholz beträgt 10,3 kg für eine Flügelhälfte, nicht für das ganze Flugzeug, wie auf S. 22 irrtüm- lich angegeben ist. Winddruck auf eine Fläche. Ihre Frage ist wie folgt zu beantworten: P-=cw:q:F. Hierbei ist cw von der Form der Fläche abhängig (bzw. von der des Körpers). Für eine ebene Fläche beliebiger Form (rund oder rechteckig) ist cw ungefähr gleich 1,2, wenn der. Wind senkrecht auftrifft. q ist der Staudruck, er wird nach der Formel v? yl2g berechnet. v ist die Windgeschwin- digkeit in mi/sec, Y ist das spezifische Gewicht der Luft und g ist die Erd- beschleunigung —= 9,81 mi/sec?. Am Erdboden ist y/2g rund 1/16, q wird also v?/16. F ist die Fläche selbst in m?. Wenn es sich um Körper handelt, ist F die Stirnfläche. In Ihrem Beispiel ergibt sich also: P = 12 : v’l6 » 0,04 = 0,03 ° v”. Nun ist v in m/sec gleich V in km'h dividiert durch 3,6, damit ergibt sich für 40 km/h 11,1 m'sec, für 50 km/h 13,9 m/sec, für 60 km'h 16,7 misec. Der Winddruck P auf eine Fläche von 400 cm? beträgt also bei 40 km/h etwa 0,37 kg, bei 50 km'h 0,58 kg und bei 60 km'h 0,84 kg. Nach obiger Formel können Sie für iede andere Fläche und Geschwindigkeit den Luftdruck auf eine bewegte Fläche errechnen. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden). Jahrbuch der Deutschen Luftiahrtiorschung, herausgeg. v. d. Zentrale für wissensch. Berichtswesen über Luftfahrtforschung, Berlin-Adlershof, unt. Mit- wirkung d. Reichsluftfahrtministeriums, d. Luftfahrtforschungsanstalt u. -institute sowie d. Lilienthal-Gesellschaft. Mit einem Geleitwort v. Reichsminister der Luftfahrt u. Oberbefehlshaber d. Luftwaffe Generaloberst Göring. Verlag R. Oldenbourg, München. Preis RM 30,—. Das Jahrbuch enthält die Tätigkeitsberichte sämtlicher Luftfahrtforschungs- Nr. 2/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ anstalten und -institute, ferner Abhandlungen über I. Flugwerk, II. Triebwerk und III. Ausrüstung. Diese drei großen Abteilungen sind folgendermaßen unter- teilt: I. Flugwerk 4 Abhdlg., Aerodynamik u. Flugmechanik 33 Abhdlg., Hydro- dynamik 6 Abhdlg., Festigkeit d. Tragwerkes 14 Abhdlg., Werkstofforschung des Flugwerkes 10 Abhdlg., Meßtechnik 7 Abhdlg. II. Triebwerk 3 Abhdlg., Motorische Arbeitsverfahren, Thermodynamik 7 Abhdlg., Triebwerkteile 6 Abhdlg., Schwingun- gen 8 Abhdlg., Aufladung 3 Abhdlg., Kühlung 3 Abhdlg., Werkstoffe d. Triebwerkes 11 Abhdlg., Kraft- u. Schmierstoffe 4 Abhdlg., Meßtechnik 7 Abhdlg., Betrieb 1 Abhdig. III. Ausrüstung 3 Abhdlg., Navigation einschl. Kartenkunde 9 Abhdleg., Elektrotechnik, Funkgeräte 7 Abhdlg., Photographie 4 Abhdlg., Medizin 8 Abhdle. Das Werk enthält 1139 Seiten mit 2021 Abbildungen. Die Abhandlungen sind in den Heften des Bandes 14/1937 der „Luftfahrt-Forschung‘“ enthalten und beim Erscheinen der einzelnen Hefte bereits im „Flugsport“ besprochen. Der Metallilugzeugbauer. Das Berufsbild des Metallflugzeugbauers v. Amt f. Berufserz. u. Betriebsf. i. d. Deutschen Arbeitsfront unt. Mitarbeit d. Abt. Luft- fahrt d. DAF. i. RLM. Verteiler: Lehrmittelzentrale d. Amtes f. Berufserziehung und Betriebsführung d. DAF., Berlin-Zehlendorf, Teltower Damm 87—91. Preis Seite 53 RM —,50. Das Büchlein gibt einen Einblick in den Beruf und das Arbeitsfeld des Metallflugzeugbauers sowie Aufschlüsse über Grundfertigkeiten und Grundkennt- nisse, Berufsaussichten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Minimoa od. Condor neuwertig zu kaufen gesucht. Angebote mit genaueren An- gaben unter 3899 an die Exped. des „Flugsport“ erbeten. Der Eigentümer des D. R. P. 585 107 betr. Steuereinrichtung f. Flug- zeuge" beabsichtigt, das Patent zu verkauf. od. Lizenzen darauf zu erteilen. Anfragen unter 3900 an die Expedition d. „Flugsport“. NUN Das deuische Segellliegerlicd von G. Striedinger, für Gesang mit Kiavierbegle.tung, darf in keinem Vers ein od- Familie fehlen. Preis inci. Porto RM 1.15. Zu bezieh. v. Verlag „Flugs sport“, Frankfurt-M., Hindenturgp!. 8, Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M. LILTTTDTTTEETILTTTDIDTTEETTETTTTDTTTFPELTTTTTDTTTTEELTETTTOPPT TEE Hochschul-Institut für Leibesübungen in Berlin stellt wegen Beförderung des bisherigen Werkstattleiters zum Assistenten sor Werkstattleite für die Abteilung Luftfahrt ein. Bedingungen: Mindestens Gesellenzeugnis im Metall- oder Holzgewerbe. Anerkennung als Werkstattleiter des NSFK für Gleit- und Segelilugzeuge, Führerschein für Personenwagen und Lastkraftwagen, Segelflughaupilehrer. Parteimitglieder erhalten bei gleichen Voraussetzungen den Vorzug. Besoldung: Nach Gruppe VII Reise- und Umzugskosten sowie nach den gesetzlichen Bestimmungen. Bewerbungen sind mit den erforderlichen Unterlagen und Lichtbild zu richten an: Hochschulinstitüt für Leibesübungen, Abt. Luftfahrt, Berlin NW 7, Luisenstr. 56 des Reiıchsangestelltentarifs, zuzüglich Fliegerzulage. gegebenenfalls Trennungsentschädigung Flugzeugführer - Anwärter mit A2- und B2-Schein (K2-Schein er- wünscht) als Nachwuchskraft für unsere Flugabteilung in entwicklungsfähige Bauerstellung gesucht. Verlangt wird Fachausbildung als Flug- zeugmechanıker, dıe eine Verwendung als Flugzeug-Monteur gestatte , gute fliegerische Beurteilung und Veranla gung zum Industriefiieger. — Bewer er, die an pflichthewußtes u. gewissenhaftes Arbeiten gewöhnt sind, richten Rewer- bungen unt. Beifügung von Le enslauf, Zeugnisabschriften, Lichtb Id u. Angabe des nächsten Eintrittstermins an Leichtflugzeugbau KLEMM G.m.b.H., Böblingen (Würft.). Dinlam - Ingenieur in entwicklungsfähige Stellung gesucht. Arbeitsgebiet: Werkstoffprüfung, Maschi- nenbau, Entwicklung. _ — Gehalt nach Leistung. — Bewerbungen an Dr. W. Kampschulte & Cie. Abteilung: Fluezeugrbedarf Solingen 1000 kg über 1000 km mit 504 km/ Std. in weniger als 2 Stunden eine Strecke vergleichbar Paris-Prag! DieseHöchstleistung erreichteeinHeinkel- Flugzeug mit DB-Motoren am 22.11.37 auf der Strecke Hamburg-Stolp und zurück mit KOLBEN sowie mit &-Bremsrädern und €-Spaltfiltern Elektron-Co Cannstatt €-Flugmotorkolben €-Flugzeugräder u. -Beine il ” nt ” IN, : GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN N\\ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a.M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit ‚Nachdruck verboten‘‘ versehen. nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 3 2. Fehruar 1938 XXX. lahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 16. Februar 1938 Gedanken zur gesunden Weiterentwicklung. Wenn keine Aufgaben gestellt werden, werden keine gelöst. Hier- bei ist jedoch das wichtigste, welche Aufgaben sind zu stellen, und wer ist überhaupt in der Lage, eine solche Aufgabe zu stellen. Hier kann man unterscheiden zwischen Erfordernissen der Zeitentwicklung, wie Luftverkehr (hier kann man wieder unterscheiden: Erhöhung der Sicherheit, Erhöhung der Reichweite, Erhöhung der Geschwindigkeit und vieles andere mehr) und Aufgaben, die durch Gewalteinflüsse, wie Krieg und ähnliches hervorgerufen werden. Bei der hier zu stellen- den Aufgabe ist die entgegenzusetzende Wirkung durch Neukonstruk- tionen von der Gegenwirkung des Gegners abhängig. Diese beiden vorgenannten Aufgaben sind dringende Aufgaben; diese können plötz- lich gestellt werden. Andere Aufgaben, die sich in der Erforschung von Nebengebieten in neuen Richtungen bewegen, müssen so gestellt sein, daß sie nach menschlichem Ermessen auf kürzestem Wege zum Ziele führen und dann aber, wenn sie gelöst sind, irgendeine praktische Bedeutung haben. Zu der einzelnen Aufgabenstellung als solcher gehört selbst- verständlich neben der Beherrschung des jeweiligen Sondergebietes, ob Luftverkehr, ob militärisch, die nötige Fachkenntnis und Erfah- rung in der Entwicklung auf ähnlichen Gebieten. Die Art der Auf- gabenstellung wird unter allen Umständen ebenso wichtig sein wie die Lösung der Aufgaben, wenn sie in der bestmöglichen Weise zelöst werden sollen. Das heißt mit anderen Worten, es muß bei der Auf- gabenstellung auch möglichst die einzuschlagende Richtung der For- schung und Entwicklung angedeutet werden. Es ist leichter, eine Auf- gabe zu stellen, wenn die einzuschlagende Richtung gegeben ist. Bei der Mehrheit dieser zu stellenden Aufgaben wird das Richtunggebende meistenteils ein halber Blindflug sein, und um hier die richtige Rich- tung zu finden, gehört genau wie bei Blindflügen, wenn die Instru- mente versagen, etwas, was man so schlechthin mit Instinkt bezeich- net, — das gerade zu erfassen und aufzugreifen, was im gegebenen Augenblick das Notwendige ist. Wir überlassen es dem Leser, nun einmal in der Geschichte nach- Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 15 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 1. Seite 56 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 zublättern: Wo sind Aufgaben gestellt worden, wo wurden diese Auf- gaben gelöst, und wie wurden sie gelöst? Dabei ist es schon schwer, zu untersuchen: Wo waren die eigentlichen Aufrabensteller, wo kam die Uranregung her? Denn die meistenteils mit dem mit Erfolg ver- bundenen Preisausschreiben in Erinnerung Gebliebenen waren es mei- stens nicht, denn da lagen schon die Bedingungen für die Aufgaben- stellung fest. Preisinstitutionen waren oft nur die Träger des Namens der zu lösenden Aufgabe. Mit der Stellung der Aufgabe ist es nun nicht allein getan. Die Hauptsache ist, die zur Lösung der Aufgabe verfügbaren Kräfte so herauszusieben und für die Lösung der Aufgabe zu begeistern, sie fortgesetzt aufzurütteln und nicht erlahmen zu lassen, ferner darüber zu wachen, daß der zu lösenden Aufgabe ungünstig gesinnte Kräfte und Gifte, sollte man richtiger sagen, nicht entgegenwirken können, und daß auch untaugliche Kräfte, welche sich nur, um sich einen Namen zu machen, aus Eitelkeits- und gewinnsüchtigen Gründen heran- drängen, von der Sache fernzehalten werden. In dieser Hinsicht war es in früheren Zeiten manchmal nicht leicht, und Zeitschriften, die richtunggebend sein sollten und selbstlos an eine Arbeit herangingen, gab es kaum. Als beim Tiefstand der Ent- wicklung und sonstigen Zeitgeschehnissen die Zeitschriften keine Ge- winne mehr abwarfen, stellten sie ihr Erscheinen ein, und die ge- schäftlich kalkulierenden Herausgeber betätigten sich auf nutzbringen- deren Gebieten, um wieder bessere Zeiten abzuwarten. Eine solche Zeit scheint jetzt wieder angebrochen zu sein. — — — Auch im Aus- land wittert man Morgenluft. Aber alle diese Erscheinungen werden wieder verschwinden, wenn die Grashalme auf der grünen Flieger- wiese wieder dürrer wachsen. Dann wird wieder einmal soundsoviel Papier unnütz verdruckt und vieles Geld den Firmen aus der Tasche gelockt worden sein. — Hätte man es lieber der jungen aufstrebenden Jugend für den Modell- und Segelflugreugbau oder als Beitrag für das Ingenieurstudium zur Verfügung gestellt! Segrelflugzeug „M. 22“ für Leistungs- und Kunstilug. Der freitragende Mitteldecker mit Knickflügel ist von Andreas Jancso und Andreas Szokolay konstruiert und von der Akaflieg Buda- pest gebaut. Die Maschine wurde im September 1937 fertiggestellt, im Thermiksegelflug und in allen Kunstflugfiguren erprobt und an den Aero-Club von Aegypten verkauft. Beim Entwurf war das Ziel, mit geringer Spannweite gute Flug- leistungen und eine hohe Steuerempfindlichkeit zu erreichen. Der frei- tragende Flügel N agetager || ren ua ist einholmig mit I j zum Qereder Knick ausgeführt. EN UN \Rrenruder. DAS Mittelstück Bee von gleichbleiben- Lager : der Tiefe besitzt „—— das Profil Göttin- EI III Maaeek 5 sl gen 535, vom Knick & 3 I Sn Lecer. & ar Querruderverstellung | * für Langsamflug bei J dem Leistungssegel- SIT flugzeug „M. 22“. Zeichg.: Akaflieg, Budapest Im ‚gellager Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 57 Leistungssegelflugzeug „M. 22“ der Akaflieg Budapest. Man beachte das Fenster in der Haube. Werkbild — ab geht es in das Endprofil NACA 99 über. Aufbau mit einem Kastenholm aus Oregonfichte, Sperrholznase und N) | | \ u RN | . | einem leichten NHilfsholm. Wider- | 75000 W miteinander und am Rumpf zeschieht durch zwei konische Bolzen. Die Querruder können im Fluge gleichsin- Seselflugzeug nig ausgeschlagen werden. Zu diesem BE ” " Zwecke wird das hintere Lager der g: Flugsport || waagerechten Steuerwelle durch einen besonderen Hebel mit Rasten sehoben oder gesenkt “ Zeichnung). Durch diese Moßnahme kann ie Fluglage der Maschine bei verschieden indigkei eich ser 0 N en Geschwindigrkeiten standskräfte und Drehmoment werden durch eine starke Wurzelrippe und eine Schrägstrebe nach dem Rumpf geleitet. Die Befestigung der Flügel Vom Bau der „M. 22“. Links oben: Ei A „M. 22. : Ein Holm vor dem Aufbringen der 5 tergrund ger zweisitzige Tiefdecker „M. 19“ im Bau. nk antenne wech : Rumpf un ügel im Rohbau. Rechts unten: Anschl ü | . : uß der Flügel Rumpf, im Vordergrund die Querruderbetätigung mit den beiden senkrechten Stoßstangen. Werkbilder Seite 58 „FLUGSPORT"“ Nr. 3/1938, Bd. 30 Der Führersitz ist mit einer doppelt gekrümmten Haube aus Plexiglas überdacht, die an einer Seite eine Belüftungsklappe aufweist. Kufe mit 9 Tennisbällen gefedert, am Rumpfende ein Schleifsporn aus Blattfedern. Für Schleppstart kann ein abwerfbares Fahrwerk an der Kufe befestigt werden. Freitragendes Leitwerk, gedämpftes Höhenruder, Seitenruder mit Ausgleich. , Spannweite 15 m, Länge 5,7 m, Fläche 14,5 m’, Leergewicht 165 ke, Fluggewicht 250 kg, Flächenbelastung 17,2 ke/m?, Sink- geschwindigkeit bei heruntergezogenen Querrudern 06 m/sec, Ge- schwindigkeit dabei 60 km/h, bei 115 km/h wurden mit hochgezogenen Querrudern 2 m/sec gemessen. Die beste Gleitzahl beträgt 1: 27. Leistungssegler „Pinguino G. P. I”. Das Flugzeug wurde im zweiten Halbjahr 1937 von Studenten der Technischen Hochschule zu Mailand mit finanziellen Zuschüssen der Hochschule, des bekannten Vorkämpfers für den Segelflug in Italien, Vittorio Bonomi, und des Flugzeug-Industriellen Angelo Am- brosini gebaut. Der Entwurf der Maschine stammt von Garbell und Preti vom CVV. (Centro Studi ed Esperienze per il Volo a Vela). Der „Pinguino“ ist als freitragender Mitteldecker mit Knickflügel ausgeführt. Einholmige Bauweise mit Sperrholznase. Profil bis zum Knick Göttingen 535, von hier aus linear in den Schnitt NACA 23012 übergehend. Am Flügel-Rumpf-Uebergang verläuft der Flügel- schnitt G 535 in das Rumpfprofil NACA 0015. Große Querruder, dop- pelte Differentialsteuerung mit einem Verhältnis der Winkelausschläge 1:25. Die äußeren Hälften der geteilten Ouerruder werden stärker ausgeschlagen, wodurch eine bedeutende Verbesserung der Wirkung Leistungssegler „Pinguino G. P. 1“. Das untere Bild zeigt den Flügel-Rumpf- Uebergang. Bilder: Garbell Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT* Seite 59 Leistungssegler „Pinguino G. P. 1“. Bild: Garbell erzielt wird. Ein weiterer Vorteil be- steht darin, daß bei Durchbiegung des Flügels kein Klemmen der Ruder ein- tritt. (Als älteres typisches Beispiel A für diese Anordnung sei auf das rus- sische Langstreckenflugrzeug „Ant. 25“ BOB hingewiesen, dessen Querruder in je vier Einzelklappen unterteilt sind.) | Zur willkürlichen Vergrößerung der Sinkgeschwindiekeit sind auf der Saugseite zwei CVV.-Störklappen än- SEE En gebracht, die nach Art der von der \\i DFS. entwickelten Bremsklappen (s. | „Llugsport“ 1937, S. 350) kreisbogen- 2320 förmig nach vorn ausgeschlagen wer- den und dabei einen Spalt zwischen Klappenunterkante und Flügelsaug- seite freilassen. Rumpf von ovalem Querschnitt, rl . . N . . unten in eine Kante zusammengezo- © Pinguino gen. Bequemer Führersitz. Instru- G.Pp.1. mente am Rumpf selbst befestigt, Werkzeichnung nicht an der Haube, damit diese nicht = zu schwer wird und evtl. das schnelle Aussteigen bei Gefahr er- schwert. Die Haube wird von einem DFS-Schnellverschluß gehalten. Der Ausklinkhebel betätigt gleichzeitig den in Italien vorgeschriebenen offenen Windenhaken und die DFS-Schleppkupplung. Freitragendes Leitwerk. Spannweite 15,3 m, Länge 6,5 m, Fläche 15,2 m?, Flügelstreckung 1:15, Leergewicht 170 kg, Zuladung 80 kg, Fluggewicht 250 kg, Flä- chenbelastung 15,2 kg/m?, Bruchlastvielfaches im A-Fall 9, Mindest- sinkgeschwindigkeit 0,69 m/sec, beste Gleitzahl 1 : 25,3. Schul- und Uebungsflugzeug „NL XXl37“. Die Flugzeugfabrik der Flughafenbetriebs-Gesellschaft Wiener- Neustadt (Chefkonstrukteur A. Lampich) bringt einen zweisitzigen Doppeldecker als Schulmaschine auf den Markt. Gestaffelter und geschränkter Doppeldecker in Holzbau. Ober- und Unterflügel zweiteilig, gleiche Spannweite. Oberflügel mit Pfeilform. Rechteckiger Umriß mit abgerundeten Enden, zwei Kastenholme, Nase und Druckseite sperrholzbeplankt. Oberseite stoffbespannt. Schlitzquerruder mit Differentialsteuerung oben und unten, durch Pro- fildrähte. miteinander gekuppelt. Oberflügel auf einem Baldachin aus 6 Streben und zwei Drähten gela&ert, ein N-Stiel, Profildrahtverspan- nung in einer Ebene. Unterflügel am Rumpf angelenkt, Uebergang aus- Seite 60 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 | PATENTSAMMLUNG „NL XX1/37“, Schul- und Uebungsflugzeug der Wiener-Neustädter Flughafen- betriebsges. m. b. H. Werkbilder gerundet. Hinterkante des Oberflügels in der Mitte halbkreisförmig auszeschnitten, um Fallschirmabsprung auch aus dem vorderen Sitz zu ermöglichen. Rumpf aus vier durchlaufenden Holzholmen und schrägen Span- ten aufgebaut. Sperrholzbeplankung. Zwei offene Sitze hintereinander, Doppelsteuerung mit Knüppel, der im vorderen Sitz ausgebaut wer- den kann. Querruderantrieb durch Stoßstange und Torsionsrohr im Unterfligel, Höhen- und Seitensteuerung durch Stoßstangen und Seile. Der Rumpf läuft hinten in eine waagerechte Schneide aus, die gerundete Oberseite geht in die Kielflosse über. Zweiteilige Höhenflosse, am Boden verstellbar, durchlaufendes Höhenruder mit im Fluge verstellbarer Trimmklappe. Seitenruder nur über dem Höhenleitwerk. Höhen- und Kielflosse auf jeder Seite durch einen Stiel gegeneinander verstrebt. Kräftiges Dreibeinfahrwerk mit großer Arbeitsaufnahme. Nieder- druckbereifung, Innenbackenbremsen. Schleifsporn. Triebwerk: Hängender, luftgekühlter Vierzylinder von 80 bis 130 PS. z. B. Walter Minor 85/95 PS oder Walter Maior bzw. Gipsy Major 120/130 PS. Brennstoffbehälter von 80 I Inhalt im Rumpf. Spannweite 8,4 m, Länge 7,5 m, Höhe 2,45 m, Fläche 16,4 m?, Rüstgewicht 400 kg, Fluggewicht 680 kg (Gruppe S 4) bzw. 570 ke (K5). Flächen- belastung 41,5 (35) ke/m?, Leistungsbe- Messerschmitt - Jagdein- sitzer nach dem Rekord- flug von 611 km/h. Man erkennt unter der Haube die Blattlagerung der VDM-Verstellschraube. Werkbild 1938 des RN Band Vill Nr. 15 Inhalt: 649 150; 654 113, 231, 694, 782, 832; 655 067, 172, 315, 359, 397, 497. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb Gr. 3—24). b4» Pat. 654231 v. 11. 7. 34, veröff. 11. 1. 38. Hamiburger Flugzeugbau G. m.b.H. und Dr.-Ing. Richard Vogt, Hamburg. Rohrförmiger Flngzeugholm. Patentanspruch: Rohrförmiger Flugzeugholn mit geringer Wand- stärke in der neutralen Zone und größerer in der Druck- und Zugzone, dadurch gekennzeichnet, daß er aus zwei etwa halbkreisförmigen Schalen (d, d) zu- sammengesetzt ist, die längs der neutralen Faser des Holmes (e, e) verschweißt sind. b 72 Pat. 655 359 v. 24. 3. 36, veröfl. 14. 1. 38. Francesco Tammeo, Turin, Italien. Eindecker mit in senkrechter Richtung in zwei Halbflügel zerlegbarem Flügel. Patentansprüche: 1. Eindecker (Land- oder Wasserflugzeug) mit in senkrechter Richtung in zwei Halbflügel zerlegbarem Flügel zur Bildung eines Zweideckers, dadurch ge- kennzeichnet, daß die beiden übereinanderliegenden Halbflügel äußere, miteinander zwei steife Dreiecke bildende Tragteile haben, von denen das eine unter- lıalb des unteren Halbflügels, das andere oberhalb des oberen Halbflügels angeordnet ist und deren senkrechte Katheten dauernd in unmittelbarer Berührung mit den Rumpfseiten bleiben. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß in der Doppeldeckerflügelstellung die Verbindung zwischen den beiden Halbflügeln durch eine oder mehrere Streben erfolgt, die an dem einen Ende auf der Unterseite des oberen Halbflügels ange- lenkt und am anderen Ende auf der Oberseite des % YA Ne unteren Halbflügels in Führungen oder Schlitzen des unteren Halbflügels geführt sind, so daß die Streben in der Eindeckerstellung waagerecht in Hohlräumen zwischen den Tragflächen der geschlossenen Flügel liegen. 3. Flugzeug nach den Ansprüchen 1 und 2, dessen oberer Halbflügel zum Uebergang vom Eindecker zum Zweidecker verstellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren, steife Dreiecke bildenden Tragteile des oberen Halbflügels am oberen Ende. der kurzen Kathete miteinander durch eine Querstange derart ver- bunden sind, daß sie ein ‚steifes System bilden, wobei die kurzen Katheten der dreieckigen Trakteile an den Seiten des Flugzeugrumpfes geführt sind und in der Zweideckerstellung über den Rumpf. hervorstehen. iR il Schwingen- und Schlagilugzeuge (Gr. 31—34). b 34 Pat. 649 150 v. 2. 8. 33, veröff. 23. 12. 37. Hans Weirich, Berlin‘). Fingzengschwingflügel. Patentansprüche: 1. Flugzeugschwingflügel, um eine vor dem Druck- mittelpunkt gelegene Achse drehbar, deren Anstell- winkel sich an den augenblicklichen Strömungszustand mittels sich bei Abwärtsbewegung spannender, bei Aufwärtsbewegung entspannender Glieder (Federn) anpaßt, nach Patent 610 023, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannung der Spannglieder mit dem Feder- weg stärker als verhältnisgleich zunimmt. 2. Schwingflügel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Vereinigung mehrerer Spannglieder zu einer Spanneinheit in solcher Anordnung, daß, sie nacheinander in Wirkung treten. 3. Schwingflügel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannglieder verschiedene Abstände von der Drehachse haben. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Karl Haenle, Berlin-Britz. Seite 66 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 15 4 Pat. 654832 v. 29. 3. 31, veröff. C &01 3, 12. 37. Albert Hirth AG. und Richard Weis, Stuttgart-Zufienhausen. _ _ Vorrichtung zum spielfreien Befestigen einer Luftschraube. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum spielfreien Befestigen einer Luftschraube mit der Motor- oder Luftschraubenwelle mittels eines zentrierenden, gezahnten Nabenflansches, dadurch gekennzeichnet, daß der Nabenflansch (e), der keine eine zentrale Bohrung des Propellers be- dingenden Befestigungsteile aufweist, außen einen Kranz von radialen, gleichmäßig sich veriüngenden ESHTIATT ıh . EL EEE HZ: £ Ne - | il | | | N 2 Aa = A Zähnen (d) trägt, die mit entsprechenden, in den Propeller eingearbeiteten Zahnlücken in Eingriff stehen. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Zähne von keilförmigem Querschnitt und kreis- bogenförmigem Scheitel. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Befestigungsbolzen (k) mit Spiel- raum durch die Luftschraubennabe (a) hindurchfassen und deren Verlängerung (h) zur Befestigung des Nabenflansches auf der Antriebswelle dient. Pat. 655 397 v. 5. 9. 34, veröft. 14. c 501 1. 38. Soc. An. Alfa Romeo, Mai- land, Italien. Vorrichtung zum Verändern des Flügelanstellwinkels von Luftschranben während des Betriebes. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Verändern des Flügelanstell- winkels von Luftschrauben während des Betriebes, bestehend aus einem in axialer Richtung geführten und durch Schraubengewinde verstellbaren Kranz, in welchem mittels eines Kugellagers der mit der Luft- schraubennabe zusammen umlaufende und auf der Nabe längs verschiebbare Stellring für die Flügelver- stellung gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Kranz (e) an seinem äußeren Umfang mit einem Ge- winde ausgestattet ist, welches in das Innengewinde einer der Luftschraubenwelle ebenfalls kranzartig um- gebenden, gegen Axialverschiebung gesicherten, dreh- bar gelagerten Mutter (h) eingreift, deren Drehung durch eine in eine Außenverzahnung der Mutter ein- greifende Schnecke (1): erfolgt. 2. Verstellvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse des Verstellgetrie- bes in ein Gehäuse eingeschlossen ist, welches in an sich bekannter Weise mit dem Gehäuse des Motors verbunden ist oder eine Einheit mit diesem bildet. Triebwerk (Gruppe 12—15). [ Pat. 654694 v. 10. 6. 34, veröfi. c 01 28. 12. 37. Fiat Societä Anonima, Turin, Italien. Einrichtung an Luftfahrzen- gen zum Kühlen des Schmieröles und des Kühlwassers. Patentanspruch: Einrichtung an Luftfahrzeugmotoren zum Kühlen des Schmieröles und des Kühlwassers mittels der den hohlwandigen Luftführungskanal und den im Inneren des Kanals eingebauten Wasserkühler durchströmen- den Luft, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlräume der Kanalwand aus nebeneinanderliegenden Rohren (7) von angenähert rechteckigem Querschnitt bestehen, die in von Schmieröl nacheinander durchströmte Gruppen aufgeteilt sind. M Am ii in ‚N _ . in > Pat. 655 172 v. 10. 3. 36, veröfl. C 1302 |,.1.38. Allgemeine Elektrizitäts- gesellschaft, Berlin*). Einrichtung zum Nie- derschlagen des Strahlluflsaugerabdampfes vor Kondensatoren für dampfbetriebene Flugzeuge. Nr. 15 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 67 Patentansprüche: 1. Einrichtung zum Niederschlagen des Abdampfes ven zur Erzeugung der Luftleere in einem Kondensa- tor dienenden Dampfstrahlluftsaugern für Dampf- kraftanlagen, die zum Antrieb von Flugzeugen dienen, dadurch gekennzeichnet, daß der dem Dampfstrahl- huftsauger nachgeschaltete Oberflächenwärmeaustau- scher mit einer Einrichtung versehen ist, die den Innendruck desselben in allen Höhenlagen gleichblei- bend erhält. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß ein von dem Unterschied zwischen dem ! b Normaldruck von einer Atmosphäre und dem in der betreffenden Höhenlage des Flugzeuges herrschenden äußeren Luftdruck beeinflußter Differenzdruckregler (I) vorgesehen ist, der auf ein in dem Luftabführungsrohr (2) des Wärmeaustauschers (c) vorgesehenes Drossel- organ (m) einwirkt. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Bruno Hoffmann, Berlin-Spandau. C 151 Pat. 654782 v. 24. 8. 30, veröff. 30. 12. 37. Walter Kidde & Com- pany, Inc, New York, V. St. A. Fenerlösch- einrichtung an Flugzeugen. Patentanspruch: Feuerlöscheinrichtung an Flugzeugen mit einem zahlreiche Austrittsstellen für das Löschmittel enthal- tenden Rohrsystem, gekennzeichnet durch die Ver- wendung für die außerhalb der Flugzeugverkleidung an der Stirnseite des Rumpfes oder rumpfähnlicher Körper angeordneten Motoren. Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt (Gruppe 24-32). C 05 Pat. 654113 v. 25. 1. 31, veröff. 16. 12. 37. Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft, Berlin. Vorrichtung zum Füh- ren von Fiugzengen. Eins der schwierigsten Probleme der Luftfahrt ist das Lenken von Luftfahrzeugen bei Nebel und Wolken. Die Schwierigkeit ist, zum Teil wenigstens, eine Folge der Tatsache, daß Lichter von der Erde her, wie die des Flughafens oder von Städten, im Nebel oder Wolken für das Auge nicht mehr genügend unter- scheidbar sind oder, wenn sie noch unterscheidbar sind, doch nicht wegen der breiten Lichtstreuung dem Flugzeugführer als eine sichere Richtungsangabe dienen können, die ihn in die Lage setzt, das Flugzeug sicher an seinen Bestimmungsort und zur sicheren Landung zu bringen. Offensichtlich ist das Problem schwieriger bei Mondschein als bei Sternenlicht und praktisch un- möglich bei Tageslicht. 2, 8 5 1a m.” 2% 16 17 & A) r md, 5, 33 Pr) de m ”, I, ı! [127 | 7 I 3 a] - b | Die Erfindung bezieht sich nun im besonderen auf die Verwendung von photoelektrischen Zellen und mo- duliertem Licht zu dem genannten Zweck. Photoelek- trische Zellen haben die Eigenschaft, große Empfind- lichkeit gegen Licht zu besitzen. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Bestimmung der Kursrichtung bzw. der relativen Entfernung von einem angesteuer- ten Ziel für Fahrzeuge, vorzugsweise Flugzeuge, ins- besondere bei Dunst und Nebel, unter Verwendung modulierter Lichtstrahlen und strahlungsempfindlicher Vorrichtungen auf dem Fahrzeug, dadurch gekennzeich- net, daß die strahlungsempfindliche Vorrichtung derart ausgebildet ist, daß sie das vorzugsweise diffuse Licht in symmetrischer Anordnung von zwei Seiten des Fahrzeuges auffängt, trennscharf auf die normaler- weise vorhandene oder zu diesem Zweck besonders vorgesehene Modulation ortsfester Lichtquellen, vor- zugsweise von Stadt- und Flugplatzbeleuchtungsanla- gen, abstimmbar ist und die unter der Einwirkung der Strahlung erzeugten Ströme bzw. Stromschwankungen einer Anzeigevorrichtung zuführt, welche einerseits die Richtung des Fahrzeuges gegenüber der ortsfesten Lichtquelle und anderseits die relative Entfernung des Fahrzeuges von dieser Lichtquelle bzw. die Entfer- nungsänderung gegenüber dieser Lichtquelle anzeigt. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die photoelektrische Vorrichtung vor- zugsweise über eine Verstärker- und Gleichrichteran- ordnung mit einer einzigen Vorrichtung derart in Ver- bindung steht, daß die in den Photozellen entstehen- den Wechselstromkomponenten getrennt auf die An- zeigevorrichtung zur Einwirkung gelangen. ce 97 Dat 655 107 v. 7.1. 36, veröff. . 1. 38. Paul Barringhaus, Ham- merthal-Nord über Hattingen, Ruhr. Yor- richtung zum Starten und Schleppen von Segel- fiugzengen. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Start und Schleppen von Se- selflugzeugen mittels eines sich aufwickelnden Seiles, dadurch gekennzeichnet, daß in einem in einem Ge- stell (a) gelagerten Gehäuse (g) Spiralfedern (h) der- art angeordnet sind, daß vermittels einer — vorzugs- weise durch von Hand erfolgendes Ausfahren des Zug- seiles (s) bewirkten — Drehbewegung des Gehäuses (2) die Federn (h) auf langem Wege gespannt wer- den und daß dem Gehäuse eine Festhalte- und Brems- vorrichtung (o) zur Einleitung der Startbewegung und Regelung der Startgeschwindigkeit zugeordnet ist. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß eine Seilscheibe (k) mit dem Gehäuse (8) durch ein die Drehzahl der Seilscheibe vergrö- ßerndes Getriebe verbunden ist. 3. Vorrichtung nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die getriebliche Verbindung zwi- Seite 68 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 15 TRITT TI TTTTTGTT 1 - (EEE) nn schen Gehäuse (g) und Seilscheibe (k) derart aus- rückbar ist, daß ein Ausfahren des Seiles (s) ohne Drehung des Gehäuses (g) möglich ist. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß dem Gehäuse zur Drehung von Hand ein zusätzliches Getriebe zugeordnet ist, welches mit einer vorzugsweise abnehmbaren Drehkurbel (u) ver- sehen ist. 5, Vorrichtung nach Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Seilscheibe (k) zur Prüfung der Abzugsgeschwindigkeit ein von der Seilscheibe angetriebener ausrückbarer Geschwindigkeitsmesser (p) zugeordnet ist. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Gehäuse (g) samt Zubehör in einem mit Abstützmitteln (d) versehenen Fahrgestell (a, b) verlagert ist. c27 Pat. 655497 v. 23. 8. 36, veröff. 17. 1. 38. Paul Barringhaus, Ham- merthal Nord iiber Hattingen, Ruhr. Vorrich- tung zum Starten und Schleppen von Segelflug- zeugen. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Starten und Schleppen von Segelflugzeugen nach Patent 655 067, dadurch gekenn- zeichnet, daß das die Spiralfedern (5) aufnehmende, vorzugsweise um eine waagerechte Achse (4) drehbare Gehäuse als Seiltrommel (3) ausgebildet ist. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Achse (4) ein Gesperre (10) zugeord- net ist, welches die Achse (4) bei der das Spannen 3 ON, 7 4‘ ng 4 der Federn (5) bewirkenden Trommeldrehung festhält, eine Drehung der Achse (4) mit der Trommel (@) in entgegengesetzter Richtung nach erfolgter Entspannung der Federn aber gestattet. 3. Vorrichtung nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Achse (4) ein ausrückbares 6 Getriebe (12), vorzugsweise Schneckengetriebe, zuge- ordnet ist, welches ein Spannen der Federn (5) durch Drehung der Achse (4) in der von dem Gesperre (10) freigegebenen Richtung bei festgehaltener Trommel (3) ermöglicht. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Trommel im Durchmesser abge- stuft ist. Cc 9) MN Pat. 655315 v. 18. 2. 33, veröfl. 13. 1. 38. Dr.-Ing. e. h. Dr. h. c. Ernst Heinkel, Warnemünde. Bremseinrich- tung für Flngzengabstoßbahnen. Der Erfindung gemäß wird die Bremskraft bei sol- chen Abstoßbahnen, auf denen Flugzeuge mittelbar oder unmittelbar durch einen mittels gespannter Gase bewegten Kolben gestartet werden, selbsttätig durch Ueberströmkanäle geregelt, die das den Kolben trei- bende Druckmittel gegen Ende des Hubes in den auf der anderen Seite des Kolbens befindlichen Zylinder- raum leiten. Diese erfindungsgemäße Bremsvorrichtung paßt sich selbsttätig allen Last- und Geschwindigkeits- verhältnissen an, da ieder Gasdruck- oder Füllungs- änderung auf der Antriebsseite des Kolbens eine ent- sprechende Aenderung auf der Bremsseite gegenüber- steht. Patentansprüche: 1. Bremseinrichtung für Flugzeugabstoßbahnen, auf denen Flugzeuge mittelbar oder unmittelbar durch einen mittels gespannter Gase angetriebenen Kolben gestartet werden, gekennzeichnet durch Ueberström- kanäle, die das den Kolben treibende Druckmittel gegen Ende des Hubes in den auf der anderen Seite des Kolbens befindlichen Zylinderraums leiten. 3. Bremseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ueberströmkanäle mehrere Kolbenlängen vor dem Ende des Bremsraumes in diesen einmünden. 3. Bremseinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Einmün- dungen der Ueberströmkanäle Entlüftungskanäle vom Arbeitszylinder ausgehen. 4. Bremseinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß einstellbare Ueberdruck- ventile am Ende des Bremsraumes vorhanden sind. 5. Bremseinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ueberström- und Ent- lüftungskanäle der Länge nach an verschiedenen Stellen in den Arbeitszylinder einmünden. 6. Bremseinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ueberströmkanäle absperrbar sind. Pat.-Samml. Nr.15 wurde im „FLUGSPORT“ XXX, Heft 3, am 2. 2. 1938 veröffentlicht. Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 61 lastung mit Walter Minor 7,2 (6,0) k Ss. Hi f 1or 7, , g/PS, Höchstges indigkei 175 km/h, Landegeschwindigkeit 65—70 km/h, u naiakeit am Boden 3,5 m/sec, Anlauf 100 m, Auslauf 80 m. 1 Schul- und Uebungsflugzeug „Hanriot 230“. er zweimotorige Hochdecker stellt eine einf Ü eher anbimehrsitzers “anriot 220. dar, den Nincnere Euren s besprochen haben. Die äußeren Abme si tisch unverändert, das Einziehfahrwerk i ne freitn Sn Pak dert, 7 st durch eine f in- beinkonstruktion ersetzt und an die Stelle der one in appen sind einfache Spaltklappen im Mittelteil des Flügels getreten. Schulilugzeug Hanriot „230“. Werkbild Der konstruktive Aufbau ist in | verschiedenen Ei i - Shen “en geringeren Anforderungen vereinfacht ae enten entspre chulterdeckerflügel in Trapezform, Vorderk , ante gerade. M - bau, Stoffbespannung. Auf jeder Seite zwei Darallele Streben an otor nach der Rumpfunterkante. Ovaler Rumpf mit zwei hinterei ü \. nanderliegenden, über Sitzen. Hinterteil stoffbespannt. Einfache Leitwerke, een PS Ä BRRSEEN __ — Sr —_ anziot-Schulflugzeug „230“. Man beachte die V-förmig ausgeführten Flügelenden erbesserung der Querstabilität, ferner den Kühlluftaustritt hinter der Fahrwerksstrebe. Werkbilder Seite 62 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 Freitragende Einbeinfahrwerke unter den Motoren. Räder ver- kleidet. Schleifsporn. Triebwerk: zwei luftgekühlte Reihenmotoren Salmson „6 TE“ von je 170 PS. Spannweite 12,8 m, Länge 8,1 m, Höhe 3,55 m, Fläche 21,2 m?, Leergewicht 1450 kg, Fluggewicht als zweisitzize Schulmaschine 1850 ke, Flächenbelastung 87 kg/m’, Leistungsbelastung 5,4 ke/PS. Höchstgeschwindigkeit in 500 m Höhe 265 km/h, Landegeschw. 105 km/h, absolute Gipfelhöhe 6500 m, mit einem Motor 1750 m, Steigzeit auf 3000 m 14,5 min, Startstrecke bis 8 m Höhe 370 m. Auslauf aus 8 m Höhe 330 m. | Sportflugmotor Avia 3 60/64 PS. (Hierzu Tafel D Die Firma „Avia“ Wytwornia Marzyn Precyzinych in Warschau, von der vor längerer Zeit die Nachbaurechte für den Sternmotor Wright-,,Whirlwind“ erworben wurden, hat soeben die Erprobung ihrer ersten Eirenkonstruktion abgeschlossen. Der Vierzylinder „Avia 3“ lief 200 Stunden mit 90% der Nennleistung und 4 Std. mit Höchst- leistung. Der Motor ist in der üblichen Reihenbauart mit vier hängenden Zylindern von 3 1 Gesamtinhalt auseeführt. Die Stahlzylinder sind all- seitie bearbeitet und werden zusammen mit den Leichtmetallköpfen durch vier lange Bolzen am Kurbelgehäuse gehalten. Kolben Leichtmetall, drei Dichtringe, ein Oelabstreifring. Schwim- mender Kolbenbolzen, durch Seegerringe gesichert. Pleuel aus Hidu- minium R.R.50 geschmiedet. H-Ouerschnitt, geteilte Lagerstelle mit Weißmetallschalen. Oberes Ende ohne Büchse. Vierfach gekröpfte Kurbelwelle aus Chromnickelstahl, in fünf Gleitlagern gehalten. Ein Hochschulter-Kugellager zur Aufnahme des Propellerschubes in beiden Richtungen. Nockenwelle im Kurbelgehäuse, Antrieb der Ventile durch ge- kapselte Stoßstangen und Kipphebel. In jedem Zylinder ein Einlaß- und ein Auslaßventil. Sitze und Büchsen in dem Zylinderkopf ein- geschrumpft. Kurbelgehäuse aus einem Stück gegossen, oben durch einen leich- ten Deckel abgeschlossen. Am Hinterteil zwei Scintilla-,,Vertex“- Magnete, ein Stromberg-Verga- ser und Anschlüsse ‚ für Drehzahlmes- ser und Anlasser. a Bohrung 95 mm, - Hub 105 mm, Hub- raum 3 |, Verdich- . tung 5,3 :1, Nenn- leistung 60 PS bei 2200 U/min, Höchstleistung 64 PS bei 2450 U/min, Brennstoffver- brauch bei Nenn- leistung 240 g/PSh, Oktanzahl dabei mindestens 63, Polnischer Avia 3. j Werkbilder Nr. 3/1938, Bd. 30 „TLUGSPORT“ Seite 63 Oelverbrauch 6 g/PSh, Trockengewicht ohne Zubehör 81 kg, Anlas- ser (Avia 4) 3,3 ke, Pro- pellernabe 2,1 ke. Hub- raumleistung 21,3 PS/, ® Hubraumgewicht 27 ke/l, Einheitsgewicht 1,26 ke/ PS, mittlerer Druck bei Höchstleistung 7,8 atü. Poln. Avia 3. 60/64 PS. Werkbild Graphische’Bestimmung der Querkraft und der Holm- biegemomente aus den vorgegebenen Lastverteilungen. Auf Grund Von Dipl.-Ing. F. Krämer. uf Grund vieler Anfragen über die „zweimali ion“ 1 gen 1 ge Integration („Flugsport 1933, Seite 553) wird nachstehend das Verfahren mit- ge ei ‚ das es auch dem mathematisch nicht Geschulten ermöglicht, dur ‚ einfache Ablesungen mit Hilfe eines Schemas, das durch ein meispiel erläutert wird, Querkraft- und Biege-Beanspruchung eines rägers aus der gegebenen Auftriebsverteilung zu bestimmen. Dieses Verfah A. Mathematische Grundlage. erfahren beruht auf folgender statischer Grundgleich die den mathematischen Zusammenhan i "x Ouer kraft und Biegemoment ausdrückt: 5 zwischen Belastung. Ouer- _ dO _ d’M dx dx’ Hierin bedeutet: q = laufende Belastung eines Trägers (z. B. kg/m) Q = Querkraft (z. B. kg) an irgendeine Ste "ie: Ä N = Biegemoment (2. B. kem) r Stelle des Trägers an irgendeiner Stelle des Trä x = laufende Koordinate in Richtung des Trägers BEER (von der Gesamtlänge | m). \ Wird Gleichung I integriert, so ergibt sich: 5 20 _.dM fix =o =... 1a oder 0=-/fa dx u Integriert man diese Gleichun - g nochmal Ä : tes Mal), so erhält man: s (oder Gleichung I ein zwei [fa ax x=[Oax=M.... Iila oder m=[0 «ax um Von Gleichung I ist in der Praxis nun " 1 / I gegeben: q als Auft - yerteilung über die Spannweite x des Tragflügels (siche Abb. ). Un ieraus Querkraft und Biegemoment zu erhalten, brauchen nur die Oleichungen II und III auf diese Auftriebsverteilung angewendet zu B. Berücksichtigung des Flügelgewichts 1 Bevor die Integration der Auftriebsverteilung durchgeführt wer- en kann, ist der Anteil des Flügeleigenzewichts von der Auftriebs- verteilung abzuziehen. Es ist zu beachten, daß der Holm eines Flügels nur die Lasten zu tragen hat, die an dem Flügel mittels Anschlüssen ! SR au run. je I x nm [e} o Seite 66 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 schränkten Flügel), wie das Beispiel zeigt, Querkraft und Biege- moment wohl liefern kann. Ohne große Ablesegenauigkeit und nur mit Rechenschieberrech- nung liefert diese Methode ein vollkommen genügend genaues Ergeb- nis, das mit sorgfältigem Aufzeichnen der Kurven und genauerem Ab- lesen noch wesentlich verbessert werden kann. In Abb. 6 ist das Ergebnis der Integration für A-, E- und C-Fall aufgetragen. Sollen nun aus dem Querkraftverlauf die Biegemomente bestimmt werden, so ist das soeben Gesagte sinngemäß, wie es Gleichung IN zum Ausdruck bringt, auf die Querkraitkurve anzuwenden, d. h. man zerlegt die Fläche unter den Querkraftkurven jeweils in gleichbreite senkrechte Flächenstreifen, die mit der Breite Ax = I cm) und der Höhe O, die Fläche (Q,'‘Ax) cm? ergeben. Der Maßstabsfaktor m (66,6 mkg/cm? in Abb. 6) liefert dann die Teilbiegemomente (0, Ax:m) mkg, deren Summierung, von der Flügelspitze beginnend nach innen, den Momentenverlauf über die Spannweite liefert. Es wird hier- zu die gleiche Tabelle benutzt, wie sie in Abb. 4 und 5 verwendet: wurde und wie sie in Abb. 7 mit den für diesen Fall gültigen Dimen- sionen und dem Anfang des Beispiels für den C-Fall dargestellt ist. D. Zusammenfassung. Es wird eine graphische Methode erläutert, mit der aus der Last- verteilung über die Spannweite [q = ol durch einmalige Integra- tion der Querkraftverlauf über die Spannweite [O = 10) und durch nochmalige Integration der Momentverlauf [M = 69) erhalten wird. Die Durchführung wird an dem Beispiel eines freitragenden Flügels erläutert. Die Genauiskeit dieses Verfahrens ist sehr gut, es Kann ohne Mühe ein Fehler von unter 1% eingehalten werden, der für technische Rechnungen als sehr gut anzusehen ist. Bei der Anwendung des Verfahrens auf abgestützte Holme ist zu beachten, daß an der Stielanschluß- M Su stelle die lotrechte Komponente der If x}, aler ax 2a Stielkraft in die Querkraft einzubezie- | \.Is&8 a h| Maßstabs-| hen ist. Ihre Größe ist vorher durch Äs teten Stelle | faktor Rechnung zu bestimmen. 03) © |% mQ. [6 1083| Qı |Q+% \ml@+4) 2 lol Q2 |0*Q,+Q, Imiüo+4,*0,) E . o 4 0,69| Qsz 0,62 67 o o Querkraft-Verlauf. o o o 0 In 2 Ar Abb. 7. Beispiel (C-Fall). A-Fal 2 Im“ = 66.6 mkg. x 9 Ya steel QAx |Iax |2 a. m r. = | E- Fall (neg) m= 66,6 MAY P mer cm cm Kgm m 8,6 90 00 00 8,0 0,17 0,17 | 713 7/3 0,61 0,78 57, 2 1,81 | 120,6 6,0 1,36 3,17 \ 211,0 | 5%| 161 478 | 378,5 „Flugsport‘‘ 1938 XXX. Jahrgang Tafel | Flugmotor „Avia 3“ Bohrung 95 mm, Hub 105]/mm, Hubraum 3 |- 60/64 PS DÜHL PER. a JUL III | 3 | (NE EEE = J/ |E SIE — SE > T I DB‘ u: N 3 70 ZZ W PS 4 60 | DR | 7 8 ) Pr55200 — 280 Ce FR 60 — 240 220 Drehzaft Amin 200 [ L l l L 1 j L N N fi | | 1000 TIS00 2000 2500 Maßstab der Schnitt-Zeichnungen 1:5 Zeichnung: Flugsport Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 67 FürWerkstaltwFlugplatz >} | ne Dornier-Reparaturwerkzeug für die Ausbesserung von Löchern in taut- blechen besteht aus einem Vorhalteisen mit verschiebbarem Gegenstück. Die be- schädigte Stelle wird zunächst rund ausgeschnitten. Darauf wird der Rand mit dem Werkzeug soweit nach innen abgesetzt, daß ein passender Deckel mit Hohl- nieten befestigt werden kann, so daß sich kein Absatz in der Außenfläche ergibt. EEE Im _ Werkzeug für die Aus- [ Y—- I. | — besserung von Schäden NIHTNZ- in Blechbehäutungen. \ Zeichnung: Flugsport t RR Temperaturprüfung mit einfachen Mitteln ist für Anlaßvorgänge, z.B. beim behelfismäßigen Weichglühen von Dural usw., von großer praktischer Bedeutung. In den Tafeln für den Flugzeugbau von J. Bittner findet sich folgende Tabelle: GradC Zucker Kernseife Fichten- oder Tannenholz 160 schmilzt 180 nach 1 Min. gelblich 200 nach 20 Sek. goldgelb 225 nach 5 Sek. goldgelb 250 sofort goldgelb nach 15 Sek. gelblich 300) nach 8 Sek. gelb 350 nach 30 Sek. dunkel- | hellbrauner Strich bei braun langsamem Reiben 400 nach 10 Sek. schwarz |brauner Strich bei lang- samem Reiben 450 nach 5 Sek. schwarz |dunkelbrauner Strich bei langsamem Reiben 500 nach 1 Sek. schwarz schwarzer Strich bei raschem Bestreichen 550 schwarzer Strich nach 1 Sek. verschwunden über 550 Span flammt auf Mittlere Festigkeitswerte von Buchenschichtholz, ermittelt*) aus insgesamt 379 geprüften Platten bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 5-7% Zahl der Schichten 7 15 25 40 100 ie cm Dicke Furnierdicke mm 1,5 0,7 0,4 0,25 0,1 Raumgewicht 0,71 0,80 0,85 0,95 1,10 Festigkeit kg/cm? Druck 825 880 979 1114 1315 Zug 1250 1467 1676 1673 1736 Biegung 1503 1670 1787 1790 1840 Lochleibung 550 650 770 850 1010 Elast.-Modul 160000 156000 172000 185000 210000 Schubmodul 9200 11000 12000 12500 — Drehfestigkeit ke/cm? 160 200 230 230 Scherfestigkeit ke/cm? 120 145 170 190 205 *) Blomberger Holzindustrie B. Hausmann G. m. b. H. Seite 68 .FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 Hochleistungs- segelflugzeug „Minimoa‘. Die Maschine, deren Leistungen ihr im In- und Ausland den Ruf eines der besten heute vor- handenenLeistungs- segler einbrachten, zeigt durch den Uebergang zu einer doppelt gekrümm- ten Plexiglashaube ein neues Gesicht. Werkbild Inland. ae Zu In der Luftwaiie hat der Führer mit Wirkung vom 1. 1. 38 befördert: Generalmaioren die charakterisierten Qeneralmalore Mohr Nun ‚Danckelmann, CK i j r . Obersten von Kutzleben, Schmidt, Bogatsch, Bienec ” An , Generalarzt den Oberstarzt Dr. Hippke. Ab 30. 1. 38 erhielt den Charakter a0 Generalleutnant Generalmaior Niehoff. Befördert zum Generalmaior wurde Generalstabes Löb. “es Arbeitstagung der NSFK.-Standarte 77 Darmstadt fand am 15. und 16. 1. 38, an der sämtliche Sturm- und Truppführer sowie Werkstattieer und Sese Nun [ ühr itor iß, indem er a - lehrer teilnahmen, statt. Gruppenführer von Molitor umriß, i herige Entwicklung einging, die großen Aufgaben des NSFK. in der Erfassung, ü Horten. Einige Aufnahmen . Das schwanzlose Segelflugzeug der Gebrüder ı a aschine die am diesjährigen Rhön-Wettbewerb teilnahm. Vergleiche hierzu Flugsport“ 1937, S. 416 und die Typenbeschreibung 1936, S. 143. Bilder: Archiv Flugsport Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 69 Messerschmitt Me 109, der in Zürich 1937 siegreiche Jagdeinsitzer mit DB-600- Motor und Verstellpropeller VDM. Werkbild. Freigegeben durch RLM Nr. 101401 Erziehung und Vorbildung des allein aus der HJ. kommenden fliegerischen Nach- wuchses. Die Referate der Arbeitsgebiete Segelflug, Technik und Wehrsport zeigten den NSFK.-Führern klar die Wege zu diesem Ziel, der Luftwaffe einen Nachwuchs zu schaffen, der nicht nur fliegerisch fachlich vorgebildet, sondern auch charakterlich, geistig und seelisch so ertüchtigt ist, daß er den Waffendienst so zu leisten vermag, wie ihn die Luftwaffe verlangen muß. 13 Std. 59 Min. als intern. Segelilug-Rekord von der F. A. I. anerkannt, Klasse D mehrsitzige Segelflugzeuge (2. Kategorie), Ernst Jachtmann, Segelflug- zeug RM 4, Wenningstedt/Sylt, 26.—27. 11. 37. Was gibt es sonst Neues? Dr. Ernst Heinkel wurde vom Führer Titel Professor verliehen. Alired Teves feierte am 27. 1. seinen 70. Geburtstag. Südafrika kaufte 2 viermotorige Junkers Ju 90 für die „South African Airways“. Mayo-Composite-Flugzeug führte vor einigen Tagen den ersten Probeflug (ohne Ablösen des Tochterflugzeuges in der Luft) aus. Ausland. Royal Airforce Display, Hendon. Diese seit 1920 traditionell gewordenen militärischen Vorführungen sollen mit Rücksicht auf künftige Geheimhaltung nicht mehr stattfinden. Statt dessen sollen am Empire-Lufttag die im Betrieb befind- lichen neuen Flugzeugtypen der britischen Luftwaffe gezeigt werden. Für den Fachmann bedeutet diese Mitteilung keine Ueberraschung, denn auf den letzten Displays wurde bereits nicht mehr viel gezeigt. Tipsy „Bc“, die Ka- binen-Ausrüstung des Zweisitzers „B“, den wir auf S. 314 dieses Jahrgangs besprochen haben. Brennstofiver- brauch bei 150 km/h Reisegeschwindigkeit 8 1/100 km. Werkbild Seite 70 „FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 Mr. Lioyd, Unterstaatssekretär des englischen Home Office, welcher am 19. 1. eintraf, um den deutschen Luftschutz zu studieren, wurde in Vertretung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, von Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch empfangen. Langstreckenrekord für Landilugzeuge soll von vier in Formation fliegenden Bombentiefdeckern Vickers „Wellesley‘“ der englischen Luftwaffe überboten wer- den. Jede der sonst als Zweisitzer gebauten Maschinen erhält drei Mann Be- satzung und FT.-Ausrüstung. Der Flug soll in Richtung Australien unternommen werden und.über etwa 13000 km führen. Der gegenwärtig von Rußland gehaltene Rekord steht auf 10 148 km. Mr. Charles Bruce-Gardner wurde zum besoldeten Chairman der Society der British Aircraft Constructors zum 1. 1. 38 gewählt. Seine Aufgabe besteht haupt- sächlich darin, die Verbindung zwischen Air Ministry und Industrie aufrecht zu erhalten. Der frühere Chairmann Mr. F. Handley Page ist zum ehrenamtlichen Präsidenten der Gesellschaft ernannt. Intern. Sternilug nach Hoggar. Veranst. Aeroklub von Algier und Aeroklub von Frankreich, 23. Dez. 37 bis 18. Jan. 38, wurde von Deutschland gewonnen. Erster wurde von der deutschen Besatzung Oberleutn. Götze und Ltn. v. Harnier auf Messerschmitt Muster BFW 108 „Taifun“, Motor 240 PS Argus. Ministerial- dirigent Mühlig-Hoffmann (Reichsluftfahrtministerium), Pilot seit 1911, steuerte den gleichen Typ und belegte den 5. Platz in der Gesamtwertung. Die dritte BFW 108 der NSFK-Gruppe Lufthansa beteiligte sich an dem Wettbewerb außer Konkurrenz. Die deutsche Besatzung Götze-v. Harnier brachte auch den Preis für den besten Zielabwurf im Rahmen des sportlichen Wettbewerbs an sich. Die Streckenkarte zu dem Flug nach Hoggar haben wir bereits in „Flug- sport“ Nr. 1, S. 19, veröffentlicht. Der Flug der deutschen Maschinen führte von Berlin aus über Frankreich, Italien, Sizilien, Tunis, Algier, eine Strecke von mehr als 5000 km. Anschließend fand ein „Touristik-Wettbewerb‘, ein Wüstenrundflug von über 3500 km, statt. Die Strecke dieses Rundfluges führte von Algier zu- nächst bis Laghouat über die Ausläufer des Atlasgebirges, dann 800 km über die afrikanische Wüste bis In Salah und von hier aus über die Vorgebirge des Hoggar-Massivs nach Tamanrasset, 1500 m über Meeresspiegel. Der Rückflug führte auf der gleichen Strecke bis zum Oasenplatz EI Golea und dann nach Nordosten abzweigend über Ouargla-Biskra wieder nach Algier. Auf der letzten Etappe Biskra-Algier war noch ein besonderer „Sportlicher Wettbewerb“ zu bestreiten: Ein auf dieser Strecke ausgelegtes Sichtzeichen war ausfindig zu machen und eine mit genauer Eintragung zu versehende Karte in einem Melde- beutel an Ort und Stelle auf ein bestimmtes begrenztes Feld abzuwerien. Für das deutsche Flugwesen kann dieser Sieg im ersten internationalen Wettbewerb des Jahres 1938 als ein erfreulicher Auftakt angesehen werden. Die klimatischen Schwierigkeiten und die zeitweise sehr schlechten Wetterbedingun- een auf dem Anflug nach Algier — namentlich über dem Mittelmeer — die sich den Teilnehmern auf dieser Gesamtflugstrecke von 9000 km in den Weg stellten, bildeten eine harte Probe für Flugzeuge und Besatzungen. Diese 3 Maschinen trafen am 27. auf dem Flughafen Tempelhof ein, wo sie von Ministerialdirektor Fisch empfangen wurden. Air France Transatlantique soll folgende Maschinen erhalten: je ein Flug- boot Latecoere 521 und 522, ein viermotoriges Landflugzeug Farman 2231, ein Farman 2230 mit luftdichter Kabine, zwei weitere Hochdecker Farman 2230 in normaler Ausführung, ein 40-Tonnen-Flugboot CAMS 161, das zur Zeit im Bau ist. Projektiert sind ferner die Typen Lat&coere 631 und Lior& et Olivier 49. Amiot 370 soll in Kürze in Nordafrika zu Rekordversuchen eingesetzt wer- den. Man hofft auf Grund von Versuchsflügen, bei denen über 500 km 455 und 483 km/h erreicht wurden, die Rekorde mit und ohne Nutzlast und mit 500, 1000 und 2000 kg Nutzlast über 2000 km und mit 2000 kg Nutzlast über 1000 km über- bieten zu können. Die Bestleistungen werden von Italien mit einer Savoia- Marchetti „S. 79“ mit 428 und 444 km'h gehalten. Fokker G. 1 „Le Faucheur“ erreichte im Sturzflug aus 3000 m 620 km/h. Die Landegeschwindigkeit bei Vollast beträgt rd. 120 km/h. Südatlantikilug Rom—Rio de Janeiro, 24 Std. 20 Min. Am 24. Jan. 1938 star- teten 3 italienische serienmäßige dreimotorige Militärflugzeuge Typ S.79 in Inonia 7.22. h zur Ueberfliegung des Siidatlantik. Diese 3 ital. Savoia-Marchetti-Flug- zeuge, „Grüne Mäuse‘ genannt, wurden von Bruno Mussolini, Oberst Biseo und Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 71 Caproni-Militär- und Reiseflugzeug Ca. 310 „Libeccio“. Beschreibung s. 1937, S. 579. Reichweite mit 1150 kg Zuladung 1500 km. Höchstgeschw. mit 2X430 PS und 4150 kg Fluggewicht 360 km/h. ° Werkbilder Hauptmann Moscatelli gesteuert. Der Flug führte von Rom über die Südspitze Sardiniens nach Bone an der algerischen Küste, über den Kleinen Atlas, quer über die Wüste Sahara nach der Küste von Französisch-Senegal und dann über den Südatlantik nach Natal an der Nordostgrenze Brasiliens und Rio. Das Ge- schwader meldete fortgesetzt seinen Standort, wobei sich schon herausstellte, daß die Reisegeschwindigkeit über 450 km/h betrug. Die beiden zuerst in Rio eintreffenden Flieger, Bruno Mussolini und Oberst Biseo, haben die Strecke von dem westafrikanischen Dakar bis Rio ohne die ursprünglich vorgesehene Zwi- schenlandung in Natal zurückgelegt. Gesamtstrecke Rom--Rio 10000 km, reine Flugzeit 24 Std. 20 Min. Hauptmann Moscatelli, welcher die dritte Maschine steuerte, mußte schon im ersten Drittel der Ozeanüberquerung wegen Motor- schaden nur mit 2 Motoren fliegen und zurückbleiben und in Natal eine Zwi- schenlandung vornehmen, um den Motor nachzusehen. Wir freuen uns in Deutschland besonders über diesen Erfolg und vor allem, daß auch die italienische Jugend mit dem iungen Bruno Mussolini in. der Leistung den alten Piloten nicht nachsteht. Bu Samoan Clipper der Pan American Airways, ein viermotoriges Flugboot vom Typ „Sikorsky S.42“, verunglückte in der Südsee bei einem Probeflug zwischen Honolulu und Neuseeland. Nach einem Funkspruch setzte die Maschine wegen einer Störung in der Oelzufuhr eines Motors zur Wasserung an und beabsichtigte, vorher den Brennstoff, der für rd. 4800 km Flugstrecke ausreichen sollte, abzu- lassen, um das Aufsetzen zu erleichtern. Dabei entzündete sich offenbar der aus- tretende Brennstoff. Teile des Flugzeuges wurden von einem Suchschiff in der Nähe von Pago Pago gefunden. Bei dem Unfall kamen sieben Mann Besatzung ums Leben, unter ihnen Capt. Musick, einer der erfahrensten Piloten der Pan American Airways. Lockheed baut für den Konstruktionswettbewerb des U.S. Army Air Corps ein Transportilugzeug mit zwei Hornet-Motoren von ie 850 PS. Höchstgeschwin- digkeit 400 km/h, Reisegeschwindigkeit 365 km/h, Reichweite 3600 km. Das Bau- muster ist aus dem Verkehrsflugzeug „Lockheed 14“ entwickelt. Die Firma, deren Maschine die besten Leistungen aufweist, erhält einen Auftrag über 100 Flugzeuge. Großilugboot-Entwürfe forderte Pan American Airways von den Firmen Glenn Martin, Consolidated, Sikorsky, Boeing, Douglas, Curtiss-Wrigsht, Lockheed und North American an. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 320 km/h sollen 11000 kg zahlende Last über 8000 km befördert werden. Die Maschinen sollen Seite 72 „FLUGSPORT"“ Nr. 3/1938, Bd. 30 Jagdeinsitzer Romeo „Ro 51“. der auf dem Mailänder Salon 1937 zum ersten Male gezeigt wurde. Holzflügel mit Spaltklappen, Stahlrohrrumpf mit Blech- beplankung. Festes Fahrwerk. Motor: „Fiat A. 74 R.C.38“, 14 Zylinder in zwei Sternen, 840 PS in 3800 m Höhe. Spannweite 9,8 m, Höchstgeschwindigkeit etwa 500 km/h (vgl. „Flugsport“ 1937, S. 580). Werkbild Raum für 100 Fluggäste und 16 Mann Besatzung bieten. Das Vorproiekt muß bis zum 15. 3. 1938 ausgearbeitet sein. Es soll Leistungsangaben, Uebersichtszeich- nungen und den Preis für 3, 6 und 12 Flugzeuge enthalten. Als erwünschte Be- triebszustände sind anzusehen: 320 km/h am Boden, 380 km/h in 3000 m Höhe, 405 km/h in 4500 m Höhe, 440 km/h in 6000.m Höhe und 485 km/h in 7000 m Höhe. Nach Ueberprüfung der Vorschläge durch die Gesellschaft wird sie gegebenenfalls eingehendere Projekte gegen eine Vergütung von 35 000 Dollar ausarbeiten lassen. Lockheed „XC-35“, ein zweimotoriges Versuchsflugzeug für Höhenflüge mit luftdichter Kabine, erreichte mit zwei überladenen Wasp-Motoren über eine Strecke von 350 km eine Geschwindigkeit von 560 km/h. Flughöhe dabei 5800 bis 6400 m. Die Motoren sind mit Abgasturbinen der Bauart Moss ausgerüstet. Amerikas Flugzeugindustrie lieferte in den ersten neun Monaten des Jahres 1937 2757 Flugzeuge, davon 484 für militärische Zwecke und 452 für die Ausfuhr. 1676 Eindeckern stehen 144 Doppeldecker gegenüber. Außerdem wurden in der gleichen Zeit 22 Segelflugzeuge gebaut. Lockheed beschäftigt zur Zeit 1850 Mann. Weitere 500 Arbeiter sollen in Kürze eingestellt werden. | Sarı Franzisko—Honolulu (4100 km) flogen am 20. 1. acht Consolidated-Flug- boote der amerikanischen Marine mit 200 km/h Reisedurchschnitt. Damit erhöht sich die Zahl der auf Hawai stationierten Flugzeuge auf 215. 1500 Continental-Leichtilugmotoren wurden von der Piper Aircraft Corpara- tion, die den Taylor „Cub‘“ baut, in Auftrag gegeben. 1. Internat. Modellausstellung 12. bis 26. 2. in „Bon Marche“, Bd. Botanique, Brüssel. AH IN error NER Nm Die Segeliliegerei in Italien nimmt in neuester Zeit einen kräftigen Auf- schwung. Wir berichteten bereits über die Schule in Asiago und brachten Baubeschreibungen der verschiedenen Neukonstruktionen. Das Zentrum der - Segelflugentwicklung ist Mailand, wo das Centro Studi ed Esperienze per il Volo a Vela die Entwürfe ausarbeitet und wo die Musterflugzeuge teils von Studenten, teils von der Aeronautica Lombarda (früher Bonomi) gebaut werden. Wir bringen einige Bilder, die uns von Segelflugfreunden aus Italien zu- gingen, ferner .berichten wir auf S. 58 ff. dieses Heftes über eine weitere Neu- konstruktion. „A NACA Bericht-Sammlung 1938 des „Flugsport“ Nr.l Wir beginnen, mehrfachen Wünschen aus unserem Leserkreise nachkom- ınend, mit einer Inhaltsangabe von Berichten des National Advisory Committee for Aeronautics (N. A.C.A.). Die Besprechung enthält neben dem Originaltitel der Arbeit, der freien Uebersetzung davon, dem Verfasser und dem Preis eine kurze Zusammenfassung des Inhalts. Dabei ist auf frühere Veröffentlichungen im „Flugsport“, in denen NACA-Berichte auszugsweise wiedergegeben oder ver- arbeitet sind, hingewiesen. Wir werden auch in Zukunft Berichte von beson- derem Interesse ausführlicher behandeln und die Ergebnisse der Untersuchungen in der „Profilsammlung‘‘ oder in selbständigen Aufsätzen wiedergeben. Bis zum Jahre 1935 enthält die NACA-Bericht-Sammlung nur Untersuchungen von besonderem Interesse, ab 1936 werden alle veröffentlichten Berichte be- sprochen. Die von dem National Advisory Committee for Aeronautics heraus- gegebenen Reports behandeln in 21 Unterabteilungen: Aerodynamik, Flügelprofile und Flügel, Untersuchungen an Flugzeugen in natürlicher Größe, Modellunter- suchungen an Flugzeugen, Luftschiffe, Flugmotoren und Zubehör, Brennstoffe, Gase, Hubschrauber, Hydrodynamik, Instrumente, Werkstoffe, Meteorologie, Verschiedenes, Fallschirme, Luftschrauben, Umlaufflügel, Wasserflugzeuge, Stabili- tät und Steuerung, Festigkeit, Windkanäle und Laboratorien. Das Advisory Committee gibt von Zeit zu Zeit Listen über die erschienenen Berichte heraus, welche vom Superintendent of Documents, Government Printing Office, Washington, D. C., zu erhalten sind, und in welchen auch die Preise der einzelnen Reports angegeben sind. Die Reports können auch im Abonnement, beginnend mit der Nummer 508, von dem Superintendent of Documents bezogen werden. Preis pro Jahr für das Ausland $ 4,25. Zahlungen sind in Schecks auf eine amerikanische Bank zu leisten und der Bestellung beizufügen. Briefmarken und ausländische Währung werden nicht angenommen. Als Einheiten für Länge, Zeit und Kraft werden im metrischen Maßsystem das Meter, die Sekunde, das Kilogramm, im englischen System der Fuß (oder die Meile), die Sekunde (oder die Stunde) und das Pound benutzt. Die Leistung wird in PS bzw. in Horsepower gemessen und für die Geschwindigkeit werden die Einheiten km/h (oder m/sec) und Meilen pro Stunde (Fuß pro Sekunde) verwendet. Für die Umrechnung von metrischen in englische Einheiten und umgekehrt dient die folgende Tabelle, aus der alle übrigen Dimensionen abgeleitet werden können: 1 hp (Horse-Power) = 76,04 mkglsec — 550 ft-Ib/sec 1 m.p.h. (Meile pro Stunde) = 0,4470 m/sec 1 m/sec = 2,2369 m.p.h 1 Ib (pound) = 0,4536 kg 1 kg —= 2,2046 Ib 1 mi = 160935 m = 5280 ft lm = 3,2808 ft. Tests of Thirteen Navy Type Model Pro- pellers. (Versuche an 15 Modellpropellern des Marine-Typs). W.F. Durand. Report Nr. 237, 1926, Preis: 10 Cents. Die Versuche wurden an Holzluftschrau- ben von 0,9 m Durchmesser und Steigungs- verhältnissen H/D zwischen 0,5 und 11 durchgeführt. Wiedergegeben ist Wirkungs- grad, Schubbeiwert und Drehwert für ver- schiedene Blattbreiten und Profildicken bei einer in der Praxis bewährten Schrauben- form. Full Scale Tests on a Thin Metal Propeller at Various Tip Speeds. (Großversuche an ei- nem dünnen Metallpropeller bei verschiedenen Spitzengeschwindigkeiten). F. E. Weick. Rep. Nr. 302, 1929, 10 Cents. Eine zweiflügelige Metallschraube wurde am Flugzeug (Motor 180 PS) im Windkanal “bei Umfangsgeschwindigkeiten von 183 bis 305 m/sec untersucht. Der Einfluß der Spitzengeschwindigkeit auf Gesamtwir- kungsgrad, Schubbeiwert und Drehwert ist vernachlässigbar gering. (Vgl. hierzu Rep. Nr. 375 auf S.2, in dem über Messungen bei höheren Geschwindigkeiten berichtet ist.)' Seite 2 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 1 Aerodynamic Theory and Test of Strut Forms. (Aerodynamische Theorie und Unter- suchung von Strebenformen). R. H. Smith. Rep. Nr. 311, 1929. Enthält einen Vergleich zwischen errech- neten und gemessenen Werten für Druck- verteilung und Widerstandsbeiwert an Pro- filstreben. Die Differenz zwischen Rechnung und Versuch beträgt für cw bei einer Strebe von der Form „U. S. Navy Nr. 2“ 6—10%. Tests of Five Metal Model Propellers with Various Pitch Distributions in a Free Wind Stream and in Combination with a Model VE-7 Fuselage. (Versuche an 5 Modell-Metall- propellern mit verschiedener Steigungsverteilung in Freifahrt und am Modell eines VE-7-Rumpfes). E. P. Lesley u. E. G. Reid. Rep. Nr. 326, 1929, 15 Cents. Die Luftschrauben von rd. 0,9 m Durch- messer und einer mittleren Steigung H/D=0,7 erhielten verschiedene Blattschränkung, um festzustellen, welchen Einfluß auf Wirkungs- grad, Schubbeiwert und Drehwert eine un- gleichförmige Verteilung des wirksamen Anstellwinkels über dem Halbmesser aus- übt. Die Messungen zeigen, daß der Verlust an Wirkungsgrad beim Uebergang von der Freistrahlschraube zur Schraube vor dem Rumpf durch eine der achsialen Geschwin- digkeitsverteilung in der Nähe des Rumpfes angepaßte Steigungsverteilung wesentlich vermindert werden kann. Full Scale Wind Tunnel Tests on Several Metal Propellers Having Different Blade Forms. (Großversuche im Windkanal an meh- reren Metallpropellern mit verschiedener Blatt- form). F. E. Weick. Rep. Nr. 340, 1929, 10 Cents. Die Messungen an fünf Luftschrauben er- gaben, daß der Einfluß der Blattform auf den Wirkungsgrad sehr gering ist, daß die Schraube mit dem dünnsten Profil den besten Wirkungsgrad erreicht, und daß man zweckmäßig die Steigung nach der Nabe zu abnehmen läßt. Aerodynamic Theory and Test of Strut Forms-I. (Aerodynamische Theorie und Un- tersuchung von Strebenformen, Teil II). R..H. Smith. Rep. Nr. 335, 1929. Vergleich zwischen errechneten und ge- messenen Werten für Widerstand und Druck-: verteilung an drei amerikanischen, einem deutschen und einem englischen Streben- profil. Full Scale Wind Tunnel Tests of a Pro- peller with the Diameter Changed by Cutting off the Blade Tips. (Großversuche im Wind- kanal an einem Propeller, :ıdessen Durchmesser durch Abschneiden der Spitzen verändert wurde). D. H. Wood. Rep. Nr. 351, 1930, 15 Cents. Ein Metallpropeller wurde bei vier Blatt- einstellungen vor einem Rumpf mit wasser- gekühltem Motor untersucht. Der Durch- messer wurde in vier Abstufungen von 3 m auf 2,4 m verkleinert. Der Verkürzung um 20 % entsprach eine Verringerung des höch- sten Wirkungsgrades von rd. 6 %. Infolge der völligeren Blattform nimmt der Schub- beiwert (bezogen auf den neuen Durch- messer) um 3050 %, der Drehwert um 56—60 % zu. Full-Scale Tests of Metal Propellers at High Tip Speeds. (Großversuche an Metallpropellern mil hohen Spitzengeschwindigkeilen). D. H. Wood. Rep. Nr. 375, 1931, 10 Cents. 10 Metallpropeller mit einem Steigungs- verhältnis H/D zwischen 0,3 und 0,4 wurden bis zu 412 m/sec Umfangsgeschwindigkeit untersucht. Bis rd. 305 m/sec bleibt der Wirkungsgrad ungeändert, darüber nimmt er stetig ab, und zwar bei ie 30 m/sec Ge- schwindigkeitserhöhung um 10%. Bei aus- gesprochen dünnen Spitzenprofilen tritt der Abfall erst bei etwas höheren Geschwin- digkeiten auf. Comparison ci Fu!l-Scale Propellers Having R.A.F.-6 and Clark Y Airfoil Sections. (Ver- gleich zwischen Propellern natürlicher Größe mit den Flügelschnitten R. A. F.-6 und Clark Y) H. B. Freeman. Rep. Nr. 378, 1931, 10 Cents. Sechs Luftschrauben mit Blattdicken (im äußeren Bereich) von 6, 8 und 10% der Tiefe, drei davon mit Profil Clark Y und drei mit R.A.F.-6, wurden bei vier Blattein- stellungen untersucht. R.A.F.-6 besitzt eine heruntergezogene Nase mit kleinem Radius und eine völlige Dickenverteilung. Bei nied- riger Steigung ist Clark Y überlegen, der Wirkungsgrad nimmt mit der Blattdicke zu, während er bei R.A.F.-6 langsam abnimmt. Bei höherer Steigung sind die beiden Pro- file hinsichtlich des Höchstwirkungsgrades etwa gleichwertig, R.A.F.-6 gibt jedoch bei kleinerem Fortschrittsgrad (Steigen und Start) bessere Werte. The Eifect of Small Angles of Yaw and Pitch on the Characteristics of Airplane Propellers. (Der Einfluß kleiner Gier- und Stampfwinkel auf das Verhalten von Flugzeug: propellern). H.B. Freeman. Rep.Nr. 389, 1931, 10 Cents. Ein Propeller von 1,2 m Durchmesser. wurde vor einem nackten Rumpf und vor einer Motorgondel, die einmal über, einmal vor einem Flügel angebracht war, bei zwei Blatteinstellungen und Anstellwinkeln der Achse zwischen —5 und + 15° untersucht. Vor dem Rumpf allein nimmt der Höchst- wirkungsgrad bei 15° Neigung um 5%, vor der Flügel-Motor-Kombination um 15 % ab. Nr. 1 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 3 The Characteristics of a Clark Y Wing Mo- del Equipped with Several Forms oi Low- Drag Fixed Slots. (Das Verhalten eines Olark- Y-Modellflügels mit mehreren Formen eines festen Schlitzflügels von geringem Widerstand). F. E. Weick und C. J. Wenzinger. Rep. Nr. 407, 1932, 10 Cents. Ziel der Untersuchung war die Schaffung einer Spaltflügelanordnung, bei der trotz dauernd ausgefahrenen Hilfsflügels brauch- bare Widerstandsbeiwerte im unteren An- stellwinkelbereich vorhanden sind. Die beste Ausführung ergab eine Erhöhung v. CAmax um 35% (1,75), eine Zunahme des Ab- reißwinkels um 9° (24°) und eine Erhöhung des Kleinstwiderstandes um 53 % (0,0229) gegenüber dem glatten Flügel und um 39 % gegenüber einer Fläche mit eingefahrenem Hilfsflügel. Measurement of the Differential Thrust and Torque of Six Full-Scale Adiustable-Pitch Propellers. (Messungen der Verteilung von Schnb und Drehmoment über dem Radius und der Gesamigröße von Schnb und Drehmoment an sechs naturgroßen Einstellpropellern). G. W. Stickle. Rep. Nr. 421, 1932, 10 Cents. Mit einer Reihe von Stauröhrchen wurde der Propellerstrahl nach Größe und Rich- tung der Geschwindigkeit vermessen. Durch Integration der Komponenten in achsialer und tangentialer Richtung wurden Schub- beiwert und Drehwert der ganzen Schraube ermittelt. Die so gefundenen Werte stimmen bis auf einen konstanten Faktor, der die Er- höhung des Rumpfwiderstandes durch den Strahl und den Widerstand der Nabe ein- schließt, mit den aus Leistungs- und Kraft- messung ermittelten Daten überein. The Calculation of Take-Off Run. (Die Be- rechnung der Startstrecke ). W.S. Diehl. Rep. Nr. 450, 1932, 5 Cents. Die entwickelte Ableitung beruht auf der Annahme, daß die Beschleunigungskraft linear mit zunehmender Geschwindigkeit abfällt. Es werden Anleitungen zur Bestim- mung der einzelnen in der Formel benutzten Ausdrücke gegeben. The Characteristics of 78 Related Airfoil Sections from Tests in the Variable-Density Wind Tunnel. (Beiwerte von 78 verwandten Flügelschnitten, aus Versuchen im Überdruck- Kanal abgeleitet). E. N. Jacobs, K. E. Ward und R. M. Pinker- ton. Rep. Nr. 460, 1933, 15 Cents. Bei einer Reynoldszahl von rd. 3 200 000 wurden 68 Profile mit einheitlicher Dicken- verteilung über der Flügeltiefe und 10 Schnitte mit verschiedenen Variationen ge-. genüber der Standard-Stromlinie untersucht. Die 78 Profile weisen eine Dicke von 6 bis 21%, eine größte Wölbung von 0 bis 6% und eine Rücklage der größten Wölbung zwischen 20 und 70% der Flügeltiefe auf. Für jeden Schnitt sind die Versuchswerte für eine Streckung von 1:6 und Anstell- winkel, Profilwiderstand und Momentenbei- wert für unendliche Spannweite wiederge- geben. In zahlreichen Schaubildern sind die Einflüsse von Dicke, Wölbung und Lage der größten Wölbung auf Höchstauftrieb (ohne Landehilfe), Kleinstwiderstand, Nullauftriebs- richtung, Neigung der Auftriebsgeraden, Gleitzahl und Momentenbeiwert dargelegt. Ein großer Teil der Ergebnisse ist im „Tlug- sport“ 1935, Hefte 1, 6 und 9 (Profilsamm- lung Nr. 9, 10 und 11) wiedergegeben. Tests of Nacelle-Propeller-Combinations in Various Positions with Reference to Wings II — Clark Y Wing — Various Radial- Engine Cowlings — Tractor Propeller. (Versuche an Motorgondel- Propeller - Kombi- nationen in verschiedenen Stellungen zum Flügel. Teil III Clark- Y- Flügel — Verschiedene Stern- motor- Verkleidungen — Zugpropeller). D. A. Wood. Rep. Nr. 462, 1933, 10 Cents. Ein Sternmotor mit verschiedenen Ver- kleidungen wurde mit laufendem Propeller in verschiedenen Stellungen zum Flügel untersucht. Die Ergebnisse stimmen mit denen früherer Versuche an anderen Flügeln überein. Die sorgfältige Verkleidung des Motors ist wichtiger als die Wahl einer be- stimmten gegenseitigen Lage. Der Motor sitzt am besten in Höhe der Flügelsehne direkt vor dem Flügel. Die beste Entfernung der Luftschraube von der Profilnase hängt vom Durchmesser des Motors ab. Als Mindestmaß kann ein Viertel der Flügeltiefe gelten. Liegt der Motor in der Nähe des Flügels, so ist es besser, ihn durch eine Ver- kleidung mit dem Flügel zu verbinden, als ihn auf einen Strebenbock zu setzen. Das Profil des Flügels hat wenig Einfluß auf den Luftschraubenwirkungsgrad. Die Lage des Motors und die Art der Verkleidung sind für den Steigflug von untergeordneter Be- deutung, im Schnellflug dagegen wichtig. Negative Thrust and Torque Characteristics of an Adjustable-Pitch Metal Propeller. (Verhalten eines einstellbaren Metallpropellers bei negativem Schub und Drehmoment). E. P. Hartman. Rep. Nr. 464, 1933, 5 Cents. Ein Modellpropeller von 1,2 m Durch- messer wurde bei Blattwinkeln zwischen 22 und — 23° in 0,75 Radius vor einem verklei- deten Sternmotor untersucht. Einige Mes- sungen sind in verschiedenen Stellungen des Motor-Propeller-Aggregates zu einer Ein- und einer Doppeldeckerzelle vorgenommen. Die Versuche zeigten, daß der Widerstand eines Propellers stark von Größe und Form der dahinterliegenden Körper abhängt. Bei Blatt- winkeln unter 7’ nimmt der Widerstand zu, wenn man den Propeller vom Motor aus antreibt. Der Widerstand eines frei umlau- Seite 4 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 1 fenden Propellers ist bei den üblichen Blatt- winkeln etwas kleiner als der in blockier- tem Zustand. Durch Verdrehen der Blätter auf sehr große Steigung kann der Wider- stand weitgehend vermindert werden. The Interference Between Struts in Various Combinations. (Die Beeinflussung von Streben in verschiedenen Zusammenstellungen). D. Biermann und W. H. Herrnstein. Rep. Nr. 468, 1933, 5 Cents. Streben von zylindrischem und strom- linienförmigem Querschnitt wurden in ver- schiedenen Stellungen zueinander und zu einer Fläche untersucht. Die gegenseitige Beeinflussung äußert sich bei Profilstreben stets in einer Zunahme des Widerstandes, bei runden Querschnitten tritt je nach der Anordnung eine Erhöhung oder eine Ver- minderung des Widerstandes ein. Working Charts ior the Determination of Propeller Thrust at Various Air Speeds. (Kurvenblätter für die Bestimmung des Propeller- schnbes bei verschiedenen Luftgeschwindigkeiten). E. P. Hartmann. Rep. 481, 1934, 10 Cents. Eine Zusammenstellung von 24 Kurven- blättern gestattet, für verschiedene Propel- ler, die vor kompletten Rümpfen bzw. Flug- zeugen untersucht wurden, für jede Flug- geschwindigkeit den Schub zu ermitteln. Die den Schaubildern zugrundegelegte Berech- nung setzt voraus, daß das Motordreh- moment von der Drehzahl unabhängig ist. Wing-Fuselage Interference, Tail Buiieting and Air Flow about the Tail of a Low- Wing Monoplane. (Flügel-Rumpf-Beeinflus- sung, Leitiwerkschütteln und Luftströmung am Leitwerk eines Tiefdeckers). J. A. White und M. J. Hood. Rep. Nr. 482, 1934, 10 Cents. An einem abgestrebten Tiefdecker mit unverkleidetem Sternmotor und verspann- tem Leitwerk wurden verschiedene Aus- rundungen zwischen Rumpf und Flügel, ein Hochbiegen der Flügelhinterkante, eine NACA-Verkleidung des Motors und die An- ordnung eines Hilfsflügels vor der Fläche hinsichtlich der Auswirkung auf Leitwerk- schütteln, Längsstabilität, Höchstauftrieb und Gleitzahl untersucht. Die Messungen wur- den mit stehendem und laufendem Motor durchgeführt. Das Schütteln ließ stark nach, wenn entweder der Motor mit Vollgas lief oder wenn er verkleidet wurde oder wenn der Flügel-Rumpf-Uebergang ausgerundet war. The Drag of Airplane Wheels, Wheel Fairings and Landing Gears-I. (Der Widerstand von Flngzengrädern, Radverkleidungen und Fahr- werken). W. H. Herrnstein und D. Biermann. Rep. Nr. 485, 1934, 10 Cents. Eine Reihe von Fahrwerkskonstruktionen für ein Flugzeug von 1500 kg Fluggewicht wurde in natürlicher Größe an einem Rumpf, teilweise in Zusammenhang mit einem Rumpf mit Sternmotor und Tiefdeckerflügel unter- sucht. Der Widerstand der verschiedenen Anordnungen schwankte zwischen 2,3 und 17 kg bei 100 km/h Fluggeschwindigkeit. Die besten Ergebnisse lieferte ein freitragendes Einbeinfahrwerk mit hosenartiger Radver- kleidung, dessen Widerstand durch Ab- decken der Räder nach unten noch einmal um rd. 40% gesenkt werden könnte. An Aerodynamic Analyses of the Autogiro Rotor with a Comparison Between Calcula- ted and Experimental Results. (Zine aero- dynamische Betrachtung des Antogiro - Rotors mit einem Vergleich zwischen errechneten und gemessenen Worten). J. B. Wheatley. Rep. Nr. 487, 1934, 5 Cents. Nach der Theorie von Glauert wurde der Rotor eines Pitcairn-Autogiro „PCA-2” durchgerechnet. Die Ergebnisse stimmen ge- nügend genau mit den gemessenen Werten überein. Mithin kann die Theorie für quan- titative Rechnungen benutzt werden. Sie ist iedoch nicht brauchbar, sobald es sich um die Schwingbewegung der Blätter handelt. Heat Transier from Finned Metal Cylinders in an Air Stream. (Wärmeübergang an Rip- penzylindern im Luftstrom). A. E. Biermann und B. Pinkel. Rep. Nr. 488, 1934, 10 Cents. Acht Stahlzylinder mit verschieden dicken und hohen Rippen von verschiedenem Ab- stand wurden im Windkanal von innen ge- heizt. Die gefundene Wärmeübergangszahl ändert sich hauptsächlich mit der Luftge- schwindigkeit und mit dem Rippenabstand. Die übrigen Abmessungen der Rippen haben geringere Bedeutung. Tests of 16 Related Airfoils at High Speeds. (Versuche an 16 verwandten Profilen bei hohen Geschwindigkeiten). J. Stack und A. E. von Doenhoff. Rep. Nr. 492, 1934, 10 Cents. Die Profile wurden im Hochgeschwindig- keitskanal des NACA bis zu rd. 300 m/sec untersucht. Die Schnitte sind mit Rücksicht auf die Verwendung an Luftschrauben aus- gesucht und besitzen fast alle 9% Dicke. Die Messungen erstrecken sich zum größten Teil nur bis zu Auftriebsbeiwerten von 0,5. Sie zeigen alle eine starke Zunahme des Profilwiderstandes und sonstige Unregel- mäßigkeiten bei Annäherung an die Schall- geschwindigkeit. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchungen sind im „Flugsport“ 1937, Heft8 (Profilsammlung Nr. 15) wieder- gegeben. Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 73 U ® [73 | om asssealer „Alcione B. 5 28 (Konstruktion C. Silva) der Aeronautica a. 'eite 14,5 m, uggewicht 245 kg, Flächenbelastung 17 ? Mindestsinkgeschwindigkeit 0,75 m/sec, beste Gleitzahl 1:22. a Kal Uebersichtszeichnung s. „Flugsport“ 7 . ” ort D s . . Maschine an der Winde. gsport“ 1937, S. 609. Das obere Bild zeigt die {> Columbischer macht Fortschritte. Am 29. 1. segelte Peter Riedel auf „Kranich“ 6% Std. über dem Flugplatz von Cali (erster Segelflug in Columbien) Segelflug 3% Einzelheiten der Asiago „G.P.2“. Oben: Bremsklappe mit Spalt auf der Saugseite des Flügels. Mitte: Vorderansicht der Ma- schine. Unten: Leitwerk und Schleifsporn. Eine Typenbe- schreibung mit Uebersichts- zeichnung findet sich im „Flug- sport“ 1937, S. 538. Bei 13,7 m Spannweite erreicht die von Garbell und Preti (Centro Studi ed Esperienze per il Volo a Vela — CVV — an der Technischen Hochschule Mai- land) entworfene „G. P. 2“ mit 210 kg Fluggewicht 80 cm/sec Sinkgeschwindigkeit und eine Gleitzahl von 1:20. Flächenbe- lastung 16,5 kg/m?. Bilder: Garbell Seite 74 .FLUGSPORT“ Nr. 3/1938, Bd. 30 Nr. 3/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 75 motoren von 18 Staaten zusammengetragen. Teil E befaßt sich mit Luftschiffen. Wie alle früheren Bände dieses Standardwerkes, zeichnet sich auch der neueste wieder durch Hunderte von guten Abbildungen aus. Der Kraitiahrer der Luftwaffe. Von Maior Hiller. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin. Preis RM 1.50. Gegenüber der ersten Auflage, deren Inhalt im wesentlichen unverändert übernommen wurde, sind die Abschnitte: Anleitung für Geländefahren, Technische Sonderheiten von Geländefahrzeugen und Abbildungen von Geländefahrzeugen hinzugekommen. Auf die Wiedergabe technischer Einzelheiten, die den jungen Kraftfahrer nur belasten, ist verzichtet, eine Maßnahme, die sich bei der ersten Auflage bewährt hat. Besonders ausführlich ist im Hinblick auf die zahlreichen jungen Fahrer die Pflege des Wagens behandelt. Tafeln für den Flugzeugbau. Von J. Bittner. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 6.—. Die vier Lieferungen des bekannten Werkes umfassen rund 130 in einem Klemmband untergebrachte Tafeln, die für den Konstrukteur eine Fülle von Material bergen, das er sich sonst mühselig zusammensuchen muß. Sämtliche Tabellen und sonstigen Angaben sind auf den neuesten Stand gebracht. In drei Gruppen: Konstruktion, Betrieb, Aerodynamik und Physik findet man Unterlagen über Festigkeit von Werkstoffen, Passungen, Bearbeitbarkeit, Prüfverfahren, Be- rechnungen aller Art usw. Die Ersparnis an Sucharbeit macht das Werk in kur- zer Zeit bezahlt. Segelflugzeug Asiago „G. P. 2“. Man beachte auf dem oberen Bild die aus- gefahrenen Störklappen. Bilder: Garbell Gids voor Luchtfarenden — Nederland. (Führer für Luftfahrer.) Preis fl. 5.50. Zu beziehen durch: Luchtvaartdienst, den Haag, Binnenhof 20. Literatur. Der Führer stellt eine Erweiterung der ersten, bereits 1930 erschienenen Ausgabe dar. Jeder Landeplatz ist eingehend beschrieben und durch eine Karte im Maßstab 1:25000 und ein Luftbild wiedergegeben. Eine Karte der Umgebung (1: 200 000) erleichtert die Orientierung. Neben diesen rund 80 Karten enthält der Führer ausführliche Angaben über Hindernisse, gefährliche Zonen, Befeuerung an Land und auf See und sonstige wissenswerte Einzelheiten für Flüge über Holland. Aenderungen werden in Form von Zusatzblättern zum Preise von fl. 1.50 pro Jahr herausgegeben. Durch den praktischen Ringhefter ist iedes Blatt schnell auch einzeln zur Hand. Suche aus zweiter Hand "= Tun [] teistungs-Segeitiugzeug \ LUJR] JÜNNDEFE, BEWANLIE ZEICHNEF Angebote unter 3908 an die B- (Die im Inland erschienenen Bücher können von uns bezogen werden.) Luitfahrtiorschung, Bd. 14, Lig. 12. Verlag R. Oldenbourg, München-Berlin. i 2.50. . . a Sechskomponenten-Messungen an einem Flugboot-Modell über einer den Wasserspiegel darstellenden Platte (M. Kohler), Belastungsversuche mit einer versteiften Kreiszylinderschale bei Krafteinteilung an einzelnen Punkten (E. Scha- pitz und G. Krümling). Zur Berechnung des Kraftverlaufes in versteiften Zylinder- schalen (H. Ebner und H. Köller). Verhalten eines von Schub- und Drehkräften beanspruchten Plattenstreifens oberhalb der Beulgrenze (A. Kromm und K. Mar- guerre). Beitrag zur theoretischen und experimentellen Untersuchung von Ver- brennungsvorgängen im Zünder- und Dieselmotor (F. Schmidt). Die mechanischen Eigenschaften von wärmeausgehärteten Al-Cu-Mg-Legierungen (P. Brenner und Exp. d. Flugsport Frankfurt-M. möglichst aus dem Gebiet des Leichtbau’s, welche H. Kostron). R Verlar. Leipzi auch in der Lage sind, kleinere Konstruktionsar- enbuch 1937/38 von H. Schneider. Herm. Beyer Verlag, Leipzig eiten, sowie einfache Fertigungsvorbereitungen 05 ee H MM 60 = Motor selbständig durchzuführen, zum sofortigen Eintritt . ’ . : ; h ht. bearbeitete und erweiterte Auflage dieses Typenbuches u gesuc | hä ie Angaben über eine Reihe moderner und älterer deutscher Flugzeuge verkauft billig Angebote mit Gehaltsansprüchen, Lichtbild und , RER isten Zu- gn rifte i Motoren, ferner eine sehr ausführliche Zusammenstellung der meisten Ernst Panzer, Bonn hi . und Motoren, 1 Ausrüstungsgegenstände. Die zahlreichen Abschnitte über Adolt-Hitler-Platz 0 l. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft Instrumente, Prüfanlagen, Werkzeuge, Lehrmittel, Werkstoffe usw. lassen das Abt. Elektronmetall, Bitterfeld Buch an Umfang und Inhalt weit über das, was der Titel vermuten läßt, hinaus- wachsen. Die inzwischen erschienenen Typenblätter von 6 weiteren Flugzeugen werden für die bereits verkauften Exemplare des Buches kostenlos nachgeliefert. Jane’s All The World’s Aircrait 1937. Zusammengestellt und herausgegeben von ©. G. Grey und L. Bridgmann. Verlag Sampson Low. Marston Company, . don, Preis £ 2.2.— un u We in allen früheren Ausgaben, so gibt auch der vorliegende 27. Jahrgang. wieder eine Zusammenfassung der jüngsten Entwicklung auf allen Gebieten des Flugwesens, der an Vollständigkeit-nichts Gleichwertiges gegenübersteht. Teil A berichtet über Fortschritte der Zivil-Luftfahrt.in 55 Staaten. Man findet darin Angaben über die Organisation der Verkehrs- und Privatfliegerei, über die Flug- zeugindustrie, über Flugplätze, Ausbildung, Vereine und über die Fachpresse. In Abschnitt B ist die Militär-Luftfahrt von 48 Staaten behandelt, während Teil C als der umfangreichste ausführliche Angaben über die neuesten Flugzeugtypen, die in den letzten Jahren in 30 Staaten zum Einsatz gelangten, enthält. In Ab- schnitt D ist mit der gleichen Gründlichkeit Material über die neueren Flug- Wirsuchen zum 1. März 19338 FUNKER-MONTEUR mit Flugfunkererfahrung, der Motor (As10C) und Zelle selb- ständig warten und pflegen und auch kleinere Reparaturen ausführen kann. Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisab- schriften, Referenzen, Lichtbild und Gehaltsansprüchen an Rhenania-Ossag Mineralölwerke Aktiengesellschaft, Personalabt. Hamburg 1 Leinen u. mehrfarbig, Preis RM 2.- Verlag „Flugsport“ Frankfurt-M. Einbanddecken GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. Illustrierte tlugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a.M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 4 16. Februar 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 2. März 1938 Jagdilugzeuge. Die Ansichten über die zukünftige Entwicklung von Jagdflugzeugen sind recht verschieden. Eine alle Begleitumstände berücksichtigende Richtlinie ist noch nicht zu erkennen. Die einzige Richtlinie war immer höchste Geschwindigkeit. In der Praxis scheint man jedoch die nötigen Erfordernisse herauszufühlen, und das wird auch der Grund sein, warum neuerdings USA., nachdem lange Zeit die Weiterentwicklung des wassergekühlten Motors eingestellt war, wieder mit einem neuen Versuchsjagdeinsitzer Curtiss YIP 37 mit 12-Zylinder-1000-PS-Allison- Motor herausgekommen ist. Die Maschine ist in ihrem äußeren Aufbau dem Heinkel-Jagdeinsitzer „He 112“ ähnlich. Man muß daraus ent- nehmen, daß der Weiterentwicklung der Jagdmaschinen in USA. mit Inftgekühlten Motoren sich einige Hindernisse in den Weg gestellt haben. Selbst wenn man den an und für sich in seinem Gewicht gün- stigen zweireihigen Sternmotor einbaut, so ergeben sich keine we- sentlich günstigeren Verhältnisse als bei einem zweireihigen flüssig- keitsgekühlten Motor. Die Nachteile des luftgekühlten Motors müssen indessen in Kauf genommen werden. Andererseits ist der Züchtung von überschnellen Jagdflugzeugen, ähnlich wie Vickers „Spitfire“ zogen, denn dieauch heutenoch gültigen Werteder Wendigkeitund|des und Hawker Hurricane” ,inihrerVerwendungsmöglichkeitGrenzen ge- Kurvenradius von Jagdflugzeugen kann man nicht aus der Welt schaf- fen. Schließlich müssen auch die überschnellen Jagdflugzeuge zur Ab- wehr und nicht allein zur Verfolgung benutzt werden können, und hier scheint gerade der Hawker „Hurricane“ mit seinem Merlin II, der überzüchtet an die 2000 PS kommen dürfte, nur für den einzigen Spezialzweck als Verfolgungs-Jagdflugzeug ohne den Vorteil der hohen Wendigkeit entwickelt zu sein. Aus diesen Betrachtungen geht hervor, daß wir in Deutschland mit dem Heinkel-Jagdeinsitzer „He 112“ mit seinem leichten 700-PS- Motor auf dem richtigen Wege sind. 485 km/h Größtgeschwindiekeit in 4000 m Höhe mit außerordentlich guten Wendigkeitseigenschaften für eine Normalmaschine sind beträchtlich. Hierbei sind noch mit zu bewerten die Vorteile des flüssigkeitsgekühlten Motors in bezug auf Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 16 und Profilsammlung Nr. 19. Seite 78 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 hohe Dauerleistung, niedrigen Brennstoffverbrauch, bessere Tempera- turhaltung unter den verschiedensten klimatischen Verhältnissen und Fluglagen und die außerordentlich günstige Sicht und Einbaumöglich- keit. Eine einfache Nachrechnung ergibt, wenn man die Verhältnisse auf eine Messerschmitt überträgt, ebenso günstige Verhältnisse. Man sieht auch hier, daß die Entwicklung in Deutschland richtunggebend für andere Länder geworden ist. Veranstaltungen 1938. Nation. Pacific Aircraft a. Boat Show, Los Angeles. . . 4. Deutscher Fliegerhandwerkerwettbewerb, Königsberg. Mai 1938 Intern. Luftfahrtausstellung „SILI“ Helsingfors. 22.5.—29.5. Nation. Deutschlandflug, Zielhafen Hannover 29. 5. 28. 5.—7. 6. I. Intern. Aeronaut. Ausstellung a. d. Belgrader Messe. 29. 5. Deutsch de la Meurthe-Rennen, Frankreich. 6. Reichsmodellwettbewerb f. Segelflugmodelle a. d. Wasserkuppe. 5. 6.—12. 6. Region. Segelflug-Gruppen-Wettbewerbe. 6. Nation. Deutsche Meisterschaft im Geschicklichkeitsflug, Nürnberg. Durchführung NSFK-Gr. 13. 18.6.—19.6. Region. Rheinlandflug. Veranst. NSFK-Gr. 12. Zugel. Gr. 3, 9, 10, 11, 12, 16; Luftw. LKK IV u. VI. 25. 6.—26.6. Region. Thüringen-Kurhessen-Flug. Veranst. NSFK-Gr. 8. Zugel. Gr. 7,8, 13, 14, 15; Luftw. LKK HM u. V. 26. 6.—10.7. Nation. Zielstreckenflugwettbewerb. 2. 7.—3. 7. Nation. Deutscher Küstenflug. Durchf. NSFK-Gr. 3 u. Mitw. v. Gr.1u.2. 17. 7.—1.8. Engl. Segelflug-Wettbewerb Sutton Bank. 23.7.—24.7. Region. Sternflug z. Deutschen Turn- u. Sportfest 1938 nach Breslau. Veranst. NSFK-Gr. 6. 23. 7.—7. 8. Nation. Rhön-Segelflug-Wettbewerb. 29.7.—31.7. Region. Mittelrhein. Rundflug. Veranst. NSFK-Gr. 16 m. Gr. 11. Zielflughafen: Frankfurt/Rhein-Main. 31. 7. Intern. Handicap-Rennen Flughafen Frankfurt/Rhein-Main. .6. 8.—7. 8. Region. Ostlandflug. Veranst. NSFK-Gr. 1. Zugel. Gr. 1, 2, 4, 6: Luftw. LKK III, IV. 10.8.—17.8. Freundschaftsflug des NSFK nach Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien u. Führ. d. Korpsführers des NSFK. 19.8.—21.8. Region. Flug nach Rangsdorf. Veranst. NSFK-Gr. 14. Startberechtigt nur Flugzeugf. u. Orter, die bis z. 19. 8. 38 a. keinem nation. o. internat. Wettbew. teilgen. haben. 19.8.—21.8. Intern. Sternflug nach Stuttgart, der Stadt d. Auslandsdeutschen. 25.8.—28.8. Reichsmodellwettbewerb f. Antriebsmodelle i. Rangsdorf 3. 9.—4. 9. Region Sternilug d. NSFK-Gr. 10 nach Bielefeld. Zugel. Gr. 1, 4, 6, 7, 8, 13, 14, 16; Luftw. LKK I, II, III. Startber. nur Flugzeugf. u. Orter, d. bis z. 3. 9. 38 a. keinem nation. o. internat. Wettbew. teilgen. haben. 3. 9.—4. 9. Region. Sternflug d. NSFK-Gr. 7 nach Dresden. Zugel. Gr. 2, 3, 9, 10, 11, 12, 15; Luftw. LKK IV, V, VI, VII. Startber. nur Flugzeugf. u. Orter, d. bis z. 3. 9. 38 a. keinem nation. o. internat. Wettbew. teilgen. haben. 3. 9.—5. 9. National Air Races, Cleveland. 17.9.—18.9. Regio. Alpen-Querflug. Veranst. NSFK-Dr. 14. LAS} D „nn % SS ES 27.9. Reichswettbewerb f. Saalflugmodelle in Berlin. 14. 10.-16. 10. Intern. Aerobatic Competition, St. Louis. Nov. 38 XVI. Exposition Internat. de l’A&ronautique, Paris (Pariser Salon). Sport- und Reiseflugzeur Bücker Bü 180 „Student“. Für die Entwicklung dieses Baumusters war das Bestreben maß- gebend, die Aufgaben der normalen Sportfliegerei mit möglichst ze- rincem Kostenaufwand zu erfüllen. Weiter soll die Maschine als Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 79 Schleppflurzeug und für die Umschulung von Segelfliegern auf Motor- flugzeuge Verwendung finden können. Der „Student“ besitzt gutmütige Flugeigenschaften und benimmt sich selbst im überzogenen Flugzustand durchaus normal, einen Segel- flieger kann man nach 5—6 Flügen am Doppelsteuer zum ersten Allein- flug starten lassen. Auf mehreren Leistungsflügen soll der „Student“ besonders in Kolonialgebieten vorgeführt werden, wo er für Farmer, Aerzte und Reisende das gegebene Verkehrsmittel darstellt. Der freitragende zweiteilige Tiefdeckerflügel ist einholmig mit vornliegendem Hilfsholm und Sperrholzbeplankung ausgeführt. Hinter dem Hauptholm Stoffbespannung. Alle Steuerorgane im Flügel sind durch Klappen oder Reißver- schlüsse leicht zugänglich. Rumpf im Vorderteil bis hinter den zweiten Sitz aus Chrom- Molybdän-Stahlrohren geschweißt. Zwei offene Sitze hintereinander. Doppelsteuerung mit Knüppel, im vorderen Sitz leicht herausnehm- bar. Ruderbetätigung durch Stoßstangen und Seile. Die Verkleidung besteht z. T. aus Leichtmetallblechen, z. T. aus Stoff. Befestigung durch Schnellverschlüsse. Der Stoffbezug besitzt auf der Unterseite eine mit Reißverschluß versehene Oeffnung. Rumpfende in Holz- schalenbau, hinten durch eine mit zwei Schnellverschlüssen befestigte Blechhaube abgedeckt, wodurch eine ausgezeichnete Zugänglichkeit für die Steuerungsteile, die Leitwerkanschlüsse und den Heckrad- einbau erreicht wird. Für die Anbringung der deutschen Standard- Schleppanlage für Segelflugzeuge sind besondere Beschläge vorhan- den. Hinter dem Führersitz ein Gepäckraum, durch das aufklappbare Kopfpolster zugänglich. Freitragendes Holzleitwerk, Flossen sperrholzbeplankt, Ruder Holzbau mit Stoffbespannung. Höhenruder mit zwei im Fluge ver- stellbaren Trimmklappen, Seiten- und Querruder mit weicher Alumi- niumblechhinterkante versehen. Sport- und Kunstilugtiefdecker Bücker Bü 180 „Student“. wWerkbilder Seite 80 ‚FLUGSPORT" Nr. 4/1938, Bd. 30 Geteiltes Fahrwerk aus Chrom-Molybdän-Stahl- rohren geschweißt. Nieder- druckbereifung 420 X 150 mm. Federweg der mit Spiralfedern und Oelstoß- dämpfung versehenen Rä- der 230 mm. Duo-Servo- Bremsen mit mechanischer Betätigung. Kugelgelager- tes Heckrad mit Spiralfe- derung und Oelstoßdämp- fer, frei drehbar oder mit dem Seitenruder zu kup- peln. Triebwerk: luftgekühl- ter Reihenmotor mit vier hängenden Zylindern, Bau- muster Walter „Mikron II“ von 50-60 PS bei 2600 U/min, Holzluftschraube von 18 m Durchmesser. Brennstofivorrat 50 |, in einem aus Aluminiumblech geschweißten Tank unter- gebracht. Spannweite 11,5 m, Länge 7,1 m, Höhe 1,85 m, Fläche 15 m?, Leergewicht 295 kg, Fluggewicht 540 (Gruppe 3) bzw. 500 (Gruppe 4) kg. Flächenbelastung 36 (33,3) kg/m?, Leistungsbelastung 9 (8,4) ke/PS, Höchstgeschwindigkeit 175 km/h, Reisegeschw. 160 km/h, Landegeschw. 70 (65) km/h, Steigzeit auf 1000 m 7,2 (6,5) min, auf 2000 m 16,8 (14,5) min, Gipfelhöhe 4500 (4800) m, Reichweite 650 km. Leichtflugzeug „La Il“ der FFG Stettin. Das einsitzige Leichtflugzeug Muster „La 11“ der Flugtechnischen Fachgruppe an den Vereinigten Technischen Staatslehranstalten für Maschinen- und Schiffsingenieurwesen in Stettin nahm im Oktober 1937 an dem Vergleichsfliegen für Motorgleiter in Rangsdorf teil, ob- wohl es eigentlich nicht auf diesen Wettbewerb zugeschnitten war. Infolge des ziemlich schweren Mercedesmotors F 7502 A hat es ein verhältnismäßig hohes Rüstgewicht. Es zeigte sich jedoch, daß die Luftschraubenuntersetzung im Verhältnis 1:3 mit den dadurch er- möglichten Schraubenwirkungsgraden das Mehrgewicht bei weiten aufwog. Besonders machte sich dieser Umstand durch kurze Start- strecke und gutes Steigen bemerkbar. Auch im Brennstofiverbrauch liegt der maximal etwa 23 PS leistende Viertaktmotor günstiger als die in den übrigen Teilnehmerflugzeugen verwendeten etwa 18 bis 20 PS leistenden Zweitaktmotoren. Das Muster „La 11“ ist als Uebungseinsitzer mit niedrigen Her- stellungs- und Betriebskosten gedacht. Besonderer Wert wurde auf ausreichende Flugleistungen und harmlose Flugeigenschaften gelegt. Die rechnungsmäßige Festigkeit entspricht — um bei beschränkter Motorleistung das Fluggewicht in niedrigen Grenzen zu halten — der Gruppe P 3. Bei der durch die PfL. vorgenommene Flugerprobung wurden folgende Flugfiguren einwandfrei durchgeführt: Ueberschlag nach oben, Turn, Trudeln links und rechts bei allen äußerst vorkom- menden Schwerpunktlagen. Bücker Bü 180 „Student“ Werkzeichnung Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 81 Einsitziges Leichtflugzeug „La 11“ der FFG. Stettin. Werkbilder Flügel zweiteilig, abgestrebt, 2 I-Holme und Fachwerkrippen aus Holz, doppelte Holz-Diagonalen zur Aufnahme der Tangentialkräfte und Torsionsmomente, 8,5° Pfeilform, Flügeleinheitsgewicht 4,0 kg/m’, Flügelstreben V-förmig aus Stahlrohr mit Sperrholz verkleidet, Flügel mit Streben zusammen abnehmbar und seitlich am Rumpf anzuhängen. Hinterkante in der Mitte ausgeschnitten. Holzrumpf mit Sperrholzbe- plankung, vorn sechs-, hinten fünfkantig. Offener Sitz. Normales MHöhen- und Seitenleitwerk, Höhenflosse am Boden ein- stellbar, Holz-Stoffausführung. Antrieb der Ruder durch Seile bezw. kurze Stoßstangen zu den beiden getrennten Höhenrudern, Querruder mit Differentialwirkung durch Stoßstangen angetrieben. Dreibeinfahrwerk, 2 Niederdruckräder 380 X 150 mm an Achs- schenkeln,welche einzeln durch in Federbeinen untergebrachte Schrau- benfedern gefedert sind. Spurweite 980 mm. Sporn als einarmiger Hebel mit Druckgummifeder (Gummirolle). Triebwerk: Mercedes F 7502 A unter Zwischenschaltung von Gummipuffern auf Stahlblechbock gelagert, große langsam laufende Holzschraube (n = 1000 U/min) von 2,25 m ©. Brennstofitank aus Al.- Blech von 36 1 Inhalt hinter dem Brandschott im Rumpf, Zusatzöltank von 3 l aus Stahlblech vor dem Brandschott. Abmessungen, Gewichte und Leistungen. Spannweite 10,50 m, Länge 6,10 m, Höhe 2,10 m, Fläche 14,5 m?, Rüstgewicht 215 kg, Zu- ladung 110 kg, Fluggewicht 325 kg, Flächenbelastung 22,5 kg/m’, Leistungsbelastung 14,0 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 120 km/h, Kleinstgeschwindigkeit 50 km/h, Landegeschwindigkeit 45 km/h, Steig- zeit auf 1000 m 9 min. Sport- und Reisezweisitzer „M. 19“. Die Akaflieg an der Technischen Hochschule Budapest, deren Eigenkonstruktionen bereits mehrfach beachtliche Leistungen zeigten, führt gegenwärtige die Flugerprobung eines freitragenden Tiefdeckers durch, dessen Entwurf von Ernst Rubick und Alexander Gönczy stammt. Freitragender Holzflügel, zwei Holme, Unterseite mit Sperrholz beplankt, Saugseite stoffbespannt. Zwischen Querrudern und Rumpf Nr. 4/1938, Bd. 30 Seite 82 „FLUGSPORT“ = Landeklappen, zur Ver- I | minderung der Landege- l \ schwindigkeit können | auch die OQuerruder haube überdacht, Doppelsteuerung. Leitwerk Sport- und Reiseflugzeug „M. 19%, Zeichnung: Flugsport selbst nach unten ausge- schlagen werden. Ellip- tischer Flügelumriß, eirene Flügelschnitte, am Rumpf „M. Sr. E. 19“, außen „M. Sr. E. 19b“. Die Befestigung am Rumpf geschieht durch vier Bolzen. Die in den Holm eingelasse- nen Beschläge sind aus schwedischem .Stahl- blech „Sandwick 6 CM 20“ hergestellt. Rumpf aus Stahl- rohr geschweißt, zwei Sitze hintereinander, durch eine Plexiglas- in Holzbau, Höhenflosse mit zwei Profilstreben nach Rumpfunterkante abgefangen. Beide Ruder nicht ausgeglichen, Höhenruder geteilt. Freitragendes Fahrwerk mit bremsbaren, verkleideten Rädern. Die Bremsbetätigung ist mit dem Seitenruder gekuppelt. Gefederter Schleifsporn. Triebwerk: De Havilland „Gipsy-Major“ von 130 PS. Brennstoff- tank im Flügelmittelteil. 2] Spannweite 10,2 m, Länge 8,0 m, Fläche 14 m’, ‚Leergewicht 600 kg, Fluggewicht 800 kg, Flächenbelastung 57 kg/m’, Leistungs- belastung 6,15 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit am Boden 230 km/h, Reisegeschw. 200 km/h, Landegeschw. 70 km/h, Steiggeschw. am Boden rd. 3,7 m/sec, praktische Gipfelhöhe rd. 4800 m. Zweisitziger Reisetiefdecker „M. 19“ der Akaflieg Budapest. Werkbilder 1938 PATENTSAMMLUNG des N I Band Vil Nr. 16 Inhalt: 654 880; 655 936, 937, 990; 656.030, 118, 181, 201, 238, 303. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb (Gr. 3-24). b 3; Pat. 655936 v. 10. 11. 36, veröff. 26.1.38. Dornier-Werke G.m.b.H,, Friedrichshafen”). HZohlkörper für Luftfahr- zeuge. Das Wesen der Erfindung wird am besten klar, wenn man sich die Vorgänge beim Kopfstand des Flugzeuges vergegenwärtigt. Die dabei auf das vor- dere Ende des Flugzeuges, d. h. auf den vordersten Spant hinter der vorderen Abschlußkappe wirkende Kraft Pk (Abb. 1) zerlegt sich in die beiden Kom- ponenten Pv und Ph, welche in der Symmetrieebene des Flugzeuges wirken. Die Kraft Ph wurde bisher durch einen in der Symmetrieebene liegenden waage- rechten Längsträger aufgenommen, während die Senk- rechtkomponente Pv durch eine mehr oder weniger hohe, ringförmig geschlossene Rahmenkonstruktion im Abschlußspant aufgenommen wurde (vgl. Abb. 2). Nach der Erfindung wird die Senkrechtkomponente Pv Abb.1 Apr Abb.5 ) ZZ Apr P P 2 7 Zu Abs Abb.2 © “et Apr Abba + Abba Py exzentrisch zur Symmetrieebene durch die Sichelform des Spantes in die Schalenwand oder in die Teil- schalenwände überführt. Diese werden nunmehr nicht nur durch eine geringere Kraft beansprucht, da ia eine dreiachsige Kippbewegung eintritt, sondern die Art der Beanspruchung geht in eine für die Schalen- wand günstigere Schubbeanspruchung über. Es ist da- her dem Konstrukteur möglich, die Schale des Hohl- körpers und den vorderen Abschlußspant schwächer, d. h. leichter zu bauen, als wenn die Kraft des Lan- dungsstoßes in der Symmetrieebene wirken würde. Patentansprüche: 1. Hohlkörper für Luftfahrzeuge, insbesondere Flugzeugrumpf, mit einem oder mehreren in sich nicht ringsum geschlossenen Spanten, dadurch gekennzeich- net, daß jeder Spant eine nach unten und nach einer Seite gerichteten Oeffnung frei läßt. 2. Hohlkörper nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die in sich nicht geschlossenen Spanten an denienigen Stellen des Hohlkörpers angeordnet sind, an denen bei der Landung ein besonders hef- tiger Stoß zu erwarten ist, insbesondere am vorderen Ende hinter einer nicht zur Aufnahme nennenswerter Kräfte geeigneten Abschlußkappe. 3. Hohlkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in sich nicht geschlossene Span- ten mehrere durch Zwischenräume voneinander ge- trennte Schalenbleche verbinden. *) Walter Kahlisch, Manzell, ist als Erfinder be- nannt worden. b Aıo Pat. 655 990 v. 16. 1. 36, veröff. 27. 1. 38. Richard Tichy, Prag. Stahl- blechüberzug für Leichtkonstrnktionen. Patentansprüche: 1. Stahlblechüberzug für Leichtkonstruktionen, da- durch gekennzeichnet, daß Seilzüge, Streifen o. del. das Gerippe der Leichtkonstruktion bilden, die in nutenförmigen Vertiefungen des aus einem Stück be- stehenden Ueberzugsbleches (1) eingelegt und an ihren Enden durch Spannvorrichtungen (3) gespannt sind, um das Ueberzugsblech zu versteifen. 2. Stahlblechüberzug für Leichtkonstruktionen laut Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nuten- 466.3 4, 48. 5 / Abb.6 Abb.7 EL 2 ? Ab.8 4 3 förmige Vertiefung, in der sich die Versteifungsglieder (2) befinden, wasserdicht abgeschlossen ist. 3. Stahlblechüberzug für Leichtkonstruktionen laut Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nutenförmigen Vertiefungen geradlinig, schräg oder kreuzweise angeordnet sind. 4. Stahlblechüberzug für Leichtkonstruktionen laut Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die nutenförmigen Vertiefungen des Bleches im Innern der Konstruktion angeordnet sind, so daß die Außenfläche des Ueberzuges glatt bleibt. b 6 Pat. 656 181 v. 6. 7. 35, veröff. 31. 06 1. 38. Fritz Faudi, Kronberg bei Frankfurt a.M.*). Anordnung zur Stoß- und Schwingungsdämpfnng an Flngzengbauteilen. Der Anordnung nach der Erfindung liegt die Auf- gabe zugrunde, überraschenden Flügelbrüchen u. dgl., wie sie als Folgeerscheinungen von Schwingungen oder auch beim Abfangen auftreten, zu begegnen. Derartige Schwingungen können dabei hervorgerufen sein durch Böen, die im Falle von Aufwärtsböen eine plötzliche Anstellwinkelvergrößerung des Flügels zur Folge haben und damit zu Ueberlastungen des Tragwerkes führen; sie können aber auch bedingt sein durch ein eigenartiges Zusammenwirken der selbst bei verhältnismäßig steifen Tragflügeln immer Seite 70 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 16 EEE DER a7 noch vorhandenen Nachgiebigkeit des Flügels unter Erregung durch die Luft bei hohen Geschwindigkeiten. Nach der Ausführungsform gemäß Abb. 8 ist er- sichtlich, daß das energieverzehrende Bauglied gleich- zeitig auch auf das Fahrgestell h wirkende Lande- stöße aufnimmt. Von besonderer Bedeutung ist dabei in allen Fäl- len, ‘daß die auf die energieverzehrenden Bauteile wirkenden Kräfte von jeweils einstellbaren Gegen- kräften aufgenommen werden können. Die energie- verzehrenden Bauteile sind an sich bereits so einge- stellt, daß sie den auftretenden Kräften mit Vorspan- nung begegnen, beispielsweise als Bauteile der Flügel gegenüber den Luftkräften sich wie starre Flügel ver- halten, iedoch gegenüber Schwingungen, die durch äußere Kräfte, z.B. dem Motor, in die Zelle geleitet werden, in dem Augenblick ansprechen, als die Schwingungen durch das sog. Sichhochschaukeln ein unerwünschtes Maß annehmen und damit selbstver- ständlich auch von vornherein allen solchen Schwin- sungen begegnen, die oberhalb der gesteckten Vor- spannungsgrenze liegen. Insbesondere bei der An- ordnung nach Abb. 8, d.h. in Fällen, wenn z.B. gleichzeitig Landungsstöße aufgenommen werden sol- len, ein unerwünschtes Durchfedern aber vermieden werden soll o. del., kann man in an sich bekannter Weise dafür auch Vorsorge treffen, daß die Dämp- fungsleistung auch einstellbar ist, beispielsweise der- art, daß kombinierte Federpreßluftaggregate verwen- det werden, bei denen das Luftkissen leicht vom Führersitz verändert werden kann, oder durch Quer- schnittsregelung bei Verwendung von Oeldämpfern oder Flüssigkeitsdämpfern u. dgl. Durch die Mög- lichkeit ständiger Beobachtung -der von den Dämp- fungsvorrichtungen aufgenommenen Kräfte kann ge- gebenenfalls, um unerwünschten Bewegungen unter- halb einer gewissen Einwirkungsgrenze zu begegnen, die Vorspannungskraft erhöht werden und umgekehrt, beispielsweise, um auch bei geringeren Außenkräften durch Anschlag des Flügels nach oben oder hinten Verschiebung des Auftriebsmittels zu erzielen und gleichzeitig Drehschwingungen aufzuheben. Patentansprüche: 1. Anordnung zur Stoß- und Schwingungsdämpfung an Flugzeugbauteilen, bei denen innerhalb des äuße- ren Umrisses der die Luftkräfte aufnehmenden Bau- teile oder innerhalb von Rumpfverkleidungen nach- giebige, energieverzehrende Bauglieder angeordnet sind, die gegebenenfalls Bauelemente der betreffenden Bauteile selbst bilden, dadurch gekennzeichnet, daß die nachgiebigen, energieverzehrenden Bauglieder zwischen gelenkige Zwischenteile des Ober- und Un- tergurtes eines frei tragenden Flügels oder nur zwi- schen gelenkige Zwischenteile eines dieser Bauteile eingefügt sind. | 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die nachgiebigen, energieverzehrenden Bauglieder zwischen sgelenkige Zwischenteile des Ober- und/oder Untergurtes eines frei tragenden Flü- gels eingefügt sind, daß diese Zwischenteile im we- sentlichen parallele Bewegungen ausführen können und das nachgiebige, energieverzehrende Bauglied diago- nal in diese Zwischenteile gelenkig eingefügt ist. 3. Anordnung nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere ergieverzeh- rende Bauglieder über Gelenkpunkten angeordnet lie- gen, in denen Flügelabschnitte parallel oder schräg zur Flugrichtung gegeneinander derart schwingbar sind, daß beim Ausschlag der Flügelabschnitte nach oben Anstellwinkelverringerung und Erhöhung der V-Stellung der Flügel und damit Auftriebsverminde- rung erzielt wird. 4. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsaufnahmefähigkeit und! oder die Dämpfungsleistung der nachgiebigen, energie- verzehrenden Bauglieder veränderbar ist, zweckmäßig derart, daß während des Fluges die Veränderung von einer beliebigen, vorzugsweise mehrere Bauglieder erfassenden Bedienungsstelle aus erfolgen kann. 5. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die nachgiebigen, energieverzeh- renden Bauglieder mit dem Fahrwerk verbunden sind derart, daß sie gleichzeitig Abfederungskräfte und die Energievernichtung der durch das Fahrwerk übertra- genen Landestöße übernehmen. 6. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die nachgiebigen Bauglieder mit Meßvorrichtungen in Verbindung stehen, die eine Be- obachtung der auftretenden Kräfte und damit Einstel- lung der Dämpfungsleistung, z.B. Veränderung des Luftkissens von Feder- und Preßluftaggregaten, vom Führersitz aus gestatten. *) Von dem Patentsucher ist als Erfinder ange- geben worden: Oskar Ursinus, Frankfurt a. M. b Soi Pat. 656 118 v. 23. 6. 36, veröff. 31. 1. 38. Fritz Freiherr von Boenigk, Hildesheim. Verstellrippe. Patentansprüche: 1. Verstellrippe mit veränderlichem Auftrieb für Flugzeugflügel, bei der die biegsame und aufwickel- bare Beplattung aus Metall, Holz oder Stoff durch Hebel, die nicht mit der Fläche fest verbunden sind, stärker oder schwächer gewölbt werden können, da- durch gekennzeichnet, daß die oberen Rippenteile hebelartig quer oder nahezu quer zur Flugrichtung verschwenkbar sind. 2. Verstellrippe usw. nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellantrieb der oberen Rippenteile mit der Spannvorrichtung für die Beplat- tung gekuppelt ist. Abb. ı A A; D BCE. SERRET] Schnitt nacp A "Br AN) EN : Abb. 3 zo: SER Sofnitt nach C-D.” n = (Alb.2) o Nr. 16 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPUORT Seite 71 b 141 Pat. 654880 v. 3. 11. 35, veröff. 3. 2. 38. Sperry Gyroscope Com- pany Inc. New York, V.St.A. Ventileinrich- fung in drnckmittelbetriebenen Stencranlagen für Luftfahrzenge. Patentansprüche: 1. Ventileinrichtung zur Kurzschließung der zu den beiden Arbeitsräumen eines druckmittelbetriebe- nen Rudermotors in Selbststeueranlagen für Luftfahr- zeuge führenden Druckmittelleitungen zwecks Ermög- lichung einer Ruderlegung von Hand, dadurch gekenn- zeichnet, daß sie durch die in den beiden Arbeits- räumen des Motors herrschenden Drücke belastet und mit solcher Vorspannung versehen ist, daß sie unter dem Einfluß der während des Arbeitens der Stelbst- steueranlage in den Arbeitsräumen des Motors auf- tretenden Drücke nicht, wohl aber unter dem Einfluß eines infolge Handverstellung des Ruders in diesen Arbeitsräumen hervorgerufenen Ueberdruckes öffnet und damit die beiden Arbeitsräume des Motors kurz- schließt. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die den Ueberdruckwert bestimmende Vorbelastung der Ventileinrichtung, bei der die Ven- tileinrichtung Öffnet, durch ein und dieselbe Feder erfolgt. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Ventileinrichtung durch ein feder- [4 35 Ir! A 7 7 ı Fig! — ee / ic Is SEEN SI PEZZERDLETLLZREZTE 23°‘ belastetes Ventil gebildet wird, bei dem der Ventil- teller zwei vorzugsweise flächengleiche Oeffnungen abschließt, welche bei Abheben des Ventiltellers in Verbindung treten. : 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die vorzugsweise flächengleichen Oeff- nungen der Ventileinrichtung als Kreisraum (19) und diesen umgebenden Ringraum (16) ausgebildet sind. 5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Ventilteller der Ventileinrichtung als ein in einer Zylinderführung gleitender „abgedich- teter Kolben (26) ausgeführt ist und ie ein zu den beiden Oeffnungen (16, 19) der Ventileinrichtung von der Ventiltellerrückseite führendes Ueberdruckventil (31, 32) trägt, welches öffnet, wenn infolge von Un- dichtheit des Kolbens hinter dem Ventilteller ein Druck entsteht, dessen Größe die des auf die Vorder- seite des Ventiltellers wirkenden Druckes übersteigt. 6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventileinrichtung in an sich bekannter Weise mit dem Gehäuse des Ruder- motors zusammengebaut ist b 15.0 Pat. 656 030 v. 18. 3. 36, veröff. 27. 1. 38. Henschel Flugzeug- Werke AG. Schönefeld über Berlin-Grünau, Kr. Teltow*). Verstelleinrichtung für Fing- zeuglandeklappen. Patentanspruch: Verstelleinrichtung, bei welcher die beiden Kolben- seiten eines Druckflüssigkeitsmotors durch eine Um- laufleitung miteinander verbunden sind, die durch ein Rückschlagventil geöffnet oder geschlossen wird, für Flugzeuglandeklappen, dadurch gekennzeichnet. daß EN das Rückschlagventil (14) beim Einschlagen der Lande- klappe (1) öffnet und seine Belastungsfeder (16) z. B. durch einen Keil (18) auf einem Gestängerahmen (19, 20) an der Kolbenstange (5) gespannt wird, wenn die Landeklappe (1) die Kolbenstange (5) im Sinne des Einschwenkens verschiebt. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Rudolf Koch, Berlin-Grünau. b As Pat. 656303 v. 8. 10. 35, veröff. 2. 2. 38. Harry Nelson Atwood, Sout Lyndeboro, New Hampshire, V.St.A. Fingzeugteile aus röhrenartigen aneinandergc- setzten Hohlkörpern. Patentansprüche: 1. Flugzeugteile aus röhrenartigen aneinanderge- setzten Hohlkörpern, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlkörper in übereinanderliegenden, parallelen oder sich kreuzenden Reihen angeordnet sind. Seite 72 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 16 mm 2, Flugzeugteile nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Teile mit einer äußeren Außenhaut aus einer: thermoplastischen Stoff (24) versehen wer- den, der durch Erwärmung aus seinem gewöhnlichen harten Zustand in einen weichen Zustand übergeführt werden kann. Fahrwerk (Gr. 40—41). b40, Pat. 655 937 v. 5. 8. 33, veröff. 0 26. 1. 38. Dr.-Ing. e. h. Dr. h. c. Ernst Heinkel, Warnemünde*). Federbein für Flugzenge. Patentansprüche: 1. Federbein für Flugzeuge, dadurch gekennzeich- net, daß die Geradführung ganz im Druckraum der Federung oder des Stoßdämpfers liegt. 2. Federbein nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Raum, in dem sich die Geradführung befindet, nach außen durch eine Stopfbüchse abge- schlossen ist. 3. Federbein nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Geradführung zwischen Kolben und Zylinder angeordnet ist. 4. Federbein nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch zekennzeichnet, daß die Geradführung als in den Kolben und die Kolbenstange hineinreichende und mit dem Druckzylinder fest verbundene Keilwelle, Vierkantstange u. dgl. ausgebildet ist. 5. Federbein nach den Ansprüchen 1 bis 4, da- durch sekennzeichnet, daß die Geradführung durch Keilwellen, Stifte und Schlitze u. dgl. gewähr- leistet ist. 6. Federbein nach den Ansprüchen 1 bis 5, da- durch gekennzeichnet, daß für die Geradführung eine Kerbverzahnung vorhanden ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Heinz Schneider, Warnemünde. Ga SSIN SSTTTTSCES DIN - SEN EEE be; URS b Ale Pat. 656 201 v. 28. 6. 35, veröff. 31.1.38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Arbeitsstrebe für Flng- zenge. Patentansprüche: 1. Arbeitsstrebe für Flugzeuge, die hydraulisch oder pneumatisch und hilfsweise mechanisch verlänger- bar oder verkürzbar ist und bei welcher Zahnstangen mit Zahnrädern in Eingriff stehen, dadurch , gekenn- zeichnet, daß die Zahnstangen mit dem Kolben der hydraulischen oder pneumatischen Betätigungseinrich- tung verbunden und gleichmäßig verschiebbar sind. ZA f i b “ SN III fig. 1 un A FT ISSN NIT TC L_ TE JERHERER PHRHRBEN BRABERRUEBN! \ ® Q 0D-- A Yf 2. Arbeitsstrebe für Flugzeuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnräder an dem Teil der Arbeitsstrebe angeordnet sind, der an der Flugzeugzelle starr oder drehbar befestigt ist. 3. Arbeitsstrebe für Flugzeuge nach Anspruch | oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb der Zahnräder durch die Achse erfolgt, um die die Ar- beitsstrebe schwenkbar ist. Abwurfvorrichtungen (Gr. 18, 20) C 185: Pat. 656 238 v. 5. 5. 35, veröff. 2. 2. 38. Siemens-Schuckertwerke A.-G., Berlin-Siemensstadt*). Yit einer Welle verbundener Haken, insbesondere für Bomben- abwurfgeräte. Patentansprüche: 1. Mit einer Welle verbundener Haken, insbeson- dere für Bombenabwurfgeräte, dadurch gekennzeich- net, daß das Hakenmaul, in Richtung der Drehachse gesehen, innerhalb des Querschnittes der Welle (2) liegt. 2. Mit einer Welle verbundener Haken nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beiderseits des Hakens (1) Aussparungen (6) zur Aufnahme der Auf- hängeglieder (3) der Last vorgesehen sind. 3. Haken nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß er derart aus der Welle (2) her- ausgebildet ist, daß der Angriffspunkt der Last in waagerechter und senkrechter Richtung in bezug auf die Drehachse (5) der Welle gleich große Hebelarme (a) besitzt. *) Von dem Patentsucher ist als Erfinder ange- geben worden: Ernst Wüstling, Berlin-Friedenau. Pat.-Samml. Nr. 16 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 4, am 16.2. 1938 veröffentlicht. Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 83 Schuldoppeldecker Heinkel „He 74 B“. Der einsitzige, verspannte Doppeldecker findet als Schulflugzeug mit Sonderausrüstung Verwendung. Rechteckige Flügel mit elliptischen Enden. V-Form des Oberflü- gels 3°, des kleineren Unterflügels 1°. Aerodynamisch gut ausgebildeter Uebergang des Unterflügels in den Rumpf. Zweiholmige Holzbau- weise, Nase und Feld zwischen den Holmen mit Sperrholz beplankt, dahinter Stoffbespannung. I-Stiele aus Leichtmetall, Profildrahtver- spannung. Querruder nur im Oberflügel, Antrieb mit Stoßstangen durch Unterflügel und I-Stiel geführt. Im Unterflügel Landeklappen, Betätigung durch Stoßstangen. Ovaler Rumpf, aus Stahlrohr geschweißt, hinten in eine senk- rechte Schneide auslaufend. Das Gerüst wird in einzelnen Baugruppen hergestellt und dann verschweißt. Leichte Holzverkleidung zur Form- gebung für die Leinwandbespannung. Hinter dem Motor Brandschott, Kraftstoffbehälter, darüber ein MG, anschließend der Führerraum. Knüppelsteuerung, Seitenruderpedale im Fluge verstellbar. Leitwerk in Holzkonstruktion, Sperrholzbeplankung. Höhenruder mit im Fluge verstellbaren Trimmklappen. Freitragendes Fahrwerk, teilweise in die vordere Flügelverspan- nungsebene einbezogen. Der Angriffspunkt der Drähte ist durch eine Profilstrebe nach hinten abgestützt. Die bremsbaren Laufräder (490X 180 mm) sitzen an Heinkel-Spiralfederbeinen mit OelstoRdämpfung. Freitragender Schleifsporn. Triebwerk: Argus „As 10 E“ von 235/275 PS, auf einem biegungs- steifen Träger gelagert. Spannweite oben 8,15 m, unten 7 m, Länge 6,44 m, Fläche 14,95 m?, Leergewicht 700 kg (Flugwerk 360 kg, Triebwerk 323 ke, ständige Ausrüstung 17 kg), zusätzliche Ausrüstung 92—97 kg, Brenn- stoff 82 kg, Schmierstoff 11 kg, Besatzung 90 kg, Nutzlast 1444 kg, Fluggewicht 988—1023 kg, Flächenbelastung 66—68,3 ke/m?, Leistungs- belastung 4,25 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit mit 275 PS am Boden Schulflugzeug Heinkel „He 74 B“, Werkbilder Seite 84 „FLUGSPORT"“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Heinkel- Schuldoppeldecker „He 74B.“ Werkzeichnung errechnet 310 km/h (garantiert 285 km/h), Geschw. bei 235 PS am Boden 294 (270) km/h, Geschw. bei 140 PS in 5000 m Höhe 285. (260) km/h, Steiggeschw. am Boden 10,25 m/sec, in 5000 m 3,5 m/sec, Steigzeit auf 2000 m 3,9 (4,5) min, auf 4000 m 9,7 (11,5) min, auf 5000 m 13,8 (16) min, Dienstgipfelhöhe 7900 m, absolute Gipfelhöhe 8400 m, Kurvenradius in 5000 m Höhe 210 m, Kurvenzeit 27 sec. Flugdauer normal 1,3 Std. Beanspruchungsgruppe H 5. Aufklärungsflugboot „Latecoere 582“. Der dreimotorige Hochdecker gleicht in seinem statischen Aufbau den älteren, bekannten Baumustern der gleichen Firma. Als Neuerung ist der Uebergang von den Flossenstummeln zu getrennten Seiten- schwimmern, die Verwendung einer ungeraden Anzahl von Motoren und die Bevorzugung luftgekühlter Triebwerke zu erwähnen. Trapezflügel mit elliptischen Enden. Mitteldickes Profil „Late- core 55“. Zwei Leichtmetallholme, Diagonalversteifung durch Spann- drähte, Leichtmetallrippen, Stoffbespannung. Unterteilte Ouerruder, im Mittelteil Landeklappen. Die Verbindung mit Boot und Seiten- schwimmern besteht aus einem in zwei Ebenen angeordneten Stre- bensystem mit Drahtauskreuzungen. Seitlich vom Boot zwei Aus- legerknotenpunkte, von denen aus vorn und hinten je vier Streben in W-Form nach den Motorverkleidungen laufen. Die Seitenschwimmer sind durch je zwei parallele Streben nach den Außenmotoren abgefan- gen, an ihnen greifen auch die eigentlichen Flügelstreben an. Die Stiele sind teilweise aus profiliertem Stahlrohr hergestellt, z. T. sind. sie auch aus eloxiertem Leichtmetall zusammengenietet. Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 85 Zweistufiges Boot, in der üblichen Art aus anodisch oxydiertem Leichtmetall L-2 R aufgebaut. Geschlossener MG-Stand im Bug, an- ‚schließend Navigationsraum, dahinter ein Stand für Luftaufnahmen. Führerraum mit zwei nebeneinanderliegenden Sitzen, überdacht. Da- hinter FT-Raum, ferner eine kleine Bordwerkstatt, von der aus die :Motoren zugänglich sind. An einen Aufenthaltsraum für die Besatzung mit Kochgelegenheit usw. schließen sich zwei einziehbare MG-Stände über und unter dem Rumpfe an. | Einfaches Leitwerk, Höhenflosse in halber Höhe der fest mit dem Boot verbundenen Kielflosse, nach unten durch N-Stiel abgefangen. Zwei Metallholme, Holzrippen, Stoffbespannung. Geteiltes Höhenruder mit Innenausgleich. Triebwerk: drei Vierzehnzylinder Gnome-Rhone „14Krs“ von je 740 PS nebeneinander im Flügel, gegenüber der Wasserlinie positiv eingestellt. NACA-Verkleidungen, Ratier-Verstellpropeller. Brennstoff- behälter in den Seitenschwimmern, in jedem Schwimmer zwei Tanks von 1580 und 880 1. Schnellablaßventile. Spannweite 28 m, Länge 21,1 m, Höhe 6,15 m, Fläche 112 m?, Leergewicht 6915 kg, Brennstoff und Oel 2585 ke, verfügbare Last 1500 kg, Fluggewicht 11300 kg, Flächenbelastung 101 ke/m?, Lei- stungsbelastung 5,1 kg/PS, Höchstgeschw. in 1500 m Höhe 275 km/h, in AUYO m 273 km/h, absolute Gipfelhöhe 7900 m, mit zwei Motoren 4500 m, Reichweite 1800 km. Ein Vergleich mit dem Baumuster Dornier „Do 24“ (vel. „Flug- sport“ 1937, S. 720) zeigt, daß bei praktisch gleichen Abmessungen die Leistungen des deutschen Baumusters beträchtlich höher liegen. 8200 27100 Aufklärungs-Flugboot Lat&eco&re „582“. Zeichnung: Flugspori Seite 86 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Inland. Erlaß über die Führung der Wehrmacht. Der Führer und Reichskanzler hat folgenden Erlaß über die Füh- rung der Wehrmacht herausgegeben: „Die Befehlsgewalt über die gesamte Wehrmacht übe ich von jetzt an unmittelbar persönlich aus. Das bisherige Wehrmachtsamt im Reichskriegsministerium tritt mit seinen Aufgaben als „Oberkommando der Wehrmacht“ und als mein militärischer Stab unmittelbar unter meinen Befehl. An der Spitze des Stabes des Oberkommandos der Wehrmacht steht der bisherige Chef des Wehrmachtsamtes als „Chef des Oberkommandos der Wehrmacht“. Er ist im Range den Reichs- ministern gleichgestellt. Das Oberkommando der Wehrmacht nimmt zugleich die Geschäfte des Reichskriegsministeriums wahr, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht übt in meinem Auftrage die bis- her dem Reichskriegsminister zustehenden Befugnisse aus. Dem Ober- kommando der Wehrmacht obliegt im Frieden nach meinen Weisungen die einheitliche Vorbereitung der Reichsverteidigung auf allen Gebieten. Berlin, den 4. Februar 1938 Der Führer und Reichskanzler (zez.) Adolf Hitler Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei (zez.) Dr. Lammers Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (gez.) Keitel.“ Generaloberst Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, wurde vom Führer zum Generalfeldmarschall ernannt. Neugliederung im Luftiahrtministerium vom 4. 2. 1938. Im Rahmen notwendig gewordener Umorganisationen im Bereich der Luft- waffe werden im Reichsluftfahrtministerium folgende Stellenneu geschaf- fen: I. der Chefder Luftabwehr, I. der Generalinspekteur der Luftwaffe, III. der Chefdes Ministeramtes. Ferner werden unter Zusammenfassung mehrerer Luftkreiskommandos die Luftwaffen-Gruppen 1—3 gebildet. Luftwaffengruppe 1 (Ost) in Berlin, Luftwaffengruppe 2 (West) in Braunschweig, Luftwaffengruppe 3 (Süd) in München. An der Spitze jeder Gruppe steht ein Kommandierender General und Be- fehlshaber der Luftwaffengruppe. Im Zuge dieser Neugliederung stehen folgende personelle Veränderungen: Es werden ernannt: zum Chef der Luftabwehr: General der Flak- artillerie Rüdel; zum (eneralinspekteur: Generalmaior Kühl unter gleich- zeitiger Beförderung zum Generalleutnant; zum Chef des Ministeramtes: Oberst Bodenschatz unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmaior; zum Kommandierenden General und Befehlshaber der Luftwaffengruppe 1: General der Flieger Kesselring; zum Kommandierenden General und Befehlshaber der Luftwaffengeruppe 2: Generalleutnant Felmy unter gleichzeitiger Beförde- rung zum General der Flieger; zum Kommandierenden General und Befehlshaber . der Luftwaffengruppe 3: General der Flieger Sperrle. Ferner werden mit Wirkung vom 1. Februar 1938 befördert: zum Gene- ralmaior: der Höhere Kommandeur der Lehrtruppen der Luftwaffe Oberst Nr. 4/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT“ Seite 87 Förster; zum Generalmaior: der Amtschef im Reichsluftfahrtministerium Oberst Ritter von Greim. Ferner werdenernannt: der Generalleutnant Klepke, Inspekteur der Aufklärungsflieger und des Luft- bildwesens, zum General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber des Heeres unter Belassung in seiner bisherigen Dienststellung; der Generalmaior Quade an der Luftkriegsakademie zum Kommandeur der Höheren Luftwaffenschule; der Oberst Martini, Abteilungschef im Reichsluftfahrtministerium (Generalstab der Luft- waffe) zum Chef des Nachrichten-Verbindungswesens; der Oberstleutnant Je- schonnek, Abteilungschef im Generalstab der Luftwaffe, zum Chef des Füh- rungsstabes im Generalstab der Luftwaffe; der Oberstleutnant Kammhuber, Abteilungschef im Generalstab der Luftwaffe, zum Chef des Organisationsstabes im Generalstab der Luftwaffe; der Oberstleutnant Hoffmann von Waldau, Abteilungschef im Generalstab der Luftwaffe, zum Chef des Ausbildungsstabes im Generalstab der Luftwaffe. Es scheidenaus: der General der Flieger Wachenfeld, bisher General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber des Heeres; der General der Flieger Halm, bisher Komman- dierender General und Befehlshaber im Luftkreis 4; der General der Flieger Kaupisch, bisher Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis 2: der Generalleutnant Wilberg, bisher Kommandeur der Höheren Luftwaffen- schule; der Generalleutnant Karlewski, bisher bei den Offizieren z. b. V. des Reichsministers der Luftfahrt; der charakterisierte Generalleutnant Niehoff, bisher bei den Offizieren z. b. V. des Reichsministers der Luftfahrt. 10 Std. 53 Min. segelte Köhler im Gelände der Segelflugschule Steinberg in Oberschlesien. Der Flug ist besonders bemerkenswert, weil er bei kaltem Wetter und heftigen Böen an den kurzen niedrigen Hängen ausgeführt wurde. Segelilugwanderpreis der Stadt Breslau für die beste Leistung eines schle- sischen NSFK.-Sturmes für das Jahr 1937 wurde dem Sturm 1/31 Hirschberg für eine Gesamtflugdauer von 87 Std. 26 Min., eine Gesamtflughöhe von 32400 m und eine Gesamtstrecke von 525 km zugesprochen. Was gibt es sonst Neues? Focke-Wulf „Condor“ soll in zwei Exemplaren von der dänischen Luft- verkehrsgesellschaft D. D. L. eingesetzt werden. Marcel Doret, Paris, kaufte einen „Habicht“, den er in den nächsten Tagen in Mannheim einfliegen und übernehmen will. Fokker „G—1“, Lizenzrechte nach Rußland vergeben. Portugal bestellte 15 Jagddoppeldecker Gloster „Gladiator“. Afrikaflug a. Bücker Bü 180 „Student“ von Sportflieger Gotthold mit dem unverwüstlichen Bildberichterst. Ruge wird von den Bückerwerken vorbereitet. Ausland. Engl. Flieger Clouston, welcher zu einem Langstreckenrekordflug England— Neuseeland gestartet war, mußte nach einer Notlandung in sumpfigem Gelände in der Nähe von Adana (Türkei) seinen Flug aufgeben. Beim Rückflug nach England zerbrach er sich bei einer Landung auf Cypern das Fahrwerk. Leichtilugboot ..Trimcraft“ von Trimmer und Purchase mit 40 PS-Salmson „Ad.9“. Spannweite 11,3 m, Länge 6,6 m, Leergewicht 305 kg, Fluggewicht 495 kg, Höchstgeschwindigkeit 148 km/h, Reisegeschw. 137 km/h, Landegeschw. 60 kmlh. Bıld: Sportsman Pilot Seite 88 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Singapurs Luftabwehr sollte anläßlich der großen Flotten- und Luftmanöver, an denen sich außer 27 Kriegsschiffen 100 Flugzeuge und 30 000 Mann Truppen beteiligten, geprüft werden. Wenn auch das Herannahen der Luftgeschwader rechtzeitig bemerkt wurde und diese manövermäßig vertrieben werden konn- ten, so scheint man zu der Ansicht gekommen zu sein, daß die Luftabwehr sich doch als nicht stark genug erwiesen hat. Ital. Neuordnung des Segeliluges wird durch eine Bestimmung des Sekretärs der Nationalen Faschistischen Partei, Exzellenz Achille Starace, im Verordnungs- blatt Nr. 969 wie folgt angekündigt: Auf Grund eines Abkommens zwischen dem Sekretär der Nationalen Fa- schistischen Partei, dem Luftfahrtministerium und dem Kgl. Nationalen Luftfahrt- verband (R. U. N. A.) ist eine Neuordnung des Segelfluges beschlossen worden, die der Entwicklung dieser luftsportlichen Tätigkeit auf vormilitärischem und sportlichem Gebiete dienen soll. Die verschiedenen Tätigkeitsgebiete sind danach folgendermaßen unterteilt worden, wobei dem Luftfahrtministerium die technische Oberaufsicht vorbehalten bleibt: Es übernehmen: 1. Die Gioventu Italiana dell Littorio (Generalkommando): die Organisation und die Verwaltung der Gleitflugschulen für Avanguardisten (16—18 J.), Jungfaschisten und Studenten; die Organisation der Trainingsgruppen für Avanguardisten und Jungfaschisten, die bereits im Besitz mindestens des B- Scheins sind. 2. Die faschistischen Studentengruppen: die Organisation von akademischen Segelfliegergruppen mit wissenschaftlich-sportlichem Charakter. 3. Der Opera Nazionale Dopolavoro (Feierabendgestaltung): die Organi- sation sportlicher Segelfliegergruppen unter ihren Mitgliedern. 4. Die R.U.N.A.: die Organisation und direkte Verwaltung der Flugmodell- bauschulen, zu denen die betreffenden Parteiorganisationen jeweils die Ballilas (10—14 J), Avanguardisten (14—18 J.), die Jungfaschisten und Studenten zu- leiten: die Organisation der Segelflugschulen (bisher die Alpensegelfiugschule in Jagdzweisitzer De- lanne mit Kanonenmotor Hispano-Suiza von 860 PS. Das Bestreben, eine Abwehrwaffe gegen die schnellen Bombenflug- zeuge zu schaffen, führt zu den verschiedensten Vorschlägen. Mit dieser Tandemkonstruktion (die Zeichnung aus „Les Ailes“ vom 10. 2. 38 geben wir in nebenstehender Abb.), die zur Zeit inFrankreich im Bau ist, soll das Pro- blem des hinteren Schuß- feldes auch für die kleine _ 5 Maschine radikal gelöst km h werden. Die aerodyna- esta res mische Güte dürfte nach alteindre le biplace Unserer Ueberzeugung in- ; € folge der gegenseitigen Beeinflussung und durch das stumpfe Heck be- trächtlich leiden, so daß die Geschwindigkeit von 600 km/h (mit 860 PS und 2 Mann Besatzung) wohl etwas hoch gegriffen ist. Zum Vergleich sei er- wähnt, daß der Jagdein- sitzer Koolhoven „F.K.55“ mit dem gleichen Motor rechnungsmäßig „nur“ 520-550 km/h erreicht. Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 89 Japanische Bombenflugzeuge vom Typ „Navy 95“. Bild: Archiv Flugsport Asiago und die Schule des Agro Pontino in Sezze-Littoria; weitere Schulen wer- den baldigst eröffnet); die Organisation von Segelfluggruppen; die Organisation von segelfliegerischen Veranstaltungen; die Führung einer Versuchsanstalt für Serelflug. Richtlinie für alle Segeliluggruppen, unabhängig von der jeweiligen Mutter- organisation, ist der gruppenmäßige Beitritt zum Kgl. Nat. Luftfahrtverband (R.U.N. A.), dessen Statut für iede fliegerische Tätigkeit der Gruppen maß- gebend ist. gez. A. Starace. Italien. 3. Sahara-Fliegertreiien 17.—28. Februar in der italienischen Kolonie Libyen. Versammlungsort Ghadames an der Westgrenze der Kolonie, wo die Flugzeuge geprüft werden. Strecke führt über unbewohnte Gebiete. Für den Fall einer Notlandung sind je Besatzungsmitglied je 15 1 Wasser und Verpflegung für zwei Tage mitzuführen. Start 19. Februar. Flugstrecke: Ghadames (südwest- lich von Tripolis)—Hon (Oase el Diofra)—Sella—Taiserbo—Oasa Kufra—Dialo— Benghasi—Kasr el Adidabia—Sirt— Tripolis. In der Oasa Kufra und in Benghasi am Mittelmeer wird ie ein Ruhetag eingelegt. Der Aero-Club von Deutschland hat folgende Besatzungen gemeldet: Auf Messerschmitt „Taifun“ Dempewoli- _ „Maia“ und „Mercury“ bei einem Probeflug. Das bei Short in Rochester gebaute Composite-Flugzeug führte in den letzten Tagen die ersten gelungenen Probe- flüge aus. Das Gewicht des vom Rücken der „Maia‘ gestarteten oberen Lang- streckenflugzeuges „Mercury‘‘ betrug dabei 6600 kg, entsprechend dem höchsten Wert, mit dem eine einwandfreie Wasserung verlangt wird. Bei späteren Ver- suchen wird die Maschine bis zu einem Fluggewicht von 9500 kg vollgetankt, wobei vor der Landung allerdings Brennstoff abgelassen werden muß, wenn der Probeflug nicht über größere Entfernungen ausgedehnt werden soll. Weltbild Seite 90 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Curtiss-Jagdein- sitzer YIB-37 mit Allison-Zwölf- zylinder von 1000 PS. Werkbild Grabler, Schöpke-Smitt, Frhr. v. Richthofen-Rodenberger, Rosenthal-Zimmerimann, Geisler-Willis. Auf einer zweimotorigen Maschine AO 192 (Ago-Werke) starten Reichel-Daser-Kulas und Kirsch-Drivel-Knoreck-Westphal. Es fliegen also 7 deutsche Flugzeuge, 5 „Taifune“ und 2 AO 192. Ueber die Aussichten der deutschen Teilnehmer kann schon jetzt gesagt werden, daß die „Taifun“-Besatzungen nicht gerade günstig liegen, denn es sind Flugzeuge von 180 bis 1000 PS Stärke zu- celassen. Wenn auch die Motorstärke nicht allein den Ausschlag gibt, so dürften doch die „Taifun“-Maschinen mit ihren 240-PS-Motoren mit einem erheblichen Handicap belastet sein. Die japanische Mannschaft nimmt auf einer deutschen viermotorigen Maschine am Rennen teil. Mario Stoppani startete am 2. 2., 9.10 Uhr von Natal in Brasilien zum Rück- flug nach Italien. Die Maschine geriet in der Luft in Brand. Auf die SOS-Rufe des italienischen Flugzeugs starteten sofort zwei Dornier-Wal-Flugboote vom Südatlantikflugdienst der Deutschen Lufthansa. Einem der Boote gelang es noch rechtzeitig, die italienische Maschine zu finden und den Führer Stoppani in letzter Minute zu bergen, während seine Kameraden nicht mehr zu finden waren. Stoppani verdankt seine Rettung dem Umstand, daß er sich an einem Schwimmer fest- klammern konnte, bis das deutsche Flugboot ihn an Bord nahm. Hauptmann Comani und Hauptmann Viola sowie der Radiotelegraphist und der Mechaniker hatten dagegen auf einem brennenden Flügel Zuflucht gesucht, welcher aber bald darauf explodierte, wobei die Besatzung in das Meer geschleudert wurde. Be- merkenswert ist, daß der deutsche Dornier-Wal „Samum“ unter Führung von Flugkapitän Großschopff schon nach 31 Min. Flugzeit das im Atlantik treibende Wrack auffand. Trotz des schlechten Wetters entschloß sich Kapitän Großschopff zur Wasserung, und 4 Min. nach dem Aufsetzen befand sich Stopvani bereits in Sicherheit. Bekanntlich hat Stoppani, welcher bereits 19 intern. Flugrekorde für Neuere amerikanische Konstruktionen. Oben links: Brewster-Bombenflugzeug mit zweireihigem Sternmotor und Einziehfahrwerk. Unten: Das Mittelteil der Lande- klappe des Reisetiefdeckers Ryan SC (Typenbeschreibung s. „Flugsport“ 1937, S. 632) ist durchbrochen, um die Abschirmwirkung auf das Leitwerk geringer zu halten. Den gleichen Zweck verfolgen bekanntlich auch die an Segelflugzeugen mit Bremsklappen meist angeordneten Spalte zwischen den Klappen und dem Flügel. Rechts: Ryan SC mit aufgeklappter NACA-Haube. Bilder: Aviation Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 91 Bild: The Sportsman Pilct Jagdeinsitzer Grumman mit Pratt and Whitney „Twin Wasp“. Italien hereinholte, am 29. Dez. 1937 durch einen Flug von Cadiz nach Caravellas in Brasilien einen neuen Streckenweltrekord für Wasserflugzeuge mit einer Lei- stung von 7000 km aufgestellt. Flugzeug-Browning-Geschütz, amerik. Lizenz, wird in England gebaut. ‚Federation A6ronautique Internationale. An der Sitzung Ende Januar in Paris nahmen 22 Länder mit 60 Vertretern teil. Deutschland war durch den Aero-Club, Herrn von Gronau, vertreten. Es wurde beschlossen, die Zulassung des Segelfluges bei den nächsten Olympischen .Spielen herbeizuführen. Die Segelfluginteressen vertrat hier Flugkapitän Hanna Reitsch. Gleichzeitig wurden die Bestimmungen für den „Pokal des Prinzen Bibesco“, als Preis für dasienige motorlose Flugzeug, das mit einer Mindeststrecke von 1200 km mit mehreren Pflichtlandungen innerhalb von 22 Tagen in Bukarest eintrifft, getroffen. Für die Anerkennung von Höhensegelflugrekorden sind die Bestimmungen geändert. Auf der nächsten Sitzung der F.A.l. in Berlin sollen die hierfür notwendigen Kontroll- apparate vorgeführt werden. Für Motorflugplätze wird ein einheitliches Signal- system vorgeschlagen, wie solche bereits in Deutschland, Belgien, Aegypten, Ungarn und Rumänien eingeführt worden sind. Ratier-Verstellschraube mit negativer Steigung wurde an dem viermoto- rigen Flugboot CAMS 141 versucht. Der Verstellbereich beträgt 120° und reicht von der Segelstellung bis zu einem negativen Winkel von 30°. Die Manövrier- fähigkeit des Bootes soll anı besten sein, wenn die beiden inneren Schrauben auf Vorwärtssteigung, die beiden äußeren auf Rückwärtssteigung stehen und nur mit den Gashebeln gearbeitet wird. Die Entwicklung dieser elektrisch gesteuerten Schraube bereitete erhebliche Schwierigkeiten, da insbesondere die Verstellzeit beim Uebergange vom Versuch einer zebremsten Landung zum Steigflug mög- lichst kurz sein soll. Versuchsergebnisse in dieser Richtung liegen noch nicht vor. 437 km/h mit 2000 kg Nutzlast über 2000 km erreichte der Franzose Rossi auf Amiot 370 in Nordafrika. Damit wurde der von Italien mit 428 km'h gehaltene Rekord überboten. Die Geschwindigkeit über 1000 kın betrug 432 km/h, womit der gleichfalls von Italien gehaltene Rekord von 444 km/h nicht erreicht wurde. Dewoitine baut nach „Les Ailes“ ein Langstreckenflugszeug mit 20000 km Reichweite. Mit dieser Maschine könnte dann die größte auf der Erde zu er- reichende Entfernung in gerader Linie, etwa Paris—Neuseeland, zurückgelegt und ein nicht mehr zu überbietender Langstreckenrekord aufgestellt werden. Aufklärungesflugboot „Consolidated XPB2Y-1" der amerikanischen Marine. Bild: Ihe Sportsman Pilot „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Seite 92 Bell .„Airacuda“, das neueste Kampfflugzeug der Vereinigten Staaten. An der Seite der rechten Motorverkleidung erkennt man die Abgasturbine. Die Oeffnung auf dem Rücken der Verkleidung stellt den Kühlluftaustritt dar. Elektrisch ver- stellbare Curtiss-Luftschrauben, prestonegekühlte Allison-Motoren. Baubeschrei- bung s. „Flugsport“ 1938, S. 37. Werkbitd USA.-Flottenmanöver unter Beteiligung von Bombenflugzeugen fanden An- fang Februar an der kalifornischen Küste statt. Bei einer plötzlich einsetzenden Regenbö südlich von Point Loma rutschten zwei Bomber ab und schlugen so hart auf, daß sie vollkommen vernichtet wurden. Von den 14 Mann Besatzung konnten 4 geborgen werden. Gerard Vultee f, der Konstrukteur der bekannten Flugzeugmuster Lockheed „Vega“ und „Orion“ sowie der verschiedenen nach ihm benannten Typen der Firma Vultee Aircraft, verunglückte am 29. 1. mit einem Privatflugzeug tödlich. Chikagoer Luitiahrtausstellung wurde am 28. 1. eröffnet. Die rein nationale Schau wurde von folgenden Flugzeugfirmen beschickt: Aeronca, Beech, Bellanca, Fleetwings, Fairchild, Douglas, Howard, Curtiss-Wright, Kellett, Lockheed, Monocoupe, Piper (Lizenzbau des Tailor „Cub“), Porterfield, Rearwin, Ryan, Spartan, Stinson, Taylor-Young, United Aircraft, Waco und Gwinn Aircar. Die ausgestellten Flugzeuge gehören zum weitaus größten Teil der unteren und mittleren Preisklasse an. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ausstellun- gen treten Technik und Fortschritt in den Hintergrund, während das Verkaufs- moment wesentlich deutlicher ausgeprägt ist. Japanisches Flugboot „Navy 90-2 mit drei Rolls-Royce-Bussard-Motoren von ie 825 PS. Spannweite 31,1 m, Länge 22,6 m, Höchstgeschwindigkeit 220 km/h, Reichweite rd. 2500 km. Bild: Archiv Flugsport Profilsam lung mern emnmeenN 1 93 8 M GEGRÜNDET 1006 1 HERNUSSTRRHLT NN I a ET )) r. A j m MENT Te N u NACA-Proiile mit geringer Wölbungsrücklage*). Die vom National Advisory Committee for Aeronautics entwickel- ten Flügelschnitte mit geringer Wölbungsrücklage haben in den letz- ten Jahren wegen ihrer relativ geringen Druckpunktwanderung und ihrer guten Schnellflugeigenschaften zunehmend Eingang gefunden. Das bekannteste Profil dieser Familie, den Schnitt NACA 23012, haben wir bereits 1936 in der „Profilsammlung“ Nr. 14 besprochen. Auch Angaben über den Kennwerteinfluß und die Verwendung von Lande- hilfen an Profilen dieser Art sind im „Flugsport“ enthalten (Profil- sammlung Nr. 18). Als Ergänzung bringen wir nun Abmessungen und Keiwerte ver yichtiesten Schnitte dieser Reihe, die im Ueberdruck- es ei einer effektiven Re S Zahl”* 5 200000 ter ner ef Reynoldsschen Zahl**) von rund *) Zeichnungen Flugsport. Nachdruck verboten. **) Die effektive Reynoldszahl ist das Produkt aus der R.-Zahl beim Ver- such und dem Turbulenzfaktor des Kanals. Vgl. auch „Flugsport“ 1936, S. 550 Die Versuchsergebnisse sind den NACA-Reports Nr. 610 von E. Jacobs, R. Pin- kerton und H. Greenberg und Nr. 460 von Jacobs, Ward und Pinkerton ent- nommen. 38 23075 BEIZZ, HS 22000 16 Va 7 74 Y Z III ı BZ Sau | Be 23024 _—__ II .T 177 42 —eT | MH u Teer 70 / 07: Ce/ 7 „+“ TI +7 23006 PAD 1 J8 CH, PA Bi BG Gi ga 47 Ba PA a4 | —— 23009 UL { 4 223075 Rep 8300 000 23012 _|/) > 23078 | ra] | / f 92 HH 23027 | ! ' | 0 mi | | \‘ | BEN ANEEENE -02 2005 007° 0075 202 0025 Abb. 1. Polaren der Profilreihe 23 000 für eine Dicke von 6 bis 21%. Der obere Teil der Kurven ist mit Rücksicht auf die Raumverhältnisse in kleinerem Maß- stab (für cwp) dargestellt. _ y n PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 19 . Nr. 19 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 71 Seite 7 = \ LIOTL ae _ 24072 eu Bann. nen Een. LSOTE 23072-33 33072 23012-34 2301264 43072 A 63072 0072 E | Abb. 3. Das Profil 0012 Fı gehört nicht zu der besprochenen Reihe, es ist nur zum Vergleich herangezogen. Die Darstellung der Meßergebnisse weicht zum Teil von der bis- her meist angewandten Methode ab. Aus Gründen der Raumersparnis sind die Diagramme nicht für jeden Schnitt einzeln wiedergegeben, sondern in Gruppen zusammengefaßt. Diese Gegenüberstellungen zei- Seite 73 Nr. 19 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT 19 Nr. Seite 72 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT oe ae || cs | | Fr | os | ge je Ip Forn-B r EEREEFFTIER FRI 25 | er | ve fevoalanı |se= [mr on [ESTER EFTEFT BE RE BE ESS BR SER EFTRF EFT ST ze | 2 | er Taoszfaro [eo= [een Ton [58 RT BFTEFTSETRSTEFTER RS ERBE SETETET SELF BE ze 2 | on [noselona [ee= [ver [een JARTEFTEF EEE ER EEE BE EEE FTETEETL 5 [sr keo-len| az ei m [SEE EFF BFTESTEFERREETTTTTE > 2 | 2 | ve solar [sz ar er [EFTRETETT SE BF EFTEFTET ESTER LEE REES Br EFT SF ve 19 | er Ion mn [er= nen er [ET BFTETTRETBE [BESSER LET LEE BETER BR BETTER we 1 5 Ten Imozlmre|o0=farı Tosı [88 [ESTEFIEFTHFTEFTEST ESTER | M 85 ESTRE AFTER] 9 FI | 9 | sı 10 °0+) 600%0 | 90- | 01 E er | 5 | En 2 | Bo Ho ars 2 | | 0. | ne ei 1 | ze | 992 | zrorz | 2 | ee jmosolzon a1 | 00 m [ER EFTERTSET RT TESTER EEE Re ENEITSTIESEN BEE ae Haare en 2 9 [vn jonas |vız [ern [oe HARIRR RE BE ET TER TER TEE RER [BET TREE 2 | 9 | on own] ame [a1 [en on JR RSTRET RE RR ES ER TR ET EEE ES ER BEER |BETEE | Me er | 5 [eo Imoohvoo [er= [or jo [EST EERETRET ES TER EIER REES REST ERTDR [BT] Die 2 2 | eo fnosahan | e1= [er on [ER JERTEFIRETEF BEER ET RT BETSTTRE ES EETRTTRF ET er 2 Fer horocfo [eu [ver [ser [ER ER TEF TEE TER BET SS TREE BEE ER BTBE 0 kocfen non [EFRTTEERBRe 1 | 8 | or konz [are [a [oo TRETRE SS ENTER TRETEN ER ERBE EEE RT ST AR A ET BESEIRSETERENEN Ha EEE aaa zo on | a | vor | 56 Be |e|lowı oe za) I s2 | os | se | ei ©: | z2q9 “log o|ı32 | u Ev = 1817 o. | » AB 393 s |. W ss | & - 5 |88® 2j013[93n]J 19P JUsZoıg U UEJeulpıo 2 = era = w w “N a _ | age des höchsten Punktes der fildicke über der Tiefe. r in übersichtlicher Form den Einfluß von Aenderungen A2 las °5 oO («D} == oO= 5m 2 =) Q> Oo . 205 u ke) go sos 5.” oo oo wm PIPE As 3.58 = ZELL OHBESUE Un © a 22EF235558E8 soO=asSsEg NTon SLEVES N SE 575.5 n ne) oFun ars _sPo0V S5oodh 553 TI zZ nAe5r= Zoom. HT EURE eos .v255 2SS8 723558 SS 2AeE8>2E „9. oO» No DL OTS5=E5585Q 2079 025353. 78238 Ö SESKCHER® ES o25 | | on dx o „© 737 _ 558_ 15 SesegzssTa | 2202 IN Ts Sen BES" ST o | der E oT fr h goaNe Nas d O7 59 / Zo © ol. 2.22% A/ H+-voxg nu .„-- > oa23 a DS ME rs= ge=i= em” 595° UV / S Q_ls 579552282, 8 28233 #4 S SR SBABEFSZZIN S 57953 |; S & eg Nat ol 5ER. A S5sEt 347) n vu vLDL HR A 39 zue=ZT \_|L 8 —|} Zzs5v8 50 5 am „na SR ni 8 N x Se HAgEM< uN . | ODOQ9 Sg S Aa an® ii 59 geun II N Q Ns Ena Su 3. ao BIS S N o= 2 DO. D SM -EH NSS Q x Qu „N 2 ago o=ES5S oO So — oT I / N gu 0282555 = Suon NS © EEE oo 39H ORZO .: os © SO SXS : ESTESBEBSSEN 5 3852| ISSN N LS TEFBZIL IL SSH, N NTRS BQ So rSE2o_ sE54L 5 DSL Er ,‚FomsSos, ua 2 oo Zoo ke) DHORS G omoE = o>07% Uno .— oO SO Sa5@ä>ESE - A SI 43042 SI >= 48 j 23072 Zu. Ian _ 93 072 a > — _— Rei N 6% „ SI Der DAB 74 0012 I >> I r7TITm 461 / \ / TI „IT . 77 | 233 IN ı 77T 7 N Y IS IL Baum 44 77T 7 j YA -34 . — T Pa 1 14 ML SI] | Ze re ee u BE 40 GE 23072 Mar. ı _-TT_ __.4- Ca v; I Noor2 72 er 23072. |. II 7 .- r<_| FF Yrı IT- 23072- 64 Va | 4% Gr n230712-3% / ”L 0 MW Ref = 8300 000 da 77 wu 7 (4 ! , , 23022-33»__\/F 94 | Verandertiche Wolbung Wa Ya | 0-69 287 / i . j 4 / Dickenverleilung 7 N \ 02 63072 > N N 04 A | ser Ti N| f Res > 8300000 of 33072 | \ Io=-— | 77 u 202 \ % | \ H | N a— ve -04 9005 001 0015 002 9025 N | Abb. 5. Einfluß der Wölbungshöhe. "02 Q005 0,07 0075 002 0025 Abb. 7. Durch eine von der Standard-Stromlinie abweichende Dickenverteilung lassen sich in gewissen Auftriebsbereichen Verbesserungen erzielen. Seite 76 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr, 19 PEN 13 rn / N 46 / > | — AG 7 - LI f Zu L 177-7 N ZI Jh Mi —— BT Be Pad N sn GE +27 N 12 7’ 7 VAR N 4 u Ga 43072 AS Va v8 — 43012) Ausfüllung der Einbuchtung | " YA ar der Druckseite ge H | f Repp — 3300 000 | / 24 t | 02 N \\ e>—— (u \ 0 2005 797 9075 002 9025 Abb. 8. Das Ausfüllen einer Unstetigkeitsstelle bringt keinen Vorteil. 7 & A 9012 R = Hullpolaren nAC A--r d/t - Q06*= 427 A" _ 6 ——— | a Einen L IL — A 7 2t— 07 IAB HF AED SAP TT- 0 mw rıT A | vı rn f 4 7 | vvYyr/ VG A/t/%] I ed 2072-33 Ay Y / , LNYRAED, Oberflachern- „ ' / nu ne // / / / GorS | 007 0015 002 0025 -nicht auf extrem hohe ca-Werte. Abb. 9. Hüllpolaren für verschiedene Dicken. Links der ungefähre Anteil der Oberflächenreibung am Profilwiderstand. hochwertig anmutende Profil ist bei Auftriebsbeiwerten über 1,5 weit überlegen. Der Gültigkeitsbereich der Hüllpolaren erstreckt sich also Sachbearb. H. Gropp. Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 93 Japanisches Verkehrsflugzeug „Mitsubishi SI“ mit 420 PS-Jupiter. Spannweite 16 m, Länge 10 m, Gewicht 2000 kg, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Reisegeschw. 180 km/h. Sechs Fluggäste und ein Führer. Bild: Archiv Flugsport USA.-Marineaufrüstungsprogramm sieht als Endziel eine Gesamtstärke von 6000 Maschinen bei der Heeres- und Marineluftwaffe zusammen bis Ende 1940 vor. Das Heer verfügt zur Zeit über 1400 Kampf- und Bombenflugzeuge und 400 Uebungsmaschinen. Weiter sind über 1000 Maschinen bereits in den Werken im Bau, wovon täglich 2 Maschinen abgeliefert werden. Die Marine besitzt 1200 Kampffllugzeuge und weitere 1600 sind in der Ablieferung begriffen. Ferner sollen Aufträge auf weitere 500 Einheiten erteilt werden. Lycoming bringt einen Sportflugmotor, 50 PS bei 2300 U/min, vier Zylinder, horizontal gegenüberliegend, 72,5 kg Trockengewicht, auf den Markt. K.N.IL.M. gab 5 „Lockheed 14“ in Auftrag, die auf den Strecken von Java nach Australien, den Philippinen und nach Indochina eingesetzt werden sollen. Hankau— Hanoi über Siam, Chengtu, Kumming wird von der Eurasia wöchent- lich einmal im Passagier- und Postdienst beflogen. Japan. Luftverkehrsentwicklung in den Jahren 32—-36 zeigt nachstehende Zusammenstellung: Jahr durchflogene km Fluggäste Fracht kg Post kg 1932 1 986 840 10 443 48 600 81 546 1933 1 953 225 12 317 65 666 : 200 569 1934 1857 974 12 161 58 396 200 503 1935 1 932 532 12 560 71115 241 524 1936 2769 613 16 769 176 334 337 948 Japan. akademische Flugkurse, gegründet 1926, Leiter Dr. A. Tanakadate, heute über 20 Gruppen; 30 000 Flüge in 3500 Std. ausgeführt. Ausgebildet wurden bis zum Motor-B-Schein 10 und bis zum C-Schein 30, Gruppenhöchstzahl 60, verfügbare Maschinen 25. Schulbetrieb Feiertags und Sonntags auf den Flug- häfen von Tokyo und Osaka. Von Zeit zu Zeit finden Flugmeetings und Akro- batikflüge statt. Das 3. Meeting wurde im Oktober 1937 in Tokyo und das 4. im November 1937 in Tatezu abgehalten. Japan. Marine-Lufitstreitkräfte. Seit Kriegsbeginn bis 10. 12. haben 6230 Maschinen 1050 t Bomben über Zentral- und Südchina abgeworfen. Nanking wurde unter Einsatz von 900 Maschinen mit 160 t Bomben belegt. Bis 31. 12. 37 wurden 579 chinesische Flugzeuge abgeschossen. Japan verlor in der gleichen Zeit 63 Maschinen. Durch Volkssammlung wurden den Marine-Luftstreitkräften 50 Maschinen Typ Navy 96, genannt Hokoku-Go (Patriotismus) zur Verfügung gestellt. Japan. Segelilugzeugbestand Ende 1937: 120. Darunter 91 Schulgleiter, 11 für Fortgeschrittene und 18 Hochleistungsmaschinen. Technische Rundschau. Luftschraubengewichte (ohne Nabe) lassen sich nach der aus Mittelwerten abgeleiteten Formel G = a ‘ D* berechnen. Dabei ist G das Gewicht der Blät- ter in kg und D der Durchmesser in m, a und x sind Konstanten, deren Größe vom Werkstoff und von der Blattzahl abhängt. Sie betragen für normale Hartholz- propeller 0.785 (a) und 3,09 (x), für Leichtholz-Mantel-Luftschrauben 0,785 und 2,84, für Elektronausführung 0,892 und 3,04, für Duraluminschrauben 1,72 und 2.72. Die bisher genannten Zahlen gelten für Zweiflügler. Bei Dreiflüglern aus Seite 94 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Dural wird a = 72 undx = 18. Im Durchmesserbereich von 2—4 m stimmen die Beiwerte ziemlich genau, darüber und darunter ergeben sich kleine Ab- weichungen. Achsialrollenlager von eigenartigem Aufbau ver- wendet Lockheed für freitragende Federbeine. Um die Reibung zwischen den Teleskoprohren bei Seiten- drücken zu vermindern, sind in dem rohrförmigen Käfig kurze Spiralfedern eingelegt, die zwischen den beiden Strebenteilen abrollen. Die Federn sind in aus- gebautem Zustand gerade und liegen dadurch straff an den beiden Laufflächen an. Bei geringen seitlichen Ver- lagerungen des Innenrohres vergrößert sich durch Ovaldrücken der Windungen die Auflagefläche von selbst. Bild: The Aeroplane. Ueber italienische Segelilugvorführungen auf dem Privatflugplatz Arcore bei Monza wird uns folgendes berichtet: Unsere neuen Vögel machten ihre offiziellen Vorführungsflüge. Anwesend waren Obstlt. Nannini, der Direktor der Techn. Hochschule u. Präsident unseres CVV., der Bauprüfingenieur und eine erfreuliche Menge von Segelfilugbegeister- ten,. die teilweise selbst schon etwas im Bau haben. Herr Obstlt. Nannini und der Segelflughauptlehrer Tavazza flogen auf „Asiago“, „Pinguino“ und „Alcione“ Kunstflug, wobei besonders der „Asiago“ befriedigende Flugeigenschaften zeigte. Vor lauter Begeisterung fiel ein Schleppseil auf die Dreiphasendrähte der Mai- länder Nordbahn, was zu heftigem Feuerwerk Anlaß gab. Nachmittags flog der C-Flieger Leonardo Venturini seinen ersten Kunstflug auf „Asiago“; er führte Loopings, Männchen nach vorn, Immelmann-Turns usw. aus, alles ohne Anleitung. Der „Asiago“ wird nunmehr als Standard-Uebungsmaschine für Segel- und Kunstflug in den italienischen Segelflugschulen eingeführt, was uns natürlich mit Stolz und Freude erfüllt. Segelilugwettbewerb in Kapstadt brachte drei neue Bestleistungen. Hermann Winter floe vom Koeberg bei Kapstadt mit einer Minimoa 130 km und erreichte dabei eine Höhe von 1900 m. Hakl flog auf Grunau Baby II 7 Std. 35 Min. An dem Wettbewerb nahmen Minimoa, zwei Grunau Baby II, ein Rhönadler, eine Grunau 9, ein Doppel- sitzer Falcon II, ein Kirby Cadet und ein Blue Wren teil. Als Pilot mit der besten Gesamtleistung konnte Winter den Haupt- teil der Preise an sich bringen. Zum Bild links: Japan. Kampiilieger Kashi- mura stieß im Luftgefecht am 9. 12. 37 über Nanchung, wie wir bereits auf S. 51 des „Flugsport“ berichteten, mit einem chine- sischen Jagdflugzeug zusammen und verlor dabei die Hälfte des linken Flügels (siehe nebenst. Abb.). Während das chinesische Flugzeug abstürzte, gelang es Kashimura auf seinen Flugplatz zurückzufliegen und wohlbehalten zu landen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an Erfahrungen mit Junkers-Flugzeugen, die verschiedentlich trotz schwerer Beschädi- gungen noch flugfähig blieben (vgl. „Flug- sport“ 1936, S. 582). Bild: Archiv Flugsport Nr. 4/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 95 Luft-Post. Auslandsilug-Kartenmaterial er- halten Sie vom Aero-Club von Deutschland Berlin. Festigkeitsberechnung Steuerung. Ueblich sind folgende Kräfte: Höhen- steuerung P = 50 kg, Quersteuerung P= 60‘r mkg (Handrad r — Ra-# dius), Seitensteuerung P — 50 ke, Gegenstützen je Fuß P — 150 kg. | Japanische Flieger ilogen 1937 südliche Asienroute Tokio, Hanoi, Kalkutta, Bagdad, London, s. „Flug- sport“ 1937, S. 213. Iso-Oktan-Fabrikation wurde von der „Bataafsche Petroleum Import N PIF EHE Maatschappy“ in Rotterdam aufge- | fre= engler nommen. I. Brüsseler Luftiahrtausstellung Karja # enger soll 1939 stattfinden. | in ven heusensrann ANKFURT AM MAIN RODELHEIM, 18. JANUAR 1938 TROMPERTSTRASSE 17 Literatur. (Die im Inland erschienenen Bücher können von uns bezogen werden.) Funknavigation in der Luftfahrt r | a ‚v. Dr.-Ing. Paul Frhr. Kurt Aussen. Verlag nedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig. Preis geh. RM 4.50 von einer Einführung in die Ausbreitung der dr len im Raum und Beschreibung der dazu nöti inrichtunge en ee a ea oung nötigen Einrichtungen, Erläuterung der g, sind die wichtigsten Verfahr beschrieben. Hier ist zu nennen mi ilu een snorlung . nit Fremdpeilung die Zielpeilung, S 'tpei h : g, Standortpei- une, „urspellung, bei ve wendung der Eigenpeilung Zielflug, Standortbestinmmung rt, nach zwei Sendern. Ferner findet d ichti Ü Peilstrahlen auf der Erdoberflä i on der Kunengste über che und Wissenswerte der . rojekti Wertvoll ist das letzte Kapi et nn ktion, pitel Schlechtwetterlandung, Durchstoß t , - und ZZ-Ver- fahren und Ultrakurzwellen-Landefunkfeuer. Zur Einführung sehr zu hen Möbins aunkwesen, rei I, Physikalische Grundlagen der Funktechnik v. Karl Den Em as . J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Der Verfasser, technisch-wissenschaftli r, tec ch-\ icher Lehrer an der Reichsflugsiche- rungsschule, hat hier die wichtigsten physikalischen Grundlagen der Funktechnik zusammengefaßt. Für Funk- und B . . ag i i praktischer Leitfaden. ordwarte sowie auch für Privatflieger ein Rauhe Luft v. Ernest Haycox Ein Rom Ö . . X. an aus den Höh i 7 Woods, Aufwärts-Verlag, Berlin, Preis kart. RM 2.80 geb RM 3 iefen Holl ie Nlelden dieses Romans sind Flieger Filmschaus ieler unc Ko , pieler und Pressel . Man bekommt einen Einblick in das wirkliche ungeschminkte Leben der Film metropole Hollywood. Spannend geschrieben. - D- wr elehre it einfachen Mitteln v. Sprenger unt. Mitarb. v. J. Friedrich . . rris u. .o0. Tü i Berli Ren Preis RM ni r Tüxen. Verlag Julius Beltz, Langensalza-Berlin-Leipzig. Der Titel hätte lauten müssen: Flu it ei i : glehre mit einfachen Mitteln in der Kin- Jerstube, Auf einem kurz gedrängten Raum wird an Hand von guten Abbildungen eine ebersicht über die Hauptprobleme des Fliegens gegeben. Fragen: Wie m! es daß das Flugzeug fliegt? Begriffe: Widerstand, Oberflächenreibung ir el, Auftrieb, sogar Polardiagramme sind mit einfachsten Mitteln erläutert. Für unsere Jugend ein wirklich gutes Buch zur Einführung. v. Handel u. Dr. phil. Seite 96 „FLUGSPORT“ Nr. 4/1938, Bd. 30 Anleitung zum Gebrauch des Kosmos-Baukastens Luitiahrt. Von W. Fröh- lich. Franckh’sche Verlagshandlung Stuttgart. Preis RM 2.80. Der bereits im Jahre 1936 von uns besprochene Kosmos-Baukasten erscheint soeben in der 6. Auflage, womit seine Existenzberechtigung am besten nachge- wiesen ist. Er ist auf Grund der vielseitigen Erfahrungen in der Praxis in Einzel- heiten verbessert und erweitert, so konnte z. B. durch Uebergang zum zwei- armigen Rundlauf die Meßgenauigkeit gesteigert werden. Die Anleitung ist eben- falls in einigen Punkten geändert. Beim Jagdilug tödlich verunglückt? Von F. K. Kurt Jentsch. Kriegserleb- nisse eines Kampf- und Jagdfliegers beim Jagdgeschwader II. Karl Josef Sander Verlag, Magdeburg. Verfasser, anfangs des Krieges verwundet, erhält nach seiner Genesung bereits am zweiten Urlaubstag ein Telegramm: „Musketier Jentsch zum Flieger- Bataillon I nach Döberitz versetzt. Sofort abreisen.‘“ Sein höchster Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Er pfeift auf den Rest seines Urlaubs und rollt schon am nächsten Tag nach Döberitz ab. Dann erlebt man in packenden Schilderungen, wie er 1915 fliegen lernte, nach der Front kommt, wo er überall bei seinen Vor- gesetzten in der Achtung steigt und geschätzt wird. Am 5. 3. 1918 meldet irr- tümlich der Tagesbefehl der 7. Armee: „Flugzeugführer Jentsch beim Jagdflug tödlich verunglückt.“ Er schildert dann den Absturz durch Granatvolltreffer und seine wunderbare Rettung. Man bekommt einen Einblick in die ruhmreichen Kampfverbände, unter anderen der Jagdstaffel Boelcke im Jagdgeschwader II, darunter auch Kommandeur Hauptm. Lörzer. Wir sind es ihnen schuldig, unse- ren großen Helden, ihre Leistungen nicht zu vergessen. Erfahrungsberichte des Deutschen Flugwetterdienstes. Herausgegeben vom Reichsamt für Wetterdienst, Berlin. Mit Heft 28-30 der 9. Folge wurde die Herausgabe dieser Erfahrungsberichte abgeschlossen, nachdem diese in 12 Jahren ihre Aufgabe erfüllt haben, nämlich eine Sammelstelle für die praktischen Erfahrungen eines sich rasch entwickelnden Zweiges der angewandten Meteorologie zu sein. Sämtliche Berichte erscheinen gleichzeitig als Neudruck in vier Teilen, von denen die ersten beiden (Folge 1-9) bereits vorliegen. Teil 3 enthält den 1.—5. Sonderband und das Generalregister, während in Teil 4 die Figuren zu Teil 1—3 zusammengestellt sind. Da nicht alle alten Arbeiten abgedruckt werden konnten, sind diese teilweise in dem angefügten Register nur nach Titeln mit aufgeführt. Soweit sie Beschreibungen von Flugstrecken und Meldestellen darstellen, ist ihre Zusammenfassung in einer besonderen Sammlung vorgesehen. Entwurf und Berechnung von Flugzeugen. Bd. Il, Rumpi. Von G. Otto. Ver- lag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 3.50. Das Buch behandelt in gedrängter Form die Beanspruchungen des Rumpfes an Hand eines praktischen Beispieles (Heinkel „He 64°). Im ersten Abschnitt werden alle angreifenden Kräfte, die nach den neuesten Vorschriften der DVL. nach Fällen und Bereichen geordnet sind, bestimmt. Teil 2 behandelt die Weiter- leitung dieser Kräfte. Die Dimensionierung der einzelnen Bauglieder geschieht in einem weiteren Abschnitt, während Teil 5 der konstruktiven Gestaltung gewidmet ist und durch Abbildungen und Skizzen den Uebergang von der trockenen Rech- nung zum zeichnerischen Gestalten erleichtert. Da die Berechnung der erforderlichen Querschnitte auf einen kleinen Raum zusammengedrängt ist und z.B der Rohrgerüstrumpf nur ganz flüchtig gestreift wird, möchte man wünschen, daß Band VI, Statik, recht bald als Ergänzung erscheinen möge. Luftfahrtiorschung, Bd. 15, Lig. 1/2. Verlag R. Oldenbourg, München-Berlin. Preis RM 5.—. Inhalt: Ernst Heinkel (H. Hertel). Untersuchungen über den Einfluß des Luft- schraubenstrahles auf den Abwind und die Höhenleitwerkswirkung (H. Helmbold). Vereinfachte Flugleistungsrechnung nach Walter Günter + (H. Helmbold). Trag- flügel mit angelenkten Klappen (G. Schmitz). Windkanaluntersuchungen an Bremsplatten (D. Fuchs). Die Kerbwirkung bei statischer Beanspruchung (K. Matthaes). Die Nietkraftverteilung in zugbeanspruchten Nietverbindungen mit konstanten Laschenquerschnitten (0. Volkersen). Entwicklung der Flugzeug- Abstoßbahnen bei den Ernst-Heinkel-Flugzeugwerken (K. Schwärzler). Die Kon- taktkorrosion von Aluminiumlegierungen (K. Matthaes und W. Schulz). Beitrag zur Kenntnis der Spannungskorrosion bei Knetlegierungen (F. C. Althof). Neuere Fertigungsmittel der Frnst-Heinkel-Fluezeugwerke G. m. b. H. (A. Thormann und H. Jockisch). Neue Nietverfahren (K. Butter). ES „FLUGSPORT“ segelfluglehrer Turn- u. Sportlehrer, 28 Jahre langjährig bewährt in Schulung und Neuaufbau, 1. 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URSINUS = CIVIL-ING. ’ Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a.M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr 5 2. März 1938 XXX Tatrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 16. März 1938 Hochgeschwindigkeits-Langstreckenluftverkehr. Das Endziel im Langstreckenluftverkehr ist, möglichst große Lasten über größte Strecken in kürzester Zeit zu transportieren. Alle drei Faktoren sind voneinander abhängig. Erhöhung des einen geht auf Kosten des anderen. Bei der immer mehr sich steirernden Geschwin- digkeit spielt indessen auch die Geschwindiekeitsspanne eine Rolle. Hierbei darf die untere Geschwindigkeitserenze für Landung und Start unter 120 km/h nicht überschritten werden. Geschwindiekeits- spannen von dieser untersten Grenze bis auf die Grenze der heute gebräuchlichen Reisegeschwindigkeiten sind bereits ein Problem. Die Möglichkeit einer solch hohen Geschwindigkeitsspanne durch die Kon- struktion des Flugzeuges herbeizuführen, geht wieder auf Kosten der oben genannten drei Faktoren. Das Problem hat man nun auf verschiedene Arten gleichzeitig zu lösen gesucht. Deutschland hat Katapultschiffe, gleichzeitig Flugzeug- träger, Bergungsschiff, Reparaturschiff, geschaffen. Dieses System hat, wie die Flüge in den letzten Jahren gezeigt haben, sich elänzend bewährt. Die Engländer haben mit Landkatapulten experimentiert, haben jedoch dieses System wieder verlassen und bauen jetzt das Mayo- System, bei welchem ein großes Wasserflugboot als Träger des zu lancierenden Langstreckenflugzeuges dient. Die erste von Short ge- baute Versuchsmaschine ist am Anfang dieses Monats zum ersten Male in die Luft gebracht worden. Ueber die Teilergebnisse ist noch nichts bekannt. Man kann indessen schon heute sagen, daß das bewährte deutsche Katapultsystem dem Mayo-System weit überlegen ist. Der Start mit Katapult ist bei jedem Wetter, bei jedem Seegang möglich. Das Katapultschiff kann das zu lancierende Flugzeug auch auf hoher See wieder an Bord nehmen, was beim Mayo-System nicht möglich ist, oder es müßte schon ein fliegender Kran gebaut werden. Ebenso kann das Mutterflugzeug beim Mayo-System nicht die genügenden Reparaturmittel an Werkzeug, Maschinen, Material und Mannschaft an Bord führen, wie beim Katapultschiff, wenn es auch alle anderen Diese Nummer enthält NACA-Bericht-Sammlung Nr. 2. Seite 98 „FLUGSPORT" Nr. 5/1938, Bd. 30 Hilfseinrichtungen, wie große Radiostationen und umfangreiches Per- sonal bei Hilfeleistungen jederzeit in Betrieb an Bord hat. Allein diese kurze Ueberlegung zeigt, daß wir in Deutschland auf dem richtigen Wege sind. Kunstflug-Doppeldecker „M. 21“. Der Einsitzer wurde im Jahre 1936 von Mitgliedern des Sport- fliegervereins der Technischen Hochschule Budapest gebaut, die Kon- struktion stammt von Josef Szegedi. Gestaffelte Doppeldeckerzelle, Flügel untereinander gleich und auswechselbar. Ueber dem Rumpf ein Baldachin aus zwei N-Streben. Auf jeder Seite ein N-Stiel, Verspannung mit Profildrähten. Zweihol- mige Holzflügel. Diagonalversteifung mit Stahldraht. Querruder oben und unten durch eine Profilstrebe miteinander verbunden, Betätigung der unteren Klappen vom Rumpf aus durch Stoßstangen und Kabel. Rumpf aus Stahlrohr geschweißt, ovaler Querschnitt, Stahlrohr- diagonalen. Stoffbespannung über leichtem Leistengerippe, Schau- löcher mit Reißverschluß. Offener Führersitz hinter dem Oberflügel. Freitragendes Leitwerk, Stahlrohrgerippe mit Stoffbespannung. Höhenflosse im Fluge durch eine Handkurbel verstellbar. Dreibeinfahrwerk mit Gummifederung, Spurweite 2 m, bremsbare Niederdruckräder mit Verkleidung. Die Bremse ist mit dem Seiten- ruder verbunden, wirkt jedoch nur, wenn ein zwischengeschalteter Hebel angezogen wird, mit dem auch beide Räder blockiert werden können. Schleifsporn. Triebwerk: Sternmotor „Bramo 14 A4“ von 160 PS. NACA- Haube. Zwei Brennstofftanks von zusammen 92 | Inhalt im Rumpf. Spannweite 83 m, Länge 6,8 m, Höhe 2,7 m, Fläche 18,5 m’, Leergewicht 565 kg, Fluggewicht 735 kg, Flächenbelastung 40 kglm?, N N 8300 Sportdoppeldecker \ > Zeichnung: Flugsport Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 99 Sportdoppeldecker „M 21“ der Akaflieg an der Technischen Hochschule Budapest. Werkbilder Leistungsbelastung 4,9 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Reise- geschwindigkeit 170 km/h, Landegeschw. SO km/h, Steiggeschw. am Boden 5 m/sec, praktische Gipfelhöhe 4000 m. Reisetiefdecker Jones „S. 125“. Das zweisitzige Kabinenflugzeug der Jones Aircraft Corporation in Schenectady wird in zwei Ausführungen geliefert. Mit dem Menasco- Reihenmotor „C 4“ von 125 PS ausgerüstet, führt es die Typenbezeich- nung „S. 125“, mit dem 150 PS leistenden Muster „C 4 S“ der glei- chen Firma heißt es „S. 150“, Freitragender Tiefdeckerflügel in Holzbau. Zwei Kastenholme aus Spruce, volle Sperrholzrippen. Beplankung Sperrholz bis auf das Hin- erteil. Ovaler Rumpf mit zwei hintereinanderliegenden Sitzen. Schiebe- haube aus Plexiglas. Vorderteil bis hinter den ersten Sitz blech- beplankt, dahinter Stoffbespannung. Raum für Gepäck hinter dem Keisezweisitzer Jones „S. 125“. Werkbild Seite 100 „FLUGSPORT" Nr. 5/1938, Bd. 30 Fahrwerkskonstruktion des Jones-Tiefdeckers „D. 125“. Werkbild zweiten Sitz (0,11 m’) und vor dem vorderen Instrumentenbrett (0,049 m?). Freitragendes Leitwerk, Spruceholme, Sperrt- holzrippen. Ruder aus Duralgerüst mit Stoffbe- spannung. Trimmklappe am Höhenruder. Geteiltes Fahrwerk, Räder hosenförmig ver- kleidet, in einer geschweißten Stahlrohrgabel gelagert. Bremsen. Schwenkbares Spornrad mit Stromlinienprofilbereifung. Triebwerk: Menasco-Reihenmotor mit vier hängenden Zylindern. Zwei Brennstofftanks von ie 105 I im Flügel zu beiden Seiten des Rumpfes. Spannweite 9,5 m, Länge 7,4 m, Höhe 2,2 m, Fläche 13,0 m?, Leergewicht 510 kg, Flug- gewicht 905 kg, Flächenbelastung 69,5 ke/m?, Leistungsbelastung 7,2 (6,0) kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 243 (mit 150 PS 259) km/h, Reisegeschw. 219 (235) km/h, Landegeschw. 74 km/h, Startstrecke 120 (110) m, Steiggeschw. am Boden 5,2 (7,15) m/sec, praktische Gipfelhöhe 4300 (5500) m, Reichweite 1180 (1100) km, Brennstoffverbrauch 165 1/100 km. Die Maschine wird auch mit Schwimmern (Fabrikat Edo) oder Schneekufen geliefert. Jagdeinsitzer Bloch 150. Die Maschine befindet sich zur Zeit in Flugerprobung. Bei der Vor- führung der Prototypen, die vor einiger Zeit in Villacoublay erfolgte, wurde sie nır am Boden gezeigt, da anscheinend die Flugeigenschaften noch nicht befrie- dieten. — Freitra- sender Tiefdecker- flügel in Trapez- form mit abzerun- deten Enden. Quer- ruder nicht bis zum Ende durchlaufend, im Flügelmittelteil Spaltlandeklappen. \ Ganzmetallbau- weise. 3400 Ovaler Rumpf in Schalenbau, ge- schlossener Führer- sitz. Große Aus- rundung am Flügel- Rumpf-Uebergang. Freitragendes Leit- werk, Trimmklap- ‚ penamHöhenruder. Finziehfahrwerk, die Räder weisen ausgesprochen eroßen Sturz auf, sie sitzen fliegend an je einer Federstrebe, die nach hinten und nach innen abgefangen ist und schwenken nach innen. Spornrolle. Triebwerk: Zweireihiger Sternmotor Gnome-Rhone „14 NO“ von 940 PS in 3700 m Höhe, NACA-Haube. Jagdeinsitzer Bloch 15%. Zeichnung: Flugsport Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 101 Jagdeinsitzer Bloch 150. Bild: Plein Ciel Die Bewaffnung besteht aus zwei außerhalb des Luftschrauben- kreises im Flügel untergebrachten Maschinenkanonen, Kaliber 20 mm. Spannweite 101 m, Länge 9,4 m, Fläche 15,4 m?. Leergewicht 1670 kg, Fluggewicht 2270 kg, Flächenbelastung 147 kg/m?, Leistungs- belastung 2,42 ke]PS. Höchstgeschwindigkeit (errechnet) 510 km/h in 5000 m, Landegeschw. 110 km/h, absolute Gipfelhöhe 11 000 m, Reich- weite mit 400 kg Brennstoff bei 80% der Volleistung 750 km. Die Leistungen sind errechnet, Angaben über die Geschwindigkeit schwanken. | Verkehrstiefdecker Percival „Q. 4“ und „O. 6“. Die Percival Aircraft Company in Luton brachte vor kurzem ihr erstes mehrmotoriges Flugzeug heraus. Es stellt eine Weiterentwick- lung der bekannten Baumuster „Gull“, „Vega Gull“ und „Mew Gull“ dar und ist als Zubringer- oder höheren Ansprüchen genügendes Reiseflugzeug gedacht. Die Maschine wird in zwei Ausführungen ge- liefert, als „Q. 4“ mit zwei Motoren Gipsy Major von je 140 PS und als „O. 6“ mit zwei Sechszylindern Gipsy Six von je 200 PS. Freitragender Tiefdeckerflügel in Holzbau. Trapezform. Zwei nahe beieinander liegende Kastenholme, Sperrholzbeplankung bis zum Ain- terholm, der Rest stoffbespannt. Lange schmale Querruder mit im Percival „Q. 6“. Werkbilder Seite 102 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30 Verkehrs- und Reiseflugzeug Percival „Q. 6“. Werkbild Flügelinnern liegender Differentialsteuerung. Spaltlandeklappen im Flügelmittelteil, unter dem Rumpf durchlaufend, durch Unterdruck be- tätigt. Der Flügel ist dreiteilig ausgeführt, das Mittelstück trägt die beiden Motoren, die Außenteile sind mit je vier Bolzen angeschlossen. Holzrumpf mit vier Längsholmen und glatten Seitenwänden. Die runde Form wird durch aufgelegte Leisten und Stoffbespannung er- zielt. Vorderteil sperrholzbeplankt, Bugkappe aus Blech. Zwei über- dachte Führersitze nebeneinander vor dem Vorderholm. Anschließend eine Kabine mit vier weiteren Sitzen. Einstieg durch eine Tür auf der linken Seite. Dahinter ein Gepäckraum von 0,33 m? Inhalt. Freitragendes Leitwerk, Flossen aus Kastenholmen mit Sperrholz- beplankung aufgebaut, Ruder Holzbau mit Stoffbespannung. Im Fluge verstellbare Trimmklappen an beiden Rudern. ‘ Fahrwerk in zwei getrennten Hälften unter den Motoren. Beim Musterflugzeug sind die Räder hosenartig verkleidet, später sollen sie einziehbar angeordnet werden. Je zwei Hochhub-Federbeine mit Spi- ralfedern und Oel- u: stoßdämpfung. Schwenkbares Spornrad. Triebwerk: Zwei luftgekühlte Vier- bzw.Sechszylinder. Vier Brennstoff- tanks von je 901 im Flügel. IT | | u Spannweite 13,4 (Muster ,O. 4) bzw. 14.2 („O. 6“) A — NT = m. Länge 9,83 m, Höhe 30m, Fläche TA2OQ__ #200 24,2 (25,8) m?, Leergewicht 1240 (1451) kg, Flugge- wicht 2050 (2310) kg, Flächenbela- stung 85 (89,6) kg/m’, Leistungs- belastung 7,45 (5,64) ke/PS, u Höchstgeschwin- dirkeit 274 Percival „O. 6“. Zeichnung: Flugsport Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 103 (314) km/h, Reisegeschw. 258 (298) km/h, Landegeschw. mit Vollast 84 (93) km/h, Steiggeschw. am Boden 5,3 (5,85) m/sec. Gipfelhöhe praktisch 5800 (6400) m, absolut 6400 (7000) m, Reichweite normal 1060 (1200) km. Mit Zusatztanks und verminderter Nutzlast kann die Reichweite auf etwa 1900 km gesteigert werden. Kampfflugzeug Heinkel ‚He 118“. Im Gegensatz zu den älteren Heinkelbaumustern, die ausnahmslos Tief- oder Doppeldecker sind, ist die „He 118“ als freitragender Mittel- decker ausgeführt. Der Flügel besitzt elliptischen Umriß und ist vom Rumpf aus heruntergezogen. Zwischen Knick und Querruder Lande- klappen. Ovaler Rumpf mit zwei hintereinanderliesenden Sitzen. Frei- tragendes Leitwerk, geteiltes Höhenruder mit Trimmklappen, Kiel- flosse etwas nach vorn verlegt, um die Abschirmung des Seitenruders durch das Höhenleitwerk zu vermindern. Ueberdachter Insassenraum mit Schiebehaube. Nach außen hochziehbares Fahrwerk, freitragende Federbeine, nach hinten abgefangen. Die Abdeckbleche sitzen zum Teil am Fahr- werk, zum Teil am Flügel, um den empfindlichen Mechanismus für das Beiklappen des unteren Teiles der Radverkleidung zu sparen. Spornrolle. Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter 12-Zylinder-Motor, stehend oder hängend eingebaut. Dreiflügeliger Metallpropeller. Abmessungen, Gewichte, Flugleistungen und Einzelheiten der Be- waffinung sind noch nicht bekannt gegeben. Heinkel-Kampfflugzeug „He 118“. Werkbild Seite 104 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30 Versuchsflugzeug Short-Mayo-Composite. Das Bestreben, die Reichweite von Flugzeugen über das mit den üblichen Mitteln erreichbare Maß hinaus zu erhöhen, hat zu zahl- reichen Vorschlägen und auch zur Anwendung verschiedener Kon- struktionen geführt. Als neueste und wohl originellste der bisher prak- tisch erprobten Arten der Starthilfe ist die unseren Lesern bereits be- kannte Ausführung des bei Short nach Entwürfen des englischen Ma- jors Mayo gebauten Kombinationsflugzeuges zu bezeichnen. Auf die Vor- und Nachteile der Starthilfe durch ein Mutterflug- zeug gegenüber dem Katapult oder einem Schleppstart mit Winde bzw. Bodenfahrzeug soll hier nicht eingegangen werden. Die Erfah- rung wird zeigen, ob die zweifellos in gewisser Hinsicht vorhandenen Vorzüge auch bei einem nicht besonders auf diese Startart abgestell- ten Entwurf den immerhin beträchtlichen Aufwand rechtfertigen. Das Mutterflugzeug „Maia“ ähnelt dem im Auftrag der Imperial Airways von Short entwickelten Empire-Flugboot, das im „Flugsport“ 1936 auf S. 239 ausführlich besprochen ist. Die Fläche wurde etwas vergrößert, das Boot oben schmäler, unten zur Verminderung der Stufenbelastung breiter gehalten. Die Stützschwimmer sind größer geworden und tiefer gesetzt, um trotz der höheren Schwerpunktslage gute Seitenstabilität auf dem Wasser zu erzielen. Da die Steuer des Tochterflugzeuges beim Start blockiert werden, sind die Querruder des Mutterbootes vergrößert, um trotz der größeren Dämpfung aus- reichende Ruderwirkung zu erzielen. Außerdem sind die inneren Mo- toren weiter auseinandergerückt, um genügend Raum für die Schwim- mer des Tochterflugzeuges zu erhalten. Nachstehend die Abmessungen, Gewichte und Leistungen des Mutterflugzeuges beim Alleinflug (in Klammern die entsprechenden Zahlen des Empire-Flugbootes): Spannweite 34,8 (34,8) m, Länge 25,9 (26,9) m, Fläche 162,5 (140) m?, Leergewicht 10 900 (10570) ke, Fluggewicht 17250 (18400) kg, Höchstgeschwindigkeit 320 (332) km/h, Reisegeschw. 264 (264) km/h, Landegeschw. 103 (114) kmih, Mayo-Composite-Flugboot. Zeichnung: The Aeroplane Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 105 Steiggeschw. am Boden 7,1 m/sec, Gipfelhöhe praktisch 6100 m, Reich- weite 1350 km. Das Tochterflugzeug „Mercury“ ist ein Ganzmetallhochdecker mit vier Napier-Rapier-Motoren von je 340 PS Höchstleistung. Die Flügelbauweise ähnelt derjenigen des Empire-Bootes. Kasten- holme aus T-Profilen, Rohrdiagonalen. Das Mittelstück wird von einem der V-Form angepaßten Brennstofitank mit 5400 1 Inhalt aus- gefüllt. Der Behälter nimmt einen Teil der Verdrehkräfte des Flügels auf. Einige Zwischenwände mit nach innen gerichteten Rückschlag- ventilen verhindern ein Ablaufen des Brennstoffes nach einer Seite. Da mit der höchstmöglichsten Brennstofflast eine Wasserung schwie- ER SE a IT = I KEN Befestigung des Tochterflugzeuges „Mercury“ auf dem Flugboot „Maia“. A. Verbindungslasche, B. elektrischer Kontakt, C. Arretiereinrichtung für die Steuerung des „Mercury“, solange die Maschinen miteinander verbunden sind, D. Hebel für die Lösung der Sicherung für die Verbindung (unterer Pilot), E. Fußpunkt der Pyramide, auf der die Hauptlast des oberen Flugzeuges ruht, F. Befestigungspunkt der Stützstreben für die Schwimmer (letztere sind durch zwei Spante X und Y besonders für die Aufnahme dieser Kräfte geeignet), G. H. I. Träger, an denen die Schwimmerstreben und die Auslösevorrichtung angeschlossen sind, K. Strebenknoten des „Mercury“. Zeichnung: The Aeroplane Seite 106 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30 rig ist (die Schwimmer sind unterbemessen), besitzt der Tank in der Mitte ein Schnellablaßventil. Trapezförmiger Flügelumriß mit ab- gerundeten Enden, V-Form. Uebergang des Flügels in den Rumpf gut durchgebildet (vgl. Dornier „Do 17“). Runder Rumpf von geringem Querschnitt, da das Flugzeug nur für die Postbeförderung eingesetzt werden soll. Glattblechbeplankung mit Versenknietung. Konstruktiver Aufbau wie beim Empire-Boot. Ge- schlossener Führersitz im Vorderteil des Rumpfes, dahinter ein Sitz für den Funker, anschließend Raum für Post und eine Toilette. Frei- tragendes Leitwerk, Seitenruder mit Innenausgleich, Höhenruder mit Trimmklappen. Zwei normale Schwimmer, mit zwei Streben nach dem Flügel und mit einem Strebenpaar und Tiefenkreuzverspannung nach dem Rumpf abgefangen. Die Größe der Schwimmer entspricht einem Fluggewicht von 6600 kg, bei dem höchstzulässigen Fluggewicht von 9300 kg genügt der Auftriebsüberschuß nicht mehr den Bedingungen für die Seetüchtigkeit. Triebwerk: Vier luftgekühlte 16-Zylinder in H-Form Napier- Rapier (vgl. „Flugsport“ 1934, S. 33, und 1937, S. 620) nebeneinander im Flügel. Feste Luftschrauben, da durch die Starthilfe eine Anpas- sung an den Steigflug nicht erforderlich ist (beim Ausfall von zwei Motoren, der ja die Flugfähigkeit nicht beeinträchtigen soll, wären Verstellschrauben trotzdem von Vorteil). Höchstleistung je 340 PS bei 4000 U/min in 4000 m Höhe, Nennleistung 315 PS bei 3500 U/min in 3000 m. Spannweite 22,3 m, Länge 15,5 m, Fläche 56,8 m?, Leergewicht 4540 kg, Fluggewicht 9300 (bei Selbststart 6600) kg, Flächenbelastung 164 (116) k&/m?, Leistungsbelastung 6,8 (4,85) kg/PS, Höchstgeschwin- digkeit 330 (330) km/h in 4000 m Höhe, Reisegeschw. 288 km/h in 3000 m, Landegeschw. 157 (122) km/h, Steiggeschwindigkeit am Boden 2,5 (rd. 6,5) m/sec, Steigzeit auf 3000 m 17,3 (rd. 7) min, praktische Gipfelhöhe 6400 (6900) m, Reichweite mit 450 kg Nutzlast (Post) 6100 (560) km. Die Verbindung der beiden Flugzeuge erfolgt durch drei in der Prinzipskizze der Auslösevorrichtung (nach Patentzeichnungen). Die Dif- Er] T ferentialmutter 1 sitzt im Kiel 2 des ES oberen Flugzeuges und trägt das Mrz Zwischenstück 8. Die Lasche 3 ist 4 Va durch das Glied 16 mit dem unteren SY..-R Flugzeug verbunden und ruht auf 8. I Beim Drehen von 1 hebt sich 3 und biegt den Träger 11, wobei der Kon- takt 19 anzeigt, daß eine Trennkraft © \\).L vorhanden ist. Bei zunehmendem Auf- S Y: trieb des Tochterflugzeuges biegt sich ob 11 weiter durch, ferner bewegt sich v2 @ das linke Ende des Trägers 12 nach ® oben. Kontakt 20 zeigt den Piloten © 9» 5 an, daß die Sicherungsglieder 4 ent- fernt werden können. Der Beschlag 5 a 6 2 °. verhindert dann immer noch eine < Drehung der Lasche 9. Ist die Trenn- kraft genügend groß (z. B. 1500 kg), dann drückt Zapfen 6 das Glied 5 u entgegen der Federspannung zurück, 0 9 II T-= , Lasche 9 dreht sich dann um den a N Y " Bolzen 10 und das Verbindungsglied 3 Zeichnung: The Aeroplane hakt aus. 17 ist eine Hubbegrenzung, 15 sind Lenker, 13 und 14 Führungen. Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 107 Symmetrieebene hintereinanderliegende Strebenpyramiden. Ferner sind die beiden Schwimmer gegen den Flügel des unteren Bootes ab- gestützt. Das Tochterflugzeug hat um die Querachse einen kleinen Spielraum, der eine Anstellwinkeländerung bis zu 3° zuläßt. Zwei Kon- trollampen zeigen dem Piloten an, ob die Maschine schwanz- oder kopflastig ist und ermöglichen ihm die Trimmung. Die Arretierung der Verbindung wird von jedem Piloten für sich gelöst. Trotzdem erfolgt noch keine Trennung, solange nicht der für die obere Maschine vor- gesehene Ueberschußauftrieb vorhanden ist. Nach den Patenten von Mayo soll durch geeignete Auswahl der Profile für die beiden Ma- schinen erreicht werden, daß Rue: die Verteilung des Auftriebes mit er Ueschwindigkeit ändert (s. Patentsammlung - - sport“ 1936, Heft 5). unmung Ir 1. des „Eine Durch verschieden große Flügelstreckung der beiden Flugzeuge kann in Verbindung mit geeigneten Profilen erreicht werden, daß das obere Flugzeug oberhalb einer bestimmten Geschwindigrkeit (im vor- liegenden Falle 150—200 km/h) mehr als sein eigenes Gewicht trägt. ‚ Bei den Versuchen wurde mit einem Ueberschuß von 1500 ke gear- beitet. Infolge dieser Trennkraft haben die Maschinen nach dem Lösen der Verbindung das Bestreben, sich voneinander zu entfernen. Die Gefahr einer Kollision nach der Trennung kann im Bedarfsfalle durch Erhöhung dieser Kraft weiter vermindert werden. Für den Startflug beträgt das Fluggewicht des Mutterflugbootes nur 12300 kg, entsprechend einer Flächenbelastung von 76 ke/m?. Das Gesamtgewicht von 21570 kg (Tochterflugzeug vollgetankt) ver- teilt sich auf 219 m?, die mittlere Flächenbelastung ist mithin 98 ke/m?, Leistungsbelastung 4,54 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 312 km/h in 3000 m Höhe, Reisegeschw. 267 km/h in 2300 m Höhe, Landegeschw. 9 km/h, Steiggeschw. am Boden 6,35 m/sec, Steigzeit auf 3000 m 79 min, praktische Gipfelhöhe 6900 m, Reichweite des Mutterflug- zeuges 290 km. Die Flugleistungen des Tochterflugzeuges und der Kombination sind errechnet, eine Bestätigung durch Flugmessungen bleibt noch abzuwarten. Die Zeichnung der Auslösevorrichtung ist aus einer Pa- tentschrift entnommen, sie stimmt nur im Prinzip, nicht in Einzelheiten der Ausführung mit der Wirklichkeit überein, ebenso ist die Profilaus- wahl nicht streng nach den in dem deutschen Patent (s. oben) dar- gelegten Richtlinien vorgenommen. Die Geschwindigkeit bei der Tren- nung ist höher als der niedrigste überhaupt mögliche Wert, Torpedo-Schwimmerflugzeug Latecoere 298. Die Maschine wurde für die französische Marine gebaut und be- findet sich anscheinend noch im Versuchsstadium. Lateco&re hat hier zum ersten Male den abgestrebten Hochdecker verlassen und ist zum freitragenden Mitteldecker übergegangen. Ganzmetallbauweise, freitr. Trapezflügel mit Landeklappen. Ovaler Flugboot „Lat&co&re 298“. Bild: L’A&ronautique Seite 108 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30 Torpedo-Flugzeug Lat&eco£re 298. . Bild: L’Aronautique. Schalenrumpf, ziemlich schmal und hoch gehalten. Ueberdachter Führerraum mit drei hintereinanderliegenden Sitzen. Freitragendes. Leitwerk. Ruder mit Innenausgleich. Gekielte Schwimmer, einstufig, große Bauhöhe mit schmalem Oberwasserteil. Befestigung an Rumpf und Flügel mit je 5 Streben. Triebwerk: flüssigkeitsgekühlter 12-Zylinder-Hispano-Suiza 12 Ycrs von 900 PS. Dreiflügelige Ratier-Verstellschraube mit automa-. tischer Regulierung durch eine Windmühle. Brustkühler. Spannweite 15,5 m, Länge 12,6 m, Höhe 5,1 m, Fläche 31,6 m’, Rüstgewicht 2670 kg, Fluggewicht 4330 kg, Flächenbelastung 137 kg/PS, Leistungsbelast. 4,82 kg/PS. Höchstgeschw. in 2000 m Höhe 290 km/h. Sternmotor Alvis „Pelides‘“. Die englische Automobilfirma Alvis erwarb 1935 die Nachbau-- rechte für den französischen Mo.or Gnome-Rhone „K. 14“. Nach einer Kapitalerhöhung auf £ 700 000 im Jahre 1936 wurde das Werk soweit vergrößert, daß wöchentlich Motoren mit einer Gesamtleistung von 15 000 PS zeliefert werden können. Die Gnome-Rhone-Baumuster sind den Anforderungen des englischen Luftfahrtministeriums entsprechend in verschiedenen Punkten geändert und weiterentwickelt worden. Zur Zeit umfaßt das Fabrikationsprogramm die Muster „Alcides“ (18 Zy-: linder, 54 1, Nennleistung 1650 U/min), „Alcides Maior“ (gleiche Ab- messungen, höher überladen, 1530 PS in 4200 m), „Maeonides Major“ (14 Zylinder, 19 1, 700 PS in 4000 m), „Pelides‘“ (14 Zylinder, 38,7 1, 1050 PS) und „Pelides Major“ (gleiche Abmessungen, höher überladen, 1000 PS in 4000 m). | Der Vierzehnzylinder Pelides erledigte vor kurzem die amtlichen Abnahmeläufe und erhielt den Luifttüchtiekeitsschein für die Verwen- dung in Verkehrsflugzeugen. Nitrierte Stahlzylinder. Leichtmetallköpfe aus Y-Legierung, auf- geschrumpft und verschraubt. Zwei Ventile im Zylinder, Antrieb durch Stoßstangen und Kipphebel gekapselt. Selbsttätiger Ausgleich der Wärmedehnung, um das Spiel gleichzuhalten. Automatische Schmie- rung. Beide Ventile aus austenitischem Stahl, Auslaßventil salzgefüllt, Dichtfläche Stellit. — Geschmiedete Kolben mit verripptem Boden. Die Luftschraube wird direkt angetrieben oder im Verhältnis. Nr. 5/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT"“ Seite 109 13:19 bzw. 0,5 : 1 untersetzt. Trockensumpfschmierung, eine Druck- und zwei Rückförderpumpen. Selbsttätige Ansaugdruckregelung, Ver- eisungsschutz am Vergaser, Schleudergebläse. Zubehör: Zwei Brenn- steffpumpen, Generator, Anlaßer (elektrisch. und von Hand), Luftver- Vierzehnzylinder Alvis „Pelides“. Werkbild dichter, Vakuum- pumpe, Oelpumpe für Einziehfahr- werk, Landeklap- pen usw. Bohrung 146 mm, Hub 165 mm, Ge- samthubraum 38,7 1, Verdich- tungsverhältnis 1: 6,1, Gewicht mit Hilfsgeräten 540 kg (direkt ge- trieb.) bzw. 565 kg, Sterndurchmesser 1320 mm, Länge 1650 bis 1820 mm, Nennleistung 1025/1085 PS bei 2150 U/min in 1500 m Höhe, Höchstleistung 1045/1085 PS bei 2250 U/min in 1750 m Höhe, Start- leistung 1060 PS, Ladedruck hierbei 1,25 ata. Gnome-Rhone-Getriebe für Hilfsaggregate. Die ständig zunehmenden Ansprüche hinsichtlich der Hilfsgeräte, die von neuzeitlichen Flugmotoren angetrieben werden müssen, haben dazu geführt, daß die Rückseite des Kurbelgehäuses kaum noch aus- reicht, alles daran unterzubringen. Bei Sternmotoren, die auf kleinen Außendurchmesser gezüchtet sind, ragen diese Teile beinahe über die Zylinderköpfe hinaus. Außerdem wird die Baulänge des Motors be- Gnome-Rhone-Hilfsgeräteantrieb. Bild: Plein Ciel Rechts am Motor, links von der Antriebsseite gesehen. Seite 110 „PTLUGSPORT" Nr. 5/1938, Bd. 30 trächtlich erhöht, was den Einbau erschwert, da man gerade an dieser Stelle eine gute Zugänglichkeit braucht. | Gnome-Rhone ist neuerdings dazu übergegangen, die nicht direkt zum Motor gehörigen Hilfisgeräte abzutrennen und an einem beson- deren, mit einer ausreichenden Anzahl von Wellen versehenen Ge- häuse anzuflanschen. Am Kurbelgehäuse bleiben also nach-wie vor Magnete, Oelpumpe, Brennstoffpumpe, Drehzahlmesserantrieb und Anlasser. Generator, Oel- und Luftpumpen für die verschiedenen Bord- verbrauchsstellen dagegen werden zu einer getrennten Gruppe zu- sammengefaßt. Das Gehäuse ist aus einer Magnesiumlegierung ge- gossen und kann am Brandspant oder an sonstigen Bauteilen befestigt werden. Der Antrieb erfolgt durch eine gekapselte Zwischenwelle, die mit Kurbelwellendrehzahl läuft und bis zu 20 PS übertragen kann. Zwei elastische Kupplungen machen geringe Ungenauigkeiten beim Einbau unschädlich. Das Gehäuse besitzt 7 Anschlußstellen. Jede dieser Wellen, die zum Teil über- oder untersetzt sein können, ist mit einer Sollbruch- stelle versehen, so daß beim Blockieren eines Gerätes die übrigen werrerlaufen. Eine Oelpumpe sorgt für die Schmierung aller Lazer- stellen. Bei der in der Abbildung wiedergegebenen Ausführung läuft die obere senkrechte Welle mit doppelter Kurbelwellendrehzahl (5000 U/min) und treibt einen Stromerzeuger von 1800 Watt. An der Seite sitzen oben zwei Vakuumpumpen, eine für die Selbststeuerung des Flugzeuges, die andere für das Einziehfahrwerk. An der Antriebsseite sitzen an zwei parallelen Wellen eine Hoch- und eine Niederdruck- pumpe. Zwei weitere Flansche an den Seitenwänden sind noch frei. Das Gewicht der Anlage (Gehäuse mit 7 Wellen) beträgt 11 ke. =, KONSTRUKTIONS a, VREINZEBHEITEN Heinkel-Sprengnietung. Das Bestreben, geschlossene Profile verwenden zu können, und auch an nur von einer Seite zugänglichen Bauteilen eine einwandfreie Nietung zu erzielen, hat zur Entwicklung verschiedener Nietverfahren geführt. Der ursprünglich fast ausnahmslos angewendete Hohlniet kam nur für Verbindungen von untergeordneter Bedeutung wie Endkappen, ‚ leichte Verkleidungen usw. in Betracht. Einen beachtlichen Fortschritt bedeutete der Uebergang zum Dornniet (vgl. „Flugsport“ 1936, S. 604), der außer der höheren Festigkeit auch den Vorteil der Dichtheit auf- weist, d. h. das Eintreten von Feuchtigkeit, wie es bei den schuh- ösenartigen Hohlnieten möglich ist, verhindert. Die Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke, Rostock, haben ein neues Niet- verfahren entwickelt, das auch dem Dornniet überlegen ist und das seit einiger Zeit mit Erfolg in der Praxis angewendet wird. Der Schließkopf des Nietes wird hierbei durch Aufweiten des hohlen Niet- schaftes gebildet. Die Bohrung ist mit einer Sprengladung gefüllt, die nach dem Einsetzen des Nietes durch Anwärmen vom Setzkopf aus zur Explosion gebracht wird. Zur Sprengnietung werden normale Niete-benutzt. Die Höhlung 77 WO . , , R Schnittbild durch eine Sprengnietung vor und nach = dem Anwärmen. A Nr. 5/1938, . Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 111 im Schaft zur Aufnahme des Sprengstoffes kann geschlagen oder auch gebohrt werden. Bedingung ist nur, daß die Dehnung des Werkstoffes mindestens 15% beträgt. Mithin können also auch Stahlniete für An- schlußbeschläge nach dem Sprengnietverfahren geschlagen werden. Der besonders für die Nietung entwickelte Sprengstoff detoniert bei 130° C. Er wird lediglich in die Bohrung eingepreßt, erhält also keinen Verschluß. Infolge der Zusammensetzung aus rein organischen Bestandteilen verursacht der Rückstand keinerlei Korrosion. Der Sprengstoff ist hochbrisant und wirkt nur auf kleinem Raum, eine Be- schädigung benachbarter (gegenüberliegender) Bauteile tritt auch bei geringstem Abstand nicht ein. Er ist ferner ungiftie und lagerbeständie. Nach dem Einstecken wird der Setzkopf durch einen elektrisch geheizten Kolben erwärmt. Die Spitze des Kolbens besteht aus Silber, im Notfall auch aus Aluminium. Je nach der Größe des Nietes findet die Explosion nach einer Berührungszeit von I—5 Sekunden statt. Der Kolben dient hierbei gleichzeitig als Gegenhalter. Um eine schnelle Ableitung der beim Anheizen dem Niet zugeführten Wärme zu ver- hindern, wird der Niet eloxiert (vel. „Flugsport“ 1936, S. 189). Die so erzeugte Schutzschicht verhindert gleichzeitig interkristalline Korrosion. Die Vorteile dieses Nietverfahrens sind also, nochmals kurz zu- sammengefaßt, folgende: 1. Die Nietung ist anwendbar, auch wenn keine Möglichkeit zum Gegenhalten besteht. 2. Wegen der Einsparung des Nietiungen zum Vorhalten ist die Sprengnietung auch an beiderseits zugänglichen Stel- len wirtschaftlich. 3. Die Festigkeit erreicht etwa 85% derjenigen einer normalen Nietung. 4. Die Nietung ist dicht und kann für Schwim- Links oben: Ein geknickter Holmgurt, die Sprengniete haben auch auf Kopf- abreißen gehalten. Links Mitte und unten: Verwendung der Sprengnietung bei vollkommen geschlossenen Profilen. Rechts oben: Ansetzen des Heizkolbens an den eingesetzten Niet. Unten: Schnittbild eines fertigen Nietes. Werkbilder Seite 112 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30 Vollkommen in Sprengnietung ausgeführte Bauteile. Werkbilder mer, Tanks usw. angewendet werden. 5. Sprengniete sind in den ver- schiedensten Arten (Kopfform) und Abmessungen herstellbar. Besonders vorteilhaft ist die Sprengnietung bei Reparaturen, wo sie beträchtliche Einsparungen an Zeit und Hilfsmitteln gestattet. 1938 REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR AERONAUTICS Nr.2 Lift and Drag Characteristics and Gliding Performance of an Autogiro as Determined in Flight. (Auftrieb, Widerstand und Gleitzah- len eines Autogiro-Fingzeuges nach Flugmes- sungen. J. B. Wheatley. Rep. Nr. 434, 1932, 5 Cents. An einem Pitcairn-Autogiro „PCA-2“ (Ro- tordurchmesser 13,7 m, Blattzahl 4, Blatt- breite 560 mm, Völligkeit 0,0976, Profil Göt- tingen 429, fester Flügel von 92 m Spann- weite und 9,4 m? Fläche, Fluggewicht 1330 kg, Motor: Wright „R-975“ von 300 PS) Cowlings — Tandem Propellers. (Versuche an Gondel- Propeller- Kombinationen in verschie- denen Stellungen zu Flügeln. IV — Dicker Flügel — Verschiedene Siernmotor - Verklei- dungen — Tandempropeller.) J. G. McHugh. Rep. Nr. 505, 1934, 15 Cents. Eine Tandem-Motorgondel wurde in 11 verschiedenen Stellungen zu einem Flügel von 20% Dicke untersucht. Der Antrieb der Luftschrauben erfolgte durch zwei Elek- tromotoren von je 25 PS bei 3600 U/min. Maßstab der Motoren (Wright J-5) 419. Die Form der Gondel und die Art der Motorverkleidung beeinflussen den Luft- schraubenwirkungsgrad in gleichem Maße | Heat an ea 5 1-B 2-B 3-B 1-B 2-B 3-B 4 —: —+ + +— PM>) 4-B Inland. „Tag der Luftwaffe“, 1. März, auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring bestimmt, in diesem Jahre zum ersten Male mit einer würdi- gen Feier bei allen Verbänden begangen zur Erinnerung an den Tag, an dem vor drei Jahren der Führer und Reichskanzler die Aufstellung der jungen Waffe als dritten Wehrmachtsteil befohlen hatte. Truppeningenieure für Flakabteilungen werden iunge Diplomingenieure, Aus- bildung allgemeiner Maschinenbau, benötigt. Diese sollen übergangsweise in einer zweijährigen informatorischen Beschäftigung als Truppeningenieure der Kraftfahr- technik praktisch innerhalb des Geschäftsbereichs des Reichsministers der Luft- fahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe eingewiesen werden. Für diese Stellen kommen nur iunge Diplomingenieure im Alter von höch- stens 28 bis 29 Jahren in Frage, die ihrer Arbeitsdienstpflicht und möglichst auch Wehrpflicht genügt haben, besondere Neigung für die Kraftfahrtechnik besitzen und gute Noten im Fach „Verbrennungskraftmaschinen“ aufweisen können. Die jungen Ingenieure sollen völlig gesund sein und Lust und Liebe für den Beruf des Wehrmachtbeamten haben, der sie in engste Berührung mit der Truppe bringt. Die informatorische Beschäftigung umfaßt 1. bei Bewerbern, die der allgemeinen Wehrpflicht noch nicht genügt haben, die militärische Grundausbildung bei einer Flakformation; 2. die fachliche Fortbildung durch Kommandierungen zu den Flakverbänden, der Kraftfahrzeugindustrie und der Kraftfahrschule der Luftwaffe. Die fachliche Ausbildung vermittelt neben den allgemeinen Kenntnissen des Tätigkeitsgebiets eines Truppeningenieurs bei den Flakabteilungen den Erwerb sämtlicher Führer- und Fahrlehrerscheine und endiget mit der Prüfung zum Militärkraftsachver- ständigen. Bei fachlicher und persönlicher Bewährung der Truppeningenieure ist in per sec. Vertical velocit y, feer j0)} wurden Flugbahn und -geschwindigkeit mit stehendem und laufendem Propeller ge- messen. Die Abbildung zeigt die Sinkgeschwin- digkeitspolare der Maschine im Gleitflug. (Abszisse-Horizontalgeschw., Ordinate-Sink- geschw., Kreisbogen-Bahngeschw., gestri- chelte Gerade-Flugbahnneigung in Grad, 1 ft/sec = 0,3048 m/sec). Hauptergebnisse: Höchstauftriebsbeiwert, bezogen auf die Summe von Kreis- und Hilfsflügelfläche Horizontal velocıty, feet per second 40 60 0 5 mo Ro Mo 160 180 20 \ us: leder Bed rel, _ Tr un I EROIZNUNTSN Meheeheet L, RSS U I RR IL HAT EHE — KU AA FE _ \ Oo & 5 & Ss x = Zu BE>) Be g Al ah t-path angle, degrees 0,895, Mindestwiderstandsbeiwert bei stehen- dem Propeller 0,015, geringste Sinkgeschwin- digkeit 4,6 m/sec, Sinkgeschw. beim senk- rechten Abstieg 10,7 m/sec, kleinst Flugbahn- neigung 17°, beste Gleitzahl 1:4,8. Tests of Nacelle-Propeller Combinations in Various Positions with Reference to Wings. IV — Thick Wing — Various Radial-Engine wie die Lage der Gondel zum Flügel. Die Propellerachse soll entweder im Flügel oder bis zu einem halben Propellerdurchmesser darunterliegen. Anordnungen über dem Flü- gel sind wesentlich ungünstiger. Vor- und Rücklage sind von untergeordneter Bedeu- tung. Der vordere Motor wird am besten mit einer NACA-Haube, der hintere mit einem Townendring verkleidet. Zwei neben- einanderliegende Motoren mit Zugpropellern sind günstiger als eine Tandemgondel. Sol- len beide Luftschrauben (gleiche Blattgröße) bei gleicher Drehzahl die gleiche Leistung aufnehmen, dann muß die Steigung der hin- Seite 6 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 2° teren in 0,75 Radius durchweg um etwa 1° höher sein. Die Abbildung zeigt die Lage der Luft- schraubennaben bei den verschiedenen Ver- suchen. Tests of Nacelle-Propeller Combinations in Various Positions with Reference to Wings. V — Clark Y Biplane Cellule — NACA- Cowled Nacelle — Tractor Propeller. (.Ver- suche an (ondel- Propeller-Kombinationen in verschiedenen Stellungen zu Flügeln. V — Doppeldeckerzelle mit Profil Clark Y — Mo- tor mit NACA-Verkleidung — Zugpropeller.) E. F. Valentine. Rep. Nr. 506, 1934, 10 Cents. Eine Doppeldeckerzelle (ungestaffelt, un- geschränkt, Profil Clark Y) wurde mit einem verkleideten Sternmotor (Maßstab 4/9) in 12 verschiedenen Stellungen (s. Abb.) zusam- mengebaut. Gemessen sind Auftrieb und Vor- trieb, abgeleitet wurden Gesamtwirkungs- geıad und reiner Vortriebswirkungsgrad. Der geringste Beeinflussungswiderstand ohne Luftschraube ergibt sich bei Anstellwinkeln 0 Zi ie Hmm SL Se * N-—>| Ruin K/2"4> en E Fo E {de} NS 0 { ir * %* X pr 5 5 & / [2 3 Y_Y. - I 7- 64 | I 12" 12 235 e 38" des Schnell- und Reisefluges, wenn der Mo- tor vor dem unteren Flügel sitzt. Am schlech- testen ist die Lage des Motors in der Mitte zwischen beiden Flügeln und knapp vor der Vorderkante. Der reine Vortriebswirkungs- erad der Luftschraube ist im Schnellilug und beim Steigen am besten, wenn die Achse in der Sehne eines Flügels liegt. Um den besten Gesamtwirkungsgrad zu errei- chen, muß man die Luftschraube in einer Entfernung gleich der halben Flügeltiefe vor die Nase des ÖOberflügels setzen. Die ent- sprechende Lage zum Unterflügel ist nahezu gleichwertig. Die Anordnung zwischen den Flügeln ist in jedem Falle am schlechtesten. Die Ergebnisse zeigen, daß die Beeinflus- sung zwischen Doppeldeckerzelle und Mo- tor gleich der zwischen dem Motor und dem ihm jeweils am nächsten liegenden Flü- gel (Eindecker) ist. Tests of Nacelle-Propeller Combinations in Various Positions with Reference to Wings. VI — Wings and Nacelle with Pusher Pro- peller. (Versuche an Gondel-Propeller-Kom- binationen in verschiedenen Stellungen zu Flü- geln. VI — Flügel und Gondel mit Druck- schranbe.) D. H. Wood und C. Bioletti. Rep. Nr. 507, 1934, 10 Cents. Ein Sternmotor (Wright J-5 im Maßstab 4/9) mit Druckschraube und Townendring wurde in 17 Stellungen zu einem Flügel mit Profil Clark Y und in 3 Stellungen zu einem Flügel von 20% Dicke angeordnet. Gemes- sen sind Auftrieb und Widerstand bzw. Vor-- trieb mit laufender Einstell-Luftschraube, "abgeleitet wurden reiner Vortriebswirkungs- grad und Gesamtwirkungsgrad. Die besten. Ergebnisse für den Schnellflug ergeben sich, wenn die Achse um 60% der Flügeltiefe un- ter der Sehne und der Propeller um 10 bis. 30% der Tiefe hinter der Hinterkante liegen. Im Steigflug sind die Unterschiede gegen- über den anderen Anordnungen geringer. Die Dicke des Flügels hat keinen entschei-- denden Einfluß auf die gegenseitige Beein- flussung. Ein Sternmotor mit Townendring und Druckschraube ist im günstigsten Falle: ebenso gut wie der gleiche Motor mit der 8 7 /6 mn Al NY | 6 5 mm RN | 4 3 do J 20 Eh, un N 5% DPoe | 2 I 15 I _ Tr Ba VOR a Dex | T S 10 38 inch‘ chord wing 4 K] | I... x x | 12 4 Y EN x A \ N 14 13 17 mt — Nr. 2 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 7 gleichen Verkleidung und einer Zugschraube (ebenfalls günstigste Lage zum Flügel vor- ausgesetzt). Verkleidet man letzteren mit einer NACA-Haube, was bei Druckschrau- benanordnung kaum möglich ist, schneidet er besser ab. Eine Druckschraube, die von einem im Flügel sitzenden Motor angetrie- ben wird, ist besser als eine in der gleichen Weise angetriebene Zugschraube. Beide sind weit besser als die üblichen Anordnungen. Full-Scale Wind-Tunnel Tests of a PCA-2 Autogiro Rotor. (Großversuche an einem PO4-2- Antogiro-Rotor.) J. B. Wheatley und M. J. Hood. Rep. Nr. 515, 1935, 5 Cents. Der vierflügelige Rotor (Durchmesser 13,7 m, Blattbreite innen 375 mm, außen 3 (1 _ . 5 B “ “ np „Basic pitch distribution cv x Sr {8} 8% N Q 2a a + ____ Eh... Va _ NT3% ve | le" vo“, IOg"T | — 684," —33" 139" r- E70" 560 mm, normaler Einstellwinkel innen 2,5°, in der Mitte 0,7%, außen 2°, Völligkeit 0,0976) eines Pitcairn-Tragschraubers wurde im großen Windkanal untersucht. Gemessen wurden Auftrieb und Widerstand bei ver- schiedenen Rotordrehzahlen über den ge- samten Anstellwinkelbereich. Ferner ist die Abwindgeschwindigkeit in einer 450 mm über den Blättern liegenden Ebene bei zwei Luftgeschwindigkeiten bestimmt. 36 .9 | | | 9 Ye N #, Curve > r.p.m. 1.9° 32.8 140 m 82 —— 8 IEO. u, 2.710 —— 28.7 7 I _I; 22 ıL Bi A/ ne ° \L_ 1% 20.5 4 5 192 \ 17 Z \// D 16.4 \ 7 4 - \ 12.3 / \ 3 8.2 I 2 N NS] NıIe 4.1 Sn ug / cr Bu [0] 0% . 2 3 4 5 ‚6 7 Ip-Sp eedra tio, [27 Die kennzeichnenden Beiwerte des Ro- tors sind von der Drehzahl bzw. von der eine Blattverdrehung verursachenden Flieh- kraft abhängig. Die beste Gleitzahl kann durch eine Vergrößerung des Einstellwin- kels an den Blattspitzen über 4,5° hinaus nicht nennenswert verbessert werden. Sie beträgt im günstigsten Falle 1:7 und wird erreicht, wenn die Fluggeschwindigkeit rd. 35% der Umfangsgeschwindigkeit beträgt. Die Beschläge für die Hängekabel und für die Verbindungsseile zwischen den einzelnen Blättern verursachen etwa 5% des Gesamt- widerstandes. In der Verteilung des Ab- windes über der Kreisfläche bestehen aus- gesprochene Unregelmäßigkeiten. The Drag of Airplane Wheels, Wheel Fai- rings and Landing Gears. II — Nonretrac- table and Partiy Retractable Landing Gears. (Der Widerstand von Flugzengrädern. Radver- kleidungen und Fahrwerken. IT — Feste und teilweise einziehbare Fahrwerke). —"" D. Biermann und W. H. Herrnstein. Rep. Nr. 518, 1935, 10 Cents. Eine Reihe von Fahrwerkshälften der freitragenden Bauweise wurde in Verbin- dung mit einem Flügel und einem verklei- deten Sternmotor entsprechend der bei zwei- motorigen Flugzeugen üblichen Anordnung untersucht. Die Räder wurden in verschie- dener Entfernung von der Flügelnase teil- weise in den Flügel oder in die Motorver- kleidung eingezogen. Die Anwesenheit der Motorverkleidung ‚hat im allgemeinen keinen nennenswerten Drog of one-half gear or 100 m.p.h., Ib. Einfluß auf den Widerstand des Fahrwerkes. Die Fahrwerke müssen mindestens halb eingezogen sein, ehe ihr Widerstand kleiner als der einer guten festen Ausführung wird. Zieht man das Rad in der Nähe der Flügel- .-.. .- NE xpanding Fillet H 20r /& | Low-pressure wheel \ I, = 30%" , poS./Cfshown) ENT rn H=24%", " IB 2 N BE Se without fillet P 8 N 4 —t II | — With fillet” "pP [0] 3 4 .5 .6 .2 . oo. Lift coefficient, C, Seite 8 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 2 nase oder an der dicksten Stelle der Motor- verkleidung ein, dann ist der Widerstand viel größer als bei größerer Rücklage. Stromlinienprofilräder sind den üblichen Niederdruckreifen im teilweise eingezoge- nen Zustand überlegen. Der Widerstand eines sanz oder teilweise in eine unter dem Flügel liegende Hose eingezogenen Fahrwerkes ist kaum größer als der eines Expanding fıllet, 4." radius otreor. AN gt I BR Il ih teilweise in den Flügel eingezogenen. Der Höchstwirkungsgrad einer Luftschraube sinkt bei Anwesenheit des Fahrwerkes um 1 bis 3%. The Drag of Airplane Wheels, Wheel Fai- rings and Landing Gears — Il. (Der Wi- derstand von Fingzengrädern, Radverkleidun- gen und Fahrwerken.) W: H. Herrnstein und D. Biermann. Rep. Nr. 522, 1935, 10 Cents. Eine Reihe von Fahrwerken in der Größe, wie sie an einem Flugzeug von rd. 1500 kz Fluggewicht vorkommen, wurde an einem Rumpf (teilweise mit Flügelstummeln versehen) untersucht. Der Widerstand eines Fahrwerkes mit geringer gegenseitiger Be- 50 einflussung zwischen Rad und Streben ist Flügel vermindern den Widerstand beträcht- lich. Der Widerstand von Schleifspornen und Spornrädern ist in jedem Falle gering. Die Abb. zeigt ein Dreibeinfahrwerk ohne spitze Winkel, das einen sehr geringen Widerstand aufweist (etwa die Hälfte des von dem eines normalen, unverkleideten Dreibeinfahrwerkes mit profilierten Streben). Noise from Two-Blade Propeliers. (Geräu- MH sche von zweiflügeligen Luftschrauben.) E. Z. Stowell und A. F. Deming, Rep. Nr. 526, 1935, 5 Cents. Ein zweiflügeliger Metallpropeller mit einstellbaren Blättern wurde von einem Elektromotor angetrieben und auf Geräusch- bildung bei verschiedenen Steigungen bis zu Umfangsgeschwindigkeiten in der Nähe der Schallgeschwindigkeit untersucht. Der Grundton entspricht in seiner Höhe der doppelten Drehzahl, sein Anteil am Gesamt- geräusch nimmt mit der Drehzahl stark zu. Er ist am lautesten 30° hinter der Schrau- benebene, am leisesten in Richtung der Achse (vor und hinter der Schraube). Die nächstwichtige Geräuschquelle ist das Ab- lösen von Wirbeln von den Blättern. Das Maximum der Lautstärke liegt hier in Rich- tung der Achse auf beiden Seiten der o——4/ frequences DT 500-1,000 cycles +. 0-100 cycles &—--— 1,000-5,000 %x-----/00-500 v——obove-5,000 /40 130 4/0 90 50 40 SL O Nr. 5/1938, Bd. 30 ‚FLUGSPORT“ Seite 113 Zwei Flugbilder der Heinkel „He 111“ für militärische Zwecke. Werkbilder Typenbeschreibung des Verkehrsflugzeuges „He 111“ s. „Flugsport“ 1936, S. 32. Aussicht genommen, diese entsprechend dem Gesetz über das Ingenieurkorps der Luftwaffe vom 18. Oktober 1935 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1248) ins Ingenieur- korps der Luftwaffe und damit in ein beamtenrechtliches Verhältnis zu überführen Da die Stellen sofort zu besetzen sind, können nur die Bewerber Berück- sichtigung finden, die ihr Gesuch unter Beifügung eines ausführlichen Lebenslaufs und beglaubigter Zeugnisabschriften sofort dem Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Berlin W 8, Leipziger Straße 7, vorlegen. Aus fühlbar geringer, wenn anstelle von Nieder- /60 | 170) dem Gesuch muß der früheste Eintrittstermin ersichtlich sein. Gesuche von Be- druckbereifung Stromlinienräder benutzt RE ÖL \\ RS PERSON . 170 SS: ES werden. Bei großer Beeinflussung liegen die IS ZEN ı, werbern, die den gestellten Bedingungen nicht voll entsprechen, sind zwecklos Verhältnisse umgekehrt. /80 "= Bois |20| 0 | und können nicht berücksichtigt werden. An einem freitragenden Fahrwerk gerin- sen Widerstandes ist ein unverkleidetes Stromlinienrad einem gut verkleideten Bal- lonrad gleichwertig. Durch sorgfältige Ver- meidung aller spitzen Winkel kommt ein Dreibeinfahrwerk nahe an eine freitragende Ausführung heran. Der Widerstand eines Dreibeinfahrwerkes kann durch gute Ver- kleidung der Knotenpunkte um etwa 40% gesenkt werden. Ausrundungen am Ueber- sang von freitragenden Fahrwerken zum ww N SQund pressure in bors Schraube, das Minimum liegt in der Schrau- benebene. Für die Geräuschdämpfung an Verkehrsflugzeugen ist der Grundton weit- aus am wichtigsten, da er erstens eine Unterhaltung am meisten stört und da eine Isolierung gegen diese niedrigen Frequenzen sehr schwierig ist. Die insgesamt im Geräusch umgesetzte Energie betrug bei einer aufgenommenen Leistung von 140 PS rd. 1,3 Watt. Davon entfallen 77% auf Töne zwischen 0 und 110 Schwingungen pro Sekunde. Die obenst. Abb. zeigt in einem Polardiagramm den Schall- druck in Bar (1 Dyn/cm? oder rd. ein Mil- liontel at) für die verschiedenen Frequenz- bereiche. Abstand des Mikrophons von der Luftschraube rd. 25 m. Auergesellschafit Aktiengesellschaft neue Bezeichnung laut Eintragung der früheren Deutschen Gasglühlicht-Auergesellschaft m.b.H. Geschäfts- und Betriebs- räume demnächst Berlin N 65, Friedrich-Krause-Ufer 24. Generalmaior Keller, Kommandierender General und Befehlshaber im Luift- kreis I wurde mit Wirkung vom 1. 2. 38 zum Generalleutnant befördert. Bayrische Flugzeugwerke Regensburg G.m.b.H., bisher Tochtergesellschaft der BFW A.-G., Augsburg, jetzt selbständig. Heinkel-Werke G. m. b. H., Oranienburg, erhöhten das Kapital von 5 auf 12 Mill. RM. Postilugzeug „Otto Parschau“ D-APAR am 22. 2. früh in dichtem Nebel 1i km vom Flughafen Le Bourget gegen 160 m hohen Hügel gestoßen und durch Brand zerstört. Ums Leben kamen Flugkapt. Heinz van Vloten, Funkermasch. Riedherr und Flugzeugfunker Maier. Junkers „Ju 90“ erlitt bei einem Versuchsflug mit 500 km/h, wobei die Ma- schine durch einen besonderen Erreger absichtlich in Schwingungen versetzt wurde, Flügelbruch. Die fünfköpfige Besatzung sprang mit Fallschirmen ab. Dabei kam Ingenieur Hanemann ums Leben. Was gibt es sonst Neues? Focke-Hubschrauber wurde von Hanna Reitsch in der Deutschlandhalle im Fluge vorgeführt. Blohm & Voß, Abteilung Flugzeugbau, ist die neue Bezeichnung der jetzt dem Hauptwerk Blohm & Voß eingegliederten Hamburger Flugzeugbau G.m.b.H. Seite 114 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30 Ritter von Lechner, bisher Leiter des Flughafens Rhein-Main, übernahm am 1. 2. die Leitung des Zentralflughafens Berlin-Tempelhof. Ausland. Oesterreichischer Staatsmeister 1937 im Segel- flug wurde Heinrich Hütter. Er erreichte die höchste Punktzahl aller österreichischen Leistungs- segelflieger, wozu vor allem der Dauerflug von 27 Std. 50 Min. am 27. und 28. 10. 37, mit dem der bisher von A. Kahlbacher gehaltene öster- reichische Dauerrekord (18 Std. 32 Min.) überboten wurde, beitrug. Der Flug wurde auf einem „Rhön- sperber“ ausgeführt. Ikaros-Wanderpokal für die besten Segelilug- leistungen in Oesterreich im Jahr 1937 wurde der Segelfliegergruppe Wien Nr. 2 zuerkannt. Zu den hierbei berücksichtigten Einzel- und Gesamtleistun- gen gehören der Dauerflug von Heinrich Hütter mit rd. 28 Std., ein Höhenflug von Führinger mit 1850 m Startüberhöhung, Streckenflüge von Füh- ringer, Heiß und Hütter, ferner die Ablegung von 18 A-, 19 B-, 16 C- und 17 amtlichen C-Prüfungen sowie die Erlangung von drei Leistungsabzeichen. Hawker-Hurricane mit Rolls Royce „Merlin“ erreichte mit 80-130 km/h Rückenwind über eine Strecke von 525 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 655 km/h. Flughöhe 5200 m, der Motor lief nicht mit Vollgas. Die gleiche Strecke wurde vor einiger Zeit von drei Maschinen des gleichen Typs in einer Stunde, entsprechend 525 km/h Durchschnitt, zurückgelegt. CAMS-Großilugboot 161 soll im April 1939 flugklar sein. In nächster Zeit sind Flugversuche mit einem bemannten Modell (6 Train-Motoren von je 40 PS) vorgesehen. Die Maschine besitzt sechs wassergekühlte 12-Zylinder-Motoren nebeneinander. Der außerhalb der Motoren trapezförmig verjüngte Flügel sitzt auf dem Boot und ist auf jeder Seite mit zwei Streben abgefangen. Die Verklei- dungen der äußeren Motoren sind als Stützschwimmer ausgebaut. Höhenflosse mit geringer V-Form, zwei Endscheibenseitenleitwerke. Spannweite 46 m, Länge 32 m, Fläche 261 m?, Flügeltiefe innen 7 m, Leergewicht 17 220 kg, Rüstgewicht N... 0” 5 N Bermudas 3 Alairo Ay.. Delhin— \ R IH ke = Z Galcu ta West Bu A x “„Indies = Bathurst Bi \ Streckennetz der Fluglinien des britischen Empire. Ausgezogen: Imperial Airways und Tochtergesellschaften; gestrichelt: projektierte und im Ausbau befindliche Strecken; ausgezogen mit Querstrichen: Liniennetz der South African Airways. Seit 23. 2. 38 wird die gesamte Briefpost von England nach Aegypten, Palästina, Indien, Birma, Ceylon und den Malaiischen Inseln ohne Zuschlag auf dem Luft- wege befördert. Bild: Imperial Airways Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 115 18 900 kg, Fluggewicht 37000 kg, davon 2150 kg zahlende Last. Höchstgeschwin- digkeit in 1500 m Höhe 355 km/h, Reisegeschw. 300 km/h in 4000 m, Reichweite bei 60 km/h Gegenwind und 250 km/h 6000 km. 20 Fluggäste, 6 Mann Besatzung. Vuillemin, franz. Divisionsgeneral, wurde zum Generalstabschef der französ. Luftwaffe ernannt. Ital. 3. Sahara- FRU GERIEN flug, führend über 3500 km, scheint an die Teilnehmer, nach den letzten Berichten, große Anforderungen gestellt zu haben. Über die Streckenführung und die Teilnehmer & haben wir bereits in W der letzten Nummer N des „Flugsport“ S. 89 EN KG) Q Oaseel Dscho/gas ella | berichtet. Die schwierigste war die zweite 920 km lange Etappe von Hon in der Oasa Dschofra L/BYEN 4 — ler x S 8 % N N 8 3 . -. wen > In - - über die Schwarzen Berge nach der Oase Kufra. Vgl. obenst. Karte. Die Orientierungsschwierigkei- ten waren besonders groß, da markante Punkte fehlten und die 2 kleinen Wasser- stellen, Zella (180 km) und Tazerbo (660 km) mit ihren Kontrollposten schwer zu finden waren. Auf dieser Strecke fielen aus: Oblt. Schöpke-Hptm. Schmidt, welche in der Kontrollstation Tazerbo mit Maschinenschaden liegen blieben und aus- schieden; ferner Graf Mazzotti, nach dessen Ausbleiben eine Suchexpedition von 6 Militärfliegern angesetzt wurde. Die dritte Etappe von Kufra nach Bengasi wieder nach Norden wurde von 13 Teilnehmern überwunden. Es schieden aus: Flugkpt. Kirsch auf Ago-Kurier, ferner die 2 Japaner, welche in der Oase Dschalo liegen blieben. Obstlt. Rampelli mußte in der Nähe des Flughafens Bengasi eine Notlandung vornehmen, wobei er seine Maschine beschädigte. Für die letzte Etappe befanden sich nur noch 13 Ma- schinen im Rennen, darunter 3 deutsche Messerschmitt-Taifun mit Frhr. von Richthofen, Geisler und Rosenthal. Am 27. 2. wurde die vermißte Maschine 300 km westlich von Kufra gefunden. Sämtliche Insassen sind wohlauf. Die letzte Etappe von Bengasi nach Tripolis lesten alle 13 noch im Rennen befindlichen Flugzeuge zurück. Die Deutschen Fokker-Schulflugzeug „S. 9°“ mit Genet Maior. Die Maschine kann auch mit einem Reihenmotor von Menäsco oder mit dem Sternmotor Bramo Sh 14 A 4 aus- gerüstet werden. Typenbeschreibung s. „Flugsport‘‘ 1937, S. 690. Werkbild \ Seite 116 „FLUGSPORT" Nr. 5/1938, Bd. 30 Dempewolff und Grabler befinden sich mit einem Lastwagen auf der Fahrt von Dschalo nach Tripolis. Bombenflugzeug Fokker „T. 5“ mit Gefechtsstand im Rumpfende. Die Muster- maschine erreichte mit zwei Bristol-Pegasus-Motoren und de-Havilland-Verstell- schrauben (Lizenz Hamilton) eine Höchstgeschwindigkeit von 417 km/h in 4000 m Höhe. Die holländische Luftwaffe erteilte inzwischen einen Auftrag über eine Serie dieser Flugzeuge. Eine ausführliche Typenbeschreibung findet sich im „Flugsport“ 1937, S. 661. Werkbild Nennungsliste für das Rennen um den Deutsch-Pokal weist nur zwei Be- werber auf. Beides sind leichte Tiefdecker von Lignel, die sich in der Konstruk- tion an die Rennmaschinen von Caudron anlehnen. Französ. Flugzeugkäufe in Amerika sollen gemäß Verhandlungen des franzö- sischen Luftfahrtministers Guy la Chambre mit amerikanischen Firmen getätigt werden, und zwar handelt es sich um mehrere 100 Flugzeuge. Grund: Rückstand in der französischen Flugzeugindustrie im Jahr 1937. Die französischen Firmen begründen den Rückstand durch die verkürzte Arbeitszeit der 34-Std.-Woche. 2 iranzös. Segelilugzeuge stießen in der Nähe von Nancy in der Luft zu- sammen, wobei beide Insassen, darunter der bekannte französische Segelflug- lehrer Martin, tödlich abstürzten. Caproni baut ein neues Höhenrekordflugzeug, das 18000 m erreichen soll. Savoia-Marchetti „S. 79“ wird in Zukunft auch in Metall gebaut. Mit 3 Alfa- Romeo-Motoren „135 R. C. 32“ soll die Höchstgeschwindigkeit 550 km/h betragen. Koolhoven „F. K. 56“, ein freitragender Tiefdecker für Militärschulung, in Erprobung. Saloniki— Athen—Kreta—Alexandria-Luftverkehrslinie, welche von der grie- chischen Luftverkehrsgesellschaft betrieben wird, will Ju 52/3 m einstellen, wo- mit die Strecke wöchentlich zweimal beflogen werden soll. USA-Luftverkehr beförderte 1937 1300000 Fluggäste. Die Erhöhung gegen- über 1936 beträgt 15%. Boeing YB 17, viermotoriger Bombentiefdecker, wurde zu einem Geschwa- derflug nach Südamerika eingesetzt. Sechs Maschinen flogen ohne Zwischenlan- dung von Miami nach Lima und von dort ebenfalls ohne Zwischenlandung nach Buenos Aires. Die Anden wurden im Nachtflug überquert. Die Entfernungen be- tragen 4500 und 4000 km. Durchschnittsgeschwindigkeit 280 bzw. 320 km/h. Amerikanisches Sport- und Reiseflugzeug Miller „Zeta-2“ mit 125-PS-Menasco- Reihenmotor, zwei Sitze nebeneinander. Spannweite 9,15 m, Länge 6,6 m, Fläche 13 m’, Höchstgeschwindigkeit 233 km/h, Reisegeschw. 205 km/h, Landegeschw. ı4 km/h, Reichweite 950 km. Leergewicht 435 kg, Fluggewicht 725 kg. Bild: The Sportsman Pilct Nr. 511938, Bd. 0 „FLUGSPORT“ Seite 117 Segelilug über die Anden hat am 21. Februar Peter Riedel ausgeführt. Er ließ sich in Cali hochschleppen, flog über Medelin, Palanquero über weite Urwald- gebiete nach der Hochebene von Bogota. Hier geriet er in ein schweres Tropen- gewitter und mußte notlanden, was ohne die geringste Beschädigung durchge- führt wurde. Die Ueberquerung des südamerikanischen Hochgebirges im Segel- flugzeug hat überall große Begeisterung ausgelöst. Chile gab zwei Verkehrsflugzeuge Junkers „Ju 86“ in Auftrag. 1. Congres und 1. Salon internat. de la Petite Aviation Brüssel. Der von der Federation de la Petite Aviation belge unter dem Protektorat des belg. Aero-UOlubs veranstaltete internationale Kongreß Brüsseler Flugmodell-Ausstellung. Blick auf den deutschen Stand. An der Decke das große Schwingenflugmodell von Lippisch (unteres Bild). Oben rechts und unten links Meß- und Versuchsgeräte für den Luftfahrtunterricht. Unten rechts ein italienisches Doppeldeckermodell. Bilder: SADO Seite 118 „FLUGSPORT“ Nr. 5/1938, Bd. 30: über Modell-Flugsport fand vom 19.—26. Il. statt, die Modellausstel- lung vom 12.—26. II., eine Sonderausstellung über Literatur des Flug- wesens vom 19. Febr. bis 15. März. An dem Kongreß beteiligten sich Belgien, Frankreich, England und Deutschland. Der Kongreß wurde vom belg. Präsidenten Hellemanns eröffnet; als Beisitzer Ing. Wibault, Frankreich, und Civ.-Ing. Ursinus, Deutschland. Ltn. B. E. M. Borgniet, Sekretär der Federation de la Petite Aviation belge, erläuterte Zweck und Ziele des Kongresses, insbesondere die Notwendigkeit der Gründung einer internationalen Vereinigung auf dem Gebiete des Flugmodell- wesens, Es war nicht leicht, die Interessenten aus den verschiedensten Ländern nach Brüssel zu einer 1. internationalen Modellausstellung und zu dem 1. internat. Modell-Kongreß zusammenzubringen Die Entwicklung des Modellwesens in den einzelnen Ländern ist verschieden, “und es scheint nicht geboten, ohne vorher die Verhältnisse genau untersucht zu haben, durch Schaffung von Reglements die natürliche Entwicklung des Modell- wesens zu hindern. Zur Klärung der Verhältnisse scheint die Schaffung eines Vom Modellkongreß in Brüssel. Die Eröffnungssitzung, das Präsidium, von links: Ing. Wibault, Frankreich, Oberst Massaux, Belgien, Civ.-Ing. Ursinus, Deutschland, Ltn. Borgniet, Belgien. Mitte: Beim Rundgang durch die deutsche Abteilung, in der Mitte ein Modell des Henschel-Sturzkampfeinsitzers „Hs 123“. Unten: in der vorderen Reihe von I. n. r. Colonel Dautherie, General Duvivier, M. Marck, Belgiens Verkehrsminister, Michel Wibault (Frankreich), ganz rechts Borgniet, der Generalsekr. der belgischen Modellflugvereinigung. Bilder: SADO Nr. 5/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 119 Der französische Stand in der Modellausstellung. Bild: SADO internationalen Büros, welches sich mit der F. A. I. in Verbindung zu setzen hat, notwendig. Aufgaben des Büros werden sein: Aufstellung eines internationalen Arbeits- programms, Wettbewerbsreglements, Terminkalender, Materialbeschaffung, Lite- ratur und Erfahrungsaustausch. In der konstituierenden Sitzung wurde die endgültige Präsident- schaft über die zu gründende internationale Modellvereinigung dem belg. Oberst Massaux angetragen, die dieser annahm. Die neue inter- 222 Oben: Modelle der Baugruppe Antwerpen, in der Ecke im Rohbau die maßstäb- liche Nachbildung eines Stinson „Reliant“. Rechts unten: ein französisches Benzinmotormodell. Bilder: SADO Seite 120 „FTLUGSPORT"“ Nr. 5/1938, Bd. 30 nationale Modellvereinigung erhielt den Namen Aero-Modell-Union, abgekürzt AMU. Die Geschäftsführung übernimmt ehrenamtlich die belg. Modellorganisation. Die I. Intern. belg. Modellausstellung war sehr reichhaltig be- schickt. Vertreten waren die Länder Belgien, Frankreich, England, Deutschland, Italien. Verschiedene Modelle waren wegen Transport- schwierigkeiten bei der Eröffnung noch nicht eingetroffen. Luft- Post. Brewster Aeronautical Corporation hat nur zwei Flugzeugmuster XSBA-1 und XF2A-1 für die U.S. Navy gebaut. Anschriften lauten: The Aeroplane, London, W.1, 175 Piccadilly; Flight Publishing Company, Limited, Dorset House, Stamford Street, London, S.E.1. Lautstärken mehrerer Geräuschquellen summieren sich nicht arithmetisch, wenn sie gleichzeitig auftreten. Die Abstufung der Phonskala ist so, daß die resul- tierende Lautstärke von zwei gleichstarken Geräuschquellen stets um 3 Phon höher als jede der beiden Einzellautstärken ist. Wenn ein Motor 100 Phon er- zeugt und die Luftschraube ebenfalls, dann ist das Gesamtgeräusch 103 Phon. Hieraus geht hervor, weshalb es zwecklos ist, das Motorgeräusch extrem weit herabzusetzen, wenn man das Schraubengeräusch nicht beeinflussen kann. Wellesley, englisches Langstreckenflugzeug, ist im „Flugsport“ 1936, S. 228 u. 361 besprochen. Dreisitziges Landflugzeug, größte Reichweite 13 000 km. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Kameradschaft der Luft. Festschrift. Wiking Verlag G. m. b. H. Berlin. Preis RM 2.—. Ay Anläßlich des 50. Geburtstages von Dr. ing. e. h. Dr. phil. h. c. Ernst Heinkel ist eine Festschrift erschienen, in der führende Männer der Luftfahrt zu Worte scekommen sind, die, um sie breiteren Kreisen zugänglich zu machen, auch in kleinerem Format gedruckt worden ist. In kurzen Abrissen erlebt man die Ge- schichte der Entwicklung der deutschen Fliegerei, beginnend mit den ersten An- fängen der deutschen Flugzeugindustrie, als man Heinkel aus den Trümmern seines abgestürzten brennenden Flugzeugs zog. Man bekommt einen Begriff von den Leistungen unserer Flieger und Konstrukteure, von den Rückschlägen, Ent- täuschungen und Erfolgen. Man erlebt den Krieg mit den gewaltigen deutschen fliegerischen Leistungen, dann den Niedergang und Wiederaufbau der deutschen Luftfahrt, des Luftverkehrs und dann im dritten Reich die größte Leistung nach 1935, die Wiedererstehung der deutschen Luftwaffe. Der unverwüstliche Dr. Hein- kel hat es verstanden, in enger Verbundenheit mit der gesamten Gefolgschaft seines Werkes, mit dem großen Kreis der heute in der Luftfahrt Führenden und Schaffenden und mit der fliegerischen Welt innerhalb und außerhalb der Reichs- gıenzen, sich an der höchsten Spitze intensivsten Schaffens zu behaupten. Die Verdienste Heinkels sind in der Geschichte verzeichnet. Handbuch der Luitfahrt 1937/38. Herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsluftfahrtministeriums von Oblt. a. D. G. W.Feuchter, Maior (E) Dr. Kürbs u. Ing. Richard Schulz. I.F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. Preis geb. RM 8.—. Das ietzt im zweiten Jahrgang vorliegende Werk ist infolge der großen Anzahl neuer Militärflugzeugmuster im Umfang beträchtlich gewachsen. Der Inhalt ist wieder in zwei Teile gegliedert. Im ersten wird der organisatorische Aufbau der Luftfahrt von 71 Ländern behandelt, während Teil 2 in den Abschnit- ten A. Motorflugzeug- und Flugmotorenhersteller, B. Militärische Flugzeug- muster, C. Flugzeugschiffe, D. Nichtmilitärische Flugzeugmuster, E. Flugmotoren- muster die technische Seite behandelt. Die Beschreibung der Flugzeuge umfaßt neben den zum großen Teil bereits im ersten Band enthaltenen wichtigen älteren Konstruktionen eine beachtliche Anzahl neuer Baumuster des In- und Auslandes, über die bisher keine bzw. nur spärliche Angaben veröffentlicht wurden. Die Ausstattung mit zahlreichen Abbildungen u. Zeichnungen ist wieder ausgezeichnet. „FLUGSPORT“ neu zugelassen, in ein- wandireiem Zustande, preiswert zu verkaufen. Zuschriften an: Heinz Rühmann, Berlin - Grunewald, Trabenerstraße 35 Suche aus zweiter Hand Leistungs - Segelflugzeug Angebote unter 3908 an die Exp. d. Flugsport Frankfurt-M. Minimoa od. Condor neuwertig zu kaufen gesucht. Angebote mit genaueren An- gaben unter 3899 an die Exped. des „Flugsport“ erbeten. NUN Das deulsche Segelfliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Klavierbegle tung, darf in keinem Ver: ein od. Familie fehlen. Preis inci. Porto RM 1.15. Zu bezieh. v. Verlag „Flugs sport‘, Frankfurt-M., Hindenhurgpl. 8, Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M. INININUTNINIUNINDITLUTNNOEUNNIORIOTETDTOTONDUONINKON ‚RIVISTA AERONAUTICA' Illustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch italienisches Luftfahrtministerium Ministero dell’ Aeronautica, Roma Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. üb. die Luftfahrttech- nik, weitere Nachrichten über den internationalen Luftverkehr auf dem militärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis dä für Italien u. Kolonien it. L. 64,80 für Ausland . . . . ıt. L.144,— Einseparates Heft für Italien. . . . . itL. 9—- für Ausland . . . . it.L. 19,— Ihre Zeitschrift gehört in den Bücher- schrank, lassen Sie sie daher vom Fachmann einbinden! DIREKTOR gesucht für die Leitung der gesamien Konstruktions-Abteilung eines namhaften größeren Flugzeugwerkes Herren, die bereits eine ähnliche Stellung in größeren Flugzeugfabriken bekleidet haben ‘und die ihrem Können und ihrer Persönlich- keit nach geeignet sind, die Verantwortung für konstruktiv und wirtschaftlich erfolgreiche Führung der ihnen anvertrauten Abteilung zu tragen, erhalten Auskunft durch MICHEL-INSTITUT für Fabrik-Organisation Inh. Eduard Michel Beratender Ingenieur VDI Berlin-Wilmersdorf 2 Wir suchen für unsere aerodynamische Abteilung zum sofortigen Eintritt einen Diplom-Ingenieur oder Feehnischen Physiker mit besten Kenntnissen. Ferner: 1 gewissenhaften Ingenieur für Auswertungsarbeiten. Ausführliche Angebote mit Lichtbild, Zeugnisabschriften und Angabe der Gehaltsansprüche sowie des frühesten Ein- trittstages unter Kennwort „TZ - TFAe‘' erbeten an Arado Flugzeugwerke G. m. b.H. mem Brandenburg (Havel) 5 Inunttlittansslll ® tt. In. "GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 6 16. März 1938 XXX. Iahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 30. März 1938 Seid gegrüßt Ihr deutschen Fliegerkameraden in Oesterreich. Es war ein langer Leidensweg, den Ihr gehen mußtet. Die Entwicklung Eurer Fliegerei hat schwer darunter gelitten. Nun, jetzt seid Ihr frei, wir haben lange genug gewartet, um Euch helfen zu können. Und gerade in dieser Leidenszeit hat sich zwischen uns eine unauslöschliche Kameradschaft entwickelt, eine Fliegerkameradschaft, die dazu beitragen wird, in Zukunft alle Schwierigkeiten leicht zu überwinden. Ursinus. Transozean-Passagierluftverkehr. Flugzeuge mit Reichweiten, die zum Ueberfliegen der verkehrs- wichtigen Teile der Weltmeere ausreichen, gibt es seit einer Reihe von Jahren. Es würde beim heutigen Stande der Technik auch keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bereiten, über diese Strecken einen brauchbaren Anteil des Gesamtgewichtes als zahlende Last zu be- fördern, wenn nicht die mit Rücksicht auf stets zu erwartende heftige Gegenwinde unumgängliche Forderung hoher Reisegeschwindiekeit da wäre. Beim Starrflügelflugzeug liegt der Betriebszustand geringsten Brennstoffverbrauches für den zurückgelerten Kilometer und damit der größten Reichweite (bei Windstille) eben leider sehr nahe an der Kleinstgeschwindigkeit. Als typisches Beispiel einer nahezu kompro- mißlos auf größte Flugstrecke gezüchteten Bauweise sei das russische Langstreckenrekordflugzeug „ANT 25“ erwähnt, das zwar mehr als 10000 km ohne Zwischenlandung zurücklegte, dabei aber eine für moderne Ansprüche und mit Rücksicht auf Gegenwindunempfindlich- keit viel zu niedrige Geschwindiekeit entwickelte, Eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit auf etwa das Zweifache der wirtschaftlichsten Geschwindigkeit — soweit muß mit Rücksicht auf annehmbare Landegeschwindigkeit meist gegangen werden — bedingt aber eine fühlbare Einbuße an Reichweite bei gegebener Nutzlast und umgekehrt. Eine Abminderung dieses Verlustes ist bis zu einem ge- wissen Grade durch Veränderung der Flächengröße möglich. Ob in- dessen die verschiedenen in dieser Richtung unternommenen Versuche zu einem verwertbaren Erfolge führen, ist noch ungewiß. Für die nächsten Jahre ist es jedenfalls kaum zu erwarten. Diese Nummer enthält NACA-Bericht-Samml. Nr. 3, ferner Patentsamml. Nr. 17. Seite 122 „FLUGSPORT"“ Nr. 6/1938, Bd. 30 Ueberhaupt nicht vorhanden ist dieser grundsätzliche Mangel des Starrflügelflugzeuges beim Trag- und beim Hubschrauber. Hier liegen Höchstgeschwindigkeit und wirtschaftlichster Flugzustand nahe bei- einander. Leider sind jedoch die Vorteile dieser Charakteristik, selbst wenn man davon absieht, daß diese Flugzeugbauarten noch nicht ver- kehrsreif sind, heute nicht praktisch auszunutzen, da sie nur bei sehr niedriger Leistungsbelastung, die an sich die Reichweite ungünstig beeinflußt, maßgebend in Erscheinung treten. Somit bleibt zur Zeit nichts weiter übrig, als die bestmögliche Kompromißlösung für das Starrflügelflugzeug zu suchen. Die neueren ausländischen Großflugboote und Projekte, die wir an anderer Stelle in diesem Heft beschreiben oder über die wir bereits berichtet haben, versprechen, falls die errechneten Leistungen tatsächlich erreicht wer- den, bei vernünftiger Zuladung und annehmbaren Raumverhältnissen einen genügenden Ueberschuß an Reichweite, so daß die wichtigste Voraussetzung für den Fluggastverkehr gegeben erscheint. | Die gegenüber den im Prinzip günstiger gestellten Landflugzeugen überlegenen Leistungen sind nicht zuletzt auf die Anwendbarkeit einer höheren Landegeschwindigkeit und einer größeren Startstrecke zu- rückzuführen. Man kann schließlich 20 oder gar 35 Tonnen — das Fluggewicht nach Verbrauch des größten Teils der Betriebsstofflast — kaum mit ausreichender Sicherheit bei 120 oder 130 km/h Geschwin- diekeit auf festen Boden setzen, während das auf dem Wasser immer- hin noch möglich ist. Zweisitziges Uebungssegelflugzeug „Goevier“. Die von Wolf Hirth und Wolfgang Hütter konstruierte und vom Sportflugzeugbau Göppingen gebaute Maschine ist ein freitragender u Mitteldecker mit zwei nebenein- ander liegenden Sitzen. Der Flügel ist mit V-Form am Rumpf angesetzt und weist die von früheren Hirth-Konstruk- tionen her bekannte Umrißform auf. Die sehr groß gehaltenen Querruder besitzen eine fast gleichbleibende Tiefe. Sie sind an einem nach hinten offenen C- Holm, der gleichzeitig die Spalt- GEPÄCKHRAUM 6741 Uebungszweisitzer Querschnitt durch den Rumpf der „Goevier“. „Goevier‘ am Hauptspant. Wie bei Werkzeichnung dem Baumuster Hütter „H 28 ist die rin Flügelwurzel zur Unterbringung der Insassen herangezogen. Werkzcichnung CC Nr, 6/1938, Bd. 0 „FLUGSPORT“ Seite 123 Zweisitziges Uebungssegelflugzeug „Goevier“. Seitlich in der Haube die beiden Schiebefenster, neben der Maschine Wolf Hirth. Werkbilder abdeckung übernimmt, angelenkt. Der Hauptholm besitzt ebenfalls C- förmigen Querschnitt. Die Verdrehkräfte des Flügels werden durch eine Sperrholznase aufgenommen. Der runde Rumpf ist vollkommen in Sperrholz ausgeführt. Durch geschickte Anordnung der beiden Sitze — von jedem Insassen sind ein Arm und eine Schulter in der Flügelwurzel untergebracht — beträgt die Rumpfbreite nur 920 mm. Zwischen den beiden Hauptspanten be- findet sich ein reichlich bemessener Gepäckraum. Der Führerraum selbst ist mit einer durch ein leichtes Stahlrohrgerippe versteiften Haube aus Astralon (auf jeder Seite ein verschließbares Fenster) über- dacht und unten durch einen festen, vollständig geschlossenen Boden begrenzt. Alle Steuerzüge und sonstigen beweglichen Teile liegen unter diesem Boden bzw. unter dem Sitz. Die Instrumente — ein Satz — sind im Rumpf selbst untergebracht, um den genügenden Abstand vom Auge zu erhalten und die abwerfbare Haube nicht zu schwer werden zu lassen. Freitragendes Seitenleitwerk, Höhenflosse zum Schutz gegen Be- schädigungen hochgelegt und nach unten verstrebt. Vor dem Leitwerk Uebungszweisitzer „Goevier“. Man beachte die großen Querruder (doppelter Antrieb) und die zwecks Verbesserung der Sicht heruntergezogene Rumpfnase. Werkbild Seite 124 „FLUGSPORT"“ Nr. 6/1938, Bd. 30 rechts und links am Rumpf je ein Handgriff zur Erleichterung des Transportes auch der bemannten Maschine im Gelände. Das Fahrwerk besteht aus einem Zentralrad mit Ballonbereifung 380 X 150. Das Rad liegt direkt unter den Sitzen, die Hauptlandekräfte werden unmittelbar abgeleitet, denn die Radholme sind zugleich Sitz- holme. Fin Handbremshebel liegt in der Mitte zwischen den beiden Sitzen. Als Sonderausführung wird die „Goevier“ mit Bremsklappen auf der Oberseite des Flügels und mit schwarzen Vorhängen für einen Sitz zur Blindflugschulung ausgerüstet. Spannweite 14,8 m, Länge 6,74 m, Fläche 19 m?, davon die Quer- ruder 3 m?, Rüstgewicht 180 kg (Rumpf 76 kg, Fläche 90 kg, Leitwerk 10,5 kg, Instrumente u. Werkzeug 3,5 ke), Fluggewicht 350 kg, Flä- chenbelastung 18,4 kg/m?, Mindestgeschwindigkeit 1 m/sec, beste Gleitzahl 1: 19. Junkers-Sturzkampfflugzeug „Ju 87“. Das Baumuster Ju 87 ist ein einmotoriger, zweisitziger Tiefdecker in Ganzmetallbauweise. Es ist für den Sturzbombenwurf vorgesehen und kann eine Bombenlast von 250—500 kg tragen. Der freitragende, mit Glattblech beplankte Flügel besitzt trapez- förmigen Umriß mit nach außen zunehmender Verjiüngung. Diese cha- rakteristische Form wurde an dem zweimotorigen Schnellverkehrs- flugzeug Ju 86 eingehend erprobt und mit Rücksicht auf die Eigen- schaften beim Langsamflug entwickelt. Das mit negativer V-Form aus- geführte Mittelstück ist mit dem Rumpf fest verbunden. Es ergibt eine auszezeichnete Sicht für den Führer und gestattet die Anordnung eines festen Fahrwerkes von geringer Bauhöhe. Die Außenflügel sind mit Ueberwurfmuttern am Mittelteil befestigt und weisen positive V-Form auf. Fin über die gesamte Spannweite laufender Doppelilügel in Glatt- blechbauart dient in seinem äußeren Teil als Querruder, im übrigen als Landeklappe. Zwei an der Flügeldruckseite in der Nähe der Vor- derkante angebrachte Bremsplatten ermöglichen eine Herabsetzung Sturzkampfflugzeug Junkers „Ju 87“. Man beachte den hinter dem zweiten Sitz eingezogenen Rumpf zur Verbesserung des Schußfeldes. Werkbilder Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 125 Junkers-Sturzkampfflugzeug „Ju 87“. Landeklappen ausgeschlagen, Bremsflächen ‘in Flugstellung. Werkbilder der Sturzflugendgeschwindigkeit. Die Festigkeit des Tragwerkes ist jedoch genügend hoch, um auch Sturzflüge mit eingefahrener Bremse auszuführen. Die Maschine ist voll kunstflugtauglich. Der Rumpf von ovalem Querschnitt ist teilweise in Schalenbau hergestellt und ebenfalls mit Glattblech beplankt. Die zweiköpfige Be- satzung ist in einem geschlossenen Raum untergebracht. Der vorn sitzende Führer bedient außer der Knüppelsteuerung die Bombenaus- lösung, das in der rechten Fläche starr eingebaute MG und die für Senden und Empfang von Telephonie und Telegraphie eingerichtete FT-Anlage. Der MG-Schütze bedient von einem beweglichen Sitz aus das schwenkbare MG auf dem Rumpfrücken. Ein Fenster im Rumpf- boden vermittelt dem Führer Sicht senkrecht nach unten. Die Ueber- dachung des Insassenraumes kann durch zwei Handgriffe abgeworfen werden, der in der Mitte der Haube liegende Rumpfspant ist beson- ders kräftig gehalten und dient als Sturzbock bei Ueberschlägen. Leitwerk in Ganzmetallbau, freitragende Kielflosse, rechteckiges Höhenleitwerk, auf jeder Seite mit einer umgekehrten V-Strebe nach unten abgefangen. Höhenflosse verstellbar, beide Ruder mit Trimm- klappen ausgerüstet. Festes Fahrwerk in zwei getrennten Hälften. Die Räder sind mit den zum Flügel führenden Streben gemeinsam verkleidet und nach: innen durch eine mit gutem Uebergang angeschlossene Strebe abge- fangen. Die schwenkbare Spornrolle ist ebenfalls teilweise verkleidet. Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter V-Motor von 680-950 PS. Brustkühler unter dem Motor, dahinter die Bombenaufhängung mit einer Abwurfgabel, die die Bombe aus dem Propellerkreis heraus- schwenkt. Abmessungen, Gewichte und Leistungen werden nicht bekannt gegeben. Nr. 6/1938, Bd. 30 Seite 126 „FLUGSPORT“ SSISSSISSIIIIHH ZI LÜLLUUELDEIDEIEDEREEZE IIRIIIN SEELE — 9 ER N EN = —- \h/ | Eee ne WENNS: LA AM Mi N 6: N VA \ A SQ 222 7 GRRERG Schnittzeichnung vom Rotorkopf des Hafner-Tragschraubers „A. R. III“. Die Maschine ist im „Flugsport“ 1937 auf S. 124 u. 226 ausführlich besprochen. Das Bild zeigt links den Antrieb durch Kegelräder zum Beschleunigen des Rotors, oben die Lagerung eines Blattes, darüber die Befestigung des Zugdrahtes außen im Flügel. Rechts unten ist das Steuergestänge für die Aenderung der Blatt- steisung dargestellt. Zeichnung: Journal of the Royal Aercnautical Society Bombentiefdecker „Bloch 131“. Als eine der „Prototypen“ der französischen Luftwaffe wurde dieses Baumuster, das auf dem Pariser Salon 1936 zum erstenmal an die Oeffentlichkeit trat, kürzlich in Villacoublay vorgeführt. Ganzmetallfilügel, Trapeziorm. Dreiteilig, zwei Holme, aus kräf- tigen Winkelprofilen, einem Blechsteg und U-Versteifungen zusam- mengesetzt. Blechrippen in rd. 1,2 m Abstand. Flügelvorderteil als besonderer Nasenkasten ausgebildet. Unterteilte Querruder mit Trimmklappen. Rechteckiger Rumpf mit abgerundeten Kanten. Metallbau. Vier Mann Besatzung, im Rumpfbug ein schwenkbares MG, darunter Ziel- gerät für Bombenwurf. Ueberdachter Führersitz vor der Flügelvor- derkante. Hinter dem Flügel je ein MG-Stand über und unter dem Rumpf. Die Ausrüstung richtet sich nach dem Verwendungszweck (Kampf, Bombenwurf, Aufklärung), Bombenlast maximal 1000 ke. Bombentiefdecker Bloch 131. Bild: Plein Ciel REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT " NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR 1938 AERONAUTICS Nr.3 Characteristics of the NACA 23012 Airfoil from Tests in the Full-Scale and Variable- Density Tunnels. (Zigenschaften des Profils NACA 28012 nach Versuchen im großen und im Ueberdruck- Windkanal.) E. N. Jacobs und W. C. Glay. Rep. Nr. 530, 1935, 5 Cents. Das Profil wurde bei Reynoldszahlen zwischen 1000000 und 8000000 untersucht. Die Ergebnisse sind im. „Flugsport“ 1936, Heft 9 (Profilsammlung Nr. 14) wiederge- geben. Interierence of Wing and Fuselage from Tests of 209 Combinations in the N. A. C. A. Variable-Density Tunnel. (Beeinflussung zwischen Flügel und Rumpf nach Versuchen an 209 Zusammenstellungen im Ueberdruckwind- kanal des NACA.) E. N. Jacobs und K. E. Ward, Rep. Nr. 540, 1935, 10 Cents. Die meisten der Messungen wurden an einem runden Rumpf mit einem rechtecki- gen Flügel von symmetrischem Profil vor- genommen. Geändert sind Höhenlage, Rück- lage und Einstellwinkel des Flügels. Ferner ist der Einfluß von Auskleidungen und von Aenderungen der Flügel- und Rumpfform untersucht. Wenn man als Maßstab für die Güte einer Anordnung das Verhältnis CAmax/cwr betrachtet, wobei R den Zu- stand des Reisefluges oder auch des Schnell- fluges kennzeichnet, dann ist es am zweck- mäßigsten, den Flügel etwas über der III EI TTeITT 1 2 PT II ——> 2 u | Combination 7 [e) ] v ' IP T’rRecrt.NACA.0012 ] 1P 108 EI <— —>1T7] 008 Combination 1655 — —a| ı L u "I Rect. N.A.C.A.4412 H RS mu I 7 .08% EN CO —>7 |] 108 _ Combinotion 86 —-—x |! | 1 _% U 7 Tor M.A.C.A.0018-09 | 1] 978 BIEEE Kar uni IR; RN Combination 197 ---+| |! TOR m = Cumour MACA.O0I2T- H 5 : .05$ | IPOR H 043 ER (a R AI O3 ; er .02 Ka Er En DE N a .0/ >» Or -t, u RG (}} 3 et] oS8 ne Ex EuuD un Dun eu amt Y dl 88 | ESSEN - 2898 4200 0.2 4.6 8 10 12 14 Sc Lift coefficien 7, C, 4 2 OO EA 6 6 10 12 14 16° | [||| | m _R TI [11 |, u? 1% - in Sartre Z s4r . m —TCombination I82 —-4 | 1 I |) 1 1 & ı TI IT 72022 j ./03 _|S L "I N 1 8 TCombination 185 - ---x 09% 1 II 1 1] | ö I To I, 7 £ ui .—— nr 08% —1 Teombinarion 186 —o7-1 8 I | It | | I N [83 ro22l 078 IR 4 N N rm —T Combination 187——+ 7} .06 %& — —_ N [It | S . = - 0.54] ° | Line of 19 — Tr j : .05 5 Bu Ve "Teombinotion 1897 N 042 | | chord Wing alone ——v 4 vll R points LG, / 20° 038 ! AL BZ w . wur 02 „Let Te j 772° a .0/ DZENGEBZHEL N S 8 es — 2 . o IS G [eb R I - Cmeys -1 58 | 0 vor H f Su re Leo Forebody B NN gr Spray strie Afterbodies D&E Base line. 1.56% $7 ra ü k-, 4u_. H i . Generoting Chine LE gpine ine s- element — ! - 7 IH, 0 D| Spray strip 2 7 in IR on { |" 0,5" Y Sproy strip! ge" gi 33" —25'— 1 Afterbodcies D&E FP Forebody B ” Profile Zusammenstellungen untersucht wurden. Gemessen sind Widerstand, Eintauchtiefe und Trimmoment bei verschiedener Bela- stung und verschiedenem Rollwinkel in Ab- -hängigkeit von der Geschwindigkeit. Zur Erleichterung der Auswahl sind die Ergeb- nisse in dimensionslosen Beiwerten ausge- drückt und durch Abbildungen der Spritz- wasserbildung ergänzt. Die verschiedenen Bootskörper zeigen relativ geringe Unter- schiede hinsichtlich Startzeit und -strecke. Wind-Tunnel Interference with Particular Reference to Oif-Center Positions of the Wing and to the Downwash at the Tail. (Windkanal-Beeinflussung mit besonderer Be- rücksichtigung außermitliger Flügelanordnun- gen und des Abwindes am Leilwerk.) A. Silverstein und J. A. White. Rep. Nr. 547, 1935, 10 Cents. Zur Korrektur von Windkanalmessungen ist die Beeinflussung der Ergebnisse durch die Stahlgrenzen rechnerisch untersucht. Für runden, quadratrischen, sowie recht- eckigen und elliptischen Querschnitt mit dem Seiten- bzw. Achsenverhältnis 1:2 wer- den Berichtigungsfaktoren angegeben. Combustion in a Bomb with a Fuel-Iniection System. (Verbrennung in einer Bombe mit Brennstoff- Einspritzung.) M. Cohn und R. C. Spencer. Rep. Nr. 544, 1935, 10 Cents. In einem kugelförmigen Verbrennungs- raum wurde Brennstoff eingespritzt und nach 0,003 bis 0,06 sec, bzw. nach 5 min durch Funken entzündet. Der Druckverlauf wurde mit einem optischen Indikator über der Zeit verzeichnet. Bei niedriger Lufttemperatur und gerin- ger Dichte ist die Verbrennungsgeschwin- digkeit von der Verteilung und vom Zustand des flüssig eingespritzten Brennstoffes im Augenblick der Zündung abhängig. Bei hohen Temperaturen und Drücken verläuft die Verbrennung ähnlich derienigen, die man erhält, wenn man den Brennstoff vor der Zündung erst vollkommen verdampfen läßt. Das Bild zeigt die Bombe mit dem optischen Indikator. Eifects of Air-Fuel Ratio on Fuel Spray and Flame Formation in a Compression-Ignition Engine. (Einfluß des Brenustoff- Luft- Mi- schungsverhältnisses auf Brennstoffverteilung und Flammenbildung in einem Dieselmotor.) A. M. Rothrock und C. D. Waldron. Rep. Nr. 545, 1935, 5 Cents. Der Verbrennungsvorgang in einem Ver- suchsdieselmotor wurde bei 1500 U/min und einem Verdichtungsverhältnis von 13,2 mit einem optischen Indikator und mit Zeit- lupenaufnahmen festgehalten. Das Mi- schungsverhältnis zwischen Luft und Brenn- stoff wurde dabei zwischen 10,4 und 3:5 ge- ändert. Die Filmstreifen wurden durch zwei im Verbrennungsraum angebrachte Glasfen- ster aufgenommen. Die Versuche zeigen, daß auch bei ge- ringer Wirbelung der Ladung eine Ausbrei- tung der Brennstoffstrahlen stattfindet. Der Verbrennungsbeginn und die Ausbreitungs- T r T T T T - 1 Air - fuel rafıo 17.2- 800 7 T.T % T2r2% RS — “- j 25.74 R| 34.3° 5800 : BEN S 11 L94.0-\ S 1, 365-- N\ u400 N N IN 1] . R 200 \\ N x x | 1 NS _ o' 1.160 120 80 40 TC. 40 80 120 160 Crankshaff degrees ATC. = NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 11 | “ \ oT d M=23% , S = 5 53 R} EN N v2 Ä [ q So / I Mm " geschwindigkeit der Flamme wird durch das Mischungsverhältnis kaum beeinflußt. Bei sehr mageren Gemischen breitet sich die Flamme nach Erreichen des Höchst- druckes ziemlich langsam aus. Die Abbil- dungen zeigen den Druckverlauf über dem Kurbelwinkel (100 Ib./sq. in. = 7 kg/cm?) und das Bild der Verbrennung bei verschie- denen Mischungsverhältnissen. The Eifect of Turbulence on the Drag of Flat Plates. (Der Einfluß der Turbulenz auf den Widerstand ebener Platten.) G. B. Schubauer und H. L. Dryden. Rep. Nr. 546, 1935, 5 Cents. Bei der Bestimmung des Turbulenzein- flusses auf Widerstandskörper in Windkanä- len wird allgemein vorausgesetzt, daß die Anzeige von Pitotrohren zur Bestimmung der Geschwindigkeit vom Turbulenzgrad unabhängig ist. Zur Kontrolle wurden der Druckunterschied zwischen Vorder- und Rückseite einer runden Scheibe, der Wider- stand einer ebenen Platte, die Anzeige eines Pitotrohres und die eines Flügelrad- geschwindigkeitsmessers in einem Luftstrom bei verschieden starker Turbulenz vereli- chen. Die Turbulenz wurde in der üblichen Weise durch ein vorgeschaltetes Drahtgitter erzeugt. Pitotrohr und Flügelrad zeigen keine Ab- hängigkeit der Anzeige von der Turbulenz, während der Druckunterschied an der . 200 400 ..600 805 Distance from screen in wire diameters, x/d Scheibe und der Widerstand der ebenen Platte etwas beeinflußt werden. Der Wider- stand ist von der Reynoldsschen Zahl un- abhängig, so daß der hier vorhandene Tur- bulenzeinfluß nicht dem für die Oberflächen- reibung maßgebenden gleichzusetzen ist. Das Schaubild zeigt die Abnahme der Tur- bulenz mit dem Abstand vom Gitter (gemes- sen mit einem Hitzedrahtinstrument, 1% Turbulenz bedeutet, daß das Mittel der Quadratwurzeln aus den Geschwindigkeits- schwankungen 0,01 der mittleren Geschwin- digkeit beträgt). Wind-Tunnel Investigation of the Aerodyna- mic Balancing of Upper-Suriace Ailerons and Split Flaps. (Windkanaluntersuchungen über den aerodynamischen Ansgleich von anf der Flügeloberseite angeordneten Querrudern und von Spaltklappen.) C. J. Wenzinger. Rep. Nr. 549, 1935, 10 Cents. Eine Reihe von Anordnungen zweier Klappen übereinander, von denen die obere zur Quersteuerung und die untere zur Er- höhung des Größtauftriebes dient, wurde untersucht, wobei das Ziel die Herabsetzung der Steuerkräfte im gesamten Geschwindig- keitsbereich und die Erreichung einer ge- nügenden Quersteuerbarkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten war. Das Ausgangsprofil weist den Schnitt Clark Y auf. Die Bei- werte für Steuerkräfte und Rollmomente sind mit denen zweier aerodynamisch nicht ausgeglichener Ruder gleicher Tiefe ver- elichen. Eine Anordnung der Landeklappe Sealed’ with Pplosticine 1.25 — Nore: All oimensions in percent wing chord Seite 12 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 3 Deo & Li 8 >» TO. k-n d ı Ka 7/6. 2. k—c—H Allero, er IAangQ Nofe: Dimensions x, y,arıd-y in = 5.00 percent of aileron or flap = 2.50 2-30 ı chord, all other dimen- = 2.00 - j sions in percent of the = 1.75 Fl2@- wing chord. ergibt etwa die Hälfte der üblichen Betäti- gungskräfte bei praktisch gleichem Höchst- auftrieb. Die Querruderanordnungen sind teilweise gut, befriedigen jedoch nicht im gesamten Geschwindigkeits- und Ausschlag- bereich. Cooling Characteristics of a 2-Row Radial Engine. (Kühlung eines Doppelsternmotors.) O. W. Schey und V. G. Rollin. Rep. Nr. 550, 1935, 10 Cents. Ein Vought-Doppeldecker vom Typ XO4U-2 mit einem Wasp Junior GR-1535 von Pratt and Whitney wurde im großen Windkanal des NACA bei Windgeschwin- digkeiten zwischen 97 und 193 km/h unter- sucht. Die Drehzahl schwankte zwischen 1500 und 2600 U/min, der Ansaugedruck zwischen 0,65 und 1,14 ata. Bei Vollgas und 2500 U/min ist eine Luftgeschwindigkeit von 193 km/h erforderlich, wenn die höchst- zulässige Zylindertemperatur von 260° C nicht überschritten werden soll. (Luftdruck dabei 1 ata, Lufttemperatur 21° C.) Eine Er- höhung der Bremsleistung um 50% ergibt eine Erhöhung der Temperaturdifferenz zwischen Zylinder und Kühlluft um 15 bis 24%. Es ist gleichgültig, ob die Erhöhung der Leistung durch höhere Drehzahl oder höheren Ansaugedruck erreicht wird. Eine Erhöhung der Luftgeschwindigkeit von 97 auf 193 km/h ergibt eine Erhöhung der mitt- leren Temperaturdifferenz zwischen Zylin- der und Luft um 17%. Die Wärmeabfuhr durch das Schmieröl beträgt je nach Dreh- zahl und Mischungsverhältnis 3 bis 6% der induzierten Leistung. Die Temperaturände- rung der einzelnen Zylinder bei Aenderung des Mischungsverhältnisses kann als An- haltspunkt für die Gemischverteilung be- nutzt werden. Der Anstellwinkel des Flug- zeuges hat geringen Einfluß auf die Tem- peraturverteilung. Zwischen 2- und 3-flügeli- gen Luftschrauben wurde bei hohen Ge- schwindigkeiten kein Unterschied in der Zylindertemperatur gemessen, bei 130 km/h blieb der Motor mit der Dreiblattschraube im Mittel um 10° C kälter. Aircrait Compass Characteristics (Zigen- schaften von Fingzengkompassen.) J. B. Peterson und C. W. Smith. Rep. Nr. 551, 1936, 10 Cents. Die vom National Bureau of Standards benutzten Prüfmethoden für Kompasse wer- den beschrieben. Ferner sind die Eigen- schaften einer Reihe amerikanischer, eng- lischer und französischer Konstruktionen er- mittelt und in Schaubildern festgehalten. Die Abbildung zeigt die Zeit für einen Ausschlag von 30 auf 5° in Abhängigkeit von der Tem- peratur. N S © [6)) Time 30° 105° ‚seconds -40 -30 -20 -/0 o Ze) 20 30 Temperature, °C. Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 127 6700 77900 Bomben-Tiefdecker „Bloch 131“. Zeichnung: Flugsport L Einfaches Leitwerk von ähnlichem Aufbau wie Ü Öhen- flosse mit umgekehrten V-Streben nach unten en npel. Hönen Einziehfahrwerk unter den Motorverkleidungen. Die Bremsräder sitzen zwischen zwei Oelstoßdämpfern und werden hydraulisch nach vorn hochgezogen. Schwenkbare Spornrolle., riebwerk: zwei Vierzehnzylinder Gnome-Rhone „14 NO“ v je 880 PS in 3750 m Höhe. NACA-Verkleidungen, dreiflügelige Me- tallpropeller. Brennstoffbehälter im Flügelmittelteil. Spannweite 20,1 m, Länge 17,9 m, Höhe 4,1 m, Fläche 52 m}, Leergewicht 4700 kg, Besatzung 320 kg, militärische Ausrüstung a, Fisgewicht 8000 Ku „ öchsteeschwindigkeit in 4000 m Höhe ‚ Reisegeschw. in m 360 km/h, Gipfelhöhe 9000 m, Reichweite 1500 km. |", Landegeschw. 