Volltext der Zeitschrift Flugsport 1930
Die Digitale Luftfahrt Bibliothek erhält sehr viele Anfragen, ob in den Ausgaben der Zeitschrift Flugport bestimmte Orte, Namen oder Flugfelder sowie Luftfahrzeuge genannt werden. Die Betreiber der Digitalen Luftfahrt Bibliothek können nicht für jede Anfrage eine sogenannte Meta-Suche in allen originalen Digitalisaten ausführen, um dann dem Absender mitzuteilen, in welchem Jahrgang entsprechende Fundstellen nachgewiesen werden können.
Aus diesem Grund werden auf dieser Internetseite alle Heftinhalte des Jahres 1930 ohne Abbildungen, ohne Tabellen und ohne Fotos im reinen Volltext (Textform) dargestellt. Damit ist es für jeden Internetseitenbesucher möglich, die Heftinhalte mit der Suchfunktion des Internetbrowsers zu erkunden. Sie können ganz einfach mit der Tastenkombination STRG+F ein Suchfenster öffnen und nach bestimmten Schlagworten, Namen oder Orten suchen. Der Cursor springt dann von Fundstelle zu Fundstelle, so dass Sie verifizieren können, ob die Zeitschrift Flugsport für Sie notwendige Informationen beinhaltet. Die nachstehenden Textpassagen stammen aus allen Einzelheften des Jahres 1930 und wurden mit dem elektronischen Texterkennungsprogramm „Tesseract“ verarbeitet, wobei absichtlich Bilder, Tabellen und Graphiken ausgelassen wurden.
Wenn Sie also über die Suchfunktion mit STRG+F entsprechende Fundstellen in diesem Jahrgang und/oder in den anderen Jahrgängen nachweisen können, können Sie für Ihre professionelle Recherchearbeit jederzeit die einzelnen Jahrgänge mit tausenden von Tabellen, Fotos und Abbildungen als hochauflösendes PDF-Dokument kostenpflichtig über die Digitale Luftfahrt Bibliothek beziehen. Schreiben Sie hierzu bitte eine E-Mail-Nachricht an die E-Mail-Adresse E-Mail-Adresse flugsport(at)luftfahrt-bibliothek.de und geben Sie an, welchen Jahrgang oder welche Jahrgänge Sie digital als PDF-Dokument für Ihre Arbeit benötigen. Umgehend erhalten Sie eine Preisliste der verfügbaren Jahrgänge übermittelt.
Alle verfügbaren Jahrgänge als Volltext
| 1909 | 1910 | 1911 | 1912 | 1913 | 1914 | 1915 | 1916 | 1917 | 1918 | 1919 | 1920 | 1921 | 1922 | 1923 | 1924 | 1925 | 1926 | 1927 | 1928 | 1929 | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | 1940 | 1941 | 1942 | 1943 | 1944 |
Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Anfang 1950. Der Wettkampf in der Konstruktion von Riesenverkehrsilugzeu- gen zwischen Junkers, Dornier, Rohrbach scheint weiterzugehen. Rumpler scheint nicht zu Stuhl gekommen zu sein. Die Finanzierung wird infolge der in Deutschland fehlenden Mittel im Ausland erfolgen müssen. Es scheint auch, daß der Bau im Ausland erfolgen wird. Die Gründung der „Flying Boat Corporation‘ mit 30 Millionen Dollar soll in Delaware bereits erfolgt sein. — — Der letzte Monat des Jahres hat leider in allen Teilen der Welt schwarze Tage zu verzeichnen. Hauptsächlich waren es der 18. und 19. Dezember. Durch den undurchdringlichen Nebel stießen eine Menge Dampfer zusammen, Eisenbahnzüge verunglückten. Das eng- liche Fairey-Flugzeug rannte gegen die Felsen. Das deutsche Fern- flugzeug „Teneriffe“ flog an Berlin vorbei und rannte gegen den Bo- den. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den Nebel zu bekämpfen. Schiffs-, Eisenbahn- und Luftverkehr werden trotzdem weitergehen. Die Ausschreibung des Europa-Fluges 1930 wird Mitte Januar in einer Sitzung der F. A. I. auf Grund des Vorschlages vom Aeroclub von Deutschland genehmigt werden. Ihre Teilnahme zum internationalen Rundflug haben bereits außer Deutschland zugesagt: England, Frank- reich, Polen, Schweiz, Spanien. Voraussichtlich wird diesmal die Rund- strecke über England und Spanien führen. Endgültig abgesagt haben Italien und Holland. Wie bereits bekannt wurde, fällt der Geschwindigkeits-Wettbe- werb „Coup Schneider“ 1930 aus. Trotzdem werden die Versuche, noch erößere Geschwindigkeiten zu erreichen, bei verschiedenen Ländern fortgesetzt. Die Geschwindigkeitsfrage ist in erster Linie von militäri- scher Bedeutung. — — Deswegen dürfte auch der Coup Schneider gegenstandslos geworden sein. Seite 2 ‚FLUGSPORT“ Nr. 1 Junkers Großflugzeug G 38. Die Junkers G 38, 2400 PS, haben wir bereits in Nr. 24, Seite 453 cf. ausführlich besprochen. Nachstehend geben wir Systemskizzen, aus welchen die eigenartige Form des Flügels zu ersehen ist. Interessant ist auch die Raumverteilung des V-förmig gestellten Flügels. Hinter den Motoren sieht man die Bedienungszentrale und die Betriebsgänge, weiter hinten abgeschlossen die Passagier- und Frachträume, ferner den Raum für den Betriebsstoff. Die hintereinanderliexenden Laufräderpaare sind mit einer Strom- linienblechverkleidung versehen. Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 3 0 Französisches Metall-Verkehrsflugzeug D.B.70. 1800 PS. zn A Drei Motoren Hispano Suiza überkomprimiert mit Untersetzungs- N getriebe ie 600 PS, Flügelbelastung 60 kg, Leistungsbelastung 7,2 kg, EI aent.una _ Maximalgeschwindigkeit am Boden 195 km/h, mittlere Geschwindig- ; " keit 180 km/h, Gipfelhöhe 3500 m, Aktionsradius 1000 km. - — _ Junkers -038 a Bl EDD> Spannweite 45m Der Schwerölmotor, Länge 23m seine charakteristischen Eigenschaften, augenblicklichen Bauarten und Fluggewicht 20-241 © o Ss t » 3500 km . Französisches Metall-Verkehrsflugzeug D.B. 70. Dieses von der Societe A&rienne Bordelaise gebaute Verkehrs- fluezeug hat wie der amerikanische Burnelli-Verkehrseindecker (siehe Flugsport Nr. 6, Seite 110, 1929) ein dickes Mittelstück, in welchem die Flugzäste untergebracht sind. Während bei Burnelli das dicke Mittelstück als Rumpf bis zum Leitwerk geführt wurde, besitzt der D. B. 70 drei Rümpie. Die drei Motoren, je 600 PS Hispano Suiza, sitzen vor dem Mit- telstück, von denen der mittelste weiter nach vorne ragt. Die beiden Führersitze liegen hinter dem mittleren Motor. In der Flügelnase des Mittelstücks liegt ein Verbindungsgang für die Motorenmechaniker, dahinter ein weiterer Verbindungsgang für die in den beiden seitlichen Rümpfen liegenden Kabinen und den da- zwischenliesenden Aufenthaltsraum. Die beiden seitlichen Kabinen sind 1,80 m breit und 5,35 m lang, die mittlere zwischen den Rümpfen 5 m lang, 3 m breit und 1,88 m hoch. Das Fahrgestell besteht aus je zwei mit Bremsen versehenen Rä- dern von 1300X 275 m/m und ist hydraulisch abgefedert. Die beiden An- satzflügel von gleichbleibendem Profil mit seitlich hochgebogenen Flü- celenden, durch Streben abgefangen, sind 3 Grad V-förmig gestellt. Spannweite 37 m, Höhe 6 m, Länge 20 m, Flügelinhalt 218 m’, Leergewicht 7600 kg, Betriebsstoff 2000 kg, Besatzung und Zubehör 500 kg, Nutzlast 2900 kg, Gesamtgewicht 13 000 kg. zahlende Nutzlast 781 bei 1000 km Reıchweit® ® . 0 zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten im Flugzeugbau”). Von H.R. Ricardo. Die Möglichkeit der Einführung des Schwerölmotors im Flugzeug- bau ist seit dem Kriege lebhaft erwogen worden. Die Vorteile eines solchen Motors wären folgende: . Verringerung der Brandgefahr. . Durch Wegfall des Magnetapparates keine Störung der draht- losen Telegraphie. Größerer Aktionsbereich durch geringeren Betriebsstoffverbrauch. Billigerer Brennstoff. Größere Betriebssicherheit durch Wegfall elektrischer Zündappa- rate. Ricardo glaubt, daß einige dieser Vorteile übertrieben werden. Z/. B. wird oft angenommen, daß der Schwerölmotor jede Brandgefahr ausschließt. Die Ursachen der bei Brüchen entstehenden Brände sind noch ungeklärt. Jedoch besteht die Wahrscheinlichkeit, daß das Feuer durch Schmieröl hervorgerufen wird, welches sich an den heißen Aus- puffrohren entzündet. Es ist bekannt, daß sich Benzin nicht am be- triebswarmen Auspuffrohr entzündet, sondern nur Schmieröl. Dasselbe gilt auch für Schweröl. Wenn nun das Schmieröl: den Brand verur- sacht, so ist der Schwerölmotor insofern sicherer, als die Betriebs- temperatur seines Auspuffes niedriser liert. Andererseits steht fest, daß sich bei Schwerölbetrieb ein Brand nicht so blitzschnell ausbreitet saw De ‚als bei Benzin. Ferner hat Schweröl die Eigenschaft, sich über große *) Ins Deutsche übersetzt aus der englischen Zeitschrift „Aircraft Engineering“, Seite 4 „FLUGSPORT“ Nr. 1 "Flächen auszubreiten, ohne, wie Benzin, sofort zu verdunsten. Daher ist es leicht möglich, daß große Teile der Bespannung, mit Schweröl getränkt, wie Zunder abbrennen. Uebrigens wird sich bei einem Bruch viel Schweröl über den Motor ergießen, so daß genügend Dämpfe ent- stehen, um den Brand zu verbreiten. Ricardo glaubt daher, daß bei Schwerölbetrieb die Feuersgefahr verringert wird und jeder entstan- dene Brand sich viel langsamer ausbreitet als bei Benzin, so daß er unter günstigen Umständen gelöscht werden kann. Was die drahtlose Verständigung anbetrifft, so ist der Vorteil . wohl begründet. Bei Reisegeschwindigkeit beträgt der Betriebsstoffverbrauch eines Schwerölmotors weniger als 180 g pro PS/Std., und es liegt an der Eigenart des Dieselmotors, daß sich dieser zeringe Brennstofiver- brauch auch bei schlechter Behandlung durch den Führer nicht ändert. Der Benzinverbrauch eines entsprechenden Benzinmotors beträgt ca. 225—270 & pro PS/Std. Er hängt viel von der Sorgfalt ab, mit der der Motor vom Führer gehandhabt wird. Man ist also nicht zu opti- mistisch, wenn man annimmt, daß der Betriebsstoffverbrauch von Diesel- und Benzinmotor sich wie 4:6 verhält, so daß, wenn nur der Brennstoffverbrauch in Rücksicht gezogen wird, der Aktionsbereich eines mit Schwerölmotor ausgerüsteten Flugzeuges ca. 50 Prozent erößer sein wird als bei Benzinmotoren. Die Wirtschaftlichkeit durch geringere Brennstofikosten ist augen- scheinlich, jedoch wird dieser Vorteil oft überschätzt. Es ist sicher, gleiche Geschicklichkeit und Erfahrung in Konstruk- tion und Bau vorausgesetzt, daß sich der Dieselmotor schließlich be- triebssicherer als der Benzinmotor erweisen wird; dank seiner ge- ringeren Betriebstemperatur und daher geringerer Wärmedrucke so- wie durch Wegfall von Zündkerzen und Hochspannungsmagnetappa- raten. Jedoch weist der Diesel folgende Gefahrmomente auf, die der Benzinmotor nicht hat: a) Vollständiges Verdampfen des Schmieröls an Kolben und Zylin- der und Bildung von Oelkohle, wenn zu viel Brennstoff einge- spritzt wird. b) Das Entstehen überaus hoher, zerstörend wirkender Drücke bei vorzeitiger Zündung. Das Gewicht, Allgemein gesprochen, ist das Gewicht ireendeines Motors ab- hängig von dem Quotient: maximaler Druck durch mittlerer Druck. Der maximale Druck bestimmt sowohl das Gewicht der bewegten Massen als auch den allgemeinen Bau, während der mittlere Druck die effektive Leistung angibt. Hoher maximaler Druck bedingt schwe- rere umlaufende Teile und hiermit größere Trägheitsmomente: Diese verlangen wiederum größere Lagerflächen und stabilere Konstruktion. Ferner ergeben schwerere umlaufende Teile größere mechanische Ver- luste, so daß die maximal erreichbare Tourenzahl begrenzt wird. Bei den besten modernen Benzinmotoren von mittlerer Kompres- sion beträgt das Verhältnis ungefähr 4,5 : 1 (45 :10 e/cm?). Bei schnell- laufenden Dieselmotoren wächst es zu ungefähr 7:1 (66:8 e/cm?). Unter nicht unmöglichen Zuständen kann der maximale Druck beim Benzinmotor noch um 5 Prozent steigen. Beim Schwerölmotor be- steht die, allerdings seltene, Möglichkeit, daß er sich verdoppelt, die iedoch bei der Konstruktion in Rechnung gezogen werden muß. So- weit man die jetzigen Möglichkeiten übersehen kann, wird ein Diesel- motor ca. 60 Prozent schwerer als ein ähnlicher Benzinmotor, voraus- vesetzt, daß beide nach dem Viertaktverfahren arbeiten! Jedoch reizt Nr. 1 „FELUGSPORT"“ Seite 5 der Diesel, im Gegensatz zum Benzinmotor, geradezu zur Anwendung des Zweitaktverfahrens. Beim Zweitakt-Diesel kann nämlich das Ver- hältnis maximaler durch mittlerer Druck unter 4:1 gebracht werden. Allerdings ist die Tourenzahl durch die notwendige Füllungszeit etwas beschränkt. Mit der heutigen Erfahrung und bei Berücksichtigung der eeringeren maximalen Tourenzahl ist es möglich, einen Zweitaktdiesel zu bauen, der nur 15—30 Prozent schwerer als ein gleichstarker Ben- zinmotor ist. Das ungünstige Verhältnis max. durch mittlerer Druck hängt beim Schwerölmotor von folgendem ab: 1. Von dem notwendigen sehr hohen Kompressionsverhältnis. 2. Von der Unmöglichkeit, allen zur Verfügung stehenden Sauer- stoff, ohne vorher Luft und Brennstoff zu mischen, zu verbrennen. Beim Benzinmotor beträgt das größte mit normalem Benzin zu- lässige Kompressionsverhältnis 1:7. Beim Diesel hingegen ist das niedrigste 1:12. Durch Verwendung von Antiklopfmitteln läßt sich die Kompression des Benzinmotors steigern, und bei Zusatz von Stof- fen, die die Selbstzündung beschleunigen, wie z. B. Amylnitrat, kann die Kompression des Diesels etwas erniedrigt werden. Durch Experimente des Air Ministry ist bewiesen worden, daß: 1. die Umwandlung der Schweröltröpfchen in Dampf, 2. die Einführung der nötigen Sauerstofimenge, 3. die chemische Verbrennung des Oels j in einem beliebig kurzen Zeitintervall stattfinden können. Das heißt, schnellaufende Dieselmotoren können ohne Schwierigkeiten gebaut werden, und es hat sich gezeist, daß sie leistungsfähiger sind und höhe- ren mittleren Druck erreichen als Langsamläufer. Zur Illustration, daß der Prozeß der Verbrennung beschleunigt werden kann, diene folgen- der vergleichender Versuch an einem Viertaktmotor von 140 mm Boh- rund, 178 mm Hub und einer Tourenzahl von 1500 U/Min. Bei Benzin- betrieb und einem Kompressionsverhältnis von 1:6,2 und Gemisch- bildung im Vergaser betrug die Zeit vom Ueberspringen des Zünd- funkens bis zur Erreichung des höchsten Explosionsdruckes 40° Kur- belwellendrehung. Mit demselben Motor, mit derselben Tourenzahl laufend, aber als Dieselmotor umgebaut, betrug bei einem Kompres- sionsverhältnis von 1:13,5 die Zeit vom Beginn der Einspritzung bis zum Erreichen des höchsten Explosionsdruckes nur 28° Kurbeldre- hung. Abb. 1 ist das Diagramm bei Benzin, Abb. 2 als Diesel laufend. In Abb. 3 sind beide Diagramme im selben Maßstab aufgezeichnet. Aus diesem Versuch ist ersichtlich, daß bei angemessenen Verhältnis- sen der Verbrennungsprozeß selbst die Tourenzahl eines Schweröl- motors nicht begrenzt. Das Problem der Einspritzung. Das schwierigste Problem beim Dieselmotor ist die innige Ver- mischung des Brennstoffs mit der genügenden Luftmenge. Beim Die- selmotor muß die Vermischung so. weit als möglich während des Ver- N | N ” N 7 150 © | IN— 7 / IN ) 71 \ «so TUN EL IEN JAR Yo |\ a ! 100° 75" 50° 25" TDc 20° 50° 70° 00" 100° 75’ Ss 8 Abb. 1. Benzinmotordiagramm, Kompressionsverhältnis 1: 6,2. Toc es’ 50” 715° 100° Abb. 2. Dieselmotordiagrammı, Kompressionsverhältnis 1: 13,5. Seite 6 „FLUGSPORT“ Nr. 1 brennungsvorganges im Zylinder stattfinden. Hierbei muß beachtet werden, daß der flüssige Brennstoff verbrannt ist, bevor er irgend- einen Teil der Oberfläche des Zylinderkopfes oder Kolbens erreicht hat; andernfalls würde er die Flächen benetzen und beim Verbrennen eine harte Oelkruste bilden und schwarzen Rauch aus dem Auspuff stoßen. Um Brennstoff und Luft zu mischen, sind drei Wege gangbar: 1. Man kann den Brennstoff durch viele kleine, verschieden ge- richtete Düsen spritzen, so daß er, im ganzen Verbrennungsraum ver- teilt, sich gut mit der Luft mischt. Allerdings sind genaue Größe und Richtung der Düsen Vorbedingung für einwandfreies Funktionieren. Die Tourenzahl hängt von der Durchflußgeschwindigkeit des Brenn- stoffes ab. Diese Methode nennt man direkte Einspritzung (Abb. 4). 2. Man kann eine sogenannte Vorkammer anwenden (Abb. 5). Sie besteht aus einer kleinen Hilfskammer, die mit dem Hauptverbren- nungsraum durch eine Anzahl kleiner Oeffnungen verbunden ist. Der Brennstoff wird in die Vorkammer gespritzt, wo er zu brennen be- einnt. Durch den steigenden Verbrennungsdruck wird der teilweise verbrannte Brennstoff durch die Verbindungsbohrungen mit hoher Ge- schwindigkeit in den Verbrennungsraum gepreßt, wo er schnell mit der angesaugten Luft völlig verbrennt. Dies ist vielleicht die einfachste, aber auch teuerste Methode, denn der Wärmeverlust beim Hindurch- treten der heißen Gase und des Brennstoffes durch die engen Ver- bindungskanäle ist beträchtlich. Aehnlich wie die Glühkopfzündung wird wohl das Vorkammerverfahren bald der Vergangenheit ange- ören. | Die dritte Methode, den Brennstoff mit der Luft zu mischen, ist die Anwendung des Benzinvergaserprinzips, d. h. die Luft im Kom- pressionsraum wird veranlaßt, schnell hinter dem Brennstoffstrahl her zu fließen. Dies bedingt das Entstehen einer sehr starken rotierenden Strömung; denn es ist wichtig, daß so viel Luft als möglich die Brenn- stoffdüse während der Verbrennungszeit (20—30° Kurbeldrehung) passiert. Diese Methode bezeichnet man als „Prinzip des rotierenden Wirbels“ (Abb. 6). Das System der direkten Einspritzung wird meistens bei großen Dieselmotoren angewandt. Seine Vorteile sind: 1. Bei guter Verteilung und Dimensionierung der Düsen werden bis zu 70 Prozent, günstigstenfalls 80 Prozent des angesaugten Sauer- stoffs verbrannt. 2. Da der Verbrennungsraum sehr zusammenhängt, tritt geringer Wärmeverlust ein. Hiermit leichtes Starten und hohe Leistung des Motors. 3. Dank des geringen Wärmeverlustes bei der Kompression kann das Kompressionsverhältnis erniedrigt werden. Hiermit geringer Maximaldruck, geringerer Einspritzdruck, leichtere umlaufende eile. Die Nachteile des Systems auf einen kleinen schnellaufenden Mo- tor angewendet sind: | 1. Die Tourenzahl hängt von der Einspritzgeschwindigkeit des Brennstoffes ab und bedingt daher hohe Einspritzdrücke. Diese können so stark werden, daß eine kritische Geschwindigkeit der Flüssigkeitsströmung auftritt. Da die Spritzgeschwindigkeit vom Druck und von der kritischen Geschwindigkeit abhängt, so muß bei Steigerung der Tourenzahl die Einspritzung entsprechend früher erfolgen. 2. Der sehr hohe Einspritzdruck bedingt sehr präzis arbeitende Brennstofipumpen. 750 600 300 150 Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 7 X \ 77 N / N\ 4 2 NN, 7 IS L- N II—-J N ___ Le] 4 ' 100 75 50 25 TDoc 85 50 75° 100° Abb. 6 Abb. 3. Die Diagramme aus Abb. 1 und Abb. 2 in ein Prinzip des rotie- Koordinatenverhältnis aufgetragen. renden Luitwirbels. WUTLIÄAN Z Vi HN \ ZT. M —A__ Abb. 4. Prinzip der direkten Einspritzung. ST . Abb. 5. Vorkammerverfahren. S RZ / AL ZS 3. Bei der großen Zahl außerordentlich feiner Düsen muß man dar- auf achten, daß die Oeffnungen sauber bleiben und der Brenn- stoff nach allen Seiten spritzt. 4. Die Empfindlichkeit dieser kleinen Bohrungen in bezug auf Ver- schleiß und teilweise oder völlige Verstopfung wächst rasch mit Verringerung des Hubvolumens des Motors. Bei einem Motor von 152 mm Bohrung haben zum Beispiel die Bohrungen einen Durchmesser von 0,2 mm. Das Vorkammerverfahren vermeidet alle diese Schwierigkeiten. Die eigentliche Brennstoffbohrung kann ziemlich groß gehalten werden, und die genaue Richtung des Strahls ist ohne Belang für das Funktio- nieren des Motors. Da ein relativ niedriger Einspritzdruck angewendet werden kann, so wird auch die Konstruktion der Brennstofipumpe ein- facher. Die Nachteile des Systems sind folgende: Eine große Luit- menge muß während der ganzen Explosionsperiode mit hoher Ge- schwindigkeit durch eine Anzahl kleiner Bohrungen mit großem Wär- meverlust hindurchtreten. Das heißt: 1. Daß man, um die Entzündungstemperatur zu erreichen, hohe Kom- pression anwenden muß, was höhere Drucke und hiermit schwere Triebwerksteile bedingt. 2. Durch den sehr starken Wärmeverlust während des Hindurch- strömens der brennenden Gase durch die Verbindungsbohrungen wird die absolute Leistung um 15—20 Prozent sinken. 3. Durch den Wärmeverlust während der Kompression kann der Motor nicht selbst starten. Ricardo glaubt daher, daß das Vorkammerverfahren eine einfache, aber nicht leistungsfähige Umgehung des Problems ist. Seite 8 „FLUGSPORT“ Nr. 1 Als zufriedenstellende Lösung kann nur das Prinzip des rotieren- den Wirbels gelten. Es scheint die Einfachheit des Vorkammerveriah- rens mit der Leistungsfähigkeit der direkten Einspritzung zu verbinden. Nach diesem Prinzip strömt die Luft während des Saugtaktes tangen- tial in den Zylinder ein und bildet eine schnelle, rotierend gerichtete Strömung im Zylinder. Der Verbrennungsraum selbst besteht aus einem „Topf“, dessen Durchmesser weniger als halb so groß ist wie der des Zylinders. In ihn wird alle Luft komprimiert. Auch in dieser Kammer rotiert die Luft sehr schnell. In diese rotierende Luftmenge wird nun der Brennstoff senkrecht eingespritzt, und zwar wird er längs einer Kammerseite gespritzt, so daß der größte Teil der rotierenden heißen Luft hinter ihm herströmt. Hierdurch wird aller Brennstoff gut mit der Luft vermischt und ständig frischer Sauerstoff zur Düse be- fördert. Die Vorteile dieses Systems sind folgende: 1. Da die Verbrennungsluft selbst den Brennstoff zerstäubt, so kann man wie beim Vorkammerverfahren niedrigen Einspritzdruck und große Düse verwenden. 2. Weder die Stärke noch die Richtung des Brennstoffstrahls sind von Bedeutung, da sich die Luft mit dem Brennstoff und nicht der Brennstoff mit der Luft mischt. 3. Die Tourenzahl wird in keiner Weise durch die Einspritzung be- erenzt, da die Rotationsgeschwindigkeit der Luft mit der Touren- zahl steigt. 4. An Stelle eines komplizierten Brennstoffventils sind nur eine ge- wöhnliche Düse und ein Rückschlagventil nötig. 5. Die Brennstoffpumpe braucht die genau dimensionierte Brenn- stoffmenge nur mit geringem Druck einzuspritzen, da der Brenn- stoff vom Luftstrom mitgenommen wird. 6. Der Verbrennungsraum ist sehr kompakt und symmetrisch, so daß der Wärmeverlust ein Minimum wird. Obgleich der Verbrennungsvorgang beim Dieselmotor sehr rasch erfolgt, so tritt die Zündung nicht unmittelbar nach Beginn des Ein- spritzens ein. Diese Zeitdifferenz ist abhängig von: 1. dem Unterschied zwischen der Zylindertemperatur und der Selbst- zündungstemperatur des Brennstofis, 2. der Dichte der Luft im Augenblick der Einspritzung. Der erste Teil des eingespritzten Brennstoffes entzündet sich erst, wenn sich eine genügende Menge Gas gebildet hat, welches ein zünd- fähiges Gemisch liefert. Ist dieses entzündet, so steigen Druck und Temperatur, und der später eingespritzte Brennstoff wird mit hohem Druck sofort verbrennen. Es lassen sich drei Phasen des Verbren- nungsvorganges unterscheiden: 1. Entzündung einer geringen Brennstoffmenge bei niedrigem Druck, 2. sehr rascher Druckanstieg, 3. geringerer Druckanstieg entsprechend der fortwährend einge- spritzten Brennstofimenge. Je früher der Brennstoff eingespritzt wird, um so länger wird Pe- riode (1) werden und um so größer der Druckanstieg in (2) sein. Die Diagramme Abb. 7, 8 und 9, stammend von einem schnellaufenden Zweitaktdieselmotor, zeigen dies deutlich. Die Diagramme sind bei konstanter Tourenzahl und gleichbleibendem Einspritzbeginn, aber mit verschiedenen Einspritzmengen erhalten. Anfang und Ende der Ein- spritzperiode sind in jedes Diagramm eingetragen. In Abb. 7 sind Phase (1) und (2) deutlich ersichtlich, aber Phase (3) erscheint über- haupt nicht. In Abb. 8 fängt Phase (3) gerade an, und in Abb. 9 ist sie Nr. 1 „ELUGSPORT“ Seite 9 _ A 100 75° so° 85° TDC 26° so’ 75° 100° sun L|Lr7 ST 100° 75° 0° 25° TDC 25° so’ 75" 100° Abb. 9. Abb. 7, 8und 9. Diagramme eines Zweitakt- dieselmotors bei verschiedener Einspritz- periode. a = Anfang, e = Ende der Ein- 7 ı N + [ I 100° 15 so 5 TOoc 25 50’ 15° 100° Abb. 11. Diagramm eines Zweitaktdiesel- motors. In der Mitte unten Brennstoffdruck- diagramm in zehnmal kleinerem Maßstab spritzperiode. (Ebenso Abb. 2.) als das Hauptdiagramm. deutlich erkennbar. In Abb. 9 sind Phase (1) und (2) von sehr kurzer Dauer, infolge der höheren Temperatur bei voller Einspritzung. Um das Arbeiten des Einspritzsystems beobachten zu können, wurde von Ricardo ein Indikatorventil entwickelt, mit dessen Hilfe man ein Diagramm des im Einspritzsystem herrschenden Drucks gleichzei- tige mit dem des Motors erhält. Abb. 10 zeigt Einzelheiten dieses Ven- tils, welches in die Rohrleitung zwischen Brennstoff und Einspritz- düse eingeschaltet wird. Da der Brennstoffdruck sehr viel höher als der Gasdruck ist, wurde das Ventil so gebaut, daß bei dem von ihm gelieferten Diagramm die Druckeinheiten zehnmal kleiner sind als bei dem gleichzeitig aufgenommenen Indikatordiagramm des Motors. Ab- bildung 11 zeigt ein solches Diagrammpaar, welches an einem Zwei- taktdiesel gefunden wurde. Man sieht gut die Zeitspanne zwischen dem Beeinn der Einspritzung und dem e Besinn der durch starken Druckan- stieg gekennzeichneten Verbrennung. ‚Mit Hilfe der direkten Einsprit- zung oder bei Anwendung des Prin- a zips des rotierenden Wirbels kann EN; III INIIIR A man heute 80 Prozent der ange- saugten Luft verbrennen. Selbst wenn es möglich wäre, mehr als u x): H u DIN IND en} ... a‘ / 80 Prozent der angesaugten Luft A WR zu verbrennen, so wäre der erreichte a III Abb. 10. Indikatorventil zur Messung des Brennstoffeinspritzdruckes. a = Isolator, b = Luftkolben, c = Rohr von der Brenn- stoffpumpe, d = Rohr zum Einspritzventil, e — Luftventil zum Indikator II] | I lol re Seite 10 „ELUGSPORT“ Nr. 1 Vorteil nicht sehr groß, da die Betriebstemperatur steigen würde. Die croße Leistungsfähigkeit des Dieselmotors erklärt sich nicht nur durch sein hohes Expansionsverhältnis, sondern durch seine niedrige Be- triebstemperatur. Besonders im Drosselflug ist seine hohe Leistung nicht nur durch das wachsende Expansionsverhältnis, sondern durch - seine sinkende Betriebstemperatur erklärt. Nach Ricardos Ansicht bietet der Dieselmotor heute keine wesent- lichen Schwierigkeiten, wenn man das Prinzip des rotierenden Wir- bels wählt. Infolge des geringen Brennstoffdruckes bietet die Kon- struktion einer richtige dimensionierenden Brennstoffpumpe keinerlei Schwierigkeiten. Die genaue Größe und Richtung der Düsenbohrung ist ohne Einfluß auf die Leistung des Motors. Zum Beispiel wurden bei einem schnellaufenden Einzylinder (140 mm Bohrung, 1500 U/Min.) verschieden große Düsen (0,48 bis 0,76 mm Bohrung) versucht, ohne daß sich die Leistung um mehr als 5 Prozent änderte. Die besten kesultate wurden mit einfachen, runden Düsenöffnungen erzielt, ohne daß versucht wurde, den Brennstoff zu zerstäuben, da der Luftwirbel dies besser und schneller besorgt. | Die zwei wirklichen Gefahren des Rohölmotors sind folgende: 1. Ueberladen durch Einspritzen von zu viel Brennstoff, was einen Kohlenniederschlag am Zylinder bedingt. Dieser Kohlennieder- schlag saugt das Schmieröl wie Fließpapier auf, so daß nach kur- zer Zeit der Kolben festsitzt. Es ist nicht einfach, die Einspritz- menge so zu dimensionieren, daß auch in großen Höhen keine Ueberladung eintritt. Glücklicherweise ist die Verbrennung von Schmieröl durch den dabei aus dem Auspuff ausströmenden Rauch leicht sichtbar und, solange der Rauchauspuff dem Piloten unsichtbar bleibt, die Gefahr der Ueberladung vermieden. 2. Es besteht die allerdings seltene Möglichkeit einer zu frühen Einspritzung. Unter diesen Umständen steigt der maximale Druck nicht nur sehr hoch (ca. 110 Atm.), sondern sein Anstieg ist so schnell, daß ein Sicherheitsventil im Zylinderkopf wenig nützen würde. Jedoch ist anzunehmen, daß die Triebwerksteile, die für einen Druck von ca. 80 Atm. gebaut sind, einen einzelnen Stoß von der doppelten Stärke aushalten werden. Neue Herstellungsverfahren für Leichtmetall-Luftschrauben. Eine neue Herstellungsweise für Leichtmetall-Luftschrauben, die eine Zukunft zu haben verspricht, besteht in der Anwendung des sog. Strang-Preßverfahrens, das seit längerem zur Erzeugung strang- förmiger zylindrischer Körper ‘benutzt wird. Das Neuartige ist darin zu erblicken, daß man auch nichtzylindrische, unsymmetrische Körper- cestaltungen, wie sie bei den Luftschraubenflügeln vorhanden sind, durch diese Art Pressung herstellt. Nach dem englischen Patent 268668 (angemeldet 14. Oktober 1926), das Ernest Mitchell, Manchester, erteilt worden ist, wird, vgl. Abb. 1, ein zylindrischer Block, kreisförmigen Querschnitts, aus Magnesium oder seinen Legierungen, auf eine Temperatur von 400 bis 500° gebracht, in einen Vorbehälter a gesteckt und mittels eines hydraulischen Preßstempels unter sehr hohem Druck (einige hundert ke auf den qcm) durch eine düsenartige Verengung (zwischen den Querschnitten 3 und 4), wo das Metall durch die Deformation offen- bar eine weitere und so starke Erhitzung erfährt, daß es in einen teigigen Zustand übergeht, in der eigentlichen Form b nach und nach und unter gleichzeitiger Verdrehung = Steigung) in Querschnitte Nr. 1 „ELUGSPORT“ Seite 11 übergeführt, wie sie den Abbildungen 5—7 entsprechen. Ein Teil des Metalls tritt unter weiterer Verdrehung aus der Form unten her- aus; die Formlänge zwischen den Querschnitten 3 und 7 braucht also nur etwa die Hälfte oder ein Drittel der Schraubenflügellänge zu betragen. Der Flügel wird dann auf einer Fräsmaschine oder von Hand fertiggearbeitet. Um den zepreßten Flügel aus der Form her- ausnehmen zu können, muß letztere geteilt sein, und zwar muß die Trennfuge in einer durch Ein- und Austrittskante verlaufenden ver- wundenen Ebene liegen. Der zylindrische Vorbehälter a wird für sich und Imsetrennt ausgeführt und auf die Form b aufgesetzt (nicht dar- gestellt). Ein weiteres Patent (England Nr. 267412) hat sich Mitchell auf eine Abart dieses Verfahrens erteilen lassen. Hiernach wird nicht jeder Flügel besonders für sich gepreßt, sondern die Nabe und die Flügel werden in einem einzigen Preßgang hergestellt. Hierbei sind (vgl. Abb. 8 und 9) die Flügelformen c für einen vierflügeligen Pro- peller rechtwinklig zum Vorbehälter a angeordnet und gehen von einem Mittelraum b aus, der der Nabe ihre Gestalt gibt. Die Flügel- formen haben wieder die in Abb. 2—7 dargestellten Ouerschnitte und eine geringere Länge als sie der eines Flügels entspricht und müssen ebenfalls in der bereits beschriebenen Weise aus Teilen bestehen. In Abb. 10 ist gezeigt, wie man mit demselben Verfahren Rädernaben mit hohlen Speichen pressen kann. Hier sind zwei Vorbehälter d vor- gesehen, die je einen Ingot aufnehmen, worauf der von zwei Seiten wirkende hohe hydraulische Druck das Metall in die Speichenformen c und um vorher eingesetzte Dorne e herum preßt. ul Seite 12 „FLUGSPORT“ Nr. 1 Der Hauptvorteil des Mitchell-Verfahrens besteht außer in seiner Einfachheit darin, daß dem Metall eine Faserstruktur gegeben wird, die ungefähr parallel mit der Flügelaußenfläche verläuft. Denselben Gedanken, Luftschrauben aus Magnesium oder seinen Legierungen eine Längsstruktur zu geben, hatte schon vorher der be- kannte Propellerfachmann Lucien Chauviere, Paris, in Gemein- schaft mit Gilbert Michel einem andern Verfahren zugrunde gelegi, das zu dem französischen Patent 611 074 (anzemeldet 15. 5. 25) ze- führt hat. Dieses Verfahren besteht darin, einen Metallblock von etwas größerem Querschnitt als dem Nabenaufriß entspricht durch Schmieden oder Pressen oder auf ähnliche Weise von der Mitte (Nabe) aus in die Luftschraubenform zu überführen, indem man entweder jeden Flügel einzeln oder beide gleichzeitiz dieser Behand- lung unterwirft, letzterenfalls unter Einschließung des Nabenteiles in einer starren Umhüllung, um eine Rückstauchung des Metalls nach dem Nabenteil hin zu vermeiden. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die neuen Verfah- ren dem Vordringen des Reed-Propellers ihre Entstehung verdan- ken, dessen Duralumin-Flügel ebenfalls geschmiedet oder auch ausge- walzt werden, um eine > Faserstruktur zu erzeugen. ZKONSTRUKTIONS ZEINZENH FITEN Goodyear-Ballonreifen für Flugzeuge. Die Goodyear Tire & Rubber Co. in U.S. A. hat einen Flugzeug- ballonreifen Typ „Muselman“ herausgebracht, bei welchem der Lauf- mantel direkt auf der Nabe befestigt ist. Dieser Bal- lonreifen ist im Prinzip dasselbe wie der sog. Fuß- ball für Segelfluszeuge, wie bei dem ersten Segel- flugzeug der Hannoveraner, welches von Martens in der Rhön geflogen wurde. Der nebenstehend ab- gebildete Reifen von 22X 10 Zoll (54x 210 mm) wird von 0,4 bis 1,35 Atm. aufgepumpt. Durch die große Berührungsfläche mit dem Boden wird ein Einsin- ken der Räder in weichen Boden oder Schnee ver- mieden. Die Laufwiderstandsverhältnisse sind nicht ungünstig. Allerdings wird durch den großen Lauf- mantel mit seiner verhältnismäßig dicken Wand das Laufrad nicht leicht. Andererseits kann infolge der ausgezeichneten Abfederung der Laufräder auf eine besondere Abfederung im Innern verzichtet werden, so daß ein Mehr- gewicht in Kauf genommen werden kann. Rohrverbindung. Philadelphia, PA., U. S. A., 29. Oktober 1929. „Flugsport“ Nr. 20 bringt einen Artikel über Rohrverbindungen, welcher drei verschiedene Ausführungsarten bespricht. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Verbindung Nr. 3 unzu- lässig ist, da bei Biegungsbeanspruchungen des Rohres sich der Nippel schief drückt und die Verbindung undicht macht. Verbindung 2 ist die sicherste, da die Verlagerung des Rohres in der Mutter ein Dichtbleiben selbst unter Erschütterung oder Biegung gewährleistet. Nr. 1 „Er LUGSPORT“ Seite 13 Ich möchte hier auf eine neue Rohrverbindung hinweisen (siehe Skizze), welche viele Vorzüge be- sitzt und von einer aımeri- kanischen Firma in ver- schiedenen Metallen gelie- fert wird: Die eigentliche Mutter wird hier in das Ar- maturstück geschraubt, wobei sich das vorher nur leicht aufgebördelte Rohr dem konischen Sitz an- schmiegt. Dadurch wird ohne Nippel oder Lötung eine sichere Dichtung erreicht, die auch star- ken Erschütterungen widersteht. Das Gewicht fällt nicht höher aus als das einer anderen Rohrverbindung. V.H. Inland. Sternilug der akademischen Fliegergruppen nach Aachen aus Anlaß der Befreiung der 2. Zone von der Besatzung, Die akademischen Fliegergruppen an den deutschen technischen Hochschulen haben, einer Einladung der Flugwissenschaftlichen Vereinigung e. V. an der Tech- nischen Hochschule Aachen folgend, die Befreiung der 2. Zone des besetzten Rheinlandes durch einen Sternflug nach Aachen besonders gefeiert. Die Gruppen ‘Berlin, Dresden, Braunschweig, Frankenhausen, Köthen, Stuttgart, München be- teiligten sich mit je 1 Flugzeug, die Gruppe Darmstadt mit 2 und Aachen mit 3 Flugzeugen. Außer der Gruppe Stuttgart, die wegen Motorschadens in Bonn liegen bleiben mußte, kamen sämtliche gemeldeten Flugzeuge bis Samstag, den 30. 11., in Düsseldorf an. Samstags, 14 Uhr, starteten die Flugzeuge in 2 Gruppen auf verschiedenen Wegen zum Geschwaderflus nach Aachen. Die Flugzeuge trugen sämtlich auf den Tragflächen die Beschriftung „Aachen ist frei“. Die eine Flugzeuggruppe, aus den langsameren Maschinen zusammengesetzt, flog über Düsseldorf, Neuß, Grevenbroich, Jülich nach Aachen, die andere schnellere Gruppe über Düsseldorf, Krefeld, Viersen, M.-Gladbach, Rheydt, Odenkirchen, Erkelenz, Gelsenkirchen. Am Sonntag, den 1. Dezember, starteten die Gruppen um 11 Uhr zum Ge- schwaderflug über Aachen, Eschweiler, Stolberg, Düren, Jülich. Am 2. Dez. wurde mittags nochmals ein Geschwaderflusg von längerer Dauer über Aachen ausgeführt. Durch Vereinbarung mit den Behörden waren die Flugzeiten am Sonftag so festgelegt, daß das Erscheinen der Flugzeuge überall mit den ört- lichen Befreiungsfeiern zusammentraf. Wie aus den Berichten der Tageszei- tungen zu entnehmen war, hat der Gedanke, die Kunde von der Befreiung Aachens durch Flugzeuge überall hin zu tragen, begeisterte Anerkennung gefunden. Am 2. Dez. fand auf Einladung von Prof. von Karman nachmittags ein Be- grüßungstee im Aerodynamischen Institut der Technischen Hochschule statt, im Beisein des Rektors und des Oberbürgermeisters der Stadt Aachen. Anschließend fand eine Tagung der Interessengemeinschaft der akademischen Fliegergruppen (Idaflieg) statt. Dienstag vormittag besichtigten die Gäste auf Einladung des Oberbürgerm., H. Dr. Rombach, das altehrwürdige Aachener Rathaus. Die Stadt Aachen über- mittelte jedem Teilnehmer am „Befreiungsflug‘ zum Andenken den Aachener „Befreiungs-Gedenktaler‘“. Seite 14 „FLUGSPORT“ Nr. 1 Auf der Tagung der Idaflieg wurde als neue Gruppe die Flugwissenschaft- liche Arbeitsgruppe e. V. (Fluwiac) an der Gewerbehochschule Köthen in die Interessengemeinschaft aufgenommen, so daß die Idaflieg augenblicklich die fol- senden 15 Gruppen umfaßt: Aachen, Berlin, Braunschweig, Breslau, Danzig, Darmstadt, Dresden, Fran- kenhausen, Graz, Hannover, Karlsruhe, Köthen, München, Stuttgart, Wien. Prof. Junkers, Prof. Dr. Hoff übersandten ausführliche Begrüßungstele- gramme. Allgemeine Gebührenordnung des Verbandes Deutscher Flughäfen. Entsprechend dem Beschluß der Stuttgarter Tagung sind die nachstehenden Gebühren als Mindestsätze zugrunde zu legen. I. Start- und Landegebühren: Für ie angefangene 50 kg Flugzeugleergewicht für Start und für Landung a) bei Tage je RM 0,25, b) bei Nacht je RM 0,30. (Nacht heißt von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.) II. Beleuchtung und Landebefeuerung je angefangene Stunde: a) bei kleiner Befeuerung RM 3.— für die Stunde, b) bei mittlerer Befeuerung RM 6.— für die Stunde, c) bei größerer Befeuerung RM 12.— für die Stunde. Es ist jedoch mindestens ein Stundensatz zu vergüten. a) Kleine Befeuerung: 1. Ansteuerungsfeuer; 2. Hindernisbeleuchtung und Warnungsfeuer; 3. Landefeuer. b) Mittlere Befeuerung: siehe a) und Landeflächenbeleuchtung. c) Größere Befeuerung: bei vollem Ausbau. III. Unterstellung in den Hallen für je 1 qm Benutzungsgrundfläche: a) für moderne Hallen mit allen Betriebsanlagen: 1. für 1 Tag RM 0,09 ie qm 2. für 1 Woche „ 0,30 PIE FE 3. für 1 Monat ” 0,90 „».» 4. für 1 Jahr » Is» a) für Hallen ohne Betriebsanlagen: RM 6.— je qm und Jahr. c) für Schuppen und Zelte RM 4,— je am und Jahr, d) für Uebernachten im Freien RM 3.— je qm und Jahr. Bei Unterstellung für Tag, Woche, Monat entsprechend zu a). Die Mieten für Werkstätten und Lager sowie für Büros sind entsprechend höher als die Hallen- mieten je qm und nach den ortsüblichen Preisen zu bemessen. — Die Benutzungs- erundfläche eines Flugzeuges berechnet sich bei Einzelunterstellung. aus °s der Länge mal Tiefe. u Zu. IV. Besondere Hilfeleistungen usw. a) für Arbeitslöhne: Selbstkosten + 50%. Fokker kam nach Deutschlnad und ließ sich auf der „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd mit Dr. Rohrbach und Dr. Dornier photographieren. | und Segelflugszeuge beteiligten. kord mit 1 Std., 21 Min., */5 Sek., den er verbesserte. Dez. 1929, nahmen 1? Flugzeuge teil. “alle Rekorde für Prüflings- und Zöglings- type. | ‘den 22. Febr. 1930 ausgeschrieben und Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 15 b) für Material: Selbstkosten + 10%. V. Bremsstandbenutzung: Für die Stunde RM 10,—. VI. Miete für Tankanlagen: a) entweder eine Abgabe von % Pig. je Liter entnommenen Betriebsstoffes oder b) bei Miete der gesamten Tankanlage eine Pauschalsumme in Höhe von 18% der Gestehungskosten der Anlage, Anmerkung: Die Festsetzung der Gebühren gegenüber den Sportschulen und der Deutschen Verkehrsfliegerschule soll den einzelnen Flughäfen überlassen bleiben. Flugzeug „Teneriffe‘“, am 19.12. von Marseille kommend, verfehlte bei dickem Nebel den Berliner Flughafen und ist in der Nähe von Neuruppin bei dem Ver- such, zu landen, verunglückt. Hierbei wurden der Leiter des Fluges, von Schröder, und der Flugkapitän Albrecht tödlich verletzt. Der Bordmonteur Eichentopf kam mit leichteren Verletzungen davon und war in der Lage, den Unglücksfall nach Berlin zu melden und ärztliche Nilfeleistung aus dem 10 km entfernten Fehrbellin herbeizurufen. Ausland. Mit Packarddieselflugmotor ausgerüstetes Flugzeug flog kürzlich von Detroit nach Indianopolis und brauchte zu der über 500 km langen Strecke nur 8 Gallo- nen Schweröl, die nach den jetzigen amerikanischen Preisen 1,35 Reichsmark kosteten. Die Fairbanks-Morse-Comp., die Schiffsdieselmotoren baut, entwickelt einen Dieselflugmotor. Das Faireylangstreckenilugzeug mußte auf dem Wege nach Kapstadt bei Tunis nachts notlanden und ging zu Bruch. Beide Piloten sind tot. Mr. Chishester startete am 20. Dez. 29 in Croydon, um mit seiner Moth in Etappen nach Australien zu fliegen. Der amerikanische Luitpostverkehr hat im Jahre 1929 ein Defizit von 7 Mil- lionen Dollar. Long Beach Glider Club in Californien. Der Segelflugsport in Californien steht in den Vereinigten Staaten in Ame- rika mit an erster Stelle und hat sich in verhältnismäßig kurzer Zeit entwickelt. Im Januar 1929 war noch kein flug- nn fähiger Gleiter vorhanden. . Im Februar flog Dale Drake 5 Min. | Vom 4. bis 5. Mai war der erste Wettbewerb in U.S.A. an der Pazifik- Küste in Long Beach, an dem 8 Flug- zeuge teilnahmen. Am 1. Scptember war der San- Diego-Wettbewerb, an dem sich 9 Gleit- Am. 19. Okt. 1929 schlug W. H. Bowlus den amerikanischen Segelflugre- am 1@. Dez. auf 2 Std. 47 Min. 13% Sck. An dem All-California-Wettbewerb, Der Long Beach Glider Club hält Ein nationaler Wettbewerb ist für soll in San Diego stattfinden. Oben: Bussard des Long Beach Glider Club. Unten: W. H. Bowlus in San Diego, Californien, während des Startes. Seite 16 „FLUGSPORT“ Nr. 1 Pariser Salon 1930 findet vom 28. November bis 14. Dezember statt. Mittelholzer ist am 15. 12. auf einem Fokker-Dreimotor in Dübendorf bei Zürich nach Kairo gestartet, um von dort mit Baron Louis Rothschild zur Löwen- iagd ins Innere Afrikas zu fliegen. Dabei soll auch der 6000 m hohe Kilimand- scharo überflogen werden. An der Expedition wird der Afrikaforscher Capt. George Wood teilnehmen. SCADTA-Fluglinien. Die Sociedad Colombo-Alemana de Transportes A&reos (SCADTA) wurde von kolumbinischen und deutschen Geschäftsleuten im Dez. 1919 in Barranquilla gegründet. Nach einem gründlichen Studium der besonderen geographischen und atmosphärischen Verhältnisse Kolumbiens, sowie der Mög- lichkeit und des Bedarfs dieses Landes nach dem Flugzeug als schnellstem Trans- portmittel eröffnete die SCADTA einen regelmäßigen Luftverkehr längs dem Mag- dalenenstrom mit Ganzmetall-Wasserflugzeugen. In der ersten Zeit wurde diese Strecke zweimal wöchentlich beflogen, dann einmal wöchentlich, kurz darauf zweimal wöchentlich, bis der stetig wachsende Verkehr den täglichen Flugdienst zwischen Barranquilla und Girardot notwendig machte. Im Oktober 1929 richtete die Gesellschaft den Luftpostdienst zwischen Girardot und Bogota ein, wodurch nunmehr die Luftpost von den atlantischen Häfen Kolumbiens nach der 1100 km entfernten Hauptstadt in einem einzigen Tage (8% Flugstunden) befördert wird. Außer der Hauptlinie am Magdalenenstrom unterhält die SCADTA einen Luftverkehr zwischen Barranquilla und Cartagena; diese Strecke wird augen- blicklich zweimal wöchentlich beflogen. Im Jahre 1927 wurde diese Linie bis nach Buenaventura, dem wichtigen Seehafen Kolumbiens an der Küste des pazi- fischen Ozeans, ausgedehnt. Ende 1928 eröffnete die SCADTA ihre erste internationale Fluglinie längs der Küste des pazili- CAR N za F schen Ozeans von —Wensst Buenaventura (Kolum- bien) nach Guayaauil (Ecuador), als Verlän- serung der Strecke Barranquilla— Buena- ventura, und kurz dar- auf wurde der inter- nationale Luftverkehr der SCADTA durch die Eröffnung der Luftlinien nach einem der Hauptzentren des Weltverkehrs, Cristo- bal (Panama-Kanal- a zone) erweitert; es VAR , N handelt sich um die a” Strecken Barranquilla —Cristobal und Bue- aim naventura—Cristobal. __ PCRRAWVEZ /LarntuNR \ — Um die schnellst- Zum /E £ UADOR m i mögliche Verbindung » _ RIOHACHR — f BARRANDUILLA gsta mann 7° 4 WRÄCIENnGn 7 - ed /\ (MRRACNIBO Q a CARTAGENA d } CauamaR : n 7 \ 0 ru U mn ( un 7 pr © i _ FFLORICA Ne, 1 BAKCD, ENCONTRADOS I BANG oe EN ZOMONTERIR \ / — FR N &\ 4 = APMLVILAMIZAR , N = SAMARRAS- -oOCANA 7 OMERIDA - di 8 CUcUTR, a 3 , U PSAN CRISTOBAL 1 \ Fe BUCRRAMANGA N ° bh N [pi ge ! A BARRANCn SE 7 \ Ä 2 anoaua 7 ro Berry SSDCORD "m. F 53 N, R . , ° E bekam > \ uam ndınaong „zo SOEAHOSO Y Honda TUNA me ME | an IsTMınn 3 2 oO Alf re > BOGOTA yy CUE JORAROOT o \3 BUENAVENTURR "GP GRESMERNUDNS ) £ RIOBAMBA . SE aan mit den ankommen- & 7 ie ac den und ausgehenden — ya Dampfern von und fa Aloe Lu NET u nach Europa zu ga- i , . , , wo dmud, an. - rantieren, richtete die BE SCADTA einen Flug- o P dienst zwischen Bar- ranquilla und Cienaga (Santa Marta) ein, der sowohl für den Passa- Scadta-Flugliniennetz in Kolumbien, Ecuador und Panama gier- als auch für den 1929. Postverkehr von gro- ßer Bedeutnug ist. Im Innern Kolumbiens organisierte die SCADTA die „Compania Santan- dereana de Aviacion“ (COSADA), welche den Flugverkehr zwischen Bucara- ZI Sp TRWILLO Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 17 mans Hauptstadt der Provinz Santander, und den Medalenenstrom-Häfen in a en ann A Wasserfugzeugen betreibt. Der Flugzeugpark der | esteht zur Zeit aus 18 G - ze jeweils 4—10 Passagiere befördern können. Anamelal-Flugzeusen, welche hat ‚nolumbien, durch die SCADTA mit Luftlinien von 5000 km Länge versehen En das dichteste Luftverkehrsnetz von Südamerika zu besitzen Der a an orkehr vedient ‚sömtliche Städte Kolumbiens und Ecuadors und schnellste Verbindung für Post und Passaei Europa und den Vereinigten Staaten von No i "Die Flus ae dr E ordamerika. Die Flu d SCADTA legen monatlich über 125000 km ü i Zleich dem h zurück; eine Entfernung gleich d dreifachen Erdumfang. Die SCADTA unterhält ihre ei Dostorganisa. ! . ält ihre eigene Schnellpostorganisa- üon und befördert Post zu den abgelegensten Orten durch Luftlinien vermittels isenma nd omonilen, ur a und sogar durch indianische Schnelläufer verkehr mit 100% Regelmäßigkeit in der Durchfüh Fluspläne ist der beste B i ; I Durchführung der one eweis, den die SCADTA für ihre Leistungsfähigkeit er- Short Brothers hat ein neues Wasserflu . ers gzeug von 9 Ton j ü 17 Passagiere mit einem Aktionsradius von 800 km im Bau. SA u Schwimmerabstand 6 m. Die Schwimmer können gegen ein Landfahrgestell aus- getauscht werden. Zum Betriebe dienen drei Bristol-Jupiter-Motoren, überkom- primiert, von gesamt 1575 PS. Die Maximalgeschwindigkeit soll 220 km betragen Gesamtgewicht belastet 9390 kg, davon 3600 kg Zuladung er erste internationale Kongreß für Luitsicherheit find i i et im De in Paris statt. Das Büro befindet sich: Premier Congres el curite a@rienne, 23, Avenue de Messine, Paris. - = lH Ofiizielle Mitteilungen des D. M.S. V Der Deutsche Modell- und Segelflu ich . gverband sah sich durch die im „Flug- sport entstandene Pressepolemik veranlaßt, neue Vorschriften für den Modellbau n neue Bestimmungen für die Modellbewertung herauszugeben, ea esung des Ehrenvorsitzenden des D.M.S.V. wurde zu einer außer } n la i . an gung a den 8. 12. 29 vormittags 9 Uhr nach Frankfurt a. M. kön Der D.M.S. V. hofft, das Ergebnis der Tagung mit dem D.L.V. beraten zu x non um auf diese Weise zu gemeinsamer Annahme der neuen Bestimmungen senngen, um so für ganz Deutschland zu einheitlichen Richtlinien zu kommen et gamtichen „„ereinen waren deshalb Delegierte des D.L.V. und der auptstelle fü i i i zu de len yanpist r den naturwissenschaftlichen Unterricht zu der Tagung Der D.L.V. entsandte den Geschäftsfüh d | Jugendausschus G l- Air a | rer des ses, Genera Buch“ ig, die staatliche Hauptstelle entsandte ihren Sachbearbeiter, Dipl.-Ing. Außer diesen Herren nahmen an der Ta tei i 1 nen gung teil: Ziv.-Ing. Oskar Ursinu ot Dr. W. Georeii, non Unpisch, Dr. Stern, Dipl.-Ing. Martens (letztere vier .M.S.V.), Major a. D. Aumann-Wiesbaden, Polt Groenhoff, Flinsch, Schaaf, Schilling, Johann, Burghardt Möbius, Shah Sehweinsberger, Bender, Zilch, also insgesamt 22 Herren ie starke Beteiligung an der Tagung läßt das welches der Modellfrage entgegengebracht wird. große Interesse erkennen, Der renvorsitzende des D.M.S.V., Herr Ziv.-I i ü i Arsehlenenen und eröffnete die Tagung. " Alvainz. Ursinus, begrüßte die chriftliche Anträge zur Tagesordnung lagen vor in fü von: 1. Verein f - So Modellflugsport Magdeburg, 2. Mitteldeutsche Arbeitsgemeinschaft in DM .V.e. V. 3. Nordbayrischer Luftfahrtverband e. V. Nürnberg. 4. Herrn Kropf Seite 18 „FLUGSPORT" Nr. 1 (M. A.G.), Leipzig. 5. Herrn Möbius, Hanau. 6. Herrn Polter, Dessau. 7. Modell- und Segelflugverein Lilienthal 1911, Berlin. 8. Flugtechnischer Verein Darmstadt. 9, Herrn Zilch, Frankfurt a. M. Die Anträge wurden verlesen, um zu einer Verhandlungsbasis zu gelangen. Die Versammlung gelangte zur Einigkeit darüber, daß eine Bestimmung keine den Fortschritt und die freie Entwickelung hindernden Beschränkungen ent- a chalk führte aus, daß die Forderung einer bestimmten Flächenbela- stung den systematischen und erstrebenswerten Leichtbau, die höchste Ausnut- zung des Materials unterbinde. Herr Möbius schlug vor, alle Bestimmungen fallen zu lassen und dem Mo- dellbauer völlig zu überlassen, mit einer bestimmten Materialmenge das Höchste “ er sammlurig gelangte zur Einmütigkeit darüber, daß für Rekordmodelle schon im Hinblick auf die im Ausland geltenden Bestimmungen alle Beschrän- i tfall kommen müßten. a nmlung gelangte ferner zur Einmütigkeit darüber, daß eine Kom- mission zur Anerkennung und Prüfung von Modellrekorden eingesetzt werden müsse. Um eine Möglichkeit zur Wertung von Modell-Leistungen zu finden, wurde j intei eraten. a entevickelte an der Tafel einen Stammbaum der Modellklassen, der mit verschiedenen, einstimmig beschlossenen Aenderungen in folgender Form von der Versammlung angenommen wurde: Nichtfiliegende Modelle „Modellflugzeuge Freifliegende Modelle „Flugmodelle“ | ——— — um Zu nn i - Motorlose Modelle ae aa Modelle mit Antrieb A | B — Da jeN\ bisim über Im Spannweite Spannweite Rotor-Modelle Schwingenflug-Modelle Hubschrauber-Modelle Drachenflugzeug-Modelle Windmühlenflugzeug-Modelle | u. sonstige m — Kraftquelle | i I | | j\ Stahlfeder Gummi Preßluft Benzin andere Kraftquellen | | | | ] —— — Bauweise 1. Vorgeschrieben | | 2. Freie Bauweise | — _—_ N Stab Freistil Rumpf | Bee \ A Normalmodelle da A Normalmodelle Bere] w _ Flächenwerk | — — B Tandem mindest 1:2 Er B | za u— — —— C Enten EEE GC Enten D Leitwerkslos IT nr D Leitwerkslos Nr. 1 „ETLUGSPORT“ Seite 19 Unter Freistil rangiert dabei alles, was in keiner der vorhandenen Klassen unterzubringen ist, z. B. Gitterrümpfe, halbverkleidete Rümpfe usw. Für Wasserflugmodelle gilt die gleiche Einteilung der Klassen. Ob Zug- oder Druckschraubenantrieb, Ein- oder Mehrschraubenanordnung, oder Zug- und Druckschraubenanordnung gleichzeitig gewählt wird, bleibt für die Klasseneinteilung gleichgültig. Jegliche anderen Antriebsarten werden in den gleichen Klassen gewertet. Mindest- oder Höchstausmaße, ebenso Mindest- oder Höchstgewichte, Flä- chenbelastung, Gummimenge usw. kommen in Fortfall. Motormodelle, die den Motor abwerfen, starten als besondere Klasse. In das Modell eingebaute Starthilfen verändern nicht die Klasse, in der das Modell starten muß entsprechend seiner Type, vorausgesetzt, daß das volle Gewicht der Starthilfe im Fluge mitgenommen wird. Brennraketen beispiels- weise behalten nicht das volle Gewicht. Unter 2 „freie Bauweise“ fallen alle heute als Rekordmodelle bezeichneten Typen. Es gelten für diese Klasse keinerlei weitere Bestimmungen und Beschrän- kungen. Für 1. „vorgeschriebene Bauweise“ wird bestimmt, daß alle Modelle mit einem start- und landefähigen Fahrwerk ausgestattet sind. Der Hakenabstand der Modelle vorgeschriebener Bauweise ist nach oben begrenzt durch die größte Spannweite. Für Rumpfmodelle gelten folgende Bestimmungen: Der Rumpf muß den Gummimotor restlos umkleiden., Der Rumpfquerschnitt, oder bei mehreren Rümpfen die Summe der Rumpf- querschnitte, darf nicht kleiner sein als t/so des Inhalts aller horizontalen Flächen. Bewertung. Die Bewertung der Modell-Leistungen erfolgt nicht nach Punkten, sondern ‘getrennt nach Strecke und Zeit. Es bleibt dem Veranstalter überlassen, Hand- oder Bodenstart vorzuschrei- ben. Ist nichts vorgeschrieben, so ist beides zugelassen und wird gleich be- wertet, wobei bei Leistungsgleichheit dem mit Bodenstart gestarteten Modell der Vorzug zu geben ist. Hand- und Bodenstart werden im übrigen getrennt gewertet. Ist Boden- start vorgeschrieben, so ist der Veranstalter verpflichtet, eine Startbahn von 8X2 m zur Verfügung zu stellen. Gewertet wird Zeit und Strecke in vollen Sekunden bzw. in vollen Metern, wobei nach unten abgerundet wird. Die Vereine bestimmen Sportzeugen und melden sie der Kommission zur Anerkennung. Die Modelleistungen müssen von 2 anerkannten Sportzeugen bestätigt sein und auf ordnungsgemäßem Protokoll bescheinigt sein. Rekordüberbietungen erfordern eine Mehrleistung gegenüber der bisherigen . Leistung von mindestens 3%, wobei auch hier nach unten auf volle Meter und volle Sekunden abgerundet wird. Motormodellrekorde werden nur anerkannt, wenn sie lediglich in einem Gelände aufgestellt werden, in welchem der Landepunkt nicht tiefer liegen darf als */so der Streckenlänge. Die Streckenlänge wird bestimmt im Grundriß der Luftlinie zwischen Start- und Landestelle. Beschädigungen des Modells bei der Landung haben keinen Finfluß auf die Flugbewertung. Auswechseln des Gummis oder sonstiger Teile des Triebwerkes ist während eines Wettbewerbes gestattet. Bei Modellen mit abwerfbarem Motor, die in einer Sonderklasse starten, wäre es wünschenswert, außer der Gesamtzeit die Zeit bis zum Abwurf des Mo- tors zu stoppen. Gewertet wird hier die Gesamtzeit oder die Gesamtstrecke, Segelmodelle. Bei Segelmodellen wird nicht zwischen Rumpf- und Stabmodellen unter- schieden. Es werden 2 Klassen eingeteilt: Klasse A his 1 m Spannweite, Klasse B- über 1 m Spannweite. Vorschriften in bezug auf Flächenbelastung, Gewicht, Tyven usw, werden nicht gemacht. Seite 20 „FLUGSPORT“ Nr. 1 Gewertet wird bei Segelmodellen ebenfalls Zeit oder Strecke in vollen Se- kunden oder in vollen Metern, nach unten abgerundet. Als Rekorde werden nur Flüge gewertet, bei denen der Höhenunterschied zwischen Start- und Landestelle nicht größer als 10% der Flugstrecke ist. Drachenstart wird besonders gewertet. Bei Drachenstart gilt die Länge der Drachenleine als volle Abflugshöhe. Die bisherigen Höchstleistungen sind bis zum 15. 1. 1930 der Modellrekord- Kommission unter Beifügung der Unterlagen einzureichen. Es wird eine Liste der bislang anerkannten Höchstleistungen ausgestellt. Die Modellrekord-Kommission besteht auf den Herren: Stamer als Vorsit- zender, Lippisch als stellvertretender Vorsitzender, Helbig (D. L. V.), Schalk, Berlin, Dr. Stern, Frankfurt a. M. Alle Veröffentlichungen in Modellangelegenheiten geschehen in den Zeit- schriften „Flugsport“, „Luftschau“ sowie im „Jungflieger“. Sämtliche hier angeführten Punkte wurden in Abstimmung einstimmig an- genommen, oder durch Mehrheitsbeschluß. Doch konnte in fast allen Fällen Ein- stimmigkeit erzielt werden. Auf Antrag Mannheim ist versucht worden, die Flügelquerschnittsiorm für Rumpfmodelle festzulegen. Die Angelegenheit konnte nach einstündiger Debatte nicht zur Klärung gelangen. Eine evtl. Beschlußfassung wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Es wurde weiterhin ein Antrag Dessau eingebracht, daß der Verbandstag in oder nahe Mitteldeutschland stattfinden möge. Der Antrag ist dem Vorstand zur Beschlußfassung vorgelegt. Die Sitzung dauerte von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr. Deutscher Modell- und Segelflugverband. Geschäftsstelle: Stamer. 2202 243 genave Lage den Fläche beim Zusammenbav ermitteln? bt. Lrspellär- Mitte, er EEE GE m: . | 71 h N R: Hahenabäland = 560 Ars 5 2 S] [3 Ei H rs D a „eo N 400 Santl4T o|u 1 EaP2 % I z zIz 40 5178 7 3 80 5 8 +7 EEE 1 BEBIFEETEREG Dessauer Rumpf-Wasserflugmodell. Detailzeichnung der Schwimmer, siehe: Ursinius, Flug-Modellbau-Unterricht, Seite 46, Verlag „Flugsport“. Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 21 Ausländische Modell-Rekorde. Das in letzter Zeit viel umstrittene Thema Modellrekorde hat durch die außerordentliche Tagung des D. M. S. V. am 8. 12. eine gründliche Klärung und damit vorläufig seinen Abschluß gefunden. Die neuen Richtlinien, insbesondere die Klasseneinteilung, bringen eine bis- her nicht gekannte, vielseitige Betätigungsmöglichkeit, die besonders auch den jüngeren Anhängern dieses Sports zugute kommt. Mit verstärktem Eifer wird daher bereits in der nächsten Zukunft so mancher Rekord angegriffen werden und mancher neuen Höchsleistung Platz schaffen und der Modellsport somit einen neuen Impuls erfahren. Die bisherigen deutschen Höchsleistungen bedeuten Erfolge, die selbst von Fingeweihten vor kurzem noch für unmöglich gehalten wurden und die einen Vergleich mit denen des Auslandes durchaus vertragen. Aber auch im Ausland wurden teilweise Leistungen vollbracht, die in jeder Beziehung Achtung ver- dienen und für den Modellsportler unseres Landes ebenfalls von Interesse sind. England (Stand Ende 1929). Rumpfimodelle. Bodenstart: T. H. Newell 85 sec.: Wasserstart: W. ]J. Plater 31,4 sec.; Geschwindigkeit: R. N. Bullock 30 m. p. h. (12,7 m/sec.). Glei- ter. Handstart: R. N. Bullock 52,4 sec. Stabmodelle.e. Doppeldruckschraubenmodelle, Bodenstart: S. C. Hersom 247 sec.; Wasserstart: S. C. Hersom 65 sec. — Doppeldruck- schrauben-Auto-Giro. Handstart: D. A. Pavely 25,8 sec. — Zug- schraubenmodelle. Bodenstart: J. E. Louch 94 sec.; Wasserstart: S. C. Hersom 43 sec.; Handstart: R. N. Bullock 108 sec. — Gitterrumpf (Farman- type). Bodenstart: C. A. Rippon 32,4 sec.; Handstart: C. A. Rippon 37,8 sec, — Gleiter. Handstart: C. J. Burchell 54,1 sec. Modelle mit Preßluitmotoren-Antrieb. Rumpfmodell. Bodenstart: D. A. Pavely 67,6 sec. — Ohne beson- deren Rumpf. Bodenstart: D. A. Pavely 70 sec. E. Schalk. ‚Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) „All The World’s Aircraft“ 1929, herausgegeben von C. G. Grey, Verlag Sampson Low, London. Preis 42 sh. Dieses seit vielen Jahren regelmäßig erscheinende Jahrbuch ist ein Standard- werk ohnegleichen. Soeben ist die Ausgabe 1929 in üblichem Umfange und Auf- machung mit reichhaltigem Inhalt erschienen. Es ist ein Genuß, die vielen neuen Flugzeuge und Motoren an Hand der vielen Abbildungen zu studieren. Das Werk sollte in keiner Bibliothek fehlen. Die deutschen Luftverkehrs-Abkommen von Dr. Kurt Hahn. Preis RM 4—. Verlag Emil Mönnich, Universitäts-Buchhandlung. Das Problem, Schaffung weltgleichen Rechts für die Luftfahrt aller Kultur- nationen, ist noch nicht gelöst. Auf diesem Gebiete muß noch viel verhandelt werden Die Kenntnis der bisherigen Geschichte und der Gang der Verhand- lung für die interessierten Kreise ist notwendig. Diese Kenntnis beabsichtigt dieses lesenswerte Buch zu vermitteln. R „Flugzeuggedanken“ von Joachim Ringelnatz, Ernst-Rowohlt-Verlag, Preis M 4.50. w Das Buch bringt eine Sammlung von Gedichten in der Ringelnatz eigenen eise. “Im Zeppelin über der Schweiz“. 55 Bilder von Ernst Erwin Haberkorı, einzeleitet von Hans von Schiller. Schaubücher 36, Herausgeber Dr. Emil Schaef- fer. Geb. Fr. 3.—, RM 2.40. Orell Füssli Verlag, Zürich und Leipzig. Eine Sammlung von Luftaufnahmen aus der Schweiz mit einem beschreiben- den Text. Zu verkaufen .15 Siemens-Halske-Flugmotoren 5 Zyl. 60 PS., Modell SH 4, fabrikneu Preis je Stück 350.— Dollars. Lieferbar ab Hamburg. Zu erfragen 2557 an die Expedition des „Flugsport“. FERNSPRECHER: AMT BREMEN, HANSA 6358 WERKE: HEMELINGEN BEI BREMEN LONDON TELESRAMME: rır os TITONINE WERK 6.M.B.H. "ars Memetinsen Für Segelilieger, Sportilieger und Flugschüler u. Flugzeug -Versicherung Für Vereine und Gruppen Billige Untall-, Haitpflicht- (Bruch, Diebstahl, Feuer) Sonderangebote für Vereinsilugzeuge, Schuibeirieb, Flugiage, Wellbewerbe Zentralstelle für Luftiahrt-Versicherungen, Nürnberg, Lauiertorgraben 2 DAPOLIN ESSO STANDARD Aviation Benzin E STANDARD Aviaties 01 . FROHRBACH- „ROMAR” Das neuzeitliche Groß-Flug- boot flog die oben eingezeich- nete Strecke ohne Motor- störungen, zuverlässig und schnell, mit unseren Be- triebsstoffen. Ienz I Ne7 DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM-GESELLSCHAFT n 1 . Iinaonttlieneen til] ® A LLLLLU Dres. 1 11T TTTepsan 7 GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBE VON OSHAR, URSINUS ® CIVIL-ING. Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Fraukfwt a. M., Balınhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 771 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei l4tag. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer .Qucllenangabe gestattet. Nr. 2 22. Januar 1930 XXII. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 5. Februar 1930 Unsere Zeitschrift „Flugsport“ wird von der nächsten Nummer ab eine Er- weiterung erfahren. Unter der Ueberschrift Profilsammlung des „Flugsport“ werden in geordneter Folge, ebenso wie die Patentsammlung des „Flugsport“, Profile gesammelt und ihre jeweiligen charakteristischen Eigenschaften erläutert werden. u Weiterforschen. Der Worte sind genug gewechselt Laßt mich nun endlich Taten schen. Weiterforschen! — Mit ähnlichen Schlagworten habe ich ver- sucht, zur intensiven weiteren Konstruktionsarbeit anzuspornen. Wo anfangen? Ich habe oft hierüber nachgedacht. — — Man könnte die Lust verlieren und ermüden, wenn man sieht, wie das große stolze Flugzeugirebäude immer mehr zusammenbröckelt, wie unproduktive Arbeit geleistet wird; wie vielen Konstrukteuren ihre liebgewordene Tätiekeit entzogen wird, wie sie mit Widerwillen, der Not gehorchend, ihren Lebensunterhalt auf anderen Gebieten verdienen müssen, und wie sie sogar stellungslos herumlaufen. Dazwischen tauchen oft flurbe- . geisterte Amateure auf, die sich ein Flugzeug bauen möchten, fliegen möchten, denen das technische Rüstzeug fehlt, die aber auf anderem ı Gebiet ihr Einkommen haben oder Kanäle wissen, wo Mittel hergeleitet ' werden können. Das sind die in Deutschland latenten Kräfte, die ich zur Produktiven systematischen Arbeit zusammenführen möchte. Fast täglich laufen bei mir Gesuche um Beratung bei allerhand flugtechnischen Fragen von Amateuren ein, die ich seit vielen Jahren unermüdlich beantwortet habe. Nur dadurch gelang es mir, seinerzeit die Segelflugbewerung in Fluß zu bringen. Wie viele auf anderen S Gebieten Tätige oder stellungslose Flugzeugkonstrukteure gibt es, die in ihren Mußestunden den Bleistift und den Rechenschieber in die Hand nehmen, um mit Begeisterung wieder einmal etwas durchzuarbeiten. ‘ Diese Arbeit bleibt dann nutzlos liegen. — Unproduktiv! Um nun den passionierten ehemaligen Flugzeugkonstrukteuren Ge- legenheit zu geben, sich produktiv zu betätigen, ihre Erfahrungen aul- ‚FLUGSPORT“ Nr. 2 Seite 24 zufrischen und aus Freude an der Sache anderen zu helfen, beabsich- tige ich, in Zukunft einen Meinungsaustausch unter den ehemaligen - Flugzeugkonstrukteuren in Gemeinschaft mit den Amateuren herbei- zuführen. Es soll eine Flugzeugkonstrukteur-Hilisgemeinschaft gegründet werden. Ich bitte, Zuschriften unter der Bezeichnung „Flug- zeugkonstrukteur-Hilfsgemeinschaft“ mit Vorschlägen und Bereitwillig- keitserklärungen an die Redaktion des „Flugsport“; Bahnhofsplatz 8, Frankfurt a. M., zu senden. .' _ Ursinus. Amerikanisches Leicht-Sportflugzeug Aeronca C-2. Jean Roch, ehemaliger Kriegsflugzeugkonstrukteur, zur Zeit noch beratender Ingenieur der Aeronautical Corporation of America, hat ein Leichtflugzeug (vergleiche die nebenstehende Abbildung) für die „kademischen Fluggruppen in U.S.A. konstruiert. Dieses Flugzeug verbraucht für 50 km 4,5 | Betriebsstoff. Mit einem Zweizylinder-Roch- Motor von 35 PS eigener Konstruktion hat das Flugzeug eine Maxi- wmalgeschwindigkeit von 130 km und eine Reisegeschwindigkeit von 100 km. Landegeschwindigkeit 51 km. Gewicht leer 190 kg, belastet ınit zwei Insassen und Gepäck 360 ke. Die Fahrgestellachse geht durch den Rumpf, und zwar SO, daß die Laufräder vor dem Führer mit den Händen erreichbar sind. Hiermit soll ein leichtes Manövrieren (Rollen) ermöglicht werden. Der In- sassenraum kann durch Cellonscheiben vollständig verkleidet werden. Die Gesamtformgebung des Flugzeuges macht auf den ersten Blick einen ungeschickten Eindruck. Der Konstrukteur hat jedoch sehr ge- schickte Kompromisse geschlossen. Der Motor liegt sehr hoch von Boden, daher guter Propellerabstand. Der starke dreieckige Rumpi- querschnitt hinter den Sitzen gewährleistet eine gute Luftabströmung von den Flügeln. Die Flügel sind oberhalb über einem einfachen Spannturm und unten gegen den Rumpf verspannt. | Die größte erreichte Gipfelhöhe betrug, belastet mit zwei Insassen, 480 m, Gleitwinkel 1:11. Der Verkaufspreis des Flugzeuges soll 1850 Dollar betragen. Amerikanisches Leichtflugzeug „Acronca 0-2. Nr. 2 „LrLUGSPORT“ Seite 25 Amerikanischer Fokker F 32. Der Fokker F 32, gebaut von der mi Fokkeı , it der General Motors vereiniz- ten Kokker „Aireraft Sorporation of America, ist in fünf Exemplaren 'sal Avia ion Corporation bestellt worden Di es u een a 2 agespassagiere und als az dar Ic assagiere, ine Maximalgeschwindiekeit von 220 kn ise- geschwindigkeit 190 km und Landegeschwindigkeit 96 m De on Jesc windigkeit bei den Abnahmeflügen hat 250 km betragen. Die ye- ringste erreichte Landegeschwindigkeit betrug hierbei 75 km. a Amerikanisches Verkxehrs- flugzeug Fokker F 32 4 Motoren Pratt u. Whitney „Hornet“ 525 PS. Dieses erste Fokker-Flugszeug mit vi ..M erste | Jugzeug mit vier Motoren ergab das sehr günslige yerhältnis, von Höchstgeschwindigkeit zu ee ee :1. Bei den Abnahmeflügen zelang es mit nur zwei r 1 vor ‚de R zwei rechten oder mit nur zwei linken Motoren geradeaus zu fliegen und links und ıec is zu kur ven. Mit nur einem Motor gelang es bei *% Belastung die eschwindigkeit zu halten und sogar noch etwas zu steigen ” up Hügel Qurchgehende freitragende Holzkonstruktion mit im Grund- Da gerundeten Ecken. Rumpf in Stahlrohrbau mit Stoff bespannt 16 en und Seitenleitwerk entlastet in Stahlrohrbau stoffbespannt Fahrwerk: 6 m Spurweite, an der Rum "sei | on ‚and pfunterseite angelenktc Pabeeben mit gegen die Motorzondel sich stützenden SE per me äder pneumatisc renisen. die je ür si Ati | kan pneumatische Brenisen, die jede für sich betätigt werden Amerikanisches Fokker F 32 Verkehrsflurzeug. de sabinenraum ist innen luxuriös in Mahagoni-Fournier ver- nn el Sessel mit Tückschwingbaren Lehnen. Nach den Führersitzen a öglichkeit durch eine Tür. Hinten Küchen- und Toiletten- aum. Unter dem Führerraum Radiostation. u Seite 26 „FLUGSPORT“ Nr. 2 Spannweite 30 m, Gesamtlänge 21 m, Höhe 4,8 m. Flügelinhalt 126 m?, vier Motoren Pratt & Whitney „Hornet“ 525 PS; zwei Moto- ren liegen hintereinander unter den Flügeln, der vordere Motor hat einen zweiflügeligen verstellbaren Metallpropeller und der hintere einen dreiflügeligen. Steigfähigkeit auf 360 m in 1 Min. Gipfelhöhe 3400 m, Leergewicht 6250 kg, Nutzlast 3950 kg, Gesamtgewicht 10200 kg. Flächenbelastung 81 ke/lm?, Leistungsbelastung 4,9 kg/PS. Betriebsstoffbehälter 1800 1, Oel 180 1. Aktionsradius als Tagesilug- zeug 770 km, als Nachtflugzeug 1350 km. Französisches Richard-Parabel-Flugzeug-Projekt. Der Konstrukteur will als Betriebsstofi gewichtslosen Betriebs- stoff (d.h. nicht schwerer als Luft, z.B. Aethylen) verwenden. Nach „Les Ailes“ soll dieses Parabel-Flugzeug = mit dickem Flügel, in dem das Gas unter- gebracht wird, eine Spannweite von 200 ım, Flügeltiefe von 77 m haben, Flügeldicke in der Mitte 17 m, Flügelinhalt 10 000 nr’, Ge- samtgewicht 400 Tonnen, Flügelbelastung 20 kelm?, Leistungsbelastung 10 kg/m?, Triebwerksleistung 40 000 PS, Geschwin- digkeit 150 bis 170 km. In den Flügeln kön- nen 80 000 cbm Gas untergebracht werden, welche bei mit Vollast laufenden Motoren tür 1500 km ausreichen würden. Gewicht des Flugwerkes 200 Tonnen, Gewicht der Motorengruppe 100 Tonnen, normale Nutz- last 100 Tonnen, entsprechend 1000 Per- sonen. | Dieser Riesenflügel wird von drei 40 m langen Flugbooten, von denen die seit- lichen etwas nach hinten geschoben sind, getragen. m Diese Boote werden vorteilhaft zur Unterbringung von Betriebsgas Verweil- Richard-Parabel-Proiek. dung finden, während die Passagierräume in den Flügeln untergebracht werden. Englischer Super- marine- Dreimotor- Bristol Jupiter. Dieses von Super- marine Aviation Co. gebautc Flugboot besitzt seitlich Schwimmer- stummieln wie bei Dornier. bequem ausgeführt werden. Nr. 2 „FLUGSPORT"“ Seite 27 =7°57KONSIRUKTIONS SI HAPINZEIHEITEN Französische Metallbauart Weymann. . Die von Weymann angewendete Metallbauart aus dünnen Metall- bändern besteht in der Hauptsache in dem Prinzip des Aneinander- fügens vermittels einer verstärkenden Sicke derart, daß der Nietrand an den Rand der Sicke zu liegen kommt. (Siehe Abb. 1.) Durch die Anwendung von schmalen, 300 mm breiten Bändern kann die Nietung Abb. 1 u. 2. Abb. 3. Um eine Steifigkeit des Pro- fils zu erhalten, wird außer- halb in der Flugrichtung eine Profilsicke aufgenietet. Abb. 5 zeigt die Verwen- dung mit starkem Vorder- holm, in diesem Falle laufen die Bänder parallel zur Flug- richtung. Abb. 6 zeigt die Verwendung der Bauart am Rumpf. Die Rippen liegen in diesem Falle außen, damit sie nicht durch die dazwischen- liegenden Rumpfschotten un- terbrochen werden. Den praktischen Aufbau des Flügels zeigt Abb. 7. Der Flügel wird aus mehreren Stücken, wie abgebildet, zu- sammengesetzt. Das Flügelprofil wird durch die aufgenieteten, in dem Luftstrom liegenden Sik- ken erhalten. Die einzelnen Kastenstücke werden durch Nach „L’Aeronautique“ einen einzigen Holm getragen. Abb. 4,5 u. 6. Seite 28 „FLUGSPORT" Nr. 2 7 ZZ Abb. 7. Koustruktionseinzelheiten zum Weymannflügel. In der Mitte: Ein Teil- fiügelkastenstück. Links oben: Zusammenfügung der einzelnen Bänder der Außen- haut. Links unten: Verbindungsstelle eines Kastenrandes. Rechts: Kastenstück- ende mit Längsholmen und Flanschen für den Anschluß. Unten in der Mitte: Auf- bau eines Querruders. Verstellpropeller Fuscaldo. Den von Ingenieur Fus- caldo, Brescia, konstruier- ten Propeller haben wir bei ° Beschreibung des gleichnamigen Motors (Nr. 26, 1929, Seite 501) kurz erwähnt. Die Flügel dieses Propellers sind aus Stahlblech, hohl und elek- trisch geschweißt. Wie die Abbildung erkennen läßt, ist der Flügel an der Be- festigungsstelle durch drei- eckige aufgeschweißte Bleche verstärkt. Man er- kennt auch die Lagerung auf den Nabenzapfen mit Längeslager und den zwei Befestigungsbolzen. Fe- stirkeit der Flügel sieben- fach. Der Flügel soll leich- ter ausfallen als bei dem Metallpropeller. Infolge des eünstigen aerodynami- schen Profils ist der Wir- kungsgrad günstiger. Die Verstellung ge- schieht durch konische Zahnradseginente,. Gewicht der drei Flügel 65 ke, [PATENTSAMMLUNG 1930 | ‚des SUN Band Ill No. 16 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 479449; 486052, 053, 206, 632, 897; 487433, 996, 997; 488395. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraftantrieb, Gruppe 3—24). b Pat. 487433 v. 29. 10. 25, veröff. 9. 12. 29. Friedrich Mannebach, Dessau: Flugzeugeinbau in Form eines um eine senk- rechte Achse drehbaren Gehäuses. Patentansprüche: 1. Flugzeugeinbau in Form eines um seine senk- rechte Achse ‘drehbaren Gehäuses, innerhalb dessen der Beobachter, Schütze o. dgl. und gegebenenfalls ganz oder teilweise die von ihm bedienten Geräte höchstens mit Flachkuppeln (7, 8) hinausragt und so in Verbindung mit vom Innern des Gehäuses aus be- dienten Geräten (9, 10, 19, 20) eine wahlweise oder gleichzeitige Beherrschung des oberen und unteren Betätigungsfeldes gestattet. 2. Flugzeugeinbau nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die obere Kuppel eine Oeffnung be- sitzt, die dem Beobachter eine unmittelbare Beobach- tung gestattet und als Ein- und Ausgang dienen kann. b 3 Pat: 488395 v. 22. 7. 27, veröff. 30. 12. : 29. Dipl.-Ing. Asmus Hansen, Berlin- Lichterfelde. Allseitig geschlossene gasdichte Kabine, insbesondere für Höhenflugzeuge. Abbr Zu Patent 488395 untergebracht sind, dadurch gekennzeichnet, daß das 7 Gehäuse (3) den Rumpf (2) von oben bis unten durch- F dringt und über die Begrenzungslinien des Flugzeuges Y* Patentansprüche: 1. Allseitig geschlossene gasdichte Kabine, insbe- sondere für Höhenflugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß der Kabinenraum von mindestens zwei gegen inneren Ueberdruck widerstandsfähigen gasdichten Wänden umgeben ist. _ 2. Kabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß der Zwischenraum zwischen den Wänden mit einem Gas gefüllt ist, dessen Druck auf einen Zwi- -schenwert zwischen dem Druck innerhalb und außer- halb der Kabine eingestellt ist. 3. Kabine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich- net, daß Einrichtungen zum Messen des im Zwischen- raum zwischen den Wänden herrschenden Druckes vorhanden sind. b 4 Pat. 479449 v. 4. 12. 25, veröff. 15. 11. 29. Alexander Soldenhofi, Linthal, Schweiz. Flugzeugflügel, auf dessen Unterseite sich eine oder mehrere Stufen befinden. In Ab. 1 und 2 besitzt der an sich starre Flügel auf seiner Unterseite eine durch die Stufen 3 und 4 oder 5 oder auch eine durch Vereinigung der Situ- fen 3 und 4 gebildete kurvenförmige Stufung 3a. Eine Mehrfachstufung 6, 7 und 8 zeigt Abb. 3, wo- bei die Stufen 6 und 8 in verschiedenen Winkeln zu- GE sammenstoßen. N, Die Ahb. 4 bis 6 zeigen ähnliche Stufen 9, 10, 11, 12, 13 und 14 in Anwendung bei Tragflächen in Pfeil- stellung. In Abb. 7 ist ein ganzes, mit zweifacher Stufung 15, 16 versehenes Flugzeug dargestellt. In. Abb. 8 laufen die beiden Stufen 17 und 18 in der Achse des Flugzeuges zusammen, während in Abb. 9 eine an der hinteren Kante des Flügels beginnende und von der Flugzeugachse sich erstrek- kende Kurvenstuie 19 dargestellt .ist. Die Abb. la, 2a, 3a, 3b und 5b zeigen die Flügel- profile nach den Schnitten a, b, c, d, der Abb. I, 2, 3 und 3. Die Abb. 10 zeigt ein Flugzeug in Seitenansicht mit Flügeln in Pfeilstellung und deren Profile a und d. Patentansprüche: 1. Fluezeugilügel, auf dessen Unterseite sich eine Seite 62 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 16 oder mehrere Stufen befinden, dadurch zekennzeich- net, daß die Stufen geradlinig, aber schief zu den Längskanten der Tragfläche oder in Kurven quer zur Flugrichtung verlaufen. 2. Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, da3 zwischen dem lıinteren Rande der Stufe des an sich starren Flügels und der Endkante des Flügels eine starre Verspannung angebracht ist. 3. Flugzeugflügel nach Anspruch 1. dadurch ge- kennzeichnet, daß bei Anordnung mehrerer Stufen diese in verschiedenen Winkeln zusammenstoßen. b 4 Pat. 486206 v. 5. 10. 23, veröff. 21. 11. 29. Dr. Albert Betz, Göttingen, und. Dipl.-Ing. Jakob Ackeret, Höngg b. Zürich. Quertriebskörper, wıe Tragflügel, Schrauben- flügel u. del.; Die Untersuchungen zeigen, daß durch das An- legen der Strömung an den Körper der Auftrieb des Quertriebskörpers erheblich gesteigert und zugleich der Formwiderstand des Körpers wesentlich verringert wird. Patentansprüche: 1. Quertriebskörper, wie Tragflügel, Schrauben- fligel u. dgl., nach Patent 458428, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Quertriebskörper mindestens in einem seiner Quererstreckung bei günstigster Anstel- lung jedoch unabgesaugter Grenzschicht, eine Gleit- zahl (Verhältnis von Auftrieb zu Widerstand) kleiner als etwa 3 aufweist. 2. Quertriebskörper nach Anspruch 1, gekennzeich- net durch Kreisprofile. 3. Quertriebskörper nach Anspruch 1, gekennzeich- net durch Polygone als Profile. 4. Quert:iebskörper nach Anspruch 1, gekennzeich- net durch Rechtecke als Profile. 5. Quertriebskörper nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Profile über den ganzen Um- fang mit Saugöffnungen versehen sind. . 6. Quertriebskörper nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, da? die Saugstellen zu einem oder wenigen gemeinsamen Saugräumen führen und der Druck an den Saugstellen durch Regelung von Dros- seleinrichtungen eingesteilt wird. 7. Quertriebskörper nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß für Quertriebskörper mit wechseln- der Strömungsrichtung oder Quertriebskörper mit wechselnder Lage zur Strömung der mit einer oder wenigen Saugstellen versehene Quertriebskörper dreh- bar angeordnet ist. 8. Verfahren zur Regelung des Quertriebes an Quer- triebskörpern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß der Unterdruck auf beiden Seiten des Quer- triebskörpe:s nach der Rückseite hin unabhängig von- einander geregelt wird. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekenn- zeichnet, daß zur Aufhebung des Quertriebes der die verzögerte Grenzschicht absaugende Unterdruck auf beiden Seiten des Quertriebskörpers derart geregelt wird, daß die nach den beiden Seiten hin gerichteten Quertriebskomponenten sich aufheben. 10. Anwendungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß Quertriebskörper mit Profilen ge- ringer Gleitzahl als Trag- oder Steuerflächen für Flugzeuge dienen. 11. Anwendungsform nach Anspruch 1, dadurch ze- kennzeichnet, da9 Quertriebskörper mit Proiilen ge- ringer Gleitzahl als Triebflächen für Strömungskraft- maschinen dienen. 12. Anwendungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kenrzeichnet, daß Quertriebskörper mit Profilen ge- ringer Gleitzahl als Segel für Schiffe dienen. 13. Anwendungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß Quertriebskörper mit Profilen ge- ringer Gleitzahl als Segel, zum Schiffe fest, nicht drehbar angeordnet werden. 14. Anwendungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß Quertriebskörper mit Profilen ge- ringer Gleitzahl als Ruder für Schiffe dienen. 15. Anwendungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß Quertriebskörper mit Profilen ge- ringer Gleitzahl als Stabilisierungsflächen für Luft- oder Wasserfahrzeuge dienen. b Pat. 487996 v. 18. 3. 25, veröff. 17. 12. 29. Dr.-Ing. e. h. H. Junkers, Dessau. Baugerüst für Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Baugerüst für Flugzeuge nach Patent 480524, dadurch gekennzeichnet, daß die beim Aufbau der PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 63 Ti ge 6 3 3. Rudereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Breite des Ruderblattes in Richtung der durch die Drehachse (B) verlaufenden Wölbung der Ober- und Unterseite annähernd gleich 4. Rudereinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß bei Verwendung als Quer- ruder das Ruderblatt (D) zu seiner Drehachse (B) derart exzentrisch angeordnet ist, da? sich sein Ab- stand vom seitlichen Ende des Flügels (E) bei der Drehung des Elattes aus der Stellung des größten u Flugzeuge als Lehren dienenden Baugerüste (3) als einem Flugzeug anfügbare, dessen Flugfähigkeit nicht beeinträchtigende Bauteile windschnittiger Ober- flächengestaltung ausgebildet sind. 2. Baugerüst für Flugzeuge nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß die Baugerüste (16, 17) als zwischen die Trennstellen von Hauptteilen des Flug- zeuges (Tragflächen, Rumpf) einfügbare Bauteile aus- gebildet sind. b | 5 Pat. 486052 v. 28. 9. 27, veröff. 12. 11. 29. Kenneth N. Pearson, Netheravon, Shepperton, England. Seitlich an den Enden der Flugzseugflügel angeordnetes waagerechtes Ruder. Patentansprüche: 1. Seitlich an den Enden der Flugzeugflügel ange- ordnetes waagerechtes Ruder, dessen Beeinflussung durch den Luftstrom durch Drehen um eine senkrechte Achse verändert wird, dadurch gekennzeichnet, das lie Oberfläche des Ruderblattes derart ausgebildet ist, daß durch Drehen des Blattes um 90 Grad wahlweise die Ober- oder Unterseite wirksam ist. 2. Rudereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß beide Seiten des Ruderblattes in an sich bekannter Weise derart windschnittig ge- krümmt sind, daß die Wölbung der Oberseite des Blattes zu der der Unterseite etwa um einen rechten Winkel versetzt ist. —" Auft:iebes in die des größten Abtriebes vergrößert. b94r 486632 v. 2. 7. 27, veröft. 22. 11. ' 29. Herbert Friedmann, Bönnigheim, Württ. Aus einem Hülsenteil mit flachem Boden und angebogenen Randführungen und einem U-förmigen Zungenteil bestehende Kupplung, insbesondere für Flugzenge. Patentansprüche: 1. Aus einem Hülsenteil mit flachem Boden und angebogenen Randführungen und einem U-förmigen Zungenteil bestehende Kupplung, insbesondere für Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem Rahmen (b), auf dem die Hälften des Hülsenteiles (a) je für sich in Schlitzführungen seitwärts gleitend an- Kl 1 wi |", ? | I N hi Hay a | (an dl” b Du ı N oO _ gebracht sind, cin Hebel (c) schwenkbar verbunden ist, der an seinem mit dem Rahmen (b) verbundenen Ende exzentrisch verbreitert ist und zwei Führungs- stifte (n) trägt, die in schräg angeordneten Führungs- schlitzen (e) der Hülsenteile (a) gleiten, wobei durch Schwenken des freien Endes des Hebeis (c) die Hül- senteile (a) auseinandergedrückt werden und so den Zungenteil (p, q) von der Randführung (h) der Hül- senteile (a) freigeben. 2. Kupplung rach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß das Verschwenken des freien Endes des He- bels (c) durch Fernauslösung (z. B. mittels Bowden- zug) erfolgt. Sonstige Antriebsmittel (Gruppe 35—39). b36 Pat. 486053 v. 17. 2. 28, veröff. 11. 11. 29. Cornelius Czarniawski,. Wies- baden. Flugzeug mit umlaufenden Klappflächen. Patentansprüche: 1. Flugzeug mit umlaufende: Klappflächen, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachsen der Flächen in Seite 64 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 16 einer zur Fahrtrichtung ganz oder annähernd paral- lelen Ebene oder tangential zu einer von dieser Ebene durchschnittenen Kugelfläche liegen und während des Umlaufens durch ein. (etriebe so gesteuert werden, daß ihre Verlängerungen stets durch einen außerhalb des Umlaufkreises liegenden Punkt gehen. 2. Ausführungsform des Flugzeuges nach At- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmitt- punkt der verschiedenen Lagen der Drehachsen se- loben oder gesenkt wird, um vorwärts oder rück- wärts zu fahren. 3. Ausführungsform des Flugzeuges nach An- spruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die das Antriebsgetriebe enthaltenden Träger der Flügel um eine in der Längsrichtung des Flugzeuges liegende Achse xeschwenkt werden können. 4. Asuführungsform des Flugzeuges nach -An spruch 1 bis 3, dadurch wekennzeichnet, daß jede Drehachse den Flügel in zwei ungleich große Flächen- teile zerlegt. Luftschrauben (Gruppe 1—11). C 4 Pat. 486897 v. 8. 4. 26, veröft. 27. 11. 29. Sylvanus Albert Reed, New York. Vorrichtung zum Befestigen einer Metalluft- schraube auf einer Antriebswelle. Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Befestigen einer Metalluftschraube auf einer An- triebswelle. In erster Linie soll diese Befestigungs- vorrichtung für solche Metalluftschrauben dienen, bei denen mehrere Flügel mit dem verdickten Nabenteil aus einem Stück ausgebildet sind. Der besondere Vorteil der neuen Anordnung be- steht bei Metallschrauben in einer besonders günsti- gen Uebertragung der Kräfte sowie in der Mösglich- keit eines leichten und raschen Ein- und Ausbaues der Luftschraube. Für Schrauben, deren Nabenteil aüs Holz besteht, ist die neue Befestigungart nicht be- stimmt. Patentansprüche: I. Vorrichtung zum Befestigen einer Metalluft- schraube auf einer Antriebswelle, gekenuzeichnet durch eine in die Bohrung des Nabenteils (3) einge- schobene Stahlbuchse (6) mit einem festen Flansclı und inneren und äußeren Keilnuten (9, 13) am Buch- senkörper sowie Keilen (12), die in die äußeren Keil- nuten (13) der Buchse nur wenig, in den. Nabenteil da- gegen tief eingreifen. \ . 2. Schraubenbefestigung naclı Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Buchse (6) mit äußeren radia- len Rippen (14) besetzt ist, die als Keile in tiefe Keil- N: N NV BS> nuten (16) des Nabenteils der Schraube eingreifen und dort durch quergerichtete vernietete Splinte (15) ver- riegelt werden können, Pat. 487997 v. 29. 1. 29, veröft. 18. 12. c 29. Bayerische Motoren-Werke A.-G., München. Befestigung von Luftschrauben auf Kegelzapfen von Antriebswellen. Die Befestigung von Luftschraubennaben auf Ke- velzapfen von Antriebswellen hat einerseits den uro- ßen . Vorteil, daß eine Uebertragung der Drehkrait lediglich durch Reibung, ohne die Welle durch Keil- nuten oder Keilprofile schwächen zu müssen, bewerk- stelligt werden kanı, andererseits jedoch deı Nachteil, daß infolge des ungleichförmigen Drehmoments der Kraftmaschine die Kegeltlächen zum Fressen neigen. Diesen Nachteil soll vorliegende Erfindung ver- meiden. Patentansprüche: 1. Befestigung von Luftschraubennaben auf Kegel- zapfen von Antriebswellen, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Kegelzapfen und Nabenbohrung eine Zwischenlage, vorzugsweise aus Bronze, mit xuten Laufeigenschaften eingelegt ist. 2. Befestigung von Luftschraubennaben nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese Zwischen- lage als Blechhülse (a) ausgeführt und nur an den beiden über die Länge der Sitzfläche des Kegelzapfens (b) vorstehenden Enden mit der anderen Seite durch überstehende Lappen (c) verbunden ist, auf der tra- zenden Länge jedoch einen Schlitz (d) besitzt. 3, Befestigung von Luftschraubennaben nach An- spruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (d) nach einer Schraubenlinie verläuft. 4. Befestigung von Luftschraubennaben nach An- spruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (d) nach einer Mantellinie des Kegels verläuft. Pat.-Samml. Nr. 16 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 2, am 22. 1.1930 veröffentlicht. nem Rad. Man be- Nr. 2_ „FLUGSPORT“ Seite 26 Nabe mit Kugeldrucklagern 2,9 ke, Verstelleinrichtung 1 kg, Gesamt- vewicht 10,5 kg. Für dieses Patent wird die Auslandslizenz vergeben. Sikorsky-Mehrplattenbremse. Eine leichte, gutwirkende Bremse bei Amphibien zur Erreichung eines kurzen Auslaufes ist sehr wichtig. Sikorsky hat sich eingehend mit diesem Problem befaßt und selbst Versuche mit verschiedenen Systemen ausgeführt. Es zeigte sich, daß zwei feste Scheiben bein Andrücken an eine bewegliche die doppelte Bremswirkung ergeben wie zwei Platten. Das- selbe gilt für mehrere Bremsscheiben, so da® nach diesem System Bremsen von beliebig eroßer Bremskraft bei kleinem Pedaldruck ge- baut werden können. Um die Beanspruchung der Räder und hiermit ihr Gewicht nicht we- sentlich zu erhöhen, wurden die Verbindungs- bleche zwischen den zwei rotierenden Platten » der Bremse und dem Rad direkt an der Rad- w felge angenietet. Diese Konstruktion hat den | Vorteil, daß sie an jedem Flugzeugrad leicht % nachträglich angebracht werden kann. Die/& Mehrplattenbremse ergibt fast unbegrenzt & eroße Bremsflächen. Schwierig hierbei ist die Erreichung einer gleichmäßigen Anpressung der se Scheiben. Wie dies Sikorsky mit geringstem& Material und Gewichtsaufwand erreichte, zei-®& sen Abb. 1 und 2. Drei feststehende Platten aus, 1,6 mm starkem Blech, auf deren Umfang der, Bremsbelag aufgenietet ist, übertragen mit drei: Armen die Kräfte auf die Achse. In jedem der # drei Arme ist ein Zylinder eingebaut, in dem® Abb zwei hydraulisch betätigte Kolben durch einen X 2 Hebel die zwei äußeren feststehenden Brems-%,? = Verbindungsblech scheiben an die zwei beweglichen Platter zwischen Bremse und gleichmäßig. anpressen. “ Rad; b — rotierende "Hilfe dieser leichten Mehrplatten-%; Ringe; c = Bremsbe- ‚könnte der Auslauf selbst der schwer-& hibien unter 100 m gebracht werden. e = Zylinder; = zum ständlich kommt eine Mehrplatten- 5, Führer; 2 = feste nuürfür große Verkehrsflugzeuge in Fravc. & bremse: Bremsscheiben. Sikorsky- Mehrplattenbremse mit abgenomnie- achte die an der Radfelge angenie- teten Mitnehmer-. laschen. Seite 30 „FLUGSPORT“ Nr. 2 Haubenringe damit Verringerung des Luftwiderstandes bei scher, New York. Deutsche Normen Nr. 2 „FLUGSPORT“ Seite 31 Deutsche Normen zur Vermeidung der Zylinderkopfwirbel und luftgekühlten Sternmotoren haben wir in DrahtseilemitFasereinlage DIN Luftfahrt L 9 Nr. 24 und 25 des „Flugsport“ beschrieben. In Amerika werden solche Rumpfhauben (N. A. C. A. Cowling, in Frankreich Capotage ge- yanıt) als Zubehörteile in ausgezeichneter Form aus Duralblech auf den Markt gebracht. Nebenstehende Abbildimg zeigt einen ausge- Nur für Rollenzüge Nicht für Verspannungen } und ähnliche Zwecke Kreuzschlag rechtsgängig Die Drehrichtung der Litzen der Drähte in den Litzen bel den 7- u,19-drähtigen links- gängig, bei den 37-drähtigen für die zwei äußeren Lagen linksgängig, für die innere rechtsgängig. Bezeichnung eines Drahtseiles von 5 mm Nenndurchm. Drahtseil 5 DIN L 9 im Seil ist. rechtsgängig, die schnittenen Ring der Firma Maxosy & Bu- Drahtlitzen DIN Luftfahrt L 8 Nur für Verspannungen Nicht für Rollenzüge und ähnliche Zwecke rechtsgängig Die Drehrichtung der Drähte in den Litzen ist bei den 7- und 19-drähtigen Litzen durchweg rechtseängig, tei den 37-drähtigen für die zwei äußeren Lagen rechtsvängig und ‚für die innere linksgängig, bei den 61-drähtigen für die zwei äußeren Lagen rechtseängig, für die dritte links- gängig und für die innere rechtsgängig. Bezeichnung einer Drahtlitze von 3 mm Nenndurchmesser Drahtlitze 3 DINLS..... Ir. | Metall.| Rech- [Zugfestigkeit d. Drahtes Litzen- | nrant- | Ge- nerisch.| blank 220 |verzinkt 200 Anzahl| Nenn- samt- ir der | durch- durch- Quer- Ge- kglmm Ausführung ähte | messer messer schnitt | wicht | Rechnerische Bruch- Drähte d. Litze fürl m| belastung der Litze nm mm mm | kg kg kg 15 | 05 1,38 | 0.012 300 270 8 7 1,8 0,6 1,98 | 0,017 430 400 7 Drähte 2.1 0.7 2.69 | 0023 590 540 R 2,5 0,5 3,73 | 0,032 820 740 EB 19 | 3 | 06 | 5,37 | 0,046 | 1180 1.080 19 Drähte 35 | 07 | 731 | 0.02 | 1610 1 460 42 | 06 | 10,46 | 0,089 2 300 200 Er 37 4,9 0,7 | 1424 | 0,121 3 120 2 850 5,6 | 0,8 | 18,61 | 0,158 4.090 3 720 37 Drähte 6,3 0,9 | 23.54 | 0,200 5 180 4710 72 | 0,8 | 30,66 | 0,261 6 750 6 130 8,1 0,9 | 38,81 | 0,330 8 540 7 760 61 9 1 47,91 | 0,406 10 530 950 9,9 1,1 | 57,97 | 0,493 | 12750 11 590 61 Drähte 10,8 1.2 | 68,99 | 0586 15 150 13 790 Fachnormenausschuß für Drantseile August 1929 Fachnormenausschuß für, Luftfahrt er 2 U Me’all.| Rech- . © 213 ech“ |Zugfestigkelt d. Drahtes >.|53|-3| 52] Draht- e- nerisch.| ok mr "5/3338 281 eurcn.| some "on en Ausführung an\lur gn 3; messer Suen wicht | Rechnerische Bruch- ao Ssmm| mm mm? kg kg kg 13 0,6 62,8 0,65 ‚13800 12550 6 | 37 222 15! 07 85,4 | 0,89 18800 17100 - 18 0,8 111,6 1,16 24550 22300 6x37=222 Dr, u. 1-Drahteinl, Fachnormenausschuß für Drahtseile August 1929 Fachnormenausschuß für Luftfahrt Alleinvertrieb der Normblätter durch Beuth-Verlag GmbH Berlin S 14 Seite 32 „FLUGSPORT“ Nr. 2 n_ FIIR TEN ı AN u, mg, u -FürWerkstalt ‚Flugplatz =" ee Hindernisfreie Landelichter hat die Curtiss-Wright Flying Co. auf ihrem Flugplatz: für den Nacht- flugbetrieb mit Erfolg eingeführt. Die sich über Terrain erhebenden, zur Markierung und Orientierung dienenden Lampen können dem Landelichterkegcl. Links: In Leuchtstellung. eechts: Angerollt. Fahrgestell unangenehm werden. Mat hat, um diesem Uebel zu be cegnen, die Lampen auf einen leichten kegelartigen Konsol aus Blech montiert. Im Innern des Kegels führt ein stark isoliertes Kabel nach einem Steckkontakt, der beim Anfahren des Kegels bzw. Umfallen des- selben sich leicht lösen kann. Mittelrheinischer Flughafen, Wiesbaden-Mainz. Blick von Osten auf den Flugplatz und auf Wiesbaden-Erbenheim mit Umgehungs- straße Wiesbaden—Frankfurt a. M. X Rauchofen — Mittelpunkt des noch nicht fertiggestellten Platzes. „PLUGSPORT“ Seite 33 NE ! za \\ Gr ) m | Inland. Ausschreibung des 3000.—-Mark-Preises der „B. Z. am Mittag“ für schwanzlose Motorilugzeuge. 1. Im Auftrag der „B. Z. am Mittag“, Berlin, und mit Genehmigung des Deutschen Luftrats schreibt die Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. einen von der „B. Z. am Mittag“ gestifteten Preis in Höhe von RM 3000.— aus. 2. Der Preis wird demjenigen schwanzlosen Motorflugzeug zugesprochen, auf dem zuerst in der Zeit vom 1. Februar 1930 bis 31. Dezember 1930 ein un- unterbrochener Flug von mindestens 300 km, gemessen im Grundriß der Luftlinie „wischen Start- und Landestelle, durchgeführt wird. Der Start kann von jeden Orte Deutschlands erfolgen. Als Landestelle wird der Flughafen Berlin-Tempel- hof festgesetzt. Als Preisbewerber gilt der Eigentümer des Flugzeuges. Zugelas- „en sind Eigentümer bzw. Flugzeugführer usw., die die deutsche Staatsangehörix- keit besitzen oder der deutschen Kulturgemeinschaft angehören und die nicht dis- ualifiziert sind. — Flugzeugführer usw., welche für sich die deutsche Kulturge- meinschaft beanspruchen, haben für deren Nachweis geeignete Unterlagen bei der Nennung einzureichen. — Darüber, wem die deutsche Kulturgemeinschaft zuer- kannt wird, entscheidet der Deutsche Luftrat nach Prüfung der eingereichten Unterlagen von Fall zu Fall endgültig und unter Ausschluß des Rechtsweges. an der Fläche angebracht sind. Der Rumpf darf neben dem Triebwerk nur der Unterbringung der Zuladung dienen. Zugelassen sind nur schwanzlose Flugzeuge, bei denen das gesamte Leitwerk unmittelbar am Tragwerk angebracht ist, und zwar ohne Falırgestell, um zugleich den Gedanken des fahrgestellosen Flugzeuges zu fördern. Die Herstellungskosten einschließlich Motor dürfen RM 5000.— nicht übersteigen. Eine genaue Kostenaufistellung für die Herstellung des Filugzeuges ist bei den einzureichenden Leistungsbeurkundungen beizufügen, wobei auch den Bewerber gestiftete Bauteile ihrem Einzelhandelspreis entsprechend berücksichtigt ‚werden müssen. | ‘4. Als Beurkundungen für die Preisbewerbung sind einzureichen: : .a) Name des Eigentümers des Flugzeugs und seine Adresse, b) Name des Flugzeugführers und seine Adresse, c) Lichtbild des Flugzeugs, d) Polizeiliche Beurkundung des Ortes, des Datums und der Zeit des Startes, e) Polizeiliche Beurkundung der Landung auf dem Flugplatz Tempelhof, f) Barogramm des Fluges mit, polizeilicher Beurkundung der Plombierung des Barographen beim Start und Beurkundung der polizeilichen Lösung der “ Plombe nach der Landung, £) Gemessene Entfernung zwischen Start- und Landestelle, bescheinigt durch einen vereidigten Geometer, u h) Kartenmaterial, Maßstab nicht kleiner als 1:100 000, auf dem die Flugstrecke . in gerader Linie zwischen Start- und Landestelle eingetragen ist, i) genaue Kostenaufstellung für das Flugzeug einschließlich Motor. 5. Von der ausgeführten Flugleistung ist der Hauptgeschäftsstelle der Rhön- Rossitten-Gesellschaft in Frankfurt a. M., Schubertstraße 10, sofort nach Durchh- führung des Fluges telegraphisch Mitteilung zu machen. Spätestens 6 Tage nach dem Fluge sind die erforderlichen Beurkundungen an die gleiche Stelle einzu- reichen. 6. Der Zuspruch des Preises erfolgt durch ein Preisgericht, das von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. nach Eingang der Beurkundung einberufen wird und sich aus je einem Vertreter des Aero-Clubs von Deutschland, einem Vertreter der „B. Z. am Mittag“ als Vorsitzenden, der W. G. L.,, des D. L. V. und der _R.R.G. zusammensetzt. Das Preisgericht kann Ergänzungen der Beurkundungen fordern und.den Zuspruch wegen nicht genügender Belege.ablehnen. Du | 2, 3. Als schwanzloses Flugzeug gilt ein Flugzeug, bei dem sämtliche Ruder: Seite 34 | „FLUGSPORT“ Nr. 2 7. Gegen die Entscheidung des Preisgerichtes kann Berufung beim Deut- schen Luftrat von einem abgewiescnen Bewerber innerhalb von 10 Tagen nach der Veröftentliching der Preiszerichtsentscheidung unter gleichzeitiger Bezalı- lung einer Berufungsgebühr von RM 50.— an den Deutschen Luftrat eingelegt werden. Im Falle der Ablehnung verfällt die Gebühr der „Luftfahrerstiftung beim Aero-Club von Deutschland“. 8. Jeder Bewerber trägt die Verantwortung für alle Auswirkungen seiner Flüge. Der Preisstifter und die Rhön-Rossitten-Gesellschaft lehnen jede Kiaitung für sich und die Sportzeugen ab. 9. Wenn der Preis innerhalb des festgesetzten Termins nicht gewonnen wird, steht es der Rhön-Rossitten-Gesellschait frei, im Einverständnis mit dem Preisstifter und mit Genehmigung des Deutschen Luftrats die Ausschreibung zu verlängern oder eine veränderte Ausschreibung herauszugeben. 10. Notwendige Erläuterungen zur Ausschreibung (unter Beachtung des Ka- pitels IV/23 der „Vorschriften tür den Deutschen Flugsport) sind bei der Rlıön- Rossitten-Gesellschaft, Frankfurt a. M., Schubertstraße 10, einzuholen... Mit dieser Stelle ist auch aller Schriftwechsel über den Wettbewerb unter Beifügung des Rückportos zu führen. Alle offiziellen Veröffentlichungen, welche diese Ausschreibung betreffen, erfolgen in der „B. Z. am Mittag“, der „Luftschau“ und dem „Flugsport“. Frankfurt a. M., den 15. Januar 1930. Ullstein Aktiengesellschaft, ppa. gcz. Mich. A. Müller, Dr. Magnus. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V., gez. Kotzenberg. 1. Segelilugkongreß vom 8. bis 10. März in Darmstadt. Anläßlich des 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerbes ist der Gedanke aufge- treten, die Segelfluginteressenten im Frühjahr zu einer wissenschaftlichen Tagung zusammenzuberufen. Der Gedanke hat allseits freudigen Widerhall gefunden. In der Zeit vom 8. bis 10. März 1930 wird nunmehr der 1. Segelflugkongreß in Darın- stadt, dem Sitz des Forschungs-Instituts der Rhön-Rossitten-Gesellschaft stattfin- den. Auf dieser Tagung sollen die aktuellen wissenchaftlichen Probleme des Segelflugs von namhaften Sachverständigen besprochen und aus der Aussprache neue Anregung gewonnen werden. Insbesondere werden hierbei auch dic Be- ziehungen zwischen dem Segelflug und dem Motorflug in ihren zahlreichen Wecit- selwirkungen zur Sprache kommen. Weiterhin werden die praktischen Fragen des Segelflugs und der Segclflugschulung behandelt werden. Eine Reihe in der Luftfahrt bekannter Persönlichkeiten hat sich bereits zur Uebernahme von Vor- trägen bereit gefunden. Es ist zu erwarten, daß auch aus dem Auslande, wosclbst der Segelflug sich mehr und mehr einbürgert, Vertreter zu dem Kongreß kommen werden. Mitteilung der Rhön-Rossitten-Gesellschait e. V. In der Vorstandssitzung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft am 11. Januar 1930 in Frankfurt a. M. wurde Herr Gerd von Hoeppner, Vizepräsident des Aeroklubs von Deutschland, als Nachfolger des Herrn Major a. D. von Tschudi in den Vorstand der Rhön-Rossitten-Gesellschaft zugewählt. Weiterhin hat der Vorstand Herrn Herbert Schumann, Leipzig, in Anerkennung seiner besonders eifri- gen Werbetätigkeit und seiner Ver- mittlung von Preisstiftungen für die Rhön - Segelflug - Wettbewerbe die bronzene Nadel der Rhön-Rossitten- Gesellschaft verliehen. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V., gez. Kotzenberg. Junkers-Junior erzielte im Europa- Rundflug 136 km durchschnittliche Geschwindigkeit. Nr. 2 „ELUGSPORT“ Seite 35 Segelllugzeugbauprüferkursus auf de 3 Nach den neuen Bestimmungen der R. R. rn anne V. sind Gleit und Segelflugzeuge, welche im Schulbetrieb Verwendung finden 'sollen v 1 . dienststellung bzw. nach erfolgter Reparatur durch zugelassene Bauprüfer ab h- nehmen. Um den Vereinen und Gruppen die durch solche Abnahmen entstehend. 1 Kosten a verringern, ist es wünschenswert, dal möglichst zahlreiche Herren. ne ie nötigen Fachkenntnisse verfügen, als Bauprüfer anerkannt wer- Zur Ausbildung solcher Herren veranstaltet die Rhön-Rossitten-Gesellschaft in der Fliegerschule auf der Wasserkuppe vom 24. Febr. bis 7, März 1930 ine Kursus für Bauprüfer von Gleit- und Segelflugzeugen. Der Zeitpunkt ist so eolest. damit die Teilnehmer sich im Anschluß an den Kurs zu dem Segelfluskongreß der R.R. D: in Darmstadt BT. März) begeben können. u je Kursusge ühr beträgt RM 25.-—, wozu ein ei iger RM 5.— für Wäsche usw. sowie täglich RM 2.50 für a8 er Anmeldungen zu dem Kursus sind baldigst, spätestens bis 15 Februar 1930 an die Hauptgeschäftsstelle der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Schubertstraße 10, einz . a \ Rhön-Rossitten-Gesellschaft. usstellung von Segelilugausweisen. Die Fliegerschule der Rhön-Rossitten- Gesellschaft auf der Wasserkuppe, welche zugleich im Auftrage des Segelilug- ausschusses des D. L. V. und des D. M. S. V. die Kartothek über die abgelegten Gleit- und Seselflugsprüfungen und die anerkannten Segelflugsportzeugen führt teilt mit, daß sehr häufig Anträge auf Ausstellung von Ausweisen sehr mangelhaft ein- gereicht werden. Dadurch ergeben sich immer wieder Rückfragen und Verzö ce. sungen der Ausstellung der Ausweise. RT ‘s wird daher nochmals darauf hingewiesen, da i ri i reichen sind: je 2 Paßbilder, ferner die Angabe über a a bzw. Flugort, -datum, Flugdauer, evtl. Nummer des bereits erhaltenen ae sera weises, Abzeichen-Nummer. Verfallene Ausweise und Abzeichen sind Bei der sehr starken Beauspruchung, welche die Auss : ü "schi denen Ausweise und Uebersendung von Abzeichen Are Ara ne Schule künftighin mangelhafte Anträge unerledigt an den Antragsteller zurück- gehen lassen. Rhön-Rossitten-Gesellschaft E. V. i. A. gez. Graf Ysenburg Wilhelm Maybach, Oberbaurat Dr.-Ing. e. h., ist am 29. Dezember 1929 in Cannstatt im Alter von 84 Jahren gestorben. Maybach galt auf dem Gebiete des Motorenbaues als einer der genialsten Konstrukteure. nn Ausland. Sikorsky ist, wie aus seinen Veröffentlichungen hervorgeht, der Ansicht daß die Vergrößerung der Flugzeuge mit der nötigen Sicherheit nur mit der Ver- erößerung der Motoren erreicht werden Kann. Mehr als vier Motoren dürften i Blindflug-Schulflugzeug, welches Doo- en mit Grabmal des bekannten little für seine Flüge verwendete. Der Be iegers pin. Boelcke auf dem Führersitz ist mit einer undurchsich- renfriedhof in Dessau (Anh.). tigen Zeltbahnhaube verdeckt. IS) Seite 36 „FLUGSPORT" Nr. nicht verwendet werden, da mit der Vermehrung der Motoren auch die Deiekt- möglichkeiten sich steigern. Er behauptet ferner, daß das Verkehrsflugzeug der Zukunft ein Amphibienflugzeug sein müsse. Ciervas neuesten Hubschrauber flog Sir Sefton Brancker, Englands Handels- luftminister, am 7. Januar auf dem Flug- platz Hendon bei London. Sir Sefton Brancker lobte nach dem Flug, der bei ziemlich bockigem Wetter stattfand, die außerordentliche Stabilität des Autogiro. Bei schlechtem Wetter, z.B. bei Nebel, oder sogar bei einbre- chender Dunkelheit bietet der Autogiro eroße Vorteile, da er sich auf kleinsten Plätzen landen läßt. Sein Auslauf beträgt ca. 2-3 m, ebenso ist sein Start außer- ordentlich kurz, da die zum Flug nötige Tourenzahl der Drehflügel (160 U/Min) im Stand, bei laufendem Motor schon fast erreicht wird (140 U/Min) und der Anlauf, der zur Erhöhung der Touren- zahl der Drehflügel dient, nur klein ist. Sir Sefton landete und startete während seines Fluges mehrere Male und fand das Fliegen mit dem Autogiro so einfach, daß ieder Nichtflieger ohne weiteres einen Autogiro fliegen könne. Eine Postiluglinie nach Brasilien be- absichtigt die Lufthansa dieses Jahr ein- zurichten. Und zwar wird die Post im Flugzeug bis zu den Kanarischen Inseln befördert und von dort per Schiff nach Fernando Noronha transportiert. Der Junkers-Diesel-Flugmotor wird in Frankreich von Peugeot in Lizenz ge- baut. Die Deutsche Luithansa hat von der türkischen Regierung die Lizenz für eine Luftpostlinie Berlin—Angora auf 20 Jahre erhalten. Der Luftdienst wird im Früh- jahr eröffnet. Vier Loopings im Segelilugzeug Vom ersten bayerischen Segelflug-Wett- führte ein amerikanischer Pilot aus, nach- bewerb. Siehe „Flugsport“ Nr. 23, 1929, dem er mit einem Motorflugzeug auf Seite 449. eroße Höhe geschleppt worden war. Das französische Bernard-Geschwindigkeits-Wasserflugzeug, welches mit einem Hispano-Suiza 1500 PS ausgerüstet ist, wird dieser Tage versucht. Man beabsichtigt damit, die bisherigen von den Engländern erreichten Höchstgeschwin- diekeiten zu überbieten. Hubschrauber Isacco ist von dem englischen Luftminister angekauft wor- den. Die Abnahmeflüge in Cowes sind zufriedenstellend ausgefallen. England hat bis jetzt 100 Flugzeugführerinnen, weitere 200 werden zur Zeit geschult. Oifiz. Mitteilung des Deutschen Modell- und Segelilug-Verbandes. Die diesjährige Jahresversammlung des DMSV findet am 2. Fe- bruar, vormittags 9 Uhr, in Frankfurt a. M., in den Räumen der Frank- fuırter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft, Miquel- straße 12, statt. Nr. 2 „FLUGSPORT“ Seite 37 N >> N 5 5 2 NN, x = ; ER NS a. ® 2 =. No - MM . z h . = Qu “ MW = = 1 1111111111111 111mm, Rumpfhochdecker K 32 mit Profilflächen von Theodor Knopf i | pi in Coburg. Gewicht flugfertig 160 g. Gummiquerschnitt 48 qmm. Flugleistungen des Modells : - Sehr gutes Steigvermögen (auch in Kurven). Durchschnittliche Handstartstrecke [ 930 | F \ 200 m Bodenstartstrecke 150 m. Baumaterial: Baı 1 ä A , e . : mbus, Sperrholz (Flächen- rippen, Rumpfspanten, Räder), Pauspapier (Flächenbespannung),. Batist (Rumpf- bespannung), Stahldraht, Erlenholz (Propeller und Rumpfnase) Der Verein für Modellilug Dresden hält auf seinem a i Jei u Ss usgezeichneten Uebungs- gelände mit Betonbahn am 23. Februar ein Wettfliegen ab. Meldehogen können von der Geschäftsstelle Dresden A 1, Wettinerstr. 20, i ir iedri i bezogen werden. s . 20, in Firma Friedrich Wende, Die diesiähr: PA See Jahreshauptversammlung. ie diesjährige Jahreshauptversammlung der M. A. G.imD.M. S. V. fiud am Sonntag, dem 26. Januar 1930, in Dessau ant „Z Inhalle“, Fra ii ae a , ssau, Restaurant „Zur Turnhalle“, Franz- 1. Bericht des V i Tagesordnung: . Beric es Vorstandes über die Tätigkeit d i en gkeit der M. A. G. im Jahre 1929. 3. Festlegung des Jahresprogramms für 1930. 4. Verschiedenes. Anträge sind bis spätestens 25. Januar an F. Ale . . xander, Magdeburg, Hey- ecksir: 9, zu richten. Anmeldungen der Vereinsvertreter sind an G. Heyne, Des- ‘ au, Johannisstr. 10, zu richten, mit der Angabe der A i S ee r Ankunftszeit, zwecks Emp- F. Alexander, M. A. G.- Vorsitzer. SIND ZUVERLÄSSIG none Die Zuverlässig- keit der Siemens- Flugmotoren be=- weist der Sieg Morziks i. Europaflug 1929 mit Siemens- Motor Sh 13 auf B.F.W. - M 2323. u, _ N - N 11 Mi \ Le A Kon PPLLTEE AN > . 7 a" “ RL N) N AD Der Kompass des Siegers im internationalen Europa- Rundflug. ZÜRN, JACKENKROLL & Co., a. m. 8. n. BERLIN W 30 FERNR. LÜTZOW 196 FRANKENSTR. 9 BORD-INSTRUMENTE für alle Zwecke der Flugtechnik fabriziert und liefert billigst 01. 70. mid, Minezm Spezial-Bruchfestigkeits- Tabellen IE Preisliste Nr. 28 frei WERKE: HEMELINGEN BEI BREMEN LONDON NEW YORK MAILAND TITANINE WERK G.1M.B.H. HEMELINGEN BE! BREMEN AM H.FEA Nr. 9 FERNSPRECHER: AMT BREMEN HANSA 6358 TELEGRAMME: TITANINE HEMELINGEN GEG, DET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR URSINUS * CIVIL- ING. INNIIINNNNIINIIIN] I III) Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 77% Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14tag. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 3 5. Februar 1930 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 19. Februar 1930 ” Inttitnsnti h " AU TES Profilsammlung. (Beginn in dieser Nummer.) Die Veröffentlichungen über Profile werden meistens nur bei der Heraus- gabe neuer Bücher bekanntgegeben. Für den Konstrukteur ist es jedoch wichtig, um nicht rückständig zu bleiben, über die neuesten Profilmessungen ohne Ver- zögerung unterrichtet zu sein. Aufgabe der vorliegenden Profilsammlung wird es sein, über die neuesten Profilmessungen schnellstens zu berichten. Segelflieger-Ring. Ein Ring der Segelflieger hat sich am 1. Februar in Frankfurt a.M. gegründet und ist korporativ dem Deutschen Modell- und Segelflug- Verband beigetreten. Die prominentesten Segelflieger haben ihren Beitritt erklärt. Inhaber von Weltrekorden im Segelflug werden Ehrenmitglieder. Engl. Comper „Swift“ Leichtflugzeug. Auch im Land der fliegenden Motoren scheint man zu erkennen, ‘daß die Haltung eines Sportflugzeuges, wie die weltberühmte „Moth“, doch nur für wenige begüterte Privatpersonen möglich ist. Der Wunsch nach einem wirklichen Leichtfluszeug wird immer größer, besonders da der Segelflug gezeigt hat, wie wenig Kraft zum Fliegen nötig ist. Eine beachtliche Neukonstruktion ist der Einsitzer von Comper (die erste Type der neuen Firma) mit 40-PS ABC-Motor. Am überraschendsten hierbei sind die guten Flugeigenschaften der Ma- schine. Sie hat ein sehr günstiges Geschwindiskeitsverhältnis von Landegeschwindiekeit zu Maximalgeschwindigkeit von 1:3. Die ‚Sicht des Piloten ist, infolge des oben sehr schmalen Rumpfes, ausge- zeichnet. Das Leergewicht von 151 kg ist in Anbetracht des schweren Motors nicht übermäßig hoch. Der Flügel in normaler Holzkonstruktion ist dreiteilig. Der kleine Mittelflügel ist direkt an den Rumpfhauptspanten befestigt. Sein hin- teres Ende ist bis zum Hinterholm als Sichtausschnitt abzeklappt. Die äußeren Flügelstücke sind mit V-Stielen aus Stahlrohr abgestützt und an den Rumpf anklappbar. Die Flügelnase ist bis zum Vorderholm Seite 40 „FLUGSPORT“ Nr. 3 (Spruce) mit Sperrholz beplankt. Verwindungsklappen unausgegli- chen, Holzkonstruktion. Der Rumf besteht ebenfalls aus drei Teilen. Der vorderste Teil, der Motorbock, ist unter Zwischenschaltung von patentierten Schwin- eungsdämpfern direkt am Brandschott angeschlossen. Der Mittelteil erstreckt sich bis zur Rückenlehne des Führersitzes. Er ist einfach Spruceholmen und -gurten aufgebaut. Man beachte die Abrundung an der vorderen Rumpfunterseite. Der hieran anschließende Schwanz 5580- 3 --E Negascı R dt - -| Y - x 7 2242 u De LL_ A ‚7296 — Nach „Flight“ Englisches Leichtflugzeug Comper - Swift mit Zweizylinder ABC. Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 41 ist ähnlich im Aufbau. Sein oberer Teil ist als „Deckel“ ausgebildet, so daß mühelos die Steuerzüge im Rumpf kontrolliert werden können. Kielflosse und Seitenruder sind aus Stahlrohren aufgebaut. Die Höhenflosse in Holzkonstruktion ist am Boden verstellbar. Originell und außerordentlich einfach ist das Fahrgestell ausgebil- det. Die sehr festen Räder sind ebenfalls in Holz aufgebaut. Es ist typisch für die ganze Maschine, daß so wenig wie möglich Teile dem Luftstrom ausgesetzt sind. Dies, die gute Motorverkleidung und die gute Rumpfform erklären die hohe Maximalgeschwindigkeit von 170 km/Std. Die Abmessungen der Comper „Swift“ sind: Spannweite 7,3 m, Länge 5,56 m, Flächeninhalt 8,35 m?, Abmessungen in demontiertem Zustand 5,50xX2,29X1,83, Leergewicht 151 ke, Fluggewicht 275 kg, Flächenbelastung 33 kg/m?, Leistungsbelastung 6,9 kg/PS, Landege- schwindigkeit 56,5 km/Std, Maximalgeschwindigkeit 169 km/Std, Steig- leistung 213 m/Min. u Die Maschine kommt dem im „Flugsport“ skizzierten Ideal schon ziemlich nahe. Allerdings kommt man mit einem 20-PS-Motor zu ähnlichen Flugleistungen. Ein solcher Motor (wie z. B. der 15/20-PS- U-2-Motor) würde genau 25 kg leichter sein als der ABC-Scorpion. Der mittlere Rumpfteil kann bequem um 1 m verkürzt werden, wenn man den Führer zwischen die Holme, also fast in den Schwerpunkt setzt. Hierdurch wird sich eine Gewichtsersparnis von ca. 8 kg er- geben. Die Rumpfhöhe von Unterkante Flügel bis Unterkante Rumpf von 1,05 m Kann auf 0,85 m verkleinert werden, ohnie daß der Führer schlechter sitzt oder sieht. Hierdurch wird der Rumpfwiderstand we- sentlich verringert und der gesamte Rumpf gut 11 kg leichter. Verrin- gern wir nun die Spannweite auf 6 m und die Tragfläche auf 6 m?, so gewinnen wir wieder an Gewicht und an Widerstand und erkennen, daß unser Einsitzer nur noch 100 ke wiegt. Seine aerodynamischen Figenschaften können bei günstiger Profilwahl und guter Rumpfform diejenigen des Comper unter Umständen übertreffen. Es wird sich zeigen, daß mit 18—20 PS 150-160 Stundenkilometer geflogen wer- den Können. Englisches Comper Swift Leichtflugzeug. Seite 42 „FLUGSPORT” Nr. 3 Comper Vibrationsdämpfer. A | A — Stahlzylinder; B = hohlzylin- derförmiges Gummistück; C = Mo- torträger durch Mutter und Unter- legscheibe D an den Gummizylinder ) angepaßt; E = Verschlußkappe mit großer Bohrung, so daß der Motor- träger nur mit dem Gummistück ver- bunden ist; F = Distancerohr zur Festlesung der Gummispannung. SIE u, ARE IN > zz Mt zz Faith, zz Km as E — Nach „Aeroplane“ | Englisches Comper Swift Leichtflugzeug. Links: Laufrad aus Holz ohne Pneumatik. Rechts: Fahrgestell mit Abfederung. Unten links: Rumpfknotenpunkt; rechts: Führersitz mit Instrumentenbrett unbe- spannt. Unten: Flügelrippe mit Holmen. Wird ‘uns 1930 das Leichtflugzeug von 100 kg Leergewicht und 150 km/Std zum Preise von 3500.RM bringen? Oder sollen uns erst die Engländer zeigen, wie es gebaut und verkauft werden muß? Amerikanischer Lockheed „Sirius“ 425 PS. Der Lockheed „Sirius“ wurde in seiner ersten Ausführung im Auf- trag Charles Lindbergh von Vultee, dem Chefingenieur der Lockheed Aircraft, konstruiert und von dieser gebaut. „ELUGSPORT“ Seite 43 Amerikanischer Lockheed „Sirius“, welcher ais Spezial-Langstreckenflugzeug für Lindbergh gebaut wurde. Das Flugzeug mit dem schwarzen Rumpf, dem typischen Gold- streifen an der. Seite und den orangeroten Flügeln und Leitwerkflächen macht einen schnittigen Eindruck. Durch die Anwendung eines Hau- benrings um den 425-PS-Pratt-&-Whitney-Wasp-Motor nach den Un- tersuchungen des National Advisory Committees for Aeronautics wird. die Geschwindigkeit um 24 km/h erhöht. Bei der. Konstruktion des Fahrgestells hat man besonders Wert. auf geringsten Luftwiderstand gelegt. Die durch pneumatische Lock- heed-Stoßaufnehmer abgefederten Räder sind tropfenförmig (Pants ge- nannt) verkleidet. E Die an der Unterseite des Rumpfes herauswachsenden Flügel sind freitragend, ebenso Höhen- und Seitenleitwerk. Der Hauptbetriebs- . stoffbehälter von 1450 l liegt im vorderen Rumpfteil. Ein weiterer Zu- satzbehälter von 540 | in dem Flügel. Oelbehälter 125 1. Mit diesem Betriebsstoff hat.das Flugzeug einen Aktionsradius von 5000 km. Das Leergewicht beträgt 1340 kg, belastet für diesen Aktions- radius ist das Gesamtgewicht 2800 ke. Das vorliegende Flugzeug ist eine Spezialausführung für Lind-- bergh. Als normales Serienflugzeug hat der Betriebsstoffbehälter nur 720 1 und Oelbehälter 54:1: Inhalt, entsprechend einem Aktionsradius von. 1750 km. Das Gesamtgewicht beträgt hierbei 2000 ke. Spannweite 13 m, Länge 8,25 m, Flügeltiefe 2 m, Flügelinhalt 24,5 ma?, Reisegeschwindigkeit 250 km. Amerikanischer Burnelli X-3. Den Burnelli Verkehrseindecker mit seinen Eigenarten, hochzieh- barem Fahrgestell u. a. m., haben wir bereits 1929 in Nr. 6 des „Flug- sport“, Seite 110—121 ausführlich beschrieben. Im vergangenen Jahre wurde eine zweimotorige Versuchsmaschine mit 2 Cirrus-Motoren fertig, welche für den Guggenheim-Sicherheits-Wettbewerb gemeldet war, jedoch zurückgezogen wurde. Das eigenartige dieses Eindeckers mit dem breiten Mittelstück und Ansatzflügeln ist die Flügelprofiländerung und Flügelvergrößerung bei Seite 44 „FLUGSPORT“ Nr. 3 der Landung. Die verschiebbaren Flügelenden besitzen, wie man aus den Abbildungen erkennt, tropfenförmige Endscheiben. Bei dem ersten Modell befanden sich kleine Querruder an den Flügelenden. Bei dem neueren Modell liegen die Querruder unter den Flügeln im freien Luft- strom. Die Verstellung der Flügel wird vom Führersitz durch Hand- rad bewirkt. Die Flügelinhaltvergrößerung beträgt 25%. Bei geschlos- senen Flügeln, also verkleinertem Flügelinhalt, und gestrecktem Pro- fil macht die Maschine 24 km mehr. Bei auseinandergezogenen Flügeln hat man eine Landegeschwindigkeit von 56 km erreicht. In einer der nebenstehenden Abbildungen erkennt man das stark gewölbte Profil in Landestellung. Vorder- und Hinterholm stehen fest. Nur die Rippen werden durch eine Verstelleinrichtung in ihrer Form geändert. Das Fahrgestell mit geringem Luftwiderstand besteht aus zwei hintereinanderliexenden, verkleideten Rädern, von denen die hinteren. doppelt so groß sind wie die vorderen und mit Bremsen ausgerüstet sind. Die verwendeten Muselmannräder haben sehr dicke Reifen, so daß sich eine Abfederung des Fahrgestells erübrigt. Höchstgeschwindigkeit 190 km, Reisegeschwindigkeit 145 km, Landegeschwindigkeit 56 km. Auftriebskoeffizient bei auseinanderge- zozenen Flügeln 0,006 und bei geschlossenen 0,0028. Die in dem Wind- Burnelli X-3 mit eingezogenem Flügel. Bei dieser älteren. Type befanden sich noch die Querruder am Ende der Flügel. Burnelli mit auseinandergezogenen und gewölbten Flügeln für die Landung. Die Geschwindigkeit beim Landen ist um % geringer. Die Flügelverstellung geschieht durch Handrad vom Führersitz. Pro filsammlung N ni BEGRÜNDET "10a Sei N n Nr P} 1 PIEHNU £ 1 VOV AsKaR, DRSIndS * LEINE. 1930 | Flügelprofile — ihre Eigenschaften und ihre Auswahl. 2 Von A. Lippisch, Wasserkuppe. . Seit vielen Jahren werden von den Modellversuchsanstalten aller Länder Flügelprofiluntersuchungen ausgeführt, so daß heute ein außer- ordentlich umfangreiches Material dem Konstrukteur zur Auswahl vor- liegt. Aber auch hier bewahrheitet sich das altbekannte Sprichwort, „wer die Wahl hat, hat die Qual“. Da sucht man denn in den Profil- katalogen herum, vergleicht ein um das andere Profil und entscheidet sich schließlich aus irgendwelchen mehr oder weniger triftigen Grün- den für einen bestimmten Flügelschnitt. Trotzdem wird es immer schwer sein, sagen zu können, daß man mit der Wahl wirklich das für den bestimmten Zweck brauchbarste Profil herauszefunden hat. Ich will deshalb an dieser Stelle es unternehmen, den Leser über die charakteristischen Eigenschaften der verschiedenen Profilformen aufzuklären und ihm zu zeigen, auf welche Weise man durch den Ver- gleich verschiedener Profilmessungen zu einer befriedigenden Aus- wahl bestimmter Flügelschnitte kommen kann. In erster Linie ist es nämlich notwendig, die verschiedenartigen Profile nach bestimmten Gesichtspunkten zu gruppieren, damit man durch den Vergleich der Eigenschaften ähnlicher Profilformen zu einer verallgemeinerten Cha- rakterisierung kommt. Dadurch gelingt es in erster Linie, diejenigen Meßfehler auszuschalten, die bei den angewendeten Untersuchungs- verfahren stets auftreten werden. Letzten Endes ist doch jedes phy- sikalische Experiment mit einer begrenzten Genauigkeit behaftet und es ist grundverkehrt, die Rechnungen so auszuführen, als ob ınan es mit exakt genauen Zahlen zu tun hätte. Man wird also nach einer Methode suchen müssen, die es gestattet, die zufälligen Meßfehler nach Möglichkeit auszuschalten, damit man durch diesen Fehlerausgleich zu Werten kommt, die dann mit größerer Wahrscheinlichkeit einen rich- tigen Vergleich zulassen. Die auf Grund der Messungen mitgeteilten Zahlenwerte geben vier Bestimmungsgrößen an, nämlich den Anstell- winkel zwischen Profilsehne und Luftströmung, den Auftriebsbeiwert c, den Widerstandsbeiwert c, und den Momentenbeiwert c,. Die Beiwerte sind dimensionslos, das heißt reine Zahlenwerte, und mit ihrer Hilfe kann man Auftrieb, Widerstand. und Druckmittelpunktslage des Iuntersuchten Profiles errechnen. Hierfür gelten bekanntlich die ormeln: = RE Auftrieb — A = c,F: 5 v? (kg) Widerstand = W=c, °F 5 v? (kg) Druckmittelpunktsabstand = S = = .t Hierin bedeutet F = Tragflügelinhalt in m?, v = Geschwindiekeit zwi- schen Flügel und Luft in m/sec,0 — die Luftdichte in kg sec?Im*, t = Flügeltiefe in m und s = Druckmittelpunktsentfernung von Flügel- vorderkante in m”. j Seite-2 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 1 Nach der Prandtlschen Tragflügeltheorie ist nun der Widerstands- beiwert sowie der Anstellwinkel für verschiedene Seitenverhältnis- zahlen einer Aenderung unterworfen, über deren Berechnung in einem der vorhergehenden Hefte berichtet wurde. Zum Vergleich der Flü- gelprofile untereinander wird man deshalb von vorneherein gut tun, den induzierten Widerstand sowie den induzierten Anstellwinkel aus- zuschalten und die Messungsergebnisse so darzustellen, als ob die Flü- cel bei dem Seitenverhältnis 1:% gemessen worden wären. Dadurch tritt nämlich die Charakteristik bestimmter Profilformen deutlich her- vor und wir können viel leichter einen Vergleich zwischen den ein- zelnen Profilformen durchführen. Wenn wir nun durch Rechnung die Zahlenwerte für das Seitenverhältnis 1: bestimmt haben, tragen wir uns dieselben in üblicher Weise auf und zeichnen durch die Meß- punkte einen Kurvenzug, der einen möglichst eleichmäßigen Verlauf hat und so gelegt wird, daß er die kleinen Ungenauigkeiten der Mes- sung ausschaltet. Durch diese graphische Ausgleichung gewinnen wir also eine mittlere Polare usw., und wir können uns nun durch Ablesen der durch den Kurvenzug bestimmten Zahlenwerte ein korrigiertes Messungsergebnis herstellen. Praktischerweise wird man die Ab- lesung möglichst bei runden Zahlenwerten des c,-Beiwertes vorneh- men, wodurch die späteren Rechnungen zur Bestimmung der Polare eines Flügels mit endlichem Seitenverhältnis sehr erleichtert werden. Wir werden auf diese Sachen noch an Hand eines Beispiels später näher eingehen. Wir wenden uns jetzt den Darstellungen verschiedener Messungs- ergebnisse zu und bringen zuerst einen Auszug aus amerikanischen Profiluntersuchungen mit sogenannten druckpunktiesten Profilen. Die Messungen wurden ausgeführt in dem amerikanischen Ueberdruckwind- kanal, der es gestattet, die Untersuchungen bei so hohen Reynoldschen Zahlen auszuführen, wie sie auch im praktischen Betriebe an großen Flugzeugen auftreten. Bekanntlich sind doch Strömungsvorgänge nur dann einander Ähnlich, wenn sie bei gleichen Reynoldschen Zahlen untersucht worden sind. Das Polardiagramm eines Modellflügels ent- spricht also dem des großen Flügels dann am besten, wenn bei Mes- sung in normaler atmosphärischer Luft die Produkte aus Flugge- schwindigkeit mal Flügeltiefe gleich sind*). Finden die Modellmessungen jedoch beispielsweise in komprimier- ter Luft von größerer Dichte statt, wie dies in dem amerikanischen Ueberdruckkanal der Fall ist, so muß man noch die kinematische Zä- higkeit berücksichtigen. Auf diesem Wege ist es möglich, ohne An- wendung besonders größerer Geschwindigkeiten und Modellabmes- Pr 2 | — — Abb. 1. Das druck- punktieste Pro- fil entsteht aus dem Normal- profil mit Hö- henleitwerk. *) Das Produkt aus Fluggeschwindigkeit mal Flügeltiefe heißt Reynoldsche Zahl. Nr. 1 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 3 sungen Versuchswerte zu erhalten. die ächli beim Hiegenden Flugzeug een “em tatsächlichen Vorgang . Besonders stark macht sich der Einfluß der Re Z bei den druckpunktfesten Profilen geltend, die ir en Zah m normal 6 mdkanal bei kleinen Keynoldschen Zahlen sehr schlecht , an sie desha aum verwendet hat. ' " das Bekanntwerden dieser amerikanischen Messungen hat Ir ee | 720 7100 C, m M3° AT 700 ar 7 (A / m N =, M2 Abb. 2. Seite 4 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 1 zeigt, daß sie wesentlich bessere Ergebnisse liefern, als man früher annahm, so daß sie heute im Flugzeugbau wegen ihrer konstruktiven Vorzüge gerne verwendet werden. Bei den üblichen gewölbten Profilen verändert der Angriffspunkt der Luftkräfte auf der Sehne des Profiles seine Lage mit dem Auftrieb, und zwar wandert dieser Druckmittelpunkt mit steigendem Auftrieb nach vorne. Diese Druckmittelpunktswanderung würde es also ver- hindern, den Flügel allein zum stabilen Fluge zu bringen, und es ist notwendig, eine Leitfläche vor oder hinter dem Flügel anzuordnen, die dieser Druckmittelpunktswanderung entgegenwirkt. Man kann sich nun vorstellen, daß man Flügel- und Leitwerksfläche zu einem Ganzen vereinigt und so zu einem druckpunktfesten Profil kommt (Abb. 1). Diese Profile haben dann die Figenschaft, daß die Luftkräfte in den normalen Fluglagen immer nahezu durch den gleichen Punkt der Flü- eelsehne hindurchgehen. Eine besondere Gattung der druckpunkt- festen Profile bilden die symmetrischen Profile, deren Mittellinie also eine Gerade ist, also eine mehr oder weniger flache Stromlinienform darstellen. Abb. 2 (S. 3) zeigt die Messungsergebnisse von drei ver- schieden dicken symmetrischen Profilen. Die stark ausgezogenen Kur- ven stellen die Abhängigkeit des Profilwiderstandes (c, 9) vom Auf- triebsbeiwert (c,) dar. Die strichpunktierten Linien, zeigen den Ver- lauf des Momentenbeiwertes (c,) und die dünn ausgezogenen Linien die Abhängigkeit des Anstellwinkels der Mittellinie vom Auftriebsbei- wert. Widerstandsbeiwert sowie Anstellwinkel gelten also für den Flügel mit Seitenverhältnis 1:%. Wir sehen aus dieser Messung sehr deutlich, welchen Einfluß die Verdickung auf Widerstand und Auftrieb ausübt. Mit wachsender Verdickung tritt auch ein Anwachsen des Höchstauftriebes ein. Da der Höchstauftrieb bekanntlich zur Er- reichung geringer Landegeschwindigkeiten und guter Steigfähigkeit wesentlich ist, ist dieser Einfluß der Verdickung des Profiles beach- tenswert. An und für sich müßten alle symmetrischen Profile, in der Richtung ihrer Achse angeblasen, keinen Auftrieb mehr ergeben. Die kleinen Unterschiede hiervon, die die Messung zeigt, Jassen auf ge- ringfügige Ungenauigkeiten des Modells schließen oder auf einen klei- nen Fehler in der Anstellwinkelbestimmung. Man wird also von vorne- herein gut tun, zur Bestimmung des Anstellwinkels symmetrischer Profile mit einer Geraden zu rechnen, die durch den Nullpunkt geht. Die ausgeglichenen Messungsergebnisse sind in der Zahlentafel ent- halten, worin auch die zum Aufzeichnen der Profile notwendigen Ko- ordinaten angegeben sind. Die zweite Messung, deren Ergebnisse in Abb. 3 (S. 5) in gleicher Weise wie oben zur Darstellung gebracht sind, bezieht sich nun auf solche druckpunktsfesten Profile, die aus densym- metrischen Profilen dadurch entstanden sind, daß man der anfänglich geraden Mittellinie eine doppelte Krümmung gab. Die Dickenverhält- nisse der Profile untereinander sind also die gleichen wie bei den symmetrischen Querschnitten. Die Messung zeigt, daß diese Profil- sruppe günstigere Ergebnisse liefert als die symmetrischen Profile, wenn man die Widerstände bei mittleren und. höheren Auftriebsbei- werten so wie die Höchstauftriebszahlen betrachtet. Die Anstellwinkel sind bezogen auf die Sehne durch Vorder- und Hinterkante der Mittel- linie, damit man von vorneherein einen besseren Vergleich der An- stellwinkelwerte untereinander durchführen kann. „FLUGSPORT“ Seite 45 Burnelli X-3 letzte Ausführung mit freistehenden, unter den Flügeln sich befind- lichen Querrudern. Unten: Burnelli X-3. Mittelstück mit Fahrgestell. Blick auf Flügeloberseite des Großlandilugzeuges G 38. Der vordere Mann sitzt an einer Einfüllöffnung für Brennstoffbehälter. Seite 46 „FLUGSPORT“ Nr. 3 kanal ermittelten Ergebnisse wurden durch die Flugversuche bestätigt. Wölbungsveränderung des Flügelprofils 40%. Spannweite 14,8 m, Länge 6,3 m, Höhe 2,7 m, Breite des mittleren Profilrumpfstückes 2,4 m. Flügeltiefe 1,82 m, Pfeilform 1 Grad, Flügelanstellung 0 Grad, Flügelinhalt 20 m‘, Pr ofilrumpfinhalt 9, 3 m’, Querruderinhalt 1,93 m? Höhenflosse 3 m?, Höhenruder 1,84 m’, Seitenruder 1,9 m’, Leerge- wicht: Gewicht der Flugzeugzelle 540 ke, 2 Motoren 290 ke, Gesamt- gewicht belastet 1150 kg, Betriebsstoffbehälter 230 1. Amerikanischer Dayton-Bear-4-Zylinder-Motor. Die Dayton Airplane Engine Co. in Dayton, Ohio, hat einen 4-Zy- linder-Reihenmotor, luftgekühlt, 114 mm Bohrung und 178 mm Tlub, 7250 cm?, gebaut. Die Zylinder sind aus Nickelstahl, die Zylinderköpfe aus Leichtmetall mit ein- geschrumpften Alu- minium-Bronze-Ven- tilsitzen und Zündker- zenbüchsen. Ein- und Auslaßventile wer- den durch eine über den Zylinderköpfen liegende, unter Druck geschmierte Nocken- welle gesteuert. Die Pleuelstange aus Chromnickelstahl, H- Querschnitt und ganz bearbeitet. Kurbelwelle in Nickelstahl mit 5 breiten Lagerstellen, 54 mın Durchm. ‚Kurbelzapfen 51 mm Durchm. Die 5 Kurbelwellenlager sind, um eine sichere Schmierung zu erreichen, einzeln geschmiert. Kompressionsverhältnis 5,1 :1. Leistung. 