105 kmh Langstreckenflugboot Potez-CAMS „I4l“. Im Rahmen des 1936 für die Entwicklung von Transozeanflug- booten aufgestellten Programmes der französischen Regierung nimmt der viermotorige Hochdecker die Stelle einer Versuchsmaschine ein. Er ist als Zwischenstufe zu dem sechsmotorigen Verkehrsflugboot Potez-CAMS „161° zu betrachten, wird jedoch gleichzeitig für mili- Girische Zwecke als Langstreckenbomber oder Fernaufklärer ver- wendet. Der Metallflügel ist dreiteilig ausgeführt, die trapezförmigen Außenflügel sind mit V-Form an das rechteckige Mittelteil von 5,5 m Tiefe angeschlossen. Die Verbindung mit dem Boot geschieht durch einen halsförmigen Aufsatz und zwei nach den Enden des Flügelmittel- teiles laufende N-Stiele, die in der Mitte nach dem Flügel abgefangen sind. Die Tragkonstruktion besteht aus zwei I-Holmen. Glattblech- beplankung aus anodisch oxydiertem Leichtmetall. Die Querruder 9 Seite 128 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1938, Bd. 30 können gleichsinnig nach unten ausgeschlagen werden, um die Wir- kung der Landeklappen zu erhöhen. Das Boot besitzt eine Breite von 3,5 m und ist in 9 wasserdichte Abschnitte unterteilt. Die Schwimmfähigkeit ist gewährleistet, solange nicht mehr als zwei Kammern leck sind. Im Rumpfbug befindet sich ein Stand für den Bombenwerfer, anschließend ein Raum für den Kommandanten, mit Navigationsinstrumenten, einem Bordfernsprecher usw, ausgerüstet, dahinter der Führerraum mit Doppelsteuerung. Um dem links sitzenden ersten Führer bessere Sicht zu geben, ist die Haube unsymmetrisch ausgebildet. Die Ausrüstung umfaßt u. a. ein Selbststeuergerät. Anschließend kommt man in den Raum für den Bordwart, wo die Ueberwachungsgeräte für die Motoren und die Hilfsanlage zur Erzeugung von Strom und Druckluft, angetrieben durch einen Benzinmotor, untergebracht sind. Zu beiden Seiten des Rumpfes sind zwei vorn halbkugelförmige Maschinengewehrnester angebaut, wie sie bei neueren amerikanischen Baumustern gebräuch- lich sind. Weiter hinten im Boot befindet sich der FT-Raum, eine Kabine für den Kommandanten, zwei Räume für die Besatzung, eine Küche und zwei Toiletten. Drei seitlich und unten angebrachte MG und eine in dem Flügelhals eingebaute 25-mm-Kanone übernehmen den Schutz nach hinten. Die Bomben sind im hinteren Teil der Ver- kleidung der äußeren Motoren aufgehängt. Das Leitwerk sitzt auf dem hochzezogenen, als Kielflosse wirken- den Heck des Bootes. Die Höhenflosse weist leichte V-Form auf und trägt außen zwei Endscheibenseitenleitwerke. Sie ist durch zwei V- Streben nach unten abgefangen. Die Seitenschwimmer sind in der gebräuchlichen Art mit zwei Stielen und sechs Drähten am Flügel befestigt. Triebwerk: Vier flüssirkeitsgekühlte Zwölfzylindermotoren Hispano - Suiza 12-Y von je 920 PS, neben- einander vor dem Flü- gel. Die dreiflügeligen Ratier - Verstell- schrauben können auf Nullsteisung einge- stellt werden, was das Anwärmen der Mo- toren und Wende- manöver auf dem Wasser erleichtert. Die Kühlung erfolgt im Reiseflug durch feste Stirnkühler. Bei 25000 Volleistung der Moto- ren, vorzugsweise beim Start und im Langstreckenflugboot Steisflug, treten zu- „Potez-CAMS 141“ Zeichnung: Flugsport sätzliche, unter dem Flügel einziehbar an- | geordnete Kühler in Tätigkeit. Der Brenn- Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 129 Langstreckenbomber „Potez-CAMS 141“ der französischen Marine. Werkbild stoffvorrat wird von sechs im Flügel untergebrachten Behältern von ie 1000 I aufgenommen. Die Seitenschwimmer können bei Bedarf weitere 4000 | fassen. Spannweite 41 m, Länge 25 m, Höhe 7,8 m, Fläche 172 m?, Leer- gewicht 12000 kg, Ausrüstung 2900 ke, Brennstoff normal 6200 kg, maximal 8200 kg, Besatzung 900 kg, Fluggewicht 22 000 bis 24.000 kg, Flächenbelastung 128 bzw. 139 kg/m”, Leistungsbelastung 6,0 bzw. 6,5 kz/PS, Höchstgeschwindigkeit 305—310 km/h, Gipfelhöhe 5650 (mit 24 t Fluggewicht 4850) m, Gipfelhöhe mit drei Motoren 4150 (3350) m, mit zwei Motoren 2000 (1200) m, Reichweite bei Windstille bis 7500 km, Flugdauer 25 (30) Std., Landegeschwindigkeit 100 km/h. Startzeit 22 (35) sec. Die vor kurzem begonnenen Flugversuche ergaben bei 20000 kg Fluggewicht eine Startzeit von 19 sec und eine einwand- freie Flugfähigkeit mit zwei auf der gleichen Seite arbeitenden Motoren. Französische Flugbootentwürfe für den Transatlantikluftverkehr. Ende 1936 begann die Societe Nationale de Constructions Ae&ro- nautiques du Nord (bestehend aus den früheren Firmen Potez und C.A.M.S.) mit der Ausarbeitung eines Entwurfes für ein Langstrecken- flugboot, das den Bedingungen des sogenannten „alten Nordatlantik- programmes“ entsprechen sollte. In diesem Programm wurde eine Reichweite von 6000 km bei einem Gegenwind von 60 km/h ge- fordert, wobei die Reisegeschwindigkeiten bei Windstille nicht unter 250 km/h liegen sollte. Außer der sechsköpfigen Besatzung sollten 20 Fluggäste in Betten und 500 kg Fracht befördert werden Können. Diese Aufgabenstellung führte zu einem Boot in der Größenordnung von 30—40 Tonnen Fluggewicht. Inzwischen wurde eine Herabsetzung der Anzahl der Fluggäste von 20 auf 16 beschlossen, der freigewor- dene Raum soll für die Besatzung zur Verfügung stehen. Das auf dieses Programm abgestimmte Baumuster : Potez-CAMS „161“ ist ein abgestrebter Hochdecker mit sechs nebeneinander liegenden flüssigkeitsgekühlten Motoren von je 920 PS in 1500 m Höhe. Flügel im Mittelteil rechteckig, außen trapezförmig mit abgerun- deten Enden. Vierteilige Querruder, zur Verbesserung der Eigen- schaften im Langsamflug zweiteilige Handley-Page-Spaltflügel. Im Flügelmittelteil Landeklappen. Auf jeder Seite zwei parallele Abfang- streben. Das Boot selbst ist zweistufig ausgeführt und mit gutem Uebergang an den Flügel angeschlossen. Das Leitwerk sitzt auf dem scharf hochgezogenen Heck, es besteht aus einem Höhenleitwerk mit etwas V-Form und zwei Endscheiben. Die Höhenflosse ist durch N-Stiele nach unten abgestrebt. Bemerkenswert ist die Ausbildung der Seitenschwimmer, die im Seite 130 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1938, Bd. 30 Fluge nach oben gezogen werden und damit zu einer Verdickung - der äußeren Motorenverkleidungen zusammenschrumpfen. Triebwerk: sechs Motoren Hispano-Suiza „12-Y“ im Flügel. Ge- samtleistung 5520 PS. Im Reiseflug wird die Kühlung durch an der Flügelnase angebrachte Oberflächenkühler (von den Schneider-Pokal- Rennflugzeugen her bekannt) bewirkt. Im Steigflug und beim Start sorgen einziehbare Tunnelkühler unter dem Flügel für die erhöhte Wärmeabfuhr. Bei den Vorversuchen wurde mit besonderer Gründlichkeit zu Werke gegangen. Außer dem üblichen Windkanalmodell ist ein mit zwei Mann besetztes Flugzeug im Maßstab 1 : 2,5 im Bau. Diese Nach- bildung soll vor allem der Klärung der hydrodynamischen Vorgänge dienen. Zum Antrieb dienen 6 Kleinflugmotoren Train von je 40 PS. Ein naturgroßes Flügelteil mit einem Triebwerk wird in Chalais- Meudon auf Vereisung am Vergaser und auf die Kühlwirkung unter- sucht. Ferner entspricht der Flügel des für die Marine erbauten viermotorigen Bootes „141“ dem des Projektes „161°, so daß eine Extrapolation unter Verwendung der Ergebnisse des bemannten Mo- delles und des Types „141“ ziemlich genaue Schlüsse auf die wirk- liche Ausführung zuläßt. Spannweite 46 m, Länge 32,1 m, Höhe 8,9 m, Fläche 261 m’, Flügeltiefe innen 7 m, Leergewicht 17 220 kg, Rüstgewicht 18900 kg, Betriebsstoff 15500 kg, Besatzung 450 kg, Nutzlast 2150 kg, Flug- gewicht 37000 kg, Flächenbelastung 141 kg/m”, Leistungsbelastung 6,7 ke/PS. Höchstgeschwindigkeit in 1500 m Höhe 355 km/h, Reise- geschw. in 4000 m 300 km/h, Reichweite mit normaler Zuladung entsprechend dem Programm. Mit 1300 kg zahlender Last und einem Flusgewicht von 40 000 kg beträgt die größte Reichweite bei 60 km/h Gegenwind mit 55% der Nennleistung 8200 km in 4000 m Höhe, ent- sprechend 10200 km bei Windstille. Die Durchschnittsgeschw. dabei ist 297 km/h. Bemerkenswert ist die günstige Gleitzahl der Maschine. Sie wird mit 1:20 angegeben. Ein Boot ist zur Zeit im Bau. Das inzwischen aufige- stellte „neue Programm“ sieht Maschinen zwischen 30 und 70 t Fluggewicht mit vier bis acht Motoren vor, die über den Süd- 32100 Verkehrsflugboot „Potez-CAMS 161“. Zeichnung: Flugsport . Modell des Flugbootes „Potez-CAMS 161“. Bilder: L’A&ronautique Nr. 6/1938, Bd. 30 „PELUGSPORT“ Seite 131 atlantik 40 Fluggäste mit Gepäck und 3000 ke Fracht befördern können. Die Reichweite wurde dabei auf 3200 km mit 50 km/h Gegenwind festgesetzt. Für den Nordatlantik werden 6300 ke der zu zahlenden Last durch Brennstoff ersetzt, die Reichweite bei 60 km/h Gegenwind muß 6000 km betragen. Die Besatzung be- steht in beiden Fällen aus 8 Mann. Die Reisegeschwindigkeit soll nicht weniger als 300 km/h betragen. Der auf diese Forderungen abgestellte sechsmotorige Hochdecker Latecoöre „31“ geht in seinen Abmessungen wesentlich über das vor sieben Jahren von der gleichen Firma entworfene und durch verschiedene Rekorde bekannt gewordene Baumuster 521 „Lieutnant de Vaisseau Paris“ hinaus. Der trapezförmige Flügel ist mit Fowlerklappen ausgerüstet und besitzt mehrere aufblasbare Luftbehälter zur Erhöhung der Schwimmfähigkeit in havariertem Zustand. Das Boot ist in zwei Stockwerke aufgeteilt, das untere enthält 20 Kabinen für die Fluggäste, Küche, Toiletten, Bar usw. Das in Frankreich neuerdings bevorzugte V-Leitwerk taucht auch hier wieder auf. Die Höhenflosse ist außen nach oben umgebogen und bildet so die beiden Seitenleitwerke. Wie bei dem Muster „CAMS 141“ wer- den die Seitenschwimmer im Fluge an den Flügel herangezogen und hinter die Verkleidung der äußeren Motoren gelest. Triebwerk: sechs luftgekühlte Doppelsternmotoren Gnome-Rhone P. 18 von je 1650 PS Startleistung. Nennleistung 1500 PS. Spannweite 57 m, Länge 43 m, Höhe 10,1 m, Fläche 361 m}, Leergewicht 24200 kg, Rüstgewicht 26 700 kg, Fluggewicht 59 600 kg, ooo oOoo oo0 oo ooo ODO 00 000 OCD O0 00 U Atlantikflugboot Latecoere „631“. Zeichnung: Flugsport Seite 132 „FLUGSPORT" Nr. 6/1938, Bd. 30 Windkanalmodell des Großflug- bootes „S. E. 200“. maximal66000ke. Flächen- belastung 165(183) kg/m’, Leistungsbelastung 6(6,7) ke/PS. Höchstgeschwindig- keit 420 km/h, Reisege- schwindigkeit 70% der Nennleistung 350 km/h, Reichweite entsprechend dem Programm. Das dritte der projek- tierten Großflugboote ist das Baumuster Liore et Olivier „49“ N it der neuen Bezeichnung S. E. 200 (abgeleitet aus dem Namen er Gruppe S.N.C.A. de Sud-Est). Wie die Lat&coere 631 soll auch diese Maschine mit sechs Doppelsternmotoren P. 15 von Gnome-Rhone ausgerüstet werden. oo “Der freitragende Ganzmetallflügel von trapezförmigem Umriß ist aus zwei Holmen aufgebaut, die Oberseite besteht aus Wellblech mit in Spannweitenrichtung verlaufenden, verjüngten Wellen, auf das die eigentliche Glattblechbeplankung aufgenietet ist. Die Landeklappen laufen über 60% der Spannweite. Das Boot ist zweistöckig ausge- führt und besitzt zwei Stufen. Das V-förmige Höhenleitwerk sitzt direkt auf dem Bootsrücken und trägt zwei Endscheibenseitenleit- werke. Die Seitenschwimmer sind mit V-förmig angeordneten Stre- benpaaren am Flügel befestigt. Die Stufe wird im Fluge durch klapp- bare Bleche abgedeckt. Tr Triebwerk: sechs luftgekühlte Motoren von je 1650 PS Start- leistung nebeneinan- der vor dem Flügel. Spannweite 48,5 m, Länge 37,5 m, Fläche 330 m?, Leergewicht 26200 kg, Rüstge- wicht 30 200 kg, Flug- gewicht normal 61 200 ke, maximal 66 000 a kg, Flächenbelastung | & 185(200) kglm?, Lei- stungsbelastung 6,2(7) ke/PS, Reichweite entsprechend dem Programm. Atlantikflugboot Liore& et Oliver „LeO 49° (S.E. 200). Zeichnung: Flugsport PATENTSAMMLUNG 1938 | des Sun BandVil N.77 Inhalt: 656047, 454, 574, 575, 625, 667, 725, 726: 657045, 449. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb:-- (Gr. 3—24). b 14 Pat. 656 047 v. 20. 2. 36, veröff. 28. 1. 38. Pollopas Patents Ltd., London. Oberhalb des Tragflüyels des Plug- zenyes angeordnele Stener- und Stabilisierungs- fläche. Patentansprüche: 1. Oberhalb des Tragflügels eines Flugzeuges an- geordnete Steuer- und Stabilisierungsfläche, die um eine quer zur Flugrichtung liegende Achse längs neig- bar ist und auch quer neigbar und feststellbar sein kann, nach Patent 600 893, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche aus mehreren, in ihrer jeweiligen Nullage ein strömungstechnisch einheitliches Ganzes bildenden Einzelflächen besteht, die unabhängig von- einander einstellbar und feststellbar sind. 2. Oberhalb des Tragflügels eines Flugzeuges an- geordnete Steuer- und Stabilisierungsfläche nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur eine Ein- stellachse mit Bezug auf den Flugzeugkörper ortsfest ist, die anderen dagegen ortsveränderlich gelagert sind (Fig. 3). 3. Oberhalb des Tragflügels eines Flugzeuges an- geordnete Steuer- und Stabilisierungsfläche nach An- spruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ein- stellung die Achsen dienen, an denen die Flächen an- gelenkt sind (Fig. 4). 4. Oberhalb des Tragflügels eines Flugzeuges an- geordnete Steuer- und Stabilisierungsfläche nach An- spruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur windschie- fen Einstellung der Eiuzelflächen die Einstellachse für jede Fläche unabhängig von der anderen und so ge- lagert ist, daß jede Achse einzeln, z. B. vermittels eines Kugelgelenks, verschwenkt werden kann und auch die Schwenkung der Flächen unabhängig von- einander um die jeweilige Einstellachse erfolgt. b 16s1 Pat. 656574 v. 4. 8. 35, veröff. 9. 2. 38. A. Ehrenreich & Cie, Düsseldori-Oberkassel. Kugelgelenk für Schaltgestänge von Flugzeugen. Patentansprüche: 1. Kugelgelenk für die Schaltgestänge von Flug- zeugen, bei welchem der Kugelkopf zwischen zwei Abb. 8 | >28 I] N ASP j IK ' sa 2 0 » Pfannen gelagert ist, von denen eine unter der Wir- kung einer Feder steht, und wobei für den Kugelkopf eine bajonettartige Einführung im Gehäuse vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die unter Federdruck stehend Pfanne mit einem aus dem Gehäuse austre- tenden Schaft ausgerüstet ist und zur Bildung eines Widerlagers für die im Raum zwischen Schaft und Gehäusemantel liegende Feder das von dem Schafte durchdrungene Ende des Gehäuses bis auf etwa Schaftdurchmesser umgebördelt ist. 2. Kugelgelenk nach Anspruch‘ 1! dadurch gekenn- zeichnet, daß der den Kugelkopf hintergreifende Ba- jonettschlitz durch eine mit dem Pfannenschafte zu- rückziehbare Gabel gebildet ist. 3. Kugelgelenk nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß an Stelle einer Gabel eine mit dem Pfannenschafte verbundene, das eigentliche Gelenkgehäuse umgebende, verschiebbare Hülse mit einem der Gabelung entsprechenden Schlitze vorge- sehen ist. 4. Kugelgelenk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die feststehende Kugelpfanne durch Umbördelung des Ge- häuses mit letzterem verbunden ist. b 16 Pat. 656 625 v. 11. 12. 35, veröff. 12. 2. 38. Dornier-Werke GmbH,, Friedrichshafen”). Vorrichtung. insbesondere für den Flngzengban, zum eirangsläufigen Be- wegen eines Klappenpaares. Patentansprüche: 1. Vorrichtung, insbesondere für den Flugzeugbau, zum zwangsläufigsen Bewegen eines Klappenpaares mittels zweier gleichachsig angeordneter Bauteile, *) Von deın Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Ludwig Staiger, Friedrichshafen- Spaltenstein. Seite 74 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 17 welche sich einander nähern, wenn die Klappen ent- gegen dem Druck der äußeren Luftströmung bewegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die sich gegen- läufig bewegenden Bauteile in an sich bekannter Weise durch eine oder mehrere Zugfedern oder unter Zug- spannung stehende federnde Körper, beispielsweise Gummizüge, miteinander verbunden sind. 2. Vorrichtung zum zwangsläufigen Bewegen eines Klappenpaares mittels zweier gleichachsig angeordne- ter Bauteile, welche sich einander gegenläufig bewe- zen, derart, daß sie sich voneinander entfernen, wenn die Klappen entgegen dem Druck der äußeren Luft- strömung bewegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die sich gegenläufig bewegenden Bauteile durch eine oder mehrere Druckfedern oder unter Druckspannung stehende federnde Körper gegeneinander abgestützt sind. b 99% Pat. 656 454 v. 24. 10. 34, veröff. 7. 2. 38. Argus Motoren Gesell- schaft m.b. H., Berlin-Reinickendori*). Bo- denlafette für Tiefschuß ans Flugzengen. Patentansprüche: 1. Bodenlafette für Tiefschuß aus Flugzeugen nach Patent 637 225, dadurch gekennzeichnet, daß die schwenkbare und leicht lösbare Verbindung des Sockels (13) der Lafette mit der Grundplatte (15) aus einem Zapfen (14) besteht, der mit einer Nut (41) versehen ist, in welche eine Haltefeder (43) ein- greift, die durch Drehung des Zapfens (14) schlüssel- artie aus dem Bereich des Zapfens (14) verdrängt wird, und daß ein drehbarer Bügel des Zapfens in einer Gabel derart gesichert ist, daß er die Drehung des Zapfens und überhaupt die unbefugte Benutzung verhindert. 2. Bodenlafette nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Zapfen (14) zur Einführung in die Grundplatte (15, 40) am unteren Ende mit einer Nut (48) versehen ist, welche sich über die Sicherungs- feder (43) schieben läßt, um dann bei Drehung diese aus dem Bereich des Zapfens (14) zu verdrängen. 3. Bodenlafette nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherungsteile so angeordnet sind, daß der ordnungsmäßige Zustand *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Adelf Sprater, Berlin-Frohnau. - ya un NT Fa B 5,45 Schnitt A-B 49 ohne weiteres sichtbar ist, nämlich die Sicherung des Drehzapfens (14), derart, daß die Feder (43) in die Sicherungsnut (41) einspringt, so daß sie durch die Bohrung des Zapfens (14) sichtbar wird, während die Sicherung des Bügels (35) als Plombensicherung auf der Oberfläche des Sockels (15) angeordnet ist. Schraubenflugzeuge (Gr. 2530). b933>; Pat. 657045 v. 27. 7. 35, veröff. 25. 2. 38. Kay Gyroplanes Ltd., Edinburgh. Steilschranber mit einem durch ein ein- und ansschallbares Ritzel motorisch anf Abhubdrehzahl bringbaren Rotor. Patentansprüche: 1. Steilschrauber mit einem durch ein am Rotor- träger sitzendes, in einen Rotorzahnkranz eingreiien- des ein- und ausschaltbares Ritzel motorisch auf Ab- hubdrehzahl bringbaren Rotor, dadurch gekennzeich- net, daß die Schaltung des Ritzels durch In- oder Außereingriffsschwenken bewirkt wird. 2. Steilschrauber nach Anspruch 1 mit einstell- steuerbaren Flügeln am Rotor, dadurch gekennzeich- net, daß die Außereingriffschwenkung des Ritzels selbsttätig über ein mit der Flügeleinstellsteuerung in Verbindung stehendes Gestänge erfolgt.. 3. Steilschrauber nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ritzelwelle (17) in einem Dreh- körper (16) gelagert ist, der in einem Mantelgehäuse (13) derart drehbar ist, daß die Achsen des Ritzels (17) und des Drehkörpers (16) Abstand voneinander haben. 4. Steilschrauber nach Anspruch 1 bis 3, gekenn- zeichnet durch eine derartige Lage der Zahneingriffs- kurve, daß bei treibendem Ritzel (18) der Zahndruck im Sinne des Eingriffs, bei vom Rotorzahnkranz (28) getriebenem Ritzel (18) im Sinne der Abschaltung wirkt. 5. Steilschrauber nach Anspruch 1 bis 4, gekenn- zeichnet durch Seilsteuerung (31) für den Dreh- körper (16). 6. Steilschrauber nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellscheibe (32) unter einem die Ritzelausschaltung anstrebenden Federdruck steht und die bei entsprechender Lage des Stellgriffs (33) einfallende Verriegelung (34) dieser Feder entweder von Hand (35) oder durch einen vom Flügeleinstell- gestänge (54) bedienten Schieber (36) ausgelöst wird. 7. Steilschrauber nach Anspruch 6 mit Getriebe- zusammenhang zwischen Motor- und Ritzelkupplung einerseits und der Vorrichtung zur Ineingriffbringung von Ritzel und Zahnkranz anderseits, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Vereinigung der die Kupplung und der den Ritzeleingriff bewirkenden Gestängeteile an der Stellscheibe (32) erfolgt. PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 75 8. Steilschrauber nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch eine Seilverbindung (37) zwischen der Stell- scheibe (32) und der Motorkupplung (38) und durch die Anordnung zweier gegenwirkender Federn (43, 46) mit der Wirkung, daß die eine Feder (43) erst die Vorspannung der die Entkupplung anstrebenden Feder (46) überwunden haben muß, bevor die Kupplung wirksam wird. Luftschrauben (Gr. 1—11). Pat. 656667 v. 14. 12. 34, veröff. C 202 1.2.38 Hugo Heine, Berlin. Ver- Jahren zum erstellen hölzerner Luftschran- ben mil einem metallenen Kantenkörper. Patentansprüche: 1. Verfahren zum Herstellen hölzerner Luftschrau- ben mit einem metallenen Kantenkörper mittels ge- eigneter Klebemasse und unter Anwendung von hohem Druck und hoher Temperatur nach Patent 625 983, da- durch gekennzeichnet, daß man den Kantenkörper un- mittelbar mit dem Flügelkörper mit Hilfe der Klebe- masse aus härtbaren Kunstharzen verbindet und die hierzu notwendige hohe Verleimungs- und Trocknungs- temperatur ohne schädliche Beeinflussung des hölzer- nen Flügelkörpers durch örtliche Erhitzung erzeugt, indem man durch den Metallkantenkörper einen elek- trischen Strom hindurchleitet. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die örtliche Erzeugung der hohen Tem- peratur durch mittels Elektrizität, Gas o. dgl. geheizte Körper erfolgt, die gegebenenfalls unter Verwendung von regelnden Zwischenlagen an den metallenen Kan- tenkörper gelegt werden, wobei die an letzterem an- srenzenden Holzflächen des Flügels durch Abdeckung mit schlechten Wärmeleitern, wie Asbest, vor der Erwärmung geschützt werden. Triebwerk (Gr. 12—25). Pat. 656 726 v. 12. 5. 35, veröff. c 140 11. 2. 38. Henschel Flugzeugwerke A.-G., Schönefeld, Kr. Teltow*). Bejesti- gung abırerfbarer Betriebsstoffbehälter in Luft- Fahrzeugen. ES pen $ acsanınmmienune Patentansprüche: 1. Befestigung abwerfbarer Betriebsstoffbehälter in Luftfahrzeugen mittels Zangen, dadurch gekenn- zeichnet, daß die freien Schenkel der Zange in der Schließstellung von einem Ring, der durch einen fern- betätigten Hebel entgegen der Federwirkung in die Auslösestellung verschiebbar ist, zusammengehalten werden. 2. Befestigung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Betriebsstoffleitungsstutzen des Be- hälters mit den zum Triebwerk führenden Leitungs- anschlußstutzen in bekannter Weise lediglich durch Anpreßdruck verbunden ist. *) Von'dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Manfred Urban, Berlin-Schöneberge. c 14 Pat. 656725 v. 6. 4. 35, veröff. 11. 2. 38. Henschel Flugzeugwerke A.-G., Schöneield, Kr. Teltow*). Anschluß abweıfbarer Belriebssto/fbehälter am Flugzeng. Patentansprüche: 1. Anschluß abwerfbarer Betriebsstoffbehälter am Flugzeug, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteein- richtung (7) sich innerhalb einer am Flugzeug be- festigten Glocke (2) befindet, an deren Rand ein flanschartiger Ring (9) mit konischer Sitzfläche (10) angeschlossen ist, der mit Vorspannung gegen eine konische Dichtungsfläche (11) des Betriebsstoffbehäl- terbeschlages (4, 6) schraubbar ist. 2. Anschluß nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Glocke (2) einen Ansatz (12) mit Gewindebuchse (13) trägt, in dem ein mit elastischem Dichtungsring (17) versehenes Anschlußstück (14) der Betriebsstoffleitung (15) verstellbar gelagert ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Manfred Urban, Berlin-Schöneberg. Seite 76 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 17 Abwurivorrichtungen (Gr. 18, 20). c 181 Pat. 657449 v. 17. 2. 29, veröft. 4. 3. 38. Siemens Apparate und Maschinen G. m. b. H., Berlin*). Anslösevor- richtung für den Abwurf von Lasten vom Flugzeug. “ Patentansprüche: 1. Auslösevorrichtung für den Abwurf von Lasten vom Flugzeug zur Betätigung der einzelnen Abwurf- vorrichtungen durch eine mechanische Schrittschal- tung, die durch einen Handhebel weitergeschaltet 199 | a EN N Zu | der abzuwerfenden Lasten bestimmende Verriege- lung (8). 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das zu verstellende Glied (Seiltrom- mel 2) und der Handhebel (4) gegenüber dem Ge- häuse (10, 11) durch einen Vorstecker (9) verriegelt werden können. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekenn- zeichnet durch eine den Apparat nach Abwurf einer beliebigen Anzahl von Lasten außer Tätigkeit setzende Verriegelung (20). *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Felix Hirschberg, Berlin- Charlottenburg. Fallschirme und sonstige Rettungsvorrich- tungen (Gr. 21—23). c 9 03 Pat. 656 575 v. 16. 10. 34, veröft. 12. 2. 38. Societe dite: L’Aviorex Dreyius freres, Clichy, Seine, Frankreich. Schnalle oder Schloß für Fall-chirmgürtel. Patentansprüche: 1. Schnalle oder Schloß für Fallschirmgürtel oder Vorrichtung zum Festschnallen eines Luftfahrzeug- insassen auf seinem Sitze, welches zwei vorzugsweise gelenkig miteinander verbundene, plattenartige Teile enthält, die durch Annähern zueinander die an dem Schlosse zu verankernden Teile verriegeln und durch Entfernen voneinander die genannten Teile freigeben, dadurch gekennzeichnet, daß die das Schloß in der Schließlage haltenden Verschlußklinken (9, 19) über die Vorderseite der vorderen Platte (2) der das Schloß bildenden Platten (1, 2) hervorragen, so daß der Klinkenverschluß durch einen auf den hervorragenden Teil der Verschlußklinken ausgeübten Druck oder Schub geöffnet werden kann. 2. Schnalle oder Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der über die vordere Platte (2) des Schlosses herausragende Teil der Verschlußklin- ken (9, 19) abgerundet ist, so daß dieser Klinkenteil sich nicht an einem nicht zum Schloß gehörenden Fremdkörper verfangen kann. 3. Schnalle oder Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schwenkbaren Klinken (9) an denienigen Rändern der schwenkbaren Platte (2), die quer zu deren Schwenkachse (3) verlaufen, angeord- net sind, wobei sich die Klinken in der Schließstel- lung der Platte an der ortsfesten Platte (1) des Schlosses oder an seitlichen Rändern (11) dieser Platte verankern, indem beispielsweise hakenförmige Enden (10) dieser Klinken in Oeffnungen (12) der Ränder (11) der ortsfesten Platte (1) eindringen. 4. Schnalle oder Schloß nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die den hakenförmigen Enden (10) der Klinken (9) gegenüberliegenden Klin- kenenden (14) ein wenig über die Oberseite der schwenkbaren Platte (2) hinausragen und das Lösen der Klinken durch einen quer zur Platte (2) gerich- teten Druck auf die genannten Enden ermöglichen. 5. Schnalle oder Schloß nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die den hakenförmigen Enden (10) gegenüberliegenden Klinkenenden (14) um- gebogen und durch Oeffnungen (15) der schwenkbaren Platte (2) hindurchgeführt und an deren Unterseite unter der Wirkung von Drehfedern (16) abgestützt sind. 6. Schnalle oder Schloß nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der an dem Körper des Fallschirmträgers anliegenden Platte (1) eine Klinke (19) schwenkbar gelagert ist, die durch eine Oeffnung (18) der schwenkbaren Schloßplatte (2) hin- durchragt und mit ihrem hakenförmigen, auf seiner Außenseite vorzugsweise abgerundeten Ende über einen Rand der genannten Oeffnung (18) greift. 7. Schnalle oder Schloß nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungsklinken (9 bzw. 19) mit Bezug auf das freie Ende der schwenkbaren Schloßplatte (2) derart angeordnet sind, daß die Handwurzel der das Schloß betätigenden Hand auf die Verriegelungsklinken drückend einwir- ken kann, während gleichzeitig die Finger der Hand den freien Endrand der Platte (2) umfassen. Pat.-Samml. Nr. !7 wurde im „FLUGSPORT"“ XXX., Heft 6, am 16.3. 1938 veröffentlicht. Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 133 Viermotoriges Langstreckenbombenflugzeug Farman „2231“. Ein Vorläufer dieser Konstruktion ist im „Flugsport“ 1936 auf S. 242 besprochen. Die zivile Version als Verkehrsmaschine für 40 Fluggäste wurde auf dem Pariser Salon 1936 gezeigt. Werkbild Bombenflugzeug „ANT 6“. Der Entwurf dieses viermotorigen Tiefdeckers stammt aus dem Jahre 1934. Wie die Bezeichnung ausdrückt, handelt es sich um eine Konstruktion des vor einiger Zeit verhafteten Professors Toupoleff. Trapezflügel in Metallbau, freitragend. Beplankung Wellbech, mit Stoff überzogen. Rechteckiger Rumpf, ebenfalls Wellblechbeplankung. Bugkanzel, darunter verglaster Stand für den Bombenwerfer. Leitwerk in Metallbau mit Wellblechbeplankung. Höhenflosse gegen die Kiel- flosse mit zwei Streben, nach der Rumpfunterkante mit zwei Drähten versteift. Geteiltes Dreibeinfahrwerk, Radbremsen. In der Serie wird die Maschine mit je zwei in Tandemanordnung in einer Brücke gelagerten Rädern ausgerüstet. Spornrad. Triebwerk: 4 wassergekühlte 12-Zylinder-Motoren „M 17“ von 680 PS nebeneinander vor dem Flügel. Kühler in Schächten unter der Flügelnase. Regelbarer Lufteintrittsquerschnitt. Zur normalen Ausrüstung gehören 4 Doppel-MG, FT-Anlage und Nachtflugeinrichtung. Besatzung 4 bis 5 Mann. Die Bombenlast, normal 1500 kg, im Höchstfalle 3000 kg, wird im Rumpf untergebracht. Spannweite 36 m, Länge 21 m, Fläche 190 m?, Rüstgewicht 10000 kg, Fluggewicht 15000 kg, Flächenbelastung 79 Keim. Lei- stungsbelastung 6,25 Kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 300 km/h (?), Reisegeschw. 210 km/h, Steigzeit auf 2000 m 12 min, Gipfelhöhe 5000 m, Reichweite mit 1500 k& Bomben 2000 km. Russisches Bombenflugzeug „ANT 6“. Bild: Letectvi Seite 134 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1938, Bd. 30 Tag der Luftwaffe. Zur Erinnerung an die vor drei Jahren erfolgte Gründung der deutschen Luftwaffe wurde der 1. März vom Führer und Reichskanzler zum „Tag der Luft- waffe“ bestimmt. Bei einer Feier im Ehrensaal des Reichsluftfahrtministeriums hielt der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring folgende Ansprache: „Meine Kameraden! Als der Vertrag von Versailles dem deutschen Volke als ein Schmachfrieden aufgezwungen wurde, da zerbrach die deutsche Wehrmacht, bezwungen durch den Feind nicht auf dem Schlachtfeld, sondern durch eine Reihe von Umständen, die im Inneren wie im Aeußeren lagen. Es zerbrach vor allem aber durch den Frieden von Versailles jene Waffe, die zum erstenmal im Welt- krieg einen kühnen Aufstieg genommen hatte, zum Schrecken der Feinde wurde und unentbehrlich als Teil der Streitkraft eines Volkes — zerbrach die deutsche Luftwaffe. Ruhmreich wie kaum eine andere Waffe hat sie in wenigen Jahren Unsagbares geleistet und Heldenhaftes vollbracht. Leuchtende Namen stiegen gleich Meteoren in ihr auf. Nun lag die Waffe als solche zertrümmert. Blinder Haß zerschlug die eigenen Maschinen. Nur ein kläglicher Rest blieb übrig in der sogenannten zivilen Luftfahrt, auch diese am Anfang gedrosselt, auch diese am Anfang kaum zum Leben fähig. Im Innern unserer Heimat aber herrschte ein Feind, der auch keine Luftwaffe gebrauchen kornte. Feiger Pazifismus oder ohnmächtiger Parlamen- tarismus zerstörte alles, was an Wehrkraft und Wehrgeist noch im deutschen Volke lebte. Nicht nur, daß eine Abrüstung durchgeführt wurde, einmalig in ihrem gewaltigsten Ausmaß in materieller Richtung, nicht nur, daß Hunderttausende, Millionen von Gewehren zerstört wurden, Zehntausende von schwersten Ge- schützen, Zehntausende von Flugzeugen usw.; das war nicht das Entscheidende. Ein Heer kann zerbrechen und kann neu geschaffen werden. Das Furchtbare war, daß nun eine Abrüstung einsetzte seelischer und gei- stiger Art. Das deutsche Volk wurde in seinem Charakter, in seinem Wehrwillen, - in seiner Geisteshaltung abgerüstet, nunmehr nicht mehr durch den Feind, son- dern durch eigene Feigheit und innere Zerrissenheit. Trotz allem aber konnte der Geist nicht völlig vernichtet werden, der das deutsche Volk in allen seinen Schichten beseelte, als es viereinhalb Jahre lang in einer einzigen Mauer von Rauch und Stahl und Tod und Vernichtung die Grenzen des Vaterlandes gegen eine ganze Welt in Waffen beschützt hatte. Dieser Geist lebte in den Besten der Nation weiter. Vom ersten Tage ab arbeitete er jenem Ungeist entgegen, der Deutschlands Vernichtung hieß. Man konnte nicht das Andenken in der Luftfahrt töten oder vergessen, das Andenken an die strahlenden Heldengestalten eines Bölcke und Richthofen, eines Immelmann und vieler anderer junger bester deutscher Männer. Es lebte weiter, dieses Andenken, und allmählich begann es sich wieder zu verkörpern, begann es wieder Menschen zu beseelen, und allmählich stieg der neue Geist empor, der Deutschlands Rettung werden sollte. In der Luft aber blieb Deutschland gefesselt. Mit Mühe und Not, durch ein Ausnutzen aber auch der letzten Möglichkeiten entstand in Deutschland ein ein- ziger Hort, in dem noch die Luftfahrt leben konnte: die Deutsche Lufthansa, der deutsche Luftverkehr. Dort sammelten sich tatkräftige Männer, wenn auch unter ziviler Betätigung, wenigstens jenen Geist zu hüten und zu betätigen und jene Sehnsucht wieder aufkommen zu lassen, die durch viele Jahrtausende den Men- schen beseelt hat: sich von der Erdenschwere zu erheben in die freie Luft. In kümmerlichen Verhältnissen, aber doch unüberwindbar, konnte dieser Geist in der kleinen Gruppe der deutschen Luftfahrt erhalten werden. Aus ihr heraus ent- wickelte sich dann langsam, immer stärker werdend, der deutsche Luftverkehr. Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 135 Bald überflügelte er an Sicherheit und Tatkraft, an Maschinenleistung und an Bodenorganisation den Luftverkehr der ganzen Erde. Ueberall tauchten nun die deutschen Verkehrsflugzeuge auf, im Süden ebenso wie im Norden, in Asien Afrika und in Europa. Wieder war beste deutsche Wertarbeit zum Siege gekom- men. Und in dieser allmählich sich ausbreitenden Lufthansa konnten jetzt auch wieder jene jungen Deutschen sich betätigen, die nun einmal gottlob nicht ablassen konnten von dem Gedanken, sich in die Luft zu erheben. Das war ungefähr der Stand bei der Machtübernahme. Militärisch aber war es nicht nur die Klausel von Versailles, die das Entstehen einer deutschen Luft- waffe verhinderte, sondern es war ja auch iener feige Pazifismus des Parlaments das der jungen deutschen Reichswehr keine Mittel und Möglichkeiten gab, sich fliegerisch zu betätigen. Lediglich im Offizierskorps lebte der Geist der Flieger weiter, der sich praktisch jedoch nicht auswirken konnte. Denn zu argwöhnisch blickte der Feind, aber auch zu feige war die eigene politische Leitung. Als nun durch den glorreichen Sieg des Nationalsozialismus endlich in Deutschland eine neue Zeit anbrach, als unser Hakenkreuzbanner auf allen Zinnen wehte, da wurde die Möglichkeit gegeben zum Aufbau einer deutschen Wehr- macht. Denn im Programm dieser nationalsozialistischen Bewegung stand unver- rückbar fest, daß wieder ein starkes Volksheer, alle Teile der Nation umfassend, zur Sicherheit des Reiches erstehen müßte. Das war ein wesentlicher und wich- tiger Programmpunkt, der einen Mann beseelte, der selbst allezeit der erste und beste und tapferste Soldat Deutschlands geblieben ist. Diese neue deutsche Wehrmacht — das muß-ich stets dankbar bekennen — war nur möglich durch den Sieg jenes Hakenkreuzbanners, das viele Jahre hin- durch das Feldzeichen aller jener Deutschen war, die sich nicht beugen wollten, sondern die an ein neues Deutschland glaubten, weil sie die inneren Werte des Volkes kannten. Das Volk ist meist so wie die Führung; wie wir Soldaten wissen, daß eine Kompanie, ein Geschwader stets die Haltung seines Kommandeurs hat. Das Volk ist nur feige, wenn die Führung feige ist; es ist heroisch, wenn die Führung tapfer und kühn denkt und handelt. Und nun erleben wir, daß dasselbe Volk, das sich jener Ohnmacht hingab und dem Untergang geweiht schien, zu einer neuen ungeahnten Größe in wenigen Jahren sich erheben konnte, einzig und allein, weil es die Führung bekam, die seinem inneren Wert endlich entsprach und diesen Wert auslöste. Die neue Wehrmacht entstand. Vom ersten Tage der Machtübernahme gab es keinen Zweifel, daß dieser Programmpunkt durchgeführt werden mußte. Bei den Schwesterwaffen, Heer und Marine, war es verhältnismäßig leichter. Sie beide waren — wenn auch nur in kleinen Kadres — vorhanden und eine Ver- größerung, Ausbreitung konnte hier zunächst fast unbemerkt vor sich gehen. Schwieriger war es aber bei der Luftwaffe. Heer und Marine konnten unmöglich allein die Grenzen schützen, wenn nicht auch der vertikale Luftraum gesichert Zweisitziger Tiefdecker Junkers „Ju 87“ für Sturzkampf. Werkbilder Seite 136 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1938, Bd. 30 war. So mußte neben einem neuen Heer, einer neuen Kriegsmarine auch eine neue Luftwaffe entstehen. Zunächst getarnt. Noch war Deutschland zu schwach, noch sahen eifrige Augen von außen auf alles, was im Inneren geschah. Und doch erinnere ich mich, wie wenige Tage nach der Machtergreifung der Führer, der mich damals berufen hatte, in Preußen Ordnung zu schaffen, mir erklärte, weit wichtiger sei es, dem deutschen Volke eine neue Luftwaffe zu schaffen. Und als er diese schönste und herrlichste Aufgabe in meine Hände legte, konnte und durfte kein deutscher Soldat und Flieger stolzer sein als ich. Es galt nun zuerst, wieder die Menschen zu sammeln, die Geister aufzurichten, und es galt, das, was von Gutem vorhanden war an Motoren, Zellen und Instrumenten weiter zu ent- wickeln. Es galt zunächst eine Luftflotte aufzubauen — eine Risikoflotte, unter deren Schutz dann die gesamte Aufrüstung durchgeführt werden konnte. Schwer war dieser getarnte Aufbau. Viel verlangte er von den Mitarbeitern. Nach außen mußten sie das Ehrenkleid des Offiziers ablegen, aber im Innern blie- ben sie um so mehr und stärker Soldat. Wie Deutschland immer bereit war, in Abrüstungsverhandlungen einzutreten und darauf einzugehen, so war Deutschland auch damals bereit, auch auf die vielen anderen Abrüstungsvorschläge einzugehen, aber immer unter der einen Bedingung, daß ein gewisses Mindestmaß gewähr- leistet wurde. Wie es bei den anderen Verhandlungen über die Abrüstung war, so zerschlugen sich auch diese Verhandlungen. Deutschland war nicht frei und es hatte nun die Pflicht, auf das schnellste und beste eine Luftwaffe zu schaffen; durch die Schuld der anderen — das will ich heute an diesem Tage feststellen— nicht durch Deutschlands Schuld war da- mals kein Resultat erzielt worden. Vor Deutschland und vor der ganzen Welt hat der Führer immer wieder die These der Gleichberechtigung aufgestellt. Dieses Deutschland war nun gezwungen und verpflichtet, wie es auch die anderen taten, sich eine Luftwaffe zu schaffen, die allein die Sicherheit bot, deut- sches Volk und deutsches Land gegen feindliche Angriffe zu sichern; und wir waren daher gezwungen, sofort an einen großen Aufbau der Luftwaffe heran- zugehen. Ein weitschauender Erlaß des Führers zur Schaffung der deutschen Luft- waffe lag vor, und endlich kam der Tag, da wir auf die Anfrage: „Gibt es eine deutsche Luftwaffe?“ erklären konnten: „Jawohl! Die deutsche Luftwaffe steht!“ In den Märztagen 1935 brausten zum ersten Male deutsche Geschwader über Berlin hinweg und gaben der Welt Kunde: Auch die deutsche Luftwaffe ist wieder auferstanden. Denn eine Tarnung war bei dem großen Aufbau nicht mehr länger möglich. Die Risiko-Flotte stand, und nun ging es mit frischer Arbeit an das große Werk. Am 15. März 1935 erfolgte die Freimachung der gesamten Wehrmacht — iener Tag, an dem Deutschland nun wieder den harten Aufstieg zur Großmacht begann. Zwei Wurzeln waren es, aus denen nun der Neuaufbau einer großen Luft- waffe möglich war; zuerst iener Fliegergeist des Weltkrieges, jene tapfere und kühne Haltung eines Immelmann, eines Bölcke, eines Richthofen, jener Geist, der in der SA. und #4 unserer nationalsozialistischen Weltanschauung wieder auf- erstand, der antrat, um das Reich zu retten, jener Geist, der es ermöglichte, den fortgesetzten Kampf gegen Kommunismus und Zersetzung zu führen. Die andere Wurzel der Kraft war jene geistige Ausrichtung des Volkes, die in den Jahren allmählich erfolgt war durch die Arbeit unserer nationalsozialisti- schen Bewegung. Denn lange bevor man die Waffen selbst schmieden konnte, mußte ja erst der Geist geschmiedet werden, der die Waffe führt. Das war das besondere Verdienst unseres Kampfes, schließlich gekrönt durch ienen Sieg am 30. Januar 1933, der aus einem ohnmächtigen und zerrissenen Volk das feste Fundament einer neuen Volksgemeinschaft geschaffen hat. Und aus dieser Volksgemeinschaft entstand ein neues Volk mit festem Vertrauen, ein Volk, das wieder stolzer das Haupt erhob, in dem der Heroismus lebt. Wenn wir nun diese beiden Kraftquellen bedenken, aus denen die gesamte neue deutsche Wehr- macht entstehen konnte, dann müssen wir in der Luftwaffe jener Helden des Welt- krieges gedenken, die mit ihrem Blut die Tradition unserer jungen Waffe begrün- det haben; aber auch das Gedenken an alle diejenigen soll wach bleiben, die in den Jahren des rastlosen Aufbaues ihr junges Leben einsetzten. Auch sie starben auf dem Felde der Ehre. Ihr Tod ist verpflichtend und verbindend. Er reiht sich an jene an, die vorausgegangen sind zur großen Armee. Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 137 So war es eine Selbstverständlichkeit, daß eine erhöhte Sammlung aller fliegerischen Kräfte erfolgen mußte. Ein wirklich beispielloser Aufbau der For- schungs- und Entwicklungsstätten, eine gewaltige Industrialisierung der Luftfahrt setzte nun ein. Ich glaube, wenn später die Geschichte dieses neuen Deutschlands geschrieben wird, dann werden die, die nach uns kommen, immer wieder das Haupt schütteln und sich fragen: Wie konnte das geschaffen werden? Wie war eine solche ungeheure Auswertung auch in materiellen Dingen überhaupt möglich? Das stolzeste Ruhmesblatt der deutschen Luftfahrt wird stets bleiben: die Aufrüstung der Luftwaffe des Dritten, des nationalsozialistischen Reiches. So, wie für mich jener 1. März 1935, dessen wir heute gedenken, ein stolzer Tag war, als ich zum Oberbefehlshaber dieser Luftwaffe berufen wurde. Und nun, meine Kameraden von einst! — ietzt konnte ich mein Wort ein- lösen, das ich den Kameraden des Richthofen-Geschwaders an jenem furchtbaren Tage in Aschaffenburg gegeben hatte, als wir gezwungen auseinandergehen mußten. Jenes Wort: „Was ich kann, werde ich tun, das Geschwader muß und wird neu erstehen.“ Jetzt stand es neu! Und so habe ich mein Wort eingelöst. Es war eine wunderbare Zeit, eine wundervolle Aufgabe, die uns alle, die wir be- rufen waren, diese Luftwaffe zu schaffen, anspornte zur höchsten Leistung. Ich denke mit tiefem Dank an die Jahre zurück, da ich immer wieder von Ihnen, meine Mitarbeiter, Neues fordern mußte, da wir oft beisammen saßen und glaub- ten, es ginge nicht mehr. Es kamen dann Tage und Nächte des Ueberlegens. Und wir konnten wieder das Programm erweitern und damit unsere Luftwaffe stärken. Es ist deshalb für mich eine Dankespflicht, die aus tiefem Herzen kommt, wenn ich auch in dieser Stunde jenes Mannes gedenke, dem wir einst in diesem Saal das letzte Geleit gegeben haben, unseres ersten Generalstabschefs, jenes wunder- vollen Menschen und Soldaten, General Wevers. Aber dieser mein Dank gilt auch allen, die in diesen Jahren mitgearbeitet haben, um die deutsche Luftwafie wieder zu dem zu machen, was sie heute ist. Unmenschliche Leistungen — das bekenne ich stolz — sind vollbracht worden und waren nur möglich aus der Haltung der Truppe heraus. Als erst einmal draußen die erste Truppe dastand, da beflügelte jener kühne Geist, der immer eine kühne Soldatentruppe auszeichnet, auch die Arbeit in den Ministerien, in den Büros, die auch getan werden mußte. Und die Haltung dieser jungen Truppe kam von selbst aus der Tradition jener Flieger- truppe, die einst gesiegt hatte und dann zerschlagen wurde. Jung ist unsere Waffe, und ich wünsche, daß sie ewig jung bleiben möge, denn nur so lange die Luftwaffe jung ist, wird sie über jenen kühnen Geist ver- fügen, den nun einmal ein Flieger haben muß, wenn er seine Aufgabe erfüllen will. Und ein zweites wünsche ich unserer Waffe für ewig: Möge sie immer. ver- bunden bleiben bis in die letzte Verästelung. Möge sie wirklich eine Waffe des deutschen Volkes sein. Möge das deutsche Volk stets stolz auf seine Luftwaffe sein, und möge dieses deutsche Volk seine besten Söhne dieser Luftwaffe anver- trauen, weil in ihr höchster Ruhm winkt. Ein kühner Geist ist die Grundhaltung. Einsatz und Opferbereitschaft über alles hinweg bis zum Letzten ist Selbstverständlichkeit. Und immer wieder predigte ich es euch: eine Kameradschaft muß euch zusammenbinden und zusammenhalten, weil sie in schwersten Zeiten vielleicht das letzte Band ist, um Schweres zu über- winden. Möge die Kameradschaft in unserer Waffe immer vorbildlich sein. So, in dieser Haltung wird die Waffe einen Garanten des deutschen Friedens bilden. Aber, ich gestehe es offen: Furchtbar, wenn der Einsatz befohlen wird. Dann wollen wir dem Volk es schwören, dann wollen wir zum Schrecken unserer An- greifer werden, dann wird es nichts mehr geben, was uns vor einem rückhaltlosen Draufgängertum zurückschreckt. Alle Hindernisse werden überwunden werden, wo wir sie finden. Und stets und immer voran an der Spitze hat der Führer seiner Truppe zu dienen. Ich will eiserne Männer mit dem Wollen zur Tat in dieser Waffe erziehen. Aber neben der Truppe und ihrer Haltung, der Kühnheit und ihrem Draufgänger- tum muß ich verlangen: Auch höchste Leistung der Forschung, der Entwicklung der Industrie mit all ihren Zweigen, denn für die deutsche Luftwaffe kann nur das beste Material gut genug sein. Und hier liegt eine große Verpflichtung und Auf- gabe für alle die, die darüber ‘zu wachen und zu sorgen haben, daß das beste Material geliefert wird. : Seite 138 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1938, Bd. 30 Die Forschung hat immer wieder aufs neue in ganz unbekannte Gebiete ein- zudringen. Sie hat sich bewußt zu sein, daß sie nicht Selbstzweck ist, sondern nur Mittel zum Zweck. Sie ist nur einzusetzen, um immer wieder die Leistungen, um immer wieder den Wert dieser Luftwaffe aufs höchste zu steigern. Die deut- schen Arbeiter rufe ich auf, unermüdlich in den Fabriken tätig zu sein. Ich weiß, daß ich viel von ihnen verlange, Ueberstunden auf Ueberstunden, aber sie schaf- fen ja an dem Schwerte der Nation. Das allein schon ist innere Befriedigung. Die Luftwaffe muß sich aber auch allezeit bewußt sein, daß sie eine Einheit zu bilden hat, eine Einheit mit den beiden anderen Schwesterwaffen, und daß nie Ueber- heblichkeit in ihr aufkommen darf, daß sie stets erkennen muß: Auch sie ist nur ein Teil des Ganzen. Jede andere Waffe ist ihr gleichberechtigt und gleich wichtig. In der höchsten Unterstützung der Schwesterwaffe hat sie ihren größten Ruhm zu finden. Aber auch in sich hat sie eine Einheit zu bilden. Flieger, Flakkanonen und Funker sind unlöslich miteinander verbunden. Auch hier wünsche ich nicht, daß einer sich über den anderen erhebt. Nur der geschlossene Block gibt jene Wucht, die notwendig ist. Was wollte der Flieger ohne seinen Funker, und wie notwendig ist ihm seine Flak. Sie alle bilden die Luftwaffe. Flieger, Nachrichter und Flakartillerie — eine Einheit, der ihr euch immer bewußt sein müßt. Und nur im besten Zusammenwirken werdet ihr höchste Erfolge erzielen können. Darüber hinaus muß sich ieder einzelne klar und bewußt sein, daß in dieser neuen deutschen Luftwaffe nicht ein Friedensparadeinstrument geschaffen wurde, sondern das stärkste Kriegsinstrument, das wir auszubilden vermochten. Und so, meine Kameraden, haben wir alle mitgeholfen, die Grundlagen iener Macht zu schaffen, die Deutschland nicht mehr ohnmächtig der Vergewaltigung seiner natürlichsten Rechte aussetzt. Und wenn der Führer in seiner Reichstags- rede jene stolze Abrechnung vorlegte und jenes stolze Wort gebrauchte, daß wir nicht mehr länger dulden würden, daß zehn Millionen deutsche Volksgenossen jenseits der Grenze unterdrückt würden — dann wißt ihr, Soldaten der Luftwaffe, daß, wenn es sein muß, ihr für dieses Wort des Führers einstehen müßt bis zum Letzten. Stolz darauf, daß der Führer in der denkwürdigen Rede vor dem ganzen Volke äußerte, daß die Heimat nun geschützt werde durch eine hervorragende Luftwaffe, stolz darauf, daß nun der Führer selbst den unmittelbaren Oberbefehl über unsere Wehrmacht genommen hat, sind wir auch in diesem Stolz verpflich- tet, jederzeit einsatzbereit zum Schutze der Heimat zu stehen. Unbändiger Kamp- feswille, strahlende Siegesgewißheit durchglüht unsere Waffe. Wenn wir auch als Deutsche, wenn wir als Menschen leidenschaftlich den Frieden wünschen, so sind wir als Soldaten der jüngsten Waffe jeder- zeit bereit, dem Führer und dem Volke zu bewei- sen, daß seine Luftwaffe allen Gegnern zum Trotz unüberwindlich ist.“ Reinhold Mewes, Chefkonstrukteur der Fie- seler-Flugzeugbau G. m. b. H., blickt am 1. 4. 38 auf eine ununterbrochene 25jährige Tätigkeit als Flugzeuskonstrukteur zurück. Mewes war vom 1. 4. 1913 bis Kriegsende bei DFW, später bei Caspar und Heinkel tätig. Aus seinen Entwürfen einge u. a. das bekannte Verbindungsflugzeug Reinhold Mewes. „Fieseler-Storch‘“ hervor. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg. Was gibt es sonst Neues? Focke-Hubschrauber erreicht bei 6,4 kg/PS Leistungsbelastung eine Steig- geschwindigkeit von 3,6 m/sec. Als Tragschrauber ergeben sich nur rd. 1,3 m/sec. Dornier „Do 24“ wird von Aviolanda in Papendrecht (Holland) in Lizenz zebaut. Flügel und verschiedene andere Teile werden auf der Werft „De Schelde“ in Vlissingen hergestellt. Breguet-Hubschrauber führte mehrere senkrechte Landungen mit abgestell- tem Motor aus, wobei er-leicht-beschädigt wurde. Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 139 Ausland. Alvis Ltd. bringt einen Neunzylinder-Sternmotor von rd. 400 PS eigener Konstruktion auf den Markt, der die Lücke zwischen den klenen Reihenmotoren bis zu 200 PS und den starken Stern- und V-Motoren von 700—1300 PS ausfüllen soll. Bohrung 122 mm, Hub 112 mm, Inhalt 11,8 1, Nennleistung 375 PS bei 3000 U/min in 1500 m Höhe, Durchmesser 1,05 m. Die englische Flugzeugstaffel Nr. 111 in Northolt erhielt vor kurzem serienmäßige Jagdeinsitzer vom Typ Hawker „Hurricane“, dem erstaunlich hohe Geschwindig- keit nachgerühmt wird. Gleiche Motorleistung vorausgesetzt, dürfte er etwa die Leistungen der Messerschmitt „Bf 109“ erreichen. Welıbild London—Geni-Luitverkehr soll von der englischen Gesellschaft Alp Air Line Ltd., einer Tochtergesellschaft der North-Eastern Airways aufgenommen werden. Latecoere 523, die erste der drei von der französischen Marine in Auftrag gegebenen Schwestermaschinen des sechsmotorigen Flugbootes „Lieutenant de Vaisseau Paris“, führt in Biscarosse Probeflüge aus. Etablissements Minie in Colombes (Frankreich) versuchen z. Z. einen seiten- gesteuerten Vierzylindermotor (Doppelboxer) von 1,5 1 Hubraum und 35 PS mit der Typenbezeichnung „Horus“. Großflugboot Boeing „3l4“ für den Transozean- Passagierdienst. Das erste der sechs von Pan American Airways in Auftrag gegebe- nen Boote nähert sich seiner Vollen- dung. Mit vier Doppelsternmoto- ren (Wright) von ie 1500 PS Start- leistung soll die Höchstgeschwin- digkeit 320 km/h betragen. Werkbild Seite 140 „FLUGSPORT“ Nr. 6/1938, Bd. 30 Das viermotorige Verkehrsilugboot „Boeing 314“ im Rohbau. Werkbild XVI. Salon de l’Aviation Paris (Exposition Internationale de l’A&ronautique) findet vom 18. 11. bis 4. 12. 38 im Grand Palais, Paris, statt. Romano „R-150“ mit zwei Lorraine-Sternmotoren „Algol“ von je 430 PS, wurde für den Kolonialdienst gebaut. Die Firma Romano in Cannes gehört be- kanntlich seit der Nationalisierung zur S. N. C. A. de Sud-Est. Hanriot 220 mußte bei einem Versuchsflug notlanden, weil vom rechten Motor die Schraube mitsamt dem Untersetzungsgetriebe abgerissen war. Hispano-Suiza führte Prüfstandversuche mit einem wassergekühlten Zwölf- 'zylinder durch, wobei mit rd. 1,5 ata Ladedruck bei 2500 U/min, mit einem Ver- dichtungsverhältnis 1:7,2 und einer Oktanzahl von 87 über eine Stunde 1300 PS erreicht wurden. Ueber zwei Stunden leistete der Motor 1200 PS. Gewicht 470 ke. Sahara-Rundilug endete am 28. 2. in Tripolis mit dem Siege des Italieners Der Vittembeschi auf Caproni „Ca 310°. Zweiter wurde Maddalena-Italien auf dem gleichen Typ, mit etwas größerem Abstand folgt Parodi-Italien, ebenfalls auf einer „Ca. 310“, Bester Ausländer war der Belgier D’Hoore auf einer zweimotorigen Caudron „Goeland“. Von den Deutschen belegte Rosenthal auf Messerschnitt „Taifun‘“ den 9., Geißler auf dem gleichen Typ den 10. und Richthofen den 12. Platz. Eine Beschreibung des Siegerflugzeuges Caproni „Ca. 310-Libeccio“ findet sich im „Flugsport“ 1937 auf S. 579. Consolidated Aircraft Corporation hat ein viermotoriges Langstreckenflug- boot für 50—100 Fluggäste im Bau. Der freitragende Flügel weist eine auffallend hohe Streckung auf (1:11,7), die in Verbindung mit hoher Flächenbelastunx (186 kg/m?) trotz relativ geringer Motorleistung (Leistungsbelastung 10,4 ke/PS) eine hohe Reisegeschwindigkeit ergibt. Von 50 t Fluggewicht entfallen 25300 kg auf das Rüstgewicht und 24700 kg auf die Zuladung. Mit 17000 ke Brennstoff und einer Nutzlast von 4500 kg, beträgt die Reichweite 9700 km, mit 13600 kg Nutzlast können 4850 km zurückgelegt werden. Die vier nebeneinander vor dem Flügel liegenden Sternmotoren leisten beim Start ie 1500, im Fluge bis 1200 PS. Luftschrauben von 4,9 m Durchmesser auf 1050 U/min untersetzt. Spannweite 56,2 m, Fläche 270 m’, Höchstgeschwindigkeit am Boden 330 km/h, in 3000 m Höhe 365 km/h, Steiggeschw. am Boden 2,5 m/sec, Steigzeit auf 3000 m 21,5 min, Startzeit 67 sec. Die errechneten Leistungen sind zweifellos sehr gut, allerdings dürfte das Fluggewicht mit Rücksicht auf die Flugsicherheit mit drei Motoren besser etwas unter der oberen Ürenze bleiben. Helsinki-Petsamo (Lappland) wird vom 14. 6. bis 15. 8. wöchentlich dreimal von der Aero O. Y. von Finnland beflogen. Damit ist es bequem möglich, in einem Tage von Berlin an das nördliche Eismeer zu fliegen. Fritz Hammers f stürzte bei einem Ueberführungsflug nach Quito in der Nähe des Chimborasso bei Guaranda in Ecuador ab. Mit ihm kamen Flugzeug- führer Butscher, Bordwart Weiß und der ecuadorianische Hauptmann Aguirre ums Leben. Hammers war 1919 an der Gründung der Scadta und 1927 an der des Condor-Syndikats maßgebend beteiligt. Sein Tod in dem Augenblick, in der ein neues Arbeitsfeld für die Handelsluftfahrt in Südamerika erschlossen werden sollte, stellt einen schweren Verlust für die deutsche Fliegerei dar. Pan American, Airways fordern von mehreren Flugzeugwerken Projekte für ein 100 Fluggäste fassendes Landflugzeug mit vier Motoren von je 2000 PS, das tür den Transatlantikdienst eingesetzt werden soll. Als erstrebenswert wird eine Geschwindigkeit von 480 km/h in 7500 m Höhe arigesehen. Nr. 6/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 141 Intern. Flugmodellwettbewerbe von Europa 1938. Die Vereinigung der nationalen Verbände des Modellflugsportes, Aero- Modell-Union (A. M. U.), hat durch die technische Kommission in ihrer Sitzung am 20. 2. in Brüssel einen Kalender aufgestellt, welcher die Durchführung der Internationalen Modellwettbewerbe in Europa für 1938 regeln soll. Nach ein- sehenden Besprechungen mit den beteiligten Ländern ergab sich folgende Reihenfolge: 20.—25.7. Wettbewerb für Segel- und Motorflugmodelle in Jugoslawien um den Pokal des Königs Peter. 24. 7. Wettbewerb für Benzinmotorflugmodelle um den Bowden-Pokal in London. 31. 7. Wettbewerb für Gummimotorflugmodelle um den Wakeifield-Pokal in Paris. 7. 8. Wettbewerb für Segelflugmodelle der Federation de la Petite Aviation, Belgien, in Antwerpen. 15.—16.8. Wettbewerb für Segelflusmodelle um den Preis des Präsidenten der Französischen Republik in der Banne d’Ordanche. 4. 9. Wettbewerb für Segelflugmodelle um den Großen Preis von Belgien in Frasnes Lez Couvin. 11. 9. Wettbewerb für naturgetreue Flugzeugmodelle um den Frock-Pokal in London. Benzinmotor für Flug- modelle mit 4 cm? Hubraum und einer Leistung von 0,1 PS bei 5000 U/min wurde von der Firma Kratzsch ent- wickelt. Der Motor ist auf dem Prüfstand und im Fluge erprobt. Gewicht 142 g, mit Propeller, Brennstofftank und Nabenhaube 230 g. Rechts: Saalflugmodell, das auf der Modellausstel- lung der A. M. U. in Brüssel zu sehen war. Bespannung von Fläche, Leitwerk und Propeller Microfilm, Gesamt- gewicht 2,5 Gramm. Bild: SADO Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Fliegerabenteuer — Walter Mittelholzer m. e. Geleitwort v. Werner von Langsdorff. 31 Abb., 6 Karten. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis geh. RM 5.50, Ganzl. RM 6.90. Walter Mittelholzer, welcher am 9. Mai 1937 auf einer Bergtour tödlich ver- unglückte, hat kurz vorher dem Verlag Brockhaus sein Werk „Fliegerabenteuer“ hinterlassen. Dieses Buch, von welchem uns Druckbogen vorliegen, und das in Kürze erscheinen wird, schildert das eigenartige Fliegerleben und die fliegerischen Leistungen Mittelholzers. Man erlebt seine Flüge im Nordeis, in Persien, man sieht das Großwild in Afrika und erlebt die erste Ueberfliegung des Kenya und Kilimandscharo, mit der Lufthansa über den Atlantischen Ozean, neuzeitlichen Luftverkehr und vieles andere. Das aus Erlebtem geschriebene Buch ist ein wundervoller Wegweiser für Flieger, die es nach dem Ausland drängt und die sich der Schwierigkeiten nicht bewußt sind. Seine Schilderungen über die Alpenflüge zwischen Tod und Leben beendet er mit folgendem Satz: „Dieser schwere Un- Seite 142 „FLUGSPORT" Nr, 6/1938, Bd. 30 fall bremste meine Tollkühnheit, ohne die Unternehmungslust zu hemmen. Er prägte mir gründlich ein, daß der Flieger nur dann auf eine lange Reihe von Erfolgen hoffen darf, wenn sich gereifte Erfahrung mit einem ordentlichen Schuß Vorsicht paart.“ Dieses letzte Vermächtnis von Mittelholzer ist sehr lesenswert. Luitfahrtiorschung Band 15, Lig. 3. Herausgegeben von der ZWB. Verlag R. Oldenbourg, München-Berlin. Preis RM 2.50. Inhalt: Der Windkanal der Dornierwerke (Schlichting); Untersuchungen über den Abwind hinter einem Trapezflügel mit Rumpf und Schraube (Muttray); Erfahrungen mit dem „Zweifinger-Abwindmeßgerät“ bei Strömungsrichtungs- messungen (Muttray); Die Verteilung des Flügel-Verdrehmomentes über die Spannweite (Kleinwächter); Nachtrag zur Schwingungsberechnung von räum- lichen Maschinenfundamenten (Dietrich); Beitrag zur ebenen Leitwerkstheorie (Kleinwächter): Einige Folgerungen aus der polarlosen Methode (Kleinwächter); Versuche über die Metall-Lichtbogenschweißung dünner Bleche aus Chrom- Molybdänstahl (Cornelius); Der elastisch eingespannte Knickstab; Die Kerb- wirkung bei statischer Beanspruchung. Flugiunkwesen. Von K. Möbius und J. Garczyk. Heft 26a der Sammlung Flugzeugbau und Luftfahrt. C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlotten- burg 2. Preis RM 2.5. Der vorliegende zweite Teil des Heftes Flugfunkwesen behandelt in den Abschnitten „Flugfunkgeräte“ und „Flugsicherung und Fernmeldebetrieb“ folgende Gebiete: Flugzeugstationen, Empfänger und Sender; Richtempfang und Peilgeräte; Das Zielfluggerät P 53N; Die Reichsflugsicherung; Flugmeldebetrieb; Funkver- kehr mit Luftfahrzeugen; Funknavigation; Schlechtwetter-Landeverfahren; Morse- zeichen und Funkverkehrsabkürzungen. Der knapp und klar gefaßte Text wird durch 52 Abbildungen ergänzt. Nie genug: Segelflug! Von Karl Theodor Haanen. Union Deutsche Verlags- gesellschaft, Stuttgart. Preis RM 3.8. Der Verfasser gibt in seiner ihm eigenen echten Segelfliegersprache einen Einblick in das Segelfliegerleben. „Himmelsdorf; Gespenster in der Nacht; Säug- linge; Pappdeckelathleten; Pfingsten auf der Wasserkuppe; Der Indianertanz; Wolkenreich; Baby sucht einen Schlauch; Kameradschaftsabend; Gespräche am Haff; Die Flammenzeichen rauchen!“ Segelfliegersprache, man muß sie kennen. Das Buch will den Gedanken und die Ideale des Segeliluges in immer weitere Kreise tragen. Es bietet hierfür die denkbar besten Voraussetzungen: Es ist spannend, wahr, echt, es ist ein Stück Segelflug. 48 Aufnahmen des Ver- fassers vervollständigen das Bild. Die Bayer. Schlachtiliegerstaftel 28. Von Hermann Herwig. S. Perschmann- Verlag, Würzburg, Preis RM 1.—. Verfasser, welcher als einziger der 1917 ins Feld gerückten Staffel zurück- gekehrt ist, hat mit vorliegendem Büchlein den Helden dieser Staffel ein Denk- mal gesetzt. Eduard Ritter von Schleich, der Führer der ersten Schlachtstaffel, die ausschließlich Besatzungen aus dem Uhnteroffizierstande aufwies, schrieb das Geleitwort mit dem Schluß: „Der Jugend sei es empfohlen zur Nacheiferung.“ Hochschulinstitut für Leibesübungen Hannover 1. April 1938 einen LEITER für die Abteilung Luftfahrt. Meschinenbau ı Betriebswissenschaften Elektrotechnik / Automobil-u.Flugtechnik I Prestuam sucht zum Bewerber muß anerkannter Segelflug: hauptlehrer des NSFK sein. — Alter nicht unter 26 Jahren. — Besoldung je nach Vorbildung nach Reichsangestellten-Tarif Grup;e VI bis VII, hierzu Fliegerzulage. KALTLEIM Vento benennt KALTLEIM-INDUSTRIE»CERTUS«G.M.B.H BERLIN - HAMBURG Reise- und Umzugskosten sowie gegebenenfalls Trennungsent- schädigung werden nach den geset!. Bestimmungen zugesichert Parteimitglieder erhalten bei gleich. Voraussegungen den Vorzug. „FLUGSPORT“ — D.R.P. 600080 ‚Vorrichtung zum Ausrichten vonrohrförmigenBauteilen“ soll verwertet werden. Anfr. unt.: ll 6370“ an Annoncen- Expedi- tion Kegeler, Berlin- Wilmersdorf ernschule für Iugzeugbau Theoret. Vorbereitung für Bauprüfer, Flugzeugführer, Ingenieure sowie für Dengesamlen Flugdienst. Sonder lehr- gänge für Jungflieger. Abschlu prü- fungen - Abwchlußzeugniwse. Stucdten- proar. Nr. 145 durch dar Sekretariat. 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Verlag „Fiugs Er läuft in jeder Fluglage..e —- Baupläne für Modelle hierzu. — Drucksache 106. Motorenbau Walter Kratzsch Gößfnitz, Kreis Altenburg ER AuulN ALL LEUTEN ITTTereeR |) ‚®, AUT TLLTTTER ! GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift | und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a.M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 7 30. März 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 13. April 1938 10. April — Adolf Hitler! Wie oft haben unsere österreichischen Fliegerkameraden bei uns als stille Gäste auf der Wasserkuppe am Lagerfeuer gesessen und uns zugeflüstert, warum können wir nicht zusammen mit den Deutschen ein Ganzes bilden, warum können wir nicht zusammenleben, wo wir doch eigentlich zusammengehören? Ja! Wenn es nach uns ginge, so wären wir schon längst bei euch. Diese Gedanken sind nun jetzt end- lich in Erfüllung gegangen. „Ein Volk! Ein Reich! Ein Führer!“ schallt es durch die ganze Welt. Selbst das Ausland hat dieses Ereignis als Notwendigkeit schnell begriffen. Es war eine Familienangelegenheit, an die Fremde nicht zu rühren, nicht mitzusprechen hatten. Der Füh- rer hat es vermocht. Friede in Europa! Man hat die Bedeutung er- kannt. Ueberall werden Stimmen laut. So schreibt Garvin in seinem „Observer“ vom 13. März: „Eleven centuries ago Charlemagne established the Ostmark on the Danube as the outpost and bulwark of the German race where it looks towards Eastern Europe and the range of other races towards Russia and Asia. From that Januar 1938 nucleus Austria of to-day is derived. We must not attempt even in the most rapid outline to trace its vicissitudes. Germany after the Thirty Years’War was k Std 1 broken into three hundred pieces. 437 m = The process of reconstruction since then through three centuries has been . .. . N trake erreichte long, slow, painful — an epic marked by repeated convulsions of arms, but ee A auf on the whole continuous. Thrown back by Napoleon for a few years after Jena Mercedes-Benz Rennwagen mit and again after the last world-war, that process of reintegration has always . N been resumed with greater strength. © By the Versailles Treaties of nearly twenty years ago the Germans of the OÖ Reich, of Austria and of Bohemia, who form one continuous racial body in Central Europe, were sorted into three divisions more completely separated than they had ever been before throush more than a thousand years. The thing was a work of artificial statecraft. It was against nature, history, geography and economics. It could not last, nearly twenty years after Versailles IMHAHLE Bao cannstatt Ei .E&-Iei L itzquss Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen €-Kolben . E-Filter - € Leichtmetall - Spritzg und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das II. Vierteliahr 1938, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a M. Nach dem 6. März werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. Seite 144 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 the Wheel was come full circle in the chief respect. The main Reich and „Oester- reich“ have come together. They will never be parted again in the former degree. Let us be sure of that. At this moment let us see to the heart of things. Let us distinguish between essentials and accidentals. Let us remember the sweep of history and the broad movements of mankind. It has been rightly said that Napoleon made Bismarck’s Germany. No less is it true that the Allies and their Associate in 1919 remade Hitler’s Germany and on a larger scale. In their attempt to over-capitalise victory and fix a temporary omnipotence for ever they destroyed the old Austro-Hungarian Empire instead of transforming it into a great federation of free peoples. When the Allies and their Associate dethroned Vienna from its ancient place as metropolis of the Danube; when they reduced Austria proper to an isolated and forlorn fragment, incapable by itself of an existence whorthy of its past — when they did these things they themselves made inevitable the ultimate Anschluss between Germany and Austria which was achieved yesterday.“ „Vor elf Jahrhunderten richtete Karl der Große die Ostmark an der Donau ein als ein Vorposten und Bollwerk der deutschen Rasse im Hinblick auf Ost-- europa und gegen die fremden Rassen von Rußland und Asien gerichtet. Von diesem Anfang leitet sich das heutige Oesterreich her. Wir wollen nun ver- suchen, in einem kurzen Ueberblick die Wandlungen aufzuzeichnen. Deutschland wurde nach dem Dreißigiährigen Krieg in 300 Stücke zerbrochen. Der Verlauf des Wiederaufbaues durch drei Jahrhunderte hindurch war: langwierig und schmerzvoll. Es war ein Drama, gekennzeichnet durch Kriege, aber im Ganzen gesehen stetig fortschreitend. Durch Napoleon für ein paar Jahre nach Jena zurückgeworfen, und ebenso nach dem letzten Weltkriege, ist dieser Prozeß der Wiederherstellung mit größeren Anstrengungen immer wieder: aufgenommen worden. Durch die Versailler Verträge von vor fast 20 Jahren wurden die Deutschen im Reich, in Oesterreich und Böhmen, die rassisch einen zusammenhängenden Körper in der Mitte von Europa bilden, in 3 Gebiete auseinandergerissen, schärfer als es je in den letzten hundert Jahren geschehen ist. Es war das Werk einer gekünstelten Politik und gegen die Natur, die geographische und wirtschaftliche Lage gerichtet; es konnte nicht so bleiben. Kaum 20 Jahre nach Versailles hatte sich der Kreis der Entwicklung ge- schlossen. Deutschland und Oesterreich sind zusammengekommen. Sie werden niemals mehr so wie früher getrennt werden können. Das ist ganz sicher. In diesem Augenblick wollen wir in das Innerste der Dinge schauen. Wir wollen unterscheiden zwischen Wesentlichem und Zufälligem. Erkennen wir die Vorsehung der Geschichte und die großen Bewegungen der Menschheit! Es ist richtig festgestellt worden, daß Napoleon Bismarcks Deutschland schuf. Ebenso wahr ist es, daß die Alliierten mit ihren Verbündeten 1919 auf breiterer Basis Hitlers Deutschland errichteten. Bei dem Versuch, zuviel aus dem Sieg für eine vorübergehende Vormachtstellung herauszuholen, zerstörten sie das alte Oesterreich-Ungarn für immer, anstatt es in einen großen Staatenbund freier Völker umzuwandeln. Als die Alliierten und ihre Verbündeten Wien von seinem alten Platz als Hauptstadt der Donau absetzten, verkleinerten sie das eigentliche Oesterreich zu einem isolierten und verlorenen Fragment, unfähig, von sich aus zu existieren, so, wie es seiner Vergangenheit entspräche. — Durch diese Unternehmungen machten sie selbst den Anschluß zwischen Deutschland und Oesterreich, der: gestern vollendet wurde, zu einer unvermeidlichen Folgerung.“ Innsbruck, 20. 3. 1938. Herrn Oskar Ursinus, Civ.-Ing., Frankfurt a. M.! Vor allem danke ich Ihnen recht von Herzen für Ihre so überaus freundliche: und doch so kameradschaftliche Art, mir zu helfen. Ich weiß nicht, ob sich überhaupt jemand einen nur angenäherten Begriff davon machen kann über das, was ich empfunden habe, als das Schreiben der Firma... am 18. d. Mts. bei mir eintraf. Nach Jahren der Demütigung eine: derart freudige Ueberraschung, mit einem Wort — ich war wie im Fieber. Und dabei kurz vorher der Anschluß und große Umbruch, verbrämt mit einem Abschiedspsalm Schuschniggs — ietzt auf einmal etwas wert sein, nach-- Nr. 7/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 145 dem man von den Vaterländischen jahrelang bis aufs Blut gepeinigt worden war, und alles, was man anfing, zum Mißlingen verurteilt war — der Unterschied ist groß, sehr groß! Was die Flugzeug-Type ... . anbetrifft, so muß ich Ihnen leider mitteilen, daß das Ganze schon vor dem großen Umbruch gescheitert ist. Das ist mir aber vollkommen egal, denn habe ich eine Stellung, so kann ich auch arbeiten, und damit habe ich alles gewonnen. Ich schließe dieses Schreiben mit einem recht herzlichen Dank. Heil Hitler! R... Schul- und Uebungsdoppeldecker „NL XX1l/36“. Hinsichtlich des Verwendungszweckes entspricht dieses von der Wiener-Neustädter Flugzeugfabrik hergestellte Baumuster dem etwas leichteren Typ „NL XXV/37“. Im Aufbau bestehen jedoch wesentliche Unterschiede. Doppeldeckertragwerk, rechteckiger Umriß mit abgerundeten Enden. Gleiche Spannweite und V-Form. Oberflügel pfeilförmig, Unter- flügel gerade. Zweiholmige Holzkonstruktion mit Stahlrohrdiagonalen und Stoffibespannung. Strebenbaldachin, N-Stiele, Profildrahtverspan- nung in einer Ebene. Schlitzquerruder in beiden Flügeln, durch Stoß- stangen verbunden. Rumpf aus Stahlrohr geschweißt, stoffbespannt. Zwei offene Sitze hintereinander, Doppelsteuerung. Leitwerk in Stahlrohrkonstruktion mit Stoffbespannung. Durchlaufende Höhenflosse, am Boden einstell- bar, Höhenruder mit Trimmklappe. Flossen untereinander und gegen die Rumpfunterkante mit Profildrähten verspannt. Dreibeinfahrwerk mit Luftfederbeinen, Hochdruckreifen und me- Schul- und Uebungsflugzeug „NL XXIl/36“ dcr Wiener-Neustädter Flugzeugfabrik. Werkbilder Seite 146 „ELUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 Blick in den Führersitz des Doppeldeckers „NL XXI/36“. Werkbild chanischen Innenbacken- bremsen. Schleifsporn. Triebwerk: Stern- motor „Bramo 14A“ von 125/150 PS. Brennstoff- behälter in Rumpf und Baldachin, Inhalt 135 1. Spannweite 88 m, Länge 7,3 m, Höhe 2,6 m, Fläche 20,5m?, Rüstgewicht 570 ke, Fluggewicht 890 kg (Beanspruchungsgruppe S4) - | bzw. 730 k& (K5), Flächen- belastung 43,5 (35,5) kg/m?, Leistungsbelastung 5,9 (4,9) kg/PS. Höchst- geschwindigkeit am Boden 195 km/h, Reisegeschw. 175 km/h, Lande- schwindigkeit 70 km/h, Gipfelhöhe 5000 m, Steiggeschw. am Boden 4.2 mi/sec. Sportilugzeug Taylorcraft. Die Taylor-Young Airplane Company in Alliance, Ohio, bringt einen zweisitzigen Hochdecker der unteren Preisklasse auf den Markt, der im Aufbau dem Baumuster „Cub“ (vgl. „Flugsport“ 1935, S. 334) der Taylor Aircraft Co. entspricht. Diese Aehnlichkeit erklärt sich daraus, daß beide Maschinen von C. G. Taylor entworfen sind. Be- kanntlich ist der „Cub“ das hinsichtlich der Verbreitung in USA weit- aus an erster Stelle stehende Leichtflugzeug. Mit Recht behauptet die Fairchild Aviation, Inc., die den Vertrieb des Taylorcraft-Hochdeckers für alle Länder mit Ausnahme von Nord- und Mittelamerika übernommen hat, daß zwei Drittel aller in USA vorhandenen Leichtflugzeuge vom Konstrukteur dieser Maschine ent- worfen sind. Hochdeckerflügel, rechteckiger Umriß mit abgerundeten Enden, zweiholmige Bauweise. Nach der Rumpfunterkante V-Stiele, die in der Mitte gegen die Fläche und gegeneinander angestützt sind. Holzholme, Metallrippen, Stoffbespannung. Geschweißter Stahlrohrrumpf, Stoffbespannung. Zwei Sitze neben- einander, ‚Doppelsteuerung, Einstieg durch eine Tür auf der rechten Seite. Verspanntes Leitwerk, Stahlrohrgerüst mit Stoffbespannung. Amerikanisches Leichtflugzeug Taylorcraft. Werkbild Nr. 7/1938, Bd. 30 „PLUGSPORT"“ Seite 147 Geteiltes Fahrwerk mit verkleideten Rädern. Die beiden nach dem unteren Rumpfholm laufenden Streben sind gemeinsam verkleidet. Schwenkbare Spornrolle. Triebwerk: Vierzylinder-Motor Continental „A-40-4“ von 40 PS. Brennstoffvorrat 38 1. Spannweite 11 m, Länge 6,7 m, Höhe 2,1 m, Fläche 15,7 m?, Leer- gewicht 266 kg, Fluggewicht 476 kg, Flächenbelastung 29,3 ke/m?, Leistungsbelastung 11,8 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 146 km/h, Reisegeschw. 129 km/h, Landegeschw. 46 km/h, Steiggeschw. am Boden 2 m/sec, praktische Gipfelhöhe 4250 m, Flugweite 370 km. Startstrecke 130 m, Brennstoffverbrauch 10,5 1/100 km. Jagdeinsitzer Focke-Wulf „Fw 159“. Die Maschine wurde zum ersten Male im Modell auf der Brüsseler Luftfahrtausstellung gezeigt. Eine Abbildung mit kurzer Beschreibung findet sich im „Flugsport“ 1937 auf S. 305. Als Ergänzung zu diesem Bericht bringen wir noch einige Aufnahmen. Abgestrebter Hochdeckerflügel von rechteckigem Umriß. Abge- rundete Enden, eingezogenes Mittelstück. Der Baldachin ruht auf N- Streben. Jede Flügelhälfte ist durch einen in der Mitte abgestützten Stiel nach dem Rumpf abgefangen. Querruder Leichtmetallgerippe mit Stoffbespannung, duralbeplankte Torsionsnase. Runder bzw. ovaler Rumpf, Vorderteil bis hinter den Führersitz Metallgerüst, mit abnehmbaren Elektronblechen verkleidet. Rumpf- ende Ganzmetallschalenbau. Geschlossener Führersitz mit Schiebe- haube. Freitragendes Leitwerk, Flossen und Ruder Metallgerüst mit Stoffbespannung. Einziehfahrwerk mit geknickten Federbeinen, nach hinten in den Rumpf hochklappbar. Das Einziehen erfolgt hydraulisch. Fußraste und Sporn sind ebenfalls einziehbar vorgesehen. Triebwerk: Flüssigkeitsgekühlter Zwölfzylinder-Motor. Jagdeinsitzer Focke-Wulf „Fw 159“. Man beachte die Ausführung des Einziehfahr- werkes und die geringe Störung der Rumpfunterseite durch den Kühlereinbau. Werkbilder Seite 148 „ETLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 m Jagdeinsitzer Focke-Wulf „Fw 159“ im Fluge. Werkbild Langstreckenflugzeug Air-Couzinet 10. Der freitragende Tiefdecker schließt sich an die älteren bekannten Baumuster „Biarritz“ und „Arc-en-Ciel“ von Rene Couzinet an. Der Bau der Mustermaschine wurde in den staatlichen Werkstätten von Le Bourget begonnen, später jedoch von der Privatindustrie zu Ende ge- führt. Die geplante Beteiligung an dem Rennen Istres—Damaskus—Pa- ris scheiterte an der zu kurzen Zeit für die Vorbereitungen. Trapezförmiger Holzflügel mit Pfeilform. Landeklappen zwischen Querrudern und Rumpf. Schmaler Rumpf mit ausgesprochen hohem Bug. Zwei Führersitze hintereinander, gute Sicht durch hohe Fenster. In dem vorderen Raum von 4 m Länge sind außer den beiden Führern ein Funker und der Bordwart untergebracht. Anschließend eine weitere Kabine für Flug- gäste oder Fracht. Dahinter Platz für einen Waschraum und für Ge- päck. Freitragendes Leitwerk, Höhenflosse an der Unterkante des Rumpfes. Einziehfahrwerk unter den Motoren. Die Räder werden nach vorn hochgezogen und kommen zwischen Motor und Hauptholm zu liegen. Einziehbares Spornrad. Triebwerk: Zwei Sternmotoren Hispano-Suiza „9 V 16“ von je 660 PS vor dem Flügel. Hispano-Hamilton-Verstellschrauben, NACA- Verkleidungen. Spannweite 18 m, Länge 12,6 m, Fläche 40 m?, Flügelstreckung 8,1, Leergewicht 4500 kg, höchstes Fluggewicht rd. 7000 kg, Flächen- belastung 175 kg/m?. Reisegeschwindigkeit 350 km/h (errechnet), Reichweite mit 5800 I Brennstoff rd. 7000 km. Langstreckenflugzeug „Air-Couzinet 10“. Bild: L’Aeronautique. Nr. 7/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 149 Mehrzwecke-Flugzeug Focke-Wulf „Fw 57“. Der freitragende Tiefdecker ist in Ganzmetallbauweise ausgeführt. Dreiteiliger Flügel, trapezförmiger Umriß, Außenflügel mit V-Form außerhalb der Motoren angesetzt. Ganzmetall-Schalenrumpf mit breitem Bug und langem, schmalem, Mehrzweckeflugzeug Focke-Wulf „Fw 57“. Werkbild haubenartigem Aufbau für die Besatzung. Ueber der Flügelhinterkante ein Drehturm. Freitragendes Leitwerk mit ausgeglichenen Rudern. Einziehfahrwerk unter den Motoren. Bremsbare Räder, die nach hinten hochgeschwenkt werden. Spornrad. Triebwerk: Zwei flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder-Motoren, hängend eingebaut. Dreiflügelige Verstell-Propeller. Tunnelkühler unter den Motoren. Angaben über Abmessungen, Gewichte, Flugleistungen und Be- waffnung sind noch nicht erhältlich. Freitragendes Leistungssegelflugzeug „Condor II“. Als letztes Glied der bekannten „Condor“-Serie bringt die Firma Schleicher in Poppenhausen den von Heini Dittmar konstruierten „Condor I freitragend“ auf den Markt. Gegenüber dem älteren Baumuster (Baubeschreibung s. „Flug- sport“ 1935, S. 424) wurde auf die Flügelstiele verzichtet, um bessere Flugleistungen, vor allem bei höherer Geschwindigkeit zu erzielen. Der Rumpfquerschnitt konnte durch geschickte Raumausnutzung noch etwas verringert werden, so ist der Hauptspant um 70 mm niedriger und um 50 mm schmaler geworden. Die Bewegungsfreiheit des Füh- rers ist trotzdem nicht verringert, was durch einige Aenderungen an der Haube erreicht wurde. Besonderer Wert ist auf einfachere Mon- tage gelegt, ferner konnten die Flugeigenschaften der Maschine ver- bessert werden. Einige Aenderungen am Querruderantrieb ergaben eine Erhöhung der Wendigkeit um 20—30%0 im gesamten Geschwin- digkeitsbereich. Zwei Flettnerruder großer Spannweite ergeben an- genehme Steuerdrücke, reichlich dimensionierte Landeklappen gestat- ten eine beliebige Beeinflussung des Gleitwinkels und eine Abkürzung der Ausschwebestrecke. Der Holm ist an der Flügelwurzel bedeutend verbreitert worden, die Sicherheit im A-Fall beträgt 12,5. Bemerkenswert ist die Ausfüh- rung des Hauptbeschlages. Die Laschen sitzen nicht seitlich am Holm, sondern liegen waagerecht über und unter den beiden Gurten. Durch diese Anordnung fällt der Füllklotz weg und die Schrauben werden Seite 150 „FLLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 I Leistungssegler „Condor II frei- tragend“. Links Hauptrippe und Holmabmessungen. Oben: Pen- delruder. Unten: Gedämpftes Höhenleitwerk und Kielflosse. Zeichnungen: Flugsport Nr. 7/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 151 kürzer. Die Verbindung der beiden Flügelhälften erfolgt durch einen konischen Bolzen. Das Leitwerk wird, entsprechend den Wünschen des Korpsfüh- rers, gedämpft und ungedämpft geliefert. Mit dem einfachen Pendel- ruder bleiben die guten Ruderwirkungen erhalten. Die Maschine wird mit DFS-Ringkupplung, Auslösevorrichtung für das Fahrgestell, herausnehmbarem Fallschirmkasten, eingebautem Bordwerkzeug usw. geliefert. Spannweite 17,24 m, Länge 7,78 m, Leergewicht 230 kg. Die Flug- leistungen des „Condor II“, 0,5 m/sec Sinkgeschwindigkeit bei 55 km/h und 2 m/sec bei 140 km/h (nach Messungen der DFS) dürften von der neuen Ausführung etwas überboten werden. Argus-Flugmotor „As 10 E“). (Hierzu Tafel II.) Den bekannten 8-Zylinder-V-Motor Argus As 10 C von 240 PS haben wir 1937 auf S. 425 eingehend besprochen. Inzwischen ist der Motor weiterentwickelt worden und kommt neuerdings mit einer Startleistung von 270 PS auf den Markt. Da sich das ältere Baumuster in allen seinen Teilen vielfach bewährt hat, waren beim Uebergang zu der neuen Baureihe keine einschneidenden Aenderungen vorzuneh- men. Die Verbesserungen bestehen neben der Leistungserhöhung in Feinheiten, die nach außenhin wenig in Erscheinung treten, deren Zu- sammenwirken aber die sogenannte Reife eines Motors ausmacht. Fünfteiliges Kurbelgehäuse aus Elektronguß, durch doppelte La- gerwände dreh- und biegungssteif. Im Gesenk geschmiedete Zylinder aus hart vergütetem Sonderstahl. Leichtmetall-Zylinderköpfe. Ventil- sitze, Ventilführungen und Kerzensitze aus Bronze bzw. Sonderstahl. Kurbelwelle vierfach gekröpft, in sechs Bleibronzelagern mit Stahl- schalen gelagert. Geschmiedete und allseitig bearbeitete Stahlpleuel von H-Quer- schnitt. Lagerung in Stahlschalen mit Bleibronzeausguß. Durch Lage- rung des einenPleuels auf dem anderen (Ga- belausführung) konnte die spezifische Bela- stung niedrig gehal- ten werden. Leicht- metallkolben, Kokil- lenguß, 3 Dichtungs- ringe, 1 Abstreifring, schwimmender Kol- benbolzen. 1 Ein- und 1 Auslaßventil je Zy- linder, Schäfte ni- triert. Teller beim Einzelteile der Pleuel- lagerung des Argus-Flug- motors „As 10 C“. Man beachte die Trennung von Pleuelschaft und eigent- lichem Lagerkörper. Auslaßventil mit Hartmetallauflage. Antrieb von der im Kurbel- gehäuse liegenden Nockenwelle aus durch Stoßstangen und rollen- gelagerte Kipphebel. Zwei SUM-Vergaser mit Rückenflugeinrichtung und Vorwärmung, zwei abgeschirmte Bosch-Zünder mit elektrischer Zündzeitpunktver- *) Zeichnungen und Abbildungen: Herstellerwerk. Seite 152 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 Übergangsstellung - er Leerlaufstellum: H N Schnittzeichnung des SUM-Vergasers bei verschiedenen Betriebszuständen. RN Be Leer.aufdrekzahlregelschrawöe Sykwimmörgekauseoelüftung kraffstoffzuleitung für Rückenlag Schwinmergeh@usebelüftung Leerlauftuffregelschratbe 8% Schwimmerge \ CAER % - KH Ventil geschlossen Gemischregelluf Ap Schwinmergehäuse- Gemischregelluff Nocken a. wirkt in Normallage-\; geht zur Hayptaüise . li Nocken b wirkt ın Rückenlage ‚ielgrohr der taupfdüse Steigrohr der Übergangsdläse Steigrohr der Leerlaufdlüse > Schwimmergehäusebehiftung Kraftstoffiter— \ÜEE, Krafist 2g für Rückenlage geöffnet zu den Diiseh deerlauiiiise Überangcion MeuJüse Perspektivische Schnittbilder des SUM-Vergasers. Kurbelwelle mit Pleuelpaar in der Kontrolle. stellung und Schnappkupp- lung, 12-mm-Kerzen. Schmierung durch eine Druck- und zwei Absaug- pumpen. Brennstofipumpe Bauart Junkers. Handan- drehvorrichtung mit Rück- schlagsicherung, Druckluft- anlasser. . Zylinderzahl 8, V-Win- kel 90°, Bohrung 120 mm, Hub 140 mm, Hubraum je Zylinder 1,58 1, Gesamt- hubraum 12,67 1. Verdich- tungsverhältnis 1:5,9, Ge- wicht 213 kg, Länge 1105 mm, Breite 880 mm, Höhe mit Kühlverkleidung 718 mm. Abflugleistung (1 Minute) 270 PS bei 2100 U/min, 5-Minuten-Kurz- leistung 240 PS bei 2000 U/min, 30-Minutenleistung 220 PS bei 1940 U/min, Dauerleistung 200 PS bei 1880 U/min, höchstzulässige Dreh- zahl (gedrosselt, 1 min) 2600 U/min, Brennstoffverbrauch bei Höchst- leistung rd. 235 g/PSh. Oelverbrauch 8 g/PSh. Nr. 7/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 153 in SER t RI ES SS: : Links: Schnitt durch die Handandrehvorrichtung, unten die Schnecke, darüber das Schneckenrad mit Rutschkupplung. Rechts: Schnitt durch das federnde Klauenrad an der Rückseite der Kurbelwelle. Einheitsgewicht (bezogen auf Abflugleistung) 0,79 ke/PS, Hub- raumgewicht 16,85 kg/l, Hubraumleistung 21,3 PS/I, mittlerer nutz- barer Druck 9,1 ke/cm?. Inland. Vorschriften des Deutschen Luitsportes Kap. I — vom Korpsführer des Nat.-Soz. Fliegerkorps. Kap. I. Allgemeine Grundsätze. 81 Die Ausübung von Luftsport jeglicher Art in Deutschland hat nach den Richtlinien des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps zu erfolgen. (Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 17.4.37 und Ausführungsbestimmungen, RGBl. I 529, 533). 82 Die Federation A&ronautique Internationale (FAI.) ist die einzige internatio- nale Autorität, die zur Aufstellung und Anwendung von internationalen Vorschrif- ten für den Luftsport berechtigt ist. Die Zugehörigkeit Deutschlands zur FAI. verpflichtet zur Beachtung und Einhaltung der internationalen Sportvorschriften. Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps ist die anerkannte oberste Sportlei- tung für die Luftfahrt in Deutschland. (FAl.-Satzungen, Art. 3 und 4). Er überträgt dem Präsidenten des Aero-Clubs von Deutschland die Befugnisse in allen, international luftsportliches Gebiet berührenden Angelegen- heiten und erteilt ihm hierzu dieerforderlichen Richtlinien. 83 Der Deutsche Luftsport unterscheidet: Internationale, nationale und regionale Veranstaltungen. Alle internationalen Luftsportveranstaltungen unterliegen in ihrer Anlage und Durchführung den internationalen Sportvorschriften der FAl. In Uebereinstimmung mit diesen internationalen Sportvorschriften stellt der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps die nationalen Vorschriften für den Deutschen Luftsport auf, denen alle deutschen "eportlichen Veranstaltungen unterliegen. 4 Zur Durchführung dieser Vorschriften bestimmt der Korpsführer des NS.- Fliegerkorps bei seiner Dienststelle das Amt: „Nationaler Luftsport“. Dieses ist zugleich die Verbindungsstelle zum Aero-Club von Deutschland, dem die Bearbeitung aller luftsportlichen Angelegenheiten internationaler Art obliegt. Zu den wesentlichen Befugnissen des Amtes „Nationaler Luftsport“ gehören: l. Leitung und Durchführung von nationalen Wettbewerben. 2. Ueberwachung des Deutschen Luftsportes hinsichtlich Beachtung und Ein- Seite 154 „PLLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 haltung der internationalen und nationalen Sportvorschriften sowie Anwen- dung der Strafbestimmungen dieser Vorschriften im Falle der Uebertretung. 3. Alliährliche Festsetzung und Veröffentlichung des Deutschen Luftsport-Termin- kalenders, sowie Vornahme von Aenderungen hierzu und deren Bekannt- gabe. 4. Ausstellung von nationalen Sportausweisen (nationale Lizenzen). 5. Prüfung und Genehmigung aller deutschen Ausschreibungen vor Veröffent- lichung. 6. Prüfung und Anerkennung der vom Veranstalter einzureichenden Nennungs- listen. 7. Nachprüfung der Wertungsergebnisse der Wettbewerbe. 8. Ueberwachung aller innerhalb Deutschlands zur Durchführung gelangenden Rekordversuche, Prüfung der Ergebnisse und gegebenenfalls Anerkennung als nationaler Rekord. 9. Einsetzung und Entsendung von Sportleitern zur Ueberwachung von natio- nalen und regionalen Veranstaltungen. 10. Entscheidung über Berufungen bei deutschen Wettbewerben, die nach den internationalen Sportvorschriften von den Sportleitern nicht entschieden werden können. 11. Obsorge für die Sportflieger und gegebenenfalls deren Unterstützung. 12. Erlaubniserteilung an Reichsangehörige — mit Ausnahme von aktiven Ange- hörigen der Luftwaffe — zur Teilnahme an luftsportlichen Veranstaltungen im Auslande. (Ausführungsbestimmungen Luft-VO. vom 21. August 1936.) Vorschläge an den Reichsminister der Luftfahrt für eine deutsche Betei- lieung an internationalen luftsportlichen Veranstaltungen. Bearbeitung der Nennungen des NS.-Fliegerkorps zu internationalen Veranstaltungen. 13. Förderung der Lufttouristik. 85 Dem Präsidenten des Aero-Club von Deutschland obliegt die repräsentative Vertretung der gesamten deutschen Luftfahrt dem Auslande gegenüber gemäß 82. Zu seinen Aufgaben gehört im wesentlichen: 1. Vorbereitung und Durchführung internationaler luftsportlicher Veranstaltungen in Deutschland mit Hilfe des NS.-Fliegerkorps. Hierzu gehören: a) Internationale Wettbewerbe in Deutschland; b) Einladungen zu internationalen Wochenend- und Touristikflügen nach Deutschland. 2. Vorbereitung der Beteiligung Deutschlands an ausländischen luftsportlichen Veranstaltungen und Wettbewerben unter Mitwirkung des NS.-Fliegerkorps. 3. Betreuung ausländischer Luftsportvertreter während ihres Aufenthaltes in Deutschland. 4. Betreuung von Luiftsportvereinigungen deutschen Einschlages im Auslande. 5. Vorbereitung und Abrechnung der Ausbildung von Ausländern auf den Schulen für Motor- und Segelflugsport des NS.-Fliegerkorps. 6. Mitwirkung beim Aufbau des Luftsportes in befreundeten Ländern durch Ent- sendung von Segelflug-Expeditionen und Lehrkräften in Gemeinschaft mit dem Korpsführer des NS.-Fliegerkorps. 7. Vertretung des deutschen Luftsportes bei der FAI. in allen internationalen Angelegenheiten. Hierzu gehören: a) Ernennung von Sportzeugen zur Durchführung internationaler Rekorde unter Meldung an den Korpsführer des NS.-Fliegerkorps; b) Anmeldung deutscher Rekorde bei der FAI. zwecks Anerkennung als inter- nationaler bzw. Weltrekord; c) Ausstellung, Verweigerung und Einziehung aller internationaler Lizenzen (cartes didentite, Zollpassierscheinheft, Führerzertifikate). 8. Bearbeitung des gesamten, mit dem internationalen luftsportlichen Gebiet zusammenhängenden Schriftwechsel mit dem Auslande. Berlin, 2. März 1938. F. Christiansen, Generalleutnant. Nr. 7/1938, Bd. 30 „PLUGSPORT“ fi Seite 155 Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes 1938 des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (19. Rhön). 1. Veranstalter, Zeit und Ort des Wettbewerbes. Der Korpsführer des NSFK veranstaltet in der Zeit vom 24. Juli bis 7. August 1938 auf der Wasserkuppe den Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1938 des Nationalsozia- listischen Fliegerkorps (NSFK) (19. Rhön). 2. Schriftverkehr. Der Schriftverkehr des 19. Rhön-Segelflug-Wett- bewerbes ist mit dem Korpsführer des NSFK, Berlin W 35, Großadmiral-Prinz- Heinrich-Straße 1 und 3, zu führen. Ab 20. Juli 1938 ist er zu richten an die Wettbewerbs-Leitung bei der Reichs-Segelflugschule Wasserkuppe, Post Gers- feld/Rhön. 3. Zweck des Wettbewerbs. Der Wettbewerb soll den Leistungs- stand des deutschen Segelfluges zeigen, soll die Kameradschaft unter den Segel- fliegern fördern und soll Anregung für die fliegerische und technische Weiter- entwicklung des deutschen Segelfluges geben. 4. Wettbewerbsleitung. Wettbewerbsleiter ist NSFK-Standarten- führer Kunz. Der Wettbewerbsleiter ist verantwortlich für die Vorbereitung und Durch- führung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes 1938. Diesem unterstehen: a) die Sportleitung (mit dem Meßtrupp und Wetterdienst), b) die technische Leitung, c) die Lagerleitung, d) die Pressestelle. 5. Preisgericht. Der Korpsführer des NSFK ist Vorsitzender des Preisgerichts. Er beruft die Preisrichter. Das Preisgericht entscheidet auf Grund der von der Wettbewerbsleitung festgestellten Flug- und Prüfungsergebnisse. Das Preisgericht entscheidet endgültig. Das Preisgericht ist befugt, nicht ausge- flogene Preise als Anerkennungsprämien zu verteilen. Die Bekanntgabe der Preisgerichtsentscheidung erfolgt bei der Preisverteilung mit nachfolgender schrift- licher Bestätigung. 6. Beurkundungen. Die Flugergebnisse werden täglich durch An- schlag von der Sportleitung bekanntgegeben. Jeder Bewerber hat sich von der Richtigkeit der angeschlagenen Beurkundungen selbst zu überzeugen. Bei irr- tümlichen Beurkundungen durch die Sportleitung ist spätestens innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntgabe der Flugergebnisse mündliche und schriftliche Meldung an den Wettbewerbsleiter zu erstatten. 7.Verlängerungbzw. Ausfalldes Wettbewerbes. Der Ver- anstalter kann den Wettbewerb verlängern oder bei Vorliegen besonderer Gründe ausfallen lassen. 8. Ergänzung der Ausschreibung. Der Veranstalter behält sich vor, Ergänzungen der Ausschreibung vorzunehmen, sowie den Bestimmungen der Ausschreibung Auslegung zu geben. 9. Haftung und Versicherung. Durch Abgabe der Meldung er- kennen die Bewerber und Teilnehmer an, daß sie gegenüber dem Veranstalter und seinen Beauftragten auf sämtliche Ansprüche für Sach- und Personenschäden irgendwelcher Art verzichten, die den Bewerbern und Teilnehmern oder den von ihren beauftragten Personen im Zusammenhang mit der Veranstaltung entstehen. Dies gilt, gleichviel aus welchem Rechtsgrunde Ansprüche hergeleitet werden können. Der Verzicht erstreckt sich gleichzeitig auf solche Personen und Stellen, die aus einem Schaden oder Unfall eines Wettbewerbers oder Teilnehmers oder der von ihnen beauftragten Personen selbständig sonst Ansprüche erheben könn- ten. Eine gegenüber außenstehenden (dritten) Personen wirksame Haftpflicht- versicherung zugunsten des Veranstalters ist vom Korpsführer veranlaßt. 10. Für die von den Dienststellen und Gliederungen des NSFK zur Verfügung gestellten Flugzeuge laufen auch für die Teilnahme an dieser Veranstaltung die gesetzlich vorgeschriebene Flugzeughalter-Haftpflichtversicherung, sowie eine Sitzplatz-Unfallversicherung mit den vom Korpsführer des NSFK vorgeschriebe- nen Versicherungssummen: RM 7500,— für den Todesfall bei Verheirateten, RM 3000, — für den Todesfall bei Unverheirateten, RM 20 000.— für den Inva- liditätsfall, bis zu RM 1000,— Heilkosten, RM 3,— Tagegeld für Verheiratete, RM 1,50 Tagegeld für Unverheiratete. 11. Soweit Flugzeuge benutzt werden, die nicht zu den von den Dienst- stellen und Gliederungen des NSFK zur Verfügung gestellten Flugzeugen ge- hören, oder die nicht als reichseigene Segelflugzeuge gelten, haben die Bewerber vor der Veranstaltung eine Flugzeughalter-Haftpflichtversicherung sowie eine Un- Seite 156 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 fallversicherung der Teilnehmer nachzuweisen, die mindestens die unter Punkt 10 genannten Versicherungssummen enthält. 12. Bekanntmachungen. Sämtliche den Rhön-Segelflug-Wettbewerb betreffenden, vor dem Wettbewerb erscheinenden Bekanntmachungen werden in der amtlichen Zeitschrift des NSFK (Luftwelt) veröffentlicht oder den Bewerbern vom Veranstalter als Anweisung für den Wettbewerb zugestellt. 13. Bewerber. Als Bewerber sind zum Wettbewerb zugelassen: a) NSFK- Gruppen und nachgeordnete Einheiten des NSFK, sowie NSFK-Segelilugschulen, b) Luftwaffe und DVL. 14. Meldungen. Die Meldung hat für jedes Segelflugzeug gesondert auf vorgeschriebenen Meldevordrucken zu erfolgen. Die Meldung der Bewerber zu 13a) muß) bis zum 28. Juni 1938, 12 Uhr, als Einschreiben bei der für die Be- werber zuständigen NSFK-Gruppe eingegangen sein. Die NSFK-Gruppen reichen die Meldungen als Einschreiben bis zum 1. Juli 1938 dem Korpsführer des NSFK ein. Die Meldungen der Bewerber zu 13b) sind als Einschreiben an den Korps- führer des NSFK zu richten und müssen bis zum 1. Juli 1938, 12 Uhr, beim Korps- führer des NSFK vorliegen. Ueber sämtliche Meldungen entscheidet der Korpsführer des NSFK. Die endgültige Annahme der Meldung wird dem Bewerber schriftlich mitgeteilt. Es können nur solche Meldungen angenommen werden, die vollständig und mit allen angeforderten Angaben eingereicht werden. Es wird ausdrücklich darauf hin- gewiesen, daß die Meldungen als endgültig zu gelten haben. Der Veranstalter behält sich vor, unvollständige Meldungen zurückzuweisen und dafür andere Be- werber, die allen Vorbedingungen genügen, zuzulassen. 15. Durch Abgabe der Meldung erkennen die Bewerber die Ausschreibung und spätere vom Veranstalter oder seinen Beauftragten zu erlassenden Bestim- mungen als für sich und die Teilnehmer ihrer Gruppen bindend an. 16. Alle Erklärungen minderjähriger oder unter Vormundschaft stehender Personen bedürfen der Anerkennung durch den gesetzlichen Vertreter. Die Ver- antwortung für die Erfüllung dieser Bedingung liegt beim Bewerber selbst. Der Veranstalter ist nicht zur Nachprüfung verpflichtet. 17. Beschränkung der Teilnehmerzahl. Die Zahl der teilneh- menden Flugzeuge wird auf 60 beschränkt. Die Auswahl erfolgt unter Berück- sichtigung der Wettbewerbseignung der gemeldeten Flugzeuge und Flugzeug- führer. Die Zahl der teilnehmenden Flugzeuge eines Bewerbers kann beschränkt werden. Die Auswahl der danach ausscheidenden Flugzeuge bleibt dem Be- werber überlassen, der seine Entscheidung unverzüglich zu melden hat. 18. Zurückgewiesene Meldungen können bis zum Beginn des Wettbewerbes wieder angenommen werden, wenn sich die Teilnehmerzahl verringert. 19. Segelflugzeugführer. Zu dem in Punkt 14 angegebenen Melde- termin ist für jedes Segelflugzeug je wenigstens ein Segelfilugzeugführer zu mel- den. Bei Doppelsitzern ist die Meldung für den Führer und Begleiter abzugeben. Die Meldung hat auf vorgeschriebenen Vordrucken zu erfolgen. 20. Für jedes Segelflugzeug kann ein Ersatz-Segelflugzeugführer gemeldet werden. Eine Nachmeldung von Segelflugzeugführern ist in begründeten Fällen auch während des Wettbewerbes statthaft. 21. Die Segelflugzeugführer müssen folgende Nachweise erbringen: a) Besitz des Segelflieger-Leistungsabzeichens. (Diese Forderung entfällt für den Begleiter bei Doppelsitzern.) b) Besitz eines über die Dauer des Wettbewerbes gültigen Luftfahrscheines für Segelflugzeugführer mit eingetragener Schleppflugerlaubnis. c) Besitz eines gültigen Reisepasses mit Visum für die Tschechoslowakei. (Der Paß ist bei allen Flügen mitzuführen!) d) Besitz der Internationalen Sportlizenz für das Jahr 1938. (Die Ausstellung der Internationalen Sportlizenz ist beim Korpsführer der NSFK zu beantragen.) e) Minderjährige Segelflugzeugführer haben die schriftliche Erlaubnis des Vaters bzw. gesetzlichen Vertreters beizu- bringen. (S. Pkt. 16.) 22. Segelflugzeuge. Am Wettbewerb können nur Segelflugzeuge deut- scher Herkunft teilnehmen, die über die Dauer des Wettbewerbes amtlich zu- gelassen sind. Die Mitnahme eines Fallschirmes ist Vorschrift. Bei Doppelsitzern sind 2 Fallschirme mitzuführen. Die Segelflugzeuge erhalten eine Wettbewerbs- nummer, die an den beiden Seiten des Seitenruders möglichst groß anzubringen ist. Der Veranstalter kann die Anbringung weiterer Unterscheidungszeichen vor- schreiben, Nr. 7/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 157 23. Zulassung der Segelflugzeuge. Die Zulassung der Segelflug- zeuge zum Wettbewerb erfolgt durch den Wettbewerbsleiter. Folgende Nach- weise sind vorzulegen: a) der amtliche Zulassungsschein für das Segelflugzeug, b) der amtliche Zulassungsschein für Fallschirm und Fallschirmgurt, c) eine Prüf- bescheinigung. 24. Nach Annahme der Meldung werden die Segelflugzeuge in ihrem Heimats- standort durch eine vom Korpsführer des NSFK beauftragte technische Prüfgruppe auf ihren Bauzustand geprüft. Bei einwandfreiem Bauzustand bzw. nach Behebung vorgefundener Mängel wird die unter 23c) geforderte Prüfbescheinigung ausge- stellt. Die zum Wettbewerb gemeldeten Segelflugzeuge müssen zum 1. Juli prüf- fertig sein. 25. Beschädigungen oder Aenderungen eines zugelassenen Flugzeuges wäh- rend des Wettbewerbes sind der technischen Leitung zu melden, die dann die Zulassung aufheben und eine Nachprüfung anordnen kann. Die technische Leitung ist berechtigt, eine ausgesprochene Zulassung zum Wettbewerb aus Sicherheits- gründen aufzuheben oder einzuschränken. 26. Registriergerät. Bei sämtlichen Wettbewerbsflügen ist ein Höhen- schreiber mitzuführen. Die Höhenschreiber sind von den Bewerbern selbst zu stellen und müssen vor Beginn des Wettbewerbes von einem vom Veranstalter anerkannten Institut geeicht werden. Als solche Institute gelten: a) die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, b) die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug, Darmstadt-Flughafen. Eine Eichung der Höhenschreiber auf der Wasserkuppe selbst kann nicht erfolgen. Es werden nur Höhenschreibgeräte mit Rußschrieb (auf Papier- oder Metallfolie) zugelassen. Segelflugzeugführer, die keine oder keine geeichten Höhenschreiber auf ihren Flügen mitführen, setzen sich der Gefahr aus, daß ihre Flüge nicht gewertet werden. 27. Segelflugzeugführer, die die Absicht haben, sich um die Anerkennung von Nationalen bzw. Internationalen Rekorden zu bewerben, haben außerdem bezüg- lich des Registriergerätes folgende Vorschriften zu beachten: 1. Zugelassen sind temperaturkompensierte Höhenschreiber, Thermobarographen und Meteorogra- phen. 2. Die Umlaufzeit darf nicht unter 6 Stunden liegen. 3. Für Höhenflüge muß der Höhenmeßbereich mindestens 6000 m betragen. 4. Das Höhenschreib- gerät muß vor Antritt des Fluges dem Barographendienst zur amtlichen Aufbe- wahrung bis zum Start übergeben werden. 5. Die Mitführung von 2 Höhen- schreibern ist ratsam. In diesem Fall ist einer der beiden Höhenschreiber vor Antritt des Fluges als „maßgebender“ Fiöhenschreiber zu bezeichnen. Der zweite Höhenschreiber gelangt nur zur Auswertung, wenn der „maßgebende‘ Höhen- schreiber nicht richtig gearbeitet hat. kei! Anträge auf Anerkennung von Rekorden sind von den Bewerbern selbst zu stellen. 28. Klasseneinteilung. Der Wettbewerb gelanet in 2 Klassen zur Durchführung. Klasse A: Einsitzer-Segelflugzeuge.. Klasse B: Doppelsitzig be- setzte Segelflugzeuge. Der Wettbewerb in der Klasse B findet nur dann statt, wenn wenigstens 8 Doppelsitzer gemeldet werden. Wird diese Zahl bei der Meldung nicht erreicht, so erhalten die Bewerber entsprechende Mitteilung. Unter diesen Umständen bleibt es den Bewerbern freigestellt, das doppelsitzige Segelflugzeug einsitzig be- setzt zum Wettbewerb der Klasse A zu melden oder die Meldung durch ein Einsitzer-Segelflugszeug zu ersetzen. 29. Bewertung. Die Bewertung der Leistungen erfolgt getrennt in den Klassen A und B nach Punkten in folgenden Wertungsgruppen: I. Streckenflüge. I. Zielstreckenflüge. IN. Zielstreckenflige mit Rückkehr zum Startpunkt. IV. Höhenflüge. 30. Durchführung des Wettbewerbes. Der Wettbewerb wird wie folgt durchgeführt: a) Soweit von der Wettbewerbsleitung nicht anders be- stimmt, können Streckenflüge oder „Zielstreckenflüige mit selbst gewähltem Ziel- ort‘ gemeldet werden. b) Die Wettbewerbsleitung kann Wettbewerbstage be- stimmen, an denen lediglich Streckenflüge zugelassen sind. c) Die Wettbewerbs- leitung kann Tage bestimmen, an denen ein bestimmter Zielort für alle Flugzeuge vorgeschrieben wird. Nur an solchen Tagen können (außer den Zielflügen zu dem bestimmten Zielort) Zielstreckenflüge mit Rückkehr zum Startpunkt sowie Verbandsflüge gemeldet werden. Tagesfaktor und Mindeststrecke Seite 158 „ELUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 werden durch die Wettbewerbsleitung vorher bestimmt. d) Die Wettbewerbs- leitung kann als Tagesaufgabe Zusammenstellungen der unter a) bis c) genannten Möglichkeiten vornehmen. 31. Preise. In den Klassen A und B wird ie eine gesonderte Preissumme ausgeschrieben. Die zur Verfügung stehenden Preissummen werden vor Wett- bewerbsbeginn bekanntgegeben. Die Verteilung der Geldpreise zu den Wertungs- gruppen (s. 29, 1-IV) erfolgt im Verhältnis der erflogenen Punktzahl auf alle Segelflugzeuge, die Punkte erzielt haben. Alle Geldpreise gehen nur auf den Be- werber. Ehrenpreise stehen, soweit nicht anders vermerkt, den Flugzeugführern zu. 32. Punktabzüge. Bei Bewertung der fliegerischen Leistungen im Wett- bewerb werden denjenigen Segelflugzeugführern 10% der erflogenen Punkt- summe abgezogen, die bereits mehr als 2500 km Ueberlandflugstrecke mit Segel- flugzeugen aufweisen (bei der Berechnung der Gesamtstrecke gelten alle Flüge über 30 km) oder an mehr als drei Segelflugwettbewerben, die auf Leistungsflug ausgeschrieben waren, teilgenommen haben. (Hierzu gehören Rhön-Wettbewerbe und internationale Wettbewerbsveranstaltungen.) Alle Segelflugzeugführer haben hierzu eine schriftliche, ehrenwörtliche Erklärung abzugeben. Der Bewerber haftet für die Richtigkeit der gegebenen Erklärung. 33. Punktwertung. Die Ermittlung der Punktzahlen in den einzelnen Wertungsgruppen erfolgt nach folgenden Wertungsarten: l. Streckenflüge. Die Berechnung der Punktzahl erfolgt nach der Formel Punktzahl = (km — Mo) - F. In dieser Formel bedeutet km die Entfernung in km, M ist die zu erfliegende Mindeststrecke und F der Tagesfaktor. Mindeststrecke und Tagesfaktor richten sich nach den Bestleistungen des Tages. Sie ergeben sich aus der mittleren Streckenleistung der fünf größten Streckenleistungen des Tages (Summe der fünf größten Streckenleistungen dividiert durch fünf) nach folgender Tabelle: Mindest- Tages- mittlere Streckenleistung strecke faktor F der Spitzengruppe in km untere Grenze km obere Grenze km 30 2,5 0 75 35 2,0 75,1 100 40 1,62 100,1 135 45 1,35 135,1 180 50 1,1 180,1 255 55 0,9 255,1 400 60 0,75 400,1 — Liegt die mittlere Streckenleistung weniger als 5% über den unteren Grenzen, so wird der Tagesfaktor aus dem Mittelwert der sechs besten Streckenleistungen ermittelt. Aufwertungvon Weitstreckenflügen. Bei allen Streckenflügen über 300 km Strecke wird dem Wettbewerbsflugzeug für seinen Ausfall an dem darauffolgenden Wettbewerbstage eine Punktaufwertung zugeteilt. Diese ist gleich der mittleren Punktzahl des Ausfalltages. I. Zielstreckenflüge. Als Zielstreckenflüge gelten solche Flüge, bei denen der Landeort vor Beginn des Fluges auf der Meldekarte angegeben wird. Als Zielorte dürfen nur Flughäfen und amtlich zugelassene Segelfluggelände ge- wählt werden. Die Wahl des Zielortes bleibt, wenn nicht anders bestimmt (s. Pkt. 30, ac), dem Segelflugzeugführer überlassen. Die Wertung der erfüllten Ziel- streckenflüge erfolgt nach der Tageswertung der Streckenflüge mit einer Zusatz- wertung von 50 % Strecke. Wird der Zielort nicht erreicht oder überflogen, so gilt als Wertungsstrecke die Entfernung vom Startort bis zu dem Punkt der Kurslinie, der dem Landeort am nächsten liegt. Als Kurslinie gilt die kürzeste Verbindungslinie vom trigono- metrischen Punkt der Wasserkuppe bis zum angegebenen Zielort. An den unter Punkt 30.c) genannten Tagen, an denen die Wettbewerbsleitung einen bestimmten Zielort vorschreibt, kann von dem Zielort aus der Rückflug zur Wasserkuppe angetreten werden. Die Wertung des Rückfluges erfolgt ebenfalls nach Wertungsgruppe II. Die beiden Flugstrecken (Hin- und Rückflug) werden einzeln bewertet. Der Rückflug ist bei der Sportleitung auf dem Zielhafen auf der vorgeschriebenen Meldekarte zu melden. Der Start erfolgt mittels Flugzeugschlepp (Schlepphöhe bis zu 400 m). Verbandsflug. Als Verbandsflüge gelten gemeinsame Zielstreckenflüge von je 2 Segelflugzeugen. Beide Segelflugzeuge, die zum Verbandsflug starten, „Flugsport“ 1938. XXX. Jahrgang Flugmotor Arg us „As 10 C“ Bohrung 120 mm, Hub 140 mm, Hubraum 12,67 I. 200/240 PS. Schnitt durch den Heizstutzen MrTIT ur Schnitt A-B 1% een fn mal Perspektivische Darstel- lung der Kurbelwelle mit sämtlichen Nebentrieben. 1. Hauptantriebsrad; 2., 3. 8. Zwischenräder; 4. Antrieb der Nocken- welle; 5., 6. Magnetantrieb; 7. Federndes Klauen- rad; 9. Antrieb für Lichtmaschine; 10., 11. An- trieb der Oelpumpe; 12., 13. Druckpumpe; 14., 15. Saugpumpe; 16., 17. Antrieb der Kraftstoff- pumpe; 18. Kegelradwelle; 19. Sonderantrieb; 20., 21. Andrehvorrichtung. Tafel Y 117 | un Ta m ENGER ZR2 ‚V\ 72 2 —T \ & ZU, = “ SI 7 1 Y 2 | ; - % N =, (KL N, % ! ER, ..\EX zu GL 74 > 7 Er x | ; WIHIHEIE n = ll If ! ! . . | ’ f | S . | 1. 7 u Ss | . . N IMIIEID 5 — N | ez = ZEN | 3 7. | | O) | RZ \ | > H | \ \ \ IN Z 77 ; S FIIR t j N RS - - 1 11 . nn — [ \ \ H + 7 j j 1 I - a 2\ S N | R N & = N H ! IV 7 / 4 $ ) IS A N 3 SIRSEET . DS, St Z \\ ( | \ EIN FE III ) N I ( | —— en EEE A ! 1 = Sp 2 er S III = = u \ ISKE | RZ = > > > < - a = \ = N tee s = en \ —) Ä SIE ir Oi II | iu? AR | z | _ | | | ‘ \ “ N ! N - J N | Ä \ o X | N N a Fe S2 , El LL | ms N 7 N 1 i h- IE \ un © ES 4° E | —= & >: „_ Sehäusekühlung Gehäusedeckelbelüffung Kühlluf}-Austritt Kühlluft-Einträt aD 280 " 280 PS A ps |11 S 260 77 260 I er £ 5 N [ 240 ZA, 24011. 8 ih 7 \ \ L \ \ hi 220 3 N N Ye 5 220 yi 7 \ N < “N N 4 ® 200 Y 200 KEN I NN 60 Kühlluff- Eintriffsquerschnitt 180 / / 180 N N N = 750m? / y4 In N NL N N 160 100 / INN A 140° S N 140 \ \ y4 / Ss N 120 / 120 N N, | 100 NIHND 1000 1500 2000 U/min 0 1 2 3 4 5 Hs j ? .. .. . Ohne In km Anordnung der Kühlluftführungsorgane bei dem Bau- muster „As 10 C“. Die Luft tritt achsial in den zwischen den Zylindern liegenden Stauraum ein, strömt quer zur Leistungskurven der Ausführung „As 10 E“, Baureihe 3. Links: Flugrichtung an den Rippeh vorbei und tritt durch Kurve 1 Vollgasleistung, Kurve 2 Luftschraubenkennlinie für schmale Schlitze zwischen den an der Außenseite der mittlere Verhältnisse. Rechts: Höhenleistung bei 2100 U/min Zylinder angebrachten Abdeckblechen aus. (Kurve 1), 2000 (2), 1940 (3) und 1880 (4) Ulmin. Nr. 7/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT“ Seite 159 sind vor dem Start der Sportleitung zu melden. Der Start beider Segelflugzeuge muß unmittelbar nacheinander erfolgen. Die Flugzeuge müssen gemeinsam auf Strecke gehen. Bei erfülltem Verbandsflug wird zu der erllogenen Strecken-Punkt- zahl ein Punktzuschlag von 20 % erteilt. Der Verbandsflug gilt als erfüllt, wenn der Flug gemeinsam durchgeführt wurde und die Landung beider Segelflugzeuge auf dem vorgeschriebenen Ziel-Flushafen mit einem zeitlichen Unterschied von höchstens 10 Minuten erfolgt ist. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, so ent- fällt die Zusatzwertung und die Flüge werden nach Bewertungsgruppe II bewertet. Der Verbandsflug kann sowohl bei dem Flug von der Wasserkuppe zum Zielort als auch bei dem Rückflug gemeldet werden. II. Zielstreckenflüge mit Rückkehr zum Startpunkt. Die Wettbewerbsleitung bestimmt gemäß Punkt 30 c) dieienigen.. Wettbewerbstage, an denen Zielflüge mit Rückkehr zum Startpunkt gemeldet werden können und schreibt den zu erreichenden Wendepunkt (Zielort) vor. Es wird stets nur ein Wendepunkt angegeben. Flüge nach der Bewertungsgruppe III gelten als erfüllt, wenn sie von der Wasserkuppe zu dem vorgeschriebenen Wendepunkt (Zielort) und von dort zur Wasserkuppe zurück ohne Zwischenlandung ausgeführt werden. Als Rückkehr zum Startpunkt gilt die Landung innerhalb eines Kreises von 1000 m Radius um den trigonometrischen Punkt oder auf dem Motorflugplatz der Wasser- kuppe. Bei erfülltem Zielstreckenflug mit Rückkehr zum Startpunkt wird die Ge- samtflugstrecke gewertet mit 50 % Streckenzuschlag. Wird der Zielflug mit Rück- kehr zum Startpunkt nicht erfüllt, so sind folgende Fälle zu unterscheiden: a) bei Landung auf dem Hinflug erfolgt keine Wertung, b) die Landung im Wendepunkt (Zielort) wird als einfache Strecke ohne Streckenzuschlag gewertet, c) bei Lan- dungen auf dem Rückflug wird für die Wertung die bis dahin geflogene Wertungs- strecke (hierzu wird auch die Hinflugstrecke gerechnet) zugrunde gelegt. Bei nicht erfülltem Zielflug mit Rückkehr zum Startpunkt kann der Flugzeugführer von dem Wendepunkt (Zielort) nach erneuter Startmeldung zum Rückflug zur Wasserkuppe gemäß Bewertungsgruppe II starten. Für die Beurkundung am Wendepunkt ergehen besondere Vorschriften durch die Wettbewerbsleitung. Der Wendepunkt gilt als erreicht, wenn die Beurkun- dung nach den Vorschriften der Wettbewerbsleitung erfolgen konnte. Die Wettbewerbsleitung kann denjenigen Segelflugzeugen, die zum Zielstrecken- flug mit Rückkehr zum Startpunkt gemeldet werden, bei der Startfolge den Vor- rang geben oder hierfür eine andere Startart zulassen. IV. Höhenflüge. Als Höhe wird der aus dem Barogramm zu entnehmende größte Höhengewinn gewertet. Bei jedem Fluge gibt es nur eine Höhenbewertung. Für die ersten 500 m werden keine Punkte erteilt. Höhenflüge werden nur dann gewertet, wenn sie mit einem Streckenflug von wenigstens 20 km Strecke verbunden sind. Diese Forderung entfällt bei Flügen mit mehr als 2000 m Start- überhöhung. Punktwertung: Höhenbereich Punktzahl Höchsterreichbare - über m bis m ie 25 m Punktzahl 0 500 — — 500 1000 0,5 10 1000 1500 1,0 . 30 1500 2000 1,5 60 2000 2500 2,0 100 2500 3000 2,5 150 3000 4000 3,0 270 4000 — 4,0 unbeschränkt Die Höhenwertung gilt als Zusatzwertung zu den Flügen der Wertungsgruppen I—-M. 34, Startarten, Startfolge. Der Start der Segelflugzeuge erfolgt mittels Startseil (Hangstart). Die Sportleitung kann Flugzeugschleppstart oder Windenstart anordnen. 35. Die Startfolge richtet sich nach der Reihenfolge der abgegebenen Mel- dungen. 35. Startmeldung, Rückmeldung, Beurkundung. Die Start- meldung erfolgt durch Abgabe der ausgefüllten Meldekarte an die Startleitung. Verantwortlich für die richtige Ausfüllung der Meldekarte ist der Segelflugzeug- Seite 160 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 führer selbst. Bei unvollständig ausgefüllter Startmeldung setzt sich der Segel- flugzeugführer der Gefahr aus, daß der Flug nicht gewertet wird. 37. Jeder Segelflugzeugführer hat sich nach erfolgter Landung telefonisch bei der Sportleitung zu melden. Bei Landungen im Ausland kann bei Vorliegen besonderer Gründe die Meldung auch telegraphisch erfolgen. 38. Nach der Landung im Tal oder auf dem Gelände der Wasserkuppe hat sich der Flugzeugführer persönlich oder durch einen zu der Mannschaft gehörigen Beauftragten bei der Sportleitung zurückzumelden. Jede weitere Startberechtigung für das betreffende Segelflugzeug ruht so lange, bis die ordnungsgemäße Rück- meldung erfolgt ist. 39. Bei allen Strecken- und Zielstreckenflügen, die unter die Bewertung fallen, ist zur Beurkundung eine Landebescheinigung auf dem von der Wett- bewerbsleitung ausgegebenen Vordruck zu erbringen. Die Landebescheinigung ist mit einer Skizze des Landeortes zu versehen, aus der die Lage des Lande- ortes zu solchen aus einer Karte 1:300 000 zu entnehmenden Merkpunkten her- vorgeht. Ist der genaue Landeort nicht einwandfrei erkennbar, so wird stets die für die Bewertung ungünstigste Lage angenommen. Erfolgte die Landung unter Bestätigung durch die Luftaufsicht auf einem Flughafen, so ist keine Skizze er- forderlich. 40. Der plombierte Höhenschreiber sowie die Landebescheinigung ist un- mittelbar nach Rückkehr zur Wasserkuppe der Sportleitung abzugeben. 41. Sonderpreise. Für die besten fliererischen Leistunren innerhalb des Wettbewerbes werden Sonderpreise ausgeschrieben. Die Bestleistungen können in der Klasse A oder B erflogen werden. Die Sonderpreise werden für folgende Bestleistungen ausgeschrieben: Geforderte Mindestleistung: Leistungsart: 1. größter Streckenflus . . . . .......4000 m über NN 2. größte Höhe . . . 2 2.2.2.20.2....400 km un . . 3 Zielflüge über 100 km 3. größte Gesamtzielflugstrecke . { und 1 Zielflug über 200 km Die Sonderpreise bestehen aus Geld- und Ehrenpreisen. Die Geldpreise fallen dem Bewerber zu; die Ehrenpreise, wenn nicht anders bestimmt, dem Flugzeug- führer. Ehrenpreise bei Doppelsitzern fallen dem Flugzeugführer (nicht dem Be- gleiter) zu. 42. Bewertung der technischen Leistungen. Für technische Leistungen werden ebenfalls Sonderpreise ausgeschrieben. 43. Bewerber um die Bewertung technischer Leistungen müssen Sturmange- hörige oder Förderer des NSFK sein. Als Bewerber gelten nur Einzelperso- nen,.nicht Hersteller-Werke, Behörden oder Gliederungen des NSFK. Der Be- werber muß Konstrukteur oder Erfinder der zu bewertenden Neuerung sein. 44. Bei der technischen Bewertung werden unterschieden: 1. Verbesserungen bereits vorhandener Flugzeugmuster, 2. neue Segelflugzeugmuster, 3. Zubehör, Aus- rüstunge und Bodengerät. Als alte Segelflugzeugmuster gelten diejenigen, die be- reits an einem Rhön-Segelflug-Wettbewerb teilgenommen haben. Zu 1. Richtlinien zur Bewertung von Verbesserungen vorhandener Segelflug- zeugmuster: a) Maßnahmen zur Erhöhung der Flugsicherheit (z.B. Verringerung der Sturzfluggeschwindigkeit, Vereisungsschutz, Sichtverbesserung, Gleitwinkel- verschlechterung, Sicherung gegen Hagelschäden usw.). b) Maßnahmen zur Ver- besserung der Flugeigenschaften (z.B. Verhalten im überzogenen Flug, Verbesse- rung der Stabilität insbesondere um die Hochachse, Trimmbarkeit, Ruderwirksam- keit, Wendigkeit, Landeeigenschaften usw.). c) Maßnahmen zur Erhöhung der Flugleistungen (z.B. Geschwindigkeitsspanne, Verringerung der Widerstände). Zu 2. Neue Segelflugzeugmuster: a), b) und c) wie bei Ziffer 1; d) eigener Entwurf; e) Bauausführung; f) aussichtsreiche Anwendung von neuen, bisher im Segelflugzeugbau nicht angewandten einheimischen Werkstoffen; g) Sonderbewer- tung für sinngemäße Konstruktionsneuerung im Hinblick auf den Verwendungs- zweck des Flugzeugs (Höhen- oder Streckenflug, Blindflug). Zu 3. Zubehör, Ausrüstung und Bodengerät: a Maßnahmen zur Verein- fachung, Handhabung und Verbesserung von Zubehör und Ausrüstung; b) Maß- nahmen zur Verbesserung der Wartbarkeit der Flugzeuge; c) Maßnahmen zur Vereinfachung und Verbesserung des Bodengeräts. 45. Tagespreiseund Prämien. Ueber die Tagespreise und Prämien verfügt der Wettbewerbsleiter. Die Tagespreise werden jeweils vor Startbeginn durch Aushang bekanntgegeben. Perlin W 35, den 21. Februar 1938. F. Christiansen, Generalleutnant. Nr. 7/1938, Bd. 30 ‚FLUGSPORT“ Seite 161 Passagier-Großilugzeuge werden im Sommerluftverkehr auf verschiedenen Strecken von der DLH. eingesetzt. Die für 40 Fluggäste eingerichteten Junkers Ju 90 und die mit 26 Kabinenplätzen ausgestatteten Focke-W ulf-200-Flugzeuge, bekanntlich beides viermotorige Muster, entwickeln Reisegeschwindigkeiten von 310 bzw. 330 km/h. Sie werden im Laufe des Sommers eingesetzt und ermög- lichen es, die Flugzeit zwischen Berlin und London um abermals eine Stunde abzu- kürzen. Zwischen Berlin—München und Berlin—Frankfurt können je eine halbe Stunde Reisezeit eingespart werden. Besondere Bedeutung werden diese Groß- flugzeuge für die Strecke nach Spanien und Portugal bekommen. Die Entfernung von rund 2650 km, die zwischen Berlin und Lissabon liegt, wird mit der Focke-Wulf „Condor“ in einem Tagesflug bewältigt. Die Lufthansa, die bisher nur in ihrer G 38 „Hindenburg“ einen Steward mitnahm, wird in diesem Sommer auf mehreren Strecken auch Stewardessen fliegen lassen, die in den großen viermotorigen Flugzeugen genügend Möglich- keiten zur Betätigung bekommen werden, denn im planmäßigen Weltluftverkehr gab es bisher noch keine Maschinen, die 40 Fluggäste aufnehmen konnten. — Aber auch auf den Linien, die vorläufig noch mit mittelgroßen Flugzeugen, also den bewährten Junkers Ju 52, beflogen werden, wird für den Luftreisenden gut gesorgt werden. So erhalten die Reisenden auf verschiedenen Strecken besonders nett hergerichtete Frühstücks- und Erfrischungspäckchen, die sicherlich freund- liche Aufnahme finden werden. Alle Ju 52, die auf längeren Strecken eingesetzt werden, haben neue Inneneinrichtungen für nur 14 Fluggäste erhalten. Dadurch wurde für den einzelnen Fluggast ein größerer Raum geschaffen, der ein wirk- lich bequemes Reisen auch auf langen Strecken erlaubt. 8 neue deutsche Welthöchstleistungen wurden am 19. 3. aufgestellt. Ein zweimotoriges Seeflugzeug der Heinkel-Flugzeugwerke, ausgerüstet mit BMW- 132-Motoren, Flugzf. Ritz, erreichte auf einem Flug über 2000 km mit 2000 kg Nutzlast die Geschwindigkeit von 329 km/h, nachdem es bis zur 1000-km- Grenze sogar 331 km/h Geschwin- digkeiterzielthatte. Mit dieser Leistung fielen acht Welt- rekorde an Deutsch- land. Es handelt sich um dieRekorde über 1000 km ohne Nutzlast,ferner über 1000 km mit 500 kg Nutzlast, 1000 kg und 2000 kg Nutz- last, ferner um die Rekorde über 2000 km ohne Nutzlast und über 2000 km mit 500, 1000 und 2000 kg Nutzlast. Sämtliche Re- korde wurden bis- her vom Ausland gehalten und stan- den für die 1000-km- Strecke auf 309 km. Der Flug wurde von amtlichen Sport- zeugen überwacht Das Heinkel-See- flugzeug (2 BMW 132), mit dem acht Weltrekorde über- boten wurden. Weltbild Seite 162 „ELUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 und sofort zur Anerkennung durch die Federation A&ronautique Internationale angemeldet. Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, richtete an Dr. Ernst Heinkel folgendes Telegramm: „Zu dem hervorragenden Erfolge eines Ihrer Seeflugzeuge, durch den acht be- stehende internationale Rekorde überboten wurden, spreche ich Ihnen, allen Be- teilieten und besonders auch der Besatzung meinen Glückwunsch und meine volle Anerkennung aus. Ihr Werk hat für die Weltgeltung der deutschen Luftfahrt einen hervorragenden Beitrag geleistet.“ Den Bayerischen Motorenwerken telegraphierte Generalfeldmarschall Göring: „Ihre Flugmotoren haben an dem achtfachen Weltrekord des Heinkel-Seeflug- zeuges einen hervorragenden Anteil gehabt. Ich übermittle Ihnen meinen Glück- wunsch und meine volle Anerkennung.“ Löhr, Generalmaior, bisheriger Chef der österreichischen Fliegertruppe., meldete sich am 21. 3. beim Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, wo ihm der Generalfeldmarschall einen Ehrendegen überreichte. Internationaler Touristik-Zielsegelllug um den Prinz-Bibesco-Pokal. Der Präsident der F.A.1I., Prinz Bibesco, hat einen Ehrenpreis gestiftet, der als Wanderpokal iedes Jahr dem Sieger in einem internationalen Zielsegelflug zuerkannt wird. Endgültiger Gewinner ist das Land, das den Pokal zum dritten Male gewinnt. Bewerber sind alle der F. A.I. angeschlossenen Länder, von denen jedes höchstens drei ein- oder mehrsitzige Flugzeuge melden kann. Veranstalter ist jeweils das Land, das den Preis zuletzt gewonnen hat. Der Wettbewerbsilug führt über eine Strecke von mindestens 1000 km nach Bukarest. Gewertet wird die kürzeste Gesamtreisedauer, die 28 Tage nicht überschreiten darf. Landungen außerhalb der Zwangslandeplätze sind gestattet. In diesem Jahre wird der Flug vom Aero-Club von Deutschland veranstaltet. Er führt von Prien am Chiemsee über Linz—Wien—Preßburg—Budapest—Szege- din—Temesvar—Lugos— Turnu Severin—Craiova nach Bukarest. Die Gesamt- strecke beträgt 1242 km. Gewertet wird die gesamte Reisezeit vom Ausklinken über Prien bis zur Landung in Bukarest. Bei gleichen Zeiten entscheidet die geringere Anzahl der Außenlandungen. Die Ausklinkhöhe darf in keinem Fall mehr als 800 m betragen. Ist von einem Außenlandeplatz aus kein Start möglich, so kann das Flugzeug vom nächsten Flugplatz aus im Schleppflug nach der Notlandestelle gebracht werden, um dort auszuklinken. Weitere Einzelheiten enthält die vom Aero-Club von Deutschland heraus- gegebene Ausschreibung. Moe DEUT SCHES 2 BRIEN BUDAPEST JUGOSLAVIEN Tım TEMESVAR Internationaler Touristik — Zielsegelflug Prien - Bukarest \ vom 12. VI. bis 9. VII. 1938. Übersicht der Einflugzonen und Sperrgebiete. KBUCUREITN) au KAReST Streckenführung des Internationalen Touristik-Zielsegelfluges um den Prinz-Bibesco-Pokal. Nr. 7/1938, Bd. 30 „ELLUGSPORT" Seite 163 Beiörderungen in der Luitwaife. Auf Befehl des Führers und Reichskanzlers erhielt ab 1. März den Charakter als General der Flieger Generalleutnant von Cochenhausen an der Luftkriegsakademie. Zu Generalleutnanten wurden befördert die Generalmaiore: Wenninger, Luftattache bei der Deutschen Botschaft, Lon- don; Hirschauer, Höherer Kommandeur der Flakartillerie 2; Lentzsch, Höherer Kommandeur der Flakartillerie 4; Quade, Kommandeur der Höheren Luftwaffen- schule; — zu Generalmaioren die Obersten: Goßrau, Abteilungschef im Reichs- luftfahrtministerium; Sommer, Abteilungschef im Reichsluftfahrtministerium. Den Charakter als Generalmaior erhielt Oberst von Römer. Deutscher Mineralölexport im Jahre 1937 ist trotz des Rückgangs um 46 000 auf 234000 t wertmäßig um RM 26000 auf RM 29188000 gestiegen. Ausschlag- gebend ist nach Menge und Wert die Schmierölausfuhr, die mengenmäßig mit mehr als % und wertmäßig mit mehr als */s von den Shellwerken betritten wurde. Die Schmierölausfuhr dieser Werke allein übertraf die des großen Erdöllandes Rumänien, ihr Gesamtexporterlös von RM 27910 000.— hat zusammen mit den Aufträgen, die sie von befreundeten ausländischen Gesellschaften nach Deutsch- land vermittelt haben, ausgereicht, um % ihres Devisenbedarfs für die gesamten Oelbezüge aus dem Ausiand selbst zu bezahlen. Oberst Reinhard, Reichsführer des NS. Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund), wurde vom Führer anläßlich seines 50jährigen Militärjubiläums zum Generalmaior a. D. ernannt und erhielt gleichzeitig die Berechtigung zum Tragen der Uniform des jetzigen Heeres. Reichsleiter Bouhler übergab dem Jubilar das goldene Ehrenzeichen der Partei. 76. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) findet vom 27.30. Mai in Stuttgart statt. Die technisch-wissenschaftlichen Vorträge am 27. und 28. werden zu 13 Fachsitzungen zusammengefaßt. Heinkel „Seekadett‘“ mit Bramo Sh 14A-Motor wurde als Werbung für den Expeditionsfilm „Rätsel der Urwaldhölle“ auf dem Kurfürstendamm in Berlin ge- zeigt. Schulz-Kampfhenkel, welcher die Maschine bei der Aufnahme des Films flog, schreibt: „Der Heinkel „Seekadett“ mit dem Sh 14A-Motor der Brandenburgischen Motorenwerke hat uns zur Lufterkundung unseres ja völlig unbekannt gewesenen Forschungsgebietes sowie für Luftaufnahmen unschätzbare Dienste geleistet und hat uns wichtige Erfahrungen zum Flugzeugeinsatz bei wissenschaftlicher Expe- ditionsarbeit in äquatorialen Urwald-Stromgebieten sammeln lassen. Der Motor ist unter schwersten klimatischen Bedingungen — Tropenhitze, Wolkenbrüche — bei den Urwaldflüigen wie ein Uhrwerk gelaufen. Wir haben ihm Erkundungs- flüge zu verdanken, die wir über geschlossenen, unbewohnten und unerforschten Waldregionen ohne Notlandungsmöglichkeit auf lange Strecken allein aus dem Vertrauen auf die erwiesene absolute Zuverlässigkeit des Sh 14A riskieren zu können glaubten. Die Maschine hat uns nicht ein einziges Mal enttäuscht.“ Heinkel „Seekadett‘‘ mit Bramo „Sh 14A“. Werkbild: Bramo. Seite 164 „ELUGSPORT" Nr. 7/1938, Bd. 30 Lufthansa Zu- und Abbringerilüge Köln—Cherbourg an die Lloyddampfer „Bremen“ und „Europa“, Richtung New York, für Personen-, Post- und Fracht- verkehr, Reisedauerverkürzung Bremen—New York auf rund 5 Tage, Dauer der Seefahrt auf 4% Tage verkürzt. Leistungsabzeichen für Segelilieger wurden bisher 643 verliehen. Davon entfallen auf Deutschland 462 (darunter 15 Frauen), Polen 101 (5), England 29 (2), Frankreich 18, Vereinigte Staaten 10, Schweiz 8, Ungarn 4, Finnland 3, Jugo- slawien 2, Tschechoslowakei 2, Brasilien, Rumänien, Holland und Litauen je 1. Segeliliegen im Olympia-Programm ist jetzt auf der 4. Arbeitstagung des Internationalen Olympischen Komitees genehmigt worden. Dem Antrage der F. A. I, Segelfliegen unter die Olympischen Sports einzureihen, wurde Folge gegeben und die Durchführung dem jeweiligen Organisationskomitee für die Olympischen Spiele unterstellt. Was gibt es sonst Neues? NSFK.-Landesgruppe 17 (Oesterreich) ist auf Befehl des Korpsführers Generalltn. Christiansen Oberführer Krüger übertragen worden. Oesterr. Flieger- kameraden wollen sich melden. Anschrift: NSFK.-Landesgruppe 17 (Oesterreich), Wien I, Naglergasse 2. Junkers-Werke haben in einem Telegramm an Reichsstatthalter Dr. SeyB- Inguart 100 Österreichische Kinder im Alter von 6—14 Jahren in ihr Kinderheim im Harz eingeladen. Berlin—Bagdad wird im Sommerluftverkehr, Beginn 77. 3. für Personen- beförderung eröffnet. Entfernung über 4000 km, Flugzeit 24 Std. Berlin—Buda- pest— Bukarest 1300 km in 6% Std. Ausland. London—Neuseeland in 4 Tagen 8 Stunden 37 Minuten flogen die Engländer Clouston und Ricketts auf einem De Havilland „Comet“. Der Start erfolgte am 15. 3. in Gravesend. Zwischenlandungen wurden in Kairo, Bassorah, Allahabad, Penang, Singapur, Port Darwin und Sidney vorgenommen. Nach der Landung in Blenheim auf der Südinsel von Neuseeland startete der „Comet“ innerhalb 17 Stunden wieder zum Rückflug. Landung in London 27. 3. Gesamtreisezeit London Neuseeland London 10 Tage 21 Std. Wenn mit diesem Fluge auch das eine Ziel, nämlich den Rekord für die schnellste Verbindung zwischen England und Austra- lien, den Scott und Black 1934 mit der gleichen Maschine aufstellten, zu über- bieten, nicht erreicht wurde, so stellt doch die Ueberwindung von 20 000 km in reichlich 4 Tagen eine beachtliche Leistung dar. Die bisher kürzeste Flugzeit zwischen England und Neuseeland erreichte Joan Batten im Alleinflug mit 11 Tagen 1 Std. Der „Comet“ ist ein reines Rennflugzeug. Es wurde für das Eng- land—Australien-Rennen 1934 gebaut und ist mit zwei De-Havilland-Gipsy-Reihen- motoren von je 205 PS ausgerüstet. Engl. Luitfahrtministerium, ernannt wurden zum Unterstaatssekretär für die Luftfahrt Sir Donald Banks, zum stellvertretenden Generaldirektor der zivilen Luftfahrt W. P. Hildred und zum Direktor des zivilen Luftfahrtforschungsamtes und des Produktionsamtes C. J. Stewart. Englands Luitwaife umfaßt nach einer Mitteilung des Unterstaatssekretärs im Luftfahrtministerium Muirhead zur Zeit 30 Kampfstaffeln, 83 Bombenstaffeln, 15 Staffeln für die Zusammenarbeit mit der Armee, 17 Aufklärungsstaffeln, eine davon aus Flugbooten bestehend, 4 Torpedobomberstaffeln und 20 weitere Staf- feln, die zusammen die Luftwaffe der Flotte bilden. De Havilland entwickelt ein zweimotoriges Verkehrsflugzeug für 12—20 Fluggäste. Die Reisegeschwindigkeit soll 320 km/h betragen. De Havilland Albatroß soll als „F“-Klasse im Laufe dieses Jahres von Im- perial Airways auf den Strecken von London nach Paris, Frankfurt, Wien, Prag, Budapest, Basel usw. eingesetzt werden. Die fünf in Auftrag gegebenen Maschinen erreichen eine Reisegeschwindigkeit von etwa 320 km/h. Sie erhalten die Namen Frobisher, Falcon, Fortuna, Fingal und Fiona. Bröguet 690, ein Kampfdreisitzer mit zwei Hispano-Suiza-Motoren 14 AB, führte die ersten Probeflüge aus. Das Baumuster entspricht den bekannten Typen Potez 63, Hanriot 220 und Bloch 170. Auch die nahezu fertiggestellten Maschinen Loire-Nieuport 20 und Romano 110 sind für den gleichen Verwendungszweck entworfen. Nr. 7/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 165 Ala Littoria, die italienische Luftverkehrsgesellschaft, die in nächster Zeit auch den Südamerikadienst aufnehmen wird, erhielt vom Staat die Zusage einer Kapitalserhöhung von 18 auf 50 Mill. Lire. Die Beteiligung des Staates am Ge- sellschaftskapital wird in diesem Jahre um 10, in den nächsten beiden um ie 11 Mill. Lire heraufgesetzt. 3. Littoria-Rundilug wird von der R.U.N.A. im Juli dieses Jahres veranstal- tet. Zugelassen sind mehrsitzige Sport- und Reiseflugzeuge. Der Wettbewerb besteht aus einer technischen Flugprüfung und einem Geschwindiekeitsflug über 500 km. Vorher werden die Maschinen einer Prüfung hinsichtlich Bequemlichkeit, Zuladung, Startfähigkeit und Sicherheitsausrüstung unterzogen. Luitverkehr in Italienisch-Ostafrika umfaßte in der Zeit vom 1. bis 20.2.1938 S61 Fluggäste, 8670 kg Post, 361 Flugstunden, 65 000 Flugkilometer. Rom-Tokio-Fernilug sollen einige Savoia-Marchetti „S 79“ in nächster Zeit durchführen. Benzinpreisermäßigung gewährt Italien allen ausländischen Sportfliegern, die in eigenen Flugzeugen vorübergehend nach Italien kommen. Die Gutscheine eelten nur im Zusammenhang mit Hotelgutscheinen, bei ihrer Benutzung ermäßigt sich die auf dem Brennstoff lastende Verkaufssteuer um 40-80 %. ISTUS-Jahrestagung 1938 22.—29. Mai in Bern, gleichzeitig intern. Segel- fliegertreffen, veranstaltet vom Aero-Club der Schweiz. Es finden statt in der Zeit vom 22.—29. Mai Höhenflug, Distanzflug, Zielflug nach Flugplatz Lausanne, Zielflug nach Flugplatz Zürich, Alpenflug. Start erfolgt im Flugzeugschlepp, Aus- klinkhöhe wird von der Sportleitung täglich festgelegt (darf 800 m nicht über- schreiten). Die Flugzeuge müssen folgende Ausrüstungen erhalten: Carnet de Passage en douane, Barograph mit Eichattest, Meßbereich bis 5000 m, Fallschirm, Seilring mit Schäkel zum Anschluß an Schleppseile, Notpackung für Alpenflüge, Bordinstrumente, bestehend aus Höhenmesser, Variometer, Staudruckmesser, Kompaß, Wendezeiger. Je Land können 4 Flugzeuge gemeldet werden. Das semeldete Flugzeug kann durch verschiedene Piloten einer Mannschaft geflogen werden. Anmeldungen auf dem vorgeschriebenen Meldebogen Zentralsekretariat des Aero-Clubs der Schweiz, Bern, Schanzenstr. 1. Ehrenpreise für Einzel- leistungen sowie Tagespreise an die Piloten. Die Möhe der Preissumme ist in der Ausschreibung nicht enthalten. Amsterdam—-Batavia-Sommerilugplan der K. L. M. ab 29. 3. über Halle- Leipzig. Der Hinflug dauert 5%, der Rückflug 6 Tage. Zur Typenbeschreibung auf S. 5: „Convoy Fighter“ (Schutzkampfilugzeug) ‚von Seversky. Die Maschine kann mit Motoren von 400 bis 1200 PS ausgerüstet werden. Höchstgeschwindigkeit mit 1000 PS 435 km'h bei 2700 kg Fluggewicht. Werkbiller Seite 166 „FLUGSPORT“ Nr. 7/1938, Bd. 30 Ital. Bombenflugzeug Savoia-Marchetti „S 79 B“. Der freitragende Tiefdecker ist aus dem bekannten dreimotorigen Typ „S 79“ entwickelt und entspricht diesem im Aufbau und in der Verwendungsmöglichkeit. Mit 2000 PS beträgt die Höchstgeschwindigkeit in 3700 m Höhe 425 km/h. Weitere Daten vgl. die Typenbeschreibung im „Flugsport“ 1937, S. 636. Werkbild Sabena beabsichtigt, ihr Netz in Belgisch-Kongo dichter zu gestalten und eine Strecke über Windhuk nach Johannesburg vorzubereiten. 7500 m Höhe in der Kategorie der Leichtflugzeuge bis 4 1 Hubraum erreichte der Tscheche Brazda am 16. 3. Die bisher beste Leistung wurde von dem Fran- zosen Clement auf einem Peyret-,Taupin“ aufgestellt. Mit zwei Insassen stieg die Maschine auf 7100 m, womit die bisherige Bestleistung (5600 m auf Benes-Mraz) ebenfalls überboten wurde. Dänische Polarland-Flugexpedition, Leitung Grönlandforscher Dr. Lauge Koch, hat einen deutschen Dornier-Wal gekauft, um von Östgrönland in das Polargebiet zu fliegen. Es soll das unbekannte Land zwischen Nordostgrönland und Spitzbergen durchforscht und kartographisch festgelegt werden. Besatzung 2 dänische Marineflieger, 2 Mechaniker, 2 Radiotelegraphisten und 8 Wissen- schaftler. Das Boot, welches zur Zeit in Warnemünde liegt, wird über Kopen- hagen, Stockholm, Haparanda, Tromsö nach Spitzbergen überführt. Die Wahl eines Dornier-Flugbootes zeigt wiederum das große Vertrauen, welches man deutschen Erzeugnissen entgegenbringt. Eesti Aeroklubi (Aero-Club von Estland) wurde Ende vorigen Jahres in Tallinn gegründet. Am-49 ist die Bezeichnung eines neuen, in Rußland von Mikulin entwickelten Flugmotors von 1200 PS. USSR. zieht in letzter Zeit, wie „Les Ailes“ berichten, vor, an Stelle eigener Neukonstruktionen Nachbauten ausländischer Baumuster zu bevorzugen. Nachdem der „Vultee“-Bomber in Serie gegangen ist, sollen auch die Typen Potez 63, Hanriot 220, Boeing YB 17 und der zweimotorige Curtiss-Bomber in Lizenz ge- baut werden. Douglas „D. C. 3“ erreichte mit zwei der neuen Motoren „Iwin Wasp‘“ von Pratt and Whitney bei 54% der Höchstleistung eine Reisegeschwindigkeit von 333 km/h in 4000 m Höhe. Veranstaltungen (Nachtrag). 14. 5.—22. 5.: Finnische Luftfahrtausstellung, Helsinki. 28. 5.: Engl. Empire Air Day. 4. 6.— 6. 6.: Engl. Isle of Man Luft-Rennen. 22. 6.—28. 6.: F. A. I.-Konferenz in Berlin. 25. 6.— 1. 7.: Ungar. Piloten-Picknick in Budapest. 2. 7.: Engl. Kings Cup Rennen, Hatfield. 17. 7.—24. 7.: 3. italienischer Littorio-Sternflug. 11. 9.—18. 9.: Schwedische Verkehrsflug-Woche in Stockholm. Nr. 7/1938, Bd. 30 „PTLUGSPORT*“ Seite 167 a f R £ % . Di \ jr ; a 5 “r ae » R : Es Eu h MB: BR 1111 1111111111111 1111111111111 1m. Dänischer Modellilugsport. Ich las soeben im „Flugsport“ Nr. 5, 1938, von dem Modellkongreß in Belgien. Ich interessiere mich als Vorsitzender des dänischen Mo- dellflieger-Bundes lebhaft für die Gründung einer internationalen Aero-Modell-Union. Falls man sich für Meinungen aus Dänemark über eine solche interessiert, stehen wir bereit, schriftlich mitzuarbeiten. Lassen Sie mich bitte wissen, wenn wir helfen können. Ueber den dänischen Modellflugsport gebe ich folgendes bekannt: Der erste dänische Modellflugverein war „Odense Model-Flyveklub‘“, der im April 1935 gegründet wurde. „OM-F“ wurde sozusagen auf deutschen Bauplanmodellen aufgebaut. Besonders benutzt sind die Muster „Knirps“, „Baby“ und „Strolch“. Flugveranstaltungen, Ausstel- lungen usw. brachten den Klub weiter vorwärts. Die Mitgliederzahl hat sogar 100 erreicht. Im Herbst 1936 führte die dänische Zeitschrift ‚Flyv“ mit Hilfe von OM-F eine Werbung durch, die in der Gründung vieler neuer Klubs resultierte. Dänemark hat jetzt ungefähr zwanzig Klubs. Pfingsten 1937 veranstaltete OM-F den ersten nationalen däni- schen Modellfliegerwettbewerb auf unserer dänischen Wasserkuppe, „Pillebakken“ auf Fü- nen. Wegen schlech- ten Wetters waren die Flugergebnisse nicht hoch. Ein Tele- gramm wurde an die deutschen Kameraden auf der Wasserkuppe gerichtet, und ein Dankschreiben des Herrn Generalleutnant Christiansen wurde später empfangen, Ende August 1937 wurde auf Veranlas- sung des OM-F „Dansk Modelflyver Forbund“ gegründet. Dieser Bund däni- scher Modellflieger zählt jetzt als seine Mitglieder die mei- sten dänischen Klubs. Segelmodellwettbewerb in Dänemark. Links das schwanzlose Modell „K. S.IS. 3“, Bild: Archiv Flugsport Seite 168 „FLUGSPORT" Nr. 7/1938, Bd. 30 eine Aufzählung von Modellen durchgeführt. Das Ergeb- nis ao Nr 26°/o waren Gummimotormodelle. Von den Segelflug- modellen waren beinahe 70°/o nach deutschen Bauplänen gebaut. Das meist benutzte Modell ist „Strolch“, danach kommt „Baby . Der dänische Rekord (Dauerrekord) wurde am 13. März d. J. auf- gestellt. Ein „Großer Winkler“ verschwand 35 Min. 52,2 Sek. nach dem Start (Hochstart) von Lundtofte Flugplatz zwischen zwei Cumuli über Oresund. Der Besitzer des Rekordmodells, Ole Holten, ist ein Mitglied des größten dänischen Klubs „Globus Aero-Klub ‚ Hellerup, Kopenhagen. „Dansk Modelflyver Forbund“ hat ihm ein Andenken 1 " .. N nhschen Bauplanmodelle haben die Beweerung sehr geför- dert. Es ist aber natürlich unser Wunsch, dänische Modelle zu bauen, die mit den deutschen konkurrieren können. Das S. F. 19 von K. Flen- sted Jensen ist schon ein harter Konkurrent zu „Baby Auch andere Muster, von denen das gezeigte „Cumulus“ von Bang ein Beispiel ist, werden sich bald bemerkbar machen. Per Weishaupt. Veranstaltungen des Comite francais des Modeles reduits d’avions (Gesellschaft für Flugmodelle in Frankreich): 3. Juli: Ausscheidungswettbewerbe in den Provinzen für den Coupe Wakefield und den Grand Prix de France. j 14. Juli: Grand Prix de France des Modeles reduits in der Gegend von Paris. (Der Grand Prix hat die Aufgabe, für dieses Jahr die Vertreter Frank- reichs zu bestimmen, die dann an den Veranstaltungen im Ausland teilnehmen werden.) . 17. Juli: Bildung der französischen Mannschaft für den Coupe Wakefield bei Guyancourt durch das Comite. 31. Juli: Coupe Wakefield bei Guyancourt. Zwischen dem 15. Juli und 15. August: Coupe Pierre de Yougoslavie in Belgrad. 7. August: Bei Antwerpen großer internationaler Wettbewerb für die Mann- schaften, die am Coupe Wakefield teilgenommen haben. u 14. und 15. August: Großer Internationaler Motor- und Segelflugwettbewerb in der Banne d’Ordanche. her 4. September: In Frasnes Grand Prix für Segelflugzeuge, veranstaltet von det Federation de la Petite Aviation Belge. . 9. Oktober: Wettbewerb um den Pokal des Comite francais des Modeles Reduits d’avions. _ Für alle Auskünfte bittet man sich zu wenden an: Comite Frangais des Modöles reduits d’avions, 134 Bld. Haussmann, Paris. — Telefon: Carnot 59—64. Luft- Post. GRETE KREKEL, geb. Jörı Fr —— Ort und Zeit der Landung: Dipl.-Ing. PAUL KREKEL ——— =— Frankfurt-Main, Diakonissenanstalt, —= ‚15 Uh Frankfurt-Main-Eschersheim —— 11. 3. 38, 6.1 r Kurhessenstraße 68 Nr. 7/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 169 Extrem dicke Flügelproiile (dit = 35—40%) sind gegen Aenderungen der Wölbungshöhe, Wölbungslage und Dickenver- teilung wenig empfindlich. Es hat kaum Zweck, hier nach be- stimmten ZEigenschaften zu suchen, da schon bei Dicken von 20-25% Feinheiten der Profilkontur praktisch ohne Ein- fluß sind. Man verwendet eine gute Stromlinienform, ev. mit geringer Wölbung. Eine Seite eben oder gar konkav zu gestal- _ _ ten, ist zwecklos. Einfluß des Gegenwindes auf die Startstrecke ist um so größer, je niedriger die Abhebe- geschwindigkeit ist. Das gleiche gilt für den Auslauf bei der Landung. Der ‚„Storch“ von Fieseler rollt bei Windstille 67 m an, bei 3,5 m/sec Gegen- wind nur 44m. Auslauf 26 gegen 15 m. Ihre Vermählung geben bekannt Josmar Schmitt und Gisela, geb. von Witte Bergen 14. März 1938 Darmstadt Hobrechtstr. 32 Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden). Das tapiere Leben des Freiherrn Marschall von Bieberstein. Von Götz, Frei- Ba von Pölnitz. Verlag Georg D. Callwey, München. Preis kart. RM 4.50, Leinen 5.80. Von seiner Kindheit als Sohn des kaiserlichen Botschafters an der Pforte über den Weltkrieg, die Baltikumkämpfe, den Kapp-Putsch, die Kampfzeit des Nationalsozialismus bis zu seinem Tod durch den Unfall eines Verkehrsflugzeuges bei Podeiuch zieht sich wie ein roter Faden’ durch das Leben des Freiherrn: der unermüdliche, selbstlose Einsatz für sein Volk. Dabei tritt er nie in den Vorder- erund, bleibt immer der einfache, gerade, zuverlässige Kämpfer für das große Ziel, Ueberheblichkeit ist ihm ein unbekannter Begriff. — Ein fesselnd geschrie- benes Buch, dem man wegen seines beispielgebenden Inhaltes weiteste Verbreitung wünschen muß. NSFK fliegt! Herausgegeben vom Korpsführer des NSFK, Berlin W 35. — „NSFK fliegt!“ benennt sich ein kleines Heftchen, welches allen Gliederungen zur Förderung des NSFK zugesandt wurde, eine gute Werbeschrift, die bei irgend- welchen Veranstaltungen auch breiteren Kreisen zugänglich gemacht werden sollte. Vom Hundersten ins Tausendste. Bd. II „Mit Maske und Anker“ von Peter Purzelbaum. Gerhard Stalling Verlagsbuchhdlg., Oldenburg i. O. Preis RM 1.%. Das Buch enthält keine flugtechnischen Abhandlungen, indessen zahlreiche Anekdoten bekannter Schauspieler, Maler, Seebären und Flieger. Das chemische Luftschutz-ABC. Von Dr. G. Peters. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart. Preis RM 1.80. Das Heftchen mit dem Untertitel „Eigenschaften, Gefahren und Abwehr der chemischen Kampfstoffe“ enthält eine gemeinverständliche Darstellung der Wir- kung neuzeitlicher Kampfstoffe und gibt Anweisungen zur Abwehr. Die von ein- wandfreier Sachkenntnis zeugenden Ausführungen machen es insbesondere für den Laien zu einem ausgezeichneten Belehrungsmittel, da es die vielfach noch unklaren Vorstellungen über das Ausmaß der Gefährdung und die Grenzen so- wohl der Anwendungs- als auch der Abwehrmöglichkeit beseitigt. Seite 170 „FLUGSPORT" Nr. 7/1938, Bd. 30 Deutsche Kraftstoffe, Lehrheft. Herausgeber: Reichsausschuß für Volkswirt- schaftliche Aufklärung, Berlin W 9, Bellevuestr. 5. Preis Das Heftchen gibt in leichtverständlicher Form einen Ueberblick über die verschiedenen Arten heimischer Kraftstoffe und erläutert ihre Verfahren der Gewinnung. RM -—.10. Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Die dreigespaltene Millimeter-Zeile kostet 25 Pfennig. Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Expedition des Frankfurt a. M. Wir suchenfürsofort u. späterfür unser Konstruktionsbüro Konstrukteure Teilkonstrukteure Zeichner möglichst mit Erfahrungen im Flugzeugbau. Bewerbungen mit handschriftlichem Lebenslauf, Bild, Zeugnisabschriften, Gehaltsansprüchen u. Eintrittstermin sind zu richten an Siebel Flugzeugwerke Halle Kommanditgesellschaft Halle a. d. S. 2 Der Inhaber des Patentes DRP. 623257 „Stoßdämpfer für Land- und Wasserflugzeuge” wünscht zwecks gewerblicher Verwer- tung seiner Erfindung in Deutschland mit Interessenten in Verbindung zu treten. Gefl. Anfragen unter Fr. 70742 an Ala, Berlin W. 35. Rünmt Klemm £ 25 neu oder gebraucht, zu kaufen gesucht. Angebote an Hamilton, Ystad (Schweden), Flugplatz. Neukonstruktion eines Hubschraubers Umwälzende Erfindung auf dem Gebiete des Flugwesens! Firmen, welche Interesse dafür haben, wollen sich melden unter $. B. 765 an vom 27. Mai zum Bau von Segelflug in Beograd wünscht ihre Ware auf der Aus stellung ausstellen wollen, Zuschriften unter „Jugoexport- an die Expedition des „Flug- Birken-Flugzeug: $Sperrholzplatten „cAWIT deutsches Fabrikat bei Rekordfilügen erprobt, in den Qualitäten: AVIATIC, SPEZIAL, GLEITFLUG in allen Stärken von 0,4-8 mm liefert prompt ab Lager Georg Herte Berlin-Charlottenburg Kaiser Friedrich-Straße 24 Fernspr.-Sammelnummer: 34 5841 Telgr.-Adr.: Fliegerhölzer Berlin Annoncen-Ernst, Saarbrücken. xeveon Kraitstoff-Pumpen verschiedenster Leistung mit mechanischem oder elektrischem Antrieb liefern wir: Filter und Kombinations-Armaturen, Membranventile und Ventilbatterien, Behälterköpie, Schnellablaßventile, Nottanktrichter, Tankinhaltsmesser, Betätigungsgestänge Deutsche Benzinuhren, G. m. b. H., Berlin W 29 »FLUGSPORT« Ausstellung Beogead. bis 13. Juni 1938 Unternehmen für Material zeugen und Flugmodellen mit deutschen Firmen, die in Verbindung zu treten. sport“, Frankfurt a. M., erbeten. „PLUGSPORT“ D.R.P. 564179 ‚‚Tragfläügel mit selbsttätig veränderlicher Wöl: bung“ soll verwertet werden. Anfragen unter: „F 6431“ an Annoncen-Expedition Kegeler, Berlin -Wilmersdorf Modell - Benzinmotse 1), bis 5 PS, gebraucht, zu kaufen gesucht. Ernst Wetterwald, Bern/Schwz. Monbiioustraße 21. Verriege- » D. R. P. 624 669 iungsvor- rihtung einer Flugz ugzusam- menstellung” soll verwertet wer- den. Anfragen unter „F. 6394“ an Annoncen - Expedition Kegeler, Kerlin - Wilmersdo'f. SR = © Ferdinand Fromm / Maschinenfabrik - Stuttgart-Bad Cannstatt Internationale Lufitfahrt-AusstellunginBelgrad vom 28. Mai bis 13. Juni 1938 organisiert vom Königl. Aero-Club von’ Jugoslawien PREIS Der vornehm ausgestattete offizielle Ausstellungskatalog um- faßt die Liste der Aussteller, alphabetisch geordnet, sowie die gesamte Beschreibung des ausgestellten Materials. Außerdem ist ein großer Teil des Katalogs als Führer durch |Belgrad dem jugoslawischen Tourismus gewidmet, und zwar in ver- schiedenen Fremdsprachen für Aussteller und Besucher. Der Katalog ist ein ausgezeichnetes Insertionsmittel, er wird in 10000en von Exemplaren in allen aeronautischen, in- dustriellen, finanziellen und Handelskreisen des In- und Aus- landes verbreitet. für eine Seite 23<]3 cm (Satzspiegel 2010 cm): Vor und nach dem Text: 2 Seiten Preis 3000.— jugosl. Dinar, 1 Seite 2000.— Dinar, . Seite 1000.— Dinar. Auf Karton 1 Seite 5000.— Dinar. Im Textteil des Katalogs: 1 Seite 3000.— Dinar, auf Karton 6000.— Dinar. Die Preise verstehen sich einschließlich Klischee. Zahlung nach Empfang des Beleges. — Katalogpreis: 10.— Dinar. Inseratenaufträge sind zu senden an: Edition A&ronautique Yougoslave — L’Annuaire de l’Aviation Yougoslave. 37/1 Zorza Klemansoa, Belgrade, Yougoslavie. Tel. 29820. Oder an: L’Aero-Club Royal de Yougoslavie. 4/I Uzun Mirkova, Belgrade, Yougosl. Tel. 23518. UN PL LLLESRLLITERRTTT IT I| ®, ANTEh.. N, | GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. | Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4,50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet, Nr. 8 13. April 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 27. April 1938 Stille Arbeit. Der schnelle Aufbau der deutschen Luftwaffe und die fortgesetzt sich steigernden schönen Leistungen mitdeutschen Flugzeugenhaben die Welt aufhorchen lassen. Diese Erfolge wären ohne die Gemeinschaftsarbeit nicht möglich gewesen. Die Arbeiter der Faust und der Stirn mit ihren Betriebsführern haben Spitzenleistungen vollbracht. Die Anforde- rungen, welche an die deutschen Ingenieure und Konstrukteure ge- stellt wurden, wird der Fernstehende kaum ermessen. Während der Arbeiter der Faust seine Nachtruhe hat, wird der Ingenieur und Kon- strukteur, wenn er das Werk oder das Reißbrett verlassen hat, noch des nachts weitergrübeln: Wie kann ich die Aufgabe, die mir heute zestellt worden ist, morgen lösen. So werden viele Aufgaben nur durch besonders starke Anstrengungen im Denken und Gestalten ge- löst. Es sind deren viele, die am Reißbrett stehen, und aller jener, deren Name nie oder nur in den seltensten Fällen genannt wird, wollen wir auch einmal gedenken. — Kunstflughochdecker Rogozarski „SIM XI“. Die jugoslawische Firma Prva skpska fabrika aeroplana Rogo- zarski in Belgrad bringt als ihr neuestes Baumuster einen einsitzigen Kunstflughochdecker auf den Markt, der besondere Beachtung ver- dient, da er mit dem deutschen Sternmotor Bramo „Sh 14 A4“ aus- gerüstet ist. Zweiholmiger Flügel von rechteckigem Umriß mit abgerundeten Enden. Auf jeder Seite zwei parallele Streben mit Tiefenkreuzver- spannung. Verspannter Strebenbaldachin, Flügelhinterkante in der Mitte ausgeschnitten. Spaltquerruder mit Gegengewichten und dar- überliegenden festen Ausgleichsflächen. Schalenrumpf in Holzbau. Ovaler Querschnitt, offener Führersitz. Leitwerk in Stahlrohrbauweise mit Stoffbespannung, Verspannung der Höhenflosse nach Kielflosse und Rumpfunterkante. Geteiltes Dreibeinfahrwerk, Federstrebe nach einem Ausleger- Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 18 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 4. Seite 174 „rLUGSPORT" Nr. 8/1938, Bd. 30 Kabinen-Tiefdecker „Beechcraft 18 A“. Die Beech Aircraft Corporation in Wichita, Kansas, hat bei ihrer neuesten Konstruktion die charakteristische Doppeldeckerbauart mit rückwärts zestaffeltem Oberflügel verlassen und ist zum freitragenden Tiefdecker übergegangen. Das Baumuster wird in zwei Ausführungen hergestellt, einmal mit zwei Wright-Motoren von je 320 PS als 18 A, das andere Mal mit zwei Jacobs-Motoren von je 285 PS als 18B. Die Maschine bietet außer zwei Piloten 6 Fluggästen Raum und kann auf Zubringerstrecken oder als Privatreiseflugzeug eingesetzt werden. Freitragender Tiefdeckerflügel. Mittelteil fest mit dem Rumpf verbunden. Außenflügel trapezförmig. Als Hauptträger dient eine ge- schweißte Röhre, die im Außenteil in einen Gitterträger aus Duralumin überzeht. Duralrippen, leichter Hilfsholm für die Klappenlagerung. Ver- Beechcraft „18“ als Landflugzeug. Werkbild steifungspfetten in Richtung der Spannweite, mit der Glattblechhaut Vernietet, Querruder Duralgerüst mit Stoffbespannung, Trimmklappen. Im Flügelmittelteil elektrisch betätigte Landeklappen. | Ovaler Rumpf mit Blechbau. ZweiFührersitze nebeneinander, über- dacht. Anschließend geräumige Kabine, rechts drei Sitze hintereinan- der, links eine Bank mit vier weiteren Sitzen. Schalldämpfende Aus- kleidung, Heizung, Belüftung. Raum für Gepäck in der Nase und hinter dem Fluggastraum. Freitragendes Leitwerk mit zwei Endscheiben. Beide Flossen Blick in den Fluggastraum der Beechcraft „18“. Werkbild Nr. 8/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 175 Beechcraft „S 18 A“ auf Schwimmern. Man beachte die Kielflosse unter dem Rumpfende. Werkbild Duralbau mit tragender Haut, Ruder Stahlrohrgerüst mit Stoffbespan- nung. Trimmklappen. Elektrisch einziehbares Fahrwerk unter den Motoren. Nieder- druckbereifung mit hydraulischen Bremsen. Luftfederbeine, sichere Sinkgeschwindigkeit 3 m/sec. Schwenkbare Spornrolle. Triebwerk: Zwei Sternmotoren Wright R-760 E 2 von je 320 PS oder Jacobs L-5 von je 285 PS vor dem Flügel. NACA-Hauben. Cur- tiss-Verstellschrauben, beim Muster 18 B wahlweise feste oder Ver- stellschrauben. Zwei Brennstofftanks im Flügelmittelteil, Gesamt- inhalt 730 1. Eclipse-Anlasser. Spannweite 14,5 m, Länge 10,4 m, Höhe 2,8 m, Fläche 32,2 m’, Leergewicht 1860 (mit Jacobs-Motoren 1780) kg, Fluggewicht 2950 kg, Flächenbelastung 91 kg/m”, Leistungsbelastung 4,6 (4,9) ke/PS, Höchst- geschwindigkeit rd. 360 (345) km/h, Reisegeschw. mit 420 PS Gesamt- leistung 312 km/h, mit festen Luftschrauben und Jacobs-Motoren 288 km/h, Steiggeschw. am Boden 7,7 (7,1, mit festen Schrauben 6,0) m/sec, praktische Gipfelhöhe 7400 (6900, mit festen Schr. 5800) m, Gipfelhöhe mit einem Motor 3000 (2750 bzw. 1830) m, Reisegeschwin- digkeit mit einem Motor 225—235 km/h, Startstrecke 150 (mit festen Schrauben 215) m, Reichweite normal 800 km, Brennstoffverbrauch rd. 50 1/100 km. Das Baumuster wird auch als Wassermaschine geliefert. Die bei- den Schwimmer sind unabhängig voneinander mit je 2 Streben nach der Motorenverkleidung und mit je drei Streben nach dem Rumpf ab- gefangen. Mit Wright-Motoren sind dabei die Leistungen bei 3250 kg Fluggewicht: Reisegeschwindigkeit am Boden 254 km/h, in 3000 m Höhe 280 km/h, Steiggeschw. am Boden 5,4 m/sec, praktische Gipfelhöhe 5500 m, absolute G. mit einem Motor 1500 m, Lande- geschwindigkeit 97 km/h, Start- zeit ohne Wind 17 sec. Fahrwerkskonstruktion der Beechcraft „18“. Werkbild Kleinflugmotor Boitel. Mit dem Ziel, für das Programm der „Aviation populaire“ einen: billigen Motor zu schaffen, wurde der von Achille Boitel in Asnieres gebaute Fünfzylinder-Sternmotor vom französischen Luftfahrtministe-. rium einer eingehenden Prüfung unterzogen. In einem Dauerlauf von 104 Stunden bewies der Motor seine Zuverlässigkeit. Die Konstruktion ist in erster Linie auf niedrigen Preis ab-. Seite 176 „ELUGSPORT“ Nr. 8/1938, Bd. 30 Kleinflugmotor „Soleil Boitel“. Bilder: Shell Aviation New s vestimmt. Eine Reihe von Teilen entspricht denen von Automobil- bzw. Motorradmotoren. Bei größerer Serie hofft man, den Verkaufs- preis auf rd. 10000 Frs., entsprechend etwa 850 RM, für den Motor von 50/70 PS herabdrücken zu können. Leichtmetallkurbelgehäuse mit vorderem und hinterem Deckel. Stahlzylinder mit aufgesetzten Leichtmetallköpfen, Befestigung am Kurbelgehäuse mit drei durchgehenden Bolzen. Hinter dem Zylinder zwei stehend angeordnete Ventile mit direkter Stößelbetätigung von einem einzigen Nocken aus. Die Ventilsitze sind am Zylinderkopf an- gegossen und reichlich verrippt. Zwei Magnete, ein Vergaser, eine Brennstofipumpe. Der gesamte Aufbau ist so einfach gehalten, daß der Motor von jedem durchschnitt- lichen Automechaniker überholt werden kann. Bohrung 95 mm, Hub 90 mm, Gesamthubraum 3,19 1, Höchst- leistung 70 PS bei 2050 U/min, Dauerleistung 50 PS bei 1835 U/min, Gewicht 72 kg, Außendurchmesser 530 mm. Einheitsgewicht 1,03 kg/ PS, Hubraumgewicht 22,5 kg/l, Hubraumleistung 22 PS/l, mittlerer Druck bei Höchstleistung 9,65 atü (erscheint mit Rücksicht auf die Ausführung mit stehenden Ventilen zu hoch), Preis je PS 12.— RM. Zweitaktflugmotor mit Winkelkolben. Die Idee dieses eigenartigen Motors stammt von Air Commodore J. A. Chamier, die ersten Versuchskonstruktionen wurden von der British Metallic Packings Co., Ltd., in Sidcup ausgeführt. Nach der Ausarbeitung eines Flugmotor-Projektes ging man nach Vorschlag von R. Fedden, dem Chefkonstrukteur von Bristol, zunächst zum Bau einer nach dem gleichen Prinzip arbeitenden Oelpumpe über. Nachdem die Erstausführung bei einem Druck von rd. 200 atü zu Bruch gegangen war, erreichte man mit einer zweiten Konstruktion durchaus zufrieden- stellende Ergebnisse. Das Arbeitsprinzip von Pumpe und Motor ist denkbar einfach. In zwei gleich großen, miteinander in Eingriff stehenden Kegelrädern sind je vier in Richtung der Achse verlaufende Bohrungen vorhanden. In diese sind vier einfache Winkelstücke aus vollem Rundmaterial ein- zesteckt. Beim Drehen der Räder beschreiben die Winkelstücke eine ellipsenförmige Bewegung und vollführen dabei relativ zu den Rad- körpern eine Hubbewegung, die als Pump- oder Expansionsvorgang auszenutzt werden kann. Der umlaufende Radkörper steuert dabei den Ein- und Auslaß durch Abdecken bzw. Freigeben von Kanälen im ‘Gehäuse. [FPATENTSAMMLUNG 338 | des RN I BandVil Nr. 18 m Inhalt: 657 250, 394, 854, 855, 856, 857, 858, 859, 910, 958 Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb Gr. 3-24 b4o Pat. 657250 v. 20. 4. 34, veröff. 28. 2. 38. Dr.-Ing. e. h. Dr. h. c. Ernst Heinkel, Warnemünde. Klappenver- schluß, insbesondere für Luflfahrzeuge. Patentansprüche: 1. Verriegelung für Deckel, Klappen u. dgl. an Luftfahrzeugen, deren Betätigungsteil bündig mit der Außenhaut verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungs- und Halteplatte um eine in oder unter \ dem Deckel, der Klappe usw. gelagerte Achse schwenkbar und mit dem verschiebbaren Riegel durch‘ Gestänge verbunden ist. 2. Verriegelung für Deckel, Klappen u. dgl. an Luftfahrzeugen, deren Betätigungsteil bündig mit der Außenhaut verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Abb. 3 Betätigungsplatte ein Bestandteil des Verschlußriegels und mit diesem verschiebbar ist, wobei sie in Ver- schlußstellung durch Federkraft in den Ausschnitt des Deckels, der Klappe usw. gedrückt und so gegen ungewolltes Verschieben gesichert wird. 3. Verriegelung für Deckel, Klappen u. dgl. an Luftfahrzeugen, deren Betätigungsteil bündig mit der Außenhaut verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußriegel eine Blattfeder ist, auf die die Be- tätigungsplatte wirkt. Schraubenflugzeuge (Gr. 2530). D 5. Pat. 657854 v. 12. 9. 35, veröff. ““ 15. 3. 38. The Cierva Autogiro Company Limited, London. Allseitig kippba- rer Rotor für Tragschranber, Patentanspruch: Allseitig kippbarer Rotor für Tragschrauber mit angelenkten Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß die die allseitige Kippbarkeit ermöglichende Einrichtung aus einem durch einen Außenring mit dem Rumpf ver- bundenen Kardanringsystem (74 bis 77 und 79) be- steht, das den Achskörper (81) in der Waagerecht- ebene der Klappzapfen mit den Klappzapfen (82, 33, 34x, 85x) und gegebenenfalls auch den Zugzapfen (R4 oder 85, 86, 87) umschließt, wobei die Flügelwurzelu (88) um die Kardanringe (74, 75) herum gänsehalsartix gekröpft sind. Schwingen- und Schlagilugzeuge (Gr. 31—34) b 3]; Pat. 657855 v. 23. 2. 35, veröff. > 15. 3. 38. Dr. Martin Sultan, Ber- lin-Schöneberg. sSegelflugzeng mit Hilfs- schwingen. Patentansprüche: 1. Segelflugzeug mit Hilfsschwingen, deren Nieder- schlag durch das Entspannen elastischer Züge erfolgt, die beim Schwingenhochgange durch Muskelkraft ge- spannt werden, gekennzeichnet durch eine selbsttätige Auslösevorrichtung, die die von den Muskeln beider Beine gespannten elastischen Züge ohne Zutun des Insassen zur Entspannung freigibt. 2. Segelflugzeug mit Hilfsschwingen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den Niederschlag bewirkenden elastischen Züge zu mehreren von ver- schiedener Länge parallel angeordnet (14’, 14”) sind und die kürzesten (14, 14’) durch einen mit dem An- trieb verbundenen elastischen Gegenzug (25) unter Vorspannung stehen. 3. Segelflugzeug mit über Flaschenzüge zu betäti- genden Hilfsschwingen nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der beiden Schwingen gemeinsame Flaschenzug (20) durch Seilzug (21) mit einer läugs einer Gleitbahn (23) verschieblichen, Fußstützen tra- senden Rolle (24) verbunden ist und die an der Rolle (24) angreifenden Züge abwärts geneigt verlaufen. Seite 78 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 18 b 34 Pat. 657857 v. 2. 4. 35, veröff. 15. 3. 38. Bruno Warnemünde, Stet- tin. Evzentersteuerung für Schwingenflug- zenge mit auf einem Kegelmantel umlaufenden Flügeln. Patentansprüche: 1. Exzentersteuerung für Schwingenflugzeuge mit auf einem Kegelmantel umlaufenden Flügeln, gekenn- zeichnet durch einen zur Motortriebwelle (a) schräg geneigten Bolzen (g), der in einer mit Gleitschlitz versehenen Führung (m) eines die Exzenterwelle (a) umlaufenden kegelmantelförmigen Gleitkörpers (n) kol- benartig verschieblich ist und durch axiale Verschie- bung der den Gleitkörper (n) aufnehmenden, mittels Zapfens (i) und Gleitbahn (ij) am Umlauf verhinder- ten, kegelmantelförmigen Führung (m) die Exzentri- zität des Gleitringes (f) regelt. — And Ye SSIITY S % 2. Exzentersteuerung nach Anspruch 1, xwekenn- zeichnet dadurch, daß der Bolzen (g) mit einer kreis- förmigen Ringführung (d) fest verbunden ist, die quer zur Exzenterwelle (a) an deren Gleitzapfen (b) in Gleitführungen (c) exzentrisch gleiten kann und da- durch mit der Exzenterwelle (a) zugleich rotierend verbunden ist. b 34 Pat. 657856 v. 27. 8. 36, veröff. 15. 3. 38. Hans Wilhelm Kraus, Lemwerder, Oldbg. Eigenstabiles Schwin- genfingzeng. Patentansprüche: 1. Eigenstabiles Schwingenflugzeug, dessen Schwin- sen durch je ein ganz oder teilweise von Zwischen- jlügeln beweglich umkleidetes, räumliches Gelenk- polygeon mit dem Rumpf verbunden sind, dadurch ge- kennzeichnet, daß die vom Auftrieb und von den Be- schleunigungskräften der bewegten oder stillstehenden Schwingen in Stäben (Di, Ds) des Gelenkpolygons verursachten Kräfte durch ieder Schwingeneinheit zu- geordnete Hebel (W) über ein gemeinsames Glied (T) auf ein federnd nachgiebiges Gebilde (F,) übertragen werden und dessen unter der Einwirkung der genann- ten Kräfte eintretende Verformung rückwirkend den Einstellwinkel der Schwingen so ändert, daß ein Sollwert der tragenden Kräfte innegehalten wird. 2. Schwingenflugzeug nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch ein zusätzliches elastisches Gebilde (Fs) mit willkürlich änderbarer Spannung. 3. Schwingenflugzeug nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch eine derartige waagebalkenartige Aus- bildung des unter der Einwirkung der beiderseitigen Hebeleien (W, Ds, D4) stehenden Gliedes (T) als Steuerarm, daß es selbsttätig überschüssige Kräfte der einen Schwingenseite zur Anstellungsvergrößerung der anderen Schwingenseite steuert. Nr. 18 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 79 4. Schwingenflugzeug nach Anspruch 1 und 3, ge- kennzeichnet durch Handbedienbarkeit des Steuer- armes (N). Fahrwerk (Gr. 49—41) b Ad ıo Pat. 657858 v. 2. 8. 35, veröff. 15. 3. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Frei tragende Fahrırerks- sirebe für Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Frei tragende Fahrwerksstrebe für Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß Torsionsstäbe konaxial oder achsparallel in, vor oder hinter der Fahrwerks- strebe liegen. == 2. Frei tragende Fahrwerksstrebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Fahrwerks- strebe oder parallel zu ihr eine Stoßstange führt. 3. Frei tragende Fahrwerksstrebe nach den An- sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßstange (p) zur Aufnahme der Drehmomente um ihre eigene Achse von dem Hebel geführt ist, der die Axialkraft der Stoßstange in die zur Federung dienen- den Torsionsstäbe überleitet. Schwimmwerk (Gr. 43-46) b A434 Pat. 657859 v. 22. 9. 36, veröff. “15. 3. 38. Walter Maul, List (Sylt), iu. Herbert Schoen, Berlin-Staaken. Pin- ziehbarer Flugzengschwimmer. Patentansprüche: 1. Einziehbarer Flugzeugschwimmer, dadurch ge- Kennzeichnet, daß das Deck Mulden aufweist, durch welche vorstehende Teile des Flugzeugs im eingezo- genen Zustande des Schwimmers abgedeckt sind. 2. Flugzeugschwimmer nach Anspruch 1, dadurch zekennzeichnet, daß die Mulden abdichtbar sind. 3. Flugzeugschwimmer nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdichten der Mulden durch aus dehnbaren Stoffen bestehende Be- hälter erfolgt. 4. Flugzeugschwimmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mulde oder Mulden gleich- zeitig als Schalldämpfer dienen. Triebwerk (Gr. 12—15) C 130: Pat. 657394 v. 2. 7. 35, veröff. 4. 3. 38. Dr. Ralph Sterzenbach Berlin. kegelbare Aufheizvorrichtung für in Fingzengen aufzubereitende Gebrauchsinft. Patentansprüche: l. Regelbare Aufheizvorrichtung für in Flugzeugen aufzubereitende Gebrauchsluft mit Hilfe eines Mischers für Luft oder Gase, der aus ineinandergelagerten, gegeneinander verstellbaren Rohren mit gelochten Wandungen besteht, gekennzeichnet durch eine solche Anordnung des Mischers auf der die Gebrauchsluft führenden Leitung, daß ein Teil der Mischöffnungen in diese Leitung, ein anderer Teil in die freie Luft mündet. Seite 80 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 18 2. Regelbare Aufheizvorrichtung nach Anspruch |, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischer in zwei be- nachbarte Aufheizvorrichtungen für je einen Motor eingebaut ist, so daß in jede dieser Aufheizvorrich- tungen ein Teil der Mischöffnungen führt, während ein anderer Teil mit der freien Luft verbunden ist. 3. Regelbare Aufheizvorrichtung nach den Ansprü- chen 1 und 2, gekennzeichnet durch einen schwenk- baren Schieber (18), der sich gegenüber einem Kalt- Iufteinlaß (17) in der Wandung des Kanals (8) im Zwangelauf mit der Mischverstellung derart bewegt, daß bei vollem Uebertritt der Heißluft aus dem Mischer (12 bis 15) in den Kanal (8) der Kaltlufteintritt weitgehend oder völlig gedrosselt ist. Fallschirme und sonstige Rettungsvorrichtungen (Gr. 21—23) Pat. 657910 v. 8. 2. 33, veröff. c 2305 16. 3. 38. Schroeder & Co. G.m. b.H., Berlin-Neukölln. Fallschirm- Anschluß- gurtausrüstung für Flieger. Patentansprüche: 1. Fallschirm-Anschlußgurtausrüstung für Flieger mit einem einzigen, die sämtlichen freien Gurtenden verbindenden Verschluß, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entlastung des Verschlusses von dem Entfaltungs- stoß des Fallschirmes an den Haupttraggurten (1) Zweisgurte (2) angebracht und mit dem Verschluß (5) verbunden sind. 2. Gurtausrüstung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Zweiggurte (2) als Schultergurte ausgebildet sind. 3. Gurtausrüstung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß zwischen dem Verschluß (5) und den Traggurten (1) elastische Mittel, wie Gummizüge (16, 17), eingeschaltet sind. 4. Gurtausrüstung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Beingurte (3, 4) um die parallel nach unten laufenden Haupttraggurte (1) oder um die nach unten reichenden Verlängerungen der Schulter- gurte (2) herumgeführt sind. 5. Gurtausrüstung nach Anspruch 1 und 4, da- durch gekennzeichnet, daß an den Schultergurten (2), die durch die um sie herumgeführten Beingurte (3, 4) nach innen gezogen sind, seitliche Abschlußgurte (14, 15) angebracht sind. 6. Gurtausrüstung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Schultergurte (2) am Sitzteil 938 £ ABB. z . _— . _, 1 4 ‘ vo fg 5 U Tun 67 1 z— “€ ? «u UL), 2+ 2 N 2 ‘Ss 2 N / AT 4 > © 5 (e) ’ 2 ‚2 Er +3 ET E 6 2 N |,” “ Z 3 7 2 . & m 2 3 j 5 A A N P 3 f 5, 2 123 EG n (< 22 2 parallel zu dem Sitzteil der Haupttraggurte (1) ver- laufen. 7. Gurtausrüstung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß sie nur mit zwei verstellbaren Schnallenpaaren für die verschiedenen Größen- usw. Einstellungen versehen ist. Sonstige Einrichtungen für Luitiahrt (Gr. 24-32) Cc 99 Pat. 657958 v. 21. 7. 35, veröft, 17. 3. 38. Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschait, Berlin*). Einrichtung zur An- zeige der Kursänderung oder zur Steuerung von Fahrzengen. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Anzeige der Kursänderung oder zur Steuerung von Fahrzeugen mittels infraroter Strahlen, wobei die Verwendung einer Photozellenanordnung für die Empfangseinrichtung ver- mieden ist. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Anzeige der Kursänderung oder zur Steuerung von Fahrzeugen, wie Schiffen oder Flugzeugen, insbesondere bei Geschwaderfahrten mit- tels von einem Leitfahrzeug ausgesandter infraroter Strahlen, dadurch gekennzeichnet, daß der Empfänger der infraroten Strahlen aus einem elektronenoptischen. Bildwandler besteht, mit dessen Hilfe das von einem Fernrohr auf der Photokathode des Bildwandlers ent- worfene Infrarotbild in ein sichtbares Elektronenbild (Leuchtschirmbild) umgewandelt wird, wobei die Lage des Bildpunktes an einer am Leuchtschirm vorgesehe- nen Skala ablesbar sein kann. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Leuchtschirm des Bildwandlers durch einen unterteilten Elektronenauffänger ersetzt ist, über dessen einzelne Elemente bei Auftreffen des Elektro- nenstrahles bestimmte Impulse zur Anzeige der Rich- tungsänderung oder zur Steuerung des Fahrzeuges ye- seben werden. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2 als Emp- fangseinrichtung für zwei oder mehr auf dem Leit- fahrzeug in bestimmter Forın räumlich zueinander an- weordneter Infrarotstrahler, deren auf dem Leucht- schirm des Empfängers entworfene Bildpunkte durch ihre Lage zueinander ein Maß für die Entfernung zum. Leitfahrzeug geben. 4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Infrarotstrahler am Leitfahrzeug iutermittierendes Licht aussenden. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder aı- gegeben worden: Dr. Eberhard Steudel, Berlin-Dahlem, und Dipl.-Ing. Richard Orthuber, Berlin. \ Pat.-Samml. Nr. 18 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 8, am 13.4. 1938 veröffentlicht. Nr. 8/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 177 \ | AR TN _ | = —— 0 N 4 Bil do [ I KE \ ONCH) I \ TFFZL zn IS! A -) i -| = — I 5 ge L, Ey —IITIIYVr7ZIT Zr N < 7 3 IS G tt N eG A Schnittzeichnung der Schmierstoffpumpe mit 8 Zylindern und 7 bewegten Teilen. Die beiden Zylinderkörper stehen mit der Antriebsschnecke in Eingriff (sehr ge- naue Passung und geringes Spiel erforderlich) und sind in einem Rollenlager und einem Gleitlager gehalten. Am Kopfende des Zylinders erkennt man (auf dem Bild links) den Ringkanal für die Steuerung. Werkzeichnung \ Bei der Pumpe sind an die Stelle der beiden Kegelräder zwei Schraubenräder getreten, die beide mit der antreibenden Spindel in Eingriff stehen. Die normale Drehzahl der Radkörper beträgt 325 U} min, entsprechend einer Kolbengeschwindigkeit von rd. 1,2 m/sec. Bei den Versuchen wurde vorübergehend die doppelte Geschwindigkeit erreicht, womit bewiesen ist, daß sehr große Kanalquerschnitte zur Verfügung stehen, weil sonst der Oelfaden bereits bei niedrigeren Geschwindigkeiten abgerissen wäre. Drücke von 70—85 atü wurden’ längere Zeit ohne Anstände ausgehalten. Die Abnutzung wird als gering bezeichnet (nach 110 Stunden 0,0075 mm). Bemerkenswert ist der ıuhige Lauf der Pumpe, was bei dem ausgezeichneten Massen- ausgleich ohne weiteres einleuchtet. Der inzwischen fertiggestellte Versuchsmotor arbeitet nach dem Zweitaktprinzip. Die Spülluft wird von einem Schleudergebläse besorgt und tritt durch einen vom Zylinder- körper gesteuerten Schlitz. in den Zylinderkopf ein. Der Auslaß erfolgt durch kolbengesteuerte Schlitze. Jeder V erbrennungsraum steht nur kurze Zeit mit der im Zylinderkörper sitzenden Zündkerzein Verbindung, man spartalso Achtzylinder- Flugmotor mit Winkelkolben, Entwurf Chamier. Die Hilfsaggregate wie Zünder, Ver- gaser usw. fehlen anscheinend noch. Ebenso sind noch keine Einzelheiten der Kühlluftführung zu erkennen. Bild: The Aeroplane Seite 178 „ELUGSPORT“ Nr. 8/1938, Bd. 306 mehrere Kerzen ein. Die winkelförmigen Leichtmetallkolben tragen über eine sehr große Länge, so daß angeblich die unvermeidbaren hohen Seitendrücke sich nicht nachteilig auswirken. Der Ringträger (die Oelpumpe besitzt keine Kolbenringe) besteht aus Stahl. Gekühlt werden die Zylinder durch achsiale Rippen an der Außenseite und durch einen zwischen ihnen hindurchtretenden Luftstrom (Gebläse). Die Kupplung zwischen den beiden Zylinderkörpern erfolgt durch eine Kegelverzahnung. Die Luftschraubenwelle steht ebenfalls durch ein Kegelrad mit einem der umlaufenden Teile in Verbindung. Der Motor besitzt einen Gesamthubraum von 5,5 1 und soll bei 1500 U/min 150 PS leisten. Er besitzt, wenn man vom Gebläse und der Zündanlage absieht, nur 7 bewegte Teile. Das Gewicht soll rund 1,1 kg/PS betragen. Bei einem Verdichtungsverhältnis von 5:1 er- wartet man einen mittleren Druck von 8 atü. Als Oelpumpe besticht das Aggregat durch seine Einfachheit und durch die gleichmäßige Förderung, bei einem Motor dürften die Seiten- drücke, wenn sie auch durch die Ueberlagerung einer drehenden und einer hin- und hergehenden Bewegung leichter zu beherrschen sind, erhebliche Schwierigkeiten bereiten und einen niedrigen mechanischen Wirkungsgrad bedingen. Daß die Zylinder von rd. 700 cm? Hubraum S atü mittleren Druck erreichen, dazu noch bei Luftkühlung, ist sehr unwahrscheinlich. Links: Perspektivische Schnittzeichnung des Pumpentriebwerkes. Rechts: Schnitt- zeichnung des Flugmotors, ganz rechts Gebläseantrieb. Darüber ein Magnet. Links die Propellerwelle mit einem Nilfsantrieb. Zeichnungen: Flight und The Aeroplane. Elektro-Oefen im Flugzeugbau. Das Glühen von geschweißten Knotenstücken aus Chrom-Molyb- dän-Stahlblech, das Veredeln und in geringerem Maße das Weich- glühen von Leichtmetallteilen sind Arbeitsgänge, denen besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist, da Fehler in der Warmbehandlung anı fertigen Stück meist nur sehr schwer oder überhaupt nicht zu er- kennen sind. Für das Veredeln von Legierungen der Duralumingruppe nimmt das übliche Salzbad mit einer Füllung aus gleichen Teilen Kali- und Natronsalpeter den ersten Platz ein. Neuerdings kommen für die Be- handlung von Leichtmetallen auch elektrische Oefen zur Anwendung, wobei es sich naturgemäß mehr um Massenteile von kleineren Ab- Nr. 8/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 179 Elektro-Oefen von Max Uhlendorif, Berlin-Hohenschönhausen. Links ein Drehherd- oien mit automatischer Beschickung. Verwendung zum Glühen und Veredeln von Preßteilen und sonstigen kleineren Gegenständen. Rechts ein Schubladenofen für kleine Mengen von Massenteilen. Werkbilder messungen handelt. Ein von der Firma Uhlendorff, Berlin-Hohenschön- hausen, auf der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse gezeigter Dreh- herdofen ist besonders für diesen Zweck geeignet. Die Teile werden: selbsttätig zugeführt, wandern auf der Drehscheibe durch die künst- lich in ständige Bewegung versetzte erhitzte Luft und fallen nach Beendigung des Glühvorganges von selbst in den bereitgestellten Be- hälter bzw. in das Abschreckbad. Die Beheizung geschieht nur durch die mit hoher Geschwindigkeit umgewälzte Luft. Ueberhitzungen und Ausschuß sind damit unmöglich. Die Heizeinrichtung besteht aus meh- reren getrennt schaltbaren Gruppen, von denen jede einzelne durch einen selbsttätigen Temperaturregler gesteuert wird. Die Umlaufge- schwindigkeit des Herdes ist stufenlos regelbar. Ein ebenfalls ausgestellter Schubladenofen eignet sich besonders für Massenteile, die keine höhere Schichtung vertragen. Der gesamte Inhalt der Schublade wird auf einmal entleert, so daß eine Abkühlung zwischen dem Entleeren und dem Abschrecken vermieden ist. Auch hier geschieht die Beheizung nur durch umgewälzte Luft. : E3KONSIRUKTIONS AEINZELHEITEN Staudruckkühlung am De Havilland „Gipsy Twelve“. Der mit vier luft- zekühlten Zwölfzylindermotoren ausgerüstete Tiefdecker De Havilland ‚„Albatross“ (vgl. 1937, S. 271, 445) weist eine eigenartige Kühlanlage auf, über die jetzt zum erstenmal ausführlich berichtet wird. Bei der gedrängten Bauweise des Motors --- zwei Reihen zu ie sechs Zy- Iindern unter 60° geneigt, Propeller untersetzt —- wäre der übliche Lufteintritts- Seite 180 „FLUGSPORT" Nr. 8/1938, Bd. 30 Motorvorbau des De Havilland „Albatross““ mit einem Gipsy Twelve. Man beachte den geringen Durchmesser der zylindrischen Motorverkleidung, die kaum über die Nabenhaube hinausragt. Bild: Flight Darstellung der Luftführung beim De Havilland . „Albatross“ Zeichnung: The Aeroplane. querschnitt so nahe an die Nabe gekommen, daß im Steigflug und beim Start eine Ausnutzung des erhöh- ten Staudruckes im Schrau- benstrahl unmöglich gewesen wäre. Bei Versuchen an einer Leopard Moth, einem j modell und einem nl Motor in natürlicher Größe wurde die Anordnung von zwei Kühlschächten mit Lufteintritt in der Flügelnase eingehend untersucht. Die Oeff- nungen liegen etwa % des Schraubenradius von der Nabe entfernt, also im Gebiet des höchsten Staudruckes. Die Luft wird in runden Kanälen nach vorn an die Zylinderreihen herangeführt, strömt an den Rippen vorbei und tritt unter dem Motor durch einen regelbaren Spalt wieder aus. Im Reiseflug wird der Austritts- querschnitt gedrosselt, die hiermit erzielte Zunahme der Höchstgeschwindigkeit beträgt rd. 15 km/h. | Gepreßte Sperrholzrippen werden von der Blomberger Holzindustrie, Blom- berg in Lippe, hergestellt. Die Rippe besteht aus zwei etwa 0,5 mm dicken Sperr- holzfachwerkwänden, deren Ober- und Untergurte seitlich abgekröpft sind. Die beiden Platten werden miteinander verleimt, wobei am Umfang eine schmale Leiste eingelegt wird. Die senkrechten Stege werden teilweise vor dem Ver- leimen mit einer Sicke versehen, so daß sich geschlossene Querschnitte hoher Steifigkeit ergeben. Selbstverständlich lohnt sich dieses Herstellungsverfahren nur bei größeren Serien und ausführung auf der Leipziger 1 unverjüngten Flügeln. Eine Teilrippe, die SormH 78 als Muster- R — a Frühiahrsmesse gezeigt wurde. Zeichnung: Flugsport Schmi£ CD BN Nr. 8/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 181 Inland. „Rittm. v. Richthofen ist am 21. April gefallen“, so mußten wir in dieser Zeitschrift 1918 unseren Lesern melden. „Seine Heldentaten werden fortleben und von späteren Geschlechtern besungen werden“. Wenn wir die Seiten des „Flugsport“ aus diesen Tagen von 1918 durchblättern, so spüren wir den Hauch der Wehmut und der Trauer und fühlen, wie wir die Zähne zusammenbissen: Andere werden in die Lücke springen. Ueber Richthofens Tod liest man im „Flug- sport“ 1918 S. 228 nach der Schilderung eines englischen Kriegsberichterstatters — es war dies die erste Nachricht — folgendes: „Richthofen erschien mit seinem Jagdgeschwader von ungefähr 30 Flugzeugen am Sonntag über den englischen Linien im Sommetal. Nachdem er dort ein paar von unseren Fliegern vertrieben hatte, schwenkte er mit seiner Jagdstaffel nach Norden. Bald waren dort rund 50 Maschinen miteinander im Gefecht; aus vielen Meilen Entfernung kamen noch viele Flieger herbei, um daran teilzunehmen. Es war ein erbitterter Luftkampi, in dem man Freund oder Feind unmöglich unterscheiden konnte. Plötzlich wurde Richthofens Flugzeug in einer Höhe von 50 Metern wahrgenommen; er stürzte vor den Augen des Feindes nieder. Als man seine Leiche fand, zeigte sich, daß er einen Schuß in der Brust dicht neben dem Herzen erhalten hatte. — Der Kriegsberichterstatter der „Times“ fügt seiner Meldung hinzu: Alle britischen Flieger geben zu, daß Richthofen ein großer Flieger und ein ehrlicher Gegner war.“ Langstreckenrekord mit Dornier „Do 18“ und Junkers „Jumo 205“. Am 27.[28. 3. flog das Dornier-Flugboot „D-ANHR“ vom Typ „Do 18“, mit zwei Junkers-Dieselmotoren „Jumo 205“ und VDM-Verstell-Luftschrauben aus- gerüstet, mit der Besatzung Flugkapitän v. Engel, Flugzeugführer Gundermann, Funkermaschinist Rösel und Flugzeugfunker Stein ohne Zwischenlandung von dem im Aermelkanal stationierten Katapultschiff „Westfalen“ nach Caravellas in Bra- silien. Die zurückgelegte Strecke beträgt rd. 8400 km und ist damit um 1400 km länger als die vor kurzem von dem Italiener Stoppani erreichte und als Welt- rekord anerkannte Entfernung von 7020 km. Das Flugboot ist der Serie entnom- men und mit Zusatztanks ausgerüstet. Die Junkers-Dieselmotoren sind soweit verbessert, daß der Brennstoffverbrauch nur noch 155 g/PS/h betrug. Der Start erfolgte bei Start Point südlich Torquai an der englischen Kanal- Das Langstreckenrekordflugzeug „Do 18“. Man beachte die gerundeten Flossen- stummel, den strömungstechnisch „sauberen“ Uebergang der Motorverkleidung in die Nabe der Druckschraube und den als Landehilfe und Querruder wirkenden Doppelflügel. Werkbild Seite 182 „rLUGSPORT“ Nr. 8/1938, Bd. 30 Die Weltrekordmaschine Do 18 „D-ANHR“ im Fluge. Werkbild küste durch Katapult. Ueber dem Kanal und in der Biskaya wurde Gegenwind angetroffen, von der spanischen Küste bis zum Aequator herrschte Nordost- Passat, später setzte zunehmender Gegenwind und zuletzt ausgesprochenes Schlechtwetter ein. Der Flug dauerte 43 Stunden entsprechend einer Flugge- schwindigkeit von rd. 200 km/h. Flughöhe zwischen 10 und 400 m. Die Besatzung meldete nach der Landung: „Besatzung, Flugboot und Motoren in bester Ver- fassung“. Als Beweis dafür, daß das Baumuster „Do 18° durchaus nicht einseitig auf hohe Flugleistungen gezüchtet ist, sei erwähnt, daß kürzlich bei einem Schleppmanöver in der Gando-Bucht bei Las Palmas das Flugboot und die schleppende Barkasse durch die Brandung auf Strand geworfen wurden, wobei die Barkasse in Trümmer ging, während das Boot nur einige Beulen davontrug und flueklar blieb. Fan u Strecke 7000 Opeeuie Fr [erter Schaubild über die e Entfernung ingerader Linie Entwicklung der Lang- streckenrekorde von ---- X Enlf. ingeschlossener Bahn Italien Wasserflugzeugen. Die Darstellung zeigt, daß die Höchstleistung für —— A £nbf. in gebrochener Linie rarıfrreig den Flug in gerader u Linie stark im An- #1 steigen begriffen ist. T Farin Gegenüber dem etwa 2 Jahre lang von USA ! Ver. ste I gehaltenen Rekord Franke | (5300 km) beträgt die Fankr Verbesserung mehr als Ver. St. 50%. Man beachte Verse ferner, daß Dornier r bereits 1927 einmal einen Strecken-Welt- % Schweiz (Dornier) rekord, damals aller- ! dings für die größte Entfernung in ge- L_-. schlossener Bahn, ge- x+-- halten hat. 1922 77 26 28 30 32 34 36 1938 Zeichnung‘ Fluxsport Nr. 8/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 183 Gliederung des Reichsluitiahrtministeriums. Das Reichsluftfahrtministerium ist die oberste Verwaltungsbehörde der Luftfahrt und oberste Kommandobehörde der Luftwaffe. An seiner Spitze steht der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehls- haber der Luftwaffe: Generalfeldmarschall Göring. Chef des Ministeramtes: Generalmaior Bodenschatz. Vertreter des R. d. L. und Ob. d. L.: Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch. Chef des Generalstabes der Luftwaffe: Generalleutnant Stumpff, mit dem Generalstab der Luftwaffe. Chef der Luftwehr: General der Flakartillerie Rüdel. Generalinspekteur der Luftwaffe: Generalleutnant Kühl. Der Generalstab gliedert sich in Führungsstab, Organisationsstab, Ausbil- ‚dungsstab, Generalquartiermeister, Chef des Nachrichtenverbindungswesens, Chef ‚des Sanitätswesens; Außenstellen: Luftkriegsakademie und Höhere Luftwaffen- schule in Berlin-Gatow. Allgemeines Luftamt: Ministerialdirektor Fisch mit den Abteilungen: Luft- verkehr, Luftaufsicht, Reichswetterdienst, Reichsflugsicherung, Ziviler Luftschutz. Unmittelbar sind unterstellt: 15 Luftämter. Technisches Amt der Luftwaffe. Chef: Generalmaior Udet, mit den Ab- teilungen: Forschung, Prüfung, Beschaffung, Haushalt. Außendienststellen: Erpro- bungsstellen der Luftwaffe. Luftwaffenverwaltungsamt. Chef: Generalmaior Bogatsch, mit den Ab- teilungen: Allg. Haushalt, Besoldung, Bekleidung, Unterkunft. Nachschubamt der Luftwaffe. Chef: Generalmaior Kitzinger, mit den Abteilungen: Fluggerät, Munition, Gerät. Luftwaffenpersonalamt. Chef: Generalmaior Ritter von Greim. Es wer- den bearbeitet die Angelegenheiten der Offiziere, Soldaten, Beamten, Angestellten und Arbeiter. Zentralabteilung. Chef: General der Flieger von Witzendorff, mit der Rechtsabteilung, der Attach&gruppe, der Pressegruppe, dem Ministerialbürodirek- tor, dem Kommandanten des RLM. Es gibt ferner Luftwaffen-Inspektionen: der Aufklärungsflieger und des Luftbildwesens, der Kampfflieger, der Jagdflieger, der Seeflieger, der Flakartille- rie, für Flugsicherheit und Gerät, des Kraftfahrwesens, des Nachrichtenverbin- Oben: das Weltrekordflugzeug „Do 18“ mit zwei Junkers-Dieselmotoren. Unten: die Besatzung, v. 1.: Flugzeugführer Gundermann, Flugkapitän von Engel, Flugzeugfunker Stein, Funkermaschinist Rösel. Werkbilder Seite 184 „FLUGSPORT“ Nr. 8/1938, Bd. 30 dungswesens, der Flugzeugführerschulen, des -Erziehungs- und Bildungswesens (zugleich Kommando der Luftkriegsschulen).: ZZ Gliederung der Luitwaife im Reich. Der Kommandierende General und Befehlshaber der Luftwaffengruppe 1 (Ost) Berlin: General der Flieger Kesselring. Der Kommandierende General und Befehlshaber der Luftwaffengruppe 2 (West) Braunschweig: General der Flieger Felmy. Der Kommandierende General und Befehlshaber der Luftwaffengruppe 3 (Süd) München: General der Flieger Sperrle. Der Kommandierende General der Luftwaffe in Ostpreußen (Königsberg): Generalleutnant Keller. ur Der Kommandierende General der Luitwafie See (Kiel): General der Flie- ger Zander. Der General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber des Generalleutnant Klepke. Der Höhere Kommandeur der Lehrtruppen der neralmaior Foerster. Entsprechend den Wehrkreisen des Heeres bestehen im Reichsgebiet Luft- gaukommandos als territoriale Dienststellen der Luftwaffe. | Beförderungen in der Luftwaffe. Generalmajor Löhr vom 1. 2. 38 zum Ge- neralleutnant befördert, bisher Kommandant der österr. Luftstreitkräfte, ab 1. 4. 33 Kommandierender General der Luftwaffe in Oesterreich. Mit Wirkung vom 1. 4. 38 wurde zum Generalmaior befördert Oberst Gautier, unter gleichzeitiger Ernennung zum Inspekteur der Wehrwirtschafts- inspektion Wien. Ab 1. 3. 38 wurden befördert zu Obersten (E) die Oberstleutnante (E} Knoche, Eyser, Drechsler, Hartog, Dr. Kirchner; zu Oberstärzten die Oberfeld- ärzte Dr. Neumüller, Luftkreisarzt 2, Dr. Blaul, Luftkreisarzt 5. Den ausscheidenden Generälen der Luitwaite (vgl. „Flugsport“ 1938 S. 87) hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ein Dankschreiben übersandt und sein Bild mit der Unterschrift zukommen lassen. Er sprach den in Krieg und Frieden bewährten Offizieren seine Anerkennung aus, die in einer langen ehrenvollen Laufbahn stets ihre Person zurückstellten hinter die Erfor- dernisse des Reiches. Sie scheiden von ihren Posten, um für jüngere Kräfte ihre Führerstellen freizumachen. Die Kommandierenden Generäle haben eine besondere Ehrung erfahren dadurch, daß ihnen die Uniform von Kampfgeschwadern ihres Befehlsbereichs verliehen wurde. Generalleutnant Karlewski, bisher Kommandeur der Lufttechnischen Akademie, und Generalleutnant Wilberg, bisher Kommandeur der höheren Luftwaffenschule, erhielten den Charakter als General der Flieger. Ausschreibung des Zielstrecken-Segelilug-Wettbewerbs 1938 des National- sozialistischen Fliegerkorps. Heeres: m. d. W. b: 1. Veranstalter und Zeitdes Wettbewerbes. Der Korpsführer‘ ‚des Nationalsozialistischen Fliegerkorps veranstaltet in der Zeit vom 26. Juni bis 10. Juli 1938 den Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb 1938 des Nationalsozia- listischen Fliegerkorps. 2. Schriftverkehr. Der Schriftverkehr des Zielstrecken-Segelflug-Wett-- bewerbes 1938 ist mit dem Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Berlin W 35, Großadmiral-Prinz-Heinrich-Straße 1 und 3, zu führen. Ab 23. Juni 1938 ist er zu richten an die Wettbewerbsleitung Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb Reichs- schule für Motorflugsport in Rangsdorf, Kr. Teltow, Flughafen. 3.Bewerber. Als Bewerber sind zum Wettbewerb zugelassen: a) NSFK.-- Gruppen und nachgeordnete Einheiten des NS.-Fliegerkorps sowie NSFK.-Segel- flugschulen; b) Luftwaffe und DVL. 4. Meldungen. Die Meldung hat für jedes Segelflugzeug gesondert auf vorgeschriebenen Meldevordrucken zu erfolgen. Die Meldung der Bewerber zu 3a muß bis zum 30. Mai 1938, 12 Uhr, als Einschreiben bei der für die Bewerber zuständigen NSFK.-Gruppe eingegangen sein. Die NSFK.-Gruppen reichen die Meldungen als Einschreiben bis zum 1. Juni 1938 dem Korpsführer des NS.-Fliegerkorps ein. Die Meldungen der Bewerber zu 3b sind als Einschreiben an den Korps-: führer des NSFK. zu richten und müssen bis zum 1. Juni 1938, 12 Uhr, beim Korpsführer des NSFK. vorliegen. Ueber sämtliche Meldungen entscheidet der Korpsführer des NS.-Flieger- Luftwaffe (Greifswald): Ge-- Nr. 8/1938,.Bd. 0 ,„ELUGSPORT“ Seite 185 korps. Die endgültige Annahme der Meldung wird dem Bewerber schriftlich mitgeteilt. 2 Es können nur solche Meldungen angenommen werden, die vollständig und mit allen angeforderten Angaben eingereicht werden, Es wird ausdrücklich dar- auf hingewiesen, daß die Meldungen als endgültig zu gelten haben. Der Veran- stalter behält sich vor, unvollständige Meldungen zurückzuweisen und dafür andere Bewerber, die allen Vorbedingungen genügen, zuzulassen. 5. Die Teilnahme am Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb 1938 schließt die Teilnahme am 19. Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1938 nicht aus. 6. Beschränkung der Teilnehmerzahl. Zu dem Wettbewerb werden nicht mehr als 20 Flugzeuge zugelassen. Die Auswahl durch den Veran- stalter erfolgt unter Berücksichtigung der Wettbewerbseignung der gemeldeten Flugzeuge und Flugzeugführer. | Zurückgewiesene Meldungen können bis zum Beginn des Wettbewerbes wieder angenommen werden, wenn andere Meldungen zurückgezogen oder un- gültig werden. - 7, Teilnahme von Doppelsitzern. Am Zielstrecken-Segelflug- Wettbewerb 1938 können auch doppelsitzige Segelflugzeuge einsitzig oder doppel- sitzig besetzt teilnehmen. Eine Punktaufwertung für doppelsitzige Segelflugzeuge wird nicht erteilt. Ss. Art des Wettbewerbes. Der Wettbewerb wird durchgeführt als Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb. 9. Der Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb führt quer durch Deutschland von der Nordsee über Hamburg—Berlin—Breslau nach Oberschlesien. Die genaue Flugstrecke wird durch den Veranstalter 14 Tage vor Beginn des Wettbewerbs bekanntgegeben. 10. Die Gesamtflugstrecke wird unterteilt in einzelne Zielilugstrecken mit Zielflugplätzen. Die einzelnen Zielflugstrecken müssen nacheinander in ihrer Reihenfolge erflogen werden. 11. Durchführung des Wettbewerbes. Wertung. Jeder ein- zelnen Zielflugstrecke wird eine bestimmte Punktzahl zugeteilt. Die Punktzahl richtet sich nach der Größe der Flugstrecke. Bei Bekanntgabe der Flugstrecken (s. Pkt. 9) werden die den Flugstrecken zugeteilten Punktzahlen angegeben. 12. Die Bewertung der Flüge erfolgt nach Punkten nach den ieweilig er- flogenen Wertungsstrecken. 13. Als Wertungsstrecke gilt bei erfüllten Zielflügen die Kilometerzahl der Zielflugstrecke, wobei die volle hierfür festgelegte Punktzahl in Anrechnung kommt. Wird der Zielflugplatz nicht erreicht, so ergibt sich die Wertungsstrecke aus der Entfernung vom Startort bzw. zuletzt erreichten Zielort bis zu dem Punkt der vorgeschriebenen Kurslinie, der dem Landeort am nächsten liegt. Erfolgt die Landung außerhalb des Flugplatzes, so wird nur dann gewertet, wenn Saalflige mit dem Focke-Hubschrauber führte Hanna Reitsch in der Deutsch- landhalle aus. Die Besucher der Revue, in deren Rahmen die Flüge stattfanden, konnten sich von Stärke und Richtung des Abwindes überzeugen. Werkbild Focke-Achgelis. Seite 186 „FLUGSPORT“ die Landung innerhalb eines Kreises von 10 km Radius um den Mittelpunkt des Zielflugplatzes erfolgt ist. 14. Für das Erreichen jedes Zielflugplatzes wird ein Punktzuschlag erteilt. 15. Flüge, die über den Zielflugplatz hinausgehen, ohne daß dieser erreicht wurde oder als solcher erreicht gilt, werden nur bis zum Zielflugplatz (ohne Punktzuschlag) gewertet, und zwar ebenfalls nur dann, wenn die Landung inner- halb eines Kreises von 10 km Radius um den Mittelpunkt des Zielflugplatzes erfolgte. 16. Die Gesamt- Punktzahl zur Ermittlung des Wettbewerbsiegers bzw. zur Festlegung der Reihenfolge in der Endbewertung wird wie folgt festgelegt: Die erilogene Punktzahl wird durch die Anzahl der Tage dividiert, die für das Erreichen des Endzieles benötigt wurden. Wird der letzte Zielflugort nicht er- reicht, so werden die gesamten Wettbewerbstage angerechnet. 17. Schlechtwettertage, an denen von sämtlichen Teilnehmern keine Wer- tungsflüge ausgeführt werden, gelten als neutralisiert und werden den unter Punkt 16 genannten Tagen nicht zugerechnet. 18. Der Zielflugplatz gilt als erreicht, wenn das Segelflugzeug innerhalb der Flugplatzgrenze landet oder sich über dem Flugplatz in einer Höhe aufhält, daß es vom Boden „gesichtet und erkannt“ werden kann. Das Flugzeug darf dabei nicht mehr als 500 m über dem Flugplatz sein. 19. Ist das Flugzeug „gesichtet und erkannt“, so wird dies vom Boden aus angezeigt. Nach dieser Zeichengebung ist der Flugzeugführer berechtigt, zum nächsten Zielstreckenflug überzugehen. 20. Als Ausgangs- und Startstelle zu den einzelnen Zielstreckenflügen sind nur die Zielflugsplätze zugelassen. 21. Bei allen Landungen außerhalb der 10-km-Grenze um den angeflogenen Zielflugplatz ist das Segelflugzeug auf dem Wege des Landtransportes zu dem Startort bzw. zuletzt erreichten Zielflugplatz zurückzubringen. 22. Das auf der Zielflugstrecke zuletzt liegende Flugzeug darf — gemessen auf der vorgeschriebenen Flugstrecke — nicht mehr als 250 km hinter dem vor- dersten Flugzeug liegen. Vom 4. Wettbewerbstage an müssen die Flugzeuge, die weiter als 250 km hinter dem vordersten Flugzeuge zurückliegen, zu dem nächsten Zielflugplatz transportiert werden, der in die 250-km-Grenze fällt. Dies gilt jedoch nur dann, wenn nicht mehr als 8 Flugzeuge gleichzeitig unter diese Bestimmung fallen. Die durch den Nachschub ausfallenden Zielflugstrecken werden nicht ge- wertet. 23. Zur Anwendung des Punktes 22 wird jeweils Anordnung durch den Wett- bewerbsleiter erteilt. Der Wettbewerbsleiter ist berechtigt, bei besonders gear- teten Fällen von den Bestimmungen des Punktes 22 Abstand zu nehmen. L, Der Nachschub-Transport der Flugzeuge kann als Landtransport oder mittels "Flugzeugschlepp erfolgen. 24. Der Start erfolgt durch Flugzeugschlepp mit einer Schlepphöhe bis zu 500 m über Flugplatzhöhe. Größere Schlepphöhen sind zulässig. Bei Schlepphöhen von mehr als 500 m über Flugplatzhöhe werden jedoch für jede weiteren begon- nenen 100 m Schlepphöhe 5 km der Wertungsstrecke abgezogen. Das Auslösen des Schleppseiles muß in der Nähe des Flugplatzes geschehen, so daß dieser Vorgang durch den der Sportleitung angehörigen Beurkunder von dem Zielflugplatz aus einwandfrei beobachtet werden kann. 25. Hat ein Flugzeugführer nach einem Start keinen Anschluß erhalten, so ist er zu weiteren Starts berechtigt. 26. Preise. Die für die Punktwertung zur Verfügung stehende Preis- summe, wird im Verhältnis der erflogenen Punktzahl der Segelflugzeuge den Bewerbern zugeteilt. 27. Außerdem werden für die Bewerber Geldpreise als Sonderpreise und für die Flugzeugführer Ehrenpreise ausgeschrieben. 28. Einzelbestimmungen. Das Transportgerät ist von den Bewer- bern zu stellen. 29. Sämtliche Motorschleppflugzeuge werden vom Veranstalter gestellt. 30. Je Wertungskilometer wird dem Bewerber ein Kilometergeld von RM 0,25 erstattet. | | Nr. 8/1938, Bd. 30 "Nr. 8/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 187 31. Jedes Wettbewerbsflugzeug erhält ein Flugbuch, in dem Start und Landung der Wettbewerbsflüge amtlich beglaubigt werden müssen. Die Flugbücher müssen am 9. Juli 1938 bis spätestens 19 Uhr bei der Sport- leitung auf dem letzten Zielflugplatz abgegeben werden. 32. Für den Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb 1938 gelten außerdem fol- gende Punkte der Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1938 des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (19. Rhön)*): Zweck des Wettbewerbs (s. Pkt. Nr. 3); Wettbewerbsleitung (4); Preis- gericht (5); Verlängerung bzw. Ausfall des Wettbewerbs (7); Ergänzung der Ausschreibung (8); Haftung und Versicherung (9—11); Bekanntmachungen (12): Anerkennung der Ausschreibung (15); Erklärungen Minderiähriger (16); Segel- flugzeugführer (19 u. 21) mit der Einschränkung, daß das Visum für die Tschecho- slowakei nicht erforderlich ist; Segelflugzeuge und Zulassung (22—24) mit der Aenderung, daß die Segelflugzeuge für den Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb bis zum 1. Juni 1938 prüffertig sein müssen; Registriergerät (26). Berlin W 35, den 21. Februar 1938. F. Christiansen, Generalleutnant. Was gibt es sonst Neues? Berlin—Teheran DLH-Luitverkehr, 31 Std. einschließlich Unterwegs-Aufent- halte. Preis einschließl. Verpflegung RM 850.—. Abflug Berlin Freitags. Internationale Luftiahrtausstellung Helsinki findet vom 14.—22. 5. statt. Koolhoven baut ein Zweigwerk auf Java. Hawker „Hurricane“ wird von der Südafrikanischen Union dem Mutterland mit 9000 £ (etwa 112000 RM) ie Maschine bezahlt. Ausland. Supermarine-Jagdeinsitzer „Spitlire“ soll nach englischen Aeußerungen „unter günstigen Umständen“ in der Lage sein, mit fast 500 Meilen (rd. 800 km/h) Stundengeschwindigkeit von Edinburg nach London zu fliegen(?). Armstrong-Whitworth „Whitley“, ein zweimotoriger Bomber der englischen Luftwaffe, wird neuerdings mit flüssigkeitsgekühlten Motoren vom Typ Rolls Royce „Merlin“ ausgerüstet. Die Verbesserung der Flugleistungen gegenüber der Von den großen englischen Manövern im Aermelkanal. Ende März fanden an der Südküste Englands Manöver statt, an denen 10 Flugzeuggeschwader für die Ver- teidigung und 36 Torpedobomber vom Typ Swordfish, 12 Jagdeinsitzer und 17 Amphibien (Supermarine „Walrus‘“) teilnahmen. Unser Bild zeist Torpedobomber des 42. Geschwaders bei der Uebernahme der Torpedos auf dem Flugplatz der Insel Thorney. Die Flugzeuge sind Vickers „Vildebeests IV“ mit schieber- gesteuerten Motoren Bristol „Perseus“. Die Einstellschrauben bestehen aus Holz. Weltbild. *) Veröffentlicht im „Flugsport“ S. 155. Seite 188 „‚FLUGSPORT* Nr. 8/1938, Bd. 30 Ausführung mit zwei Doppelsternmotoren Armstrong-Siddeley „Tiger“ soll be- trächtlich sein. England Neuseeland—England-Flug von Clouston-Ricketts auf de Havilland „Comet“ zeigte folgende Endergebnisse: Flugstrecke Gravesend—Blenheim 21209 km, Blenheim—Croydon 21672 km, Gesamtstrecke 42881 km, reine Flug- zeit hin 69 Std. 46 Min, zurück 73 Std. 18 Min, zusammen 143 Std. 4 Min, Gesamtreisezeit hin 4 Tage 8 Std. 37 Min., zurück 5 Tage 20 Std. 12 Min., Ge- samtzeit mit Aufenthalt in Blenheim 10 Tage 21 Std. 22 Min. Fluggeschwindigkeit im Durchschnitt hin 305 km/h, zurück 296 km/h, gesamt 300 km/h, Reisegesch win- diekeit mit Aufenthalt hin 190 km/h, zurück 186 kmh, gesamt 187 km/h. Diese Leistungen sind für eine Maschine von insgesamt nur 410 PS — die früheren Rennmotoren wurden vor dem Istres—Damaskus—Paris-Rennen gegen serien- mäßige Gipsy Six II-Motoren ausgewechselt — recht beachtlich. England —Australien-Rekordilugversuch des Engländers Broadbent auf einem einmotorigen, einsitzigen Percival-Tiefdecker wurde 1400 km vor Port Darwin wegen Uebermüdung abgebrochen. Bei der Landung wurde die Maschine leicht beschädigt. Engl. Neukonstruktionen, die in letzter Zeit vom Zeichenbrett weg in Auftrag gegeben wurden, werden hinsichtlich ihrer Entwicklungsreife nicht ein- heitlich beurteilt. „Flight“ meint dazu: Einige der neuen Typen, die auf Grund von Ueber- sichtszeichnungen in Auftrag gegeben wurden, sind ein unmittelbarer Erfolg ge- wesen. Einige haben beträchtliche Aenderungen verlangt und eine oder zwei haben sich als sehr knapp am vollkommenen Fehlschlag vorbeigekommen er- wiesen. Nordatlantik-Flugverkehrs-Konferenz für die nördliche Route fand Ende vorigen Monats in Dublin statt. Vertreten waren England, Irland, Kanada und die Vereinigten Staaten. Höhenverkehrsilugzeug Renard „R. 35“, das im Auftrage der belgischen Luftverkehrsgesellschaft „Sabena“ von Renard entwickelt werden sollte, ging bei der Landung nach einem Versuchsflug restlos zu Bruch. Die Maschine war mit einer Ueberdruckkabine ausgerüstet und sollte mit 20 Fluggästen bei 3X700 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h erreichen. Eine Typenbeschreibung ist im „Flugsport“ 1937 auf S. 313 veröffentlicht. Brüssel—Belgisch-Kongo startete am 28. 3 eine dreimotorige Junkers Ju 52 REN mit der Bezeichnung OO-AGO nach Leo- poldville (Blg.-Kongo). Mit diesem ersten Start des neuen, eigens zum Einsatz auf ER nksunt man dieser Strecke bei den Junkers-Werken gebauten Flugzeugs für 17 Fluggäste, NY A esene Post, Fracht und dreiköpfige Besatzung, N j eröffnete die belgische Luftverkehrsges. „Sabena“, die auf ihren europäischen Strecken bereits mehrere Maschinen des jo gleichen, in der Verkehrsluftfahrt der ganzen Welt bewährten Typs verwendet, den Sommerluftverkehr zwischen dem Mutterland und der belgischen Kolonie KNOCKE HAMBURG LONDON 2ZOUTE BERLIN 5 . el” 9, ANTWERPEN OSTENDE ® COLOMB BECHAR in Mittelafrika. In Zukunft soll die Strecke N ro regelmäßig wöchentlich beflogen werden. ZNDER Dieser gegenüber dem bisherigen Flug- NIAMEY ® @ FORT LAMY plan wesentlich verdichtete Verkehr, der h ron anchammur | durch den Finsatz des neuen deutschen 9 Bancı Flugzeugs möglich wurde, trägt damit gen ne | zugleich der großen wirtschaftlichen Be- deutung der Kolonie für das Mutterland Rechnung. Der mehr als 8000 km lange Flugweg, der in gerader Linie über das Mittelmeer und die Sahara führt, wird in etwa 5 Tagen bewältigt. ® LEOPOLDVILLE Streckenführung der Fluglinie Brüssel—Leopoldville. 1938 [| REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR AERONAUTICS Nr.4 The Iniluence of Wing Setting on the Wing Load and Rotor Speed oi a PCA-2 Auto- giro as Determined in Flight. (Der Einfluß der Anordnung des festen Flügels auf dessen Belastung und anf die Rotordrehzahl, an einem POA-2-Autogiro Im Fluge gemessen.) J. B. Wheatley. Rep. Nr. 523, 1935, 5 Cents. Der feste Flügel eines Tragschraubers wurde auf — 0,5, 0,9 und 2,2° Einstellwinkel gebracht. Infolge der dadurch bedingten verschiedenartigen Verteilung des Gesamt- auftriebes auf Rotor und Fläche ist die Rotordrehzahl bei gleicher Fluggeschwindig- keit nicht konstant. Durch Verrringern des 160 rpm. Rotor speed,Nr', | Il h t Q | | ‘ ' ' ı DD ‘ ' ' 1 U) 0 20 =0 Indıcoted air speed, VW ‚,m.p.h. Einstellwinkels ist es möglich, die sichere Höchstgeschwindigkeit des PCA-2-Trag- schraubers (das Absinken der Drehzahl mit zunehmender Fluggeschwindigkeit darf nicht soweit gehen, daß die Fliehkräfte der Blät- ter unzulässig klein werden) von 225 auf 290 km/h zu steigern. Die Abb. zeigt die Rotordrehzahl (U/min) in Abhängigkeit von der Fluggeschwindig- keit (1 m.p.h. = 1,61 km/h) für die drei Anstellwinkel. Die kleinst zulässige Dreh- zahl liegt bei 100 U/min. Eifect of Tip Shape and Dihedral on Lateral-Stability Characteristics. ( Beein- finssung der Querstabilität durch Umrißform der Flügelspitze und V-Stellung.) J. A. Shortal. Rep. Nr. 548, 1935, 5 Cents. Ein Flügel mit dem Profil Clark Y wurde mit verschiedenen Abrundungen an der Spitze und mit verschieden großer Aufbie- gung des äußeren Flügelteiles (93, 50 und 25% der Halbspannweite) untersucht. Der Einfluß auf die Flugleistungen (Höchstauf- trieb, Kleinstwiderstand, Gleitzahl bei einem Auftriebsbeiwert von 0,7 und Camax/CW min ist gering. Bei einer Länge des abgerunde- 80 80 /00 120 /40 160 b/2 = 2.08% ————— 18.00" 10.00” —— Q © >= ı l ı ‘ Q e---J° 1] ‘ r4 ı > " 1 ' ! _Y K3.50> Note:- Aond8B ore quodronts of similor ellipses Nofe:- Maximum ordinafe points on | upper surface in one plane 17 b/2 essen] ten Teiles gleich der Flügeltiefe ist calcw bei ca = 0,7 um 9% größer als beim unver- wundenen Rechteckflügel.e Eine gerade durchlaufende Oberseite des Flügels ist ein wenig besser als die gerade Unterseite. V-Form ergibt eine geringe Verminderung des Höchstauftriebes, die etwa der Verrin- gerung der proiizierten Fläche verhältig ist. Der Widerstand nimmt in den meisten Fäl- len etwas zu. Die günstige Wirkung der V-Form bleibt in einem größeren Anstellwinkelbereich er- halten, wenn an Stelle des ganzen Flügels nur die Spitzen aufgebogen werden. Wind Tunnel Tests oi 10-Foot-Diameter Autogiro Rotors. (Windkanalversuche an Tragschrauber-Rotoren von 8 m Durchmesser.) J. B. Wheatley und C. Bioletti. Rep. Nr. 552, 1936, 10 Cents. Mehrere Modellrotoren mit verschiede- nen Flügelschnitten und verschiedener Blatt- breitenverteilung wurden bei verschiedenen Einstellwinkeln über den gesamten Auto- rotationsbereich vermessen. Hauptergeb- nisse: Flügel mit gewölbtem Profil ändern im Betriebe ihre Steigung, da sie sich unter dem Einfluß von Flieh- und Luftkräften ver- drehen. Gewölbte Profile ergeben bessere Gleitzahlen als symmetrische. Eine Ver- dickung des Profils von 12 auf 18% wirkt sich sehr ungünstig auf die Gleitzahl aus. Eine Verringerung der Blatibreite in der Nähe der Nabe ergibt geringe Verschlech- terung der Gleitzahl. Durch trapezförmige Blätter könnte vermutlich etwas gewonnen werden. Die untersuchten Profile kommen, nach der besten Gleitzahl geordnet, in .der Reihenfolge: NACA 4412, 0012, 0018, 4418. Die Ergebnisse sind im „Flugsport“ 1936 auf S. 501 ausführlich diskutiert, wobei auch die Beiwerte auf die übliche Polarenform Seite 14 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 4 umgezeichnet wurden, um einen Vergleich mit Starrflügelflugzeugen zu erleichtern. A Simplified Application of the Method oi Operators to the Calculation of Disturbed Motions of an Airplane. (Zine vereinfachte Anwendung des Näherungsverfahrens Jür die Berechnung gestörter Bewegungen eines Fing- zeuges.) R. T. Jones, Rep.Nr. 560, 1936. 10 Cents. Unter Anwendung des von Heaviside aus- gearbeiteten Rechenverfahrens werden ver- schiedene graphische Methoden und loga- rithmische Formeln, die eine wesentliche Verminderung des Rechenaufwandes ge- statten, entwickelt. Eifect of Nozzle Design on Fuel Spray and Flame Formation in a High-Speed Compres- sion-Ignition Engine. (Zinfluß der Einspritz- düse auf den Brennstoffstrahl und die Flam- menbildung in einem schnellanufenden Diesel- motor.) A. M. Rothrock und C. D. Waldron. Rep.Nr. 561, 1936. 10 Cents. s eu et = —- = 2 In den Verbrennungsraum eines Ver-. suchsdieselmotors wurde der Brennstoff durch verschiedene Düsen mit einer oder mehreren Oeffnungen von verschiedener Ge- stalt eingespritzt. Der Einspritz- und Ver- brennungsvorgang wurde mit einem Zeit- lupenfilmgerät (2200 Bilder je Sekunde) festgehalten. Hauptergebnisse: Die Geschwindigkeit, ınit der sich die Brennstoffdämpfie im Ver- brennungsraum verteilen und mit der Luft mischen, ist zu gering. Die Hauptschwierig- keiten bei der Entwicklung des schnellaufen- den Dieselmotors bieten nicht Geschwindig- keit oder Feinheit der Brennstoffzerstäubung, Geschwindigkeit der Brennstoffverdampfung oder Geschwindigkeit der Einspritzung, sondern Verteilung des Strahles und des Dampfes im Verbrennungsraum. Die Vor- teile des Dieselmotors können nicht voll ausgenutzt werden, solange nicht durch bessere Düsen, bessere Luftwirbelung oder EB 040" Dia: Single-orifice nozzles 178178 One of two ı sıde plones: _ . Center plone MO or 00 .007" Dia... ITBANN > _ 050 / \ £5° „ON“ Dia... 252,..25° "Ol" Dia. 020" Dia.” 12° Multiorifice nozzles "008° slıt Slit-orifice nozzles In u ee nen Four .030° Dia N wo | orıfıces Kk .035° Dia, a j ge orıfices Impinging-jets nozzles. beides eine schnellere Verteilung des Brenn- stoffes stattfindet. Die Brennstoffstrahlen aus einer Mehrfachdüse stören die Luft- wirbelung stärker als dies bei einer ein- fachen Düse der Fall ist. Die Abbildungen zeigen einige der verwendeten Düsen, eine Schlierenaufnahme der Wirbelung in der Verbrennungskammer (die Luft bildet einen linksdrehenden Wirbel, der selbst ebenfalls entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert) und Verbrennungsbilder mit Düsen von 2, 6 und 16 Oeffnungen. Air Flow in the Boundary Layer Near a Plate. (Zuftströmung in der Grenzschicht einer Platte.) H. L. Dryden. Rep.Nr. 562, 1936. 10 Cents. Die Ergebnisse einiger vom Bureau of Standards in Zusammenarbeit mit dem NACA vorgenommenen Windkanalunter- suchungen an ebenen, zugeschärften Platten werden mitgeteilt und mit früheren Ver- öffentlichungen verglichen. Calculated and Measured Pressure Distri- butions over the Midspan Section of the N. A.C.A. 4412 Airioil. (Berechnete und ge- messene Druckverteilung am Miltelschnitt eines Flügels vom Profil NACA 4412.) R. M. Pinkerton. Rep. Nr. 563, 1936. 10 Cents. An einem Modellfligel wurden im Ueber- druckkanal Druckmessungen an 54 Stellen des Profils bei 17 verschiedenen Anstell- winkeln zwischen — 20 und 30° vorgenom- men. Die Reynoldssche Zahl betrug rund 3000000. Die Uebereinstimmung der Rech- potenriol flow, some angle potentiol flow, some Jıft ------ modified‘ flow nı u G Exper ımentol pressure aA= 6.4 vectors NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 15 18.19 _ 20 1540/6070000 so El 5 22 ge 1frpus ee E6 27 Nr - — 5° 28 10.9338,97 BEZ BMI 2 u 30 2 / nung mit dem Versuch ist nicht sehr gut. Es wird ein Rechenverfahren abgeleitet, das auf den Unterschied zwischen reiner Theorie und Praxis abgestimmt ist und darauf be- ruht, daß man für die Ermittlung der Druck- verteilung ein etwas geändertes Profil zu- srunde legt. Die Bilder zeigen die Anord- nung der Meßstellen, eine Aufnahme der U-Rohre (N — Meßstelle an der Nase, = Hinterkante, S — statischer Druck) und die gemessene und gerechnete Druck- verteilung bei zwei Anstellwinkeln. Tests of a Wing-Nacelle-Propeller Combina- tion at Several Pitch Settings up to 42°, (Versuche an einer Flügel- Motorgondel- Pro- peller- Zusammenstellung bei verschiedenen Steigungen der Lnftschranbe.) R. Windler, Rep.Nr. 564, 1936. 10 Cents. Ein Einstellpropeller von 1,2 m Durch- messer wurde vor einem in der üblichen Weise verkleideten, im Flügel eingebauten Sternmotor bei Steigungswinkeln zwischen un dee II 7 ___ EmnESSERTENEGFTEEEEEREuGEUN nn 16 rt + I ! ! J- ıH nn u ae 1a —! + get /] A HT > AED A L 10 Bram, ! Fe 42° 01 0 7SR BEER PURE N 7 > IK wi Ir IN TIVTERArt DEOBTaBEN u T A IN x f N f 2 EAUTTANGEN) [ \ NK -— i \ o mm 4 u N | N 22 ENG e8 30 6 ' e uno | A-05 20 6 ER 1 T TI AuasaN m Ai \. T\l-4 IN ! 42° or O75R Fa r\ \ 37 EERZENEE NE 27 iu ter FH || Bi \ o 6 8 LI ii B | I 22 24 26 28 3o “7 Wnb Seite 16 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 4 17 und 42° in 0,75 des Radius auf Wirkungs- grad untersucht. Der beste Wirkungsgrad ergab sich bei 27°, darüber hinaus zeigte sich ein flacher Abfall. Der berichtigte Vor- triebswirkungsgrad ist im Bereiche des Schnell- und des Steigfluges vom Anstell- winkel des Flügels praktisch unabhängig. Ein aus den Meßergebnissen abgeleitetes Rechenblatt erleichtert die Auswahl einer geeigneten Luftschraube für beliebige Auf- gaben. Die Abbildungen zeigen in englischen . Einheiten Wirkungsgrad und Drehwert im gesamten Arbeitsbereich. (VmD entspricht _ unserer Bezeichnung 4, cp) unserem Ausdruck ka, die Umrechnung ergibt sich aus den nachträglich angeschriebenen Mar- ken. Die Höhenlinien konstanten Wirkungs- erades sind ebenfalls vom Bearbeiter ein- getragen.) Für die Auswahl einer Luftschraube nach diesem Diagramm vgl. „Flugsport“ 1935, S. 531, und 1937, S. 12. Blattabmessungen sind nicht mit veröffentlicht, sie müssen aus einem früheren Bericht entnommen werden. Measurements of Fuel Distribution within Sprays for Fuel-Injection Engines. (Messun- gen der Brennstoffverteilung innerhalb der Strahlen bei einem Einspritzmolor.) D. W. Lee, Rep.Nr. 565, 1936. 10 Cents. In einem Versuchszylinder wurde die Verteilung des eingespritzten Brennstoffes in 25, 75, 125 und 175 mm Abstand von der Düse gemessen. Der Luftdruck betrug dabei 1, 6 und 14 at. Die auf eine bestimmte Fläche entfallende Brennstoffmenge wurde von einer beweglichen Schale oder bei symme- trischen Anordnungen von konzentrischen Ringen im gegenüberliegenden Boden auf- gefangen und durch Wägung bestimmt. Hauptergebnisse: Die Verteilung nimmt mit dem Abstand von der Düse zu, am deut- lichsten tritt dies bei Strahlen mit hoher Geschwindigkeit auf. Derartige Strahlen er- fahren bei höherem Luftdruck eine bessere Verteilung. Spritzt man langsamer ein, so hat der Luftdruck wenig Einfluß auf die Verteilung. Zunehmende Viskosität des Brennstoffes verschlechtert die Verteilung 0 TI 0 Ir 1 8 Air density, 6 afmos. Wir density, /4 o/mos. S ö -F -4-4-45 inches from Ihe nozzle 1 r— 8 2 3 inches|from nozz/e D_| u re RE Va --L__ ° Be H--|__|_ a I 01 +-__L Io 2 fi [8 N Se nn BE u R A| | y /ınch from ü \ n7 \ Prhe nozzle | |} \ “ \ \ o — \ | TI [7] -_| 1-4 g& 0L— ae 8.10 5 o 5 10 5 oO 5 10 LÄ . [6] Distonce from spray axıs, Inch Nozzle havıng an annular orıfice Nozzle having Iwo impingıng jels. ' of varying area bei einfachen Düsen. Die Verteilung des Brennstoffes in den beiden mittleren Strah- len einer Mehrfachdüse ist besser als die im Strahl einer einfachen Düse von etwa gleichem Oeffnungsquerschnitt. Die Abbil- dungen zeigen Querschnitte durch die unter- suchten Düsen und eine Zusammenstellung der an einer Zentrifugaldüse gemessenen Werte. (Brennstoffmenge in Gramm bei 1000 Einspritzungen, in 3 Abständen und bei 2 Drücken gemessen.) Ground-Handling Forces on a 1/40-Scale Model of the U. S. Airship „Akron“. (Kräfte bei Bodenmanövern des Luftschiffes „Akron“, gemessen an einem Modell im Maßstab 1:40.) A. Silverstein und B. G. Qulick, Rep. Nr. 566, 1936. 10 Cents. Zur Klärung der Frage, welche Luft- kräfte bei Landemanövern von Luftschiffen zu erwarten sind, wurde ein Modell bei allen vorkommenden Winkeln in verschie- denen Abständen von einer Platte an- geblasen. Nr. 8/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 189 Sportflugzeug Benes-Mraz „Beta-Minor Be 50°, mit dem am 24. 3. eine neue Höchstleistung im Geschwindigkeitsflug über 100 km aufgestellt wurde. Mit einem Motor Walter „Minor“ von 85/95 PS wurden in der Klasse bis 4 I Hubraum 196,6 km/h erreicht. Die bisher höchste Geschwindigkeit in dieser Kategorie be- trug 187 km/h (Farman). Werkbild Botali-Flugmotor (Frankreich), vier Zylinder in Sternform mit 3,5 i Hub- raum, arbeitet als Diesel im Zweitakt. Die Leistung soll bei 1850 U/min 100 PS betragen. Demnach müßte ein mittlerer Druck von rd. 7 atü erreicht werden, was ohne besondere Ladeeinrichtung sehr schwierig sein dürfte. 403,424 km/h über 1000 km und 399,644 kmh über 2000 km erreichten die Italiener Stoppani-Gorini-Luzzatto-Accumolli mit 2000 kg Nutzlast auf einem Wasserfluezeug vom Typ „Cant. Z. 509“. Damit sind die am 20. 3. von einem Heinkel-Seeflugzeug aufgestellten Weltbestleistungen überboten. Das Flugzeug ist von Zappata entworfen und mit drei Achtzehnzylinder-Motoren Fiat „A. 80 R.C.41“ "ausgerüstet. Hubraum 45,7 1, Nennleistung 1000 PS in 4000 m Höhe, Beschrei- bung s. „Flugsport“ 1937, S. 558. Die Maschine wird bereits in Serie gebaut und soll im Transozeandienst Verwendung finden. Bei den an sich hervorragen- den Leistungen Stoppanis ist zu beachten, daß 3000 PS zur Verfügung standen, während das Heinkel-Seeflugzeug nur zwei Motoren von je 880 PS besitzt. Segelilugbetrieb des Centro Studi ed Esperienze per il Volo a Vela, Mai- land, im März. Bei einem Besuch der Flugabteilung des CVV in der Segelflug- schule in Sezze erreichte Vaghi 1350 m Höhe über Start, nachdem er am Vor- Fallschirmbomben wurden bei einem Manöver der amerikanischen Luftwaffe vor- geführt. Die niedrigere Fallgeschwindigkeit dieser Art von Bomben soll es den Flugzeugen ermöglichen, das Ziel in geringerer Höhe anzufliegen, ohne durch die Splitter der eigenen Bombe gefährdet zu sein. Weltbild Seite 190 „FLUGSPORT*“ Nr. 8/1938, Bd. 30 Boeing-Flugboot „314“ bei der Probemontage. Das Bild zeigt die erste Maschine dieses Typs auf dem Werksgelände in Seattle, Washington. Werkbild tage auf „Asiago G. P. 2“ seine „C“ mit 1 Std. 9 Min. erflogen hatte. Der Jung- faschist Stricker flog auf dem alten Bonomi-Schulsegler „Airone“ 5 Std. 2 Min,, der Platzkommandant Padova auf „Wolf“ 5 Std. 5 Min. Besondere Bedeutung erhält die Expedition aber durch die erstmalige Aufwindausnutzung in Italien im Lee des Gebirges. Bei typischer Föhnlage flogen Padova auf „Wolf“ und der CVV-Flieger Venturini etwa 2 Std. in 2000 m Höhe (700-1000 m über Ausklink- höhe), wobei teilweise eine „moazagotl“-ähnliche Wolkenbildung ausgenutzt wurde. Da im Lee der Apenninnen zunächst die Pontinische Provinz und dann die See kommt, bildet sich nicht nur eine, sondern mehrere Wellen, die durch hohe Cirrostraten klar gekennzeichnet sind. Weitere Versuche werden demnächst unternommen. Seversky „Super-Clipper“ ist ein Projekt für ein der Ausschreibung von Pan American Airways entsprechendes Großflugboot für 120 Fluggäste. 16 Mann Besatzung, 19500 kg Nutzlast, 8000 km Reichweite mit 400 km/h Reisegesch win- digkeit, Höchstgeschwindigkeit 480 km/h, Flughöhe 6000 m. Freitragendes Doppei- flugboot mit einziehbaren Schwimmerböden. Acht flüssigkeitsgekühlte Motoren von je 2000/2300 PS, je zwei auf eine Luftschraube arbeitend im Bugs der beiden Boote und am Heck einer Mittelgondel, je einer mit Druckschraube im Flügel außerhalb der Boote. Fairchild-Reisehochdecker „24“ mit Warner-Sternmotor. Der seit einer Reihe von Jahren ständig weiter entwickelte Kabinenviersitzer ist im „Flugsport“ 1936 auf S. 334 ausführlich besprochen. Das neueste Muster besitzt einen etwas geräumi- geren Insassenraum, und eine höhere Reisegeschwindigkeit. Werkbild Nr. 8/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 191 Wright-Doppelsternmotor legte die Typenprüfung ab. Hubraum der vierzehn Zylinder 42,6 1, Startleistung 1520 PS, Nennleistung am Boden 1220 PS. Lockheed-Belegschaft stieg von 440 Mann im Januar 1936 auf 1150.im Ja- nuar 1937 und auf 2015 zu Anfang dieses Jahres. Fliegende Aerzte sind zur Zeit in Australien fünf vorhanden. Die Gesamt- kosten für das Unternehmen, das 1928 ins Leben gerufen wurde, und von den Orten Cloncurry, Wyndham, Port Headland, Broken Hill und Kalgoorlie arbeitet, betrugen im letzten Jahre 20000 Lstr. Davon wurden 1200 Lstr. durch direkte Einnahmen, 6000 Lstr. durch Unterstützung der Regierung und eines Wohltätig- keitsverbandes gedeckt. = as EUTIN Saalilugmodellwettbewerb des NSFK fand am 6. 3. in Berlin statt. In vier Klassen waren Modelle von nicht mehr als 4 g/dm? Flächenbelastung zugelassen. Jede NSFK-Gruppe entsandte 3 Teilnehmer. Die beste Flugzeit wurde mit 174 Se- kunden von C. Neubauer-Königsberg erreicht. Daß selbst bei derart gezüchteten Modellen eine annähernd formtreue Nachbildung wirklicher Flugzeuge möglich ist, bewies Ledertheil mit einer Messerschmitt „Me 108“ von 600 mm Spann- weite und 12 g Gewicht. Auch ein Modell mit Metallgerüst (Meco-Bauweise, Wernicke-Schmalkalden) war vertreten. Es wog bei 450 mm Spannweite 7,8 g und erreichte Flugzeiten bis zu 62 Sek. - Die Flächenbelastung blieb bei den meisten Modellen weit unter der vor- geschriebenen Grenze. In einem Falle betrug sie rd. 0,6 g’dm?. Diese Belastung von 0,06 kg/m? gibt die Erklärung für den außerordentlich geringen Leistungs- bedarf dieser Modelle. Vergleichsweise sei darauf hingewiesen, daß man die Fläche eines bemannten Flugzeuges (Segel- oder Muskelkraftflugzeug) nur sehr schwer auf ein Einheitsgewicht von weniger als 2 kg/m herabdrücken kann. Die äußerste konstruktiv noch zu erreichende Grenze dürfte heute bei etwa 1 kg/m? liegen. Dieser Vergleich zeigt deutlich, daß die Uebertragung von Ergebnissen, die in diesem kleinen Maßstab gewonnen wurden, auf bemannte Ausführungen nicht möglich ist. Eine aufschlußreiche Beurteilung ergibt sich, wenn man geometrisch ähn- liche Modelle bezw. Flugzeuge, die also in erster Annäherung gleiche aerodyna- mische Güte aufweisen, hinsichtlich der geringstmöglichen Leistungsbelastung untersucht. Die Formel dafür lautet: NIG = VG/F . Nimmt man als charakte- ristische Beispiele ein Saalflugmodell von 0,05 kg/m? Flächenbelastung, ein nor- males Modell von 1,5 kg/m’, ein Segelflugzeug von 10 kg/m? und ein neuzeit- liches Motorflugzeug mit 150 kg/m? an, so ergibt sich die erforderliche Motor- leistung je Gewichtseinheit (der reziproke Wert der Leistungsbelastung), wenn man ihn für das Saalflugmodell gleich 1 setzt, zu 5 für das Normalmodell, zu 13 für das Segelflugzeug und zu 50 für das Motorflugzeug. Diese Zahlen zeigen, wenn sie auch infolge des Kennwerteinflusses eine Abminderung erfahren (statt 50 beim Motorflugzeug etwa nur 20-30), daß ein direkter Vergleich zwischen Fluggeräten derart unterschiedlicher Größe und Flächenbelastung absolut unmög- lich ist. Diese Schlußfolgerung sei insbesondere den Schwingenfluginteressenten vorgehalten, die der Ansicht sind, daß eine vergrößerte Nachbildung eines Flug- tieres ebenso mühelos fliegen könnte wie das Vorbild selbst. Die Natur ist gezwungen, in größeren Abmessungen relativ schwerer zu bauen, der Mensch ist es, wie ein Vergleich zwischen Modell und wirklichem Flugzeug zeigt, auch. Also dürfte es für ihn sehr schwierig sein, an der Stelle, wo die Natur von weiterer Vergrößerung abgesehen hat, unter Beibehaltung der gleichen Konstruktionsprinzipien weiter zu kommen. Modellpropeller mit verönderlichem Durchmesser wurden in England ver- sucht. Die Blätter gleiten in einer radialen Führung und werden von Gummifäden nach innen gezogen. Bei starkem Drehmoment des Gummimotors wandern sie unter dem Einfluß der Fliehkraft nach außen, läßt die Kraft nach, werden sie von Nr. 8/1938, Bd. 30 Seite 192 „FLUG SRORT“ dem Gummi wieder eingezogen. Damit bleibt die Drehzahl des Gummimotors praktisch konstant. me .. nn Stand der Deutschen Flugmodell-Rekorde am 1. 4. 38. An dem im „Flug- sport‘ 1938 Nr. 2 S. 51 veröffentlichten Stand der Rekorde hat sich in den einzelnen Klassen nichts geändert. Hinzugekommen ist eine neue Klasse: Saalflugmodelle mit Gummimotor. Handstart-Dauer: G. Neubauer, Königsberg/Pr., 2 Min. 54 Sek. . Leistungsberechnung von Modellen ist nur bedingt möglich. Zunächst liegen wenig Messungen bei derart kleinen‘ Kenhwerten vor, weiter ist eine einwandfreie Uebereinstimmung der Profilabmessungen mit dem Vorbild nicht zu erzielen, _und außerdem wird man selten eine Wetterlage antreffen, bei der die Leistungen "nicht irgendwie beeinträchtigt werden. on Literatur. “(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) ' Der Neue Brockhaus, Bd. 3 (L—R), Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis eines Textbandes: Ganzln. RM 11.50, Halbleder RM 15.—. | Mit dem dritten Band, der auf 800 Seiten mehr als 2000 Abbildungen ent- hält, liegt.das „Allbuch“ bis auf den in etwa drei Monaten erscheinenden Schluß- band fertig vor. Damit steht das gegenwartsnaheste Lexikon kurz vor der Voll- endung. Ob man darin „Richthofen“ nachschlägt oder das umfangreiche Kapitel über Luftverkehr liest, stets findet man eine umfassende Darstellung des Ge- bietes, in der der allerneueste Stand der Geschichte berücksichtigt ist. Selbst beim planlosen Lesen findet man laufend so viel Interessantes, daß die Bezeich- nung „Allbuch“ in jeder Hinsicht gerechtfertigt erscheint. Luitkrieg bedroht Europa. Von Major L. Schüttel. J. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. Preis geh. RM 4.40, Lwd. RM 5.60. Der Verfasser behandelt alle sich aus dem Unruhezustand in Europa er- gebenden Fragen hinsichtlich der Mösglichkeiten eines Luftkrieges. Nach den Ab- schnitten: Treibt Europa einem neuen Kriege entgegen? und Die Luftwaffe als beherrschender Faktor des Zukunftskrieges werden die Luftmächte und Luft- raumprobleme Europas eingehend behandelt. Besonderer Raum ist der Luftgroß- macht Sowietrußland gewidmet. Ein begrüßenswertes Buch, das durch die fach- männische Behandlung des Problems mehr zu sagen weiß als zahlreiche Einzel- abhandlungen zusammengenommen. Elektrische Zündung, Licht und Anlasser der Kraftfahrzeuge. Von Dr.-Ing. E. Seiler. Verlag von Wilhelm Knapp, Halle. Preis RM 13.80. Die vorliegende dritte Auflage dieses Werkes behandelt in den Abschnitten: Die elektrischen Zündeinrichtungen, Die Zündkerze, Der elektrische Anlasser, Der Stromerzeuger, Kombinierte Maschinen, Der Sammler, Die Beleuchtungsanlage des Kraftwagens — Theorie und praktische Konstruktion der gesamten elektri- schen Anlage von Kraftfahrzeugen. Die außerordentlich gründliche und umfassende Darstellung des Zündvorgangs und der Erzeugung des Funkens sowie die ein- gehende Beschreibung der gebräuchlichen Zündeinrichtungen machen das Buch für den Ingenieur, der weiter in dieses Gebiet eindringen will, zu einem aus- gezeichneten Lehrmittel. Flugmodellbau. Von K. Fricke. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leip- zize C 1. Preis RM 0.90. Als Heft 27 der Sammlung „Meyers Bild-Bändchen“ bringt das Büchlein eine kurze Einführung in den Modellbau und etwa 50 Abbildungen, die eine Reihe bekannter Modelle, ferner die verschiedenen Arbeitsmethoden im Modellbau zei- sen und ein Bild vom Segelmodellwettbewerb auf der Wasserkuppe vermitteln. Der Metallilugzeugbau. Von C. W. Vogelsang. Verlag Richard Carl Schmidt & Co., Berlin W 62. Preis RM 7.50. Auf 168 Seiten mit 169 Abbildungen wird der gegenwärtige Stand des Metallbaues in der Flugzeugindustrie beschrieben. Es werden die verschiedenen Arbeitsverfahren besprochen und Konstruktionseinzelheiten älterer sowie einiger neuerer Baumuster erläutert. Helm-Bauplan-Sammlung. Vier Baupläne der Reihe „Flugzeugähnliche Mo- delle“. Helm-Lehrmittelverlag. Ferd. Ashelm. K.-G., Berlin, Halle, Köln. Preis jedes einzelnen Planes RM 1.—. Nr. 8/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT“ Seite 193 Klemm K125D, ein Gummimotor-Modell von A. Ledertheil. Spannweite 1,3 m. Flugstrecke 3—400 m, Flugdauer bis zu 1 Minute. u Ju 52, ein einmotoriges Gummimotor-Modell mit zwei leerlaufenden Pro- pellern vor dem Flügel. “ 0, eine Nachbildung des bekannten Schnellverkehtsflug- zeuges, Spannweite 960 mm. Strecke bis 300 m. Kranich, Segelflugmoödell von 25 m Spannweite. Dieses Modell errang im Modellwettbewerb 1937 auf der Wasserkuppe in der Klasse C den Heinkel He 7 ersten Preis. Die dreigespaltene Millimeter-Zeile kostet 25 Pfennig. „sigete. KLEINE ANZEIGEN Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 | — Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. Pfennig in Briefmarken beizulegen. st Klemm K125 dVil Zelle, evil. mit Motor oder einen Bruch o. a. Baumusters zu kaufen gesucht. Ange- bote unter 3920 an die Ex- pedition des „Flugsport”, Frankfurt a M., erbeten. KALTLEIM 2 Jahrzehnten devorzuge KALTLEIM-INDUSTRIE»CERTUS«G.M.B.H. . BERLIN - HAMBURG . " BERLIN W. 35,” POTSDAMERSTR72 ‚RIVISTA AERONAUTIGA' "Wlustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch italienisches Lufifahrtministerium Ministero dell’ Aeronautica, Roma Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. üb. die Luftfahrttech- nik, weitere Nachrichten über den internationalen Luftverkehr auf dem militärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis für Italien u. Kolonien it. L. 64,80 für Ausland . it. L. 144, — Einseparates Heft für Italien. . . . .„ it. L 9-— für Ausland . . . „. it.L. 19,— Kilomeier, sucht sich zu verändern (Industrie). Freigabe kann erfolgen. Angebote unter 3933 an die Expedition des ‚Flugsport‘, Frankfurt am Main, Hindenburgplatz 8, erbeten. Bl ernschule für lugzeugbau Theoret. Vorbereitung für Bauprüfer, Flugzeugführer, Ingenieure sowie für den geramten Flugdienst. Sonderlebr- gänge für Jungflieger. Abschlufprü- fungen- Abschlußzeugnisse. Studien | progr. Nr. 145 durch das Sekretariat. j Fernschule G.m.b.H. BerlinW15 Kurfürstendamm 66 p. ses und gen’ L gr "ze 2 Fallshirme aller Art SCHROEDER & CO. Berlin-Neukölln Bergstrafte 93-95 Altesie Flugzeug- Fallshirm-Fabrik der Welt Eingebunden ist der „Flugsport“ | Flugzeugschreiner ein Nachschlagewerk von Wert!| der wieder nach Deutschland zurück möchte, sucht Stelle. Langjährige gute Zeugnisse vorhanden. Zuschriften an Flugzeugführer | W. Ammtrer Altstätten, St. Gallen, mit Blindflug. CII- u. ca. 200000 Fig.- Bahnbofsıralle 485 (Schweiz). Flugmaschinist, alter Parteigen.. 9 Jahre Praxis in der Fliegerei, sucht Anstellung, a. i. Ausl. Schmidt Hansen, Braunschweig Siegfriedstrafe 55 D BirkenFlugzeug' $perrholzplattenf „cAWIT deutsches Fabrikat bei Rekordflügen erprobt, in den Qualitäten: AVIATIC, SPEZIAL, ® GLEITFLUG in allen Stärken von N,4-8 mm liefert prompt ab Lager Georg Herte Berlin-Charlottenburg Kaiser Friedrich-Straße 24 Fernspr.-Sammelnummer: 34 5841 | Telgr.-Adr.: Fliegerhölzer Berlin 02] | ULMI \\ Präzisions- | Kreissäge | = - für den | Fiugzeugbau' | Hobelbänke Compleite Werkzeugschränke Hobel Spann-Workzeuge wow Katoelog Rostenlos, SZ LU TTTEERT [Tree 1] Kar In. En. "GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz B Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 9 27. April 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 11. Mai 1938 Korpsführer-Arbeit. Schneestürme, Hagelwetter, jagende Wolken am Himmel waren in den letzten Wochen für den Durchschnittsmenschen wenig schön, herzerfrischend indessen für unsere Segelflieger. Ueberall in Deutsch- land sah man plötzlich erstaunt eine Menge Segelflieger sich tummelnd in diesem wilden Wetter ihre Kreise ziehen, und aus allen Teilen Deutschlands kamen Nachrichten von Durchschnittsüberlandflügen von 200 und 300 km von jungen Fliegern, deren Namen man noch nie nen- nen hörte. Nationalsozialistische, die ganze Jugend erfassende Auf- bautätigkeit, Flugertüchtigung des deutschen Volkes. Am 17. April ist ein Jahr vergangen, seitdem der Führer General- leutnant Christiansen als Korpsführer und Betreuer der deutschen Fliegerjiugend bestellt hat. In der kurzen Zeit ist viel Arbeit geleistet worden. Gruppen, Standarten und Stürme wurden geschaffen. Das Primadonnenwesen ist verschwunden. Ueberall erkennt man die Richt- linien des Korpsführers, keine Rekordsucht, sondern Ansporn im Sinne der Gemeinschaftsleistung. Durch den Ausbau der Segelfluglarer und Wochenendschulbetriebe in kurzfristigen Lagern konnte auch dem beruflich Tätigen die Möglichkeit der Schulung gegeben werden. Durch die neu eingerichteten Modellwerkstätten zeigten sich neue Modell- baumöglichkeiten und naturgemäß die Modellwettbewerbe, Leistungs- steigerungen u. a. m. Die Internationale Modellflug-Tarung und Flug- modell-Ausstellung in Brüssel zeigte so recht, daß Deutschland auf diesem Gebiete führend ist. Die 6 Reichsschulen des Korpsführers für Motorflugsport ermöglichten im vergangenen Jahre die Durchführung der notwendigen Uebungsflüge für die Führerscheine auf Korpsflug- zeugen. Augenfällig sind die Leistungen in den 10 regionalen und na- tionalen Motorflugwettbewerben, in welchen 627 Flugzeuge nach Er- ledigung aller gestellten Aufgaben ihr Ziel, also dreimal so viele wie im vorhergehenden Jahre, ohne einen einzigen Unfall erreicht haben. Im folgenden Arbeitsjahr wird der Korpsführer mit seinen Geschwa- dern nach dem Ausland starten. Außerdem wird der Deutschlandflug bis nach Wien durchgeführt. Durch den Anschluß wird nunmehr auch der österreichischen Fliegerjugend die Möglichkeit gegeben, ohne sich verstecken zu müssen, zu fliegen, Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 19 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 5. Seite 196 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd. 30 Finnisches Sportflugzeug „Viri“. Der dem Verein Finnischer Techniker angehörende Klub der Luft- fahrtingenieure konstruierte im Jahre 1936 einen einsitzigen Hoch- decker, der dann von dem Flugzeugwerk Veljekset Karhumäki in Keljo gebaut wurde. Die Maschine ist als abzestrebter Hochdecker ausgeführt und zum größten Teil aus heimischen Werkstoffen hergestellt. Zweiteiliger Tlü- cel von elliptischem Umriß, Holme und Rippen aus finnischer Kiefer, Stoffbespannung. Befestigung über dem Rumpf an einem kurzen frei- tragenden Hals, auf jeder Seite ein V-Stiel nach der Rumpfunterkante. Zweiholmige Ausführung, der Anschlußbeschlag des Hinterholmes dient gleichzeitig als Drehpunkt beim Zurückklappen der Flügel- äliten. | . | ! N ereckiger Holzrumpf mit gerundeter Oberseite, Sperrholz- beplankung. Offener Führersitz. Freitragendes Holzleitwerk. Flossen sperrholzbeplankt, Ruder stofibespannt. Dreibeinfahrwerk in Stahlkonstruktion, Gummistoßdämpfer, Nie- derdruckbereifung. Im Winter können die Räder gegen Schneekufen ausgewechselt werden. Schleifsporn mit Blattfedern. r Triebwerk: Dreizylinder- Sternmotor Szekely „SR-3-0“ von 37 PS in der Rumpfnase. Es können auch andere Baumuster etwa gleicher Leistung und glei- chen Gewichtes Verwendung finden. ! Spannweite 8 m, Länge 6,1 m, Höhe 2m, Fläche 10m?, Flug- gewicht 370 kg, Flächenbelastung 37 ke/m?, Leistungsbelastung 10 ke/PS. Höchstgeschwindigkeit 150 km/h, Reisegeschw.125 km/h, Sportilugzeug j Landegeschw. 75 km/h, Steigzeit „Vin“ auf 1000 m 6 min 47 sec, auf 2000 m 16 min 36 sec, auf 3000 m 34 min 36 sec, Gipfelhöhe absolut 3000 m, praktisch 2500 m. Die Festigkeit des Tragwerkes ist so gewählt, dab auch Kunst- flüge ausgeführt werden können. Bemerkenswert ist der niedrige Preis der Maschine, Das Musterflugzeug kostete nur 4700 RM, bei Serienherstellung wird mit 3250 RM gerechnet. Der Brennstoffiver- DoEr Sporteinsitzer „Viri“ mit Szekely-Motor. Werkbild Nr. 9/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 197 Finnischer Sporteinsitzer „Viri“, Werkbild brauch beträgt bei Reisegeschwindigkeit 9,2 1/100 km, die Reichweite mit vollem Tank (50 1) liegt also bei rd. 540 km. Reiseflugzeug Bellanca „Junior“. Mit einem freitragenden Kabinentiefdecker für drei Insassen ver- sucht die amerikanische Firma Bellanca in den Markt für Privatflug- zeuge einzudringen, nachdem sie bisher ausschließlich Konstruktionen, die den höheren Preisklassen angehören, ausgeführt hat. Die Maschine wird mit zwei verschieden starken Motoren, einmal mit dem Fünf- zylinder Le Blond 5 E von 75 PS, als Baumuster 14-7, das andere Mal mit dem 90 PS leistenden 5 F der gleichen Firma als 149, ge- liefert. Auf Wunsch wird das feste Fahrwerk durch eine einziehbare Konstruktion ersetzt. Freitragender Tiefdeckerfligel in Holz-Stoff-Bauweise. Zwei Spruceholme, Sperrholznase, Hinterteil stoffbespannt. Querruder in Holzbau, mit Innenausgleich. In der rechten Flügelwurzel befindet sich ein Gepäckraum von 0,085 m?. Flügelprofil Bellanca B, Umriß trapez- förmig mit stärker verjüngten Enden. Geschweißter Stahlrohrrumpf mit leichter Holzverkleidung und Stofibespannung. Geschlossene, reichlich verglaste Kabine. Vorn zwei Sitze nebeneinander, dahinter ein weiterer Sitz. Zugang durch eine Tür in der rechten Rumpfwand. Doppelsteuerung, der rechte Knüppel kann leicht ausgebaut werden. Verspanntes Leitwerk. Höhenflosse und -ruder Holzbau mit Stoff- bespannung, Kielflosse und Seitenruder Stahlrohrgerippe, ebenfalls stoffbespannt. Höhenflosse im Fluge verstellbar. Geteiltes Fahrwerk von 2,7 m Spurweite, Federbeine mit Stahl- federn und Oeldämpfung. Das Einziehfahrwerk der Sonderausführung ist ähnlich aufgebaut, die Räder sind bremsbar und werden mecha- nisch nach hinten in den Flügel eingezogen. Schleifsporn mit Blattfeder oder schwenkbares Spornrad. Triebwerk: Fünfzylinder-Sternmotor Le Blond von 75 oder Reiseflugzeug Bellanca „Junior“. Werkbfid Seite 198 „FLUGSPORT"“ Nr. 9/1938, Bd. 30 90 PS. NACA-Haube, Holzpropeller. Brennstofftank von 100 1 Inhalt in der linken Flügelwurzel. Spannweite 10,5 m, Länge 6,5 m, Höhe 1,93 m, Fläche 13 m’, Leergewicht 415 kg, Fluggewicht 750 kg, Flächenbelastung 57,6 kg/m?, Leistungsbelastung 10. (8,3) kg/PS. Höchstgeschwindigkeit 185 (193) km/h, Reisegeschw. mit 75°/o der Volleistung 169 (177) km/h, Lande- geschwindigkeit 72,5 km/h, Steiggeschw. am Boden 3,05 (3,55) misec, praktische Gipfelhöhe 3650 (4500) m, Reichweite im Reiseflug 800 km. Mit Einziehfahrwerk erhöht sich das Leergewicht auf 427 kg, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 209 km/h, die Reisegeschw. 193 km/h und die Steiggeschw. wird 4,05 m/sec. Verkaufspreis mit 75-PS- Motor 3150 $, mit 90 PS 3475 ®. Kabinenhochdecker Cessna „Airmaster“. Die Cessna Aircraft Co., Inc. in Wichita, Kansas, befaßt sich seit Jahren mit der Züchtung eines Reisehochdeckers, dessen neueste Aus- gabe die Bezeichnung „Airmaster C 38“ führt. Freitragender Hochdeckerflügel. Trapezform mit abgerundeten Enden. Zwei Spruce-Holme, Holzrippen, Sperrholznase, sonst Stofi- bespannung. Verjüngte Querruder, statisch ausgeglichen. Zwischen Rumpf und Querrudern elektrisch betätigte Landeklappen. Rechteckiger Stahlrohrrumpf, vorn mit Dural beplankt, hinten stoffbespannt. Geschlossene Kabine mit vier Sitzen, Doppelsteuerung, Gepäckraum. Einstieg durch zwei Türen. An der Rumpfunterseite ist zwischen den Fahrwerkstreben eine Bremsklappe angeordnet, die, ohne die Trimmung zu beeinflussen, eine Verkürzung des Auslaufes ergeben soll. Infolge der großen Tiefe dürfte die Betätigungskraft be- trächtlich groß sein. Freitragendes Leitwerk, Stahlrohrgerippe mit Stoffbespannung. Trimmklappen am Höhenruder. Geteiltes, freitragendes Fahrwerk mit Oelstoßfederbeinen. Unver- kleidete, bremsbare Niederdruckreifen. Schwenkbares Spornrad mit Arretiervorrichtung. Die Räder können gegen Schneekufen aus- cetauscht werden, außerdem wird die Maschine auch mit Schwimm- werk geliefert. \ Triebwerk: Siebenzylinder-Sternmotor Warner Super-Scarab von 145 PS. NACA-Haube. Fester, einteiliger Curtiss-Metallpropeller. Brennstofftank im Flügel. Spannweite 10,4 m, Länge 7,5 m, Höhe 2,13 m, Fläche 16,3 m’, Leergewicht 613 kg, Fluggewicht 1065 kg, Flächenbelastung 63,4 ke/m?, Leistungsbelastung 7,35 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit am Boden 261 km/h, Reisegeschw. 230 km/h, Landegeschw. 79 km/h. Steiggeschw. am Boden 5,05 m/sec, praktische Gipfelhöhe 5500 m, Reichweite 850 km, mit voller Brennstofflast 1090 km, Brennstofi- verbrauch rd. 20 1/1100 km. Cessna „Airmaster“. Links: Die Bremsklappe unter dem Rumpf. Rechts: Das Spornrad mit der Arretier- vorrichtung. Werkbilder schwenkbare - Nr. 9/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 199 Reiseflugzeug Cessna „Airmaster C. 38“. Werkbild Als Zweischwimmerflugzeug ergeben sich folgende Gewichte und Leistungen: Leergewicht 737 ke, Fluggewicht 1157 kg, Flächen- belastung 68,8 ke/m?, Leistungsbelastung 8 kg/PS. Höchstgeschwindig- keit 234 km/h, Reisegeschw. 210 km/h, Landegeschw. 80 km/h, Steig- geschwindigkeit am Boden 3,25 m/sec, Reichweite 740 km, mit vollem Fun: 70 km, praktische Gipfelhöhe 4250 m, Brennstoffverbrauch rd. 21 1/100 km. Wendt-Kabinenhochdecker. Unter den auf der Chikagoer Luftfahrtausstellung gezeigten Neu- konstruktionen entspricht der zweisitzige Kabinenhochdecker der Wendt Aircraft Corporation der in Amerika für Privatflugszeuge be- liebten Konstruktionsrichtung. Im Gegensatz zu Europa hat der Tief- decker bisher noch wenig Anklang gefunden, man bevorzugt nach wie vor den freitragenden oder abgestrebten Flochdecker mit zeschlos- senem Insassenraum. 2 on Das Baumuster von Wendt ist eine Gemischtkonstruktion mit & Stoffbespannung. Zweiholmiger Rechteckflügel mit abgerundeten Enden, Profil Clark Y. Auf jeder Seite ein V-Stiel. Geschweißter Stahl- rohrrumpf, vorn blechbeplankt, hinten stoffbespannt. Zwei Sitze neben- einander, Doppelsteuerung mit oben angelenkten Handrädern. Einstieg durch seitliche Türen, die nach oben schlagen. Verspanntes Leitwerk, festes Fahrwerk mit Niederdruckbereifung und Radverkleidungen. Die beiden äußeren der drei Fahrwerkstreben sind gemeinsam verkleidet. Schleifsporn. Triebwerk: Warner-Sternmotor „Scarab Jr.“ von 90 PS bei 2050 U/min. Verkleidung durch eine Haube mit fünf Lufteintrittsöffnun- gen (eine von dem Versuchstiefdecker „D 29“ der Akaflieg Darmstadt her bekannte Ausführung). Brennstoffvorrat 115 1. Sport- und Reiseflugzeug von Wendt. Werkbikd Seite 200 „TLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd. 30 Spannweite 9,1 m, Länge 6 m, Höhe 2,5 m, Fläche 11,2 m?, Leer- gewicht 335 ke, Fluggewicht 635 kg, Flächenbelastung 56 kg/m’, Lei- tungsbelastung 7 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit 229 km/h, Reise- geschwindigkeit bei 1800 U/min 209 km/h, Landegeschw. 66 km/h, praktische Gipfelhöhe 5500 m, Steiggeschwindigkeit am Boden 5,6 m/ sec, Reichweite 930 km. Verkaufspreis ® 2995. Vermessungsflugzeug Koolhoven „F.K. 49“. Die erste Maschine dieses Typs wurde 1935 für die holländische Regierung gebaut. Sie war mit zwei Reihenmotoren de Havilland „Gipsy Major“ ausgerüstet. Eine Beschreibung mit Uebersichtszeich- nung und Abbildungen ist im „Flugsport“ 1935 auf S. 583 verölient- licht. Eine verbesserte Ausführung dieses Flugzeuges mit zwei luit- gekühlten Zwölfzylindermotoren vom Baumuster Ranger „V 770 B-4“ wurde kürzlich von der Türkei in Auftrag gegeben. Durchlaufender Trapezflügel in Holzbauweise. Statisch aus- geglichene Differentialquerruder. Geschweißter Stahlrohrrumpf mit Stoffbespannung. Geschlossener Führersitz, gute Sicht durch eine Reihe von Fenstern, deren vordere aus Triplex bestehen. Elektrischer Scheibenwischer an der mittleren Scheibe. Hinter dem Führersitz eine Kabine von 6 m? Inhalt, anschließend eine Dunkelkammer von 2,73 m?. Leitwerk Stahlrohrgerippe mit Stoffbespannung. Höhenflosse am Boden einstellbar, beide Ruder mit Trimmklappen ausgerüstet. Festes Fahrwerk, mit Koolhoven-Oelstoßdämpfern nach dem Flü- gel abgefangen. Niederdruckbereifung, unabhängig voneinander wir- kende Bremsen. Spornrolle. Triebwerk: Zwei luftgekühlte V-Motoren mit 12 hängenden Zy- lindern vor dem Flügel. Leistung je 305 PS bei 2300 U/min. Hamilton- Verstellpropeller. Zwei Brennstoffbehälter von zusammen 640 | In- halt im Flügel außerhalb der Motoren. Sa Koolhoven-Vermessungsflugzeug „F. K. 49“. Links oben die Rumpfnase mit dem verglasten Boden, rechts ein Blick aus der Kabine nach vorn. Werkbilder 1938 | REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR stoff.) 19356. 10 Cents. auf Brenngeschwindigkeit und Ausdehnungs- verhältnis von Mischungen aus CO, O2 und H:0 festzustellen. Die Messungen zeigen, daß bei Anwesenheit von Edelgasen (mög- licherweise jedoch bei kleinen Mengen von Helium noch nicht) eine Herabsetzung von Brenngeschwindigkeit und Ausdehnung ein- tritt. Gleiche Volumina von Argon und He- lium haben verschiedenen Einfluß auf die Brenngeschwindigkeit, aber praktisch glei- chen auf die Ausdehnung. Der Unterschied in Einfluß der beiden Edelgase auf die Brenngeschwindigkeit ist unabhängig vom Verhältnis des Kohlenmonoxydes zum Sauerstoff. Wind-Tuanel Investigation of Ordinary and Split Flaps on Airfoils of Different Proiile. (Windkanalnntersuchnngen von gewöhnlichen Klappen nnd Spaltklappen an Flügeln von ver- schiedenem Profil.) C. J. Wenzinger, Rep. Nr. 554. 10 Cents. Die drei Profile NACA 23012, 23021 und Clark Y wurden mit verschiedenen über die ganze Spannweite laufenden Landeklappen untersucht. Die Tiefe betrug bei Clark Y 10, 20 und 30% der Flügeltiefe. Die beiden anderen Schnitte wurden nur mit der gün- stigsten Anordnung, nämlich 20% gemessen. Der größte Maximalauftrieb tritt sowohl mit der normalen als auch mit der Spalt- klappe bei einer Tiefe von 20% auf, er liegt bei der Spaltklappe ein wenig höher. Die 0.0139e, }10c r-- Sn, | a rn NK % Gop 0.0032 c-\ r, removable section x 0.0259c — 0.20 — r=-- EN N UF 0.0032" 6, s, gap seoled A 0.0365 © - Sn 7 N N \ \ 0.0032 cl \\, Sof N N \ T N & x x 0.30 c ——- AERONAUTICS | Nr.5 Some Effects of Argon and Helium upon a 0200 — Explosions of Carbon Monoxide and Oxygen. Eıniye Einflüsse von Argon und Helinm auf N ji die Verbrennung von Kohlenmonoxyd und Sauer- N a E. F. Fiock u. C. H. Roeder, Rep. Nr. 553, _020c— Die vom National Bureau of Standards durchgeführten Versuche hatten zum Ziel, | W; den Einfluß der Edelgase Argon und Helium Er IO"=c —ı IO"=c Ir Gleitzahl bei Höchstauftrieb ist bei beiden Klappenarten praktisch gleich. Ein Spalt an der Vorderkante einer gewöhnlichen Klappe setzt den Höchstauftrieb stark herab. Bei einer Beurteilung nach dem Wert camax/ CW min Jautet die Reihenfolge der Profile mit beiden Klappenanordnungen: NACA 23012, Clark Y, NACA 23021. Die Beiwerte des 12 2.4 | j j 1 7-0 0 20 at 1, re Fa \ A l h 8 16 7 ÄS Or max 7 NS L N 6 12 7 z NN L Nu BEE D >, L 4.8 D_— x Ordinaory Flop 0 — — Split " 2.4 te > 6 _" D = _ [e) [e) 20 40 80 /00 6, degrees Drehmomentes um die Klappenachse (be- zogen auf das Produkt aus Klappentiefe und Fläche) sind bei beiden Ausführungen prak- tisch gleich und von der Tiefe unabhängig. Der beste Ausschlagwinkel beträgt etwa 75°. Die Abbildungen zeigen die Versuchsanord- nung und die Abhängigkeit der Beiwerte CAmax, cw und ca/cw vom Aussch'agwinkel für den Schnitt 23012. (R = 609000.) Air Flow around Finned Cylinders,. (Zuft- strömung um Bippenzylinder.) i M. J. Brevoort u. V. G. Rollin, Rep. Nr..555, 1936. 10 Cents. 0 , An verrippten Zylindern verschiedenen Durchmessers wurden bei verschiedenem Rippenabstand ohne und mit mehreren Luft- Seite 18 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 5 führungsblechen die Luftgeschwindigkeit zwischen den Rippen gemessen. Die Ergeb- nisse sind ausführlich im „Flugsport“ 1937 auf S. 674 wiedergegeben. Further Studies of Flame Movement and Pressure Development in an Engine Cy- linder. ( Weitere Untersuchungen über Flammen- bewegung und Druckentwicklung in Motorenzy- lindern.) C. F. Marvin, A. Wharton u. C. H. Roeder, Rep. Nr. 556, 1936. 10 Cents. An einem untengesteuerten Motor wur- den bei 600 und 1000 U/min Indikatordia- gramme aufgenommen und der Verlauf der Verbrennung durch Schaulöcher im Zylin- derkopf beobachtet. Die Brenngeschwindig- keit ist auf folgende Weise festgestellt: Die Glasfenster im Kopf wurden durch ein Stro- boskop beobachtet, dessen Oeffnungszeit auf einen bestimmten Kurbelwinkel eingestellt werden kann. Der Winkel, um den die Frei- gabe des Stroboskopschlitzes gegenüber dem Zündzeitpunkt verschoben ist, wenn das Fenster hell erscheint, gestattet die Bestimmung der Brenngeschwindigkeit. Zur Kontrolle wurde ein ablaufender Filmstrei- fen durch den Schlitz des Stroboskopes be- lichtet, so daß objektiv festgehalten ist, welche der Schaulöcher zu einer bestimm- ten Zeit aufleuchten. Die Fehlergrenze liegt bei beiden Verfahren bei etwa 2° Kurbel- winkel. Hauptergebnisse: Die Flamme breitet sich von der Kerze etwa konzentrisch aus. Die Brenngeschwindigkeit sinkt durch Zusatz von Abgasen und durch Abweichun- Run 1 Run 2 o, Complete 350 inflammation Run! 300 } A % 7 1x j U ’ N 250 REES N fi [5 N 5 IEEaZaN 3 200 il / L =EN & frz] N R m FIR Ü " y)h Sn \ S j Bi 3 N ! 4 IN 2 A N N x A N < [ Tr N N Ef 100 IH +75 Ss N 05 ° 20 40 50 80 Cronk position, degrees gen von dem Mischungsverhältnis, das die höchste Leistung ergibt. Die Brenngeschwin- digkeit ist in dem praktisch wichtigen Be- reich anscheinend vom Druck unabhängige. Brenngeschwindiekeit und Druckanstieg wachsen fast in gleichem Maße wie die Mo- tordrehzahl. Daraus erklärt es sich, wes- halb die Zündung bei Drehzahlsteigerung nur sehr wenig früher stattfinden muß. (Ein- fluß erhöhter Wirbelung.) Die Abbildungen zeigen eine Filmaufnahme des Kopfes 8° nach dem oberen Totpunkt (Zündung 20° v. T., die Verbrennung ist bis zu den Schau- löchern mit hellem Kern fortgeschritten), die Brenngeschwindigkeit bei verschiedener Kerzenanordnung (10° Vorzündung, 1000 U/ min, die angeschriebenen Zahlen stellen den Kurbelwinkel nach Totp. dar, bei dem die Verbrennung bis zu der betr. Kurve vor- geschritten ist) und die dabei aufgenom- menen Indikatordiagramme (um 90° ver- setzt). Preliminary Tests in the NACA Free-Spin- ning Wind Tunnel. ( Vorversuche im Freitrudel- kanal des NACA.) C. H. Zimmermann, Rep. Nr. 557, 1936. 10 Cents. Die in dem Trudelkanal untersuchten Modelle und das Meßverfahren werden ein- gehend beschrieben. Die Balsaholzmodelle werden mit Blei beschwert, bis die richtige NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 19 dern während des Trudelns. zum Beenden des Trudelns gemessen, außer- dem wird das Modell vom Augenblick des Ausschlages bis zum Beenden des Trudel- vorganges gelilmt. Für zwei Doppeldecker- modelle ergab sich eine brauchbare Ueber- einstimmung der im Windkanal erhaltenen Werte mit den Versuchen am großen Flug- ZEUg. Die Abbildungen zeigen ein Modell des Doppeldeckers „F 4 B-4“ mit verschiedenen Steuerorganen. Turbulence Factors of NACA Wind Tunnels as Determined by Sphere Tests. ( Turbulenz- faktoren von NACA-Windkanälen nach Kugel- versuchen.) RC. Platt, Rep. Nr. 558, 1936. 10 Cents. Massenverteilung vorhanden ist. Eingebaute Uhrwerke gestatten die Betätigung von Ru- Beobachtet werden Dreh- und Windgeschwindigkeit, ferner wird die Stellung des Modells ge- filmt. Bei Ruderbetätigung wird die Zeit bis In 8 Windkanälen und im Fluge wurde festgestellt, bei welcher Reynoldsscher Zahl der Widerstandssprung an einer Kugel statt- findet. Diese „Versuchs-R-Zahlen“ sind zu der in der freien Atmosphäre gemessenen kritischen R-Zahl in Beziehung gesetzt. Der reziproke Wert dieser Verhältnis- zahl, „Turbulenzfaktor“ genannt, gestattet es, aus der R-Zahl beim Windkanalversuch auf die R-Zahl in der freien Luft zu schlie- ßen, bei der gleiche Strömungsverhältnisse vorliegen. Die Ergebnisse der Messungen sind im „Flugsport“ 1936 auf S. 550 mit- geteilt. The Forces and Moments Acting on Paris of the XN2Y-1 Airplane during Spins. (Kräfte und Momente an Teilen des Fingzenges „AN2Y-1“ beim Tr ndeln.) N. F. Scudder. Rep. Nr. 559, 1936. 5 Cents. An einem Schuldoppeldecker wurde beim Trudeln die Druckverteilung an den Seiten- wänden des Rumpfes und am Seitenleit- werk gemessen. Aus der Massenverteilung und der Drehgeschwindigkeit wurde das ge- samte aerodynamische Moment bestimmt. Die’ ‘Differenz zwischen diesem und dem aus Rumpf- und Leitwerkskräften errechneten stimmt der Größenordnung nach mit den an Flügeln im Windkanal gemessenen Momen- ten überein. Die Versuche zeigten die gün- stige Einwirkung des Höhenleitwerkes auf die ‘unterhalb davon gelegenen Teile des Seitenleitwerkes und die ungünstige auf den darüberliegenden Teil. Propulsion of a Flapping and Oscillatisg Aitfoil. (Vortrieb eines schwingenden Flügels.) LE Garrick, Rep.Nr. 567, 1936. 10 Cents. Vortrieb und Widerstand eines in einem gleichmäßigen Luftstrom bewegten Flügels werden rechnerisch untersucht. Der Flügel wird einmal translatorisch im Ganzen auf- und abbewegt, das andere Mal wird er um eine zur Spannweite parallele Achse gedreht. Ferner wird ein Querruder um seine Achse geschwenkt. The Quiescent-Chamber Type Compression- Ignition Engine. (Dieselmotor mit wirbelar- mer Flach-Hoch- Ver brennungskammer.) H. A. Foster, Rep.Nr. 568, 1936. 10 Cents. An einem Einzylinder-Viertakt-Versuchs- motor mit scheibenförmiger senkrechtstehen- der Verbrennungskammer wurden Versuche mit verschiedener Anzahl, Größe und Rich- tung der Einspritzdüsen vorgenommen. Weiter wurden Verdichtungsverhältnis, Ueberladung und Temperatur des Kühlmit- tels geändert. Der Einfluß der Düsenanordnung ist nicht übermäßig groß. Die beste Leistung ergibt sich bei einer Verdichtung von 1:15,3. Durch Ueberladen wird der Lauf ruhiger. Seite 20 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 5 „Fuel volve Moxımum cylinder pressure “ indicotor volve ar - \ Die Verwendung von Kühlmitteln, die eine höhere Zylindertemperatur als Wasser ge- statten, ergibt infolge der schlechteren Fül- lung niedrigere Leistung. Die gegenüber einem Motor mit stark durchwirbeltem Verbrennungsraum gerin- gere Leistung schließt die untersuchte Mo- torenbauart trotz ihrer Vorteile hinsichtlich leichten Anspringens, guter Spülung und ge- ringer Klopfneigung von der Verwendung in Flugzeugen aus. Pressure Distribution over a Rectangular Airfoil with a Partial-Span Split Flap. . (Druckverteilung an einem Rechteckflügel mit nicht über die ganze Spannweite laufender Spall- landeklappe.) C. J. Wenzinger u. T. A. Harris, Rep. Nr. 571, 1936. 10 Cents. Ein Flügel mit dem Profil Clark Y wurde mit einer über 60°/o der Halbspann- weite laufenden Spaltlandeklappe aus- gerüstet und bei verschiedenen Ausschlägen der Klappe (bis 45%) im Bereich zwischen Null- und Höchstauftrieb hinsichtlich der Druckverteilung untersucht. Ergebnisse: Die Klappe beeinflußt die Strömung über die gesamte Spannweite, also auch die Kraft- und Momentenbeiwerte der Flügelspitze. Die Belastung der Klappe und der Momentenbeiwert der Klappe sind über deren ganze Spannweite konstant. Die erößten Normaldruck- und Momentenbei- werte der Klappe sind den an einer über die ganze Spannweite laufenden Klappe ge- messenen etwa gleich. Die Abbildung zeigt die Versuchsanordnung mit dem halben Flü- gel, dessen andere Hälfte durch eine in der Symmetrieebene angebrachte Wand ersetzt ist. Interierence of Wing and Fuselage from Flussung von Kumpf und Flügel nach Versuchen Tests of 28 Compbinations in the NACA Variable-Density Tunnel. (Gegenscilige Beein- an 28 Zusammenslellungen im Überdruckkanal des NACA.) A. Sherman, Rep. Nr. 575, 1936. 10 Cents. Zur Erweiterung der in Report 540 wie- dergegebenen Versuche wurden weitere 28 Rumpf-Flügelanordnungen (viereckiger und runder Rumpf, NACA-Haube, Rechteck- und Trapezflügel, verschiedene Höhenlage des Flügels zum Rumpf, Ausrundung des Ueberganges) untersucht. Die Abbildungen zeigen den Einfluß von Ausrundungen bei einem Trapezflügel und das Modell 234, dessen Polare im Schaubild mit enthalten ist. L | HH & SS x R R S ® i%] nati o 8 ITS KTlombination 23/ 7 [e) SS a a e 07% I\s—HH S = 14 j h Combination 234 — —A T 065% L4441441-[ N Wing olone v | .05 S TAB H 12°, 3 Aa: Afol [4 = j q 75 .035 Es, 02 B La 116” ’ Be oz 172° PiB® .01 7 7 _ BEER Gun Zr j 1_x-L-I-sH2-E-B 7 & & in Fr = SS "——- 4 —._, 5 . Re ur RN A Al ,98 u Temea| | 8 BES 2x8] 3 7 1 Patentansprüche: 1. Steilschrauber mit anstelländerbaren Flügeln, deren rechtwinklig zur Umlaufachse gerichtete Wur- zelgelenkachsen sämtlich die Umlaufachse in demsel- ben Punkte schneiden, dadurch gekennzeichnet, daß die in bekannter Weise innerhalb der Nabe angeord- nete sowohl um ein Kugelgelenk verschwerikbare als auch heb- und senkbare Steuersäule zur periodisch unterschiedlichen bzw. einheitlichen Einstelländerung der Flügel oberhalb der Wurzelgelenkachsen Arme trägt, die durch Lenker mit den einstelländerbaren Teilen der Flügel verbunden sind, und daß das Steuer- _ säulenkugelgelenk in seiner mittleren Lage sich etwa in Höhe des Wurzelgelenkachsenschnittpunktes befindet. 2. Steilschrauber nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß- die Flügel an ihrer Wurzel Gabeln : von gleicherFörm aufweisen, die’ eine Ineinanderanord- nung der Gabeln dadurch ermöglicht, daß der rechte (oder linke) Zinken der einen Gabel den linken (bzw. rechten) Zinken der benachbarten Gabel außen um- greift. 3. Steilschrauber nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ringförmige Vereini- gung, die von den sich umgreifenden Gabeln gebildet ist, in dem Raum zwischen zwei Ringen (2, 3) der Nabe, einem inneren und einem äußeren, vorgesehen ist, die die Lager - für die Wurzelgelenkachsen (4) tragen. 4. Steilschrauber nach den Ansprüchen 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß die umgreifende Gabelzinke an der Stelle des Zapfens für die benachbarte Gabel Aussparungen oder Kröpfungen zum Freigehen auf- weist. \ Fahrwerk (Gr. 4041). b AQıo Pat. 658143 v. 14. 7. 33, veröff. 23. 3. 38. Dr.-Ing. e. h, Dr. h. c. Ernst Heinkel, Warnemünde. Kollwerk für Fingzeuge. Patentansprüche: 1. Rollwerk für Flugzeuge mit das Rad tragendem seitlichem Achsstummel, der einseitig an einem als Schieber ausgebildeten Halter befestigt ist, der an einer annähernd in Richtung der Hauptstoßkraft beim Landen geradlinig verlaufenden Strebe sitzt, gegen Verdrehung durch Federkeil o. dgl. gesichert ist und . unter der Wirkung einer im Innern dieser Strebe liegenden Abfederung steht, dadurch gekennzeichnet, daß der Achsstummel nicht am unteren Ende des schieberförmigen Halters, sondern an einem höher gelegenen, eine äußere Führungsbuchse auf der Feder- strebe bildenden Teil desselben sitzt, wobei der bis zur Laufradachse herabreichende Teil der Strebe für die Abfederungsführung ausgenutzt und die Abfederung tief gelegt wird. 2. Rollwerk nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Strebe so gebogen ist, daß sie nur im unteren als Stoßdämpfer wirkenden Teil annähernd senkrecht, im oberen Teil dagegen schräg verläuft. 3. Rollwerk nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Anschlußstellen der Spanndrähte bzw. Streben (d, f) derart gegeneinander versetzt sind, daß die Anschlüsse für die zu den Flügeln führende Verspannung oberhalb und die An- schlüsse für die Verspannung zwischen den Fahr- werkstreben unterhalb iedes Fahrwerkstrebenknies an- geordnet sind. Fallschirme und sonstige Rettungs- vorrichtungen (Gr. 21—23). cal Pat. 658862 v. 17. 10. 34, veröff. 14. 4. 38. Societ& dite: „L’Aviorex“ Dreyius Freres, Clichy, Seine, Frankreich. Fallschirm. Die Einschaltung einer Reibungsbremse von im wesentlichen unveränderlicher Bremskraft in das Seil- werk des Fallschirmes ist an sich bekannt. Die be- kannte Reibungsbremse besteht aus einer Seiltrommel mit konischer Bohrung, in die ein konischer, mit der Seite 84 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 19 Fallschirmtragfläche verbundener Zapfen derart hinein- ragt, daß zwischen beiden Teilen eine starke Reibung herrscht, die ein Verdrehen beider Teile gegeneinander bremst. Die bekannte Bremsvorrichtung ist verhältnismäßig verwickelt und verteuert den Fallschirm. Außerdem können zwischen dem konischen Zapfen und der Trommel Fressungen eintreten, durch welche die Bremse unwirksam gemacht werden kann. Gemäß der Erfindung werden diese Nachteile der bekannten Reibungsbremse auf einfache Weise vermie- den, und zwar dadurch, daß die eine der beiden Reib- flächen der Reibungsbremse durch die Außenwand mehrerer zu dem Seilwerke gehörender Seilabschnitte gebildet wird, die symmetrisch zu der Stelle liegen, an der der Träger der anderen Reibfläche, die an der Außenwand der genannten Seilabschnitte bei der Ver- größerung des Abstandes zwischen der Fallschirmtrag- fläche und dem Fallschirmtragenden in axialer Rich- tung reibend entlang gleitet, an den zugehörigen Fall- schirmteil angeschlossen ist. Die genannte symmetrische Anordnung der einzel- nen Reibflächen hat zur Folge, daß die in dem Seil- werk auftretenden Zugkräfte oder ihre Resultierenden immer in der Achse des Seilwerkes verlaufen und keine exzentrischen Kräfte auftreten, welche einerseits eine. ungünstige Beanspruchung des Seilwerkes zur Folge haben und andererseits Klemmungen im Seilwerk herbeiführen können. Patentansprüche: 1. Fallschirm mit in das Seilwerk zwischen der Fallschirmtragfläche und dem Fallschirmtragenden ein- geschalteter Reibungsbremse von im wesentlichen un- veränderter Bremskraft während des Bremsvorganges, 25 ni Tarre 1] Körerns u kunuen Q, 2 RS 2 78 dadurch gekennzeichnet, daß die eine der beiden Reib- flächen der Reibungsbremse durch die Außenwand mehrerer zu dem Seilwerke gehörender Seilabschnitte (16) gebildet wird, die symmetrisch zu der Stelle (14) liegen, an der der Träger (13). der anderen Reibfläche (15), die an der Außenwand der genannten Seil- abschnitte bei der Vergrößerung des Abstandes zwi- schen der Fallschirmtragfläche und dem Fallschirm- tragenden in axialer Richtung reibend entlang gleitet, an den zugehörigen Fallschirmteil (C) angeschlossen ist. 3. Fallschirm nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die zu der Reibungsbremse gehörenden Seilabschnitte (16), welche beispielsweise an dem Fall- schirmtragenden befestigt sind, durch Bohrungen (15) eines beispielsweise mit dem Fallschirmtragenden ver- bundenen und den zweiten Teil der Reibungsbremse bildenden Körpers (13) hindurchgeführt sind, deren Bohrungsdurchmesser (15) kleiner ist als der Durch- messer der Seilabschnitte (16). im freien Zustande. 3. Fallschirm nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Körper (13), an dem die Fall- schirmaufhängeschnüre (B) verankert sind, zwei Boh- rungen (15) aufweist, durch welche das Kabel (16), zu dem die die eine Reibfläche bildenden Seilabschnitte gehören, unter Bildung einer den Gürtel (12) um- schließenden Schlaufe hindurchgeführt ist. 4. Fallschirm nach Anspruch 1 bis 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß die in dem Körper (13) vorgesehenen Bohrungen (15) durch Röhrchen gebildet sind, die mehrteilig und in ihrem Durchmesser einstellbar sein können. " Pat. 657 957 v. 26. 7. 36, veröfi. c 23:3 17. 3. 38. Autoflug, Inh. Gerhard Sedimayr, Berlin-Tempelhof. ZAückenpolster für Fallschirmbegurtungen. Patentansprüche: 1. Rückenpolster für Fallschirmbegurtungen, da- durch gekennzeichnet, daß das Polster aus zwei mit- einander lösbar verbundenen Teilen (1, 2) besteht, von denen der eine (1) die zum Körper des Fliegers füh- renden Gurte (3), der andere (2) die zum Fallschirm führenden Gurte oder Gurtteile (6) trägt. 2. Rückenpolster nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die zum Fallschirm führenden Gur- tungen (6) an der Außenseite des Polsterteiles (2) in über dessen Länge laufenden, auf der einen Längsseite fest, auf der anderen Längsseite lösbar mit dem Pol- sterteil (2) verbundenen Deckklappen (7) gelagert sind. Nr. 9/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 207 Dreizylinder-Flugmotor Szekely. Vorderansicht, die Stoßstangen für die Steuerung liegen hinter den Zylindern. Werkbild Bohrung 105 mm, Hub 120 mm, Hubraum 3 I, Nenn- leistung 45 PS bei 1750 Ulmin, Trockengewicht 67 kg, Brenn- stoffverbrauch 270 g/PSh, Oel- verbrauch 7 g/PSh, Einheits- gewicht 1,49kg/PS, Hubraum- gewicht 22,3 kg/l, Hubraum- leistung 15 PS/l, mittl. Druck 79 atü. Sterndurchmesser 915 mm, Länge 635 mm. PRIR Sportflugmotor Lycoming „O-145°., Die Aviation Manufacturing Corporation in Williamsport (Ver- einigte Staaten) hat ihre Baureihe um einen luftgekühlten Vierzylinder erweitert, der vor allem für die leichteren Sportflugzeuge der unteren Preisklasse gedacht ist. Die Zylinder sind nicht in Reihe, sondern in der in Amerika für diese Größenklasse bevorzugten Doppelboxerbau- weise gegenüberliegend angeordnet. Bemerkenswert ist die Ausführung des Kurbelgehäuses, das senk- recht geteilt und mit den Zylinderkörpern in einem Stück gegossen ist. Die vierfach gekröpfte, in einem Stück geschmiedete Kurbelwelle wird in drei Gleitlagern gehalten. Das gesamte Triebwerk ist von oben durch einen großen Leichtmetalldeckel gut zugänglich. Geschmiedete Stahlpleuel mit geteiltem Lager. An der Kurbel- welle Leichtmetallschalen. im Kolben Bronzebüchsen. Schwimmender Bolzen mit Leichtmetallpilzen. Topfkolben mit zwei Dicht- und einem Oelabstreifring. Kolbenwerkstoff: Lo-Ex (eine eutektische Al-Si-Le- sierung, etwa der in Deutschland bevorzugten Legierung EC 124 ent- sprechend, mit guten Laufeigenschaften und einer geringen Wärme- dehnung). Leichtmetall-Zylinderköpfe, Befestigung mit 8 Bolzen. Je ein Ein- und ein Auslaßventil pro Zylinder, Antrieb durch Stoßstangen und Kipphebel von der unter dem Kurbelgehäuse liegenden Nockenwelle aus. Vollkom- men gekapselt und reichlich verrippt. Unter dem Kurbelgehäuse eine Oelwanne mit eingegosse- nen Ansaug- Pat.-Samml. Nr. 19 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 9, am 27.4. 1938 veröffentlicht. Vierzylinder-Flug- motor Lycoming, Leistung 50 PS. Werkbild Seite 208 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd. 30 kanälen (Vorwärmung), darunter ein Bendix-Stromberg-Vergaser. Am hinteren Gehäusedeckel ein Scintilla-Magnet. Bohrung 91 mm, Hub 89 mm, Hubraum insgesamt 2,37 1, Ver- dichtungsverhältnis 1:5,75, Nennleistung 50 PS bei 2300 U/min, Brenn- stoffverbrauch im Reiseflug 270 g/PSh, Oelverbrauch 11 g/PSh, Trok- kengewicht 68 kg, Breite 750 mm, Höhe 500 mm, Länge 600 mm. Anlasser für Kleinflugmotoren. Auf der Luftfahrtausstellung in Chicago zeigten die Criley-Nor- man Aircraft Industries aus Kansas City einen Starter, der in der Hauptsache aus leicht erhältlichen, billigen Teilen von hydraulischen Kraftwagenbremsen hergestellt ist. Energiespeicher ist ein Druckluftbehälter mit etwa 12 atü Aus- gangsspannung, die auf 40 bis 50 atü erhöht wird. Das Aufladen ge- schieht, indem der Pilot mittels einer Handkurbel Drucköl in einen Zylinder fördert, in dem ein doppeltwirkender Kolben sitzt. Dieser Kolben drückt beim Nachpumpen von Oel die Luft in dem angeschlos- senen Behälter zusammen. Durch eine Zahnstange und ein Freilauf- rad arbeitet.er beim Rückwärtsbewegen auf die Kurbelwelle. Nachdem der Kolben die Luft auf. den höchstzulässigen Druck ge- bracht hat, wird er arretiert und erst ausgelöst, wenn der Motor an- gelassen werden soll. Nach- teilig sind zweifellos die hohen Zahndrücke, die auch von den Lagern der Kurbel- welle aufgenommen wer- den müssen. Von Vorteil dagegen ist es, daß man denStarter jederzeit „schuß- fertig“ haben kann. Das Gewicht der Anlage, die bis zu Motorleistungen von 90 PS anwendbar ist, beträgt rd. 2,5 kg. Criley-Norman-Anlasser für Kleinflugmotoren. Bild: Aero Digest De Havilland „Gipsy Major“, einer der weni- gen kleineren Flugmotoren, die Serien von mehr als 1000 Stück erreichen. Auf Grund der Betriebserfah- rungen mit 2200 Motoren dieses Baumusters wurde vor kur- zem die Lauf- zeit zwischen zwei General- überholungen vom Werk von 750 auf 1000 Stunden herauf- gesetzt. Werkbild: Nr. 9/1938, Bd. 0° „FLUGSPORT“ Seite 209 KUNSIRUKTIONS „WAEINZEBHEITEN Elastische Rohrkupplung wird von der Avimo Ltd. in Taunton (England) auf den Markt gebracht. Beide Rohrenden bzw. Einsatzstücke besitzen eine ge- wellte Außenseite mit zwei niedrigen Flanschen. Ein Ring aus elastischem Material, das gegen Wasser, Glykol, Brennstoff und Schmierstoff unempfindlich ist, wird auf die Enden geschoben und durch eine zweiteilige Blechhülse und einen ringförmigen Spanner in die Rillen eingedrückt. Die Verbindung ist nicht absolut starr, sie gestattet den Aus- gleich kleiner Winkelabweichungen € E E D E£ und erfordert beim Anschließen und Lösen angeblich weniger Zeit als eine der üblichen Rohrkupplungen. \ Bemerkenswert ist der kleine Außen- durchmesser. Avimo-Rohrkupplung. A u. B Rohr- enden, C elastischer Ring, D zwei- teilige Blechhülse, die so ausgeführt ist, daß der Ring C gleichmäßig am ganzen Umfang angedrückt wird, E Spanner. AOIR« um IUNDELNUrAEe UNI Us nn AN Zeichnung: The Aeroplane Quersteuerung durch Spalte im Flügel und Saug- luft wurde in England durch Patent (Vickers - Ellis) ge- schützt. Der Grundgedanke ist, an der Flügelspitze auf der Saugseite in der Nähe der Hinterkante Luft abzu- saugen, um das Abreißen der Strömung zu verhindern. Am einfachsten verbindet man diesen Spalt mit einer Stelle, an der möglichst großer Unterdruck vorhan- den ist, vorzugsweise also Schematische Dar- stellung der Wir- kungsweise der Quersteuerung nach Vickers-Ellis mit Absaugung. Mercier-Haube an einem Flugzeug vom Typ Liore et Olivier „LeO 46“ (vel. „Flugsport“ 1936, S. 620). - Seite 210 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd. 30 mit der Saugseite in der Nähe der Flügelnase. Der Steuerknüppel bzw. das Handrad betätigt dann das Ventil, durch das die Verbindung zwischen den beiden Ausschnitten hergestellt wird. Diese Art der Servosteuerung ist auch für andere Ruder brauchbar. Erforderlich ist nur, einen mit dem Ausschlag wachsenden Widerstand in die Steuerung einzuschalten, um das Gefühl zu erhalten. Nach- teilig ist die direkte Abhängigkeit vom Staudruck, weil sie außer der bei niedrigen Geschwindigkeiten an sich geringen Auftriebsänderung an der Flü- gelspitze auch noch ein langsameres Ansprechen ergibt. Zweiwegkühlung für Sternmotoren nach Patent Mercier wird von Liore et Olivier erprobt. Der Lufteintritt erfolgt in der üblichen Weise durch eine ringförmige Oeffnung in der Motorverkleidung. Der Strömungsquerschnitt ist iedoch enger als üblich gehalten und er- weitert sich nach hinten. Damit wird die Geschwin- diekeit verringert und der Druck erhöht. Nach dem Vorbei- strömen an den Rippen des Zylinderschaftes wird die Luft umgelenkt und fließt am Kopf und an den Ventilen vorbei wieder nach vorn. Der Austritt erfolgt durch einen regel- baren Ringspalt, der im Bereich des größten Unterdruckes angebracht ist. Um die Durchfluß- menge zu erhöhen, kön- nen Ein- und Austritts- querschnitt gleichzeitig vergrößert werden, die Oben: Schnitt durch eine Mercierhaube (Zeichnung: The Aeroplane). Links: Schematische Darstellung der Strömung an einer NACA- und einer Mercier- Haube (Zeichnung: L’Air). . . hervorstehende Nase vor dem hinteren Spalt ergibt außerdem einen höheren Sog. Eine ähnliche Kühlluftführung wurde vor einiger Zeit auch vom NACA untersucht. Inland. Verordnung über Einführung deutschen Luftrechts im Lande Oesterreich. Vom 1. April 1938 (RGBl. I S. 355). Auf Grund des Gesetzes über die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich vom 13. März 1938 (RGBI. I S. 237) wird folgendes verordnet: Nr. 9/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 211° 81.0) ns Luftverkehrsgesetz in der Fassung vom 21. August 1936 (RGBI. I S. 653), die Verordnung über Luftverkehr vom 21. August 1936 (RGBl. I S. 659) in der Fassung der Verordnungen vom 31. März, 12. Juli und 15. Dezember 1937 (RGBI. I S. 432, 815 und 1387) und die Verordnung über den Reichswetterdienst vom 6. April 1934 (RGBI. IS. 301) sind im Lande Oesterreich sinngemäß anzuwenden. (2) Die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung auf Grund der bisherigen österreichischen Vorschriften erteilten Genehmigungen und Erlaubnisse blei- ben in Kraft. Für die weitere Ausübung gelten die durch Abs. 1 eingeführten Vorschriften. $ 2.(1) Als nachgeordnete Behörde des Reichsministers der Luftfahrt im Lande Oesterreich wird ein Luftamt in Wien errichtet. (2) Der Bezirk des Luftamts umfaßt das Land Oesterreich. Berlin, den 1. April 1938. Der Reichsminister der Luftfahrt Der Reichsminister des Innern In Vertretung: Milch. In Vertretung: Pfundtner. Dornier-Weltrekordilugzeug Do 18 wurde am 8. April vom Flugstützpunkt „Friesenland‘“ deriLufthansa zum Rückflug über die 4000-km-Strecke nachLas Palmas abgeschleudert. Weiterflug nach Travemünde erfolgte am 14. abends. Nach Be- wältigung der 3500 km langen Strecke 15. 4. 12.30 Uhr Wasserung in Travemünde, wo die Besatzung von ihren Angehörigen, Vertretern von Dornier, Junkers und der DLH empfangen wurden. Deutschlandilug 1938 Ziel Wien. Ueber die Gründung der Gruppe 17 (Oesterreich) des NSFK. berichteten wir bereits in der letzten Nummer des „Flugsport“. Gruppenf. Dr. Fritz Simmer (Afrikaflieger), Ing. Peter Lerch (Segel- flieger), Stabsführ. Dr. Kühnelt. Die Fliegerkameraden in dieser Gruppe werden sehr schnell Beschäftigung erhalten. Korpsführer Christiansen hat bereits Wien als Ziel des Deutschlandfluges 1938, 22.—29. Mai, bestimmt. Von der neuen Gruppe 17 (Oesterreich) nehmen drei Ketten mit zusammen 9 Motorflugzeugen am Deutschlandflug teil. Am 29. Mai treffen alle an diesem Wettbewerb teilneh- menden Flugzeuge — rund 400 werden es sein — auf dem Flughafen Aspern bei Wien ein. Außer Wien, als Endpunkt, sind in der Ostmark noch drei Wertungs- plätze vorgesehen, nämlich Linz, Salzburg und Innsbruck. Von der Feier anläßlich des 20. Todestages des „roten Kampffliegers‘ in Döberitz. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring enthüllt das Denkmal für Deutschlands größten Fliegerhelden Manfred Freiherr von Richthofen. . Links vom Denkmal einer der alten Dreidecker, wie sie von Richthofen geflogen ' wurden. Weltbild Seite 212 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd. 30 Luitwaiie-Beförderungen: Ab 1. April 38 zu Generalleutnanten der charak- terisierte Generalleutnant Volkmann, die Generalmaiore Kitzinger, Weise, Grauert, Wimmer; zu Generalmaioren der charakterisierte Generalmaior Fahnert, die Obersten Haubold, Student, Loerzer, Martini; den Charakter als Generalmajore erhielten die Obersten Schwub, v. Stubenrauch, v. Kotze. NSFK-Beiörderungen d. Korpsf. Generalltn. Christiansen ab 17. 4. Stabs- führer, NSFK-Oberf. Alfred Krüger, zum Gruppenf.; Chef d. Verwaltungsamts, NSFK-Verwaltungsoberf. Johannes Gerner, zum Verwaltungsbrigadef.; Adiutant d. Korpsführers, NSFK-Sturmbannf. Fritz Westerkamp, zum Obersturmbannf.; NSFK-Obersturmführer Max Eichhorn u. Hermann Solmecke zu Hauptsturmf.; NSFK-Verwaltungsobersturmf. Erich Kunz zum Verwaltungshauptsturmf.; Musik- zusf. NSFK-Sturmf. Max Klinke zum Obersturmf.; NSFK-Obertruppführer Hasso Conrad u. Rudolf Knispel sowie der NSFK-Oberscharf. Karl Neubäumer zu Sturmf.; NSFK-Verwaltungsobertruppf. Heinrich Strube zum Verwaltungssturmf. Nurllügelilugzeug „Horten II“ flog am 17. 4., Flugzeugführer Scheidhauer, von Bonn nach Baden-Baden, etwa 240 km, Flugdauer 6 Std. Bereits am 10. 4. flog Scheidhauer von Bonn nach Saarburg, 142 km. Schlepphöhe in Bonn 600 m, größte erreichte Höhe 2700 m. Westerland/Sylt—Syke, 20 km südlich von Bremen, Entfernung 230 km, flog Segelilushauptlehrer Klietz von der Reichsschule für Segelllugsport des NSFK. Westerland am 18. 4. Was gibt es sonst Neues? General Loerzer Inspekteur d. Jagdflieg. USA stellte 1937 3773 Flugzeuge her gegen 3010 im Jahre 1936. South African Airways besitzt 38 Flugzeuge, davon 33 Junkers-Typen. Fliegerfilm, Titel „Pour-le-merite“, Manuskript Fred Hildenbrandt, wird von Karl Ritter nach Pfingsten gedreht. Ausland. Croydon-Luxemburg-Luitverkehr wurde am 20. 4. von der Olley Air Ser- vices Ltd. eröffnet. Die Strecke wird wöchentlich zweimal beflogen und stelit die erste Luftverbindung nach Luxemburg dar. Australien England in 5 Tg. 5 Std. 21 Min. flog australischer Flieger Broadbent, 27 Jahre alt. Er landete am 22. 4. in Lympne 10.52 Uhr. Broadbent hat damit die Leistung von Joan Batten um 12 Std. 54 Min. unterboten. Graf Hagenburg Sieger in St. Germain, internationaler Meisterschaftspokal, auf Bücker „Jungmeister‘ mit 785 Pkt. vor dem tschechischen Meister Novak (776 Pkt.) und dem französischen Meister Cavalli (556 Pkt.). Bekanntlich ist Graf Hagenburg deutscher Kunstflugmeister und Olympiasieger. Caproni-Bombenflugzeug „Ca. 135°“ mit zwei Isotta-Fraschini-Motoren vom Typ „XI R. C. 40“ von je 900 PS. Normale Bombenlast 2000 kg, Reichweite dabei 2000 km. Höchstgeschwindigkeit 420 km/h, Landegeschw. 115 km/h, absolute Gipfelhöhe 8000 m. Bemerkenswert ist die Anordnung der Seitenleitwerke. Eine Typenbeschreibung mit Uebersichtszeichnung ist im „Flugsport“ 1937 auf S. 578 und 1938 auf S. 38 veröffentlicht. Werkbilder Nr. 9/1938, Bd. 30 „PLUGSPORT“ Seite 213 British Airways gaben eine weitere „Ju 52“ in Auftrag. Französ. Flugstützpunkte im Stillen Ozean, beabsichtigt die französische Regierung einzurichten. Nach einer Verordnung verlangt sie die Souveränität über alle Gebiete zwischen dem 136. und 142. Längengrad südlich des 60. Breiten- grades. Romano 110, ein Kampfmehrsitzer mit zwei Renault-Motoren von je 450 PS, soll mit 24 m? Fläche, 3200 kg Fluggewicht (133 kg/m?) in 3500 m Höhe 480 km Höchstgeschwindigkeit erreichen. Reichweite bei 320 km/h 1300 km. Gipfelhöhe rd. 10.000 m. Gegenwärtig ist die Mustermaschine in Erprobung. Breguet 730, ein viermotoriges Verkehrsfiugboot von 28 t Fluggewicht, führt die ersten Probeflüge aus. Eine Baubeschreibung mit Leistungsangaben veröffent- lichten wir 1937 auf S. 406. Resnier-Flugmotor von 90/100 PS wird in den Vereinigten Staaten von der Allied Aviation Corporation in Glendale in Lizenz gebaut. Turin—Paris—London-Luitverkehr wird am 2. 5. von der „Ala Littoria“ mit zweimotorigen Tiefdeckern des Baumusters Fiat „G. 18 V“ eröffnet. Savoia S. 79 starteten bei dem Flug Rom—Rio de Janeiro (vgl. „Flugsport“ 1938, S. 70) mit 230 kg/m? Flächenbelastung und 5 kg/PS Leistungsbelastung in 20—25 Sekunden. Anlauf mit 14000 kg Fluggewicht 650 m, Motorleistung mit 100 Oktan für 5 Minuten um 350 höher als die Nennleistung mit 87 Oktan. Anteil der Zuladung am Fluggewicht 53%o. Tipsy-Leichteinsitzer wird in Frankreich vom Service Technique wegen Instabilität nicht zugelassen. Schwedens Luftverkehr erfuhr im vergangenen Jahr eine bedeutende Stei- gerung. Die Anzahl der Fluggäste, die von der A. B. Aerotransport befördert wurden, stieg auf 41473, die Anzahl der Passagierkilometer um 108% auf 12 150 000. Dänemarks. Luitverkehrsgesellschait DDL. besitzt z. Zt. eine Focke-Wulf „Condor“, eine „Ju 52“ und fünf Fokker-Maschinen. Tschechische Luitwaffe besitzt z. Zt. nach „Aero-Revue‘“ 7 Fliegerregimen- ter mit den Standorten Prag, Olmütz, Pistyan, Königgrätz, Brünn und Uzhorod. Jedes Regiment besteht aus 9-12 Staffeln und einer Ersatzgruppe. Zu einer Staffel gehören 10—15 Flugzeuge. Insgesamt verfügt die Tschechoslowakei über etwa 1300 Kriegsflugzeuge. An Flughäfen sind vorhanden: 18 für die Luftwaffe, Douglas „D.C.4“ in der Montagehalle. Im Hintergrund eine zweimotorige „D.C. 3“. Werkbild Seite 214 „rLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd. 30 ier i sti 4‘ wird auf das Der Rumpf des viermotorigen Verkehrstiefdeckers »D. C. 4 j Flügelmittelstück gesetzt. Man beachte die große ungeteilte Länge des Flügels. 10 für die Luftpolizei, 17 für den Luftverkehr, 4 bei Flugzeugfirmen und 18 für die Sportfliegerei. Daneben gibt es noch 80 Notlandeplätze. oo 147 Loopings machte Mole, engl. Geschwaderführer, in Aegypten mit einem Gleitflugzeug aus 4700 m Höhe. Er war hierbei so durchgedreht, daß er den Flug- platz um 3 km verfehlte. Hirth brachte es bekanntlich 1934 auf 125 Loopings. Lycoming, eine Unterabteilung der Aviation Manufacturing Corp. in Wil- liamsport will nach 18monatigen Versuchen zur Einführung von hohlen Stahlblät- tern für Luftschrauben übergehen. Das Blatt wird aus einem nahtlos gezogenen Chrom-Molybdän-Rohr hergestellt. Douglas „D.C. 4“ kurz vor der Vol- lendune. Bekannt- lich erteilten die fünf größten ameri- kanischen Luiftver- kehrsgesellsch. vor etwa zwei Jahren einen Auftrag über diesen viermotori- sen Tiefdecker für 42 Fluggäste Die erste Maschine, de- ren Entwicklungs- kosten auf 1,5 Mill. Dollar geschätzt werden, wird in Kürze flugfertig sein. Das Bild zeigt das einziehbare Stoßrad im Rumpf- bug (die D.C. 4 hat ein Dreiradfahr- werk, wie sie neu- erdings -von ver- schiedenen Seiten wieder versucht werden). Eine Typenbeschreibung mit Uebersichtszeichnung und Leistungsdaten ist im „Flugsport“ 1937 auf S. 322 veröffentlicht. Werkbild Nr. 9/1958, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 215 Amerikanischer Segelilugwettbewerb findet vom 29. 8—7. 9. in Frankfort, Michigan, statt. Internationale Luftrennen in Oakland, Cal. finden vom 10.—12. 6. statt. Aeronca bestellte 500 Menasco-Motoren von 50 PS. Feuerlöscher mit Wasservernebler werden in Amerika benutzt. Wasser aus dem Hydranten oder bei kleineren Bränden aus einem tragbaren Tank wird fein zerstäubt und auf den Brandherd geblasen. Die starke Kühlwirkung durch die Verdampfung und die Verminderung der Sauerstoffzufuhr bringen das Feuer zum Ersticken. Seversky beabsichtigt, in nächster Zeit sein neues Jagdflugzeug in Europa vorzuführen. Konstruktionsausschreibung der Pan American Airways für ein Flugboot mit 8000 km Reichweite bei 320 km/h Geschwindigkeit und 100 Fluggästen findet anscheinend, wie „Les Ailes“ berichten, auch in Amerika keine restlose Zu- stimmung. Von den acht Firmen haben Curtiss, Glenn Martin und North American Aviation nicht geantwortet. Lockheed erklärte, daß die Aufgabenstellung des Projektes über die Erfahrungen der Firma hinausginge. Boeing, Douglas, Consoli- dated und Sikorsky haben Vorschläge ausgearbeitet. Nationale Flugzeug- und Boot-Ausstellung in Los Angeles fand vom 2.—10. 4. statt. Von den in der Umgebung von Los Angeles ansässigen Industrien zeigten Lockheed einen zweimotorigen Tiefdecker „14°, Douglas einen zweimotorigen Bomber „B. 18“, Vultee den im Ausland vielfach benutzten Angriffsmehrsitzer „V-11 GB“, Ryan seinen neuen Reisetiefdecker „SC“ und die Firmen Northrop, Cessna, Piper, Taylorcraft, Aeronca, Porterfield, Gwinn, Rearwin, Western Pirate, Fairchild, Beechcraft, Stinson, Bellanca, Waco, Howard und Seversky verschiedene ihrer bereits bekannten Baumuster, zumeist kleinere Sport- und Reiseflugzeuge. Außer 24 Flugzeugfirmen und sechs Motorenherstellern waren etwa 25 Zubehörwerke vertreten. Airkrem Mi hs II IN th erhalten wir folgenden Brief: Johannesburg, 12. 4, 1938, Mein lieber Herr Ursinus! Muß Ihnen doch auch mal ein paar Worte schreiben, nachdem ich schon über eine Woche hier im Lande lebe. Gestern, nein, genauer am Sonntag, dem 10. April, dem Tag der großen Abstimmung in Oesterreich, habe ich auch meinen ersten motorlosen Start hier versucht und dabei den Dusel gehabt, sofort aus dem Autoschlepp Thermikanschluß zu bekommen. Das gab dann in der einzigen Minimoa, die bisher im Lande ist, einen Flug von 2a Std. über dem Segelflug- gelände Albeston des Transvaal-Pioneer-Gliding-Club, über dem Rand-Airport und einer Reihe von Goldminen. Das Wetter ist hier ja meistens wundervoll klar. Man hat eine prächtige Fernsicht und dabei ausgezeichnete Thermik. — Mein Flug hierher mit dem Bücker „Jungmann“ verlief einwandfrei. Ich hatte ja keine Eile, sondern ließ mir viel Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen. Am 4. 3. flog ich in München ab bis Budapest, am 5. nach Belgrad, am 7, nach Sofia und Istanbul, am 9. nach Ankara, am 11. nach Aleppo, am 12. nach Damaskus, am 14. nach Kairo, 16. nach Assuan, 17. über Wadi Halfa und Atbara nach Karthum, 18. nach Malakal und Juba, 19. nach Kisumu und Nairobi. Dort bis zum 22.*). — Am 23. dann Arnsha*), am 24. nach Moshi*) am Kilimandscharo. Am 26. nach Dodoma, 27. nach Mbeya*). Am 29. nach Broken Hill, am 30. nach Lusaka, Salisbury und Umtali*), am 31. nach Bulawayo*). Am 1. 4. endlich kam ich über Piebersburg als Aprilscherz in Johannesburg an. Von Juba ab begannen gute Segelflugverhältnisse (thermisch). Hier das Land ist ganz herrlich für Ther- mikflug. Schon 2 oder 3 Jungen des Clubs haben ihre „C“ thermisch vom Auto- schlepp aus geflogen. Bis Ostern, wo ein Segeliliegertreffen ist, bleibe ich hier, dann will ich mit der Bücker einen Rundflug machen von hier nach Durban, East *) Hielt Vorträge über Segelflug! Seite 216 „FLUGSPORT" Nr. 9/1938, Bd. 30 Nr. 9/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 217 London, Port Elizabeth, Kapstadt und Bloomifontein. Am 6. Mai fahre ich mit einem Auto hier weg und will in 4 Tagen nach Windhuk fahren, von dort nach Swakopmund, von der Walfischbay dann nach Hause. Kapstadt-Segelilugwettbewerb, 25.—28. Dez. 1937, brachte unter guter Be- teiligung schöne Ergebnisse. In dem 30 km von Kapstadt entfernten Segelilug- gelände auf dem Koeberg trafen sich sämtliche Segelflusklubs von Südafrika. Gleichzeitig fand ein Schulkursus unter Leitung von Bartaune statt. Ergebnis: 4 „C“, 2 „B“ und 2 „A“ sowie Einzelprüfungen für die Silber „CO“. An dem Wett- bewerb nahmen teil vom Kapstadt-Club ein Falcon III, ein Grunau Baby, ein Kadett, eine Grunau 9 und ein Dagling; vom Transvaal-Club eine Grunau und eine Minimoa, benannt „Günther Groenhoff“; vom Port-Elisabeth-Club Bartaunes Rhönadler und ein Wolf; vom Swakopmund-Club noch ein Wolf und außerdem Kolben = | ufllullllh] T> NILILISEIEITTN Auslass u — a o° 4 Fr Ze] Fu - 0° 7 LIND LYNN Mi N A . Ps pe eine Blue Wren, die gerade von England ankam als Eigentum des Rand- ZN Gliding-Club. Ergebnisse: Gesamtflugzeit 111Y/2 Std. Für Gesamtflugleistungen Ansaugen Argus-Trophäe Transvaal-Pioneer-Club; für größte Höhe Junkers Trophäe Win- ter, Transvaal-Pioneer-Club; für größte Punktzahl Pidsley Memorial Trophy, Capt. Prinsloo; Geldpreise: Holthrop und Hakl. Hakl, welcher kurz zuvor erst seine „C“ gemacht hatte, flog am 27. auf Grunau 7 Std. 35 Min. Weinstein. auf Kadett flog am 27. 5 Std. 2 Min. Winter auf Minimoa am 28. einen sehr schönen Ueberlandflug. In großer Höhe verschwand er zwischen dem Koeberg und dem Tygerberg und landete nach 3Std. 20 Min. bei Aurora, ungefähr 130 km entfernt. Damit schlug er den südafrikanischen Entfernungsrekord, den 1936 Wills aufge- stellt hatte. Holthrop auf Wolf landete nach 25 km in einer wilden Gegend und N " mußte 5 Std. marschieren, bis er eine Farm erreichte. Bernard Hamilton auf Blue Modelllugmotor von Bauer. München Das ungeteilte IHR. ne des Kratzsch. Wren flog 5 Std. 10 Min. Kurbelgehäuse besteht aus Leichtmetall. Der Zylinder Motors „F 10 E“ für Flug- ist aus einem vollen Graugußteil herausgearbeitet, modelle. Leistung bei 22 mm Kopf ebenfalls Grauguß, aufgeschraubt. Das Brenn- Hub und 25 mm Bohrung stoff-Luft-Gemisch wird durch den hohlen vorderen (9,6 cm?) und Verdichtung Zapfen der Kurbelwelle angesaugt und durch ein 1:5,5 0,18 bis 0,22 PS bei 2600 Kolbenfenster in den Verbrennungsraum gedrückt. bis 4500 U/min. Weitere Einzel- 98 “ Ein Brennstofftank sitzt an der Rückwand des Kurbel- heiten dieses Motors brachten N nn gehäuses, die Zufuhr zu dem Spritzvergaser erfolgt wir 1937 auf S. 234. SR 1111111111111 UT UTNTUNNLLT NM durch natürliches Gefälle. Hubraum 6,5 cm?, Leistung Zeichnungen: Thusius 0,1 PS. Häusler-Benzinmotor für Flugmodelle. Der von H. Häusler, Baierbrunn vor München, hergestellte Motor hat seine Zuverlässigkeit gelegentlich eines Zündkerzenversuches durch zwei Dauer- läufe von ie 10 Stunden mit 4700 U/min unter Beweis gestellt. Das Leichtmetall- Düsennadel Stellfeder Düse kurbelgehäuse ist senkrecht geteilt, die beiden Hälften werden durch Schlitzkopi- schrauben zusammengehalten. Kurbelwelle in zwei Caro-Bronzebüchsen selagert, vorn konisch gehalten zur Aufnahme der gezahnten Mitnehmerscheibe für die Luftschraube. Leichtmetallzylinder mit Flansch, mit vier Schrauben auf dem Ge- häuse befestigt. Eingezogene Stahllaufbüchse. Kopf aus Leichtmetall, mit Fein- gewinde ohne Dichtung auf den Zylinder aufgeschraubt. Kolben aus Leichtmetall, Kolbenringe Caro-Bronze. Senkrechtstehende Ablenkplatte auf dem Kolbenboden. Pleuellager oben und unten ebenfalls Caro-Bronze, Kolbenbolzen mit abgestuftem Preßsitz eingezogen, durch Pilz auf einer Seite gesichert. Der Motor arbeitet nach dem Dreikanalprinzip, das Ueberströmen erfolgt durch ein Fenster im Kolbenschaft, der Ueberströmkanal im Zylinder ist nach außen durch einen Deckel abgeschlossen. Spritzvergaser direkt am Ansaugkanal, die Düsenöffnung wird durch eine Nadel reguliert. Die Zündung erfolgt in der üblichen Weise durch Batterie, der Unterbrecher sitzt an der Rückwand des Kurbelgehäuses, er wird von dem einseitig abgeflachten hinteren Zapfen der Kurbeiwelle betätigt. Die von Häusler selbst entwickelte Zündkerze ist zerlegbar und wiegt nur 15 g. Bohrung 22 mm, Hub 27 mm, Hubraum 10,3 cm}, Leistung bei 4500 U/min 0,27 PS, bei 6000 U/min 0,3 PS, mittl. Druck bei 4500 U/min 2,6 atü. Gewicht mit Kr a etallkonsol, Kondensator und Zündspule, ohne Propeller 500 g. Preis zum Motor ET T2 \S> u TE AU 0° > a: | THusios. Luftpost. Zweitaktsternmotoren, bei denen Spülen und Laden durch die kinetische Energie der Abgase (die kurz nach Oeffnen des Auspuffkanals einen Unterdruck iin Zylinder hervorruft) erfolgt, würden hinsichtlich Preis und Einfachheit des Aufbaus sehr günstig abschneiden. Zur Zeit ist trotz der vielversprechenden Modellflugmotor Häusler. Links oben die 15 g schwere Häusler-Zündkerze, rechts oben der Spritzvergaser, darunter die Kurbelgehäuserückwand mit dem Unterbrecher. Zeichnungen: Thusius Seite 218 „FLUGSPORT“ Nr. 9/1938, Bd, 30 „FLUGSPORT“ Versuche von Petters und Kadenacy der beherrschbare Drehzahlbereich noch nicht groß, außerdem bestehen Schwierigkeiten beim Anlassen. Aspinmotor (vel. „Flugsport“ 1938, S. 40) erreicht den auffallend niedrigen Verbrauch von 113 ge/PSh nach Angaben des Herstellers. Eine Bestätigung durch von anderer Seite vorgenommene Messungen bleibt abzuwarten, wenn auch die extrem hohe Verdichtung eine Ueberlegenheit gegenüber normalen Motoren ergeben dürfte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß der Schneider-Pokal- Rennmotor von Napier aus dem Jahre 1928 145 g/PSh erreicht hat. Berichtigung: Zu unserem Artikel „Freitragendes Leistungssegelflugzeug Condor I“ teilt uns die DFS bezüglich der Leistungsangaben auf S. 151 mit, daß bei ihr an dem Segelflugzeug Condor II keine Leistungsmessungen durch- geführt worden sind. gen umd La ge? = "ee, Po Fallshirme für den ; Flugzeugbau "ULMIA aller Art ww. KALTLEIM KALTLEIM- INDUSTRIESCERTUSCG, M.B. H. BERLIN W. 35, =POTSDAMERSTRT2 . Ausserdem: Hobelbänke Complelte Werkzeugschränke © Hobel = Spann-Workzeuge I 1 6. Wr & Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Manired Freiherr von Richthoien, der beste Jagdflieger des großen Krieges. Von Rolf Italiaander. A. Weichert Verlag, Berlin. Preis RM 1.69. Generalleutnant Thomsen, im Kriege Chef des Feldflugwesens, sagt in seinem Geleitwort sehr treffend: „Die Jugend entzündet ihre Begeisterung an den Schillschen Offizieren, an den wilden, verwegenen Reitern Lützows und an dem jugendlichen Dichter und Streiter Theodor Körner.“ Und so klingt der Hel- dengesang in diesem Buch bis zu Ende. Die letzten Nachrichten über Richthofens Tod, die von der Mutter des Fliegers zur Verfügung gestellt wurden, werden mit manchen Irriümern aufräumen. Ein lesenswertes Buch für unsere Jugend. Ce quwil faut savoir pour devenir pilote de vol ä voile. Von Charles u. Olga Girod. Verlag Etienne Chiron, 40, rue de Seine, Paris. Preis 30 Frs. Nach dem vorliegenden Buch „Was man wissen muß, um Segelflugpilot zu werden“ gliedert sich die Entwicklung des motorlosen Fluges in Frankreich in > BirkenFlugzeug: Sperrholzplatten „cAWIT deutsches Fabrikat bei Rekordflügen erprobt, in den Qualitäten: AVIATIC, SPEZIAL, GLEITFLUG in allen Stärken von N,4-8 mm liefert prompt ab Lager Georg Herte Berlin-Charlottenburg Kaiser Friedrich-Straße 24 Fernspr.-Sammelnummer: 34 5841 1 Telgr.-Adr.: Fliegerhölzer Berlin SCHROEDER & Cd. Berlin-Neukölln Bergstraße 93-95 Alteste Flugzeug- Fallshirm-Fabrik der Welt ernschule für Iugzeugbau Tbeoret. Vorbereitung für Bauprüfer, Flugzeugfübrer, Ingenieure sowie für Den gesamten Flugdienst. Sonderlehr- gänge für Jungflieger. Abschlußprü- Sungen - Abschlußzeugnisse. Studien Maschinenbau ı Betriebswissenscheften Elektrotechnik / Automobil- u.Flugtechnik vier Zeitabschnitte: Die Vorläufer vor 1921; die Tätigkeit der Association fran- saise a@rienne von 1921-1928; die Tätigkeit der Avia von 1928—1936; die Re- organisierung des Luftministers seit 1937. Die Geschichte beginnt mit Chanute, dem Schüler Lilienthals, der in deu ersten Jahren des Jahrhunderts in Kanada die Gleitflugversuche fortsetzte. Angenehm berührt die im Französischen nicht gewohnte frische Ausdrucks- weise. Das Buch wird sicher dazu beitragen, dem Segelflug in Frankreich wei- teren Auftrieb zu geben. Jungen werden Flieger. Preis RM 4,80. Stamer hat in diesem Buch viel aus seinem eigenen Leben mit verarbeitet. Er schildert darin den Geist der echten Kameradschaft, die unermüdliche Arbeit des Segelfliegers an der Sache und an sich selbst, niederdrückenden Stunden. Die Darstellung ist so packend und lebensnah, daß man nur wünschen kann, recht viele deutsche Jungen möchten das Buch in die Stuttgart. Hände bekommen. Von Fritz Stamer. Franckhsche Verlagshandlung, die erhebenden und die Kiemm-Daimler L 20 flugbereit, zu verkaufen. salmson-Klemm zu kauf. gesucht. Zuschrift. unter „Auch Tausch“ an die Exp. des „Flugsport“ erbet. SPORTFLUGZEUG mitSalmson-Motor Gesamtflugzt. 200 Std.,überholt, für 1700RM zu verkauf. Angeb. unt.3937 a.d Exp.d. „Flugsport“ Bücker - Junemann flugklar zu kaufen gesucht. Angebote unt, 3938 a.d. „Flugsport“ f Für unsere Konstruktionsvermittlung suchen wir Ingenieü als Gruppenführer zum baldigen Antritt. Erwünscht sind Kenntnisse im Flugzeugbau und organisatorische Befähigung. Bewerbungen mit handschriftlich. Lebenslauf, Bild, Zeug- nisabschriften, Gehaltsansprüchen und Eintrittstermin sind zu richten an Siebel Flugzeugwerke Halle, Kommanditgesellschaft, Halle (Saale) 2. Semelinger Mosengtag- $abrit -8.m. b. 9. 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Dauerleistung 20 PS bei 2400 n Sıart- und Steigleistung 28 PS Seld-Kompressorenbau Heidelberg Rohrbacherstraße 36 Telefon 6323 ns et fr Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet, Nr. 10 11, Mai 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 25. Mai 1938 [N te Mirultinsullll ®, N N, GEGRÜNDET 1908 v MERAUSGEGEBEN VON OSHAR. URSINUS * CIVIL-ING,. Il. Intern. Luftfahrtausstellung Helsingfors „S.I.L. 1.“ (14.—22. Mai 1938). Auf der II. Internationalen Luftfahrt- ausstellung des finnischen Luftwehrverban- des wird die deutsche Flugzeugindustrie mit einer umfangreichen Schau vertreten sein. Der Aufschwung des Flugwesens in Finn- land ist ein Verdienst des finnischen Luft- wehrverbandes „Ilmapuolustusliitto“. Luft- verkehr und Militärluftfahrt in Finnland haben mit der Entwicklung Schritt ge- halten. Die I. Luftfahrt-Ausstellung 1929 hat der Förderung des finnischen Flugwesens einen besonders starken Impuls gegeben. Die Bedeutung des Luftverkehrs für Finn- land mit seinen vielen Seen wurde erkannt und führte zur Schaffung des Landflug- . platzes in Helsingfors. Dadurch konnte der $ . | . - [ Winterluftverkehr nicht mehr durch die Eisschwierigkeiten unterbrochen werden. Finnland ist durch den Luftverkehr mit einem Schlage an Zentraleurona. an Groß- deutschland, herangerückt. Während man mit Eisenbahn- und Schiffsverkehr 2— 3 Tage brauchte, beträgt jetzt die Flugzeit Berlin—Helsingfors 7 Std. Die iinnische Flugzeug- industrie ist im Aufbau, und zwar nach eigenen und ausländischen Typen. Die Entwicklung der deutschen Militärluftfahrt seit 1933 hat im Ausland größtes Aufsehen erregt. Die Leistungen in dieser Zeit in Wissenschaft, Technik, Verkehr, Flugsport und Segelflug sind den Lesern dieser Zeitschrift bekannt. Die Begeisterung der deutschen Jugend für die Ziele der Luftfahrt hat auf die finnischen Segelflug- kameraden, welche uns so oft in Deutschland besuchten, größten Ein- druck gemacht. Die freundschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Seite 220 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Teilansicht von Helsingfors. Archiv Flugsport deutschen Flugzeugindustrie und nicht zum wenigsten die engen kameradschaftlichen Verbindungen mit den deutschen Segelfliegern dürften zu der regen Beteiligung an dieser Ausstellung beigetragen haben. Selbstverständlich konnte auf dem engen Raum, 1000 qm, nur ein kleiner Ausschnitt von der Leistungsfähigkeit der deutschen Flugzeug-, Motoren-, Instrumenten- und Zubehörindustrie gegeben werden. Die deutschen Aussteller sind in einer Kollektivausstellung der Wirt- schaftseruppe Luftfahrt-Industrie (Geschäftsstelle: Reichsverband der Deutschen Luftfahrt-Industrie, Berlin W 35) zusammengefaßt. Das schnellste der ausgestellten Originalflugzeuge ist der Jagd- einsitzer He 112 der Ernst Heinkel Flugzeugwerke. Die Maschine, deren Leistungen unter Berücksichtigung der relativ niedrigen Motorleistung (ein Jumo 210 von 685 PS) beacht- lich sind, wurde im vergangenen Jahre in Zürich und später in Mai- land zum ersten Male in der Oeffentlichkeit gezeigt. Die Bewaffnung des freitragenden Tiefdeckers mit dem typischen Heinkelflügel besteht aus zwei Maschinengewehren, die durch den Schraubenkreis feuern, und zwei Maschinenkanonen im Flügel. Weiterhin können unter dem Flügel auf jeder Seite 3 Bomben zu 10 kg eingehängt werden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in 3600 m Höhe 485 km/h, die normale Betriebsgeschwindigkeit liegt bei 445 km/h. 1000 m werden bei einem Fluggewicht von 2230 kg in 1,2 Minuten erstiegen, die Gipfelhöhe beträgt 8000 m. Beachtlich ist die für einen Jagdeinsitzer recht große Reichweite von 1100 km. Eine eingehende Beschreibung der He 112 haben wir 1937 auf S. 548 und 574 veröffentlicht. Die Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke A.-G. sind mit Modellen der Ganzmetalltiefdecker Ju 52/3 m, Ju 86. Ju 87 und Ju 90, ferner mit den beiden Vergasermotoren Jumo 210 und Jumo 211, sowie mit dem Dieselflugmotor Jumo 205 vertreten. Die Verkehrsflugzeuge Ju 52 und Ju 86 sind so allgemein bekannt, daß Nr. 101938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 221 Streckenkarte des Fluges über 28000 km, den vor einiger Zeit die Ju 52 D-AMUO mit Direktor Koppen- berg der Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke, dem Chef der belgischen Luftwaffe, General Iserentant und Fischer v. Poturzyn planmäßig durchführte. 7°. Junkers- - Rund-Afrika- sich ein Eingehen darauf erübrigt, sie spielen beide im in- und ausländischen Luftverkehr eine hervorragende Rolle. Auch der neue vier- motorige Tiefdecker Ju 90 für 40 Fluggäste hat bereits Auslandserfolge zu verbuchen. Bekanntlich gab die South African Airways zwei dieser Maschinen in Auftrag. Den Sturz- kampfzweisitzer Ju 87 haben wir auf S. 125 dieses Jahrgangs ausführlich besprochen. Die beiden in Mailand zum ersten Male in der Oeffentlichkeit gezeigten Benzinmotoren Jumo 210 und 211 sind 1937 auf S. 472 und 590 behandelt, während der Sechszylinder-Dieselzweitakter Jumo 205 unseren Lesern aus früheren Veröffentlichungen bekannt ist. Die Dornier-Werke G. m. b. H. zeigen Modelle der Flugboote Do 18 und Do 24, des Zweischwimmer- flugzeuges Do 22 und des Landflugzeuges Do 17 sowie Tafeln mit Be- richten über den Weltrekordflug der Do 18 D ANHR. Das Boot Do 18, über das wir anläßlich der zahlreichen Ueber- querungen des Süd- und Nordatlantik schon mehrfach berichtet haben, wird in zwei Ausführungen geliefert. Das Muster Do 18E erreicht mit 23,7 m Spannweite, 10000 ke Abflurgewicht (4425 kg Zuladung) 260 km/h Höchstgeschwindierkeit, 4500 m Gipfelhöhe und 6000 km Reichweite. Der Brennstoffverbrauch mit zwei Junkers-Dieselmotoren beträgt bei der Reisegeschwindigkeit von 225 km/h 0,67 ke/km, bei Spargeschwindigkeit (180 km/h) liegt er bei 0,60 kg/km. Die mit einer größeren Fläche von 26,3 m ausgerüstete Do 18F ist mit 11000 kg Fluggewicht etwas langsamer (250 km/h) steigt dafür bis auf 5600 m und besitzt größere Reichweite. Das Ausstellungsgebäude in Helsingfors, die Messehalle. Archiv Flugsport Seite 222 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 2 Nr 1011988, Ba.30 „FLUGSPORT“ Seite 223 Mehrzweckeseeflugzeug Dornier „Do. 22 W“. Werkbild Hochseeflugboot Dornier „Do 24“. Werkbild Den Zweischwimmer-Hochdecker Do 22W, der auch als Land- ı flugzeug ausgeführt werden kann, haben wir 1936 auf S. 215 bespro- . Seefähigkeitsprüfung auf der Nordsee bestanden (vgl. hierzu die Abb. chen. Die Höchstgeschwindigkeit dieses Mehrzwecke-Flugzeuges von | auf S. 721, 1937). un 3350 k& Fluggewicht liegt bei 325 km/h, die Gipfelhöhe beträgt mehr | Der zweimotorige Hochdecker Do 17, der beim Züricher Flugmee- als 9000 m. Bemerkenswert ist die ausgesprochen niedrige Lande- ting hervorragende Leistungen vollbrachte, erreicht mit zwei Gnome- geschwindigkeit von 82 km/h. . Rhone-Motoren von je 1000 PS in 3500 m Höhe 420 km/h Höchst- und 380 km/h Reisegeschwindigkeit. Bei 4320 kg Leergewicht und 6400 kg Fluggewicht (Ausrüstung 450 ke, 1000 kg Bomben) beträgt die Flächenbelastung 116 kg/m”? und die Leistungsbelastung 3,2 ke/PS. Das von der Gothaer Waggoniabrik A.-G. im Modell gezeigte Schulflugzeug für Fortgeschrittene Go 145 ist unseren Lesern ebenso wie die beiden anderen Typen Go 146 und Go 149 bekannt. Mit einem Argus-Motor As 10 C von 240 PS erreicht dieser verspannte Doppeldecker mit 1350 (Beanspruchungsgruppe S4K) bzw. 1050 kg Fluggewicht (Gruppe H5) 212 km/h Höchst- und 180 km/h Reisegeschwindigkeit. Die Steigzeit auf 1000 m beträgt 5,5 bzw. 35 min, die praktische Gipfelhöhe liegt bei 3700 (4800) m. Das Last- vielfache bei 1350 kg Fluggewicht beträgt im A-Fall 9,5—11,5, ein- Langstreckenflugboot „Do. 24“. Dornier „Do. 17“. Das in letzter Zeit für das Ausland entwickelte dreimotorige Flug- boot Do 24 stellt das letzte Glied der Dornier-Familie Wal, Do X, Do 18 dar. Bei den Abnahmeflügen wurden nicht nur die garantierten Leistungen überboten, sondern auch eine außerordentlich schwere Langstreckenflugboot Dornier „Do. 18“. Werkbitd . Dornier-Mehrzwecke-Flugzeug „ Do 17“. Werkbild Seite 224 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Ein Bild aus dem finnischen Seengebiet. Archiv Flugsport sitzig geflogen, ist die Maschine für höchste Beanspruchungen ein- schließlich Sturzflug mit Endgeschwindigrkeit zurelassen, das Lastviel- fache liegt dabei zwischen 12,3 und 13,7. Der zweimotorige Tiefdecker Go 146 erreicht mit zwei Hirth- Motoren HM 508E von 170/240 PS 335 km/h am Boden. Bei einem Fluggewicht von 2200 kg liegt die praktische Gipfelhöhe bei 5400 m, mit einem Motor läßt sich die Maschine noch in 1800 m Höhe halten. Entsprechend dem Finsatz als schnelles Kurierflugzeug ist die Reich- weite bei Reisegeschwindigkeit (300 km/h) auf 1000 km gebracht. Der einsitzige Reise- und Uebungseindecker Go 149 war in Mai- land im Original zu sehen. Er ist im „Flugsport“ 1937 auf S. 570 be- sprochen. Die Festigkeit der Maschine entspricht der Beanspruchungs- gruppe MH 5. Die Höchstgeschwindigkeit liest mit dem Argus As 10 C von 200/240 PS bei 345 km/h, 1000 m Höhe werden in 2,2 Minuten er- reicht, die Reichweite beträgt 950 km. Zum Einsatz gelangt die Go 149 als Schul- und Uebungsflugzeug für Kampf, Kunstflug, Nachtfliegen, FT.-Dienst, zur Befehls- und Nachrichtenübermittlung, sowie für Reise und Sport. Die Firma Blohm & Voß, Abteilung Flugszeugbau, kommt mit Modellen der beiden Baumuster Ha 139B und Ha 142. Ueber den viermotorigen Tiefdecker Ha 139, der von der Lufthansa im vergangenen Jahr zu insgesamt 16 Flügen über den Nordatlantik eingesetzt wurde, haben wir 1937 auf S. 32 und 616 eingehend berichtet. In der Zielsetzung entspricht diese Maschine etwa der Do 18 von Dornier. Sie ist bei Anwendung von Katapultstart imstande, im regelmäßigen Dienst den Nordatlantik mit einer an- gemessenen Nutzlast in Form von Post zu überqueren, wobei die Reisegeschwindigkeit etwa 250 km/h beträgt. Die im Modell ausgestellten Baumuster der Focke-Wulf G. m. b.H. sind den Lesern des „Flugsport“ bereits bekannt. Der Schuldoppel- decker Fw 44 „Stieglitz“ mit Bramo Sh 14 A 4 wird auch als Privat- reiseflugzeug und für Kunstflüge benutzt. Er erfreut sich auch im Ausland größter Beliebtheit, wie die Ausfuhr nach China, Schweden Kamerun, Brasilien, Chile, Argentinien, Bolivien, Türkei, Bulgarien, Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 225 Drei Focke-Wulf-Typen. Links der einsitzige Hochdecker Fw 56 „Stößer“ mit Argusmotor, rechts oben die „Weihe“ (Fw 58), darunter das neue Verkehrsilug- zeug der Lufthansa Fw 200 „Condor“. Werkbilder, freigegeben durch R.L.M Focke-Wulf Nr. 3552/38 u. 3356/38. nischen Ländern wird der „Stieglitz“ in Lizenz gebaut. Der als Uebungskampfeinsitzer zum Umschulen der Flugzeugführer auf schnel- lere Flugzeuge verwendete Hochdecker Fw 56 „Stößer“ mit Argus- Motor ist ebenfalls voll kunstflugtauglich. Bei Einbau größerer Brenn- stoffbehälter ist die Maschine auch als Reiseflugzeug verwendbar. Von den mehrmotorigen Baumustern ist die „Weihe“ (Fw 58) für die Umschulung auf größere Maschinen, für MG-Schützen- ausbildung, für FT-, Blindflug- und Bombenwurfschulung, für Luft- bildzwecke usw. vorgesehen. Der Umbau der Maschine für die ver- schiedenen Verwendungszwecke erfordert sehr wenig Zeit, was den Wert der „Weihe“ als Ausbildungsflugzeug hervorhebt. Neben der Rumänien usw. beweist. In mehreren europäischen und südamerika- Verkehrsflugzeug Focke-Wulf Fw 200 „Condor“ mit vier BMW-Motoren. Werkbild Seite 226 „Er LUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Sport- und Reiseflugzeug Klemm „Kl 35 B‘“ mit Kabinenaufsatz. Werkbild Ausfuhr nach verschiedenen Ländern sind auch von diesem Typ bereits Nachbaurechte nach Südamerika vergeben. Der viermotorizge „Condor“ stellt eins der neuesten Verkehrs- flugzeuge der Lufthansa dar. Darüber hinaus hat auch die dänische Luftverkehrsgesellschaft „D.D.L.“ zwei Maschinen dieses Typs in Auftrag zegeben. Bemerkenswert für die Einschätzung der Sicher- heit des „Condor“ ist die Tatsache, daß hier erstmalig keine Anschnall- gurte für die Fluggäste eingebaut sind. Leichtilugzeugbau Klemm G, m. b.H. bringt im Modell die bekannten Baumuster K135B auf Schneekufen, WL35A und Kl135B mit Kabinenaufsatz. Daneben sind auch noch die älteren Konstruktionen WL25D und Kl32B durch Modelle ver- treten. Die drei Typen 25, 32 und 35 sind im „Flugsport“ 1937 auf S. 265 ft. ausführlich besprochen. Die inzwischen aus dem offenen zweisitzigen Tiefdecker Kl 35 entwickelte Kabinenmaschine mit Schiebehaube zeichnet sich durch erheblich gesteigerte Flugleistungen aus. Bei gleichen Abmessungen wie die offene Ausführung erreicht sie mit einem Hirth-Motor HM 504 von 90/100 PS eine Höchstgeschwindig- keit von 222 km/h. Die Reisegeschwindigkeit bei 75% der Volleistung beträgt 200 km/h. Bei 715 kg Fluggewicht (Gruppe S4K, für P3 sind 750 und für H5K 580 kg zugelassen) steigt die Maschine am Boden mit rd. 3,2 m/sec, erreicht 4200 m Gipfelhöhe und landet mit 80 km/h. Bei einem Brennstoffverbrauch von 13 1/100 km beträgt die Reichweite normal 700 km. Von den Henschel Flugzeug-Werken A.-G. wird ein Modell des Mehrzweckeflugzeuges Hs 126 ausgestellt. Im ‚„Flug- sport“ ist dieser einsitzige freitragende Hochdecker mit einem Stern- motor BMW „132 Dc“ auf S. 32 des Jahrganges 1938 besprochen. Die Maschine kann als Bombenträger, als Nebler oder für Luftbildaufnah- men usw. Verwendung finden. Bei 3150 kg Fluggewicht steigt die Hs 126 in 13,5 min auf 6000 m. In 3000 m Höhe erreicht sie 355 km/h Höchstgeschwindiekeit, die Landegeschwindigkeit beträgt mit 100 kg/m? Flächenbelastung 95 km/h. Die trotz ihres geringen Alters bereits mit vier Weltrekorden hervorgetretene Firma Focke, Achgelis & Co, in Hoykenkamp bei Delmenhorst zeigt ein Modell des Hubschraubers Fw 61. Die Vorführungsflige von Hanna Reitsch in der Deutschland- halle und der Ueberlandfilug von Bremen nach Tempelhof mit 108 km ausgerüsteten Maschinen steigt der Doppeldecker Focke-Wulf Fw 44 Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 227 haben im In- und Ausland den durch die Ueberbietung der vier Welt- bestleistungen für Hubschrauber um ein Vielfaches hervorgerufenen Eindruck von der Reife dieser Konstruktion noch: verstärkt. Neben den Flugleistungen, von denen die erflogene Höhe von 2440 m nicht die Gipfelhöhe des Flugzeuges darstellt, interessiert ein Vergleich des Hubschraubers mit einem Normalflugzeug und mit einem Tragschrau- ber der Bauweise nach de la Cierva. Von den drei mit dem gleichen Motor (Bramo Sh 14 A von 160 PS) an. Der Focke-Hubschrauber „Fw 61“ in Bildern. Links oben: Ein freifliegendes Modell von 4,9 kg Gewicht mit einem Benzinmotor von 0,7 PS, das im November 1934 18 m Höhe erreichte (auf 18 m stand damals auch der Höhenrekord für bemannte Hubschrauber). Rechts oben: Versuchsläufe der Getriebe für die Hub- schrauben. Antrieb durch einen Elektromotor in Leonardschaltung. An dieser Ein- richtung konnten gleichzeitig die Schubbeiwerte in natürlicher Größe gemessen werden. Mitte links: Der erste Freiflug, den Ing. Rohlfs am 26. 6. 35 durchführte. Dauer 28 Sekunden. Mitte rechts: Eine Schraubennabe mit den Steuerteilen für die Blattbewegung. Unten links: Das Kegelradgetriebe mit der Reibungskupplung. Man erkennt die beiden nach den Schrauben führenden Wellen. Unten rechts: Vorderansicht des Hubschraubers mit der Gebläseluftschraube. Werkbilder Seite 228 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Mehrzweckeflugzeug Arado „Ar. 95° mit BMW „132 De“. Werkbild „Stieglitz“ bei 870 kg Fluggewicht mit 3,5 m/sec, der Tragschrauber Cierva C30 erreicht mit 815 kg nur 1,5 m/sec, während der Hub- schrauber Fw 61 mit 950 kg Fluggewicht noch etwas schneller als der „Stieelitz“, nämlich mit 3,6 m/sec, steigt. Werden die Hubschrauben nicht angetrieben, d. h. fliegt die Fw 61 als Tragschrauber, dann sinkt die Steiggeschwindigkeit auf 1,3 m/sec. Unter den Originalflugzeugen ist ferner das Mehrzwecke-Uanz- metallflugzeug „Ar 95“ der Arado-Flugzeugwerke G. m. b. H. zu erwähnen. Wir haben dieses Baumuster, das anläßlich der Luft- fahrtausstellung im Haag zum erstenmal im Modell gezeigt wurde, 1936 auf S. 423 und 545 besprochen. Die gleiche Firma stellt weiter ein Modell des zweisitzigen Tiefdeckers „Ar 96“ aus, der für Schul- und Kunstflug, Ausbildung im Blindflug, im MG-Schießen und Bomben- werfen, in der Funkentelegraphie und im Aufnehmen von Luftbildern Verwendung findet. (Baubeschreibung s. „Flugsport“ 1937, S. 263, 306.) Von den Bayerischen Motoren-Werken A.-G. wird die Ausstellung mit einem Sternmotor der Bauart „132 Dec“ und mit einem gesamten Triebwerk einer Junkers „Ju 86°, in dem der gleiche Motor Verwendung findet, beschickt. Der Neunzylinder-Sternmotor BMW „132 De“ _ stellt eine Weiterentwicklung des Musters „132 Da“ dar. Durch Ver- erößerung der Kühlrippenoberfläche und Verbesserungen am Lader wurde eine Leistungssteigerung von rd. 10% erzielt. Das Gehäuse des Motors besteht aus 7 Teilen. Die beiden Hälften des Kurbelgehäuses sind aus einer Aluminiumlegierung gepreßt und werden durch 9 zwischen den Zylindern durchgehende Schrauben miteinander verbunden. In den besonders kräftig ausgeführten Seiten- wänden dieser beiden Gehäuseteile sitzen in Stahlbüchsen die beiden Hauptrollenlager für die Kurbelwelle. Nach hinten schließt das Lader- gehäuse mit der Ringleitung und mit den Stutzen für die Saugrohre an, dahinter sitzt der Hilfsgeräteträger, der die Leitschaufeln für den Lader und den Ansaugkrümmer für den Vergaser enthält. Der Steuer- eehäusering mit den Ventilstößeln sitzt vorn am eigentlichen Kurbel- gehäuse und ist durch einen Lagerdeckel abgeschlossen, in dem das Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 229 Kurbelgehäuse, Gemischladergehäuse und Hilfsgeräteteil des BMW „132 Dec“. . Werkbild vordere, dritte Rollenlager für die Kurbelwelle untergebracht ist. Das Getriebegehäuse mit den Einzelteilen des Kegelradplanetengetriebes ist in der umstehenden Abbildung dargestellt. Kurbelwelle zweiteilig, einfach gekröpft, angeschraubte Gegen- gewichte. Der vordere Stumpf trägt einen Keilbahnzapfen, auf dem das Zahnrad für den Luftschraubenantrieb sitzt. Vom hinteren Zapfen aus werden über eine elastische Federkupplung und Zwischengetriebe der Lader, ein Stromerzeuger und ein Luftpresser angetrieben. Ein zweites, fest aufgekeiltes Zahnrad treibt die übrigen Geräte. Flugmotor BMW „132 De“. Werkbilder Seite 230 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Einzelteile des Luftschraubenuntersetzungsgetriebes am „De 132“. Werkbild Pleuelstangen von H-Querschnitt, Hauptpleuel ungeteilt, am unte- ren Ende ein Bleibronzelager, oben Bronzebüchsen. Topfkolben, aus Leichtmetall gepreßt. 3 Kompressions- und 2 Oelabstreifringe. Schwim- mende Kolbenbolzen, durch Scheiben und Federringe gegen Verschie- ben gesichert. Zylinder aus Stahl, Leichtmetallkopf mit sorgfältig durchgebilde- tem Kühlrippensystem, warm aufgeschraubt. Schwinghebelgehäuse mit dem Kopf in einem Stück hergestellt. Sitz für das Einlaßventil aus Al-Bronze, für das Auslaßventil aus warmfestem Stahl, beide ein- gepreßt und durch Nachwalzen gesichert. Zur Kontrolle der Tempera- turen sind am Kopf unter dem Auslaßstutzen und am Zylinderfuß An- schlüsse für Thermoelemente vorgesehen. Je Zylinder ein Ein- und ein Auslaßventil, letzteres mit Natrium gefüllt. Sitzfläche und Schaftende mit einer Stellitauflage versehen. Führung in Bronzebüchsen, für jedes Ventil zwei ineinanderliegende Schraubenfedern. Steuerung durch eine über ein Stirnradgetriebe von der Kurbel- welle aus angetriebene Nockentrommel. Vier Auslaß- und vier Einlaß- nocken. Stoßstangen und Kipphebel vollkommen gekapselt. Die Luftschraube ist im Verhältnis 1:0,62 untersetzt und sitzt auf einem SAE 50-Keilbahn-Wellenstummel. Am Getriebegehäuse ein Oelumsteuerventil für Verstellschrauben mit zwei Einstellungen oder Regler für eine Schraube gleichbleibender Drehzahl. Die Gemischbildung besorgt ein Mona-Hobson-Vergaser. Zwei Schwimmer- kammern, Beschleuniger- pumpe, Hobson- Penn-Gemisch- regler für „nor- mal“ und „arm“, Askan:a-Lade- druckregler. Zum schnellen Abstellen des Motors eine Ab- sperrvorrichtung für den Brenn- Triebwerk- einzelteile des Neunzylinders BMW „132 Dec“. Werkbild Nr. 10/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 231 Zylinder des BMW-Flugmotors „132 De“. Werkbild stoff, die bei geschlossener Drosselklappe wirkt. Der Lader läuft mit 9,5-facher Motordrehzahl und hält bis zu 3800 m Höhe den für Dauer- leistung zulässigen Ladedruck aufrecht. Ladedruckgrenzregler. Brenn- stofizufuhr durch eine mit 1,36facher Motordrehzahl laufende Pumpe, Druck rd. 0,25 atü. Zündung durch zwei Boschzünder GE9BLS, Kerzen mit 14-mm- Gewinde. Elektrische, von Hand zu schaltende Zündzeitpunktver- stellung von rd. 30°. Sämtliche Hochspannung führenden Teile metal- lisch abgeschirmt. | Schmierung nach dem Trockensumpfverfahren. Eine Druck- und drei Absaugpumpen, Förderung durch Zahnräder. Druckschmierung für Hauptlager, sämtliche Pleuellager, Nockentrommel, Steuerung, Hilfsantrieb und Laderantrieb. Absaugen des in die Schwinghebel- gehäuse austretenden Oeles durch eine Ringleitung. Die umlaufende Oelmenge beträgt bei 6,4 atü Oeldruck und 60° Eintrittstemperatur etwa 1400 kg/h. An Wärme sind in einem besonderen Oelkühler etwa 20 000 kcal/h abzuführen. Anlasser durch Bosch- I | 1 I 1 TI 1 7 | höhte_Kurzleistung_AMin_n= 2450 Ulmin Schwungkraftstarter mit BU a = Kurzleistung 5Min _n= 2370 U/min 777 Handbetrieb (Gewicht "Pr I _.._— 10,75 kg) oder elektri- +7 Ss N ja) Leistungsgewinn durch Staudruck __| bei 300 km/h Fluggeschwindigkeit bei 400 km/h " ” “ N N bei 500 km/h * " a schem Antrieb (ohne Bea Batterie 16 kg). Anlaß- a aan NN zündspule mit Summer- "I Twin AIS unterbrecher oder Hand- LIT SN anlaßmagnet, Kraftstoff- "FT "omerstng 122130 Umn N einspritzpumpe für die NII Ansaugleitungen der bei- 2” den unteren Zylinder. IH V; Motorleistung _in PS Leistungsschaubild des Neunzylinders BMW „132 De“. ö Werkzeichnung „Flughöhe in km “ Q oO Seite 232 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Zur einwandfreien Kühlung des Motors sind die Zylinder mit Luft- führungsblechen verkleidet, die den Widerstand des mit einer Haube verkleideten Motors wesentlich herabsetzen. Die Bleche sind außen zu einem Ring zusammengezogen, um den ein Schlauch zur Lagerung und Abdichtung der eigentlichen Haube gelegt ist. Zylinderzahl 9, Hub 162 mm, Bohrung 155,5 mm, Hubraum je Zylinder 3,076 I, Gesamthubraum 27,7 1, Verdichtungsverhältnis 1:65, erößter Durchmesser 1380 mm, größte Länge, 1411 mm, Lochkreis- durchmesser für die Befestigungsbolzen (Durchm. 12 mm) 593,7 mm. Leistungsdaten: Erhöhte Kurzleistung am Boden 880 PS bei 2450 U/min, in 2000 m Höhe 945 PS (zulässige Dauer 1 Minute), Kurz- leistung (5 min) am Boden 800 PS bei 2370 Ulmin, in 2500 Höhe 870 PS, erhöhte Dauerleistung (30 min) am Boden 720 PS bei 2290 Ulmin, in 2900 m Höhe 790 PS, Dauerleistung am Boden 580 PS bei 2130 U/min, in 33800 m Höhe 655 PS. Brennstoffverbrauch bei mindestens 87 Oktan und höchsten 0,8 cm’/l Tetraäthylbleizusatz bei Dauerleistung rd. 240 e/PSh, im Reiseflug bei armem Gemisch 195—200 e/PSh. Gewicht ohne Nabe, Anlasser, Stromerzeuger, Luftpresser, Vorwärmer und Leit- bleche 525 kg. Einheitsgewicht 0,555 kg/PS, Hubraumgewicht 19 kg/l, Hubraum- leistung 34 PS/l, mittlerer Druck bei erhöhter Kurzleistung in 2000 m Höhe 12,5 ke/cm?. Die Brandenburgischen Motorenwerke G. m. b. H. stellen den im In- und Ausland in mehr als 2000 Exemplaren verbrei- teten Sportflusmotor Bramo „Sh 14 A 4“ von 160 PS Höchstleistung aus. Eine Schnittzeichnung dieses Motors, aus der alle wesentlichen Einzelheiten der Konstruktion hervorgehen, brachten wir 1936 auf S. 588. Das zweite Muster, den Neunzylinder „Fafnir“, der Ende vorigen Jahres zum ersten Male in der Oeffentlichkeit gezeigt wurde, haben wir auf S. 555 des vorigen Jahrganges besprochen. Bei 26,8 | Gesamthubraum beträgt die Abilugleistung 850 PS bei etwa 2500 U/min. Der im Verhältnis 11,4:1 übersetzte Lader hält die Dauer- leistung von 655 PS bei 2100 U/min bis zu einer Höhe von 4200 m aufrecht. Das Gewicht beträgt 545 kg. Von den von der Hirth-Motoren G. m. b. H. ausgestellten fünf luftgekühlten Motoren haben wir den Vierzylinder HM 504 und den Sechszylinder HM 506 1935 auf S. 474 besprochen. Auch der kleinere Vierzylinder HM 60/R ist unseren Lesern aus ver- schiedenen Veröffentlichungen im „Flugsport“ bekannt. Die beiden Achtzylinder HM 508 H-1 und HM 508 D sind mit Untersetzungs- getriebe und Ladegebläse ausgerüstet. Sie leisten 240 bzw. 280 PS bei Teilstück einer NHirth- Kurbelwelle. Die beiden Wangen werden durch das Differentialgewinde des Innenteiles gegen den Hubzapfen gezogen, auf dem sie durch die Stirn- verzahnung zentriert und sesenVerdrehen gesichert sind. Das Anziehen der Gewindebüchse geschieht durch die eingesteckte Keilwelle. Werkbild Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 233 2 Bi EEE U ES UL... Hirth-Flugmotor HM 508. Oben die zusammengesetzte Kurbelwelle, darunter die Einzelteile. Werkbilder 3000 (3100) U/min der Kurbelwelle. Die Luftschraube läuft dabei mit 2000 (2070) Ulmin. Mit 205 kg (bei beiden Typen) wird ein Einheits- gewicht von 0,83 (0,73) ke/PS erreicht. Die in V-Form mit 60° Zwi- schenwinkel angeordneten „Normalzylinder‘“ (bei vier von den fünf gezeigten Motoren werden die gleichen Ein-Liter-Zylinder benutzt) sind in Sondergrauguß ausgeführt und werden durch je vier durch- gehende Zuganker gehalten. Die Kurbelwellen sind in der bekannten geteilten Bauweise. mit Hirthverzahnung und ungeteilten Pleueln ge- baut. Bemerkenswert für alle Hirthmotoren ist der für diese Größen- klasse niedrige Kraftstoffverbrauch von 220—240 g/PSh. Der stärkste auf der Ausstellung gezeigte Motor ist das Muster DB 600 der Daimler-Benz A.-G., wie es in dem Weltrekordfluszeugz der Bayrischen Flugzeugwerke Verwendung gefunden hat. Die Serienausführung dieses flüssigkeits- gekühlten Zwölfzylinders haben wir im „Flugsport“ 1937 auf S. 554 besprochen. Mit 33,9 1 Gesamthubraum beträgt die Startleistung 950 PS, für die Dauer können 800 PS bei 2200 U/min entnommen werden, wobei der Brennstoffverbrauch um 215 g/PSh herum liegt. Bemerkenswert ist das geringe Hubraumgewicht von 16,1 ke/l, was sonst im allgemeinen nur von kleineren, langsam laufenden Motoren mit wenigen großen Zylindern und geringem Mitteldruck erreicht wird. Der in Helsingfors von der Argus Motoren Gesellschaft m. b. H. erstmalig gezeigte Achtzylindermotor As 401 stellt eine Weiterent- wicklung der Baumuster As 10 C und As 10E. über die wir auf S. 151 ff. dieses Jahrganges ausführliche Unterlagen veröffentlichten, dar. Durch den Anbau eines einstufigen Kreiselgebläses wurde die Nennleistungs- höhe auf 3000 m gebracht. Während die meisten Einzelteile ebenso Seite 234 „FLUGSPORT" Nr. 10/1938, Bd. 30 Argus-Flugmotor „As 401° mit Höhenlader. Werkbild "wie die Hauptabmessungen gegenüber den älteren Typen unverändert geblieben sind, hat der Geräteteil eine Umgestaltung erfahren. Hinter dem Lader mit elastischem Antrieb, dem das Gemisch durch einen Argus-Hobson-Vergaser mit selbsttätiger Ladedruck- und. Höhen- eemischregelung zugeführt wird, sitzen sämtliche Hilfsgeräte, wie Zünder, elektrischer Anlasser, Stromerzeuger, Oel- oder Luftpresser, MG-Steuerung, Brennstofipumpe. Die Leistung des As 401 ist gegenüber dem As 10 C und auch dem As 10E erhöht. Sie beträgt für eine Minute am Boden 275 PS bei 2100 U/min. Die 5-Minuten-Kurzleistung wird mit 250 PS am Boden und mit 270 PS in 3000 m Höhe angegeben, Drehzahl dabei 2050 Ulmin. Fiir die erhöhte Dauerleistung, die für 30 Minuten entnommen werden kann, sind bei 1975 Ulmin am Boden 225, in 3 km Höhe 240 PS fest- gesetzt. Dauerleistung bei 1900 U/min am Boden 200, in Nennhöhe 240 PS. Brennstoffverbrauch bei: Reiseleistung rd. 210 g/PSh, Oel- verbrauch etwa 8 g/PSh. Bohrung 120 mm, Hub 140 mm, Gesamthubraum 12,667 1, Ver- Unten: Argus-Seitenruderhebel mit Deldruckbremse. BR I | Man beachte die Verstellmöglichkeit durch Drehen 1 | 5 BEE des geriffelten Rädchens mit dem Fuß. werkbild 260 | — 4 | | u N | 240 AN | | IL I WESSBEBEN SananE 200 4 N N E 180 | N we 160 N N 140 TH N 120 Be Bu 1 2 3 | 5 6 7 Höhe in km Rechts: Höhenleistungsschaubild Argus „As 401“. Werkzeichnung Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 235 dichtung 1:6, Gewicht 232 ke. Hubraumleistung 21,7 PS/l, mittl. Druck 9,3 kg/cm?, Einheitsgewicht 0,84 kg/PS, Hubraumgewicht 18,3 kgll. Größte Länge 1215 mm, Breite 830 mm, Höhe 845 mm. Auf den von Argus entwickelten Benzinmotor für Modelle, dessen Leistungsgewicht mit 0,4 ke/PS für den Motor allein und 0,8 kg/PS für das einbaufertige Triebwerk vollkommen aus dem Rahmen der bekannten Modellmotoren herausfällt, gehen wir in dem Abschnitt „Modelle“ des vorliegenden Heftes näher ein. Die Argus-Scheibenbremse für Flugzeugräder sowie die dazu- gehörigen Druckzylinder und sonstigen Teile haben wir bereits früher ausführlich besprochen, ebenso die Rohrleitungskupplungen, bei denen sich beim Lösen der Verbindung jedes Stück der Leitung selbsttätig abschließt. Der Hochdruckschlauch mit den einfachen und auch bei höchsten Drücken betriebssicheren Anschlußnippeln, wurde ebenfalls bereits im Vorjahre auf Ausstellungen gezeigt. Die von der Deutschen Benzinuhren G. m.b.H. ausgestellten Schläuche, Kraftstoffpumpen, Ventilbatterien, Behälter- köpfe, Benzinuhren, Bedienanlagen, Rohrkupplungen usw. sind im „Flugsport“ bereits früher besprochen. Zu dem Fabrikationsprogramm neu hinzugekommen sind das Kraftstoff-Umpump-Aggregat UP1 und das Kraftstoff-Handhabefilter KHF 32. Das für das Umpumpen von Brennstoff aus einem Behälter in einen anderen geschaffene Umpump-Aggregat UP I besteht aus einer doppelseitigen Membranpumpe mit angebautem Elektromotor. Die ein- mal gekröpfte Pumpenwelle läuft in Kugellagern und bewegt über ein Kugellager die beiden durch Stehbolzen miteinander verbundenen Membranteller. Die Membranen selbst bestehen aus DBU-Stoff mit Cellophan-Zwischenlagen. Auf der Außenseite jeder Membran liegt je ein federbelastetes Saug- und Druckventil. Der Antriebsmotor läuft bei Gleichstrom von 27 Volt und 3 Ampere mit rd. 7000 Ulmin und treibt die Pumpenwelle über ein zweistufiges Stirnradgetriebe an. Die Membranpumpen saugen bei trockener Leitung 6—7 m Höhe. Die maximale Fördermenge des Aggregates beträgt bei 0,5 atü Gegendruck und 02 ke/cem? Ansaugunterdruck 1000 I/h. Um bei Ausfall der Pumpe mit einer anderen Förderpumpe arbeiten zu können, wobei der Brenn- stoff die Ventile passieren muß, ist der Durchflußwiderstand möglichst gering gehalten. Er beträgt bei 400 I/h nur 200—300 mm WS. Das Handhabefilter KHF 32 wird in die Zapfleitung eingebaut, Es soll den Brennstoff vor dem Ausfließen in den Tank des Flugzeuges nochmals reinigen. Das Leichtmetallgehäuse besitzt auf der einen Seite Innen-, auf der anderen Außengewinde, die Durchflußrichtung ist durch Pfeile gekennzeichnet. Der Kraftstoff fließt vom äußeren N ss ER N N 222 IN Schnittzeichnung des DBU-Umpumpaggregates. Werkzeichnung Seite 236 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Lamellen-Handhabe- Filter der Deutschen Benzinuhren G.m.b.H. Rechts zwei federnde Nocken, die das La- mellenpaket in der Hülse halten. Links unten eine einzelne Lamelle. Maßstab ca. ». „ Werkbild Umfang her durch ein Paket von Lamellen hindurch, wobei Fremd- körper aller Art abgeschieden werden, und tritt dann durch Aus- sparungen in den Lamellen in achsialer Richtung wieder aus. Die Askania-Werke A.-G. führen eine Reihe ihrer Instrumente in der Praxis vor. Neben einer Vollsteuerung, Bauart Sperry, wird eine Askania-Kurssteuerung In allen Einzelheiten gezeigt. Schnitt- und Vorführmodelle erläutern die . Arbeitsweise und den Aufbau verschiedener Instrumente. Eine Zusammen- stellung von Geräten für Segelflugzeuge, bei denen auf den geringen Raumbedarf besonders Rücksicht genommen ist, kommt dem Interesse der fin- nischen Besucher für die Segelfliegerei ent- gegen. Neben den Ein Askania-Instrumentenbrett mit Wendezeiger, Hö- Einbauinstrumenten henmesser, Fahrtmesser, Variometer, Uhr und Kompaß. werden weiter die Werkbild bekannten Ballon- theodoliten und Wolkenhöhenmesser, ferner Meßgeräte für die Strö- mungsforschung und zur Untersuchung von Schwingungen usw. aus- gestellt. Die Elektron - Co m.b.H. (Mahle Komm.-Ges.) zeigt eine Serie der von ihr vor 10 Jahren erst- malig auf den Markt gebrachten Flugzeugräder aus Elektron mit Ein- fach- und Doppelbremsen verschiedener Ausführung, ferner Feder- Schliffbilder der beiden Legierungen ;. Y und Ec 124 bei ‚s 150facher Vergrö- -: Berung. Das feinere Gefüge (rechtes Bild) entspricht der Legierung Ec 124. Werkbild “en - Nr. 10/1938, Bd. 30 „rTLUGSPORT“ Seite 237 Drei Ec-Fahrwerke. Links für eine Heinkel He 116, in der Mitte für eine Gotha Go 146 und rechts für den Focke-Wulf „Condor“. Werkbilder beine und sonstige Fahrwerksteile aller Art, daneben auch komplette Fahrwerke in Form von halb- oder ganzfreitragenden Federbeinen und einziehbaren Gabelfahrgestellen, wie sie neuerdings bei zwei- und viermotorigen Flugzeugen zur Regel geworden sind. Eine Abhandlung über die Feder- und Dämpfungscharakteristiken der verschiedenen von EC hergestellten Flugzeugbeine bringen wir im vorliegenden Heft an anderer Stelle. Die Entwicklung des anderen Fabrikationszweiges der Elektron-Co ist gekennzeichnet durch die Einführung der schmied- baren Legierung Ec 124. Bis vor kurzem konnten Legierungen dieser Art, die gegenüber der früher als Kolbenwerkstoff allgemein verwen- deten Y-Legierung den Vorteil höherer Verschleißfestigkeit und ge- ringerer Wärmeausdehnung aufweisen, nur gegossen werden. Durch den Uebergang zum Preß-Schmieden kann auch für diese Werkstoffe der Vorteil höherer Festigkeit und günstigeren Verhaltens beim Bruch ausgenutzt werden, was sich in einer fühlbaren Gewichtsverminde- rung auswirkt. Vom Goetzewerk werden die in jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit den neuzeitlichen Anforderungen angepaßten Kolbenringe für Flugmotoren und verschie- dene Ausführungen von: Dichtungen für Zylinderköpfe usw. sowie für Wellen zur Ausstellung gebracht. Als Neuheit ist die im „Flugsport“ 1938 auf S. 16 im Schnitt gezeigte Wellendichtung aus Buna anzu- sprechen. In einem Gehäuse aus Stahlblech oder Leichtmetall sitzt eine Manschette aus dem synthetischen Kautschuk Buna. Der erfor- derliche Anpreßdruck wird durch eine ringförmige Spiralfeder erzeugt. Gegenüber der üblichen Lederman- schette zeichnet sich der neueWerk- stoff durch hohe Wärmebeständig- keit (er verträgt Oeltemperaturen bis zu 200° C) und gute Schmieg- samkeit sowie Beständirkeit gegen eine große Anzahl chemischer Lö- sungsmittel aus. Auch: hinsichtlich der Verschleißfestirkeit besitzt die neue Dichtung gute Eigenschaften. Seite 238 ‚FLUGSPORT" Nr. 10/1938, Bd. 30 Hydraulische Aggregate der Firma A. Teves. Links eine Bremsfußpumpe von 0,7 kg Gewicht, in der Mitte der Hauptzylinder einer Oeldruck- anlage (Gewicht 1,6 kg), rechts ein Druckzylinder für die Landeklappenbetätigung (Gewicht 2,7 kg, Hub 79 mm, Arbeitsfläche 15.5 cm?). Werkbilder Die Firma Alired Teves, Maschinen- und Armaturenfabrik G. m. b.H., Frankfurt a. M., zeigt die bekannten Centrit-Schleuderguß-Laufbüchsen für Leichtmetallzylinder, ferner Stahlzylinder mit einer 0,5 mm dicken, eingeschleuderten Lauf- fläche aus hochwertigem Gußeisen, die sich vollkommen fest mit dem Grundmaterial des Zylinders verbindet und die Schwierigkeiten des Kolbenringproblems vermindern hilft. Neben den bekannten Ate- Kolbenringen und -Ventilkegeln sind vor längerer Zeit auch hydrau- lische Anlagen für Einziehfahrwerke, Landeklappen, Höhenflossen usw. in das Bauprogramm aufgenommen worden. Die ausgestellten Er- zeugnisse dieser Abteilung umfassen Hochdruckpumpen, Bremsfuß- pumpen, Druckzylinder und zahlreiche andere Konstruktionselemente. Von den Mechanischen Werkstätten Neubrandenburg G. m.b. H. kommen Bombenwurf-Vorrichtungen mit mechanischer und elektri- scher Auslösung, MG-Drehringe, drehbare Flugzeurkuppeln aus Plexi- elas, MG-Uebungsgeräte sowie Uebungs- und Prüfeinrichtungen für Bombenvisiere zur Ausstellung. Die Deuta Werke G. m. b. H. ist mit einer Auswahl ihrer Instru- mente vertreten. Neben eigent- lichen Einbaugeräten, wie Dreh- zahlmessern, Blindfluginstrumenten, Höhenmessern usw. werden auclı Kontroll- und sonstige Meßeinrich- tungen für andere Zwecke gezeigt, u. a. ein Stroboskop für die Be- stimmung von Dreh- oder Schwin- eungszahlen, Handdrehzahlmesser, Windmesser usw. Die Deuta-Instrumente. Links unten ein Stroboskop, rechts da- neben ein Universalantrieb für Drehzahl- messer. Werkbilder Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 239 Teile aus Duralumin, wie sie von den Dürener Metallwerken gezeigt werden. Links: Gepreßte Zylinderköpfe aus der warmfesten Legierung Duralumin-W (Al-Cu-Ni). Rechts: Blechteile aus der Serienfabrikation von Arado und Henschel. \Verkbilder Dürener Metallwerke seben eine Uebersicht über ihr umfangreiches Fabrikationsprogramın. Im Mittelpunkt steht das seit 30 Jahren von dieser Firma hergestellte Duralumin, das in Form von Gesenkpreßteilen aller Art, wie Kurbel- sehäuse für Sternmotoren, Zylinderköpfe usw., ferner als Blech und als Profilmaterial ausgestellt wird. Die andere Gruppe von Leichtmetall-Legierungen, Elektron usw., zeigt die 1.G. Farbenindustrie A.-G., Bitterfeld. Auch hier werden die Verwendungsmöglichkeiten dieser Legierungen an Hand zahlreicher Schmiedestücke, Bleche und Stangen der ver- schiedensten Querschnittsformen vor Augen geführt. Zwei Luftbildgeräte der Zeiß-Aerotopograph G. m. b. HA. Links: Die Reihenmeb- kammer RMK 20/30 30, mit der die umstehend wiedergegebene Aufnahme gemacht wurde. Rechts: Eine Reihenmeßkammer RMK P 10. Werkbilder Seite 240 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Eine Senkrechtaufnahme mit der RMK 20/30 30. Das Original mißt 300 mm im Quadrat, der begrenzte Ausschnitt ist unten in natürlicher Größe wiedergegeben. Links oben die Libelle, rechts die Uhr. Bild: Zeiß-Aerotopograph Auf die Luftbildgeräte der Zeiß Aerotopograph GmbH. haben wir im ‚Flugsport‘ 1937 auf S. 287 hingewiesen. In- zwischen wurden zwei neue Aufnahmegeräte mit Weit- winkelobjektiven entwickelt, durch deren Anwendung die Kosten für die Vermessung eines bestimmten (Gebietes wesentlich herabgedrückt werden können. Das benutzte Zeiß-Topogon-Weitwinkel- objektiv erfaßt einen Bild- winkel von 105° gegenüber etwa 70° bei früheren Kon- struktionen. Durch diese Ver- Ausschnitt aus dem Zeiß-Luftbild. Der umrandete Teil der Gesamt- aufnahme in natürlicher Größe. Bild: Zeiß-Aerotopograph © Werkbild Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 241 srößerung des Blickwinkels verringert sich die Anzahl der Auf- nahmen beträchtlich. Die Kammern werden in zwei Ausführungen, einmal als RMKP10 mit 10 cm Brennweite und einem Format von 18X18 cm und das andere Mal als RMK 20/30 30 mit der doppelten Brennweite und einer Bildgröße von 30X30 cm ausgeführt. Siernens-Apparate und Maschinen- G. ın. b. H., Berlin-Siemensstadt, zeigt eine Photomontage der SAM- Kurssteuerung, die im vorigen Jahr in Haag im Original gezeigt wurde und die im „Flugsport“ 1937 auf S. 442 besprochen ist. Daneben gibt die Fir- ma eine Uebersicht über das umfang- reiche Fabrikationsgebiet von elektri- schen Bordgeräten. Vierfach-Anzeigegerät der Siemens Apparate und Maschinen G. m. b. H. Die Skala ge- stattet das gleichzeitige Ablesen von zwei Drücken und zwei Temperaturwerten. C. Lorenz A.-G., Berlin-Tempelhof, bringt eine Zusammenstellung der bekannten Funk- geräte für den Luftverkehr. Neben der Flugzeug-Sende-Empfangs- Anlage „BJ“ steht die Ultrakurzwellen-Lande-Bake im Vordergrund des Interesses, mit der bekanntlich auf verschiedenen Flughäfen auch des Auslandes seit längerer Zeit gute Erfolge erzielt werden. Die Firma Autoflug, Inh. Gerhard Sedlmayr, zeigt eine Uebersicht über die im vergangenen Jahre neu aufgenommene Herstellung von Armaturen. Daneben gelan- gen die bekannten Autoflug-Bordverständirungsgeräte, Fliegerbrillen und verschiedenes Konstruktionsmaterial für den Flugzeugbau, insbe- sondere für den aufstrebenden finnischen Segelflug, zur Ausstellung. J. Eberspächer G. m. b. H,, Esslingen, zeigt auf den Ständen der deutschen Flugmotorenindustrie ihre Abgassammler und verschiedene Schalldämpfer, ferner Vorwärm- anlagen für die Ansaugluft unter Verwendung der Abgase, Motorver- kleidungen und Kühlluftleitbleche für luftzekühlte Motoren, Von der Fa. v. Kehler & Stelling, Fallschirmbau G. m. b. H., wird auf dem Stand von Arado neben dem Zweischwimmerflugzeug Ar 95 ein Schlauchboot für Rettungszwecke ausgestellt. Als letzte der deutschen Zubehörfirmen bleibt die Optische Anstalt Oigee G. m. b. H. zu erwähnen, die ihr Reflexvisier „Resi“ vorführt. Die von der Deutschen Versuchsanstalt für Luitfahrt gezeigten Geräte stellen einen Querschnitt durch die der neuzeit- Sechskomponentenwaage der DVL mit vollautomatischer elektrischer Einstellung. Werkbild Seite 242 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Gesamtansicht der Sechskomponentenwaage im Großen Windkanal der DVL. In der Mitte erkennt man zwei der elektrisch gesteuerten Laufgewichtswaagen. lichen Forschung zur Verfügung stehenden Meß- und Untersuchungs- ınethoden dar. Sie sind von der DVL. für bestimmte Aufgaben ent- wickelt und so durchgebildet, daß sie auch auf anderen Gebieten für ähnliche Untersuchungen Verwendung finden können. Die unten in der Abbildung wiedergegebene elektrisch gesteuerte vollautomatische Laufgewichtswaage dient zur Bestimmung von Luftkräften an Modellen. Sechs dieser Waagen sind im großen Wind- kanal der DVL. eingebaut. Die Meßwerte werden an einem Pult selbsttätig in Oben: Eine DVL- Planbiegedauer- prüfmaschine zur Ermittlung der Biege-, Schwin- eungs- und Ur- sprungsfestigkeit von Blechen, Pro- filen, Holz, Sperr- holz, Kunststoff- platten, Rohren u. del. Unten: DVL- Dehnungsschreiber Uebersetzung, an einem Motorvorbau angebaut. mit mechanischer Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 243 Kurvenform aufgetragen und zeigen dem Leiter des Versuches laufend die Aenderung der Kräfte und Momente an. Daneben werden die Able- sungen automatisch zu einem gedruckten Meßprotokoll zusammenge- stellt. Die Genauigkeit der Waage beträgt mindestens 1/2000 des Höchstwertes der betreffenden Kraft. Bei dem Dehnungsschreiber zur Messung von Längenänderungen an kurzen Meßstrecken wird die Verformung durch eine mechanische Uebersetzung auf das Achtfache vergrößert und von einem Diamanten auf einen motorisch getriebenen Glaszylinder geritzt. Durch die An- wendung von Kreuzfedergelenken sind die Forderungen absoluter Spielfreiheit und hoher Eigenfrequenz erfüllt. Um bei größerer Schreib- dauer (bis 25 Stunden) ohne Auswechseln des Glaszylinders ein senügend großes Diagramm zu erhalten, wird der Zylinder während der Drehung auch achsial verschoben. Die Planbiegemaschine für Dauerprüfungen von Werkstoffen und Bauteilen biegt durch eine Exzenteranordnung den Probestab mit einem über die ganze Länge konstantem Biegemoment. Die Anzahl bei Lastwechsel wird von einem Zählwerk registriert. Nach dem Bruch schaltet sich der Antriebsmotor selbsttätie aus. Der von der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug ausgestellte Rauchkanal (Konstruktion Lippisch) ist allgemein bekannt. Er eignet sich vorzüglich zur Darstellung zweidimensionaler Strö- mnungsvorgänge und erweckt auf Ausstellungen regelmäßig besonderes Interesse. Die DFS. bringt weiter aerodynamische Wendezeiger, ein Kurzwellen-Telefonie-Sende-Empfangsgerät und Modelle verschiedener Segelflugzeuge zur Schau. (Forts. folgt.) Aufklärungszweisitzer Koolhoven „F.K. 56“. Das charakteristische Merkmal dieses Tiefdeckers ist der vom Rumpf aus hochgezogene Flügel, wie er zum erstenmal bei dem Sport- und Reisezweisitzer „F.K. 53“ (vgl. „Flugsport“ 1936, S. 474) auftaucht. Der in einem Stück ausgeführte Flügel besitzt zwei Kastenholme, Sperrholzrippen und Bakelit-Sperrholzbeplankung. Rumpf aus Stahl- rohr geschweißt, Vorderteil mit Duralblech beplankt, Hinterteil stoff- bespannt. Die beiden Insassen sitzen hintereinander unter einer ge- meinsamen Haube, deren Vorder- und Hinterteil über bzw. unter das = Aufklärungszweisitzer Koolhoven „F. K. 56“. Werkbilder Seite 244 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 feste Mittelstück geschoben AN werden können. Der Ab- schluß der Haube wird in den Rumpf versenkt, wo- durch sich eine erhöhte Bewegungsfreiheit für den MG-Schützen ergibt. Zwi- schen den beiden Sitzen ein Zielgerät für Bomben- wurf oder eine Luftbild- kamera. _ Leitwerk mit Profil- drähten nach dem Rumpf und untereinander ver- spannt. Flossen Holzbau, Ruder Stahlrohrgerüst mit Stoffbespannung. Am Hö- henruder eine im Fluge, am Seitenruder eine am Boden verstellbare Trimm- klappe. Fahrwerk normal fest, auf Wunsch einziehbar. Koolhoven-Oel- stoßdämpfer, hydraulische Bremsen. Spornrad schwenkbar, auf Wunsch mit dem Seitenruder zu kuppeln. Bereifung Dunlop Ecta mit eingeleg- ten Metallfäden, die die elektrische Verbindung des Flugzeuges mit dem Erdboden herstellen. | Triebwerk: Sternmotor Wright „Whirlwind“ von 420 PS oder ein anderer Motor ähnlicher Leistung, etwa Armstrong Siddeley „Cheetah oder Pratt and Whitney „Wasp Jr.“. NACA-Haube, elektrischer An- lasser. Leichtmetall-Brennstofftank von 270 1 Inhalt im Rumpf. | Die Bewaffnung besteht aus zwei fest eingebauten ‚und einem schwenkbaren MG. Die beiden starren MG sitzen im Flügel außer- halb des Schraubenkreises. Um eine Schwächung der als Torsions- röhre dienenden Flügelbeplankung zu vermeiden, sind sie hinter den zweiten Holm verlegt. Bei normaler ‚Zuladung können 80 kg Bomben unter dem Rumpf mitgenommen werden. | a m, Länge 7,85 m, Höhe 2,3 m, Fläche 20 m’, Leergewicht 1000 kg, Fluggewicht 1500 kg, maximal 1700 kg. Flächen- belastung 75 kg/m?, Leistungsbelastung 3,57 kg/PS, Höchstgeschwindig- keit in 500 m Höhe 300 kmjh, Reisegeschwindigkeit mit 80% der Voll- leistung 275 km/h, Landegeschwindigkeit 90 km/h, Brennstoffverbrauch im Reiseflug 70 kg/h, Steiggeschwindigkeit am Boden 6,1 m/sec, in 2000 m Höhe 4,1 mjsec, in 4000 m Höhe 2,1 m/sec, Startstrecke 160 m, Auslauf 150 m, Steigzeit auf 1000 m 3 min, auf 2000 m 6,6 min, auf 4000 m 17,6 min, Gipfelhöhe absolut 6400, praktisch 5800 m, Reich- weite mit vollem Tank im Reiseflug 800 km. Reiseflugzeug Koolhoven „F.K. 57“. Die für den Verkaufsleiter de Kok der Royal Dutch Shell entwor- fene und gegenwärtig im Bau befindliche zweimotorige Maschine weist die gleiche charakteristische Flügelform aui_wie das im „Flug- sport“ 1936 auf S. 474 besprochene Baumuster „F.K. 53”. Der freitragende Holzflügel ist in Tiefdeckeranordnung am Rumpf angesetzt und bis zu den Seitenmotoren soweit hochgezogen, daß der Findruck eines Mitteldeckers entsteht. Zwei durchlaufende Kasten- holme, Sperrholzrippen und Sperrholzbeplankung. Landeklappen an der Hinterkante. Aufklärungszweisitzer Koolhoven „F. K. 56“. Werkzeichnung Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 245 Reiseflugzeug Koöolhoven „F. K. 57“. Werkzeichnung Rumpf in Holzschalenbau, geschlossene Kabine für Führer und drei Fluggäste. Die Innenausstattung ist auf Langstreckenflüge zu- geschnitten. Vor dem rechten Fluggastsitz ist ein Klapptisch für Schreib- oder Navigationsarbeiten vorhanden, hinter dem linken Sitz ist ein kleiner Kühlschrank eingebaut. Hinter der Kabine auf der rech- ten Seite ein Waschraum, weiter hinten ein Gepäckraum. Durch die Ausführung des Kabinenvorderteiles in Perspex ist die Sicht von den beiden vorderen Sitzen aus sehr gut. ZZ Freitragendes Leitwerk in Holzbau, Höhenflosse und die beiden Endscheiben-Seitenflossen in einem Stück mit dem Rumpf gebaut. Ruder Holzbau mit Stoffbespannung, Trimmklappen. u Einziehfahrwerk mit Koolhoven-Oelstoßdämpfern, Niederdruck- bereifung und hydraulischen Bremsen unter den beiden Motoren. Schwenkbares Spornrad. Triebwerk: Zwei luftgekühlte Reihenmotoren de Havilland „Gipsy Six II“ von je 205 PS, am Flügelknick eingebaut. Verstellbare de Ha- villand-Hamilton-Propeller. Getrennte Brennstoffanlagen für die beiden Motoren. Zwei Behälter von je 350 I zu beiden Seiten des Rumpfes in der Flügelwurzel. Spannweite 13,35 m, Länge 9,00 m, Höhe 2,4 m, Fläche 23,6 m?, Leergewicht 1380 kg, Fluggewicht 2160 ke, Flächenbelastung 91,5 kg/m?, Leistungsbelastung 5,27 ke/PS, Höchstgeschwindigkeit 295 km/h, Reisegeschw. 275 km/h, Landegeschw. 90 km/h, Steiggeschw. am Boden 6,1 m/sec, Gipfelhöhe praktisch 6500 m, absolut 7000 m, Reichweite bei Reisegeschw. 2060 km. Verkehrsflugzeug „T.R. 1“ der Tokio Gas Denki. Der zweimotorige Tiefdecker ist für den Einsatz auf kürzeren Zubringerstrecken gedacht. Er bietet Raum für zwei Führer und vier Fluggäste und erreicht mit zwei Sternmotoren von je 220 PS 250 km/h Reisegeschwindigkeit, wobei die normale Reichweite 1500 km beträgt. Freitragender Trapezflügel in Ganzmetallbauweise. Dreiteilige Ausführung mit zwei Kastenholmen und Blechbeplankung. Lange, schmale Querruder, die bei der Landung gleichsinnig nach unten aus- geschlagen werden. Rumpf in Schalenbau, geschlossener Führerraum mit zwei Sitzen nebeneinander. Dahinter eine Kabine für 4 Fluggäste. Normales Leit- Seite 246 „FLUGSPORT" Verkehrstiefdecker „T. R. 1“ der Tokio Gas Denki. Archiv Flugsport werk aus Duralgerippe mit Stoffbespannung. Höhenflosse einstellbar. Finziehfahrwerk in zwei getrennten Hälften unter den Motoren, Triebwerk: Zwei Neunzylinder-Sternmotoren „Jimpu“ der Tokio Gas Denki von je 220 PS. NACA-Hauben mit aufgesetzten Kappen für die Verkleidung der Ventile. Spannweite 14,6 m, Länge 10,6 m, Höhe 2,75 m, Leergewicht 1370 kg, Fluggewicht 2500 kg, Höchstgeschwindigkeit 290 km/h, Reise- seschwindigkeit 250 km/h, Landegeschwindigkeit 100 km/h, Gipfelhöhe 6000 m, mit einem Motor 2000 m, Reichweite 1500 km. Breuer-Flugmotor „9—091. A-1". Der von den Breuer-Werken in Höchst a. M. herausgebrachte Sternmotor von 40/45 PS, dessen Leistung im Laufe der Entwicklung auf 60 PS gesteigert werden soll, ist dazu bestimmt, dem seit langer Zeit bestehenden Mangel an einem einfachen, preiswerten Motor für zweisitzige Leichtflugzeuge und für Einsitzer mit größerem Leistungs- überschuß als bisher üblich abzuhelfen. Er ist im Aufbau so einfach wie möglich gehalten, um zunächst den Herstellungspreis herabzudrücken und um eine Wartung auch durch weniger geschulte Kräfte zu er- möglichen. Die fünf Stahlzylinder sind allseitig bearbeitet und reichlich ver- rippt. (Abstand der Rippen 5 mm bei 20 mın Tiefe.) Die Leichtmetallköpfe sind mit Gewinde aufgeschrumpft. Charakteristisch ist die Befestigung der Zylinder im Gehäuse. Der untere Teil des Schaftes besitzt Fein- sewinde, mit dem der Zylinder in eine von innen her in das Gehäuse eingedrückte Gewindebüchse aus Stahl eingeschraubt wird. Die Siche-' rung erfolgt durch einen Konterring. Diese Art der Befestigung ge- stattet eine schnelle Aenderung des Verdichtungsverhältnisses ohne Abnehmen der Zylinder. Die Kolben aus geschmiedetem Leichtmetall tragen zwei Dicht- ringe und einen Abstreifring. Der Kolbenbolzen ist durch zwei Seeger- ringe gegen seitliches Wandern gesichert. Geschmiedete Pleuel aus Chrom-Molybdän-Stahl, T-Querschnitt. Beide Augen ungeteilt. Nadel- lager mit eingepreßten Außenlaufringen. Das Hauptpleuel läuft auf dem Kurbelzapfen auf einem unterteilten Nadellager mit besonderen Laufringen. Anlenkung der Nebenpleuel durch eingesteckte Bolzen mit Sicherung durch einen Seegerring. Zweiteilige Kurbelwelle mit Klemmverbindung am Hubzapfen. Angeschraubte Gegengewichte. Neben den Kurbelwangen auf jeder Seite ein kräftiges Nadellager, am vorderen Zapfen ein FHochschulter- kugellager zur Aufnahme des Propellerschubes in beiden Richtungen. Die Hirth-Nabe für die Luftschraube wird in der.bekannten Weise Nr. 10/1938, Bd. 30 8°“ LUGSPORT" Nr. 10/1938, Bd. 30 Seite 247 Breuer-Flugmotor „9-091. A-1. Bohrung 82 mm, Hub 85 mm, - 40/45 PS Hubraum 2,24 | 2600 3 vo FR: IN Kv»>oO be N o 419 S N N} Ssguo2% m Na sm25% 95 Tagan" >, N 228- & > x SSl8: > N KZERE:E x, N mM52= 3 > N DT oe N - S 755% N SO SEN ER ZZ 35 N I a 25#5 = SS 55 — Ss 225 IS oc >) oo \ 205% „257 s a2 z x s E38: = N 3050 RN Ba 2 u, a DL NG Seite 248 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 durch Stirnverzahnung zentriert und durch eine Ueberwurfmutter ge- halten. Das Kurbelgehäuse besteht aus dem Mittelring aus Al-Legierung, in den die Zylinder eingeschraubt werden, und den beiden Deckeln aus Elektron, die mit fünf durchgehenden Schrauben miteinander verbun- den sind. Die Lagerstellen für die Kurbelwelle sind mit Stahlringen ebüchst. nt dem vorderen Zapfen der Kurbelwelle sitzt die Nockentrom- mel auf zwei Nadellagern, sie läuft entgegengesetzt um (Antrieb in der üblichen Weise durch ein Zwischenradpaar) und betätigt über mit Rollen versehene Stößel und gekapselte Stoßstangen die beiden Ven- tile je Zylinder. Der Lagerbock für den rollengelagerten Kipphebel ist als Stehbolzen in den Zylinderkopf eingeschraubt und mit einer Ring- mutter gekontert. Die Ventilsitze sind in den Zylinderkopf einge- schrumpft, die Ventile selbst werden durch Haarnadelfedern geschlos- sen. Kipphebel und Ventil sind gekapselt, eine zwischen den beiden Ventilhauben jedes Zylinders liegende Lasche gestattet die Befesti- eung eines Townendringes. Das hintere Ende der Kurbelwelle trägt zwei Ritzel für den Antrieb der NHilfsgeräte, der z. T. direkt, z. T. über Zwischenwellen erfolgt. Der Gerätedeckel enthält einen Boschzünder, einen Generator, eine Brennstoffpumpe, eine rückschlagsichere An- drehvorrichtung, einen Drehzahlgeber für den Anschluß eines mecha- nischen oder elektrischen Anzeigegerätes, einen Entlüfter- und eine Oelpumpe mit eingebautem Spaltfilter. Das Drucköl (2-Akg/em ) wird von der Zahnradpumpe über ein Rückschlagventil in das hintere Ende der Kurbelwelle gedrückt, von wo aus es zu den Hauptlagern, zum Pleuellager und zur Nockentrommel gelangt. Eine zweite Zahnrad- pumpe saugt das ausgetretene Oel aus dem Unterteil des Kurbelge- a a aser (Sum oder Pallas) sitzt unter den übrigen Hilfsge- räten an der Hinterseite des Gehäuses. Das Gemisch strömt durch einen Ringkanal und durch radial austretende Rohre zu den Zylindern. Bemerkenswert ist, daß alle Schraubanschlüsse am Zylinderkopf, bei denen mit häufigem Lösen zu rechnen ist, mit fest eingeschraubten Gewinderingen aus Stahl bzw. Bronze versehen sind. Werkbilder Nr. 10/1938, Bd, 30 „FLUGSPORT“ Seite 249 Die Befestigung des Motors am Rumpfgerüst geschieht durch drei am Gehäuse angegossene Warzen mit 10mm starken Bolzen. Durch- messer des Teilkreises 340 mm. Zylinderzahl 5, Bohrung 82 mm, Hub 85 mm, Gesamthubraum 2,24 1, Kurzleistung 45 PS bei 2500 U/min, Dauerleistung 40 PS bei 2300 U/min, Brennstoffverbrauch bei Dauerleistung etwa 265 &/PSh, Gewicht 54 + 1,2 kg, Einheitsgewicht 1,2 kg/PS, Hubraumgewicht 24,1 kg/l, Hubraumleistung 20 PS/I, mittlerer Druck bei Höchstleistung 7,2 kg/cm?, Verdichtungsverhältnis 6:1, Benzin-Benzol-Gemisch bis 80 Oktan. Größter Durchmesser 790 mm, größte Länge 626 mm, Dreh- sinn der Kurbelwelle: edul. Das in dem Gewicht von 54 kg enthaltene Motorzubehör besteht aus einem Magnetzünder Bosch JF 5 AR mit automatischer Zündver- stellung einschl. Kerzen und Kabel (6 kg) und einem Vergaser von rd. 2 ke. Als Einbauzubehör werden 10 Ventilkappen (1,5 kg) und ein Abgassammler mit Vorwärmung (5,1 kg) mitgeliefert. Zur Motoraus- rüstung gehört ferner ein Kunstflugvergaser (1,9 kg), die Kraftstoff- pumpe (Muster DBU KM 12 oder Graetzin ZE 35, Gewicht 0,35 ke), ein Fluggenerator Bosch LE 100/12 RL oder Siemens LG (0,6 ke), Kraftstofischläuche von rd. 0,5 kg Gewicht, eine Handandrehvorrich- tung (3 kg) und die Hirth-Nabe Größe 0 (0,85 ke). VDM-Verstelluftschraube. Bei den letzten Erfolgen des deutschen Flugwesens, angefangen vom Züricher Wettbewerb 1937 bis zum letzten Langstrecken-Welt- rekord der „Do 18“, war in allen Fällen die von den Vereinigten Deut- schen Metallwerken A.-G., Frankfurt a. M.-Heddernheim, hergestellte VDM-Verstelluftschraube führend beteiligt. Diese Verstelluftschraube wurde in jahrelanger Arbeit zu einem Seriengerät entwickelt, mit dem heute überwiegend die ganze deut- sche Luftfahrt ausgerüstet ist und für das auch seitens des Auslandes bereits ein reges Interesse vorliegt. Die Bedeutung der Luftschraube für das neuzeitliche Flugzeug wird vielfach noch nicht genügend be- achtet. Die Steigerung der Fluggeschwindigrkeiten und der Motoren- leistungen hat dazu geführt, daß die Luftschraube bei den verschie- denen Flugzuständen, d. h. beim Start, Steigflug, Horizontalflug, Kur- ven- oder Sturzflug, unter sehr stark voneinander verschiedenen Be- triebsbedingungen arbeitet und dabei jeweils das Fliegen mit günstig- ster Motorenleistung ermöglichen soll. Diese Aufgabe ist nur lösbar mit den sogenannten Vielstellungsschrauben, die eine beliebige Ver- stellung der Luftschraubenblätter und damit eine Anpassung an die Bedingungen des jeweiligen Flugzustandes zulassen. Die VDM-Ver- stelluitschraube ist eine derartige beliebig bis Segelstellung einstell- bare Verstelluftschraube. Die Segelstellung insbesondere ist von er- heblicher Bedeutung für mehrmotorige Maschinen für den Fall einer Motorenstörung. In diesem Falle kann durch Verstellen der Schraube auf Segelstellung der Motor stillgesetzt und darüber hinaus durch Verringerung des Widerstandes eine Verbesserung der Flugleistungen nach Ausfall eines Triebwerkes erreicht werden. Durch eine Verstellbegrenzung ist erreicht, daß von der beliebigen Verstellmöglichkeit nur innerhalb des für den Piloten wichtigen Be- reiches zwischen der Segelstellung und derjenigen Luftschraubenstel- lung, bei der der Motor am Stand mit höchstzulässiger Drehzahl läuft, Gebrauch gemacht werden kann. Ein wesentlicher Vorteil für den Piloten ist die vorgesehene Stellungsanzeige, die jede Luftschrauben- stellung dem Piloten sofort anzeigt. Diese einfachen Ueberwachungs- geräte lassen den Piloten das Zusammenarbeiten zwischen Motor und Seite 250 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 B=Hondschalter e-Mech. Stellungsanzeiger I» Elektr. Stellingsanzeiger d-Brondschehtlurdiführung : @=Endbegrenzungsschalter g - Entstörkondensator . “ a-Verstelmtor Abb. 1. Gesamtanordnung der VDM-Verstellschraube. -F. Schraubenflügel, N. Nabe. L. Flügellagerung, G. Verstellgetriebe, M. Untersetzungsgetriebe. \ Werkbild Schraube sofort erkennen. Die VDM-Verstelluftschraube ist in ihrer heutigen Ausführung für sämtliche Flugzeug- und Motorenmuster ohne besondere zusätzliche Einbauten verwendbar. Abb. 1 zeigt schematisch die Anordnung der Verstelluitschraube und der dazugehörigen Bediengeräte, die im wesentlichen am Motor- vorbau oder am Bediengerätebrett im Führersitz befestigt sind. Durch Betätigung des Handschalters b wird ein links- oder rechtslaufender Flektromotor a von 40 oder 80 Watt Leistung bei 12 oder 24 Volt Spannung eingeschaltet. Die Umdrehungen des Elektromotors werden durch eine biegsame Welle h über ein am Verstellgetriebegehäuse be- festigtes Untersetzungsgetriebe M auf das noch näher zu beschrei- bende Verstellgetriebe G übertragen. Die Verstellkräfte werden aus dem Verstellgetriebe über Schneckenwelle mit Schnecke auf ein Schneckenrad übertragen, das sich am Fuße jeder in der Nabe N dreh- bar gelagerten Flügellagerung befindet. Je nach dem gewählten Dreh- sinn des Flektromotors können die Flügel auf große oder kleine Stei- gung verstellt werden. Der Endbegrenzungsschalter e schaltet bei Frreichen der Endstellung, d. h. bei Segelstellung oder bei kleinster zulässiger Stellung der Luftschraube, selbsttätig ab. Die jeweilige Luftschraubenblattstellung ist am mechanischen Stellungsanzeiger c oder am elektrischen Stellungsanzeiger f ablesbar. Der mechanische ! Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 251 Abb. 2. Links: Flügellagerung mit Antriebsschnecke und Kegelrollendrucklager. Rechts: Flügelschaft mit Filzring, Ueberwurfmutter und geteiltem Konusring. Werkbild Stellungsanzeiger c wird durch die biegsame Welle I, die mit einer Brandschottdurchführung d durch das Brandschott geführt ist, betätigt. Der elektrische Stellungsanzeiger fi, der nach dem Impulsverfahren arbeitet, ist am Endbegrenzungsschalter eingebaut. Zur Vermeidung von Störungen in der Bordfunkanlage ist bei elektrischer Stellungs- anzeige noch ein Entstörungskondensator g vorgesehen. Die eigentlichen Bauelemente der Schraube sind so durchgebildet, daß sie eine einfache Montage erlauben und daß sie jedes für sich Grundelemente darstellen, die durch geringfügige Veränderungen eine vielseitige Verwendung der Schraube zulassen. Die VDM-Verstelluft- schraube ist zwei-, drei- und vierflügelig lieferbar. Abb. 2 zeigt rechts den Schraubenflügel, der allgemein in Dural (Dürener Metallwerke) ausgeführt wird, jedoch können auch einstell- bare Holzflügel oder Elektronflügel Verwendung finden. Die Flügel werden in einer Flügellagerungsbüchse eingeschraubt und durch Fest- ziehen des geteilten konischen Ringes mittels der Ueberwurfimutter gegenüber der Flügellagerungsbüchse am Verdrehen gesichert. Die Flügellagerung, in die das Luftschraubenblatt eingeschraubt wird, ist gleichfalls in Abb. 2 (links) dargestellt. Der innere Teil ist gegen den mit der Nabe fest verschraubten äußeren Teil drehbar ge- lagert. Zur Aufnahme der auftretenden Zentrifugalkräfte dient das im Bilde sichtbare Kegelrollenlager und zur Aufnahme der Biegebean- spruchungen ein Doppelrollenlager sowie ein vollkugeliges Querlager. Am unteren Ende des inneren Teils ist das Schneckenrad zu sehen, über das die Drehung der Blätter bewirkt wird. Abb. 3 zeigt den Nabenhauptkörper einer dreiflügeligen VDM-Ver- stelluftschraube mit einer fertige montierten Flügellagerung nebst ein- gebauter Schnecke und Schneckenwelle mit Stirnrad. Die beiden an- deren Flügellagerungen sind abgenommen. Die Befestigung des Naben- hauptkörpers am Motor erfolgt bei Motoren mit Wellenstummel direkt auf dem Wellenstummel durch entsprechende Verzahnung des Naben- halses. Bei Flanschmotoren ist eine Flanschwelle vorgesehen, d. i. ein Gegenflansch zum Motorflansch mit einem kurzen Wellenstummel, auf dem der Nabenhauptkörper befestigt wird. Diese Bauweise ermöglicht Seite 252 „FLUGSPORT"“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Abb. 3. Links: das Getriebe zusammengebaut, rechts oben: der vordere fest- stehende Deckel, darunter der hintere Teil (das im unteren Bild obenauf liegende lose Zahnrad steht mit beiden Planetenradpaaren in Eingriff). Im linken Bild links oben die Anschlüsse für die beiden biegsamen Wellen, die zum Antriebsmotor und zum Stellungsanzeiger führen. Das in dem Bild rechts oben sichtbare große Zahn- rad ist mit dem rechten Rad des linken Bildes fest verbunden. Werkbild eine einheitliche Ausführung der Nabenhauptkörper für Flansch- und Stummelmotoren und zugleich eine leichte Montage des in sich als geschlossener Bauteil ausgeführten Verstellgetriebes auf den Naben- hals. Das in Abb. 3 links dargestellte, als Ganzes austauschbare Ver- stellgetriebe wird auf den Nabenhals aufgeschoben. Das Verstelige- triebe besteht im wesentlichen aus 2 Rückkehrplanetengetrieben, die über ein gemeinsames loses Zwischenrad miteinander gekuppelt sind. Die Planetenräder des einen Getriebes stehen außerdem gleichzeitig in Eingriff mit einem zur Motorwelle festen Sonnenrad, die des zwei- ten Getriebes mit einem relativ zur Motorwelle drehbaren Sonnenrad. Die Planetenräder des ersten Getriebes sind am hinteren Getriebe- gehäusedeckel befestigt, der gegenüber dem eigentlichen Getriebe- eehäuse und gegenüber der Kurbelwelle drehbar gelagert ist. Die Planetenräder des zweiten Getriebes sind am Deckel des Verstellge- triebexehäuses befestigt. Das Gehäuse des Verstellgetriebes ist am Motorvorbau festgehalten. Bei normalem Lauf wirken die beiden Pla- netengetriebe so zusammen, daß sich das Schlußrad des Verstellge- triebes, das in die Stirnräder der Schneckenwellenräder eingreift, mit derselben Winkelgeschwindigkeit wie die Motorwelle dreht, d. h. das Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 253 Abb. 4. Nabenkörper mit einer Flügellagerung. Im Vordergrund eine Schnek- kenwelle mit Stirnrad. Man beachte drei Nadel- und zwei Achsiallager. Werkbild Schlußrad steht rela- tiv zur Motorwelle stil, so daß keine Verstellung statt- findet. Die Verstellung wird durch Drehen des hinteren Gehäuse- deckels bewirkt. Hier- bei wird durch das Planetengetriebe I auf das gemeinsame Zwi- schenrad eine zusätz- liche Bewegung er- teilt, die über das Planetengetriebe 2 eine Relativbewegung des Getriebeschluß- rades gegenüber der Kurbelwelle verursacht. Die Relativbewegung des Schlußrades wird über die Schneckenwelle auf die Flügellagerung über- tragen, wodurch über die Schneckenräder und das Schneckengetriebe eine Verstellung der Flügel stattfindet. Das Innere des Verstellgetriebes mit den beiden Planetenrad- systemen ist in Abb. 3 rechts zu sehen. Die zu den VDM-Verstelluft- schrauben gehörenden VDM-Hauben sind eine eigene Entwicklung, die eine besonders leichte Montage der Hauben ermöglicht. Abb. 5 zeigt eine geöffnete Haube, rechts die auf der Nabe befestigte Hauben- stützwand und links das abnehmbare Haubenvorderteil. Das Hauben- vorderteil ist auf der Stützwand durch einen zentralen Verschluß befestigt, der nach Herausziehen des Steckschlüssels und erfolgter Verriegelung gesichert wird. Diese Haubenart hat sich im praktischen Flugbetrieb sehr bewährt und ist nicht nur für die eigentliche VDM- Schraube, sondern für alle Luftschraubenbauarten (feste und Verstell- schrauben) verwendbar. Abb. 5. VDM-Nabenhaube für eine drei- flügelige Verstell- luftschraube. Rechts der Steck- schlüssel zum Ver- binden der beiden Teile. Herausziehen des Schlüssels nach dem Befestigen des vorderen Hauben- teiles sichert gleichzeitig die Verbindung. Werkbild Seite 254 „FLUGSPORT" Nr. 10/1938, Bd. 30 Kraft-Weg-Diagramme von Flugzeugfederbeinen. Das Verhalten einer Flugzeugabfederung kommt in dem Arbeits- diagramm des Federbeines klar zum Ausdruck. Um einen Vergleich der verschiedenen Bauarten von Stoßdämpfern zu ermöglichen und die Einflüsse besonderer Konstruktionsmerkmale zu zeigen, geben wir eine Reihe von allgemeingültigen Schaubildern wieder, die uns von der Flektron-Co m.b.H. freundlichst zur Verfügung gestellt wurden. Das Verhalten eines Flugzeugbeines mit Spiralfeder und Reibungs- dämpfung stellt Abb. 1 dar. Bei steigender Belastung ist die Zunahme der Kraft dem Federweg verhältig. Beim Rückgang tritt die Bremse in Tätigkeit, wodurch die Kraft, mit der das Bein wieder gestreckt wird, sinkt. Der Verlauf der Kraft über dem Weg ist auch beim Rück- gang im wesentlichen linear. Die Form der Kraft-Weg-Kurve eines Luftfederbeines unter- scheidet sich grundsätzlich von dem Bein mit Stahlfederung durch den anfangs geringen, später immer mehr zunehmenden Kraftanstieg beim Durchfedern. In Schaubild 2 gibt die mittlere Linie die Charakteristik des Beines bei reiner Luftfederung ohne Dämpfung wieder. Ueber- lagert man nun dieser Kurve die Bremskraft, die bei einer bestimmten Sinkgeschwindigkeit des Flugzeuges durch die Drosselung des Oel- durchtrittes im Dämpfer entsteht, so ergeben sich für den Hin- und Rückgang zwei sehr weit auseinanderliegende Linien. Die Arbeits- vernichtung (doppelt schraffiertes Feld) ist also gegenüber dem Spiral- federbein größer. Die Form des Kraft-Weg-Diagrammeslä Rtsichnundurchkonstruk- tive Maßnahmen beeinflussen. Abb. 3 zeigt das Diagramm in Ab- hängigkeit von der Länge des Dämpferkolbens und von Aenderungen. Sichere Endlost PR Sichere Enalas# BR — Ölkurven S S Q qQ Oo N R N N 8 |AunenaeLostr 8 aerles & & Q & Feaerweg fem —— Federweg fcem —— Sichere Endlast B ri schw. mise o N , 0% 2 N Q y Q n c l. —: hu Q N en DT r ange S rre EB S ing Any % Loft, E $ H Y 9 \/Ruh.last} & R &® A) ° a ) Q I Ruhenae Lost 2 _ T 15 2 el 5 Federweg f cm —— Federweg fcm Abb. 1 und 2. Abb. 3 und 4. Kraft-Weg-Diagramme von Ec-Flugzeugbeinen. Links oben: Abb. 1. Bein mit Stahlfeder und Reibungsdämpfung. Links unten: Abb. 2. Luftfederbein mit Oel- stoßdämpfung. Rechts oben: Abb. 3. Einfluß von Dämpferkolben und Schlitz auf das Diagramm. Rechts unten: Abb. 4. Schaubild bei verschiedenen Sinkgeschwin- digkeiten. Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 255 Abb.5. Einfluß der Manschettenreibung auf die Eigenschaften eines Federbeins. des Drosselspaltes. Bei gleichen Anfangs- und Endlasten kann die Völligkeit in weiten Grenzen be- einflußt werden. Der Hauptvorteil des Luft- federbeines mit Oelstoßdämpfer ist jedoch die selbsttätige Ab- stimmung der Arbeitsaufnahme auf die Sinkgeschwindigkeit. Da die Strömungswiderstände des Oels mit dem Quadrat der Ge- schwindigkeit zunehmen, nimmt Federweo f cm —— das Federbein bei harten Lan- Abb. 5 dungen von selbst eine größere Arbeit auf (s. Abb. 4). Der Rück- gang des Kolbens läßt sich durch Veränderung der Drosselbohrungen ebenfalls beeinflussen. Die praktische Ausführung stellt hier einen Kompromiß dar zwischen den Forderungen nach möglichst hoher Dämpfung auf der einen und genügend schnellen Rückgang des Kol- bens auf der anderen Seite. Um die Arbeitsaufnahme zu erhöhen, könnte man auf den Ge- danken kommen, einfach die Reibung der Dichtungsmanschetten her- aufzusetzen. Den schädlichen Einfluß dieser Maßnahme veranschau- licht Abb. 5. Für das Verhalten des Flugzeuges beim Rollen ist es wichtig, daß im Bereich der ruhenden Last keine zu großen Längen- änderungen des Beines möglich sind, ohne daß die Kraftänderung ge- nügt, den Ursprungszustand wieder herauszustellen. Da in dem Be- reich der Kurve, der dem Rollen entspricht, die Luftfederung weich ist, kann eine zu hohe Reibung der Dichtungen dazu führen, daß ein Feder- bein nach vorübergehend stärkerer Belastung nicht zurückgeht und die Maschine in Schräglage bleibt. Man muß also bestrebt sein, die Manschettenreibung soweit wie möglich zu vermindern, um angenehme Rolleigenschaften zu erhalten. Deutsche Normung in der Luftfahrt*). Nachdem sich die Bedeutung des für die Weltwirtschaft vorbild- lichen deutschen Normenwerkes nunmehr auch in der Praxis der Luft- fahrt voll erwiesen hat und sowohl die nationalen als auch die ent- sprechenden internationalen Arbeiten einen festen Rahmen großen Umfanges erhalten haben, sei hier ein Ueberblick über die Vorteile und Erfolge dieser völkerverbindenden Gemeinschaftsarbeit auf diesem verhältnismäßig jungen Fachgebiet gegeben. Da Normen die weiteste Verbreitung finden, so kommen die in der Luftfahrt meistens durch langwierige Versuche erkauften Erfahrungen auch anderen und beson- ders solchen fremden Ländern zugute, die noch kaum eigene Normen haben und verkehrstechnisch erst wenig aufgeschlossen sind. Hierbei werden die deutschen Normen oft bevorzugt, weil nicht nur der zur Vereinigung von Leistung, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit erforder- ax RE c Y ERETG KEITH ET Belastung P hg — liche hohe Stand der Technik und die vielfache Bewährung, sondern auch die ihnen Dauerwert verleihende Planmäßigkeit und Gründlich- keit bekannt sind. Umgekehrt leiten gute Normen in ihrer Auswirkung verschiedenartige und oft grundlegende Verbesserungen der Kon- *) In der Zeitschrift „Flugsport“ 1937 Nr. 20 sind zum erstenmal die deut- schen DIN-Normenblätter in einer „Normblatt-Sammlung‘“ übersichtlich zusam- mengefaßt. ' Seite 256 FLUGSPORT“ Nr. 1011938, Bd. 30 strırktionen und Fertigungsmittel ein entsprechend dem ihnen inne- wohnenden Ursinn des menschlichen Strebens nach Wirkungserhö- hung; gerade die Luftfahrt stellt ja höchste Anforderungen an Leistung und Zuverlässigkeit der Bauteile und Werkstoffe, während der Preis weniger ausschlaggebend ist und zu spät vorgenommene Umstellun- gen oft schwierig sind. Wie sich die bekannten Vorteile der Normung letzten Endes beim Verbraucher auswirken, so zieht auch in der Luftfahrt der Flugzeug- halter hieraus den größten Nutzen; genannt seien nur folgende Punkte: vermehrte Verwendbarkeit und Austauschbarkeit, leichtere Bedienung, Wartung und Instandsetzung, erhöhte Betriebssicherheit und Haltbar- keit. Auch die im Beschaffungswesen erzielten Erleichterungen, z. B. übersichtlichere Angebotsunterlagen, kürzere Lieferfristen und verein- fachte Prüfung der Lagerhaltung, gelten für Luftfahrzeuge wie für allgemeine Teile. Im Rahmen des Deutschen Normenausschusses sind vom Fach- normenausschuß für Luftfahrt bereits seit dem Jahre 1925 Luftfahrt- normen ausgearbeitet worden, die das Zeichen DIN tragen. Diese zur Zeit etwa 300 Normen haben sich neben den aus anderen Fachgebieten übernommenen Normen auf Grund von Maßnahmen der Wirtschaft und Behörden weitgehend praktisch eingeführt und weiterentwickelt. Letztere haben darüber hinaus für grundlegende Teilgebiete wie Werkstoffe, Berechnungs-, Bau-, Prüf- und Lieferbedingungen zahl- reiche ergänzende Vorschriften aufgestellt. Neuerdings ist ferner die Einrichtung getroffen worden, daß die Werke der Luftfahrtindustrie ihre Werknormen zur Prüfung einreichen und sich gegenseitig zwecks Erfahrungsaustausch zugänglich machen, damit Baustunden und -kosten erspart werden. | Nachstehende Auswahl der bestehenden, zum Teil recht vollstän- die ausgebauten Normengruppen zeigt die Vielfältiekeit dieser eifrig betriebenen Arbeiten, die sich sowohl auf die Luftfahrzeuge selbst (einschließlich Motor und Ausrüstung) beziehen, als auch soweit er- forderlich auf die Bodenanlagen und organisatorischen Angelegenheiten: Allgemeine Normen (z. B. Zeichnungen, Bezeichnungen, Listen), Technische Grundnormen (z. B. Zahlenreihen, Gewinde, Passungen), Werkstoffe (z. B. Metalle, Holz, Gewebe, Kunststoffe), Halbzeuge (z. B. Bleche, Rohre, Drähte, Voll- und Profilstangen), Verbindungsteile (z. B. Schrauben, Niete, Stifte, Seile, Gelenke), Bedienungsteile (z. B. Griffe, Beschläge, Gestänge, Schilder), Rohrleitungen (z. B. Schläuche, Verschraubungen, Armaturen), Werkzeuge, Vorrichtungen, Fertigungsangaben. Die Entwicklung erfolgt möglichst nach einfachen logischen Grund- sätzen unter Wahrung der Abhängigkeit der einzelnen Normen von- einander und Auswertung der entsprechenden ausländischen Arbeiten einschließlich der ISA (International Federation of the National Stan- dardizing Associations). Auch das Sekretariat des ISA-Komitee 20 (Luftfahrt) befindet sich seit Gründung im Jahre 1928 neben 7 anderen beim Deutschen Normenausschuß und ist von diesen Festlegungen in seinen zahlreichen Empfehlungen ausgegangen, SO daß sie bei den deutschen Flugzeugmustern weitgehend berücksichtigt werden, soweit sie jeweils in Frage kommen. Abgeschlossene Aufgaben sind z. B. Laufradfelgen, Bordgeräte, Zündkerzen, Steuerungshebel, Gewichts- zerlegung, Füllverschlüsse und Leichtmetallniete. Soweit trägt auch die Normung einen wesentlichen Anteil zu dem ständig steigenden Export deutscher Flugzeuge bei. Le. Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 257 Weltrekord Do 18 D-ANHR, eine Gemeinschaftsleistung. Die erfolgreichen Flieger von Engel, Gundermann, Rösel und Stein, die nunmehr den Rückflug nach Friedrichshafen, dem Heimat- hafen der Do 18, beendeten, erfuhren am Sonnabend, dem 30. 4., in einer „Feierstunde der Betriebsgemeinschaft“ eine Ehrung durch den Betriebsführer Dr. e. h. Dornier und die gesamte Gefolgschaft der Dornier-Werke. Maßgebende Vertreter von Partei, Staat und Wirt- schaft waren als Ehrengäste erschienen. Dr. e. h. Dornier sprach den tapferen Fliegern seinen aufrichtigen Dank für die große Leistung aus und ehrte von Engel, Gundermann, Rösel und Stein u.a. durch Ueberreichung eines Erinnerungsgeschenkes. Flugzeugfi. Erich Gundermann erzählt über den Weltrekordilug*). „Ja, was soll ich Ihnen über den Flug von der englischen Kanalküste nach Südamerika erzählen. Nichts als Wasser, Wolken, Wetter und Wind.“ So ant- wortete mir Herr Gundermann auf meine Frage nach einigen interessanten Augenblicken rund herum um den 8500 km langen Flug. Erst nach einer kleinen Weile fand Herr Gundermann Einzelheiten, die zu erzählen ich für geeignet halte. Für ihn sind sie so selbstverständlich, für uns aber, die wir nicht so sehr in einem Flugzeug und ganz besonders nicht in dem Langstreckenflugboot Do 18 zu Hause sind, begreiflicherweise neu. Der erste Gedanke um diesen Weitflug. Wenn wir heute auch in einer Zeit leben, die uns mit jedem Tag beinahe eine neue Sensation einbringt, so wollen wir nicht vergessen, zu betonen, daß eine jede dieser großen Leistungen wochen-, monate-, ia nicht selten auch jahre- lange Vorbereitungen erfordert. Und wenn auch der Gedanke, mit dem Dornier- Flugboot Do 18 einen Weitflug durchzuführen, der alle bisher durchflogenen Strecken übertreffen sollte, nicht schon vor Jahren aufgekommen ist, so gab er trotzdem Ingenieuren, Arbeitern und besonders dem Piloten Erich Gundermann ein kleines Kopfzerbrechen. "Was Do 18 leistet, wissen insbesondere die dem Flugwesen näher Stehen- den zu bestätigen. Flugboote dieses Typs stehen seit einem Jahr im planmäßigen Dienst der Deutschen Lufthansa; zuverlässig und fahrplanmäßig überfliegen sie den Südatlantik. Eine erste und überzeugende Leistung vollbrachten die Flug- boote dieses Typs unter anderem im Herbst 1936, als sie im Dienste der Deut- schen Lufthansa für acht planmäßige Probeflüge über den Nordatlantik standen. Hier zeigten sie zum ersten Male, dafür aber überzeugend ihre Bewährung. Bei dem für den Weitflug verwendeten Flugboot handelt es sich um eine serienmäßige Ausführung, also um die gleichen Flugboote, die heute für die Deutsche Lufthansa den Südatlantik überfliegen. *) Vgl. auch „Flugsport“ 1938 S. 181, 211. Aus dem Flächenbau der Dornier-Werke G. m. b. H. Sattler beim Behäuten einer Fläche. Werkbild Seite 258° „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 2 VebefxRechenexempel zur über 650 kg leichteren Maschine. Für den Weitflug wurde das Flugboot um nicht unbedingt nötige Ausrüstungs- stücke erleichtert. Viele tausend Teile wurden auf ihre Wichtigkeit hin geprüft, und nach großer Ueberlegung und langen Rechenproben wußte Erich Gunder- mann sein Flugboot um 650 kg leichter. Dabei berücksichtigte er, daß alles, was die Sicherheit erfordert und die Festigkeit des Flugbootes erhält, nicht fort- fallen durfte. So gestattet z. B. die normale Ausführung des Flugbootes die Mit- nahme von etwa 4000 I Brennstoff, während durch die Verminderung des Gesamt- gewichtes und durch die Ausnützung der beim normalen Flugbetrieb vorhandenen Gewichtsreserven die Mitnahme eines zusätzlichen Brennstoffes von etwa 3000 1 ermöglicht wurde. Dieser Mehrbrennstoff wurde zu einem Teil in Gummisäcken untergebracht und im Stummel des Flugbootes mitgeführt. Die vorbildliche Gemeinschaitsarbeit mit den Zubehörfirmen um diesen Flug. Aber nicht allein der Brennstoff führte zum Gelingen des Fluges. Die von den vielen Zubehörfirmen gelieferten nötigen Geräte mußten ebenfalls einen Platz an Bord des Flugbootes finden. Wenn so die Flugmotoren auch ganz selbst- verständlich zum Flugboot gehören, so kommt auch ihnen das Lob zu, wenn es allgemein einem Flugzeug oder Flugboot ausgesprochen wird. Den Junkers- werken, die ihre Schwerölmotoren Jumo 205 bereitwillig zur Verfügung stellten, eilt an dieser Stelle eine besondere Anerkennung für die großen Leistungen. Die weiteren Geräte lieferten verschiedene deutsche Unternehmen. Siemens half mit der automatischen Kurssteuerung, Lorenz mit dem Kurz- und Langwellengerät, die Askania-Werke mit den sonstigen Spezialfluggeräten und Telefunken mit dem Zielfluggerät aus. Für alle Geräte ging es um ein neues Zeugnis für die Verwend- barkeit und Bewährung unter schwierigen Verhältnissen. | Als ein kleines Beispiel über die hervorragende Bewährung der Geräte erzählt mir Erich Gundermann von der ständigen Verbindung während dem Flug und auch nach der Landung in Caravellas mit Hamburg, die das Lorenz-Kurz- und Langwellengerät ermöglichte. Der Start im Katapultschuß vom Flugzeugstützpunkt Dampier „Westfalen“. Die Vorbereitungen für den großen Flug näherten sich ihrem Ende und schon stand die gesamte Besatzung, die aus dem Flugkapitän von Engel, dem Flugzeugführer Erich Gundermann, dem Flugmaschinisten Rösel und dem Flug- zeugfunker Stein bestand, fest. Einige Probeflüge, bei denen noch einmal alle an Bord befindlichen Geräte auf ihre Leistungsfähigkeit hin geprüft wurden, ver- schafften der gesamten Besatzung der Do 18 auch die letzte Gewißheit für das Gelingen des Fluges. — Am 27. März 15.05 Uhr MEZ startete vom Dampfer „Westfalen“, dem Flug- zeugstützpunkt der Deutschen Lufthansa, das Dornier-Flugboot Do 18 D—ANHR, So ging nun der Flug von der englischen Kanalküste in südlicher Richtung. Bis zum Sonnenuntergang flog die Do 18 noch etwa 5 Stunden. Für die Orientierung stand die gesamte Organisation der Deutschen Lufthansa zur Verfügung. Als erster Stützpunkt blieb der Dampfer „Westfalen“ im Rücken des Flugbootes. Die Stationen der Air France auf den kapverdischen Inseln gaben zur außerordentlichen Befriedigung der Besatzung die vereinbarten Zeichen. Einen neuen Stützpunkt für die Orientierung fand die Besatzung der Do 18 in dem Katapultschiff der Deutschen Lufthansa „Friesenland‘ bei Fernando (Brasilien) und weiterhin durch das Streckennetz des Brasilianischen Kondorsyndikats. “ Das von sämtlichen Organisationen gezeigte große Interesse läßt kaum glauben, daß Angehörige der verschiedenen Nationen am Werk waren, denn der kameradschaftliche Einsatz war großartig. Las Palmas mußte überilogen werden, weil damit der Flug um 40 km außerhalb. der geraden Strecke zurückgelegt werden sollte und dieses zur Aufstellung des Rekords erforderlich war. Gleich nachdem Las Palmas überflogen worden war, gab es für den Funker an Bord der Do 18 ein kleines Fest. Er legte sich für eine halbe Stunde in einen „tiefen“ Schlaf. Mit dem Erreichen von Las Palmas war die erste Strecke vorüber. Daß die deutschen und ausländischen Funkstationen mit ihren weiteren Ein- richtungen an den Küsten mit großer Begeisterung bei der Arbeit waren, beweist auch ein kleiner Vorfall. Der Funker Stein an Bord der Do 18 gönnte sich einen kurzen Schlaf und ließ .so für diese Zeit die Funkverbindung nach. Die verschiedenen, bisher in Nr. 10/1938, Bd. 30° „FLUGSPORT“ Seite 259 Verbindung mit dem Flugboot gestandenen Stationen beschwerten sich, als Stein nach einer halben Stunde die Verbindung wieder aufnahm, daß Do 18 sich die Großzügigkeit erlaubte, richtungweisende Funksprüche nicht mehr zu hören. Der Funker Stein aber erwiderte darauf: „Ich habe mir erlaubt, mich für eine halbe Stunde einem „Schlaf“ hinzugeben.“ Flugmaschinist Rösel hatte die dauernde Motorenüberwachung zur Aufgabe gehabt. Dazu kam noch die Ueberwachung von 15 Tanks. Auch seine Arbeit war groß und verdient an dieser Stelle eine Würdigung, denn die wechselnden Tem- peraturen von 70° bei den Motoren, 40° im Navigationsraum und 30° Außen- temperatur wollten aufgenommen sein. Die Do 18 im Nachtilug an der brasilianischen Kiste. Der deutsche Dampfer „Friesenland“ und die gesamte brasilianische Küste wurden bei Nacht überflogen. — Durch einen starken Gegenwind wurde die Fluggeschwindigkeit herabgemindert und die Brennstoffvorräte durch den er- höhten Kraftverbrauch bis zu einem Reservebestand aufgebraucht. Erst etwa 45 Min. vor der Landung in Caravellas am 29. 3. brachen die ersten Strahlen durch, so daß die Landung durch die Tageshelle erleichtert wurde. Mit dem Anfliegen der brasilianischen Küste wurde bereits der von dem italienischen Flieger Stoppani aufgestellte Rekord überboten. Die erste Bestätigung über die ordnungsmäßige Landung gab der Bürgermeister von Caravellas. Caravellas ist ein sehr kleiner Ort und der Hafen nur für eine behelfs- mäßige Landung gedacht. Glücklicherweise trafen sofort nach dem Wassern Einheimische auf ihrem Fahrzeug, einem Einbaumboot, ein. Wie klein die Welt doch ist; Flugmaschinist Rösel erkannte in einem der Ankömmlinge einen alten Bekannten. — Nach der Nennung des Liegeplatzes, sowie der Boje dachten die Besatzungsmitglieder vor allem an die Registrierung von Ort und Zeit der Lan- dung und an die Bestätigung durch den Bürgermeister der Stadt und später durch die Sportzeugen von Brasilien, die einige Stunden nach der Landung im Flugzeug von Rio de Janeiro gekommen waren. Weiterhin wurde die Unverletzt- heit der Tanks, die vor dem Start plombiert wurden, festgestellt. Neuer Brennstoff wurde aufgenommen und das Flugboot zum Start am nächsten Tage klar gemacht. Die dazwischen gelegenen Stunden galten dem Empfang durch die Behörden von Caravellas und durch die dazu gekommenen Gäste aus Rio de Janeiro. Wenn nun die Besatzung der Do 18 weit mehr als 43 Stunden ohne zu schlafen unterwegs war und dieses nun eigentlich verdient hätten, so wurde u he Gemeinfeheft Fiege die keiftung anlerer Dobeike Von der Feier des 1. Mai bei den Dornier-Werken. Dr. Dornier bei der Ansprache an die Ehrengäste und die Gefolgschaft während der Feierstunde der Betriebs- gemeinschaft am 30. 4. 1938. Werkbild Seite 260 „FTLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 daraus gar zu wenig; denn die freundliche Aufnahme durch die Deutschen in Brasilien und die Brasilianer hielten sie davon ab. Weltrekordilugboot Do 18 und seine Besatzung überfliegen Rio de Janeiro. Der bezaubernde Eindruck, der den Besatzungsmitgliedern beim Ueber- fliegen von Rio de Janeiro gegeben wurde, blieb unvergeßlich, denn Erich Gundermann wußte in vielen Einzelheiten diese schöne Stadt zu beschreiben. Nach einigen Runden über Rio de Janeiro erfolgte zunächst die Landung im Wasserflughafen der Pan American Airways. Später wurde das Flugboot zum Hafen des Kondorsyndikats überführt. Und wieder schien es, als wollten die Empfänge kein Ende nehmen. Deutsche und Brasilianer jubelten der tapferen Besatzung zu, Abordnungen hießen die Besatzung der Do 18 auf das herzlichste willkommen. — Noch viele Nuldigungen wurden den deutschen Fliegern zuteil und in einer anerkennenden Weise wurde die deutsche Arbeit gewürdigt. Nach einem sechstägigen Aufenthalt in Rio de Janeiro startete das Flugboot zum Rückflug nach Deutschland. In Las Palmas stimmten die Besatzungsmitglieder am 10. April selbstver- ständlich für den Führer, wie dies übrigens auch die dort ansässigen 240 Deut- schen auf dem im Hafen liegenden Fracht- und Passagierdampfer „Ceuta“ taten. Noch einige Tage verweilten die deutschen Flieger in Las Palmas, bis sie vom Katapultschiff der Deutschen Lufthansa für die letzte Flugstrecke bis Trave- münde abgeschossen wurden. Gra. Inland. 4. Deutscher Fliegerhandwerker-Wettbewerb u. Luftsport-Ausstellung 22.30. 4. 1938, Königsberg. Die Veranstaltung des 4. Fliegerhandwerker-Wettbewerbs in der Schlageter- halle in Königsberg war recht eindrucksvoll. Nach Durchschreiten eines vornehm mit Grün und Fahnen geschmückten Ehrenraumes gelangte man in den großen Mittelgang, zu dessen beiden Seiten die Fliegerhandwerkerboxen, geschmückt mit den Länderwappen der ieweiligen Gruppengebiete, untergebracht waren. Im Obergeschoß der Galerie war die Ausstellung der NSFK.-Gruppe 1 (Ostland) untergebracht. Man bekam einen Einblick in den praktischen Modellbau, Segel- flugschulung bis zum Motorflug. In der anschließenden Ausstellung des ‚Korps- führers wurde die Entwicklung eines Segelflugzeuges vom Reißbrett, Festigkeits- prüfung, Flugerprobung bis zum Einsatz in der Fliegerschule vorgeführt. Ferner sah man Modelle von verschiedenen Reichsschulen für Segelflugsport, Darstellung von Zielstreckenflügen u. a. m. In einer Sonderschau des Reichsluftfahrtministe- riums für Luftfahrtindustrie-Personal konnte man sich eine Vorstellung von der vielgestaltigen Ausbildung des Fliegernachwuchses für die Luftfahrtindustrie machen. Ergebnisse: Sieger und damit Erringer des Wanderpreises des Reichs- ministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe und des Ehrenpreises des Reichstandes des Deutschen Handwerks wurde die NSFK.-Gruppe 1 (Ostland). 2. Mannschaftssieger: NSFK.-Gruppe 2 (Nord), 3. NSFK.-Gruppe 4 (Berlin-Kur- mark), 4. NSFK.-Gruppe 6 (Schlesien), 5. NSFK.-Gruppe 13 (Main-Donau). Die goldene Plakette des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps, Generalleutnant Christiansen, wurde dem besten Mannschaftsführer, NSFK.-Obertruppführer Lietz (NSFK.-Gruppe 6, Schlesien) zuerkannt, dem NSFK.-Truppführer Pätzig (NSFK.-Gruppe 7, Elbe-Saale) die silberne und dem NSFK.-Oberscharführer Trabandt (NSFK.-Gruppe 1, Ostland) die bronzene Plakette. Der beste Flieger- handwerker, NSFK.-Mann Weirowski (NSFK.-Gruppe 1, Standarte 4, Danzig) erhielt für seine Leistung ebenfalls die goldene Plakette des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps, der NSFK.-Mann Ude (NSFK.-Gruppe 9, Weser-Elbe) die sil- berne und HJ.-Kameradschaftsführer Ulrich (NSFK.-Gruppe 2, Nord) die bronzene Plakette. | Fine schöne Veranstaltung, auf die wir mit unserem Korpsführer stolz sein können. Nr..10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 261 400 km Doppelsitzer Segelilug, Ludwig Hofmann NSFK.-Sturmf., auf Kranich ab Trebbin, 10,42 Uhr Landung Deblin b. Tischnowitz (nördl. Brünn, Tschecho- slowakei). Laucha—Berlin, 186 km, Start Laucha 12.30 Uhr, Landung Berlin-Tempelhof 17.50 Uhr, flog Segelflughauptlehrer Kühnold, Leiter der Segelflugschule Laucha auf „Minimoa“. 2000 m über dem Harz erreichte Segelflughauptlehrer Kurt Müller der NSFK.-Gruppe 9 Hannover im Thermikflug in einer Flugzeit von 100 Min. v. Heydebreck f, Flugzeugführer, auf dem Flughafen Essen-Mülheim tödlich verunglückt. Die Passagiere: Gauleiter Terboven, 44-Brigadeführer Schleßmann und Bordfunker Schoeß kamen mit geringen Verletzungen davon. Otto Croissant 7, in Fliegerkreisen bekannt durch seine Leistungen seit Herbst 1933 am Hesselberg, ferner im 18. Rhön-Wettbewerb 1937, wo er mit Döbler und Medicus den Zielstreckenflug von der Wasserkuppe nach Bayreuth ausführte, ferner durch seinen Zielstreckensegelflug Wasserkuppe—Nürnberg 1937, Inhaber des Leistungsabzeichens, ist am Todestag des Rittm. Frhr. von Richthofen in Gerolfingen am Fuße des Hesselberges nach einem Flugunfall bestattet worden. Trebbiner Trainingsilüge auf „Minimoa‘“ und „Rhönadler“. 6 Segelflieger der NSFK.-Gruppe 4 (Berlin-Kurmark) erreichten bei 35 Starts 53 Std., 35 Min. Ge- samtflugzeit. Größte Dauer, reiner Thermikflug, erreichte Vergens mit 9 Std. bei 2500 m Höhe und 20--25°0 Kälte. Größte Höhe erreichte Lemm mit 3600 m über Ausklinken. Aehnliche Leistungen erreichte Segelflughauptlehrer Haase. Philipp machte Zielflug nach Rhinow und startete wieder mit dem Wind zum Rückflug nach Trebbin. Zöllner setzte sich auf die gleiche Maschine und flog auch wieder nach Rhinow. Haase flog Trebbin-Werder-Trebbin, Vergens nach Sorau, Lemm nach Finsterwalde. „Abwehr feindlicher Fallschirmeinheiten.“ Ueber dieses Thema sprach Rittm. Graf Schenk von Stauffenberg vor der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtfor- schung und der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften in Berlin. Der Vortragende bekannte sich hinsichtlich der Fallschirmwaffe selbst als Laie. Da bisher keine Erfahrungen über den Einsatz von Fallschirmeinheiten vorliegen, betrachtete Graf v. Stauffenberg ganz allgemein die Möglichkeiten und voraussichtlichen Aufgaben der Fallschirmwaffe, um so zu einer Beurteilung der Zweckmäßigkeit einzelner Abwehrmaßnahmen zu kommen. Er unterscheidet hier- bei zwischen Fallschirmtrupps und Fallschirmkampftruppen. Die kleinen Fall- schirmtrupps sollen jede Art von Agententätigkeit — Spionage, Sabotage, Pro- paganda — ausüben und daneben Zerstörungen geringeren Umfangs im feind- lichen Hinterland ausführen. Die Fallschirmkampftruppen müssen dagegen die Aufgaben übernehmen, die ohne Kampf nicht gelöst werden können, also vor allem Zerstörungen größeren Umfangs. Während im neuzeitlichen Krieg jederzeit mit dem Auftreten von Fallschirmtrupps gerechnet werden müsse, sei der Ein- satz von Fallschirmkampftruppen im Heimatgebiet von mancherlei Voraus- setzungen, wie z. B. der örtlichen Luftüberlegenheit, abhängig und bedeute für den Feind ein erhebliches Risiko. Alle Abwehrmaßnahmen müssen nach der Ansicht des Vortragenden der Tatsache gerecht werden, daß es sich um eine Art Kleinkrieg handelt, der nur so wenig Kräfte als möglich absorbieren darf. Die Abwehr habe drei große Auf- gaben zu erfüllen, einmal die Verhinderung des Anfluges und der Landung von Fallschirmeinheiten überhaupt, dann die Erhöhung des feindlichen Risikos und endlich die Schadensverhütung bzw. die rasche Beseitigung entstandener Schäden. Die beste Abwehrmaßnahme gegen Fallschirmkampftruppen sei der Kampf gegen die feindliche Luftwaffe. Gelandete Truppen könnten nur durch kampf- kräftige, bewegliche Reserven unschädlich gemacht werden. Bis zu ihrem Ein- treffen müßten kriegswichtige Anlagen auch unmittelbar örtlich geschützt sein. Darüber hinaus sei eine ständige Bewachung der wichtigsten Verkehrslinien un- erläßlich. Strenge Ueberwachungsmaßnahmen müßten auch das Einschleichen von Agenten verhindern. Besonders wichtig werde in iedem Fall die Mitwirkung der Bevölkerung sein, die bereits im Frieden eingehend aufgeklärt werden müsse. Stauffenberg gab dann noch einen zusammenfassenden Ueberblick über die Organisation der Abwehr und schloß mit der Feststellung, daß der Fallschirm im Grunde nur ein neues Mittel für alte Aufgaben sei und warnte sowohl vor Ueber- schätzung wie auch vor Mißachtung der Fallschirmgefahr in einem so leicht an- sreifbaren Land wie Deutschland. Seite 262 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Was gibt es sonst Neues? Ferdinand Hoffmann, "bekannt als erster Segelflugschüler von Arthur Mar- tens, zum Flugkapitän ernannt. j Junkers „Ju 52“ werden von der neugegründeten Luftverkehrsgese!lschait C.A. U. S. A. in Uruguay eingesetzt. Internationale Normentagung 1938 findet in der Zeit vom 20. 6. bis 2. 7. in Berlin statt. Etwa 23 ISA-Komitees werden dabei im Ingenieurhaus tagen. Ziel der Tagung ist die Angleichung der nationalen Normen zwecks Erleichterung des Warenaustausches. U. a. wird auch über Luftfahrtnormen beraten werden. 40 km mit dem Fallschirm schwebte ein Franzose bei einem Absprung aus 3000 m Höhe über Paris. Die mittlere Sinkgeschwindigkeit betrug nur 1,1 m/sec (Flugzeit 45 min), ein Beweis für den außerordentlich kräftigen Aufwind. Ausland. Berlin—Tokio, 16 000 km, auf zwei Heinkel He 116 flogen die japanischen Flieger Yokoyama und Kato. Die Flieger äußerten sich nach ihrer Landung in Tokio begeistert über die Eigenschaften der beiden Flugzeuge und die Zuverläs- siekeit der Motoren. Es handelt sich dabei um zwei viermotorige Heinkel-Flug- zeuge He 116, die mit 8-Zylinder-Hirth-Motoren Typ HM 508 H von 240 PS aus- gerüstet sind, und zwar sind es Maschinen gleichen Typs, die im Oasenflug bei der ersten Zwischenlandung aufgeben mußten. Die beiden Maschinen waren besetzt von einem 1. Führer, einem 2. Führer, ie einem Funker und einem Monteur. Start erfolgte in Berlin-Tempelhof am 23. April zur 1. Etappe nach Rhodos. Der Flug führte dann über Basra (Irak) nach Karachi (Belutschistan), weiter nach Kalkutta (Britisch-Indien), dann über den Bengalischen Meerbusen nach Bankok (Siam) und über die Chinesische See nach der Insel Formosa und als letzte Etappe nach Tokio, wo sie am 29. April eintrafen. Für die 16 000 km lange Strecke benötigten die Flieger 59 Flugstunden. Die beiden japanischen Flieger mit ihrer Besatzung hatten sich vorgenommen, am Geburtstag des Kaisers von Japan in der japanischen Hauptstadt einzutreffen, was ihnen gelungen ist. Der Empfang bei der Landung in Tokio war daher besonders herzlich. Engl. Luitaufrüstungsprogramm soll nach den „News Chronicle auf 3000 einsatzfähige Frontflugzeuge und 100 Geschwader erhöht werden. Hierdurch macht sich eine Erhöhung der Militärflugplätze auf 150 notwendig. Eine der beiden Heinkelmaschinen „He 116° vor dem Start in Berlin-Tempelhof. “ e 1 Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 263 Swift Aircrait Ltd. wurde in Walton-on-Thames (England) gegründet. Mit- inhaber ist der durch das Baumuster Comper „Swift“ bekannte Konstrukteur Comper. De Havilland 95, ein Ganzmetallhochdecker mit zwei Sternmotoren, Bristol „Perseus“ von ie 850 PS, soll 1939 im Luftverkehr eingesetzt werden. Die Zu- ladung (12 bis 18 Fluggäste je nach der erforderlichen Reichweite) wird mit etwa 2300 kg angegeben, die Reisegeschwindigkeit soll über 320 km/h liegen. Steig- geschwindigkeit am Boden 7,6 m/sec. Flugzeiten der Imperial Airways betragen nach der Beschleunigung des Verkehrs ohne Nachtdienst von London nach Karachi 2% Tage, nach Brisbane 9 Tage, nach Durban 4% Tage. Alexandrien—Croydon (4000 km) flog kürzlich eine Douglas „D. C. 3° der KLM mit 320 km/h Durchschnitt. Französ. Segelilugbetätigung macht Fortschritte. Auf dem Gelände des Club Aeronautique Universitaire bei Saint-Cyr (Seine-et-Oise) startete am 18. April der bekannte französische Segelflieger Nessler mit Schleppstart gegen 13 Uhr, mußte jedoch infolge ungenügender Höhe schon nach 10 km Entfernung vom Startplatz landen. Beim zweiten Start gelang es ihm, 1700 m Höhe zu erreichen und 400 km entfernt in der Nähe von La Rochelle zu landen. Am gleichen Tage starteten noch andere Mitglieder des C. A. U.: So erreichten Mme. Jarlaud 90 km mit einer Höhe von 1400 m, Gasnier 210 km und 1500 m, Malleterre 135 km und 700 m, ferner Bailly auf einer sehr einfachen Maschine 29 km und 1200 m Höhe. Amiot 370 erhielt für neue Rekordversuche zwei Hispano-Suiza-Motoren von je 1200 PS. Rom-—-Belgrad— Bukarest (1330 km) flog ein italienisches Verkehrsflugzeug vom Typ „Savoia Marchetti S. 75“ mit 390 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Brindisi-Rom-Verkehrsilugzeug I-Meta stieß bei Unsichtigkeit gegen Berge von Valle Cupa bei Formia. Die fünfköpfige Besatzung mit 14 Fluggästen, unter denen sich auch 4 Deutsche befanden, kam ums Leben. Es wird weiter geflogen! Rom—-Paris mit 355 km/h im planmäßigen Luftverkehr flog die neue drei- motorige Savoia-Marchetti „S. 75“. Amsterdam— Sydney wird durch Anschlußlinie Batavia— Sydney am 3. Juli von der Königlich Niederländischen Luftfahrt-Gesellschaft eröffnet. Reisedauer Amster- dam— Sydney acht 7 = TrIggg Tage. Erster Flug ‚? F w Sg 28. 6., Ankunft Ba- tavia 3. 7., Ankunft Sydney 5. 7. An- schlußstrecke 6600 km in drei Tagen. Wir werden noch- mals auf diese neu eingerichtete Flug- linie zu sprechen kommen. AMSTERDAEDIT LONDon ROTTERDA Wir Sr E Das Grundnetz des europäischen Luft- verkehrs. Die schraffierten Flä- chen stellen Sperr- zonen dar, deren Ueberfliegen nicht gestattet ist. Grenz- übertritte sind nur an den durch ie zwei Striche ge- kennzeichneten Stellen zulässig. Zeichnung: Shell Aviation News. II _ DIE el URS S KA SION SS ESKICHEIR 1 ON, oi RÄNISSAR Seite 264 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Metallbehälter mit Arzneimitteln und einer zusammenlegbaren Tragbahre, wie er in Abessinien zur Versorgung der italienischen Truppen benutzt wurde. Bild: Archiv Flugspor* Fallschirme für Lebensmittel und sonstige Gegenstände wurden bekanntlich im abessinischen Feldzug von Italien in großem Umfange angewendet. Die dabei benutzten Fallschirme besitzen 12, 43 und 100 m? Fläche und tragen eine Nutz- last von 20 und 80 kg. Normalerweise werden Säcke als Behälter für die Last verwendet. Bei zerbrechlichen Gegenständen wurden Metallbehälter mit Gummi- puffern benutzt. Die Fallschirme entsprechen im Aufbau dem Rettungsschirm „Salvator“. . Italienische Luftstreitkräfte in Abessinien beförderten in der Zeit vom 29. 3. 37 bis 28. 3. 38 in 11478 Flügen mit insgesamt 23339 Flugstunden 9905 Personen und 2566 t Waren. Gesamtflugstrecke 4201 000 km. Luitbildvermessung in Abessinien sollen zwei dreimotorige Flugzeuge der Gesellschaft „Coniel“ durchführen. Zum Zwecke der Herstellung einer hydro- graphischen Karte sollen 400 000 km? Boden vermessen und zu Karten im Maßstab 1: 100 000 zusammengestellt werden. Für die Arbeiten sind 800 Flugstunden vorge- sehen. Ital. Flottenschau vor dem Führer. Wasserfllugzeug- geschwader über- fliegen das Panzer- schiff „Cavour“, an dessen Bord der Führer den Manö- schen Flotte bei- wohnte. (CantZ.501 vgl. „Flugsport“ S. 577/1937). Weltbild vern der italieni- Nr. 10/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT*“ Seite 265 Schwanzlose Maschine ist nach „L’Air“ bei de Schelde in Vlissingen im Bau. Japanische Luftwaffe verfügt nach „Samolet“ in der Hauptsache über die in folgender Zusammenstellung näher gekennzeichneten Baumuster. Bis sl: || 2 2 2 | „ler Fl: > s|%» Baumuster Triebwerk z = |2g %8|2%ı509Q 3 I28 PR d2 2=|&S|$ g= 2 3“ ® = oo|vomıo©S fe} = ‘D an IL 0515 fan} < oO |ı& 1. Jagdflugzge. I-90 Kotobuki 450 1 1300 | 330 4,2 2 !8800| 625 1-95 BMW 800 1 35 2 600 Nakajima Jupiter 700 1 1480 | 400 2 700 I-91 Jupiter 450 1 1520 | 260 4,2 2 9500| 650 I-96 Sternm. 800 1 350 2 2. Aufklärer P-92 Jaguar 450 2 2500 | 220 | 12 3 17000 | 1200 P-93 BMW 600 2 3100 | 260 | 12 3 17000 | 1500 MP-90-11 Jupiter 450 2 1740 | 227 | 10,8| 110| 3 1/6000) 675 MP-9-I Jupiter 3 2500 | 210 | 12 150| 3 15500 | 1000 P-88 BMW 500 2 2800 | 230 | 16 2 6000 P-92 Jaguar 450 2 2500 | 225 | 12 2 17000 P-94 Jaguar 550 2 280 2 3. Bomber und Torpedoträg. TB-13 Napier 500 3 200 700| 2 5000 TB-89 Hispano 650 3 3400 | 2:5 | 22,2| 800) 3 |4360 | 1500 He 111 2> x<575 9500 | 265 | 17 /1100) 5 [5000 | 1200 SB-96 2575 330 1000 4, Leicht. Bomb. LB-91-1 BMW 2 230 4001 3 14750 LB-93-2 2 Jupiter 450 4 | 3100 |, 250 500) 5 8000 5. Mittl.Bomber SB-93 2 BMW 700 5—6 | 8100 | 260 | 14 1000|) 5 .|5000 6. Seeaufklärer LL-15 2 Lorraine 450 2 5820 | 125 450| 3 /4000 | 700 LL-89-Chirro | 2 Lorraine 500 ‚4-5 6900 | 140 5001 6 4500| 750 LL-90-1 3 Hispano 650 |6-8 112000 | 206 LL-90-Iltshnort) | 2 Bussard 825 |6-8 13200 | 175 2000 6 4000 | 1000 LL-91 2 Hispano 650 |6—8 210 . Zweisitziges Kampf- und Aufklärungsflugzeug Koolhoven „Fr. K. 52“, Rüstgewicht 1350 kg, Fluggewicht 2250—2500 ke. Höchstgeschwindigkeit mit einem Bristol „Mercury VIII“ von 700/800 PS in 4400 m Höhe 370 km/h. Steigzeit auf 2000 m 3,7 min, auf 8000 m 17 min. Reichweite 770-1050 km. Baubeschreibung mit näheren Angaben vgl. „Flugsport“ 1937, S. 95. Werkbild Seite 266 „FLUGSPORT“ Nr. 10/1938, Bd. 30 Dänische Polarexpedition startete am 30. 4. Dr. Lange-Koch mit seinem Dornier-Wal, Flugzeugführer Mayer, Beobachter der dänische Flieger Overby, ein senauer Kenner Grönlands, und Radiotelegraphist Preußhoven. Flug zunächst 1100 km bis Trondheim. Das Expeditionsschiff „Gustav Holm“ ist trotz Wetter- schwierigkeiten in Spitzbergen angelangt. Dann Start in Spitzbergen zum 2200 km langen Flug. Nach 2% Std. Flugdauer müßte das unbekannte Land erreicht sein, wo eine Flagge bei der Feststellung für Dänemark abgeworfen werden soll, um dann ohne Zwischenlandung weiterzufliegen nach den unerforschten Teilen des Peary-Landes, wo fotographische Aufnahmen zur Kartenherstellung gemacht werden. Rückflug wieder über die Fata-Morgana-Inseln, evtl. eine Wasserung daselbst. Bei dem Flug über Peary-Land müssen Gebirgszüge von 2000 m Höhe überflogen werden. Sonst soll der Flug in niedriger Höhe ausgeführt werden. 118 km segelte Fritz Glur, S-G Olten/Schweiz, von Birrfeld nach Payerne am 17. 4. Weitere 12 Schweizer Segelflieger, darunter auch Robert Gsell, flogen über 50 km. | o° Douelas erhielt von der amerikanischen Regierung einen Auftrag über 37 zwei orire Tiefdecker vom Baumuster „D. C. 3“. ee d-Verbindungsilugzeug „Lysander“ (vgl. „Flugsport“ 1936, S. 328, 357) soll in Kanada von der National Steel Car Corporation Ltd. für die kana- i erierung in Lizenz gebaut werden. a enlotor für Segelilugzeuge mit 14 PS in fünf Zylindern bei 16 kg Ge- wicht und 2100 U/min ist in Amerika im Versuch. Buenos Aires, über die 5000 m hohen Anden, nach Santiago de Chile flog Ende vorigen Monats Arthur Benitz auf „Bücker-Jungmeister“. Benitz, Chefpilot der Bücker Flugzeugbau G. m. b. H., befindet sich seit längerer Zeit in Süd- Nr. 10/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 267 Argus-Modellilugmotor. Mit dem Einzylinder der Argus-Motoren G.m.b.H. kommt zum ersten Male ein Modellmotor auf den Markt, bei dessen Konstruktion von den Möglichkeiten, die das Zweitaktverfahren bei so kleinen Zylinderabmessungen bietet, in vollem Umfange Gebrauch gemacht wurde. Die untenstehende Leistungskurve zeigt, daß die Strömungsquerschnitte mit vollem Erfolg auf Drehzahlen abgestimmt sind, die zwar extrem hoch erscheinen, denen aber nichts Außerzewöhnliches anhaftet, wenn man nicht die Drehzahl, sondern die ungleich wichtigere Kolbengeschwindig- keit betrachtet. Der Motor ist im Aufbau denkbar einfach gehalten und erfordert bei der Bedienung keinerlei besondere Fachkenntnisse. Vergaser und Zündung sind fest eingestellt, damit keine Fehlerquellen durch unsachgemäße Behandlung entstehen können. Um die Uebertragung der Erschütterungen des Motors auf das Modell zu unterbinden, wird der Motor mit einer elastischen Aufhängung geliefert. Zwei federnde Streben, die gleichzeitig als Stromzufuhr zum Unterbrecher dienen, ver- binden das Kurbelgehäuse mit dem vordersten Rumpfspant. Die Leistung des Motors nimmt von 2500 bis fast 9000 U/min praktisch linear mit der Drehzahl zu. Sie beträgt bei 3000 U/min 0,6 PS und nimmt für jede Drehzahlerhöhung von 1000 U/min um 0,2 PS zu. Bei 8000 U/min leistet der Motor also 1,6 PS. Das Gewicht beträgt nackt 600 g. Dazu kommen 17 g für die Zünd- kerze mit Dichtung, 41 g für die Luftschraubennabe, mit Befestigung, 121 g für den Spant mit den beiden Federstreben, 133 & für Zündspule, Kondensator und Kabel sowie 38 & für den Brennstoffbehälter mit Schlauch. Das Einbaugewicht ergibt sich also zu 950 g ohne Batterie. . “ . j ' amerika, wo er die Flugzeugmuster „Jungmann“ und „Jungmeister vorführt. Er or 1 hat durch seine Kunstflüge mit dem „Jungmeister“ in Rio de Janeiro und Sao g _ Paulo im Volksmund den Namen „Az-diabolico“ erhalten. Ä _A Technische Rundschau. N nei „291 Kreiselkompaß mit aufgesetzter Karte des Zielflughafens wird von der Sperry Gyroscope Company versucht. Eine besonders leichte Karte der nächsten Um- << a gebung des Flughafens mit der Befeuerung ist auf der Kompaßrose befestigt bzw. ZU wird durch den Kompaß ständig in die richtige Lage gedreht. | ie „| Tem Zeitlupenaufnahmen einer fliegenden Taube in drei zueinander senkrechten Seen area ——n Richtungen wurden in Frankreich von Girerd ausgeführt. Bei einer Gesamtzeit „ Umin _ von 0,12 Sekunden für einen vollen Flügelschlag entfielen 0,04 sec auf die Ab- wärtsbewegung, 0,04 sec auf ein anschließendes Vorwärtsbewegen und die gleiche 2000 4000 rg BoD Zeit auf den Aufschlag. Flugzeugwarngeräte, die auf die von den Motoren eines Flugzeuges aus- gestrahlte Wärme ansprechen, werden in Amerika versucht. Fallschirmsprungturm mit umlaufendem Ausleger schlägt der Russe Mali- nowski im „Samolet“ vor. Um die Verhältnisse am Turm denen am Flugzeug besser anzupassen, soll dem Abspringenden eine Horizontalgeschwindigkeit er- teilt werden, die ihm bei der Landung die einem wirklichen Absprung ent- sprechende Bewegungsrichtung vermittelt. Zu diesem Zwecke soll der Ausleger des Turmes mit 1—5 m/sec umlaufen. Leistungskurve des Argus - Modellflugmotors. Die beiden dünn ausgezogenen Linien ver- anschaulichen das Einheitsgewicht des Motors ‚allein und des gesamten Triebwerkes für jede Drehzahl. Man beachte die erstaunlich günstigen Werte, bereits bei 3000 U/min wiegt der Motor Argus-Modellilugmotor mit elastischer ur 1 kg/PS, bei 6000 Ulmin sind es 0,5 kg/PS. Aufhängung. Zeichnung: Flugsport Werkbilder Luft- Post. Besitz von Privatilugzeugen in Rußland ist nicht gestattet. Fluggäste in Flugzeugen der Deutschen Lufthansa können durch Funkspruch mit Angehörigen, Freunden u. a. m. in Verbindung treten oder von diesen erreicht werden. Bondur-Leichtmetall wird, wenn nicht anders bestimmt, „vergütet“ geliefert. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Das Technische DDAC-Jahrbuch 1938. Kraftfahrzeugbau heute und morgen. Von W. E. Fauner u. St. v. Szenasy. H. Bechhold Verlagsbuchhandlung (Inh. Breidenstein), Frankfurt a. M. Preis RM 4.80. Russischer Wintermodellwettbewerb vom 11.—18. 1. 1938 ergab als Best- leistung einen Flug über 1200 m in 105 sec. Ein zweites Modell erreichte 1050 m in 95 sec. Größte Flugdauer 119 sec. Besondere Beachtung fand ein Modell, dessen Fahrwerk nach dem Start eingezogen und kurz vor der Landung durch Berühren eines Fühlers mit dem Erdboden wieder ausgefahren wird. Die Spann- weite der zum Wettbewerb erschienenen Modelle bewegte sich zwischen 1200 und 2250 mm, die Flächenbelastung lag zwischen 15 und 23 g/dm?. Seite 268 „FLUGSPORT" Nr. 10/1938, Bd. 3 Mit einem Bienenfleiß sind hier eine Menge Abbildungen (709 Abb. und 38 graph. Darstellungen), oft sehr interessante Skizzen, zusammengetragen, die, wenn sie auch aus dem Kraftfahrzeugbau stammen, für den Flugzeug- und Moto- renkonstrukteur interessant sind und manche Anregungen geben. Auch viele Abbildungen aus ausländischen Zeitungen und Prospekten, aus Karosseriebau, über Wohnanhänger und Wohnkraftwagen bieten viel Interessantes. 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Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. | Nr. 11 25. Mai 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am $. Juni 1938 l. Internationale Luftfahrt-Ausstellung Belgrad. 28. 5. bis 7. 6. 1938. Die unter dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten Paul und dem Ehrenpräsidium Sr. Excellenz des Ministerpräsidenten Dr. Milan Stoja- dinowitsch veranstaltete Belgrader Ausstellung, mitten im Balkan, erscheint als sichtbares Zeichen für den Beginn einer kräftige vorwärtsstrebenden Entwicklung im Flugwesen. Dem aufstrebenden Ju- goslawien dürfte diese Veranstaltung einen kräf- tigen Impuls zur Entwicklung geben. Vorwärtsstre- bende Kräfte sind in Jugoslawien vorhanden. Es sei an folgende Namen erinnert: Ing. Douchan Lou- tchitch, Professor für Luftfahrttechnik an der Uni- versität Belgrad, Dr. M. Nenadovitch, Ingenieur der zivilen Luftfahrt und Uhniversitätsprofessor, Ing. Douchan Stankov, Universitätsprofessor und tech- nischer Direktor der Flugzeugfabrik „Zmaj“, be- kannt durch seine aerodynamischen Forschungs- LUFTFAHRT-AUSSTELLUNG arbeiten, ferner Ing. Drag. Krpan und Ing. Stevan a Tchouritch, Spezialisten für Motoren, Ing. Emilo Matitch, Präsident der jugoslawischen Luftfahrt- industrie, Ing. Danilo Dantchevitch, Chef der Abteilung Technik des N Zivilfllugwesens, Ing. Nenad Mirossavljevitch, Sekretär des Königl. 4 Aero-Clubs. Das Segelflugwesen wird von Direktor Voyine Djouri- tchitch betreut. Auf diesem Gebiete ist der Akademische Club an der Universität von Belgrad besonders rührig, dessen Entstehung zusam- men mit dem Namen Zivko Jozanov in Erinnerung zu bringen ist. | Die jugoslawische Luftverkehrsgesellschaft „Aeropout“, gegrün- det 1927, betreibt die Luftverkehrslinie Belgrad—Agram, welche 1928 eröffnet wurde. Präsident Dr. Drag. D. J. Novakovitch, Generaldirek- tor Ing. Tadiya Sondermayer. Bekanntlich besitzt die Deutsche Lufthansa AG. eine Geschäfts- stelle in Belgrad, Knezev Spomenik 5, Telef. 27290. Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 20 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 6. „FELUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Seite 270 Von den insgesamt 13 Räumen der Ausstellung nimmt die deutsche Luftfahrtindustrie eine große Halle für sich allein und dazu noch einen Teil einer zweiten Halle in Anspruch. Neben den vielseitigen jugo- slawischen Abteilungen sind besonders die italienische und die tsche- chische Industrie, weiter England, Frankreich und Polen vertreten. Deutschland Besonderer Beachtung unter den zahlreichen deutschen Original- flugzeugen dürfte das Langstreckenflugzeug Do 18 der | Dornier-Werke G.m.b.H. sicher sein. Wie eine im ‚Flugsport‘ 1937 auf S. 79 veröffentlichte kritische Betrachtung über neuzeitliche Flug- boote zeigt, überragt die Do 18 zusammen mit der Ha 139 von Blohm & Voß und dem Großflugboot von Short alle anderen bekannten Kon- struktionen hinsichtlich der aerodynamischen Güte und des spezi- fischen Brennstoffverbrauches. Da mit zunehmender Größe die Gleit- zahl eines Flugzeuges infolge des Kennwerteinflusses und wegen des geringeren Anteiles des schädlichen Widerstandes am Gesamtwider- stand ohne besonderes Zutun günstiger wird, stellt die Do 15 als kleinste der betrachteten Maschinen eine noch bessere Konstruktion dar, als in dem erwähnten Vergleich zum Ausdruck kommt. Wenn es hinsichtlich des Anteiles des Rüstgewichtes am Gesamtfluggewicht gegenüber anderen Bauarten zurückzustehen schien, so ist durch den Rekordflug bewiesen worden, daß dies nicht der Fall ist. Auf S. 82 wurde seinerzeit im Rahmen dieser Betrachtung die größtmögliche Reichweite für ein Boot von der aerodynamischen Güte und mit dem Verbrauch der Do 18 zu 8000 km errechnet, wenn man den bei Flug- booten bis dahin erreichten günstigsten Wert für das Verhältnis der Zuladung zum Rüstgewicht einsetzt. Daß diese Strecke von der Do 18 noch überboten wurde, beweist, daß sie auch hinsichtlich der Zulade- fähigkeit trotz ihrer Kleinheit ausländischen größeren Konstruktionen nicht nachsteht. . Die beiden im Modell gezeirten Muster Do 17 und Do 24 sind ebenfalls bereits bekannt. Die Do 17 ist insbesondere für Jugoslawien keine Neuheit mehr, nachdem die jugoslawische Luftwaffe eine Anzahl dieser Maschinen erworben hat. B Blick auf das Gelände der Belgrader Ausstellung. Links erkennt man den Fall- schirmturm. Archiv Flugsport Nr. 11/1938, Bd. 30 „PTLUGSPORT“ Seite 271 Dornier Do 17 „der fliegende Bleistift“. Bild: Ruge, freigegeben durch RLM. Der Stand der Arado Flugzeugwerke G. m. b. H., Babelsberg, weist an Original- maschinen das Mehrzwecke-Ganzmetallflugzeug Ar 95 mit Landfahr- werk auf. Weiter kommt noch ein Modell des Schul- und Uebungstief- deckers Ar 96 zur Ausstellung. Beide Baumuster sind im „Flugsport“ ausführlich besprochen. Mit einer Originalmaschine sind ferner die Henschel Flugzeug-Werke AG. durch das Baumuster „Hs 126“ vertreten, über das wir im „Flugsport“ 1937 auf S. 321. berichtet haben und das in Helsingfors im Modell ge- zeigt wurde. Beim Entwurf der Maschine ist besonderer Wert auf die Möglichkeit wirtschaftlicher Serienfertigung gelegt worden. Kenn- zeichnend ist die weitgehende Verwendung von Blechpreßteilen und von Guß, die gegenüber dem sonst üblichen Einzelteilbau beträcht- liche Zeitersparnis ergibt. Eine Reihe solcher Preßteile sowie ein ge- gossenes Federbein für das Fahrwerk der „Hs 126“ werden auf dem Menschel-Stand gezeigt. Die Bewaffnung der Maschine besteht aus einem starren, vom Motor gesteuertem MG für den Führer, das bei 7,9 mm Kaliber 1200 Schuß in der Minute abgibt, und einem auf einer Schwenklafette eingebauten MG für den Beobachter, das über 975 Schuß Munition verfügt. Hinter dem Beobachter können im Rumpf entweder ein Reihenbildner oder zwei elektrisch auslösbare Bomben- Mehrzwecke-Flugzeug „Hs 126“ der Henschel Flugzeug-Werke A.-G. Werkbild Seite 272 „FLLUGSPORT"“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Schul- und Uebungsdoppeldecker Gotha „Go 145 D‘“ mit geschlossener Kabine und verkleidetem Fahrwerk. Werkbild ine mit ie 5 Bomben zu je 12,5 kg eingebaut werden. Von der en Gothaer Waggontabrik ad. nal rt außer ird der Doppeldecker Gotha „Go 145 D“ im Original gezeigt, a - Yan wird die ähnliche Ausführung „Go 145“ vorgeflogen. Von den beiden Baumustern Go 146 und Go 149 sind Modelle zu sehen. Das erstmalig gezeigte Baumuster Go 145 D stellt eine Sonder- ausführung des bekannten Schulzweisitzers Go 145 dar. Um bessere Flugleistungen zu erreichen, sind die beiden hintereinanderliegenden Sitze durch eine Haube überdacht, die seitlich zwei große Einstieg- fenster aufweist und im Notfalle im ganzen abgeworfen werden kann. Ferner ist das Fahrwerk mit einer Verkleidung versehen worden. Die Höchstgeschwindigkeit mit Argus As 10 C von 240 PS Bodenleistung ist auf 225 km/h gestiegen, die Reisegeschw. beträgt 190 kmih, wäh- rend die übrigen Flugleistungen nicht nennenswert beeinflußt sind. Von den beiden im Modell gezeigten Baumustern der Siebel Flugzeugwerke Halle K.-G. En 104 even ist das zweimotorige Reise- und Kurierflugzeug „, unser De durch die Veröffentlichungen auf S. 376, 544 und 573 des Jahr- ganges 1937 bereits bekannt. Dagegen ist der zweisitzige Schul- und Sporttiefdecker Si 202 „Hummel u bisher noch nicht an die Oeffentlichkeit getreten. Die „Hummel“ ist als billiges und anspruchsloses Kleinflugzeug für die Anfangsschulung und für Uebungs-, Sport- und Reiseflüge gedacht. Besonderer Wert ist auf Einsitziges Mehrzwecke-Flugzeug Gotha „Go 149“. Werkbild Nr. 11/1938, Bd. 30 „FELUGSPORT"“ Seite 273 Schul- und Uebungsflugzeug Si 202 „Hummel“ der Siebel Flugzeugwerke Halle mit Salmson-Motor.. Werkbilder harmlose Flugeigenschaften auch im überzogenen Flug gelegt, die es auch dem weniger geschulten Piloten ermöglichen, mit der Maschine sicher und zuverlässig zu fliegen. Mit Absicht wurde die Tiefdecker- bauweise gewählt, um den Führer bereits bei der Schulung an den heute in der Verkehrs- und Militärfliegerei bevorzugten Typ zu ge- wöhnen. Zweiteiliger Holzflügel, einholmige Bauweise, Sperrholznase, hin- ter dem Holm Stoffbespannung. Querruder vollkommen sperrholzbe- plankt. Holzrumpf, in einfacher Art ausSperrholzwänden zusammengefügt. Zwei nebeneinanderliegende Sitze zwischen den beiden Holmen des Mittelstückes. Raum für Fallschirme. Die Kabine ist 1,04 m breit und auf beiden Seiten durch leicht abwerfbare Türen zugänglich. Hinter den Sitzen ein großer Gepäckraum. Doppelsteuerung mit zentralem Knüppel und zwei Handgriffen. Seitensteuerbetätigung durch parallel geführte Pedale. Freitragendes Holzleitwerk. Durchlaufende Höhenflosse auf dem Rumpfende, Höhenruder mit Trimmklappe, die durch einen an der Kabinendecke angebrachten Handhebel im Flug verstellt werden kann. Beide Flossen sperrholzbeplankt, Ruder stoffbespannt. Fahrwerk in Dreibeinausführung, Federbeine mit Spiralfedern und Reibungsdämpfung. Bremsräder mit Ballonbereifung, Schleifsporn mit Stahlfedern. Triebwerk: Luftgekühlter Motor der Stern-, Reihen- oder Boxer- anordnung von 40—60 PS Kraftstoffbehälter hinter dem Brandschott, Oeltank im Motorvorbau. Höchstgeschwindigkeit 155 km/h, Reisegeschw. 140 km/h, Steig- zeit auf 1000 m 8,5 min, Gipfelhöhe 4300 m, Reichweite 470 km, Brenn- stoffverbrauch 9 //100 km. Focke-Wult zeigt eine Fw 58 „Weihe“ in Militärausführung im Original, während die gleiche Maschine als Wasserflugzeug im Modell zu sehen sein wird. Die „Weihe“ wird neuerdings auch als besonderes Lichtbild- Flugzeug ausgeführt. Neben vier Maschinen dieser Art, die von der Deutschen Lufthansa für Luftbild-Herstellung und Vermessung ein- gesetzt wurden, gelangte eine weitere an Rikets Almänna Kartverk in Stockholm zur Ablieferung. Ebenfalls im Modell wird das Muster Fw 200 „Condor“ gezeigt. Wenn der von Seite 274 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938. Bd. 30 Focke, Achgelis & Co. im Original ausgestellte Hubschrauber auch nicht das erste auf Ausstellungen vertretene Fluggerät dieser Art ist (man wird in den Ausstellungsberichten des „Flugsport“ schon in der Vorkriegszeit manche „Helikopter“ usw. finden), so gebührt ihm doch der Ruhm, die erste eingehend erprobte und zugelassene Maschine mit der Fähigkeit, senkrecht zu starten, zu sein. Bilder von der Entwick- lung und von Einzelheiten dieses Baumusters brachten wir im letzten Heft des „Flugsport“ auf S. 227. Die Firma Frla Maschinenwerk G. m. b. H. ist mit zwei Originalflugzeugen vertreten, von denen das einsitzige Schul- und Sportflugzeug Erla 5 D mit dem neuen, von Zündapp entwickelten Vierzylinder-Reihenmotor ausgerüstet ist. Freitrasendes Tiefdeckertragwerk in Holzbau. Ein 2 m breites Mittelstück, fest mit dem Rumpf verbunden, und zwei Ansatzflügel. Anschluß durch je 3 Bolzen. Ein Haupt- und ein Hilfsholm aus Kiefern- gurten und Sperrholzstegen. Querruder am Hilfsholm angelenkt, Sperrholzbeplankung am Außenflügel bis zum Vorderholm, am Mittel- stück bis zum Hinterholm. Viereckiger Rumpf mit gewölbter Oberseite, 11 Spanten aus Fichte und Sperrholz. Abnehmbarer Motorvorbau aus Stahlblech. Hin- ter dem offenen Führersitz ein Gepäckraum. Sperrholzbeplankung. Freitragendes Holzleitwerk, Höhenflosse vor dem Seitenleitwerk auf der Rumpfoberseite gelagert. Festes Fahrwerk mit Niederdruckbereifung (380 X 150 mm). Die an einer aus vier Stahlrohren aufgebauten Pyramide unter dem Rumpf angelenkten Achshälften sind in einer V-Strebe geführt und mit Gummisträngen abgefedert. oo . Triebwerk: Luftgekühlter Zündapp-Reihenmotor mit vier hängen- den Zylindern. Dauerleistung 40 PS. Dreiteilige Verkleidung aus Elek- tronblech, Brennstoffbehälter von 40 1 Inhalt unmittelbar hinter dem Brandschott, Förderung durch eine motorgetriebene DBU-Pumpe. Spannweite 11 m, Länge 6,4 m, Fläche 13,7 m’, Leergewicht 240 ke, Fluggewicht 360 kg, Flächenbelastung 26,3 kg/PS, Leistungs- belastung bei 46 PS Höchstleistung des Motors 7,8 kg/PS, Höchstge- schwindigkeit 154 km/h, Reisegeschw. 132 km/h, Landegeschw. 60 km/h, Steigzeit auf 1000 m 6,2 min, auf 2000 m 15,2 min, praktische Gipfelhöhe 4700 m, Reichweite 400 km, Brennstoffverbrauch 10 //100 km. Neben diesem aus dem früher mit dem wassergekühlten DKW- Motor ausgerüsteten Muster Erla 5a entwickelten Tiefdecker gelangt noch der Schul- und Sportflugzeug Erla 5 D mit Zündapp-Motor. _ Werkbilder | PATENTSAMMLUNG 938 | des ON I Band VIl Nr. 20 m nn Inhalt: 649 057; 658 861; 659 169 187, 285, 319. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). b 15% Pat. 658861 v. 25. 2. 37, veröff. 20. 4. 38. Compagnie des Avions Hanriot, Paris”). Vorrichtung zur gleich- zeitigen Steuerung von Anftriebsklappen und den unteren Klappen eines doppelten Querruders. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur gleichzeitigen Steuerung von Auftriebsklappen und den unteren Klappen eines dop- pelten Querruders von Flugzeugflügeln, die aus einer geraden Stange besteht, welche sich über die ganze von den genannten Klappen eingenommene Flügelbreite erstreckt und die in Längsrichtung bewegt wird, wobei -Umsteuerungsvorrichtungen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse der die Auftriebsklappe und die Unterklappe der Querruder steuernden Stange <_ mit der Drehungsachse der Oberklappe der Querruder zusammenfällt. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Bewegung der Steuerstange auf die Auftriebsklappe und die Unterklappe der Querruder durch eine auf der Stange eingeschnittene Zähnung (7) übertragen wird, die in ein Zahnrad (8) eingreift, wel- ches seinerseits in einer anderen Transversalebene mit einer zweiten Zahnstange (9) in Eingriff steht, die durch die Steuerstange der Klappe getragen wird, die annähernd 90° zu der Zahnstange (7) steht, wobei die Teile in einem an den Flugzeugflügeln festsitzenden Gehäuse (13) liegen. *) Der Erfinder hat beantragt, nicht genannt zu werden. b 13 Pat. 659187 v. 25. 3. 34, veröff. 28. 4. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Störfläche als Querrnder für Fingzenge. Gegenstand der Erfindung ist die Benutzung von Störflächen im Bereich der Flügelenden an Flugzeugen zum Zwecke der Quersteuerung. Die bekannten Uebel- stände von Störflächen im Bereich geringer Aus- schlagwinkel bei kleinen Anstellwinkeln sind Auftre- ten voı negativen Rollmomenten sowie Unwirksam- Fig2 Rs] & — Ses,Fläche Rellmoment — Voreilung der Ausschlag des Steuerorgans keit bzw. Trägheit der Quersteuerung in diesen Be- reichen. Zur Beseitigung dieser Nachteile wurde vor- geschlagen, die Störflächen in eine oder mehrere Teil- flächen zu trennen, die nacheinander ausgeschwenkt werden Können, und zwar derart, daß je nach Größe des Knüppelausschlags eine bestimmte Anzahl der Flächen hochgeklappt wird. Hierbei bringt man die einzelnen Teile sofort zu vollem Ausschlage, um die Unwirksamkeit der Steuerung im Bereich kleiner Aus- schlagwinkel zu beseitigen. Man hat bezüglich der Trägheit der Steuerung gute Erfolge erzielt; dagegen ist für diese Anordnung ein verwickelter Antriebs- mechanismus nötig. Erfindungsgemäß kommt nun eine Ausführung zur Anwendung, die es ohne Aufgabe der geschilderten Verbesserungen erlaubt, eine einzige durchgehende Störfläche je Flügel zu verwenden. Die Erfindung be- steht darin, daß das Steuerorgan mit der Störfläche am Anfang seiner Bewegung aus der Nullstellung durch eine große Uebersetzung, später durch eine geringere Uebersetzung verbunden ist. Die Stör- fläche wird durch die Anordnung gemäß der Erfindung sehr schnell aus dem kritischen Ausschlagwinkelbereich gebracht; die oben angeführten Nachteile werden ver- mieden. In Fig. 1 ist der Verlauf des Rollmoments in Ab- hängigkeit von dem Ausschlag der Störfläche darge- stellt. Würde man das Steuerorgan (Knüppel, Handrad o. dgl.) in gleichbleibendem Uebersetzungsverhältnis mit der Störfläche kuppeln, so würde man in dem ersten Viertel des Gesamtausschlages des Steuer- organs oder gar einem noch größeren Bereich ein sehr schwaches Rollmoment erzielen. Bei Ueberschreitung dieses Bereiches würde das Rollmoment schneller zu« nehmen. Der annähernd wirkungslose Bereich in der Nähe der Nullstellung des Steuerorgans zwingt den Flugzeugführer schon bei geringen Störungen der Querstabilität zu großen Steuerausschlägen. Muß er sehr schnell ein kleines Rollmoment hervorrufen, so wird er durch den unwirksamen Bereich zu hastigen Steuerbewegungen veranlaßt, die ihn beim Eintritt in den wirksamen Bereich zu einer unsanften Quer- Seite 86 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 20 steuerung veranlassen. Dieser Umstand ist nicht nur unbequem, sondern in überzogenem Flugzustande, wo die Querruder gemäß dem Hauptpatent besonders gute Wirksamkeit aufweisen, gefährlich, weil durch den unwirksamen Bereich ein Zeitverlust und durch die grobe Quersteuerung eine Gefährdung der Querstabili- tät hervorgerufen wird. Mit gestrichelten Linien ist ein gewünschter Ver- lauf des Rollmoments, abhängig vom Ausschlag des Steuerorgans, dargestellt. Insbesondere ist eine an- nähernd gleichbleibende Steigung des Rollmoments über dem Steuerorganausschlag bei kleinen Ausschlä- gen erwünscht, um die geschilderten Nachteile zu vermeiden. Dirs läßt sich nun außer durch die bereits vorgeschlagenen Mittel gemäß der Erfindung durch Veränderlichkeit des Uebersetzungsverhältnisses zwi- schen Steuerorgan und Störfläche erreichen. Aus den beiden Kurven, der mit vollen Linien und der mit gestrichelten Linien, läßt sich das ieweilige Ueber- setzungsverhältnis ermitteln. Um beispielsweise ein Rollmoment von der Größe a zu erzeugen, bedarf es eines Ausschlages der Störfläche um x. Die Gerade gleichen Rollmoments schneidet den gewünschten, ge- strichelt gezeichneten Rollmomentenverlauf in einem Punkte, dem ein Ausschlag des Steuerorgans um y® entspricht. Der waagerechte Abstand der beiden Kur- ven voneinander gibt also den jeweiligen Ausschlag- unterschied von Steuerorgan und Störfläche an. An sich wäre es möglich, allein durch die be- schriebene Veränderung des Uebersetzungsverhältnis- ses wischen Steuerorgan und Störfläche die ge- wünschte Charakteristik zu erzielen. Es empfiehlt sich aber, außerdem die Störflächen in bekannter Weise zu unterteilen. Dies hat seinen Grund darin, daß durch die hohe Uebersetzung bei kleinen Ausschlägen große Steuerkräfte am Steuerorgan auftreten. Durch Unter- teilung der Störflächen tritt eine gleichmäßigere Ver- teilung der Steuerkräfte über dem Ausschlag des Steuerorgans auf, wodurch sich eine sanfte und be- queme Bedienungsmöglichkeit ergibt. Bei Anwendung des Steuerprinzips gemäß der Er- findung empfiehlt es sich, nur die Störfläche, die zu- erst aufgerichtet wird, hoch zu übersetzen, d. h. schon bei geringen Steuerausschlägen schnell zu öff- nen. Die restlichen Störflächen läßt man zweckmäßi- gerweise allmählich einsetzen. Das hat den Vorteil, daß beim iedesmaligen Einsatz der restlichen Stör- flächenteile keine plötzliche Erhöhung der Steuerkräfte auftritt und daß die sich ergebende Rollmomenten- charakteristik, die ja die Summe der Einzelcharakte- ristiken darstellt, wegen des sanften Einsatzes der restlichen Störflächen einen erwünscht stetigen Verlauf erhält. Diese Regel gilt für ungeteilte Störflächen, die verwunden werden, und solche, die durch einen Spalt der Flügeloberfläche hindurchgesteckt werden, in sinn- gemäßer Weise: man wird das erste in Wirkung tre- tende Stück der Störflächenspannweite verhältnis- mäßig schnell aufrichten und die restlichen Teile der Spannweite allmählich hinzutreten lassen. Abb. 2 zeigt die Voreilung bzw. die Verzögerung des Störflächenausschlages. Zu den Abbildungen 3 bis 6 sind Ausführungen des Antriebes der Störfläche dar- gestellt. Patentanspruch: 1. Störfläche als Querruder für Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan mit der Stör- fläche am Anfang seiner Bewegung aus der Nullstel- lung durch eine große Uebersetzung, später durch eine geringere Uebersetzung verbunden ist. b 16% Pat. 659285 v. 19. 11. 33, veröff. 30. 4. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. sSienerung für eine an der Hinterkante eines Tragflügels angeordnete Klappe. Die Erfindung bezieht sich auf Flugzeugflügel, die mit Schlitzklappen an der Hinterkante des Profils ausgerüstet sind. Sie vermeidet den Nachteil wider- standserzeugender Bauteile außerhalb des Profils und bietet den weiteren Vorteil, daß der Drehpunkt der Klappe ständig verschiebbar ist; dies ermöglicht eine weitgehende Unabhängigkeit bei der äußeren Form- sgebung des Klappen- und Flügelprofils von der Art der Bewegungsgesetze für die Steuerung, ermöglicht also eine wesentlich größere Freizügigkeit bei Ent- wurf und Konstruktion. Außerdem gestattet es die Erfindung im Gegensatz zu den bekannten Anordnun- gen, die Klappe in beliebiger Bewegung unter FEr- zielung der besten aerodynamischen Wirkungen zu führen. Die Erfindung besteht aus einer Steuerung für eine an der Hinterkante eine Flugzeugtragflügels an- geordnete, durch ein Gelenkparallelogramm bewegte und von dessen Gliedern getragene Klappe, die um einen außerhalb des Tragflügels liegenden immateriel- len Drehpunkt schwenkbar ist, darin, daß der als einseitig verlängerter Schwinghebel ausgebildete und DEN N an einem im Tragflügel befindlichen Festpunkt ange- lenkte kurze Schenkel des Gelenkparallelogramms so- wie die an ihm gelenkig befestigten Stoßstangen innerhalb des Tragflügels und der Klappe angeordnet sind, und daß eine der Stoßstangen mit einem Kurbel- zapfen sowie einem Steine versehen ist, der zwangs- läufig in einer ebenfalls im Inneren des Tragflügels angeordneten Kurvenbahn gleitet und zusammen mit beiden Stoßstangen, an deren freien Enden die Klappe in Drehlagern aufgenommen ist, die Winkelverstellung der Klappe bewirkt. Patentanspruch: Steuerung für eine an der Hinterkante eines Flug- zeugtragflügels angeordnete, durch ein Gelenkparallelo- gramm bewegte und von dessen Gliedern getragene Klappe, die um einen außerhalb des Tragflügels lie- genden immateriellen Drehpunkt schwenkbar ist, da- durch gekennzeichnet, daß der als einseitig verlän- gerter Schwinghebel ausgebildete und an einem im Tragflüigel befindlichen Festpunkt angelenkte kurze Schenkel (d) des Gelenkparallelogramms sowie die an ihm gelenkig befestigten Stoßstangen (e) innerhalb des Tragflügels (b) und der Klappe (a) angeordnet sind, und daß eine der Stoßstangen (e) mit einem Kurbelzapfen sowie einem Steine versehen ist, der zwangsläufig in einer ebenfalls im Inneren des Trag- flügels angeordneten Kurvenbahn (f) gleitet und zu- sammen mit beiden Stoßstangen (e), an deren freien Enden die Klappe in Drehlagern aufgenommen ist, die Winkelverstellung der Klappe bewirkt. Nr. 20 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 87 Schraubenilugzeuge (Gr. 25-30). b 950 Pat. 649057 v. 10. 2. 31, veröff. 23. 4. 38. Oskar von Asboth, Lon- don. Steilschraube. Bei den bisher bekannten Steilschrauben für Luft- fahrzeuge sind zu unterscheiden Drehflügel mit schrau- benartig ausgebildeten Flügelteilen und Drehflügel mit tragflächenartig ausgebildeten Flügelteilen. Die Steil- schrauben mit schraubenartigen Flügelteilen sind da- durch gekennzeichnet, daß die Steigung der Flügelteile bei jedem Radius gleich oder annähernd gleich ist, wodurch der Anstellwinkel eines derartigen Schrauben- teiles in der Nähe der Umlaufachse größer wird als an den Spitzen der Flügelteile. Unter Steilschraube wird ein System umlaufender Flügel verstanden, das entweder als Hubschraube oder (mit Eigendrehung unter Fahrtwind) als Tragschraube oder als beides zu wirken vermag. Bei den Drehflügeln mit tragflächenartigen Flügel- teilen ist der Anstellwinkel auf der ganzen Länge der Flügel klein und im wesentlichen gleich. Die Steil- schrauben mit schraubenartigen Flügelteilen zeichnen sich dadurch aus, daß sie einen äußerst günstigen Gütegrad aufweisen, wenn sie als Hubschrauben arbei- ten, während die Drehflügel mit tragflächenartigen, also einen durchweg kleinen Anstellwinkel aufweisenden Flügelteilen- als Standschrauben eine niedrige Güte- zahl haben; jedoch können sie infolge des kleinen Anstellwinkels Eigendrehung ausführen, wozu die Steil- schrauben mit schraubenartigen Flügelteilen nicht im- stande sind, da sie an der Eigendrehung infolge des in der Nähe ihrer Umlaufachse sich befindenden, einen S__ __ IT 0 mil großen Anstellwinkel aufweisenden Flügelteiles gehin- dert werden. Um nun eine Steilschraube zu erzeugen, die ein- mal eine große Hubkraft ausüben kann und ein an- deres Mal bei Abschaltung des Motorantriebes Eigen- drehung ausführen kann, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, bei der Steilschraube einen hubschrau- benartigen, mit gleicher oder annähernd gleicher Stei- gung ausgebildeten äußeren Flügelteil mit einem inneren, tragschraubenartig, ohne oder mit geringer Anstellung ausgebildeten unverwundenen Flügelteil zu vereinigen, dessen Länge sich nicht über den halben Durchmesser hinaus erstreckt. Es kommt also bei der Steilschraube gemäß der Erfindung der sonst in der Nähe der Umlaufachse vor- handene, einen großen Anstellwinkel aufweisende Flü- gelteil, der für die Erzeugung der Eigendrehung und auch der Hubkraft schädlich oder wenigstens ungünstig ist, in Fortfall, und statt dessen ist ein die Eigen- drehung der Steilschraube bewirkender, einen kleinen Anstellwinkel aufweisender Flügelteil angeordnet. Um die Eigendrehung zu vergrößern und um sie den jeweiligen Flugzuständen anzupassen, kann erfin- dungsgemäß der Luftwiderstandsunterschied zwischen dem jeweils vorgehenden und dem jeweils zurück- bleibenden Flügel vergrößert bzw. änderbar gemacht werden, indem an dem Tragschraubenteil des Flügels an sich bekannte, den Luftwiderstand jedes Flügels jeweils bei seinem Rücklauf erhöhende, die Eigen- drehung unterstützende Organe angeordnet werden. Der Widerstandsunterschied an diesen Organen kann dabei vorteilhaft selbsttätig in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit und der Richtung des Fahrtwindes geändert werden. Ferner kann die Aenderung periodisch derart er- folgen, daß jeweils bei dem in Richtung des Fahrt- windes sich bewegenden Flügel ein größerer Widerstand erzeugt wird als bei den sich entgegengesetzt be- wegenden Flügeln. Patentansprüche: 1. Steilschraube mit Flügeln, die aus der Vereini- gung eines hubschraubenartig mit gleicher oder an- nähernd gleicher Steigung ausgebildeten äußeren Teiles mit einem inneren tragschraubenartig ohne oder mit geringer Anstellung ausgebildeten, unverwundenen Teil bestehen, dessen Länge sich nicht über den halben Halbmesser hinaus erstreckt. 2. Steilschraube nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anordnung an sich bekannter, den Luft- widerstand jedes Flügels jeweils bei seinem Rücklauf erhöhender, die Eigendrehung unterstützender Organe an dem Tragschraubenteil des Flügels. Schwingen- und Schlagilugzeuge (Gr. 31-34) b 34 Pat. 659169 v. 12. 11. 35, veröff. 28. 4. 38. Josef Kinateder, Wien. Schwingenflugzeng mit flossenartig ausschwin- genden Flügeln. Es sind bereits Schwingenflugzeuge bekannt, bei welchen zur Herbeiführung der Schwingbewegung der Flügel der motorische Antrieb über Kurbelpaare er- folgt. Hierbei wird die flossenartige Schwingbewegung (Voreilung der Flügelstirnkante) durch elastische Aus- führung der Flügel mit versteifter Stirnkante erzielt, so daß die Flügelanstellune nur durch Richtung und Stärke des Strömungsdruckes bewirkt wird. Die Erfindung bezieht sich auf vorerwähnte Schwingenflugzeuge mit gegenüber durch gleichläufige Doppelkurbeln zwangsläufig parallel geführten Len- kern flossenartig ausschwingenden Flügeln mit vor- eilender Flügelstirnkante. Seite 88 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 20° Vom Bekannten unterscheidet sich der Gegenstand der Erfindung in der Hauptsache durch einen ab- gewinkelten Kurbelarm mit einem Zapfen, der einem zusätzlichen, den Flügel tragenden Lenker von der Parallelbewegung der die Kuppelarme kuppelnden Stange abweichende Richtungen im Sinne der vorer- wähnten bekannten Voreilung der Flügelstirnkante gibt, so daß ieder Flügel flossenartig schwingend gesteuert wird, wobei der Traglenker entweder Führungsschlitze für die Steuerzapfen besitzt oder teleskopartig längen- veränderlich ausgebildet ist. Patentansprüche: 1. Schwingenflugzeug mit gegenüber durch gleich- läufige Doppelkurbeln zwangsläufig parallel geführten Lenkern flossenartig ausschwingenden Flügeln, gekenn- zeichnet durch einen abgewinkelten Kurbelarm (7) mit einem Zapfen (9), der einem zusätzlichen, den Flügel (8) tragenden Lenker (11) von der Parallelbewegung der die Kurbelarme (4, 5) kuppelnden Stange (6) ab- weichende Richtungen im Sinne der an sich bekann- ten Voreilung der Flügelstirnkante gibt. 2. Schwingenflugzeug nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch die Anordnung ie eines auf beiden Kurbeiarmen (4 bzw. 5) vorgesehenen Winkelarmes (7) mit einander entgegengesetzt gerichteter Abwinke- lung, deren Zapfen (9) in einen in der Mitte der Kur- belstange (6) angelenkten Lenker (11) eingreifen. 3. Schwingenflugzeug nach Anspruch 1 oder 2, ge- kennzeichnet durch Eingriff der Winkelarmzapfen (9) in einen Schlitz (12) des Lenkers (11). 4, Schwingenflugzeug nach Anspruch 1 oder 2, da- durch gekennzeichnet, daß der Lenker (11) durch eine Kolbenschiebervorrichtung ersetzt ist, deren Zylinder (14) mittels einer Lasche (15) auf dem Zapfen (10) der einen Kurbel (5) gelagert ist, und die durch den Zy- linderdeckel hindurchgeführte Kolbenstange (16) mit ihrem vorderen Ende mit dem Zapfen (9) des Winkel- armes (7) der anderen Kurbel (4) gelenkig verbunden ist. Abwurfvorrichtungen (Gr. 18, 20). cC 1851 Pat. 659319 v. 9. 1. 35, veröff. 30. 4. 38. Siemens-Schuckertwerke AG., Berlin-Siemensstadt. Zinrichtung zur Lagensicherung von anfgehängten Lasten durch Stützkörper. Wenn eine Last z. B. an einem Flugzeug auf- gehängt wird, so ist dafür Sorge zu tragen, daß Pen- delungen und Schwingungen der Last nach Möglichkeit unterbunden werden. Sofern eine feste Einspannung der Last nicht möglich ist, kann man sich zu ihrer Lagen- sicherung einstellbarer Stützkörper bedienen, die so gegen die Last gedrückt werden, daß sie zusammen mit der Aufhängung eine Art Verspannung bilden. Gemäß der Erfindung werden die zur Abstützung der aufgehängten Last dienenden Stützhebel mit einem Antrieb ausgerüstet, der aus Schnecke und Schnecken- rad besteht. Hierdurch wird nicht nur der Vorteil er- reicht, daß infolge der Selbsthemmung des Antriebes besondere Sicherungsglieder überflüssig werden, son- dern man erhält daneben auch einen sehr gedrängten, raumsparenden Aufbau, der eine Anwendung der Er- findung auch bei schwierigen Einbauverhältnissen er- möglicht. Patentanspruch: Einrichtung zur Lagensicherung von aufgehängten Lasten durch Stützkörper, die als um eine Achse schwenkbare, klemmkörperartige Bauteile ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verstellung die- ser Stützkörper Schneckenantriebe vorgesehen sind. Pat.-Samml. Nr.20 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 11, am 25.5. 1938 veröffentlicht. Nr. 11/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT"“ Seite 275 Motorgleiter Erla 6 A. Werkbilder Motorgileiter Erla 6A zur Ausstellung, der im Herbst 1937 an dem Motorgleitervergleichs- fliegen in Rangsdorf teilnahm und dabei in der Wertung den zweiten Platz belegte. Der abgestrebte Hochdecker besitzt einen zweiteiligen Flügel mit Haupt- und Hilfsholm. Bis zum Hauptholm Sperrholzbeplankung, da- hinter Stofibespannung. Auf jeder Seite ein in der Mitte abgestützter Stahlrohrstiel nach der Rumpfunterkante. Fünfeckiger Holzrumpf mit gerundeter Oberseite, Sperrholzbe- plankung. Der Führer sitzt vor dem Hals, auf dem der Flügel über dem Rumpf befestigt ist. Der offene Sitz gestattet die Mitnahme eines Rük- kenfallschirmes. Die Steuerung ist wie bei der 5 D nahe am Rumpf- boden verlegt, so daß keine Beengung des.Sitzraumes eintritt. Frei- tragendes Holzleitwerk, geteiltes Höhenruder, Höhenflosse vor der Kielflosse auf der Rumpfoberseite. Dreibeinfahrwerk mit einer nach dem oberen Rumpfholm geführ- ten Federstrebe. Ballonbereifung 380 X 150. Schleifsporn. Triebwerk: Zweizylinder-Zweitakter Schliha mit gegenüberlie- genden, weitgehend verkleideten Zylindern. Brennstoffbehälter für 20 1 Gemisch hinter dem Führersitz. Spannweite 12,3 m, Länge 6,7 m, Fläche 15 m?, Leergewicht 200 kg, Fluggewicht 300 kg (Gruppe S 4), Flächenbelastung 20 kg/m?, Leistungsbelastung mit 20 PS 15 ke/PS, Höchstgeschwindigkeit 125 km/h, Reisegeschw. 110 km/h, Landegeschw. 45 km/h, Steiggeschw. am Boden 2,1 m/sec, Steigzeit auf 1000 m 9 min, praktische Gipfelhöhe 3800 m, Reichweite 280 km, Brennstoffverbrauch 7 /100 km. Die Ernst Heinkel Flugzeugwerke sind ebenso wie die Leichtflugzeugbau Klemm G. ın. b. H. und die Firma Flugzeugbau Schweyer, Ludwigshafen, mit verschiedenen Model- len vertreten. Die Junkers Flugzeug und -Motorenwerke AG. zeigen neben Modellen der Flugzeuge „Ju 52/3“, „Ju 86“, „Ju 8S6K“, „Ju 87” und „Ju 90“ im Original die drei bekannten Motoren Jumo 205, 210 und 211. Der Dieselmotor Jumo 205, dessen hervorragende Zuverlässigkeit und dessen unerreicht niedriger Betriebsstoffverbrauch erst kürzlich wieder durch den Weltrekordilug des Dornier-Flugbootes unter Be- weis gestellt wurde, findet im Luftverkehr und bei der deutschen Luft- waffe zunehmend Verwendung. Die Skizze auf Seite 278 zeigt, in welchem Maße die Anzahl der im Dienste der Lufthansa geleisteten Flugstunden von 1932 bis 1937 zugenommen hat. Im vergangenen Seite 276 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Der Rumpf einer „Ju 90“ im Rohbau. Die Glattblechbeplankung wird vom Heck aus aufgebracht. Links: Ansicht von vorn. Mitte: Ansicht von hinten. Rechts: Blick in das Rumpfinnere. Werkbilder Jahre legten allein die in Flugzeuge vom Typ Junkers Ju 86 einge- bauten Motoren 1 364.025 Flugkilometer zurück, während die Gesamt- leistung im gleichen Zeitraum 1 877 653 km beträgt. % Unter den Ma- schinen der Luft- hansa sind allein 22 mit Dieselmoto- ren ausgerüstet. Das neuere Bau- muster 205 von 600 PS ist in 13 zweimotorige Tief- decker Ju 86 von je 7,6t Flugzewicht eingebaut. Daneben finden 2 ältere ein- motorige Flugzeuge des Musters Jun- kers F 24 kay (eine Arbeiten am Rumpf- gerüst der „Ju 90“. Vorbohren der Niet- löcher für die Ver- bindung der Längs- und Querversteifungen. Werkbild! Nr. 11/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"*“ Seite 277 Blick in die Kabine einer „Ju 90“. Werkbild einmotorige Aus- führung der be- kannten dreimoto- rigen G 24).und ein viermotoriges Großflugzeug Jun- kers G 38 von 24 t Fluggewicht, die mit dem stärkeren Typ Jumo 204 von 750 PS versehen sind, Verwendung. Der Seeflugzeugpark der DLH. umfaßt u. a. 4 zwei- motorige Flugboote Dornier Do 18 mit 10 bzw. 11 t Fluggewicht und 2 viermotorige Schwimmerflugzeuge des Musters Ha 139 (17 t), die alle mit dem neueren Jumo 205 ausgerüstet sind. Die Reichweite dieser beiden Seeflugzeuge liegt bei einer Nutzlast von 400 (600) ke und einem Kraftstoffvorrat von 4000 (6455) I je nach der Geschwindigkeit zwischen 5000 und 5700 (5800) km. Die Verbrauchscharakteristik des Jumo 205 C kommt in den drei Schaubildern zum Ausdruck. Wie man sieht, steigt der spezifische Kraftstofiverbrauch bei günstigster Leistung auch in beträchtlicher Flughöhe nur sehr wenig an. Der Benzin-Flugmotor Jumo 210 wird in zwei Ausführungen gelie- fert, die sich lediglich durch die verschiedene Untersetzung der Luft- schraubenwelle unterscheiden. Bei 2700 Motorumdrehungen läuft der Propeller bei dem Muster 210 Da mit 1543 U/min, bei der Ausführung 210 Ea mit 1700 U/min. Bemerkenswert sind die geringen Außenabmessungen des Motors, die geringe Widerstände und gute Sichtverhältnisse ergeben. Neu- artig ist die Anwendung des Nebenstrom-Kühlkreislaufes, bei dem der Kühlstofi-Vorrat in einem hufeisenförmigen Behälter, der vorn am u Großverkehrsflugzeug Junkers „Ju 90°“ in der Fertigmontage. Werkbild Seite 278 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 = 000 PS 600 - SL Vollast-Höhencharakteristik “ Arız aflder u Kurven wirtschaft. Verbrauches | Flugstunden nn . N N im Jahr El u N > NIS BEN m 0, SINN u Da ns 5% NS 0, 400 TS RN N I 70000 BER FIEN 300 N N RE — N B . Bu Sn N S an an 8 = I Da 200 — 120 2200 min-! Verbrauch bei Volleistung 5000 I 2000 mın-! 100 = — X / 80 < lan. 07 7 Du 2000 m. Tr u Stündl. Kraftstoff-Verbrauch N 60 Pe, 1800 „Tre an m — Y/ P | een 5 — an] VA 40 i wirtschaftlicher Verbrauch — _7 kgyh km Cina-Höhe | I > 5 6 [6] 1 2 3 4 197 3, 2 3 3 34 3 ZJ Er 19 3 7 Volleistung und wirtschaftlichste Lei- Schaubild von der Zunahme der Flug- stung des Jumo 205 C und Brennstoff- stunden, die von Maschinen der Luift- verbrauch für verschiedene Drehzah- hansa mit den beiden Dieselmotoren len in Funktion der Flughöhe. Jumo 204 und Jumo 205 in den letzten Werkzeichnung Jahren erreicht wurden. Zeichnung: Flugsport Motor sitzt, untergebracht ist. Die gesamte Anlage ist vollkommen geschlossen und gestattet eine Heraufsetzung der Siedegrenze. Beim Austritt des Kühlstoffes aus dem Motor werden in den Wirbelkam- mern der Junkers-Dampfluftabschneider Luft- und Dampfblasen ab- gesondert, indem das Kühlwasser in Rotation versetzt wird. Durch die geringe Kühlwassermenge, die bei dem Nebenstromkühlkreislauf umgepumpt wird, wird auch die Zeit für das Anwärmen des kalten Motors günstig beeinflußt. Als Grenzwert für das Startklarmachen bei 300} /PSh e WFS Vollast Va | r —— 2200 Ulmir y4 —-—- 7800 ” VA G G 200 —— Be zz BEE I j unstigste Last 16; Verbrauch 4 egste La beim Rekordftug der DO TS D-BNHR Cira-Höhe Km 700 o 7 2 3 4 5 Oben: Spezifischer Brennstoffverbiauch des Dieselmotors Jumo 205 C bei Vollast und bei wirtschaftlichstem Betriebszu- stand in Abhängigkeit von der Flushöhe. Zeichnung: Flugsport Links: Höhenlader des Benzinflugmotors „Jumo 210° mit geschlossenen Schaufeln. Rechts vom Laufrad der selbsttätige Ladedruckregler. Werkbild Nr. 11/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 279 Schematische Dar- stellung des Jun- kers-Nebenstrom- 'Kühlkreislaufes. Werkzeichnung Frostwetter gilt ein Zeitraum von 2 min. Die Höchst- temperatur des .,. Kühlwassers be- vorratstank trägt bei ge- schlossenem Kreislauf mit 0,3 bis 0,4 atü Druck 95°. Bei einem Wasserinhalt des Motors von 21,5 I fördert die Pumpe gegen 4m WS Ansaugeunterdruck und 12 m WS Gegendruck 540 V/ min bei einer Kurbelwellendrehzahl von 2600 U/min. Beim Vollgasflug in Bodennähe sind etwa 215000 Cal/h durch die Kühlanlage anzuführen. Erwähnenswert ist weiter der mit einem zweistufigen Schalt- getriebe versehene Höhenlader. Das Laufrad weist zur Verminderung der Spaltverluste nicht die üblichen radialen Blattschaufeln auf, son- dern besitzt geschlossene Kanäle mit davorliegenden Eintrittsschaufeln. Die Kurzleistung beträgt bei 2700 U/min am Boden 690, in 1500 m Höhe (Nennleistungshöhe der Bodenladerstufe) 700 und in 3700 m (Nennleistungshöhe der Höhenladerstufe) 680 PS. Die Werte für die erhöhte Dauerleistung bei 2600 U/min liegen bei 620, 630 und 615 PS, während die Dauerleistung 550, 560 und 545 PS beträgt. Der Brenn- stoff muß dabei eine Mindest-Oktanzahl von 87 aufweisen. Das Ge- wicht ist für beide Ausführungen 440 kg. Die höchstzulässige Drehzahl im Sturzflug (Gasdrossel geschlossen) ist auf 3200 U/min der Kurbel- welle festgesetzt. Ueber den stärkeren 35 I-Motor Jumo 211 C haben wir 1937 auf S. 590 berichtet. Er gleicht im Aufbau dem Muster 210. Auch hier ist ein Schaltlader vorhanden, der die Nennleistungshöhe auf 1,7 und 4,2 km erhöht. Die Kurzleistung beträgt am Boden 1000, in 1700 m 1025 und 4200 m 975 PS. Die Kurbelwelle läuft dabei mit 2300 U/min. Doppelventil . rn nn Junkers-Entlüfter . | Entläftungsleilung Wasserpumpe / Vorratstank [7 | "Ausgleichsleitung Das Trockengewicht beträgt 585 ke. Junkers-Benzinflugmotor Jumo 210. Auf beiden Bildern ist oben der Lader mit quer zur Flugrichtung liegender Achse zu sehen. Werkbilder © Verbindungsleitung —i. Doppelvenil Seite 280 „rTLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Links: Einzelteile des Normalzylinders von 11 Hubraum, der bei vier Hirth- Baumustern Verwendung findet. Rechts: Achtzylinder „HM 508 H-1“, darüber Einzelteile vom Untersetzungsgetriebe dieses Motors (rechts das auf der Kardan- welle feste Rad, links das kardanisch am Gehäuse aufgehängte Gegenrad, in der Mitte die Propellerwelle mit dem Planetenradträger. Werkbilder Hirth-Motoren G. m. b.H. umfaßt die fünf bekannten Baumuster mit dem Leistungsbereich von SO bis 280 PS. Nachstehende Tabelle gibt eine Zusammenfassung der wichtigsten Daten dieser Motoren. Das Muster „HM 508 H“ hat erst kürzlich wieder in den beiden Heinkel-Schnellverkehrsflugzeugen „He 116“ seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Dreh- Hubraum- Zylin- Hub- Ge- Leistungs- Mittl. Baumuster Leistung zahl leistung der- raum wicht gewicht Druck PS U/min PS/Liter zahl Ltr. kg kelPS kglem? HM 60 R-2 80 2400 22 4 36 84 105 825 HM 504 A-2 105 2530 26 4 398 104 099 925 HM 506 A-1 160 2500 27 6 597 153 095 97 HM 508 H-1 240 3000200 30 8 796 205 0,82 90 HM 508 D 280 3100/20667 35 8 796 205 0,73 10,15 Daimler-Benz ist wiederum mit dem Rekord- Flugmotor DB 600 vertreten. Die Leistung die- ses 34-l-Motors mit 12 flüssig- keitsgekühlten Flugmotor Daimler-Benz „DB 600“. Rechts erkennt man den längs- zestellten Lader. Werkbild Nr. 11/1938, Bd. 30 „PFTLUGSPORT“ Seite 281 Zylindern beträgt bei 2400 U/min am Boden 910 PS bzw. für die Aus- führung mit Höhenlader in 4000 m Höhe 920 PS. Für den Start stehen 1000 bzw. 950 PS zur Verfügung. Mit Brennstoff von 87 Oktan be- trägt der Verbrauch bei einer Verdichtung von 1:6,5 215 bis 225 g/PSh. Das Einheitsgewicht liegt für den Bodenmotor bei 0,54, für den Höhen- motor bei 0,59 kg/PS. Die Argus Metoren G.m.b.H. zeigt wie in Helsingfors ihre beiden Achtzylinder As 10 E und As 401, über die wir in Heft 10 berichtet haben. Die Brandenburgischen Motorenwerke sind wiederum mit den beiden Sternmotoren „Bramo Sh 14 A 4" und „Fafnir“ vertreten, zu denen noch ein elektrisch betriebenes Schnitt- modell des Neunzylinders „Bramo 322“ hinzukommt. Eine Beschrei- bung dieses Baumusters brachten wir 1937 auf S. 437. Geräte der Zeiss-Aerotopograph G.m.b.H. in Jena werden auf dem Stand des Militär-Geographischen Instituts von Jugoslawien gezeigt. Besonders beachtenswert ist die Reihen- meßkammer RMK S 1818 mit auswechselbarem Objektivstutzen für 21 und 50 cm Brennweite. Von den Auswertegeräten ist der Aero- projektor Multiplex zu erwähnen, der innerhalb kurzer Zeit große Ver- breitung gefunden hat. Der Aufbau dieses stereoskopischen Auswerte- serätes zur gleichzeitigen räumlichen Projektion mehrerer Luftbilder einer Bildreihe ist denkbar einfach. Durch kleine mit komplementär- farbigen Lichtstrahlen arbeitende Projektoren, in die Verkleinerungen der Originalaufnahmen eingelegt werden, wird der Aufnahmevorgang umgekehrt. Durch entsprechende Einstellung der Projektoren im Raum wird ein Geländemodell sichtbar gemacht, das wiederum mit einer komplementärfarbigen Brille stereoskopisch betrachtet und mit einer räumlich verstellbaren Meßmarke abgetastet und ausgemessen wird. Mit dieser Meßmarke ist ein Bleistift verbunden, der das kon- tinuierliche Aufzeichnen von Situations- und Höhenlinien erlaubt. Das Gerät ist geeignet für die Herstellung von Karten im Maßstab 1:25 000 und kleiner. Das Schnitt- modell des Sternmotors „Bramo 322° der Branden- burgischen Motorenwerke G.m.b. H. In dem auige- schnittenen Ge- triebe sieht man eins der drei umlaufenden Kegelräder, deren Achsen mit der Propel- lerwelle fest verbunden sind. Werkbild „FLLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Deuta- Instrumente. Links ein Wechsel- stromgeber, rechts das Anzeige- gerät für elektrische Drehzahl- messeranlagen. Werkbilder => = S ei =, Askania-Werke AG., | Berlin-Friedenau, geben wiederum eine reichhaltige Uebersicht über alle Erzeugnisse für die Luftfahrt und für verwandte Gebiete. Neben einer selbsttätigen Kurssteuerung werden zahlreiche Schnitt- und Betriebsmodelle von Bordgeräten gezeigt, an denen der Besucher selbst die Auswirkung von Flugbewegungen feststellen kann. Unter den Zubehörfirmen sind noch zu erwähnen: Robert Bosch G.m.b.H. mit Magnetzündern, Anlassern, Stromerzeu- gern und anderen elektrischen Geräten; die Deuta-Werke G. m. b. H. wie in Helsingfors mit Drehzahlmessern, Blindfluggeräten, Windmes- sern, Höhenmessern und anderen Meßgeräten; R. Fuess, Berlin-Steg- litz, mit Höhenschreibern, Barometern, Fernanemometern, Windschrei- bern, Barographen, Feuchtigkeitsschreibern, Mikroskopen und sonsti- ven feinmechanischen Instrumenten; C. Lorenz A.-G. mit einer Ultra- Kurzwellen-Baken-Empfangsanlage, mit Funksprechgerät, einer Flug- zeug-Sende-Empfangsanlage, einer schweren Funkstation usw.; W. Ludolph, Bremerhaven, mit Kompassen, Variometern, einem Horizont- sextant und Auswertungsgerät für Pilotballonbeobachtungen; die Me- chanische Werkstätten Neubrandenburg G. m. b. H. mit Bombenab- wurfvorrichtungen, dazu auf dem gleichen Stand die Firma Elektro- Mechanik List mit elektrischen Auslösevorrichtungen; v. Kehler & Stelline mit Fallschirmen und Schlauchbooten; die Optische Anstalt Oigee G. m. b. H. wie in Helsingfors mit dem Reflexvisier „Revi“, die Siemens Apparate- und Maschinen G.m.b.H.mit der bekannten SAM- Kurssteuerung und mit verschiedenen Bordgeräten; das Propellerwerk Gustav Schwarz mit Leichtholz-Mantel-Propellern und Abbildungen, die den Werdegang einer solchen Luftschraube zeigen; Telefunken init einer Uebersicht moderner Funkgeräte, von denen einzelne Typen auch in den von Dornier und Arado ausgestellten Flugzeugen zu sehen sind; die Elektron-Co m. b. H. mit Flugzeugrädern, Federbeinen, kompletten Fahrwer- ken usw.; die Deutsche Benzinuhren G. m. b. H. mit ihren im „Flugsport“ bereits früher besprochenen Kraftstofipumpen, Ventilbatterien, Filtern und sonstigen Arma- turen; die Minimax- Aeroproiektor Multiplex mit 21 Projektoren. Werkbild Nr. 11/1938, Bd. 30 „TLUGSPORT“ Seite 283 Gezogene Teile aus Duralumin auf dem Stande der Dürener Metallwerke. Werkbild A.-G. mit einer Reihe von Löschgeräten für die Bekämpfung von Mo- tor- und Kabinenbränden, sowie das Goetze-Werk mit Kolbenringen, Dichtungen usw. Von den großen Werken, die Werkstoffe und Halbfabrikate für die Flugzeugindustrie liefern, zeigt die Vereinigte Leichtmetall-Werke G. m. b. HA. Stangen, Bleche, Rohre und Schmiedestücke aus den Leichtmetallen Bondur, Bondurplat und Albondur, während die Düre- ner Metallwerke A.-G. Propellerflügel, geschmiedete Sternmotoren- gehäuse, Teile eines Luftschiffgerippes aus Duralumin und verschie- dene Proben hochwertiger Aluminium-Legierungen ausstellen. Die I. G. Farbenindustrie A.-G. Bitterfeld führt an Hand von Schmiedestük- ken, Blechen und Stangen die vielseitige Verwendungsmöglichkeit von Elektron und anderen Magnesium-Legierungen vor Augen. Mit Proben von dünnwandigem Sonderstahlguß und Edelbaustählen wartet die Ruhrstahl A.-G., Witten, auf. Die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug zeigt als Vertreterin der deutschen Luftfahrtforschung einen Windkanal, System Lippisch, Strö- mungsbilder, Variographen usw. Der Stand des Reichsluftfahrtministeriums enthält neben einem Modell des RLM. Glasgemälde, die verschiedene Arbeitsgebiete der Luftfahrt darstellen, sowie Steinplastiken von in der Luftfahrt tätigen Persönlichkeiten. Vom Nationalsozialistischen Fliegerkorps wird die Organisation und die Durchführung von Luftsportveranstaltungen dargestellt. Die Ausstellung in Helsingfors dauerte bis zum 22. Mai. Beginn in Belgrad am 28. Mai. Ein Verfrachten der deutschen Ausstellung von Helsingfors nach Belgrad, wie sich einige ausländische Blätter das vor- stellen, ist unmöglich, wenn man die ganze Ausstellung nicht auf dem Luftweg befördern wollte. Die deutschen Aussteller waren daher ge- zwungen, für Belgrad ganz neue Ausstellungsobjekte bereitzustellen. Die italienische Industrie ist mit einem großen Aufgebot an Ori- ginal-Flugzeugen und Motoren vertreten. Dabei wird u. a. der Hoch- geschwindigkeitsbomber „Breda 88“, der durch seine Höchstleistungen von 524 km/h über 1000 und 554 km/h über 100 km bekannt ist, zum erstenmal in der Oeffentlichkeit gezeigt. Ganz neu ist ferner der drei- motorige Reisetiefdecker „Cant. Z. 1012“. Weiter werden die zum größten Teil bereits bekannten Baumuster Savoia-Marchetti „S. 75“ und „S. 79“, Fiat „BR 20“ und „G. 50“, Caproni „Ca 165“ und „Ca 310“, Saiman „202“, Romeo „Ro 51“ und Macchi „M. C. 200“ aus- gestellt. Von den Motorenfirmen beschicken Fiat, Alfa Romeo, Piaggio und Isotta Fraschini die Ausstellung. Auf die neueren dieser Motoren sowie auf die vom übrigen Ausland ausgestellten Erzeugnisse kommen wir im nächsten Heft zurück. (Fortsetzung folgt) Seite 284 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Verkehrsflugzeug Savoia-Marchetti „S. 75“ für 24 Fluggäste. Rüstgewicht 9500 kg, Fluggewicht 14500 kg, Höchstgeschwindigkeit mit 3X750 PS 370 km/h, mit zwei Motoren 290 km/h, Dienstgipfelhöhe mit zwei Motoren 4400 m. Ausführliche Typen- beschreibung vgl. „Flugsport“ 1938, S. 201. Werkbilder Il. Internat. Luftfahrt-Ausstellung Helsingfors. SILI. (Schluß von Seite 243) | Am 14. Mai wurde programmäßig die Intern. Luftfahrt-Ausstellung Helsingfors in der Messehalle zu Helsingfors eröffnet. Unter den Be- suchern sah man den Staatspräsidenten Kyösti Kallio, Feldmarschall G. Mannerheim, Ehrenvorsitzender des Finnischen Luftwehrverbandes, und den Armeeoberbefehlshaber General Ostermann. Großen Eindruck machte die deutsche Ausstellung durch ihre Geschlossenheit, Reich- haltigkeit und Vielseitigkeit; denn die ausländische Ausstellung war verhältnismäßig schwach. Besonders eindrucksvoll war das plötzliche Erscheinen einer Tiefen-Aufklärungsstaffel mit 6 Dornier-Do-18-Flug- zeugen, welche auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt und Ober- befehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, entsandt worden waren. Als Begleitschiff zu der Staffel war gleichzeitig das Flugsicherungsschiff „Hans Rolshoven“*) entsandt. Zu unserem Ausstellungsbericht über Helsingfors in Nr. 10 ist noch folgendes nachzutragen: Zur Eröffnung des Flughafens von Helsingfors, der etwa 12 km von der Stadt entfernt liegt, war eine beachtliche Anzahl von Flug- zeugen erschienen. Neben den am Anfang vorgeführten Segelflügen und den Vorführungen von Maschinen der finnischen Luftwaffe (Tuisku, Viima, Fokker C 10, Fokker D 21) fanden vor allem die von mehreren Deutschen auf Klemm-Tiefdeckern ausgeführten Kunstflüge besonderen Anklang. Unter den Verkehrsmaschinen fiel als neuestes Muster eine Lockheed 14 der polnischen Gesellschaft LOT auf. Die finnische Luftfahrtindustrie hat zweifellos in den letzten Jah- ren einen fühlbaren Aufschwung genommen, wozu nicht zuletzt die Entwicklung in Deutschland beigetragen haben dürfte und für den die soeben abgeschlossene Ausstellung neuen Anreiz gegeben haben wird. Außer den in unserer Vorschau bereits aufgeführten Firmen waren von Deutschland noch das Propellerwerk Schwarz und Tele- funken erschienen. *) Marine-Flieger, T 14. 2. 1917. Nr. 11/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 285 Die finnische Luftfahrtindustrie zeigte neben den von den staat- lichen Flugzeugwerken in Tampere (Tammerfors) entwickelten Dop- peldeckern „Tuisku“ und „Viima“, die wir 1937 auf S. 242 und 381 be- sprochen haben, einen Lizenzbau des Fokker-Anderthalbdeckers „0.10“ im Rohbau. Weiter waren Einzelteile des Musters Fokker „D. 21” ausgestellt, für das ‚gleichfalls die Nachbaurechte erworben wurden. Das gleiche Werk wird in Kürze eine Serie von Bomben- flugzeugen des Typs Bristol „Blenheim“ auflegen, von dem die fin- nische Luftwaffe einige Maschinen besitzt. Das Motorenwerk Tam- pella zeigte als einzigen in Finnland gebauten Motor einen „Mercury“- Nachbau. Unter dem Zubehör, das auf demselben Stand zu sehen war, fielen vor allem die Schwimmer für den Schuldoppeldecker Tuisku auf, von denen das Paar für etwa 2500 RM geliefert wird. Neben den ver- schiedenen Segelflugzeugen wurde ferner ein Morane-Hochdecker aus dem Jahre 1919 gezeigt, der das erste finnische Militärflugzeug darstellt. Erwähnenswert sind weiter die von Tolfvan hergestellten Bombenabwurfvorrichtungen usw. Aus Schweden war die Svenska Aeroplan A. B. mit dem ver- spannten Tiefdecker „S. 1“ der früheren Firma Sparmann (vel. „Flug- sport“ 1936, S. 265) erschienen, ferner wurde im Original noch ein von der A. B. Svenska Järnvägsverkstäderna in Lizenz gebauter Focke- Wulf „Stieglitz“ gezeigt. Eine Tochtergesellschaft der Svenska Aero- plan A. B. stellte einen Bristol-Mercury-Sternmotor aus, der seit eini- gen Jahren von ihr in Lizenz gebaut wird. England war in der Hauptsache mit Motoren erschienen, von denen der „Pegasus XX“ und zum ersten Male auch der Schieber- motor „Perseus“ als betriebsfähige Schnittmodelle vorgeführt wurden. De Havilland zeigte neben den bekannten Reihenmotoren der Gipsy- Serie verschiedene Verstellpropeller der Bauart Hamilton. Bei Arm- strong-Siddeley waren die von früheren Ausstellungen her bekannten Sternmotoren „Tiger VIII“ und „Cheetah X“ zu sehen. Unter den Zu- behörfirmen sind Dunlop, Short and Mason, Smith u. a. zu erwähnen. Fokker zeigte neben seinem Jagdeinsitzer „D. 21“, der in der fin- nischen Luftwaffe Verwendung findet, Modelle und Abbildungen seiner zahlreichen früheren Baumuster und der neueren Typen von Douglas und Consolidated, deren Vertrieb für Europa er vor längerer Zeit übernommen hat. Mit einem Originalflugzeug war ferner Lettland vertreten, das den im „Flugsport“ 1937 auf S. 468 besprochenen zweisitzigen Sport- und Reisetiefdecker „V.E. F. J—12“ in ausgezeichneter Werkstattaus- führung herübergebracht hatte. Weitere Leichtflugzeuge stellten die tschechischen Firmen Benes & Mraz und Zlin in ihren Tiefdeckern „Beta Minor“ und „Zlin XII“ aus. An Motoren zeigten Praga und Walter eine Reihe von luftgekühl- ten Typen, deren stärkster der Super-Castor von 450 PS war. Aus Frankreich war Gnome-Rhone mit dem 18-Zylinder „Is P“ von 1650 PS, der seit längerer Zeit in Entwicklung ist, erschienen. Schul- und Reiseflugzeug Arado „Ar 79“. Das neue, von den Arado-Flugzeugwerken herausgebrachte Bau- muster, von dem drei Maschinen am Deutschlandflug teilnehmen, ist als freitragender Tiefdecker mit zwei nebeneinanderliegenden Sitzen ausgeführt. Der dreiteilige Flügel besitzt trapezförmigen Umriß und weist leichte V-Form auf. Das fest mit dem Rumpf verbundene Mittelstück ist mit Blech beplankt, während die Außenteile stoffbespannt sind. Ausgekleideter Flügel-Rumpf-Uebergang. „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Seite 286 Flügelmittel- stück der „Ar 79" mit Rumpf- vorderteil im Rohbau, links das bereits beplankte Rumpfende. Werkbild Der Rumpf weist vorn rechteckigen Querschnitt mit gerundeten Kanten auf und wird weiter hinten annähernd kreisförmig. Glattblech- Schalenbau mit leichten Querversteifungen, Geschlossene Kabine mit zwei nebeneinanderliesenden Sitzen, die von einer Schiebehaube überdacht sind. Der vordere Teil der seitlichen Fenster ist besonders weit heruntergezogen, um die Sicht nach vorn unten zu verbessern. Freitragendes Leitwerk in der von anderen Arado-Baumustern her bekannten Form. Durchgehendes Höhenleitwerk am Rumpfende, davor die fest mit dem Rumpf verbundene Kielflosse mit dem zweimal gelagerten Seitenruder. Höhenruder mit Trimmklappe. Einziehfahrwerk an den äußeren Enden des Flügelmittelstückes. Die Räder sitzen an freitragenden Federstreben, die am unteren Ende seitlich abgekröpft sind und nach innen hochgezogen werden. Die Stre- ben kommen dabei in die Flügelnase, die Räder in den Rumpfboden zu liegen. Schwenkbares Spornrad. Triebwerk: Luftgekühlter Reihenmotor Hirth „AM 504° von 105 PS Höchstleistung. Abmessungen, Gewichte usw. werden noch nicht bekanntgegeben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h. > Werkbilder Arado-Schulflugzeug „Ar 79°“ mit Hirth-Motor. 1938 | | REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT " NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR AERONAUTICS. Nr.6 Wing - Nacelle - Propeller Interference for Wings of Various Spans. Force and Pressure Distribution Tests. (Flügel-Motorgondel- Pro- peller-Zusammenstellungen für Flügel verschie- dener Spannweite. Kraft- und Drackvertei- lungsmessungen.) R. G. Robinson und W. H. Herrnstein, Rep. Nr. 569, 1936. 10 Cents. Um die Beeinflussung eines Flügels durch Motor und Propeller festzustellen, wurde die Auftriebsverteilung über der Spannweite durch Druckmessungen ermittelt. Der Flügel ist im Verlauf der Untersuchungen bis auf eine Streckung von 3 verkürzt. Bei den drei untersuchten Anordnungen des Motors in der Achse des Flügels, darüber und darunter, reicht die Beeinflus- sung der Auftriebsverteilunz durch die Motorverkleidung nicht weiter als etwa fünf Motordurchmesser. Auch der Einfluß der Luftschraube erstreckt sich nach ieder Seite nur auf den gleichen Bereich, d. h. auf rd. zwei Propellerdurchmesser. Die gleichen Verhältnisse sind für alle praktisch vorkom- menden Motoranordnungen zu erwarten. Damit ist die Möglichkeit gegeben, Unter- suchungen dieser Art an Flügeln kleiner Spannweite vorzunehmen. Die Abbildungen zeigen die Versuchs- anordnung und die Ergebnisse bei zwei An- stellwinkeln, entsprechend dem Steig- und dem Geschwindigkeitsflug. I | SS I | > - Wing alone Aenon en Noccle on. propeller removea 2 peronng gen, | Ä \ Z \ | 2 a ©.-02.VinD vower on - 065 06, V/nD power on - 042 Fr The Effect of Lateral Controls in Producing Motion of an Airplane as Computed from Wind-Tunnel Data. (Die Wirkung der Oner- stenernng auf die Bewegung eines Fingzenges, ns Windkanalversuchen abgeleitet). F. E. Weick u. R. T. Jones, Rep. Nr. 570, 1936. 10 Cents. Es wurde eine rechnerische Unter- suchung durchgeführt, die einen Vergleich der aus Momentenbeiwerten um die Längs- und Hochachse errechneten Drehgeschwin- digkeiten eines Flugzeuges mit den im Fluze gemessenen Werten ermöglichen sollte. Die Uebereinstimmung an einem Flugzeug vom Typ „F-22“ ist als gut zu bezeichnen. Aerodynamic Characteristics oi NACA 23012 and 23021 Airfoils with 20-Percent- Chord External-Airfoil Flaps of NACA 23012 Section. (Beiwerte von Flügeln mit den Profilen NACA 25012 und 23021, mit außen liegenden Landeklappen von 20°), Tiefe vom Profil NAOA 23012 ansgerüstet.) R. C. Platt u. I. H. Abbott, Rep. Nr. 573, 1936. 10 Cents. Zwei Flügel der Profilreihe 230 mit 12 und 21° Dicke wurden mit einem Doppel- flügel von 20% Tiefe untersucht. Die An- ordnung stellt eine der besten unter den zur Zeit bekannten Landehilfen dar. Der Wider- . stand in der Nähe des Höchstauftriebes ist viel niedriger als bei normalen oder bei Spaltklappen, der geringste Profilwiderstand ist kaum höher als der eines einfachen Pro- fils von gleicher Dicke. Infolge der großen kopflastigen Momente dürften die Schwie- rigkeiten hinsichtlich der Stabilität und der Seite 22 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT N. 6 x fi lop hınged ot = 0 1 center of its Cu leoding-edge | 1.787.221N\\ 8 == pro ‚00T =) | 1,59 > N ongle { (8) 7 1-55 (8) Survey of flap positions. 1.600 Y | °° a | 7,500 1.400 Sı & i ze eo —— ss 700 105 - - _ x,percent Cu u: - (b) Cimaz; flap angle, 0°. (>) Ft | (b) Balanced hinge axis. Azisl Arist _ _ > „ct: a o A 0.2500, 0.240c, { am [6 B .100cr 1000, 1.800 /} = A! 03206 0300 ( N B’ Ode, .Oddcs 06 , Krrıpıa \ ‚5007,35 (Achse 1 stellt die beste Kompromißlösung u s dar), ferner den Einfluß der Lage des Hilfs- (d) ee, is flügels auf Höchstauftrieb bei verschiedenen / . . . ; ” x ‚pereent Du Ausschlagwinkeln und auf den Kleinstwider- (d) Cimazi Aap angle, 40°. stand (Beiwerte auf die Summe der Flächen bezogen, Bezugspunkt für die Lage des Hilfsflügels ist der Mittelpunkt von dessen > [0] 24 T ak g IH & 9705 1° ( 8 20 — pa I.| 158 Ic. LOUO z R 2 u 5 700 105 1.6 = x,percent Cu Einer f) Comin: I le VDT—7'%x10'7T7.03 NA.C.A. 23012 with flop © x NACA, 23021 ” 9 8 .02 4 2 ‚I 7 5 Cdemin- {1 Dana 7 ,717.508 7250 4 SEESF=HH.07 111556-,£5 S 2) (a) l 1 1 fi 0 = 109 105 % 4 6581 2 4 630 x percent Cu 2 ffective Reynolds Number in millions j J 1 ’ . . . .. . . (0 Cimasi Banane Nasenradius) und die Anhängigkeit von Höchstauftrieb und Kleinstwiderstand von 1.925 o der R-Zahl (die Werte dieses Schaubildes 7 \ 4. sind nicht korrigiert). Die Polare eines Dop- 400] x pelflügels mit dem Hauptprofil NACA 23012 © ist in der „Profilsammlung“ 18 Heft 1, 1938, 1.600 vo R des „Flugsport“ wiedergegeben. Lı | Il, ] °” Pressure Distribution over an Airfoil Sec- “ | Be tion with a Flap and Tab. (Druckverteilung.an Ko Chmazi Dap angle, 30. einem Flügel mit Klappe und Hilfsruder'). C. J. Wenzinger, Rep. Nr. 574, 1936. 10 Cents. An einem Flügel vom Profil Clark Y o wurde die Druckverteilung bei verschie- & denen Ausschlägen eines normalen Quer- ] © ruders und einer an dessen Hinterkante an- ® . .. ‘ Ts 58 gebrachten Trimmfläche gemessen. Die Er- & gebnisse sind so dargestellt, daß die Druck- ) 1 ” änderung infolge Anwesenheit von Klappe “ 95 100 105 x,percenft C, (e) Cimaz, fap angle, 60°. Festigkeit etwas größer sein, als bei ande- ren Klappen. Die Abbildungen zeigen die Lage des Hilfsflügels zur Hauptfläche und die Anordnung der Drehachse mit Rücksicht auf geringe Betätigungsmomente und Hilfsruder gegenüber dem Ausgangs- profil abgelesen werden kann. Dadurch ist es möglich, die Resultate auf Flügel mit anderem Profil zu übertragen. Die größten Aenderungen der Druckver- teilung treten an den Drehachsen der Klappe und des Hilfsruders auf. Die Aenderung der NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 23 1.0 | | d=0° 4 | N A | \ Hl 7. NSEBBEET m 6,7 75° | \ Rs BEN ?aR A. EN \ st. — 2 \% d 74 BIN | & 6,= = 15° IS ‚F N N) ' wl % | NZ | -1.0 Y ap q -—6, 6, o /0° Positive Negarive LO a 20° Negotive---------Positive r D 30° | ; & =15° RR A f ' hr N IB Zr, # N N — 25) ' ZUR 0 9, | DR TAN 1 f ig f \ 1273-3 STFI$ Sdezt..|_ PR || N ö.= - 15° I N A f > NEN 4 fi | LE, \ “ | -10 | T Kraft- und Momentenbeiwerte des Haupt- flügels infolge Ausschlages der Hauptklappe ist praktisch unabhängig vom Ausschlag der 'Hilfsklappe. Die Aenderung der Kraft- und Momentenbeiwerte des Hilfsruders ist prak- tisch unabhängig von der Stellung der Hauptklappe. Die Uebereinstimmung mit der Theorie ist nur bei neutralem Hilfsruder und bei kleinen Ausschlägen der Haupt- klappe gut. Bei größeren Ausschlägen er- gibt die Theorie zu hohe Werte. Die Ab- bildung zeigt die Aenderung der Druckver- teilung gegenüber dem Normalprofil bei 0 und 15° Anstellwinkel. (Index f bedeutet Hauptklappe, Index t Trimmklappe.) Prechamber Performance. Dieselmotoren.) C. S. Moore u. J. H. Collins, Rep. Nr. 577, 1937. 10 Cents. Compression-Ignition Engine (Leistungen von Vorkammer- ‘ Ein Einzylinder-Dieselmotor von 127 mm Bohrung und 178 mm Hub wurde mit ver- schiedenen Ausführungen der Vorkammer untersucht. Als Hauptergebnis zeigte sich, daß es wegen der Kleinheit des unter den Ventilen liegenden Zylindertotraumes (die Vorkammer enthält etwa die Hälfte des ge- samten Totraumes) nicht möglich ist, ein- wandfreie Steuerzeiten anzuwenden und Section A-A > _ ur | 7 daß die schlechte Ausspülung der Vorkam- mer die Hubraumleistung so weit herab- setzt, daß eine Anwendung des Vorkammer- verfahrens für Flugmotoren nicht in Be- tracht kommt. An Einzelheiten wurde fest- gestellt: Eine große Vorkammer gibt hohe Leistung, kleinere Kammern geben niedri- gere Drücke im Zylinder, weniger harien Druckanstieg bei der Verbrennung und ge- ringere Wärmeverluste an das Kühlwasser. 390 80 N IS) 62) IS} RN S fm.e.p., Ib./sg ın. [ex IS} & oO 20 Cy/inder S S oge_orea, sg.ın. n Su o@ au & 88 2 Sg Pre Pe = k Compressıon pressure, !b./Ssg ın. Sh887 RK Yıs "764 Passoge diometer, inch Seite 24 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 6 500-4 Er © [7 — pounds per square inch 8 ° L Foo Fo N Pressur —— Chambar ———— >; ER 2 Fasz eylinder ——— x}, ® Bu \ 100 | \ want nal. Non ne nn B.T.C. 100 86 co 40 Die Größe der Vorkammer hat einen ver- nachlässigparen Einfluß auf Eigenleistungs- bedarf und Verdichtungsenddruck. Der Durchmesser des Verbindungskanals zwi- schen Zylinder und Vorkammer sollte bei den vorliegenden Abmessungen des Motors 240 | | | | LEO o—— No böost B---- 2 2.5 -ın. boost 200 — = — 300000" -——75 . FFIR 180 +, ——l0.0 ° Aa il F.S. = flome start Em ES. er _— Zr, o-- Ja 160 % j SO EEE a AT T 140 3 rl Te 7 z Indicoted Lg H AR S 20 WA T $ di N Ds . FE Fu < £ |\E Ss /00 % N A yä Broke (gross) u 80 / h, g Bi ÄÜ 80 # HK 40 4 X 20 N 2350 xS Frietion xN2go EN 30 > n 900 ; aa Q ) Br u BEE ;900 er x Ben < 700 R “ 5600 N S 10 t 8 NR c EN Brake (9F0ss) i “ N II Ze: _—? Kr \ | \ —t-I%]_a ST SS I =] 3: Ir: — 0Q.4 E 7 IS - Fe 2 I Indicoted SS R .e Ü 2 4 6 8 in.ug o " ’ 2 3 474x004 5 Fuel quantity, Ib. [cycle zwischen 11,5 und 13,5 mm liegen. Indizierte Leistung, Brennstoffverbauch und Druck- anstieg bei der Verbrennung sind bei 1500 U/min mit dem kleineren Durchlaß günsti- ger. Mit abnehmender Drehzahl sinkt der Einfluß der Größe des Verbindungskanals. Bei Durchlässen unter 11,5 mm Durchmes- ser nimmt die Reibungsleistung infolge star- ker Drosselverluste erheblich zu. Es ist mit den versuchten Anordnungen nicht möglich, gleichzeitig hohe Leistung und eine wirk- same Regelung des Verbrennungsdruckes zu erzielen. Die Verdichtung sollte zwischen 15,5 und 17,5 liegen, die Vorkammer soli möglichst a amingroß und scheibenförmig sein. Sie soil mit dem Zylinder durch einen einzigen tangen- tial mündenden Kanal verbunden sein. Der Brennstoff soll in Richtung des Luftstromes gegen die Mündung des Verbindungskanals während etwa 20° Kurbelwinkel eingespritzt werden. Die Richtung des Brennstoifstrah- les hat großen Einfluß auf die Leistung. Durch Aufladen kann die Leistung erhöht und die Neigung zu hartem Lauf verringert werden. Die Abbildungen zeigen einen Schnitt durch einen Kopf mit der günstigen Ausfüh- rung der Vorkammer, den Einfluß des Ka- naldurchmessers auf Verdichtungsdruck in Zylinder und Vorkammer und auf die Rei- bungsleistung (100 Ib./sq. in. = 7 kg/cm?, f.m.e.p. = friction mean effective pressure = mittlerer effektiver Kolbendruck, der der Reibungsleistung entspricht), die Druckver- schiebung zwischen Zylinder und Kammer ohne Zündung (1500 U/min, Verdichtung 13,5, Durchlaß 11,5 mm) und die Abhängigkeit von Brennstoffverbrauch, Mitteldruck und Höchstdruck von der eingespritzten Brenn- stoffmenge bei verschieden hoher UÜeber- ladung (10,0 in. boost = 0,33 atü). An Analysis of the Factors that Determine the Periodice Twist of an Autogiro Rotor Blade, with a Comparison of Predicted and Measured Results. (Zine Untersuchung der Ursachen für die periodische Blativerdrehung eines Antogiro-Rotors mit einem Vergleich zwi- schen vorausberechneten und gemessenen Werten.) J. B. Wheatley, Rep. Nr. 600, 1937. 10 Cents. Eine rechnerische Untersuchung der Blattverdrehung während eines Umlaufes ergab befriedirende Uebereinstimmung mit gemessenen Werten. Die Annahme, daß die Verdrehung mit dem Radius linear an- wächst, hat sich als berechtigt herausge- stellt. (Die Rechnung wurde durchgeführt, um Unterlagen für eine Beseitigung der bei verschiedenen Tragschraubern auftretenden Schwingungen des Rotorkopfes und des Steuerknüppels, die auf periodische Blatt- verdrehungen zurückzuführen sind, zu schaffen.) Nr. 11/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT“ Seite 287 Schul- und Sportflugzeug „Walraven 4“. Die Firma Vliegtuigbow Walraven in Bandoeng, Niederländisch- Indien, entwickelte für Schulzwecke in den Fliegerkreisen der hollän- dischen Kolonie einen zweisitzigen Tiefdecker mit einem Reihenmotor vom Typ Walter Mikron. Auf Grund der Erfahrungen mit dem zweimotorigen Tiefdecker „Walraven 2°, der mit 2 Pobjoy-Motoren von je 90 PS 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, 1800 km Reichweite und mit einem Motor 2500 Meter Gipfelhöhe erreicht und 1935 in insgesamt 140 Flugstunden von Java nach England und zurück flog, konnte das Schulflugzeug auf gute Flugleistungen und angenehme Eigenschaften abgestimmt werden. Der Flügel ist in einem Stück aus Holz ausgeführt. Trapezförmiger Umriß mit abgerundeten Enden. Profil NACA 23012, an der Wurzel auf 17°/o verdickt, außen auf 8% verjüngt. Die beiden Kastenholme besitzen vergütete Sprucegurte und Stege aus Diagonalsperrholz. Rip- pen teils Fachwerk, sonst Sperrholz. Beplankung Sperrholz. Quer- ruder Duralumingerüst mit Stoffbespannung. Die in Holz ausgeführten Spaltlandeklappen laufen unter dem Rumpf hindurch, bei ihrem Aus- schlagen werden auch die Querruder gleichsinnig etwas nach unten geschwenkt. Rechteckiger Rumpf, aus Stahlrohren geschweißt. Vorn Blechbe- plankung, hinter den Sitzen Stoffbespannung. Der gerundete Rumpf- rücken kann über die ganze Länge abgenommen werden. Zwei offene Sitze hintereinander, der vordere kann nach vorn umgeklappt werden, so daß die Kontrolle der darunter verlegten Steuerorgane erleichtert wird. Der hintere Sitz ist verstellbar angeordnet, wobei das Gewicht des Führers durch Gummistränge ausgeglichen ist. Nach Lösen eines Klemmgriffes genügt eine geringe Kraft, um den Sitz unter Belastung in der Höhe zu verstellen. Beim Loslassen des Hebels erfolgt selbst- tätige Arretierung. Doppelsteuerung, alle bewegten Teile in Kugel- lagern gehalten, Antrieb der Querruder durch Stoßstangen. Die Betä- tigung der Trimmklappen und der Landehilfe ist nur vom hinteren Sitz aus möglich, der vorn sitzende Lehrer kann an einer Anzeige- vorrichtung die Lage der Landeklappen feststellen. Reichliche Instru- mentierung im hinteren Sitz. Füllstücke zwischen Flügel und Rumpf. Im Flügel selbst ein Raum für Gepäck. Sport- und Reiseflugzeug „Walraven 4“ mit Walter „Mikron‘“ auf dem Werks- flugplatz in Bandoeng. Werkbilder Seite 288 „FLUGSPORT"“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Sport- und Reiseflugzeug „Walraven 4“. Das Bild zeigt den durchlaufenden Flügel mit dem vorderen Sitz und der Steuerung. Man beachte die Ausführung der Landeklappen und deren Antrieb. Werkbild Leitwerk Stahlrohr, mit Stoff bespannt. Ruder durch Diagonalrip- pen verdrehsteif. Spanndrähte zwischen den beiden Flossen und nach dem Rumpf. Freitragendes Einbeinfahrwerk mit verkleideten Rädern, hydrau- lische Bremsen. Um 360° schwenkbares, gefedertes Spornrad. Triebwerk: Reihenmotor Walter „Mikron“ von 60 PS. Brenn- stofftank von 60 | Inhalt in der Flügelwurzel zu beiden Seiten des Rumpfes. Oeltank vor dem Brandschott. Spannweite 10,7 m, Länge 7,05 m, Höhe 2,06 m, Fläche 13 m’, Leergewicht 309 kg, Fluggewicht 530 kg. Flächenbelastung 40,7 kg/m’, Leistungsbelastung 8,85 kg/PS.-Höchstgeschwindigkeit in 500 m Höhe 185 km/h, Reisegeschw. bei ?/s Vollgas 165 km/h, Landegeschw. mit ausgeschlagenen Klappen 50 km/h, Steiggeschw. am Boden 3,1 m/sec, Steigzeit auf 1000 m 5,5 min, praktische Gipfelhöhe 5000 m, Flugdauer 4 Std., Brennstoffverbrauch 9 //100: km, Reichweite mit einem Insassen und einem Zusatztank im Flügel 1350 km. Rumpfgerüst des zweisitzigen Tiefdeckers „Walraven 4“. Werkbild Aufklärungswasserflugzeug „SIM-XIV-H‘“. Die Erste Serbische Flugzeugfabrik Z. Rogozarski A.-G. in Bel- erad, deren Kunstflughochdecker „SIM XI“ wir auf S. 172 besprochen Nr. 11/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 289 Schwimmerflugzeug Rogozarski „SIM-XIV-H“. Werkbild haben, entwickelt zur Zeit ein zweimotoriges Schwimmerflugzeug, das für Aufklärungsflüge eingesetzt werden kann. Der Flügel von elliptischem Umriß besitzt ein ziemlich dickes, bikonvexes Profil. Er sitzt in Tiefdeckeranordnung am Rumpf und ist nach oben durch zwei parallele Stahlrohrstreben abgefangen. Als Baustoff ist vorzugsweise Holz verwendet. Der schmale Rumpf besitzt ovalen Querschnitt und bietet einer Besatzung von drei Insassen Raum. Ein großer Teil des Buges ist ver- glast, den oberen Abschluß bildet eine drehbare MG-Kuppel. An den veschlossenen Führersitz schließt sich eine längere, nach hinten offene Schiebehaube an. Das Leitwerk ist ebenso wie der Rumpf in Holz aus- geführt. Höhenflosse in halber Rumpfhöhe angesetzt, nach oben mit zwei parallelen Streben abgestützt. Kielflosse fest mit dem Rumpf verbunden, Seitenruder mit Innenausgleich. Das Schwimmwerk besteht aus zwei Edo-Leichtmetallschwim- mern amerikanischen Ursprungs, die mit einem N-Stiel, dessen vor- derste Strebe biegungssteif am Schwimmer angeschlossen ist, nach dem Flügel und mit zwei weiteren Streben nach dem Rumpf abgefan- gen sind. Triebwerk: Zwei luftgekühlte V-Motoren mit hängenden Zylin- dern vom Typ Argus „As 10 C“ von je 200/240 PS, vor dem Flügel über den Schwimmern eingebaut. Brennstoffbehälter im Flügel. Spannweite 152 m, Länge 11,1 m, Fläche 37,6 m?, Höhe 4,5 ın, Aufklärungs-Wasserflugzeug Rogozarski „SIM-XIV-H“. Werkbilder Seite 290 „rLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Abstand der Schwimmer 3,6 m, Leergewicht 2000 kg, Fluggewicht 3100 kg, Flächenbelastung 82,5 kg/m?, Leistungsbelastung 6,46 ke/PS. Schul- und Kunstfilugdoppelsitzer RWD 17. Der abgestrebte Hochdecker mit Reihenmotor ist in erster Linie auf gute Flugeigenschaften gezüchtet. Der zweiteilige Flügel sitzt auf einem Baldachin aus vier Streben mit Drahtauskreuzungen. Tiefe über die gesamte Spannweite gleichbleibend, nur in der Mitte ein tiefer Sichtausschnitt. Durch stärkere Anstellung des verjüngten Teiles (in der Abbildung deutlich zu erkennen) wird die Auftriebsverteilung im Normalflugzustand korrigiert und damit der induzierte Widerstand herabgesetzt. Zwei Kastenholme, Diagonalen aus Stahldraht. Auf jeder Seite zwei parallele Streben nach der Rumpfunterkante. Dazwischen Drahtauskreuzung, ferner leichte Abfangstiele. Rechteckiger Stahl- —ı j rohrrumpf mit zwei hintereinanderliegen- den, offenen Sitzen. Knüppelsteuerung und nn verstellbare Fußhebel. u Rumpfrücken und _ -boden abgerundet, _—— Stoffbespannung. _ Holzleitwerk, Flos- i sen sperrholzbeplankt, ” Ruder stoffbespannt. Il —y Höhenflosse nach Rumpfunterkante ab- \ gestrebt, am Boden Bi N einstellbar. Festes Dreibeinfahrwerk mit 37350 10000 7729 der Rumpfober- Zweisitziger Hoch- nach Rump decker RWD 17 kante laufenden Luft- für Reise und federbeinen mit Oel- Kunstflug. stoßdämpfung. Nie- \Werkzeichnung derdruckbereifung, | " schwenkbares Sporn- rad. Triebwerk: Gipsy Maior von 130 PS oder ein anderer Reihen- motor mit hängenden Zylindern, wie Walter Major oder Cirrus Ma- ior von 150 PS. Brennstofitank aus Al geschweißt, im Rumpf unter dem Baldachin aufgehängt. Inhalt 65 I. Oeltank von 7 1 Inhalt im Rumpfboden so eingebaut, daß die Wandung vom Luftstrom bestri- chen wird. Jagdeinsitzer Nr. 11/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT“ Seite 291 Sportilugzeug RWD 17. Werkbild Spannweite 10 m, Länge 7,7 m, Fläche 18,7 m?, Leer- gewicht 520 kg, Fluggewicht für Reiseflug 810 kg, für Kunstflug 760 kg, Höchst- geschwindigkeit mit Gipsy Ma- jor oder Walter Major von je 120/130 PS 200 km/h (mit Cirrus Major 210 km/h), Reisegeschw. 170 (178) km/h, Landegeschw. 80 km/h, Steigzeit auf 1000 m 4 min 10 sec, (3 min 10 sec), praktische Gipfelhöhe 5000 (5500) m, Reichweite 680 (650) km. Jagdeinsitzer Hawker „Hurricane“. Dieser freitragende Tiefdecker der Hawker Aircraft Comp., über den wir bei seinem ersten Erscheinen in der Oeffentlichkeit auf S. 586 des Jahrganges 1935 berichteten, dürfte das in letzter Zeit meist- genannte Flugzeug sein. Nachdem vor kurzem die ersten Staffeln der englischen Luftwaffe mit dieser Maschine ausgerüstet wurden (vgl. „Flugsport“ 38, S. 139), wird die Ueberlegenheit dieses Bau- musters gegenüber den älteren Doppeldeckern besonders betont. Ob- wohl noch immer keine Leistungsdaten veröffentlicht werden, hat das englische Luftfahrtministerium soeben eine eingehende Baubeschrei- bung freigegeben, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten. In zahlreichen Punkten schließt der Hurricane als erster Fin- decker der Hawker Aircraft Comp. selbstverständlich an die bewähr- ten verspannten Doppeldecker Hart, Fury usw. dieser Firma an. Der dreiteilig ausgeführte Flügel besitzt trapezförmigen Umriß mit geradem Mittelstück und abgerundeten Enden. Die beiden Holme bestehen aus zwei gezogenen Gurten aus Stahlblech, zwischen deren NOT INI/NZ il >, f, Hawker „Hurricane“ mit Rolls Royce „Merlin II“. Zeichnung: Flight Polnisches Sport- und Reiseflugzeug RWD 17. Werkbild Seite 292 „FLUGSPORT*“ Nr. 11/1938, Bd. 30 nach innen offene Flanschen ein Stegblech eingenietet ist, Im Mittel- teil des Flügels ist dieses Blech voll gehalten und durch aufgenietete senkrechte Profile versteift. Außen ist der Steg durch Bördellöcher erleichtert und versteift. Als Tiefenverstrebung dienen ähnlich dem Holm aufgebaute Glieder, die in Zick-Zack-Anordnung verlaufen und mit den Ober- und Untergurten der beiden Holme verbunden sind. Der Anschluß geschieht durch kleine Preßteile, die mit den Seiten- wänden der Gurtprofile verschraubt sind. Die Rippen sind aus einem nach innen offenen Gurt (vgl. die Skizze) und rohrförmigen Diagonal- streben zusammengesetzt. Bemerkenswert ist die Befestigung des Bespannungsstoffes. Der lose aufgelegte Stoff wird durch einen Me- tallstreifen mit abgekanteten Rändern in die Vertiefung des Rippen- gurtes eingedrückt und durch Elastic-Stop-Annietmuttern mit selbst- sichernden Schrauben gehalten. Ein Klebstreifen überdeckt das Ganze und ergibt die glatte Oberfläche. Die Oberseite des Flügelmittel- stückes ist, soweit sie betreten wird, mit Leichtmetall beplankt. Die Nasenteile der Rippen und die hinter dem Hinterholm liegenden Ab- schnitte werden für sich hergestellt und direkt an die Holmgurte an- geschlossen. Die Profilnase ist blechbeplankt. An der Hinterkante sind zwischen dem Kühler und den Quer- rudern Spaltlandeklappen angebracht, die aus einem drehsteifen Holm mit Blechrippen und einseitiger Glattblechbeplankung bestehen. Bei Geschwindigkeiten über 195 km/h sollen die Klappen nicht ausgeschla- een werden. Die Betätigung erfolgt hydraulisch. Die stoffbespannten Querruder besitzen Innenausgleich der Frise-Bauart. Für den Rumpf kommen Stahl, Duralumin, Holz und Stoff zur An- wendung. Die Längsholme bestehen aus rundem Stahlrohr, das an den Knotenpunkten zu quadratischem Querschnitt umgeformt ist. Die in Zick-Zack-Form verlaufenden Aussteifungen der Seitenwände be- stehen aus Duralumin. Im Rumpfboden und auf der Oberseite ver- laufen die Streben quer, die Felder sind mit Drähten ausgekreuzt. Zur Erzielung einer guten Form wird der eigentliche Rumpf mit einem Holzgerüst umgeben. Leichte Holzspante werden mit Beschlägen an den Holmen befestigt. Die darüber gelegten Längsleisten liegen so eng, daß nach dem Ueberziehen mit Stoff kaum Kanten in Erschei- nung treten, Vor dem Führersitz besteht die Verkleidung aus Duralblech. Das freitragende Leitwerk bietet keine Besonderheiten. Beide Ruder besitzen Massen- und teilweisen Flächenausgleich, ferner sind sie mit Trimmklappen versehen. Das Fahrwerk besteht aus zwei voneinander unabhängigen Hälf- ten. Die freitragenden Federbeine sind am Untergurt des Vorder- holmes angeschlossen und durch je eine kurze Strebe nach innen und hinten abgestützt. Um das Rad in eingezogenem Zustand hinter den Vorderholm zu bekommen, ist eine bemerkenswerte Kinematik an- gewendet. Die nach innen führende Strebe wird in der üblichen Weise auszeknickt. Eine an die Verlängerung der anderen Stütze über deren Zum Bild auf S. 293: Jagdeinsitzer Hawker „Hurricane“. In der Hauptzeichnung stellen dar: A. Trimmklappenbetätigung für das Höhenruder, B. Gasdrossel, C. Brennstoffhahn, D. Oelpumpe, E. Instrumentenbrett, F. Kompaß, G. Knopf für Fahrwerks- und Landeklappenbetätigung, H. Verstellung der Oelkühlerklappen, I. Gleitschuh des Fahrwerkes, K. Lenkerstrebe, die beim Hochziehen den Gleit- schuh I und mit ihm das Rad nach hinten bewegt. Einzelzeichnungen: Unten von links nach rechts: Einziehmechanismus für das Fahrwerk, Holmwurzel mit Rippe und Diagonalen, Befestigung der Stoffbespannung auf dem Rippengurt, Anschluß einer Rippe am Hinterholm. Oben rechts die Höhenflosse, darunter ein Teil des Frise-Querruders. Zeichnungen: The Aeroplane Nr. 11/1938, Bd. 30 „PTLUGSPORT“ Seite 293 (U [NY Jagdeinsitzer Hawker „Hurricane“. Seite 294 „FELUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Drehpunkt hinaus angesetzte Lenkerstrebe zieht während des Ein- fahrens den Drehpunkt nach hinten, so daß das Rad gleichfalls nach hinten schwenkt. Das Einfahren geschieht durch eine motorgetriebene Oelpumpe, im Notfall kann die hydraulische Anlage von Hand be- dient werden. Wenn beide Möglichkeiten ausgefallen sind, genügt es, die Oelhähne zu öffnen, damit das Fahrwerk durch sein eigenes Ge- wicht ausgefahren wird. Triebwerk: ein glykolzekühlter Zwöltzylinder Rolls Royce „Mer- lin II“ von 1050 PS. Bemerkenswert ist die Verwendung einer festen Holzschraube, was mit dem genügend großen Leistungsüberschuß der Maschine begründet wird, die auch bei schlechtem Wirkungsgrad der Luftschraube noch annehmbare Starteigenschaften aufweist. Der Kühler sitzt unter dem Rumpf in einem Tunnel mit ovalem Eintritts- und regelbarem rechteckigen Austrittsquerschnitt. Der Führer sitzt in einem überdachten Raum und hat Blindflug- Einrichtung, FT-Gerät sowie, entsprechend der Verwendung für Nacht- flüge, Landelichter usw. zur Verfügung. Die Bewaffnung besteht aus 8 Browning-Maschinengewehren, die im Flügel untergebracht sind. Spannweite 12,2 m, Länge 9,6 m, Spurweite 2,4 m, Fläche 24 m’, Fluggewicht 2720 kg, Flächenbelastung 113 kge/m?, Leistungsbelastung 2,6 kg/PS, Landegeschwindigkeit rd. 97 km/h, Höchstgeschwindigkeit etwa 530 km/h. Flugzeit mit Vollgas knapp . 2 Stunden, entsprechend einer Reichweite “ von etwa 1000 km. Im Reiseflug mit stark gedrosseltem Motor steigt die größte Flug- zeit auf rd. 4 Std. Steigzeit auf 4000 m 5,1 min, Gipfelhöhe 11900 m. Brennstoffvorrat normal 340, maximal 450 1. Kühlereinbau in einem Schacht unter dem Flügel des viermotorigen Flugbootes Liore et Olivier „LeO 246“. Der vergrößerte Querschnitt und die entsprechende Verringerung der Luftgeschwindig- keit ergibt geringeren Kühlverlust, auf der anderen Seite aber einen größeren Kühler. Der Verminde- rung des Leistungsbedarfes durch diese Maßnahme sind daher Grenzen gezogen, trotzdem ist der Ge- winn gegenüber einem frei im Luftstrom liegenden Kühler beträchtlich. Bild: L’Air Sowietrußlands Flugzeugbau. Wie sich „Les Ailes“ aus Moskau berichten lassen, ist die längere Zeit mit größter Intensität betriebene Entwicklung der russischen Luftfahrtindustrie und ihrer Erzeugnisse seit einiger Zeit im Abflauen begriffen. Seit 1935 bzw. 1936 sind keine bemerkenswerten Neukon- struktionen erschienen, während andererseits auch die vor diesem Rückgang entwickelten Baumuster teilweise noch nicht in Serie ge- baut werden. Die Produktion der Flugzeugwerke des europäischen Rußland wird für das Jahr 1937 auf 4200 Maschinen geschätzt. Davon sind 1900 Jagdeinsitzer (1500 „J—16“, 200 „J—17“, 200 Kanonen-Einsitzer „I. P.“), 200 Aufklärungszweisitzer vom Typ „L. R.“, 200 Angriffs- zweisitzer „D. I—6“, 100 Tagbomber und Aufklärer vom Typ „Vul- tee“, 1120 Bombenflugzeuge (900 zweimotorige Maschinen vom Bau- muster „S. B.“, 200 zweimotorige „Z. K. B. 26“, 20 viermotorige „I. B. 3°), 610 Ausbildungs- und Transportflugzeuge und 200 Wasser- flugzeuge, während 70 Maschinen für die verschiedensten Zwecke gebaut wurden. Nr. 11/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT" Seite 295 Der Standard-Jagdeinsitzer „J—16“ ist ein freitragender Tief- decker in Gemischtbau mit einem luftgekühlten Sternmotor M—25 (Lizenzbau Wright „Cyclone“) von 750 PS in 2700 m Höhe. Die Höchstgeschwindigkeit in Volldruckhöhe wird mit 450 km/h ange- geben. Das Muster wird in dem Werk in Gorki gebaut, die Tages- produktion beträgt 5—6 Maschinen. Der Metalltiefdecker „J—17“, der als Muster „Z. K. B. 19“ auf dem Pariser Salon 1936 gezeigt wurde und der im „Flugsport“ 1936 auf S. 638 und 1937, S. 34 besprochen ist, wird ebenfalls in Gorki gebaut. Mit einem flüssigkeitsgekühlten Motor „M—100“ (Lizenzbau Hispano-Suiza 12 Y“ beträgt die Höchst- geschwindigkeit rd. 500 km/h. Die Serienfabrikation scheint indessen erhebliche Schwierigkeiten zu bereiten, da das Werk in Gorki vorwie- gend auf Gemischtbauweise eingestellt ist. Der Einsitzer „I. P.“ unter- scheidet sich wenig von dem Muster „J—16“. Er besitzt jedoch einen Metallrumpf und ist mit zwei Kanonen bewaffnet. Der Serienbau er- folgt in der Fabrik Nr. 39 bei Moskau. Die Aufklärungs- bzw. Kampfmehrsitzer „L. R.“ und „D. I—6“ sind Doppeldecker in Gemischtbau und werden in dem Werk Nr. I in Moskau hergestellt. Mit einem Motor M—25 erreicht der Angriffs- zweisitzer „D. I—6“ in 3000 m Höhe eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. In dem gleichen Werk werden auch die Sturzbomber von Vultee und die Flugboote von Douglas und Consolidated gebaut. Auch hier hat der Uebergang zur Ganzmetallbauweise das Anlaufen der Serie bisher verhindert. Die Bombenflugzeuge „S. B.“ und „Z. K. B. 26“ werden in dem Werk Nr. 22 in Fili bei Moskau und in Varoneje gebaut. Die Fabrik in Fili ist auf Bandarbeit eingestellt und bringt jeden Tag drei Maschinen vom Typ „S. B.“ heraus. Dieser freitragende Mitteldecker mit zwei Motoren M—100 erreicht mit 500 kg Bombenlast 425 km/h und besitzt eine Reichweite von 1200 km. Der etwas stärkere Typ „Z. K. B. 26“ trägt 800 kg Bomben. Schulflugzeuge werden hauptsächlich vom Werk Nr. 23 in Lenin- grad hergestellt. Die zweimotorigen Transportmaschinen „P. S.—89“ kommen in kleinen Mengen aus den Moskauer Werken Nr. 89 und 39. Werk 31 in Taganrog liefert Dreisitzer für die Küstenaufklärung (Was- serflugzeuge M. B. R.—5), dreimotorige Flugboote M. D. R—2 und den zweimotorigen Typ „Arc—3“, der im „Flugsport“ 1936 auf S. 638 besprochen ist. Während der Bau der Flugboote von Douglas und Consolidated noch in den Anfängen steckt, sagt man einem Finsitzer mit Zentralschwimmer gute Flugleistungen nach. Die Anlieferung der Motoren hält mit der Erzeugung an Zellen nicht Schritt. Insbesondere die Typen M—100 (Hispano-Suiza-Nach- bau) und M—85 (Lizenz Gnome-Rhone-K 14) bleibt hinter dem Plan, der 1200 bzw. 1000 Stück vorsah, zurück. Unter den Neuerscheinungen des vergangenen Jahres ist der von Toupolev konstruierte viermotorige Bomber „T. B—6“ zu erwähnen, dessen Motoren von einem besonderen Aggregat überladen werden. Die Maschine ist jedoch noch nicht in Serie gegangen, während das daraus abgeleitete viermotorige Flugboot sich noch im Versuchs- stadium befindet. Die beiden im August 1936 anläßlich des Festes der Luftfahrt in Moskau gezeigten schwanzlosen Bomber (vel. „Flug- sport“ 1937, S. 530) haben in der Militärluftfahrt noch keine Anwen- dung gefunden. Mit Ausnahme des Jagdeinsitzers „J—17“ sind auch die neueren Baumuster der russischen Luftwaffe ausländischen Konstruktionen hinsichtlich der Flugleistungen und der Bewaffnung unterlegen. Die Seite 296 „FLUGSPORT"“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Verlangsamung der Entwicklung ist durch die „Abberufung“ des Pro- fessors A. N. Toupolev und einer großen Zahl seiner Mitarbeiter am „Isagui“ in der letzten Zeit noch verstärkt worden. ve. erkstaltu-Flugplatz <=" en mn» 9 — Nietklammer der Firma Myers & Co. in Coventry bestehen, wie die Abbildung zeigt, aus einem ein- seitig abgesetzten Bolzen mit einer Verjüngung zum besseren Anschnäbeln, und einem verschiebbaren Gegenstück dazu, das durch eine Rändelmutter an- gezogen wird und das Blech unter einwandfreier _ Zentrierung gegen den vorstehenden Kopf des ab- Nee gesetzten Stiftes drückt. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Aufsatz über „Heftgeräte für Nietarbeiten“ auf S. 45 dieses Jahrganges. fin Unit Lu, — Zeichnung: The Aeroplane Windschutzschirm für Schlechtwetterilüge schlägt ein Engländer gemäß nebenstehender Skizze vor. Die vor dem Zwischenraum zwischen - den beiden Scheiben befindliche dritte lenkt die _ Strömung so ab, daß praktisch keine Zugluft und _ damit also auch kein Schnee oder Regen in den < Führerraum eindringt. Die Lage der dritten Scheibe und die Breite des freien Sichtspaltes sind von der Form der Führerraumüberdachung ab- hängig. Betriebsstoffbrand-Bekämpfung will Mr. Bentley, wie „Aeroplane“ vom 2. 2. berichtet, durch Anordnung eines besonderen unter Vakuum stehenden feuer- sicheren Betriebsstoffbehälters durchführen. Dieser Behälter, welcher am Schwanz des Flugzeuges, wo er am wenigsten in Mitleidenschaft gezogen wird, angeordnet werden soll, steht mit dem Benzin enthaltenden Vergaser, sowie son- stigen Betriebsstoff-Rohrleitungen unter Zwischenschaltung eines Rückschlag- ventils in Verbindung. Bei plötzlich auftretendem Brand wird durch Oeffnen eines Ventiles die Verbindung mit diesen Teilen hergestellt und sämtliche Rohrleitungen einschließlich Vergaser vom Benzin leergesaugt. Zum Schluß wird noch gesagt, daß die Konstrukteure sich sehr schwer zu solchen Experimenten bereit finden und daß es doch naheliegender wäre, den Dieselmotor zu verwenden. Inland. Hansa Flugdienst G. m. b. H. wurde als Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa gegründet. Hauptaufgabe des neuen Unternehmens ist Durchführung eines alle Gebiete Deutschlands erfassenden Rundflugbetriebes. Außerdem wird sich die Hansa Flugdienst mit Bedarfs-, Sonder- und Reklameflügen beschäftigen und Flugzeuge verchartern. Nr. 11/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 297 Die Entwicklung der letzten Jahre machte die Gründung des neuen Unter- nehmens notwendig, da die Deutsche Lufthansa, deren vornehmliche Aufgabe der Betrieb planmäßiger Luftverkehrsstrecken in Deutschland und darüber hinaus in aller Welt ist, sich von diesem zusätzlichen, an Bedeutung ständig wachsenden Aufgabenkreis mehr und mehr freimachen will. Fine ebenso sorgfältige Organi- sation, wie sie der große Streckenluftverkehr verlangt, ist dadurch gewährleister, daß diese neue Fluggesellschaft sich ausschließlich der technischen Einrichtungen der Deutschen Lufthansa bedient. Die neue Hansa Flugdienst-Gesellschaft steht unter der Leitung von Direktor Walter, der vorher lange Jahre als Vertreter der Lufthansa und Direktor der deutsch-chinesischen Luftverkehrsgesellschaft „EURASIA“ in China weilte. Dem Aufsichtsrat gehören die beiden Vorstandsmitglieder der Deutschen Lufthansa, Direktor Luz als Vorsitzender und Freiherr v. Gablenz, an. Große nationalpolitische Aufgaben harren der Hansa Flugdienst, die sich als vornehmste Aufgabe das Ziel setzte, der deutschen Jugend das Erlebnis des Fliegens mit Verkehrsflugzeugen zu vermitteln. In den letzten Jahren konnte die Lufthansa vielen hunderttausend Kindern in Stadt und Land Rundflüge ermög- lichen. Dieser Anfang einer großen Flugwerbung unter der deutschen Jugend ist die Grundlage, auf der die Hansa Flugdienst aufbaut. Mit Unterstützung des Reichsministers der Luftfahrt und des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung sowie in engster Zusammenarbeit mit dem NSFK. wird die neue Gesellschaft in allen deutschen Gauen für die Luftfahrt werben. Es ist ins- besondere die Absicht, abseits der großen Luftverkehrswege mit den Maschinen der Hansa Flugdienst zu erscheinen. Für die vielfältigen Aufgaben der Hansa Flugdienst stehen ihr z. Zt. 24 Flugzeuge verschiedener Muster zur Verfügung. Für Rundflüge wird in erster Linie die 12sitzige Messerschmitt M 20, die 10 Erwachsene oder 17 Kinder auf- nehmen kann, eingesetzt. Dieses Flugzeugmuster bietet als Hochdecker von allen Kabinenplätzen aus beste Sicht. Daneben gehören verschiedene Junkers-Maschinen zum Park der Hansa Flugdienst. So die F13, W 33, W 34 und Ju46. Außerdem auch Klemm Leichtflugzeuge sowie zweimotorige Focke-Wulf 58 „Weihe“, welch letztere als Luftbildflugzeuge verwendet werden. 4. Ergänzungsblatt zur Farbenkarte für Fahrzeuganstriche RAL 840 B 2. Die Farbenkarte für Fahrzeuganstriche ist bekanntlich 1927 vom Reichsausschuß Start zum Deutschlandflug 1938. Links oben: Ein Teil der 390 teilnehmenden Maschinen auf dem Flughafen Rangs- dorf, im Vordergrund eine Reihe Klemm-Tiefdecker „KI 35“ mit Kabine. Links unten: General Lörzer, Korpsführer Generalleutnant Christiansen und NSFK.- Oberführer Offermann vor einer der neuen Aradomaschinen. Rechts: General Lörzer gibt den Startschuß ab. Weltbild (3) Seite 298 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Großflugboot Dornier „Do 24“ auf dem Bodensee. Werkbild für Lieferbedingungen (RAL) beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit (RKW), nachdem Erzeuger, Verarbeiter, Verbraucher und Behörden bei der Aufstellung mitgearbeitet haben, veröffentlicht worden. Diese erste RAL-Farbenkarte, Aus- gabe 840 B II, enthielt 40 verschiedene Farbtöne und hat sich sehr bewährt. Im November 1936 erschien Ergänzungsblatt 3, welches jetzt durch das Ergänzungs- blatt 4 abgelöst wurde. Neu sind darin die Farbtöne RAL Nr. 45 und 46 für den Buntfarbenanstrich in der Wehrmacht und RAL Nr. 47 für den Anstrich der Berliner S-Bahn-Wagen, gegebenenfalls der Triebwagen. Das 4. Ergänzungsblatt wird von den Vertriebsstellen des RAL, der Herstellerfirma Otto Hieronymi K.-G., Göttingen, und der Beuth-Vertrieb GmbH., Berlin SW 68, Dresdener Straße 97, zum Einzelpreis von RM 0,45 zuzüglich Versandkosten geliefert. Deutsch-polnische Luitverkehrsverhandlungen, die in den letzten Tagen zwischen einer deutschen und einer polnischen Delegation im Reichsluftfahrt- minist. gepflogen wurden, sind am 11. 5. abgeschlossen worden. Die Arbeiten führten zu einer Neuregelung der beiderseitigen Luftverkehrsbeziehungen. Es wurde der Abschluß einer neuen Vereinbarung über Luftverkehrslinien vorge- sehen, auf denen die Luftverkehrsges. beider Länder, die Deutsche Lufthansa und die Polskie Linie Lotnicze („LOT“), künftig den Luftverkehr durchzuführen beab- sichtisen. Die Beratungen hatten ferner eine Reihe von Einzelfragen zum Gegen- stand, die der Erleichterung des gegenseitigen Luftverkehrs dienen. | Start von Luftfahrzeugen auf Autobahnen ist nach Verordnung des Führers und Reichskanzlers verboten und strafbar. In besonderen Einzelfällen kann die zuständige Oberste Bauleitung Ausnahmen bewilligen. Ohne diese Ausnahme- bewilligung ist jede Benutzung der Reichsautobahnen durch Luftfahrzeuge verboten. 50. Hochleistungssegelflugzeug „Minimoa ist, nachdem vo an Kerr g fluezeug Muster „Wolf“ abgeliefert wurde, zum Versan . ee In gerader Linie in Klasse C, Weltrekord für Wasserflugzeuge, wurde anerkannt Flug von Flugkpt. v. nee und Sheipilot Gundermann auf nier- flugzeug Do 18 von England nac rasilien. a eaook on Segelilug von Hornberg nach Linz, flog NSFK.-Segel- fluglehrer Erwin Kraft in 6 Std. 45 Min. Er erreichte hierbei Höhen von übeı u 168 km, Ziel-Segelilug mit Rückkehr zur Startstelle, Hornberg—Ansbach, flog NSFK.-Obertruppführer Kraft, Reichsschule für Segelflugsport, Hornberg, in ° a Darmstadt Wasserkuppe und zurück, flog Hanna Reitsch in 5 Std. i iher“. ” a achsiadtGithorn und zurück, segelte Heini Dittmar in 5 Std. Durchschnittsgeschwindigkeit 60 km/h, Ausklinkhöhe in Darmstadt 250, erhielt Anschluß, schraubte sich mit seinem „Fafnir II“ auf 4000 n, wobei er über dem Harz bei niedriger Temperatur Eisansatz bekam, der sich bald wieder auflöste. Ha 142 der Firma Blohm & Voß ist Ausführung des viermotorigen Tief- deckers H 139 als Landflugzeug. An Stelle der vier Dieselmotoren werden vieı luftgekühlte Sternmotoren benutzt. Was gibt es sonst Neues? | Fürst Ulrich Kinsky, Wien, jetzt Führer des Galopprennsports und Turnier- sports im Gau Oesterreich. Für seine Verdienste als letzter Präsident des Oesterr. Aero-Clubs wurde er Ehrenmitglied des Aero-Olubs von Deutschland. Luftiahri-Geographie-Kongreß wird im November 1938 anläßlich des Pariser Salons in Paris stattfinden. Organisationsleiter und Generalsekretär des Kon- gresses ist Andr& Lesage. Nr. 11/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 299 Fieseler „Storch“ wurde in der Türkei vorgeführt. Focke-Hubschraubermodell (vgl. „Flugsport“ 1938, S. 227) wird im Deutschen Museum in München ausgestellt. Engl. Segelilug-Wettbewerb Dunstable 9.—17. 7. 1938. Ausland. 4150 km, Marseille—Abbadan (Persischer Golf), in 21 Std. flog französische Fliegerin Elisabeth Lion auf „Aiglon“-Renault 100 PS. Hiermit wurde die Leistung der englischen Fliegerin Amelia Earhart, 3939 km, Weltrekord im Langstrecken- flug für Frauen, überboten. Dupeyron, franz. Fliegerin, startete 15. 5. von Oran in östlicher Richtung, um den Entfernungsrekord für Frauen von Frl. Lion (4150 km) zu schlagen. Das Flugzeug war längere Zeit überfällig und wurde nach mehreren Tagen bei Telellaham in der Nähe von Basra im Persischen Meerbusen aufgefunden. Die Fliegerin hat 4360 km zurückgelegt. Trudelwindkanal der Universität Lille besitzt bei 2 m Durchmesser eine Höhe von 15 m. Antrieb durch einen Elektromotor von 52 PS und eine Schraube von 2,73 m Durchmesser, die eine höchste Windgeschwindigkeit von 35 m/sec zu erreichen gestattet. 100 Curtiss P 36 mit 1100 PS Pratt & Whitney Twin-Wasp-Motor 480 km/h vom französischen Luftfahrtminister Guy la Chambre bei Curtiss bestellt. Liefe- rung der ersten Maschinen in 5 Monaten. USA-Neutralitätsgesetz ist dahin aus- gelegt worden, daß es nur in Kraft tritt bei Waffenlieferung an kriegführende Mächte. Langstreckenilug- Abteilung der engli- schen Luftwaffe hat den Verlust des zwei- ten der fünf Tief- decker Vickers „Wel- lesley“ zu beklagen. Ballonsperrstaffeln (vgl. nebensteh. Abb.) sind auf Anordnung des englischen Luft- fahrtministeriums auf- gestellt worden. Die Staffeln haben ihren Standort in der Nähe von Kidbrooke bei Greenwich. Weitere 7 Staffeln sollen noch aufgestellt werden, die in den Grafschaften Surrey, Middlesex, Essex stationiert wer- den. Ballone und Mannschaften werden auf Lastwagen, auf denen sich auch Win- den befinden, trans- portiert, so daß sie im Kriegsfall ihren Standort rines um London schnell ver- ändern können. Weltbild Paul Toxholm, Leutn. u. dänischer Pilot, vollbrachte am 13. 5. kurz vor der Ankunft des Berlin—Kopenhagener Flugzeuges, einer dreimotorigen dänischen Junkers-Maschine, ‚„Selandia“ eine Leistung, die in der Geschichte festgehalten Seite 300 ‚FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 Das Weltrekordflugboot Dornier Do 18 ,D-ANHR“ bei der. Ankunft in Friedrichshafen. erkbi werden muß. Mitten über der Ostsee verlor die Maschine den linken Motor, der beim Herabstürzen auch noch das linke Rad mit wegriß. Der Flugzeugführer brachte die Maschine ins Gleichgewicht und ließ durch den Funker Castrop den Flughafen alarmieren. Toxholm erzählte über den Vorgang: Ueber der Kögebucht, südlich von Kopenhagen, bekam die Maschine plötzlich einen heftigen Stoß. Gleichzeitig wurden alle Fenster des Führerstandes und der Kabine mit schwar- zem Oel bespritzt. Toxholm bekam sofort das Flugzeug wieder in die Gewalt. Da iedoch die Scheiben völlig verdunkelt waren, mußte er seine Blindflugapparate in Gebrauch nehmen, bis der Funker das Oel einigermaßen entfernt hatte. Man stellte fest, daß der rechte Motor, ein 650-PS-Pratt-&-Whitney-Hornet- Motor, herausgerissen und ins Meer gestürzt war. Dabei war auch das rechte Rad der Maschine unbrauchbar geworden. Der Pilot erwog eine Notlandung an der Küste von Südschweden, flog dann jedoch die kurze Strecke bis Kopenhagen durch, da die beiden anderen Motoren sicher weiterarbeiteten und die Maschine noch eine Geschwindigkeit von 180 km/h hielt. Die neun Fluggäste bekamen über Castrup die Anweisung, sich festzuschnallen. Dann setzte Toxholm das Flugzeug vorsichtig auf. Nach 200 m rollen drehte sich die Maschine um sich selbst und blieb dann stehen. Eine Untersuchung ergab, daß unterwegs ein Propellerblatt abgesprungen war und den Oelbehälter zerschnitten hatte. Die Erschütterungen waren so stark, daß sich der eine Motor löste. Auch der mittlere Motor wurde gelockert. Durch die Festigkeit des Materials und die Zuverlässigkeit und Geistes- gegenwart der Besatzung wurde ein Unfall vermieden. Spitzbergen -Grönlandilug, über den wir bereits in „Flugsport“ Nr. 10, S. 266, berichteten, ist beendet. Die angeblich von mehreren Forschern festge- stellten Fata-Morgana-Inseln haben sich als eine Luftspiegelung erwiesen. Der Dornier-Wal „Persuak‘“ startete am 15. 5. um 20.20 h von Kingsbay auf Spitz- bergen mit 390 I Betriebsstoff. Das Flugzeug stand mit dem Expeditionsschiff „Gustav Holm“ fortgesetzt durch Radio in Verbindung. Nach 2% Std. wurde von Bord des Dornier-Wal gemeldet, daß die Küste der „Nordostrundung‘“ Grönlands gesichtet sei. 1.30 h nachts wurde gemeldet, daß die Maschine über unerforschtes Gebiet fliege, 3.10 h eine große Schleife rund um Pearyland. Von hier aus wurde Kurs auf Spitzbergen genommen. Sicht während des ganzen Fluges gut. Die photographischen Aufnahmen von Dr. Lauge-Koch während des 1%stündigen Fluges geben ein klares Bild über den Verlauf der Strecke. Das Ergebnis des 2200-km-Fluges ist: Die Fata-Morgana-Inseln existieren nicht. Zwischen Grönland und Spitzbergen gibt es kein unbekanntes Land. Grön- land erstreckt sich nicht bis zum Nordpol. Der nördliche Teil von Pearyland ist eine Halbinsel, die nur eine schwache Verbindung mit dem Festland aufweist. Flugplatz Oslo bei Fornebu ist etwa zur Hälfte fertiggestellt. Es wurden über 800 000 m? Boden bewegt. Mit der Eröffnung wird im Sommer 1939 gerech- net. Später soll in der Nähe des Landflugplatzes, bei Rolfstangen, ein Wasser- flughafen angelegt werden. Nr. 11/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT"“ Seite 301 Jagdeinsitzer Seversky P 35, der soeben für den Export freigegeben wurde und mit dem Oberst A. Seversky einen Vorführungsflug nach Südamerika unter- nehmen will. Bemerkenswert an der Maschine ist die große Reichweite, die auf fast 5000 km gebracht werden kann. Mit einem Pratt and Whitney Twin Wasp von 1000 PS wird eine Reisegeschwindigkeit von 430-480 km/h angegeben. Mit dieser Maschine wurde im Herbst 1937 der absolute Geschwindigkeitsrekord für Frauen mit 470 km/h über Basis aufgestellt. Bild: Archiv Zuerl Babuschkin 7, der bekannte russische Arktisflieger, ist am 19. 5. mit 3 Mann Besatzung tödlich verunglückt. Er befand sich mit 16 Köpfen an Bord auf dem Rückflug von Franz-Joseph-Land nach Archangelsk, als plötzlich der Motor aus- setzte und das Flugzeug unweit von Archangelsk in einen Fluß stürzte. Babusch- kin, ein Arzt und zwei Mechaniker ertranken. Die übrige Mannschaft wurde gerettet. USA-Flugzeugausiuhr im Februar 1938 umfaßte 68 Flugzeuge und 103 Moto- ren. Unter den Abnehmern steht Niederländisch-Indien mit 14 Flugzeugen und 4 Motoren an der Spitze. Mexiko nimmt dem Wert der Ausfuhr nach den zweiten Platz ein, es kaufte 16 Flugzeuge. Nach Kanada und der Türkei wurden je 8 Maschinen ausgeführt, während Uruguay 6 abnahm. Aeronca gab 500 Menasco-Motoren von 50 PS in Auftrag. Northrop arbeitet zur Zeit an Aufträgen über 54 Sturzbomber für die amerikanische Marine, 20 Kampfflugzeuge für Argentinien und 2 Maschinen für Schweden. Le Blond-Motoren von 90 PS wurden von Bellanca und von der schwe- dischen Gesellschaft Goetaverken Co. in Auftrag gegeben. Douglas erhielt von der Regierung einen Auftrag über 37 zweimotorige Tiefdecker „C-33“ (ähnlich der DC-2). Deutscher Fluglehrer für die argentinische Luftwaffe. Die argentin. Luftverk.- Ges. „Aeroposta Argentina“, die mit Junkers Ju52-Flugzeugen einen vorbild- lichen Dienst zwischen der argentin. Landeshauptstadt und dem äußersten Süden des amerikanischen Kontinents versieht, hat vor einiger Zeit ihre Besatzungen durch einen erfahrenen deutschen Piloten im Blindflug schulen lassen. Die dabei erzielten ausgezeichneten Erfolge haben nun das Kommando der argentinischen Luftwaffe veranlaßt, den deutschen Instrukteur mit der Durchführung solcher Kurse auch für die argentinischen Heerespiloten zu beauftragen. Für diese Ziel- und Blindflugschulung erwarb die argentinische Luftwaffe kürzlich ein Junkers- Spezialflugzeug. Der deutsche Fluglehrer, Flugkapitän Rohlandt, flog bisher ein Verkehrsflugzeug des Condor Syndikats auf der Andenstrecke Santiago—Buenos Aires und ist daher mit den besonderen Anforderungen der südamerikanischen Luftfahrt bestens vertraut. Brasilien-Luitverkehr wird weiter ausgebaut. Das Condor-Syndikat, dessen Junkers-Flugzeuge nicht nur den innerbrasilianischen Luftverkehr besorgen, sondern auch über die Landesgrenze hinaus fast den ganzen südamerikanischen Kontinent mit den Hafenstädten der Ostküste verbinden, hat kürzlich seine innerbrasilianische Nordlinie um 360 km bis Carolina verlängert. Die neue Strecke führt längs des wilden Parnahyba-Stroms über dichten Urwald bis zu der Küsten- stadt Parnahyba am Atlantischen Ozean. Damit ist die von zahlreichen Deutschen bewohnte Stadt Carolina, die bisher trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nur über sehr unzulängliche Verbindungsmöglichkeiten mit der Küste verfügte, an den Seite 302 „ErLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 großen Küsten-Flugweg von der Landeshauptstadt Rio de Janeiro über Bahia und Belem nach Manaos, der größten Urwaldstadt am Amazonasstrom, angeschlossen. Gerade in Carolina hat daher dieser Entschluß des Condor-Syndikats ein starkes Echo gefunden, das an die Zeit vor 10 Jahren erinnert, als zum erstenmal deutsche Junkers-Flugzeuge über Brasilien erschienen. 11600 km geschlossene Rundstrecke über Ostiapan mit Tokio als Mittel- punkt, 63 Std. 23 Min., flog Super-Eindecker des Forschungsinstitutes für Luftfahrt an der Kaiserlichen Universität in Tokio. Start Tokio 13. 5., 4,05 Uhr, Landung 15. 5., 19,18 Uhr. Mit diesem Flug wurde der Weltrekord von Bossoutrot und Rossi von 1932 um fast 1000 km überboten. Mandschukuo bestellte 10 Ju 86, Verkehrsflugzeuge für 10 Fluggäste, für die mandschurische Luftverkehrsgesellsch. Manshu Koku K. K., Mukden. Die ersten Maschinen, welche in den nächsten Wochen zur Ablieferung gelangen, sollen infolge ihrer hohen Reisegeschwindigkeit und großen Reichweite auf den inner- mandschurischen Strecken für große Entfernungen eingesetzt werden. dal AAN ID) era Nr. 11/1938, Bd. 30 „ELLUGSPORT“ Seite 303 Suwomalaisten Teknikkojen Seuran Ilmailuinsinöörien Kerho schreibt uns: Tampere, den 16. 5. 1938 Der als eine Untervereinigung des Vereins Finnischer Techniker wirkende Klub der Luftfahrtingenieure wurde am 2. Dez. 1933 zum Förderer der luftfahrt- technischen Fragen gegründet. Sogleich nach der Gründung trat der Klub auch dem Finnischen Luftwehrverband als Mitglied bei. Eine wichtige Tätigkeitsform des Klubs haben Vorträge gebildet. Die Mit- glieder des Klubs, als hauptsächlich auf dem (Gebiete der finnischen Luftfahrt tätige Ingenieure, haben insbesondere auf den häufigen ausländischen Komman- dierungen Gelegenheit, die Entwicklung anderwärts festzustellen, und als die beste Art die erworbenen Erfahrungen auszuwerten haben sich eben Vortrags- und Diskussionsgelegenheiten im Rahmen des Klubs gezeigt. Eine kritische Stel- lungnahme zu der ausländischen Entwicklung und den dort gebrauchten Methoden ist ja notwendig im Hinblick auf die durch die ungünstige geographische Lage bedingten, beinahe außergewöhnlichen Verhältnisse — die zehntausend Seen im Sommer, im Winter die beißende Kälte und die Schneegestöber. Ferner ist das Zustandebringen des flugtechnischen Unterrichtes in der Heimat einer von den wichtigsten Programmpunkten in der Tätigkeit des Klubs gewesen, und mit großer Zufriedenheit soll man es begrüßen, daß nun eine posi- tive Lösung erwartet werden darf. In der nach außen sichtbarsten Form zeigte sich die Tätigkeit des Klubs, als man das leichte, besonders akrobatikfähige Flugzeug „Viri“ entwarf und baute. Ueber das „Viri“ erschien vor kurzem ein Bericht mit Photographien, z. B. im „Flugsport“ sowie in „Les Ailes“. Die Maschine gewann, und mit. Recht, großen Beifall, aber bei einer Notlandung auf ein Dach mitten in der Stadt wurde sie leider vernichtet. Der Klub wird durch freiwillige Unterstützungsbeiträge auf- rechterhalten, aber die Tätigkeit ist infolge dieses Ereignisses nicht erlahmt. Ein neues, mit einem etwas stärkeren Motor ausgerüstetes „Viri“ ist im Entwurf, und binnen kurzem wird es ganz ebenbürtig unter anderen europäischen leichten Sportmaschinen fliegen. Für die Luftfahrt arbeiten in Finnland mehrere Vereine — es ist ja zur Genüge nachgewiesen, daß der Landesverteidigungsgeist auch hier lebt. Der Klub der Luftfahrtingenieure ist jedoch eigenartig und bedeutsam gerade darum, daß er in seinem Kreise alle für die finnische Luftfahrt arbeitenden Ingenieure ver- sammelt. Für dieienigen geehrten deutschen Luftfahrtingenieure, die vielleicht Inter- esse daran haben, sich mit dem Klub in Verbindung zu setzen, geben wir die Adresse an. STS:n Ilmailuinsinöörien Kerho, Tampere, Valtion Lentokonetehdas. Reichswettbewerb für Segelilugmodelle auf der Wasserkuppe. Der vom Korpsführer des NSFK. veranstaltete Wettbewerb findet vom 4. bis 6. 6. auf der Wasserkuppe statt. Meldungen sind auf NSFK.-Formblättern Nr. 561 bis zum 20. 5. auf dem Dienstwege einzureichen. Die Gesamtzahl aller Modelle ist auf 400 beschränkt. Gewertet wird in 6 Klassen. Die Gruppe mit der höchsten Punktzahl erhält die goldene Plakette des Korpsführers und eine Prämie von RM 500.—. Für Modelle mit Selbststeuergeräten und solche, die aus neuartigen deutschen Werkstoffen hergestellt sind, sowie für die erstmalige Vor- führung bisher noch nicht bekannter Startarten, z. B. Flugzeugschlepp, stehen Sonderpreise zur Verfügung. Vereinheitlichung der Querschnitte für Flugmodellwerkstofie wird nach einen Erlaß des Korpsführers des NSFK. herbeigeführt. Hiernach haben alle an der Förderung des deutschen Modellilugsportes beteiligten Stellen (Modell- flieger, Werkstoffirmen und Verlage für Flugmodellbauliteratur) vereinbart, ab 1, August 1938 nur noch die in nachstehender Liste aufgeführten Querschnitte bzw. Stärken der Hauptwerkstoffe im Flugmodellbau zu benutzen bzw. zu führen. Die Beachtung dieser Normungsliste, die eine unnötige Vielheit von Querschnitten ausschaltet, ist Dienst am Vieriahresplan (gültig ab 1. August 1938). Querschnitte der Kiefernholzleisten in mm: 1,5X3 (für lamellierte Rand- bogen); 2X2; 2xX3; 2x5: 2X7;, 2X 10; 25 X25; 25X5; 3X3; 3X4; 3X5; 3X6; 3X10; 5X5: 5X8; 5X 10; 5X 15: 5X 20; 7X10; 8%X8; 10x10; 10X 20. Querschnitte der Eschenholzleisten in mm: 15X3; 2X2; 25xX5; 5X%5. Rundholzleisten aus beliebigem Holz in mm: 2; 3; 5. Sperrholzstärken in mm: zweischichtie: 0,2; drei- oder mehrschichtig: 04; 0,6; 0,8; 1; 12; 15; 2; 3; 5; 10. Ausschreibung für das Modellwettiliegen um den Wakefield-Pokail. 1. Der Wakefield-Pokal wird am 31. 7. 1938 auf dem Flugplatz Caudron- Renault in Guyancourt bei Paris ausgetragen. 