110 PS bei 1550, 120 PS bei 1850 Umdrehungen. Gewicht 170 kg, Gesamtlänge 1267 mm, Ge- samtbreite 463 mm, Gesamthöhe 986 mm: T giPSh, Oelverbrauch 5,76 g/PSh. 110-PS-Dayton-Vierzylinder-Flugmotor. Inland. Programm der 1. wissenschaftlichen Segelilugtagung in Darmstadt unter dem Ehrenvorsitz des Herrn Reichsverkehrsministers Dr. Stegerwald. 8. bis 10. März 1930. Freitag, den 7. März. Eintreffen der Gäste. — Ausgabe des Tagungsabzeichens und der Quar- tierscheine im Bahnhofshotel.. 20.00 Uhr: Begrüßungsabend im Roten Saal des städt. Saalbaues (Bierabend). Samstag, den 8. März. 10.00—12.30 Eröffnungssitzung in der Otto- Berndt- Halle der Technischen Hoch- schule. Begrüßungsansprachen. Nr. 3 „TLUGSPORT“ Seite 47 10.30—11.30 Vortrag Professor Dr. Georgii, Darmstadt: 10 Jahre motorloser Flug. 11.30—12.30 Vortrag Professor Dr. Hoff, Berlin: Einfluß des Segelflugzeugbaues auf den Motorflugzeugbau. 12.30—14.30 Gemeinsames Frühstück in der Mensa der Technischen Hochschule. 14.30-19.00 Vorträge: Vorsitz Professor Dr. v. Kärmän, Aachen. Die Nachmittagsvorträge finden im großen Hör- saal der Technischen Hochschule statt. 14.30—15.30 Diskussion über den Vortrag Prof. Dr. Hoff. 15.30—16.30 Staatsminister a. D. Dominicus, Berlin: Der deutsche Flugsport. 16.30—17.30 Professor Dr. Schlink, Darmstadt: Die Hochschulausbildung der Flug- zeugingenieure., 17.30—18.15 Ingenieur G. Abrial, Paris: Die Segelflugwettbewerbe in Frankreich von Combegrasse bis Vauville 1928. 18.15—19.00 Dipl.-Ing. Knott, Neuyork: Der Segelflug in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika. 20.30 Festessen (mit Damen) im Saal der Vereinigten Kasinogesellschaft. Sonntag, den 9. März, Vorträge im "Großen Hörsaal der Technischen Hochschule. Vorsitz: Prof. - Dr. Hoff, Berlin. 9—10.00 Prof. Dr. v. Kärmän, Aachen: Turbulenz und Segelflug. 10—11.00 Prof. Dr. Pröll, Hannover: Beiträge zur Aerodynamik der Profile. 11—12.00 Ingenieur A. Lippisch;, Wasserkuppe: Das Nurflügelflugzeug. 12—13.00 Dipl.-Ing. Loew, Darmstadt: Grundsätzliches zum Entwurf und Bau von Segelflugzeugen. 13— 14.30 Gemeinsames Frühstück in der Mensa der Technischen Hochschule. 15—19.00 Vorträge. 15—16.00 Privatdozent Dr. Schrenk, Berlin: Die Spannweite als Maßstab für die Sinkgeschwindigkeit, ein Vorschlag für die Klasseneinteilung von Segelflugzeugen. | 16—16.45 Prof. Dipl.-Ing. Eberhardt, Darmstadt: Das Verhalten der Luftfahr- zeuge in Inversionsschichten. 16.45—17.30 Dr. Höhndorf, Darmstadt: Untersuchungen über die atmosphärischen Grundlagen des Segelflugs. 17.30— 18.30 Robert Kronfeld, Darmstadt: Die Methodik des Leistungssegelilugs. 20.30 'Filmvorführungen: „Die Kunst des Segclflugs“ (Rhön und Rossitten), „Segelflug im Hochgebirge“ (Rax-Expedition). — Ferner ist Gelegen- heit zum Besuch des Hessischen Landestheaters zu Vorzugspreisen gegeben. Ze Montag, den 10. März. -8—10.00 Kommissionssitzurigen (Ort wird noch bekanntgegeben). . 10—10.30 Vorträge im ®&roßen Hörsaal 330 der Technischen Hochschule. Vorsitz Prof. Dr. Georgii, Darmstadt. 10—11.00 Divl.-Ing. Haarmann, Frankenhausen: Auswertung technischer Fr- fahrungen für die Weiterentwicklung von Segelflugzeugen. 11—12.00 F. Stamer, Wasserkuppe: Gleit- und Segelflugschulung. 12—13.00 Dipl.-Ing. Hirth, Stuttgart: Die Bedeutung des Segelfluges für den “Motorflug. 13—14.30 Frühstück. 15.00 Vorführung der Flugzeuge des Forschungs-Instituts der Rhön- Rossit- » ten-Gesellschaft und der Akad. 'Fliegergruppe Darmstadt auf dem Flugplatz Darmstadt.- Während der Tarung findet eine Segelflugzeugausstellung der Flugzeuge der Rhön- Rossitten- Gesell schaft und der Akademischen Fliegergruppe Darm- stadt statt. nn Anmeldescheine können von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Frankfurt am Main, Schubertstraße 10, angefordert werden. Die Anmeldungen sind bis 20. Februar einzureichen. Seeelilugkurse auf der Wasserkurne 1930. Die Kurse des Jabres 1930 in der Fliegerschule des Forschungsinstituts der Phön-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkunppe sind wie folgt festgesetzt: 1. 10.—29. März: Fortgeschrittene, Trainingskursus. 2.—26. April: Anfänger. Seite 48 „FLUGSPORT“ Nr. 3 1.—30. Mai: Fortgeschrittene. 3.—28. Juni: Anfänger. 2.—26. Juli: Fortgeschrittene. 25. August bis 20. September: Anfänger. 23. September bis 4. Oktober: Wissenschaftlicher Trainingskursus. 8.31. Oktober: Fortgeschrittene oder Anfänger. Aenderungen sind vorbehalten. 2. Gesuche um Aufnahme sind möglichst 8 Wochen vor Beginn des betrei- fenden Kursus zu richten an die Leitung der Fliegerschule des Forschungsinsti- tutes der Rhön-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe, Post Gersfeld (Rhön). Ausbildungsbedingungen der Segeliliegerschulen der Rhön-Rossitten-Gesellschaft E. V. Allgemeine Forderung ist körperliche Tauglichkeit und moralische Eignung. Zielder Ausbildung ist die Flugausbildung bis zum Deutschen Segel- flugschein (C), daneben findet theoretischer Unterricht und praktischer Werk- stattdienst bei Bau und Reparatur von Schulflugzeugen statt. Die Kurse dauern durchschnittlich 4 Wochen. Leichtathletische Uebungen und Turnspiele werden in der dienstfreien Zeit ausgeführt, zu Schwimmsport ist Gelegenheit gegeben. Prüfungen für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen können in der Schule Ros- sitten bzw. in Gersfeld abgelegt werden. Aufnahme finden iunge Leute, im allgemeinen zwischen 16—25 Jahren, die laut sports- oder amtsärztlichem Untersuchungsbefund als „Hiegertauglich“ er- klärt sind. Auch ältere und jüngere Schüler können angenommen werden, wenn sie den gesundheitlichen Anforderungen entsprechen. Erwünscht ist eine theo- retische Vorbildung in den hauptsächlichen Wissensgebieten der Luftfahrt. Gesuche um Aufnahme sind möglichst 8 Wochen vor Beginn des betrefien- den Kursus zu richten an die Leitung der Fliegerschule des Forschungsinstitutes der Rhön-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe, Post Gersfeld (Rhön), oder an die Leitung der Segelfliegerschule Rossitten, Kurische Nehrung (Ostpreußen). Dem Gesuch sind beizufügen: a) ein selbstgeschriebener Lebenslauf; b) 2 Lichtbilder in Paßformat; c) beglaubigte Zeugnisabschriften, insbesondere über die etwaige Teilnahme an einem Vorkursus. Oirginalzeugnisse sind nicht einzureichen; d) eine sport- oder amtsärztliche Bescheinigung, daß der Bewerber zur Ausübung jeden Sports geeignet ist; e) die Anschriften dreier Bürgen, die über den Bewerber erschöpfend Aus- kunft geben Können. f) bei Minderjährigen die Einverständniserklärung des zesetzlichen Ver- treters; &) der Nachweis des Besitzes des Deutschen Turn- und Sportabzeichens oder sonstiger sportlicher Betätigung; Für Rossitten ist das Freischwimmerzeugnis erwünscht. h) 40 Pfg. für Rückporto. - Vordrucke für die ärztliche Untersuchung sind bei der Hauptgeschäftsstelle der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Frankfurt a. M., Schubertstraße 10, oder bei den Schulen gegen Voreinsendung von 50 Pig. erhältlich. Eine Aufnahme von Schülern, welche ohne Einberufung seitens der R. R. G. erscheinen, findet grundsätzlich nicht statt. Schüler, welche nicht in der Lage sind, zu dem im Einberufungsschreiben festgesetzten Termin zu erscheinen, haben dies rechtzeitig der Schulleitung mit- zuteilen, welche sich die Aufnahme in solchem Falle vorbehält. Die Schüler haben sich der Schulordnung und jeglicher Weisung der Schul- leitung zu unterwerfen. . Kosten: Das Schulhonorar beträgt für einen Kursus RM 150.—, für Mit- elieder der R.R.G., des D.L.V., D.M.S.V. und Angehörige akademischer Flie- gergruppen RM 100.— und kann bei Vorliegen besonderer Verhältnisse bis auf mindestens RM 50.— ermäßigt werden. Für Ausländer wird das Schulhonorar von der Schulleitung festgesetzt. j ZZ Für Unterbringung und Verpflegung wird ein Betrag von RM 2.50 pro Tax erhoben. Außerdem hat der Schüler ein einmaliges Wäschegeld von RM 5.— Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 49 sowie den Betrag von RM 4.50 für seine Kranke i ä en nversicherung während des Unterbringung: Die Schüler werd i ä Unt : en in den Gebäuden der R.R.G gewöhnlich zu mehreren gemeinsam, unte : di gt im a er Seh , rgebracht; die Verpflegung erfolgt im Selbständige Einquartierung und Verpflegung der Schüler wird nicht gedul- det. — Decken, Bettzeug und Handtücher werden von der R.R.G. gestellt. Kleidung: Im Frühjahr und Herbst: Festes Schuhzeug, warme Kleidung sowie ein Arbeitsanzug; im Sommer: Sportkleidung oder Trainingsanzug, Turn- sehune und Dadezeug, für Rossitten Paddelboot (falls vorhanden) ersicherung: Die Schüler sind von der Schule re er Unfäll i Flug- und Werkstattbetrieb zu folgenden Sätzen versichert: RM 2000. N desfall; RM 6000.— im Invaliditätsfall; bis RM 1500.— Kurkosten. Die Versiche- rung ist im Schulhonorar enthalten; eine erhöhte Versicherung steht den Schü- lern zuh Vermittlung der Schule, aber auf eigene Kosten, frei ahlung: Bei Eintritt in die Schule sind die volle Ku ü i \ sei rsusgebühr sowi die Kosten für Wäsche, Krankenversicherung und mindestens 2 Wochen Ver- pflegung im voraus bar an die Verwaltung der Schule zu zahlen. Die Zulassung zum Kurs ist von dieser vorherigen Zahlung abhängig. Späterhin sind die Ver- pflesungskosten wöchentlich im voraus zu bezahlen blösung: Bei fliegerischer Unfähigkeit aus disziplinä i Ö eris( , isziplinären oder morali- schen Gründen kann jederzeit die Ablösung eines Schülers durch die Schulleitung stattfinden; zur Angabe von Gründen ist die Schulleitung nicht verpflichtet. Im Falle der Ablösung aus disziplinarischen oder moralischen Gründen findet eine Rückvergütung der Kursusgebühr nicht statt: bei Ablösung infolge mangeln- der fliegerischer Eignung durch den Schüler wird die Kursusgebühr anteilmäßig jedoeh nöchstens bis zur Hälfte der Gebühr, zurückvergütet. Das nicht ver. rauchte Verpflegungsgeld wird unter Abzug von 5 weit ch i ersteren Falle zurückerstattet. eeren Tagen auch im Fortgeschrittene Segelflie i ger, welche, ohne an einem reeulä Kursus teilzunehmen, zu Uebungsflügen in eine der Schulen kommen zahlen pro Fuestunde RM 10.—, mindestens aber RM 20.— ie sind ger i r i REN gegen Unfall auf Maschinen de: Schule, nicht aber gegen Krankheit “ Soweit diese Fortgeschrittenen nicht ehemal u i sesch s Schüler einer der beidei Schulen waren, haben sie die doppelte Gebühr zu bezahlen: für Ausländer wer. den die Gebühren besonders festgesetzt. j Anmeldung unter Nachweis der seitheri i i äti j gen fliegerischen Tätigkeit hat minde- stens 14 Tage vor dem beabsichtigten Eintritt zu erfolgen. Die Anal oder Ablehnung steht der Schulleitung ohne Angabe von Gründen frei. Ueber abgelegte Flugprüfungen wird der Gleitflu geschein oder Segelflugschein erteilt, desgleichen werden auf Grund der erfüllten Be- dingung die Gleitfliegerabzeichen oder Segelfliegerabzeichen verliehen. Zur Deckung der Unkosten für Formulare und Abzeichen wird für Erteilung Flughafen Hangelar. Seite 50 „FLUGSPORT"“ Nr. 3 eines Ausweises der Betrag von RM 0.50 und für Abzeichen von RM 1.— er- heben. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft erklärt ausdrücklich, daß sie irgendwelehe Gewähr für Uebernahme der Schüler nach vollendeter Segelflugausbildung auf eine Motorflagschuie oder für ihr weiteres Fortkommen in irgendeinem Zweig der Luftfahrt nicht übernimmt. Frankfurt a. M., im Januar 1930. Der Flughafen Hangelar ist ein schönes Musterbeispiel, etwas zu schaffen unter Ausnutzung von privaten flugbegeisterten Kräften, wenn man sie unbehin- dert arbeiten läßt. Der Flughafen Hangelar dient vornehmlich Sport-Rundflug und Schulzwecken. Es sind dauernd 6—8 Flugzeuge in Hangelar stationiert, wo der Niederrh. Verein für Luftschiffahrt e. V., Sektiori Bonn e. V., eine Vereins- fliegerschule mit bestem Erfolg 'betreibt. Die ortsansässigen Flieger folgen im Kalenderiahre 1929 über 284 Betriebsstunden. Der Daniel-Guggenheim-Fund ist, wie der deutsche Vertreter Erich Offer- mann mitteilt, am 1. Januar 1930 in Liquidation getreten. Der Fund sieht seine sich selbst gestellten Aufgaben, insbesondere die, in Amerika die Luftfahrt popu- lär gemacht zu haben, als gelöst an. Die mit großen Mitteln unterstützten Ver- suche zur Lösung des Nebelflug-Problems sind mit befriedigendem Ergebnis ab- geschlossen worden. Aus dem verbliebenen Kapital sind an eine Anzahl gemein- nütziger Stellen namhafte Zuwendungen gemacht worden. Der Präsident der Ges., Harry F. Guggenheim, wurde zum amerikänischen Gesandten in Kuba ernannt. Die Vertretung des Fund in Deutschland ist mit dem Tage der begon- nenen Liquidation erloschen. Ausland. - Was wird aus dem Coup Schneider? Nach den Bestimmungen des Coup Schneider wird dieser im Land des letzten Siegers ausgetragen. Das englische Air Ministry wird sich in Zukunft nicht mehr beteiligen. Im ‚„Aeroplane‘“ befindet sich eine Karikatur, in welcher der englische Luftminister mit „Leichter als Luft‘ kokettiert und dem Flugwesen die Mittel beschnitten hat. Die gewaltigen Organisationskosten müssen daher von den Teilnehmern aufgebracht werden, welche eine Meldegebühr von 2000 Pfund bezahlen müssen, die allerdings bei rechtzeitiger Absage zurückgezahlt werden sollen. England beabsichtigt voraussichtlich, durch den „Aero Club“ teilzunebmen. Den Guggenheim-Sicherheits-Wettbewerb hat die Curtiss Aeroplane and Motor Co, gewonnen. Es waren 18 Vor- und zwei Hauptprüfungen zu bestehen. Handley Page fiel aus, weil er die Minimal-Geschwindigkeit von 61 km nicht er- reichen konnte. 11 797 m hat Lemoigne am 19. Januar auf einem Gourdon-Leseurre mi! 420 PS Gnom Le Rhone Jupiter überkomprimiert erreicht. Hirth hat in Belgien auf Einladung des belgischen Kapt. Hauptm. Massaux verschiedene Gelände in Belgien auf ihre Segelflugeignung studiert und in der Gegend von Löwen einen Stundenflug ausgeführt. Fünfter internationaler Luftfahrtkongreß im Haag findet vom 1. bis 6. Sept. 1030 statt. Organisator Holländischer Aero-Club. Die dem Kongreß bis spätestens 30. April einzureichenden Denkschirften (Generalsekretär H. Walaardt Sacre 3, Anna Paulownaplein, Haag, Holland) werden dem Stoff nach in fünf Unterabtei- lungen eingeordnet: A. Abt. für Luftverkehr. B. Abt. für Wissenschaft und Tech- nik. C. Juristische Abt. D. Medizinische Abt. E. Abt. für Flugsoprt. Abt. für Wissenschaft und Technik bittet speziell um Berichte über: . Ablösung von Strömungen und die sich daran knünfenden Phänomene, ins- besondere mit Rücksicht auf Anwendungen in der Praxis. 2. Berechnung der Fluzeizgenschaften aus aerodnamischen Daten. 3. Flugversuche über Stabilität. 4. Trudeln. 5. Wahl des Propellers für bestimmte Zwecke und Einfluß der sich in der Pro- nellerströmung befindlichen Körper auf dessen Wirkungsgrad. 6. Der Flug auf große Entfernung (Distanzflug). 7. Ueber die mit Modellversuchen im Schleppversuchsanstalt gefundenen Grundlagen für den Entwurf von Schwimmern und Flugbooten. N Nr. 3 „rLUGSPORT“ Seite 5l 8. Festigkeitsberechnung von verschiedenen Arten von Flügelkonstruktionen. 9. Motoren für schwere Brennstoffe. 10. Leichtmetalle und hoch vergütete Metalle im Flugzeugbau. 11. Eisbildung auf Flugzeugteile im Fluge, 12. Höhenmessung über der Erde aus dem Flugzeug oder Luftschiff. Die Kongreßsprachen sind deutsch, französisch, englisch, italienisch und hol- ländisch; Dolmetscher stehen zur Verfügung. Jeder Denkschrift (16 Druckseiten),. in einer der Kongreßsprachen abgefaßt, muß ein Auszug von höchstens 300 Wör- tern beigefügt sein in der Sprache des Verfassers und außerdem in Französisch. Die Jahresversammlung des D.M.S.V. fand am 2. Februar in Frankfurt a. M. statt. Der Versammlungsbericht folgt in der nächsten Nummer. Bericht von der Jahreshauptversammlung der M. A. G. im D.M.S. V. Die M. A. G. hielt am Sonntag, dem 26. Januar, ihre diesjährige Jahres- hauptversammlung in Dessau ab, an der sich Vertreter der M. A. G.-Vereine aus Leipzig, Dessau, Hettstedt und Magdeburg beteiligten. Hier sei gleich erwähnt, daß sich die „Interessengemeinschaft für Segelflug, Dessau“ dem „Anhalter Ver- ein für Luftfahrt‘, Dessau, angeschlossen hat, und so begrüßte G. Heyne die An- wesenden im Namen der „Modell-, Gleit- und Segelflug-Abteilung des A. V. £. L.“. Anschließend wurde die Sitzung vom M. A. G.-Vorsitzer, F. Alexander, Magde- burg, eröffnet. In seiner Eröffnungsrede betonte er die Notwendigkeit der M. A. G. für den Mitteldeutschen Modellflugsport, die durch ihre bestens organi- sierten Modellwettfliegen nicht nur hervorragende Leistungssteigerungen, sondern auch bis zur Höchstform entwickelte Normalmodelle geschaffen hat. Da sich die in der M. A. G. erzielten Leistungen nicht mehr erheblich steigern lassen, gedenkt man einer Eintönigkeit vorzubeugen, indem man zu bisher noch wenig oder gar nicht beschrittenen Gebieten übergreift. So wurden im vergangenen Jahr Ver- suchswettbewerbe für Segel- und Wassermodelle abgehalten, die aber noch im Anfangsstadium standen. Auf alle Fälle ist hier noch viel Weiterentwicklung nötig. Dem Fortschritt der Zeit Rechnung tragend, hat die M. A. G. sich veran- laßt gesehen, erstmalig einen Versuchswettbewerb für freifliegende, schwanzlose Modelle zu veranstalten. Nachdem der M. A. G.-Flugwart, R. Kropf, Leipzig, den Jahresbericht ge- geben hatte, kam man zur Festlegung des diesjährigen Programms. Die Verteilung der Wettfliegen ist folgende: Am 6. April Segelmodelle in Steutz b. Dessau. Am 15. Juni Anfängerwettbewerb mit Stabmodellen in Hettstedt. Am 6. Juli Gemischter Wettbewerb für Rumpf- und Stab, Zug- und Druck- schrauben in Leipzig. Am 24. August Wassermodelle in Magdeburg. Am 21. September Schwanzlose Modelle in Dessau. TMieran schlossen sich längere Erörterungen über neue Bauvorschriften von Doppelrumpf- und Segelmodellen sowie Festlegung von Startmethoden und Aehn- liches, Um 17 Uhr wurde die Tagung geschlossen. F. Alexander, M. A. G.-Vorsitzer. Literatur. - (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) „La Navigation Aörienne Transatlantique“ par G. Voitoux. Societe d’Editions Geographiques, Maritimes 'et Coloniales, 184, Boulevard Saint-Germain, Paris. Im vorliegenden Buch sind die atmosphärischen Bedingungen und die Schwie- rigkeiten einer Flugroute über den Nordatlantik behandelt. Auf einer großen Karte. sind die Hochs und Tiefs im Jahre 1927 bis 1928 eingezeichnet. Seite 52 „FLUGSPORT” Nr. 3 Stand der Welt-Rekorde Klasse € Landflugzeuge: 31. Dez. 19% Ohne Nutzlast Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kg Nutzlast| Mit 2000 kg Nutzlast | Mit 5000 kg Nutz Dauer: 65:25- Dtschld. Risz- tics u. Zimmermann, Junkers W 65, 280 PS Jk. 5.-7.7. 28 Dessau 22:11:45 Deutschland Schnäbele u. Loose 320 PS Junk. W 33 21/22. 3. 27 Dessau 14:23:45 Deutschland Horn, 3x230 PS Jun- kers G 24- Junkers 4. 4. 27 Dessau 13:1:12,8 Deutschld. Risticz, 3x280 PS Junk. G 24 - Junk.L5 29.6. 27 Dessau 1:12:21. Frankreich Bossoutrot, 4x5, PS Sup.-Gol.-Far 16.11.25 Le Bour Streeke: 7666,616 km Italien Ferrarin u.delPrete, Sav.-March., 550 PS Fiat 31.5.-2.6.28Rom 2735,586 km Dtschld. Schnäbele u. Loose, 320 PS Junk. W 33 21/22. 3. 27 Dessau 2315,338 km Dtschld. Steindorff 3x230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27Staaken 1750,469 km Dtschld. Steindorff 3x2 ,0 PS Rohrbach-Roland-B MW 3.8.27 Staaken Höhe: 12739 m Deutschland Neuenhoien, Junkers W 34, 420 PSBristol- Jup., Dessau, 26.5.29 9374 m Frkr., Burtin, Breguet 19, 500 PS Farman mit Kompr., Toussus-le-N.23.8.29 8089 m,Frkr., Burtin, Breguet 19, 500 PS Farman mit Kompr., Toussus-le-N.26.9.29 6262 m Italien Dom. Antonini 2%Xx500 PS Caproni Ca.73.- Asso 26.5.27CascinaMalp. 3586 m Frankr. B soutrot,4x500PS per-Goliath- Farm 16.11.25 Le Bour Höchstge- schwindig.: über 3 km: 448,171 km/h Frankr. Bonnet, 550 PS Fer- bois-Hispano 11. 12. 24 Istres über 100 km 401,279 km/h V.St.A. Cyrus Bettis 600 PS Curtiss R 3, 12. 10. 25 Mitchelfield 281,030 km/h Frankr. F. Lasne, 500 PS Nieup.- Delage - His- pano 7.10.25 Etampes 261,172 km England Broad, De Havilland 550 PSNap.-Lion, 27. 4.28StagLaneRead. 223, 546 km/h Frankr. Paill.u.Campl. Bern. 600 PS Hisp.-Suiza 23.11 28. LeBourg.-G . 3 [73 . Nr „FLUGSPORT Seite 53 Klasse € Leicht-Landflugzeuge: a 1. Kategorie 2. Kategorie 3. Kategori . gorie 4. t i zz 6054 m England, Cpt. de 4004 m Polen, Zwirk am avilland u. Mrs. Havil- | olen, Zwirko u. |67832 m Deutschland, | 5193 mF i - _Höhe: land auf Moth Gipsy de Kocian, R. W.D. 2,40 Bäumer, Sausewind, vel, ent ® Havilland 85 PS, S Salmson, Varsovie, Wright 60 PS, 10, ABC-Skarpion 32PS, nn ı_ 27. 7. 1928, Stag Lane 19. 10. 1929 8. 7. 1927, Hamburg-F. 5 Le Bourget, 5. 9. 1929 N 192,864 km England, But- i Geschw. üb ler u. Mrs. Butler, De 300,1 km England, Cpt. | B,05,, Km Frankreich, "100 km Havilland „Moth“ Gip- Broad, de Havilland Ti- | Deyret jo, ABC Skorpi sy 85/100 PS, 7. 12. 1928, ger Moth 130 PS D. H.. | 04°33 P&, Le Ronraet, Stag Lane -Reading - | 24. 8. 1927, Stag Lane | ©" 32 ES, Le Bourzet, az en1 km Deutschland, 2500 km Tsch — sche. in zard, Focke-Wulf km Tschechoslova- | 700 km Frankreich, Pau- a Bahn Kiebitz, 72/80 PS ' kei, Vicherck, Avia vel, Mauboussin-Peyret gesch Siemens, BH-11 B, 60 PS Walter, | 10, ABC-Skorpion 32 PS, Bremen, 20. 8. 1929 6.-7. 6. 1928, Prag Le Bourget, 6. 9. 1929 1305,500 km Schweiz, i Größte Strecke Wırth u. Naumann auf 2655,644 km V. St. A,, Dr km ich, der Linie: Klemm-Daimler 20 PS, Zimmerly, Barling N.B. p auvel, Mauboussin- 16. 10. 1928, Böblingen- B 3. 80 PS Genet, on az ps ron ieschkance rownsville, 17. 7. 1929 Le Bourget, 10. 9. 1929 Kıasse D Segeilflugzeuge: über 500 km: 306,696 km/h Frankr. Lecointe, 500 PS Nieup.- Delage - His- pano 23. 6. 24 Istres 255,333 km England Broad, De Havilland 550 PS Nap.-Lion 27. 4.28StagLaneRead. 255,333 km England Broad, De Havilland 550 PSNap.-Lion, 27. 4.28StagLane Read. 215,378km’hDtschld. Steindorff 3X230 PS Rohrbach Roland-B MW 28.7.27 Staaken über 1000 km: 248.296 km/h Frankr. Lasne, 500PSNieup. -Delage-Hispano 29. 8. 25 Villesauvage 236,028 km/h Frankr. Lasne, 500PS Nieup. -Delage-Hispano 14. 5. 26 Etampes 220,791 kın’h Frankr. Paillardu Camplan, Bernard600PSHisp.- Suiza, Istres 23.12.28 214,855km/h Dtschid. Steindorff 3x230 PS Rohrbach-Roland-B . MW 28.7.27 Staaken über 2000 km: 218,759 km/h Frankr. Lasne, 500 PSNieup. -Delage-Hispano 12. 9, 25 Villesauvage 205,407 km/hDtschld. Steindorff 3* 230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27 Staaken 205,407km/h Dtschld. Steindorff 3X230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27 Staaken über 5000 km: 188,097 km/h Frankr. Girier u. Weiß, Bre- guet600PSHisp.-Sui- za,Etamp.24.-25.5.29 Größte Dauer im ununter- brochenen Rundflug, doch mit Betriebsstoff- ie | 420 :17 V. St. A. Jackson u. O’Brine, Curtiss 170 PS Cur- Größte Linie Strecke in gerader ohne Zwischenlan- 7905,140 km Frankr., Cost Bellonte, Breguet 600PS pano -Suiza, Le Bourg: aufnahme: tiss, St. Louis 13.-30. 7. 29 dung: Moulart (China) 27.-29.9 Größte Entfernung im un- 5300 km V. St. A., Smith u. . 6000 kg Frankreich, B unterbrochenen Rundflug, Richter, 400 PS DH 4b-Li- Größte soutrot, 4x500 PS Su iedoch mit Betriebsstoff- berty 27/28. 8. 23 Rockwell Höhe: Nutzlast in 2000 m Goliath-Farman 16. 11. aufnahme: Field Le Bourget Klasse € Wasserflugzeuge: Ohne Nutzlast Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kz Nutzlast | Mit 2000 kg Nutzlast | Mit 4000 kg Nut 36:1 V.St.A. Cavin | 20:45:— V.St.A. Con- | 17:55- V.St. A., Sou- | 16:39- V.St. A., Cor- | 6:1:56 Dtsch. Wagne D i u. Soucek P.N. 12. | nellu. Rodd, P-N. 10, | ceku.Maxson,PN-12 | ton u.Reber, PN-12, | a.Dorn.-Superw auer: 2500 PS Wrieht, ı 2%600 PS Packard | 2525 PS WR., 25.- | 2Xx525Pratt&Whit. | 480PS Gn.-Rh.-Jup .3.-5.5.28.Philadelph. | 15/168.27San Diego | 26.5.28 Philadelphia | 11.-12.7.28 Philadel. | 5.2.28 Friedrichshal 2525 km V.St.A. Con- | 2525 km V.St.A. Con- | 2150 km V.St.A. Cor- | 2150 km V.St.A. Cor- | 1000,160 km Dtsch Strecke: nellu. Rodd,P-N. 10, | nellu. Rodd,P-N. 10, | ton u. Reber, PN-12, | tonu. Reber, PN-12, | Wagner a.D.- recke: 2600 PS Packard | 2%x600 PS Packard | 2%525Pratt&Whitn. | 2X525Pratt&Whitn. | x480PS G.-Rh.- 18. 8. 27 San Diego | 15/16 8.27 San Diego | 11.-12.7.28 Philadel. | 11.-12.7.28 Philadel. | 5.2.28 Friedrichsha 11753m V.St.A.Ltn. | 7458 m Deutschland | 6389 m Deutschland | 4827 m Frkr. Ltn.de | 2845 m Dtschl. Wa Höhe: Soucek Wright Apa- | Harder, Junk. W 34 .| Kneer, Junk. W 34 | Vaisseau, C.A.M.S. Inera.Dorn.-Sup. ohe: che, 425 PS Pratt u. | Bristol- Jupiter 420 | Bristol- Jupiter 420 600 PS Hisp.-Suiza, |480 PS G.-Rıh.-J Withn., Wash. 4.6.29 | PS, 6. 11. 28 Dessau _| PS, 7. 11. 28 Dessau S. Raphael 15. 5. 29 | 23.1.28 Friedrich 533,200 km England, | 259,927km/h Dtschld. | 235,294km/h Dtschld. | 209,546 km/h Dtschl. | 219,546 km/h Dtsch über Atcherley a. Super- | Starke, Heinkel HD | Starke, Heinkel HE | Wagner a.D.-Sup.4 | Wagner a. D.-Sup. 100 km: marine, Rolls-R. „R“ | 38 600 PS BMW.VI, | 9a 600 PS BMW VI | x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Ju Spithead 7. 9. 1929 | Warnemünde 7.5.29 | Warnemünde 21.5.29 20.1.28Friedrichshaf. 20.1.28Friedrichshä 259,328 km/hV.St. A. | 235,941km/h Dtschld. 235,941km/h Dtschld. | 179,416 km/h Dtschl. | 179,416 km h Disc über Ofstie, 450 PS Navy | Starke, Heinkel HE | Starke, Heinkel HE | Wagner a. D.-Sup. 4 | Wagner a. D.-S 500 km: C,R.- Curtiss D 12 | 9a 600 PS BMW VI | 9a 600 PS BMW VI x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Ju 25. 10.26 Baltimore | Warnemünde 21.5.29 | Warnemünde 21.5.29 | 5.2.28 Friedrichshaf, | 5.2.28 Friedrichshi 222,277 km/hDtschld. 222,277km/h Dtschld. | 177,279 km/h Dtschl. | 177,279 km/h Dtschl. | 177,279 km/h Dt über Starke, Heinkel HE | Starke, Heinkel HE | Wagnera. D.-Sup. 4 Wagner a. D.-Sup. 4 | Wagner a. D.-Sup 1000 km: 9, 600 PS BMW VI, | 9 600 PS BMW VI | x480PS G.-Rh.-Jup. x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Jil Warnemünde 10.6.29 | Warnemünde 10.6.29 | 5.2.28 Friedrichshaf. | 5.2.28 Friedrichshaf._| 5.2.28 Friedrichshä 172 Kkm/hSchwz., Wagner | 172km/hSchwz., Wagner | 130,427kml!h V.St.A., 130,427km/. V.$t.A. Cor- über u.Zinsmaier,Dornier | u.Zinsmeier,Dornier | Cortonu.Reber, PN- | ton u. Reber, PN-12, 2000 km: .. | Merk. 500/600 BMW, | Merk. 500/600 BMW, | 12,2%525Pr.& Whit- 2x525Pratt&Whitn. 10. 8. 27, Altenrhein | 10.8.27 Altenrhein | ney,11.-12.7.28 Phil. | 11.-12.7.28 Philadel. 575,700 km England, | . ek "| Orlebar a. Superma- | über 3 km “I rine, Rolls-R. „R,} . Calshot 12. 9. 1929 2963 km V. St. A. Rodgers 6450 kg Deutschland Größte Strecke in gerader Linie ohne Zwischenland.: u. Connell, 2X500 PS P.N. 9-Packard Californien-Hawai 1. 9. 25 Größte Nutzlast Höhe: in 2000 m Steindorf,Rohrbach „Rom 3x500 PS BMW Travemünde 17. 4. 2 14:7:0 Dtschld., Ferd. Schulz, 72,2 km Dtschld.| Größte | 455,8kmDtschld. Nehringa.Darm- | Strecke Ferd. Schulz: 1209 m Dischld. Höchst-|54,545k m/h Dischld. geschw.! Ferd. S-hulz, Dauer: | Hochd. West- |Strecke:|stadt 25. 4. 29.| in ge- ö Nehringa.Darm- . 4. 29, ge Hochd. West- : Tinga.Larm-| 7; - preuben 8 5. 27 Frankenstein- |schloss. preußen 3 57 Höhe: stadt 25. 4. 29. schloss a: Me za 3.5. . . Übstadt | Flugb. Resitten Bergstraße Flugb. Rositten Klasse G Hubschrauber: Strecke: 136 m, Frankr., Pescara, 180 PS Pesc.-Hisp., 18. 4. 24 Issy-les-Moulineaux. Expedition des Frankfurt a. M. Flugsport KLEINE ANZEIGEN Zur Weiterbeförderung der eingehend Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Expedition des Flugspori Frankfurt a. M. en Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. An- und Verkäufe Gebrauchtes Motor-Flugzeuo 2-Sitzer mit gutem Motor in betriebs- fähigem Zustande 40 bis 100 PS zu kaufen gesucht. Angebote unter 2561 an die Geschäftsstelle des ‚Flugsport“ Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8. 34—39 PS, sowie ein den „Flugsport“. Ein fast neuer A.B.G. S6orpion-Molor fabrikneuer Anzani Dreizylinder-Motor 35 PS mit oder ohne Luiftschraube preiswert abzugeben. Anfragen unter 2560 an SpOrtIugzeug Delrich DPI mit S H11-Motor, 2-Sitzer, kunstflugtaug- lich, mit 140 Betriebsstunden, Zustand neu- . wertig, Schulsteuerung, mit günstigen Zah- lungsbedingungen billig zu verkaufen... Offerten unter 2562 an den „Flugsport“. Fokker Type FV mit 360 PS Rolls-Royce Eagle VIII, für 2 Führer und 8 Passagiere, Doppeldecker, Reisekabine, billigst zu verkaufen. Angebote erbeten unter „Avis 32281“ an Heinrich Schalek, Wien I, Wolizeile 11. RM 4000.— zu verkaufen. Zentralflughafen. Albatros L 30 mit Zulassung, flugfertig, zum Preise von - Flughof, Flug- zeugmaterial G. m. b. H., Berlin S. W. 29 ’ Zu verkaufen 15 Siemens-Halske-Flugmotoren 5 Zyl. 60 PS., Modell SH 4, fabrikneu Preis je Stück 350.— Dollars. Lieferbar ab Hamburg. Zrı erfragen 2557 an die Expedition des „Flugsport“. SIND SPARSAM IM BETRIEBSSTOFF- VERBRAUCH. Gut verteilte Wärmebela- ; stung, hohe Kompression, | zweckmäßigeSchmierung bewirken niedrigsten Be- triebsstoffverbrauch. Da- _ her konnte Edzard einen neuen Weltrekord im Langstreckenflug für Leichtflugzeuge mit Sh 13 im Focke-Wulff „Kiebitz“ aufstellen: Wir liefern schnellstens als alleinige Erbauer der bewährten Segelflugzeug-Typen Anfänger £ 43, » 205 Hols der Teufel -£ 55, 5 262 Doppelsitzer Luftkurort Poppenhausen #£’ 86, 3 410 Ab Station Lütter Vertreter in allen Ländern gesucht Lizenzbauten von R.R. G.-Maschinen Flugzeugbau „Rhön“ Alex Schleicher Poppenhausen an der Wasserkuppe Fa Da l- that a2 Ma NR #7 GEGRÜNDET 0. N | h VON OSKARL URSINUS * CIVIL "ING. HNISEIDNULIINIDIEINTIN | Illustrierte. technische Zeitschrift. und Anzeiger für das gesamte Flugwesen - Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck- Konto Frankfurt (Main) 77 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei l4tag. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und .Verlag. - Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 4 19. Februar 1930 XXI. Jahrgang __Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 5. März 1930 re IT ES i IURSPBOTL EI: a Weiterforschen. Der Aufruf in Nr. 2 des „Flugsport“ hat wieder einmal die Flug- sport-Gemeinde aufgerütttelt. nie vielen Zuschriften sind herzerfri- schend, wenn man fühlt, wie viele junge Kräfte trotz allerhand Miß- erfolgen, und vor allen Dingen solche, die auf anderen Gebieten ihren Erwerb suchen mußten, unentwegt mit Begeisterung an der Fliegerei festhalten. Von mehreren Seiten sind beachtenswerte Vorschläge ge- macht worden, die demnächst in einem Arbeitsprogramm den Inter- essenten direkt mitgeteilt werden. Leider haben sich wieder andere entmutigt unter der Macht der Verhältnisse beugen müssen. So schreibt eine bekannte Baugruppe: „vom Bau der Motormaschine sehen wir ab wegen der Kosten und wegen der vielen Stellen .in Deutschland, die zur Verhinderung .des Flugsportes da sind.“ Derartig resignierte Betrachtungen findet man in ähnlicher Form in den meisten Zuschriften. Es ist daher nicht schwer, zu sehen, welche Hindernisse beseitigt werden müssen, um dem Fortschritt die Wege zu ebnen. Leider fehlt es uns an Raum, die vielen Zuschriften hier wieder- zugeben. Einige sollen folgen. Weiterforschen. Wenn ich auch nicht zu den Konstrukteuren gehöre, welche Herr Ing. Ur- sinus’in dem Artikel „Weiterforschen“ in Nr. 2 des „Flugsport“ auffordert, sich zu einer Hilfsgemeinschaft zusammenzuschließen, möchte ich doch zu dem Ar- tikel Stellung nehmen, da Herr Ing. Ursinus ein Thema anschneidet, welches nicht nur die Interessen der Konstrukteure, sondern die der gesamten deutschen Flie- _ gerei berührt. Es erscheint mir doch sehr zweifelhaft, daß die Bemühungen einer, solchen _ Hilfsgemeinschaft heute in Deutschland noch erfolgreich sein sollten. - Herr Ing. Ursinus geht nach seinen Ausführungen von Voraussetzungen aus die- seinerzeit bei Entstehung-der Segelflugbewegung maßgebend waren, die heute aber keine Gültigkeit mehr haben. Man darf nicht vergessen, daß eine Entwick- lung, wie sie die Segelfligbewegung in Deutschland durchgemacht hat, nur mög- Profilsammlung Nr. 2 folgt wegen Raummangels in der nächsten Nummer, Seite 56 | „FLUGSPORT" Nr. 4 lich war, weil sie, -gänzlich-frei von allen bürokratischen Eingriffen, ungehemmt ‘vor sich gehen konnte. Das hat sich inzwischen geändert. Es gibt nichts mehr in der deutschen Fliegerei, was nicht beherrscht wird von einem überorganisierten, unfruchtbaren Bürokratismus. Auch der Segelflug, der sich bisher noch der gol- denen Freiheit erfreute, scheint ihm jetzt verfallen zu sein. Der viel zu große und:verzweigte Beamten- und Verwaltungsapparat, den wir auch bereits in der Sportfliegerei haben, sucht seine Existenzberechtigung durch immer neue Be- stimmungen und Verordnungen zu beweisen. Wenn man denn durchaus etwas Be- sonderes tun will, so mögen allgemeine Richtlinien herausgegeben werden, zum Nutzen solcher Vereine, die neuerdings dazu übergehen, Segelflugsport zu. be- treiben, und die auf diesem Gebiete noch keine Erfahrung besitzen. Wenn man den Segelflugsport auch noch in eine starre..Schablone, ähnlich wie beim Motor- flug, pressen will, muß er notwendig in seiner Entwicklung zurückgehen. In früheren Jahren war die Segelflugbewegung noch frei von allen büro- kratischen Beschwerden. Das war in der Zeit, in der seine Interessen ausschließ- lich von Frankfurt aus, d.h. dem Sitz seiner Schöpfer und Gründer, wahrgenom- men wurde. Berlin, d.h. der Deutsche Luftfahrt-Verband, -hatte-keinen: Anteil an dem Entstehen des Segelfluges. Mit der Zeit aber. haben sich: die:-Verhältnisse geändert. .Der D.L.V. faßte auch auf dem Gebiete des Segelfluges. immer mehr festen Fuß, da ihm größere Mittel zur Verfügung stander-und.er auch gegenüber den Behörden eine bevorzugte Stellung einnimmt.‘ Jetzt wird von "verschiedenen Stellen aus gleichzeitig regiert.. Das ist schade, denn der Segelflug war in. „Frark- furt in besten Händen. In bezug auf den Motorflugsport können wir uns noch kürzer fassen. Denn - eine wirklich rein sportliche Betätigung wie im Segelflug haben wir_im. Motor- flug nicht. Die ist auch gar nicht möglich. Denn ein bis in alle Einzelheiten wohl- ausgeklügeltes System wartet bereits darauf, sich über alle Anfänge herzustür- zen, die sich irgendwo bemerkbar machen, um sie .in eine starre Schablone zu pressen, welche die freie Entwicklung, die jede junge nene ‚Sportart braucht, von vornherein erstickt. Die mindeste Forderung für eine nennenswerte Entwickluig ist die Böfräi- ung aller Flugzeuge, deren Gewicht unter einer bestimmten Grenze. liegt, von allen einschränkenden Bestimmungen. _ ' Das muß immer wieder gesagt werden, auch wenn die maßgebenden Behör- den sich schwerhörig stellen. Denn die Befreiung gewisser. Leichtflugzeuge - von den allgemeinen Bestimmungen für Motorflugzeuge kommt :doch einmal, . Ein bürokratisches- System vermag .die natürliche Entwicklung nur aufzuhalten, nie- mals zu verhindern. Welchen Aufschwung solche Trleichterung gehen würde, würde sich sehr bald zeigen. | | Es muß ‚ausdrücklich betont werden, daß es an dem, heutigen System und erst in zweiter Linie an dem Geldmangel liegt, “wenn sich, die jungen brauchbaren _ Konstrukteure nicht entfalten können. ' Dieses ungesunde System muß notwendig dazu führen, daß ‘die Alisätze' in ‘der Industrie, die sich bisher‘ zeigten, ‘wieder eingehen und. die Flugplätze ver- öden. Daß sich die Konstrukteure und: Flieger in Ermangelung geeigneter Tätig- _ keit zu Hilfsgemeinschaften zusammenschließen, in denen sie Auch nichts werden können, da jede Basis fehlt. . Wie unheilvoll sich der Bürokratismus sogar in der vom Reich subventio- nierten Industrie auswirkt, mag. ein Beispiel‘ aus, meiner Praxis zeigen,. „welches in seiner Art leider nicht das. einzigste ist: Als ich -in: meiner seinerzeitigen. Eigenschaft. als Geschäftsführer. der "Ge- schäftsstelle Hamburg des Deutschen Modell- und :Segelilugverbandes . auf. Er- suchen einiger der .angeschlossenen‘. Vereine. ‚Offerten. für . Motoren . einholte, .er- hielten wir von ausländischen Firmen Eilofferten mit Preisvergünstigungen...bis . über. .20.Prozent. Nur.. die deutsche Firma Siemens.u.: Halske..A. -G. machte: keine Offerte, sondern. schrieb. uns: auf unsere. Anfrage: „Wir. sollten - erst Referenzen ‚aufgeben, ‚wenn. wir mit.ihnen arbeiten wollten‘, . worauf. ich.:die' Firma -bat, ihre Bemühungen. ruhig: einzustellen, wir werden. unseren. ‚Bedarf. im. Ausland. decken, was denn auch tatsächlich geschah. .. ....: - Wenn..die Regierung, gezwungen ist, Sparmaßnahmen. ‚Zu‘ ergreifen, weil. die Finanzen verwirtschäftet sind, so ist. das schlimm genug. In der-Art-und- Weise der kürzlich herausgekommenen . Sparmaßnahmen ..im ‚Flugwesen machen“ sich N.d „FLUGSPORT“ Seite 57 aber deutlich Zeichen. einer bedenklichen Willkür ‘bemerkbar. Sie kennzeichnen ein System, in dem ein .negativer Bürokratismus‘ den Mangel an schöpferischen Ideen und Kraft verbergen soll.. Solange sich die Regierung nicht verpflichtet fühlt, mindestens den Versuch zu machen, durch eine umfassende Revision aller bestehenden Vorschriften dem nichtsubventionierten Teil der Industrie Erleichterungen zu bringen, ist das Tätig- keitsfeld einer Hilisgemeinschaft für Konstrukteure so beschränkt, daß keine Aus- sicht auf erfolgreiches Arbeiten besteht. ' Hilfsgemeinschaften werden dann nur noch Zweck haben, wenn sie den Weg zur Reformation des herrschenden Sy- stems finden. Fr. Frobeen, Hamburg. Schul- und Sportilugzeug „HS 829“. Der vorliegende Typ ist von Th. Hopfner, Wien, aus dem Typ „HS 528° entwickelt. Der Rumpf, aus Stahlrohr, ist in Gitterfach- werkskonstruktion ausgeführt. An den Anschlußpunkten sind durch- gehend Knotenbleche oder Knotenkästen vorgesehen. Für weniger beanspruchte Teile, wie Rumpfrückenaufbau, Fußboden, ist Dural in Rohren und Blechen verwendet worden. Die Instrumentenbretter sind in Holz ausgeführt und zum Schutze der Instrumente vor Vibration durch Gummiverbindungen an den Stahlspanten befestigt. Sämtliche inneneinbauten sind än den Hauptrohren des Rumpfes mit Klemm- schellen befestigt. Die Einsteigtüre zum vorderen Sitz, unter dem Baldachin,. ‚gewährleistet 't bequemstes Ein- und Aussteigen, >... 2... Hopfner=Hochdecker: HS :829 .mit. zurückklappbaren- Flügeln. : ' "Das genietete Stahlblechmotorenfundament ist mit 4 Stahlbolzen an. den Rumpfholmen leicht lösbar befestigt. Alle Betätigungsüber- tragungen für Gas und Zündung. sowie Oelbehälter samt Zuflüssen bilden mit’ dem Motorfundament ein Aggregat, so daß beim Auswech- sehn mir die Tourenzählerwelle und die Benzinleitung gelöst werden ... ‚Das Fahrgestell besteht aus 2 an der Rumpfunterseite kardanisch en Achsen, sowie 2 an der Rumpfoberseite angreifenden Stoßaufnehmerstreben mit Gummibatterie. Diese besteht aus je 20 Gummiringen mit dazwischenliegenden Aluminiumscheiben. Federweg 20 cm. Der Rückstoß wird durch eine unter Vorspannung eingebaute Druckfeder gedämpft. Flügel, in Holzkonstruktion, sind mit Leinwand bespannt. Die beiden Kastenholme tragen Sperrholzrippen mit Fich- tengurten. "Das Flügelprofil ist über 70 % der Spannweite gleich- bleibend und verjüngt sich gegen die beiden Enden zu Abschlußbögen.. —— uerruderholm ist über die ganze Spannweite geführt. Das Richard Flügel erfolgt durch einfaches Lösen eines Bolzen- schnellverschlusses. Die Anschlußbeschläge der beiden profilierten Streben sind holmumfassend und kardanisch ausgebildet. “Die Strebenendstücke sind aus hochwertigem Stahl hergestellt iind durch Rohrnietung mit den Strebenrohren verbunden. Die Quer- ruder sind teils in Dural-, teils in Stahlrohr konstruiert und mit Lein- 5 nnt. wand, ne Höhen- und Seitenruder ist Dural- und Stahlrohr verwendet. Desgleichen für die verstellbare Kielflosse. Die Höhenflosse hingegen ist in Holz konstruiert, mit Sperrholz beplankt und mit Leinen über- ebt und verstellbar. en Kehle Sitzen sind Knüppelsteuer mit Doppelhandgriffen sowie verstellbare Seitensteuerscheite eingebaut. Sämtliche Organe be- stehen aus Duralrohr, kombiniert mit Stahlrohr, Blechverstärkungen und Verbindungen. Für sämtliche Hauptlagerungen sind Kugellager vorgesehen, durch welche ein spielend leichter Gang erzielt wird. Die _ Querruder und Seitenruder werden durch Seilzüge betätigt, welche über Kugellagerrollen geführt sind. Das Höhenruder wird durch eine unterteilte Stoßstange betätigt, welche an den Enden teils Kardan- gelenke, teils Kugelanschlüsse tragen. Ebenso die Dopnelsteuerver- Bindungen. Sämtliche Uebertragungen sind im Rumpfinneren geführt. Die beiden mit Stoff bespannten Stahlrohrrahmensitze sind klappbar, verstellbar und mit weichen Ledersitzkissen und Rückenpolstern EB enzinbehälter befindet sich im Tragflächenmittelstück, ist in Stahlbändern gelagert, faßt 140 1. Die Benzinzuleitungen sind durch einen groß dimensionierten Reiniger bis zum Vergaseranschluß | eführt. | | a eite 11,26 m, Flügeltiefe 1,80 m, Länge 7,70 m, Höhe 2,40 m, Leergewicht 470 resp. 495 kg, Zuladung inkl. Betriebsstoffe 260 kg, Fluggewicht 730 oder 755 kg, Flächenbelastung al oder 41,9 kejm?, Leistungsbelastung 8,8 oder 6,8 ke/PS, akt. Radius 650 oder 600 km, Geschwindigkeit 140 oder 150 km, Landungsgeschwin- digkeit 60 oder 70 km, Anlauf 80 oder 50 m. Auslauf 70 oder 50 m, Steigzeit 1000 m in 6 oder 5 Min., Benzinverbrauch 19.2 oder 25 kg pro Stunde, Oelverbrauch 1,1 oder 1,2 kg pro Stunde. Amerikanischer Towle Amphibien-Metall-Fünisitzer. Dieses von der Towle Aircraft Co. in Detroit gebaute Ganzmetall- flugzeug ist ein freitragender Eindecker mit zwei 165 PS Sternmotoren Nr. 4 „FLUGSPORT“ Seite 59 Amerikanischer Towle Amphibien-Metall-Fünfsitzer. Spannw. 14,5 m, Flügel 27 m?. und einem zentralen Rumpf mit zwei ‘seitlichen Stützschwimmern. Die beiden Motoren liegen über den Flügeln, darunter die Betriebs- stofibehälter. Verwendeter Baustoff Stahlrohre. Duraluminprofile mit Aluminwellblechdeckung. Landegeschwindiekeit 95 km. Höchstge- schwindigkeit 250 km. Preis 25 000 Dollar. Luftgekühlte Flugmotoren und ihr Einbau. Von OttoSchwager. (Fortsetzung aus Nr. 24/1929, S. 462.) Tandem-Einbau. | | Ganz besonders sorgfältig muß der Einbau zweier luftgekühlter Motoren gleichachsig hintereinander, in sog. „Tandem“-Anordnung, entworfen werden, wenn der mit Druckschraube ausgerüstete hintere Motor hinreichend gekühlt werden soll, wie es für sicheren Betrieb erforderlich ist. Messungen auf dem Prüfstande haben gezeixt, daß sicherer Betrieb wohl noch bei einer Zylinderkopftemperatur von 260°C, gemessen an der im Windschatten liegenden Zündkerze, mög- lich ist, jedoch infolge des hohen Wärmezustandes der Zylinderköpfe die zulässige Höchstleistung bereits abfällt. Wenn irgend möglich, sollte man eine so wirksame Kühlung anstreben, daß diese Temperatur unterhalb 220—240°C bleibt, während sie am Zylinderflansch etwa 115—125°C betragen und .150°C nicht überschreiten sollte. Es’ist nicht zu verkennen, daß es schwierig ist, bei Tandemanord- nung in ausreichendem Maße für Kühlung zu sorgen, doch lohrit es sich unbedingt, dem hinteren Motor selbst mit einem Opfer an Leistungsaufwand ausreichende Kühlluftmenge.-zuzuführen. . Man geht wohl nicht allzusehr fehl, wenn man den Satz aufstellt, daß der Leistungsaufwand für die Kühlung kaum von der Art der.” Kühlung beeinflußt wird, und diesen erforderlichen Leistungsaufwand sollte man für den rückwärtigen Motor erst recht nicht scheuen, da dieser ohnehin schon mit der bereits am vorderen Motor_xorbeige- strichenen Kühlluft vorlieb nehmen muß. Aus letzterem Gründe ist es auch grundsätzlich zu verwerfen, den vorderen.Motor nur mit kurzen Seite 60 „FLUGSPORT“ nu Nr. 4 Auspuffstutzen auszustatten. Die Auspuffgase müssen unbedingt durch einen Auspuffsammler mit so angeordnetem Austrittsrohr abgeführt: werden, daß die heißen Abgase des‘ vorderen Motors nicht die Küh- lung des hinteren beeinträchtigen. Bevor man den Entwurf der Motorengondel beginnt, hat man sich über die Bedingungen, die der einzubauende Motor an die Kühlung stellt, Rechenschaft zu geben, da diese bei den verschiedensten Zylinder- bauarten erheblich voneinander abweichen. Hat man einen Motor, bei. . dem die Zylinderköpfe aus Leichtmetall weit über den Zylinderschaft 'herüberreichend aufgeschraubt sind, so wird bei diesem Motor der stärkste Kühlluftstrom ‘etwa in der! Gegend der Verbindung zwischen Kopf und Schaft benötigt, während ein Zylinder mit aufgeflanschtem Kopf die stärkste Kühlung mehr in der Gegend der Ventilgehäuse be- nötigt. Aus diesem Grunde ist ein Einbau, der sich für den einen Motor hinsichtlich der Kühlung als ausreichend erwiesen hat. nicht so ohne weiteres auch für einen anderen Motor geeignet. Oft wird es auch erforderlich sein, ernsthaft zu untersuchen, ob die Kühlung nicht durch andere Bauteile, etwa Flügel oder Abstrebun- zen, beeinflußt wird. Jedenfalls sollte alles getan werden, um den Luftstrom so ungehindert als möglich an die Zylinder des hinteren Motors heranzuführen. In Abb. 7 ist ein Einbauvorschlag für eine lTandemanordnung zweier Hornet-Motoren dargestellt. Die Grundform der Motoren- gondel ist ein stromlinienförmiger Umdrehungskörper, an dem der Luftstrom ungehindert nach hinten abfließen kann, ohne sich. abzu- lösen. Der vordere Teil dieser Motorgondel‘ entspricht der Motorhaube eines als Zusmotor eingebauten Hornet-Motors, wie sie. unter Il. be- schrieben wurde. Die Haube geht von der Vorderseite des Getriebe- gehäuses aus und schließt den freiliegenden Teil der Stahllaufbüchse der Zylinder vollkommen ein. Sie trifft also auf der Vorderseite der Zy- linder den untersten Punkt des Leichtmetallkopfes und verläuft von hier aus allmählich in den Rumpf über, dessen größter Durchmesser etwa auf Mitte des Vergasers des Zugmotors, d. h. am Ende des ersten Drittels der Gondel liegt. Hinter den Saugrohren ist innerhalb .der stromlinienförmigen: Verkleidung der. Auspuffsammelring angeordnet, | 0, | . 7 "Öbender bündi! IN Abb. 7. ON 'mit Außenwand j _ Belüftungsöffnung b Auslaßsammelring Einstellbarer Schieber | / | ı Be S, u u 1 ur ” J 2 Ülbehälfer \ : Je4s j f- . | Venmäfungsschlitze ° ‚. „ facher, Luftansaugsturzen "Könnzeichnet, daß die Büchsen lose auf den Bolzen sitzen und müt Einschnitten zur Erzielung einer federn- Büchse‘ (s) versehen ist. 2.4. Ausführungsform nach. ‚Anspruch 1 bis 3, da- . durch gekennzeichnet, daß die Verbindungsbolzen gleichzeitig zum Festhalten der.:Luftschrauben und zum Zusammenziehen der Nabenflansche dienen und eine - -Teste doppelkonische Verstärkung (w) an der Stoßstelle der Luftschrauben liegt. PATENTSAMMLUNG | 1930 des N Band Ill No. 17. % Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 484113, 716; 486393; 489230, 795, 796, 831: 400152, 526. Luitschrauben (Gruppe 1—11). 0 c5 Pat. 486393 v. 15. 10. 27,-veröff, 16, 11. ln 29. Wallace Rupert Turnbull, Rothe- Pat. 489795 18. 3. 28, veröff. 20. 1. 30. Albert Rupp, Berlin. ' Einrichtung zur say, Kanada. Propeller mit verstellbaren Flü- Befestigung mehrerer Luftschrauben auf einer geln; insbesondere für Luftfahrzeuge, bei wel: ch Nabe mittels durchlaufenderVerbindungsbolzen. ch die Werstellun > e der drchenden Hlekıre : Patentansprüche: motors erfolgt. “4, Einrichtung zur Befestigung mehrerer ' Luft- “ Die Erfindung bezieht sich auf einen Propeller mit schrauben auf einer Nabe mittels durchlaufender Ver- verstellbaren Flügeln, wie es insbesondere für Luft- bindimgsbolzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Ver- fahrzeuge, Gleitboote u. dgl, verwendet wird. Es bindungsbolzen an geeigneten Stellen an den Enden sind Propeller bekannt, bei denen zum Verstellen der oder zwischen denselben mit vorzugsweise konischen, Flügel ein sich gemeinsam mit dem Propeller drehen- doppelkonischen "oder keilartigen Büchsen oder Ver- der Elektromotor dient. Hierbei ist das die Dreli- stärkungen versehen sind, die eine starre Verbindung bewegung des Elektromotors auf die Flügel übertra- der Luftschrauben unter sich’ bzw. init den Naben- Sende Getriebe zwischen den inneren Enden der Flü- ‘ilanschen und den Luftschrauben: herbeiführen. sgeldrehzapfen angeordnet, während der Motor in einem von dem vorderen Teil der Propellernabe ge- tragenen Gehäuse sitzt. Diese Einrichtung ist in ihrem Aufbau sehr verwickelt und beansprucht einen erheb- lichen Raum. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der Motor, zu dessen Befestigung das von der Pro- °.2. Ausführungsform nach “Anspruch 1, dadurch ge- der Wirkung versehen sind. 3. Ausführungsform nach Anspruch 1 und 2, da- pellernabe getragene Gehäuse erforderlich ist, und durch "gekennzeichnet, daß die Verbindungsbolzen nur die einzelnen Teile des Getriebes sehr schwer zu- zum Zusammenpressen der Luftschrauben unter sich gänglich sind. Außerdem ergibt sich eine uner- . dienen, wobei lose doppelkönische Büchsen (g!) an wünschte Vergrößerung des Propellers in radialer den Stoßstellen der Lüftschrauben auf dem Boden &i {- Richtung, da die inneren Enden der Propellerflügel zen und das Kopfende des Bolzens mit einem kegeli- einen zur Unterbringung des Getriebes ausreichenden gen Ansatz (r) ‘und. einer verschiebbaren kegelisen Abstand voneinander haben müssen. Die Erfindung beseitigt diese Uebelstände. Patentanspruch: Propeller -mit verstellbaren Flügeln, insbesondere für Luftfahrzeuge, bei welchem die Verstellung der Flügel mittels eines sich mit dem Propeller drehen- den Elektromotors erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß der unmittelbar von der Propellernabe (10) oder ..5: Ausführungform nach;Anspruch 4, dadurch gc- dem freien Stirnende der Propellerwelle (14) eine kennzeichnet, daß ein Bolzenende mit einem . festen sich annähernd. parallel zu den Propellerflügeln (11) Kegel‘ (z) und einer losen kegeligen. Büchse (z!) ver- durch .das :Motorgehäuse erstreckende und an ihren seheh._ist. en .. - Enden. mittels eines.Zahnräder- und Schneckengetriebes m bb „ B = EI L_ INES Sa N} I) NMRUTY Pa SHE: —e En — . I] NER," y- - Seite 66. =_:. Nr. 17 (18, 19, 21, 22) mit den Flügeln oder deren Dreh- zapfen in "Eingriff stehende Verstellwelle (17) antreibt. ci „ Pat 484113 v. 8. 5. 28, veröff. 16. 10. ' ° 29:“Gloster Aircraft Company Limited, Flügelsteigung. . Patentansprüche: 1. Hydraulische Stellvorrichtung, insbesondere für Luftschrauben mit veränderbarer Flügelsteigung, bei welcher der umlaufende Teil einen oder mehrere Ka- näle besitzt, durch welche Drucktlüssigkeit aus einem oder mehreren Kanälen eines feststehenden Teiles des Lägers hindurchgefördert wird, dadurch gekennzeich- net, daß das Lager mit einer frei umlaufenden Büchse oder einer Auskleidung (4) versehen ist, die so durch- bohrt ist, daß der Flüssigkeitsdurchgang durch sie stattfinden kann. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die frei umlaufende Büchse (4) mit einer oder mehreren radialen Bohrungen versehen ist, die außen in herumgehende Kanäle des festen Lagerteiles münden und so mit einem FlüssigkeitseinlaßB in Ver- bindung stehen, während sie innen in Ringnuten des umlaufenden . Teiles münden und mit einem Flüssig- keitsauslaß in Verbindung stehen, oder umgekehrt. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß zwei oder mehrere Reihen von radialen Bohrungen in der frei umlaufenden Büchse vorgesehen sind, von denen jede. Flüssigkeit von einem beson- deren Einlaß nach einem besonderen Auslaß hindurch- läßt. . 4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die ringsherum gehenden Kanäle in der frei umlaufenden Büchse oder der Auskleidung (4) oder in diesen Teilen und gleichzeitig in dem festen und. umlaufenden Teil vorgesehen sind. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß entweder an der inneren oder an der äußeren Seite der Lagerfläche oder auch an beiden Seiten der frei umlaufenden Büchse Nuten zum Zu- rückhalten des Oels vorgesehen sind. 6, Vorrichtüng nach Anspruch 5, dadurch gekenn- zeichnet; daß die zum Zurückhalten des Oels be- stimmten Nuten schraubenförmig ausgebildet sind, und N eN PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT zwar in. einer solchen Richtung, daß das Oel von außen nach innen hin gefördert wird. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn- zeichnet, daß beide Enden der Hülse oder Büchse, mit schraubenförmigen Nuten zum Zurückhalten des Oels versehen sind, wobei die Schraubenform an den beiden Seiten entgegengesetzt gerichtet ist. 8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn- zeichnet, daß auch an dem innerhalb der Bücnse (4) umlaufenden Teil eine oder. melırere entsprechende, zum Zurückhalten des Oels bestimmte Nuten vorge- sehen sind. u ı 9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch 'gekenn- zeichnet, daß auch die an dem inneren "imlaufenden Teil vorgesehenen ‘Nuten schraubenförmig und so ge- richtet sind, daß das Oel zum Lager zurückiließt. Cc 6 Pat. 489230 v. 18. 12. 27, veröft. 15. 1. 30. David Kay, Blackford, Perthshire, England. Propeller mit veränderbarer Flügel. steigung, insbesondere für Luft- und Wasser- fahrzeuge. Patentansprüche: j 1. Propeller mit veränderbarer Flügelsteigung, insbesondere für Luft- und Wasserfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Propellerflügel von einem Gelenkzapfen getragen wird, dessen die Propeller- flügelnabe (6) durchdringender Teil (3) eine zur ge- nieinsamen Achse der an der Propellerwelle drehbar gelagerten Gelenkzapfenenden (4 und 5) geneigte Achse besitzt. 2. Propeller nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Gelenkzapfen aus einem in der Pıopellerflügelnabe gelagerten hülsenförmigen Teil ) und einem diesen hülsenförmigen Teil durchdringen- den und zu dessen Achse geneigten Zapfen (7) zu- sammengesetzt ist. ' 3. Propeller nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß in der Nabenbohrung des Propeller- flügels Kugel- und Rollenlager angeordnet sind, deren gleichachsige äußere Laufringe (20 und 21) mit ier Propellerflügelnabe (6) starr verbunden sind, und de- ren innere Laufringe (18, 19) von einem zur gemein- samen Achse der äußeren geneigten Zapfen (17) getra- gen werden. . 4. Propeller nach Anspruch 1 bis 3, bei. welchem sich die Flügelsteigüung mit dem Luftwiderstand selbst- un\ N j U 3. Nr. 17 — PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT ‘Seite 67 tätig verändert, -dadurch gekennzeichnet, daß die die Flügel (6) tragenden Geleükzapfen (7, 9) quer zur Piöopellerwelle‘ gerichtet sind: und unter der Einwir- kung einer in bekannter Weise der Verkleinerung der Flügelsteigung entgegenwirkenden Feder (44) stehen, so daß dıe Drehung der Flügel um ihre Längsachse mit einer Schwenkung der Flügel in der Umfangs- richtung verbunden ist. j :.5, Propeller nach Anspruch 4, bei welchem bei Veränderung der Flügelsteigung eine unter dıuck stehende Hülse axial verschoben wird, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Verschiebung der Hülse (42) mittels Schrägflächen (40, 41) von der Dretbe- wegung eines mittels Hebelgestänges (32, 35 bzw. 33, 36) unter der Einwirkung der Gelenkzapfen (7, ®) stehenden Hebels (34) hergeleitet wird. Pat. 489796 v. 16. 6. 28, veröff. C 7 22.1.30.Dr. Rudoli Wagner, Hamburg. Propellerleitjläche für mit Lufipropellern be- triebene Fahrzeuge, insbesondere Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Propellerleitfläche für mit Luftpropellern be- triebene Fahrzeuge, insbesondere Flugzeuge, wubei die Propeller als Druckpropeller angeordnet sind, da- durch gekennzeichnet, daß ein in den Propellerkreis von vorn in die Nähe des Propellers hineinragender Bauteil leitflächenartig ausgebildet oder angeordnet ist, um bei der Fahrt einen dem Drehsinn. des Pro- pellers entgegengesetzt gerichteten Vordrall zu er- ___1eugen. 