2. Der Wettbewerb ist offen für alle Staaten, die der F. A.I. angehören. Die nationalen Mannschaften dürfen nicht mehr als ie sechs Bewerber umfassen. Jeder Bewerber darf nur ein Modell melden. Jedes Modell muß von dem gemel- deten Bewerber gebaut sein. 3. Der Wettbewerb ist nur für Modelle mit einem oder mehreren Gummi- motoren offen. Der oder die Motoren müssen im Innern von vollkommen ver- kleideten Rümpfen untergebracht sein. Der Querschnitt des bzw. der Rümpfe muß mindestens gleich dem Quadrat der Länge des Modells dividiert durch 100 sein. 4. Die Modelle müssen ferner folgende Merkmale aufweisen: a) Die Tragfläche muß 12,9 dm? groß sein (200 Quadratzoll), wobei eine Abweichung nach oben und unten von 5% gestattet ist. (Als Flügelfläche ist die Projektion der Tragfläche bei normaler Flugstellung definiert.) b) Die Fläche des Höhenleitwerkes darf im Höchstfall 33% von derienigen des Flügels betragen. Die über diesen Prozentsatz hinausgehende Leitwerks- fläche wird als tragende Fläche betrachtet und zu der Flügelfläche hinzugerechnet. c) Das Fluggewicht muß mindestens 227 g (8 Unzen) betragen. d) Während des Fluges dürfen keine Teile des Modells abgeworfen werden. 5. Nach Absatz 2 müssen die Bewerber gleichzeitig Erbauer der Modelle sein. Dazu gehört, daß nicht nur die wesentlichen Teile selbst hergestellt sind, sondern auch, daß der Propeller, die Anlaufräder sowie Zahnradgetriebe oder ähnliche Konstruktionen vom Bewerber angefertigt sind. Nur die Verwendung zekaufter Zahnräder und Achsen ist erlaubt. Wenn das Getriebe gekapselt ist, muß das Gehäuse selbst angefertigt sein. Die Prüfungs- kommission behält sich das Recht vor, das Gehäuse zu Öffnen. 6. Die Modelle können die Hoheitszeichen des betreffenden Staates und Vereinsabzeichen, jedoch keine Werbeaufschriften tragen. 7. Der Pokal wird demjenigen Bewerber zugesprochen, der nach Absatz 9 die größte Flugdauer erreicht. Die Flugzeit beginnt mit dem Augenblick, in dem Seite 304 „FLUGSPORT“ Nr. 11/1938, Bd. 30 das Modell sich selbst überlassen wird, und endet bei der Berührung des Bodens oder eines Hindernisses bzw. in dem Augenblick, in dem es für die Zeitnehmer außer Sicht kommt. 8. Das Modell muß den Boden mit eigener Kraft verlassen. Anstoßen ist nicht gestattet. 9. Jedem Bewerber stehen drei Flüge zu. Das Mittel aus den Flugzeiten ergibt die Wertungszeit für das Modell. Für jeden Flug sind drei Fehlstarts zugelassen. Als Fehlstart wird ein Flug von höchstens 5 Sekunden Dauer be- zeichnet. Führt ein Modell hintereinander drei Fehlstarts aus, so wird die Zeit des letzten gewertet. 10. Bei jedem Flug muß das Modell innerhalb drei Minuten nach Aufruf seiner Nummer startfertig sein. Bei längerer Vorbereitungszeit wird der betref- fende Flug als ausgeführt betrachtet und die Zeit nach Entscheidung der Wett- bewerbsleitung als Null gewertet. 11. Reparaturen können während des Wettbewerbes ausgeführt werden. Sie müssen von der Wettbewerbsleitung genehmigt sein. Diese gestattet auch Probeflüge, die sonst während des Wettbewerbes bei Strafe des Ausschlusses Nr. 11/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 305 [I] mit abwerfbarem Tragflügel und abnehmbarem Höhenleitwerk. Leicht zu bauen, sehr bruchsicher, hochstartfähig, nur aus deutschen Baustoffen. Flugphysik. Ein methodischer Lehrgang für Volks-, Mittel- und Oberschulen. Von F. Harnack. Franckh’sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart. Preis RM 3.—. Das Buch ist eine Anleitung für Vorführungen mit dem Kosmos-Arbeits- gerät Flugphysik, bestehend aus einem Arbeitskasten mit Strömungskanal (RM 62.—) und einem Windkanal von 100 mm Strahldurchmesser (RM 40.—). Es ent- hält in den Abschnitten: Geschichtliches, Luftwiderstand, Luftkräfte am Trag- flügel, der Flug, eine kurzgefaßte Einführung in das Gebiet der Aerodynamik. Die Darstellung der Versuche und die Ableitung der Ergebnisse zeichnen sich durch Klarheit und Anschaulichkeit aus. Der Arbeitskasten enthält eine Hebel- waage, mehrere Widerstandskörper, ein Flügelprofil und ein Flugzeugmodell. Zu dem Strömungskanal (500X270 mm) gehören Gleichrichter, Schaufelrad (zum Bewegen des Wassers), 5 Widerstandskörper aus Metall und zwei Einsätze zur Verengung der Fahrrinne. Das Gerät ist vom Prüfausschuß für Unterrichts- und Anschauungsgerät in der Luftfahrt zugelassen und dürfte allen für diesen Zweck zu stellenden Anforderungen genügen. verboten sind. 12. Nach jeder Reparatur muß das Modell neu zugelassen werden. Eine Gewichtskontrolle kann jederzeit vorgenommen werden. 13. Staaten, deren Bewerber selbst nicht an dem Wettfliegen teilnehmen können, sind berechtigt, eine Person, die anderer Staatsangehörigkeit sein kann, mit der Vertretung zu beauftragen. In diesem Falle müssen die Modelle bis zum 25. 7. an das Comite francais. des Modeles reduits d’avions, 134 boulevard Haussmann, Paris, geschickt werden. 14. Ein Treffen der Teilnehmer findet am Sonnabend, dem 30. 7., um 14 Uhr im Gebäude des Aero-Klub von Frankreich statt. Hierbei findet das Auslosen der Startreihenfolge nach Staaten statt. Die Bewerber müssen ihre Modelle zur Abnahme vorführen (Feststellung der Fläche und des Gewichtes). Jedes Modell bekommt eine Startnummer. 15. Die Modelle müssen am 31. 7. um 9 Uhr auf dem Flugplatz Guyancourt sein. Verspätet eintreffende Teilnehmer können ausgeschlossen werden. Bei der Ankunft auf dem Flugplatz wird die Uebereinstimmung der Modelle mit den am Vortage bei der Abnahme festgestellten Daten geprüft. 16. Die Reihenfolge der Starts der verschiedenen Staaten wird durch das Los bestimmt. Innerhalb jeder Abordnung ist die Reihenfolge freigestellt. 17. Die Wettbewerbsleitung hat das Recht, alle Maßnahmen zu ergreifen, die für die einwandfreie Abwicklung des Wettbewerbes erforderlich sind. 18. Sieger ist die Nation, deren Mannschaft der Bewerber mit der größten Gesamtflugzeit angehört. Expedition des Expedition des „uiesronr“ KLEINE ANZEIGEN -12::%r. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Die dreigespaltene Millimeter-Zeile kostet 25 Pfennig. Zur Welterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Salmsan-Klemm nur 180 Flugstunden, leicht reparatur- Applications are invited from _ _ bedürftig, verkauft U. Mehrkens, Hamburg 23 experienced aeronaufical engineers Freiligrath Straße 5 for english translations. „B. R. 302” an Ala Anzeigen A. G., Bremen. Flugzeugführer B-2-Schein, seit 2 Jahren bei Privat- Pisa, SUCht Stellung| (GG— Pilottätig, bei größerer Firma oder Industrie. ernsc h u | e fü r Angebote unter A 742 an die Ann.-Exped. Dahlgrün & Schoeler | u [N Z & u [t bh a u Hamburg Tbeoret. Vorbereitung für Bauprüfer, Flugzeugfübrer, Ingenieure sowie für den gesamten Flugdienst. Sonderlehr- K A L T j L 3 | nA Merell gänge für Jungflieger. Absoblufprü- . . seit = Anemomeler ungen- Abschlußzeugnisse. Studien- 9 Faber u % nt I u u } progr. Nr. 1495 durch das Sekretariat. (Schalenkreuz) Type D. L. V. oder Literatur. (Nachsteh. 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Flugdauer). s Meteorographen u. a. 5 Songs | E 28 SFLUGSPORT = SFLUGSPORT = = 8FLUGSPORT ® " = ORT ui = | =SFLUGSPORT = | =®FLuGspogt = . =S5FLUGSPORT a e8 Gebrüder Winter, Jungingen conenz.) Fernruf Nr. 62 ea] \ III ALL FRAUTTEET III TTreRI *, ALU TTS [TLITY [ GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34334 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 12 8. Juni 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 22. Juni 1938 Deutschlandilug. 390 Flugzeuge gestartet, 347 Flugzeuge erreichten den Zielilughaien Wien. Gesamtilugleistung 2,75 Millionen km. Die Sehnsucht der deutschen Flieger vom NSFK., endlich einmal ihre Leistungsfähirkeit zu beweisen, ist durch den Deutschlandflug in bisher noch nie durchgeführtem Umfange erfüllt worden. Alle bis- herigen, auch im Auslande, durchgeführten Wettbewerbe und Veran- staltungen sind mit dieser Zerreißprobe nicht zu vergleichen. Man muß schon alle diese Veranstaltungen mit durchlebt haben, um einen Ver- gleich ziehen zu können. Bisher war man gewöhnt, 10 oder 50 Ma- schinen, für den Wettbewerb besonders gezüchtet, am Start zu sehen. Die Führer waren meist berufsmäßige Piloten, um nicht zu sagen, Akrobaten. Am Start und auf den Zwischenlandungsplätzen war ein eroßer Stab von Hilfspersonal, Ersatzteillager und sonstige Hilfs- einrichtungen, die Pilot und Maschine in den Stand versetzten, die nächste Etappe zu durchfliegen. Flugzeuge und Pilot waren in all diesen Fällen Einzelexemplare. Und somit war auch die Flugleistung letzten Endes eine Einzelleistung. Spitzenleistungen wurden vor Sicher- heit und Zuverlässigkeit gewertet. Ganz anders geartet waren die geforderten Leistungen im Deutsch- landflug. Hier handelte es sich nicht um 10—50 Flugzeuge, sondern um 390. Hier waren es keine Rennpiloten auf raffiniert konstruierten Ma- schinen, sondern Flieger mit Besatzungen aus dem großen Durch- schnitt des NSFK. Hier gab es keine Etappenhilfs- und Reparaturstel- len. Das Gegenteil wurde gefordert. Hilfsleistungen wurden mit Minus- punkten gewertet. Die Besatzung war ganz auf sich selbst angewiesen. Das Flugzeugmaterial war kein ausgesuchtes. Im Gegenteil. — Man sah die ältesten Maschinen, wie sie für die breite Masse der NSFK.- Flieger erreichbar waren. Und gerade mit diesem Material konnte der NSFK.-Flieger seine Leistungsfähirkeit beweisen. Er mußte fortgesetzt erwären, wie muß ich meinen Motor behandeln, damit er die vielen tausend Kilometer durchhält, um nicht aus dem Wettbewerb heraus- zufallen. Er mußte erwägen, wie muß ich fliegen, um genügend Kräfte verfügbar zu haben, um gegen Ende des Wettbewerbes den Anforde- Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 21. Seite 308 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 rungen noch gewachsen zu sein. Er mußte auch damit rechnen, daß die sich fortgesetzt verschlechternde Wetterlage die Anforderungen an Flugzeug und Menschen noch steigern würde. Er mußte fortgesetzt darauf bedacht sein, die Nerven in der Hand zu haben, daß Flug und Landung mit Sicherkeit durchzuführen waren und nicht von günstiger Zufälligkeit abhingen. Er durfte nicht sagen, es wird gehen, sondern er mußte sich in allen Lagen sagen, es wird mit Sicherheit gehen. Dieses war die Generalrichtlinie für die durch das sich verschlechternde Wetter besonders stark angespannte Zerreißprobe. Diese war es auch, die vielleicht die Veranlassung gab, daß ver- schiedene einzelne Kameraden aus dem Wettbewerb herausgerissen wurden. Und wer da sagt, wenn er hört, Opfer müssen gebracht wer- den, dies sei eine Verlegenheitsrede, dem kann man nur mitleidig er- widern, daß er in der Entwicklung der Fliegerei geschlafen hat und den Kampf nicht miterlebte. Genau so wie im Segelflug 1920, als von Löß’l auf der grünen Wiese lag und die junge Fliegerschar mit trauern- den Gesichtern die Zähne aufeinanderbiß und nicht erlahmte! „Nun erst recht!“ Zu Ehren des Gefallenen! Wir müssen weiterlliegen. Während der Preisverteilung im Wiener Rathaus gedachte unser Korpsführer der ausgebliebenen Kameraden, Er rief sie bei Namen. Die große Schar der versammelten Wettbewerbsteilnehmer, an- nähernd 800, antworteten mit „hier“. — Man muß sie gesehen haben, die braungebrannten Gesichter mit leuchtenden Augen im ehrwürdigen Rathaussaal. Der diesjährige Deutschlandflug ist zu Ende. Wir warten auf die Aufgaben des Korpsführers für das nächste Jahr! — Ergebnisse: 1. Kommando Fliegerschule Dresden (Focke-Wulf 44) (Stieglitz) 2121 Punkte. Wanderpreis. (Gefr. d. R. Günther Friedrich, Verbands- führer, Gefr. d. R. Reichmann, Orter, Deutschmann, Führer, Gefr. d.R. Schreiber, Orter.) 2. Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (Klemm 25) 2096 P. (Adolf Fach, Verbandsführer, Georg Schnarr, Orter; Wil- helm Ziegler, Führer, Heinrich Overberg, Orter; Hans Wünscher, Führer, Karl-Heinz Rost, Orter.) 3. Kampfgeschwader Gütersloh (FW. 44) 2027 P. (Oblt. v. Jansen, Verbandsführer, Lt. Krenkel, Orter; Lt. Rose, Führer, Lt. Harseim, Orter; Lt. Schultz, Führer, Lt. Kaiser, Orter.) 4. NSFK.-Gruppe 16 (FW. 44) 1981 P. (Verbandsführer NSFK.- Sturmf. Haase.) 5. Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (Kl. 25) 1980 P. (Verbandsführer Tschech.) 6. NSFK.-Gruppe 1 (FW. 44). Verbf. NSFK.-Obertruppf. Oetzbach 1911 P. 7. NSFK.-Gruppe 3 (Kl. 25), Verbdf. NSFK.-Gruppenf. Bülow 1896 P. 8. NSFK.-Gruppe 10 (Kl. 25), Verbdf. NSFK.-Oberschf. Borsdorf 1889 P. 9. Kommando der Fliererschule Quakenbrück (FW. 44), Verbdf. Hauptm. Gerken 1867 P. Ein Bild vom Zielflughafen Aspern bei Wien mit der Mehrzahl der 400 Maschinen des Deutschlandiluges. Weltbild Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 309 10. NSFK.-Gruppe 11 Standarte 75 Frankfurt a. M. (Kl. 25 | NSFK.-Oberschf. Entreß 1848 P. (Kl. 25), Verbdf. l. Internat. Luftfahrtausstellung Belgrad. I. . Belgrad, den 28. Mai. Fünfzehn Stunden braust der Expreß, von Deutschland kommend durch Slovenien, Kroatien und Slavonien, so fruchtbare, aber so dünn besiedelte Länder, bis abends das Lichtermeer der Metropole Belgrad auftaucht. Strahlend ist die mächtige Brücke beleuchtet, die über die Save hinüberführt zu der großen internationalen Luftfahrtausstellung. Zwölf große Hallen gruppieren sich um den hoch aufragenden Zentral- turm. Am Saveufer steht das hohe Stahlgerüst des Sprungturms. Die Ausstellung wurde morgens 11 Uhr von Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch in Vertretung des Prinzregenten Paul eröffnet. Im Vom Belgrader Messegelände. Links oben der Fallschirmsprungturm, rechts die zentral gelegene Halle mit dem Aussichtsturm, dahinter der Fallschirmturm. Unten die deutsche Halle, davor eine Dornier „Do 17°. Bilder: Flugsport Seite 310 „FLUGSPORT"“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Gefolge sah man General Simovitsch, den Chef der jugoslawischen Luftfahrt, ferner den Bürgermeister von Belgrad und den Präsidenten des jugoslawischen Aero-Clubs. Während der Zug feierlich von Stand zu Stand schritt, war die Luft erfüllt von dem Dröhnen des jugosla- wischen Kampfgeschwaders. Ueber die deutsche Beteiligung haben wir in Heft 11 ausführlich berichtet. Die reichhaltige Auswahl an Flugzeugen, Motoren und Zu- behör rückt die deutsche Luftfahrtindustrie mit in den Vordergrund des Interesses. Jugoslawien gibt einen Ueberblick über die geschichtliche Ent- wicklung von Bleriot an über die Spads des Weltkrieges bis zu den modernster Maschinen. Umfangreiches Anschauungsmaterial, Schnitt- modelle von Motoren, Reliefkarten, optische Geräte, Bombenabwuri- vorrichtungen usw. vermitteln einen Einblick in die aufstrebende jugo- slawische Luftfahrt. An Flugzeugen werden gezeigt: eine Dornier „Do 17“, ein Jagd- einsitzer Hawker „Fury“ mit wassergekühltem Rolls Royce „Kestrel”, ein Bristol „Blenheim‘“, ein Jagdeinsitzer jugoslawischer Konstruktion (Rogozarski „R 100°) und zwei Segelflugzeuge der Firma „Utva“. Der Aero-Club von Jugoslawien stellt zwei Segelflugzeuge aus, ferner eine große Anzahl von Modellen, vom einfachsten Stabmodell bis zur viermotorigen Rumpfkonstruktion. Eine Werkstatt für Modell- und Segelflugzeugbau unterstreicht die Bedeutung, die man der Ver- breitung des Luftfahrtgedankens in der Jugend beimißt. Besonders stark ist Italien vertreten. Eine Aufzählung der haupt- sächlichsten Ausstellungsgegenstände brachten wir in der Vorschau. Den dreimotorigen Reisetiefdecker Cant „Z. 1012“, der erstmalig im Von den Eröffnungsfeierlichkeiten. Bilder: Flugsport Oben: Soldaten der deutschen Luftwaffe treten an. Unten: Die deutsche Kapelle. Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 311 = Staffeln der jugoslawischen Luftwaffe bei der Eröffnung der Ausstellung. Bild: Flugsport Original gezeigt wird, haben wir 1937 auf S. 578 besprochen. Des- gleichen ist über die gezeigten Motoren und über die übrigen im Ori- einal und im Modell ausgestellten Flugzeugmuster bereits früher be- richtet. Unter den italienischen Zubehörfirmen sind besonders die Com- pagnia Generale di Elettricita und „La Filotecnica“ mit Instrumenten aller Art zu erwähnen. Unter den tschechischen Ausstellern verdient Tatra mit dem neuen Reisezweisitzer „T-201“ mit geschlossener Kabine besondere Beachtung. Mit dieser Maschine wurde erst kürzlich der bisher von Frankreich gehaltene Langstreckenrekord für mehrsitzige Leichtflug- zeuge mit einem Motor-Hubraum bis zu 4 | durch einen Flug über 4500 km beträchtlich überboten. Bemerkenswert dabei ist, daß der verwendete Motor einen Nachbau des Vierzylinders Hirth „AM 504“ darstellt. Auf dem Stand von Benes und Mraz wird ein zweisitziger Kabinentiefdecker Beta-Minor „Be 51“ mit Walter „Minor“ von 85/95 PS gezeigt, den wir 1937 auf S. 241 ausführlich besprochen haben. Die Motorenfirmen Walter, Avia und Ceskomoravska Kolben- Danek sind mit ihren bekannten Baumustern vertreten. Blick auf die deutschen Stände. Im Vordergrund die Henschel „Hs 126“, dahinter links eine „Weihe“ von Focke-Wulf. Bild: Flugsport Seite 312 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Links oben: Der Henschel-Hochdecker „Hs 126“ als besonderer Anziehungspunkt. Unten: Der Schnellbomber Breda 88. Rechts: Ein jugoslawischer Motorgleiter. Bilder: Flugsport Unter den von Polen zur Ausstellung gebrachten Maschinen er- weckt der neue zweimotorige Kampiftieidecker PZL 37 besonderes Interesse. Der dreiteilige Flügel ist in Halbschalenbau ausgeführt. Zwei Holme mit Wellblechstesen, Glattblechbeplankung. Annähernd ellip- tischer Umriß. Zwischen den aerodynamisch und statisch ausgegliche- nen Querrudern und dem Rumpf Landeklappepn. An der Flügelnase der Außenflügel automatische Lachmann-Schlitzflügel, die im Schneli- können. Die Anord- nung von Nasenhilis- flügeln setzt sich bei Maschinen mit ausge- sprochen hoher Flä- chenbelastung immer mehr durch. Obwohl eine Verbesserung des Höchstauftriebes bei dem für die Lan- dung in Betracht kom- menden Anstellwinkel gegenüber der nor- malen Landeklappe nicht erzielt wird, be- deutet die Anwendung des Schlitzflügels eine Erhöhung der Sicher- heit, weil eine Ueber- Bombenflugzeug „P.Z.L. 37“. Zeichnung: Flugsport kels, bei dem die Strömung für ge- schreitung des Win- t wöhnlich abreißt, PR. flug blockiert werden | Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 313 Die im Freigelände vor der deutschen Halle aufgestellte Dornier „Do 17° mit zwei BMW-Motoren. Bild: Flugsport keine unangenehmen Folgen nach sich zieht. Der überzogene Flugzustand liegt aber bei hoch belasteten Maschinen mit der unver- meidlich hohen Landegeschwindigkeit von weit mehr als 100 km/h immer im Bereich des Möglichen, da der Pilot bestrebt sein wird, den Höchstauftrieb auszunutzen. Der schmal gehaltene Rumpf von elliptischem Querschnitt bietet vier Mann Besatzung Raum. Er ist in Schalenbau ausgeführt und mit 7-Profilen versteift. Der Kommandant, gleichzeitg Orter, MG-Schütze und Bombenwerfer, sitzt in dem verglasten Rumpfbug, der Führer in einem geschlossenen Raum über der Flügelvorderkante. Außer der normalen Radsteuerung ist eine Hilfssteuerung in der Kabine vor- handen. Unter und über dem Rumpf sind zwei MG für die Abwehr nach hinten angebracht. Für die Versorgung des Bordnetzes dienen zwei motorgetriebene 600-Watt-Stromerzeuger. Entsprechend der Verwendung für Nachtflüge ist die Maschine mit einem ausklappbaren Landescheinwerfer von 500 Watt ausgerüstet. Freitragendes Leitwerk. Trapezförmige Höhenflosse in halber Höhe des Rumpfes angesetzt. Zwei Seitenleitwerke knapp innerhalb der Höhenflossenenden, Beide Ruder besitzen im Fluge verstellbare Hilfsklappen. Leichtmetallkonstruktion mit Glattblechbeplankung. Finziehfahrwerk unter den Motoren. Je zwei bremsbare Nieder- druckräder sitzen an einem Hochhubfederbein, sie werden hydraulisch nach hinten eingezogen. Der schwenkbare Sporn trägt eine kleine Rolle, die das Manövrieren auf hartem Boden erleichtert. Reiseflugzeug Tatra „T 201“ mit Hirth-Motor (Lizenzbau) „HM 504“. Bild: Flugsport Seite 314 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Reiseflugzeug Cant. Z. 1012. Werkbild | Triebwerk: Zwei luftgekühlte Sternmotoren vom Typ Bristol „Pegasus XII“ mit 870 PS, „Pegasus XX“ mit 920 PS, oder Gnome- Rhone „14. N. 25“ mit 900 PS. NACA-Hauben, dreiflügelige Verstell- propeller. Die Festigkeit des Tragwerkes gestattet den Einbau von Motoren mit bis zu 1200 PS. Oelkühler unter der Flügelnase. Brenn- stofftanks aus Al geschweißt, Fassungsvermögen 1500 I. Durch Zusatz- tanks kann die Reichweite bis auf 4500 km erhöht werden. Spannweite 17,9 m, Länge 12,9 m, Höhe 5,1 m, Fläche 53,5 m?, Leergewicht 4225 kg, Zuladung insgesamt 4275 kg, davon 2200 kg Bomben, Fluggewicht 8500 kg, Flächenbelastung 159 ke/m?, Leistungs- belastung rd. 4,7 ke/PS, Höchstgeschwindigkeit in 2150 m 410 km/h (mit Pegasus XII), in 3700 m 440 km/h (mit Pegasus XX), in 4600 m 460 km/h (mit Gnome-Rhone 14), praktische Gipfelhöhe mit Vollast 5000, 6000, 7000 m, nach Abwurf der Bomben 8500, 9250, 10500 m, Reichweite mit 2200 kg Bomben 1400, 1500, 1600 km, mit 1700 kg Bomben 2400, 2600, 2700 km, Startstrecke mit Vollast 465, 470, 430 m, Auslauf 340 m. Die polnische Industrie zeigt weiter ein Sanitätsflugzeug der Firma RWD, den Motorsegler „Bak“ und das Leistungssegelflugzeug „Orlik“, über das wir anläßlich des internationalen Segelflugwettbewerbes 1937 auf der Wasserkuppe berichtet haben. England wird durch Rolls Royce mit den beiden Zwölfzylindern „Kestrel“ und „Merlin“, weiter durch den Schiebermotor ‚„Perseus“ von Bristol und mehrere Zubehörfirmen repräsentiert. Aus Frankreich sind die Motorenfirmen Gnome-Rhone und Hispano-Suiza mit mehreren ihrer bekannten Stern- und Reihen- motoren erschienen. Die Vereinig- ten Staaten sind durch Fairchild mit zwei Ran- ger-Motoren von 6 und 12 Zylindern (luft- gekühlt), weiter durch verschie- dene Instrumen- te von Sperry vertreten. Der Askania-Stand mit der Vorführ- anlage für In- strumente. Bild: Flugsport Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 315 Vom Stand der italienischen Luft- verkehrsgesell- schaft „Ala Litto- ria“. Im Vorder- grund Modelle der meistbenutzten Verkehrsflugzeuge, dahinter das afri- kanische und das europäische Streckennetz. Bild: Flugsport BETE EUROPEA ı Im Erdge- schoß der Mit- telhalle stellen die Luftver- kehrsgesellschaften Luft-Hansa, Air France, LOT, Aeroput, Aviolinee usw. aus. Das Obergeschoß enthält Aufklärungsmaterial über Luft- krieg und Luftschutz. Alles in allem zeigt die erste internationale Luftfahrtausstellung in Belgrad, daß Jugoslawien alle Anstrengung macht, seine Luft- fahrt auf einen Stand zu bringen, der einen Vergleich mit anderen europäischen Ländern nicht zu scheuen braucht. Wenn vorläufig auch vorwiegend noch Lizenzbauten bewährter ausländischer, nicht zuletzt deutscher Baumuster Verwendung finden, so zielt die Entwicklung doch daraufhin, in einigen Jahren durch eigene Konstruktionen zu- nehmend unabhängig zu werden. Schul- und Reiseflugzeug Arado „Ar 7%“. Als Nachtrag zu unserer Typenbeschreibung auf S. 285 ff. in Heft 111 bringen wir noch einige Einzelheiten und Leistungsdaten. Die Maschine wird normal mit dem Vierzylinder Hirth „HM 504“ ausgerüstet. Auf Wunsch kann auch der leichtere „AM 60 R“ von 80 PS Verwendung finden. Mit den beiden je 60 | fassenden Tanks beträgt die normale Reichweite mehr als 1000 km. Bemerkenswert ist die große Spurweite des Fahrwerkes (2 m), die zusammen mit dem feststellbaren Spornrad gute Rolleigenschaften ergibt. Arado „Ar 79“. Links: Einstieg von links durch die geöffnete Schiebehaube. Rechts: Einzelheiten des Einziehfahrwerkes und der Landeklappen. Werkbilder Seite 316 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Reiseflugzeug Arado „Ar 79“, Werkbild Der Flügel ist in Holzbau ausgeführt, zur Aufnahme der Kräfte dient ein Holm mit angesetzter Sperrholznase. Die Beplankung besteht teilweise aus Sperrholz, z. T. aus Stoff. Spannweite 10 m, Länge 7,6 m, Höhe 2,1 m, Fläche 14 m, Leer- gewicht 460 kg, Fluggewicht 760 kg, Flächenbelastung 54 kg/m?, Lei- stungsbelastung 7,25 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit (erflogen) 230 km/h, Reisegeschw. 205 km/h, Steigzeit auf 1000 m 3,7 min, auf 2000 m 8,2 min, praktische Gipfelhöhe 5500 m, Landegeschw. 74 km/h, Reich- weite 1025 km, Brennstofiverbauch 11 /100 km. Jardeinsitzer Curtiss „XP-37“. Der freitragende Ganzmetalltiefdecker mit flüssigkeitsgekühltem Allison-Motor stellt eine Versuchskonstruktion dar, die zur Klärung der neuerdings auch in den Vereinigten Staaten wieder aufgerollten Frage „Luft- oder Wasserkühlung“ beitragen soll. Nachdem seit vielen Jahren kein flüssirkeitsgekühlter Motor mehr entwickelt wurde — als einziges noch erwähnenswertes Muster ist der Zwölfzylinder „Con- queror“ von Curtiss zu nennen, dessen Leistungsgewicht und Hub- raumleistung indessen vom „Oyclone“ bereits überboten werden — brachte Allison vor etwa einem Jahr einen 12-Zyl.-V-Motor von 281 Hub- raum heraus, der mit einer Abgasturbine ausgerüstet ist und dessen Nennleistung rd. 1000 PS beträgt. Von Flugzeugen, die mit diesem Motor ausgerü- stet wurden, 'T sind bisher nur der zweimoto- rige Tiefdecker Bell „Airacuda“ (vgl. „Flug- sport“ 1938, S. 37) und der Curtiss-Jagd- einsitzer bekannt gewor- den. Jagdeinsitzer Curtiss „XP-37° mit Allison-Motor. Zeichnung: Flugsport Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 317 Wir haben im „Flugsport“ verschiedentlich auf die Vorzüge des flüssirkeitsgekühlten Motors insbesondere für Jagdflugzeuge hin- gewiesen. Neben der gegenüber einer Maschine mit Sternmotor bes- seren Sicht, die bereits die Uebersichtszeichnung erkennen läßt, sind auch die Leistungen höher als bei bekannten amerikanischen Ein- sitzern. Wenn auch die Höchstgeschwindigkeit mit 570 km/h etwas zu hoch gegriffen erscheint, dürfte sie doch beträchtlich über derjenigen der neuesten Serienmuster der amerikanischen Luftwaffe liegen. Die Maschine ist als freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbau ausgeführt. Der mit Glattblech beplankte Flügel besitzt zwischen Querrudern und Rumpf Spaltlandeklappen. Auffallend ist die negative Pfeilform mit der nach vorn gezogenen Hinterkante des Trapezflügels. Rumpf von ovalem Querschnitt. Ganzmetall-Schalenbauweise. Geschlossener Führerraum, weit hinten angeordnet. Der Aufsatz geht nach hinten in das Seitenleitwerk über, wie man das in den letzten Jahren bei amerikanischen Rennflugzeugen häufig sehen konnte. Frei- tragendes Leitwerk, beide Ruder mit Trimmklappen. Einziehfahrwerk mit nach hinten in den Flügel hochziehbaren Rädern. Bremsbare Räder, einziehbares Spornrad. Triebwerk: Allison-Motor, 12 Zylinder, mit Abgasturbine der Ge- neral Electric, dreiflügeliger Verstellpropeller von Curtiss mit eleK- trischer Regelung (vgl. „Flugsport“ 1937, S. 675). Zwei kleine Kühler seitlich am Rumpf. Die Ausrüstung umfaßt FT-Gerät und Höhenatemeinrichtung, die Bewaffnung besteht aus zwei starren, durch den Schraubenkreis feuernden MG (600 Schuß/min). Vorgesehen ist eine durch die Schrau- benwelle feuernde Kanone von 37 mm Kaliber mit 60 Schuß/min. Spannweite 11,4 m, Länge 8,95 m, Fluggewicht 2460 kg, Flächen- belastung rd. 120 ke/m?, Höchstgeschwindigkeit 570 km/h, Reise- geschw. 525 km/h, Steiggeschw. 21,3 m/sec, praktische Gipfelhöhe 10000 m, Reichweite 1000 km. JCE-Druckmeßdose. | Die von der J. C. Eckardt A.-G., Stuttgart, entwickelte Druckmeß- dose dient zur Bestimmung von Kräften aller Art. Sie kann an Stelle einer Waage benutzt werden, wo eine solche wegen Platzmangel nicht unterzubringen ist. Um bei fortlaufender Messung veränder- licher Drücke eine genaue Registrierung zu erhalten, wird die Dose mit einem, selbsttätigen Schreibgerät ausgerüstet. 6 Druckmeßdose der J. C. Eckardt A.-G. Die Dichtflächen am Kolben usw. sind geschliffen, besondere Dichtungen sind nicht vorhanden. Werkzeichnung, Werkbild Seite 318 „FLUGSPORT*“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Das Gleichgewicht gegenüber der Belastung wird durch Oel- druck hergestellt, die Anzeige besorgt ein Manometer, das auch den Schreibstift betätigt. Um Fehler infolge von Reibungskräften am Kol- ben zu vermeiden, wird dieser ständig um 0,1 bis 0,2 mm hin- und herbewegt. Den Druck erzeugt eine Kolbenpumpe, die aus dem Kol- ben 6, dem Exzenter 7, dem Schneckenrad 8 und der Schnecke 9 be- steht und von dem Elektromotor 10 von 10 Watt Leistung angetrieben wird. Ist das Ventil 12 geschlossen, so erzeugt der Kolben 6 beim Saug- hub einen Unterdruck. Sobald die Oeffnung E freiliegt, strömt Oel ein, beim folgenden Druckhub wird es in den Zylinder 4 gedrückt. Sobald der Oeldruck auf den Kolben der Belastung entspricht, wird der Kol- ben um 0,1 bis 0,2 mm gehoben. Dabei wird durch den Halter 11 das Ventil 12 geöffnet. Beim folgenden Saughub strömt Oel zurück, Kol- ben 3 geht in die Anfangsstellung und das Ventil 12 schließt sich. Ein -Drosselventil zwischen Druckzylinder und Manometer verhindert die Uebertragung der periodischen Druckschwankungen auf das Anzeige- oder Schreibgerät. Fördermenge der Pumpe und Kolbenweg sind ein- stellbar. Durch das Einsetzen von Zylindern mit verschiedenen Durch- messern kann ein sehr großer Meßbereich mit ein- und derselben Dose beherrscht werden. Entsprechend dem Druckbereich von 2 bis 30 ke/cm? können mit einem Kolben von beispielsweise 5 cm Fläche Kräfte zwischen 10 und 150 kg gemessen werden. Gebräuchliche Ab- messungen des Kolbens sind 5, 10 und 20 cm Querschnittsfläche. Festigkeitsversuche an Segelilugzeugbauteilen, ausgeführt von der FFG. Stuttgart. Um Unterlagen über die Festigkeit verschiedener Rippenbauarten zu schaffen, wurden ausgedehnte Rechnungen und Versuche an Flügel- stücken mit je vier Rippen durchgeführt. Dabei ergab sich, daß für Flugzeuge, die nach den Bauvorschriften für Flugzeuge berechnet. werden, in allen Fällen Gurtquerschnitte von 4X4 mm genügen. Die freie Länge des Rippenobergurtes zwischen Holm und erstem Knoten ist so zu wählen, daß der Gurt nicht durch Knickung, sondern durch Schieben zu Bruch geht. Durch geeignete Maßnahmen (Stoffdiagona- len, Klebebänder usw. ist ein Ausknicken der Längsgurte nach der Seite und nach oben zu vermeiden. (Hierzu Abb. 1.) Ein aus zwei Holmen be- stehender Torsionskasten hat gegenüber der üblichen An- ordnung eines Holmes mit einer Sperrholznase den Vor- teil des einfacheren Aufbaues, der leichteren Unterbringung von Nasen-Hilfsflügeln usw. Um einen einwandfreien Ver- gleich der beiden Bauarten hinsichtlich Gewichtsaufwand und zulässiger Schubspannung zu ermöglichen, wurden Ver- drehversuche unternommen, von denen der am Kastenträ- ger in Abb. 2 dargestellt ist. Abb. 3 zeigt einen Festig- keitsversuch an einem offenen Rumpfboot. Die liegende An- Abb. 1. Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 319 Abb. 2. ordnung des Flugzeugführers bei der vVer- suchskonstruk- tion „FS 17“ er- forderte aus Gründen der Si- cherheit eine möglichst große abwerfibare Haube und da- mit eine offene Schale für den Rumpfvorder- tel. Da der rechnerische Festigkeitsnach- 2 weis nur nähe- rungsweise geführt werden konnte, wurde durch einen Belastungs- versuch die Uebereinstimmung mit der Rechnung geprüft. Dabei ergab sich, daß ein gutes Abstützen der vorgekrümmten Zug- und Druck- gurte durch kräftige Spante an den Stellen größter Krümmung erfor- derlich ist. Zur weiteren Klärung dieser Fragen wurden noch Radial- belastungen an Spantringen vorgenommen. Abb. 3. Wissenschaftl. Segelflug-Tagung u. Segelflieger-Trefien veranstaltet von der internat. Studienkommission für motorlosen Flug (Istus). Die am 24. 5. in Bern tagende Kommission beschloß, nachdem das Segel- liiegen als vollgültige Sportart in das Programm der olympischen Spiele aui- senommen worden ist, ein Olympia-Einheits-Segelflugzeug zu schaffen. Für diesen Typ wurden folgende Bedingungen aufgestellt: Spann- weite 15 m, Einheitlichkeit des Materials (Stahl, Sperrholz, Kiefer), Schwimm- fähigkeit, Sturzflugbremsen für maximal 200 km/h, Führersitz für 180 cm Körper- höhe, Rumpf mit Kufe und Fahrgestell, Führersitz mit Rückenfallschirm, äußere Führerraumbreite 60 cm, Rüstgewicht 160 kg, obligatorische Zuladung 95 ke. Für ganz besondere Leistungen wurde ein Seite 320 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Goldenes Ehren-Leistungsabzeichen, welches zum erstenmal dem Deutschen Heini Dittmar verliehen wurde, ge- schaffen. Vorbedingung für die Zuerkennung dieses Welt-Segelilug-Abzeichens ist der Besitz des silbernen Leistungs-Abzeichens, ein Höhenflug von mindestens. 3000 m über der Startstelle sowie ein Streckenflug über mindestens 300 km. Von den insgesamt ausgegebenen 712 Leistungs-Abzeichen entfallen: 538 auf Deutschland, 101 auf Polen, 29 auf England, 18 auf Frankreich, 15 auf die Schweiz und die restlichen auf USA, Italien, Ungarn, Brasilien, die Tschechoslowakei, Finnland, Jugoslawien, Holland, Rumänien und Litauen. Den Goldenen Istus-Ring, welcher für ganz besonders hervorragende wissenschaftliche und fliegerische Leistungen verliehen wird, erhielten der Präsident Professor Georgii und der Segelflieger Paul Steinig, Grunau. Im internat. Segelilieger-Vergleichsfiliegen Bern 22. 29. 5. wurden folgende Bestleistungen erzielt: 1. Höhenflug: 1. Karch (2360 m), 2. Dittmar (2010 m), 3. Haase (1849 m). 2. Strecke: 1. Dittmar mit einem Fluge von 155 km von Bern nach Chur, 2. Haase (Flug von 152 km von Bern nach Konstanz), 3. Karch (Flug von 136 km von Bern nach Pallanza). 3. Alpenflug: 1. Karch (Flug von 136 km von Bern nach Pallanza Italien), 2. Dittmar (Flug von 155 km nach Chur), 3. Schreiber (Schweiz) (Flug von 85 km nach Brunnen). 4. Zielflug nach Lausanne, 79 km, ausgeführt von Nessler (Frankr.) mit 2 Std. 57 Min. 5. Zielflug nach Zürich, 86 km, ausgeführt von Haase (Deutschl.) mit 2 Std. 2 Min. 6. Tagespreise: 1. 23. 5. Nessler (Frankr.) für größte Strecke (87 km), 2. 24. 5. Haase (Deutschl.) für größte Strecke von 55,5 km, 3. 25. 5. Haase (Deutschl) für größte Höhe, 1380 m über Ausklinkhöhe, 4. 26. 5. Dittmar (Deutschl.) für größte Strecke im Alpenflug, 155 km (Flug von Bern nach Chur), Karch, zweitgrößte Strecke, 136 km (Flug von Bern nach Pallanzal/ltalien), 5. 27. 5. Nessler (Frankr.) für Zielflug nach Basel, 73 km, 6. 28. 5. Kracht (Deutschl.) für größte Höhe, ca. 800 m, 7. 29. 5. Denize (Frankr.) für längsten Dauerflug, 4 Std. 25 Min. 7. Anerkennungs- und Erinnerungspreise: Mantelli (Italien) für fliegerische Leistungen im Wettbewerb; Gaudri (Frankr.) für Leistungen im Tages-Preis vom 24. 5. (Strecken-Preis); Klein (Deutschl.) für Leistungen als Orter im Alpenflug mit Karch im Doppelsitzer „Milan“; Kracht (Deutschl.) für Alpenflug nach Reichenbach; Nessler (Frankr.) für Leistungen im Zielflug nach Zürich; Schurter (Schweiz) für fliegerische Leistungen während des Wett- bewerbes. Aus der Vortragsreihe sind folgende auszugsweise wiedergegeben: Dipl.-Ing. Maletzke über die Strömung im Lee von Gebirgen. Zur Unter- suchung der Strömung im Lee von Bergen wurden von der DFS. im Aug. 1937 auf der Wasserkuppe (Rhön) und im Oktober des gleichen Jahres auf dem Herzogstand (nördlicher Alpenrand beim Walchensee, Oberbayern) Schwebe- pilotmessungen durchgeführt. Auf der Wasserkuppe standen entsprechend dem Gelände und der Wetter- lage zwei Hänge, der Nordhang (Abtsroder Kuppe) und der Südhang (Welten- seglerhang), zur Verfügung, die sich in ihrer äußeren Gestalt dadurch unter- scheiden, daß der erste steiler geneigt als der letztere war. Auf dem Herzog- stand war nur bei Südwind die Möglichkeit zum Messen gegeben. Bedingt durch günstigere Wetterlage und durch die größeren Meßmöglich- keiten ist die Zahl der Schwebepilotbahnen auf der Wasserkuppe wesentlich erößer als auf dem Herzogstand. Dementsprechend ist das Ergebnis der Unter- suchungen auf der Wasserkuppe wesentlich vielgestaltiger. Die Schwebepilotbahnen auf der Wasserkuppe ergeben eine Einteilung nach den beiden Hängen, wobei sich in beiden Fällen einmal Bahnen ergeben, die dem Geländeeinfluß mehr oder weniger unterliegen, und zum andern solche, die thermische Vertikalbewegung zeigen. Die Bahnen über dem Nordhang sind sehr vielgestaltig. Sie zeigen einmal den bekannten Leewirbel am Hindernis. Andere Bahnen zeigen bei der gleichen Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 321 horizontalen Windgeschwindigkeit ein vollständiges Anschmiegen der Strömung an das Hindernis. Wirbelauslösung und Wirbelcharakter im Lee des Hinder- nisses werden besprochen. Bei einem Ballon erkennt man besonders deutlich eine Oberströmung, die über den „Totluftraum“ des Berges hinweggleitet. Der „Totluftraum“ ist etwa mit dem Gebiet des Windschattens vom Hindernis identisch. Die Bahnen am Südhang zeigen einmal eine sehr gute Anpassung an das Gelände, ein andermal eine Art Schwingungsbewegung. Es wird untersucht, in- wieweit diese Bewegung Schwingungscharakter hat oder nicht. Eine eindeutige Antwort kann nicht gegeben werden. Die geringe Zahl der Pilotmessungen auf dem Herzogstand zeigt bei Wind- geschwindigkeit bis zu 9 m/s keine besonderen Vertikalbewegungen im Lee der Alpen. (Forts. folst.) Niederschöneweide, in den Handel gebracht. Das Lot wird in mehreren Aus- führungen mit verschieden hohem Schmelzpunkt hergestellt. Die Verarbeitung erfolgt ohne Flußmittel und ohne Lötwasser. Das für Festigkeitsverbindungen benutzte Hartlot M. S. 410 besteht in der Hauptsache aus Aluminium. Der hohe Schmelzpunkt von 410° erfordert Flammenlötung, während die Lote M. S. 250 und M. S. 190 auch mit dem Kolben verarbeitet wer- den können. Neben der Verbindung von Teilen aus Al oder seinen Legierungen unter sich er- geben die M. S.-Lote auch einwandfreie Lötungen zwischen Aluminium und Messing, Kupfer, Tom- bak, verzinntem oder verzinktem Eisenblech usw. Die Lötstelle kann nach dem Abkühlen gehämmert und verformt werden, ohne daß ein Abblättern eintritt. Als Anwendungsgebiet im Flugzeugbau kommen Verbindungen von Verkleidungsblechen, Arma- turenteilen usw. in Betracht. Lötproben mit M. S.-Loten. Oben ein Gußteil, unten zwei überlappte Blechstreifen. Werkbild Inland. Greifswalder Lehrgeschwader flog am 29. 5. zum Besuche der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad. Die sauber ausgerichteten Staffeln der 3. Kanıpfgruppe des Lehrgeschwaders Greifswald, geführt von dem Flugzeug des Kommandeurs, General Helmut Foerster, trafen 10 h vorm. auf dem Flugplatz ein. Das deutsche Geschwader bestand aus 38 Kampflugzeugen, zweimotorigen Bombern und drei- motorigen Transportmaschinen mit 45 Offizieren und 200 Mann Besatzung, be- gleitet von 25 iugoslawischen Jagdflugzeugen, welche bis an die Landesgrenze entgegengeflogen waren. Diese Formationsflüge über Belgrad gaben der Eröffnung Seite 322 „FLUGSPORT*“ Nr. 12/1938, Bd. 30 der Ausstellung eın besonderes Gepräge. General Foerster schritt in Begleitung des Kommandanten der jugoslawischen Luftwehr, General Simovitsch, die Front der aufgestellten Ehrenkompanien ab. Hiernach erfolgte unter großer Begeisterung, begleitet von Heil- und „Zivio“-Rufen der Vorbeimarsch der Besatzung der deut- schen Maschinen. Vom Flughafen begab sich Generalmai. Foerster in Begleitung von Oberst Dr. Kraus, Kommodore des Geschwaders, sowie Major Seidemann nach der Stadt, wo sie von Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch empfangen wurden. Das Geschwader flog am Nachmittag nach dem etwa 100 km entfernten Oplenac, um über dem Grabe des Königs Alexander eine Ehrenrunde zu fliegen. Der deutsche Luftwaffen-Fliegerbesuch hat in Belgrad einen sehr guten Eindruck gemacht. Postilugzeug bei einem Versuchsilug am 27. 5. in der Nähe von Langeoog mit Flugkapitän Otto Falke, Oberfunkermaschinist Karl Kirchhoff und Flugzeugfunker Erich Kolbe, wobei die Besatzung ums Leben kam, verunglückt. Wir verlieren init diesen Dreien Männer, welche sich in der Fliegerei ganz hervorragende Ver- dienste erworben haben. Flugkapt. Falke, ein bewährter Nachtpilot, hat 4% Mill. km zurückgelegt. Karl Kirchhoff ist als Oberfunkermaschinist von der D-Anoy „Rudolf Thüna“ durch die Ueberwindung des Pamir-Gebirges noch in aller Erinnerung. Und dann ebenso Funker Erich Kolbe, der im deutschen Süd-Atlantikverkehr sich einen Namen gemacht hat. Normblatt DIN 1305 erklärt den nach 10jähriger Auseinandersetzung end- gültig festgelegten Begriff „Gewicht“ mit folgenden Worten: „Das Gewicht eines an einem Orte der Erde ruhenden Körpers ist die Kraft, die er im luftleeren Raum auf seine Unterlage ausübt. Das Gewicht ändert sich proportional der Fallbe- schleunigung.‘‘ Das Normblatt enthält weiter eine Reihe wichtiger Einzelheiten über Fallbeschleunigung, Normgewicht, Tauchgewicht, Maße und Menge, ferner erläutert es die Gründe, die zu der jetzigen Fassung der Norm geführt haben. Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Reichskanzler mit Wirkung vom 1. Juni 38: Zum General der Flieger der Generalleutnant Schweick- hard: zum Generalmaior: Oberst Kastner (Kirdorf). Den Charakter als General- major erhielten die Obersten Freiherr von Freiberg-Eisenberg-Allmendingen, Wals und Freiherr von Bülow; zu Obersten die Oberleutnante Dipl.-Ing. Hilgers, Sperling, Freiherr von Biedermann, Dipl.-Ing. Fink, Schwabedissen, Fiebig, Dipl.- Ing. Ploch; zu Obersten (E) die Oberstleutnante (E) Forstmeyer, Utech, von Wendel, Krapp, Krug. 401 km, Trebbin—Landsberg, segelte NSFK.-Sturmführer Hofmann am 31. 5. auf Doppelsitzer „Kranich‘“. Start Trebbin 12.30 h, Landung Grenze bei Lands- berg/O.-Schl. 17 h. 1 Std. 41 Min. flog ein Benzinmotor-Modell des NSFK.-Mannes G. Holl von Duisburg-Neuenkamp nach Gahlen-Besten. Das mit einem Kratzsch-Motor „F 10 E“ von 0,2 PS ausgerüstete Modell wiegt bei 2,4 m Spannweite 2 kg. Es erreichte bei dem Flug etwa 3000 m Höhe (durch ein Motorflugzeug festgestellt) und 30 km Strecke. Der bisherige deutsche Rekord steht auf 52 Min. und 23,9 km. Was gibt es sonst Neues? Englischer Streckenrekord (auf Minimoa) im Segelflug wurde von P. Wills auf 332 km gebracht. Berlin—Bukarest-Luftlinie am 30. 5. Zwischenlandung Budapest, Bukarest, Flughafen Banesa, 1500 km in 7 h, mit Ju 52 eröffnet. Ausland. Engl. Empire Air Day fand am 28.5. auf den R. A. F.-Stationen, wozu an diesem Tag dem Publikum der Zugang gestattet war, statt. Der Air Day ist die einzige Möglichkeit, dem engl. Volk einen Begriff von der Tätigkeit und dem Umfang des engl. Air Force zu geben. Diese Maßnahme ist um so wichtiger, da dieses Jahr das Royal Display abgesagt ist. Vielleicht wird auch das Volk davon überzeugt, daß die Vorwürfe gegen gewisse höhere Dienststellen ungerechtfertigt sind, und daß selbst die fähigsten Luftminister, wenn nicht andere Schwierigkeiten beseitigt sind, es nicht besser machen können. Der für die Besichtigung frei- gegebene Teil des Royal Air Force in England umfaßt 25 Jagd-Geschwader, 71 reguläre Bombengeschwader, 19 Geschwader des Hilfs-Air Force und 17 allge- meine Erkundungsgeschwader (Sollstärken). Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 323 Mehrzwecke-Flugzeug Arado „Ar 95“. Als Landflugzeug erreicht das Muster mit einem BMW-Motor 132 Dc in 3000 m Höhe eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h. 1000 m Höhe werden mit 3275 kg Fluggewicht in 2 Min. erstiegen. Weitere Leistungsdaten s. „Flugsport“ 1937, S, 546. Werkbild Weir-Flugmotor (Typenbeschreibung vgl. „Flugsport“ 1936, S. 416) soll von Aero Engines Ltd. in Kingswood weiter entwickelt und in Serie gebaut werden. Die Firma G. and J. Weir begründet die Abgabe des Motors mit den großen Aufträgen für Tragschrauber. Den zweiflügeligen Sprungstart-Tragschrauber von Weir haben wir 1936 auf S. 387 u. 504 besprochen. Engl. Segelilug-Wettbewerb Dunstable vom 9. bis 17. Juli. Gemeldet sind 30 Flugzeuge. Gewertet wird größte Höhe, größte Dauer und längste Entfernung. Veranstalter British Gliding Association, Durchführung London Gliding Club. Bristol „Perseus“, mit der Typenbezeichnung XII C legte soeben die Muster- prüfung ab. Die Nennleistung beträgt 680/710 PS bei 2250 U/min in 1200 m Höhe. Für den Horizontalflug stehen für 5 Minuten 815 PS bei 2600 U/min in 1800 m Höhe zur Verfügung. Die Startleistung wird mit 900 PS bei 2700 U/min angegeben. Die Ausführung X ist ein Höhenmotor, dessen Leistung 880 PS in 4700 m Höhe eträgt. Sir Kingsley Wood wurde am 16. 5. in Nachfolge Lord Swintons zum Staats- sekretär des engl. Luftfahrtwesens und Capt. Balfour zum Unterstaats-Sekretär ernannt. Engl. Flugmotorenfabrik wird von Lord Nuffield bei Birmingham errichtet, sie soll 20 000 Arbeiter beschäftigen. Lord Nuffields Betei- ligung beträgt 3 Mill. £. Er hat von vornherein auf jeden Gewinn verzichtet. FAI-Lilienthal-Medailte, aus- gesetzt in der Sitzung der FA. vom 26. 1. 38, soll iedes Jahr ver- liehen werden für beste Segelflug- leistungen; in diesem Jahr für größte Entfernung in gerader Linie Klasse D. Von drei eingereichten Entwürfen (Oesterreich, Polen und Tschechoslowakei) wurde der österreichische von Prof. Humplik angenommen. Anträge für die Aufstellung eines Kandidaten pro Land müssen wenigstens 8 Tage vor Beginn der hierüber entscheidenden Sitzung in der Geschäftsstelleder FAI. sein. ‚FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 r Seite 324 1938 ee us - PATENTSAMMLUNG des EN I Band VII Nr. 21 m ———— Inhalt: 658 863; 659 055, 375, 376, 665, 666, 668, 957: 660.050. Flugwerk für Flugzeuge mit Krafitantrieb (Gr. 3—24). b 3, Pat. 659375 v. 7. 4. 35, veröff. 0 2.5.38. Martin Schmittner, Augsburg. Verstellbarer Führersitz für Flugzenge. Patentanspruch: Verstellbarer Führersitz für Flugzeuge, der wäh- rend des Fluges durch nur einen Betätigungshebel gleichzeitig in senkrechter und waagerechter Richtung verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß durch Langstreckenbomber „Sunderland“ von Short, eine Weiterentwicklung des Em- pire-Flugbootes. Gegenüber der Verkehrsmaschine ist, der Rumpf wesentlich geräumiger geworden. Man beachte den MG-Stand hinter dem Leitwerk. Die Reichweite mit voller Bombenlast wird mit 4800 km angegeben. Das Bild zeigt die Maschine bei einem Probeflug über Felixtowe. Weltbild Bulgarisches Flieger-Abzeichen wurde dem Werkpiloten der Bücker Flug- zeugwerke, Joseph Beier, als Anerkennung für die Ausbildung von bulgarischen Fliegern auf Veranlassung von Oberst Boideff, dem Chef der bulgarischen Luft- waffe, verliehen. USA.-Subventionen für Luftpost betrugen 1937 12,9 Mill. Dollar gegen 19,9 Mill. im Jahre 1932, die Einahmen durch Luftpostbeförderung stiegen im gleichen Zeitraum von 6 auf 12,5 Mill. Dollar. Von den Gesamteinnahmen des amerikani- schen Luftverkehrs entfielen 1937 61% auf die Beförderung von Fluggästen, 367» auf Post und 3% auf Fracht. . Luftverkehr in Amerika wendete 1937 von den Gesamtausgaben 36% für Gehälter und Löhne, 15% für Abschreibung, 12% für Betriebsstoff, 7% für Ver- sicherung, 6% für Werbung, 4% für Zinsendienst und Mieten, 3% für Steuern und 10% für Verschiedenes auf. Amerikas Luitfahrtindustrie beschäftigte nach „Aviation denselben Hebel auch die Sitzes während des Fluges indem der agerhebel Verschiebungsbahn des geregelt werden kann, Ausgangspunkt der den Sitz tragenden auf verschiedene Punkte einstellbar ist. b 135; Pat. 659665 v. 13. 8. 35, veröff. 7. 5. 38. A6roplanes Morane- _Saulnier Societe Anonyme de Constructions Aeronautiques, Puteaux, Seine, Frankreich. ‚Gleitlager für Fender von Luftfahrzengen. Patentansprüche: 1. Gleitlager für Ruder von Luftfahrzeugen, da- durch gekennzeichnet, daß das Lager auf der dem vorgeschalteten Teil (27) des Luftfahrzeuges, beispiels- weise dem Flügel, zugekehrten Seite eine Oeffnung im Jahre 1937 36000 Angestellte und Arbeiter. Der Wert der Jahresproduktion an Flugzeugen beläuft sich auf 115 Mill. Dollar, während die Motoren einen Wert von 52 Mill. Dollar und das Zubehör einen solchen von 19,5 Mill. Dollar darstellen. Transkontinental-Passagierflugzeug der United Air Lines, drei Mann Besat- j Schachbretter“ für Rumänien. Nachdem bereits vor kurzem 5 zwei- ee nmeTiefdecker vom Muster Kl 25 nach Rumänien überführt wurden, kamen ietzt weitere vier Maschinen vom Typ Kl 35 zur Ablieferung. Die originel e Bemalung — Unterseite der Flügel rot, Oberseite rot-weiß-kariert — dient zur besseren Beurteilung der Kunstilugiiguren vom Boden aus. wWerkbild aufweist, die von einem im wesentlichen konzentrisch zur Lagerachse liegenden Ringstück (9) ausgefüllt wird, welches in Richtung des Radius des kKreisförmigen Querschnitts der Ruderachse verschiebbar ist. 2. Gleitlager nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die vollständig im Innern eines Teiles des Luftfahrzeuges untergebrachte und in bezug auf dessen Profil keinen Vorsprung bildende Vorrichtung (8-10-11), welche das Ringstück (9) verschiebt, in der Bewegungsrichtung des Ringstückes angeordnet ist. 3. Ausführungsform einer Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellvorrichtung (8-10-11) des Ringstückes (9) im Innern, eines länglichen Ansatzstückes (7) des Lagers (5) untergebracht ist und die Regelorgane (13) derart angeordnet sind, daß sie beim Ausschlagen des Steuer- ruders zugänglich werden. 4. Ausführungsform der Vorrichtung nach den An- sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellvorrichtung des Ringstückes (19) im Innern eines besonderen Blockes (18) untergebracht ist, der seinerseits in den dem Ruder vorgelagerten Teil des Luftfahrzeuges eingesetzt ist, wobei das Einstellglied (12-13) dieser Vorrichtung sowie die Bolzen zur Be- festigung des Ansatzstückes des Lagers (21-23) durch die obere und die untere Fläche dieses vorgelagerten Fahrzeugteiles zugänglich sind. Schraubenilugzeuge (Gr. 25—30). b 35 Pat. 659957 v. 6. 10. 34, veröff. 14. 5. 38. Focke-Wuli Flugzeug- bau G.m.b.H., Bremen. sSteilschranber mit zwei sich selbsttätig aus Hub- in Tragschranben- wirkung umstellenden Drehsternen. Es ist bereits bekannt, Steilschrauber mit zwei gemeinsam von einer oder mehreren Kraftquellen an- getriebenen Drehsternen als kombinierte Hub- und Tragschrauber zu konstruieren, bei denen die Flügel- blätter bei Versagen der Kraftquelle selbsttätig von der Hubschrauber- zur Tragschrauberstellung über- gehen. Weiterhin ist bekannt, daß bei dieser Blatt- umstellung gleichzeitig die gemeinsame Kupplung beider Drehsterne zum Motor gelöst wird. Sie können dann also als Tragschrauben frei weiterlaufen und ermöglichen eine sichere Landung im Gleitflug. Diese Einrichtung deckt aber noch nicht den Fall eines Versagens des Antriebes einer von mehreren Steilschrauben. So würde, wenn beispielsweise zwei Steilschrauben nebeneinander angeordnet und von einer Kraftquelle oder mehreren Kraftquellen von einer Stelle aus angetrieben sind, beim Bruch der linken Ueber- tragungswelle erstens die rechte Steilschraube sogar mit erhöhter Drehzahl weiterlaufen, und zweitens würde bei der linken Steilschraube die Hubschrauber- blattstellung bestehen bleiben, wodurch sie bald zum Stillstand käme, was den Absturz zur Folge haben muß. Die Erfindung vermeidet diese Gefahr dadurch, daß der geringste Drehzahlunterschied bereits ein Aus- schalten der beiden Steilschrauben gemeinsamen Kupp- lung zum Motor und damit gleichzeitig das oben- Seite 90 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 21 erwähnte Umstellen der Blätter auf Tragschrauber- stellung herbeiführt. Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel. Biegsame Hilfswelle 1 und 2 (Fig. 1 und 2) werden von dem blatttragenden Drehsternteil direkt angetrie- ben; die hier gezeichneten Enden der Hilfswellen (Fie. 1 und 2) treiben durch je eine Mitnehmerklaue 3 und 4 über die Wellenstücke la und 2a ein in Fig. 3 dargestelltes Klinkensystem. Die Klauen nehmen das Klinkensystem in der Umlaufrichtung mit und lau- fen in der entgegengesetzten Richtung frei. Das mit- genommene Klinkensystem treibt über ein Winkelrad- paar 6 den Regler 7. Wird der Gleichlauf der beiden Wellen 1 und 2 gestört, z. B. wenn durch Bruch eines Getriebeteils der blatttragende Drehsternteil nicht mehr zwangs- läufig angetrieben wird, so werden durch Zurückblei- ben der einen Welle die paarweise vorhandenen Klin- ken 5a durch eine der Zugstangen 8 (Fig. 2 und 3) ausgelöst, was einer Ausschaltung des Reglers gleich- kommt. Es ist dabei gleichgültig, welche Welle zurück- bleibt aus folgendem Grund: Die Kurbelhülsen 15, 18 werden durch die Klauen 3, 4, wie gesagt, nur in einer Drehrichtung mitgenom- men; die Hebel 16 und 17 dagegen sitzen fest auf ieder der Wellen. Angenommen nun, Welle 2 bleibe gegen Welle 1 zurück, so laufen die Teile 18, 5a, 5b und auch 17 mit der höheren Geschwindigkeit von Welle 1. Hebel 16 dagegen bleibt zurück, die Stifte 5b kommen in den Langlöchern von 8 zum Anliegen und ziehen sodann die Klinke 8a heraus. Die Fig. 3 gibt den Augenblick wieder, in dem die Stifte 5b gerade zum Anliegen gekommen sind. Im umgekehrten Fall bleibt Hebel 17 zurück; das Ergebnis ist aber das- selbe. Da jeweils beide Zugstangen 8 an einer Klinke 5a angreifen, so zieht auf jeden Fall eine Differenz in der Stellung der Stifte 5b in Teil 16 gegenüber den Stiften 5b in Teil 17, die größer ist, als der Länge der Langlöcher in 8 entspricht, die Klinke heraus, und der Regler fällt rasch in seiner Drehzahl ab. Hier- durch wird ein an sich bekanntes Oelhilfsgestänge geschaltet. Der Schaltkolben 9 bewegt sich dann nach unten, sperrt die Druckölzuleitung 10 und öffnet den Oelablauf 11. Da der Arbeitskolben 12 jetzt nicht mehr unter Druck steht, wird unter Druck der Feder 13 die Sperrklinke 14 gelöst. Die Feder 15 schaltet nun die Kupplung aus, womit beide Drehsterne frei wer- den und die Blattverstellung zwangsläufig auf Trag- schrauberstellung geht. Es muß besonders hervorgehoben werden, daß es sich hier nur um eine der vielen möglichen Aus- führungsformen des Erfindungsgedankens handelt, der natürlich noch in mannigfacher anderer Weise ver- wirklicht werden kann. Jedenfalls laufen also nach erfolgter Stillsetzung des Reglers beide Steilschrauben frei als Tragschrauben um, womit die Möglichkeit einer normalen Gleitfluglandung gesichert ist. Patentansprüche: 1. Steilschrauber mit zwei Drehsternen und einer diesen gemeinsamen Kupplung mit der Kraftquelle, bei deren Entkuppeln sich die Flügelblattwinkel auf Trag- schrauberwirkung umstellen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplung beim Auftreten eines Geschwindig- keitsunterschiedes durch eine die Drehgeschwindigkeiten der beiden Schraubenwellen vergleichende Vorrichtung gelöst wird. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die die Drehgeschwindigkeiten verglei- chende Vorrichtung aus einer Klinkenvorrichtung be- steht, die bei Drehzahlübereinstimmung einen Flieh- kraftregler antreibt, dagegen bei auftretendem Dreh- zahlunterschied den Regler abschaltet, was das Ab- schalten der Kupplung über ein an sich bekanntes hydrauliches Gestänge zur Folge hat. Fahrwerk (Gr. 40—41). b40.; Pat. 660 050 v. 4. 8. 35, veröft. 14. 5. 38. Henschel Flugzeug- Werke A.-G., Schöneberg, Kr. Teltow*), Spornrad für Flngzenge. Patentanspruch: Spornrad für Flugzeuge mit einer im Stoßdämpfer- zylinder drehbeweglich gelagerten, als Teil des Stoß- dämpfers wirksamen und mittels schiefer Ebene rück- geführten Radgabelachse, dadurch gekennzeichnet, daß die Gabelachse (34) einen Axialschlitz (8) aufweist und amı Spurlager (7) ein vom Führersitz aus zu be- tätigender Schwinghebel (10) mit Rückführfeder (13) angeordnet ist, der einen als Bremsbacke dienenden Dorn (9) aufweist, der durch Federwirkung gegen die Umfangfläche der Gabelachse (3-4) gepreßt gehalten wird und bei in die Mittellängsebene des Flugzeuges sich einstellendem Spornrad in den Axialschlitz (8) der Gabelachse eingreift. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Johannes Müller in Blankenfeld, Kr. Teltow. Seite 91 | Nr. 21 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT N _ Triebwerk (Gr. 12—15) c 19os Pat. 659055 v. 17. 10. 33, veröff. 23. 4. 38. Reinhold Bielke, Berlir- Lichtenberg. Luftschranbenantrieb, _insbe- sondere für Modellfingzenge. Patentansprüche: 1. Luftschraubenantrieb, insbesondere für Modell- flugzeuge mit zwischen Luftschraube und Gummi- strängen eingebautem Getriebe, dadurch gekennzeich- net, daß die Welle (c) der Aufziehvorrichtung von dem die Luftschraube antreibenden zentralen Zahnrad 0) des Getriebes unabhängig drehbar ist. 3. Luftschraubenantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (c) der Aufziehvorrich- tung das zentrale Zahnrad (j) durchdringt. 3. Luftschraubenantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftschraube (s) mit- tels einer konisch gebohrten Nabenhülse (t) auf der Welle befestigt ist. 4. Luftschraubenantrieb nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf das zentrale Antriebs- zahnrad (ij) für die Luftschraube zwei Gruppen von in verschiedenen Ebenen angeordneten, von den Gummi- zügen (a) gedrehten Zahnrädern einwirken. 5. Luftschraubenantrieb nach einem der vorher- : gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das _ Spannen der Gummizüge (q) durch Vermittlung des zentralen Antriebszahnrades (ji) erfolgt. 6. Luftschraubenantrieb nach einem der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufziehvorrichtung und die Luftschraubenantriebsräder in an sich bekannter Weise in einem gemeinsamen, geschlossenen Gehäuse (a) untergebracht sind. 7. Luftschraubenantrieb nach einem der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrad (r) auf der Welle (c) des zentral gelagerten Antriebszahnrades (i) innerhalb des die Antriebsräder für die Luftschraube (s) tragenden Gehäuses (a) an- geordnet ist. Pat. 659376 v. 5. 1. 36, veröff. C 1207 2. 5. 38. Dr. Ralph Sterzenbach, Berlin. Schwingungssicherer Rohranschluß mit Schnellverschluß für Anspuffsammler an Fingzengtriebwerken, SISTERS I EPEPZEEESS 7, Patentanspruch: Schwingungssicherer Rohranschluß mit Schnellver- schluß für Auspuffsammler an Flugzeugtriebwerken, gekennzeichnet durch ein Rohrzwischenstück (2), dessen kugelig aufgeweitetes Ende (4) in eine entsprechende Aufweitung (3) des benachbarten Rohrendes (1) ein- gepaßt ist, während das andere Ende einen Flansch (5) aufweist, über den eine mutterartige Ueberwurfhülse (6) mit einem Baionettschlitz (10) so gelegt werden kann, daß der Schlitz (10) in einen Sicherheitsbolzen (8) mit Mutter (12) eingreift, der auf einem das an- dere benachbarte Rohrende umschließenden Ring (N) befestigt ist. c 131 Pat. 659 666 v. 30. 10. 36, veröff. 7.5.38. Dornier-Werke G.m.b.H,, Friedrichshafen*). Kühlanlage für Flugzenge. Die Erfindung bezieht sich auf Kühlanlagen für Luftfahrzeuge und betrifft den Sonderfall, daß min- destens ein Paar Kühler vor einem Körper möglichst geringen Luftwiderstandes angeordnet ist. Im Normal- zustand, d. h. wenn beide Motoren oder Motorgruppen, welche zu den Kühlern gehören, in Betrieb sind, würde es keiner weiteren Reguliervorrichtung bedürfen, da beide Kühler die gleiche Luftmenge benötigen und ihr Abwind durch den hinter den Kühlern befindlichen Körper geringen Luftwiderstandes in zwei gleich große Luftströme geteilt wird. Will man aber die Möglich- keit haben, bei Ausfall eines Motors oder einer Mo- torengruppe den einen Kühler außer Betrieb zu setzen und den anderen Kühler in höherem Maße mit Kühlluft zu beliefern, so muß man Hilfsmittel vorsehen, welche eine willkürliche Beeinflussung der Luftströmung er- möglichen. Patentansprüche: 1. Kühlanlage für Luftfahrzeuge mit mindestens einem Paar Kühler (1 und 2) und einem die Abwind- ströme iedes Kühlerpaares trennenden Körpers mög- lichst geringen Luftwiderstandes (5), dadurch gekenn- zeichnet, daß in der Symmetrieebene der Anlage zwi- schen den Kühlern und dem die Abwindströme tren- nenden Körper ein beweglicher Körper (10) angeordnet ist, welcher für gewöhnlich die Abwindströme von- einander trennt, aber so bewegt werden kann, daß er den Abwindstrom des einen Kühlers ganz oder teil- weise sperrt und daß der Abwindstrom des anderen Kühlers des gleichen Paares beiden Seiten des im Abwind stehenden Körpers zufließen kann. *) Dipl.-Ing. Hans Keitel, Friedrichshafen, ist als Erfinder benannt worden. s Abb.1 Seite 92 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 21 2. Kühlanlage nach Anspruch 1 mit beweglichen Klappen (11, 16, 17) an beiden Seiten eines jeden Körperpaares auf der Abwindseite desselben, dadurch gekennzeichnet, daß diese Klappen mit dem die Ab- windströme trennenden beweglichen Körpers zwangs- läufig verbunden sind. Fallschirme und sonstige Rettungsvorrich- tungen (Gruppe 21—23). c2 Pat. 659668 v. 2. 8. 35, veröff. 7. 5. 38. Sueto Nonaka, Naoiri-gun, Oita, Japan. Fallschirm mit Windfangtaschen. Patentanspruch: Fallschirm mit Windfangtaschen am Fallschirmrand, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Fallschirmkörper eine Mehrzahl von kleinen Löchern (5) in Abstand voneinander vorgesehen, über diesen Löchern (5) und in der Nähe der Befestigungspunkte der Tragleinen (4) die die Windfangtaschen bildenden Stoffklappen (1) mit einem federnden Draht (2) in deren freier Kante und mit einer kurzen Leine (7) zwischen dieser und der Außenkante des Fallschirmkörpers angeordnet sind, wo- bei der Fallschirm beim Zusammenlegen zunächst in die Form eines gleichschenkeligen Dreiecks gelegt wird, indem alle äußeren Tragleinen (4) in die Mitte gebracht und die Teile des Fallschirmkörpers zwischen diesen Tragleinen (4) nach außen gezogen werden, worauf die oberen halben Falten nochmals nach oben und innen und die unteren halben Falten nach unten und innen umgelegt und dadurch überlappende Teile (9) an der Ober- und Unterseite und Spalten (10) an den Seiten gebildet werden, aus welchen überlappen- den Teilen (9) und Spalten (10) die Windfangtaschen (1) herausgezogen werden. Pat. 658 863 v. 9. 10. 34, veröff. 230 20. 4. 38. Societ& dite: „L’Avio- rex“ Dreyius Freres, Clichy, Seine, Frank- reich. Gürtel, insbesondere Fallschirm- anschlußgürtel. Patentansprüche: 1. Gürtel, insbesondere Fallschirmanschlußgürtel, aus mehreren durch Ringe miteinander verbundenen Teilen, wobei ie zwei durch einen Ring miteinander verbundene Gürtelteile an zwei gegenüberliegenden Ringschenkeln angreifen, dadurch gekennzeichnet, daß der eine an dem Ring (F) befestigte Gürtelteil (D) zur Sicherung gegen Bruch des Ringes (F) mit einem Bande (7) bewehrt ist, das um den Ring (F) sowie um eine Kausche herumgeführt ist. 2. Gürtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Stege des Ringstückes (F), um das die Schlaufe des Gürtelendes (1) geführt ist, hohl, insbesondere rohrförmig ausgebildet ist und daß das Band (7) durch diesen rohrförmigen Steg hindurch- geführt ist. 3. Gürtel nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß an den Zwischenstücken (E, D) das Band (7) beispielsweise durch Aufnähen befestigt ist und seine nicht um den Ringteil (F) laufenden Enden an dem Verschluß (A, B, C) verankert sind, während die Zwischenstücke (E, D) ebenfalls an dem Ver- schlusse beispielsweise durch Laschen (10) befestigt und mit dem Ringteil (F) fest verbunden sind. 4. Gürtel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Zwischenstücke (E, D) sich weit- gehend überlappen. 5. Gürtel nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß zwischen dem Gürtel und dem Körper des Trägers, zum mindesten in dessen Bauchgegend, die beim Oeffnen des Fallschirmes gegen den Leib des Fallschirmträgers wirkenden Stöße dämpfende Werk- stoffe (12), beispielsweise Weichgummi, angebracht sind, zu welchem Zwecke die Zwischenstücke (E, D) mit einer Einlage oder einer Unterlage aus Weich- gummi versehen sein können. Ergänzungsblatt zur Patentschrift 657958 Klasse 62c Grunpe 29. Vom Patentsucher ist als weiterer Erfinder an- gegeben worden: Dr. sc. nat. Walter Schaffernicht in Berlin. Pat.-Samml. Nr.21 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 12, am 8. 6. 1938 veröffentlicht. Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 325 zung, 7 Fluggäste, in der Nähe von Cleveland am 25. 5. in Brand geraten und ab- gestürzt. Am 18. Mai wurden in der Nähe von Los Angeles bei einem Unfall der gleichen Gesellschaft 9 Personen tödlich verletzt. Bell-YFM-1 „Airacuda“, der neue Bomber der amerikanischen Luftwaffe mit zwei flüssigkeitsgekühlten Allison-Motoren und Druckschrauben, wurde in 13 en in Auftrag gegeben. (Beschreibung und Abb. s. „Flugsport“ 1938, Seite 37. Cant. Z. 509, das dreimotorige Zweischimmerflugzeug, mit dem vor kurzem die Geschwindigkeitsrekorde mit 500, 1000 und 2000 kg Nutzlast über 1000 und 2000 km überboten wurden, besitzt bei 28,9 m Spannweite und 19,1 m Länge eine Fläche von 100 m’, ein Leergewicht von 9000 kg und eine Zuladung von 6500 kg. Die Reisegeschwindigkeit bei 70° der Volleistung wird mit 330 km/h angegeben. Landegeschw. 125 km/h, Reichweite 3750 km, Steigzeit auf 4500 m 14 min. IST U S-Modell-Segelilug-Wettbewerb, Bern, 23. 5. waren beteiligt Deutsch- land, Italien, Jugoslawien, Schweiz und Tschechoslowakei. Fluggelände Wattenwil im Berner Oberland. Von den Deutschen wurden Sieger: Gebhard Müller im Entfernungswettbewerb für gesteuerte Modelle. In der Klasse: Abnormale Mo- delle wurde Erster für Entfernung (5 km) und Zeit Adenaw. In der Klasse: Normale Modelle längste Dauer der Deutsche Sult. Schwedische Segelilugveranstaltung Norrköping erregte durch Teilnahme deutscher Segelflieger große Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung. Bräutigam flog mit einem schwedischen Fluggast (Berichterstatter) 135 km in 2 h 34 min. 4500 km ohne Zwischenlandung flog ein Zweisitzer Tatra „T 101° mit Lizenz- bau-Hirthmotor „AM 504“ von 100 PS. Mit dieser Leistung wurde der bisher mit 827 km von Frankreich gehaltene Rekord der Kategorie 3 für Leichtilugzeuge (Zylinderinhalt des Motors zwischen 2 und 4 Liter) beträchtlich überboten. Luitverkehr auf Island soll zwischen Reykiavik und Akureyri mit einem Waco-Schwimmerflugzeug eröffnet werden. Peru—Frankiurt, Luitpostdienst, wurde in 5 Tagen bewältigt. Start des Luft- hansa-Flugzeuges am 27.5. in Südamerika. Hierbei wurde zum ersten Male die im Anschluß-Flugzeug von Peru über Bolivien nach Brasilien geflogene Luftpost mit- befördert. Die am 24. 5. in Lima abgeflogenen Sendungen trafen bereits am 29.5. früh in Frankfurt ein. Flugweg von Peru bis Brasilien: Lima—La Paz—Corumba —Sao Paulo—Rio de Janeiro. Von Rio aus läuft die Post mit der seit mehr als vier Jahren betriebenen Lufthansastrecke über den Atlantik nach Europa. Die erste von Peru unmittelbar auf dem Luftwege nach Europa gebrachte Post wurde (zufällig) mit dem 350. planmäßigen Südatlantik-Postflugzeug der Deutschen Luft- hansa befördert. Batavia— Sydney K. N. I. L. M. Linie, erster Flug, Start in Amsterdam, am 28. Juni, Ankunft in Sydney 5. Juli. Langstreckenbomber XPB2Y-1 von Consolidated, eine der neuesten Einheiten der amerikanischen Marine. Bild: The Sportsman Pilot Seite 326 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Kingsford Smith war bekanntlich 1935 bei einem Fluge nach Australien ver- schollen. Jetzt hat man durch eine Erklärung der Lockheed-Ges. festgestellt, daß die im Mai 1937 an der Insel Aye (Birma) gefundenen Flugzeugteile zu der Maschine von Kingsford gehören. Ziellande- Wettbewerb 3 Aeroklubi“ für Mitglieder fand Ende März in Tallinn statt. Die Bedingungen waren folgende: 120 m Auslauf = 120 Punkte, wenn Schwanzsporn gleich hinter Landestrich aufsetzt. Je il m weiter vom Lande- strich zählt ein Punkt weniger. Gewertet wurden die Gesamtzahl der erzielten Punkte dreier Ziellandungen. Gaswegnehmen in 300 m Höhe über der Mitte des Flugplatzes. Gedrosselt bis 10 m vor Landestrich. Seiten-Slip verboten. Noch- Ziellande-Wettbewerb Eesti Aeroklubi. Archiv Flugsport Oben: Im Verbandsflug. Mitte: Maschinen am Start, alle bis auf die hinterste estnische Konstruktionen. Unten: Estnische Piloten beobachten ihre Konkurrenten. Nr. 12/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 327 maliges Gasgeben = 0 Punkte. Erster Edmund Günther auf Fieseler 312,4 (von 360 mögl.), Zweiter Ing. Max Pääbo mit 195,5 und Dritter Ing. Hans Koiva mit 153,1 Punkten. Luft- Post. Spreizklappen als Starthilfe sind dem Junkers-Doppelflügel unterlegen. Die Auftriebserhöhung ist zwar bei beiden Anordnungen praktisch gleich groß, die Spreizklappe hat iedoch einen mehrfach größeren Widerstand. Die Verbesserung des Wertes ca®/cw’max, auf den es beim Start bzw. beim Steigen ankommt, ist daher geringer. Bei aerodynamisch sehr hochwertigen Flugzeugen bringt das Aus- schlagen der Spreizklappe beim Steigen keinen Vorteil. Aluminiumlegierungen können zelötet und geschweißt werden. Sobald bei diesem Vorgang jedoch die Ausglühtemperatur von rd. 350° erreicht wird, geht die Festigkeit des Kernmaterials beträchtlich zurück. Gasgeschweißte Duralteile entsprechen hinsichtlich der Festigkeit etwa reinem Aluminium. Die Elektro- schweißung bietet wegen der geringen Erwärmung der Umgebung der Schweiß- stelle Vorteile, ist jedoch noch nicht soweit durchgearbeitet, daß sie in Serie für tragende Bauteile angewendet werden kann. Löten mit der Flamme birgt die Gefahr in sich, daß die höchstzulässige Ausglühtemperatur überschritten wird, so daß die sonst von selbst erfolgende Alterung und Aushärtung nicht eintritt. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Handbuch des Segeliliegers. Herausgegeben von Wolf Hirth unter Mitarbeit von M. Beck, K. Blech, K. Bräutigam, G. Brütting, Prof. Georgii, H. Jacobs, R. Kensche, P. Krekel, P. Riedel, K. Schmidt, W. Späte, F. Stamer, u. a. m. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis RM 8,50. Die Namen der Verfasser der einzelnen Aufsätze bürgen dafür, daß nicht die Reihe der Durchschnittsbücher um eins vermehrt wurde, sondern, daß der Leser wirklich das über den Segelflug findet, was wichtig und erprobt ist und dem neuesten Stande der Entwicklung entspricht. Nicht nur der Anfänger, son- dern auch der fertige Segelflierer findet in dem Buch eine übersichtliche Zusam- menfassung alles dessen, was er beherrschen muß, um seinen Platz im Dienste der Wissenschaft und der Verbreitung des Fluggedankens ausfüllen zu können. Eine Aufzählung der einzelnen Beiträge erübrigt sich durch den Hinweis, daß praktisch alles, was für den Segelflieger von Interesse ist, behandelt wird. Neben den technischen Ausführungen über die Entwicklung des Fluggeräts und über die Schulung sind es vor allem die Erfahrungen der verschiedenen Wettbewerbs- Sieger in allen Arten des Segelfluges, die das besondere Interesse des Lesers erwecken. Eine Zusammenstellung bemerkenswerter Leistungen im Segelflug von der Zeit Lilienthals bis heute, ein Literaturverzeichnis, sowie ein Namen- und Sachverzeichnis ergänzen den Textinhalt. Alles in allem ein Buch, wie es wenige gibt. Der Flugzeug-Schlosser. Von Civ.-Ing. Rudolf Hoffmann, Band 1, Bibl. der Facharbeiter im Flugzeugbau. Verlag Karl Marhold Verlagsbuchhdl. Haale/Saale. Preis 3— M. Beschrieben sind die wichtigsten Werkzeuge, Werkzeugmaschinen, MeBß- werkzeuge, Werkstoffe; Arbeitsvorgänge wie Bohren, Gewindeschneiden, Drehen und Fräsen. Löten, Schweißen, Nieten. Tabellen über Schnittgeschwindigkeiten, Gewichte, Gewinde, Schlüssel u. a. m. ergänzen das Erläuterte. Der Motoren- und Instrumenten-Einbaumonteur. Von Ing. Fritz Krause Band 9 der Bibl. der Facharbeiter im Flugzeugbau. Verlag Karl Marhold, Ver- lagsbuchhandlung, Halle/Saale. Preis 1.80 M. Der Motoren- und Instrumenten-Einbau ist jedes eine kleine Wissenschaft für sich. Auf vorliegenden 64 Seiten im Kleinformat dürfte es daher noch nicht einmal möglich gewesen sein, das wichtigste zu behandeln. Es ist schade, daß bei der Herstellung der Strichzeichnungen wie auf Seite 6 und 7, und auch an anderen Stellen, weniger Sorgfalt verwendet wurde, als man es von anderen Bändchen dieser Bibliothek gewöhnt ist. Seite 328 „FLUGSPORT“ Nr. 12/1938, Bd. 30 Die Ziele selbständiger Luitangrifie. Von Dr.G.Röhrig. Verkehrsrechtliche Schriften, Band 6, herausgegeben von Dr. Hans Oppikofer, Direktor des Instituts für Luftrecht. Ost-Europa-Verlag, Königsberg u. Berlin W 35. Preis RM 5.80. Das Buch behandelt die Frage, welche außerhalb des eigentlichen Kriegs- schauplatzes gelegenen Ziele nach dem Völkerrecht für Luftangriffe in Betracht kommen. Nach einem Abschnitt über die Entwicklung des Luftkriegsrechtes wird unter Berücksichtigung der in- und ausländischen Literatur untersucht, was alles „militärisches Objekt“, was als „nichtmilitärisch“ und was als „verbotenes Obiekt“ zu betrachten ist. Das Buch ist durch seine umfassende Darstellung für alle Luftfahrtkreise, für den Luftschutz und für die Industrie von besonderer Bedeutung. Praktische Flugmotorenkunde. Von W. Vogelsang. Verlag Richard Carl Schmidt & Co., Berlin W 62. Preis RM 8.—. In den Abschnitten: Geschichtliches, Das Arbeitsprinzip des Verbrennungs- motors, Der Aufbau des Flugmotors, Ausführungen der gebräuchlichsten Flug- motoren, Ausländische Flugmotoren wird ein Einblick in den Flugmotorenbau ver- mittelt. Besonders eingehend sind Zubehörteile, wie Vergaser, Zündanlage, Brenn- sioffpumpen usw., behandelt. Die Uebersicht über ältere und neuere Baumuster des In- und Auslandes umfaßt kurze Beschreibungen mit Abbildungen und Lei- stungsangaben. Sicherheit in der Luft. Bemühungen um das absturzsichere Flugzeug. Von W. Vogelsane. Verlag Richard Carl Schmidt & Co., Berlin W 62. Preis RM 4. Der Verfasser hat verschiedenes Material zusammengetragen, das auf die Sicherheit von Luftfahrzeugen Bezug hat. Neben den älteren Steueranordnungen werden an Hand von Patentschriften eine Reihe sogenannter Stabilisatoren, die vorwiegend ein Pendel benutzen sollten und deren Unbrauchbarkeit seit langem feststeht, beschrieben. Weiter wird über Instrumente, Fallschirme, Landehilfen usw. berichtet. In der vorliegenden Form kann das Werk keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Eine spätere Auflage könnte durch Hinzunahme der Be- _ mühungen, die Sicherheit durch die Bauart des Flugzeuges, z. B. als Ente, Hub- oder Tragschrauber zu erhöhen, leicht erweitert werden. Behandlung und Instandsetzung von Fahrzeug-Dieselmotoren. Von Heinz Fiebelkorn. Verlag Wilhelm Knapp, Halle. Preis RM 4.80. Der Verfasser, Oberinspektor an der Panzertruppenschule Wünsdorf, behan- delt in dem für die Praxis geschriebenen Buch nach einer Einführung in die Arbeitsweise des Dieselmotors alle sich im Betrieb ergebenden Eigenarten und Störungen an den verschiedenen Organen des Motors. Einzelteile, wie Einspritz- organe, Regler usw., werden in allen Einzelheiten eingehend besprochen. In einem besonderen Abschnitt sind Abmessungen und Betriebsdaten zahlreicher Baumuster verschiedener Firmen zusammengestellt. Dem Werk ist wegen seiner gründlichen und exakten Behandlung des Stoffes weiteste Verbreitung zu wünschen. Der deutsche Linienilugverkehr. Von Dr. Josef Hanusch. Brönners Druckerei und Verlag (Inh. Breidenstein), Frankfurt a. M. Preis RM 5.40. Die zuerst als Dissertation des Verfassers erschienene Abhandlung stelit das erste Heft einer Schriftenreihe „Beiträge zur Verkehrswissenschaft“ dar. Es um- faßt neben einer kurzen Einführung in die geschichtliche Entwicklung die drei Teile: Die Grundlagen des deutschen Linienflugverkehrs (Die Deutsche Lufthansa A.-G.: Umfang und Beförderungsleistungen des deutschen L.), Die Beförderungs- bedingungen des d. L. (Der Luftpersonenverkehr; Der Luftgütertransport; Die Luftpostbeförderung), Betriebswirtschaftliche Kostenanalyse des d. L. (Kosten- arten; Faktoren, die die Kostenhöhe beeinflussen; Das Problem der Wirtschaftlich- keit im d. L.). Das Buch kann jedem, der sich eingehend über den deutschen Luftverkehr orientieren will, empfohlen werden. Jungfliegerbuch. Von Ing. F. W. Schmitz. Aus Luftfahrt und Schule. Reihel, Band 7. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg. Preis kart. 2.50 M. Zur Einführung und als Werbebuch für den deutschen Luftfahrtgedanken in unserer Jugend ist das vorliegende Büchlein, in dem die Anfangsgründe des Flugwesens erläutert sind, zu empfehlen. Der Anfänger findet über: Modellilug- zeuge und Flugmodelle, Wie werde ich Flieger, Lernt Segelfliegen, die wichtig- sten Fragen beantwortet. Denn viele wissen noch nicht, daß der Ballon fährt und das Flugzeug fliegt. „ETLUGSPORT“ Expedition des LUGSPORT« Frankfurt a. M. ur KLEINE ANZEIGEN Die dreigespaltene Millimeter-Zeile kostet 25 Pfennig. Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. sowie tüchtiger Modelil-Bauer sofort gesucht eibständ. 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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 13 22. Juni 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 6. Juli 1938 Fortschritte. Die Wasserkuppe war während der Pfingsttage von der Flieger- jugend des Korpsführers beschlagnahmt. Schwacher frischer Wind, weite Sicht in die blauen Berge, an den Hängen viele große Gruppen mit ihren Startstellen, überall frischfröhlicher Segelflugmodellbetrieb. Man sah auch Ausländer, aus Frankreich, Belgien und Italien, denen ein solcher Flugbetrieb auf dem riesigen Gelände der Wasserkuppe mit 392 Modellen etwas Neues war. Am 2. Pfingstfeiertag, am späten Vormittag, zischte plötzlich eine schlanke viermotorige Ju 90 „Der Große Dessauer“ in ganz geringer Höhe über das Lager, drehte eine Steilkurve und verschwand ebenso blitzschnell, wie sie gekommen war. Erst am nächsten Tage erfuhr man, daß „Der Große Dessauer“ mit 9312 m Höhe mit 5 t Nutzlast eine Höchstleistung und daß Udet auf einem Heinkel-Jagdflugzeug eine Geschwindigkeit von 634,37 km/h über 100 km Strecke erreicht hatte. Mit diesen Leistungen sind die bisherigen ausländischen Re- korde überboten. Es war ein kleines Erlebnis, der Jugend zu lauschen, wie sie diese Leistungen besprach. Auf die Notwendigkeit der technischen Vorbildung der fliege- rischen Jugend haben wir an dieser Stelle in früheren Jahren oft hin- gewiesen. — Für den Nachwuchs der Luftfahrtindustrie ist jetzt ge- sorgt! — In Dessau wurde die Flierertechnische Vorschule bei der Weihe der Junkers-Ausbildungsstätten von General der Flieger Milch, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach ihren Bestimmungen übergeben. Tachikawa-Doppeldecker „R-5“. Der leichte Zweisitzer ist als Schulmaschine für zivile und mili- tärische Zwecke gedacht und in Gemischtbauweise ausgeführt. Gestaffeltes Tragwerk, Oberflügel von größerer Spannweite, be- sitzt leichte Pfeilform und einen Sichtausschnitt in der Hinterkante. Befestigung des Mittelstückes über dem Rumpf auf einem Baldachin Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 22. Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das II. Vierteljahr 1938, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 5. Juli werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. Seite 330 „FLUGSPORT"“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 331 gewicht 189 kg, Fluggewicht 280 kg, Flächenbelastung 28 kg/m?, Leistungsbelastung 10 ke/PS, Höchstgeschwindigkeit am Boden 170 km/h, in 1000 m Höhe 166 km/h, in 2000 m 162 km/h, Lande- geschw. 64 km/h, praktische Gipfelhöhe 3300 m, Reichweite 480 km, Flugdauer 4 Std. Verkehrstiefdecker Alcor „C-6-1“. Die von der Alcor Aircraft Corporation in Oakland entwickelte Maschine fällt durch die eigenartige Anordnung der beiden luftgekühl- ten Reihenmotoren auf. Die Zylinder sind waagerecht gelegt und nach dem Rumpf zu gekehrt. Die Luftschrauben sitzen etwas vor der Rumpfspitze und ziehen einige Grad nach außen, um bei Ausfall eines Triebwerkes geringere Momente um die Hochachse zu erzielen. Als Vorteil dieser Motorenanordnung wird angeführt, daß die Bedienungs- anlage für das Triebwerk weit einfacher wird als bei einer zwei- motorigen Maschine mit der üblichen Anordnung, daß ferner die Sicht vom Führersitz aus seitlich nach unten besser sein soll und daß an Widerstand gespart wird. Für ein Verkehrsflugzeug dürfte es ferner von Vorteil sein, daß kein Teil des Rumpfes in der Schraubenebene mit ihrer großen Lautstärke liegt. Selbstverständlich werden durch den geringen Abstand zwischen Rumpfachse und Luftschraube die Eigenschaften und Leistungen mit einem Motor verbessert. Als Baustoff ist vorwiegend Holz verwendet. Der trapezförmige Flügel besitzt zwei Kastenholme und ist mit Sperrholz beplankt. Innerhalb der Quer- ruder Landeklappen mit hydraulischer Betätigung. Rumpf vor dem Flügel Stahl- rohrkonstruktion, dahinter Holzschalen- bau mit Stoffüberzug. Hinter dem ge- schlossenen Führerraum mit zwei neben- einanderliegenden Sitzen befindet sich die Kabine mit 6 Sitzen. Freitragendes Leitwerk, beide Flossen aus zwei Kastenholmen aufsebaut und sperrholzbeplankt. Einziehfahrwerk außerhalb der Mo- toren. Die Räder sitzen innen an halb- freitragenden Stoßdämpferstreben und werden nach hinten in den Flügel hochgezogen. Schwenkbare Spornrolle. Triebwerk: Zwei luftgekühlte Reihenmotoren Menasco C 6 S-4-6 von je 260 PS. Brennstoffvorrat in vier Tanks 680 I. Hamilton-Ver- stellschrauben., | Spannweite 14,9 m, Länge 9,7 m, Höhe 2,7 m, Fläche 29,5 m?, Leergewicht 1870 kg, Fluggewicht 2810 kg, Flächenbelastung 96 kg/ Schuldoppeldecker Tachikawa „R-5“. Archiv Flugsport . m i N-Stielen und vier Spanndrähten. Zellenauskreuzung mi ae rallelem nach außen geneigtem Stielpaar mit ‚iefenkreuz- verspannung und der üblichen Tragverspannung NAT wei Kastenholme in beiden Flügeln. Unterseite und Na an | t Stoffbespannung. Querruder in Ober- un a on nit Stoffbespannung. Aerodynamischer Ausgleich durch ü Drehpunkt. u ee Rumpf mit gerundeter Oberseite. Stahlrohrfach- it Diagonalstreben und Stoffbespannung. wei 0 Sitze Den emander> Leitwerk Duralgerippe mit Stoffbespannung. Höhen ten abgestrebt. . Te ahr werk. Die beiden Stoßdämpferstreben laufen nach dem unteren Rumpfholm, die halben Achsen sind an einem kleinen ter dem Rumpf angelenkt. an Cirrus Hermes IV von 130 PS, vier Zylinder in Reihe, hängend. Motorträger aus Dural, Haube ebenfalls. Brennstoffbehälter i Ü ittelteil. | | " to oben 9,55 m, unten 7 m, Länge 7,1 m, Fläche D Bae$ Leergewicht 517 kg, Fluggewicht 760 kg, Höchstgeschwin ig eit 190 km/h, Reisegeschw. 160 km/h, Landegeschw. 75 km/h, Steiezei 1000 m 4,7 min, 3000 m 18,6 min, Gipfelh. 4900 m, Reichw. 480 km. . 6“ Leichtflugzeug Tachikawa „T.S. 1“. n; Der kleine freitragende Tiefdecker ist besonders auf Geschwin- digkeit gezüchtet. Die Leistungen, 170 km/h Höchstgeschwindig ei mit einem Motor von nur 28 PS, sind recht beachtlich. den. Hol Trapezförmiger Flügel mit V-Form und gerundeten Enden. Holz- der stoffbespannt. bau ch ovalem Querschnitt, Holzbau, mit Veneer beplankt. Geschlossener Führersitz, freitragendes Leitwerk mit Stofibespan- m 1 Schleifsporn. inzi es Fahrwerk, kleiner Raddurchmesser, isporı ea a ee ne Sauirrel on tu | ' . (Beschreibung die 16/28 PS mit untersetzter Holzschraube Be Be en | S. 338.) Spannweite 7,75 m, Länge6 m, Höhe1,6 m, Fläche 10 m?, Leer- _ Leichteinsitzer an L _—_ U ie anne j „TI.Ss.1“. Tachikawa » Flugsport Verkehrsflugzeug Alcor .C-61". Alcor- Verkehrsflugzeug Zeichnung: Aviation "\ Bild: Aero Digest Seite 332 FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Nr. 13/1938, Bd. 30 „Fr LUGSPORT“ Seite 333 eite » 5 indigkeit am Boden in 1500 m Höhe 235 km/h, Reisegeschw. mit 80% der Volleistung m, Leistungsbelastung 5,4 kelP»S, HIOChste schw n a ih 210 kmih, Landegeschw. 80 kmh, absolute Gipfelhöhe 7500 m, Steig- >40 kant, N egeschw am Boden 6.85 m/sec, absolute zeit auf diese Höhe 60 min, Reichweite 700-820 km, Startstrecke und in m Hohe u 0 " _—-1350 km. Auslauf 120 m. . m, Reichweite je nach Drosselung 1100 ee eocchwv. mi an Motor 237 km/h, Reisegeschw. 207 km/h, Frachtflugzeug Fairchild „Sekani“ a : Boden 1,53 m/sec, Gipfelhöhe 3850 m, Reichweite | gzeug „ . Steiggeschw. am Boden 1, ’ | . Der halbfreitragende Hochdecker ist für den Frachtluftverkehr in 1500—1680 km. R Rg2« Kanada vorgesehen und von der Fairchild Aviation Ltd. in Montreal Schulflugzeug Romano „ . | gebaut. Der trapezförmige Flügel weist zwei Spruceholme auf, wäh- rend Rippen und Diagonalen aus Stahl hergestellt sind. Ueberzug aus Stofl, Querruder und Landeklappen Duralgerippe, ebenfalls stoff- 80 dar. bespannt. Am Rumpfboden sitzt ein kurzer Hilfsflügel' aus Metall, an >. 623 besprochenen eekenzelle nit erößerem Oberflügel, verspann- dem das Fahr- bzw. Schwimmwerk befestigt wird und der leicht aus- t Siestalielte app N-Stiele, Verspannung in zwei Ebenen. Zwei wechselbar ist. Die Stummel sind durch je einen N-Stiel mit der Trag- er SU ’ on. | - fläc rbunden | | | \versteifung aus Stahlrohr, Quer äche ve Kastenholme Bau Spruch, ect Stoftbespannung. Der viereckige Rumpf enthält vorn den Führerraum mit zwei ruder in Holzbau, f mit zwei offenen, hintereinanderliegenden Sitzen, nebeneinanderliegenden Sitzen, anschließend einen großen Frachtraum, V R tahlrohrrump den Sitzen Duralbeplankung, dahinter Stoff- der jedoch auch mit 8—10 Fluggastsitzen versehen werden kann. order | ‚in Cannes (Frank- Idoppeldecker R 82 der Firma Romano in r reich) tallt eine? Weiterentwicklung des im „Flugsport“ 1936 auf N nung Leitwerk Stahlrohrgerüst, Metallrippen und Stoffbespannung. espan uyar ’ Höhen- Höhenflosse durch V-Streben nach unten abgefangen. Beide Ruder mit k mit Duraluminnase, Flöhen e gelang a a enit a ahoafangen. Kielflosse verspannt. Sei- im Fluge verstellbaren Trimmklappen versehen. it Trimmklappe. . . a kahrwerk mit nach halber Rumpfhöhe geführten Messier- ä . Bremsbare Räder, Spornrolle. a ne Sternmotor Salmson „9 ABA“ von 280 PS oder ein anderes Muster bis zu 400 PS. NACA-Haube mit aufgesetzten Ventil- Kappen Ä Fläche 24,5 m? ite oben 10 m, unten 9,3 m, Länge 7,7 m, Fa , , Leer eat 7 61 ke (Tragwerk .. RX Rumpf 120 ot Fahrwerk 75 kg, Motor 280 kg), Rüstgewic ; negewicht it einem Motor von 350 PS 1355 kg, als Arbeitsflugzeu: re vmit bis 1520 kg), Höchstgeschwindigkeit am Boden 220 km/h, Fairchild-Frachtflugzeug „Sekani“ auf Schwimmern. Werkbild Das zweiteilige Einziehfahrwerk, dessen Räder nach hinten in den Flügelstummel hochgezogen werden und teilweise verschwinden, kann durch Gleitkufen oder Schwimmer ersetzt werden. Triebwerk: Zwei Wasp-Junior-Sternmotoren von je 400 PS vor dem Flügel. Automatische Verstellpropeller. Spannweite 17,2 m, Länge 11,9 m, Höhe 3,6 m, Fläche 41,8 m?, Leergewicht 2270 kg (als Wasserflugzeug 2650 kg), Fluggewicht 3925 (4270) kg, Flächenbelastung 96 kg/m?, Leistungsbelastung 5,4 ke/ PS, Höchstgeschw. in 1500 m Höhe 307 (290) km/h, Reisegeschw. mit 75°/o der Volleistung in 2100 m 291 (272) km/h, Landegeschw. mit ausgeschlagenen Klappen rd. 90 km/h, Steiggeschw. in 1500 m Höhe 6,9 (5,35 m/sec, praktische Gipfelhöhe 6800 (5800) m, Gipfelhöhe mit einem Motor bei 3630 kg Fluggewicht 2550 (2150) m. Verkehrsflugzeug Timm „T-840“. Die Timm Aircraft Company in Glendale, Kalifornien, hat vor einiger Zeit einen zweimotorigen Hochdecker herausgebracht, der im Aussehen an den Tugan „Gannet“ (vgl. „Flugsport“ 1936, S. 37, 100) erinnert. Romano-Schuldoppeldecker R 82“ Werkbilder Freitragender Trapezflügel mit abgerundeten Enden. Zwei Kasten- omano+ ” j nn Seite 334 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Werkbild Verkehrsflugzeug Timm ,„T-840“. holme aus lamelliertem Spruce, Stahldrahtdiagonalen. Mittleres Flügel- stick zwischen Rumpf und Motoren mit Dural beplankt, außen Stofi- bespannung. Von den Motoren aus zwei parallele Streben nach den Rumpfunterkanten, Flügelwurzel in der Dicke stark verjüngt. Nasen- 5 ü und Landeklappen. ae eher Stahlrohrrumpf, Vorderteil blechbeplankt, dahinter Stoffbespannung. Geschlossener Führerraum mit zwei nebeneinander- liegenden Sitzen. Dahinter, unter dem Flügel Kabine für 8-10 Flug- gäste, Schallschluckende Auskleidung, Heizung, Belüftung. Freitragendes Leitwerk, Stahlrohrgerippe mit Stofibespannung. Geteiltes Dreibeinfahrwerk mit nach den Motoren geführten Stoß- dämpferstreben. Verkleidete, in Gabeln gelagerte Räder. Oeldruck- bremsen. Halb verkleidetes Bugrad. Triebwerk: Zwei Sternmotoren zu beiden Seiten des Rumpfies vor dem Flügel. (Wright „Whirlwind“ von je 420 PS oder Wasp Jr. von je 400 PS. NACA-Hauben, zweiflügelige Verstellpropeller. , Spannweite 16,3 m, Länge 12,1 m, Höhe 4,3 m, Fläche 42,7 m”, Ben 2525 ke, Fluggewicht 3550 kg, Flächenbelastung 83 kg/m’, Höchstgeschwindigkeit am Boden 328 (315) km/h, Höchstgeschw. in Gleichdruckhöhe 333 (338) km/h, Reisegeschw. bei 75%o der, Voll- leistung 308 km/h in 1600 m Höhe (315 km/h in 2900 m), bei /s der Volleistung 300 km/h, Landegeschw. 96 km/h, Startzeit 10 sec, Anlauf 120 m, Auslauf 115 m, Steiggeschw. am Boden 8,9 (8,5) m/sec, Steig- zeit auf 3000 m 7,5 (7,3) min, absolute Gipfelhöhe 8000 (8200) m, mit einem Motor 4300 (4600) m, Reichweite bei Höchstgeschw. 800 (870) km/h, bei ?/s Leistung 1270 (1340) km, Brennstoffvorrat 850 1. Frachtflugzeug „Fleet Freighter“. Entsprechend den Verkehrsbedürfnissen der nördlichen ‚Gebiete von Kanada ist bei dem Doppeldecker der Fleet Aircraft, Ltd., in erster Linie Rücksicht auf die Beförderung ungewöhnlicher und sperriger Frachtstücke genommen. Der Rumpf weist außer einer großen Ein- steigtür auf der rechten Seite noch eine Klappe im Rumpfboden auf, durch die große Gegenstände mühelos eingeladen werden können. Der geräumig gehaltene Rumpf bietet bei Bedarf 12—14 Fluggästen Raum. Das Tragwerk ist zweiholmig ausgeführt, der Oberflügel sitzt auf dem Rumpfrücken direkt auf, während der Unterflügel vom Rumpf aus zunächst nach unten, dann nach oben gezogen ist. Von Rumpf- unterkante laufen zwei parallele Streben nach den seitlich selager- ten Motoren, von dort aus gehen N-Stiele nach dem Knick im Unter- fligel und Druckstreben nach dem äußeren N-Stiel. Das freitragend ausgeführte Leitwerk besteht aus einer hoch- Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 335 liegenden Höhenflosse und zwei darübergesetzten End- scheiben-Seitenleitwerken. Fahrwerk, Gleitkufen oder Schwimmer werden am Knick des Unterflügels befestigt, wodurch sich ein I 7 _ IT ZN i\ Sea de einfacher Zusammenbau er- __ N] gibt. Der Abstand des Unterflügels vom Wasser Z7 = erscheint allerdings recht HT— lu. ; n gering. | Triebwerk: Zwei Stern- A > motoren Jacobs „L-5“ von je 285/300 PS zu beiden u Seiten des Rumpfes ‘im u Oberflügel. Schraubenachse in Höhe der Profilsehne. \ ) NACA-Hauben. “ N Spannweite 13,7 m, Länge 10,9 m, Höhe 4 m, Fläche 49 m?, Flug- gewicht 3630 kg, Flächenbelastung 74 kg/m?, Leistungsbelastung 6,05 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 208 km/h. Reichweite normal 480 km. Amerikanische Kleinflugmotoren. Der verhältnismäßig große Umfang der Privatfliegerei in den Ver- einigten Staaten bringt es mit sich, daß eine Reihe von Firmen den Bau von Motoren in der Leistungsklasse zwischen 30 und 60 PS auf- genommen haben. Die seit Jahren bekannten Baumuster, meist im Viertakt arbeitende Doppelboxer, sind weiterentwickelt worden und kommen in diesem Jahre durchweg mit etwas erhöhter Leistung auf den Markt. Daneben sind auch noch einige Neukonstruktionen auf- getaucht, die im wesentlichen den gleichen Baugrundsätzen folgen. Unter den verbesserten älteren Konstruktionen sind die drei Aeronca-Zweizylinder zu erwähnen, die bei praktisch gleichen Ab- messungen mit 40, 42 und 45 PS Nennleistung geliefert werden. Die beiden Zylinder sind gegenüberliegend angeordnet und besitzen zu- sammen 1,86 1 Hubraum. Hängende Ventile, Leichtmetallköpfe, mit eng sitzenden Schrauben an den geschmiedeten Stahlzylindern be- festigt. Kurbelwelle mit gehärteten Zapfen, in Wälzlagern gehalten. Leichtmetallkurbelgehäuse mit Kühl- und Versteifungsrippen. Ge- schmiedete Stahlpleuel von I-Querschnitt, Gleitlager und Bronze- büchse. Drei Kolbenringe. Stromberg-Vergaser und Boschzünder. Die zweite Ausführung unterscheidet sich hiervon nur durch die Frachtflugzeu g Fleet. Zeichnung: Aviation OTTO ° ol © — N 5 vr] 5 (OBERE) oo AO ° X Ö N ) n Q, Continental-Motor „A-50“. ABER Zeichnung: Aero Digest Seite 336 „FLUGSPORT"“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Anwendung von Doppelzündung, während das dritte Muster einen anderen Ventilantrieb und automatische Stößelschmierung besitzt. Bohrung 108 mm, Hub 102 mm, Verdichtung 1:5,4, Brennstoff: 73 Oktan, Gewicht 57 kg. Brennstoffverbrauch im Reiseflug 13,5 \/h. Der Vierzylinder Continental-„A-50“ stellt eine Verbesserung des bekannten „A-40“ dar. Die Leistung beträgt 50 PS bei 1900 U/min. Auch dieser Motor wird in drei Ausführungen geliefert, einmal mit einem Magnet, einmal mit zwei Magneten und das dritte Mal mit Bat- teriezündung und reichlicherem Zubehör. Der Aufbau ist der gleiche wie beim „A-40“ geblieben. Bohrung 98 mm, Hub 92 mm, Gesamthubraum 2,8 I, Verdichtung 1:5,4, Gewicht 68 kg, Länge 780 mm, Breite 970 mm, Höhe 580 mm, Brennstoff: mindestens 65 Oktan, besser 70 Oktan, Verbrauch bei Vollgas 20,5 l/h, bei 15°0. Drehzahldrosselung 12,5 V/h. Der von der Aircooled Motors Corporation in Syracuse, N. Y,, herausgebrachte und von Ingenieuren einer früheren Automobilfirma entwickelte Motor Franklin „AC-150“ besitzt gleichfalls vier Zylinder. Die Nennleistung beträgt 50 PS bei 2400 U/min. Die Zylinder sind einzeln aus Leichtmetall gegossen und mit einer Niresist-Laufbüchse versehen. Ventilsitze und Auspuffkanal ebenfalls Niresist: Die beiden Ventile sind in einem am Zylinder angegossenen Gehäuse untergebracht und gegeneinander gestaffelt, um eine bessere Kühlung zu erzielen. Der hintere Propellerflansch ist mit der vierfach gekröpften Kurbelwelle aus einem Stück hergestellt, Leichtmetall- kolben, Stahlpleuel mit Gleitlagern. Scintilla-Magnet und Stromberg- Vergaser. Bohrung 92 mm, Hub 92 mm, Hubraum 2,5 1, Verdichtung 1:65, Gewicht mit einfacher Zündung 70 kg, Brennstoff 70 Oktan, größte Breite 880 mm, Länge 700 mm, Höhe 480 mm. | Den Vierzylinder von Lycoming, dessen Nennleistung ebenfalls 50 PS beträgt, haben wir bereits auf S. 207 dieses Jahrganges aus- führlich besprochen, so daß sich ein näheres Eingehen darauf an die- ser Stelle erübrigt. Als Neukonstruktion ist das Muster Menasco „M-50“, ebenfalls ein Doppelboxer, anzusprechen. Charakteristisch ist das einteilige Leichtmetall-Kurbelgehäuse mit angegossenem Saugkanälen. Kurbelwelle dreifach gekröpft, je zwei Zylinder in einem Stück gegossen, Stehende Ventile, Stahlpleuel mit Gleitlagern, Topfkolben aus Leichtmetall. Ein Scintilla-Magnet. Stromberg-Vergaser. Bohrung 89 mm, Hub 95 mm, Hubraum 2,4 1, Nennleistung 50 PS bei 2500 U/min, Verdichtung 1:5,25, Brennstoffverbrauch 295 g/PSh, Gewicht 72,5 kg, Breite 720 mm, Länge 720 mm, Höhe 540 mm. Franklin-Motor „AC-150“. Zeichnung: Nr. 13/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT“ Seite 337 Neue amerikanische Kleinflugmotoren. Links oben: Menasco „M-50“,. Rechts oben: Franklin „AC-150“. Links unten: Continental „A-50“. Rechts unten: Aeronca 45 PS. Bilder: Aviation u. Aero Digest Wasserwirbelbremsen für Leistungsmessungen. Unter den drei gebräuchlichen Arten der Leistungsmessung nimmt die von Junkers entwickelte Wasserwirbelbremse für eroße Leistun- gen wegen der gegenüber Luftbremsen einfacheren Regelmöglich- keit und wegen des gegenüber elektrischen Anlagen geringeren An- schaffungspreises eine bevorzugte Stellung ein. Insbesondere sind mit ihr auch hohe Leistungen bei niedrigen Drehzahlen ohne übermäßig große Abmessungen zu beherrschen. Obwohl die Arbeitsweise der Junkersbremse allgemein bekannt ist, soll sie noch. einmal kurz erläutert werden. Eine mit radial an- geordneten Vierkanteisen gespickte Trommel dreht sich in einem Gehäuse, an dessen zylindrischer Wand, nach innen gerichtet, eben- falls Vierkantstäbe sitzen. Zwischen je zwei solchen Sternen auf der Trommel kommt eine Reihe von am Gehäuse festen Stäben zu liegen. Füllt man den Zwischenraum nun mit Wasser aus, so entsteht eine kräftige Wirbelung, wobei Ener- gie in Wärme umgesetzt wird. Je nach dem Füllungsgrad des Gehäuses mit Wasser ist das entstehende Bremsdrehmoment Prinzip der Wasserwirbelbremse nach Junkers. a. Wasserzulauf, b. Ablauf, /a\ c. Pendelrahmen. | Zeichnung: Famo 79797777277 verschieden groß. Es wird an einem um die Antriebsachse drehbar gelagerten Ausleger des Gehäuses mit einer Pendel-, Feder- oder mit Aufsetzgewichten arbeitenden Waage gemessen. BE Seite 338 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Wasserwirbelbremse Bauart Junkers der FAMO G. m. b. H. mit Pendelwaage. Werkbild Famo Das Wasser fließt bei a (in der Skizze) durch einen gut regel- baren Hahn zu und tritt bei b wieder aus. Aus der durchfließenden Wassermenge und der Temperaturzunahme kann die Bremsleistung, von Strahlungsverlusten abgesehen, ebenfalls bestimmt werden. Bei gleichbleibender Stellung des Zuflußhahnes a nimmt die Lei- stungsaufnahme der Bremse mit der dritten Potenz der Drehzahl zu. Die Stabilität des Bremszustandes ist also bei Verbrennungsmotoren mit der üblichen Drehmomentencharakteristik im allgemeinen ge- nügend groß. Um Drehzahlschwankungen infolge Leistungsänderungen des Motors zu verhindern (bei Dauerläufen), kann der Zulauftrichter am Gehäuse mit einer Scheidewand ausgeführt werden, die einen Teil des Strahles seitlich direkt ablaufen läßt. Steigt nun das Drehmoment, weil beispielsweise der. Motor an Drehzahl aufholt, so bewegt sich die Schneide in dem Sinne, daß mehr Wasser in die Bremse fließt, das Moment steigt und infolgedessen die Drehzahl wieder sinkt. Die Leistungsbestimmung erfolgt in der üblichen Weise durch Multiplizieren der Drehzahl mit dem Drehmoment unter Hinzunahme einer Konstanten. Der Einfachheit halber wird das Drehmoment meist in 716 mm Abstand von der Drehachse gemessen. Hierbei wird N in PS sleich Drehzahl in Ulmin mal Auflagekraft in kg, dividiert durch 1000. Das Abwiegen des Drehmomentes erfolgt meist durch ein Pen- delgewicht, das für beide Drehrichtungen verwendbar ist. Für be- sondere Ansprüche wird die Bremse auch mit einer Drehmoment- Leuchtbildwaage ausgerüstet. Gegebenenfalls können auch Schreib- geräte für Drehzahl und Drehmoment angebracht werden. Zur Er- zielung gleichbleibender Zuflußmenge bei schwankendem Leitungs- druck wird der Bremse ein offener Behälter mit Spiegelregulierung durch einen Schwimmer vorgeschaltet. Neben der üblichen mehrreihigen Bremse für relativ hohe Mo- mente bei niedrigen Drehzahlen gelangen auch Sonderbauarten für extrem hohe Drehzahlen zur Anwendung, die teilweise ohne beson- Nr. 13/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 339 Sonder- ausführung einer Wasser- bremse für Flusmotoren. Der Läufer sitzt fest auf der Propelier- welle eines Dieselflugmotor Jumo 205, das Gehäuse ist gegen Drehung nach dem Boden abgestützt. Werkbild Famo deres Fundament ausgeführt werden und direkt auf die Motorwelle vsehängt werden können. Die Bremsen werden von Junkers und in Lizenz von der Fahr- zeug- und Motorenwerke G. m. b. H., Breslau, hergestellt. FKFS-Luftwirbelbremse. Vom Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugsmotoren an der Technischen Hochschule Stuttgart wurde eine Luftwirbelbremse entwickelt, bei der während des Betriebes die Anstellung der Blätter seändert werden kann. Damit wird das Arbeiten auf dem Prüfstand be- deutend erleichtert, da der gesamte Leistungs- und Drehzahlbereich des Motors ohne Unterbrechung des Laufes vermessen werden kann. Ansicht der Verstellschraube von der Bedienungsseite aus. Bild: FKFS Seite 340 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Seitenansicht des Pendelprüfstandes mit einem Vierzylinder-Reihenmotor. Rechts erkennt man ein Lager .des Pendelrahmens, darüber sitzt das Gegen- gewicht zum Austarieren des Motorgewichtes. = Bild und Zeichnung: FKFS ei Schnitt durch die Verstellschraube | mit der Zwischen- welle. Die Bremsanlage besteht aus einer etwa Im langen Zwischenwelle mit elastischer Kupplung und der in zwei kräftigen Rollenlagern ge- haltenen Verstellschraube. Die Steigung der breiten, unverwundenen Bremsblätter wird durch Verschieben einer Zahnstange, die innerhalb der Welle liegt und auf zwei Stirnradsegmente arbeitet, mittels einer Handspindel eingestellt. Die Leistungsmessung geschieht durch Bestimmung des Rück- drehmomentes am Motor oder durch Ablesung aus den Eichkurven für die verschiederien Blattstellungen der Schraube. Die Abmessungen der Bremsblätter sind so gehalten, daß im normalen Betriebsbereich (bis zu 100 PS bei 2500 U/min) genügend kleine Anstellwinkel vor- handen sind, die gute Kühlwirkung ergeben. Bei flüssigkeitsgekühlten Motoren die keine besondere Kühlung beanspruchen, kann die Brems- wirkung auf das 2- bis 3fache gesteigert werden. Thomson-Houston-Luftpresser. Die von der British Thomson-Houston Co, in Coventry her- gestellten Kleinkompressoren finden in englischen Verkehrs- und Mili- tärflugzeugen weitgehende Verwendung. Infolge des einfachen Auf- 72: Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 341 baues werden sie von zahlreichen Motorenfirmen als Hilfsaggregat eingebaut. Charakteristisch ist die pleuellose Bauweise mit einem Gleitstein zwischen Kolben und Kurbelwelle. Die Kompressoren arbeiten mit Kurbelgehäusevorkompression. Die Luft tritt durch das automatische Ventil B in das Gehäuse ein, wird dort beim Niedergang des Kolbens verdichtet und strömt im unteren Totpunkt durch einen Ueberström- schlitz C im Zylinder D nach oben. Beim Verdichtungshub wird sie durch das Rückschlag-Kugelventil E, das in dem Hauptventil F unter- gebracht ist, in den Luftbehälter gedrückt. Sobald in diesem der der Vorspannung des Ventils F entsprechende Druck erreicht ist, öffnet EN 2 GEN A Aa __. | zz N LER 74, gZ } = NSS : a . g R L Ju 5 z . nn Be Me Ka Br 4. ; 6 iR 4 4 2; 2 ; Al ; B 4 PEZZIIET A S u TEREENETSGGUARLE N 2 NN VODPZZA ZZ wart, D K KA-SISSN "2:77 09% H u BI Thomson-Houston-Luftpresser. Zeichnung und Bild: Aircraft Engineering sich F und die verdichtete Luft strömt bei jedem Hub durch die Ka- näle G und H in das Kurbelgehäuse zurück. Die geförderte Luft wird durch einen Oelbehälter gedrückt, so daß nach Erreichen des vor- gesehenen Druckes Oel durch die Förderleitung zurück bis zum Kugel- ventil E gedrückt wird, das damit einwandfrei dichtet. Der Kompres- sor wird in zwei Ausführungen geliefert, als Einzylinder mit 10,4 Liter angesaugter Luftmenge je Minute bei 1200 U/min und als Zweizylin- der mit der doppelten Fördermenge. Das Gewicht beträgt 2 bzw. 4 kg. Bei einem Behälterdruck von 14 atü verbraucht der Einzylinder 0,175 PS. Ein Normaltank von 6,5 I Inhalt wird in 10 Minuten von atmosphärischem Druck auf 14 atü gebracht. Fe — un nu AMARISE Handstanze mit Preßluftantrieb wird von Desoutter Bros., Ltd. The Hyde, Hendon (England) auf den Markt gebracht. Die Gegenhalteplatte ist durch einen Zapfen von stromlinienförmigem . Querschnitt mit dem Hauptkörper verbunden. An diesem Zapfen wird der Stempel von sichelförmigem Querschnitt entlang ge- führt. Das Werkzeug kann an jeder Stelle angesetzt oder durch ein Loch von 25 mm Durchmesser eingeführt werden. Durch die sichelförmige Gestalt der aus- eestanzten Teile entsteht ein sauberer Schnitt. Der Vorschub je Hub beträgt 1,25 mm. Die Schnittgeschwindigkeit ist rd. 3 m/min. Mit dem Werkzeug können Seite 342 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Handstanze von Desoutter, rechts beim Ausschneiden eines Loches in der Mitte Zeichnung: Flisht einer Blechtafel. Bild: The Aeroplane beliebige Kurven geschnitten werden, der kleinste Halbmesser liegt bei 25 mm. Für das Ausschneiden von Kreisen kann ein verstellbarer Lenker angesetzt wer- den, der in einem Loch in der Mitte der auszuschneidenden Scheibe zentriert ist. Wissenschaftl. Segelilug-Tagung der internationalen Studienkommission für motorlosen Flug (Istus). (Fortsetzung v. S. 321.) Eric Nicola, Direktor der Physico-meteorologischen Station auf dem Rochers- de-Naye, über das alpine aerologische Lager auf dem Rochers-de-Naye. Der Redner wies auf das große wissenschaftliche Interesse für den Segelflug und die Luftfahrt im allgemeinen hin und auf den Umstand, daß diese For- schungen sowohl für die Hydrologie, die alpine Landwirtschaft, als auch für den Fremdenverkehr und die Wettervoraussage in den Bergen wichtig ist. Die bessere Kenntnis der noch wenig bekannten Gesetze der Aerologie und der alpinen Meteorologie ist für alle wichtig. Die Einrichtung solcher Beobachtungs- lager hat sich im Interesse der Erreichung sicherer Resultate als außerordentlich zweckmäßig erwiesen, um so melir als sich die Jugend für alle auftretenden Fragen stark interessiert und es mit ihrer Unterstützung möglich ist, eine große Zahl von Mitarbeitern zu gewinnen, die behilflich sind bei der Aufstellung von Beobachtungsposten, die während ein bis zwei Wochen gleichzeitig funktionieren, um die atmosphärischen Phänomene der Alpen zu erforschen. Im Lager auf dem Rochers-de-Naye haben 200 Jugendliche mitgearbeitet, und es hat sich gezeigt, daß sich in moralischer und praktischer Hinsicht eine solche Unternehmung sehr günstig auswirkt, weil sie der Jugend eine bessere Kenntnis der Naturgesetze vermittelt. Im vorigen Jahr wurden die Versuche hauptsächlich mit Pilot-Bal- lonets durchgeführt, um den Wert der Ascendenzen im (Gebirge festzustellen. Die Messungsresultate scheinen die Möglichkeit erbracht zu haben, mit den Segelflugzeugen viel größere Höhen zu erreichen, als man sie bisher in Betracht gezogen hat. Am Schluß zeigte der Vortragende einen sehr interessanten Pro- pagandafilm über die wissenschaftliche Assistententätigkeit der schweizerischen Pfadfinder auf den Arbeiten “der Physico-metereologischen Station auf dem Rochers-de-Naye über Montreux. Dr. Schwabl, Wien, über alpine Strömungsforschung auf Grund von Beob- achtungen und Messungen des alpinen Feldwetterdienstes im Kriege. Nach- stehend ein kurzer Auszug seiner interessanten Ausführungen: „In der alpinen Strömungsforschung sind noch eine ganze Reihe von Problemen, die auch für den praktischen Segelflug Bedeutung haben, ungelöst. Dazu gehören vor allem Fragen, die die verschiedenen lokalen, tagesperiodischen Strömungen betreffen. Das Beobachtungsmaterial des Österreichischen alpinen Feldwetterdienstes im Nr. 13/1938, Bd. 30 „" LUGSPORT“ Seite 343 Kriege gibt durch seine Eigenart eine neue Möglichkeit, auf diesem Forschungs- gebiet einen Schritt weiterzugehen. Der Umstand, daß nahezu kontinuierliche Beobachtungen an verschiedenen hohen und exponierten, aber doch nahe beiein- ander gelegenen Stellen vorliegen, macht ein ziemlich genaues Studium des lokalen Störungssystems und seines täglichen Ablaufs möglich. Als engeres Ge- biet wurde die Gegend um Trient in Betracht gezogen. Eine Untersuchung über die Bedingungen der Entstehung des lokalen Windsystems und der vorkommen- den Störungen schließt die Arbeit ab.“ Dr. Kochanski, Lwow, über „Die Segelilugkarte Polens“. Er machte nähere Angaben über eine vom Segelfluginstitut in Lwow herausgegebene, vorläufige Segelflugkarte des polnischen Landes, welche dem Piloten die Möglichkeit gibt, vor einem geplanten Flug über die technischen, thermischen und geographischen Bedingungen der verschiedenen Gebiete sich zu orientieren. Außerdem enthält die Karte die allgemein üblichen Eintragungen einer Luftverkehrskarte. Wenn diese erste Karte vorerst auch nur auf Untersuchungen von 4 Jahren basiert und nur für 6 Sommermonate ausgearbeitet werden konnte, also noch nicht alle An- sprüche auf absolute Vollständigkeit erhebt, so ist zu sagen, daß die Erfahrungen sich von Jahr zu Jahr vergrößern, so daß in absehbarer Zeit mit einer durchaus zuverlässigen Karte gerechnet werden kann. Dr. H. Schütte, Darmstadt, über „Segelflug in aller Welt“. Er führte folgen- des aus: „Die größten Leistungen im Segelflug konzentrieren. sich im wesent- lichen auf die europäischen Länder, obwohl in Europa keineswegs die günstig- sten Voraussetzungen für den Segelflug vorliegen. Weit günstigere Verhältnisse sind sowohl in den Tropen als auch in den Gebieten um den Polarkreis anzu- treffen, deren segelfliegerische Erschließung zwar im Augenblick noch auf ge- wisse Hindernisse, hauptsächlich verkehrstechnischer Art, stößt, die aber durch- aus in nicht zu ferner Zukunft im Bereich des Möglichen liegt. Ein wesentlicher Faktor für die Erschließung eines Gebietes für den Segelflug ist auch die Ein- stellung der dort wohnenden Menschen zum Segelflug. Die in den gemäßigten Zonen der Erde lebende Bevölkerung scheint die günstigsten Eigenschaften für eine Betätigung auf dem Gebiete des Segelfluges zu besitzen.“ Prof. Amstutz, Schweiz, über „Einige Betrachtungen über die Steifigkeit von Flugzeugteilen“. Nachstehend aus seinem Vortrag ein kleiner Auszug: „Der Flug- zeugkonstrukteur ist für die Ausbildung der Elemente, die dem Flugzeug seine Festigkeit geben sollen, an bestimmte äußere Formen gebunden, die nach aerody- namischen Gesichtspunkten festgelegt werden. Für die Erfüllung der Forderung großer Festigkeit und Steifigkeit bei geringstem Gewicht sind diese Form- bedingungen sehr unbequem. Der Zwang zur Unterordnung bringt den Nachteil höheren Gewichts, der häufig durch aerodynamische Vorteile wettzumachen ist. Es bleibt aber der Nachteil verhältnismäßig großer Deformationen. Große Flügel- durchbiegungen sind im allgemeinen unbedenklich. Sehr ungünstig wäre aber eine starke Verdrehung der Flügel im Fluge. Ihre Nachteile wurden besprochen und einige Gesichtspunkte für die Ausbildung verdrehsteifer Flügel beigefügt.“ Dr. varı der Maas, Amsterdam, über „Flugeigenschaften“. Er äußerte sich wie folgt: „Die Messung der Flugeigenschaften hat noch nicht die Höhe .der Messung der Flugleistungen erreicht und geht immer noch von subiektiven Be- obachtungen der Flieger aus, insbesondere im Segelflug. Als „Flugeigenschaften“ bezeichnen wir die Stabilität und die Steuerbarkeit. Aus den allgemeinen Stabili- tätsbedingungen der Mechanik kann man die Längsstabilitätsbedingungen (Stabi- lität symmetrischen Störungen gegenüber) und die Quer- und Seitenstabilitäts- bedingungen (asymmetrische Störungen) ableiten. Im allgemeinen betrachten wir alle diese Bedingungen bei festgehaltenen Rudern. Es wird dann im einzelnen der Fall der Längsstabilität betrachtet. Anknüpfend wird festgestellt, daß die Steuerkräfte mit dem Höhenruderausschlag wachsen sollen, und zwar linear oder logarithmisch. Das Prinzipielle ist iedoch der Steuerstand, der sowohl für den Flieger instinktiv fühlbar, als auch am besten meßhar ist. Der Einfluß der Schwerpunktverschiebung wird erwähnt, ebenso die Notwendigkeit nicht nur der statischen, sondern auch der dynamischen Stabilität. Es wurde dann aus- führlich die Roll-, Richtungs- und Spiralstabilität besprochen, d. h. die Tendenz eines stabilen Flugzeugs, sich beim Schieben in die nötige Querneigung zu legen, oder aber die Nase auszurichten (Roll- und Richtungsstabil.), ferner aus einer Seite 344 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 unwillkürlich begonnenen, korrekten Kurve, in den symmetrischen Flug zurück- zukehren (Spiralstabilität). Die Steuerbarkeit wird bestimmt von der Wendigkeit und den Steuer- kräften, die aber beim Segelflugzeug im allgemeinen vernachlässigbar sind. Die Wendigkeit kann man unterteilen in die Anfangswendigkeit und die stationäre Wendigkeit oder Wendigkeit im Manöver. Während die stationäre Wendigkeit der Vermessung ohne weiteres zugängig ist, liegen bisher Angaben über die An- fangswendigkeit kaum vor. Vermessungen dieser Art können recht gut mit Hilfe kinematographischer Registrierungen durchgeführt werden. In Holland sind jetzt die Vermessungen der einfachen Flugfiguren in Angriff genommen worden, so z. B. die korrekt geflogene Kurve. Es müssen aber vor allem die kinemato- graphische Registrierung, sowie alle Anzeigeinstrumente verbessert werden.“ Dr. Höhndorf Darmstadt, über „Vorgänge in der bodennahen Schicht bei der Ablösung thermischer Aufiwinde“. Es wurden Temperaturmessungen der bodennahen Luftschichten mittels Widerstandsthermometern, die in 1, 5, 10, 14 und 20 m Höhe befestigt waren, durchgeführt. Die Strömungen wurden außer- dem durch Oelrauch sichtbar gemacht. Die Temperaturunterschiede und die Tem- peratur-Unruhe sind bei voller Einstrahlung und windruhigem Wetter am größten und nehmen bei zunehmendem Winde und zunehmender Beschattung rasch ab. Die zugehörigen Kurven laufen im großen und ganzen parallel, es treten aber auch plötzliche Veränderungen an einem Themometer auf, die bei den andern fehlen. Der Oelrauch, dessen Eigenbewegung der Luft gegenüber übrigens recht gering war, wurde beobachtet und seine Bewegung mittels Beschreibungen und Zeitmarken an den Thermographen festgelegt. Bei Windstille traten oft Spiralen auf; die davon berührten Thermonieter zeigten dann starke Erwärmungen an. Plötzlich unterlief der Rauch dann die aufsteigende Säule, und formte in einiger Entfernung andere Vertikalspiralen. Diese Böen folgten einander in 15 bis 30” Abstand, aus den verschiedensten Richtungen; bei größerer Windstärke wurden die Richtungsschwankungen der Bodenböen kleiner. Diese Miniatur-Kaltluftein- brüche treten häufig beim Nahen eines dichten Cu-Schattens auf. Durch Beob- achtung der oberen Thermometer und des inneren Gefüges des Rauches wurde festgestellt, daß diese Kaltlufteinbrüche oft nicht bis zum Boden dringen, sondern in der Mischungsschicht aufgezehrt werden. Beim Durchfallen bis zum Boden dagegen löst die Kaltluftbö das Aufsteigen der Warmluft aus und läuft sich dann später selbst tot. Abschließend kann gesagt werden, daß: l. bei gleich guter Einstrahlung die Ablösung bei stärkerem Wind, und 2. bei gleich starkem Wind die Ablösung bei besserer Einstrahlung häufiger auftritt. Die Auslösung thermischer Aufwinde durch das Segelflugzeug selbst ist über der Ebene wohl nicht möglich, da ja nach der Auslösung die bisher ruhende Luft erst in Bewegung geraten muß: am Hang dagegen liegen die Verhältnisse besser, da ja sowieso die Warmluft hangaufwärts fließt. Ing. C. Silva, Cantu, über „Die Muskelflugstudien in Italien“: „Der Muskel- flug ist besonders in Italien und Deutschland erforscht worden. Man darf nicht Segelflug und Muskelflug durcheinanderbringen. Die heutigen Segelflugzeuge, aerodynamisch hervorragend, aber schwer, eignen sich nicht für den Muskelflug. Man darf sich da nicht irre machen lassen. Bossi und Bonomi entwarfen das Muskelflugzeug „Pedaliante‘“, nachdeıin Bossi abschließende Versuche mit einer langsamtourigen Luftschraube angestellt hatte, mit der er mit einem Fahrrad ein normales Gleitflugzeug schleppte. Als Flügelschnitt wurde das NACA 0012 FI-Profil gewählt. Technische Daten des Hochdeckers Pedaliante: Spannweite 17 m, Tragfläche 21,6 m’, Seitenverhältnis 13,4. Dreiteiliger, einholmiger Flügel; das Mittelteil trägt zwei Propeller. Flügel- gewicht 45 kg, d. h. 2 kg/m”. Gewicht des ovalen Rumpfes einschließlich der Leitwerke und Kraftübertragungen 36 kg. Die drei Leitwerke werden alle durch einen mit einem Steuerrad versehenen Knüppel bedient. Die Kraftübertragung erfolgt mittels normaler Fahrradpedale, Ketten- und Konusrädergetriebe auf die zwei Propeller. Der Pilot sitzt unter dem Flügel. Das Höhenleitwerk hat daher kein symmetrisches Profil, sondern ein NACA M 6. Als Fahrgestell dient ein zentrales Einrad. Da das Flügelprofil keine Querruder zuläßt, wurden zunächst Störklappen angewendet, die aber nicht befriedigten. Bessere Ergebnisse wurden mit zwei kleinen, über den Flügelspitzen befindlichen Hilfsflügeln erzielt, deren Anstellwinkel mittels des Steuerrades verändert wird. Das Querstabilitätsproblem [TPATENTSAMMLUNG 58 des N I BandVil Nr. 22 m Inhalt: 660 206, 207, 327, 417, 792. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb (Gr. 3—24). b Aos Pat. 660 792 v. 15. 4. 36, veröff. 2. 6. 38. Phiroze Pestonii Nazir, Mar- low, Byileet, Surrey, England. Fester Flng- gengflügel mit am hinteren Ende angeordneter Platte oder Klappe. Die Erfindung bezieht sich auf feste Flugzeug- flügel, die zur Verbesserung verschiedener Flugeigen- schaften, insbesondere zur Erzeugung einer möglichst starken Hubkraft, im hinteren Teil mit einer nach unten und hinten aus dem Flügelprofil heraus beweg- baren Platte oder Klappe versehen sind, welche einen zwischen festen Teilen des Flügels liegenden Schlitz öffnet, wenn sie aus dem Flügel herausbewegt wird. Es ist dus Ziel der Erfindung, diese an sich be- kannten Flügelausführungen zu verbessern, insbeson- dere um auch ‚mit der genannten Platte oder Klappe eine Bremsung herbeiführen und damit die Landege- schwindigkeit verringern zu Können. Zu diesem Zweck soll die Platte oder Klappe so ausgebildet sein, dal sie nicht nur, wie bekannt, nach unten, sondern auch nach oben aus dem Flügelprofil herausbewegt werden kann, wobei aber vorzugsweise der Schlitz im ?lügel nicht geöffnet werden soll. Hierfür sind verschiedene Ausführungen und An- ordnungen möglich, von denen einige in den bei- liegenden Zeichnungen veranschaulicht sind. Es ist dabei nicht notwendig, daß die aus dem Flügelprofil herauszubewegende Platte oder Klappe selbst das Oeffnen und Schließen des Schlitzes besorgt, vielmehr können dafür besondere Organe dienen, die mit der Platte oder Klappe in zwangsläufiger Verbindung stehen. Die Zeichnungen zeigen die verschiedenen Bei- ‚spiele in schematischen Querschnitten der für das Verständnis der Erfindung allein erforderlichen hinte- ren Flügelenden. Patentansprüche: 1. Fester Flugzeugflügel mit am hinteren Ende an- geordneter, eine zusätzliche Hubkraft erzeugender Platte oder Klappe, die nach unten und hinten aus dem Flügel herausbewegt werden kann und dabei einen sonst verschlossenen, im hinteren Ende des Flügels zwischen festen Teilen liegenden Schlitz öffnet, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte oder Klappe zur Erzeugung einer Bremsung auch nach oben aus dem Schlitz herausbewegt werden kann, wobei vorzugsweise der Schlitz im Flügel aber nicht ge- öffnet wird. 43 S % 2. Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Platte oder Klappe an der Hin- terkante des Flügels angeordenet ist und mit besonde- ren drehbaren Klappen (9, 10) in zwangsläufiger Ver- bindung steht, welche je nach der Stellung der Klappe (18) den Schlitz im hinteren Flügelende öffnen oder schließen, selbst aber dauernd innerhalb des Flügel- profils bleiben. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch zekenn- zeichnet, daß die Platte (16) flach ausgebildet und in Führungen (17) angeordnet ist, welche quer zum Schlitz liegen und eine Bewegung der Platte (16) so- wohl nach oben als auch nach unten ermöglichen, wobei durch die Bewegung der Klappe nach unten heraus der Schlitz geöffnet, bei der Bewegung der Platte nach oben der Schlitz jedoch durch die Platte verschlossen ist. b 15 oı Pat. 660327 v. 3. 1. 33, veröff. 23. 5. 38. Dipl.-Ing. Paul-Eduard Köster, Berlin-Siemensstadt. Stenerung schwanzloser Fingzenge. Bei schwanzlosen Flugzeugen bedient man sich zur Längs- wie auch zur Quersteuerung im allgemei- nen der Wölbungsänderung des Tragflügels. Dabei wird die Längssteuerung entweder durch die außen- liegenden Querruderklappen mit übernommen oder durch besondere im Mittelteil des Flügels angeordnete Höhenruderklappen bewirkt. Diese Art der Steuerung bringt den schwerwiegenden Nachteil mit sich, daß entweder beim Ziehen oder beim Drücken des Flug- zeuges eine Entwindung und damit eine Instabilität des Flugzeuges eintreten kann. Durch die Erfindung wird der Uebelstand bei der- artigen Flugzeugen dadurch beseitigt, daß die \Völ- bungen der einzelnen Teile ieder Flügelseite im Bereich der einzelnen Ruderklappen derart zwangsläufig ver- stellbar sind, daß die für die Längsstabilität notwen- dige Verwindung erhalten bleibt, auch wenn Wöl- bungsänderungen zum Zwecke der Längs- und Quer- steuerung vorgenommen werden. Neben diesem Vor- teil läßt sich durch die Art der Ruderbetätigung nach der Erfindung noch eine verbesserte Steuerbarkeit da- durch erreichen, daß die Wölbungsänderungen für Fig. 1 RB Seite 94 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 22 Länes- und Quersteuerung nach verschiedenen Ge- setzen vorgenommen werden, so daß unter Wahrung der notwendigen Verbindung ein Bestwert an Wendig- keit um die Längs- und Querachse erreicht wird. Für die Längssteuerung ist es aus Gründen der Massen- verteilung über die Spannweite zweckmäßig, die größ- ten wirksamen Wölbungsänderungen im mittleren Flügelbereich vorzunehmen. Für die Quersteuerung ist es aus denselben Gründen angebracht, die größten wirksamen Wölbungsänderungen an den Flügelenden vorzunehmen. Beides kann gemäß der Erfindung da- durch erreicht werden, daß für Längssteuerung und Quersteuerung je ein besonderes Gestänge verwendet wird, dessen Uebersetzungsverhältnisse der gewünsch- ten Steuercharakteristik Rechnung tragen, wobei beide Gestänge über Differentiale derart auf die einzelnen Klappen wirken, daß Längs- und Quersteuerungsaus- schläge beliebig überlagert werden Können. Patentansprüche: 1. Steuerung schwanzloser Flugzeuge mit über die ganze Spannweite verlaufenden und in dieser Richtung mehrfach unterteilten Ruderklappen und Endscheiben- steuern, dadurch gekennzeichnet, daß die Wölbungen der einzelnen Teile jeder Flügelseite im Bereich der einzelnen Ruderklappen zwangsläufig gegeneinander verstellbar sind. 2. Steuerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Wölbung der Seitenleitwerke zwangs- läufig gegeneinander verstellbar ist. 3. Steuerung schwanzloser Flugzeuge nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anstell- winkel sämtlicher Ruder über die ganze Spannweite derart veränderlich ist, daß die wirksame Wölbungs- änderung an den Flügelenden am größten ist. 4. Steuerung schwanzloser Flugzeuge nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anstell- winkel sämtlicher Ruder über die ganze Spannweite derart veränderlich ist, daß die wirksame Wölbungs- änderung in der Mitte der Spannweite am größen ist. 5, Steuerung schwanzloser Flugzeuge nach den An- sprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß durch Verstellung ieder der einzelnen Ruderklappen über die sanze Spannweite eine Wölbungsänderung in den Grenzen der Ansprüche 3 und 4 gleichzeitig erreich- bar ist. 6. Steuerung schwanzloser Flugzeuge nach den An- sprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch eine solche Endscheibensteuerung, daß das in der Kurve außen- liegende Seitenruder zwangsläufig im Sinne kleinerer Schränkung verstellbar ist, wenn die Schränkung des innenliegenden Seitenruders durch Ruderausschlag ver- größert wird. 7. Steuerung schwanzloser Flugzeuge nach den An- sprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet daß sowohl die sich über die ganze Spannweite erstreckenden Ruderklappen als auch die Seitenruder an den Flügel- enden unter Zuhilfenahme von iedem Ruder zugehöri- gen Differentialen steuerbar sind. Schraubenilugzeuge (Gr. 25—30). b23 Pat. 660 206 v. 11. 5. 35, veröff. 02 33. 5, 38. The Cierva Autogiro Company Limited, London. Tragschranber mit einem mechanisch zu beschlennigenden oder zu verzögernden kotor. Patentansprüche: 1. Tragschrauber mit einem mechanisch zu be- schleunigenden oder zu verzögernden Rotor, dessen an einem Klappgelenk und einem schräg nach außen und oben verlaufenden Schrägzapfen angelenkte Flügel ihre Anstellung selbsttätig ihrer Abweichung von der Radialstellung anpassen, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu der Flügelgelenkverbindung ein an sich bekanntes Zuggelenk vorgesehen ist. 2. Rotor für Tragschrauber nach Anspruch 1 mit in einigen oder allen Gelenken eines Flügels vorge- sehenen Reibwiderständen, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibwiderstand des Schrägzapfens beim Ueberschreiten einer während des Fluges unter der normalen liegenden Rotorumlaufgeschwindigkeit größer als der Reibwiderstand des Zugzapfens ist, so daß der Flügel an den Schrägzapfen erhebliche Bewegun- gen nur beim Eintreten oder Verschwinden einer auf auf den Rotor ausgeübten Antriebs- oder einer Brems- kraft ausführt. 3. Rotor nach den Ansprüchen 1 oder 2 mit am Zugzapfen vorgesehenen Anschlägen, die Antriebs- und Bremsgegenkräfte aufnehmen, gekennzeichnet durch gleichartige Anschläge (40, 32%) an dem Schrägzapfen. 4. Rotor nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Schrägzapfen kegelförmig mit nach außen gerichtetem Scheitel ausgebildet und in einem Gleitlager gelagert ist. 5, Rotor nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Zugzapfen- und die Schräg- zapfenachse die Flügellängsachse in verschiedenen Ab- ständen von der Rotorachse schneiden (Fig. 1). 6. Rotor nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekenn- zeichnet durch die Vereinigung von Zug- und Schräg- zapfen in der Weise, daß die Zugzapfen- und die Schrägzapfenachse die Flügellängsachse in einem Punkt schneiden (Fig. 5). b25 Pat. 660 207 v. 13. 9. 35, veröff. 02 v. 21. 5. 38. The Cierva Autogiro Company Ltd. London. Tragschrauber mit in sich kreuzenden Ebenen schwingenden Ebenen Rotorflügeln. Es ist bekannt, die Schwingbewegungen des Flügels um das Zuggelenk mit Hilfe von Reibmitteln zu dämpfen, mit einstellbarer Größe der Reibung; die Dämpfung muß genügend groß gewählt werden, um zu große Schwingbewegungen des Flügels zu vermeiden, und wieder so klein, daß während des Fluges ruck- artige Schwingbewegungen der Flügel verhindert wer- den. Handelt es sich dabei um Maschinen mit unmittel- barer Steuerung, d. h. um solche mit kippbarer Rotor- achse, so kommt ein unruhiger Gang in die Steuerun- gen. Reibdämpfer weisen hauptsächlich den Mangel auf. daß eine häufige sorgfältige Einstellung aller Dämpfer notwendig wird. Nr. 22 —— PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 95 Bei der Erfindung soll die Reibdämpfung der Zug- schwingbewegung durch aerodynamische Dämpfung ersetzt werden. In bekannter Weise besteht das Gelenkzapfen- system jedes Rotorflügels aus zwei Schwenkachsen, die radial, d.h. im Sinne der Flügellängsachse, hinter- einander angeordnet sind. Die Klappzapfenachse, mit welcher der Zughebel angelenkt ist, soll mit Alpha- achse bezeichnet werden. Gewöhnlich schneidet die Alphaachse die Längsachse des Flügels weiter von der Umlaufachse weg als die Deltaachse. Nach der Erfindung ist dieses Gelenkzapfensystem so beschaffen, daß mit der Zugschwingbewegung des Flügels notwendigerweise eine Schwingbewegung des Flügels in der Klappschwingebene verbunden ist, eine Verlagerung des Flügels innerhalb der Umlaufebene, also notwendigerweise eine Winkelverschiebung des Flügels um beide erwähnten Drehachsen zur Folge hat, ohne die Lage des Trägheitsmittelpunkts des Flügels im System wesentlich zu ändern. Die Erfindung läßt sich praktisch in der Weise ausführen, daß die Alphaachse eine solche Richtung erhält, daß ihre Proiektion auf eine durch die Umlauf- achse führende und rechtwinklig zur Klappebene stehende Ebene in einem von einem rechten abwei- chenden Winkel zur Umlaufachse geneigt ist, falls sich der Flügel und das Zuggelenk in ihren normalen _ Stellungen befinden, und die Deltaachse weder zur Umlaufachse noch zur Alphaachse parallel verläuft. Eine Verlagerung des Flügels um die Alphaachse ist mit einer Zugverschiebung und einer Klappver- schiebung verbunden, so daß eine Verlagerung des Flügels in der Zugebene ohne gleichzeitige Klapp- schwingung eine Verlagerung um die Deltaschwenk- achse erfordert, wodurch sich die Klappschwingkom- ponenten der Alpha- und Deltaverlagerungen gegen- seitig aufheben. Da die Alpha- und Deltazapfen längs der Flügelachse hintereinanderliegen, erfordert eine Schwingung des Flügels in der Zugebene eine gewisse Bewegung des Flügels in der Klappebene; der Flügel schwingt daher in dieser Ebene um seinen Trägheits- mittelpunkt. Diese Bewegung erzeugt eine aerodyna- mische Dämpfung der Zugschwingbewegung. Außerdem wird die Dämpfwirkung der Reibung in den Flügelzapfen eine größere, da eine bestimmte Winkelverschiebung in der Zugebene eine größere Winkelverschiebung um ‘den Alphazapfen und ebenso eine Verschiebung um den Deltazapfen erfordert. Es ist für die Zwecke der Erfindung nicht not- wendig, daß der Deltazapfen eine reiner Klappschwing- zapfen ist, obgleich diese Ausbildung eine sehr geeignete und zweckmäßige Ausführungsform darstellt. Ferner könnte die Alphaachse auch anders als recht- winklig zur Längsachse des Flügels gerichtet sein, so daß Zugbewegungen Aenderungen des Flügelanstell- winkels hervorrufen. Die Alphaachse könnte zur Klappschwinzebene so gut oben nach vorn (zur vorderen Kante des Flüzxels hin) wie oben nach hinten (zur hinteren Kante des Flügels hin) geneigt sein. Auf den Zeichnungen sind drei Ausführungsformen der Erfindung als Beispiele dargestellt. Die Rotornabe ist lediglich in Umrissen dargestellt, da sich die Er- findung einzig und allein auf die Anordnung der Flügelgelenke bezieht. Patentansprüche: 1. Tragschrauber, dessen umlaufende Flügel jeder für sich mittels radial voneinander entfernter Gelenke Schwingbewegungen innerhalb sich kreuzender Ebenen ausführen können, dadurch gekennzeichnet, daß die eine der Gelenkachsen (die Alphaachse) so gerichtet ist, daß ihre Projektion auf eine durch die Umlauf- achse führende, zur Klappschwingebene rechtwinklige Ebene innerhalb des nutzbaren Bereichs der Schwin- gungen einen spitzen Winkel mit der Umlaufachse bildet, und die andere (die Deltaachse) weder zur Umlaufachse noch zur Alphaachse parallel verläuft, zu dem Zwecke, durch eine von äußeren Kräften bewirkte Lagenänderung des Flügels in der Umlauf- ebene eine Verdrehung des Flügels um beide Gelenk- achsen herbeizuführen, ohne die Lage des Trägheits- mittelpunktes des Flügels im System wesentlich zu ändern. 2. Tragschrauber nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Deltazapfen des Flügelgelenkes ein reiner Klappschwingzapfen ist. Sonstige Einrichtungen an Flugzeugen (Gr. 48-50). b 49 Pat. 660 417 v. 1. 12. 35, veröff. 25. 5. 38. Eclipse Aviation Corporation, East Orange, New Jersey, V.St.A. Druck- mitielverteiler, insbesondere für Vorrichtungen zum Verhindern der Eisbildung an Fingzeng- teilen. Patentansprüche: 1. Druckmittelverteiler, insbesondere für Vorrich- tungen zum Verhindern der Eisbildung an Flugzeug- teilen, dessen Gehäuse Einlaß- und Auslaßkanäle, eine Reihe von Oeffnungen und einen Läufer aufweist, der innerhalb des Gehäuses und mittels einer Welle dreh- bar angeordnet ist, um die Oeffnungen mit den Ein- laß- und Auslaßkanälen zu verbinden, dadurch ge- kennzeichnet, daß der in seiner Abdichtungsfläche keglig ausgebildete Läufer (12) verschiebbar auf seiner Antriebswelle (22) angeordnet und axial einstellbar Seite 96 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 22 39 auf ihr durch Mittel (44, 24, 46) ist, die auf der Welle drehbar vorgesehen sind und von ihr getragen den. “ Druckmittelverteiler nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch einen auf der Welle (22) vorgesehenen, axial einstellbaren Anschlag (44), gegen den der Läu- fer (12) mittels einer sich mit dieser Welle drehen- den Feder (46) gedrückt wird. 3. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der einstellbare Anschlag (44) in der Welle derart angeordnet ist, daß er in einen in dieser Welle vorgesehenen Schlitz (43) hineinragt und auf ein Glied (42) einwirkt, das ım Innern des Läufers (12) befestigt ist und verschiebbar von diesem Schlitz umfaßt wird. 4. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der einstellbare ‚An- schlag (44) von einem stiftähnlichen Gliede gebildet wird, das in eine Axialbohrung der Welle einge- schraubt ist und in einen Schlitz (43) dieser Welle hineinragt, um auf ein Glied (42) einzuwirken, das an dem Läufer (12) befestigt ist und verschiebbar von dem Schlitz umfaßt wird, wobei dieser Schlitz (43) und das Glied (42) die Antriebsverbindung zwischen der Welle und dem Läufer herstellt. 5. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (46), durch die der Läufer (12) gegen den einstellbaren Anschlag (44) gedrückt wird, die Welle (22) umgibt und zwi- schen der dem Anschlag gegenüberliegenden Läufer- seite und einer Schulter an der Welle angeordnet ist. 6. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Läuferantriebs- welle (22) auf der Seite des Kegelsitzes in einem kombinierten Trag- und Drucklager gelagert ist und federnd nachgiebig gegen dieses Lager durch ein unter der Einwirkung einer Feder stehendes Druck- lager (26) gedrückt wird, das an dem äußersten ent- gegengesetzten Ende der Welle (22) angeordnet ist, die außerdem in einem Traglager (24) gelagert ist. 7. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Läufer zu einer Einheit mit dem in dem Gehäuse gelagerten Antriebs- motor nebst seiner Welle (36) und dem Untersetzungs- getriebe vereint ist, das die Verbindung zwischen dieser Motorwelle und der Welle (22) des Läufers (12) herstellt. 8. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das die Motorwelle (36) und die Läuferwelle (22) verbindende Drehzahlunter- setzungsgetriebe von zwei hintereinandergeschalteten Schneckenradgetrieben mit einer Zwischenwelle (31) — gebildet ist, die drehbar in dem Gehäuse in einer Ebene gelagert ist, die senkrecht zu der Ebene der Motorwelle (36) und der parallel zu ihr angeordneten Läuferwelle (22) liegt und die mit einer Schnecke, die in ein Schneckenrad (28) auf der Läuferwelle (22) eingreift, und mit einem Schneckenrad (84) versehen ist, in das eine auf der Motorwelle vorgesehene Schnecke eingreift. 9. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse aus drei nebeneinander angeordneten Teilen besteht, von denen die beiden äußeren Teile als Gehäuse für den Läu- fer (12) oder für den Antriebsmotor (37) dienen und die nach außen liegenden Enden der Läufer- und Motorwellen unterstützen, während ihre inneren Enden in dem mittleren Teile (13) des Gehäuses drehbar ge- lagert sind, das gleichzeitig als Gehäuse für die Dreh- zahl-Untersetzungsvorrichtung dient und ihre Zwi- schenwellen lagert. 10. Druckmittelverteiler nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Läufer- und Motorwellen im Gehäuseinnern in Rollen- oder Kugellagern gelagert sind, die in einer Kammer des inneren Gehäuseteiles vorgesehen sind, und daß die Drehzahl-Untersetzungs- vorrichtung zwischen einem auf der Läuferwelle 22) auf einer Seite des Läufers befestigten Schneckenrad (28) und einer Schnecke angeordnet ist, die auf der Verlängerung der Motorwelle (26) angebracht ist, die sich über das innere, den Motorläufer unterstützende Lauflager hinaus erstreckt. 11. Druckmittelverteiler nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder, die den Läufer (12) gegen den einstellbaren Anschlag (44) drückt, als Schraubenfeder ausgebildet ist, und daß die Nabe des auf der Welle befestigten Schnecken- rades (28) gleichzeitig als Schulter dient, auf die sich einerseits die Schraubenfeder abstützt. Luitschrauben (Gr. 1—11). Pat. 660 636 v. 7. 7. 34, veröff. 3. c 4oı 5.38. J.H. Schäfer & Co, Bremen?). Nabenbefestigung für Propeller aus Nicht- metallen. Patentansprüche: 1. Nabenbefestigung für Propeller aus Nichtmetal- len, dadurch gekennzeichnet, daß der das Drehmoment und den Schub auf den Propellerkörper übertragende Motorflansch oder die Mitnehmerscheibe aus Metall auf den Propeller aufgeklebt ist. 2. Nabenbefestigung für Propeller aus Nichtmetal- len nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet. daß als Mitnehmerscheiben zwischen hintereinander ange- ordneten Propellern ebenfalls aufgeklebte Metallschei- ben dienen. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Erich Czech, Bremen. Pat.-Samml. Nr.22 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 13, am 22.6. 1938 veröffentlicht Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 345 ist aber noch nicht als gelöst zu betrachten, ebenso wie übrigens das der Energiespeicher. Die 900-m-Flüge des „Pedaliante“ wurden vom Radfahrer und Segelflieger Casco durchgeführt, der bei der Vermessung im Muskelfluginstitut Frankfurt (Forts. folgt.) sämtliche anderen Muskelflieger in der Leistung weit übertraf.“ Inland. 9312 m Höhe mit 5 t Nutzlast am 4. Juni, 7242 m Höhe mit 10 t Nutzlast am 8. Juni wurden von Ju 90 „Der Große Dessauer“ mit Besatzung Flugkapitän Kindermann, Flugzeugführer Wendel und Flugversuchsingenieur Hotopf erreicht. Das Flugzeug war ausgerüstet mit Daimler-Benz-Motoren und VDM.-Verstellschrauben. Diese Leistungen zeigen, daß wir im Luftverkehr nicht stehen geblieben sind. Die Entwicklung des Flugmaterials hat mit den sich steigernden technischen Anforderungen Schritt gehalten. Die Luftfahrtindustrie sah sich vor die Aufgabe gestellt, nicht nur Flugzeuge mit erheblich vergrößerter Reichweite zu kon- struieren, sondern es galt, darüber hinaus dem modernen Verkehrsflugzeug Flug- eigenschaften zu geben, die ihm das Aufsuchen großer Höhen gestatten. Nur so konnte man unabhängig werden von der Willkür des Wetters, nur auf diesem Wege konnte ein hoher Sicherheitsgrad für das Ueberqueren hoher Gebirgszüge erreicht werden. War es einmal gelungen, ein Flugzeug zu bauen, das im Luft- verkehr in großen Höhen eingesetzt werden kann, so ergaben sich gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile. Unter Berücksichtigung all dieser Zusammenhänge wurde der „Große Dessauer“, das viermotorige Großraum-Verkehrsflugzeug der Junkers-Werke, in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa entwickelt. Daß das Ziel vollauf erreicht ist, lassen die nun erflogenen internationalen Höhenrekorde er- kennen. Diese Weltbestleistungen sind im Rahmen der normalen Höhenerprobung, die jedes neue Muster der Junkers-Werke ablegen muß, erreicht worden. Diese Höchstleistungen selbst gewinnen dadurch an Wert, daß es sich bei ihnen nicht um Erfolge handelt, die unter günstigen Voraussetzungen mit Spezialeinrichtungen erflogen wurden, sondern daß ein serienmäßiges Flugzeug diese „Gebrauchs- ‚ rekorde“ erzielte. Die technischen Vorbereitungen für die Flüge bestanden dem- semäß lediglich in der vorschriftsmäßigen Unterbringung der Nutzlasten von 5000 kg und 10000 kg, die — wie die Flüge selbst — unter Aufsicht der FAI. Großverkehrsflugzeug Junkers Ju 90 „Der Große Dessauer“. Werkbild Seite 346 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Welt- höchstleistungen vollbrachte Ju 90, Landflugzeug mit 5 u. 10 t Nutzlast. Die Besatzung: von links nach rechts: Flugzeugführer Wendel, Flugkapi- tän Kindermann, Dipl.-Ing. Hotopf. In dem Bild oben erkennt man die dreiflügelige VDM- Verstellschraube. \Verkbild NEE vorgenommen wurde. Während der Flüge wurden von der Besatzung laufend genaue Messungen vorgenommen. Es ergab sich für die schwere Maschine eine überraschend gute Steigleistung bis zur Gipfelhöhe. Das geht auch aus der Tat- sache hervor, daß die Flüge jeweils in einer Zeit von etwa 100 Minuten durch- geführt werden konnten. Für solche Höhenflüge ist besonders die heizbare Flügelnase als modernster Vereisungsschutz vorteilhaft, mit der die Flugzeuge dieses Musters ausgerüstet werden. Im Innern des Führerraums vereisten zwar die Scheiben, sie konnten aber durch die Betätigung der eingebauten Warmluft-Befächelung aufgetaut und dann während des ganzen Flugverlaufs klargehalten werden. Nach der Landung schilderte Flugkapitän Kindermann, daß die Besatzung, die vom Start an das Sauerstoffgerät benutzt hatte, keinerlei besonderen körper- lichen Anstrengungen ausgesetzt war. Es ist bekannt, daß verdünnte Luft und der damit eintretende Sauerstoffmangel in großen Höhen zu Ermüdungserschei- nungen führt, die unter Umständen ein vorzeitiges Abbrechen solcher Flüge erzwingen können. Wenn derartige Erscheinungen bei den Rekordflügen des „Großen Dessauer‘ nicht wahrgenommen wurden, so liegt das an der äußerst bequemen und zweckmäßigen Einrichtung des Führerstandes, der es den Be- satzungsmitgliedern erlaubt, sich frei zu bewegen. Sämtliche Steuer- und Trimm- vorrichtungen ließen sich auch unter dem Einfluß der erheblichen Minustempe- ratur leicht und einwandfrei betätigen. Mit den Trimmrudern von Höhen-, Quer- und Seitenrudern konnte die Maschine in allen Fluglagen ausgeglichen werden, so daß vom Flugzeugführer auch bei längerer Flugdauer keine körperlichen Anstrengungen zur Betätigung der Ruder verlangt werden. Der „Große Dessauer“ selbst bewies bei diesem Erprobungsflug erneut Flugleistungen und Flugeigen- schaften, die sogar der Ju 52/3m ebenbürtig sind. Hergesell f, Geheimrat Prof. Dr. Hugo, Inhaber des Adlerschildes des Deut- schen Reiches, ist am 5. 6. in Berlin gestorben. Hugo Hergesell, geboren 29. 5. 1859 in Bromberg, studierte Naturwissenschaften, war zuerst Oberlehrer, ging später zur Meteorologie über und übernahm 1898 die Leitung des meteorologi- schen Landesdienstes von Elsaß-Lothringen in Straßburg. Nach Richard Aßmanns Tod 1914 übernahm er die Leitung des Preußischen Aeronautischen Observato- riums in Lindenberg. Es ist ein Hauptverdienst Hergesells, daß er es verstanden hat, jungen Kräften den Platz für selbständige Forschung zu freiem Aufstieg frei- zumachen. Schwarz-Lizenzen wurden nach Japan, USA. England und Spanien ver- geben. In letzter Zeit sind auch die Verhandlungen in Frankreich zum Abschluß gekommen. Das neu gegründete Holzpropellerwerk L’Helice Le&gere, Paris, er- Nr. 13/1938, Bd. 30 „Tr LUGSPORT“ Seite 347 warb Schwarz-Lizenzen zum Bau und Vertrieb von Schwarz-Leichtholz-Mantel- Propellern, -Einstellflügel in Verbundbauart und -Flügellagerung, wobei z. Zt. Verhandlungen geführt werden über Einbau der Schwarz-Einzelflügel in Verstell- Naben auch fremder Konstruktionen. Deutsche Meisterschaft im Geschicklichkeitsilug Nürnberg, 12. 6., fand trotz des böigen Wetters statt. Von den 21 Teilnehmern, die zunächst 13 Pflichtfiruren zu fliegen hatten, nahmen 7 an der Entscheidung, in welcher sie ihr Kürpro- gramm vorzuführen hatten, teil. Feldwebel Falderbaum auf Bücker-Jungmeister, bei den Pflichtübungen noch 3., gelangte durch seine vorzüglich ausgeführten schwierigen Uebungen auf den 1. Platz und siegte mit 662 Pkt. überlegen vor NSFK.-Sturmführer Friedrich auf Bücker mit 567 Pkt. Es folgten Flugleiter Trenkle auf Messerschmitt mit 543, Ltn. Eckerle auf Klemm mit 489, NSFK.- Truppführer Hofmann auf Bücker mit 466, Lochner auf Bücker mit 443 Pkt. und Fluglehrer Boch auf Bücker. Lochner, der Voriahrsmeister, welcher erst vor einigen Tagen die Kunstflugmeisterschaft Hollands an sich bringen konnte, fiel stark zurück. Uebungen der Lufitwaiie in Anwesenheit des Führers fanden am 13. 6 an- läßlich einer Besichtigung der Lehrtruppen der Luftwaffe im Beisein des Ober- befehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, an der vorpommer- schen Küste statt. Zugegen waren ferner Oberbefehlshaber der beiden anderen Wehrmachtteile, Generaloberst v. Brauchitsch und Generaladmiral Raeder. Es wurden Gefechts- sowie Angriffsübungen auf einen durch das Lehrgeschwader und Flakartillerie verteidigten Fliegerhorst durchgeführt. 634,37 km/h erreichte Generalmajor Udet, Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium, wo er für die Entwicklung der Flugzeuge verantwort- Von den Uebungen der Luitwaffe in Anwesenheit des Führers. Oben: Flakbeschuß. Unten: Tiefangriff einer Staffel von Kampfflugzeugen. Weltbild 2 Seite 348 „FrLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 lich ist, mit einem einsitzigen Heinkel-Jagdflugzeug mit Daimler-Benz-Motor und VDM-Verstellpropeller. Er konnte es nicht lassen, sich selbst in die Maschine zu setzen und nach einem Probeflug einen Angriff auf den Geschwindigkeitsrekord über 100 km, welcher bisher mit 554,357 km vom Ausland gehalten wurde, auf der amtlich vermessenen Strecke in der Nähe von Rostock-Warnemünde zu machen. Damit ist diese bisherige Leistung um rund 80 km überboten und eine Leistung geschaffen, die sich würdig an die der Maschine der Bayerischen Flug- zeugwerke mit 611 km in einer anderen Wertungsklasse anreiht. Ueber seinen Flug am 7. 6., Start 19.27 Uhr, sagt General Udet: „Ist ja alles so schnell gegan- gen, blitzschnell rauf auf über 4000 Meter und ungefähr 4% Minuten über die 50- Kilometer-,Avus-Gerade“ der Lüfte. Schade, daß es nicht 100 Kilometer gerade- aus ging, sonst wären’s 680 geworden. Daß es nur 635 Kilometer wurden, bringt die Wendung mit sich. Hier muß der Motor gedrosselt und ein weiterer Halbkreis trotz steiler Kurve beschrieben werden. Das sah von unten sicher aus, als ob ein leuchtender Meteor dahinschießt. Von körperlichem Unbehagen keine Spur, viel- leicht geht’s später noch viel schneller.“ In der franz. Zeitung „Paris Soir“ schreibt der französische Flieger Ren& Fonck, er sei während des Krieges sehr oft mit Udet in den Lüften zusammengetroffen, und die Begrüßung sei durch Maschinengewehre erfolgt. Nach dem Kriege sei er von Udet nach Berlin ein- geladen worden. Die große Stärke der deutschen Luftwaffe liege darin, daß sie von „wahrhaftigen Fliegern“ geleitet werde, die unter Lebensgefahr eine große Erfah- rung gesammelt hätten. „Indem ich noch persönlich Udet, dem ehemaligen und loyalen Kriegs- flieger“, so fährt Fonck fort, „zu seiner Leistung beglück- wünsche, spreche ich den Wunsch aus, daß diese Lei- stung auch Frankreich nützlich sein werde, indem sie den Franzosen endlich die Augen über die Wirklichkeiten der Zukunft öffnet.“ Der „Paris Midi“ sagt, daß der franz. Geschwindig- keitsrekord 476,310 km/Std. be- trage und bereits im Jahre 1935 aufgestellt worden sei. Seit dieser Zeit habe Frankreich nichts mehr getan, und es sei jetzt stark im Rückstand. Die gegenwärtig im Dienst befind- lichen französischen Jagdflug- zeuge (Dewoitine) erreichten höchstens 300 km, die im Bau befindlichen Morane-Flugzeuge 480 bis 500 km. Die in Amerika bestellten Curtiss-Flugzeuge soll- ten 480 km fliegen. Im „Intransigeant“ be- dauert ein ehemaliger Kriegs- flieger, Peyronnet de Torres, daß Frankreich gegenwärtig nicht die . „lebendigen Kräfte“ besitze, um seine Flugzeug- Erzeugung zu beschleunigen. er Führer bei einer Besichti- eung der Lehrtruppen der Luit- waffe in Pommern. Weltbild Junkers-Ausbildungsstätten wurden am 15. 6. in Anwesenheit von Reichs- organisationsleiter Dr. Ley, Reichsiugendführer Baldur v. Schirach, General der Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 349 Von der Einweihung. Oben v. I. n. r.: Dr. Koppenberg, Vorsitzender des Vor- standes der Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke AG., Generalmaior Udet, Staatssekretär General der Flieger: Milch, Oberst Mooyer, der Bevollmächtigte des RLM. für das Luftfahrtindustriepersonal. Unten: Die neue Werksschule. Werkbilder Flieger Staatssekretär Milch, Generalmajor Udet, Generalinspekteur der Luft- waffe Generalleutnant Kühl, Gauleiter Reichsstatthalter Jordan, Staatsminister Freyberg und anderer führender Persönlichkeiten von Wehrmacht und Partei eingeweiht. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Koppenberg, ergriffen General der Flieger Milch, Dr. Ley und der Reichsiugendführer das Wort. Bekanntlich haben die Firmen des Junkers-Konzerns von jeher keine An- strengungen gescheut, durch planmäßige Schulung und Ausbildung von L.ehr- lingen für die Schaffung eines tüchtigen Facharbeiternachwuchses zu sorgen. Selbst in den Kriseniahren gelang es, das Ausbildungswesen der vier Werke Ifa, Jumo, Iko und Kalorifer über Wasser zu halten, was den weiteren Ausbau nach der Machtübernahme wesentlich erleichterte. Die zielbewußte Weiterentwicklung fand ietzt mit der Einweihung des Militärlehrlingsheimes und der neuen Werkschule einen vorläufigen Abschluß. Die Ausbildung der Militärschüler: erfolgt auf breitester Grundlage. Neben der praktischen Tätigkeit als Metallflugzeügbauer oder Motorenschlosser (später kom- men noch Abteilungen für Feinmechaniker, Elektromechaniker und Waffenschlosser hinzu) erfahren die Schüler eine gründliche theoretische Schulung. Zwei Stunden der wöchentlichen Arbeitszeit sind dem Segelflugzeugbau gewidmet, während der Flugbetrieb in die Freizeit verlegt ist. ‘Die Lehrzeit umfaßt wie bei den Werkslehrlingen vier Jahre. Die Vorauslese der Militärschüler erfolgt durch die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter, die im einzelnen prüfen, ob die Bewer- ber den gestellten Anforderungen in charakterlicher, körperlicher und geistiger Hinsicht entsprechen. Grunau Leistungsilüge Gruppe 6 Schlesien des NSFK. und Berlin-Kurmark während der Pfingstfeiertage starker Flugbetrieb. Zeitweise 26 Maschinen in der Luft. Insgesamt 150 Segelflugstunden. Bei den Dauerfligen kam NSFK.-Mann Kurt Adam (Sturm 1/31 Hirschberg) auf 7 Std. 40 Min. und NSFK.-Mann Kittler (Sturm 2/30 Breslau) auf 7 Std. 30 Min. Seite 350 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Blick in die Lehrlingswerkstatt der Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke. Werkbilder Kirchheim u. T., NSFK.-Gruppen 15 (Schwaben) und 16 (Südwest), startete Helmut Knöpfle, Göppingen, zu einem Zielflug und landete bei Fürstenfeldbruck, 20 km von München entfernt, gewann Tagespreis, beste Streckenleistung Klasse B. In Klasse A (Nachwuchs) erhielt Karl Bauer, Sturm Waiblingen, mit 60 km den Tagespreis. 80 Höhensegelilüge über 1000 m auf dem Ith wurden in den letzten Tagen anläßlich des Ausscheidungswettbewerbs ausgeführt. Bei 14 Flügen wurden 1500, bei 10 Flügen 2000 m erreicht. 5 Streckenflüge über 150 km, 16 über 100 km, 53 über 50 km. Gesamtleistung 8348 km in 765 Flugstunden. Mannschaftssieg er- rang NSFK.-Gruppe 9 (Weser-Elbe) vor NSFK.-Gruppe 2 (Nord). Die Goldene Plakette des Korpsführers Gen.-Ltn. Christiansen erhielt NSFK.-Mann Boy. 8 Std. segelte am Hummerich b. Andernach Segelflugl. Held am 13. 6, Sturmbannf. Weichelt auf „Baby II“ und Werkstattleiter Koch brachten es auf 5 Std., Sfl.-Hauptlehrer Mink auf Doppelsitzer „Kranich“ auf 2% Std. Großilughafen München, Vorort Riem, fand 17. 6. Richtfest statt in (iegen- wart von Oberbürgerm. der Hauptstadt der Bewegung, Reichsleiter Fiehler, Gau- leiter des Traditionsgaues Staatsrat Wagner, Staatssekr. Hofmann als Vertreter des Reichsstatthalters und Vertretern der Partei und Wehrmacht. Rollfeld 2,3 mal 1,8 km, befestigte Startbahn in allen Richtungen, Gebäudeanlage in langgestreckter Kurve 170 ın, 4 Flugzeughallen, Terrassen für 100 000 Personen. Was gibt es sonst Neues? Lilienthal-Ges. Hauptversammlung 1938 gemeinsam mit der Deutschen Aka- demie der Luftfahrtförschung 12.—-15. Oktober. Douglas entwirft z. Zt. einen vier- oder sechsmotorigen Bomber von 80 t Fluggewicht. Rolls Royce plant nach „Flight“ bei Crewe ein neues Zweigwerk mit 4000 Arbeitern. Mercury, das Tochterflugzeug der Short-Mayo-Konstruktion, soll Ende Juni, nachdem es neue Motoren erhalten hat, nach Kanada fliegen. Ausland. Engl. Luitabwehr wird nach Mitteilung des Kriegsministers Hoare Belisha 9,5 mm-Geschütze in Dienst stellen. Als Luftabwehreinheiten sind jetzt 40 000 Mann, gegenüber 6000 früher, eingereiht. Flugzeugrennen London—Insel Man nahmen teil 11 englische, 3 deutsche, 1 lettisches und 1 tschechoslowakisches Flugzeug. Start Flugplatz Hatfield, Lou- don. Flugweg 430 km. 1. wurde Lowe (England) auf Gipsy-Comper, 2. Hanshaw (England) auf Percival Mew Gull, 3. Ltn. Edward (England) auf Avian IV, 4. Hptm. Pasquay (Deutschland) auf Messerschmitt-Taifun, 5. Charles Guthrie (England) auf Percival Mew Gull, 7. Maior Seidemann (Deutschland). Franz. Serienbauplan, der im Mai in Angriff genommen wurde, ist erste Maschine, nachdem die Arbeitszeit von 40 auf 45 Std. wöchentlich in der Flug- zeugfabrikation erhöht wurde, fertiggestellt. Man hofft, bei der Luftparade zu Ehren des britischen Königspaares ein Geschwader der neuen Jagdflugzeuge, Höchstgeschwindigkeit 480 km, vorführen zu können. Nr. 13/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 351 Zweisitziges oo u. . Reiseflugzeug \ a : BE ir „L. B. 2" der Saiman- Werke in Rom. Die Maschine ist ınit einem Vierzylinder- Alfa-Motor von 130 PS aus- gerüstet. Frei- tragender Fiü- gel, zwei Leit- | werksträger, Druckschraube. (Typenbeschr. vgl. „Flugsport“ 1937, S. 588.) Werkbild Luftfahrttagung fand in Neapel vom 19. bis 22. 5. statt. In fast 30 Vorträgen berichteten die Spitzen der italienischen Industrie, der Forschungsinstitute und der Luftwaffe über zahlreiche Gebiete der Luftfahrttechnik. Belg. Sammlung zum Ankauf einer Jagdstaffel, welche den Namen „Staffel der neun Provinzen“ erhalten soll, wurde von den Kriegervereinen der motori- sierten Einheit des belgischen Heeres im Kriege 1914/18 veranstaltet. Holländ. Kunstilugmeisterschaft am 6. Juni, Flugplatz Eelde bei Groningen. Es bewarben sich 4 deutsche und 4 holländische Flieger. Aus diesem Kampf ging der deutsche Meister Rudolf Lochner auf Bücker-Jungmeister als Sieger hervor. Es folgte der sächsische Fluglehrer Olzmann auf Bücker-Jungmeister, hiernach 2 aktive Offiziere der holländischen Luftwaffe, Leutnant Sondermann und Leutnant de Zwaan, ebenfalls auf Bücker-Jungmeister. 5. wurde Fluglehrer Kalkstein auf Klemm Kl. 35. Koolhoven „F.K.55“ mit einem in Rumpfmitte gelagerten Lorraine-Motor und zwei gegenläufigen Zugschrauben (vgl. „Flugsport“ 1936, S. 573, 632) führt in Rotterdam-Waalhaven die ersten Rollversuche aus. Gegenüber der in Paris gezeigten Atrappe ist der Flügel höher gesetzt, außerdem sind die Unterbrecher- klappen durch normale Querruder ersetzt. Flugmeeting Belgrad als abschließende Veranstaltung der Belgrader Luft- fahrtausstellung beteiligte sich auch Deutschland. Das in Jugoslawien noch nie gesehene Programm der Kunstflieger Gabler und Achgelis beherrschte die Ver- anstaltung. Außer Italien, welches sich mit einer zwölfgliedrigen Staffel’ an den Kunstflügen beteiligte, waren Polen, Tschechoslowakei und Rumänien mit je 2 Maschinen vertreten. Walter „Minor 6“ ist aus dem Vierzylinder Minor 4 entstanden und leistet bei 6 I Hubraum bei 2650 U/min maximal 150 PS. Die Nennleistung beträgt 135 PS bei 2300 U/min. Trockengewicht 148 kg, Brennstoffverbrauch 260 g/PSh. Belgisches Leichtflugzeug Sabca „S. 20“ mit Sarolea-Zweizylinder „Albatros“. _ Werkbild Seite 352 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 Visumfreiheit jetzt für Flüge über Griechenland. Deutsche Fluggäste der Lufthansastrecke Berlin—Teheran benötigen nur noch die Visa für Irak (Bagdad) und Iran (Teheran). Verkehrsilugzeug zum Polarkreis von Berlin in 15 Std. über Helsingiors (Uebernachtung) mit dem „Arctic Air Express“ nach Petsamo am nördlichen Eismeer. Ab Berlin nachmittags, am 2. Abend kann man schon unter dem 70. Breitengrad die Mitternachtssonne Nordfinnlands sehen. Ryan-Tieidecker „S-T-M“ mit 150 PS-Menasco-Motor wurde von Guatemala als Schulflugzeug eingeführt. Die erste Bestellung läuft über sechs Maschinen. Thermische Segelfilugbedingungen in Texas hat Lewin B. Barringer festgestellt. Während der vierwöchigen Expedition in der Gegend von Wichita Falls wurden 81 Flüge, von denen 55% mehr als 10 Min. dauerten, ausgeführt. Ausklinkhöhe 300 m, Bestleistungen: Dauer 5 Std. 50 Min., Höhe 1649 m (2252 m ü. M.), Ent- fernung 340 km. Der Flug von 340 km wurde nach Tulsa (Oklahoma) über völlig _ unbekanntes Gelände als Zielflug unternommen. Für USA. dürften die 340 km als Rekord in Frage kommen. Boeing-Großilugboot 307 mit vier Wright-Doppelstern-Motoren von je 1500 PS bei den ersten Flugversuchen. Curtiss erzielte in den ersten drei Monaten 1938 einen Reingewinn von 734 000 Dollar gegen 269000 Dollar in der gleichen Zeit des Vorjahres. 9, Nationaler Segelilugwettbewerb Pennsylvania der Soaring Society of America Inc., Philadelphia, findet vom 25. Juni bis 10. Juli 1938 statt. Pan American Airways erreichte 1937 einen Reingewinn von 510 000 Dollar gegenüber 955 000 Dollar im Jahre 1936. Die Differenz ist vor allem auf die hohen Kosten der Ende 1936 eröffneten Trans-Pazifik-Linie zurückzuführen. 200 Lockheed-Passagierllugzeuge im Werte von 3,4 Millionen Pfund (rund 42 Millionen Mark) für je 12 Fluggäste, 385 km/h Geschwindigkeit, Aktionsradius 1600 km, sind von der englischen Regierung in Amerika bestellt worden. Be- dingung ist, daß die Maschinen sich in Kampfmaschinen für militärische Zwecke, Aufklärungsflugzeuge und Bomber umwandeln lassen. Nanga Parbat-Expeditionsilugzeug Ju 52 hat am 10. 6. über dem Hauptlager 300 kg Lebensmittel abgeworfen. Führer der Ju 52 (Halter Aero-Club von Deutsch- land) ist der in Segelfliegerkreisen bekannte Alexander Thoenes, erfahrener Alpinist. Besatzung: Beobachter Schwendler, Funker Mense, Bordmonteur Speng- ler, als Gast ein Offizier der englisch-indischen Armee bei den Flügen zum Nanga Parbat. Chinesische Luftstreitkräfte verloren seit Beginn der Feindseligkeiten nach japanischen Berichten 948 Flugzeuge (448 Abschüsse, 500 Maschinen am Boden zerstört), während auf japanischer Seite 82 Verluste festgestellt wurden. Luftkampf bei Hankau ergab 53 Abschüsse, davon 51 auf chinesischer Seite (45 russische „M-15“, 5 russische „I-16“ und ein Curtiss „Hawk“) und zwei bei den Japanern. Japans Segelilugbewegung erhält neuen Auftrieb durch den Entschluß der Imperial Aviation Association, 200 Schulgleiter, 30 Uebungssegler und 15 Lei- stungsflugzeuge anzuschaffen und über das ganze Land zu verteilen. Unten- stehendes Bild zeigt je eine Maschine dieser drei Typen. Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 353 Langstreckenrekordflugzeug „Wind des Jahrhunderts“. Höchstgeschw. 280 kın/h, Reisegeschw. 200 km/h. Archiv Flugsport Japanischer Langstreckenflug. Wie wir bereits berichteten, führte der von der Versuchsanstalt für Flugwesen an der kaiserlichen Universität Tokio kon- struierte Tiefdecker „Wind des Jahrhunderts“ am 13.—15. 5. einen Flug über 11651 km in geschlossener Bahn aus, womit zwei Weltrekorde überboten wur- den. Das Flugzeug haben wir 1937 auf S. 347 besprochen. Bei einer Spannweite von 28 m und einer Länge von 15 m beträgt die Fläche 90 m. Das Leergewicht liegt bei 4000 kg, während die Zuladung rd. 5500 kg beträgt. Mit dem prestone- sgekühlten Kawasaki-Motor von 700 PS ergibt sich die Leistungsbelastung zu 11,9 kg/PS. Mit einer Flächenbelastung von 105 kg/m? kam die Maschine bei ihrem dritten Rekordversuch nach 1200 m Anlauf frei und flog die 401,76 km lange Strecke Kisarazu—Tyosi—Ota—Hiratuka 29mal ab. Erster Flugzeugführer war Yuto Huzita, zweiter Fukuziro Takahasi, als Mechaniker flog Kinkiti Sekine nit. Wegen ungünstiger Witterung mußte der Flug abgebrochen werden, obwohl der Brennstoff noch für einige Flugstunden ausgereicht hätte. Der Start erfolgte am 13. 5., 4 Uhr 55, in Kisarazu, die Landung auf dem gleichen Platz am 15. 5., , a 7 Uhr 18. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt MeLSROD!: rd. 187 km/h. Ueber 10000 km wurden rd. 186 km/h & 2x° | x” IEn ah erreicht, womit die bisherige, 1931 von Le Brix und =2| 7) m | ®% Will Doret (Frankreich) auf Dewoitine D--33 aufgestellte ir | nen men nn 2u| Bestleistung von 149 km/h beträchtlich überboten nromralmsm me 20lam] wurde. Der Streckenrekord. für den Flug in ge- 51 9.43 | 8110.34 | BIH.06 | 2.05] 6,% " REIETTIEZTIETTEN schlossener ERIELTIERRNETIETG Bahn stand bis- & 4.51 | & 5.90 2.0 | 1.41 her auf BB mo TE zu. 10.601 kn, # 8.00) 8.54 |® 4 | 2.02 | 10.4 er wurde 1932 al PRO ER PRG 8° ERS RIO {23 Fa 8 10.07 | 810.50 | 1.28 | 2.04 | 18.48 von Bossoutrot fan © 810.11 | 910.00)91.9| 2m | 21.0 5011.02 | 8311.06 | & 0.2 |- 2,13 | 31.49 8121828| 8280| 20|8.0 esalgam|&40| 2w|3.0 Das Verhältnis der Zuladung z. Rüstgewicht ko) ) 43 . NLESILETILERIETITT: und Rossi PArZEILTTIETTIFrTIeT (Frankreich) 2 |nen| ur meR| 2a. auf Bleriot 110 2 m 8.48 | 09.45 | M10.16 | 2.0 | m. aufgestellt. 4. E BUSUBRI5\ i Sja> %5.90|%&6.21|%6.56| 2.06 | 8.16 w_R_e_S_B = 2 m = 8 ee 6 sie selolalejslslejefelejelsjalejslejelelelejofelefalejele/o[* Rx SRELZILTIIENITTZ Streckenkarte des Rekordiluges. !St niedriger als AOSETZIETTIE BUETITT Zeichnung: Flugsport bei den meisten 109, | 500.00 | 50 0.52 | 0 1.28] 2.10] 44.48 früheren Re- men mae|mse| 2ulro| kordflugzeugen, was auf einen beachtlich niedrigen no aesimsn ml 2uienl| Brennstoffverbrauch des Motores schließen läßt. 96.3819 737|M8.16| 2.10 | 51.37 . 516.13 | 9.0 | m 0.ar | 8110.28 | 2.10 | 55.47 . . . . . . R Br DR melmalwontinggi Hinks: Ausschnitt aus einer japanischen Zeitung mit KORFTEIETFILTTIERITTT einer Zusammenstellung der Daten des Fluges. DM \ws%|wanwınl awimn| 1. Runde, 2. Ort, 3. vormittags, 4. nachmittags, 5. Ki- KONFTEIFTIIETTIET, sarazu, 6. Tyosi, 7. Ota, 8. Hiratuka, 9. Uebersicht FRAGE, des Fluges, 10. Rundenzeit, 11. Gesamtflugzeit, 12. meer Et 6RFIEI237 Gesamtflugzeit, 13. Stunden, 14. Minuten. Seite 354 „FLUGSPORT“ Nr. 13/1938, Bd. 30 il Reichsmodellwettbewerb für Segelilugmodelle auf der Wasserkuppe 135 der Jungvolk iS ße Ereignis für den Fliegernachwuchs, wo der Jungvolk- IE der Hitler Junge, der junge NSFK.-Mann, der Schüler, der Lehrling und auch der gereiftere Handwerker in Erscheinung tritt. Die 392 gemeldeten Modelle von der Wasserkuppe sind nicht zufällig er- schienen, sondern sie sind Ergebnis und Arbeit der von dem Korps- führer zusammengefaßten Organisation. Die Wettbewerbsteilnehmer Si | ilt in 4 Klassen: sn Kingeteit Segelmodelle nach bekannten Bauplänen, Klasse B: Eigenkonstruktionen, Klasse C: Neuartige Modelle, Tandem-, Enten- und Nurflügelmodelle, Klasse D: Flugmodelle, versehen mit beson- technischen Ausrüstungen. | . an am 4. 6. begannen um 9 Uhr die Bauprüfungen und Zu- lassungen der Modelle. Der Boden der Hermann-Göring-Halle war übersät von Modellen. In der Mitte arbeitete die Technische Kom- mission, die die einzelnen Modelle einer eingehenden Prüfung unterzog. Am 5. 6., Pfingstsonntag, beim Morgengrauen, begann ein herr- licher Sommertag. Besonders eindrucksvoll war der Sonnenaufgang in dem tiefblauen Himmel. Nach der Flaggenparade sprach NSFK.- Gruppenführer von Eschwege im Auftrag des Korpsführers zu den Wettbewerbsteilnehmern und eröffnete den Wettbewerb. Ober- vebietsführer Stellbrecht von der Reichsjugendführung sprach in Ver- tretung des Reichsjugendführers. Dann begann das Fliegen. Der Süd- hang war auf mehreren Startstellen von Teilnehmern mit ihren Mo- i ür kuppe. Von links: Vom Reichswettbewerb für Segelmodelle 1938 auf der Wasser a von Eschwege, Gauleiter Weinrich, Kassel, NSFK-Mann Helmut Sinn, Oehringen, mit seinem durch Fotozelle gesteuerten Modell. Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 355 : nn u Srnenhoff- Kaus Reichsmodellwettbewerb. Eröffnung auf der Wasserkuppe. dellen übersät. Man sah sehr saubere Arbeit, Modelle in allen Größen, Tandem-, Enten-, Nurflügel-Modelle. Man sah auch ein akustisch fern- gesteuertes Modell. Leider schied dieses am Anfang durch Bruch- landung aus. NSFK.-Mann Helmut Sinn, Student für Maschinenbau, erreichte mit seinem mit Fotozelle ausgerüsteten Modell eine Flugzeit von 7 Min. 40 Sek. Diese Leistung wurde überboten von NSFK.-Mann Erich Möller, mit einem kompaßgesteuerten Segelmodell mit 10 Min. Flugzeit. Der zweite Tag reicht kaum aus, um alle Modelle zum Start zu bringen. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Der Korpsführer wird mit seinen Männern zufrieden sein. Vom Reichswettbewerb für Segelflugmodelle 1938. Gruppe 17 (Oesterreich) zum ersten Mal auf der Wasserkuppe. Im Hintergrund der Wiener NSFK-Mann Lang mit seinem Modell, welches 19 Min. 40 Sek. segelte, dann außer Sicht kam und trotz allen Suchens nicht mehr gefunden wurde. Seite 356 „FLUGSPORT" Nr. 13/1938, Bd. 30 In der Preisverteilung durch NSFK.-Gruppenführer Eschwege wurde folgen- des Ergebnis verkündet: Handstart: Klasse A: 1. Wilhelm Reinhardt (HJ. Köln-Mülheim); Klasse A 1: 1. Günther Wuttke (HJ. Breslau); Klasse B: 1. Wilhelm Kocher (HJ. Reutlingen); Klasse Bi: 1. M. Schubeck (HJ. Grünwald); Klasse C: 1. H. Schäfer (NSFK. Rüsselsheim). Hochstart: Klasse A: 1. Karl Richter (Elbing DJ.); Klasse B: 1. Erich Linke (Köln NSFK.): Klasse C: 1. Gottlieb Thiele (Dresden NSFK.); Klasse DS: Hand- start: 1. H. Lang (Wien), 2. Scholl (Pforzheim). Hochstart: 1. Helmut Sinn (Oehringen). Dampiturbine für Modelle*) wurde von Herb. Scholl, Pforzheim, entwickelt. Bekanntlich laufen seit langer Zeit an verschiedenen Stellen Bemühungen, die Dampfmaschine als Kolbenmotor und auch als Turbine zum Antrieb von Flug- zeugen zu benutzen. Den verschiedenen Vorzügen steht bisher immer noch der Nachteil des hohen Widerstandes der Kondensatoren gegenüber. Beim Modell kann man selbstverständlich auch mit Auspuffbetrieb arbeiten, was bei einer Großausführung wegen des gegenüber dem Brennstoffverbrauch um ein Viel- faches größeren Wasserverbrauches nicht in Betracht kommt. Es sei in diesem Zusammenhang an die Versuche von Wagner und an die Konstruktion von Hüttner erinnert, die ebenfalls die Schaffung einer leichten Dampfkraftanlage zum Ziele haben. Die untenstehend abgebildete Turbinenanlage besteht aus einem aus 5 Trommeln aufgebauten Heizkessel, einer Speisepumpe für später vorzunehmende Versuche mit Kondensationsbetrieb, dem einstufigen Laufrad von 62 mm Durch- messer und einem Untersetzungsgetriebe. Die Heiztrommeln sind 100 mm lang und haben einen Durchmesser von 15 und 20 mm. Die Wandstärke beträgt 0,8 und 1 mm. Die Trommeln sind durch 60 Kupferröhrchen von 5 mm Durchmesser und 0,4 mm Wandstärke miteinander hart verlötet. Die Vergasung des Brenn- stoffes wird durch eine besondere Heizflamme bewirkt. Das Laufrad wird durch zwei achsial gerichtete Düsen beaufschlagt und läuft mit rd. 40000 U/min. Die Luftschraube ist auf etwa 3000 U/min untersetzt. Die Leistung des Aggregates beträgt bei einem Betriebsdruck von 11 atü rd. 0,25 PS. Bei Versuchsflügen zeigte sich, daß der Lauf nahezu erschütterungsfrei und fast geräuschlos ist, und daß das Modell infolge der Kreiselwirkung des Laufrades stark stabilisiert wird. *) Vgl. Hüttner-Umlauf- Dampfturbine „Flugsport“ 1934, S. 95 und 1936, S. 449. Dampfturbine für Modell von H. Scholl, Pforzheim. Hinter dem Brandspant der Kessel, rechts das Laufrad. Archiv Flugsport Luft- Post. Erla 55 ist ein zweimotoriger, freitragender Eindecker mit zwei Motoren von 40-60 PS. Geschlossene Kabine für 2—-3 Insassen. Die Maschine wurde in Belgrad im Modell gezeigt. Rückenflugauftriebskräfte richten sich nach der Geschwindigkeit des Flug- zeuges. Die Neigung der Auftriebsgeraden (Zunahme des Auftriebwertes für eine bestimmte ‘Anstellwinkeländerung) behält ungefähr den Wert, den sie im normalen Flugbereich besitzt. Der Höchstauftrieb im Rückenflug (CAmin des Profils) ist iedoch infolge der für diese Anblasrichtung ungünstigen Form des Profils niedriger. Man kann also im Rückenflug nicht so langsam fliegen wie im Normalflug. Das Druckmittel wandert im allgemeinen nach vorn. Pi ! Nr. 13/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 357 ——n Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Die Weltgeltung der deutschen Luftfahrt. Herausgegeben von Dr. H. Or- lovius und Prof. Dr. Ernst Schultze. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart-W. Preis geb. RM 7, kart RM 6.—. Das vorliegende Buch setzt sich zur Aufgabe, das Werden und die Lei- stungen der deutschen Luftfahrt sachverständig und doch so lebendig zu schildern, daß auch jeder Nichtfachmann die Aufsätze leicht versteht. Die 14 von Spezia- listen abgefaßten Beiträge tragen die Titel: Das Werden der deutschen Luftfahrt; Deutschlands Post im Weltluftverkehr; Großluftwege über den Atlantik; Geo- politik der deutschen Handelsluftfahrt; Zusammenarbeit von Luftverkehr und Erdverkehr; Zeppelin-Luftschiffe über den Ozeanen; Die Bedeutung der Luft- schiffe; Deutscher Luftsport daheim und in der Welt; Segelflug-Sozialismus der Tat; Forschen und Fertigen; Der Siegeszug der deutschen Verkehrsflugzeuge; Deutsche Flugzeuge in Front; Deutschland und das internationale Luftrecht; Koloniale Luftpolitik. Selbstbau von Benzinmotoren für Flugmodelle. Von H. Thaler. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin. Preis RM 1.80. Das Buch enthält auf 46 Seiten mit 34 Abbildungen und einer Tafel eine Einführung in Konstruktion und Arbeitsweise des Zweitaktmotors und eine ein- sehende Anweisung für den Selbstbau des erprobten Thaler-Motors. Die NHer- stellung sämtlicher Einzelteile wird ausführlich behandelt, so daß es dem ge- schulten Modellbauer, der über die notwendigen Werkzeuge und Einrichtungen verfügt, möglich ist, den Motor selbst zu bauen. Der große Winkler. Bauplan von H. Winkler. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg. Preis RM 1.80. Der Bauplan dieses Hochleistungs-Segelflugmodells, das bereits eine Ent- wicklungszeit von mehr als 10 Jahren hinter sich hat, erlebt eben seine fünfte Auflage. Das Modell ist im wesentlichen unverändert geblieben, während die 4] Seiten umfassende Einführung „Fluglehre für den Anfänger im Modellbau“ eine Neubearbeitung erfahren hat. Winkler-Junior. Bauplan von H. Winkler. Verlag C. J.E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 0.60. Die vorliegende 9. Auflage des bekannten Schüler-Segelflusmodells weist gegenüber den früheren Auflagen einige Aenderungen auf, durch die eine Ver- besserung der Eigenschaften und Leistungen erzielt werden konnte. Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Die dreigespaltene Millimeter-Zeile Kostet 25 Pfennig. Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 Pfenfig in Briefmarken beizulegen. Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. Flugzeugführer mit B? u. KL, sucht Stellung als -Werk- flieger oder Fluglehrer. Angebote unt. 3947 an die Expedit. des „Flugsport“, Frankfurt-M., Hindenburgpl. 8, erbeter. Neuwertiger Fleckfallschirm 35 M 18 R, unbenutzt, soeben neu zugelassen, preisw. zu ver- kaufen. Anfragen unter 3948 an die Expedition des „Flugsport“. NN Das deutsche Segeltliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Klavierbegleitung, darf in keinem Ver: einod. Familie fehlen. Preis incl. Porto RM 1.15. Zu bezieh. v. Verlag „Flug _ Sport“, Frankfurt-M., Hindenburgpli. 8° Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M. INHNILILLUAONTAITUNINUTUTRIUNEIIILININUNINUN Dipl -Kaufman .nauimann, iplom-Ka nn, Pg. Korr.: Englisch, Spanisch, auch flugtechnische Terminologie, mit 8-jähriger Flie- gergruppen- und Werkstättenpraxis, Inhaber des Luftfahrerscheines für Segel- flieger mit Schlepperweiterung und des Silbernen Leistungsabzeichens, sucht Wirkungskreis, der fliegerische Betätigung nicht ausschließt. Angebote unter „X1l1/8“ an die Expedition des ‚Flugsport‘, Fim., Hindenburgplatz 8, erbeten. Wir suchen zum baldigen Antritt Zeichnungsprüfer, erfahren in der Prüfung der Bauunterlagen im norm- und fertigungstechnischen Sinne. Bewerber :mit handschrift- lichem Lebenslauf, Bild, Zeugnisabschr., Gehaltsanspr. u. Eintrittstermin sind unter dem Kennwort EK zu richten an Siebel Flugzeugwerke, Halle Kommanditgesellschaft . Halle/S. 2. BERLIN-SCHÖNEFELD -TELEGRAMME: HENSCHELFLUG BERLIN UN Va. Mlünnnuunhlltnnnnnnnilll * 1 In. N) ' GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 14 6. Juli 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 20. Juli 1938 Leistungsgrenzen. In allen Konstruktionsbüros der Welt wird zur Zeit wieder recht fieberhaft gearbeitet. Die Luftministerien der Großmächte überbieten sich in der Forderung an Leistung sowie der Fabrikationssteigerung von Flugzeugen. Aber das Hinauftreiben der Geschwindigkeiten, der Nutzlast und Reichweite ergibt Forderungen, die sich nicht auf einen Nenner bringen lassen, und durch die Vielheit von Baumustern werden die Kosten entsprechend erhöht. Ebensowenig kann man bei Verkür- zung der Arbeitszeit und ungünstigen Arbeitsverhältnissen Höchst- leistungen in der Produktion erwarten. So ist auch die Nervosität in manchen Luftministerien und auch in den Flugzeugfabriken zu ver- stehen. Zum Fliegen derartig hochgezüchteter Maschinen braucht man aber auch ein ausgezeichnet geschultes Menschenmaterial, das seinen Ehrgeiz dareinsetzt, das Letzte aus den Flugzeugen herauszuholen. Und das wird wohl die schwierigste Aufgabe sein. Segelfiugzeug D 30 der Akaflieg Darmstadt. Die Maschine wurde von der Flugtechnischen Fachgruppe an der Technischen Hochschule (Akafliee) Darmstadt gebaut. Der Entwurf und die konstruktive Durchbildung stammen von Alt und Puffert. Der Konstruktion lag der Gedanke zugrunde, eine Maschine mit ge- ringer Sinkgeschwindigkeit und hohen Reiseleistungen zu bauen. Der 20 m spannende, einholmige Flügel ist dreiteilig, ein 10 m langes Mittelstück und Flügelenden von 5 m Länge. Die Flügelenden sind während des Fluges V-förmig verstellbar, um etwa 10° nach oben und 2,5° nach unten. Um die Widerstände der Maschine möglichst gering zu halten, wurde ein dünnes Flügelprofil gewählt. Zur Er- reichung noch genügender Steifigkeit mußte daher der Holm in Metall ausgeführt werden. Seitenverhältnis des Flügels 1:33, bisher noch nie angewandt. Noch vor wenigen Jahren wurde es von anerkannten Fachleuten für unmöglich gehalten, eine Maschine mit solch schlankem Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 23. Seite 360 „FLUGSPORT"“ Nr. 14/1938, Bd. 30 Flügel zu bauen. Als Landehilfen sind Lande- und Bremsklappen an- gebracht. Die Querruder können ebenfalls als Landehilfen nach unten ausgeschlagen werden. Beim Gesamtwiderstand des Rumpfes nimmt der Reibungswider- stand einen hohen Betrag ein. Um die benetzte Oberfläche weit- sehendst zu verkleinern, wurde der Leitwerksträger als Elektronröhre ausgebildet. Der Pilot sitzt in einem Holzboot. Leitwerk Holz. Seiten- und Höhensteuer sind beide „halbge- dämpft“, was erstmalig beim „Windspiel“-Seitensteuer angewendet wurde. Das Seitensteuer ist mit dem Querruder so gekuppelt, daß die Querruder bei Seitensteuerausschlag kurvenunterstützende Differen- tialwirkung haben. Fine technische Neuerung bei der D 30 ist die während des Fluges verstellbare V-Form. Bekannt sind ja Segelflugzeuge mit nach unten ——— geknickter Tragfläche (Rhönsperber, Minimoa, Kondor, Reiher usw.), e3 sind jedoch Zweifel auf- getreten, ob dieser Flü- gel wirklich die gün- stieste Lösung darstellt. Es besteht darum be- rechtigte Hoffnung, durch die bei der D 30 im Fluge verstellbaren | Flügelenden Klarheit über den Einfluß der Knickflügel auf Steuer- barkeit und Seitenstabi- lität zu bekommen. Spannweite 20,1 m, Länge 6,6 m, Flächen- inhalt 12 m’, Flügel- streckung 1:33, Zuspit- zung 1:4, Leergewicht 175 ke, Sinkgeschwin- 10000 20100 diekeit 0,5 mi/sec bei einer Vorwärtsgeschwin- dichkeit von 62 kmih, bester Gleitwinkel von 1:36 bei einer Vorwärts- geschwindigkeit von 72 km/h. Zu Seite 351. D-30 Segelflugzeug Akaflieg Darmstadt. Oben: Gesamt- übersicht, Normalstellung des Flügels. Mitte: V-Verstellung | | Segelflugzeug D 30 der | nach unten. Unten: V-Ver- Akaflieg, Darmstadt. | stellung nach oben. — Oben: Zeichnung: Flugsport | | Lande- und Bremsklappen ausgefahren. Unten: Boot | mit Plexiglashaube. ı Werkbilder Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 361 D-30 Segelflugzeug Akaflieg Darmstadt. Seite 362 „FLUGSPORT" Nr. 14/1938, Bd. 30 Miles Monarch. Ueber die Entwicklung von Sportfilugzeugen in England hat man in letzter Zeit wenig gehört. Phillips and Powis Ltd., Reading, die Kon- strukteure der Miles-Flugzeuge, sind jetzt mit einem verbesserten Typ, dem Miles Monarch, einem dreisitzigen Tiefdecker mit 130-PS- vier-Zylinder-Gipsy herausgekommen. Rumpf mit geräumiger Kabine, zwei Sitze nebeneinander, nach vorn und hinten verstellbar, Fallschirme in den Rückenlehnen; auf der rechten Seite dahinter ein Notsitz, daneben Gepäckraum. Kabinendach auf der rechten Einstiegseite nach oben schieb- und faltbar. Die seit- lichen Fenster gleichzeitig nach hinten verschiebbar. Flügelmittelstück aus dem Rumpf herauswachsend mit Ansatz- flügeln, Flügelanschlüsse gleichzeitig für andere Miles-Typen passend. Flügelaufbau: zwei Kastenholme, Holzrippen mit Sperrholz bedeckt und dieses mit sehr leichtem irischen Damastleinen überzogen. Landeklappenbetätigung pneumatisch, erzeugt durch Ueberdruck aus dem Auspuff des Motors. @® Schematische Darstellung der Landeklappenverteilung bei Miles Monarch. Zeichnung: The Aeroplane Die Landeklappe wird pneumatisch betätigt, und zwar durch den in der Motoransaugleitung erzeugten Luftunterdruck. Man erkennt in der obenstehenden Abbildung a Motoransaugleitung, b Rückschlag- ventil, c Luftunterdruckbehälter, d Gashebel, e Landeklappenhebel, f Mitnehmer, & Ventilscheibe, mit dem Landeklappenhebel durch Stange verbunden, h Gegenventilscheibe, mit Landeklappe durch Stange verbunden, i-k-I-m Ventilöffnungen, die durch die Bewegung der Ventilscheiben miteinander verbun- den bzw. geschlossen oder nach außen ge- öffnet werden, n Ver- bindungsschlitz, o Vakuum - Zylinder mit doppelt wirken- den Kolben, p Lande- klappe. a — Bremshebel, rechts Kabine. Klappeneinstellung, Betriebsstoffhahn, Klappenstellungs- Anzeiger, Kühlluftregelung, Vor- und Rück wärts- trimm. Zeichnung: Flight | Miles Monarch Kabinenflugzeug. Einstieg nur von rechts durch seitliche nach oben sich faltende Schiebe- Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 363 Miles Monarch. Werkbilder Die Wirkung der pneumatischen Landeklappenbetätigung ist fol- sende: Bei Stellung des Landeklappenhebels auf vollen Ausschlag dreht sich die Ventilscheibe & und verbindet die Oeffnungen i und k sowie l und m; der Betätigungszylinder drückt dann die Landeklappe herunter. Hierbei wird durch die Verbindungsstange die Gegenventil- scheibe verdreht, trennt die Oefinungen i und k und schließt die Oeff- nung 1. Dies hält den Betätigungskolben wieder an, so daß die Lande- klappe wieder stehen bleibt. “ Fahrwerk Spurweite 2,74 m, zwei freitragende Lockheed-Feder- beine mit Stromlinienverkleidung und Differentialbremsen, die von dem Fußhebel des Seitensteuers betätigt werden. Zwei Brennstoffbehälter von je 68 I in den Flügelstümpfen. Auf Wunsch können jedoch Behälter von je 102 I eingebaut werden. Oel- behälter 12 1 direkt hinter dem Motor. Miles Monarch. Die Landeklappe kann nur voll ausgeschlagen werden bei voll zurückgenommenem Gashebelb. Beim Gasgeben schiebt sich der Landeklappenhebel a automa- tisch in die 15° Landeklappen- Startstellung. (Vgl. hierzu (die Abbildungen Seite 362.) türen. Seite 364 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 Spannweite 10,85 m, Länge 7,92 m, Höhe 2,67 m, Fläche 16,70 m?, Kabinenbreite 1,09 m, Leergewicht 630 kg, Führer 77 kg, Betriebsstoff 102 kg, Oel 11 kg, zwei Fluggäste 145 kg, Gepäck 10 kg, Fluggewicht 975 kg, Flächenbelastung 58,40 kg/m?, Leistungsbelastung 8,12 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe 233 km/h, in 1525 m 225 km/h, Reisegeschwindigkeit bei 70% der Volleistung 201 km/h, Lande- geschwindigkeit 72 km/h, Anlauf 132,5 m, Auslauf 91,5 m. Steigzeit auf 3050 m 16,40 Min. Gipfelhöhe 5300 m. Reichweite bei 73% Leistung 965 km, bei 70% Leistung 997 km und 5 h. Preis 1250 &. Douglas DC-4 Verkehrsflugzeug. DC-4 Verkehrsflugzeug für 42 Fluggäste wurde im Auftrage der 5 amerikanischen Luftverkehrsgesellschaften: Pan American Airways, Lastern Air Lines, United Air Lines, TWA und American Air Lines, gebaut. Freitragender Tiefdecker mit 4 Pratt-and-Whitney-Motoren von insgesamt 5600 PS. Rumpf von fast rundem Querschnitt mit luftdichter Kabine für Stratosphärenflug. Douglas DC-4 Verkehrsflugzeug. Werkbild Den DC-4, dessen Entwicklung sich auf eine Million Dollar be- laufen hat, haben wir bereits während der Bau-Ausführung im Jahre 1937 im „Flugsport“ Nr. 12, Seite 322, beschrieben. Dreirad-Fahrwerk, nach innen hochziehbar. Spannweite 41,5 m, Länge 29,5 m, Gewicht 29 t, Aktionsradius 3500 km. Douglas DC-4 machte am 8. 6. seine ersten Probeflüge in Santa Monica, längste Dauer der Versuchsflüge 113 Std., gesteuert von Major Cover, dem Versuchspiloten der Douglas-Werke. In USA. spricht man davon, daß die Entwicklungskosten des DCO-4 zwischen 15 und 17 Millionen ® betragen haben. Fin neuer DC-5 soll in Vorbereitung sein mit neuen Wright G-100 1000 PS Motoren für 14 Fluggäste. Aufbau ähnelt dem DC-3, siehe Flugsport 1936, S. 96. Boeing 314 — 41-t-Clipper. Das im Auftrage der Pan American Airways von der Boeing Aircraft Co. gebaute Großflugboot für 74 Fluggäste ist am 31. Mai zum erstenmal auf das Wasser gesetzt worden. Die Vorversuche fan- Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 365 Boeing 314-41-t-Clipper. Werkbild den in dem Puget Sound bei Seattle statt. (Vergleiche die Projekt- zeichnung „Flugsport“ 1937, S. 486.) Das Flugboot ist ein Hochdecker, freitragende Flügel. Mittelstück mit den Rumpf fest verbunden. Vier Wright-Cyclone-Motoren von je 1500 . Bootsrumpf stark gekielt, zweistufig mit seitlichen Schwimmer- stuummeln, wie bei Dornier. An den Enden der Stummel wulstförmig ausgebildete Tauchtanks. Unterbringung der Fluggäste in zwei Etagen und weiter darüber Führer- und Navigationsraum. Finfaches Höhen- und Seitenleitwerk, dreieckige Kiel- und Höhen- flosse. Spannweite 46,4 m, Länge 33 m, Gewicht 37.000 kg. Gipsy Twelve 525 PS. De Havilland hat jetzt den aus dem Gipsy Six und Gipsy Major entwickelten Zwölfzylinder herausgebracht. Zylinder, Kolben und Zylinderköpfe sind in der Konstruktion dieselben geblieben. Durch Verdoppelung der Gesamtliterleistung von 9,186 | auf 18,372 1 und Gipsy Twelve 525 PS. Werkbild Seite 366 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 durch Vorverdichtung konnte die Leistung auf das Zweieinhalbfache gesteigert werden. Die Anordnung der zwölf Zylinder in V-Form er- möglichte eine runde Verkleidung im Querschnitt und dadurch Gering- haltung des Stirnwiderstandes. 2 Die Kühlluft für die Zylinder wird nicht mehr in der Nase der Motorverkleidung, sondern am Hinterteil des Motors von der Flügel- nase durch regelbare Kanäle zugeführt und nach der Unterseite des Rumpfes nach hinten geleitet. (Siehe Abb. 369 oben). Wir haben bereits im „Flugsport“ 1938 auf Seite 179 und 180 den Finbau des Gipsy Twelve und diese neuartige Staudruckkühlung aus- führlich besprochen. Die Beaufschlagung der beiden Luftöffnungen in der Flügelnase, auch durch den Luftschraubenstrom, ist in allen Lagen des Flugzeuges, auch beim Steigen, wo der Motor die größte Kraftleistung entwickelt, gleichmäßiger, als wenn die Oeffnungen sich in der Rumpfnase ‚be- fänden. Die Regelung des Luftstromes wird durch eine hydraulisch Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 367 NDIETITEN \ =>; Gipsy 12 Cyl. 525 PS. Ir s: I EZ on — = Tu ng 77 Zt ’L_\ E77 ar “|. Im N (NORDEN 7 ben, n) Drosselhebel, 0) Automatischer Gebläseregler, p) Oelsumpf mit ‚t) Turbinenrad, Zeichnung: Flight ,‚ v) Starterbetätigungshebel, w) Starter- Filter, q) Doppelvergaser mit automatischem Gemischregler, r) Hydraulische motorgetriebe. Betätigung der Kupplung, s) Getriebe für das Kompressorrad u) Leitschaufeln für den Kompressor f) Nockenwellenantrieb, g) Vakuum- e) Nockenwelle, Einzelteile zum Gipsy Twelve 525 PS. Von oben nach unten: Kurbelgehäuse- unterteil, Kurbelwelle mit Untersetzungsgetriebe, Einzelteile der Zylinder, Zylinderkolben und Pleuel. Werkbild a) Startermotor, b) Anlasserspule, c) Kurbelwellengleitlager, d) Kurbel- pumpe, h) Kegelantriebsrad-Magnetwelle, i) Luftschraubenuntersetzungs- getriebe, k) Magnet, ]) Hydraulische Betätigung von Magnet- und Luft- wellenpleuellager, schraubenregler, m) Kompressorradwelle von Luftschraubenwelle angetrie- Seite 368 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 | ä il mi itschaufeln, rechts Turborad, ve 525 PS. Links Gehäuseteil mit den Leitsc ; Gipsy Twelve kugelgelagert. Werkbild gesteuerte Klappe unterhalb des Motors bewirkt. Bei gedrosseltem ießt sich die Drosselklappe automatisch. a ereile Chromnickelstahl, sechsmal gekröpft, achtmal ge- lagert, je zwei Pleuellager auf einer Kröpfung, Gleitlager. Untersetzung auf die Schraubenwele 1 OT. errinpt leehäuse Elektron, stark v pt. . ee Te Nockenwellen mit je zwölf Nocken, fünfmal in Gleit- lager von großer Bohrung gelagert, so daß die Nockenwelle von vorn herausgezogen werden kann. An dem vorderen Ende der Nockenwelle ist der Antrieb für Magnete, hinteres Ende Antrieb für Dowty-Pumpe und Stromerzeuger, ferner senkrechte Welle nach der Oelpumpe. em Das Uebersetzungsgetriebe für den Vorverdichter (Lader) wir durch eine lange Welle von der Luftschraubenwelle angetrieben, um Uebertragung von Schwingungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Schaufelrad dreht sich mit der 7,14fachen Kurbelwellendrehzahl. Max. ders 20 000 pro Min. . a ser auf der rechten Seite des Motors. Vorwärmung r Oelsumpfipumpe. a, Hub 140 mm, Hubraum 18,37 1, Nennleistung 525 PS bei 2600 U/min, Verdichtung 1 : 7,14, Brennstoffverbrauch 216,81 e/PSih, Gewicht 479,908 kg, Breite 800 mm, Länge 2100 mm, Höhe 847 mm. . 7 Pi m ‘ d Gipsy-12“ 530 PS, illand D.-H.-91 „Albatross“ mit vier de Havilland „ De eh windigkeit 338 km/h, Reichweite (errechnet) 6400 km. Walter Minor 6 140/150 PS. Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 369 Einbau der Gipsy Twelve-Motoren in engl. Albatross. Man erkennt die Eintritts- Öffnungen für die Kühlluft in der Flügelnase und die sehr gedrungene Form- gebung des Gipsy Twelve. Werkbild Walter Minor-6 140/150 PS. Zu den kleinen Walter-Typen mit hängenden Zylindern, Mikron 4 II, 60 PS, Minor 4 I, 85 PS, Major 4 I, 120 PS, und Major 6 I, 190 PS, welche im „Flugsport“ 1936, S. 306/307 veröffentlicht sind, ist jetzt nach bestandener Musterprüfung der Walter Minor-6 von 140/150 PS mit 6 1 Zylinderinhalt hinzugekommen. Aeußere Form und Aufbau, Ausbildung der Zylinder und Zylinder- köpfe ähneln den obengenannten bekannten Baumustern. Ausrüstung mit 1 oder 2 Brennstoffpumpen, Stromerzeuger, 1 Saugpumpe für Bordinstrumente beim Blindflug, auf besonderen Wunsch mechanischer oder elektrischer Anlasser. Kurbelwellenende mit Luftschraubennabe für Holzluftschrauben oder in Ausführung für Metallschrauben und hydraulisch verstellbare Luftschraubenblätter. Kurbelgehäuse Aluminiumlegierung, gegossen, zweiteilig, enthält Werkbild Seite 370 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 Nocken- und Kurbelwelle, letztere mit 7 Gleitlagern und 1 Kugellager zur Aufnahme der achsialen Kräfte. Kurbelwelle hohl zur Verteilung des Drucköles. Pleuelstangen, gepreßt, Hiduminium, zweiteilige Köpfe mit ausgegossenen Lagerschalen. Kolben, Hiduminium, 2 Dichtungs- und 2 Oelabstreifringe. Stahlzylinder mit aufgesetzten Köpfen aus Hiduminiumlegierung werden mit 4 Bolzen am Kurbelgehäuse ver- schraubt. Schmierung, dreifache Zahnradpumpe mit 2 Rückförder- und 1 Druckpumpe im Oelsammler am unteren Teil des rückwärtigen Kurbelgehäusedeckels. Doppelzündung, 2 Scintilla-Magnete Vertex NV 6-D. Kühlung durch Luftsammlerkanal auf der linken Zylinderseite. Luft strömt zwischen den Zylindern um zwischengelagerte Leitbleche nach der rechten Seite, daß die einzelnen Zylinder und Köpfe umströmt werden. Aufhängung: 4 seitliche, mit Gummiblöcken versehene Befesti- eungszapfen, welche an die seitlichen Flanschen des Kurbelgehäuses angeschraubt werden. 6 Zylinder, Bohrung 105 mm, Hub 115 mm, Gesamtzylinderinhalt 5,97 1, Verdichtungsverhältnis 6 : 1, Nennleistung in Bodennähe 140 PS bei 2300 U/min, Höchstleistung in Bodennähe 150 PS bei 2600 U/min (5 Min.), Brennstoffverbrauch 265 g/PS/h, Oelverbrauch 10—16 e/PSih. Motorgewicht 148 kg, Länge 1352 mm, Höhe 722 mm und Breite 368 mm. Durchziehnieten-Werkzeug. Fiir hochwertige Arbeit ist nicht immer ein hochwertiger Arbeiter notwendig, wenn hochwertige Werkzeuge und Maschinen vorhanden sind. Die Verkürzung der Zeit für den Arbeitsgang ist gleichzeitig Hauptbedingung. Die meisten Verbesserungen in dieser Hinsicht wer- den von dem deutschen Arbeiter, und hierin sind wir den Ausländern weit voraus, angeregt. Ein Beispiel hierfür ist nachstehendes Werk- zeug für Durchziehnieten, wie es von zwei Gefolgschaftsmitgliedern der Norddeutschen Dornier-Werke G. m. b. H., den Flaschnern Werner Erling und Erich Glober (Abb. 1d), erfunden wurde. Durchziehnieten sind, wie die nachstehenden Abbildungen er- kennen lassen, Rohrnieten, deren Bohrung des Schaftteilendes gegen- über derjenigen des Kopfteiles um so viel enger gehalten ist, als die Aufweitung betragen soll, wenn das Niet geschlagen ist. Das Aul- weiten dieses Schaftteiles der Niete bewirkt ein Durchziehstift, der an seinem Ende einen kugelförmigen Kopf trägt. Diese Durchziehnieten wurden bisher in der auf Abb. la dargestellten Weise angeliefert. Man erkennt, daß zu jedem Durchziehniet eigens ein Durchziehstift er- torderlich ist. Die weiterhin auf Abb. la dargestellte Zange diente zur Aufnahme des Durchziehstiftes, wobei sein freies Ende von der Zange gefaßt wurde. Der Kopf des Durchziehnietes legte sich hierbei an das Mundstück. Nach diesen Vorbereitungen drängt man das Niet in das auszunietende Loch und zieht mit beiden Händen die Griffe der Zange auseinander, wobei der kugelige Kopf des Durchziehstiftes die vorgeschriebene Ausweitung des unteren Schaftteiles bewirkt. Der Durchziehstift, welcher durch die Zange am oberen Ende angequetscht wird, ist nicht weiter zu verwenden. Die Abb. Ic zeigt den Arbeitsplatz, wie er sich bei Verwendung der bisherigen Durchziehnieten und Nietzangen ergibt. Auf den zahl- reichen am Boden liegenden Durchziehstiften gleitet man leicht beim Darübergehen aus, wodurch die Unfallgefahr der Werkstatt erhöht wird. Auch große Unordnung und Unsauberkeit wird durch diese vie- len, nunmehr unnütz gewordenen Stifte, von dem 'Materialverlust gar nicht zu reden, an den Arbeitsplatz getragen. Die Nieten selbst sind Nr. 14/1938, Bd. _30 „FLUGSPORT“ Seite 371 Abb. 1: Dornier Durchziehnietenwerkzeug. Werkbild aus Dural oder Hydronalium hergestellt, während der Stift aus Eisen besteht. Die Folge dieser Zusammensetzung war eine lebhafte Kor- rosion während der Lagerhaltung. Es entstand viel Ausschuß, oder es mußten die Nieten von den Durchziehstiften, welche zusammenkorri- diert waren, durch Hilfsarbeiter wieder gelöst werden. Diese Uebelstände sind durch die Schaffung einer neuen Revolver- zanze (Abb. Ib u. 2), wo die Durchziehnieten auf einen Ladedraht auf- geschoben angeliefert werden, beseitigt. Aus der Abbildung geht auch die Anwendung hervor. Zum Einsetzen der Nieten in die Nietlöcher wird mit der Revolverzange kaum noch die halbe Zeit benötigt. Das Laden der mehrfach jeder Zange mitgegebenen Ladestangen mit etwa 40 bis 50 Nieten, je nach Länge derselben, kann von einem Hilfsarbeiter ausgeführt werden. Die neue Revolverzange ist außerdem, infolge ihrer schlanken, 7 Abb. 2: Dornier Revolverdurchziehnietenwerkzeug. Werkbild Seite 372 „FELUGSPORT" Nr. 14/1938, Bd. 30 zweckmäßigen Form auch noch dort zu verwenden, wo das vorherige Gerät infolge seiner Plumpheit ausfiel. Die Ersparnis an Eisen, infolge der nun nicht mehr benötigten Durchziehstifte beträgt pro Flugzeug etwa 4100 g. Selbstverständlich fällt jetzt auch die Korrosion in den Lagerbeständen der Durchzieh- nieten weg. 5 FürWerkstaltu-Flugplatz == — [en __— em. Materfalersparnis durch Normung bei Sperrholzplatten wird demnächst durch eine Aenderung der DIN-L 182 Sperrholzplatten herbeigeführt. Bei der bis- herigen Normalplattengröße von 1200X1000 mm mußten naturgemäß Furniere von 1200X1000 mm zugeschnitten werden. Nachdem jetzt in der Erzeugerindu- strie genügend große Pressen vorhanden sind, hat man zunächst, um eine bessere Pressenausnutzung zu ermöglichen, sich zur Herstellung von Platten von 1200X1200 mm entschlossen, weil dabei gleichzeitig auf 1200xX1200 mm abgelängte Furniere verwendet werden können. Die anfallenden Verschnitt- meneen bei 1200X1200 mm sind auch besser zu verwerten als die bei normaler Platte von 1200X1000 mm. Wenn auch das frühere Maß von 1200X1000 mm noch bestehen bleibt, so ist unschwer zu erkennen, daß durch die neue Normung zu- nächst Material im Sinne des Vierjahresplans sowohl in der Herstellung als auch im Verkrauch gespart wird. Laden von Bomben, 500 kg, auf dem Flugplatz in Reims. In nebenstehender Abb. erkennt man unter dem Flügel des Zweimotor Bloch-Bombers die Bomben-Auf- hängevorrichtung sowie eine ab- nehmbare Seilwinde mit zwei Kurbeln, mit der die 500 kg schweren Bomben hochgehoben und in die Bombenaufhängevorrich- tungen eingebracht werden. Internationale Normentagung 1938 fand auf Einladung des Deutschen Normenausschusses vom 20. 6. bis 2.7. in Berlin zum ersten Male in Deutschland statt. Die letzten Haupt- sitzungen der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der nationalen Nor- menausschüsse ISA (International Federation of the National Standar- dizing Associations) fanden 1933 in Paris statt. Von den 20 der ISA angehörenden Ländern waren 19 Länder in Berlin vertreten. Die 30 Einzelkomitees tagten im Haus des VDI. Baurat Dr.-Ing. e. h. F. Neuhaus eröffnete in einer Hauptsitzung die Beratungen. Deutschland war in allen in Berlin tagenden Aus- schüssen vertreten und betreute in 11 Ausschüssen das Sekretariat. Die alten Zeiten vor 20 Jahren, wo man verschiedentlich der gan- zen Normung noch recht feindlich gegenüberstand, sind jetzt vorbei. Ueber die Bedeutung und Notwendigkeit der Normung brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht mehr zu sprechen. Im Rahmen des Deutschen Normenausschusses sind vom Fachnormenaus- schuß für Luftfahrt bereits seit dem Jahre 1925 Luftfahrtnormen ausgearbeitet worden, die das Zeichen DIN tragen. Diese zurzeit etwa 300 Normen haben sich neben den aus anderen Fachgebieten übernommenen Normen auf Grund von Maßnahmen der Wirtschaft und Behörden weitgehend praktisch eingeführt und weiterentwickelt. Letztere haben darüber hinaus für grundlegende Teilgebiete wie Werkstoffe, Berechnungs-, Bau-, Prüf- und Lieferbedingungen zahlreiche Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 373 ergänzende Vorschriften aufgestellt. Neuerdings ist ferner die Einrichtung ge- troffen worden, daß die Werke der Luftfahrtindustrie ihre Werknormen zur Prüfung einreichen und sich gegenseitig zwecks Erfahrungsaustausch zugänglich machen, damit Baustunden und -kosten erspart werden. Nachstehende Auswahl der bestehenden, zum Teil recht vollständig aus- gebauten Normengruppen zeigt die Vielfältigkeit dieser eifrig betriebenen Arbei- ten, die sich sowohl auf die Luftfahrzeuge selbst (einschließlich Motor und Aus- rüstung) beziehen, als auch soweit erforderlich auf die Bodenanlagen und organi- satorischen Angelegenheiten: Allgemeine Normen (z. B. Zeichnungen, Bezeichnungen, Listen). Technische Grundnormen (z. B. Zahlenreihen, Gewinde, Passungen). Werkstoffe (z. B. Metalle, Holz, Gewebe, Kunststoffe). Halbzeuge (z. B. Bleche, Rohre, Drähte, Voll- und Profilstangen). Verbindungsteile (z. B. Schrauben, Niete, Stifte, Seile, Gelenke). Bedienungsteile (z. B. Griffe, Beschläge, Gestänge, Schilder). Rohrleitungen (z. B. Schläuche, Verschraubungen, Armaturen). Werkzeuge, Vorrichtungen, Fertigungsangaben. Die Entwicklung erfolgt möglichst nach einfachen logischen Grundsätzen unter Wahrung der Abhängigkeit der einzelnen Normen von einander und Aus- wertung der entsprechenden ausländischen Arbeiten einschließlich der ISA. Auch das Sekretariat des ISA-Komitees 20 (Luftfahrt) befindet sich seit Gründung im Jahre 1928 neben sieben anderen beim Deutschen Normenausschuß und ist von diesen Festlegungen in seinen zahlreichen Empfehlungen ausgegangen, so daß sie bei den deutschen Flugzeugmustern weitgehend berücksichtigt werden, soweit sie jeweils in Frage kommen. Abgeschlossene Aufgaben sind z. B. Laufradielgen, Bordgeräte, Zündkerzen, Steuerungshebel, Gewichtszerlegung, Füllverschlüsse und Leichtmetallniete. Nils Fredriksson, Stockholm, Präsident der Internationalen Foede- ration der nationalen Normen-Vereinigungen, dankte für die geleistete Vorarbeit und schlug folgendes Begrüßungsteleeramm an den Führer und Reichskanzler vor: „Auf Einladung des Deutschen Normenausschusses sind die Vertreter der Wissenschaftler, der Erzeuger und der Verbraucher von 19 Staaten zu einer Internationalen Normentagung versam- melt, um durch Angleichung der nationalen Normen die Güter- erzeugung zu vereinfachen, die Sicherheit des Verkehrs zu er- höhen und den Warenaustausch zu erleichtern. Die Teilnehmer der Tagung entbieten dem Führer und Reichskanzler ihre ehr- erbietigsten Grüße.“ Vom Führer und Reichskanzler ging folgende Antwort ein: „Den zur Internationalen Normentagung in Berlin versammelten in- und aus- ländischen Vertretern danke ich für ihre Grüße, die ich mit meinen besten Wünschen für einen erfolgreichen Verlauf der Tagung herzlich erwidere. gez. Adolf Hitler.“ Aus den vielen Teilgebieten (Stahl, Luftfahrt, Automobile usw.) interessiert hier besonders das Gebiet Luftfahrt, und zwar befaßt sich das ISA-Komitee 20, dessen Sekretariat sich in Deutschland befindet, mit folgenden Fragen: Normung der Flugzeugreifen und Belastungen, Rohre, Verschraubungen, Zündkerzen, Kraft- stoffe, Luftschraubennaben, Schrauben und Muttern, Elektrische Leitungen und Lampen für Flugzeuge, Festlegung von Formelzeichen und Begriffen in der Flug- mechanik. Allgemein soll auch eine Grundlage für Leistungsmessungen an Flugzeugen und Motoren geschaffen werden. Bisher wichen die einzelnen Länder mit ihren Begriffen für Flugzeug- und Motorenleistungen voneinander ab. Daß die Kraft- stoffe in gleicher Zusammensetzung und Güte auf allen Flugplätzen vorrätig sind, ist ebenfalls für den internationalen Flugverkehr von besonderer Wichtigkeit. Die ISA-Tagungen sind keine Kongresse, wo beliebig Wissenschaftler und Sachverständige aus den einzelnen Ländern zusammenkommen, sondern an den Arbeitstagungen nehmen nur geladene Vertreter der einzelnen Normenvereini- gungen teil. In den einzelnen Fachsitzungen wird über den Fortschritt der Aus- eleichsarbeit berichtet und weiter daran gearbeitet, wie man zu einer Ueberein- stimmung der Ansichten über die zahlreichen Normungsvorschläge kommen kann. Hierbei wird auch die Möglichkeit ins Auge gefaßt, auf einzelnen Teilgebieten zu einem Abschluß zu kommen und damit eine „ISA-Empfehlung“ herbeizuführen. Seite 374 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 Inland. Hellmuth Hirth T. Hellmuth Hirth, geb. 24. April 1886, Heilbronn, ist am 1. Juli in Karlsbad gestorben. Sein Name ist mit der Ent- wicklungsgeschichte der Vorkriegsilie- gerei unauslöschlich verbunden. Von sei- nem Vater, Dr. Albert Hirth, (gest. 1935) erbte er die technische Begabung und beschäftigte sich schon in seiner Jugend mit den neuesten Errungenschaften der Technik. Das Fahrrad war dem Dreizehn- jährigen schon etwas Altes und bald auch das Automobil. 1909 packte ihn die Flie- gerei. Nach einer kurzen Gastrolle bei Euler, wo er zu lange auf das Fliegen warten mußte und von dem Dach einer Halle heruntersprang und sich dabei das Fahrgestell verstauchte, ging er nach Ber- lin und lernte auf einer Etrich-Rumpler- taube 1910 fliegen. Zu dieser Zeit wurden gerade neue Prüfbestimmungen für das Fliegerpatent ausgearbeitet, wodurch er erst am 27. 3. 1911 das Patent Nr. 79 erhielt. Seine Erfolge sind noch alle frisch in Erinnerung. Man braucht nur an die damaligen Wettbewerbe zu er- innern. Kathreinerpreis, Prinz-Heinrich- Flüge, Wasserflugwettbewerbe, Berliner Flugwochen in Johannistal, Internationale Flugzeugwettbewerbe u. a. 1912 am 6. 7. schlug er den von Garros aufgestellten Höhenrekord mit 4520 m. 1913 kam er als Direktor zu den Albatros-Werken. Sein letzter Friedens- flug (vgl. nebenstehende Abb.) war der nach Marseille 1914. Während des Krie- ges baute er zuerst mit Direktor Klein von Bosch und Prof. Baumann Riesen- flugzeuge, um dann später an der Front zu fliegen. Nach dem Kriege befaßte er sich mit Versuchen auf dem Gebiete des Hellmuth Hirth f. Von oben: Prinz- Heinrich-Flüge. Landung neben der Fa- brik Benz in Mannheim. Wasserung auf Albatros Doppeldecker in Marseille. Unten rechts: Hellmuth Hirth mit seinem Bruder Wolf links. Archiv Flugsport PATENTSAMMLUNG 1938 des ARE BandVil Nr. 23 Inhalt: 659188, 422, 667; 660366, 418, 793, 828, 855, 875, 918. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). b Aos Pat. 659 422 v. 6. 12. 36, veröff. 3. 5. 38. Dornier-Werke G. m. b. H. und Dr.-Ing. e. h. Claude Dornier, Friedrichs- haien*). Vorrichtung zur Beeinflussung der Verstellkräfte von Landeklappen. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur Beeinflussung der Verstellkräfte von Landeklappen, Rudern u. dgl., welche hinter festen Flügeln oder Flossen so angelenkt sind, daß sie in der Nullage mit diesen ein kontinuierliches Profil bil- den, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappen oder Ruder aus zwei oder mehreren um eine gemeinsame 7 Pa m ] ] | / 4 ww 3 _ FA \r I T — FA | REIN > R Ps X Achse drehbaren Teilen bestehen, welche bei Be- tätigung der Klappen oder Ruder so gesteuert werden, daß der in Flugrichtung vor der Drehachte gelegene Teil stets ganz oder annähernd innerhalb der Flügel- kontur bleibt. 2. Vorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekenn- zeichnet, daß die um eine gemeinsame Achse dreh- baren Teile einer Klappe oder eines Ruders durch ein in beiden Drehrichtungen selbsthemmendes Getriebe miteinander verbunden sind. *) Dr.-Ing. e. h. Claude Dornier, Friedrichshafen, ist als Erfinder benannt worden. Fahrwerk (Gr. 40—41). b AQsos Pat. 660 828 v. 20 2, 35, veröff. 3.6.38. Mahle Komm.-Ges., Stutt- gart-Bad Cannstatt”). Flugzeugsporn. Patentanspruch: Frei tragender Flug- 8 zeusträger, dadurch ge- [e) kennzeichnet, daß das Federbein (2) heck- wärts ansteigend im Rumpfende eingebaut ist und unten das La- ger für die annähernd senkrechte oder um einen geringen Winkel 5 \ bugwärts zur Rollebene 6 gerichtete Schwenkaclıse Fa des Spornteiles trägt. FA *) Von dem Patent- sucher ist als der Er- finder angegeben wor- den: Dr.-Ing. Franz Mi- chael, Stuttgart - Bad Cannstatt. b 4011 Pat. 659188 v. 2. 11. 33, veröff. 27. 4. 38. Henschel Flugzeug- Werke AG., Schönefeld, Kr. Teltow*). Stoßdämpfer für Fingzenge. Patentanspruch: Mit einer Rückführungsfieder durch schiefe Ebenen ver- sehener, in einer Hülse beweg- lich befestigter Stoßdämpfer für Flugzeuge nach Patent 631 794, dadurch gekennzeich- net, daß die schiefen Ebenen sich innerhalb der Hülse zwi- schen einem Ring des Stoß- dämpfers und einem Ring der Hülse am Eintritt des Stoß- dämpfers in die Hülse befinden und durch den Anpressungs- druck der Federung in Eingriff kommen. ”) Von dem Patentsucher H ist als der Erfinder angegeben worden: Dipl.-Ing. Friedrich Nicolaus in Berlin-Wilmers- i dorf. b Adıo Pat. 660 875 v. 26. 8, 33, veröft. 4.6.38. Henschel Flugzeug-Werke A.-G., Schönefeld, Kr. Teltow“). Befesti- gung von Einbein- Fahrgestellstreben. Bei der Entwicklung der Einbein-Fahrgestellstrebe ist man von der Ueberlegung ausgegangen, daß eine Verminderung des Luftwiderstandes durch Fortfall frei liegender Versteifungen und Verspannungen er- zielt werden kann, wenn die Radstrebe in sich biegungssteif ausgebildete wird. Diese Eigenschaft wird im wesentlichen dadurch erzielt, daß man für die Strebe einen Rohrkörper von geeignetem Durch- messer verwendet. Dabei hat man die Rohrstrebe angegeben worden: Dipl.-Ing. Otto Kraft, Berlin- Steglitz, und Wilhelm Ludwig, Berlin-Lankwitz. Seite 98 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 23: eleichzeitig als Stoßdämpfer ausgebildet und sie aus einem am Flugzeuggerüst befestigten Rohr und einem in diesem Rohr entgegen der Wirkung eines elasti- schen Druckmittels verschiebbar geführten, das Rad tragenden Stab hergestellt. Die Verbindungen dieser Federstreben mit dem Flugzeuggerüst erfolgen in der * Weise, daß der obere Strebenteil an dem Gerüst durch Flanschen, Laschen u. ‚dgl.- befestigt wird,-wo- - - bei-Kurze Verstrebungen in der Nähe der Anschluß- stelle dieser die erforderliche Verdrehfestigkeit geben. Gemäß der Erfindung wird der obere Teil der Fahrgestellstrebe in einem hohlen Fachwerkstab des Rumpfes auf einem größeren Teil seiner Länge un- verschiebbar und unverdrehbar starr gelagert und auswechselbar befestigt. Patentanspruch: Befestigung von Einbein-Fahrgestellstreben, da- durch gekennzeichnet, daß der obere Teil der. Fahr- gestellstrebe in einem hohlen Fachwerkstab des Rumpfes auf einem größeren Teil seiner Länge un- verschiebbar und unverdrehbar starr gelagert und auswechselbar befestigt ist. Triebwerk (Gr. 12—15) c 1201 Pat. 660 366 v. 3. 12. 35, veröff. 23. 5. 38. Firma J. Eberspächer, Eßlingen, Neckar. AbstützungvonMotorhauben, insbesondere der Hauben luftgekühlter Flug- zengsternmotoren. Patentansprüche: 1. Abstützung von Motorhauben, insbesondere der Hauben luftgekühlter Flugzeugsternmotoren, bestehend aus mehreren die Haube frei tragenden Streben oder Strebensystemen, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragstreben oder Strebensysteme, vor und hinter den Motorzylindern vorgesehen, in an sich bekannter Weise an dem Kurbelgehäuse bzw. den Kurbelge- häusedeckeln befestigt sind und sich je an einem Zylinderkopf mittels einer Verbindungsstrebe ab- stützen, die einerseits an der Tragstrebe (Streben- system) gelenkig und in Umfangsrichtung der Haube federnd:.befestigt, andererseits an.dem der Tragstrebe (Strebensystem) zugeordneten Zylinderkopf ange- lenkt ist. 2. Haubenabstützung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Vorderseite des Motor- gehäuses (3) bzw. an dessen Gehäusedeckel (4). zweck- mäßig vor den Zylindern I, IV und VII des Motors, in an sich bekannter Weise ie eine Strebe (7) be- festigt ist, die als Träger dient für eine Winkel- strebe (8), deren Arme (10, 10) am Umfang der Luft- eintrittsöffnung der Haube (12) angeschweißt sind. 3. Haubenstützung nach Anspruch 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß mindestens eine der Winkelstreben ($} — zur Abstützung des Scharniers der Haube -- einen radial nach außen verlaufenden Stützarm (13) aufweist. 4. Haubenabstützung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelstreben (8) auf ihrer den Motorzylindern zugekehrten Seite einen flachen Ansatz (Lappen 9) aufweisen. 5. Haubenabstützung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Lappen (9) der Winkelstrebe (8) eine an dem zugeordneten Zylinder- kopf angelenkte Verbindungsstrebe (14) gelenkig und in Umfangsrichtung der Haube federnd befestigt ist. / 6. Haubenabstützung nach den Ansprüchen 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstrebe 7. Haubenabstützung nach den Ansprüchen 1, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Schenkeln (18. 19) der Verbindungsstrebe (14) und dem Lappen (9) der Winkelstrebe (8) Federn (22, 25) angeordnet sind. Haubenabstützung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß an der Rückseite des Motorge- häuses (3) bzw. an dessen Gehäusedeckel (5), zweck- mäßig vor den Zylindern I, II, V, VI, VII, IX des Motors, ie eine Strebe (25) befestigt ist, die als Träger dient für einen in an sich bekannter Weise an dem inneren Umfang der Haube (12) angebrachten, im Querschnitt L-förmigen Ring (24), an dem die Streben (25) zweckmäßig durch Flügelschrauben (27) befestigt sind. 9. Haubenabstützung nach den Ansprüchen 1 und 8 dadurch gekennzeichnet, daß iede Strebe (25) in Umfangsrichtung der Haube an dem der Strebe zu- geordneten Zylinderkopf durch eine in ihrer Achs- richtung nach beiden Seiten federnd ausgebildete Ver- bindungsstrebe (28) gelenkig abgestützt ist. C 13 Pat. 660 855 v. 29. 1. 33, veröff. 3. 6. 38. Dr. Fritz Huth, Berlin- Johannisthal. Triebwerk für Luftfahrzeuge mit hohler Luftschranubenwelle. Patentanspruch: . Triebwerk für Luftfahrzeuge mit hohler Luft- schraubenwelle, durch die ein mit der Motormasse 59.3 En 9 22 wesen 1 1 1 i 1 ı I i j i i ı 1 ! ’ ı 1 N i ' I ! n I L.. (14) an ihrer der Winkelstrebe (8) zugekehrten Seite Ta einen gabelförmigen Ansatz aufweist, dessen beide Schenkel (18, 19) den Lappen (9) der Winkelstrebe (8) zangenartig umgreifen und an dem Lappen (9) mittels eines als Achse dienenden Schraubenbolzens (20) ge- lenkig befestigt sind. Nr. 23 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 99 verbundenes Maschinengeschütz hindurchschießen kann, dadurch gekennzeichnet, daß ein an sich be- . kannter luftgekühlter Motor mit winklig zur Kurbel- welle liegender Luftschraubenwelle entweder in der Tragflügelnase oder im Bug des Flugzeugrumpfes in der Weise- angeordnet. ist, daß die nicht ummantelten, dem freien Luftstrom ausgesetzten, windschnittig aus- gebildeten Motorteile in ihren äußeren Umrißlinien- in dieienigen des Rumpfes oder Tragflügels übergehen. C 1957 Pat. 660 918 v. 12. 9. 36, veröff. 4. 6. 383. Bayerische Motoren- Werke A.-G., München. Auspuffgassammler für Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Auspuffgassammler für Flugzeuge, bei denen der den Kopf des Flugzeugführers umschließende obere Rumpfteil sich aus strömungstechnischen Gründen nach rückwärts stromlinienförmig fortsetzt, dadurch ge- kennzeichnet, daß in dem durch diese Fortsetzung ent- standenen Raum (1) die Einrichtungen zum Sammeln und Abführen der Auspuffgase eingebaut sind. 2. Auspuffgeassammler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rumpfteil (1) durch Zwi- schenlage von Asbest (2) gegenüber dem übrigen Rumpfteil abgeschirmt ist. 3. Auspuffgassammler nach einem der vorher- gehenden Ansprüche in Anwendung für Antriebs- motoren mit V-förmig angeordnenten Zylinderreihen, dadurch gekennzeichnet, daß der Abgassammelraum (1) oberhalb des Raumes zwischen den Zylinderreihen des Motors (3) vorgesehen ist, in den die Auspuff- kanäle (4) beider Zylinderreihen des Motors (3) ein- münden. Fallschirme und sonstige Rettungsvorrich- tungen (Gruppe 21—23). c2 Pat. 659 667 v. 28. 7. 35, veröff. 7. 5. 38. Sueto Nonaka, Naoiri-gun, Oita, Japan. Fallschirm. 1 26 6 2 20 2.20 Patentanspruch: Fallschirm mit einer durch einen beweglichen dros- selbaren Ansatz der iragfläche veränderbaren Luft- durchgangsöffnung in der Tragfläche, mit welchem eine Mehrzahl von zu einer mittleren Tragleine führen- den Leinen verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Teil der mittieren Tragleine (7) eine vom Springer her über die Tragfläche (1) des Fall- schirmes hin führende Zugleine (14) befestigt ist, welche durch Anziehen ein Lockern der mittleren Tragleine (7) oberhalb des Befestigungspunktes der Leine (14) bewirkt, ferner daß die mittlere Tragleine (7) an ihrem unteren Ende mit den durch Oesen des Traggurtes (8) gleitend geführten Außentragleinen verbunden ist und die oberen Enden der von der mittleren Tragleine (7) zu dem beweglichen Luftdurchlaßansatze (2) führenden . Leinen (6) mit einer durch einen Hohlrand (8) dieses flanschartigen Ansatzes (2) .geführten Ringleine (4) verbunden sind. Pat. 660 793 v. 16. 4. 35, veröfi. c 2304 2. 6. 38. Ludwig Schart, Berlin- Tempelhof. Rettungs- und Lastenfallschranbe mit unstarren Flügeln. Patentansprüche: 1. Rettungs- und Lastenfallschraube mit unstarren Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (7, 31, 49) aufblasbare Säcke bilden oder solche auf- weisen (39), die zum Einleiten der Schraubendrehung mit Luft oder Gasen gefüllt und prall und steif ge- halten werden. 2. Fallschraube nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die aufblasbaren Säcke (7, 40) einen oder mehrere Windfänge (5, 41, 45) besitzen. 3. Fallschraube nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß am Windeinlaß (34) eine Düse oder Strahlpumpe (35, 36) angeordnet ist, welche durch die -Saugwirkung eines Preßluftstrahles Wind in die Flügelsäcke (31) reißen kann. 4. Fallschraube nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die aufblasbaren Säcke, vorwiegend solche, die ausschließlich durch künstlich gepreßte Luft gefüllt werden, dehnbar ausgebildet sind (49). 5. Fallschraube nach Anspruch 1 bis 4, gekenn- zeichnet durch die Verwendung mehrerer Luftsäcke ie Flügel (39, 40), die auf voneinander verschiedene Art aufgeblasen werden. 6. Fallschraube nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die aufblasbaren Säcke in der Gegend der Flügelenden Düsen (11, 46, 50) aufweisen, deren Oeffnung nach hinten zeigt und deren von der ausströmenden Luft auf sie ausgeübter Rückstoß zum Antreiben der Schraube verwendet wird. Abb Abb2 w Seite 100 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 23 7. Fallschraube nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die aufblasbaren Säcke an der Oberseite Ventile besitzen, die in prallem Sackzustand durch Stoffzungenventile (29) geschlossen sind, aber sich beim Umlaufen der Säcke selbsttätig durch das durch die Fliehkraft bewirkte Abheben der womög- lich belasteten Stoffzungen öffnen (30). 8. Fallschraube nach Anspruch 1 bis 3 und 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenrichtung eines Stoffes mit in Schuß und Kette ungleicher Fa- denzahl oder in einen Stoff eingewebte bzw. einge- nähte Schnüre oder Zugmittel schraubenförmig ge- wunden um einen aufblasbaren Sack verlaufen (12), mit denen der durch die Fliehkraft gestreckte röhren- förmige Sackflügel schraubenflügelartig verwunden oder andererseits seiner Verdrehung entgegengewirkt werden kann. 9. Fallschraube nach Anspruch 1 bis 3 und 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein den Windeinlaß zu den Flügeln aufspreizender Rahmen zugleich als Verpackungsrahmen (21) dient. Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt (Gr. 24-32) c 99 Pat. 660 418 v. 20. 5. 34, veröff. 25. 5. 38. Siemens Apparate und Ma- schinen G.m.b.H., Berlin*). Vorrichtung für die Senkrechtnavigation blindlandender Flug- zenge. Das Schaubild nach Fig. 1 zeigt schematisch einen lotrechten Schnitt durch den Landeplatz. Bei A wird ein Vorsignal, bei B das Hauptsignal gegeben, wie es an sich bei Landeplätzen üblich ist. Bei C beginnt das Rollfeld. s}-L und sı-L sind zwei auf ver- schiedene Windstärken sich beziehende Landekurven. Für andere Windstärken ergeben sich andere Lande- kurven, sofern man sie, wie das in dem Schaubild nach Fig. 1 der Fall ist, aufträgt in Abhängigkeit von dem Waagerechtweg. Trägt man aber hingegen die betreffenden Kurven sı-L, sı -L usw. in Abhängigkeit von der Zeit auf, bezogen auf den gleichen Bezugs- punkt, z. B. den Zeitpunkt des Aufsetzens bei L, 50 fallen die betreffenden Kurven zusammen, wobei die Punkte sı und sı sowie Ss; und sy usw. einander *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Paul Eduard Koester, Berlin-Siemensstadt. — entsprechen. Das Flugzeug fliegt unter der Höhe h an und setzt je nach der Windstärke im Punkte s,, 5,’ usw. zum Landen an. : Der Zeitpunkt, in dem nach dem Ueberfliegen des Hauptsignals B zum Landen anzusetzen ist, läßt sich in einfachster Weise bestimmen aus der Zeit, die zum Durchfliegen der Strecke a zwischen Vorsignal und Hauptsignal benötigt wurde. Zur Bestimmung dieser Zeit und zur Innehaltung der vorgegebenen Senkrechtlandekurve kann die- in Fir. 2 dargestellte Einrichtung benutzt werden. Hierin bezeichnet 1 einen relativen Höhenmesser, z. b. einen kapazitiven Höhenmesser. 2 ist ein Doppelzeigermeß- gerät mit zwei Meßwerken, von welchen das den Zeiger 2a antreibende Meßwerk von den Geräten der hier nicht näher interessierenden Waagerechtnavigation beeinflußt wird, während das den Zeiger 2b antrei- bende Meßwerk über einen Widerstand 3 in den Aus- gangskreis des Höhenmessers 1 gelegt ist. Die Ver- stellung des Widerstandes 3 erfolgt mit Hilfe eines Antriebes konstanter Drehzahl, beispielsweise eines Motors 4. Patentansprüche: 1. Vorrichtung für die Senkrechtnavigation blind- landender Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer im Flugzeug angeordneten Einrichtung zur selbsttätigen Angabe der Sollhöhen, die unter Be- rücksichtieung des herrschenden Windes beim Landen in zeitlicher Aufeinanderfolge relativ zu einem Be- zugspunkt, z. B. dem Aufsetzpunkt des Rollfeides, einzuhalten sind, und einer an sich bekannten Meß- einrichtung für die Isthöhe des Flugzeuges bestelit. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die die Sollhöhen in Abhängigkeit von der Zeit angebende Vorrichtung in einem regelbaren, mit einem Antrieb (4) in Antriebsverbindung stehen- » den Widerstand (3), Kondensator, Drosselspule o. dgl. ‚besteht. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß zur Innehaltung der vorgegebenen Senkrechtlandekurve ein Gerät dient, das unter dem Einfluß der Höhenmeßeinrichtung und der Vorrichtung nach Anspruch 2 steht, derart, daß das Gerät die Nullstellung einnimmt, sofern das Flugzeug die vor- gegebene Senkrechtlandekurve innehält. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine selbsttätig arbeitende Zeitmeßeinrichtung zur Bestimmung des zeitlichen Landeansetzpunktes nach Ueberfliegen eines Signales. 5, Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Zeitmeßvorrichtung zur selbsttätigen Einschaltung bzw. zum Anlassen des Antriebes der Vorrichtung (3) dient, welche in Abhängigkeit von der Zeit die die Soll-Senkrechtlandekurve erfüllenden Höhen angibt. 6. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenii- zeichnet, daß das die Abweichungen der Flugzeug- landekurve von der Soll-Senkrechtlandekurve at- gebende Gerät (2) auf eine Selbststeuereinrichtung ge- schaltet ist. 7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Zeitmeßeinrichtung nach Anspruch 4 die Finschaltung des die Abweichungen der Ist-Senk- rechtlandekurve von der Soll-Senkrechtlandekurve an- gebenden Gerätes auf die Selbststeuereinrichtung im Landeansetzpunkt bewirkt. Pat.-Samml. Nr.23 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 14, am 6. 7. 1938 veröffentlicht. Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 375 Metallbaues in einer kleinen Werkstatt in Stuttgart, baute auch einen kleinen schnellaufenden Flugmotor, dann folgten noch weitere Entwicklungsarbeiten in Gemeinschaft mit seinem Vater betr. der geteilten Kurbelwellen, später die Konstruktion der 4- und 8-Zylinder-Hirth-Motoren. Lieber Hellmuth Hirth, Du bist nicht mehr, alle Deine Kameraden werden in der gleichen Zähigkeit an der Entwicklung der Fliegerei weiterarbeiten! 38. Tagung der Federation Aöronautique Internationale (F. A. 1.). Anläßlich der Tagung vom 24.—29. 6. fand am 26. 6. Generalsitzung in Berlin in Anwesen- heit der Delegierten der vertretenen Länder statt. Die Sitzung wurde durch den Präs. der FAI, Prinz Bibesco, eröffnet. Außerdem sah man auf der Sitzung die Botschafter Poincet (Frankreich), Lipski (Polen), ferner den deutschen Staats- sekretär für Luftfahrt, General der Flieger Milch, Generalleutnant Stumpff und den Präs. des Aero-Clubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau. j General der Flieger Milch begrüßte im Namen der deutschen Reichsregie- rung die Teilnehmer der Konferenz. Die FAl habe gerade in der Vergangenheit unendlich viel für die Entwicklung nicht nur der Sportluftfahrt, sondern der Luft- fahrt im allgemeinen getan. Er begrüße es besonders, daß die Tagung in Berlin stattfinde, weil in Deutschland die Luftfahrt mit an erster Stelle stehe, und weite Volkskreise sich mit ihr verbunden fühlten. Alle bedeutenden Persönlichkeiten benützten das Flugzeug zu ihren Reisen, ja jeder Deutsche fliege, wenn er nur dazu Gelegenheit habe. Vielleicht der schönste Zweig der Fliegerei aber sei die Sportluftfahrt. Daß sich in ihrem Zeichen einer einheitlichen Auffassung Männer aller Länder und besonders die Jugend verbunden habe, sei das große Verdienst der FAI. Sie möge die Jugend aller Länder immer stärker zu edlem Wettstreit in fliegerischen Leistungen kameradschaftlich zusammenführen. Prinz Bibesco wies in seiner Eröffnungsrede, die, wie alle Ansprachen (bis auf die des Staatssekretärs) in französischer Sprache gehalten wurden, darauf hin, daß im Jahre 1905 bei der Sitzung des Olympischen Komitees in Brüssel, wo die Frage einer internationalen Vereinigung der Luftfahrtinteressenten erörtert wurde, sich als erste die Stimme eines Deutschen erhoben habe, die den Zu- sammenschluß verlangte. Es sei Maior Moedebeck gewesen. Bibesco gab einen historischen Rückblick über die Entwicklung der Sportfliegerei und bemerkte, daß die Rekordliste der FAI allein 24 deutsche Rekorde aufweise und daß der 25. Rekord General Udet für seinen kürzlichen Geschwindigkeitsflug zufallen werde. Die FAI-Medaille wurde Jean Batten für ihren England—Australien-Flug zuerkannt. Der Generalsekretär des Aero-Clubs von Deutschland, Adolf Krog- mann, erstattete Bericht über die Tätigkeit des Aero-Clubs von Deutschland. Die technischen Fortschritte wurden dadurch gekennzeichnet, daß im Jahre 1936 51 Rekorde anerkannt worden seien, im vergangenen Jahre 120, wobei Frankreich und Italien am stärksten vertreten sind. Heute belaufe sich die Zahl der Piloten- zeugnisse in der Sportfliegerei in USA auf 16 700, in England auf 4600. Im Jahre 1937 sind über 3000 Pilotenzeugnisse ausgestellt worden, wovon allein auf Deutschland 900 entfallen. In der Schlußsitzung wies Bibesco darauf hin, daß serade die diesjährige Tagung eine Reihe wichtiger Entschließungen für den wei- teren Fortschritt der Sportfliegerei verzeichnen könne. So wurde u. a. die Auf- nahme des Segelfluges in das Programm der Olympischen Spiele endgültig festgelegt. Es wurde vereinbart, daß die interessierten Länder hierzu Einheits- segelflugzeuge entwickeln, unter denen das geeignetste auf einem Vergleichs- fliegen im Frühjahr 1939 in Rom als Olympia-Segelflugzeug bestimmt werden soll. Auf Grund eines durch den Aeroklub von Deutschland eingebrachten Ent- wurfes wurde weiterhin das internationale Fliegerabzeichen geschaffen, das einen über der Weltkugel fliegenden Adler darstellt, über dessen ausgebreiteten Schwingen ein Regenbogen als Zeichen internationaler Zusammengehörigkeit aufscheint. Die in erster Linie von Deutschland eingebrachten Abänderungsanträge der internationalen Rekordvorschriften wurden von der Konferenz ebenfalls ange- nommen. Hierdurch werden in besonderem Maße die Bestimmungen für die Auf- stellung und Anerkennung von Segelflusrekorden vereinfacht, die bisher der Eigenart des motorlosen Fluges nicht in allen Teilen gerecht wurden. Seite 376 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 Der Aeroklub von Deutschland wurde weiterhin beauftragt, für das Jahr 1039 einen internationalen Zielsegelflugwettbewerb nach Bukarest um den Prinz- j - zubereiten. . a Diskussion über die Einführung der drahtlosen Telegrafie auch für Sportflugzeuge wurde beschlossen, um die Sicherheit und Regelmäßigkeit unter verschiedenen Wetterverhältnissen zu erhöhen, den ‚Sprechfunk auch für Sport- flugzeuge einzuführen. Die Hauptsache ist, jetzt ein geeignetes Funkgerät zu sehals Aeroklubs von Estland, Lettland und Südafrika wurden in die FAI aufgenommen. Zum Präsidenten der FAI wurde einstimmig Prinz Bibesco- Rumänien wiedergewählt, der in der Schlußsitzung mit besonders herzlichen Worten noch einmal für die deutsche Gastfreundschaft dankte und dem Aero- klub von Deutschland die Anerkennung der Dal für die hervorragende Durch- ü iesiähriven Konferenz aussprach. runs der Sitzung wurden die Delegationsführer von Reichs- außenminister von Ribbentrop empfangen. Hieran schloß sich eine Besichtigungs- fahrt nach Karinhall und in die Schorfheide. Die Tagung fand ihren Abschluß mit einem großen Empfang im Haus der Flieger als Gäste des Aeroklubs von Deutschland. Hiernach fanden noch Besichtigungen der Junkers-Werke Dessau sowie der Stadt der Reichsparteitage und der Hauptstadt der Bewegung statt. für Zweisitzer und 229,74 km/h tür Einsitzer Höchstleistung auf Typ ee a mäBiges Arado-Schul- und Reiseflugzeug mit Hirth-Motor HM 504 A 2 105 PS, erreichte am 21. 6. 38 Flugkpt. M. Schnirring mit Fluggast Mechaniker Bock. Diese Geschwindigkeit von 228,89 km/h liegt über 30 km/h höher als der zurzeit von der FAI anerkannte und hart umkämpfte Rekord der 3. Kategorie der Leichtflugzeugklasse als Mehrsitzer 2—4 | Gesamthubvol. des Triebwerks), der erst am 24. 3. 38 von Ltn. J. Kulhanek (Tschechoslowakei) und einem Begleiter auf einer Be-50 mit Walter-Minor-Motor von 3,983 1 Inhalt auf einer Flugstrecke bei Prag mit 196,635 km/h aufgestellt worden ist. Der Flug wurde in der Nähe von Branden- burg a. d. Havel durchgeführt, wobei die Meß- strecke von 50,224 km in beiden Richtungen einmal durchflogen werden mußte. Tagsüber war es ziemlich heiß gewesen, und die starke Sonneneinstrahlung hatte die Luft bockig ge- macht. Am Abend ging es dann los: Um 18.40 Uhr startete die Ar 79 vom Flugplatz Branden- burg und durchflog 18.50 Uhr die senkrechte Startebene. Flugkpt. Schnirring hielt die Maschine dauernd in ungefähr 50 m Höhe, drehte am Wendepunkt in ca. 3 Sek. eine geradezu unwahrscheinliche Steilkurve und erreichte nach 26 Min. 12,8 Sek. um 19.16 Uhr das Ziel. Obwohl die Dunkelheit hereinzu- brechen begann, entschloß man sich, gleich noch einen zweiten Weltrekord anzugreifen. Es galt, die augenblicklich von der FAI aner- kannte Welthöchstleistung für Einsitzer der gleichen Leichtflugzeugkategorie zu überbieten, die am 6.5. 1937 von Kommandant-Ing. Simunek Vom Rekordflug 228,99 km/h Zweis. und 229,74 km/h Eins. auf Arado Ar 79. Oben: Ar 79 im Fluge. Mitte: Besatzung Schnirring-Bock. Rechts: Der Konstrukteur Pour-le-merite-Flieger Blume. Archiv Flugsnort Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"* Seite 377 (Tschechoslowakei) auf einer Bibi Be 502 (Walter-Minor-Motor) mit 220,95 km/h aufgestellt worden war. Diesmal brauchte Flugkapitän Schnirring 26 Min. 7,8 Sek. und erreichte damit ein Stundenmittel von 229,74 km. Focke-Hubschrauber, 230 km Rekordilug vollführte Dipl.-Ing. Bode, Chef- pilot von Focke, Achgelis & Co., von Bremen nach Flughafen Rangsdorf am 19. 6. nachmittags. 360 km/h erreichte FW 200 „Condor“ auf der Strecke Berlin—Kairo. Die 3155 km lange Strecke wurde in 11 Std. zurückgelegt. Größte Höhe über dem Balkan 5200 m. Oesterreichischer Normenausschuß hat in seiner vor kurzem stattgefundenen letzten Vollversammlung seine Auflösung beschlossen, um eine einheitliche Führung der gesamten deutschen Normungsarbeiten zu ermöglichen. Die Organe des Deutschen Normenausschusses: Präsidium, Normenprüfstelle, Arbeits- und Fachnormenausschüsse und Geschäftsstelle, werden durch Vertreter des Landes Oesterreich ergänzt. Die bisherigen Normungsarbeiten des Landes Oesterreich werden in die zuständigen deutschen Arbeitsausschüsse überführt. Zur Erleichterung der Um- stellung des Landes Oesterreich auf die deutschen Normen ist eine Zweigstelle des Deutschen Normenausschusses in Wien errichtet. In dem deutschen Normblatt-Verzeichnis, das Mitte dieses Jahres erscheint, sind die österreichischen Normen aufgenommen und, wenn entsprechende deutsche Normen bestehen, der Grad der Uebereinstimmung vermerkt worden. Flughafen G. m. b. H. Zwickau hat Kapital auf 150000 RM erhöht, um ein Empfangsgebäude zu errichten und den Flughafen weiter auszubauen. Brieftaubenwettilug der Berliner Brieftauben über 500 km von Appeldorn (Holland) nach Berlin erreichte die schnellste Taube eine Geschwindigkeit von 106 km/h. Für die 514 km brauchte sie 4 Std. 39 Min. 30 Sek. Alpine Segelilugforschungsstätte soll auf dem Flugplatz Zell am See vor- läufig mit 2 Motormaschinen für Schleppdienst errichtet werden. 2] Std. 2 Min. segelte Erich Meyer, Sfl.-Hauptlehrer NSFK-Truppführer, und Flugschüler Schneider auf Doppelsitzer „Kranich‘“‘ am 29. 6. am Hornberg. Dauersegelilug 17 Std. 22 Min. auf zweisitzigem Segelflugzeug machte NSFK.-Gruppenführer Katzner bei Sylt in der Nacht vom 20.—21. 6. 240 km segelte Sfl.-Hauptlehrer Denker auf „Rhönbussard‘ im Zielsegel- flug von der Segelflugschule Harsberg bis zum Sportflughafen Rangsdorf. 300 km die Segelfluglehrer Zobel und Runge im Doppelsitzer „Kranich‘“ von Trebbin nach Kolberg (Ostsee). Zielstreckensegelflug Westerland—Breslau, 815 km Luftlinie, veranstaltet vom Korpsführer des NSFK. Für den ersten Teil der Strecke wurde durch Sfl.- Hauptsturmführer Kunz infolge der Schlechtwetterlage die Bestimmung, daß das Ziel in einem Umkreis von 10 km erreicht werden muß, infolge der schlechten Rücktransportverhältnisse von Flensburg nach Sylt aufgehoben. Flugstrecke über Flensburg — Kiel — Altona — Hagenow — Wittenberge — Brandenburg — Berlin- Rangsdorf — Kottbus — Sorau—Liegnitz nach Breslau. Am 30. 6. flaute der drei- tägige starke Südweststurm etwas ab. Trotz der Windstärke 50 km/h wurde der Start freigegeben. Es starteten Fluglehrer Reukauf, Ludwig Hofmann, Huth und Beck sowie Hanna Reitsch, welche sich auf Höhen von 6-800 m schleppen ließen. Letztere landete im 10-km-Umkreis in Kiel. Fünf erreichten Flensburg, die übrigen, mit 2 Ausnahmen, landeten ostwärts der neu festgelesten Wertungs- grenze. Was gibt es sonst Neues? Pratt and Whitney soll einen neuen Motor von 2700 PS entwickeln. Mandschurische Luitverkehrsges. Mukden bestellte bei Junkers 10 Ju 86. Marineflieger-Treifen, 300 ehemalige Kriegsflieser, darunter auch General- leutnant Christiansen, fand Fliegerhorst Holtenau 30. 6. statt. Pariser Salon, 18. 11.—4. 12. 1938. Vertr. sind: England, Deutschland, Belgien, USA., Holland, Polen, Schweiz, Tschechoslowakei und Jugoslawien. Ferner tagt: 1. Kongreß f. Luftfahrt-Geographie u. 3. Kongreß f. Luftverkehr. Seite 378 „FLUGSPORT" Nr. 14/1938, Bd. 30 Ausland. Engl. Luftschutzdiktator, der parlamentarische Staatssekretär im Innen- ministerium Geoffrey Lloyd, wurde vom Premierminister Chamberlain bestellt. Engl. Luitwaiie Personalstand soll, wie der Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood bekannt gab, von 70 000 auf 101000 Mann, die Zahl der Flugzeugführer allein von 7000 auf 9100, erhöht werden. 400 engl. Flugzeugauikäufe nach einem Bericht aus Kanada vom 19. 6. durch kanadische Regierung abgelehnt. Stand der iranz. Flugzeugindustrie ist, wie „Flight“ in der Nr. vom 30. 6. berichtet, sehr undurchsichtig. Nach Ansicht der franz. Linksblätter wird das franz. Flugwesen vervollkommnet. Nach Ansicht der Rechtsblätter soll es in einem unbeschreiblichen Zustand sein. Die franz. Flugzeugfabriken arbeiten 37% Std. die Woche und bringen 40 Maschinen heraus, während die deutschen Firmen nach engl. Ansicht ungefähr 60 Std. arbeiten und 400 Flugzeuge pro Woche herausbringen. Der ehemalige franz. Flugzeugwerkbesitzer, der jetzt Angestellter des Werks ist, scheint mit seinem finanziellen Einkommen zufrieden zu sein. Das Verantwortlichkeitsgefühl ist iedoch ietzt nicht mehr so sroß wie früher, wo das Werk ihm gehörte. Neßler, franz. Segelilieger, segelte am 21. 6. von Pont Saint Vincent bis 10 km östlich von Pirmasens. Nach Erledigung der Formalitäten konnte er sofort nach Frankreich zurückkehren. 5 franz. Marcel Bloch 210 mit Gnome-Rhone 14 NO ietzt abgeliefert an die rumänische Regierung. Teillieferung von den zehn vor einem Jahr bestellten Flugzeugen. Medizinisch-physiologisches Laboratorium des franz. Luftfahrtministeriums wurde in Paris gegründet zur Erforschung der medizinisch-physiologischen Pro- bleme des Flugwesens. Aeropout, die jugoslawische Luftverkehrsgesellschaft, besitzt z. Zt. zwei Caudron-Tiefdecker „Goeland“ mit je zwei Renault-Motoren, zwei Lockheed „Electra“, einen de Havilland „Dragon Rapide“ und zwei Spartan-Tiefdecker „Cruiser“. Eine weitere „Electra“ und ein Muster „14“ sind bei Lockheed in Auftrag gegeben. 1937 legten die Flugzeuge der Gesellschaft 528 112 km zurück, die Anzahl der Fluggäste betrug 6095. An Gepäck und Fracht wurden 191 747 kg, an Post 2855 kg befördert. Nanga-Parbat-Expedition hat Mitte Juni trotz der starken Schneefälle den Rakiot-Gletscher besetzt und ist zum Nordostgrat des Nanga-Parbat vorge- drungen, wo das Lager IV 6200 m hoch errichtet worden ist. Das Expeditions- flugzeug, eine Ju 52, hat am 18. 6. vormittags 8 Proviantkisten (175 kg) und die Heimatpost über diesem Lager durch Abwurf zugestellt. Während des Hin- und Rückfluges stieß das Flugzeug durch Wolken und Gewitter, während am Nanga-Parbat der Himmel vollständig wolkenlos war. Der Bordfunker nahm einen Funkspruch auf, wonach im Lager alles in Ordnung war. Boeing projektiert ein sechsmotoriges Riesenflugboot, Gewicht 100 t, um den Atlantik in 12 Std. mit 100 Fluggästen zu überfliegen. Lockheed 22 Stratosphären-Flugzeug mit Allison-2000-PS-Motor, im Auftrag des U. S. Armee Corps, im Bau. Errechnete Leistungen: größte Geschwindigkeit 773 km/h, Reisegeschwindigkeit 580 km/h in 11000 m, Aktionsradius 6437 km, Gipfelhöhe 13 700 m. — — New York—Paris in 24 Std. beabsichtigt der amerikan. Millionär Howard Hughes in 3—4000 m Höhe zu bewältigen. Consolidated Aircraft Corp Flugboot-Projekt für 300 Fluggäste. Sechs 2000-PS-Motoren werden unter Zwischenschaltung von Wellen (vermutlich nach hinten) Luftschrauben von 6 m Durchmesser antreiben. Flügeldicke an der Flügelwurzel 3,3 m, so daß das Passagierdeck weit in den Flügel hineingezogen wird. Spannweite 81 m, Länge 43 m, Fläche 777 m’, Fluggewicht 181200 ks, Reisegeschwindigkeit 480 km (?), Aktionsradius mit 30 Mann Besatzung, 300 Flug- gästen, Gepäck, Post und Fracht 8000 km. Peter Riedel erreichte in Elmira (New York) am 30. 6. 2465 m. ü. M. Er landete nach 6 Std. 39 Min. 285 km vom Startpunkt entfernt in Wilmington an der Delaware-Bucht. Weiterhin flog er auf „Kranich“ 7 Std. 15 Min. die 366 km lange Strecke von Elmira nach Washington und zurück, d. i. Weltrekord im Ziel- streckenflug. Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 379 ONE UNE Segelflug Chicago. Chicago, den 16. Juni 1938. An der Entwicklung des Segelfluges in USA. haben viele junge Deutsche erfolgreich mitgewirkt. Wir erhalten aus Chicago einige Bilder von dem in Segelfliegerkreisen bekannten Joseph Steinhauser, welcher 1937 das Chicagoland Archiv Flugsport Segelflug Chicago. — Links oben: D-Chicago Auto-Start. Darunter: D-Chicago und A. B. C. Glider Detroit (v. A. Schultz, welcher den Konstruktionspreis 1937 in Elmira erhielt). Leistungen beider Maschinen etwa gleich. — Rechts von oben: 4% Std. Segelflug mit D-Chicago, Chicagoland Segelfluggelände, rechts Lake (See) Michigan, mitte über Sandstreifen D-Chicago, links Segelhang, 25—30 m hoch, darüber Franklin Glider. — Mitte: Chicagoland Glider Council Segelilug- gelände (Auto-Starts), und links bewaldeter Hang, 25—30 m hoch, rechts Michi- gan-See. — Unten: D-Chicago bei der Chicago Airshow 1938, einziges ausländi- sches Segel-Flugzeug unter etwa 70 Motor-Maschinen. Seite 380 „FLUGSPORT“ Nr. 14/1938, Bd. 30 Glider Council gegründet hat, dem jetzt 12 Clubs (von Illinois, Michigan, Indiana und Wisconsin) angeschlossen sind. Die dortigen USA-Rekorde betragen: Dauer 6% Std., Höhe 1350 m, Entfernung — thermisch Flachland — 51 kn, Hang 64 km. Steinhauser schreibt: „Die ersten 3 Leistungen wurden mit D-Chicago von mir erflogen. Lächerliche Leistungen, aber wir wollen weiter versuchen und nie aufgeben.“ Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) The Aircraft Vear Book for 1938. Editor Howard Mingos (in engl.). Preis 5— $. Herausgeber Aeronautical Chamber of Commerce of America. Einleitend ist der Stand der Entwicklung des Flugwesens der Welt be- leuchtet. Es wird zugegeben, daß durch die kriegerischen Ereignisse in Aethio- pien, Spanien u. Asien die beteiligten Flugzeugindustrien große Fortschritte ge- macht haben. Das heißt mit anderen Worten, die USA.-Flugzeugfirmen sind be- müht, zu versuchen, ihre Erzeugnisse auf den Kriegsschauplätzen zu erproben. Es folgen Beschreibungen über den Stand des USA.-Verkehrsflugwesens einschließlich der Bodenorganisation. Ferner die wichtigsten neuesten Konstruktionen von Flug- zeugen und Motoren, die wichtigsten Flugzeuge der Armee und Marine, Küsten- verteidigungsstationen sowie ein Verzeichnis der Industrie, Zusammenstellung der wichtigsten Flüge des vergangenen Jahres u. a. m. Angewandte Lastannahmen. Ueber Größe und Angriff von Luftkräften an Flugzeugen. Von G. Siegel. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Ber- lin-Charlottenburg 2. Preis geb. RM 9.60, kart. RM 8.—. Die Zielsetzung des Buches, die Entwurfsberechnung eines Flugzeuges unter Berücksichtigung der „Bauvorschriften für Flugzeuge“ an Beispielen zu erläutern und durch entsprechende Hinweise die Gedankengänge dabei aufzuzeigen, ist sehr zu begrüßen. Erfahrungsgemäß bietet die Einarbeitung in die „BVF“ dem An- fänger Schwierigkeiten, die durch das Buch leicht überwunden werden. Da die Vorschriften bei ieder Rechnung nur auszugsweise wiedergegeben sind, empfiehlt es sich, bei besonders gründlicher Durcharbeitung die „BVF“ mit zur Hand zu nehmen. Die Behandlung des Stoffes ist übersichtlich und gut verständlich. Die bei- gefügten Tafeln und Formblätter erleichtern die Durcharbeitung und die Ausfüh- rung weiterer Beispielrechnungen. Das gründliche Studium des Buches, das die Kenntnisse der einfachen Aerodynamik und Flugmechanik voraussetzt, kann nicht rur dem Studierenden, sondern auch dem schon in der Praxis stehenden Ingenieur besonders empfohlen werden. Die Luitiahrtnavigation. Von T. E. Sönnichsen. Preis RM 2.80. In dem Buch ist alles Wissenswerte über Navigation bis auf den neuesten Stand zusammengetragen. Der Inhalt ist in die folgenden Abschnitte gegliedert: Navigation, Geographische Vorkenntnisse, Heimatkunde, Die magnetischen Kräfte, Nr. 14/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 381 Luft- Post. NSFK.-Gruppe 8 (Mitte) jetzt Eschwege a. d. Werra, Niederhonerstr. 44, Telefon 2395, 2396, 2397, Bahnanschrift: Eschwege a. d. Werra. „ANT“ Typenbezeichnung, Abkürzung für A. N. Tupolew, nach dessen Ver- haftung umbenannt in „Zagi“ (Name des größten sowietrussischen Luftfahrtinsti- tuts in Moskau), jetzt umgeändert in Typenbezeichnung „NO“. Statt Modellversuche im Windkanal werden im Ausland immer mehr Ver- suchsbauten in kleineren Abmessungen, hauptsächlich bei großen Flugzeugen, bevorzugt. Um für die Praxis gebräuchliche Verhältnisse zu erhalten, wird als Mindestgröße ?/s der späteren Ausführung vorgeschlagen. Heute erreichte uns die unfaßbare Nachricht, daß der Inhaber unserer Werke, unser geliebter Betriebsführer, Herr HELLMUTH HIRTH in Karlsbad, wo er Heilung suchte, nach schwerem Leiden unerwartet rasch verschieden ist. In selbstloser Hingabe hat der Verstorbene Gesundheit und Eigenleben seiner geliebten Technik geopfert. Aus seiner langjährigen fliegerischen Tätigkeit schöpfte er die Gedanken für seine bahnbrechenden Konstruktionen und verwirklichte sie dank seiner hervorragenden prak- tischen Begabung. Seine grenzenlose Liebe zur Fliegerei, seine genialen konstruktiven Gedanken und seine unermüdliche Arbeitskraft haben unser Werk geschaffen. Wir verlieren in dem Entschlafenen nicht nur den geisti- gen Führer unserer Betriebsgemeinschaft, sondern auch den väterlichen Freund und Betreuer der Gefolgschaft. Sein Werk in seinem Sinne weiter- zuführen sei unser letzter Dank. Stuttgart-Zuffenhausen, Berlin-Waltersdorf, Geschäftsleitung und Gefolgschaft den 1. Juli 1938 der Hirth-Motoren G. m. b. H. Der Magnetkompaß, Die Deviation und das Kompensieren, Gebräuchliche Flug- zeugkompasse, Praktische Luftfahrtnavigation, Der Ueberlandflug, Die Wetter- kunde in der Flugzeugnavigation, Geräte für Navigation, Funknavigation. Fluglehre. Von W. E. Schulze. Weidmannsche Verlagsbuchhandlung, Ber- lin SW 68. Preis RM 2.—. In drei Abschnitten: Die Luftfahrzeuge, Die Luftkräfte und ihre Anwendung und die Bordgeräte, gibt der Verfasser eine leichtverständliche Einführung in die Fluephysik. Die eingeflochtenen Berechnungsbeispiele und graphischen Darstel- lungen geben dem Schüler — das Buch ist in erster Linie für den Unterricht gedacht — eine einwandfreie Grundlage, die Voraussetzung für das Verständnis der wichtigsten Zusammenhänge ist. Olympische Rundschau. Herausgeg. v. Internationalen Olympischen Institut. Schriftl. Dr. Carl Diem. Erscheint vierteliährlich. Wilhelm Limpert-Verlag, Berlin SW 68. Preis pro Heft RM 2.50. Die vorliegende erste Nummer beginnt mit der Gründung des Internationalen Olympischen Instituts durch Baron Pierre de Coubertin. Es folgen Abhandlungen: Körperkultur im alten Aegypten v. Carl Diem, Radwettbewerbe 1940, Bericht über die Sitzung von Kairo 1938, in Deutsch, Französisch, Englisch. Interessant sind die sauber gedruckten, bisher wenig bekannten Illustrationen aus allen Zeiten des Sports. Nachdem der Segelflug in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen ist, wird in den folgenden Nummern wohl auch hierüber berichtet werden. Klemm-Daimler Flugzeug 120 mit Original Daimler-Motor für Museumszwecke zu kaufen gesucht. Angeb. erbeten unter R 1497 durch Anzeigengesellschaft Stuttgart, Augustenstr. 82 B. | suche STUMMEL-KLEMM | Angebote unter 3952 an die Expedition „Flugsport“. ZENTRALE AUSLÄNDISCHER INGENIEURE Über dem Trag- . . . D. R.P. 600893 m Wei den Ele Spezialtechnische Übersetzungen aller Kultursprachen ugel des Klug- Broschüren, Werbeschriften, Aufsätze, Prospekte. Zeuges angeordnete Steuer- und Einreichungsfertige Patentschriften : England, USA, Frank- Stabilisierungsfläche” ist zu verkau- reich und Schweden - Technische Auslandsauskünfte | fen oder in Lizenz zu vergeben. Et-||| Dr. F. Horchler & W. Erselius, Berlin W 30 4 waige Anfragen unter Ra 71756 an Bayreuther Straße 16 - Fernruf: B 5 Barbarossa 7291 Ala, Berlin W 35. Lassen Sie den „Flugsport” einbinden! 634,370 km/Std. und damit den Weltrekord als schnellstes Landflugzeug erreichte Generalmajor Udet auf einem Heinkel-Jagdflugzeug mit Mercedes-Benz-Motor und brachte damit den bisher vom Ausland über die Mefjstrecke von 100 km gehaltenen Schnellig- keitsrekord um über 80 km/Std. verbessert an Deutschland. Ausgerüstet mit €-Flugzeugbeinen, @-Flugzeug- rädern, &- Flugzeugbremsen, &-Spalifilter und @lektron-Co - Cannstatt €@-Kolben, &€-Flugzeugräder u. -Beine 2 (oree — N „, Mnsuutlinn.sorttll ®, N N Ih. Iln.. | GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro '/s Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 15 20. Juli 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 3. August 1938 Auf zur Rhön! Zum 19. Male marschiert Deutschlands Segelfliegerjugend nach der Wasserkuppe*). Heute sind es nicht mehr einzelne Segelflug- besessene, sondern einzelne Auserwählte von vielen Tausenden aus Deutschlands Fliegerjugend. Der Segelflug hat sich schon längst von den Bergen der Rhön freigemacht. Mit größter Zähigkeit wird jetzt der Segelflug in der Ebene gemeistert. Die Aufgabe ist nicht leicht. Der Zielsegelflugwettbewerb von Sylt nach Breslau hat es gezeigt, und trotzdem ist es diesen Unentwegten gelungen, das Ziel zu er- reichen. Eine große Leistung! Und jetzt ziehen wir wieder hinauf nach der heiligen Stätte unserer Fliegerjugend. Auch diesmal sind die Aufgaben so gestellt, daß Forschungsarbeit in den notwendigsten Richtungen durch praktischen Einsatz und Versuch neuer Typen geleistet wird. USA-Flugwesen. Für die USA-Flugentwicklung ist plötzlich ein frischer Wind auf- gekommen. Nach dreijährigem Bemühen ist es endlich gelungen, für die Entwicklung des Zivilflugwesens in USA eine neue Plattform zu finden. Das hierfür eingebrachte Gesetz, Mc Carran-Lea-Gesetz, wurde am 23. Juni in Washington vor Senat und Haus nach stürmischer Sitzung von dem Präsidenten unterzeichnet. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes ist das alte „Air Commerce“ aufgehoben und dafür ein Gre- mium, bestehend aus einem Präsidenten, fünf Direktoren, und für die Sicherheit eine besondere Abteilung (Air Safety Board) von drei Mit- gliedern, von denen eines ein Luftverkehrspilot mit mindestens 3000 Flugstunden sein muß, eingesetzt worden. Hauptaufgaben dieser neuen Behörde sind: Erhöhung der Sicher- heit, Entwicklung und Unterstützung von Neukonstruktionen für den Luftverkehr, Regulierung des Luftliniennetzes nach einheitlichen Richt- linien, Verbilligung des Luftverkehrs unter Vermeidung von Doppel- arbeit und Verminderung der Gewinne, Ueberwachung von USA-Aus- lands-Luftverkehrsgesellschaften, Preisregelung des Personen- und *) Die Ausschreibung ist bereits auf S. 155 des „Flugsport“ Nr. 7/1938 ver- öffentlicht. Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 24. Seite 384 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 Frachtverkehrs, Schaffung von Normalilugplätzen, Gestaltung, Betei- lieung, Unterhaltung von Flugplätzen und vieles andere mehr. Für den Präsidenten wird es nicht leicht sein, aus den 250 vor- geschlagenen Persönlichkeiten die richtigen neun herauszufinden. In eingeweihten Kreisen spricht man von Grant Mason (Repräsentant der Pan American Airways) als Präsidenten. Auch der USA-Atlantikflugverkehr wird in Zukunft starken Auftrieb erhalten. Eine Entwicklung hätte längst einsetzen müssen, wenn man gewollt hätte. Grover Loening, ein amerikan. Flugpionier, bezeichnet die Ursache hierfür sehr drastisch: Es liege daran, daß die Stupidität des Verstehens 5 :1 sei. Wir hätten schon längst 100-t-Atlantikflug- boote mit Rohölmotoren, wenn wir nicht unsere Aufmerksamkeit dauernd auf den Bau von Kriegsflugzeugen geheftet hätten. — DFS-Hochleistungssegelflugzeug „Reiher“. Segelflugzeug „Reiher“, von der DFS für Leistungssegelflüge ent- wickelt, wurde von Flugkapt. Hanna Reitsch bereits 1937 in der Rhön geflogen*). Bei dem Entwurf, der durch Verwendung dünner Flügelquer- schnitte, Verringerung der schädlichen Widerstände, durch glatte Außenhaut, innenliegender Antrieb sämtlicher Ruder, scharfe Hinter- kanten, geringen Rumpfquerschnitt usw. auf sehr gute Leistungen ge- bracht werden konnte, wurde auf eine Serienherstellung weniger Rück- sicht genommen. Es ist geplant, von dem Flugzeugmuster 4 bis 6 Stück herzustellen. Trotz weitgehender Leistungszüchtung sollten so gute Flugeigenschaften erzielt werden, daß jeder gute Segelflieger dieses Flugzeug ohne Schwierigkeiten fliegen kann. Die Leistungen des im internat. Rhönwettbewerb 1937 eingesetzten „Reiher“ haben vollkom- men befriedigt, jedoch waren die Flugeigenschaften noch nicht zufrie- denstellend. Diese wurden im letzten Jahr verbessert und beim zwei- ten Versuchsflugzeug dieses Musters zur vollen Zufriedenheit gelöst. Auf schnelles Auf- und Abrüsten bei der Teilnahme an Wett- bewerben wurde besonders Wert gelegt. Der „Reiher“, mit DFS-Bremsklappen ausgerüstet, ist ein frei- tragender Mitteldecker in einholmiger Bauweise mit drehsteifer Flügelnase. Die Holme werden in Rumpfmitte zusammengeschlossen, um das schwere Mittelstück zu sparen. Die Drehkräfte des Flügels werden nicht über ein Schulterstück in den Rumpf eingeleitet, sondern vorne durch einen Nasenholm am Führer-Rückenspant abgesetzt. Diese *) Flugsport“ 1937 S. 399, 416 u. 420. DFS-Hochleistungssegelflug „Reiher“. Bild: DFS im Flügel. Nr. 15/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 385 Lösung ist gegenüber der Schulterstückbauweise gewichtlich gün- stiger und erleichtert außerdem die Anbringung einer einfachen Mon- lagevorrichtung für den Hauptholm-Rumpf- und Nasenholm-Rumpf- olzen. Vom Innenflügel bis zum Querruder ist die Hinterkante verstell- bar, um eine Profilwölbungsvergrößerung zu erzielen. Mit der Verstel- lung der Wölbungsklappe um 15° wird das Querruder gleichzeitig um 8° nach unten vertrimmt. Sämtliche Anschlüsse für den Antrieb der QOuerruder, der Wölbungsklappe und der Brems- klappen werden beimZusammen- schluß der Flü- sel mit dem Rumpf automa- tisch gekuppelt. Die Abb. 3*) zeist den Zu- sammenschluß. Hebel a und b sind die Quer- ruderantriebs- hebel, die sich beimZusammen- schluß der Flü- gel mit dem Rumpf mit glei- cher Drehachse aufeinander- | 2280 setzen. Desglei- == chen die Hebel = c und d für den - Bremsklappen- - antrieb. Um eine Nachstellung auf gleicher Achse zu ermög- lichen, sind die Hebel b und d am Rumpf auf einer verstell- baren Rohrwelle e gelagert. Der Zusammen- schluß der An- triebswelle f für die Wölbungs- klappe erfolgt durch Querstift mit der Klaue & Ze: 3500 *) Zeichnungen DFS Abb. 2. „Reiher‘ der DFS 19000 Seite 386 „FLUGSPORT" Nr. 15/1938, Bd. 30 Abb. 3. Automatischer Zusammenschluß von Querruder, Bremsklappen und Wölbungsklappen- antrieb. Querruderantrieb liegt innerhalb des Flügels. Durch die geringe Bauhöhe des Querruders und des Hinterholms ergeben sich als Antriebs-Hebelarm die Entfernung a (Abb. 7) für das Querruder nur 2,5 cm. Um diesen Antrieb genügend steif zu gestal- ten, wurden Antriebshebel und Lagerung des Ruders zu einem Aggre- gat zusammengeschlossen (Abb. 7). Das Querruder wurde nachträg- lich gewichtlich ausgeglichen, da sich bei starker Bockigkeit bei den verhältnismäßig sehr großen Querrudern eine große Unruhe des Quer- ruders zeigte. Durch den teilweise gewichtlichen Ausgleich wurde dieser Fehler behoben. Hauptholm breiter Kastenträger mit Querstegen, die als voll- beplankte Rippen ausgebildet sind. Holmhöhe beträgt an der Einspann- stelle 188 mm (Abb. 6). Die große Breite des Holms ergibt sich aus den Steifigkeitsforderungen. Abb. 4. Flügel- Rumpf-Zusammen- schluß. Nr. 15/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT*® Seite 387 Abb. 5 (links) Hauptholmbeschläge, Abb. 6 (rechts) Hauptholm im Bau. Man beachte die als Rippen ausgebildeten Querstege. Bilder: DFS Die Blechlaschen der Hauptholmbeschläge liegen horizontal (Abb. 5). Die Einleitung der Schub- und Rumpf-Aufhängungskräfte in die Beschläge übernehmen die Stahlrohrdiagonalena. Um eine gute Ueberbrückung der Schubkraftübertragung von den Holzstegen in das Fachwerk zu gewährleisten, werden die Sperrholzstege bis über den Diagonalbereich hinausgeführt. Die Verbindung der Hauptholmbeschläge untereinander und den Zusammenschluß von Flügel und Rumpf zeigt Abb. 4. Die zylin- drischen Bolzen für die Hauptholmbeschläge werden durch eine Spin- del a ein- bzw. ausgefahren. Der Anschluß eines Flügels mit dem Rumpf erfolgt durch zwei Bolzen in Flugrichtung, die mittels Hebel b und Stoßstange c mit einem Griff ein- oder ausgefahren werden kön- nen. Der Ausrückvorgang ist durch eine Kupplung für jeden der hinter- einander liegenden Bolzen getrennt, so daß die Montagebetätigungs- Abb. 7. Querruderantrieb, b Stoß- stange, c Antriebssegment. Abb. 8. Holm- und Trimmruderantrieb, e Trimmleitung, f Höhenruderantriebs- hebel. Seite 388 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 Hochleistungssegelflugzeug „Reiher“. Bilder: DFS Abb. 9, 10 und 11. Links: Rumpfvorderteil und Führerhaube. Rechts: Brems- klappenantrieb im Flügel. a und b: Bremsklappen im ausgeschlagenen Zustand, c: Antriebsdrähte. Unten: Nasenholm im Flügel im Rohbau. Oberes Verbindungs- rohr d nur für Montage. kräfte gering gehalten sind. Auch diese Bolzen sind zylindrisch und wie die Hauptbolzen gehärtet. Das Ab- bzw. flugfertige Aufrüsten des Flugzeugs kann von 4 Mann bequem in 2 Min. durchgeführt werden. Der Rumpfaufbau mit Querspanten und Längsgurten mit Sperrholzbe- plankung ist normal. Die Kufe paßt sich der Rumpfform an. Das Höhenleitwerk besteht aus einer festen Flosse, welche mit- tels einer Flügelschraube auf 3 Lagerpunkte festgespannt wird. Die Abb. 8 zeigt die Kupplung für den Höhenruder- und Trimm- ruderantrieb. Beim Aufsetzen des Höhenleitwerks schiebt sich der Hebel a in die am Rumpf zelagerte Rohrbuchse b. Höhenruder- und Buchsenlagerung liegen im montierten Zustand in einer Achse. Gleich- zeitig schiebt sich das Hebelchen c in die Gabel d und kuppelt so den Trimmruderantrieb. e Trimmleitung, f Höhenruderantriebshebel. Als Profil wurde für den „Reiher“-Flügel Göttingen 549 gewählt, da sich nach den vorliegenden Messungen dieses Profil für die im „Reiher“-Entwurf gestellte Aufgabe als günstigstes ergab. Im Außen- bereich des Flügels, ab 0,6 der Halbspannweite wurde statt 549 das Profil 676 verwandt, welches sich durch einen sehr breiten Camax- Bereich auszeichnet. Die Daten des „Reiher“ sind: Fläche 19,36 m?, Spannweite 19 m, Seitenverhältnis 18,64, Rüstgewicht 220 kg, Zuladung 100 kg, geringste Sinkgeschwindigkeit bei 55 km/h 0,53 m/sec, bester Gleitwinkel 1 : 33 bei einer Geschwindigkeit von 67 km/h. Hochleistungssegelflugzeug „Condor Ila“. Der von Heini Dittmar weiterentwickelte „Condor Ila“ (siehe die Typenbeschr. Flugsp. 1938, S. 149) wird nunmehr nach seiner bis ins kleinste gehenden Erprobung vom Flugzeugbau Schleicher serien- mäßig hergestellt. Die 3 ersten Serienmaschinen werden vom NSFK zur nationalen Rhön eingesetzt. Die Mustermaschine, die Heini Dittmar bei der Istus-Tagung in Bern erfolgreich vorführte und dabei die größte Strecke im alpinen Segelflug erreichte, wird seit über 2 Monaten bei der DFS in Darm- Nr. 15/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 389 Hochleistungssegelflugzeug „Condor Na“, Bilder: Schleicher stadt im Schulbetrieb erfolgreich eingesetzt. Die Flugeigenschaften beim „Condor Ila“ sind gegenüber denen des „Condor II“ durch ver- schiedene Aenderungen noch verbessert worden. Die Rollwendigkeit erhöhte sich um ca. 30°. Weiterhin blieb das Rüstgewicht trotz des freitragenden niedrigen Holmes unter dem der alten Ausführung. Es beträgt bei der komplett ausgerüsteten Maschine 225 ke, dabei ist u. a. einbegriffien: Bordwerkzeug, Mitnahme von 2 Barographen (1 Thermobarograph), 7 Instrumente, gewichtlich ausgeglichenes Sei- tenruder, bequem zugänglicher großer Gepäckraum, Abwurfvorrich- tung für eingebautes Fahrgestell, Landeklappen usw. Die Maschine wird außerdem auf Wunsch mit 2 auswechselbaren Höhenrudern ge- liefert, und zwar gedämpft und ungedämpft. Besonderer Wert wurde auf die Durchbildung des Ueberganges vom Rumpf zur Fläche gelegt. Die Montage erfolgt einwandfrei und schnell durch den 160 mm breiten Schlitz zwischen den beiden Flügeln. Die Verkleidung des Schlitzes erfolgt ohne irgendwelche hervor- stehende Teile. Eine weitere Vereinfachung der Montage ergab sich durch die Möglichkeit, beide Flächen einzeln am Rumpf einzuhängen und den Hauptholmbeschlag erst nachträglich zusammenzuschließen. USA Brewster Jagdilugzeug XF2A-1. Bis jetzt ist von der Brewster Aeronautical Corporation. Long Is- land City, N. Y., nur der zweisitzige Scout-Bomber mit 1000 PS Wright „Uyclone“ für die Marine bekannt geworden. Dazugekommen ist nun ein neuer Typ XF2A-l, ein Einsitzerjagdflugzeug, Ganzmetallbau, welches bereits in Serie — 54 Stück für USA-Marine — geliefert wird. Der Aufbau des Flugzeuges ist denkbar einfach gehalten. Auf dem Seite 390 „FLUGSPORT" Nr. 15/1938, Bd. 30 Brewster Jagdflugzeug XF2A-1. Werkbilder Flügel nach dem Rumpf verlaufende Uebergänge hat man ganz ver- zichtet. Fahrwerk hydraulisch hochziehbar, Hauptstrebe so gekröpft, daß das Laufrad in hochgezogenem Zustand im Rumpf verschwindet. Durch diese Anordnung war es möglich, das Fahrwerk sehr weit nach vorn zu rücken, so daß im Flügel nur der Strebenarm verschwindet (vgl. nebenstehende Abbildungen). 2 festeingebaute MG. wie es scheint Großkaliber, auf der Oberseite des Rumpfes. Man erkennt auf der Abbildung die ausgesparten Ausschußkanäle. Das Jagdflugzeug ist mit Geber- und Empfangsstation ausgerüstet. Spannweite 10,5 m, Länge 7,65 m, Höhe 3,10 m. Brewster Jagdilugzeug XF2A-1. Zeichnung: Flugsport Nr. 15/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 391 USA-Versuchsflugzeug mit gegenläufigen Luftschrauben wird z. Zt. versucht. 'Gegenläufige Luftschrauben wurden bereits von Macchi-Castoldi, Koolhoven u. a. versucht. Weltbild Hamilton Standard-Propeller Typ Hydromatic*). Die Hamilton Standard Propeller Comp. hat einen Verstellpropeller mit „voller Segelstellung‘“, Typ Hydromatic, entwickelt, und zwar insbe- sondere für die Anforderungen der Luftschraubensteigungsverstellung für moderne militärische und taktische Zwecke, ferner wegen der immer größer werdenden Geschwindigkeitsspanne. Diese Luftschrau- ben haben, wie bereits erwähnt, den Vorteil der „vollen Segelstel- lung“, d. h. die Sehne des Flügels kann nahezu in Fluglinie gebracht werden. Dies ist wichtig bei mehrmotorigen Flugzeugen, wenn ein Motor stehen bleibt und der sonst im Leerlauf mitlaufende oder stehende Propeller einen beträchtlichen Luftwiderstand verursacht. Wenn dagegen der Steigungswinkel der Luftschraube rasch auf ungefähr 87° bei %4 des Radius gebracht wird, bleibt der Motor fast sofort stehen und der Widerstand ist auf ein Minimum gebracht. Unter der Leitung des Chefingenieurs Erle Martin haben die Hamilton-Werke 3 Jahre lang gearbeitet, bis diese Type jetzt mehr als 500 Stunden Standlauf und mehr als 4000 Flugstunden bestanden und das A.T.C. und ein Luftwaffenzeugnis erhalten hat. Die Luft- schraube wurde bereits auf der Douglas DC 3 für die American Air Lines und die United Air Lines, der Douglas DC 4, bei dem Boeing Flugboot usw. versucht. Grundsätzlich wurden Nabe und Flügelblatt von der früheren Hamilton Standard Type übernommen, jedoch wurden sie verbessert durch eine elastische (plastic) Manschette zwischen den Rollenlagern und dem Befestigungsteil des Blattes, welche einen sauberen Sitz, bessere Kräfteverteilung gewährleistet und den aluminiumlegierten Flügel vor Kerbwirkung schützt, wodurch Ermüdungsfestigkeit erhöht wird. Auch wird eine wirksame Oeldichtung zwischen Nabe und Flügel erreicht, so daß an allen arbeitenden Teilen unterhalb der Nabe ein genügend hoher Oeldruck aufrecht erhalten werden kann. Die Hydromatic-Verstellschraube mit normalem Betrieb und gleichbleibender Drehzahl besitzt während des Betriebs gleichzeitig 2 Oelförderanlagen: Oel aus der Druckpumpe (a) mit Drehzahlregler und weiterhin Oel unter normalem Druck des Motorölsystems. Von der Drehzahlreglerpımpe (a) kann das Oel durch die Hebelantriebs- welle (1) des Reglers in die Luftschraube gefördert werden. Gleich- zeitig tritt Oel vom Motorschmiersystem durch die Druckleitung in den Schraubenmechanismus. Die Vorrichtung zur Steigungsbetätigung &zeschieht hydraulisch *) Hamilton-Verstellpropeller für gleichbleibende Drehzahl „Flugsport“ 1936 S. 499. Hamilton Zwei-Steigungs-Propeller „Flugsport“ 1933 S. 178 u. 1934 S. 560. Seite 392 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 und unterscheidet sich von der früheren „constant speed“ Luftschraube wegen der zusätzlichen Betätigung zur „vollen Segelstellung“. Es wird dafür gesorgt, daß die Flügelblätter nicht versehentlich oder durch ungenaues Arbeiten der Betätigungsteile in die Segelstellung gelangen und infolgedessen wurde ein Mittel vorgesehen, während der Normal- betätigung den Steigungsbereich zu begrenzen, so daß die Flügel nur in Segelstellung gehen, wenn diese Stellung beabsichtigt ist. Dies wurde erreicht durch die Tatsache, daß die auf die Flügel wirkende Zentrifugalkraft dieselben stets in die Richtung der kleinen Steigung hin zu drehen versucht. Bei der vorliegenden Konstruktion muß das Motorenöl, das durch die mit Drehzahlregler versehene Steuerungspumpe (a): (Abb. 1) auf einen hohen Druck gebracht wird, dieses zentrifugale Drehmoment überwinden, wenn es notwendig ist, die Steigung zu erhöhen. Der Oeldruck wirkt auf einen großen Kolben (h), dessen Hubwirkung umgesetzt wird in eine Drehbewegung durch 4 nockenrollentragende Zapfen (n), die in schraubenförmig angeord- neten Nuten das Rad (m) und somit den Zahnkranz an der Flügel- wurzel (1) verdrehen. Für den normalen Steigungsbereich folgen die Nocken den Schlitzen mit großer Steigung und dementsprechend sroßer Uebersetzung auf das Kegelradgetriebe. Bei Erreichen der einen Endstellung des normalen Verstellbereiches wird die Steigung des Schlitzes geringer und der normale Betätigungsöldruck reicht dann nicht mehr aus, das zentrifugale Drehmoment der Flügel zu überwinden. Auf diese Weise ist eine Steigungsbegrenzung für die normalen Flugbedingungen erreicht. Erst wenn ein beträchtlich ver- srößerter Oeldruck an der Reguliervorrichtung durch den Flugzeug- führer erzeugt wird, überwindet der Kolben dieses Dehmoment und das Blatt kann in Segelstellung gelangen. Die Verstellung in Richtung auf geringere Steigung wird auch durch Oeldruck hervorgerufen und auf diese Weise wird die Zentri- fugalkraft ergänzt. In diesem Fall ist das Motorenöl unter dem nor- malen Druck und wirkt dauernd auf die entgegengesetzte Seite des Kolbens (h) (d. h. in Flugrichtung gesehen vordere Seite des Kolbens). Wenn also das „constant speed“ Steuerungsventil den Oeldruck auf der anderen Seite des Kolbens vermindert, so wirkt dieser dauernd ver- bleibende Oeldruck zusammen mit der Zentrifugalkraft auf die Flügel und verstellt diese auf geringere Steigung. Wenn die Flügel in Segelstellung gebracht werden sollen, wird. ein Zusatzöldrucksystem eingeschaltet. Eine zwischen dem Motoren- ölbehälter (Abb. 2) und der Reglerpumpe angeordnete Zusatzpumpe preßt Oel unter Druck durch die Leitung (0) zu dem Ventil (p) (Abb. 2). Dieses Zusatzsystem benutzt das Oel von dem Motorenöltank, es kann jedoch auch ein besonderer Oeltank oder das hydraulische System des Flugzeugs anstatt des Motorenöls und der Spezialpumpe benutzt werden. Beim Eintritt dieses Oeldruckes in die Leitung (0) wird die Reglerpumpe von der Luftschraube abgeschaltet und zugleich wird die Pumpendruckleitung zur Luftschraube durch Zusammen- drücken der Feder (p) in diesem Schließventil geöffnet. Dieser „Segel- stellungsöldruck“ tritt zu der sich drehenden Propellerwelle durch den Ring (c) ein, sodann durch die Oefinung (e) der Verteilervorrich- tung und geht durch die Oeffnung (f) zu der Innenseite des Kolbens (h) über. Der Kolben bewegt sich unter diesem Druck nach vorn und auf der Außenseite des Kolbens wird das Oel durch Oeffnung (g), sodann durch (k) und (i) in die Oelzufuhrleitung (d) zurückgedrückt und gelangt auf diese Weise in das Motorenschmiersystem zurück. Da sich der Kolben nach außen bewegt, werden auch die Flügel auf größere Steigung verstellt; die Bewegung ist begrenzt durch einen Anschlag Nr. 15/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 393 Abb. 1. Hamilton Standard-Propeller Typ Hydromatic. g für die Nockenrollen, der jeder Flügelkonstruktion öri deren Segelstellung angepaßt ist. Wenn diese a origen bosan und die „Segelstellungspumpe“ noch läuft, erreicht der Oeldruck Werte bis zu 30 atü. In diesem Augenblick unterbricht ein Ueberdruck- ausschalter den die Pumpe betätigenden Stromkreis durch Unter- brechung des Stromkreises, welcher das Solenoid des Solenoidschal- ters im Führersitz erregt und den Stromkreis geschlossen gehalten hat Die so in Segelstellung gebrachten Schraubenblätter bleiben dann, wenn der Motor steht, in ihrer Lage, da Flügeldrehmoment Zentrifugal- kräfte und Oeldruck auf Null abgesunken sind. Die gesamte Segel- stellungsbewegung erfolgt durchschnittlich in 9 Sekunden Um von der Segelstellung wieder zurückzugehen, wird die Pumpe erneut in Tätigkeit gesetzt, und nunmehr kann ein Druck von mehr „ Abb. 2. Hamilton Stan- dard-Propeller Typ Hy- dromatic. SS Seite 394 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 als 30 atii aufgewandt werden, indem der Solenoidschalter in der geschlossenen Stellung festgehalten wird, so daß der Druck auf 35 bis 45 atü steigt. Die Kraft bei (q) auf den Kolbensteuerschieber ist groß genug, den Steuerschieber gegen die Kraft der Feder (r) zu bewegen, und zwar in die in Abb. 1 unten gezeigte Stellung, wodurch der Motorenöldruck nicht mehr auf die Kolbenvorderseite wirkt. Nunmehr füllt das Pumpöl die vordere Seite des Kolbens durch die Oeffnung (s) und (k) und schiebt den Kolben nach hinten, wodurch das Flügelblatt auf kleine Steigung gestellt wird. Das Oel von der Rückseite des Kolbens strömt durch die Oeffnungen (m) und (i) in den Motoren- ölumlauf zurück. Um den stillstehenden Motor mit Luftschraube durch den Flug- wind als Windmühle wieder in Betrieb zu setzen, wird der Bord- solenoidschalter (u) auf dem Instrumentenbrett vom Flugzeugführer betätigt. Sowie die Zusatzölpumpe für Segelstellung stillsteht, schaltet das Absperrventil des Reglers die Oelzuführungsleitung mit der Hoch- druckölpumpe selbsttätig von der Luftschraube ab und den Regler automatisch wieder in dem oben beschriebenen System ein. Die Schraube arbeitet dann wieder auf die Drehzahl des Reglers, die vom Führersitz eingestellt worden ist. Bei der Betrachtung der Wirkungsweise sei nochmals hervor- gehoben, daß der Oeldruck so lange steigt, bis er die Summe aller Kräfte, die sich dem Kolben (h) entgegensetzen, übersteigt. Wenn der Oeldruck des Reglers die Summe dieser Kräfte übersteigt, so bewegt sich, wie oben beschrieben, der Kolben nach außen und drückt das auf der anderen Seite des Kolbens befindliche Motoröl wieder in das Schmiersystem des Motors (vel. Abb. 1 unten). Die Nockenrollen ver- drehen das Rad (m) und somit (1) die Steigung der Schraubenblätter, wobei die Motordrehzahl zurückgeht. Nach Erreichen der Solldrehzahl kommt das Steuerventil des Reglers in die aus Abb. 1 oben ersicht- liche Stellung. Oelzufuhr zum Regler wird ab- gesperrt. Das geförderte Oel Abb. 3. Hamilton Standard-Propeller Typ NHydromatic. In der oberen Abb. erkennt man oben links die Oelpumpe mit Drehzahlregler, in d. unteren Abb. die die Nockenrol- len tragenden Zap- fen und die schrau- benförmig angeord- neten Nuten mit dem Kegelrad, mit m in der schemati- schen Abb. 1 be- zeichnet. Werkbilder St AR: Nr. 15/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 395 strömt ‚durch das Rücklaufventil zum Motor zurück. Luftschraube läuft mit Solldrehzahl. Wird diese unterschritten, so läßt das Steuer- ventil das Oel zurückströmen. Werkstatts-Flugplatz.< = m un. en =. oo Ann ———— un u} TEE = - Auistellplätze für Sportilugzeuge auf den Flugplätzen des allgemeinen Verkehrs und der Luftaufsichtswachen sind durch ein auf dem Bo- den liegendes quadratisches Schild (2X2 m) ge- kennzeichnet. Die vier Felder tragen abwechselnd die Farben schwarz und orange. Ein orangefarbe- ner Pfeil weist nach dem Dienstraum der Luft- aufsichtswache. Nietklammerdorn, engl. Typenbezeichnung „AVR“, wird in der engl. Flugzeugindustrie in letzter Zeit viel verwendet, besitzt, wie die rechts nebenstehende Abb. zeigt,” in seinem en unteren Teil einen\% Haken mit Zen- \% k trierbolzen, wird in die Nietlöcher der 2-4m — ———— zu verbindenden Fläche eingestoßen Bu und durch Anzie- ——— hen des oberen — FIN] orange Griffteils angezo- = gen. ig B: Landeklappeneinstellung in bestimmte vom Führer ablesbare Stellungen wird von Dowty Aircraft Components Ltd. gebaut, vergleiche die nebenstehende Werkzeichnung Seite 396 „FELUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 Abbildung. Die hydraulische Betätigung wird auch für Landelichter und Kühl- jalousien u. a. (es können gleichzeitig mehrere Stellen bedient werden) verwendet. Die jeweilige Stellung ist auf dem Segment ablesbar. Flug um die Welt: Hughes 3 Tage 19 Std. 17 Min. 1931 flogen die amerik. Flieger Post und Gatty mit ihrem Flug- zeug „Winnie Mae“ um die Welt, und zwar wählten sie die nördliche Flugstrecke, 24758 km in 8 Tg. 15 Std. 51 Min. Bei seinem Alleinflug 1933 benötigte Post mit dem gleichen Flugzeug ‚Winnie Mae“, Start am 15. 7. 33, 7 Te. 18 Std. 491% Min. Flugstrecke 24953 km. Howard Hughes, 1904 in Houston (Texas) geboren, heute Direktor großer Werkzeugfabriken in Texas, ist den Lesern des „Flugsport“ kein Unbekannter. 1935 am 13. 9. stellte er einen neuen Geschwindig- keitsrekord von 563,2 km/h auf. Hughes wählte für seinen Flug das zweimotorige Schnellverkehrs- flugzeug Lockheed 14, beschrieben im „Flugsport“ Nr. 19/1937 S. 513. Dieses Ganzmetallkabinenflugzeug mit einziehbarem Fahrwerk ist sonst für 11 Fluggäste und 2 Mann Besatzung bestimmt. Die Ab- messungen der normalen Schnellverkehrsmaschine waren: Spannweite 20 m, Länge 13,5 m, Höhe 3,5 m, Fläche 51,2 m’, Leergewicht 440 kg, Fluggewicht max. 7700 kg, Flächenbelastung 150 kg/m?, Höchstgeschwin- digkeit mit 2mal 760 PS in 2000 m Höhe 400 km/h, Reisegeschwindigkeit mit 2mal 450 PS in 4300 m 333 km/h, am Boden 300 km/h. Steiggeschwindigkeit am Boden 5,7 m/sec. Gipfelhöhe absolut 7000 m, praktisch 6600 m, mit einem Motor 2000 m (Leistung dabei 800 PS), Startstrecke mit Landeklappen bei Windstille 236 m, ohne Klappen 300 m (Leistung 2mal 850 PS). Landegeschw. 110 km/h. Größte Reichweite mit 11 Fluggästen und 350 kg Gepäck 3400 km bei 300 km/h bzw. 2700 km bei 357 km/h. Brennstoffverbrauch im Reiseflug (2X450 PS) 210 g/PSh entspr. 310 l/h oder 103 1/100 km. Es ist anzunehmen, daß für den vorliegenden Weltflug noch größere Betriebsstoffbehälter für 2 Motoren von 1100 PS eingebaut waren. Außer den 4 Mann Besatzung (Thuclon, Connor, Tele- graphist Stoddard und Ing. Lundt) waren 4 Gummirettungsboote, 3 voneinander getrennte Funkeinrichtungen vorgesehen. Für den Atlantikflug waren Sicherheitsmaßnahmen und Verständigungsmöglich- keiten mit 15 Schiffen vereinbart. Howard Hughes startete zum Weltflug in New York am 10. Juli 0.20 Uhr (MEZ) und landete am 11. Juli 16.55 Uhr (MEZ) auf dem Flugplatz Le Bourget. Flugzeit 16 Std. 35 Min. Ueber den Atlantikflug berichtete Hughes, daß auf der Hälfte der Strecke eine Störung der Brennstoffzufuhr zu einem Motor auftrat, ebenso versagte eine der Funkeinrichtungen, die jedoch während des Fluges repariert wurde. Nr. 15/1938, Bd. 30 „Pr LUGSPORT“ Seite 397 stationen blies über dem Atlantik am Montag ein durchgehender Süd- west von 80—100 km, der in der Höhe von 5000 m wohl teilweise noch stärker war, woraus sich auch diese verhältnismäßig große Geschwindigkeit erklärt. Weiterflug von Le Bourget am 12. Juli 1.24 Uhr (MEZ) über Lüttich, Köln, Berlin, Warschau nach Moskau. Start mit 4500 I Benzin, in Le Bourget waren 3300 I nachgetankt worden, so daß bei der Landung noch ein Benzinvorrat von 1200 I vorhanden war. Landung in Moskau 9.16 Uhr (MEZ). Flugstrecke Paris—Moskau 2600 km in 7 Std. 52 Min., Durchschnittsgeschwindigkeit 325 km/h. Während des Fluges über Deutschland stand die Auslandsstelle der Reichsrundfunkgesellschaft auf Anforderung der National Broad- castings Company, New York, von 2.30 bis 8.07 Uhr mit der in 4000 m Höhe über einer dichten Wolkendecke fliegenden Maschine. Hierbei wurden nicht nur glänzend gelungene Uebertragungen für den ameri- kanischen Rundfunk durchgeführt, sondern den Fliegern wichtige Mit- teilungen für die Sicherung des Fluges gemacht. Es wurde mitgeteilt, daß der Flugplatzkommandant von Le Bourget beim Start eine Be- schädigung des Fahrgestells gesehen zu haben glaubte. Diese Mittei- lung wurde von Hughes aufgenommen. Auch beim Durchfliegen eines Schnee- und Eissturmes stand Hughes fortgesetzt mit dem deutschen Rundfunk, dem er seinen lebhaftesten Dank und kameradschaftlichen Gruß übermittelte, in Verbindung. Während des Fluges herrschte ein Wind von 45 m/sec. Nach einem kurzen Aufenthalt in Moskau erfolgte der Start zum Weiterflug nach Omsk in Sibirien um 11.33 Uhr (MEZ). Ankunft Omsk 19 Uhr (MEZ). Die 2300 km lange Strecke Moskau—Omsk wurde in 7 Std. 27 Min. zurückgelegt. Start in Omsk 1.37 Uhr, Ankunft Jakutsk 10.08 Uhr. Strecke 3300 km in 8 Std. 31 Min. Start in Jakutsk am 13. Juli 13 Uhr, Landung in Fairbanks am 14. Juli 1.18 Uhr. Für diese 4000 km lange Strecke wurden 12 Std. 18 Min. benötigt. Weiterflug von Fairbanks nach ganz kurzem Aufenthalt 2.35 Uhr, Zwischenlandung in Minneavolis 14.38 Uhr, 4000 km in 12 Std. 3 Min. Start in Minneapolis zur letzten Etappe 15.13 Uhr, Landung Floyd- Bennett-Flugplatz, New York, 19.37 Uhr, 1500 km in 4 Std. 4 Min. Die ganze Flugstrecke beträgt ca. 23800 km*). Gesamtflugzeit 3 Tg. 19 Std. 17 Min. Wiley Post benötigte 7 Tg. 18 Std. 49% Min. *) Erdumfang am Aequator 40 076,6 km. Weltflug Hughes ol Erdumfang über 23800 km. die Pole Zeichnung: Flugsport 40 009,15 km. Kurz vor Erreichung des Festlandes sahen sie auf kurze Zeit eine Ecke von Irland, wobei sie die von den Instrumenten angezeigte Position kontrollierten. Der Flug wurde in großer Höhe, wohl 5000 m, durchgeführt. Nach den Wettermeldungen der deutschen Wetter- Vom Hughes Atlantik- flug: Weitflieger Ho- ward Hughes Mitte und seine Begleiter Harry Connor und Richard Stoddart, der Konstrukteur des Flugzeuges. Weltbild Seite 398 „FLUGSPORT*“ Nr. 15/1938, Bd. 30 307. . Auguste Mazoyer, Monestie (Fr.) . Etienne Spire, Paris (Frankr.) 310. 311. 312. . Zurakowski Bronislaw, Polen . Por. Blazyewski Jan, Polen 315. 316. 317. 318. . Wisnicki Boleslaw, Polen . Wacnik Kazimierz, Polen . Bruno Flach, Polen . Emil Walukiewiez, Polen . Truszkowski Lech, Polen . Kolodyuski Zbigniew, Polen . Ludwig Karch, München 326. . Jean Picore, Nancy . Eitel Gnadt, Osterode . Kurt Kricke, Striegau 4 PR . Erich Walther, Leipzig . Helmut Hoff, Leba . Alexander Wolf, Widau . Wilhelm Felgel, Farnholz (Oesterr.) . Hans Garz, Stendal . Otto Lautenschläger, Querfurt Paul Wernert, Straßburg (Frankr.) Jean Brouand, Paris (Frankr.) Karl Heinz Lange, Tangermünde Jonas Pyragius, Litauen Rudolf Weigl, Polen Por. Tanski Josef, Polen Felix Binder, Zürich Gora Tadeusz, Polen Arthur Klug, Dessau . Heinz Steinicke, Magdeburg . Hans Münch, Hadersdorf (Oesterr.) . Toni Kahlbacher, Spitzerberg (Oesterreich) . Alfred Schröder, Darmstadt . Karl Schieferstein, Darmstadt . Heinz Siebert, Alfeld . Rudolf Kreyser, Schkeuditz . Kurt Merz, Hornberg .J. S. Fox, London . Heye Straatmann, Berlin . Ciastula Tadeusz, Polen . Milicer Henrik, Polen . Iwanow Elizbar, Polen . Pietrow, Jerzy, Polen . Cepeniuk, Polen . Ordega Jerzy, Polen . Ekielski Eustachy, Polen . Hans Dornisch, Ludwigsburg . Erich Pöschel, Leipzig . Rudolf Steinert, Rochlitz . Alois Hasenknopf, Mittweida . Herbert Lorenz, Wittenberg . Hermann Heintze, Görlitz . Matlawski Tadeusz, Polen . Modlibowska Wanda, Polen . Gaworski Bronislaw, Polen . Brzeski Zygmunt, Polen . Rolf Walthard, Bern . Wilhelm Baur, Basel . Dr. Erich Aigner, Salzburg . Rob. Munz, Salzburg . Anton Schmidt, Straubing . Aleksander Stanoievic, Belgrad . Erich Schaffran, Wien PR (veröffentlicht im „Flugsport“ 1936 S. 103, Nr. 1200 2 und S. 681 Nr. 201-300). 24. 10. 36 364. Kurt Weishaar, Gummingen 16. 28. 10. 36 365. Dr. Friedr. Schmidt, Bebra 16. 28. 10. 36 366. Martha Mendel, Gießen 16. 29. 10. 36 367. Kurt van Hüllen, Berlin 16. 2. 11. 36 368. Dr.-Ing. Edg. Mörath, Berlin 16. 2. 11. 36 369. Wilfried Wiedner, Innsbruck 16. 7.11. 36 370. Martin Merkel, Berlin 16. 7.11. 36 371. Gustav zum Felde, Erfurt 16. 7.11. 36 372. Willi Kürten, Hombruch 16. 7. 11. 36 373. Lore Förtsch, Würzburg 16. 16. 11. 36 374. Karl Treuter, Greiz 16. 3. 12. 36 ‘375. Erich Pfeiffer, Darmstadt 16. 3. 12. 36 376. Werner Kohl, Merseburg 25, 3. 12. 36 377. Werner Bühlow, Laucha 25. 3. 12. 36 378. Erich Meier, Hirschberg 25. 3. 12. 36 379. Günther Haack, Königsberg 25. 14. 12. 36 380. Ernst Nentwig, Ratibor 25. 14. 12. 36 381. Günther Thamm, Bunzlau 25. 14. 12. 36 382. Jobst Schaefer, Kiel 25. 14.12.36 383. Rudi Sayle, Nördlingen 25. 14. 12. 36 384x Julius Homeyer, Franzburg 25. 14. 12. 36 385. Günther Cznday, Beuthen 25. 14. 12. 36 386. Konrad Schneiderbanger, Forchheim 25. 14. 12. 36 387. Dr. Theodor Günther, 14. 1.37 Großrückerswalde 25. 14. 1.37 388. Wilhelm Seidel, Grunau 25. 21. 1.37 389. Franz Widlok, Grunau 25. 1. 3. 37 390. Gerda Bräutigam, Großrückerswalde 25. 1. 3. 37 391. Josef Führinger, Wien 25. 1. 3. 37 392. Heinz von Felde, Marburg 25. 26. 4.37 393. Dr. Paul Bosse, Schwäb. Hall 25. 394. Jonnga Mikulska Maria, Polen 1. 26. 4. 37 395. Tyszko Henryk, Polen 1. 26. 4. 37 396. Kaczmarcyk Zygmunt, Polen 1. 26. 4.37 397. Grabski Zbigniew, Polen 1. 26. 4.37 398. Kawabl Jan, Polen 1. 26. 4. 37 399. Hrynakowska Maria, Polen 1. 29, 4.37 400. Trylski Witold, Polen 1. 3. 5.37 401. Edmund Wanick, Polen 1. 3. 5.37 402. Flinsch, Darmstadt 3. 3. 5. 37 403. Erb, Darmstadt 3. 3. 5. 37 404. Fritz Lengler, Frankfurt 3. 3. 5. 37 405. Peter Budzinski, Darmstadt 5. 3. 5.37 406. Rudi Weise, Görlitz 5. 3. 5.37 407. Karl Zacharias, Laucha 5. 3, 5.37 408. Karl Schmid, Bad Frankenhausen 5. 3. 5.37 409. Johann Wolf, Salzburg 5. Ss. 5.37 410. Andreas Schöndube, Magdeburg 5. 8. 5.37 411. Alfred Kühn, Danzig 26. 8. 5.37 412. Reinhold Wrede, Thiede 26. 8. 5.37 413. Fritz Kühnle, Mannheim 26. 8. 5.37 414. Heini Hütter, Salzburg 26. 8. 5. 37 415. Otto Heiß, Wien 26. 18. 5.37 416. Pentti Lipsanen, Pori (Finnland) 26. 18. 5. 37 417. Kurt Haug, Stuttgart 26. 18. 5. 37 418. Carl Fiedler, Wien 26. 18. 5. 37 419. Alois Flucke, Berlin 26. 16. 6.37 420. Walter Kieß, Berlin 26. 16. 6.37 421. Gerhard Stämmler, Berlin 26. 16. 6. 37 422. Joachim Seckt, Darmstadt 26. 16. 6.37 423. Karel Prachar, Tschechoslowakei 26. 16. 6. 37 424. Heiner Müller, Rheinfelden (Schwz.) 26. 6. 6.37 425. Manfred Acker, München 26. 16. 6.37 426. Alfred Johannsen, Kiel 26. NNNNSNS NN 313331330133 3130303010100 30003088 nnmanaanna % Inhaber des Segelflieger-Leistungsabzeichens 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 1938 PAIENTSAMMLUNG des Sun BandVil Nr 24 mn Inhalt: 659 560; 660 993; 661 046, 133, 220, 258, 746, 871. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). b 2 Pat. 659560 v. 5. 2. 35, veröft. 10 5 5. 38. Henschel Flugzeug-Werke A.-G., Schönefeld, Kr. Teltow*). Versch/nß- deckel für Handlöcher in der Blechverkleidung von Flugzeugen. Patentanspruch: Verschlußdeckel für Handlöcher in der Blechver- kleidung von Flugzeugen und anderen Fahrzeugen, da- durch gekennzeichnet, daß auf der Deckelinnenseite eine zebogene Blattfeder mit am Deckel anliegenden Enden und mit einem mit Muttergewinde versehenen angeordnet ist, in der ein von außen mittleren Teil durch die Deckelwand geführter Gewindebolzen mit Kopf schraubbar befestigt ist und die mit ihren Enden nur in der gespannten Lage über den Rand des Hand- loches ragt, während Mittel zur Verhinderung einer Drehung der Blattfeder am Deckel vorgesehen sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Robert Gabriel, Berlin-Treptow. b Aos Pat. 660 993 v. 25. 4. 36, veröft. 8. 6. 38. Gianni Caproni, Dr. An- tonio Longo, Mailand, und Gian Domenico Mattioli, Catania (Italien). Vorrichtung eur Erhöhung des Anftriebes von Fingzengfligeln. Patentanspruch: Vorrichtung zur Erhöhung des Auftriebes von Flugzeugflügeln durch ein einziehbares Hindernis auf der unteren Flügelseite und in der Nähe der Austritts- kante des Flügels, wobei das Hindernis in der nicht- — [e} ID [= Abb.4 Ab6.5 9bb.6 Abb.7 eingezogenen Stellung in einem geeigneten Abstand von der Oberfläche des Flügels liegt, dadurch gekenn- zeichnet, daß ein in an sich bekannter Weise parallel zum Flügel angeordneter Stab (5), kreisförmigen, rechteckigen, dreieckigen, abgeplatteten oder vorge- spitzten Querschnittes, mittels drehbar am Flügel oder am Querruder befestigter und starr mit dem Stab verbundener Tragarme (7) verschwenkbar ist und sich in der eingezogenen Stellung gegen die Unterseite des Flügels oder hinter dessen Austrittskante legt. b Ass Pat. 661746 v. 15. 6. 34, veröff. 25. 6. 38. Dr.-Ing. Wilhelm Schmidt, Berlin-Friedenau. Flugzengtragfläche. Neuere Windkanalversuche haben gezeigt, daß zur Erreichung völliger Kippsicherheit weder eine be- stimmmte Breite der Durchbrechungen noch eine be- stimmte Lage derselben zur Profilmittellinie erforder- lich ist. Hiernach würden also auch Flügelenden mit anders geformten, quer zur Flugrichtung verlaufenden Durchbrechungen ein seitliches Kippen verhindern, m [? A co 6 c — c Bild az: ild 2 Bild 2 AIN I I— Bild 3 ausgenommen jedoch solche, deren Durchbrechungen die bekannte Form der Schlitze von Schlitzflügeln haben. Alle® derartigen Flügelenden mit Durchbrechungen quer zur Flugrichtung haben bei mittleren Anstell- winkeln einen verhältnismäßig großen Widerstand, der hauptsächlich für den Steigflug unerwünscht ist. Hier- für soll vielmehr der Widerstand möglichst klein sein. Um dies zu erreichen, werden die stabgitterartig mit Durchbrechungen quer zur Flugrichtung versehenen Flügelenden so ausgebildet. Patentanspruch: Flugzeugtragfläche nach Patent 563820, deren Enden ganz oder teilweise in quer zur Flügrichtung liegende und zum Zwecke eines Schließens derselben um ihre Längsachse verstellbare Gitterstäbe, die durch etwa quer zur Flügelsehne verlaufende Schnitte ent- standen sind, aufgeteilt sind, dadurch gekennzeichnet, daß bei geschlossenen Enden die Gitterstäbe wenig- stens nahe ihrer Ober-, zugleich aber auch nahe ihrer Unterseite einander berühren und äußerlich nahezu gewöhnliche, scheinbar nicht aufgeteilte Enden bilden. b 13; Pat. 661258 v. 25. 3. 37, veröft. 18. 6. 38. Junkers Fiugzeug- und -Motorenwerke Akt.-Ges., Dessau”). Lage- rung von Rudern. Seite 102 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 24 Patentansprüche: 1. Lagerung von Rudern u. dgl., insbesondere bei Luftfahrzeugen, mit innerhalb eines Ruderkörpers an- geordneten Ruderlagern, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager an den Ruderkörper so angeschlossen ist, daß es aus dem Innern des Ruderkörpers nach außen und wieder in den Ruderkörper hinein verstellt wer- den kann. 2. Ruderlagerung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Ruderlager (12) auf einem gegenüber dem Ruderkörper verstellbaren Tragglied (5, 25) angeordnet ist, dessen Verstellweg durch An- schläge (10, 13) begrenzt ist und das in der normalen Betriebslage mittels eines am Ruderkörper (4) geführ- ten Sperrgliedes (Haltestift 15, Riegel 31 o. dgl.) fest- legbar ist. 3. Ruderlagerung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die die verstellbaren Tragglieder (5, 25) in der Betriebslage festhaltenden Sperrglieder (15, 31) durch Federkraft (Federn 14, 32) dauernd in der die Sperrung ergebenden Richtung belastet sind. 4. Ruderlagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von Lagern an einen über die Breite des Ruders sich er- streckenden, gegenüber dem Ruderkörper verstellbaren und in der normalen Betriebslage am Ruderkörper festlegbaren Tragglied (25) angeordnet sind (Abb. 4 und 5). 5. Ruderlagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die die Lager hal- tenden Tragglieder (5) als etwa in Richtung der Ruderebene und senkrecht zur Ruderachse verschieb- liche Gleitkörper ausgebildet sind, die in am Ruder- körper (4) festliegenden Führungen (9) verschieblich gelagert sind (Abb. 1 bis 3). 6. Ruderlagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die die Lager halten- den Glieder (25) an dem Ruderkörper (4) mit Hilfe von Lenkern (27) angeschlossen sind, derart, daß Ruderkörper und Trageglied (25) gegeneinander ver- schwenkbar sind (Abb. 4 und 5). *) Von dem Patentsucher sind als die Erfinder an- gegeben worden: Alfred Losch, Dipl.-Ing. Konrad Eich- holtz und Johann Haseloff, Dessau. Schwingen- und Schlagilugzeuge (Gr. 31-34). b3ls; Pat. 661 871 v. 18. 11. 32, veröft. 29. 6. 38. Ludwig Sommer, Eben- hausen b. München. Halter für elastische Flugübungsschwingen. Bei einer bekannten Ausführungsart, bei der der Unterarm rechtwinklig oder spitzwinklig eingebogen ist, wird die Arbeit der Schwingenbewegung im wesentlichen vom Unterarm geleitet; der Ellenbogen kann hierbei zum Zwecke der Verdrehung der Schwinge aus seiner Normallage am Körper ein gewisses Maß vor- oder rückwärts gebracht werden. Bei dem Gegenstand der Erfindung iedoch steht der Oberarm stets vom Oberkörper unter einem spitzen Winkel ab (Abb. 3), der Unterarm ist gegen den Oberarm spitzwinklig eingebogen. Hierbei wird die Arbeit der Schwingenbewegung vereint vom Ober- arm und Unterarm geleistet. Das Maß der hierbei er- zielbaren Arbeitsleistung und somit des Schwingen- ausschlags (bei gleicher Größe der Schwingenfläche) ist daher größer als bei dem bekannten Armhalter. Der Rahmen (Abb. 1) besteht aus zwei in etwa Oberarmstärkeabstand parallel gehaltenen Rahmentei- len. Jeder Rahmenteil besteht aus einem Halbkreis oder einer Halbellipse mit zugehörigem Durchmesser. Von Punkt 6 im oberen Rahmenteil nach Punkt 3° im unteren Rahmenteil, also in der Diagonale der Symmetrieebene des (Gesamtrahmens, läuft der fest mit den Rahmenteilen verbundene Schwingenholm. Abb. 2 zeigt in der Draufsicht den Rahmen mit darin liegendem rechtem Arm. Bei 1 ist der Griff für die Faust, in der Nähe von 2 die Ellenbogenbefestigung mit gepolsterten Riemen, bei 3 der durch die beiden Rahmenteile durchgreifende Oberarm. Von 3’ unter dem Oberarm nach 6 läuft der Schwingenholm. Der Bau des menschlichen Körpers ist so, daß der Mensch stehend mit seitwärts gehaltenen Schwin- gen, wie in Abb. 3 von vorn gesehen dargestellt, die Arme nur wenig nach rückwärts führen kann. Durch die Anbringung des Schwingenholmes nach Abb. 1 und 2 jedoch kann der Schwingenholm und somit auch die Schwingenfläche um den Neigungswinkel des Schwingenholmes gegen die Ebene 1-2-3, das ist um ungefähr 300 mehr nach rückwärts, gebracht wer- den, als durch den natürlichen Bau des Körpers be- dingt ist. Wenn der Uebende die in Abb. 3 als in der Bild- ebene liegend dargestellte Schwingenfläche um 90 gedreht hat, so daß die weiche Schwingenfahne nach hinten steht (eine Verdrehung, die der menschliche Arm ohne weiteres ausführen kann), so führt er die Schwinge aufwärts, dem Kopfe zu. Nach der Bauart des menschlichen Körpers könnte der Flieger den unter spitzem Winkel im Ellenbogen gebeugten Arm wohl kaum mehr als 300 über die Horizontale erheben. Durch die Anbringung des Schwingenholmes nach vor- liegender Erfindung jedoch kann der Flieger die Schwinge um den genannten Neigungswinkel des Schwingenholmes gegen die Ebene 1-2-3 etwa um 300 weiter. nach oben führen, als dem Körper ohne diese Einrichtung möglich wäre. Patentanspruch: Den Ober- und den spitzwinklig eingebogenen Unterarm umschließender Halter für elastische Flug- übungsschwingen mit Ellenbogenpolster und Faustgriff, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter aus einem von zwei in Oberarmstärkenabstand parallel gehal- tenen Halbkreisen oder Halbellipsen je mit einem Nr. 24 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 103 Querstück gebildeten Rahmen besteht und von dem Schwingenholm in der Symmetrieebene diagonal durch- setzt wird. b 34 Pat. 661046 v. 17. 4. 34, veröff. 9. 6. 38. Georg Korfi, Hamburg. Flügel für Schwingenfingzenge. Bekannt sind Schwingenflugzeuge mit vom Flügel- wurzelteil bis zu den Flügelenden durchgehends elasti- schen Flügeln, die an ihren Enden in iedem Flug- zustand und im Ruhestand unter Spaltbildung ge- spreizte, in senkrechter Richtung elastisch biegsame, schmale Tragflächenteile tragen. Wird ein solcher Flügel in Vibrationsschwingungen versetzt, so verdre- hen sich die biegsamen Kiele der schmalen Trag- flächenteile nach Maßgabe ihrer Belastung um ihre Kielachse, so daß die schmalen Tragflächenteile beim Flügelschlag Vortrieb erzeugen. Beim Gleitflug bleiben die Spalte zwischen den gespreizten schmalen Trag- flächenteilen vollständig geöffnet, so daß diese dann einen unnötigen Luftwiderstand verursachen. Bekannt sind ferner Flügel für Schwingenflugzeuge mit einem schwingungsfähigen Flügelwurzelteil und mit an dessen äußerem Ende fächerartig angeordneten, mehr und mehr in Holmrichtung übergehenden schma- len Tragflächenteilen mit biegsamen Kielen, die vom Wurzelteil nach unten und hinten außen gebogen sind und in sich derart nachgiebig biegsam sind, daß sie nach Maßgabe ihrer Belastung sich nach oben und vorn durchbiegen und um die Achse des Hauptholms des Flügels verdrehen, so daß sie beim Flügelschlag Vortrieb erzeugen. Die schmalen Tragflächenteile über- decken sich hierbei sowohl im Ruhezustand als auch beim Flügelschlag im wesentlichen vollständig, da sich alle schmalen Tragflächenteile beim Flügelschlag an- nähernd gleich stark nach vorn durchbiegen. Da die Senkrechtgeschwindigkeit der Flügelspitzen beim Flü- gelniederschlag sehr groß ist, tritt hier infolge des dann auftretenden zu großen Anstellwinkels leicht ein Abreißen der Luftströmung an der Flügeloberseite der Flügelenden ein. Die Erfindung bezieht sich auf einen ähnlichen Flügel mit einem in sich starren, schwingungsfähigen Flügelwurzelteil und biegsamen und verdrehbaren schmalen Tragflächenteilen an den Flügelenden. Nach Abb. 1 und 2 ist an einen Flugzeugrumpf 1 ein Tragflügelteil 2 auf- und niederschwenkbar und gegebenenfalls auch um eine Holmachse verschwenk- bar angesetzt, der aus einem normalen Holm 3, Span- ten 4 und über die ganze Tragflächentiefe zusammen- hängenden Außenhaut 5 zusammengebaut ist. An der Hinterkante trägt dieser Flügelteil ein übliches Quer- ruder 6, das um Gelenke 7 schwenkbar ist. Am äußeren Ende dieses Tragflächenteils ist ein Wurzel- stück 8 fest mit dem Holm 3 und dem Endspant 9 verbunden. Nach Abb. 3 bis 9 ist der Federkiel 14 von der Wurzel an nach unten und hinten außen gebogen und derart elastisch, daß bei unbelasteten Flügelteilen der Kiel 14 die Stellung nach Abb. 6, j’ im Aufriß und Abb. 7, j im Grundriß einnimmt, während er beim Gleitflug etwa die Stellung k’, k und beim Flügel- niederschlag die Stellung m’, m erhält. Dem Flügel- hub würde eine Stellung entsprechen, ähnlich etwa der Stellung ;’, i, wobei aber der Federkiel noch etwas weiter nach hinten und unten gebogen ist. Den Stellungen ij, k und m entsprechen die Profilschnitte nach Abb. 8, ij, k und m, nach welchen bei unbelaste- ten Flügeln und beim Gleitflug der Flügelquerschnitt im wesentlichen ein einfach gekrümmtes Profil ji, k zeigt, dagegen beim Flügelniederschlag ein doppelt geschweiftes Profil entsprechend Abb. 8, m. Bei dieser Stellung zeigt der Flügelteil infolge Verdrehung um die Achse des Federkiels 14 einen negativen Einstell- winkel, der jedoch in Verbindung mit der Nieder- schlagbewegung einen positiven Anstell- oder Angriffs- winkel ergibt, so daß der Flügelteil Vortrieb erzeugt. Beim Flügelhub verdreht sich die Hinterfahne 16 nach hinten unten, so daß ein stark positiver Einstell- winkel entsteht. Patentanspruch: Flügel für Schwingenflugzeuge mit einem in sich starren, schwingungsfähigen Flügelwurzelteil und mit an dessen äußerem Ende fächerartig angeordneten, mehr und mehr in Holmrichtung übergehenden schma- len Tragflächenteilen mit biegsamen Kielen, die vom Wurzelteil nach unten und hinten außen gebogen und in sich derart nachgiebig biegsam und verdrehbar sind, daß sie nach Maßgabe ihrer Belastung sich nach oben und vorn durchbiegen und um die Kielachse verdrehen, so daß sie beim Flügelschlag Vortrieb er- zeugen, dadurch gekennzeichnet, daß die biegsamen Kiele der schmalen, im Ruhezustand sich am Rand überdeckenden Tragflächenteile derart bemessen und gegeneinander abgestimmt sind, daß die vorderen eine größere Formveränderlichkeit aufweisen als die ie- weils dahinterliegenden und sich beim Gleitflug etwa geradebiegen und im wesentlichen ohne Spaltbildung zwischen den schmalen Tragflächenteilen spreizen, da- gegen beim Flügelniederschlag sich nach vorn hin unter Spaltbildung zwischen den schmalen Trag- flächenteilen spreizen, so daß sie sich verdrehen können. Luitschrauben (Gr. 1—11). Cc Aos Pat. 661133 v. 14. 11. 34, veröff. 28.6.33. Vereinigte Deutsche Metall- werke Akt.-Ges., Zweigniederlassung Hed- dernheimer Kupferwerk, Frankfurt a. M.- Heddernheim*). Befestigungsvorrichtaung an Propellerhanben. *) Von dem Patentsucher ist als Erfinder angege- ben worden: Ernst Zeidler, Altona-Othmarschen. Seite 104 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 24 Beim Aufsetzen der Haube 5, Ausführung Abb. 1 und 2, treten die an ihr sitzenden Stifte 8 durch die zunächst noch aufeinander passenden Löcher 9 der Scheibe 1 und des Ringes 4 hindurch. Es bedarf dann nur einer Drehung des Ringes 4 mittels der Nase 2, um die seitlichen Schlitze 10 mit den Eindrehungen der Stifte 8 in Eingriff zu bringen und auf diese Weise die Haube 5 an beliebig vielen Stellen entsprechend der vorhandenen Anzahl von Stiften 8 und Oeffnun- gen 9, 10 zu verriegeln. Zum Entriegeln der Haube 5 wird der Ring 4 zurückgedreht, bis die Stifte 8 von den Schlitzen 10 frei kommen und die Löcher 9 des Ringes 4 wieder auf die entsprechenden Löcher in der Scheibe 1 passen, worauf die Haube olıne weiteres abgenommen werden Kann. Bei dem Beispiel nach Abb. 3 und 4 ist der äußere Ring 12, der die Haube 16 auf dem Flansch- ring der an der Nabe befestigten Scheibe 13 zentriert, mittels der Handhabe 12° drehbar und mit den Ver- riegelungsstiften 14 versehen, die nach einwärts durch Langlöcher 15 des Flanschringes der Scheibe 13 ge- führt sind. Die Länge der Löcher 15 bestimmt das Maß für die Verdrehung des Ringes 12. Die Haube 16 trägt an ihrem zwischen 12 und 1 einschiebbaren Rand Baionettschlitze 17. Außerdem ist am Flanschring der Scheibe 13 noch ein Zapfen 13” angeordnet, auf den ein Schlitz 16° der Haube paßt. Gemäß Abb. 5 und 6 ist die an der Nabe be- festigte Scheibe 21, auf deren Randflansch die Haube 27 aufgeschoben wird, mit drehbar gelagerten Hebeln 22 versehen. An dem einen Hebelarm greifen Stifte 23 an, die an der mittels der Handhabe 24’ drehbaren Ringscheibe 24 sitzen und den anderen Hebelarm bei 25 in entsprechende Schlitze 26 der Haube 27 eintre- ten lassen, sobald die Ringscheibe 24 mittels der Handhabe 24’ nach der einen Richtung gedreht wird. Nach Abb. 7 und 8 erfolgt die Verriegelung der Haube 34 an der mit der Nabe verbundenen Scheibe 28 durch riegelartige Schieber 29, die mit Stiften 30 in 7 4Abb.ı 5 Pi L +. Abb. 2 M schräge Schlitze 31 der mittels der Handhabe 32” dreh- baren Ringscheibe 32 eingreifen und durch an der Scheibe 28 angebrachte Leisten 28” geradegeführt sind. Patentansprüche: 1. Einteilige Abdeckhaube für die Nabe von Luft- schrauben, die mit Ausschnitten für die Schrauben- blätter versehen über die Nabe reicht und an ihr ohne Verdrehung lösbar befestigt ist, gekenn- zeichnet durch eine zwischen der Nabe und der un- verdrehbaren Haube angeordnete dreh- oder spreiz- bare Vorrichtung zum gleichzeitigen Ein- und Aus- rücken mehrerer über den Haubenumfang verteilter Befestigungsmittel. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen drehbaren Ring mit Schlitzen oder Stiften, die in entsprechende Stifte oder Schlitze der Haube eingreifen. 3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Verriegelungsmittel des drehbaren Ringes als in die Haube eingreifende Dreh- oder Schubriegel ausgebildet sind. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch untereinander gelenkig verbundene spreizbare, in Schlitze der Haube eingreifende hebelartige Riegel. 5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, da- durch gekennzeichnet, daß zum Spreizen der Riegel- hebel eine Schubstange dient. 6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, ge- kennzeichnet durch mit den Verriegelungsmitteln ver- bundene, gleichzeitig mit ihnen in Wirkung tretende Verschlußsicherungen. c2 Pat. 661220 v. 20. 6. 37, veröff. 14. 6. 38. Fallschirmiabrikation Kohnke & Co. G. m. b. H., Berlin”). Feder- gestell für den Hilfsschirm von Fallschirmen. Patentanspruch: Federgestell für den Hilfsschirm von Fallschirmen, dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen den beiden Tellern oder Widerlagerschalen (b und c) gelagerte und in ihrer Spannlage durch ein auslösbares Sperr- glied gehaltene Schraubenstreckfeder (a) von einem ihrem gestreckten Zustand entsprechenden Stoff- schlauche (d) umhällt ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Richard Kohnke, Berlin. A661 Pat.-Samml. Nr.24 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 15, am 20.7. 1938 veröffentlicht. Nr. 15/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT"“ Seite 399 427. 428. 429. 430. 431. 432. . Jakobson Zbigniew, Polen . Pacholczyk Dionizy, Polen . Miller Krzysztof, Polen . Kosarz Wilhelm plut., Polen . Haiduk Stanislaw, Polen . Rosarius, Warnemünde . G. Sachsenberg, Dessau . Fritz Lettmayer, Darmstadt . Fritz Schwaiger, Karlsruhe . Helmut Alt, Darmstadt . Peter Linden, Darmstadt . Ursula Pielsticker, Darmstadt . Lothar Zöllner, Löwendorf . Erwin Krämer, Erlangen . Richard Sagan, Dramatal . Ernst Günther Friedrichs, Lübeck . Wilhelm Bromen, Dülmen . Albert Pahl, Magdeburg . Werner Lerche, Berlin . Peter Gotthold, Berlin . Ernst Heidemann, Moltzahn . Erich Fährmann, Grunau . G. Paatsch, Berlin . Lorenz Seeger, Borken . Helmut Eichmann, Görlitz . Johann Zott, Augsburg . Franz Kaczmarek, Dessau . Werner Hoffmann, Kiel-Holtenau . Oskar Ziesig, Handorf . Karl Stede, Frankfurt-M. . Hans Hallbach, Prien-Chiemsee . Herbert Boecker, Stuttgart . Anton Frey, Dettingen . Hermann Striebel, Ludwigsburg . Fritz Haupt, Greven . Gerd Fengels, Kruft . Kurt Bartsch, Breslau . Martin Hegebach, Pleidt . Willy Hahn, List a. Sylt . Theodor Wagner, Cuxhaven . Karl Müller, Harburg-Wilh. . Helmut Heß, Hirschberg . Tuliska, Darmstadt . Schaidhauer, Darmstadt . Richter, Darmstadt . Weigelt, Darmstadt . Schulz, Darmstadt . Busch, Darmstadt 481. . Salomon, Darmstadt . Distelmeier, Darmstadt . Müller, Darmstadt . Fiedler, Darmstadt . Glessing, Darmstadt . Frömert, Darmstadt . Schedalke, Darmstadt . Hufenbach, Darmstadt . Barthel, Darmstadt 491. . Ludwig Egner, Darmstadt . Holl, Darmstadt . Krusewitz, Darmstadt . Kurt Oppitz, Darmstadt . Oeltgen, Darmstadt . Karl Frena, Innsbruck . Kurt Schäfer, Laucha Bela Tatarek, Budapest Jarkowski .Bolesaw, Polen Przysiecki Eugeniusz, Polen Pomietlarz Jan, Polen Rodziewicz Bohdan, Polen Siudzik Roman, Polen Streck, Darmstadt Paul Becker, Darmstadt pers 12. D m m m wm in m wi 37 37 37 37 37 37 37 . 37 . 37 . 37 97 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 . 97 . 37 . 37 . 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 499, 500. 501. 502. 503. 504. 505. 506. 507. 598. 509. 510. 511. 512. 513. 514. 515. 516. 517. 518. 519. . Herbert Andrös, Rostock 521. . Otto Casper, Braunschweig . Herb. Baumann, Bad-Frankenhausen . Willi Hörrlein, Weißenburg . Adolf Haas, Kempten . Jacob Simon, München . Hans Leipner, Friedrichshagen . Georg Schauppel, Ingolstadt . Boris Ciian, Belgrad . Nickel, Darmstadt . Haarmann, Darmstadt . Nagel, Darmstadt . Prüßner, Darmstadt . Wienberg, Darmstadt . Franke, Darmstadt 536. 537. . Walter Siedschlag, Bremen . Walter Villinger, Eislingen . Otto Schäuffele, Schwäb. Gmünd . Werner Mende, Breslau . Capt. R. S. Rattray, London .P. B.N. Davis, London . R. Haßlinger, London . G. Stephanson, London . Alfred Boye, Frankfurt-M. . Gerhard Parlitz, Berlin . Höra, Darmstadt . Güldenpfennig, Darmstadt . Bode, Darmstadt . Ernst Brell, Erlangen . Simon Heubeck, Erlangen . Henny Schmidt, Brandenburg . Hildeg. Schröder-Cordes, Hannover . Lilla Wildmann, Kronstadt . Bruno Grün, Berlin . Gerhard Funke, Olbersdorf 558. . Fritz Lobach, Hörsingen . Dudley Hiseox, Beckenham, Engl. . K. E. Wilkinson, Shooters Hill, Günther Wasner, Hannover Adolf Engel, Mittweida Gottlieb Schober, Nürtingen Hans Dieterle, Eßlingen Max Buschle, Hornberg Kurt Hoppe, Berlin Dr. Helmut Ratig, Magdeburg Karl Lohmann, Bottrop Günther Tittler, Breslau Arnold Roesger, Dresden Hubert Nelles, Essen-Borbeck Harland C. Ross, Montebello Arthur B. Schultz, Berkley Kurt Hupka, Breslau Paul Stämmler, Darmstadt Kirsten, Darmstadt Broß, Darmstadt Beck, Darmstadt Werner Fick, Quedlinburg Rudolf Schenk, Breslau Fritz Sorbe, Tierenberg Otto Gose, Dettingen-Teck Willi Peter, Pforzheim Arthur Haase, Karlsruhe Dr. Beni. Burlon, Marburg England . John Egerton Simpson, Hemel Hempstead . G. V. Rushton, Wolverhampton, England . G. Little, Emsworth, Hants, Engl. . Kenneth Lingford, Cotherstone, England . John S. Spronle, Luton, Engl. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 3. a8} Per vseeeewRRaanaan aan sm nn» 10. 10. 10. 15. 15. 17. 17. 20. 20. 20. 20. 20. 20. 20. voooeoeooeoooeoo.o.0000606060%600600\0\60%16016\0%10%10 0.» m m m m m m m m m m m m m m m m m m m m m m m m m zo m 20 50 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 . 37 . 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 . 37 . 37 . 37 37 . 97 . 37 Seite 400 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 567. K. W. Turner, Cambridge, Engl. 20. 9.37 639. Paul Demandt, Ferndorf 4. 1.38 568. E. G. Furlong, Eltham, Engl. 20. 9.37 640. Joseph Alfons Didion, Epinal, 569. Kurt Zipperlein, Stuttgart 21. 9. 37 Frankreich 4. 1.38 570. Albert Espenlaub, Göppingen 21. 9. 37 641. Franz Pomper, Cranz 20. 8.37 571. Josef Göbels 22. 9.37 642. Heinrich Springob, Essen 21. 1.38 572. Robert Schlechter, Rastatt 22. 9.37 643. Franz Lamkowski, Marienburg 21. 1.38 573. Hans Arthur Koop 22. 9.37 644. Fritz Seibert, Kassel 24. 3.38 574. Albert Martin, Frankreich 25. 9. 37 645. H. Müller, Darmstadt 24. 3.38 575. Jean Thomas, Frankreich 25. 9. 37 646. Walter Keidel, Augsburg 24. 3.38 576. Lucien Gandry, Frankreich 25. 9. 37 647. Willi Lessat, Darmstadt 12. 4.38 577. Maurice Lagarde, Frankreich 25. 9.37 648. Werner Schulz, Breslau 12. 4.38 578. Jean Garrigue, Frankreich 25. 9. 37 649. Eugen Speier, Aachen 12. 4. 38 579. Ronald Denise, Frankreich 25. 9.37 650. Herrman Meier zu Bentrup, 580. Maxime Lamort, Frankreich 25. 9.37 Eilshausen 12. 4. 38 581. Max Gasnier, Frankreich 25. 9.37 651. Alfred Röhm, Wendlingen 12. 4.38 582. Adolphe Favier, Frankreich 25. 9.37 652. Matth. Zimmermann, München 12. 4.38 583. Jean Ringle, Frankreich 25. 9.37 653. Vitezslav Rodovsky, Prag 12. 4.38 584. Marcel Spire, Frankreich 25. 9.37 654. Ingeborg Wetzel, Königsberg 13. 4.38 585. Standish C. O’Grady, England 5. 10. 37 655. Manno Schweinitz, Burau-Schl. 13. 4. 38 586. Puchadia Tadeusz, Polen 10. 10. 37 656. Erich König, Wasserkuppe 13. 4.38 587. Smuda Alfons, Polen 10. 10. 37 657. Ludwig Deeg, Bad Kissingen 13. 4.38 588. Tomankiewicz Jozef, Polen 10. 10. 37 658. Werner Haake, Brandenburg 19. 4. 38 589. Zientek Adam, Polen 10. 10. 37 659. Otto Hartmann, Schwenningen 19. 4.38 590. Makowski Eugeniusz, Polen 10. 10. 37 660. Erich Lengler, Birkenfeld 19. 4.38 591. Wröbel Franciszek, Polen 10. 10. 37 661. Kuno Schwab, Darmstadt 19. 4. 38 592. Illasiewicz Jerzy, Polen 10. 10. 37 662. Franz Kiesle, Frankfurt-M. 23. 4.38 593. Mermel Henryk, Polen 10. 10. 37 663. Gerhard Mörschel, Siegburg 23. 4. 38 594. Collins Ernest, Polen 10. 10. 37 664. Herbert Richter, Großrückerswalde 23. 4.38 595. Wordsworth. John, England 10. 10. 37 665. Karl Rupp, Kirchheim-Teck 23. 4.38 596. Kielbowski Sernowi, Polen 10. 10. 37 666. Hannes Meyer, Großrückerswalde 23. 4.38 597. Järvenpää Paavo, Finnland 10.10.37 667. Georg Grein, Frankfurt-M. 23. 4.38 598. Tarczynski Tadeusz, Polen 10. 10. 37 668. Wilhelm Heiß, Frankfurt-M. 23. 4. 38 599. Narucki Aleksander, Polen 10. 10. 37 669. Arno Klietz, Hamburg 25. 4.38 600. Pelka Jan, Polen 10. 10. 37 670. Flakowski, Merseburg 25. 4.38 601. Kula Jozef, Polen 10. 10. 37 671. Hans Behnke, Leuna-Merseburg 25. 4.38 602. Rachon Henryk, Polen 10. 10. 37 672. Fritz Keßler, Hannover 25. 4.38 603. Jaworski Wiktor, Polen 10. 10. 37 673. Dietmar Taubert, Oelsnitz i. V. 25. 4.38 604. Kulczycki Stanislaw, Polen 10. 10. 37 674. Heinz Poersch, Hannover 25. 4.38 605. Czarnocki Stanislaw, Polen 10. 10. 37 675. Kurt Schumann, Horrem Bez. Köln 25. 4.38 606. Szczcrinska Zofia, Polen 10. 10. 37 676. Horst Bauschke, Bin.-Köpenick 25. 4.38 607. Buckiewicz Sewer, Polen 10. 10. 37 677. Albin Weigold, Meiningen 25. 4.38 608. Alfred Bayer, Berlin 27. 10. 37 678. Franz Wehland, Bin.-Köpenick 27. 4.38 609. Walter Diederichs, Wupp.-Barmen 15. 10. 37 679. Lothar Mitschke, Leobschütz 27. 4.38 610. Paul Drawe, Blomberg-Lippe 15.10. 37 680. Erich Günth. Köhler, Andernach 27. 4.38 611. Willi Jähne, Berlin-Spandau 15. 10. 37 681. Fritz Lichtenberger, Rhinow-Mark 27. 4.38 612. Otto Kluge, Hoyerswerda 15. 10. 37 682. Hubert Guenat, Bern 11. 5.38 613. Herbert Gold, Stuttg., B.-Cannstatt 16. 10. 37 683. Heinrich Vock, München 12. 5.38 614. Erhard Treuter, Weimar 18. 10. 37 684. Edmund Török, Budapest 12. 5.38 615. Walter Höhne, Jena 18. 10. 37 685. Karl von Jan, Darmstadt 12. 5. 38 616. Reinhold Marzuga, Magdeburg 26. 10. 37 686. Adolf Scheuermann, Darmstadt 12. 5.38 617, Heinz Weimer, Essen 26. 10. 37 687. Erwin Sahner, Darmstadt 12. 5.38 618. Hans Trapka, Essen 26. 10. 37 688. Albert Ochsenreiter, Bremenried 12. 5. 38 619. Georg Kantz, Schwangau 26. 10. 37 689. Engelbert Staubach, Darmstadt 12. 5.38 620. Peter Habicht, Detmold 2. 11. 37 690. Bösebeck, Darmstadt 12. 5. 38 621. Mrs. John Price, Reneholme 2.11. 37 691. Hugo Raffelsiefer, Wipperfürth 14. 5. 38 622. Gordon Thompson, Alvaston 2. 11. 37 692. Heinz Knittel I, Darmstadt 14. 5.38 623. Klaus Ullrich, Freystadt 15. 11. 37 693. Werner Lutter, Celle 14. 5.38 624. Walter Hennig, Grunau 16. 11. 37 694. Hans Wünscher, Chemnitz 14. 5.38 625. Lawrence R. Robertson, Yorkshire 25. 11. 37 695. Walter Lehmann, Darmstadt 14. 5.38 626. Jan Karel Hoekstra, Ypenburg 29. 11. 37 696. Helmut Herlt, Frankfurt-M. 14. 5.38 627. Rudolf Barthle, Stargard 29. 11. 37 697. Ernst Prinz, Trier 14. 5.38 628. Karl Sommer, Bitterfeld 29. 11. 37 698. Ernst Neumeyer, Saarbrücken 14. 5.38 629. Hilde Robra, Berlin 3. 12. 37 699, Werner Sinhart, Lübeck 14. 5.38 630. Horst Fricke, Langburckersdorf 21. 12. 37 700. Heinz Rud. Rauchenberger, 631. Franz Schnaubelt, Troppau (CSR.) 21. 12. 37 Travemünde 14. 5.38 632. Pytel Franciszek, Polen 20. 1.38 701. Kurt Hoeckrich, Königsberg 17. 5.38 633. Jan Skalski, Polen 20. 1.38 702. Franz Phenn, Hamburg 17. 5. 38 634. Antoni Pokoski, Polen 20. 1.38 703. August Bödecker, Rossitten 17. 5.38 635. Alfred Grzegrzulka, Polen 20. 1. 38 704. Pfitzner, Hohensalza 17. 5.38 636. Janusz Gegielski-Wozniak, Polen 20. 1.38 705. Pöttmann, Orsoy-Ndr.-Rh. 17. 5.38 637. Edward Gruba, Polen 20. 1.38 706. Eisert, Aschersleben 17. 5.38 638. Kurt Kappacher, Tilsit 4. 1.38 707. Dr. Hermann Keller, Berlin 17. 5.38 oo Nr. 15/1938, Bd. 30 „rFLUGSPORT“ Seite 401 708. Jörg Schuchard, Berlin 17. 5.38 779. Robert Gsell, Bern 20. 6. 38 709. Berthold Münchhof, Darmstadt 17. 5.38 780. Helmuth Spaether, Wenningstedt- 710. Ernst Scheible, Stuttgart 17. 5.38 Sylt 20. 6. 38 711. Wilhelm Ziegler, Stuttgart 17. 5.38 781. Alfred Penzek, Emmerich 20. 6.38 712. Willy Kohler, Bern 20. 5.38 782. Wilhelm Nöding, Hamm i. W. 20. 6.38 713. Max Rohr, Lenzburg ss 29. 5.38 783. Franz Bock, Borckenberge 20. 6. 38 714. Arnold Widmer, Gränichen 29. 5.38 784. Otto Stoltzenburg, Hamburg 20. 6.38 715. Jacob Spalinger, Baden-Schw. 29. 5.38 785. Erich Klöckner. D tadt N 716. Edwin Hohl, Lenzburg 29. 5.38 06 SEA 21. 6.38 \ . Gerhard Müller, Neuburg a. d. D. 22. 6.38 717. Fritz Glur, Olten 29. 5.38 787. Karl Scheiffele, Geislin 22. 6.38 m. Mae. Bao Jarland, Paris 29.5.8 796 Brich Diehl Ehingen gen ER 719. Fritz Schreiber, Bern 29. 5.38 " ’ 0 720. Marta Eppinger, Krauthof-Jagstzell 17. 5.38 7%. Fr. Irene Purschke, Karlsruhe 23. 6. 38 721. Walter Quentel, Wasserkuppe 21. 5.38 790. Ludwig Strasser, München 24. 6.38 722. Hans Settgast, Wasserkuppe 21. 5.38 791. Werner Ellinger, Köln 25. 6. 38 723. Karl Bötticher, Wasserkuppe 21. 5.38 792. Heinz Gehlhaar, Königsberg 25. 6. 38 724. Joachim Richter, Bin.-Lichterfelde 21. 5.38 793. Otto Kirchmeyr, Bruck a. d. Leitha 25. 6. 38 725. Künzel, Hamburg 24. 5.38 794. Moritz Röhrer, Unterkochen-Wttbg. 25. 6. 38 726. Franz Stock, Bremen 25. 5.38 795. Rudolf Robert, Darmstadt 27. 6.38 727. Walter Kies, Stuttgart 25. 5.38 796. Gerhard Troch, Stuttgart 27. 6.38 728. Wolfgang Schulz, Elberfeld 25. 5.38 797. Edgar Kieselbach, Elbing 27. 6.38 729. Lothar Krutein, Königsberg 25. 5.38 798. Hans Rasmussen, Danzig 27. 6.38 730, Franz Tariska, Budapest 2. 5.88 799. Heinz Müntefering, Bottrop i. W. 27. 6.38 731. Ladislaus Tasnadi, Budapest 25. 5.38 800. Wilhelm Sto W k 27. 6.38 ye, Wasserkuppe 6. 732. Aloys Meurer, Lauenburg 25. 5.38 801. Walter Schurek. Breslau 733. Josef Broermann, Münster i. W. 25. 5.38 FR 734. Noske, Darmstadt 25. 5.38 802. Paul Weuthen, Göttingen 27. 6.38 735. Franz Henning, Münster i. W. 25. 5.38 I sen ee eninzen-Holst, 21. 6.38 736. Specht, Darmstadt 25. 5. 38 ‚ „tern, Darmstadt 27. 6.38 737. Albert Backes, Grunau 25. 5.38 805. Viktor Harth, Frankfurt-M. 28. 6.38 738. Karl Lang, Bln.-Britz 5. 6.38 806. Richard Wurster, Frankfurt-M. 28. 6.38 739. Willi Teichmann, Landsberg-Lech 6. 6.38 807. Alfred Supper, Walsum-Rh. 28. 6.38 740. Max Biskup, Gotha 71. 6.38 808. Hermann Winter, Germiston- 741. Klaus Steiner, Danzig 7. 6.38 Süd-Afrika 30.. 6. 38 743. Gerhart Homuth, Swinemünde 7. 6.38 809. Richard Buschner, Hannover-Md. 2. 7.38 744. M. Jean Malterre, Paris 7. 6.38 810. Dr. Oskar Redel, Darmstadt 2. 7.38 745. Karl Oestreich, Ilbeshausen 7. 6.38 811. Erna Meyer, Hamburg 2. 7.38 746. Johannes Müller, Bonn 12. 6.38 812. Schönherr, Braunschweig 2. 7.38 u Dieter Sn A 2 e = 813. E. Pfannestein, Merseburg 2. 7.38 . Walter Simon, Kiel-Holtenau 6. 749. Gustav Poehle, Brandenburg 12. 6.38 us Walter Carthaus, Darmstadt 2. 7.88 750. aan Altmeyer, Wattenscheid- 12. 6.38 916. Theod. Wichert, Hannover 4. 7.38 751. Bernhard Rademacher, Moers 12. 6.38 s17. Willi Müller, Gunzenhausen 6. 7.38 752. Heinz Weidemann, Hannover 12. 6. 38 818. Karl Bauer, Waiblingen 7. 1.88 753. Willi Bunse, Paderborn 12. 6.38 819. Otto Wackersreuther, Gerolfingen 8 7.38 754. Franz Jordan, Fulda-Horas 12. 6. 38 820. Karl Friese, Berlin 8. 7.38 755. Willi van Hall, Duisburg-Meiderich 12. 6.38 821. Hermann Winkler, Darmstadt 8. 7.38 756. Theo Weißenberger, Darmstadt 12. 6.38 822. Fritz Loose, Ortelsburg 8. 7.38 757. Stuhr, Darmstadt 12. 6.38 823. Heinrich Bruns, Sensburg 8. 7.38 758. Harald von Arnim, Burow 12. 6.H 824. Kurt Esau, Marienburg 8. 7.38 759. Erich Andr&e, Köthen-Anhalt 12. 6.38 825. Rolf Reese, Magdeburg 8. 7.38 760. Hermann Schmitt, Fulda 12. 6. 38 826. Joh. van der Meer, Rotterdam 8 7.38 761. Ewald Barthel, Bin.-Adlershof 12. 6. 38 827. Gerhard Mehrling, Tilsit 8. 7.38 762. Fritz Elze, Darmstadt 12. 6.38 828. Willy Klicks, Plau-Meckl. 8. 7.38 763. Heinz Kaiser, Darmstadt 14. 6. 38 829. Otto Danker, Rostock 8. 7.38 764. Kilian, Darmstadt 14. 6.38 830. Willi Lehmann, Stettin 8. 7.38 765. Theodor Müller, Erlangen 14. 6.38 831. Günter Hupke, Stettin 8. 7.38 766. Rolf Schnabel, Gummersbach 14. 6.38 832. Manfred Mössinger, Tutow-Pom. 8. 7.38 767. Herber Friede, Schreiberhau i. R. 15. 6.38 833. Gustav Haderer, Stettin 8. 7.38 768. Helmut Bonitz, Hamburg 15. 6.38 834. Rudolf Mirowsky, Wasserburg-Inn 8. 7.38 769. Georg Papamathäakes, Wien 15. 6.38 835. Lisel Braun, Prien-Chiemsee 8 7.38 770. Tamara Brück, Wien 15. 6.38 836. Wilhelm Leffin, Darmstadt 8 7.38 771. Gernot Zippe, Laa a. d. Taya 15. 6.38 837. Kurt Kraft, Merseburg 9. 7.38 772. Rud. Holeschak, Linz 15. 6.38 838. Josef Kunz, Bin.-Lankwitz 9. 7.38 17713. Friedr. Baumgartner, Salzburg 15. 6. 38 839. Walter Siebrasse, Bielefeld 9. 7.38 774. Bruno Boy, Holzen 15. 6. 38 840. Ernst Trylus, Bielefeld 9. 7.38 775. Anneliese Dönch, Hamburg 15. 6. 38 841. Karl Liebeskind, Jena 9. 7.38 776. Arthur Seidel, Kiel 15. 6. 38 842. Eduard Hannoschöck, Hamburg 9. 7.38 777. Dr. Erich Keil, München 17. 6. 38 843. Leonhard Rodemich, Erbach i. O0. 11. 7.3 778. Flugkap. Walter Drechsel, 844. Erich Ritter, Lauban 12. 7.38 Berlin-Tempelhof 17. 6.38 845. Rolf Baasch, Hamburg 13. 7.38 Seite 402 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd.. 30 Inland. Gebührenordnung des Reichsverbandes der Deutschen Flughäfen E. V. In der Gebührenordnung des Reichsverbandes der Deutschen Flughäfen E.V. sind mit Wirkung vom 1. April 1938 folgende Aenderungen eingetreten: Die Gebühren-Klasse IV wird wie folgt erweitert bzw. unterteilt in: IVa Flugzeuge mit einem Fluggewicht von über 5000 bis 10.000 kg, IVb Flug- zeuge mit einem Fluggewicht von über 10000 bis 15000 kg, IV c Flugzeuge mit einem Fluggewicht von mehr als 15000 ke. Die Abflug- und Landegebühren werden für die Gebührenklasse IV ent- sprechend geändert in: Geb.-Kl. IVa RM 7.50, IVb RM 12.50, IVc RM 17.50 je Abflug und Landung. Die Unterstell- und Ankergebühren werden für die Gebührenklasse IV geändert in: Unterstellgebühren: Tagessatz Geb.-Kl. Va RM 17.50, IVb u. c RM 25.—; Wochensatz IVa RM 87.50, IVb u. c RM 125.—; Monatssatz IVa RM 350.—, IVbu.cRM 50-—. \ Ankergebühren: Geb.-Kl. IVa RM —.75, IVb u. c RM 1.50 je Flugzeug und Nacht. Als neuer Absatz ist anzufügen: Segelflugzeuge: Für die Landung eines motorlosen Flugzeuges wird die Gebühr nach Geb.-Kl. I RM 1.50 erhoben. Bei vorübergehender Unterstellung werden die Gebühren nach der Geb.-Kl. I berechnet. Bei dauernder Unterstellung in abmontiertem Zustand beträgt die Unterstellgebühr RM 10.— monatlich. Kiüstenilug 1938, Preisverteilung am 2. 7. durch den Korpsführer in Hamburg. Ergebnisse: 1. NSFK.-Hptstuf. Gotthold (Beobachter Lachmann) NSFK.-Gr. 6; 2. NSFK.-Stuf. Helmers (Beob. NSFK.-Gruf. Dr. Erbacher) NSFK.-Gr. 15; 3. Oblt. Ploehn Beob. Lt. Kolle) Fliegergr. Gießen; 4. NSFK.-Staf. Schwarz (Beob.-Stuf, Kuhn) NSFK.-Stand. Danzig. Der 1. Sieger erhielt eine goldene, die nächsten eine silberne Plakette. Für den dem Küstenflus angeliederten Wettbewerb für Privatflugzeuge waren 12 Maschinen gemeldet. Ergebnisse: Sieger Otto Junker mit Dr. Scherzer aus Lammersdorf. Sie erhielten die silberne Siegerplakette. Zu einem Zuverlässigkeitsflug für Sportfliegerinnen, Berlin — Rangsdorf — Magdeburg — Hamburg — Braunschweig — Hamburg nach Wyk a. Föhr starteten 13 Fliegerinnen, darunter Thea Rasche, Liesel Bach, Frau Osterkamp und Flug- kapitän Melitta Schiller, welcher nach einer Geschicklichkeitsprüfung von Flug- kapitän Melitta Schiller mit Hildegard Alt als Beobachterin gewonnen wurde. Auch sie erhielten die silberne Plakette des Korpsführers des NSFK. Kameradschafts-Fliegertreffen Wyk auf Föhr war eine eindrucksvolle kame- radschaftliche Angelegenheit der alten noch fliegenden „Kanonen“. Der Korps- führer, Generalleutnant Christiansen, empfing Generalmaior Udet auf seinem Fieseler „Storch“, Generalmajor Ritter v. Greim. Ferner beteiligte sich die jün- seren Flieger Feldwebel Falderbaum, Emil Kropf, Williams, auf seiner ameri- kanischen Maschine, der Segelflieger NSFK.-Obersturmführer Braeutigam auf „Habicht“ u. a. m. 2. Zielstreckensegelilug-Wettbewerb 1938, Veranstalter Korpsführer des NSFK., 12. Juli beendet. Die Aufgabe des Zielflugwettbewerbs, Flug von Nord- westen nach Südosten, von Sylt nach Breslau, war besonders schwierig. Dazu gab die denkbar ungünstige Wetterlage zu Beginn des Wettbewerbs überhaupt keine Flugmöglichkeiten. Das war auch der Grund der Verlängerung des Wett- bewerbs. Hier zeigte sich auch wieder; Zähigkeit führt zum Ziel. Das Ergebnis, eine Spitzengruppe von 8 Segelflugzeugen im Endflughafen Breslau zu sehen, war eine ausgezeichnete Leistung. Auch die Zurückgebliebenen, die infolge der Unbeständigkeit des Wetters auf der Teilstrecke Wittenberge—Brandenburg liegengeblieben waren, auch sie haben ihre Pflicht getan. Nr. 15/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT“ Seite 403 Ergebnisse: 1. Hanna Reitsch (DFS) 321 Pkt. 737,7 km; 2. NSFK.-Obertruppführer Schmidt (NSFK.-Gr. 16) 312,46 Pkt., 1086,2 km: 3. NSFK.-Obertruppführer Beck (NSFK.-Gr. 15) 311,66 Pkt., 963,8 km; 4. Wiesehöfer (DVL) 282,86 Pkt., 880 km: 5. NSFK.-Obertruppführer Fick (NSFK.-Gr. 2) 248,65 Pkt., 886,6 km; 6. NSFK.- Sturmführer Hofmann (NSFK.-Gr. 4) 235,10 Pkt., 651,4 km; weiter folgen NSFK.- Sturmbannführer Wagner (Breslau) und Huth (Hamburg), der Sieger des vor- jährigen Zielstreckensegelflug-Wettbewerbs. 390 km Zielsegelilug führte NSFK.-Obersturmführer Braeutigam von Sofia nach Varna am Schwarzen Meer Ende Juni durch. Sein Flug führte über 2500 m hohe Gebirge. 314 km mit Rückkehr zur Startstelle flog Bernhard Flinsch auf D30 der Flugtechnischen Fachgruppe Darmstadt vom Flughafen Bremen nach Lübeck- Blankensee am 7. Juli. Planmäßigen Nordatlantik-Luitverkehr beabsichtigt die Deutsche Lufthansa mit Genehmigung der amerik. und portug. Regierung Mitte Juli bis Ende Oktober auf der Strecke Lissabon—Horta—New York wöchentlich ie einmal in beiden Richtungen durchzuführen. Eingesetzt werden die mit Junkers-Schwerölmotoren ausgerüsteten FHochseeflugzeuge Ha 139 von Blohm & Voß. Start der Flugzeuge in Horta und New York auf den Flug-Stützpunkten „Schwabenland“ und „Friesenland“. Ueber die bereits im Jahre 1937 planmäßig ohne Zwischenfall durchgeführten 16 Flüge haben wir bereits berichtet. Die diesiährige Versuchs- . reihe der Flüge soll beweisen, daß die technischen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Planverkehrs mit Postflugzeugen und damit einer wirklichen Schnellverbindung über den Nordatlantik zeboten sind. 218,778 km/h Geschw. über 1000 km Strecke auf Arado Ar 79 mit Hirth- Motor HM 504 A 2 erreichten Flugzeugführer Lüber und Fluggast Walter am 8. 7. 38. Diese Leistung wurde aufgestellt für die Klasse C, 3. Kategorie (Leicht- flugzeuge mit 2—4 | Zyl.-Inh. d. Motors) als Mehrsitzer. Eine Höchstleistung ist in dem Rekordverzeichnis der FAI vom April 38 noch nicht enthalten, ein sicht- bares Zeichen, daß man in dieser Klasse mit kleinem Zylinderinhalt solch hohe Leistungen noch nicht erreicht hat, und mithin ein Fortschritt in der Entwicklung dieser Flugzeugtypen zu verzeichnen ist. Die Flugstrecke führte von Bremen zu der 500,099 km entfernt liegenden Wendemarke Schwessin bei Köslin in Pom. und zurück. Start 3,41 Uhr. Die Ar 79 durchflog wie vorgeschrieben in niedriger Höhe die Startebene, die nahe dem Bremer Flughafen durch Anpeilen eines Schorn- steins von einer Straßenkreuzung aus ermittelt wurde. Bereits 8.15 Uhr war Lüber trotz des ungünstigen Wetters wieder zurück. Als günstigste Flughöhe hatte die Besatzung über die ganze Strecke 100 m und weniger gewählt. Der Hirth-Motor arbeitete während der ganzen Flugzeit von 4 Std. 34 Min. 15 Sek. mit Vollgas ohne geringste Störung. Die erreichte Leistung der Ar 79 mit neben- einanderliegenden Sitzen, rund 220 km/h mit 105 PS, ist recht gut. 229,397 km/h über 1000 km Strecke auf Arado Ar 79, einsitzig geflogen, wur- den von Flugzeugführer Lüber am 15. Juli erreicht. Die 50 km lange Meßstrecke bei Brandenburg a. d. Havel mußte zwanzigmal durchflogen werden, wobei 4 Std. 21 Min. 58 Sek. benötigt wurden. Der Zeitverlust für jede Kurve und das Wiederaufholen der Vollgeschwindigkeit dürfte 8 Sek. betragen. Internat. Luitrennen u. Großflugtag Frankfurt/Main, Veranstalter NSFK Gruppe 11, findet 29.—31. Juli auf Flughafen Rhein-Main statt. Was gibt es sonst Neues? Douglas Corrigan startete 17. 7. 10 h 17 Floyd-Bennet-Flugplatz, New York, landete Flugplatz BaldonnelV/Irland 18. 7. 14 h 30. Airspeed in das Direktorium berufen Mr. Alfred Townsley, früher bei der Schiffsfirma Swan, Hunter and Wigham Richardson Ltd. Jimmy Mollison wurde infolge seiner tollen Akrobatik in Le Touquet das Piloten-Patent ent- zogen. Muskelflug-Institut Turin, Direktor Oberst Alberto Betica, gegründet. Goldener Istus-Ring. Seite 404 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 Ausland. 17. Kings-Cup-Rennen 1938 fand am 2. Juli bei str i Hatfield statt. 19 Maschinen standen am Start, als um um as Rennen begann. Die Zuschauerplätze waren diesmal so angeordnet, daß man beim Beobachten der Maschinen nicht durch die Sonne geblendet wurde. Das Rennen trug ausgesprochen sportlichen Charakter. Die Piloten flogen also nicht für bestimmte Firmen, sondern auf eigenen Maschinen, die sie teilweise für das Rennen besonders hergerichtet hatten. Von großem Interesse war die Percival Mew Gull, siehe Typenbeschreibung „Flugsport“ 1936 S. 523, mit der Alex. Hen- shaw Sieger wurde. Mit einem De Havilland Gipsy 6 „R“ Motor erreichte er die beste Rundenzeit von 380,0 km/h. Er hatte einen Ratier-Verstellpropeller, eine besondere Fahrwerkverkleidung und eine 5 cm niedrigere Kabinenverkleidung eingebaut. 2. wurde Mr. Giles Guthrie ebenfalls mit einer Mew Gull und einem Stundendurchschnitt von 353,9 km, 3. Mr. L. T. H. Cliff auf einer Miles Hawk Major mit 234,5 km/h. Die Piloten hatten eine Begleitperson, flogen aber das ganze Rennen selbst. Anfangs war es noch nicht abzusehen, wer das Rennen gewinnen sollte, zumal es über 20 Runden ging. Erst in den letzten 5 Runden arbeiteten sich Henshaw und Guthrie, die fast als letzte gestartet waren, nach vorne, und gewannen mit einer großen Ueberlegenheit vor Cliff. Der 1. Sieger erhielt 800 £, der 2. 400 £ und der 3. 200 £ von Lord Wakefield gestiftet C. G. Grey begrüßte es als einen Fortschritt, daß die neue Zuschauerabsperrung südlich des Flughafens fertiggestellt ist, daß diesmal kein von der Industrie gestellter Pilot, sondern ein wirklicher Sportflieger das Rennen gewonnen habe anderseits verlangt er einen Preis von mindestens 10000 £, denn der Amateur- flieger beginne bessere Maschinen zu beschaffen, und man müsse ihn daran hindern, sich mit seinen alten Maschinen das Genick zu brechen. Ferner fordert er den Start über ein Hindernis von 270 m Entfernung. sowie die Landung über sn 360 m entierntes Hindernis, das einer 12 m hohen Baumreihe entsprechen soll zusammengefaßt verlangt er als Sicherheit 1. lan indi iten und r 1 tersicherheit bei Bruchlandungen. Esame Landegeschwindiskeiten ackburn Aircraft Ltd. baut für die Marine d - bomber mit 840 PS Bristol Mercury IX. en Blackburn Skua Sturz u De Havilland Bakelit-Luitschraube wird seit 1936 experimentiert, ietzt dem Ministerium angeboten. Flügelblatt von 2 m Länge, Schraubendurchmesser über 4 m, wiegt 24 kg gegenüber Duraluminblatt 30 ke. Britische Luftwaffe wurde ein Nachtragshaushalt von 22,9 Mill. £ verlangt Mithin jetzt Gesamtbetrag für Luftrüstung 1938 126,4 Mill. £. Mit dieser Erhöhung des Luftrüstungshaushalts soll bis Ende März 1940 die Vergrößerung der eng- lischen Luftflotte auf 2370 Flugzeuge, einschließlich dem dazu nötigen Personal und Kosten für Bodenorganisation, sowie ein Ausbau der zivilen Luftfahrt bestrit- ten werden. 416 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit erreichten 8 Hawker-Hurricane auf dem Rückflug nach England von dem Besuchsflug in Paris am 12. 7. Für die Strecke Paris—-Croydon benötigten sie 51 Min. gegen früher 57 Min. Verkehrsflugzeug Koolhoven „F. K. 50“. Einige sind von der schweiz. Ges. „Alpar“ eingesetzt. Höchstgeschw. m. zwei Pratt and Whitney-Motoren „Wasp Junior“ am Boden 265 km/h, Reisegeschw. in 2500 m Höhe 255 km/h. Steigzeit auf 1000 m mit 4250 kg Fluggewicht (8 Fluggäste) 2,9 min. Reichweite 1000 km. Baubeschrei- bung s. „Flugsport“ 1935, S. 438. Werkbild Nr. 15/1938, Bd. 30 „FELUGSPORT“ Seite 405 22 Std. 13% Min. segelten in Dunstable Murray und Sproule im Zweisitzer (Falcon III) am 9. und 10. 7. bei Beginn des englischen Segelflugwettbewerbes. 4 engl. Vickers Wellesiey (Bristol Pegasus Motoren) mit Führer und drei Mann Besatzung flogen am 7. und 8. Juli in 32 Std. mit 216 km/h von Cranwell (England) über Westdeutschland, Italien, Jugoslawien, Albanien, Griechenland, das Mittelmeer nach Ismailia. Engl. Nuffield Groß-Serienwerk Birmingham mit Bau begonnen. Lord Nuf- field erhielt bereits einen Auftrag von 1000 Jagdflugzeugen. Service Technique, es wurden ernannt zum Direktor des Versuchslabora- toriums Issy-Les-Moulineaux Ing. Poincar& (besuchte des öfteren als Luftattache die Wasserkuppe), zum Direktor des Forschungsinstituts Ing. Jouclard und zum Direktor der Abteilung Typenserienbau Chefing. Franck. Morane Saulnier 278 mit Clerget Rohölmotor 500 PS, Führer Launay, er- reichte 5000 m Flöhe. Pan American Airways (abgekürzt P. A. A.) hat bekanntlich, wie wir bereits früher mitteilten, am 9. 12. 37 eine Ausschreibung erlassen, wobei 8 Flugzeugfirmen aufgefordert wurden, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. In der Ausschreibung wurde folgendes gefordert: Großflugzeug 100 Fluggäste, 6 Mann Besatzung, Aktionsradius 8000 km, Reisegeschwindigkeit min. 320 km/h in Meereshöhe und 480 km/h in 7500 Höhe. Entwürfe reichten ein Boeing, Consolidated, Douglas und Sikorsky. Seversky Aircraft Corp., welche nicht auf- gefordert war, hat einen Sonderentwurf eingereicht. Zur Zeit werden die ein- gegangenen Entwürfe geprüft und an die Bewerber mit dem Auftrage zurück- gegeben, innerhalb 6 Monaten die detaillierten Zeichnungen und Berechnungen einzureichen mit Kostenvoranschlägen und der Verpflichtung, zunächst eine Serie von 3-12 Flugzeugen herzustellen. Sämtliche Zeichnungen und Berechnungen sind geheimzuhalten. Hierfür werden von dem Technischen Ausschuß der P. A. A. bzw. der USA-Regierung 35000 Dollar vergütet. Peter Riedel segelte in USA am 6. 7. von Elmira im Staate New York nach Roosevelt-Flughafen, New York, 291 km, wobei er Manhattan mit seinen Wolken- kratzern, das Zentrum des New Yorker Geschäftslebens, überflog. Bekanntlich machte er am 2. 7. einen Zielflug von Elmira nach Washington, 366 km, in 7 Std. 15 Min. Auf seinem Fernzielflug Elmira—Wilmington, 286,4 km, erreichte er eine Höhe von 2529 m und stellte damit eine neue USA-Höchstleistung auf. In dem Wettbewerb in Elmira waren 18 amerikanische Flugzeuge mit 57 amerikanischen Piloten und 2 deutsche Flugzeuge mit den beiden deutschen Piloten Peter Riedel und Alfred Bayer vertreten. Peter Riedel erreichte die weitaus höchste Punktzahl mit 1486 Pkt. vor dem neuen amerikanischen Meister Emil Leheck (Wir gratu- lieren!). Als Ausländer konnte Riedel sich nicht um den Titel der amerikanischen Meisterschaft bewerben. Er gewann für seine Höchstleistung von 2529 m Höhe die Bronze-Trophäe, für die größte Strecke den Goldenen Bendix-Preis und außerdem einen Ehrenpreis von 1500 Dollar für seinen Flug nach Washington. Alfred Bayer wurde Siebenter. Boeing-100-Fluggast-Transozean-Proiekt. “Archiv Boeing Seite 406 „FLUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 Curtiss Wright Propellerbau jetzt in Clifton, New Jersey, auf einem Gelände von etwa 18000 qm Fläche. Gründe für Umzug aus Buffalo, New York, ZUu- nehmende Propellerproduktion. Wright-Laboratorium, das modernste in USA, ist für Motoren bis zu 3000 PS und Propeller bis 6 m Durchmesser eingerichtet. Boeing B-17 B Viermotor von USA 1937 13 bestellt und abgeliefert, 1938 Nachbestellung von 26 B-17 B, um weitere 13 erhöht, sollen bis Anfang 40 abge- liefert werden. (Siehe Abb. „Flugsport“ 1937, S. 640.) Curtiss YP-37 Jagdilugzeug für USA-Armee. Mustermaschine soll 1. Okt. 38, weitere 12 bis März 39 abgeliefert werden. Motor 1000 PS Allison flüssig gekühlt, mit von Auspuffgasen angetriebenem Turbokompressor sowie Kompressor mit Innenantrieb; Luftschraube Curtiss „Feathering‘“. Neßler segelte am 1. 7. von Pont St. Vincent nach Königshofen bei Straß- burg in 11 Std., wobei er 3000 m Höhe erreichte. | Ital. Luitverkehrslinie CagliariRom, dreimotoriges Wasserflugzeug, 4 Mann Besatzung, 16 Fluggäste, 14. 7., 7.35 Uhr, in Cagliari gestartet, vermutlich bei Notwasserung überschlagen, verunglückt. Boeing - 314-41 t-Clipper (Beschreibungen siehe „Flugsport“ 1937, S. 486 und „Flugsport“ 1938, S. 364) führte, wie bereits gemeldet, seine ersten Flug- versuche aus. Hierbei ergaben sich folgende notwendige Aenderungen: Statt des einen Seitenruders zwei und Verlegung in den Schraubenstrahl; Veränderung der Schwimmerstummel-Spannweite und Anstellwinkel. Consolidated P.B.Y.-1 Wasserflugzeug-Geschwader (44 Einheiten) flog von San Diego nach Seattle 1900 km. „Iberia‘“ span. Luitverkehrsges. betreibt mit Ju52 folgende Luftverkehrs- linien: Victoria—Burgos—Salamanca—Sevilla—Tetuan und Sevilla—Las Palmas — Kanarische Inseln über Cap Juby. 5 Cierva Autogiro, Typ C 40, mit 200 PS Salmson Motor vom Air Ministry bestellt. Franco Luftstreitkräfte Spanien, umfassend 100 Kommandeure, über 200 Hauptleute, 600 Leutnants, bestehen aus 2Brigaden (eine für Bombardierung wich- tiger strategischer Positionen, die andere für sogenannte taktische Bombarde- ments), ferner 2 unabhängigen Staffeln zur besonderen Verwendung. Der General der Franco-Luftwaffe, Alfredo Kindelan, rühmte gegenüber einem United Preß- Berichterstatter die fliegerische und militärische Leistungsfähigkeit seiner Unter- gebenen und hob hierbei Kommandeur Garcia Morato besonders hervor, welcher 39 Flugzeuge abgeschossen hat, ferner Kapt. Salvador mit 28 Abschüssen. Der General wies noch darauf hin, daß Spanien infolge seiner geographischen Lage eine starke Luftwaffe unterhalten muß. Später soll auch die zivile Luftfahrt Spaniens vergrößert und die Einrichtung von Fluglinien nach anderen Ländern vorgesehen werden. Die Einrichtung eines täglichen Flugverkehrs von Bilbao nach England erscheint besonders wichtig. General Alfredo Kindelan ist bereits seit 1907 Anhänger der Luftfahrt. 1913 verschrieb er sich ganz der Fliegerei, wo er die 1. spanische Flugzeugstaffel führte. 1922 wurde er Befehlshaber der Luftwaffe in Spanisch-Marokko, wo er verwundet wurde. Bei Beginn des Franco-Aufstandes trat er zu General Franco über. Caudron C-640 „Typhon‘“ Lizenz von URSS. erworben. 14 Std. 20 Min. mit Fluggast segelten Yildiz und Goksu über Ankara. „Les Ailes“ schreibt hierzu, man wüßte nicht, ob es Türken oder Sowjets gewesen wären. Kamerun-Grenzilughäfen Batouri, Saroua, Duala und Jacunde werden auf Anordnung des französischen Luftfahrtministeriums eingerichtet. Für sämtliche Flugzeuge, die das französische Mandatsgebiet in Kamerun überfliegen, Zwischen- landungszwang, wo sie sich einer genauen Untersuchung unterwerfen müssen. Holländ. Zentral-Civililughafen Leiderdori bei Haag, zur Entlastung des Flughafens von Schiphol, der in Zukunft nur noch Militärflughafen, geplant. Lausmann, deutscher Flieger, erhielt von brasil. Regierung für seinen Ohne- Halt-Flug Deutschland— Argentinien die Erlaubnis zur Ueberfliegung brasilianischen Gebietes. Ital. nation. Wettbewerb in Asiago findet dieses Jahr vom 4.—14. August statt. Es werden zahlreiche Uebungssegler Typ „Asiago G. P. 2“ und „H. 17“ erscheinen, weiter ein „Condor 2“, der Pinguino G. P. 1“ und Neukonstruktionen, über die Daten bisher nicht vorliegen. Besucher sind herzlich willkommen. Asiago liegt etwa 30 km nördlich von Vicenza, 80 km nordwestlich von Venezia und Nr. 15/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 407 37 km südöstlich von Trento. Es ist Nebenbahn- und Provinzialstraßenverbindung vorhanden. Als größerer Luftkurort bietet es erstklassige Unterkunft. Für Anmel- dung und Vermittlung von Unterkunft wende man sich am besten an: Scuola Volo Veleggiato, Asiago. Der Flugplatz befindet sich am Ortsausgang in 1001 m Höhe. Wolkensegelilug unfreiwillig führte Ende Juni ein Flugschüler in Asiago auf „Asiago G. P. 2“ aus. Er verschwand in einer Wolke; nach einiger Zeit hörten die atemlos dasitzenden Flugschüler und -lehrer eine Fabriksirene mit Maschinen- gewehrbegleitung. Die Sirene wurde dann still, nur das Maschinengewehr dauerte an, worauf dann der „Asiago“ unter heftigem Flügelschlagen, aber ganz, aus der Wolke purzelte. Nach der Landung brauchte der Schüler einige Zeit, um seine geistigen Fähigkeiten aus dem Hosenboden wieder in den Kopf zu praktizieren und fragte dann, wieso denn der Staudruckmesser in der Wolke dauernd mal ganz herumging (120 km/h) und dann weiter auf 80 stieg. Dabei zog er immer fleißig Störklappe... Der „Asiago“ hatte nichts abgekriegt, nur einige Kauschen waren restlos platt gezogen worden. Trotzdem geht die Sage, der Flug soll dem besag- ten Flugschüler nicht sehr gut bekommen haben, besonders weil in Asiago Wol- kenbrüche verboten sind und weil Fluglehrer Tavassa eine schwere Hand hat... Deutsche Wakefieldausscheidung und zugleich für den König-Peter-Pokal fand am 3. 7. 38 in Gotha auf dem Werksflugplatz der Gothaer Wageonfabrik statt. 51 Modelle erschienen am Start. Es gab ausgezeichnete Arbeit zu sehen, man konnte feststellen, daß die vorjährige Beteiligung in England sich gelohnt hat. Allen Teilnehmern stand englischer Gummi zur Verfügung, doch benutzten einige erfolgreiche Teilnehmer unentwegt deutschen Gummi, und sie fuhren dabei gar nicht schlecht! Das Wetter wechselte ständig zwischen Sonne, Wind, Wolken und mehr oder weniger heftigen Regengüssen, so daß die Modelle einer denkbar schweren Probe unterworfen waren. Jeder Teilnehmer erhielt 4 Starts, von deren 3 besten das Mittel gezogen wurde. Durch Festsetzen der Zeit, wäh- rend der der erste, zweite usw. Start erfolgen mußte, sollte verhindert werden, daß irgendein Teilnehmer bei besonders günstigen Wetterverhältnissen seine sämtlichen Starts hintereinander machte. So waren denn alle Vorbedingungen für einen völlig offenen Kampf gegeben, dessen Entscheidung erst die letzten Flüge brachten. Im Durchschnitt wie auch in der Bestzeit lag Eisermann, Breslau, in Führung (Durchschnitt 103,1 Sek., max. 133 Sek.), doch ließen sich die „alten Kanonen“ im übrigen nicht von der Spitze verdrängen; man kennt sie ziemlich alle, deren Namen jetzt folgen: Lippmann, Klose, Menzel-Dresden, Schmidtberg- Frankfurt, Mittelstädt-Darmstadt (sämtlich für Paris vorgesehen), dann (für Jugo- slawien) Wagener-Lauenburg, Antusch-Darmstadt, Zabel-Dresden, Helwig-Berlin, Tewes-Magdeburg und Heß-Darmstadt. Alle Modelle waren von Normalbauweise mit Ausnahme der Ente von Mittelstädt. Die 12 Ausgewählten erzielten alle 1 Minute und darüber, ein Fortschritt gegen das Vorjahr! 0.G. Berichtigung. Segelflus 300 km Darmstadt-Giffhorn („Flugsport“ Nr. 11, S. 298), ferner Elmira-Washington Seselflug auf „Kranich“ (Nr. 14, S. 378), nur Streckenflüge, wurden versehentlich als Zurückflüge notiert. | ZUr- Post. Sven Lindequist, Patent Nr. 477732 v. 27. 3. 24, betr. Vorrichtung zur Drucklufterzeugung und -anwendung bei Flugzeugen, finden Sie in der Patent- sammlung Nr. 10/1929 S. 39, enthalten in „Flugsport“ Nr. 17/1929, beschrieben. Es handelt sich um eine hohl ausgebildete Luftschraube mit nach außen in den Seite 408 „ELUGSPORT“ Nr. 15/1938, Bd. 30 Druckluftstrom führenden Oeffnungen, wobei die hohle Luftschraube als Luft- vorratsbehälter dient. Die so erzeugte Druckluft sollte zur Aufladung und Innen- kühlung einer Verbrennungs- oder mit Explosionsgasen betriebenen Turbine benutzt werden. Ueber eine praktische Ausführung der Turbine ist uns nichts bekannt geworden. Internationale Segelilugrekorde. April 1938. Klasse D (Segelflugzeuge). 1. Kategorie (Einsitzer). Entfernung in grader Linie (URSS.) Victor Rastorgoueff auf Segelflugeinsitzer „GN-7“ von Moskau-Touchino nach larygenakaya, 27. 5. 37, 652,256 km. Dauer mit Rückkehr zur Startstelle (Deutschland) Kurt Schmidt auf Segelflugzeug „D-Loerzer‘‘, Typ Grunau Baby, in Korschenruh (Ostpr.), 3.4. 8. 33. 36 Std. 35 Min. Höhe über Startstelle (Deutschland) Heini Dittmar auf Segel- flugzeug „D-Condor“, Campos do Affonsos (Brasilien), 17. 2. 34, 4325 m. 2. Kategorie (Mehrsitzer). Entfernung in gerader Linie (URSS.) V. M. Iltchenko, Führer, u. V. Emerik, Fluggast, auf Segelflugzweisitzer „Stakhanovetz“ von Mos- kau-Touchino nach Sabourovo, 27. 5. 37, 407,660 km. Dauer mit Rückkehr zur Startstelle (Deutschland) Ernst Jachtmann, Führer, und Floßdorf (Fluggast) auf Segelflug RM-4, Wenningstedt/Sylt, 26.—27. 11. 37, 13 Std. 59 Min. Höhe über Startstelle (Deutschland) E. Ziller, Führer, und Quadfasel, Fluggast, auf Segelflugzeug D-6405 „Kranich“, Hartau, 18. 9. 37, 3304 m. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Der Neue Brockhaus, Bd. 4 (S—Z). Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis eines Textbandes: Ganzl. RM 11.50, Halbleder RM 15.—. Band 4 ist wiederum wie die früheren eine Fundgrube alles Wissenswerten, der neuen Zeit angepaßt. Umfangreich sind die Kapiteln Uniformen mit farbigen Tafeln, Weltkrieg mit Uebersicht über die deutschen Heeresverbände mit Tafeln, Wehrmacht mit einem Ueberblick über die wichtigsten Waffenarten und Truppen- teile, Verkehrsvorschriften mit den farbigen Gebots- und Verbotszeichen, Ver- brennungsmotoren (2 Tafeln). Ferner ist auf den Seiten 840—43 ein ausführlicher Nachtrag „Deutsches Reich‘ mit Karte, der auf Grund der großen Ereignisse vom März und April 1938 bearbeitet worden ist, enthalten. Pour le merite - Flieger. Heldentaten und Erlebnisse unserer Kriegsilieger, unter Mitarb. d. lebenden u. d. Angehör. d. gefallenen Flieger herausgeg. von Walter Zuerl. Mit einem Vorwort von Generalleutnant und Korpsführer Friedrich Christiansen. Verlag Curt Pechstein, München 22. Preis RM 4.80. Wenn man das blaue spitze Kreuz am schwarzsilbernen Band, „Pour le merite“, erblickt, so verspürt man etwas Höheres, Geheimnisvolles — Achtung vor einem Menschen, den man besonders hoch einschätzt — man kann es nicht sagen, man kann es nur fühlen — ein sichtbares Zeichen für Menschen, die sich um das Vaterland unter Einsetzung von allem verdient gemacht haben. Viele Pour le merite- Träger sind tot, viele, für die die Verleihung des Pour le me£rite vorgesehen war, haben diesen durch das Kriegsende nicht mehr erhalten. Unter den 81 Pour le merite - Trägern der Luftwaffe sind 59 Jagdflieger, 3 Marineflieger, 1 Abteilungsflieger, 9 Flugzeugbeobachter, 5 Bombenflieger, 2 Luftschiffer, 1 Ballon- beobachter, 2 Generäle. 21 sind während des Krieges gefallen, 7 fanden nach dem Krieg den Fliegertod, 8 sind so gestorben. — Ein Buch, wie das vorliegende, hat bisher gefehlt. | Die Seemannschafit in der Luitwaiie. Von T. E. Sönnichsen. Preis RM 2.80. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68. Alle Seeflieger und Beobachter, die Monteure, Funker und Startmann- schaften, die im Bereich der Seefliegerei tätig sind, müssen in gewissem Um- fange seemännisch geschult sein. Der Zweck dieses Buches ist, die theoretischen und praktischen Kenntnisse dieses Gebietes zu vermitteln. Es kann allen Ange- hörigen der Luftwaffe, inbesondere den Seefliegern, empfohlen werden. Die Luitwaife der Gegenwart. Von G. W. Feuchter. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin. Preis RM 2,—. Die vorliegende zweite Auflage ist durch Hinzunahme wichtiger Angaben über die Gliederung der deutschen Luftwaffe, die bei Herausgabe der ersten Auflage noch im Aufbau begriffen war, erweitert worden. Sie enthält neben einer r. 15/1938, Bd. 30. allgemeinen und technischen Einführung einen Ueberblick über die Entwicklung und den Stand der Luftwaffe der einzelnen Staaten sowie Angaben über die „FLUGSPORT“ Seite 409 Internationale motorlosen Flug (Istus) Mitteilungsblatt Nie, 5 Buchdruckerei u. VerlagKichler Darmstadt, Mackensenstrafe 28 flugzeuge. Zusammensetzung der Fliegerkräfte und zahlreiche Abbildungen moderner Kriegs- N acht rag: In Heft 14 auf Seite 380 bei der Buchbesprechung „Die Luft- fahrtnavigation” ist nachzutragen: Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68. Langjähriger, erfahrener ‚Fiugzeug-Konstrukt. Arier, Anfang der 40er, im In- und Auslande in leitenden Stellungen der Flugzeug- industrie tätig gewesen, sucht zum 1. Oktober entsprechenden Wirkungskreis. Zuschriften erbeten an Wiehmann, Clausthal-Zellerield Bäckerstraße I6/I tudienkommission für den 224 Seit. stark mit viel. Abbildung. mit Vorträgen von Georgii, Helbig, Jacobs, Garbell, Kamp& de Feriet u.a. zum Preise von RM 3.— zu beziehen durch ngenieur- 4, . Isuem. MillWeida ElairotochnikAutamebih, SFlugtechen Jünger. (Dinl.) Ingenieur mit guter Auffassungsgabe zur Durchführung von Versuchen an hydraulischen Geräten zum baldigen Eintritt gesucht. Ausführliche Angebote an Vereinigte Deutsche Metallwerke A.-G. Zweigniederlassung Heddernheimer Kupferwerk Frankfurt (Main) - Heddernheim Wir suchen für unsere Werkschule einen Leiter der Konstrukteur-Abteilung zur Ausbildung und Weiterbildung von Flugzeugkonstrukteuren. Bedingung: Freude am Lehrberuf, vielseitige Erfahrung auf dem Gebiete des Flugzeugbaues, gute Grundkenntnisse. Erwünscht: Erfahrung im Aufbau und Führung von Lehrkursen oder Tätigkeit als Lehrkraft an Technischen Schulen. Bewerbune: unter Kennwort L. K. 4 an unsere Personal-Abteilung Fieseler-Flugzeugbau G. m. b. H., Kassel-B. SEGELFLUGZEUGBAU RHÖN liefert erstklassig und kurzfristig Alleinhersteller CONDOR Ila RHÖNADLER e RHÖNBUSSARD Exportnach allen Weltteilen als A. SCHLEICHER, POPPENHAUSEN A. D. WASSERKUPPE HENSCHEL FLUGZEUG WERKE A-6. BERLIN-SCHÖNEFELD-TELEGRAMME : HENSCHELFLUG BERLIN RN LUDER NTTSETTLITETRRERRILTLLTLLR “ IN Mi... [ GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEB | OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro "/a Jahr bei 14tägigem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 343834 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 16 3. August 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 17. August 1938 19. Rhön-Segelflug-Wettbewerb. Immer, wenn man zur Wasserkuppe zieht, erscheint sie wieder neu. Die frischen grünen Wiesen, die frischen Farben des Blau in den Bergen, der reine Himmel mit seinen immer wieder neuen Wolken- gebilden erscheint ganz neu hergerichtet und man spürt wieder frischen Mut zu neuen Taten. Wenn schon in den letzten Jahren der Aufmarsch sich immer programmäßig vollzog, so merkte man von dem Aufmarsch dieses Jahres fast kaum etwas. Plötzlich waren sie alle da. Gleich die ersten Tage brachten gute Leistungen und am fünften erlebten wir eine Steigerung, wie wir sie nicht erwartet hatten. Während wir im vergan- genen Jahre an 7 Tagen 20 000 km hinter uns brachten, konnte man in diesem Jahre in den ersten 5 Tagen eine Gesamtflugkilometerzahl von 31 000 verzeichnen. Der 28. Juli war ein Segelflugtag erster Ordnung. Das ganze Fliegerlager war freudig erregt, als die Meldungen eintrafen: 6 Segel- flieger sind in Tempelhof, 9 weitere in Rangsdorf und Späte in der Nähe von Stettin in 475 km Entfernung gelandet. Kurt Schmidt landete bei Berlinchen a. d. Oder, 400 km, Ludwig Hofmann in Liebenwalde, Flinsch nördlich von Berlin, 365 km, Braeutigam meldete sich von Warnemünde, 425 km. 31 090 Gesamtflugkilometer! Der Fernstehende hat hierbei noch keine Vorstellung, was neben den Fliegern die Begleitmannschaft, die Fahrer, geleistet haben. 31 000 km ist fast reine Luftlinie. Die Rück- transportkilometerzahl, nur teilweise im Schlepp, mußte auf der Land- straße in Tag- und Nachtfahrt zurückgelegt werden, und hierbei mußte der Segelflieger, die Zeit ausnutzend, seine Schlafzeit im Wagen ver- bringen; denn am nächsten Tage mußte er einigermaßen ausgeschlafen wieder am Start in seiner Maschine sitzen. Und wenn er wieder pünkt- lich am Start erschien, so verdankte er dies seiner Mannschaft. Ge- meinschaitsarbeit hat eben auch hier zum Siege verholfen. Es würde hier zu weit führen, die Einzelheiten aufzuzählen. Wir werden sie in nachfolgenden Meldelisten der Nachwelt überliefern. Meldeliste z. Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1938 NSFK. Nr. 16/1938, Bd. 30 Klasse A (Einsitzer). „rLUGSPORT“ Seite 413 Wettbew.- Bewerber Nr. Segelflugzeugführer D-Nummer Baumuster ° .. NSFK Gr. 1 I Ruhnke ee 063 Tagesberichte vom Rhön-Segelflugrwettbewerb „ 1 2 Loose D-— 1-— 103 Rhönadler vom 24. Juli 1938, Wett- Flugzeug- Flugs- Lande- Strecke » 2 3 Fick D— 2— 305 Gö 3 Flugzeug- Flug. Lande- Strecke Höh.- bew. führer zeit ort km „ 2 4 Müller, Karl D— 2— 265 Rhönadler . 32 Hütter 20497 Dittershausen 72 „ 4 5 Haase, Ernst-Günter D— 4- 765 Gö 38 } Schmidt 107 Tränkhof 53 Pomper 404’ Lauenförde 137 „ 4 6 Lemm D— 4- 604 Gö 3 28 Se 1 ae! 48 Stoltzenburg 1023’ _ Tränkhof „ 4 7 Hofmann D—11— 185 Weihe 1 Späte ränicho 37 Ruthardt „06 8 vanHusen D— 6— 500 Rhönadler N eBenberger 1036 ac 400 % er 6037’ Mullingsen 172 > 6 > Sauerbier D— 6 495 Rhönadler Müller, Kurt 40422’ Holzminden 153 1930 u Vergens/Tri ke 4035’ Zn 123 „ 6 10 Steinig D— 6— 502 Rhönadler Habicht I6 Feuc ppke winge k euerrohr 3032’ Sachsenhausen 106 » 7 11 . Braeutigam D—11— 184 Weihe Haase, Arthur 3032’ Nd.-Jesar 109 1100 VIII Deeg/Döbler Waku » 7 12 Kühnold D— 7— 228 IN 3 Flakowski 4044 Lossa 131 1075 40 Drechsel » 7 13 Steinert D— 7— 225 ö3 Peters 4016’ Brakel 146 970 5 Haase, E. G. 3043’ Eisdorf 144 » 8 14 Treuter D— Ss— 61 Gö3 Opitz 5053’ Bockenem 1721875 7 Hofmann 502° Hildesheim 186 „ 8 15 Peters, Heinz D—11— 186 Condor Ila v. Treuberg 440’ Bodenwerder 171 1800 11 Braeutigam 8012? Haßberg 272 8 16 Feuerrohr D_11— 171 Rhönadler Medicus 703’ Bielefeld 197 2170 2 Loose 2019° Triedigerode 53 ” 9 17 Müller. Kurt D_- 9-45 663 Fiedler 5036’ Bodenwerder 170 1500 1 Ruhnke Waku ” ’ B Blessing 50099’ Offenstein 167 1100 9 Sauerbier 4030’ Lödingen 125 »» 9 18 Boy D— 9— 231 Rhönadler Beck 6036’ Glane 228 12 Kühnold 2° E . ri 2 schwege 79 „ 1 19 Nieland D-—10— 747 Rhönadler Knöpfle 50497 Sandebeck 163 1190 8 van Husen 6037 _ Wallhausen 140 „10 Br gierlih De 771 aumadıer _ Flinsch 5039’ Dardesheim 178 1060 3 Fick 40589’ Esbeck 180 „ 11 2 pitz —11— 182 ondor lla 1 11 22 Weißenberger D--11— 183 Mü 13 „u 23 Held D—11— 178 Rhönadler „21 24 Heidrich D—12— 353 FVA 10b „1 25 Weimer D-—12— 354 FVA 10b „21 26 Franke D— Condor II „ 14 27 v.Treuberg D—14— 210 Gö 3 „31 28 Kraft D—11— 167 Reiher IH „ 15 29 Beck D—15—1017 Gö 38 » 15 30 Knöpfle D—15—1016 Gö 38 r 17 31 Fiedler D—17—1013 Gö 3 „1 32 Hütter D-—17— 124 Rhönsperber DVL 33 Kracht D—12 FVA 11 DVL 34 Peter, Gotthold D— 4—- 635 B6 DVL 35 Flinsch D—11— 28b D3 DVL 36 Schulz D— 9— 463 AFH4 DVL 37 Ruthardt D—15— 935 FS18 DVL 33 Kuhn D— D4 DVL 39 Wünscher D— 7— 237 Cil NSFK-Gr. DLH 40 Drechsel D— 3— 607 Gö3 DFS 41 Späte D—11— 95 Reiher| Luftw. Fürth 42 Hieckmann D— Horten II „ Köln 43 Scheidhauer D--12— 348 Horten Il „ Köln 44 Blech D-—-12— 347 Horten Ill „» Merseburg 45 Blessing D— 7— 109 Kolibri » Merseburg 46 Flakowski D— 7— 106 Rhönadler NSFK-Gr. 3 47 Güssefeldt D— 3— 1 Rhönadler » 3 48 Stoltzenburg D— 3— 263 Gö3 » 13 49 Medicus D—13— 351 G63 » 16 50 Schmidt D--15— 989 Mü13d » 16 51 Habicht D—15— 919 Condor II » 16 52 Haase, Arthur D-15— 991 Müldd » 1 53 Pomper D— 1-— 306 Kranich Luftw. Stade 54 Demandt D—12— 124 Handrick II Luftw. Wien 55 Gumpert D— Schwalbe II Klasse B (Doppelsitzer) Luftw. Adlershof I Barthel/Mudin D— 4-—- 622 Kranich NSFK-Gr. 4 II Vergens/Trippke D— 4— 743 Kranich „10 II Ruhl/Hlacer D—10— 713 Kranich „14 IV Romeis/Acker D—14— 220 Kranich Vom 19. Rhön-Segelflug-Wettbewerb. Oben: Schnell zum Start; im Hintergrund „ ı7 V Kahlbacher/Tauscheeg D--17— 112 Mg9a die Martens-Fliegerschule. Mitte: Der Korpsführer begrüßt seine Schulleiter aus DVL VI Diehl/Holzbaur D— Eßlingen dem ganzen Reich auf der Kuppe. Unten links: einer, der mit der Rhöngemeinde NSFK-Gr. DLH VII Jachtmann/Streletzkii D-- 4— 606 Kranich verwachsen ist, Hauptmann Merschat; rechts: Gruppenführer von Eschwege. “ NSFK-Gr. 13 VII Deeg/Döbler D—13 350 Kranich Bilder: Flugsport Wett- VI ei vn vm Seite 414 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Höh.- Wett- Flugzeug- Flug- Lande- Strecke führer zeit ort km Gew. bew. führer zeit ort km r. Steinig 4027’ Neuhaus 144 1070 13 Steinert 25’ Tränkhof Müller, Karl 4020’ Eschwege 79 1190 19 Nieland 2035’ Bernterode Lemm Waku 53 Pomper 40’ Tränkhof Lemm 4048’ Göttingen 118 1110 3 Fick 10’ Tränkhof Kahlbacher/ 39 Wünscher Tauschegg 4010’ Weißenborn 108 1155 31 Fiedler 10117 Tann Blech 3014’ Kassel-R. 104 2020 7 Hofmann 10’ Tränkhof Scheidhauer 5031’ Göttingen 118 1300 2 Loose 13’ Tränkhof Steinert 60 Grohnde 176 1835 1 Ruhnke 34’ Tränkhof Held 1006’ Steinau 17 660 12 Kühnold 20’ Tränkhof Wünscher 5098’ Aue 132 1100 32 Hütter 12’ Tränkhof Romais/Acker 8 van Husen 1034’ Motten Schulz 18’ Tränkhof 41 Späte 1027’ Stadtlengsfeld Barthel/Mudin 5053’ Lippstadt 174 900 36 Schulz 20’ Tränkhof Gierlich 5037’ Einbeck 149 40 Drechsel 8’ Tränkhof Nieland 5044’ Paderborn 159 10 Steinig 10’ Tränkhof Ruhl/Hlacer 53’ Tränkhof 3 Fick 10° Tränkhof Heidrich 4005’ Buke 155 900 IV Romeis/Acker 1059’ Ohrdruf Jachtmann/ 22 Weißenberger 1014’ Seiferts Streletzki 2024’ Freiensteinat---- 40 1105 V Kahlbacher 33’ Batten Deeg/Döbler 1026’ _ Körnbach al 830 VIII Deeg/Döbler 26’ Motorplatz Schulz 15° Tränkhof III Ruhl/Hlacer 27’ Tränkhof Ruhl/Hlacer 10°. Tränkhof 18 Boy 7038’ Roitzsch 235 Habicht 44 Blech 37’ Motorplatz Hieckmanın 28 Kraft 22’ Diehl/Holzbaur 2018° Lispenhausen 55 43 Scheidhauer 31’ Motorplatz Boy 2041! Mecklar 49 2200 27 v. Treuberg 15’ Motorplatz Habicht 42 Hieckmann 9 Motorplatz Kraft 34’ Gersfeld 26 Franke e Motorplatz Romais/Acker 24 Weimer 6’ Motorplatz Schmidt 6006’ Großenmarze 178 1720 VII Jachtmann/Doetsch 5° Motorplatz Treuter 4059° Bückeberg 181 1030 17 Müller, Kurt 6° Tränkhof Ruhnke 4039’ Dörnberg 106 29 Beck 5 Motorplatz Kraft 40’ Tränkhof 14 Treuter 4026’ Laucha Späte 15’ Tränkhof 15 Peters 3004’ Hornsäumern Habicht 27 v. Treuberg 36’ Tränkhof Ruthardt 5007’ Willingen 130 960 43 Scheidhauer 13’ Tränkhof Kraft ag’ Eckweisbach 29 Beck 17’ Wickers Späte 16’ Tränkhof 30 Knöpfle 4! Reulbach Romais/Acker 12’ Waku 44 Blech 1’ Motorplatz Deeg/Döbler Waku VII Jachtmann/Doetsch 10° Tränkhof Schulz ‚0 Waku 21 Opitz 24’ Tränkhof Ruhl/Hlacer 10’ Waku 17 Müller, Kurt 1042’ Oberufhausen Güssefeldt 2055’ Wasenberg 67 1100 I Barthel/Mudin 1022’ Wenigentaft Hranke 1012’ Waku II Vergens/Trippke 58’ Tränkhof Drechsel 3025’ Wohra 85 1560 24 Weimer 5 Motorplatz Stoltzenburg 30’ Tränkhof 28 Kraft 4022’ Lüttchendorf Späte 2042’ Rotenburg 57 1030 12 Kühnold 10’ Motorplatz Schulz Waku 13 Steinert er Tränkhof Habicht 11 Braeutigam 14’ Tränkhof Ruhl/Hlacer 1002? ° Waku 48 Stoltzenburg 16° Tränkhof Stoltzenburg 18’ Waku 23 Held G Motorplatz Romais/Acker 51 Habicht 8 Motorplatz Güssefeidt 11’ Tränkhot 46 Flakowski 16° Tränkhof ll Braeutigam 2041’ Kreuzburg vom 25. Juli 1938. 13 Steinert 15° Tränkhof Stoltzenburg 12’ Tränkhof 47 Güssefeldt 7’ Motorplatz Braeutigam 14’ Tränkhof 27 v. Treuberg 35’ Motorplatz Held 19 Tränkhof 46 Flakowski gr Waku Kühnold 15’ Tränkhof 3 Fick 10’ Motorplatz Habicht 22’ Tränkhof 2 Loose m Motorplatz Haase, E. G. 7020’ Damm 274 1410 43 Scheidhauer 8 Motorplatz Güssefeldt 24’ Tränkhof 53 Pomper 7’ Motorplatz Steinert 20’ Tränkhof 12 Kühnold 10’ Tränkhof Schmidt 6001’ Wittenberg 241 2130 1 Ruhnke 1012’ Motorplatz Späte 6’ Batten 20 Gierlich 51’ Motorplatz Gierlich 10’ Tränkhof 48 Stoltzenburg 21’ Motorplatz Flakowski 31’ Tränkhof 32 Hütter j0’ Motorplatz Flinsch 4025’ Edersleben 141 1980 40 Drechsel 107 Motorplatz Nr. 16/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT"“ Seite 415 Zeug- Flug- - - Plugzeus- Fe langer Strske den em her ze Landen Strecke Jachtmann/Doetsch 9 Motorplatz Ns Kühnold 10’ Südhang Steinig 7’ Motorplatz 21 Opitz 6011’ Haus-Eschede 183 Vergens/Trippke Pl Motorplatz 46 Flakowski T’ Tränkhof Ruhl/Hlacer 8’ Motorplatz 6 Lemm 4 Tränkhof Schulz 7’ __Motorplatz 4 Müller, Karl 10’ Tränkhof Fick 10’ Motorplatz 1 Ruhnke 22’ _ Meiersbach . =, R vom 26. Juli 1938. = Pommer 10 Trnkel Fick 10’ Tränkhof 28 Kraft 10’ Weißenberger 9 Tränkhof 30 Knöpfle 107 Hofmann 10’ Tränkhof 29 Beck 5’ Südhang Braeutigam 25’ Tränkhof 19 Nieland 10’ Tränkhof v. Treuberg 11’ Tränkhof 2 Loose 3055’ Kassel-W. 93 Gierlich 3018’ Bad Sooden 87 52 Haase, Arthur 19’ Müller, Kurt 1031’ Eiterfeld 30 1910 51 Habicht 10’ Weimer 9 Tränkhof 50 Schmidt 4058’ Hildesheim 190 Held 10’ 8 van Husen 2054’ Bad Sooden 87 Stoltzenburg 30 Schwarzenhasel 58 755 9 Sauerbier Eu Demandt 10’ 25 Heidrich 3029’ Sebeyern 149 Feuerrohr 1006’ 12 Kühnold 4022' Hilprechtshausen 158 van Huseu 9 Südhang 15 Peters 3008’ Bischofferode 112 Steinig 31’ Meiersbach 29 Beck 2035’ Westerode 117 Sauerbier 5 Südhang 30 Knöpfle 4021’ Bockenem 171 Medicus 16’ Tränkhof 51 Habicht 10’ Güssefeldt 8 Tränkhof 54 Demandt 197 Franke 6’ Tränkhof 9 Sauerbier 20 Seifertshausen 62 Vom 19. Rhönwettbewerb: Der Korpsführer Generalleutnant Christiansen verfolgt die am Horizont verschwindenden Segelflugzeuge. Bilder: Flugsport Höh.- Gew. 2485 1290 1330 1335 1090 1210 720 780 1199 1065 bew. Nr. 11 51 11 5 11 23 Nr. 16/1938, Bd. 30 Seite 416 Wett- Flugzeug- Flug- führer zeit Braeutigam 7 Habicht 3023’ Braeutigam 30 Haase, E. H. 2024’ Braeutigam 3042’ Kraft 3002’ Fick 10’ Held 2’ Haase, Arthur 2042’ Treuter 2022’ Feuerrohr 5’ Pomper 15’ Ruhnke 28’ Held 10’ Weimer 19’ Feuerrohr 21’ Blessing z Demandt 10’ Boy 47’ Müller, Kurt 2028’ Held 1058’ Jachtmann/ Doetsch 10’ Drechsel sg Schulz 1097’ Deeg-Döbler 57 Vergens/Trippke 21’ Wünscher 16’ Drechsei 10’ Peter 48’ Späte 6009’ Barthel/Mudin 9 Romeis/Acker 4! Wünscher . 12’ Fiedler i’ Hütter. 2’ Diehl/Holzbaur 11’ Barthel/Mudin Steinert 3040’ Kahlbacher// Tauschegg Jr Blech 2010’ Wünscher 107 Scheidhauer 401g’ FLUGSPORT“ bi} Lande- Strecke Höh.- Wett- Fiugzeug- Flug- ort . km Gew. bew. führer zeit IV Romeis/Acker 2000’ Göttingen 1350 VI Diehl/Holzbaur 25’ II Ruhl/Hlacer 2049’ Göttingen 870 37 Ruthardt 4051’ Scharfoldendorf 164 2410 32 Hütter j 3013’ Esperde 174 1150 VII Deeg/Döbler 4’ Tränkhof V Kahlbacher/ Südhang Tauschegg 2059’ Göttingen 1130 31 Fiedler 30247 Kassel-R. 1070 39 Wünscher 10’ Südhang VIII Deeg/Döbler 3030’ Abtsroda 39 Wünscher 4005’ Poppenhausen 40 Drechsel 22’ Südhang 35 Flinsch 2054’ Schachen VI Diehl/Holzbaur 2006’ Tränkhof 44 Blech 48’ Tränkhof 3 Fick BY VII Jachtmann/Doetsch 2’ Tränkhof 22 Weißenberger 11’ Reckershausen 102 780 7 Hofmann 3054’ Bebra 54 1170 36 Schulz y 27 v. Treuverg 19’ Tränkhof 24 Weimer 3, Motorplatz 23 Held 6’ Tränkhof 40 Drechsel g Motorplatz 47 Hussefeldt 1015’ Tränkhof 26 Franke 17’ Motorplatz 49 Medicus 2042’ Tränkhof II Vergens/Trippke 2036’ Meiersbach 46 Flakowski 42’ Braunschweig-W. 1410 6 Lemm 3009’ Motorplatz 19 Nieland 2025’ Motorplatz 4 Müller, Karl 14’ Motorplatz 22 Weißenberger 57' Motorplatz 3 Fick 10’ Motorplatz 40 Drechsel 57 Motorplatz 45 Blessing 1008’ 54 Demandt 10’ Andreasberg 142 900 4 Müller, Karl 4’ 40 Drechsel 2013’ Motorplatz 18 Boy 10’ Hess. Lichtenau 78 2260 36 Schulz 8’ Motorplatz 54 Demandt 10’ Einbeck 148 1800 4 Müller, Karl 15’ ande- Lande ‚Strecke Hö Abterode 80 Hilders Göttingen Osterode 141 Göttingen Motorplatz Leinefelde 100 Göttingen Motorplatz Mittelshof 62 Hedemünden 101 Tränkhof Göttingen Kassel-W. Motorplatz Goldloch Tränkhof Goslar Tränkhof Poppenhausen Waku Südhang Motorplatz Oberweißenborn 33 Schachen Kassel-W. Herzberg 133 Göttingen Wiershausen 105 Tränkhof Gotthardt 13 Südhang Tränkhof Obersuhl 47 Tränkhof Heinebach 64 Motorplatz Pferdskopf Motorplatz Segelflugzeug „C 11“ der FAG Chemnitz. Die Maschine ist in der Gemischtbauweise ausgeführt. Flügel und Leitwerk in Holzbau, Rumpf Stahlrohr. Wölbungsklappen. Ferner sind die Querruder unabhängig vom Ausschlag der Wölbungsklappen gleich- sinnig verstellbar. Finziehbare abgefederte Kufe. Die Federung besteht Segelflugzeug „CO 11“: Holmanschluß. Bild: Flugsport Nr. 16/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 417 Segelflugzeug C 11. Unten: Nach unten ausgeschlagene, herunter- sezogene Landeklappen. Bilder: Flugsport aus einem EC-Federbein, wie es bei dem Typ Kl 25 verwandt wird. Es hat sich im Flugbetrieb herausge- stellt, daß diese Maschine, die mit den DFS-Bremsen ausgerüstet ist, sehr kurz gelandet werden kann. Hö- henleitwerk anklappbar, so daß bei Transport die Mon- tage des Höhenruders weg- fällt. Seitenleitwerk ist als Junkers-Doppelflügel aus- geführt. Spannweite 16 m, Fläche 16 m?, Länge 6,30 m, Höhe 1,10 m bei eingefahrener Kufe, Rüstgewicht 195 kg, Fluggewicht 275 kg, Flä- chenbelastung 17 ke/m‘, Seitenverhältnis 1:16. Er- rechnete Flugleistungen: Gleitwinkel 1:2 bei 72 km/h, Sinkgeschw. 0,68 mj/sec. Geringstgeschw. mit gezo- genen Klappen und Ouer- rudern 47 km/h. Segelflugzeug cıl. Zeichnung: Flugsport 1200 -- 7500 6300 1200 >-290 600 3000 sooo 2800 — 16000 Seite 418 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Segelflugzeug B 6. Die Flugtechnische Fachgruppe an der Technischen Hochschule Berlin hat bereits im letzten Jahr das Segelflugzeug B5 entworfen und gebaut, das am Zielstrecken-Segelflug-Wettbewerb 1937 erfolgreich teilnahm. Die B5 ist ein aerodynamisch hochwertiges Streckenflug- zeug mit hoher Flächenbelastung (20,5 kg/m?), das trotz hoher Hori- zontalgeschwindigkeit eine geringe Sinkgeschwindigkeit aufweist, Bemerkenswerte Neuerungen: Doppelflügel, Stahlrohrrumpf, ab Hilfsholm Holzröhren, automatische Höhenrudertrimmung mit Klappen- verstellung verbunden, außerdem auch Handtrimmung. Blindflurhori- zont erstmalig im Zielstreckenwettbewerb 38 bei Typ B5 (bereits beschr.) mit Erfolg verwendet. Zur Beplankung wird erstmalig Hart- papier von 0,5 mm Dicke verwendet. Lagerung der Steuerungsorgane ebenfalls in Hartpapier 4-6 mm Stärke. Dieses Hartpapier läßt sich mittels Kaurit einwandfrei mit Holz verleimen. Das Höhenleitwerk ist als Pendelruder mit Trimmung ausgeführt und verhältnismäßig hoch Segelflugzeug B 6. nt Einziehfahrwerk: In der m schematischen Darstellung erkennt man die Wirkungs- |gre! | weise. Hebel a ist bei b fest gelagert. Das als Zarmiger III __ Hebel ausgeführte Federbein i A ist bei d fest gelagert und | wird durch die bewegliche 520 Raste f bei g festgehalten. Wenn das Fahrwerk einge- fahren werden soll, wird mittels Stoßstange h der Verriegelungshaken i um den Punkt k gedreht, & freige- geben und durch weiteren Zug das Fahrwerk einge- fahren. a Hebel im Führersitz b Fester Punkt c Federbein — EC d Fester Punkt f Bewegliche Raste £ Feststehendes Rohr h Betätigungsstoßstange i Verriegelungshaken k Drehpunkt des Ver- riegelungshakens 16000 Zeichnung: Flugsport Nr. 16/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 419 gelagert, um Beschädigungen bei Start und Landung auszuschließen. Die Montage von Flügel und Leitwerk ist durch Schnellverschlüsse, die sich bereits in der B5 bewährt haben, in kürzester Zeit durchführ- bar. Die Flächenbelastung ist mit 16,45 kg/m? niedriger als bei der B5. Als Tragflügelprofil wird erstmalig im Segelflugzeugbau ein Doppel- flügelprofil verwendet. Beim Profil NACA 23012 mit Doppelflügel wurde die Wölbung auf 40 vergrößert, so daß das Profil 43012 ent- stand, das über den ganzen Flügel verwendet wird. Der Doppelflügel ist dreifach unterteilt und wird gleichmäßig für Start, Landung und Langsamflug bis auf 20° Klappenausschlag heruntergezogen. Die beiden äußeren Klappen wirken als Querruder, wobei die mittlere Klappe ie- weils zur inneren Klappe vermittelt. Der Doppelflügel hat im Gegen- satz zur anderen Klappenanordnung die Eigenschaft, den Auftrieb ohne wesentliche Vergrößerung des Widerstandes zu erhöhen. Der kleinere Hauptflügel gibt geringere Bauhöhen, was bei der B6 durch Verwen- dung von vergüteter Buche für die Holme aufgewogen wird. Den beim Doppelilügel zu erwartenden starken negativen Giermomenten wird mit einem Querruder-Differential von 1:3 begegnet. Außerdem ist das als Doppelflügel ausgebildete Seitenleitwerk sehr wirksam. Als Klap- penausschläge sind Winkel von 20, 10, 5 und —2,5° vorgesehen. Bei —2,5° Klappenausschlag wird der Doppelflügel druckpunktfest. Holt die Maschine bei Wolkenflügen ungewollt Fahrt auf, so werden die Klap- pen in diese Stellung gebracht. Die Verdrehmomente auf den Flügel werden dadurch sehr gering und große, auf Ober- und Unterseite her- vortretende Sturzflugbremsen, die auch als Landehilfen dienen, ver- hindern das Ueberschreiten der sicheren Geschwindigkeit. Segelflugzeug B 6. Bilder: Flugsport Seite 420 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Segelilugzeug B 6. Oben: Fahrwerkbetätigung. Unten: Flügelhorn. Rechts: Doppelilügellagerung. Bilder: Flugsport Spannweite 16 m, Länge 6,15 m, Leergewicht 155 kg, Zuladung 85 ke, Fluggewicht 240 kg, Flügelfläche 14,6 m?, Flächenbelastung 16,45 kg/m?, Seitenverhältnis 1 : 17,6, Gleitwinkel 1: 33. Hochleistungssegelflugzeug Muster „Weihe“. Die „Weihe“ wurde als freitragender Hochdecker mit Trapez- flügeln und einer Spannweite von 18 m für Wettbewerb und Gruppen- betrieb entwickelt. | Flügel zweiteilig, einnolmige Bauweise mit drehsteifer Flügelnase. Die Drehkräfte des Flügels werden am Rumpf mittels Nasenholm ab- gesetzt und so das schwere übliche Schulterstück gespart (Abb. 1). Die Untergurte werden mit zylindrischen Bolzen, die in den Buchsen „a“ geführt werden, an dem Rumpfrohr „b“ angeschlossen (Abb. 2a). Das Einrücken dieser Bolzen erfolgt gleichzeitig mit den Nasenholm- bolzen „c“. Beide Bolzenpaare auf Back- und Steuerbord-Seite liegen in einer Achse. Der Flügel kann beim Montieren auf den Boden gelegt und mittels der Stoßstange „d“ und des Hebels „e“ (S. 423) eingerückt werden. Die Abb. 3 zeigt die eingehängten Flügel und die Schlitze für den Montagehebel. Die Querruderantriebshebel „fr werden mit den Stoßstangen „g“ und die Bremsklappen-Stoßstange „h“ mit ‚dem ent- sprechenden Hebel an die Backbord-Fläche gekoppelt. Beim Hoch- heben der Flügel setzt sich der Querriegel „i“ in die Hebel „K“ und verbindet so die beiden Torsionswellen für den BK-Antrieb. Der obere Flügelbolzen wird dann durch die in Abb. 2 sichtbare Spindel eingekuppelt. Durch diesen Flügelzusammenschluß kann die Montage mit wenigen Männern sehr schnell durchgeführt werden. Nr. 16/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 421 Um einen guten Geschwindigkeitsbereich für Schnellflug zu be- kommen, wurde das Profil Göttingen 549 bis zum Querruderbeginn verwendet, und nach außen wurde das Profil Göttingen 676 zestraakt. Die aerodynamische und geometrische Schränkung des Flügels beträgt 7’ und die V-Stellung 2,5%. Trotz der dünnen Flügelschnitte wurde eine große Steifigkeit des Flügels erzielt (Biege-Schwingung 215 Min.). Die Dimensionierung des Hauptholmes erfolgte nach Steifigkeitsbetrach- tung, so daß die Festigkeit des Holms über der geforderten der BVS liegt. Für Wolken- flug und Landung sind DFS - Sturz- N flugbremsen einge- | baut, die die End- Sturzgeschwindig- keit auf 190 km/h begrenzen, Sink- geschwindigkeit beträgt bei Slip u. Ausfahren der BK 5 m/sec. Der Rumpfauf- bau ist normal. Die Fallschirmwanne wegklappbar, um den Kofferraum leicht zugängig zu machen. In dem 560 - gleichen Raum sind die erforderlichen Verbände vorge- sehen, um einen Wassertank mit I,% Ablaßverschluß für Sg 40 1 aufzunehmen. BEN: Der Vorteil dieses Ballastes für die höheren (Gieschwin- digkeitsbereiche zur Erhöhung der Reisegeschwindig- keit ist bekannt. Höhenileitwerk mit fester Flosse und — Ruder wird mittels einer Flü- gelschraube mon- tiert und hierbei Höhenruder und ein vom Führer bedienbares Trimmruder ge- kuppelt. I Abb. 1. Uebersichtszeichnung „Weihe“, 7 PTTTTTTTT PA Eu Su EEE BE RE ER BR BR 5 I Tlkekmegoe) L_ H u "7000 { ra Lind - 18000 Seite 422 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Zwei Stück des Segelflugzeugmusters „Weihe“ wurden vom Flug- zeugbau Schweyer nach der Konstruktion von H. Jacobs, DFS, her- gestellt und nehmen an der diesjährigen Rhön teil. Zur Erzielung guter Flugeigenschaften wurde -der Leitwerksab- stand und damit der Rumpf verhältnismäßig lang ausgeführt, um Hoch- und Querachse wurden überraschend gute Stabilitätseigenschaften und um sämtliche Achsen sehr gute Wendigkeiten festgestellt. Vom aerodynamischen und statischen Gesichts- punkt aus gesehen, ist die Maschine form- schön, zweckentspre- chend und sicher auf- gebaut. Spannweite 18 m, Fläche 18,2 m?, Sei- tenverhältnis 1:18, Flächenbelastung ohne Ballast 16,20 ke/m?, Flächenbela- stung mit Ballast 18,4 ke/m?, Rüstgewicht mit B-Klappen 195 kg, Zuladung max. 140 kg, Fluggewicht ohne Ballast 295 kg, Flug- gewicht mit Ballast 335 ke, Gleitwinkel (rechnerisch) 1:29, Sinkgeschwindigkeit (rechn.) 0,58 mj/sec. Geringstzeschwindig- keit 45 km/h. Hochleistungs-Segelflug- zeug Muster „Weihe“. Von oben: Abb. 3: Mon- tagestellung der Flügel. Mitte: Abb. 4: „Weihe“ mit ausgefahrenen Brems- klappen. Unten: Beide Abb.5: „Weihe“ im Fluge und Seitenansicht. Nr. 16/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 423 Hochleistungssegelflugzeug Muster „Weihe“. Rumpf-Flügel-Zusammenschluß. Abb. 2a oben, Abb. 3b unten. Nurftügel-Hochleistungssegelflugzeug Horten Il. Aus der Horten II (vergl. „Flugsport“ 1936 S. 143 u. 1938 S. 68) ist die neue Nurflügelhochleistungssegelmaschine entwickelt worden. Sie dient dem Studium der Flugeigenschaften sowie des blinden Kunst- fluges bei Nurflügelmaschinen. Durch große Holmhöhen sowie große Nasenquerschnitte, verbunden mit druckpunktfestem Profil, wurde ohne nennenswertes Leergewicht Kunstflugtauglichkeit erreicht. Das selbst entwickelte Profil geht an den Flügelenden in ein symmetrisches über. Der Flügel ist in Holzbau durchgeführt. Gut durchdimensionierte Kastenholme, die bei dieser Bauart un- verhältnismäßig große Momente aufzunehmen haben. Die Rippen sind als vollkommen biegungssteife Träger ausgebildet, wofür bei dieser Maschine besondere Sorgfalt verwendet wurde. Seite 424 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Tragwerk dreiteilig, Flügelmittelstück aus Stahlrohr stoffbespannt, einspuriges Fahrwerk einziehbar, das Spornrad steuert sich durch Rücklauf. Die Außenflügel sind in 4-Punktaufhängung an das Mittel- stück angeschlossen. Die Flügelhinterkante ist in 3 Klappen aufgeteilt. Die mittlere stoffbespannte Klappe ist eine Wölbungsklappe als Lande- hilfe. Die beiden äußeren, sperrholzbeplankten wirken mit verschiede- nen Differentialen als Höhen- und Querruder (mit Flettner-Entlastungs- ruder). Die Differentiale sind dabei so angeordnet, daß beim Drücken im Schnellflug die Schränkung erhalten bleibt, wodurch eine Ueber- empfindlichkeit um die Querachse vermieden wird. Die Seitenruder sind wieder als Spreizklappen in der Flügelnase am Flügelende auf der Ober- und Unterseite angebracht. Sie sind-einzeln und gleichzeitig zu betätigen als Seitenruder und Landehilfen. Sämtliche Ruder sind kugel- gelagert. Die Kopfverkleidung gewährt den Ansprüchen der Praxis entsprechend bessere Sicht. Die Maschine ist nicht ins Trudeln zu brin- gen, Beim diesjährigen Rhönwettbewerb zeigte die Maschine ihre her- vorragenden Flugeigenschaften. Sie geriet in 1400 m Höhe in eine Wolke und kam auf 4650 m. Dabei stellte sich die Maschine fast auto- matisch auf die günstigte Steigungslage ein. Trotz 5 cm starker Ver- eisung besaß die Maschine noch gute Flugeigenschaften. Ein Exemplar dieser Konstruktion wurde mit einem Vorflügel ausgerüstet. Dieser Horten Nurflügel-Hochleistungs-Segelflugzeug. Bilder: Flugsport Nr. 16/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT“ Seite 425 Versuch soll die Möglichkeit geben, enge Kurven zu fliegen, ohne daß die Strömung an den Flügelspitzen abzureißen beginnt. Spannweite 20 m, Flächen- inhalt 36,2 m?, Seitenverhältnis 1:11, Wurzeltiefe 3,25 m, Flügel- endentiefe 0,4 m, Gleitwinkel 1 : 32, Sinkgeschwindigkeit 05 mjsec. Leergewicht 215 kg, Fluggewicht 315 kg, Flächenbelastung 8,7 kg/m?. Einsitzer-Kabinen- Landtiefdecker Go 149 Das Baumuster Go 149 der Gothaer Waggonfabrik haben wir anläßlich der Ausstellung in Mai- land („Flugsport“ 1937 S. 570) be- reits kurz beschrieben. Rumpf Ganzmetallbauweise mit Glattblechbeplankung, Tragflächen Holzkonstruktion, Triebwerk Argus As 10 C 200/240 PS. Fahrwerk zwei voneinander unabhängige Feder- beine. Im Frankfurter Luftrennen wurden 2 Maschinen von General- major Udet und Hauptstabsinge- nieur Lucht geflogen. Spannweite 7,8 m, Länge 7,3 m, Höhe 2,1 m, Fläche 11,35 m?. Leer- gewicht 800 kg, Fluggew. 1050 kg, Flächenbelastung 92 kg/m?, Lei- stungsbelastung 4,38 kg/PS, Höchst- geschwindigkeit in Bodennähe 345 Einsitzer-Kabinen-Landtiefdecker Go 149 mit hochziehbarem Fahrwerk. Horten III, Nurflügel-Segel- Flugzeug Zeichn. Flugsport Werkbild Seite 426 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 km/h, Reisegeschwindigkeit 320 km/h, Dienstgipfelhöhe 6000 m, Steig- zeit auf 1000 m 2,25 Min. Zweimotor-Reiseflugzeug Go 150. Einen wirklichen Klein-Zweimotor-Kabinen-Landtiefdecker hat die Gothaer Waggonfabrik, Konstruktion Kalkert, mit dem Baumuster Go 150 herausgebracht. Die Maschine ist ausgerüstet mit 2 Vierzylin- der-Zündapp-Motoren von je 40/45 PS, die vor der Flügelnase einge- baut sind. Rumpf mit abgerundeten Ecken ist mit dem Flügel zusammenhän- gend ausgeführt. Die vorderen Sitze liegen nebeneinander mit Doppel- steuerung. Dahinter befindet sich ein dritter Sitz. Durch die Anordnung der Sitze in Schwerpunktnähe ist das Flugzeug 1-, 2- oder 3sitzig ohne Trimmgewicht zu fliegen. Für eine ausreichende Belüftung sorgen 2 regulierbare Düsen auf dem Gerätebrett, außerdem ist die vordere linke Scheibe während des Fluges durch einen Spindelgriff zu öffnen. Auf gute Zugänglichkeit der inneren Teile und damit verbundene leichte Reparaturmöglichkeit wurde besonderer Wert gelegt. Das Flugzeug genügt den Bau- und Festigkeitsvorschriften von 1936 des DLA. Es ist für die Verwendungsgruppe P bestimmt und entspricht bei einem Fluggewicht von 775 kg den Anforderungen der Beanspru- chungsgruppe 3. Höhen- und Seiten-Leitwerk sind freitragend ausgeführt. Die Höhen- und Seitenflossen sind sperrholzbeplankt, während Höhen-, Seiten- und Ouerruder stoffbespannt sind. Die Ruder sind statisch und aerodynamisch ausgeglichen und kugelgelagert. Zum Ausgleich der Steuerdrücke, hervorgerufen durch verschie- dene Schwerpunktslagen bzw. durch Ausfall eines Motors haben Ilöhen- und Seitenruder vom Führersitz aus verstellbare Trimm- klappen. | Mit der vorliegenden Type ist ein wirkliches Reisekleinflugzeug ge- schaffen, mit dem man mit geringstem Betriebsstoffverbrauch größere Reiseflüge ausführen kann, bei denen die zweimotorige Ausführung mit Rücksicht auf die Sicherheit über unwegsamem Gelände und Wasser, um bei Aussetzen eines Motors noch mit einem Motor weiterfliegen zu können, notwendig ist. Der Kaufpreis der Maschine soll weit unter RM 10 000.— liegen. Spannweite 11,8 m, Fläche 17,5 m?, Gesamtlänge 7,15 m, Höhe 2,03 m, Flächenbelastung 44,2 kg/m?, Leistungsbelastung 8,6 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 192 km/h, Reisegeschwindigkeit 170 km/h, Landegeschwindigkeit 65 km/h. Dienstgipfelhöhe 4500 m, 1000 m in 4,9 Min., mit einem Motor Dienstgipfelhöhe 850 m. Startstrecke 450 m, Reiseflugzeug Zweimotor Go 150. Werkbild Nr. 16/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 427 Reiseflugzeug Zweimotor Go 150. Man beachte die Größenverhältnisse Vergleich zu den auf dem Bild befindlichen Personen. Werkbild Landestrecke 350 m. Benzinverbrauch 12 I auf 100 km. Preis für Benzin RM 5.50, Oel RM 1.—, Kosten für 2—3 P 2. . 100 km RM 6.50. ersonenbeförderung für Schnellreiseflugzeug Siebel Fh 104. Den Siebel Fh 104 haben wir bereits 1937 S. 376 ff. beschrieben. Durch den überlegenen Sieg am 25. 7. im großen Wettflug von Italien hat dieser Typ der Siebel Flugzeugwerke Halle seine Leistungsfähig- keit unter Beweis gestellt. In nebenstehenden Abbildungen bringen wir für den Fernstehenden einen Einblick in Führer- und Fluggastraum. im un um Bvereudler m umımkanfe Zunderizppe _ . . Antenne s sn 2.282 Ferker und 3Plsggaste Li. 2 " Feror Suppen ax Metall rer Hole — Zweimotoriges Reiseflugzeug Fh 104 Siebel Flugzeugwerke Halle. Schaubild zur Belehrung für den Nachwuchs. Werkbild Seite 428 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Fh 104 am Start Rennen Raduno del Littorio. Werkbild -Man erkennt aus den Abbildungen die reichhaltige Ausstattung wie Blindflugeinrichtung, Funkanlage, wie sie für ein modernes Schnell- reiseflugzeug erforderlich sind, ferner die geräumige, schallsicher iso- lierte Kabine mit bequemen Sitzen und großen Fenstern. Für jeden Sitz ist eine besondere Frischluftzuführung vorgesehen, ebenso kann die Innentemperatur der Kabine durch eine regelbare Frischluftheizung den jeweiligen Wünschen angepaßt werden. Die Maschine ist mit zwei 170/240 PS Hirth-Motoren ausgerüstet und erreicht infolge ihrer gün- stigen aerodynamischen Formgebung eine Reisegeschwindigkeit von 300 km/h, während die Höchstgeschwindigkeit 335 km/h beträgt. Im italienischen Rundflug Raduno del Littorio vom 17.—24. 7. 1938 erreichte Dietrich mit einer serienmäßigen Fh 104 „Hallore“, die mit zwei serienmäßigen Hirth-Motoren HM 508 H ausgerüstet war, die besten Bewertungspunkte. Er erreichte eine Gipfelhöhe von 6500 m und beim Luftrennen, das über eine Strecke von 572 km führte, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 315 km/h, bei der Schlußrunde zu- gleich die absolut kürzeste Zeit mit 10:34,8 Min. entsprechend 324,381 km/h, trotz ungünstiger Witterung. Der Langstreckenflug über 1600 km Fh 104. Links: Führersitz. Rechts: Blick nach hinten. Werkbilder Nr. 16/1938, Bd. 30 „Tr LUGSPORT“ Seite 429 wurde von Dietrich mit 4 Passagieren trotz Reifenwechsel, der einen Aufenthalt von 17 Min. beanspruchte, in kürzester Zeit beendet. Eine weitere schwierige Prüfung mit 4 Gästen war der Flug mit nur einem Motor in etwa 500 m Höhe über eine Dauer von 5 Min. Die Leistung eines Motors reicht dabei aus, um in dieser Zeit von 500 m auf 1200 m Höhe zu steigen. Atlantikflugzeug Ha 139. Das Seeflugzeug von Blohm & Voß, Konstrukteur Vogt, haben wir schon mehrfach im „Flugsport“ 1937 S. 616 ff. mit vielen Abbil- dungen aus der Werkstatt beschrieben. Bekanntlich hat die Ha 139 im Jahre 1937 14 Ueberquerungen des Nordatlantik auf der 3850 km langen Strecke Horta (Azoren—New York mit beiden Maschinen „Nordmeer“ und „Nordwind“ durchgeführt. Während der hierauf folgenden Ueber- holung im Winter wurden auch verschiedene Verbesserungen vor- genommen, so daß die Reisegeschwindigkeit von 250 km/h auf 260 km/h und die Höchstgeschwindigkeit auf 315 km/h gesteigert wer- den konnte. In diesem Jahre wurde der „Nordwind“ auf der 3100 km langen Südatlantikpoststrecke Bathurst—Natal bzw, Recife eingesetzt, und zwar ohne Zuhilfenahme des Schleuderstarts, wobei die Maschine gut mit 16 t Startgewicht gegenüber 17,5 t beim Katapultstart vom Wasser wegkam. Für die weiteren in diesem Jahre vorgesehenen 28 Ueberquerun- gen der Horta—New York-Strecke wurde von der DLH eine dritte Ha 139 unter dem Namen „Nordstern“ D-ASTA eingesetzt. Diese neue Ha 139 B erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h und eine Reisegeschwindigkeit von 270 km/h, während die Reichweite auf 5200 km gebracht wurde. Die Abmessungen der Ha 139 und Ha 139 B (falls abweichend, in Klammer) mit 4 Junkers Jumo 205 c Schwerölmotoren von je 605 PS und Junkers Hamilton Verstellschraube sind folgende: Spannweite 27 m (29,5 m), Fläche 117 m? (130 m?), Leergewicht Atlantikflugzeug Blohm & Voß H 139 B „Nordstern“. Werkbilder Seite 430 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Höhen- und Seitenleitwerk des Atlantikflugzeugs Blohm & Voß Ha 139 B „Nordstern‘“. Werkbild 10 360 kg (10410 kg), zus. Ausrüstung 530 kg, Rüstgewicht 10890 kg (10 940 kg), Kraftstoff 5350 kg, Schmierstoff 370 kg, Reservekühlstoff 90 kg, Besatzung 4 Mann 320 kg, Nutzlast 480 kg, Fluggewicht Nord- atlantik (Schleuderstart) 17500 kg (17550 kg). Höchstgeschwindigkeit in 1000 m Höhe 315 km/h (325 km/h), mittlere Reisegeschwindigkeit bei 4X420 PS 260 km/h (270 km/h), Reichweite 5000 km (5200 km), maximale Reichweite bei wirtschaft- lichster Reisegeschwindigkeit 5300 km (5900 km). Fluggewicht für Südatlantik (Wasserstart) bei 3920 kg, Kraftstoff 16 000 kg (16 050 kg), Reichweite 3700 km (3850 km). Handley Page-Bomber „John Hampden“. Dieser neue Typ, der erste von der für das Royal Airforce bestell- ten neuen Serie, wurde am 24. Juni auf dem Radlett-Flugplatz zum erstenmal der Oeffentlichkeit gezeigt und auf den Namen „Hampden‘“*) getauft. Mitteldecker-Flügel, hinter den Motoren leichter Knick, V-förmig gestellt. Rumpf sehr schmal und hoch, Rumpfnase gutes Gesichtsfeld mit Beobachter und MG-Nest. Im rückwärtigen unteren Teil des Rumpfes gleichfalls Maschinengewehrstand. Seitenleitwerk doppelt. Mithin gutes Schußfeld für die hinteren Schützen. Der hintere Schütze kann gleichzeitig, wenn nicht ein weiterer Schütze vorgesehen ist, den im hinteren oberen Teil des Rumpfes liegenden MG-Stand beziehen. Fahrwerk unter den beiden Motoren nach hinten hochziehbar. Für drei Mann Besatzung. Bombenmagazine im mittleren Teil des Rumpies. Hiandley Page-Schlitzflügel über den ganzen Flügel. Daten werden noch nicht bekanntgegeben. Koolhoven F.K.55 Jagdilugzeug. N. V. Koolhoven-Vliegtuigen, Rotterdam, hat seit 2 Jahren ein neuartiges Jagdflugzeug mit gegenläufigen Luftschrauben, wobei der Motor hinter dem Führer untergebracht ist, entwickelt. Wie den Lesern des „Flugsport“ bekannt ist, wurde die Maschine im vorjähri- gen Pariser Salon zum erstenmal der Oeffentlichkeit gezeigt (ver- gleiche „Flugsport“ 1936, S. 573 u. 632). *) John Hampden, ein englischer Patriot und Vorkämpfer der bürgerlichen Freiheit, lebte Anfang des 17. Jahrhunderts und fiel in dem Bürgerkrieg während der Regierung Karls I. Nr. 16/1938, Bd. 30 „ITLUGSPORT"“ Seite 431 Handley Page Bomber „John Hampden“. Oben im Fluge sieht man vorderen und hinteren MG.-Stand. Unten rechts auf dem Boden ausgefahrenes Fahrwerk. Man beachte die gute Sicht des Führers und gutes Gesichtsfeld in der Rumpfnase. Werkbilder Statt der Querruder sind besondere, im Flügel liegende Klappen (Intercepters) eingebaut. Zur Zeit werden mit der Maschine Flugver- suche unternommen. Ergebnisse über Geschwindigkeit u. a. sind noch nicht bekannt. Franz. Kanonenmotor Gadotux & Crousse. Haupterfordernis bei einem Kanonenmotor ist unbehindertes Schießen durch die Schraubenachse und Einbaumöglichkeit mit ge- ringstem Luftwiderstand, d. h. günstigste Formgebung der Verkleidung von Propeller und Rumpfvorderteil. Koolhoven FK55 Jagdflugzeug mit gegenläufigen Luftschrauben. Werkbilder „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Der Gesamtaufbau der vorlie- genden französischen Motorkon- struktion’unterscheidet sich wesent- lich von allen bisherigen Bauarten. Die beiden hohlen, ineinander- geschobenen, sich gegeneinander drehenden Schraubenwellen be- sitzen in ihrem rückwärtigen Ende je ein Kegelrad, in welche die Kegelräder der 6 um die Schrau- benachse konzentrisch gruppierten Boxermotoren eingreifen. Die 6 Zweizylinder-Boxermotoren sind mit ihren Zylinderachsen parallel (“zu den Schraubenachsen wie eine ı Revolvertrommel gruppiert. Die Kegelradzahndrücke sind verhält- ı nismäßig gering, da nur bei der ; Explosion eines Zylinders immer iı nur der einzelne Druck auf die ı Zahnflanke übertragen wird. Bei ; einer Umdrehung der Schrauben- welle des Gesamtaggregates, das ı sind 12 Explosionen, werden die ' Drücke auf 12 Zähne verteilt, im : Gegensatz zu einem Reihenmotor, : wo vielfach die Explosionen sum- : miert auf eine Stelle des Zahnrads ; übertragen werden. Die beiden ge- ; genläufigen Schraubenwellen lau- fen konzentrisch in den entspre- chenden Lagerungen, wie aus der Abbildung ersichtlich. Die Reihen- folge der Zündung für die einzelnen Motoraggregate kann beliebig, je nachdem dieses einen vibrations- freien Lauf erfordert, gewählt werden, „FLUGSPORT“ Seite 433 Mit Wirkung vom 1. April 1938 sind die Aus- bildungskosten und Uebungsstundenkosten für Motorflug im NS.-Fliegerkorps grundlegend ge- ändert worden. Es ergibt sich aus den neuen Kosten eine wesentliche Senkung sowohl der Ausbildungs- als auch der Uebungsstundenpreise, die insbesondere den jüngeren NSFK.-Männern zugute kommen. Für Sportflige gegen Entgelt werden nach wie vor Flugstundenkarten ausgegeben, auf denen die entsprechenden Flugstundenpreise aufgedruckt sind. Solche entgeltlichen Flugkarten können so- wohl bei den Reichsschulen für Motorflugsport als auch bei den NSFK.-Gruppen und deren Untergliederungen erworben werden. Nähere Aus- kunft erteilt die NSFK.-Gruppe. Die Ausbildung zum Flugzeugführerschein A2 bezw. die Weiterausbildung zum B1- und B2- Schein sowie die Umschulung geschieht aus- schließlich bei den Reichsschulen für Motorflug- sport: R.f.M. Rangsdorf, Rangsdorf, Kreis Teltow, Reichssportflughafen, R.f.M. Hamburg, Hamburg-Altona, Gr. Flott- beck, Flugplatz, Möllnerstr. 21, R.f. M. Bielefeld, Bielefeld-Windelsbleiche, Flug- hafen, R.f. M. Chemnitz, Chemnitz, Stollberger Str. 100, R. f. M. Köln, Köln-Butzweilerhof, Flughafen, R. f. M. Karlsruhe, KarlsruhelB., Flughafen, Schule für Motorflugsport Königsberg, Königs- berg/Pr., über NSFK.-Gruppe 1, Deutsch- ordenring 4, Schule für Motorflugsport Danzig, Danzig, Königs- bere/Pr., über NSFK.-Gruppe 1, Deutsch- ordenring 4, R.f.M. Wien, über NSFK.-Gruppe 17, Wien I, Naglergasse 2. Die Schulen für Motorflugsport in Danzig und Wien sind zur Zeit in der Gründung begriffen Neue Ausbildungskosten für Motorflug und Flugstundenkosten für Uebungsflüge im NS-Fliegerkorps 1938. und werden voraussichtlich erst ab Juli bzw. September 1938 anlaufen. Die vom Schüler aus- gewählte R.f.M. erteilt auf Anfrage nähere Aus- kunit. Die Kostenstaffelung ist unterteilt in folgende Kostengruppen: Kostengruppe A: a) NSFK.-Männer bis zum vollendeten 23. Le- bensiahr, b) noch keinen militärischen Dienst abgeleistet, c) voll fliegertauglich, d) Luftfahrerschein für Segelflieger und Segel- fliegerausbildungsstufe II, e) Verpflichtung, sich bei der Luftwaffe (Flieger- truppe) zum aktiven Dienst zu melden. In Zukunft lautet Bedingung d): ‚Gesamtes vormilitärisches Ausbildungsziel beim NS.-Flieger- korps erreicht.‘“ Kostengruppe B: a) NSFK.-Männer bis zum 23. Lebensjahr, b) noch keinen militärischen Dienst abgeleistet, c) voll fliegertauglich, d) mindestens 2 Jahre NSFK.- oder Flieger-HJ.- Dienst und Luftfahrerschein für Segelflieger, e) Verpflichtung, sich bei der Luftwaffe zum aktiven Dienst zu melden. Kostengruppe C: a) NSFK.-Männer bis zum vollendeten 35. Le- bensiahr, b) mindestens 2 Jahre Tätigkeit im NS.-Flieger- korps und Segelflieger-C-Prüfung erwünscht, c) dienstliches Interesse an Ausbildung liegt vor, Kostengruppe D: a) NSFK.-Männer und männliche Förderer bis zum vollendeten 40. Lebensiahr, b) mindestens 2iährige Angehörigkeit oder För- dererschaft im NS.-Fliegerkorps. Kostengruppe E: Alle sonstigen Förderer und weiblichen Förderer des NS.-Fliegerkorps. Kosten für Flugausbildung und Sportilüge im NS-Fliegerkorps. Art der fliegerischen Betätigung Kosten- Gruppe Gruppe Gruppe Gruppe (Gruppe Der Kompressor ist gleichfalls konzentrisch um die beiden gegen- löufigen Schraubenwellen grup- piert. Antrieb durch ein Planeten- getriebe. Umlaufzahl des Kompres- sorrades 25000. Zylinder-Flüssig- keit gekühlt. Je ein Ein- und Aus- laßventil, kopfgesteuert, durch Stö- Bel und Nockenscheibe; letztere konzentrisch zur Kurbelwelle ge- lagert. 12 Zylinder in sechs Gruppen von je 2 Zylinder. Leistung am Boden 900 PS, Hub 1100 mm, Bohrung 160 mm, Gesamthubraum Zeichnung: l’A&rophile 26,40 1, Kurbelwellendrehzahl 3600, Schraubenwellendrehzahl 1800. Zwei Zenithvergaser, zwei A. M.-Betriebsstoffpumpen, zwei Magnete "R.B. Durchmesser des Gesamtmotorenaggregates 0,880 m. A B C D E 1. Nur bei den Reichsschulen für Motorilugsport: A 2- Ausbildung auf einer R.f. M., Pauschalkosten für 22 Flugstunden . . . 2 2 2 22202020... RM 200,— 400,— 600,— 800,—- 1000, — Anzahlung . . » . 2 2 2 22 2 22202... RM 100,— 200,— 300,— 400,— 500.— Restzahlung 222 nn RM 2Raten 2Raten 2Raten 2Raten 2 Raten Jede Stunde über die 22. Flugstd. (Vorauszahlg) RM 12,— 21,— 24,— 36,— 42,— Umschulung Al-A2 a. R.f.M., je Std. (Vorausz) RM 12,— 21,— 24,— 36,— 42,— Ausbildung zum K1-Schein auf R.f.M., ie Stunde (Vorauszahlung) . : » 2 2 2 nn. RM 15— 24,— 30,— 36,— 48,— Umschulung A2-Bi a. R.f.M., je Std. (Vorausz) RM 15,— 30,— 36,—— 48,— 60,— Umschulung B1-B2 a. R.f.M., ie Std. (Vorausz) RM 18— 36,— 42,— 60,— 84,— 2. Bei den Reichsschulen für Motorilugsport und bei den NSFK.-Gruppen: Uebungsflug A1 (bis 50 PS), ie Std. (Vorauszahlg) RM 6,— 12,— 15,— 18,— 18,-— Uebungsflug A2 mit HM 60, HM60R, As8, SHII, HM 504, je Stunde (Vorauszahlung) . . - » . RM 123,— 15,— 18,— 24,— 24,— Uebungsflug A2 mit SHi14da und SH12, ie Stunde (Vorauszahlung) - » » 2 2 2. RM 123— 18,— 24,— 30,— 30,— Uebungsflug Kl, nur für K1-Inhaber, ie Stunde (Vorauszahlung) Denn... RM 123— 18,— 24,— 30,— 30,— Uebungsflüge B1, ie Stunde (Vorauszahlung) .. RM 123,— 24,— 30,— 36,— 48,— Uebungsflüge B2, je Stunde (Vorauszahlung) . . RM 15,— 30,— 36,— 48,— 72,— Seite 434 „FTLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Inland. 1. Internat. Luitrennen des NSFK. und NSFK.-Großilugtag Frankfurt a. M. Der Korpsführer veranstaltete am 30. und 31. 7. 1938 ein internationales Luft- rennen, an welchem sich das Ausland in hervorragendem Maße beteiligte. Neben den Franzosen waren die Engländer, denen der Frankfurter Flughafen seit Jahren ein beliebter Weekend-Ausflugsort geworden ist, besonders stark beteiligt. Das internationale Rennen bildete den ersten Teil des Frankfurter Groß- flugtages, welcher von annähernd 100000 Zuschauern, einschließlich Zaungäste, besucht war. Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung durch fliegerisch aktive Beteiligung des Korpsführers Generalleutnant Christiansen und General- major Udet. Das Rennen selbst wurde durch Startschuß von Gauleiter Sprenger eröffnet. Es führte über eine Dreiecksstrecke (vgl. nebenstehende Kartenskizze), Wendemarken Rhein-Main-Flughafen—Königsstätten—Autobahnüberführung Mör- felden—Langen. Die Wendemarke 1 bei Königsstätten bestand aus einer 15 m hohen Pyramide, die auf einem weißen Tuchkreuz von ie 25 m Schenkellänge aufgebaut war. Die Wendemarke 2 bei der Autobahnüberführung Mörfelden- Langen bestand aus einer Feuerwehrleiter, Höhe 30 m, Spitze mit rotweißen Tüchern gekennzeichnet. Wendemarke 3, nordöstlich der alten Zeppelinhalle, Leitern mit rotweißen Tüchern gekennzeichnet. Im Rennen Klasse A mußte die Dreiecksstrecke viermal und am Ende der Streckenkarte Intern. Luitrennen Frankfurt a. M. ” Bons Weir Weise er Nr. 16/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 435 4. Runde das Zielband überflogen werden. In Klasse B war die Rennstrecke fünf- mal zu umfliegen. Beide Rennen Handicaprennen. Ergebnis des internationalen Luftrennens: Klasse A. Preis des Generalfeldmarschalls Hermann Göring: 1. NSFK.-Sturmführer Hans Kuhn, Bran- denburg, auf Ar 79 in 35 Min. 51 Sek., 219 Stundenkilometer; 2. NSFK.-Ober- truppführer Helmer, Dornstadt bei Ulm, auf Kl. 24a in 37 Min. 35 Sek., 205 Stun- denkilometer; 3. Miß M. Glaß, Großbritannien, auf D.H. Moth in 46 Min. 42 Sek., 166,4 Stundenkilometer. — Klasse B. Preis des Korpsführers des NSFK., General- leutnant Christiansen: 1. Chateaubrun, Frankreich, auf Percival Vega Gull in 37 Min. 51 Sek., 259 Stundenkilometer; 2. NSFK.-Sturmführer Hans Kuhn, Bran- denburg, auf Ar 79 in 44 Min. 12 Sek., 220,3 Stundenkilometer; 3. Wendelin Trenckle, Regensburg, auf BF 108b in 32 Min. 04 Sek., 303,3 Stundenkilometer. Vom 1. Intern. Luftrennen des NSFK. Frankfurt a. M. Rechts: Gauleiter Sprenger gibt den Startschuß. Von oben nach unten: NSFK.-Hauptsturmführer Kuhn (Brandenburg) Sieger Klasse A auf Arado 79, 35:51 (219 km/h). Mitte: Chateaubrun (Frankreich) auf Percival Vega Gull Sieger Klasse B, 37:15 (259 km/h). Unten von links nach rechts: Generalmaior Udet, Ursinus, Korpsführer Generalleutnant Christiansen. Bilder: Winkelser ‚Seite 436 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Schnellste Maschine in der Gruppe A war GO 149 mit Kin Müske, mit 318 Stundenkilometer, in Gruppe B Generalmajor Udet auf der FHl „o can Siebelwerken mit 319,5 Stundenkilometer. Der Start verzögerte sie ch Motordefekt um eine Minute, so daß sich, wenn man diese Minute abzieht, Geschwindigkeit von 329 ne ERR ER satt i iti ein Flug an den ittelr . Ernie Ta TFDCTEm EJUV, Pilot H. Wellershaus (Orter Backwinke)), 268 Punkte, NSFK.-Gruppe 10, Dortmund; 2. Maschine EYRA, NSeK- Ha arten führer Seyband (Orter Stricker), von der Reichsschule für Motor Pay Be 261 Punkte; 3. Maschine EMQA, NSFK.-Obersturmführer Kopp „er De Hauptsturmführer Schuhmacher), NSFK.-Gruppe 15, Stuttgart, un ‘4, Maschine EXFK, Willy Schäfer (Orter Unteroffizier Lawernio), : uezeug: " Buer; 5. Maschine EWCS, NSFK.-Mann Pfützer, NSFK.-Gruppe 16, ar srune. Das anschließende Beisammensein am Abend im mit den Karben year cs Frankreichs, Hollands und der Schweiz ausgeschmückten Festsaal ‘es nen gartens war ein wirklicher Fliegerkameradschaftsabend im Sinne, ® \ ven Der Korpsführer Generalleutnant Christiansen gab seine konn erden i zu einem großen Erfolg für das - a kant weitere internationale Luftrennen in Franka ven N in gemeinschaftlicher Arbeit, wobei er auf die Unterstützung es Gau Kers rechnen werde, folgen werden. Bei der von Gauleiter Sprenger vorgenommenen Preisverteilung wurden die Siegerehrungen mit den entsprechenden B tion je hymnen begleitet. Am Schluß des offiziellen Teiles erfolgten spontane unser des Korpsführers von ausländischen Fliegerkameraden, besonders ger cn ncen deren begeisterte Ovationen nachhaltigen Eindruck machten und in der esch one der englisch-deutschen Fliegerkameradschaft nicht so schnell vergesse werden. . Was gibt es sonst Neues? as Fratelli Nardi, Flugzeugwerk für den Serienbau von F.N.310 und F.N.3 i iland im Bau. . Dei N ehampton Luitverkehr Flugbasis wird als Ausgangs- und Endhafen für ire-Luftverkehr ausgebaut. en Fliegertrefien, Ungarn (Budapest), 7.—14. 8. Deutschland vertreten mit 13 Flugzeugen: 5 von der Luftwaffe, 2 vom NSFK,, 1 Aero-Club, die übrigen Privat-Flugzeuge. Nr. 16/1938, Bd. 30 „Er LUGSPORT“ Seite 437 Berlin — Damaskus-Schnelluftverkehr Anschluß Bagdad — Teheran — Kabul seit 21. Juli in Betrieb. Flugdauer Berlin—Damaskus 17 Stunden. Ausland. Flugverkehr in Südamerika. Seit einigen Monaten wird der südamerik. Kontinent, der bis dahin zwischen Buenos Aires und Santiago auf der sogenannten Andenstrecke eine Ueberland- Luftverbindung besaß, von einer neuen transkontinentalen Luftlinie überquert, die zwischen Rio und Lima den Erdteil in seiner größten Breite mit rund 4200 km durchmißt. Die sorgfältige Vorbereitung dieser neuen wichtigen Luftverkehrs- strecke führte dank der Zusammenarbeit zwischen der brasil. Luftverkehrsges. Syndicato Condor Ltd., dem Lloyd Aereo Boliviano und der Deutschen Lufthansa A.-G. in Peru zu einem erfreulichen Ergebnis, das die angeflogenen Länder unmittelbar begünstigt und ihnen zum Teil aussichtsreiche Entwicklungsmöglich- keiten bietet, wie sie bisher in annähernd gleichem Maße nicht bestanden. Die Deutsche Lufthansa hat in dem gegenwärtigen Endhafen Lima (Peru) kürzlich eine Filiale gegründet, der zwei Ju 52-Maschinen zugeteilt sind, die den Verkehr auf der neugeschaffenen Strecke über Arequipa nach La Paz in Bolivien versehen. Der Start in Richtung Europa ist jeden Dienstag auf dem Flugplatz Limatambo; Passagiere, Post und Fracht gelangen am gleichen Tage nach der bolivianischen Hauptstadt, von wo der Lloyd Aereo Boliviano die Weiterbeför- derung bis nach der brasilianischen Grenzstadt Corumba übernimmt. In Corumba startet Donnerstags die Condor-Anschluß-Ju über Sao Paulo nach der Hauptstadt Brasiliens, Rio de Janeiro, von wo aus die Europapost im Nachtflug anschließend nach Natal befördert wird, um von da aus bzw. ab Rocife von den DLH- Maschinen über den Südatlantic nach Europa befördert zu werden. Die peruanischen Zeitungen und die öffentliche Meinung zeigen sich durch die Verwirklichung des Transkontinental-Transozean-Luftanschlusses nach Europa günstig beeindruckt und verweisen auf den Umstand, daß Peru nunmehr auf dem Luftwege dem fernen Europa fast ebenso nahe gerückt ist wie den Ver- einigten Staaten von Nordamerika. Die Bedeutung der Geraden Atlantik—Pazifik wurde erst kürzlich besonders durch eine Reise des Freiherrn v. Gablenz unterstrichen, der sich bei seiner Rückkehr über das Gesehene recht befriedigt zeigte. In der Tat stehen den südamerik. Luftverkehr bedeutende Entwicklungsmöglichkeiten offen, so daß trotz der starken internationalen Bemühungen bisher von einer Uebersetzung des Verkehrsluftwesens nicht gesprochen werden kann. Die Flugzeuge der Syndikato Condor Ltda. und der mit ihr zusammenarbeitenden Gesellschaften stellen zwischen Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien, Peru und Ecuador eine gute Verbindung untereinander und mit Europa her. Ziel- bewußtes Pioniertum, zähes Festhalten an einmal als richtig erkannten Grund- sätzen und ein wirklichkeitsnahes Erfassen der vorhandenen Begebenheiten Vom II. Raduno del Littorio: Direktor Siebel begrüßt die Sieger: Dipl.-Ing. Dietrich links und Dipl.-Ing. Altrogge. Werkbild | “ fü Fluggäste, Geschwindig- Großraumflugzeug „Der Große Dessauer für 40 an kmih. Abb. zeigt das außerordentlich einfache Auswechseln der Motoren. Vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1937 S. 304 u. 549 u. 1938 S. 345. Werkbild Seite 438 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Uebernahme des ersten Fw 200 Condor „Dania“ durch die dänische Luftfahrt-Ges. Das Flugzeug wurde am 14. 7. auf dem Luftwege durch Direktor Tank nach Dänemark überführt. Werkbild führten hier in eindrucksvoller Form zu einem Erfog, dessen markanteste Einzel- heit vielleicht darin besteht, daß die rund 14500 km lange Luftstrecke zwischen Lima und Frankfurt allwöchentlich in beiden Richtungen ausschließlich von Flugzeugen deutscher Konstruktion durchmessen wird. . Engl. Segelilug-Wettbewerb Dunstable, Ergebnisse. Erster: Rhönsperber, geflogen von Christopher Nicholson und Dr. Dewsbery, 464 Punkte; Zweiter: King Kite mit Geschwader-Führer Watt 459% Punkte; Dritter: Rhönadler mit Messrs Fox und P. N. Davis 413 Punkte und Vierter: Minimoa mit Wills 332% Punkte. Mayo-Composite-Flugzeug startete am 20. 7. mit dem Seeflugzeug Mercury in Foynes (Irland), welches % t Post und Fracht an Bord führte. Der Mercury überquerte den Nordatlantik in 13 Std. 29 Min. und landete am 21. 7. in Montreal, a. a atlantik-Flug Azoren—New York 16 Std. 28 Min. Lufthansa Hochsee- flugboot Ha 139 „Nordwind“ startete am 25. Juli von dem bei Horta (Azoren) statio- nierten Flugstützpunkt „Schwabenland“ unter Führung von Flugkapitän von Engel, Flugzeugführer Rösel und Funker Stein, und wasserte nach 16 Std. 28 Min in Port Washington, dem New Yorker Wasserflug- hafen. Am gleichen Tag startete die „Nordmeer“ in New York zum Rück- flug nach den Azoren, die sie in 14 Std. 20 Min. erreichte. Peter Riedel wird die Bendix-Trophäe für längste Entfernung im Elmira-Wettbewerb, von Herbert Sharlock, Vize- Präsidenten der Bendix Aviation Corp.,überreicht. Bild: H. A. Bruno & Associates Rockefeller Plaza, New York Nr. 16/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT" Seite 439 Engl. Flugzeug-Schattenfabriken, d. s. Werke, die in Friedenszeiten bereits teilweise für die Lieferung von Flugzeugen und Zubehörteilen eingerichtet werden, so daß sie im Kriegsfäll auf volle Fabrikation umgestellt werden können. Für diese Einrichtung zahlt das engl. Kriegsministerium entsprechende Subvention. So erhielt Standard Motor Co. Coventry, die Konzession. Außerdem erhalten bestehende Firmen den Auftrag, sich zu vergrößern; so wurden der Bristol Aeroplane Co. 1500 000 £ bewilligt. Bristol Hercules-14-Zyl.-Schiebemotor, 1375 PS, 100 Std. Typenlauf, vollendet. Nach Versuchen in der Luft vorgesehen für Vickers Wellington-Zweimotor- Boniber. 3. Intern. Italien-Rundilug 25. 7. beendet. Nach den offiziellen Ergebnissen wurden trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse in dem Wettbewerb mit seinen schwierigen Bedingungen von den Deutschen die ersten Plätze belegt. Sieger wurde Dietrich auf Siebel Fh 104, einem zweimotorigen Reise- und Sport- flugzeug der Siebel Flugzeugwerke Halle, mit 2 Hirth-Motoren ie 240 PS. Die übrigen 5 Deutschen, sämtlich auf Messerschmitt, belegten folgende Plätze: 2. Riechers, 3. Friedrich, 4. Mayer, 7. Ahlefeld und 9. Jacob. Dem Rennen ging eine tlug- und motorentechnische Prüfung der Raduno del Littorio, die sich auf Zuverlässigkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit erstreckte, voraus. Bewertung er- folgte nach Punkten. Der Schnelligkeitsprüfung am 23. 7. wohnte eine große Menschenmenge auf dem Flugplatz in Venedig bei. Es starteten 29 Teilnehmer. Die beiden Italiener Cadel und Bonzi, scharfe Konkurrenten, hatten kaum ihre 6. Runde beendet, als Dietrich auf Siebel als überlegener Sieger das Zielband überflog. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 315 km/h bewältigte er die 572 km lange Strecke in 1:48:56,2 Std., wobei er mit 1:04:38 Min. (324,381 km/h) die beste Zeit erreichte. Durch das einsetzende schwere Gewitter gestalteten sich die letzten Runden sehr schwierig. Die deutschen Mannschaften (NSFK und Luft- waffe) machten bei den Ausländern großen Eindruck. Dem Erfolg der deutschen Mannschaften wurde von allen Gegnern aufrichtigste Bewunderung gezollt. Elmira-Wettbewerb 1938, 25. 6. bis 10. 7., nahmen teil 20 Segelflugzeuge mit 59 Piloten. Gewertet wurden nur Flüge über 50 km (32 Meilen) Entfernung, 997 m (3280 f) Höhe und 5 Std. Dauer. Gewertete Flüge führten aus: 15 Segel- flugzeuge und 22 Piloten, und zwar 60 Entfernungs-, 71 Höhen- und 34 Dauer- flüge. Die zurückgelegte Gesamtentfernung betrug 9398 km, Gesamthöhe 94 140 m und Gesamtdauer 193 Std. 20 Min. Douglas Corrigan, Atlantikflieger, vor seinem alten Curtiss-Robin-Hochdecker. Weltbild Seite 440 „FLUGSPORT“ Nr. 16/1938, Bd. 30 Erster in der Entfernung wurde Peter Riedel auf Kranich mit 362 km Flug nach Washington am 3. 7. Preis Gold-Trophäe und 500 $. Zweiter Stanley Corcoran auf Cinema, 352 km, nach San Diego am 4. 7. Preis Silber-Trophäe. Erster in der Höhe Richard Dupont auf Minimoa, 2036 m über Start (amerik. Rekord), Gold-Trophäe und 1000 $. Zweiter Robert Stanley auf Stanley, 1939 m über Start. Silber-Trophäe. Dritter Peter Riedel auf Kranich, 1933 m über Start, Flug nach New York, Landung auf dem Roosevelt Field. Erster in der Dauer Stanley Corcoran, 7 Std. 25 Min. am 6. 7. Während des Elmira-Wettbewerbs wurden von 7 Teilnehmern die Bedingungen für die Silber-C erfüllt. Douglas Corrigan startete am 17. 7. um 10.17 Uhr in aller Heimlichkeit in New York, um angeblich nach Kalifornien zu fliegen, und landete am 18. 7. 14.30 Uhr (MEZ) nach einem Flug von 28 Std. 13 Min. in Baldonnel (Irland). Die hierfür verwendete Maschine, Baujahr 1930 (vgl. umstehende Abb.), war ein Curtiss-Robin-Hochdecker, abgestrebt, ohne hochziehbares Fahrwerk, mit 165-PS- Wright-Whirlwind-5-Zyl.-Motor, Betriebsstoffaufnahmefähigkeit 1360 1. Er be- nötigte für seinen Flug 4 Std. 17 Min. weniger als Lindbergh. Air France, 300. Postilugüberquerung des Süd-Atlantik am 11. „Ville de St. Louisa“. Bresuel-730. Viermotor-Wasserilugzeug, Besatzung 14 Köpfe, bei Versuchs- flug am 16. 7. bei Cherbourg verunglückt. Flog längs der Küste und ging beim Anwassern zu Bruch. Bloch-133 Zweimotor mit Hispano Suiza 14-A-A wurde in Villacoublay von Militärpiloten übernommen. Nieuport 161 Jagdilugzeug mit Hispano Suiza Kanonenmotor wird von Lefebvre eingeflogen. Potez-630 Jagdilugzeug mit zwei Motoren Hispano Suiza wird von Detre in Villacoublay eingeflogen. Focke-Wulf Condor (vier 720 PS-BMW-Motoren) genannt „Dania“ wurde am 14. 7. der Dänischen Luftverkehrslinie „Danske Luftfartselskab‘“, Kopenhagen, abgeliefert als 1. der zwei bestellten. Die „Dania“ fliegt ab 28. 7. die Strecke Kopenhagen—Hamburg— London. Hamilton Standard Propeller, Typ Hydromatic, im U.S. A.-Luftverkehr eingeführt. Damit ausgerüstete Douglas-Typen zeigen erhöhte Leistung im Start, Steigfähigkeit und Geschwindigkeit. Mrs. Farhart startete zum Weltflug am 2. Juni 1937 in Miami, überquerte nach einer Landung in Natal den Süd-Atlantik, überflog Afrika, erreichte Indien, Port Darwin und endlich Lae auf Neu-Guinea. Nach dem letzten Start von dort über den Pazifik ist sie überfällig. 7. mit Farman Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Taschenbuch für den Auto-Ingenieur, herausgeg. v. Prof. H. Buschmann u. Ing. Hans Arnold König. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis RM 9.50. Das vorliegende Taschenbuch für den Auto-Ingenieur ist endlich einmal Aus- kunftsbuch, welches sich wesentlich von der Mehrzahl der bisherigen Erschei- nungen des Nachdruckes von Preislisten und Katalogen unterscheidet. Alle, die die Entwicklung, sagen wir seit Jahren, im Kraftfahrzeugbau miterlebt haben, werden sich darüber Kopfschmerzen gemacht haben, wie dem Nachwuchs aus den ungeheuer vielseitigen Erfahrungen das nötige Wissen einmal überliefert werden kann. Und das ist mit vorliegendem Taschenbuch für den Anfang gelungen. Man findet in diesem Buch das Wichtigste in schematischen Skizzen, ohne daß es grundsätzlich veraltet, in übersichtlicher Weise zusammengestellt: Motor, Fahrgestell, Werkstoff-Fragen, der Stoff ist so umfangreich, daß nur das Wich- tieste ohne unnützes Beiwerk berücksichtigt werden kann. Da die meisten In- genieure die ATZ besitzen oder ihnen diese in Bibliotheken zugänglich ist, möchten wir Verfasser und Herausgeber ermuntern, das Werk weiterhin mit eroßer Liebe auszubauen und auch ein kurzes Verzeichnis im Telegrammstil über die wichtigsten Veröffentlichungen in der ATZ, z. B. über Kurbelwellen, Nockenformen, Ventilhub und -gestaltung und vieles andere mehr, vielleicht auf etwa 10 Seiten lexikonartig als Anhang beizufügen. „FrELUGSPORT“ —_—_— Für das deutsche Patent: Nr. 489607 betr. „Schleudergebläse für eine Brennkraftmaschine mit ruhen- den oder umlaufenden Arbeits- zylindern in Sternanordnung“ werden Lizenznehmer in Deutschland gesucht. Angebote unter „P 6842“ an Annoncenkegeler, Beriin-Wilmersdori. Gebraucte Motor HM 60 R zu kaufen gesucht. Preis- angebote mit Angabe der Werk-Nummer und der Flugstundenzahl an JohannLingel, BudapestVIl Rozsa-Utca 4. Maschinenbau ı6 Betri Kiarirotschnik} Automobil. Fiugtochnik ernschule für lugzeughbau Theoret. Vorbereitung für Bauprüfer, Flugzeugführer, Ingenieure sowie für den gesamten Flugdienst. Sonderlehr- gänge für Jungflieger. Abs cblufprü- Jungen - Abschlußzeugnisse. Studien- progr. Nr. 145 durch das Sekretariat. Fernschule G.m.b.H. BerlinW15 Kurfürstendamm 66 p ULMIA |; Rain Kreissäge für den f Flugzeugbau Hobelbänke Complette Werkzeugschränke Hobel Spann-Werkzouge ww. |EE Patentbüro! „Patent NN a ZINN Gesucht wird für Nachforschungen, Einsprüche usw. schriftgewandter Ingenieur mit gutem Sinn für Flugzeugbau u. techn. Neuerungen. Gute Schulkenntnisse der französischen u. englischen Sprache sind erforderlich. — Bewerbungen m. Lebens- lauf, Zeugnisabschriften und Lichtbild, sowie Angabe der Gehaltsansprüche, bitten wir unter einzureichen an BDORNIER-WERKE G. M. B. H. SINN. INNE Ir Kennwort ZUM Unfere Aufgabe: Dienfi' am Leben! Diene mit, werde Mitgiied der NSD. Leinen u. mehrfarbig, Preis RM 2.- Verlag „Flugsport“ Frankfurt-M. Einbanddecken un open d La, 2° Te pe N, Fallshirme aller Art SCHROEDER & CO. Berlin-Neukölln Bergstraße 93-95 Alteste Flugzeug- Fallshirm-Fabrik der Welt ji ADOLF HITLER - POLYTECHNIKUM Hoch-u.Tiefbau, Maschinenbau, Betriebs» Technik, Elektrotechnik, Ing.-Kaufmann Auto- u. 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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a.M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro "/ı Jahr bei 14tägigem Erscheinen RM 4,50 Telef.: 343894 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 17 17. August XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 31. August 1938 19. Rhön-Wettbewerb 1938 Ende. 13 000 Starts, 75 998 km Gesamtstrecke, größte Höhe 8100 m, Durchschnitt ie Wettbewerbsteilnehmer 1500 km Gesamtilugstrecke, 265 000 Fahrkilometer der Transportmannschaften. 17 Segelilugzeuge erreichten an einem Tage Berlin. Korpsführer Generalleutnant Christiansen richtete an den Führer folgendes Telegramm: „Ich melde den 19. Rhön-Segelflug-Wettbewerb des NS.-Fliegerkorps vom 24. 7. bis 7. 8. mit 63 Segelflugzeugen beendet. Höhen-Weltrekord von elf Segel- flugzeugen überboten. Größte erreichte Höhe 8100 Meter. 40 Höhenflüge über 4000 Meter. Durch unerhörten Einsatz von Flugzeugführern und Mannschaften wurden erreicht 75998 Kilometer Gesamtflugstrecke auf Segelflugzeugen und 265000 Kilometer für Transporte zum Rückholen der Maschinen. Fr. Christiansen, Korpsführer des NS.-Fliegerkorps.“ Telegramm des Staatssekretärs der Luftfahrt, General der Flieger Milch, an den Korpsführer Generalleutnant Christiansen: „Die Meldung über den Verlauf des 19. Rhön-Segelflugwettbewerbes des NSFK. hat mich mit Stolz und Freude erfüllt. Ich spreche Ihnen zu den hervor- ragenden Leistungen meine herzlichen Glückwünsche und meine Anerkennung aus. Heil Hitler! Ihr (gez.) Ehrhard Milch.“ Wohl selten hat ein Wettbewerb so unerhört große Anforderungen an Flieger, Mannschaften und Flugzeuge gestellt wie der diesjährige 19. Rhön-Wettbewerb. Nur wer den Wettbewerb in allernächster Nähe in allen Einzelheiten beobachten konnte, kann sich eine Vor- stellung von dem Einsatz der Kräfte machen. Wenn man in Tages- zeitungen liest: „Der 19. Rhön-Segelflug-Weittbewerb hat eine Fülle von Leistungen gebracht, die allerdings darauf zurückzuführen sind, daß ungewöhnlich schönes Wetter herrschte“, so erscheint es nicht ganz klar, was darunter zu verstehen ist. Oder sind unter dem schönen Wetter die Tage zu verstehen, wo unsere Flieger unter Einsatz ihres Lebens in den Wolkentürmen der Gewitter mit den Naturgewalten kämpften, die Segelflugzeuge innerhalb der Gewitter von Hagel durch- Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 25. Seite 442 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 siebt vielfach flugunfähig wurden, wo unsere Flieger bis zum letzten Ende aushielten und dann ausstiegen, um ihr Leben zu retten. Unter schönem Wetter kann man da wirklich etwas anderes verstehen. Oder sollten etwa mit dieser Bezeichnung die gewaltigen Leistungen unserer Segelflieger verkleinert werden? Nein! Im übrigen haben diese es nicht nötig, ihre Leistungen von dieser Seite beurteilen zu lassen. Die Leistungen sprechen für sich selbst. Wenn wir in der Höhenleistungssteigerung Fortschritte gemacht haben, so liegt es auch mit daran, daß in Deutschland vorerst nur der Raum in der Höhe frei ist. In der Entfernung ist er beschränkt. Es wird wohl kein Geheimnis verraten, wenn hier festgestellt wird, daß den Fliegern verboten war, die Grenzen der Tschechoslowakei und andere zu überflieren. Es gab eben nur die einzige Möglichkeit in Richtung Rotterdam, und dann kam das Meer. Wo sollten sie anders hinfliegen, um höhere Streckenleistungen herauszuholen? Der Erfolg unserer Männer, der Flieger, der Mannschaften und aller was dazu gehört, war überragend. Am 7. 8. 16 Uhr fand vor dem Groenhoff-Haus die Preisverteilung und Siegerehrung durch den Korpsführer Generalleutnant Christiansen statt. Der Korpsführer gedachte der an der Front der Flugforschung Gefallenen und rief sie mit Namen: Schulz, Blech und Lemm. Die an- getretenen 536 Mann antworteten mit lautem: Hier! Er forderte die Mannschaft auf, diesen Männern in ihrem Fliegergeist nachzueifern und das Vermächtnis der Toten zu erfüllen. Dann gab der Korpsführer einen Ueberblick über die diesjährigen Leistungen, die alle früheren Leistungen übertroffen haben. Der Korpsführer ist mit seiner Weihe auf der Wasserkuppe gelandet. Bild: Flugsport Seite 443: Oben: Der Korpsführer mit Sönningsen, dahinter Wettbewerbsleiter Kunz. Knöpfle denkt sehr scharf — — und schreibt Meldung. Ob er wohl auch an den Absprung schon gedacht hat? Daneben Conrad. Rechts: Jachtmann, Braeutigam mit Leistungsabzeichen und Hanna Reitsch. Unten: Wolf Hirth schreibt Autogramme. Rechts: Romeis, Drechsel lassen sich von Fick belehren. Unten: Kurt Schmidt wird angezogen. Rechts: Indischer Besuch und Rhönvaters Nach- wuchs. Ltn. Werner U. überragt ihn um Haupteslänge. Unten links: Gruppen- führer Dr. Eckert mit seinen Männern. Rechts: Japan. Prof. Sato mit Gumbert (Ostmark). Bilder: Fluzsport FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 | Nr. 17/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 445 Seite 444 Der gesamte Segelflugbetrieb auf der Wasserkuppe zeigte dieses Ergebnisse Jahr ein vollkommen verändertes Bild. Der Wettbewerbsleiter, NSFK- Wertungsliste Klasse A. Standartenführer Kunz, Referent des Korpsführers, hat in dieser Um- Bewerber Flugzeug- Wettb.- Flugzeug- grlloe. Gesamt- Preise gestaltung mit den bisherigen Gewohnheiten gebrochen. Um den Rück- DFS Spä te ver 4 Reiher I 3855 0 950 4 Goldene Plakette transport und unnütze bruchgefährliche Außenlandungen zu vermeiden, | ’ Erinnerungspr. des war ein neuer Motor- und Segelfluglandeplatz „Tränkhof“ unterhalb | Reichmin. d. Luftf. des Pferdskopfes eingerichtet worden, damit Flugzeuge, die unbedingt NSFK.-Gr. 16 Schmidt 50 Mü 13 d 3613,55 2865 Silberne Plakette, landen mußten, schnell wieder mit Schleppstart in die vorgeschriebene Ehrengabe für die Höhe gebracht werden konnten. Der Hangstart auf der Kuppe wird größte Gesamtilug- auch in Zukunft die Hauptstartart bleiben. Daneben können selbst- strecke: 1 Leica verständlich auf dem Motorlandeplatz unterhalb des Lagers am Ein- NSFK-Or. 8 Treuter 1 0 3 32316 za | r „Gr. 7 Braeutigam eihe , gang der Lagerstraße Schleppstarts durchgeführt werden. NSFK.-Gr. 11 Opitz 21 Cond. Ua 2943,6 2098 - Re nn NSFK.-Gr. 4 Hofmann 7 Weihe 2766,7 2254 Silberne Plakette NSFK.-Gr. 4 E. G. Haase 5 Gö38 2678,5 2240 NSFK.-Gr. 15 Beck 29 Gö 3 2663,5 2277 DVL. Peter, Gotth. 34 B6 2653,1 1690 NSFK.-Gr. 9 Boy 18 Rhönadler 2590,0 1618 DVL. Flinsch 35 Windspiel 2540,1 2113 Bronze-Plakette NSFK.-Gr. 15 Kraft 28 Reiher 3 2394,1 2274 NSFK.-Gr. 4 Lemm 6 Gö3 2302,1 1273 DVL. Ruthardt 37 FS 18 2257,5 1943 NSFK.-Gr. 8 Peters 15 Cond. Ila 2249,3 1934 NSFK.-Gr. 2 Fick 3. Gö3 2184,6 1362 NSFK.-Gr. 7 Kühnold 12 G63 2118,6 1578 NSFK.-Gr. 6 van Husen 8S Rhönadler 2092,1 1623 NSFK.-Gr. 12 Heidrich 25 FVA 10b 2025,7 1940 NSFK.-Gr.:9 Müller, Kurt 17 Gö6 3 1961,0 1448 Luftwaffe Flakowski 46 Rhönadler 1942,0 1385 NSFK.-Gr. 14 v. Treuberg 27 Gö3 1774,0 1388 NSFK.-Gr. Lufthansa Drechsel 40 Gö 3 1622,0 432 NSFK.-Gr. 10 Nieland 19 Rhönadler 1528,6 1631 NSFK.-Gr. 6 Sauerbier 9 Rhönadler 14888 1193 NSFK.-Gr. 17 Hütter 32 Sperber 1377,6 1154 NSFK.-Gr. 1 Loose 2 Rhönadler 1364,6 1174 Luftw. Köln Blech 44 Horten 3 1344,6 827 NSFK.-Gr. 13 Medicus 49 Gö63 13085 1284 NSFK.-Gr. 16 Habicht 51 Cond.2 1252,5 1075 NSFK.-Gr. 15 Knöpfle 30° G63 1106,0 1196 NSFK.-Gr. 1 Pomper 53 Kranich 1076,6 1003 NSFK.-Gr. 10 Gierlich 20 Rhönadler 1039,1 1071 NSFK.-Gr. 16 Haase, Arth. 52 Mü 13d 1000,0 939 NSFK.-Gr. 6 Steinig 10 Rhönadler 984,6 1081 NSFK.-Gr. 3 Stoltzenburg 438 Gö 3 972,0 1052 NSFK.-Gr. 2 Müller, Karl 4 Rhönadler 90395 948 NSFK.-Gr. 7 Steinert 13 Gö 3 770,1 962 Luftw. Köln Scheidhauer 43 Horten 3 755,5 883 NSFK.-Gr. 8 Feuerrohr 16 Rhönadler 705,5 722 NSFK.-Gr. 17 Fiedler 31 Göpping. 3 594,5 667 DVL. Wünscher 33 cı1 545,0 758 NSFK.-Gr. 11 Weißenberger 22 Mü 13 526,0 774 NSFK.-Gr. 12 Weimer 24 FVA 10b 522,0 667 Luftw. Wien Gumpert 55 Schwalbe II 461,0 586 NSFK.-Gr. 3 Güssefeldt 47 Rhönadler 354,5 597 Luftw. Stade Garz 54 Handrik 320,0 425 NSFK.-Gr. 1 Ruhnke 1 Göpping. 3 314,4 618 Luftw. Merseb Blessing 45 Kolibri 259,0 416 4 RE _ KE NSFK.-Gr. 11 Held 23 Rhönadler 214,0 358 NSFK.-Gr. 12 Franke 26 FVA 10b 208,0 253 Vom 19. Rhön-Wettbewerb. DVL. Kracht 3 FVAH _ _ Der Korpsführer Generalleutnant Christiansen ehrt seine Gefallenen. Vorbeimarsch DVL. Schulz 35 AFH 4 _ _ der Teilnehmer vor dem Korpsführer. Unten: Die Männer, die auch nie zur Luftw. Fürth Hieckmann 42 Horten II _ 32 Ruhe kamen. Bilder: Flugsport Seite 446 „FELUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Wertungsliste Klasse B Lfd. Bewerber Flugzeugführer Wettb. Flgz. erflog. Gesamt- Preise Nr. Nr. Muster Punkte km ‘Gold. Plak., Erinner.- 1 NSFK-Gr. 14 Romeis/Acker/ IVKranich . 1777,0 1297 Pr. d. Staatssekr. d. Schillinger Luftfahrt 2 NSFK-Gr. 4 Vergens/Trippke I Kranich 1585,91702 Silberne Plakette 3 NSFK-Gr. 17 Kahlbacher-/Tau- VMG9a 1127,5 888 Silberne Plakette schegg 4 NSFK-Gr. 10 Ruhl/Hlacer II Kranich 1080,5 1102 Bronze-Plakette 5 DVL Diehl//Holzbaur VI Eßlingen 968,6 1112 Bronze-Plakette 6 Luftwaffe Barthel/Mudin/ I Kranich 831,0 1120 Bronze-Plakette Liese 7 NSFK-Gr. 13 Deeg/Döbler VII Kranich 719,0 1115 Bronze-Plakette 8 NSFK-Gr. Jachtmann/Stre- Lufthansa letzki VII Kranich 303,5 480 Bronze-Plakette 1. Für den größten Streckenilug Mindestleistung 400 km. Flugzeug- Wett- Klasse Leistung in km Preise führer bewerb und Landeort 1. Preis Späte 44 A 445 km Colbitzow RM 500.— und Kr. Stettin Goldene Plakette 2. Preis Braeutigam 11 A 429 km Toitenwinkel RM 250.— und Kr. Rostock Silberne Plakette 2. Für die größte erzielte Höhe über NN Mindestleistung 4000 m. Flugzeug- Wett- Klasse Leistung in m Preise führer bewerb über NN T. 1. Preis Drechsel 4 A 8100 (7070) RM 400.— und Goldene Plakette 2. Preis Fick 3 A 6500 (5550) RM 200.— und Silberne Plakette 3. Preis Blech 4 A 6380 (5400) Ehrengabe des Ober- bürgermeisters der Stadt Darmstadt 3. Größte Gesamtzielilugstrecke gemäß $ 41. Flugzeug- Bewerber Wettb.- Klasse Leistg. Preise führer Nr. in km 1. Preis Späte DFS 41 A 1435 Goldene Plakette und RM 500.— 2. Preis DBraeutigam NSFK.-Gr. 7 11 A 1255 Silberne Plakette und RM 250.— 3. Preis Hofmann NSFK.-Gr. 4 7 A 1127 Ehrengabe Silberpokal 4. Preis Ruthardt DVL. 377 A 1042 5. Preis Treuter NSFK.-Gr.8 14 A 1012 SION OT Gesamtergebnis-Auistellung. 1. Erflogene Gesamtkilometer: 75998 km. 2. Erflogene Gesamtzielflugkilometer: 24350 km. 3. Startzahl: A 571, B 382, C 332, Eschwege 15, Gesamt: 1300, davon Gummi- seilstart: 571, Flugzeugschleppsart: 729, . Gesamtflugzeit: 2750 Std. . Größte Strecke: Späte, 445 km, nach Colbitzow. . Größte Zielstrecke: Späte, 320 km, nach Freiburg i. Br. . Zielstrecke Eschwege mit Rückkehr in kürzester Zeit: Späte, 160 km, Waku— Eschwege —Waku, 5 Std. 4 Min. \O 00 . Größte Höhe über NN: Drechsel, 8100 m. Nr. 17/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 447 10. 11. 12. 13. Ulm: 229 km, 1; Regensburg: 224 km, 2; Köln: 221 km, 1; Braunschweig: 209 km, 1; Karlsruhe: 198 km, 11; Bonn: 198 km, 4; Hornberg: 197 km, 1; Kaiserslautern: 195 km, 6. Anzahl der erfüllten Zielflige mit Rückkehr zur Startstelle 7. Gesamtfahrkilometer: 305 148 km. (Etwa "a aller Rücktransporte erfolgte durch Flugzeugschlepp.) Anzahl der Flüge über: 400 km = 5, 350 km = 3, 300 km = 24, 250 km = 38, 200 km = 3. Anzahl der Zielflüge über: 300 km = 1, 250 km = 21, 200 km = 7, 150 km = 45, 120 km = 24, 100 km = 19, 75 km = 37, 50 km = 7. Zielflüge waren nur an 9 Wettbewerbstagen ausgeschrieben. 14. Anzahl der Höhenflüge mit Höhe über NN: über 8000 m = 1, über 6500 m = 1, über 6000 m = 1, über 5500 m = 3, über 5000 m = 5, über 4500 m = 11, über 4000 m = 40, über 3500 m = 13, über 3000 m = 26, insgesamt über 3000 m = 70 Flüge. Tagesberichte vom Rhön-Segelflugwetibewerb (Fortsetzung von Seite 416.) vom 27. Juli 1938. Wett- Filugzeug- Flug- Lande- Strecke Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Höh.- bew. führer zeit ort km führer zeit ort km Gew. Nr. 25 Heidrich 2017’ Koburg 120“ Flinsch 6° Tränkhof 20 Gierlich 2056° Bamberg 141% Hofmann 4002’ Reichenschwand 151 780 53 Pomper 3020’ Bamberg 141* Treuter 5053’ Greiz 154 6 Lemm 8’ Tränkhof Fick 3045’ Erlangen 127 1040 34 Peter 4009 Acendorf 110 Boy 4034’ Bayreuth 133 1340 37 Ruthardt 4037! Koburg 180* Weißenberger 5044’ Gößweinstein 125 1100 15 Peters 2038’ Koburg 180* Haase, E. G. 3012’ Bayreuth 200* 1340 4 Müller, Karl 11’ Tränkhof van Husen 3021’ Koburg 180* 1000 10 Steinig 4004’ Naila 127 Opitz 4014’ Bayreuth 200* 860 16 Feuerrohr 10’ Tränkhof v. Treuberg 3028’ Bayreuth 200* 1490 51 Habicht 3029’ Bamberg 141* Beck 3013’ Bayreuth 200* 810 31 Fiedler 4013’ Bindlach 132 Knöpfle 4’ Tränkhof j 40 Drechsel 2042’ Klein-Schmal- Sauerbier 3012’ Bamberg 141” 1090 kalden 39 Braeutigam 3046’ Nürnberg 210* 1490 1 Ruhnke 4019’ Kersbach 121 Kühnold 16’ Tränkhof 2 Loose, 3042’ Bamberg 141* @ = Zielflug) m @ = Zielflug) . Anzahl der Zielflüge (einschließlich Rückkehrzielflüge): 161, davon Zielflüge über 195 km: Freiburg i. Br., 320 km, 1; Offenburg: 272 km, 2; Saarbrücken: 257 km, 9; Trier: 255 km, 10; Düsseldorf: 236 km, 1; Baden-Baden: 230 km, 1; Oben: Mannschaft von Flakowski. Unten links: Der lange Fiedler (Östmark). Rechts: Heinemann und Wettbewerbsleiter Kunz. Bilder: Flugsport Höh.- Gew. 770 1050 900 910 1200 970 860 1240 1750 1270 1090 1430 Seite 448 Nr. 17/1938, Bd. 3 Nr. 17/1938, Bd. 30 nn. Seite 449 Wett- Flugzeug- Flug- Lande- Wett- Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Höh.- bew. führer zeit ort bew. ihrer zeit ort km Gew. 32 Hütter 2017’ Koburg 120* n Kühnold 6058’ Rangsdorf 315 1020 19 Nieland 2027’ Bamberg 141* 1. Ruhnke 2023’ Trügleben 70 875 28 Kraft 3046’ Zeulenroda 146 79 Beck 6038’ Tempelhof 328 1120 12 Kühnold 4033’ Nürnberg 210* 3 Fick 7034’ Neuruppin 336 2000 54 Demandt 10’ Tränkhof Steinert 6031’ Schönefeld 327 1640 39 Wünscher 6’ Tränkhof Hütter 6036’ Rangsdorf 315 1650 54 Demandt 10’ Tränkhof Lemm 7009’ Duben 313 1490 48 Stoltzenburg 4029’ Bamberg 141* Steinig 6012’ Bortewitz 234 1190 49 Medicus 4008’ Kirchahorn 128 Loose 6050’ Tempelhof 328 1440 46 Flakowski 3053’ Bamberg 141* Wünscher 60397 Kamitz 251 1210 44 Blech 55’ Ostheim 22 Treuter 60197 Rangsdorf 315 1840 VIII Deeg/Döbler 20507 Koburg 120* Blessing 3035’ Hartmannsdorf 153 840 IV Romeis/Acker 4023’ Nürnberg 210° Weimer 18° °_ Tränkhof 50 Schmidt 30517 Bayreuth 200* Knöpfle 5021’ ° Premsendorf 264 1290 47 Güssefeldt 21’ Tränkhof Weißenberger 5059 Altenburg 190 1835 III Ruhl/Hlacer 4003’ Almeshof 138 Nieland 6006’ Rangsdorf 315 1310 45 Blessing 17’ Motorplatz Schmidt 7019’ Bellingen 401 2200 43 Scheidhauer 3018’ Bertelsdorf 77 Habicht 10’ Tränkhof VI Diehl/Holzbaur 3057’ Hollfeld 111 Peter 6047’ Rangsdorf 315 1220 33 Kracht 10’ v. Treuberg 30107 Wöllnitz 211 1640 45 Blessing 50’ Batten 8 Fiedler 1008’ Seiferts 5 VII Jachtmann/ Vergens/Tripopke 4’ _Motorplatz Streletzki 3’ Waku Jachtmann/ 42 Hieckmann 6’ Motorplatz Streletzki 57 Motorplatz 42 Hieckmann 1007’ Tränkhof Hieckmann 5 Motorplatz 35 Flinsch 3059’ Bayreuth 200° Deeg/Döbler 5’ Motorplatz 30 Knöpfle 3030’ Bayreuth 200* Scheidhauer 6020’ Kirchhain 286 1385 12 Kühnold s’ Südhang Blech 25’ Motorplatz 6 Lemm 4003’ Koburg 120* Vergens/Trippke 6%41’ Tempelhof 328 1560 4 Müller, Karl 304’ _ Königsfeld 105 Demandt 10° Tränkhof 47 Güssefeldt 3001’ Koburg 19 Jachtmann/Streletzki nicht startklar 16 Feuerrohr 3009’ Bamberg 141* Hieckmann 207 Tränkhof 33 Kracht 10’ Diehl/Holzbaur 10’ Tränkhof 54 Demandt 5 Südhang Ruhl/Hlacer 13’ Tränkhof 39 Wünscher 3024 Blankenburg/Th. 95 Barthel/Mudin 53° Stepfershausen 29 650 VII Jachtmann/ Romeis/Acker 6016’ Naundorf 253 1750 Streletzki 24° Waku Pomper 607’ Zeuthen 330 2180 54 Demandt 15’ Motorplatz Deeg/Döbler 5 Motorplatz 42 Hieckmann 21’ Motorplatz Jachtmann/ @ = Zielflug) ‚Streletzki 5046’ Alsleben 182 1340 Blech 4037’ Merseburg 172 1055 vom 28. Juli 1938. 55 Gumpert 4033’ _ Nietleben 179 11 Braeutigam 700%’ Teitenwinkel 429 I Deeg/Döbler 5028” Pretzsch 222 1170 22 Weißenberger 11’ Tränkhof Hieckmann 48’ Anderhausen 21 470 46 Flakowski 1039’ __Gumpfershausen 29 Heidrich 5023’ Rangsdorf 315 1540 48 Stoltzenburg 5018° Köthen 199 Haase, Artı. 4018° Laucha 149 1090 21 Opitz 60417 Tempelhof 328 Weißenberger 15° Waku 35 Flinsch 6036’ Zehdenick 365 Güssefeldt 6054’ Wittenberg 241 1150 23 Held 2015/ Tambach 54 Hieckmann Motorplatz 9 Sauerbier 70287 Halbe 319 Weimer 3040’ Bennstedt 173 8 var Husen 60597 ° Rangsdorf 315 Habicht 40027 _ Kattersmaundorf 203 1160 15 Peters 606517 Rangsdorf 315 Diehl/Holzbaur 5003 Rangsdorf 315 1300 27 v. Treuberg 1027’ Langensalza 85 Ruhl/Hlacer 60317 ° Finsterwalde 294 1370 18 Boy 3050’ Unterfarnstädt 157 Demandt 507 Lahrbach 14 37 Ruthardt 7013’ Uckro 299 49 Medicus 109497’ _ Kumbach 64 vom 29. Juli 1938. 47 Güssefeldt 10’ Tränkhof Weißenberger 2035’ Etterwinden 51 850 5 Haase, E.-G. 504’ Tempelhof 328 Medicus 3025’ Friesenhausen 53 810 20 Gierlich 6037 Tempelhof 328 Boy 307 Tränkhof 7 Hofmann 60297 Kreuzbruch 355 Kraft 54 Saal 36 500 41 Späte 70167 Colbitzow 445 Treuberg 30107” Rosbach 69 1080 16 Feuerrohr - 1023’ Ohrdruf 70 Steinig 1038’ Motorplatz 28 Kraft 5028° Tempelhof 328 Feuerrohr 30’ Tränkhof Vom 19. Rhön-Wettbewerb. Vom 19. Rhön-Wettbewerb. Der Korpsführer Generalleutnant Christians Die Maschinen drängen zum Start. Eifriges verkündet die Ergebnisse und begückwüns tudium der Karten: Wie kommt man am die Sieger. weitesten? Unten: Starttafel. Bilder: Flugsport Bilder: Flugsport Wett- bew. Nr. 54 26 20 40 45 46 5l 48 39 37 Seite 450 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Höh.- Wett- Flugzeug- Flug- Lande- führer zeit ort m Gew. bew. führer zeit ort km r. Garz 22’ Tränkhof 43 Scheithauer 3’ Motorplatz Franke 10’ Tränkhof 1 Ruhnke 5007’ Bayreuth 133 Gierlich 10’ Tränkhof 42 Hieckmann 46’ Motorplatz Drechsel 10’ 43 Scheithauer 107 Tränkhof Blessing 7’ Tränkhof I BarthellMudin 57’ Südhang Flakowski 4027’ Fürth 134 840 44 Blech 1014’ Thaiden Habicht 3048’ Poppenhausen 76 810 5 Haase E. G. 37’ Nordheim 25 Stoltzenburg 4001’ Haßlach 85 1160 42 Hieckmann 12’ Tränkhof Wünscher VIII Deeg/Döbler 1030’ Motorplatz Ruthardt 3024’ Bayreuth 133 880 42 Hieckmann 20’ Motorplatz Haase, A. 10097 Seifert 4 Müller, Karl 1008’ Nordhang Opitz 4029’ Weiden 183 1510 II Vergens/Trippke 18 Motorplatz Weimer 27’ Tränkhof 26 Franke 15’ Tränkhof Peter, Gotth. 30157 Erfurt 97 1500 20 Gierlich 1045’ Klein-Walbur Müller, Kurt 3007’ Miesitz 132 2830 b. Koburg 68 Fiedler 2049’ Leutenberg 51 1000 40 Drechsel 30’ Motorplatz Späte 2018’ Plauen 153 2830 45 Blessing 15’ Tränkhof Schmidt 2018’ Bayreuth 133 1850 54 Garz 1023’ Mäßfeld 32 Drechsel 1019’ Frankenheim 10 43 Scheithauer 10’ Tränkhof Blech 19’ 45 Blessing 26’ Motorplatz Kahlbacher 2022’ Thewar 3a 990 26 Franke 20’ Tränkhof Müller, Karl 15’ Tränkhof 24 Weimer 19’ Tränkhof Blech 5 Motorplatz 4 Müller, Karl 10’ Motorplatz BarthellMudin 10° Motorplatz 42 Hieckmann 4’ Motorplatz Blech 10’ Motorplatz 24 Weimer 10’ Motorplatz Ruhnke 12’ Motorplatz 26 Franke 4’ Motorplatz BarthellMudin 10’ 43 Scheithauer 13’ Motorplatz Hochleistungssegelflugzeug Kolibri. Entworfen von Blessing, gebaut von der Segelflugabteilung Luft- waffensportverein I. — Kampfgeschwader 153. Es bestand die Absicht, ein möglichst leichtes und sehr wendiges Hochleistungssegelilugzeug zu bauen, das keine großen baulichen Schwierigkeiten bieten sollte. Um die schweren Holmbeschläge zu sparen, wurde ein durchgehender Holm verwendet, an dem mit Gurten das Boot fest verleimt ist. Der Holm wiegt 19 kg, ist aber überdimensioniert. Der nächste wird nur noch 11 kg wiegen. Leergewicht 106 kg, das bei nächster Ausführung 23 Ltn. Horten und Blech vor seiner Maschine. Unten links: Der Transportwagen. Bild: Flugsport Strecke Höh.-. Gew. 1020 800 640 Nr. 17/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 451 um 15 kg vermindert werden soll. Das Rumpfhinterteil wird mit 3Bol- zen im letzten Drittel der Flächen- tiefe abgenommen. Leitwerk üb- liche Bauweise, gedämpft. Der Führerraum : ‘besitzt - einen halb- elliptischen Querschnitt, die Füh- rerraumüberdachung'ist in der gan- zen Hälfte des Rumpfes abnehm- bar. Um dem Führer mehr Platz zu verschaffen, wurde der Fall- schirm im oberen Teil des Rumpfes hinter dem Kopf des Führers lie- gend untergebracht. Spannweite 12m, Gesamtlänge 5,3 m, Höhe 0,91 m, Fläche 10 m}, Flächenbelastung 18 kg/m?, Leer- gewicht für Wettbewerb (2 Baro- graphen) 108 kg, größter Rumpf- querschnitt 3000 cm?, Gleitwinkel 1/23, Sinkgeschwindigkeit 75 m/sek., auf 100 km Fahrt 1,5 Fall, Profil Göttingen 535, und zwar bis zum Knick 10°/o verdünnt, von da an bis zur Flügelspitze 15° verdünnt, geometrische Schränkung vom Knick bis zum Ende 3°o, Kolibri des Merseburger Luftwaffensportvereins I. Erkennungszeichen historisches 3300 Hochleistungs- Segelflugzeug Kolibri. Zeichnung: Flugsvort Merseburger Bild: Rabe mit gestohlenem goldenen Ring im Schnabel. Bilder: Flugsport v 12000 Seite 452 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Kolibri des Merseburger Luftwaffensportvereins I. Links: Fallschirmunterbringung. Rechts: Höhenleitwerk. Unten: Führerraum. Bilder: Flugsport Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Die Flugtechnische Fachgruppe der Technischen Hochschule Stuttgart hat einen neuen Typ, Hochdecker mit scharfem Knick im Flügel nach der Oberseite des Rumpfes, stark verjüngtem Leitwerks- träger, herausgebracht. Im Entwurf wurde unter Berücksichtigung eines gewählten „aerodynamischen Wirkungsgrades“ eine beste Sink- geschwindigkeit von vs = 0,6 m/sec bei einer möglichst geringen Horizontalgeschwindigkeit von vn =40 km/h und einem E=20 bei vn =80 km/h angestrebt. Besonderer Wert wurde: auf gute aero- dynamische Formgebung gelegt. Flügel ungeschränkt, Umriß innen rechteckig, außen trapezförmig. Dreiteilige Fläche, Mittelstück fest am Rumpf. Rumpf-Flächenüber- gang nach NACA-Forschungsergebnissen (schädliche Interferenz) unter Berücksichtigung guter Sicht ausgebildet. Im Abstand von 4 m von Flügelwurzel leichter Knick von 3°. Bis zum Knick Wölbungsklappen von 30% Tiefe. Ausschlag 15°. Vom Knick ab zweiteiliges Querruder von 30% Tiefe. Antrieb durch Stoßstangen. DFS.-Sturzflugbremsen. Rumpfboot nach hinten übergehend in hochgezogene Leitwerks- röhre, um die benetzte Oberfläche klein zu halten und bei Start und andung einen genügend großen Bodenabstand des Leitwerks zu er- alten. Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Links: Man beachte den hochgezogenen, sich stark veriüngenden Rumpf und das hoch verlagerte Leitwerk. Rechts: Der Knickfliicel steht senkrecht zur Rumpfmitte. Bilder: Flugsport Nr. 17/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 453 Alugrern ' 2 FACHGRUpNE STurrga Rr “Mus "aaa Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Links: Seitenruder mit selbsttätiger zusätz- licher Trimmung. Mitte: Pendelruder mit zusätzlicher Trimmung. Rechts oben: Flügelansatz. Fahrwerk hochziehbar mit selbsttätig sich schließender Verkleidung. Unten: Flügelansatz. Bilder: Flugsport Höhen- und Seitenruder als Pendelruder mit stabilisierend wir- kenden Wölbungsklappen ausgebildet. Höhenruder-Wölbungsklappen trimmbar. Bremsbares Einradfahrwerk mit Seilen nach vorn in den Rumpf einziehbar. Abdeckbleche durch Stoßstangen mit Fahrwerk gekoppelt. Spannweite 18 m, Flügelinhalt 18 m?, Rüstgewicht 190 kg, Profil NACA 43012. Oben: Darmstadt D-30 mit Flügeln in Normalstellung. Darunter: Mit hochge-. stellten Flügelenden. Darunter: Mit nach unten’ gestellten Flügelenden. Unten: Mit nach oben gestellten Flügelenden in der Kurve. (Siehe Typenbeschr. „Flug- sport‘ 38 S. 339.) Bild: Focke Wulf. Freigegeben d. R. L. M., Verfügung v. 11. 7. 38, u. Nr. 13806/38. Seite 452 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Kolibri des Merseburger Luftwaffensportvereins I. Links: Fallschirmunterbringung. Rechts: Höhenleitwerk. Unten: Führerraum. Bilder: Flugsport Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Die Flugtechnische Fachgruppe der Technischen Hochschule Stuttgart hat einen neuen Typ, Hochdecker mit scharfem Knick im Flügel nach der Oberseite des Rumpifes, stark verjüngtem Leitwerks- träger, herausgebracht. Im Entwurf wurde unter Berücksichtigung eines gewählten „aerodynamischen Wirkungsgrades“ eine beste Sink- geschwindigkeit von vs = 0,6 m/sec bei einer möglichst geringen Horizontalgeschwindigkeit von vn = 40 km/h und einem E=20 bei vn =80 km/h angestrebt. Besonderer Wert wurde:auf gute aero- dynamische Formgebung gelegt. Flügel ungeschränkt, Umriß innen rechteckig, außen trapezförmig. Dreiteilige Fläche, Mittelstück fest am Rumpf. Rumpf-Flächenüber- gang nach NACA-Forschungsergebnissen (schädliche Interferenz) unter Berücksichtigung guter Sicht ausgebildet. Im Abstand von 4 m von Flügelwurzel leichter Knick von 3°. Bis zum Knick Wölbungsklappen von 30% Tiefe. Ausschlag 15°. Vom Knick ab zweiteiliges Querruder von 30% Tiefe. Antrieb durch Stoßstangen. DFS.-Sturzflugbremsen. Rumpfboot nach hinten übergehend in hochgezogene Leitwerks- röhre, um die benetzte Oberfläche klein zu halten und bei Start und „andung einen genügend großen Bodenabstand des Leitwerks zu er- alten. Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Links: Man beachte den hochgezogenen, sich stark veriüngenden Rumpf und das hoch verlagerte Leitwerk. Rechts: Der Knickflücel steht senkrecht zur Rumpfmitte. Bilder: Flugsport Nr. 17/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 453 Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Links: Seitenruder mit selbsttätiger zusätz- licher Trimmung. Mitte: Pendelruder mit zusätzlicher Trimmung. Rechts oben: Flügelansatz. Fahrwerk hochziehbar mit selbsttätig sich schließender Verkleidung. Unten: Flügelansatz. Bilder: Flugsport Höhen- und Seitenruder als Pendelruder mit stabilisierend wir- kenden Wölbungsklappen ausgebildet. Höhenruder-Wölbungsklappen trimmbar. Bremsbares Einradfahrwerk mit Seilen nach vorn in den Rumpf einziehbar. Abdeckbleche durch Stoßstangen mit Fahrwerk gekoppelt. Spannweite 18 m, Flügelinhalt 18 m?, Rüstgewicht 190 kg, Profil NACA 43012. a Oben: Darmstadt D-30 mit Flügeln in Normalstellung. Darunter: Mit. hochge-. stellten Flügelenden. Darunter: Mit nach unten: gestellten Flügelenden. Unten: Mit nach oben gestellten Flügelenden in der Kurve. (Siehe Typenbeschr. „Flug- sport‘ 38 S. 359.) Bild: Focke Wulf. Freigegeben d. R. L. M., Verfügung v. 11. 7. 38, u. Nr. 13806/38. Seite 454 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Vom 19. Rhön-Wettbewerb. Zerhagelte Horten III D-12-348 v. Scheidhauer. Faustgroße Löcher auch in der Sperrholznase. Bilder: Flugsport Ital. Einsitzer Ambrosini 3 S. Im 3. Ital. Rundflug war das italienische Flugzeug Ambrosini 35, gebaut von der Societa Aeronautica Italiana Ing. A. Ambrosini & C., Mailand, mit Bramo Sh 14 A, welches im Geschwindigkeitswettbewerb den 2. Platz belegte, schärfster Konkurrent gegenüber der zwei- motorigen Siebel Fh 104. Die Maschine schied leider am Tag vor dem letzten Wettbewerb durch Fahrgestellbruch aus der Wertung aus. Der Ambrosini 35 ist ein freitragender Mitteldecker in Gemischt- bauweise, Flügel elliptisch mit Landeklappen und Querrudern, Höhen- leitwerk ist verhältnismäßig hoch angeordnet, Fahrwerk fest, nicht einziehbar. Motor Bramo Sh 14 A 4 150 PS. tal. Flugzeug SAI-Ambrosini 3S mit BRAMO Sh 14A-Flugmotor (160 PS). Hauptkonkurrent im italienischen Rundflug 1938 zu den deutschen Maschinen. Die Ambrosini entwickelte anläßlich des Wettbewerbes eine Geschwindigkeit von 270 km/h. Werkbilder Nr. 17/1938, Bd. 30 „Pr LUGSPORT“ Seite 455 Abmessungen geschätzt: Spannweite 9—10 m, Länge 10—11 n, Gesamthöhe 2,2 m. Leergewicht 602 kg, Zuladung 316 kg, Fluggewicht 918 kg, Gipfel- höhe 6200 m, Startlänge 200 m, Landelänge nach 8 m hohem Hindernis 160 m, Flächenbelastung 76 kg/m”, Tankinhalt 150 1, Oeltank 14 |, Reisegeschwindigkeit bei 2050 U/min 210 km/h, Höchstgeschwindigkeit in 300 m Höhe 250 km/h, Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe 270 km/h Steigleistung in 28 Min. auf 4100 m. Consolidated XPB2Y-I Bomben-Flugboot. Die amerikan. Marine hat bei Consolidated Aircraft Corporation, San Diego, ein Großflugboot für Patrouillen- und Bombenaufsaben bestellt. Dieses Flugboot, Hochdecker, Ganzmetall mit freitragenden Flügeln, ist mit vier Pratt & Whitney Motoren von je 1050 PS aus- gerüstet. Bei der Konstruktion wurde die Aufgabe eestellt: Unab- hängiges Arbeiten von einer Flugbasis, somit Manövrierfähigkeit ohne fremde Hilfe. Zu diesem Zweck sind ausbaubare Vorrichtungen, Win- ’ Consolidated XPB 2 Y-1 Bomber. Werkbilder Seite 456 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 den und sonstige Fortbewegungsmittel, vorgesehen, damit das Boot an Land gebracht werden kann. Dementsprechend sind auch die Räume für die Besatzung für längeren Aufenthalt auf dem Wasser eingerichtet. Auch für geräuschlose Ventilation beim Stilliegen und verhältnis- mäßig umfangreiche Werkstatteinrichtungen sind vorgesehen. Die seitlichen Stützschwimmer bilden im eingefahrenen Zustand die Flügelspitzen der Flügel. Die Verständigung zwischen der Besatzung im Boot wird durch eine umfangreiche Telephonzentrale vermittelt. Der Navigationsturm liegt im Hinterteil des Flügels auf der Ober- seite mit außerordentlich gutem Gesichtsfeld nach oben. Ueber die Geschütz- und MG.-Stände sowie Bombenlanzierein- richtung konnte noch nichts in Erfahrung gebracht werden. Die Leistungs- und Versuchsflüge werden zu dieser Zeit in San Diego ausgeführt und nach Uebernahme durch eine Marinestation voll- endet. | nn FAR $ N Fa a: [FürWerkstaltu Flugplatz <= TKslally.FlUE ._.. men, mm __—”- - En -— . | a ge BE a IT DE mn Run = R-DESRESSE BR = af I N —, Te Ye a vn " Bla lba Bin lad! 27 mul u re en er "Fe SO FE BEE Bordgeräte-Behandlung. Anläßlich des diesiährigen Askania-Bordgeräte-Hilfsdienstes auf der Waku wurden folgende 10 Punkte für die grundsätzliche Behandlung von Bordgeräten und deren Einbau herausgestellt: 1. Bordgeräte sind keine Holzböcke, sondern Feinmeßgeräte und als solche zu behandeln. 2. Unsachgemäßes Blasen und Saugen an Schlauchtüllen verkürzen ihre Lebens- zeit und sind zu unterlassen. 3. Auf richtige Verbindung der einwandfrei gekennzeichneten Anschlüsse ist unbedingt zu achten, da die Geräte sonst nicht arbeiten können. 4. Wendezeiger dürfen bei Fluglage der Maschinen höchstens 10° geneigt sein. 5. Meß- und Förderdüsen sind durch entsprechende Schellen haltbar zu befesti- gen und in Richtung der vorbeistreichenden Luft zu montieren, um einwand- freie Meß- und Förderwirkung zu erreichen. 6. Die Verbindung von den Düsen zu den Geräten muß stets auf kürzestem Wege erfolgen. Knicke in der Leitung sind zu vermeiden. 7. Beanstandete Geräte dürfen nie selbst repariert werden, da hierbei aus Unkenntnis fast immer eine Verschlechterung der Meßeigenschaften eintritt. 8. Gerätebretter sind unbedingt abgefedert zu lagern, da hierdurch die Geräte nur geschont werden können, was bei Start und Landung sowie beim Rollen im Transportwagen wichtig ist. 9. Bei Inanspruchnahme des Hilfsdienstes ist es erforderlich, diesem rechtzeitig Bescheid zu geben, um in Ruhe eine anständige Arbeit leisten zu können. 10. Man sollte sich vor Wettbewerbsbeginn auch einmal darüber klar werden, mit welcher Geräteausrüstung hochwertige Leistungen zu erzielen sind und diese rechtzeitig anschaffen. Wenn diese aufgestellten Punkte auch einmal wirklich Beachtung finden, werden die einzelnen Teilnehmer viel mehr Freude an der Durchführung ihrer Flüge haben. F. Baader. Berlin—New York in 25 Std. und zurück in 20 Std. auf Focke-Wulf Fw 200 „Condor“. Start des „Condors“, einer normalen Serienmaschine, Zulassungs- zeichen D-ACON, Flugplatz Staaken am 10. 8., 19.53 h, Landung New York, Floyd-Bennet-Flugplatz, am 11. 8., 20.53 h (Berliner Zeit). Ge- samtflugzeit ohne Zwischenlandung 24 Std. 54 Min. Reisegeschwindig- keit 260 km/h. Führer des Flugzeuges Flugkapt. Henke. Mit diesem Nr. 17/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 457 Flug hat er zum 16. mal den Ozean überquert. 2. Flugzeugf. Hauptm. v. Moreau von der deutschen Luftwaffe, Oberfunkermasch. Dierberg und denerfugzeugfunker, „ober (4 Ozeanflüge). Der Fw 200 „Condor“ ist den Lesern des „Flugsport“ bekannt. | “ ist Gm Ieser sp t. (Siehe „Flugsport“ 1937, Der Ohne-Halt-Flug Berlin—New York kam für die Welt über- raschend, um so mehr, da die National Broad Casting Company stünd- lich Berichte über den Stand des Flugzeuges mitteilte. In den New Yorker Blättern konnte man lesen, daß dieser Flug wieder einen Fort- schritt darstellt. Der „Condor“ startete mit einem Fluggewicht von annähernd 18 t. Die vier 750 PS BMW-Motoren brachten die Maschine spielend vom Boden weg, und nun setzten die Funkverbindungen nach den Erdstationen ein. Alle Stunde wurde der Standort gemeldet. . 20.45 h wurde Hamburg überflogen, Mitternacht über Glasgow. Meist über den Wolken fliegend, hielt das Flugzeug bisher bei gutem Wetter eine Flughöhe von etwa 2000 m ein. „Condor“ meldete seinen Standort um 12 h 52.00 Nord, 49.00 West Die Flughöhe beträgt nach wie vor etwa 2000 m. Funkspruch von Bord „Condor“: Um 13.40 h sichteten wir Neu- fundland. Standortmeldung des „Condor“ um 14 h lautete: | (Neufundland). Flughöhe 2000 m. sie: Notre Dame Bay 10h New Yorker Ortszeit wurde vom „Condor“ gefunkt, daß sich das Flugzeug über Kap St. George an der Südwestküste Neufundlands, in der Nähe des St.-Lorenz-Golfs befind ü 5 x unverändert 2000 m. efinden würde. Flughöhe beträgt Focke-Wulf „Condor“ Non-Stop-Flug Berlin—New York, New York-Berlin. Unten: Nach der Landung auf dem Fioyd-Bennet-Flugplatz in New York. Unten: Ankunft des „Condor“ in Tempelhof von New York nach 19 Std. 54 Min. Flugzeit. Oben (von links): Kober, Dierberg, Henke, v. Moreau. Daneben: Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch, Dr. Lippert, Generalmaior Udet, General- maior Stumpff, Wolfgang v. Gronau. Bilder: Weltbild Seite 458 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 i i r“ mit, daß sich das EZ. teilte die Besatzung des „Condor“ mit, h Flugzeus ber der a im St.-Lorenz-Golf (zwischen d Festland) befindet. en vom „Condor“ 17 h besagte dann, daß USA. bereits erreicht worden ist. „Condor“ überflog St. John in der Fundy-Bucht. ückflug von New York des „Condor 200“ erfolgte bern A 13. 8. 9 h 3 New Yorker Zeit (14 h 03 mitteleur. Zeit). Der Start mit 10130 | Betriebsstoff verlief einwandfrei. Für len Rückflug wurde eine etwas südlicher liegende Strecke, die etwas sin wählt. Das Flugzeug gab for gesetz - en een hreren Rundfunksendern weitergegeben wurden. | eldet: > vun en befindet sich über der Sakonnetspitze (Rhode ie Flughöhe beträgt 2000 m. 17 h: 43 Gra . nördl. Island). Die T rad 18 Min. westl. Länge. Flughöhe 3000 m. 19 h: 46 Grad 20 Min. nördl. Breite und 57 Grad 40 Min. westl. Länge. Elug- höhe 3000 m. 20.30 h: 25 Snemeilen nordöstlich von man Race. 2 us” "(üb ! nördl. höhe 3000 m (über den Wolken .21h: 48 Gra in. hör 1, Breite 48 Grad 5 Min. westl. Länge. Flughöhe 4000 m, i en nckgsient: Durchschnittsgeschw. 316 km. 22 h: 48 Orad an. nördl. Breite und 43 Grad 40 Min. westl. Länge. Flushö ° , Kumuluswolken in einer Höhe von 1000 m, darunter wolkenlos. un; Nach diesen Standortmeldungen sammelte sich Drogrammä is j j er zum Empfang der deutschen Flieger in enpell N der Staatssehretit der Luftfahrt General der Flieger Milch, der er ürg aan äsi Dr. Lippert, der Präsident des Aero-( ubs nd eine große Yolksmenge, weiche die Landung der j i Ber Begeisterung um erlebte. | Ozeannieger mi og das Flugzeug „Bremen“ D 1167 unter Führung von Köhl mit Fitzmaurice und v. Hünefeld, über den Ozean vn Osten nach Westen. Flugzeit damals 3 Sid. yeute sind Dzw. 20. Damals eine einmotorige Maschine ohne a en Komfort, eu even ine, für die Luftverkehrssicherheit gebaut, mi en a ichlailen ousgostattet. Der Fortschritt ist augenscheinlich! Australien-Luftverkehr. rali j kann man heute 2 Europa nach Australien zu fliegen, a ten Boa: Die Imperial as in eninang „mi er ire Airways oder die und die _M. N ump "eiden Luftverkehrsgesellschaften zu gleicher Zeit der Flug bis Sydney in 7 bzw. 9 Tagen durchgeführt. eklunes- Diesem großen Erfolg geht naturgemil un ichte voraus. Schon seit vielen Jahren be iegt die schaft Koninklijke Luchtvaart ‚Maatschappil, de > en bj , s lange Strecke von Amsterdam nach atavia une x ul somit ein use Verbindung zwischen Niederländisch-Indien und dem parte nd Mitte w de die KNILM gegründet, die dann im Laufe der . yuli 1908 wur und Malaya erschloß. In suger Zusammenarbeit a den KLM übernimmt sie in Batavia deren assagiere Do (Ausahen) ü Soerabaja, Den Passar, Koepang, Port Darwin lien), on Tongreach, Brisbane nach Sydney zu Niesen. J gden en . starten in Amsterdam ie Douglas N, En 12 note und 5 Mann Besatzung in 52 „agen ala i \ tarten die Lockheed Super ektra mi on Besatzung und erreichen in 22 Tagen Sydney. Die Strecke Amsterdam —Sydney von 20 880 km wird demnach in 8 Tagen zurückgelegt. Nr. 17/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 459 Aehnlich ist die Entwicklung des englischen Luftverkehrs nach dem Fernen Osten. Die Imperial Airways hat schon seit langem Indienflugzeuge eingesetzt, die die Dominien fester mit dem Mutter- land verbinden sollten. Um nun den Verkehr von Singapore aus weiter fortzusetzen, wurde die Qantas Empire Airways gegründet. Mit 4 De Havilland D. H. 86 (viermotorige Landflugzeuge) wurde Dezember 1934 der Flugdienst Singapore—Brisbane eröffnet. Schon 1936 wurde die Strecke 2mal wöchentlich beflogen. 1938 wurden die neuen Short Empire Boats (Flugboote eingesetzt, die nun von Singapore über Batavia, Soerabaja, Rambang, Koepang, Port Darwin, Cloncurry, Longreach nach Brisbane und seit Juli 38 bis Sydney fliegen. Australien selbst besitzt mehrere Luftverkehrsgesellschaften, die teilweise gemeinsam bestimmte Strecken zweimal, dreimal oder sogar täglich befliegen. Die australische Regierung unterstützt den Luft- transport auf 2 Wegen. Einige Gesellschaften erhalten direkte Subsi- dien. Andere, nicht unterstützte, besitzen dafür Sonderverträge auf Postbeförderung. Eine dritte Gruppe dagegen arbeitet vollständig selbständig. Von größeren Gesellschaften sind zu nennen: Australien National Airways Pty. Ltd., Airlines of Australia Ltd., North Queens- land Airways Pty. Ltd. und Aircrafts Pty. Ltd. Man hofft jedoch, daß die vielen Gesellschaften in einigen Jahren zu einer großen alles um- fassenden Luftverkehrsgesellschaft zusammengeschlossen werden für ein Luftnetz von über 40 000 km (September 1937). In allerletzter Zeit ist von den Airlines of Australia Ltd. ein 3mal wöchentlich beflogener Luftverkehrsdienst von Sydney nach Rock- hampton mit Zwischenlandungen in Lismore, Brisbane und Mary- borough eingerichtet worden. Die Guinea Airways kündigen eine Ver- bindung Darwin—Adelaide auf der Nord-Süd Transkontinent-Route an. Für diese Strecke soll ein Lockheed Super-Electra eingesetzt werden. Das englische Projekt einer Luftverkehrslinie über Bathurst— Boma — quer durch Afrika über den Ozean (Seychelle und Cocos- inseln) nach Onslow/Australien ist noch immer nicht verwirklicht wor- den. Ein dringendes Bedürfnis für diese Linie ist vorhanden. Bedeı- dClooktown ey l ‚Caurns Der6y ; Broomeß Ü „ Oberer) U Tenmant ? AliceSprings Q \ Carnarron! . Q q ] XS Pe _ : EN Brisbane Fool HL/smore Northampton Arrıno‘® n abroken 7 YA Z\ Mildura - IL ._\ fra JE “nach — Mal. FBega “Auckland Fluglinien: Hamitonz— "Melbourne: KNIM King.I5. 8_=g Flinders Ts. Qantas Empire Airways = — N mn en Launceston Hobart Australian National Airways. Andere Gesellschaften. = —— e) Zeichnung: Flugsport Seite 460 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 ırhäfen, die zum Teil mit Nachtbeleuchtung ausgerüstet sind, am Da in: Sydney (Mascot), Adelaide (Parafield), Melbourne (Essendon), Perth (Maylands), Darwin und bei Hobart (Cambridge). -Der Maschinenpark der australischen Gesellschaften setzt sich hauptsächlich aus folgenden Typen zusammen: D. H. 83 Fox Moth, D. H. 60G und D. H. 60M Moth, 80 A Puss Moth, D. H. 84 Dragon, D. H. 89 Dragon Rapide, D. H. 90 Dragonfly, Douglas DC 2 und DC3, Lockheed Electra 10B und Fokker Universal. Gerade in Australien kann sich der Luftverkehr so stark ent- wickeln, weil das Flugzeug bei den riesigen zu überwindenden ‚Strek- ken das einzige rentable Verkehrsmittel ist. So finden wir seit 1936 auch ein starkes Ansteigen des privaten Luftverkehrs. Besonders günstig hat sich hier der „Fliegende Doktor“ bewährt. Von 5 verschie- denen Stationen aus kann der Arzt in verhältnismäßig kurzer Zeit im Flugzeug Kranke erreichen: Im Südosten Broken Hill Base, Nordost Cloncurry Base, Nordwesten Wyndham Base, Westen Port Hedland Base, Südwesten Kalgoorlie Base und im Inneren des Landes Alice springs Base. So legte der bekannte Arzt Dr. Alberry in der ersten Hälfte des Jahres 1936 33000 km zurück, um dringende Fälle aufzu- chen. | Luftverkehr zwischen den Küstenstädten in dem benachbar- ten Neuseeland besorgen 4 Luftverkehrsgesellschaften: Air Travel Ltd., Union Airways of New Zealand, Cook Strait Airways Ltd. und Fast Coast Airways Ltd. Der Luftverkehr ist dort stark im Anwach- sen. Von 70 in Angriff genommenen Flughäfen sind 38 vollendet, wei- tere 50 sind geplant. Eine Verbindung mit den anderen Kontinenten gibt die Pan American Airways, deren „South Sea Olipper‘“ von San Francisco über Honolulu, Kingman Reef, Rose Island nach Auckland (New Zealand) fliegen. Ebenso ist eine Verbindung mit Sydney geplant. Die Gesellschaften verwenden ähnliche Maschinen wie oben angeführt. So wird es nicht mehr lange dauern, bis man bequem von Europa nach Australien, Neu-Seeland und über Amerika wieder zurückfliegen kann. Die Reise um die Welt, die einst viele Monate dauerte, wird jetzt, wie es auch der Flieger Bertram bewiesen hat, in nur wenigen Tagen möglich sein. G.U. Italo Balbo, Luftmarschall des italienischen Imperiums, welcher bereits am 9. 8. von Generalfeldmarschall Göring auf dem Flughafen Berlin-Staaken emp- fangen wurde, nahm als Gast des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeld- marschall Göring an gefechtsmäßigen Vorführungen größerer Verbände der Lehr- truppen der Luftwaffe auf dem Luitwaffenübungsplatz Zingst an der pommer- schen Küste am 11. 8. teil. Er wurde mit seiner Begleitung von Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch um 9 h 30 auf dem Flughafen Tempelhof erwartet und in 2 dreimotorigen Junkers-Maschinen nach dem Fliegerhorst Barth in der Nähe des Luftwaffenübungsplatzes Zingst geleitet, wo ihn Generalfeld- marschall Göring erwartete und er 10 h 30 eintraf. Der italienische Luftmarschall konnte sich während der Vorführungen (gefechtsmäßiges Schießen der leichten und schweren Flakartillerie, Tiefangriffe der Kampfflieger, Angriffe schwerer Kampfflugzeuge und Sturzkampfilüge auf ein Ziel und deren Abwehr durch Zu- sammenwirken der Flakartillerie und schneller Jagdflugzeuge, über den Leistungs- stand der deutschen Luftwaffe sowie den Fliegergeist ihrer Träger überzeugen und gab seiner uneingeschränkten Anerkennung Ausdruck. Nr. 17/1938, Bd. 30 „.LUGSPORT“ Seite 461 Hans Bertrams „Weltilug auf die Minute“, gestartet am 14. 7. Berlin-Tempel- hof, Landung daselbst wieder am 4. 8., Flugstrecke Berlin — Bagdad — Karachi — Kalkutta — Bangkok — Honkong — Manilla — Honolulu — San Franzisko — New York — Horta (Azoren) — Berlin, fast 40000 km in 21 Tg., im flugplanmäßigen Luftverkehr zurückgelegt, beendet. Sternilug Breslau veranstaltete NSFK.-Gruppe 6 am 24. 7., an welchem auch NSFK.-Gruppe 11 mit 2 Maschinen teilnahm. Lilienthal-Preis 1938, gestiftet im. Voriahre von Reichserziehungsminister Rust, anläßlich des Todestages von Lilienthal am 10. August, stud. phil. Reimar Horten, Bonn, in Anerkennung seiner Leistungen für die Entwicklung des Nur- Flügel-Flugzeuges zuerkannt. Der Ludwig-Prandtl-Preis wurde geteilt an die Oberrealschule Rheinhausen-Hochemmerich mit RM 1500.—, die Oberrealschule Zwickau mit RM 750.— und das Staatliche Gymnasium Allenstein mit RM 750.— vergeben. D-30 d. Flugtechn. Fachgr. a. d. Techn. Hochschule Darmstadt. Die Maschine, welche leider beim Start auf der Wasserkuppe am ersten Tag des Wettbewerbs durch Fehlstart ausfiel, hat bereits ausgezeichnete Flüge, darunter einen von 306 km von Bremen über Hamburg nach Lübeck und zurück, ausgeführt. Dieser von Bernhard Flinsch ausgeführte Flug ist von der FAI wie folgt anerkannt worden: Klasse D—1. Kategorie, Entfernung mit Rückkehr zum Startpunkt: Bernhard Flinsch auf Segelflugzeug D—11—180, Typ D—-30, Bremen-Lübeck und zurück den 7. Juli 1938 305,624 km. Was gibt es sonst Neues? 227,03 km/h über 2000 km flog am 29. 7. Flugzeugführer Seelbach auf Arado Ar 79. 100. Ozeanilug vollendete Flugkapt. Joachim Blankenburg mit der Landung des Lufthansa-Postflugzeuges „Nordmark“ in New York. | Ritter v. Schleich 9. August 50 Jahre. Oberstltn. Ritter v. Schleich, Inhaber des Pour-le-me£rite mit 35 Luftsiegen, führte zuletzt das Jagdgeschwader Nr. 4. Ausland „Hawai-Klipper“, überfällig seit 28. 7. mit 15 Mann Besatzung, angeblich von lapanischem Dampfer „Caeberra Maru“ gesichtet, noch keine Nachricht. Lewis, engl. Jagdilieger, der letzte, den Richthofen abgeschossen hat, besucht zur Zeit Deutschland auf Einladung des Deutschen Luftfahrt-Ministeriums und des Richthofen-Geschwaders. Moth Minor Leichtilugzeug, freitragender Tiefdecker, zwei Sitze nebenein- ander, bei De Havilland im Bau. wer Links: Engl. Flugzeugschützen in voller Kriegsausrüstung mit Levis MG., Fall- schirm und Sauerstoffgerät, um in großer Höhe einsatzfähig zu bleiben. Mit der R/T-Sauerstoffmaske sind gleichzeitig Mikrophon und Kopfhörer verbunden. Rechts: USA-Atmungsmaske für Atmung in dünnerer Luft d. oberen Luftschichten. Weltbild 20) Jamestown Op Batavia A N ee 3 Aub Seite 462 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Engl. Luitmanöver, 4. 8., nahmen teil 900 Flugzeuge, 17000 Mann Boden- personal und 3000 bis 4000 Beobachter. Engl. Nordatlantik-Ueberquerungs-Versuchsilüge für 1938 wurden am 20. 7. von Capt. Balfour, dem Unterstaatssekr. für Luftfahrt, bekannt gegeben. Die Liste der Flüge ist folgende: 15.—20. 7. Mercury: Southampton, Foynes, Botwood, Montreal, New York. 21.—28. 7. Mercury: New York, Montreal, Botwood, Azoren, Lissabon, Southampton. 15.—20. 8. Mercury: Southampton, Foynes, Botwood, Montreal, New York. 21.—28. 8. Mercury: New York, Montreal, Botwood, Azoren, Lissabon, Southampton. 1.—9. 9. Albatros Nr. 1 (De Havilland 4-Motor): Hatfield, Collinstown (Dublin), Neufundland, Montreal, New York. 11.—16. 9. Albatros Nr. 1: New York, Montreal, Neufundland, Collinstown, Hatfield. 20.—25. 9. Cabot (ver- bessertes Short-Flugboot): Southampton, Foynes, Botwood, Montreal, New York. 26.—30. 9. Cabot: New York, Botwood, Foynes, Southampton. 1.—5. 10. Albatros Nr. 1: Hatfield, Collinstown, Neufundland, Montreal, New York. 5.—10. 10.: Alba- tros Nr. 2: Hatfield, Collinstown, Neufundland. 6.—11. 10. Albatros Nr. 1: New York, Montreal, Neufundland, Collinstown, Hatfield. 10.—15. 10. Cabot: Southamp- ton, Foynes, Botwood, Montreal, New York. 15.—20. 10. Mercury: Southampton, Foynes, Botwood, Montreal, New York. 16.—21. 10. Cabot: New York, Montreal, Botwood, Foynes, Southampton. 21.—26. 10. Mercury: New York, Montreal, Botwood, Azoren, Lissabon, Southampton. Inzwischen hat der „Mercury“ den ersten Hin- und Rückflug bereits voll- endet. Den „Albatros“ haben wir im „Flugsport“ 1937, S. 271 u. 445, beschrieben. Der Cabot ist der erste einer neuen Serie besonders verstärkter Flugboote, die das Air Ministry schon seit einiger Zeit in Auftrag gegeben hat. Das Fluggewicht soll 3600 kg mehr betragen als bei den seitherigen Empire-Flugbooten. Man hofft dadurch bei den Atlantikflügen mehr Raum für Post und Fracht zu gewinnen. Das Starten mit dem Composite-System hat man anscheinend wieder auf- gegeben, da es doch nicht die Erwartungen erfüllt hat. Farman Viermotor 2231, Landflugzeug, umgebaut für die Air France für -Trans-Atlantikflüge, ausgerüstet mit luftdichten Kabinen für Stratosphärenilug, soll in Irland starten. Startbahn von Sachverständigen ungeeignet befunden, muß erst verstärkt werden. Intern. Flugrennen in Dinard, veranstaltet vom franz. Luftminister, findet am 28. August statt. Zugelassen Sportilugzeuge mit nicht mehr als 450 PS. USA.-Kriegsilugzeug- und Zubehör-Ausfuhr 1938 im 1. Halbiahr 37 Millionen Dollar (128%) mehr als im 1. Halbjahr 1937. Im Juni betrug allein die Ausfuhr 7953000 Dollar. Hauptbezieher sind Argentinien, Japan und China. Lockheed Aircraft Corporation Tochterfabrik für Produktion monatlich 15 bis 20 Flugzeuge errichtet. ur _ Elmira-Wettbewerb 1938 be- ze we (2 | richteten wir „Flugsport“ 38, S.439. I teren u Die Gesamtwertung mit einer Ge- oo g samtkilometerzahl von 1798 km (Späte erreichte beim diesijähri- gen Rhönwettbewerb in derselben Wettbewerbsdauer eine Gesamt- kilometerzahl von 2504 km) und 1456 Punkten gewann Peter Riedel vor dem Amerikaner Emil Le- hecka, der 1256 Punkte erreichte. Für seinen Zielstreckenflug nach ‘I Washington erhielt Peter Riedel einen 1000-$-Preis der National Fidoucery Council und die goldene LAKE _ONTARIO ı AM ÖÄ. _ eu = Ttica I a ut. use Knandaigun m yeif, 2 a _ 5 © et 8 a a e ® _—__Lesivester @ % Penn n “ x \ \ Wayland Er DE ) Bü, Paimted Pose _„Bihghamton _ y Bendix-Trophäe mit 500.— $ für f Eadien Mere_ ne & die größte Strecke; außerdem er- Mlansport{ } Wilke Barre Yo) N hielt er für die drittgrößte Höhe masport den A.-Felix-Dupont-Preis in Bronce. Der andere deutsche Ver- treter, Alfred Bayer, hatte Pech. In der ersten Hälfte des Wettbe- werbs machte er leichten Bruch, 1938 |PATENTSAMMLUNG des AN BandVil Nr. 25 u Inhalt: 661 595; 662 083, 132, 268, 269, 372, 426, 493, 621, 729; 663 051, 052 Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb (Gr. 3—24). b zz Pat. 662132 v. 10. 12. 35, veröff. 6. 7. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Metallener Flngzeugrumpf. Zeichnung ist Längsschnitt durch den Rumpf, sche- matisch. Schüsse a, deren vordere und hintere Kanten nach dem Rumpfinnern zu umgebogen sind, wechseln gemäß der Erfindung mit Schüssen b ab, deren glatte Vorder- und Hinterkanten die abgebogenen Kanten der benachbarten Schüsse a überlappen. Patentanspruch: Metallener Flugzeugrumpf mit in Schüssen aufge- bauter tragender Außenhaut und mit Spanten, die aus den Rändern der Schüsse geformt sind, dadurch ge- kennzeichnet, daß Rumpfschüsse, deren hintere und vordere Ränder nach dem Innern des Rumpfes zu ab- gebogen sind, von Rumpfschüssen überlappt sind, deren hintere und vordere Ränder glatt sind. b 3 Pat. 662268 v. 1. 7. 37, veröff. 10 8. 7. 38. Gothaer Waggonfabrik Akt.-Ges., Gotha*). Einsteigevorrichtung an Fingzeugen. Patentansprüche: 1. Einsteigevorrichtung an Flugzeugen, bei der ein herunterklappbarer Teil der Flügelhinterkante als Auf- tritt ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die mit einem Auftritt versehene Landeklappe durch zwangs- läufige Betätigung eines Hebelarmes, beispielsweise einer Armlehne (1) im Führerraum, über ihre normale steuerliche Verdrehbarkeit hinaus um so viel weiter verdreht werden kann, daß sie annähernd senkrecht zum Boden steht und als Treppenstufe benutzbar ist. 2. Einsteigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch 5) Walter Wundes, Gotha, ist als Erfinder benannt worden. Va N “ Iehssussst NONE EEE gekennzeichnet, daß zur Weiterdrehung der Lande- klappe (11) über ihre steuerliche Verdrehbarkeit hinaus eine an sich bekannte Federstoßstange dient, deren Federänschlag (18) durch die Bewegung des Hebel- armes (1) im Führerraum über einen Seilzug (3) im Stoßstangenzylinder (7) jeweils so weit verschiebbar ist, daß die Landeklappe (11) in die senkrechte Treppen- stellung und in ihre äußerste Steuerstellung zurück- gebracht werden kann. b 310 Pat. 662372 v. 5. 2. 37, veröff. 11. 7. 38. Dornier-Werke G. m.b.H,, Friedrichshafen a. B.*) In die Liegestellung verschieb- und klappbarer Fingzengführersitz. Der Sitz 1 ist mit einem Rahmen 2 fest verbun- den. Letzter führt sich auf Schienen 3. An dem Rah- men 2 ist bei 4 ein Gestänge 5 und dieses bei 6 an die eigentliche Schutzvorrichtung angelenkt. Die Schutzvorrichtung besteht aus einer Abdeckung 7, die an ihrem einen Ende bei 8 mittels Scharnier 9 an einem Bauteil 17, welcher im Rumpf unverrückbar fest anliegt, angelenkt ist. An ihrem anderen Ende ist die Abdeckung 7 durch ein Scharnier 10 mit der Abdeckung 11 verbunden. Die Abdeckung 11 ist mit einer klappbaren Verlängerung 12 versehen. Durch eine bei 18 angelenkte Stange 13 ist die Abdeckung ‚11 mit dem Gestänge 5 bei 14 verbunden. Bringt man den Sitz 1 in die strichpunktiert dargestellte Lage (in Richtung des Pfeiles P), so klappt die Schutzvorrich- tung, die zwangsläufig mit dem Rahmen 2 verbunden ist, auseinander und legt sich über das Fußhebel- werk 16. Patentanspruch: In die Liegestellung verschieb- und klappbarer Flugzeugführersitz, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem eigentlichen Sitz ein Schutz zwangsläufig ver- bunden ist, welcher sich über das Fußhebelwerk legt, wenn der Sitz in die Liegestellung gebracht wird. *) Richard Oßwald, Fischbach, ist als Erfinder be- nannt worden. b44 Pat. 662426 v. 24. 11. 34, veröft. 13. 7. 33. Hans James Schwade, Erfurt. Anftriebsvorrichtung an Flagzengen. Abb. 1 und 2 zeigen ein Strompumpenflugzeug nach der Erfindung, jedoch mit abgenommenen Saugdüsen- systemen. a Sternmotor, b Hauptturboluftpumpe (Kom- pressor oder Gebläse), c Strahldüsen. Bei der Motorenhaube k wird die Primärluft in Richtung I für die Hauptluftpumpe, das Gebläse b, angesaugt. Seite 106 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 25 bb. 3 zeigt die bereits bekannte Ausführung eines Querschnittes eines solchen Strompumpenflügels ohne Saugdüsensysteme, während Abb. 4und5 die Erfindung darstellen. f ist der Flügel, n der Querschnitt der Primärluftleitung e, o die abgesaugte Luft vor und über den Flächen, p sind die abströmenden Luftstrahlen. t in Abb. 4 und 5 sind die Leitflächen, die die angesaugte Luft zum Hauptstrom führen. Patentanspruch: Vorrichtung zur Vortriebs- und Auftriebserzeugung an Flugzeugen durch Gasstrahlen, die aus Düsen ober- halb des Vorderrandes der Tragfläche austreten und an der Oberseite der Fläche entlang strömen, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Strahlen zusätz- liche Saugleitflächen angeordnet sind, die Saugdüsen- systeme nach Art von Eiektoren bilden. b4 Pat. 662729 v. 3. 4. 32, veröff, 20. 08 7. 38. Zap Development Corporation, New York, V. St. A. Vorrichtung zur Er- höhung des Auftriebes von Flugzeugtragflügeln Um horizontale Hinterkanten und unter der Hinter- kante des Flügels angeordneten Achsen verschwenkbare Hilfsflügel sind bereits vorgeschlagen. Weiterhin ist es bekannt, die Wölbung der Unterfläche des Tragflügels mittels einer in Scharnieren beweglichen und einstell- baren Fläche, die aus der Unterfläche des Flügels herausbewegt werden kann, zu verändern. Bei allen diesen bekannten Einrichtungen liegen die Unterkanten der Ablenkfläche und die Hinterkanten des Tragflügels nicht untereinander. Die Vorrichtung gibt den Trag- flügeln einen sehr hohen Auftrieb nebst sehr kleiner Verschiebung ihres Druckmittelpunktes. Die Erfindung gestattet, die Luftzirkulation um den Flügel herum in mn der Weise zu ändern, daß die normale Menge der wirksamen Luftzirkulation vergrößert wird und über- dies sowohl während des Fluges als auch insbesondere während des Startens oder Landens geändert werden kann. Die Erfindung gestattet weiter, den Wirbelpunkt, welcher gewöhnlich bei hohen Anstellwinkeln auftritt, wesentlich zu verzögern und die Auftriebskurve all. mählich von ihrem Maximum absinken zu lassen, an- statt eines plötzlichen Abfalles, so daß die Gefahr des Abrutschens des Flugzeuges auf ein Minimum ver- ringert oder vermieden und die Möglichkeit des Ueber- schlagens vollständig ausgeschaltet wird. Die Unter- brechung des Luftstromes in Nähe der Hinterkante des -Tragflügels wird verhindert und die Strömungsver- hältnisse an der Oberseite des Flügels werden sehr stark verbessert. Nach Fig. 1 ist an einem Flügel 10 eine schweuk- bare starre Klappe 12 an der Hinterkante 11 des Flügels 10 angeordnet. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind besondere Mittel vorgesehen, um die Klappe 12 zu verschwenken. Hierzu verwendet man einen ge- bogenen Hebel 13, an welchem ein endloses Seil 14 befestigt ist, ähnlich der Art, wie Steuerflächen an Flugzeugen bewegt werden. Das Gelenk 15 kann in irgendeiner Art aufgebaut sein, iedoch ist im Aus- führungsbeispiel eine Form gewählt, die darin besteht, daß eine Stange 16 an der Hinterkante 17 des Flügels befestigt ist, während Teile 18 der Klappe 12 um die tange 16 herumgewunden sind. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur Erhöhung des Auftriebes von Flugzeugtragflügeln mittels einer Ablenk- und Stau- fläche an der Unterseite des Flügels, dadurch gekenn- zeichnet, daß eine an der Hinterkante des Flügels an- gelenkte Klappe (12) so weit verschwenkbar ist, daß in ausgeschwenkter Lage ihre Unterkante gerade unter der Hinterkante des Tragflügels liegt. ; 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Klappe in die Tragflügel versenkbar ist. b 4 Pat. 663051 v. 16. 7. 36, veröff. 28. 7. 09 38. Henschel Fiugzeug-Werke A.-G,, Schönefeld, Kr. Teltow. Binholmflügel mit verdrehsteifer beplankter Nase. Patentansprüche: 1. Einholmflügel mit verdrehsteifer beplankter Nase, bei der die Beplankungen an der Flügelober- und -unterseite über den Holm hinaus nach hinten ver- längert sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Beplan- kung unter Bildung eines nach hinten offenen Kastens eine für die Aufnahme der in oder entgegengesetzt der Flugrichtung wirkenden Kräfte geeignete Vergrößerung der Trägerhöhe in waagerechter Richtung bilden. Nr. 25 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 107 2. Einholmflügel nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß hinter dem Holm die Unterseite oder die Oberseite zu einem Anschlußpunkt auf der Ober- oder Unterseite zusammengezogen ist. b 16 ‚Pat 662 493 v. 18, 9. 35, veröff. 0 14. 7. 38. Fritz Faudi, Kronberz, Taunus. G@elenk für Stenerungsgestänge, Ins- besondere an Flugzeugen. Patentanspruch: Gelenk für Steuerungs- gestänge, insbesondere an Flugzeugen, bei dem einer der Gelenkteile am anderen Gelenkteil kugelig gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß die kugelige Gelenk- bolzenbüchse (6) des gabel- artigen Scharniergelenktei- les (1) im zweiten Gelenk- teil (2) durch Federringe (7, 8) gegen seitliche Ver- schiebung abgestützt ist. .Schraubenilugzeuge (Gr. 2530). b 950 Pat. 662 269 v. 27. 7. 35, veröff. 9. 7. 38. Kay Gyroplanes Litd., Edinburgh, Schottland. ‚Steil aufsteigfähiger Tragschranber. Die Erfindung ist vorzugsweise anwendbar auf Tragschrauber, bei welchen der Rotor unter der Ein- wirkung des Flugwindes selbstdrehend ist. Wie an sich bekannt, werden vor Beginn des Aufstieges die Flügel mit einem Einstellwinkel gleich Null oder mit einem negativen Einstellwinkel. ein- ‚gestellt und dann in Umlauf versetzt, z. B. dadurch, daß sie an den Antriebsmotor der Maschine angekup- pelt werden. Wenn der Führer glaubt, daß die Flügel- geschwindigkeit genügend hoch ist, um den erforder- lichen Auftrieb zu geben, so stellt er sie so ein, daß sie einen positiven Einstellwinkel haben, und erhöht dann die Geschwindigkeit der Zugschraube, worauf die Maschine hochsteigt. Bevor sie sich iedoch vom Boden abhebt, ist es nötig, den Rotor wieder von dem Antrieb abzuschalten, weil sonst, wenn der direkte Antrieb des Rotors andauert, das Drehmoment zwischen Motor und Rumpf den letzteren veranlassen würde, in der entgegengesetzten Richtung zum Rotor zu kreisen. Um diese notwendige Abschaltung zu be- wirken, ist es bisher üblich gewesen, eine Steuerung vorzusehen, mittels der der Führer den Rotorantrieb nach seinem Willen ein- und ausschalten kann. Es ist auch bereits ein Sprungstarttragschrauber bekannt, bei welchem die Veränderung des Einstell- winkels der Flügel nicht überwacht werden kann, bei welchem vielmehr die Einstellwinkelveränderung ab- hängig ist von der Umlaufsgeschwindigkeit des Ro- tors. Hat der letztere in Verbindung mit dem An- triebsmotor die erforderliche Umlaufsgeschwindigkeit erreicht und wird dann die Verbindung mit dem Motor unterbrochen, so kommt eine Veränderung des Ein- stellwinkels der vorher auf Null oder auf einen nega- tiven Winkel eingestellt gewesenen Flügel nach dem Trägheitsgesetz selbsttätig dadurch zustande, daß der Flügelholm sich um einen Zapfen nach rückwärts dreht, wodurch der Einstellwinkel vergrößert wird. Die Veränderung des Einstellwinkels ist bei dieser vorveröffentlichten Bauweise nicht steuerbar und ent- zieht sich völlig der Beeinflussung durch den Führer. Da die Veränderung des Einstellwinkels völlig ab- hängig von der den Flügeln vorher durch den Vor- m _ . TS SHE ss EEE EEE: >>> 2 9 18 17a triebsmotor gegebenen Umlaufgeschwindigkeit ist, so: entsteht unmittelbar nach Abschaltung des Antriebes: infolge des dadurch bedingten plötzlichen Ueberganges zu einem positiven Einstellwinkel ein sprunghafter Abhub des Flugzeuges. Patentansprüche: 1. Steil aufsteigfähiger Tragschrauber mit einstell- baren und vor dem Abflug mittels des kuppelbaren Vortriebsmotors in hohe Umlaufzahl zu versetzenden. Rotorflügeln, gekennzeichnet durch eine an die Steue- rung für die Winkeleinstellung der Rotorflügel an- geschlossene Einrichtung, die die Kupplung selbsttätig abschaltet, wenn der handgesteuerte Flügeleinstell- winkel auf dem Wege durch die Null- zur Größt- einstellung eine regelbare Größe überschreitet. 2. Tragschrauber nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Kupplungshebel (17A) vermittels. eines Zahnbogens (20) und einer mit einer Nase (26) um einen Stützpunkt der Stange (25) schwenkbaren, den Kupplungshebel (17A) in der Kupplungsstellung‘ sperrenden Klinke (21) kraftschlüssie mit einer gleit- bar gelagerten, an das Einstellwinkelsteuergestänge angeschlossenen Stange (25) verbunden ist und die Abschaltung der Kupplung in einer einstellbaren Stel- lung dieser Stange (25) zwangsläufig erfolgt, wenn nach einer gewissen Längenverschiebung der letzteren ein Stangenausschnitt (27) in den Bereich der Klinken- stütznase (26) gelangt, 3. Tragschrauber nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gleitbar auf einem Schwenkzapfen (22) gelagerte und unter der Einwir- kung einer Feder (24) im Bereich des Zahnbogens (20) in Stellung gehaltene Sperrklinke (21) bei Bruch dieser Feder selbsttätig sowohl aus dem Wirkungs- bereich des Zahnbogens (20) als auch aus dem der Schieberstange (25) gelangt. Seite 108 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 25 b25 e Pat. 662621 v. 24. 7. 35, veröfi. 03 8. 7. 38. Raoul Hafner, Wien, u. Audrey Gretchen Coats, geb. Wilmot, London. Steilschrauberflügel. Patentanspruch: Steilschrauberflügel mit einer drehelastischen, auf einen vorbestimmten Einstellwinkel abgestimmten Stahl- stange nach Patent 630 238, gekennzeichnet durch eine an sich bekannte einstellbare Verriegelung an den Ge- windeverbindungen der Stahlstange mit der Nabe bzw. der Flügelspitze. Triebwerk (Gr. 12—25). c 121 Pat. 662083 v. 9. 2. 35, veröff. 7.7.38. Dornier-Werke G. m.b.H,, Friedrichshafen a. B.”) Vorrichtung zum Be- wegen von Klappen an Kühllufthauben, insbe- sondere von Fingzeng-Sternmotoren. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Bewegen von Klappen, die zum Regeln der Kühlluftzu- oder -ableitung bei durch Hau- ben oder Ringe umkleideten Motoren, insbesondere Flugzeugsternmotoren, dienen, mittels durch Luft oder Flüssigkeit aufblähbare Hohlkörper, dadurch gekenn- zeichnet, daß zum gleichzeitigen Bewegen mehrerer Klappen ein unter oder über den Klappen hindurchge- führter schlauchförmiger Hohlkörper angeordnet ist. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1 mit mindestens “zwei Klappensätzen, von denen der eine Satz durch Aufblähen der Hohlkörper, der andere gleichzeitig durch Entleeren der Hohlkörper bewegt wird, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Leitungen von den Hohlkörpern des einen Klappensatzes an dem einen Ende eines Arbeitszylinders angeschlossen sind, in dem ein doppelt wirkender Kolben vorhanden ist, die zu den Hohl- körpern des anderen Klappensatzes gehörenden Lei- tungen an dem anderen Ende des gleichen Arbeits- zylinders angeschlossen sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Hans Keitel, Friedrichs- hafen a. B. Pat. 663052 v. 13. 1. 34, veröft. c 1501 28. 7. 38. Siemens Apparate und Maschinen G. m. b. H., Berlin”). Einrich- tung zur Freigabe von Flüssigkeiten, 2. B. Ver- nebelungsflüssigkeiten. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Freigabe von Flüssigkeiten, z.B. zu Pat. 662 083 Abb. 1. 5 ?} zu Pat. 662 621 NIASSISSHIHIISFN AU LIIRTZZEL ISIN III = Vernebelungsflüssigkeiten, vom Luftfahrzeug aus, bei der die Oeffnungen des Flüssigkeitsgefäßes und der etwa ihm zugeordneten Druckflasche von der Luitfahr- zeugkabine aus fernbedienbar sind, dadurch gekenn- zeichnet, daß dem Auslaufventil des Flüssigkeitsgefäßes (1) und dem Handbedienungsorgan (4c) zur Oeffnung eines Vorventils (4d) der Druckflasche (4) je eine aus Schaltorgan (10, 11 bzw. 13) und Signal (12) be- stehende Einrichtung zur Meldung der Offenstellung beider Ventile zugeordnet ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die dem Auslaufventil des Flüssigkeits- gefäßes (1) zugeordnete Vorrichtung (10, 11) mit der dem Vorventil (4d) der Druckflasche zugeordneten Vorrichtung in Reihe liegt und beide auf ein gemein- sames Schauzeichen o. dgl. arbeiten, so daß dieses erst beim Oeffnen des Auslaufventils und des Vor- ventils betätigt wird. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder ange- geben worden: Franz Fanselow, Berlin-Mariendorf. Cc 131 Pat. 661595 v. 8. 8. 35, veröff. 22. 6. 38. Dornier-Werke G. m. b. H., Friedrichshafen, Bodensee‘). Vor- richtung zum Verhüten ungewollter Stellbewe- gungen bei hydraulischen Fernbetätigungsein- richtungen an Bord von Luftfahrzeugen. Patentanspruch: Vorrichtung zum Verhüten ungewollter Stellbewe- gungen bei hydraulischen Fernbetätigungseinrichtungen, die aus einem an Bord von Luftfahrzeugen befind- lichen zweizylindrigen Impulsgeber- und einem zwei- zylindrigen Impulsempfängergerät besteht, insbeson- dere zum Bedienen des Triebwerkes oder der Steuerung, dadurch gekennzeichnet, daß senkrecht zu den als Zahnstangen ausgebildeten, gemeinsam von einem Zahnrad angetriebenen parallelen Kolbenstangen beider oder eines der genannten Geräte Bremsbolzen ange- ordnet sind, die unter einstellbarem, in Richtung auf das Antriebszahnrad wirkenden Federdruck stehen und deren innere Enden als Führungen der primatischen Zahnstangenrücken ausgebildet sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Hans Keitel, Friedrichs- hafen, Bodensee. zu Pat. 661 595 zu Pat. 663 052 44 AR Fıg. r S SER RRRRU © VDEDERTRZÄZZZEEZIZZER ELTLLLIILHLLLEEILDLIDEE IIISCTTN ES N Gr, 43 un 7 Abbe Pat.-Samml. Nr.25 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 17, am 17.8. 1938 veröffentlicht. | Nr. 17/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 463 ‚June 25-July 10, 1938. TO. LOOMIS PHo NATIONAL SOARING CONTEST LMIRA,N.Y. konnte sich aber trotzdem auf dem siebten Platz behaupten. — Am Wettbewerb nahmen 22 Hochleistungsmaschinen und 54 Flugzeugführer teil. 13 Std. 27 Min. segelte H. O. Pick auf Grunau Baby in Sutton Bank am 31.7. Damit wurde die engl. Höchstleistung im Dauer-Segelflug, die Neilan vor 3 Jahren aufstellte, um 20 Min. überboten. Tschechoslow. Verkehrsflugzeug Prag—Straßburg— Paris stieß im Nebel gegen den Buchwalder Kopf in der Nähe von Offenburg. 16 Insassen kamen ums Leben. Japan besitzt 6 Flugzeugmutterschiffe: „Ryuzyo‘“, „Kaga“, „Hosyo“, „Akagi“ und 2 ‚Soryu“. u Potez 63 Kampfdreisitzer, Serienfabrikation in dem Werk Me& s , &aulte (Somme), Spannweite 16 m, Länge 10,9 m, Höhe 3 m, Leergewicht 2450 kg, Fluggewicht 3640 kg, Höchstgeschwindigkeit 500 km, Motoren Hispano-Suiza 14 Hbs. (Vgl. Typenbeschreibung „Flugsport“ 1936, Nr. 23, S. 570.) Weltbild ud Seite 464 „FELUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 Südafrikanisches Luitrennen Durban—Bethlehem—Bloemfontain—Kimberley — Johannesburg und zurück nach Durban am 23. 7. nahmen 19° Maschinen teil. Sieger Mr. J. J. Oosthuizen auf Hornet Moth. Ungar. Presseilugzeug am 10. 8. während des internat. Fliegertreffens mit 12 Insassen bei Debreczen verunglückt. (Nun erst recht! Weiterfliegen!) Abessinien-Fluglinien für Post- und Privatverkehr zwischen den Hafen- plätzen und dem Innern sollen von einer neugegründeten Gesellschaft: für Flug- transporte (erhält keine staatlichen Subventionen) in Ostafrika betrieben werden: 2 Fluglinien Addis Abeba in nördlicher Richtung über Dessie—Gondar—Asmara nach Massaua und Addis Abeba, in nordöstlicher Richtung nach Diredaua und Assab, sollen bereits im Oktober beflogen werden. Eine 3. Linie führt über eine Rundstrecke von Addis Abeba über Lekempti—Gambela (oder Dembidollo), Gore —-Gimma, zurück nach Addis Abeba. Sf -FLUGSP \best ed \ IIM ih et — Hm, Elmira-Wettbewerb USA. Irvington, N. J., den 25. 7. 1938. Ueber den Ausgang des diesjährigen Segelflug-Wettbewerbes in Elmira wird der „Flugsport“ sicher die offiziellen Berichte bereits erhalten haben. Die Begeisterung für den Segelflug hier ist leider nicht so groß wie in Deutschland, wo der Segelflug entstanden ist. Segelflugpiloten in USA. leiden unter chronischem Geldmangel. Es ist schwer, die Rücktransportkosten, die außer- ordentlich hoch sind, aufzubringen. Nachstehend einiges über verschiedene am Elmira-Wettbewerb teilgenommene Maschinen: Stanley Hochleistungssegelilugzeug . zeigte viele Neuerungen. Ganzmetallrumpf, einziehbares Fahrwerk, Holzflügel, sehr schneller Aufbau. Die Maschine zeigte gleich bei den ersten Flügen ganz außerordentlich gute Leistungen, mußte leider zu früh aus dem Wettbewerb aus- scheiden, da ein Andenkenjäger das Höhensteuer mitgenommen hatte. Cinema, von Corcoran entworfen, gebaut und geflogen, ist uns vom letzten: Jahre bekannt, hat viel geflogen, aber keine außerordentlichen Leistungen gezeigt. Dieses Jahr hat uns Corcoran überrascht. Wie die Bilder zeigen, ist es eine verhältnismäßig einfache Konstruktion, die in die Klasse der Uebungssegler gehört. „Baby Albatroß“ von Bowlus wurde zum erstenmal vorgeführt und brachte gute Leistungen. Auch Vom Elmira-Wettbewerb. Verkleidung der „Cinema“. Rechts: Corcoran. Bild: Archiv Flugsport Nr. 17/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 465 diese Maschine zeigte verschiedene Neuerungen. Vor allem hat der Hersteller versucht, eine Maschine zu bauen, die bei guter Leistung billig verkauft werden kann, was auch erreicht wurde. Der Preis in Baukastenform ist 385 Dollar. Alle Beschläge sind in Leichtmetall gegossen, der Leitwerksträger ist aus einem ge- zogenen Leichtmetallrohr hergestellt. Der Führer sitzt in einem Holzboot, Flügel einholmig und abgestrebt. Ein anderer Neubau ist die Hochleistungsmaschine von Roß. Diese zweite Maschine wurde etwas verstärkt und steht den deutschen Maschinen an Erscheinung und Leistung nicht nach. Der Gummiseil- und Autostart wurde dieses Jahr durch Windenstart ersetzt, und nur, wenn es unmöglich war, „Anschluß“ zu bekommen, wurde Flugzeug- schlepp angewendet. Der Windenschlepp in USA. wurde beim Aero-Club Albatroß von dessen Präsidenten Gustav Scheurer nach den ersten Versuchen 1931 eingeführt. Es war schwer, die führenden Leute des ACA. von der Windenmethode zu überzeugen, und erst 1936 wurde beim nationalen Wettbewerb in Elmira der Windenschlepp vorgeführt. Scheurer verwendet statt Drahtseil Hanfseil von °/ıs Zoll. Vorteile: Große Sichtbarkeit des Seiles, ferner leicht zu schneiden und elastisch beim Schleppen. Vom Elmira-W.ettbewerb. Von oben nach unten: Cinema, Entwurf Corcoran. Flgz.-Führ. Corcoran.: Entfernüngsflüge: 330, 300 u. 214 km. Bowlus-Uebungssegler. Flgz.-Führ. Jack: O’Meara. Prof. Franklin mit Fahne. Ross-Segelflugzeug. Ziel- flug nach Washington D. C. 350 km von Stanley. Riedels Kranich in Elmira. Riedel, Grönhoff, Peters, Kamp, Scheurer, Rörig. Bilder: Archiv Flugsport Seite 466 „FLUGSPORT“ Nr. 17/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ In Ausübung seines Dienstes starb den Fliegertod unser Kamerad Wolfgang Schulz cand. mach. Tief erschüttert von dem schweren Verlust für unsere studentische Gruppe sind wir, die mit ihm in Gemeinschaft lebten, arbeiteten und flogen. Als Kamerad und Freund, der sich bei allen ganz besonderer Wertschätzung erfreute, hat Wolfgang Schulz sich mit seinem ganzen wissenschaftlichen und fliegerischen Können restlos für unser großes und ernstes Ziel eingesetzt. Wir werden ihn und seine erfolgreiche Arbeit niemals vergessen, Intern. Modellilug - Wettbewerb Antwerpen 7. 8. Sieger Schweden mit 23 Min. 31 Sek., 2. Frankreich mit 15 N 3 Sek. 3. USA. mit 14 Min, Wir werden weiter fliegen! 45 Sek. Die Kameraden der flugtechnischen Fachgruppe an der Technischen Hochschule Hannover bei der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Intern. Wakefield Modell-Wett- bewerb, 31. 7., fand statt in Guyan- court (Paris) auf dem Flugplatz von Caudron-Renault. Vertreten waren 14 Länder mit 80 Modellen: Amerika, Australien, Belgien, Canada, Deutsch- land, England, Frankreich, Holland, Norwegen, Polen, Schweden, die Schweiz, Süd-Afrika und die Tsche- choslowakei. Das Wetter war gün- stig, schwacher Wind, starke Sonnen- einstrahlung, für die Modelle mit . Gummimotor. Sieger wurde der Amerikaner James Cahill mit 32 Mın. Er erhielt den Wakefield-Pokal. Zweiter der Franzose Bougeret mit 6 Min. 58 Sek., Dritter Erich Klose (Deutschland) 6 Min. 15 Sek., Vierter Gunnar Magnusson (Schweden) 6 Min. 7 Sek. OportllUOZEUDVEFITELUNG Segelflug- Hauptlehrer Österr. 27 Jahre alt, ledig, arisch, reiche Aus- amtlicher Sachverständiger mit Schleppergenehmigung, sucht entsprechende Stellung. Ange- bote unter Nr. 3969 an Verlag landserfahrung, Flugzeugführerschein A 2, Auto- führerschein, gutes technisches und kaufmänn. Wissen. Perfekt Englisch, Französisch, gute talienische und spanische Sprachkenntnisse, des „Flugsport“. sucht Sportflugzeug-Vertretung Auf der Höhe fliegerischen Könnens und Erfolges wurde uns Werner Blech, stud. ing. durch den Fliegertod entrissen. Durch seinen unvergleichlichen Einsatj, seine Opferbereitschaft und seine Kame- radschaft ist er uns als Flieger, als Forscher, als Kamerad und Freund ein Vorbild. Er wird uns allen unvergeßlich bleiben. Gebrüder Horten und seine Kameraden. INGENIEURSCHULE BE MASCHINENBAU . ELEKTRO- TECHNIK . AUTOMOBIL- UND FLUGZEUGBAU. PROSPEKT ANFORDERN EIMAR, Wir haben abzugeben: FieselerR5 Navigationsgeräte " " SEMESTERBEGINN: APRIL UND OKTOBER für oderals Verkaufs-Repräsentantfür das Baujahr 1933, 450 Flugstunden, zuge- EIGENE WERKSTÄTTEN . In- und Ausland. Zuschriften unter: „Repräsen- lassen, RM 3600.— ; Fi tativ 6275“ an Kratz-Anzeigen, Innsbruck. Eigenkonstruktion , ugzeuge Birken-Flugzeug: $Sperrholzplatten und Kobold Junger Kaufmann, Sportflieger, „CAWIT |} " sucht einsitziger Tiefdecker mit 20 PS luft deutsches Fabrikat Luftschiffe IE Dee u... un gekühltem JLO-Motor, 120 km Reise- hei ers den un ie FIRE TER BER, ualitäten: AVIATIC, ZIAL, . geschwindigkeit, 20 Flugstunden, nus GLEITFLUG in allen Stärken von | y für Platzflüge zugelassen, Reiseflug- 0,4-8 mm liefert prompt ab Lager KALTLEIM he te derer KALTLEIM- INDUSTRIE» CERTUS«G, M.B.H. BERLIN W. 35, POT MERSTR72 mögl. Luftfahrtunternehmen, mit 100-200000 RM. Angebote unter 3962 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt-M., Hindenburgplatz 8, erbeten. erlaubnis auf besonderen Antrag bei P. f. L., RM 2100.—. Beide Maschinen sind in einwand- freien, flugklarem Zustand und werden ohne Zuschlag auf dem Luftwege nach jedem deutschen Flughafen überführt F.H. Schule G.m.b.H., Hamburg 26 Georg Herte Berlin-Charlottenburg Kaiser Friedrich-Straße 24 Fernspr.-Sammelnummer: 34 5841 Telgr.-Adr.: Pliegerhölzer Berlin I] Ludolph Bremerhaven | 1 1 | GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. f \ 1) q Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro "/ı Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen. nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 18 3l. August 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 14. September 1938 Neue Ziele. Die Fliegerei ist das interessanteste was es gibt. Auf keinem Ge- biete gibt es soviel Entwicklungsmöglichkeiten wie im Flugwesen. Fortgesetzt entdeckt man neue Ziele am Horizont, oft verschwommen und kaum erreichbar. Alles, was in der Welt sich in der Fliegerei betätigt, sucht mit bestem Wissen und Willen, das Ziel zu erreichen. Ein edler Wettstreit, an dem die ganze Welt beteiligt ist, und zu dem eben als Wettbewerbsgeelände der Luftraum unserer kleinen Erde gehört. Das reellste Ziel zur Zeit scheint der Atlantikflugverkehr zu sein. Zur Zeit ist Deutschland mit dem „Condor“ Favorit. Es scheint, daß in Deutschland Leistungen mit Flugbooten in Vorbereitung sind. Ueberall in der Welt — England, Frankreich, Italien, USA — wer- den in aller Stille Vorbereitungen getroffen. Und das Ozean-Flug- problem wird eines Tages gelöst sein. Man fliegt bequem in 15 Stunden nach USA — Und was dann? Man wird neue Ziele am Horizont suchen. — — Segelflugzeug AFH 4. Das Flugzeug wurde von der Flugtechnischen Fachgruppe an der Technischen Hochschule Hannover gebaut. Der Entwurf und die kon- struktive Durchbildung stammen von Eppmann und Vollmer. Mit der AFH4 sollte ein Flugzeug mit möglichst großer Geschwindigkeits- spanne geschaffen werden. Beim Entwurf wurde Wert geleert auf hohe Reisegeschwindigkeit und gute Wendigkeit. Die Maschine wurde als freitragender Mitteldecker mit einem abgeänderten Fowlerflügel ausgeführt. Der elliptische Flügel mit Knick in Halbspannweite besitzt nega- tive Pieilform von 2,5°, Profil durchgehend 23012, am Anschluß auf 13% verdickt. Die beiden Flügelhälften werden mit je 5 Bolzen am Rumpf befestigt. Der Holm aus TVBu 40 wurde aus Steifigkeitsgründen überdimensioniert, wodurch trotz der geringen Bauhöhe (max 10,6 cm) eine gute Biegesteifigkeit erreicht wurde (164 Schwingungen/min). Um den Geschwindigkeitsbereich noch mehr als in bisher üblichem Maße Diese Nummer enthält NACA-Bericht-Sammlung Nr. 7. Seite 468 „‚FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 u 15000 AFH 4 Segelflugzeug. 3750 Werkzeichnung Segelflugzeug AFH 4. Führerraum. In der unteren Abb. erkennt man auf Steuer- bordseite die Funkanlage und vorn in der Nase das von Schulz entwickelte neue Meßinstrument. Bilder: Flugsport nach unten zu erweitern, wurde die Ma- schine mit einer Landeklappe aus- gerüstet, die die Vorteile des Junkers- flügels und des Fowlerflügels verbindet. Die Klappe liegt im eingefahrenen Zu- stand im Flügelprofil und kann ähnlich einem Fowlerflügel ausgefahren werden, wodurch die Fläche um 14,490 vergrö- Bert wird. Im Gegensatz zum Fowler- flügel, bei dem zu jeder Ausfahrstellung ein bestimmter NHilfsflügelanstellwinkel gehört, kann bei vorliegender Konstruk- tion der Hilfsflügel in vollausgefahrenem Zustande wahlweise nach Art eines Jun- kersflüigels zwischen 5° und 40° an- gestellt werden. Dadurch ist es möglich, den mit dieser Hilfsflügelgröße erreich- baren Bestwert der Sinkgeschwindigkeit und der Geringstgeschwindigkeit (die nicht zusammenfallen) auszunützen. Bei weiterer Anstellung läßt sie sich zur Nr. 18/1938, Bd. 30 „TLUGSPORT"“ Seite 469 > >— > —_ —_ eingefahren I >—_ _ EN \ ‘_ ausgefähren I N u.arıgestellt I $ 1 / (Glelscheme RS Z - 4. __ —— n _ . __ IS Be es — , — un Segelflugzeug AFH 4. Fowlerflügelantrieb. | Zeichnung: Flugsnort Verschlechterung des Gleitwinkels (Gleitwinkelsteuerung) verwenden. Die gesamte Betätigung des Hilisflügels, Ausfahren sowie Anstellen, erfolgt mit einem Bedienungsgriff. Die Querruder können unabhängig vom Hilfsflügel um 10° nach unten getrimmt werden. Die Trimmung erfolgt durch Heben des Hinterendes des Torsionsrohres durch eine Spindel (siehe Skizze der Steuerung). Höhen- und Querrudersteue- rung in Kugellagern bzw. Gelenklagern gelagert. | Rumpf in Holzschalenbau mit eingestraakter Kufe, durch Tennis- bälle abgefedert. Die große Haube aus Plexiglas ergibt eine aus- gezeichnete Sicht, da praktisch keinerlei Verzerrungen oder Spiege- lungen auftreten. (Hersteller: Kopperschmidt & Söhne, Hamburg.) Das hochliegende Pendelhöhenruder wird mit einem Bolzen an einem in der Seitenflosse liegenden Träger befestigt. Antrieb durch Stoßstangen. Es ist mit vom Führersitz verstellbaren Flettnerrudern ausgerüstet. Das Seitenleitwerk ist als symmetrischer Doppelflügel ausgebildet, die Drehachse des Ruders liegt vor der Hinterkante der Flosse. Segelilugzeug AFH 4. Von links nach rechts: Fowlerflügel-Antrieb. Mitte: Fowler- flügel angestellt. Rechts: Querrudertrimmung. Unten: Fowlerflügel ausgefahren. Werkbilder Seite 470 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Höhensteuerschema, Querrudertrimmung. Unten Hinterende des Torsionsrohres. Links: Vordere Werkzeichnung Segelflugzeug AFH 4. Oben: rechts: Querrudertrimmung am Lagerung des Torsionsrohres. - Länge 6,50 m, Fläche 10 m” (11,4 m?), Seiten- om, Fluegewicht 263 kg, Flächenbelastung 26,3 2), "Gleitwinkel (rechn.) 1:33,6 bei 88 kmih, Sink- [sec bei 67 km/h ohne Fowlerflügel, 45 kmih. Spannweite verhält eh kg/m? (23 kgim schwindigrkeit (rechn.) 0,68 m b | ne Geringstgeschwindigkeit mit Fowlerflügel (erflogen) = Segelflugzeug AFH 4. Links: Rumpfschotte, Führersitz. Rechts: Seitenleitwerk. Höhen- und Bilder: Flugsport Nr. 18/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 471 Hochleistungssegelflugzeug FS 18. Zur Ergänzung unserer Veröffentlichung über das Hochleistungs- segelflugzeug FS 18 der Flugtechnischen Fachgruppe Stuttgart („Flug- sport“ 1938, S.452) bringen wir nachstehend noch eine Zusammen- stellungszeichnung (Abb. 1). In Abb. 2 ist das Einziehfahrwerk schema- tisch dargestellt, Abb. 3 einige Konstruktionseinzelheiten. Der wesentliche Vorteil dieses Fahrwerks ist, daß trotz geringer Kräfte nur ein sehr kleiner Weg zum Einfahren nötig ist. Durch Vor- drücken des an der rechten Bordwand angebrachten Handgriffes, der mit der Seilscheibe a Abb. 2. fest verbunden ist, wird über die Seil- scheibe b und die Torsionswelle f das Fahrwerkeingezogen; b sitzt auf der Tor- sionswelle fest und das Stabdreieck c, d, BE INERR re e ist mittels eines En Ankers mit der Seil- scheibe verschweißt (vgl. Abb. 3). Aus- rasten erfolgt durch leichten Druck mit dem Daumen auf den oben am Handgriff angebrachten Knopf. Die Abdeckbleche werden automatisch durch Stoßstangen angetrieben. Diese Stoßstangen sind an der vorderen Fahrwerkstrebe verstellbar angelenkt, = | Z N | SA so daß sich ein genaues Abdecken Porsiol hswelle oder evtl. nötiges Nachstellen leicht mia ermöglichen läßt. Sl] Schwierig, mit Rücksicht auf die zen EN in der Nähe der Befestigungsstelle lie- I gende Knickstelle des Flügels, war die 2 Ausbildung des Hauptbeschlages (vgl. Zain Abb. 4). Die Befestigungslaschen müs- ze sen die Krümmung des Holmes mit- 2. machen. Die großen Zuganker, die = Abb. 3. | Fahrgestell FS 18. H m ei Abb. 1. FS 18 Hochleistungs- Segelflugzeug. Zeichnung. (3) Flugport bew. Nr. 5 50 28 29 27 30 ‘ Wett- Flugzeng- Flug- Lande- vom 30. Juli 1938. bew. führer zeit ort _ - Flug- Lande- Strecke Höh.- Nr. . KH En zeit ort km Gew. 19 Nieland w ne! 32 Hütter 8 Tränkho Haase, E. G. 1055 Mihla 68 1390 45 Blessing 10° _ Tränkhof Schmidt, K. 15° Tränkhof 51 Habicht 15° Tränkhof Kraft 21’ Tränkhof 1200 16 Feuerrohr 7’ Tränkhof Beck 5040 anne 29 Beck ‚or Remsbach 10 üdhang i 1055 eustä Hakan “ 3014” Lichtenau 7 850 ” Se 2° BuchdenHilders ? 0477” Dippach 48 740 ; 012’ _ Motorplatz B Güssefeldt 1047 s p 4 6 11 Braeutigam 7012 otorplatz 30’ teinwan 026’ torplatz B Beh 30287” Treffurt 73 2010 ‚ an sr FR 8 ARE 2052’ Dankmarshausen 80 1370 1 re Mr 10/ Tränkhof Flinsch ı 4" Tränkhof VII Deeg/Döbler 2 Tran Müller, Kar R 12 Kühnold 2041 schwege Stoltzenburg 1m ne VII Jachtmann 30407 Eschwege Heidrich w ehr II Vergens/Trippke 6002’ Motorplatz B ; 19 rän T lbacher Kranke. 13’ Tränkhof \ Tauscher 5053’ Geisa Flakowski 4055’ RT 9 980 8 van Husen 5038’ Röhrigshof i 20° Tränkho ini 2026’ Rautenhan Blessing 0177 Eschwege 30 760 10 Steinig Mi Abtsroda Haase, A. 31 - : 9 Sauerbier Ruhnke n er 13 Steinert 30567 Eschwege Wünscher IV Romeis/Acker 3015 onka 1040 " Medicus 17’ Neustadt! Werra 137 0 12 Hieckmann 337 Motorplatz B Späte 5 Den bach 134 1000 43 Scheithauer 17’ Motorplatz B Opitz 5056 embac 44 Blech 4’ Motorplatz Peters son schwere so 2 Loose 2056’ Eschwege Garz ner Eu 120 42 Hieckmann E Moore B Ruthardt 760 9 Sauerbier 2022 schwege Weißenberger nr nee » 44 Blech 26’ Motorplatz , z F u Mrenberg 2025 Alien st 1460 en z Motornlatz B Minnie 4004 Neustädt 137 1090 44 Blech latz B Müller 57 Tränkhof 42 Hieckmann 35 Motor . Z i i ' eulbac Gumpert 2045’ Eschwege 80 3 Fick ker ar Ne Gierlich 20537? Wolfershausen 42 1070 14 Treu Seite 472 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Abb. 4. ——— bese ns SO Hauptbeschlag. = —— | ee Werkzeichnung > _ — GG j | gu unter Beschlagbledh aufpelastet sr N \ u 6 N (eifZ Toyanker . N AG | \ — = prlerer Boing CE, T LH — LT LT Hohlnieten bmm & la BE die me der Radialkräfte dienen, waren Notwendigkeit. Um lm Drücke auf die Anschlußbolzen zu yOrLingerm, Be überdimensionierte konische Einsatzstücke (vgl. die Zeic nung ver- wendet. Diese hohlen konischen Bolzen werden unter Vermitt ung yon Distanzbuchsen durch gut zugängliche Schrauben zusammengehalten. Tagesberichte vom Rhön-Segelflugwetibewerb. (Forts. v. S. 4 Strecke H km G 49 1938 AERONAUTICS REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR Nr.7 Flight Measurements of the Dynamic Long- itudinal Stability of Several Airplanes and a Correlation of the Measurements with Pilot’ Observations of Handling Charac- teristics. (Flagmessungen über die dynamische Längsstabilität verschiedener Fingzenge und Ver- gleich der Messungen mil den Beobachtnngen von Flugzengführern über Stenereigenschaften.) H. A. Soule, Rep. Nr. 578, 1936. 10 Cents. Acht Flugzeuge wurden mit festem und losem Ruder auf dynamische Stabilität bei Vollgas und Leerlauf untersucht. Die Zeit für eine Vollschwingung nimmt ınit der Fluggeschwindigkeit zu, sie lag bei 100 km/h zwischen 11 und 23 Sekunden, bei 160 km/h zwischen 23 und 64 Sekunden. Auf die Dämpfung hat die Geschwindigkeit kei- nen entscheidenden Einfluß. Die meisien Flugzeuge, die im Leerlauf stabil waren, wurden bei Vollgas unstabil. Die größte Dämpfung setzte den Ausschlag der Schwin- gung nach 9 Sekunden auf die Hälfte herab, entsprechend einer Halbwertszeit von etwa '/aA der Schwingungsdauer. Die Beurteilung der Eigenschaften der untersuchten Flug- zeuge durch zwei Piloten zeigten keine Uebereinstimmung mit den gemessenen Werten. Die Abbildungen zeigen Halbwerts- zeit und Schwingungsdauer mit festem Ru- der bei Vollgas und Leerlauf in Abhängig- keit von der Fluggeschwindigkeit. 60 50 _ N 540 z Y - - 5 | | LEMmS 3” For N Le - le DT \ Bea 20 La za 0-2H -----=- 10 FaAB-2— — -1-| NY-2 ——- ea We 1 ES ” II T4M-1 —--| | R 7 XBM-] —_——l{ IR 50 r2 55 U 2 v 40 / 773 ga FAZ SU I 4 < FREE) nn en a e E aQ ._ Z = < Eye BEN DR dt I TITAN 3820 u eu N >= v8 = EN - vs /0 >= &” IS [el 50 80 0 80 3% 100 10 120 130 Meon ındıcoted velocıfy, m.p.h. Stabilität bei Leerlauf. 80 7 un 5o Ka R 4 40 7 un S . “ r7 ı | _ T>— A 330 AL BE a N FF ER 820 Kir 17 7 O-2H mm — F4B-2— —-[ 170) A un Unsfable below F c2 Wa 138 |83mo.n-| |Tam-ı —--I | 60 T j T ABM -1 — — 4 N ll F-22 R R \N \, vd 50 - \ N sc ae | \ N oo u Ku EAN U a \ So 40 \ \ N N SEN ENWERER ER V nn x S \ \ N N a2 JO N TI OS SS N Dt »a 5 ; == Ü N RS SI N N 20 Sa 2 = = 5 I u2 \ EN U IS [70] gs RN [0 50 60 0 80 3 100 10 120 130 Mean ındıcafed velocity, m.p.h. A Study of the Two-Control Operation oi an Airplane. (Eine Stndie über die Bedie- nung eines Flugzenges durch zwei Stener.) R. T. Jones, Rep. Nr. 579, 1936. 10 Cents. Die rechnerische Untersuchung befaßt sich mit den Bewegungen eines Flugzeuges unter der Einwirkung von nur zwei Steuern. Es zeigt sich, daß der Nachteil der Zwei- Steuer-Bedienung nicht darin liegt, daß die Flugbahn des Flugzeuges relativ zur Erde nicht genau eingehalten werden kann, son- dern daß die unvollkommene Abstimmung der Drehbewegungen um die Hoch- und Längsachse seitliche Beschleunigungen und Seitenrutsch hervorruft. Es erscheint mög- lich, die Neigung dazu mit brauchbaren Mitteln soweit zu vermindern, daß sie nicht mehr störend in Erscheinung tritt. A Theorie for Primary Failure of Straight Centrally Loaded Columns. (Eine Theorie für den Knickbruch zentral belasteter gerader Stäbe.) E. E. Lundquist u. C. M. Fligg, Rep. Nr. 582, 1937. 15 Cents. Es werden Formeln abgeleitet und zu Schaubildern zusammengestellt, die die Be- rechnung gerader Stäbe mit über die ge- samte Länge konstantem Querschnitt und konstanter Druckbelastung gestatten. Die Beziehungen gelten für jede beliebige Aus- biegung oder Verdrehung bzw. Ueberlage- Seite 26 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 7 rung der beiden Verformungen. Aenderun- .gen des Querschnitts wie Ausknicken ein- zelner Profilteille usw. sind nicht berück- sichtigt. Measurements of Intensity and Scale oi Wind-Tunnel Turbulence and their Relation to the Critical Reynolds Numbers of Spheres. (Messungen von Stärke und Struktur der Tur- bulenz in Windkanälen und ihres Einflusses auf die kritische Reynolds-Zahl von Kugeln.) H. L. Dryden, G. B. Schubauer, W. C. Mock u. H. K. Skramstad, Rep. Nr. 581, 1937. 15 Cents. Die Untersuchungen erstreckten sich u. a. auf die Festlegung eines Größenmaß- stabes für die Turbulenz. Setzt man zwei Hitzedrahtinstrumente dicht nebeneinander 06 05 IE a0 04—\r The Rolling Friction of Several Airplane 03 x <Ä ge) 02 Bhsalı, 01 VI TZz ° v 0 20 80 120 160 aM 240 280 320 360 400 x und verändert man den Abstand der beiden Drähte, dann lassen sich aus der Verschie- denheit der Anzeigen Schlüsse auf die Ab- messungen der Wirbel ziehen. Die Arbeiten wurden in fünf Abschnitte unterteilt: 1. Mes- sung der Beziehung zwischen Geschwindig- keitsschwankung mit einem geänderten Hitzedrahtinstrument und Ableitung eines Längenmaßes für die Definition der Struk- tur der Turbulenz. 2. Messung der Stärke der Turbulenz und ihrer Abnahme mit zu- nehmendem Abstand von dem sie erzeugen- den Gitter. 3. Bestimmung der kritischen Reynoldsschen Zahl von Kugeln, wenn Stärke und Struktur der Turbulenz bekannt sind. 4. Durchführung einer Berechnung zur Ermittlung des Korrekturfaktors zur Be- rücksichtigung der Fehlanzeige des Hitze- drahtinstrumentes. 5. Klärung verschiedener untergeordneter Fragen hinsichtlich der Meßgeräte. Die Struktur der Turbulenz wird mit zu- nehmendem Abstand von dem Srhirm erö- ber, die Intensität nimmt logarithmisch ab. Die Größe der kritischen R-Zahl von Ku- geln hängt sowohl von der Stärke als auch von der Struktur der Turbulenz ab. Die Abbildungen zeigen die Abnahnie der Turbulenzstärke mit dem Abstand vo Gitter (M-Maschenweite des Gitters, Meß- punkte sind korrigiert) und die kritische R- Zahl in Abhängigkeit von der Stärke der Turbulenz für eine Kugel von 220 mm Durchmesser hinter Gittern verschiedener Maschenweite. Wheels and Tyres and the Eiiect of Rolling Friction on Take-off. (Rollreibung verschie- dener Fiugzeugreifen und -räder und der Ein- fluß der Reibung anf den Start.) J. W. Wetmore, Rep. Nr. 583, 1937. 10 Cents. Eine Reihe von Laufrädern wurden an einem zweirädrigen Karren angebracht und von einem Lastwagen geschleppt. Mit je- dem Radpaar wurden Messungen mit ver- schiedener Belastung und mehreren TInnen- drücken durchgeführt. Gleichzeitig wurden Vergleichsmessungen zwischen Rollen- und Gleitlagern vorgenommen. Ergebnisse: Der Reibungsbeiwert liegt auf einer festen Rollbahn zwischen 0,009 und 0,035, auf festem Rasen zwischen 0,023 und 0,054, auf weichem Rasen, wo nur Hoch- druckreifen versucht wurden, zwischen 0,064 und 0,077. Den größten Einfluß auf den Rollwiderstand besitzt die Bodenbeschafren- heit. Auf harter Rollbahn und auf festem Rasen ist die Reibung für Hochdruckreifen am geringsten, für Mitteldruck etwas höher und für Niederdruckreifen am höchsten. Die Aenderung der Reibungswerte mit der Rad- belastung und mit dem Innendruck ist zien- lich gering. Gleitlager erhöhen den Rell- widerstand merklich gegenüber Wälzlager Für die Berechnung der Startstrecke genügt es im allgemeinen, entsprechend der Boden- beschaffenheit einen konstanten Reibbeiwert anzunehmen, die übrigen Faktoren brauchen nur bei besonders genauen Rechnungen DC rücksichtigt zu werden. Die Abbildungel zeigen das Versuchsgerät und den Einfluß des Beiwertes der Bodenreibung auf die 05 % III] | \5"mesh \ .O4 > - ne — Fa 8.55"sphere ® .03 Sr x Sd l: U 02 BNG N RSIL Startstrecke für zwei Flugzeuge (bei net- zeitlichen, hochbelasteten Flugzeugen äußert erır 13 21 23 25 27 sich eine geringe Zunahme des Beiwertes Nr. 7 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSFORT Seite 27 - | Moderately loaded airplane | Wing loading = 12.7 1b./sq. ft. 62 Aym2 Power loading = 10.0 1b./hp. - 45rs —-ı Ground run 9) = 325 ft. 760 m S | I mmHeaväly loaded airplane _ — ing loading = 19.0 1p./sq. ft.93 gm? Power loading =15.01b./hp. g4 Tas Ground run(u=0)=1340ft. _ 40 S [»,} IS} Increase in take-off ground run, percent a (®] 27] D P2 30 a7 4 P4 20 _ r 7 \ S \S} r _-..1—7 > - [0] .0/ .02 .03 .04, .05 .06 .07 .08 .09 Rolling- friction coefficienrt, a in einer beträchtlichen Verschlechterung des Startes). Strength of Welded Aircraft Joints. (Festigkeit geschweißter Fingzeugknotenstücke.) W. C. Brueggemann, Rep. Nr. 584, 1937. 15 Cents. Als Erweiterung der in Report Nr. 348 veröffentlichten Versuche wurden eine grö- Bere Anzahl von Knotenstücken aus Roh- ren nach verschiedenen Verfahren ge- schweißt und auf Festigkeit geprüft. Für die Prüfung der Güte der Schweißnaht er- wies sich das magnetische Verfahren mit der Aufbringung von Eisenpulver als sehr geeignet (vgl. „Flugsport“ 1937, S. 160). Für T-Stücke und Knoten mit mehreren in einer Ebene liegenden Rohren erwies sich hin- sichtlich Festigkeit, Gewicht und Arbeits- zeit die Versteifung durch ein eingeschweiß- tes, im ersten Falle T-förmiges Blechstück als allen anderen Arten der Aussteifung überlegen. Beim Schweißen dünnwandiger Rohre aus Chrom-Molybdän-Stahl konnte nur durch Anwendung des „carburizing flux“-Verfahrens Rißbildung vermieden wer- den. (Bei diesem Verfahren wird mit Aze- tylenüberschuß gearbeitet, die Flammen- hülle wird etwa 2- bis 2,5mal so lang wie der Kern eingestellt. Zugesetzt wird ein - Draht mit 0,1770 C, 1,02/0 Mn, 0,02% P, Seite 28 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT . : ü 2 2 ® 0,024%/0 S, 0,380 Si, geschweißt wird bei geringen Wandstärken rückwärts, d. h. der Brenner wird entgegen der Flammenrich- tung bewegt. Die kohlenstoffreiche Atmo- sphäre ergibt eine Aufkohlung der Stahl- oberfläche mit entsprechender Erniedrigung des Schmelzpunktes. Es bildet sich also eine dünne, flüssige Haut auf dem Rohr, und das Grundmaterial braucht nicht so weit erhitzt zu werden wie sonst). Die Festigkeit von Verbindungen aus Rohren extrem dünner Wandstärke ist wegen der örtlichen Aus- beulungsgefahr etwas niedriger als bei dick- wandigen Rohren. Ein entscheidender Einfluß der Brenner- konstruktion auf die Güte der Schweißnaht und auf die Arbeitszeit konnte nicht fest- gestellt werden. Die Abbildungen zeigen eine Prüfeinrichtung für T-Stücke, Bruch- bilder von T-Stücken mit verschiedenen Aussteifungen und die vier typischen Bruch- formen bei stumpfgeschweißten Rohren. Fuel Spray and Flame Formation in a Com- pression-Ignition Engine Employing Air Flow. (Brennstoffstrahl und Flammenbildung in einem Dieselmotor mit starker Wirbelung.) A. M. Rothrock u. C. D. Waldron, Rep. Nr. 588, 1937. 10 Cents. An einem Versuchsdieselmotor mit fla- chem, senkrechtstehendem Verbrennungs- raum wurde der Einfluß einer ausgeprägten Wirbelung auf die Verteilung des Brenn- stoffstrahles bei verschiedenen Einspritz- düsen festgestellt. Mit mehreren Verdrän- geraufsätzen auf dem Kolbenboden wurde Leistung und Verbrauch bei verschiedenen Mischungsverhältnissen zwischen Luft und Brennstoff gemessen, weiter wurde die Flammenausbreitung auf einem Filmstreifen mit 2200 Bildern je Sekunde festgehalten. Ergebnisse: Der aus einer einfachen Düse mit einer einzigen Oeffnung austre- tende Brennstoffstrahl wird bei Luftge- schwindigkeiten von 120 m/sec nicht zer- stört. Er wird iedoch abgelenkt und in seinem äußeren Teil weggeblasen. Bei ma- gerem Mischungsverhältnis ist der Einfluß des Luftstrahles größer. Bei an sich schlech- ter Verteilung des Brennstoffes durch die Nr. 18/1938, Bd. 30 „TLUGSPORT“ Seite 473 m. Flugzeug- Flug- Lande- öh.- 7 nezen „us ande Sirecke Höh. Wett- Flugzeug-- Flug- : Lande- Strecke ‚x/60 m | : m ew. . Rev. führer. . zeit - ort km j Indicared ® Pi T. N >? ndicare | Kühnold 1025’ Lengers 42 920 4 Müller, Karl 15° ° Tränkhof S / _ = —] Döbler 3° Untersuhl 51 730 24 Weimer 2207 K h ”,2 ‚|_o° Schmidt 5006° .Nordhang Waku 240 . ” erzenhausen 41 RL [6] 7 w; En Müller, Karl 10337 Röhrder u 91 380 13 Steinert 30’ Motorplatz 5 £ u +-t , Stoltzenb 0527 50 26 Franke 25° _ Motorplatz R Bz Tr oltzenburg 252 Rotenburg 55 1330 23 Held 203’ _ Wirtheim 57 Nu A -" | c/eor exhoust - Kraft 5007’ Motorplatz B 240 1000 ü ü * Ss 80 — Franke 2002’ Unkerod 92 Mütter 90537 Würzburg 19 5 a nkeroda 50 2 Loose 2023’ Gelnhau * N Wünscher 2020’ sen ” n Blessing ar retten 53 710 51 Habicht 5027’ Dattenfeld 172 3 y4 Heidrich io SM Hi 49 Medicus 36527 Würzburg . 119* HN # Weimer 2005’ Dipach >> Domper 33 Vrürzburg u N Ruhnke Sog / uhr 48 21 Opitz 3019 Wertheim 134* 5 roßmer 49 6 Lemm 20197 A N Garz 321 - 9 uerbach 39 ) Fiedle ko 54 Gartz 30237 Diez 138 \ zz | | > en \ Ze ot 61 1040 45 Blessing 7’ Tränkhof EN IN mp ränkho 55 Gumpert 036’ N SS‘ Heidrich 1035’ Gerstungen 53 920 1 nn 5736 Ansbach 142 DD .N Pom 0987 Ruhnke 20° Tränkhof Combusftion chamber Nicland az Bun R en “ Späte w Motorplatz > Mieckmann # schwege 120 800 II Vergens/Trippke 5’ Motorplatz x Motorplatz B VII Jachtma N lech ' an/ Mi _ | Bl 7 Motorplatz B Streletzki 9’ Motorplatz & — Wr or Flow (diepiocen) | Hütter 2002’ Oetmannshausen 73 890 VII Jachtmann/ Sg o cır flow (dısplocer removed) Blessing 10’ Tränkhof Streletzki 57 Motorplat £ | Habicht 3’ Tränkhof VII Jachtmann/ nn S L Blessing 1005’ Eiberfeld 27 1230 i & Na _ | Brake Feuerrohr 8 Motorplatz B Streletzki war Rasdorf 24 5, SE > j II Vergens/Tripke 5/ I. Habicht 457 Motorplatz < | BEBES= Indicoted v T Motorplatz B 17 Müller 2035’ Etterwinden 51 | _ot- out i ! ° | Versens] rippke oaar Notornlatz B I Mudin/Liese 7’ Motorplatz E Küh erstungen 54 620 20 Gierlich 5’ Motorplatz ühnold 3048’ Waku 120 1220 i [0] [27] r 20 3.0 40x10 Flinsch 28’ Waku 12 and 30207 Kassel 140 ve/ quontity, Ib. yoycle Jachtmann 5 eters 2040’ S i till . 197 pringstille 46 Düse verbessert die Luftwirbelung die Aus- Flinsch 10157 VI Diehl/Holzbaur 12” Motorplatz breitung der Flamme. Bei guter Verteilung Ruthardt 103° _ Hamrode 3 Hr mu Dee Döbie auor at zeigt das Flammenbild keine wesentlichen Sauerbier 5’ Eschwege v Kanlbacherl” 9 Rothenburg ” Aenderungen, dagegen nimmt die Leistung Haase, A. 40° Gut Boyneburgk 10700 Tauschen 2037’ Dankmarsh mit der Wirbelung zu. Düsen mit sehr guter on 2040’ Bieberstein 70 790 18 Boy 5032’ Martinstein 100 . . . i 4 Brennstoffverteilung ergeben eine Dämp- Sartel/M nein Bu „echwege 16 Feuerrohr 207° Motorplatz fung der Luftbewegung. Beim Entwurf ist Ruhl/Maier 167 Kan were “3 Scheidhauer 2012” Langenhain 46 darauf zu achten, daß der Luftwirbel, der Nieland 157 Eschwege n nuzens[Trippke 527 Ulm si beim Ansaugen entsteht und erhalten bleibt 44 Blech 452” Ilbershausen 43 nicht entgegengesetzt zu dem Wirbel ro vom 31. Juli 1938. " Kae Nude a yaleh b. Mayen 189 . . 1 x tiert, der am Ende des Kompressionshube Haase, E. G. 5° Tränkhof vI Diehl/Holzbaur Sosor Kasse u entsteht. Das Bild zeigt den Einfluß des Ver nie 5031’ Darmstadt 173* 1460 IV Romeis/Acker 20157 Gelnhausen 99 drängers auf Leistung und Verbrauch in ne on Tränkhof 42 Hieckmann 12’ Tränkhof Abhängigkeit von der eingespritzten Brenn- ueber 4 2, Sumstadt 173* 2160 5 Haase, E. G. 4055’ Bonn 297 e u H stoffmenge. van Husen 30197 Kirtort 64 1500 ” dt eoner Roscorf 115 . POP i x ic 50057 An Analysis of Lateral Stability in Power- nem 12? Tränkhof 27 v. Treuberg 107 Teinkhof > Oti Flight with Charts for Use in Design. Ha Arth. 50067 Mannheim 231* 1670 30 Knöpfle 4018’ Hall 236* Eine Untersuchung über die Querstabilität im Teenie igam 60487 Regensburg 336” 25 Heidrich 4002’ Mannheim 231* Gleitfing mit Rechenblättern für den Entwurf.) Stoltzenbur der Regensburg 336° 1700 4 Müller, Karl 504’ Bamberg 141* C. H. Zimmerman, Rep. Nr. 589, 1937. Oüssefeidt g Noaer Kenscheil B 1770 II Ruhl/Hlacer 1020” Rotenkirchen 30 10 Cents. | Kühnold 604 Kö 180 22 \Weißenberger 20577 Langenprozelten 51 \ . Köln 332* 1840 13 Steinert 5/ M Die rechnerische Untersuchung umfaßt 16 Flakowski 3046’ Heimertshausen 62 1300 27 v. Treuberg 2015’ ori * Luft- und Wasserkräfte, für deren Bestim 2 Beck 50597 Hornberg 197 2620 26 Franke 3022’ Ostorf u 2 mung Formeln angegeben werden. Eine Kraft 5006° Ehlenschieß 216 1380 16 Feuerrohr 2005’ Helgershain r Reihe von Schaubildern gestattet die Er- BR 9, Tränkhof 45 Blessing 10° Motorplatz mittlung der für die Querstabilität maß- inch son, Tränkhof 1 Ruhnke 10° Tränkhof gebenden Zusammenhänge. Die Einflüsse Ruthardt 50377 Nekinzen 1 1580 2 Hieckmann 10° Tränkhof der verschiedenen beherrschenden Faktoren Peter 6047’ Amberg z12e 2000 ra en ” werden einzeln besprochen, ferner wird die Fiedler 447° Würzburg 79 1605 14 Deuter aan, a lalz Notwendigkeit eingehender Untersuchungen Fick 6° Tränkhof er 5 Siegen a1 betont, die es ermöglichen sollen, bereits Wünscher 6027 Markt-Neuhof 126 1190 vom 1. August 1938. im Entwurfsstadium eines Flugzeuges Dale n 20° Waku 7 Hofmann 500° Trier 383* . PR} . 2 Pr “ sichere Voraussagen über dessen Eigen-. eenberger 10° Tränkhof 11 Braeutigam 5004° Trier 383* @ = Zielflug) schaften zu machen. Höh.- Gew. 1090 1360 1770 1110 1700 1290 1360 1480 1295 1450 1035 1090 1100 690 1220 950 1520 980 1150 660 2230 1200 1460 1900 1360 2670 1750 1680 1200 1310 1930 1440 990 970 1890 1540 2025 [73 . Wett- Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Höh.- Wett- Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Hö n ührer ae ae ne Gew. Be here a a k bew. führer zeit ort km Gew. bew. führer zeit ort km Nr. m N Haase, E. G. 4051’ Trier 383* 1430 22 Weißenberger 45’ Tränkhof 3 Fick w c 15 Peters 3031’ Mannheim 231° 41 Späte 14’ 42 Hiekmann 7’ Motorplatz j Braeutigam 15 Rollbach 4 Müller, K. 4045’ Mannheim 231* 35 Flinsch 5037’ Saarbrücken 386* 1670 II Vergens/Trippke 3057 Marburg 13 Opitz 30 c 32 Hütter 40507 Karlsruhe 297* 14 Treuter 50207” Saarbrücken 386* 1830 23 Held 10° Motorplatz 5 Heidrich 17 € 14 Treuter 5002? Saarbrücken 386* 20 Gierlich . 20° Reulbach VII Jachtmann/ 0 Drechsel 10007 € 21 Opitz 3018° Wiesbaden 189* 19 Nieland 79221’ Wadern 244 1460 Strelitzki 8’ Motorplatz 6 Feuerrohr 17°C 30 Knöpfle 30146’ Mannheim 231* 17 Müller 5053’ Trier 383* 2460 V Kahlbacher/ v. Treuberg 307 Reulbach 23 Held 16° Poppenhausen 13 Steinert 10937 18 Tauschegg 3004 Frankfurt/M 164 6 Flakowski 5055’ Karlsruhe 297* 2240 25 Heidrich 2026’ Wiesbaden 189* 46 Flakowski 5046 Saarbrücken 386* 2380 42 Hieckmann 12’ _ Motorplatz | z Müller 17 © 6 Lemm 205° Wiesbaden 189* 45 Blessing 147 VII Jachtmann/ 6 Lemm A V Kahlbacher/ 32 Hütter 4024° Mannheim 231* 1870 Strelitzki 13’ Motorplatz 5 Haase, EG. 239° Stöckels. F. Tauschegg 47’ Fulda 15 Peters 6017’ Karlsruhe 297° 840 23 Held 12’ _ Motorplatz 8 v. Husen 3 16 Feuerrohr 2043’7 Darmstadt 173* 52 Haase, Arth 128’ Flieden 40 970 VII Jachtmann/ 0 Steinig 5031’ Mannheim 231” 3050 12 Kühnold 4033’ Sulzbach 136 8 var Husen 5056° Sankt Wendel 231 2490 Streletzki 9’ _ Motorplatz 17 Hofmann 4051’ Karlsruhe 297* 1210 VII Jachtmann 208° Ulrichstein 40 1 Ruhnke 10 Tränkhof VII Jachtmann/ 55 Gumpert 50577’ Mannheim 231* 40 Drechsel 3041’ Darmstadt 173* 9 Sauerbier 4023’ Kaiserslautern 293* 2010 Streletzki 30’ Motorplatz 18 Boy ic 17 Müller 17°C 47 Güssefeldt 16° IV Romeis/ 9 Beck 3046’ Mannheim 231* 1530 47 Güssefeldt 18’ c 49 Medicus 30’ Reulbach Schillinger 1043’ Bad Orb 50 1 ı Braeutigam 2052’ Wiesbaden 189* 1270 8 v. Husen 26’ c 37 Ruthardt 4’ Utrichhausen 18 27 v. Treuberg 40357 Baden-Baden 345% 34 Weimer 3008’ Frankfurt 108 1050 26 Franke 10057 B 12 Kühnold 20’ Reulbach 53 Pomper 16’ Tränkhof 21 v. Treuberg 147 c 18 Boy 2029’ Dörnigheim 86 2 Loose 40597 Eisen 231 1810 1 Ruhnke 1010’ Wirtheim 56 3 Pomper 21’ Poppenhausen 45 Blessing 107 B 10 Steinig 20’ 18 Boy 528’ Trier 383 2 Weißenberger 5’ Poppenhausen 17 Müller 8° Tränkhof 39 Wünscher 26° Reulbach III Ruhl/Hlacer 15’ Tränkhof 5 Haase, E. G. 1043” Gelnhausen 99° 900 42 Hieckmann 107 25 Heidrich 50197 Lausward 354* 1755 3 Fick 3047’ Hüttichenbäuren 108 j Ruhnke 16° Reulbach 27 v. Treuberg 1007’ Fulda 19 6 Lemm 3027’ Wiesbaden 189* 2000 51 Habicht 16° ° Tränkhof 5 Flinsch 6040’ Offenburg 408° 1050 VI Holzbaur/Diell 51’ 16 Feuerrohr 4045’ Kaiserslautern 293* 1500 50 Schmidt 4051’ Saarbrücken I Vergens/Trippke 4015’ Illerich 200 1030 17 Müller 1012’ Schlierbach 51 18 Boy 14’ Tränkhof 4 Müller, Karl 39’ Tränkhof II Ruhl/Hlacer 50107 Saarbrücken 386* 1640 53 Pomper 31’ Poppenhausen 53 Pomper 15’ 10 Steinig 20° Tränkhof I Jachtmann ’” B 47 Güssefeldt BB 50 Schmidt 29! 