2. Ausführung nach Anspruch 1 für Flugzeuge mit hinter der Tragfläche befindlichen Druckpropellern, adurch gekennzeichnet, daß ‚die Tragfläche selbst uinerhalb des Propellerkreises an ihrem hinteren Ende eitflächenartig ausgebildet ist. 3, Ausführung nach den Ansprüchen 1 und 2, da- urch gekennzeichnet, daß die leitflächenartig ans- ebildeten Teile der Tragfläche über deren Profil nach hinten hinausgezogen sind. j ..4. Ausführung nach den Ansprüchen 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß außer der Auslenkung der Tragflächenhinterkante noch zusätzliche Leitflächen Abb.T. Abb2. SchnitfH A-B Abb.3, Schnitt C-D 10 | 3° YHHHIIIN., HD Feder- auf der Ober- und Unterseite der Tragfläche an- nähernd in der senkrechten Ebene vorgesehen sind. 5 Ausführung nach Anspruch 1 bei mit Druck- prepellern‘ versehenen Luftschiffgondeln, dadurch’ ge- kennzeichnet, daß die Gondel nach’ hinten zu in irgendeiner Ebene schneidenartig als Leitfläche aus- gebildet ist. . 6. Ausführung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die leitflächenartig ausgebildeten Bau- teile des Fahrzeugs beweglich an dieses angelenkt sind. c OÖ Pat. 490526 v. 6. 1. 26, veröff. 30. 1. 30. Dipl.-Ing. Christian Andresen, Dessau. Luft- und Wasserschraubenanoranung mit vor, hinter oder um die Schraube fest oder um- laufend angeordnetem Ringmantel. Die Erfindung bezweckt, die Strahlverluste bei Luft- und Wasserschrauben zurückzugewinnen. Dizse Verbesserung wird durch tragflächenartige "Ringflächen erreicht. Bekannt sind bereits düsenartige Ummantelungen von Propellern. Das wesentliche dieser Konstruk- tionen besteht darin, daß dem Propeller eine nach vorn konisch erweiterte Ringfläche vorgelagert: ist, deren Durchmesser größer ist als der Propellerdurch- messer, um auf diese Weise mit einem kleinen Pro- peller eine große Luft- oder Wassermasse zu erfassen. Durch Anordnung eines zweiten konisch nach hinten erweiterten Rohres soll die sonst verlorengehende große Geschwindigkeitsenergie wieder in nutzbare Diuckenergie zurückverwandelt werden. Mit solchen düsenartigen Ummantelungen wird der Standzug eines Propellers ganz wesentlich verbessert. Bei der normalen, im Schiff- und Flugzeugbau übli- clien Fahrtgeschwindigkeit hat sich eine derartige An- erdnung nicht bewährt, weil der Eigenwiderstand der Ummantelung infolge der großen, reibenden Oberfläche größer ist als die Verbesserung an Propellerwirkungs- . grad. Patentanspruch: Luft- und Wasserschraubenanordnung mit vor, hin- ter oder um die Schraube fest oder umlaufend an- geordnetem Ringmantel, gekennzeichnet durch eine tragflächenartige Profilierung der Mantelwandung mit: ‚der "Sangseite' zugekehrter 'Profilvarderkaute‘: Seite -68 PATENTSAMMLUNG des‘ FLUGSPORT _ Nr. -17 c19 484716: v.-19. 5. 28, veröfl. 19. % 10. 29. Siemens & Halske A.-G., Ber- lin-Siemensstadt. Kegelrädergetriebe. In: dem Hauptpatent 483745 ist ein -Kegelräder- vetriebe, insbesondere für Flugmotoren, beschrieben, bei dem die Planetenräder in einem Gehäuse gelagert sind, das mit der getriebenen Welle fest : verbunden und außerdem am Motorgehäuse gelagert ist. Dieses Lager hat einen verhältnismäßig großen Durchmesser und ist-.-.daher. schwer. und..teuer. Es, ist aber er- wünscht, besonders bei Flugmotoren, die Gewichte nach Möglichkeit herabzumindern. Das der Erfindung --zugrunde liegende Gerät :be-: zweckt, diese Feststellungen ohne lange umständliche Rechnungen durch einfaches Einstellen von um feste, Punkte schwenkbaren Strahlanzeigern. auf bestimmte Punkte einer Kurventafel und Ablesen weiterer, durch die Lage des Strahlanzeigers bestimmter Werte der Kurventafel. Patentansprüche: j 1.. Navigationsgerät für Luftfahrzeuge mit einer Luvwinkel- und: Fahrttabelle, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung und Ablesung der Vorhaltewinkel inittels eines an einem Scheitelpunkt ditser Winkeı RN IM. Ne ST — eng nf Patentanspruch: Kegelrädergetriebe nach Patent 483745, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Planetenrädergehäuse auf einem Lager abgestützt ist, welches die Kurbelwelle eng um- gibt, während. das: feste Hauptrad außerhalb des Ge- häuses angeordnet ist und durch Aussparungen: im Ge- häuse mit den Planetenrädern zusammenarbeitet. *) Von dem Patentsucher segeben worden: -Anton Zeithammer, tenburg. ist als der Erfinder an- Berlin-Charlot- Sonstige Einrichtungen (Gruppe 24—32). c2 Pat. 490152° v. 30. 4. 27, veröff. 1. 2. 30. Hermann Röder, Dresden; Navi- sarionsgeräi für Luftfahrzeuge mit einer Luv- Die Erfindung betrifft ein Navigationsgerät für Luftfahrzeuge zur “einfachen "Bestimmung der fehlen- den Größe des sogenannten Fahrtdreiecks aus den zu dieser Bestimmung erforderlichen ‚bekannten Größen. So kann man beispielsweise, falls die Eigengeschwin- digkeit des Luftfahrzeuges gegenüber der Luft, die Stärke des Windes und seine Richtung gegenüber der Fahrtrichtung des Fahrzeuges . bekannt sind, die Ge- schwindigkeit des Fahrzeuges über Grund und den zur Vermeidung einer Abtrift erforderlichen sogenann- ten Vorhaltewinkel bestimmen. :Desgleichen kann man aus der bekannten Eigengeschwindigkeit' des Falirzeu- ses gegenüber der Luft, aus der bekannten Geschwin- digkeit über Grund und aus dem bekannten Vorl alte- winkel feststellen; - aus welcher- Richtung der Wind kommt. ‚und welche. Stärke er besitzt. a LEE Abt : Mb u schwenkbar angeordneten "Strahlenanzeigers erfolgt. 2. Nävigationsgerät nach Anspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, daß der Strahlanzeiger durch einen Faden gebildet wird, der durch Gewichts- oder, Feder- belastung oder durch eigene Elastizität gespannt. ze- halten wird. c2 ' Pat. 489831 v. 11. 12. 27, veröff. 22. 1. 30. Signaldienst für Luitver: kehr G. m. b. H., Berlin. Einrichtung zum Kenntlichmachen von Flugstrecken. Es ist bekannt, die "Flugstrecken bei. Nacht durch Leuchtfeuer zu‘ kefinzeichnen, die in geeigneten Ab- ständen auf der Flugstrecke aufgestellt sind. Der- artige Einrichtungen haben ‘jedoch den Nachteil; daß aie Lichtquellen für die’ Leutchtfeuer- versagen können, so daß die Kenntlichmachuhg der- Flugstrecken unter- brochen ist und die Orientierung des Flugzeugführers beeinträchtigt wird. Patentansprüche: 1. Einrichtung zum Kenntlichmachen von Flug- strecken bei Nacht, insbesondere für Flugzeuge, da- durch gekennzeichnet, daß in geeigneten Abständen auf der Strecke Glaskörper bekannter Bauart (zweck- mäßig auf Masten) angebracht 'sind, die beim Beleuch- ten durch einen Scheinwerfer, insbesondere vom Flug- zeug aus, das-Licht in einem dem Einfallwinkel bei- nahe ‘gleichen Winkel reflektieren und im Lichte des Scheinwerfers blitzartig aufleuchten. \ 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß zur Bezeichnung“ besonderer Hinder- nisse‘ oder dergleichen mehrere. derartige Glaskörper nahe beieinander angeordnet sind... Ds Pat.-Samml. Nr. 17 wurde im „FLUGSPORT“ XXI; Heft4, am 19. 2.1930 veröffentlicht. ,FLUGSPORT“ Seite 61 der runden oder halbstromlinienförmigen Querschnitt besitzt und auf dem sich die Haube abstützt. Diese selbst ist noch ein kur ück über den Auspuffsammelring hinweg nach hinten eeführt, Ne ARE weitere Teil der Gondel am Einbauring des Zugmotors ansetzend in die allgemeine Umrißform der Gondel überläuft, so daß zwischen der vorderen Haube und dem hinteren Teil der Motorengondel ein ring- förmiger Austrittsquerschnitt für die durch die rezelbaren Schlitz- querschnitte auf der Vorderseite der Haube eintretende Kühlluft für Klehäuse und Zylinderbüchse.. entsteht. Die hier austretende Kühlluft dient gleichzeitig zur Kühlung des Auspuffsammelringes. Die Abfüh- rung der Abgase von diesem Sammelring ist in ‚der Abbildung nicht dargestellt, da sie sich nach den baulichen Verhältnissen:des gesamten Flugzeuges richten muß. Wichtig ist, daß die Auspuffabführung so entworfen wird, daß die heißen Gase weder mit der .Kühlluft des Druckmotors gemischt werden, noch von diesem mit angesaugt wer- den können. Vom größten Durchmesser aus verläuft der Umriß der Gondel so, daß die Gehäusenase des hinteren Motors gewissermaßen das Ende der stromlinienförmisen Grundform bildet. Hierbei läuft die Außen-. haut auf den Einbauring des hinteren Motors zu. Um die Kühlung der Zylinderbüchsen dieses Motors in ähnlicher Weise wie beim. vorderen regeln zu können, ist auch dieser Motor von einer äußeren Haube umgeben, die ungefähr in gleichem Abstand zur.eigentlichen Grundform der Gondel verläuft und in der Ebene des Endes der Gehäusenase aufhört, so daß an dieser Stelle ein reichlicher Austrittsquerschnitt für die Kühlluft des hinteren Motors entsteht. Un- mittelbar vor den Saugrohren schließt sich diese Haube kegelstumpf- artig nach vorn zu an die Außenhaut der eigentlichen Motorengondel an. Sie. verläuft in der Zylinderebene ungefähr so. daß sie an dieser Stelle bis an den untersten Punkt des Leichtmetallkopfes heranreicht. In dem kegelstumpfförmigen Anschluß dieser Haube sind regelbare Luftdurchflußquerschnitte angebracht. Der Regelschieber wird für den Sommerbetrieb zweckmäßigerweise vollkommen: abgenommen. Hin- ter dem Motor sind: in diese Haube zahlreiche Jalousieschlitze einge- Abb. 8. Fokker F 32. Seite 62 „FLUGSPORT“ Nr. 4 Nr. 4 „FLUGSPORT“ Seite. 63 schnitten, um die Kühlluft aus der Haube wieder abzuführen. Der Raum zwischen den beiden Motoren dient zur Unterbringung der Oelbehälter und muß ebenfalls gut belüftet und wieder entlüftet werden. Die beiden je 45 1 fassenden Oelbehälter sind so auszubilden, daß die äußeren senkrechten Wandungen einen Teil der Außenhaut der Motorengondel bilden, wodurch eine sehr wirksame Oelkühlung erzielt wird. Vor den Oelbehältern sind in den seitlichen Gondel- wandungen reichliche Luftzutrittsquerschnitte angeordnet. Die hier einretende Luft fließt um die Behälter herum und tritt hinter diesen durch entsprechende Austrittsquerschnitte züm Teil wieder aus, wäh- rend der andere Teil zur Kühlung des hinteren Teiles des Druckmotors mit heranzsezogen und mit der unter die Haube eintretenden Kühlluft wieder abgeführt wird. Die Oelkühlung kann durch sinngemäß an- geordnete Ueberlaufwände innerhalb der Oelbehälter wirksam unter- stützt werden. Diese Motorgondel ist mit dem Flugzeug durch Verstrebungen so zu verbinden, daß die Verbindungsstreben den Luftstrom so wenig als möglich beeinträchtigen. Insbesondere sind umfangreiche Knoten- punkte im Bereich des Luitstromes zu vermeiden. Die Entfernung der beiden Motoren ergibt sich aus vorstehender Beschreibung zwangläufig, da der größte Durchmesser der stromlinien- förmisen Grundform der Motorgondel etwa am Ende des ersten Drit- tels auf Mitte Vergaser des Zugmotors liegen soll. Diese Entfernung sollte nach Möglichkeit beim Entwurf nicht oder doch nur unwesent- lich vergrößert werden. Bei dem vorstehend besprochenen Entwurf einer Tandemanord- nung handelt es sich um einen Vorschlag, der nach den bisherigen Er- fahrungen den größten Erfolg verspricht. Selbstverständlich kann dieser durch die Lage der Motorgondel im Verhältnis zu den übrigen Bauteilen des Flugzeuges erheblich beeinträchtigt werden. so daß es nicht dringend genug empfohlen werden kann, sich durch einen Ver- such mit einem Modell in größerem Maßstabe davon zu überzeugen, Abb. 10. | - |Ölbehälter bündig - Belüftungsöffnung N - mit Außenwand _ Entlüftungsöffnung auf beiden Seiten SL . auf beiden Seiten Auspuff I Luft-Führungsstäcke Einstellbare. . Klappen Einstellbare Klappen Einstellbare Schlitze äN" 2 Il ln IA | Tr, _D Einstellbare \Schlitze wie im Flugzeug die Luftströmungen sich einstellen werden. Eine für Hornet-Motoren ohne Getriebe gut bewährte Tandem- anordnung zeigt Abb. 8 des Fokker F 32-Flugzeuges mit 4 Motoren. Die besondere Ausbildung der Motorengondel geht im einzelnen aus Abb. 9 hervor. Einen Einbauvorschlag, der vielleicht noch bessere Ergebnisse haben dürfte als der in Abb. 7 gezeigte, ist in Abb. 10 dargestellt. Dieser Entwurf ist gewissermaßen eine Vereinigung der in Abb. 7 dargestellten Anordnung mit der in Abb. 6 gezeigten, vom National Advisory Committee for Aeronautics entwickelten Haube. Eine nähere Beschreibung dürfte sich erübrigen, da die Beschriftung der Abbildung die unbedingt notwendigen Erklärungen gibt. Nur soviel sei bemerkt, daß bei dieser Anordnung statt eines geschlossenen Sammelringes einzelne Auspuffstutzen verwendet sind, die außerhalb der die Zylinder einschließenden Haube ins Freie münden. Durch diese Anordnung wird verhindert, daß die Auspufigase sich mit der Kühlluft für den hinteren Motor mischen. | | . . Darüber muß Klarheit herrschen, daß. Tandemeinbauten. luftge- kühlter Motoren immer sehr schwierig zu lösende Aufgaben stellen, weshalb man sie nach Möglichkeit vermeiden sollte. Muß man jedoch zu dieser Anordnung greifen, so kann beim Entwurf nicht sorgfältig genug verfahren werden, wenn man sich nicht der Gefahr aussetzen will, daß nachträglich Kostspielige Aenderungen des Einbaues‘ not- wendig werden, die letzten Endes entweder zu Verlegenheitslösungen oder vollkommen neuen Motorengondeln führen. Demgegenüber ver- ursacht ein Modellversuch immer noch geringere Kosten. Wanderpreis des Internationalen Rundfluges. 00 Senderausschreibung für 1930.. oo. Be 0.2 Allgemeines, Art. 1. Veranstalter und teilnehmende J.änder. $ 31:*) Im: Auftrage des Deutschen -Luftrates, des Inhabers des Coupe Challenge 1929,.hat der Aero-Club von Deutschland die Sonderausschreibung für den *) Vgl. hierzu S. 70: Die Allgemeine Ausschreibung. Seite 64 „FLEUGSPORT“ Nr. 4 Internationalen Rundflug 1930 ausgearbeitet. Diese Ausschreibung wurde durch das Comite der Federation Aeronautique Internationale in seiner Sitzung vom 17. Januar 1930 genehmigt. S 32. Die teilnehmenden Aero-Clubs sind folgende: Deutschland: Aero-Club von Deutschland. ‚Frankreich: Aero-Club de France. Groß-Britannien: Royal Acro Club of the United Kingdom, Polen: Aeroklub Rzeczypospolitei Polskiei. Schweiz: Schweizer. Aero-Club. Spa- nien: Federaciön Aeronäutica Espanola. Tschechoslowakei: Aeroklub Re- publiky Ceskoslovenske. $ 33. Für die Teilnahme ist die Summe von fr. Fres. 20°000,— ie Stimme in den F.A. I. festgesetzt worden!). Zu $ 34. Art. 2. Zulassungsbedingungen. a) Flugzeuge. Der Wettbewerb ist offen für die folgenden beiden Kategorien von Leichtflugzeugen: 1. Kategorie: mehrsitzige Flugzeuge mit einem Leergewicht bis zu 400 kg. 2. Kategorie: mehrsitzige Flugzeuge mit einem Leergewicht bis zu 280 kg. - Diese Gewichte dürfen um höchstens 15% überschritten werden. 8 35. Für die Zulassung müssen die Flugzeuge folgende Bedingungen erfüllen: 1. Für iedes Flugzeug ist der Nachweis der Lufttüchtigkeit durch eine’ Bescheinigung der hierzu bevollmächtigten Behörde eines der F. A.I. an- xeschlossenen und am Wettbewerb beteiligten Landes zu erbringen. Für iedes Flugzeug ist durch eine Bescheinigung der hierzu bevollmächtigten Behörde eines der F. A. I. angeschlossenen und am Wettbewerb beteiligten Landes der Nachweis dafür zu erbringen, daß es ein Bruchlastvielfaches - beim Abfangen von mindestens 5 (fünf) für das Gewicht des betriebsfähigen Flugzeuges besitzt. S 36. 2. Jedes Flugzeug muß vor Beginn. des Wettbewerbes eine, Streeke ‚von * mindestens 200 km auf dem Lüftwege zurückgelegt haben. “ Dieser Flug muß durch eine Behörde oder eine anerkannte Sportorganisation beglau- bigt sein. $ 37. .3. Jedes Flugzeug muß mit einem Brandschott und einem Feuerlöscher so- wie mit folgenden Bordgeräten versehen sein: Staudruckmesser, Dreh- zähler, Höhenmesser, Kompaß, Borduhr. 838. b) Bewerber und Besatzung Um zugelassen zu werden, muß ieder Bewerber den Nachweis einer abgeschlossenen Haftpflichtversiche- rung erbringen. Die Flugzeugführer müssen die Berechtigung zur Führung von Sport- oder Verkehrsflugzeugen besitzen, wie dies im $ 28 der Allgemeinen Ausschrei- bung vorgesehen ist, ferner die Sportlizenz der,F. A. ‚l. für das Jahr 1930. Die Begleiter müssen mindestens 15 Jahre alt sein! $ 39. Art. 3. Zeitpunkt und Ort des Wettbewerbs. Der Wettbewerb findet in der Zeit vom 20. Juli bis 7. August 1930°) statt und besteht aus einem europäischen Rundflug und, einem technischen Wett- bewerb, der nach der Rückkehr der Flugzeuge in Berlin abgehalten wird. $ 40. Europa-Rundflug vom 20. Juli bis 31. Juli 1930. Ausgangs- und Endpunkt des Rundiluges ist Berlin. Die Flugzeuge müssen spätestens ab 18. Juli 1930, mittags 12 Uhr (Ortszeit), in Berlin eingetroffen sein, und zwar auf dem Flughafen, der in den Ausführungsbestimmungen bekanntgegeben wird. Die Ausführungsbestimmungen werden am 1. Juni 1930 veröffentlicht werden und alle Einzelheiten über die Ausführung des Wettbewerbes enthalten. S 41. Technischer Wettbewerb in Berlin vom |. August bis 7. August einschließlich. Zum technischen Wettbewerb werden nur diejenigen Flugzeuge zugelassen, t) Es besteht die Möglichkeit, daß weitere Aero-Klubs an dem Wettbewerb 1930 teilnehmen, wenn sie ihren Wunsch zur Teilnahme spätestens bis 28.. Februar einschließlich unter Beifügung des Betrages von fr. Fr. 5000.— der F.A.I. bekannt- zeben. Fine Aenderung der Flugstrecke auf Grund der Teilnahme weiterer Aero- Klubs ist jedoch nicht mehr möglich. - 2) Die internationale Sportleitung. ist erforderlichenfalls: berechtigt,‘ den: itech-' nischen Wettbewerb um einige Tage, höchstens bis zum 10. ‚August. einschließlich, zu verlängern. A „FLUGSPORT“ Seite 65 die . die Bedingungen des Europa-Rundfluges erfüllt -haben, und .die spä- . testens am 31. Juli 1930 um 16 Uhr auf dem noch zu bezeichnenden Flug- wur 843. hafen in Berlin eingetroffen sind. Die Flugzeuge, die nach diesem Zeit- punkt eintreffen, werden nicht gewertet. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, daß der technische Wettbe- ‚werb auf einem anderen Berliner Flughafen stattfindet, als der Abflug und die Landung des Europa-Rundfluges. .:Art:4..Gewichtseinteilung der'Flugzeuge. Unter Leergewicht versteht man: Das Gewicht des flugfähigen Flugzeuges ohne Besatzung, Betriebsstoff, Werkzeug, Ersatzteile, Mundvorrat, Ret- tingsgerät (Fallschirme, Rettungsringe, Schwimmwesten, Schwimmkissen), Gepäck, ‚elektrische Beleuchtung. Das‘: Wasser der wassergekühlten Motoren rechnet zum Leergewicht. . 1. Kategorie: mehrsitzige Flugzeuge mit einem Leergewicht bis zu 400 ke, 2. Kategorie: mehrsitzige Flugzeuge mit einem Leergewicht bis zu 280 kg. Wegen der geforderten großen Reichweite und der besonderen Finrich- tungen, die die Bequemlichkeit auf einer langen Reise erfordert, wird ein Gewichtszuschlag von 15% auf das Leergewicht von 280 bzw. 400 kg zu- .. gebilligt. . Die Flugzeuge werden bei ihrem Eintreffen in Berlin und dann wieder bei ihrer Rückkehr vom Europa-Rundflug in Berlin geworen. Das Leergewicht der Flugzeuge nach der Rückkehr vom Rundflug darf . sich von den vor dem Abflug zum Rundflug festgestellten Werten höchstens .um 5% unterscheiden. . Unmittelbar nach jeder Wägung kann der Nachweis der Betriebsfähigkeit ‚durch Abbremsen des Motors verlangt werden, nach unter Aufsicht vor- . genommener Betriebsstofianufnahme. $ 44, S 45. Art. 5. Nennung und Wechsel.der Besatzung. Die Namen der Führer und der Begleiter müssen der internationalen Sportleitung vor einem bestimmten Zeitpunkte bekanntgegeben werden, der in den Ausführungsbestimmungen genannt werden wird. ‚Während. der gesamten Dauer des Wettbewerbes ist Flugzeugführer- wechsel nicht statthaft; ‚Wechsel der Begleiter ist statthaft. Während .des gesamten Wettbewerbes müssen mindestens 2 Sitze des Flugzeuges besetzt sein: Begleiter können nicht durch Ballast ersetzt werden. Art. 6. Verbot des Auswechselns von Flugzeusgteilen. Das Auswechseln folgender Flugzeugteile ist während der gesamten Dauer . des Wettbewerbes verboten: Tragflächen, Querruder, Höhen- und Seiten- flossen, Höhen- und Seitenruder,. Rumpf, Luftschraübe, Fahrgestell aus- schließlich: Räder, Zylinder und Motorgehäuse. Das ‚Auswechseln dieser zu Beginn des Wettbewerbs‘ kenntlich: gemachten Teile .führt zur Ausscheidung. Lediglich die Luftschraube darf einmal aus- gewechselt werden, jedoch nur, wenn eine kenntlich gemachte Frsatzluft- .. schraube' gleichen Musters, und gleicher Abmessungen während des ganzen EST Ba “ Ründfluges mitgeführt wurde. . Das Oeffnen des Motorgehäuses ‚wird durch die Anbringung von Plomben verhindert; das Verletzen dieser Plomben führt nicht zum Ausscheiden, wird aber durch Abzug von 30 Punkten bestraft. . Art.7. Artder Wertung. Die. Wertung erfolgt durch Zuerkennung von Punkten. Die Punkte werden auf folgende Weise zuerteilt. 1. Zuverlässigkeit. im Europa-Rundflug ...- . -.. . bis zu 75 Punkten "2: Durchschnittsgeschwindigkeit beim Furopa-l Rund- 2 | Aug... vn 15 5. : Prüfung der praktischen Eigenschaften 77T) ae . Abflug- und Landeleistung. ec) BR . Brennstoffverbrauch BO Gesamtsumme is zu 500 Punkten 48: Der Wanderpreis ' wird demjenigen ' Aefo:Club "(Ae. CN.) Zugesprochen, dessen. Flugzeug den ersten: Platz in der Gesamtwertung erhält unter der .. Bedingung,.. daß : miridestens- eirie.-Gesamtzahl* von--300° Punkten. erreicht wird. .. Bu Seite 66 „FLUGSPORT“ Nr. 4 “Bei Punktgleichheit erhält dasjenige Flugzeug den Vorzug, das die. bessere i er i rhi - Falls auch. hierin Wertung in der Abflug- und Landeleistung erhielt.. Fa auch. Gleichheit der Wertung vorhanden sein sollte, entscheidet die Wertung der Brennstoffverbrauchsprüfung. . Rundilug. . Art. ®&. Durchschnittsgeschwindigkeit und Zuverläs- sigkeitim Europa-Rundflug. min . + Ai . . undflug- ‚Flugstrecke: Es wird gefordert die Zurücklegung einer Ru strecke, die von Berlin ausgeht und in Berlin endet, die etwa 7500 km lang ist und etwa 27 Zwangslandungen in sich schließt, und zwar’) Berlin—Braunschweig 202 km Uebertrag 3852 km Braunschweig—Frankfurta.M. 273 „ Albacete—Barcelona re 420 » Frankfurt a M—Reim . - 349 „ Barcelona—Nimes 0339 „ (Einflugzone zwischen Solre- Nimes—Lyon EEE 216 1 le-Chäteau und Florenville) Lyon-—Lausanne . ..'...158 „ Reims—St.Inglevert . - : - 240 „ _(Einflugzone Bellegarde) St. Inglevert—Bristol . - - 310 „ Lausanne—Bern a >) Bares Bristol—London . . . . . 174 „ Bern—München nn 33 „ London-—St.Inglevertt . - - 137 „ München—Wien . 2... 3 2 St.Inglevert—Paris (Orly) . 241 „ Wien—Prag . : 2.2025 260 „ Paris (Orly)—Portiers . - : 289 „ Prag—Breslau . 2.0200. ; 05 „ Portiers—Pau . + = 2 8.366 „ . Breslau—Krakau . - - Zu > » Pau—Saragossa nn 198 „ Krakau— Warschau a 252 „ Saragossa—Madrid . : : - 280 „ Warschau—Königsberg ar 2831 .„ Madrid— Sevilla . : > 2...387 „ Königsberg— Danzig 5133 „. Sevilla—Albacete . : : - - 411 „ Danzig—Berlin nn 406 „ 3852 km | 7553 km Es werden nur diejenigen Flugzeuge gewertet, welche die gesamte Strecke durchflogen haben und auf allen vorgeschriebenen Zwanglandeplätzen gelandet sind. Zwischenlandungen sind erlaubt. $ 50. Bordbuch. Während des gesamten Wettbewerbes ist ein Bordbuch zu führen. Der Text des Bordbuches wird in der Sprache aller teilnehmenden ä edruckt. Die Besatzungen sind verpflichtet, die Bordbücher auf a ee nnsiandeplatze ausfüllen zu lassen. In dem Bordbuch sind: alle besonderen Vorkommnisse, und vor allem alle Zwischenlandungen außer- halb der Zwangslandeplätze zu vermerken. Die Führung dieser Bord- bücher enthebt nicht von der Führung der amtlichen Bordbücher. urkundungseröffnung und -schlwBd. =. Der Start ira in Berlin am 20. Juli 1930 ab 9 Uhr freigegeben?). Als Abflugzeit gilt der Augenblick der Startfreigabe durch den Sportleiter, wo- bei sich das Flugzeug noch am Boden befindet, der Motor aber bereits in Gang gesetzt sein darf. Die Reihenfolge der Starts wird durch die inter- nationale Sportleitung festgesetzt. 8 52. Auf den Zwangslandeplätzen wird die Beurkundung. um 7 Uhr eröffnet und eschlossen mit folgender Ausnahme: Am ersten "Rundilugtage a engen Teilnehmer, für die. die Startfreigabe mehr als 15 und weniger als 30 Minuten nach der Startfreigabe an den ersten Teilnehmer erfolgte, die Beurkundung erst um 20.15. Uhr geschlossen werden., Die- ienigen Teilnehmer, die am ersten Rundflugtage ‚mehr als 30 Minuten nach der ersten Startfreigabe Starterlaubnis erhalten,. werden bis 20.30 Uhr be- urkundet. 8 53, Als Zeitpunkt für Ankunft und Abflug auf den Zwangslandeplätzen gilt der s) Die endgültige Flugstrecke mit der genauen, für die Wertung: maßgebenden ick, i i i | leiter am Be- genblick, in dem der Teilnehmer sein Bordbuch dem Sport nrkandungestand übergibt; als Arikunftszeit in Berlin gilt das. Ueberfliegen der Ziellinie. N j Kilometer-Anzahl wird in den Ausführungsbestimmungen veröffentlicht werden. -2) Die in dieser Ausschreibung genannten Zeiten sind. die Ortszeiten der über- flogenen Länder. . 4 De „FLUGSPORT“ Seite 67 3 59. 8 61. $ 62. 8 63. $ 64. $ 65. $ 55. $ 56. $ 57. $ 58. $ 60. legung der Strecken benötigten Zeit abgezogen wird. . Die Zeiten der Ankunft und des Abfluges werden durch den Sportleiter im | Bordbuch vermerkt, der sich auf einem leicht zugängigen Platz befindet. Der Beurkundungsstand wird auf den Flushafenskizzen. eingetragen, werden. | 2: 0 Die Beurkundung wird in Berlin eröffnet am 27. Juli 1930 um 16 Uhr. . Die Beurkundung wird in Berlin geschlossen am 31. Juli 1930 um 16 Uhr. Art.10. Zwangsweise Halte. Auf der Strecke wird an zwei Zwangslandeplätzen, voraussichtlich Pau und München, die Beurkundung nicht vor einem bestimmten, in den Aus-. führungsbestimmungen noch bekanntzugebenden Zeitpunkt eröffnet, um zu erreichen, daß die Teilnehmer den Rundflug unier möglichst gleichen Wit- terungsverhältnissen ausführen. Art: 11. Zuverlässigkeitsprüfung. Für Zuverlässigkeit werden bis zu 75 Gutpunkte erteilt. a) Ausscheidung. Die Teilnehmer sollen grundsätzlich jede Nacht auf den Zwangslandeplätzen zubringen. Für den Fall, daß das Flugzeug eines Teilnehmers mehr als zwei Nächte außerhalb der Zwangslandeplätze zubringt, scheidet es aus. Von dem Tage des Startes ab müssen die Teilnehmer täglich mindestens eine der vorgeschriebenen. Etappen durchfliegen. Für den Fall, daß die Teilnehmer diese öfter als an zwei Tagen auslassen, scheiden sie aus. b) Punktwertung. Beim Start zum Rundflug erhält jeder Teilnehmer 75 Gutpunkte. Von diesen 75 Punkten können Strafpunkte abgezogen werden. „ 1. Für den Fall, daß ein Flugzeug eine Nacht außerhalb der vorgeschrie- benen Zwangslandeplätze verbringt: Bestrafung mit 15 Punkten. Für den Fall, daß es eine zweite Nacht außerhalb der Zwangslandeplätze verbringt, zusätzliche Bestrafung mit 30 Punkten, zusammen 45 Punkte. Der Teilnehmer, der nach Beurkundungsschluß auf einem Zwangslande- platze eintrifft, gilt als außerhalb des Zwangslandeplatzes übernachtet. 2. Für den Fall, daß ein Flugzeug an einem Tage keine Etappe zurück- gelegt hat, wird es mit 10 Punkten bestraft. Wenn es während zwei Ta- gen keine Etappe zurückgelegt hat, wird es mit 20 Punkten zusätzlich bestraft; zusammen 30 Punkte. Art. 12. Wertung der Durchschnittsgeschwindigkeit. Der Wertung wird die auf dem Gesamtrundfluge erzielte Durchschnitts- geschwindigkeit zugrunde gelegt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird errechnet durch Addition der Flugzeiten, die gebraucht wurden, um die in der Ausschreibung festgelegten Teilstrecken zurückzulegen, wobei die Dauer der Aufenthalte auf den Zwangslandeplätzen von der für die Zurück- Die Dauer der Aufenthalte außerhalb der Zwangslandeplätze wird nicht abgezogen?). Als Gesamtflugstrecke gilt die Summe der Einzelentiernungen, die in den Aus- führungsbestimmungen noch bekanntgegeben werden. Die Geschwindigkeit wird auf volle Kilometer ie Stunde abgerundet, und zwar unter 0,5 km/St. nach unten, von 0,5 km/St. an nach oben?®), Art. 13. Zuerteilung von Punkten für die Durch- schnittsgeschwindigkeit. Die,Flugzeuge der ersten Kategorie scheiden aus, wenn ihre Durch- schnittsgeschwindigkeit weniger als 80 km/St. beträgt, die der : zweiten Kategorie bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit unter 60 km/St. Die Wertung erfolgt bis zu einer Höchstpunktzahl von 195 auf folgende Weise: 1. Kategorie: 0 Punkte je voller Kilometer von 80/ 90 km/St. (einschl.) 3 „ E2) ” E23) >. 91/135 „ „ 2 nn 2» „ 136115 „ » 1 „ ” „ „ PR) 156/175 ”„ „ 5) D.h.: Gesamtflugstrecke geteilt durch Gesamtflugzeit. 6) Beispiel: 123,250 km rechnen als 123 km; 123,600 km rechnen als’ 124 km. Bei 500 wird nach oben abgerundet, also: 123,500 km = 124 km. Seite 68 „FLUGSPORT“ Nr. 4 2. Kategorie: 0 Punkte je voller Kilometer von 60/ 70 km/St. (einschl.) 3 „ „ »’ ’ ”» 71/115 „ „ 2 M Don Mi „116/135 » „ 1 » 2 „136/155 „ Ueber die letztgenannten Geschwindigkeiten hinaus werden keine Gutpunkte zuerteilt. Technischer Wettbewerb. Art. 14. Prüfung. der praktischen Figenschaften der $ 66. un a <ı S 68. $ 69. 8 70. $ 1. $ 72. $ 73. Flugzeuge. Für die Prüfung der praktischen Eigenschaften der Flugzeuge wird eine riöchstpunktzahl von 140 Gutpunkten zuerteilt nach folgender Aufstellung: Die Prüfung findet in der Zeit zwischen dem 1. und 7. August statt (siehe Artikel 3). Die internationale Sportleitung hat folgende Eigenschaften au bewerten: 1 .a) Bequemlichkeit. 42 Punkten für normale Bequemlichkeit . 6 P. für Sitze nebeneinander . . 6 P. bzw. für Telefon bei Sitzen hintereinander . 3P. für einen dritten bequemen Sitz, der während des ganzen Wettbewerbs besetzt sein muß . oo. ur IP. für Limousinenanordnung für die ganze Besatzung 6 P. für einen Kofferraum von bestimmten Ausmaßen . 9P. für iedes Mitglied der Besatzung muß je ein Koffer vou mindestens 50X30X12 cm Ausmaß oder entsprechendem kbm-Inhalt während des ganzen Wettbewerbs mitgeführt werden. für besondere Bequemlichkeit. - - : > > nn. 6 P. b) Fahrgestell . 15 Punkten für Fahrgesteil ohne Achse oder geteiltes Fahrgestell . . 6P. für besondere Eigenschaften am Fahrgestell (Bremsen usw.) . nn... IP. c) Anlaßvorrichtung EEE 12 Punkten Für die Art des Anlassens . - > emo 6 P. Für die Zeit des Anlassens . - >» > nenn. 6 P. d) Feuerschutz oo 6 Punkten Für besondere Feuerschutzvorrichtungen über die Zu- lassungsbedingungen hinaus. Die Vorrichtungen sind — um gewertet zu werden — während des ganzen Wett- bewerbs mitzuführen und rechnen zum Leergewicht, e) Doppelsteuerung Wenn das Doppelsteuer gewertet werden soll, muß es sich während des gesamten Wettbewerbs mit allen Tei- len an Bord befinden, braucht aber nicht eingebaut zu sein und rechnet zum Leergewicht. f) Bordinstrumente Br . Für Bordinstrumente, die über die "Zulassungsbedingun- gen hinaus eingebaut sind: für Kreisel-, Quer- und Längsneigungsmesser oder ent- sprechende bewährte andere Geräte . en für Uebersichtlichkeit der Anordnung . Um gewertet zu werden, müssen diese Instrumente "wäh- rend des ganzen Wettbewerbs mitgeführt werden und rechnen zum Leergewicht. ge) Rettungsgerät EEE 1. für Schwimmywesten oder Rettungsringe bzw. Schwimmkissen . - 6 P. die während des ganzen "Wettbewerbs mitgeführt wer- den müssen, um cewertet zu werden; sie rechnen nicht ins Leergewicht. 2. für Fallschirme . : -» 4 nn... 8P. Uebertrag 6 Punkten 15 Punkten ao II 14 Punkten 110 Punkten Nr. 4 „FLUGSPORT“ Seite 69 $ 78. .h) Aufund Abrüstbarkeit. bis zu bis zu Uebertrag 110 Punkten für Anbringungsmöglichkeit und Verwendbarkeit, sie müssen während des ganzen Wettbewerbs mitgeführt werden, um gewertet werden zu können, und rechnen nicht ins Leergewicht. . 30 Punkten Die Flugzeuge müssen in einer Zeit von ie 20 Minuten höchstens, von nicht mehr als zwei Mann der Besatzung auf- und abgerüstet werden. Sie müssen durch ein Tor von 3,50 m Breite X 3,50 m Höhe befördert und mit Hilfe eines Autos geschleppt werden können. Bei Nicht- erfüllung dieser Bedingung: kein Punkt. — Unmittelbar nach der Prüfung wird ein anschließender Flug verlangt. MNolzflugzeuge, Metallflugzeuge und Flugzeuge in Gemischbauart). Abrüsten der Flugzeuge durch Abnehmen der Flügel Zurückklappen der Flügel . . rn Dauer des Ab- und Aufrüstens Zusatzpunkte: für Ganzmetallflugzeuge einschließlich der Bcehäutung, wenn diese Flugzeuge mit Verankerungsvorrichtungen ausgerüstet sind, die während des ganzen Wettbewerbs mitgeführt werden, und die zum Leergewicht rechnen -6 P. voo IT Gesamtsumme 140 Punkten Die Flugzeuge werden von der internationalen Sportleitunz in genau dem gleichen Zustande geprüft, in dem sie sich bei der Wägung befanden. Zu diesem Zweck wird ein Sportzeuge besonders mit der Beurkundung be- auftragt. . Art. 15. Start- und Landeprüfung. Für die Start- und Landeprüfung wird insgesamt eine Höchstpunktzahl ven 60 Punkten zuerteilt. Diese beiden Prüfungen können während ein und desselben Fluges oder während zwei aufeinanderfolgenden Flügen stattfinden. 1. Startleistungsprüfung. Die Startleistung wird dadurch ge- prüft, daß aus einem von dem Teilnehmer gewählten Abstand von einem 8 m hohen Hindernis (höchstens 400 m) senkrecht auf dieses zu zestartet wird. Das Hindernis muß überflogen werden, ohne daß es von irgendeinem Teil des Flugzeuges berührt wird. Als Startstrecke gilt der kürzeste Ab- stand der Anlaufräder beim Startbeginn vom Hindernis, vermehrt um das Produkt aus der in einer Höhe von 4 m über dem Boden am Hindernis in m/s gemessenen Windstärke und der Zeitdauer vom Startbeginn bis zum Ueberfliegen des Hindernisses. Als Augenblick des Starts gilt der Augen- blick, in dem das Flugzeug zu rollen beginnt. Als Zeitpunkt für das Ueberfliegen wird der Augenblick gewertet, in dem sich die Räder senkrecht über dem Hindernis befinden. Die Verwendung von Bremsen ist zulässig, wenn dieselben beim Wett- bewerb mitgeführt werden. Sie dürfen dazu benutzt werden, um das Flug- zeug vor dem Start auf volle Motorleistung zu bringen. Ein Festhalten des Flugzeuges auf andere Weise als durch die während des Rundfluges metgeführte mechanische Festhaltevorrichtungen ist untersagt. 2. Wertung der Startleistung. Demienigen Flugzeug, welches die kürzeste Startstrecke erzielt hat, werden 30 Punkte zuerteilt. Diese Punktzahl wird für die anderen Flugzeuge entsprechend dem Unter- schied der zu wertenden Startstrecke von der mit 30 Punkten bewerteten Startstrecke nach folgendem Schema verringert: 1 Punkt je volle 3% m von 1 bis 30 m Unterschied 1 Punkt je volle 5 m von 31 bis 90 m Unterschied 1 Punkt je volle 10° m von 91 bis 180 m Unterschied Startstrecken von über 400 m werden nicht gewertet. ?) Es können gleichzeitig Punkte zuerteilt werden für Abrüsten von Flug- zeugen und für Zurückklappen der Flügel. (Schluß folgt. ) Seite 70 „FLUGSPORT" Nr. 4 \ | >3(, Ne u —® Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 46. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Schreiben vom 22. Januar 1930 folgende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Klasse C (Landflugzeuge): Frankreich: D. Costes und P. Codos, auf Spezialflugzeug Breguet 19, Motor Hispano- Suiza 600 PS, auf der geschlossenen Bahn Istres—Narbonne—Nimes—Avignon, am 15., 16. 17. Dezember 1929: Entfernung in geschlossener Bahn 8029,440 km. Berlin, im Februar 1930. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: zez. Kotzenberg; für die Richtigkeit: von Hoeppner. Die allgemeine Ausschreibung für den Wanderpreis des Internationalen Rund- fluges haben wir bereits im Jahre 1929 veröffentlicht. In der neuesten Ausgabe ist nur folgendes geändert: 8 1. Begleiter statt Passagier. 8 7. 15. November statt 1. November. 8 8. Verpflichtung zur Teilnahme statt Verpflichtung der Teilnahme. Ueber die Bedeutung einer Führersitzverkleidung am „Zögling‘“ erhalten wir von einem Beobachter der Flüge am Hohen Karpfen in Württemberg folgendes Gutachten: Am vergangenen Sonntag war ich am Karpfen. Der verkleidete „Zösling‘“ erzielte sehr schöne Kurvenflüge, der unverkleidete konnte mit einem ausgezeichneten Führer gar nicht aufkommen trotz erhöhten Startplatzes. Die Verkleidung und die anderen Verbesserungen machten so viel aus, daß die Ma- schine bei annähernder Windstille noch 66 Sekunden Flugdauer zegen 56 des norT- malen „Zöglings‘“ erreichte. Hans Espenlaub, der Bruder von Gottfried Espenlaub, ist am 6. 2., nachmit- tags, mit einem einsitzigen Motorflugzeug auf dem Düsseldorfer Flugplatz in über- zogener Bodenkurve aus 10 m Höhe tödlich abgerutscht. Der Flugplatz Kassel soll, nachdem der Luftverkehr für Kassel eingestellt werden soll, aufgehoben werden. Die Raab-Katzenstein-Fiugzeugwerke G.m.b.H. in Kassel haben ihre Zahlungen eingestellt und Antrag auf Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens (50 v.H.) gestellt. Ein außergerichtliches Moratorium wird angestrebt, bei dem die Ansprüche der Gläubiger voll befriedigt werden sollen. Die Ursache der Zahlungseinstellung liegt darin, daß die Kasseler Banken dem Unternehmen seinen gesamten Kredit gekündigt haben, und daß das Werk vom Reichsverkehrsministerium keine Unterstützung mehr erhalten soll. Das Technikum Konstanz a. Bodensee hat sich unter ständiger Anpassung an die Fortschritte der Technik in den beiden letzten Jahrzehnten zu den best- besuchten höheren technischen Lehranstalten Süddeutschlands entwickelt. Die leichtfaßliche Lehrmethode sowie reichhaitige Lehrmittel und Versuchseinrich- tungen bieten Gewähr für eine gründliche und zeitgemäße Ausbildung zu In- genieuren, Technikern und Werkführern im .Maschinenbau und in der Elektro- technik sowie im Flugzeugbau und Automobilbau. Wichtig ist die Industrie am See, die durch die Namen Zeppelin, Dornier und Maybach repräsentiert wird. Die Besichtigung der Industrieschöpfungen bildet eine lehrreiche Ersänzung des theoretischen Unterrichts. Nr. 4 | „FLUGSPORT“ Seite 71 Segelilieger-Ring. Der Ring hat es sich zur be- - sondern Aufgabe gemacht, die Interessen der deut- | schen Segelflieger nach jeder Richtung hin zu ver- treten und seinen Mitgliedern Beratungs- und Ver- mittlerstelle zu sein. Mitglied kann jeder werden, der der deutschen Segelflugbewegung Interesse ent- gegenbringt, stimmberechtigt jedoch sind nur solche | _ Mitglieder, die mindestens die A-Prüfung für Gleit- | flieger erfüllt haben. Den Vorstand bilden Ziv.-Ing. Oscar Ursinus, Dipl.-Ing. Martens und Rechts- | - anwalt Dr. H. Stern (sämtlich Frankfurt a. M.). Anmeldungen sind zu richten an die Geschäfts- stelle des Segelfliegerringes, Dr. Hugo Stern, Frank- furt a. M., Neue Mainzerstr. 35. Der Anmeldung sind | kurze Angaben über Segelfliegerausbildung beizu- | fügen. Die Verteilung der vom Reichstag bewilligten 9 Mill. Umstellungsbeihilfe für die Luftfahrtindustrie ist ungefähr folgende: Junkers 2 Mill. Mark, Dornier | 1,6 Mill. Mark, Bayerische Flugzeugwerke 0,9 Mill. Mark, Heinkel 0,7 Mill. Mark, Albatros 0,4 Mill. Mark, Sturzflige einer Jaed- Rohrbach 0,3 Mill. Mark, Klemm 0,2 Mill. Mark. Der staffel über einer Zu- Rest verteilt sich auf die Flugmotoren- und andere schauermenge bei einem Neben-Industrien. amerikanischen Luft- Ausland. rennen. Ein Reglement für den Coup Schneider 1931 ist von der F.A.I. soeben auf- gestellt worden. Schwimm- und Seetüchtigkeitsprüfungen werden ersetzt durch einen Wasserstart von 50 m mit kurz darauffolgendem Anwassern, zwei Minuten schwimmen und dann zum Rennflug starten. Die Rennstrecke führt über 350 km, von denen jede Runde mindestens 25 km haben muß. Wettbewerbsdauer 1 Tag, soll in der Zeit zwischen dem 1. Juni und 30. September stattfinden. Reihen- folge und Art des Startes werden noch festgesetzt. Meldungen müssen vor dem 31. Juli 1930 an den Royal Aero Club von England gesandt werden, falls nicht die F.A.I. bis dahin Gegenteiliges bestimmt. Außer dem Nenngeld von Fres. 500.— müssen pro Maschine Frcs. 200.— als Garantie für die Anwesenheit an die Or- ganisation gezahlt werden. Näheres zu erfragen bei der Commission d’Aviation de !’A&ro-Club de France, 35, Rue Francois I. Der Bau von Gleit- und Segelilugzeugen hat in Amerika stark zugenommen. Bereits mehrere Firmen stellen Gleitflugzeuge fabrikmäßig her. Z.B. kostet der Evans-Gleiter von 10 m Spannweite, Gewicht 65 kg, 250 Dollar. Der Gleiter hat einen Stahlrohrgitterträger, ‚ähnlich wie der „Zögling‘“ und mit Stahlrohren abge- strebte Flügel. Der Napier Lion VIID war in das Hochgeschwindigkeitsfliuszeug von Ltn. Stainforth eingebaut. Jetzt werden die ersten Einzelheiten über den Motor, welche seinerzeit geheimgehalten wurden, bekannt. Der Napier VIID leistet bei 3600 Umdrehungen 1275 PS und wiegt 520 kg, 0,4 kg pro PS. Dieser neue Napier hat bedeutend kleinere Abmessuneen als der frühere und hat vor allem geringere Stirnfläche. Zwölf Zylinder in vier Blocks ie 60 Grad zueinander geneigt. Bohrung 140 mm, Hub 130 mm, Gesamtlänge 1640 mm, Breite 950 mm, Höhe 866 mm. Lindbergh hat den amerikanischen Segelilug-Ausweis erworben. Er flog auf einem von der Ryan Flying Corp. gebauten Segelflugzeug an der Meeresküste von San Diego 30 Min. Ein amerikanischer Segelflugrekord von 6 Std. 19 Min. und 3 Sek. wurde am 13. Januar von William Boylus in San Diego aufgestellt. Zuschriiten an die Redaktion. In Ihrem Heft erwähnen Sie auf Seite 46 den amerik. 4- Zylinder-Davton-Bear- Flugmotor. Dieser Motor ist keine Neukonstruktion, sondern ein aufgefrischter Kriegsmotor, der im Jahre 1918 unter dem Namen Hall- Scott in Berkeley (Kali- 'fornien) gebaut wurde. Die angebotenen Motoren sind alte Heeresbestände. Auf der uns vorliegenden Photographie eines solchen als neu gelieferten Motors kann man das Abnahmedatum 6. August 1919 lesen, N. Seite 72 „FLUGSPORT“ Nr. 4 „FLUGSPORT“ Offizielle Mitteilungen des D.M.S.V. In den D.M.S.V.-Bericht über die neuen Modellbestimmungen im „Flugsport Nr. 1, 1930, ist zu berichtigen: In Bad Sul | nt Ingenieurschule Bad Sulza | Fiugzeugmaterial Höhere Technische Lehranstalt 2 n Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- OR Schnitt oder bei mehreren Rünpien Maschinenbau , Elektrotechnik schranben, Anlaßmagnete, Schalter usw. Garantie für Auf Seite 19 muß es heißen: „Rumpfquersc \ \ Gas- u.Wassertechnik Chemie schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim 1%. > der Rumpf uerschnitte daıf nicht kleiner sein als 3% (statt '/20) des Richter-Berlin NW 40, Altmoabit 19. Speziallieferant die Summe I Ru ia en Hulk &a 9 wesen für die Luftfahrt-Industrie und Händler. Inhalts aller horizortalen Flächen, Automobilbau - Werkmeisterabteilung Programm kostenlos und auf der gleichen Seite weiter unten! „Motermodellrekorde werden au anerkannt, wenn sie lediglich in einem Gelände au gestellt werden, IR em der Landepunkt nicht tiefer liegen darf als 1900 (statt !/20) der Streckenlänge. | - | Gxrakis einen Motor- Entwurf in „Originalgröße“ als Studienprobe meiner 2Konstruktionsmappen für Motorrad-u.Leichtflug- 2 "| zeugmotoren. Fordern Sie diese interess. Konstruk- ® © tionszeichnung(6 PSSportmotor)sowiereichillustr. & 4 Prospektnoch heutekostenlos. Sielernendamiteine 2 neue Methode kenn., nach der ied.Mechaniker,Tech- niker u. Student Motoren berechn. u.entwerf.kann. 1% & Dolch, Ziv.-Ingenieur, Sinsheim / Eils.12 & De E Theoretische Ausbildung für Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte,Flug- techniker, Flugmeister, Zeichner, Konstruk- teure, Flugingenieure, Flugzeugführer durch Fernschule Jena. Fordern Sie Programm P. Abschlußzeugnis, Abschlußprüfung. Literatur. Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Flugsport — Volkssport. Von Wulf Bley. Mit 27 Bildern, 36 Seiten Text. Verlag Mittler u. Sohn, Berlin SW 68. Preis RM 1.80. | Die Einleitung zu diesem Buch „Sendung des Fliegers‘ hätte besser weg- bleiben können. Unsere flugbegeisterte Jugend wird durch solche Betrachtungen eclangweilt. Wenn man der Jugend ein wirkliches Bild der Flugsportbbetätisung geben will, so soll man bewährte Segelflieger sprechen lassen, die schon oft ver- standen haben, durch ihre lebendigen Schilderungen die Jugend mitzureißen. un sere Jugend ist bereits viel weiter in die Flugtechnik eingedrungen, als fernste- henden Kreisen bekannt ist. \ Dasselbe gilt auch z.B. für das Kapitel Modellflug. Was da gesagt Ist, weil meistensteils der Abc-Schütze schon, bevor er überhaupt lesen und senaben kann. Man braucht sich nur einmal auf einen Schulhof zu bemühen, wo die Ki eil- sten ihre Papiermodelle fliegen lassen. Ausdrücke wie Stabilität, Gleitflug u.a. m. hört man da als etwas Selbstverständliches. Soeben neu erschienen der Il. Band der # PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 echnikum Hoch- und Tiefbau, Betonbau, Eisenbau, Flugzeugbau, Maschinenbau, Autobau, Heizung u. Elektrotechnik. Eig. Kasino. Semesterbeginn Aprilu. Okt. Progr. frei. | PERSBFFEIEBERT Vereinigte technische Lehranstalten des Deutsche Luftverkehrs-Statistik 1928 nebst einer Uebersicht über. die deutsche Luftfahrt nach dem Stande vom Sommer 1929. Verlag Gebr. Radetzki, i echnikum Mittweida Berlin SW 48. Preis RM 2.—. on nn LLEANT | u“ Ingenie FERNER EEE TE EEE ITEEE yes Birken-Flugzeug-Sperrholzplatten , il ; ch; J 3: bezw. mehrfach wasserfest verleimt urschulen 2. Ausbildung im Maschinen 0,8, 1, 1.2, 1,5, 2, 23/4, 3, 4,5,6—8 mm, sowie Besondere StudienplänefürAutomonil-u.Flugtechnin| | G N OLZBLECH liefert sofort ab Lager: Programm kostenlos vom Sekretariat. Georg Herte, Berlin-Gharlottenburg 1 Wilmersdorferstr. 143/144 Fernsprech-Sammelnummer: C4 Amt Wilhetm 5841 Telegr.» Adresse: Fliegerhölzer Berlin 22 52 Veen Achtzehin Monate wirken für die deutsche Luftfahrt. Tätigkeitsbericht des Mecklenburgischen Acro-Clubs. Den vorliegenden Tätigkeitsbericht sollten sich viele Vereine welche noch nichts geleistet haben, zum Vorbild nehmen, Der Mecklenburgische Aero-Club hat es wirklich fertig gebracht, die Jugend zuı aktiven Mitarbeit heranzuziehen. u | Expedition des. mis ZEIGEN Flugsport j Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. u ld . _ st 50 Piennig j . ä igespaltene Millimeter-Zeile kKoste I I - Die zweigesp Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe 'sind ‘stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen.. ri Flugmotor 20 bis 25 PS Fal i sch! rmabspringer neu oder gebraucht betriebsfertig, geg. Kasse Stellung, auc usland? Geil. © F. \W d. Exped. , Flursport . zu kaufen gesucht C. Zwicky, Valdes 5 Puerta de Sta Maria, Spanien. echnikum W#onstanz Ingenieurschule am Bodensee Einheits - Schulmaschine Grunau 29 Maschinenbau Elektrotechnik (Die Maschine für Anfänger) 1. Automobilbau ME cursanrzeusoo | | | Einheils - Rumplmaschine Grunau 28 für Übungsbetrieb der Vereine GEMEINNÜTZIGE Hochwertige Segelmaschinen SPORTFLIEGERAUSBILDUNG sowie Beschläge für selbstbauende Vereine liefert zum Führerschein für Leichtflugzeuge zum Führerschein „A“ rg FLUGZEUG . SCHNEIDER zum Künstflugschein auf den Fliegerschulen Berlin»Staaken, Böblingen i. Württbg. und Würzburg Ausbildungskosten von RM 750.- an Ausbildungszeit für den Führerschein A etwa Ingenieurschule Altenburg Tnür.& Prospekt frei Grunau (Riesengebirge) Wir:suchen zum sofortigen Eintritt einige . . R V 2! Monate, für den Führerschein für Leicht: Maschinenbau — Elektrotechnik ı zeuge etwa . il- tüchtige Statiker Fokker Typ e F Deutsche Luftfahrt G. m. b. H. aa LESE AT ie ei ährige Praxis im Flugzeug- j A . bau waren können, mit 360 PS Rolls-Royce Eagle VII. für 2 Ausführliche Angeb. mit Gehaltsansprüchen | Führer und 8 Passagiere, Doppeldecker. erbeten an Reisekabine billiest zu ve kaufen i | ‚m.b.H. | Angebote erbeten unter „Avis 92 a Raab-Katzenstein Flugzeugwerk Kar sel |! Heinrich Schalek, Wien I, Wollzeile 11. DE mm —- |Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau Erprobt ! Preiswert! Flugzeuglacke Größte Elastizität } Größte Spannfähigkeit! Widerstandsfähig gegen alle Einflüsse der Witterung ! Gellesta-Transparent Gellesta-Tropen-Rot Direkte Lieferung an militärische = Flugzeug-Arsenale aller Länder. Silber Kolbenringe für alle Flugmotoren-Typen nach langjährigen Erfahrungen. Unsere Spezial» Lacke für Tragflächenbe» Alfred Teves G.m.b.H. spannung sind von Fachkreisen erstklassig Frankfurt a. M. begutachtet, insbesondere auch von der Maschinen- und Armaturenfabrik DVL Fernspr. Sammelnumm. Maingau 70071 Verein für chemische Industrie Telegramm-Adresse „Ieveswerk“. dr an A.-G., Frankfurt a. M. Segelflugzeuge „KoRo” Einheitstypen mit austauschbaren Flächen Preise in RM: Spannweite 10 13 15 m Schulflugzeug KoRo 2_ RM 800.— 900.— Schultlugzeug mit Rumpfverkleidung: KoRo 2R RM 850.— 950.— Rumpfilugzeug KoRo 3 RM 1100.— 1200.— hochwerliges Segelflugzeug KoRo 4 RM 1500.— Zubehör und Ersatzteile — Sonderbauten Vertreter im In- und Ausland gesucht F. Konrad, Rosenheim (Bayr. Alpen), Fernruf 44 “ i s n “ Maschinenfabrik Alfing G.m.b.H. Wasseralfingen Würlftemberg ö AH a RT dR ‚ | I. N, GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. INN] Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfint a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa _ 4557_ — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jıhr bei I4tag. Erscheinen Mk. 4.50 irei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 5 5. März 1930 _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 19. März 1930 Hilfe! Unsere Luftfahrtindustrie kämpft schwer um ihr Dasein und um das der deutschen Luftfahrt. 18 Millionen braucht sie für sich und ihre Arbeiter als Exi- stenzminimum; 107 ist das Reich mit Hängen und Würgen zu geben bereit. Ist sich die Regierung darüber klar, welche Rückwirkung auf die Handelsbilanz des Reiches sich aus der Unmöglichkeit ergibt, hochwertige Exportware zu fer- tigen und im Auslande abzusetzen? Besonders auch vom Reparations-Stand- punkte aus? Ist sie sich auch darüber klar, daß die wertvollen Arbeiten unserer Flugforscher, über deren Weltgeltung kein Zweifel sein kann, nicht nur zweck- und sinnlos sind, sondern uns größten Schaden bringen, wenn sie nicht von un- serer eigenen Industrie ausgemünzt werden können? Jawohl — Schaden bringen! Denn das Ausland baut bedenkenlos seine Flug- zeuge und Luftschiffe mit unseren systematisch erarbeiteten Ideen und teuer er- worbenen Erfahrungen und macht uns damit Konkurrenz. Die Zeppelin werden kopiert, und Dorniers und Rohrbachs geistices Figentum sehen wir in „Neukon- struktionen‘“ des Auslandes verkörpert — aber der krasseste aller bisher bekannt gewordenen Fälle ist doch die Unverfrorenheit, mit der Ford und sein Chefkon- strukteur, der Herr W. B. Stout, die Junkers-Flugzeuge nicht nur nachbauen, sondern sogar sich in allen Staaten der Welt patentieren lassen. An anderer Stelle unserer Zeitschrift geben wir einen Auszug aus den Patentansprüchen, die für diese Raubritter der Luft in Frankreich eingetragen worden sind. In Spanien haben sie sich für denselben Gegenstand sogar 77 Patentansprüche schützen lassen! Und Prof. Junkers, der schöpferischste aller Flugzeug-Erbauer, muß die Hände in den Schoß legen und mitansehen, wie seine wider seinen Willen in Detroit auf laufendem Bande gefertigten Maschinen mit dem Rechte, das ihnen als Fahrzeugen unser Patertgesetz ($ 5, Abs. 3) gibt, sogar deutsche Strecken befliegen. Und warum? Weil Junkers nicht über die Mittel verfügt, die nötig sind, um soundso viel langwierige Patentprozesse im Auslande bis zu Ende füh- ren zu können. Hier wie in anderen ähnlichen Fällen muß das Reich eingreifen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln Hilfe leisten. Hier darf es nicht sich mit Achselzucken begnügen: „kein Geld da“. Der Schutz der Deutschen im Aus- lande ist nach der Verfassung Pflicht der Reichsregierung. Zumal, wenn das XXI. Jahrgang : Allgemein-Interesse es erheischt. Was gedenkt die Reichsregierunrg zu tun? 1 , Diese Nr. enthält Profilsammlung Nr. 2. Seite 74 „FLUGSPORT“ Nr. 5 . . ® o 66 Segelflughochleistungsmaschine „Meiningen“. Von Ing. Benz, Meiningen. Foleenden soll die in aller Stille geleistete Arbeit an der Se- gelfluchochloistungsmaschine „Meiningen“ der. Luftfahrer- Vereinigung e. V. Meiningen gezeigt werden. Mit der Veröffentlichung der einze - nen Baudetails hoffen wir den Segelflugsport treibenden Vereinen ni Z- liche Anregungen für die konstruktive Durchbildung von Segelflug- n zu können. ehroktenn der „Meiningen“ möchte ich gleich von vom herein bemerken, daß die „Meiningen“ als ein Versuchsbau versc ie dener an dieser Maschine ausgeführter, für den Segelflugzeng au neuartiger Gestaltungsprobleme von Bauteilen zu betrachten ist. Die Praxis wird im diesjährigen Rhönsegelilugwettbewerb zeigen, wie weit sich für die Zukunft eine Verwendung dieser konstruktiven +) Im Motorflugzeugbau im Prinzip bei Junkers ausgeführt. Zu OOBEE | u [ —raosr! 0095 0008 o0sL Abb 1. Segelflug-Hoch- leistungs-Ma- schine „Meiningen“. N - Tragflächenin- halt 21 m?, Hö- henruderinhalt r 34 m’, Seiten- ruderinhalt 1,6 _ m’, Querruder- inhalt 1,58 m?, ON —— Leergewicht 160 kg, Fluggewicht | 00022 0001 os 009% chenbelastung 10,8 kg/m’, Flug- | geschwindig- 1800 keit 12—14 m/ sek., Gleitver- | 1900 | hältnis 33:1, 6 Sinkgeschwin- digkeit 0,38 m/ sek. cosL Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 75 Durchbildung der einzelnen Bauteile ermöglichen läßt. Da lediglich der innere Aufbau von der bisherigen Ausbildung der Teile abweicht, während die äußere Form des bekannten Fochleistungstypes vorerst beibehalten wurde, beschränken sich die folgenden Untersuchungen auf Bewährung in der Praxis nicht auf einen besonderen Typ. Viel- mehr lassen sich meines Erachtens auch die schwanzlosen und be- sonders die für die Zukunft angestrebten Nur-Flügel-Flugzeuge mit solchen oder ähnlichen Innenkonstruktionen ausführen. Ob die Wirtschaftlichkeitsfrage, das heißt die aufgewendete Bau- arbeit, zum erzielten Leistungserfolg in einem günstigen Verhältnis stehen wird, muß die Zukunft beweisen. Auch spielt meines Erachtens nach bei den nur auf Leistung gezüchteten Hochleistungssegelflugzeu- gen diese Frage eine mehr untergeordnete Rolle. Vielmehr soll von diesen Maschinen aus eine wirksame Befruchtung der Schulsegler er- felgen, deren konstruktive Durchbildung bis jetzt noch nicht den viel- seitigen Anforderungen der Praxis entsprechen. Die Hauptabmessungen der „Meiningen“ gehen aus Abb. I hervor. Die aerodynamischen Eigenschaften ergeben sich aus folgenden Grund- lagen: Als Tragflächenprofil wurde eine Kombination der Göttinger Pro- file 386/390/420 gewählt. Nach den Flügelenden zu überwiegt die Form 420 mehr. Der Einstellwinkel nimmt nach außen zu ab von + 4,5° an der Flügelwurzel bis — 1° am Flügelende in einem solchen Verhältnis, daß unter Berücksichtigung der Flügelumrißform eine rein ellyptische Auftriebsverteilung erfolgt. Gleichzeitig wurde mit dieser 230 kg, Tragflä- Hochleistungssegelflugzeug „Meiningen“, Abb. 2 oben links: Anordnung der aufgelösten Holme. — Abb. 3 oben rechts: Inneres der Tragflügel und der Querruder (Fläche in der Helling). — Abb. 5 Mitte links: Gesamtaufbau des Rumpfes, die Kielplatte und der Flügelträger. — Abb. 6 Mitte rechts: Gesamtanordnung von Rumpf, Tragfläche und Ruderanlage sowie die Gleitkufe mit Stößelfederung. — Abb. 7 unten: Gesamtansicht im Rohbau. Schnitt durch den Tagflügel Maßstab 1: 0 Seite 76 „FLUGSPORT“ Nr, 5 Profilkombination die Druckmittelwanderung auf ein Minimum be- schränkt und an der Flügelwurzel eine genügende Profilstärke er- reicht, ohne allzu großen Stirnwiderstand zu erzeugen. Als Höhen- und Seitenruderprofil fand das Göttinger Profil Nr. 410 Verwendung mit einer mittleren Rudertiefe von 2]3 t. Der innere Aufbau der Tragflächen (vgl. Abb. 2, 3 und 4) besteht aus vier, sich gegenseitig stützenden, schrägliegenden, aufgelösten Git- terholmen in Holzkonstruktion, die infolge Aufnahme von Torsions- kräften 30%*) Gewichtsersparnis ergeben. Die einzelnen Holme be- stehen aus je 2 parallelen Unter- und 2 Obergurtleisten, deren Abstand durch Druckstäbe gewährleistet wird. Die Holmdiagonalen aus Cawit- sperrholz von nach außen abnehmender Breite sind mit den zwischen den aufgelösten Holmgurten eingeleimten Knotenplatten durch reich- lich Leimfläche verbunden. Die Helmgurte sind auf ihrer halben Knick- länge zwischen den Spieren außen durch Eckklötze versteift, innen durch abwechselnd links- und rechtsgängige Diagonalfaserrichtung zei- ende, halbrund gebogene Abscheerfläichen verbunden. Damit wird die auf dreiviertel der Flügeltiefe tragende Innenkonstruktion außerordent- lich torsionssteif. Eine dünne Außenhaut an der Flügelschnauze unter- stützt die Drehfestigkeit wesentlich. Die Abmessungen der Holmgurte, Druckstäbe, Diagonalen und Knotenplatten sind unter Zugrundelegung der jeweils von den Spieren eingeleiteten Auftriebslasten ermittelt worden; dafür war es notwen- dig, die Knotenpunkte der Diagonalen und Druckstäbe auf Mitte Spie- ren zu legen. Diese Maßnahme bietet noch den Vorteil, daß die Druck- stäbe auf halber Länge mit den Spierendiagonalen unter Zwischen- schaltung kleiner Sperrholzilächen verbunden werden konnten, WO- durch die freie Knicklänge der Stäbe auf die Hälfte reduziert wird. In den Fügelendteilen fehlen die halbrund gebogenen Holmabscheer- flichen, während die Eckklötze auf halber Knicklänge der Holmgurte eingebaut sind. Hier bietet die Außenhaut genügend Widerstand gegen *) Im Vergleich zur normalen 2-Holm-Bauart mit Innendiagonalverstrebung. Schnitt A-B [22lEeAAorz innen [t Benh 21 lEcrhlafz, außer " ____ [9 Aun, [7 en 20lHolmasscheerfläche In e. Drucastaß, rechter Druchstab,lnker. 17:77) al. 18 417 16\Oragona/e infer [2 15 l/nofenplafte Schnavzenplaffe Te Untere Öurlleiste Holme Öprere Untere Gurtleiste, rechts 1 [obere Surtieiste EN & Untere Gurlleiste, links Schnitt C-D 7 / 121O6ere Gurfleiste, rechts | _ 11 |Obere Gurfleisfe Ants 5. Tel “ re “| Bezeichnung. Abb. 4. Nr. 5 .„FLUGSPORT“ Seite 77 Verschieben der - Holmgurte ge- genseitig und damit gegen Torsion. Bei dem gewählten statischen Auf- bau der Holme tritt in den Holmgurten Zug bzw. Druck auf, in den Diagonalen stets Zug und in deri senkrechten Stäben stets Druck. Doppeldiagonalen wurden eingebaut, um die Flü- gelmassenkräfte bei der Lan- dung zu beherrschen. Eine die- sen Kräften entsprechende Ab- stufung in der Dimensionierung der im Flug und bei der Landung jeweils belasteten Diagonalen wurde berücksichtigt. Als Beispiel für die erzielte Gewichtsersparnis durch restlose Auflösung der tragenden Innen- teile seien die Abmessungen der einzelnen Gurtleisten, Druckstä- be und Diagonalen aufgeführt. Tragflügel Mitte: Gurtleisten 30X10 mm, Druckstibe 10%X8 mm, Diagonalen 38%X1,2 mm. Tragflügel außen: Gurtleisten 8X5 mm, Druckstäbe 4x4 mm, Diagonalen 6X 1,2 mm. Die leichten Querruderholme greifen in der Hauptsache an den Spieren an und sind auf ihrer Länge an 3 Punkten an die Holme angeschlossen. Da diese Ruderholme im sp'tzen Winkel zur Holmrichtung liegen, sind an den Kgeuzungspunkten der Hol- me mit den Ruderholmen die Holme zu Ende. Die Verbindung der dreige- teilten Fläche erfolgt durch links- und rechtsgängige Gewindebol- zen und Muttern nach Art eines Spannschlosses. Die 16 Einzel- gurtleisten der 4 Holme sind an den Anschlußstellen sinngemäß in 5 Endklötze zusammengefaßt, welche die Beschläge tragen. VD Abb. 8. Rumpf-Längsquerschnitt, nn 55858 en a >® Seite 78 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Die Verbindung des Tragflügelmittelteiles mit dem Rumpf ge- schieht ebenfalls mittels einer Anzahl Spannschlösser. Als Flügelträger ist ion eine Trägerplatte zwischen den Hauptspanten eingebaut (vgl. Abb. 5 Die äußere Form des Rumpfes (Dickenverhältnis von 1: 6,2) wird durch eine Anzahl Hohlringspanten in Kastenbauart gewährleistet, die durch zwölf Längsleisten in T-Querschnitt verbunden sind. Dadurch entstehen viele kleine Felder, welche die Außenhaut in kleinere Span- nungsfelder als bisher üblich zerlegen. Durch die damit erreichte ört- liche Unterstützung der Außenhaut gegen Ein- bzw. Ausbeulungen läßt sich deren Stärke, je nach Lage am Rumpf, auf 2 bis 1,2 mm re- duzieren, ohne die Festigkeit zu verringern. Im vorderen unteren Teil des Rumpfes ist als Neuerung eine Kielplatte von 3 m Länge und Doppel-T-Querschnitt eingebaut, die alle Kräfte bei. Start und Landung aufnimmt (vel. Abb. 5). An ihr greifen die Federungskufen mittels neuartiger Stösselfederung an (vgl. Abb. 6 und 8). Am vorde- ren Teil befindet sich der Starthaken, während am Ende ein Haken für die automatische Auslösevorrichtung befestigt ist. Ferner nimmt dieser Träger das Pilotengewicht und die Kräfte der Tragfläche durch Uebertragung besonders Abb. 9 oben links: Innerer Aufbau des vorderen no Hauptspantes. — Abb. 10 rechts: Innerer Aufbau des der vor evtl. Beschädi- hinteren Hauptspantes. — Abb. 11: Befestigung des gung bei Start und Lan- Höhen- und Seitenruders am Rumpf. dung. ausgebildeter Haupt- spanten auf (vgl. Abb. 9 und 10). Desgleichen trägt die Kielplatte noch die Steuersäule mit Steuerknüppel und die Pedalen des Seitenru- ders. Die Kielplatte trägt somit zu einer weitze- henden Entlastung der Außenhaut bei. Während die Hori- zontalschnitte des Rumpfes Stromlinienkur- ven sind, zeigen die Ver- tikalschnitte von vorne nach hinten betrachtet: schmale NHochkantellip- sen, die, allmählich brei- ter werdend, in Kreis- form übergehen und nach hinten zu wieder sen werden. Den vorde- ren Abschluß bildet eine aus einem Stück gzetrie- bene Aluminiumhaube. Ein genügend hoher Schleifkopf in Strom- linienform am hinteren unteren Ende des Rump- fes schützt das Höhenru- schmale Flachkantellip- _ 1930 ro filsammlung GFORINDET 1905 u MERHUSGEGEBEN \\ von AR URSINUS = ORIL-ING r. Abb, 3. Seite 6 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 2 Der geringe Unterschied zwischen dem Anstellwinkelverlauf von M4,5 und M 6 dürfte auf Differenzen in der Anstellwinkelmessung zu- rückzuführen sein. Zum mindesten kann man auch bei dieser Proiil- reihe den Schluß ziehen, daß bei gleichen Anstellwinkeln der Mittel- linie verschieden dicker Profile auch nahezu gleiche Auftriebsbeiwerte erreicht werden. Die Polarkurven erschienenbei diesen druckpunktsiesten Profilen näher aneinandergerückt als bei den symmetrischen Profilen, d..h. ‚die Verdickung solcher Profile ist nicht so widerstandsvermehrend als bei den symmetrischen Profilen. Aus dem Verlauf der Momentenkurve können wir den Schluß ziehen, daß bei gleicher Mittellinie die verschiedenen Dickenmaße keinen Einfluß auf die Druckpunktwanderung der Profile ausüben. Die- ser Umstand, der auch durch andere Messungen mit gewöhnlichen ge- wölbten Profilen nachweisbar ist, gibt die Möglichkeit, die Stabilitäts- eigenschaften eines Profils aus der Form seiner Mittellinie abzuleiten. Wir werden auf dieses Thema bei der theoretischen Betrachtung über Profilkonstruktionen noch zurückkommen. Das Anwachsen des Höchstauftriebes mit der Verdickung des Profls ist in gleicher Weise vorhanden wie bei den symmetrischen Profilen, nur daß der Höchstauftrieb dieser S-Proäile an und für sich größer ist. Man wird daraus den Schluß ziehen können. daß durch noch größere Dicke der Profile eine weitere Steigerung des Höchst- auftriebs möglich sein wird. Leider bietet die amerikanische Unter- suchungsreihe keine Möglichkeit, hieriiber exakte Angaben machen zu können und angeben zu können, welches Dickenverhältnis der Profile für den Höchstauftrieb am günstigsten ist. Dazu wäre es notwendig, 1 i file zu untersuchen. noch wesentlich dickere Profile rs dürfte jedoch unbe- 750 denklich sein aus ingend- — welchen onstruktiven 700 Eamax < Gründen dickere Proiile zu verwenden, wenn man nur dafür sorgt, daß die 700 Lr? Mittellinie erhalten bleibt. 