22 Weißenberger 30’ Heubach 37 Ruthardt 7000° Offenburg 408° 1070 "8 v. Husen B 55 Gumpert 1037’ Utrichshausen 18 26 Franke 18’ Tränkhof _W Romeis/Schill. 5035’ Karlsruhe 297* 1410 4 Müller, Karl 25’ _ Tränkhof 53 Pomper 1’ Tränkhof VI Holzbaur/Diell 107 C vom 3. August 1938. 34 Peter, Gotth. 3039’ Speyerdorf 270 2520 42 Hieckmann 8’ Motorplatz 4 Blech 3014’ Erbach, Old. 122 1290 5 Haase, E. G. 5%7’ Bonn 297° 3 Fick 10° Tränkhof III Ruhl/Hlacer 18° °_ Tränkhof V Kahlbacher 39 B 53 Pomper 20’ 51 Habicht 10’ Tränkhof 40 Drechsel 20197 Motorplatz 8 Scheidhauer 10’ B 6 Lemm 4’ [6 41 Späte 405° Karlsruhe 297* 1830 10 Steinig 13° _ Tränkhof VII Jachtmann 1’ B 20 Gierlich Ze 20 Gierlich 1040” Motorplatz 48 Stoltzenburg 11’ Tränkhof V Kahlbacher 60 B 19 Nieland 39. cC 40 Drechsel 1028’ ° _ Tränkhof 51 Habicht 22’ _ Tränkhof 34 Peter, Gotth. 1 B 8 v. Husen 17 © 48 Stoltzenburg 28’ Tränkhof 10 Steinig 267° Tränkhof 2 Hütter at CC 1 Ruhnke 17 C 45 Blessing 1008° _ Oberzell 22 26 Franke 7’ _Motorplatz 3 Scheidhauer 1 B 12 Kühnold 40551° Bonn 297* 12 Kühnold 2035’ Motorplatz 4 Müller, Karl 13’ Motorplatz I Mudin/Liese 57 B 13 Steinert 10’ C 49 Medicus 30 Motorplatz 51 Habicht 15° _ Motorplatz I Jachtmann 15’ C 35 Flinsch 1023’ Schlüchtern 31 47 Güssefeldt 10 Motorplatz 10 Steinig 10 Motorplatz V Kahlbacher 10’ c 17 Müller 26’ c 37 Ruthardt w Motorplatz vom 2. August 1938. 43 Scheidhauer 107 B 11 Braeutigam 6013’ Saarbrücken 386* 52 Haase, A. 10 Motorplatz . , I Mudin/Liese 6’ B 10 Steinig 5002’ Wuppertal 205 VII Jachtmann| 50 Schmidt mc 34 Peter, Gott. 10 B 29 Beck 504° Trier 333° Streletzki 6’ Motorplatz 48 Stoltzenburg 15° I Mudin/Liese 5035” Reichenbach 211 1300 54 Garz 107 C 28 Kraft 3049’ Karlsruhe 297° 1220 12 Kühnold vo 34 Peter, Gott. 33 B 27 v. Treuberg 4043’ Bonn 297° VIII Deeg/Döbler 50597” Saarbrücken 386* 1585 a1 Späte wc VIII Deeg/Döbler ” B 51 Habicht 127 cc 21 Opitz 5010° Trier 383° 1440 52 Haase, Ar. 10 © 4 Scheidhauer 4040’ Mannheim S. 227° 120 |. 3 Fick 0 c V Kahlbacher/ 23 Held 5 c VIII Deeg/Döbler 2022” Gelnhausen 99* 1010 21 Opitz 1042? ° Gelnhausen 109* Tauschegg 16° _ Motorplatz 22 Weißenberger 1 C 42 Hieckmann 10’ 37 Ruthardt 6035’ Saarbrücken 386* 29 Beck 43% Karlsruhe 297° 1070 26 Franke GEHE 3 Peter, Gotth. 29 Wiherts 15 Peters 15°C 30 Knöpfle 10367” Gräfendorf 2 720 28 Kraft 4457 Saarbrücken 50 Schmidt 40307” Saarbrücken 386* 2170 22 Weißenberger 15°C 27 v. Treuberg 22! Tränkhof 51 Habicht 1° 0 48 Stoltzenburg 1043’ Aufenau 53 80 34 Peter, Gotth. 0” c 43 Scheidhauer 30° Schmalnau 1 Ruhnke BE 4 Späte 6010° Freiburg Br. 480* 2750 9 Sauerbier 10 cc 44 Blech 4030’ Mannheim 231* 2370 13 Steinert 20 3 Held mc 28 Kraft 157 C IV Romeis/ 15 Peters 15 c 2? Weißenberger 35’ Altenfeld 14 Treuter 21’ Poppenhausen Schillinger 11’ Motorplatz “5 Blessing #5’ c 2 Haase, A 50597 Karlsruhe 297° 1720 24 Weimer 14’ _ Abtsroda VI Diehl/Holzbaur .40 Eggerstein 194 1320 47 Güssefeldt Ed 12 Kühnold ze 7 Hofmann 15° Reulbach III Ruhl/Hlacer 14° Motorplatz 10 Steinig 907 Südhang 51 Habicht 10397 Bad Orb 4890 18 Boy 6035’ Trier 383* 23 Held 14° Motorplatz 20 Gierlich Fr 3 Steinert 58’ 33 23 Kühn 540° Bendorf/Rh. 158 22 Weißenberger 8’ Motorplatz 29 Beck 2 & 6 Franke 32’ CC 25 Heidrich 107 © 26 Franke f 25’ _Tränkhof ” a er c 47 Güssefeldt sc 16 Feuerrohr VI Jachtmann Zu l Ruhnke 30’ Poppenhausen 2 Loose 5033’ Kaiserslautern 284* Streletzki 9’ _ Motorplatz 9 Sauerbier 2557 Darmstadt 20 Gierlich 14’ Dietershausen 55 Gumpert 0 A V Kahlbacher/ 49 Medicus nuBl Ottersweiher VI Holzbaur/Diehl 16 € 30 Knöpfle 10 c Tauschegg 67” _ Motorplatz 53 Pomper 30397 Tränkhof 3 Fick 3023’ Wiesbaden 189* 1540 26 Franke 10° Reulbach 24 Weimer 5007’ Trier 383* 14 Treuter w € om @ = Zielflug) * = Zielflug) Strecke Höh.- Gew. 860 1320 2520 1480 1890 2640 1210 1710 790 1340 1320 1100 1740 3870 3430 925 2020 1430 2460 3200 970 1410 2930 1550 180P Wett- bew. Nr. Seite 476 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Nr. 18/1938, Bd. 0 ,„FLUGSPORT* Seite 477 an _ _ _ _ _ . ett- Flugzeug- Flug- Lande- Strecke Höh.- Wett- Flugzeug- Flug- ande- 5 Aizeug- us en Strecke a Bew. Freng aus Lande Strecke R I. führer zeit ort km Gew. vev. führer zeit Lande Strecke r. N. . . 3 Fick 2056° Miltenberg 102 yıp Jachtmann 6 B 44 Blech 5 BB Mer, Karl N, < 30 Knöpfle 7 cC 51 Habicht ” B . I Mudin 10197 Paal 18 Müller, Kurt ec 26 Franke 45’ Breitenbach 44 Blec . , oppenhausen II Ruhl . 3 CC ’ , 30 Knöpfle 40’ Fulda _ Deeg/Döbler 4 B VII Deeg/Döbler 10’ B Peter, Gotth. A n, bad 180° 1500 Scheidhauer 3’ B 43 Scheidhauer 1000’ c Hofmann 3 iesbaden “ [ Ruhl 10’ B VI Diehl 41’ Kraft 3048’ Kaiserslautern 284* 2015 vom 4. August 1938. - Schmidt 5056° Mebelan 271 3660 3 Fick 2039/ Falken 68 Franke v7 c 5 Haase, E. G. wc Haase, E. G. 500° Lingen/Ems 293 3000 1 Philipp 17 C Knöpfle 107 [6 7 Hofmann 70237 Alblasserdam Stoltzenburg 3032’ Kraghammer 162 1970 II Vergens 3000’ Haina 86 Treuter 10177 Steinau 2 620 6 Lemm 50437 Hagen 46 Flakowski 4020 Düren 213 4460 IV Romeis ss’ B Fick 10’ C 50 Schmidt 24’ c m Deeg/Döbler 197 [6 4 Müller 457 B Opitz 2025’ Limburg 201* 4270 28 Kraft 50597 Rheine 12 Kühnold 17’ Poppenhausen IV Romeis 30’ c Weimer 13’ c 41 Späte 7023’ Rotterdam 3 Hütter ec VI Diehl ee B Flinsch 15’ B 11 Braeutigam 5020’ Dumberg 9 Sauerbier 15’ Poppenhausen VIII Deeg 10497 Dörnhagen 88 Flakowski 1034’ Giesel 25 690 1 Ruhnke 1036’ Ruppertenroda m Deeg/Döbler 5 [6 44 Blech 20377 Fritzlar 85 Jachtmann/D. 2004’ Metzlos 38 780 25 Heidrich 40589’ Wesel 26 Franke 17’ Poppenhausen VI Diehl 2003’ Kirtorf 66 Schmidt 6031’ Steinbach 237 1530 13 Steinert 3020’ Kirtorf 70 Gierlich 7’ [® II Ruhl 10497 Melsungen 76 Drechsel 1006’ Fulda 21 Opitz 6015’ Obrighoven VI Diehl 36’ c 6 Lemm 1032’ B Romeis/Schill. 1’ B 18 Boy 5016° Elspe 5i Habicht 15’ c 4 Müller 200° Melsungen 76 Kahlbacher/T. ”’ B 48 Stoltzenburg 17 0© 0 Gierlich 10 cc 50 Schmidt c Stoltzenburg 6’ c 47 Güssefeldt 1011’ Angersbach 107 B 14 Treuter 30197 Kassel-W. 140* Güssefeldt 8’ B 46 Flakowski 10’ c 10’ B 44 Blech 44! B Blessing 30” °C 45 Blessing 25’ °C Habicht 0 B 50 Schmidt 302° Hüsten 173 Späte 20’ c 32 Hütter 23’ c Gierlich 67 6 51 Habicht 1054" Hatzbach 78 Ruhl/W, 17 °C 35 Flinsch 5046° Duisburg _ Deeg/Döbler 2' B 25 Heidrich wc Diehl/St. # B 15 Peters 505° ° Druten DSG _ k Vergens/Trippke 1015’ IIbershausen 41 570 12 Kühnold 14’ C . vom 5. August 1938. vun Dan ° 2, wanel % “ Medicus 40’ Reulbach 8 v. Husen 5027’ Düsseldorf Schmidt 2 c 1 Philipp 12/ c Kahlbacher/T. ” B 24 Weimer 14° Gersfeld » Gersfeld "11 Braeutigam 20577 Kassel-W 140* Romeis/Acker . 4055’ Philippsburg 178 2080 26 Franke 107 c £ 15’ c II Ruhl 10 B Diehl/St. 24 B 34 Peter, Gotth. 6024’ _ Herzogenbusch 14 Treuter 13 c 43 Scheidhaner vw 8 Deeg/Döbler 0 B- 17 Müller 4008° Gelsenkirchen 2 Plinsch 1042” Klein-Fube 40 Drechsel 4001’ Marb 137° Diehl/St ”» B 37 Ruthardt 40317 Essen-M. a} Habicht 107 © un BR iehl/St. 0057 Du 46 Flakowski 20527 Kassel 140* 1540 24 Weimer 1023’ Hersfeld 42 Diehl/St. 3000’ Niederweisen 85 1440 49 Medicus 5025 Düsseldorf “ 12 Kühnold 0387 Melgershau 80 K 017 , 37 Ruthardt 3002” Lichtenau 120* 1570 sershausen ahlbacher/T. 4021 Eupel 160 3970 Sauerbier 15 cC Mc 25 Heidrich 1042’ _ Kirtorf 66 Blech 1023’ Wemen 47 1100 22 Weißenberger 3003’ Wilsbach 10. C IV Romeis 2007’ Melgershausen 80 Deeg/Döbler 17 B . 14 Treuter 4002’ Düsseldorf , 49 Medicus 20’ Gersfeld Güssefeldt 10317 Michelau 58 1070 29 Beck 4942? Gladbach 87 Gersield 26 Franke 27 cc Deeg/Döbler 17 °C Müller 5000° Köln Ba < 19 Nieland 1015’ _ Appenfeld 59 Scheidhauer 15’ Tränkhof 27 v. Treuberg 4028’ Königsberg 1720 A “1: , * . ‚ . 3 Weißenberger 15’ Südhan 1 Philipp 10 c Drechsel 1054’ Gießen 132 4600 19 Nieland 4046 Duisburg , & 18 Boy 20537 Kassel-R. 105 Mudin/Liese 1018° Grünberg 71 90 20 Gierlich Ze ehe 27 © 54 Garz "oc Steinert 201° Fulda 20 31 Fiedler 257 Gersfeld ühnold a < feld 31 Fiedler 55° Schenklengsfeld 38 Miller 50457 Trier 383° 3205 40 Drechsel ” B cc“ 48 Stoltzenburg 7 B v. Husen 4018’ Oberbrügge 178 3280 45 Blessing 15’ Gersfeld 56 c 21 Opitz 10’ B Lemm 10007 c 31 oe ' 12 geubach 407 A 13 Steinert 10’ B : ! Habicht 15 S > Kal 11 207 6 2055’ Melgershausen 80 1350 16 Feuerrohr 5” B Weißenberger 51 C unno 1001’ Friesenh 47 Güsselfeldt # B Garz 30307 Wiesbaden 189* 1450 24 \Veimer 45° Poppenhausen wc ‚esenhansen 27 v. Treuberg 107 B Scheidhauer 21’ Motorplatz 26 Franke 9’ B 17 cC 23 Weißenberger s’ BB Heidrich 4002° Siegburg 190 1560 51 Habicht 10° B wc 26 Franke 1’ B Gierlich 4030 Denklingen 170 1860 53 Pomper B , 1 Philipp 4a B Stoltzenbure oc VIII Deeg/Döbler 107 cc © Späte 4041’ Kaiserslautern 284* 3685 IN Rubl wc ac vom 6. August 1938 Ruhnke 17’ Poppenhausen Vergens 5048’ Rheine 259 15° C . . Nieland 10117 Hartmannsheim 46 1195 IV Romeis 205° ° Schwarzenau 120 35 c 6 Lemm 15’ cC Sauerbier 2024 Gießen 132* 2040 Mudin 4041’ Dortmund 205 ” © 28 Kraft 4019 Riembeck 132 Müller 1014’ Hartmannsheim 47 1400 V Kahlbacher 50267 Garbeck 175 10 nd * 8 v. Husen 1015’ schenklengsfeld 37 Peters 4015’ Kaiserslautern 284* 1240 54 Garz 1014’ Lauterbach 41 va Lichtenau 120° 2060 50 Schmidt 19417 _ Wenigen 65 Pomper 10257 Ober-Lais 60 1540 Vi Diehl 157 cc 5 c 46 Flakowski 2004’ Herrleshausen 59 Habicht 2054 Darmstadt 173* 3730 VII Jachtmann 12’? °C — Weißenh 15 c 48 Stoltzenburg 22’ Gemünden 88 Ruhl/W. 105° Nieder-Seemen 47 1705 55 Gumpert 0 B eisenberger 1050 95 Tlinsch 257, Meiningen & Hütter 1024° Ober-Moos 40 690 51 Habicht 15° °C wo 21 Opitz 307’ Meiningen 36 Weißenberger 1028° Hosenfeld 32 570 53 Pomper 5016° Witterschlick 208 10 Gersfeld 55 Gumpert 1570 Stoltzenburg 2003’ Allendorf 83 1780 VII Jachtmann 17 °C I?’ B 31 Fiedler ” .cC Lemm 207’ B 4980 55 Gumpert 3 B ” B 54 Garz 107 °C Peter, Gotth. 10247 Weiperts 3 1270 55 Gumpert 37’ B 3706 Niederthalhausen 54 990 49 Medicus 2006’ Friedlos 47 Deeg/Döbler 1055’ Volkertsheim 47 1070 44 Blech « B 30077 Kassel-W. 140° 1330 27 v. Treuberg 2051’ Bebra 55 @ = Zielilug) * = Zielilug) Höh.- Gew. 1040 1500 1740 5400 1370 1360 1370 1450 3340 1060 1450 1320 7070 1240 2130 1470 1580 1150 3930 740 bew. Nr. 47 „FLUGSPORT“ Seite 478 Wett- Flugzeug- Flug- führer zeit Güssefeldt 19’ Peter, Gotth. 6004’ Beck 10’ Späte 10’ Habicht 4005’ Müller 4011’ Ruthardt 1055’ Weimer 42’ Weißenberger 19’ Franke 11’ Fick 15’ Kühn 2019’ Philipp 1052’ Gierlich 2023’ Nieland 2025’ Hütter 10’ Pomper 9 Blessing 17’ Drechsel 10’ Haase, E. G. 4040’ Hofmann 2038’ Braeutigam 3032’ Treuter 5024’ Kühnold 2043’ Heidrich 3047’ Scheidhauer 25’ Steinert 57 Vergens 15’ Blech 26’ Peters 4006’ Haase, A. 4020’ Mudin 11’ Feuerrohr 2053’ Romeis 51’ Lande- Strecke Höh.- km G Battenberg Fritzlar Tiefenort C C C C Unterbimbach Fulda Motzfeld Wetter C [e) c C Kleinenberg Oberufhausen Unterosphe Ostendorf Buttlar Schmalenberg c B c [6 Biedenkopf Fritzlar c Marburg 183 110 8l al 26 20 40 95 140 30 93 187 29 150 110 & 91 Nr. 18/1938, Bd. 30 Wett- Flugzeug- Flug- Lande- Strecke bew. führer zeit ort km Nr. VI Diehl 2005’ Hunhan 25 17 Müller 16’ C j 10 Steinig 4’ B VIII Deeg 1039’ Weiler 34 9 Sauerbier 44! B VII Jachtmann 1012’ Niederkahbach 22 2 Loose 1021’ N.-Schmalkalden 40 II Ruhl 55’ Gläserzell 22 43 Scheidhauer 33’ Fallschirmabsprung 13 Steinert 27’ Fallschirmabsprung V Kahlbacher 1027’ Sparhof 22 10 Steinig 1039’ Heringen 43 42 Hieckmann 42’ Finkenhain 11 II Vergens 1025’ Schleusingen 52 6 Lemm 1024’ Fallschirmabsprung 54 Garz 1023’ Kaltennordheim 20 29 Beck 3042’ Biedenkopf 110 4] Späte 3028’ Romskirchen 113 31 Fiedler 6’ Poppenhausen 55 Gumpert 2004’ Meiningen 3 II Vergens 12’ B 47 Giüssefeldt 10’ c 44 Blech 29’ Fallschirmabsprung I Mudin 1011’ B 23 Weißenberger 1005’ Fulda 18 53 Pomper 1036’ Meiningen a 32 Hütter 1036’ Romerz 25 3 Fick 3056’ Volkmarshausen 118 17 Müller 35’ Bronzell 17 26 Franke 2020’ Marburg 91 45 Blessing 23’ Dipperts 24 Weimer 2’ 40 Drechsel 29’ Weikers 47 Güssefeldt 15’ Welkers Potez 63-C 3 Zweimotortiefdecker. Dieses Flugzeug in Metal bauweise, wurde von der So- ciet&E nationale de Construc- tions A&tronautiques du Nord als Bomben- und Erkundungs- flugzeug gebaut. Der Potez 63 ist als Ver- stigster Durchbildung für den Serien- auch auswechselbare Einzel stücke. Rumpf vierteilig, beste hend aus Rumpfmittelstück it Flügelansätzen, Rumpf Potez 63 wurde von Detroyat in Villacoublay vorgeführt. teidigungsdreisitzer bei gün- aerodynamischer bau konstruiert, daher mög- lichste Unterteilung und viele nase und hinteres Rumpfstück elliptisch in Schalenbauweise, am Schwanzende Ansatzstück. M Bild: Archiv Flugsport Nr. 18/1938, Bd. 30 „PLUGSPORT“ Seite 479 Potez 63 Zweimotor. Werkbild Führer, Beobachter und MG-Schütze sitz » en hintereinander. - binendach verschiebbar, somit leichte Aussteigmöglichkeit mit Or scl irm. Gute Verständigung. Führersitz verstellbar (vgl. Abb.). Die jeiden hinteren Sitze verstell- und wegklappbar. Ausrüstung: Emp- King a in ebestation, Bombenmagazine. Bewaffnung: Kanonen Flügel zweiholmie, Flügelnase und Flü i g, gelspit B Querruder leinwandbedeckt. Fahrwerk bochziehbar. abnehmbar. N aanıhtunlun AITTENTE ID) num Eotl..._K 9 rt 7 SR EN == 7 S D 8 ag 7 m 8 — BERN | Potez 63. Rechts: Teilbauweise. Spannweite 16 m, Länge 11,07 m, Höhe 3.04 m. Flä a Motoren: Hispano 14 Ab, luftgekühlt, normal 580 De eng on PS. Kurbelwellendrehzahl 2400, Schraubenwellendrehzahl 1500. nöme-Rhöne 14 MARS 680 PS, Startleistung 700 PS.) Leergewicht 2814 kg (2664 kg), Betriebstoff 660 kg (660 kg), Besatzung 261 kg, Be- waffnung und Munition 237 kg, Fluggewicht 4066 kz (3916 kg) höchst zulässiges Fluggewicht 4400 kg. Geschwindigkeit bei 3850 ke (3750 kg) Fluggewicht am Boden 370 km/h (370 km/h), in 2000 m 415 km/h (410 km/h), in 4000 m 460 km/h (450 km/h), in 5000 m 460 km/h (470 km/h). Steigfähigkeit auf 4000 m in 6 Min. 50 Sek. (6 Min.), auf 5000 m in 8 Min. 45 Sek. (7 Min. 20 Sek.). Theoretische Gipfelhöhe 9000 m (10 000 m), Gipfelhöhe mit einem Motor 4500 m, Geschwindig- keit in 4000 m mit einem Motor 310 km/h. Startstrecke mit 3800 kg Fluggewicht 300 m, Landung mit Bremsen 300 m. Hanriot NC 510 — T 3 Dreisitzer. NC 510 ist eine Weiterentwicklung des im Pariser S i alon 1936 1: Hanriot 220, welcher damals mit 2 Zwöltzylinder Renault Meta Seite 480 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Nr. 18/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 481 gerüstet war (siehe „Flugsport“ 1936, S. 618). Durch die Verwendung von 2 Gnöme-Rhöne-k9-Motoren von 750 PS erhält die Maschine 1 eine gedrungenere Form- gebung. Flügelmittelstück, _ enthaltend die Motoren, mit Stielen gegen den Rumpf verstrebt. Flügel trapezförmig mit abgerundeten En- den. Der Aufbau des \ Flügels ist gekennzeich- — net durch 2 sich kreu- / zende NHolme. Holme Doppel-T-Profil. Holm oberer Flügel 38,2 m?, unterer 22,6 m?. Die große Spurweite des Fahrgestells mit den pneumatischen Stoßdämpfern (nehmen 4 m Sink- geschwindigkeit auf) ist besonders geeignet für Frontbetrieb. | N ebenstehend bringen wir noch zur Ergänzung der damaligen Be- schreibung eine Zeichnung der Bewaffnung, Die Abwehrmöslichkeit nach allen Seiten ist sehr günstig. i Die Leistungen mit Gnöme-Rhöne-Motor 14N werden heute wie folgt ‚augegeben: öchstgeschwindigkeit 355 km/h, Landereschwindiekei Gipfelhöhe 9500 m. Höchstfluggewicht beim Abflug ok 0 kl Amiot 340. | ‚Der Amiot 340, gebaut von der Societe Avions Amiot, Colombes (Seine), bisher geheim gehalten, wurde von General Vuillemin bei S setzt sich zusammen aus “ einem Ster und 4 Win- keln aus legiertem Leichtmetall, die mit den -) Stahlgurtungen vernie- tet sind. Die Auskreu- zung ist durch ein Spanndrahtsystem ge- sichert, Rippen und Be- plankung des Mittel- stücks aus Leichtmetall. Querruder gedämpft, ihre Betätigung erfolgt durch verstellbare Stoß- stangen. Rumpf zweiteilig, Gemischtbauweise. MG-Stand im hinteren Führersitz sowie unter dem Rumpf. , Höhenleitwerk V-förmig mit positivem Einstellwinkel von 5°42. Zwei elliptische Seitenflossen. Zwei getrennte Fahrwerkshälften, freitragende Messier-Feder- beine, nicht hochziehbar, Blattfedersporn. Spannweite 15 m, Länge 10,123 m, Höhe 2,913 m, Flächeninhalt 31,5 m?, Spurweite des Fahrgestells 4 m, Leergewicht 2757 kg, Flug- gewicht 3921 kg, max. Geschwindigkeit in 3000 m Höhe 350 km/h, Steigzeit auf 3000 m Höhe 6 Min., Dienstgipfelhöhe 7000 m, mit einem Motor 3000 m, Aktionsradius 1350 km. Belg. Kampfmehrsitzer LACAB GR-8. Diesen zweimotorigen Kampfmehrsitzer, Doppeldecker, haben wir bereits im „Flugsport“ 1936, S. 164, beschrieben. Oberer Flügel 18 m, unterer 14,4 m Spannweite. Flügelinhalt Hanriot NC 510 —T 3. Zeichn. Flugsport 2913 Amiot 340, welche General Vuillemin, Generalstabschef der französischen Luft- armee, für seinen Flug nach Deutschland benutzte. Werkbilder Belg. LACAB GR-8. Bild: Archiv Flugsport General Vuillemin, Chef des Generalstabs der französischen Luftarmee, erklärt General der Flieger Milch seine Maschine, eine Amiot 340. Weltbild Seite 482 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 seinem Besuchsflug nach Berlin benutzt und zeigte sich somit zum erstenmal der Oeffentlichkeit. Amiot 340, eine Weiterentwicklung des 370, ist ein Schulterdecker mit zwei Sternmotoren. Wie wir be- reits im „Flugsport“ 1937 auf S. 447 berichteten, ist Amiot 370 eine Schwestermaschine der auf dem Pariser Salon 1936 gezeigten 341. Amiot 370 hat im März und Juni 1938 folgende Höchstleistungen voll- bracht: Geschwindigkeit über 2000 km mit 2000, 1000, 500 kg und ohne Belastung 437 km/h, und über 5000 km mit 1000 und 500 kg Be- lastung 401 km/h. Wir sind in der Lage, vorstehend zwei Ansichten des 340 wieder- zugeben. Charakteristisch für diesen Typ ist die vollständig mit Cellon- fenstern verkleidete Nase; dahinter Führerraum, Kabine vollständig mit Sichtfenstern aufgeteilt. Der Flugzeugführer kann weiterhin durch das in Fenstern aufzeteilte Nasenstück des Rumpfes nach unten sehen. In der Seitenansicht erkennt man an der Unterseite einen Ausschnitt für den ausfahrbaren M@-Turm. Fahrwerk, auch Spornrad, hoch- ziehbar. Spannweite 22,83m, Länge 14,50 m, Fläche 67,50 m?, Motoren zwei Hispano-Suiza oder Gnöme- Rhöne 14No 860 PS mit dreiflügeliger Schraube, Leergewicht 4800 kg, Fluggewicht 8900 kg. Franz. Albert- Jagdflugzeug-Proiekt. Der französische Konstrukteur N Edouard Albert ist schon verschie- dentlich durch seine Leichtflugzeug- konstruktionen bekannt geworden. Wie „Les Ailes“ berichtet, hat Albert dem Ministerium ein Jagd- —_ flugzeug-Projekt, bestehend aus zwei Rümpfen mit je einem Höhen- und Seitenleitwerk, eingereicht. In tend auch den Führerraum, ist vorn und hinten ein NHispano-Kanonen- motor mit Verstellschraube ein- gebaut. Der Schraubentyp ist nicht \ angegeben. Jedenfalls scheint das Ministerium den Entwurf abgelehnt zu haben, sonst wäre er nicht ver- öffentlicht. \ dem mittleren Rumpfstück, enthal- Franz. Albert- Jagdfilugzeug - Proiekt. KONSIRUKTIONS = AEINZ EISHEITEN Kunstharzpreßstoif im Flugzeugbau, Für die in zunehmendem Maße zur Verwendung gelangenden neuen Werkstoffe, wie Kunstharzpreßstoff, sind neue Arbeitsverfahren entwickelt worden. Die Bearbeitung, Drehen, Fräsen, Bohren und Sägen, ist äußerst einfach. Hauptbedingung ist: scharfe Werkzeuge Nr. 18/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 483 und hohe Schnittgeschwindigkeit. Für das Vorschruppen halbe oder Vollrundfeile ähnlich den Holzraspeln oder Fräserfeilen, zum Schlich- ten feine verzahnte Flachfeilen. Zum Bohren gelangen einfache Spir al- bohrer mit einem länge- Einseiti ren Drall, um das Aus- g elühen der Bohrer zu 7 A vermeiden, zur Verwen- dung, Trotz des‘ ELWAS yapı ewebe Hartpapıer ws hohen Rohstoffpreises von Preßstoff gegenüber Kunstharzpreßstoff im Flug- zeugbau. Abb. 1: Hartpapier mit Hartgewebeauflage. - Doppelseitig 7, Stahl, sind die Herstellungskosten der anzufertigenden Vorrichtungen um 40—70°o geringer. Die Bearbeitung dieses Preßstoffes, der in Platten in verschiedenen Stärken bezogen wird, aus denen die ge- wünschten Formen herausgesägt werden, ist leichter und einfacher. Für den Vorrichtungsbau werden nachstehende Arten von ge- schichtetem Kunstharzpreßstoff, der in Form von Platten, Kolben oder gewickelten Rundstangen bezogen wird, angewendet, und zwar: Hiartpapier, Hartgewebe, Hartpapier mit einseitiger Hartgewebeauf- lage, Hartpapier mit doppelseitiger Hartgewebeauflage. Die physikalischen Eigenschaften dieser Werkstoffe sind in dem Normenblatt Din 7701 festgelegt. Das Hartpapier mit ein- und doppel- seitirer Gewebeauflage (Abb. 1) wurde entwickelt, um die Auswer- tung der hohen Festigkeitswerte von Hartsewebe zu ermöglichen, sowie eine Senkung der Baustoffkosten um 30—40%0 gegenüber Voll- hartgewebe zu erzielen. Um dem Rohstoffmarkt eine Entlastung zu geben sowie die Ma- terialkosten der einzelnen Vorrichtungen zu senken, hat der Konstruk- teur sehr großen Wert darauf gelegt, daß die einzelnen Baustofie, Abb. 2: Kunstharzpreßstoff im Flugzeugbau. Seite 484 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Abb. 3: Bauvorrichtung für Fahrwerkstreben. wie Hartgewebe und Hartpapier, sinngemäß unter Berücksichtigung iekeitswerte angewendet werden. ser Bahnen haben gezeigt, daß Vorrichtungen, bei denen mit dem Werkstoff eine Bearbeitung ausgeführt wird, z. B. Umschlagstücke, Formstanzen, Ziehwerkzeuge usw., vorteilhaft aus Hartgewebe oder Hartpapier mit ein- oder doppelseitiger Gewebeauflage hergestellt werden. Dagegen, wenn der Werkstoff nur als Aufbau oder Anlage dient, genügt das billigere Hartpapier, z. B. Schnitte, Bohr- und Bau- j ngen, Schablonen usw. Pa ee ehendem Beispiel soll kurz die Rentabilität einer Form- stanze aus Hartgewebe für eine gepreßte Tragwerknasenrippe gegen- über einer Stanze aus Stahl sowie Leichtmetallguß gezeigt werden. Die aufgeführten Richtpreise sind einschließlich Material und Lohn- stunden: Formstanze aus Stahl RM 1175.—, Formstanze aus Leicht- metall einschl, Modell RM 550.—, Formstanze aus Hartgewebe RM A der Preisgegenüberstellung geht klar und deutlich hervor, daß ein wesentlicher Gewinn bei der Formstanze aus Hartgewebe vor handen ist. Schon allein die Modellkosten für den Leichtmetallabeu liegen an Hand von Erfahrungen höher gegenüber der Hartgewe e- fertigung. Außerdem bieten Leichtmetallabgüsse, wenn nicht eigene Gießerei im Hause ist, immerhin Lieferschwierigkeiten. Abb. 4: Kunstharzpreßstoff im Flugzeugbau. Nr. 18/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 485 Auch die Werkzeuge sind aus Hartpapieren aufgebaut, nur die Schnittstempel und Matrizen bestehen aus einer 3-66 mm starken Stahlplatte. Die Teile sind in sich verschraubt und verstiftet. Der Vor- teil liegt im leichten Aufbau. Die Platten werden auf Maß gesägt, wo- bei keine weitere Oberflächenbearbeitung nötig ist. Außerdem wird leichter Schnittschlag erzielt (50—60°% Ersparnis gegenüber Stahl- ausführung). Im Betrieb hat sich gezeigt, daß durch Hunderte von: Umkan- tungen, die an einem Werkzeug vorgenommen wurden, keine Be- schädigungen der Biegekanten auftraten. Kratzerbildungen treten fast nicht auf; außerdem ist bemerkenswert, daß z. B. bei 90° Abkantun- gen das Rückfedern des Bleches durch die Elastizität des Werkstoffes fast aufgehoben wird (Ersparnisse gegenüber Stahl rund 50— 70°). Man kann den Werkstoff ohne Bedenken für Großreihenbau ein- ühren. Abb. 2a zeigt eine Formstanze, deren Sockel aus Hartpapier be- steht, nur der Stempel sowie die Matrize sind aus Hartgewebe. Mit dieser Stanze wurden 500 Rippen angefertigt, ohne die geringste Ab- nutzung zu zeigen (Ersparnis gegenüber Stahl 60°). Kratzer, die z. B. durch Salzkörner (Salzbad) hervorgerufen werden können, traten nicht auf. Eine weitere Formstanze ist in Abb. 2b dargestellt. Hier ist die Entwicklung schon weiter gegangen: In einem Grundrahmen können formverschiedene Matrizen und Stempel beliebig ausgewechselt wer- den. Zur Formstanze sind nur Matrize, Stempel und Auswerfer (Abb. 2c) nötig, die aus Hartgewebe gefertigt sind. Abb. 2d zeigt eine Oberfrässchablone zum Fräsen von Blechzuschnitten, die in Paket- form zusammengehalten werden. Gleichzeitig ist die Vorrichtung als Bohrlehre ausgebildet. Bohrbuchsen aus Stahl, der weitere Aufbau aus Hartpapier. Bauvorrichtungen für Fachwerkrippen (Abb. 3) wer- den ebenfalls aus Hartpapier gefertigt. Die Vorrichtung ist leicht und die in Straakform gehaltenen Anschläge sind einfach herzustellen. Auch für den Großvorrichtungsbau wird Preßstoff verwendet. Abb. 4a zeigt einen Teil einer Großvorrichtung, bei der die Anschläge aus Preßstoff hergestellt sind. Die in Rippenform gehaltenen An- schläge sind billig und dienen als Anlage für Leichtmetallteile mit dem Vorteil, daß Kratzerbildungen vermieden werden. Ziehwerkzeuge (Abb. 4b) und Walzen (Abb. 4c) zum Biegen von Spanten sind eben- falls aus Hartgewebe hergestellt worden. Abb. 4d zeigt eine Rippen- prüflehre aus Hartpapier. "FürWerkstaltu-Flugplatz -FUFWEIKSIalLu:f Igp alZ=-_—! Do Ten _ non _ ’ na Ben wmawwe —— ae — ——n ——reuo ! nn — — BG . > EDER BE * na N = ann on: „= 0 it Den gr ee eg RD DE Amerik. Motorenversuchsstand, wie er von der Pacific Airmotive Corp. benutzt wird, zeigt nebenstehende Abbildung. Der Motor ist in einem Rahmenwerk aus Eisenkonstruktion mittels Draht- seilkabel, an dessen Aufhängepunkten Gummistoß- aufnehmer zwischengeschaltet sind, verspannt. Rechts daneben sieht man den Beobachtungsraum für den Motorenwart, in dem auch die notwen- digen Meß- und Regulierungsvorrichtungen unter- gebracht sind. Seite 486 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Gerät zur direkten Messung der Höhe der Wolkenbasis hat der englische Segelflugzeugführer J. S. Fox entwickelt. Fox ist auch in Deutschland be- kannt durch seinen 10stündigen Flug im Doppelsitzer, den er letztes Jahr mit Flt.-Lt. Murray durchführte. Seine ersten Thermik- monfeun un flüge machte er vor 3 Jahren, wo er oft bei klarem der öwatze blauen Himmel startete und sich z. B. in 1300 m Höhe unerwartet rings um ihn Wolkenfetzen bildeten, wodurch seine Maschine an Höhe gewann. Ueber- legungen, die auch in Deutschland jeder Leistungs- segelflieger kennt, veranlaßten Fox, ein Hilfsgerät zu bauen. Dieses Gerät besteht aus einem Naß- und Trockenthermometer, um die Luftfeuchtigkeit beim Start messen zu können. Man liest die Temperatur auf dem Trockenthermometer ab (siehe Skizze). Diese soll beispielsweise 60° F betragen, dann dreht man die Meßwalze so weit, bis die Zahl 60 der waagerechten Skala über dem Zeiger steht. Die Höhe der Quecksilbersäule am feuchten Thermometer zeigt dann auf der dahinterliegenden Diagonalen (Höhenskala in m) die zu erwartende Wolkenhöhe (Kondensationshöhe) an. Das Instrument gibt an allen Tagen mit vertikaler Durchimischung sichere Ergebnisse. Dem Referent scheint der Hinweis angebracht, daß an Tagen mit Bodennebel oder stark erkalteter Bodenschicht mit einer kräftigen Temperatur- zunahme darüber (Inversion) das Instrument erst oberhalb dieser Schicht brauch- bare Angaben liefern wird. DC-4-Versuchsilüge sind noch nicht beendet. Wir erhalten soeben einige Bilder, Innenaufnahmen von den für die Versuchsflüge eingebauten Versuchsein- richtungen. Die unter der Leitung von Major Cover und Chef-Ingenieur E. Ray- mond geleiteten Versuchsilüge erstrecken sich auf folgende Teilgebiete: Stabili- tätsuntersuchungen, Motortemperaturen am Boden und in der Luft, Betriebsstoff- verbrauch unter verschiedenen Bedingungen, Vibrationsuntersuchungen von Einzel- teilen und dem gesamten Flugzeug, Gewichtsverteilungen, Strömungsverlauf am Zrottienes Thermometer Jeuchtes Thermometer Versuchsflüge mit der Douglas DC-4. Oben links: Vibrationsuntersuchungen an dem Höhenleitwerk. Ansicht in der Richtung des Pfeiles. Vgl. Abb. rechts oben. Links unten: Ansicht nach vorn im Fluggastraum mit einem Teil der eingebauten Versuchseinrichtungen. Rechts unten: Gestell zur Aufnahme der Versuchs- einrichtungen. Werkbilder Nr. 18/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 487 Flugzeug bei verschiedenen Flugzuständen u. a. m. Gewicht der eingebauten Un- tersuchungseinrichtungen 3800 kg. Zur Bedienung der Versuchsinstrumente waren 22 Ingenieure notwendig, deren einzelne Versuchsstände durch Telephon mitein- ander verbunden waren. Der DC-4 ist in Auftrag gegeben von den 5 USA-Luftverkehrsgesellschaf- ten: United Air Lines, TWA, American Airlines, Pan American Airways und Eastern Air Lines. RUNDSCHAU, Fe I, S7y” nn EEE Inland. General der Flieger Milch äußerte sich über die Auswirkungen des deut- schen Atlantikrekordfluges: „Die Erfahrungen, die man in den 514 Ueberquerungen des Nord- und Süd- atlantiks machte, sind so umfangreich und die Leistungen technischer und fliege- rischer Natur so großartig, daß Deutschland und die anderen Nationen heute die srößten Chancen besitzen, eine zuverlässige und schnelle Nordatlantik-Fluglinie einzurichten, die das ganze Jahr hindurch beflogen wird.“ Die Zeit sei nun reif für einen planmäßigen Postflusdienst über den nördlichen Ozean. Als ein durch die Leistung der Condor-Maschine nahegerücktes Ziel sieht Vom 1. Intern. Luftrennen des NSFK,, Frankfurt a. M. Wie die Zeitnehmer an der Wendemarke 3 auf dem Flugplatz Frankfurt die Umrundung der Wendemarke 3 sahen. Oben von links: Fw 44 Stieglitz, KL 35, Ar. 79 und Me 108. Unten von links: Percival Vega Gull, KL 35, Bücker 131 Jungmann und Me 108. Unten das Zielband. Bilder: Flugsport Seite 488 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 General Milch die Verwendung von Landflugzeugen im atlantischen Post- und Passagierverkehr. Deutschland werde den eingeschlagenen Weg mit der Durch- führung weiterer Ohnehaltflüge fortsetzen. Es sei dabei keine Schwierigkeit, die Maschinen zu verbessern und soweit zu entwickeln, daß sie in der Lage seien, für die Strecke Berlin—New York außer den großen Mengen Treibstoff auch 2 t Post mitzunehmen. Im Augenblick sei für einen ganziährigen Flugbetrieb über den Nordatlantik das Seeflugzeug vorzuziehen. Man habe zur Zeit große Flugboote im Bau, die gegenüber dem Landflugzeug vorerst noch den Vorzug einer größe- ren Sicherheit böten. Dabei sei für die Beurteilung der Frage nach der Zuver- lässigkeit nicht die Leistungsfähigkeit der Motoren ausschlaggebend, sondern allein die auch heute noch nicht überwundene Gefahr, die für die Maschinen auf dem Nordatlantik durch Vereisung während der Wintermonate bestehe. General Milch ist davon überzeugt, daß man in einigen Jahren dieses Feindes der Luft- fahrt ebenso Herr werden wird, wie man auch den Nebel besiegte. „Außerdem“, so erklärte General Milch, „spricht für die Verwendung von Seeflugzeugen die Bewährung der deutschen Sicherungsschiffe, die dem Atlantik-Flugboot eine Hilfe zuteil werden lassen, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Man wird also vorläufig die Seeflugzeuge sowie die schwimmenden Stützpunkte benutzen und die südliche Route über die Azoren wählen, falls sich in der nächsten Zeit die Errichtung einer regelmäßigen Postfluglinie über den Nordatlantik ermög- lichen läßt.“ Im übrigen stehe in der Pan American Airways für die Deutsche Lufthansa ein glänzender Partner zur Verfügung, der das gleiche Können und eine große Erfahrung besitze. Es liege durchaus im Bereich der Möglichkeit, daß beim Zu- standekommen der internationalen Abmachungen, die für den Beginn eines regel- mäßigen Postfilugdienstes zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland nötig seien, die amerikanischen Clipper gemeinsam mit den Seeflugzeugen der Deutschen Lufthansa die Strecke zwischen der Alten Welt und der Neuen Welt planmäßig beflögen. „Ich habe mich“, so sagte General Milch zum Schluß seiner Unterredung, „sehr über den Empfang gefreut, der den deutschen Atlantikfliegern in New York bereitet wurde. Aus der herzlichen Aufnahme, die unsere Leute drüben gefunden haben, glaube ich schließen zu können, daß die amerikanische Oeffentlichkeit und die amerikanischen Behörden die große Chance und die weitreichende Bedeutung einer Fluglinie über den Nordatlantik erkennen. Ich hoffe, daß wir schon bald in kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit den Luftfahrtgesellschaften anderer Nationen zur Erfüllung unserer Pläne gelangen werden. Dann wird zu aller Nutzen das Flugnetz, das heute die Welt umspannt, durch die Strecke Europa— Nordamerika geschlossen und vollendet sein.“ General Vuillemin, Generalstabschef der französischen Luitarmee, welcher, einer Einladung des Reichsministers der Luftfahrt und Öberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, folgend, am 16. 8. auf dem Flughafen Staaken auf einer Amiot 340 eintraf, befand sich in Begleitung seines Adiutanten Kapt. Petitiean-Roget, ferner General d’Astier de la Vigerie, Oberst Morraglia, Maior d’Arnand de Vitrolles und Hptm. Chemidlin. Auf dem Fliegerhorst Staaken wehte neben der Reichskriegsflagge die Trikolore. Beim Empfang waren an- wesend der französische Botsch. Francois-Poncet, der franz. Luftatt. in Berlin, Oberst de Gefrier, mit seinem Gehilfen Fpm. Stehlin und der franz. Militärattache General Renondeau. Von deutscher Seite waren anwesend als Vertreter des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeld- marschall Göring, der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, ferner der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalltn. Stumpff, der Befehls- haber d. Luftwaffe Gruppe I, General d. Flieger Kesselring, der Chef der Zentral- abt. i. Reichsluftfahrtministerium, General der Flieger v. Witzendorf, der General- insp. der Luftwaffe, Generalltn. Kühl, Generalltn. Klepke und Generalmaji. Udet. Die franz. Gäste trafen in zwei Maschinen ein. General der Flieger Milch hieß General Vuillemin im Namen des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehls- habers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, in der Reichshauptstadt willkommen. Nach der Begrüßung und gegenseitigen Vorstellung wurden die fran- zösische Nationalhymne und die deutschen Nationallieder gespielt. Darauf schrit- ten der französische Generalstabschef und General der Flieger Milch mit den Herren ihrer Begleitung die Ehrenkompanie ab. Im Anschluß an den Empfang fand im Kasino des Fliegerhorstes im engsten Nr. 18/1938, Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 489 Kreise, ein Frühstück statt, worauf sich General Vuillemin mit seiner Begleitung zum Ehrenmal Unter den Linden begab, wo er einen Kranz in den blau-weiß-roten französischen Farben niederlegte. Am 17. 8. besichtigten General Vuillemin und die übrigen französischen Offiziere das Jagdgeschwader „Richthofen‘“ in Döberitz, wo die Jagdilieger Parade- und Gefechtsvorführungen zeigten. Anschließend flog Vuillemin mit seiner Begleitung zunächst nach Leipzig, um die Erla-Flugzeug- werke, und dann nach Augsburg, um die Bayerischen Flugzeugwerke zu besich- tigen. Am Abend gab Generalfeldmarschall Göring im Haus der Flieger einen Empfang, der die deutschen und die französischen Flieger in Stunden der Kame- radschaft vereinte. Am Vormittag hatte Vuillemin die vier Atlantikflieger begrüßt, als sie ihn mit seiner Begleitung in der Focke-Wulf-Condor-Maschine „Saarland“, dem gleichen Typ, mit dem in der vergangenen Woche der Atlantik überflogen wurde, nach Leipzig und Augsburg brachten. Dabei wurde ihnen eine besondere Ehrung dadurch zuteil, daß der französische Luftattach& in Berlin, Oberst de Gefrier, und sein Gehilfe FHptm. Stehlin, ihre französischen Militär-Fliegerabzeichen ab- nahmen, die General Vuillemin dann persönlich als Ehrung für die ganze Be- satzung dem Flugkapitän Henke und dem Hptm. von Moreau mit anerkennenden Worten anheitete. „Ich habe es zwanzig Jahre getragen“, sagte lächelnd Oberst de Gefrier, als er das Ehrenzeichen von seinem Uniformrock abnahm. Am 18. 8. vorm. wurde in Magdeburg der Junkers-Motorenbau der Junkers- Flugzeug- und -Motorenwerke, Dessau, besichtigt. Nachmittags folgte der französische Gast einer Einladung des Generalfeld- marschalls Göring nach Karinhall. Beim Frühstück, an dem der französische Bot- schafter Francgois-Poncet mit dem Luftattach& Oberst de Gefrier, und von deut- scher Seite Staatssekretär Körner, Staatssekr. General der Flieger Milch, General- mai. Udet, Generalmai. Bodenschatz, Ministerialdir. Dr. Gritzbach und die Offi- ziere des Ehrendienstes der deutschen Luftwaffe teilnahmen, wechselten General- feldmarschall Göring und General Vuillemin herzliche Trinksprüche. Namens der französischen Luftwaffe überreichte General Vuillemin dem Feldmarschall das französische Militärfliegerabzeichen. Generalfeldmarschall Göring zeichnete die französischen Gäste durch die Verleihung des deutschen Fliegerabzeichens aus. Am 20. 8. besuchte General Vuillemin mit General d’Astier und den übrigen franz. Fliegeroffizieren die Heinkelwerke G. m. b. H., Oranienburg, wo er von Prof. Dr. h. c. Heinkel begrüßt wurde. Auf dem Werksflugplatz führte General- maior Udet den „Fieseler Storch“ vor, den General Vuillemin daraufhin selbst in der Luft ausprobierte. Den Abschluß der Besichtigung bildete das Vorfliegen des Jagdeinsitzers „He 100“, mit dem (Generalmajor Udet im Juni 1938 die inzwischen als Weltbestleistung anerkannte Durchschnittsgeschwindigkeit von 634,320 km über 100 km erreichte. Am 21. 8. flog General Vuillemin nach sechstägigem Aufenthalt in Deutsch- land von Berlin nach Paris zurück. General Vuillemin in Begleitung von General Milch bei der Besichtigung der Flugzeugwerke Erla, Leipzig. Begrüßung durch Kameradschaftsführer v. Wedelstedt und den Werkstättenleiter. Werkbild Seite 490 „ErLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Wissenschaftl. Segelfiug-Tagung der internationalen Studienkommission für motorlosen Flug (Istus). (Fortsetzung v. S. 345.) „Die Querruderwirkung an Segelilugzeugen.“ Ing. Dr. Lippisch, Darmstadt: „Das Ziel der Entwurfsarbeit eines Segelflugzeuges ist in erster Linie die Leistungs- steigerung, die durch aerodynamische und konstruktive Maßnahmen gewonnen werden kann. Die besten Leistungen in bezug auf Gleitwinkel und Sinkgeschwin- digkeit können praktisch jedoch nicht ausgenutzt werden, wenn nicht die Ent- wicklung der Flugeigenschaften mit dieser Leistungssteigerung Hand in Hand seht. Die typische Form des Segelflugzeuges mit großer Spannweite bedingt einen gegenüber dem Motorflugzeug fühlbareren Einfluß der durch Querruder- betätigung hervorgerufenen Momente um die Hochachse des Flugzeuges. Der im Verhältnis zur Spannweite kurze Rumpf liefert nur eine verhältnismäßig kleine Stabilität, während die Giermomente infolge der Spannweitenvergrößerung an- wachsen. Es ist deshalb notwendig, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um die unangenehmen Nebenwirkungen des Querruders zu neutralisieren. Durch theo- retische Betrachtungen, die auf der Prandtlschen Tragflügeltheorie fußen, kann man Vergleichsrechnungen über die Wirksamkeit verschiedenartiger Querruder- anordnungen ausführen. Frühere Arbeiten dieser Art haben gezeigt, daß Messung und Rechnung befriedigende Uebereinstimmung liefern. Wählt man als Vergleichs- wert der Güte verschiedener Querruderanordnungen das Verhältnis zwischen dem Giermoment und dem Rollmoment, so ist diejenige Querruderanordnung am vorteilhaftesten, die einen großen positiven Wert dieser Verhältniszahl liefert. Selbstverständlich kann man solche günstieste Querruderanordnungen nur er- reichen, wenn man von einem Differentialantrieb ausgeht. Um diese allgemeine Betrachtung durch ein Beispiel zu erläutern, werden verschiedene Querruderanordnungen an einem elliptischen Segelflugzeugflügel bei einer mittleren Flügelstreckung von 16 rechnerisch untersucht. Die Rechnung liefert das bemerkenswerte Ergebnis, daß kurze, tiefe am Flügelende angebrachte Querruder, die nur einseitig ausgeschlagen werden, stabile Wendemomente liefern. Um die durch einseitigen Querruderausschlag hervorgerufene Auftriebsänderung auszugleichen, kann man eine längs der ganzen Hinterkante angeordnete schmale Klappe um einen kleinen Betrag dagegen ausschlagen. Man gewinnt durch eine solche Querruderanordnung nicht nur gute Flugeigenschaften, sondern die kurzen, an den Flügelenden befindlichen Querruder gestatten die Anbringung einer fast über die ganze Spannweite reichenden Wölbungsklappe, die eine wirksame Ver- erößerung der Geschwindierkeitsspanne liefert. Grundsätzlich muß ganz allgemein darauf hingewiesen werden, daß im Segelfluszeugbau mehr als bisher die Gestaltung des Entwurfs nach den Erkennt- nissen der theoretischen Aerodynamik vorgenommen werden muß. Die Anlehnung an bewährte Vorbilder liefert nur eine graduelle Verbesserung, führt aber niemals zu grundsätzlich neuen Wegen.“ „Das Problem des Sturzfiluges beim Segelilugzeug.“ Ing. Krzywoblocki, Warschau: „Der Sturzflug stellt für das Segelflugzeug einen sehr gefährlichen Belastungsfall dar. Einerseits kann die Maschine nicht beliebig fest gebaut werden, da sonst das Gewicht unvernünftig hoch wird, andererseits sind die Endgeschwin- digkeiten moderner Hochleistungssegler sehr hoch (über 600 km/h). Die ‚Sturz- flugfähigkeit‘ eines Segelflugzeuges ist durch den Endstaudruck am Boden ge- geben. Daraus kann man den Staudruck ‚a‘ in Abhängigkeit von der Zeit und von der Fallhöhe ableiten. Es werden Formeln aufgezeigt, die es ermöglichen, diejenige Geschwindigkeit, bei der eine Torsions-Instabilität des Flügels auftritt, als Funktion der Verdrehsteifigkeit des Flügelquerschnittes und der Profileigen- schaften darzustellen. Aus Vergleichsrechnungen von schon gebauten und als gut befundenen Segelflugzeugen geht hervor, daß ein Verhältnis von kritischer Ge- schwindigkeit von 1,35:1 den wirklichen Verhältnissen gut entspricht. Es ist bemerkenswert, daß man zu dem gleichen Ergebnis auf einem ganz anderen Wege gelangen kann, und zwar durch die Betrachtung der Schwingungen. Man muß außerdem den Verdrehungswinkel an den Flügelenden beachten, da dieser die aerodynamischen Eigenschaften des Flügel grundlegend ändern kann. Endlich wird ein Rechenverfahren erklärt, um eine Umkehrwirkung des Höhenruders im Sturzflug vermeiden zu können. Es wird weiterhin vorgeschlagen, Luftbremsen mit automatischer Betätigung als Sturzflugsicherung zur Verwendung zu bringen.“ Nr. 18/1938, Bd. 30 „FELUGSPORT“ Seite 491 „Hochleistungssegler mit geringer Spannweite.“ Ing. W. Stepniewski, Lwow: „Als kleine Spannweite bezeichnen wir eine solche von 12—13 m gegen die 17—18 m spannenden normalen Hochleistungssegler. Seitenverhältnis und Rüst- gewicht: Aus dem Diagramm ersehen wir die Schwierigkeit, einem Kleinsegler normale Seitenverhältnisse (17—19) und dabei vernünftige Flächenbelastungen zu geben. Daher muß man sich mit einem niedrigen Seitenverhältnis (10—14) begnügen und versuchen, die Maschine durch andere aerodynamische Maßnahmen leistungsmäßig hochzubringen. Geschwindigkeitspolare: Vor allem wird die Stepniewskische Methode der Substitution der wirklichen Polare mit einer Parabel: Ccx—=Cxn + Cy?’/=.) erklärt. Es wird gezeigt, daß die teilweise gefundenen Abweichungen auf Fehlern beruhen, die im Windtunnel durch Verwendung zu niedriger Reynoldscher Zahlen beruhen. Kurve und Wendigkeit: Im Kurvenflug ist das Cy stets höher als das Cy der Mindestsinkgeschwindigkeit im Geradeaus- flug, und zwar in umgekehrtem Verhältnis zum Kurvenradius. Auch hier können Profilklappen gut helfen. Der Kleinsegler hat in der Kurve verschiedene Vorzüge, so z.B. eine geringere Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Außen- und Innen- flügel. In einer Ueberschlagsrechnung wird dann festgestellt, daß die Roll- beschleunigung des Kleinseglers stets der des Normalseglers überlegen ist. Schleppstart: In den zwei Phasen des Schleppstarts, Rutschen des Segelflug- zeuges (Reibung Segelflugzeug—Boden) und Rollen des Schleppflugzeuges mit Geradeausflug des Segelflugzeuges (Leistungsbedarf des Segelflugzeuges im Flug ohne Höhenverlust), ist der Kleinsegler, hauptsächlich wegen seines kleineren Gewichts, dem Normalsegler klar überlegen. Abschließend kann man sagen, daß der Kleinsegler einige Vorteile aufweist, aber stets eine höhere Mindestgeschwindigkeit besitzt. Daher hängt die Verwen- dung derartiger Maschinen vorwiegend vom fliegerischen Temperament der Piloten ab, die mehr oder weniger Wert auf aerodynamische Feinheit auf der einen Seite, und ‚iagdilugzeugmäßige‘ Wendigkeit auf der anderen Seite legen.“ „Höhengewinn durch Kreisen.“ Dipl.-Ing. M. Z. Olenski, Warschau: „Beim Kreisen ist dasienige Segelflugzeug das bessere, welches bei demselben Kreis- halbmesser die kleinere Sinkgeschwindigkeit — Kurvenhalbmesserdiagramm. Unter Anwendung der Grundregeln der Mechanik gelangt man zur Bestimmung der Sinkgeschwindigkeit und der dazugehörigen Gleitgeschwindigkeit in Funktion des Kurvenradius, und zwar für jedes vorbestimmte Größenpaar « und=- Cy. Da aber diese Berechnungsmethode zu umständlich erscheint, wird eine gra- phische Methode vorgeschlagen, und zwar mittels eines Netzdiagramms, in das en C , man die für das gegebene Segelflugzeug bekannte Kurve Y_ ) eintragen p Ck Ic muß, um dann alle nötigen Eigenschaften unmittelbar ablesen zu können. So z.B. kann man direkt die Sink- und Fluggeschwindigkeit für den Geradeaus- und Kurvenflug mit jedem beliebigen Radius ablesen. Zur Orientierung der Piloten wird eine kleine Windscheibe vorgeschlagen, auf der der Segelflieger in der Kurve nicht nur die Querneigung, sondern auch die dazugehörige Geschwindig- keit usw. ablesen kann. Es werden einige Anwendungsbeispiele zur Ermittelung der beliebigen und der kleinsten Sinkgeschwindigkeiten in der Kurve, insbeson- dere des Segelflugzeuges ‚TS1‘ vorgeführt. Man kann natürlich auch umgekehrt die Fluggeschwindigkeiten und Neigungswinkel, die zu einer bestimmten Sink- geschwindigkeit gehören, bestimmen. Aus dem Netzdiagramm läßt sich auch der Grenzradius Rer -— _2D JCy max ablesen. Da außerdem das Diagramm logarithmisch ist, kann man Multiplikationen und Divisionen direkt auf ihm, und zwar durch Abstechen mit dem Zirkel, aus- führen, was besonders für die Ermittelung der Cy- und Cx-Werte, die einem beliebigen Punkte der Cy/Cx-Kurve entsprechen, eine wesentliche Erleichterung darstellt. Eine Ueberschlagsrechnung der Höhenverluste durch zu schnelles und daher unwirtschaftliches Kreisen zeigt, daß diese Verluste sehr erheblich sind. Die quantitative Bestimmung des Einflusses der Flächenbelastung und der Flug- höhe kann ebenfalls auf dem Netzdiagramm geschehen. Es wird über Versuche beim Kreisen mit Profilklappen (insbesondere mit dem „TS1“) berichtet. Erstes Gebot bei der Verwendung von Klappen ist es, daß deren Gebrauch die kleinste Sinkgeschwindigkeit im Geradeausflug nicht vergrößern darf.“ (Schluß folgt.) Seite 492 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 Links: Segelflugzeug Musger „Mg 9“, Rechts: Josef Führinger (Ostmark). Bild: Schatzer Karl Hertrumpf blieb mit seinem Motorsegler in der Nähe von Weizenrodau in einer elektrischen Leitung hängen und stürzte tödlich ab. Ozeanflieger Henke, v. Moreau, Dierberg und Kober wurden vom Führer und Reichskanzler in Gegenwart von Generalfeldmarschall Göring und General der Flieger Milch am 15. 8. empfangen. Er dankte ihnen im Namen des deutschen Volkes für ihre kühne und gewaltige fliegerische Leistung. Arthur Hove, erster deutscher Luftsteward, übt seit 10 Jahren seine Tätig- keit bei der Deutschen Lufthansa aus. Bereits 1937 konnte Hove 1 Million km aufweisen. Den alten Flugreisekunden ist Arthur Hove kein Unbekannter. Wien—Berlin, neue Luftverkehrslinie der Deutschen Lufthansa, Start Wien- Aspern 11,30 Uhr, an Berlin-Tempelhof 13,30 Uhr, wird ebenso wie die Abend- linie, ab Wien 19 Uhr, an Berlin 21 Uhr, auf dieser Strecke mit den durch den Nordatlantik-Flug bekanntgewordenen Großverkehrsflugzeugen Focke-Wulf, Fw 200 „Condor“, beflogen. 17 Std. 34 Min. segeite Josef Führinger, Segelfluglehrer, mit Passagier auf Leistungsdoppelsitzer Baumuster „Musger Mg 9“ am Hundsheimer Kogel bei der Segelflugschule Spitzberg vom 19. zum 20. August 38. Leider zwang ihn eine Aenderung der Windrichtung zur Landung. Führinger war noch vollkommen frisch und hätte noch weiter durchgehalten. Die bisherige Doppelsitzer-Höchst- leistung in der Ostmark wurde von Kahlbacher/Führinger mit 16 Std. aufgestellt. Begriffe Dichte und Wichte genormt. Im Anschluß an das kürzlich er- schienene Normblatt Din 1305 „Gewicht, Masse, Menge“ ist nunmehr vom Aus- schuß für Einheiten und Formelgrößen das Normblatt Din 1306 „Dichte und Wichte, Begriffe“ fertiggestellt und vom Deutschen Normenausschuß herausgegeben worden. (Beuth-Vertrieb, Berlin SW 68.) Die Dichte eines Körpers ist das Verhältnis seiner Masse zu seinem Volumen, die Wichte das Verhältnis seines Gewichtes zu seinem Volumen. Die Wichte nannte man früher spezifisches Gewicht; diese Bezeichnung ist aber doppeldeutieg: Man versteht darunter sowohl das Verhältnis des Gewichts zum Volumen (be- nannte Zahl z.B. kg/dm?, jetzt Wichte), als auch das Verhältnis des Gewichts zum Gewicht eines Vergleichskörpers, meist Wasser (unbenannte Zahl, dimen- sionslos, jetzt Wichtezahl bzw. Dichtezahl). Daneben gab es noch die Bezeich- nungen Einheitsgewicht, Raumeinheitsgewicht, Eigengewicht, bezogenes Gewicht, Relativgewicht, Raumgewicht. Diesem Nebeneinander ist nun durch die Festlegung der klaren, auch sprach- lich einwandfreien Bezeichnung „Wichte“ ein Ende gemacht. Das Normblatt bringt noch nähere Einzelheiten auch für die Größen Roh- wichte, Reinwichte, Dichtezahl und Wichtezahl sowie ausführliche Erläuterungen. Was gibt es sonst Neues? Engl. Air Ministry, technische Abteilung, siedelt nach einem neuen Haus Berkeley Square über. Wills, engl. Segelilieger, erhielt die goldene „C“ für Flüge über 300 km und 3000 m Höhe. Nicola Romeo, Begründer der ital. Flugzeugwerke Alfa Romeo, 62 Jahre alt, Mailand gestorben. Ausland Engl. Eastbourne FC Langstreckenwettbewerb Sieger NSFK.-Sturmführer Gerbrecht, Gruppe 12 Niederrhein. Die Strecke führt über 3100 km. Nr. 18/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 493 Engl. Marineilugboot vom 228. Geschwader auf der Marineversuchsstation Felixstowe stürzte in der Nähe des Feuerschiffes „Cork“ an der Ostküste ins Meer. 6 Mitglieder der Besatzung kamen ums Leben. Weltluftverkehrs-Linien 1937, nach Angaben des engl. Air Ministry, Luft- linienlänge gegenüber dem Voriahr (36): Australien 38 000 km gegenüber 28000 km in 1935, Neuseeland 2580 km gegenüber 1290 km, Kanada 2200 km, Süd- Afrika Erhöhung um 9500 km, Indien 12 800 km. Batavia— Saigon Luftlinie Air France ermöglicht in Zusammenarbeit mit der neuen KLM-Linie der „Intercontinental Airways“ eine Verbindung Sydney—Saigon innerhalb 2 Tagen. Belgrad—Tirana-Luftlinie von der jugoslawischen Luftverkehrsgesellschaft Aeroput eröffnet. Flugzeit 2% Std. Grigorovitch, russ. Flugzeugkonstrukteur, zestorben. 1926 wurde er zu 10° Jahren Zuchthaus verurteilt, in welcher Zeit er mit anderen gefangenen Ingenieuren den L-5 Jagdeinsitzer konstruierte. Wieder in Freiheit gesetzt, konstruierte er den „Jupiter - Zweikanonen-Einsitzer“ und den L-P. Jagdeinsitzer mit zwei Kanonen und Wright-Cyclone-Motor, mit dem ein großer Teil der Sowiet- Luftwaffe ausgerüstet wurde. USA-Kontinentilug, Glendale (Calif.)—New York, 3900 km, flog amerikani- scher Flieger Hughes in 10 Std. 35 Min. Flughöhe zwecks Erprobung neuer Sauerstoffgeräte für Stratosphärenflüge 5—-9000 m. Lockheed Aircraft Corporation, Burbank, Lieferungen im Juni 38: 1079 900, sind 158% mehr als im Juni 37. Gesamtlieferung im ersten Halbiahr 1938: 4 700 000, das sind 80% mehr als im ersten Halbiahr 1937. Lindbergh z. Zt. in Moskau, um über die Einrichtung einer Luftlinie über den Nordpol nach USA zu verhandeln. Capt. Frank Hawks, amerik. Rekordilieger, in Europa bekannt geworden durch seine Flüge 1931, wobei er die Strecke London—Berlin in 2 Std. 58 Min. hinter sich brachte, ist tödlich verunglückt. Hawks war Vizepräsident der Gwinn- Hawks Flugzeugwerke und hatte ein Luftauto für Land- und Luftverkehr gebaut. Mit diesem Flugzeug ist er, nachdem er schon mehrere größere Flüge ausgeführt hatte, verunglückt. Kongreß für Luftiahrtgeographie während des 16. Pariser Salons, 21. bis einschl. 26. 11. Vorsitz General Duval. In den Sitzungen führen den Vorsitz die . Herren Caquot, Mitgl. d. Instituts, Corbin, Dir. d. Zivilluftfahrt im Luftfahrtmini- sterium, Wehrle, Dir. d. Meteorologischen Landesamtes, Prof. d. Sorbonne de Martonne u. Demangeon sowie Kommandant Dagnaux. Verfasser von Mitteilun- gen an den Kongreß: Kommandant Bureau, Unter-Dir.d. Meteorologischen Landes- amtes, Dedebant, Viaud, Ropert, Gen.-Sekr. d. Intern. Kommission f. Luftverkehr d. F.A.I., Maiorelle, Dir. d. Gesellschaft f. Industrielle Dokumentation, die Pro- fessoren Denery, George, Martin, Perret, Ruellan u. Weulersse, Agreges d. Universität. Franz. Flugboot „Lieutenant-de-Vaisseau-Paris“ ist zu einem Versuchsflug über Lissabon, Horta und die Azoren nach New York gestartet. Franz. Segelilug-Wettbewerb Banne d’Ordanche 8.—18. August beendet. Größte Entfernung 118 km (Gasnier), größte Höhe 1617 m (Lamort) und größte Dauer 5 Std. 26 Min. (Denize). Erster wurde Lamort, zweiter Neßler, dritter Gasnier, vierter Marcel Spire, fünfter Medicus und sechster Denize. Bei dem diesjährigen franz. Wettbewerb wurden auch zum erstenmal Zielflüge versucht. Zielort Brioude, 56 km entfernt, wurde von Denize und Gaudry erreicht. Aspretto, franz. Luitwafienbasis auf Korsika, im Golf von Aiaccio, ist am 15. 8. durch den franz. Marineminister Campinchi eingeweiht worden. Der Hafen ist durch Gebirge vor West-, Nord- und Ostwinden geschützt. Nach Südosten wurde durch Molenbauten die Wasserungsfläche des Hafens vor Seegang und Seewinden abgeschirmt. Die Baulichkeiten sind für 20 Offiz. und 400 Mannsch., Hallen für 2 bis 4 Flugzeuggeschwader je nach Größe der Apparate, 1 Hebekran für 20 t vorgesehen. Die bereits 1932 begonnenen Bauten wurden, beschleunigt durch den Einfluß des spanischen Bürgerkrieges, schnell zu Ende geführt. Wie der Marineminister in seiner Rede ausführte, soll der Flughafen Aspretto, der auf der Linie zwischen dem Flughafen Beer von Marseille und Biserta, dem Kriegshafen von Tunis, liegt, als Stützpunkt für die Verbindungen mit Nord- afrika dienen. Seite 494 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30 ZEN > I I\Z ZZ ? ih 4 / N Windenschleppflug beim Boston Segelilug-Club wurde von Gustav Scheurer eingeführt. Untenstehende Abbildung zeigt das Fluggelände mit der Winde. “ AIR AN m [___N AN N Vom Elmira-Wettbewerb. Winde der M.1.T. Boston. Die meisten Flüge wurden mit der Winde gestartet. Unten links: Winde im Wettbewerb 1936 von Gustav Scheurer. Segelflug in Holland. Der holländische Segelflugklub Vlieg- club „Teuge‘“ hat 80 Mitglieder und 3 Segelflugzeuge (1 ESG, 1 Anfänger, 1 Grunau Baby). Die Abb. zeigt das Anfänger- lugzeug „Universal“. 12 m Spannweite, Gewicht 110 kg, Sinkgeschwindigkeit 110 m, Gleitwinkel 1:14 (mit Boot). Dieses zöglingartige Anfänger- flugzeug besitzt einen sehr ro- bust ausgeführten Leitwerks- träger. Hintere Leitwerksteile gegen den Leitwerksträger verspannt. Flügel durch je zwei Stiele verstrebt. Entwurf von Jan Wiikens, gebaut bei N. V. Vliegtuigbouw, Deventer. Wiikens Anfänger-Segelflugzeug, Teuge (Holland). Bilder: Archiv Flugsport Nr. 18/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 495 Ital. Fliegerfilm, Titel „Luciano Serra, Pilota“, Oberleitung Vittorio Mussolini. Goldenes Ehren-Leistungsabzeichen für Segelilieger. Bedingungen: Besitz des silbernen Leistungsabzeichens, ferner Höhenflug von mindestens 3000 m über der Startstelle sowie ein Streckenflug über mindestens 300 km (vgl. S. 320). Flügel-Metallbauweise bei USA-Firmen ist verschieden. In untenstehenden Abbildungen erkennen Sie einen Unterschied zwischen Lockhead und Sikorsky. Douglas verwendet für die Versteifung der Außenhaut an Stelle der aufgenieteten U-Profile aufgenietetes Wellblech parallel zu den Längsholmen. wi SAN LG Lockhead Sikorsky Douglas Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Das Bombenflugwesen v. Camille Rougeron. Ins Deutsche übertr. v. Erich Margis, Ernst Rowohlt Verlag GmbH., Berlin W 50. Preis RM 16.50. Der franz. Verfasser, Marine-Chefing. Rougeron, gibt in diesem’ Werk einen Einblick in die Bombenfliegerei, wie er selten in einer solchen Reichhaltig- keit in der Literatur anzutreffen ist. Hier handelt es sich nicht nur, um den heutigen Stand der Entwicklung zu erfassen, sondern infolge der großen Mög- lichkeiten auch im Seekrieg sich in die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten hineinzuleben. Genau wie das Wassertorpedo durch das Lufttorpedo ersetzt wird, so wird der Mensch bald noch andere Mittel finden. Wenn wir ein Volk von Fliegern werden sollen, so müssen wir uns mit Wissenschaft und Technik auf diesem Gebiet in allen Einzelheiten vertraut machen. Dies muß in Fleisch und Blut übergehen, genau so wie den Infanteristen das Schätzen der Entfernung und die Handhabung notwendiger technischer Mittel selbstverständlich geworden sind und alle Handlungen automatisch ausgeführt werden. In viel höherem Maße noch gilt diese Uebung für die Kriegsfliegerei. Beim Studium des vorliegenden Buches bekommt auch der Jagdflieger Anregungen über Vorgänge, Notwendig- keiten, Möglichkeiten in allen Lagen des Luftkampfes. Entwurf und Berechnung von Flugzeugen. Band IN: Leitwerk. Von Gerhard Otto. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 3.50. Verfasser gibt im vorliegenden Band einen Auszug von Höhen- und Seiten- leitwerksbeanspruchungen nach den Bauvorschriften 1936 mit einem Berechnungs- beispiel von äußeren Lasten an Hand der Heinkel He 72 „Kadett“ bis zur Er- mittlung von Flossen- und Ruderholmlasten mit Hilfe der k- (und f-) Funktionen für Druckverteilungen an symmetrischen Flügelschnitten. In rechnerischen Teil- beispielen wird die Bestimmung von Flossen- und Ruderlasten, Auflagerdrücken, Querkräften und Biegemomenten an drei- und fünffach gelagerten Holmen erläutert. Flugzeugwartung. Teil I: Wartung des Triebwerks. Von Cl. Böhne. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 3.—. Das vorliegende Werk ist vor allen Dingen für den Motorenwart im Flug- betrieb und in der Werft geschrieben. Hierbei ist berücksichtigt, daß die ver- schiedenen Motorenmuster und deren Arbeitsweise bereits bekannt sind. Die Unterteilungen der gesamten Flugzeugwartung, Triebwerk-, Flugwerk- und Ge- rätewartung, sind in einzelnen Kapiteln gesondert behandelt. Fliegen heißt siegen über Zeiten und Weiten. Von A. Höhmann. Verlag Julius Beltz, Langensalza. Preis RM 1.50. Seite 496 „FLUGSPORT“ Nr. 18/1938, Bd. 30, Die Einleitung bildet ein Abschnitt aus Udets „Mein Fliegerleben“. Es folgen: Die Zukunft der Luftfahrt, ein Pimpf auf Motorfliegerschule, erster Fallschirm- absprung, Technisches vom Fliegen und vieles andere mehr. Fortschritte in Luftfahrt und Flugtecknik. Von Walter Zuerl. Jahrbuch für 1938. Curt Pechstein Verlag, München 22. Preis Ganzleinen RM 8.—. Dieses Jahrbuch soll regelmäßig am 1. Januar erscheinen. In der vorliegenden ersten Aufgabe war es notwendig, in der Entwicklung weiter zurückzugreifen. In späteren Ausgaben wird dann diese Ausgabe als Ausgangspunkt festgelegt und in der Hauptsache der jeweilige Fortschritt behandelt. In der vorliegenden ersten Ausgabe ist eine Menge Wissenswertes mit Bienenfleiß zusammengestellt. In einzelnen Abschnitten sind behandelt: Neuzeitlicher Flugzeugbau, Sonderflugzeuge, Motoren, Luftschrauben, Weltluftverkehr, Militärflugzeuge, Sportflugzeuge bis zum Muskelflug. Segelflugzeugbau sucht zum baldigen Antritt Beiriesieller Kenntnisse in Holzbau- weise erforderlich. An- gebote mit Gehaltsansprü- chen und Zeugnissen erbet. unt. Ziffer 3973 an die Exp. des „Flugsport“, Frank- Pobjoy-Nlem neuwertig, mit vielen Motor - Ersatzteilen preiswert zu verkaufen. Kirsch, Oschersleben (Bode) Anderslebener Straße 48 Eine Gipsy-Motte und eine Fieseler 5 beide in tadellosem Zustande, grundüberholt, zugelassen, flug- tüchtig, zu verkaufen. Zuschrif ten unter 3970 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt-M. „TLUGSPORT“ furt-M., Hindenburgplatz 8. Ingenieur. . schule Mittweida a Maschinenbau / Automobil- u. Flugtechnik Elektrotechnik. Programm kostenlos Das deutsche Segelfliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Kiavierbegleitung, darf in keinem Ver« ein od. Familie fehlen. Preis incl. Porto RM 1.15. Zu bezieh. v. Verlag „Flug« sport“, Frankfurt»-M., Hindenburgp!i. 8, Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M. Fingebunden ist der „Flugsport“ ein Nachschlagewerk von Wert! ULMIA ::::; Kreissäge für den Flugzeugbau Hobelbänke Complette Werkzeugschränke I Hobel $penn-Werkzeuge ww. Katalog kostenlos, ‚RIVISTA AERONAUTIGA' Illustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch italienisches Luftfahrtministerium Ministero dell’ Aeronautica, Roma Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. üb. die Luftfahrttech- nik, weitere Nachrichten über den internationalen Luftverkehr auf dem militärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis für Italien u. Kolonien it. L. 64,80 für Ausland . . . . it. L. 144, Einseparates Heft für Italien. . . . . il. 9- für Ausland . . . . it.L. 19,— Birken-Flugzeug: Sperrholzplatten „cAWIT deutsches Fabrikat bei Rekordfiügen erprobt, in den Qualitäten: AVIATIC, SPEZIAL, GLEITFLUG in allen Stärken von 0,4-8 mm liefert prompt ab Lager Georg Herte Berlin-Charlottenburg Kaiser Friedrich-Straße 24 Fernspr.-Sammelnummer: 34 5841 Telgr.-Adr.: FPliegerhölzer Berlin gesucht: Angebote unter Ziffer 3974 a die Expedition des „Flugsport nahtlos präzis gezogene Rohre mit und ohne Boden aus allen ziehbaren Autogenschweiherei nach Din od. Zeichnung Fi Der Namenszug, der 27-jährige Erfahrung im Flugwesen bedeutet. ‘ Diese Erfahrung steht auch Ihnen zur Verfügung, wenn Sie sich bei Bedarf an Flugzeugmaterial aller Art an uns wenden. AUTOFLUG Inhaber Gerhard Sedimayr Berlin- Tempelhof Berliner Straße 167/168 3 EIN QUALITATSBEGRIFF GIERUNGEN EEWA UMINIUM JIMSCHMEIZ Kulben lu R, ko leları die Kolb # Maohle K-G Kar Schmid GabH Stuttgan Bad Cornusu Sicherungsblecher Flansche, Formbleche aller Art Apparatebau BERLIN-FRIEDEN AU 6869 Ä S: m * /4 f G ; N y ff I »4 FE Vf SSA TEL. Bein. WIHHH 7° Hi 4 e / F/, V//H IT, Ih % Focke-Wulf Fw 200 „‚Condor’’ mit 4 BMW-Neunzylinder- Gr 07 n Sternmotoren legte die rund 6500 km lange Strecke auf dem Hinflug in knapp 25 Stunden, auf dem Rückflug sogar in nur 19 Stunden 54 Minuten zurück! Ohne die geringste Störung an Fahrwerk oder Motoren, trotz erheb- licher Überlastung (Startgewicht 18000 kg), wurde dieser für die Weiter- entwicklung des Transozeanverkehrs bahnbrechende Flug mit plan- mäßiger Pünktlichkeit ausgeführt. Der „Condor” fliegt mit @-Bremsrädern, € -Flugzeugbeinen, €-Spornaggregat, €-Sporn- rad, &-Flugmotor-Kolben und €- Spaltfiltern. I 2 Elektron-co - Cannstatt 4: vos ; s ‚ % FU , # r 4 / . Pi F . } UN\N Iuttlhnssnnlill ®, AUNILILTTIR N GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN ‘ VON OSHAR, URSINUS » CIVIL-ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 lsezugspreis für In- und Ausland pro '/ Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 343834 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 19 14. September 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 28. September 1938 Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft 1938. 1896 Lilienthal Stöllner Berge, 1909 I L A, 1914 Kriegsflugzeuge, 1918 Flugzeuge verschrottet, 1920 Entfachung der Segelflugbewegrung, 1933 Aufbau der Luftwaffe, 1938 die Luftwaffe steht. Der Führer verleiht den Deutschen Nationalpreis 1938 neben Dr. Fritz Todt und Dr. Ferdinand Porsche den beiden Flugzeugbauern Prof. Willy Messerschmitt und Prof. Ernst Heinkel. Der Führer hat damit zum Ausdruck gebracht, daß die große Gemeinschaft der in der Fliegerei am Zeichenbrett und am Schraubstock Arbeitenden ihre Pflicht getan haben. Jeder dachte hierbei an die Zeiten zurück, wo Deutschlands Luftwaffe nach dem Versailler Diktat gefesselt am Boden lag, wo Deutschlands Jugend auf der Wasserkuppe im Stillen die Mus- keln strafite und in Gemeinschaftsarbeit alle für einen und einer für alle Der Führer beglückwünscht die Träger des Nationalpreises auf dem Reichs- parteitag anläßlich der Kulturtagung im Opernhaus, Dr. Todt, Dr. Porsche, Prof. Messerschmitt, Prof. Dr. Heinkel, rechts Reichsminister Dr. Goebbels. Weltbild Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 26. Seite 498 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 neue Entwicklungsmöglichkeiten suchte. Die Begeisterung wurde in immer breitere Kreise getragen. Der Fliegergeist, die Kameradschaft war vor dem Untergang gerettet. Das Wissen und Können der jungen Männer von 1920 ist in dem heutigen Stand der Entwicklung der Fliegerei unter Beweis gestellt. Segel-Doppelsitzer „Mg 9a“. Nr. 19/1938, Bd. 30 „Er LUGSPORT“ Seite 499 DFS-Leistungs-Doppelsitzer „Kranich“ für Höhenflüge. Für die Durchführung von Forschungsflügen in Wolken und im Wolkenaufwind an den Alpen wurde von der Deutschen Forschungs- anstalt für Segelflug das Flugzeugmuster „Kranich“ (vgl. erste Typen- beschreibg. „Flugsport“ 1936 S. 250) für diese spezielle Aufgabe um- konstruiert (Abb, 1). Als Sicherung für den Wolkenflug wurde das Flugzeug mit DFS- Sturzflugbremsen (Abb. 2) ausgerüstet. Die Vergrößerung der V- Stellung des Flügelknicks von 4,5° auf 10,5° ergab eine besonders für den Blindflug erwünschte stabile Kurvenlage. Zur Vermeidung von Seilspannungen in den Steuerleitungen beim Erreichen größerer Flughöhen und entsprechender Temperatur- abnahme, werden Höhen- und Querruder mit Stoßstange angetrieben. Bei den großen Längen der Stoßstangen mußten verhältnismäßig viele Lager verwandt werden, um das Stoßstangengewicht in erträglichen Grenzen zu halten, Hierfür wurde ein besonderes Lager entwickelt, wie es die Abb. 3 zeigt. Die Herstellungskosten dieser Lagerung sind gering. Das Gewicht beträgt ca. 60 g. Das Lager besteht aus einem Außenrohr, an dem gleichzeitig ein Befestigungsflansch angeschweißt ist. In einem Kugelkäfig aus Preßstoff sind in 4 Bohrungen Kugeln von einem Durchmesser von 5+6 mm angeordnet, auf denen dann die Stoßstange glei- tet. Eine besondere Bearbeitung der Laufflächen ist nicht erfor- Der auf der diesjährigen Rhön von Kahlbacher/Tauschegg ge- flogene Doppelsitzer ist ein Entwurf von Erwin Musger, Graz, und A 1 Segel-Doppelsitzer „Mg. 9a“. stellt die Verbesserung des N zuerst nach seinem Entwurf vom derlich cH N NLI Trupp Herzogenburg ND. gebau- .. ru IN Ta a ıı ten Musters Ms 9 dar. Die gesamte Stoßstangen- VEN ne i Der abgestrebte Hochdek- steuerung befriedigt sehr, da die 4 1 | ker dient in der Hauptsache zur geringe Steuerreibung durch feh- un j Leistungsschulung. Der Gastsitz lende Seilrollen und die erhöhte Steuerwirkung durch größere Steifickeit im gesamten Steuer- werk erreicht wird. Ebenso ist Seilverschleiß und auch Kon- trolle ausgeschaltet. Außerdem hat der Flugzeugführer eine bes- sere Verbindung mit seinem ist im Schwerpunkt unter- gebracht, so daß die Maschine einseitig geflogen werden kann ohne Nachtrimmune. Als Wurzel- profil wurde die der Festigkeits- rechnung entsprechende Kontur gewählt; Endprofil 10% Dicke. Fest eingebautes Kronprinz- Laufrad bremsbar. Das Muster „Mg 9a“ wurde in Serie von der Reichs-Segel- fHlugzeugbau-Werkstätte, Wien II, Dietrichgasse 17, gebaut. Spannweite 17,7 m, Gesamt- länge 7,39 m, Höhe 1,65 m, Flä- TTııtrııTtTrTTT Die) LE LE SHE: Seen 3000 Abb. 3. Gleitführung für Stoßstange. Hülse: Innen-S 28,1 mm, Stoßstange: Außen-S 16 mm, Kugel: £ 6 mm, Toleranz 0,1 mm, Kugelkäfig: Hart- papierrohr 20X1,5. 1630 3500 980 1500 "rn s cheninhalt 20,70 m?, Flächen- N E | belastung einsitzig 16,2 kg/m?, eil- : Flächenbelastung _doppelsitzig Sehe 1 19,8 kg/m?, Leergewicht 265 ke, ____ —_ Abb. 1. „Kranich“. 1 Zuladung 150 kg, Fluggewicht \ HN 4 E 415 ke. L__ Hi _— 1 Segel-Doppelsitzer EHE ; „Mg 9a“. SF N = Konstr, „Musser Im Zeichnung: Flugsport TTT TıT i — a Il Seite 500 „FLUGSPORT"“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Abb. 2. „Kranich“ mit ausgefahrenen DFS-Sturzflug- bremsen. Abb. 4. Finbau der Sauerstoff- flaschen im Flügel. Bilder: DFS Flugzeug, da er jeden Vorgang am Flugzeug, z. B. Abreißen der Strö- mung an den Außenflügeln, sofort spürt. Sechs Sauerstoffflaschen für den Flugzeugführer und den Beob- achter sind in den Außenflügeln an verstärkten Rippen aufgehängt und sind von unten zugänglich (Abb. 4). Der Inhalt einer Sauerstoffflasche beträrt 300 Liter und reicht bei normaler Atmung 11%—2 Stunden aus. Als Sauerstoffgerät wird der Auer-Höhenatmer verwandt. Sportzweisitzer RWD-16 bis. Freitragender Tiefdecker mit einem 64 PS Avia-3, 4-Zylinder- Reihenmotor, luftgekühlt. Eine Weiterentwicklung des Typs RWD 16, die den Ansprüchen der Privateigentümer gerecht werden soll: niedrige Anschaffungs- und Unterhaltungskosten, leichte Transport- möglichkeit und gute Wendigkeit. Flügel normale Kastenholmbau- weise, von der hinteren Randleiste bis zum Vorderholm stoffbespannt, dann dicke Sperrholzbeplankung; Holm durchgehend aus einem Stück, am Rumpf mit vier Bolzen befestigt. Leichte V-Form. Rumpf sperrholz beplankt, 2 neben- einanderliegende Sitze. Doppelsteue- rung für Schulung sehr bequem, gute Sichtverhältnisse. Motor in geschweiß- tem Stahlrahmen gummigelagert, Mo- torverkleidung Aluminiumblech (leicht abnehmbar, gute Zugänglichkeit): Luftschraube 1,8 m. Leitwerk frei- tragend, Seiten- und Höhenruder ab- nehmbar. RWD 16. Zeichnung: Flugsport Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 501 RWD-16 Zweisitzer. Werkbilder Spannweite Il m, Länge 7,8 m, Höhe 2,27 m, Fläche 14,8 m#. Leergew. 350 kg, Nutzl. 240 kg, Flugg.610 kg. Max. Geschw. 180 km/h, Reisegeschw. 155 km/h, Aktionr. 800 km. (Kann auch mit Cirrus Minor 90 PS oder Mikron II 60 PS 4-Zylinder luftgekühlten Reihenmotor ausgerüstet werden. Mit M 90 PS: Max. Geschw. 205 km/h, Reise- geschwindigkeit 175 km/h, Aktionr. 640 km.) Fieseler „Jung-Tiger“. Sport- und Reiseflugzeug Fi 99 „Jung-Tiger“, Neukonstruktion Gerhard Fieselers, Fieseler-Flugzeugbau G. m. b. H., ist ein ein- motoriges, zweisitziges Tiefdecker-Kabinen-Landflugzeug, das in Ge- Fi 99 „Jung-Tiger“. Werkbilder Freigegeben durch RLM, Nr. 19891/38. Seite 502 „FLUGSPORT*“ Nr. 19/1938, Bd. 30 mischtbauweise hergestellt und für die Verwendungsgruppe P 3 (Per- sonenbeförderung — normale Beanspruchung) zugelassen ist. Rumpf geschweißtes Stahlrohrfachwerk, mit geschweißten Stahl- rohrgerippe der Seitenflosse starr verbunden. Durch ein Form- gebungsgerüst aus Stahlrohren wird eine ansprechende äußere Form des mit Stoff bespannten Rumpfes erreicht. Zur Wartung der Höhen- flossenverstellung und des als Schleifsporn ausgebildeten Spornfeder- beines sind rechtsseitig in der Bespannung Reißverschlüsse eingenäht. Die beiden Insassen sitzen in der mit einer abweribaren Plexiglas- haube versehenen Kabine hintereinander. Steuerung, als Doppelsteue- rung ausgebildet, besteht aus Knüppel- und Fußhebelsteuerung. Sicht auf beiden Seiten außerordentlich gut. Auf beiden Seiten des Kabinen- aufsatzes sind halbkreisförmige, durch Drehen zu Öffnende Fenster- scheiben angeordnet. Im Falle der Gefahr kann der Kabinenaufsatz durch einen Notzug abgeworfen werden. Hinter der Kabine Gepäck- raum. Tragwerk freitragend, besteht aus den beiden Außenflügeln und dem in den Rumpf einbezogenen Flügelmittelstück, ist in Holzfach- werkbauweise mit Sperrholzbeplankung ausgeführt. Außenflügel sind um den Hinterholmanschluß nach hinten beiklappbar. Flügel mit Spreiz- klappen. Seitenflosse, Seitenruder und Höhenruder mit Stoff bespannt, die im Fluge verstellbare Höhenflosse mit Sperrholz. Das für eine sichere Sinkgeschwindigkeit von 3,4 m/s gebaute Fahrgestell besteht aus zwei stromlinig verkleideten freitragenden Federbeinen mit Schraubenfederung und Oeldämpfung. Laufräder Ballonbereifung und ° fußbetätigte mechanische Innenbackenbremsen. Triebwerk luftgekühlter Hirth HM 506 A-Motor von 160 PS Höchstleistung, feste Heine-Holzschraube von 2,2 m. Motorvorbau am vorderen Rumpfspant abnehmbar angeschlossen. Motoranlassen mit rückschlagsicherer Handkurbel. Kraftstoffanlage rechts und links im Flügelmittelstück eingebaute Hauptbehälter von 70 Il, hinter dem Brandschott angeordneter Fallbehälter 231. Spannweite 10,7 m, Länge 7,9 m, Höhe 2,8 m, Seitenverhältnis 6,7 m, Flügelfläche 17 m?, Leergewicht 620 kg, Fluggewicht 875 kg, Motor: luftgekühlter Hirth HM 506 A-Motor von 160 PS Höchst- leistung, Flächenbelastung 51,5 kg/m?, Leistungsbelastung 5,47 ke/PS, Flächenleistung 9,42 PS/m?, Höchstgeschw. 236 km/h, Reisegeschw. bei 85°/o Drehzahldross. 200 km/h, Reisegeschw. bei Dauerl. 223 km/h, Landegeschw. o. Gas 85 km/h, Landegeschw. m. Gas 72 km/h, Ge- ringstgeschw. mit Landeklappe ohne Gas 81 km/h, Dienstgipfelhöhe 6250 m, größtes Steigvermögen, Bodennähe, 5,3 m/s, Steigzeit 1000 m Höhe 3,4 min, Flugbereich mit 2 Mann Besatzung bei 200 km/h Reise- geschw. 700 km = 3,5 Std., bei 223 km/h Reisegeschw. 600 km = 2,7 Std. Flugbereich mit 1 Mann Besatzung 920 km = 4,6 Std. Curtiss-Wright 20 Zweimotor. Curtiss-Wright 20 Zweimotor, für 30 Fluggäste und 4 Mann Be- Satzung, hat ein Fluggewicht von 16000 kg. Reisegeschwindigkeit 320 km in 6000 m Höhe mit 1800 PS. In der Ueberdruckkabine ent- spricht der Luftdruck einer Höhe von 1950 m Höhe. Der Meereshöhe entsprechender Luftdruck wird gleichbleibend erhalten bis 3300 m Höhe. Curtiss glaubt mit zwei Motoren ein Maximum von Sicherheit zu erreichen. Unfallursachen in USA sind nach statistischen Erhebungen zurückzuführen auf Motorenstörungen 6°/0, Fahrwerke 19%/o, mensch- licher Irrtum 31”. Je geringer die Zahl der Hebel, Bedienungseinrich- tungen und Instrumente, um so geringer die Zahl der Irrtümer. Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 503 Der Wright-Cyclone-Doppelsternmotor, 14 Zyl., mit Curtiss elek- trischem Verstellpropeller für Segelstellung, leistet am Start 1500 PS, Reise 900 PS. u \ Flügel, Verjüngung des Anstellwinkels gleichzeitig Verjüngung des Profiles nach den Flügelspitzen. Rumpf von elliptisch-ähnlichem Querschnitt aus zwei verscho- benen Kreisen gebildet, wie untenstehende Abbildung zeigt. Wäh- rend bei kreisrundem Querschnitt der äußere Druck gleichmäßig nach dem Mittelpunkt wirkt, wird bei dem vorliegenden Querschnitt ein Seitendruck entstehen, der jedoch durch den Fußboden des Ober- decks, Fluggastraum, aufgenommen wird. Der untere Raum dient zur Gepäckaufnahme und sonstigem. Fahrwerk in ausgefahrenem Zustand sehr weit nach vorn ste- hende Räder, hochziehbar mit Abdeckklappen. Besondere Oelstoß- dämpfer für Sinkgeschwindigkeiten von 4,8 m/sec. . Spannweite 32,95 m, Länge 23,2 m, Höhe 5,61 m, Fläche 125,75 m’, Flügeltiefe von 5,04 m bis zu 1,68 m. Leergewicht (ge- schätzt) 11 820 kg, Fluggewicht (geschätzt) 16 300 ke. Geschwindig- keiten geschätzt, maximal in 3600 m Höhe 381 km/h, Reise in 3000 m Höhe 322 km/h, in 6000 m Höhe 338 km/h, Landegeschwindigkeit 106 km/h. Gipfelhöhe 10000 m, mit einem Motor 4500 m. Zeichnung: Flugsport | Rumpjquerschnitt Fußboden Curtiss- Wright 20. == --- == - -- - -- 7 -=---=------- Maschihengewehr Sauerstoff I | f T Seite 504 „FLUGSPORT“ Martin-Bomber ,166“. Glenn L. Martin veröffentlicht jetzt die Weiterentwicklung ihres Typs 139 W, den wir bereits auf Seite 96, 1937, im „Llugsport“ be- schrieben haben. Der freitragende 2-motorige Mitteldecker, der sich in seinem Aufbau von dem Typ 139 nur in Kleinigkeiten unterscheidet, weist trotzdem nennenswert bessere Leistungen auf. Rumpf Ganz- metall, zugespitzte ovale Form, Schalenbauweise, vernietete Leicht- metallkonstruktion. Flügel Ganzmetall, freitragend, vernietet, ge- schränktes Profil Gö 398, hydraulische Landeklappenbetätigung. Leit- werk Ganzmetall, Höhen- und Seitenflosse aus Alclad, stoffbespannt einziehbares Fahrwerk. Spannweite 21,6 m, Länge 13,5 m, Flächeninhalt 63,4 m?, Ouer- ruderinhalt 4,9 m?, Flosseninhalt 5,3 m?, Seitenruderfläche 1,9 m}, Nennleistung der Motore in Bodennähe 760 PS bei 2100 min, in 2650 m Höhe 840 PS bei 2100 Umdr. Die Startspitzenleistung liegt bei 875 PS bei 2200 Umdr. Kompressionsverh. 1/6,5; Untersetzungs- getriebe 16/11; dreiteilige Metallschraube 3,5 m. Leergewicht 4635 kg. Fluggew. verschieden, zwischen 7040 und 8490 kg. Flächenbelastung 111 kg/m? bis 134 kg/m? und Leistungsgew. 4,2 kg/PS bis 5,06 ke/PS. Bei norm. Fluggewicht max. Geschw. in Bodennähe 336 km/h, in 2650 m Höhe 394 km/h. Dienstgipfel- höhe mit 2 Motoren 6925 m, mit 1 Mo- - tor 3050 m. | Steiggeschw. am Boden 7,2 m/sec, in 2650 m Höhe 7,2 m/sec. Nr. 19/1938, Bd. 30 N Mullerkompaß Sauerstoff Faltschirmieuchlkugeln [LI | Munition | | a ] za 50 un... Leuchtsignale Singnalpıistole Maschinengewehr Munibon Schleppantenne Abuurfverrichtung Steigzeit auf 3000 m Höhe 421 sec, Startweg 262 m: Landegeschw. (mit Landehilfen und ab- geworfenen Bomben) 107 km/h. Flusdauer 5 Std. und 3 min mit Gesamt- gewicht von 7899 kg, Geschw. 320 km/h, und I — 8 Std. und 7 min mit — Gesamtgewicht von 8321 kg, Geschw. von 275 km/h, d. h. mit 2885 1 Betriebsstoff beträgt die größte Flugdauer 12 Std. 6 min bei 260 km/h. Martin 166. Zeichnung: Flugsport 77600 Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 505 Bei 5960 kz (Normalgew.; abzew. Bomben) u. max. Sturzflug- geschw. (482 km/h) Lastvielfaches für Fahrwerk 5,0; bei 6383 kg (max. Gew./ abzew. Bomben) 4,0. Dornier-Do 26 4-Motor-Transozean-Flugboot.*) Dornier-Do 26 wurde für den Nordatlantik-Postverkehr der Deut- schen Lufthansa entwickelt. Die bisherigen Erfahrungen im Nord- atlantik ließen den Wunsch aufkommen, ein Flugzeugbaumuster zu besitzen, das ohne Zwischenwasserung die rund 5600 km lange Strecke Lissabon—New York durchfliegt. Um diesen Wunsch zu erfüllen, mußte eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit gefordert werden, die eine Vergrößerung der Triebwerkanlage auf 4 Motoren bedingte, da bekanntlich die Nordatlantikstrecke als eine ausgesprochene Schlecht- wetterstrecke zu bezeichnen ist. Die von der Deutschen Lufthansa gestellten Forderungen wurden durch die grundlegende Neukonstruk- tion des Flugbootes Dornier-Do 26 erfüllt. Da das Flugboot normaler- *) Alle Bilder Dornier-Werke. Viermotoriges Transozeanflugboot Dornier-Do 26. Viermotoriges Transozeanflugboot Dornier-Do 26. Die hinteren Motoren- und Schraubenaggregate können um 10° nach oben geschwenkt werden, um Spritz- wassereinflüsse zu vermeiden. Man beachte die hinter dem Motor liegenden Landeklappen, darüber die Leitbleche nach den Motoren, um Wirbel zu vermeiden. Das Motorenaggregat ist gerade nach oben gestellt. Links die heruntergelassenen Stützschwimmer. Seite 506 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Viermotoriges Transozeanflugboot Dornier-Do 26. weise mit Hilfe einer Flugzeugschleuder von den bewährten Lufthansa- hilisschiffen gestartet wird, und eine Landung in bewegtem Wasser nur im Notfall in Frage kommt, hat Dornier bewußt bei diesem Bau- muster auf die für seine Flugboote so charakteristischen Flossen- stummel verzichtet und zum erstenmal im deutschen Flugbootbau das Prinzip des einziehbaren Fahrwerks beim Landflugzeug auf die Stabili- tätsschwimmer des Flugbootes angewandt, die während des Fluges in das Innere des Flügels eingezogen werden, Die außerordentlich günstige aerodynamische Form und Gestaltung der Gesamtanordnung, die erreicht wurde, kommt natürlich in gleicher Weise der Geschwin- digkeit wie der Reichweite zugute. Das Flugboot Dornier-Do 26 ist ein freitragender Schulterdecker von 30 m Spannweite. Der 3teilige Flügel besteht aus einem rechteckigen V-förmig gestalteten Mittel- stück, das organisch aus dem Bootskörper wächst und die beiden schlanken Motorengon- deln trägt, die je 2 Mo- toren in Tandemanord- nung enthalten. Der 2- stufige Bootskörper in bewährter Dornierbau- weise gestaltet, ist durch 8 wasserdichte Schott- wände unterteilt, so daß im Falle einer Lek- kage das Boot immer schwimmfähig bleibt. Entsprechend den Erfordernissen desTrans- ozean-Dienstes ist das Boot eingeteilt in einen Bugraum, der die not- wendige Seeausrüstung, wie Treibanker etc, enthält. Anschließend daran befindet sich der Viermotoriges Transozean- flugboot Dornier-Do 26. „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Seite 507 vordere Postraum für Fracht- und Briefpostsendungen, an welchen sich der geräumige und bequeme Führerraum an- schließt, auf den wiederum der Funk- und Navigations- raum folgt. Zur besseren Ueberwachung der Trieb- werke wurde eine eigene Triebwerküberwachungs- anlage geschaffen, die vom Maschinisten des Bootes ge- wartet wird. In der Bootsein- teilung folgt dann der Tank- raum, ein weiterer Postraum, ferner ein bequemer großer Ruheraum für die Besatzung, anschließend Toilette und Waschraum. Vergleiche die neben- und untenstehenden Abbildungen. Das Triebwerk des Bau- musters Dornier-Do 26 be- steht aus 4 Junkers-Jumo- Diesel-Motoren, die in Tan- demanordnung angebracht sind. Während die beiden Zugschrauben vom Motor direkt angetrieben werden, ist der Antrieb der beiden Druck- schrauben über eine Verlän- gerungswelle vorgenommen. Zur Vermeidung der Spritz- wassereinflüsse auf die hin- teren Schrauben wurde zum erstenmal in der Geschichte des Flugzeugbaus das hintere Motoren- und Schrauben- aggregat derartig konstruiert, daß beim Start dieses Aggre- gat um 10°, das sind etwa 40 cm, nach oben geschwenkt werden kann. Nach Abheben Viermotoriges Transozeanflugboot Dornier-Do 26. Von oben nach unten: Führerraum. Darunter: Blick vom Funkraum auf den Füh- rerraum. Sitze können für Ruhe- lage nach hinten geklappt werden. Darunter: Stand des Bordwartes. Ueberwachung der Triebwerks- geräte. Man beachte links die seitlich leicht zugänglichen Lei- tungen. Unten: Funkraum, nach achtern gesehen. Seite 508 „PLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 des Bootes vom Wasser werden Moto r und Schraube wie male ae sebracht. Die 4-motorige Ausführung nestshet die Fon. ‚erzung des 1 ugs beim Ausfall von einem oder zwei beliebigen M _ an Ile I ei ungen wurden so verlagert, daß sie während des ee NEAnE ich sind und | gewartet werden können. Nach d n Motor ühren „nesondere Gänge, so daß während des Fluges e 4. Störungen e 10 en werden können. Hierdurch ist erößtmöglichste nicherhe auch ei Dauerflügen über lange Strecken gewährleistet. Bas ei werk, as aus je einer FHöhen- und Kielflosse mit angelenktem r besteht, sitzt in üblicher Weise auf dem Heck des Bootskörpers. Beim Do 26 ist der mit Teil der Bootshülle als Kae stoffbehälter ausgebildet. Vor- teil große Raumersparnis. Ebenso konnte das Boot leich- ter gebaut werden. Unterbrin- sungsmöglichkeit des Kraft- stoffes in der Nähe des Schwerpunktes. Umpumpen des Betriebsstoffes, um zu trimmen, fällt weg. Wie schon eingangs ange- deutet, dient das Flugboot Dornier-Do 26 zur Beförde- rung von Post über lange und längste Seestrecken. Es er- möglicht eine Mitnahme von 80 000 Flugpostbriefen oder entsprechender Fracht über Flugstrecken bis zu 9000 km Am 30. 8. wurde das Flugboot Dornier-Do 26, welches für den Atlantikpostverkehr be- stimmt ist, auf dem Müggel- see bei Berlin zum erstenmal durch den Halter Deutsche Lufthansa vorgeführt. Nach weiteren Versuchsflügen auf der Ostsee geeen Ende des Jahres soll es zum ersten At- lantikflug starten. Spannweite 30 m Lä 24,50 m, Höhe 6,85 m, Flügel. fläche 120 m}, Leergewicht 10 200 kg, Gesamtlast 9800 kg, Fluggewicht (Katapultstart) 20.000 kg, Höchstgeschw. 335 km/h, Reisegeschw. 310 km/h Landegeschw. 110 km/h, F lug- bereich 9000 km. Viermotoriges Transozeanflugboot Dornier-Do 26. Von oben nach unten: Ruheraum für Besatzung Toilettenraum, Teilansicht des Rumpfinneren. Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 509 Anwendung unsymmetrischer Anströmung bei Schwingenflugzeugen. Von F. Budiese. Angeregt durch die Beobachtung des Vogelfluges glauben viele Flugtech- niker, daß es einmal möglich sein wird, durch das Schwingenflugzeug das gewöhn- liche Flugzeug mit Luftschraube zu übertreffen. Andere meinen, dab keine physi- kalischen Voraussetzungen dafür vorhanden wären. Im Nachstehenden soll gezeigt werden, daß es solche gibt. Mit Schwingenflugzeugen können Luftkräfte aus- genützt werden, die beim Drachenflugzeug verloren gehen. Die weitgehendste Erfassung dieser Kräfte führt zum Flug mit Muskelkraft. Nicht iedes Schwingenflugzeug wird diese Kräfte alle erfassen können. Bei meinem Schwingenflugzeug mit unsymmetrisch angeströmten Schwingen sind die Vorbedingungen hierfür vorhanden. An Hand von Messungen bei normaler und unsymmetrischer Aıströmung eines Tragflügels sowie durch Experimente mit Schwingen und durch Gegenüberstellung eines Schwingenflugzeuges mit normaler Anblasung will ich versuchen, den Leser zu überzeugen. Der Kürze wegen soll für die offizielle Bezeichnung „unsymmetrische Anströmung“ die in meinen früheren Arbeiten gewählte Bezeichnung „Schräganblasung‘ beibehalten werden. Mein Schwingenflugzeug bezieht sich auf ein Schwingenflugzeug mit schräg angeströmten Schwingen“) nach der Art der Patente 608 521 und 651 072. Die fort- schrittliche Wirkung besteht in der Vollkommenheit der Antriebsmechanik. Ein sehr großes Rad, welches sich in der Symmetrieebene des Schwingenflugzeuges dreht, überträgt mittels Kurbeln oder durch Exzenter, welche an den Radilanken sitzen, seine Bewegung auf die Schwingen. Das Rad ist durch den Rumpf und die Kielflosse nahezu vollständig verkleidet, verursacht daher keinen Luftwiderstand. Es dient aber nicht nur zum Antrieb der Schwingen, sondern auch als Euergie- speicher. Ferner trägt es nahe am Rande einen Zahnradkranz für den Kraftantrieb und wird als Laufrad für Start und Landung des Schwingenflugzeuges benutzt. Im Fluge dient die gyroskopische Wirkung des Rades zur Beeinflussung der Querlage des Flugzeuges, mittels des Seitenruders. Infolge des großen Durchmessers des Rades, der beispielsweise 1,6 m betragen soll, kann man an der Erde mit der Geschwindigkeit von 15 m/Sek. rollen, wenn dem Rade 3 Umdrehungen in der Sekunde erteilt werden. Zwangs- läufig vom Rade angetrieben, führen dann die Schwingen drei Schläge in der Sekunde aus. Bei so langsamer Umdrehungszahl des Rades ist ein großer Rad- durchmesser notwendig, damit das Rad bei geringem Gewicht Arbeitsüberschuß aufnehmen und abgeben kann. Als Zahnrad ausgebildet, welches ohne Anwendung von Zwischenrädern etwa 15mal langsamer laufen soll als die antreibende Motor- welle, bedarf das Rad ebenfalls des großen Durchmessers. Die oben genannte Schlagzahl der Schwingen hat sich als ausführbarer Mittelwert aus praktischen Proben mit dem Erfindungsgegenstand ergeben. Beim Rollen an der Erde mit dem großen Laufrad soll dieser Mittelwert nicht über- schritten werden, weshalb zur Verbesserung des Vortriebes bei dieser Schlagzahl eine Steigerung des Schräganblasewinkels y = | (*) durch neue Mittel notwendig ist. Nach vorliegender Erfindung wird dieses Ziel durch Neigen der Schwenk- achsen der Schwingen erreicht, und zwar in eine zur Längsachse des Schwingen- flugzeuges vorn nach innen geneigte Lage, ferner durch weitere Vergrößerung des Beaufschlagungswinkels © —= h nach dem Flügelende zu. Damit durch die letztere Maßnahme kein Auftriebsverlust beim Aufwärtsschlag der Schwingen entsteht, wird das Flügelprofil am Ende der Schwingen im Takte des Flügel- schlages formverändert, indem beim Aufwärtsschlag die Flügelsehne in positivem Sinne verstellt wird, beim Abwärtsschlag der Schwingen aber im negativen Sinne. Beschreibung des mechanischen Teils des Schwingenilugzeuges. Die Schwingen 1 (Abb. 1, 3, 4) sind an den unbeweglichen Flügelstummeln *) Luftkraftmessungen III von Budig, „Flugsport“ Nr. 18, Jahrg. 1931; Flügel mit niedrigem Seitenverhältnis, von Budig, „Flugsport“, Jg. 1934, S. 250—253: Vortriebseinrichtung von Budig, „Flugsport“, Jg. 1936, S. 390. (*) Die Doppelbenennungy=ijundt =h wird hier angewandt, weil ich in früheren Aufsätzen die Zeichen y und T verwendet habe. Die internationalen Zeichen für den Schräganblasewinkel und den Beaufschlagungswinkel sind jetzt ji und h. Seite 510 „FLUGSPORT*“ Nr. 19/1938, Bd. 30 2 und 3 mittels der Schwenkachse 4 gelagert. Die Schwingen sind in einwärts- geschwenkter Lage dargestellt. Durch die V-Streben 5, 6, 7, 8 sind die Schwingen 1 mit der Schwenkachse 4 zu einer festen Zelle vereinigt. Die V-Streben 5, 6, 7,8 bestehen aus runden Rohren, die alle mit einer tropfenförmigen Verkleidung umgeben sind, von welchen sich jede beim Bewegen der Schwingen durch den Seitendruck der Luft einige Grade um das runde Rohr dreht, derart, daß die Streben 5, 6, 7, 8 beim Flügelschlag im Fluge Vortrieb erzeugen. Die inneren Enden der Schwingen greifen in den Hohlraum des festen Mittelflügels 9 ein. Dieser Flügel ist an der Unterseite fast ganz unterbrochen, Unterseite des festen Flügels 9. An den Schwingen sitzen im Eckverband der V-Streben 7, 8 die Stangen 10, 11 (Abb. 1, 3, 5). Dieselben sind an ihrem unteren Ende mit einem Gabelhebel bezug auf die Flugzeugmitte einwärts und auswärts geschwenkt werden, indem Der Gabelhebel 12, 13 wird durch das Rad 15 betätigt, welches im Rumpf auf der Achse 16 drehbar gelagert ist und zwischen den Hebelarmen 12, 13 Jäuft. Zur Mitnahme des Hebels 12, 13 dienen die Rollen 17, 18, welche in glatten Rillen 19 laufen. Die Rillen sind mit der Exzentrizität E an beiden Flanken des Rades angebracht. Zur Verminderung der Reibung besitzen die Rollen 17, 18 Kugellager. Es ist auch möglich, anstatt des Fxzenters die Kurbeln 20, 21 (Abb. 5) mit einem Radius R=E anzuwenden. In diesem Falle ist die Achse 16 mit dem Rade 15 fest verbunden, und der Gabelhebel 12, 13 wird durch die Pleuelstangen 22, 23 betätigt. Die Kurbelachse 16 ist im Rumpfgehäuse 24 gelagert. Der Antrieb des Rades 15 geschieht mit einem Motor 25 (Abb. 2, 4) durch ein Zahnrad, welches in eine Triebstockverzahnung greift, die an einer der Einen zweiten Energiespeicher bildet das Rad 15, dessen Energieabgabe namentlich zur Ueberwindung der Totpunktstellungen der Kurbelarme oder der Beim Start des Schwingenflugzeuges kann der Motorantrieb durch die Muskelkraft des Fliegers unterstützt werden, indem der Gabelhebel 12, 13 durch einen mit dem Gabelhebel verbundenen Handhebel 60 betätigt wird. Es ist auch möglich, den Gabelhebel 12, 13 mit bekannten Mitteln zu einer Antriebsvorrich- tung für Hand- und Fußantrieb auszubauen allein in Drehung versetzt werden kann. Der Schräganblasewinkel beim Flügelschlag wird nach Patent 608521 durch die resultierende Flugbahn V der Schwingen bestimmt, wobei angenommen ist, daß die Schwenkachsen (parallel) zur Längsachse des Flugzeuges liegen. Die seitliche Flügelbewegung erzeugt dann bei großer Fluggeschwindigkeit kleine Schräganblasewinkel. Abb. 4 zeigt eine andere, gestrichelt gezeichnete Flüge!- anordnung mit einer zur Längsachse geneigt gelagerten Schwenkachse 4, wo- durch die Schräganblasewinkel ty = Hund = —i in bezug auf die Richtung der Flügelvorderkante erheblich geändert werden. Der Bewegungsplan vor der gestrichelt gezeichneten Flügelvorderkante in Abb. 4 zeigt, daß der Winkel +» — +j beim Auswärtsschlag der Schwingen durch die Neigung a der Schwenkachsen vergrößert, beim Einwärtsschlag aber verkleinert wird. Da beim Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 511 3.28 9 Abb. 1. Schwingenflugzeug mit vorn ” liegendem Höhenruder. il Abb. 2. Gabelhebel im Grundriß. alle) \ Du Abb. 1. Abb. 2. inwä r Schwingen kein Vortrieb durch die Schräganblasung erzeugt ea “ ein kleiner Schräganblasewinkel ohne Nachteil, dagegen ist beim Auswärtsschlag die gewonnene Zunahme es ohräganblasewin els z Ö i der Schwingen erwünscht. on den singe hat bei vorliegender Erfindung einen neuen Verlauf. Vom Innenende bis zur Linie A (Abb. 3) bildet sie einen Kreisbogen, ger die Schwenkachse 4 zum Mittelpunkt hat. In bezug auf die Flugric ung is ger Anstellwinkel des Profils in diesem Bereich positiv, so daß Teser : ar Schwinge während des Flügelschlages als schräg angeblasener rag use anne Beaufschlagungswinkel 7 = h wirkt, daher hohen Auftrieb bei geringem nider stand, aber keinen Vortrieb erzeugt. Von der Linie A bis zur Linie wächst der Beaufschlagungswinkel 7 = h langsam an. Von der Linie B ab bis an cas ben ende der Schwinge nimmt die Sröße is aufschlagungswinkels 7 Fe Be RM ingenende die Größe is , is 300 han Patent N store. Dadurch wird von der Linie B ab ein gerader Vorderansicht. N Me I ! )EE==E _—— Seite 512 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Verlauf des Schwingenendes erreicht, an welches ohne Schwierigkeiten Quer- ruder und Flügelklappen angelenkt werden können. Der größere Winkel? — h ruft naturgemäß größeren Luftwiderstand in der Schlagebene der Schwingen hervor, der bei gleichem Kraftaufwand die Schwingen langsamer schlagen läßt. Auf diese Weise wird von den Schwingen während des Auswärtsschlages eine größere Luftmenge langsamer verdrängt, wobei derselbe Auftrieb erzeugt werden kann wie bei dem umgekehrten Verfahren. Der Einwärtsschlag der Schwingen erfordert jedoch bei großem Beaufschla- gungswinkel 7 = h eine Anstellwinkelveränderung des Profils um die Holmachse der Schwinge, damit der Auftrieb während des Einwärtsschlages erhalten bleibt. Versuche in dieser Richtung haben zwei Möglichkeiten ergeben. Abb. 6 zeiet ein verstellbares Außenende der Schwinge, bei welchem der Holm 28 mit der schwingbaren Zelle ein festes Ganzes bildet. Die Flügelnase 29 ist am Außenende der Schwingen als besonderer Flügelteil ausgebildet und an den gerade verlaufen- den Teil der Holmkante 30 angelenkt. In derselben Weise ist die hintere Klappe 31 an der Holmkante 32 schwenkbar gelagert. Die Stange 33 verbindet die Flüge‘- nase 29 mit der hinteren Klappe 31 in Gelenker. Der Gummizug 34 hält dem Aut- trieb an der Flügelnase Gleichgewicht. Das Verstellen der beweglichen Flügelteile bewirkt die Anstellwinkelveränderung am Außenende der Schwingen. Die Betäti- sung geschieht selbsttätig durch den Richtungswechsel des Flügelschlages. Gewichte und Hebelarme der beweglichen Teile 29, 31 sind nämlich nicht gleich groß; sie überwiegen bei der hinteren Klappe 31. Durch die Trägheitswirkung wird daher beim Einwärtsschlag der Schwingen die Klappe 31 entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung um die Achse 32 geschwenkt und so das Profil in die in Abb. 6 gestrichelt gezeichnete Umrißform gebracht. Beim Auswärtsschlag der Schwingen geht aus den gleichen Gründen das Profil in die stark ausgezogen gezeichnete Form über. Das Gewicht der Flügelnase übt bei vorstehend beschriebener Anordnung eine der Wirkung der hinteren Klappe entgegengesetzt gerichtete Wirkung aus. Abb. 7 zeigt eine Vorrichtung zur Anstellwinkelveränderung beim Flügelschlaz, bei welcher die Massenkräfte, die an den beweglichen Flügelteilen wirken, gleich- gerichtete, d. h. einander unterstützende Wirkungen ausüben. Am Außenende 35 der Schwinge ist hinten eine Klappe 36 an der Kante 37 schwenkbar angelenkt. Auch ein Stück Vorderkante des Flügels ist am Außenende der Schwinge als Klappe 38 ausgebildet und mit der Flügelnase durch das Gelenk 39 verbunden. Beide Klappen sind durch den Hebel 40, die Stange 41 und den zweiarmizen Hebel 42 zwangsläufig verbunden. Der Hebel 42 ist mittels der festen Achse 43 im Flügel gelagert. Der Gummizug 44 und die Druckfeder 45 halten das Flügel- profil in einer Umrißform fest, die durch die überwiegende Spannung der einen oder der anderen Federung bestimmt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich gemacht, im Fluge, mit und ohne Flügelschlag, vom Führersitz aus die auch als Querruder des Flugzeuges dienenden Klappen 36 oder 31 zu beeinflussen. Es ist nur notwendig, die Gummizüge 44 (oder 34 in Abb. 6) an den Querruder- hebel im Führersitz anzuschließen, derart, daß beim Betätigen dieses Hebels an der einen Schwinge des Flugzeuges der Gummizug 44 gespannt, an der anderen Schwinge aber entspannt wird. In der Mittelstellung des Querruderhebels ist die Spannung der Gummizüge 44 gleich groß und so gewählt, daß das Profil der Abb. 7 durch die Druckfeder 45 in der Mittellage zwischen den beiden gezeich- neten Umrißformen gehalten wird. Die Beeinflussung der Profilform beim Flügel- schlag ist aus den Wirkungen des Luftdruckes und den Massenkräften ohne weiteres verständlich. Das vorn liegendefl Höhenruder 46, das hinten liegende Seitenruder 47, die Gleitkufen 48, 49 und die Versteifungsstreben 50 ergänzen die beschriebenen Bestandteile des Schwingenflugzeuges. Die beistehende Abbildung 12 zeigt den ausgeführten Patentgegenstand. Der- selbe ist für Versuche im Windkanal gebaut, besitzt aber weder Höhen- noch Seitenleitwerk. Die Spannweite beträgt 9 m beim Auswärtsschlag der Schwingen, die Flügeltiefe 1 m. Die Schwingen werden durch einen Elektromotor angetrieben der in der Verkleidung des Mittelstückes untergebracht ist. Abb. 8 stellt die vielfach vertretene Form des Flügelschlages ohne Schräg- anblasung schematisch dar. Die Schwinge 51 ist mit der Schulter an der Achse 52 gelagert und wird durch einen Hebel 53 und eine Pleuelstange 54 mittels einer Kurbel 55 bewegt. Die Schwinge befindet sich auf dem Bild in der Periode des Abwärtsschlages und erzeugt dabei die Normalkraft Z. In der oberen Totstellung Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 513 des Kurbelarmes 55 befindet sich die Schwinge an Stelle der im Bild gestrichelt gezeichneten Linie. In Abb. 9 ist die beim Bewegen schräg angeblasene Schwinge 1 schematisch dargestellt. Der Hebel 53, die Pleuelstange 54 und die Kurbel 55, also diejenigen Teile, welche zum Antrieb der Schwinge dienen, sind von gleicher Abmessung wie in Abb. 8. Die Schwinge 1 ist aber nicht am Hebel 53 direkt gelagert, sondern durch Zwischenschaltung einer Stange 56 nach oben verlegt. Dadurch gelingt es, den gleichen Flügelschlag wie in Abb. 8 zu erzeugen und als Zugabe noch eine seitwärts gerichtete Bewegung mit der Schwinge auszuführen, wodurch die Schräganblasung der Schwinge entsteht, sobald das Flugzeug sich vorwärts bewegt. Die gestrichelt gezeichneten Flügelstellungen in Abb. 8 und 9 heben die Seitwärtsbewegung als einzigen Unterschied zwischen den beiden Verfahren her- vor. Die Kraft, die zum Bewegen der Schwingen aufgewendet werden muß, ist in beiden Fällen gleich groß, vorausgesetzt daß die Normalkraft Z in gleicher Größe an gleichem Hebelarm angreift. Ueber den Verlauf der Normalkraft Z und über den Verlauf der Tangential- kraft X, wobei letztere den Vortrieb in Richtung der Flügelsehne darstellt, gibt Abb. 10, das Lilienthalsche Diagramm mit und ohne Schräganblasung Aufschluß. Cxı, Cyı und Czı sind dort als Funktion der Schräganblasewinkel iı dargestellt. Mit Schräganblasewinkel ist der Winkel bezeichnet, den die resultierende Wind- richtung V an der Schwinge mit der Senkrechten zur Vorderkante der Schwingen bildet. (Siehe Bewegungsplan der Abb. 4.) Cyı ist der Koeffizient der Kraft Y (Abb. 9), die in Richtung der Holmachse wirkt. Die Kraft Y ist im Bereich der wirksamsten Schräganblasewinkel gleich Null, sonst aber sehr klein. Bei Schräganblasewinkeln, die kleiner sind als 32°, was im Fluge meistens der Fall sein wird, ist die Kraft Y positiv, d. h. sie besitzt die entgegengesetzte Richtung als der Pfeil Y in Abb. 9. Infolgedessen macht sich ein besonderer Vorteil der zwischengeschalteten Stange 56 bemerkbar. Letztere bildet den Hebelarm, an welchem die nach außen gerichtete Kraft Y antreibend auf die Kurbel 55 wirkt. Die Schräganblasung entlastet also die Antriebsmaschine der Schwingen. Wie später gezeigt werden wird, kann man die kleine Kraft Y, die aus dem Diagramm der Abb. 10 hervorgeht, erheblich vergrößern. Das Diagramm wurde im Jahre 1936 im großen Windkanal von Chalais- Meudon bei Paris an einem 5 m? großen Flügel, Profil Göttingen 387, gemessen und berechnet. Die Messungen sind in der Fachzeitschrift „La Technique A&ronau- tique‘‘ 1937, Heft Nr. 144, veröffentlicht. Aus dem Diagramm entnimmt man bei Schräganblasewinkel iı = 0°, also für den Fall der Abb. 8, ein 100 Cxı = —13,4 bei einem 100 Czı — 118. Der Schräganblasewinkel ı — 32° (Fall der Abb. 9) zeigt dagegen ein 100Cxı = —24,9 bei einem 100 Czı —= 136,9. Die angegebenen Werte beziehen sich auf einen Anstellwinkel des Flügels von 29°, 4. Wenn dieser große Anstellwinkel durch Flügelschlag mit den Vorrich- tungen nach Abb. 8 und 9 erreicht werden soll, würde, wenn Va die mittlere Flügelgeschwindigkeit beim Abwärtsschlag und V die Vorwärtsgeschwindigkeit Va . .. 2: des Flugzeuges bedeutet, I7 — tg 290,4 sein müssen. Bei einer Vorwärtsgeschwin- digkeit von 5 m/Sek. sind demnach rund 2,8 m/Sek. mittlere Flügelgeschwindigkeit beim Abwärtsschlag erforderlich. Die Schwenkachsen 52 sind dabei in Flugrich- tung liegend gedacht. Beim Ziehen des Flugzeuges wird der genannte Anstell- winkel auch bei größerer Vorwärtsgeschwindiskeit erreicht. Das Ergebnis der vorstehenden Rechnung bezieht sich auf Umstände, welche beim Start oder beim Langsamfluge mit Schwingenflugzeugen vorkommen. Die zum Flügel — 7 Seite 514 „PrLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Ueberlegenheit des Schwingenflugzeuges mit Schräganblasung kann daher aus dem vorhandenen Diagramm für diese Fälle nachgewiesen werden. Mit zunehmender Vorwärtsgeschwindigkeit des Flugzeuges bei gleicher Schlaggeschwindigkeit wird der Anstellwinkel der Schwingen wesentlich kleiner. Offizielle Diagramme über Schräganblasung am horizontalen Flügel bei kleinerem Anstellwinkel als 29°,4 liegen leider noch nicht vor. In den Jahren 19331936 ist aber ein praktischer Beweis der überlegenen Wirkung bei Schräganblasung für die in Frage kommenden kleineren Anstellwinkel erbracht worden, und zwar durch Schwingenantriebe für Boote, die nach Art der in Abb. 9 gezeigten Schwinge ausgebildet sind. Die Wirkungsgradkennlinie des Schwingenantriebes für Boote wurde bereits im Flugsport Nr. 16, Seite 391, vom Jahre 1936 gebracht. Das dort gezeigte Maxi- mum des Wirkungsgrades (75% bei 9 km/h Fahrtgeschwindigkeit) wird bei einem Selativanstellwinkel von etwa 13° und einem Schräganblasewinkel jı von etwa 27° erreicht. Aus der Wirkungsgradkennlinie und der Angabe des Anstellwinkels ent- nimmt man, daß der größte Wirkungsgrad mit dem Anstellwinkel des Auftriebs- maximums des Profils erreicht wird. Beim Bootsantrieb besitzt die Schwinge symmetrisches Profil. Für Schwingenflugzeuge muß natürlich ein asymmetrisches Profil gewählt werden. Auch dieses Profil habe ich mit meinem Schwingenantrieb im Wasser untersucht und dabei das gleiche Ergebnis festgestellt. Der Wert des Versuches liegt auf der Hand. Beim Schwingenflugzeug ist im Steigfluge die Aufgabe gestellt, mit den Schwingen während des Abwärtsschlages den Anstellwinkel des Maximalauftriebes aufzusuchen und gleichzeitig die größt- möglichste Vortriebsleistung zu erreichen. Der Abwärtsschlag der Schwingen muß aber auch mit dem kleinstmöglichen Energieverbrauch geschehen. Der Versuch mit dem Schwingenantrieb im Wasser überzeugt, daß die Bedingungen erfüllbar sind. Die Erfüllung der letzteren Bedingung wird durch die Feststellung der positiven Kraft Y längs der Holmachse ganz wesentlich erleich- tert. Abb. 10 zeigt den Verlauf dieser Kraft bei stationärer Strömung. Bei instationärer Strömung wird diese Kraft größer, ebenso beim Anstellwinkel des Maximalauftriebes. Der geringe Energiebedarf meines Schwingenantriebes für Boote ist ein Beweis dieser Behauptung. Die Kraft Y entsteht bei dem Versuch in Chalais-Meudon an dem Anblase- rand infolge der geneigten Lage der resultierenden Kraftrichtung des Unterdruckes am Anblaserand bei Schräganblasung des Tragflügels, welcher rechteckigen Umriß und gerade abgeschnittene, scharfkantige Flügelenden besitzt. Bei Schräganblasung des Flügels kann daher an den Flügelenden keine positiv gerichtete Kraft Y erzeugt werden. Es ist aber möglich, am Flügelende einen großen nach außen gerichteten Unterdruck zu erzeugen, wenn man das Flügelende abrundet. Die breiten gerun- deten Schwingenenden meines Schwingenantriebes sind die erste Probe hierftir. Es wird damit bezweckt, daß die Schwingenvorderkante und die Schwingenenden der Sitz einer positiv gerichteten Kraft sind, welche in Richtung der Holmachse nach außen zieht. Die Kraft am Schwingenende entsteht mit Hilfe der unvermeid- lichen Randwirbel, zu deren Andrehen bekanntlich Energie verausgabt wird. Die Randwirbel verbrauchen aber nicht nur Energie, sie können auch Kraft erzeugen und Arbeit leisten, wie durch meinen Schwingenantrieb im Wasser gezeigt ist. Es ist leicht ersichtlich, daß die Arbeitsleistung der Kraft Y nur dann mög- lich ist, wenn der Tragflügel wie im Falle der Abb. 9 an der Stange 56 seitwärts beweglich befestigt ist. Im Falle der Abb. 8 erzeugen die Randwirbel am gerun- deten Schwingenende eine nutzlose Kraft. Der Energieaufwand, der zum Andrehen der Randwirbel nötig ist, geht als induzierter Widerstand verloren, weil die Schwinge nach Abb. 8 keine seitliche Bewegung ausführen kann. Die Schwinge nach Abb. 9 gewinnt einen großen Teil der verausgabten Energie zurück, weil die Dewegung der nach außen ziehenden Kraft die Antriebsmaschine der Schwingen entlastet Das Schwingenflugzeug nach Abb. 8 verursacht nach den bisher behandelten Gesichtspunkten einen größeren induzierten Widerstand als das gewöhnliche Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 515 Flügelenden einen doppelt so großen Unterdruck gemessen als gleichzeitig an der Flügelvorderkante vorhanden war. (Siehe auch „Flugsport“ Nr. 18, Jahrg. 1931, S. 382, Abb. 8.) Die oben gezeigte Arbeitsleistung durch die positive Kraft Y bezieht sich auf den Abwärtsschlag der Schwingen. Wenn diese Arbeitsleistung voll ausgenutzt werden soll, muß die positive Kraft Y beim Aufwärtsschlag der Schwingen ver- schwinden. Da beim Aufwärtsschlag der Schwingen eine Anstellwinkeländerung eintritt und eine umgekehrt gerichtete Seitwärtsbewegung derselben vorherrscht, macht es keine Schwierigkeiten durch besonderen Zuschnitt der Schwingenenden hemmende Wirkungen an denselben zu beseitigen. Der Aufwärtsschlag der Schwingen bedarf übrigens keiner Arbeitsleistung. Im Gegenteil, es läßt sich in dieser Periode des Flügelschlages Kraft aufspeichern, die beim Abwärtsschlag der Schwingen mitbenutzt wird. Versuche, die ich im natürlichen Wind in Ueberlingen mit dem aufgeführten Windkanalmodell von 9 m Spannweite ausgeführt habe, versprechen auch für diese Art des Energiegewinnes Erfolg. Das allgemein erwartete Durchsacken des vom Winde getragenen Modells beim Aufwärtsschlag der Flügel ist nämlich ganz ausgeblieben. Das Modell lag während des Flügelschlages, mit 200 kg Belastung im Winde schwebend, ruhig in der Höhenlage. Man kann dies so erklären, daß durch den schrägen Abwärtsschlag der Schwingen die Luft vor den Schwingen zum Ansteigen gebracht wird und, daß dieser ansteigende Luftstrom beim Aufwärtsschlag der Schwingen ausgenützt . wird. Sicheres hierüber muß den Windkanalmessungen vorbehalten bleiben. Es bleibt auf diesem neuen Gebiete natürlich noch vieles zu sagen übrig. Zunächst erscheint wichtig eine Aufklärung über Schwingungsschäden, die manche Wissenschaftler befürchten. Oefters hört und liest man die Ansicht, daß im stationären Windstrom gewonnene Ergebnisse nicht auf Schwingenflugzeuge über- tragen werden können, weil angeblich durch die Schwingungen der Maximalauf- trieb vermindert und der Widerstand erhöht wird. In der Praxis hat sich glücklicherweise das Gegenteil dieser Behauptung gezeigt, wenigstens bei Schräganblasung. Uebrigens würde den Vögeln das Fliegen schwer fallen, wenn durch die Schwingungen die Flugeigenschaften ver- schlechtert anstatt verbessert würden. Auch die in Abb. 10 gezeigten Ergebnisse bei Schräganblasung werden bei kurzdauernden Flügelschlägen erheblich verbes- sert. Dies erklärt sich wie folgt: Die Größen Cxı, Cyı und Czı in Abb. 10 sind von der Größe des Unter- druckes an der Flügelvorderkante abhängig. Dieser tritt, wie festgestellt ist, im stationären Windstrom nicht überall gleich groß an der Flügelvorderkante auf. Infolgedessen muß dort, wo der Unterdruck an der Flügelvorderkante geringer ist, Auftrieb und Vortrieb verloren gegangen sein. Man kann auch sagen, es wurde Widerstand induziert, denn durch die Schräganblasung ist gegenüber der Normal- anblasung die effektive Flügelstreckung verkleinert worden. Bei instationärer Strömung liegen die Verhältnisse anders. Auch hier wird durch die Schräganblasung die effektive Flügelstreckung verkleinert, aber die Zeit fehlt, die für das Zustandekommen der Schäden bzw. für das Induzieren von Widerstand nötig ist. Die Folge davon ist, daß der hohe Unterdruck sich bei instationärer Strömung — also auch beim Flügelschlag — über die ganze Länge der schräg angeblasenen Flügelvorderkante erstreckt. Daher die Zunahme des Auftriebes und des Vortriebes beim Schwingenflug. FIOOC,, Ss 120 100 \ __ -— - 58 _— _ _ _ _ _ 0 ty Abb. 11. Zwei verschie- dene Armstellungen eines n Vogelflügels beim Flügel- +0 Zul schlag. -70° 20° 40° 60° Abb. 10. Meßergebnis, nach Lilienthalschem Polardiagramm ausgewertet, zeigt Einfluß der Schräganblasung. Drachenflugzeug mit gleicher Spannweite. Wie beim Tragflügel des Drachenflug- zeuges, ziehen bei diesem Schwingenflugzeug seitwärts gerichtete Luftkräfte ohne Nutzen am Tragflügelholm. Schon im Jahre 1916 habe ich seitwärts gerichtete Luftkräfte durch Messung der Druckverteilung im fliegenden Flugzeug an den Flügelenden vorgefunden. Im Steigfluge habe ich damals an den Rändern der Tran [ec,, Abb. 8 und 9, Schwingenantrieb mit Schräganblasung. Seite 516 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Bei meinem Schwingenantrieb für Boote ist die’ Verbesserung des Vortriebes durch instationäre Anströmung der Schwinge nachzuweisen. Das Erzeugen von Auftrieb mit der Schwinge ist dort weniger erwünscht, derselbe wird durch die Wahl des symmetrischen Profils absichtlich verkleinert. Der Ort der Zunahme des Auftriebes infolge instationärer Strömung liegt im Falle der Abb. 9 in der Schultergegend der Schwinge. Dadurch wird die Erschei- nung am Schwingenflugzeug nur wertvoller, denn es ist wegen des kleinen Hebel- arms, an dem der Mehrauftrieb in der Schultergegend wirkt, wenig Kraft für dessen Ueberwindung erforderlich. Die beschriebenen Erscheinungen bei instationärer Strömung sind durch Messung der Druckverteilung an verschiedenen Tragflügeln im natürlichen Wind in Berlin festgestellt worden. Natürlicher Wind ist dafür sehr geeignet, die Wind- schwankungen wirken wie Flügelschläge. Die gezeigten aerodynamischen Vorteile der Schräganblasung sind nicht der einzige Grund, weshalb die Anwendung der Schräganblasung bei Schwingenflug- zeugen notwendig ist. Das Erheben der Schwinge über die Schwenkachse 52 nach Angabe der Abb. 9 bringt auch mit sich, daß die Schwinge als feste Zelle gebaut werden kann. Auf diese Weise konnte die Festigkeitsfrage des im großen aus- geführten Schwingenflugzeuges bei drei Flügelschlägen in der Sekunde gelöst und auch die Möglichkeit des Massenausgleiches der schwingenden Flügel in horizon- taler und vertikaler Richtung geschaffen werden, wie bereits durch Proben bewiesen ist. Auch in der Natur ist die Anwendung der Schräganblasung vielfach zu beob- achten. Größere Vögel neigen die Handschwingen an den Flügelarmen beim Flügelschlag; die resultierende Bewegung der Handschwingen geschieht also um eine abseits vom Vogelkörper liegende Achse, wie bei meinem Schwingenflugzeug. Andere Vögel, wie die Möven, suchen die Schräganblasung durch die Pieil- stellung der Handschwingen auf. Zu beachten ist hierbei, daß erst der hier ge- zeigte günstige Einfluß des Flügelschlages auf die aerodynamischen Eigenschaften der schräggestellten Schwingen, die gute Wirkung derselben erklärt. Abb. 11 erklärt, wie manche kleine Vögel die Schräganblasung ausüben. Bei diesen Vögeln ist der Oberarm 59 mit dem Unterarm 57 durch eine elastische Haut verbunden. Beim Abwärtsschlag der Schwingen geht der Flügel nach Abb. 11 aus der Stellung des unteren Bildes in die Stellung des oberen Bildes über. Beim Aufwärtsschlag der Flügel ist es umgekehrt. Durch dieses seitliche Einziehen und Ausstrecken der Schwingen während des Flügelschlages entsteht im Fluge die Schräganblasung. Man kann noch andere Kniffe aufzählen, durch welche der Vogel die Schräg- anblasung aufsucht. An der vielseitigen Form der Anwendung der Schräganbla- sung durch die Vögel kann man erkennen, daß die Natur nicht immer den besten und bequemsten Weg zur Vollkommenheit des Schwingenfluges eingeschlagen hat. Es ist wahrscheinlich dem Menschen vorbehalten, den Schwingenflug des Vogels zu übertreffen. Der Mensch ist weniger behindert als der Vogel. Er hat die freiere Wahl für den Stützpunkt seiner Schwingen und kann so den besten Weg zur Voll- kommenheit des Schwingenfluges einschlagen. Die Technik des besten Weges zum Ziel ist nun bekannt. Sie heißt: Vermin- derung des Energiebedarfs des Flügelschlages bei gleichzeitiger Vergrößerung der Hub- und Zugkräfte am Anblaserand der Schwingen — durch instationäre Schräg- anblasung. Abb. 12. Budig-Schwingenflugzeug. Nr. 19/1938, Bd. 30 „r LUGSPORT“ Seite 517 = %,7KONSIRUKTIONS \PINZEISHEITEN Kunstharzpreßstofi im Flugzeugbau. In Ergänzung dieser Abhandlung im „Flugsport“ Nr. 18 S. 482 bringen wir nebenstehend noch eine Abbildung über den Aufbau der Stempel und Matrizen aus Hartpapierplatten mit den Stahlplattenauf- lagen, wie sie von den Arado-Flugzeugwerken, Werk Brandenburg (Havel), entwickelt und in Gebrauch sind. Kunstharzpreßstoff im Flugzeugbau. Links: Aus Hartpapier aufgebaute und mit gehärteter ‚Stahlplatte belegte Stempel und Matrizen. Rechts: Bördel- und Umschlagstücke. Werkzeuge aus Hartpapierplatte mit ein- oder doppelseitiger Gewerbeauflage. Bilder: Arado-Bildstelle. Durch die zunehmende Verwendung des Metallbaues hat sprung- haft die Verfeinerung der Arbeit eingesetzt. Noch heute sieht man öfters auf den Verkehrsflugplätzen ausländische Metallflugzeuge mit glatter Außenhaut, bei denen auf der Oberfläche durch das Nieten ver- ursachte Vertiefungen oft unangenehm auffallen. Das Nieten ist eine Wissenschaft für sich geworden. Wir haben im „Flugsport“ mehrfach hierüber berichtet*). *) „Flugsport“ 1938, S. 110 Heinkel-Sprengnietung, S. 370 Dornier-Durchzieh- nietwerkzeuge u. a. m. Hauptfschaller Zwischenschalter 2 Nullstellung Maschine v. Hand :Gegenhalier Nieizuführung _Nielen- -Abscheider Schlagnietmaschine Werkstücklransport ©9 ©0 eo ©®t Schlüsseleinsat; zum Durchdrehen der Bohrer mit Blechschluf; zum Bohren _ Blechschlufßhülse zum Nieten Multer für Höhenverstellung der Handhebel z. Ausheben d aD . Seite 518 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Das Nieten erfordert im heutigen Metallflugzeugbau 70—80%o Ge- samtarbeitszeit. Ein modernes zweimotoriges Flugzeug enthält etwa 250—300 000 Nieten, deren Schaftstärken 3—3,5 mm betragen. Um einen großen Teil der Gesamtarbeitszeit und mithin Arbeitskosten zu sparen und für Glatthautnietung von Schalenbauteilen technisch saubere Nietarbeit durchzuführen, hat die FMA/Pokorny, Frankfurt a. M., in Gemeinschaft mit den Henschel-Flugzeugwerken den FMA- Nietautomat entwickelt, und zwar werden damit folgende zur Herstel- lung einer Nietverbindung nacheinander durchzuführende Arbeitsvor- gänge ausgeführt: Bohren, spanabhebendes Ansenken bzw. bei Durch- zugnietung „Durchziehen“ der Bleche, Nieteinführen, Stauchen und Kopfen der Niete erfolgen vollautomatisch, und zwar in einer senk- rechten Achse unter Blechschluß ohne Verschiebung des Werkstückes für die Zeitdauer des Vorganges (s. Abb. 1). Stündliche Arbeitsleistung 900—1000 Nietverbindungen. Die Arbeitsvorgänge (vgl. Abb. 2a und 2b) sind folgende: 1. Bewegung des Messers „M“ nach links. 2. Durchlaufen der Niete in die oberen Zangen „Zo“. 3. Vorschub der Bohrsäule „X“. Bohren und Ansenken des Nietloches. (Dabei Lösen des Sicherungsstiftes „Y“ aus der Bohrsäule und Be- wegen des Blechschließers gegen die Bohrsäule beim Auftreffen auf die Bleche.) 4. Rücklauf der Bohrsäule nach dem Bohren. 5. Vorschub der Nietzuführvorrich- tung (Niete sitzt in den oberen Zangen „Zo“) bis senkrecht unter die Bohrsäule. 6. Eindrücken der Niete durch Vorschub der Bohrsäule. Dabei bleibt Sicherungs- stift „Y“ mit der Bohrsäule in Eingriff, um ein einwandfreies Durchdrücken der Nieie mu gewährleisten. . _ ı.ı\ı Niete wird durch Nietautomat NAA den Stift „X“ von den oberen Zangen „Zo“ Omen n ee durch die unteren Zangen . OMahnt Blau snäneüberdWerktük Zu“ in das Nietloch ein- De gestoßen) 7. Rücklauf (® Hahn für Hammer und Nietenzulauf i der Bohrsäule nach dem (D Drosselventil zum Hammer Eindrücken der Niete. 8. (© Hahn für Nieltrommel-Umsaty Rücklauf der Nietzuführ- vorrichtung. 9. Vorschub des Gegenhalters. 10. Nie- ten. 11. Rücklauf des Ge- © firTanpont I genhaltes. 12. Abheben für Aushub AA des Blechschließers „H“. für Nietzuführung d N-N 13. Vorschieben der Bleche. „g Luft-Leitungen für Gegenhalter < 6-6 für Hammer H-H für Blechschluß b B-B en oO Abb.1. FMA-Nietautomat, Type NA 4. Bohrer (a) mit Blechschlußhülse ist oberhalb, Niethammer (b) gleichfalls mit Blech- schlußhülse ist unterhalb des zu vernietenden Werkstücks so angeord- net, daß ihre Mittel- achsen in gemeinsamer senkrechter Symmetrie- achse liegen. 2 u 13 \ 1 m > 1938 PATENTSAMMLUNG des EN BandVil Nr. 26 Inhalt: 654606; 663325; 664340, 431, 432, 509, 633. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). b Ao Pat. 663325 v. 4. 9. 37, veröff. 3. 8. 38. Henschel Flugzeug-Werke A. G., Schönefeld, Kr. Teltow*). Verstelleinrichtung für Landeklappen von Flugzeugen. Patentansprüche: 1. Verstelleinrichtung für Landeklapppen von Flug- zeugen mit einem die Verstellung bewirkenden Druck- zylinder, dadurch gekennzeichnet, daß in der Druck- mittelzuführung für die im Sinne des Herausschwen- kens der Landeklappe wirksame Betätigung des Ver- stellkolbens des Druckzylinders unterschiedliche Durchgangsquerschnitte angeordnet sind, die der Um- kehrung der Strömungsrichtung des Druckmittels ent- sprechend wechselweise zur Wirkung kommen, derart, daß der kleine Durchgangsquerschnitt die Strömungs- geschwindigkeit zum Druckzylinder hin drosselt. 2. Verstelleinrichtung für Landeklappen von Flug- zeugen nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein in Richtung nach dem Druckzylinder zu schließendes Rückschlagventil (11) mit einer oder mehreren an der Dichtungsfläche des Ventilkörpers (12) oder Ventilge- häuses (11) angeordneten undichten Stellen. 3. Verstelleinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Sitzfläche des Ventilkör- *) Johannes Müller, Blankenfelde, Kr. Teltow, ist als Erfinder benannt worden. ser Ss \y Ks SS Allen WÜRD II u al Er SIIIN ul: m pers eine diametral durchgehende Nut (13) angeordnet ist. 4. Verstelleinrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit unrunder Außenmantelfläche versehener Ventilkörper (12) in dem zylindrisch ausgebildeten Ventilgehäuse (11) angeordnet ist. b35s Pat. 664431 v. 8. 10. 35, veröff. 1. 9. 38. Joachim Böttcher, Stralsund. Ortsveränderliches Bangerüst für Flugzeng- rümpfe. Patentansprüche: 1. Ortsveränderliches Baugerüst für Flugzeug- rümpfe, -flächen usw., gekennzeichnet durch leicht ab- nehmbare Abstandsvorrichtungen, welche Teile des Baugerüstes nur während dessen Ortsveränderung in gewünschtem Abstand erhalten, während sie beim Bau des Flugzeugteiles entfernt sind. f n) 8 Y )* 7 A; 16 Y, p ”, 2W 3 5 vl VB Y N” Abb.1 »V Z / Ye _ Lg . 6 7% Z 2 5 m. / a 47 37, YA 3 44 > > 45 38 Abb2. % 4 2. Baugerüst für Flugzeugrümpfe, -flächen usw. nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abnehmbaren Abstandsvorrichtungen unter sich oder mit den Bauvorrichtungsgliedern im Dreiecksverband angeordnet sind. 3. Baugerüst nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die abnehmbaren Abstands- vorrichtungen aus einzelnen Bauteilen zusammengesetzt sind. 4. Baugerüst nach Anspruch 1 bis 3, dadurch ve- kennzeichnet, daß die Befestigung der abnehmbaren Abstandsmittel durch konische Stifte oder konische Bolzen erfolgt. b 1502 Pat. 664432 v. 25. 2. 34, veröft. 26. 8. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- Seite 110 Nr. 26 schmitt, Augsburg. Aus Störflächen bestehende Quersieuervorrichtung für Flugzenge. Es ist bekannt, die für die Quersteuerung von Flugzeugen benötigten Rollmomente durch Störflächen zu erzeugen. Diese bisher bekannten Störflächen sind kleine Klappen oder Schieber, die für gewöhnlich innerhalb der Flügeloberfläche verschwinden oder zum mindesten die Ebenheit der Flügeloberfläche nicht be- einträchtigen; diese Störflächen sind entweder einteilig oder quer zur Flügelspannweite in zwei oder mehrere Teile unterteilt. Zum Zwecke der Erzeugung von Roll- momenten werden sie aus der Saugseite eines Flügel- endes aufgerichtet, zerstören den Strömungsverlauf und damit den Auftrieb an diesem einen Flügelende und veranlassen so eine Drehung des Flugzeuges um seine Längsachse. Quersteuervorrichtungen, die aus Störflächen die- ser bekannten Art bestehen, haben den Vörteil guter Wirksamkeit im überzogenen Flugzustand den gewöhn- lichen Querrudern voraus. Sie haben aber den Nach- teil, daß der Verlauf des Rollmoments in Abhängigkeit vom Ausschlag der Störfläche keine Gerade ist wie beim normalen Querruder, sondern eine Kurve, wie in Fig. 1 dargestellt. Außerdem ist die Wirksamkeit der Störflächen verschieden bei verschiedenen Anstellwin- kein des Flügels. Die Rollmomentencharakteristik der bekannten Störflächen gemäß Fig. 1 zeigt für kleine Anstellwin- kel a des Flugzeugflügels einen Verlauf, der besonders ungünstig ist. Mit kleinen Ausschlägen von ß wird das Rollmoment zuerst negativ und steigt dann langsam an. Diese Rollmomentencharakteristik wurde aus Wind- kanalversuchen gewonnen und ist in Wirklichkeit am fliegenden Flugzeug nicht so ungünstig. Da mit dem Ausschlag der Störflächen zugleich ein Wendemoment auftritt, das das Flügelende, das absinken soll, ab- bremst, ist in Wirklichkeit im Fluge das Auftreten negativer Rollmomente nicht bemerkbar. Immerhin ist die Unwirksamkeit des Ausschlages der Störflächen bis zu 100 insofern recht unangenehm, weil der Flugzeug- führer einen beträchtlichen Weg (etwa 20% des Ge- Rollmoment — t I Aig.2. Fi} E ° E B wi 7 6 FDA ° b ze" Qussclag des Steverorgans —_ Fi9.B. PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT samtsteuerweges) steuern muß, ohne eine Steuerwir- kung zu erreichen. Diese wie ein toter Gang empfun- dene Charakteristik verleitet den Flugzeugführer zu hastigen Steuerbewegungen und ist nicht dazu angetan, die Flugsicherheit zu erhöhen. Dieser Uebelstand wird vermieden durch die aus Störflächen bestehende Quersteuerung für Flugzeuge, bei der die Störflächen quer zur Flügelspannweite in zwei oder mehrere Teile unterteilt sind, indem erfin- dungsgemäß von den unterteilten Störflächen bei ge- rinegem Ausschlag des Steuerorgans nur eine Teilfläche aufrichtbar ist, während die restlichen Teile erst durch größere Ausschläge des Steuerorgans zu der ganz oder teilweise geöffneten ersten Teilfläche hinzufügbar sind. Durch diese Maßnahme ist eine Rollmomentencharak- teristik gemäß Fig. 2 erzielbar, die die hervorragende Eignung der Störflächenbewegung gemäß der Erfin- dung zu Zwecken der Quersteuerung beweist. In Fig. 3 ist der Flügelschnitt mit den Störflächen, in Fig. 4 ein Grundriß einer Flügelhälfte mit den Querrudern dargestellt. Die Klappe a dient in bekannter Weise zur Er- höhung des Auftriebes, und zwar kann sie olıne Rücksicht auf die Quersteuerung längs der ganzen Spannweite vollständig ausgeschlagen und so der größtmögliche Auftrieb des Flügels erreicht werden. Die Störflächen b erstrecken sich über annähernd den gleichen Bereich der Spannweite wie die Querruder üblicher Bauart. Ihre Tiefe beträgt etwa 5 bis 10% der Flügeltiefe. Die Störflächen b sind in zwei oder mehrere Teile bı, ba, b3 usw. quer zur Spannweite geteilt. Bei einer Teilung in zwei Teile wie in Fig. 4 erhält das äußere Stück vorzugsweise eine geringe Spannweite (etwa 30%). Dieser der Flügelspitze nähere äußere Teil bı öffnet sich gemäß der Erfindung bereits bei geringen Ausschlägen des Steuerorgans vollständig und bleibt in dieser aufgerichteten Lage während der Weiterbe- wegung des Steuerorgans stehen. Bei größeren Aus- schlägen des Steuerorgans folgt sodann das Aufrichten des Teiles ba nach, Wenn auch die Art der Bewegung des Querruders gemäß der Erfindung bei Flugzeugen mit Klappen zur Auftriebserhöhung besondere Vorteile bietet, so ist sie dennoch auch bei normalen festen Flügelschnitten von Vorteil; es wirken dann keine großen Kräfte auf die Störflächen. Diese können also sehr leicht gebaut wer- den und durch sehr leichte Antriebsglieder (Draht- züge) bewegt werden. Die Störflächen brauchen nicht, wie in Fig. 3 dar- gestellt, um eine vorzugsweise vorn liegende Achse geklappt zu werden, sie können vielmehr durch einen Spalt in der Flügeloberfläche hindurchgesteckt werden. Für diese oder ähnliche Lösungen gilt die oben an- gegebene neue Regel in analoger Weise. Patentanspruch: Aus Störflächen bestehende Quersteuereinrichtung für Flugzeuge, bei der die Störflächen quer zur Flügelspannweite in zwei oder mehrere Teile unterteilt sind, dadurch gekennzeichnet, daß von den unterteilten Störflächen bei geringem Ausschlag des Steuerorgans nur eine Teilfläche aufrichtbar ist, während die rest- lichen Teile erst durch größere Ausschläge des Steuer- organs zu der ganz oder teilweise geöffneten ersten Teilfläche hinzufügbar sind, b 1303 Pat. 664509 v. 2. 3. 37, veröff. 30. 8. 38. Junkers-Flugzeug- und -Mo- torenwerke Akt.-Ges., Dessau*). Zinrich- tung zum Ausgleich der von Strömungskräften *) Dr.-Ing. Herbert Wagner und Philipp v. DoepP, Dessau, sind als Erfinder benannt worden. Nr. 26 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 111 herrührenden, an Rudern auftretende Dreh- momente. Patentansprüche: 1. Einrichtung zum Ausgleich der von Strömungs- kräften herrührenden, an Rudern auftretenden Dreh- momenten, die einen mit dem Ruder fest verbundenen Schwingkolben enthält, der in einer Kammer arbeitet, die im rückwärtigen Teil der dem Ruder vorausgehen- den Flosse (auch Flügel, Totholz o. dgl.) ausgespart ist und deren beide durch den Schwingkelben vonein- ander getrennte Räume je mit einem der beiderseits von Ruder und Flosse liegenden Außenräume verbun- den sind, dadurch gekennzeichnet, daß an dem am Ruder (2) befestigten Schwingkolben (3) eine Hilfs- fläche (5) angelenkt ist, die mit einer der Kammer- wände (4) beweglich und druckdicht schließend ver- bunden ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der starr am Ruder (2) befestigte “Schwingkolben (3) längs einer parallel zur Schwenk- achse (x-x) des Ruders verlaufenden Linie scharnier- artie mit der Hilfsfläche (5) verbunden ist, die ihrer- seits in Führungen der vorderen Kammerwand (4) ver- schiebbar und gegenüber dieser Kammerwand (4) ver- schwenkbar gelagert ist (Abb. 1). 3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Abdichtung der Ge- lenkstellen Streifen von nachgiebigem Stoff (Gewebe, Leder, Gummi) dienen, deren Längsränder mit den beiderseits des Gelenkes liegenden, gegeneinander be- weglichen Teilen druckdicht verbunden sind. 4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an dem vorderen Ende der Hilfsfläche (5), an deren Ober- und Unterseite ie eine nachgiebige Wand (8, 10) mit ihrer einen Längs- kante druckdicht befestigt ist, während die anderen Kanten ieder nachgiebigen Wand druckdicht mit den Kammerwänden verbunden sind (Abb. 1). 5, Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch zekenn- zeichnet, daß iede der nachgiebigen Wände von zwei Streifen von Gewebestoff, Leder, Film o. dgl. (8, 10) gebildet werden, von denen je der eine an die Wände des oberen oder unteren Kammerraumes und der an- dere an die obere oder untere Seite der Hilfsfläche (5) angeschlossen ist, daß jeweils die im gleichen Kammer- raum angeordneten beiden Streifen miteinander, zweck- mäßig durch Reißverschluß (9), lösbar verbunden sind (Abb. 1). 6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß zwischen dem Schwingkolben (3) und der scharnierartig und druckdicht schließend mit der vorderen Kammerwand (4) verbundenen Hilfsfläche (5) eine Zwischenfläche (11) angeordnet ist, die, den gegenseitigen Abschluß der beiden Kammerräume be- wirkend, scharnierartig mit der Vorderkante des Schwingkolbens (3) und der Hinterkante der Hilfs- fläche (5) verbunden ist (Abb. 2). 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Zwischenfläche (11) in der Mittel- lage des Ruders (2) in einer Ebene liegt, welche an- nähernd rechtwinklig zur Verbindungsebene des vor- deren Hilfsflächenscharniers und der Schwenkachse des Ruders (2) steht. 8. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Hilfsfläche (5) mit dem Schwingkol- ben (3) in solcher Weise verbunden ist, daß das Volumen des bei Ausschlägen des Ruders (2) jeweils einen höheren Druck erfahrenden Kammerraumes mit wachsendem Ausschlag des Ruders (2) von der Mittel- lage aus stärker zunimmt, als es einer dem Ruderaus- schlag verhältnisgleichen Volumenzunahme entspricht. 9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsfläche (5) mit ihrer Vorderkante gelenkig an die vordere Kammer- wand angeschlossen ist und mit ihrer Hinterkante schwenkbar und verschiebbar mit dem Schwingkolben (3) verbunden ist (Abb. 3). 10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekenn- zeichnet, daß der am Ruder (2) festliegende Schwing- kolben (3) an seinem freien Ende gabelförmig gestaltet ist, während die scharnierartig mit der vorderen Kam- merwand (4) verbundene Hilfsfläche (5) an ihrer Hin- terkante eine walzenförmige Verdickung (12) aufweist. die beweglich in das gabelförmige Ende des Schwing- kolbens (3) eingreift (Abb. 3). b 1510 Pat. 664340 v. 21. 7. 37, veröff. 25. 8. 38. Etablissements D.F. Societe ä responsabilit& Limitee, Paris. Gelenk mit Dämpfwirkung für die Steuerruder von Flug- zeugen. Patentansprüche: 1. Gelenk mit Dämpfwirkung für die Steuerruder von Flugzeugen, gekennzeichnet durch eine hydrau- lische Dämpfeinrichtung (1) mit schwenkbarem Flügel (3), die zwischen einem der festen Teile der Flug- maschine und demienigen Steuerruder derselben, des- sen Vibrationen oder Flatterbewegungen gedämpft N BEN 2 Fa u |u Uszzr zz Seite 112 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 26 werden sollen, in der Weise angeordnet ist, daß ihre Achse (2) mit der Hauptgelenkachse jenes Steuer- ruders (11) zusammenfällt, wobei dieses Steuerruder beispielsweise mit iener Achse (2) des Schwingungs- dämpfers fest ist, während der Körper (1) des Dämp- fers mit dem festen Teil (9) der Flugmaschine fest verbunden ist, oder umgekehrt. 2. Gelenk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß die Achse (2) der Dämpfeinrichtung (1) selbst als Gelenkachse des Steuerruders auf der Flug- maschine benutzt wird. b 94sı Pat. 654606 v. 26. 2. 31, veröff. 29. 8. 38. Dipl.-Ing. Adoli Sambraus, Berlin-Charlottenburg. Verfahren zur Ver- bindung kraftübertragender Bauteile von Luft- fahrzengen. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Verbindung kraftübertragender Bauteile von Luftfahrzeugen, insbesondere Flugzeugen, mittels Lötung, dadurch gekennzeichnet, daß dünnwan- dige, Hauptkräfte übertragende, durchlaufende Bauteile aus lötfähigem , gegen hohe Temperatur empfindlichem Metall, wie beispielsweise hochvergütetem Stahl, an den Stößen und Nähten durch eine vornehmlich auf Schubkräfte beanspruchte Lötung verbunden werden, die bei Temperaturen ausgeführt wird, welche eine nennenswerte Schädigung der Vergütung des Metalls ausschließen (sog. Weichlötung). 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung mehrerer Lötmittel von ver- schiedenem Schmelzpunkt für unmittelbar benachbarte und nacheinander herzustellende Lötstellen, wobei das Lötmittel mit dem höheren Schmelzpunkt zuerst ver- arbeitet und die Lötung an der benachbarten Lötstelle bei niedrigerer Temperatur nachher durchgeführt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, gekennzeich- nei dadurch, daß die Lötränder biegsam ausgestaltet werden, beispielsweise durch Auszacken oder Ab- schrägen. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch &e- kennzeichnet, daß die Bleche durch Flächenverklebung, beispielsweise durch Hinterkleidung mit Pappe, ver- steift werden, wobei zweckmäßig die Lötränder frei- bleiben und das Versteifungsmittel nachher, etwa Jurch Abblättern oder Auflösung, wieder entfernt wird. Abb. b 050 Pat. 664633 v. 27.1. 33, veröff. 3, 9. 38. Dr.-Ing. e. h. Claude Dor- nier, Friedrichshafen, Bodensee. Steil- schranber mit zwei Systemen Flügel. Der Steilschrauber nach der Erfindung stellt eine Vereinigung von Hubschrauber und Tragschrauber (sog. Windmühlenflugzeug) dar, die an sich durch eine ältere Patenschrift bekannt ist, in der eine Ausführungsform vorgeschlagen wird, bei der motorisch angetriebene und frei umlaufende Systeme um verschiedene Achsen umlaufen. Der Gedanke, ein motorisch angetriebenes und ein von der Luftströmung in Umdrehungen ver- setztes System gleichzeitig zu verwenden, kommt in jener nicht ganz klaren Patentschrift nicht eindeutig zum Ausdruck, denn das frei umlaufende System soll mit Hilfe eines Ventilators in Umdrehungen versetzt werden, welcher von den Abwindströmen der motorisch angetriebenen Systeme beaufschlagt wird. Demgegenüber bringt die Erfindung einen erheblichen technischen Fortschritt, weil sie empfiehlt, die beiden Systeme gleichachsig anzuordnen. Patentansprüche: 1. Steilschrauber mit zwei Systemen umlaufender Flügel, von denen das eine motorisch angetrieben, das andere frei drehbar ist und durch die in seiner Um- gebung herrschende Luftströmung in Umlauf gehalten wird, gekennzeichnet durch die gleichachsige Annrd- nung beider Systeme. 2. Steilschrauber nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Flügel des frei drehbaren Systems so ausgebildet sind, daß sie im gleichen Sinne umlaufen wie iene des motorisch angetriebenen Systems. 3. Steilschrauber nach Anspruch 1, dadurch ze- kennzeichnet, daß zwischen dem motorisch angetrie- benen System und dem frei drehbar gelagerten System eine leicht lösbare Kupplung angeordnet ist, welche es gestattet, das frei drehbare System vorübergehend durch das angetriebene System in Umdrehung zu ver- setzen. r Abb. 7 Pat.-Samml. Nr.26 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 19, am 14.9. 1938 veröffentlicht. nmlaufender Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 519 ® E3 Abb. la. FMA-Nietautomat, Type NA 4. Gesamtansicht. LVZ a2 32 mm b= 10mm Abb. 4. Mindest-Flanschbreite bzw. Randabstand für oben bzw. untenliegende Profile, bedingt durch Breite der Nietzange (oben) bzw. des Döppers einschl. Blechschlusses Oben: Anwendungsarten. Abb. 2a u. b. Schnittzeich- tung und Teilansicht der Arbeitsvorrichtungen des FMA - Nietautomats, Bohr- ind Ansenkvorrichtung mit Blechschließer, Döpper (Schlaghammer) mit Blech- Schließer, heb- und senkbar. Gegenhalter und Nietzufüh- rung. N M ® o) rn St o N“ < 7. Zo ! Zu H (unten). Abb. 3. Mit Nietautomat NA 4 genietete Flugzeug-Glatthaut-Schalenbauteile. Seite 520 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Die Zuführung der Nieten erfolgt aus einem Magazin in Form einer drehbaren Trommel, in welche die Nieten einer bestimmten Form und gleich hinsichtlich Stärke und Abmessungen ungeordnet eingeschüttet werden. Der besonders durchgebildete Trommelboden ermöglicht die richtige Einordnung der Nieten dergestalt, daß sie fortlaufend aus der Trommel auf eine schräg nach unten führende Gleitbahn aufgereiht werden, aus der sie dann — mit dem freien Nietschaftende nach unten hängend — durch eine besondere Abscheide-Vorrichtung anschließend einzeln zur Nietzuführungsvorrichtung (Nietzange) gelangen. Selbst- verständlich ist das einwandfreie Arbeiten der Nietzu- und -einführung nur gewährleistet, wenn alle Nieten von einwandfreier Beschaffen- heit sind. Ständiger Nietnachschub und ständige Förderung nur einer Niete in die Nietzange sind also dauernd gewährleistet. Diese zusätzliche Einrichtung muß bei Umstellung auf andere Nietformen und -stärken ausgewechselt werden. — Im übrigen kann auch die schräg ver- laufende Gleitbahn als Magazinbahn selbst ausgebildet werden. Die Nieten werden dann vorher von Hand hintereinander aufgereiht (schätzungsweise 200 Nieten), nach Leerung gegen gleiche, neu- gefüllte Magazinbahnen ausgewechselt. Für diesen Fall kommt also die Magazin-Trommel in Fortfall. Ferner werden die beim Bohren und spanabhebenden Versenken anfallenden Späne durch Druckluft sofort weggeblasen; die restlose Spanentfiernung ist also gleichfalls gewährleistet. _ . Die Anwendung des Nietautomaten in der vorbeschriebenen Aus- führungsform setzt natürlich voraus, daß die Oberseite der zu ver- nietenden Bauteile zum mindesten in dem durch die Breite der Niet- zange gegebenen Bereich glatt ist. Die Nietmaschine eignet sich also vornehmlich für die Nietung von Hautblechen mit im Innern (hier also: auf der Unterseite) liegenden Längs- und Querstäben in Form offener bzw. teilweise offener Profile, wie sie für Schalenbauweise kennzeichnende Konstruktionselemente darstellen (s. Abb. 3). Die Steg- breite dieser Profile ist im Mindestmaß auf der Unterseite nur dadurch begrenzt, daß Döpper und Blechschließer freigängig sein müssen: beide sind aber so schmal gehalten, daß praktisch vorkommende Pro- file ohne weiteres vernietet werden können (s. Abb. 4a u. b). Bohrmaschine UR 2 E/300. Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 521 Abb. 5. Bohren mit der Rundlauf-Ecken- Nietautomatarbeit 15—20 Nietverbindungen je Minute, Arbeits- kostenersparnis "/5 bis Yıo gegenüber Handnietung. FMA hat auch halbautomatische Druckluftnietpressen mit auto- matischer Nietzuführung und Blechschlußvorrichtung zur Bearbeitung bereits gelochter Nietstücke entwickelt, auch kleinere Niethämmer, Handniethämmer und Spezialwerkzeuge zum Bohren, wie z. B. die in Abb. 5 dargestellte Rundlauf-Ecken-Bohrmaschine. Northill-Carter-Crowning-Maschine dient an Stelle des Reibens und Häm- mern zur Formgebung von Blechen aller Art, soweit diese selbstverständlich eine Verformung zulassen. Untenstehende Abbildung zeigt die Carter-Crownig-Ma- schine von der Miller Aviation Ltd. London. Die Einrichtung besteht aus einer kugeligen Treibwalze, poliert oder granuliert für Aufrauhen, welche durch eine regelbare Druckstange und zweiarmigen Hebeln auf den Arbeitstisch mit dem dazwischen gelegten Arbeitsstück gepreßt wird. Durch Hin- und Herbewegen der Kugelrolle wird das Blech verformt. Das Hin- und Herbewegen kann auch durch eine Schubstange, die durch einen kleinen %#-PS-Elektromotor betätigt wird, bewirkt werden. Die Unterlage richtet sich nach dem zu bearbeitenden Stück, konvex oder konkav gewölbt oder gerade. Northhill Carter Crowning Maschine. Links oben: Gesamtaufbau. Unten: Elektro- motorantrieb der Druckrolle. Rechts von oben nach unten: Drücken über einer runden Unterlage. Mitte: Drücken (Handantrieb) über einer Kugelpfanne. Unten: Drücken auf gerader Unterlage (Motorantrieb). Seite 522 „Pr LUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 Wissenschaftl. Segelflug-Tagung der internationalen Studienkommission für motorlosen Flug (Istus). (Schluß der Vortragsauszüge von S. 2.) „Ausführung von Hauptholmbeschlägen unter Berücksichtigung der Loch- leibungsfestigkeit bzw. des Spannungsverlaufes.“ Dipl.-Ing. Pieler, Darmstadt: Die verschiedenen Möglichkeiten zur Erhöhung der Lochleibungsfestigkeit durch stärkere Lamellierung, durch Ein- oder Aufschäften von Hartholz wurde auf Grund von Versuchen erläutert. Die Hauptholmanschlußbeschläge rufen an der Stelle, wo die Rumpfübergangsbeschlagskräfte in die Holme eingeleitet werden, unter Umständen eine starke Spannungshäufung hervor. Angestellte Versuche zeigen die Möglichkeit, ohne Gewichtsaufwand diese Kerbstellen vollständig zu ver- meiden. „Ist eine bruchfreie Schulung möglich?“ L. Elsnic, Prag: „Die Alleinschulung ist das wesentliche beim Segelflug, sie muß aber so bruchlos als möglich sein. Das hängt aber fast ausschließlich vom Fluglehrer ab. Dieser darf nicht allzu jung sein, ein klein wenig Idealist und auch psychologisch geschickt. Er soll überall dabei sein, um seine Schüler gut kennen zu lernen, soll beim Fliegen selbst keine Mätzchen machen und die Flüge der Schüler genau beobachten. Zwanglos muß er den Schülern die Theorie beibringen. Nach jedem Flug nur einen Fehler korrigieren. Jeder Schüler muß individuell beurteilt und behandelt werden. Bald stellt der Lehrer fest, daß es Schülerkategorien gibt: Kopfflieger und Gefühlsflieger, Schweigsame und emsige Studierer und Arbeiter fliegen nicht gut, ebenso die ewigen Kritiker. Vorsicht vor den ‚Photographierfliegern‘. Mit Frauen sind im Segelflug ganz schlechte Erfahrungen gemacht worden, im Motorflug weniger. — Das schwierigste ist die A-Schulung, die B ist die leichteste, die C wieder schwieriger. Die Zeitschulungskurve weist immer recht erhebliche Fortschritte auf, die dann für einige Zeit wieder abfallen. Es geht stufenweise, und nach einem für den Ausbildungsstand eigentlich zu schönen Fluge soll der Schüler erst noch einige leichtere Flüge machen. Die Höhenruderhaltung hängt vom Gewicht des Schülers ab. Weiter soll er beim Querrudergeben nicht unwillkürlich das Höhenruder betätigen. Erste Flüge nur mit dem Querruder, dann Höhen- und Seitenruder. Der Schüler muß die Maschine hören. Es gibt kein Höhenruder, sondern nur ein Geschwindigkeitsruder. Beim Anfängerkurven besser gleichzeitig Quer- und Seitenruder geben lassen, oder aber zuerst Querruder. Nach dem B-Schein zunächst etwas Hangpraxis bei schwachem Wind, dann der C-Schein mit nicht mehr als 15‘, da sonst rasche Ermüdung auftritt. Nicht allzu intensiv schulen: alle 3—4 Tage einen Nachmittag badengehen. Bei vernünftiger Schulung braucht man: zum A-Schein 35, zur B und GC je 15 Starts. Man kann die Brüche gut bis 1:1000 Starts herabdrücken.“ Ueber die Segelilugbewegung in Jugoslawien: Dipl.-Ing. Boris Ciian, Belgrad. „Durch die Flugbegeisterung Einzelner entstand im Jahre 1931 die erste Segel- fliegergruppe, welche ausschließlich aus Studenten bestand. Der königliche Aero- Club von Jugoslawien in einzelnen Landesgruppen unterstützte die jugendliche Bewegung, und so wuchsen langsam im ganzen Staate die Segelfliegergruppen an. Die ganzen Erfahrungen, die Werkstattpraxis und die Systematik des Flug- betriebes wurden mit zäher Arbeit errungen. Eine besondere Bedeutung für die jugoslawische Segelflugbewegung besitzt der Bau von Segelflugzeugen. Alle Maschinen, die bis heute verwendet wurden, sind ausnahmslos in den Werkstätten der jugoslawischen Segelfluggruppen entstanden. Dadurch wurde erreicht: 1. daß alle Mitglieder sich entsprechende Werkstattpraxis und Verständnis für die technische und konstruktive Seite des Segelfluges aneigneten, 2. kameradschaft- liche Zusammenarbeit aller Mitglieder. Heute sind im Lande 32 Segelflieger- gruppen. Im Jahre 1937 wurden 237 Segelflieger mit A, B, C ausgebildet. Die nationalen Rekorde sind: Dauer 10 Std. 45 Min., Höhe 1550 m, Entfernung 126 km. Die Maschinen werden in Lizenz gebaut, und zwar nach deutschen und polnischen Baumustern. Im Jahre 1939 werden die ersten jugoslawischen Maschinen bereits in Serien gebaut werden. Die Reglementierung des gesamten Segelfluges, die Bauvorschriften, die Systematik des Flugbetriebes werden gemeinsam vom könig- lichen Aero-Club von Jugoslawien und vom iugoslawischen Luftamt bearbeitet. Nr. 19/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 523 In Ziatibor (Serbien) und Bloke (Slowenien) sind zwei größere Segelflug- schulen errichtet, wo hauptsächlich die elementare Schulung stattfindet.“ „Entwicklung und Stand des Segelilugwesens in Japan.“ Dr.-Ing. Hirosi Sato, Prof. a. d. Kaiserl. Universität Fukoka. Diese Ausführungen waren für die Teil- nehmer der Istus-Tagung von besonderem Interesse, da bei den Olympischen Spielen 1940, die nunmehr endgültig in Japan stattfinden, der Segelflug zum erstenmal in Erscheinung treten wird. Inland. Fahnenübergabe NS-Fliegerkorps erfolgte am 9. 9. in Nürnberg im Lager des NSFK. Die 104 Sturmfahnen wurden im Auftrage des Ober- befehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring durch den Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch geweiht. Er brachte die Freude des Oberbefehlshabers der Luftwaffe über die glänzende Entwicklung des Korps zum Ausdruck, das heute vollkom- men gleichberechtigt neben den anderen Gliederungen der Partei stehe. (ieneral Milch weihte dann die Fahnen durch Berühren mit dem zerschlissenen Tuch der SA-Flieger-Sturmfahne, die im Jahre 1932 einem Sturm in Essen verliehen worden war. Der Feier wohnten u. a. General der Flieger Kesselring und Gauleiter Weinrich bei. Korpsfüh- rer Christiansen erinnerte in einer kurzen Ansprache an die Verpflich- tung, die den Männern durch die Uebergabe der Fahnen in verstärktem Maße erwächst. Die Feier schloß mit einem Vorbeimarsch der 3000 zum Reichsparteitag versammelten Männer des NSFK. 23 Std. 39 Min. im Doppelsitzer segelte Kahlbacher mit Tauschegg, NSFK.- Gruppe 17, auf dem Segelfluggelände Spitzerberg. Bisheriger Rekord um 4 Std. 31 Min. überboten. Hamburg—Altona—Hannover zurück, Zielilug Doppelsitzer, flog Huth, NSFK.- Gruppe 3 Nordwest, am 10. 8. Gesamtstrecke 260 km. Deutsche Luitfahrt-Sammlung, verwaltet von der Berliner Flughafen-Ges,., zur Zeit am Lehrter Bahnhof, soll nach dem Potsdamer oder Anhalter Bahnhof gebracht werden. Besuch des Führers und des Reichsverwesers v. Horthy auf der Werft von Blohm & Voß, Hamburg. Der Führer verabschiedet sich von dem Chefkonstrukteur der Abt. Flugzeugbau Dr.-Ing. Vogt. Neben Adm. v. Horthy Walther Blohm, rechts vom Führer Staatsrat Rud. Blohm. Bild: Blohm & Voß. Seite 524 „FrLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 6200 km, Berlin—London—Paris—Rom—Bukarest— Warschau—Stockholm— Berlin, wurden auf Siebel Fh 104 in 24 Std. zurückgelegt. An Bord befanden sich Flugzeugführer Dipl.-Ing. Ziese, Funker Seelig, Werkmechaniker Kobeln und ein Fluggast. Start in der Nacht zum 2. 9. Flughafen Tempelhof 0 Uhr. DIN Fachnormenausschuß für Luftfahrt FALU Bezugsiertige Normblätter*). 1. Luftfahrtnormen: DIN DIN L 12 Metrische Gewinde, (2. Auswahl, August 1938) DIN L 261 (DIN 95, 96, 97 gekürzt) Holzschrauben; Linsensenk-, Halbrund- und und Senkholzschrauben (2. Ausg., April 1938) DIN 9101 Bleche aus Magnesium-Legierungen (Juni 1938). 2. Allgemeine Normen: DIN 17 Zeichnungen, senkrechte Normschrift (Juni 1938) DIN 35 Metallische Werkstoffe, Gewichte kg/dm? (Juni 1938) DIN 202 Gewinde, abgekürzte Bezeichnungen (4. Ausg., Juli 1938) DIN 1305 Gewicht, Maße, Menge: Begriffe (2. Ausg., Juli 1938) DIN 1306 Dichte und Wichte, Begriffe (August 1938) DIN 1315 Winkeleinheiten, Winkelteilungen (August 1938) DIN 1604 Werkstoffprüfung, Richtlinien für die Ueberwachung der Werkstoffprüf- maschinen (2. Ausg., Mai 1938) DIN 1717 Magnesium-Legierungen, Einteilung (Mai 1938). DIN 7150 Bl. 1 (Ers. f. DIN Vornorm 8000) ISA-Passungen, Einf. (Juli 1938) DIN 7150 Bl. 2 —, —, Lehren (Juli 1938). DIN 9701 Flachstangen aus Magnesium-Legierungen, gezogen (Sept. 1938) DIN 9702 —, gepreßt (Sept. 1938) DIN 9703 Vierkantstangen a. Magn.-Leg., gezogen (Sept. 1938). Din 9704 —, gepreßt (Sept. 1938) DIN 9705 Sechskantstangen a. Magn.-Leg., gezogen (Sept. 1938) DIN 9706 —, gepreßt (Sept. 1938) DIN 9707 Rundstangen a. Magn.-Leg., gezogen (Sept. 1938) DIN 9708 —, gepreßt (Sept. 1938) DIN DVM 3503 Prüfung von Gummi (Juni 1938) Din DVM 3801 Bl. 1 Prüfung von Fasern, Gespinsten und Gewebe (2. Ausg., April 1938) RAL 840 B 2 Farbtonkarte für Fahrzeuganstriche (4. Erg., Mai 1938). Was gibt es sonst Neues? Flughafen Beirut in den Sanddünen im Bau. Polnische Segelilieger von Sowiet wieder freigelassen. In Nürnberg sah man Gotha Go 149, Henschel Hs 126, Siebel Fh 104, Focke- Wulf Fw 189, Blohm & Voß Ha 141, Heinkel He 112, Bf 110, Focke-Wulf Fw 187 schw. Jagdil., Focke-Wulf „Condor“ und Fieseler „Storch“. Rolls Royce neue Fabrik in Crewe in Bau. Ausland. Engl. viermotorige Albatross, Geschwindigkeit 320 km/h, für 20 Fluggäste be- stimmt, welche für den Transatlantikdienst vorgesehen war, am 27. 8. auf dem Flugplatz Hatfield bei der Landung der Rumpf in der Mitte durchgebrochen. Spitfire engl. Konstrukteur Mitchell, siehe „Flugsport“ 1936, S. 327 u. 356 Motor Rolls Royce Merlin 1050 PS. Man spricht von einer Geschwindigkeit von 600 km/h. Napier-Halford „Dagger“ Serie VII, Dauerlauf über 100 Std.. Mit Betrieb- stoff von 87 Octan max. Leistung 4200 U 1000 PS, Startleistung 4200 U 955 PS, Bodenleistung bei 4000 U 845 PS, Normalleistung bei 3600 U 770 PS. ‚Queensland Airways Verkehrsilugzeug verunglückte Ende August bei Innis- fall in Queensland. Von den 9 Insassen 4 tot, 5 schwerverletzt. Franz. Flugboot „Lieutenant-de-Vaisseau-Paris“ ist, eine Woche durch schlechtes Wetter auf Azoren aufgehalten, am 30. 8. 18.30 Uhr nach New York gestartet. Durchschnittsgeschwindigkeit 180 km/h. An Bord befand sich der Flie- ger Guillaumat mit 7 Mann Besatzung. *) Normblätter sind beim Beuth-Vertrieb, G. m. b. H., Berlin SW 68, Dresdner Straße 97 (Fernruf 676666) bezugsfertig. Nr. 19/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 525 Dinard-Sternilug 26. 8. Ergebnisse: 102 Teilnehmer, aus Deutschland, Frank- reich, England, Tschechoslowakei, Holland, Belgien, Ungarn und Luxemburg. Erster Hptm. Gentzen (Deutschland) auf BF 108 Messerschmitt mit 7305 km in 29 Std. Er erhielt den Sternflug-Pokal und den vom franz. Luftfahrtminister aus- gesetzten Preis. Zweiter Maurice Hennessy (Frankreich), Dritter Kolloch (Deutschland), Vierter Pongraez (Ungarn). Lior& et Olivier 24—6. 26. Passagierflugboot soll in den Mittelmeerflugver- kehr eingesetzt werden. Vier Hispano 12 X i-Motoren von ie 690 PS, Fluggewicht 13 t, Reisegeschwindigkeit 250 km/h, Aktionsradius 1100 km. Franz. Luitwaiie, bisher getrennte Jagdilugzeug- und Bomberkorps wurden, wie der Luftfahrtminister Guy Lachambre berichtet, in einem neuen Verband unter einheitliches Kommando gestellt. Flugmeeting Dinard, beim Rückflug verunglückte bei einer Notlandung ein französisches Militärflugzeug mit 5 Mann Besatzung. Zweimotorige Jagdilugzeuge werden zur Zeit bei Potez entwickelt. Aehnliche Bestrebungen bestehen in England. Der Potez soll jedoch nicht schneller sein als der bekannte Blenheim. Die bisherigen Leistungen mit 1300-PS-Motoren waren nicht befriedigend. Bisher wurde an der fest eingebauten Bewaffnung für die Zukunft noch festgehalten, Motorgedrehte Waffentürme sind im Versuch. Der engl. Fachmann Mr. Golovine hält die Entwicklung für aussichtslos. Guy de Chateaubrun, der Sieger im deutschen internat. Handicap-Rennen in Frankfurt*), ist am 11. 8. auf dem Flugplatz Coulommiers bei einem Versuchsflug mit dem Jagdfilugzeug Delanne 20 tödlich verunglückt. Chateaubrun hatte bereits bei einem früheren Flug sich über die große Gasentwicklung im Führerraum beschwert. Es scheint, daß er bereits bewußtlos war, als die Maschine ins Trudeln geriet. Schweizer Beobachterstaffel, 5 Flugzeuge, die am 27. 8. zur Teilnahme am Flugtag in Lugano gestartet waren, gerieten infolge unsichtigen Wetters gegen die Hänge des Heuberges und den Drusenberg, wo 4 Maschinen abstürzten. 3 Besatzungen, jede zu 2 Mann, verunglückten tödlich. Das 5. Flugzeug erreichte das Ziel. K. L. M.-Westindien-Verkehr, nachdem Landungserlaubnis Lissabon u. Kap Verdische Inseln von Portugal erteilt ist, z. Z. Versuchsflüge. Luftverkehrsbeginn 1939. Menasco „Unitwin“ 580 PS. Aggregat besteht aus zwei Menasco Super Buccaneer CGS-4 6 Zyl., die auf einer Schraubenwelle arbeiten. Der CGS-4 ähnelt dem Menasco Buccaneer CGS-6, der 210 PS leistet. Siehe Flugsport 1934, S. 276 u. S. 445. Der Unitwin wurde in einem Lockheed Altair versucht. Dabei wurde auch ein Motor entkuppelt, wobei nur die Drehzahl zurückging und sich keine Sondererscheinungen zeigten. Robertson-Miller Aviation Corpor. Perth (Australien) bestellte zwei Lock- heed Electra. Lieferzeit Frühiahr 1939, 10 Std. 8 Min., Ostwestüberquerung von USA, vollbrachte der amerik. Mai. Alexander Deseversky vom Floyd-Bennett-Flughafen, New York, nach Kalifornien mit einem einmotorigen Jagdilugzeug. Bisherige Höchstleistung 11 Std. 35 Min., aufgestellt von Oberst Turner 1935. Bendix Trophäe, 3270 km, zwischen Burbank und Cleveland, gewann in 9 h 50 Min. Jacqueline Cochran auf Seversky P-35 am 3. 9. mit einer Geschwindigkeit von 384 km/h. 106 Std. Motorflug amerik. Flieger Phönix und Allen. Sie mußten jedoch außerhalb des Flugplatzes notlanden, so daß der Flug als Rekord nicht gewertet werden kann. Los Angeles-New Jersey, 3950 km, flog die amerik. Fliegerin Jaqueline Cochran auf Seversky P-35 1200 PS, wobei sie im Durchschnitt 401,88 km/h zu rücklegte. Kanadische Flugzeugiabriken für den Bau von englischen Bombenflugzeugen im Auftrage der engl. Regierung, Kosten 50 Millionen Pfund Sterling, in Toronto und Montreal Bau begonnen. Weitere Fabriken in Vancouver und Port Williad sind in Vorbereitung. *) Siehe Flugsport S. 435. Seite 526 „FLUGSPORT“ Nr. 19/1938, Bd. 30 IST) BIN I Reichswettbewerb für Motorilugmodelle Borkenberge. In Borkenberge fand am 26.—28. Aug. der Reichswettbewerb für Motorflugmodelle des Korpsführers, an dem sich 160 NSFK.-Männer und 200 Hitleriungen beteiligten, statt. Bauprüfung und Einfliegen der insgesamt 375 zugelassenen Motormodelle begann am 26. 8. Am Sonnabendvormittag vor Beginn des Wettbewerbs traten die Wettbewerbs- - teilnehmer unter Führung des Wettbewerbsleiters, Hauptsturmf. Benksch, zur Flaggenparade an, bei der Gruppenf. Sieler im Auftrage des am Erscheinen ver- hinderten Korpsführers des NSFK., Generalleutnant Christiansen, begrüßte. Für die Wasserflugmodelle war ein besonderes Wasserbecken im Fluggelände angelegt. Der Verlauf des Wettbewerbs zeigte viel Abwechslung. Für die zahl- reich erschienenen Zuschauer gab es viel zu sehen. NSFK.-Gruppenführer Krüger erklärte in seiner Schlußrede, daß der diesjährige Wettbewerb große Erfolge gegenüber dem letztjährigen Wettbewerb verzeichne, die in ihn gesetzten Erwar- tungen vollauf erfüllt habe und den iungen Modellbauern die Richtlinien für die weitere Arbeit gegeben seien. Ergebnisse: Sieger in der Mannschaftswertung wurde mit 182,1 Durch- schnittspunkten die NSFK.-Gr. 12 Niederrhein. Sie erhielt die Goldene Plakette des Korpsführers und eine Prämie von 500 RM. Zweiter wurde die NSFK.-Gr. 6 Schlesien mit 181,5 Durchschnittspunkten (Prämie 400 RM), dritter die NSFK.-Gr. 13 Franken (139 Punkte), vierter NSFK.-Gr. 4 Berlin-Kurmark (115,3), fünfter NSFK.-Gr. 11 Westmark (100,0). Einzelsieger mit der höchsten Punktzahl eines einzelnen Teilnehmers wurde mit 989 Punkten der Hitleriunge Joachim Schmidt, Allenstein (NSFK.-Gr. 1 Ostland). Er erhielt den Wanderpreis des Korpsführers, die Bronze des „Fliegenden Menschen“, und die Goldene Plakette des Korps- führers. Außerdem wurden die besten Leistungen in den einzelnen Klassen mit Silbernen und Bronzenen Plaketten und Geldprämien ausgezeichnet. Für tech- rische Verbesserungen an den neuartigen Schwingenflugmodellen konnten insge- samt sechs Prämien verteilt werden. Für nach eigenem Entwurf hergestellte Ver- brennungs-Motorenmodelle oder technische Verbesserungen wurden sieben Teil- nehmer mit Sonderprämien bedacht. — Das Modell mit Dampfturbinenantrieb von Herbert Scholz, stud. ing., erreichte 80 m Höhe und 180 Sek. Dauer. Internat. Modell-Wettbewerb Banne d’Ordanche, 15. 8. Leistungen: 1. San- ders Jacques (Belgien) 18 Min. 20 Sek., 2. Vandermeuter (Belg.) 6 Min. 20 Sek., 3. Petit Jean (Belg.) 5 Min. 59 Sek., 4. S’Jongers (Belg.) 5 Min. 6 Sek.. 5. Leclercq (Belg.) 4 Min. 55 Sek., 6. Poulain (Frankr.) 4 Min. 45 Sek., 7. Pom- ınerencke (Belg.) 4 Min. 31 Sek., 8. Pommerencke (Belg.) 3 Min. 51 Sek., 9. Van- dermeuter (Belg.) 3. Min. 45 Sek. Franz. Modell GA—5, Konstrukteur Allain, am 11. 8. Start in Beauseiour bei Nantes, geriet Gewitter und wurde von Mr. Pasquier, wie „Les Ailes“ vom 1. 9. berichtet, bei Corsept, 40 km vom Startpunkt entfernt, nach 1"2 Std. Flugzeit gefunden. Luft- Post. Mahomet. Massenbach-Hoppe machen einen Tiefdecker (nicht Mohamed). Bristol Blenheim Zweimotor-Bomber, Höchstgeschwindigkeit mit 450 km/h angegeben. QOBI Blindflug-Vorschriften treten in Kraft. Gliycol-Kühlung, Siedetempertur von Glycol liegt höher als Wasser; daher kleinere Kühler möglich. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Probleme des Luiftkriegs v. Georg W. Feuchter. Ludwig Voggenreiter Ver- lag, Potsdam. Preis Ganzl. RM 2.40. Auf 72 Seiten werden die wichtigsten und maßgebenden strategischen, tak- tischen und technischen Fragen, die heute die Fachleute auf dem (Gebiete der Nr. 19/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 527 Militärluftfahrt beschäftigen, behandelt. Zum Verständnis sind 8 Abb. als Muster- beispiele von Jagdeinsitzern und Bombern beigefügt. Flieger als Hiliswaffe v. Georg W. Feuchter. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. Preis Ganzl. RM 3.—. Das vorliegende Buch gibt einen Ueberblick über die vielseitige Tätigkeit der Luftstreitkräfte auf dem Gebiet der Zusammenarbeit mit den 3 Wehrmachts- teilen. Die Antwort auf die Frage: „Operative Luftkriegführung oder Koopera- tion?“ muß daher lauten: „Operative Luftkriegführung und Kooperation!“ Gasschutz, Gashilfe gegen Giftgase! Von Obermedr. Dr. Ruff u. Prof. Dr. Feßler. 9. erw. u. verb. Aufl. Alwin Fröhlich Verlag, Leipzig N 22. Preis RM —.60. Dieses Merkbüchlein für Laienhelfer bis zum Eingreifen des Arztes sollte in keinem Hause fehlen. Aus dem reichen Inhalt sei nur erwähnt: Bau und Funk- tion der Atmungswerkzeuge, Atemgifte, Atemschutzgeräte, Gebrauch der Maske, Rettung, erste Hilfe, Selbstschutz des Retters. Notverbände und ihre Technik. Von Dr. med. K. Marloth. 7. Auflage. Alwin Fröhlich Verlag, Leipzig N 22. Preis RM —.50. Einen Notverband sollte jeder anlegen können. Daher gehört das vorliegende Buch in den Hausgebrauch. Nach den Leitsätzen dieses Buches wird der Laie nach Selbststudium die wichtigsten Notverbände selbst anlegen können. DIN-Normblatt-Verzeichnis 1938, herausgeg. v. Deutschen Normenausschuß, Berlin NW 7. Verlag Beuth-Vertrieb G. m. b. H., Berlin SW 68. Preis RM 4—. Die neue Ausgabe 1938 enthält 6300 „Deutsche Normen“ und 740 Normblatt- entwürfe. Neu aufgenommen sind rund 500 Normen des früheren Oestereichischen Normenausschusses, der nach dem Anschluß im Deutschen Normenausschuß auf- gegangen ist. Zur Erleichterung der Einführung der deutschen Normen in Oester- reich und der Ueberführung der „ÖNORM“-Blätter in deutsche „DIN“-Blätter ist im Verzeichnis bei der österreichischen Norm angegeben, ob sie mit der entspre- chenden deutschen übereinstimmt (das trifft für 131 Önormen zu), ob sie nur im wesentlichen übereinstimmt (84) oder ob sie von den deutschen Normen abweicht (278). — Zum erstenmal sind alle Normblätter, deren Anwendung verbindlich vorgeschrieben ist, gekennzeichnet. Nummernverzeichnisse der allgemeinen und Fachnormen wurden erweitert, Stichwortverzeichnis umfaßt 70 Spalten. Die Luftschraube. Von Dr. Hermann Borck. 2. verb. u. erg. Auflage. Verlag Richard Carl Schmidt & Co. Berlin W 62. Preis geb. RM 6.—. Mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren ständig gesteigerte Motor- leistung in der Höchstgeschwindigkeit mußte die zweite Auflage dieses Werkes hinsichtlich der neuen Luftschraubentechnik entsprechend ergänzt werden. Das Buch ist auch für den Anfänger verständlich geschrieben. Shell-Luitstreckenhandbuch für Europa. (Wird nur leihweise an Flugzeug- führer von der Luftfahrtabt. d. Rhenania-Ossag Mineralölwerke Akt. Ges., Ham- burg 1, Alsterufer 4-5, zur Verfügung gestellt.) Das Handbuch enthält die 7 Strecken: 1. London—Köln—Wien—Belgrad— Aleppo. 2. London—Rotterdam— Hamburg —Kopenhagen—Stockholm—Helsinki. 3. London—Rotterdam—Berlin—Riga—Helsinki. 4. Paris—Köln—Berlin. 5. Paris— München— Wien. 6. Lyon—Bern— Wien. 7. Berlin—Prag—Wien—Rom. Gliede- rung: Allgemeine Informationen (Zoll, einzuhaltende Flugwege, Hindernisse), Sperrgebiete, meteorologische Informationen, kurze Streckenbeschreibung sowie von allen wichtigen Flughäfen auf der Strecke Lagepläne sowie Skizze des Flug- hafens mit einer Beschreibung der vorhandenen Einrichtungen. Man findet Um- rechnungs- und Sonnenauf- und -untergangs-Tabellen sowie Angaben über mit- zunehmende Papiere, erforderliche Visa-Genehmigungen, Landegebühren, Funk- Stationen. Ferner ist eine Uebersichtskarte mit Einzeichnung der vorhandenen Sperrgebiete beigefügt. Es ist also alles das behandelt, was ein Flugzeugführer über die Bodenorganisation zur reibungslosen Durchführung eines Auslandsfluges wissen muß. Der Dienstunterricht in der Flakartillerie, Ausgabe Flakscheinwerierkanonier v. E. Schluchtmann, Hptm. i. RLM. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin. Preis RM 2.—. Der Dienst in der Flakartillerie ist einer der interessantesten, erfordert jedoch sehr viel technisches Wissen und geistig rege Soldaten. Das vorliexende Unterrichtsbuch ist eine Fortsetzung des „Dienstunterrichts in der Luftwaffe“ und befaßt sich nur mit dem Flakscheinwerferdienst. Diese Erstlingsausgabe wird dazu beitragen, die Begeisterung des angehenden Rekruten für die Flakartillerie zu wecken. - N r Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 UND\N! TFT Tre] ® In. N, ' GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. Bezugspreis für In- und Ausland pro "/s Jahr bei l4tägigem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 20 28. September 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 12. Oktober 1938 Aus! — Out! 15. Sept. 38. Chamberlain, der britische Premierminister, der bis- her noch nie geflogen war, begab sich im Flugzeug nach Deutschland, um den Führer auf dem Obersalzberg persönlich zu sprechen. 16. Sept. flog er nach England zurück mit der Absicht, eine Woche später nach dem Rhein zu fliegen, um mit dem Führer in Godesberg erneut zu verhandeln. 24. Sept. flog er nach zweitägigem Aufenthalt nach England zurück. Das Flugzeug kann nicht nur eine Luftwaffe sein, sondern auch ein Mittel, bisher sagte man völkerverbindend, ein Mittel des Friedens! Um rechtzeitig die Zündung auszuschalten, dazu gehören natürlich auch Piloten, die die Weltgeschichte steuern können. Welchen Verlauf hätte die Geschichte 1914 genommen, wenn da- mals Yerkehrsflugzeuge und solche Männer vorhanden gewesen wären? — — Segeldoppelsitzer „E 3“ Eßlingen 1938. Dieser Doppelsitzer ist eine Neukonstruktion der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft a. d. Staatl. Württ. Höheren Maschinenbauschule Eßlingen/N. E 3 ist bestimmt für die Schulung des Leistungssegelfliegernach- wuchses. Daher sind auch bei voller Besetzung des Flugzeuges noch gute Leistungen nötig. Außerdem soll für Uebung und Schulung die Festigkeit der Beanspruchungsgruppe S 4 erreicht und dem G-Fall im Flugzeugschlepp genügt werden. Der Doppelsitzer ist ein freitragender Hochdecker in Holzbau- weise. Sitze gestaffelt nebeneinander. Auf kleinstem äußeren Umriß bei Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das IV. Vierteljahr 1938, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 6. Oktober werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. Diese Nummer enthält NACA-Bericht-Sammlung Nr. 8. Seite 530 „ELUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 9390 Doppelsitzer „E 3“ FHG Eßlingen. 2a1200 dieser Sitzanordnung, Mitführen von Fall- schirmen und Anbringung eines doppelt stoß- federgedämpften Fahrwerks ist Gewicht ge- lert worden. Aeußere Rumpfbreite 80 cm bei einer gesamten Höhe von Unterkante Rumpf bis Oberkante Flügel von 1 m. Die wesent- liche Schwierigkeit war hierbei die Unterbrin- gung der Fallschirme, der Steuerung und des Fahrwerks. Flügel, einholmige Bauweise mit ver- drehsteifem Holm von hohem Auflösungszrad, der nach den Versuchen auf Biegung und Ver- drehung noch gesteigert werden kann. Die Nase konnte daher mit einer verhältnismäßig dünnen Beplankung — größte Sperrholzdicke 1,5 mm an der Wurzel — bei einer größten Flügelverdrehung von 3,5° im Sturzflug ge- baut werden. Der erreichte Gleitmodul beträgt G = 59 000 ke/cm? (nach Versuchen). Flügelumriß ist so gewählt, daß sowohl kleinste Biegemomente, wie Verminderung des induzierten Widerstandes, Rollwendigkeit, Trägheitsmoment um die Flugzeuglängsachse und die Spannweite in erträglichen bzw. gün- stiren Grenzen liegen. Die Flügelstücke des Steiligen Flügels sind durch Leichtmetallbeschläge untereinander | y und mit dem Rumpf verbunden.. Die Haupt- Ä | i “ i i : kleidung. Unten: Man erkennt Segeldoppelsitzer „E 3°“ Eßlingen. Links oben: Ver den zwischen den Sitzen liegenden Hängeknüppel. Rechts oben: Rumpfnase. Unten: Gefedertes Spornrad. Archiv Flugsport Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 531 beschläge bestehen aus glatten, konisch gefrästen Duralblechen, die auch als Gegenstücke vollständig gleich ausgeführt sind. Befestigung am breiten Holmgurt geschieht durch Leimung und Nietung (Rohr- nieten). Hierfür wurden die verschiedensten Versuche mit einem Kalt- leimungsverfahren (das von der I. G.-Farbenindustrie entwickelt und von uns erweitert wurde) angestellt. Nach unserem Verfahren kann eine Schubfestigkeit von 35—40 kg/cm? gewährt werden. Um den kri- tischen Einfluß des Ein- und Austreibens der Verbindungsbolzen auf das mögliche Leimabspringen weitgehendst zu beseitigen, sind die Be- schläge allseitig verleimt und damit in Holz eingelassen. Die Versuche zeigen die vollständig untergeordnete Bedeutung der bisher noch ver- wendeten Rohrnieten. Die hohlen Kupplungsbolzen der Außenflügel-Mittelflügelkupplung sind aus Dural mit hoher Schubfestigkeit und erhielten nach einem neuen Patentverfahren eine glasharte, dünne Oberfläche, ebenso die Laschenlöcher. Dadurch wird ein Fressen der Bolzen vermieden. Die Querruder sind in ihrer Länge geteilt und beide Teile gemein- sam durch einen Hebel an der Unterseite des Profils angetrieben. An- trieb im Flügel durch Duralrohrstoßstange, gelagert in Filzringen. Versuche mit Sperrholzröhren als Stoßstangen gegenüber Duralrohren zeigten bei den kleinen, im Segelflug vorhandenen Kräften eine brauch- bare Gewichtsersparnis. Der Aufwand für eine einwandfreie Holzrohr- herstellung ist allerdings erheblich. Die Querruder besitzen einen aero- dynamischen Ausgleich, der auch viel zu der bei der. Spannweite von 21,2 m nötigen Querruderwirksamkeit beiträgt. Die Rumpflänge hält sich in normalen Grenzen und ist genügend für die Steuerwirksamkeit. Die Rumpfröhre wird durch Ringspanten in Segeldoppelsitzer „E 3“ Eßlingen. Links: Rumpfinneres mit Fahrwerk. Rechts oben: E3 im Rohbau. Unten: Leitwerksbefestigung mit abgenommener Verkleidung. Archiv Flugsport Seite 532 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 verhältnismäßig weitem Abstand, dagegen vielen Längsleisten ver- steift. Für diesen Aufbau genügte eine Beplankung von durchweg lmm Sperrholz. Der vordere Rumpfteil vom hinteren Flügelanschluß ab nach vorne ist als offene Schale in Doppelbeplankung ausgeführt. Im offenen Schalenteil wurden große Krümmungen vermieden. Die ge- samte Haube ist abwerfbar, so daß ein unbehinderter Fallschirm- absprung gewährleistet ist. on Das Fahrwerk ist für später einziehbar vorgesehen. Termingründe (Rhön) hinderten die sofortige Ausführung dieser Bauart. Daher ist das Ballonrad mit Bremse versehen und doppelt gefedert, zunächst nur frei schwingend und unter dem Schwerpunkt liegend eingebaut. Durch die Zurücknahme der Radachse gegenüber dem Entwurf mußte noch ein Kufenstück am Rumpfbug vorgesehen werden. Das Höhenleitwerk liegt verhältnismäßig hoch und mußte wegen des schmalen Rumpfhalses abgestrebt werden. Die Hoch- und Vorlage des Höhenleitwerks läßt etwa *; der Größe des Seitenleitwerks frei bei stark gezogenem-Höhenruder. Außerdem liegt das Seitenleitwerk am erheblich größeren Hebelarm, um genügende Wirksamkeit bei der großen Flügelspannweite zu erzielen. Das Seitenleitwerk ist verhältnis- mäßig tief unter Mitte Rumpf gezogen. Der Grund hierfür liegt darin, daß das Seitenruder später als Luftbremse spreizbar gemacht und durch diese Anordnung das Moment um die Rumpflängsachse bei Spreizung klein gehalten werden soll. Im unteren Teil der Kielflosse ist ein leichtes Ballonrad eingebaut zur Dämpfung von gefährlichen Spornstößen und zum leichteren Trans- rt. ” Wegen der engen Anordnung im Sitzbereich, die allerdings für den Körper genügend Platz läßt, wurde versucht, eine einfache Steuerung als Hängeknüppel, jedoch ohne dessen Nachteile, einzubauen. Durch die Anordnung des Knüppels direkt unter dem Holm, gelangen die Steuerkräfte sofort in den Flügel und als Knüppelverlängerung zum Höhenleitwerk. Ein sehr einfacher Schwinghebel, der zugleich als Höhenruder- und Querruderdifferentialantrieb dient, ist unter weit- gehendster Vermeidung gegenseitiger Beeinflussung der Ruderbewe- gungen eingebaut, und so ist eine Bewegung der Handgriffe entstanden, die vollständig gleichsinnig mit dem normal gewöhnten und logischen Knüppelweg läuft. Außerdem gestaltet sich der Kräfteverlauf statisch äußerst günstig. “ Eligelfliche 20 m?, Spannweite 21,2 m, Seitenverhältnis 1: 22,5, Rüstgewicht 200 kg, Fluggewicht 360 kg (zulässig 400 kg!), Profil: NACA 2312/19, Flächenbelastung G/F = 18 kg/m?. Bester Gleitwinkel (bei 70 km/h) = 1:25. Geringste Sinkgeschw. (bei 60 km/h) = 0,64 m/sec, Gleitwinkel (bei 90 km/h) = 1:22. Hochleistungssegler „Utva“ MJ-I. Wenn man von dem Segelflug aus den Balkanländern noch ver- hältnismäßig wenig gehört hat, so liegt es nicht an den meteorologi- schen und noch weniger an den Geländeverhältnissen. Braeutigam, welcher vor wenigen Monaten einige Langstreckenflüge dortselbst aus- geführt hat und dabei einen von 6 Std., erklärte, daß Thermik und alles, was dazu gehört, außerordentlich günstig seien. Es scheint, daß Jugoslawien die Entwicklungsmöglichkeiten im Segelflug erkannt hat. Von den bekanntesten Segelfliegern sind zu nennen Iskovitch, Stanaje- vitch und Czigan, die in Deutschland geschult haben. In Jugoslawien hat man nun begonnen, das Segelflugwesen syste- ' matisch aufzubauen. Der fliegerische Nachwuchs macht die größten Anstrengungen, es den deutschen Fliererkameraden gleichzutun. Die Nr. 20/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 533 führenden Kreise, so der Aero Club Royal Yougoslave, suchen mit allen Mitteln, den Segelflug zu fördern. So wurde vor kur- zem dem Konstruk- | teur Ing. M. Mitro- | vitch der 1. Preis für | den Entwurf eines Segelflugzeuges zuer- | I ih kannt. Aus der neben- st N N stehenden Zusammen- F ! ] stellungszeichnung er- Nu [8 kennt man, daß der 1 Konstrukteur bemüht war, sich den Stand == der letzten deutschen Entwicklung zunutze zu machen. Man er- kennt Sturzflugbrem- sen, Landeklappen, auch die erhebliche Vergrößerung der V- Stellung des Flügel- knicks, um eine sta- bile Kurvenlage zu erreichen. Bauweise, wie in Deutschland üblich: < olzkonstruktion, perrholz- und Blech- Hoch nesler beplankung, Kasten- u holm, Schalenrumpf, Einziehfahrgestell, im oe T T T Inmitten Unten Las lililıtılılde. a. HH lıı je i 280 250 2% 250 Zeichnung: Flugsport u Rumpf 40 | Wasser, die bei ungefährlichen atmosphärischen Verhältnissen abreworfen wer- den können. Spannweite 16 m, Länge 6,8 m, Fläche 13,94 m’, Seiten- verhältnis 17,3, geom. geschränkt. Profil NACA 23012. Leergewicht 129 kg, Fluggewicht 0. B. 219 kg, m. B. 259 kg, Flächenbelastung 15,7 kg/m bzw. 18,6 kg/m’, Sinkgeschwindigkeit 0,65 m/sec bei 57,1 km/h, mit Ballast 0,77 m/sec bei 67,3 km/h, Gleitwinkel 1: 24,3. Motorgleiter „GN-7“*). Der im Auftrage der Ossoviachim konstruierte freitragende Hoch- decker mit über dem Flügel gelagertem Motor wurde mit dem Ziel ge- paut, die bestehenden Weltbestleistungen für Motorgleiter zu über- ieten, Einholmiger Trapezflügel mit einer Streckung von 22, vom Rumpf aus leicht hochgezogen. Breite des Mittelstückes 2 m, die angesetzten gerade durchlaufenden Außenflügel besitzen keine V- und Pfeilform. Lastvielfaches im A-Fall 7. Rumpf von birnenförmigem Querschnitt, Führersitz vor der Fläche, mit einer gewölbten Haube abgedeckt. Normales Leitwerk, unge- dämpftes Höhenruder, in halber Höhe des Rumpfes vor dem Seiten- leitwerk gelagert. *) Nach „Samolet“, April 1938. Seite 534 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Motoreinbau und Fahrwerk des Motorgleiters „GN-7“, Zeichnung: Samolet Stahldraht Freitragendes Streben aus Einbeinfahrwerk, die Chrom-Molybdän-Stahlrohr 40X2,5 mm laufen nahezu senkrecht nach der Flügelwurzel. Ballonbereifung 300mal 125 mm. Triebwerk: Aubier et Dunne, Zwei- takter von 17 PS bei 38 kg Gewicht. Dreh- zahl 4500 U/min. Lagerung auf vier Stahl- rohren 20X1,5 mm über dem Flügel. Die Felder des Rohrbockes sind mit 2-mm- ausgekreuzt. Brennstoffvorrat 20 1. Förderung durch eine am Instrumentenbrett sitzende Hand- pumpe. Spannweite 16,8 m, Fläche 12,8 m’, Leergewicht 260 kg, Fluggewicht 350 kg, Flächenbelastung 27 kg/m’, Leistungs- Zugschraube. belastung 20,6 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 110 km/h, normale Flug- geschwindigkeit im Gleitflug 85—90 km/h. Wegen der ungünstigen Eigenschaften des eingebauten Motors konnten bisher noch keine besonderen Flugleistungen erreicht werden. USA Spencer-Larsen Amphibium. SL—-12C ist der Typ eines neuen Flugbootes, welches von der Spencer-Larsen Aircraft Co., Farmingdale, gebaut und in dem Hafen von Washington versucht wurde. Flügel freitragend, nach den Enden 4: 1 verjüngt. Rumpf gekieltes, zweistufiges Boot, in der Bootsnase ein hochziehbares Rad. Zu beiden Seiten in der Mitte des Flügels zwei Stützsch 3400) USA Spencer- Zeichnung: Flugsport Larsen -Amphibium. 72000 wimmer, an deren rück- wärtigeem Ende je ein Laufrad eingebaut ist. Zwischen den OQuer- rudern undRumpfLande- klappen. Höhenruder mit Trimmklappen. Ueber dem Motor Kühl- luftventilator. Motor Me- nasco C 4 125 PS liegt imRumpf und treibt eine über und hinter dem Tragflügel liegende Schraube an, Der Mo- tor mit Uebersetzungs- getriebe nach oben und Schraube können um 90° nach vorn geschwenkt werden, damit etwaige nötige Arbeiten an den hängenden Zylindern des Menasco ausgeführt werden können. Spann- REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR 1938 AERONAUTICS Nr.8 Aircraft Accidents, Method of Analysis. (Einteilung von Flugzeugunfällen.) Committee on Aircraft Accidents, Rep. Nr. 576, 1936. 10 Cents. Der Bericht stellt eine Ueberarbeitung des 1930 erschienenen Technical Report Nr. 357 dar. Er enthält eine Klassifizierung von Unfällen und deren Ursachen, die zu einem übersichtlichen Fragebogen zusammense- faßt sind. Die angewandte Unterteilung hat sich bei Unfällen von Militär- und Zivilflug- zeugen bewährt. Heat Transier to Fuel Sprays Iniected into Heated Gases. ( Wärmeübergang an Brenn- stoffstrahlen, die in heiße Gase eingespritzt werden. R. F. Selden u. R. C. Spencer, Rep. Nr. 580, 1937. 10 Cents. In einer Bombe wurde der Druckabfall gemessen, der eintritt, wenn man einen re- lativ kalten Brennstoffstrahl in heißes Gas einspritzt. Als Gas dienten Luft, Stickstoff und Kohlenoxyd von 150 bis 350° C, Gas- dichte und Verhältnis des eingespritzten Brennstoffes zur Gasmenge entsprachen etwa den Verhältnissen bei Dieselmotoren. Aus den Zeit-Druck-Diagrammen geht hervor, daß die Verdampfung sofort mit der Einspritzung beginnt. Die Intensität des Wärmeüberganges ist der Temperaturdiffe- renz zwischen Gas und Brennstoff verhäl- tig. Mit zunehmender Brennstoffimenge sinkt der Wärmeübergang im Verhältnis zur Brennstoffmenge, obwohl im ganzen mehr Wärme übergeführt wird. Die Abbildung zeigt den Druckabfall über der Zeit bei vır- schiedener Temperatur (Gasdichte 4,73 g/dm?, Mischungsverhältnis 1:10, eingespritzte Menge an Dieselöl 0,284 g). A kennzeichnet den Beginn des Druckabfalles, der darüber befindliche senkrechte Strich gibt den An- fang des Einspritzens wieder, bei B endet der anfänglich gleichmäßige Druckabfall, C entspricht dem niedrigsten Druck. Span Load Distribution for Tapered Wings with Partial-Span Flaps. (Verteilung des Anftriebes über die Spannweite bei Trapez- flügeln mit Landeklappen geringerer Spann- weite.) H. A. Pearson, Rep. Nr. 585, 1937. 10 Cents. Die rechnerische Untersuchung umfaßt 72 Zusammenstellungen mit zwei verschie- denen Flügelstreckungen, vier Verjüngungs- verhältnissen und neun Klappenlängen. Die Berechnung der Lastverteilung beruht auf 20) TI 61,45} 111] = Zu T j 16 30° "_ lAngie of ottack = 9° Di SL 15° BESSN N RN 8 o NIRÄ R Met... _ _ III, 5 se | __ N N 8 FSSEII N_| 3 S \ 2.4 RN 8 Experimental (8) ==-7=- Theorericol d | 0 o j | NS KO nn Brkeich 8, | 30° | Angle of aftack =3 ge TOT 8 5 Ts Sa OT NR 9 u mess N .4 Ss N [e) G F ED CAR Section locotion olong semispon einer Ueberlagerung der Verteilung des Nullauftriebes infolge der Klappen und des zusätzlichen Auftriebes durch Neigung des ganzen Flügels. Die Abbildung zeigt eine Gegenüberstellung der errechneten mit der versuchsmäßig bestimmten Auftriebsvertei- lung (Meßwerte aus Rep. Nr. 571). Airfoil Section Characteristics as Affected by Variations of the Reynolds Number. (Die Beeinflussung der Beiwerte von Flügel- schnitten durch Aenderungen der Reynolds- schen Zahl.) E. N. Jacobs u. A. Sherman, Rep. Nr. 586, 1937. 15 Cents. Im Ueberdruckkanal wurden 23 verschie- dene Flügelschnitte bzw. Kombinationen mit PORT Nr. 8 Nr. 8 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 31 UGS . r. Seite 30 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FL Ge. ei der 2,69. Potenz des pduktes Pr - indiekei wichte und dem rezi- | _ PP N schwindigkeit und Luft A fischen per Ro NEE m — — — _ m Tann proken Wert des Quadrates des spez 122287 727 vS_ om —_- Gewichtes verhältig. Bei gegebenem Lei- sel2a,|22| 88 0 stungsaufwand kann die Wärmeabfuhr ge- 7.5| 5.80| -2. 10) \ . , ig 873 2335 ° Ba ho >0 steigert werden, indem man Rippen ‚von 52 380) 322 3l mm Tiefe in 1,15 mm Abstand anbringt. 30 774 378 1.8 Noch kleinere Abstände ergeben geringere 021221387 „ühlwirkung. Die Abbildungen zeigen die & 208 218 '. Versuchsanordnung mit der Heizeinrichtung 90| 1.68) -1. nn . . “ . _ 00179) 679 An 1 und die Abhängigkeit Drau anbergangs BZ EIN rtes von dem Produkt aus Luftge- . Rod.: 1.58 LANE 2er Guard ring 0.0352 we - .. . Sope ef vodıus 2 GM N EN So u eyinder Resistonce wire O.OI8 AN schwindigkeit und Luftwichte für die neun ro 2 | Er . ehorä: 0.305 u RS 108 (a) NORRERERGA untersuchten Rippenanordnungen. fr N SIR I R (a) Details of construction. (b) Individual fin’section. ; &h TIESSSSIIE I ER . er . E uipment or e 7 m-4Z7 N : ; nder Alternating - Current q FE 2.0.D0s1hre | g® renz zwischen Bu nder und einströmender Measurement oi Fluctuations of Air Speed |z | Oma.c ES Luft, ändert sich bei p ; FI Wechselstromgerät für A j I . Po- Turbulent Flow. ( ! “ schen 1,95 und 5,33 mm mit ehe an der die Messung von Geschwindigkeitsschwankungen 2 tenz des nochktes aus „„nitwiehte Pinven in tnrbulenten Lnftströmungen.) j Luftgeschwindigkeit zwischen . 1937. 10 Cents R j r . C. Mock, Rep. Nr. 598 . . I I I EEE EI Be noständen unter tiere Warmeiber Da den Einzelheiten über die Kon- B EFF Exponent zu. Die mittlere - s werden i rfoil: N.A.C.A 23012 12 i dif- i i instrumenten mitze- u Se: 5300 Velfft/sec)68 gangszahl, bezogen auf die Temperaturdif struktion von edrahti für den Entwurf } Pres.istnd.oim)V#t0E0 1.4 ferenz zwischen Zylinder und einströmen- teilt, die als Grund ae Mi . are: F Fa ahhän_ . . 2 . Were tested: LMAL lg der Luft, ist von der ‚Kippentieie vnbnän ähnlicher Geräte dienen können. RER SEER; 32 - ie, sie ni it abnehmendem Rippen- j - ale Hack fon Infinite aspaet Fotio a (degrees) mungsverhältnisse vorliegen). Das ‚Schau abe nd N Bei Abständen unter 1,22 mm Electrical Thermometers for Aircraft. (Elek er | bild über den Index der Geschwindigkeits- absland a rk ah Die mittlere Wärmeüber- frische Thermometer für Lnftfahrzenge.) _ R Di i . "m Hs +H | spanne zeigt, in welchem Maße die ) der a ab 1 auf die mittlere Tempe- J. B. Peterson u. S. H. J. Womack, Rep. Reynolds Number dynamische Güte eines Flugzeuges von er a Do zwischen Zylinder und Kühl- Nr. 606. 1037. 10 Cents. „10 02 2500.000 R-Zahl abhängt. Als „speed range index raturdiffe für ein eegebenes Produkt ans Es werden die in der Luftfahrt ge- nn 1,286,000 . A druck ca CW bezeichnet, luft, bleibt ur ei g . . n , Bi st mente wie „09 Sem. 665,000 wird der Aus Fi des Schnelliluges Luftgeschwindigkeit und Luftwichte kon- bräuchlichen Temperaturmeßins rumente, | S.08 Ka? 777 N wobei cw dem Zustand des +ößere tant, solange der Rippenabstand zwischen Thermoelemente, Widerstandsinsirumente & Se — 84800 | | entspricht und bei einer 3,5mal größeren 12 und 3,33 mm liest. Unterhalb dieser und die bei Luftschiffen angewendeten Tem- ‘9.07 7 — @2, ü r, sen wurde als das CAmax. 1€ ’ BR , w R : .a: iden Bauarten 3 rl R-Zahl nn u Profilen der Reihe 230 Spanne fällt sie ab, darüber steigt sie an. peraturdifferenzmesser der DE ion ana g.06 TI Kurven gehören zu 9 bis 21%. Für Der Leistungsaufwand für die Kühlung ist beschrieben und in ihren Vorzüg 9.05 HH mit ever nassen von mit 75° Aus Mi 117] IT Nachteilen gegeneinander abgewogen. S L |, " paltklappen ” EIITIILLLITTTT un v m mn die Landung sın 14 962"7a8 N I ‚Lerunger | . 2 Pod h schlag angenommen. ERZen jet@est 10.8037 LEBuTZ auc au | Full-Scale Tests of N. A.C.A. Solinzs. en.) S03 PARIS PAAN Eine Flugleistungsberechnung unter zu zu ne H-=#H 32] (@Großversuche an NACA- Motorverkleidungen. Q 3 — = [—j=Y 2 _ . . . - - = | { ZUR 2. , .02 SFr EAEZE grundelegung der Ergebnisse dieses ip CAR et All T. Theodorsen, M. J. Brevoort u. G. W ERS Her smenenn tes ist im „Flugsport“ 1938 in Heft 1 Me oo |: = Bi: LPITLEEIEL 8)" Stickle, Rep. Nr. 592, 1937. 15 Cents. SEE . ü ' i- TIL est JE en ER ee wi Ri m -hältni 01 nee ] filsammlung 18) dur chgeführt. An der En de , ol Bun imum ae Um die Strömungs- und Kühlverhältnisse ) er Ar chen Stelle ist auch die Abhängigkei es jEunBSF: Banpnnd?, alter REIT an Sternmotor-Verkleidungen zu klären _, at Höchstauftriebes von der Zahl a en ui ‚nu [ GH EETTANN ? Wurden im 6-m-Windkanal des NACA um- © . H H i at linden Pe 0 166-1.22-0.03 In a hr " N . _ S-.2 schiedene Frofile mit und ohne " : Bade) = Freenet Aemmnel tu fassende Versuche durchgeführt, Der Be uU” . tellt ' Colculoted 8 ZE Tonıeireu 0.66 / I D.018"r0d, eich < thält die Ergebnisse er essungen, ° darges . , EaEnEnN - LEE pite ’ANEENELE - richt enthä ‘ Fu Airfoi MACA 2302 Test: oT. 1167 | 0 . er 17 rt J die sich auf den Zustand des Reiselluges S-* Resgirs u En Blower Cooling of Finned Cylinders. (Ge- HAHN: ; 514] beziehen. Das Verhalten beim Start u So. 7 ee, 12 14 16 1. bläsekühlung von Rippenzylindern.) R Nr FO RANGn: k Bez |: LEN n beim Rollen ist abgetrennt. M in einem großen Bereich der O0. W. Schey u. H. H. Ellerbrock, Rep. Nr. 2 een ER 000 n I Untersucht wurden zahlreiche Kombina- ın en See a ehodehr te Brerer onen a. it verschiedenen Vor- Landeklappen tersucht. Die Messungen 587, 1937. 10 Cents. linder mit 2 laßere Amrb en I, tionen von Hauben mit ve m uwei Reynoldszahl unters das für Modelle in Elektrisch geheizte Rippenzylinde s DIET HH esta der- und Hinterteilen, zwei Propellern, z i H Cylinder Sylınder | 7 0.057-1.22- ; . in- reichen nach an Gebiet hinein und er- Luftführungsblechen wurden angeblasen A ae me ion 1 m verschieden großen Durchmessern des van Betracht kommende oben bis zu R-Zahlen, Bestimmung des Leistungsaufwan is zwi © Bunny Zu LE HH terteiles der Gondel und mehreren Naben . . 2. - i [ES "Experimental, ! Strecken sich nac itlichen Flugzeugen vor- die Kühlung und des "örmelibersangs zwi ge ATI Zfesndaers A ereritad hauben. Ausführungen . ® > . x : f f A . . . .. . wie sie an neuzeitlich r zeigen die gemes- schen Rippe und Luft. Es wurde seat 1 gu | BESZZER | Ergebnisse: Die üblichen Ausfü " n kommen. Die Schaubi te über dem Anstell- mit Luftgeschwindigkeiten zwischen N Kr u Feleuiote | ME/anEE > der NACA-Hauben mit stumpfer Nase a en 1 | e uber . 1 T n STExperimental +1 | 0577. R .. . 5 senen Auftriebsbeiwere ID Polaren für un- 210 km/h, Luftwichten zwischen Bi u Mn 2 7 BE Rt Hadslan 7 einen etwas höheren Widerstand as 2 che winkel und die korrigi e für 119 ke/m®, lichten Rippenabstän en z he EPTRZERRENE Een A SEM mit etwas spitzerer Nase. Die stump e Form endliche Spannweite. Die i "oben wieder schen 0,45 und 5,6 mm, Rippendicken von PERuL rem; pereie HT Heer: verursacht eine Instabilität der Strömung . e - . : ; eiles |< Sr . NR hl das Profil NACA an cas Number“ muß 0,9 bis 1,0 mm, und Rippentiefen zwischen , s[ - En H vor der Verkleidung und damit eine Turbu i est Keyn N Su|]]zuunnnunn.n Feng ; ü der Vorderseite gesehen % ‚bulenzfaktor 2,64 multipliziert 17 und a1 mm ittl Wärmeüber- ERzarn a Sr eerie Bun ,„ lenz, die zur guten Kühlung Leistungsauf- em ur Zahl zu erhalten, bei der Ergebnisse: Die mittlere dift EuBEZie Hermeren a labrdarlaunge. de] der Zylinder beiträgt. Der werden, um IN ne ‚häre die gleichen St:ö- gangszahl, bezogen auf die Temperaturdiffe- PR ar Bra a in der freien Atmosp : 6 8 10 %9g9. lb./sec/satt Seite 32 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 8 wand für diese Art der Kühlung, bezogen auf die damit erreichte Wärmeableitung, entspricht etwa dem für die Ueberdruck- kühlung an der Rückseite der Zylinder. Der Pumpwirkungsgrad, d. h. das Verhältnis der beim Vorbeiströmen am Motor geleisteten Arbeit zu der dadurch bedingten Wider- standserhöhung, schwankt zwischen wenig mehr als 0 und mehr als 1. Er ist in der Hauptsache von der Durchflußgeschwindig- keit und von der Form des Austrittsquer- schnittes abhängig. Die Nase der Verklei- dung erhält am besten die Form 7 (s. Abb.). Die Größe des Eintrittsdurchmessers hat wenig Einfluß auf Kühlung und Widerstand. Größere Durchmesser sind im allgemeinen besser. Zu beachten ist, daß die Strömung vor der Haube fast radial gerichtet ist und daß zu spitze Nasen (Form 1 der Abb.) die Strömung. abreißen lassen. Die Hinterkante der Haube soll nicht über die anschließende zuuun | | | Gondel hinausragen. Der Austrittsquer- schnitt wird besser durch Einziehen der inneren Verkleidung geschaffen. Das Ver- srößern des Austrittsquerschnittes durch Abspreizen der Haubenhinterkante ergibt eine stärkere Zunahme der Durchflußmenge, als der Flächenvergrößerung entspricht. Die Luftschraube wirkt abschirmend und ergibt eine geringe Verminderung der Kühlung. Nabenhauben beeinflussen die Strömung in einzelnen Fällen günstig (z. B. Nabenhaube 7 in Verbindung mit Motorverkleidungsnase 7). Ein größerer Durchmesser des hinteren Gondelteils wirkt sich günstig aus (Gondel 2). € propeller € cylinders t Senter.l "section Nose / /50 no. | N e/ectric | \ motor " Bell cronk fNose 7 N EN FR P rS Sun „fosition E Position ı @) Auxıhory airfoil Folgerung hinsichtlich der Kühlung: Ein dicht zekapselter Motor mit eng anliegen- den Luftführungsblechen ist entschieden überlegen. Trotz geringerer Durchlässigkeit für die Kühlluft ist die Kühlung bei dem da- zugehörigen „Leitwert“ K von 0,0424 („Con- ductivity factor“ K drückt aus, welcher Bruchteil der Luftsäule vom Querschnitt der Motorhaube durch die Haube hindurch- strömt, wenn das Druckgefälle auf diesem Wege gleich dem Staudruck ist) in jeder Beziehung besser als bei weniger dicht ver- kleideten Zylindern (K = 0,0909) oder gänz- lich unverkleideten Zylindern (K rd. 0). Trotz des geringen Pumpwirkungsgrades bei niedrigem K ist wegen der besseren Kih- lung ein Kompromiß nicht angebracht. Die Bilder zeigen die Anordnung im Windkanal (Gondel 1, Haubennase 7, Hau- benhinterteil (skirt) 5, Propeller B, innere Verkleidung 3), eine Zusammenstellung der untersuchten Haubenformen usw., die Aus- führung der Nabenhaube 7 und die Druck- verteilung an der Faubennase 7. \ „Tochometer /8. 1A ı..& propeller | - Spinner 7 FA (b) Tail pump Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 535 USA Spencer-Larsen Amphibium. Werkbilder USA Spencer-Larsen Amphibium. Anordnung der abgefederten seitlichen Stütz- schwimmer mit dem am rückwärtigen Ende des Schwimmers eingebauten Laufrad. weite 12 m, Gesamtlänge 7,8 m, Höhe 2,65 m, Fläche 15 m? Flug- gewicht 995 kg, Leergewicht 725 kg, Nutzlast 270 kg, Betriebsstoff 136 1, Oel 13,5 . Reisegeschwindigkeit (errechnet) 177 km/h, Wasse- ungsgeschwindigkeit 72 km/h, Steigfähigkeit 210 m pro Min. Gipfel- öhe m. USA Hall Ph-2 Ganzmetallflugboot. Das Muster Ph-2 der Hall-Aluminium Aircraft Corp.. Bristol, Pa., ist ein Doppeldecker in Metallbauweise, Flügel verstrebt, Leichtmetall- gerippe, stofibespannt. Betriebsstoffbehälter in den Flüseln und Motor- verkleidungen. Dadurch sollen die für die Atmung schädlichen Benzin- gase vom Rumpf ferngehalten werden. | Bootsrumpf ist durch 5 Spanten in 6 wasserdichte Abteilungen abgeschottet. In 2 Abteilungen können 4 Tragbahren, die durch Luken vorne und hinten an Bord genommen werden können, untergebracht werden. Bei Rettung Schiffbrüchiger können die Tragbahren ausgebaut und an deren Stelle 20 Mann außer der Besatzung bequem aufsenom- men werden. Seite 536 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 USA Hall Ph-2 Küstenwachflugboot mit 2 Wright-Cyclone-Motoren. Bild: Zuerl. Zwei Wright-Cyclone-Sternmotoren mit NACA-Hauben, Leistung 750 PS je Motor mit Kompressor in 1000 m Höhe. Curtiss-Verstellpro- peller, Breeze-Starter. Spannweite 22,26 m, Länge 15,58 m, Höhe 5,33 m, Fläche 108,7 m?. Leergewicht 4320 kg, Fluggewicht 7175 kg, Flächenbelastung 66 ke/m?, Leistungsbelastung 4,89 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit 240 km/h, Reisegeschwindigkeit 160 km/h, Landegeschwindigkeit 95 km/h, Steigzeit auf 1500 m 6 Min., Gipfelhöhe 5670 m, Reichweite 3200 km, Flugdauer 20 Std. Ausrüstung: Blindflug, dabei völlig abzeschirmte Funkanlage, tele- phonische Verbindung zwischen den einzelnen Besatzungsmitgliedern, 1 Maschinengewehrturm, drehbar, zum Anhalten von Schmuggler- booten. Preis des Flugbootes ohne FT.-Gerät, jedoch instrumentiert, 120 000 Dollar. In der Flugstation Cape May, im Staat New Jersey, fanden kürz- lich die Abnahmeflüge des ersten von 7 Flugbooten statt, die besonders für Rettung von Schiffbrüchigen und Einsatz bei Notfällen auf See bestimmt sind. Im Rahmen des ärztlichen Funkdienstes, entlang der amerikanischen Küsten, werden diese neuen Flugzeuge in Floyd Ben- net Field, der Küstenwachstation New Yorks, ferner in St. Petersburg im Staate Florida, in Salem im Staate Massachusetts, in Charleston im Staate South Carolina, und in Cape May in New Jersey stationiert. Das in Cape May zur Erprobung befindliche Flugboot geht ab nach San Diego in Kalifornien. Das sechste, noch zu liefernde, geht nach Port Angeles in Washington, und das 7. dient als Ersatz. Bei Empfang eines Notrufes sind die angeführten Stationen im- stande, innerhalb von 1% Minuten ein Flugboot startklar zu machen. Mit 4 Mann normaler Besatzung (Pilot, Navigator, Funker, Bordmon- teur) und einem Arzt oder einer Krankenschwester geht das Flugzeug ohne Rücksicht auf Wetterverhältnisse auf Strecke. Seemehrzwecke-Flugzeug „Blohm & Voß Ha 140“ Konstruktion Vogt. „Blohm & Voß Ha 140“ ist ein zweimotoriges Hochseeflugzeug für Torpedo und Erkundung über weite Strecken. Trapez- und pfeilförmige Außenflügel sitzen an einem rechteckigen Mittelflügel, der den Rumpf durchdringt und mit dem zweimotorigen Trieb- und doppelten Schwimmwerk in ein einheitliches Ganzes zu- sammengefaßt ist. Im Zuge neuzeitlicher aerodynamischer Gestaltung ist der Tor- pedo in den Rumpfquerschnitt untergebracht und durch einfahrbare Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 537 Roilklappen abgedeckt. Dadurch sind die Aufhängegeräte vor Spritz- wasser geschützt. Auch beim Schwimmwerk, besonders bei seiner Abstützung, ist auf geringsten Luftwiderstand besonderer Wert gelegt worden. Nur ein einziges, stromlinienförmig verkleidetes Tragrohr verbindet den Schwimmer mit dem über ihm liegenden Flügel, aus dem an dieser Durchdringungsstelle organisch das nun ebenfalls spritzwasser- geschützte Triebwerk nach vorn herauswächst. Diese Formgestaltung wurde begünstigt durch die allen Blohm-&- Voß-Flugzeugen eigene Rohrholm-Flügelbauweise. Ein zentraler stäh- lerner Rohrholm durchdringt den Rumpf und bildet zugleich die ge- sunde Basis für die Anschlüsse der Schwimmer und der Triebwerke. Durch abnehmbare vordere und hintere Flügelformkästen kann der Mittelflügelholm freigelegt werden. Dadurch werden die am Holm verlegten Steuerungen und Leitungen zu den Triebwerken zugänglich. Der Mittelflügelholm dient gleichzeitig als Brennstoffbehälter. Diese Unterbringungsart hat sich als vollständig betriebssicher er- wiesen. | Der Rohrholm der Außenflügel ist aus konisch geschnittenen Halb- schalen und mit Decklaschen genietet. Sowohl an den Verbindungsstellen von Innen- und Außenflügel, als auch an denen zu den Schwimmerstützen sind große Schraubver- flanschungen vorhanden, sie bieten Gewähr für eine äußerst einfache und rasche Montage. Die Flächen, die Flossen und die Landeklappen sind vollständig mit Blech beplankt, die Ruder dagegen mit Stoff bezogen. — Der Rumpf und die Schwimmer sind grundsätzlich als Blechwannen mit tragender Haut gebaut, lediglich im Mittelteil des Rumpfes, dort, wo große, der Zugänglichkeit und der Sicht dienende Ausschnitte vorhan- den sind, werden die Kräfte von vier Längsgurten im Verband mit Spanten und einem Fußboden übertragen. Das Höhen- und die beiden Seitenruder werden in üblicher Weise durch Stoßstangen betätigt. Für die Querruder dagegen wurde eine neuartige Drehsteuerung angewandt. Bei ihr wird die Handradbewe- gung auf rasch drehende Drehwellenzüge übertragen und am Ort der Ruder auf das gewünschte Steuerungsmaß rückübersetzt. Diese Steue- rung zeichnet sich aus durch ein sehr geringes Baugewicht und durch Blohm & Voß Ha 140 Seemehrzwecke-Flugzeug. Werkbilder Seite 538 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 klappen werden elektrisch betätigt, sie laufen nach Einschaltung auf eine vorgewählte Stellung automatisch aus bzw. ein. In dem weit nach vorn gezogenen Rumpfbug, der eine ausgezeich- nete Sicht bedingt, befinden sich die Abwurf-Geräte, die seemännische Ausrüstung und eine abgedeckte Drehkranzlafette. Dahinter und über die Drehkranzkuppel hinwegsehend, befindet sich auf der linken Rumpf- seite der Führersitz. Rechts von ihm ist ein Notsitz bzw. ein Durch- gang zum hinteren FT- bzw. Schützenstand. Dort sind außerordentlich bequeme Raumverhältnisse vorhanden. Das Schußfeld des Abwehr- standes ist durch die Wahl des doppelten Seitenleitwerks besonders günstig gestaltet. Spannweite 21,00 m, Länge über alles 17,60 m, Höhe mit laufenden Schrauben 5,50 m, Fläche 87,50 m?, Seitenverhältnis 1: 5,03, Trieb- werk: 2 BMW 132 Motoren ä 800 PS = 1600 PS. Leergewicht 6300 kg. Besatzung 300 kg, Betriebsstoff 1100 kg, militärische Last 800 kg, zusammen 2200-kg. Fluggewicht 8500 kg. Höchstgeschwindigkeit am Boden bei 2X800 PS 320 km/h. Reise- geschwindigkeit bei 2X640 PS 295 km/h. Landegeschwindigkeit 110 km/h. Dienstgipfelhöhe (w = 0,5 m/S) 5000 m. Steigzeit auf 3000 m 11.5 min, auf 5000 m 39 min. Reichweite bei Reisegeschwindigkeit 1150 km. Reichweite bei Reisegeschwindigkeit und 1700 kg Betriebsstoff 2000 km. Optimale Reichweite 2500 km. Flächenbelastung 97 kg/m?, Leistungsbelastung 5,3 kz/PS, Flächen- belastung 18,3 PS/m?. Franz. 3-Zylinder-Motor „Aviasport“ 68 PS. Dieser französische 3-Zylinder-Zweitakt-Motor, gebaut und kon- struiert von Etblts. MH. Collet, Rue de Gendve, Gex (Ain), ist schon vor 3 Jahren gebaut. 3 Zylinder Sternform, Guß, Cyl. mit Kühlrippen, mit aufgesetzten Köpfen aus Alumin, All. Kolben, arbeitend auf einer Kurbelkröpfung, Gehäuse zweiteilig, AMAC Spezial-Vergaser mit 3 gleichlangen Ver- gaserleitungen außerhalb des Kurbelgehäuses. Franz. 3-Zyl.-Motor „Aviasport“ 68 PS. Archiv Flugsport Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 539 Zylinderdurchmesser 68 mm, Hub 70 mm, Gesamtinhalt 0,76 |, Kompression 1:7, Drehzahl an der Kurbelwelle 3400/3500, an der Luftschraube 1520, Untersetzung 1:2,3, 1 Magnet. Sterndurchmesser 720 mm, Länge 550 mm, Betriebsstoffverbrauch 8 1/Std. Gewicht 40 ke. DFS-Rauchkanalt®). Zur Sichtbarmachung von Strömungsvorgängen in Luft werden einerseits in die Strömung eingeführte Rauchmengen, weiterhin im Strömungsfeld angebrachte Stoffäden oder auch durch Hitzdrähte er- wärmte Luftschichten verwendet. Bei der Darstellung von Strömungs- vorgängen durch Rauch ergeben sich insofern Schwierigkeiten, als der Rauch meist nur kurze Strecken zusammenhält und es demnach nicht möglich ist, ein größeres Stromfeld zu untersuchen. Andererseits hat die Sichtbarmachung von Strömungsvorgängen mit Hilfe von Rauch- fäden den Vorzug, daß der wahre Verlauf der Stromlinien sichtbar gemacht werden kann, ohne daß die Gesamtströmung dabei wesentlich gestört wird. Die Sichtbarmachung von Strömungen ist nicht nur für Unter- richtszwecke, sondern auch für wissenschaftliche Untersuchungen von entscheidender Bedeutung, und die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug hat daher Versuche eingeleitet (Konstr. A. Lippisch), um die einwandfreie Darstellung von Strömungsvorgängen mit Hilfe von Rauchfäden zu klären. Da die Versuche sich bewußt auf die Darstel- lung 2-dimensionaler Strömungsvorgänge beschränken sollten, wurde die hierfür vorgesehene Windstromanlage so entworfen, daß die Versuchsstrecke, in der die Strömungsvorgänge sichtbar gemacht wer- den sollten, seitlich durch Glaswände begrenzt ist, so daß der Kanal an dieser Stelle den Querschnitt eines hohen, schmalen Rechtecks besitzt. Das Zerfallen des Rauches in einer normalen Windstromanlage wurde in erster Linie darauf zurückgeführt, daß die Strömung nicht vollkommen wirbelfrei ist. Es wurde daher zuerst dafür gesorgt, daß durch eine entsprechende Gleichrichteranlage eine absolut gleichför- mige Strömung gewährleistet werden konnte. Führt man nunmehr innerhalb der Gleichrichteranlage Rauchfäden ein, so gelingt es unter Einhaltung bestimmter Geschwindigekeitsver- hältnisse, ein Zusammenhalten der Rauchfäden auf größere Längen zu erreichen. Bei dem von der DFS entwickelten Rauchkanal werden auf diese Weise auf 1 m Höhe des sichtbaren Strömungsfeldes 60 Rauch- fäden erzeugt, die längs des Sichtfeldes von 1,50 m erhalten bleiben. Als Material zur Raucherzeugung wird vermodertes Holz verwen- det, das in einem besonderen Rauchofen unter Luftabschluß verbrannt *) Alle Bilder DFS. Abb. 1. Gesamtansicht des DFS-Rauchkanals. Seite 540 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 wird und dessen Dämpfe nach einer Reinigung von den Holzteerdestil- laten einen trockenen, gut sichtbaren Rauch erzeugen. Die Windströmung im Kanal wird durch zwei Ventilatoren erzeugt, die an den beiden Enden des Kanals angebracht sind. Durch entspre- chende Einstellung der Geschwindigkeit der beiden Ventilatoren kann der Druck im Kanal reguliert werden, so daß hoher Unterdruck in dem Stromlinienfeld vermieden wird. Infolge der Raucherzeugung kann die Windstromanlage nicht im Kreislaufsystem arbeiten, sondern es muß dauernd frische Luft durch die Gleichrichteranlage angesaugt werden. Die Versuche haben gezeigt, daß eine gut sichtbare Stromlinien- darstellung in diesem Kanalsystem bis zu 20 m/sec möglich ist. Eine weitere Steigerung der Windgeschwindigkeit konnte aus betriebstech- nischen Gründen in dieser Anlage nicht durchgeführt werden, jedoch bestehen keine prinzipiellen Schwierigkeiten, die Strömungsvorgänge auch bei höheren Geschwindigkeiten nach diesem System sichtbar zu machen. Abb. 1 zeigt den Rauchkanal im Laboratorium der DFS. Man er- kennt die Gleichrichteranlage, durch die die Frischluft durch einen Lüfter eingeführt wird und in der sodann die Rauchfäden erzeugt wer- den. Es folgt die Versuchsstrecke zwischen den Glaswänden, sodann das zweite Gebläse, das die Luft absaugt. Hinter dem Kanal befindet sich die Raucherzeugeranlage mit Rauchofen und Kondensator. Um die Rauchfäden besonders gut sichtbar zu machen, werden diese durch seitlich hinter der Versuchsstrecke angebrachte Lampen beleuchtet. Die zwischen den Glaswänden angebrachten Modelle sind so ein- gerichtet, daß von einem Versuchsstand aus drei verschiedene Antriebe für Anstellwinkel, Ruderklappen und ähnliches während des Versuchs bedient werden können. Diese Antriebe sind in einem waagerechten Rohr so untergebracht, daß sie vom Beschauer aus durch das Modell verdeckt sind und dadurch das Bild selbst nicht stören. Die Modelle sind aus Holz angefertigt und schließen sich vollkommen dicht an die Glaswände an, so daß eine einwandfreie 2-dimensionale Darstellung gewährleistet ist. Von einem Versuchsstand aus kann weiterhin die Windgeschwindigkeit und die Raucherzeugung geregelt werden. Abb. 2 zeigt den Versuchsstand mit Regler und Modellsteuerung. 09 684 > ‚Abb. 2. Zeichnung des DFS-Rauchkanals. Maßstab 1:10. Nr. 20/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT“ Seite 541 Der nach diesem Prinzip aufgebaute Windkanal erzeugt ein durch Rauchlinien sicht- bar gemachtes Feld einer Parallelströmung, wie dies Abb. 3 zeigt. Die Begrenzung des Strömungsfeldes bedingt, daß die Wölbung der Stromlinien an diesen Grenzen bereits abklingt und man bei Uebertra- gung der Strömungsvor- gänge auf den freien Raum eine entsprechen- de Korrektur des Strö- mungsbildes vornehmen muß. Links von oben Abb. 3—-10: 3. Parallelströmung. 4. Umströmung einer senk- rechten Platte. 5. Umströmung eines Kreis- zylinderss mit kleinem Durchmesser. 6. Umströmung eines Kreis- zylinders mit größerem Durchmesser. 7. Umströmung eines Stromlinienprofils. 8. Strömung um ein Clark Y Profil a = 0°. 9. Strömung um ein Clark Y Profla = 6°. Strömung um ein Clark Y Profil «a — 18°. Rechts von oben Abb. 11—18: 11. Strömung um ein. Clark Y Profil a = 8°, 12. Strömung um ein Clark Y Profil «a —= — 15° (abge- rissen). 13. Strömung um ein Profil mit Ruderklappe. 14. Strömung um ein Profil mit Spreizklappe. 15. Strömung um ein Profil mit Slot u. Ruderklappe. 16. Absaugeflügel Gö 387. Ohne Absaugung @ max — +15. 17. Absaugeflügel Gö 387. Mit Absaugung @ max — + 35°, 18. Umströmung eines gera- den Flügels in 3-dimen- sionaler Strömung. 10. Seite 542 „FLUGSPORT"“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Nr. 20/1938, Bd. 30 „Fr LUGSPORT"“ Seite 543 Abb. 4 zeigt die Strömung um eine senkrechte Platte, die hinter sich eine Kärmän-Wirbelstraße auslöst. Man erkennt deutlich die periodische Ablösung der Wirbel, die die ganze Breite des Sichtfeldes beeinflussen. Abb. 5 und 6 zeigen die Umströmung eines Kreiszylinders im Be- reich kleiner und größerer Reynolds’schen Zahlen. Abb. 7 zeigt die Strömung um ein Stromlinienprofil mit der Umriß- funktiony= (1 — x) Y x und dem Dickenverhältnis 1:3. Man erkennt auch den durch Grenzschichtreibung erzeugten Tot- luftbereich am Ende des Stromlinienkörpers. Die nächsten Abbildungen zeigen die Strömung um ein Tragflügel- profil (Clark Y) bei verschiedenen Anstellwinkeln. Man erkennt den Beginn des Abreißens auf dem rückwärtigen Teil der Saugseite bei mittleren Anstellwinkeln und sodann bei größeren Anstellwinkeln das vollständige Abreißen der Saugseite, bei dem das Profil, ähnlich wie die eerade Platte, eine kräftige Kärmän-Straße auslöst. Die gleiche Er- scheinung in dem negativen Anstellwinkelbereich ist ebenfalls durch $1 Der Luftraum über folgenden Gebieten an der Westgrenze des Deutschen Reiches wird für alle Luftfahrzeuge bis auf weiteres gesperrt: I. Luftsperrgebiet Aachen. Erkelenz— Düren— Schnittpunkt der Reichsgrenze mit der Verlängerung der Linie Düren/Walheim (10 km südostwärts von Aachen)—Reichsgrenze—Schnitt- punkt der Reichsgrenze mit der Verlängerung der Linie Erkelenz/Heinsberge— Erkelenz. II. Luftsperrgebiet Trier. Mechernich (etwa 12 km südwestlich Euskirchen)—Wittlich (ausschließlich) —Schauren (15 km nordwestlich St. Wendel)—Schnittpunkt der Reichsgrenze mit der Eisenbahnlinie Saarbrücken/Forbach—Reichsgrenze— Schnittpunkt der Reichs- grenze mit der Verlängerung der Linie Mechernich/Schleiden—Mechernich. III. Luftsperrgebiet Pfalz. Oberstein—Kaiserslautern— Neustadt a. d. H. (ausschließlich)— Germersheim —Karlsruhe (ausschließlich)—Steinbach— Schnittpunkt der Reichsgrenze mit der Linie Steinbach/Hagenau—Reichsgrenze—Habkirchen (etwa 17 km südlich St. Ingbert)— St. Ingbert— St. Wendel—Oberstein. IV. Luftsperrgebiet Baden. einige Abbildungen erläutert. | . Geneenbach_Lahr Emmendingen_ |” NEE 3 Sehr interessant gestaltet sich die Untersuchung von Strömungs- Reichsgrenze bei Basel (Deutscher Reichs- | ! ur rrkeinz vorgängen bei Betätigung von Ruderklappen und Einrichtungen zur Erhöhung des Auftriebs. Die folgenden Abbildungen zeigen hiervon einige Beispiele, wobei das Strömungsbild des Flügels bei größeren bahnhof)—Reichsgrenze—Schnittpunkt der % ER Reichsgrenze mit der Linie Offenburg/Plobs- |IANDE ERE& heim—Gengenbach. Anstellwinkeln mit offenem und geschlossenem Slot bemerkenswert ist. an Na Auch die Wirkung, die das Absaugen der Grenzschicht zur Auftriebs- S2 no Pe erhöhung hervorruft, läßt sich in dem Kanal mit sichtbaren Stromlinien Die Luftsperrgebiete werden durch Wing“ ernia gut verfolgen. Flugzeuge luftpolizeilich überwacht. BELGIEN” EEE Die Abb. 16 und 17 zeigen die Strömung um ein Flügelprofil mitt- ne un en en lerer Dicke bei größeren Anstellwinkeln mit und ohne Absaugung. halb eines Luftsperrgebietes ($ 69 der Ver- | yx- Auch räumliche Strömungen lassen sich innerhalb gewisser Gren- ordnung über Luftverkehr) geschieht von F SEES zen mit Hilfe dieses Rauchkanals darstellen. Abb. 18 zeigt das Wirbel- diesen Flugzeugen aus durch Schüsse mit EEE system hinter einem geraden Flügel, wie es auch aus der Tragflügel- Leuchtspurmunition. Wird die Landungsauf- SEEEERU theorie bekannt ist. forderung nicht befolgt, so wird das Luft- || yyem- ER ERELEETIER Es lassen sich wohl noch eine ganze Anzahl von Beispielen geben, fahrzeug unter Feuer genommen. BURG EEE die interessante Strömungsvorgänge veranschaulichen. Jedoch ist das 8 3 Pa nicht der Sinn des vorliegenden Aufsatzes, der dem Leser im wesent- Der Reichsmnister der Luftfahrt kann Fr EEE / lichen erläutern soll, welche Möglichkeiten zur Untersuchung von Strö- Ausnahmen von $ 1 dieser Polizeiverord- FT ORTEN mungsvorgängen mit Hilfe des DFS-Rauchkanals gegeben sind. nung genehmigen. | Reg 22 Es hat sich an Hand der bisher durchgeführten Versuche gezeigt, 84 ER SSL Kr EN daß eine solche Anlage wertvolle Aufschlüsse über die Strömungsvor- Zuwiderhandlungen werden nach 8 31 FE AN ER SE BE aachen eänge liefert und bei der Entwicklung neuartiger Vorrichtungen die Ziff. 1 des Luftverkehrsgesetzes bestraft, so- | SER 2 Möglichkeit bietet, günstige Ausführungsformen zu entwickeln. fern nicht nach anderen Strafgesetzen eine ET £ TERERTR usaune höhere Strafe verwirkt ist. RT 17 $5 ’ : FI-UG Die weitergehenden Beschränkungen FRANKREICH ER Br Wsteinbech des Luftraumes nach der Verordnung über & Qmsung/ % das Verbot des Aufenthalts aktiver Ange- Zeichenerklärung Sen UND S CHAT höriger einer ausländischen Wehrmacht in ER Sperrgebier 3 SER den Sperrgebieten vom 30. Juli 1938 (Reichs- | 2 2, 3 Flugstreckenfeuer- gesetzbl. I S. 963) bleiben unberührt. SE Diese Polizeiverordnung tritt am 20. |eit_ 2» » » su September 1938 in Kraft. mr Berlin, den 8. September 1938. Der Reichsminister der Luftfahrt gez. Göring. Inland. Luitsperrgebiete Westgrenze. Polizeiverordnung über die Festsetzung von Luftsperrgebieten an der Westgrenze vom 8. September 1938. Auf Grund des $ 13 des Luftverkehrsgesetzes in Verbindung mit $ 69 der Verordnung über Luftverkehr vom 21. August 1936 (Reichsgesetzbl. I S. 653, 659) wird folgendes verordnet: ” I X o 206 Er RER, . £ 800 Sy Emmendingen SQ) FREIBURG =. RS SH ® 1% 100 R RES SEES $ Luftsperrgebiete Westgrenze Diveh.Reichsbahnhof Rhein es" U Seite 544 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Vorstehende Polizeiverordnung ist im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 211 vom 10. September 1938 verkündet worden. Auf Grund des $ 3 der Polizeiverordnung sind folgende Ausnahmen zuge- lassen worden: 1. der Luftverkehr in den Luftsperrgebieten entlang den befeuerten Nachflug- strecken a) Köln—Reichsgrenze in Richtung Brüssel (Flugstreckenfeuer: Ober-Außem, Mersch, Neu-Teveren) und b) Frankfurt—Basel (Flugstreckenfeuer: Germersheim, Karlsruhe, Iffezheim, Wagshurst, Langenwinkel, Kenzingen, Riegel, Kaiserstuhl, Auggen) von 40 Minuten nach Sonnenuntergang bis 40 Minuten vor Sonnenaufgang; 2. das Befliegen des Flughafens Aachen; der An- und Abflug darf jedoch nur von und nach Süden stattfinden, und zwar entlang der Straße, die von Zweifall (etwa 10 km südostwärts Aachen) nach Stolberg führt, und von dort auf dem kürzesten Wege zum Flughafen Aachen und ebenso zurück; 3. der Segelflugbetrieb innerhalb der Luftsperrgebiete, beschränkt auf Gleitflüge und Segeln am Hang mit Gummiseil- oder Windenstart. Weitere Ausnahmen bedürfen von Fall zu Fall der Genehmigung des Reichsministers der Luftfahrt. Anträge sind rechtzeitig, mindestens 3 Tage vor- her, an RLM., Abt. LBII, zu richten. Luitsperrgebiet über Wien. Durch eine Verordnung des Reichsministers der Luftfahrt vom 23. Sept. ist der Luftraum über dem Stadtgebiet und der Umgebung von Wien innerhalb der Linie: Wolkersdorf—Markgrafenneusiedi—Fischamend— Gramatneusiedl—Moedling — Kaltenleutgeben—Purkersdorf — Gablitz—St. Andrae vor der Höhe-—Hermannsdorff—Wolkersdorf für alle Luftfahrzeuge bis auf wei- teres gesperrt. Welthöchstleistungen Leichtilugzeugklasse bis zu 6,5 I Zylinderinhalt wur- den auf W-KL 35 Hanns Klemm Flgw. mit 135/160 PS Hirth-Motor HM 506 A 6 Zyl. 5,976 1, Typenbeschreibung „Flugsport“ 1935 S. 474 u. 1937 S. 425) von Kalkstein vollbracht: 228,705 km/h über 100 km, 227,748 km/h über 1000 km, 7000 m Höhe, einsitzig, am 11. 9. Am 12. 9. mit Fluggast Voy 227,704 km/h über 100 km und Klemm (Wasser) W-KL 35, mit welcher Kalksein (i. d. Abb. oben rechts) vor kurzem mehrere Höchstleistungen in der Klasse für Leichtflugzeuge bis zu 6,5 I nach Deutschland brachte. Werkbilder Nr. 20/1938, Bd. 30 „Fr LUGSPORT“ Seite 545 5600 m Höhe. Flugstrecke am Bodensee, 50 km, von Mittel-Zell auf der Insel Reichenau bis zu einer Wendemarkte bei Lindau, mußte bei dem Flug über 1000 km zwanzigmal durchflogen werden. Horta-New York, Blohm & Voß-Flugzeug „Nordstern“ der Deutschen Luft- hansa, 13 Std. 40 Min. Start 12. 9. 1 h, Wasserung New York 14 h 10. Besatzung Flugkpt. Mayr, Flugkpt. Blume, Flugmasch. Mischner und Flugzeugfunker Gruber. NSFK.-Staffel flog auf Einladung der Sektion Bern des Schweizer Aero-Clubs nach der Schweiz, wo sie mehrere Flugplätze besıtchte. Bordbuch, neues Muster, für zivile Flugzeuge — ausgenommen Flugzeuge der Luftfahrtunternehmen — ist eingeführt worden. Neu darin ist, daß zur Gesamtbetriebszeit der Motoren auch deren Laufzeit beim Abbremsen und Rollen („Bodenlaufzeit‘) zu zählen ist. Hierbei sind als gewöhnliche Bodenlaufzeit in den Sommermonaten (April bis Oktober) ie Start 5 Minuten, in den Wintermonaten (November bis März) je Start 15 Minuten in Ansatz zu bringen. Außergewöhnliche Bodenlaufzeiten (z. B. Probelaufen nach Instandsetzungen usw.) sind besonders zu rechnen und durch Vermerk (in dem Raume unterhalb der Spalten „Landung“ und „Flugdauer“) als solche zu kenn- zeichnen. Ferner ist neu eine Spalte zur Angabe von mitgeführtem besonderen Gerät (Lichtbildgerät, Waffen, Schießbedarf, Sprengstoffe, Giftgase, Brieftauben). Die zur Zeit in Gebrauch und im Handel befindlichen Bordbücher können aufgebraucht werden; in diesen ist jedoch jeweils unterhalb der Zeile „Gesamtzeit“ hinzu- zusetzen: „Bodenlaufzeit: ... .“ und gegebenenfalls in den Spalten „Zoll“ oder - „Wichtige Ereignisse‘ mitgeführtes besonderes Gerät (Art, Zahl, Verwahrung) anzugeben. DIN Fachnormenausschuß für Luftfahrt FALU Hobel genormt und Benennung der Einzelteile von Hobelbänken festgelegt. Erschienen sind folgende, vom Beuth-Vertrieb, Berlin SW 68, erhältliche Norm- blätter: DIN 7218 Langhobel (Rauhbank), DIN 7219 Doppelhobel, DIN 7220 Putz- hobel, DIN 7310 Schrupphobel, DIN 7311 Schlichthobel, DIN 7312 Zahnhobel. Von einer Bemaßung der Aussparung im Hobelkörper wurde abgesehen, weil hier- durch die Austauschmöglichkeit der Hobeleisen nicht behindert wird. Wichtig hingegen für das Passen der Hobeleisen sind die Breite und der Winkel für die Eisenlage im Hobelkörper selbst. Auch das Normblatt DIN 7328 „Hobelbänke, Benennung der Einzelteile“ ist soeben erschienen. Durch die Festlegung der Bezeichnungen für die wichtigsten 22 Einzelteile einer Hobelbank (mit deutscher Vorderzange und mit Parallel- Vorderzange) werden ietzt die Schwierigkeiten für Hersteller und Besteller von Hobelbänken und ihren Einzelteilen behoben sein. Es können kaum noch Mißver- ständnisse vorkommen. Auch die unterschiedlichen Ausdrücke in den verschie- denen Gegenden Deutschlands werden hoffentlich nach und nach verschwinden und durch die genormten Benennungen ersetzt werden. Normblatt DIN 17: Senkrechte Normschriit. Herausgeg. v. Deutschen Normen- ausschuß, erhältlich vom Beuth-Vertrieb, Berlin SW 68. Die senkrechte Schrift nach DIN 17 gilt ausschließlich für Schilder, Skalen usw., ist jedoch keineswegs als Ersatz für die schräge Schrift gedacht. Was gibt es sonst Neues? Norwegische Luftwaffe bestellte 6 Heinkel He 115 Torpedo-Flugzeuge. Coupe Deutsch, Fehlmeldung, auf Oktober 1939 verschoben. Fluglehrerbedürinis; um hierüber zu beraten, sind engl. Flugzeuglehrer nach London von der Civil Air Guard eingeladen worden. Roscoe Turner gewann „Thompson Trophy“ am 5. 9. bei den USA natio- nalen Luftrennen mit 462,188 km/h. Zweiter in der Thompson Trophy Ortmann. USA Luftrennen nahmen Hanna Reitsch und Kunstflugmeister Hagenburg teil. Tokio Flughafen, Vorstadt Joto, Bauzeit 3 Jahre, begonnen. Alex Monteith, unser engl. Fliegerkamerad, ins Parlament zur Vertretung der Doncaster Division berufen. Wir wünschen ihm besten Erfolg. Ausland. Engl. D. H. Albatross Rumpibruch ist auf eine schwache Konstruktionsstelle zurückzuführen. Alle anderen im Betrieb und Bau befindlichen Typen sind an der gefährlichen Bruchstelle verstärkt (Erhöhung des Konstruktionsgewichtes 5 ke). Seite 546 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Engl. Composite Flugzeug „Mercury“ soll von Schottland nach Kapstadt starten, um bisherige Höchstleistung 10200 km zu überbieten. Für diesen Flug werden zusätzlich 4000 1 Betriebsstoff noch in den Schwimmern untergebracht. Startgewicht 12Vz t. Royal Aeronautical Society finden folgende Vorträge statt: „Die Verwen- dung von Leichtmetall im Flugzeugbau‘, gehalten von M. R. le Coeuvre am 20. 10. „Meteorologisches Problem Nord-Atlantik“, Capt. Entwistle, 3. 11. „Amerikani- sches Flugwesen“, T. D. Wright, 9. 11. „Arbeit der DVL.“ Dr. F. Seewald, 17. 11. „Flugsteuerung“ Prof. T. R. Hill, 1. 12. „Einige Resultate des Rauchkanals der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug“ A. Lippisch, 15. 12. Westland Aircraft Co., Yeovil, Somerset, vergrößert durch die 3 Schiffbau- firmen Harland and Wolf, Belfast, Swan Hunter, Tyneside und John Brown and Co., Ltd, Tyneside zum Bau des Westland Lysander. Nunmehr investiert £ 187 500.—. M. J. Adam f, engl. Geschwaderführer, 12. 9. Farnborough mit zwei Kame- raden tödlich verunglückt. Inhaber des Höhen-Weltrekordes, 16440 m auf Bristol 138. John Hindmarsh 7, Versuchspilot von Hawker am 6. 9. bei Hurricane-Ver- suchsflug im Sturzflug (Abfangen) verunglückt. Qantas Empire Airways Ltd. von Brisbane nach Sydney umgezogen. Frankreich Indochina-Luitlinie, Air-France, stellt statt bisher Wasserflug- zeuge Landflugzeuge Typ Dewoitine 338 ein. Henry Potez, der franz. Flugzeugindustrielle, verlor durch Jagdunfall ein Auge. Mailand—Venedig-Fluglinie seit 1. 7. 38 im Betrieb. Luitattachee Rom, jetzt von Bülow. Ital. Colonel Pezzi, Inhaber Welthöhenrekord, 15655 m, hielt auf dem wis- senschaftlichen Kongreß in Bologna Anfang September einen Vortrag über seine Forschungen bei Höhenflügen und die Bedeutung derselben für das Militär-Flug- wesen. Piaggio habe einen neuen Höhenmotor mit doppeltem Kompressor gebaut, dessen Leistungen noch nicht von anderer Seite erreicht worden seien. Savoia Marchetti, SM 87 Wasser-Verkehrsflugzeug, entwickelt aus dem SM-75-Verkehrseindecker, bei den Savoia-Marchetti-Werken in Sesto Calende im Bau. Motoren drei Alfa Romeo 135 RC 32, 18 Zyl., zweireihig, 1350 PS (siehe „Flugsport“ 1937, Seite 591), 3 Mann Besatzung, 24 Fluggäste. Leergewicht 12 000 kg, Fluggewicht 17000 kg. Mittlere Geschwindigkeit 335 km/h in 4500 m mit 600 Motorleistung. Höchstgeschwindigkeit 410 km/h. Gipfelhöhe 7300 m. Ital. meteorol. Dienst wird von folgenden meteorologischen Dienststellen ausgeübt: In Linate (Mailand) für Piemont, Lombardei, ausgenommen Parma, Ligurien und das anschließende Meer; in Venedig Lido für die drei Venetien, Istrien, Zara, Emilia, Marken und die angrenzenden Meere; in Lido von Rom für Toskana, Latium, Umbrien, Sardinien und die Meere; in Brindisi für Kam- panien, Abruzzen, Molise, Apulien und die Meere; in Syrakus für Sizilien und das Meer; in Castel Benito (Tripoli); in Addis Abeba für die Gebiete des Kaiser- reichs. Aerologie-Lehrstuhl Universität Rom eingerichtet. Vorlesungen halten fort- geschrittene führende Studenten des Flugwesens. Zweck Schaffung eines Stam- mes wirklich tüchtiger Meteorologen. Finanzierung durch das Luftfahrt- ministerium. Ital. Flugboot Macchi C. 99. Werkbild Nr. 20/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 547 Akademische Motorfluggruppe Helsinki beseelt von echtem kameradschaft- lichem Fliegergeist haben sich ohne iegliche staatliche Unterstützung emporge- arbeitet. Die notwendigen Mittel wurden durch Selbsthilfe (Verkauf von altem Eisen und Metall) in Bienenfleiß geschaffen. Die erste Sammlung vor drei Jahren ergab ein Flugzeug für die finnische Luftwaffe. Mit dem Rest des Geldes wurden ein Jahr später Schulkurse, der erste theoretisch, die beiden nächsten praktisch für Studenten der Universität Helsinki durchgeführt. Schulflugzeuge auf Skiern, Lehrer Offiziere der Luftwaffe. Mit diesem Erfolg war die Gruppe noch nicht zufrieden. Eine neue Sammlung ergab die Mittel für ein Flugzeug-Geschwader. Wir dürfen unsere finnischen Fliegerkameraden zu ihrem Erfolg beglück- wünschen. USA Privatilugzeuge und Piloten: 1. 7. 1938 9732 Flugzeuge und 20076 Flugzeugführer; 1. 7. 1937 7914 Flugzeuge und 16578 Flugzeugführer. Zuerst kommt Kalifornien mit 1220 Flugzeugen und 3896 Flugzeugführern, während der Staat New York 970 Flugzeuge und 1889 Flugzeugführer aufweist. Burnelli USA Verkehrsilugzeug für 34 Fluggäste im Bau. Aufbauend auf Windtunnelmessungen will man 400 km erreichen. Motoren drei Wright Cyclone Sternmotoren. Fluggewicht 14800 kg. Aktionsradius 2200 km. Kanadischen Flugzeugiabriken sind zu einem Konzern zur Ausführung der engl. Flugzeugbestellungen zusammengeschlossen. Zur Verhandlung mit dem engl. Air Ministry ist ein besonderes Direktorium gebildet worden, bestehend aus: Paul F. Sise, Präsident der Northern Electric Co., Victor M. Drury, Präsident der Canadian Car and Foundry Co. R. J. Magor, Präsident der National Steel Car Corp., Edouard Labelle, Präs. der kanadischen Vickers, Hubert Passmore, Präs. von Fairchild Aircraft Ltd., George Cotrelle, Präs. der Canadian Bank of Commerce, W. H. McelIntyre, Präs. der Ottawa Car Manufacturing Co. W. J. Sanderson, Präs. of Fleet Aircraft, Ltd. und L. J. Belnap, Präs. of the Conso- lidated Paper Co. Siam-Luitverkehr beförderte im letzten Jahr 64 Passagiere, 18000 kg Post und Fracht auf 12500 km Strecke mit 3 D. H. Puss Moths. Der Postminister von Siam frug bei der Gesellschaft an, ob nicht auch nach Norden und Süden eine Luftpostlinie eingerichtet werden könnte. Indieniluglinie, Imperial Airways Flugpreisermäßigungen. Neuer Flugpreis London—-Australien und zurück £ 274; einfach Sydney—London £ 180.—. Arthur Benitz, Chefpilot der Bücker-Flugzeugwerke, „Az Diabolico“, aus Süd- amerika zurückgekehrt und wird von Bücker begrüßt. Benitz hat während seiner Expedition in Südamerika 25 000 km zurückgelegt und auf 85 Flugveranstaltungen in Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay geflogen. Archiv Flugsport =” RS BZ. p „iAblasserdam © i | BEE Seite 548 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 S Segelflug Rhönwettbewerb 1938, Rückblick. Auch die nüchterne zahlenmäßige Auswertung der diesjährigen Wettbewerbsergebnisse steht in der Geschichte des Segelfluges einzig- artig da. Die Zahl der erflogenen Kilometer beträgt in diesem Jahr 76 000 — fast das Doppelte des Erdumfanges! 2750 Stunden waren unsere Männer insgesamt in der Luft. 1300 Starts, 161 Zielflüge, davon 51 zwischen 195 und 320 km, außerdem 7 Zielflüge mit Rückkehr zur Startstelle; an Streckenflügen wurden 5 über 400 km, 3 über 350 km und 24 über 300 km gezählt. Der Höhenweltrekord ist nicht weniger als elfmal überboten worden; insgesamt wurden 70 Flüge von Höhen über 3000 m durchgeführt. Die Kartenskizze (Abb. 1) dient vor allem dem graphischen Ver- gleich mit den letztjährigen Ergebnissen. (Vergleiche Kartenskizze vom Wettbewerb 1937, „Flugsport“ 1937, S. 455.) Aus der Streckenkarte kann man noch allerlei ablesen. Auffallend sind gewisse strahlenfreie Gebiete, die die Flieger geflissentlich gemie- den haben. Man erkennt nach Nordosten in dem weißen Sektor das Abb. 1. Rhönwettbewerb 1938, Rückblick. Streckenflüge unter Zugrundelegung der im „Flugsport“ 1938 Nr. 16, 17 und 18 veröffentlichten Tagesberichte. a IND 2 ® > ml \ 259 & Barmde % W \ AG Matrraheir Haussersiaulch) Saarbrücken [02 f Marlbsruhe 4 Y Regensburg Nr. 20/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 549 Tages- sireckenflüge D% Zeichnung: Flugsport Abb. 2a. Rhönwettbewerb 1938, Rückblick. Gewertete Streckenflüge der einzelnen Wettbewerbstage. Nordpfeil gilt für alle Darstellungen. Es sind nur die Streckenflüge aufgezeichnet, die über der jeweils geforderten Tagesmindestleistung liegen. Seite 550 „FLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT* Seite 551 Interessant und aufschlußreicher ist ein Studium der einzelnen Tagesstreckenleistungen. Wir glauben, vielen Wünschen nachzukom- men, wenn wir auch hierüber eine Uebersicht geben. Wir haben daher in der folgenden Abb. 2 die Tagesleistungen und somit die Erfahrungen in übersichtlicher Weise zusammengestellt. Die Strecken sind im Maß- stab 1: 400000 aufgezeichnet. Die Richtung des angegebenen Nordpfeils ist für sämtliche Dar- stellungen gültig. Die eingeklammerten Zahlenwerte stellen die Start- nummern der Flugzeugführer dar, die diesen Punkt erreicht haben. Die in Richtung der Radien angegebenen Ziffern entsprechen der von der Wettbewerbsleitung anerkannten Strecke in km. Die Häufigkeit der Flüge über 50, 100, 150, 200 km zeigt Abb. 3. Hierin ist die Zahl der Flüge seit 1933 und jeweils die größte Strecke seit 1927 aufgetragen. Abb. 4 stellt die erflogenen Gesamtstrecken in den letzten vier Jahren dar. Diese Darstellungen geben einen anschaulichen Beweis für die erfolgreiche Breitenarbeit des NSFK. Das Bestreben des NSFK, Hebung des allgemeinen Leistungszustandes durch eine umfassende Schulungsarbeit, ist somit erreicht. Hornisgrinde-Segelfluggelände ist lange Zeit umstritten worden. Nachdem der Korpsführer dieses Gelände nun der NSFK.-Gruppe 16 (Südwest), Gruppen- führer Zahn, zugeteilt hat, ist in dieser südwestlichsten Ecke Deutschlands ein frischer Zug hineingekommen. Hornisgrinde ist ja schon von vielen entdeckt worden. Aber dabei ist es auch geblieben. Der erste, der es nun wirklich ver- sucht hat, zu fliegen, war bekanntlich NSFK.-Obertruppführer Anton Frey, der Ostern 1933 unter der damaligen Leitung von Nagler einen primitiven „Hol’s der Teufel“ auf die Hornisgrinde schleppte und tatsächlich startete, flog und etwa 18 km hinter sich brachte. Seit dieser Zeit bemühten sich Männer, eine Halle Tages-Streckenflüge Wasserkuppe 6.838 Abb. 2b. Rhönwett- bewerb 1938, ® zu bauen, deren Bemühungen aber an widrigen Winden, welche aus verschie- Rückblick. an nungen wehten, scheiterten. Jetzt nach dem Aufbau der Gruppe 16 . ı R F : (Südwest) wurden die Pläne zur Wirklichkeit. Eine neue Halle ist mit Unter- 1 dber 200 ,um | __| 400 bekannte Sumpizelände mit Ba stützung der umliegenden Stellen, Gauleiter, Bürgermeister und vielen anderen, grtreche, | Absaufmöglich eiten. Weiter Cha- errichtet worden. Am 18. 9. hatte der Gruppenführer Zahn zur Einweihung der Aal oh rakteristisch ist der freie Südost- Halle geladen. Anwesend waren Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wagner, | ——- über 150hm | Anzahl der sektor mit nur kurzen Strahlen, wo Obergebietsführer Kemper, Ursinus und alle Männer, die an dem Aufbau von I | eckenfräge | 130 man die tschechische Grenze bei- Hornisgrinde mitgearbeitet hatten. Die ganze Umgegend, man schätzt sie auf a che nahe nach den Landepunkten ein- 10 000, war zu der Einweihung auf die Hornisgrinde geeilt. So hat nun die süd- zeichnen kann. Dasselbe gilt für die westlichste Ecke Deutschlands ihr Segelfluggelände. Nach der Weihe, während 600 1300 französische Grenze. Deutschland welcher die Halle den Namen des erst kürzlich verunglückten Gruppenangehöri- I\ı ist eben für die Segelfliegerei schon | viel zu klein. Die schönsten und 500 {129 verlockendsten Streckenflüge wä- I; ren die nach England. Aber es ist / sehr viel Wasser in dem Kanal. 400 . | 200 E 76000 kn I : | 7 I: |/ Abb. 3. Rhönwettbewerb 7 > //J 150 1938, Rückblick. Erflo- 300 y Bi j H gene Gesamtstrecken bei 4 oh; | den letzten 4 Wettbewer- 7 / I ben. 18000ru } 200 _ va N _f / . : / 100 . I boylı | 1: I j “ / 1935 36: 37 38 700 L IR 7 ie Abb. 4. Rhönwettbewerb 1938, Rückblick. I Y1/ | wa Entwicklung der Anzahl der Flüge über EVeN v 50, 100, 150 und 200 km seit 1933 und | == größte Strecken seit 1927. .“ i Ä (72 AED? DE Zu De Sue Da u BEE Ze GE Zeichn. Flugsport u Segelfluggelände Hornisgrinde. Die Männer mit ihrer NSFK.-Standarte. Links: Kunstflugkette. Während der Einweihung der Segelflugzeughalle „Max Albert“. Bilder: Flugsport Seite 552 „rLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 gen „Max Albert‘ erhielt, endete die Weiherede von Oskar Ursinus: „Es wird weiter geflogen und nun: Ausziehen! Laufen! Los!“ Deutsch-belgisches Segeliluglager Marburg, Kursus 10 Tage. Ergebnis 6 C- Prüfungen, 3 für den Segelflugzeugführerschein, 3 Schleppgenehmigungen und eine A-Prüfung. Leitung Fluglehrer Frowein-Berlin. Führer der belgischen Gruppe Molinet. Wollen im nächsten Jahr wiederkommen. Yorkshire Gliding Club sendet uns einen Tätigkeitsbericht über das ver- gangene Jahr (1. 8. 37 bis 31. 7. 38), aus dem hervorgeht, daß der Segelflug in England gute Fortschritte gemacht hat. Mitgliederzahl 145. 56 „A“, 41 „B“, 36 „C“ und 4 Silber „C“. Fluglehrertätigkeit überwiegend ehrenamtlich ausgeübt. Schulgelände Sutton Bank. Fortgeschrittene Kurse möglichst viele mit möglichst geringer Teilnehmerzahl. Wir beglückwünschen den Yorkshire Gliding Club (An- schrift Sutton Bank, Nr. Thirsk, Yorkshire) zu dem schönen Erfolg. Präsident Maior W. Shaw, Vize-Präs. P. A. Wills, Generalsekretär L. A. Alderson, Schatz- meister W. Rawdon Watson, beratender Ingenieur F. N. Slingsby, Fluglehrer: Sharpe, Chef-Instruktor, Stedman, Slingsby Shaw, Hastwell, Heath, Wordsworth, Dean-Drummond, Hartness. 40 Std. 51 Min. im Doppeisitzer segelten Toni Kahlbacher und Josef Füh- ringer von der NSFK.-Gruppe 17 (Ostmark). Start 8. 9, 8.10 h. Segelflug gelände Spitzerberg mit Motorflugzeugschlepp auf 500 m, 8.35 h begann Freiflug nach dem 1 km entfernten Hundsheimer Kogel, dessen Fluggelände durch Feuer zu beleuchten sich als notwendig erwies, um so mehr, da gegen Mitternacht die Einweihung der „Max-Albert“-Halle im Segelfliegerlager Hornisgrinde der NSFK.- Gruppe 16 (Südwest). Oben: Gruppenführer Zahn begrüßt die Ehrengäste. Unten: Weihe der Halle durch Oskar Ursinus. Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 553 Wolken auf die Kuppe zudrückten. Nahrungsmittel nur etwas Keks und Wasser. Die notwendigen plombierten Höhenmesser: waren in Ordnung. Landung in der Nacht zum 10. 9. 1.26 h. Radio-Telefonie-Versuche aus dem Segelflugzeug machte Dr. Cattaneo auf „Cat—15“ auf dem Platz von Taliedo. Nationaler Segelilug-Wettbewerb Asiago, dem klassischen Segelfluggelände, wo 1924 deutsche Segelflieger zum erstenmal vertreten waren (siehe „Flugsport“ 1924), nahmen teil die Gruppen von Pavullo, Cattaneo, Mailand und Asiago. Sieger Mantelli Arduino von der Gruppe Cattaneo mit 21,56 Std. Flugzeit, 5740 m Höhe und 101 km Entfernung. Johannesburg—Bremersdorp, 320-340 km, segelte Herbert Bartaune auf Minimoa in der britischen Kolonie Swaziland am _ 11. 9., wodurch der bisherige afrikanische Rekord | um etwa 200 km überboten wurde. Bartaune führte bekanntlich 1935 einen Flug von der Was- serkuppe nach Brünn aus (482 km). Reichsmodellwettbewerb für Motorilug- modelle Borkenberge 1938*) haben wir bereits auf Seite 526 des „Flug- sport“ berichtet. Man sah in Borkenberge ausgezeichnete Arbeiten, Flugmodellbau ist zur Uebung von Handfertigkeit und zur Einführung in Flugwissenschaft und -tech- nik das beste Mittel. Die ausgezeichneten, in Borkenberge erschienenen Arbeiten, gaben einen Einblick über den Stand der Entwicklung und der Ausbildung unserer jungen Modellbauer. Die nebenstehenden Abbildungen geben ein lebendiges Bild von dem Treiben unserer jungen Fliegergene- ration in Borkenberge. 42 km äliegt Benzinmodell des Hitleriungen Rolef von Essen-Mühlheim nach dem Halten-Stau- see. *) Vgl. Reichsmodellwettbewerb 1937 „Flug- sport“ S. 531. Vom Reichswettbewerb für Motorflugmodelle Borkenberge 1938. Von oben nach. unten: 1. Schwingenflusmodell v. Lippisch. 2. Benzinmotormodell v. Holl, Essen, kurz nach dem Start. 3. Erster Flug der Dampiturbine v. Scholl, Pforz- heim. Handstart 183 Sek. 4. Wassermodell nach dem Start von dem künst- lichen Wasserbecken. Seite 554 „FrLUGSPORT“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Vom Reichswettbewerb für Motorflugmodelle Borkenberge 1938. S, 555. Links von oben nach unten: Antusch, Darmstadt, DFS., mit dem neuen Schwingenflugmodell v. Lippisch. Lippisch mit dem 10iähr. Pimpf, der den Schwinguin gebaut hat. Schwingenflugmodell mit in den Tragflügel gelegte Pleuelstangen. Das größte Benzinmotor-Flugmodell brachte wieder die NSFK.-Gr. 17. Modell v. Rudischer, Inzersdorf. Reichssender Köln unterhält sich mit dem 10jähr. Pimpf Baumeister, der schon ein Schwingenflugsmodell an den Start brachte. Rechts von oben nach unten: Schaltwerk und Signalanlage Benzinmotor-Modell Krause, Darmstadt. Summer gibt 8 Std. lang durch Taschenlampenbatterie Signal, im Umkreis v. 100 m hörbar. Gummimotormodell mit einziehbarem Fahrwerk v. Gaebler, Halberstadt. Dampfturbine v. H. Jg. Manfr. Walch, Pforzheim. Wegen kleiner technischer Fehler noch keine Flugleistungen. Der Sieger im Wasserflugmodell-Wettbewerb H. Jg. Ulrich Heß, Hanau a. M., er- reichte neue deutsche Rekordflugzeit v. 53 Sek. Selbstgebauter Flugmodell-Benzinmotor v. W. Krause, Magdeburg. 1. Reichswettbewerb für Saalilugmodelle des NS-Fliegerkorps, Frankfurt a. M., 12. u. 13. Nov. 1938. Dieser 1. Reichsmodellwettbewerb für Saalflugmodelle des Korpsführers, für den die allgemeinen Wettbewerbsbestimmungen für Flugmodellwettbewerbe keine Anwendung finden, ist etwas ganz Neuartiges. Der Wettbewerb besteht aus einer Bau- und Leistungsprüfung für Saalilug- modelle. Er bezweckt, dem Veranstalter zu zeigen, welche Leistungssteigerungen im Saalflugmodellbau und -flug im Jahre 1938 erreicht worden sind. Er dient weiterhin dem Zweck, festzustellen, in welchem Umfang der Bau von Saalilug- modellen in die Ausbildungspläne der Modellflugarbeitsgemeinschaften des DJ und der Schulen eingegliedert werden kann. Zugelassen zu diesem Wettbewerb sind Sturmangehörige und Förderer des NS-Fliegerkorps, der Fliegerscharen der HJ und Angehörige der Modell- flugarbeitsgemeinschaften der DJ, deren Saalflugmodelle bei den Probeflügen eine Mindestdauer von 1 Min. erreicht haben. Die Teilnahme von Bewerbern, deren Modelle diese Flugdauer bei den Aus- scheidungsfliegen nicht erreichen, ist aussichtslos. Berufsmodellbauer, die dem NS-Fliegerkorps angehören, können an diesem Wettbewerb ebenfalls teilnehmen. Zu den Berufsmodellbauern zählen alle hauptamtlich im NS-Fliegerkorps beschäftigten Flugmodellbaulehrer, Bauleiter, Sachbearbeiter sowie solche Flug- modellbauer, die in einem gewerblichen Flugmodellbaustoff-Vertrieb tätig sind oder sonst irgendwie gewerbsmäßig im Flugmodellbau beschäftigt sind. Jede Gruppe kann zu diesem Reichswettbewerb 15 Teilnehmer entsenden. Jeder Bewerber darf insgesamt 2 Saalflugmodelle melden. Die Meldungen sind auf dem NSFK-Formblatt Nr. 561 auf dem Dienstwege bis zum 25. Oktober 1938 an den Korpsführer des NS-Fliegerkorps einzureichen. Später eingehende Meldungen werden ohne Rücksicht auf etwa vorliegende Gründe zurückgewiesen. Wettbewerber starten in 6 Klassen. Klasse A: Jungen mit Bauplanflug- modellen, B: Jungen mit Eigenentwürfen, C: Männer mit Eigenentwürfen, D: Jungen u. Männer mit Enten, Tandems u. Nurflügelmodellen, E: Jungen u. Män- ner mit Sonderkonstruktionen, wie Schwingenflugmodelle, Hubschrauber u. a., X: Berufsmodellbauer mit Eigenentwürfen oder Sonderkonstruktionen wie Klasse E. Zum Bau der Saalflugmodelle können deutsche sowie ausländische Werk- stoffe verwendet werden. Auf Verwendung deutscher Werkstoffe wird beson- derer Wert gelegt. Die Spannweite, gemessen zwischen den Flügelspitzen, darf nicht über 800 mm betragen. Die Saalflugmodelle können als Stab- und Rumpfmodelle gebaut werden. Bei Rumpfmodellen ist es zulässig, in den Rumpf zur Aufnahme der Ver- drehungskräfte einen Stab einzubauen. Die Tragflügel können einseitig bespannt sein. Die Leitwerke der Modelle müssen so einstellbar sein, daß die Modelle Kreisflüge von etwa 20 m £ fliegen können. Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 555 Seite 556 „FLUGSPORT"“ Nr. 20/1938, Bd. 30 Die Modelle müssen ein start- und landefähiges Fahrwerk besitzen und dürfen nur eine Flächenbelastung von höchstens 4 g/dm? haben. Der Hakenabstand für den Gummimotor soll nach Möglichkeit die Spann- weite des Haupttragflügels nicht überschreiten. Abweichungen bis zu 10 v. H. sind jedoch zulässig. Gewertet werden nur Dauerflüge. Die Messung beginnt mit der Loslassung des Flugmodelles aus der Hand. Berührungen mit irgendwelchen erdiesten Punkten, wie Wänden, Beleuchtungskörpern und der Saaldecke während des Fluges bleiben unberücksichtigt. Die Messung endet dann, wenn der Flug als solcher aufgehört hat oder für eine längere Zeit als 3 sec unterbrochen ist. 1 sec Dauer gilt als 1 Punkt. Angefangene Sekunden werden von ’/io an aufwärts nach oben abgerundet. Bei Flugmodellen, die nach veröffentlichten Bauplänen hergestellt sind. werden 10 v. H. der erflogenen Punktzahl in Abrechnung gebracht. Die Addition der Punkte jeden Fluges eines Flugmodelles ergibt die Punkt- zahl desselben. Bei Schluß des Wettbewerbs im Fluge befindliche Modelle werden voll tet. N nsbesserungen an den Flugmodellen können ohne Einfluß auf die Wertung während des Wettbewerbs durchgeführt werden. Sonnabend, 12. 11. 38, 10—20 Uhr Bauprüfung der Saalilugmodelle. 20.30 Uhr Abfahrt ins Quartier: Haus der Jugend. Sonntag, 13. 11. 38, 8.30 Uhr Eröffnung des Reichswettbewerbes. 9—16 Uhr Wettbewerb. 16-17 Uhr Schaufliegen der besten Flugmodelle des Wettbewerbes. 17 Uhr Preisverteilung. 17.30 Uhr Schluß des Wettbewerbes. Der Korpsführer verleiht goldene, silberne und bronzene Plaketten. Luft- Post. Flugmodelle fliegen — Flugzeugmodelle Flugfähigkeit. Modellilugzeuge Nachbildung von bemannten Flugzeugen. Segelilugzeug-Viererschlepp in Zusammenarbeit von Otto Bräutigam und Fluglehrer Bönig-Halle, Flughafen Magdeburg, 5. 6. 1932 ausgeführt. (Abb. siehe „Flugsport“ 1932, S. 263.) Flügelbefestigung mittels Zunge und Lasche ist nicht neu. Untenstehende Abb. zeigt eine Ausführungsform, wie man sie verschiedentlich auf Borkenberge- Wettbewerben und anderen gesehen hat. Die am Flügel befestigte Zunge wird in die etwas federnde Lasche hineingedrückt. N Diese Zunge greiff unter diese Llasche Nr. 20/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 557 Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Geheimnis um zwei Segelkisten. Von Gerhard Siegel. Verlag Laumann, Dülmen i. Westf. Preis kart. RM 2.50, Leinwand RM 3.—. Eine Schar segelflugbegeisterter Jungens hat es gepackt. Ihre Sehnsucht, zu fliegen, ist nicht mehr zu bändigen. Ein Segelflugzeug wird irgendwoher ge- chartert. Bei Nacht und Nebel ziehen sie ins Gelände und entdecken einen grünen Hang. Die Trudelmelone wird aufgesetzt. Es geht los. Man lernt, Feigheit nicht merken lassen, bekämpfen. Auch der Rhöngeist geht um. So erleben sie Leni den Anfang des Segelfliegens nach berühmtem Muster, wie einst in der hön. Der Wettilug der Nationen. Ein technischer Zukunftsroman von Hans Do- minik. Verlag Koehler & Amelang, Leipzig. Preis Leinen RM 2.85. Dominik bringt, wenn er etwas schreibt, zugleich technische Belehrung. Diesmal zieht ein neuartiges flugtechnisches Ereignis an den Augen vorüber. 30 Flugzeuge von 7 Nationen fliegen über 40000 km Erdumfang. Stratosphären- flugzeuge tauchen auf. Spannend liest man das Buch zu Ende. Der frohe Kreis. Herausgeg. v. Elsbet Göbels. Verlag Laumann, Dülmen i. W. Preis Leinen RM 5.40. Endlich ein Buch, das man Mädchen schenken kann. Mit Geschichten vom Spaziergang mit dem Suppentopf beginnt es. Dann folgen Erzählungen: Von der. Mühlfrau, Mädel musizieren im Rundfunk, sogar das Fliegermädchen Thea Rasche erzählt von einem gefährlichen Flug. Dann wird man in den brasilia- nischen Urwald geführt. Ein wirkliches Mädchenbuch unserer Zeit. Unsere Welt. Herausgeg. v. Hubert Göbels. Verlag Laumann, Dülmen i. W. Preis Leinen RM 5.80. Ein Buch der Jungen, für die sich die Welt auftut. Was sie alles sehen werden in ihrem Leben: Die Grenze ist weg, Geheimsprache der Landstreicher, Zelte im Moor, Flugdienst ohne Motor, Seetreffen im Nebel, Wildpferde, Vogel- warte, Reichsautobahn, Rennwagen, Olympiade und alles, was Jungen begeistern kann. Die Zündfolge der vielzylindrigen Verbrennungsmaschinen, insbesondere der Fahr- und Flugmotoren. Von Dr.-Ing. Hans Schrön. Verlage R. Oldenbourg, Mün- chen. Preis RM 20.—. Die weitere Entwicklung des Motors ist mit der weiteren Entwicklung des Flugzeuges eng verbunden. Die Mannigfaltigkeit der Entwicklung der Motoren ist ungeheuer groß. Im vorliegenden Buch sind die Ergebnisse aus den Vor- gängen, die nur mittelbar mit der Zündfolge zusammenhängen und die feststehen, übersichtlich zusammengefaßt. Erst nachdem die Zündfolge nach Abwägung der aufgezeigten Vorzüge und Nachteile ausgesucht ist, stehen die Grundzüge des Linienverlaufs der Kurbelwelle fest, und erst dann kann konstruiert werden. Spione — Verräter — Saboteure! Eine Aufklärungsschrift für das deutsche Volk. Herausgeg. im Einvernehmen m. d. Oberkommando der Wehrmacht vom Reichsamt Deutsches Volksbildungswerk. Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9. Preis RM —.35. Die deutsche hochentwickelte Flugzeugindustrie ist ein arbeitsreiches Feld für ausländische Spionage. Nicht allein die Leichtfertigkeit und Unkenntnis vor dem gefährlichen Treiben ausländischer Agenten, sondern vor allen Dingen, in welch raffinierter Weise hier gearbeitet wird, enthüllt dieses Büchlein. 10000 Jahre Malerei und ihre Werkstoffe v. Dr. Kurt Herberts. Verlag Baedekersche Buchhandlung, Wuppertal-Elberfeld. Preis RM 4.80. Unsere heutige Zeit stellt die Aufgabe weitgehendster Umstellung aller Werkstoffe auf einheimische Rohstoffe. Verfasser hat in vorliegender Schrift alle werkstofftechnischen Forschungsergebnisse nach dem heutigen Stand zusammen- gefaßt und geschichtlich geordnet. Wenn wir alte Bilder sehen, staunen wir heute noch oft, wie die alten Aegypter, Griechen und Römer, Japaner und Chinesen es fertig gebracht haben, Farben zu verwenden, die mit oft unveränderter Farb- schicht heute noch so leuchten wie vor 1000 Jahren. Die Erfahrungen sind zum größten Teil versunken und vergessen. Was die Alten gekonnt haben, müssen wir. auch versuchen, zu ergründen. Das ist der Zweck des. Buches. Mit 5000 kg Nutzlast 9312 m Höhe und mit 10000 kg Nutzlast 7242 m Höhe erreichte Flugkapitän Kindermann auf einer „Ju 90° mit 4 Mercedes-Benz-Motoren. Beide internat. Rekorde waren bisher in ausländischem Besiß. Ausgerüstet mit € -Bremsrädern, € -Spornrad, &-Flugzeugbeinen, &-Spornbein, €& -Einzieh- anlagen, &-Spalifiltern und Elektron-Co - Cannstatt €-Kolben, &€-Flugzeugräder u. -Beine nor UN\NTT „ll, allen ® AUILITER N) [| GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN " VON OSHAR, URSINUS #* CIVIL-ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei l4täglichem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen. nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 21 12. Oktober 1938 XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 26. Oktober 1938 Ungarn-Siowakei-Ukraine. Der Verfall der Verträge von Versailles, Trianon und anderen wird auf die Entwicklung des Flugwesens auch in den kleineren Län- dern nicht ohne Einfluß sein. Die Entwicklung der Technik wurde gewaltsam zurückgehalten. Vielen tüchtigen Ingenieuren war jegliche Betätigung genommen. So war es z. B. auch in Ungarn, wo durch den Vertrag von Trianon in Ungarn der Flugzeugbau verboten war. Auch anderen Ländern, die in den Fesseln ähnlicher Verträge gelegen hatten, war die Betätigung im Flugzeugbau versagt. Statt dessen wucherte in der Tschechoslowakei eine Kriegsflugzeug-Industrie, zenährt von Geldern der Entente, die zu der Größe des Landes in keinem Verhält- nis stand. Flugverkehr und Flugsport waren Nebensache. Vom Segel- flugwesen, das gewaltsam von den Militärs unterdrückt wurde. war wenig zu verspüren. Hier waren es die in den verschiedenen Ländern wohnenden Deutschen, welche ohne Mittel im bescheidenen Maße gleichgesinnte Kameraden sammelten. Selbst flugbegeisterte Tschechen wurden sehr schief angesehen, wenn sie sich mit Segelflug befaßten. So ist jeder Fortschritt gewaltsam behindert worden. In den slowa- kischen für Segelflug sehr geeigneten Gebieten war überhaupt nichts zu verspüren, noch weniger in der Ukraine. Hier gilt es viel nachzuholen, was in den beinahe 20 Jahren versäumt worden ist. Ungarns Jugend will jetzt endlich fliegen. Auf einen Aufruf des ungar. Luftministeriums zur Ausbildung als Flugschüler meldeten sich kürzlich über 10 000 junge Männer. Das spricht für sich selbst. Nippon in der Luft. Noch vor ganz kurzer Zeit stand Japan in der Entwicklung des Flugwesens weit zurück. Erst durch den Krieg wurde es zu unerhör- ten Anstrengungen gezwungen. Die leistungsfähigsten Maschinen der Welt, darunter auch deutsche Konstruktionen, dienten als Vorbild. Große Werke wurden errichtet, die heute schon leistungsfähige Flug- zeuge herausbringen. „Seit Ausbruch der Feindseligkeiten“, so schreibt uns ein Leser aus Yokohama, „hat das japanische Flugwesen eine Wandlung durchgemacht, worüber die ganze Welt überrascht ist. Die Maschinen der Land- und Seestreitkräfte haben ihre Fähigkeit be- wiesen, Seit Beginn des Krieges haben unsere Seestreitkräfte 1000 Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 27. Seite 560 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 feindliche Einheiten heruntergeholt, die Landstreitkräfte über den Schlachtfeldern über 200. Wenn uns entgegengehalten wird, daß unser Flugzeugtyp „Kami- kaze“ eine Kopie des „Northrop“ und daß unsere Langstreckenbomber Fleinkels und Junkers seien, so können wir nur erklären, daß jetzt diese Flugzeuge in Japan aus japanischem Material hergestellt wurden und schon internationale Rekorde aufgestellt haben. Unser altes Nippon atmet einen anderen Geist. Es ist ein neues Nippon geworden. Der Fortschritt in dem neuen Nippon zeigt sich nicht nur im Flugzeugbau und in unseren Arbeitern, sondern auch bei den Flugzeugführern. Sie überquerten die langen Seestrecken nach China bei schlechtestem Wetter; trotz Störungen aller Art gelang es, die Hemmnisse zu überwinden. Einer flog sogar mit halbem Flügel zurück. Der Himmel des Fernen Ostens wird behütet und bewacht durch die Luftstreitkräfte Nippons.“ EEE el Aus Japan. Oben: Neuester Jagdeinsitzer. Unten: Langstreckenbomber Typ Navy 96. Beide Flugzeuge werden in Japan gebaut. Archiv Flugsport Von iapan. Flugplätzen. Oben: Die von dem Berlin-Tokio-Flug bekannte Heinkel. (Vergl. auch „Flugsport“ 1938 Nr. 10 S. 262.) Unten: Bücker-Flugzeuge der Nr. 21/1938. Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 561 Hochleistungssegelflugzeug Schwalbe Il. Bei dem 1935/36 ausgeführten Entwurf der Schwalbe II (Gum- pert, Abb. 1 u. 2 Luftwaffe Wien) wurde angestrebt, ein Hoch- leistungsflugzeug mit dem geringstmöglichen Bauaufwand zu schaften. Termingründe zwangen dazu, verschiedene vorgesehene Einzelheiten (Fahrwerk, Lande- und Störklappen) wegzulassen. Die Maschine wurde erst während des Rhönwettbewerbs eingeflogen, wobei sich über- raschende Flugeigenschaften ergaben. Der beste Gleitwinkel wurde zu 1:28 bei 70 km/h, die Sinkgeschwindigkeit 65 cm bei etwa 60 km/h. 80 cm bei 80 km/h, 120 cm bei 100 km/h festgestellt. Diese Werte wurden mittels Stoppuhr, Höhenmesser, Fahrtmesser bei ruhender Luft erflogen. Ein Vergleich mit den rechnerischen Werten ergibt gute Uebereinstimmung (s. Abb.3), so daß anzunehmen ist, daß diese Werte nicht etwa durch Aufwinde verfälscht wurden. Gleichzeitige Flüge mit andern bekannten Flugzeugmustern bestätigen diese Leistungen. Interessant ist auch die Beobachtung, daß bei vollkommen ungeschränktem (elliptischem) Flügel die Flugeigenschaften (Kurvenlage, Wendigkeit) ausreichend gut sind. Eine Schränkung des Flügels mit Hilfe der trimmbaren Querruder ergab eine merkliche Verschlechterung der Flugleistungen, während die Flugeigenschaften nur unwesentlich : besser wurden. Um auch Fernstehenden oder An- fängern eine Vorstellung über den Aufbau des Flügels zu geben, bringen wir in Abb. 4 eine aus- führliche Darstellung des Aufbaues des Flügels. Detailschnitte zeigen Anordnung des Hilfsholmes, Ouerruderschlitzausbildung, Rollenbefestigung u.a.m. ’ Geschwindigkeitspolare „Schwalbe II“. Zusammenstellung von erflogenen und Abb. 3. errechneten Wer- ’ { 7 ten. Die Kurve , - stellt die errechne- / ten Werte dar2 c’w ® 7 — 0,006. Die einge- 1 — zeichneten Null- I | mm Punkte sind erflo- 6 27] 1% 150 200 gene Werte. Manchuria Aviation Corp., Ltd., auf dem Flughafen Tokio. Archiv Flugsport Abb. 2. Hochleistungssegelflugzeug Schwalbe I. Archiv Flugsport Seite 562 „FLUGSPORT"“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Flügelprofil 479, an der Flügelwurzel auf 15% verdickt (Abb. 5). Um eine breite und komplizierte Holmbauweise zu vermeiden, wurde der Hauptholm (s. Abb. 4) bis 4 m als Vollholm mit einer Biegungs- spannung von ungefähr 850 kg/cm? ausgeführt. Flügel elliptischer Umriß, ungeschränkt, um einerseits im Schnell- flug eine Störung der Auftriebsverteilung zu vermeiden und anderseits im Langsamflug möglichst geringe Sinkgeschwindigkeiten zu errei- chen. Zur Behebung der damit verbundenen schlechteren Flugeigen- schaften wurde das Querruder trimmbar ausgeführt (Abb. 6). Die Uebersetzung zur Querruderverstellung ist so ausgebildet, daß bei ebenem Flügel (Trimmung 0) die Differentialwirkung sehr groß ist, und bei nach oben gezogenen Querrudern geringer wird, außerdem ändert sich die Uebersetzung sinngemäß. Abb. 6 zeigt Steuerbetätigungseinrichtungen für Höhen- und | 300 = 200 -180| — Flügelspieren der „Schwalbe II“. Die Positionsnummern 1—26 beziehen sich auf die Flügelzeichnung (Abb.). Stegeinteilung von Position 1 gilt für Rippe 1-10, von Position 11 für y wur 2-4 11—14, von Position 15 für 15—19. $ R | | Randleistenkerbe 10:10. (Maßstab ? H | 1:20 — 1:4.) Zeichnung: Flugsport {: 10 Fe [ y 41 11 | 8; 4 Bun 8; I hi \ NZ 5 u l 3 NL = gl. | — | ar Is N SANT = IE I oH ir N | | UNE i ” Schmitt EFF mi | I 8 | u j 1 Ip | LS Ri ; | u li 3 2 8 ||, c“ Y | in r } - lt j Nr. 21/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 563 Querruder. Zur Verstellung der Querrudertrimmung ist in den Steuer- knüppel kurz unter dem Griff in leicht greifbarer Nähe ein Kettenrad (a) mit einer kleinen Handkurbel eingebaut, von wo eine Kette nach dem Kettenrad (b) führt, sitzend auf der Achse (c) mit Links- und Rechts- eewinde. Durch die hiermit bewirkte Verdrehung der Hebel (d) wird gleichzeitig eine Relativverstellung der Hebel herbeigeführt. Auf der Abb. 6 sind noch Einzelteile, wie Sitzverstellung, Rumpf- belüftung und anderes, dargestellt. 1Simrechts Gew = IS.m. Unks Gew. @ Stahlrohr 28/31 E= Messingrohr 25/28 ( geg Verdrehensichern Rollenkette Teilung 32 —_" - - LM j Spannt 6 SA2 -Verstellung en A I [62 1778 1 BETH aaa T (dal Na Na! a en [®) ... o jur Schnitt 4-8 erstnach Anpassen Konus schweißen abhebeln (ohne Jgh} 25 N Zi, -yertweiten He Seite 564 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Den Hauptbeschlag für Flügelbefestigung und Rumpfaufhängung zeigt Abb. 7. Die beiden Bolzen sind in der Senkrechten so weit wie möglich auseinandergerückt. Aufbau des Beschlages aus fast geraden Blechen. Herstellung erfordert außer Schweißen keine besonderen Werkstatteinrichtungen. Rumpf eiförmiger Querschnitt. Zur Aussteifung der Sperrholzbe- plankung wurden zwischen die je 30 cm entfernten Spanten 2 dünne Leisten eingesetzt. Gute Zugänglichkeit zum Rumpfinnern, der Steue- rung und den zur Montage notwendigen Bolzen usw. Leitwerk übliche Bauweise, ungedämpft. Die Maschine ist zunächst nur für geübte Führer gedacht. Flügelfläche 14,2 m?, Spannweite 16 m, Seitenverhältnis 18, mitt- lere Flügeltiefe 0,89 m, größter Rumpfquerschnitt mit Ausrundungen und Kufe 0,43 m?, Höhenleitwerksfläche 1,45 m?, Seitenleitwerks- fläche 0,96 m?, Seitenruderfläche 0,61 m?, Seitenverhältnis des HR 4,68, Schwerpunktsrücklage 0,34 t, Abstand vom Höhenruder bis Schwer- punkt 3,78 m, Querruderfläche 2,24 m?. Gewicht des Rumpfes mit Instrumenten, Führerhaube, Kufe usw. 41,5 kg, 1 Flügel mit Anschlußbolzen 46,0 kg, Seitenruder 1,5 kg, Höhenruder (2) 2,3 kg. Leergewicht 148 kg, höchstzulässiges Flugge- wicht 280 kg. Reisedreisitzer Ryan „S-C“. Den neuen Typ der Ryan Aeronautical Company, San Diego, der als Weiterentwicklung des S-T-A-Modells in diesem Jahr gebaut wird, haben wir bereits auf Seite 632, 1937, des „Flugsport“ besprochen. nn Ä Wir bringen nun als Nachtrag eine Übersichtszeichng. Geringe Flächen- belastung und gün- stige Verteilung der Luftkräfte ze- währleisten kurzen Start, rasches Stei- gen und eine gute Gipfelhöhe, außer- dem hohe Reise- und niedrige Lande- geschwindigkeit. a \\ | Für alle Steuerbe- el —.— — 1 —= I © jj wegungen empfind- lich und trotzdem stabil; auch im überzosenen Flug wird die Quer- ruderwirksamkeit aufrechterhalten. Die niedrige Schwerpunktlage gestattet volle Aus- nützung der Brem- sen. Zur Tybenbeschreibung auf S. 632, 1937. Reise- flugzeug Ryan „S-C“. Zeichnung: Flugsport Nr. 21/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 565 USA Bennet BTC-1. Der Bennett BTC-1, gebaut von der Bennett Aircraft Inc.. Dallas, ist ein Mitteldecker mit zwei 285 PS Jacobs-L-5-Motoren. Neuartig für USA-Verhältnisse ist die Bakelit-Bauweise. Rumpf von vorm Führerraum, dahinter Kabine für sechs Sitze gegenüberliegend, oder ein Liegesitz und zwei Sitze; dahinter Gepäckraum. Zugang von links für Führerraum und Fluggastraum je eine Tür. Flügel freitragend Profil NACA 23000, Verjüngung des Flügels 3:1. Flügel I-Holm, Holzbauweise Sperrholz vergütet, Rippen Spruce. Flügelnase mit Bakelit bedeckt, das übrige Leinwand, Querruder Ge- mischtbauweise, Spruce-Bakelit-Bedeckung. Zwischen Querruder und Rumpf Spreizklappen hydraulisch betätigt. Fahrwerk hydraulisch hochziehbar, Oeldruckbremsen. Motoren, im Grundriß gesehen, etwas schräg zegen die Achse des Flugzeuges eingebaut. Zur Verwendung kommen Mo- toren von 285 bis 450 PS. | Spannweite 145 m, Länge 9,15 m, Höhe 2,8 m, Fläche 28 m’, Leistungs- belastung 5,2 kg/PS, Leergewicht 2040 kg, Flusgewicht 3120 kg, Höchstgeschwindig- keit 330 km, mittlere Geschwindigkeit in 2400 m Höhe 314 km, Landegeschwindig- keit 87 km, Gipfelhöhe 6700 m, Gipfelhöhe mit einem Motor 2800 m, mittlerer Aktions- radius 1900 km. Die Bennet Aircraft Corp. hat mit die- ser Maschine einen neuen, aussichtsreichen Typ, welcher auch in der Herstellung billig werden soll, und der sicher den bestehenden Firmen erheblich Kon- kurrenz machen wird, geschaffen. USA-Bennett BTC-1 USA-Bennett BTC-1 Zweimotor. Links: In der Rumpfnase Gepäckraum. Rechts: Türen für Führer-, Fluggast-, Gepäckraum. Man beachte die gespreizten Lande- klappen. Bilder: Aero Digest Flugboot Breguet 730. Breguet 730, 4 Gnöme-Rhöne-Motoren, mit Ballonets in den Flü- geln, Ganzmetallbauweise, Leitwerk abgestrebt, 2 große seitliche Stützschwimmer fest neben den äußeren Motoren. Spannweite 40,36 m, Länge 23,9 m, Gesamthöhe 8,182 m, Flügel- inhalt 171,82 m?. Leergewicht 14430 kg, Nutzlast 10 570 kg, Gesamt- gewicht 25 000 kg, Flächenbelastung 146 kg/m’. Seite 566 „FLUGSPORT"“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Breguet 730 Flugboot mit seitlichen Stützschwimmern. Höchstgeschwindigkeit 325 km/h in 1500 m Höhe, Reisegeschwin- digkeit 180 km/h, Reichweite 4500 km. Ueber den Breguet 730 wurde bereits im „Flugsport“ 1936, S. 614, und 1937, S. 406, berichtet und eine Abb. im Modell veröffentlicht. Nebenstehend bringen wir eine neuere Aufnahme. Focke-Wulf Fw 58 „Weihe“ Land- und Wasserflugzeug. Das Baumuster Fw 58 mit seinen guten Flugeigenschaften hat überall für die verschiedensten Verwendungszwecke Eingang zefun- den. So wurde die Fw 58 als Reise- und Wettermaschine, als Foto-, Sanitäts- und Zubringerflugzeug für den Luftdienst geliefert. Im Aus- land verwendet man dieses Baumuster als Uebungs- und Ausbildungs- flugzeug bei den Armeen. In Südamerika wird es sogar schon im Focke-Wulf Fw 58 „Weihe“ Mehrzweckeflugzeug mit Schwimmern mit 2 Argus As 10 C Motoren je 240 PS. Werkbilder Nr. 21/1938. Bd. 30 „TLUGSPORT* Seite 567 Focke-Wulf Fw 58 „Weihe“ Mehrzweckeflugzeug mit 2 Argus As 10 C Motoren je 240 PS. Werkbild Lizenzbau hergestellt. Neuerdings wurde die Fw 58 auch als Mehr- zwecke-Flugzeug für die Seeverwendung gebaut. Bei dieser Ausfüh- rung handelt es sich um eine umbaufähige Land- und Wassermaschine, die als Landmaschine mit einem einziehbaren Einbeinfahrgestell ausge- rüstet ist, welches in kurzer Zeit gegen Schwimmer ausgewechselt werden kann. Die Schwimmer sind federnd aufgehängt. Eine Umände- rung der Zelle und des Triebwerkes wurde auch in diesem Falle nicht vorgenommen. Abmessungen und Leistungen des Mehrzwecke-Flugzeuges, zwei- motoriger Tiefdecker mit einziehbarem Fahrwerk oder Schwimmern (Zahlen für Wasser in Klammern). Spannweite 21,0 m, größte Länge 14,2 m, größte Höhe 4,5 m (5,1 m), Flügelfläche 47,0 m?. Motor: Argus As 10 E. Motorleistung 5 Min. Leistung 2X240 PS in Bodenhöhe. Luftschraube (zweiflügelig, Holz) 2,5 m (2,6 m). Fluggewicht 3300 kg (3500 kg). Gesamtlast 1090 kg (1150 ke). Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe bei zulässigem Fluggewicht 255 km/h (226 km/h). Reisegeschwindigkeit bei 15% Drehzahldrosse- lung in 1000 m Höhe 205 km/h (184 km/h). Steiggeschwindigkeit in Bodennähe 3,8 m/sec (3,2 m/sec). Steigzeit auf 1000 m 4.9 min (5.8 min). Dienstgipfelhöhe 4500 m (3600 m). Landegeschwindigkeit 82 km/h (84 km/h). Reichweite 970 km (870 km). Hirth-Fluagmotoren HM 508 H und HM 508 D. Die Flugmotoren HM 508 H und D haben luftgekühlte hängende 8 Zylinder 60° V-Form mit Getriebe und Lader für 0 m Nemnleistung. Die Zylinder beider Typen besitzen 105 mm Bohrung: 115 mm Hub: 0,996 | Hubraum je Zylinder ; 7,961 Gesamthubraum ; Verdichtungszahl 6. Drehsinn der Luftschraube rechts. In der Leistung unterscheiden sich die beiden Typen wie folgt: HM 508 H HM 508 D 5 Leistung 240 PS bei 3000 U/min 280 PS bei 3100 U/min 30’ Leistung 215 PS bei 2900 U/min 255 PS bei 2990 U/min Dauerleistung 190 PS bei 2780 U/min 225 PS bei 2875 U/min Hubraumleistung 30 PS/1 35 PS/1 Verbrauchszahlen: Kraftstoff 218 g/PSh bei Dauerleist. 214 g/PSh bei Dauerleist. Schmierstoff 5 g/PSh 5 g/PSh (Im weiteren Verlauf der Beschreibung sind die unterschiedlichen Merkmale für HM 508 D in Klammer gesetzt.) Seite 568 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Nr. 21/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 569 Kurbelgehäuse vergüteter Elektronguß mit hochgezogenen Sei- ten- und Zwischenwänden, querversteift durch Zuganker. ar Links: Gegenüberstellung der 41er II 412 8 Zylinder, hängend unter 60° V-Stellung durch je 4 Zuganker mit Pr RN Leistungsschaulinien von drei —_ BE dem Zylinderkopf gegen das Kurbelgehäuse gezogen. Zylinder aus N Drehzahlbereichen der Bau tr re Sondergrauguß, Zylinderköpfe aus warmfester Leichtmetall-Legierung € NN \L SR D uszezozen) EEEDZE j Eu — egossen. ENRORLS Zune 2 Kolben EC 124 geschmiedet, 3 Kompressionsringe, 2 Oelabstreif- ES Ss N EEEEEEE Pannen? T. ringe, Kolbenbolzen im Pleuelauge nadelgelagert. & FSERSOVEN DAR Zusammengesetzte Hirth-Kurbelwelle nach Patenten von Dr. :, IIISSRR ZN Albert Hirth mit gehärteten Zapfen und vergüteten Schenkeln. 5 NEE Ss s « | | | an 5 Rollenlager, 1 Radiaxlager. say Ru RN Nu EHE ' pe Pleuel H-Ouerschnitt, ungeteilte Köpfe, rollengelagert. Steuerung 20 BSN SS ESSH Sri po öldicht gekapselte Stoßstangen, nadelgelagerte Schwinghebel. Steuer- "OS Rechts: Schaulinien über Lei- ® INEER ZEN" welle im Kurbelgehäuse zwischen beiden Zylinderreihen 5 X gelagert r SS) stung und Verbrauch des Bau- „IT 1 Prem (4 Rollen-, 1 Radiaxlager), über Stirnräder angetrieben. Zwei hängende Ni musters HM 508 D. IEEEBEBEIENEEENEN Ventile je Zylinder. _Gemischbildung: Vergaser 1 SUM-Vergaser 698/1 (Pallas-Ver- gaser) mit Gemischregelung, rückenflugtauglich, an die Rückwand des Kühlluftschachtes angeschlossen (abgasbeheizter, regelbarer Ansaug- luft-Vorwärmer), Lader, Schleudergebläse für 0 m Nennleistungshöhe (Vorsatzläufer), mechanisch, federnd, mit Uebersetzung 1:38 angetrieben, Laderspirale zweiteilig. 1 Bosch - Zwillingszünder ZJ S AR 4, Zündverstellung elektrisch, Zündkerzen Bosch DW 175 FT 2 entstört — 2 je Zylinder. Bosch-Durchdrehanlasser AL/DEDI/L 1 oder Bosch-Anlasser AL/DEF/12 L 2 mit elektrischem oder Handbe- trieb oder mit Druckluft (Preßluftverteiler beim Muster HM 508 Ha). 3 6 7 im 0 2700 2800 2900 3000 3100 2 Sughant 5 2200 2500 2600 2 2 20,. 201 Kraftstoff - Förderung: Junkers - Kraftstoff - Förderpumpe JUMO 015 A. Freie Antriebe für Stromerzeuger und Luftpresser — drehweich angetrieben —, Drehzahlgeber und zwei freie Antriebe, die mit Lutft- schraubendrehzahl laufen. Getriebe: Stirnradumlaufgetriebe mit 3 rollengelagerten Plane- tenrädern und kardanisch aufgehängtem Innenrad. Uebersetzung: Kurbelwelle 24, Luftschraubenwelle = 15:1. Luftschrauben-Nabe: Hirth-Nabe Größe II. Motorgewicht: 205 kg (208 kg) mit Motorzubehör — Gemisch- Zugemessene bildung und Zündung —, ohne Einbauzubehör, ohne Ausrüstung. | Frischölschmierung Leistungsgewicht 0,85 kg/PS (0,74 kg/PS). Maße über alles: Länge für jeden Zylinder, 1292 mm — ohne Nabe —, Breite 686 mm, Höhe 822 mm. Spritzölschmierung Vgl. auch die Beschreibung der Hirth-Motoren in „Flugsport“ 1938 Nr. 10, S. 232, u. Nr. 11, S. 280. Junkers Hochleistungsflugmotor „Jumo 211“. 1200 PS ohıne Vergaser mit Benzineinspritzung. In rascher Folge wurden von Deutschland neue Höhen-, Lang- 'strecken- und Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, die die Welt auf- horchen ließen. In den Fachzeitschriften des Auslandes suchte man die Gründe und die inneren Zusammenhänge für dieses unaufhaltsame Vorwärtsstreben zu erforschen. Daneben tauchte auch in der deutschen Presse die Frage nach den Grenzen des fliegerisch und technisch Mög- \lichen auf. Auf dem Wege über die Aerodynamik schien kaum noch eine Möglichkeit zu weiterem Vorwärtsdrängen gegeben zu sein; denn die letzten Flugzeug-Konstruktionen sind in dieser Hinsicht nur sehr un- wesentlich noch zu überbieten. Also mußte man auf die Kraftquelle, auf den Motor, der ja das Herz jedes Flugzeuges ist, zurückgreifen. Das Ziel war klar; der Motor sollte bei gleichbleibendem Gewicht zu größerer l.eistung befähigt werden. Den Weg zu diesem Ziel wiesen Versuche, die von den Junkers-Werken bereits während des Krieges mit Benzin-Einspritzmotoren durchgeführt waren und die dann später beim Bau der Diesel-Flugmotoren weiter verfolgt wurden. Nur auf diesem Wege über die direkte Einspritzung des Kraftstofies schien Aussicht auf Erfolg zu bestehen. Dieser Schritt vorwärts ist nun getan. Die Junkers-Werke haben einen neuen Einspritz-Flugmotor entwickelt, der rein äußerlich nicht viel größer ist als ein moderner Kompressor-Motor in einem schweren Kraftwagen, der aber die recht beachtliche Leistung von 1200 PS auf- für die Triebwerks- teile, für (ieräte-, Laderantriebe und für Getriebe. Eine dreifache Zahnrad- pumpe —1 Förder- und 3 Rückförder- pumpen. 1 Schmier- stoff-Spaltfilter mit Hebel und Ratsche. Kühlung: Kühl- luftschacht durch beide Zylinder- reihen. das Boden- blech und die Rück- wand gebildet. Luftleitbleche zwi- schen den Zylin- dern. Hirth-Flugmotor HM 508. Geräte-Antrieb. Seite 570 „ELUGSPORT"“ Nr. 21/1938. Bd. 30 weist. Bei diesem neuen Motorenmuster ist der Vergaser, der bisher die Gemischbildung zu übernehmen hatte, fortgefallen. An seine Stelle tritt die Einspritzpumpe, die die Aufgabe hat, ganz bestimmte winzige Brennstoffmengen in Bruchteilen von Sekunden in das Innere der Zylinder zu spritzen und dort zu zerstäuben. Dieses neuartige Ver- fahren weist gegenüber den bisher bekannten Konstruktionen der Ver- easermotoren wesentliche Vorteile auf. Da beim Einspritzmotor jeder Zylinder von einem besonderen Ein- spritzaggregat versorgt wird, kann eine bei allen Drehzahlen gleich- mäßige Zusammensetzung des Kraftstoff-Luftgemisches erreicht wer- den. Eine derartig genaue Regelung des Gemisches ist bisher beim Vergasermotor nicht möglich. Ferner werden durch die direkte Benzin- einspritzung alle äußeren Einflüsse, die auf Temperaturschwankungen oder Witterungsverhältnisse zurückzuführen sind, vollständig ausge- schaltet. Im Gegensatz zum Vergasermotor, der allgemein eine nor- male Fluglage verlangt, arbeitet der Einspritz-Flugmotor in jeder Flug- lage einwandfrei. Auch die Gefahr von Bränden ist weitgehend ver- ringert, da beim Einspritzmotor außerhalb des Verbrennungsraumes kein hochexplosives zündfähiges Benzin-Luftgemisch gebildet wird. Es wurde schon erwähnt, daß die Einspritzpumpe jedem Zylinder eine genau bemessene Kraftstofimenge zuführt. Daraus ergibt sich gewenüber dem Vergasermotor, bei dem eine derartig genaue Rege- lung nicht möglich ist, eine Kraftstoffersparnis, die bei gleicher Leistung etwa 15—20% beträgt. Das bedeutet aber für das mit Junkers Ein- spritzmotor ausgerüstete Flugzeug entweder eine Vergrößerung der Reichweite oder eine Erhöhung der Nutzlast. Junkers Benzin-Einspritzpumpe d. Jumo 211 ersetzt den Vergaser. Gemisch- bildung durch direkte Einspritzung des Kraftstoffes in die Zylinder ermöglicht wirtschaftlichen Benzinverbrauch und verringert die Brandgefahr außerordentlich. Werkbild Nr. 21/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 571 Es konnten vorstehend nur einige der zahlreichen Vorteile des Einspritzmotors erwähnt werden. Es würde auch zu weit führen, im einzelnen den Bau einer Junkers-Benzin-Einspritzpumpe genau zu be- schreiben. Sie ist ein kleines Wunderwerk der Technik. Wie schwierig es war, solche Pumpe betriebsreif herauszubringen, dafür möge die Tatsache ein Beweis sein, daß die Entwicklungsarbeit von fast drei Jahrzehnten und die Erfahrungen, die während dieser Zeit gesammelt werden konnten, zu ihrer endgültigen Formgebung ihr Teil beigetragen haben. Neuerdings können die Junkers-Benzin-Einspritz-Flugmotoren mit den von Junkers neuentwickelten Abgas-Strahl-Düsen ausgestattet werden, die den Rückstoß der Abgase zur Erhöhung des Vortriebes ausnützen. Dadurch ist es möglich, vornehmlich bei schnellen Flug- zeugen in größeren Höhen, eine nicht unwesentliche Steigerung der (ieschwindigkeit zu erzielen, die je nach den allgemeinen aerodyna- mischen Eigenschaften der Zelle etwa 5% der bisherigen Höchst- geschwindigkeit beträgt. Auf die Motorleistung bezogen, macht die durch die Abgas-Strahl-Düsen erzielte zusätzliche Vortriebsleistung etwa 15% der Motorleistung aus. Mit dem neuen Hochleistungs-Einspritz-Flugmotor 211 setzen die Junkers-Werke ihre fruchtbare Arbeit auf dem Gebiet des Motoren- baues fort. Der geschilderte neue Benzin-Einspritzmotor ohne Ver- gaser hat im praktischen Betrieb der deutschen Luftwaffe selbst unter schwierigsten Bedingungen bereits Ausgezeichnetes geleistet. Er wird nun in die Welt hinausgehen und Zeugnis ablegen von deutschem Er- tindergeist und technischem Können. Junkers Hochleistungs-Flugmotor Jumo 211 ohne Vergaser mit Benzin-Einspritzung. Leistung 1200 PS, Kraftstoffverbrauch 200—220 g/PS/h. -. Werkbild Abb. 3. Ringfederbeine. Von links: Muster 2603; Seite 572 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 ONSTRUKTIONS „Kronprinz“-Flugzeug-Federbeine. Ringfederbeine Typ „Kronprinz“ arbeiten ohne Flüssigkeit. Die Feder wird hier aus einzelnen mit konischen Flächen versehe- — nen Außen- und Innenringen \ eebildet. In der Abb. 1 sieht man | links die Ringe unbelastet, rechts belastet. In zusammengedrück- tem Zustand werden die Innen- | ringe nach innen zusammenge- J drängt und die Außenringe nach außen auseinanderzedehnt, wo- I | ’ I ua a. \, .. er [\ 7 5 . \ Abb. 1. N TE RE an Ruhelage 2601: 2602: 2613; 2615. Abb. 2. Nr. 21/1958. Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 573 bei die konischen Flächen aufeinander arbeiten. Hierdurch wird der Landestoß aufgenommen und durch die Reibung der Ringe aneinander der größte Teil der Energie vernichtet, so daß eine Dämpfung des Stoßes erreicht wird. Dieses Federnaggregat kann nur soweit zusammenge- drückt werden, bis die benachbarten Stirnflächen der Ringe aufein- andergedrückt liegen. Die Feder wird also nie überlastet. Da der Werkstoff der Ringe nur auf Zug oder Druck beansprucht und gut ausgenutzt wird, besitzt diese Ringfederkonstruktion bei gleicher Arbeitsaufnahme ein dreimal so geringes Gewicht wie eine Schrauben- eder. Abb. 2 zeigt schematisch die Ausführungsform der „Kronprinz“- Ringfederbeine in 3 verschiedenen Stellungen (links unbelastet, in der Mitte Landestoß, rechts Rückstoß). Die Druckkraft des Landestoßes fließt über die Kugelköpfe und zwischengeschaltete Druckstücke direkt in die obere Ringfeder und schiebt sie zusammen. Nach Auf- nahme des Landestoßes dehnt sich die Feder wieder auseinander, aber nur mit einer kleineren Kraft, da ja der größte Teil durch die Dämpfung, Reibung an den konischen Flächen, vernichtet wird. Das Flugzeug kann infolgedessen nicht springen. Die Rückstoßkräfte wer- den durch eine sinnreiche Konstruktion ebenfalls weich federnd auf- genommen. Der Rückstoß zieht den unteren Kugelkopf nach unten. Von diesem überträgt sich die Kraft über die beiden Rohre über den Bund und somit auf die obere Ringfeder. Die Ringfeder kann nicht nach unten ausweichen, weil sie durch die untere Ankerstange fest- gehalten wird und muß daher den Rückstoß federnd aufnehmen. Der konstruktive Aufbau dieses Ringfederbeins ist sehr einfach. im Betrieb ist es unempfindlich gegen Hitze und Kälte. Versuche bei —70° Celsius erwiesen keinerlei erhebliche Aenderungen in der Arbeitsaufnahme. Die Empfindlichkeit gegen Verletzungen von außen ist gering. Bei Beschußversuchen fielen wohl einige Ringe aus, es änderte jedoch kaum die Arbeitsaufnahme. Abb. 3 zeigt einige Baumuster von Ringfederbeinen der „Kron- prinz“-Aktiengesellschaft für Metallindustrie, Solingen-Ohligs. Die Ringfedern sind beim Einbau mit genügend Schmierung für die Ge- samtbetriebsdauer versehen, so daß sich die Wartung nur auf die gelegentliche Ueberwachung der äußeren Teile beschränkt. Die Unempfindlichkeit gegen Kälte dürfte wohl mit Veranlassung gewesen sein, daß die Ju 52, welche an der Himalaya-Expedition teil- nahm, mit flüssigkeitslosen KPZ-Federbeinen ausgerüstet war. Stützschwimmer will Capitain E. De. G. H. Bromhead mit einem Kardangelenk ausrüsten (s. Abb.), damit die seitlichen Schwimmer bei hohem Seegang nicht mehr |_k in der Flanke von Sturzwellen getroffen |“ werden können. Ein Ruder dreht den Schwimmer immer in Strömungsrichtung. Die Längsstabilität wird durch die beiden Flächenstummel W gewährleistet. a Starrer Stützschwimmer; b selbststeuernd' c Ruder; d Einziehstrebe; e Flossen für Längs- stabilität im Wasser. Seite 574 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Geräte im Henschel Hs 126. Henschel Hs 126 ist ein abgestrebter Hochdecker (vgl. „Flugsport“ 1938, S. 32). Interessant die zweckmäßige Unterbringung der Geräte für sämtliche Verwendungszwecke. Die gut durchdachte Anordnung der Geräte unter dem Führersitz ermöglicht es, den Beobachter unmit- telbar hinter dem Führer unterzubringen. Die damit erreichte Verstän- digungsmöglichkeit der Besatzung ist für die erfolgreiche Erledigung militärischer Aufgaben unbedingt erforderlich. Die nach hinten offene Schiebehaube mit Klappscheiben bietet Führer und Beobachter voll- kommenen Schutz und erlaubt dem Beobachter das Arbeiten über Bord ohne Fahrtwindbehinderung. Hinter dem Beobachter befindet sich der Raum für das Reihenbild- gerät (Abb. 1). Für den Einbau sind Geräte mit dem Bildformat 18X18 cm und einer Brennweite von 21 bis 50 cm vorgesehen. Die eingebaute Reihenmeßkammer dient zur automatischen Ausführung von Senkrecht- und Schrägaufnahmen mit einer Neigung von 15 bzw. 30° seitlich zur Flugrichtung. Für die Herstellung von Bildkarten und Bildplänen wird eine Ueberdeckung von 30%, für stereoskopische Auswertung eine solche von 60% eingestellt. Der Antrieb des Gerätes ist vollautomatisch. Um ein Verschmutzen des Objektives zu verhin- dern hat der Beobachter einen Betätigungshebel, mit dem die im Rumpfboden befindliche Klappe geöffnet und geschlossen werden kann. Die Filmkassette enthält ein Filmband von 60 m Länge für etwa 300 Aufnahmen. An der linken Bordwand im vorderen Teile des Beobach- terraumes ist leicht greifbar eine Flieger-Handkamera eingebaut, die mit einer Filmwechselkassette für 40 Aufnahmen im Format 13X18 cm ausgerüstet ist, und mit der der Beobachter Objekte photographieren kann, die er mit dem Reihenbildner nicht erfassen kann. An der Vorderwand des Beobachterraumes ist die Bordfunkanlage mit Lang- und Kurzwellen für Telegraphie, Telephonie und Bordver- ständigung untergebracht. Sender und Empfänger sind nebeneinander in einem federnd aufgehängten Rahmen mittels Schnellverschlüssen be- festigt. Die Langwellenstation hat einen Wellenbereich von 500 bis 1000 m und eine Reichweite von etwa 450 km mit Schleppantenne für Telegraphie. Beim Fliegen in Bodennähe wird die Schleppantenne ein- gezogen und die Anlage auf die über dem Rumpf angebrachte Fest- antenne auf einer leicht zugänglichen Umsteckplatte geschaltet. Ober- halb des Funkgerätes befindet sich ein Klapptisch, neben dem die Funkentelegraphie-Taste angebracht ist. Um dem Beobachter in jedem Fall einen Funkentelegraphie-Verkehr zu ermöglichen, ist eine zweite Taste im hinteren Teil des Beobachterraumes untergebracht. Die An- schlußdose für den Kopfhörer hat einen Platz erhalten, der es dem Beobachter gestattet, sich vollkommen frei zu bewegen. Als Bewaffnung für den Flugzeugführer (Abb. 5) ist ein vom Motor gesteuertes, durch die Luftschraube feuerndes Flugzeug-Maschinen- gewehr eingebaut, das bei einem Kaliber von 7,9 mm ungesteuert eine Feuergeschwindigkeit von 1200 Schuß in der Minute hat. In einem Vollgurtkasten unter dem Maschinengewehr ist der Gelenkgurt mit 500 Schuß untergebracht, der leergeschossen mit den Patronenhülsen in einem besonderen Kasten gesammelt wird. Der Durchladegriff ist an der Führergerätetafel angebracht. Sicherungs- und Abfeuerungs- hebel befinden sich am Steuerknüppelgriff. Das Zielen erfolgt durch ein Reflexvisier, zu dem der Flugzeugführer die für seine Körpergröße richtige Einstellung durch den mit einem Handgriff verstellbaren Sitz schnell vornehmen kann. Für Uebungszwecke wird an den linken Baldachinstreben eine Vorrichtung für den Einbau einer Lichtbild-MG- Tafel Ill —\ 0) I Pr o,T a. FF DZ 8® So io 961. - | | | | | | ER | 408,5 ö ea | ZZ | Mn 4 DER 333,5 ® yi 7 \ /f } e+& > ! a T I fl BES N ir SL -- . In aN Du) 22 ZT; CH Y N h) d 5 RER EU rk 4 ig u Ben Au ---_ RE s L.- RN > Kr S \yı r N DE n AS, KiBE Er SC SI A i : =. If d R e EAST & it ri / nf, f an FG n . " 1 Bohrung 105 mm, Hub 115 mm, Hubraum 7 | | | = N | | Hirth-Flugmotor HM 508 H u.D. 1938. XXX. Jahrgang „Flugsport“ | / Srer24)] Era - 1 S IHN = = Pi . IT Ni i Zeichnung: Flugsport 1938 PATENTSAMMLUNG des SINE Band Vil Nr. 27 Inhalt: 663753, 794; 664341, 632, 634, 918; 665082, 316, 713. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb (Gr. 3—24). b Z Pat. 664632 v. 13. 2. 32, veröff. 1. 9. 38. Louis Marmonier, Lyon, Frank- reich. Tandemflugzeng. Das Patent 649016 bezieht sich auf ein Flugzeug mit hintereinanderliegenden Tragflächen und mit zwi- schen deren Längsverbindungsstreben angeordneten gegenläufigen Motoren und Propellern. Dabei sind die Schrauben, deren jede mit ihrem zugehörigen Motor fest verbunden ist, in der Längsachse des Flugzeugs hintereinander angeordnet und schwenkbar um Dreh- achsen, die auf den Längsverbindungsstreben der Trag- flächen gelagert sind. Patentanspruch: Flugzeug mit hintereinanderliegenden Tragflächen und zwischen deren Längsverbindungsstreben angeord- neten gegenläufigen Motoren und Propellern nach Patent 649016, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitze im Heck die Flugzeuges angebracht sind. b 94 Pat. 665713 v. 5. 7. 36, veröff. 011. 10. 38. Henschel Flugzeug- Werke A.G. Schönefeld, Kr. Teltow*). Schnellverschluß für die Befestigung zweier Bleche bei Blechverkleidungen von Fingzengen. Patentansprüche: 1. Schnellverschluß für die Befestigung zweier Bleche bei Blechverkleidungen von Flugzeugen mit in einen Schlitz am Gegenstück einführbaren Drehknopf mit dem Schlitz angepaßter Kopfform und einer Siche- den Kopf greifender rung des Kopfes mittels unter gabelförmiger Drahtfeder, dadurch gekennzeichnet, daß der Hals des Knopfes (4) im Bereich der Feder (7) unterhalb der Kopfverdickung zwei parallele Ab- flachungen (11) im Abstand voneinander gleich dem Federschenkelabstand und mit einer für die Feder- wirkung zur Sicherung gegen Drehen zweckentspre- chenden Seitenlänge aufweist und die gabelförmige Drehfeder (7) an ihren Enden starr befestigt ist. 2. Schnellverschluß nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Abflachungen (11) in die Kopf- verdickung bildende Schrägflächen (12) übergehen. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden: Gerhard Lehmann, Nowawes b. Berlin. Schraubenflugzeuge(Gr. 25—30). b23 Pat. 664918 v. 7. 2. 35, veröft. 02 9, 9, 38. Raul Pateras Pescara, Paris. Zragschranbenflngzeng mit raffbaren Umlanfflügeln. IS II III RIIIIISS = III RR N age? = 2 Seite 114 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 27 Patentansprüche: 1. Tragschraubenflugzeug mit raffbaren Umlauf- flügeln, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zur Be- grenzung des Raffens auf eine Flügellänge, die im Zusammenwirken mit dem Fahrtwind gerade noch ausreicht, den Umlauf der Tragschraube mit einer für das Ausschleudern der Flügel notwendigen Drehzahl zu sichern. 2. Tragschraubenflugzeug nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die zum Auf- und Ab- wickeln der raffbaren Tragschraubenflügel dienenden Trommeln (29) durch Verzahnungen mit einem im Innern eines Drehzylinders (31) angeordneten hülsen- förmigen Körper (32) verbunden sind, der entweder frei drehbar ist, so daß sich die Flügel unter der Wirkung der Schleuderkraft entfalten können oder aber an dem Flugzeug feststellbar ist, so daß die Flügel durch den umlaufenden Drehzylinder gerafft werden, oder schließlich mit dem Drehzylinder kuppel- bar ist, in welchem Fall die Flügel in ihrer jeweils eingestellten Lage verriegelt werden. 3. Tragschraubenflugzeug nach Anspruch 2, da- durch gekennzeichnet, daß der hülsenförmige Körper (3) mit dem Drehzylinder (31) selbsttätig in dem Augenblick kuppelbar ist, in dem die Flügel um eine vorher bestimmte Länge auf ihre Trommeln aufgewik- kelt sind, so daß ein weiteres Raffen der Flügel auf- hört. 4. Tragschraubenflugzeug mit auf die Tragschraube einwirkendem Schwungrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwungrad mit der zum Entfalten und Raffen der Flügel dienenden Vorrich- tung in Verbindung steht, derart, daß es bei der Ent- faltung der Tragflügel Energie aufspeichert und beim Raffen der Tragflügel Energie abgibt. b 950; Pat. 664634 v. 17. 8. 37, veröff. 31. 28. 38. Dipl.-Ing. Henrich Focke, Bremen. Steilschrauberrotor mit in der Ruhe- lage abgestützten Flügeln. Bisher wurden die Anschläge für die Schlagbewe- gung der Blätter von Steilschraubern in der Regel so angeordnet, daß z. B. beim Aufliegen des Blattes auf dem anderen Anschlag in Ruhe noch eine Schwenk- bewegung des Blattes möglich war. Da von der Nabe gesehen, zuerst das Schlaggelenk (waagerechte Dreh- achse), dann das Schwenkgelenk (senkrechte Dreh- achse) angeordnet ist, muß dann der Anschlag der Schlagbewegung also an Teilen erfolgen, die vor dem Schwenkgelenk liegen. Bisher lag darin keine Schwie- rigkeit, weil meist die Schwenkbewegung mit Rei- bungsdämpfung versehen wurde. Diese Reibungsdämp- fung ist aber eine Quelle vieler Unzuträglichkeiten (Inkonstanz des Dämpfermomentes, Gefährdung der Flügelwurzel durch das Wechselbiegemoment ser Dämpfung). Man strebt daher danach, sie fortzulassen. Ist das der Fall, so kann sich also das Schwenkgelenk leicht drehen. Die leichte Drehbarkeit führt nun dazu, daß die Blätter beim Anlassen leicht hart zurückschla- gen in der Schwenkbewegung, wenn etwas unvorsich- tig angelassen wird, da ja die Nabe zuerst die Drehung erfährt, während die Blätter so schnell nicht folgen können. Schäden an den Schwenkanschlägen sind Jann die Folge. Die Erfindung vermeidet das, indem sie «Jen Schlaggelenkanschlag erst an Teilen erfolgen läßt, die bereits an der Schwenkbewegung teilnehmen. Das hat zur Folge, daß beim Anlassen, wo ia noch keine Zen- trifugalkraft herrscht, die Blätter nicht plötzlich im Schwenkgelenk zurückbleiben können, da sie mit ihrem vollen Gewicht auf den genannten Teilen aufliegen und auf diese Weise zunächst eine Reibungsdämpfung be- sitzen. Werden dann höhere Drehzahlen erreicht, so heben sich die Blätter vom Anschlag ab und sind nun auch im Schwenkgelenk ohne Dämpfung. Patentansprüche: 1. Steilschrauberrotor mit um Schlag- und Schwenkgelenke beweglichen und in der Ruhelage von der Nabe aus abgestützten Flügeln, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Flügelstützfläche (f) hinter dem Schwenkgelenk (b) liegt. 2. Steilschrauberrotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützflächen an Flügel und Nabe ineinanderpassende, zur Gleitführung in eine mittlere Radiallage geeignete Formen haben. Schwingen- und Schlagflugzeuge (Gr. 31—34). b 34 Pat. 665082 v. 27. 1. 37, veröft. 16. 9. 38. Jacob Goedecker, Mainz- Gonsenheim. SchwingenfIugzengantrieb mit sich selbsttätig der resultierenden Luftströmung anpassenden Flügeln. Patentansprüche: 1. Schwingenflugzeugantrieb mit sich selbsttätig der resultierenden Luftströmung anpassenden Flügeln, deren Schwingachsen einen spitzen Winkel mit der Rumpflängsmittelachse bilden, dadurch gekennzeichnet, daß der spitze Winkel (a) zwischen der Rumpflängs- mittelachse und der beiden Flügeln gemeinsamen Schwingachse vorn offen in senkrechter Ebene liegt und die Pleuelstange (e) iedes Flügels (a) eines beiden Flügeln gemeinsamen Kurbeltriebes (d) gleichzeitig Abb. ı Abb. 2 PA a A : © A £ 6 er iO) u ID TR £ 7 2 2 ” + ne T I = * . ja —|« Abb. 3 = EEE ES “1 AITEGE- ug: 4 A | F Bu» | —ı 771 ? Se ® Nr. 27 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 115 über ein in seiner Bewegung begrenztes (g, i) Ge- stänge (f, I, h) ein Querruder (p) so steuert, daß es bei Flügelniederschlag nach oben, bei Flügelaufschlag nach unten ausschwingt. 2. Schwingenantrieb nach Anspruch 1, gekennzeich- net durch eine gabelförmige und schwingbare Ausbil- dung der Begrenzungsglieder (g, i) und die Anlenkung ihrer inneren im seitlichen Abstand von der Schwing- achse liegenden Enden an eine Hebelei (n, o), die die Begrenzungsglieder auf beiden Seiten verschieden ein- zustellen gestattet. Bremsmittel (Gr. 47). b47 Pat. 665316 v. 4. 7. 33, veröfi, 03 29. 9. 38. Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke Akt.-Ges., Dessau. Fahrt- bremse für Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Fahrtbremse für Flugzeuge, gekennzeichnet durch Anordnung der bekannten schmalen, schwenk- baren oder ausschiebbaren, ein Ablösen der Strömung von der Tragfläche bewirkenden Leisten statt auf der Oberseite auf der Unterseite der Tragfläche. 2. Fahrtbremse nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Abreißleiste in ihrer Längsrichtung unterteilt und die einzelnen Teile (30°, 30”) für sich verstellbar sind (Abb. 10). 3. Fahrtbremse nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Abreißleiste (40) eine vom Führer verstellbare Hilfsfläche (44) verbun- den ist, die sich ständig im Luftstrom befindet und deren Anstellwinkel derart verändert werden kann, daß die auf sie einwirkende Luftkraft das Heraus- und Hineinschieben oder Schwenken der Abreißleiste (40) bewirkt (Abb. 13). 4. Fahrtbremse nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abreißleiste (20) in einer Form ausgeführt ist, die eine derartige Richtung der Resultierenden der auf die Abreißleiste wirkenden Luftkräfte herbeiführt, daß diese resultierende Kraft die Verstellung der Leiste herbeiführt, wobei die Ein- leitung der Bewegung entweder durch Veränderung der Winkelstellung der Abreißleiste oder durch Form- veränderung der Abreißleiste selbst herbeigeführt wird (Abb. 14). 5. Fahrtbremse mit aus der Unterseite der Trag- flächen herausschiebbaren oder schwenkbaren Leisten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß ein von der Geschwindigkeit oder dem Staudruck abhängiges Verstellgerät vorgesehen ist, welches auf die Verstellvorrichtung der Abreißleiste einwirkt (Abb. 15, 15a). 6. Fahrtbremse nach Anspruch 5, dadurch gekenn- zeichnet, daß Einrichtungen vorgesehen sind, um die Höhe der Fahrgeschwindigkeit bzw. des Staudruckes, bei welcher die Anstellung der Bremse beginnt, nach Belieben zu verstellen (Abb. 15). 7. Fahrtbremse nach Anspruch 5, dadurch gekenn- zeichnet, daß die selbsttätig zu verstellende, in ihrer Längsrichtung unterteilte Abreißleiste an ihren Einzel- teilen (30°, 30”) mit verschieden starken Gegenkräften (Federn 35) ausgestattet ist, so daß diese Einzelteile bei zunehmender Fluggeschwindigkeit nacheinander zur Wirkung gelangen (Abb. 10). 8. Fahrtbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Abreißleiste mit Ein- richtungen zum völligen oder teilweisen Ausgleich der auf sie einwirkenden Luftkräfte bzw. des Drehmomen- tes dieser Luftkräfte versehen ist (Abb. 5, 8, 9, 12). 9. Fahrtbremse nach Anspruch 8, dadurch gekenn- zeichnet, daß die an einem Schwenkhebel (22) be- festigte Abreißfläche (20) derart schaufelartig gestaltet ist, daß die Luftkraft (L) wenigstens angenähert durch die Schwenkachse (21) des Schwenkhebels (22) zeht (Abb. 5). 10. Fahrtbremse nach Anspruch 8, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Abreißleiste als Klappe (30) aus- gebildet ist, deren freies Ende bei ihrer Nichtwirklage in der Fahrtrichtung vor der Drehachse liegt, und daß an der mittels einer besonderen Einrichtung (23) ver- schwenkbaren Klappe eine Feder (35) so angreift, daß sie beim Verschwenken der Klappe (30) in die Wirklage gespannt wird. 11. Fahrtbremse nach Anspruch 8, dadurch ge- kennzeichnet, daß zwei nach entgegengesetzten Rich- tungen in die Bremslage zu schwenkende Abreißleisten (30) am Flugzeug vorgesehen und miteinander derart mechanisch gekuppelt sind (z. B. durch Zahnräder 32), daß die auf die Einzelleisten einwirkenden Luftkräfte sich gegenseitig aufheben (Abb. 8). 12. Fahrtbremse nach Anspruch 8, dadurch gekenn- zeichnet, daß eine Hilfsfläche (53) einerseits mit der schwenkbaren Abreißleiste (30), andererseits mit einem Schwenkarm (55) gelenkig verbunden ist, derart, daß ein Gelenkviereck entsteht, dessen Drehpunkte so liegen, daß nach Ausschwenken der Abreißfläche um . einen geringen Winkelbetrieb die auf die Hilfsfläche einwirkende Luftkraft auf die Abreißleiste ein Dreh- moment ausübt, das dem Drehmoment der auf die Abreißleiste einwirkenden Luftkraft entgegenwirkt und das mit zunehmendem Ausschwenken der Abreißleiste gleichfalls zunimmt. 13. Fahrtbremse nach An- spruch 5, dadurch gekennzeich- net, daß: mit der durch eine bestimmte Kraft (Spannung einer Feder 35 o. dgl.) in der Nichtwirklage gehaltenen Ab- reißleiste eine Auslösevorrich- tung (Hilfsfläche 80) verbunden ist, welche bei Erreichung einer bestimmten Fahrtge- schwindigkeit des Luftfahrzeu- ges die Haltekraft überwindet und dadurch die Verstellbewe- gung der Abreißleiste einleitet (Abb. 16). 14. Fahrtbremse nach An- spruch 1 bis 13, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Abreiß- leiste durch Gegengewichte (46) ausbalanciert ist (Abb. 13). Seite 116 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 27 Triebwerk (Gr. 12—15) c 13 Pat. 663794 v. i. 1. 36, veröiti. 13. O1 8 38. Atroplanes Morane-Saul- nier, SocietE Anonyme de Constructions A6ronautiques, Puteaux, Seine, Frankreich. Kühlflüssigkeitsumlauf für Fiugzeugmoltoren mit in den Flüssigkeitskreislauf eingeschalte- ten Ausgleichsbehältern. Patentansprüche: 1. Kühlflüssigkeitsumlauf für Flugzeugmotoren mit in den Flüssigkeitskreislauf eingeschalteten Ausgleichs- behältern, gekennzeichnet durch je einen vor und hin- ter dem Motorblock angeordneten, nicht über dessen Umrißlinien hinausragenden Ausgleichsbehälter (9 und 10), die untereinander durch eine in die oberen Be- hälterteile einmündende Leitung (13) verbunden sind, und bei denen die vom Boden ausgehenden Flüssig- keitsleitungen (11, 12) in die Mäntel der äußeren Zy- linder des Motorblockes einmünden. 2. Kühlflüssigkeitsumlauf nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch ein Doppelknierohr (15) mit einem zur Motorlängsachse nahezu parallelen Mittelschenkel, an dessen vorderem Ende winklig ein Außenschenkel ab- zweigt, der in den vorderen Ausgleichsbehälter (9) hineinragt, und an dessen hinterem Ende ebenfalls winklig ein Schenkel abzweigt, in dessen Strang ein federbelastetes, das Doppelknierohr (15) mit der Atmo- sphäre verbindendes Ueberdruckventil (17) eingebaut ist, 3. Kühlflüssigkeitsumlauf nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere Aus- gleichsbehälter (9) mit einem sich nach dem Behälter- innern öffnenden Sicherheitsventil (18) versehen ist. Fig. ı Abwurivorrichtungen (Gr. 18, 20) C 18oı Pat. 663753 v. 9. 1. 35, veröff. 12. 8. 38. Siemens - Schuckertwerke Akt.-Ges,, Berlin-Siemensstadt. Einrichtung zum Abwurf von Lasten aus Luftfahrzengen mit einem hochziehbaren Schloß. Patentanspruch: Einrichtung zum Abwurf von Lasten aus Luftfahr- zeugen mit einem hoch- a ziehbaren Schloß, das die Tragglieder und eine elek- trisch bedienbare Entriege- lungsvorrichtung für die Last enthält, gekennzeich- net durch die Anwendung von am Schloß (oder La- stentragrahmen) angeord- neten, unter Federdruck dis stehenden Kontaktstücken "AO Ol_.; und einer entsprechenden, oa oT am Lastentragrahmen (oder +77 am Schloß) befestigten Kontaktplatte. Pat. 664341 v. 29. 3. 34, veröfi. C 1801 23 "38. Artur Ashıiord Benja- min Thomson, Winchester, England, und Geofirey Haslewood Cooke, London. Zrag- und Abwurfvorrichtung für Lasten, insbeson- dere Bomben, von Luflfuhrzengen ans. Patentanspruch: Trag- und Abwurfvorrichtung für Lasten, insbe- sondere Bomben, von Luftfahrzeugen aus, bei welcher ein die Last tragender Hebel durch Verstellen eines AbdT u die Last dadurch ausgelöst wird, dadurch gekenn- zeichnet, daß die eine sich gegen den Schieber (20) legende Rolle (12) an dem die Last unmittelbar tra- genden Hebel (9) gegenüber der anderen im Gestell gelagerten Rolle (13) angeordnet ist. Ergänzungsblatt zur Patentschrift 598 169 Klasse 62c, Gruppe 4/02. Durch rechtskräftige Entscheidung des Reichs- patentamtes vom 10. März 1938 erhält zur Klarstellung der kennzeichnende Teil des Anspruchs 1 die folgende Fassung: ‚..., daß der Schaft des Flügels in die Nabe oder Metallhülse ohne Paßberührung eingesetzt wird und die zwischen beiden Teilen befindlichen Hohlräume mit einem Zement oder Kitt unter Erzeugung einer Vorspannung ausgefüllt werden,‘ und sind im An- spruch 4, Zeile 76 der Patentschrift (Seite 2) hinter dem Wort „Nabe“ die Worte ‚in an sich bekannter Weise‘ eingefügt. Pat.-Samml. Nr.27 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 21, am 12. 10.1938. veröffentlicht. Nr. 21/1938. Bd. 30 Seite 575 Kamera angebracht, die durch den am Steuerknüppelgriff befindlichen Abzugshebel in Tätigkeit gesetzt werden kann. Für die Abwehr nach hinten ist auf einer Schwenkarm- lafette ein bewegliches Flugzeug- Maschinengewehr eingebaut. Durch diese Lafette kann der Beobachter größte Schußwinkel erreichen. ohne seinen nicht verstellbaren Sitz zu verlassen. Das Gewehr hat 975 Schuß Munition, die in 13 Dopnel- trommeln untergebracht sind. Stö- rungen am Gewehr können durch eine leicht zugängliche Werkzeug- tasche in der Luft behoben werden. Da der Zweck, ein Flugzeug für verschiedene Aufgaben einzusetzen, nur erreicht werden kann, wenn die Umrüstung in kürzester Zeit durch- zuführen ist, wurde auf die Ausbil- dung der auszuwechselnden Teile erößter Wert gelegt. Der Umbau für die einzelnen Verwendungs- zwecke kann bei den wenigen er- forderlichen Handgriffen bei der Hs 126 auch von ungeübten Sol- daten in kürzester Zeit durchgeführt werden. Geräte im Henschel Hs 126, abgestrebter Hochdecker. Von oben nach unten: Abb. 1. Henschel As 126. Lichtbildgeräte- einbau unter dem Beobachterraum. -Abb. 2. Henschel Hs 126. Beobachtungs- raum. Oben rechts das Tastgerät, unten Sender und Empfänger für Funken- telegraphie. Abb. 3. Henschel As 126. Linke Bordwand des Beobachterraumes mit hochgeklapp- tem Sitz. Abb. 4. Henschel Hs 126. Rechte Bord- wand des Beobachterraumes mit Anten- nenkapsel, rechts oben die Leuchtpistole. Abb. 5. Henschel As 126. Lafette für das bewegliche Flugzeug-Maschinengewehr des Beobachters mit Munitionstrommeln und Leertrommel-Abführschacht. Werkbilder (5) Seite 576 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Abrams „The Explorer‘, Lichtbildflugzeug. Werkbild Abrams „The Explorer“, Lichtbildflugzeug, mit hinten liegendem Motor, Druck- schraube, 2 Leitwerksträgern, der Abrams Aircraft Corporation, Lansing, Michigan (Typenbeschr. siehe „Flugsport“ 1938 Nr. 2 S. 31). Werkbild Inland. Messerschmitt Bix 110 mit zwei 1360 PS Daimler-Benz DB 601 - Motoren, welche zuerst anläßlich des Besuches von General Vuillemin bei der deutschen Luftwaffe und dann während des Parteitages in Nürnberg gezeigt wurde, ist, nach eineın Bericht des ‚„Aeroplane‘“‘ vom 28. 9., ausgerüstet mit zwei Kanonen und 4 Maschinengewehren und soll eine Höchstgeschwindigkeit von 610 km/h mit voller militärischer Belastung in 5000 m Höhe haben. Nr. 21/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 577 Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer: Ab 1. Oktober zu General- leutnanten der charakterisierte Generalleutnant von Roques und Generalmaior Dransield. Schlesische Flugzeug-Reparaturwerit G. m. b. H., Breslau 1, Striegauer Straße 59, ist auf Grund des Umwandlungsgesetzes vom 5. Juli 1934 auf die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke A.-G. als eines der Zweigwerke über- führt worden. Der Fabrikationsbetrieb erfährt keine Aenderung. Dieses Zweig- werk hat jetzt die Anschrift: Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke Aktien- gesellschaft, Flugzeugbau, Werft Breslau. Hauptmann a. D. Köhl f, Ritter des Pour le m£rite, Inhaber des E. K. I und E. K. II, des Hohenzollernordens, Dr. h. c. der Techn. Hochschule Braunschweig, ist im Nymphenburger Krankenhaus in München im Alter von 50 Jahren ge- storben. Nach dem Kriege betätigte sich Köhl als Leiter bei der Nachtflugabteilung bei der Lufthansa, wo auch sein Plan der ersten Ost—West-Flug-Ozeanüber- querung in Gemeinschaft mit den Junkers-Werken reifte. Am 28. März 1928 flog das Flugzeug D 1167 „Bremen“, ein Junkers-Ganz- metall-Frachtflugzeug W 33, unter Führung von Hermann Köhl vom Berliner Zentralflughafen Tempelhof nach dem irischen Militärflugplatz Baldonell bei Dublin. Am 12. April, 6.38 vorm. mitteleurop. Zeit, erfolgte der Start zum Ozean- flug, an Bord waren Flieger Köhl, v. Hünefeld und der irische Luftflottenkomman- dant Fitzmaurice. Landung erfolgte nach 38 Stunden in Greenly-Island, nördlich von Neufundland. Diese große Tat, welche die ganze Welt in Erstaunen versetzte, war vollbracht und Köhls Name wird in der Geschichte unvergessen bleiben. (Vgl. „Flugsport“ Nr. 9, 25. April 1928.) Von rechts nach links: Köhl T mit seinen Ozeanflugkameraden Fitzmaurice und v. Hünefeld 7 1928. Archiv Flugsport Seite 578 „FLUGSPORT" Nr. 21/1938. Bd. 30 Verkehrsilugzeug D-AVFB Frankfurt— Mailand ist seit 1. 10. überfällig. Die letzte Standortmeldung gab die Besatzung um 14.40 Uhr. Außer der Besatzung, Fluskapt. Handke, Flugmasch. Nienhaus und Flugzeugf. Temme, befanden sich die Fluggäste Kaiser, Glück, Rodenti, Gerstel, Cassina und Rigmur an Bord. Postflugzeug „Pampore d’Aroz“ ist in der Nacht vom 30. 9. in dem Abschnitt Natal-Bathurst der Südatlantik-Poststrecke verunglückt. An Bord befanden sich Flugzeugf. Lochner und Hartmann, Maschinistenfunker Schwanke, Flugzeugf. Raabe und Abteilungsleiter Dr. Dierbach. Nach der letzten Standortfunkmeldung befand sich die Maschine am 1. 10. um 4.38 Uhr vor Bathurst und meldete, daß sie die Scheinwerfer des Flugsicherungsschiffes „Ostmark“ in Bathurst bereits sehe. Intern. Flugwegrekord m. „Condor“ von der FAl anerkannt: Berlin—New York. Fiugzeugf. Dipl.-Ing. Flugkapt. Alfred Henke und Rudolf Frhr. von Moreau, Be- satzung Paul Dierberg, Funkermaschinist, Walter Kober, Funker, Flugzeug: Focke-Wulf FW 200 „Condor“, vier Motoren BMW 132 L, ie 750 PS, Strecke Berlin (Staaken)—New York (Floyd Bennett Field), den 10./11. August 1938. Dauer 24 Std. 36 Min. 12 Sek. Geschwindigkeit 255,499 km/h. New York—Berlin (Rückflug der gleichen Besatzung und Maschine). Strecke New York (Floyd Bennett Field)—Berlin (Tempelhof) 13.14. August 1938. Dauer 19 Std. 55 Min. 1 Sek. Geschwindigkeit 320,919 km/h. Ju 52/3m Betriebsstundenergebnisse im Jahr 1937 sind auffallend hoch. Ueber 1000 Betriebsstunden wurden von 59 Flugzeugen dieses Musters erreicht. Hier- von überschritten 19 Flugzeuge 1100 Betriebsstunden, 15 1200 Std., 5 1200 Std., 3 1400 Std. und 4 1500 Std. Die Ju 52/3m-Flugzeuge mit über 1100 Betriebsstunden verteilen sich nach ihrer Leistung geordnet auf folgende Luftverkehrsgesell- schaften: Deutsche Lufthansa (DLH.), Condor-Syndikat, A/B Aerotransport (ABA.), Eurasia, South African Airways (SAA.) und Aero O/Y (AOY.). Die Halter der vier Spitzenflugzeuge mit über 1500 Betriebsstunden (das sind etwa 375000 km) sind DLH. und Condor-Syndikat. Die Spitzenleistung der Gesamt- Betriebsstunden bis 31. 12. 37 liegt bei 6219 Betriebsstunden und wurde von dem Flugzeug der ABA. mit der Werk-Nr. 4017 erreicht. Die Jahreskurve dieses Flug- zeugs, Baujahr 1932, ergab folgendes Bild: Bis 31. 12. 33 1576 Betriebsstunden, bis 31. 12. 34 2810 Std., bis 31. 12. 35 4031 Std. bis 31. 12. 36 5154 Std., bis 31. 12. 37 6219 Std. Somit beträgt der Jahresdurchschnitt seit 5 Jahren etwa 1244 Betriebsstunden. - Luftlinie Berlin— Johannesburg, Streckenführung Basel, Mailand, Rom, Neapel, Tripolis, Murzuk, Fort Lamy, Stanleyville, Elizabethville , Bulawayo, Johannesburg, welche mit Ju 90 beflogen werden soll, in Vorbereitung. DIN Fachnormenausschuß für Luftfahrt FALU Normblatt DIN 1345 „Formelgrößen und Einheiten der Wärmelehre und Wärmetechnik“ hat der Ausschuß für Einheiten und Formelgrößen im Rahmen des Deutschen Normenausschusses herausgegeben. In-diesem Normblatt sind die Formelzeichen und die Benennungen d wichtigsten Begriffe festgelegt sowie ferner die Einheiten für Temperaturdifferenz, für die“ Angabe von Temperatur- punkten und für die Entropie. In den ausführlichen Erläuterungen werden auch nähere Anweisungen für die Anwendung des Normblattes gegeben. Was gibt es sonst Neues? Hubschrauber-Fntwicklung USA soll durch eine Stiftung von 2000000 vorwärtsgetrieben werden. Bruno Mussolini, Fliegerhptm., mit Nichte Finanzminister Tangorra verlobt. Bayerische Flugzeugwerke AG. jetzt Messerschmitt AG. Vorstandsvorsitzen- der Prof. Messerschmitt. Muskelilug-Ausschreibung der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt a. M. ist vom Korpsführer d. NSFK. auf ein weiteres Jahr bis 1. September 1939 ver- längert. Ausland. De Havilland DH.95, Verkehrseindecker, eine Erstkonstruktion in Ganz- metallbau für 12 bis 18 Fluggäste im Bau, die Anfang 1839 fertig werden soll. Zwei Bristol Perseus-XC.-Motoren im Flügel. 12 Fluggäste, 3 Mann Besatzung. Führersitz in der Rumpfnase. Fahrwerk nach hinten hochziehbar, hydraulisch betätigt. Steigfähigkeit 450 m/Min., Nutzlast 2200 kg. Geschwindigkeit 340 km/h. Cambridge Flughafen eingeweiht durch den engl. Luftminister Sir Kingsley Wood. Nr. 21/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 579 Lewellyn, engl. Pilot, auf Fluplatz Lympne auf einem Schulflugzeug in den Boden zerannt. Englische Luftrüstungen kündigte 8. 10. engl. Luftminister Sir Kingsley Wood an. Glasgow erhält eine neue Flugzeugfabrik, Kosten 1 Mill. Pfund (12,5 Mill. Mark). Fairey-Flugzeugfabrik in Stockport wird erweitert, Kosten 500 000 Pfund. Ballonsperrsystem wird bedeutend erweitert. _ Major-General Oscar Westover, Chef des U. S. Army Air Corps, am 21. 9. in Vultee (Californien) in einer Northrop-Militärmaschine tödlich verunglückt. Webster Trophy, offen seit 20. 8. auf dem Ottawa Flugplatz (Kanada) ge- wonnen zum drittenmal von Mr. McGregor. 200 Lockheed 14, vom R. A. F. in USA bestellt, wird mit der Ablieferung im November begonnen. Versand erfolgt zerlegt per Schiff nach Liverpool, wo Montagewerkstätten mit 80 U.S. A.-Monteuren eingerichtet sind. Belg. Militärflugzeug mit vollem Bombenmagazin flog gegen Kirchturmspitze Brügge. Führer tot, Beobachter schwer verletzt. Bomben explodierten nicht. 372,979 kmih flog Maurice Arnoux auf Caudron-C 680-6 mit Renault Motor am 1. 10. (Geschwindigkeit über 100 km Flugzeugkategorie 6,5 bis 9 1.) Isotta-Fraschini Delta R.C.35ICD., 12-Zyl., luftgekühlt, mit Turbogebläse, untersetzter Schraube, Abnahmeläufe für Typenprüfung gemacht. Bohrung 132 mm, Hub 160 mm, Gesamtzylinderinhalt 26,685 1, Verdichtungszahl 6,4, Untersetzung auf Schraubenwelle 0,640, Gewicht trocken 510 kg, Maße über alles 835X1032X 2038 mm. Bodenleistung 580 PS 2350 U/Min., in 3500 m Höhe 650 PS 2350 U/Min, Startleistung 610 PS 2240 U/Min. Betriebstoffverbrauch 250 e/PS/h bei 7/10 Ge- samtleistung. Oel 8 g/PS/h. Aviotrasporti, ital. Luitverkehrsgesellschait, wurde Anfang Oktober durch die Initiative der Piaggio & Cie in Genua gegründet. Sitz der Ges. Addis-Abeba. Luftlinien: Addis-Abeba—Gondar—Asmara—Massaua und Addis-Abeba—-Diredaua —Assab. Maschinen: „Dreimotoren Caproni 148“ mit Piaggio V.IIIC16 460-PS- Motoren. Der Caproni 148 ist aus dem „Ca 133°“ hervorgegangen, Fluggewicht erhöht, Fahrwerk verstärkt, Verstellschrauben Piaggio. - D’Ascanio. Nutzlast er- höht auf 3500 kg. Sydney, Australien, Luftbildaufnahme. Bild von Norden aus gesehen, im Vorder- grund Nordsydney, welches durch die große Brücke mit der Altstadt und dem Hafenviertel verbunden ist. Bild Sport und General Press Agency Ltd. Seite 580 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938, Bd. 30 Die Türme der goldenen Brücke in San Franzisko mit den angrenzenden Bergen im Tiefnebel. The Sportsman Pilot Imperial Airways hat folgende Teilstrecken der bestehenden Luftlinien ein- gerichtet, und zwar auf der England—Aegypten—Indien-Strecke eine Luftlinie Lydda (Palästina) nach Tel Aviv—Haifa—Beirut, ebenso auf der England— Afrika - Linie eine Strecke von Dar-es-Salaam nach Dodoma (Tanganiika). Flughafen Lourenco Marques in portug. Ostafrika wurde mit einem Flugtag eingeweiht, an dem die südafrikanische Luftwaffe und Flugverbände teilnahmen. Bei den verschiedenen Wettbewerben wurden an die in der südafrikanischen Union zur fliegerischen Schulung und für Sportflug eingesetzten 10 Bücker- Maschinen verschiedene Preise zuerkannt, darunter der Ehrenpreis des General- Gouverneurs von Mozambique für die beste Gesamtleistung. 11 353 m Höhe erreichte der Holländer Leegstra auf Fokker D 21 mit Bristol Mercury. Die frühere Höchstleistung von Fokker, 10180 m, wurde auf einem Jagdflugzeug Fokker 17 vollbracht. 3 Sowijetiliegerinnen mußten bei Flug Moskau nach dem Fernen Osten Ende Sept. über ostsibirischen Sümpfen wegen Benzinmangel notlanden. Entsandte Ret- tungsflugzeuge warfen Fallschirmabspringer mit Gummibooten an der Landungs- stelle ab, welche die drei Fliegerinnen nach dem 80 km entfernten Kerbi, am Angunfluß ruderten, um von hier aus nach Komsomolsk gebracht zu werden. Das zweimotorige Flugzeug „Rodina“ ist verloren und steckt zertrümmert im Sumpf. Die Strecke von 6450 km bis zur Notlandestelle wurde in 26 Std. 29 Min. (5947 km Luftlinie) zurückgelegt. Segelflug Hochalpines Segeliliegerlager bei Zell am See in der Einrichtung begriffen. Zell liegt 800 m hoch inmitten der Salzberger Alpen. Aufwindverhältnisse günstig. Die Seilschwebebahn von Zell am See auf die Schmittenhöhe ermöglicht, zerlegte Segelflugzeuge auf den 1800 m hohen Gipfel zu bringen. Spitzerberg Segeliluggelände hat durch den 40 Std. 51 Min.- Flug von Kahl- bacher-Führinger die Aufmerksamkeit des In- und Auslandes auf sich gezogen. Vgl. den Bericht im „Flugsport“ 38, Nr. 20, S. 552. Nebenstehend bringen wir einige Abbildungen vom Spitzerberg, welche eine Vorstellung von dem Gelände geben. 15 Std. 47 Min. segelte Fl.-Oiiz. A. Young am 18. 8. in Long Mynd, Shrop- shire, England. Der engl. Segelflugdauerrekord betrug bisher 13 Std. 27 Min. Der Weltrekord, welcher. von dem Deutschen Schmidt gehalten wird, beträgt 36 Std. 35 Min. und wurde bereits am 3. 8. 33 aufgestellt. Schleppflugzeuge Puss. Moth, wurden vom Cambridge University Club mit Propellern von kleinerer Steigung mit Erfolg ausgerüstet. Segelflug in Japan beginnt, sich auszubreiten. Nachdem die Stadt Tokio eine neue Segelflugschule mit 20 Segelflugzeugen hat, sollen auch in Osaka und Naga- Nr. 21/1938. Bd. 30 „FrLUGSPORT“ Seite 581 Segelfluggelände „Spitzerberg‘“ der Gruppe 17 (Ostmark), auf welchem Kahlbacher und Führinger Weltrekord flogen. Bild: Zapletal. saki Segelflugschulen errichtet werden. Zur Beschaffung von Schulsegelflugzeugen wurden an 2 Tagen 100 000 Yen gesammelt. Die Begeisterung der Schuliugend ist außerordentlich groß. Die eingegangenen Meldungen betragen über 10 000. Dunstable Segeliluglager ist das bevorzugte Segelfluggelände in England. Die Geländeerhebung ist natürlich mit denen in Deutschland nicht zu vergleichen. Es liegt jedoch bequem 50 km von London und verhältnismäßig leicht erreichbar. Gelände und Clubhaus gehören dem London Gliding Club. Engl. Segelflusgelände Dunstable. Unten das Klubhaus. Auf dem vorspringenden Dach Teegarten. Links Hallen. Bild: Allan E. Slater Seite 582 „FLUGSPORT“ Nr. 21/1938. Bd. 30 Vom „Spitzerberg“. Unten: Die beiden Weltrekordflieger der NSFK.-Gruppe 17 (Ostmark), Segelfluglehrer Führinger (links) und Kahlbacher (rechts) — zwischen ' ihnen Stabsführer NSFK.-Hauptstuf. Kraeber — werden nach ihrer Landung vom Reichssender Wien interviewt. Bild: Zillich Stand der Deutschen Flugmodeli-Rekorde am 1. 10. 1938. Klasse: Rumpisegeltlugmodelle. Handstart:Strecke: W. Saerbeck, Borghorst, 43000 m. Handstart-Dauer: E. Bellaire, Mannheim, 20 Min. 13 Sek. Hochstart-Strecke: W. Bretfeld, Hamburg, 91200 m. Hochstart-Dauer: H. Kummer, Düben, 55 Min. Klasse: Nurflügel-Segelflugmodelle. Handstart-Strecke: A. Herrmann, Nordhausen, 2375 m. Handstart-Dauer: K. Schmidtberg, Frankfurt a. M., 37 Min. 41 Sek. Hochstart-Strecke: H. Kolenda, Essen, 10400 m. Hochstart-Dauer: H. Kolenda, Essen, 11 Min. Klasse: Rumpimodelle mit Gummimotor. Bodenstart-Strecke: W. Bauer, Köln, 1030 m. Bodenstart-Dauer: Neelmeyer, Dresden, 13 Min. 7 Sek. Handstart-Strecke: ©. Michalicka, Dresden, 24000 m. Handstart-Dauer: A. Lippmann, Dresden, 1 Std. 8 Min. Klasse: Rumpiilugmodelle mit Verbrennungsmotor. Bodenstart-Strecke: J. Schmidt, Allenstein, 25 250 m. Bodenstart-Dauer: J. Schmidt, Allenstein, 1 Std. 15 Min. 33 Sek. Handstart-Strecke: G. Holl, Essen, 25800 m. Handstart-Dauer: J. Schmidt, Allenstein, 1 Std. 19 Min. Klasse: Rumpiwasserflugmodelle mit Gummimotor. Wasserstart-Dauer: U. Heß, Hanau a. M., 53 Sek. Nr. 21/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 583 Klasse: Rumpfwasserfilugmodelle mit Verbrennungsmotor. Wasserstart-Dauer: NSFK.-Sturm 8/27, Berlin-Friedrichshagen, 5 Min. 26 Sek. Klasse: Saalfiugmodelle mit Gummimotor. Handstart-Dauer: G. Neubauer, Königsberg, 2 Min. 54 Sek. F. Alexander, beauftragt mit der Führung der Deutschen Flugmodell-Rekordliste. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) Der Kampiilieger Lothar Freiherr von Richthofen. Von O. Schweckendiek. MHanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg. Preis RM 3.—. Von dem Kampfflieger Lothar Freiherr von Richthofen ist in den Büchern seines Bruders Manfred von Richthofen schon vieles der Nachwelt überliefert worden. Gerade ietzt nach der ungeahnten Entwicklung unserer Luftwaffe ist es an der Zeit, aller dieser Männer wieder zu gedenken, die in selbstloser Weise mit selbstverständlicher Tapferkeit, Mut und Selbstbeherrschung die Taten voll- brachten. Was Lothar von Richthofen war, haben die fast 40 Luftkämpfe unter Beweis gestellt. Ein Buch für unseren Fliegernachwuchs. Aus vier Jahrzehnten deutscher Autogentechnik von Peter Hoffmann ist anläßlich des 75. Gründungstages des I. G.-Werkes Griesheim erschienen, erhält- lich von „Griesogen‘ Griesheimer Autogen-Verkaufs-G. m.b.H., Frankfurt a. M.- Griesheim. Das Büchlein enthält das Wichtigste aus der Geschichte des Autogen- Lötens, -Schweißens, -Schneidens und -Härtens. Die farbige Gefahr. Von Dr. Paul Bang. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. Preis RM 4.80. Ansehen und Ueberlegenheit der weißen Rasse gegenüber der farbigen hat seit dem großen Kriege bedenklich abgenommen. Von den Auswirkungen, die hieraus folgen können, kann sich der Fernstehende keinen Begriff machen. Hier hebt der Verfasser den Schleier und vermittelt uns seine Reiseeindrücke aus seinen Studienfahrten nach Nord- und Mittelamerika. Man fühlt die farbige Ge- fahr, und wie sich alles unbewußt gegen die Weißen zusammenschließt. Man nıuß das Buch gelesen haben. Expedition des Expedition des »russporr« KLEINE ANZEIGEN »ussorr- Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Die dreigespaltene Millimeter-Zeile kostet 25 Pfennig. Zur Welterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 Pfennig In Briefmarken beizulegen Gebrauchites Segelflugzeug Muster „Wolf”- Göppingen 1 preiswert zu verkaufen Das Flugzeug ist neuwertig, bruchfrei, zugelassen, flugfertig, mit Instrumentierung, neu emaillelackiert, mit Einradfahrwerk SPORTFLUGZEUGBAU SCHEMPP-HIRTH, GOPPINGEN, WÜRTTEMBER6 Konirolleur Flugzeugführer mit C2, K2 und Blindflug sucht Stellung in der Industrie. An: gebote unter 3983 an die Ex- we . “ pedition des „Flugsport ' Theoret. Vorbereitung für Bauprüfer, = Flugzeugführer, Ingenieure sowie für dengesamten Flugdienst. Sonderlehr- Die Inhaberin der gänge für Jungflieger. Abschlufßprü- Fungen- Abschlußzeugnisse. Studien- DRP. 603 994 und 62766%, | progr. Nr. 145 durch das Sekretariat. ernschule für | u (0 Z e u [t h a u für den Segelflugzeugbau, gewissenhaft und energisch, sowie perfekter für Rumpf- u. Flächenbau sofort gesucht. betr. „Flugzeugtragflügel mit änder- Fernschule G.m.b.H. BerlinW15 barer Wölbung‘‘, ist bereit. Lizenzen Kurfürstendamm 66 p Naumburger Flugzeugwerke zu erteilen. — Angebote unter Fr. 72787 “ €. m. b. H. an Ala. Berlin W 35. MT Naumburg (Saale). Tischler und Schlosser für den Segelflugzeugbau sofort gesucht. Angebote an ESPENLAUB FLUGZEUGBAU, DUSSELDORF-LOHAUSEN | L N ED Mreuitlitanrtil ® MM. N | GEGRÜNDET 1908 ü. HERAUSGEGEBEN \ | I ’Ov ayrar. URSINUS + CIVIL "ING. | Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen. nur mit genauer Quellenangabe gestattet. . EV GEN Nr. 22 26. Oktober XXX. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 9. November 1938 Gegenwart. Lilienthal-Tagung — — — ein großer Raum. Man blickte spannend auf die Leinwand und lauschte den Worten eines links an der Ecke stehenden Sprechers. Oft sah man neue Bilder, die man nur vom Hörensagen kannte. Neue Gedanken wurden entwickelt, und hinten in dem großen dunklen Raum lauschte eine andächtige Menge. Vorne waren die Prominenten und hinten die ganz Jungen, der Nach- wuchs, darunter vielleicht einzelne, die sich mit Aufwendune von Intellivenz einen Eingang verschafft hatten. Im dritten Vortrag setzte ich mich nach hinten. — Ich wollte unter den Jungen sein. — Es war eine Freude. sie zu beobachten. wie sie alles, was man sah und hörte, wahrzunehmen suchten, damit ihnen ia nichts entgehe. Je weiter nach hinten, um so größer die Aufmerksam- keit. Begreiflich, die vorne Sitzenden waren ja die Eingeweihten! Sie wußten ja alles und wußten noch mehr. Die Hinteren nicht! Man fühlte das Bedürfnis des Hineinlebens, was ihnen verborgen geblieben war, der Jugend, die daheim in ihrem Konstruktionsbüro abgeschlossen von allem nur das nächste, was um sie herum in ihrer Abteilung vor sich ging, wahrnehmen durfte. Und die Gedanken eilten zurück in die alten Zeiten, wo der Hör- saal die Wasserkuppe, die grüne Wiese war, wo wir untereinander fachsimpelten und uns gegenseitig praktisches Wissen vermittelten. Und nun hier — Lilienthal-Tagung. Es erscheint als das allergrößte Bedürfnis, daß man weniger den Prominenten, die vorne saßen, als der Jugend dieses Wissen vermittelte. In der Provinz hören sie nur wenig, nur das, was ihnen ihr Werk bietet. — Sie möchten auch einmal etwas anderes hören, und da könnte man sich vorstellen. daß man im nächsten Jahre in Sammeltransporten aus allen Teilen der Provinz mindestens 500 bis 1000 junge Männer nach dem Tagungsort brinet und ihnen die Möglichkeit verschafft, einmal etwas zu erleben. Ein Ansporn zu wissenschaftlichem und technischem Denken nach neuen Richtungen wird nicht ausbleiben. Nun ist die Tagung vorbei. Dank der gewaltigen Aufgabenstellung, Po WE Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 28 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 9. a | Seite 586 „FLUGSPORT“ Nr. 2211938, Bd. 30 Schaffung einer Luftwaffe durch den Führer und unseren Generalield- marschall Hermann Göring, haben wir Großes erreicht. Der Begriff „groß“ ist jedoch relativ — — —. Zum Ausruhen auf dem Lorbeer ist jetzt noch keine Zeit. Mit dem Erreichten dürfen wir noch nicht zu- frieden sein. Junge Männer sind inzwischen älter geworden. Wenn sie auch große Erfahrung besitzen, so ist es Pflicht, der Jugend den Weg zum technischen und wirtschaftlichen Aufstieg leichter zu machen, wie es früher war. Auch Form und Gestaltung unserer Erzeugungs- stätten dürfen nicht erstarren. Die bisherige gewohnheitsmäßige Ge- staltung in der Leitung, kaufmännisch-technisch, dürfte bald überaltert sein. Kaufmännische Formen und Gepflogenheiten, wie einer dem andern die, Aufträge abjagt, sind überholt, und der Ingenieur als Betriebsführer, dem ja immer die Fähigkeiten des gegenseitigen Abjarens fehlten, kann heute in unserem nationalsozialistischen Zeit- alter noch mehr in: Erscheinung treten. Dieser kann allein am besten fühlen, wie ein Betrieb geführt werden: muß, der in technischer Hinsicht den neuen Anforderungen einer weiter aufsteigenden Ent- wicklung gewachsen ist. Es ist bekannt, die fähigsten Köpfe unter den Ingenieuren im hintersten Winkel in einen großen Glaskasten zu ver- stecken, damit sie von der Außenwelt völlig abgeschlossen sind. Man kann sie nicht in einer fremden, ihrer nicht zugehörigen Treibhausluft zu ihrer höchsten Vollkommenheit wachsen und arbeiten lassen. Im zu Ende gegangenen Zeitalter war es doch so: Der kauf- männische Leiter führte den Ingenieur an der Kandare. Nein. umge- kehrt muß es sein, wobei zu beachten ist, daß der Ingenieur nicht zum reinen Verwaltungsmenschen wird. Wenn wir unsere technischen Kräfte für die zukünftige Entwicklung des Flugwesens richtig ansetzen wollen, so muß dieser klar erkennbare Weg beschritten werden. Von der Eröffnung der Lilienthal-Tagung. Von links nach rechts: Staatssekretär General der Flieger Milch, General der Flieger Porro-Italien, der amerik. Bot- schafter in Berlin Wilson, Generalmajor Udet und General der Flieger Thomsen. Weltbild USA-Rennen. Die hauptsächlichsten fliegerischen Veranstaltungen in USA waren in letzter Zeit die Bendix-Trophäe, ein Geschwindigkeitsflug von Los Angeles nach Cleveland und Bendix, die Greve- und Thompson- Trophäen, reine Geschwindigkeitsrennen über eine markierte Rund- strecke. Nr. 2211938, Bd. 30 Seite 587 Sieger in der Bendix-Trophäe. wurde Jacquelline Cochran, als ein- zige Frau unter 10 Nennungen, die mit ihrem Seversky P 35 mit P. & W. Twin Wasp (siehe „Flugsport“ 1937, S. 640, Höchstgeschw. 485 _ km/h) nicht nur Cleveland in der kürzesten Zeit (400 km/h), sondern auch Bendix, jenseits des Konti- nents, als Erste erreichte. Sieger in der Greve-Trophäe, die 20mal um eine 160-km-Strecke auf dem Cleveland-Flugplatz führte, wurde Tony Le Vier auf seinem „Firecracker“ von Keith Rider ge- baut, mit Menasco C 6, mit 404 km/h. Bisherige Bestleistung 1936 von Detroyat auf Caudron Renault C 460 397,9 km/h. Sieger in der Thomson-Trophäe, 30 Runden um eine 160-km- Strecke, Roscoe Turner auf Pesco Special „Laird“ mit Twin Wasp Senior. Außer einigen bekannten Ge- brauchstypen, Jagdmaschinen, Schnellverkehrsflugzeugen, sah man die bekannt. USA-Renntypen;, darunter auch einige Neukonstruk- tionen mit ganz schmalen Rümpfen und dünnen Flügelprofilen. Auf das Einziehen des Fahrgestells wurde sogar mehrfach verzichtet. Vom USA-Rennen (von oben): (3) Marcoux-Bromberg Special mit Twin Wasp Junior (Flzf. Ortman). (29) Pesco Special „Laird“‘ mit Twin Wasp Senior (Flzf. Roscoe Turner). (11) Pearson-Williams PW-1 mit Curtiss Conqueror. (8) Eigsht Ball mit Menasco-Motor, eine der schnellsten, zeigte nach 400 km starke Flatterneigung. (72) Spartan Executive mit Wasp Junior. Darunter: Miller HM-1, Zweisitzer- Version von Frank Hawk’s Time Flies. (5) Chester Model 550 mit Menasco C6S-4. (15) Folkerts SK 4 mit Menasco. (21) „Chambermaid“ R-1 Special mit 4-Zyl.-Menasco. Darunter: Crossby Special mit 300 PS 6-Zyl.- Menasco. Auffallend windschnittige Formgebung. Bilder: Flight u. Aviation. Seite 588 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1938, Bd. 30 Die Maschinen der Sieger, wie die Seversky B 35 und Turners ‚Laird“, waren alte Maschinen. Letztere ähnelt dem Typ, mit welchem Fitzmaurice zum Melbourne-Flug in Mildenhall erschienen war. Haupt- sächlich waren bei den neu erschienenen Maschinen die Spannweiten ziemlich zusammengeschrumpft, wie beim „Chambermaid“ R-1 mit einer sehr dünnen Fläche, ausgerüstet mit 4 Zylinder Menasco. Auf- sehen erregte die schnittige Form des Crossby Special mit 6 Zylinder Menasco (vgl. Abb.). P.Z.L. „Wicher“, polnisches Verkehrsflugzeug. Die polnische Panstwowe Zaklady Lotnicze, Warschau, hat ein neues Verkehrsflugzeug, Ganzmetallbau, herausgebracht. Dieser Tief- decker mit zwei Wright-Cyclone-G-2-Motoren von 1000 PS ist für 14 Fluggäste und 4 Mann Besatzung bestimmt. Der „Wicher“ wurde entwickelt, um die bei der polnischen Luft- verkehrsgesellschaft „Lot“ in Betrieb befindlichen Douglas DC 2, Lock- heed Flectra und Lockheed 14 zu ersetzen. Poln. Verkehrsflugzeug PZL—44 „Wicher“. Werkbild Flügel dreiteilig, Tiefdecker, Leichtmetall Alclad, Unterseite Glatt- blech, Oberseite Auflage aus rostfreiem Material. Durchgehende drei- ilige Spreizklappen. | tells ao Stromlinienform, Aufbau, Versteifung U-Ringe, Längsver- steifung Profile Z-Schnitt. Blechschalenbau. Kabine 1,85x< 1,6 m. Führerraum in der Nase. Einstiegtür von links. An der Flügelhinter- kante eine weitere Einstiegtür für die Fluggäste. Leitwerksflossen frei- liegend. Versteifung aus gezogenem Blech. Glattblech bekleidet. Ruder und Rippenkonstruktion Leinwand bedeckt. Höhen- und Ouer- ruder dynamisch ausgeglichen. Trimmklappen an Höhen- und Seiten- ruder. Betriebsstoffbehälter Alumi- nium geschweißt. Motorverkleidung Stahl- blech geschweißt. Fahrwerk und Schwanzrad hochziehbar, hydraulisch betä- tiet. Druckerzeugung durch Mo- torpumpe und Handbetrieb. Zwei Wrieht-Cyclone-GR- 1820-G2-Motoren. Maximal-Lei- stung 1000 PS bei 2200 Umdr.| min. Betriebsstoffverbrauch 225 - g/h, Ö1 8,5 g/h, Hamilton-Schrau- be für gleichbleibende Geschwin- diekeit. 3,5 m Durchmesser. PZL „Wicher“. Zeichnung: Flugsport Nr. 2211938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 589 Flügelprofil vom aerodynamischen Institut Warschau CL max Klappen oben 107, Klappen unten 160. Max. L/D 14. Spannweite 23,8 m, Länge 18,45 m, Höhe 4,80 m, Fläche 75 m}, Flügelanstellwinkel 1,5°, V-Form 5°, Leergewicht 5990 kg. Fluggewicht 9260 kg. Flügelbelastung 123,5 kg/m?, Leistungsbelastung 5,44 PS/m?, Höchstgeschwindigkeit 355 km/h, Reisegeschwindigkeit 324 km/h, Lande- geschwindigkeit 110 km/h. Start 250 m, Auslauf 300 m. Steiggeschwin- digkeit 6,9 m/sec. Gipfelhöhe 6300 m, Gipfelhöhe mit einem Motor 2000 m. Reichweite 1840 km. Dauer 5,68 Std. N. C. 470 Wasserschulflugzeug (Farman F 470). Gebaut von der Societ&e Nationale de Constructions Aeronautiques du Centre zur Schulung in Bombenabwurf und Navigation. Der Flug- schüler soll in dieser Maschine mit den Einrichtungen moderner Kampf- flugzeuge vertraut werden. Normalbesatzung 5. Abgestrebter Hochdecker, ausgerüstet mit 2 Gnöme und Rhöne 9 AKX oder Gnöme und Rhöne K9. Gemischtbauweise. Rechteckflügel mit bis zum Ende gleichbleibender Profildicke. Lloime und Auskreuzungen aus Leichtlegierung L-2 R. Blechbenlan- ung. Rumpf kastenförmig. Längs- und Querspanten aus Holz. Beplan- kung Sperrholz. Der Schülersitz für Navigation, Photographie und Bombenabwurf ist ausgerüstet mit Kompaß, einem Instrument zur Feststellung des Bombenabwurfwinkels, einem Abtriftmesser Dubois-Impar und einem Visier Cayere-Montagne. ' Führersitz ausgerüstet mit Doppelsteuerung in Tandemanordnung und allen Einrichtungen eines modernen Kampfflugzeuges. Spannweite 24,45 m, Länge 16,1 m, Höhe im Wasser 4,85 m, Flächeninh. 95 m?, Leergew. 3709 kg, Fluggew. 6000 kg. Mit G.R.9 AKK.: Max. Geschw. in 1000 m Höhe 212 km/h, Reisegeschw. 175/185 km/h, Steigzeit auf 2000 m 10 min 30 sec, Dienstgipfelhöhe 5500 m, Flugdauer 6 h, Startzeit 25 sec. — Mit G. R. K. 9: Max. Geschw. 230 km/h, Reisegeschw. 190/200 km/h. Steigzeit auf 200 m 9 min 40 sec. Dienstgipfelhöhe 6000 m. Flugdauer 6 h. Startzeit 22 sec. N. C. 470 (Farman 470). Archiv Flugsport Seite 590 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1938, Bd. 30 ‚Klemm Kl 35 B, welche in der Landklasse Einsitzer bis zu 6,5 1 Zylinderinhalt eine ‚Höchstleistung von 8350 m Höhe erreichte und somit den.von Maurice Arnoux auf Farman 357 mit Renault „Bengali“ am 27. 12. 37 in Orly (Frankreich) auf- gestellten internationalen Rekord überbot. Die Beschriftung W KI gilt natürlich ‚nur für die Wassermaschine und nicht, nachdem jetzt die Schwimmer durch das Fahrgestell ersetzt wurden. Bild: Walz | USA Lenape-,„Papoose”-Dreizylinder. | Auf dem amerikanischen Markt befinden sich mehrere Leicht- motor-Konstruktionen, Zwei- und Drei-Zylinder-Motoren, die mehr ‚oder weniger den Bedürfnissen.der Praxis entsprechen. In letzter Zeit ist wieder ein Dreizylinder, der Papoose Motor der Lenape Aircraft & Motors, Inc., Matawan, herausgekommen, der zur Zeit sehr gerühmt wird. REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORy COMMITTEE FOR 1938 AERONAUTICS Nr.9 Pressure-Distribution Measurements on an 0—2H Airplane in Flight. (Druckverteilungs- messungen an einem Fiugzeng von Typ „O-2H“ im Flnge.) H. A. Pearson, Rep. Nr. 590, 1937. 15 Cents. An einem Aufklärungsdoppeldecker mit wassergekühltem Motor wurden an der rechten Flügelhälfte und am Höhenleitwerk an zahlreichen in Flugrichtung verlaufenden Schnitten die Luftdrücke bei verschiedenen Flugzeugständen gemessen. Gleichzeitig wur- den Fluggeschwindigkeit, Ruderstellung, Knüppelkraft, Winkelgeschwindigkeit und Beschleunigung verzeichnet. Ergebnisse: Das untersuchte Höhenruder mit Hornausgleich ergibt nur bei großen Ausschlägen die erwünschte Verminderung der Steuerdrücke, bei kleinen Ausschlägen ist es ungünstiger. Der Unterschied der Be- lastung der beiden Höhenleitwerkshälften infolge des Schraubenstrahls ist gering. Bei scharfem Hochreißen kann die größte Be- lastung des Leitwerks nach oben ebenso groß werden wie die größte Belastung nach unten. Der dabei erreichte höchste Normal- kraftbeiwert am Leitwerk nimmt mit wach- sender Geschwindigkeit ab. Die mit einer . bestimmten Aenderung der Knüppelkraft Ties. Pressure,id./sg fh 11O sec. $ Pressure, ld/sg.fi “8 s%8 & o Time:0.90 sea & verbundene Beschleunigung nimmt mit der Geschwindigkeit des Flugzeuges zu. Die Druckverteilungsmessungen anı Flügel zei- gen, daß die Lastverteilung zwischen den beiden Flügeln je nach dem Flugzustand verschieden ist, daß die größte Unsymme- trie in der Belastung sofort nach Erreichen des vollen Querruderausschlages eintritt und daß die Belastung der Querruder von der Lastverteilung auf die Flügel abhängt. Die Bilder zeigen das untersuchte Flugzeug und die Lastverteilung am Höhenleitwerk beim Hochreißen mit 185 km/h (Höhenflosse auf Kopflastigkeit eingestellt, Lastvertei- lung zu verschiedenen Zeiten nach Beginn des Steuermanövers). Cooling of Airplane Engines at Low Air Speeds. . (Kühlung von Flugmotoren bei nie- drigen Luftgeschwindigkeiten. T. Theodorsen, M. J. Brevoort u. C. W. Stickle, Rep. Nr. 593, 1937. 10 Cents. Mit zahlreichen Zusammenstellungen von NACA-Hauben, Luftschrauben und Naben- hauben wurden Messungen über die Kühl- wirkung bei geringen Geschwindigkeiten durchgeführt. Ausschlaggebend für genügende Kühlung am Stand oder beim Rollen ist, daß das Luftschraubenblatt in der Nähe der Nabe einen guten Flügelschnitt besitzt. Ein ein- faches Achsialgebläse (s. Abb.) mit Blech- schaufeln von 45° Anstellwinkel zeigte die besten Ergebnisse. Vermutlich dürfte jedoch ein Propeller mit gut durchgebildeten Blatt- This port ot £ Propeller € blade set ol 45° ongle - ...Bent 45° between . these rodn. L..., 30 n = vv “Propeller: axis R (e) n [F- Blade aongle 40° j Spinner IO-., Fimeı nJO aea. 24° "Axis of Archiv Flugsport propeller Pressure,lb./SQ. em f ur SE: Schnellbomber LeO. 45. Typenbeschreibung veröffentlichten wir bereits „Flugsport“ 1937, Seite 722. it Pre go -— k Seite 34 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 9 wurzeln nahe herankommen. Spreizklap- pen an der Hinterkante der Motorhaube er- höhen das Druckgefälle um rd. 15%, sie sind nur für Motoren zu empfehlen, die keine oder nicht dicht am Zylinder anliegende Leitbleche besitzen. Der Eintrittsdurchmes- ser der Haube soll möglichst groß sein. Eine Nabenhaube oder eine flache Scheibe an der Propellernabe verbessern die Kühlung an der Vorderseite des Motors. Die Vorgänge hierbei sind noch nicht vollkommen geklärt, gelegentlich treten Unstimmigkeiten auf. Die Bilder zeigen den Ventilator im Schnitt und eingebaut. Air Propellers in Yaw. (Luftschrauben bei seitlicher Anblasung.) E. P. Lesley, G. F. Worley u. S. Moy. Rep. Nr. 597, 1937. 10 Cents. Ein Modellpropeller wurde bei vier ver- schiedenen Blattstellungen mit 0, 10, 20 und 30° Seitenwinkel angeblasen und vermessen. Dieser Betriebszustand entspricht einem Langsamflug mit Vollgas. Die Ergesnisse sind im „Flugsport“ 1937 auf S. 672 ausführ- lich wiedergegeben und besprochen. Sie ent- halten die Erklärung für unwahrscheinlich hohe Auftriebsbeiwerte, wie sie sich aus Flugleistungsmessungen gelegentlich er- geben. Characteristics of Six Propellers Including the High-Speed Range. (Beiwerte von sechs Luftschranben unter Einbeziehung großer Fort- schrittsgrade.) T. Theodorsen, G. W. Stickle u. M. J. Bre- voort, Rep. Nr. 594, 1937. 15 Cents. Sechs verschiedene Metallpropeller wur- den vor einer Sternmotorgondel mit ver- schiedenen Motorhauben untersucht. Der beste Wirkungsgrad wird bei Blattwinkeln von etwa 35° (in 0,75 R) erreicht. Die Un- terschiede im Höchstwirkungsgrad betragen bis zu 6°0 je nach Blattform und Steigungs- verteilung. Bei den heute üblichen Leistun- = seen und Durchmessern erreichen die Pro- peller den besten Wirkungsgrad bei Flug- geschwindigkeiten zwischen 300 und 550 km/h. Fin Zweiblattpropeller ist einem Drei- flügler mit den gleichen Blättern im Höchst- wirkungsgrad um 2°o überlegen. Der Ein- flıß des Widerstandes einer Verstellnabe auf den Widerstand ist vernachlässigbar ge- ring, er beträgt etwa 0,5”. Beim Start ist der Dreiflügler der Zweiblattschraube über- legen. Die Abbildung zeigt die fünf versuch- ten Blattformen. Ergebnisse der Messungen sind im „Flugsport“ 1938 auf S. 43 ausführ- lich besprochen. An der gleichen Stelle sind auch die Abmessungen der Luftschrauben wiedergegeben. Full-Scale Tests of a New Type N. A.C.A. Nose-Slot Cowling. (Großversuche an einer NACA-Haube mit Nasenschlitz.) T. Theodorsen, M. J. Brevoort, G. W. Stickle und M.N. Gough. Rep. Nr. 595 1937. 10 Cents. Der Wunsch, bei kleinen Fluggeschwin- digkeiten eine bessere Kühlwirkung zu er- halten, führte zum Entwurf einer Haube, bei der die Luft in der Nähe der Nase aus- tritt. Wie die Abbildung zeigt, ist an dieser Stelle ein Unterdruck vorhanden, der 2- bis 2,5mal so groß wie der Staudruck ist. Die Luft strömt in der üblichen Weise in die Haube ein, wird hinter den Zylindern um- XFropeller Engine Isa. 2 -Skurts 3e Inner cowlıng Nr. 9 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 35 20 u x [ Mi Nose !OF/,} | „00 ] 101% 12-1 Se — 60 L ea 11 6-% So 4 771 RS S of 13-1, Aa2an 14-32 | gelenkt und streicht am Zylinderkopf vorbei wieder nach vorn zum Austrittsspalt. Bei den Versuchen war der Motor durch ein geloch- tes Blech ersetzt. Eine gut entworfene Haube dieser Art zeigt Pumpwirkungsgrade von fast 100%". Der Grund hierfür liegt in erster Linie darin, daß ein geringerer Bruchteil des insgesamt zur Verfügung stehenden Druckgefälles zum Pumpen herangezogen wird und daß die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Jer aus dem Spalt austretenden und der außen vor- beiströmenden Luft nicht übermäßig groß ist. Eine Verkleidung mit Nasenschlitz, die für den Schnellflug entworfen war, zeigte im Schraubenstrahl gegenüber der normalen Verkleidung geringe Unterlegenheit. Eine Haube, die für gute Kühlung beim Rollen entworfen war, ergab im Fluge schlechten Wirkungsgrad. Es dürfte zweckmäßig sein, eine Anordnung mit zwei Schlitzen zu er- proben. Die Motorverkleidung mit Nasen- schlitz ist hinsichtlich der Formgebung sehr empfindlich. Gute Pumpwirkungsgrade wer- den nur durch sorgfältige Kleinarbeit beim Entwurf erreicht. Es ist notwendig, daß der o 0 02 03 04 05 06 07 08 09 K Spalt vor der Stelle des höchsten Unter- druckes liegt. Die Bilder zeigen die Druckverteilung an einer normalen Haube, einen Schnitt durch die Versuchsanordnung, den Zusam- menhang zwischen Pumpwirkungszrad und Leitwert (Erklärung hierzu s. unter Rep. Nr. 592 auf S.32 der Berichtsammlung Nr. 8) für verschiedene Formen des Schlitzes und eine Versuchsausführung der Haube an einem Curtiss-Doppeldecker „BFC—1“, An Analytical and Experimental Study of the Eifect of Periodic Blade Twist on the Thrust, Torque, and Flapping Motion of an Autogiro Rotor. (Rechnerische und experi- mentelle Untersuchungen über den Einfluß einer periodischen Blattverdrehung auf Schub, Dreh- moment und Schlagbewegung eines Anftogiro- Rotors.) J. B. Wheatley, Rep. Nr. 591, 1937. 10 Cents. Die Ergebnisse einer Berechnung werden mit Versuchsdaten verglichen. Die Ueber- einstimmung ist gut. Der Einfluß der Ver- drehweichheit der Rotorblätter auf die Eigenschaften des ganzen Rotors ist bedeu- tend. Das Schaubild zeigt die errechnete Abhängigkeit des Abwindfaktors vom Ver- hältnis der Flug- zur Umlaufgeschwindig- keit der Blattspitzen mit und ohne Be- rücksichtigung der periodischen Verdrehung. .020 ta] u > .0/6 I \ N S < N S .0/2 R \ IS \ > \ z S » S 008 _— (olculoted with periodic Twist — — — - Colculated without periodic twist .004 [0] / 4 .2 .3 Tip-Sspeed ratio, ja Seite 36 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Cooling Tests oi a Single-Row Radial Engine with Several N. A.C.A. Cowlings. (Kühlver- suche an einem Einsternmotor mit verschiede- nen NACA-Hauben.) M. J. Brevoort, G. W. Stickle u. H. H. Eller- brock, Rep. Nr. 596, 1937. 10 Cents. An einer Gondel mit eineni Sternmotor Pratt and Whitney „Wasp“ von 550 PS Nennleistung wurde die Kühlwirkung mit zwei Luftschrauben bei Anblasgeschwindig- keiten zwischen 130 und 175 km/h, Leistun- gen von 300 bis 550 PS mit verschiedenen Hauben bestimmt. Bei den nur auf die Wir- kung im Steigflug abgestellten Messungen € Propeller € Lylnders 1] N rachameter P zeigte sich, daß es möglich ist, ein für die Kühlung ausreichendes Druckgefälle zu er- zielen. Der Verstellpropeller hatte keinen, der Einstellpropeller einen sehr geringen . verbessernden Einfluß auf die Kühlung. Die untersuchten Verkleidungen zeigten bei ge- gebenem Druckgefälle etwa gleiche Kühl- wirkung. Bei gegebener Verrippung und Verschalung der Zylinder bestimmt die Form des Hinterteiles der Haube die Kühl- wirkung im Steigflug. Die Abbildung zeigt die Form der untersuchten Hauben. Flight Tests of the Drag and Torque of the Propeller in Terminal-Velocity Dives. (Flug- versuche über Widerstand und Drehmoment von Propellern in Sturzflügen mit Endge- schwindigkeit.) R. V. Rhode u. H. A. Pearson, Rep. Nr. 599, 1937. 10 Cents. Mit einem Doppeldecker vom Typ „F6C—4“ mit Pratt and Whitney-Motor „R—1340—CD“ wurden im Sturzflug Mes- sungen mit verschiedenen Blattsteigungen durchgeführt. Die Beeinflussung der Endge- schwindigkeit des für die Versuche benutz- ten Flugzeusmusters und die dabei erreichte vn \ Application Be to engine Test sel-up Nr. 9 290 mp.h ?8008 | — re m.p.N. g 20’ INN AnnS I 24008 mn "SS eo’ N N 7 u S 20 er SI oo! u SQ SI r> >000 Engine speed NL N 8 280 16008 De Ss IT S E90 m.p.h! L 240 Pr —— m 270 ‚200% £ TA —-250 RN Q oo B IT? — 14290 ® EBESSGESSFE 8 I _ dv 60 > >“ . Pa ermınal velocity 25 1 N & 720 ® S D v 80 ° K I V £ 40 [0] 4 8 [724 16 20 24 Propeller blade angle setting ot 0.75R,degrees Motordrehzahl bei verschiedenen Steigungs- winkeln zeigt das Schaubild. Daraus abge- leitete Rechenblätter gestatten die Berech- nung der Bremswirkung für andere Fälle, solange etwa die gleichen Verhältnisse wie bei dem Flugzeug „F6C-—4“ vorliegen (Be- einflussung zwischen Schraube, Rumpi und Flügel). Experimental Investigation of Wind-Tunnel Interference on the Downwash behind an Airfoil. (Experimentelle Untersuchungen über den Einfluß eines Windkanals anf den Abwind hinter einem Tragflügel.) A. Silverstein u. S. Katzoff, Rep. Nr. 609, 1937. 10 Cents. Der Einfluß der Strahlgrenze auf die Richtung des Abwindes hinter einem Flügel wurde bei einem Freistrahlkanal untersucht. Es zeigt sich, daß die der theoretischen Be- rechnung dieses Einflusses zugrundeliegende Annahme, nach der die Länge des Freistrah- les unbegrenzt groß ist, nur am Orte des Flügels selbst stimmt. Für das Gebiet in der Nähe eines ev. vorhandenen Leitwerkes gibt die Theorie eines Freistrahles von begrenz- ter Länge qualitative Uebereinstimmung mit den Versuchswerten. Die Abbildung zeigt das Schema der Beeinflussung. Enfronce cone Exit cone Sireamlines with exit cone without “ Nr. 22/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 591 USA Lenape-,Papoose“-Dreizylinder-Motor. Archiv Flugsport Dieser kopfgesteuerte luftgekühlte Dreizylinder besitzt aus dem Vollen gedrehte Stahlzylinder mit Aluminiumköpfen, zwei Zündkerzen. Ventilsitze eingeschrumpfte Bronzeringe. Kurbelgehäuse dreiteilig, im vorderen Teil Nockengetriebe für die Stöße. Kurbelgehäuse Mittelstück mit einem hinteren Deckel, auf denen Magnet, Oelpumpe und sonstiges montiert ist. Kurbelwelle zweiteilig, gelagert in vier Kugel- und einem Gleit- lager. Pleuelstange, ein Haupt- und Nebenpleuel. Zwei Boschmagnete, Stromberg-Vergaser. Bohrung 104,48 mm, Hub 101,32 mm, Kompres- sionsverhältnis 5, Drehzahl 2125, Gewicht trocken 65 kr, Gesamt- Gerohmesser 865 mm, Gesamtlänge 605 mm, Betriebsstoffverbrauch Voith-Schneider-Propeller. Den Voith-Schneider-Propeller haben wir als Anwendungs der ' Tragflügelwirkung bei der Besprechung des Schaufelradflugzeuges von Rohrbach in seiner Wirkungsweise kurz besprochen (s. „Flugsport“ 1933, 5.55). In letzter Zeit kommen aus unserem Leserkreis wieder Anfragen über Wirkungsweise, Wirkungsgrad und hydraulische bzw. aerodynamische Gesichtspunkte. Beim Voith-Schneider-Propeller (Abb. 1), der bis jetzt nur als Schiffsantrieb ausgeführt ist, wird der einzelne Flügel (Abb. 2) wäh- rend seines Umlaufes so bewegt, daß eine auf ihm senkrecht stehende Gerade dauernd durch einen und denselben Punkt hindurchzeht. Dieser Steuerpunkt ist allen Flügeln gemeinsam. Die Exzentrizität ON des Steuerpunktes steht mit dem Laufkreishalbmesser OP, der Umfangs- geschwindigkeit u und der Eintrittsgeschwindiekeit v für Leerlauf in dem einfachen Verhältnis ON/JOP = v/u = Steigung. Die Schaufeln haben die Gestalt eines Tragflügels. Da sie zum Unterschied von anderen Antriebsvorrichtungen verwandter Art (z.B. Kirsten-Boeing-Propeller) stets mit derselben Kante voranlaufen. war es möglich, ihnen den Querschnitt eines sorgfältig ermittelten, günstig- sten Tragflügelprofiles zu geben. Während des Umlaufes müssen die Flügel stets im Sinne einer richtigen Anströmung zeren das Wasser Seite 592 „FLUGSPORT“ Nr. 2211938, Bd. 30 gestellt werden; sie sind daher mit dem Rotor nicht starr verbunden, sondern um achsparallele Zapfen drehbar gelagert und führen eine mit dem Radumlaufe synchron-periodische Schwingbewegung gegen den Rotor aus. Hierzu eine einfache geometrische Hilfsüberlegung (Abb. 2): Das Geschwindigkeitsdreieck uvw ist geometrisch ähnlich dem Drei- eck OPN, das entsteht, wenn durch den Radmittelpunkt eine Senk- rechte ON zur Fahrtrichtung und durch den Flügelpunkt P der Halb- messer PO, sowie eine Senkrechte PN zur Relativgeschwindigkeit w gezogen werden. Denkt man sich nun die gleiche Konstruktion an ver- schiedenen Punkten des Umlaufes ausgeführt, so sieht man folgendes: Der überall gleich großen Umfangsgeschwindigkeit u entspricht stets der überall gleich große Halbmesser OP; der Proportionalitätsfaktor je zweier Dreiecke dieser beiden Scharen ist also überall derselbe, nämlich die Winkelgeschwindigkeit des Rades. Setzt man nun in erster Näherung voraus, daß in gleicher Entfernung der Nachstrom überall gleich ist, so ist bei allen Geschwindigkeitsdreiecken die Seite v nach Größe und Richtung gleich. Der Eintrittsgeschwindigkeit v entspricht aber in dem geometrisch ähnlichen Abbildungsdreieck OPN die Seite ON. Es folgt daraus, daß diese Abbildungsdreiecke für alle Punkte des Umlaufes die Seite ON gemeinsam haben, daß also während des Um- laufes nur der Punkt P wandert, die Punkte O und N hingegen relativ: zum angetriebenen Fahrzeug in Ruhe bleiben. Durch diesen ruhenden Punkt N geht nun stets eine Normale zur Relativgeschwindigkeit w, in deren Richtung programmgemäß auch das Flügelprofil stehen soll. Abb. 3 zeigt einen Vertikalschnitt durch einen Propeller für ERS IL @: T I \ 7 2 | | | | | | | | Abb. 3. Voith-Schneider-Propeller. | Abb. 1. Voith-Schneider-Propeller. Im Schnitt Flügelsteuerung durch Knüppel. Abb. 4. Voith-Schneider-Propeller. Verstellung der Flügel in Auslage- OÖ Steuerpunkt. stellung. Abb. 2. Voith-Schneider-Propeller. Schema der Flügelsteuerung. DZZA, Testsichend j Volhftsvsp Nr. 22/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 593 Antrieb über ein Kegelradpaar. Das Laufrad (1) ist ein sternförmiger Hohlkörper und trägt an seinem Umfang die achsparallelen Flügel (2), deren Schäfte durch Ledermanschetten mit Schlauchfedern abgedichtet Abb.5. Wirkungsgrad bei wechselnder Steigung. 2%, L7 sind. Das Laufrad selbst besitzt keine » sr Welle, sondern läuft um einen fest- / / stehenden Spurkranz (3) von großem * Durchmesser und um ein Halslager (4) „ IX um. Dieses Halslager zentriert das Lauf- / rad und überträgt den Schub über das 4414174 Propellergehäuse (5) auf das Schiff. Der Spurkranz nimmt Eigengewicht der um- laufenden Teile und Kippkräfte auf. 20 Abb. 4 zeigt den Antrieb der Flügel. on m der Mitte des Laufrades und an seiner | rehung teilnehmend, ist die Steuer- a scheibe (6) mit den Lenkern (7), welche " RM ED RR RE in drehbar gelagerten Gleitsteinen (8) ge- 4, 5. >| . führt sind. Stangen (9) verbinden diese Lenker (7) mit Hebeln (10), die auf den Schäften der Flügel (2) sitzen. Die Scheibe (6) steht gegen das Rad exzentrisch, die Lenker und damit die Flügel vollführen Schwing- bewegungen und erzeugen Schub, der nach Größe und Richtung von der Lage des Steuerpunktes abhängt. Steht die Steuerscheibe in der a grmitte, dann bleiben die Lenker gegen das Rad in Ruhe (Null- stellung). Infolge der verstellbaren Steigung hat der Voith-Schneider-Pro- peller nicht nur eine einzige Wirkungsgradkurve wie die Schraube mit konstanter Steigung, sondern eine Umhüllende unendlich vieler Wir- kungsgradkurven (Abb. 5). Er läßt sich also bei wechselnder Belastung jeweils hydraulisch bzw. aerodynamisch richtig anpassen. Wenn wir nun ein mit Luft arbeitendes Modell dieses Prinzips betrachten, und beispielsweise die Göttinger Profilmessungen als Grundlage für eine quantitative Untersuchung heranziehen wollen, dürfen wir einige wesentliche Gesichtspunkte nicht außer acht lassen. Der Strömungszustand ist ein verschiedener: Die Göttinger Messungen wurden an einem geradlinig-parallelen Luftstrom angestellt, beim Voith-Schneider-Prinzip erfolgt die Bewegung der Luft relativ zum Flügelprofil in krummen Bahnen. Ihr Krümmungshalbmesser wird aller- dings im Verhältnis zur Profiltiefe meist sehr groß sein. Unter diesen Umständen wäre es zulässig, das krummlinige Strömungsbild auf den Fall geradliniger Anströmung konform abzubilden, das heißt die Strömung mitsamt dem darin befindlichen Profil „geradezubiegen“. An Stelle des vorhandenen Profils in krummer Strömung könnte daher ein verzerrtes Profil in geradliniger Anströmung untersucht werden, dessen „reduzierte Krümmung“ mit der Krümmung des wirklichen Profils und jener der Strömung in einfacher Weise zusammenhängt (siehe „Mitteilungen der Göttinger Anstalt“, III. Bd., S. 9/10). Diese reduzierte Krümmung ist allerdings von Punkt zu Punkt des Umlaufes eine andere. Die verzerrte Flügelfiorm windet sich also dem Laufkreise entlang wie ein Gummiprofil. Man ist aber an Hand der Göttinger Messungen schon in der Lage, bei einer Schar von Profilen gleicher Formcharakteristik, aber verschiedener Krümmung, stetige Zusammen- hänge der Kraftwirkungen angeben zu können. Der Rechnungsvorgang wird daher durch eine solche Berücksichtigung der Strömungskrüm- mung wohl mühsamer, aber nicht schwieriger. Seite 594 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1938, Bd. 30 ZKONSTRUKTIO SEINZEBSHEITEN Gummischwimmer, gebaut von der Good- year Luftschiff - Fa- brik, sind wieder ein- mal neu. Aehnliche Gummischwimmer wurden bereits in der: ältesten Zeit, um die Jahre 1912 und 1913 von Grade und später von verschiedenen französischen Kon- NL TU NEE Nebenstehende Abbil- dung zeigt ein Piper- Cub-Flugzeug, wel- . ches mit Goodyear- USA Piper-Cub-Flugzeug mit Gummischwimmern. Schwimmern VEI- sucht wurde. Landeklappen (Flaps) werden oft bei den Beschreibungen genannt. (Vgl. auch über Flaps, verschiedene Ausführungsformen, Report -Sammilg. d. „Flugsport“, Reports Nr. 549, S. 11, Nr. 554, S. 17, Nr. 573, S. 21.) Die Art der Betätigung ist verschieden. Nebenstehende Abbildung zeigt nn = die Landeklappen beim Lock- heed 14 (vel. „Flugsport“ 1937, Seite 513 und 611) mit Wright- in LMNHTRRIRER Landeklappen beim Lockheed 14. Fahrwerksausbildung bei dem Mehr- zweckeflugzeug Arado „Ar 95“. Werkbild strukteuren, versucht. Nr. 2211938, Bd. 30 „Pr LUGSPORT*“ Seite 595 Cyclone-Motor. Geschwindigkeit 390 km/h. Die Anordnung und Betätigung ist außerordentlich einfach. Die Landeklappe wird mit zwei Rollen in einer U-förmig gebogenen Schiene geführt und durch Seilzüge mit Umlenkrollen in die verschiedenen Stellungen aus- und eingefahren. Die untere Abbildung zeigt die Landeklappe in drei verschiedenen Stellungen (ganz ausgefahren, halb ausgefahren, eingefahren). Selbsthemmende Sicherungsmutter wird von Boots Aircraft Nut Corp. in USA auf den Markt gebracht. Die Mutter besteht, wie neben- stehende Abbildung erkennen läßt, aus einer unteren Hauptmutter a und einer oberen kleinen Mutter c. Die beiden Muttern sind durch einen kragenförmigen Teil b verbunden. Die Wirkungsweise ist sehr einfach. Beim Anziehen der Mutter, Abbildung links, wird die untere Mutter nach oben gepreßt. Die Hilfsmutter c hingegen, infolge des elastischen Kragens, bleibt mit ihrem Gewindeteil zurück und bremst. Die rechte Abbildung läßt die Stel- lung der Gewindegänge im gelösten Zustand erkennen. Pfeile zeigen Kraftwirkung innerhalb der Mutter. U "Selbsthemmende Sicherungsmutter. TürWerkstaltu-Flugplatz == Grenzlicht einbetoniert, amerikanische Ausführung zeigt neben- stehende Abbildung. Diese Lampen sind entsprechend der Landebah- nen gruppiert und werden von einer Schalttafel im Beobachtungsturm, wo gleichzeitig die eingeschalteten Lampen auf einem Tableau. den 3 Grenzlicht einbetoniert. Bild u. Zeichnung: Aero Digest. Grenzlicht mit einbau- fertigem Gehäuse. Flughafen darstellend, aufleuchten, betätigt. Auf dem oberen Teil des Linsenkörpers befindet sich eine Abdeckplatte, so daß ein Teil des Leuchtstrahlbündels nach oben abgeschirmt ist. Der Oberteil mit star- ken Rippen ist so verstärkt, daß Flugzeuge darüber weg rollen kön- nen. Es scheint, daß die in Deutschland gebräuchlichen Grenzlichter entsprechend vorteilhafter ausgebildet sind. Seite 596 „FLUGSPORT"“ Nr. 22/1938, Bd. 30 Lilienthal-Preisausschreiben 1938/39. Die Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung E. V. schreibt anläßlich ihrer Hauptversammlung 1938 in Berlin Preisaufgaben aus. Stellung der Aufgaben. Auf der Grundlage des die Luftfahrt- forschung behandelnden Schrifttums und sonstiger Kenntnisse und Unterlagen ist für den Flugzeugbau, für das Gebiet der Flugmotoren, für das Flugfunkwesen und das Waffenwesen der Luftfahrt ie eine Arbeit vorgesehen. A. Flugzeugbau. Ueber die Strömungserscheinungen an einem Tragflügel ohne Pfeil- und V-Form bei symmetrischer Anströmung liegen zahlreiche theo- retische und experimentelle Arbeiten vor. Dagegen ist u. a. noch unbekannt, welche Luftkräfte und Luftkraftmomente beim geraden Flügel unter unsymme- trischer Anströmung (Schieben) auftreten und wie die Verteilung des Auftriebes beim Pfeilflügel ist. Diese Fragen hängen eng miteinander zusammen; ihre Be- antwortung kann zur Klärung wichtiger in der Flugmechanik auftretender Fragen beitragen. Aufgabe 1. Für die Bestimmung dieser Strömungserscheinungen sind an Hand von Rechnungen oder Messungen allgemein gültige Beziehungen ab- zuleiten. Hierbei ist die Arbeit auf den Zustand der nicht abgerissenen Strö- mung zu beschränken. Das Ergebnis soll so herausgearbeitet sein, daß es möglichst unmittelbare Anwendung auf flugtechnische Fragen gestattet. Preisgericht für Aufgabe 1. Dr.-Ing. Friedrich Seewald, Berlin (Vorsitzender); Dipl.-Ing. Philipp von Doepp, Dessau; Prof. Ludwig Prandtl, Göttingen; Prof. Karl Wieselsberger, Aachen. B. Flugmotorenbau. Die Forderung geringsten Raum- und Gewichtsbedarfes bei größten Leistungen gilt besonders für Zahnradgetriebe der Flugmotoren (Luftschraubenantrieb, Laderantrieb). Die Entwicklung ist nicht abgeschlossen, um so mehr, als durch konstruktive Gestaltung, durch Werkstoffe und Werk- stattherstellung Grenzen nach oben noch nicht erreicht sind. Die im allgemeinen Maschinenbau übliche Berechnungsweise führt zu unbrauchbaren Entwürfen, während die auf Grund praktischer Erfahrungen aufgestellten brauchbaren Berechnungsunterlagen durch die Entwicklung, besonders hinsichtlich der Er- fahrungsbeiwerte, Wandlungen unterworfen sind. Aufgabe 2. Es ist entweder durch eine allgemein zusammenfassende Arbeit oder aber durch eine eingehende Sonderbehandlung eines Teilgebietes (konstruktive Gestaltung, Werkstoffe, Berechnungsunterlagen u. dgl.) auf Grund von Veröffentlichungen und Erfahrungen der Stand der Entwicklung von Zahn- radgetrieben in Flugmotoren und deren Entwicklungsmöglichkeit aufzuzeigen. Preisgericht für Aufgabe 2. Prof. Heinrich Triebnigg, Berlin (Vor- sitzender); Dr.-Ing. Franz Bollenrath, Berlin; Prof. Otto Holfelder, Berlin; Dir. Harald Wolff, Berlin. C. Funkwesen. Es ist vielfach versucht worden, auch das Gebiet des ultra- roten Lichtes in den Dienst der Luftfahrt zu stellen. Wenn auch eine praktische Verwertung dieses Gebietes zur Zeit nicht sehr aussichtsreich erscheint, würde es doch sehr erwünscht sein, eine Zusammenstellung über die Möglichkeiten und Anwendungsgrenzen dieses Gebietes zu erhalten. Aufgabe 3. Es ist eine Uebersicht und kritische Betrachtung der Ver- fahren zu geben, die für die Luftfahrt auf dem Gebiete des ultraroten Lichtes in Betracht kommen. Dabei soll das betrachtete Gebiet alle Wellen umfassen, die länger als die optisch sichtbaren und kürzer als ungefähr 1 mm sind. Preisgericht für Aufgabe 3. Dr.-Ing. Rudolf Stüssel, Berlin (Vor- sitzender); Dr. phil. Friedrich Lange, Berlin; Geh. Reg.-Rat Jonathan Zenneck, München. D. Waifienwesen. In den letzten Jahren ist eine Reihe von Aufsätzen über die Ballistik des Bombenwurfes veröffentlicht worden, die in bezug auf die Auffassungen und die theoretischen Grundlagen erheblich voneinander abweichen. Die hohe Bedeutung, die dem gezielten Bombenwurf gegen militärische Ziele zukommt, läßt eine Klärung der verschiedenen Ansichten und Lösung der ein- zelnen Probleme des Bombenwurfes vordringlich erscheinen. Aufgabe 4. Die bisher bekannten Veröffentlichungen sind in abwägender Beurteilung zu einer einheitlichen Uebersicht über den Stand der Ballistik des Bombenwurfes zusammenzufassen. Die Mängel der bekannten Methoden sind dabei durch exakte Rechnungen klar zu stellen und, wenn möglich, durch An- gabe neuer Verfahren zu beseitigen oder einer Beseitigung zugänglich zu machen. Nr. 2211938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 597 Preisgericht für Aufgabe 4. Dr.-Ing. Theodor Wilhelm Schmidt, Braunschweig (Vorsitzender); Prof. Dr.-Ing. Hubert Schardin, Berlin-Gatow; Dipl.-Ing. Wolfgang Müller, RLM., Berlin; Prof. Walter Kucharski, Berlin. Allgemeines. Den Darlegungen ist für iede Aufgabe ein Verzeichnis der benutzten Originalarbeiten beizufügen. Bewerber. Als Bewerber zum Preisausschreiben sind zugelassen: Reichsdeutsche Volksgenossen, Auslandsdeutsche arischer Abstammung. An Preisen*) werden für die Bearbeitung dieser Aufgaben ausgesetzt: für jede der Aufgaben A, B, C, Diie ein erster Preis von RM 1500, ie zwei weitere Preise von je RM 500 = RM 1000, insgesamt für jede Aufgabe RM 2500. Die Bewerbung ist für eine der vier Aufgaben oder auch für meh- rere zulässig. Die Bewerbungen sind in deutscher Sprache zu verfassen und in Maschinenschrift einzureichen. Der Umfang jeder Arbeit ist trotz ausreichender Darstellung knapp zu halten. Sonderbeschreibungen und dergleichen können unter Umständen als Anlage beigefügt werden. Die Arbeit ist in geschlossenem Umschlag mit der Aufschrift „Preisaus- schreiben der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung 1938/39“ bis zum 1. Juli 1939 an das Generalsekretariat der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrt- forschung e. V., Berlin W 62, Keithstr. 8/9 einzusenden. Die Arbeit ist mit einem Kennwort zu versehen. In einem geschlossenen Umschlag, dessen Anschrift das gleiche Kennwort zeigt, ist der Name, Stand und Wohnort des Einsenders anzugeben. Es werden auch Arbeiten zugelassen, die von mehreren Bearbeitern unter gemeinsamem Kennwort eingereicht wer- den. Im Begleitschreiben sind in diesem Falle die Namen usw. sämtlicher Bearbeiter zu nennen. Der Preis wird alsdann an diese Bearbeiter zu gleichen Teilen gegeben. Das Verlagsrecht der preisgekrönten Arbeiten geht mit der Zuerkennung des Preises an die Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung über. Der für derartige Arbeiten übliche Schriftsold wird bei der Veröffentlichung gesondert gezahlt. Die Lilienthal-Gesellschaft behält sich jedoch das Recht vor, auf die Veröffentlichung einzelner Teile oder der ganzen Arbeit zu verzichten. Die Ver- fügung über die nicht mit einem Preise bedachten Bewerbungen verbleibt dem Bewerber. Das Ergebnis des Ausschreibens wird vom Präsidium der Lilienthal-Gesell- schaft für Luftfahrtforschung bekanntgegeben. Die Entscheidung des Preisgerichts ist endgültig unter Ausschluß des Rechtsweges. Etwaige Anfragen sind an das Generalsekretariat der Lilienthal-Gesellschaft zu richten. Berlin, den 12. Oktober 1938 Der Geschäftsführende Präsident der Lilienthal-Gesellschaft Bäumker. Inland. Tagesbefehl an die Luftwaffe hat der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General- feldmarschall Göring, nach Abschluß des Einmarsches der deutschen Truppen in Sudetendeutschland erlassen: „Kameraden! Zum zweiten Male in diesem Jahre hat unser Volk einen Zeit- abschnitt gewaltigen geschichtlichen Ausmaßes erlebt. Nach der Ostmark ist nun Sudetendeutschland nach jahrzehntelangem Kampf ins Großdeutsche Reich heim- gekehrt. Der Kampf wurde gewonnen, als unser Führer seine und des ganzen deut- schen Volkes Kraft auf der Seite des Rechtes einsetzte, und er wurde friedlich gewonnen. Garant für die Erhaltung des Friedens in den entscheidenden Tagen war aber die starke deutsche Wehrmacht. *) An im Ausland ansässige Preisträger wird der Preis entsprechend den geltenden Vorschriften übermittelt. Seite 598 „FLUGSPORT“ Nr. 2211938, Bd. 30 Als Oberbefehlshaber der Luftwaffe sage ich meiner Fliegertruppe, Flak- truppe und der Luftnachrichtentruppe Dank für die in den letzten Monaten geleistete Arbeit zur Sicherung unseres Reiches und Anerkennung für ihren Ein- satz und ihre vorbildliche Haltung bei dem Einmarsch in die befreiten Sudeten- lande. Dieser Dank und diese Anerkennung gilt aber auch allen denen, die in stiller Pflichterfüllung auf scheinbar unbeachtetem Posten ihren Teil zur Hebung der Einsatzbereitschaft der Luftwaffe und zur Sicherung des deutschen Lebens- raumes beigetragen haben. Unser Volk, unsere sudetendeutschen Brüder, aber auch unsere Gegner haben die imponierende Stärke unserer stolzen Luftwaffe gesehen. Für unser Volk ein Gefühl stolzen Selbstbewußtseins, für die Umwelt ein Gefühl achtung- gebietender Ueberlegung. Unsere Friedensarbeit geht weiter zur Vervollkommnung dieser Waffe, die, getreu unserem Führer, Volk und Reich gegen jeden Gegner schützen wird. Unser Führer und Oberster Befehlshaber, Adolf Hitler, Sieg Heil! Gez. Hermann Göring.“ Hauptversammlung der Lilienthalgesellschait für Luitfahrtforschung 1938. — Am 12. 10. wurde in Berlin im Ufa-Palast am Zoo unter großer nationaler und internationaler Beteiligung die diesjährige Hauptversammlung der Lilienthal- Gesellschaft in Gemeinschaft mit der Deutschen Akademie für Luftfahrtforschung durch den Staatssekretär General der Flieger Milch eröffnet. Auf ein Telegramm an Generalfeldmarschall Göring ging folgende Antwort ein: „Mit Dank habe ich von Ihren Begrüßungsworten Kenntnis genommen. Die deutsche Luftfahrttechnik ist ein entscheidend wichtiger Faktor für die deutsche Luftgeltung in der Welt. Ihre Erfolge machen unsere Luftwaffe zu einem scharfen Schwert zum Schutze der deutschen Heimat. Dem deutschen Luftverkehr erwerben sie Achtung und Ansehen bei allen handeltreibenden Staaten. Die aufopfernde und unermüdliche Arbeit in Fabriken und Forschungsanstalten in den vergangenen Jahren hat zu den großen technischen Erfolgen geführt, die unserer Luftfahrt in der letzten Zeit beschieden waren. Ich wünsche der Hauptversammlung 1938 als einem wissen- schaftlich bedeutsamen Ereignis besten Erfolg. Es ist mein Wunsch, daß Luft- fahrtwissenschaft und -technik auch in Zukunft mit äußerster Kraft im Dienste der großen nationalen Aufgaben unseres Führers erfolgreich arbeiten mögen. Hermann Göring.“ Gewinner des ersten wissenschaftlichen Preisausschreibens vom Oktober 1937 waren folgende: Dr. Karl Bärner (München), Dipl.-Ing. Kurt Dziewior (Ber- lin), Ingenieur Theodor Hoock (Köln), Dr.-Ing. Sighard Hoerner (Kassel), Peter Jordan (Göttingen), Hans Knobloch (Berlin), Dipl.-Ing. Max Kohler (Friedrichs- hafen), Dipl.-Ing. Fritz Schmidt (Berlin), Ernst Schunck (Essen), Ulrich Theile (Sömmerda), Dr. Johannes Weißinger (Berlin). Ferner gab der Präsident eine weitere Gruppe von Preisausschreiben be- kannt, deren Ergebnis bei der nächstiährigen Hauptversammlung bekanntgegeben werden soll. Außerdem hat die Lilienthal-Gesellschaft soeben erstmalig mit Unterstützung der deutschen Luftfahrtindustrie Prämien für bedeutende Leistun- gen auf technischem Gebiet an besonders verdiente Männer der Luftfahrttechnik überwiesen. Es wurden ausgezeichnet: Ingenieur Boris von Schlippe und Dipl.- Ing. Oskar Nissen (Dessau), Dr.-Ing. Ernst Kramer und Dr.-Ing. Hans Rochow (Berlin), Dr.-Ing. Walter Sottorf und Prof. Dr.-Ing. Hans Ebner (Hamburg), Dipl.-Ing. Ludolf Ritz (Göttingen), Chefingenieur Hornauer und Dr. Artur Pfeifer (Berlin), Dr.-Ing. Rudolf Schmidt und Ing. Walter Stieß (Friedrichshafen) sowie Dipl.-Ing. Reinhard Preuschen und Dr. Werner Hofmann (Dessau). Der Chef des technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium, General- major Udet, nahm darauf die Verteilung der Lilienthal-Gedenkmünze an be- sonders verdiente Persönlichkeiten der Luftfahrt vor. Er überreichte die Lilien- thal-Gedenkmünze folgenden Persönlichkeiten: Dr. Claudius Dornier, Friedrichs- hafen, Prof. Dr. Heinrich Focke, Bremen, Prof. Dr. phil. Albert Beetz, Göttingen, Dr.-Ing. Heinrich Ebert, Frankfurt a. M., Albert Patin, Berlin, Direktor Adolf Beck, Bitterfeld. Der Lilienthal-Ring, gestiftet von Generalfeldmarschall Göring für Ver- dienste ausländischer Luftfahrtforscher, wurde zum ersten Male verliehen und durch Generalmajor Udet dem Präsidenten der Royal Aeronautical Society und Chefing. der Bristol-Flugzeugwerke, Mr. Fedden, überreicht. Nr. 2211938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ ‘Seite 599 Als Vertreter von Reichserziehungsminister Rust gab Staatssekretär Zschintzsch die Verteilung des im vorigen Jahr von Reichserziehungsminister Rust gestifteten Otto-Lilienthal-Preises und Ludwig-Prandl-Preises bekannt. Der Otto-Lilienthal-Preis ist dem stud.-ing. Rainer Horten aus Bonn zugesprochen worden. Der Ludwig-Prandl-Preis, der von dem Minister zur Förderung des Flugzeugmodell-Baues an deutschen Schulen gestiftet wurde, ist geteilt worden. 1500 RM erhält die Oberschule für Knaben in Rheinhausen-Emmerich, 750 RM die Städtische Oberschule für Knaben in Zwickau und 750 RM das Staatliche Gymnasium in Allenstein. Wilhelm Thiele, Flugkpt. d. DLH, 27. 9. 25 Jahre Flugzeugführertätigkeit. Thiele war schon 1909 bei Grade in der Fliegerei tätig und lernte auch auf Grade fliegen. 1913 trat er beim Fliegerbataillon I Döberitz ein, kam bei Kriegsausbruch an die Ostfront, von den Russen abgeschossen, gefangen, flüchtete 1920 aus Sibirien, kam dann zum Luftverkehr, zum Einfliegen neuer und überholter Flug- zeuge, Erprobung Junkers-Dieselmotor, vor 3 Jahren Ehrennadel 1 Million km Luftverkehr. Ein würdiger und tüchtiger Kamerad der Alten. Intern. Fliegertreffen Essen und Rangsdori 2.5.9. 1938. 40 Flugzeuge trafen sich in Essen-Mülheim. Vertreten waren Holland, Belgien, Frankreich, England, Dänemark, Polen, Luxemburg, Ungarn und Schweiz. Empfang durch NSFK.-Haupt- sturmführer Gerbrecht. Einladung auf Villa Hügel durch Alfred von Bohlen und Halbach. Anschließend Besichtigung der Gutehoffnungshütte. Schluß bildete Fliegerkameradschaftsabend im Haus der Flieger, Berlin. Rückflug der Ausländer erfolgte am 6. 9. Beschränkung der Flughöhe im Reichsgebiet auf unter 1000 m über Grund ist aufgehoben. 8350 m Höhe erreichte 18. 10. Helmut Kalkstein auf Klemm Kl 35 B mit Hirth-Motor HM 506 160 PS in der Landklasse Einsitzer bis zu 6,5 I Zylinder- inhalt. Der bisherige französische Rekord wurde damit um 1000 m überboten. Prof. Dr. E. Atzler 7, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts, Begründer des Arbeitsphysiologischen Instituts, Dortmund, im Alter von 50 Jahren gestorben. Was gibt es sonst Neues? 17 074 m Höhe erreichte ital. Oberstltn. Pezzi auf Flugplatz Guidonia. Bis- herige größte Höhe Engländer Adam 16440 m. Marc Birkigt erhielt den Orden der Ehrenlegion für Groß-Offiziere für seine Verdienste als Konstrukteur bei Hispano Suiza. Pariser Salon auf die Zeit vom 25. 11.—11. 12. verschoben. Engl. Auftrag Lockheed-Flugzeugwerke 10 Mill. Mark. NSFK.-Dienststelle im Sudetenland vom Korpsführer Generalleutnant Chri- stiansen angeordnet. W. Klingeberg aus Japan zurück. Ausland. Engl. Air Force Offiziere „Klasse CC“ sind aus dem aktiven Dienst aus- geschiedene, jedoch im militärischen Dienst als Zivilisten noch tätige Angestellte. Mercury-Composit Flugzeug flog vom 6. 10. bis 8. 10. von Dundee, Schott- land, 9726 km nach dem ÖOraniefluß (Süd-Afrika) in 42 Std. 6 Min. mit 231 km/h. Start erfolgte mit dem Maio-Composit Flugzeug, Flugzeugführer Kapt. Bennett, der auch die Mercury bei ihrem Ozeanflug steuerte. Oberst Lindbersh, der zur Zeit in Deutsch- land weilt, besuchte am 19.10.in Begleitung des Militärattaches der Ver- einigten Staaten, Colonel Vanaman, die Messer- schmitt A.-G., Augsbure. Lindbergh war von dem hohen Stand der deut- schen Luftfahrtindustrie überrascht. Rechts: Oberst Lind- bergh läßt sich von dem Rekordflieger Chef- pilot Dr. Wurster eine Messerschmitt-Taifun- Maschine erklären. ‘ Seite 600 „FLUGSPORT"“ Nr. 2211938, Bd. 30 Engl. Betriebsilak sind leichte Flakabteilungen, welche in den Betrieben selbst aufgestellt werden und deren Aufgabe es ist, Flugzeuge, die in Höhen unter 600 m fliegen, zu bekämpfen. Diese in Fabrikbetrieben gebildeten Reserven beziehen ihre Gehälter weiter und erhalten keine besondere Entlohnung. Aus- rüstung mit 3,7 Zoll Luftabwehrgeschützen, die in Massen hergestellt werden sollen. Royal Air Force Besuch in Frankreich. Führer Luftmarschall Sir Cyril Ne- wall, Chef des „Air Staff“. Außerdem Luft-Vice-Marschall Sholto-Douglas, Assi- stent des Stabes, Group Capt. N. H. Bottomley (Bomben-Commandant), Group Capt. A. H. Orlebar (Befehlsoffizier der RAF Station Northolt), Sq. Ldr. Rock de Besombes vom Air Ministry und Fl. Lt. H. Eeles, persönlicher Assistent des Luftmarschalls Newall. Die Mission reiste in dem D. H. 86 B des Air Councils und wurde in Le Bourget von General Jauneaud in Vertretung des Luft- Ministers empfangen. Pariser Salon, von engl. Firmen stellen nur 3 Flugzeugfirmen aus, Bristol Aeroplane Co., De Havilland Aircraft Co. und Hawker Aircraft Ltd. Motorfirmen: Armstrong Siddeley Motor Ltd., Bristol Aeroplane Co., Cirrus Engine Division, Blackburn Aircraft Ltd., D. Napier and Son Ltd. und Rolls Royce Ltd. Franz. Luftrüstungsprogramm, innerhalb von 2 Jahren sollen 4000 Flugzeuge gebaut werden, und zwar bis in 4 oder 5 Monaten 1748 und in längstens 2 Jahren 2617. Die notwendigen Investierungen und Kredite beziffert der „Intransigeant“ auf 1 Milliarde Franks. Belg. Luftsperrzonen, deren Ueberfliegen verboten ist, umfassen folgende Gebiete: Lüttich, begrenzt von der Straße Maastricht— Tongern—Amay, Linie Amay--Rivage, Eisenbahnlinie Rivage—Remouchamps, Linie Remouchamps—-Ver- viers, Eisenbahn Verviers— Aachen, deutsche Grenze, holländisch-belgische Grenze bis zur Straße von Maastricht nach Tongern; ferner die Festung Namur, be- erenzt von den Straßen zwischen den Orten Andenne, Eghezee, Bovesse, Mous- tier, Fosse, St. Gerard, Godinne, Spontin, Ohey, Andenne. Belg. Luitverkehrsuniall am 10. 10. in der Nähe von Soest (Westf.) kamen ums Leben Piepenstock, Dr. Ullmann, Familie Kappes, Berlin; Mengen, Neuß (Rh.); Dr. Witt, Marienburg (Westpr.); Rechtsanw. Diemer und Frau, Hamburg; Her- mann Roesner, Beuthen; ferner 3 Angehörige der Rheinmetall-Borsig-A.-G., Generaldirektor Luther, Direktor Fischer und Prokurist Maurach, Düsseldorf. Aero Club Islands, FAI angeschlossen, 350 Mitglieder, umfaßt folgende Ver- eine: Svifflugfielag Akureyrar (Segelflugv. Akureyri), Svifflugielag Islands (Segel- flugv., Reykjavik), Flugklubbur Reykiavikur (Motor-Luftsp. Cl. Reykiavik), Flugfielag Akureyrar (Luftverk. Ges., Akurayri). Hier schließt sich noch ein kürz- lich gegründeter Modellflugverein (Modelflugfielag, Reykiavikur) an, dem bereits 200 Jungen als Mitglieder angehören. Segelflug Longmynd-Segeliluglager, England. Der Midland-Gliding-Club hat sein Segelfluglager in Longmynd, 60 km westlich von Wolverhampton. Das Gelände ist ein langgestreckter Westhang von Il km Länge und einer Höhe über Grund von etwa 120 m. Infolge des flachen a Vorgeländes ist der Hang zum Segeln sehr gut _ı geeignet. Die Abplattung oben auf dem Hang —ı ist so ausgedehnt, daß sehr gut gelandet werden Wolverharrpton kann. Ebenfalls wird oben die Anfangsschulung mit Autowindenschlepp betrieben. Der Hang- Longmynd 2 —o start erfolgt mit Gummiseil und Umlenkrolle. > TE EZ Das mit dem Gummiseil verbundene Hanfseil u WG Birmingham ” führt wieder nach oben, wo es entweder an IF FIN, 7; einen Traktor angespannt wird, oder es ziehen > _ I o Klubmitglieder das Seil aus. Die eben beschrie- 7 —— „„ Worchester _—— -—Z — hbene Startart hat sich infolge der gezeigten ——N % —G = F % en —E Mängel (verstärkte Abnutzung der Seile) nicht gut bewährt, so daß sie von dem normalen Mortroulh © Gummistart abgelöst wird. Zeichnung: Flugsport —— —S oO Bristol Nr. 2211938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 601 An klubeigenen Segelflugzeugen waren dort 2 Zöglinge, 2 Falken, 1 Doppel- sitzer Falke (Falcon III), 1 Kirby Kadet, 1 Kirby Kite. Die durch ihren Australien- flug bekanntgewordene Fliegerin Miß Amy Johnson besaß eine englische Hoch- ieistungsmaschine Kirby Gull. Wie ich dort erfahren habe, soll die Maschine etwa Rhön-Bussard Segeleigenschaften besitzen. Außerdem waren noch Privatmaschi- nen dort: 1 Kirby Kite, 1 Grunau Baby und 1 Professor. Die Mitgliederbeiträge belaufen sich auf 13 s (11 RM) pro Monat, ganz un- abhängig von diesen Beiträgen werden für jeden Start 3 s als Startgeld erhoben. Die Gäste werden als Ein-Tag-Mitglied geführt, hierbei betrug das Startgeld 6,5 s. Meistens beschränkten sich die Doppelsitzer-Flüge auf Passagierflüge. Jung und alt nahmen dort die Gelegenheit wahr, einen geräuschlosen Flug über dem Longmynd zu unternehmen. Ich erlebte es, daß ein älteres Ehepaar, welches schon über 60 Jahre alt war, mit einer bewunderungswürdigen Selbstverständlichkeit das Flugzeug nacheinander bestiegen. In den Tagen meines Besuches wurde von einem Marineflieger-Leutnant Young der nationale Dauerrekord von 14 auf 15 Stunden heraufgesetzt. In dieser Zeit war der Westwind so stark, daß die Flugzeuge, mit Ausnahme des Falcon III, mit Drachenstart gestartet wurden. Zu der gleichen Zeit flog auf eınem Kirby Kite der Fliegerleutnant Rooper un- gefähr 100 Meilen und hatte somit die letzte Bedingung zur Silber-C gemacht. Eine nette Anregung sah ich auch in dem Aufenthaltsraum des Lagers, es war eine Thermikkarte. Sie bestand aus einer Landkarte vom Longmynd mit ein- gezeichneten Höhenlinien und aufgeklebten buntfarbigen Papierpunkten. Die Punkte gaben Thermikablösungen bei den verschiedensten Windrichtungen an. Hierbei unterschieden die Farben die einzelnen Windrichtungen. Das Thermikfliegen sowie das Wolken- bzw. Blindfliegen wie in Deutsch- land ist in England wegen der nicht so intensiven Sonneneinstrahlung und der kaum wechselnden Bodenbedeckung nicht möglich. Es fehlen auch jetzt noch die dazu notwendigen Instrumente. Nur ganz wenige Segelflugzeuge besitzen Segelfluglager Longmynd-England. Bilder: N Oben links: Segelfluggelände Longmynd. Rechts: Kirby „Gull“. Darunter: "Miss Amy Johnson im Kite. Unten links: Kirby „Kadet“ vor der Halle in Longmynd. Rechts: Kirby „Kite“. Seite 602 „FLUGSPORT“ Nr. 22/1938, Bd. 30 die Blindfluggeräte. Eigenartig war das verwendete Variometer Slater-cobb eng- lischer Konstruktion. Die Engländer schätzen den deutschen Segelflug sehr hoch ein, was sie durch die mir erwiesene freundliche Aufnahme gezeigt haben. Sie haben ein sroßes Interesse, die deutschen Verhältnisse in eigener Anschauung kennenzu- ernen und wünschen deshalb, an deutschen Wettbewerben sich aktiv beteiligen zu dürfen. M. Naumann. Französischer Leistungssegler „J. J. — 3“. Gebaut und entworfen nach deut- schen Mustern von Brylinski und Wehrle vom Aero-Club d’Hericourt. Die Maschine wurde vor kurzem fertiggestellt und im Thermiksegelflug und in Kunstflugfiguren erprobt. Spannweite 15,6 m, Länge 7,25 m, größte Gleitzahl 25, Seitenverhältnis 15,2. Leergewicht 165 kg, Fluggew. 245 kg. Fläche 15 m’. Flächenbelastung 16,3 kg/m’, Landegeschw. 45 km/h, Reisegeschw. 50—90 km/h. mt NS Franz. Leist.-Segler Island. Zeichnung: Flugsport „J. I.3“, Segeliliegerei in Island mit seinen mannigfaltig wechselnden Erhebungen, Bergen, Binnenseen, ist geradezu ideal. Akureyri liegt im nördlichsten Teil Is- lands am Ende des Fyia-Fiords. In der Mitte von Island findet man verschie- dentlich Erhebungen von 1500 bis 1600 m, im westlichen Teil in der Nähe von Reykjavik sogar bis 1960 m. Bei dem Segelflugverein Reykjavik wurden während des zweijährigen Bestehens über 1200 Starts auf einem Gleitflugzeug „Grunau 9“ ausgeführt. 14 Mitglieder kamen bis zur A-, 8 bis zur B-, einer davon machte in Deutschland die C-Prüfung. Auch in dem Segelflugverein Akureyri steht ein Gleitflugzeug „Grunau 9“ zur Verfügung. 6687 m über Startstelle Flugkpt. Drechsel v. 6. August 1938 beim Rhön-Segel- flug-Wettbewerb von der FAI als Weltrekord anerkannt. 19 Std. 16 Min. segelte Denize der Gruppe „L’Air“ in Vauville. Der längste Flug war bisher in Vauville 11 Std. 11 Min. vom Jahr 1937. Luft- Post. Symmetrisches Profil hat gerade Mittellinie, und ein Cmo = 0. Reynoldsche Zahl. Soll möglichst größer sein als R= 10%°.3, um der Wirklichkeit entsprechende Meßergebnisse zu erhalten. Erreicht wird dies durch große Abmessungen des Windkanals, hohe Windgeschwindigkeit und große Dichte ‘des Mediums (erreichbar durch Ueberdruck). Turbulenziaktor ist das Verhältnis der kritischen Reynoldschen Zahl in der !'Atmosphäre zur kritischen Reynoldschen Zahl (R«) im vorhandenen Windkanal. Liegt meist über 1 für Messungen im Windkanal. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Iäländ erschienen, von uns bezogen werden.) Die Deutsche Luftfahrt. Jahrbuch 1938, herausgeg. von Oberreg.-Rat Dr. Heinz Orlovius, Presseref. im RLM., u. Ing. Richard Schulz. Ca. 400 S., 28 Kunst- PATENTSAMMLUNG 1938 des ON I Band Vil Nr. 28 Inhalt: 663 795; 665 767, 839, 895, 964, 965, 966. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb (Gr. 3—24). b 4 Pat. 665 964 v. 24. 2. 37, veröff. 08 6. 10. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Flügelendklappe. Bei Flugzeugen mit Flügelendklappen (Auftriebs- oder Landeklappen), die zu einem Teil ihrer Tiefe von dem festen Flügelprofil überdeckt werden, be- steht der Nachteil, daß die Klappen nicht nach oben ausgeschlagen werden können. Diese Tatsache ver- bietet die Verwendung derartiger Klappen als Quer- ruder; das aber hat wiederum zur Folge, daß die Flügelendklappen, die der Auftriebserhöhung dienen, sich nur über einen Teil der Spannweite erstrecken können, weil ein gewisser Teil der Spannweite für die Querruder benötigt wird. Diese Nachteile vermeidet die Erfindung. Patentansprüche: 1. Flügelendklappe, dadurch gekennzeichnet, daß bei nach oben ausgeschlagener Klappe ein an sich bekannter Ausschnitt in der oberen Klappenwandung unterhalb des störenden flügelfesten Profilteiles vor- gesehen ist. 2. Flügelendklapppe nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Ausschnitt der Flügelendklappe mit einer beweglichen Platte (f) oder mehreren be- weglichen, vorzugsweise schwenkbaren Platten oder Blechen (f, f!) versehen ist, die beim Auftreffen auf störende Bauteile nach dem Klappeninneren zu aus- weichen, wobei sie vorteilhafterweise unter der Ein- wirkung einer der Ausweichbewegung entgegengerich- teten elastischen Kraft stehen. 3. Flügelendklappe nach Anspruch 1 und 2, ge- kennzeichnet durch einen Anschlag (i) o. dgl., der eine Auswärtsbewegung der Abdeckbleche (f, f’) über die dem normalen Klappenprofil entsprechende Lage ver- hindert. b 34 Pat. 665 965 v. 12. 12. 36, veröft. 8. 10. 38. Otto Onigkeit, Leipzig. Schwingenflugzenug mit federnden Flügelteilen. Patentanspruch: Schwingenflugzeug mit um OQuerachsen hinter rumpffesten Flügeln unter Strömungseinfluß und me- chanischer Einwirkung schwingbaren federnden Flügel- teilen, dadurch gekennzeichnet, daß der im Innern des rumpffesten Flügels angehängte schwingbare Flügelteil (d) durch im Abstand von den Aufhänge- punkten (i) angeordnete Nocken (g) Abwärtsbewegun- gen erhält. b 41 Pat. 665 839 v. 20. 10. 32, veröfi. 02 5. 10. 38. Dipl.-Ing. Willy Messer- schmitt, Augsburg. Zinziehbares Rollwerk für Landflugzenge, Patentansprüche: 1. Einziehbares Rollwerk für Landflugzeuge mit leicht abnehmbaren oder klappbaren Flügeln oder Flügelteilen, dadurch gekennzeichnet, daß die Tren- nungsfuge zwischen festem und abnehmbaren Flügel- teil von dem nach außen völlig eingezogenen Einbein- fahrwerk durchdrungen ist, wobei sich die Schwenk- vorrichtung und -lagerung im Rumpf oder in dem mit dem Rumpf verbundenen Flügelstück befindet, während die übrigen Fahrgestellteile bei eingezogenem Zustande im festen und abnehmbaren oder nur im abnehmbaren Flügelstück versenkt sind. 2. Einziehbares Rollwerk nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß beim Vorhandensein von mehr als zwei selbständigen Rollwerksgruppen für diese Gruppen eine gemeinsame Betätigungsvorrichtung zur gleichzeitigen Schwenkung in den Flügel vor- gesehen ist. Luitschrauben (Gruppe 1—11). 5 Pat. 665895 v. 24. 3. 34, veröff. C 901 7. 10. 38. Hugo Heine, Berlin*). Optischer Flügelblattanstellwinkelanzeiger für Verstelluftschranben. Patentansprüche: 1. Optischer Flügelblattanstellwinkelanzeiger für Verstelluftschrauben, dadurch gekennzeichnet, daß eine auf der Motorwelle (8) befestigte stroboskopische Scheibe (10) und eine auf ersterer drehbar gelagerte, von der Verstelluftschraube angetriebene Anzeige- scheibe (6) die von einer Lichtquelle (14 bzw. 28) ausgehenden Lichtstrahlen steuern, welche über Spie- gel (24, 25) auf eine am Führersitz angeordnete Matt- scheibe (26) geworfen werden, wobei die beiden um- laufenden, relativ gegeneinander bewegbaren Scheiben (10, 6), die Lichtquelle, die Spiegel und die Matt- scheibe in einem lichtdichten, gegen die umlaufenden Teile auch mechanisch abgedichteten Gehäuse (15, 16) des Motors angeordnet sind. Seite 118 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 28 2. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzeigescheibe einen vorzugs- weise nach einer Spirallinie abgeschirmten Flachring- spiegel (7) zur Erzeugung von gegebenenfalls kürzeren oder längeren Lichtbändern auf der Mattscheibe auf- weist (Abb. 2). 3. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß radial versetzte Gradzahlen auf hellem Grunde als Flügelverstellgrade auf der An- zeigescheibe vorgesehen sind (Abb. 6). 4. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzeigescheibe einen schräg zum Scheibenradius stehenden Schlitz aufweist, wo- durch auf der Mattscheibe ein wanderndes Lichtband als Maß der Flügelblattverstellung entsteht. 5. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die strobo- skopische Scheibe und die Anzeigescheibe statt senk- recht unter einem spitzen Winkel oder parallel zur Motorwelle angeordnet sind. 6. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 5, da- durch gekennzeichnet, daß die Anzeigescheibe aus einem Prisma besteht. 7. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Ver- größerung der an der Anzeigescheibe entstehenden kleinen Lichtbandlängen oder der dort angestrahlten kleinen Gradzahlen die Mattscheibe für die gesamte “Gradskala oder nur für einen Teil derselben zu den Lichtstrahlen mehr oder weniger geneigt angeord- net ist. 8. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die An- zeigescheibe (6) über eine auf der Motorwelle ge- lagerte Büchse (5) und ein Kegelradgetriebe (3, 4) mit P7) 7 72% ZEN D ab ) 2 Y ce = WoITIIIHOLIGIIIGG: RNLITILLULLPR, 73 Verstellschraube verbunden ist, wobei ein auf der Buchse gelagertes Glied (27) als Zwischenorgan zwi-, schen: den an der Luftschraubennabe und am Motor- gehäuse anzuordnenden Flügelverstellgetriebeteilen dient. 9. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 8, ge- kennzeichnet durch seine Ausbildung als Anbauteil durch Anflanschen des die Buchse (5) mit Kegelrad ' (4), Zwischenorgan (27) und Anzeigescheibe (6) tragenden Wellenstückes (8) an die Motorwelle (12) und Anordnung der stroboskopischen Scheibe (10) am Flansch (9) des Wellenstückes. 10. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1 oder den folgenden, gekennzeichnet durch die zusätzliche Anordnung einer Handverstellvorrichtung mit selbst- tätiger Rückführung, bei welcher eine von Hand axial verschiebbare Nockenstange (43) auf an deren Nocken (49, 50) federnd angedrückte, verschiebbare Hebel (48, 51) von zwei mit den Luftschraubenverstell- getrieben verbundene Wellen (42, 44) einwirkt, wäh- rend eine der Scheiben (10, 6) über eine deren Relativverdrehung in gradlinige Bewegung umsetzende Einrichtung (29 bis 38) mit einer die Hebel mittels Gabel (54) verschiebenden Stange (45) verbunden ist. 11. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 1 oder den folgenden, gekennzeichnet durch ein mittels Kipp- hebel (65) o. dgl. längs einer Anzeigeskala verschieb- bares Gehäuse (58, 59) mit einem durch den Hebel über eine Blende (70) auf Oeffnen gesteuerten Schlitz (72) zum Durchlassen der Strahlen der Lichtauelle, einer Photozelle und zwei Paar getrennter, an den Photozellenstrom durch die Verschiebebewegung und Freigabe des Kipphebels anschließbarer Kontakte (74, 75 bzw. 76, 77) für Relais zum Ein- oder Ausschalten des Luftschraubenverstellgetriebes. 12. Anstellwinkelanzeiger nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Lichtanzeiger zugeleiteten Lichtstrahlen (80) über eine Linse (81) zu einer in deren Brennpunkt fest angeordneten Photo- zelle (82) geführt werden, deren Strom über einen von einem Fliehkraftregler verstellten Kontakt (83) und über fest angeordnete Kontakte (84, 85, 86, 87) zu entsprechenden Relais fließt, welche das Flügelverstell- getriebe bei Zu- oder Abnahme der Drehzahl des Fliehkraftreglers ein- oder ausschalten, wobei zwei für zu- oder abnehmende Drehzahl vorgesehene Aus- schaltkontakte (85, 86) links und rechts von der der Nullstellung des Reglers entsprechenden Mittelstellung des Kontaktes (83) liegen, während zwei Einschalt- kontakte (84, 87) so weit von der Mittelstellung des Reglers abstehen, daß diese Abstände dem Reglerhub bei annähernd gleichbleibender Drehzahl entsprechen. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dr.-Ing. Andreas Stamm f, Berlin- Zehlendorf. Pat. 665 966 v. 11. 11. 31, veröfl. c O01 7. 10. 38. Eclipse Aviation Corpo- ration, East Orange, New Jersey, V. St. A. Verstellpropeller. Patentansprüche: .1. Verstellpropeller, dessen Flügelanstellung sich auf eine Fliehkrafteinrichtung ansprechend selbsttätig ändert, dadurch gekennzeichnet, daß die sich nur in zwei Stellungen, und zwar eine kleinster und eine größter Anstellung, einstellenden Propellerflügel eine vom Flugzeugführer lösbare Sperrung (48, 49) be- sitzen, die beim Erreichen der kleinsten Anstellung selbsttätig die Propellerflügel sperrt und gesperrt hält, bis die Flügelanstellung auf den Höchstwert geändert werden soll. Nr. 28 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 119 2. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die von Hand lösbare Sperrung (48, 49) mit der Fliehkrafteinrichtung in Eingriff kom- men kann. 3. Verstellpropeller nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Fliehkrafteinrichtung einen Wechsel in der Anstellung von einem Geringst- wert auf einen Höchstwert bewirkt, sobald der Pro- peller eine vorherbestimmte Drehzahl erreicht, die be- trächtlich unter der normalen liegt. 4. Verstellpropeller nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß unmittelbar mit Gliedern der Fliehkrafteinrichtung zusammenwirkende Anschläge (47) vorhanden sind, die die Auswärtsbewegung der Fliehkraftglieder zur Festlegung der höchsten Flügel- anstellung begrenzen. 5. Verstellpropeller nach Anspruch 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß dieselben Anschlagglieder (47) auch die Einwärtsbewegung der Fliehkraftglieder und da- durch die kleinste Flügelanstellung begrenzen. 6. Verstellpropeller nach Anspruch 1 und 2, ge- kennzeichnet durch Federn (53), die die Sperrung (48, 49) stets zum Eingreifen in die Fliehkraftglieder zwin- gen, wenn diese sich in ihrer innersten Stellung be- finden. 7. Verstellpropeller nach Anspruch 1, 2 und 6, da- durch gekennzeichnet, daß die Sperrung aus einem am Propellergehäuse befestigten, sich quer dazu er- streckenden Bolzen (48) besteht, an dessen Ende eine Seite zur Bildung einer Falle (49) weggeschnitten ist, die in eine entsprechende Nut (51) an einem geboge- nen Arm (52) des Gewichtsarmes (41) eingreifen kann. 8. Verstellpropeller nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß am anderen Bolzenende eine Schraubenfeder (53) angeordnet ist, die den Bolzen drehen und dadurch die Falle (49) in die Nut des Gewichtsarmes eindrücken kann, wenn der Arm sich in seiner innersten Stellung befindet. 9. Verstellpropeller nach Anspruch 8, dadurch ge- kennzeichnet, daß das dem weggeschnittenen gegen- überliegenden Ende des Bolzens (48) einen Finger (54) besitzt, der den Bolzen (48) zum Rückbewegen der Falle (49) drehen und zu diesem Zweck von einer Rolle betätigt werden kann, die von einem auf einem festen Teil (58) der Maschine angeordneten und vom Führer bedienbaren Kurbelarm (57) getragen wird. 10. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fliehkrafteinrichtung aus mit- EL 3 83m ? % ® M vr N 3} 8 y8 9. h 48-\ Ri ji \ | 4 m I ' II | F i 25 b a) Fr einander verbundenen, gewichtsbelasteten Hebeln (41) mit Gegenfedern besteht, deren Federn (44, 46) zwi- schen den Hebeln und Verbindungsgliedern (42, 43) angeordnet sind und sie miteinander verbinden. 11. Verstellpropeller nach Anspruch 1 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die gewichtsbelasteten Hebel (41) der Fliehkrafteinrichtung auf die Flügel mit Hilfe von Kurbelarmen (33, 34) wirken, die in der Propellernabe gelagert sind und mit denen die die Flügelwurzeln (21) umgebenden Hülsen zusammen- wirken. 12. Verstellpropeller nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß jeder sich ins Innere des Ge- häuses erstreckende Kurbelarm an seinem inneren Ende eine Kurbel (36) besitzt, die in einen länglichen Einschnitt (37) in der Seite der Muffe (21) vorspringt. 13. Verstellpropeller nach Anspruch 12, dadurch ge- kennzeichnet, daß ieder Kurbelarm (33) eine Rolle (38) besitzt, die in den Einschnitt (27) der Muffe paßt und sich zum Ausgleich der Kurbelarmbewegüungen quer zum Einschnitt drehen und der Länge nach auf der Kurbel gleiten kann, um dann Winkelbewegunzen zuzulassen. 14. Verstellpropeller nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Umfang der Rolle (38) und die Wandungen des Einschnittes (37) ballig sind. Triebwerk (Gr. 12—15). 12 Pat. 665 767 v. 20. 2. 34, veröftf. c 04 3. 10. 38. Hugo Heine, Berlin‘). Zum Verstellen von Luftschraubenflügeln die- nendes Über- und Untersetzungsgetriebe. Patentansprüche: 1. Zum Verstellen von Luftschraubenflügeln dienen- des Ueber- und Untersetzungsgetriebe, dadurch ge- kennzeichnet, daß zwischen den Laufringen (5, 6) eines zwischen der antreibenden Luftschraubenwelle und an- getriebenen Verstellwelle gleichachsig geschalteten Reibrollengetriebes (1 bis 6) ein feststehender bzw. feststellbarer (4) und ein drehbarer Käfig (3) mit ie einer Reihe (1 bzw. 2) sich im Käfig untereinander nicht berührender Rollenkörper angeordnet ist, in- dessen bei der Käfigverstellung durch Drehen des einen Käfigs relativ zum anderen jeder Rollenkörper (1) des einen Käfigs (3) mit nur einem Rollenkörper *") Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dr.-Ing. Andreas Stamm, Berlin- Zehlendorf. 922 1. 922.2. CHI a 9% BORG: G x IN & DI 09,0 N Seite 120 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 28 (2) des anderen Käfigs (4) in Reibungseingriff kommt, wobei die Verbindungslinie der Berührungsstellen der Rollenkörper (1, 2) mit den Laufringen (5, 6) und der Rollen (1, 2) untereinander in an sich bekannter Weise geknickt ist. 2. Getriebe nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die gegebenenfalls auch in größerer An- zahl vorgesehenen und unter Umständen mehr als eine Reihe Rollenkörper aufweisenden Käfige (3, 4; 32, 33; 47, 48; 12, 24) sich gegenseitig gleichachsig führen, wobei ein Innen- oder Außenkäfig durch seine Reib- rollen konzentrisch zur Wellenachse getragen wird. 3. Getriebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibrollen des einen Käfigs (33) bei Außerbetriebsetzung des Getriebes mitten zwischen den Reibrollen des andern Käfigs (32) stehen und die beiden Laufringe (30, 31) ebenso wie der Verstellkäfig für beide Drehrichtungen vorgesehen sind (Abb. 2). 4. Getriebe nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zapfen (8, 38, 39) der in Käfig- schlitzen (7, 9, 19) oder zwischen Käfigvorsprüngen radial beweglich geführten Reibrollen unter der Wir- kung von offenen Ringfedern (10, 11) stehen, die bei der Außerbetriebsetzung des Getriebes die Reibrollen von den zugehörigen Laufringen anlüften und gegen- einanderpressen. 5. Getriebe nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung von nicht an der Kraftübertragung beteiligten Abstandrollen (43, 46) zwischen je zwei benachbarten Reibrollen der- selben Rollenreihe die Zwischenrollen der Außenreihe in radialer Richtung von Teilen (44, 45) des Außen- käfigs geführt werden, gegen die sich die Zwischen- rollen der Innenreihe abstützen. 6. Getriebe nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß bei den Käfigen die eine Ringscheibe mit klauenartigen Ansätzen (34, 36; 41, 42; 51, 53) und die andere Ringscheibe mit entsprechenden Aussparungen versehen ist, wobei beide Scheiben durch Verbindungsschrauben (35, 37; 49, 50; 52, 54) zentriert und zusammengehalten werden. 7. Getriebe nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibrollen der einzelnen Reib- rollenreihen unter dem Einfluß von in Nuten von Käfigsätzen angeordneten Bremsfedern stehen. 8. Getriebe nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Bildung eines Wechselgetriebes die inneren Laufringe der einzelnen Wechselgetriebe hintereinander auf einer Welle und die äußeren Laufringe in einer auf der Seite des srößten Durchmessers offen, mit einer gleichachsigen Welle fest verbundenen Stufenscheibe fest angeordnet sind, wobei die aneinander befestigten inneren (oder die äußeren) Käfige feststellbar und die äußeren (oder die inneren) Käfige einzeln beweglich sind. 9. Getriebe nach Anspruch 1 bis 7, dadurch ge- kennzeichnet, daß ein zweistufiges \Wechselgetriebe von geringer axialer Breite für Ueber- und Unter- setzung mit beliebiger Drehrichtung der einzeinen Stufen aus zwei auf den zugehörigen axialen Wellen (55, 59) befestigten Scheiben (56, 60) mit gleichachsi- gen ineinanderliegenden Laufringen (57, 58, 61) be- steht, von denen die eine Scheibe (56) zwei (57, 58) und die andere Scheibe (60) einen Laufring (61) auf- weist, wobei je zwischen den einander zugekehrten Laufringflächen ein zweikäfiges Reibrollengetriebe an- seordnet ist, deren den mittleren Laufring einschlie- ßende Käfige miteinander verbunden und feststellbar und deren andere Käfige verstellbar sind. 10. Getriebe nach Anspruch 1 bis 8, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Käfigringe einander überdecken oder mit Vorsprung (21) und Ausschnitt (22) inein- andergreifen. Sonstige Einrichtungen für Luitfahrt (Gr. 24-32) C 29 Pat. 663795 v. 12. 8. 33, veröff. 13. 8. 38. Siemens & Halske Akt.-Ges., Berlin-Siemensstadt*). Binrichtung zur Anf- rechterhaltung einer gewünschten Gruppierung von Fahrzeugen, insbesondere Luftfahrzengen. In der Abb. sind 1 und 2 Lichtsender auf dem nicht näher dargestellten Leitfahrzeug. Vermittels der Optik 3 der auf dem zu führenden Fahrzeug oder auf jedem der zu führenden Fahrzeuge vorgesehenen Emp- fangsanordnung werden von den beiden Lichtsendern 1 und 2 die beiden Bilder 4 und 5 entworfen. Es ist leicht einzusehen, daß der Abstand dieser Bilder ein Maß für die Entfernung des zu führenden Fahrzeuges von den Sendern 1 und 2 und somit von dem Leit- fahrzeug ist. Der Abstand der beiden Bilder 4 und 5 4 kann an einer auf der Projiektionsfläche angebrachten Skala 0. dgl. abgelesen werden. Auf dieser kann gleichzeitig auch der Durchstoßungspunkt der optischen Achse markiert werden, so daß auf diesem Wege oder auch in anderer Weise die Entfernungen der bei- den Bilder von der optischen Achse bestimmt werden können. Aus diesem Abstand der Bilder 4 und 5 von der optischen Achse bzw. aus der Verschiedenheit des Abstandes des einzelnen Bildes kann die Richtung, unter der die Empfangseinrichtung sich zu dem Leit- fahrzeug bzw. den beiden Sendern 1 und 2 befindet, erkannt werden. — Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Aufrechterhaltung einer ge- wünschten Gruppierung von Fahrzeugen, insbesondere Luftfahrzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß eines der Fahrzeuge, das Leitfahrzeug, mit zwei räumlich von- einander getrennten Sendern optischer oder sonstiger, hinsichtlich der Ausbreitung und Beugung den opti- schen Gesetzen folgenden Strahlen ausgerüstet ist und als Empfangseinrichtung auf dem zu führenden Fahr- zeug (Fahrzeugen) eine Optik dient in Verbindung mit Mitteln zur Bestimmung des räumlichen oder zeit- lichen Abstandes der von der Optik entworfenen Bil- der der beiden Sender als Maß für den räumlichen Abstand zwischen dem Leitfahrzeug und dem zu füh- renden Fahrzeug. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Optik, die beide Bilder gleichzeitig entwirft. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Maß für die Relativrichtung des geführten Fahrzeuges zum Leitfahrzeug der Ab- stand der von der Optik entworfenen Bilder der bei- den Sender von der optischen Achse dient. Hier folgen weitere Ansprüche 4—14, *) Von dem Patentsucher sind als die Erfinder an- gegeben worden: Dr.-Ing. Fritz Fischer, Zürich, Schweiz, und Dr. Felix Strecker, Berlin-Siemensstadt. Pat.-Samml. Nr.28 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 22, am 26. 10.1938 veröffentlicht. Nr. 2211938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 603 druckbeilagen, zahlr. Textabb. u. Falttafeln. Verlag Fritz Knapp, Frankfurt a. M. Preis RM 5.80. Dieses Werk konnte nur von Fachmännern, die die Entwicklung in allen Phasen miterlebten, geschrieben werden. Der vorliegende 3. Jahrgang dürfte überall mit Spannung erwartet werden. Wer sich über die Luftwaffe, Reichsluft- fahrtverwaltung, deutsche Handelsluftfahrt, Luftsport und anderes mehr unter- richten will, muß dieses Jahrbuch fortgesetzt greifbar haben. Im Anhang findet man eine Zusammenstellung der neuesten deutschen Flugzeug- und Motorenmuster. Die Lehre vom Flug, dargestellt mit einfachsten Geräten von Prof. Dr. Paul Pudschies und lehrer Arno Schrön. Verlag Kurt Stenger, Erfurt. Preis RM 1.20. Auf 55 Seiten erfolgt eine außerordentlich leicht verständliche Einführung in Flugmechanik und -physik. Ein Buch, das man unserem allerjüngsten fliege- rischen Nachwuchs, der gerade lesen kann, schon in die Hand drücken darf. Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des »FLUGSPORT« Frankfurt a. M. Die dreigespaltene Millimeter-Zeile kostet 25 Pfennig. Zur Welterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 12 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Flugzeugbauer mit Schreinergesellenprüfung, amtl. 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M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinuss — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 23 9, November 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 23. Nov. 1938 Luftverkehr. Die Probeflüge der DLH sind zu Ende. Die Männer an der Front der Forschung über den Ozean haben ihre Aufgabe mit seltener Um- sicht gelöst. Hier gilt es Einsatz des ganzen Menschen, ein stilles Hel- dentum,. Der Zeitungsleser, der am Frühstückstisch in aller Bequem- lichkeit die Zeitung zur Hand nimmt, kann sich keinen Begriff machen, was hier Deutschlands Flugzeugführer, Motorenwarte, Funker und die sonstige Besatzung geleistet haben. Bei diesem Gedenken dürfen auch die Männer der Bodenorganisation, die fortgesetzt mit um- geschnalltem Hörer in den Aether gespannt hinaushorchen, Nachrich- ten aufnehmen und Nachrichten geben, nicht vergessen werden. Der Fernstehende kann sich keine Vorstellung machen von dem gewal- tigen Wissen, was hier jeder einzelne beherrschen muß. Man braucht nur mal die Vorschriften der Fernmelde-Betriebs-Ordnung für Ver- kehrsflugsicherung (FBO), die in den letzten Wochen in den „Nach- richten für Luftfahrer‘“ veröffentlicht wurden, zu studieren. Da wird man erstaunt sein, was hier an Organisationsarbeit geleistet und was zur Sicherung des Luftverkehrs geschaffen worden ist. Hier ist Deutschland international mit in der Führung. Abschluß des ersten Nordatlantikflugverkehrs Mit dem Rekordflug des Blohm-und-Voß-Flugzeuges Ha 139 B „Nordstern“ von Amerika nach Europa am 19. 10. 38 hat die Deutsche Lufthansa ihren diesjährigen planmäßigen Nordatlantikluftverkehr er- folgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden von der Lufthansa bis zum heutigen Tage 50 durchgehende Flüge allein über den Nordatlantik durchgeführt. Schon damit hat der deutsche Luftverkehr rein zahlen- mäßig bewiesen, daß technisch und organisatorisch alle Fragen, die mit dieser schwierigsten aller Luftverkehrsstrecken verbunden waren, zelöst worden sind. Die schrittweise durchgeführte Entwicklung greift bis auf das Jahr 1929 zurück, als die Deutsche Lufthansa von Bord der Dampfer Bremen und Europa aus ihre Schleudervorausflüge aufnahm, die bis Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 29 u. NACA-Bericht-Sammlung Nr. 10. NUN Seite 606 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 1935 durchgeführt wurden. Im Jahre 1936 begann die Lufthansa nach umfangreichen Vorarbeiten mit 2 Dornier Do 18-Flugbooten (siehe „Llugsport“ 1936, S. 577) als erste Luftverkehrsgesellschaft der Welt mit durchgehenden Flügen über den Nordatlantik. Acht Flüge mit Ver- kehrsilugbooten wurden damals über verschiedene Kurse von Europa nach Nordamerika unternommen, um unter verkehrsmäßigen Bedin- gungen den für den regelmäßigen Luftpostdienst günstigsten Weg zu erkundigen. Die Reisedauer zwischen Horta und New York schwankte zwischen 22 Std. 12 Min. und 13 Std. 32 Min. 1937 2. Versuchsreihe mit Ha 139-Schwimmerflugzeugen (siehe „Flugsport“ 1937,.S. 32) Großflugzeugschleuderstart. Längste Reise- zeit zwischen Horta und New York 19 Std. 5 Min., kürzeste Reisezeit 14 Std. 35 Min., im Durchschnitt 16 Std. 35 Min. New York-Horta längste Reisezeit 16 Std. 38 Min., kürzeste Reisezeit 14 Std. 10 Min., Durchschnitt 15 Std. 25 Min. - Bu | 1938 wurde außer „Nordwind“ und „Nordmeer“ ein drittes Flug- zeug von Blohm & Voß, die Ha 139 B „Nordstern‘“, eingesetzt. Längste Reisezeit zwischen Horta und New York 17 Std. 40 Min., kürzeste 13 Std. 40 Min., Durchschnitt 15 Std. 39 Min. New York—Horta längste Reisezeit 15 Std. 55 Min., kürzeste 11 Std. 53 Min., Durchschnitt 14 Std. 15 Min. ergeben. Auf Grund der sehr günstigen Ergebnisse des Jahres 1937 konn- ten 70500 Tonnenkilometer angeboten werden für den Luftpostver- kehr. Jedoch erteilte die amerikanische Postbehörde die Genehmigung nicht. So ergaben sich eben „Leerflüge“. Nebenstehende Abb. zeigt die Entwicklung im Laufe der drei Versuchsreihen und das Gesamtergebnis. Wurden 1936 zunächst 8 Er- 741800m kundungsflüge unternommen, und waren es 1937 9 bereits 14 Flüge, so konnten für 1938 insgesamt 28 Nordatlantiküberquerungen angesetzt und planmäßig durchgeführt werden. Hierbei ist die auf die Minute pünktliche Durchführung, die in beiden Richtungen erreicht werden konnte, ge- radezu erstaunlich. 2 Wenn man heute mit Befriedigung feststellen kann, daß trotz aller Schwierigkeiten kein Ver- Gesamte Kilomelenleislung über den Nordatlarıtık 70925 km NN Yo km lust und keine Unregelmäßigrkeit in den stets V 7 lange vorher festgelegten Plänen eintrat, dann ist das ein Zeichen für die von Anfang an rich- tig geleitete Organisation, für die verwendeten 8 037 738 Flugzeuge und Motoren, vor allem aber auch e/O 7 250 Durchschnittsgeschw. ın km/h 3 für den hohen Leistungsstand der hervorragen- den Besatzungen. Auf den durchgehenden Nordatlantikflügen {Is der Lufthansa in den Jahren 1936, 1937 und 7 41 1933 waren beteiligt die Flugkapitäne und Flug- N Gesarmtzahl ‚der flüge SSL 8 F zeugführer Blankenburg, Freiherr von Budden- N brock, Blume, Brix, Diele, v. Engel, Freiherr 290 2 N Schirmacher und Wilhelm, sowie die Funker ey rZ und Maschinisten Dielewics, Dierberg, Eger, PR DAR „ Ehlberg, Gruber, Gruschwitz, Küppers, Mischur, 17 Roesel und Stein. Abschluß der Nordatlantikflüge 1938 der DLH. 10 Oben: Gesamte Kilometerleistung über den Nordatlantik % / Y —r 2° von Gablenz, Henke, Mayr, Rodig, Graf Schack, / / _.__ in den letzten 3 Jahren. Unten: Durchschnittsgeschwin- 8 digkeiten und Gesamtzahl der Flüge der drei Versuchs- 1937 1938 reihen. Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Atlantikflugzeug Ha 139 B. Die Ha 139 B ist eine Weiterentwicklung der Ha 139 (Blohm & Voß, Konstr. Dr. Vogt). (Siehe „Flugsport“ 1937, S. 32.) Bei leicht geändertem Flügelknick ist die Spannweite etwas größer und der Rumpf etwas höher. Verschiedene aerodynamische Verbesserungen ergeben eine Erhöhung der Leistungen und der Reichweite. Tragflügel hat gleichbleibende Tiefe über die Spannweite. Er be- steht aus einem leicht geknickten, mit dem Rumpf fest verbundenen Mittelstück von 16 m Spannweite und den beiden Außenflügeln. Lage- rung der vier Junkers-Motoren in der Flügelvorderkante. Rumpfquerschnitt oval. In der Spitze Seeausrüstung, anschließend ein großer Raum für die vierköpfige Besatzung, in dem 2 Führersitze, an der rechten Rumpfwand ein Mechanikersitz mit allen Instrumenten und Bedienhebeln der Triebwerks- und elektrischen Anlage und an der linken Seite der Navigationstisch mit der FT- und Peilanlage an- geordnet sind. Hinter der Durchgangsstelle des Rohrholmes durch den Rumpf schließt sich der 7,5 m? große Raum für die Fracht an, in dem auch ein Sitz für ein fünftes Besatzungsmitglied und die Toilette ein- gebaut ist. Seite 607 | Blohm & Voß | Ha 139 B, n \ | Zeichnung: Flugsport Seite 608 „FLUGSPORT" Nr. 23/1938, Bd. 30 Höhenleitwerk mit 2 im Schraubenstrahl liegenden Seitenleit- werken ist hoch über dem Rumpf spritzwasserfrei montiert. Gleich- bleibende Tiefe, gegen den Rumpf abgefangen. Flossen blechbeplankt, Ruder stoffbespannt. Höhen- und Seitenruder haben Trimmklappen. Innenflügel trägt vier hydraulisch betätigte Spreizklappen. Der 16 m lange aus Aero-70-Stahlblechen verschiedener Wand- stärke zusammengeschweißte Rohrholm des Mittelflügels übernimmt die Biege- und Verdrehkräfte und überträgt auch durch 2 an- geschweißte Stahlgußbeschläge die Katapultkräfte. In seiner ganzen Ausdehnung enthält er außerdem den gesamten Kraftstoff von 6500 ]; vier gleich große Räume und einen kleineren, der als Reservebehälter dient. Durch herausnehmbare Deckel, an denen die Flanschplatten für die Rumpfbefestigung und die Beschläge für Motor- und Gestänge- lagerungen angeschweißt sind, unterteilt. Der Anschluß der Schwim- mer besteht aus einem am Holm angeschweißten und mit einem Stahlgußflansch versehenen Rohrstutzen. Die Motoren sind in neuer Weise nur in den vier oberen Be- festigeungspunkten im Rohrrahmen einfach und übersichtlich auf- gehängt. Nur eine Seite des Motors ist elastisch gelagert, auf der anderen ruht er drehbar in Silentblocks. Diese neuartige Lagerung läßt den Motor also nur achsparallel durchfedern und gewährleistet ruhigen Lauf. Spannweite 29,5 m, Länge 19,6 m, Höhe 4,8 m, Fläche 130 m?. Leergew. 10410 kg, zusätzliche Ausrüstung 530 kg, Rüstgewicht 10 940 kg, Kraftstoff 5350 kg, Schmierstofi 370 kg, Reservekühlstofi 90 kg, Besatzung 4 Mann 320 kg, Nutzlast 480 kg, Fluggew. Nord- atlantik 17 500 kg. Schleuderstart. Höchstgeschw. in 0—1000 m Höhe 325 km/h, mittlere Reisegeschw. bei 4420 PS 270 km/h, Landegeschw. 95 km/h, Reichweite 5200 km, maximale Reichweite bei wirtschaft- lichster Reisegeschw. 5900 km. Flusgew. für Südatlantik (Wasserstart) bei 3920 kg Kraftstoff 16 050 kg, Reichweite 3850 km, Verbrauch 280 kg/h. Breguet 690 Zweimotor Leichtbomber. Zu den neueren in Serienfabrikation befindlichen Schnellbombern gehört der Breguet 690 mit zwei Hispano-Suiza-Motoren von je 680 PS. Rumpf elliptisch, wobei die oberhalb befindliche Führerkabine unmerklich aus der elliptischen Form heraussteht. In der Rumpfnase Scheinwerfer, darüber Trägerrohr für die Geschwindigkeitsmessung, darunter zu beiden Seiten zwei Maschinenkanonen 20 mm. Unter dem Rumpf Photographierfenster. Flügel nach den Enden stark verjüngt an aus dem Rumpf heraus- wachsenden Flügelstümpfen als Mitteldecker angeschlossen. Breguet 690. Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 609 Breguet 690. Links: In der Mitte des Rumpfes Scheinwerfer, darüber Mast für den Geschwindigkeitsmesser. Zu beiden Seiten MG. oder MK. Unter dem Rumpf Sichtfenster für Bombenwerfen. Rechts oben: Man beachte die Landeklappen zu beiden Seiten der Motoren. Unten: Hochziehbares Fahrwerk. Bild: Vie Agrienne Hauptholm, Kastenholm aus Wellblech. Motorverkleidung wohl mit Rücksicht auf das nach hinten hoch- klappbare Fahrwerk, ist über die Flügelhinterkante hinaus verlängert. Zu beiden Seiten der Verkleidung Landeklappen, vergleiche die Ab- ildung. Hinter der Kabine auf der Oberseite des Rumpfes MG.-Stand. Höhenleitwerk freitragend, Seitenleitwerk für freies Schußfeld nach hinten doppelt. Der Typ 690 wird für verschiedene Zwecke ausgerüstet und er- hält dann die Bezeichnungen C-3 als Jardilugzeug, B-2 als Leicht- bomber, AB-2 als Leichtbomber und für Angriff am Boden, und A-3 für Beobachtung und Erkundung. Bei Einbau von zwei starren MG. 1000 Schuß, bei Kanoneneinbau 20 mm 120 Schuß. Besatzung zwei, ein Flugzeugführer vorn in der Nase, der zweite hinten, im Fall C-3 (Jagdflugzeug) Funker/Schütze, im Fall von B-2 und AB-2 Bombenwerfer und im Fall A-3 Beobachter. Im Fall AB-2 kann auch als Dreisitzer geflogen werden. Fahrwerk Breguet 690. Breguet 690. Zeichnung: Flugsport Seite 610 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Motor NACA. Hauben cellonverkleidete Kontrollöcher, am Hinter- rand verstellbare Kragenteile auf der Unterseite zur Luftabflußregu- lierung. Betriebstofibehälter von 700 bis 1200 I innerhalb der Flügel. Oelbehälter im oberen Teil der Verkleidung über den Motoren. SH Fahrwerk Spurweite 4 m, nach hinten hochziehbar, vergleiche Skizze. Spannweite 15,40 m, Länge 9,80 m, Höhe 3,50 m, Fläche 29 m?, mit Hispano Suiza 14-AB von 680 PS. Leergewicht 3100 ke, Flug- gewicht 5000 kg, Flügelbelastung 172 kg/m?, Leistungsbelastung 46 kg/PS. Höchstgeschwindigkeit am Boden 390 km/h, in 2000 m 430 km/h, in 4000 m 480 km/h, in 5000 m 475 km/h, Steigfähigkeit auf 4000 m in 9 Min. 30 Sek. Reichweite 1350 km in 4000 m. Mit 2 Gnome-Rhone 14-Mars: Höchstgeschw. am Boden 390 kmh, in 2000 m Höhe 430 km/h, in 4000 m Höhe 475 km/h und in 5000 m Höhe 490 km/h. Steigzeit auf 4000 m Höhe 8 min 20 sec. Reichweite bei 300 km/h in 4000 m Höhe 1400 km. Hanriot 232 Schul- und Uebungsflugzeug. Die S. N. C. A. du Centre Frankreich veröffentlicht jetzt die Weiterentwicklung des Schulflugzeuges ‚„Hanriot 230“, das wir auf S. 61 dieses Jahrganges besprochen haben. Der abgestrebte zwei- motorize Mitteldecker ist mit 2 luftgekühlten 6-Zylinder-Reihenmotoren „Renault 6 O“ von je 220 PS ausgerüstet. Trapezflügel, dreiteilig, zweiholmig. Duralrippen. Mittelflügel blech- beplankt, Außenflügel stoffbespannt. Ovaler Rumpf mit 2 hintereinander- liegenden überdachten Sitzen, dreiteilig, spitz auslaufend. Leitwerk abgefanzen. Höhenflosse 880» zweiholmig,. Trimmklappen an Höhen- ‚, und Seitenruder. Spreizklappen zwischen ’‚ Querruder und Rumpf. _ Fahrwerk nach hinten oben ein- ziehbar. Spannweite 12,76 m, Länge 8,55 m. j Fläche 21,2 m?, Streckung des Flügels 7,7. Rüstgewicht 1728 kg, Last 532 kg, Fluggewicht 2260 kg. Flächenbelastung 106.2 kejm?, Leistungsbelastung 5,15 kg/ PS, Flächenleistung 20,8 PS/m?. Höchst- geschwindigkeit in 1000 m Höhe 320 km/h, Steizzeit auf 2000 m 4 Min., Dienstgipfel- höhe 7500 m, Reichweite 1200 km. Hanriot Typ 232. Zeichnung: Flugsport Bristol Blenheim. Der den Lesern dieser Zeitschrift bekannte Blenheim ist auf Grund der Flugerfahrungen verbessert worden. Er unterscheidet sich von der früheren Konstruktion durch die um 90 cm verlängerte Nase. Er geht im Fliegerjargon unter dem Namen „Langnasiger Blenheim“. Auch die innere Ausstattung zeigt verschiedene Veränderungen, In der verlängerten Nase ist mehr Bequemlichkeit für das Bombenwerfen ge- schaffen, bequemer Kartentisch mit zusammenklappbarem Sitz. Weiter ist durch die größere Nasenform das Gesichtsfeld nach unten und nach vorn erheblich verbessert worden. Durch weitere Unterbringung von Betriebsstofftanks in den Flügeln ist der Aktionsradius ohne Gegen- wind auf 3000 km erhöht worden. REPORT-SAMMLUNG DES „FLUGSPORT" NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR 1938 AERONAUTICS Nr.10 Resume and Analysis of N. A. C. A. La- teral Control Research. (Bericht über die vom NACA durchgeführten Versuche über die Querstenerung.) F. E. Weick u. R. T. Jones, Rep. Nr. 605, 1937. 15 Cents. Die vergleichende Beurteilung der ver- schiedenen untersuchten Anordnungen führt zu folgenden Ergebnissen: Die Erzeugung von Rollmomenten allein genügt nicht, um im überzogenen Flugzustand einwandfreie Quersteuerbarkeit zu gewährleisten. Zumin- dest die Flügelspitzen müssen in normaler Strömung arbeiten, um genügende Dänip- fung aufrecht zu erhalten. Am günstigsten sind lange schmale Querruder mit Ausschlä- sen bis zu 20° Starke Veriüngung oder Aenderungen der Tiefe über die Spannweite sind bei Rechteck- und Trapezflügeln un- zweckmäßig. Dififerentiaisteuerung kann in Verbindung mit einer festen Trimmklappe die Steuerkraft wesentlich herabsetzen. Die untersuchten Schlitzlippen-Querruder ge- statten die Anwendung durchlaufender Lan- deklappen. An einem Trapezfiügel wurde jedoch festgestellt, daß die Verminderung des Höchstauftriebes durch Verkürzen der Landeklappen auf 700 der Spannweite nur 10% betrug, so daß der Gewinn an Lande- geschwindigkeit durch Anwendung dieser besonderen Quersteuerung nicht groß ist. Das Schaubild zeigt den Verlauf der Momentenbeiwerte um die Längs- (cı) und Hochachse (c„) über dem Anstellwinkel. a a a u Spoiler | .08 I TEFTN \ 06 02 Rolling-arıd yowing-moment coefficients, C, ond Cn Ed o 4 8 12 /6 20 24 Angle of atfack, &, deg. Torsion Tests of Tubes. (Vevdrehversuche an Rohren.) A. H. Stang, W. Ramberg u. G. Back, Rep. Nr. 601, 1937. 10 Cents. 63 Chrom-Molybdän-Stahlrohre und 102 Rohre aus der Aluminiumlegierung „17 ST“ wurden auf Verdrehfestigkeit untersucht. Dabei traten drei verschiedene Arten des Bruches auf: 1. Plastisches Abscheren in- folge Ueberschreitens der Fließgrenze des Werkstoffes. 2. Bruch durch elastische Ver- formung mit Bildung von zwei Wülsten. 3. Bruch durch ein Zusammenwirken der bei- den vorgenannten Ursachen. Die Ergebnisse Seite 38 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 10 wurden zu Rechenblättern zusammengestellt. Die Abbildung zeigt die typischen Bruch- formen. (Oben: vier Stahlrohre, unten: vier Leichtmetallrohre. Pı und Bı zeigten plötz- liche Faltenbildung, Qı und Jı ergaben lang- same Faltung, L5 und S2 zeigten eine schrau- benförmige Deformation der Achse, Js wurde zunächst plastisch verdreht und ging dann durch Faltenbildung zu Bruch, Tı zeigt einen einfachen Scherbruch.) Das Nomo- gramm gilt für Chrom-Molybdän-Stahlrohr von Längen zwischen 480 und 1520 mnı. Die linke Leiter stellt das Verhältnis der Zer- reißfestigkeit zur Streckgrenze bei Zug dar, rechts ist angeschrieben: Moment in Ib.—in. (1 Ib.-—in. = 1152 cmkg) durch Streck- grenze in Ib./squ. in. (1 Ib./squ. in. = 0,07 kg/cm?) mal dritte Potenz des Außendurch- messers D (in inch). /D ist das Verhältnis der Wandstärke zum Außendurchmesser. Pressure-Distribution Measurements at Large Angles of Pitch on Fins of Different Span- Chord Ratio on a !/ı-Scala Model of the U. S. Airship „Akron“. (Druckverteilungs- messungen am Leitwerk eines Modells des Luftschiffes „„Akron‘“ bei großen Anblaswinkeln.) J. G. McHugh, Rep. Nr. 604, 1937. 10 Cents. Im 6-m-Windkanal wurden an vier Leit- werken von verschiedenem Seitenverhältnis die Drücke bei Anblaswinkeln zwischen 11,6 und 34° gemessen. Die Ergebnisse las- len Leitwerke von geringerer Streckung, als an der „Akron“ verwendet, günstiger er- scheinen. Wind-Tunnel and Flight Tests of Slot-Lip Ailerons. (Windkanal- und Flugversuche von Schlitz-Lippen-Querrudern.) J. A. Shortal, Rep. Nr. 602, 1937. 15 Cents. Verschiedene Anordnungen von Steuer- klappen auf der Saugseite von Flügeln wur- den an einem Modellflügel im Windkanal und an den beiden Flugzeugen vom Typ Fairchild 22 und Weick WI-A im Fluge untersucht. Bei einfachen Klappen ohne. Schlitz im Flügel tritt das erwünschte Roll- | ‚ f 1 \ j [eo] .20 40 .60 .80 1.00 Irrkpoftioßer fo 6, er —t-| —— | Lo 1000444. ( A N sit ee S — Sell N Du Bi ml Sl YI NL EL SU EB 5 | j AL -- 1-7. 00 "‚attached aileron Vi BREI o 4 .8 l.2 46 2.0 ® ‚deq. Wing motion, 5 L Sr II T— Fa I 4 7 4 / / Slot open, / f / 1/17 / 3 7 / Slot closed. ’ / 2 or top > - Kl y Ä\ Y Slot closed ji ar bottom / / 7 4 7 BG o Sr2J= — oO .2 4 6 .& 1.O [4 Time, sec moment erst geraume Zeit nach Beginn des Ausschlages auf. Befindet sich die Klappe am Hinterende des Flügels (normales Quer- ruder), so ist die Verzögerung praktisch gleich Null, sitzt sie in der Nähe der Vor- derkante, beträgt sie bis zu einer Sekunde. Solange die Klappe um mehr als 20% der Tiefe von der Hinterkante entfernt ist, wird die Verzögerung unzulässig groß (rd. 0,1 sec). Verbindet man die Klappe mit einem Schlitz im Flügel, so geht die Verzögerung auf einen verschwindenden Wert zurück, dagegen erfolgt der Anstieg des Rollmomen- tes immer noch sehr langsam. Der Flügel legt eine Strecke entsprechend 12 Flügel- tiefen zurück, bis die volle Steuerkraft aus- gebildet ist, während sie bei einem norma- len Querruder bereits nach etwa 4 Flügel- tiefen vorhanden ist (s. hierzu die Abb,, in der die Flügelbewegung für verschiedene Rücklagen der Klappe in Abhängigkeit von der Zeit nach dem Ausschlagen dargestellt ist. Bei diesem Versuch war eine Flügel- hälfte um den Anschlußbeschlag drehbar im Windkanal aufgehängt). Die Widerstandserhöhung durch Schlitz- lippen-Querruder beträgt im Schnellilug etwa 10°o des Flügelwiderstandes und im Steigflug etwa 35/0 vom Profilwiderstand des Flügels. Die Anwendung dieser Quer- ruder erhöht den Anstellwinkelbereich, in dem sichere Quersteuerung erzielt werden kann, solange die Klappe nicht um mehr als 50% der Flügeltiefe von der Nase entfernt ist. Für Flugzeuge, bei denen erhöhte Si- cherheit und Einfachheit der Steuerung wichtiger ist als große Geschwindigkeit, hohe Steigleistung und gute Wendigkeit, bie- tet das Schlitzlippenquerruder, besonders an Nr. 10 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 39 Flügeln mit großer V-Form, Vorteile. Es muß dann zwischen 30 und 40° der Flügeltiefe liegen. Die Abstimmung der Momente um die Längs- und Hochachse ist für die An- ordnung von nur zwei Steuern an einem Flugzeug (Unterdrückung des Seitenruders) günstig. Die zweite Abbildung zeigt, wie die An- sprechgeschwindigkeit vom Abdecken des Flügelschlitzes an Ober- und Unterseite un- günstig beeinflußt wird. Wind-Tunnel Investigation of Wings with Ordinary Ailerons and Full-Span External- Airfoil Flaps. (Windkanalversuche an Flügeln mit normalen Querrndern und über die ganze Spannweite laufenden Doppelflügeln.) R. C. Platt u. J. A. Shortal, Rep. Nr. 603, 1937. 10 Cents. Ein Flügel vom Profil NACA 23012 wurde mit verschiedenen Querrudern (nor- mal, mit Innenausgleich, Frise-Ruder, mit Trimmklappe) von 12 und 13° der Flügel- tiefe und mit gleichzeitig angebrachten Dop- pelflügeln von 20 und 30° der Flügeltiefe Hınge FC. =OJ2 cc untersucht. Die Abbildungen zeigen die Ver- suchsanordnung (c bedeutet chord = Pro- filtiefe, Index w entspricht dem Hauptflügel = wing, Index a dem Querruder = aileron, Index f dem Doppelflügel — external flap), Ergebnisse: Ein Doppelflügel von 30% Tiefe ist wie ein früher untersuchter von 20° hinsichtlich der Geschwindigkeits- spanne (camax/cwmin), niedrigem Lei- stungsbedarf bei hohem Auftriebsbeiwert (Steigflug) und geringen Betätigunesmomen- ten vorteilhaft. Die Möglichkeit, neben dem Doppelflügel noch normale Querruder an- bringen zu können, erweitert die Geschwin- digkeitsspanne, weil der Höchstauftrieb bes- ser als bei nicht über die ganze Spannweite laufenden Landehilfen ist. Die Wirkung der schmalen Querruder vor dem Doppelflügel ist günstig, die ungünstigen Momente um die Hochachse, die das In-die-Kurve-Gehen erschweren, sind etwas geringer als sonst. Nachteile der Kombination: Die Quer- Ordinary oileron {1 902260, £ 4 C.= DO lec,— > c.=0O.I/2c, Bolonced aileron > Co=O.l2c, Frıse oileron ruderwirkung ist bei großen Anstellwinkeln des Hauptflügels mit Schnellflugstellung des Doppelflügels relativ schwach. Die Steuer- kräfte sind im Schnellflug etwas groß, im Langsamflug mit ausgeschlagenem Doppel- flügel zeigt sich teilweise Ueberausgleich. Es besteht eine gewisse Unstetigkeit im Verlauf der Momente um die Querruder- achse bei mittleren Ausschlagwinkeln des Doppelflügels. Ausgeglichene Querruder er- geben keine geringeren Steuerkräite im Schnellflug. Die Anwendung von Trimm- klappen verspricht eine Verbesserung der Steuerkraftverteilung. Spinning Characteristics of the XN2Y—1 Airplane Obtained from the Spinning Ba- lance and Compared with Results from the Spinning Tunnel and Flight Tests. (Zrudel- eigenschaften des Flugzenges „XN2Y-1“ nach Messungen an der Trudelwaage, verglichen mit Ergebnissen ans Flug- und Trudelkanal- messungen.) M. J. Bamber u. R. O. House, Rep. Nr. 607, 1937. 10 Cents. Ein Modell im Maßstab 1:10 wurde in 17 verschiedenen Stellungen im Windkanal untersucht. Die Lagen zur Anblasrichtung entsprachen nach Anstellwinkel, Seitenwin- kel, Drehgeschwindigkeit und Ruderstellung den beim Trudeln des Flugzeuges beobach- teten Stellungen. Der Vergleich mit den Messungen am großen Flugzeug zeigt: Maßstabeinfluß, Randeinfluß des Kanals und Erschütterungen erschweren die Bestimmung des Gleichge- wichtszustandes für freies Trudeln. Die Un- terschiede zwischen Kanalmessung und Flug- versuch hinsichtlich der Roll- und Gier- momente stimmen mit den Ergebnissen an Seite 40 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 10 zwei früher untersuchten Baumustern über- ein. Durch Einführung eines konstanten Kor- rekturgliedes für das Rollmoment und eines vom Seitenwindwinkel abhängigen Gliedes für das Giermoment läßt sich befriedigende Uebereinstimmung erzielen. Die Abbildung zeigt das Modell ohne Tragwerk auf der Trudelwaage. Tests of Related Forward-Camber Airfoils in the Variable-Density Wind Tunnel. (Ver- suche an einer Reihe verwandter Profile mit weit vorn liegendem Wölbungsscheitel, ausge- führt im Ueberdruckkanal.) E. N. Jacobs, R. M. Pinkerton u. H. Green- berg, Rep. Nr. 610. 15 Cents. Eine größere Anzahl der in letzter Zeit vom NACA entwickelten Profile wurden im Ueberdruckkanal untersucht. Die Ergebnisse sind so zusammengestellt, daß die Einflüsse von Wölbungshöhe, der Lage des Wöl- bungsscheitels, der Dicke und der Dicken- verteilung getrennt ersichtlich werden. Abmessungen und Polaren der wichtig- sten von den vermessenen Profilen sind im „Flugsport“ 1938, Heft 4 (Profilsammlung Nr. 19) ausführlich wiedergegeben. Wind-Tunnel Investigation of Tapered Wings with Ordinary Ailerons and Partial-Span Flaps. (Windkanaluntersuchungen an Trapez- flügeln mit normalen Qnerrudern und zwischen diesen liegenden Landeklappen.) C.J. Wenzinger, Rep. Nr. 611, 1937. 10 Cents. Zwei Flügel mit Clark-Y-Profil und Ver- jingungsverhältnissen 5:3 und 5:1 wurden mit ie zwei Querrudern verschiedener Spannweite und mit dazwischenliegenden Spaltlandeklappen untersucht. Ergebnisse: Zwischen den beiden Ver- jüngungsverhältnissen besteht praktisch kein rt 417, Axıs of pıtchıng moment, Test ehere) 2" 60 Unterschied im Höchstauftrieb. Die Vermin- derung des Höchstauftriebs durch Wegneh- men der äußeren 300 von durchlaufenden Spaltklappen liegt zwischen 4 und 7%, Querruder gleicher Spannweite ergeben an dem Flügel mit der Veriüngung 5:3 bei ein- und ausgefahrenen Landeklappen höhere roof chord 37 Axıs of pıfching moment, >r- Enlorged vıew Showing aileron gop unsealed a 77,777 gm) 60° ‚88 60.00". Roll- und Giermomente. Bei ausgeschla- genen Landeklappen sind die Rollmomente größer und die Giermomente kleiner als am glatten Flügel. Die Abbildungen zeigen die untersuchten Flügel. Stress Analysis of Beams with Shear De- formation of the Flanges. (Die Festigkeit von Trägern mit Scherverformung der Gurte.) P. Kuhn, Rep. Nr. 608, 1937. 10 Cents. Der grundlegende Einfluß der Schubver- formung der Gurte eines Trägers wird un- ter vereinfachenden Annahmen betrachtet. Die Resultate der Rechnung werden mit Versuchsergebnissen verglichen. Nr. 23/1938. Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 611 Blenheim Typ Langnase, 2 Motoren Mercury VII. Bild: Flight Der Bristol Blenheim, Geschwindigkeit 470 km/h, ausgerüstet mit zwei Bristol Mercury VII, erhöht bei Verwendung von Betriebsstoff von 100 Octan die Startleistung von 725 auf 920 PS. Die Motoren werden sofort nach dem Start von dem 100-Octan-Tank auf den nor- malen Betriebsstofftank umgeschaltet. Leergewicht 3720 kg (früher 3340 kg), Fluggewicht 6300 kg (früher 5500 kg), Zusatztanks 420 1. Brewster „138“. Der freitragende Mitteldecker wird gebaut von Brewster Aero- nautical Corp. USA. Aufklärungsbomber. Flügel dreiteilig, Flügelmittelstück als Teil des Rumpfgefüges. Die beiden äußeren Flächenstücke sind beim Angriffspunkt des Fahrwerks mit 2° V-Formwinkel angelenkt. Brennstofftanks für 510 1 im Holm untergebracht. Profil Clark YH 18% Dicke an der Wurzel, sich bis zur Spitze zum normalen Clark YH ver- iüngend. Nase blechbeplankt, hinter dem Holm stoffibespannt. Rumpf Schalenbauweise. Hinter- einanderliegende Sitze, der vordere Pilot sitzt vor dem Flügel, um in allen Fluglagen unbehinderte Sicht zu haben. Leitwerk freitragend, Flossen Leichtmetallgerippe, Höhen- Seiten- und Querruder Chrom-Molybdän-Auf- bau, stoffbespannt, statisch und dyna- misch ausgeglichen. Trimmklappen an allen Rudern. Höhenflosse nicht verstellbar. Fahrgestell hydraulisch in den Rumpf einziehbar. Schwenkbares Spornrad. Brewster 138. Zeichnung: Flugsport Seite 612 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Brewster Typ 138 Fahrwerk. Triebwerk Wrisht G-Cyclone. 950 PS bei 2200 Umdr./min beim Start und 750 PS bei 2100 Umdr./min in 4600 m Höhe Dauerleistung. Dreiblatt-Hamilton-Standard-Schraube. Ausgerüstet mit Sauerstoffapparat, Druckluft- und Handfeuer- löschgerät, Landelicht im Flügelmittelstück. Kompaß, Geschwindig- keitsmesser, Neigungsmesser, Wendezeiger, Höhenmesser, Brenn- stoffdruckmesser, Drehzahlmesser, Uhr, Oelthermometer. Spannweite 11,900 m, Länge 8,5 m, Höhe 2,32 m, Fläche 24 m?. Zündapp-Flugmotor Z9—92, 50 PS. In stiller Versuchsarbeit haben die Zindapp-Werke Nürnberg einen 50-PS-Flugmotor Viertakt Vierzyl. hängend, luftgekühlt, entwickelt, welcher schon in verschiedenen Flugszeugmustern seine Leistung und Zuverlässigkeit bewiesen hat. Besonders hervorzuheben ist, daß dieser neue deutsche Flugmotor dank seines robusten und einfachen Auf- baues für Schul-, Uebungs-, Sport- und Reise-Flugzeuge gleich gut geeignet ist. Der Motor hat die Musterprüfung bestanden. Größte Zu- gänglichkeit zu allen Teilen ist angestrebt und auch erreicht worden. Der Vierzylinder-Reihenmotor mit hängenden Zylindern bietet durch das U-förmige, nach oben offene Kurbelgehäuse den Vorteil, daß die Kurbelwelle mit den Lagern und Pleueln komplett montiert eingelegt werden kann. Nach oben hin wird das Kurbelgehäuse von einem kastenförmigen Oelbehälter fest geschlossen. Besondere Sorgfalt ist der Lagerung gewidmet worden. So sind die 4 Pleuel- und 5 Haupt- lager der ungeteilten Kurbelwelle Nadellager, wobei der direkt tra- gende Lagerkörper geteilt ist und die Nadeln durch einen ebenfalls geteilten Käfig mit seitlichem Anlaufbund geführt werden. Die einzelnen Stahlzylinder selbst sind am Kurbelgehäuse mit Bolzen gehalten, die bis zu den Hauptlagern durchgehen. Zylinderkopf aus hochwarmfestem Leichtmetall, hat einen rein kugelförmigen Ver- brennungsraum und schräg hängende Ventile. Hierdurch wurde einer- seits die hohe Literleistung von mehr als 25 PS erreicht, andererseits kann der Motor trotz einer Verdichtung von 1 :6,2 mit Brennstoffen bis zu der niedrigen Oktanzahl 74 einwandfrei betrieben werden. Durch die seitliche Anordnung der Stoßstangen, welche über nadel- gelagerte Schwinghebel die Ventile betätigen, wird eine gute Zugäng- lichkeit zu den Zündkerzen und eine besonders günstige Kühlluftfüh- rung für die Zylinder erreicht. Pleuelstangen H-Querschnitt, Kolben schwimmend gelagerte Kol- Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 613 benbolzen, 3 Kompressionsringe und einen untenliegenden Oelabstreif- ring. Die hinten angetriebenen beiden Nockenwellen sind links und rechts im Kurbelgehäuse in Rollenlagern geführt und treiben an den vorderen Enden Druck- und Saugpumpe für die Schmierung, an den hinteren Enden die Brennstofipumpe (DBU/KM 12 mit Druckregler) und ferner einen Drehzahlmesser über einen direkten Spiralantrieb an. Statt des mechanischen Drehzahlmessers kann auch ein elek- trischer Drehzahlgeber angeschlossen werden. Kühlung erfolgt mittels zweier Luftschächte und Leitbleche. Der eine Schacht sitzt rechts an den Zylindern, so hoch wie diese, der andere zwischen den Ventilkappen, mitten über die Zylinderköpfe gehend. Durch zusätzliche Oeffnungen der Motorverkleidung, beson- ders um die Nabe, tritt außerdem Luft ein und bestreicht Kurbelge- häuse und Oelbehälter. Schmierung — wie üblich Trockensumpf —: das Oel wird von der Kolbenpumpe zu den Hauptlagern gedrückt; Fanebleche an der Kurbelwelle leiten es an die Pleuellager weiter, Von 3 Stellen im Gehäuse wird das Oel durch die dreiteilige Zahnradpumpe abgesaugt und über ein Spaltfilter dem obenliegenden Oelbehälter wieder zuge- führt, 41 ausreichend für 1000 km. Durch den oben aufgebauten Oelbe- hälter ist der Motoreinbau besonders einfach, die Oelleitungen gehören Zündapp-Flugmotor Z 9-92, 50 PS. Werkbilder Seite 614 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Nr. 2311938. Bd. 0 „FLUGSPORT“ Seite 615 seite auseinandergezogen und umgekehrt. Diese wechselnde Bean- spruchung bewirkt stärkere bzw. schwächere Leitfähigkeit des Strei- fens. Die Impulse dieser Widerstandsdifferenz werden über dünne Drähte zum Sammelring geführt. Dort werden sie mittels Schleif- bürsten abgenommen, und über einen Verstärker zum Oszillo- graphen in der Kabine geleitet. Dieser besteht im wesentlichen aus einer Drehwalze zwischen zwei Magnetpolen und wirkt im Prinzip wie ein Elektromotor. Die Walze dreht sich im Sinne der Bean- spruchungsumkehrungen. Auf ihrem Umfang ist ein winziger Spiegel angebracht, der von einer feststehenden Lichtquelle bestrahlt wird. Der von diesem Spiegel zurückgeworfene Lichtstrahl wird auf einem Schirm abgefangen, hinter dem das lichtempfindliche Papier mit kon- stanter Geschwindigkeit vorbeigezogen wird. Der Strahl beschreibt auf dem Schirm eine Wellenlinie, deren Ausschläge direkt propor- tional den Propellerbeanspruchungen sind. Abb. 1 zeigt die Uebertragung der Impulse vom Meßpunkt zur Kabine des Flugzeuges. Von dem Kohlestreifen führen dünne Drähte zu einem Sammelring, der mit der Schraube umläuft. Von diesem Sammelring werden die Impulse durch Abnahmekohlen zu dem Oszillographen in der Kabine geführt. Die Messung kann an mehreren Punkten des Propellers gleichzeitig durchgeführt werden. In Abb. 2 ist der Einfluß der dynamischen Schwingungen des Motors auf die Schwingungsbeanspruchung des Propellers in Abhän- gigkeit von der Drehzahl aufgetragen. Die beiden Kurven wurden hintereinander und unter denselben Versuchsbedingungen ermittelt. Die obere Kurve zeigt die Beanspruchungen bei un- \ genauer Dämpfung der Motorschwingungen. Nach- 4, | dem die Dämpfung einwandfrei war, wurde die u untere Kurve aufgenommen. Die Beanspruchungen ua / lagen dann unterhalb der Sicherheitsgrenze. Bei rens der Darstellung in Abb. 3 wurde der Winkel des Pleuelsystems eines Doppelreihenmotors geändert. Die beiden Kurven kennzeichnen die Art dieses Einflusses. Der Schrieb der Schwingungen an 8 verschiedenen Punkten eines Propellers ist in Abb. 4 wiedergegeben. Abb. 1. Schwingungsmessungen an Luftschrauben. Ueber- tragung der Impulse vom Meßpunkt zur Kabine. Links oben: Beanspruchung des Meßstreifens. Zündapp-Flugmotor Z 9—92, 50 PS. Kurbelwelle und Pleuellagerung. Werkbild zum Motor und seinem Lieferumfang, daher sind lediglich Gasgestänge und Brennstofileitung anzuschließen. Bosch-Magnet mit Einfachzündung (IF4) und automatischer Zündmomentverstellung, reicht maximal bis 35° vor o. T., wird von der Kurbelwelle über eine Kreuzscheibe direkt angetrieben und ist auf dem hinteren Apparatedeckel gelagert. In diesem Deckel ist auch eine rückschlagsichere Startvorrichtung fest eingebaut. Die Andrehkurbel wird in Flugrichtung von links in Kurbelwellenhöhe eingeführt. Pallas-Fallstrom-Pumpenvergaser gewährleistet bei niedrigstem Bremnstofiverbrauch gute Uebergänge. Luft wird über ein Brandfilter angesaugt, Verteilerleitung zu den Zylindern wird durch Auspuffgase eheizt. Die Luftschraube (Hirth-Nabe OH 106a). Ihre Drehzahl wurde auf 2300 U/min. festgelegt, um damit 2 Richtlinien gerecht zu werden: einerseits soll die Luftschraube noch im günstigen Wirkungsgradbe- reich arbeiten, andererseits nimmt die Motorleistung mit der Dreh- zahlsteigerung zu. Von einem Untersetzungsgetriebe wurde von vorn- herein Abstand genommen. Die kräftige Triebwerkausbildung des Mo- TIILIT] | | tors in Verbindung mit der reichlich dimensionierten Rollenlagerung N Tamrrangrarze mn gestattet bedenkenlos eine Steigerung der Drehzahl auf 2550 Um- N AA drehungen und damit eine Leistungssteigerung auf 55 PS. $ / N a7 _ Bohrung 85 mm, Hub 88 mm, Hubrauminhalt 2 1, Verdichtung 2 & aS Ä B 1:62, Leistung 50 PS bei n = 2300, Hubraumleistung 25 PS/I, Ge- A A | >a l Ä wicht, komplett mit Oelbehälter, Windleitblechen und Brennstoffpumpe LI | AN Sereheigrenze fl VAR AMANNMNNNM 60 kg, Leistungsgewicht 1,20 kg/PS, Brennstoffverbrauch bei Dauer- 4 4 WM An Anhvinhnha leistung 220—240 g/PSh,Oelverbrauch 2—3,5 &/PSh, Motorabmessun- ı Vs ai . nlah gen: Länge 800 mm, Breite 350 mm, Höhe 560 mm. 4 | wu NUMMIMUIVMVNNMIPINN\ ii un Br UNNA Schwingungsmessungen an Luftschrauben im Fluge. AH Zur Ermittlung der in einer Metalluftschraube auftretenden meer | N \h Schwingungen benutzt die „Hamilton Standard Propellers“ einen auf Drink Ab Mi Sehwingungsmessungen ANv INDARUUNDEN ‚ HARI das Luftschraubenblatt (Abb. 1) fest aufgeklebten und isolierten Kohle- Abb. 3. Schwingungsmes- na rauen 1 nun Mo AAN AD N streifen (50 mm lang, 6,5 mm breit und 1,6 mm dick), dessen elek- sungen an Luftschrauben. tors Kume a wurde bei unge | v Al yv V un trische Leitfähigkeit sich proportional seiner Beanspruchung ändert. Einfluß der Aenderung des nauer Dämpfung aufgenommen. AMWIAANIMMANN / Die Skizze in Abb. 1 links oben zeigt die Beanspruchung des Kohle- Winkels der Pleuelsysteme Abb. 4. Schrieb des Oszillogra- streifens. Biegt sich das Blatt nach vorne durch, dann wird der Kohle- eines Doppelreihenmotors. Bei ursprünglichem Einstellwinkel phen an 8 verschiedenen Punk- streifen a auf der Vorderseite zusammengedrückt und b auf der Rück- Kurve a. Bei geändertem Winkel Kurve b. - ten eines Propellerblattes. Seite 616 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Eckenverluste in Rohrleitungen. Die Zeitschrift Aircraft Engineering bringt in der Ausgabe vom August 1937 eine Abhandlung von Patterson, der das Problem der Ecken- verluste in Rohren behandelt. In Anbetracht der Bedeutung dieses Pro- blemes für den Flugzeug- und Motorenbau sollen im folgenden die wichtig- sten der darin enthaltenen Gesichtspunkte auszugsweise wiedergegeben werden. Im Flugzeug finden Rohrsysteme verschiedener Ausführung Ver- wendung. Durch unvorteilhafte Konstruktionen können u. U. erheb- liche Verluste durch Wirbelbildung entstehen. Unter Bezugnahme auf Abb. 1 wollen wir die folgenden Bezeich- nungen einführen: a = Biegewinkel des Rohres = Biegeradius der Rohrachse Durchmesser des Rohres Flöhe eines Rohres bei rechteckigem Querschnitt = Fläche des Querschnittes. Der Wirkungsgrad einer Ecke wird bestimmt durch den Druck- verlust, der durch Widerstandserhöhung hervorgerufen wird. Der Verlust im Bereich der Ecke wird ausgedrückt durch den Wider- standsbeiwert cw, der im wesentlichen vom Staudruck, des weiteren von folgenden Größen abhängig ist: R/D = Radienverhältnis F/D?’ = Seitenverhältnis bei rechteckigem Querschnitt a = Biegewinkel — — Reynoldsche Zahl Abb. 2 zeigt den Einfluß des Radienverhältnisses auf den Wider- standsbeiwert; daraus geht weiter die Ueberlegenheit eines Kreis- querschnittes über einen quadratischen Querschnitt hervor. Ein cw 0,15 erfordert nämlich beim quadr. Querschnitt ein Radienverhältnis von 2,8 beim Kreisauerschnitt, dagegen nur ein solches von 2. Wird der quadratische Querschnitt in einen rechteckigen verwandelt, läßt sich eine erhebliche Verbesserung der Verhältnisse erzielen. Abb. 1b. Der Widerstandsbeiwert fällt mit steigendem Seitenverhältnis stark ab, wie aus Abb. 3 hervorgeht. Bei einer rechteckigen Ecke muß also ein großes Radien- und Seitenverhältnis angestrebt werden. In Abb. 4 ist h/D über ein R/D von 0,25 bis 1,75 für ein c» von 0,15 aufgetragen worden. Wie sich cw mit dem Biegewinkel ändert, geht aus Zahlen- tafel I hervor. Für Winkel unter 30° bleibt cw für alle Rohrquerschnitte gering. Die Verluste im Bereich der Ecke werden hervorgerufen durch ein Abreißen der Strömung an der Innenseite der Biegung. Ist das Rohr außerdem noch unmittelbar hinter der Biegung abgeschnitten, a ergibt sich eine weitere zusätzliche Widerstandszunahme. Um diesen Einfluß auszuschalten, muß das nachfolgende Rohrstück mindestens eine Länge von 4 D haben. Hood Il | Die Kennzeichen einer guten Ecke mit einem Biegewinkel von 90° sind folgende: Kreisquerschnitt R/D=2 Quadr. Querschnitt R/D=3 Abb. 1. a—e. Nr. 23/1938. Bd. 30 ‚FLUGSPORT“ Seite 617 Rechteckiger Querschnitt ergibt für R/D Werte nach Abb. 4. In einigen Fällen, wie z. B. bei der Konstruktion von Windkanälen, sind scharfikantige Ecken unvermeidlich. In allen derartigen Fällen kann durch Einbau von Umlenkblechen eine wesentliche Verbesserung erzielt werden. Abb. 5. Der Widerstandsbeiwert variiert mit dem Ver- hältnis a/t. Abb. 6. Der Widerstandsbeiwert fällt von 0,7 bei einem a/t = 1 auf einen Kleinstwert von 0,2 bei einem a/t = 0,45. Für klei- nere Werte von a/t nimmt cw wieder zu. Diese Werte gelten für dünne Bleche in Form eines Viertelkreises. Der Einfluß des Anstell- winkels ist nicht bedeutend. Für Winkel von 45 bis 50° bleibt cw klein, steigt dagegen auf beiden Seiten dieses Bereiches stark an. Die Wirkung der Umlenkbleche besteht darin, das Turbulent- werden der Rohrströmung zu verhindern. Der noch verbleibende Ver- lust ist dann lediglich zurückzuführen auf Wandreibung und Form- widerstände. Eine weitergehende Verminderung der Eckeriverluste ist nur noch durch Einbau besonders geformter, profilierter Umlenkbleche möglich. Das Problem besteht demnach im wesentlichen darin, der Rohrströmung eine Bewegungsrichtung zu erteilen, die dem Biege- winkel des Rohres entspricht. Mit gut entworfenen Umlenkblechen läßt sich für eine scharfe 90° Ecke ebenfalls ein cw von 0,15 erzielen, also der Wert eines gut gerundeten Rohres. Da die Reynoldsche Zahl einen erheblichen Einfluß auf die Eckenverluste hat, wähle man die Profiltiefe t möglichst groß. An- dererseits ergibt sich eine Herabsetzung der Eckenverluste mit stei- gender Reynoldscher Zahl. 16 14 \ \ 12 \ Links: Abb. 2, \ | Rechts: Abb. 4. / . Abb. 6. = ‚\ 0,8 NZ > —ı 0,6 ZN . / N & Cw Abb. TC 7a Te 30° 0.15 0.70 0.02 7.10 0.40 0.05 71.60 7.05 0.20 N/ l/ frr7 | Zahlenrtafe!/ I R "79125 ‚50 ‚15 40 125 450 175 Unten von links: Abb. 3 u. Abb. 5. Seite 618 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Inland. u Luitwaiie-Beförderungen mit Wir- : kung vom 1. November 1938: zum Gene- raloberst der General der Flieger Milch, Staatssekretär der Luftfahrt; zum Gene- ral der Flieger der Generalleutnant Stumpff, Chef des Generalstabes der Luftwaffe; zum Generalleutnant der Generalmaior Udet, Amtschef im Reichs- luftfahrtministerium; zum Oberst der Oberstleutnant Jeschonnek, Chef des Führungsstabes des Generalstabes der Luftwaffe und Abteilungschef im Gene- ralstab der Luftwaffe. Wanderpreis für Leistungssegelilug hat der Korpsführer des NSFK., General- leutnant Christiansen, für vier verschie- dene Arten des motorlosen Leistungs- fluges geschaffen. Ueberilugverbot der sudetendeut- schen Gebiete wird mit sofortiger Wir- kung aufgehoben; der Einflug in diese Gebiete bleibt für alle Luftfahrzeuge, die nicht an der Besetzung dieser Gebiete beteiligt sind, bis auf weiteres verboten; Ausnahmen erteilt das RLM, LB Il. Was gibt es sonst Neues? Fliegerhptm. Handrick, Olympia-Sieger, mit Luftmarschall Görings Nichte, Gräfin Karin von Treuberg, verlobt. Air-France-Bureau, Marseille, beim Brand mit zerstört. Mr. Grey von „The Aeroplane‘“ war in Spanien und besichtigte die nationale Luftwaffe. Sikorsky besichtigte die Junkers Werke. Coupe Deutsch de la Meurthe 1939 am 1. 10. Preise 200.000 frcs und Tro- phäe. Geschwindigkeitsrennen über 2000 km in zwei Strecken von je 1000 km. Nennungsschluß Januar 1939. Nachnennungen 12. 7. 1939. Ausland. Flugwesen in Argentinien. Buenos-Aires, 8. 10. 1938. In der Zivililiegerei, so schreibt uns unser Berichterstatter, be- steht nach wie vor in allen Kreisen die Sehnsucht, zu fliegen. Nur sind keine Maschinen zu bekommen. Der Staat beschäftigt sich da- selbst ausschließlich mit dem Militärflugwesen und schenkt der Zivil- fliegerei wenig Gehör. Mittel sind nicht verfügbar, und doch bestehen nicht nur für Argentinien, sondern auch für ganz Südamerika große Aussichtsmöglichkeiten für das Flugwesen. In letzter Zeit spürte man überall Ansätze zu regerer Betätigung. Auch eine neue Fachzeitschrift „Aviacion Popular“ ist soeben erschienen. Man liest darin nur von ausländischen Flugzeugen. Aber das ist wenigstens mal ein Anfang. Der schlummernde Fliegergeist wird sicher dadurch aufgerüttelt. Der Staat hat vor einiger Zeit 22 Millionen Pesos zur Erneuerung des Militärflugwesens zur Verfügung gestellt. Man hat nun in der Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 619 Militärflugzeugfabrik in Cordoba (Hauptstadt der argentinischen Pro- vinz gleichen Namens) die Konstruktion und den Bau des bisherigen Prototyps, da sich keine Eriolge zeigten, eingestellt. Die Fabrik soll nun in modernen Werkstätten nach den neu angekauften Maschinen und Lizenzen selbst bauen. Zu dieser Maßnahme hat der letzte Erfolg mit den dort gebauten 30 Focke-Wulf Veranlassung gegeben. Es soll eine weitere Serie von 30 Maschinen in Angriff genommen werden, damit dann 80 Focke-Wulf zur Schulung zur Verfügung stehen. Darin sind die 20 Maschinen, die voriges Jahr in Deutschland gekauft wur- den, enthalten. Weiterhin soll in Cordoba die N. A. 16, identisch mit einem vor kurzem in USA gekauften Typ, gebaut werden. Die Fabrik soll nicht nur Schulflugzeuge bauen, sondern auch Kampfflugzeuge, wie den leichten Bomber Northrop und andere, Man hofft, mit diesen Konstruktionen und den gekauften Schulmaschinen sowie leichten und schweren Bombern, Kampfflugzeugen und den 30 Curtiss „Hawk“ 75, in militärischer Hinsicht gut versorgt zu sein. Von den Focke-Wulf' haben die Aero-Clubs nur 6 Maschinen erhalten. Es war höchste Zeit, denn die alten treuen „Fleet“ aus den Jahren 1930—33 waren „flie- gende Fragezeichen“ geworden. FE. S. Aegypten— Australien Ohnehalt-Flug vollbrachten zwei engl. Vickers Wel- lesley Bombenflugzeuge mit je drei Mann Besatzung. Es starteten am 6. 11. von Ismailia drei Wellesleys Bomber mit ie drei Mann Besatzung. Eine der Maschinen mußte am 7. 11. vormittags in der Nähe von Koepang auf der Timor-Insel not- landen. Die beiden anderen Flugzeuge trafen nach 48 Std. u. 7 Min. nach Zu- rücklegung von 11460 km in Port Darwin ein. Fairey Aviation Ltd. Co. Hayes, England, eigne Forschungsabteilung, um- faßt Aerodynamik, Konstruktion, Metallurgie. Geschlossener Windkanal, 3,64 m breit und 3 m hoch, elliptisch. Gebläse 4,25 m Durchmesser, Antrieb Elektromotor 350 PS. Größte Luftgeschwindigkeit 230 km. Nuffield-Hochgeschwindigkeitsilugzeug, man spricht von 880 km/h, soll in London im Bau sein. Vickers-Armstrong Ltd. hat Vickers (Aviation) Ltd und die Supermarine Aviation Works (Vickers) Ltd. übernommen. C. A. G. (Civil Air Guard), engl. Civilluftdienst, Uniform R. A. F.-blauer Anzug aus einem Stück. Nach Erlangung der „A“-Lizenz Flügel-Abzeichen. Perseus-XIIC-Schieber-Motor, Versuchslauf gesamt 260 Std. Bei 10stündigen Versuchsperioden waren je 10 Min. Maximum Start-Bedingungen, wobei der Motor 900 PS bei 2700 U entwickelte. Franz. Bomber Bloch Typ 140 schlitterte infolge Motorausfall in 5 m Höhe über die Häuser des Pariser Vororts Plessis-Robinson, blieb mit einem Flügel an einem Haus hängen, riß dann einen Balkon mit und landete dann im 3. Stockwerk eines anderen Hauses. Von der vierköpfigen Besatzung nur 2 verletzt. Potez 63, ausgerüstet mit 2 Hispano-Suiza mit ie 650 PS, ist vom franzö- sischen Luftfahrtministerium der Luftfahrtgesellschaft „Air Bleu‘ zu Versuchs- zwecken überlassen worden. Makhonine-101 mit Teleskopflügel (flächenveränderlich) 18—33 m? (vgl. „Flugsport“ 1937, S. 17, sowie die Typenbeschr. „Flugsport“ 1935, S. 605) wird mit einem Gnöme-Rhöne-K-14-Motor ver- sucht. Chefpilot Durmon und Corniglion- Molinier sollen Geschwindigkeitsrekorde damit aufstellen. Lufitminenield (s. nebenstehende Abb.) schlägt der französische Ing. ]. Michel vor. Er nimmt an, daß ein aero- dynamisch gut durchgebildetes Torpedo 400 m/sec erreicht. Die Sperre soll sich über 120—130 m erstrecken mit einem Loopingdurchmesser von 120—130 m. & p> - S. E.-200, Transatlantik-Flugboot wird zur Zeit von der S. N. C. A. S.E. (Societ& Nationale des Constructions Aeriennes du Sud—Est) für die Air France Atlantique gebaut. S. E.-200, früher bekannt als „Lior&e et Olivier 49“, ist ein Seite 620 „FLUGSPORT” Nr. 23/1938, Bd. 30 Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 621 66-t-Flugboot (Vorgänger Leo 47). 20 Passagiere und 8 Besatzungsmitgl. über den Atlantik. Höchstgeschw. 400 km/h, Reisegeschw. 320 km/h. Reichweite 6000 km bei einem Gegenwind von 60 kmh. Ramon Franco 7, Oberstleutnant der Luft- waffe und Chef der Luftstreitkräfte der Basis Mallorca, Bruder des Generalissimus, ist bei einem Dienstflug, 140 km nördlich von Kap Formentera, mit einem Wasserflugzeug tödlich verunglückt. Ramon Franco ist durch seinen Transatlantikflug 1926 mit dem Flugzeug „Plus Ultra“ von Palos nach Buenos Aires den Lesern dieser Zeitschrift noch bekannt. Weltbild Luftdichter Fliegeranzug für Höhenflüge ist von der Höhenflugschule „Guidonia‘ konstruiert und bei dem letzten Höhenflug von 17400 m von Oberstltn. Pezzi benutzt worden. Der Höhenanzug besteht, wie die nebenstehende Abb. (S. 621) er- kennen läßt, aus einem geschlossenen Fliegeranzug, an dem ein metallenes Verschlußstück am Rumpf mit Kopfhaube anschließt. In den so gebildeten Raum münden gleichfalls die Sauerstoffgeräte. Der Höhenanzug hat den Vorteil, daß der Pilot, auch wenn er das Flugzeug im Fall- schirm verlassen will, nicht bewußtlos zu werden braucht, ferner, daß die ganze Einrichtung sich einfacher gestalten läßt als wenn das ganze Flugzeug als Höhen- kabine ausgebaut ist. Der Pilot kann weiterhin jederzeit in einem anderen Flug- zeug fliegen, wo die Einrichtungen für Höhenflüge noch nicht vorhanden sind. Volta-Meeting, Rom, erste Hälfte Oktober war vorherrschend dem Luftver- kehr in Afrika gewidmet. Kunstilugwettbewerb Bukarest, zu dem auch die rumänischen Fliegerschulen mit zahlreichen ausländischen Flugzeugtypen erschienen waren, belegten den 1., 2. und 4. Platz die Flieger des Aero-Clubs Brasov auf Bücker „Jungmann“ mit 100-PS-Hirth-Motor. Rumän. Wasserilugzeug mit Admiral Negru bei einem Inspektionsflug auf dem Siutghiol-See bei der Wasserung durch Ueberschlag vernichtet. Negru sowie die beiden Flugzeugführer kamen ums Leben. Ein weiterer Unfall, auch bei der R Wasserung, ereignete sich am Ravel-See mit einem Wasserflugzeug, wobei Ital. Höhenfluganzug. Oberst Mario Pezzi, 4 Mann Besatzung tödlich verunglückten. Leiter der Versuchsstelle für Höhenflug. Caproni-Flugzeugwerk Bulgarien Weltbild wurde in Kazanlik, wobei auch Ing. Caproni anwesend war und den Bul- garen 2 Flugzeuge schenkte, eröffnet. Rechts oben: Curtiss- Ungar. Flugzeugabzeichen für Wright 20. (Siehe „Flug- Militärflugzeuge sind geändert. Die sport“ 1938, S. 502). Flugzeuge führen ietzt auf beiden Mitte: Kabine, Sitzanord- Seiten der Tragflächen und des Sei- nung. Unten: Einstiegtür VA A tensteuers rot-weiß-grüne Winkel nach oben geöffnet. Davor (rot außen), deren Spitzen nach vorn Rolltreppe. Farbenerhjärung, gerichtet sind. (Vgl. auch die neben- Werkbild mM vor stehende Skizze). . Santa Maria Airlines, Santa N . , ’ I gr Maria, Cal, hat einen Lockheed 14 bestellt. Seit 1936 Lockheed 12. Studienges. z. Gründung einer Flugzeugfabrik A.-G. Zürich-Oerlikon ist mit einem Kapital von 100 000 Schweizer Franken gegründet worden. Gegenstand des Unternehmens ist der Bau einer Schweizer Flugzeugfabrik A.-G. mit 5 Millionen Franken Aktienkapital. Dem Verwaltungsrat gehören bekannte Schweizer Groß- Unten: Curtiss-Wright 20 industrielle an. Bei dem großen Bedarf an Flugzeugen ist die Schweiz in Zukunft Blick auf den Führerraum. nicht mehr auf das Ausland angewiesen. Man beachte: Seitlich nach _ USA-Jagdeinsitzer mit gegenläufigen Schrauben ist schon vor längerer Zeit unten gute Sicht. Nach oben von der Versuchsabteilung des USA-Luftministeriums versucht worden. Die Sichtbehinderung soll durch beiden gegenläufigen ineinander liegenden Luftschraubenwellen werden durch ein kleines Dachfenster behoben dahinterliegendes Getriebe von einem Sternmotor angetrieben. Bekanntlich wurden | werden. gegenläufige Schrauben von dem ital. Hochgeschwindigkeitsflugzeug Macchi | Werkbild Castoldi, welches den Weltgeschwindigkeitsrekord hält, vor mehreren Jahren ver- Seite 622 „FLUGSPORT"“ Nr. 23/1938. Bd. 30 USA-Jagdflugzeug, Versuchsmaschine, mit 2 gegenläufigen Luftschrauben. wendet. Diese Leistung dürfte auch die Ursache gewesen sein, daß die Ameri- kaner, um das lästig werdende hohe Reaktionsmoment auszuschalten, die in obenstehender Abbildung dargestellte Versuchsmaschine, ein Curtiss-P35-Ein- sitzer, Motor Pratt u. Withney, 1100 PS, von deren Erfolgen man nichts gehört hat, gebaut haben. Lockheed Aircraft Corporation, Burbank, Cal., hat die erste Maschine der 13 vom amerikanischen Luftfahrtministerium bestellten Lockheed 12 (abgeändert) nach Dayton, Ohio, geliefert. Preis der 13 Maschinen mit Sonderausrüstung und Ersatzteilen 570 913 $. Perth_Port Darwin 3700 km. Die MacRobertson-Miller Aviation Corp. Perth, Luftverkehrslinie, will Ende des Jahres zwei Lockheed Electra, Reisegeschwindig- keit 300 km/h, einsetzen. Chinesischer Windkanal an der Universität in Peiping. Zunächst 1,5 m, Kanal entworfen von Professor S. C. Wang. Seit Frühjahr 1936 neuer Kanal im Bau mit 4,6 m Durchmesser. Australische Flug-Linie Adelaide—Melbourne, Douglas, stieß am 25. 10. im Nebel gegen Dandenong-Gebirgskette und stürzte brennend ab. 14 Fluggäste und 4A Mann Besatzung kamen ums Leben. Ursache: Funkpeiler nicht im Betrieb. Australien Flugzeugbau Erweiterung durch Aufnahme vom Bau von Moth Minor Flugzeugen in der De Havilland Fabrik Sydney und der Motoren in der Commonwealth Aircraft Corporation. Austral. Regierung bestellte, wie Premierminister Lyons bekanntgab, in USA 50 Lockheed-Hudson-Maschinen. Luitverkehrsgesellschaiten in Australien wachsen wie Pilze aus der Erde. Trotz der ungenügenden Bodenorganisation sind wieder drei neue Gesellschaften genehmigt worden, welche vorläufig den dringendsten Bedürfnissen für Flug- verbindungen nachkommen. Es betreiben: Melbourne—Brisbane die Inland Air- ways, Sidney, Bathurst, Orange, Parkes und Forbes die Midwest Airlines und Rose Bay-—-New-Castle die Safety Airlines. Aus Natio- nal-Spanien: Geschwader- abzeichen Maior Mora- tos mit dem Kriegskreuz National- Spaniens auf dem Seiten- ruder. Bild: Aeroplane PATENTSAMMLUNG 1938 des SEN I Band VI Nr. 29 Inhalt: 665490, 967; 666021, 0, 58, 103, 298, 369, 370. Schwimmwerk (Gr. 43—46). b 46sı Pat. 666369 v. 1. 4. 37, veröft. 18. 10. 38. Dornier-Werke G. m. b. H. und Dr.-Ing. e. h. Claude Dornier, Friedrichshafen a. B. Fingboot. Patentansprüche: 1. Flugboot, dessen Flügel vom Rumpf aus zu- nächst nach unten gekrümmt und von dem tiefsten Punkt aus wieder nach oben gekrümmt ist, so daß das Tragwerk in der Vorderansicht die Gestalt eines W hat, dadurch gekennzeichnet, daß die durch die Wasserlinie des Rumpfes gekennzeichnete Ebene die tiefsten Teile des Flügels schneidet. 2. Flugboot nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Flügel nahe seinen tiefsten Stellen ein einziehbares Fahrgestell enthält. 3. Flugboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Flügel außerhalb seiner tief- sten Stelle und in unmittelbarer Nähe derselben ie eine Teilfuge enthält, an welcher das äußere Flügel- ende abnehmbar angeschlossen ist. Luitschrauben (Gr. 1—18). C 601 Pat. 666 021 v. 11. 11. 31, veröff. 11. 10. 38. Eclipse Aviation Corporation, East Orange, New Jersey, V. St. A. Ver- stellpropeller. Patentansprüche: 1. Verstellpropeller, bei dem die Flügelanstellung selbsttätig auf eine Fliehkrafteinrichtung ansprechend verstellbar ist, gekennzeichnet durch eine beim Er- reichen einer bestimmten, für den Steig- oder Ge- radeausflug günstigsten Flügelanstellung selbsttätig eingreifende und sich erst bei einer Aenderung der Propellerwinkelgeschwindigkeit um ein vorbestimmtes, beträchtliches Maß selbsttätig lösende Sperrung (76, 77, 79) der Flügelanstellung. 2. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Sperrung (76, 77, 79) nach- giebig und einregelbar ist. 3. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die nachgiebige Sperrung (76, 77, 79) mit der die Aenderung der Flügelanstellung her- vorrufenden Fliehkraftvorrichtung zusammenarbeitet. 4. Verstellpropeller nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Sperrung eine Kugel oder ein ähnliches fallenartiges Glied (76, 77) besitzt, welches von der Nabe getragen wird und in eine Aus- sparung (83) eines Gliedes des Stellzeuges für die Aenderung der Flügelanstellung angreifen kann. 5. Verstellpropeller nach Anspruch 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß das unter Federdruck stehende Sperrglied (77, 78) in einer Warze (76) am Naben- gehäuse untergebracht ist und durch eine Oeffnung der Warze nach außen zum Eingriff in einer Aus- sparung (83) am äußeren Ende eines Winkelhebels (64) gedrückt wird, der über der Warze liegt und mit dem Stellzeug beweglich ist. 6. Verstellpropeller nach Anspruch 4, dadurch ge- kennkeichnet, daß zur Regelung der Spannung der Feder (79) im Grunde der Warze (76) miteinander zu- sammenarbeitende Keilglieder (84, 86) angeordnet sind, die mittels einer durch die Seite der Warze hervor- ragenden Schraube (87) gegeneinander verschoben werden können. 7. Verstellpropeller nach Anspruch 1 bis 6, da- durch gekennzeichnet, daß die Sperrglieder (76, 77, 79) mit Anschlägen (91, 92), die ebenfalls die Aende- rung der Flügelanstellung begrenzen, zusammen- arbeiten. 8. Verstellpropeller nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fliehkraftvorrichtung aus nachgiebig gehaltenen Gewichtshebeln (62) besteht, die auf in der Nabe ge- lagerten Wellen (58) der Schnecken (39) befestigt sind, welche in Schneckenräder (17) auf den Flügel- wurzeln eingreifen. 9. Verstellpropeller nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fliehkraftvorrichtungen oder gewichtsbelasteten Hebel (62) der mehreren Flügel zum Ausgleich der den Flügeln mitgeteilten Verdrehung miteinander verbunden und so angeordnet sind, daß sie parallel einander bleiben. 10. Verstellpropeller nach Anspruch 8 und 9, da- durch gekennzeichnet, daß die gewichtsbelasteten Glie- der (62) durch einstellbare Federn (66) zurückgehalten werden, die die Hebel mit der Nabe verbinden. zB=S-G ee, 2 ARE Se RAS Ss R Pe S NS 5 IS 2 | 4 jet »_____% < NZ ——— 7 Kaas ru Y BEE Seite 122 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 29 11. Verstellpropeller nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Federn zwischen Muttern (67), die auf vom Gehäuse getragene Einstellschrauben (68) aufgeschraubt sind, und den Enden der gekrümmten Arme (64) der Gewichtshebel angeordnet sind. 12. Verstellpropeller nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Federn die Gewiclts- hebel (62) gewöhnlich in Anlage gegen die Anschläge (92), die den Niedrigstwert der Anstellung begren- zen, halten. 13. Verstellpropeller nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12 mit zweiteiliger Nabe, da- durch gekennzeichnet, daß einer der Teile eine Hülse (44) besitzt, die sich quer durch die Nabe erstreckt und antriebsmäßig mit der Propellerwelle verbunden ist, während der andere einen sich auswärts er- streckenden Flansch hat, der auf der Hülse des ersten Teiles angebracht werden kann, und daß das Ganze auf der Provellerwelle mittels einer auf deren äußerstes Ende aufgeschraubten Mutter (49) gesichert ist, welche gegen entsprechend abgeschrägte Teile (51) der Hülsen anliegt. 14. Verstellpropeller nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel auf der Propellernabe mittels Hülsen (17, 18) befestigt sind, welche die Wurzelenden umgeben und an ihren inneren Enden mit .hakenförmig ineinandergreifenden Gliedern (19. 21) versehen sind. 15. Verstellpropeller nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülsen (17, 18) in der Pro- pellernabe mittels kegeliger Rollenlager (28 und 32) befestigt sind, von denen das eine den auswärts ge- richteten Druck des Flügels und das andere die Bie- gungsbeanspruchungen aufnimmt. Triebwerk (Gr. 12—15). 12 Pat. 666 058 v. 19. 4. 31, veröff. C 1203 |]. 10. 38. Dr.-Ing. h. c. F. Por- sche K.-G., Stuttgart. Einrichtung zum Ver- sorgen von Höhenfingzeugen mit Luft. Patentansprüche: 1. Einrichtung zum Versorgen von Höhenflug- zeugen mit Luft, bei der die für die Verbrennung in den Motoren sowie die für die Atmung der Insassen benötigte Luftmenge gemeinsam von dem (n) gleichen Auflader (n) geliefert wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der geförderten Druckluft die Aufent- haltsräume für die Insassen im entspannten Zustand frei durchströmt und aus diesen von einem Teil der Motorzylinder wieder abgesaugt wird, während der restliche Teil der geförderten Druckluft unmittelbar den restlichen Motorzylindern zugeführt wird. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Aufenthaltsräume (22) für die Insas- sen durch Steuerorgane (14 bis 18) mit der Auflader- druckleitung (6) und die Einlaßstutzen (7) der ein- zelnen Motorzylinder (8) durch Steuerorgane (9, 20, 21) wechselweise entweder mit der Aufladerdrucklei- tung (6) oder aber mit dem in die Aufenthaltsräume (22) führenden gemeinsamen Saugrohr (10) verbunden sind. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge der in die Aufenthalts- räume (22) strömenden sowie die Menge der aus die- sen von den Motorzylindern (8) abgesaugten Luft auf an sich bekannte Weise in Abhängigkeit von der Höhenlage des Flugzeuges geregelt wird. 4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß die Steuerorgane (14 bis 18) für das Einströmen der Luft in und (9, 20, 21) für das Absaugen der Luft aus den Aufenthaltsräumen mit einem Kolben oder einer Membran (19) derart verbunden sind, daß das Einströmen fortlaufend, das Absaugen unterbrochen von Zylinder zu Zylinder (8) geregelt wird. Abwurfvorrichtungen (Gr. 18, 20) Pat. 665 967 v. 24. 1. 35, veröff. C 2001 6. 10. 38. Flight Reiuelling Limi- ted, London. Einrichtung zum Verbinden zweier im Fluge befindlicher Luftfahrzenge zwecks Betriebsstoffübernahme. Zum Herstellen der Verbindung zwischen den beiden Flugzeugen wird das Seil aus dem einen Flug- zeug ausgelegt. Das am Ende des Seiles befindliche Gewicht bewirkt, daß das Seil nach unten hängt und von dem Piloten des anderen sich nähernden Flug- zeugs ergriffen werden kann, um schließlich mit Hilfe des Seiles auch den Schlauch zwischen den beiden Flugzeugen auszulegen, durch den der Brennstoff von einem Flugzeug zum anderen fließt. Sobald bei dieser Einrichtung der Pilot des einen Flugzeuges das Abfangen des gewichtsbelasteten Seil- endes verfehlt, ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß das Seilende mit dem Gewicht mit verletzbaren Teilen der Maschine, z. B. dem Steuer, den Quer- rudern und auch dem Propeller in Berührung kommt, sich in diesen Teilen verwickelt und dadurch zum Absturz des Flugzeugs führt. Diese Gefahr wird nach der Erfindung vermindert. Patentanspruch: Einrichtung zum Verbinden zweier im Fluge be- findlicher Luftfahrzeuge zwecks Betriebsstoffübernaihme mittels einer Schlauchleitung und eines an dieser be- festigten gewichtsbelasteten Seiles, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Gewicht aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Sack (13) aus dünnem, leicht zerstörbarem Werkstoff, wie Gummi, Seide, Glas oder Zellhorn, gebildet ist. D BA 2- 172 Ben B. 27 3 4-7 , N, Fig.2 89.1. PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 123 c229 Pat. 666298 v. 6. 5. 36, veröff. 15. = 10. 38. Louis Jean Moise Capel, Marseille, Frankreich. Mittel zum Aufbla- sen der Spreizleitungen von Fallschirmen. Die Erfindung sieht vor, statt anderer Druckmittel verflüssigte Kohlensäure zum Oeffnen von Fallschirmen zu benutzen. Für die Mitnahme einer hinreichenden Menge verflüssigter Kohlensäure bedarf es nur eines kleinen und verhältnismäßig leichten Behälters, da verflüssigte Kohlensäure bei ihrer Verdampfung ein großes Gasvolumen freigibt und bei den gewöhnlichen Außentemperaturen unter einem Druck steht, der zwar verhältnismäßig niedrig ist, aber stets ein schnelles und sicheres Oeffnen des Fallschirmes gewährleistet. Patentanspruch: Mittel zum Aufblasen der Spreizleitungen von Fall- schirmen, gekennzeichnet durch die Verwendung ver- flüssigter Kohlensäure. Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt (Gr. 24-32) Pat. 665490 v. 7. 11. 29, veröff. 252.03 Rudoli Rötter, Berlin- Lichtenrade, und Hans-Joachim Siber, Ber- lin-Tempelhof. Zinrichtung zum Peilen von Luftfahrzeugen. Abb. 1 zeigt schematisch den Plan einer Strecke, Abb. 2 das Diagramm der Kennung des ersten Teiles der Strecke A—B, Abb. 3 dasienige des zweiten Teiles B—C. Die Flugstrecke läuft vom Punkte A über Punkt B nach C. Zwischen A und B ist die Mitte der Flug- strecke durch Funkbaken 38 bezeichnet, zwischen B und C durch Funkbaken 31. In 4 bis 5 km Abstand zu beiden Seiten der Strecke befinden sich die Funk- bakenreihen 29, 30 und 32, 33. Die mittleren Baken- reihen 28 und 31 senden ununterbrochen Wellen aus, die auf dem Flugzeug Dauerton oder bei Uebertragung auf ein optisches Zeichen Dauerlicht ergeben. Die Bakenreihen 29 und 30 senden entsprechend Abb. 2 Wellen mit Unterbrechungen, und zwar die Baken- reihe 29 gemäß der Kennung 35 (Abb. 2) kurze Wellenstöße mit kurzen Unterbrechungen entsprechend etwa dem Morsezeichen e, während die Bakenreihe 30 entsprechend der Kennung 36 lange Zeichen mit län- geren Unterbrechungen entsprechend dem Morse- zeichen t sendet. Zwischen B und C ist die Kennung der Bakenreihe 32 durch 38 (Abb. 3) dargestellt, die Bakenreihe 33 durch Kennung 39, Die Kennung 38 zeigt das Morsezeichen i, die Kennung 39 den Morse- buchstaben m. Ein Flugzeug, welches sich bei ungefähr in der Mitte zwischen A und B über der mittleren Bakenreihe befindet, würde Dauerlicht emp- fangen. Kommt es bei 41 aus irgendwelchen Gründen von der Mitte der Strecke ab, so empfängt es den Morsebuchstaben e, woraus der Flugzeugführer sofort die Abweichung nach Steuerbord beim Fluge von A nach B erkennen kann. Ein Flugzeug, das sich auf 42 befindet und in die Strecke einfliegt, erkennt sofort, ob es zwischen B und A oder zwischen B und C in die Strecke einfliegt, daraus, daß es entweder das Morsezeichen 2 oder das Morsezeichen i empfängt, so daß der Flugzeugführer sowohl seine Flugrichtung als auch seine Lage bei unsichtigem Wetter feststellen kann. Ein Flugzeug bei 43 würde den Morsebuch- staben m empfangen und der Führer daraus Ab- weichung nach Backbord beim Fluge von B nach C erkennen. In der Praxis wird man gerichtete Strahlen ver- wenden, bei denen man den Vorteil hat, daß die Sendestationen mit den zur Zeit im Gebrauch befind- lichen Geräten in Abstän- den von 100 bis 300 km angeordnet werden können. Bei Landflugstrecken über dichter besiedeltes Gebiet brauchen dann die Sender im allgemeinen nur in der Nähe der Flughäfen auf- gestellt zu werden. Patentanspruch: e2 Einrichtung zum Peilen von Luftfahrzeugen nach Patent 548 935, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Funk- bakengeleis aus zwei oder mehr in annähernd paral- leler Richtung wirkenden Funkbakenreihen verschie- dener Kennung gebildet wird, wobei die Funkbaken alle mit gleicher Wellen- länge arbeiten, so daß der Empfang auf dem Luftfahr- zeug mit einem einzigen Nachrichtenempfänger op- tisch wahrnehmbar ist. c 2 Pat. 666 370 v. 5. 2. 35, veröff. 18. 10. 38. Siemens Apparate und Ma- schinen G. m. b. H. Berlin”). Stellungslicht für Luft- oder Wasserfahrzeuge. Patentansprüche: 1. Stellungslicht für Luft- oder Wasserfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß der mit einem Seiten- spiegel (5) zusammenwirkende Manschettenspiegel eine den regelmäßigen Verlauf der rückstrahlenden Fläche unterbrechende Zone (2bı, 2be) enthält an solcher Stelle und von solcher Gestalt, daß durch das von dieser Zone aufgefangene und zum Teil unmittelbar und zum Teil über den Manschettenspiegel (5) nach außen geworfene Licht die ohne die genannte Zone *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben word: Erich Nöthe, Berlin-Spandau. ra Seite 124 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 29 sich ergebende Lichtverteilungskurve des Stellungs- lichtes ausglättend beeinflußt wird, vorzugsweise SO, daß die Reichweite der Strahlung in Kursrichtung die größte, quer zu ihr die kleinste ist. 2. Stellungslicht nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die den regelmäßigen Verlauf der rück- strahlenden Fläche unterbrechende Zone durch eine ringsherumlaufende Einschnürung oder Eindrückung (Sicke) der rückstrahlenden Fläche gebildet ist, die im übrigen nach einer Drehfläche mit einem Kreis- oder Ellipsenstück o. dgl. als Erzeugenden verläuft. 3. Stellungslicht nach Anspruch 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die rückstrahlende Fläche des Manschettenspiegels mit Ausnahme der ihren regel- mäßigen Verlauf unterbrechenden Zone auf einer Drehfläche liegt, deren Erzeugende auf einem Kreis- bogen liegt, dessen Mittelpunkt sich oberhalb des Randes des Manschettenspiegels und exzentrisch zu dessen Achse befindet. 4, Stellungslicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die den regelmäßigen Verlauf der rückstrahlenden Fläche des Manschettenspiegels unterbrechende Zone auf der Oberfläche zweier sich durchdringender Kegel liegt, von denen der eine (sich auf die Fläche 2ba be- ziehende) seine Spitze genau oder annähernd im op- tischen Mittelpunkt der Glühlampe besitzt. 5. Stellungslicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine solche Gestal- tung des Seitenspiegels (5), daß die Schnittlinie seiner rückstrahlenden Fläche mit einer Längsebene (vgl. Fig.3 und 4) und ebenso seine Schnittlinie mit einer parallel zur Grundplatte (1) verlaufenden Ebene je auf einem Kreisbogen liegen, deren Halbmesser je- doch verschieden groß sind. c29 Pat. 666 103 v. 8. 4. 33, veröff. 19. 10. 38. Siemens & Halske A.-G,, Berlin-Siemensstadt*). sSelbsttätige Höhen- stenerung für Luftfahrzeuge, insbesondere Fingzenge. Patentansprüche: 1. Selbsttätige Höhensteuerung für Luftfahrzeuge, insbesondere Flugzeuge, durch die das Erreichen und Aufrechterhalten der Sollflughöhe durch eine von einem Höhenmesser gesteuerte Nachlaufeinrichtung zum Ver- stellen des Regelorgans der Vortriebskraft des Luft- fahrzeuges erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß für das in der Rückführung der Nachlaufeinrichtung ein- geschaltete, dem Aufspeichern der Rückführbewegung dienende Glied Mittel zum Begrenzen der aufgespei- cherten Rückführbewegung vorgesehen sind. 2. Selbsttätige Höhensteuernug nach Anspruch 1 mit einer in der Rückführung eingeschalteten nach- giebigen unelastischen Dämpfungsvorrichtung als Spei- cherglied, dadurch gekennzeichnet, daß diese Dämp- fungsvorrichtung durch vom Zeiger des Höhenmessers beim Erreichen seiner Maximalausschläge betätigte Mittel, z. B. durch einen elektromagnetisch betätigten Schieber, verblockbar ist. 3. Selbsttätige Höhensteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in die Rückführung ein aus einer Schraubenspindel und darauf verschraub- barer Mutter bestehendes Speicherglied eingeschaltet ist, wobei die Mutter ein ungleichachsig zu einer mit gleichbleibender Geschwindigkeit umlaufenden Scheibe verschiebbares Reibrad trägt, welches ver- mittels eines Vorgeleges die Mutter auf der Spindel so lange verschraubt, bis das Reibrad wieder in das Zentrum der Reibscheibe zurückgelangt ist. 4. Selbsttätige Höhensteuerung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibscheibe des Reibradgetriebes einen solchen Durchmesser hat, daß das von der Spindelmutter getragene Reibrad bei größeren Rückführbewegungen in der Nachlaufeinrich- tung über den Rand der Reibscheibe hinausgelangt und dadurch eine weitere Aufspeicherung der Rück- führbewegung verhindert. 5. Selbsttätige Höhensteuerung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der vom Höhen- messer betätigten Schalteinrichtung für die Verstell- vorrichtung des Regelorgans außer dem nachgiebigen Glied zum teilweisen Aufspeichern der Rückführbewe- gung noch eine vorzugsweise hydraulische Dämpfungs- vorrichtung eingeschaltet ist, von welcher ein Teil unmittelbar am Ende eines kurbelartigen Verstell- gliedes und das andere Teil vermittels Federn un- gefähr an dem mittleren Hebel des kurbelartigen Ver- stellgliedes angreift. 6. Selbsttätige Höhensteuerung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende eines von der Verstelleinrichtung für das Regelorgan über eine Rutschkupplung einstellbaren Kurbelarmes die Kolben- stange einer hydraulischen Dämpfungsvorrichtung an- greift, deren Zylinder unter Zwischenschalten von Federn mit einer ungefähr an der Mitte des Kurbel- armes befestigten Stange verstellbar verbunden ist und seine Bewegung auf das erstgenannte nachgiebige Glied weiterleitet. 7. Selbsttätige Höhensteuerung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß von einem zum Ver- stellen des Reselorgans des Flugzeugantriebes vor- gesehenen Hilfsmotor ein Schaltarm zum Betätigen von Kontakten einstellbar. ist, an welche eine am Führersitz des Flugzeuges angeordnete Anzeige- oder Signalvorrichtung angeschlossen ist, welche dem Füh- rer die Stellung des Regelorgans angibt. 8. Selbsttätige Höhensteuerung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor für die Reibscheibe des Reibradgetriebes gleichzeitig einen Zeitschalter für einen den Fallbügel des Höhenmesser- zeigers betätigenden Elektromagneten antreibt. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dr.-Ing. Eduard Fischel, Berlin- Tempelhof. 15' [ii Al I Pat.-Samml. Nr.29 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 23, am 9.11.1938 veröffentlicht. Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 623 Nanga Parbat. Bezwingung durch eine Expedition mit Hilfe der Ju 52 D-AWBSRR, berichteten wir bereits im „Flugsport‘‘ 1938 Nr. 13, S. 352, u. Nr. 14, S. 378. Die Besatzung des Expeditionsflugzeugs bestand aus Flugkpt. Thönes, Bordfunker Mense, Bord- wart Spengler. Der Start der Ju 52 erfolgte am 5. Juli auf dem Flugplatz Srinagar, 120 km südsüdöstlich vom Nanga Parbat (siehe die Uebersichtskarte von Britisch-Indien „Flugsport“ 1938, Nr. 1, S. 3), um über dem Lager IV, 6200 m nördlich vom Nanga Parbat mit Fallschirmen Lasten, bestehend aus Benzin, Aus- rüstung, Konserven, Obst, Gemüse, Frischfleisch sowie der Heimatpost, abzu- werfen. Als 4. Mann nahm noch der englische Fliegerhauptnann Bowman teil. Um 4 Uhr morgens war alles am Flugplatz. Thönes schildert den Verlauf folgendermaßen: Kurz nach 4.30 h sind wir in der Luft. Noch ist die Sonne nicht über dem Horizont. Am Osthimmel ist eine Altostratusdecke mit einigen dicken Kumulis darunter, in denen der ganze Karakarum verschwindet. Aber der Wetterbericht ist gut. Der Nanga Parbat selbst ist sofort zu sehen. Aber verdammt! Ausgerech- net der Ostgrat mit dem Lager 4 scheint in Wolken gehülit zu sein. Alles andere ist frei. Das hat uns gerade noch gefehlt. Beim Näherkommen sehen wir aller- dings, daß die Wolken nur vom großen bis über den südlichen Chongra Peak reichen. Der Sattel mit dem Lager 4 ist eben gerade noch irei. Hoffentlich bleibt er so. Ueber dem Lager angekommen, sehen wir die Zelte, aber nichts rührt sich. Ueberall’ist noch sehr viel Neuschnee, das sieht man sofort. Wir kreisen zunächst über dem Rakiottal, und Mense verhandelt. Es dauert ewig lange. 20 Min. kreisen wir bereits und wissen noch immer nicht, dürfen wir werfen oder nicht. Später erfahre ich, daß unten im Lager die Antenne so vereist ist, daß der dortige Funker keine Telephonie senden kann, nur empfangen; dafür sendet er im Tast- betrieb. Endlich kommt das „Ja“. Die Benzinlasten sind das Dringendste und müssen auf alle Fälle gut ankommen. Drum brausen wir über die Zelte hinweg, ziehen wieder hoch und wenden. Die gute Ju ist hier oben in 6000 m noch ebenso wendig wie unten. Ein Blick nach unten zeigt, die Last liegt richtig. Denn also los! Nr. 2, die erste Benzinlast. So ein Dusel! Zirka 1 m unmittelbar vor dem Zelteingang. Mehr können sie wirklich nicht verlangen. Nr. 3 und 4 liegen wieder etwas weiter weg, aber auch gut erreichbar. Dann kommt plötzlich ein Zettel von Mense „Nicht weiter werfen!“ Was ist denn nun los? Wieder kreisen wir und benutzen die Zeit zum Fotografieren. Bowman neben mir zeigt grinsend auf Mense: Der liegt bäuchlings auf dem Boden, Sauerstofi- maske vor dem Gesicht, in einem Gewirr von Fotokameras, Akkumulatoren und Strippen und arbeitet fieberhaft an seinem Gerät. Sicherungen werden ausge- wechselt. Der Aermste! Nach einiger Zeit und erneuten Verhandlungen werfen Anflug zum Nanga Parbat von Süden aus. Seite 624 „FLUGSPORT"“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Der Gipfel des 8125 m hohen Nanga Parbat vom Flugzeug aus westlicher Richtung gesehen. wir wieder weiter. Alle Schirme gehen gut auf, die ganze umgebung der Zelte ist gepflastert mit den roten Klecksen der Fallschirme, ein hübscher Anblick. Spengler, der Bordwart, welcher hinten die Lasten durch die Luke wirft, kommt plötzlich nach vorne. Ein Sack hat sich in der Luke verhängt. Bowman geht zur Hilfe nach hinten, und beide angeln mit vereinten Kräften den Sack wieder hoch. Das bei 6200 m gelegene Lager IV am Nanga Parbat. Ein Fallschirm mit Lebens- mitteln geht eben in der Nähe des Lagers nieder. Bilder: Deutsche Himalaya-Stiftung. Nr. 23/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 625 Sie machen den Schirm wieder abwurfbereit, und weiter gehts. So, nun noch den Postbeutel, und dann noch eine letzte Runde, gesteuert von Bowman. Er fliegt genau wie zuvor beim Abwerfen niedrig auf das Lager herunter, während ich mich losgeschnallt habe und mit der Filmkamera das unter uns vorbeiflitzende Lager am Grat festzuhalten versuche. Dann drehen wir heimwärts. Nach der Landung versuche ich, zum Ankerplatz zu rollen. Aber da mangels Preßluft unsere Bremsen nichtmehr arbeiten, rollt der Kahn auf dem abschüssigen Gelände, trotz Abstellen aller Motoren, einfach übers Ziel hinaus. In einer kleinen Erdmulde dicht an der Platzgrenze bleibt er schließlich stehen. Wir steigen aus, spannen unser Auto vor und schleppen die gute Ju zum Ankerplatz zurück. Um sich eine Vorstellung über die Nanga-Parbat-Gebirgswelt machen zu können, bringen wir nebenstehend einige Bilder, die dem „Flugsport“ von der Deutschen Himalaya-Stiftung zur Verfügung gestellt wurden. Segelflug Strecken-Segelilug Johannesburg—Bremersdorp (Swasiland) ca. 210 Meilen (336 km), geflogen am 11. Sept. 1938. Ich habe mich bemüht, den Bericht des Fluges so wiederzugeben, wie ich ihn selbst erlebt und empfunden habe. Daher sind Erörterungen wissenschaftlicher und technischer Art mehr in den Hintergrund getreten. Johannesburg, den 21. Sept. 1938 Herbert Bartaune. Ursprünglich sollte dieser Flug ja ein Zielstreckenfiug werden, doch zum Glück hatte ich es nicht so laut gesagt, daß ich nach Lourenco Marques wollte. Es war mir wohl unklar, ob die thermischen Verhältnisse zu diesem Unternehmen ausreichen würden, jedoch waren mir die Schwierigkeiten absolut bewußt. Ich startete etwa um 11 h auf unserem Segelflugplatz in Alberton bei Johannesburg in der „Minimoa“ und hatte das Glück, von unserem Schleppauto sofort in eine Thermik hineingeschleppt zu werden. Es warf die Minimoa förmlich in die Höhe. Noch kurz vor dem Ende der Thermikblase klinkte ich aus und legte die Maschine in die Kurve. Das Kreisfliegen hatte so seine besonderen Eigenheiten, denn infolge der Böigkeit gelang es nicht immer, in der gewünschten Schräglage zu bleiben. Sehr bald erreichten wir, die gute Minimoa und ich, etwa 1000 m über Startplatz. Dabei hatte ich Muße, mir einmal das Goldrelief Johannesburgs, der „Golden City“, anzusehen. Wunderbar reizvoll schimmerten die weißen Minen- halden zu uns empor, und inmitten eingebettet die Wolkenkratzer Johannesburgs, diesem Stückchen Amerika, in dem man vergißt, daß man in Afrika ist. Auf der anderen Seite, nach Südwesten zu, stand eine graue Dunstschicht. Im Osten war der Himmel klarer, jedoch mit Zirrenschleiern bedeckt, die aber, im Gegensatz zu Europa, der Sonneneinstrahlung keinen Einhalt tun. Um ganz sicher zu gehen, suchte ich erst einmal die nähere Umgebung ab, ob uns nicht eine Thermikblase ein wenig höher mit heraufnehmen würde. Jedoch verzebens. Bei etwa 1000 bis 1100 m schien eine starke Bremsschicht zu liegen, also keine gerade idealen Be- dingungen. Nun erst mal schnell Pläne gemacht und durch 'einige Gewissens- konflikte durchgerungen, und dann gehts ab. Schnäuzchen runter, Schwänzchen hoch, Fahrtmesser 85—90 km/h, Kompaskurs Ost. Hin und wieder werfe ich schüchterne Blicke nach unten. Die kleine Halle ist bereits inı Dunst verschwun- den, und wo der Platz ist, kann man auch nicht mehr zenau sagen. Die Minimoa sinkt; angenehm ist es nicht. An Stelle des sehnsüchtig erwarteten Ausschlags nach oben zeigt das Variometer noch mehr Sinken. Keine Aufwinde! Noch 600 m, noch 500 m zeigt der Höhenmesser. Ich schaue runter und steile fest, daß ich vielleicht noch 300 m über Grund bin, denn Alberton liegt viel tiefer als das übrige Land. Das ist ia heiter! Erst große Rosinen im Kopf und dann mit 10 Mei- len absaufen. Vor mir sehe ich ein großes weißes Gebilde, so vieleckig wie eine mittelalterliche Festung, vielleicht eine Salzhalde, was weiß ich. — Aber das Schicksal meint es gnädig mit mir. Irgendwo in der Nähe dieses Gebildes da am Boden finde ich eine zunächst schwache Thermik. Nach einigen Suchkreisen ist Seite 626 „rLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 etwa der Kern gefunden. Entzückt tanzt die Minimoa herum und dreht ihre Kreise, während der Höhenmesser wieder aufwärts wandert. 1100 m Höhe sind bald wieder erreicht und nun geht das gleiche Spiel weiter: Schwänzchen hoch und ab mit Kurs Ost. Aber nun Vorsicht, alter Junge! Das darf nicht wieder passieren. Jetzt wird alles, was Thermik ist, mitgenommen. Unter mir liegt nun „Springs“ mit seinen Goldminen und seinen Seen. Letztere meide ich sorgsam. Die erste Stunde ist um, eine große Strecke hat sie noch nicht gebracht. Bis jetzt hat sich noch nicht viel geändert. Der Fimmel hat noch immer Zirrenschleier, nur am östlichen Horizont schwimmen einige kleine Wolkenfetzen thermischen Ursprunges. Die Thermik ist reichlich turbulent. Einmal komme ich auf 1300 m, doch gewöhnlich schwankt der Höhenmesser zwischen 700 und 1000 m auf und ab. Mehr und mehr verblassen die weißen Lichttupfen, die Minenhalden, und nach Ablauf der zweiten Stunde sind sie nicht mehr zu sehen. Unter mir schiebt sich der flache Transvaal durch. Hier und dort Farmen, Straßen, einige Grasfeuer, die man schon an ihrem Rauch auf große Strecken sieht. Da, endlich einmal eine bessere Chance! Diesmal hält das Steigen an und langsam klettert die Minimoa auf 1500, 1600 m. Nun werden wir aber frech. Mit 90, ia mit 100 km/Std. zischt sie los. Jetzt wollen war mal zeigen, wo eine Minimoa anfängt, ein Renn- pferd zu sein. Schneller zieht jetzt die Landschaft unten weg. Rechts von mir taucht ein Eisenbahnknotenpunkt auf, mit mehreren großen, schwarzen Halden. Scheinbar Kohlenminen. Ich ziehe eine Karte heraus und stelle nach einigen Schwierigkeiten (ich fliege der Böigkeit wegen gewöhnlich mit beiden Händen) fest, es müßte dies „Breyton“ sein. Ganz fest will ich es aber nicht behaupten, denn schließlich ist eine südafrikanische Autostraßenkarte wenig geeignet für „Air-Navigation“. Langsam ändert sich nun die Landschaft. Vorher war das Land trocken, nur hin und wieder blinkten ein paar Bäche auf, noch feucht vom letzten Regenguß. Jetzt aber sehe ich eine Seenplatte vor mir. Manche dieser Seen sind ziemlich groß mit offenem Wasser. Andere sehen wieder seltsam aus. In der Mitte sind sie mit Schilfgras zugewachsen und bilden so große kreisrunde oder ovale Gräben, denn das graue Gras im Inneren hat dieselbe Farbe wie das Land. Zum Glück sind diese Teiche nicht so dicht beieinander und lassen genug Platz, um dazwischen durchzuschlüpfen. Es war jetzt 2 Uhr durch. Ohne auf meiner Karte im Augenblick die Entfernung genau ablesen zu können, bin ich doch sicher, daß der afrikanische Streckenrekord jetzt geschlagen ist. Ich will eigentlich laut Hurra brüllen, aber es hört ja doch niemand. Um aber wenigstens ein erhebendes Gefühl zu haben, stelle ich mir einen Kreisbogen mit dem Radius 81 Meilen von Johannesburg bis hier vor, den ich jetzt also daselbst überfliege, denke an meine Aequatortaufe und sage: „Männer machen Geschichte“, oder besser: „Segel- flieger ... .“ Aber ich habe nicht lange Zeit für derartige besinnliche Gedanken. Ich will weiter. In der Nähe schwimmen kleine Kumulusfetzen, doch jedesmal, wenn ich sie anfliege, lösen sie sich auf, fallen auseinander und hinterlassen mir nur Abwind. Ich ärgere mich, fasse die Sache persönlich auf und beschließe, diese lächerlichen Wolken als nicht vorhanden zu betrachten. Ich komme auch wirklich’ mit dieser Methode weiter. Zwischen zwei Wolken bekomme ich wieder eine‘ Thermikblase unter klarem Himmel und in einer langen Spirale kämpft sich die Minimoa auf 1800 m Höhe, meine höchste Höhe vom ganzen Flug. Noch ehe ich weiter auf Strecke gehe, sehe ich einen kleinen Wolkenschleier über mir, der sich gerade gebildet hatte. Herrliche Höhe! Die Luft ist kühl und ich schließe die Entlüftungsklappe. Nur noch 8 Grad Celsius, schon kalt für Afrika. Da fällt mir ein, daß ich ja beinahe 4000 m über dem Meeresspiegel bin. Wie gerne würde ich einen Blick in die Ferne werfen, dahin, wo Lourenco Marques (Portugiesisch-Ostafrika) liegt. Doch eine Dunstschicht, die immer .stär- ker wird, je näher ich komme, behindert die Sicht. Schon hat sich die Landschaft verändert. Ich hatte es aus meiner Höhe gar nicht so bemerkt. Doch jetzt, tiefer fliegend, sehe ich es genau. Von ebener Fläche keine Spur mehr. Kleine Hügel, ein paar Waldflecken, dem Auge so völlig ungewohnt. Und nun, vor mir im Dunst, machen sich, erst schwach, dann immer stärker, die Umrisse von Bergketten bemerkbar. Eine eigentümliche Anziehungskraft haben diese dunstigen Berge, so, als schlummere hinter ihnen ein Geheimnis. Ein Verlangen überkommt mich, alles zu versuchen, um einen Blick zu werfen auf dieses mir unbekannte Land. Welch ein Gegensatz zum letzten Teil meines Fluges. Ueber dem flachen Transvaal bin ich noch so selbstverständlich wie in einem Motorflugzeug auf Kompaßkurs Nr. 23/1938, Bd. 30 „Fr LUGSPORT“ Seite 627 geflogen. Nun aber arbeitet alles in mir angespannt. Die Drakenberge! So muß wohl den Voortrekkern zu Mute gewesen sein, als sie zum erstenmal diese Berge sahen. Vorsichtig, alle Thermik ausnutzend, komme ich langsam näher. Unter mir läuft jetzt eine Straße, die sich als helles gelbes Band abhebt und zur Linken tut sich ein zerklüftetes Tal auf. Dieses Tal lockt mich immer wieder an. Ein Blick auf die Karte zeigt mir, daß ich meinen Kompaßkurs sauber eingehalten habe. Die Straße unter mir muß die Hauptstraße von „Breyton“ nach „Mbabane‘“ im Swasi- land sein, und das Tal zu meiner Linken ist das sogenannte „Komati-River- Valley‘, jenes allen Motorfliegern so gut bekannte und berüchtigte Tal, wo es unheimliche Böen geben soll. Tatsache ist, daß schon bereits zwei Motorflugzeuge an den Drakensbergen ihre Flächen verloren haben. War mein Plan, nach „Lourenco Marques“ zu fliegen, ein frommer Wunsch gewesen, so wurde mir klar, daß dieses Ziel durchaus nicht mehr so unerreichbar war. Hatte ich doch schon rund % der Strecke bewältigt. Zwar ist hinter den Bergen ein 60 Meilen breiter Buschgürtel, in dem keine bruchfreie Landung denk- bar ist. Auch gibt es dort des warmen Klimas wegen Löwen, Krokodile, Schlan- gen und Malaria. Dieser Buschgürtel ist selbst von Eingeborenen nur spärlich bevölkert. Im Falle einer „Notlandung‘“ muß man damit rechnen, im günstigsten Falle nach Tagen von Eingeborenen aufgefunden zu werden. Wenn man allerdings sorgfältig vorbereitet und mit Decken, Nahrung, Wasser, Pistole, Buschmesser, Feuerzeug und Moskitonetz ausgerüstet ist, so kann man es einmal versuchen. Auf diesem Flug hatte ich jedoch keinen dieser soeben aufgeführten Gegenstände bei mir und das alles überlegte ich mir, während meine brave Minimoa über dem Komati-River-Valley dahinschwebend, einen Durchgang nach Nord-Osten suchte. Die Karte sagt mir nun gar nichts mehr, Berge sind nicht darauf und der Dunst verhindert jeden Ueberblick. Das Tal ist vorn wie verbaut. Eine lange Bergkette versperrt den Weg. Sie anfliegen und dann erst nach dem Durchgang suchen ist viel zu gefährlich, denn Landeplätze sind hier nicht zu entdecken. Ich gehe noch weiter nach Nordosten, bis in die Nähe von „Barberton“. Aber auch hier geht es nicht weiter. So entschließe ich mich schweren Herzens, wieder zurück zur Straße zu fliegen. Mein Höhenverlust ist beträchtlich. Hier ist der Dunst so dick, daß ich beim Kreisen keinen Unterschied zwischen Sonnenschein und Schatten machen kann. Auch die Thermik wird schwächer und läßt schließlich ganz nach. Es ist jetzt etwa 3 Uhr. Noch sollte gute Thermik sein. Aber diese Drakensberge sind eine Wetterscheide und auf der anderen Seite ist vielleicht noch weniger los. Ich überfliege jetzt die Straße von Norden her. Vor mir entsteht gerade ein Wol- kenfetzen. Ob ich wohl noch rechtzeitig hinkomme? Unter mir sehe ich ein kleines braunes Stoppelfeld und ein Farmhaus. Weit und breit die einzige Landemöglich- keit. Jetzt bin ich bei der Wolke, erst Abwind, dann Steigen. Aber es läßt nach. Ich glaube, den Kern nicht richtig zu haben und suche. Aus! Die Wolke zerlließt. 4% m/sec sinken! Mit Mühe rette ich mich aus dem Abwind und fliege gegen den Wind rüber zu dem kleinen Feld, von dem ich nicht mehr weg darf. Ich suche und sinke. Langsam werde ich müde und gleichgültig. An Aufwinden ist nicht mehr viel zu erwarten. Warum sollst du dich noch abquälen, hier an den Bergen? Landen! — Ich reiße mich zusammen. Du mußt eine gute Landung machen! Der Platz ist reichlich klein, wenn die Minimoa nicht auf dem Fleck sitzt, gibts Bruch. Sorgsam schätze ich das Feld ab, fliege meine Achten und versuche Zäune und andere verhängnisvolle Hindernisse zu erspähen. Vielleicht hundert Meter noch! Unten sehe ich Schwarze herumlaufen. Da, ein Blick auf die Instrumente, ich weiß nicht, ob ich träume oder wache, ja, nicht einmal, ob ich mich freuen oder ärgern soll. Ganz mechanisch lege ich vorsichtig die Minimoa in die Kurve. Ein, zwei Kreise, die Thermik ist weg. War es meine Schuld? Ich rüttle mich auf, versuche noch einmal, langsam und —— . — Wlllicher Wendehres |. vorsichtig fühle ich mich heran. Da, Deutsch Betschuana - Transvaal Süd-West \ Land [ L IS Iohannesburg N -Lönlenitz | — / > 191 -* V "— Bremersdorn — U. 2 / 7 Oranje “ Pief ermarjtzöurg Strecken-Segelflug Johannesburg—Bremersdorp (Swasi- land) v. Herbert Bartaune. Zeichnung: Flugsport Durban Kon- Provinz _ I TT— Pont Eusabethn ——— —Naynsta di Seite 628 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938, Bd. 30 wieder zeigt das Variometer 0, und wieder geht die Minimoa mechanisch in die Kurve. Ich komme seitlich heraus, ich merke es, und die Wut über meine Müdigkeit reißt mich vollends zusammen. Ich fange an zu kämpfen. Kurve rechts, links, eben streife ich die Thermikblase, noch einen Kreis, schon besser, — und nun liegt die gute Minimoa wieder im Kern. Schneller und schneller wird das Steigen und in einer schier endlosen Spirale treibe ich vom Winde über die ersten Berge hin- weg. Langsam ebbt die Thermik ab. 1750 m zeigt der Höhenmesser, beinahe die Höchsthöhe. Ich habe wieder ein wenig Ueberblick und sehe die Straße einen scharfen Knick nach Süden machen. Die Karte zeigt mir, daß die Straße noch viele Meilen nach Süden führt, ehe sie bei „Bremersdorp“ in ihre alte Richtung nach Osten übergeht. Ich weiß, daß all die Meilen, die ich nach Norden und Süden geflogen bin, und die ich noch nach Süden fliegen werde, nicht für die große Strecke gerechnet werden. (Da nur Luftlinie Start—Landung berücksichtigt wird.) Ich weiß auch, da mir der Aufenthalt an den Bergen, das Hin- und Herfliegen, das wilde, schwer zugängliche Gelände in Verbindung mit dem schlechten Ther- mikwetter jede Möglichkeit nimmt, nach Lourenco Marques zu kommen. Aber ich weiß auch, daß ich der Straße und ihren Umwegen folgen muß, will ich nicht sinnlos die Minimoa und meine eigenen Knochen riskieren. So einen Dusel mit der Thermik werde ich wohl nicht ein zweites Mal entwickeln. Noch gibt es wohl Thermik, aber ich kann mich trotz vorsichtigsten Fliegens nicht auf meiner Höhe halten. Langsam geht es tiefer. Die Straße unter mir führt in vielen Windungen durch die Berge und Schluchten, klettert durch Pässe und bringt mich zu einer Stadt, „Mbabane“. Sehr nieder komme ich an, mache zwei weite Schleifen, suche vergeblich nach einem kleinen Landefeld. Nichts zu machen. Nur noch ab und zu kommen einzelne Thermikstöße, kaum daß man 100 m/sec steigen kann. Langsam wende ich die Minimoa wieder nach Süden. Das Tal, in dem „Mbabane“ liegt, fällt sehr steil nach „Bremersdorp“ ab. Unten in der tieferen Gegend ist das Lande- gelände besser. Die Borduhr zeigt 3 Uhr 30. 4% Stunden schon in der Luft. Du solltest eigentlich zeigen, daß man 5 Stunden thermisch segeln kann! Auf der Ostseite des Tales liegt eine ca. 800 m hohe Felswand. Das Tal selbst ist weit und nach Westen zu flacher. Man sollte dort einmal segeln. In bereits beträchtlicher Höhe über dem Kamm zeigt das Variometer 0 an. Wie eine Motormaschine zischt die Minimoa an diesem etwa 10 Meilen langen Felsrand entlang, von kräftigen Böen geschüttelt. Ich wundere mich selbst, wie ich dort so entlang fliege ohne Höhe zu verlieren. Hinter einer zweiten Bergnase tut sich dann das Tiefland unter mir auf. Davor noch am Horizont die letzte kleine Bergkette der „La Bombe Berge‘, dahinter das Sumpfland der Delagoa Bai (Lourenco Marques). Nun sehe ich auch eine Stadt vor mir, „Bremersdorp“. Erfreut ändere ich sofort meinen Kurs und schneide die letzte Ecke meines „Segelhanges“ ab. Eine Beule am Kopf und zwei blaue Flecke an den Schienbeinen erinnerten mich noch einige Tage an die Abwindbö, die ich verpaßt bekam. Langsam gleitet die Minimoa tiefer. Eine schwache Thermikblase wird pflichtschuldigst mitgenommen. Beim Kreisen blicke ich zurück und sehe die hohen Berge hinter mir, die viel höher nun sind als ich, und es mir schwer fällt, zu begreifen, darüber hinweg geflogen zu sein. Ich sehe auch einen „Trockenfluß“ aufblicken, dessen Bett ich mir bereits als Notlandeplatz ausgesucht hatte im Fall der Fälle, der aber gar nicht trocken war, wie es sich nun herausstellte. Eine schöne Patsche hätte das gegeben. Etwa um 4 Uhr bin ich in rund 1400 m Höhe über „Bremersdorp“. Ich kann am Boden keine weitere Siedlung mehr sehen und auch die Karte hat keine mehr aufzuweisen. Die Thermik reicht nicht mehr aus, um einen 60 Meilen breiten Buschgürtel zu überfliegen. Etwa 20 Minuten später, um 4 Uhr 20 gleitet die Minimoa über die letzten Häuser der Stadt hinweg, Stör- klappen raus, Sideslip, Störklappen rein, Hand an die Radbremse. Das Rad berührt den Boden, springt über einen kleinen Weg, die Bremse knirscht. In einer S-Kurve gehts zwischen zwei Büschen durch, die rechte Fläche schnell noch über einen Steinhaufen gehoben. Dann stand die Minimoa, gelandet zwischen Hospital und Hotel in Bremersdorp (Swasiland), Britisch-Crownland. Die Auseinander- setzung mit der Polizei dieweil ich keinen Paß mithatte, verlief wirklich nett und zur beiderseitigen Zufriedenheit. Die rohe Vermessung der Strecke ergab 210 Meilen. Damit war der Transvaalrekord mit 70 Meilen, der südafrikanische und der afrikanische Rekord mit 81 Meilen geschlagen. Der British Empire- Rekord ist damit etwa gleichgestellt. Es ist der längste Thermikflug in Afrika und ist wohl einer der längsten Streckenflüge, der je aus einem direkten Autoschlepp- start gemacht wurde. Nr. 23/1938, Bd. 30 „PrLUGSPORT“ Seite 629 Die Bremersdorper Bürger glaubten erst, die Minimoa wäre ein Vogel, denn, so sagten sie sich richtig, ein Flugzeug hat nicht solche geknickten Vogelflächen und macht Krach. Der Besitzer vom Hotel in „Mbabane“ soll ebenfalls die Minimoa gesehen und geglaubt haben, sie wäre ein Adler. Ein Glück, daß er nicht gleich zur Flinte griff, sich diese seltene Beute seiner Sammlung einzuverleiben. Die Ueberraschung wäre für uns beide ziemlich peinlich gewesen. Aber auch die Schwarzen sahen die Minimoa als „Vogel Greif“ an. Ja, sie wollten zu gerne mal mit dem Assegai — Speer — probieren, ob der Vogel, der doch soeben noch geflogen war, und nun so steif und stumm am Boden saß, wirklich tot war. Hätte ich nicht eine gute Wache zurückgelassen, hätte ich wohl am anderen Tage höchstpersönlich die Assegais aus der Minimoa herausziehen müssen. Wohl noch lange wird die Mär im Swasiland umgehen, wonach der große, weiße Zauberer auf einem Wundervogel reitend über die Drakensberge hinweg in ihr Land flog. Segelilugschule am Schwarzen Berg bei Jauernick hat der Korpsführer des NSFK. der Standarte Görlitz (Schlesien) genehmigt. Vorläufig sind am Schwarzen Berg der West- und Südhang als Startgelände vorgesehen. Die Flugzeughallen und Unterkunft für 100 Flieger werden am Westhang entstehen. Am 27. 10. machte NSFK.-Truppführer Eichmann auf Grunau-Baby II einen Segelflug von 3 Std. 10 Min. Hermann-Seele-Jungfiliegerschule wurde von Oberbürgermeister Dr. Krebs die Ausbildungsstätte für HJ, Frankfurt a. M., Seilerstr. 26, in der zur Zeit 250 HJ. tätig sind, benannt. Hermann Seele, abgestürzt am 1. September 1937, war Bannführer der HJ. 5 Std. 12 Min. segelte Werl&E am Mont Vaudois bei H£ricourt auf J. J.-3 (Siehe „Flugsport“ 1938, S. 602.) Konstrukteur Werle und Brylinski. Segelilug in Argentinien hat viele Anhänger gefunden, jedoch fehlt es hier an günstigen Geländen in der Umgebung von Buenos Aires und vor allem an „Instruktion“ und Schleppmaschinen. Hier wird geflogen, weil das Ding halt „tHiegt“, wenn man am Knüppel herumzerrt und man dann erzählen kann: Ich bin Segelflieger! Das „Weshalb“ und „Wodurch‘“ interessiert nur einen ganz kleinen Kreis, der sich aber sehr tapferer und studierbereiter Kräfte erfreuen kann. Das Kriegsministerium soll beabsichtigen, demnächst Focke-Wulf-Maschinen den Zivil- fliegern zum Selbstkostenpreis anzubieten. Sowjet-Flugzeug-Schlepp neuer Segelflugzeuge, Moskau Flugtag ausgeführt. Aegyptischer Segelilug untersteht dem königl. Aeroklub von Aegypten. Im Betrieb Segelflugschule Almaza, im Ausbau Gebel Iweibid, Abgelegt wurden 26 „A“, 9 „B“ und 4 „C“. Der von der Zeitung Al Ahram gestiftete Preis für einen Flug am linken Nilufer bis zu den Pyramiden mit Ueberfliegung der großen Cheopspyramide wurde von dem einzigen Wettbewerber, der sich dazu gemeldet hatte, gewonnen. Ze N Ne Buenos Aires, den 22. Oktober 1938, Verlag „Flugsport“ Hindenburgplatz 8, Frankfurt a. M. Mit diesem Schreiben grüßt Sie eine Bezieherin Ihrer Zeitschrift, eine Gruppe in Buenos Aires lebender flugbegeisterter auslandsdeutscher Jungen. Um die hier lebende auslandsdeutsche Jugend mit dem Fluggedanken näher vertraut zu machen, rief der Unterzeichnete vor etwas über einem Jahr eine Modellbaugruppe ins Leben. Die Angehörigen sind meistens Mitglieder des Deutsch-argentinischen Pfadfinderkorps. Seite 630 „FLUGSPORT“ Nr. 23/1938. Bd. 30 Arbeit deutscher Modellbau- pioniere in Buenos Aires. Die größte deutsche Schule, hier, die Goetheschule, stellte ihren Werkraum zur Verfügung. Mit Unterstützung einiger Gönner und verschiedener deutschen Firmen, die unseren Bestrebungen lebhaftes Verständnis entgegenbrachten, wur- den nach und nach die Werkzeuge angeschafft. Heute arbeiten wir an eigener Kreissäge, Fräse und Drehbank. Auch die Elektro-Kleinsäge der AEG gehört zu unserem Inventar. Mit dem Einheitsmodell des NSFK. begann die Arbeit. Heute sind die geschickteren Jungen schon mit dem ersten Teil des Bauprogramms des NSFK. fertig und bauen schwierigere Modelle. Natürlich kommt auch immer Nachwuchs hinzu. Auf den alle paar Wochen unternommenen Startfahrten konnten schon zahlreiche Dauerflüge erzielt werden, unter anderm ein 21-Minuten-Flug eines Baby, das nach dieser Zeit in den Wolken verschwand. Vor kurzem zeigte die Luftsportschar ihre Arbeiten auf der Ausstellung des Deutsch-argentinischen Pfadfinderkorps. Das Gezeigte bot einen guten Quer- schnitt durch das ganze Gebiet des Modellbaues. Ueber dem Ausstellungsstand schwebte der Adlerdrachen von Wächter und ein Kastendrachen nach Stamer- Lippisch. An der Drachenschnur hing ein Segelwagen mit dem Einheitsmodell des NSFK. drachenhochstartfertig.. Am kleinen Kamerad von Mittelstaedt wurde in Verbindung mit dem Umlenkrollen nach Adenaw auch das Schema des Rollen- hochstarts gezeigt. Der „Knirps“ war in sauber ausgeführtem Rohbau zu sehen. Das „Baby“ zeigte sich im Rohbau und startklar. „Strolch“ und „KS/S3“ schlossen sich an. „Der große Winkler“, „Gentsch“, „AL3“ und der „Fernaufklärer“ waren von den schwierigeren Modellen vertreten. Drei Eigenkonstruktionen waren ausgestellt und außerdem ein lediglich nach Lichtbild und Prospekt des Originalflugzeuges im Maßstab 1:10 angefertigter Bau eines Bücker-Jungmann. Ein bis auf Vergaser und Zündspule betriebsfertiger Benzinmotor, der nur 150 g wiegt, zeigte auch diese Modellantriebsart. Schaumodelle des „Grunau Baby“, „Stanavo“, „Minimoa“ und „Sao Paulo“ schmückten die Wände und zeigten auf das Ziel unserer Arbeit, dem Flug ir bemannten Flugzeug, hin. Ein Rippenkasten mit den ersten Rippen für die Grunau 9 bewies, daß wir" uns diesem Ziele nähern. In der Anlage erhalten Sie einige Lichtbilder, die die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten wiedergeben. Ihre Zeitschrift wird hier mit Begeisterung gelesen, geht bei den Jungen reihum und kommt ziemlich zerfleddert zurück; dann hat sie aber auch ihre Auf- gabe erfüllt. Wir "wünschen ihr weiter zuten Erfolg und weiteste Verbreitung. Heil Hitler! Bechler. Phot.: Bechler. Nr. 23/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 631 Luft Post Große Gileitilugmodelle als Ziele wurden in England bereits 1933 versucht. Siehe „Flugsport“ 1934, S. 58. Schallgeschwindigkeit ist von der absoluten Temperatur der Luft abhängig und daher auch von der Flughöhe. In Bodennähe beträgt sie 1230 km/h und nimmt bis 11000 m Höhe gleichmäßig bis auf 1060 km/h ab. Ueber 11000 m in der Stratosphäre bleibt sie konstant. Mach’sche Zahl (nach dem Physiker Mach) ist das Verhältnis der Strömungs- geschwindigkeit zur Schallgeschwindigkeit. Sie kennzeichnet den Uebergang von der Aerodynamik zur Gasdynamik. Die allgemeinen Grundgesetze der Aerodyna- mik gelten nur bis zu einer Mach’schen Zahl von 0,7. Macchi-Castoldi M. C. 72, Motor Fiat A. S. 6, Geschwindigkeitsrekord von 709,209 km/h, geflogen von Francesco Agello in Desenzano am 23. Oktober 1934. Diese Rekordmaschine mit 2 Schwimmern war im Pariser Salon 1934, leider etwas versteckt unter der Gallerie, ausgestellt. Berichtigung: NACA-Bericht-Sammlung des „Flugsport“. Abb. 1 in Rep. Nr. 595, Seite 34, gehört zu Rep. Nr. 596, S. 36, und umgekehrt. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden) Dienstunterricht in der Fliegertruppe v. Hauptmann Fritz-Herbert Dierig. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin. Preis RM 1.75. In diesem Buch ist zum erstenmal alles Wissenswerte aus dem Dienst der Fliegertruppe für Angehörige des fliegenden und Bodenpersonals zusammengefaßt. Bisher gab es nur Vorschriften, Verfügungen, Merkblätter, die den Fernstehen- deren nicht zugänglich waren. Selbst für alte Flieger sind viele Begriffe neu. Die Begriffe Aufklärungsflieger, operative Luftaufklärung, taktische und Gefechts- Luftaufklärung, Jagdflieger leicht und schwer, Luftnachrichtendienst, sollte jeder kennen. Flugdienst bei Tag und Nacht, wie das alles zugeht, das neue verwendete MG 15, wie es aussieht und gehandhabt wird, ist außerordentlich interessant. Neue Leim-Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung der Kalt-Kunst- harzleime. Von Dr.-Ing. Hanns Klemm. 167 Abb. auf 27 Tafeln. Verlag R. Olden- bourg, München. Preis RM 6.—. Der Leim allein tut es freilich nicht, sondern es kommt darauf an, wie man ihn verarbeitet. Wer die Entwicklung seit 1920 mit durchlebt hat, erkennt die Schwierigkeiten, und doch ist, wenn man sich in die Materie vertieft, sehr viel zu erreichen. Das Buch vermittelt alles Wissenswerte über Bindefestigkeit, Volumen- und Gewichtsänderung, abhängig von der Erstarrungsdauer u. a. m,, Alterungsversuche, Hitzebeständigkeit, Bestimmung der Zug-, Druck- und Scher- festigkeit. Eine Wissenschaft für sich. Pimpf im Dienst. Ein Handbuch für das Deutsche Jungvolk in der HJ., her- ausgeg. v. d. Reichsiugendführung. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. Preis RM 1.85. Das Buch umfaßt in 5 großen Abschnitten Grundschule der Leibesübungen, Grundschule des Geländesports, Luftgewehrschießen, Marsch, Fahrt und Lager sowie Gesundheitsdienst und praktisches Wissen. Fin anregendes und belehrendes Buch mit 200 ausgezeichneten Abbildungen, geeignet für den Weihnachtstisch. Flugfunkpeilwesen und Funknavigation. Ein Leitfaden für Flugzeugführer, Funkbeamte und Freunde der Luftfahrt v. Rudolf. Grötsch. Verlag Deutsch-Litera- risches Institut J. Schneider, Berlin-Tempelhof. Preis RM 4—. Die gesteigerten Anforderungen an die Sicherung des Flugverkehrs haben gleichzeitig gesteigerte Anforderungen an den Flugfunkverkehr und das Figen- neilwesen gestellt. Das soeben erschienene Werkchen hat in seiner nunmehr 4. Auflage diesen Erfordernissen Rechnung getragen und das Wissenwerteste über die notwendigen rechnerischen Ermittlungen bei der Eigenpeilung berück- sichtigt. Um auch den Anfänger mit geringer Vorbildung schneller einzuführen, sind mehrere Rechnungsbeispiele, wie sie in der Praxis vorkommen, durchgeführt: Seite 632 „PrLUGSPORT"“ Nr. 23/1938, Bd. 30 Deutscher Luftiahrt-Kalender 1939. Herausgeg. v. Korpsführer des Nat.-Soz. Fliegerkorps. Wilhelm Limpert Verlag, Berlin SW 68. Preis RM 2.40. Es gibt wohl kaum einen Volksgenossen, wenn er auch der Fliegerei abseits steht, der nicht alle Vorgänge, und vor allen Dingen Fortschritte auf diesem Gebiet, mit Aufmerksamkeit verfolgt. Der Korpsführer zeigt dieses Jahr mit diesem Kalender wieder einmal, wo wir stehen. Heiß war der Tag. Das Kolonialbuch für- das junge Deutschland. Herausgeg. v. Hans Ernst Pfeiffer. Verlag Otto Janke, Leipzig. Preis RM 4.80. Die Kolonialfrage ist aktuell. Daher sollte jeder das Buch lesen. Durch ver- schiedene Abhandlungen von General v. Lettow-Vorbeck und anderen, und wenn man dazu noch die vielen ausgezeichneten Abbildungen betrachtet, fühlt man sich nach Togo, Kamerun und Deutschostafrika versetzt. Triebwerkwartung und Baumusterbeschreibung von Flugmotoren. Von Ing. Karl Forndran. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 3.60. Nach kurzen Anweisungen für die Triebwerkwartung enthält vorliegendes Werkchen die Baubeschreibung der wichtigsten Baumuster, wie As 10 C, BMW 6, BMW 132, DB 600, Jumo 205, Jumo 210, SAM 22 B, Sh 14 A, mit vielen Abbil- dungen und mehreren Tafeln. Schweißtechnik im Flugzeugbau. Von Kurt Queitsch. Verlag Dr. M. Matthie- sen & Co., Berlin W 35. Preis RM 3.80. Außer dem berufsmäßigen Schweißer sollte jeder Flugzeugmonteur und -schlosser schweißen können. Im vorliegenden Werkchen ist an Hand von 195 Abb. und 2 Tafeln das Wissenswerteste hierüber zusammengefaßt. Geschichte der Luitiahrt. Von Dr. Walther Hofstaetter. Verlag Dr. M. Mat- thiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 3.—. Auf 124 Seiten mit 108 Abbildungen wird dem Anfänger das Wichtigste aus der Geschichte der Luftfahrt vermittelt. Verfasser hat es verstanden, aus der riesenhaften Fülle das Wissenswerteste herauszugreifen. Flugzeug-Leichtmetallbau. Von Dr.-Ing. Adolf Erlenbach. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 4.20. Der Flugzeug-Leichtmetallbau hat ganz neue Arbeits- und Werksverfahren, neue Werkzeugmaschinen und Werkzeuge geschaffen. Das vorliegende Buch mit 200 Abbildungen, 1 farb. Tafel und zahlreichen Tabellen und Normblättern ist nicht nur wichtig für die Facharbeiter, Magazinverwalter, sondern auch für den Konstrukteur, denn schließlich kann man nur etwas konstruieren, wenn man weiß, wie es hergestellt wird. Physikfibel für die Flakartillerie. Von Dr. Ph. Lötzbeyer. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 2.40. Vorliegendes Buch ist entstanden als Lehrbuch für den Gebrauch bei der Luftwaffe, wo man das Wichtigste über Mechanik, Wärme- und Schallehre, Magnetismus, Optik, Physik des Fliegens und anderes an Hand von vielen Abbildungen findet. Flugleistungsermittlung.- Von Helmuth Wenke. 112 S. 51 Abb. 4 Formbl. (Prakt. Theorie i. d. Flugtechnik Bd. 8.) Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 4.—. Flugmessungen bei Flugversuchen und Flugleistungen in Verbindung mit Betriebssicherheit erfordern Sonderkenntnisse, insbesondere wenn man die von der Prüfbehörde vorgeschriebenen Bedingungen für Steigleistungen, An- und Abflug verstehen oder sich noch mehr auf diesem Gebiete betätigen will. Da bei Flugzeugabnahmen und behördlichen Prüfungen auch internationalen Regeln Rech- nung getragen werden muß, ist dieses Buch ein sehr guter Ratgeber. Der Weltluitverkehr. Elemente des Aufbaues v. Prof. Dr.-Ing. Carl Pirath. Heft 12 der Forschungsergebnisse d. Verkehrswissensch. Instituts f. Luftfahrt a. d. Techn. Hochsch. Stuttgart. 36 Abb. im Text. Verlag Julius Springer, Berlin W 9. Preis RM 8—. Verfasser unterscheidet bei der Entwicklung in den letzten 5 Jahren die verkehrspolitischen Verhältnisse, die durch die willensmäßigen Kräfte zum Auf- bau eines Weltluftverkehrs charakterisiert werden, und andererseits die wirt- schaftliche und technische Entwicklung des Weltluftverkehrs. Durch die ersten Versuchsflüge über den Nordatlantik scheint ein neuer Abschnitt zu beginnen. Die Gliederung des Stoffes der einzelnen Kapitel nach Ursache und Wirkung veranlaßt den Fachmann des Luftverkehrs, den Flieger und alle, die auf diesem (iebiet tätig sind, zu selbständigem Denken und Suchen nach Möglichkeiten, auf Grund der Eigenerkenntnis in der Praxis neue Wege zu finden. „FLUGSPORT“ dedelllugzelg sofort lieferbar: ein neues Uebungssegel- flugzeug Hütter H-17 mit Zulassung. Preis ab Werk RM 1400.—. Sportflugzeugbau SCHEMPP-HIRTH Göppingen (Württemberg). rw 44 (Foche-Wull „olleglilz”) fast neu, ca. 30 Flugstunden, Spezialausrüstung, Blindflug- gerät, Landescheinwerfer, Fall- schirm, Normal- und Kunstflug- Vergaser, sofort bes. Umstände halber zu verkaufen. Offerte unter 3991 an die Exped. des „Flugsport“. Das deutsche Segellliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Klavierbegleitung, darf in keinem Ver- ein od. Familie fehlen. Preis incl. Porto RM 1.115. Zu bezieh. v. Verlag „Flugs sport“, Frankfurt-M., Hindenburgp!. 8, Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M. re ernschule für lugzeugbau Theoret, Vorbereitung für Bauprüfer, Flugzeugführer, Ingenieure sowie für dengesamten Flugdienst. Sonderlehr- gänge für Jungflieger. Abschlußprü- Sungen- Abschlußzeugnisse. Studien: progr. Nr. 195 durch das Sekretariat. Fernschule G.m.b.H. BerlinW15 Kurfürstendamm 66 p. % KALTLEIM ; erg for Bevo zugt # KALTLEIM- INDUSTRIESCERTUS«G. M.B.H: Gruppenführer, Konstrukteure, Zeichner für unsere Flugzeugmuster- u. Serien-Konstruktion. Bewerber aus dem Flugzeugbau bezw. verwandten Gebieten bevorzugt. Anfänger haben die Möglichkeit, durch Umschulungs- und Fort- bildungskurse eingearbeitet zu werden (Kennwort GKZ 4). Ferner zZuverläss. Zeichnungsprüfer mit besonderen Erfahrungen auf dem Gebiete der Reihenferti- gung des Flugzeugbaues (Kennwort ZP 4). 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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei l4täglichem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 24 23. November 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 7. Dezember 1938 Pariser Salon. 16. Salon de l’Aviation, 25. XI. bis 11. XI. 1938. DU25 NOVEMERE AU 11 DEGEMBRE 1938 16 Pariser Salons verteilen sich auf 30 Jahre Flug-Entwicklung. Wenn man die Ausstellungsberichte im „Flugsport“ seit 1909 nachliest, so bekommt man einen Ueberblick von dem Entwicklungs- ganz des Flugwesens. Zur Förderung des Flugwesens haben die Pariser Salons viel beigetra- gen. Die Ausstellung und die gleichzeitig veranstalteten Kongresse bildeten den Treffpunkt der internationalen Flugzeug- Konstrukteure. Seit dem letzten Salon 1936 hat sich das Bild im internationalen Flugwesen verschoben. Die Flugzeuge der deut- schen Luftwaffe zeigen in der Entwick- GRAND PALAIS PARIS lung besondere Eigentümlichkeiten. Das Grand-Palais hätte nicht ausgereicht, um die wichtigsten neueren Typen in natürlicher Größe auszustellen. Auch in diesem Jahre hat sich das Ausstellungs-Komitee bemüht, die führenden Länder als Aussteller zu gewinnen. England ist vertreten durch einen Stand des Air Ministry mit 3 Flugzeugen des Royal Air Force, durch 3 Flugzeugfirmen Hawker, Bristol, Phillips and Powis und 6 Motorenfirmen Armstrong, Black- burn, Napier, De Havilland, Bristol und Rolls-Royce. Zubehör-Indu- strie und Imperial Airways. Belgien zeigt Militärflugzeugmuster der S.A.B.C.A. (Societe Anonyme Belge de Constructions A&ronautiques). Brasilien gibt einen Ueberblick über den Stand seines Postflug- wesens. Holland Flugzeugfirmen Fokker und Koolhoven. Polen wird vertreten durch die P. Z.L. auf sechs Ständen, Militär- und Verkehrsflugzeuge. Jugoslawien Stand Aeroput-Luftverkehrsgesellschaft. Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 30 und NACA-Bericht-Sammlung Nr. 11. Seite 634 „rLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Schweiz zeigt auf einem Stand Zubehör. Tschechoslowakei zwei Stände des Verkehrsministeriums, ein Stand Motoren-Walter. U.S.A. 6 Stände: Douglas und Consolidated, vertreten in Europa durch Fokker, Curtiss Wrisht Motoren- und Flugzeugmodelle, United Aircraft Corp. Motoren, Pratt & Whitney und Verstellschraube Hydro- matik Hamilton, Flugzeug Chance Vought. Ferner verschiedene Sport- flugzeuge Aeronca, Cub usw., ferner die Aviation Manufacturing Corporation, in der eine große Anzahl U.S.A.-Firmen zusammenge- schlossen sind. Frankreich ist am stärksten vertreten. Die Ausstellung des Luftministeriums ist zu beiden Seiten der großen Freitreppe, welche aus dem Mittelteil der Halle nach den Gallerien führt, untergebracht. Ferner in den anschließenden Sälen die Stände der wissenschaftlichen Institute und des Luftverkehrs. Fine Ueberraschung wird das Modell eines Transatlantik-Flugbootes sein. Die französische Flugzeugindustrie ist vertreten durch die neu gegründeten Gesellschaften, die die Serienaufträge der Regierung aus- führen und die nach ihrer Lage im Lande folgende Anfangsbuchstaben tragen. S.N.C.A.N. (Societe Nationale de Constructions A&ronautiques Nord) zeigt Potez-Schlacht- und Verkehrsflugzeuge. S.N.C.A.O. (Societ& Nationale de Constructions A&ronautiques Ouest) Land- und Wasserflugzeuge Loire und Breguet. S.N.C.A.C. (Societ& Nationale de Constructions A&ronautiques Centre) Farman und Hanriot. S.N.C.A.S.O. (Societe Nationale de Constructions A&ronautiques Sud-Ouest) Bloch. S.N.C.A.S.E. (Societe Nationale de Constructions A&ronautiques Sud-Est) Land- und Wasserflugzeuge Lior& und Schulflugzeuge Ro- mano. S.N.C.A.M. (Societe Nationale de Constructions A&ronautiques Midi) Dewoitine-Schlacht- und Verkehrsmaschinen. Die noch selbständigen Flugzeugfirmen stellen aus: Amiot S.E.C. M-Zweimotor 340, den General Vuillemin für seinen Flug nach Berlin benutzte. Aubert-Sportflugzeug, Breguet Modell des Zwei- motor 690, Caudron-Jagdflugzeug, Morane-Jagdflugzeug, S.F.C.A. Lignel-Sport- und Jagdflugzeug. Von Kleinflugzeugen sind zu nennen „Duralumin“, drei Baumuster von Kellner-Bechereau, Daspect und A.L. A. R.-Metallbauweise. Diese Flugzeuge waren an dem Wettbewerb der Firma Duralumin beteiligt. Ferner Kleinflugzeuge von Mignet, Andre Gerard und Rouge. Die französische Motorenindustrie umfaßt 15 Stände: S.N.C.M. (Ste. Nationale de Constructions de Moteurs) Gnome & Rhone, Hi- spano Suiza, Renault, Salmson, Regnier, Alsthom, Potez, Bloch, Coa- talen, Farman, Mawen, Aster, Train, Jalbert. Kongresse während des Salons finden statt: Vom 28. 11. bis 3. 12. der Kongreß der Luftgeographie unter Leitung des General Duval und vom 5. bis 11. 