4 Auf die Stabilität bzw. L Druckpunktwanderung hat / die verschiedene Profil- dicke nur sehr geringen 50 Einfluß. Die in der Zahlen- tafel angegebenen Dicken- maße muß man dann ent- sprechend vergrößern. . Durch Versuche konnte so- Dicke» gar festgestellt werden, u; I0% 20% daß es möglich ist, ohne Stabilitätsstörung eine an- Abb. 4, Einfluß der Profildicke auf den dere Stromlinienform als Höclistauftrieb bei druckpunktsiesten Profilumriß zu verwenden. Profilen. Das wird man in den Fäl- len zur Anwendung brin- gen, wo man einen Flügel mit druckpunktfesten Profilen einholmig aus- bilden will und dann natürlich den Holm ins Druckmittel legen muß. Die amerikanische Umrißform hat ihre größte Dicke hinter dem Druck- mittel, ist also für eine holmige Bauart ungeeignet. Die Abhängigkeit des Höchstauftriebs von der Dicke ist in Abb. 4 zur Darstellung gebracht und es scheint so, als ob in der Nähe von 20% Dicke der beste Höchstauftrieb vorhanden sein dürfte. 1 S-förmig Symmetrisch PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 7 Die ausgeglichenen Messungsergebnisse sind in foleendem zu- sammengestellt. Profil M 1 Profil M 2 Profil M 3 ax 100 m \ 0) a 100 m \ 00 a, | 10) | 100 | 100 a Wwoo mn a woo m \, WOoo On ße) o | 0.09 | -0.9 o 0 1078 | -0.9 ) 0 1088| -1.9 .t | 10 |070| 13 1.110 1009| 153 11 | 10 1090| 05 21/90 )072| 40 21190 1082, 40 21120 1095| 30 32 | 301|07%| 64 32 | 0 | 0888| 64 32 | 30 | 09| 54 42 | 00 | 0592| 88 42 | 40 | 04| 88 42 | 40 1.05 | 78 5.3 | 50 0.90 | 11.4 5.3 | 50 1.01 | 11.4 53 | 50 1.14 | 10.3 6.4 | 60 | 099 | 139 6.4 | 60 1.11 | 13.6 6.4 | 60 1.26 | 12.7 7.4 | 70 1.14 | 17.2 7.4 | 70 123 | 160 74 | 70 | 14 | 15.1 s5 | 75 1.76 | 19.5 85 | 80 1.40 | 18.4 s5 | 8 1.59 | 17.6 12.8 | 80.5 [16.2 | 26.6 90 | 85 1.73 | 19.6 95 | 90 1.81 | 20.0 12.1 | 9053| 7.5 | 235 106 /100 | 2.09 | 92.4 12.0 106.9 | 2.58 | 25.3 Proiil M 4 Proiil M 5 Profil M 6 a, 100 ” 10) Ayo 100 m 100 a, | 100 | 110 | 100 a WOoo m a woo m (, U yoo Om -1.6|-10 | 0.701 -37 -1.6|-10 | 074 | -37 -2.6 |-»08 | 0.87 | -6.0 051 0 1069| -12 -05! 0 1074) -12 -16\-10 | 086| -37 06 | 10 | 068 | +r.1 0610 1073| +1 -05| o |o8s5| -12 7 | 0 | 0068| 35 17120 | 078| 35 06 | 10 1086| +11 72)30 |o7rı | 58 2730 1082| 538 17 | 20 | 088) 35 3838| 40 | 076, 81 38| 40 | 087, 81 27| 0 ,09| 58 49 | 50 | 0.84 | 10.5 49 | 50 | 09: | 10.5 38) 0 1098| 81 59 | 60 | 094 | 12.8 5.9 | 60 1.04 | 12.8 49 | 50 1.03 | 10.5 7.0 | 70 1.09 | 15.1 7090| 70 1.16 | 15.1 5.9 | 60 1.13 | 12.8 8.1 | 80 1.30 | 17.5 8.1 | 80 1.35 | 17.5 7.0 | 70 1.28 | 151 9.4 | 90 1.66 | 20.1 9.2 | 90 1.65 | 19,8 8.1 | 80 1.44 | 17.5 119 | 941| 872| 941 10.3 |109 | 2.04 | 22.0 9.2 | 90 1.64 | 19.8 11.0 [105 | 2.30 | 252 10.3 | 100 1.87 | 22.0 14.3 11132 | 946 | 30.3 11.4110 | 2.17 | 242 13.2 |120 3.20 | 27.6 15.3 1922 597 | 299.2 Die untersten Reihen in jeder Zahlentafel bezeichnen diejenigen Punkte der Polaren, bei denen der größte Auftrieb gemessen wurde. Die hierbei vorhandenen großen Widerstandsbeiwerte sind aus den Polardiagrammen nicht mehr ersicht- lich, da es sonst notwendig gewesen wäre, den Widerstandsmaßstab sehr klein zu wählen, so daß die unteren Werte undeutlich geworden wären. Es ist doch nun möglich. falls wir aus irgendwelchen, beispielsweise konstruktivvn Gründen ein Profil nelmen wollen, welches in seiner Dicke zwischen den gemessenen liegt, den Verlauf des Anstellwinkels auch dieses Profiles *) Die .M“-Profile haben ihren Namen nach Dr -Ing. Max M. Munk, der diese Profile nach theoretischen Erwägungen konstruierte und experimentell unter- suchte. Munk, der wähıend des Krieges bei der aerodynanischen Versuchs- anstalt in Göttingen und später beim Luftschiffbau Zeppelin, Friedrichshafen, tätig war, ging nach dem Kriege nach Amerika und hat dort eine Reihe wei- terer sehr wesentlicher Arbeiten auf dem Gebiete der theoretischen und prak- tischen Aerodynamik geleistet. Seite 8 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 2 anzugeben, während sich der Anstellwinkel, auf die äußere Profilsehne bezogen, nicht so ohne weiteres angeben ließe. Die Profile M 1 bis M 6 können aus folgenden Angaben konstru- iert werden: Amerikanische M-Profile nach N\CA-Raport Nr. 221*). in °Je der Tiefe 0,00 1,2512,50 5.017,50 10 | 15 | 2) | 25 | 30 | 40 | 50 | 60 | 70 | 80 | 90 | 95 | 100 Dicke I 0,0 |2,08 2,13 3,63 4244,71 5,35 5,78) 6,06,6,20 6,17 5,7915,13 4,22 3.12 1,84) 1.160,44 | : — I _\ ,_ | _ Dicke II 0,0 12,64 3,54, 4,72 Ba 7,03|7,61,7,9: |8,13 8,08, 7,61!6,6815,4 |4,02|2,3111,38/0,42| Dicke III 0,0 13,69 5,01,6,76 7,98, 8.93 10,26| 11,13) 11,67) 11,94 11,85 11,08 9,77|7,98 5,81 3,27 1,900,45 | | 9,9819,33 8,21 6,73,4,93 2,82] 1.690,50 | | mittlere Dicke bezoxen [9 |3,20 4295.10|6.70,1,53 8,63|9,34 9,79 19,09 | auf d/t = 0.10 | | | " | Mittellinie a 1,0 10.13 0,35'0,68 0,99 1,26| 1.69, 1,99 2,15 ‚20 2,04, 1,n2 1.06.0,52 0,09)- 0,13 - 0,12]-0,01 i 1 | le! | | | | | N Mittellinie b 0,0 0,1410,31,0,59 0,85, 1,09 1,45) 1,70 1,86, 1,9) 1,89 1,60 1,33 0,9410,57 0,25 0,11 0,00 Man trägt sich zuerst die je nach Profilart gerade oder gewölbt verlaufende Mittellinie auf und trägt von dieser Mittellinie nach beiden Seiten ein halbes Dickenmaß ab. Die dünnen Profile „M 1%, „M 4” ... haben durchschuittlich 6,2 % Dicke. Die danach foleenden Profile „M 2“, „M 5“ usw. haben durch- schnittlich 8.13% Dicke und die dicksten Prof.le „M 3", „Mo usw. haben 11,94°/o Dicke. Wir geben im folgenden die Tabelle für die Profile „M 1“ bis „M 12": | Bezeichnen wir die verschiedenen Dickenverhältnisse mit ], II, m und die verschiedenen Mittellinien mit a, b usw., so gilt dann zur Kon- struktion der Profile folgendes Schema: Profil Ä Dicke Mittellinie | Profil | Dicke Mittellinie M1 I gerade M7 I 2a M 2 u gerade MS I 2a M 3 II gerade M 9 II 2a M 4 I a M 10 I b M5 IL a M ı1l II. b M 6 II a M 12 ul b *) Diese Tabelle wurde errechnet aus den gemessenen Ordinaten der Profile „M 1“ bis „M 12“, wobei unter Zusrundelegung der 432 Zahlenwerte die Mit- telwerte errechnet wurden, so daß im Ganzen knapp 20600 Rechenoperationen da- zu notwendig waren. 37 Es ist übrigens recht charakteristisch für den von vornherein aufs Prak- tische gerichteten Sinn der Amerikaner, daß diese Profile alle an der Hinter- kante eine gewisse Dcke besitzen und nicht in eine vollstindi e -pitze aus- laufen. Der Konstrukteur ist also nicht dazu gezwungen, die Hinterkanie für seine Zwecke besonders umzukonstruieren, sondern er weiß auf Grund der Messungen gleich, daß eine stumpfe Hinterkante, wenn sie nicht zu stark über- trieben wird, für den Widerstand keinesfalls schädlich ist. j Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 79 Das Höhenruder wird durch di ie flache Form de Ainteren „de breit gefaßt. Eine Ruderflosse mit Ks unnies und eslichecen a tritt as Hauptträger des teilweise aus- i ıders auf. Die Steuerung erfolgt durch ei Ö sel in der Mitte aus dem Innern des Rump! a en ds 1 T fes heraus. Die Uebe gung der Höhenruderkräfte auf den Rump! Seht unter Vor n mpf geschieht unt itt- er Trägerplatten, sie gleichzeitig die chen Samt Rudertundamen a . 11). Damit ist ein äußerst stabiles as ebenfalls teilweise ausgeglichen i i e Seitenruder i Segmenthebel gesteuert, dessen Kabelzüge auf kürzester. ERTERRUNRaR m Se verschwinden (vgl. Abb. 8). SrHHnE ie Querruder werden mit je 2 Segmenthebel . . n gest a m der 56 mm langen und 0,30 m breiten Ruder au een e H ° . . u lung der Oterruder abet eine Vorrichtung zur Einzeleinstel- ie Maschine erhält einen Differentialsten \ \ erungs i Sonstruktion N äußerst geringem Gewicht und einer Banarı die ge. , parat zwischen di z11S \ ohne Aenderungen vornehmen zu müssen. '° Steuerung einzuschalten, um Schluß möchte ich auch an dieser Stelle all j j . \ S en Mit insbesondere der R.R.G. und der aerodynamischen eruchameiiern, (0 ingen, sowie allen Spendern finanzieller Mittel zum Bau de Mei ningen“ meinen Dank aussprechen. en Gemischvorwärmung des Hornet-Motors durch Aus- puffgase zur Verhinde- rung von Eisbildune. Seite 80 „FLUGSPORT“ Nr._5 Junkers-Junior A 50 Ganzmetall 80/88 PS. Den Junkers-Junior haben wir bereits in Nr. 41, 1929, auf Seite 270 beschrieben. In Nachstehendem sind an Hand einiger interessanter Ab- bildungen weitere Konstruktionseinzelheiten beschrieben. Der tiefliegende, freitragende, d. h. unverspannte und unverstrebte Flügel besteht aus einem mit dem Rumpf fest verbundenen mittleren Teil, dem Mittelstück, und den beiden Außenflügeln. Die leicht lösbare Präzisionsverbindung erfolgt nicht durch Bolzen, die starkem Ver- pun I 'qqV Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite Sl Abb. 3. schleiß unterworfen sind, sondern durch vier eroß bem ' schraubungen (Abb. 3). Auf der Abbildung erkennt man die m File verlagerten Betriebsstoffbehälter. Die Innenkonstruktion der Außen- flügel (Abb. 4) ist außerordentlich ein- fach. Durch die Verwendung von ge- welltem Duraluminblech als Außen- haut. entfällt bekanntlich die nicht ein- fache Filigranarbeit von Rippen und anderen Stützkonstruktionen. Durch dieses auch bei Rumpf und Ruderor- ganen ‚durchgeführte Prinzip der tra- Abb. 4. Innenkonstruktion der Außenflügel. Seite 82 „FLUGSPORT“ Nr. 5 genden Außenhaut ist es möglich gewesen, das Gewicht des Junior trotz wirklicher Ganzmetallkonstruktion in denselben Grenzen zu hal- ten wie die reinen Holz-Stoff- und Metall-Stoff-Bauweisen. Die Dreiteilung des Flügels hat für den Besitzer nicht nur die An- tehmlichkeit, sein Flugzeug leicht und rasch für einen Landtransport zusammenlegen zu können, sondern gibt ihm auch die Möglichkeit, bei Beschädigungen eines Flügels diesen abzuschrauben und vom näch- sten Klempner instandsetzen zu lassen oder ihn ohne weitere Vorbe- reitungen und ohne großen Aufwand durch einen anderen zu ersetzen. Beulen können vom Besitzer meistens selbst beseitigt werden. Mittel- stück und Rumpf sind unlösbar miteinander verbunden. Dadurch ist größtmögliche Einfachheit und geringstes Baugewicht erreicht. Führer und Gast oder Schüler sitzen im geräumigen Rumpf, der fast runden Querschnitt hat, hintereinander, und zwar so, daß der hin- ten sitzende Führer, ohne irgendeine Verstellung in der Höhenflosse vornehmen zu müssen, mit oder ohne Gast und mit oder ohne Nutzlast fliegen kann. Die Rumpfspitze trägt den gedrungen gebauten, luftge- kühlten 5-Zylinder-Sternmotor. Das Rumpfende läuft in eine Vertikal- schneide aus, die in das Seitenleitwerk hinüberleitet. Ein Gepäckraum für schweres Gepäck befindet sich zwischen den beiden Sitzen im Schwerpunkt des Flugzeuges, vom Führer und Gast leicht erreichbar. Ein weiterer Gepäckraum liegt hinter dem Füh- rersitz. Alle Rohrleitungen, die etwa beim Einsteigen oder sonstwie mit den Füßen berührt oder verletzt werden könnten, sind in dem Doppel- boden des Rumpfes verschwunden, so daß ein Blick in den Junior (Abb. 5) außer den Steuerorganen und dem reich ausgestatteten In- strumentenbrett nichts zeigt, was darauf schließen läßt, daß eine An- zahl Rohrleitungen von den Hauptbrennstofitanks, die vollkommen getrennt vom Führer- und Gastsitz im Mittelstück untergebracht sind, über die notwendigen Schaltorgane und Pumpen zum Motor läuft. Der Rumpf mit freitragender Außenhaut ist im Grunde genommen nichts anderes als sorgfältig in Stromlinienform gebrachtes Wellblech- rohr, welches seine Form nur durch eine Anzahl Formspanten erhält Abb. 5. Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 83 (Abb. 6). Durch diese Bauweise ist größte Uebersichtlichkeit und Ueberwachungsmöglichkeit für den Besitzer gewährleistet. Nach Her- ausnahme der Rückenlehne im Führersitz und Oeffnung des hinteren Gepäckraumes können das Rumpfinnere und die in ihm laufenden Steuerorgane besichtigt werden, ohne daß störende Drahtauskreu- zungen oder breite Spanten das Hineinkommen verhinderten. Der Rumpf, der in seiner vorderen Hälfte als Träger und Umhül- lung für Motor und Gast und Führer dient, bildet nach hinten die starre Verbindung zum Leitwerk. Auch bei diesem findet sich der gleiche Aufbau wie bei dem Tragwerk. Das geteilte Hö- henruder ist an der auf dem Boden einstellbaren, an der Rumpfober- seite sitzenden Hö- henflosse ange- lenkt. Das Seitenruder greiitt durch das geteilte Höhenru- der hindurch und ist auf der fest ein- gestellten Seiten- flosse und dem Rumpfende eela- gert (Abb. 7). Alle Lagerstellen der Ruder, auch der Querruder, sind als Spezialkugel- lager ausgebildet, wodurch ein sehr feinfühliges Flie- gen, geringe Un- terhaltungskosten und hohe Lebens- dauer der wichtig- sten Organe des Flugzeuges ge- währleistet sind. Das Steuerwerk. d. h. die Betäti- gungsorgane ZWi- schen Fländen und Füßen des Füh- rers und den Ru- dern selbst, ist auf Grund der seit Jah- ren ausgewerteten Erfahrungen im Strecken-Luftver- kehr durchgebil- det. Es besteht aus groß bemessenen, Seite 84 „FLUGSPORT“ Nr. 5 BER genau einstellbaren Stoß- u wa stanzen, deren freie Län- Bi, | Be gen durch Pendelhebel ze “ = | vor unerwünschten Vi- ! brationen oder Schwin- 0 sungen geschützt sind. Das starke Mittel- stück trägt die Knoten- punkte für Fahrwerk und Schwimmwerk. Das übersichtliche Fahrwerk hat keine durchlaufende Achse, die neben hohem Gewicht und Laufwider- stand bekanntlich bei Landungen in hohem Grase oder bei anderen schlechten Landepl“tzen nur hinderlich ist (Abb. 8 und 11). Große Spur- weite sorgt dafür, daß auch bei unebenem Ge- lände eine Berührung des Bodens mit den Flü- gelspitzen praktisch aus- geschlossen ist. Das Sei- tenleitwerk ist selbst bei lanesamem Rollen so wirksam, daß der sonst Abb. 7. bei einmotorigen Bau- arten empfundene Nach- teil einer großen Spurweite — schlechte Wendigkeit auf dem Boden — beim Junior nicht vorhanden ist. Als Stoßdämpfer ist die bewährte Gummiabfederung vorgesehen. Die Leichtmetallstreben des Federbeins sind mit eehärteten Stahl- kugelköpfen in die Kugelpfannen der Knotenstücke e'ngesetzt (Abb. 9), wodurch größte Lebensdauer dieser — starken Stößen ausgesetzten — Teile sichergestellt ist. Die Räder sind groß und kräftig gewählt, daß Beschädigungen auch auf unvorbereiteten Plätzen nicht zu befürchten sind. Der Sporn mit seiner Gummiabfederung ist gut zugänglich in einer drehbaren Gabel am Rumpfendspant gelagert (Abb. 10). Er trägt eine leicht aus- wechselbare Stahl-Verschleißplatte. Junkers-Junior kann, wie alle Junkersflugzeuge, ohne besondere Anpaßarbeiten auf Schwimmer gesetzt werden. Die Duraluminschwim- mer sind durch wasserdichte Schottwände in einzelne Kammern unter- teilt, um bei Havarien weitestgehende Schwimmfähigkeit zu gewähr- leisten. Die Wasserverdrängung der Schwimmer ist so groß, daß selbst bei Vollausfall eines Schwimmers das normal belastete Flug- zeug noch lange nicht wegzusacken braucht (Abb. 11). Noch bequemer als das Auswechseln des Fahrwerks gegen _Schwimmwerk ist das Aufstecken von Schneekufen auf die Achs- stummel an Stelle der Räder. In Zusammenarbeit mit (der Luftfahr- zeugindustrie in den nordischen Ländern sind für den Junkers-Junior aus ausgesuchten finnischen Hölzern besondere Kufen entwickelt worden. Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 85 Junkers-Junior ist mit dem luftgekühlten 5-Zylinder-Armstrong- Siddeley-Genet-Motor ausgerüstet. Der Motor ist an dem vordersten als Brandschott ausgebildeten Spant vermittels eines leicht abnehm- baren Motorträgers einfach angeflanscht. Die Konturen des Rumpies laufen in glatte Verkleidungsbleche nach vorn über und lassen ledig- lich die Zylinderköpfe hervorschauen. Die an der Stirnseite des Mo- tors liegenden B. T. H.-Magnete sind vor Regen und Staub durch leicht abnehmbare, mit Lüftungssieben versehenen Metallhauben umkleidet. Die wenigen Bedie- ww“ nungsgeräte für den Mo- tor — Gashebel, Zusatz- luft für Höhenflüge und Boschschalter — sind übersichtlich und sinn- fällige auf der linken Seite vom Führer bzw. Schüler angeordnet. Der Gashebel besitzt kein Zahnsegement, sondern Feineinstellung durch re- gelbare Reibung. Die _Brennstofiver- sorgung erfiolst bei In- betriebnahme des Mo- tors von einem 12,5 | fassenden Falltank aus, der durch Handpumpe von den beiden im Mit- telstück liegenden Haupttanks gefüllt wer- den kann. Sobald der Motor läuft, tritt die fest mit ihm gekuppelte AC- Membran-Brennstoff- pumpe in Tätirkeit, die über ein Filter und die automatische Druckre- gelunge den Brennstoff unmittelbar in den Ver- gaser drückt. Als Brennstoff kann bei einem Verdichtungs- verhältnis von 5,2:1 ent- weder eine Mischung von 80/20 Benzin/Benzol geflogen werden oder bei entsprechender Dü- seneinstellung ein han- delsübliches Leichtben- zin von etwa 0,735 bis 0,740 spez. Gewicht. Abb. 10. Seite 86 „FLUGSPORT“ Nr. Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 87 Wanderpreis des Internationalen Rundfluges 1930. Schluß. $ 79. 3. Landeleistungsprüfung. Die Landeleistung wird dadurch ge- prüft, daß über ein 8 m hohes Hindernis in ein senkrecht zum Hindernis liegendes Landefeld von 40 m Breite gelandet wird. Bei der Landung darf das Flugzeug die Grenzlinie des Landefeldes mit keinem Teil überfliegen oder überrollen. Nichterfüllung dieser Bedingung führt zur Nichtbewer- tung der betreffenden Landung. Die Art und Weise der Landung bleibt dem Bewerber freigestellt. Als Landestrecke gilt der senkrechte Abstand desienigen den Boden be- rührenden Flugzeugteiles vom Hindernis, der sich in der größten Entfer- nung von diesem befindet, vermehrt um das Produkt, aus der in einer Höhe von 4 m über dem Boden am Hindernis in m/s gemessenen Wind- stärke und der Zeitdauer vom Ueberfliegen des Hindernisses bis zum Still- stand. Als Zeitpunkt für das Ueberfliegen des Hindernisses gilt der Augenblick, in dem sich die Räder senkrecht über dem Hindernis befinden. Die Verwendung von Bremsen zur Verkürzung der Landestrecke ist er- laubt,, wenn dieselben auf dem Wettbewerb mitgeführt werden. $80. 4 Wertung der Landeleistune. Demjenigen Flugzeug, das die kürzeste Landestrecke erzielt, werden 30 Punkte zuerteilt. Diese Punkt- zahl wird für die anderen Flugzeuge entsprechend dem Unterschied der zu wertenden Landestrecke von der mit 30 Punkten bewerteten Lande- strecke nach folgendem Schema verringert: 1 Punkt je volle 3% m von 1 bis 30 m Unterschied 1 Punkt je volle 5 m von 31 bis 90 m Unterschied 1 Punkt je volle 10 m von 91 bis 180 m Unterschied Landestrecken von über 400 m werden nicht gewertet. $ 81. Die Bewerber haben das Recht, vor der eigentlichen Start- und Lande- prüfung zwei Probestarts und -Landungen vorzunehmen. Daraufhin werden je zwei Starts und Landungen von der internationalen Sportleitung geprüft. Die beste Leistung wird der Wertung zugrundegelegt. Uewertet werden nur Starts und Landungen, bei denen das Flugzeug un- beschädigt bleibt. Im Zweifelsfall ist die Flugfähigkeit durch einen an- schließenden Flug zu erweisen. $ 82. Bei der Start- und Landeprüfung müssen die Flugzeuge in genau dem glei- chen Zustand geflogen werden, wie sie bei der Wägung und Eigenschafts- prüfung waren. Die an Bord befindlichen Personen müssen — sofern es "TI ’aaV zwei sind, mindestens 150, sofern es drei sind — mindestens 225 kg wieeen. Dieses Gewicht ist eventuell durch toten Ballast zu ergänzen, ! $ 83. Startreihenfolge entscheidet die Sportleitung. RER $ 84. Art. 16. Brennstoffverbrauchsprüfung. oO Für die Brennstoffverbrauchsprüfung werden 30 Punkte zugesprochen. > Die Brennstoffverbrauchsprüfung wird von allen Teilnehmern wenn mög- Q lich an dem gleichen Tage, zu der gleichen Stunde auf einer geschlossenen Bahn, über eine Gesamtentfernung von etwa 300 km ausgeflogen, wobei die Flugzeuge in genau demselben Zustand wie bei der Wägung und der Eigenschaftsprüfung geflogen werden müssen. Die an Bord befindlichen Personen müssen, sofern es zwei sind, mindestens 150 kg und, sofern es drei sind, mindestens 225 kg wiegen. Dieses Gewicht ist eventuell durch toten Ballast zu ergänzen. $ 85. Der Brennstoff wird durch den Veranstalter gratis geliefert in einer allgemein im Handel erhältlichen Qualität von 0,720/0,730 (bzw. für Rohöl- motoren ein handelsübliches Rohöl). Proben stehen den Bewerbern auf Anfordern nach Abgabe ihrer Nennung gegen Berechnung zur Verfügung. Zu dem Brennstoff darf keinerlei Stoff durch den Teilnehmer hinzugefügt werden. $ 86. Die Prüfung kann einmal wiederholt werden, wenn der Bewerber eine Panne gehabt hat. In dem Falle, in dem die Prüfung wiederholt wird, er- hält der Bewerber eine Bestrafung von 50% der Punkte, die für diese Prüfung vorgesehen. sind. j Seite 88 „FLUGSPORT“ Nr. 5 $ 87. $ 88. $ 89. 8 00. 8 91. 8 94. Wertung des Brennstoffiverbrauchs. Den Flugzeugen der ersten Kategorie, deren Brennstoffverbrauch 16 kg ie 100 km nicht über- steigt, werden 10 Punkte zuerteilt. Darüber hinaus wird für jede Ersparnis von 250 g ie ein Punkt zuerteilt bis zu einem Höchstwert von 20 Punkten. Den Flugzeugen der zweiten Kategorie, deren Brennstoffverbrauch 11 kg ie 100 km nicht übersteigt, werden 10 Punkte zuerteilt. Darüber hinaus wird für iede Ersparnis von 175 g je ein Punkt zuerteilt, bis zu einem Höchstwert von 20 Punkten. Art 17. Zuspruch der Preise. Der Wettbewerb ist mit 20 Preisen ausgeschrieben, und zwar: 1. Preis . . . franz. Fres. 100 000.— 2. Preis . : > 2 rn en... . franz. Fres. 50 000.— 3. Preis .: 2 nenn... franz. Fres. 25 000.— 4. Preis . franz. Fres. 15 000.— und 16 Preise zu franz. Fres. 10 000.— franz. Fres. 160 000.— im ganzen: franz. Frcs. 350 000.— Ueber den Zuspruch der Preise entscheidet die internationale Sportleitung. Art. 18. Nichtgewonnene Preise. Diese Preise werden zunächst auf die zugesprochenen Preise vom Vierten an verteilt, mit einem Maximum von fr. Frcs. 8000.— für jeden. Sollte dann noch Geld zur Verteilung übrigbleiben, so wird es zwischen dem Ersten, Zweiten und Dritten verteilt, entsprechend dem Wert ihrer Preise, ohne daß jedoch dieser letzte Preis 50% des Wertes des eigentlichen Preises übersteigen darf. Die internationale Sportleitung entscheidet gegebenenfalls über den Zu- spruch der übrigbleibenden Preissumme und Organisationsmittel. Art. 19. Weitere Preisstiftungen. Nationale und internationale Preise (Geld- und Ehrenpreise) können sowohl durch Resierungen als auch durch Private (Städte, Verbände, Luiftfahrt- vereine, Handel, Industrie usw.) gestiftet werden. Sie werden den oben senannten Preisen hinzugefügt. Sie müssen vor der Ausschreibung, sofern sie international sind, der internationalen Sportleitung, sofern sie national sind, den nationalen Sportbehörden zur Anerkennung vorgelegt werden. . Art.20. Nennungen. Die Nennungen müssen von einem Nenngeld von franz. Fres. 1000.— oder dem entsprechenden Gegenwert in deutscher Reichsmark je Flugzeug be- gleitet sein und auf den vom Aero-Club von Deutschland ausgestellten For- mularen erfolgen. Sie müssen an den Aero-Club von Deutschland, Berlin W 35, Blumeshof 17, durch die nationalen Sportbehörden der Länder ein- gereicht werden. Nennungen werden angenommen vom 15. März 9 Uhr ab bis 15. April 1930 18 Uhr (Stunde des Eingangs) von dem Aero-Club von Deutschland. - Nachnennungen müssen von einem Nachnenngeld von franz. Fres. 2000. oder dem entsprechenden Gegenwert in deutscher Reichsmark je Flugzeug begleitet sein und beim Aero-Club von Deutschland von dem 15. Mai 1930 bis 18 Uhr (Stunde des Eingangs) eingegangen sein. Infolge- dessen haben die Aero-Clubs der beteiligten Länder alle Vorkehrungen für rechtzeitigen Empfang und rechtzeitige Weiterleitung der Nachnennun- gen zu treffen. Telegraphische Nennungen sind unter Berücksichtigung der F.A.l.-Vorschriften statthaft. Die Aero-Clubs (Ae.C.N.) haben die Nennungen und Nachnenunngen an den Aero-Club von Deutschland umgehend nach Erhalt weiterzuleiten. Der Aero-Club von Deutschland wird unmittelbar danach den teilnehmenden Aero-Clubs von den eingegangenen Nennungen Kenntnis geben. Art. 21. Verfallene Nenngelder. Vom Nenn- und Nachnenngeld wird die Hälfte je Flugzeug zurückgezahlt, wenn die Flugzeuge in Berlin zu den vorgeschriebenen Terminen in fHlug- fähirem Zustande eingetroffen sind. Verfallene Nenngelder werden ent- Nr. 5 „TLUGSPORT“ Seite 89 sprechend $$ 9 und 10 der Hauptausschreibune für on verwendet. 8 für Organisationskosten $ 96. Art. 22. Kosten. Die Bewerber haben die Kosten ihrer Teilnahm W | e selbst zu tragen: Aus- gaben für Benzin, Oel, Monteure, Hotelkosten usw.®) ni ” in Betrag von franz. Frcs. 70 000.— ist für die internati nale OÖ isati . . tion des Wettbewerbes vorgesehen. Dieser Betrag ur V re . g steht Aero-Clubs von Deutschland. zur Verfügung des 8 97. Art. 23. Ausführungsbestimmungen. Die Durchführung des Wettbewerbes innerhalb Deutschlands findet unter Mitwirkung des ‚Deutschen Luftfahrt-Verbandes (D.L.V.) statt. Ausführungsbestimmungen, die nach Nennungsschluß erscheinen, werden die Einzelheiten für die Durchführung des Wettbewerbes und alle notwen- digen Angaben für die Bewerber enthalten. ®) Es werden Schritte unternommen werden, um die bestmöglichen Be- dingungen für Lieferung des Brennstoffes und für Unterbri i . \ rbringung der Teil in Städten der Zwangslandeplätze zu schaffen. 8 der Teilnehmer TE 57KONSTRUKTIONS = DAPINZEIHEITEN Das Ski-Boeing-Fahrgestell wurde von der Boe- ing Airplane Co. für Verkehrsflugzeuge gebaut, um in ver- schneitem Gelände sowie weichem Bo- den iederzeit landen zu können. Ebenso ist die Schwanzkufe als Ski ausgebildet. Die Fahrgestellkufen | | aus Duraluminblech Ski-Boening-Fahrgestell für Luftverkehrsmaschinen. und Stahlschienen- 2 j versteilung | für die Aufnahme der Räder, welche nach unten ee en entsprechende Aussparung. Durch diese Anordnung wird der Luft- widerstand der Räder noch verringert. \ Bakelit-Proneller hergestellt nach dem Verfahren von Dr. Bake it einigei Jahren auf dem amerikanischen Markt can Sind seit einigen Die Propellerblätter werden.unter sehr hohem Druck gepreßt und durch ein besonderes Wärmeverfahren behandelt. Bakelit ist ein syil- thetisches Produkt aus Formaldehyd und Karbolsäure. Dieses hieraus entstehende harzige Produkt wird durch Hitzebehandlune unlöslich unschmelzbar, widerstandsfähig und äußerst fest. In der reinen Form ist dieses Dakelit durchsichtig wie Bernstein. . . ie so gepreßten Propellerblätter werden dann an ihr ' für die Aufnahme der Propellernabe auf der Drehbank Dark Nebenstehende Abbildung zeigt einige Propellerblätter in verschiede- Seite 90 „FLUGSPORT“ ON 5 Fabrikation der Bakelitpropeller. nen Arbeitsgängen sowie ein Propellerblatt auf der Justierbank. Diese Propeller sind gegen Feuchtigkeit und Temperatur unempfindlich. Ein Propeller für einen 110-PS-Motor wiegt 24,5 kg. Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 47 Die Federation Adronautique Internationale (F.A.l.) hat gemäß Schreiben ‘vom 12.2.1930 folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt: Klasse C Leichtilugzeuge I. Kategorie Italien: Flugzeugführer Renato Donati, Begleiter M. Capannini auf Flugzeug „Fiat AS 1°, mit Motor „Fiat A. 50“, auf der geschlossenen Bahn Montecelio—Rom, am 19.120. Januar 1930: Dauer in geschlossener Bahn 29 Std. 4 Min. Entfernung in geschlossener Bahn 2746,200 km. Vom 19. bis 22. Mai d. J. findet in Dayton (Ohio), dem Geburtsort der Ge- brüder Wright, die 4, Nationale Luftfahrttagung der American Society of Mecha- nical Engineers statt. Auf Einladung dieser angesehenen Gesellschaft wird Herr Ing. Offermann während dieser Tagung einen Vortrag halten über das Thema „Ihe Economies of Airplane-Transportation‘“. Berlin, den 19. Februar 1930. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtirkeit: von Hoeppner. Tätigkeit des Deutschen Luftrates im Jahre 1929. Das Tätigkeitsgebiet des Deutschen Luftrates fand auch im Jahre 1929 wie- der eine Erweiterung. Der Gesamt-Luitrat trat einmalig am 28. Mai 1929 zu- “ sammen: der Arbeitsausschuß tagte in 16 ordentlichen und einer außerordent- lichen Sitzung. In diesen Sitzungen wurden 16 Wettbewerbe genchmigt, d.h. 5 Wettbewerbe mehr als im Jahre 1928. Im Gegensatz zu den Wettbewerben haben die Schauflugveranstaltungen im . Jahre 1929 einen Rückgang erfahren; es wurden voın Arbeitsausschuß 117 Schau- flugveranstaltungen (1928 waren es 172) anerkannt. Im allgemeinen war die Ab- wicklung dieser Schauflugveranstaltungen besser als in den vorhergehenden Jahren; zahlreiche Veranstalter, die finanziell und organisatorisch den Ansprü- chen “früher nicht genügt haben, sind vom Schauplatz verschwunden. Infolge “der besonders günstigen Witterungsverhältnisse im Sommer 1929 scheinen die Schauflugveranstaltungen einen weit besseren finanziellen Verlauf genommen zu haben als in den Vorjahren. "Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 91 “An sportlichen Bestrafungen mußte der Luftrat 5 Disqualifikationen (davon 2 auf Dauer) und 2 Verwarnungen aussprechen. Auf dem Gebiete der Rekorde war eine geringere Betätigung als im ver- gangenen Jahre oder gar 1927 zu verzeichnen. Vom Luftrat wurden 12 Lei- stungen als deutsche Rekorde anerkannt, von denen durch die Federation A&ro- nautigque Internationale (F.A.l.) 11 als Weltrekorde bestätigt wurden, und zwar 9 Rekorde von Motorflugzeugen und 2 Luftschiffrekorde. Von den bestehenden Segelflugrekorden wurden nachträglich durch die F. A. |. 5 deutsche Leistungen als internationale Segelflugrekorde anerkannt, wodurch Deutschland sämtliche internationalen Segelflugrekorde zur Zeit hält. — Der Luftrat erkannte ferner 7 Segelilugleistungen als lokale Rekorde an und geneh- migte 3 weitere Gelände als Segelfluggelände, nämlich Spaichingen, Teck und Bergstraße. Am Ende des Jahres 1929 waren an Weltrekorden in deutscher Hand: 6 Freiballonrekorde, 2 Luftschifirekorde, 33 Motorflugrekorde, 5 Segelflug- rekorde. An den beiden Sitzungen der F.A.I., die im Januar in Paris und im Juni in Kopenhagen stattfanden, nahmen Vertreter des Deutschen Luftrates teil. Anläß- lich der Kopenhagener Sitzung wurde der Generalsekretär des Deutschen Luft- rates, von MHoeppner, zum Vizepräsidenten der F.A.l. und zum Mitglied der Internationalen Sportkommission und des Internationalen Schiedsgerichtes er- nannt, so daß Deutschland wiederum in den drei wichtigsten Kommissionen der F.A. einen Sitz hat. Bei den oben erwähnten beiden Sitzungen der F.A.I. wurden zahlreiche An- träge des Deutschen Luftrates besprochen und zum größten Teil angenommen. Wesentlich war die Annahme des deutschen Antrages, daß in Zukunft die Segel- flugrekorde wiederum international und nicht — wie bisher — lokal geführt wer- den sollen; ferner die Bestimmung, daß in Zukunft bei internationalen Wett- bewerben die Preissummen vor dem Wettbewerb bei der zuständigen Sport- behörde zu hinterlegen sind. Nach außen hin trat der Deutsche Luftrat im Jahre 1929 besonders durch den Umstand in Erscheinung, daß der Wanderpreis des Internationalen Rund- fluges ihm erstmalig zugesprechen wurde auf Grund des Sieges des deutschen Fliegers Fritz Morzik auf BFW-M-23b-Flugzeug mit 70-PS-SH-13-Motor. Der Luftrat hat den Wanderpokal dem Aero-Club von Deutschland zur Aufbewah- rung übergeben, der im vorigen Jahre die Organisation des Europarundfluges für die deutschen Teilnehmer und innerhalb Deutschlands durchgeführt hatte. Auf Grund der Erfahrungen, die der Aero-Club von Deutschland im vorigen Jahre bei dieser Gelegerheit gesammelt hat, hat der- Deutsche Luftrat ihm auch in diesem Jahre die Aufgabe der Organisation des Internationalen Rundfluges 1930 übertragen, die in diesem Jahre allerdings einen weit größeren Umfang an- nehmen wird, da Deutschland den gesamten Wettbewerb auch international zu organisieren hat. Im Juli 1929 wurden die „Vorschriften für den Deutschen Flugsrort“ in der erdgültigen Fassung vom Deutschen Luftrat herausgegeben und die bis dahin gültigen „vorläufigen Vorschriften“ aufgehoben. Die neuen Vorschriften der F.A.I. (am 1. Januar 1930 in Kraft getreten) sind in der Geschäftsstelle des Deutschen Luftrates in die deutsche Sprache über- tragen worden. Die Uebersetzung befindet sich zur Zeit im Druck. Berlin, im Februar 1950. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. » Die Patentanmaßung Fords und Stouts gegenüber Prof. Junkers, die wir auf der ersten Seite dieses Heftes beleuchtet haben, findet in den folgenden Patent- ansprüchen, die wir der französischen Patentschrift 618525 entnommen und wört- lich übersetzt haben, sinnfälligen Ausdruck. Wer das Junkers-Flugzeug kennt, stellt an Nachstehendem ohne weiteres das hervorragende Kopiertalent des Herrn Stout fest. Man darf gesrannt sein, was Herr Stout in der am 11. Juli 1925 in Amerika eingereichten Patentanmeldung, die bisher noch nicht zur Erteilung ge- führt hat, auf den Erfinder-Eid nimmt, den bekanntlich das amerikanische Patent- gesetz vom Anmelder verlangt. Stimmt die dortige Anmeldung mit der fran- zösischen überein, so kann man nur sagen: Der Eid will geschworen sein! Lassen Sie sich nicht von so einigen Arabesken in den Ansprüchen täuschen, die nur der Verschleierung des Raubes dienen, wie z.B. die Profilform des 1. und 2. An- Seite 92 .„FLUGSPORT" Nr. 5 spruchsmerkmals, die lange vor dem 11. Juli 1925 bekannt war, und beachten Sie. daß der die 15 Merkmale enthaltende Hauptanspruch nicht etwa nur en Kombinationen im patentrechtlichen Sinne geschützt wissen will, sondern a jedes Merkmal („einzeln genommen‘“!) selbstständigen Schutz genießen soll. Die Ansprüche lauten: Die vorliegende Erfindung hat ein Flugzeug zum Gegenstande, das sich durch folgende Merkmale, in ihrer Gesamt oder einzeln genommen, KenNl- i !: .. . Bein besitzt einen dicken und doppelkonvexen Hohlflügel derart, daß man j seinem Innern ein metallisches Gerüst unterbringen kann, das ihm eine zenligen e Starrheit verleiht, um die während des Fluges auftretenden mechanischen Be- hunsgen aufnehmen zu können. u Der Flügel besitzt vorzugsweise einen positiven Anstellwinkel an seiner Eintrittskante und einen negativen an seiner Austrittskante, wobei die Flächen- tiefe vom Rumpf bis zu den seitlichen äußeren Enden stetig abnimmt. 1 3. Die obere Fläche des Flügels ist vorzugsweise SO beschaffen, daß sera e Linien die die oberen Kanten der beiden seitlichen Auperen a anen. in: ü j ite i beren Fläche des Flügels , den, über die ganze Spannweite in der ober ls Ne sondatz zur unteren Fläche, deren beide Seiten einen Winkel miteinander as Flügel-Innengerüst ist vorzugsweise aus profilierten gewellten Stäben 1 ispi j Duralumin. i Leichtmetalls hergestellt, beispielsweise aus I . ur Das Rumpfgerüst ist vorzugsweise aus profilierten, gewellten Stäben eines ich! ispi i Duralumin. htmetalls hergestellt, beispielsweise aus _ Br Flügel- und Rumpfgerüst, Schwanzflossen, Ruder, Klappen USW. Sind vo zugsweise aus einem Leichtmetall hergestellt oder aus verschiedenen Leichtmetal- ie ei i izienten besitzen. die einen gleichen Ausdehnungskoeffizien en 7. Die Bespannung ist vorzugsweise aus einem druck- und zugtesten Melal von gleicher Ausdehnungsfähigkeit, wie sie das Metall des Innengerüstes sitzt, hergestellt. 8. Die Bespannung ist vorzugsweise durch Wellblechschüsse gebildet, die i jiebli ist befestigt sind. nieer unverschieblich an dem Innengerüst j mein ae beiden. Flügel sind vorzugsweise aus einzeln hergestellten en ec ide " ini -den können, wobei der Mit j die bei der Gesamtmontage vereinigt wei nen, a Höhe des Rumpfes durchläuft und untrennbar mit dem Rumpf verbunden sein kann. 10. Das Motor-Trag an- und abgebaut werden kann. 1. Der Rumpfschwanz trägt e tal-Stabilisator, in einer solchen Flugbahn des Flügels, d.h. außerhalb der von flücel verdränsten Luftfäden befindet. \ . u 12. Der Horizontal-Stabilisator hat vorzugsweise einen ü i tellenden Anstellwinkel. on A Die Brennstoffbehälter sind vorzugsweise im, Flügelinnern unterge ne j j tisch verbunden, , . Landegestell ist mit dem Rumpf elas A Räder dleichzeitie in Quer-, Höhen- und Längsrichtung ausweichen Kon ar 15. Der Fluggastraum enthält Sitze, die in Liegegelegenheiten umwandeıba xestell bildet vorzugsweise eine Einheit für sich, die leicht ine bewegliche Horizontalflosse, gen. Horizon- Höhe angeordnet, daß sie sich außerhalb der der Luftschraube und dem Trag- regelbaren, vom os Merkmale dürften genügen, um die von uns behaupieio Pant anmaßung, die übrigens nicht nur Prof. Junkers, sondern teilweise nd) deren Vorerfindern gegenüber vorliegt, zu beweisen. Es erübrigt sich daher, weiteren 9 Ansprüche, die auf konstruktive Ausführungsformen der vorstehend aufgeführten Haurtmerkmale gerichtet sind, einzugehen. Die um den „B.-Z.-Preis für schwanzlose Motorflugzeuge“ startenden Pius" zeuge bedürfen für den Ueberlandflug einer amtlichen Zulassung. Das Reise kehrsministerium fordert, daß für Flugzeuge, für die eine alsemene 1 assung noch nicht aussesprochen ist, eine vorläufige Zulassung beantrag AR En ae sem Zweck sind die Berechnungen und Konstruktionszeichnnzen en j ür Luftfahrt, Berlin- ershof, S . an die Deutsche Versuchsanstalt fü , lich zu. N rüfung und Besichtigung des Flugzeuge { - N er wird die D.V.L. eine vorläufige Lufttüchtigkeitserklärung aus Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 93 stellen, auf Grund deren das Reichsverkehrsministerium eine auf die betreffen- den Flüge beschränkte Fluggenehmigung erteilen wird. Ferner ist der Abschluß einer gemäß $ 29 des Luftverkehrsgesetzes vorgeschriebenen Haftpflichtversiche- rung für das Flugzeug nachzuweisen. Die Bewerber um den „B.-Z.-Preis für schwanzlose Motorflugzeuge“ werden ausdrücklich auf diese Bestimmung hingewiesen. Rhön-Rossitten-Gesellschaft E.V. I. A.: Gf. Ysenburg. Ein Rheinland-Befreiungsilug soll an Stelle des alle Jahre wiederkehrenden „Rheinischen Flugtourniers“ im Rheinland stattfinden. — Der Rheinland-Befrei- ungsflug wird voraussichtlich als Etappenflug über die Strecke: Köln—Krefeld—- Düren — Euskirchen — Bonn — Koblenz — Wiesbaden — Mainz — Worms — Mann- heim—Ludwig—Speyer—Kaiserslautern— Trier—Bitburg—StadtkylI—Aachen—M. Gladbach—Krefeld—Duisburg— Essen—Düsseldorf—Köln führen. Der Veranstai- ter ist der Kölner Club für Luftfahrt. Moedebeck-Bibliothek. Am 1. März d. J. sind es 20 Jahre her, daß Hermann Moedebeck gestorben ist. Um sein Gedächtnis zu erhalten, hat die Wissenschaft- ‚liche Gesellschaft für Luftfahrt im Verein mit dem Aero-Club von Deutschland, dem Berliner Verein für Luitschiffahrt und dem Reichsverband der Deutschen Luftfahrt-Industrie beschlossen, der aus ihren Büchereien entstandenen, im Flug- verbandhause befindlichen Zentral-Bücherei der deutschen Luftfahrt den Ehren- titel „Moedebeck-Bibliothek‘“ hinzuzufügen. — Wer Moedebeck noch gekannt hat, der weiß auch die Verdienste zu würdigen, die er sich um die deutsche Luftfahrt erworben hat. Der Vorstand der Rhön-Rossitten-Ges. hat Bürgermeister Dr. Goerdeler, Königsberg, und Polizeipräsident Titze, Königsberg, an Stelle der bisherigen Kuratoren Landesrat Dr. Gebauer und Dr. Lamy als Kuratoren für Rossitten be- stellt und die beiden Herren in den Vorstand der Gesellschaft zugewählt. Anton Otto Zeithammer %, Oberingenieur und Chefkonstrukteur im Flug- motorenwerk von Siemens u. Halske, ist gestorben. Zeithammer war in Fach- kreisen sehr beliebt. Normblätter. Neu erschienen sind: DIN Vornorm L 52 Linsenschrauben, L 53 Linsenbolzen, L 55 Sechskantschrauben, L 57 Fensterscheiben. Luitjahrt Mittelrhein G.m.b.H. Gesellschafter Dir. Fels, Leiter der Auto- verkehrs-Ges. Wiesbaden, Assmann, Vors. des Kraftdroschkenvereins Main sowie die drei Flugzeugführer Mayer aus Fürth, Lapp aus Erfurt und Sachsenberg aus Dessau, die ihren Wolınsitz nach Wiesbaden verlegt haben. Die Gesellsch. hat zur Zeit ein geschlossenes Verkehrsflugszeugx Focke-Wulf sowie drei ‚Sport- fugzeuge in ihren Dienst gestellt. Die Beschaffung eines Schulflugzeuges erfolgt in nächster Zeit. Die Gesellsch. beabsichtigt folgende Aufgaben: Ausführung von Bedarfsflügen nach den nächstgelegenen Flughäfen, Rundflüge im Gebiet des Mittelrheins, Luftfahrtveranstaltungen, Reklame- und Proragandaflige sowie Charterung von Sportflugzeugen und Privatfliegern und Schulung von Privat- personen. Außerdem ist dem Luftdienst Mittelrhein eine Luftfahrzeuevertriebs- abteilung angegliedert. Die Gesellsch. beabsichtigt, den Flugbetrieb bereits An- fang März aufzunehmen. Zolipassierscheine, Durch Verfügung des Herrn Reichsministers der Finanzen — Z. 1185/1253 — 14986 II vom 20. Dezember 1929 ist der Aero-Club von Deutschland, der im Juli 1929 dem Internationalen Lufttriptyk-Abkommen beitrat, zum Passagierschein- verfahren zugelassen worden. Damit ist allen deutschen Flugzeughaltern die Möglichkeit gegeben, von dem Aero-Club ein Zollpassierscheinheft zu beziehen und auf diese Weise in den Genuß der Vorteile des Passagierscheinverfahrens, also bedeutender Zollerleichterungen bei Flügen in das Ausland zu kommen. Dem Internationalen Lufttriptyk-Abkommen sind außer Deutschland folgende Länder angeschlossen: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Holland, Rumänien, die Schweiz und die Tschechoslowakei. Der deutsche Zoilpassierschein hat bei Flügen nach diesen und zwischen die- sen Ländern Gültiekeit. . Für den Zollpassierschein, der eine Zollhinterlegung (die bis zu 65 v. H. des Flugzeugwertes beträgt ) überflüssig macht, ist an den Aero-Club von Deutsch- Seite 94 „FLUGSPORT“ Nr. 5 land eine Prämie zu entrichten, deren Höhe sich nach dem Wert der Flugzeuge staffelt (die Prämien sind verhältnismäßig gering; für Sportilugzeuge betragen sie etwa RM 40.— bis RM 60.—). Die einmalige Entrichtung der Prämie berec - tigt zu einer Grenzüberschreitung; die Entrichtung der doppelten Prämie be- rechtigt dagegen zu beliebig vielen Grenzüberschreitungen innerhalb der Dauer des Zollpassierscheines, also eines Jahres vom Ausstellungsdatum. fh Sollte die Wahrscheinlichkeit bestehen, daß das Flugzeug innerhalb der oe - tungsfrist des Zollpassierscheinheftes mehrmals die Grenze des Deutsc en Reiches überfliegt, so empfehlen wir der Einfachheit halber, sofort die doppe e Prämie zu bezahlen und damit die Berechtigung zu beliebig vielen Grenzüber- i i alb eines Jahres zu erwerben. Nee ae escheine werden auf den Flugzeughalter ausgestellt; dieser hat daher den Antrag auf Ausstellung an den Aero-Club von Deutschland zu richten. Zollpassierscheine können nur „ausgestellt werden für Flugzeuge bis zum M einschließlich. lern wird vom Aero-Club von Deutschland ein Fragebogen übermittelt, dessen beschleunigte Rückgabe im Interesse des Antragstellers liegt. Bei Anträgen auf Ausstellung eines Zollpassierscheines bitten wir den Wert des Flugzeuges anzugeben, damit wir dem Antragsteller mit Uebersendung des Frage- bogens gleich die Höhe der zu entrichtenden Prämie mitteilen können. , Anträge und Anfragen betreffend Zollpassierscheine an: Aero-Club von Deutschland, Berlin W 35, Blumeshof 17. Ausland. ı i ie hträglich durch offizielle Der Rolls Royce Coup Schneider-Motor hat, wie nac g Stellen bekannt wird, eine Leistung von 1900 PS entwickelt. Die Motorenkon- strukteure hoffen, im nächsten Jahre die Leistung über 2000 PS zu bringen. Die Polarilieger Eyelson und Borland sind von dem Motorschiff „Nanuk“ in der sibirischen Eiswüste neben ihrem zertrümmerten Flugzeug gefunden worden. | i i R i i Services“, über Die englische Luftdroschken-Gesellschait „National Flying Tv ‚ül deren beabsichtigte Gründung wir bereits berichteten, hat jetzt ihren Betrieb eröffnet. Die Gesellschaft besitzt 37 Flugzeuge, von denen 20 auf dem Flugplatz Hanworth und die anderen in Hull, Leeds, Roading und Nottingham stationiert sind. Ein 300 PS Lorraine luftgekühlter Flugmotor soll demnächst seine Typen- üfung machen. u u 9116 m Höhe erreichte mit einem Leichtflugzeug der Kategorie 3 (Zweisitzer 200 bis 300 kg) der amerikanische Flieger Zimmerly in St. Louis am 18. ebran i i i i ier- he jedes Jahr einen Ge- Die erziischen vier Fairey-Napier Flugzeuge, welc i schwaderflug von Kairo nach Kapstadt und zurück ausführen, haben auch dieses Jahr den Flug über die 17500 km lange Strecke ohne Unterbrechung zurück- gelegt. Intern. Luitiahrt-Ausstellung („ILIS“), Stockholm 1930. Die Ausstellungs“ leitung (Stockholm C., Kungsgatan 33) hat Deutschland zur Teilnahme an Ger Internationalen Luftfahrtausstellung „ILIS“ eingeladen, die unter Kronprinzen von Schweden von der Königlichen Akademie der Ingenieur- Vis- senschaften und dem Königlichen Aero-Klub in der Zeit vom 6. bis 28. September 1930 auf dem Gelände des Flughafens der Stadt Stockholm veranstaltet wu Der Flughafen hat direkten Anschluß an das europäische Luftverkehrsnetz um soll auch gute Möglichkeiten für Start, Landung und Vorführung der ausgeste ten Wasserflugzeuge bieten. Offizielle Mitteilungen des DMSV. | PEN ha Die Flutag, Flugtechnische Arbeitsgruppe Gotha E. V., Sitz Got a, hat sich als Milelied des Verbandes angemeldet. Einwendungen ges die Aufnahme sind satzungsgemäß innerhalb 14 Tagen nach Dr - fentlichung dieser Mitteilung unter Angabe von Gründen an den or- stand des DMSV., zu Händen von Herrn Fluglehrer Fritz Stamer, ö richten. Wasserkuppe (Rhön), zu Der Vorstand. gez. Stamer, Dr. Stern. .Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 95 Die Verbandsvereine werden darauf hingewiesen, daß nach den vom Verband angenommenen neuen Bestimmungen Anträge auf An- erkennung von Bauprüfern an den I. Vorsitzenden des D.M.S. V., Herrn Fluglehrer Stamer, Wasserkuppe, zu richten sind. Gründungssitzung des „Segeliliegerringes im Deutschen Modell- und Segalilug- verband e.V.“ am 1. Februar 1930 zu Frankfurt a. M. Ursinus eröffnete die Sitzung um 5.30 Uhr und begrüßte die Erschienenen. Er legte in kurzen Worten die Gründe der Einberufung der Versammlung dar. Im besonderen führte er aus, daß die bestehenden Flugsportorganisationen wohl die Interessen der ihnen angeschlossenen Vereine und Gruppen wahren, nicht dagegen in genügendem Maße diejenigen der einzelnen Segelflieger. Während es andererseits einen Ring der Flieger gibt, der insbesondere die Angehörigen der Motorflugbewegung zusammenfaßt, fehlt eine solche persönliche Organisation bei den Segeliliegern leider bis jetzt vollkommen. Das Zusammengehörigkeits- gefühl unter den einzelnen Mitgliedern der großen deutschen Segelilugbewegung ist nicht stark genug, Tausende von denjenigen, die ihre Prüfung abgelegt haben, gehen der Bewegung dadurch verloren, daß sie den Zusammenhang mit ihren früheren Kameraden nach und nach völlig verlieren. Hinzu kommt, daß zerade in letzter Zeit von vielen Seiten der Wunsch geäußert wurde, eine Organisation zu schaffen, die in der Lage und dazu berufen ist, die besonderen Interessen der Segelflieger den Behörden und Sportbehörden gegenüber zu vertreten. Diese Zwecke und Ziele soll der Segelilieserring erfüllen. Er wird daher im besonde- ren eine Beratungs- und Vermittlungsstelle für jedes seiner Mitglieder sein. Der Ring will sich keineswegs in irgendeinen Gegensatz zu den bislang be- stehenden Verbänden setzen, scndern in engem Zusammenhang mit ihnen seine Ziele verfolgen. Vereinsmeierei soll nicht getrieben werden. Deshalb wird nur einmal jährlich auf der Wasserkuppe während des großen Rhön-\Wettbewerbs eine Mitgliederversammlung' stattfinden. ‚Im übrigen sollen notwendige Be- schlüsse durch schriftliche Erklärung der stimmberechtigten Mitglieder gefaßt werden. Nach kurzer Aussprache beschlossen die Anwesenden einstimmig, den Segel- fliegerring ins Leben zu rufen. Hierauf verlas Dr. Hugo Stern, Frankfurt a. M., einen Satzungsentwurf. In folgenden Punkten wurden Abweichungen von dem Entwurf nach eingehender Aussprache beschlossen: „Mitglied des Segelfliegerrings kann jeder Deutsche werden, der in der Gleit- und Segelfiugbewegung tätig ist oder den Gleit- und Segelflug in irgend- einer Weise fördern will. Als Deutsche gelten Angehörige der deutschen Kultursemeinschaft. Stimmberechtigt ist nur, wer nachweislich mindestens die Bedingungen der A-Prüfung für Gleitflieger erfüllt hat.“ „Ehrenmitglieder können Personen werden, die sich besondere Verdienste um den Gleit- und Segelflug oder um den Seselfliegerring erworben haben. Ehrenmitglied wird ferner, ohne daß es hierzu eines besonderen Beschlusses bedarf, jeder Segelflieger, der eine Welthöchstleistung im Segelflug gemäß den Richtlinien des Segelfliegerrings aufstellt oder aufgestellt hat. Er erhält die goldene Nadel des Seselfliegerrings.‘“ Außer durch die jährlich auf der Wasserkuppe stattfindende Miteliederver- sammlupg können Beschlüsse auch durch schriftliche Befragung der Mitglieder vermittels Rundschreiben herbeigeführt werden, wobei eine Erklärung innerhalb einer vom Vorstand in dem Rundschreiben zu bestimmenden Frist erfolgen muß. Zur Beschlußfassung genügt die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen, wobei Stimmenthaltungen nicht gezählt werden, Es wurde von der Versammlung zum Ausdruck gebracht, ohne daß dies in den Satzungen niedergelegt wurde, daß, wenn irgend möglich, eine Zusammen- berufung der Mitglieder vermieden werden soll, um unnötige Reisekosten der in allen Teilen Deutschlands und zum Teil im Ausland wohnenden Mitglieder zu vermeiden. Anträge zur Abänderung der Satzungen erfordern die Stimmabgabe von mindestens der Hälfte aller Mitglieder und eine Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen. | . Seite 96 „FLUGSPORT" Nr. 5 Dr. Stern verlas dann die hiernach abgeänderten Satzungen. Die Versamm- lung genehmigte nochmals die gesamten Satzungen. Sodann erklärten. die An- wesenden einstimmig ihren Beitritt zu dem somit gegründeten Segelfliegerring. Es wurde dann zur Wahl des Vorstandes geschritten. Aus der Mitte der Versammlung wurden durch Zuruf einstimmig gewählt: als 1. Vors. Ing. Oskar Ursinus, Frankfurt a. M., sowie als geschäftsführende Vorsitzende Dipl.-Ing. Arthur Martens und Dr. Hugo Stern, beide zu Frankfurt a. M. Nach den Satzungen hat der Vorstand das Recht, fliegerische und technische Beiräte zu ernennen. Aus der Mitte der Versammlung wurden dem Vorstand hierzu folgende Vorschläge gemacht: Fliegerische Beiräte: Fritz Stamer, Woli Hirth, Max Kegel, Robert Kronfeld, Becker, Stuttgart; ‘Schäfer, 'Hirzenhain. Technische Beiräte: Alexander Lippisch, H. Mayer, Aachen; Dr. Kupper, Dessau; lemperer U.S.A.; Blume, Berlin. ö Es wurde sodann der Mitgliedsbeitrag auf RM 0.50 monatlich bzw. RM 9.— jährli festgesetzt. an Miteliedebeitrag ist beim Eintritt für ein volles Jahr zu entrichten. Fin besonderes Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Gegen Zahlung des Mitglieds- beitrags erhalten die Mitglieder kostenlos ein Nachrichtenblatt mitgesandt, das der Vorstand gemeinsam mit den Beiräten herausgibt und das alle für die Sesgel- fliegerei wichtigen Nachrichten enthalten wird. Das Nachrichtenblatt wird ferner ein iederzeit ergänztes Adressenverzeichnis sämtlicher Mitglieder des Segal- fliegerrings führen, so daß die Mitglieder des Rings jederzeit Gelegenheit haben, mit irgerdeinem anderen Mitglied in Verbindung zu treten. Auf Anregung des Vorstandes wurde dann einstimmig beschlossen, daß der Segelfliegerring dem Deutschen Modell- und Segelflug-Verband als korporatives Mitglied beitritt, dem durch ihre Vereine die überwiegende Mehrzahl der aktiven deutschen Segelflieger angeschlossen ist. Da der Deutsche Modell- und Segel- flug-Verband seinerseits dem Deutschen Luftfahrt-Verband als korporatives Mit- glied angehört, ist der Ring hierdurch auch mit dem zweiten großen deutschen -Verband verbunden. al sich sodann eine Debatte über Vorschläge zur Ausgestaltung des diesiährigen Rhön-Schulungswettbewerbs. Ursinus schlug vor, die Beratung hier- über zurückzustellen, da dieser Punkt auf der Tagesordnung der morgigen Jahresversammlung des Deutschen Modell- und Segelflug-Verbandes stehe. Je- doch wurde beschlossen, an den Deutschen Modell- und Segelflug-Verband einen Antrag zu stellen, nach Kräften darauf hinzuwirken, daß in diesem Jahr der Schulungswettbewerb wieder auf der Wasserkunpe stattfindet, wenn auch evtl. unter Beschränkung der zugelassenen Maschinen, da die vorjährige Austragung nicht als Wettbewerb bezeichnet werden kann. | Es kam sodann die Angelegenheit Hans Richter, Berlin, zur Sprache. Nach eingehender Aussprache wurde der Vorstand beauftragt, die geeigneten Schritte zur Disqualifikation Richters zu unternehmen. Eine weitere eingeherde Aussprache schloß sich über die Frage an, ob bei künftigen Wettbewerben zwischen Berufsfliegern und Amateuren unterschieden werden soll. In sehr eingehender Diskussion, an der sich Kronfeld, Dittmar, Dr. Schrödter, Hesselbach, Ursinus, Becker, Martens, Stamer und Dr. ‚Stern beteilig- ten, kam man zu dem Ergebnis, daß es zur Zeit noch nicht möglich ist, den Begriff des Berufsfliegers festzulegen. Dagegen herrschte Einigkeit darüber, daß es zweckmäßig ist, künftighin bei Wettbewerben zwischen Junioren und Senioren zu unterscheiden, wobei die von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft vorgenommene Trennung von Leistungs- und Uebungs-Wetibewerben als nicht genügend be- zeichnet wurde, da sie lediglich ein zeitliches Moment entscheiden läßt ohne Rücksicht auf die Erfolge des betreffenden Fliegers. Es kann ein S-rlieser in gleichen Jahre, in dem er seine C-Prüfung abgelegt hat, bereits derartise ei- stungen erreichen, daß er nicht mehr zu den Junioren gerechnet werden ann Andererseits kann ein C-Flieger, der vor mehreren Jahren seine Prüfung ab- eelegt hat, dann zur Juniorenklasse zu rechnen sein, wenn er in der zwischen" zeit wenig oder gar keine Gelegenheit zur Ausübung des Segelilugsports a e, Der Vorstand wurde beauftragt, eine dementsprecherde Anregung der Rhön- Rossitten-Gesellschaft vor Fertigstellung der diesjährigen Ausschreibung zum Rhön-Segelflug-Wettbewerb zu unterbreiten. Es wurde ferner. von En er- sammlung als wünschenswert bezeichnet, die Preissumme zwischen Junioren Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 97 und Senioren derartig zu verteilen, daß mehr als bisher der Nachwuchs ange- spornt und gefördert und nach Möglichkeit vermieden wird, daß der größte Teil der Preissumme an eine verhältnismäßig zanz geringe Zahl von Senioren fällt. In einem Schlußwert faßte Ursinus nochmals das Ergebnis der heutigen Zu- sammenkunft sowie der Gründung zusammen und gab der Hoffnung und Ueber- zeugung Ausdruck, daß die Gründung des Segelfliegerrines von allen deutschen Segefliegern begeistert aufgenommen und der Segelfliegerring binnen kurzer Zeit alle aktiven und aktiv gewesenen deutschen Segelflieser umfassen werde. Schluß der Sitzung 9.35 Uhr. Frankfurt a. M., den 1. Februar 1930. gez.: Dr. Stern. Anmeldungen sind zu richten an: Segelfliegerring, Dr. Hugo Stern, Frank- furt a. M., Neue Mainzer Straße 35. Literatur. Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Zollvorschriiten und Zollsätze für Luftfahrzeuge, Luftfahrzeugteile und Zu- bekör. Gültig für den Verkehr mit den außerdeutschen Staaten Europas und des übrigen Auslandes. Nach dem Stand vom 1. Oktober 1926. Bearbeitet vom Ver- band deutscher Luftfahrzeug-Industrieller e. V. Verlag Gebr. Radetzki, Berlin SW. 48. Preis RM 3.—. Tätigkeitsbericht 1929 der Deutschen Versuchanstalt für Luftiahrt E. V., Berlin-Adlershof. Herausgegegben vom Vorstand Dr.-Ing. Wilh. Hoff, ord. Pro- fessor der Technischen Hochschule zu Berlin. Ottfried v. Dewitz, Dr.-Ing. Georg Madelung, ord. Professor an der Technischen Hochschule zu Berlin. Berichte können von der DVL gegen Einsendung von RM 1.— bezogen werden. Enthält Auszüge über die wissenschaftliche Tätigkeit der DVL. Die vollstän- digen Berichte können auch gegen Erstattung der Selbstkosten der Vervieifät- tigung bezogen werden. Bei Berichten, die im Auftrag dritter ausgeführt worden sind, muß vorher die Zustimmung des Auftraggebers erfolgt sein. Die DVL über- nimmt die Vermittlung. Fachliteratur. Bei Bestellung genügt Angabe der Nummer. Lieferung erfolgt gegen Vorein- sendung (Postscheckkonto 7701 Verlag „Flugsport“ Frankfurtmain) Porto ist in- begriffen. Nachnahme 30 Pfg. mehr. 1. Jahrbuch 1929 der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt e. V. geb. RM 42.80 2. Taschenbuch der Luftflotten 1928/29, 648 S., 912 Abb. „ „12.40 3. Patentsammlung des Flugsport Bd. I u. Bd. I je brosch „ 6.30 4. Motorlos in den Lüften v. Martens „ 2.30 5. Ergebnisse der aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen. I. Lieferung geb. „ 19.50 6. II. Lieferung n „830 7. Ill. Lieferung » „19.90 8. Flugmodellbau-Unterricht, eine praktische Anleitung für den Flugmodellbau v. Ursinus, 2. verbesserte Auflage „ „2.40 9. Großer Luftverkehrsatlas von Europa 1927 geb. „ 25.— 10. „T. 1000“, Roman eines Riesenflugzeuges. 238 S. „ „5.80 11. Einführung in die theoretische Aerodynamik. 144 S., 118 Abb. „950 12. Flugzceug-Navigation u. Luftverkehr. 232 S., v. Ing. Röder „ „ 19.— 13. Der Jungflieger, Roman v. Sofic Kloerss. 180 S. geb. „ 4.50 14. Afrikaflug v. Mittelholzer. 235 S., 215 Abb., 4 Karten seh. „ 12.— 15. Der Bau des Flugzeuges, allgemeiner Aufbau u. Tragfl. brosch. „ 2.15 16. Der Bau des Flugzeuges, Tragwerkverspannung — Leitwerk » „2.15 17. Der Bau des Flugzeuges, Rumpf und Fahrwerk s „..2J5 18. Grundlagen der Fluglchre. Teil I. Luftkräfte „ „2.65 19. Der Flugmotor, Teil 1, Grundlagen, v. Dipl.-Ing. Möller „ „2.65 20. Der 19-PS-Flug über die Alpen, v. Dr.-Ing. v. Langsdorff kart. „ 4.50 21. Theorie des Segelfluges, v. Dr.-Ing. Klemperer brosch. „ 6.90 22. Der Bau von Flugmodellen, v. Stamer u. Lippisch „ „2.15 25. Unsere Flieger erzählen, v. Matthias kart. „ 4.30 24. Arbeiten zur Luftnavigierung, vom Navigierungsausschuß der WGL geb. „ 6.80 GERINGES GEWICHT Das geringe Gewicht der Siemens- Jupitzr-Motoren ermöglicht die Mit- führurg einer großen Nutzlast. . . Nutzlast ist Wirtschaftlichkeit. Die Verwendurg hochwertigsten Stahls ermöglicht geringste Wand- stärken, wıe nebenstehender Zylinder- schnitt zeigt, und damit das geringe Gewicht. SIEMENS& FLUGMOT u. Flugzeug -Versicherung Für Vereine und Gruppen Billige Unfall-, Haftpflicht - (Bruch, Diebstahl, Feuer) Sonderangebole für Vereinsilugzeuge, Schulbeirieb, Fluglage, Weillbewerbe Zentralstelle für Luftiahrt-Versicherungen, Nürnberg, Laufertorgraben 2 für Büro und Heim und Reise Die konkurrenzlose EINHEITS-SCHREIBMASCHINE aus Stahl Unsrreicht in Leistung und Preis Auch in monatlich. Raten zahlbar MERZ-WERKE, FRANKFURT A. M.-R. H n ; nun eilt [3 ", , In. a u... Ra ' GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN {tl VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING. | | INN] REN Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnlıofsplatz 8 Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 77" Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei l4tag. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck, unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 6 . 19. März 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 2. April 1930 ll. Internationale Flugzeugausstellung New York. Philadelphia, 14. Februar 1930. Die zweite internationale Flugzeug- ausstellung im Grand Central Palace in New York vom 7. bis 15. Februar zeigte die neuesten Typen von Sport- und Ver- kehrsflugzeusen, außerdem Segelflug- zeuge, Flugsmodelle, Flugmotoren und Zubehör. Unter den glänzenden Ausstellungs- maschinen machten zwei alte, stark ver- beulte Kriegsflugzeuge mit ihren einge- bauten Maschinengewehren einen son- derbaren Eindruck. Es waren ein englischer SE. 5 und ein Fokker D. VII von der Richthofen-Staffel, welche von der Caddo Film Co. ausgestellt waren. Lior& Olivier und Savoia-Marchetti waren mit den gleichen Flug- booten vertreten wie auf dem Pariser Salon. Eine der interessantesten Maschinen war der von der Uppercu- Burnelli-Aircraft Co. ausgestellte Metalleindecker „Burnelli UB.-20“. Die zwei Wrisht-Tornado-Motoren von zusammen 1200 PS sind in dem 3,6 m breiten Rumpf untergebracht. Die Nutzlast ist 3700 kg, also fast das gleiche als das Leergewicht der 4200 kg schweren Ma- schine. Es können 18—20 Passagiere befördert werden. Höchstge- schwindigkeit 230 km, Landegeschwindiskeit 89 km, Aktionsradius 1600 km, Gipfelhöhe 3000 m, Spannweite 28 m, Länge 10,6 m, Flügel- inhalt 97 m?. Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das II. Vierteliahr 1930, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 3. April werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. Verlag „Flugsport“. Seite 100 .FTLUGSPORT“ Nr. 6 Unter den Leichtflugzeugen sind zu nennen: „Flying Dutchman“, ein freitragender Tiefdecker der „Szekely Aircraft Co.“, Holland, Mich. (siehe Abb. 1 und 2). Es ist ein Sport- einsitzer mit 40 PS Szekely 3-Zylinder-Stern-Motor und wird für 2200 Dollar verkauft. Höchstgeschwindiekeit 153 km, Leergewicht 270 kg, Gesamtgewicht 380 kg. Great Lakes 2T—1 ein zweisitziger Doppeldecker der Great Lakes Aircraft Corp. in Cleveland mit 95 PS Cirrus 4 Zylinder luft- gekühltem Reihenmotor (Abb. 3). Höchstgeschwindigkeit 185 km, Landegeschwindigkeit 64.km, Aktionsradius 930 km, Leergewicht 455 kg, Gesamtgewicht 720 kg, Spannweite 6.20 m, Länge 6,06 m, Gipfelhöhe 5300 m. Die Flügel sind Holz, die Rippen Alumin. Stoff- bespannt. Barling NB.3. Dreisitziger Tiefdecker, gebaut bei „Nicholas Be- azley Airplane Co.“, Marshall, Mo. (Abb. 4). Der Flügel ist freitragend und von gleichbleibendem Profil mit aufgebogenen Enden. Eingebaut ist der 5-Zylinder-Leblond-60-PS-Sternmotor. Leergewicht 315 kg, MHöchstgeschwindigkeit 176 km, Landegeschwindigkeit 52 km, Gipfel- höhe 6000 m, Spannweite 9,85 m, Länge 6,50 m, Flügelinhalt 15,3 m’. Preis 3600 Dollar. Air-Istocrat-Hochdecker, gebaut bei „United States Aircraft Co.“ of New Jersey (Abb. 5, S. 102). Stahlrohrrumpf, Flügelgerippe Holz. 100-PS-Kinner-5-Zylinder-Sternmotor. Spannweite 8,5 m, Länge 6,1 m, Höchstgeschwindigkeit 203 km, Landegeschwindigkeit 61 km, Aktions- radius 960 km, Leergewicht 395 kg, Gesamtgewicht 680 kg. Air-Istocrat SR.4. Tiefdecker mit Warner-Scarab-7-Zylinder- 110-PS-Sternmotor. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km und die Landegeschwindirkeit 100 km, Reisegeschwindigkeit 220 km, Aktionsradius 960 km, Gipfelhöhe 6200 m, Spannweite 7,30 m, Länge 6 m, Gesamtgewicht 560 kg. (Abb. 6 zeigt die linke Fahrgestellhälfte, Abb. 7 die Querruderbetätigung.) New Standard Trainer D 29-A. Zweidecker-Schulflugzeug von der New Standard Aircraft Corp., Paterson, N. J., hergestellt. Die Tragfläche ist Holzkonstruktion. Für den Rumpf und die 4 Verwin- dungsklappen (Abb. 8) wird profiliertes Duraluminblech verwendet. Höchstgeschwindiekeit 155 km, Landegeschwindigekeit 61 km, Gipfel- rg er Mt SZERENR an (AIRCRAFTIN _ jap |» m BT Internationale Flugzeug- ausstellune New York. Abb. 1. Szekely „Flying Dutchman“,. Abb. 2. Sze- kely, Fahrgestell. Nr. 6 0 „FLUGSPORT"“ Seite 101 > n Y ) —_ UT IT. fr Mm - # 7 hir ZEN J '& % hatten, H Internationale Flugzeugaus- stellung New York. Abb. 3. „Great Lakes“. Abb. 8. „New Standard‘, Querruder. em \H 30 höhe 5100 m, Spannweite 9,10 m, Länge 7,60 m, Gesamtgewicht 730 kg. 100-PS-5-Zylinder-Kinner-Sternmotor. Whittelsey-Avian, in Europa als Avro-Avian bekannt und in den Vereinigten Staaten von der „Whittelsey Manufacturing Co.“, Bridge- port, gebaut. Am oberen Tragdeck sind 2 Handley-Page-Spaltflügel angebracht. 5-Zylinder-95-PS-Cirrus-Mark-Ill-Reihenmotor. Höchst- geschwindigkeit 160 km, Landegeschwindigkeit 56 km, Aktionsradius 690 km, Spannweite 8,80 m, Länge 7,30 m, Gipfelhöhe 4850 m, Leer- gewicht 455 kg, Gesamtgewicht 730 kg. Preis 4995 Dollar. Brunner-Winkle „Bird“-Zweidecker der „Brunner-Winkle Air- craft Co.“, New York. Eingebaut ist ein 90-PS-8-Zylinder-Curtiss- Internationale Flugzeugausstellung New York. Oben: Abb. 4. Barling NB 3. Unten: Abb. 6 und 7. Air-Istocrat SR 4. wi) Seite 102 25 IN N: ine SD DISS SSREEENRGERERERNGE 5 } IS Ialhı, BY 2) Yon Internationale Flugzeugausstellung New York. Abb. 9. Bellanca, Knotenpunkt. Abb. 5. Air-Istocrat. -5-Reihenmotor. Höchstgeschwindigkeit 175 km, Landegeschwin- ent em Spannweite 10,05 m, Länge 6,70 m, Leergewicht 590 kg, Gesamtgewicht 975 kg. Preis 2995 Dollar. sel) Eaglerock „Bullet“-Tiefdecker mit hochziehbarem Fahrgeste und 100-PS-Kinner-5-Zylinder-Sternmotor, ausgestellt bei La-Roe Airways, Inc. Spannweite 11,34 m, Länge 6,55 m, Gipfelhöhe 3220 1 Leergewicht 350 kg, Gesamtgewicht 1605 kg, Höchstgeschwin igkei 210 km, Landegeschwindigkeit 67,5 km, Aktionsradius 1100 km. Arrow Sport Pursuit-Zweisitzer-Doppeldecker der „Arrow A craft Corp.“ Sitzanordnung nebeneinander mit Doppelsteuer. 100-P>S- Kinner-Sternmotor. Spannweite 7,9 m, Länge 5,9 m, Höchstgeschwin- diekeit 175 km, Landegeschwindigkeit 64 km, Aktionsradius 480—640 km, Gipfelhöhe 4250 km. Preis 4565 Dollar. . Ferner waren ausgestellt: Der bekannte Klemm-Tiefdecker sowie der Aeromarine Klemm mit Salmson-Motor und das Aeromarine-Am- ibien- zeug. ee Corp. zeigt den belgischen R.S.V. - Ein- und Zwei decker. Unter den schweren Maschinen befanden sich der bekannte Bellanca „Pacemaker“, sechssitziger Kabineneindecker (Abb. 9 zeigt einen Tragflächenstrebenknotenpunkt), sowie ein Laird „Speedwing - Zweidecker, ein Travelair-Eindecker, ein Swallow-Schulzweidecker, ein Fokker „Super Universal“ und andere. on ‚ Das Army Air Corps ist mit einem zweisitzigen Curtiss „Falcon”- eldecker vertreten. De ec (American Motorless Aviation Corp., New York) stellt drei Gleitflugzeuge aus: Prüfling, Hangwind und Zögling, das letztere vom Kegel-Flugzeugbau. N..... Riesenflugzeug „Caproni 90 P. B.“ 6000 PS. Dieser neue Caproni ist ein Doppeldecker von 550 m? Flügel- inhalt. Die erste Maschine ist als Bombenflugzeug für große Lasten bestimmt. Zum Betriebe dienen 6 Asso-Isotta-Fraschini-Motoren, ie 1000 PS, von denen je zwei hintereinanderliegend zwischen den Flügeln gruppiert sind. Der Rumpf ist unter den Flügeln angeordnet, damit gleichzeitig die Maschine als Wasserflugzeug an Stelle des Nr. 6 ‚FLUGSPORT“ Seite 103 Riesenflugzeug „Caproni 90 P.B.“ 6000 PS. Rumpfes mit einem Boot ausgerüstet werden kann. Das Fahrgestell liegt unter der mittleren Strebenreihe, so daß die Landestöße nicht erst durch den Rumpf übertragen werden müssen. Die Querruder mit angelenkten Ausgleichsflächen sitzen am Unter- flügel. An Stelle der Schwanzkufe ist ein abgefedertes Laufrad an- geordnet. Spannweite (Oberflügel) 35 m, (Unterflügel) 47 m, Höhe 11 m, Länge 2S m, Flügelinhalt 500 m?, Leergewicht 35 000 ke. Sechs Mo- toren „Asso 1000“ Konstruktion Isotta Fraschini, in drei Tandem, sechs Metallpropeller, drei mit zwei und drei mit vier Blatt. Motoren: Hub 180 mm, Bohrung 150 mm, 18 Zylinder in W-Form, Verdichtungs- verhältnis 5,3, Leistung bei 1700 Umdrehungen 1000 PS, Gewicht mit Nabe 803 ke. Schulgleiter „Argus“ von Hoppe. Der neue Schulgleiter „Argus“ ist ein von Hoppe Flugzeugbau in Bad Hersfeld verspannt erbauter Hochdecker, welcher aus den bis- her in Wettbewerben gesammelten: Erfahrungen sowie im prakti- schen Schulbetrieb konstruiert wurde. Die Maschine besitzt eine Spannweite von 11 m und eine Länge von 5,20 m, Flächentiefe 1,60 m. Gleitverhältnis 11:1. In,der Bauart ist er zum Teil dem seinerzeit von Martens und Stamer konstruierten Schulgleiter „Pegasus“ angelehnt. Beim Bau des „Argus“ wurde vor allem sehr großer Wert auf schnelle Montage und gute Zerlegbarkeit geleert. Um die lästige Verspannung des eintei- ligen Gitterschwanzes zu vermeiden, wurde ein dreieckiger Gitter- schwanz gebaut, wodurch sämtliche Verspannung fortfällt. Derselbe ist gut profiliert, so daß kaum ein größerer Luftwiderstand als bei einem verspannten Gitterschwanz auftritt. Beim Straßentransport kann er durch Lösen eines Bolzens an die Fläche herangeklappt werden. Da- mit der Schüler das nötige Vertrauen und die erforderliche Sicherheit zu seiner Maschine gewinnt, was die Grundbedingung beim ganzen Schulen ist, wurde anstatt des luftigen Sitzes ein geschlossener Boots- Seite 104 Schulgleiter „Argus‘‘ von Hoppe. rumpf gebaut. Wenn wohl bei Bıüchen die Reparatur kaum größer ist als bei einer offensitzigen Maschine, bietet sie dagegen dem Schüler allerhand Schutz und Vorteile. Vor allem ist der Schüler geschützt beim Start gegen das Reißen des Startseiles. Beim Bau des „Argus wurde an die Fluggruppen gedacht, denen nicht ein Idealgelände wie die Rhön zur Verfügung steht. Wie oft ist es schon vorgekommen, daß ein Schüler ungewollt in schlechtes Gelände hineinfliegt, wie Bäume, und mit Stacheldraht eingezäunte Wiesen und sich dabei schwer verletzte. Man muß beim Schulen mit allem rechnen und wer nach der Schulmethode von Stamer schult, dessen Schüler werden wohl kaum mehr Bruch mit einer geschlossenen Maschine als mit einer offenen machen. Für Anfängerflüge auf flachem Gelände liefert Hoppe außer- dem einen offensitzigen Spannturm gratis bei. _ Grunauer Segelflugtypen. Nach den Segelflugerfahrungen auf dem Grunauer Segelflug- selände sind von Edmund Schneider drei Typen von Segelflugzeugen entwickelt worden. | “ Die . Einheitsschulmaschine Type Grunau 29 wurde auf Grund mehrjähriger Erfahrung entwickelt und hat sich auf Grund seiner Eigenstabilität und hoher Baufestigkeit glänzend be- währt. Die Anordnung.des Sitzes und der Steuerhebel gestattet zwang- löse Haltung des Führers. Die vordere Strebe des Spannturms ist bei- 1930 PATENTSAMMLUNG des UN Band Ill No. 18 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 475h2; 489104, 231, 534, 683; 490227, 352, 854, 855; 491455. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Krafitantrieb, Gruppe 3—24). b3 Pat. 490854 v. 7.1.27, veröff. 3.2.30. - Anton Fletiner, Berlin. Luftfahrzeug- druckkörper. ‘Bei. Luftfahrzeugen, die sehr hohe Geschwindig- keiten erreichen oder in beträchtlicher Flughöhe flie- gen, fällt der Druck innerhalb des Flugzeuges gegen- über dem Druck einer Atmosphäre beträchtlich ab. Dieser Druckabfall ist den meisten Lebewesen, insbe- sondere den Menschen, nicht zuträglich. Da jedes Luftfahrzeug von Menschen bedient wird, vielfach auch zur Beförderung von Menschen oder anderen Lebewesen dient, ist es daher notwendig, in den oben erwähnten Fällen besondere Räume, die von den Lebewesen oder Menschen betreten werden, so weit unter Druck zu setzen, daß diese Lebewesen wäh- rend einer längeren Dauer ohne Schädigung oder Verringerung ihres Wohlbefindens sich in diesen Räumen aufhalten können. Ebenso müssen diejenigen Raume unter Druck gesetzt werden, die mit den vor- erwähnten Räumen in zeitweiser oder dauernder Ver- bindung stehen. Von sehr großer Bedeutung für das Luftfahrzeug ist nunmehr, daß diese Druckkörper ein möglichst geringes Gewicht besitzen. Patentansprüche: 1. Zylindrischer oder kegeliger Hohlkörper für Luftfahrzeuge, in dem für Höhenfahrt oder Schnell- fahrt ein gegenüber der Umgebung erhöhter Druck gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Ver- steifung der Wölbung des Hohlkörpers ein dessen Form angepaßtes Fachwerk dient, bei dem die Zylin- der- oder Kegelwandungen Teile des statischen Ge- füges bilden. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Versteifungskonstruktion in Seg- ıenten der Zylinder oder Kegel angeordnet ist. 3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Versteifungskonstruktion sich an den äußeren Umfang des Zylinders oder Kegels an- setzt. 4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Hohlkörper aus Vielecken und an Vieleckseiten angesetzten Zylinder- oder Kegelab- schnitten besteht. 5. Anordnung nach -Anspruch 1 und Unteransprü- chen, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere zum statischen Gefüge des Luftfahrzeuges gehörende Teile ganz oder teilweise zur Versteifung des Hohl- körpers herangezogen werden. 6. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die an sich aerodynamisch ungünstigen Formen des Hohlkörpers durch besondere, außerhalb des Hohlkörpers liegende Ansätze oder Abführungen verbessert werden. “ b4 Pat. 491455 v. 28.1.28, veröff. 12.2. 30. Societ& Anonyme Nieuport-Astra, Issy-les-Moulineaux, Frankreich. Holmloser Flugzeugflügel mu tragender Außenhaut. Patentanspruch: Holmloser Flugzeugflügel mit tragender Außenhaut, d@durch gekennzeichnet, daß die Abstützung der Flü- ge! gegen den Rumpf oder bei Mehrdeckerflugzeugen der Flügel gegeneinander in an sich bekannter Weise durch Gelenkträger erfolgt, deren parallel zu den Fiügelebenen liegende Streben frei im Flügelinnern J ‚b — | E y7 % —ı Abb ı a angeordnet und nur an den Knotenpunkten mit Bau- ‚teilen des Flügels verbunden sind. b Pat. 475620 v. 7. 10. 27, veröff. 29. 1. 30. Dr.-Ing. e. h. Gustav de Grahl, Berlin-Zehlendorfi. Flugzeug mit um in der Flugrichtung liegende Achsen verschwenkbaren Tragflächen. Flugzeuge sind bekannt, deren Tragflächen an dem Rumpf um in der Flugrichtung liegende Achsen verschwenkbar angelenkt und die mit einer Doppel- federanordnung zwischen dem Rumpf und den Trag- flächen ausgerüstet sind. Bei der einen Art dieser bekannten Flugzeuge soll eine Gleichgewichtsregelung durch ein mit den Trag- flächen in Verbindung gebrachtes doppeltes Feder- system erreicht werden, indem die Federn, dem je- weiligen Bedürfnis entsprechend, vom Führer ge- spannt werden. . Bei einer anderen Art sollen die beweglichen Tragflächen auf Steuerorgane wirken, um dadurch Seite 70 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 18: die Stabilität des Flugzeuges aufrechtzuerhalten. Die zur Verwendung kommenden Federn werden als Druck- und Zugfedern verwandt, was in den Auf- hängepunkten Verschiebungen, d. h. Lagerungsver- änderungen, und damit Verschleiß hervorruft. Bei einer noch anderen bekannten Bauart wird der technische Effekt in der Hauptsache in der zwangsläufigen Führung der Tragflächen gesucht. Es wird durch Seitverbindungen stets die gleiche Win- kelstellung der Tragflächen zum Flugzeugrumpf an- gestrebt. j Im Gegensatz zu diesen bekannten Einrichtun- gen wird durch den Erfindungsgegenstand bezweckt, ungünstige Beanspruchungen, insbesondere der Trag- flächen und der sie versteifenden Teile, fernzuhalten. Die wechselseitige Beanspruchung der Tragflächen, sei es beim Landen durch Stöße, sei es durch Wind- beeinflussung während des Fluges, beanspruchen das Material unausgesetzt auf Knickung, Biegung, Ver- drehung usw., so daß schließlich ein Bruch des Materials infolge Ermüdung eintritt. Patentanspruch: Flugzeug mit um in der Flugrichtung liegende Achsen verschwenkbaren Tragflächen und einer Doppelfederanordnung zwischen dem Rumpf und den Tragflächen, gekennzeichnet durch zwei wechselseitig wirkende, auf der die Tragfläche stützenden Zug- oder Druckstange lose sitzende Druckfedern, von denen die eine selbsttätig ausgeschaltet wird, wenn die andere durch die Bewegung der Tragflächen in Anspruch genommen wird. b 6 Pat. 489534 v. 6.12.25, veröff. 17.1. 30. William G. G. Weidinger, Chicago, Ill., V. St. A. Flugzeug. Patentansprüche: 1. Flugzeug, gekennzeichnet durch beiderseits des Rumpfes angeordnete, um ihre Längsachsen kippbare, schräg nach außen, oben und hinten gerichtete Trag- und Schwanzflächen und unterhalb der Tragflächen vorgesehene Motorgondeln. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Enden der Wellen der Trag- und Schwanzflächen in Schrägbohrungen des Rumpfes ge- lagert sind, die mit einer Futterbüchse versehen sind. 3. Flugzeug nach Anspruch 1 und 2 mit an den Wellen der Trag- und Schwanzflächen befestigten Zahnkranzstücken, dadurch gekennzeichnet, daß mit diesen Zahnkranzstücken die als Rundzahnstangen (14) ausgebildeten. Enden von. Steuerkolbenstangen in Ein- griff stehen. b I 8 Pat. 489104 v. 23. 10. 27, veröit. 14. 1. 30. Siemens-Schuckertwerke A.-G,, Berlin-Siemensstadt*). Verfahren zum Gleich- halten der Leistung von Antriebsmaschinen für Flugzeuge in verschiedenen Flughöhen. Patentanspruch: Verfahren zum Gleichhalten der Leistung von An- triebsmaschinen für Flugzeuge, die durch den in einer Kesselanlage erzeugten Dampf eines Arbeitsmittels N x“ 8 3 betrieben werden, in verschiedenen Flughöhen, da- durch gekennzeichnet, daß bei abnehmendem Sauer- stoffgehalt der Luft in an sich bekannter Weise zu- sätzlich Sauerstoff oder ein stark sauerstoffhaltiges Gas der Verbrennungsluft beigemischt wird. *) Von dem Patentsucher wurde als der Erfinder angegeben: Dipl.-Ing. Wilhelm Gumz, Berlin-Charlot- tenburg. bi Pat. 489683 v. 13. 2. 29, veräft. 18. 1. 30. Louis Renault, Billancourt, Frankreich. Im Innern des Flugzeugflügels angeordneter Motor mit liegenden Zylindern. Patentanspruch: Im Innern des Flugzeugflügels angeordneter Motor mit liegenden Zylindern, dadurch gekennzeichnet, daß der luftgekühlte Motor in ein Gehäuse (7) mit zwei Oeffnunsen für den Durchtritt des Propellerluft- stromes eingeschlossen ist, von denen die Eintritts- öffnung (8) in der Flügelnase, die Austrittsöffnung (9) auf der Flügelunterseite liegt. Nr. 18 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 71 — b 90 Pat. 490227 v. 16. 6. 28, veröff. 24.1. 30. Rohrbach Metall-Flugzeugbau G. m. b. H,, Berlin. Flugzeugflügel. Patentansprüche: 1. Flugzeugflügel nach Patent 469 713, dadurch ge- kennzeichnet, daß die als Behälter für Betriebsstofif ausgebildeten Kantenteile (e!) an den seitlichen En- den nach auswärts gewölbt und neben besonderen Flügelhautstreifen (1) angeordnet sind, die mit dem Flügelträger (b) in lösbarer oder gelenkiger Verbin- dung stehen und eine die Endwölbung der Behälter nicht beeinflußte zurückverlegte Innenversteifung (2) aufweisen. nr 1/ 1 2. Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die den Betriebsstoffbehältern be- nachbarten Flügelhautstreifen in an sich bekannter Weise aus zwei je nach oben und unten abhebbaren Teilstücken bestehen. 3. Flugzeugflügel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Betriebsstoffbehältern zu- gekehrten Ränder der zwischen diesen Behältern an- geordneten Flügelhautstreifen mit einer Einlage (4) ‚aus weichem Baustoff versehen sind. b24 Pat. 490855 v. 12. 11. 27, veröff. 1. 2. 30. Sir W. G. Armstrong Withworth Aircraft Ltd. und Hamilton Neil Wylie, Co- 'ventry, Warwick, England. Aus mehreren gebogenen Metallstreifen zusammengesetzter Hohlstab für Luftfahrzeuge. Abb. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt eines Bauteiles mit einem oberen und einem unteren Hohlstabe, Abb, 2 und 3 in vergrößertem Maßstabe zwei verschiedene Verbindungsarten der den Hohlstab bildenden Streifen, Abb. 4, einen Teilquerschnitt. eines Hohlstabes, der in Abb. 1 veranschaulichten Art, ie- doch in etwas anderer Ausführung, und Abb. 5 einen Schematischen Querschnitt eines einzelnen glatten Hohlstabes. Patentansprüche: 1. Aus mehreren gebogenen Metallstreifen zu- sammengesetzter Hohlstab für Luftfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß die sich überlappenden Kanten der Metallstreifen mehrfach scharfkantig, etwa in Üe- stalt eines U-Profils, nach innen oder außen abge- bogen sind, Abb. 466.5, 2. Hohlstab nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die oberliegende Streifenkante der Ueberlappung am äußersten Ende scharf zurückgebo- gen ist. Schraubenilugzeuge (Gr. 25—30). b2 Pat. 489231 v. 17. 7. 23, veröff. 15. 1. 30. Dr.-Ing. e. h. Claudius Dornier, Friedrichshafen a. Be Hubschrauber. Es ist bekannt, Tragflächen durch unmittelbaren Antrieb durch einen Motor oder aber mittelbar durch an den Flügelhälften angeordnete Triebwerke mit Luftschrauben in Drehung zu versetzen. Diesen Än- triebsweisen haften schwer zu überwindende Nach- teile an. Ein unmittelbarer Antrieb derartiger Flächen ist nicht möglich, denm die Drehzahlen von Fläche und Motor sind zu verschieden. Es ist also die Zwischen- schaltung eines Vorgeleges erforderlich, was einen be- trächtlichen Gewichtsaufwand bedeutet. Auch ist die Zuverlässigkeit einer derartigen Antriebsvorrichtung wegen der nicht zu vermeidenden Belastungsschwan- "kungen, die die Flugmotoren nur in geringem Maße zu ertragen vermögen, klein. Die Antriebsweise durch an der umlaufenden Tragfläche angebrachte Triebwerke mit Luftschrau- ben bedeutet dem ersterwähnten Antrieb gegenüber schon einen beträchtlichen Fortschritt. Ein Mangel dieser Anordnung liegt jedoch in gewissen konstruk- tiven Schwierigkeiten, die mit dem Auftreten von hohen Zentrifugalkräften zusammenhängen. Bekannt geworden sind auch Antriebsarten, bei denen durch einen zentral eingebauten Ventilator Luit in die Mitte des Flugzeuges eingesaugt, durch die Flügel der Hubschraube hindurchgeführt und am äußeren Ende der Flügel ausgestoßen wird. Dieses Ausstoßen der Luft an der 'Hinterkante des äußeren Flügelendes verursacht dort iedoch eine starke Wirbelbildung, so daß ein breiter Ring von Luftwir- beln entsteht, der die Auftriebswirkung der ‘darin kreisenden Schraubenflügel erheblich beeinträchtigt. Dieser Nachteil ist besonders deshalb sehr groß, weil bei geeigneter Flügelausbildung gerade am äußeren Flügelende die Auftriebswirkung wegen der großen Umfangsgeschwindigkeit am größten sein könnte. Seite 72 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 18 Abb. ı Abb. 5 Abb. 6 Z-@ & IB 3% Fa FT 7 I Patentansprüche: 1. Hubschrauber, dessen Drehflügel durch von um- schlossenen Luftfördereinrichtungen bewirkte Luit- ströme in Umdrehung versetzt werden, dadurch ge- kennzeichnet, daß der angesaugte Luftstrom am äußeren Flügelende in eine an der Stirnkante jedes Flügels vorgesehene, gegebenenfalls sich bis auf die Flügeloberseite erstreckende Oeffnung eintritt und durch von Hand oder durch Schleuderkräfte verstell- bare Leitflächen in eine radikale Richtung umgelenkt wird. . . 2. Hubschrauber nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Austritt des Luftstromes um (lie Drehachse der Hubschraube herum nach unten erfolgt und der Luftstrom hierbei durch einstellbare Leit- flächen eine solche Ablenkung erfährt, daß das durch die Ablenkung bewirkte Drehmoment dem Rückdreh- moment der Hubschraube gleich ist. 3. Hubschrauber nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Austritt des Luftstromes aus einer der Eintrittsöffnung gegenüberliegenden, am äußeren Ende: der Abströmkante des Flügels - vorgesehenen, gegebenenfalls sich bis auf die Flügelunterseite er- streckenden Oeffnung erfolgt. Flugzeugunterbau (Gruppe 40—47). b43 Pat. 490352 v. 7. 7. 26, veröff. 28.1. 30. Rohrbach Metall-Flugzeugbau G. m. b. H., Berlin. Schwimmkörper für Wasserflugzeuge mit Längsunterteilung und Querschottung. Patentansprüche: 1. Schwimmkörper für Wasserflugzeuge mit Längs- unterteilung und Querabschottung, gekennzeichnet durch die Vereinigung der Schwimmerteile lediglich mittels leicht zugänglicher bzw. vollständig frei- liegender Anschlüsse an der Längsfuge, welche da- durch ermöglicht ist, daß die zueinander gehörenden Querschotteile lose Verbindungen eingehende Abdich- tungsstellen aufweisen, die beim Aufeinanderlegen und Vereinigen der Schwimmerteile eine selbsttätig er- folgende Querschottabdichtung ergeben. 2. Schwimmkörper nach ‘Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, da3 mindestens eine der beiden gegen- einander abzudichtenden Kanten der Querschotteile Abb 2 als Träger für ein Dichtungsmittel ausgebildet ist. wobei das Dichtungsmittel sich gegen eine starre Fläche oder das Dichtungsmittel der anderen Kante legt. 3. Schwimmkörper nach Anspruch 1 oder 2, da- durch gekennzeichnet, daß ein in der Nähe der Teil- fuge eines jeden Querschotteiles angeordneter, vom Boden zur Decke geführter Versteifungsstab gleich- zeitig als Träger für das Dichtungsmittel dient. 4. Schwimmkörper nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß ein Schwimmerteil ein durchgelen- des bzw. um Querschottabstand fortlaufend unter- brochenes Längsschott oder beide Schwimmerteile aufeinanderfolgende, abwechselnd ie zu einem Quer- schottraum des einen oder anderen Schwimmerteiles gehörende Längsschotteile aufweisen, die eine starre Abdichtung für die von ihnen abgeteilten Räume be- wirken, während für die lose Abdichtung der anderen Schotträume ein nachgiebiges, beim Schwimmerzu- sammenbau zwischenzuschaltendes Dichtungsmittel vor- gesehen ist. 5, Schwimmkörper nach Anspruch 1 oder folgen- den, dadurch gekennznichnet, daß zwischen .den ‘eigentlichen Spanten und parallel zu diesen an der Deckenhaut in verhältnismäßig geringen Abständen, Profile angeordnet sind, die mindestens mit dem zur; Verbindung der beiden Schwimmerteile dienenden, Deckenholm, vorzugsweise auch noch mit dem Kimunz. holm in starrer Verbindung stehen. 6. Schwimmkörper nach Anspruch 1 oder folgen- den, dadurch gekennzeichnet, daß an den an der Teil- fuge liegenden Knotenpunkten von stark beanspruch- ten Spanten gegebenenfalls als Anschlußkörper aus- gebildete Beschläge angeordnet sind, welche die zur Verbindung der beiden Schwimmerteile dienenden Holme in ihrer Wirkung unterstützen. Pat.-Samml. Nr. 18 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 6, am 19. 3. 1930 veröffentlicht. Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 105 behalten. Sie dient dem Schüler zum Festhalten und zeiset ihm die Lage der Maschine. Mit dieser Type wurden Hunderte von en ausgebildet, bei Tausenden von Schulflügen passierte kein nennens- werter Unfall. Die Maschine ist in der üblichen Weise mit Stahldraht verspannt. Als Hohne werden Doppel-T-Holme mit Kieferngurten verwendet. Zwischen den Holmen wird die Fläche mit Stahldraht aus- gekreuzt. Zum Schutze der Flächenenden sind Stahlrohrbügel ange- bracht. Spannweite 11,7 m, Flächentiefe 1,50 m, Leergewicht 85 kg. Bei der Einheitsrumpfmaschine Type Grunau 29 werden die Trag- und Steuerflächen der vorbeschriebenen T ü d Steue e VET- wendet. Die Maschine ist im Betriebe der Segelilueschule Grunau erprobt und findet bei der Ausbildung von C-Fliegern Verwendung. Trotz der Drahtverspannung segelt das Flugzeug bei verhältnismäßig Grunauer Segelflugtypen. Oben: Einheitsschulmaschine Grunau 29. Mitte: Einheitsrumpfmaschine Gru- nau 29, Unten: Doppelsitzer Typ Schlesierland. Seite 106 „FLUGSPORT" Nr. 6 schwachem Winde. Der Rumpf hat eine sechskantige Form und trägt zur Aufhängung der Schulmaschinenflächen einen Spannturm aus Stahlrohr. Der Raum zwischen den Flächen wird als Baldachin ver- kleidet. Der Rumpf ist bis hinter den Führersitz mit Sperrholz be- plankt. Der übrige Teil bis kurz vor das Rumpfende in Gitterkonstruk- tion ausgeführt. Die Flächen können nach Belieben wieder an den Gitterrumpf gehängt werden. Der Doppelsitzer Type Schlesierland vom Flugzeugbau Schneider entworfen, hat sich in einer Reihe von Flügen bewährt. Im Grunauer Gelände wurden damit Flüge bis 6 Std. Dauer aufgestellt. Bei einem Gewitterflug, in dem das Flugzeug in schwere Hagelböen geriet, hat es eine gute Festigkeitsprobe abgelegt. Es flog direkt in das Hagelwetter hinein. Dabei wurde der Führer, Fluglehrer Seiler, der nur lose angeschnallt war, so auf- und abge- schleudert, daß er den Steuerknüppel losgelassen hat. Im selben Mo- ment schoß die Maschine mit der Rumpfspitze nach oben und kam im halben Looping aus der Wolke heraus. Trotzdem, daß der Führer we- gen dem starken Nebel nichts sah, fing er das Flugzeug wieder ab und brachte es samt Passagier heil herunter. Die Fläche dieser Type ist zweiteilix und einholmig gebaut. Das vordere Drittel ist mit Sperr- holz beplankt. Im letzten Teil befindet sich ein Hilfsholm, an dem die Verwindungsklappen befestigt sind. Gegen den Rumpf ist die Fläche mit zwei Stahlrohrstreben abgefangen. Der Rumpf ist mit Sperrholz beplankt. Das Höhensteuer ist mit Absicht hoch gelagert, damit es im Knieholz nicht hängen bleiben kann. Spannweite 15,3 m, Flächeninhalt 23 m?, Flächenbelastung einsitzig 10,7 kg, doppelsitzig 13,8 kg pro m, Leergewicht 180 kg. | Amerikanischer Hurricane-Zweitakt-8-Zylinder-Sternmotor 150 PS. Die acht Zylinder die- ses Zweitakters sind in zwei Reihen Sternform angeordnet und wirken auf eine doppelt ge- kröpfte Kurbelwelle. Das Gasgemisch wird durch ein hinter dem Zylinder liegendes Zen- trifugalgebläse in die Zylinder gepreßt. Be- festieung der Gußzylin- der mit vier Stehbolzen. Die Schraubennabe be- steht aus einem parabo- lisch ausgebildeten Leichtmetallkörper, welche gleichzeitig die einstellbaren Schrau- benblätter aufnimmt. Leistung der Type C450 bei 1850 Umdre- . Amerikanischer Hurricane-Zweitakt-8-Zylinder- hungen 150 PS, Hub Sternmotor 150 PS. 88 m, Bohrung 114 mm, Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 107 Sterndurchmesser 730 mm, Zündung zwei Scintilla-Magnete, Betriebs- stoffverbrauch 230 g, Oelverbrauch 6,7 g, Gewicht 102 ke. Der Motor wird gebaut von der Hurricane Motor Company, Houston, Texas (U.S.A.). Amerikanischer Comet-Motor 165 PS. Das Eigenartige dieses neuen amerikanischen Motors ist die Steuerung von Ein- und Auslaßventilen mit einem einzigen Schwing- hebel.. Dadurch. wird die Bauart des Zylinderkopfes sehr schmal und der Luftwiderstand des Motors sehr gering. Da der Motor mit einem geringen mittleren effektiven Druck von 7,8 ke/m? arbeitet, ist eine Ventilüberdeckung nicht erforderlich. Der Schwinzhebel wird zwangs- läufig (die Stoßstange auf Zug und Druck) durch einen doppelseitigen Steuerungsnocken betätigt. Die Ventilfedern werden dadurch von der Trägheitsbelastung befreit und brauchen das Ventil nur auf seinen Sitz zurückzuführen. Da die Ventile in der mittleren Achse des Zylinders liegen, tritt seitliche Beanspruchung der Kipphebel nicht auf, so daß der: Verschleiß auf ein Minimum herabgedrückt wird. Das Einlaßventil liegt auf der hinteren Seite des Schwinghebels und wird durch Zug der Stoßstange geöffnet. Das Auspuffventil wird wie beim Doppel- schwinghebelmotor betätigt. Die Einstellung der Ventilsteuerung bei üblichen Motoren sieht kleine Spielräume sowohl am Auspuff- wie auch am Einlaßventil vor beim kalten. Motor. Dies ist erforderlich, weil die Ausdehnung des warmen Zylinders diesen Spielraum für den normalen Lauf erweitert. | Beim Einhebelsystem sind die Zustände beim Auspuffventil gleich. Diese Bedingungen sind jedoch für das Einlaßventil umgekehrt, die Stößelluft wird durch Erwärmung kleiner, Das Resultat dieser Wirkung ist einfach. Wenn der Motor von der normalen Lauftemperatur abkühlt, so öffnet sich das Einlaßventil etwas früher, während beim Doppelhebelsystem das Einlaßventil etwas später geöffnet wird. Richtung der Kräfte- Uebertragung auf die Ventile beim Comet und Amerikanischer Comet-Motor mit einem Schwinghebel anderen Motoren. für 2 Ventile. Seite 108 „FLUGSPORT“ Nr. 6 Angenommen, daß beide Motorentypen bei normaler Lufttempe- ratur ihre Einlaßventile bei 45 Grad hinter dem unteren toten Punkt schließen, so ist beim Comet-Motor der Schluß des Einlaßventils bis auf 10 Grad nach dem unteren toten Punkt vorgerückt, während beim Doppelschwinghebel der Schluß des Einlaßventils bis auf 80—85 Grad nach dem unteren toten Punkt verzögert wird. Der Comet-Motor leistet bei 1900 Umdrehungen 165 PS. _ FLUG pz ie ar P Ih | | a ii Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 48. Betr. Sportvorschriiten der F. A. |. Nachdem die umfangreichen Sportvorschriften der obersten Weltluftsport- behörde der Federation A&ronautique Internationale, im Laufe des vorigen Jahres völlig neu bearbeitet worden sind, sind sie am 1. Januar 1930 endgültig in Kraft getreten. Den Gepflogenheiten der F. A. I. entsprechend sind die Vorschriften in französischer Sprache abgefaßt, und der französische Text allein ist maßgebend. Um iedoch allen deutschen Luftsporttreibenden und allen Kreisen, die, am deutschen Luftsport interessiert sind, die Kenntnis der Vorschriften zu erleich- tern, hat die Geschäftsstelle des Deutschen Luftrats eine Uebersetzung der FAI- Vorschriften in die deutsche Sprache vorgenommen. Damit ist einem schon lange vorliegenden Bedürfnis zum ersten Male nach dem Kriege wieder entsprochen worden. Die FAI-Vorschriften sind in Form von zwei Bänden (ein Band Vorschriften, ein Band Anhänge) in der deutschen Uebersetzung ab 20. März 1930 in der Ge- schäftsstelle des Deutschen Luftrates Berlin W. 35, Blumeshof 17 zum Preise von RM 3.— für beide Bände erhältlich. Bei Uebersendung durch die Post wird das Porto besonders berechnet. Berlin, 13. März 1930. Deutscher Luitrat Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Internationaler Zusammenschluß der Segelilugbewegung. In Verfolg der zwischen der Rhön-R ossitten-Gesellschaft und mehreren. aus- ländischen Segelflugorganisationen bereits bestehenden freundschaftlichen Be- ziehungen ist anläßlich der eben zu Ende gegangenen 1. wissenschaftlichen Segelflustagung in Darmstadt ein Zusammenschluß der in Darmstadt anwesen- den Vertreter des deutschen, französischen, belgischen, holländischen, italieni- schen, ungarischen und amerikanischen Segelflugs erfolgt, um eine enge Zusam- menarbeit dieser Länder in wissenschaftlicher wie sportlicher Hinsicht auf dem Gebiet des Segelflugs herbeizuführen. Es wurde beschlossen diese Stelle „In- ternationale Studienkommission für den motorlosen Flug‘ zu benennen. Die vor- bereitenden Arbeiten wurden einstimmig der Rhön-Rossitten-Gesellschaft über- tragen. Die endgültige Gründung wird erfolgen, sobald die Genehmigung des in Darmstadt getroffenen Abkommens durch die zuständigen Stellen der betreffen- den Länder vorliegt. Auch von Seiten des Oesterreichischen Aeroklubs und der englischen Royal Aeronautical Society, die verhindert waren Vertreter zu der Darmstädter Tagung zu entsenden, liegt bereits die prinzipielle Einverständnis- erklärung zur Beteiligung an der Internationalen Studienkommission für den motorlosen Flug vor. Wegen Inbetriebnahme des Selbstanschlußamtes ist un- sere Fernsprech-Nr. in Senckenberg 34384 umgeändert Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 109 Segelilugkurse Rossitten 1930. I. Kurse für Anfänger. 1. bis 29. April: Offen für jedermann und Sonderkurse für Studenten, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. nat. Unterricht. 10. bis 23. April: Ferienkursus für Schüler. 3. bis 30. Mai: Offen für jederm. und Sonderkurse für Alte Herren und Vereine. 31. Mai bis 23. Juni: Offen für jederm. und Sonderkurse für Vereine. 7. bis 16. Juni: Ferienkursus für Schüler. 1. bis 30. Juli: Offen für jederm. und Sonderkurse für Damen, Schüler, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. nat. Unterricht. 2. bis 30. August: Offen, für jederm. und Sonderkurse für Damen, Studenten Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. nat. naturw. Unterricht. 1. bis 27. September: Offen für jederm. und Sonderkurse für Studenten, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. naturw. Unterricht. 3. bis 30. Oktober: Offen für jederm. und Sonderkurse für Studenten, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. naturw. Unterricht. 1. bis 15. Oktober: Ferienkursus für Schüler. I. Kursus für Fortgeschrittene. 1. bis 29. April: Offen für jederm. und Sonderkurse für Studenten, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. naturw. Unterricht. 10. bis 23. April: Ferienkursus für Schüler. 3. bis 30. Mai: Offen für iederm. und Sonderkursus für Vereine. 31. Mai bis 28. Juni: Offen für jederm. und Sonderkursus für Vereine. 7. bis 16. Juni: Ferienkursus für Schüler. 1. bis 30. Juli: Offen für jederm. und Sonderkurse für Schüler, Vereine. 2. bis 30. August: Offen für jederm. und Sonderkurse für Damen, Studenten, Ver- eine, Staatliche Hauptstelle f. d. naturw. Unterricht. 1. bis 27. September: Offen für iederm. und Sonderkurse für Studenten, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. naturw. Unterricht. 1. bis 30. Oktober: Offen für jederm. und Sonderkursus für Studenten. 1. bis 15. Oktober: Ferienkursus für Schüler. IN. Trainingskurse. 3. bis 30. Mai: Offen für jederm. und Sonderkursus für Vereine. 1. bis 27. September: Offen für jederm. und Sonderkurse für Studenten, Vereine, Staatliche Hauptstelle f. d. naturw. Unterricht. Gesuche um Aufnahme sind möglichst 8 Wochen vor Beginn des betreffenden Kursus zu richten an die Leitung der Segelfliegerschule Rossitten, Kurische Neh- rung, Ostpreußen. Ausland. 1. internationaler Sicherheitskongreß (1. Congres International de la Securite A&rienne), 10.—23. Dezember 1930, in Paris. Veranstalter Comite francais de Propagande Atronautique. Der Kongreß hat sich folgende Aufgaben gestellt: Technische und wissenschaftliche Untersuchungen aller die Luftsicherheit be- treffenden Fragen. Der zu behandelnde Stoff ist in sieben Gruppen geteilt. a) Getroffene Maß- nahmen der Luftsicherheit in den verschiedenen Ländern und ihre Ergebnisse. Unfallstatistiken, Pressepropaganda usw. b) Allgemeine Sicherheitsfragen, wie Material, Gleiter, Motore, Luftlinien, Meteorologie, Aerologie, Instrumente für Kontrolle, Navigation und Radio. c) Studium der praktischen Anwendung der Sicherheitsmaßnahmen in den verschiedenen Zweigen des Flugwesens. d) Physio- logie des Fliegers und ärztliche Fragen. e) Personal und Fliegerschulung. f) Hilfs-, Schutz- und Rettungsmittel. g) Leichter als Luft, Sicherheitsprobleme des Freiballons und Lenkballons. Kongreßprogramm sowie Anmeldeformulare können vom Bureau Commissa- riat General 23, Avenue de Messine, Paris (8) bezogen werden. Seite 110 „FLUGSPORT“ Nr. 6 Eine Million Segelilieger in Amerika will die National Glider Association bis 1935 ausbilden. Es soll ein Betrag von 100 000 Dollar gesammelt werden. Der National Glider Association gehören 22 Klubs an, 43 weitere sind im Begriff gebildet zu werden. oo _ Frau Lindbergh hat am 29. Januar in San Diego mit einem Flug von 6 Minu- ten ihre Segelfliegerprüfung abgelegt. \ Ein Segel- und Gleitilug-Club ist ander Univer sität von Sidne yge- gründet worden. Je zwölf Mitglieder bilden eine Gruppe, die verantwortlich sind für die Bzsschaffung von Mitteln, den Bau des Gleitflugzeuges, für das Fliegen sowie die Reparaturen desselben. = NUN 5. Segelmodellwettbewerb der M.A.G. 1. Wettfiliegen 1930. am 6. April in Steuz bei Dessau. Veranstalter: Anhaltischer Verein für Luftfahrt e. V. Wertung: . 1. Jeder Bewerber kann mit beliebig vielen Modellen starten, jedoch müssen sie gut voneinander zu unterscheiden sein. Falls ein Bewerber mit mehreren Mo- dellen 2 Plätze belegt, so wird ihm doch nur ein Preis zugesprochen. 2. Die Modelle müssen eine Mindestspannweite von 1,50 m und Profilfläche haben. Das Profil muß mindestens 1 cm hoch sein. 3. Unterschiede zwischen Rumpf- und Stabmodellen werden nicht gemacht. 4. Gestartet wird mit Boden- und Handstart. 5. In jeder Klasse sind 5 Flüge zulässig. 6. Jeder Bewerber hat seine Startkarten mitzubringen. 7. Gewertet wird nur Dauer. Bester Flug bei Bodenstart plus bester Flug bei Handstart. Es wird der ganze Flug gewertet, auch wenn das Modell hinter dem anz segelt. . 8. ea wird nur an der von der Oberleitung bestimmten Stelle. Jeder An- ordnung der Oberleitung ist, Folge zu leisten. 9. Die Hilfsmittel für Bodenstart sind vom Bewerber mitzubringen. Startbahn i orhanden. 10. Melneen müssen bis spätestens zum 29. März abends 8 Uhr bei G. Heyne, Dessau, Johannisstraße 10, eingegangen sein. oo 11. Gegeben werden Ehrenpreise je nach der Beteiligung für die 4 bis 6 besten Bewerber. Wir bitten, den Meldeteımin unbedingt einzuhalten, da nur dann die volle Garantie für die Transportmöglichkeit nach Steuz von uns aus übernommen werden kann. Die Teilnehmer treffen sich in der Turnhalle Dessau, Franzstraße 12, und bitten wir, gleichzeitig mit der Meldung die Ankunftszeit in Dessau bekannt- Aurchen, Anhaltischer Verein für Luftfahrt (e. V.) i. A: G. Heyne. Der Verein für Modellilug Dresden hielt, zur Föderung des Modellbau. und -Fluges in Dresden, am Sonntag, den 23. Febr., sein 1. Modellwettfliegen ab. Gemeldet waren 6 Rumpfmodelle und 5 Stabmodelle, welche vollzählig am Start vertreten waren. Von vornherein wur- den ausnahmsweise die Bauvorschriften ad acta gelegt, um die Anfänger im Modellbau nicht zu behindern und ihnen die Lust und Liebe zur Sache nicht zu nehmen. So gelang es die Begeisterung, auch zugleich in der großen Reihe der Zuschauer, für die Modellfliegerei zu wecken. Nebenher waren unserem Flug- wart Herrn Lehrer Zettler die kleinsten Interessenten, in ihrer Begeisterung, r ıf die Nerven gefallen. a urchführune des Wettfliegens behinderte der anhaltend starke Wind und konnten nur Handstartstreckenflüge ausgeführt werden. Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 111 Hierbei wurden folgende Leistungen erzielt: Peter, Dresden, Rumpfmodell: 150 m (23 sec) Startgewicht 140 g: 134 m (16 sec) 100 m (13 sec) Schulze, Freiberg, Stabmodell: 150 m (14 sec) Startgewicht 157 g: 105 m (10 sec) 100 m —_— Dederke, Dresden, Rumpfmodell: 60 m _— — Israel, Dresden, Stabmodell: 65 m _ — und eine Reihe von kleinen Streckenflügen der übrigen Teilnehmer. Die anschließende Preisverteilung machte viel Freude; hierbei wurde be- schlossen, das Wettfliegen am 23. März in vollem Umfange programmäßig zu wiederholen. Nachmeldungen (auch von Nichtmitgliedern) können, nach Anforderung der Meldebogen, bis 15. März an die Geschäftsstelle: Dresden-A. l, Wettiner Str. 20, i. Fa. Friedrich Wende, gerichtet werden. Verein für Modellilug Dresden: A. Bläsche. Dresden, 28. Februar 1930. Modell- und Segelilugverein „Lilienthal“ 1911. Unser rühriges Mitglied Perchalla ist gestorben. Wir bewahren ihm ein treues Andenken. Infolge des strengen Winters konnte der erste Flugtrainingstag erst am 24. März angesetzt werden. In dieser Klasse, die nur mehrfache Sieger und Rekordinhaber aufnimmt, wird als Freiflugleistung gefordert: Von sechs Flügen müssen drei über 180 m im Kursflug und Handaufzug haben; der Hakenabstand für 1929 wurde wieder auf 80 cm festgesetzt. Ausgenommen Rekordapparate. Allgemein sollte der Bau des Rumpfes gepflegt werden. Nur in den ersten Wett- bewerben waren noch Stäbe zugelassen. Im März verbesserte W. Krause mit Rpf.-Hochd. den Dauer-Hdst.-Rekord auf 52%4 Sek. Im nächsten Monat gewann C. Sturtzkopf mit Stabhochd. den „Li- lienthal-Bodenstart-Preis“, der ebenfalls nur mit Handaufzug gestartet wurde. Ein 2300-m-Rennen holte sich B. Peuss mit Stab, indem er 18 Flüge und 120 m zur Durchfliegung dieser Strecke benötigte. Der 1. Tag des Frühjahrswett- bewerbes am 28.4. wurde als 2300-m-Rennen aufgezogen. Hier zeigte sich schon die ungünstige Punktvergütung, denn der dichtauf folgende Rpf. erreichte mit dem siegenden Stab nur ein totes Rennen, welches sich B. Peuss (Stab) und W. Krause (Rpf.) teilten. An diesem Tage konnte auch R. Lahde seinen nur 35 g schweren Rpf. zu längeren Flügen bis 350 m im Handaufzug bringen. Tage später verbesserte W. Krause mit Rpf. den Dist.-Bdst.-Rekord auf 228 m. Ein Matchrennen mit Stäben fochten B. Peuss und C. Sturtzkopf über 800 m aus, worin der erstere siegte. Das 2. Rennen zum Frühjahrswettbewerb teilten sich wieder der Krause- Rpf. und Peuss-Stab. Im 3. Lauf, der Platzbewerbe umfaßte, holte sich K. Wendt- landt mit Rpf.-Tiefd. den Gesamtsieg vor Lahde-Rpf., Peuss-Stab u.a. Im Juni ging der 4. Lauf vor sich, ein 2000-m-Rennen. Wieder gab es ein totes Rennen zwischen dem Wendtland-Rpf.-Td. und dem Peuss-Stab. Entsprechend der Jah- reszeit wurde das Resultat, 12 Flüge für die Rennstrecke, auch besser. Rs muß hier ein bestimmtes Ziel angeflogen werden. Kursabweichungen müssen stets rechtzeitig korrigiert werden. Ein solcher Flug stellt also hohe Anforderungen an das technfsche Wissen und die Geistesregsamkeit der Konkurrenten. Im Perchalla-Erinnerungsrennen wurde den Rümpfen 1/10 der Strecke als Vorgabe gutgebracht. Jedoch zeigte schon der Stand des zu %4 Teilen erledigten Rennens (d. Gewitter abgebrochen) den merklichen Ausgleich der Vergütung, denn die Rümpfe von W. Krause und R. Lahde lagen in Front. Im Febr. 1930 wurde auch der große Gleiter von H. Winkler und H. Kirschke restlos zu Bruch geflogen. In seinen letzten Stunden gab er noch 7—9 Sek. her. Der Starthügel war nur 8 m hoch, dazu wehte nur eine Windstärke von 5 m. R. Lahde erflog hier mit seinem leichten Rpf. „Milan“ vier Rekorde. Dist.- Hdst. mit 522 m; Dist.-Bdst. mit 374 m; Dauer-Hdst. mit 70 Sek. und Dauer-Bdst. mit 80% Sek. Damit war die Landflugsaison geschlossen, und das Wassertrai- ning begann. Bei seinen Probeflügen verbesserte K. Wendtland den Wasser- dauerrekord mit 3 Schw.-Stab auf 14 Sek., im Wettbewerb selbst schraubte ihn Seite 112 „FLUGSPORT“ Nr. 6 dann C. Sturtzkopf mit Boot-Stab auf 172); Sek. Auch hier war der Haken- abstand auf 80 cm festgesetzt und alle Bewerbsflüge mit Handaufzug zu fliegen. Die Rekorde sind ebenfalls so gestartet. Weil die Beteiligung nicht die ge- wünschte Höhe erreichte, wurde der Wettbewerb auf zwei Läufe reduziert. Je einen gewann K. Wendtland und C. Sturtzkopf. M. Haller wurde beide Male Dritter mit 2 Schw.-Stab-Hochd. R. Lahde konnte sein zweimotoriges Tiefdecker- Boot nicht frei bekommen. Einige andere Bewerber wurden nicht mehr fertig zum Bewerb. Einfache und hochprofilige Flächen fanden mit gleichen Erfolgen Anwendung. Im August fand als Uebergang ein gemischter Bewerb statt, der Sturtzkopf-Geschicklichkeitsflug. Es cab einen heißen Endkampf zwischen den Peuss-Stab und Krause-Rpf. Hiernach war die Karenzfrist der Stäbe abgelaufen. Hat eine Rakete im luftleeren Raum noch eine Wirkung, bzw. ist sie in die- sem überhaupt noch abbrennbar? Jedes Rückstoßfluggerät bewegt sich nach den drei Bewegungsaxiomen von J. Newton. Wirkung und Gegenwirkung sind stets einander der Größe nach gleich und der Richtung nach entgegengesetzt, oder die Wirkung zweier Körper auf- einander ist immer gleich und nach entgegengesetzter Seite gerichtet. In unserem Fall ist der eine Körper die Rakete und der andere die ausgestoßene Gassäule. Die Rakete stützt sich also nicht auf das sie umgebende Medium, sondern einzig und allein auf den ausgestoßenen Gasstrahl. Umgekehrt ist im Vakuum kein Luft- widerstand da, und gleiche Impulsgröße vorausgesetzt, kann die Rakete schneller ii e. weiter fliegen. Versuche (Birkeland 1905 Schweden, R. M. Goddard 1915/16 Ver. St. Amerika) haben dies selbstverständlich bestätigt. Damit ist zu- gleich die zweite Frage beantwortet, denn in beiden Fällen wurde der nötige Verbrennungsstoff den in künstlichen Vakuum arbeitenden (brennenden) Rake- tenmodellen zugeführt: bei Goddard war er in chemisch gebundener Form im Pulver enthalten, bei Birkeland frei (verflüssigter Stauerstoff) zugeführt. Segelilugzeugen ist, gemäß der Flughafen-Benutzungs-Ordnung für den Flug- hafen Berlin-Tempelhof, die Landung nur nach vorheriger Genehmigung der Flug- hafen-Gesellschaft gestattet. Vgl. Kapitel II, Abs. A, e. Der Müggelsee als Wasserilughafen ist schon mehrfach von den Flugzeug- firmen verwendet worden. Man beabsichtigt, um den Müggelsee eine Flughafen- anlage mit Hallen und Anlegerampen zu errichten. Nachtrag: In dem Artikel „Flugzeug Hopfner HS 29“ ist nachzutragen: Zum Betrieb dieses Flugzeuges dient ein Walter-Motor NZ 9. Literatur. Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Aircrait Instruments. Von C. J. Stewart. Verlag Chapman & Hall’s Covent Garden, London WC 2. Preis 21.— S. Wenn das Fliegen Allgemeingut werden soll, so muß zunächst die Sicher- heitsfrage restlos gelöst werden. Die Instrumentation eines modernen Flug- zeuges für den Luftverkehr ist daher eine andere als wie die der bisherigen Kriegsflugzeuge. In dem vorliegenden Buch sind in mustergültiger Weise alle die Instrumente für die Orientierung, Gleichgewichtserhaltung, Nachtiliegen, Meteorologie und alles, was dazu gehört, zusammengefaßt. Ebenso sind andere wichtige, die Sicherheit des Flugzeuges bedingte Organe, wie Rohrverbindungen, um Rohrbrüche zu vermeiden, Geschwindigkeitsmesser und andere Instrumente für die Sicherheit des Fluges behandelt. | Luitiahrtforschung. Band VI, Heft 1, Heft 2, Heft 3, Heft 4. Oldenbourg-Ver- lag, München, Glückstr.8. Preis Band VI, Heft 1 RM 6.60, Heft 2 RM 5.30, Heft 3 RM 5.40, Heft 4 RM 10.40. Nr. 6 „FLUGSPORT"“ Band VI, Heft 1 enthält: Ausbeulerscheinungen an ebenen, auf Schub be- anspruchten Platten. Von Franz Bollenrath, Aachen. Ultralumin. Von Franz Bollenrath, Aachen. . Heft 2 enthält: Ueber die Atmung des Höheniliegers. Von Wilh. Kaiser, Die Versuchsanordnungen für Gaswechselversuche. Von Wilh. Tamm, Kiel. Heft 3 enthält: Betriebsverhältnisse und Konstruktionsgrundlagen der Fesselballone. Von Wunibald Kamm. Heft 4 enthält: Die Gestaltung des Luftfahrtinotors. Von Wunibald Kamm. Der Einfluß des Triebwerksgewichtes auf die Flugleistungen. Von Martin Schrenk. Die Schwingungen auf dem Gebiet der Kurbelwellenschwingungen. Von Albert Stieglitz..Thermodynamische Aufgaben der Luftfahrtforschung. Von Kurt Löhner. Versuchseinrichtungen für Forschungsarbeiten an Fluzmotoren. Von Walter Jan- son. Aufzeichnung rasch verlaufender Druckvorgänge mittels des Verfahrens Seite 113 der halben Resonanzkurve. Von Kurt Schnauffer. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. 2 gebr. u. = für ein absturz- guterhalt. Anlaufräder sich. Kleinflug- zeug (ca. 4 Ztr. einschl. 1 Mann Bes., D.R.P.) zu kaufen gesucht. Bitte Gewicht und Rad- durchmesser angeben. Gg. Hatzel, Fürth in Bayern, Mondstraße 7. Ingenieurschule Altenburg Thür. & Maschinenbau — Elektrotechnik - Automobil- und Flugzeugbau 5 Die führende englische Luftfahrzeitung The Aeroplane (Direktor C. G. Grey) bringt regelmäßig die neuesten Errungen- schaften der Luftfahrzeug- und Motoren- Industrie aus aller Welt. „Das Blatt der Praxis“. Preis 35 sh pro Jahr franko Lieferung. Probehefte gratis. Administration of The Aeroplane 175, Picadilly, London W. 1. le document aeronautique bringt” Auszüge über die wichtigsten Veröffentlichungen auf dem Gebiete der Luftfahrt in der ganzen Welt. Prospekt frei Erscheint monatl. pro Num. 4 francs, Jahres-Abonnement 40 francs. Le Document A&ronautique 40, Quai des Cölestins, PARIS W Rieine Flugzeuge mit Motorantrieb und einige Segelilugzeuge zu kaufen gesucht. — Angebote erbeten an ing. Manßmann, Altenburg (Thür.) Karlstraße 23 | Birken-Flugzeug-Sperrhoizplatten 3» bezw. mehrfach wasserfest verleimt 0,8, 1, 1,2, 1,5, 2, 2!/a, 3, 4, 5, 6-8 mm, sowie HOLZBLECH Iiefert sofort ab Lager: Georg Herte, Berlin-Charlottenburg 1 Wilmersdorferstr. 143/144 Fernsprech-Sammeinummer: C 4 Amt Wilhelm 5841 Telegr.» Adresse: Fliegerhölzer Berlin I. u. 1. Band der | PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis je RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport“ Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 Aeronautics ist die am meisten abonnierte Flugzeitschrift der Vereinigt. Staaten. Amerikaner, welche sich über den Fortschritt im Flugwesen orientieren wollen, lesen die Aeronautics. Deutsche, welche das amerikanische Flug- I wesen in Technik und Industrie kennen lernen wollen, finden einschlägige Artikel und Inserate in den Aeronautics. BE Abonnementspreis für 1 Jahr M. 14.70; I für 2 Jahre M. 27.30. Bestellung an Aeronautics, 608 South Dearborn Street, Chicago, Illinois, U. S. A. oder an den Flug- sport, Bahnhofsplatz 8, Frankfurt a. Main. u ’ Mi: N - . 73 „= Ss LUGMOTOREN SI? E Ay Lou " ) mn, O Jim SIND ZUVERÜSSIC Selbst in der Rückenlage arbeiten sie unverändert zuverlässig. So konnte der Jungflieger Achgelis eine neue Höchstleistung im Rückenflug von 37 Minuten Dauer auf Focke - Wulf-Kiebitz mit SH 13 aufstellen. N. = Iventblltannssscittl Kan hu. 2 lin... Pr GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \ ' VON OSHAR, URSINUS =» CIVIL-ING. IININNNNININ IUHDINEDN | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 770' Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, “nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 7 2. April 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 16. April 1930 Flugzeug-Konstrukteur-Hilfsgemeinschaft. Durch den Aufruf in Nr. 2 des „Flugsport“ sind eine Menge Be- reitwilligkeitserklärungen eingegangen. Es sind auch bereits sehr Der .. schöne Erfolge zu verzeichnen. Mehrere Baugruppen und einzelne Kompass Miniatur-Modelle Flugzeugbauer sind mit Flugzeug-Fachingenieuren, die ehrenamtlich | Br als Tischschmuck, Kühlerfiguren, Ehrenpreise ihre Kraft zur Verfügung zu stellen sich bereit erklärt hatten, zusam- , 1eS Echte Bronzen mengebracht worden. Die Namen sollen erst bekanntgegeben werden, Siegers Plakeiten, Abzeichen wenn die Flugzeuge fertig sind, damit die Beteiligten durch gewisse 0 im Einflüsse von dritter Seite nicht gestört und behindert werden. internationalen NEUE REICH ILLUSTRIERTE PREISLISTE Inzwischen sollen folgende Fragen in den folgenden Nummern dis- Me Rundflug. Ausstellungs- und Unterrichts-Modelle kutier Eyerden: ht-Shortil kreit A absestrebt od .. . Soll das Leicht-Sportflugzeug freitragend, abgestrebt oder ver- ZURN, JACKENKROLL & Go,, 6. m. B. ı. FRIEDRICH ALLIHN spannt werden ? erlin itterstr. önh. 3905 . . . u: . eRnR grzBERLIN W 3 D ENKENSTR il? a a Zeafluuhaten Tempeihof B. Ein- oder Doppeldecker? Wichtig wegen Unterbringungs#, \ . Wiederverkäufer gesucht! Transport- und Notlandemöglichkeit etc. “ BORD-INSTRUMENTE C. Einteilung der Flugzeuge, nach Motorleistung, Hubraum oder Die konkurrenzlose EINHEITS-SCHREIBMASCHINE . EREZUN für Büro und Heim und Reise bestimmter Formel, die Hubraum, Kompressionsgrad und Tourenzahl oder nur Motorgewicht, evtl. auch Konstruktion der Flugzeugzelle berücksichtigt. , “ Ursinus. | Curtiss „Tanager“. Das im Gugrgzenheim-Sicherheits-Wettbewerb an erster Stelle klassifrzierte Flugzeug Curtiss „Tanager“ ist in den Curtiss Aeroplane and Motor Co. in Garden City, Long Island, New York, gebaut. Die- ser Doppeldecker, ein zweisitziges Kabinenflugzeug zeigt, wie die Ab- aus Stahl ee bildungen erkennen lassen, ungewöhnliche Form, hervorgerufen durch Unerreicht in Leistung und Preis KERTELTERET die Gestalt des Rumpfes, die Anordnung einer neuen Art von Quer- MERZ-WERKE, FRANKFURT A. M.-R. m Auch in monatlich. Raten zahlbar /8 rudern und Schlitzflügeln und Klappen. Die an dem Unterflügel befindlichen, durch ein Gegengewicht im Innern des Flügels ausbalancierten Querruder stellen sich automatisch in eine Lage parallel zu dem Wind, der durch das Flugzeug im Flug hervorgerufen wird, ein. Gleichzeitig können sie durch Betätigung des Der 11. Rhön SegelSiug- Wettbewerb Sindet vom 9. bis 24. August statt. Seite 116 „FLUGSPORT“ Nr. 7 Führers gegenseitig verstellt werden (vgl. die Abb.). Das Profil dieser Querruder ist symmetrisch und ist auf den Auftrieb des Flugzeuges ohne Einfluß. An der Nase des Ober- und Unterflügels sind über die ganze Spannweite Schlitzflügel vorgesehen. Das bewegliche Schlitzflügel- stück kann reguliert werden, so daß die Schlitzklappen sich in gleichen oder verschiedenen Winkeln öffnen können. Die Verstellung beim Start gestattet eine Oeffnung von 12° und beim Fliegen von 16°. Um ein ruckweises Schließen zu verhindern, sind Gummipuffier einge- schaltet: An der Hinterkante der Flügel sind von Hand verstellbare Klap- pen mit einem davor liegenden Schlitz angelenkt. Die Verstellung dieser Klappen geschieht vom Führersitz aus durch eine selbsthem- mende Kurbel, welche bei vollem Ausschlag des Ruders zehnmal her- umgedreht werden muß. Besonderer Wert wurde auf die Abfederung des Fahrgestells ge- legt, das mit Oleo-Stoßdämpfern versehen ist. Der Federungsweg ist doppelt so groß wie bei normalen Flugzeugen. Ebenso ist die Höhenleitwerksfläche mit Rücksicht auf die großen Verstellvoreänge am Tragwerk in außerordentlich weiten Grenzen verstellbar. Die beiden Flügel sind mit N-Stielen aus Aluminium-Profilrohr verstrebt und verspannt. Die Querruder sind durch V-Streben gegen den Oberflügel verstrebt. An der untersten Spitze des V ist das Quer- ruder drehbar gelagert. Die Flügel mit Kastenholmen und Holzrippen und Leinwandbespannung zeigen den üblichen Aufbau. Die Klappen an der Hinterkante des Flügels sowie Spaltflügelklappen und Quer- ruder sind aus Duralumin mit Leinwand bespannt. Höhenleitwerk sowie Höhen- und Seitenruder sind aus Stahlrohr. Das Höhenleitwerk kann vom Führersitz aus verstellt werden. Rumpf gemischt aus Stahlrohr und Duralumin, teilweise ver- spannt. Rumpfquerschnitt viereckig mit äußerem Verkleidungsaufbau auf rundem Querschnitt. Führersitz in der Kabine liegt vorn. Curtiss Tanager, Nr. 7 „FLUGSPORT“ Seite 117 Curtiss Tanager Staudruck- rohr mit geöffneten Spalt an der Vorderkante und herunter- gezogenen Flügelklappen. Motor 6-Zylinder-Curtiss-Challenger, luftgekühlt, 176 PS bei 1830 Umdrehungen. Holzluftschraube Hamilton, Handstarter Eclipse. Zwei Betriebsstoffbehälter miteinander in Verbindung stehend, seitlich undam Boden des Rumpfes, fassen 240 | Betriebsstoff. Oelbehälter 221. Spannweite Oberflügel 13,3 m, Unterflügel 7,8 m, Gesamtlänge 8 m, Höhe 3,3 m, Flügeltiefe 1,5 m, Flügelabstand 1,72 m. Staffelung Curtiss Tanager. Lagerung und Antrieb des rechten Ouerruders. Seite 118 „FLUGSPORT Nr. 7 "19PNLIONO in Curtiss Tanager. Fahrgestellabfederung. 0,725 m, Anstellwinkel Ober- und Unterflügel 2°, V-Stellung der Flü- gel 4°, Flügelinhalt mit Klappen 31m’, Querruderinhalt 41 m’. Leergewicht 880 kg, voll belastet 1280 ke. Minimalgeschwindigkeit Schlitze offen, Klappen unten 48 km. Schlitze offen, Klappen neutral 54,5 m. Schlitze geschlossen, Klappen neutral 66 km. Schlitze geschlossen, Klappen unten 56 km. Minimalgleitgeschwindigkeit Schlitze. offen, Klappen unten 59 km. Schlitze offen, Klappen neutral 67,7 km. Schlitze geschlossen, Klappen neutral 78,5 km. Schlitze geschlossen, Klappen unten 64,8 km. n Höchstgeschwindigkeit 180 km, Startlänge bei ruhiger Luft 90 m, Auslauf in ruhiger Luft 27 m, Steigfähigkeit 180 m in der Minute. Gleitwinkel, flachster 6°, steilster 14°. Englischer Halton-Meteor „Schwanzlos“. | Der Halton-Aero-Club in England hat in Anlehnung an den be- kannten Pterodaktyl von Kapitän Hill ein schwanzloses Flugzeug ge- baut, welches nach der Zeitschrift „Flight“ in den Konstruktionsein- Nr. 7 „FrLUGSPORT“ Seite 119 zelheiten sich jedoch von dem Hillschen Flugzeug unterscheidet. Die pfeilförmig gestellten Flügel sind gegen die Oberseite des Rumpfes und gegen das Fahrgestell, bestehend aus zwei hintereinander liegen- den Rädern, verspannt. Das vordere Laufrad mit der Verkleidung ist steuerbar, so daß auf dem Boden das Wenden erleichtert wird. In der Luft soll die Verkleidung als Ruder wirken. Im Rumpf ist vor und hinter dem Führer je ein Bristol-Cherub-Motor mit Zug- und Druck- schraube eingebaut. Die an den Flügelenden sitzenden Ruder dienen bei gleichmäßiger Betätigung als Höhenruder und bei wechselseitiger Betätigung als Querruder. Vor der Flügelnase sind automatische Spaltflügel, ähnlich denen von Handley Page, angeordnet. Der Hal- ton-Meteor ist bereits 1928 fertig geworden, mußte jedoch mehr- fach abgeändert werden. Geschwindigkeit soll angeblich minimal 40 km und maximal 200 km betragen. Amerikanischer Bellanca Pacemaker, Typ 1930. Der Bellanca Pacemaker, gebaut von der Bellanca-Aircraft Corp., ist aus dem Typ Bellanca Ch. hervorgegangen. Dieser Typ wird in drei Ausführungen, einmal als Passagierflugzeug, als Fracht- und als Wasserflugzeug geliefert. Beim Frachtflugzeur werden die vorderen Sitze in der Kabine als Frachtraum benutzt, während die weiteren Sitze beibehalten sind. Die abgestrebten Flügel sind in Holzkonstruk- tion, der Rumpf mit sechs Sitzen ist in Stahlrohr gebaut. Fahrgestell in W-Form, abgestrebt mit hydraulischem Stoßdämpfer. Laufräder 12X4 Zoll. Unter dem hinteren Leitwerk ein abzefedertes Spornlauf- rad. | Io Een > 3 Schwanzloses englisches Flugzeug Halton-Meteor. Amerikanisches Bellanca-Pacemaker-Land- und Wasserilugzeug Typ 1930. Seite 120 „FLUGSPORT” Nr. 7 Spannweite 14 m, Länge 8,4 m, Leergewicht bei der Landmaschine 1050 kg, Wasserflugzeug 1280 kg, voll belastet 1950 kg. Motor Wright Whirlwind J 6300 PS, Schraube Hamilton oder Standard Steel ver- stellbar, Höchstgeschwindigkeit Landmaschine 230 km, Wasser- maschine 218 km, mittlere Geschwindigkeit 193 km (175 km), Aktions- radius 7 Std. 1350 km, Wassermaschine 61% Std. 1100 km. Amerikanischer Western-Sternmotor, Typ 7-Z., 170 PS. In Amerika hat.man seit kurzer Zeit begonnen, Flugmotoren mit seitlich gesteuerten Ventilen zu bauen. Die Verwendung von seitlich gesteuerten Ventilen gestattet vor allen Dingen eine gedrungenere Bauweise, kleinsten Sterndurchmesser und! damit geringeren Luft- It Y IR x Amerikani- , 7% scher Z 17 Western- Sternmotor 170 PS. widerstand, ferner Verringerung der Einzelteile. Die Western Enter- prise Engine Company in Los Angeles hat einen 7 -Zyl.