12. Kongreß des Luftverkehrs unter Leitung des Sena- tors M. de la Grange, des Präsidenten des A&ro-Club de France. Deutschland ist auf dem Salon durch den Reichsverband der Deutschen Luftfahrtindustrie vertreten. Ursprünglich war in Aussicht genommen, den Condor 200 oder die Ju 90 auszustellen: infolge Schwierigkeiten bei der Montage in der Halle mußte hiervon Abstand genommen werden, so daß nur noch eine Do 17 untergebracht wer- den konnte. Von den deutschen Ausstellern seien folgende genannt (die mei- sten Typen sind bereits im „Flugsport“ ausführlich beschrieben): Nr. 24/1938, Bd. 30 „PLUGSPORT"“ Seite 635 Motor- und Segelfilugzeuge: Ago-Flugzeugwerke, Oschersleben, Mod. Ao 192 „Der Kurier“, s. „Flugsport“ 1937, S. 264; Arado-Flugzeugwerke, Berlin-Babelsberg, Mod. Ar 79, s. „Flugsport“ 1938, S. 285 u. 315; Blohm & Voß, Hamburg, Mod. Ha 139, s. „Flug- sport“ 1938, S. 429; Dornier-Werke, Friedrichshafen, Mod. Do 26 und Originalflugzeug Do 17, s. „Flugsport“ 1938, S. 505 u. 35: Fieseler Flugzeugbau, Kassel, Mod. Fi 156 „Storch“, s. „Flugsport“ 1937, S. 432; Focke-Wulf Flugzeugbau, Bremen, Mod. Fw 200, s. „Flugsport“ 1937, ! Arado Ar 79, Sitze nebeneinander (vgl. Typenbeschr. „Flugsport“ 1938, S. 285). Oben links: An der Hinterkante des Höhenruders einstellbare Hilfsflächen. Mitte links: Instrumentenbrett. Rechts: Aus einem Stück gepreßter Motorbock. Motor in allen Teilen leicht zugänglich. Unten links: Rumpfinneres, Ansicht nach hinten. Unten sieht man den durchgehenden Flügelholm. Rechts: Rumpfaufbau. Darunter: Flügel unbespannt. Werkbilder Seite 636 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Gotha Go 150-Zweimotor. Oben geöffnete Kabine, hochgeklappte Motorenver- kleidung. Unten abgenommene Flügel und herausgenommener Motor. Man beachte den einfachen Motorbock. Die Maschine wird auf einem Flugplatz bei Paris im Fluge vorgeführt. Werkbilder Go 150, 2 Motoren Zündapp 50 PS, Spannweite 11,8 m, Länge 7,15 m, Höchstgeschw. 205 km/h, Reise 195 km/h, Lande 70 km/h, Reichweite 800 km, Kraftstoffverbrauch 100 km 141. Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 637 Arado Ar 95 See als Torpedoträger. Werkbild S. 696; Gothaer Waggonfabrik, Gotha, Mod. Go 150, s. „Flugsport“ 1938, S. 426; Henschel-Flugzeugwerke, Schönefeld, Mod. Hs 126, Ss. „Flugsport“ 1938, S. 32; Junkers Flugzeug- u. -Motorenwerke, Dessau, Mod. Ju 90, s. „Flugsport“ 1937, S. 549: Hanns Klemm Flug- zeugbau, Böblingen, Mod. Kl 35b, s. „Flugsport“ 1937, S. 37; Siebel- Flugzeugwerke Halle, Halle, Mod. Fh 104, s. „Flugsport“ 1938, S. 427; Focke, Achgelis & Co., Hoykenkamp, Mod. Hubschrauber Fw 61, s. „Flugsport“ 1937, S. 435; Segelflugzeugbau Schneider, Grunau, Mod. Baby Ila; Sportflugzeugbau Schempp-Hirth, Göppingen, Mod. Minimoa; Schwarzwald-Flugzeugbau Wilh. Jehle, Donaueschingen, Mod. Mü 13; Flugzeugbau Schweyer, Ludwigshafen, Mod. Weihe. Arado Ar 95 mit nach hinten wegklappbarem Tragwerk. In der rechten Abbildung sieht man links die Verriegelungsvorrichtung mit dem aus dem Flügel heraus- stehenden Hebel. Rechts am Rumpf ein Stück des Auges, in welches die Ver- riegelung eingreift. Dazwischen sieht man das Begrenzungsseil, damit der Flügel hinten nicht gegen den Rumpf schlägt. Werkbilder Seite 638 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Flugsmotoren: Argus-Motoren, Berlin, Motor As 410; Bran- denburgische Motorenwerke, Berlin Spandau, Motor Bramo-Fafnir, Schnittmod. Motor Sh 14A, s. „Flugsport“ 1937, S. 555; BMW-Flug- motorenbau, München, Motor BMW 132 Dec, s. „Flugsport“ 1938, S. 228; Daimler-Benz, Stuttgart, Motoren DB 600, DB 602, s. „Flug- sport“ 1937, S. 554; Hirth-Motoren, Stuttgart, Motor HM 512B; Junkers Flugzeug- u. -Motorenwerke, Dessau, Motor Jumo 211, Ver- stellschraube, s. „Flugsport“ 1938, S. 569. Bericht über die anderen deutschen Aussteller folgt. Ao 192 B „Der Kurier“. Der zweimotorige freitragende Ganzmetalltiefidecker Ao 192 wird von den Ago-Flugzeugwerken, Oschersleben, als Ao 192 mit Zusatz B für zivile Zwecke oder mit der Bezeichnung C für militärische Zwecke gebaut. Als Reisemaschine, wie nebenstehende Abbildung zeigt, ist das Flugzeug mit 6 Fluggastsitzen und 2 Sitzen für Besatzung aus- gerüstet. Die zweimotorige Bauart gestattet, bei Ausfall eines Motors sich in 1500 m Flughöhe zu halten. Einstieg in den Führerraum über den rechten Flügel durch Hochklappen der Führerraumüberdachung, Einstieg in die Kabine durch eine Tür gleichfalls in der rechten Rumpiseite. Das Flugzeug hat zwei Gepäckräume; der eine befindet sich hinter der Kabine, der andere in der Rumpfspitze (Gesamtinhalt 1,7 m?). Die Kabinensitze können leicht ausgebaut werden, so daß ein geräu- miger Frachtraum erzielt wird (3,1 m? ohne Gepäckräume). Zum Finbau in den „Kurier“ sind Motore mit einer Leistung von 240 bis 330 PS vorgesehen. Die zur Zeit in Frage kommenden Motortypen sind Argus As 10 C, As 401. Die Höchstgeschwindigkeiten mit diesen Motoren sind 330 bzw. 350 km/h. Vgl. Typenbeschreibung des Ao 192 „Der Kurier“ im „Flugsport“ 1937, S. 264. Führerraum Ablage 0,23 m? Ao 192 B „Der Kurier“. Raumauf- teilung des Rumpfes der B-Aus- führung für zivile Zwecke. Die Kabine ist mit regelbarer Hei- zung und Belüftung versehen und weitgehend gegen Schall isoliert. Die Fensteranordnung ist so gze- troffen, daß ieder Fluggast gute Sicht hat. DD, _ Ao 192 „Kurier“. Werkbilder Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 639 Spannweite 13,54 m, Länge 10,98 m, Höhe (ei - mast) 3,64 m, Fläche 25,04 m?. (einschl. Antennen Rüstgewicht 1825 kg, Zuladung 1035 kg, Fluggewicht 2860 ke. | Höchstgeschw. in Bodennähe 330 km/h, Reisegeschw. in 2000 m Höhe 285 km/h, Landegeschw. 90 km/h, praktische Gipfelhöhe mit 2 Motoren 5200 m, größtmögliche Reichweite 11 000 km. . Argus „As 410“-Zwölfzylinder. „AS 410“ der Argus Motoren Ges., Berlin-Reinickendorf, ist ein Iuftgekühlter 12-Zylinder-Zweireihenmotor mit Höhenlader und Unter- setzungsgetriebe. Anordnung der Zylinderreihen in V-Form hängend a Seitenansicht des 450-PS-Argus-Flugmotors „As 410“. Werkbild Links: Rückansicht des 450-PS-Argus-Flugmotor „As 410°“: a der neue Zwillings- zünder, b Stromerzeuger, c Luft- oder Oelpresser, d Anlasser, e Drehzähler- Antrieb, f Höhenlader, & Vergaser mit Gemischregler, h und Ladedruckregler i rechts: Ansicht schräg von vorn: Auspuffstutzen innenliegend, K Kraftstoffpumpe, l Schmierstoffpumpe. Werkbilder Seite 640 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 unter einem Winkel von 60°. Durch Vorstudien an Einzelteilen war es möglich, einen Teil der Entwicklungsarbeit am „As 410“ schon vor Fertigstellung der Vollmotoren zu erledigen. Bei Beginn der Musterprüfung am 1. Juli 1938 lagen die Erfahrungen aus über 20. 000 Vorentwicklungs-Laufstunden mit den einzelnen Baugruppen und über 3000 Vollmotor-Entwicklungsstunden vor. Bemerkenswert bei dem neuen Argus ist der geringe Leistungsbedarf für Kühlung. Es wurde eine besondere Kühlluftführung entwickelt, bei der die Luft nicht, wie bisher üblich, um 2X90°, sondern nur um 2X45° umge- lenkt wird. Besondere Aufmerksamkeit wurde der unbedingt zuverlässigen Verbindung zwischen Zylinder und Zylinderkopf geschenkt. Diese Frage löste zuerst der Sternmotor durch den warm auf die Laufbuchse aufgeschraubten Leichtmetallkopf. Der Einführung dieser bei Stern- motoren bewährten Zylinderbauart mit unter 70° zueinander geneigten Ventilen standen beim Reihenmotor bauliche und thermische Schwie- riekeiten entgegen, die beim „As 410“ durch die neuartige Schräg- staffelung der Zylinderköpfe beseitigt wurden. Es ist damit gelungen, die Standard-Bauart des luftgekühlten Zylinders jetzt auch auf den Reihenmotor zu übertragen. Durch eine günstige Zylinderbauform ist es gelungen, den für einen Höhenmotor bemerkenswert niedrigen Brennstoffverbrauch von 190 g/PS/h zu erreichen. Um diesen Spar- verbrauch zu gewährleisten, wird der „As 410° mit Reglern für Ladedruck, Gemischzusammensetzung und Zündpunktverstellung ge- liefert, die den Motor vor Ueberbeanspruchungen schützen, für stets sparsamste Ausnutzung des Brennstoffvorrates sorgen und zusammen mit der von Argus geschaffenen Einhebelbedienung den Flugzeugführer motorseitig von jeder Sonderarbeit entlasten. Die Einführung von Verstell-Luftschrauben mit ihrer beweglichen Lagerung der Schraubenblätter und ihren empfindlichen Steuerein- richtungen hat den Wunsch nach einem möglichst schonenden An- trieb der Schraube aufkommen lassen. Diesen Wunsch erfillt das elastische Luftschraubengetriebe des „As 410“. Der Höhenlader des „As 410“ ist ein ständig mitlaufender, federnd angetriebener Schleu- derverdichter, eine eigene Entwicklung der Argus Motoren Ges. mit As&10 LEI Bodenteistung Hohenleistung > RN IS PS PS N N g 7 (a. \ Ye ı 7 ÄN ri 40 7 N IDEE BR 2 au a7] N 300 Er a u Ei N Ir. m \ | van Ss FE VH-H zm | | GBR = un2" ans np zunenaes A = TYAH--HgeH | | || je BAHESEHEHER -ESEEFERR DI sS ILL FFIH IT mi | EEEEEREE IH m fi 000 150 2000 wu 0 Luffschrauben -Drehzahl Ujmin Höhe ın km T Abfugleisiung 2 Kurzleistung 3 Dauerlestung % Leistung ber konstanten Ladedruck 5 Kraftsloffrerbrauch 6 Krofistoffrerbrauch ım Reiseflug Rechts: Leistungsschaulinien des „As 410°. Links: Bodenleistung mit Kraftstoffverbrauch. Rechts: Höhen- Elastischer Luftschraubenantrieb. leistung. Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 641 e „As 410“, Einzelteile: links Elektron- guß-Kurbelgehäuse mit Lagerbügeln a aus geschmiedetem Leichtmetall. Kur- belwelle b mit Gegengewichten c. Rechts: Höhenlader mit dem 570 g schweren Laufrad a, dankt seinen hohen adiabatischen Wirkungsgrad von 75% u. a. der Druckumsetzung in den unmittelbar, ohne Diffusor anset- zenden Spiralhälften b, der günstigen Einlaufausbildung mit Schaufelgitter c im Krümmer d und den angebogenen Vorschaufeln e. Förderhöhe 3700 m bei 26 200 U/min. Rechts oben: Zylinderbauart mit offener Stahllaufbuchse, warm auf- geschraubtem Leichtmetallkopf, kugel- förmigem Brennraum, gegenüberlie- senden Kerzen, unter 70° zueinander geneigten, durch Stoßstangen betätig- ten Ventilen und besonders großer Kühlrippenfläche ließ sich mit Hilfe der Schrägstaffelung erstmalig ther- misch einwandfrei auf den Reihen- motor übertragen. Rechts: Mitte und unten: Geringe Kühlverlustleistung beim „As 410% Sorgfältige Strömungs- studien an einer Motor-Attrappe ohne Kühlrippen zeigten (oben) erstmalig den natürlichen, ungezwungenen Ver- lauf der Kühlluft-Strömung, dem die Kühlrippenstellung sorgfältig angepaßt wurde. Hierbei ergab sich (unten) für den Motor charakteristische Schräg- staffelung der Zylinderköpte. Werkbilder Seite 642 „FLUGSPORT" Nr. 24/1938, Bd. 30 hohem Gesamtwirkungsgrad, der einschließlich des (ietriebeverlustes auf 73% gebracht werden konnte. Bei der Prüfung dieses Motorenmusters wurde nach dem amt- lichen Bericht über die Musterprüfung der Befund als gut bezeichnet. Bei einem 100-Stundenlauf des „As 410“ wurde der durchschnittliche Verbrauch von 190 e/PS/h gemessen. Bei fünfstündigem Dauerlauf mit einer bis auf 525 PS gesteigerten Leistung ergaben sich keinerlei Störungen. Bohrung 105 mm, Hub 115 mm, Gesamthubraum 12 1, Verdich- tungszahl 6,4, Getriebeuntersetzung 1 : 0,66, Gewicht (# 3%) 300 kg. Abflugleistung 450 PS bei 3250/2150 U/min, Kurzleistung am Boden 360 PS, in 3000 m Höhe 360 PS bei 3000/2000 U/min, Dauerleistung am Boden 300 PS, in 3000 m Höhe 320 PS bei 2820/1880 Ulmin. Hirth-Flugmotoren 12 Zyl. HM 512 A und 512B. Die Hirth-Flugmotoren HM 512 A mit 400/360 PS als Bodenmotor und HM 512 B mit 450/360 PS als Höhenmotor für 3 km Nennleistungs- höhe sind luftgekühlte, hängende V-Motoren mit 12 | Hubraum. Beide Motoren stellen die planmäßige Weiterentwicklung der be- kannten Hirth-Motoren mit 4, 6 und 8 Zylindern (vgl. die Zeichnung, Tafel III, „Flugsport“ Nr. 21) dar; zu ihrem Aufbau wurden weit- sehend die erprobten Bauteile dieser Muster verwendet. Die zusam- mengesetzte Kurbelwelle gab die Möglichkeit, ein biegungs- und ver- drehsteifes, geschlossenes Kurbelgehäuse zu verwenden, bei dem die Wände zur Aufnahme der Hauptlager als durchgehende Versteifung wirken. Die Einzelteile der Kurbelwelle werden im Gehäuse selbst zusammengebaut. Die Wälzlagerung des Kurbeltriebes, welche außer den bekannten Vorteilen eine kurze Baulänge und Gewichtsersparnis bringt, wird durch genau abgestimmte, unter Druck zugeführte Oelmengen ge- schmiert. Zur Vermeidung zusätzlicher Beanspruchungen, der Kurbel- welle durch Drehschwingungen wurde ein drehfederndes Getriebe entwickelt, das über den gesamten Drehzahlbereich der Motoren einen für die Kurbelwelle gefahrlosen Betrieb ermöglicht. Die Beschränkung des Zylinderhubraumes auf 1 l und die sorgfältige Ausbildung der Kühlluftführung ergibt niedrige thermische Beanspruchungen, die eine unbedingte Zuverlässigkeit der Motoren gewährleisten. Stirnrad-Umlaufgetriebe für Uebersetzung 1,5 : 1 mit drei rollen- gelagerten Planetenrädern und kardanisch aufgehängtem Innenrad. Die Gelenkzapfen des Innenrades sind federnd abgestützt. Die Luftschrau- benwelle läuft in Rollen- und Radiaxlagern und hat für den Luftschrau- benanschluß einen S-Bolzenflansch mit 130 mm Lochkreisdurchmesser und Verzahnung. Die Gemischaufbereitung erfolgt durch Vergaser mit selbsttätiger Höhenkorrektur. Für den Höhenmotor ist außerdem ein Ladedruck- regler vorgesehen, welcher den am Boden eingestellten Ladedruck bis zur entsprechenden Höhe konstant hält. An der Saugseite der Vergaser ist eine abgasbeheizte, regelbare Luft-Vorwärmung ange- baut, die eine Temperaturerhöhung von etwa 40° GC über Außenluft ermöglicht. Die Zündverstellung besorgt ein selbsttätig arbeitendes Oeldruck-Servogerät. Die gedrängte Bauart der Motoren unter Einbeziehung der Kühl- luftführung, der Ansaugluft-Vorwärmung, der übersichtlich angeord- neten und für die Wartung leicht zugänglichen Geräte, sowie unter Berücksichtigung der günstigen Aufhängemöglichkeit, läßt kleine Stirnflächen für den Einbau in ein- und mehrmotorige Zellen er- reichen. Fin besonderer Vorzug ist darin zu erblicken, daß beide Baumuster ohne Oelkühler zu betreiben sind. In den Leistungen unterscheiden sich die Typen wie folgt: Hirth-Flugmotor HM 512. Oben: Ansicht von hinten. Anschlußmöglichkeiten für Stromerzeuger und Luftpresser, die dreh- Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 643 Leistungen HM 512A HM512B 13 Leistung U/min 3110 PS 400 PS 450 5 Leistung U/min 3000 PS 360 PS 360 in 3km Höhe 30’ Leistung U/min 2910 PS 330 Dauerleistung U/min 2810 PS 300 Verbrauchszahlen bei Dauerleistung: Kraftstoff e/PSh 215 220 Schmierstoff g/PSh 3 3 Bei beiden Typen: Bohrung/Aub 105/115 mm; Hubraum je Zylin- der 0,996 1; Gesamthubraum 11,94 1; Verdichtungszahl 6: Getriebe. Uebersetzung 1,5 :1; Luftvorwärmung 40° C über Außenluft. Abmessungen: Länge 1507 mm; Breite 657 mm; Höhe 828 mm. Für den Motor HM 512 A mit einem Gesamtgewicht von 270 kg ergibt sich ein Einheitsgewicht von 0,67 kg/PS, für den HM 512 B nit 275 kg ein solches von 0,61 kg/PS, bezogen auf den lauffertigen otor. den, Anlasser, Kraftstoff- Förderpumpe und Dreh- zahlgeber. Außerdem sind zwei freie An- schlüsse für Sonderge- räte vorhanden, die mit Luftschraubendrehzahl laufen. Die Antriebe für die Geräte und ihre Zwi- schentriebe sowie die Laderantriebe sind aus- nahmslos wälzgelagert. Unten: Luftschrauben- seite. Werkbilder weich angetrieben wer- | Seite 644 „FLUGSPORT"“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Zubehör. Die Askania-Werke, Berlin-Friedenau, führen als Hauptstück in einem Modell die Wirkungsweise der selbständigen Askania-Kurssteuerung vor. Ein flugzeugähnlicher Aufbau (siehe Abb.) trägt in betriebsfertiger Öriginalausführung den Richtungsgeber, das Steuergerät und die Rudermaschine. Jeder beliebigen Kurseinstellung folgt das Modell mit der größten Genauigkeit; jede Ablenkung durch irgendwelche Einflüsse (Böen) wird ebenso genau ausgesteuert. Man kann auch zeigen, wie der zur Steuerung gehörige Stützkreisel dem seitlichen Hängen des Flugzeuges entgegen arbeitet. Die Askania-Kurssteuerung hat bei der Verkehrsluftfahrt eine weitgehende Einführung gefunden; sie stellt, namentlich, bei Langstrecken- und Ozeanflügen, eine große Erleich- terung in navigatorischer Hinsicht dar. Auf dem Askania-Stand befinden sich ferner zwei vollständige Geräteausrüstungen in Tafelform. Die eine zeigt die umfassende Instrumentierung eines einmotorigen Schnellflugzeuges, die andere eine Zusammenstellung der neuen Askania-Geräte in kleiner Norm. die sich im Segel- und Motorflugsport besonderer Beliebtheit erfreuen. Ihre Bewährung haben sie im diesjährigen Rhön-Wettbewerb und im Deutschlandflug erbracht. Auch den mehrfachen Weltrekorden der Arado-Flugzeuge verhalfen sie zur Durchführung. Einen besonderen Platz nimmt hierbei der neue elektrische Askania-Wendezeiger ein, der vereisungssicher ist und mit dessen Hilfe es dem DLH-Flugkapitän Drechsel gelang, den Höhen-Weltrekord von über 8000 m im Segel- flugzeug aufzustellen. Von optischen Instrumenten sieht man zwei Ballon-Theodolite für visuelle und registrierende Beobachtung, wie sie zur Ermittlung von Windrichtung und Windgeschwindigkeit auf Wetterwarten Anwendung finden. Focke-Wulf-Rockwell-Handhärteprüfer ist ein Universalprüfgerät zur Kontrolle aller Werkstoffe — Stahl, gehärtet oder vergütet — Grauguß — sämtliche Nichteisenmetalle und Kunststoffe. Der Aufbau des Gerätes geht aus nebenstehender Abb. hervor. Vom Pariser Salon. Askania- Kurs- steuerung für Flöhenmeß- geräte. An- schauungs- modell. Werkbild Nr. 24/1938, Bd.30 ,FLUGSPORT“ Seite 645 Focke - Wulf Rockwell - Handhärte- prüfer. a Amboßbügel, b Festklemm- bügel, c Federbügel, d Hohlspindel, e Spindel (einfache), f Handrad für das Festklemmen, & Zahnrad mit Muttergewinde, h Zahnrad m. Mutter- gewinde, i Prüflastspindel mit Hand- rad, i Eindruckuhr (zum Ablesen der Rockwellhärte), k Kraftuhr (zum Ein- / stellen der Prüflast), 1 Handgriff, ! 71 m Werkstück (zum Prüfen einge- 1.7! spannt), n Kugelhalter (Diamanthalter). IL PT TTLLLUTTTTE ! Seine Arbeitsweise ist die der bekannten Rockwell-Härteprüfer. Vor dem eigentlichen Prüfvorgang wird das Prüfstück fest eingeklemmt, damit durch die Handgriffe bei der Prüfung keine zusätzlichen Kräfte auf den Eindruckkörper entstehen. Das Ansetzen und Festklemmen geschieht durch Drehen des Handrades f, Hierdurch werden die als Zahnräder ausgebildeten Muttern g und h gleichzeitig gedreht und der Amboßbügel a längs der beiden Spindeln d und e wird parallel verschoben. Dann stellt man, wenn notwendig, die Kraftuhr k auf Null genau ein und bringt durch Drehen des Handrades i — wie bei der bekannten Rockwellprüfung — die Vorlast auf. Fueß Höhenmeßgeräte. R. Fueß, Berlin-Steglitz, ist mit ihren Höhenmeßgeräten vertreten. Die Flugzeughöhenschreiber haben wir im „Flugsport“ 1937, S. 286 und 545, besprochen. Ein neuer Fein-Grob-Höhenmesser besitzt. wie man aus nebenstehender Abbildung erkennt, noch zwei Finstellmarken für den OFF- bzw. OFE-Wert. Die Handgriffe zu diesen Marken sind sinngemäß mit F und E beschriftet und liegen oberhalb der Glas- scheibe, so daß sie vom Flugzeugführer schnell und bequem bedient werden können. Da die atmosphärischen Druckverhältnisse nicht immer konstant und gewisse Schwankungen klimatisch und durch die Jahreszeiten bedingt sind, hat man sich international über eine Normal- atmosphäre ,„Cina“ geeinigt, nach der die Geräte geeicht sind. Bei den Fueß-Geräten, auch bei den Fahrtmessern, Fahrt- schreibern, Ladedruckschreibern und Differenzdruckschreibern, ist die Grundlage des Meßverfah- rens die elastische Verformung von Aneroid-Dosen unter dem Einfluß von Luftdruckänderungen. Vom Pariser Salon. Fueß-Fein-Grob- Höhenmesser. Oben sieht man die Druckmeßskala, unten den Einstell- knöpf. Werkbild Miles „Hawk Major“, Eine direkte Weiterentwicklung des „Hawk Trainer“, den wir 1937 auf Seite 117 besprochen haben. Eine Versuchsmaschine dieses Typs wurde von Flt. Lt. Tommy Rose 1934 im Kings Cup-Rennen Seite 646 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 geflogen und belegte den 2. Platz. Im Oktober 1934 wurde das erste Dutzend der Serienproduktion des „Hawk Major“ vom New Zealand Manuwatu Aero Club im Mac Robertson-Rennen von Milden- hall nach Melbourne gestartet. Der Aufbau ist im wesent- lichen derselbe geblieben, nur wurde der in Holz aufgebaute Motorträger durch ein Stahlrohr- gerüst ersetzt und mit dem Mi- les-Spalt-Hilfsflügel ausgerüstet. Zwei offene Sitze hintereinander, . Windschutzscheiben aus splitter- sicherem Glas. Fahrwerk nicht ‘ einziehbar, hosenartige Verklei- dung. Als Triebwerk ist wieder der Gipsy Major 130 PS ver- wendet. Spannweite 10 m, mittlere Flügeltiefe 1,59 m, Fläche 15,7m?. Flusgew. 815 kg, max. Geschw. Miles „Hawk Maior“. 240 km/h, Landegeschw.68km/h. Länge 7,75 m, Flächenbelastung Zeichnung: Flugsport 52 ke/m?, Startstrecke 150 m, Auslauf 90 m. Miles „Kestrel Trainer“. Der freitragende Tiefdecker von Phillips and Powis weist die typischen Miles-Merkmale auf, die wir schon bei der Besprechung des „Monarch“ auf Seite 362 dieses Jahr- ganges eingehend 10000 kennzeichneten. Flügelmittelstück aus dem Rumpf her- auswachsend mit An- satzflügeln in leichter V-Stellung. Pneuma- tische Landeklappen- betätigung durch den in der Motoransaug- ‚leitung erzeugten Un- \/ terdruck. Ausschlag IS © beim Start 23°, beim Landen 90°. Rumpf Halb- schale, Holzbau. Zwi- schen den Sitzen starker Metallrahmen. Doppelsteuerung in Tandemanordnung. Miles „Kestrel“. Zeichnung: Flugsport — Leitwerk freitragend. Alle drei Systeme Stoßstangenantrieb. Höhenleitwerk Trimmklappen, die von beiden Führersitzen aus be- tätiet werden können. | Nr. 24/1938, Bd. 30 „PLLUGSPORT*“ Seite 647 Miles „Kestrel“-Trainer. ‘Verkbild Fahrwerk hydraulisch einziehbar. Handpumpe für den Fall des Versagens des Lockheed-Umlaufes. Lageanzeiger des Fahrgestelles und akustisches Warnzeichen, hydraulische Bremsen. Triebwerk Rolls Royce Kestrel „XXX“. Stahlrohrmotorvorbau, der leichtes Auswechseln des Motors gestattet. 2 Brennstofftanks mit ie 160 1 sind im Flügelmittelstück in Rumpfnähe untergebracht. Spannw.: 11,88 m, Länge 9,35 m, Höhe (bei ausgefahrenem Rad) 3,5 m, Höhe (bei eingezogenem Rad) 2,59 m. Spurweite des Fahr- gestells 3,73 m. Fläche 19,5 m’. Höchstgeschw. in Bodennähe 336 km/h, in 1500 m Höhe 368 km/h, in 3000 m Höhe 400 km/h, in 4500 m Höhe 430 km/h. Steigzeit auf 4500 m 10 Min. Reisegeschw. bei % Leistung in 4500 m Höhe 360 km/h. Vickers „Wellesley*“-Langstreckenbomber. Durch den Ohnehaltflug nach Australien, 1523 km, von Ismailia nach Port Darwin, hat der Vickers-Wellesley-Typ die Aufmerksam- keit der Welt auf sich gezogen. Die erste Ausführungsform (siehe „Flugsport“ 1936, S. 228 u. 361) war mit einem Bristol „Pe- gasus“, 690 PS, ausgerüstet. Zu dieser Zeit wurde die Reichweite bei Windstille mit 12500 km angegeben. Inzwischen ist die. Maschine noch verbessert worden. Statt | des gewöhnlichen Townendringes ist eine geschlossene Motorhaube mit Regulier- schlitzen verwendet worden. Der freitragende Tiefdecker stammt von B. N. Wallis. Er wurde als 2sitziger Langstreckenbomber entwickelt. Mi Flügel einholmig, Holm Leichtmetall- rohr, Rippen Leichtmetallprofile, stoff- bespannt. Flügelprofil R. A. F. 34. Ge- schweißte Leichtmetalltanks in den Flü- geln: feststehendes MG. Führer in geschlossenem Sitz in Höhe der Flügelvorderkante, Verbindungsgang nach dem Beobachtersitz mit seitlichen Fenstern sehr schmal. Beobachtersitz in Zeichnung: Flugsport Vickers „Wellesley“. Nr. 24/1938, Bd. De Havilland „Albatroß“, ausge- rüstet mit 4 D.H. Gipsy-Twelve- 525-PS. Passagier- u. Posttransatlan- tikflugzeug. Spannweite 32 m, Länge 21,79 m, Höhe 6,78 m. Reich- weite d. Verkehrsm. m. 22 Passagieren 610 km; Reichw. des Transatlantik- postflugzeuges 5300 km, das auf Grund einer Aus- schreibung des bri- tischen Luftfahrt- ministeriums ent- wickelt wurde. (Verlangt war 454 kg Post über eine Strecke von 4025 km bei 65 km Gegenwind.) \ Werkbild Rechts: Fairey „Battle“, einmotoriger Kampfmehrsitzer, in der Steilkurve. Seite 648 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 30 „FLUGSPORT“ Seite 649 Vickers „Wellesley“-Geschwader, welches von dem äcyptischen Flughafen | Ismailia nach Australien flog. Weltbild Höhe der Flügelhinterkante mit schwenkbarem MG. zwischen beiden Kabinen. Unten: Hawker „Hurricane“-Jagdeinsitzer. Werkbilder Fairey „Battle“, einmotoriger Kampfmehrsitzer, der Massenproduktionstyp des englischen Kampfflugzeugbaues. Werkbild i “ insi i j brachten wir im Hawker „Hurricane“-Jagdeinsitzer. Die ersten Abbildungen „Flugsport“ 1935, S. 588, und eine ausführliche Typenbeschreibung 1938, S 291 bis 294, mit einer perspektivischen Aufbauzeichnung (s. auch „Flugsport“ 1937, S. 376 u. 444). Werkbild Seite 650 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Leitwerk freitragend. Fahrwerk hydraulisch einziehbar, freitragend. Triebwerk: Bristol Pegasus XX-9-Zylinder, luftgekühlter Stern- motor, der 0,5 : 1 untersetzt ist. Dreiblatt-Standard-Hamilton-Metall- verstelluftschraube (Lizenz: De Havilland). Spannweite 22,731 m, Länge 11,963 m, Höhe 3,758 m; Fläche 58,5 m”; Seitenverhältnis 8,850 : 1. Max. Startleistung 835 PS bei 2475 U/min, max. Steigleistung 835 PS bei 2250 U/min in 2590 m Höhe, Kurzleistung in 3048 m Höhe 925 PS bei 2600 U/min, Dauerleistung (56,5%) 522 PS in 4572 m Höhe. Leergew. 2889 kg, feste Ausrüstung 211 kg, 2 Mann Besatzung 181 kg, automatische Steuerung 34 kg, Sender und Generator 63 kg, Brennstoff 871 kg, Oel 82 kg, 2 MG. mit Munition 34 kg, Bombenlast 454 kg, Bombenmagazin 150 kg, Sauerstoffausrüstung 21 kg, Sonder- ausrüstung 45 kg, Nutzlast 1935 kg, norm. Fluggew. 5035 kg, mit Ueberlast 5670 kg. Lastfaktor 7. Bombenlast 227 ke für 2270 km, 454 kg für 1790 km, und bei überlastigem Flugzustand 908 kg für 2125 kg. Brennstoffverbrauch/h bei Dauerleistung (56,5%) 189 1 bzw. 140 ke. Normal 1170 1 Brennstoff, max. 1930 1; 91 1 Oel. Max. Geschwindigkeit in 6000 m Höhe 367 km/h, in Bodennähe 287 km/h, in 2000 m 319 km/h, in 4000 m 336 km/h, in 7000 m 364 km/h. Reisegeschw. in 4572 m bei 56,5%-Leistung 302 km/h, bei 38%- Leistung in 4572 m Höhe 258 km/h; Geschw. im überzogenen Flug- zustand in Bodennähe 96,5 km/h; Landegeschw. 92 km/h. Startstrecke 240 m. Steiggeschw. 6,08 m/sec. Steigzeit auf 1000 m 2,7 min, 2000 m 5,75 min, 3000 m 8,6 min, 4000 m 11,4 min, 5000 m 14,3 min, 6000 m 17,5 min, 7000 m 21,5 min. Dienstgipfelhöhe 10 750 m. Reichweite mit Bombenlast bei 56,5%-Leistung 1790 km in 5,9 h, bei 38%-Leistung 2460 km in 9,56 h. Reichweite mit max. Bomben- last bei 56,5%-Leistung 2270 km in 7,5 h, bei 38,0%-Leistung 3140 km in 12,2 h. Reichweite mit Ueberlast bei 56,5%-Leistung 3025 km in 10,05 h, bei 38,0%-Leistung 4175 km in 16,4 h. Oben: Potez 567, zweimotor. (Potez 9E 240 PS.) Unten: Potez 662, viermotoriger Tiefdecker mit Gnome-Rhone „M-14“, 680 PS. Typenbeschreibung siehe „Flugsport“ 1938, S. 35. Werkbilder Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT*“ Seite 651 Die franz. Flugzeugfirma „Potez“ zeigt fünf Maschinen: Potez 63, zweimotoriger Verteidigungsdreisitzer. Ausführliche Typenbeschreibung „Flugsport“ 1938, S. 479. Potez 662, viermotorige Verkehrsmaschine. Ausführliche Typen- beschreibung „Flugsport“ 1938, S. 34. Potez 160, fliegendes Modell des Transatlantikflugbootes „Po- ‚oz 161“, das wir auf S. 130 dieses Jahrganges eingehend besprochen aben. Das fliegende Modell gleicht aerodynamisch dem Entwurf voll- kommen; 1/2,6 verkleinert. Ausgerüstet mit 6 Motoren „Train 4. A. ol.“ von je 40 PS. Spannweite 17,69 m, Länge 12,37 m, Höhe 3,41 m. Fläche 38,27 m?. Gesamtgew. 2275 kg, Höchstgeschw. 222 km/h. Potez 567, zweimotoriges Aufklärungsflugzeug, freitragender Mit- teldecker, ausgerüstet mit 2 Potez 9E von je 240 PS. Spannweite 16 m, Länge 12 m, Fläche 33 m?, Leergew. 2024 kg, Fluggew. 2700 kg. Höchstgeschw. 290 km/h. Dienstgipfelhöhe 5500 m. Koolhoven-Jagdeinsitzer F. K. 58. Mit dem von N. V. Koolhoven-Vliegtuigen, Rotterdam, zebauten Typ F. K. 58, Mitteldecker, geschlossene Kabine, einziehbares Fahr- werk, sollte eine Maschine mit guten Leistungen, die gleichzeitig leicht zu fliegen ist, geschaffen werden. Durchgehender Flügel mit 4 Bolzen am Rumpf befestigt, 2 Kasten- holme mit Sperrholzrippen, das Ganze mit Sperrholz bedeckt. Unter dem Flügel im Rumpf ist ein Raum ausgespart, der zur Aufnahme von Bomben und Zusatzbetriebsstoffbehälter verwendet werden kann. Landeklappen ausgeglichen, mit mechanischer Betätigung. Ouerruder statisch und aerodynamisch ausgeglichen. Rumpf Stahlrohr, geschweißt. Vorderteil des Rumpfes mit leicht abnehmbarer Aluminbedeckung, Hinterteil seitlich mit Leinen über- zogen, Rumpfrücken mit Leichtmetall bedeckt. Betriebsstoffbehälter (500 I) aus Leichtmetall sind zu beiden Seiten des Rumpfes im Flügel untergebracht, ferner einer in der Mitte. Oelbehälter (40 I) aus ge- schweißtem Alumin hinter dem Motor vor dem Brandspant. Höhenflosse Holzkonstruk- tion, Seitenflosse Stahlrohr mit Duraluminrippen, leinenüber- zogen. Beide Flossen sind mit Profildrähten mittels Streben | gegen den Rumpf verspannt. Ruder statisch und aerodyna- misch ausgeglichen. Ferner wäh- rend des Fluges verstellbare Trimmflächen. Fahrwerk große Spurweite, einziehbar, wobei Räder im Rumpf und Ladestreben im Flü- gel untergebracht werden. Fahr- gestellstreben Koolhoven-Oel- streben. Räder mit hydraulischen | 800 —- | - “ RN \ Y N \ Koolhoven F.K. 58, Zeichnung: Flugsport Seite 652 „FLUGSPORT" Nr. 24/1938, Bd. 30 Koolhoven F.K.58. Werkbilder Bremsen. Fahrwerkskontrollanzeiger auf dem Instrumentenbrett. Schwanzrad nicht einziehbar. Fahrwerk große Spurweite, einziehbar, wobei Räder im Rumpf und Ladestreben im Flügel untergebracht werden. Fahrgestellstreben Koolhoven-Oelstreben. Räder mit hydraulischen Bremsen. Fahrwerks- kontrollanzeiser auf dem Instrumentenbrett. Schwanzrad nicht ein- ziehbar. Bewaffnung: 4 feste MG. an beiden Seiten des Rumpfes unter dem Flügel. Motor: Hispano-Suiza 14 AA. 10 mit Metallschraube „Constant speed“, Untersetzung 1:1, Maximalleistung in 4000 m Höhe 1080 PS bei Ar Drehzahl von 2000 Ulmin, Benzinverbrauch bei Reisegeschw. 172 ke/h. Spannweite 11 m, Länge 8,7 m, Höhe 3 m, Flächeninhalt 17,3 m’, Flächenbelastung 147 ke/m?, Leistungsbelastung 2,36 kg/PS, Spur- weite 4,1 m. Rüstgewicht 1800 kg, fest eingebaute Zuladung 75 kg, Pilot und Fallschirm 90 kg, Bewaffnung 140 kg, Funkanlage 40 kg, 500 I Be- triebsstoff 375 ke, 33 1 Oel 30 kg, Fluggewicht 2550 kg. Höchstgeschw. in 4500 m Höhe 490 km/h, Reisegeschw. in 4500 m 440 km/h, Kleinstgeschw. am Boden mit Klappen 123 km/h, Lande- geschwindigkeit mit Klappen 115 km/h. Steiggeschw. in 0 m 14,5 m/sec, in 2000 m 15,5, in 4000 m 16,3, in 7000 m 7,8, in 10 000 m 0,9 m/sec. Steigzeit auf 2000 m 2,3 min, 4000 m 4,4 min, 7000 m 8,8 min, 10000 m 23,9 min, auf Diensthöhe (4500 m) 5 min. Gipfelhöhe praktisch 10 200 m, theoretisch 10 400 m. Reich- weite mit 310 kg Betriebsstoff bei Reisegeschw. 870 km. Start: Inner- halb 500 m, höher als 15 m. Landung bei normalem Gebrauch der Bremsen aus einer Höhe von 15 m innerhalb 500 m. „Breda“ 65, Jagd- und Kampftiefdecker, Typenbeschreibung siehe „Flugsport“ 1937, S. 584. Die Ganzmetallkonstruktion mit Aluminiumbeplankung ist mit fünf Maschinengewehren ausgerüstet und trägt 1000 kg Bombenlast. Ausgerüstet mit einem Piaggio P. XI C 40, der in 4100 m Höhe 1000 PS entwickeln soll, erreicht die Maschine 430 km/h in rund 5000 m. Steigzeit auf 6000 m 11 min, 30 sec. Reichweite 1100.km. Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 659 Breda 65, Jaged- und Kampftiefdecker, Motor Piaggio P. XIC40, vorn rund. Poln. P.Z.L. „WILK“ (Wolf) Jagdilugzeu Dieses zweisitzige Jagdflugzeug Mitteldecker-Zweimotor wird auch als Bomber-, Beobachtungs- und Begleitflugzeug verwendet. | Flügel dreiteilig, Mittelstück mit Betriebsstoffbehältern. Außen- flügel Kastenholme aus Wellblech, alles mit Glattblech, Nieten versenkt, Archiv Flugsport bedeckt. Schlitzflügel über den ganzen Flügel automatisch, im Normal- flug Rociert. Denso Klappen für Start und Landune umpf durch horizontales Rahmenwerk versteift mit stark - strebungen zum Schutz der Insassen beim Ueberkopfechen. ee Bewaffnung: eine fest eingebaute Kanone und zwei M.-G.. ferner zwei MO. m Örehbaren hinteren Maschinengewehrstand. eıtwerk horizontal und Seitenleitwerksflosse freitragend der aerodynamisch und statisch ausgeglichen, Höhenruder Fletiner Ren . Verschwindfahrwerk elektrisch betätigt, je zwei Oelstoßdämpfer, Räder pneumatische Bremsen, Schwanzkufe verstellbar. Motoren PZL-Foka mit elektrisch verstellbaren Schrauben gombenmagazin für eine 300-kg-Bombe. | pannweite 11,05 m, Höhe 2,5 m, Länge 8,35 m, Leer ewicht 1715 ke, Nutzlast 1055 kg, Fluggewicht 2770 ke. Max. Geschw. 465 km/h, praktische Gipfelhöhe 10 000 m, Reichweite 1250 km. Poln. P. Z.L. „MEWA“ (Möwe) Beobachtungsilugzeug. Bei dem vorliegenden Baumuster P.Z.L. Möwe hat man an der alten, eingehend studierten Bauweise eines geraden verstrebten Flü- gels mit Verjüngung nach dem Rumpfanschluß festgehalten. Vorteil Poln. P.Z.L. „WILK“ (Wolf), Jagdflugzeug. Werkbild Seite 654 „FLUGSP ORT Nr. 24/1938, Bd. 30 Poln. P.Z.L. „MEWA“ (Möve), Beobachtungsflugzeug. Werkbild eutes Gesichtsfeld und Verminderung der Strömungsgeschwindigkeit anschluß. | | u Be Helrbauweise mit Leinwand bespannt, zurückklanpbar. Betriebsstoffbehälter im Flügel zwischen Rumpf und Strebenangrifis- X klappen und Ruder Stahlrohr. | pen! Elan Stahlrohr. vorderer Teil mit Sitz für den Beobachter ini lech bedeckt, hinten Leinwand. Alma und Seitenleitwerk Sperrholz beplankt, Ruder Stahlrohr, Leinwand. Fahrwerk fest, Schwanzrad in verstellbarer Gabel mi toßaufinehmer. 0 Empfangs- und Diebestation, Signalscheinwerfer. _ -Motor 14 Nol von . a hante M.-G:s außerhalb des Schraubenstrahls. ein - ir den Beobachter. . ” a eite 13,45 m, Höhe 2,65 m, Länge 9,5 m, Leergewicht 1748 kg, Nutzlast 673 kg, Fluggewicht 2420 kg. Max. Geschw, in 3600 m 360 km/h, Reisegeschw. in 3500 m 310 km/h, max. Gesc w. am Boden 300 km/h, praktische Gipfelhöhe 8500 m, Steigfähigrkeit au 3500 m in 5 min 30 sec, auf 1000 min] N7 0 sec. Bomber In. P.Z.L. „LOS“ (Schwung) Zweimotor-Bomber. Die on Flugzeugfirma P.Z.L. (Panstwowe Zaklady Lotnicze), Warschau, hat ihren Zweimotor-Langstreckenbomber für 4 Mann Besatzung als Mitteldecker in Ganzmetallbauweise in Serienfabri- kation. | ü j i ü g tere Kastenholm mit Flügel, ein Mittelstück und Ansatzflügel. Letz > Wellblech versteift, Glattblechbedeckung. Mittelstück mit Motoren, Vorderholm, Kastenholm, Hinterholm, Gitterträger. Raum azwisc on ausgespart und verstrebt für Aufnahme von Bomben (Raum durc Klappen von außen abzedeckt) und hinter den Motoren für das hoch- ne Fahrwerk. . umpfaufbau Ovalringe durch Längsholme zusammengehalten und -Profile versteift. Außenhaut Glattblech. Besatzung: Führer een im Oberteil des Rumpfes, Kommandant gleichzeitig Bombenwerfer in der Rumpfnase mit Gesichtsfeld nach allen Seiten, außer nach hinten. Im Kommandantensitz ist noch eine Hinfsstener- einrichtung, welche entkuppelt werden kann, untergebracl an - Stände in der Rumpfnase, oberhalb des Rumpfes über der Flügel- hinterkante. REPORT-SAMMLUNG OES „FLUGSPORT " NATIONAL ADVISORY COMMITTEE FOR 1938 AERONAUTICS Nr. Il Heat-Transier Processes in Air- Cooled Engine Cylinders. (Wärmeübertragungsvor- gänge in luftyekühlten Motorenzylindern.) B. Pinkel, Rep. Nr. 612, 1938. 10 Cents. Die Ergebnisse aus Versuchen an zwei Einzylinder-Versuchsmotoren vom Typ Pratt and Whitney „1535“ (132 mm Bohrung, 140 mm Hub, Verdichtung 1:6,73) und „1340-H“ (146 mm Bohrung, 152 mm Hub, Verdich- tung 1:5,6) wurden zu Formeln zusainmen- gestellt, die die Berechnung des Wärme- überganges und der Zylindertemperaturen aus den maßgebenden Veränderlichen ge- statten. Ergebnisse: Der Wärmeübergangsbei- wert zwischen Verbrennungsgasen und Zy- linderkopf ist bei der Ausführung 1535 (1340-H) der 0,68. (0,64.) Potenz der indizier- ten Leistung verhältig.. Die Wärmeüber- gangszahl zwischen Gas und Zylinderschaft ist beim Zylinder 1340-H der 0,68. Potenz der indizierten Leistung verhältig. Der Wärmeübergang vom Kopf und Schaft des Zylinders an die Kühlluft ist bei dem Mu- ster 1535 der 0,35. bzw. 0,31, beim Typ 1340-H der 0,34. Potenz des Druckgefälles verhältig. Eine Einrichtung zur Erzeugung von Turbulenz vor dem Zylinder bringt eine Erhöhung des Wärmeüberganges bei glei- chem Druckgefälle um etwa 30°. Die Tem- peratur des Zylinderkopfes bleibt gleich, wenn das Druckgefälle für die Kühlluft wie die Wurzel aus der indizierten Leistung ge- ändert wird. Die Gleichungen zeigen, daß bei einer Verbesserung des Wärmeüber- gangs durch günstigere Rippen oder höhere Luftgeschwindigkeiten die indizierte Lei- stung mit der 1,5. Potenz der Wärmeüber- gangszahl erhöht werden kann, wenn die Zylindertemperatur unverändert bleiben soll. The Variation with Reynolds Number oi Pressure Distribution over an Airioil Sec- tion. (Die Aenderung der Druckverteilung an einem Flügelschnitt mit der Reynoldsschen Zahl.) R. M.Pinkerton. Rep. Nr. 613, 1938. 10 Cents. An einem 250 mm tiefen Modellflügel mit dem Profil NACA 4412 wurde an 54 Oeff- nungen bei 17 verschiedenen Anstellwinkeln zwischen — 20 und + 30° die Druckvertei- lung gemessen. Die Werte beziehen sich auf die Flügelmitte und sind bei 8 verschiedenen Reynoldsschen Zahlen zwischen rd. 100 000 und 8200000 aufgenommen. Mit Ausnahme des Bereiches in der Nähe des Höchstauf- triebes beeinflußt die R-Zahl die Druckver- teilung oberhalb eines gewissen kritischen Wertes von R, der iedoch unterhalb des in der Praxis an Flugzeugen vorkommenden Bereiches liegt, praktisch nicht. Die Abbil- dung zeigt die Verteilung von Unter- und Ueberdruck bei den 8 Werten von R. (Links Flügelnase, rechts Hinterkante.) Pressure Distribution over an NACA 23012 Airfoil with an NACA 23912 External-Air- foil Flap. (Druckverteilung an einem Doppel- flügel vom Profil 23012.) C.J. Wenzinger, Rep. Nr. 614, 1938. 10 Cents. Ein Flügel von 508 mm Tiefe mit einem 102 mm tiefen Hilfsflügel vom gleichen Pro- fil wurde bei verschiedenen Anstellwinkeln mit mehreren Stellungen des Hilfsflügels ge- messen. Die Druckverteilungskurven zeigen, daß wie bei anderen Klappen der größere Teil der durch die Anstellung des Hilfs- flügels erreichten Auftriebserhöhung auf die Haupttragfläche entfällt. Der größte Normal- kraftbeiwert des Hilfsflügels entspricht den an Spaltklappen gemessenen Werten. Die Momentenbeiwerte um den Drehpunkt sind FR —&, *20.00" ——— I Wind Flap Ringe oxis{ „BIC, — NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 11 3 Ploin eirtoit Airfoil with flap / / Plain oirfoil " Airfoil with flap // ? / infolge der andersartigen Aufhängung weit geringer. Die Abbildungen zeigen die Aende- rung der Druckverteilung am Hauptfiügel und die Drücke am Hilfsflügel einmal für einen gleichbleibenden Normalkraitbeiwert von 1.165, das andere Mal für einen gleich- bleibenden Anstellwinkel des Hauptilügels PTAU) von 8,5 für Ausschläge von 10, 20 und 36”. Interrelation of Exhaust-Gas Constituents. (Die Beziehungen der Bestandteile von Ab- gasen untereinander. ) H. C. Gerrish u. F. Voß, Rep. Nr. 616, 1938. 10 Cents. An sechs wassergekühlten Einzylinder- Versuchsmotoren und einem Neunzylinder- Sternmotor wurden Versuche mit verschie- denen Verbrennungsräumen, Verdichtungs- verhältnissen zwischen 5,1 und 7,0 bei Ver- gaserbetrieb und 13,5 bis 15,6 bei Diesel- betrieb und bei Drehzahlen zwischen 1500 und 2100 U/min ‚mit verschiedenen Brenn- stoffen durchgeführt. Neben den Leistungs- und Verbrauchsmessungen wurden jeweils die Abgase analysiert. Ergebnisse: Die Bestandteile der Abgase von Verbrennungsmotoren stehen in be- stimmten Beziehungen zueinander. Die aus einer Analyse abgeleiteten Beziehungen, wie Mischungsverhältnis zwischen Brennstoff und Luft, Wasserbildung und Verbrennungs- wirkungsgrad stehen zueinander und zu den Bestandteilen der Abgase in enger Be- ziehung. Motorleistung und Arbeitsbedingun- gen wie Verdichtungsverhältnis, Drehzahl, Einspritzwinkel, Art der Zündung beeinflus- sen die Beziehungen zwischen den Bestand- teilen der Abgase und den daraus abgelei- teten Folgerungen nicht. Die Beständigkeit dieser Wechselbeziehungen ermöglicht es, aus einer einfachen Bestimmung des Brenn- stoff-Luft-Mischungsverhältnisses oder aus dem Gehalt an COe und O2 eine vollständige Analyse abzuleiten. Bei reichen Mischungen verbrennt das H2 von Wasserstoff-Kohlen- stoff-Verbindungen schneller als das C. Die- selmotoren lassen sich ohne Verlust an Wir- kungsgerad mit dem gleichen Mischungsver- hältnis wie Ottomotoren betreiben. Der Wirkungsgrad der Verbrennung und die Menge des in den Abgasen enthaltenen Wassers nehmen bei reichen Mischungen etwa linear mit dem Mischungsverhältnis zu. Bei mageren Gemischen sind sie vom Mi- schungsverhältnis unabhängig. Auto-Ignition and Combustion oi Diesel Fuel in a Constant-Volume Bomb. (Selbstzün- dung und Verbrennung von Dieselöl in einer Bombe von konstantem Volumen.) R. F. Selden, Rep. Nr. 617, 1938. 10 Cents. In einer Verbrennungsbombe wurde der Einfluß von Luftdruck und -Teıinperatur auf Zündverzug und Verbrennung ermittelt. Bei Bedingungen ähnlich denen in einem Diesel- motor, jedoch mit ruhender Luft, war der Zündverzug von der Menge des eingespritz- ten Brennstoffes unabhängig. Er entspricht den in Motoren gemessenen Werten. Die durch Erhöhung der Temperatur oder des Druckes mögliche Verringerung des Zünd- verzuges ist bei Steigerung von Druck oder Temperatur über die in Dieselmotoren nor- malerweise vorkommenden Werte hinaus sehr gering. Der Wirkungsgrad der Ver- brennung nimmt mit zunehmenden Zündver- zug zu. Das Nachbrennen ist bei größeren Zündverzug geringer. Bei Zusatz von trä- gen Gasen nimmt der Zündverzug zu, wäh- rend der größte Druckanstieg sanfter wird. Comparative Flight and Fuli-Scale Wind-. Tunnel Measurements of the Maximum Lift oi an Airplane. (Vergleichende Messungen des Höchstauftriebes eines Flugzenges im Finge und am natnrgroßen Flugzeug im Windkanal.) A. Silverstein, S. Katzoff u. J. A. Hootınan, Rep. Nr. 618, 1938. 10 Cents. An einem Flugzeug vom Muster Fair- child 22 wurde mit stehenden Motor der Höchstauftrieb im Fluge und im großen Windkanal des NACA gemessen. Die Er- gebnisse stimmen befriedigend überein. Es ist erforderlich, daß in beiden Fällen das Nr. 11 NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Flugzeug mit etwa gleicher Winkel- geschwindigkeit auf den Anstellwinkel des Höchstauftriebes gebracht wird. Bei schnel- lem Aufrichten, schon bei 0,1° Drehung je Sekunde, ist CAmax wesentlich höher als bei konstant bleibendem Winkel. Das Bild zeigt den einsitzigen Hochdecker im Windkanal. Drag of Cylinders oi Simple Shapes. (Der Widerstand von Zylindern einfacher Form.) W.F. Lindsey, Rep. Nr. 619, 1938. 10 Cents. An Stäben von kreisrundem, halbrohr- förmigem, elliptischem, rechteckigem und dreieckigem Querschnitt wurden Widerstand und Auftriebsmessungen in einem großen Bereich von Geschwindigkeit und Reynolds- scher Zahl durchgeführt. Die Geschwindig- keit umfaßte den Bereich zwischen 5%o der Schallgeschwindigkeit und einen Wert 14 PFITLT 12 ut Fineness LoL g 4 11 ++ n 6) 2.1 al"Pressure N I I +7. ” & SI .1--F . 3 5 BE 2 \ 6 : 2 2 vie: \ IT ost, h N | .685 | „835 -8 \ BB j a ame i | ° m 60 eo, Br IEO 140 160 180 o E20 70 o 80 100 IE0 140 60 180 1) = — ‚deg. ö,deg, i u/c, 6 19 Abb. 1. Abb. 2. Abb. 4 Comera Seite 44 - NACA-BERICHT-SAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 11 fizienten 0,15 angewandt und die Geschwin- digkeits- und Druckverteilung berechnet und mit analogen Fällen nicht zusammendrück- barer Strömungen verglichen. Abb. 1 und 2 sind Vergleiche zwischen Druck- und Geschwindigkeitsverteilung in zusammendrückbarer und nicht zusammen- drückbarer Luft über symmetrischen Jou- kowski-Profilen mit den Dickenkoeffizienten e — 0,05 bzw.® = 0,15 den Werten # = 0,7 bzw # — 0,47 und dem Anstellwinkel a — 0°. (u ist das quadratierte Verhältnis der Strömungsgeschwindigkeit v, zur Schall- geschwindigkeit c.) In Abb. 3 sind die Grenzwerte von v,/c, beim Anstellwinkel 0° für dieselben Joukowski-Profile ermittelt. Abb. 4 zeigt die Konturen der beiden unter- suchten Joukowski-Profile. A Photograph Study of Combustion and Knock in a Spark-Ignition Engine. (Photo- graphische Studien über den Verbrennungsvor- gang und das Kiopfen in einem Motor mit Funkenzündung.) A. M. Rothrock und R. C. Spencer, Rep. Nr. 622, 1938. 10 Cents. Es wurden vier verschiedene Brenn- stoffe mit verschiedenen Oktanzahlen unter- sucht. Ein Spezialbrennstoff mit der Oktan- zahl 100, der in der amerikanischen Luft- waffe gebräuchliche Brennstoff Y-3557-6 mit der Oktanzahl 87, normaler Automobilbe- triebsstoff mit der Oktanzahl 65 und ein weiterer Spezialbrennstoff mit der Oktan- zahl 18. Aus den beiden letzteren wurden Mischungen hergestellt mit den Oktanzahlen 30, 40 und 50. Die Versuche wurden an einer Einzylinderversuchsmaschine ausgeführt, in deren Zylinderkopf ein Glasfenster einge- baut wurde. (Versuchseinrichtung s. Abb. 1.) Die Kurbelwelle wird durch einen Elek- tromotor angetrieben. Die. Maschine hat nur einige Versuchshübe auszuführen und das Ventil auf der linken Seite des Zylinders wirkt sowohl als Einlaß wie auch als Aus- Section A-A, showing ooenings @ - for spark plugs and accessories „glass windows ER .H RT Injection volve Church Ze Em # Phase-chonging Phose- Mi m changing Switches gears Injection pump with drop cam not indicated Abb. 1. gears 2:1 reduction Abb. 2. laß, da an Stelle des eigentlichen Auslaß- ventiles das Glasfenster eingebaut ist. Abb. 2 zeigt den Einfluß der Aenderung des Brennstoff-Luftgemisches bei nichtklop- fender Verbrennung mit den Zündkerzen in E u. F (Abb. 1). Man erkennt, daß die Brenngeschwindigkeit für das magere Ge- misch niedriger war als für das fette. Auch läßt sich hier feststellen, daß die Art des Nachglühens bei fettem und magerem Ge- misch grundverschieden ist. Brennstoff Y-3557-6, Oktan 87. Kurbelwellendrehzahl 1500. In keinem Fall bei mehr als 50 Aufnah- men konnte ein Beweis für Selbstentzündung des Gemisches vor der Brennlinie erbracht werden. Auch ergaben die Versuche keinen Nachweis dafür, daß Stoßschwingungen oder irgendwelche heftige Kompressionsschwin- gungen die Ursachen des Klopfens seien. Künstlich angefachte Schwingungen zogen kein Klopfen nach sich. Selbstentzündungen vor der Brennlinie traten wohl mit dem Klopfen zusammen auf, waren iedoch nicht immer von Klopferscheinungen begleitet. Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 655. Fahrwerk freistehende Stoßaufnehmer-Strebe mit je zwei Räder- paaren, nach hinten hydraulisch hochziehbar mit Verschlußtüren. Be- tätigung durch Motorpumpe, oder auch von Hand. Schwanzrad schwenkbar um 180°, Oleo-Stoßaufnehmer. Komplette Blindflugausrüstung. Verwendbare Motoren Pegasus XII, Pegasus XX, Gnome Rhone 14N20/21 oder jeder andere ähnliche Motor von bis zu 1200 PS. Drei- flügelige Metallschrauben, im Fluge verstellbar. Betriebsstoffbehälter 1500 |, Oel 220 I. Statt der Bombenbehälter für 300 ke können Be- triebsstoffbehälter für 900 1 eingebaut werden. Bombenmagazine für 20 Bomben von 50 ke, 20 Bomben von 110 kg oder 18 Bomben von 110 kg und 2 300 ke-Bomben. Funkempfänger und Geber für Peilung. Spannweite 17,90 m, Höhe 5,08 m, Länge 12,90 m, Fläche 53,5 m?, Leergewicht 4225 kg, Fluggewicht mit 2200 k&z Bomben 8500 ke. Leistungen mit Pegasus XII und Pegasus XX, letztere eingeklam- mert. Max. Geschw. in 2150 m 410 km/h (in 3400 m 440 km/h). Max. Geschw. am Boden 360 km/h (390 km/h), Gipfelhöhe mit voller Belastung 5000 m (6000 m), nach abgeworfenen Bomben 8500 m (9250 m). Reichweite mit voller Bombenlast 1300 km (1300 km), mit Hilfstank statt zwei 300 kg Bomben und 1760 k& Bomben 2200 km (2200 km). Start ohne Bomben 265 m mit voller Bombenlast 485 m, Auslauf ohne Bomben 340 m. Poln. P.Z.L. „LOS“ (Schwung), Zweimotor-Bomber. Werkbilder Seite 656 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Poln. P.Z.L. „Wyzel“ Schulilugzeug. Baumuster Wyzel ist ein Schulflugzeug von robuster Bauart. Mitteldecker, Holzbauweise, kunstflugtauglich, kann mit einem Motor fliegen. Flügel aus einem Stück, zwei Längsholme, Sperrholz bedeckt. Zwischen den Holmen verstärkte Sperrholzbekleidung, um alle Kräfte aufzunehmen. Querruder und Klappen, getrennt zu betätigen. Rumpf elliptischer Querschnitt, Holzbauweise, Birkensperrholz beplankt. Vorderer und hinterster Teil mit Duralblech beplankt. Schüler- sitz vorn, Lehrersitz hinten, Doppelsteuerung. In der Nase des Rumpfes Scheinwerfer, darunter Fenster für Bombenbeobachtung. Verstärktes Rahmenwerk für die Insassen bei Ueberkopfgehen, Höhenleitwerksflosse, Träger Stahlrohr mit aufgenieteten Rippen aus Molz. Bedeckung Sperrholz. Ruder Holzkonstruktion. Poln. P.Z.L. „WYZEL“, Schulflugzeug. \Werkbild Fahrwerk verschwindet nach vorn, vergleiche Abbildung. Zwei Motoren P. Z. Inz. Major 4B von gesamt 260 PS. Motoren- aufhängung mit vier Bolzen am Flügel, daß sie leicht abgenommen werden können. Bewaffnung: im Vorderteil des Rumpfes eine Zielkamera, Magazin für Uebungsbomben. Spannweite 9,26 m, Höhe 2,55 m, Länge 6,93 m, Fläche 12,7 m’, Leergewicht 950 ke, Nutzlast 460 kg, Fluggewicht 1410 kg. Max. Geschw. am Boden 315 km/h, Reisegeschw. 260 km/h, Gipfelhöhe 4500 m, Reichweite 1160 km. ev De Havilland „Flamingo“, zweimotoriger Tiefdecker. Werkbild Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 657 Die englische Motorenfirma Napier stellt zwei Motormuster aus: Napier „Rapier“, Ser. VI, 370 PS, 16 Zyl. in H-Anordnung, dessen frühere Serien wir bereits 1934 auf S. 33 und dessen Urtyp 1930 anläßlich des R. A.F.-Display eingehend beschrieben haben. Die H- Anordnung hatte sich damals als erfolgversprechend erwiesen und wurde weiterentwickelt. Die zweite Serie erreichte bereits 305-PS- Nennleistung und die vierte Serie 340 PS bei je 3500 U/min in Bodennähe. Die nun ausgestellte Serie dieses 16-Zyl.-Motors leistet 370 PS in 1500 m Höhe. Vier Stück dieses Typs sind im „Mercury“, dem Tochterflugzeug der Mayo-Composite-Konstruktion, eingebaut. Drehsinn in Flugrichtung ge- sehen links, Luft- schraubenunter- setzungs- getriebe 0,390:1. Brennstoff 87 Oktan. Je acht Zylinder arbei- ten auf einer Kurbelwelle; Kraftübertra- gung durch Stirnräder auf die in der Mitte liegende Schrau- benwelle. Kurbelgehäuse aus Elektron zweiteilig. Napier-Halford „Dagger“, Ser. VII, 1000 PS, luftgekühl- ter 24-Zylindermo- tor i. H-Anordnung. Maximall. bei 4200 U/min und Brenn- stoff von 87 Oktan 1000. PS. Startlei- stung bei 4200 U/ min 955 PS, Bo- denleistung bei 4000 Ulmin 845 PS und Normalleistung bei 3600 U/min 770 PS. Oben: Vorderan- sicht mit Kühlluft- führung. (Man ver- gleiche dieselbe An- sicht des „Dagger E. 108“ im „Flug- sport‘ 1937, S. 595.) Unten: Ansicht von hinten mit Gebläse. Werkbilder Seite 658 „FLUGSPORT"“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Vergaser Napier-Claudel-Hobson-Niederdruck; Brennstoffeinlaß mit Heizmantel. Von hinten gesehen führt das erste und dritte Haupt- pleuel zu den oberen Zylindern jeder Reihe, das zweite und vierte zu den unteren. Buchsen der Kolbenbolzen aus Phosphorbronze. Luift- kühlung mittels Leitblechen. Kurbelgehäuse aus Magnesiumlegierung, zwei längs der horizontalen Mittellinie der Maschine verbundene Hälften, abnehmbares Nasenstück über dem Hauptuntersetzungsge- triebe. Zwei Kurbelwellen, eine für die beiden linken und eine für die beiden rechten Reihen. Jede Kurbelwelle ist sechsmal gelagert. Zylin- der Stahl, Zylinderköpfe Aluminium. Zwei Magnete mit 16 Punkt- Verteilern, beide auf der Rückseite der Maschine unmittelbar vor dem Vorverdichter. Kolben Aluminium, jeder mit zwei Kompressionsringen und einem Oelabstreifring. Je ein Einlaß- und Auslaßventil pro Zylin- der. Die gesamte Ventilbetätigung ist vollkommen überdeckt. Hub und Bohrung je 89 mm, Kompressionsverhältnis 7 :1, Ge- samtinhalt 8,830 |. Startleistung 365 PS bei 3500 U/min und 345 PS bei 3200 U/min in Meereshöhe. Steigleistung 350 PS bei 3650 U/min, Kurzleistung 5 min 370 PS bei 4000 U/min in Bodennähe. Dauerleistung 310 PS bei 3500 U/min. Der Brennstoffverbrauch unter Dauerleistungsbedingungen in Bodennähe beträgt 125 //h, beim Starten 150 //h, während der max. Steigleistung 132 \/h, und während der max. Kurzleistung 154 l/h. Oelverbrauch bei Dauer- und Steigleistung 6—10 pt/l, während der Kurzleistung 17 pt/h. Normalleistung 355/370 PS bei 3650 U/min in 1500 m Höhe, Maximalleistung 380/395 PS bei 4000 U/min in 1860 m Höhe. Gesamtgew. trocken, einschließlich der Leitbleche, 324 kg. Länge 1438 mm, Breite 594, Höhe 914 mm. Napier-Haliord „Dagger“, Ser. VII, 1000 PS, 24 Zyl. in H-An- ordnung, der in Einzelheiten noch nicht veröffentlicht werden darf. Die bis jetzt bekannt gewordenen Daten dieses luftgekühlten 24-Zylin- ders finden Sie auf S. 524 dieses Jahrganges. Die grundsätzliche Anordnung und Arbeitsweise finden Sie in der Beschreibung des ersten luftgekühlten 24-Zylinders der Firma Napier (,„Flugsport“ 1934, S, 373) und der dritten Serie des ..Dagger“ (Flugsport“ 1937, S. 595). Die englische Motorenfirma De Havilland zeigt vier Motormuster: De Havilland „Gipsy Twelve“, 525 PS, 12-Zyl.-Reihenmotor. Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 659 Gipsy Twelve, 525 PS, den größten der De Havillands, der von dem Royal Air Force her als der „Gipsykönig“ bekannt ist. Genaue Typenbeschreibung siehe „Flugsport“ 1938, S. 365. Gipsy Six, Ser. II, 205 PS mit einer De Havilland-Luftschraube. Genaue Typenbeschreibung siehe „Flugsport“ 1934, S. 96. Gipsy Major, Ser. I, 130 PS, luftgekühlt, 4 Zyl. in Reihe ohne Luftschraubenuntersetzungsgetriebe ist wohl das weitverbreitetste Muster der De Havillands. Bohrung 118 mm, Hub 140 mm, Inhalt 6,124 1, Kompressionsverhältnis 5,25 :1. Gew. mit Luftschraubennabe 138 + 2,5 kg (Brennstoffpumpe 2,5 kg, elektr. Starter 9 kg und Handkurbel 5 kg extra). Brennstoffverbrauch 29,4 l/h bei 2100 Ulmin und 120 PS Dauerleistung, Oelverbrauch 1 I/h. Oeldruck 2,8—3,15 kg/cm?, Vergaser Claudel Hobson A. 1.48. Höchstleistung 130 PS bei 2350 U/min. Gipsy Minor, 90 PS, luftgekühlt, 4 Zyl. in Reihe ohne Luftschrau- benunterset- | en j zungsgetriebe. Der kleinste der De NHavillands, den die Firma eben zur Vor- schau veröffent- lichte. Eine ein- fache, robuste Maschine für doppelsitzige Schul- und Sportflugzeuge, die bereits indas siebte Tausend der Produktions- zahlen der De Havillands fällt. Es wird ange- geben, daß der Motor nur nach ie 1000 Betriebs- stunden überholt zu werden braucht. Der Entwurf stammt von Major Frank Halford. Bohrung 102 mm, Hub Oben: De Havilland „Gipsy six, Ser. II“, 205 PS, 6-Zyl.-Reihen- motor. Unten: Delavilland „Gipsy Maior“, 130 PS, 4-Zyl.- Reihenmotor. Werkbilder (4) Seite 660 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 De Havilland „Gipsy Mi- nor“, 90 PS, 4-Zy1.- Reihenmotor. 115mm, Ges.-Hubraum 3,759 1, Kompressionsverhältnis 6:1. Gew. ohne Luftschraubennabe 95 kg + 2,5 ke, Gew. der Nabe 2,7 kg. Höchst- leistung 90 PS bei 2600 U/min in Bodennähe, Startleistung 80 PS bei 2250 Ulmin, Dauerleistung in Bodennähe 60 PS bei 2250 U/min, Brenn- ee bei 2250 U/min und 60 PS 18,2—20,4 I/h, Oelverbrauch 0,3-—-0,9 I/h. Fünf Modelle der Motormuster: Albatross D.H. 91 (s. „Flugsport“ 1937, S. 271), Flamingo D.H.95, Dragon Rapide D.H.89A, Tiger Moth D.H. 82A und Moth Minor D.H. 94 und eine Anzahl ihrer zwei- und dreiblättrigen Verstelluftschrauben, deren Arbeitsweise durch ein arbeitendes Modell des Typs 1000 demonstriert werden soll. Die französische Motorenfirma E. Train, Courbevoie (Seine) zeigt vier Motormuster für Leichtflugzeuge: Typ 2T, 20-25 PS, 2 Zyl. in Reihe mit 31 kg Gesamtgew. Hub 100 mm, Bohrung 80 mm, Gesamtinhalt 1 I, Kompressionsverhält- nis 6, Nennleistung 20 PS, Normaldrehzahl 2300, Höchstl. bei 2300 Umdr.imin 22 PS, Benzinverbr. pro PS und h 240 g, Oelverbr. pro PS und h 10 eg. Typ 4T, 40—50 PS, 4 Zyl. in Reihe. Bohrung 80 mm, Hub 100 mn, Inhalt 2 I, Kompressionsverhältnis 6, normal 40 PS, Normaldrehzahl 2300 Umdr./min, Höchstleistung bei 2300 Umdr./min 44 PS, 240 e/PS und h, 10 g/PS u. h, Gesamtgew. 46 kg. Typ 6 T, 60-70 PS, 6 Zyl. in Reihe. Bohrung 80 mm, Hub 100 mm, Inhalt 3 1, Kompressionsverhältnis 6, Normalleistung 60 PS, Normaldreh- zahl 2300, NHöchstleistung bei 2300 Umdr./min 66 PS, 240 «/PS u. h, 10 e/PS u. h, Gesamtgew. 63 kg. Typ 6-D-O1, 6 Zyl. in Reihe ge- nau wie Typ 6 T. Bohrung 85 mm Hub 100 mm, Inhalt 3,4 I, Kompres- sionsverhältnis 6, Nennleistung 75. Train-Reservestromerzeuger-Anlagen, Typ 1400-B, 1600-B u. 1700-B, 1, 1,8 bzw. 2,8 PS. Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 661 Oben links: Train-Leichtflugmotoren, Typ 2T, 20—25 PS, 2 Zyl., Typ 6T, 60 bis 70 PS, 6 Zyl. u. rechts: Typ 4T, 40-50 PS, 4 Zyl. Unten links: Typ 6-D-01, 75 PS, 6 Zyl u. rechts: Train-Modellmotor, Typ 000, 1jo PS, Gewicht mit Luft- schraube 300 g. Normaldrehzahl 2400 Umdr./min, Höchstleistung bei 2400 Umdr.imin 32 PS, Betriebsst. 240 e/PS u. h, Oel 10 g/PS u. h, Gesamtgew. 70 kg. Den Modellmotor Typ 000 von "Jo PS mittlerer Leistung. Zwei- takt. Hub 16 mm, Bohrung 16 mm, Inhalt 3 cm?, Gew. des Motors allein 140 & und mit Luftschraube 300 g. Betriebsstoffbehälter, Zünd- anlage auf Motorträger montiert. Die drei Typen 1400-B, 1600-B und 1700-B der Reserveelektro- anlagen, mit 300, 600 bzw. 1200 Watt Leistung und einem Gesamtgew. mit Dynamo von 21, 25 bzw. 32 kg. Inland. Beiörderungen im NS.-Fliegerkorps. Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Generalleutnant Fr. Christiansen, hat mit Wirkung vom 9. Nov. 1938 folgende Beförderungen ausgesprochen: Zum NSFK.-Brigadeführer den NSFK.- Seite 662 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Oberführer Fritz Simmer, unter gleichzeitiger Ernennung zum Führer der NSFK.- Gruppe 17 (Ostmark); NSFK.-San.-Oberführer den NSFK.-San.-Standarten- führer Arth. Pickhan, Stab des Korpsführerss; NSFK.-Standartenführern: die NSFK.-Obersturmbannführer Hans Harig, Führer der Standarte 82 (NSFK.- Gruppe 16); Arno Kehrberg, Stabsführer der NSFK.-Gruppe 6; Otto Klaiber, Führer der Standarte 103 (NSFK.-Gruppe 15); NSFK.-San.-Standarten- führer den NSFK.-San.-Obersturmbannführer Karl Habicht, Gruppenarzt der NSFK.-Gruppe 11. Ferner hat der Korpsführer mit Wirkung vom 9. 11. 1938 den Reichsbahn- direktor Karl Heiges als Sonderbeauftragten zum Reichsverkehrsministerium in das NS.-Fliegerkorps übernommen und ihm den Dienstgrad eines NSFK.- Standartenführers verliehen. VDI-Preisausschreiben, Preis RM 3000. ‚ für eine dem VDI vorzulegende Arbeit, durch welche die gegenseitige Anpassung von Motor und Kraftstoff einen entscheidenden Fortschritt erfährt. Diese Arbeit kann konstruktiver, experimen- tell-forscherischer oder deduktiver Art sein oder auch diese drei Arbeitsweisen gemeinsam umfassen. Sie kann sich auf den Ottomotor, den Dieselmotor oder auf eine andere Motorenbauart erstrecken oder mehrere Bauarten gleichzeitig be- handeln. Die Arbeiten müssen spätestens am 30. 9. 1939 beim Verein Deutscher Ingenieure, Berlin NW 7, Ingenieurhaus, eingegangen sein. Pirow, südafrik. Verteidigungsminister, besuchte bei seinem Aufenthalt in Deutschland Verband der Luftwaffen-Lehr-Division Schwerin. Aero-Motor-Export-G. m. b. H., Berlin, ist zur Förderung der Exportbelange der BMW-Flugmotorenbau-Ges., München, und der Brandenburgischen Motoren- werke, Berlin-Spandau, gegründet worden. Vertriebsprogramm zur Zeit BMW 1322, Bramo-Fafnir und Bramo Sh 14A. Geschäftsführer Theodor Kraemer (BMW) und Burkard von Bertrab (Bramo). Prokuristen und Leiter des Berliner Büros: Günther von Salomon (Bramo) und Hans-Georg von Morgen (BMW). Anschrift: Aero-Motor-Export-G. m. b. H., Berlin W 35, Blumeshof 17, Telef.: 211961. Was gibt es sonst Neues? Fliegerhandwerker-Wettbewerb des NSFK.: 4.—12. 11. 1939, Frankfurt a. M., Festhallengelände Karachi-Flugtag 5.12. verbunden mit Kunstilug-Wettbewerb. August Euler, Flugzeugführer Nr. 1, Dr. h. c., Staatssekretär a. D., 70. Ge- burtstag: 20. November 1938, Feldberg i. Schwarzwald. Schornstein bei Ostende wieder aufgebaut. Bei Sicht erkennt man deutlich das aufgemauerte Stück. Ausland. Air-France hat aus Ersparnisgründen von einer Ausstellung am diesjährigen Salon Abstand genommen. Dewoitine D-520, Jagdilugzeug mit Kanonenmotor Hispano Suiza 12-Y. Führeraufbau verläuft nach hinten glatt nach dem Rumpfende, ähnlich wie beim Hurricane. Wird zur Zeit versucht. 1. Kongreß für Lufitgeographie Paris findet vom 28.11. bis 3.12. im A£ro- Club de France, 6, rue Galilede, statt. Engl. Verkehrsilugzeug D.H.95 im Bau. Colonel Pitault f, Geschwaderkommandant, alter Kriegsflieger, am 25.10. abgestürzt. D. H. Albatross „Frobisher“, das neueste und schnellste Verkehrsilugzeug der „Imperial Airways“ soll auf der Strecke London—Zürich eingesetzt werden. „Aviotrasporti“, ital. Luftfahrtgesellschaft, von der Piaggio & Cie. gegründet, steht unter der persönlichen Leitung von Dr. Enrico Paggio; hat Anfangs Oktober auf den Strecken Addis-Abeba—Dessie—Gondar—Asmara—-Massaoua und Addis- Abeba—-Diredaoua—Assab Postflüge aufgenommen. Verwendete Maschinen Ca- proni-148, die mit drei Piaggio-VIII-C-16-Motoren ausgerüstet sind. USA. Flugzeugindustrie Produktion in den ersten sechs Monaten 1938 72 Millionen $ Einnahmen. Lockheed europäisches Verkaufsbüro ietzt Amsterdam, früher Warschau. Direktor Norman Ebin. Dreirad-Fahrwerk-Rollversuche wurden von der Vega Aircraft Co. einer Tochtergesellschaft der Lockheed, auf dem Flugplatz Burbank ausgeführt. Man benutzte eine Attrappe, bestehend aus einem eisernen Gestell, Spurweite der hinteren eingebauten normalen Flugzeugräder 6 m, davor in 4,5 m Entfernung ein mittleres Rad. Gesamtbauhöhe des Gestells 2,7 m. Das ganze war noch mit einem Eisengewicht belastet, so daß das Gesamtgewicht 3 t betrug. Der Bedienungs- Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 663 mann befand sich hinten in einem gepolsterten Sitzraum, von wo aus das Vorder- rad und sämtliche Bremsen gesteuert werden konnten. Die Versuche, welche eine Woche dauerten, begannen damit, daß man zunächst das Vorderrad mit einer Tonne belastete, wobei die Attrappe durch einen Kraftwagen über den Flugplatz gezogen und dann abgekuppelt wurde, um das Verhalten, besonders Schlinger- bewegungen des Vorderrades zu messen. Die Vorderbelastung sollte den Verhält- nissen eines Startes entsprechen. Zu diesem Zwecke war in der Mitte des Gestells ein Geschwindigkeitslaufrad sowie ein Kino-Aufnahmegerät der verschiedenen Stellungen eingebaut. Bei 64 km/h wird plötzlich eine der Hinterradbremsen gezogen. Das Fahrwerk wird unruhig, schüttelt, fällt jedoch nicht um. Durch Gewichtsverlegung wurden Rollversuche mit gehobenem Vorderrad gemacht mit ein und zwei Hinterrädern bei über die Rollbahn gelegten ein- gefetteten glatten Platten. Douglas DC 3 „lisvogel“, holländ. Verkehrsflugzeug, Linie Amsterdam— Berlin, auf dem Rückflug von Berlin nach Amsterdam am 14. 11. verunglückt. Die Maschine mußte im Nebel 3 km von dem Flugplatz Schiphol notlanden, wobei beim Aufsetzen erst ein Flügel mit Motor wegbrach und dann beim Weiterrollen sich noch weitere Stücke ablösten. Von den Insassen, 4 Mann Be- satzung und 14 Fluggästen, kamen die Führer, Kommandant Duimelaar, der schon 1 Million km und 25mal die Strecke Amsterdam—Batavia zurückgelegt hatte, und Kommandant des Militärflugplatzes Soesterberg, van CGemeren, sowie der Funker und der Mechaniker, ferner 2 Fluggäste ums Leben. Palästina-Airways fliest in Gemeinschaft mit Imperial-Airways täglich zwi- schen Jerusalem, Tel Aviv und Haifa. „Cant.-Z.-1012“, Dreimotor. Eine Typenbeschreibung veröffentlichten wir ohne Bild bereits 1937, auf Seite 578. Werkbild Schnellbomber Lior& et Olivier LeO 45 (vgl. die Uebersichtszeichnung und Typen- beschreibung „Flugsport“ 1937 S. 722). Obenstehende Abb. zeigt die neueste Ausführungsform. Max. Geschwindigkeit wird mit 480 km/h, Reise mit 405 km/h, Gipfelhöhe mit 8150 m angegeben. Werkbild Seite 664 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Segelflug Ausführungsbestimmungen zur Ausschreibung des Adoli-Hitler-Ehrenpreises zur Förderung des motorlosen Fluges. 1. Die Ausschreibung des Adolf-Hitler-Ehrenpreises zur Förderung des niotorlosen Fluges 1938 erfolgt vom 1. Januar bis 31. Dezember 1938. Die Be- werbungen sind bis zum 10. 1. 1939 einzureichen: a) für Angehörige des NS.-Fliegerkorps über die zuständige NSFK.-Gruppe an den Korpsführer des NS.-Fliegerkorps; b) für Angehörige der Luftwaffe in den Segelfluggruppen der Luftwaffensport- vereine über die Luftgaue an das RLM. Genst. (3. Abt.), welches die Bewer- bungen mit Stellungnahme an den Korpsführer des NS.-Fliegerkorps weiterleitet. 2. Der Bewerber muß seit Beginn der Ausschreibung aktiver Angehöriger des NS.-Fliegerkorps oder der Luftwaffe sein. 3. Die Anwartschaft auf den Adolf-Hitler-Ehrenpreis kann durch eine Gesamt- leistung, bestehend aus mehreren guten motorlosen Flügen des gleichen Bewer- bers, oder eine hervorragende Einzelleistung innerhalb der Bewerbungsfrist erworben werden. 4. Gewertet werden: a) die fliegerische Leistung, b) der persönliche Einsatz des Bewerbers im Sinne der Gemeinschaftsarbeit zur Förderung des motorlosen Fluges, c) der Wert der fliegerischen Leistung zur Förderung des Ansehens des deutschen Luitsportes. 5. Bei Flügen zur Bewerbung um den Adolf-Hitler-Ehrenpreis muß min- destens eine der folgenden Flugleistungen erfüllt sein: a) bei Streckenflügen 400 km, b) bei Zielstreckenflügen 250 km, c) bei Zielstreckenflügen mit Rückkehr zum Startort 250 km Gesamtstrecke, d) bei Dauerflügen 30 Stunden, e) bei Höhenflügen 4000 m über Start. 6. Der Preis wird nur für Leistungen zuerkannt, welche mit motorlosen Flugzeugen deutscher Herkunft erzielt wurden. Die Flüge können mit einsitzigen oder mehrsitzigen Segelflugzeugen ausgeführt werden. Die zu wertenden Flüge können im In- oder Auslande durchgeführt werden. 7. Alle zugelassenen Startarten sind erlaubt. Bei Ausführung der Flüge sind die Bestimmungen des Luft-Verkehrsgesetzes (Luft-Verkehrsordnung) sowie die durch den Korpsführer des NS.-Fliegerkorps erlassenen Vorschriften maßgebend. 8. Als Beurkundungsunterlagen sind den Anträgen beizufügen: a) Bescheinigungen anerkannter Sportzeugen (Segelfluglehrer und Segelflug- Hauptlehrer, Sportzeugen der F.A.I.), die beim Start persönlich anwesend sein müssen: Bescheinigungen der Luftaufsicht oder sonstiger Behörden des In- und Auslandes, b) ein auswertbares Barogramm, sowie Protokolle über die Versorgung des Höhenschreibers. Bei Schleppflügen Barogramm des Schleppflugzeuges, c) eine Karte, auf welcher die geflogene Strecke eingezeichnet ist, oder eine amtliche Beglaubigung bzw. wissenschaftliche Anerkennung über die Flugstrecke. 9. Die Bewerbungen um den Adolf-Hitler-Ehrenpreis zur Förderung des motorlosen Fluges werden durch ein Preisgericht geprüft. Die Preisgerichts- sitzung wird durch das Amt Nationaler Flugsport beim Korpsführer des National- sozialistischen Fliegerkorps in Anwesenheit eines Vertreters des Herrn Reichs- ministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe vorgenommen. Das Eıgebnis der Preisgerichtssitzung wird dem Herrn Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe zur Herbeiführung der endgültigen Ent- scheidung vorgelegt. Die Entscheidung ist endgültig, eine Berufung ist nicht möglich. 10. Bei gleichen Leistungen mehrerer Bewerber werden zur Entscheidung mitbewertet: Nr. 24/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 665 a) die fliegerischen Leistungen der letzten Jahre, b) der Wert der fliegerischen Leistung als Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit, wie sie im Wesen des motorlosen Fluges verankert ist. 11. Alle Veröffentlichungen über den Adolf-Hitler-Ehrenpreis erscheinen in der Zeitschrift „Luftwelt“. Wanderpreise für Leistungs-Segelilug, gestiftet von Korpsführer Generalltn. Christiansen zur Förderung des Leistungs-Segelfluges, berichteten wir bereits in der letzten Nummer (S. 618). Der Wanderpreis besteht aus einem „fliegenden Menschen“, dem Wahr- zeichen des NS.-Fliegerkorps, in Gestalt einer künstlerischen Bronze auf einem Marmorsockel, und einem pergamentgebundenen Ehrenbuch, in dem die Namen der Preisträger verzeichnet werden. Bemerkenswert ist, daß Flugleistungen des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes und internationaler Wettbewerbe nicht zum Erwerb des Wanderpreises berech- tigen. Damit wird zum Ausdruck gebracht, daß der Preis in erster Linie zur Förderung desiungen Nachwuchses im Leistungs-Segelflug bestimmt ist und den jungen NSFK.-Männern als Anreiz zur Steigerung ihrer fliegerischen Leistungen dienen soll. Mit hervorragenden motorlosen Flugleistungen warten die vom Korpsführer bestimmten Preisträger auf: Mit einem Flug von 401 km Strecke von Trebbin nach Oberschlesien gewinnt NSFK.-Sturmführer Hofmann (Segelflugschule Trebbin bei Berlin) den Wander- preis für Strecken-Segelflug. Den Wanderpreis für Zielstrecken-Segelflug erwirbt die Segelflugschule Harsberg in Thüringen mit einem Zielflug von NSFK.-Hauptsturmführer Denker mit 247 km von Harsberg nach dem Flughafen Rangsdorf bei Berlin. Bei den Dauer-Segelflügen kann die Ostmark mit den besten Segelflug- Leistungen aufwarten. Während der Preis für die beste Dauerflug-Leistung im deutschen Küstengebiet an die Reichsschule für Segelflugsport Sylt fällt mit 17 Std. 22 Min., erwirbt die NSFK.-Gruppe 17 (Ostmark) den Wanderpreis für Dauer-Segelflug im Binnenland mit der überragenden Leistung von 40 Std. 51 Min. Zur Zeit des Reichsparteitages „Großdeutschland“ konnte der NSFK.- Mann Führinger mit NSFK.-Mann Kahlbacher in einem doppelsitzigen Segel- flugzeug diese Leistung auf dem Segelfluggelände Spitzerberg bei Wien erzielen. Segelflug-Wettbewerb Quaggaport bei Pretoria ergab, wie uns der Trans- vaal Pioneer Gliding Club mitteilt, in 14 Tagen 250 Segelflugstunden, 2000 km Gesamtflugstrecke. 1. Preis Strecke: H. Winter mit „Minimoa“ 350 km; 1. Preis Höhe: AH. Winter mit „Minimoa“ 3100 m über Start, etwa 4500 m über Meer (Gewitterfront). Ziss erwarb sich die Silber-C., Hackl und Kunze erwarben die B. Die Mannschaft Kunze, Diemer, Hartung wurde 24 Stunden nach Beginn des Wettbewerbes, nach einem 2%stündigen Flug, außer Gefecht gesetzt, weil Har- tung infolge der starken Hitze seinen Tropenhelm abnahm, dadurch einen Son- nenstich erlitt und das Bewußtsein verlor. Er stürzte aus 60 m Höhe ab und brach beide Beine. Polnischer nationaler Segelilugwettbewerb, Maslow 10.- 22.7. 289 Starts, 168 Ueberlandflüge, auf denen insgesamt 15 658 m Höhe erreicht wurden, 15 Zie'- flüge, 45 Höhenflüge über 1000 m, Gesamtflugdauer 478 Std. 29 min. Die größte Gesamtstrecke wurde von T.Gora zurückgelegt 983,5 km vor K. Plenkiewicz mit 949 km. In der Gesamtwertung schnitt K. Plenkiewicz mit 1125 Punkten am besten ab; Zweiter wurde Tadeusz Gora mit 1113,9 Punkten. Landezeichen für Segelilugzeuge soll nach engl. Vorschlag statt des „T“ ein „Dreieck“ ausgelegt werden. Segeliluggelände am Ith gab Veranlassung, daß das Dorf Capellenhagen ein neues Gemeindewappen (silbernes Segelflugzeug auf blauem Schild) erhielt. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) W"gungen, Schwerpunkt, Ladeplne. Von Helmuth Wenke. 64 S., 37 Abb,, 5 Formbl. (Prakt. Theorie i. d. Flugtechnik Bd. 7.) Verlag Dr.M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 2.50. Wie schon der Titel sagt, werden im vorliegenden Büchlein die Verfahren, welche zur Erfüllung der deutschen Bau- und Prüfvorschriften notwendig sind, erörtert. Das Buch gibt vor allen Dingen auch Anfängern eine Möglichkeit, sich in dieses Gebiet einzuarbeiten. Seite 666 „FLUGSPORT“ Nr. 24/1938, Bd. 30 Flugmotorenkunde. Von Dipl.-Ing. Walther Thor. (Luftfahrt-Lehrbücherei Bd. 15.) Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 2.40. Das Büchlein gibt in gedrängter Kürze einen Ueberblick über die wichtigsten Vergaser- und Einspritzmotoren an Hand von 89 Abb. und 5 Tafeln und behandelt Aufbau, Anlassen und Wartung der Motoren. Luitverkehr. Von Reinhold Schnitzler. (Luftfahrt-Lehrbücherei Bd. 14.) Ver- lag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 1.25. Auf 40 Seiten mit 11 Abbildungen und 1 Weltkarte wird ein Ueberblick über die Entwicklung des Luftverkehrs gegeben. Elektrische Flugzeugausrüstung. Von Dipl.-Ing. Bruno Klinker. (Luftfahrt- Lehrbücherei Bd. 5.) Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin W 35. Preis RM 3.80. Wer mit einem Flugzeug in Berührung kommt, muß auch über die vielen im Flugzeug verwendeten elektrischen Einrichtungen Bescheid wissen. In vorliegen- dem Buch ist an Hand von 150 Abbildungen und 4 Tafeln das Wissenswerteste behandelt. Flugmodell „Motor-Baby“. Von Curt Möbius. (Schreibers Flugmodell-Bau- pläne Nr. 4.) Verlag J. F. Schreiber, Eßlingen a. N. Preis RM —.90. Enthält Bauzeichnung, Typenbeschreibung. Abmessungen: Spannweite 1320 mm, Länge 920 mm, Gesamtgewicht 215 g, Gummiantrieb. Gute Flugeigen- schaften, leichte Bauweise. Die Motorfilugausbildung im NS.-Fliegerkorps. Von O.R. Thomsen. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis RM 2.—. Außer der im NS.-Fliegerkorps betriebenen Ausbildung im Modell- und Segelflug wird vor allen Dingen auch der Ausbildung im Motorflug große Auf- merksamkeit gewidmet. Was man hier alles wissen muß, beantwortet in diesem Buch der Leiter dieser Abteilung, NSFK.-Standartenführer Dipl.-Ing. Thomsen. Für Anfänger als Nachschlagewerk besonders zu empfehlen. Vom Segelilug und Segelilugzeug. Von Wolf Hirth (Schriftenreihe „Deutsches Museum, Abhandlungen und Berichte‘). VDI-Verlag GmbH. Berlin NW 7. Preis RM —.9. Enthält einen kurz gefaßten Abriß der Entwicklung des Segelfluges mit der Beschreibung der wichtigsten Segelflugzeuge mit den dazu nötigen Instrumenten, Segelflugschulung u. a. m. Der Flieger-Münchhausen. Von Karl Theodor Haanen. Freiherr v. Münch- hausen erzählt unglaubliche Fliegerabenteuer. Herold-Verlag G. m. b. H., Stutt- gart-W. Preis Ganzleinen RM 2.50. Da liest man von einem Rettungsversuch über der Kakteenwüste, von Schnee-Elefanten, vom Raketenwettbewerb, von Flugzeugen, die nicht nur in der Luft, sondern auch in der Erde fliegen, wobei Witz und Phantasie unter tollsten Bocksprüngen wirklich eine ernste Laune nicht aufkommen lassen. Sonnige Heiterkeit gehört zur Fliegeriugend. Haanen hat mit diesem schön bebilderten Buch das richtige getroffen. Flugmodell-Bauplan Segelmodell „Famulus“. Von Dr. Reinhardt Voigt. Verlag H. Apitz K.-G., Berlin SW 68. Preis RM —.60. Einfaches Segelmodell mit guten Flugeigenschaften. Spannweite 900 mm. Für Anfänger besonders geeignet. Das Nationalsozialistische Fliegerkorps. Von Generalleutnant Friedrich Chri- stiansen, Korpsführer des NSFK. (Schriften der Hochschule für Politik, Heft 4). Verlag Junker & Dünnhaupt, Berlin-Steglitz. Preis RM —.80. Enthält eine übersichtliche Darstellung der Gliederung des NSFK., Zusam- mensetzung des Stabes, Schulen, Anschriftenverzeichnisse, Lehrpläne der ein- zelnen Schulen u. a. m. Wolf Hirth erzählt. Die Erlebnisse unseres erfolgreichen Meister-Fliegers. Herausg. v. Rolf Italiaander. Neue erweiterte Ausgabe mit einem Geleitwort von Elly Beinhorn-Rosemeyer. Gustav Weise Verlag, Berlin. Preis RM 4.50. Soeben ist dieses Buch in einer neuen Auflage erschienen, Die erste Ausgabe besprachen wir 1935. Seit dieser Zeit ist Wolf Hirth nicht untätig gewesen. Es ist viel Neues hinzugekommen. Das Buch enthält eingehende Berichte über die Hirthsche Japan- und Afrikaexpedition, ferner viele schöne Bilder und Karten. Die Berichte sind so lebendig geschrieben, daß man alles mitzuerleben glaubt. In diesen Berichten ist nicht nur das Segelfliegerische, sondern auch Landschaft, Völker, und was man sonst zu Gesicht bekommt, beschrieben. Ein ausgezeich- rietes Weihnachtsgeschenk. PATENTSAMMLUNG 1938 des RE Banavvı Nr. SO Inhalt: 666297, 368, 783, 884, 885; 667014, 150, 385, 468, 520. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraitantrieb (Gr. 3—24). b 31 Pat. 666 368 v. 7. 4. 37, veröff. 18. 10. 38. Henschel Flugzeug-Werke A.-G., Schönefeld, Kr. Teltow°). Verschluß für Handlochdeckel an Luftfahrzeugen. Patentansprüche: 1. Verschluß für Handlochdeckel an Luftfahrzeugen mit als Sperriegel dienenden, durch Ausbiegen des mittleren Teiles zu betätigenden Blattfedern, dadurch gekennzeichnet, daß bei entspannter Blattfeder (5) das - . 9 2 , Abb.1 BE SITSTE BEISSSSSI_ I] > u” = | = 10 13 oder die Federenden (7, 12) den Kröpfungsrand (2) am Deckel (1) überragen und im Deckel im Bereich des mittleren Federteiles eine Fingeröffnung (9) an- geordnet ist. 2. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das freie, als Verriegelungsteil wirksame Federende gebogen und in einem Joch (14) am Deckel (1) geführt ist. *) Wilhelm Paul, Berlin-Grunewald, ist als Er- finder benannt worden. b4 Pat. 666884 v. 22. 4. 37, veröff. 09 31. 10. 38. Pierre Ernest Mercier, Paris. Kastenförmiger Bauteil für Flugzenge. Abb.1. Ansicht der Tragfläche eines Flugzeuges mit einem Kastengebilde gemäß der Erfindung. Abb. 2. Ansicht der Unterbringung der Gurtung an einer der Kanten des Kastens, und ferner getrennt davon eine Ansicht der Gurtung mit ihrer als Verbin- dungselement dienenden Verlängerung und ihrem Spanner. Abb. 3. Teilansicht einer Rippe der vorderen Trag- flächenkante. Dieser Rippenteil wird an dem in Abb. 2 gezeigten Verbindungselement befestigt. Abb. 4. Schnitt durch einen Wölbungskasten gemäß der Erfindung, der die vordere Tragflächenkante bildet, deren Gerippe er darstellt. Dieser Kasten hat nur einen ebenen Steg, nämlich den hinteren. Abb. 5. Schnitt durch einen Wölbungskasten, bei dem die Gurtung nur auf einem Teil des Gesamtumfanges des Kastens angebracht ist. Abb. 6 und 7. Ansichten zweier besonderer Aus- führungsformen. Patentansprüche: 1. Kastenförmiger Bauteil für Flugzeuge, gekenn- zeichnet durch die Vereinigung von zwei bekannten Merkmalen, nämlich der Anordnung von nebeneinander- liegenden Leisten aus Holz oder ähnlichem Werkstoff über Querwänden oder Querrahmen :nit der Verbin- dung der Einzelglieder dieser Konstruktion und dieser mit den Längsstegen durch umfassende Bänder. 2. Kastenförmiger Bauteil nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die umfassenden Bänder spannbar sind. 3. Kastenförmiger Bauteil nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß zwischen den prismatischen oder sich leicht veriüngenden Längsleisten Elemente von im allgemeinen geringer Stärke angeordnet sind, die Einschnitte o. dgl. aufweisen und zur Aufrecht- erhaltung des richtigen Abstandes der Querwände oder Querrahmen dienen. 4. Kastenförmiger Bauteil nach einem der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gurtungen nur einen Teil des Umfanges umfassen, wobei ihre Enden in geeigneter Weise verankert sind. Seite 126 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 30 5. Kastenförmiger Bauteil nach einem der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche des Kastens Einschnitte zur Aufnahme der Gurtungen besitzt. 6. Kastenförmiger Bauteil nach einem der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gurtungen Befestigungsansätze besitzen, in die Zusatz- gerippe einzuschieben sind, die beispielsweise zur Un- terstützung der Vorder- und Hinterkante dienen, wenn der Kasten den Körper einer Flugzeugtragfläche bildet. 7. Luftfahrzeug mit einem Kasten gemäß den vor- hergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß an den Umspannungsgurtungen mit dem Kasten zu verbindende Gerippe, beispielsweise die Gerippe eines Rumpfes, eines Motorgestelles oder eines Fahrgestelles verankert sind, wenn der Kasten den Körper einer Flugzeugtragfläche bildet. 8. Luftfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Zusatzgerippe einen Winkel bilden, der zwei Seiten des Kastens umfaßt und die Spann- gurte sich unter Vermittlung von Keilen von vorzugs- weise konvexem Profil auf den anderen beiden Kasten- seiten abstützen. b35s Pat. 667 468 v.26. 1.37, veröff. 11. 11. 38. Louis Renault, Boulogne-Bil- lancourt, Seine, Frankreich. Verbindung zwi- schen Flügel und Rumpf. Zweck der Erfindung ist die Ermöglichung elasti- scher Schwingungen um eine bestimmte Achse, um die während des Fluges von den verschiedenen Teilen des Flugzeuges aufzunehmenden Belastungen zu verringern und gleichzeitig die Schwingungen ungewollter Art sowie die sich daraus ergebenden gefährlichen Resonanz- erscheinungen zu verhindern. Man hat nun bereits zur Verbindung zwischen Flügel und Rumpf von Flugzeugen schwingungs- dämpfende Gummihülsen angewendet. Bisher aber ıst dieser Einbau von elastischen, schwingungsdämpfenden Teilen nur dazu verwendet worden, um die Ueber- tragung von Schwingungen zu verhindern; es ist jedoch nicht beachtet worden, daß man solche elasti- schen Verbindungen auch in der Weise anwenden kann, um neben der Verhinderung der Uebertraeung ungewollter Schwingungen auch gewisse Schwingungen um bestimmte Achsen zu ermöglichen und dadurch übermäßige Belastungen einzelner Teile des Flug- zeuges, die während des Fluges auftreten können, durch elastische Aufnahme solcher Belastungen zu verringern. Bei der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Aus- führungsform ist jeder der Längsträger 1 des Flügels 2 mit Beschlägen 3 ausgerüstet. Diese nehmen eine in einem Rohr 5 drehbare Achse auf. Die Rohre 5 sind in Gummiblocks 6 gelagert, die ihrerseits in Rohren 7 untergebracht sind. Die Rohre 7 sind mit Hilfe von |, Lagern, die aus einem Unterteil 9 und einem Oberteil 10 bestehen, an dem Flugzeugrumpf 8 starr befestigt, und zwar erfolgt die Befestigung der Lager 9 und 10 an dem Rumpf 8 durch Bolzen o. dgl. Außerdem sind N [OL ————— 2327 % u — nung z CH Gummiblöcke 11 und 12 aus härterem Material vor- gesehen, die oberhalb und unterhalb der vorstehend beschriebenen Gelenkverbindungen angebracht sind. Patentansprüche: 1. Verbindung zwischen Flügel und Rumpf oder zwischen zwei Teilen eines Flügels mittels schwin- gungsdämpfender Gummihülsen, dadurch gekennzeichnet, daß die in Flugzeugrichtung liegenden Gummihülsen mit härteren elastischen Anschlägen kombiniert sind, die auf beiden Seiten der Gummihülsen liegen. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Anschläge zur Begrenzung der Schwingungen so ausgebildet sind, daß sie Luftkammern enthalten. b 29% Pat. 666783 v. 22. 2. 31, veröft. 26. 10. 38. Mechanische Werk- stätten Neubrandenburg G. m. b. H., Berlin- Britz. Waffenanordnung an Fiugzeugen. Patentansprüche: 1. Waffenanordnung an Flugzeugen, bei welcher ein an einem Drehring schwenkbar gelagerter Waffen- bügel durch über die Schenkachse hinausreichende Ver- längerungen mit dem Schützensitz in Verbindung steht, gekennzeichnet durch eine in allen Lagen des Waffen- bügels den an sich bekannten gleichmäßigen Gewichts- ausgleich von Waffe und Schützen bewirkende Aus- gestaltung der Verbindung von Waffenbügel und Schützensitz. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß zur Angleichung des Schützenmomentes an das Waffenmoment an einer der unmittelbar von der Schwenkachse zum Schützensitz und Waffe ge- führten Bügelverbindungen, vorzugsweise an der zum Schützensitz geführten Verbindung, eine zusätzliche bewegliche Stützung angebracht ist. 3. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die über die Schwenkachse hinaus- reichende starre Verlängerung (12) eines ieden Bügel- endes (9) an einen Winkel (17) angelenkt ist, der an einem Arm den Schützensitz trägt, während der andere „ Mr 2% Be ı HM 766.3 Nr. 30 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 127 Arm vermittels eines Gelenkstabes (18) mit einem zusätzlichen Stützpunkt (7) verbunden ist. 4. Anordnung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch leicht ausbau- oder verlängerbare Ausbildung der Winkelhebel und Gelenkstäbe, gegebenenfalls in Ver- bindung mit mehreren ihnen zugeordneten Stützpunkten. 5. Anordnung nach Anspruch 1 oder den folgenden, gekennzeichnet durch eine mit dem Bügel (8, 9) durch die Winkelhebel (17) verbundene Rückenlehne (13) für den Schützen. 6. Anordnung nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Schützensitz (15) von einem frei pendelnd aufgehängten Gestell (14) getragen wird. 7. Anordnung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch am Drehring (2) teils fest, teils beweglich angeordnete Mittel (25) zum wahlfreien Feststellen des Traggestelles des Schützensitzes gegen Pendelbewe- gungen. 8. Anordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der abgestützte Schützensitz nach vorn kippbar gelagert ist. 9. Anordnung nach Anspruch 6, 7 oder 8 mit in der Höhenlage verstellbarem Schützensitz, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Schützensitz mit dem Trag- gestell, z. B. durch Gleithülsen (20), frei beweglich verbunden ist und die Abstützung nach unten durch besondere höhenverstellbare Anschläge (21) des Trag- gestelles erfolgt. 10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekenn- zeichnet, daß die verstellbaren Anschläge durch einen den Schützensitz hinten abstützenden Bügel (22) ver- bunden sind. Hier folgen weitere Ansprüche von 11—19. Schraubenilugzeuge (Gr. 25—30). b2501 Pat. 666 297 v. 21. 5. 35, veröff. 15. 10. 38. Friedrich Beuke, Berlin. Ausgleichsstenerung für die Flügel von vor- triebsfähigen Hubschraubern. Patentansprüche: 1. Ausgleichssteuerung an vortriebsfähigen Hub- schraubern für unter dem Einfluß der unterschied- lichen Anströmung auf beiden Seiten ausschwingende und hierbei um vor den Flügelholmen liegende Schwenkpunkte in ihrer Einstellung im Sinne von Auftriebsausgleich selbsttätig gesteuerte Flügel, da- durch gekennzeichnet, daß die Enden der Holmwurzel (2) der einander gegenüberliegenden Flügel (15) um ihre Achse drehbar in Gelenkstücken (3) gelagert Abb. ı Doz — 7 Y —— a rc x >», 4 | IR N sind, die in zur Achse des Rotors parallelen Füh- rungen (9) der Rotornabe höhenverschieblich geführt und waagebalkenartig verbunden sind. . 2. Ausgleichssteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ende (17) der Holmwurzel (2) einerseits mit einer abgerundeten Fläche gegen die Führungsfläche der Nabe und andererseits über ein zwischengeschaltetes Kugellager (8) mit einer wei- teren Kegelfläche gegen den Führungskörper (3) ab- gestützt ist, der eine von der Kegelfläche sich er- weiternde Bohrung (19) zur Aufnahme der Holm- wurzel aufweist. 3. Ausgleichssteuerung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Waage- balken und der Holmmuffe eine die Flügelbewegung nach oben und unten begrenzende Stützverbindung vorgesehen ist. Fahrwerk (Gr. 40—41). b 4lo Pat. 667520 v.3. 11. 36, veröff. 12. 11. 38. Mahle Komm.-Ges., Stutt- gart-Bad Cannstatt, u. Vereinigte Deutsche Metallwerke A.-G., Frankfurt a. M.-Heddern- heim*). Feststellvorrichtung für das hydran- lische Gestänge ferngesteuerter Flugzeugbau- teile. Patentanspruch: Feststellvorrichtung für das hydraulische Gestänge ferngesteuerter Flugzeugbauteile, die vom Druckmittel über Ventile gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet, A daß in einem mit den Druckmittelanschlüssen (23, 24) versehenen und beidends von Rückschlagventilen (16, 17) abgeschlossenen Verteilergehäuse (15) ein frei verschiebbarer Hilfskolben (20) vorgesehen ist, dessen Stirnflächen ein Mehrfaches iedes wirksamen Rück- schlagventilquerschnittes beträgt und der in seinen Endlagen eines der Rückschlagventile (16, 17) unmittel- bar öffnet. *) Carl König, Stuttgart, Dr.-Ing. Franz Michael, Stuttgart-Bad Cannstatt, Wilhelm Grett, Frankfurt a. M., und Adolf Schauß, Oberursel i. Ts., sind als Erfinder benannt worden. Triebwerk (Gr. 12—15). Pat. 667150 v. 8. 8. 35, veröff. c 1501 5. 11. 38. Dornier-Werke .G.m.b.H,, Friedrichshafen a. B.*). Hydraulische Binrich- fung zum Fernbelätigen, insbesondere von in Luftfahrzeagen eingebauten Triebwerksteue- rungen. In Abb. 1 ist 1 der Pumpenkörper, in welchem die Kolben 2 und 3 durch die Kolbenstangen 4 und 5 bewegt werden. Bei 6 und 7 sind die Flüssigkeits- leistungen angeschlossen. Den unteren Abschluß des Pumpenkörpers bildet eine Grundplatte 8. Zwischen dieser und dem Pumpenkörper 1, dessen Zylinder- bohrungen nach unten offen sind, ist eine Platte 9 aus Gummi oder einem ähnlichen nachgiebigen Stoff eingefügt. Seite 128 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 30 Abb. 2 unterscheidet sich von der Darstellung in Abb. 1 nur dadurch, daß die Schrägen 17 und 18 des Teiles 12 einander parallel sind. Wird daher das Handrad 11 gedreht, so müssen sich die beiden Kugeln 15 und 16 entweder gleichzeitig heben oder senken. Patentansprüche: 1. Hydraulische Einrichtung zum Fernbetätigen, insbesondere von in Luftfahrzeugen eingebauten Trieb- werk- oder Ruder- o. dgl. Steuerungen, mit Mitteln zum Einregeln der Arbeitskolbenstellungen von zwei- zylindrigen Impulsgeber- und Empfängergeräten, da- durch gekennzeichnet, daß die miteinander nicht in hydraulischer Verbindung stehenden Zylinder des Geber- oder diejenigen des Empfängergerätes oder ’g ar diejenigen beider Geräte durch Membranen abgeschlos- sen sind, die durch eine gemeinsame Vorrichtung gleichzeitig verstellt werden können. 2. Hydraulische Fernbetätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Böden beider Zylinder eines Gerätes gleichzeitig um das gleiche Maß im entgegengesetzten Sinne verstellt wer- den können. 3. Hydraulische Fernbetätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Böden beider Zylinder eines Gerätes gleichzeitig um das gleiche Maß im gleichen Sinne verstellt werden können. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Hans Keitel, Friedrichs- hafen a. B. Abwurfivorrichtungen (Gr. 18—20). c 201 Pat. 667 385 v.10.5.36, veröff. 10. 11.38. Siebel Flugzeugwerke Haile Komm.-Ges., Halle a. d. S.*). Einrichtung zur Uebergabe und Anfnahme von Lasten durch Luftfahrzeuge im Fluge. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Uebergabe und Aufnahme von Lasten durch Luftfahrzeuge im Fluge, bei der ein zwischen den durch eine Windevorrichtung in ihrer Länge verstellbaren, in einem das Durchfliegen eines Luftfahrzeuges ermöglichenden seitlichen Abstand von- einander befindlichen, durch Ballone gespannte Halte- seile waagerecht angeordnetes Seil zum Tragen der Last dient, gekennzeichnet durch die Verwendung eines einzigen Ballons mit zwei Halteseilen (b, b/). 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die beiden Halteseile (b, b’) ein einzixes über eine am Ballon (a) befestigte Rolle (a’) geführtes Seil bilden. 3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Neigung des einen Halte- seiles veränderbar und dieses an sich bekannter Weise mit Lichtquellen versehen ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden: Franz Walter, Halle a. d. S. Fallschirme und sonstige Rettungs- einrichtungen (Gr. 21—23). Pat. 666 885 v. 16. 7. 36, veröff. c 2.302 31. 10. 38. Deutsche Versuchs- anstalt für Luftfahrt e. V., Berlin-Adlershof*), kettungsgerät für Flieger mit einer durch einen Kraftspeicher betreibbaren Sitzhebevorrichtung, Patentanspruch: Rettungsgerät für Flieger mit einer durch einen Kraftspeicher betreibbaren Sitzhebevorrichtung, da- durch gekennzeichnet, daß die Hebevorrichtung aus einem mit Versteifungsbändern (n) versehenen Gummi- behälter (k) besteht, dessen Höhe durch Einlassen von Druckluft, verdichteten Gasen oder Flüssigkeiten ver- änderbar ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Willy E. Plath, Berlin-Adlershof. Sonstige Einrichtungen (Gr. 2532). c 29 Pat. 667014 v. 27. 9. 34, veröff. 3. 11. 38. Siemens Apparate und Maschinen G. m. b. H, Berlin. Einrichtung zur selbsttäligen Durchführung des Landevor- ganges eines. Luftfahrzeuges. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur selbsttätigen Durchführung des Landevorganges eines Luftfahrzeuges unter Verwen- dung eines Höhenmessers, z. B. mechanischen Lande- fühlers, der bei Erreichen der Landehöhe die Trieb- werksleistung vermindert, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Höhenmesser außerdem eine Verstelleinrich- tung für das Höhenruder im Sinne der Einstellung des für die Landung geeigneten Gleitwinkels des Luft- fahrzeuges selbsttätig steuerbar ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1 für mit einer Selbststeuereinrichtung ausgerüstete Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß der den Gleitwinkel steuernde Höhenmesser in solcher Regelverbindung mit der selbsttätigen Höhenrudersteuerung steht, daß von letz- terer bei Erreichen der Landehöhe selbsttätig der für die Landung erforderliche Gleitwinkel eingestellt wird. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß unter Benutzung einer Selbststeuerein- richtung mit Lagenstabilisierung der Längsachse des Luftfahrzeuges bei Erreichen einer bestimmten Höhe die Ruderlegvorrichtung des Höhensteuers von dem Lagensteuergerät auf einen Fahrtgeschwindigkeits- messer umgeschaltet wird. Pat.-Samml. Nr.30 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 24, am 23. 11.1938 veröffentlicht. „FLUGSPORT“ hirihlMolorHiNGOR möglichst zugelassen, in bestem Zustand zu kaufen gesucht Eilangebote an: Espenlaub Fiugzeugbau, Düsseldorf-Lohausen. Propeller für 2 Zylinder Mercedes F 7502 zu kaufen gesucht. 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Eilige Bewerbungen mit ausführlichem Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Lichtbild, Referenzen und Ge- haltsansprüchen sowie Eintrittsmöglichkeiten er- beten an die Personalabteilung der Gothaer Waggonfabrik A.G. Gotha L TR I TTTEeRIIT) ® N N) ' GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBE, VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro % Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50 Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 25 7. Dezember 1938 XXX, Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 21. Dezember 1938 1908— 1938. Am 7. Dezember 1908 erschien die erste Nummer des „Flugsport“, der einzigen Zeitschrift, welche seit dieser Zeit für „Schwerer als Luft“ auch in schweren Zeiten gekämpft und durchgehalten hat. Es war ein großes Geschehen und ein Glück, die Geschichte des Flugwesens bis zu dem heutigen Wiederaufstieg Deutschlands erleben zu dürfen. 16. Pariser Salon 1938. Oskar Ursinus, Civ.-Ing. Paris, den 25. 11. 38. Wenn man den Pariser Salon betritt, es ist nun schon das 16. Mal, so ist es für den Fachmann immer wieder etwas Eindrucksvolles. Die Dekorationen sind diesmal kronleuchterähnliche Wolkentürme — weiß bis elfenbeinfarbig, mit orangenen Rändern — Cirrus- gebilde, die, sich den durchbrochenen Firmenschildern anpassend, die geraden Linien der Flugzeuge gut hervortreten lassen. Nach Eröffnung, programmäßig um 10 h, betrat der Präsident Ingenieur Lebrun mit dem Gefolge, Gesandten und Luftattach&s der verschiedensten Länder, unter denen man auch Oberst Hanesse, deutscher Luftattach& in Paris, sah, den Salon. Während die Marseillaise gespielt wurde, begann der Rundgang. Der erste Besuch galt dem deutschen Stand. Die Besichti- eung über alle Stände dauerte bis 12 h. Das ist nın der 16. Salon. Man lebt in einer Zeit, wo auf Aeußer- liches nicht mehr viel Wert gelegt wird. Im Flugwesen heißt es: Lei- stung und Sicherheit. Die Konstrukteure aller Länder versuchen schließlich, dieses Endziel zu erreichen, wenn sie nicht durch andere Einflüsse, die in jedem einzelnen Lande in der mannigfaltiesten Weise vorhanden sind, behindert werden. Es ist hier nicht die Aufgabe, diese Schwierigkeiten, die schließlich die Ursachen des Rückstandes ver- schiedener Länder sind, zu kritisieren oder nur hervorzuheben. Demjenigen, der an das Bild der bisherigen Salons gewöhnt ist, macht die Umstellung in der Uebersicht, wo nicht mehr die einzelnen Konstrukteure genannt werden und alles nach Zentren eingeteilt ist, im Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 31 Seite 668 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 französischen Flugwesen Schwierigkeiten. Aber das ist ja nur äußer- lich. Die französischen Maschinen nehmen den größten Raum im Grand Palais ein, fast alles Militärmaschinen, Langstreckenbomber, Aufklärer. Jagdmaschinen. Man findet auch einige Andeutungen über Ozean- luftverkehr, was durch die Riesenattrappe eines Atlantikflugbootes unter der Galerie zum Ausdruck gekommen ist. Die Attrappe ist von Der deutsche Stand auf dem 16. Pariser Salon. Oben: Gesamtansicht durch das große Schiff im Grand Palais, im Vordergrund die Do 17. Unten: Ansicht des deut- schen Standes von der Seite, im Hintergrund die Stände von Argus, Hirth, BMW und Bramo. (Pariser Salon: Sämtliche Bilder. wenn nicht anders bezeichnet: Flugsport) Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 669 einem künstlichen Wasserspiegel umgeben, wodurch wohl angedeutet werden soll, daß mit die Hauptschwierigkeit die Ueberfliegung des Atlantiks mit seinem vielen und nicht gerade ruhigen Wasser ist. Die Ausstellung des Ministere de l’Air war in diesem Jahr etwas kleiner gehalten. Der schönste Stand, welcher sich durch seine Einfachheit (Weg- fall jedweder Ausschmückung) auszeichnete, war eigentlich der Stand der Polen, die einfach ihre Maschinen, wie sie waren, ausstellten. Man sah keine Blumen, keine Fahnen, nichts, aber Flugzeuge! Man erkennt vielleicht hier andeutungsweise, wie in Zukunft Flugzeugausstellungen aussehen werden. Die Engländer zeigten auf getrennten Ständen ihre Flugzeugtypen Bristol „Blenheim Langnase“, Hawker „Hurricane“ und den Spit Fire auf einem Sonderstand des Air Ministry — das Empire ver- körpernd, Standpersonal in Uniform des Royal Airforce, welches be- reitwilligst über alles Auskunft gab — unter der Galerie. Von Holland sah man Koolhoven und in der Ecke auf der Südseite des Grand Nef Fokker, der es sich nicht nehmen läßt, immer mit irgend- etwas Neuem zu erscheinen (vgl. die Beschreibung an anderer Stelle). Fokker betreute gleichzeitig auch die Stände von Consolidated und Douglas. USA war noch weiterhin auf dem Stand der United Aircraft Co. durch einen Vought vertreten, der durch seine gelbe Lackierung aus den anderen Flugzeugen hervorleuchtete. Die tschechoslowakische Industrie war offiziell durch das Mini- sterium vertreten, selbstverständlich auch Walter mit seinem gut assortierten Lager von Motorentypen in allen Größen. Daneben sah man den Stand der SABCA mit seinen tigerscheckig lackierten Typen. Das moderne Gesetz der Konstrukteure, Verringerung des Luftwider- standes, scheint den Doppeldeckern den Eintritt in den Salon verboten zu haben. Man sah im Salon nur zwei Doppeldecker. Und nun zu den Deutschen. Die deutsche Industrie ist so umfang- reich, daß sie allein das Grand Nef gefüllt hätte. Man war daher gezwungen, außer der Do 17 von der Ausstellung weiterer Maschinen Abstand zu nehmen. Wie man mit dem Raum gespart hat, kennzeichnet das Ausstellungsobjekt über Verstellpropeller von Heddernheim. wo gleichzeitig an einem dreiflügeligen Propeller drei verschiedene Fir- men beteiligt waren. Jede durfte ein Propellerblatt von diesem Pro- peller ausstellen. Gerade in Verstellpropellern sah man im ganzen Salon, außer den bekannten französischen und Hamilton-Propellern, wenige Neues. In einer Ecke unter der Galerie sah man unauffällig den Verstellpropeller von Argus mit dem Nasenquirl. Daneben, übrigens Argus-Verstell-Luftschraube. Werkbild Seite 670 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 auch ziemlich versteckt, aber desto mehr besucht, einen Stand für automatische Nietmaschinen der FMA/Pokorny. Ueber die Einzelheiten unter und über der Galerie werden wir noch an anderer Stelle zu sprechen kommen. Die so oft an uns während des Salons gerichtete Frage: „Na, was gibt es denn hier Neues?“ erscheint schon damit beantwortet. Die Ausstellungsobjekte auf dem deutschen Stand haben wir bereits in der Vorschaunummer vom Pariser Salon aus- führlich beschrieben. Das Kennzeichen des deutschen Standes, welcher diesmal auf der Nordseite des großen Schiffes des Grand Palais unter- gebracht war, ist der Do 17 (vgl. Abb.). Ueber das zweimotorige Kampfflugzeug Do 17 haben wir im „Flugsport“ 1938, S. 223, berichtet. Das Flugzeug mit seinem schlanken Rumpf in Schalenbauweise mit Glattblechbeplankung war auf dem Stand mit eingezogenem Fahrwerk so aufgestellt, daß man das Innere des Flugzeuges, Ausrüstung und Bestückung besichtigen konnte. Hinter dem Führerraum liegt der Funk- und der mit Maschinen- gewehren ausgerüstete Schützenraum. Nachzutragen zu den früheren Veröffentlichungen sind folgende Daten: Spannweite 18 m, Länge 15,95 m, Höhe 455 m, Flügelinhalt 55 m?, Gesamtlast bis 3000 kg, Höchstgeschwindigkeit 500 km/h. Landegeschwindiekeit 110 km/h, Dienstgipfelhöhe 9000 m, Reich- weite 2500 km. Infolge des beschränkten Raumes konnte die deutsche Luftfahrt- Ausrüstungsindustrie keinen Ueberblick über ihre vielseitigen Bau- muster geben. Das von Askania ausgestellte Kurssteuerungsgerät, ein- ziehbare Fahrwerke von Elektron, die Instrumente von Deuta und Fueß wurden aufmerksam studiert. Aufsehen erregte überall die saubere Werkstattarbeit. Die Deutsche Lufthansa, die Deutsche Ver- suchsanstalt und die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug sind so bekannt, daß über ihre Tätigkeit nichts wiederholt zu werden braucht. Das deutsche Luftfahrtministerium zeigte in einem Riesengipsmodell die neuen Flughafenanlagen Tempelhof = Reiseleistungs= Drehzahl N= Nennteistungs- Drehzahl NRS $S: Segel/stellung | | | Ax” | / | Zee Werkzeichnung Schematische Darstellung Argus-Verstellschraube. Nr. 25/1938, Bd. 30 „rLUGSPORT“ Seite 671 mit ihren einzigartix dastehenden Baulichkeiten. Es war schon ein Kunststück, das große Gipsmodell unbeschädigt nach Paris zu bringen. Auch der Korpsführer des NSFK war in einer Sondernische, den deutschen Flugsport darstellend, mit einer Bronze des „fliegenden Menschen“ vertreten. | Die Argus Motoren Ges. zeigt außer ihren sämtlichen Motoren- mustern auf dem Motorenstand, welchen wir bereits in Nr. 24 be- sprochen haben, auf einem Sonderstand für Zubehör unter der Galerie auch ihre neue Argus-Verstell-Luitschraube (vgl. d. vorst. Abb.). Diese Verstell-Luftschraube regelt die Dreh- zahl mittels der an der Rippenhaube (1) angreifenden Luftkräfte. Die Rippenhaube, die vermöge ihrer schrägen Rippen gegenläufig zur Schraube dreht, treibt über die Kegelräder (2), (3) und (4) die Stirn- räder (5) und (6) an, auf denen die beiden mit Klauen versehenen Zahnräder (7) und (8) in einander entgegengesetztem Drehsinn ständig abrollen. Zwischen diesen befindet sich auf der Reglerwelle (9), die das Fliehgewicht (10) und das Schraubenrad (11) trägt, die Kupplungs- klaue (12). Dem Fliehgewicht wirken bei Volleistung die beiden Federn (13) und (14) und bei Reiseleistung die innere Feder (14) ent- gegen. Zum Einstellen der beiden Drehzahlstufen und der Segelstellung dient der Schaltring (15). Die Federkräfte sind so abgestimmt, daß sie bei der jeweiligen Nenndrehzahl mit der Fliehkraft im Gleichgewicht stehen. Die Kupp- lungsklaue (12) nimmt dann die gezeichnete Mittelstellung ein. Weicht die Drehzahl nach oben oder unten ab, so wird das Gleichgewicht gestört, die Kupplungsklaue kommt bei höherer Drehzahl mit dem Vom Pariser Salon: Vought, Flügel hochseklappt. In der oberen Abbildung die Schraubenwinde zum ‚Hochklappen. Seite 672 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT Seite 673 Klauenrad (7) oder bei niedrigerer Drehzahl mit dem Klauenrad (8) in Oben: Hand- Eingriff und verstellt über die Schraubenräder (11) und (16), den Hochziehen des Schneckentrieb (17) und (18) und die Schnecke (19) die Luftschrauben- Ansatzflügels blätter auf größere oder geringere Steigung. Ist das Gleichgewicht beim „Vought“ zwischen Fliehkraft und Federkraft erneut hergestellt, gelangt die V-156. Unten rechts: Verrierelung des Flügel- anschlusses. Man beachte N auch die Abb. Kupplungsklaue wieder außer Eingriff. Durch einen Anschlag (20) wird verhindert, daß die Blattsteigung und damit der Schraubenschub beim Drosseln unzulässig stark abnimmt. Beim Schalten auf Segelstellung werden beide Federn unwirksam gemacht und gleichzeitig die Kupplungsklaue zwangsläufig mit dem Klauenrad (7) zum Eingriff gebracht. Hierdurch werden die Blätter bis zur Segelstellung steiler gestellt, nach deren Erreichen ein weiteres Verdrehen durch eine selbsttätige Auslösung verhindert wird. Nach Schalten auf Vollgasstellung werden die Flügel wieder aus der Segel- stellung zurückgedreht. Diese Verstell-Luftschraube, welche für Leistungen bis zu 450 PS gebaut wird, regelt die Drehzahl selbsttätig, unabhängig vom Motor, in zwei, beliebig einstellbare Drehzahlen. Die beiden Regeldrehzahlen, deren eine für Start, Steig- und Kunstflug und deren andere für den Reiseflug bestimmt ist, können über ein Gestänge vom Flugzeug- führer eingestellt werden. Die gewählte Regeldrehzahl bleibt von Vollgas bis herab zu einer gewissen Drosselöffnung unabhängig vom Flugzustand gleich. Unterhalb dieser Drosselstellung regelt die Schraube nicht mehr, um zu geringen Schub zu vermeiden; sie wirkt dann als feste Schraube. Für den Fall der Außerbetriebsetzung eines Motors in mehrmotorigen Flugzeugen ist außerdem noch die Segel- stellung (geringster Stirnwiderstand der stillstehenden Luftschrauben- blätter) einstellbar. Die Argus-Verstell-Luftschraube kann an jedem Motor verwendet werden, ohne daß irgendwelche zusätzlichen Einrichtungen erforder- lich sind. Sie wird serienmäßig für Flanschanschluß geliefert. Für den ‚An- und Abbau ist lediglich die Flanschverbindung sowie der Anschluß für das Schaltgestänge herzustellen oder zu lösen. Uhnksgewinde Rechtsgewinde Fumpf auf der vorher- gehenden Seite. |: | Zeichnungen: Flugsport | 13 | USA ist außer Consolidated und Douglas, welche nur Modelle aus- stellten, nur mit einem Flugzeug, dem Vought V-156 vertreten. Wir haben die Maschine bereits im „Flugsport“ 1937 auf Seite 203 beschrieben. Dieser Tiefdecker, der in der Marine viel verwendet wird. hat einen dreiteiligen Metallflügel mit Stofibespannung. Außenflügel hoch- klappbar. Vergleiche die Abbildung. Für das Hochklappen, welches von einem Mann ausgeführt werden kann, dient eine leichte Schrauben- winde. vergleiche die Sonderabbildung. Die Ver- und Entriegelung des Flügelanschlusses ist in nebenstehender Abbildung und Skizze dar- gestellt. Nach vorheriger Befestigung der Schraubenwinde wird ent- riegelt und der Flügel senkrecht, wie die Abbildung erkennen läßt, hochgewunden. Auf diese Weise können die Flugzeuge auf geringstem Rechts unten: Jagdflugzeug Morane-Saulnier M. S. 406 und Vought V-156, rechter Flügel hochgeklappt. Im Hintergrund Stand der Polen. Vom Pariser Salon: Vought-V-156-Flügelbefestigung"mit Verriegelung u. Fahrwerk. Seite 674 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Raum untergebracht werden. Diese Einrichtung scheint vor allem von der Marine verlangt worden zu sein. Das hochziehbare Fahrwerk, bei dem die Fahrwerksverkleidung gleichzeitix Deckblech bildet und mit nach oben geht, ist aus der Abbildung zu erkennen. Motor Twin Wasp Junior 750 PS mit Hamil- ton-Verstellschraube. Spannweite 12,8 m, Länge 10,80 m. Die Engländer brachten den Blenheim, einen Spitfire und 2 Hurri- canes. Auf dem Stand von Bristol ist der neue „Bienheim“-Bomber ausgestellt. Bei der alten kurzen Rumpfnasenform war die Sicht für den Beobachter infolge der großen Motoren sehr schlecht. In der nebenstehenden Abbildung erkennt man sehr klar die Ursachen der Formgebung. Vorn sieht man steuerbord den Sitz für den Beobachter, cuer zur Flugrichtung sitzend. Der gezsenüberliegende Nasenteil des Rumpies ist, entsprechend der Sitzform, einseitig ausgebildet. Der Beobachter kann daher auch nach Backbord oben sehr gut sehen. Gleichzeitig ist mit der Einbeulung der Rumpfnase besseres Gesichts- Gesicht des neuen Bristol „Blenheim“. Oben: Ansicht des Bristol „Blenheim“ von Backbord. Unten: Steuerbord erkennt man durch die Scheiben den Beobachtersitz, und rechts oben kann der im Flugzeug links sitzende Führer über den oben ein- gezogenen Nasenteil gut nach vorn sehen. Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 675 feld für den Führer geschaffen. In den Abbildungen ist auch die hintere MG.-Laterne mit ihrer charakteristischen Form dargestellt. DieLaterne kann nach oben ausgefahren werden. (S. auch Typenbeschr. in „Flug- sport“ 1938, S. 610/11). Beachtenswert ist das neue Jagdfilugzeug der Fokker-Vliegtuigen- fabriek der Fokker D 23. Bei Jardflugzeugen mit immer größer werdenden Motoren und tiefliegendem Flügel sind die Konstruktionsmöglichkeiten zur Schaf- fung eines guten Gesichtsfeldes immer geringer geworden. Fokker ging daher einen anderen Weg und baute zwei Motoren ein, davon einen hinten, wodurch der Führersitz an die Flügelvorderkante gerückt werden konnte. Dadurch wurde das Gesichtsfeld nach vorn und unten eünstiger. Durch die Verwendung von zwei Motoren mit gegenläu- firen Schrauben ist das Reaktionsmoment fast ausgeglichen. Durch die Konzentration der Massen wird gleichzeitig gute Wendigkeit ge- währleistet. Die Verwendung eines Dreiradfahrwerks sichert Start und Lan- dung beim Ausrollen besonders des nachts. Bei Verwendung von Luftschrauben mit Segelstellung ist es mög- lich, noch mit einem Motor in 5500 m weiterzufliegen. Fokker D 23. Zwischen den Motoren: Führersitz und Betriebsstoffbehälter, letz- terer im Flugzeugschwerpunkt. Das vordere Stoßrad des Fahrwerkes ist nach hinten hochklappbar. Werkbild eg BZ \ Eu, . A N Fokker D. 23 A,B, C,D Panzerschutzarmierung. Seite 676 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Fokker D 23. Werkbild” Bestückung zwei MG.s (Browning FN. Kaliber 13,2, 1000 Schuß in der Minute, Anfangsgeschwindigkeit 800—900 m/sec) an den An- setzstellen der Außenflügel und zwei MG.s (Browning FN. Kaliber 7,9 mm, 1300 Schuß in der Minute) im Rumpf. Panzerschutz ist vor- gesehen im Brandschott des vorderen und hinteren Motors seitlich vom Führer und am Sitz des Führers selbst. Flügel Metallbauweise, zwei Holme, Aluminiumbedeckung. Rumpf Stahlrohrgerüst geschweißt. Vorderer und hinterer Motor- einbau bilden einen Block mit dem Rumpf. Rumpfbekleidung Dur- aluminblech. Führersitz senkrecht, Pedale waagerecht verstellbar. Fallschirm im Sitz. Quer-, Höhen- und Seitenruder aus Stahlrohr mit Leinwand be- deckt. Statisch und aerodynamisch ausgeglichen. Die beiden Leit- werksträger Konstruktion und Bedeckung Duralumin. Fahrwerk drei Oelfederbeine mit Argusrädern. Vorderes Feder- bein wird nach hinten in den Rumpf und die beiden hinteren nach innen nach dem Rumpf zu eingeschwenkt und durch Klappen geschlos- sen. Betätigung hydraulisch. Hintere Räder mit Argus-Scheiben- bremsen. Betriebstoffbehälter von 400 I im Rumpf über dem Flügel. Oel- behälter 20 I hinter den Motoren. Starter Garelli mit Kompressor. Fokker D 23. Rechts: D 23 im Sturzflug. Vergleich der Sichtverhältnisse. Links normal, daneben rechts Sicht bei Fokker. Werkbilder Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 677 Fokker D23. Neuartige Patronenzuführung zum MG. Große Gurttrommeln lassen sich im Flügel nicht unterbringen. Die gegurteten Patronen sind daher hoch- stehend schlangenförmig in einem Magazin a in der Nase des Flügels unter- gebracht. Von hier aus laufen sie in großer Kurvenbahn über eine Rolle, und zwar so, daß die Patronen nicht parallel, sondern radial zur Achse umgelenkt werden. An der Umlenkung bei b wandert der Gurt ins MG. Werkbild Zwei Walter-Sagitta-ISR-12-Zyl.-Motoren von 528 PS bei 2600 U/min in 4100 m. Dreiblatt-VDM-Verstellschrauben. Spannweite 11,5 m, Fläche 18,5 m?, Leergewicht 2180 kg, Flug- zeugführer 85 kg, Ausrüstung 145 kg, Bewafinung 220 kg, Betrieb- stoff 290 ke, Oel 30 kg, Fluggewicht 2950 kg. Flächenbelastung 160 ke&/m?, Leistungsbelastung 2,8 kg/PS. Max. Geschwindigkeit 525 km/h, mittlere 390 km/h, Steigzeit auf 1000 m 1,35 min, auf 2000 m 2,65 min, auf 3000 m 3,9 min, auf 4000 m 5,2 min, auf 5000 m 6,8 min, auf 6000 m 8,8 min, auf 7000 m 11,6 min, auf 8000 m 16 Min. Dienst- gipfelhöhe 9000 m, absolut 9200 m, absolut mit nur einem Motor 5500 m. Reichweite bei mittlerer Geschwindigkeit 840 km. Fokker D 23. Rechts: Die beiden Leitwerksträger mit dem Leitwerk und dem dazwischenliegenden hinteren Motor. Links: Unterbringung des Flügel-MG’s, mit Klappe leicht zugänglich. Werkbilder Seite 678 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Vom Pariser Salon: Oben: Stand von Fokker mit der dreimotorigen D 23. Zug- und Druckschraube. Unten: Belg. Aufklärungsflugzeug S 47 der S. A.B. C. A. ber SABCA S. 47, Motor Hispano Suiza 12 Y crs., Startleistung 860 PS, nominal in 4200 m 835 PS. Bestückung eine20 mm MK., zwei 7,7 mm fest eingebaute MG.s und ein MG. für Abwehr. Spannweite 13,20 m, Länge 10,61 m, Höhe 3,20 m, Leergewicht 2100 kg, Fluggewicht 3200 kg. Max. Geschwindigkeit am Boden 390 km/h, in 4200 m 480 km/h, Lande-Geschw. 115 km/h. Gipfelhöhe 10500 m, Flugdauer in 4200 m bei Erkundung 4Vz h, bei Kampf 2 h. = Vom Pariser Salon. Jagdflug- zeug Arsenal 30 C I, Motor Hispano-Suiza 650 PS. Oben links: An- ji sicht d. 30 CI . von vorm ge- "sehen. Nr. 25/1938, Bd. 30 „FTLUGSPORT"“ Seite 679 Beim Eintritt in die Sonderausstellung des französischen Luftfahrt- ministeriums sieht man ein Modell mit der Unterschrift „Avion Ther- mopropulse, Geschwindigkeit 1000 km/h, 14 000 PS, 30 km Gipfelhöhe, Flügelinhalt 16 m?, Gewicht 2000 kg“. Das Modell besteht aus einer hohlen Stromlinie im Körper, in dessen Innerem die Vortriebsorgane aufgenommen sind, mit einem Flügel als Mitteldecker. Im Querschiff, hoch in der Kuppel über der nach hinten führenden großen Freitreppe hängt ein | Jagdilugzeug Arsenal 30 CI, gebaut in dem nationalen Arsenal von Villacoublay, in Holzkonstruk- tion, von den Ingenieuren Veinusee und Gultier. Motor Hispano Suiza 650 PS. Bestückung 2 MG. und eine MK. Geschwindigkeit 500 km/h. Zu den größten ausgestellten französischen Langstreckenbombern zählt der Bloch 162 - BS. Vier Hispano-Suiza 14 AA mit Hispano-Suiza-Verstellschrauben. Hochziehbares Fahrwerk Messier, Landeklappen, elektrische Starter, Betriebsstoffbehälter im Flügel, automatische Steuerung. Bomben- magazine für 192 Bomben von 10 kg, 32 von 50 kg, 12 von 100 kg, 8 von 200 kg, 3 von 500 kg. Bestückung: nach vorn ein MG., nach oben hinten eine Hispano-MK., nach unten hinten ein MG. und eine MK. Spannweite 28,10 m, Länge 21,91 m, Höhe 4,75 m, Fläche 109 m’, Spurweite des Fahrwerks 5,20 m, Höchstgeschwindiekeit in 5000 m in Oben: Marcel-Bloch-4-Motor-Bomber. Unten: Jagdeinsitzer Bloch 151-Cl. _ Seite 680 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Höhe 475 km/h, Landegeschwindigkeit 110 km/h. Gipfelhöhe 9000 m, Aktionsradius 2400 km, Steigzeit auf 5000 m in 18 Min. 18 Sek. Unter dem linken Flügel im Vordergrund sieht man das Jagdilug- zeug Bloch 151 - Cl. Motor Gnome Rhone 14N 870 PS mit Dreiblatt-Verstellschraube Gnome-Rhone. Bestückung entweder 4 MG. oder 2 MK. Hispano Suiza oder 2 MK. Hispano Suiza und 2 MG. Spannweite 10,54 m, Länge 9,05 m, Höhe 3,96 m, Fläche 17,32 m?, Spurweite des Fahrwerks 3 m, Geschwindigkeit in 4200 m 480 km/h, Landegeschwindigkeit 100 km/h, Aktionsradius mit 90% der max. Ge- schwindigkeit 750 km. Hochziehbares Fahrwerk, Betriebsstoffbehälter mit Schutzgewebe. Hanriot N. C. 510, zweimotoriger freitragender Mitteldecker mit festem Fahrwerk, Schul- flugzeug für Fortgeschrittene als Aufklärer und Bomber. 3 Mann Be- satzung: Führer; Kommandant gleichzeitig 2. Pilot, Navigator, Funker und Beobachter: ein MG.-Schütze gleichzeitig Funker. Durch die hohe Anordnung der Flügel am Rumpf kommen die Motoren mit ihren Schrauben verhältnismäßig weit vom Boden weg. Flügel halbfreitragend, dreiteilig, Mittelstück einschließlich der Motoren abgestrebt. Flügelaufbau zwei Metallholme mit inneren Ver- strebungen. Holzrippen mit Leinwand bespannt. Rumpf Holzbauweise, Vorderteil dicke Sperrholzauflagen. Rumpf stark nach unten gezogen, endet in eine Laterne mit Beobachtungs- fenstern nach vorn, hinten und nach den Seiten. In der strebenlosen Flügelwurzel Beobachtungsfenster nach unten (vgl. die Abb.). Leitwerk Holzkonstruktion, Sperrholzbedeckung, 2 Seitenleit- werke, Aufenthaltsraum für die Besatzung geheizt, Sonderentlüftung, Telefonstation und Sauerstoffgeräte für die einzelnen Posten. Von vorn nach hinten: Zwei Führersitze hintereinanderliegend, ein Angriffs-MG. In der Rumpfnase Kino-Zielgerät. Hinter dem Führer Kommandant mit Abwehr-MG. an dem oberen. hinteren Kabinenteil. Dahinter der Funkerraum, kann vom Kommandant oder dem hinteren Schützen bedient werden. Weiter ganz hinten das 3. MG.-Nest. Bombenaufhängung unter Fläche. Zwei Gnome-Rhone-Motoren 14M, Geschwindigkeit 350 km/h. Spannweite 15 m, Länge 10,12 m, Höhe 3,076 m, Fläche 31.25 m”. Fluggewicht verschieden je nach Aufgabe. Als Tagaufklärer 3520 kg, als Nachtaufklärer 3721 kg, als Trainingsmaschine 3557 kg, als Nacht- Traininzsmaschine 3623 kg, als Bomben-Uebungsflugzeug 3547 kg. Morane-Saulnier M.S. 406 Jagdilugzeug. Tiefdecker, Hispano Suiza 12 Y. S. soll nach französischer Darstel- lung in seinen Leistungen an die Messerschmitt Bf 109 herankommen. Dieser Tiefdecker. welcher zur Zeit in Serie mit 860-PS-Hispano- Suiza-Motor läuft, soll demnächst einen: Motor von 1200 PS erhalten. Hiermit will man die 600 km/h erreichen. Das hochziehbare Fahrwerk ist im Detail auf einer Abbildung wiedergegeben. Dreiblatt-Metallschraube im Fluge verstellbar. Bestückung: eine MK. und 2 MG. im Flügel. Zwischen Querruder und Rumpf auf halber Flügellänze Landeklappen. Spannweite 10,70 m, Länge 8 m, Höhe 2,70 m, Fläche 16 m’, Leer- gewicht mit Ausrüstung 1895 kg, Fluggewicht 2470 kg. Auf dem Stand von SNCASE. (Sud-Est) steht das Schulflugzeug Romano R 32, welches von der Marine verwendet wird. Ausführung sehr robust, sonst keinerlei Neuerungen. Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 681 Stand SNCAO. (Ouest) Jagdilugzeug C. A. O. - 200, auf der Abbildung in Gleitflugstellung auf eine Säule gestellt. Fahrwerk eingezogen. Kanonenmotor Hispano-Suiza 12 Y von 860 PS. Der vorliegende Typ ist eine Weiterentwicklung des Loire-Nieuport 161. Flügel einholmig mit schwingungsdämpfender Beplankung. Lande- klappen, Spaltklappen 70%. Querruder 25%. Bremsklappen, hochzieh- bares Fahrwerk, Höhenflosse während des Fluges verstellbar. Ge- schwindigkeit am Boden 446 km/h, 2000 m 490 km/h, 4600 m 550 km/h, 8000 m 500 km/h, 9300 m 367 km/h. Steigzeit auf 2000 m 2 min 27 sec, auf 4000 m 5 min 35 sec, auf 8000 m 13 min 45 sec und auf 9300 m 20 min 40 sec. Gipfelhöhe 11 000 m. Auf dem gleichen Stand befindet sich ein Katapult-Wasserflugzeug Loire - 130 mit zurückklappbaren Flügeln. Dieses Marineflugzeug in Ganzmetall- bau ist 1934 entwickelt worden. Hispano-Suiza-12-Xbrs-Motor von Vom Pariser Salon: Hanriot N. C. 510-Zweimotor. Man beachte die Beobachtungs- laterne unter dem Rumpf, am Hinterteil sieht man ein Stück der Blickfenster nach hinten, ferner in der Flügelwurzel-Unterseite die Blickfenster senkrecht nach unten. Seite 682 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Jagdflugzeug + C. A. O0.-200 mit Kanonen- motor Hispano- Suiza 12 Y 860 PS. Zeichnung: Flugsport 720 PS auf einem Bock über dem Boot. Zuladung 1250 kg, Höchst- geschwindigkeit 226 km/h in 2800 m Höhe. Gipfelhöhe 6200 m. Flug- dauer je nach Mission 5 bis 7 Std. Auf dem Stand der SNCA SE. sieht man den zweimotorigen ü Tag- und Nacht-Bomber LeO 45. Ganzmetallbauweise. Geschwindigkeit 500 km/h. Charakteristisch für diesen Typ ist die V-Form des Höhenleitwerks mit nach unten hängen- dem Seitenleitwerk. Vgl. nebenstehende Abb. Seitenleitwerk 10—15 % Vom Pariser Salon: Unten Jagdflugzeug C. A. O.-200. Oben C. A. 0.-200 und rechts daneben Flugboot Loire-130. Nr. 25/1938, Bd. 30 .‚FLUGSPORT“ Seite 683 LeO-45-Zweimotor, V-förmiges Höhenleitwerk. Gnöme-Rhöne-Motoren 14 M 38. Serienmaschine, Geschw. 500 km/h. Links: Seitenleitwerk. und gewichtsausgeglichen. An den Enden Trimmkante. Hauptfahrwerk und Spornrad sind bei der Ausstellungsmaschine eingezogen und die Oeffnungen durch die Deckbleche fest verschlossen. Gnöme-Rhöne- Motoren P 14 von 1200 PS. Bestückung: MK. nach oben hinten, ein MG. nach hinten unten und ein festes MG. nach vorn. Laufigang zwischen allen Besatzungs- stellen. Rumpf Schalenbauweise mit inneren Versteifungen. Von vorn nach hinten Führersitz, dahinter Beobachter, gleichzeitige mit Doppelsteue- rung, Funkerabteil und MG.-Schütze. Unter dem Motoreneinbau in Stahlrohr ist das hochziehbare Fahr- werk, Betätisung durch Kabel. Flügel vierteilig, zwei Mittelstücke mit Vom Pariser Salon: Im Vordergrund LeO 45 mit V-Höhen- und nach unten hän- sendem Seitenleitwerk. Im Hintergrund links oben Potez 63 und die viermotrige Bloch 162-BS. Seite 684 „ELUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 je einem Motor, Ansatzstücke mit Querruder. Ansatzflügel aus Well- ‚blech, Kastenholme mit Glattblech bedeckt. Flügelnase und Flügel- hinterteil Einzelstücke abnehm- und auswechselbar. Höhenleitwerk aus zwei MHälften mit nach unten hängendem Seitenleitwerk, vergleiche die Abbildung. Spannweite 22,50 m, Länge 16,81 m, Höhe 4,50 m. Fläche 68 m?, Leergewicht 6370 kg, normales Fluggewicht 10 650 kg, zulässizes Flug- gewicht 12000 kg. Max. Geschwindigkeit 480 km/h, am Boden 400 km/h, Landegeschwindigkeit 95 km/h. Steigt auf 4000 m in 10 Min. theor. Gipfelhöhe 8500 m, Dienstgipfelhöhe 8150 m. Geschwindigkeit im Sturzflug 626 km/h. . (Der Bloch 174 Zweimotor-Bomber hat auch V-förmizes Höhen- leitwerk, jedoch Seitenleitwerk nach oben und unten gleich lang.) Hanriot 232. Mitteldecker, eine Weiterentwicklung des 230, dient als Schulflug- zeug für Fortgeschrittene. Flügel dreiteilig, Mittelstück mit den Mo- toren gegen Rumpfunterseite verstrebt. Rumpf eiförmiger Querschnitt, dreiteilig, Mittelstück, Nasenstück und Schwanzstück. Sitze hintereinanderliegend. An der Flügelvorder- kante der Lehrer, dahinter der Schüler. Höhenleitwerk gegen das Seitenleitwerk abgestrebt. Motorbock unter den Flügeln, gleichzeitig Fahrwerksträger. Fahrwerk nach hinten hochklappbar. Stirnverkleidungsblech des Fahrwerks wird mit ausge- fahren. (Typenbeschreibung s. S. 610.) Vom Pariser Salon: Unten Hanriot 232. Man beachte das eingefahrene Fahrwerk mit der Fahrwerksstrebenverkleidung, welche gleichzeitig das eingefahrene Fahr- werk abdeckt. Oben links: Hanriot 232 von vorn, dahinter Leitwerk des LeO 45. Rechts auf einer Säule: Caudron Renault. Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 685 Vom Pariser Salon: Oben: Lignel-Schul-Jagdflugzeug. Unten: Sportflugzeug. Auf dem Stand von SFCA. (Societ& Francaise de Constructions Aeronautiques) befinden sich zwei Lignel-Typen, das Jagdäflugzeug Lignel 10, ein kleiner schnittiger Tiefdecker, dienend als Jagd-Schulflugzeug. Führersitz sehr weit hinten. Kopfluftabströmung zeht in das Seiten- leitwerk über. Fahrwerk fest. Daneben steht eine Lignel-Sport-Maschine. Die Societe des Avions Paul Aubert, welche vor allen Dingen Leichtflugzeuge baut, hat den Typ Aubert 204 „La Cigale-Maior“ ausgestellt. Dieser Kabinenhochdecker für Schule und Sport besitzt einen Renault-Motor von 140 PS. Flügel Holzkonstruktion. einholmig, freitragend, mit Sperrholz bedeckt. Höhenflosse im Fluge verstellbar. Vom Pariser Salon. Hanriot 232, hochziehbares Fahrwerk, das vordere Blech der Verkleidungsstrebe geht mit nach oben. — Rechts: Fahrwerk Morane-Saulnier. Modell steht Kopf. Federbein mit Knickstrebe. Oben sieht man einen Teil des Rades. Seite 686 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Aubert-204-Kabinenflugzeug mit Renault-Motor „Cigale Maior“ 140 PS. Fahrwerk freitragende Federbeine. Rumpf Holzbau, Sperrholz- bedeckung. Kabine 1,10 m breit und 1,30 m hoch. 2 Sitze nebenein- ander. Einsteigtüren zu beiden Seiten, vergleiche die Abbildung. Spannweite 9,50 m, Länge 7,15 m, Höhe 9,63 m, Fläche 13 m?. Leergewicht 525 kg, Fluggewicht 1000 ke. Höchstgeschwindiekeit 265 km/h, mittlere Geschwindigkeit 250 km/h, Landegeschwindigkeit 85 km/h, Gipfelhöhe 7500 m. Aktionsradius je nach Belastung 650 bis 1100 km. Auslauf mit Bremsen 200 m, Startlänge 175 m. Die Entwicklung von Kleinflugzeugenin Frankreich hat gegenüber anderen Aufgaben zurückstehen müssen. Eine Be- mühung, in dieser Richtung neue Keinflugzeugtypen zu schaffen, war der Duralumin-Wettbewerb. Die besten Typen waren unter der Ga- Vom 16. Pariser Salon: Stand Potez. Potez 63, unten: Potez-662-Viermotor. Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 687 lerie ausgestellt, vergleiche die beiden Abbildungen Kellner-B£echereau und Daspect Typ 03. Der zweisitzige Eindecker Keilner-Böechereau mit dem Doppelflügel ist den Lesern des „Flugsport“ in Holzkonstruk- tion vom letzten Salon her noch bekannt. Dieser neue Typ in Ganz- metallbauweise, Sitze nebeneinander, ist mit Motor Train 60 PS aus- gerüstet. In der Abbildung erkennt man die Form und Anordnung des Doppelflügels (100 Ca = 325). Spannweite 8,80 m, Länge 535 m, Höhe 1,60 m, Fläche 8 m?. Ge- wicht 500 kg. Max.-Geschwindigkeit 150 km/h, min. 60 km/h. Gipfel- höhe 4500 m. Sehr einfach in der Aufbauform ist der andere Duralumin-Wett- bewerbsteilnehmer Daspect Typ 03. Der Rumpf bzw. Leitwerksträger besteht aus einem Rundrohr, auf welchem die Karosserie aufgebaut ist. Flügel an der Rumpfober- seite abgestrebt halb freitragend. Vom Pariser Salon. Metallilugzeuge aus dem französ. Wettbewerb Duralumin. Oben: Kellner- Bechereau zweisitziger Eindecker, Sitze nebeneinander. Unten: Daspect Typ 03 einsitziger Tiefdecker mit Train-40-PS-Motor. Seite 688 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Einsitzer, Tiefdecker mit Train 40-PS-Motor. Spannweite 8,20 m, Länge 4,90 m, Höhe 1,50 m, Fläche 10,88 m?, Gewicht 330 ke. max. Geschwindigkeit 135 km/h, min. 65 km/h, Gipfelhöhe 3000 m. erner Allar, eine Metallmaschine mit Druckschraube und zwei Rohren als Leit- werksträger. Mignet mit seinem sogenannten narrensicheren Volksflugzeug, der Himmelslaus, hat in Amerika weiter gearbeitet und den Pou du Ciel als zweisitzige Maschine verbessert und auch in besserer Werkstatt- arbeit herausgebracht. Preis 1700 ®. Für diesen Preis wird man in Deutschland sehr bald eine hochwertige Maschine erhalten. Bestel- lungen vom Korpsführer laufen bereits in Serien. Die USA-Firma Aeronca ist mit ihrem den Lesern des „Flugsport“ bekannten zweisitzigen Ka- binenhochdecker vertreten. Preis auch 1700 8. Neuartig ist die Zylinderkopfverkleidung der gegenüberliegenden Zylinder des Jluftgekühlten 50-PS-Continental-Motors. Max. Ge- schwindigkeit 160 km/h, Reise 145 km/h, Lande 50 km/h. Reichweite 750 km. Konstruktionseinzelheiten. Vought. Interessant und einfach sind die Kragenklappen an der NACA.- Haube. Die einzelnen Kragenklappen sind miteinander durch bockartige Hebel einerseits bei a mit dem Haubengerüst a’ und andererseits mit den Klappen bei b und b’ (siehe Abbildung 1) verbunden. Durch Ver- stellung eines Bockhebels, der an der Oberseite in der Nähe des Führersitzes liegt, werden sämtliche Klappen, da sie untereinander in Verbindung stehen, verstellt. Die Blenheim-Verstellung der Kühl-Klappe zeigt Abbildung 2. Hier treibt eine in einen Ringspant verlegte Kette jedes einzelne Klappenaggregat an. Vom Pariser Salon: Diorama mit den markanten Persönlichkeiten. Links hinter der Säule General Vuillemin. Im Hintergrund Flughafen Le Bourget. Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 089 Abb. 1. Vousht-Hauben- Abb. 2. Blenheim-Hauben- Abb. 3. Sum-Kühlklappen- klappenverstellung. klappenverstellung. verstellung. Zeichnungen Flugsport Eine andere Ausführungsform der Kiühlklappenverstellung am SUM. der Polen zeigt Abbildung 3. Aus miteinander verbundenen Rund- stücken, in einen Ringspant geführt, wird eine geschlossene Kette gebildet. Durch Verschieben der Rundstücke R wandert Punkt A hin und her. Daher Drehung der Klappe um Achse B. Die Haubenverstellung am Liore- Olivier 45 zeigt die nebenstehende Skizze. Die Leitbleche an den Zylindern sind nicht mitgezeichnet. Das vordere Haubenstück MA ist achsial von a bis b verschiebbar. Antrieb durch Elektromotor. \ Ausführungsform Rechts: verschiebbare beim Gnöme-Rhöne 14 N 38 und Haube Lior® & Olivier. Hispano Suiza 14 AA. Zeichnung: Flugsport Die Aircraft Components Ltd., Arle Court, Cheltenham, zeigt 4 Ausführungsformen ihrer neuen Dowty-Flugzeugräder mit Bremse und eingebautem pneumatischem Oeldruckstoßdämpfer. Diese Räder werden in 4 Nenngrößen für Fluggewichte von 2700 bis 10800 kg serienmäßig hergestellt. In Sonderfällen ist diese Art der Dämpfung schon für Fluggewichte bis zu 30 000 kg erfolgreich ausge- fiihrt worden. Die nebenstehenden Abbildungen zeigen Vorder- und Seitenansicht des Dowty-Rades so- wie ein eingebautes Dowty-Rad in einem De Havilland „Dragon Ra- pid“. Man beachte die L-Form des Uebertragungsstückes, das in die- sem Sonderfall zur Beibehaltung der ursprünglichen Anordnung vor- gesehen werden mußte. (Schluß Pariser Salon, Motoren, folgt.) Vom Pariser Salon: Dowty-Rad. Freitragende Fahrgestell- hälfte. Der Oeldruckstoßdämpfer auf der Radnabe montiert. Seite 690 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Vom Pariser Salon: Oben: Segelflugzeug JJ 3, Konstruktion Brilinsky, Montbeliard. Unten: Doppelsitziges Leistungssegelflugzeug Delanne 30 P 2. Aeronca „Chief“. Der abgestrebte Hochdecker wird von der Aeronautical Corpo- ration of America mit 3 verschiedenen Motormustern herausgebracht: IN m ATC 688-Modell 50-F aus- gerüstet mit „Franklin 50 PS“, 7 na - TC 676-Modell 50-M ausgerüstet VL mit „Menasco 50 PS“ und De Luxe-TC 675-Modell 50-C aus- geriistetmit..Continental”"50PS. Der .‚Chief“ ist eine Weiterent- wicklung des 40-PS-Leichtflug- zeuges, das wir 1937 auf Seite 143 besprochen haben. Flügel von gleichbleibender Tiefe, zweiholmig. Auf jeder Seite durch eine V-Strebe nach der Rumpfunterkante abgefan- gen. Die Strebe ist in der Mitte noch einmal nach dem Flügel ab- gestützt, um sie gegen Aus- knicken zu sichern. -—|—6100 7000 \ ck Aeronca „Chief“. Zeichnung: Flugsport Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 691 Aeronca „Chief“. Werkbild Rumpf Stahlrohr, geschweißt. Geschlossene Kabine mit neben- einanderliegenden Sitzen. Doppelte Radsteuerung. Leitwerk verspannt. Kielflosse fest am Rumpf. Am linken Höhen- ruder verstellbare Trimmklappe. Fahrwerk nach der Mitte abgestrebt, verstellbare Bremsen. Spannweite 11 m, Länge 6,4 m, Höhe 2 m. Leergew. 295 kg, Betriebsst. 32,6 kg, Oel 3,6 kg, Besatzung 150 kg, Gepäck 18 kg, Ausrüstung 9 kg, Nutzlast 217 kg, Fluggew. 516 ke. Flichenbelastung 32,6 kg/m?. Höchstgeschw. 160 km/h, Reise- geschw. 145 km/h, Landegeschw. 52 km/h. Steigzeit 1 min auf 168 m. Gleitwinkel 10/1. Dienstgipfelhöhe 4300 m, Reichweite 400 km. Laird L-RT-Rennflugzeug. Der freitragende Mitteldecker kleiner Spannweite wurde im Sommer 1937 von der E. M. Laird Airplane Co., Chicago, gebaut und startete im Bendix-Transkontinental- und im Thompson-Rennen, das Roscoe Turner mit einer Durchschnittsgeschw. von 455 km/h gewann. Flügel freitragend, mit dünnem symmetrischen Profil, das sich in Form und Dicke verjüngt, Holme und Rippen aus Holz, vollkommen stoffbespannt. Landeklappen vom Querruder bis zum Rumpf, die den- selben Aufbau wie der Flügel haben, außer einem Holm als Stahl- torsionsrohr. | Laird L-RT-Rennflugzeug Zeichnung: Flugsport Seite 692 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Rumpf verschweißte Stahlrohrkonstruktion. Beplankung vom Motor bis zum Führersitz Metallblech, und von hier bis zum Ende Irish-Leinen. Während des Thompson-Rennens waren im Rumpf- vorderteil 800 I Brennstoff und 56 1 Oel untergebracht. Der Führersitz liegt auffallend weit hinten, hinter der Flügelrandleiste. Leitwerk ireitragend, stoffbespannt. Seitenleitwerk aus Holz, Höhenleitwerk aus verschweißten Stahlrohren. Fahrwerk freitragend, nicht einziehbar. Spannweite 7,6 m, Länge 7,1 m, Höhe 3,05 m. Fläche 8,8 m’. Leergew. 1270 kg, Flusgew. 1850 kg. Fairey „Battle I.“ Mittlerer Bomber. Von diesem Baumuster, dem Serientyp des englischen Kampfflug- zeugbaues, brachten wir auf Seite 648 u. 649 ds. Jges. 2 Bilder. Der freitragende Tiefdecker wird von der Fairey Aviation Co., Ltd., Hayes, England, hergestellt. Flügel dreiteiligz, Ganzmetall, zweiholmiger Kastenträger mit auf- gesetzten Nasen- und Endrippenkästen. Holme bis ungefähr 5 m von Rumpfmitte Gitterträger, Rest Blechwandträger. Glattblechhaut mit- tels Z-Profilen längsversteift. Hydraulisch betätigte Spreizklappen zwi- schen Rumpf und Querrudern. Nieten versenkt. Steuerbordflügel starr eingebautes Vickers-MG, am Schraubenkreis vorbeifeuernd. Rechts und links vom Rumpf im Mittelstück und in den Außenflügeln Bomben, durch Klappbleche abgedeckt. Rumpf bis zum Vorderholmspant Stahlrohr verschraubt, dann Duralschalenbauweise. Querschnitt oval, spitz auslaufend. Schale eng- sitzende Ringspanten aus offenen Z-Profilen. Bewegliches Lewis MG im hinteren Funkerraum. FT-Sende- und Empfangsanlage, Lichtbild- gerät, Selbststeuergerät. Durchsichtige Führerraumabdeckung ver- schiebbar, Beobachterraumabdeckung zurückklappbar. Leitwerk freitragend, Trimmklappen an Höhen- und Seitenruder. Flossen Ganzmetall, dreiholmig. Holme und Rippen Stegwandträger. Rippen Erleichterungslöcher. Höhen-, Seiten- und Querruder stoffbe- spannte Duralgerüste. Seitenruder statisch und dynamisch ausge- glichen. Fahrwerk halb- freitragend, in zwei Hälften hydrau- lisch nach hinten halb in den Flügel einziehbar. Sporn- rad schwenkbar. Triebwerk "_ Rolls-Royce Mer- lin 1030 PS, flüs- ; sigkeitsgekühlter 12-Zylinder. De . s Havilland - Hamil- 8 ton - Dreiblattver- stellschraube. Schmierstoffibehäl- ter unmittelbar hin- ter dem Motor und in der Nase des ı Flügelmittelstücks Zeichnung: Flugsport 1 auf der Steuerbord- Fairey „Battle I“. .._..___ | >>, . nn ae _ a Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 693 seite, Rechts und links vom Rumpf im Flügelmittelstück je ein Kraft- stoffbehälter von 480 |. Spannw. 16,46 m, Länge 15,89 m, Fläche 39,2 m?, Flügelstreckung 6,9. Leergew. 3040 kg, Zul. 1860 kg, Fluggew. 4900 kg, Flächenbela- stung 125 kg/m?, Leistungsbelastung 4,7 kg/PS, Flächenleistung 26,4 PS/m?. Max. Geschw. in Bodennähe 338 km/h, in 3048 m Höhe 387 km/h, in 4570 m Höhe 414 km/h, in 6096 m Höhe 403 km/h, Landegeschw. 97 km/h, Steigzeit auf 1524 m 4,1 min, auf 3048 m 8,4 min, auf 4570 m 13,6 min, auf 6096 m 21,4 min. Reichweite bei 322 km/h in 4880 m Höhe 1610 km, Reichweite bei 414 km/h in 4880 m Höhe 1030 km. Dienstgipfelhöhe 7620 m. Seefernerkunder „Blohm & Voss Ha 138“. Baumuster Ha 138 ist ein dreimotoriges hochseefähiges Flugboot mit zentralem Bootskörper und Stützschwimmern unter den Außen- flügeln. Zur Erzielung einer lückenlosen Abwehr nach hinten wurde die übliche Bauart von Flugbooten verlassen und auf die Verlängerung des Bootes zur Aufnahme der Leitwerke verzichtet, dafür diese auf zwei gesonderten freitragenden Leitwerksträgern gelagert, die hinter den Außenmotoren am Holm angelenkt sind. So ergaben sich zwanglos zwei rückwärtiee Waffenstände, die den ganzen Raum über und unter dem Höhenleitwerk bestreichen. Das Boot konnte, da es als Leit- werksträger nicht mehr notwendig, nur für die Wasserarbeit bestimmt. ungewöhnlich kurz gehalten werden, was sich in ausgezeichneten Manövrier- und Wassereigenschaften auswirkte. Der niedrige Krait- stoffverbrauch des Junkers Schwerölmotors Jumo 205 v. 600 PS war entscheidend für dessen Wahl, da große Reichweiten gefordert sind. Die Unterteilung der Antriebsleistung in 3 Motoren gewährleistet die Sicherheit des Fluges mit voller Ladung bei Ausfall eines Motors. Im Bootsbug ist die seemännische Ausrüstung untergebracht. Da- hinter befindet sich ein drehbarer und mit einer Kuppel versehener Gefechtsstand. Der anschließende Gemeinschaftsraum für Führer, Funker und Navigator ist sehr groß. Die beiden hochgelegten Führer- sitze gewähren freie Sicht über den Gefechtsstand hinweg, im Funk- und Navigationsraum ist dagegen reichliche Stehhöhe vorhanden. Es folgt ein Geräteraum, dann ein Ruheraum für die Besatzung und im Heck der rückwärtige Gefechtsstand. Der dreiteilige Flügel liegt unmittelbar auf dem Bootskörper auf. Das Flügelmittelstück verläuft im Grundriß und auch in der Stirn- Blohm & Voß „Ha 138“ Seefernerkunder. Werkbild Seite 694 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 ansicht mit gerade ungebrochener Holmachse und hat in seinem ganzen Bereich gleiche Flügeltiefe. Die trapezförmigen Außenflügel sind gegen den Mittelflügel mit 24/2° V-Stellung angesetzt. Die 3 Motoren sind am Flügelmittelstück auf neuartige Weise in einem abgestützten Rahmen einseitig elastisch gelagert, und zwar die Außenmotore an einem Vorbau des Holmes in der Flügelnase und der Mittelmotor an einem senkrechten abflanschbaren Rohrturm, hinter dem der Gondelaufbau liegt. In dieser Gondel ist der dritte Gefechts- stand angeordnet, der mit dem rückwärtigen Stand des Bootes ohne wesentliche toten Felder die ganze hintere Halbkugel beherrscht. Flügelbauweise ist in der Verwendung des geschweißten Stahl- rohrholmes im Mittelflügel, der gleichzeitig als Kraftstoffbehälter dient, und genieteter Duralrohre als Außenflügelholme, die gleiche, wie bei allen von Dr. Vogt konstruierten Blohm & Voss-Flugzeugen. Die Ver- bindung der Flächen wird durch Flanschverschraubungen hergestellt. Der Flügel lagert abnehmbar auf dem Rumpf an vier Anschlußpunkten. Hierfür sind am Holm vier kräftige Beschläge angeschweißt, die Gegenbeschläge am Boot vernietet. Zur Vermeidung von Einspann- momenten ist der Anschluß auf einer Rumpfseite so ausgebildet, daß er der Holmdurchbiegung folgen kann. An dem Holmrohr sind außer- dem der gemeinsame Bock für Außentriebwerke und Leitwerksträger und in der Mitte oben ein Flanschstutzen für den Triebwerksaufbau des Mittelmotors angeschweißt. Um Fabrikationsvereinfachung, leichte Montage bzw. Ueberwachung der Triebwerksbedienung zu erreichen, ist der Mittelflügel in vor und hinter dem Holm liegende Flügelkästen unterteilt. Die aus U-Profilen genieteten ungeteilten Fachwerkrippen des Außenflügels sind mit einfachen Winkelblechen mit dem Holm ver- nietet. Außer der blechbeplankten Vorderkante sind die Außenflügel stoffbespannt. Unterhalb des Profilendes des Mittelflügels Spreiz- klappen. Die aus Winkelprofilen gebauten Bootsspanten sind in engen regelmäßigen Abständen mit dem Bootsboden bzw. den Seitenwänden vernietet. An Stelle eines Kielträgers in der Bootsmitte sind die Spanten im Kielungsbereich als Blechwandträger mit enggesetzten Versteifungsprofilen ausgeführt. Sieben steife Schottspanten teilen das Boot in acht wasserdichte Räume. Der Baustoff des gesamten Bootes ist Duralplat. Spannweite 27 m, Länge über alles 19,9 m, Höhe mit laufender Schraube 66 m, Fläche 112,0 m?, Bootslänge 15,1 m, Triebwerk 3 Junkers Schwerölmotoren Jumo 205c 1800 PS. Leergewicht norm. 8100 kg, max. 8100 kg, Last norm. 3800 kg, max. 6600 kg, Fluggewicht norm. 11900 kg, max. 14700 kg. Höchstgeschw. 275 km/h, Reisegeschw. 235 km/h, Reichweite bei VR 2400 km, optimale Reichweite 5000 km, Flächenbel. 106 bzw. 131 ke/m?, Leistungsbel. 6,06 bzw. 8,01 kg/PS. Flugfähigkeit bei Aus- fall eines Motors bis zu 12,5 t Fluggewicht. Berlin-Tokio, 13650 km, in 46 Std. 15 Min. 52 Sek. (3 Zwischenlandungen insgesamt 4 Std. 17 Min.) flog der Focke-Wulf „Condor“ (D-ACON) (ausführliche Typenbeschreibung ‚Flugsport“ 1937, S. 696) mit Flugkapt. Henke, Hptm. von Moreau, Oberfunker- masch. Paul Dierberg und Oberflugzeugi. Walter Kober. Drei Zwi- schenlandungen in Basra, Karacha und Hanoi (s. nebenstehende Skizze) flugplanmäßig. Die Landung auf dem Flugplatz Tachikawa in Tokio am 30. 11. nach Ueberfliegung der Kontrollinie wurde von Oberlt. Kajiki um ı Nr. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 695 22 Uhr 10 Min. 52 Sek. gestoppt. Der große viermotorige „Condor“ umkreiste zunächst mehrmals den Flugplatz und landete im Licht der Scheinwerfer und Fackeln um 22.34 Uhr, wo die Besatzung mit Heil- und Banzai-Rufen und Schwenken von deutschen und japanischen Fahnen begeistert begrüßt wurde. Flugkpt. Henke erklärte, daß der Flug vollkommen planmäßig verlaufen sei, und er nur bis Hanoi mit starken Gegenwinden zu kämpfen hatte. Der Empfang war wirklich herzlich. Die Besatzung wurde durch ein Fackelspalier nach der Flug- halle geleitet. Auf dem Flugplatz begrüßte der deutsche Botschafter Ott die Mannschaft mit folgenden Worten: „Wir Japandeutsche und mit uns die gesamte deutsche Nation sind stolz und glücklich, daß der Flug des „Condor“ von Berlin nach Tokio ein weiterer großer Erfolg des deutschen Flugwesens geworden ist. Wir nehmen es als ein gutes Omen für die Zukunft der deutsch-japanischen Zusammenarbeit und der freund- schaftlichen Beziehungen zwischen den Antikomintern-Mächten, daß nur wenige Tage nach der Feier des 2. Jahrestages des Antikominternpaktes der Flug, der unsere zwei Hauptstädte und Völker verbindet, in so glänzender Weise durch- geführt wurde. Wir alle wünschen, daß die hervorragende Leistung des „Condor“ der Anfang zur Errichtung einer regelmäßigen Luftverkehrslinie zwischen Deutschland und Japan in naher Zukunft sein möge.“ Die Straße vom Flugplatz nach Tokio war von einer großen Menschenmenge umsäumt. Ein wahrer Triumphzug. Die gesamte Japanpresse ist begeistert. Ueberall sieht man nur Bilder vom Ein- treffen des „Condor“. Am 1. 12. besuchte die „Condor“-Besatzung den Kaiserpalast und die historische Gedenkstätte für Meiji und Yasukuni. Start Berlin 28. Nov. 15.57 h MEZ, Landung Hanoi (10000 km) 30. Nov. 2.10 h MEZ. Start Hanoi 30. Nov. 3.42 h MEZ, Landung Flug- platz Tachikawa (Flughafen von Tokio) 30. 11. 14.30 h MEZ (22.30 h Ortszeit). Reine Flugzeit 42 Std. Durchschnittsgeschwindigkeit 330 km/h, widerlegt eindeutig die Annahme allzu günstiger Witterungsverhält- nisse beim Rückflug New York—Berlin, bei dem dieser Durchschnitt gleichfalls erzielt wurde. Flugwegrekord Berlin—Hanoi und Berlin— Tokio beider FAl(Fede- ratione Aeronautique Internationale) angemeldet. Hiermit ist eine ausgezeichnete Leistung vollbracht worden. Wir müssen dabei auch der Männer, Direktor Tank und anderer, gedenken, welche in unermüdlicher stiller Konstruktions- und Versuchsarbeit dieses Flugzeug geschaffen haben. Generalfeldmarschall Göring hat sowohl an die Besatzung als auch an Direktor Tank Glückwunschtelegramme gesandt und darin seine Anerkennung für die großartige Leistung der Maschine und der Besatzung ausgesprochen. Eine große und stolze Anerkennung hat die Flugstrecke des Condor 200 Berlin—Tokio. Zeichnung: Flugsport N g N N „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Seite 696 ZzR III ISIS Ss s N \ III ZZ EEE ME RUE, a e RR N IE ZA Flug Berlin—Tokio mit „Condor“. Links: Flugkpt. Alfred Henke verabschiedet Hiroshi Oshima. Rechts: Start des „Condor“ sich von dem iapan. Botschafter Weltbild in Berlin. Besatzung auch durch den japanischen Außenminister Arita gefunden. Der Minister erklärte zu diesem Fluge, daß Japan das deutsche Volk zu dem Rekord, der für viele Jahre von der Geschichte des Flug- wesens nicht überboten werden dürfte, beglückwünsche. Der erfolg- reiche Flug habe seine besondere Bedeutung, denn er verbinde end- „Flugsport“ 1937, S. 696.) 16. Behälter für Reisekraftstoff (Siehe Typenbeschr. des „Condor“ 17. Behälter für Startkraftstoff 18. Spreizklappe 19. Fahrwerk (eingezogen) 20. Triebwerk Anlenkpunkt des Einziehzylinders r / Anlenkbeschläge am Nasenholm SL a N Knickverbands- /| N, —_ ” Durchdrück“ / AT > —_ ‚ Federung / | / W | Du NS. erwenkachse \ 1 + 7 > S_ ST A I. .NR / — Anlenkbock im Hauptholmbereich >: e 5 £ > nu eh = DB g% d S (im Rumpf | | | > _ = E BJ n 0 So, © / B Le >. bon > Mechanische Anzeigevorrichtung 7 7 BG DZ > AR = ı . og. - > D Zoe ® | \ SEE 228 8 ausgefahren ü Bu) ’ =='"D N - j \ | a8 38 8 gt oo Ka) Q . \ Dura SP 5 =] og \ —: ! F 5. .3°$58% 5 Ea EZ = neo 2. g# Oo So2525uX& 5585 OEL HS URS SE > 50900. 535% SUNG N.- Le BASEL SE SS255 <<. _=* SAOSEhHHSSE E=0% SS IS 92555-592980 BSSBSDERSBASSES Gleitbügel für Klappenbetätigung NSILKZHUF-SUOE > ae ls . S Noace New (> Einklinkbeschlag — mm für Verriegelung . in Einfahrstellung „ zZ ' 2 = O B Ss} halb eingefahren eingefahren S Aal Q = Focke-Wulf FW 200 „Condor“. Oben links: Fahrwerklager (Anlenkblock) am = E 2 Z Hauptholm; Schnitt durch Laufrad, Radachse und Federstrebe des Fahrwerks. 39 Fu Oben rechts: Das einziehbare Spornrad. Spornkonstruktion in hochwertigem 58 Z — Stahlrohr. Das Luftölfederbein ist gelenkig neben einem Teleskoprohr gelagert, ee u = das die Biegungskräfte aufnimmt. Schema des Spornrades in halb eingefahrenem: 3 2 = 8 Zustand. Unten: Fahrgestellhälfte ausgefahren. Jede Fahrgestellhälfte ist mit zwei v5 2,538 Luftölfederbeinen versehen. Gerüst hochwertige Stahlrohrkonstruktion. Links und a8 = 57 E E N . .. . Füun| ® — rechts unten: Schema der Fahrwerksbetätigung. Werkzeichnung 3 5% S SS 3 0 SS 2575 DL ZnAhı< - ea Mein ZT za a indoadanali RI aaa Werkzeichnung Focke-Wulf FW 200 „Condor“ Seite 698 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 gültig die beiden Antikomintern-Mächte auf dem Luftwege und kürze die Entfernung zwischen Asien und Europa. Inland. Berlin—Kamerun flog Theo Blaich auf Messerschmitt: „Taifun‘, 13620 km in 49 Std. Die Strecke führte teilweise über nie beflogenes Gebiet in Belgisch- Kongo. Trotz eines verheerenden Tornados wurde der Flug programmäßig durch- geführt. Bathurst (Westafrika), viermotoriges Flugzeug D-AIVI, von Berlin kom- mend, welches dort in den tropischen Gegenden Probe- und Meßflüge durchführen sollte, am 26. 11. verunglückt. Beim Start zu dem ersten dieser Flüge verlor das Flugzeug bald nach dem Abheben von dem Erdboden aus bisher noch nicht ein- wandfrei geklärten Gründen wieder an Höhe, und seine linke Tragfläche stieß mit einer am Rande des Flugplatzes stehenden Palme zusammen. Das Flugzeug stürzte ab und geriet nach dem Aufschlagen in Brand. Von den 15 Insassen kam die aus Flugkapitän Untucht, Flugkapitän Blankenburg, Oberfunker-Maschinist Gillwald, Flugzeugfunker Sager und Flug-Maschinist Lardong bestehende Be- satzung, ferner vom Reichsluftfahrtministerium Fliegerstabs-Ingenieur Schwendler und die für navigatorische Zwecke eingesetzten Handelskapitäne Andrae, Benthien und Sutter und vom Motorenwerk die beiden Monteure Pfaefflin und Hasenmüller ums Leben, während Dipl.-Ing. Schinzinger, Dipl.-Ing. Hansen und Ingenieur Thieme leicht und der Dipl.-Ing. Jeßler schwer verletzt wurden. Für die Verletz- ten besteht nach den vorliegenden Meldungen keine Lebensgefahr. Die deutsche Unfall-Untersuchungskommission befindet sich auf dem Wege nach Bathurst. Die deutsche Luftfahrt verliert durch diesen tragischen Unfall bewährte Mit- arbeiter. In der Oeffentlichkeit sind die beiden Flugkapitäne Blankenburg und Untucht durch besondere fliegerische Leistungen bekannt geworden. Flugkapitän Blankenburg, einer der Pioniere des Atlantik-Luftverkehrs, konnte erst vor kur- zem das Jubiläum des 100. Transozeanfluges feiern. Flugkapitän Untucht gehörte zu der Besatzung der „D-ANOY“, die Ende vorigen Jahres erstmalig das Pamir- gebirge bezwang. Oberfunker-Maschinist Gillwald stand seit 17 Jahren im Dienste der deutschen Handelsluftfahrt und hat sein hervorragendes Können unermüdlich und stets in vorderster Linie für den Auf- bau des deutschen Luftverkehrs eingesetzt. Flugzeugfunker Sager war schon an den ersten deutschen Versuchsflügen über den Südatlantischen Ozean beteiligt. Sie fielen an der Front der Luft- verkehrsforschung. Sie haben nicht gezögert, sich für die schwierigsten Aufgaben einzusetzen. Sie waren uns ein leuchtendes Beispiel. Ihnen gilt es nachzueifern. Augen geradeaus! Es wird weitergeflogen auf das Ziel, wel- ches uns gesteckt ist! Wir werden sie nicht vergessen, — Flugkpt. Untucht 7, der Führer des in Bathurst verunglückten Flugzeuges D-AIVI. Nr. 25/1938, Bd. 30 „TLUGSPORT“ Seite 699 Flughoi-Flugzeugmaterial GmbH., Berlin, ietzt Neubau-Flughafen, Berlin- Tempelhof, Berliner Straße, Eingang G; Flugzeug-Reparaturwerkstatt jetzt G. Basser K.-G., Zwickau/Sa., Flugplatz. Was gibt es sonst Neues? Flugzeugmutterschiif Stapellauf Kiel 7. Dez. 38. Freifrau von Bülow 7, geb. Gräfin von Holstein — Heldenmutter — 3 im Weltkrieg gefallene Söhne — Alter 85 Jahre, in Bothkamp beigesetzt. Man wird sie nicht vergessen. O.K. hat Fürth abgestoßen. Leuna-Werke Ballonsperre, 30 Einheiten, gegen feindliche Luftgeschwader wurde Anfang dieses Monats mit Erfolg versucht. August-Euler-Gedichtnisstätte für August Euler (Pilotenzeugnis Nr. 1), wel- cher am 20. 11. seinen 70. Geburtstag beging, als Andenken an das Eulersche Flugzeugwerk in Frankfurt a. M. errichtet. Ausland. Rationalisierung d. engl. Luitfahrtindustrie. Der Hawker-Siddeley-Ring be- steht aus den Firmen Hawker Aircraft Ltd., Gloster Aircraft Co. Ltd., Armstrong Siddeley Motors Ltd., Sir W. G. Armstrong Whitworth Aircraft Ltd., A. V. Roe & Co. Ltd. und der Air Service Training Ltd. „stanraer“, Flugboot mit 2 Bristol-Pegasus-Motoren von je 920 PS wird im Auftrag der kanadischen Luftwaffe von der Canadien Vickers Ltd. Montreal‘ gebaut. Vickers „Spitfire“, der in Paris ausgestellt ist, flog am 18. 11. in 50 Min. bei Dauerieistungsbedingungen von Croydon nach Le Bourget. Dieser Typ wird zur Zeit in Serie für das RAF. gebaut, ausgerüstet mit Rolls Royce 1030 PS Merlin X-Motor. Fairey Aircraft Ltd. baut in Hayes in der Nähe von London einen Windkanal (Freistrahl mit geschlossener Rückführung, Bauart Göttingen). Länge 33 m, Breite 15 m und Höhe 9 m. Luftgeschwindigkeit 230 km/h (entspricht ungefähr 650 km/h in Großausführung). Antrieb der Luftschraube mit 4,75 m Durchmesser durch einen Elektromotor von 350 PS. Max. Luftschraubendrehzahl 600 U/min. Drehzahl- regulierung bis zu einer halben Umdrehung pro Minute. Sir Ross Smith und sein Bruder Sir Keith Smith flogen vor 19 Jahren von London nach Port Darwin (Australien) in 27 Tagen und 20 Stunden in einem Vickers-,Vimy“-Doppeldecker. Sie hätten vielleicht damals selbst nicht geglaubt, daß man nach nicht ganz 2 Jahrzehnten die 17600 km lange Strecke im Luxus- flugboot in 9 Tagen zurücklegt. Douglas Lizenziabrik in Sidney und Melbourne mit USA.-Vorarbeitern hat die australische Konzession noch nicht erhalten. 3. Weltilugfunkkonferenz Paris 2.—5. 11. 38. Die Flugfunksachverständigen nahmen zu der Frage der Anpassung der zur Zeit geltenden Flugfunkbestim- mungen an die Entschließungen der Weltnachrichtenkonferenz, Kairo 1938, Stel- lung und berieten über die Einführung neuer Flugsicherungsverfahren. Das Sekre- tariat wurde, wie auch in den früheren Jahren, durch die CINA gestellt. Zum Präsidenten der Konferenz wurde der Führer der deutschen Abordnung gewählt. Die Konferenz war durch 24 in- und außereuropäische Staaten — und zwar ohne Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zur CINA — beschickt worden, darunter die Vereinigten Staaten von Amerika, Brasilien und Japan. Behandelt wurde zunächst die Wellenzuteilung an die verschiedenen Be- triebszweige (Bodenfunk- uund Peildienst, Navigations- und Landefunkfeuer, Wetterfunkdienst usw.) nach dem neuen Wellenplan von Kairo. Für die inter- kontinentalen Flugstrecken von Europa nach Nord- und Südamerika, nach Afrika, nach Asien und Australien sowie für die inneramerikanischen und transpazifischen Flugstrecken sollen in Zukunft bestimmte feste Anruf- und Betriebswellen ver- wendet werden, um den Funkverkehr zu erleichtern und die Bordgeräte zu ver- einfachen. Weitere Fragen waren der Funkdienst für Sportflugzeuge, Navigationsfunk- feuer für Mittel- und Ultrakurzwellen, dämmerungsfreie Bodenpeilanlagen, Mar- kierungsfunkfeuer usw. Es wird angestrebt, für alle diese Einrichtungen eine weitzehende Einheitlichkeit nicht nur — wie bisher — auf dem europäischen Kontinent, sondern auch in anderen Weltteilen zu erzielen. Hierdurch soll erreicht werden, daß der Flugzeugführer überall, wohin er kommt, die gleichen flugsiche- Seite 700 „FLUGSPORT"” Nr. 25/1938, Bd. 30 rungstechnischen Einrichtungen auf den Flugstrecken und Flughäfen vorfindet. Dies ist für die Sicherheit und Regelmäßigkeit des sich ständig erweiternden Luftverkehrsnetzes von großer Bedeutung. Die Konferenz behandelte schließlich die Frage einer engeren Zusammen- arbeit der Luftfahrtverwaltungen auf dem Gebiet der Flugsicherung, insbesondere des interkontinentalen Luftverkehrs, und hat hierzu die Einrichtung eines „Inter- nationalen Flugfunkausschusses“ vorgeschlagen. Danske Luftfartselskab hat im Juli dieses Jahres das erste von der Focke- Wulf Flugzeugbau G. m. b. H., Bremen, erworbene Großverkehrsflugzeug vom Typ „Condor“ im dänischen Luftverkehr auf der internationalen Strecke Kopen- hagen—Hamburg—London in Dienst gestellt. Soeben gelangte auch die zweite „Condor“-Maschine, auf den Namen „Jutlandia‘“ getauft, zur Ablieferung. Die „Condor“-Maschinen haben sich gut eingeführt. Bezeichnend hierfür ist die Tat- sache, daß sich das dänische Flugreisepublikum mit Vorliebe des „Condor“ be- dient, der dem Fluggast neben größter Bequemlichkeit sicheres und schnelles Reisen gewährleistet. Vega Airplane Company (Tochtergesellschaft der Lockheed Aircraft Cor- poration) kündet einen neuen 5—6sitzigen Eindecker mit Unitwin-Motor 2X260 PS Menasco-Motoren in Parallelschaltung, die über ein Zwischengetriebe eine Schraube antreiben. Noorduyn-Norseman-Eindecker, in Kanada gebaut, ist in ein Militärschul- fiugzeug für die Königliche Luftwaffe umgebaut worden. Diese Maschine ermög- licht eine gleichzeitige Gruppenschulung von 5—6 Flugschülern im Bombardieren, Navigieren und Signalisieren. j Spannweiteverönderlicher Eindecker, bei dem die Flügel während des Fluges teilweise eingezogen werden, ist in Montana (USA.) ausprobiert worden. Glenn L. Martin vollendete den 300. Bomber der Reihe 166 (ausführliche Typenbeschreibung s. „Flugsport“ 1938, S. 504). Grumman Aircraft hat von dem U. S. Navy 20 „J3F3“ Amphibien in Auftrag bekommen. Amerikanischer Windkanal des Massachusetts Institute of Technology im Bau. Der Ueberdruckkanal soll mit Drücken von 0,25 bis 4 ata bei Geschwindig- keiten von 320 bis 640 km/h arbeiten. Meßaquerschnitt elliptisch 3X2,25 m. Luft- bewegung durch Sechsblattluftschraube. Antrieb Elektromotor von 2000 PS. N. A. C. A. (National Advisory Committee for Aeronautics) hat das Ganz- metallverkehrsflugzeug Lockheed 12-A, ausgerüstet mit Pratt & Whitney Wasp Junior, zu Versuchszwecken gekauft. Canadian Associated Aircraft, Ltd. neu gegründet, soll in Montreal und in Torento je ein Flugzeugwerk errichten, um für weitere Riesenaufträge der RAF. gerüstet zu sein. Zunächst hat die kanadische Luftfahrtindustrie für 10 Jahre den Bau von Militärflugzeugen für das RAF. übernommen. Der Handley Page Hamp- den-Bomber, zweimotoriger Mitteldecker, Ganzmetallbauweise, ausgerüstet mit 2 Bristol Pegasus-Sternmotoren, dessen Abmessungen und Leistungen noch geheini gehalten werden, der aber wesentlich schneller sein soll als die bisher ver- öffentlichten Typen dieser Art, soll zuerst gebaut werden. Der Hampdenbomber ist einer der beiden Typen der „peak“-Produktion (Spitzenproduktion). Japanischer Flugzeugträger „Midzuho“ soll am 16. Mai 1939 vom Stapel laufen. Länge 176 m, Breite 18,8 m, Tiefgang 5,8 m, Wasserverdrängung 9000 t. Geschw. 17 Seemeilen. Sechs Flak 12,7 cm. Austral. Luftfahrtministerium hat bei der Lockheed Aircraft Corporation, Burbank, Calif., 50 schwere Bomber bestellt im Wert von 4,5 Millionen $. Der Bomber soll eine Sonderausführung der Lockheed 14 sein, und mit einem neuen Pratt and Whitney Doppelreihensternmotor ausgerüstet werden. Segelflug "ir. 25/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 701 Helsinki-Olympia-Segelilug-Wettbewerb 1940 ist in Vorbereitung. Oberstltn. Vares war vor einiger Zeit in Berlin, wo die Einzelheiten über die Durchführung besprochen wurden. Die Ausschreibung soll 2 Zielsegelflige enthalten, Start im Ziller segelte 8600-m-Startüberhöhung auf „Kranich“. Weltbild Schlepp eines Motorflugzeuges. Ziellandeplätze sollen nicht mehr als 100 km vom Startplatz Jaemijaervi entfernt sein. In Frage kommen Tammerfors und Helsinki. Bei iedem der beiden Flüge Sonderbewertung, und zwar beim einen für die größte erreichte Höhe, beim andern für die schnellste Flugzeit. Man will sich bei der Organisation auf die in Deutschland in der Rhön gemachten Erfahrungen stützen. Während in der Rhön 1937 7 Nationen vereinigt waren, hofft man mit einer Beteiligung Italiens, Amerikas sowie Finnlands auf 10 Nationen zu kommen. Jede Nation darf 4 Maschinen melden. Konstruktion des Olympia-Einheits-Segel- flugzeuges ist in Vorbereitung. Baumaterial Fichte, Stahl oder Sperrholz, muß schwimmfähig und mit Landekufen verselien sein. Spannweite höchstens 15 m, Führersitz 600 mm Mindestgröße für 1,8 m Körpergröße des Führers, Belastung 95 kg, Gesamtgewicht nicht mehr wie 160 kg. Bedingung Ausrüstung mit Luft- bremsen (Störklappen), die den Sturzflug auf 200 km/h beschränken. Führersitz mit Rückenfallschirm. Gras-Ellenbach Segeliluggelände im Odenwald auf den Hängen bei Fürth wird von der NSFK.-Gruppe 11 gerodet und planiert. Segelilugschlepp Stuttgart—Paris, Hirth auf „Minimoa“, 1. Dezember Lan- dung Le Bourget. 8600 m Startüberhöhung segelte NSFK.-Sturmführer Ziller von der Reichs- segelflugschule Grunau i. Riesengeb. am 28. 11. auf Baumuster „Kranich‘“. Dabei geriet er in Eiswolken, die ihn bei einer Temperatur von 40 Grad Kälte zwangen, über eine Stunde blind zu fliegen. Flugkapt. Walter Drechsel erreichte bekannt- lich in der Rhön 8100 m. > —— gr =—=T I Saalilug-Modelle 1. Reichswettbewerb. Frankfurt a. M., 26. und 27. Nov. 1938. Man sah Motten, Libellen, Schmetterlinge und sehr viele Leichtmetallenten. Auf- fallend waren die vielen Eigenkonstruktionen. Der Schleppzug des Dortmunder Hitleriungen Rudi Schmidt erregte berech- tigtes Aufsehen. Das Modell war mit einer Ausklinkvorrichtung versehen, die das Schleppmodell in dem Augenblick freigab, in dem der Paragummifaden des An- triebsmodells seine letzte motorische Kraft abgab. Nach dem Ausklinken führten beide Modelle tadellose Gleitflüge aus. Ferner sah man 3 Schwinguine und einen Schwirrflügler, Antrieb wie üblich, Faragummi, über Doppelkurbel. Ein der Horten III ähnliches Nurflügelmodell zeigte recht beachtliche Flug- leistungen, dagegen waren die Gleitflüge des vorgeführten Hubschraubers beschei- den, aber dennoch verheißungsvoll, bewiesen sie doch, daß auch auf diesem Wege Erfolge zu erzielen sind. Korpsführer Generalleutnant Christiansen, der an beiden Tagen mitten unter seinen Männern und Jungen wirkte, erklärte am Sonntagabend in seiner Schluß- ansprache, daß alle auf die Durchführbarkeit von Saalflugwettbewerben gesetzten Seite 702 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 Vom Saal-Modellflug-Wettbewerb Frankfurt a. M. Oben: Der Korpsführer studiert das Modell von Sieger Mischke. Oben links: Gauleiter Linder. Darunter: Bauprü- fung der Modelle. Abmessungen, Gewichte, Gummigewicht werden genau auf- genommen. Bilder: Winkelser Nr. 25/1938, Bd. Ju „ETLUGSPORT“ Seite 7093 Hofinungen weit übertroffen worden seien. Der Winterschlaf des Modelibauers ist aus. Die Ergebnisse: Wanderpreis und goldene Plakette des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps für die höchste Punktzahl: Hitleriunge Hans Joachim Mischke- Königsberg, NSFK.-Gruppe 1, mit 549 Punkten. Klasse A (Jungen mit Bauplanmodellen): Silberplakette: MAJ. Rudi Schmitt, NSFK.-Gruppe 1, 164 Punkte; Bronzeplakette: HJ. Heinz Fellgiebel, NSFK.-Gruppe 6, 159 Punkte, HJ. Siegfried Rößler, NSFK.-Gruppe 6, 133 P. — Klasse B (Jungen mit Eigenentwürfen): Silberplakette: HJ. Hans Joachim Mischke, NSFK.-Gruppe 1, 549 P.; Bronzeplakette: AJ. Grunert, NSFK.-Gruppe 1, 346 P., HJ. Heinz Mertins, NSFK.-Gruppe 1, 324 P.— Klasse C (Männer mit Eigenentwürfen): Silberplakette: HJ. Heinz Emmerich, NSFK.-Gruppe 15, 348 P.; Bronzeplakette: NSFK.-Mann Herm. Hebel, 346 P., NSFK.-Mann Böhlmann, 328 P. _ Klasse D (Jungen und Männer mit Enten, Tandems und Nurflügelmodellen): Silberplakette: HJ. Hans Joachim Mischke, NSFK.-Gruppe 1, 336 P.; Bronzepla- kette: HJ. Günther Sult, NSFK.-Gruppe 1, 303 P., Arthur Müller, NSFK.-Gruppe 11, 277 P.— Klasse E (Jungen und Männer mit Sonderkonstruktionen): Silberpla- kette: HJ. Gerhard Rauchwetter, NSFK.-Gruppe 4, 15 P., HJ. Hermann Manneield, NSFK.-Gruppe 10, 10 P., NSFK.-Mann Krammer, Gruppe 10, 2 P. — Klasse X (Berufsmodellbauer mit Eigenentwürfen): Silberplakette: Ludwig Anthöfer, NSFK.-Gruppe 3, 304 P.; Bronzeplakette: derselbe mit 273 P, Hans Wagner, NSFK.-Gruppe 3, 270 P. Gruppenpreise (für NSFK.-Gruppen, deren fünf beste Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl eines Fluges die höchsten Gesamtpunktzahlen erreicht haben): 1. NSFK.-Gruppe 1 Ostland, 1858 Punkte; 2. NSFK.-Gruppe 15, 1362 P.; 3. NSFK.-Gruppe 9, 874 P. Geschwindigkeitsgütezahl soll ausschließlich den Wert der aerodynamischen und konstruktiven Lösung der Bauaufgabe ausdrücken, d. h. Flugzeuge sind in ihrer Güte dann als gleichwertig zu bezeichnen, wenn der Unterschied ihrer Geschwindigkeiten nur in der Verschiedenheit der Aufgabenstellung begründet ist. Diüsenkühler wurde in seinen Grundlagen bereits im Jahre 1917 von Prof. Junkers vorgeschlagen. Regulierung durch Veränderung der Austrittsöffnung. Einbauwirkungsgrad der Luftschraube kennzeichnet die Verluste, die durch die hinter der Schraube liegenden Bauteile, wie Rumpf, Motorgondeln, hervor- gerufen werden. Stromlinienwirkungsgrad ist das Verhältnis von Oberflächenwiderstand zum Gesamtwiderstand. Dieses Verhältnis wird als Vergleichszahl zur Beurteilung der Schnellfluggüte angewandt. Berichtigung. Unter Vickers „Wellesley“-Langstreckenbomber „Flugsport“ Nr. 24, S. 647, muß es statt „Ohnehaltflug nach Australien, 1523 km“, richtig heißen „11523 km“. Literatur. (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.) The Art of Soaring Flight v. Wolf Hirth. Selbstverlag Wolf Hirth, Vaihingen. Preis 6 Shilling, 1,6 Dollar. Das Buch ist im Auszug eine Uebersetzung der deutschen Ausgabe „Die Hohe Schule des Segelfluges“ in die englische Sprache durch die bekannte eng- lische Fliegerin Miss Maxwell, welche es verstanden hat, sich in deutsches Flie- gerleben und deutsche Kameradschaft zu vertiefen. er Ausländer findet in vorliegendem Buch das wichtigste, was er vom Segelflug wissen muß. So sagt auch Miss Maxwell im Vorwort sehr treffend: „For a long time I could only gain a limited theoretical knowledge by means of verbal discussions, and when at last I hat the good fortune to meet Wolf Hirth personally and read „The Art of Soaring Flight“ in the original, a new world was opened up to me.“ Seite 704 „FLUGSPORT“ Nr. 25/1938, Bd. 30 -- Die Luitmächte der Welt. Ein Bilderwerk v. Hptm. Dr. Eichel i v. Hptm. d. R. Feuchter. Junker u. Dünnhaupt Verlag, Berlin. Dre Mas In dem Vorwort sagt Generalfeldmarschall Hermann Göring: „Heute sichert eine starke Luftwaffe das nationalsozialistische Großdeutschland.“ Aus vorliegen- dem Bildbuch bekommt man einen Ueberblick über die wichtigsten Flugzeug- arten und Erdabwehrmittel der führenden Luftmächte der Welt, die einzeln kurz beschrieben sind. Der deutsche Flugsport. Ein Bilderwerk v. Peter Supf. Mit einem Geleitwort v. Generalltn. Christiansen. Junker u. Dünnhaupt Verlag, Berlin. Preis RM 3.80 Ein schönes Buch, als Weihnachtsgeschenk, auch für den Gebrauch in den Schulen geeignet, überhaupt ein gutes Werbemittel für den deutschen Flugsport Die Abbildungen sind so eindrucksvoll, daß man alles mitzuerleben glaubt. Jagd in Fianderns Himmel v. Bodenschatz mit einem Geleitwort v. General- feldmarschall Hermann Göring. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis RM 3.60 Bodenschatz, der ehemalige Adiutant des Frhr. v. Richthofen, hat seinem damaligen Kommandeur mit diesem Buch ein bleibendes Denkmal gesetzt. Was die Fliegerhelden in dieser Zeit geleistet haben, muß der Jugend eingehämmert werden. Wer nur einen Funken Begeisterung für die Fliegerei besitzt, muß das Buch gelesen haben. Du oder Ich. Deutsche Jagdflieger in Höhen und Tiefen. Von Theo Oster- kamp. Verlag Albert Nauck & Co., Berlin W 8. Preis RM 4—. Osterkamp, man erlebt ihn als jungen Forstmann vor 1914, dann bei Aus- bruch des Krieges, wo er auf Umwegen endlich zur Fliegerei kam, wo er den Schweinehund niederkämpfte, man sieht um ihn gute Kameraden — auch solche wie sie nicht sein sollten — wie er sich durch die schwierigsten Situationen im dicksten Schlamassel in der Luft, ganz allein auf sich gestellt, durchwindet sich mit dem Erreichten nicht zufrieden gibt und sich selbst zu neuen Aufgaben ansetzt. Da gab es niemand, der ihm mit Rat helfen konnte, nur das eigene Ich war Berater. Das zeigte sich besonders in den schwierigsten Kampfmomenten „Du oder Ich“, das ist der beste Berater. Ein Buch, gewürzt mit dem beim Flie- gen nötigen Humor, echtem Kameradschaftsgeist, ein Buch für die Jugend unserer Wehrmacht. \. Fliegt mit! Erlebnis und Technik des Fliegens. Von Walter Ackermann. aehsause, bearb. v. Wolfgang Merkel. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis Der Untertitel „Erlebnis und Technik des Fliegens“ sagt alles. Man liest: Wieso ein Flugzeug fliegt; Wie man ein Flugzeug steuert; Zum erstenmal am Doppelsteuer; Aerodynamik; Wir fliegen „Männchen“; Landung; Warum gegen den Wind?; Steilkurven-Achter-Spiralen; Kunstflug, Segelflug, Blindflug. Ein ganz eigenartiges Lehrbuch mit 105 Zeichnungen und 44 Abbildungen auf Tafeln. Das Buch unterscheidet sich sehr vorteilhaft von manchen sich immer wiederholenden Massenfabrikationen. Ein Buch von der neuen Luftwaffe. Herausg. v. Herm. Adler, Maior (E.). Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis RM 4.80. Das Buch vermittelt einen Einblick in die Tätigkeit, Gliederung und Auf- gaben der Luftwaffe. Das Soldatenleben ist nicht mehr so eintönig wie früher. Der Dienst bei der Luftwaffe ist das Interessanteste, was man sich denken kann. Man staunt beim Lesen des Buches, was es alles gibt. Flieger, Beobachter, Bordfunker Fallchirmiäger, Soldat bei der Flakartillerie, Flugmeldedienst und dann Fahnen- junker der Luftwaffe, Weg zur Offizierslaufbahn, Dienstgrade und -abzeichen, fliegertechnische Vorschulen und ein Fliegerwörterbuch im Anhang. Der Inhalt ist so vielseitig. Ein Anfangslehrbuch für unsere Fliegeriugend. Grundlagen des Flugwesens v. Dipl.-Ing. Karl Wolfram (1. Schulungsheft d. Volksbücherei d. Luftfahrt). Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. Preis RM 1.40. Dieses preiswerte Büchlein, enthaltend 112 S. m. 120 Abb. u. Zeichnungen, ist jedem, der die Anfangsgründe des Flugwesens studieren will, zu empfehlen. Technik voran! Jahrbuch 1939. Herausgeg. v. Deutschen Ausschuß f. Techn. Schulwesen (DATSCH) e. V. 232 S. Taschenformat. Verlag B. G. Teubner, Leip- zig-Berlin. Preis RM —.9. Das Jahrbuch 1939 enthält wieder eine sorgfältige Zusammenstellung mit vielen sauberen Skizzen und Abbildungen aus allen Gebieten der Technik. PATENTSAMMLUNG 1938 des AN BandVil ET Inhalt: 655396; 666761, 784; 667619, 668, 669, 772, 875, 876. Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). b 310 Pat. 667875 v. 10. 12. 36, veröfi. 2. 11. 38. Deutsche Versuchsanstait für Luitfahrt e. V., Berlin-Adlershof*). Dop- pelwandiges Fenster. Patentansprüche: 1. Doppelwandiges Fenster von unter Ueberdruck AAN kan Ep us NNNNNIARORNANNNOND: AN SL S stehenden Aufenthaltsräumen, insbesondere von Ueber- druckhöhenkammern in Flugzeugen, bei dem der Zwi- schenraum zwischen den Scheiben von einem beheizten gasförmigen, nicht unter Ueberdruck stehenden Wär- meträger durchströmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Scheibe als feste Hauptscheibe zur Aufnahme des inneren Ueberdruckes der Höhenkammer F>::::|: geeignet ist, während die dem Flugwind ausgesetzte äußere Hilfsscheibe im Vergleich zur Hauptscheibe dünnwandig ausgeführt ist. 20080107] EISERESETTETERIN zZ 2. Fenster nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß die innere Hauptscheibe aus mehreren Schich- ten besteht. 3. Fenster nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die äußere Hilfsscheibe aus zwei oder mehreren Folien besteht, zwischen denen sich ruhende Luft vom Außendruck befindet. 4. Fenster nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß Haupt- und Hilfsscheibe oder die ein- zelnen Folien der Hilfsscheibe durch schlechte Wärme- leiter miteinander verbunden sind. *) Dr.-Ing. Asmus Hansen, Berlin-Niederschön- weide, ist als Erfinder benannt worden. b5s Pat. 667772 v. 25. 2. 36, veröff. 19. 11. 38. Dornier-Werke G. m. b. H., Friedrichshafen a. B.*). Verfahren und Vor- richtung zur Anfertigung von Zuschneide- und Bohrschablonen für Flugzengrümpfe. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Anfertigung von Zuschneide- und Bohrschablonen für Fiugzeugrümpfe und ähnliche Blechhohlkörper für Flugzeuge, gekennzeichnet durch die Vereinigung von zwei an sich bekannten Merk- malen, nämlich dem Anpassen und Bohren von nicht abwickelbaren Blechen auf einem Lehrgerüst, mit der Verwendung dieses so gewonnenen Bleches nach dem Abnehmen vom Lehrgerüst als Urschablone für weitere gleiche Bleche. 2. Vorrichtung zur Ausübung des im Anspruch 1 beschriebenen Verfahrens, bestehend aus einem vollen Körper oder aus einem Gerüst, welches körperlich oder als Flächenmuster Längs- und Querverbände auf- weist, die in ihrer Lage der Lage der Längs- und Querverbände des Innengerüstes des zu bauenden Hohlkörpers genau entsprechen. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß dieselbe um ihre Längsachse schwenk- bar ist. *) Von dem Patentsucker ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Dr. Alois Spieß, Fried- richshafen a. B. b 1310 Pat. 666761 v. 18. 2. 36, veröff. 27. 10. 38. Dornier-Werke G. m. b. H., Friedrichshaien a. B.*). Vorrichtung zum Feststellen von Flugzengrädern. In Abb. 1 ist 1 ein Höhenruder, welches zu einem Leitwerk 2 gehört. Dasselbe ist um eine Achse C—D drehbar und wird durch eine Stange 3 ge- steuert, welche an dem Hebel 4 angreift. Dieser Hebel ist auf der Drehachse C—D undrehbar befestigt und hat nach unten eine Verlängerung 5. Ebenfalls auf der Drehachse des Ruders undrehbar befestigt sind die Hebel 6 und 7 .An diesen Hebeln 5, 6 und 7 greifen die nach der Erfindung ausgeführten ortsfesten Fest- stellvorrichtungen an. Letztere sind mit 8, 9 und 10 bezeichnet. Sie wirken auf kurze Stangen 11, 12 und 13. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Feststellen von Flugzeugrudern vom Führersitz aus durch besondere, von den der Steuerbetätigung dienenden Uebertragungsmitteln un- abhängige Organe mittels Bremsen, welche einer be- stimmten Höchstlast nachgeben, wobei mit der Ruder- achse verbundene Hebel an ihrem Umfang durch Bremsvorrichtungen oder ähnliches festgehalten wer- den, dadurch gekennzeichnet, daß die Ruderbetäti- Seite 130 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 31 Abb. ERS ZI gungsstangen oder sonstige Stangen, welche in der Nähe der Ruderlager gelenkig mit den Hebeln der Ruderachse verbunden sind, an einem Teil ihrer Länge von andrückbaren, längs oder quer zu ihnen angeord- neten geraden, ringförmigen oder spiralförmigen Bremsklötzen umgeben sind. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die die Stange umgebenden Bremsklötze in einem Gehäuse liegen, welches mit Druckflüssigkeit oder Druckgas zum Anprcssen der Bremsen an die Stange gefüllt werden kann. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß zwischen den Bremsklötzen und dem das Gehäuse ausfüllender flüssigen oder gasförmigen Druckmittel eine Trennungswand aus Gummi oder aus einem ähnlichen hochelastischen Stoff liegt. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß mit den Bremsen, welche zur Feststel- lung des Ruders oder der Ruder dienen, weitere Bremsen gekuppelt sind, welche zur Feststellung des Gashebels und des Zündschalters dienen, derart, daß es nicht möglich ist, den Motor in Betrieb zu setzen, solange die Ruder festgestellt sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Hans Julius Keitel, Fried- richshafen a. B. b 939% Pat. 666784 v. 22. 2. 3l, veröff. 28. 10. 38. Mechanische Werkstät- ten Neubrandenburg G. m. b. H., Berlin- Britz. _ Waffendrehring. Patentansprüche: 1. Waffendrehring mit an ihm schwenk- und fest- stellbar gelagertem, die Waffe tragendem Bügel, da- durch gekennzeichnet, daß er mit einer oder mehreren das Feststellen des Bügels (6) in jeder Lage seines Schwenkbereiches ermöglichenden Vorrichtungen, z. B. Bandbremsen (10, 11), versehen ist. 2. Waffendrehring nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anwendung von mindestens zwei auf beide Bügellagerstellen verteilten Feststellvorrichtungen, von denen die eine für die Schwenkrichtung nach oben, die andere für die Schwenkrichtung nach unten bestimmt ist. 3. Waffendrehring nach Anspruch 1 oder 2, da- durch gekennzeichnet, daß sich die Bremsen zwischen den Schenkeln (7) der an der Lagerstelle (9) gabel- artig ausgebildeten Bügelenden befinden. 4. Waffendrehring nach Anspruch 1, 2 oder 3, da- durch gekennzeichnet, daß auch der Oberring (2) am Unterring (1) mittels einer oder mehrerer Bandbremsen o. dgl. feststellbar ist. b924sı Pat. 655396 v. 30. 8. 33, veröff. 18. 11. 38. Dipl.-Ing. Adoli Sam- braus, Berlin-Charlottenburg. Herstellung von Gerüsten aller Art für den Luftfahrzengban. Patentansprüche: 1. Herstellung von Gerüsten aller Art für den Luftfahrzeugbau nach Patent 654 606, insbesondere für Abb 13 Abb.6 | Abb.8 Abb. ro Abb. ı1 Abb.ı Abb.2 ‚Abb. 3 OD Sun AbE 12% den Flugzeugbau, unter Verwendung von Streben aus durchgehend kantigen, insbesondere vierkantigen Roh- ren ohne Abdrückung, dadurch gekennzeichnet, daß die durchgehend kantigen Streben aus dünnwandigen Ble- chen gegen Ausknickung durch aufgelötete Bauteile versteift sind. 2. Herstellung von Gerüsten nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die durchgehend kantigen Streben aus mehreren Teilen geformt und diese mit- einander verlötet sind. 3. Herstellung von Gerüsten nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die geschlosse- nen Streben miteinander unmittelbar ohne Zwischen- schaltung offener Glieder durch Knotenbleche ver- bunden sind. Schraubenilugzeuge (Gr. 25—30). b 925% Pat. 667668 v. 12. 9. 35, veröft. 17. 11. 38. The Cierva Autogiro Company Limited, London. Rotor für Steil- schranber. Es ist an sich bekannt, die gegenüberliegenden Nr. 31 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 131 Flügel in einem einzigen Drehzapfen zu lasern. Bei dieser bekannten Anordnung sind iedoch die Flürel gänzlich unabhängig voneinander, so daß die Fliehkraft eines jeden Flügels vos semem Lager aufgenommen und daher eine sehr erhebliche Reibkraft erzeugt wird. Bei stzrr miteinander verbundenen, einander gegen- überiiegenden Flügeln tritt die durch die Erfindung zelöste Aufgabe nicht aut, weil bei derartigen Flügel- anordnungen die Lagerung der Flügel der Fliehkrait überhaupt nicht unterworfen ist. Bei der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Aus- führungsform endet das in diesem Fall aus einem einzigen Rohr 21 bestehende Rotortrasxerüst nach obenhin in einen gabelförmigen Körper 22, der ein Universalgelenk trägt. Dieses Universalgelenk ist mit einen zusammengesetzten mittleren Gelenkkörper 23 versehen, der in Kugellagern 24, 25 drehbar ist. Die Achsen dieser Kugellager verlaufen waagerecht und in der Querrichtung bzw. in der Längsrichtung des Flugzeuges. Die Ausführungsform 1—3 könnte auch mit den in den Fig. 4 und 5 dargestellten abgeänderten Schwing- zapfensystemen versehen sein, bei denen der mit Hilfe eines Innenlagers auf einem Schwenkzapfen lose dreh- bare Körper anstatt aus einer Hülse 41 zu bestehen, die Form eines Zarfens 55 aufweist, der der Ge- wichtsersparnis wegen hohl ausgebildet ist und in axialer Richtung. nach beiden Seiten hin über den die innere Lauffläche der Zughebellager 42x, 43x, 45, 46 bildenden mittleren Teil hinausragt. Beide über- ragenden Enden des lose drehbaren Zapfens sind in Rollenlagern 56 abgestützt, deren äußere Lauffläche 57 unmittelbar in dem Schwingzapfengehäuse 38 ange- ordnet ist. Bei der zweiten, in den Fig. 6 bis 10 dargestell- ten Ausführungsform bestehen die Gehäuse 58 für die Schwingzapfeneinheiten und der untere Teil des Na- benteils aus einem Stück; dieser Nabenteil hängt in Form von Trägern an dem Gehäuse 58. In diesem Fall kommt der zylindrische Teil des Nabenkörpers in Wegfall. Bei der in Fig. 11 dargestellten dritten Ausfüh- rungsform besteht das KRotortraggerüst aus einem Paar Streben 73 von umgekehrter V-Form, die quer zum Rumpf in weitem Abstand voneinander angeo"dnet sind. Patentansprüche: l. Rotor für Steilschrauber mit pıarweise gegen- überliegenden und paarweise um einen gemeinsamen Klappzapfen einzeln schwingbaren Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Zapfen und den Rotorflügelwurzeln eine Buchse (41, 55, 83, 208) ein- geschaltet ist, die dadurch, daß sie mit einer der Flügelwurzeln (212) drehbar und mit der anderen (209) fest oder mit beiden Flügelwurzeln (42, 43, 42x, 43x; 84x, 85x) drehbar verbunden ist, unterschiedliche Schwingbewegungen der Roto-Augel zuläßt. 2. Rotor für Steilschrauber nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die eine Flügelwurzel gabel- förmig (42, 42x, 85x) ausgebildet und die gegenüber- liegende Flügelwurzel (4?, 43x, 84x) zwischen den Gabelzinken angeordnet ist. - 3. Rotor für Steilschrauber nach den Ansprüchen I und 2 mit außen an der Nabe angeordneten geteilten Klappzapfen, dadurch gekenizeichnet, daß die ioch- artigen Flügelwurzeln die hohl ausgebildete, ein Kreuz- gelenk aufnehmende Nabe umschließen und die Klapp- zapfen in außen an der Nabe angesetzten Gehäusen gelagert sind. 4. Rotor für Steilschrauber nach Anspruch 3, da- durch gekennzeichnet, daß die Jochteile (35, 36) beider Flügel einander gleich sind und auf der einen Seite in ein einfaches Lagerende (43x) und auf der anderen Seite in ein gegabeltes, das einfache Ende des gegen- überliegenden Joches umschiießendes l.agerende (42x) auslaufen. b 35 Pat. 667669 v. 20. 12. 35, veröff, 17. 11. 38. The Cierva Autogiro Company Limited, London‘). Sprungstart- tragschrauber. Patentanspıiüche: 1. Sprungstarttragschrauber mit bei Entkupplung des Rotorstartgetriebes vom Motor bewirkbarer Ver- 1 \ N N, ® (X EICH Sm 22222 [ N (R Rn Seite 132 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 31 Er ta —— S I ol « | N [5] AN erößerung aller Flügeleinstellwinkel für Sprungauftrieb, dadurch gekennzeichnet, daß die an sich bekannten Einzelhandhaben (55 bzw. 45) für die Kupplung (46a) bzw. das Verstellgetriebe (23—24) in solcher Lage zu- einander angeordnet sind, daß eine gemeinsame Hand- habung durch einen einzigen Griff oder Fußdruck mög- lich ist. 2. Sprungstarttragschrauber nach Anspruch 1, dessen Tragrotor mit gelenkig angeordneten, um ihre Längsachsen drehbaren Flügeln versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß außer der durch die Handhabe (45) über das Verstellgetriebe (23, 24) bewirkten, allen Flügeln gemeinsamen Einstelländerung, eine während des Dauerbetriebes stattfindende selbsttätige Regelung über den Schrägzapfen (16) bei Schwingbewegungen des Flügels in der Umlaufebene stattfindet, derart, daß beide Einstelländerungen voneinander unabhängig sind. 3. Sprungstarttragschrauber nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstell- winkelregelungsvorrichtung (45) mit Uebertragungs- gliedern (43, 30) versehen ist, die nur auf Zug an- sprechen und diese Zugglieder durch gewichtsbelastete Hebel (27, 28) auf Grund von Fliehkräften unter Spannung gehalten werden. *) Juan de la Cierva 7, London, ist als Erfinder benannt worden. b 99 Pat. 667619 v. 7. 2. 35, veröff. 17. 11. 38. Raul Pateras Pescara, Paris. Starrflügelfingzeng mit vom Fahrt- wind antreibbarer Steilschraube (Tragschraube). Patentansprüche: Die Erfindung bezieht sich auf ein Flugzeug mit Tragschraube, und zwar wird hierunter ein Flugzeug verstanden, das mit einer Vortriebsschraube sowie mit festen Tragflächen (Starrflügeln) zur Erzeugung der waagerechten Bewegung versehen ist und außer- dem noch eine Tragschraube aufweist. Während ferner bei den bisher bekannten Flug- zeugen der dem günstigsten Ca: Cw-Wert entspre- chende Winkel beim Starten oder Landen benutzt wer- den muß, so daß dann die Tragflächen eigentlich zu groß sind und im normaler Fluge unter einem ungün- stigeren Einstellwinkel stehen, kann der Einstellwinkel der festen Tragflächen nach der Erfindung derart ge- wählt werden, daß sich bei den großen Geschwindig- keiten, bei denen allein die festen Tragflächen den notwendigen Auftrieb liefern, das günstigste Verhältnis zwischen Luftwiderstand und Auftrieb ergibt. dw Fig. 3 ist ein Polardiagramm, das den großen Vor- teil eines Flugzeuges gemäß der Erfindung gegenüber den üblichen Flugzeugen klar erkennen läßt. 1. Starrflügelflugzeug mit vom Fahrtwind antreib- barer Steilschraube (Tragschraube), gekennzeichnet durch eine infolge Einziehbarkeit der umlaufenden Tragschraubenfligel erzeugbare Luftwiderstandsver- ringerung und eine Bemessung der Starrflügelgröße und -einstellung nach Maßgabe eines die Starrflügel- erfordernisse bei Start und Landung unberücksichtigt lassenden Bestverhältnisses von Ca : Cw. 2. Tragschraubenflugzeug nach Anspruch 1, ge- kennzeichnet durch eine vom Vortriebsmotor unab- hängige Energiequelle, die die eingezogene Trag- schraube in Umlauf hält. C 18oı Pat. 667876 v. 30. 8. 33, veröff. 22. 11. 38. Siemens-Schuckert- werke Akt.-Ges., Berlin-Siemensstadt. Bombenauslösevorrichtung an Luftfahrzengen mit einer Nockenwelle, die durch einen Kraft- speicher in Drehung versetzt wird. Patentanspruch: Bombenauslösevorrichtung an Luftfahrzeugen mit einer Nockenwelle, die durch einen Kraftspeicher in Drehung versetzt wird und deren Abwurfgeschwindig- keit durch einen Hemmregler gleichgehalten wird, ge- kennzeichnet durch die Anwendung eines Pendelreg- lers (9), dessen Steigrad (11) auf der Nockenwelle (4) angeordnet ist. Hug f ME v RB TY „ Pat.-Samml. Nr.31 wurde im „FLUGSPORT“ XXX., Heft 25, am 7. 12.1938 veröffentlicht. Nr. 25/1938, Bd. 30 „ELUGSPORT“ Seite 705 Elektrowerkzeuge der Robert Bosch G. m. b. H., Stuttgart. Ihr Bau und ihre Anwendung. Von Ing. K. Charisus, K. G. Daniels u. Dipl.-Ing. E. Gülch. Bd. 41 d. Schriftenreihe „Deutsche Großbetriebe“. Leipzig C 1. Preis RM 2.30. Ein Buch für den in die Praxis steigenden Lehrling auf diesem Spezialgebiete hat noch immer gefehlt. Für viele angehende Lehrlinge wird es wichtig sein, im voraus zu wissen, wie die künftige Lehrpraxis, Maschinen und Werkzeuge aus- sehen werden. 79 S. u. 69 Abb. Verlag J. J. Arnd, Chinallug v. Wulf Diether Graf zu Castell. Atlantis-Verlag, Berlin. Preis RM 7.50. Der Verfasser war von 1933 bis 1936 als Flieger in China. An Hand von seradezu wunderbaren Abbildungen sehen und erleben wir die Landschaftsbilder, die eigenartigen Besiedelungen, die historischen Denkmäler, das Geheimnisvolle des Riesenreiches der Mitte. Das Buch ist als Weihnachtsgeschenk auch für den Gebildetsten und Erfahrensten auf allen Gebieten geeignet und überall angebracht. Ehemal. Kriegsmarine -Funker sucht Stellung T - als Fürker. Angebote unter B. S. 463 über ALA, Breslau I, erbeten. Propeller für Sh 13a ungebohrt, neu, zu ver- kaufen. Angebote unter 3998 an die Expedition des „Flugsport‘‘. Frankfurt (Main), Hindenburgplatz 8, erbeten. Arado ... wie richten an Ai. iylom : Inyminnen in Imyaninmmen für Aerodynamik erprobung zu sofortigem Antritt. 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Die Entwicklung des deutschen Flugwesens war ein un- ablässiges Arbeiten in engster kameradschaftlicher Verbundenheit, ein stetiger Kampf zur Erreichung des Zieles, Diese Verbundenheit in menschlichem Zusammenwirken hat sich auf keinem Gebiete der Technik so gezeigt, wie im Flugwesen, und nur durch dieses gemein- schaftliche Wirken, gepaart mit einer wahrhaft fanatischen Begeiste- rung für die Fliegerei, war es möglich, all die großen Aufsaben zu vollbringen, Wenn wir mit der Zeitschrift „Flugsport“ in bescheidenem Maße dazu beigetragen haben, in wichtigen Zeitabschnitten die Begeisterung zur lodernden Flamme zu entfalten, so haben wir nur unsere Pflicht getan und den schönsten Dank eefunden in den vielen Zuschriften anläßlich des 7. Dezember, aus denen uns als Widerhall unser Ruf entgegenklingt: Weiterbauen, forschen und fliegen! Allen herzlichsten Dank! Japanischer Yamazaki-Doppelsitzer, Hochleistungs-Segelflugzeug D-1. Yosio Yamazaki, Leser des „Flugsport“ seit 1921, hat bis jetzt neun Segelflugzeuse konstruiert. Seine letzte Konstruktion ist ein Doppel- sitzer D-1, welcher bei den Ito-Werken gebaut wurde. Am 12. 10. 1938 machte das Flugzeug seine Abnahmeflüge, wobei die japanischen Be- dingungen für Leistung, Stabilität, Wendiekeit u. a. m. erfüllt wurden. Der Doppelsitzer wurde für Winden-, Auto- und Flugzeugschlepp und als kunstflugtauglich zugelassen. Flügel Holzgerippe mit Stoffbespannung dreiteilig, Mittelstück 8,2 m, Ansatzflügel 5 m, freitragend, Knick im Flügel, mit Bremsklap- pen auf der Oberseite, Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das I. Vierteljahr 1939: RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 6. Januar werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. Seite 706 „FLUGSPORT" Nr. 26/1938, Bd. 30 Eiförmiger Rumpf, geschlossene Kabine, durchsichtige Verkleidung von der Rumpfspitze bis hinter den Flügel. Vergleiche die Abbildungen A, B und C. Bauweise Holzgerüst mit Sperrholzbeplankung. Desgleichen Hö- hen- und Seitenleitwerk. Sitzträger über unteren Holm und der Kufe. Dahinter Einradfahrwerk mit Niederdruckreifen von 320x120 und Bremse unter dem hinteren Be- gleitersitz. Spannweite 18,2 m, Länge 7,18 m, Flügelstreckung 17,7 m, Höhe 1,3 m, Fläche 18,7, m?, Querruder 2,86 m’, Höhenleitwerk 2,24 m?, Seitenleitwerk Hochleistungssegelflugzeug Yamazaki. Links: A-, B-, C-Hauben. Zeichnungen: Flugsport 1,04 m?, Flächenbelastung 19,7 kg/m?, Leergew. 218 ke, Zuladung 150 kg, Fluggew. 368 kg, Bruchlastvielfaches 8,5. Gleitzahl 1:24,5 Sinkgeschw. 0,71 m/s, Geschwindigkeit bei bestem Gleitwinkel 70 km/h, bei bester Sinkzeschw. 57,5 km/h. Nardi F.N. 310. Der freitragende Tiefdecker wird als viersitziges Sportflugzeug gebaut. Kann als Transportflugzeug für Verwundete eingerichtet wer- den, unterscheidet sich von seinem Vorgänger, der Nardi F.N. 305 im wesentlichen nur in seinen Abmessungen. Konstruktionseinzelheiten s. „Flugsport“ 1937, S. 70 und in nachstehender Typenbeschreibune. Nardi F.N.310. Werkbild Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 707 Hochleistungssegelflugzeug Yarnazaki. Nardi F.N. 315. Oben in der Mitte Yosio Yamazaki. Bild: Yamazaki Werkbild Seite 708 „FLUGSPORT" Nr. 26/1938, Bd. 30 Spannweite 10 m, Länge 7 m, Höhe 2,2 m, Fläche 16 m”. Flächen- belastung 71,9 kg/m?. Leistungsbelastung 5,75 kg/PS. Max. Geschw. am Boden 300 km/h. Landegeschw. 90 km/h. Steig- zeit auf 4000 m 17 min, Steigzeit auf 5000 m 30 min. Gipfelhöhe 6000 m. Startwee 210 m, Auslauf 230 m. Reichweite 1400 km. Leergew. 650 ke, Zuladung 500 kg, Fluggew. 1150 kg. Sicherheits- koeffizient 9,5. Nardi F.N. 315 Auch dieser freitragende Tiefdecker ist eine direkte Weiterent- wicklung der Nardi F.N. 305. __Flügel freitragend, dreiteilig. Trapeziorm mit abgerundeten En- EM Mn - Bi M WG um Pan day Mm / Abb. 2. Links: Nardi F. N. 315, Fahrwerk. — Gabel mit Ölpneumatischem Stoß- dämpfer (Patent Nardi). 1 Kolben, 2 Stopfbüchse, 3 Zylinder, 4 Dichtung, 5 Ring. 6 Keil, 7 Ventil, 8 Gegenkolben, 9 Oelstandrohr, 10 Ladeventil. A—A' Oelstand normal. Abb. 3. Rechts: Fahrgestellanordnung (Patent Nardi). 1 Stoßdämpfer, 2 Vertiefung für die Unterbringung der Räder, 3 u. 4 Streben, 5 Gewindewelle, 6 Fahrgestell- steuerung, 7 Fahrgestellsteuerkette, 8 Fahrgestell-Steuerknüppel. \Werkzeichnungen Nardi F.N. 315. Zeichnung: Flugsport Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 709 den, ohne V- bzw. Pfeilform. Auftriebsvorrichtung (s. Abb. 1) besteht aus zwei Klappen und ist durch zwei Hilfsflügel vervollständigt (Pa- tent Nardi), die normalerweise den zwischen dem Flügel und den Klappen vorhandenen Schlitz ausfüllen. MHilfsflügel heben sich bei Betätigung der Klappen automatisch, verhindern das Abweichen von Luftstromfäden infolge stärkerer Krümmung. Betätigung der Klappen in Verbindung mit den Querrudern (ermöglicht Krümmung der gesam- ten Flügelfläche) und mit der Höhenflosse (Druckmoment, das infolge der starken Flügelkrümmung entsteht, wird ausgeglichen). | Rumpf rechteckiger Querschnitt, geschweißte Stahlrohre. Rumpi- vorderteil halbelliptisch, Metallbeplankunge. Hinterteil Leinwand- verkleidung. Doppelsitzig Tandem-Anordnung oder als Jagdeinsitzer mit als Bombenkammer (80 kg) dienender hinterer Kabine. Leitwerk Holzbauweise. Höhenflosse im Flügel verstellbar, wäh- rend des Fluges unabhängig von ihrer Verbindung mit den Klappen. Fahrwerk nach innen in den Mittelteil des Flügels einziehbar (s. Abb. 2 u. 3). Ein- und Ausfahren von Hand. Triebwerk: Hirth HM-508 luftgekühlter S-Zyl.-Reihenmotor in V- Form. Typenbeschreibung s. „Flugsport“ 1938, S. 567. Spannweite 8,47 m, Länge 7 m, Höhe 2,1 m, Fläche 12 m’, Flä- chenbelastung 85,4 ke/m?. Leistungsbelastung 4,32 kg/PS. Max. Geschw. am Boden 350 km/h, in 2500 m Höhe 385 km/h. Landegeschw. 105 km/h. Steigzeit auf 4000 m 6 min 40 sec. Startweg 170 m, Auslauf 230 m. Reichweite in 3500 m Höhe mit 355 km/h. Reisegeschw. 950 km. Leergew. 710 ke, Zuladung 315 kg, Fluggew. 1025 kg. Brennstoff 200 1, Oel 16 1, Sicherheitskoeffizient 12. Heinkel He 114, Aufklärungs-Seeflugzeug. \Werkbild Abb. 1. Links: Flügel mit Landeklappe (Patent Nardi). 1 Flügel, 2 Verbindungshebel, 3: Klappen- | hebel, 4 Klappe, 5 Nardi-Hilfsflügel, 6 Querruder. Seite 710 „FLUGSPORT" Heinkel He 114. Das zweisitzige Aufklärung-Seeflugzeug Me 114 ist ein verspann- ter Anderthalbdecker in Ganzmetallbauweise. Oberflügel durch stark geneigte V-Streben gegen den Unterflügel verstrebt und über das Zweischwimmerstützwerk verspannt. Schwim- mer einstufig aus Hydronalium. Spannweite oben 13,6 m, beigeklappt 6 m, Länge 11,9 m, Höhe m. laufender Schraube 4,3 m, Flügelfläche 42,3 m?. Motor BMW 132 N 865 PS, Nennleistungshöhe ohne Stauaus- nutzung 3400 m, mit Stauausnutzung 3500 m, Leistung am Boden 765 PS, Startleistung 865 PS. Leergewicht 2340 kg, zus. Ausrüstung 365 kg, Besatzung 200 kg, Kraftstoff 480 kg, Schmierstoff 50 kg, Munition 45 kg, Fluggewicht 3480 kg. Höchstgeschw. am Boden 280 km/h, in 3500 m Höhe 335 kmfh, Höchstreisegeschw. 310 km/h in 3500 m Höhe 270 kmfh. Steigzeit auf 2000 m 6,5 min., auf 4000 m 14 min, auf 6000 m 23 min. Dienst-Gipfelhöhe 7000 m, Reichweite bei Fluggew. (mittel) 875 km, mit 40%-Leistungsdrosselung 1000 km, Rollstrecke beim Start 17 m, bei Wasserung 105 m. Heinkel He 115. Das See-Mehrzwecke-Flugzeug He 115, mit welchem am 19. 3. 1938 acht neue Welthöchstleistungen aufgestellt wurden (s. „Flugsport“ 1938, S. 161), ist ein freitragender Mitteldecker mit zwei zu beiden Seiten des Rumpfes angeordneten luftgekühlten BMW-132-N-Motoren, je 865 PS, mit dreiflügeligen VDM-Verstellschrauben. Flügel dreiteilig mit trapezförmisem Grundriß und stark abgerun- deten Flügelenden. Flügeldicke nach außen zu abnehmend. Klappen an der Flügelhinterkante dienen innen als Landeklappen, außen als Querruder. Zweiholmige Ganzmetallkonstruktion. Nr. 26/1938, Bd. 30 Heinkel He 115. 1 ig | \ ä | ..——.———.. .n. ..[.. De ern Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 711 Rumpf in Leichtmetallschalenbauweise. Von vorn nach hinten: Kanzel, Führerraum, Lastenraum, Funker- und Schützenraum, Leit- werk. Höhenflosse durch Strebe abgefangen. Seitenleitwerk freitragend, Ganzmetallkonstruktion, Ruder an der Hinterkante mit Hilfsruder zur Entlastung und zum Ausgleich der Lastigkeiten um Hoch- und Ouer- achse. Geteiltes festes Schwimmwerk. Schwimmer Ganzmetall ohne Wasserruder. Außer den erforderlichen Geräten für Flug-, Triebwerks- überwachung und Navigation ist Kurssteuerungsanlage vorgesehen. FT-Station mit Zielflugempfänger und Eigenverständigung, große See- ausrüstung. ” Spannweite 22,15 m, Länge 17,025 m, Höhe 6,325 m, Tragfläche 80,7 m”, Leergewicht 5305 kg, zus. Ausrüstung 695 kg, Besatzung 300 kg, Kraftstoff 1775 kg, Schmierstoff 140 kg, Nutzlast 850 ke, Munition 35 kg, Fluggew. 9100 kg, (mittel) 4500 ke. Nennleistungshöhe ohne Stauausnutzung 3400 m, mit Stauaus- nutzung 3500 m, Leistung am Boden 765 PS, Startleistung 865 PS. Höchstgeschw. am Boden 300 km/h, in 3500 m Höhe 355 km/h, Höchstreisegeschw. 335 km/h, Reisegeschwindigkeit 295 km/h. Steigzeit auf 2000 m 8,5 min, auf 4000 m 18 min. Diensteipfelhöhe 6100 m, Reichweite bei Fluggew. (mittel) 1750 km, mit 40%-Lei- stungsdrosselung 2100 km, Rollstrecke bei Start 25 m (See), bei Was- serung 115 m. Tschech. Zweimotor „Letov“ S. 50. S. 50, ein dreisitziges Beobachtungsflugzeug, Ganzmetall, in Scha- lenbauweise, ist von der Flugzeugfabrik „Letov“, Prag, gebaut. Freitragender, dreiteiliger Mitteldecker. Das Mittelstück mit durch den Rumpf hindurchgehendem Kasten- holm von gleichbleibender Profilläinge und Höhe ist fest mit dem Rumpf durch Schrauben verbunden. Trapezförmige Außenflügel mit- tels Stahlquergurten und mehreren Verbindungsschrauben ans Mittel- stück angeschlossen. Flügelgerinpe drei untereinander durch Ouer- versteifungen verbundene Holme. Holme sind durch Zusammenfügung von Gurten und Sterblechen gebildet. Tragende Duralblechhaut zwi- schen den Holmen von innen her durch Wellblech versteift. Quer- ruder mit statischem Ausgleich. Landeklappenbetätigung elektrisch oder von Hand. Schalenbau in Duralumin, einteilig zusammengesetzt aus unter- einander mit „Z“-Profilen verbundenen Spanten und tragender Haut. Tschech. Zweimotor „Letov“ S. 50, dreisitziges Beobachtungsflugzeug. Werkbild Seite 712 „FLUGSPORT"“ Nr. 26/1938, Bd. 30 An der Rumpfunterseite ist im Bereich des Flügels zwecks dessen Einbau ein Teil herausnehmbar. Rumpfende hinter dem Höhensteuer abnehmbar ausgebildet. Zwei, aus voneinander unabhängigen, freitragenden, ölgedämpften Luftfederbeinen und Rädern mit Druckluftbremsen, gegen Flügelmittel- stück abgestrebte, aus den Motorgondeln herauswachsende Fahrge- stellhälften. Differentialbetätigung der Bremsen durch Fußhebel. Räder and Federbeine verkleidet. Schwenkbares Sprungrad in profilierter abel. Stark V-förmiges Höhen- und geteiltes Seitenleitwerk (Endschei- ben), Höhenflosse gegen Rumpf durch V-Stiel abgestrebt. Flossenauf- bau ähnlich Flügel, Ganzmetallbauweise. Ruder Duralgerippe, stoff- bespannt, statisch und aerodynamisch ausgeglichen. Betätigung durch kugelgelagerte Stoßstangen. Sämtliche Ruder besitzen Trimmklappen, am Höhenruder im Fluge verstellbar. Zwei verkleidete, luftgekühlte 9-Zyl.-Sternmotoren Avia RK 17, je 420 PS, an den Enden des Flügelmittelstückes herausragenden Stahlrohrböcken. Zweiblatt - „Hamilton constant speed“ - Verstelluft- schraube oder Metalluftschraube „LETOV“. Zwei Brennstoffbeh. je 480 | und zwei Schmierstoffbehälter von je 48 I-I. in den Motorgondeln hinter dem Brandschott; gegenseitig austauschbar. Behälter Elektron- blech geschweißt. Anlassen der Motoren mittels Druckluft. Die Besatzung normal drei Mann: Flugzeugrführer (Schütze), Be- obachter (Bombenschütze — FT-Mann — Unterschütze), Hinter- schütze. Geschlossener Führerraum über der Flügelnase, auf der linken Seite senkrecht verstellbarer Sitz und durchsichtiges Schiebedach. Beobachterraum im Rumpfibug mit Klappsitz und Schiebefenstern. Nach innen zu öffnende Bodentür für Fallschirmabsprung. Hinter- schütze hinter dem Flügel am Rumpfrücken, Drehkranz mit durchsich- tiger, kuppelartiger Verkleidung. Unter diesem Gefechtsstand im Rumpfboden eine Falltür für Fallschirmabsprung des Heckschützen und das Einsteisen der Besatzung. Sämtliche Räume durch Laufeang verbunden. Führerraum, Blindfluggeräte und elektrische Ausrüstung für Nachtflüge. Im linken Außenflügel Landescheinwerfer. Beobachter- raum ausgerüstet für Unterbrinsung der F. T.-Geräte, Luftbildgeräte und Signalraketenpistole mit Raketen. Jeder Besatzungsraum mit Atemgerät und zur Verständigung der Besatzung untereinander, Fern- sprecher (Aviofon) und Lichtsignaleinrichtung. Normale Bestückung besteht aus 3 MG. und der Bombenabwurf- einrichtung. In der Flügelnase der linken Flügelwurzel ein festes MG. (Für die rechte Flügelwurzel ist der Einbau vorgesehen.) Eine beson- dere gewölbeartige Aussparung des Rumpfbodens im Rumpfmittelteil erlaubt das Feuern des Bugschützen mit seinem raumbeweglich und gewichtausgeglichen gelagerten Maschinengewehr nach unten und unter dem Rumpf hinweg nach hinten. Das am Drehkranz des Heck- schützen ebenfalls raumbeweglich und gewichtsausgeglichen gelagerte Maschinengewehr dient für Flanken- und Heckfeuer. Bombenzehänge beiderseitig an der Flügelunterseite zwischen Rumpf und Motorzondel; Abwurfgerät im Bugraum. Spannweite 17,3 m, Länze 12,6 m, Höhe 3.8 m, Flügelfläche 43 m”. Leergewicht 2475 kg, Normallast 1233 kg, Flusgew. 3708 kg. Höchstgeschw. in 1000 m mit „Letov“-Luftschrauben 305 km/h (mit Hamilton Constant Speed 305 km/h), Reisegeschw. in 1000 m 260 km/h (270 km/h), Steigzeit auf 3000 m 9,5 min (7,5 min), Dienst- gipfelhöhe 6200 m (7200 m), Anlauf 180 m (140 m), Auslauf 140 m, Reichweite 1200 km. Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 713 De Havilland „Albatross“. Freitragender Tiefdecker (Modell in Paris) 26-sitzig (4 Besatzung, 22 Fluggäste); aerodynamische Formgebung aufgebaut auf den Fr- fahrungen mit dem Rennflugzeug „Comet“. Die Maschine würde, wenn die gegenseitige aerodynamische Beeinflussung von Luftschraube und Tragflügel, der induzierte Widerstand und die Wirbelverluste ganz wegfallen würden, nur 80 km schneller werden. Das Verhältnis des Auftriebs zum Widerstand ist bei 339 km/h 15,3. Die Frontfläche des Gipsy Twelve (Typenbeschreibung siehe „lugsport“ 1938, Seite 365) ist nur 11,5 cm?/PS. Der anderen Ausführung als Atlan- tikflugzeug liegt eine Ausschreibung des englischen Luftfahrtministe- riums zugrunde, die verlangt, daß 454 kg Post über eine Strecke von 4025 km bei einem konstanten Gegenwind von 65 km/h befördert werden können. In der vorderen mittleren und hinteren Kabine sind bei dieser Ausführung 4 Brennstofftanks für 1500 I direkt über dem . Flügel untergebracht. Flügel Holzbau, auf demselben Prinzip aufgebaut wie der des „Comet“, zwei Kastenholme, zwischen beiden tragende Spruce in zwei Lagen, deren Faserrichtung zu den Holmen 30° ist und die auf- einander senkrecht stehen. Holmbreite des Vorderholms an der Wur- zel 58,5 cm, des Hinterholms 40 cm. Sperrholzbeplankung. Rumpf Kreisquerschnitt, nach dem Leitwerk zu sich stark ver- jüngend. Dreischichtige tragende Haut, Innen- und Außenhaut Sperr- holz, dazwischen dicke Balsaschicht verleimt. Die Sperrholzbeplan- kung wirkt als Steg, die Balsazwischenschicht als Gurt. Der Rumpf wird aus einem Stück auf einem Kernmetallgerüst gebaut, auf dem die Schottwände montiert sind. Nach Aufbringen der Außenhaut wird das Kerngerüst aufgebaut und nur die in der Konstruktion vorgesehe- nen Schottwände bleiben stehen. Frei von Nieten, Trennfugen usw, Küche, Hand- vepäck- u. Post- raum und Fun- kerkabine sind vorne zwischen Führersitz und Kabinen.Die bei- den vorderen Kabinen sind mit je 8 Sesseln aus- verüstet, die hin- tere mit 6. In Höhe der Flug- sasttür Toilet- tenraummitklei-S nem Gepäck- raum, dahinter Hauptgepäck- raum mit Lade- tür. Bei Nacht- flügen können im Fluge aus den Sesseln zwölf Schlafstellen ge- baut werden. Niedrigste Ka- binenhöhe 1,9 m. De Havilland „Albatross‘“. Zeichnung: Flugsport Nr. 26/1938, Bd. 30 Seite 714 „FLUGSPORT“ De Havilland „Albatross“, Fluggast- raum. Werkbild Leitwerk freitragend, doppeltes Seitenleitwerk. Möhen- und Sei- tenruder mit Trimmklappen. Fahrwerk nach innen in den Rumpf einziehbar mittels Elektro- motor, der selbsthemmende Winde antreibt (s. Abb.). Bei Versagen des Motors oder des Getriebes direkter Handantrieb vom Führersitz aus. Einfahren 30 sec, Ausfahren 20 sec. Triebwerk 4 Gipsy Twelve mit je 525 PS, 12-Zylinder-Reihen- — motor (ausführliche | ” Typenbeschreibung s. „Flugsport“ 1938, S. 365; Einbau und neu- artige Staudruckküh- a = 2 Bu _ lung s. „Flugsport“ Et Fe =. _- 1938, S. 179 und 180). N ___ | = Vier Brennstoii- N at T 7 TEIS- pumpen, angetrieben Be -———= durch Elektro - Mo- _f. toren, die getrennt, ” feuersicher und im Fluge zugänglich un- tergebracht sind. Zwei Pumpen mit in sich veschlossenem Strom- De Havilland „Albatross“, kreislauf versorgen Fahrgestell. beide Außenbord-Mo- a Radklappe, b Radklappenan- ren, die beiden an- trieb, c Winde, d Antriebswelle, . nn i e Elektromotor, f Kettenantrieb. gem die inneren Mo Bei Ausfall einer Pumpe reicht die För- dermenge der ande- renaus, um beide Mo- toren zu versorgen. Spannweite 32 m, Länge 21,79 m, Höhe 6,78 m, Flügelfläche mit Querrudern 100,15 m?, Seitenverhältnis 9,4 :1, Spurweite 5,18 m, An- stellwinkel 1,5°, V-Form des Flügels 5°. Querruderflläche 9,42 m“, zwei Zeichnung. Flight a _ alla Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 715 De Havilland „Albatross“, Verkehrs- maschine der Imperial Airways, auf dem Flugha- fen Croydon. Bild: The Aeroplane Seitenflossen 3,58 m?, 2 Seitenruder 3,53 m”, Höhenflosse 10,87 m?, Höhenruder 6,08 m?, Hilfsflügel 1021 m?. Leergew. mit vollständiger Ausrüstung 9642 ke, Mannschaft 295 kg, Brennstoff 1360 ke, Oel 196 kg, 22 Fluggäste 1640 ke, Ge- päck und Fracht 259 kg, zahlende Last 1899 kg, Nutzlast 3750 kg, Fluggew. 13392 kg, Fluggew, bei Ueberlast 14742 kg. Zahlende Last bei 76,5%-Reiseleistung, d. h. 1300 PS 1809 kg über 1610 km und 2443 ke über 965 km. Flächenbelastung bei Normalfluggew, 133,77 ks/m?, Leistungsbe- lastung beim Start mit Normalfluggew. 6,31 ke/PS. Brennstoff max. 1997 1, Oel 218 I. Brennstoffverbr. bei 76,5 %- Leistung 377 /h bzw. 282 kg/h, Oelverbr. 25 l/h bzw. 22,4 ke/h. Leistungen nach engl. Angaben: Max. Geschw. bei normalem Fluggew. (13 329 k&) in 2664 m Höhe 376 km/h, in Bodennähe 338 km/h. Reisegeschw. bei 76,5%-Leistung in 3355 m Höhe 338 km/h. Reisegeschw. bei 66,0%-Leistung in 4570 m Höhe 322 km/h. Reisegeschw. bei 73%-Leistune in 1980 m Höhe 314 km/h, überzogener Flugzustand in Meereshöhe 113 km/h. Start- strecke 297 m, Landestrecke 287 m. Reichweite normal bei 76,5%/0-Leistung in 4,77 h 1610 km, Reich- weite max. bei 76,5%-Leistung 1770 km in 5,25 h. Steiggeschw. beim Start bei Normalfluggew. 5,17 m/sec, in 3050 m Höhe 2,9 m/sec. Steigzeit auf 1525 m 7 min, auf 3050 m 15 min, auf 4575 m 27,5 min, Transatlantikpostflugzeug: Leergew. mit Ausr. 9470 kg, Mann- schaft 272 kg, Brennstoff (5440 1 bei 0,749 ke/l) 4070 ke für eine Reich- weite von 4025 km bei 65 km/h Gegenwind. Max. Brennstoffauf- nahme 5990 1, Oel (531 I bei 0,899 ke/l) 477 ke, Post 453 kg, Flusgew. 14 742 kg. Max. Geschw. in 2664 m 358 km/h, wirtschaftlichste Reisegxeschw. in 3355 m Höhe 328 km/h bei 62%-Leistung, Durchschnittsgeschw. bei 4025 km Reichweite und 65 km/h Gegenwind in 3355 m Höhe 338 km/h bei 62%-Leistung. Reichweite in ruhiger Luft mit 5990 ] Brennstoff 5310 km. Startstrecke bei S km/h Gegenwind 501 m. Steiggeschw. in Bodennähe 2,79 m/sec. Steigzeit auf 3050 m 19 min. Dienstgipfelhöhe 4600 m, Gipfelhöhe 5060 m, Gipfelhöhe mit einem Motor 3620 m. Seite 716 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 Turbonit für Segelflugzeug-Bremsklappen. H. Hagemann, D.F.S. In den letzten Jahren wurden die DFS-Sturzflugbremsen in die verschiedensten Flugzeurgmuster wie „Rhönadler“, „Rhönbussard'“, „Mü 13“, „Minimoa“, „Reiher“, „Kranich‘“ und „Weihe“ eingebaut und mit Erfolg erprobt. Sturzflug-Bremsflächen wurden bisher in Dural oder Aluminium- blech ausgeführt. Mit der Untersuchung von Turbonit-Bremsklappen sollte einerseits dieser Baustoff auf seine Brauchbarkeit in der D. F.S. untersucht und andererseits durch Verringerung der Arbeitszeit, die Herstellungskosten gesenkt werden. Die in der Abbildung gezeigte Bremsfläche wurde untersucht: Auf hinreichende Festirkeit, insbesondere auf die Leimverbin- dung zwischen der Turbonitplatte und den Winkelprofilen aus dem gleichen Baustoff, die durch die Luftkräfte auf Zug und Schub be- ansprucht wird. Weiterhin auf die Witterungsbeständigkeit und die zur Herstellung erforderliche Bauzeit im Vergleich zu Bremsflächen aus Metall. Die Versuchsfläche war aufgebaut aus einer Turbonit-Platte von 2 mm Stärke, auf die ein Rahmen aus Turbonit-Winkeln 18%X14X2 mit Kaurit aufgeleimt wurde. Der Baustoff wurde an den Leimflächen aufgerauht. Mit den beiden Armen aus Stahrohr wurden die Turbonit- winkel durch Nieten verbunden. Im Vergleich zu den Metall-Bremsflächen wurde eine Arbeits- zeitersparnis von 30% festgestellt. Durch Festigkeitsversuche wurden normale Durchbiegungen und ausreichende Festigkeiten gegenüber der Bremsfläche festeestellt. Die Turbonitfläche ist gegenüber der Dural- Bremsfläche um 40% leichter bei einem Gewicht von 0,64 kg. Wichtig für die Beurteilung dieser Bremsklappenausführung war noch eine Untersuchung der Witterungsbeständigkeit. Das Versuchs- stück wurde 100 Tage lang frei der Witterung ausgesetzt. Ein Viertel der Platte blieb ohne Schutzanstrich, während die restlichen drei Viertel der Platte mit einem einmaligen bzw. doppelten und dreifachen Schutzanstrich aus Glasuritlack versehen waren. Nach S50-tägiger Lagerung im Freien zeigten sich noch keinerlei Einwirkungen der Witterung, nach 100-tägiger Lagerung hatte sich die Platte in der Mitte um S mm durchgebogen, während das Material ohne Schutz- anstrich etwas angerauht erschien. Der einmalige Lackanstrich war zum Teil abgeblättert, während die Stellen mit doppeltem und drei- facheın Anstrich keine Witterungseinflüsse erkennen ließen. Es läßt sich also sagen, daß der Witterungseinfluß in tragbaren Grenzen bleibt, sofern die Turbonitteile mit zweimaligem Schutzanstrich ver- sehen sind und nicht abnormal lang jeglicher Witterung ausgesetzt werden. Zusammenfassend wurde festgestellt, daß Turbonit für Bremsklappen durch seine ge- ringen Herstellungskosten, ze- rinceres Gewicht und gute Wetterbeständierkeit einen brauchbaren Baustoff für den beschriebenenZweck darstellt. Turbonit-Segelflugzeug- Bremsklappen. Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 717 Pariser Salon. Il. Motoren. (Fortsetzung und Schluß.) Mit der Typenbeschränkung der Flugzeuge scheint auch eine Typenbeschränkung der Motoren in allen Ländern zu erfolgen. In Dieselmotoren war außer dem aus früheren Salons bekannten Clerget nichts Neues zu sehen. Es scheint, daß auch hier Deutschland in der Entwicklung anderen Ländern weit voraus ist. Annähernd 100 Motoren waren da. Zahlenmäßig am stärksten vertreten war wieder die franz. Industrie, deren 14 Firmen 41 Typen zeigten. Der ein- bzw. doppelreihige luftgekühlte Sternmotor überwiegt zwar zahlenmäßig noch immer (37 Typen waren davon ausgestellt), jedoch hat sich gegenüber dem Vorjahr ein starker Zug zum Reihen- motor ausgeprägt (25 Typen des 4- bzw. 6-zyl. Reihenmotors waren ausgestellt). Der V-Motor mit hängenden bzw. stehenden Zylindern war in 30 Typen vertreten. Von den 4 ausgestellten H-Motoren war der Hispano Suiza der erste wassergekühlte Motor dieser Zylinder- anordnung. Ueber die deutschen Mo- toren haben wir bereits in der Nr. 24 des „Flugsport“ berichtet. Zusammenfassend kann man sagen, daß die Ent- wicklung in den einzelnen Ländern, soweit es die Ver- hältnisse gestatten, energisch vorwärtsgetrieben wird. Von den engl. Motoren sind für den Konstrukteur von Interesse die letzten Rolls Royce Merlin (s. a. „Flug- sport“ 1936, S. 673); Reihe VIII des Merlin hat 1300 PS Startleistung und in 2900 m eine Höchstleistung von 1265 PS und die Reihe X in 5100 m 1145 PS), der Napier Dagger VII und der doppelreihige Bristol - Taurus - Schieber- motor, dessen kleiner Durch- messer auffällt. Mercedes-Benz-Flugmotor DB 600, Vorderansicht. Werkbild Vom 16. Pariser Salon. Der deutsche Motorenstand, Teilansicht. Bild: Flugsport Seite 718 „FLUGSPORT" Nr. 26/1938, Bd. 30 Frankreich. Die neugegründete SNCM-Lorraine (Societ& Nationale de Construction de Moteurs), aufgebaut auf den Erfahrungen der Societe des Moteurs et Automobiles Lorraine führt sich mit 3 Motormustern ein, die direkte Weiter- entwicklungen der unsern Lesern bekannten Lorraine-Typen (s. „Flug- sport“ 1936, S. 669) darstellen. Lorraine „Sterna“ Type II, 900 PS, Zwölfzyl. V-Motor, wasser- gekühlt ist die Weiterentwicklung des bekannten „Petrel“, den wir bereits 1933 auf S. 465 besprochen haben. Hub 148 mm, Bohrung 148 mm. Nenndrehzahl 2700 U/min. Startleistung 1200 PS; Kompres- sionsverhältnis 7: Luftschrauben-Untersetzungsverhältnis 11:17; Ge- bläse 8,8. Brennstoffverbrauch 220 e/PS!h, Oelverbrauch 12 g/PS/h. Gewicht 510 kg. Dieser Motor wird in 2 Ausführungen gezeigt, eine mit Unter- setzungsgetriebe für MK eingerichtet und die andere mit interessanter Wellenfernleitung (s. nebensteh. Skizze) für den Einbau in die Kool- hoven F. K. 55. Beiderseits offene Stahllaufbuchsen, je 6 in Leichtmetallkopfblock eingeschraubt. Kopfblock mit Kurbelzehäuseoberteil verschraubt. Ven- tilsitze Stahl, Ventilführungen Bronze. Steuerung durch je 2 oben- - liegende Nockenwellen. Leichtmetallkolben mit schwimmenden Kol- benbolzen. Haupt- und angelenkte Nebenpleuel von H-Querschnitt; - Hauptpleuelkopf geteilt und mit Weißmetallagern versehen. Nebenpleuel mittels schwimmender Bronzebuchsen angelenkt. Kurbelwelle in 5 Gleit- und 2 Rollenlagern laufend. Umlaufgetriebe mit 6 Planetenstirn- rädern, Untersetzungsverhältnis 17 : 11. Kurbelgehäuse 2teilig Leicht- metall, Oberteil hochgezogen. Trockensumpfumlaufschmierung. Lorraine „Algol“ Type 120, 500 PS, 9-Zyl.-Sternmotor, luftgekühlt, entspricht dem im letzten Jahr von Lorraine gezeigten „Superalgol“, dessen Nennleistung auf 500 PS in 3000 m Höhe gesteigert worden ist. Bohrung 140 mm, Hub 150 mm, Nominaldrehzahl 2400 U/min, Lorraine „Sterna“, Typ II, 900 PS, Zwölfzyl. wassergekühlter V-Motor mit Wellenfernleitung und zwei gegenläufigen Luftschrauben. Man beachte auch nebenstehende Skizze. Bild: Flugsport Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 719 N- SIEIETTSIS Untersetzungsgelriebe — =. ES Lorraine „Sterna“, Typ III, 900 PS, Zwölfzyl. wassergekühlter V-Motor mit Wellenfernleitung u. gegenläufigen Luftschrauben. Man beachte das Verhältnis der Motorlänge zur Uebertragungslänge. Zeichnung: Flugsport Startleistung 600 PS bei 2550 U/min. Untersetzung 17 : 11, Kompres- sionsverhältnis 6, Verdichtung 8,66. Brennstoffverbrauch 265 g/PS/h, Oelverbrauch 15 g/PS/h, Gewicht 390 ke. Lorraine „Sirius“ Type 112, 1000 PS, 18-Zyl.-Viertakt-Doppel- sternmotor, der schon 1936 seine Musterprüfung bestanden hat. Dieser Motor mit seinem Hubvolumen von nahezu 46 1 steht noch in seinem ersten Entwicklungsstadium. Bohrung 140 mm, Hub 166 mm. Verdichtung 6, Länge 1,4 m, Durchmesser 1,3 m. Trockengewicht ohne Nabe 675 kg, Leistungs- gewicht 0,68 kg/PS, Hubraumleistung 21,8 PS. Kraftstoffverbrauch 270 g/PS/h, Oelverbrauch 12—15 e/PS’h, Stahlzylinder mit Leichtmetallköpfen, 2 Ventile je Zylinder ge- steuert durch Stoßstangen und Schwinghebel von je einer Nocken- scheibe vor und hinter den Zylindersternen. Gemischansaugen der Höhenlader. Planetenuntersetzungsgetriebe 17:11. Die franz. Firma Potez war mit 2 Sternmotoren üblicher Bauart, einem 8-Zyl. luftgekühlten V-Motor und einem luftgekühlten Reihenmotor mit horizontal gegen- überliegenden Zylindern, dessen Form es ohne weiteres gestattet, ihn in einem dicken Flügel unterzubringen, vertreten. Potez 3 B, 60/70 PS luftgekühlter 3-Zylindersternmotor, den die Firma schon 1934 ausgestellt hatte und den wir bei dieser Gelegen- heit besprochen haben, Potez 9 E, 240 PS luftgekühlter 9-Zyl.-Sternmotor, der in großer Serie für die französische Luftwaffe gebaut wird, zeichnet sich durch Einfachheit und Billiekeit aus. Stammt direkt von dem bekannten Po- Leistung bei 2700U/min Leistung bei 2500 Umin. Leistung bei 250 U/min. PS PS | PS 900 500 1000 I \ [4 u A \ 80 \ #0 30 — \ 800 11420 300 750 \ 380 850 700 KU I EN IN PR 800 \ 650 1 3009 750 \ 600 \ 260 Höhe in kım 700 0 ah 01293486 7 8 \ 0 12039456 78 5 Lorraine-Motoren, Leistungskurven. 600 | Von links nach rechts: Lorraine „Sterna“, Type III, 550 Höhe in km | | 900 PS, Zwölfzyl. wassergekühlter V-Motor. oo 171293456 Lorraine „Algol“, Type 120, 500 PS, Neunzyl. luftgekühlter Sternmotor. Seite 720 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 tez 9 AB, der bei Luftverkehrsgesellschaften verschiedener Staaten im Gebrauch ist und sich nur im Gebläse, der Druckumlaufschmierung der Ventile und Kipphebel und gewisser Zusatzeinrichtungen unter- scheidet. Bohrung 105 mm, Hub 125 mm, Gesamtzylinderinhalt 9,75 I, Kom- pressionsverhältnis 6. Länge 1,063 m, Durchmesser 0,995 m. Gesamt- gewicht 204 kg. Nennleistung am Boden 222 PS, Nenndrehzahl 2450 U/min, Nenn- höhe 2000 m 240 PS. Brennstoffverbrauch 250 g/PS/h, Oelverbrauch 8 e/PSIh. Potez S D, 350 PS, luftgekühlter 8-Zyl.-V-Motor mit hängenden Zylindern, dessen Hauptbestandteile mit denen des 12 D identisch sind. Hub 120 mm, Bohrung 125 mm, Gesamtinhalt 11,8 1. Kompressions- verhältnis 7,5 1. Länge 1,468 m, Breite 0,765 m, Höhe 0,773 m. Gesamt- gewicht 280 kg. Nennleistung am Boden 359 PS, Nenndrehzahl 2800 U/min. Nenn- höhe 3500 m 350 PS. Brennstoffverbrauch 260 e/PS/h, Oelverbrauch 8 e/PS/h. Zweigängiges Gebläse, Verdichtung 7,4 und 9,83. Potez 12 D, 450 PS, luftgekühlter 12-Zyl.-Reihenmotor mit hori- zontal gegenüberliegenden Zylindern. Die Entwicklung dieser Zylinder- anordnung geht zurück bis ins Jahr 1920. Auffallend ist die leichte Zu- sänglichkeit der Zusatzeinrichtungen, die trotz dieser gedrungenen Bauart beibehalten worden ist. Hub 120 mm, Bohrung 125 mm, Gesamtinhalt 17,61. Kompressions- verhältnis 6,5. Länge 1,495 m, Breite 0,945 m, Höhe 0,801 m. Gesamt- gewicht 360 ke. Nennleistung am Boden 407 PS, Nenndrehzahl 2400 U/min. Nenn- höhe 3000 m 450 PS. Startleistunge 500 PS. Brennstoffverbrauch 255 &/PS/h, Oelverbrauch 8 g/PS/h. Einf. Gebläse, Verdichtung 9. Reges Interesse fand der Stand der Hispano-Suiza die den ersten flüssiekeitsgekühlten H-Motor zeigte, der in seinen Bauelementen dem 12 Zyl. 12 Y (s. „Flugsport“ 1936, S. 654) ent- spricht. Er wird in 2 Ausführungen herausgebracht, einmal mit gegen- läufigen Luftschrauben und einmal mit einer Luftschraube. Hispano-Suiza 24 H, 2000 PS, 24 Zylind. flüssigkeitsgekühlter H- Motor. Untersetzungsverhältnis 28/55, d. h. 1220 U/min bei der Nomi- naldrehzahl 2400. Zylinderinhalt 72 1, Kompressionsverhältnis 7, Nenn- leistung 2000 PS bei 2400 U/min. Trockengewicht 995 kg (b. gegen- läufiger Luftschraube) und 980 kg bei einer Luftschraube. Verlängerte Nase, damit der Motor innerhalb des Flügels unter- gebracht werden kann. Jede Seite als Einheit vollständig mit Gebläse und sechs Vergasern (einer für je 2 Zylinder und so 3 für jede Reihe). Vier Magnete, 2 Brennstoffpumpen pro Reihe, 4 Oelpumpen, 2 Kühl- wasserpumpen. Der Motor ist noch nicht geflogen. Außerdem waren noch die beiden bekannten luftgekühlten 14-Zyl.- Doppelsternmotoren: Hispano Suiza 14 AA, 1150 PS, Bohrung 155,6 mm, Hub 170 mm, Gesamthubraum 45,2 1, Verdichtungsgrad 6,2. Länge 1,66 m, Durch- messer 1,27 m. Leistungsgewicht 0,56 kg/PS, Hubraumleist. 22,9 PS/l. Zyl.-Schäfte aus nitriertem Stahl, warm aufgeschraubte Köpfe aus Leichtmetall. Warm eingeschrumpfte Ventilsitze aus Bronze. 1 Einlaß- und Auslaßventil pro Zyl. unter 35° zur Zylinderachse geneigt; Auslaßventil Na-Füllung. Steuerung über Schwinghebel und Stoßstangen durch je eine Nockenscheibe vorn und hinten. Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 721 Geschmiedete Leichtmetallkolben mit je 3 Dichtungs- und e'nem Oelabstreifring, schwimmende Kolbenbolzen, Hauptpleuel I-Querschnitt mit Kurbelzapfenlager aus Bleibronze, angelenkte, mit Bronzebuchsen versehene Nebenpleuel. Kurbelwelle in 3 Rollenlagern laufend. Sechsteiliges Kurbelgehäuse. Zylinderaufnehmende Teile aus Stahl, übrige Teile aus Aluminium-Legieruneg. Gemischansaugender Lader mit elastischem Antrieb. Laufrad Elektron-Druckschmierung (s. „Flugsport“ 1936, S. 653): und der im Aufbau gleiche, jedoch gedrängtere Hispano Suiza 14 AB, 700 PS. Bohrung 135 mm, Hub 130 mm, (jesamthubraum 26,1 I. Verdichtung 6,2. Länge 1,52 m, Durchmesser 1,01 m. Trockengewicht ohne Nabe 495 kg, Leistungsgewicht 0,74 kg- PS, Hubraumleistung 26,8 PS/l (s. „Flugsport“ 1936, S. 653) und außerdem als Vertreter der Wasserkühlung der hinreich. bekannte Hispano Suiza 12 Y, 1000 PS, 12 Zylinder Viertakt-V-Motor (60° Zylinderwinkel). Bohrung 150 mm, Hub 170 mm, Gesamthubraum 3,01. Verdichtung 5,8. Länge 1,72 m, Breite 0,76 m, Höhe 0,94 m. Trocken- gewicht 455 kg, Leistungsgewicht 0,53 kg/PS, Hubraumleistung 23,8 PS/I (s. „Flugsport“ 1936, S. 654). An diesem Motor wurde erstmalig ein 3-Gang-Getriebe gezeigt. Versuche von Entwicklungen in neuen Richtungen haben auch in Frankreich fast ganz aufgehört. In den ersten 2 bis 3 Salons sah man oft 10 bis 20 Konstruktionen, die alle wieder verschwunden sind. Oben: Bloch-4 A-1, 95—100 PS, luftgekühlter 4-Zyl.-Reihenmotor und Bloch-6 B-1, 189—190 PS, luftgekühlter 6-Zyl.-Reihenmotor. — Unten links: Hispano Suiza 24 H, 2000 PS, flüssigkeitsgekühlter H-Motor. Seitenansicht mit in die Länge gezogener Nase. — Rechts: Rückansicht mit den beiden Gebläsen. Bilder: Flugsport Seite 723 Seite 722 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Mawen-Um'aufmotor nach Sklenar. | _ Kolben und Zylinder b rotieren mit th \ S der Kurbe'wellendrehrahl. Im feststehenden f Zylinderkopfring a Zündkerzen, c und d Ein- und Auslaßkanäle. Annan un j 7 B y Die neugegründete Mawen Motorenbaugesellschaft, die sich in der Hauptsache mit dem von dem ungarischen Ingenieur M. Sklenar ent- worfenen Umlaufmotor befaßt, zeizt Bil | \ = INS 1 einen 75- PS-7-Zylinder mit einem \\ A ai m Gesamtinhalt von 2,16 1. Nenndrehzahl \ \ { g 05 N N 3313 U/min, Höchstdrehzahl 3500 U/min. Kompressionsverhältnis | j | Sl |. IR #0“ 6,8. Gewicht 80,5 kg. Einen kleinen 5-Zyl., dessen Arbeitsweise « _® B0BBu nu aus der nebenstehenden Skizze hervorgeht und der 20 PS entwickelt, | Armstrong-Siddeley „Tiger VIII“, 845 PS, luftgekühlter 14-Zyl.-Doppelsternmotor. Antriebsschema: 1 u. 2 Luftschraubenwellenzwischenpendel, 3 Untersetzungsplanetengetriebe, 4 Ritzel, 5 Innenverzahnung, 6 Nockentrommelritzel, 7 getriebenes Rad, 8 treibendes Rad, 9 Nockengetriebedeckel, 10 hintere Kupplung, 11 Innenverzahnung treibend, 12 hinteres Antreibs- und einen 9-Zyl.nder 130 PS desselben Systems. Auch bei der französischen Motorenfirma Bloch zahnrad, 13 hinteres getriebenes Zahnrad, 14 2-Gang-Lader, 15 2-Gang-Lader-Kupplungsring, spürt man den Zug zum kleinen Reihenmotor. Sie wartet mit 2 luft- 16 2-Gang-Lader-Planetenritzel, 17 2-Gang-Lader-Innenverzahnung, 18 Getrieberad Planetenge- gekühlten Neuerscheinungen auf: Bloct-4A1, 4-Zylinderreihenmotor, triebe, 19 Antriebsrad-Lader, 20 Antriebswelle der Hilfseinrichtungen, 21 Getriebene Hochdruck- luftgekühlt, 95—100 PS, Eloch 6 B-1, 180—220 PS, 6 Zylinderreihen- luftpumpe, 22 Getriebe Niederdruckluftpumpe, 23 angetriebene Luftpumpenwelle, 24 Zwischenrad des Luftpumpengetriebes, 25 treibende Stromerzeugerwelle, 26 angetriebene Stromerzeugerwelle, 27 Kupplung, 28 Schneckenrad Hand, elektr. Starter, 29 Schneckenwelle Hand, elektr. Starter, E N d 30 Magnetantriebswelle, 31 Antrieb der Oelpumpe, 32 Antriebsräder Magnet, 33 Kupplung Magnet, ngiand. 34 Oelansaugpumpe, 35 Oeldruckpumpe, 36 zusätzliche Oelansaugpumpe, 37 Zusatzgetriebe Oel- Die engl. Firma ansaugpumpe, 38 Antriebswelle für Kraftstoffpumpe. Armstrong-Siddeley hatte ursprünglich nur ihren Tiger VIII und Cheetah X angekündigt, deren Benennung seit Jahren dieselbe ist, die aber stets auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht worden sind. Wir haben motor, luftgekühlt, bei denen die Art der Zylinderaufhängung auffällt. 2800 und 3300 U/min, Luftschraubenuntersetzung 0,444/1. Weitere Kenndaten geheim. Auffallend ist der kleine Durchmesser. Außerdem war die Firma mit ihrem alliährlichen Aufgebot ver- treten den „Cheetah“ und den „Tiger“ 1936 auf S. 572/573 besprochen. Bristol Hercules“. 1150 PS. 14-Z 7; » ! »» ; » , , -Zy].-Viertakt-Doppelsternmotor Armstrong-Siddeley „Cheetah“ X, 380 PS, 7 Zyl., 4-Takt-Stern- mit Schiebersteuerung. Bohrung 146 mm, Hub 165 mm, Gesamthub- motor, luftgekühlt. Armstrong - Siddeley „Tiger“ VII, 850 PS, 14 Zyl. luftgekühlter 4-Takt-Doppelsternmotor. Bohrung 139,7 mm, Hub 152,4 mm, Gesamt- hubraum 32,7 1. Verdichtung 6,2, Länge 089 mm, Durchmesser 1,29 m. Gewicht 585 kg. Ausgerüstet mit 2-Gang-Gebläse, auf das wir an anderer Stelle näher eingehen. Untersetzungsgetriebe 0,594:1. Claudel Mobson Vergaser mit automatischer Druck- und Mischungskontrolle. Man beachte das nebenstehende Kraftübertragungsschema dieser Baureihe. Die Ueberraschung auf diesem Stand war daher der neue Arm- strong-Siddeley „Cheetah“ XI, 435 PS. Er unterscheidet sich von seinem oben angeführten Vorgänger durch ein anderes Verhältnis von Bohrung zum Hub (133 3/139,7 bei Baureihe X) 139,7/127.3, so daß ein kleinerer Durchmesser erreicht wurde. Weitere Kenndaten noch geheim. Die englische Motorenfabrik Bristol steht mit ihrem neuen 14-Zyl.-Doppelreihenschiebermotor im Brenn- punkt des Interesses. Der Bristol „Taurus“, 1075 PS, Sternmotor mit einem Durchmesser von nur 1,17 m, entspricht in seinen Grundele- menten dem „Hercules“. Die Kurbelwellendrehzahl schwankt zwischen Bristol „Taurus“, 1075 PS, 14-Zyl.-Doppelstern-Schiebermotor auf dem Bristol- Stand in Paris. Man beachte den oben herausstehenden Luftansaugschacht. Bild: Flugsport Seite 724 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 raum 38,7 1, Länge 1,35 m, Durchmesser 1,32 m (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 671). Bristol „Pegasus“ XVII/XVIM, 800/875 PS, 9-Zyl.-Viertakt-Stern- motor, luftgekühlt. Bohrung 146 mm, Hub 1905 mm, Gesamthubraum 28,7 1, Durchmesser 1,36 m. Gewicht 510/505 kg (s. a. „Flugsport“ 1934, S. 323). Bristol „Aquila“, 455 PS, 9-Zyl.-Viertakt-Sternmotor, luitgekühlt mit Schiebersteuerung. Bohrung 127 mm, Hub 137 mm. Gesamthub- raum 15,6 1, Durchmesser 1,17 m. Gewicht 345 kg (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 672). Bristol „Perseus“, 745 PS, 9-Zyl.-Viertakt-Sternmotor, luftgekühlt mit Schiebersteuerung. Bohrung 146 mm, Hub 165 mm, Gesamthub- raum 24,8 1, Durchmesser 1,32 m, Gewicht 465 kg. Detaillierte Angaben über Bauweise waren nur von dem bekannten „Pegasus“ erhältlich, den wir 1933 auf S. 533 und 1934 auf S. 538 besprochen haben. Die englische Motorenfirma Napier stellte den Napier „Rapier“, Ser. VI, 370 PS luftgekühlten A- Motor aus, den wir in der Vorschaunummer beschrieben haben und den in- zwischen freigegebenen Napier „Dagger“ VII, 900 PS, 24 Zyl. luftgekühlten H-Motor, der seinem wassergekühlten Bruder von Hispano Suiza noch etwas über- legen ist, da dieser doch schon seit 1934 in der Entwicklung steht. Bohrung 96,3 mm, Hub 95,3 mm, Gesamthubraum 16,8 1. Länge 1,378 m, Breite 680 mm, Höhe 1,215 m. Verdichtung 7,5. Unter- setzungsgetriebe 0,308 :1. Drehsinn der Luftschraube in Flugrichtung gesehen entgegen dem Uhrzeiger. Nennleistung 890/925 PS bei 4000 U/min in 2750 m Höhe. Höchst- leistung 1000 PS bei 4200 U/min in 2660 m Höhe. Startleistung 955 PS bei 4200 U/min. Wirtschaftlichste Dauerleistung bei 3500 U/min und 0,017 kg/cm? Ueberdruck. Brennstoffverbrauch bei max. Dauerleistung in 296 V/h, bei max. Startleistung 630 I/h, bei max. Steigleistung 500 I/h. Oelverbrauch bei max. Dauerleistung 4,55—8,2 Ih, bei max. Steigleistung 94 Ih. Luftschraubenwelle zweimal gelagert, Rollenlager unmittelbar vor dem Untersetzungsgetriebe und je 1 Kugel- und Rollenlager im Vor- derteil der Nabe. Oelzufuhr für die Verstellschraube durch die Wellen- mitte. Untersetzung im Einsatz gehärtetes Stirnradgetriebe. Oben- liegende Nockenwelle für jede der vier Reihen. Ventilmecha- nismus jeder Reihe vollständig im Nockengehäuse. Zweistu- ficer Vergaser unter dem Ge- bläse, vollautomatisch. Düsen und Drosselventile ölbeheizt. Bemerkenswert ist. daß der Motor trotz Anordnung weiterer Geräte wie bei frü- heren Ausführungen und einem erößeren Gebläse um 5 cm kürzer geworden ist. _ Napier „Dagger“ VIII, 900/1000 PS, luftzekühlter 24-Zyl.-H-Motor. Man beachte die gedrängte Bauart. Bild: Flugsport Nr. 26/1938, Bd.30 „FLUGSPORT“ u.S. A. Die amerikanische Motorenindustrie ist diesmal mit 4 Vertretern beteiligt. Seite 725 Pratt u. Whitney zeigt seinen Twin Wasp Junior, 800 PS, 14 Zyl. 4-Takt-Doppelsternmotor, der grundsätzlich denselben Aufbau hat wie der Twin Wasp, iedoch mit kleineren Abmessungen. Bohrung 131,5 mm, Hub 131,5 mm, Gesamtinhalt 25 1, Verdich- tung 6,75. Länge 1,39 m, Durchmesser 1,14 m. Gewicht ohne Zubehör 503 kz — und einen viel beachteten Längsschnitt durch den Twin Wasp R-1830 SIC-G, 1200 PS, 14 Zyl., luftgekühlter Vier- takt-Doppelsternmotor. Die Startleistung wurde von 1000 auf 1200 PS, die Steigleistung von 900 auf 1050 PS und die Normalleistung von 625 auf 700 PS erhöht (100-Oktan Brennstoff). Bohrung 139,5 mm, Hub 139,5 mm, Gesamtinhalt 30 I. Kompres- sionsverhältnis 6,7. Verdichtung 7,15. Untersetzungsverhältnis 0,5, 0,5625 oder 0,666. Durchmesser 1,218 m, Länge 1,505 m. Gewicht bei 0,5 Untersetzung 648 kg, bei 0,5625 Untersetzung 650 kg und bei 0,666 Untersetzung 637 kg. Startleistung 1215 PS, Steigleistung 1065 PS, Dauerleistung 710 PS in 4145 m Höhe. Brennstoffverbrauch bei Dauer- leistung 215 g/PS/h. Man beachte die beiden nebenstehenden Abbil- Pratt & Whitney „Twin Wasp“. Anordnung der Kühlluftführungsbleche, die mittels Spannring befestigt werden. Wird für alle Pratt & Whitney-Doppel- reihenmotoren verwendet. Werkbild I/Psh N Pratt & Whitney „Twin Wasp“-R-1830 SIC-G, 2+0 N | 1200 PS, 14-Zyl.-Doppel- sternmotor. Verbrauchs- kurven in 0 m Höhe. NE Zeichnung: Flugsport 1 | 2,20 N ST % | << e9-t% so SoN c N No > Is 85 N | | N | N NS I Rs nu I 2 DI > I { u: “ = Pratt & Whitney „Iwin Wasp“. Oelum- 180 Leistung in PS laufsschema f. d. Ventilatormechanismus. 400 500 600 700 Seite 726 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 Links: Pratt & Whitney „Twin Wasp“ Junior, 800 PS, 14-Zyl.-Doppelsternmotor. luftgekühlt. Rechts: Pratt & Whitney „Twin Wasp“ R-1830 SIC-G, 1200 PS, 14-Zyl.-Doppel- sternmotor, luftgekühlt. Werkbild dungen der Führungsbleche für die Kühlluft und des Schemas der Ventilumlaufschmierung. Im Hotel Claridge in Paris hatte die amerik. Firma Fairchild ihren 6-Zyl. Reihenmotor, der in seiner geschlossenen Form einen guten Eindruck machte, ausgestellt. Fairchild Modell Ranger 6—410 B. 165 PS, 6-Zyl. luftgekühlter Reihenmotor mit hängenden Zylindern. Gewicht 130 kg. | Wright Aeronautical Corporation ist mit dem luftgekühlten Neunzylinder-Sternmotor Wright „Cyclone“ G. 102-A, 913 PS, vertreten (Typenbeschreibung s. „Flugsport“ 1936, S. 674). Ausgerüstet mit dem nicht-vereisenden Chandler-Groves-Ver- gaser, den wir an anderer Stelle besprechen und Lycoming mit einem mittleren Stern- und einem kleinen Reihenmotor. Lycoming 50 PS, 4 Zyl. Reihenmotor für Leichtilugzeuge mit gegenüberliegenden Zylindern. Lycoming R-580-D 6, 260/300 PS, 9 Zyl. Sternmotor. . Bohrung 117 x . mm, Hub 115 ä .. zes 2 mm, Kom- pressionsver- hältnis 6,5, Länge 950 mm, Dwurch- messer 1120 mm. Fairchild Ranger, Modell 6-410B, 165 PS, 6-Zyl. luftgekühlter Reihenmotor mit hängenden Zylindern. Werkbild Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 727 Tschechoslowakei. Die Prager Firma ihr] Walter bietet wie alljährlich eine zusammenhängende Uebersicht i ätie- keit. Die Motorenreihe Walter des Programms 1939 a ausgestellt und umfaßt die [ypen: Walier Mikron 4 II, 60,62 PS, Vierzylinderreihenmotor mit hän- genden Zylindern, luftgekühlt. Bohrung 96 mm, Hub 88 mm, Gesamt- zylinderinhalt 2.33 1. Nennlei.tung in Bodennähe 60 PS bei 2600 Ulmin, Höchstleistung in Bodennähe 62 PS bei 2800 U/min. Brennstoff Oktan 73. Gewicht 60 kg (s. a. Kurznotiz auf S. 448, 1937). Walter Minor 4 I, 55/35 PS, Vierzylinderreihenmotor, mit hängen- den Zylindern, luftgekühlt, Bohrung 105 mm, Hub 115 mm. Gesamt- zylinderinhalt 3,95 1. Nennleistung in Bodennähe 85 PS bei 2260 Ujmin, Hochstleistung in Bodennahe $5 PS bei 2550 U/min. Brennstoff Oktan 68. Gewicht 46 kg (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 307). Walter Maior 4 I, 120/130 PS, Vierzylinderreihenmotor mit hän- genden Zylindern, luftgekühlt. Bohrung 118 mm, Hub 140 mm, Gesamt- zylinderinhalt 6,12 1. Nennleistung in Bodennähe 120 PS bei 2100 U- min. Höchstleistung in Bodennähe 130 PS bei 2350 U/min. Brennstoff Oktan 73. Gewicht 142 kg (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 307). Walter Minor 6 I, 140/155 PS, Sechszylinderreihenmotor mit hän- senden Zylindern, luftgekühlt. Bohrung 105, Hub 115 mm, Gesamt- zylinderinhalt 5,97 1. Nennleistung in Bodennähe 140 PS bei 2300 Uim.n. Höchstleistung in Bodenn«he 155 PS bei 2600 U/min. Brenn- Son aan 77. Gewicht 148 kg (Typenbeschreibung „Flugsport“ 1938, . 369). Walter Major 6 I, 190/205 PS, Sechszylinderreihenmotor mit hän- genden Zylindern, luftgekühlt. Bohrung 118 mm, Hub 140 mm, Gesamt- zylinderinhalt 9,19 1. Nennleistung in Bodennähe 190 PS bei 2100 U- min. Höchstleistung in Bodennähe 205 PS bei 2350 U/min. Brennstofi Oktan 73. Gewicht 181 kg (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 307). Walter Minor 12 I-MR, 350/390 PS, Zwölfzylinder-Doppelreihen- motor in V-Form mit hängenden Zylindern mit Kompressor und Unter- setzungsgetriebe. Bohrung 105 mm, Hub 115 mm. Gesamtzylinder- inhalt 11 95 1. Nennleistung in Bodennähe 330 PS bei 2600 U/min, Start- leistung 370 PS, Nennleistung in Nennleistungshöhe 1500 m 350 PS bei Links: Walter „Scolar“ I, 160/180 PS, Neunzylindersternmotor. Gesamtzylinder- . inhalt 7,8 1. Motorgewicht 165 kg. Rechts: „Minor“ 12 I-MR, 350/390 PS, Zwölfzylinderreihenmotor in V-Form mit hängenden Zylindern, mit Untersetzungsgetriebe und Gebläse für mittlere Höhen. Gesamtzylinderinhalt 11,95 I. Gewicht 325 ke. Werkbild Seite 728 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 2600 U/min, Höchstleistung in 2000 m Höhe 390 PS bei 3000 U/min. Brennstoff Oktan 85. Gewicht 325 ke. Verdichtungsverhältnis 6, Luftschraubenuntersetzung 3 :2:; Nor- malumdrehungszahl des Motors 2600 U/min, max. 3000 U/min. Brenn- stofiverbrauch 265—275 g/PS/h. Dieser Motor wurde kurz vor der Ausstellung homologiert. Walter Sagitta I-MR, 550/560 PS, Zwölizylinder-Doppelreihen- motor mit hängenden Zylindern in V-Anordnung mit Kompressor und Untersetzungsgetriebe. Bohrung 118 mm, Hub 140 mm, Gesamthub- volumen 18,37 1, Nennleistung in Bodennähe 500 PS bei 2500 U/min, Höchstleistung in 1750 m Höhe 600 PS bei 2500 U/min. Brennstoff Oktan 85. Gewicht 385 ke. Verdichtungsverhältnis 6,25, Luftschraubenuntersetzung 1: 1 bzw. 3:2, Nominalumdrehungszahl des Motors 2500 U/min. Höchste Dauer- leistung in 2600 m Höhe 470 PS. Brennstoffverbrauch 260—280 e/PS/h. Den Vorgänger dieses Motors, der den V-Motoren von Salmson und Renault stark ähnelt, haben wir 1936, S. 674, besprochen. Eine Reihe Militärflugzeuge ist mit diesem Motor ausgerüstet. Angaben nicht erhältlich. Walter Castor II, 300/370 PS, Siebenzylindersternmotor luftge- kühlt. Bohrung 135 mm, Hub 170 mm, Gesamtzylinderinhalt 171 (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 308). Walter Gemma I, 150/153 PS, Neunzylindersternmotor luftgekühlt. Bohrung 105 mm, Hub 120 mm, Gesamtzylinderinhalt 9,35 I. Nenn- leistung in Bodennähe 150 PS bei 1785 U/min. Höchstleistung in Bodennähe 153 PS bei 1850 U/min. Brennstoff Oktan 68. Gewicht 163 kg (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 308). Walter Scolar I, 160/180 PS, Neunzylindersternmotor, luftgekühlt. Bohrung 105 mm, Hub 100 mm, Gesamthubvolumen 7,81. N ennleistung. in Bodennähe 160 PS bei 2200 Ulmin. Brennstoff Oktan 73. Gewicht 5 kg. Verdichtungsverhältnis 5,4, kein Luftschraubenuntersetzungs- getriebe, Nominalumdrehungszahl des Motors 2200 U/min. Brennstoff- verbrauch 250/260 e/PSIh. Der Scolar wurde erst vor kurzer Zeit homologiert. Walter Bora II, 210/225 PS, Neunzylindersternmotor, luftgekühlt. Bohrung 105 mm, Hub 120 mm, Gesamtzylinderinhalt 9,35 I. Nenn- leistung in Bodennähe 225 PS bei 2500 U/min. Brennstoff Oktan 75. Gewicht 170 kg. Walter Bora II-R, 230/245 PS, Neunzylindersternmotor, luft- gekühlt. Bohrung 105 mm, Hub 120 mm, Gesamtzylinderinhalt 9,35 1. Walter Polux II, 340/450 PS, Neunzylindersternmotor, luftgekühlt. Bohrung 135 mm, Hub 170 mm, Gesamtzylinderinhalt 21,9 1. Nenn- leistung in Bodennähe 340 PS bei 1800 U/min, Höchstleistung in Boden- nähe 450 PS bei 2000 U/min. Brennstoff Oktan 80. Gewicht 318 kg (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 308). Walter Super-Castor I-MR, 430/450 PS, Neunzylindersternmotor luftgekühlt, mit Kompressor und Untersetzungsgetriebe. Bohrung 135 . mm, Hub 146 mm, Gesamtzylinderinhalt 18,8 1. Nennleistung in Boden- n:he 400 PS bei 2200 U/min, Startleistung 460 PS, Nennleistung in 1800 m Höhe 430 PS bei 2200 U/min. Höchstleistung in 2000 m Höhe 450 PS bei 2400 U/min. Brennstoff Oktan 85. Gewicht 360 ke (s. a. „Flugsport“ 1936, S. 309). Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT"“ Seite 729 Inland. Stapellauf des ersten deutschen Flugzeugträgers erfolgte in Anwesenheit des Führers sowie im Beisein des General- feldmarschalls Göring, des Generaladmirals Raeder und weiterer her- vorragender Persönlichkeiten der Wehrmacht, insbesondere der Kriegsmarine und der Luftwaffe, des Staates und der Partei, am 8. 12. 13.15 Uhr. Das Schiff wurde nach der Weiherede des Generalfeld- marschalls Göring von Gräfin Hella von Brandenstein-Zeppelin, der Tochter des Grafen Zeppelin, auf den Namen „Graf Zeppelin“ getauft. (ieneralfeldmarschall Hermann Göring hielt folgende Taufrede: Mein Führer! Der Stapellauf des ersten Flugzeugträgers unserer Kriegsmarine gewinnt durch Ihre Anwesenheit, mein Führer, besondere Bedeutung. Die stolze deutsche Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft ist Ihr Werk, dem Ihre stete Sorge gilt! Mit stahlharter Entschlossenheit haben Sie dem Reich ein Schwert geschmiedet, das, wie die jüngste Vergangenheit lehrt, stark genug ist, um dem Reich inmitten einer unruhigen zerklüfteten Welt die unabdingbaren Lebensrechte des deutschen Volkes und den Frieden zu wahren. Ihr Wille allein stellt der Nation die Aufgabe. Kein Volksgenosse, der heute nicht bereit ist, solcher Auf- gabe zu dienen! Denn die weltbewegenden Ereignisse dieses Jahres sind allen unauslöschliches Erlebnis, Erlebnis und Mahnung zugleich. Ergriffen stehen wir vor der überwältigenden Größe Ihrer Taten, deren unsterblicher Ruhm Jahır- hunderte überstrahlen wird. Ihnen danken aber wollen wir nicht mit Worten, sondern allein durch erhöhten Einsatz und treue Gefolgschaft. Diese Ueberzeugung bestimmt unseren Lebensinhalt für alle Zukunft. Vom Stapellauf des ersten deutschen Flugzeugträgers in Anwesenheit des Führers in Kiel. Unten: Der Flugzeugträger nach dem Stapellauf. Weltbild (2) Seite 730 „FLUGSPORT"“ Nr. 26/1938, Bd. 30 Das stolze Schiff, das hier festgefügt und stark emporragt, ist Sinnbild deutscher Kraft und Ausdruck eines Strebens zu höchster Leistung, das alle beseelt, die es ersannen und erbauten. Als monatelang eine Flut von Verleum- dungen an die deutschen Grenzen brandete, als verantwortungslose Hetze eine gefährliche Kriegspsychose erzeugte, wurde hier in dieser Werkstatt mit Fleiß und doppeltem Eifer gearbeitet in dem untrüglichen Bewußtsein, daß unser Volk solcher Verteidigungswaffen bedarf, um sich zu behaupten. Hier in den Hafen- städten, wo der Blick auf die weite See gerichtet ist, weiß jeder, wie notwendig der Schutz der deutschen Küste ist, und nirgends erkennt man klarer, daß Handel und Schiffahrt nur gedeihen, wenn sie von der Kraft der Nation gestützt und getragen werden. Die Meere stehen nur dem Starken offen. Das Schiff, dieser gigantische Rumpf aus Eisen und Stahl, entstand dank der Zusammenarbeit von Technikern und Arbeitern verschiedener Vorbildung und mannigfaltiger Fähigkeiten. Der Gemeinschaftsgeist, in dem es geschaffen wurde, lebt auch im Werke selbst. Sein späterer Einsatz in die Front der Reichsvertei- digung erfordert ebenfalls gewissenhaftes Zusammenwirken vieler deutscher Männer. Ein Flugzeugträger vereinigt die Kampfkraft der Kriegsmarine mit der der Luftwaffe. Seeoffizier und Flieger, Schiffsbesatzung und Mannschaft der Flug- zeuge — sie sind in täglichem Dienst aufeinander angewiesen. Nur gemeinsam können sie die dauernde Gemeinschaft des Schiffes sichern und, wenn der Führer ruft, den Erfolg des Einsatzes gewährleisten. Darum müssen auch auf diesem Schiff vorbildlich die Grundtugenden des Soldaten herrschen. Kameradschaft soll alle eng miteinander verbinden, in treuer und gewissenhafter Pflichterfüllung darf keiner zurückstehen. Opferbereit ein jeder bis zum letzten Atemzug! Alle, die ihr hinfort das Glück haben werdet, auf diesem ersten deutschen Flugzeugträger Dienst zu tun, ehret die Flagge, die als herrliches Symbol des deutschen Auf- stieges über dem Schiffe weht. Folgt dem Führer in blindem Gehorsam und unerschütterlichkem G'auben an seine historische Sendung und an die ewige Zukunft unseres großen Volkes. Zeigt euch ruhmreicher Tradition würdig; sie verpflichtet. Ich erinnere daran, daß heute vor 24 Jahren ein deutsches Geschwader vor den Falklandinse!n nach heldenmütigem Kampfe gegen einen weit überlegenen Gegner mit wehender Flagge unterging. Und ich erinnere an die heldenhaften Kriegsfahrten unserer Luftschiffe und besonders an die bei den letzten Angriffen gebliebenen Helden. Traditionsbewußtsein ist eine Quelle starker Kraft. Darum sollst du, stolzes Schiff, auch traditionsgebunden sein. Du sollst den Namen eines Mannes tragen, dessen Leben in großen klaren Linien vor uns liegt. Er war ein guter Deutscher und ein unerschrockener Soldat. Als Verfechter einer Idee, als Erfinder und Konstrukteur hat er sich jahrelang gegen Mißtrauen und Unverstand durchsetzen müssen. Kein Rückschlag und keine Enttäuschung konnte seinen Mut brechen. Das Lebenswerk dieses leidenschaftlichen Kämpfers galt der Eroberung des Luftraumes, galt deutscher Größe. Seine Sorge galt bis zum letzten Atemzuge dem Vaterlande. Der erste deutsche Flugzeugträger soll auf Befehl des Führers „Graf Zeppelin“ heißen. Der Name birgt ein heiliges Vermächtnis. Fahre stets glücklich, deutsches Schiff, sei ein Hort kühnen Fliegergeistes und zäher Seemannsart und mehre Macht und Ansehen des Reiches. In dieser Stunde dankt das deutsche Vo!'k mit heißem Herzen dem Manne, dem wir das verdanken. dem Manne, der die Wehrkraft Deutschlands schuf, unserem heiß- geliebten Führer und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Heinrich Noerihen, Flugkapt., Hannover, 34 Jahre alt, seit 1927 bei der Luft- hansa, hat seinen einmillionsten Flurkilometer zurückgelest. Was gibt es sonst Neues? Pariser Salon, Besuch am 4. Dez. 50 000. Generalltn. Friedrich Christiansen, Korpsführer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, beging am 12. 12. seinen 59. Geburtstag. NSFK.-Gruppe 11 ab 1. Januar 1939 nach Frankfurt a. M., Fellnerstr. 5. Ausland. Dublin Flughafen 5% Meilen vom Zentrum der Stadt an der Hauptstraße nach Belfast, soll gebaut und in einem Jahr eröffnet werden. Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 731 Savoia-Dreimotor-Bomber mit Piaggio-Motoren flog am 4.12. über 2000 km mit 2000 kz Belastung 4.8811 km/h. Hiermit wurden folgende Höchstleistungen erreicht: über 2000 km ohne Bel., über 2000 km mit 500 kg Bel., über 2000 km mit 100) kg Bel., über 2000 km mit 2000 kg Bel. und über 1000 km mit 2000 kg Flugzeugführer Ltn. Col. Angelo Tonti und Marschall Pontonutti. Das neue Sa- voia-Flugzeug ist eine Weiterentwicklung des Savoia Marchetti SM 79. Motoren Piaggio P.XI von ie 1000 PS mit Untersetzungsgetriebe und Verstellschrauben. Die vier erstgenannten Höchstleistungen wurden bisher von Frankreich mit einem „Amiot 370“ mit 437,025 km/h gehalten. S.N.C.M. (Societ&e Nationale de Construction de Moteurs) die „Syndikali- sation‘ der Lorraine-Motoren hat ihren Motorenversuchsstand seit Oktober 1937 auf den 2100 m hohen „Mont Lachat“ verlegt. USA.-Ausiuhr von für den Export zugelassenen Flugzeugen und Zubehör betrug im Monat Oktober 7126 000 $. Ch.poli, Armando, Fliegerhauptmann, Instrukteur der Luftwaffe in Salvador, stürzte bei einem Probeflug über dem Flugplatz Ilopango aus 10 m Höhe töd- lich ab. Schulilugzeug, Lockheed, für Ausbildung der Besatzung, der Niederländ. Luftfahrtgesellschaft KLM geriet bei einem Probeflug in Brand. Die vier Insassen kamen ums Leben. Fluggäste waren nicht an Bord. Los Angeles New York, 4900 km, durchflog im Kleinflugzeug, Aeronca mit 50-PS-Continental-Motor, Johnny Jones in 30 h 49 min am 1.12. Curtiss Jagdilugzeug XP-40 macht zur Zeit Flugversuche. Ganzmetall. Mittel- decker, nur Leitwerk Leinwand bespannt. Fahrwerk und Schwanzrad hochzieh- bar. Motor Air Corps Typ Allison, flüssig gekühlt, V-Form. Propeller constant speed. Zwei fest eingebaute gesteuerte MGs. Führerraum Heizung, Sauerstoffgerät. Ebro-Front vom 25.7 bis 16.11. nach einem im „Aeroplane‘ veröffentlichten Bericht von General Franco, folgende Flugzeuge abgeschossen: Rata, russischer Boeing-Typ, 139 gewiß und 66 wahrscheinlich; Curtiss-Doppeldecker 77 gewiß, 15 wahrscheinlich (Curtiss-Typ verlassen, daher die niedrige Zahl); Delfine, Er- zeugerfirma unbekannt, 3 gewiß, einer wahrscheinlich; Natacha (aufgegebener Typ) einer gewiß; Martin-Bomber mit Hispano Suiza, in Rußland gebaut, 17 ge- wiß, 6 wahrscheinlich; Typ nicht feststellbar, 5 gewiß, 3 wahrscheinlich. Gesamt- erzebnis: 242 gewiß und 94 wahrscheinlich. Verkehrsilugzeug der Compan:ia Mexican Aviaco, Tochtergesellschaft der Panamerican Airways, stieß am 2. 12. gegen Berg Penon und stürzte in der Nähe von Balbuena, dem Flugplatz der Stadt Mexiko ab, wobei 8 Insassen ums Lehen kamen. „Condor“-Flugzeug D-ACON, Landmaschine, mußte am 5.12. während eines Abstecherfluges von Tokio nach den Philippinen vor Erreichung des Zieles in der Empfang der Rekordflieser Berlin—Tokio des „Condor“ D-ACON auf dem Flug- hafen in Tokio, wo sie von Vertretern des japan. Verkehrsministeriums und einer großen Volksmenge begrüßt werden. Weltbild Seite 732 „FLUGSPORT"“ Nr. 26/1938, Bd. 30 Bucht von Manila infolge Benzinrohrbruches notlanden. Der Führer des Flug- zeuges setzte die Maschine mit eingezogenem Fahrwerk in geschickter Weise, da andere Landemöglichkeiten nicht vorhanden waren, 200 m von der Küste entfernt bei Rosario Point in das flache Wasser, von wo die Besatzung an Land geholt wurde. Alle Mitglieder der „Condor“-Besatzung blieben unversehrt und wurden im deutschen Konsulat untergebracht. 5 deutsche Focke-Wulf „Condor“ nach Japan sind, wie der Präsident der Japanese Aviation Company, Takao Saito, mitteilte, bestellt worden. Es ist dies der gleiche Typ des „Condor“, der den Rekordfilug von Berlin nach Tokio ausführte. Die Maschinen sollen auf der Flugstrecke Tokio—Hsinking—Shanghai— Taihoko (Formosa) eingesetzt werden. Das Kapital der Japanese Aviation Company ist von 25,5 Millionen Yen auf 100 Millionen erhöht worden. Luithansa-Postflugzeug D-AMAJ „v. Röh“ meldete kurz nach dem Start in Bathurst, von wo es mit 100000 Briefen aus Amerika über Las Palmas, Lissabon und Marseille nach Deutschland unterwegs war, dem im Gambia-Fluß liegenden Flugsicherungsschiff „Ostmark“ der Lufthansa, es habe ein offensichtlich in Seenot befindliches Fischerfahrzeug gesichtet, welches Hilfe benötige. Hierauf setzte sich die „Ostmark“ in Fahrt und erreichte kurz nach Mittag auf 14 Grad 10 Minuten und 17 Grad 11 Minuten die Schiffbrüchigen, 5 Fischer aus Dakar, die sich ohne Wasser und Lebensmittel in einem sinkenden Segler in höchster Gefahr befanden und in völlig erschöpftem Zustande gerade noch rechtzeitig an Bord gsenommzn werden konnten. Segelflug 50 Std. 15 Min. segelten NSFK.-Obertruppführer August Bödecker und NSFK.-Truppführer Karlheinz Zander auf Doppelsitzer „Kranich“ unter der Kon- trolle von zwei Sportzeugen in Rossitten. Start 9. 12., 10.45 Uhr, Landung 11. 12., 13 Uhr. Winde Südost wechselnd zwischen 15 und 30 m/sec. Mondscheinbeleuch- tung blieb wegen der starken Bewölkung aus. Flughöhe 100 bis 300 m. Die 7 km lange Pendelstrecke war mit Windlaternen, die oft ausgingen, markiert. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, daß bei der kurzen Tageszeit jetzt im Dezember von den 50 Flugstunden 30 im Dunkeln zurückgelegt werden mußten. Mitgenommene Getränke in Wärmeflaschen, Schokolade und Brötchen waren bereits am Samstagnachmittag zu Ende. ‘Trotzdem hielt die Besatzung noch 20 Std. aus. Die beiden Piloten lösten sich an der Doppelsteuerung von Zeit zu Zeit ab. Die am Sonntag beabsichtigte Landung, welche glatt erfolgte, war 50-Std.-Segelflug. Die Dauerflieger August Bödecker und Karlheinz Zander. . Bild: Goetze Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT" Seite 733 einige Zeit vorher von dem Piloten durch Zeichen bekanntgegeben worden. Der Flug hatte sich bald herumgesprochen. Sogar der Kommandierende General des Luftwaffenkommandos Ostpreußen, Generalleutnant Keller, selbst Segelflieger, und NSFK.-Gruppenführer in Königsberg, Oppermann, waren herbeigeeilt und be- ‘glückwünschten als erste die gelandeten Segelflieger. USA Nat. Segelilugwettbewerb 1939 findet vom 24.6. bis 9.7. in Elmira statt. Vor Beginn des Wettbewerbes Uebungsfliegen der weniger Fortgeschrittenen bis zur „C“. Wettbewerb in zwei Klassen tür Inhaber der „C“ und der „Silber-C“. Bewertung nach Punkten wie im letzten Jahr. Akad. Gruppe Los Angeles hat ein Segelflugzeug mit Rumpf in geodetischer Bauweise als Versuchsarbeit für ein Metallsegelflugzeug in Arbeit. Ersparnis an Material betrug % gegenüber eines gewöhnlichen Rumpfes. Geodetische Bauweise im Prinzip von Ursinus 1910 vorgeschlagen. Vgl. die Skizze, Flugsport 1910 vom 4.5., Seite 256, Abbildung 15. I) Astra (Chubut), den 30. November 1938. Sehr geehrter Herr Ursinus! Vom äußersten Süden Argentiniens, von Patagonien, Comodore Rivadavia, flattert dieser Brief auf Ihren Schreibtisch, der Ihnen Kunde geben soll von einer kleinen Gruppe deutscher Segelflieger, die hier im Ausland unseren Sport seit einiren Jahren in zäher Arbeit vertritt. Ehe wir auf den eigentlichen Grund dieses Briefes zu sprechen kommen, werden einige erklärende Worte nötig sein. Vor sechs Jahren brachten einige Argentinier den ersten Schulapparat, einen „Kassel 12 A“, nach Com. Rivadavia. Da sie sich damit begnügten, Sprünge von 10—20 m im Autoschlepp zu machen, schlief die Sache wieder ein, bis der erste Deutsche, Franz Allesch, sich des Flugzeuges annahm. Der Club wurde im Jahre 1933 gegründet und mit dem Namen „Condor“ benannt. Mit ganz geringen Aus- nahmen bestand er von Anfang an nur aus deutschen Mitgliedern. Leider setzie der Cıub sich aus jungen Leuten zusammen, die als kleine Angestellte der hie- sicen Kompagnie Astra, Handwerker und Arbeiter, alles mehr als zahlungskräftig waren. Es gelang uns zwar mit großen Opfern, den Schulapparat zu bezahlen und auch einen zweiten, Typ „Hol’s der Teufel“, zu bauen, es gelang uns aber nicht, zu einem Leistungsapparat zu kommen, da die Anschaffungskosten die finanzielle Kraft des Clubs und seiner Mitglieder überschritten. Dank der Hilfe mehrerer einsichtiger deutscher Männer, die für den Segelflug noch ein Herz hatten, ist es nun gelungen, die Mittel für einen „Rhönbussard“ zu erhalten. Jetzt steht er Ju 86 im japanischen Luftverkehr im Betrieb bei der Manshou Aviation Co. Im Bild eine der ersten fünf Maschinen in Mukden. Hoheitsabzeichen im Seiten- ruder von oben nach unten rot, blau, weiß, schwarz. Unter dem Flügel Ringe von außen gelb, schwarz, weiß, blau, rot. Archiv Flugsport Seite 734 „FLUGSPORT“ Nr. 26/1938, Bd. 30 Vom Sabena-Luftverkehr in Belgisch-Kongo. Die Abb. zeigt eine Junkers Ju 52 der Sabena in Kabalo. Flugplatzeinrichtung besteht aus einer grünen Wiese mit Busch und einigen Betriebsstoffkanistern. Privatflugzeuge, wenn sie nicht von auswärts kommen, gibt es nicht. vor uns. Wir hatten einstimmig beschlossen, diesen „Rhönbussard‘“‘ auf den Namen des Mannes zu taufen, dem wir unseren Sport und seine Entwicklung in erster Linie zu danken haben; und so wurde dann das großzügige Geschenk un- serer Heimat auf den Namen „Ursinus“ getauft. Wir sind uns vollkommen klar darüber, daß wir erst hätten um Ihr Einverständnis bitten müssen. Da aber ein Brief von hier nach Europa und zurück zu lange Zeit braucht, haben wir Ihr Einverständnis vorausgesetzt und bitten Sie, nun diese Eigenmächtigkeit zu ent- schuldigen. Nehmen Sie bitte diese Namenwahl als Zeichen unserer Dankbarkeit an Sie, dem wir die Entwicklung unseres geliebten Sports zu danken haben, und erteilen Sie uns Ihre Einwilligung nachträglich. Wir werden uns bemühen, dem Namen „Ursinus“ Ehre zu machen. Heil Hitler! „Condor“ Aero Club de Planeadores ez.: Carl Georg Brinke, Sekretär. Mateo Ebert, Vorsitz. Luft- Post. Bezugskraftstoff wird auf Grund seiner immer gleichbleibenden Figenschaf- ten zur Kennzeichnung der motorischen Brauchbarkeit anderer Kraftstoffe ver- Nr. 26/1938, Bd. 30 „FLUGSPORT“ Seite 755 Leben und Sterben um Afrika. Von Hans v. Chamier-Glisczinski. Verlag A. Anton & Co., Leipzig. Preis RM 4.20. Unsere heutige Generation kennt die Leistungen unserer Kolonialpioniere nur aus der Geschichte. Die wenigsten können sich einen Begriff machen, was in früheren Jahren beim Aufbau unserer Kolonien geleistet wurde, und wie diese Männer in dieser Zeit unter Entbehrungen, Hunger, Durst, in ständigem Kampf mit den kriegerischen Eingeborenen den „Schwarzen Erdteil‘“ durchforschten und eroberten. Gerade in der heutigen Zeit sollte jeder über unsere Kolonien sich aus- führliche Kenntnisse aneignen. Das vorliegende Buch ist ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschenk für unsere Jugend. Die Flugzeugindustrie der anderen. Von Dr. Rolf Wagenführ. Weltkriegs- erfahrungen, gegenwärtiger Stand, wirtschaftliche Mobilmachung. (Sonderheft 45 der Schriften d. Inst. f. Koniunkturforschung.) Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 36. Preis RM 9.80. Das vorliegende Buch gibt einen Ueberblick über die Flugzeugproduktion der großen Industriestaaten, ferner über die Struktur des Flugzeugabsatzes. Hier- aus erkennt man, daß dieser von politischen Kräften und Zielsetzungen teilweise abhängig ist. Der Fernstehende erkennt auch die Bedeutung der Luftfahrtindustrie für den Ernstfall und die Notwendigkeit, daß wirtschaftliche Vorbereitungen in sehr weitgehendem Maße im Frieden getroffen werden müssen. Die Zusammen- stellungen und Zahlen der Weltkriegserfahrungen im Bedarf, Flugzeugproduktion, Motorenindustrie, Zubehörindustrie in den einzelnen Ländern sind interessant und für wirtschaftlich politische Ueberlegungen von Bedeutung. Meyers Großer Hausatlas. Herausg. von Dr. Edgar Lehmann. Mit 213 Haupt- und Nebenkarten, alphabet. Namenverzeichnis m. rd. 100 000 Namen u. geograph. Einltg. m. 79 farb. Textabb. Verlag Bibliograph. Inst. AG., Leipzig. Preis RM 17.50. Dieses Werk ist ein Hausatlas im Sinne des Wortes, ein Meisterstück der Kartographie. Es ist wirklich ein Genuß, die sauberen Kartenzeichnungen, Dar- stellung und Druck zu studieren. Die Karten umfassen alle Teile der Welt. Man erhält Auskunft über rund 100000 Orte. Die Gruppierung der Karten in kleinem Maßstab neben Karten in großem Maßstab erlaubt gute Uebersicht. Gerade in der jetzigen Zeit des politischen Geschehens muß man ein solches Kartenwerk stets zur Hand haben. Farbenschön und übersichtlich ist die 10farbige Reisegebiets- karte, die die deutschen Alpen bis zum Bodensee und Dachsteingebirge umfaßt, Maßstab 1: 250 000. Die Kenntnis der deutschen Kolonien vermitteln 9 Karten, die der Kriegsschauplätze des Weltkriegs 15 Karten. Die neuesten Grenzen der Tschecho-Slowakei sind nach dem Stand vom 5.11.38 eingezeichnet. Ein wunder- volles Werk. Was meine Hinterbliebenen wissen müssen. Von Dr. W. Spohr. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis RM 1.25. Wie schon der Titel sagt, enthält dieses Merkbuch alles Wissenswerte: Testament, Erbrecht, Versicherung, auch für den Erblasser, was er alles noch bei Lebzeiten den Hinterbliebenen vermitteln muß. Ein hartes Geschick hat am 7. Dezember 1938 unseren Kameraden Ernst Scheible cand. madı. wendet. Zur Aufstellung einer Maßskala sind 2 Bezugskraftstoffe notwendig. Hierzu verwendet man allgemein das klopffreudige n-Heptan (CHı) und dee aus unseren Reihen gerissen. Er starb in treuer Pflichterfüllung den Flieger- klopifeste Iso-Oktan (CsHıs), die sich beide immer mit denselben E tod. Seine großen Verdienste um die Gruppe als Konstrukteur und seine synthetisch herstellen lassen. nselben Eigenschaften unermüdliche Tatkraft werden uns immer Vorbild bleiben. Wir werden Yal. Motorsegler S.S.2, Ententyp. Konstrukteur Ing. Stefanutti, Typenbe- ihn nie vergessen. schreibung siehe „Flugsport“ 1936, S. 408. S.S.3, Zweisitzer, „Flugsport“ 1937, 587 „Es wird weitergeflogen!“ Literatur. Die Kameraden der Flugtechnischen Fachgruppe (Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von-uns bezogen: -werden.) S D der ec a enule FA rang Der Flugmotor. Teil I: Bauteile und Baumuster. Von Ing. Hans-Katz. Bd. 7 tuttgart, 38 eufschen Berlin Adlı a h re urktahrl, d. Luftfahrt-Lehrbücherei. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin. Preis RM 4.80. den 12. Dez. 1938. eriin-Adiershof. Auf 308 Seiten m. 296 Abb., 7 mehr- und 2 einfarbigen. Tafeln sind. die wich- tigsten Motorenmuster und Bauteile nach Firmenunterlagen zusammengestellt.