-Sternmotor her- ausgebracht, welcher bei 1800 Umdrehungen 170 PS leistet. Die Zy- Gewichtsabnahme der englischen Napiermotoren in den letzten 10 Jahren. Rechts der englische Napier-,Cub“-Motor vom Jahre 1921, 1000. PS, 1120 kg, links Napier-Rennmotor, letzte Type 1930, der 1275 PS entwickelt und nur 515 kg wiegt. Infolge der kleineren Abmessungen ist der Stirnwiderstand bedeutend: ge- ringer. PATENTSAMMLUNG 1930 des OLSEN Band Il No. 19 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 490525; 491274, 456, 934; 492550, 639; 493376, 436. Flugzeuge ohne Motor (Gruppe 1—2). b 1 Pat. 490525 v. 16. 10. 26, veröff. 31. 1. 30. Dipl.-Ing. Hermann John, Erfurt. Vorrichtung zur Unschädlichmachung der im Fesseldrahte von Flugkörpern durch den anf diese ausgeübten Winddruck auftretenden Zugkräfte. Die Verwendung von an Stahldrähten gefesselten Flugkörpern bei der aerologischen Beobachtung er- zeugt infolge der zunehmenden Ausbreitung und Ver- dichtung der Starkstromleitungsnetze Gefahren, wenn die oft mehr als 20 km Stahldraht in der Luft tra- genden Flugkörper bei plötzlich auftretendem star- kem Winde abreißen. Hierdurch ist man gezwungen, dickeren Fessel- draht zu verwenden, wodurch infolge des höheren Drahtgewichtes die Leistungsfähigkeit der Beobaciı- tungstechnik vermindert wird, da nur noch kleinere mittlere Meßhöhen erreicht werden können. Die Erfindung bezweckt, eine Erhöhung der mitt- leren Meßhöhe zu erreichen bei gleichzeitiger Stei- gerung der Sicherheit des aerologischen Betriebes. Um die schädlichen Folgen eines zu großen Wind- druckes auf den Drachen zu beseitigen braucht man nur die Unterfesselung U (Abb. 1) des Drachens D von dem der Oberfesselung O und der Unterfesselung U gemeinsamen Koppelungsprodukt K zu lösen. Dann hängt der Drachen D nur noch an der Ober- fesselung O, legt sich hierdurch fast horizontal in den Wind, fällt einige hundert Meter herab und übt keinerlei nennenswerten Zug mehr auf den Fessel- draht T aus, in 5 ist der Apparatedrachen Di in der nach dem Schlippen der Unterfesselung Uı entstan- denen Fluglage gezeichnet, Auf diesem Verhalten beruhte eine Anzahl be- kannt gewordener selbsttätig wirkenden Sicherheits- vorrichtungen. Es wurde z. B. in die Unterfesselung ein Drahtstück eingeschaltet, das bei einer bestimm- ten Zugbeanspruchung. riß und dadurch den Drachen in die erwähnte flache Lage zum Winde brachte. Diese und ähnliche selbsttätige Vorrichtungen haben sich richt in den praktischen Betrieb einführen können, da sie in wichtigen Betriebsfällen versagen mußten. Durch vorübergehendes rasches Einholen einer Reilıe in der üblichen Weise hintereinandergeschalteter Drachen wird absichtlich vorübergehend eine Stei- gerung des relativen Winddrucks auf die Drachen erzeugt, um @iese durch künstlich erzeugtes „An- segeln“ in einen größeren Höhenwinkel und damit in eine größere Höhe und in eine dort befindliche Schicht mit größerer Windgeschwindigkeit hineinzu- bringen. Der relative Winddruck auf den einzelnen Drachen wurde während dieses Ansegelmanövers, cb- wohl gewollt und künstlich erzeugt, schon hoch genug, um die selbsttätige Schlippvorrichtung in Tätigkeit treten zu lassen, wodurch der Erfolg des Aufstieges vereitelt wurde. Umgekehrt trat häufig der Fall ein, daß viele Drachen in nur leicht auffrischen- dem Winde eine mäßige Erhöhung ihrer Einzelzüge erlitten, deren Summe aber den Fesseldraht zum Reißen brachte, ohne daß an einem einzigen der Drachen die selbsttätige Schlippvorrichtung in Tät!g- keit trat. Gerieten Fesselballone in eine während des Auf- stieges !aufgetretend bodennahe Schicht starken Windes, so war man bisher auch hier der Abreiß- gefahr gegenüber völlig machtlos. Die Erfindung beseitigt alle diese Mängel gleich- mäßig für beide Arten der bekannten aerologischen Flugkörper, die Drachen und Fesselballone, und zwar für alle Betriebsfälle. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur Unschädlichmachung der im Fesseldrahte von Flugkörpern . durch den auf diese ausgeübten Winddruck auftretenden Zugkräfte, da- durch gekennzeichnet, daß durch einen durch den Fesseldraht des Flugkörpers geleiteten Primärstrom über eine Sekundärspule eine am Flugkörper Ange- brachte, die Herabsetzung der Zugkraft bewirkte Vor- richtung ausgelöst wird, 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Auslösung der Vorrichtung gleich- zeitig oder in beliebigen Zeitabständen nacheinander an mehreren, an gemeinsamem Fesseldrahte befestig- ten Flugkörpern erfolgt. - 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die die Herabsetzung der Zugkraft be- wirkende Vorrichtung aus einer Sprengkapsel (Z) be- steht, die in die Unterfesselung (U) eines Drachens (D) eingehängt ist, und nach ihrer Auslösung die Unterfesselung (U) von dem gemeinsamen Koppelungs- punkte (K) der Ober- und Unterfesselung abtrennt. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 3, dadurclı gekennzeichnet, daß die Sprengkapsel (Z) zwischen Fesseldraht (T) und Halteleinen (Hı) eines Fessel- ballons eingeschaltet ist, und nach ihrer Auslösung die Reißbahn (R) des Fesselballons (B) abtrennt. Seite 74 PATENTSAMMLUNG des .FLUGSPORT Nr. 19 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 4 dadurch ge- kennzeichnet, daß unterhalb der Sprengkapsel (Z) au den Fesseldraht (T) eine die Reißbahn (R) des Bal- lons (B) auf reißende Zugleine (He) derart einge- schäkelt ist, daß der 'entleerte Ballon (B) durch die Zugleine (H2) und der einerseits an der Zugleine (He), andererseits am Ballon (B) selbst befestigten Reiß- bahn (R) mit. dem Fesseldrahte (T) in Verbindung bleibt. . 6. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 5, dadurch ge- kennzeichnet, daß mit einem Stromstoß an zwei oder mehreren an einem gemeinsamen Fesseldrahte (T) be- festigten Flugkörpern gleichzeitig die mit dem äußer- sten Flugkörper verbundene Sprengkapsel (Zı) und eine an dem nächsten Flugkörper angebrachte Hilfs- sprengkapsel (Z’2) entzündet wird, die einen Ver- zögerungsschalter (L’2) auslöst, der nach Ablauf einer willkürlich einzustellenden Zeit durch Schließen ein®s Kontaktes (M’2) die Stromleitung zur Hauptspreng- kapsel (Ze) des nächsten Flugkörpers schließt, die durch einen nach Ablauf der Verzögerungszeit in den Fesseldraht (T) einzuleitenden zweiten Stromstoß in Tätigkeit tritt, wobei die Reihenfolge des Auslösens der Schlipp- oder Reißvorrichtungen an den einzelnen Flugkörpern (D, B) beliebig vor dem Auistiege fest- gelegt werden kann. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- ‚Alächen und Kraftantrieb, Gruppe 3—24). b 4 Pat. 493436 v. 24.4.25, veröff. 10.3. 30. Sven Lindequist, Berlin. Fingzeng- trag- oder -triebflügel. . Patentansprüche: oo 1. Flugzeugtrag- oder -triebflügel, der in eine An- zahl gestaffelter, durch düsenartige Kanäle voneinan- der getrennter Teilflügel zerlegt ist, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Formgebung der tragenden Flügel- teile nach dem im:-Bereiche des normalen: Anstell- winkels für den- Auftrieb günstigen Abschnitt eines für den Trag-: oder Triebflügel gewählten Profiles: er- folgt, und zwar so, daß das Maximum: des Auftriebes, solange der Gesamttrag- oder -triebflügel sich im nor- malen Anstellwinkelgebiet befindet, bei den freiliegen- den Flügelteilen (a) in bezug auf den Fahrtwind, bei den innerhalb der düsenartigen Kanäle liegenden Flü- gelteilen (b) in bezug auf die Richtung der die Ka- näle durchströmenden Luft erreicht wird, während die den tragenden Flügelteilen gegenüberliegenden Leit- flächen (c) nach dem außerhalb des Bereiches des normalen Anstellwinkels liegenden Profilabschnitt ge- formt werden. 2. Flugzeugtrag- oder -triebflügel nach Anspruch 1, cadurch gekennzeichnet, daß der hintere Teil der ein- Abb 4 zelnen Teilflügel mit Ausnahme des letzten eine der- artige Wölbung besitzt, daß sie bei Einstellung des Systems innerhalb des günstigsten positiven oder negativen Anstellwinkels sich im Verhältnis zu dem von dem nächsten Teilflügel erzeugten Auftriebswind immer im Gleitflug nach abwärts befindet. - 3. Flugzeugtrag- oder -triebflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Teilflügel nıit Ausnahme des ersten an der Oberseite des vorde- ren Endes eine Wölbung mit umgekehrtem Anstell- winkel besitzen, dessen Größe so gewählt ist, daß er im Verhältnis zu seiner Widerstandszahl die kleinste nach unten gerichtete Kraftkomponente ergibt und einen Luftstrom gegen die untere \Völbung des be- nachbarten Teilflügels erzeugt. 4. Flugzeugtrag- oder -triebflügel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der engste Querschnitt des Zwischenraumes der Teilflügel in einem für alle Zwischenräume gleichen Verhältnis zur Länge der oberen und zur Länge der unteren Wöl- bung der Zwischenraumbegrenzungsflächen steht, z.B. 12:80 : 40, wobei 80 die Länge der oberen Wölbung, 12 die Breite des Zwischenraumes an der engsten Stelle und 40 die Länge der unteren Wölbung be- zeichnet. 5. Flugzeugtrag- oder -triebflügel nach Anspruch 1 mit dickem Profil, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe der düsenartigen Kanäle in einem bestimmten Verhältnis zur Flügeldicke steht, derart, daß einer eroßen Flügeldicke ein großer Düsenquerschnitt ent- spricht und demgemäß im vorderen Teile des Flügels srößere Düsen als im hinteren Teile vorgesehen sind. 6. Flugzeugtrag- oder triebflügel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Systeme von solchen unter- und hintereinander angeordneten Teilflügeln. 7. Flugzeugtrag- oder -triebflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilflügel gegen- 'einander hebbar oder senkbar sind. 8. Flugzeugtrag- oder -triebflügel nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilflügel in bezug aufeinander verstellbar an einem Gelenkparalle- loeramm derart angeordnet sind, daß die Gewichte und die sonstigen auf die Stellvorrichtungen einwir- kenden Kräfte sich in der Stellvorrichtung ausgleichen. 9, Trieb- oder Hubschraube mit verstellbaren Flü- geln nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Aenderung der Entfernung zwischen den Blät- tern zugleich der Anstellwinkel geändert wird. b Pat. 492550 v. 22. 3. 25, veröft. 24. 2. 30. Kuno Funke, Berlin-Wilmers- dori. Vorrichtung zur Erhöhung des Auftriebes von Abb. ı III IE ı Nr. 19 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 75 Fingzeugen mittels schnell umlanfender Walzen oder Schaufelräder. Patentansprüche: 1. Vorrichtung der Erhöhung des Auftriebes von Flugzeugen mittels schnell umlaufender Walzen oder Schaufelräder, dadurch gekennzeichnet, daß die Um- laufkörper, deren Drehsinn an ihrer oberen Seite in der Flugrichtung liegt, zwischen den Flügeln eines Zweideckers angeordnet sind. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Umlaufkörper von dem oberen Flügel und über dem unteren Flügel angeordnet ist. 3. ‚Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Umlaufkörper an seiner obe- ren Seite, insbesondere oben vorn, durch einen Wind- schirm, eine Vorwölbung des Flügels oder eine Höh- lung in dem Flügel abgedeckt ist. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Umlaufkörper einen läng- lichen ‘oder flachen Querschnitt hat. 5. Vorrichtung “nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Flügel in an sich be- kannter Weise ganz oder zum Teil mit Längs- oder Querschlitzen oder Oeffnungen versehen ist. bis?“ 491934 v.'5. 1. 28, veröff. 14. 2. 30. Arnold Seidel, Berlin-Charlottenburg. Motorenanordnung für Flugzenge mit mehreren hintereinander angeordneten Motoren. Es ist bekannt, mehrere Motoren mittels einer An- zahl Transmissionen auf eine gemeinsame Luftschrau- benwelle derart arbeiten zu lassen, daß einzelne Mo- toreinheiten abgeschaltet werden können. Bei der Erfindung wird der gleiche Zweck unmittelbar durch die Bauart der Kurbelwellen erreicht, so daß es mög- lich ist, einen normalen Zweireihen-Sternmotor als Zwillingsmotor zu bauen, der mit Ausnahme der Kurbelwellen aus vollständig selbständigen Motor- einheiten besteht. In Verbindung mit einer Luft- schraube, die in der Luft zuverlässig zu verstellen ist, dürfte ein Triebwerk nach der Erfindung mit zentralem Antrieb des Flugzeuges einen hohen Grad von Betriebssicherheit ergeben, und zwar um so mehr, als eine Verstellschraube einen weit niedrigeren Drosselflug ermöglicht, wodurch hohe und kritische Drehzahlen der Kurbelwelle und somit ein Bruch der Kurbelwelle vermieden wird. Unter Zugrundelegung eines Zweireihen-Stern- motors ergibt sich noch nicht einmal ein Mehr- gewicht der Gesamtanlage, da bei der Kraftreserve eines modernen Flugzeugmotors die halbe Motor- leistung bei Stillegung des defekten Motors vollkom- men für die Sicherheit ausreicht. 1% ISK Patentansprüche: 1. Motorenanordnung für Flugzeuge mit mehreren hintereinander angeordneten Motoren, bei der die Kurbelwellen. der einzelnen Motoren direkt gekuppelt sınd, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbelzapfen (c, d) an Exzenterscheiben (e, f und g, h) sitzen, die mit den Kurbelwangen (q, vt, v2) lösbar und derart versetzbar verbunden sind, daß die’ Kurbelzapfen bei eingekuppeltem Motor in ihrer normalen exzentrischen Stellung, bei ausgekuppeltem Motor gleichachsig mit der Propellerwelle liegen. 2. Motorenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsstellung und die Nullage des versetzbaren Kurbelzapfens durch eine federnde Arretierung (t1) gesichert sind und die Be- triebsstellung gegenüber der Nullage um 1809 plus dem ungefähren Frühzündungswinkel versetzt ist. 3. Motorenanordnung nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegengewichte (vi, wi und v?, w?) der Motorschwungmassen auf die Triebwelle und den versetzbaren Kurbelzapfen der- art verteilt sind, daß sie sich bei ausgekuppeltem \otor und weitergetriebener Welle auch unterein- ander ausgleichen. 4. Motorenanordnung nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbelexzenterschei- ben (e, h) und die zugehörigen Gegengewichte (wi, w2) mit einem Schlitz (x) versehen sind. 5. Motorenanordnung nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß -der am weitesten zu- rückliegende Motor mit dem davorliegenden Motor durch eine konzentrische Sperrverzahnung und gleich- zeitige Vernietung beider Flansche derart gekuppelt ist, daß bei auftretendem \Widerstande im umgekehrten Drehsinne die Nieten abgeschert werden und die Sperrverzahnung ausrückt. b23 Pat. 491274 v. 26. 7. 27, veröff. = 8. 2. 30. Friedrich Mannebach, Des- sau. Anordnung von Schützensitz und Waffe bei schnell bewegten Fahrzengen, insbesondere Fiugzengen. Patentansprüche: 1. Anordnung von Schützensitz und Waffe bei schnell bewegten Fahrzeugen, insbesondere Flugzeu- gen, bei der Schütze und Waffe ein um eine hori- zontale, gegebenenfalls auch vertikale Achse schwenk- bares System bilden, dadurch gekennzeichnet, daß die horizontale Schwenkachse des Systems in oder über dessen Schwerpunkt liegt. 2. Anordnung nach Anspruch 1 für Flugzeuge, ze- kennzeichnet durch eine solche Lagerung Jes Sy- stems, daß an einem Hebelarm ein Uebergewicht be- 663 ER Seite 76 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 19 steht, das die Verschwenkung des Systems nach einer bestimmten Richtung erleichtert und gegebenenfalls zur Kompensierung dieser Verschwenkung entgezen- wirkender Luftkräfte dient. Flugzeugunterbau (Gr. 40—47). b47 Pat. 492639 v. 18. 8. 28, veröft. 25. 2. 30. Knorr-Bremse Akt.-Ges., Berlin-Lichtenbere. Bremsvorrichtung für Fingzenge. Patentansprüche: 1. Bremsvorrichtung für Flugzeuge zur Abbrem- sung des Auslaufes und zur Lenkung des Flugzeuges während des Auslaufs, bei der als Bremsmittel Druck- luft zur Anwendung gelangt, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Beaufschlagung und zur Entlüftung der Bremszylinder erforderlichen Steuerventile durch ein Kegelradgetriebe beeinflußt werden, das eine gleich- zeitige und eine wechselseitige Betätigung der Steuer- ventile zwecks Verkürzung des Auslaufweges und zwecks Lenkung während des Auslaufs zuläßt. 2. Bremsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kegelradgetriebe aus zwei in einem Gehäuse (14) drehbar gelagerten, ihre Dre- hung auf Betätigungshebel (20, 21) für die Steuer- ventile (7 und 8) übertragenden Kegelrädern (18 und 19) besteht, die mittels eines durch eine Handhabe (16) und Welle (15) betätigten Kegelrades (17) zwecks Bremsung zusammen mit dem Gehäuse (14) um die Lager in gleichem Richtungssinne, zwecks Lenkung innerhalb des Gehäuses im entgegengesetzten Rich- tungssinne gedreht werden. Abb.1. Abb.2 Abb. 3 2137 b 4 Pat. 493376 v. 25. 9. 28, veröff. 6. 3. 30. Knorr-Bremse Akt.-Ges., Ber- lin-Lichtenberg,. Druckinftbremse für Fing- zenglaufräder mit Lenkstenerung durch ein Kegelrad-Differential. Patentanspruch: Druckluftbremse für Flugzeugräder mit Lenksteue- rung durch ein Kegelrad-Differential nach Patent 462639, dadurch gekennzeichnet, daß die Differen- tialdrehbewegung durch Seitenruderfußhebel-Ausschlag bewirkt wird, jedoch nur dann, wenn der Brems- hebel (16) in Wirkungslage ausgeschwenkt ‘ist, und zwar durch Verbindungsglieder (25, 26) zwischen den Seitenruderfußhebeln (27, 28) und einem Joch (24, 23) am Bremshebel (16), die in Unwirksamkeitslage des Bremshebels toten Gang haben. Sonstiges (Gr. 48-51). b31 Pat. 491456 v. 20. 3. 27, veröft. 12. 2. 30. Raab-Katzenstein Flugzeug- werke G. m. b. H., Kassel-Bettenhausen. Anschlnßvorrichtung für Filngzengzüge. Man hat bereits vorgeschlagen, ein Flugzeug mit einem angehängten Flugzeug durch eine auch während der Fahrt auslösbare Verbindung zu kuppeln. Hierzu wurde bei einer amerikanischen Bauart “ auf dem führenden oder Motorfahrzeuge ein über die ganze Länge sich erstreckender Hohlkörper ange- bracht, wo hindurch ein Teil des Zugseiles geführt ist. Demgegenüber betrifft die vorliegende Erfindung cine eigenartige Befestigung des Zugseiles im Innern des Hohlkörpers in der Nähe seiner Wurzel, wobei das Auslösen vom Führersitz aus geschieht. Patentanspruch: Anschlußvorrichtung für Flugzeugzüge, bei der die Enden des Zugseiles im Innern von an den Rümpfen angelenkten, je über die ganze Länge des Flugzeuges sich erstreckenden Hohlkörpern befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslösen des Zugseiles durch eine Ausschaltung (g) bewirkt wird, die an der Wurzel des das Zugseil (d) führenden Hohlkörpers (a) angebracht ist und vom Führersitz aus betätigt wird. Pat. 491456 Pat. 493376 Abb 1 AbELZ Pat.-Samml. Nr. 19 wurde im „FLUGSPORT“ XXH., Heft 7, am 2. 4. 1930 veröffentlicht. Nr. 7 „FLUGSPORT“ Seite 121 linder sind aus Stahl mit aufgeschraubtem Kopf aus Alumin mit ein- gewalzten Bronzeventilsitzen. Die Ventile werden durch eine Nocken- scheibe mit Zwischenhebeln betätigt. Der Aufbau des Motors ist da- her, wie die Abbildung erkennen läßt, außerordentlich einfach. Hub 180 mm, Bohrung 143 mm, erößter Sterndurchmesser ZKONSTRUKTIONS “EINZEBHEITEN Kühlung des Auspuffrohrs. Buffalo N. Y., den 7. März 1930. Bei längeren Flügen mit unse- rem Club-Flugzeug fing das Aus- puffrohr stark an zu glühen. Ich habe erfolgreich in folgender Weise Abhilfe geschaffen. An der Bie- gung des Auspuffrohrs (das natür- lich in der Fahrtrichtung liegen muß) habe ich, wie die nebenste- hende Abbildung zeigt, ein trichter- förmiges Stück Rohr eingeschweißt, Es ergaben sich folgende Vorteile: ‚Schneller Abzug der heißen Ab- gase durch den kalten Luftstrom, Ansammlung von Gas oder Oel, welches zur Eplosion führen konnte, wurde vollkommen vermieden. In dem Raum AB wurde ein starker Unterdruck festgestellt und damit auch eine höhere Drehzahl. A. Rappel. Aenderung des Führersitzes im Schulllugzeug „Zögling“ der R.R.G. . (Aenderung Nr. 1.) Während des Schulbetriebes in der Fliegerschule Wasserkuppe im Sommer 1929 wurde eine Aenderung des Führersitzes des „Zög- ling notwendig, um Verletzungen durch die Knüppellagerung sicher verhüten zu können. Eine Polsterung des starren Teils der Knüppel- steuerung hatte sich nicht bewährt, da sie im günstigsten Falle ein Anprallen mildern kann. Um jedoch diesen Anprall ganz zu verhüten, wurde in Breite des Führersitzes ein schräg aufwärts geneigtes Brett dem Führersitz vorgebaut, derart, daß bei einem Vorwärtsrutschen ® —— Feng Bi ung. + ) nn m -— | | | | | Da nener Sitz Gefährlicher starrer Teil der Knüppel- lagerung. alter Site Schutz- vorrichtung am Führer- sitz des Zögling. d. R.R.G. „FLUGSPORT“ Nr. 7 Seite 122 des Führers dieser über die starre Knüppellagerung hinausgehoben wird. Der gelenkig aufgchängte Steuerknüppel weicht dabei nach vorn aus, ohne Beschädigungen hervorrufen zu können. Es ist not- wendig, dieses vorgebaute Brett nochmals gegen den Steuerkasten abzustützen in der Art der Befestigung des alten Sitzes. Die vor- stehende Abbildung zeigt gestrichelt die Art des neuen Sitzvorbaues. Hunderte von Schulflügen mit dieser Anordnung haben gezeigt, dab Verletzungen durch die Knüppellagerung hierdurch sicher verhütet werden. Stamer. Aus den Preußischen Verwaltungsordnungen für die Luitiahrt, V.d.s. P.Nr. 41. (Vorschriften der staatl. Polizei Pr.) Lichtreklame aus Flugzeugen. Für eine Benutzung von Flugzeugen für Zwecke der Lichtreklame ist unsere Genehmigung nicht notwendig, es ist vielmehr Sache der dortigen Dienststelle, zu entscheiden, ob im einzelnen Fall eine Lichtreklame aus dem Flugzeug aus verkehrspolizeilichen Gründen verboten werden muß. Hierbei weisen wir noch darauf hin, daß durch die Lichtreklame die Sicht- barkeit der Erkennungslichter. nicht beeinträchtigt werden darf. RdErl. d. MfHuG. u. d. MdJ. v: 30. 5. 1925 — V a 3816 u. II M 1520 II (MBliV. S. 663). Abwuri von Druckschriiten oder anderen Schriften usw. aus Luitfahrzeugen. - Ueber die Frage der Zulässigkeit des Abwurfs von Druckschriften oder an- deren Schriften (Flugblättern) oder Bildwerken aus Luftfahrzeugen bestehen viel- fach noch Unklarheiten. Wir bemerken hierzu: In allen sölchen Fällen, wo durch Polizeiverwaltungen Polizeiverordnungen im Sinne des $ 366 Nr. 10 RStGB. erlassen sind, die besondere Vorschriften über die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Reinlichkeit auf den öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder Wasserstraßen enthalten, kommt die Erteilung einer Ge- nehmigung zum Abwurf der oben bezeichneten Druckschriften usw. aus Luft- fahrzeugen entgegen den Vorschriften solcher Polizeiverordnungen grundsätzlich nicht in Frage. on Im übrigen sind die $$ 9 und 10 des Preuß. Ges. über die Presse v. 12. 5. 1851 (GS! S. 273) und gegebenenfalls der $ 43 GO. zur Beurteilung heranzuziehen. (Vgl. jedoch S. J 2.) Hiernach bedarf der Abwurf der in Betracht kommenden Druckschriften usw. aus Luftfahrzeugen — sofern ihm nicht Vorschriften im Sinne der oben erwähn- ten Polizeiverordnungen überhaupt entgegenstehen — gemäß $ 10 des Ges. v. 12. 5. 1851 der Genehmigung der Ortspolizeibehörde, soweit die Verurteilung unentgeltlich erfolgt und es sich um. Gegenstände handelt, die nach 89a.a. 0. überhaupt nicht in entsprechender Weise öffentlich ausgestellt werden dürfen. Soweit die Verteilung gewerbsmäßig erfolgt, würden dagegen die Vorschriften des $ 43 GO. Anwendung finden. Wir ersuchen die Ortspolizeibehörden, in allen solchen Fällen, in denen eine Genehmigung zum Abwurf von Druckschriften usw. nach den oben aufgeführ- ten Vorschriften etwa erteilt werden könnte, vor der Erteilung der Genehmigung die Stellungnahme des für Luftfahrtangelegenheiten in dem betreffenden Bezirk zu- ständigen Oberpräsidenten bzw. des Polizeipräsidenten in Berlin herbeizuführen. RdErl. d. MiHu@. u. d. MdJ. v. 6. 11. 1925 — V a 11073/II a 5326 u. II M 3778 II (MBIiV. S. 1171). j Abwurf von Druckschriften oder anderen Schriften usw. aus Luitiahrzeugen. Durch Ges. v. 28. 11. 1925 (GS. S. 169) sind die $$ 9 und 10 des Preuß. Ges. über die Presse v. 12. 5. 1851 (GS. S. 273) aufgehoben worden. Infolgedessen tritt eine Aenderung des RdErl. v. 6. 11. 1925 — V a 11073/Ila 5326 u. II M 3778 II (MBIiV. S. 1171) (vel. S. J. 1) insofern ein, als außer in solchen Fällen, in denen durch Polizeiverwaltungen Polizeiverordnungen im Sinne des $ 366 Nr. 10 RStrGB. erlassen sind, für den Abwurf von Druckschriften oder anderen Schrif- ten usw. aus Luftfahrzeugen lediglich noch bei gewerbsmäßiger Verteilung die Vorschriften des $ 43 GO. Anwendung finden, bei unentgeltlicher Verteilung aber eine Genehmigung der Ortspolizeibehörde nicht mehr erforderlich ist. Falls sich hieraus Schwierigkeiten ergeben sollten, ersuchen wir, den Erlaß von Polizeiverordnungen gemäß $ 366 Nr. 10 RStrGB. in die Wege zu leiten. Nr. 7... „E LUG SPORT“ Seite. 123 So d. MiHuG. u. d. MdJ. v. 30. 4. 1926 — Va 1693 u. II M 59 Nr. 7 (MBIiV. oo - Reklameilüge. Nach $ 11 LuftVG. (RGBl. 1922 L S. 681) sind nur Unternehmen, die ge- werbsmäßig Personen oder Sachen mit Luftfahrzeugen befördern genehmigunes- pflichtig. Unternehmen, die lediglich Reklameflüge — wenn auch gewerbsmäßig aber ohne gewerbsmäßige Beförderung von Personen oder Sachen — ausführen, bedürfen einer solchen Genehmigung nicht. Die Ausübung von Reklameflügen. insbesondere über Städten, kann aber für die allgemeine Sicherheit und Ordnung von Bedeutung sein und die Erteilung einer polizeilichen Erlaubnis erforderlich machen. Wir‘ nehmen hierbei insbesondere Bezug auf unseren RdErl. v. 30. 5. 25 — Va 3816 u. II M 1520 II (MBliV. S. 663) (vgl. S. J. 1) und verweisen wegen der Reklamebetätigung durch Abwurf von Druckschriften auf die RdErl. v. 6. 11 1925 — Va 11073/1la 5326 u. II M 3778 II (MBIiV. S. 1171) (vel. S. J. 1) und v. 30. 4. 1926 — Va 1693 u. II M 59 Nr. 7 (MBIiV. S. 461) (vel. S. I. 2), RdErl. d. MiHuG. u. d. MdJ. v. 12. 12. 1927 — V 15136 u. II M 59 Nr. 78 (MBIiV. S. 1153), (Fortsetzung folgt.) IUNDSCHAL 5 U N Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrats Nr. 49. Die Federation A6ronautique Internationale (F.A.l.) hat gemäß Schreiben vom 25. 2. 1930 folgende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Frauenrekorde: Klasse C (Motorflugzeuge) Mademoiselle Lena Bernstein, auf Leichtflugzeug Caudron, Motor Salmson 40 PS, Istres — Sidi Baramy (Aegypten) am 19.—20. August 1929: Entfernung in gerader Linie 2268 km (Anm. des Deutschen Luftrates: Dieser Rekord wurde von der F.A.J. ohne spruch an ein bestimmtes Land anerkannt, da die Rekord-Aufstellerin staaten- os ist. ' und gemäß Schreiben vom 6. März: Internationale Rekorde: Klasse C Leichtilugzeuge, 3. Kategorie (Einsitzer unter 350 kg) Frankreich: Albert, auf Eindecker Albert, Motor Armstrong-Genet 80 PS, Le Bourget am 11. Februar 1930: ' Höhe 7730 m Leichtflugzeuge, 1. Kategorie (Zweisitzer unter 400 kg) Italien: Renato Donati, Fluggast M. Capannini, auf Flugzeug ‚Fiat AS. 1“ mit Motor „Fiat A.’50“ in Montecelio am 20. Februar 1930: | Höhe 6782 m Klasse D (Flugzeuge ohne Motor) Oesterreich: Robert Kronfeld, auf Segelflugzeug, Rhön — Hermsdorf (Thüringen), am 20. Juli 1929: Sms / Entfernung in gerader Linie 142,470 km Höhe 2281 m und am 30. Juli 1929, Rhön — Lienlas bei Bayreuth: Entfernung in gerader Linie 149,420 km Höhe 2589 m | Der Deutsche Luftrat hat als örtliches Gelände zur Aufstellung von. Segel- flugrekorden Seite 124 „FLUGSPORT“ Nr. 7 Tholey (Saargebiet) anerkannt. Berlin, den 24. März 1930. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. 50 000 Propeller hat die Firma Hugo Heine vom Tage der Gründung bis zum .Monat März 1930 geliefert. Den 50000. Propeller erhielt die Deutsche Lufthansa am 10. März 1930 als Jubiläumsstück. Das Tannenbergdenkmal, schon heute der Wallfahrtsort aller Heimatlieben- den, aller Aufwärtsblickenden. — Voll Ehrfurcht stehen die Kinder vor den Ehrentafeln ihrer Väter. Dort, in den einzelnen Nischen, hängen die Namen derer, die gefallen sind für Deutschland, hängen daneben die Erinnerungstafeln der Re- gimenter der alten Armee! — Ein memento Patriae! — Auch den Fliegerver- bänden ist eine Nische in dem Wandelgang des Denkmals vorbehalten worden. Der Entwurf für diese Ehrentafel stammt von dem in Fliegerkreisen bekannten Kriegsmaler Hans Lietzmann. Die Denkmalsleitung ist nun nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln den Aus- bau durchzuführen. Opferwillig haben die Angehörigen aller anderen beteiligten Regimenter für ihre Ehrenplätze gesammelt. Wir Flieger haben auch sehr starken Anteil an dem Kaımpfgeschick Ost- preußens gehabt. Dort im Rundgang des Tannenbergdenkmals soll nicht eine Totentafel errichtet werden! — Nein! — Die Taten der Ostpreußenflieger 1914—15 gereichen dem :Ruhm des Vaterlandes und dem Ansehen der gesamten damaligen Luftstreitkräfte. Darum soll auch die Nische nicht den einzelnen Abteilungen ge- widmet sein, sondern der Gesamt-Fliegerei. Was aber die Regimenter konnten, das sollten auch wir Flieger können. Beiträge für den Ausbau der Flieger-Nische "im Tannenbergdenkmal sind auf das Postscheckkonto E. v. Löwenstern, Berlin 135967 einzuzahlen. Nr. 7 „PLUGSPORT“ Seite 125 Segelilugschule Grunau. Im Schuljahr 1930 werden folgende Lehrgänge ab- gehalten: A. Anfänger-Segelflug-Lehrgänge. B. Fortgeschrittenen-Segelflug-Lehr- gänge. C. Werkstatt-Lehrgänge. D. Technisch-theoretische Lehrgänge. Die Kurse. C und D können von Bauprüfer-Anwärtern gleichzeitig besucht werden und vermitteln eine praktische wie auch theoretische Ausbildung. Die Gebühr beträgt für den einzelnen Lehrgang einschl. Unterbringung RM 75.—. Anmel- dungen zu diesen Kursen an die Segelflugschule Grunau direkt. Ausland. Ein neuer Gipsy-Motor, der „Gipsy II“ mit 115—120 PS, ist herausgekommen. Die größere Leistung wurde durch Vergrößerung des Hubes erreicht. Die Ventil- kipphebel sind in ein geschlossenes Gehäuse verlagert, wodurch das Geräusch herabgemindert wird. Ein Preis von 55 Doll. für zweisitzige Leichtilugzeuge ist in Amerika aus- vesetzt worden. Ein internationaler Geschwindigkeits-Wettbewerb wird vom Aero-Club de France ausgeschrieben für Land- und Wasserflugzeuge. Und zwar findet in den ungeraden Jahren der Wettbewerb für Landfilugzeuge und in den geraden Jahren der Wettbewerb für Wasserflugzeuge statt. Der erste Wettbewerb mit Land- flugzeugen findet 1931 statt. Das Leergewicht darf für Landflugzeuge 450 kg und für Wasserflugzeuge 560 kg nicht überschreiten. Lena Bernstein flog in Le Bourget 20 Std. Sie wollte den Rekord für Damen schlagen, der von Maryse Bastie mit 26 Std. 47 Min. gehalten wird. Der Segelilieger-Club Geelong, Australien, hat bereits mehrere Schüler aus- gebildet. Mister Grey, der Herausgeber. des „The Aeroplane“, fordert Herrn Os- kar Ursinus in seiner Nummer 12 vom 19. 3.:1930 auf, nach Mitteln zu suchen, um die australischen Segelflieger mit den deutschen zusammenzubringen, Wir kommen -diesem Wunsche nach und stellen deutschen Segelfliegern und Vereinen anheim, sich mit dem australischen Segelflieger-Club, The Geelong Gliding Club, Box 15], Geelong, Victoria, Australien, in Verbindung zu setzen. . ante? = f Pr RAT FRPMINTLLN PERL) MEILE) III) MDU) m PAIN) Flugzeuge, wie sie sein sollten. Ueber dieses Thema wurde vor der Royal So- ciety in England N cin Vortrag gehalten, der von den Hörern mehr humoristisch aufgenommen wurde. Unter anderem wurde die Skizze eines Flug- zeuges gezeigt “mit. zwei Motoren, freitra- genden Flügeln, Schlitzjlügeln und Bremsen, ferner ein Flugzeug mit in den Flügel eingebauten Motoren, mit drehba- ren einholmigen . Schlitzflügeln, so daß bei der Landung die durch Drehung des Flügels sich aufstel- lenden Schlitzflügel zur besten Wirkung gelangen können. Ein Zukunftstraum! I Seite 126 „FLUGSPORT“ Nr. 7 The General Aircraft Co. in Sidney, Australien. Diese neue Firma baut‘ einen .dreisitzigen Doppeldecker, ähnlich dem Moth mit Cirrus-Hermes-Motor. Die bei- den Passagiere sitzen nebeneinander, der Führer dahinter. Geschwindigkeit der N ettbeworb der kleinen Entente wird dieses Jahr von Polen veranstal- tet. Von jedem Land dürfen nur sechs Militärflugzeuge gemeldet werden. Der kleinen Entente gehören an Jugoslawien, Tschechosiowakeh Rumänien und Polen. ü ü die Hauptstädte der beteiligten Länder. Der Ein Windkanal für Flugzeuge in natürlicher Größe soll in Amerika gebaut werden. Das Advisory Committee hat Beihilfen angefordert, damit ein solcher Windkanal, ferner ein großes Bassin von 600 m mal 7.20 m, um Schwimmkörper in natürlicher Größe untersuchen zu können, gebaut werden soll. Eingesandt. Betrifft Zeitschrift „Flugsport“ Nr. 4 vom 19. v. Mts. Zu den in Ihrer Zeitschrift auf S. 56 des obengenannten Heftes gegen uns öffentlichten Vorwürfen teilen wir Ihnen mit: er betreffende Schriftwechsel liegt rd. 4 Jahre zurück; er hat im Sommer 1926 stattgefunden. Aus der Anfrage des Kunden vom 13. 7. 1926 mußte geschlos- sen werden, daß es sich nicht um den Deutschen Modell- und Segelflugverband, sondern um eine Privatangelegenheit des uns nicht bekannten Herrn Frobeen handelt. Der Genannte erhielt daraufhin eine Rückfrage, die uns einen Anhalt geben sollte, ob unser Motor zu dem betreffenden Flugzeug paßt, — eine Frage, an deren Klärung der Kunde wohl mindestens ebenso interessiert ist wie wir. In dieser Rückfrage wurden gleichzeitig Referenzen erbeten, aber nicht in der entstellenden Form, die Sie veröffentlichen, sondern am Schluß unseres Schrei- ns in ei atz mit folgendem Wortlaut: pens nn aeseräclichen Nachrichten, denen Sie auch einige Referenzen fü llen, sehen wir mit Interesse entgegen.“ en bekannten Interessenten kann auf Referenzen nicht verzichtet werden. Wir wissen aus unseren jahrelangen Erfahrungen, daß gerade in der Sportfliegerei der Wunsch, ein eigenes Flugzeug zu besitzen, oft stärker gewesen ist als die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betreffenden. In den meisten Karen sind dann besondere Vereinbarungen hinsichtlich der Zahlungsweise notwen 1. wobei Referenzen auch insofern im Interesse des Kunden liegen, als sie ihm unter Umständen die Möglichkeit bieten, ein besonderes Entgexenkommen zu bean- TE plich ist unzutreffend, daß Herr Frobeen den in Ihrem Artikel ein- genommenen Standpunkt vertreten und uns gebeten hat, unsere Bemühungen einzustellen. Richtig ist vielmehr, daß Herr Frobeen uns über die Zusammen- ä ä hin am 30. 7. 26 das erbetene Angebot erhalten hat. hänge aufgeklärt und daraufhin ed IL | nn 4. Segelilugmodellwettbewerb der Staatlichen Hauptstelle für den naturwissen- schaftlichen Unterricht: ir d urwissenschaft i 1929 schrieb die Staatliche Hauptstelle für den na ur enschaft- lichen Unterricht ihren 4. Segelilugmodellwettbewerb für die Schüler sämtlicher preußischen Schulen aus in der Erkenntnis, daß die Beschäftigung mit FAN Modellbau und Modellflug eines der wichtigsten Grundelemente ist, um die \n gend mit der Luftfahrt bekannt zu machen. An diesem 4. Modellflugwettbewer haben sich auch wieder eine große Anzahl von Schülern beteiligt, und ea wurden Modelle von 2960 Schülern und Schülerinnen, zum großen Teil in von bestehenden Werkunterricht der Schule oder an besonders eingerichteten Modell- bau-Abenden, z. T. auch zu Hause gebaut. Nr. 7 „PLUGSPORT"“ Seite 127 Die Bewerber waren wieder in zwei Gruppen eingeteilt, eine Gruppe A für Anfänger, die ein Modell nach einer gelieferten Vorlage bauen mußten, und eine andere Gruppe B für Fortgeschrittene, die die Modelle nach eigenen Entwürfen bauen konnten, aber einen Versuchsbericht, eine Baubeschreibung und eine Zeich- nung ihres Modelles einreichen mußten. Gewertet wurde die im freien Flug erzielte Entfernung, so daß der Bewer- ber nicht nur ein gut fliegendes Modell bauen, sondern sich auch mit den ört- lichen Wind- und Aufwindverhältnissen beschäftigen mußte, um eine möglichst große Flugweite zu erreichen. An einigen Orten wurde auch der Drachenstart mit Erfolg herangezogen. Von allen Modellbauenden haben insgesamt 890 Bewerber ihre Flugerfolge der Staatlichen Hauptstelle gemeldet. ' Die erzielten Leistungen sind im Durchschnitt bedeutend besser als die des vorigen Jahres; so wurden z. B. in Gruppe A von 38 Bewerbern Entfernungen über 150 m erzielt. Die beste Entfernung erreichte in Gruppe A Karl Holighaus, Volksschule Hirzenhain, mit 502 m (1. Preis: 80 RM). In Gruppe: B konnte dem Schüler Ernst-August Niederstadt, Robert-Koch-Schule Clausthal-Zellerfeld, mit einer Entfernung von 2500 m der erste Preis in Höhe von 120 RM zuerkannt werden. In dieser Entfernung wurde das Modell noch von den anwesenden Zeu- gen festgestellt, die es aber dann aus den Augen verloren. Fremde Kurgäste haben dann das Modell angeblich noch in einer Entfernung von 6 km fliegen schen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß das gebirgige Gelände in Hirzen- hain wie auch in Clausthal-Zellerfeld (Harz) für Flugübungen ganz vorzüglich ze- eignet ist. Um aber auch für diejenigen Teilnehmer, die nicht über ein so gutes Segelfluggelände für Modellflugübungen verfügen oder ein solches in kurzer Zeit nicht erreichen können, einen Ausgleich zu schaffen, hat die Staatliche Haupt- stelle außer den ausgeschriebenen Preisen für die Entfernungen wieder eine große Anzahl von Prämien für einen guten Gleitwinkel verteilt, da dieser erkennen läßt, daß der betreffende Modellbauer mit Sorgfalt und Verständnis zu Werke gegangen ist. In diesem Jahre gelang sogar erstmalig drei Bewerbern eine Lan- ung oberhalb des Startpunktes, und zwar Oskar Becker, Volksschule Lixfeld, in Gruppe A, und Franz Möller, Realgymnasium Theodorianum, Paderborn, und Eberhard Rase, Realgymnasium Elbing, in Gruppe B, wofür ihnen eine Sonder- prämie zuerkannt werden konnte. Außerdem konnten mehrere Flüge szemeldet werden, bei denen der Landepunkt in derselben Höhe wie der Startpunkt lag. Im ganzen wurden außer den Geldpreisen wieder so viel Buchprämien verteilt, daß ungefähr jeder dritte Bewerber einen Preis oder eine Prämie erhielt. (Auch die Geldpreise werden, je nach der Ansicht der betreffenden Schulleiter, zur För- derung des jeweiligen Gewinners in seinem Interesse für die Luftfahrt verwendet.) In der Ausschreibung dieses Wettbewerbes ist die Staatliche Hauptstelle ihrem Ziel, den Luftfahrtgedanken in die Schule einzuführen, wieder ein Stück näher gekommen, denn der Zweck der Modellwettbewerbe der Staatlichen Haupt- stelle ist in erster Linie, auf den Schulen einen Anreiz — und oft den ersten Anreiz — zur Beschäftigung mit der Luftfahrt zu schaffen. (Zur Teilnahme an dem 4. Segelflugmodellwettbewerb wurde von den Schulen z. B. angeregt: durch die Staatliche Hauptstelle unmittelbar 54 Prozent, durch die Ministerialerlasse 8 Prozent, durch die örtlichen Luftfahrtvereine, persönliches Interesse usw. 38 Prozent.) Um aber den Luftfahrtgedanken auf eine noch breitere Basis zu stellen, wird es nötig sein, daß die einzelnen Schulen die empfangene Anregung ausnutzen und die einmal begonnene Arbeit weiter ausbauen, wie es ja auch von vielen Lehrerp, die z. T. sich mit anzuerkennendem Eifer und unter persönlichen Opfern für die Sache einsetzten, schon getan ist, die mit ihrer Schülergruppe sich zu- nächst weiter mit Modellbau befassen wollen und später bei vorhandenen Mitteln auf den Gleitflugzeugbau und Gleitflug übergehen wollen. Modell- und Segelilugverein „Lilienthal“ 1911. Der Herbstwettbewerb, nur für Rümpfe offen, brachte eine rege Beteiligung. Zur Bedingung wurde die Freifliegung der Bewerber in ihrer Klasse gefordert. Bei dieser Gelegenheit führte R. Lahde seinen großen, 1,80 m spannenden mit 1,60 m Hakenabstand Rpf.-Hochd. vor, der ca. 10 g Belastung hatte. ‚Bei nur 300 Touren Handaufzug flog er 100 Sek. Der 1. Tag des Herbstwettbewerbes zeigte Platzbewerbe. Er brachte dem 135 g schweren Lahde-Rpf. infolge seiner guten Strecken- und Dauerleistung Seite 128 „FLUGSPORT" Nr. 7 den Gesamtsieg. Seine Leistung im Dist.-Hdst. betrug 404 m, eine beachtliche Ziffer für einen 80. Gummi mit Handaufzug. Nach ur Wand 7 i r im Mdst. kam au 5 . . - Krause = 267 m u.a. Seine Dauer im I echte Tiefd.) 482/s und W. Krause 38°/s Sek. Auch in der . ie Ze vi 35 "Sek. zum Siege, vor B. Peuss 30 und C. Sturtzkopf 24 Sek. m Dist.-Bdst. erzielte B. Peuss mit 242 m einen Sies on! Bm Bin i holte sic . en . R. Lahde 208 m. Den Lastflug mit 60 g ndtl © i i i d A. Sawatzki mit 163 m ein. im Hinter ihm kamen C. Sturtzkopf mit 187 m un 3 in. Im ü 7 i Hochd., indem er nur 6%/s Sek. Schnellflug über 75 m siegte W. Krause mit > A öti i j Den Gegenwindflug holte sich C. Stu nötigte, Sawatzki und Lahde ie 7°Is Sek. | ni WW se 49 m. Im Kurvenflug pre f mit 65 m vor K. Wendtland 60 m; W. Krause a einen Erfolg mit 2% Kreisen heraus. Krause und a ie ER Kren Ele i i - f. Im 1. siegte R. La . Der 2. Tag wies zwei 2000-m-Rennen au a d= 13 Fle. Auch im 2. blieb er mi vor W. Krause = 11 Flg. und K. Wendtlan M jeb er mi i i d Sturtzkopf mit 14 Flg. Jeder di 9 Flg. Sieger vor Krause mit 10 Fle. un a eas Kraftflug bstaee war mit 9--10 Teilnehmern besetzt. en : 1 on bildete das Kehraus-Rennen über 2300 m, das über Hindernisse führen von W. Krause mit 15 Fig. sicher nach Hause geflogen wurde. Wendtla tzkopf 24 Fle. on | und ee edellen gewann H. Winkler für die Staberunne und M. Wolter für i am Bußtag das Ansegeln. Beste Zeit 7% in. ie m enarbeit zogen sich bis Ende der Flugsaison Verhanchngen mit dem Sturmvogel“ hin. I. A.: W. Krause, Vors. M. Haller, Sportko. " Geschäftsstelle: Berlin-Neukölln, Nogatstr. 53. Luft- Post. Mr Ralph Heine, Elein, U. S. A, sowie Firh. v. Boeningk, Sumatra, vielen für ihre Grüße. Bu Den Tuzendausschuß des DLV soll selbständig sein. Uns ist nicht bekannt, daß i ine Institution des RVM ist. a nenke Fallschirm wiegt 8 kg. Einbaumaße 40x 36x12 em. Auf wunsch können auch im Rahmen des gesamten Volumens diese Dimensionen geänder , C. A. Abkürzung für National Advisory Committee for Aeronautics. N. A. A. Abkürzung für National Aeronautic Association. Literatur. han i i h Bücher können von uns bezogen wer ) PR Weltilugverkehr. Sonderheft der Geopolitik. Verlag Kurt Vowinkel. Berlin ld. Preis RM 2.50. u BR er: Eitel: Die eurasiatischen Luftlinien — ut Transeurasiatsehe sinteres jus! ika im Luftverkehr — Ho : - Luftverkehrsinteressen — Orlovius: Amerika im | er iti : truktur des Luftverkehrs der . politik des Flugwesens — Maull: Zur Raums sborte ¶tion des Dommages causes aux Voyageurs Aeriens a Andre Kaftal. Verlag Librairie du Recueil Sirey, 22 Rue Soufflot, as Werk behandelt die Verantwortlichkeit der Luftverkehrsgesellseha Ten nach den Rechtsbegriffen verschiedener Länder und das Prinzip der Schä i hune mit Hilfe von Versicherungen u.a. m. u Report es Daniel Guggenheim International Aircraft ee um Daniel Guggenheim Fund for the Promotion else Fr . . , ie Avenue, New York City. — In diesem En ericht sin | or Co i tiss Aeroplane an otor sammengefaßt. Bekanntlich hat die Cur dl nn geringen Vorsprung gegenüber Handey Pac a erke en i äßli jähri Bestehens der - Eine Denkschriit anläßlich des 10jährigen er ist i j Ösi d Spanisch erschienen. In dieser Holland ist in Englisch, Französisch un nr oe aufs i ie sämtlichen von Fokker in den letzten 10 Jahren & het Interessenten können die Denkschrift kostenlos von der Nederlandschen Vliegtuigenfabrik, Amsterdam, beziehen. Nr. 7 „PrLUGSPORT“ ‚Seite 129 Fort mit Brille und Augenglas! Erprobte Wege zur Beseitigung des Gläser- tragens und Förderung der Sehkraft. Allgemeinverständlich dargestellt von Dr. med. W. Luftig, Berlin. Verlag Dr. Luftig, Berlin W 15, Uhlandstr. 28. 143 S. Preis RM 1.50. Für die Fliegerei, wo das Beschlagen der Brillengläser eine lästige Begleit- erscheinung ist, dürfte vorliegende Methode von besonders großer Bedeutung sein und vielleicht sogar die Zulassungsbedingungen für die Geeignetheit zum Fliegen ändern. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Für Ostseebad Leba bei Lauenburg (Pommern) wird Volksschul- lehrer mit segelfliegerischer Ausbildung u. organisatorischen Fähigkeiten sofort ges. Bewerbungen zunächst an den Deutschen Luftfahrt- Verband e.V. Jugendausschuß, Berlin W. 35, Blumeshof 17. Welche edie Person wäre geneigt, jungem Manne, der nur für die Fliegerei lebt, 4000 RM gegen mäßigen Zins zur Verfügung zu stellen, zwecks Ausbildung zum Flugzeugführer ? Gefl. Zuschriften unter 2567 a. d. Exped. d. „Flugsport“. Luitphotograph ausgebildet von Verkehrsunternehmen, sucht Stellung, Alter 21 Jahre, oder als Werks- u. Industriephotograph, spez. Aufnahmen von Maschinen u. Maschinenteilen, ge- lernter Photograph, auch perfekter Laborant u. Kopierer. Angebote an H. Grubich per Adr. Fr. E. Soltau Bremen-Vegesack, Bismarckstr. 14. Jungem Flugzeugführer mit Bareinlage wird Existenz in Motorfahr- zeughandlung und Werkstatt sowie Flug- betrieb geboten. Offerten unter 2569 an die Expedition des „Flugsport“ Frankfurt a. M. Prüfling oder sonstiges bewährtes Segelilugzeug gegen Kasse zu kaufen gesucht. Angebote, möglichst mit Lichtbild, unter 2566 an die Exped. des „Flugsport“ Frankfurt-M. Albatros L 30 Flugzeug LVGB Ill Flugzeug m. Zulassg. 1 Cirrus Mark lil Motor zu verkaufen. Zu erfragen unt. 2568 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt a. Main, Bahnhofsplatz 8. Motor ABC Skorpion, gebraucht, billig zu ‘kaufen gesucht. Preisangebote mit genauer Zustandsangabe erbeten anM. Brüggen Lübeck, Lindenstr. 28, Raab-Hatzenstein Flugzeugwerk G.m.b.H,, Kassel ist nach wie vor in vollem Betrieb. Das bei Gericht beantragte Vergleichs- verfahren ist zurückgezogen, da wir uns mit den Gläubigern außergerichtlich geeinigt haben. Die größte Zahl der Gläubiger ist durch Waren- lieferung abgefunden. __ Der Flugzeugbau, die Flugzeugreparatur, die Fliegerschule, die Autofahrschule, die Stahlmöbel-Abteilung, die Luftbild-Abteilung, alles ist in besten Betriebe. Jeder Auftrag kann kurzfristig ausgeführt werden. _. Haben Sie irgendwelche Wünsche, die vor- erwähnte Arbeitsgebiete oder auch die, be- vorstehenden Flugtage betreffen, so schreiben Sie an uns, Sie erhalten sofort ausführliche Nachricht. Die Firma hat ihren Sitz ab 15. April d. Js. in Krefeld, Flugplatz, T' elegrammadresse unverändert; sie führt hinfort die Bezeichnung: Rheinische Luftfahrtindustrie 6.m.b.H. Hrefeld Jrüher Raab-Katzensiein EEE RUFEN BET EST ERETE 1 Motor A.B.C. „Scorpion“ kompl. m. Einbaubeschl., Armaturenbrett, Tanks etc.; 1 Tragfiläche 10 m, 14m, freitrag. Sperr- holz kompl|.; 1 Rumpi 2 sitz. im Bau, mit Höhen- u. Seiten- rudern u. Leitfl, kompl. Steuerung u. Fahr- gestell, sowie ein 1sitziger Kleinilug- zeugrumpi mit Steuerflächen wird um M 2800.-verkauft.1 Hängegleiterigebr.M 60.- Angebote sind u. „Günstige Gelegenheit‘ an die Expedition des „Flugsport“ zu richten. EINBANDDECKEN in Leinen und mehrfarbig, passend für alle 21 Jahrgänge, sind wieder lieferbar. Preis RM 2.—, bei Nachn. 30 Pfg. mehr. VERLAG „FLUGSPORT“ FRANKFURT-M. BAHNHOFSPLATZ 8 Der Kompass. des Siegers im internationalen Europa- Rundflug. ZÜRN, JACKENKROLL & Co., e. m. e. n. BERLIN W 30 FERNR. LÜTZOW 196 FRANKENSTR. 9 BORD-INSTRUMENTE I} = Miniatur-Modelle als Tischschmuck, Kühlerfiguren, Ehrenpreise .. Echte Bronzen Plakelten, Abzeichen NEUE REICH ILLUSTRIERTE PREISLISTE Ausstellungs- und Unterrichts-Modelle FRIEDRICH ALLIHN Berlin SW 68 / Ritterstr. 58 7 Dönh. 3905 Zweigstelle: Zentralflughafen Tempelhof Wiederverkäufer gesucht! Bei Nacht und Nebel werden hohe Anforderungen an Flugzeug und Führer gestellt. Der Flug ohne Sicht zwingt zum Gebrauch von Hilfsmitteln, die empfindlicher sind als die Sinnesorgane des Menschen. Aus der croßen Reihe unserer bewähr en Bordgeräte kommen hierfür in erster Linie in Frage der Fernkompass zur Einhaltung des vorher errechneten und eingestell- ten Kurses und der Wendezeiger welcher über Richtung und Lage des Flugzeugs ein- wandfreıen Aufschluß: gibt. Wünschen Sie nähere Aus- kunft, fordern Sie bitte unsere Druckschrift SKIVIN horn Aero 3100. WERKE: HEMELINGEN BEI BREMEN LONDON FERNSPRECHER: AMT BREMEN HANSA 6358 TELEGRAMME:; TITANINE "mawano TITANINE WERK 6.M.B.H.""Ankren.s Memeuncen Die konkurrenzlose aus Stahl Unerreicht in Leistung und Preis Auch in monatlich. Raten zahlbar für Büro und Heim und Reise EINHEITS-SCHREIBMASCHINE ar MERZ-WERKE, FRANKFURT A.M.-R., In in Cu. ®). » N) Ba "GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \\ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. UIID illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 8 16. April 1930 XX1. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 30. April 1930 : Veranstaltungen 1930. Mai: 24.—26. Wettbewerb Antwerpener Aviation-Club. — 30. Leichtflugzeug- Wettbewerb des Belg. Aeroclubs. Juni: 1.—7. Luftfahrtwerbewoche des DLV im ganzen Reiche. — 7.—9. Deut- sches Jungfliegertreffen auf der Wasserkuppe. — 10.—15. F.A.L-Konferenz in Paris. — 21. Jährliches Air Raylle auf dem Haldon-Flugplatz. — 22. Luftfahrer- tag (DLV-Mitgl.-Vers.) in Kassel. — 28. Royal Air Force Display in Hendon. — 28.—30. Sternflug von Ostende. Juli: 5. Kings Cup Luftrennen Heston Air Park. — 20. Start zum Europaflug. August: 1.—7. Technische Prüfung der Europaflieser. — 15. Int. Rundflug für Leichtflugzeuge in Italien. — 24.—31. Internat. Flugwoche in Vichy. — 9.—24. Rhön-Segelflug-Wettbewerb auf der Wasserkuppe. Sept.: 1.—6, Internat. Kongreß der Air Navigation im Haag. — 10.—13. Ta- gung WGL in Wien. — 6.—28. Internat. Luftfahrt-Ausstellung in Stockholm. Nov.: 28.—Dez.: 14. Internat. Luftfahrt-Ausstellung in Paris. Dez.: 10.—23. Internat. Kongreß für Luftsicherheit, Paris. Phoenix Meteor L 2. Das von der österreichischen Phoenix-Flugzeugwerft G.m.b.H., Wiener-Neustadt, gebaute Flugzeug ist ohne Hilfsmittel mit wenigen Handgriffen leicht zusammenklappbar, infolge seiner geringen Abmes- sungen bequem zu transportieren und in Räumen mit normalen Ein- fahrten unterzubringen. Das Baumuster L 2 ist ein einstieliger, abgestrebter Doppeldecker mit Baldachin und für den Einbau eines luftgekühlten Flugmotors von 35—90 PS eingerichtet. In normaler Serienausführung ist der Sie- mens SH-13, 5-Zylinder, 68—82 PS, eingebaut. Für besondere Verwendingszwecke können auf Wunsch in das Flugzeug auch andere Motoren eingebaut werden. Das Tragwerk ist so stark gestaffelt, daß sich nur eine Verspan- nungsebene ergibt. An Stelle der allgemein üblichen Drahtauskreuzung ist eine einzige griffeste Stahlrohr-Abfangstrebe gewählt, wodurch Seite 132 „FTLUGSPORT"“ Nr. 8 neben besseren aerodynamischen Eigenschaften das lästige Nachspan- nen vermieden wird. Ober- und Unterflügel sind gleich groß, dreiteilig ausgeführt und haben leichte V-Form. Jeder Flügel besitzt zwei Dop- pel-I-Holme mit Sprucegurten und Sperrholzstegen, die durch Spruce- holzrippen in Fachwerksart verbunden sind. Neuartig ist die aus höl- ernen Gitterstäben hergestellte und eine starke Verbundwirkung aus- übende Innenverspannung. Die Flügelnase ist bis zum vorderen Holm mit Sperrholz beplankt. Beide Flügel besitzen lange, unausgeglichene Querruder, die mit Stahlrehrstreben untereinander verbunden sind. Flügel und Querruder sind mit Leinen bespannt. Sämtliche in N-Form ausgeführten Flügelstiele und Baldachinstreben sind aus rundem Stahl- rohr tropfenförmig verkleidet hergestellt und mit den Beschlägen kar- dangelenkartig verbunden. Die Baldachinstreben, die auf den Ober- kanten des Rumpfes kardanisch aufgesetzt sind, werden durch ein Stahlkabelkreuz in ihrer Lage gehalten. Im Flächenmittelstück des Baldachins ist der nach unten frei herausnehmbare Hauptbenzintank eingebaut. Die beiden Oberflügel sind mittels Beschlägen am Baldachin, die Unterflügel an dem mit dem Rumpf fest verbundenen Flügelmittel- stück aufgehängt. Die Steckbolzen der vorderen Flügelbeschläge be- sitzen einen Handgriff und werden von außen gesichert. Nach Lösen dieser vier Bolzen kann das Tragwerk beiderseits um die an den Hin- terholmen befestigten gelenkartigen Beschläge nach hinten geschwenkt und am Höhenleitwerksholm eingehängt werden. Durch den völlig in Dreiecksverband verspannungslosen Rumpf- aufbau des Innengerüstes ist die Festigkeit und Widerstandsfähigrkeit des Rumpfes außerordentlich hoch. Die Rumpfoberseite ist zum Teil mit Sperrholz beplankt. Der hinter dem Führersitz befindliche, nach: oben aufklappbare Raum zur Mitnahme von Gepäck und Ausrüstung ist reichlich bemessen. Das Leitwerk ist freitragend und weist die Konstruktionsprinzipien des Tragwerkes auf. Die Höhenflosse ist im Stand verstellbar und be- sitzt einen in I-Form gehaltenen Vorderholm, während der Hinterholm als Kasten ausgebildet ist. Die geteilten Höhenruder sind durch je drei Gelenke an der Flosse befestigt. Das ganze drehsteife Höhenleitwerk ist mit imprägniertem Leinen bespannt. Das Seitenleitwerk hat Tra- pezform und ist in der gleichen Ausführung wie das Höhenleitwerk kon- struiert. Das Ruder trägt normale Leinenbespannung, hingegen ist die Flosse mit Sperrholz beplankt. Sämtliche Leitwerksgelenke sind in Türangelform ausgeführt. Bei Schulflugzeugen wird das Flugzeug mit einem leicht ausbau- baren Doppelsteuer ausgerüstet, wobei der Seitensteuerfußhebel im vorderen Sitz durch Stahlrohrpedale ersetzt ist. Die bewährte Knüp- pelsteuerung wirkt auf das Höhensteuer mittels einer Stoßstange, eines Seilparallelogramms und eines Doppelhebels. Die Betätigung der Querruder durch den Knüppel wird ausschließlich durch Stoßstangen übertraren. Die Betätigung des Seitenruders erfolgt durch Fußhebel und Steuerseile. Das Fahrgestell ist breitspurig und mit geteilter Achse in hoch- wertigem Stahlrohr ausgeführt. Die Achsschenkel sind beiderseits an die Rumpfunterkanten angelenkt, während die Achsen an den Vorder- holmen des Unterflügels mittels einer durch Gummikabelwicklung ab- gefederten Strebe befestigt sind- Der Vorderholm ist an den Druck- stellen gegen die Rumpfoberkanten durch je eine Stahlrohrstrebe ab- gestützt. Der Sporn ist als ein nach oben beweglich angeordnetes Stahlrohrdreieck ausgebildet, das einen allseits beweglichen, in einem Nr. 8 „FLUGSPORT“ Seite 133 Oesterreich. Phoenix Meteor Siemens SH 13/68 PS. Doppelgelenk geführten Kufenteller trägt. Die Spornfederung ist durch Seitenklappen am Rumpf leicht kontrollierbar und zugänglich. Die Aufhängung des Motors erfolgt durch einen Motorbock, der ein geschweißtes Stahlrohrgerüst darstellt, das mit vier überdimensio- nierten Bolzen am vorderen Rumpfspant leicht abnehmbar befestigt ist. Der Oeltank befindet sich über dem Motorbock abgeschottet un- mittelbar hinter dem Motor. Der Brennstoff wird dem Motor durch natürliches Gefälle zugeführt. Spannweite 8,40 m, Länge 6,20 m, Höhe 2,65 m, Rüstgewicht 355 kg, Zuladung 215 kg, Flugzewicht 570 kg, Tragfläche 16 m’, Flächenbelastung 35,5 ke/m?, Leistungsbelastung 7,9 kg/PS, Höchst- geschwindigkeit 160 km/h, Reisegeschwindigkeit 130 km, Lande- geschwindigkeit 65 km, Steigzeit auf 1000 m 6 Min., Steigegeschwin- digkeit am Boden 2,75 m/Sek., Gipfelhöhe 4000 m, Anlauf bei Wind- stille 100 m, Auslauf bei Windstille 60 m, Inhalt des Brennstoffbehäl- ters 65 |, Inhalt des Oelbehälters 10 |, Aktionsradius 650 km, Flügel- lastvielfaches bei Vollast 6,5, Halblast (Kunstflug) 7,2. Abmessungen des zusammengeklappten Flugzeuges: 2,65 m Breite, 2,40 m Höhe, 6,10 m Länge. Reiseflugzeug „Korsa T 2“. Dieses Flugzeug, von Dipl.-Ing. Hugo G. Schmid, Zürich, kon- struiert, wurde von Korsa, Altstetten-Zürich (Schweiz), gebaut. Ein- Seite 134 „FLUGSPORT“ Nr. 8 gehende Modellmessungen in der aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen führten zur eigenartigen Formgebung dieses Kabinen-Foch- deckers. Entsprechend ihrem Geschwindigkeitsbereich ist die Maschine mit seltener Konsequenz absolut verspannungslos gebaut. Charakteri- stisch ist der Rumpf mit oben engerem trapezförmigem Querschnitt, welcher eine gute Seitenruderwirkung im überzogenen Fluge gewähr- leistet, sowie die freitragenden profilierten Fahrgestellbeine, welche ie 1 Halbachse samt Abfederung enthalten. Die 2 Insassen sind im Rumpfinnern unter dem Flügel untergebracht und sitzen hintereinan- der. Jeder Sitz ist von außen durch je eine große verschließbare seit- liche Türe bequem erreichbar. Für spezielle Zwecke wie Zubringer- dienst etc. können auf dem hinteren Sitz 2 Personen Platz finden. Ein sewölbtes Stirnfenster aus Cellon hält den Fahrtwind von der Ka- bine fern, während große seitliche Ausschnitte bei den Insassen das Stabilitätsgefühl wachhalten, indem etwaige Steuerfehler sofort fühl- bar werden. Die Maschine ist daher auch zum Schulen sehr geeignet und kann mit Doppelsteuerung ausgerüstet werden. Cellonscheiben im Flügelmittelteil verbessern die Sicht nach oben. Großer Wert ist auf raschen Auf- und Abbau geleert worden. So ist der Flügel dreiteilig und besteht aus dem vollständig in Metallkonstruktion ausgeführten Mittelteil mit den 160 I Benzin und 40 1 Oel fassenden Betriebsstoff- behältern sowie aus den 2 Außenflügeln mit den Querrudern. Die einstellbare Höhenflosse ist zweiteilig und ohne Lösen der Steuerkabel leicht auszubauen. Der kardanisch aufgehängte Schwanzsporn ist im Rumpfinnern allseiti@ mit Gummikabeln abgefedert. An der Rumpf- spitze ist auf einem zugleich als Brandspant dienenden Stahlring nor- malerweise ein 3-Zylinder-35-PS-Anzanimotor montiert. Mit Rücksicht auf geringste Herstellungskosten und hohe Vibra- tionsbeständigkeit ist die Maschine in Holzfachwerk Konstruiert, kann aber auf Verlangen auch mit Stahlrumpf gebaut werden. Die Ueber- Sportflugzeug. „Korsa T 2“. Nr. 8 „TrLUGSPORT“ Seite 135 druckpartien der Wandungen sind mit Sperrholz, die Unterdruckpar- tien mit Stoff bespannt. Die erste Maschine mit eingebautem 45/50-PS-Anzanimotor wurde Mitte März eingeflogen und hat heute unter Führung des Konstruk- teurs bereits gegen 10 Flugstunden und 50 Landungen bei verschie- denster Witterung, sowie die Typenprüfung, ohne den geringsten Bruch bestanden. Spannweite 12 m, Länge 7 m, Fläche 17,5.m?, Leergewicht 350 kg, Zuladung 250 kg, Fluggewicht 600 ke. Erzielte Leistungen mit 45/50-PS-Anzani und 600 ke Gewicht: Maximalgeschwindigkeit 170 km/h, Reisegeschwindigkeit 130 km/h, Landegeschwindigkeit 50 km/h, Startlänge 150 m, Steigfähigkeit 500 + 1500 m in 81% Min. Focke-Wulf A 28. Die als trudelsicher geltenden Focke-Wulf-Typen A 20 und A 20a (vergl. Flugsport 1928 Nr. 1 Seite 28 und Nr. 21 Seite 409) unterschei- den sich lediglich durch die Verwendung verschiedener Motoren von- einander, während bei der A 28 außerdem eine sich aus Zweckmäßig- keitsgründen ergebende verbesserte Ausgestaltung der Kabine vorge- nommen worden ist. So konnte u. a. durch Verlängerung der Kabine um 30 cm erreicht werden, daß bei der A28 anstelle der bisherigen Sitzbank in der Kabine nunmehr ebenfalls 2 bequeme Stühle zum Ein- bau gelangen. Ferner wird diese Maschine mit einem weiteren Flug- sastsitz neben dem Führersitz sowie mit einem geräumigen Gepäck- raum ausgerüstet, so daß die A28 gerade für den Privat- und Ge- schäftsmann als Reiseflugzeug in Frage kommt. Die Trudelsicherheitsfrage ist durch die Focke-Wulf-Typen ihrer Lösung nähergerückt. In einem Falle stellte auf einem Focke-Wulf-Flugzeug ein Flug- zeugführer in steilster Anstieglage den Motor mit der Zündung voll- ständig ab. Er befand sich in 50 m Höhe. Das Flugzeug sackte ohne Zeichen von Unstabilität in wagerechter Lage, aber fast senkrechter Richtung zu Boden und beschädigte sich lediglich das Fahrgestell. In einem zweiten Falle war durch versehentlich ganz unrichtige _Trimmung das Flugzeug ebenfalls in eine viel zu steile Lage gekom- men, mußte in dieser Lage bei sehr böigem Wetter mit ganz geringer Geschwindigkeit eine Runde fliegen und sackte schließlich zum Glück gerade auf den Flugplatz bis zum Boden durch. Es wurden nur die Radachsen verbogen, die 9 Insassen blieben völlig unversehrt. Nach einstimmigem Urteil aller anwesenden Fachleute wären in beiden Fällen mit normalen Flügeln tödliche Abstürze durch Abrutschen oder Abtrudeln mit Sicherheit zu erwarten gewesen. Bei der Musterprüfung des kleineren 6-sitzigen Focke-Wulf-Ver- kehrsflugzeuges A 28 „Habicht“ bemerkte der Prüfer der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Herr Schütz, wiederum eine auffallend Focke-Wulf A 28 230 PS Titan. Seite 136 „FLUGSPORT“ Nr. 8 hohe Querstabilität. Die Versuchsanstalt beschloß, dieser interessanten und wichtigen Erscheinung nachzugehen. Die Luftverkehrsgesellschaft Wilhelmshaven-Rüstringen, der das Flugzeug gehört und die damit inzwischen schon etwa 25 000 Flugkilometer zu voller Zufriedenheit geleistet hat, stellte es für die Versuche zur Verfügung. Jetzt erst wurde klar, in welchem die eigenen Erwartungen der Firma noch übertreffenden Grade die allmählich immer weiter verbes- serten Eigenschaften des Flügels die Sicherheit gehoben hatte. Am 10. vor. Mts. versuchte Herr von Köppen in Bremen fast 11% Stunden lang, mit verschiedenen Schwerpunktslagen und durch die verschiedensten Steuerbewegungen bis fast zur Rückenlage die A 28 zum Trudeln zu bringen, erklärte aber nach der letzten Landung die vollständige Trudelsicherheit. Das vorgeführte Focke-Wulf-Flugzeug ist ein äußerlich ganz nor- mal aussehender Verkehrshochdecker für 5 Passagiere mit geräumiger, gemütlich eingerichteter Kabine. Nur den Fachleuten war es möglich, an der Flügelformgebung die Unterschiede gegenüber anderen Ma- schinen zu erkennen. Herr von Köppen zeigte zunächst, wie sich das Flugzeug benimmt, wenn es so stark wie möglich gezogen, d. h. wenn es in eine sehr steile Lage gebracht wird. Es war deutlich zu er- kennen, daß das Flugzeug dabei in der Quere seine wagerechte Lage behält, sich rechts und links willkürlich neigen läßt, aber nicht auf den Flügel geht. Besonders auffällig war, daß das Flugzeug trotz des über- zogenen Zustandes mit ganz geringer Geschwindigkeit in norinaler Lage weiterflog. Anschließend daran ging Herr von Köppen dazu über, mit allen Mitteln seiner hervorragenden Erfahrung als Kunstflieger und mit allen erdenklichen Steuermanövern das Flugzeug künstlich zum Trudeln zu bringen. Er stellte es senkrecht auf die Flächen, ver- suchte es mit Vollgas und mit völlig gedrosseltem Motor, konnte aber nichts anderes erreichen, als daß das Flugzeug mit einer sehr engen Kurve stets wieder in die Normallage zurückkehrte. Potez-Verkehrsflugzeug Typ 38. Dieser von Henry Potez als Verkehrsflugzeug gebaute Hochdecker mit wassergekühltem Hispano-Suiza 600 PS hat einen Stahlrohrrumpf, mit Leinwand bespannt. Flügel Holzkonstruktion, Kastenholme mit Holzrippen, mit Leinwand bespannt. Fahrgestell Halbachsen mit gegen die Flügelwurzeln abzefederten Streben. 2 Betriebsstoffbehälter in den Flügeln von je 300 I Inhalt. Rauminhalt der Kabine 15,75 m’, acht Sitze, Einsteigtüren rechts und links, Notausstieg nach oben. ......2.2....Potez Verkehrsflugzeug Typ 38, 600. PS Hispano, Nr. 8 „rLUGSPORT“ Seite 137 Spannweite 20 m, Länge 14,80 m, Höhe 3,80 m, Flügeltiefe 3,50 m, Fahrgestell-Spurweite 4,50 m, Flügelinhalt 65 m?, Querruderinhalt 5,40 m?, Inhalt der festen Leitwerksfläche 4 m?, Höhenruderinhalt 2,50 m”, Kielflosse 1,70 m?, Seitenruder 1,70 m’, Leergewicht 2460 ke, Betriebsstoff 440 kg, Nutzlast 1100 kg, Gewicht belastet 4000 kg. Flü- gelbelastung 61,5, Leistungsbelastung 6,66. Fokker-Wasserflugzeug, Type C. VII-W 450 PS. Die N. V. Nederlandsche Vliegtuigenfabriek, Amsterdam, hat das erste einer Serie von dreisitzigen Beobachtungs- Schwimmerflugzeu- gen, Type Fokker C. VII-W mit 450 PS Lorraine, herausgebracht, welches vor einigen Tagen an die niederländische Marine abgeliefert wurde. Obwohl diese Maschine in erster Linie für Beobachtungszwecke entworfen ist, kann sie auch als Ausbildungsflugzeug für die Besatzung von Torpedoflugzeugen Verwendung finden. Es sind daher zu diesem Zwecke die Schwimmer nicht mittels Streben miteinander verbunden, so daß der Raum unter dem Rumpf zwischen den Schwimmern voll- kommen {rei ist, damit ein Torpedo unter dem Rumpf aufgehängt wer- den kann. Der halbfreitragende Parasol-Eindecker, dreisitzig, ist als Beobach- tungs-Seeflugzeug gebaut. Der am Baldachin am Rumpf befestigte durchgehende Flügel ist durch zwei Paar Stiele abgefangen, welche von der Mitte jeder Flügelhälfte nach den am Rumpf geschweißten Pyramiden laufen. Das Flügelgerippe ist mit Sperrholz beplankt. Hinter dem Mctor liegst der Betriebsstoffbehälter, anschließend Führersitz und zwei Beobachterrätime. In dem Führersitz ein starres M.-G., in dem hinteren Beobachterraum zwei M.-G. auf Ring. Rumpf- bekleidung aus celloniertem Leinen und Aluminiumplatten. Im vorde- ren Beobachterraum eventuell Doppelsteuerung. Der wassergekühlte Lorraine-Motor 450 PS ist ohne (Getriebe. Der Rumpftank faßt 550 Il, Zufuhr nach dem Motor mittels Motor- pumpe. HMandpumpe als Reserve. Steuersäule mit Rad für Querruder. Lange, schmale, unentlastete Verwindungsklappen. Höhenleitwerk wäh- rend des Fluges verstellbar. Eventuell Doppelsteuerung. Die Duralumin- schwimmer haben eine Stufe, fünf wasserdichte Abteilungen mit In- spektionsluken. Die Anordnung des Schwimmergestells geht deutlich aus der beistehenden Abbildung hervor. Spannweite 18 m, Länge 11,50 m, Höhe 3,80 m, Tragfläche 44 m’, Abstand zwischen Schwimmern 3,50 m, Inhalt Schwimmer je 2,63 m?. Leergewicht 1915 kg; Nutzlast: Ausrüstung 155 kg, Besatzung 240 kg, Brennstoff 400 kg, Oel 40 kg, zusammen 835 kg, Vollgewicht 2750 kg; Flächenbelastung 62 kg/m’, Motorbelastung 5,7 ke/PS. Fokker C. VIII-W m. 450 PS Lorraine, Seite 138 „FLUGSPORT“ Nr. 8 Alle Probeflüige wurden mit voller Belastung ausgeführt. Start- dauer bei 0 m Wind 17 Sek. Steigzeiten korrigiert auf Standard-Atmo- sphäre: 1000 m 4 Min. 25 Sek., 2000 m 9 Min. 40 Sek., 3000 m 17 Min. 30 Sek., 4000 m 29 Min. 15 Sek. Gipfelhöhe: absolut ca. 5300 m, prak- tisch ca. 4650 m. Maximalgeschwindigkeit bei 1900 Touren 201 km/Std., Geschwindigkeit beim Anwassern 75—80 kmj/Std. Die Hochseeprüfungen fanden am 20. v. M. in der Nordsee auf der Reede von Den Helder statt. 77KONSIRUKTIONS APINZEBHEITEN Nr. 8 „PLUGSPORT“ Seite 139 Untersetzungsgetriebe am „Asso 500 PS“. Obenstehende Abbildung zeigt das Untersetzungs- getriebe des „Asso“, bei welchem die Drehzahl der untenliegenden Kurbelwelle auf die obenliegende Pro- pellerwelle im Verhältnis von 21:47 untersetzt ist. Die Kurbelwelle macht 2000 und die Propellerwelle 1320 Umdrehungen. Die hohle Propellerwelle aus | Chromnickelstahl ist vorn in einem doppelten Kugel- lager, welches gleichzeitig die Stirndrücke aufnimmt, und am rück- wärtigen Ende in einem Rollenlager gelagert. Der Zahnkranz ist auf einem Flansch der Propellerwelle angeschraubt. Kurbelwellenbrüche und Werkstoff. (Aus dem Vortrag von Dr.-Ing. Matthaes am 11.4. 1930 vor der WGL.) _ Ausgehend von den Beanspruchungen der Kurbelwellen durch die in Flugmotoren auftretenden Drehschwingungen, wird die Frage der Verminderung der Bruchgefahr durch Herabsetzung der Beanspru- chung: (Mittel: Schwingungsdämpfer, Aenderung der Zündfolge u.a.) oder Erhöhung der Werkstoffestigkeit kurz besprochen. Dann wird auf die Art der im Betrieb auftretenden Brüche einge- eangen. Die Brüche sind typische Drehschwingungsbrüche, meist Spi- ralbrüche durch die Zapfen, ausgehend von Uebergängen zwischen Zapfen und Wange oder von Oelbohrungen. Darauf wurden die Kurbelwellen-Werkstoffe näher behandelt. Chemische Zusammensetzung, Feingefüge, Größe und Richtung der Faserstruktur und Gehalt an nichtmetallischen Einschlüssen werden besprochen, ebenso die Festigkeitseigenschaften. Bei den verschie- denen Wellen werden Stähle mit Festigkeiten von 80-140 ke/mm? verwendet. Die Kerbzähigkeit beträgt 2,2—11,3 mkg/cm? (kleiner Nor- malstab). — Anschließend werden die Eigenschaften bei Dauerbean- spruchung und ihre Prüfung besprochen. Die Dauerbiegefestigkeit er- gab sich am glatten Stab zu 38—55% der statischen Zugfestigkeit. Je nach der Lage in der Welle schwankt die Dauerbiegefestigkeit in der gleichen Welle bis zu + 7%. Proben mit scharfkantigen Ouerschnitts- übergängen geben 45—55 % kleinere Werte. Die Drehschwingungs- festigkeit ergibt sich zu rund 31 % der statischen Zugfestigkeit. Die Dämpfungsunfähigkeit der Stähle ist gering. Eine weitere Versuchsreihe wurde über den Einfluß der Höhe der Vergütung auf die Dauerfestigkeit durchgeführt. Dabei zeigte sich, daß Drehschwingungs- und Biegeschwingungsfestigkeit mit steigender Vergütung bis zur Höchsthärte des Stahles ansteigen; allerdings nicht ‚im gleichen Maße wie die Zugfestigkeit, sondern etwa wie die wahre Reiß-Spannung. Die für den Stahl ermittelten Höchstwerte der Dauer- iestigkeit betrugen: o, — 86—88 kglmm?; x, = 58-60 kgfmm?, bei Op — 222 ke/mm’. . Zum Schluß wird über eine Versuchsreihe berichtet, die durch- geführt wurde, um den Einfluß der Kurbelwellenform auf die Dauer- festigkeit zu bestimmen. Es wurden hierzu Drehschwingungsversuche an einer Reihe von Kurbelwellenmodellen ausgeführt. Die Versuche wurden zum größten Teil mit reiner Wechselbeanspruchung durchge- führt; durch einige ergänzende Versuche wurde auch die Festigkeit des Modells bei Dauerbeanspruchungen zwischen 0 und einem Höchst- wert bestimmt. Die Wechselfestigkeit der Modelle, bezogen auf die Hauptlager, ergibt sich zu 22—23 ke/mm?, die Ursprungsfestigkeit zu rund 30 kg/mm?, die statische Verdrehfestigkeit zu rund 93 ke/mm?. Die Drehschwingungsfestigkeit des glatten Probestabes beträgt dem- gegenüber etwa 37 kg/mm?. Querschnittsübergänge und Oelbohrungen vermindern also die Wechselfestigkeit um 36—40 %. . Rumpf des Segelflugzeugs „Professor“ im Bau. Flugwissenschaftliche Vereini- gung am Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen, Seite 140 „FLUGSPORT“ Nr. 8 Ausschreibung des Il. Rhön-Segelilug-Wettbewerbs 1930. $ 1. Veranstalter, Zeit und Ort, Geschäftsstelle. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft veranstaltet mit Genehmigung des Deutschen Luftrats unter der sportlichen Führung der Südwestgruppe des Deutschen Luft- fahrtverbandes e. V. und des Deutschen Modell- und Segelflugverbandes vom 9,—24. August auf den Hängen und benachbarten Höhen der Wasserkuppe einen internationalen Segelflugwettbewerb gemäß Art. 14 des Reglements der F.A.|. Dieser besteht aus einem Uebungswettbewerb und einem Leistungswettbewerb für Segelflieger. Der Schulungswettbewerb kann infolge der auch in diesem Jahre nur geringen finanziellen Mittel nicht in früherer Weise abgehalten werden. Der Veranstalter hat aber zur Förderung der Jungfliegerausbildung eine Anzahl von Geldprämien ausgesetzt, die außerhalb des Rhön-Wettbewerbes gewonnen wWer- on a Verlängerung des Wettbewerbs sowie einzelner nicht ausgeflogener Preise über den Schlußtermin hinaus infolge von Gründen, die den ordnungsmäßi- gen Verlauf des Wettbewerbs gestört haben, behält sich der Veranstalter vor. Die Geschäftsstelle befindet sich in Frankfurt a. M., Schubertstr. 10, vom 1. August bis 8 Tage nach dem Wettbewerb im Fliegerlager auf der Wasserkuppe. 2. Name, Zweck und Ehrenschutz des Wettbewerbs. ‚Die Veran führt den Namen 11. Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1930 und steht unter dem Ehrenschutz der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt e. V. (W.G.L.). Die Veranstaltung soll der Förderung des Segelflugsportes und der Erforschung der Segelflugmöglichkeiten dienen. 8. 3. Flugzeuge, Probeilüge. Der Wettbewerb ist offen für Flugzeuge ohne Motor, welche den im Anhang Ö ichten Bedingungen entsprechen. ee erenstalter ist berechtigt, falls mehr als 40 Meldungen bei Nachnen- nungsschluß vorliegen, die Zahl auf 40 herabzusetzen dadurch, daß die zuletzt angekommenen Nennungen von Flugzeugen abgelehnt werden. A Ferner kann bei Nennung von mehr als 3 Flugzeugen eines Bewerbers diese änkt werden. a ee nlisen vor ihrer Zulassung einen Probeflug von mindestens 60 Sekunden Dauer ablegen. Der Nachweis dieser Probeflüge ist durch eine so scheinieung zu erbringen, die von einem durch den Veranstalter ermächtigten Prüfer ausgestellt ist. . Die Probeflüge können auch vom 7.—22. August auf der Wasserkuppe erledigt werden. Für die am Uebungs- und Leistungswettbewerb teilnehmenden Segelflug- zeuge und Flugzeugführer muß vor Eintritt in den Wettbewerb der Abschluß iner Haftpflicht- und Unfallversicherung nachgewiesen werden. ” Die Bewerber haben, sofern sie die Absicht haben, sich um die Anerkennung von Rekorden zu bewerben, dafür Sorge zu tragen, daß Be Flugzeuge mit den von der F. A. I. geforderten Instrumenten ausgerüstet sind”). Anträge auf Anerkennung von Rekorden sind von den Bewerbern selbst an die zuständige nationale Sportbehörde zu richten. j Die Flugzeuge müssen mit Anschnallgurten ausgestattet sein, welche ent sprechend den deutschen behördlichen Anordnungen aus Leib- und Schultergur- ten bestehen und an einem Hauptknotenpunkt befestigt sind. Bu .8 4, Bewerber, Meldungen. Meld hat bei der 1 ie a @ Der Eigentümer des Flugzeuges ist Bewerber. Die Me ung ‚be Geschäftsstelle auf den vorgeschriebenen, von ihr erhältlichen Meldevordrucken für jedes Flugzeug gesondert durch den Bewerber oder dessen bevollmächtisten Vertreter bis zum 14. Juli 1930, 12 Uhr mittags, zu erfolgen. Eine Meldegebühr j icht erhoben. En hmeldunsen sind bis zum 26. Juli, 12 Uhr mittags, zulässig; sie unter- liegen einer Nachmeldegebühr von 25 RM, die bis zum Nachmeldeschluß einge gangen sein muß und nicht zurückgezahlt wird. Die Nachmeldegebühren werden an die Luftfahrerstiftung abgeführt. *) Die Uebersetzung der F. A.1.-Vorschriften ist beim Deutschen Luftrat, Berlin W 35, Blumeshof 17, zum Preise von 3 RM erhältlich. . Nr. 8 „PrLUGSPORT“ Seite 141 Nach der Meldung erhält jedes Flugzeug eine Meldenummer, die während des Wettbewerbs von allen Seiten sichtbar am Flugzeug angebracht sein muß. Vom Deutschen Luftrat oder von der. Sportbehörde eines der F.A.I. ange- schlossenen Landes Disqualifizierte werden weder als Bewerber noch als Flug- zeugführer zugelassen. Sämtliche am Wettbewerb beteiligten Personen müssen sich bei Abgabe der Meldung zur Anerkennung der Ausschreibung und späterer, von dem Veranstalter oder dessen Beauftragten zu erlassender Bestimmungen verpflichten und gleichzeitig auf etwaige Entschädigungsansprüche aller Art gegen den Veranstalter und seine Beauftragten schriftlich verzichten. Für Minderjäh- rige oder unter Vormundschaft stehende Personen muß die Verzichtserklärung durch den gesetzlichen Vertreter erfolgen, Der Rechtsweg ist auch ausgeschlos- sen, wenn auf seiten des Veranstalters oder seiner Beauftragten Fahrlässigkeit vorliegt. $ 5. Bauiestigkeit und Zulassungsprüfung. Die Baufestigkeit der Flugzeuge ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen, die durch einen der anerkannten Segelflugbauprüfer ausgestellt ist. Nur Flug- zeuge, für die der Nachweis der Baufestigkeit erbracht ist, finden in den von dem Veranstalter zur Verfügung gestellten Unterkunftsräumen Aufnahme. Die Baufestigkeitsprüfung muß am Bauort erfolgen und bis Nachmeldeschluß an die Geschäftsstelle der Veranstaltung eingeschickt sein; nähere Bestimmungen wer- den durch Bekanntgabe des Veranstalters mitgeteilt und sind von den Bewer- bern genau zu befolgen. Die Baufestigkeit der Flugzeuge ausländischer Bewerber muß durch die zuständige Sportbehörde des betreffenden Landes bescheinigt sein. Vor der Teilnahme am Wettbewerb müssen die Flugzeuge dem Technischen Ausschuß (vergl. $ 11) zur Zulassungsprüfung vorgeführt werden. Hierzu sind folgende Unterlagen beizubringen: 1. eine Baubeschreibung nach der bei der Geschäftsstelle erhältlichen Anwei- sung oder eine betreffende nationale Zulassung, 2. ein Satz unaufgezogener und auf der Rückseite gekennzeichneter Lichtbil- der, die das Flugzeug in seinen Hauptansichten darstellen, 3. die Bescheinigung über die Ablegung des Probefluges (vergl. $ 3), 4. die Bescheinigung über den Nachweis der Baufestigkeit (s. oben). Die Unterlagen 1 und 2 sollen Berichten über den Wettbewerb als Grundlage dienen. Wird ihre Veröffentlichung nicht gewünscht, so ist es besonders vorzu- schreiben. Für Flugzeuge, welche nach einem bereits bewährten Typ gebaut sind, entfällt die Beibringung der Unterlagen der Ziffer 1 und 2. Ebenso entfällt für Flugzeuge, die bereits zu einem vom Deutschen Luftrat genehmigten Wettbewerb zugelassen waren, die Beibringung der genannten Unterlagen, falls inzwischen keine wesentlichen Aenderungen vorgenommen worden sind. Beschädigungen oder Aenderungen eines zugelassenen Flugzeuges während des Wettbewerbes sind dem Technischen Ausschuß zu melden, der dann die Zulassung aufheben und eine erneute Flugzeugprüfung anordnen kann. Der Technische Ausschuß ist auch berechtigt, eine schon ausgesprochene Zulassung zum Wettbewerb in Fällen offenbarer Luftuntüchtigkeit aufzuheben. Befestigungsmöglichkeiten eines Barogra- phen und Raum für den Einbau müssen vorhanden sein. Barographen sind von den Bewerbern selbst mitzubringen; ihre Prüfung kann durch das Forschungs- Institut der Rhön-Rossitten-Gesellschaft in der Technischen Hochschule in Darm- stadt erfolgen. Zulassungsprüfungen finden in der Zeit vom 8.—22. August auf der Wasser- kuppe statt. $ 6. Führer. Die Flugzeuge dürfen im Wettbewerb nur von gemeldeten Führern, welche im Besitz eines gültigen Segelfliegerausweises und einer F. A. L-Lizenz sind, ge- flogen werden. Für dasselbe Flugzeug können mehrere Führer gemeldet werder, jedoch muß schon bei Abgabe der Meldung wenigstens ein Führer, der bereits im Besitze des Segelfliegerausweises C ist oder nachweislich diese Bedinguns erfüllt hat, namhaft gemacht werden. Der Eintritt in den Wettbewerb darf nur erfolgen, wenn diese vorgeschrie- benen Führer oder Ersatzführer, welche den gleichen Bedingungen entsprechen, anwesend sind. Zum Uebungs- und Leistungswettbewerb sind nur Führer zugelassen, welche den Segelfliegerausweis C besitzen oder nachweislich die entsprechende Bedin- Seite 142 „FLUGSPORT“ Nr. 8 eung erfüllt haben. Vom Uebungswettbewerb sind die Führer ausgeschlossen, welche die Bedingungen des Ausweises C vor dem 1. Januar 1929 erfüllt oder be- reits an einem Leistungswettbewerb auf der Rhön teilgenommen haben. Die zum Uebungswettbewerb gemeldeten Führer sind nicht gleichzeitig zum Leistungswettbewerb zugelassen; Uebertritt vom Uebungs- zum Leistungswett- bewerb ist möglich. Doch kommen in diesem Falle für die Preiszuerkennung im Uebungswettbewerb nur die bis zum Uebertritt in den Leistungswettbewerb er- zielten Leistungen in Betracht. Die Flüge des Uebungswettbewerbes finden auch keine Anrechnung auf den Leistungswettbewerb. Für die Zulassung ausländischer Führer muß eine entsprechende ausländische Zulassung oder mangels einer solchen. der Nachweis entsprechender Leistung er- bracht werden. Im Zweifelsfall entscheiden die auf der Wasserkuppe anwesen- den Luftratsmitglieder. 8 7. Preise, Gesamtpreissumme RM 15 000.—. A. Uebungswettbewerb. Gesamtpreissumme RM 6 500.—. Vorbedingung: Segelfliegerausweis C nach dem 1. Januar 1929. 1. Preise für die größte Gesamtfilugdauer RM 2000.—. Die Preissumme von RM 2000.— wird denjenigen 3 Flugzeugen zugesprochen, welche auf beliebig vielen, mindestens aber je 2 Flügen die größte Gesamtflug- dauer im Uebungswettbewerb erreichen. Gewertet werden nur Flüge von min- destens 60 Minuten Dauer. Die Zuerkennung der 3 Preise erfolgt im Verhältnis der Gesamtflugdauer. 23. Preise für die größte Höhensumme RM 1500. —. Die Preissumme von RM 1500.— wird unter diejenigen 3 Flugzeuge verteilt, welche auf mindestens 5 Flügen die größte Höhensumme erreichen. Werden mehr als 5 Flüge ausgeführt, so werten für die Höhensumme nur die 5 aröhten Höhen. Als Höhe wertet die maximale Flughöhe über der Startstelle. Gewerte werden nur Flüge von mindestens 100 m Höhe über der Startstelle. Als Startstellen sind für diesen Preis der Weltenseglerhang und Pelznerhang a eennung der 3 Preise erfolgt im Verhältnis der erreichten Höhen- summen. 3. Schleifenflugpreis RM 1000.—. Zwei Preise von je RM 500.— werden denjenigen Flugzeugen zugesprochen, welche als erste sich 5 km von der Wasserkuppe entfernen und ohne Zwisc en landung zur Wasserkuppe zurückfliegen. Die Landung auf der Wasserkuppe un oberhalb der Höhenlinie 800 m und im Umkreis von höchstens 1000 m Ben von der Startstelle erfolgen. Der Flug muß in Sicht von der Startstelle ausgeführ werden. Für die Entfernung von der Staristelle ist die vom Meßtrupp gemessene ndepunktes maßgebend. . En dneune nur von einem Flugzeug erfüllt, so erhält dieses einen Preis von RM 800.—, während der Restbetrag für Anerkennungsprämien im Uebungswettbewerb Verwendung findet. 4. Sonderpreise RM 2000.—. RM 2000.— stehen der Sportleitung zur Verfügung zur Ausschreibung beson- derer Tagespreise während der Dauer des Rhönsegelilugwettbewerbes. una Diese Ausschreibungen bedürfen der Genehmigung des Luftrats gemäß den „Vorschriften für den Flugsport“ Art. III/9 letzter Absatz. B. Leistungswettbewerb. Gesamtpreissumme RM 7000.—. Vorbedingung Segelfliegerausweis C. 1. Fernsegelflugpreis RM 2000.—. . Der Preis wird demjenigen Flugzeug zugesprochen, welches die srößte ne strecke im ununterbrochenen Fluge, mindestens aber 75 km, gemessen im nung” riß der Luftlinie zwischen Start- und Landestelle, zurücklest. Haben, mehr ne Flugzeuge die Mindestbedingung erfüllt, so ‚erfolgt die Zuteilung ces | reisen m Verhältnis der Streckenleistung an die beiden Flugzeuge, welche die gro Flugstrecken zurückgelegt haben. Nr. 8 „FrLUGSPORT“ Seite 143 2. Fernzielflugpreis RM 1500.—. Zwei Preise von je RM 750.— werden denienigen Flugzeugen zugesprochen, welche als erste von der Wasserkuppe nach dem Kreuzberg (Wendemarke Kreu- zigungsgruppe) und zurück zur Wasserkuppe ohne Zwischenlandung fliegen. Der Flug muß in Sicht von der Startstelle erfolgen. Die Landung auf der Wasser- kuppe muß oberhalb der Höhenlinie 800 m und im- Umkreis von höchstens 1000 m Radius von der Startstelle erfolgen. Wird die Bedingung nur von einem Flug- zeug erfüllt, so erhält dieses einen Preis von RM 1000.—, während der Restbe- trag für Anerkennungsprämien im Leistungswettbewerb Verwendung findet. 3. Streckenforschungspreis RM 1500.—. Gefordert werden Flüge von mindestens 25 km Strecke, gemessen im Grund- riß der Luftlinie zwischen Start- und Landestelle in Richtung Fulda. Flug und Landung haben zu erfolgen innerhalb des Raumes, der begrenzt wird im Süden durch die Linie Poppenhausen-Neuhof, im Norden durch die Linie Reul- bach, Eisenbahnabzweigung Almendorf, Bad Salzschlirff bzw. deren Verlänge- rungen. Der Preis wird denjenigen 3 Flugzeugen zugesprochen, welche die größten Flugstrecken erreichen. Die Preissumme wird unter die. 3 Flugzeuge geteilt im Verhältnis der erreichten Streckensummen. Der Fernsegelflugpreis ($ 7 BI) kann mit dem Streckenforschungspreis nicht durch denselben Flug gewonnen werden. Wird die Bedingung nur von. einem Flugzeug erfüllt, so erhält dieses einen Preis von RM 1000.—, während der Restbetrag für Anerkennungsprämien im Leistungswettbewerb Verwendung findet. 4. Sonderpreise RM 2000.—. RM 2000.— werden der Sportleitung zur Ausschreibung von Tagespreisen während der Dauer des Wettbewerbes zur Verfügung gestellt. Diese Ausschrei- bungen bedürfen der Genehmigung des Deutschen Luftrates gemäß den „Vor- schriften für den Flugsport“ Art. III/9 letzter Absatz. C. Schulungsprämien RM 1500.— (nur offen für Reichsdeutsche). 15 Prämien von je RM 100.— werden für diejenigen Jungflieger ausgeschrie- ben, welche Mitglieder des DLV, DMSV oder des Sturmvogel sind und außer- halb des Rhön-Wettbewerbes in der Zeit vom 15. Mai bis 17. August die längsten Flüge anläßlich ihrer C-Prüfung abgelegt haben. Ausgeschlossen von der Teil- nahme sind Motorflieger, welche den 1. Alleinflug abgelegt haben. Die Prüfung darf nur an einem Sonntag, dem Pfingstmontag oder dem Verfassungs-Feierta« (11. August) abgelegt werden. Die Ablegung der C-Prüfung in einem Schulkursus der R.R.G., der Segelfliegerschule Grunau oder anderer Segelfliegerschulen, die gegen Entgelt ausbilden, sowie auf der Wasserkuppe während des Rhön-Seeel- fiug-Wettbewerbes wird nicht gewertet. Eine vorherige Meldung der Flugzeuge und Flugzeugführer ist nicht erfor- derlich. Die Beurkundung der Prüfung hat durch 2 von der Rhön-Rossitten-Ge- sellschaft anerkannte Sportzeugen zu erfolgen. Die Unterlagen sind bis späte- stens 22. August an die Geschäftsstelle des Rhön-Segelflugwettbewerbs durchh den Verein, dem der Segelflieger angehört, einzureichen. D. Erinnerungsblätter. Die Flugzeugführer, welche am Uebungs- und Leistungswettbewerb teilge- nommen haben, erhalten ein künstlerisches Erinnerungsblatt:; dasselbe Blatt er- halten ferner diejenigen 15 Jungflieger, denen nach $ 7 C eine Prämie für Ab- legung der C-Prüfung zugesprochen worden ist, sowie diejenigen 30 Jungflieger, welche als erste unter den gleichen Bedingungen, wie in $ 7 C vorgesehen, die Gleitfliegerprüfung B (5 Flüge zu je 1 Minute mit S-Schleife und glatter Landung, wobei die 5 Flüge nicht am selben Tag abgelegt zu sein brauchen) abgelegt haben. 8. 8. Oberleitung. Die Oberleitung besteht aus dem von dem Vorsitzenden der Rhön-Rossitten- Gesellschaft ernannten Vorsitzenden, dem Vorsitzenden des Technischen Aus- schusses und der Sportleitung oder ihren Vertretern und dem Geschäftsführer. Sie steht an der Spitze der Veranstaltung und übt während des Wettbewerbes die Rechte und Pflichten des Veranstalters aus, regelt die Besetzung oder Er- sänzung der Ausschüsse und vermittelt zwischen ihnen. Seite 144 „FLUGSPORT“ Nr. 8 $ 9, Preisgericht. Das Preisgericht urteilt auf Grund der von der Sportleitung (vergl. $ 10), dem Technischen Ausschuß (vergl. $ 11), dem Meßausschuß (vergl. $ 12) gesam- melten Flug- und Prüfungsergebnisse mit einfacher Stimmenmehrheit der anwe- senden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzen- den. Das Preisgericht tritt einen Tag vor Schluß des Wettbewerbes zusammen und entscheidet am Tage nach Schluß desselben. Bei Verlängerung einzelner nicht ausgeflogener Preise über den Wettbewerb hinaus tritt das Preisgericht im Bedarfsfalle spätestens innerhalb 8 Tagen nach Ablauf des neuen Schluß- termins zusammen. In diesem Falle ist auch schriftliche Rundfrage bei den ein- zelnen Mitgliedern des Preisgerichts durch den Vorsitzenden zulässig. Das Preis- gericht ist befugt, nicht gewonnene Preise für kommende. Veranstaltungen ZU- rückzustellen oder Teilbeträge als Anerkennungsprämien zu verteilen. Gegen die Entscheidung des Preisgerichts gibt es eine Berufung an den Deutschen Luftrat, die unter Beifügung eines Betrages von RM 50.— innerhalb 10 Tagen nach Bekanntgabe der Preisgerichtsentscheidung bei der Geschäftsstelle des Deutschen Luftrats, Berlin W 35, Blumeshof 17, eingegangen sein muß. Der Betrag wird zurückbezahlt, wenn die Berufung für begründet erachtet wird, im anderen Falle verfällt er der Luftfahrerstiftung. Berufung kann nur ein Bewer- ber einlegen, der sich durch das Urteil des Preisgerichtes geschädigt glaubt. $ 10. Sportleitung, Sportgehilien. Die Sportleitung sorgt für die sportliche Durchführung des Wettbewerbs. Der jeweilige „Sportleiter vom Dienst“ trägt die Verantwortung für den sport- lichen Wettbewerbsverlauf. Seinen Anordnungen ist unbedingt Folge zu lei- sten. Dem „Sportleiter vom Dienst‘ stehen Sportgehilfen und Meßtrupps zur Seite. Die Sportleitung gibt eine Flugordnung und in Gemeinschaft mit dem Technischen Ausschuß, dem Meßausschuß und dem Wetterdienstausschuß eine Flugprüfungsordnung durch Aushang im Fliegerlager bekannt. Die Flugergebnisse werden fortlaufend durch Aushang bekanntgegeben. Ein- sprüche hiergegen sind innerhalb 24 Stunden bei der Sportleitung schriftlich vor- zulegen. Die ausgehängten Flugergebnisse sind maßgebend für die Flugbewertung. $ 11. Technischer Ausschuß. . Der Technische Ausschuß führt die Flugzeugzulassungsprüfungen (vergl. 8 5) durch und entscheidet bei Beschädigungen von Flugzeugen und bei offenbarer Luftuntüchtiekeit (vergl. $ 5 Abs. 4) über ihre weitere Zulassung zum Wettbe- werb endgültig. $ 12. Meßausschuß. . Der Meßausschuß führt die Vermessung und Auswertung der Flüge durch; er gibt in Gemeinschaft mit der Sportleitung eine Vermessungsordnung heraus, die das anzuwendende Meßverfahren festlegt und den Dienst der einzelnen Trupps regelt. Der Meßausschuß übernimmt die Kontrolle der Barographen und führt die Meldung der Bodenwindverhältnisse beim Start durch. Der MeBaus- schuß hat die Flugergebnisse innerhalb eines Tages, spätestens bis zum nächsten Vormittag, ausgewertet der Sportleitung mitzuteilen. Der Vorsitzende des Meß- ausschusses ist für die ordnungsgemäße Durchführung der Meßmethoden und ihre Auswertung verantwortlich. Auf jedem Flug des Uebungs- und Leistungswett- bewerbs muß ein Barograph mitgeführt werden, für dessen rechtzeitigen Einbau der Bewerber Sorge zu tragen hat. Vernachlässigung dieser Vorschrift kann die Wertung des Fluges ausschließen. 8 13. Wetterdienstausschuß. Der Wetterdienstausschuß regelt den täglichen Wettervorhersagedienst und die Durchführung aerologischer Messungen. Er gibt täglich vor- und nachmittags einen Wetterbericht durch Aushang im Fliegerlager bekannt. 8 14. Organisationsausschuß. Die Unterkunft der Flugzeuge, der Wettbewerbsteilnehmer und der Organe der Veranstaltung obliegt der Verwaltung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft. Diese sorgt auch für die gemeinsame Verpflegung im Fliegerlager und ist für alle sonsti- een wirtschaftlichen Fragen des Wettbewerbes zuständig. Die Vertretung der Verwaltung in der Oberleitung erfolgt durch den Geschäftsführer der Rhön-Ros- ‚sitten-Gesellschaft. Nr. 8 „PLUGSPORT“ Seite 145 $ 15. Ordnungsdienst. Der Ordnungsdienst während des Flugbetriebes und im Lager, sowie die Re- gelung des Verkehrs obliegt dem Führer der Polizeiflugwache, der im Einver- ständnis mit der Oberleitung arbeitet. Auf Grund polizeilicher Maßnahmen, durch die ein Teilnehmer im Wettbewerb in seiner Leistung behindert wird, können Ansprüche an den Veranstalter nicht gestellt werden. $ 16. Verschiedenes, Die Zusammensetzung des Preisgerichts, der Oberleitung und der Ausschüsse wird vor Nachmeldeschluß veröffentlicht. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Aenderungen und Ergänzungen dieser Ausschreibung zu beschließen, die der Genehmigung des Luftrats, entsprechend Kap. IV $ 23 der Vorschriften für den Flugsport, bedürfen, und ihren Bestimmungen Auslegung zu geben. Aus einem Ausfall des Wettbewerbes infolge von Umständen, für die den Veranstalter kein Verschulden trifft, können Ansprüche gegen den Veranstalter nicht gel- tend gemacht werden. Ueber eine etwaige Notwendigkeit des Ausfallens des Wettbewerbes entscheidet der Luftrat. Alle in dieser Ausschreibung vorgesehenen späteren Veröffentlichungen und sonstigen Bekanntmachungen erfolgen in den Zeitschriften „Luftschau“ und „Flug- sport“. Rhön-Rossitten-Gesellschaft E.V. Frankfurt a. M., im März 1930. gez. Kotzenberg. Anhang zu $ 3 Abs. I der Ausschreibung des 11. Rhön-Segelilug-Wettbewerbs 1930. Die zum Uebungs- und Leistungs-Wettbewerb zugelassenen Flugzeuge müssen so gebaut sein, daß der Quotient aus Flächenbelastung und Seitenverhältniszahl nicht größer als 1,10 wird, d. h. also beispielsweise ein Flugzeug mit dem Seiten- verhältnis 1:12 darf nicht mehr als 13,2 kg pro qm Flächenbelastung haben. Das Fluggewicht des Flugzeuges ist bestimmt als Leergewicht + 70 kg Führergewicht. Der Nachweis der Einhaltung dieser Bedingung muß zugleich mit dem Nach- weis der Baufestigkeit gemäß $ 5 der Ausschreibung bis spätestens Nachmelde- schluß an die Geschäftsstelle des Wettbewerbs eingereicht sein. Das Versäumnis dieses Nachweises kann zur Zurückweisung des Flugzeuges führen. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V., gez. Kotzenbereg. Die vorstehende Bauanforderung wird von der Flugtechnischen Abteilung des Forschungs-Instituts der Rhön-Rossitten-Gesellschaft wie folgt erläutert: Ersetzt man die gebräuchlichen Polaren verschiedener Segelflugprofile durch die sie umhüllende ideelle Polare, so kann man dieselbe anschreiben als Sy © = 0.010 c,” + 0.007 Setzt man fernerhin den schädlichen Widerstandskoeffizienten beim Leistungs- Segelfluszeug zu 100 ey, = 1,3 ein, so erhält man unter der Bedingung, daß die Sinkgeschwindigkeit nicht größer sein soll als vy = 0,80 m/s, folgende Abhängig- keit zwischen der Seitenverhältniszahl und der Flächenbelastung: ) = Seitenverhältniszahl 8 10 12 14 16 18 20 G/F = Flächenbelastung 8,3 10,8 132 155 178 198 21,9 GF : i = Segelflugzahl 1,04 1.08 110 111 111 110 1,09 Man sieht aus dieser Zusammenstellung, daß nur bei sehr schlechten Seiten- verhältnissen dieser Quotient kleiner wird als gefordert, im übrigen aber ein fast genau linearer Verlauf dieses Quotienten gewährleistet ist. Damit ergibt sich eine sehr einfache und leicht bestimmbare Kennzahl, die auf verschiedene aus- geführte Flugzeuge angewendet, eine gute Brauchbarkeit zeigt. Nachstehend einige Beispiele: Fläch Seiten- Segel- 1 gefor- achen- sIt_ ug- | 11 _ _dert Name des Flugzeuges belastung verhält Kenn- \Kenn- * vor nis zahl zahl handen Prüfline. 2 oo. 11,3 7,4 1,54 0,72 (fällt aus) Mecklenburg (einsitzig). . . . . 77 6,7 1,15 0,96 Professor . 2 22 or 2. 13,1 13,9 0,87 1,26 Poppenhausen (Schleicher) einsitz. 7,0 8,6 0,82 1,35 Darmstadt II. . . | 13,6 19,2 0,71 1,55 Seite 146 „FLUGSPORT” Nr. 8 Die Zusammenstellung zeigt, daß durch Bildung des Quotienten, der kurz die Segelflugzahl genannt werden soll, die Hochwertigkeit der verschiedenartigen Ty- pen deutlich charakterisiert ist. Die letzte Sralte zeigt, daß die Leistungsilug- zeuge sowie auch die segelfähigen Schulflugzeuge diese Bedingungen erfüllen. aM N IN) X DIREAANEEREORRREEREITSEKTANRANDEDV FEIRREZERFRTET TAT NNNRNN ( — FLUG Inland. Strato Nr. 50 Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 5. . Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.1.) hat gemäß Schreiben vom 20. März 1930 folgende Flugleistungen als internationale Rekorde anerkannt: Klasse C (Landflugzeuge) mit 1000 kg Nutzlast Frankreich: D. Costes und P. Cedos auf Breguet 19, Hispano-Suiza-Motor 600 PS, Istres- Nimes-Narbonne, am 15—16. Februar 1930: Dauer: 18 Std. 1 Min. Entfernung in geschlossener Bahn: 3309,900 km. mit 10000 kg Nutzlast Italien: Domenico Antonini, auf Doppeldecker Caproni „Ca 90", sechs Motoren Isotta- Fraschini Asso, 1000 PS, Cascina Malpensa, am 22. 2. 1930: Dauer: i Std. 31 Min. Höhe: 3231 m. mit 7500 kg Nutzlast: Dauer: 1 Std. 31 Min. Höhe: 3231 m. mit 5000 kg Nutzlast: Dauer: 1 Std. 31 Min. . Rekord der größten, auf eine Gipfelhöhe von 2000. m beförderten Last: 10 000 kg. lin, 10. April 1930. | Bern " Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner, ö i i fi ldecker der akade- 8050 m Höhe erreichte Nehring am 1. April auf dem Doppel I i mischen Fliegergruppe Darmstadt D. 18. Er beabsichtigt, seine Höhenflüge zu iederholen. . Segelilurzeugbau Kassel. Die bisher von Fritz Ackermann betriebene ‚Firma Kegel-Flugzeugbau“, Kassel, ist durch Kauf in Besitz von Gerhard Fieseler übergegangen und wird ab 1. April unter der neuen Firma „Segelflugzeugbar Kassel“ weitergeführt. Ausland. . Keine Geschwindigkeitsrekorde mehr in England, Nach einer erklärung des englischen Unterstaatssekretärs für Luftfahrt sollen in England keine weiteren Geschwindigkeitsrekorde mehr aufgestellt werden, sondern die Hochgesc" win- diekeitsflugzeuge des R.A.F. sollen lediglich zu wissenschaftlichen Forschungs- rden. En N Mail Sogelilugwettbewerb, offen für alle Nationen, soll im Som- mer 1931 stattfinden. Englische Fachleute sind mit dem Aufsuchen eines geeig- ä ıftragt. a a ieche Segelflug-Schule soll nach einer Aeußerung Sir Safton Branckers vom 2. April in der Nähe von London eingerichtet werden. Die Schule soll nach deutschem Muster errichtet werden, vor allen Dingen sollen die Vor- teile und Annehmlichkeiten der in England. üblichen Weekend-Ausflüge Berück- sichtigung finden. Vorsitzender Colonel Master of Sempill, Direktoren Howard Flanders, E. C. Gordon England und R. F. Dagnall. Organisator und ersteı Leh- rer Rusell-Taylor, welcher binnen kurzem nach Deutschland geht, um dort seine A-, B- und C-Prüfung zu machen. Nr. 8 „FrLUGSPORT“ Seite 147 Der spanische General Kindelan ist zum Generaldirektor des spanischen Zivil- Flugwesens und zum Vizepräsidenten des obersten Luftrates in Spanien ernannt worden. Englischer Segelilugpreis von 1000 Pfund hat Wallace Barr für die Ueber- fliegung des Kanals mit einem Segelflugzeug für die Zeit vom 1. Juni 1930 bis 31.-Mai 1931 ausgesetzt. Der Preis ist nur offen für englische Segelflieger. Gleiterbau in Amerika. Mit der zunehmenden Betätigung im Gleit- und Segel- flugwesen- schießen die Gleiterfabrikanten wie Pilze aus der Erde. Meistenteils wird der „Zög- - | ling“ in den ver- schiedensten Va- riationen nachge- baut. Nebenstehen- de Abbildung zeigt z. B. den Alexan- der-Gleiter, wel- cher für 375 Dollar zu haben ist. Die Betriebsergebnisse der Scadta (Deutsch-Kolumbianische Luftverkehrs- gesellschaft) weisen, wie aus den nachfolgenden Statistiken ersichtlich, für das Jahr 1929 wiederum eine Steigerung der Frequenzen auf den Scadta-Fluglinien in Kolumbien, Ecuador und Panama (S.-A.) auf: Be 1927 1928 1929 Flugskilometer 22000 o0on on 527 300 929 354 1 268 703 Beförderte Luftpost (Briefe, Postkarten, Druck- . -sachen, Geschäftspapiere) in Tonnen (1000 kg) 36.61 49.95 64.62 Anzahl der beförderten Passagiere . . . . . . 3 905 6 056 6 578 Gesamte beförderte Nutzlast in Tonnen (1000 kg) 345.50 426.17 606.81 Es haben die Scadta-Flugzeuge im Jahre 1929 im regelmäßigen Verkehr mit mehr als 1% Million Flugkilometern eine Strecke gleich dem 3lfachen Erdumfange be- wältigt und hierbei eine Luftpostmenge befördert, welche gewichtsmäßig ca. 4 Millionen Briefen entspricht. — Der Flugdienst wurde wie in den früheren Jahren so auch im Jahre 1929 von der Scadta mit 100prozentiger Regelmäßigkeit durch- geführt. — Gelegentlich des Ablaufes des ersten Dezenniums seit der im Jahre 1919 erfolgten Gründung der Scadta mag es interessieren, die in den vergangenen . 10 Jahren bewältigten Flugleistungen zu erfahren. Sie betragen: Flugkilometer a 4 369 374 Beförderte Luftpost (Briefe, Postkarten, Drucksachen, Geschäftspa- piere) in Tonnen (1000 kg) a 214.37 Anzahl der beförderten Passagiere 24 332 Gesamte beförderte Nutzlast in Tonnen (1000 ke) . : : > 2.2.2..2...2049.66 Das Flugliniennetz der Scadta hat in den vergangenen 10 Jahren eine Erweite- rung von anfangs 900 km auf nunmehr über 5000 Kilometer Fluglinienlänge er- fahren und verbindet die wichtigsten Städte Kolumbiens untereinander sowie Ko- lumbien mit seinen Nachbarländern Ecuador und Panama. INT Verein für .Modellilug Dresden. Der Verein wiederholte am 23. März sein 1. Modellwettfliegen auf dem vor- maligen Flugplatz Dresden-Kaditz. Mit dem Gedanken, zu werben und den Zweck des Modellbaues und -fluges zu beweisen, gelang die Wiederholung bei gutem Wetter mit besseren Erfolgen. Erfreulicherweise unterstützten wieder 2 Mitglie- Seite 148 „FLUGSPORT“ Nr. 8 der der D.L. V.-Ortsgruppe Freiberg i. Sa. unser Wettfliegen, und wir zählten wieder 10 Stab- und Rumpfimodelle am Start. Unser Peter machte wieder den Ersten neben den Freibergern, und es ging im Verlauf des Fliegens beinahe um die Ehre von Freiburg und Dresden. Unser Flugwart konnte diesmal folgende Ergebnisse u. a. notieren: Handstart: Peter-Dresden, Ente-Stabmodell, Startgew. 112 g, 41 Sek. = 152 m, 39 Sek. — 280 m, 36 Sek. = 190 m, 27 Sek. = 125 m. — Reinhardt-Freiberg, Stabmodell, Startgew. 130 g, 29 Sek. = 100 m, 28 Sek. = 115 m, 24 Sek. — 120 m. Bodenstart: Peter-Dresden, Rumpfmodell, Holzrohr, Startgewicht 140 g, 18 Sek. — 60 m. — Reinhardt-Freiberg, Stabmodell, Startgewicht 130 g, 13 Sek. T m. j | ” Dederke und Michalicka-Dresden führten außerdem mit ihren sauberen Rumpfmodellen beachtenswerte Bodenstartilüge aus. Aus Vereinsmitteln konnten alle Teilnehmer nochmals mit Ehrenpreisen be- erden. Be Wettfliegen gibt nın Anlaß dazu, die Uebungen möglichst jeden Sonn- tag fortzusetzen, und die Dresdener Modellbaugemeinde wird sich auch bald mit ssen können. guten Erfolgen sehen la Das Wettiliegen eibt nun Anlaß dazu, die Uebungen mög- lichst jeden Sonntag fortzu- setzen, und die Dresdener Mo- dellbaugemeinde wird sich auch bald mit guten Erfolgen sehen lassen Können. Das 2. Wettfliegen soll am Sonntag, den 1. Juni, abgehal- ten werden, und wir würden an diesem Tage auch gern ein- mal Modellbauer auswärtiger Vereine begrüßen. Auskunft und Meldebogen von der Geschäfts- stelle: Dresden A 1, Wettiner Straße 20 (i. Fa. Friedr. Wende). Verein für Modellflug Dresden. I. A. Bläsche. Pause-Rekord-Modell „Ente“ beim Start. Pause-Segelflugmodell „Storch“ in der Pause-Preßluft-Motorapparat beim Start. Kurve. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Aviation Year Book 1930. Von Charles E. Lee. Verlag Sampson Low Marston Co., Ltd., 100. Southwark Street, London. Preis 5 Sh. PATENTSAMMLUNG 1930 des Gun Band Il No. 20 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 490937; 491832; 4921126, 129; 493437, 534: 494651. Luftschrauben (Gruppe 1—11). Cc [ Pat. 492129 v. 23. 3. 27, veröff. 15. 2. 30. Friedrich Tismer, Berlin, Propeller mit Bohrungen oder Schlitzen. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Weiteraus- bildung und Verbesserung des Gegenstandes des Pa- tents 480792. Patentansprüche: 1. Propeller mit Bohrungen oder Schlitzen naclı Patent 480792, dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckseite (b) des Flügelblattes flache Aussparungen (m) eingearbeitet sind, die in Richtung zur Flügelaus- trittskante (h) sich zu Schlitzen (f, g) vertiefen und verengen, wobei diese Schlitze untereinander ver- -Ibb. Abb. x a schieden breit sein können und an der Austrittskante unter verschiedenen Winkeln ausmünden. 2. Propeller nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die von der Druck- zur Saugseite eines Flügelblattes führenden Bohrungen (i, i’) verschie- dene Winkel zur Flügelaustrittskante einnehmen. 3. Propeller nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die in der Nähe der Flügelblatt- spitze angeordneten Aussparungen (m) und Bohrungen (i, i’) unter einem spitzeren Winkel zur Flügelaus- trittskante ausmünden, als die in der Nähe der Nabe. C Pat. 491832 v. 23.1. 29, veröff. 17. 2.30. Gustav Schwarz G. m. b. H,, Berlin- Waidmannslust*). Zuftschrandbe aus Metall. Bei der Profilierung der Flügel von Luftschrauben ist es bisher allgemein üblich, eine bestimmte, für günstig gehaltene Profilform zugrunde zu legen und diese nur längs des Blattes in gewisser Weise zu variieren. Man wählt z. B. eine Profilierung mit serader Unterseite und ändert längs des Blattes das Verhältnis Flügeldicke/Flügeltiefe, so wie es aus Festigkeitsgründen notwendig erscheint, d. h. die Pro- iile werden nach der Nabe zu dicker. Oder .man legt ein auf der Unterseite schwach konkav gewölbtes Frofil zugrunde; dann wird an der Nabe entsprechend cer größeren Profildicke auch die Wölbung der Druckseite stärker, während sie sich nach der Spitze des Flügels hin verringert, evtl. auch gleich Null wird. Diese von den Holzluftschrauben her bekannte Art der Profilierung wurde bisher auch ganz analog auf Metalluftschrauben angewandt. Die Grundlage der vorliegenden Erfindung beruht nun in der Erkenntnis, *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Ludwig Hoffmann in Ber- lin-Cöpenick. Abb ı daß bei den für Metallpropeller doch ganz anders ge- arteten technischen Voraussetzungen die geschilderte Profilierungsmethode keineswegs ein Optimum dar- stellt. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein zrundsätzlicher Unterschied zwischen den Spitzenpro- filen und den Wurzelprofilen gemacht. Die ersteren werden symmetrisch oder nahezu symmetrisch ausge- führt, jedenfalls aber mit einer mehr oder weniger nach außen gewölbten Unterseite. Solche Profile sind für hohe Geschwindigkeiten, wie sie an der Spitze von Luftschrauben auftreten, besonders ge- eignet. Die nach der Nabe zu liegenden Flügelteile dagegen, die wesentlich geringerer Relativgeschwin- digkeit gegenüber der Luft laufen, haben neben ihrer aerodynamischen Funktion die: Aufgabe, dem Flügel die nötige. Steifigkeit zur Verhinderung des Flatterns zu geben. Wollte man diese Profile aus dem gewähl- ten, ganz oder nahezu symmetrischen Spitzenprofil durch die übliche Vergrößerung des Verhältnisses Dicke/Tiefe ableiten, so würde man eine relativ schwere Konstruktion erhalten, denn das symmetrische Profil ergibt — vergleichsweise gleiche Tiefe und gleichen Querschnitt, d. h. Gewicht, vorausgesetzt — die geringste Biegungssteifigkeit aller in Frage kom- ınenden Profile. Für das Eintreten oder Nichteintreten des Flatterns spielt aber die Biegungssteifigkeit eine ausschlaggebende Rolle. Gemäß vorliegender Erfin- dung wird nun eine größere Steifigkeit des Flügels durch eine stärkere Krümmung der Wurzelprofile er- zielt, wodurch die gewichtsvermehrende Verdickung wesentlich geringer gehalten werden kann. Es sind solche auf der Unterseite stark gewölbten Profile be- kannt, die bei geringen Geschwindigkeiten sehr gute aerodynamische Eigenschaften haben. Stark gewölbte Profile für Luftschrauben sind an sich nicht neu. Sie sind von älteren Bauarten her, die aus Blech oder als Rohrabschnitt hergestellt wurden, bekannt. Bei allen diesen Konstruktionen wurde indessen die konkave Wölbung der Unterseite im wesentlichen bis zur Spitze durchgeführt. Der Fortschritt der vorliegenden Erfindung liegt in der bewußt durchgeführten Verschiedenheit zwischen Spitzen- und Wurzelprofilen, die eine bessere An- passung an die einzelnen Anforderungen aerodynami- scher bzw. festigkeitstechnischer Art und damit ein besseres Gesamtergebnis ermöglicht, als es mit den bisher üblichen Konstruktionsmethoden möglich war. Die Profilierung der zwischen Spitze und Wurzel Seite 78 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 20 liegenden Flügelteile wird zweckmäßigerweise so ge- staltet, daß sie eine allmähliche Ueberleitung zwischen den beiden extremen Profilierungen darstellt. Patentanspruch: Luftschraube aus Metall, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckseite ihrer Flügelprofile in Nähe der Flügelspitze mit konvexer Wölbung, in Nähe der Flü- gelwurzel mit konkaver Wölbung versehen ist. 5 Pat. 494651 v. 29, 4, 27, veröfl. 26. c 3. 30. Dr.-Ing. Hans Reißner, Berlin- Charlottenburg. Verstellpropeller. Bekannt sind Verstellpropeller mit einer gleich- achsig zur Propellerwelle angeordneten Stellmuffe, deren Axialbewegung durch verzögernde Bremsschei- ben und beschleunigende Getriebe bewirkt und auf Lenker oder ähnliche die Flügel verstellende Organe übertragen wird. Die nicht umlaufenden Bremsteile sind hierbei radial von außen gegen mit der Ver- stellmuffe axial gekuppelte, auf einem Gewinde der Propellernabe laufende und mit äußeren Bremsflächen versehene Muttern einrückbar und folgen gegebenen- falls der Axialbewegung der Verstellmuffe während der Abbremsung, wobei die festgehaltene Mutter sich auf der umlaufenden, mit Gewinde versehenen Pro- pellernabe axial verschraubt und dadurch die Ver- stellung bewirkt. Zur Ermöglichung einer Zurück- bewegung der Verstellmuffe ist bei diesen Vorrich- tungen eine zweite, an ihrer Außenseite mit Brems- flächen versehene Stellmutter vorgesehen, die auf einem zweiten, zu dem ersten gegenläufigen Naben- gewinde läuft und durch ein Richtungswechselge- triebe mit der ersten Stellmutter verbunden ist. Diese -bekannten- Verstelleinrichtungen haben den Nachteil, daß die Verstellbewegung so lange vor sich geht, wie eine Verstellmutter abgebremst wird, und dadurch können in den Endlagen leicht Beschädigun- “gen des Verstellgetriebes verursacht werden. Patentansprüche: 1. Verstellpropeller mit einer gleichachsig zur Propellerwelle angeordneten Stellmuffe, deren axiale Bewegung durch verzögernde Bremsscheiben und be- schleunigende Getriebe bewirkt und auf Lenker oder ähnliche, die Flügel verstellende Organe übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht umlau- fenden, die Verstellbewegung einleitenden Brems- scheiben (38 oder 39) axial einrückbar sind und daß las Nabengewinde (30) der Stellmuffe derartigen { 4 nt 40 MO y6 PPE ı&S N a7 u234 36/38 —— = 17 = 9 | 3 3145 1 28 37 48 FM 45 3 “ g.25 go 42_F 5 6 & | + » |: 8 1 -- 27 32 1 2 3 2 j 35° 3 Steigungssinn besitzt, daß beim Umlaufen des Pro- pellers sich die jeweils in Berührung gebrachten Bremsscheiben (31, 38 oder 34, 39) durch die axiale Stellmuffenbewegung voneinander entfernen, wodurch eine selbsttätige Unterbrechung der Flügelverstellung bewirkt wird. 2. Verstellpropeller nach Anspruch 1, bei dem ein zur Axialverschiebung der Stellmuffe dienender Stellteil (32) mit einem Bremsglied ausgerüstet und durch ein Richtungswechselgetriebe mit einem zwei- ten Bremsglied (34) gegenläufig gekuppelt ist, dadurch gekennzeichnet, daß. die Teile des Richtungswechsel- getriebes axial unverschieblich zusammengebaut sind und beide Bremsglieder nach entgegengesetzten Axial- richtungen einem nicht umlaufenden . Bremsglied (38, 39) zu abwechselnder Einrückbarkeit gegen- überstehen. 3. Propeller nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Stellmuffe (27) doppel-T- förmigen Querschnitt aufweist und die Muffenzapfen (26) durch den ganzen Querschnitt hindurchgehen, mit ihren den innersten Teil bildenden Führungsköp- fen (28) die Axialführung an der Nabe bilden, zwi- schen den T-Querschnittflanschen an den Lenkern (25) anfassen und außen Kegelräder (37) des Richtungs- wechselgetriebes tragen. 4. Verstellpropeller nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem nicht umlaufenden Bremsglied (38, 39) eine Anzeigevorrich- tung für die jeweilige Bremsgliedstellung und Flügel- stellung verbunden ist. 6 Pat. 490937 v. 18.5. 27, veröff. 3.2.30. CD Deutsche Versuchsanstalt für Luft- fahrt e. V., Berlin-Adlershof”). Selbsttätig verstellbare Luftschranbe. Die Zeichnung zeigt die grundsätzliche Anord- nung. Die Kräfte S und P, welche sich in der Re- sultierenden R vereinigen, werden durch gelenkig gelagerte Arme 1 vom Flansch 2 auf den Naben- körper 3 übertragen. Flansch 2 ist fest mit der Mo- torwelle verbunden; der Nabenkörper ist dreh- und längsverschiebbar auf der Motorwelle. Der Naben- körper 3 wird sich immer so verschieben, wie es die 2, L; 5 Gelenkarme 1, welche sich in Richtung von R ein- zustellen suchen, bedingen. Die Schraubenflügel 4 sind weiterhin im Nabenkörper 3 drehbar gelagert und an den Flansch 2 durch Hebel 5 so angelenkt, daß eine Verschiebung des Nabenkörpers 3 eine Aen- derung der Steigung des Flügels 4 bewirkt. ” Patentanspruch: Selbsttätig verstellbare Luftschraube, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Verstellung der Flügel durch das sich ändernde Verhältnis von .Schraubenschub zu Schraubendrehmoment bewirkt wird, indem das Drehmoment des Motors durch einen Lenker auf einen längsverschiebbar , und drehbar. gelagerten Nabenteil : übertragen wird, dessen Verschiebungs- bewegung eine Steigungsänderung der Luftschrauben- flügel zur Folge hat. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder argegeben worden: Dr.-Ing. Fritz Seewald, Berlin- Jchannisthal. j IRRE I ‚den Welle antreiben. Nr. 20 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 79 C 19 Pat. 492026 v. 14.2.29, veröff. 15.2. -0. Bayerische Motorenwerke A.-G., München. Befestigung von Leistung über- tragenden Maschinenteilen anf Wellen. insbe- sondere bei Flugmotoren. Es ist bei schnellaufenden Brennkraftmaschinen, insbesondere Flugmotoren, gebräuchlich, Leistung übertragende Maschinenteile in der Weise mit den Wellen zu verbinden, daß die Welle als Keilwelle ausgebildet wird und in die Nabe des aufzusetzenden, Leistung übertragenden Maschinenteiles eine entspre- chende Anzahl Nuten eingezogen werden. Trotz ge- nauester Ausführung wird jedoch bei einer derartigen Verbindung, falls nicht strammer Preßsitz angewendet SSAASLSCETLALERT ERS, um. JM FDzzzzz ii ZELTREÄGIERINGEZ: III wird, nie ein so genaues Tragen sämtlicher Keil- flanken erreicht, daß die Verbindung den hohen Be- auspruchungen durch die Zünddrucke und Dreh- schwingungen stets mit Sicherheit gewachsen ist. Patentanspruch: Befestigung von Leistung übertragenden Maschi- nenteilen auf Wellen, insbesondere bei Flugmotoren, bei der der die Leistung übertragende Maschinenteil in seiner Bohrung mit Nuten versehen ist, in die mit der Welle aus einem Stück hergestellte Keile ein- greifen, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (a) durch eine außen kegelförmige Druckhülse (d), die durch eine Mutter (e) oder sonst eine geeignete Vor- richtung in die kegelförmig ausgedrehte Welle hin- eingepreßt wird, so aufgeweitet wird, daß die Keil- flanken fest gegeneinander verspannt werden. C 109 Pat. 493437 v. 21. 2. 29, veröft. 11. 3. 30. Bayerische Motorenwerke A.-G., München. Kegelradgetriebe mit doppel- tem Zahneingriff. j Die Uebertragung großer Leistungen durch Kegel- radgetriebe erfordert Zahnstärken, die zu großen Ab- messungen und &iewichten der (Getriebe führen. Be- sonders groß wird die Schwierigkeit, die Abmessun- gen und Gewichte von Kegelradgetrieben in angemes- senen Grenzen zu halten, bei Flugzeugen, bei denen die Motoren im Rumpf oder Flügel legen und die Leistung durch Kegelradgetriebe und Wellen auf die Luftschrauben übertragen wird. Es sind daher Getriebebauarten angestrebt worden, bei denen mehrere Kegelräder in Eingriff stehen, und zwar in der Weise, daß vom Motor aus zwei Kegel- räder, die miteinander durch ein drittes Kegelrad ge- kuppelt sind, angetrieben werden, die ihrerseits das Kegelrad auf der zum Luftschraubengetriebe führen- Trotz sorgfältigster Herstellung und Einbau ist jedoch die angestrebte gleichmäßige Verteilung der Last auf die miteinander in Einerifi stehenden Kegelräder nicht zu erreichen. Bei Kegelradumlaufgetrieben, bei denen ein fest- stehendes Sonnenrad, ein sich drehendes Gegenrad und eın sich ebenfalls drehender Satellitenradstern vor- handen sind, bietet die gleichmäßige Verteilung der Zahndrücke auf alle sich in Eingriff befindlichen Zahnflanken keinerlei besondere Schwierigkeiten, da hier der Zahndruck aller in Eingriff befindlichen Zähne gleich sein muß, und es sind hier Lösungen bekannt, die den Zweck der gleichmäßigen Zahndruckverteilung durch eine gelenkartige Kupplung der den Axialschub der Satellitenräder aufnehmenden Glieder erreichen. Abb 2 ja | Pr Bei gewöhnlichen Kegelradgetrieben mit zwei sich kreuzenden Wellen und zwei Antriebskegelrädern ist es jedoch nicht so ohne weiteres möglich, eine genau gleichmäßige Verteilung des Drehmomentes und damit des zu übertragenden Zahndruckes auf die beiden trei- benden Zahnräder zu verwirklichen, da hier die bei- den zwischen den treibenden Kegelrädern liegenden Kegelräder, nämlich das auf der getriebenen Welle und das die beiden 'gleichachsigen treibenden Kegelräder kuppelnde Kegelrad, verschieden große, sich 2:1 verhaltende Drehmomente zu übertragen haben. Patentansprüche: 1. Kegelradgetriebe mit doppeltem Zahneingrifi, dadurch gekennzeichnet, daß von dem antreibenden Kegelrad (d) die Hälfte der Leistung auf das getrie- bene Kegelrad (k) übertragen wird, während die zweite Hälfte der Leistung durch zwei mit dem Kegel- rad (k) in der gleichen Ebene mit ihren Achsen unter 1200 gleichmäßig verteilt angeordnete Kegelräder (I, m) auf ein parallel zum antreibenden Kegelrad (d) hıegendes, letzterem in der Verzahnung gleiches Ke- gelrad (i) übertragen wird, das ebenfalls mit dem ge- triebenen Kegelrad (k) in Eingriff steht, und die zwi- schen den beiden treibenden Kegelrädern (d, i) im Gehäuse (f) axial verschiebbar gelagerter Kegelräder (k, I, m) so durch Kugeldrucklager (r,, rg, r,) und Zugstangen (Sj, Sy, S;) an ein Hebelwerk angeschlos- sen sind, daß sich die den aufzunehmenden Zahn- drücken entsprechenden Axialdrücke das Gleichgewicht halten. . 2. Kegelradgetriebe nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Zugstange (s,) des getriebenen Kegelrades (k) an einen gleicharmigen Waagebalken (t) und die Zugstangen (s,, s,) der die halbe Leistung vom treibenden Kegelrad (d) auf das zweite Kegelrad (i) übertragenden Kegelräder (l, m) an in einem ge- - R \ D—_. ec Sr w, ”v, e- = SL 2 se Ir IK 5; RN An BG NAT N ß NR: SZ x = N S2 S3 LING v u v; Pp ’ £ 7 7 N, Seite 80 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 20 meinsamen Drehpunkt (u) am Gehäuse (f) gelagerte einarmige Hebel (v,, v,) angreifen und diese Hebel durch Zugstangen (wı, wg) mit dem Waagebalken (t) gekuppelt sind, wobei die Anlenkpunkte des Waage- balkens senkrecht über den Anlenkpunkten der ein- armigen Hebel (v,, v,) liegen und deren Mittellinien die Winkel zwischen den Zugstangen (s, wı, bzw. Sg, Wa) Halbieren. 3. Kegelradgetriebe nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß das treibende Kegelrad (d) und das zu diesem parallel liegende zweite trei- bende Kegelrad (i) auf einer in einem Lager (f) ge- führten und im Gehäuse (h) des Getriebes mit Keil- profile (g) gegen Drehung gesichert, jedoch axial frei beweglich gelagerten Welle (e) drehbar gelagert, durch Kugeldrucklager (n) und Mutter (0) einstellbar sind und sich mit ihren Zahnflanken auf die Zahnflan- ken der zwischen ihnen im Gehäuse gelagerten Kegel- räder (k, I, m) abstützen. 4. Kegelradgetriebe nach Anspruch 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß die beiden die halbe Lei- stung übertragenden Kegelräder (I, m) mit ihren Zug- stangen (sg, s3) an Hebeln (y}, y,) angreifen, die mit ihren Drehpunkten (x}, x) am Gehäuse (f) gelagert und durch Zugstangen (w}, wa) mit dem Waagebalken (t) gekuppelt sind, wobei die Winkel zwischen den Zugstangen (sg, wı und sg, Wa) durch die Mittellinien der Hebel (y}, ya) halbiert werden. C 11 Pat. 493534 v. 14. 10. 28, veröfl. 10. 3. 30. Paul Sommer, Dortmund. Verfahren zur Nachprüfung des Luftschrauben- sitzes bei Luftfahrzengen zur Motorachse und der Luftschranbenform. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachprüfung der Schrauben von Luftfahrzeugen auf zentrische Einstellung, einwandfreie Montage oder etwaige Formänderungen. Man nimmt an, daß die Brüche der Kurbelwelle und Antriebsachse an den Flugzeugmotoren durch die exzentrischen Bean- spruchungen infolge schief oder locker aufgezogener Flügelnaben oder formveränderter Schrauben ent- stehen. Nun hat man schon versucht, dadurch Abhilfe bzw. Besserung zu schaffen, daß man die Luft- WATER Abb. 3 bis 6. schraube vor dem Gebrauch auswuchtete, indem man dieselbe mit ihrer Nabe unter Zwischenschaltung einer Hilfsverschraubung auf die Balanciervorrich- tung steckte und so lange hin und her schob, bis das Ganze ausbalanciert war. Dieses blieb aber immer nur eine Behelfsmaßnahme und reichte nicht für alle Fälle aus. Ist nun eine Luftschraube mit ihrer Nabe unvor- schriftsmäßig aufmontiert oder ist sie verbogen, so werden die von den einzelnen auf den Flügelblättern angebrachten; genau von der Nabenmitte gleich weit entfernten Punkten gebildeten Kreise, die bei vor- schriftsmäßiger Montage sich vollständig überdecken, sich gegenseitig überschneiden. Es werden dann also statt des einen Kreises zwei Kreise sich zeigen und der Mittelpunkt des einen oder die beider Kreise nicht mehr mit dem Drehmittelpunkte zusammenfal- len. In gleicher Weise wird man beim seitlichen An- schauen der Luftschraube die an den einzelnen Flügeln in einer gemeinsamen, zur Drehachse senk- rechten Ebene angebrachten’ Marken bei der Drehung der Schraube von vorn nach hinten und zurück- wandern sehen, und man kann aus dem Ausschlag dieser Wanderung die schiefe Einstellung oder das Verziehen der Schraube ermessen. Auf der Achse a des Flugzeugmotors b ist die mit Nabe und Flügeln d aus einem Stück bestehende Luftschraube aufgesetzt, indem die hohle Kegel- bohrung der Nabe über den Kegelstumpf der Achse überzogen und durch Schrauben gesichert ist. Auf den einzelnen Flügelblättern sind nun in genau glei- cher Entfernung von der Nabenmitte Marken f vor- gesehen, z. B. eingelassen oder aufgesetzt, und fer- ner an den Flügeikanten und zweckmäßig an den rücklierenden Kanten und in der Nähe der Spitzen in einer gemeinsamen, zenau senkrecht zur Neben- achse liegenden Ebene Marken g angebracht. Es wird in den meisten Fällen genügen, diese Marken aus hochglanzpolierten Blechplättchen herzustellen, wie sie in den Abb. 3 und 4 als Flügelflächenmarke f bzw. Kantenmarke g dargestellt sind. Gemäß Abb. 5 soll eine geschliffene Kristallläcke h mit einem Spiegelbelag i versehen sein, welche Marke die dar- auf geworfenen Lichtstrahlen zurückwirft. Bei den Marken nach Abb. 6 sind Rippen k mit Schrägflächen vorgesehen, welche eine solche Neigung aufweisen sollen, daß die jedesmal von dem einen Prüfer auf die Marke geworfenen Lichtbündel zu dem anderen Prüfer abgelenkt werden. Patentanspruch: Verfahren zur Nachprüfung des Luftschrauben- sitzes bei Luftfahrzeugen zur Motorachse und der Luftschraubenform, dadurch gekennzeichnet, daß so- wohl auf den einzelnen Flügelflächen in genau über- einstimmender Entfernung von der Nabenmitte wie an den Flügelkanten spiegelnde Marken angebracht werden, von denen beim Umlauf der Luitschraube die ersteren aus den erzeugten Kreisen, die letzteren aus den Abweichungen ihres Weges von der senk- recht zur Drehachse stehenden Ebene den entspre- chend aufgestellten Prüfer Unregelmäßigkeiten der Anordnung oder Form erkennen lassen. Pat.-Samml. Nr. 20 wurde im „FLUGSPORT"“ XXIL, Heft 8, am 16. 4. 1930 veröffentlicht. Nr. 8 „FLUGSPORT“ Seite 149 Das Jahrbuch will einen Ueberblick über die Luftverkehrsorganisationen der verschiedenen Länder geben. Es enthält Verzeichnisse der Hoheitsabzeichen. die gebräuchlichsten Verkehrsflugzeug-Typen, ferner ein Verzeichnis der Luftfahrt- Industrie der verschiedensten Länder. Leider ist das Verzeichnis von Deutschland recht unvollständig. Es fehlen z. B. folgende Firmen: Siemens & Halske A.-G Maybach Motoren A.-G., Klemm, Raab-Katzenstein, Kegel, Gebr. Müller Arado, Heine Propellerbau, Schwarz Propellerbau, Heddernheimer Kupferwerke u. a. Stamer-Lippisch, Der Jungsegelilieger, Teil I. Verlag von C. J. E. Volck- mann G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg. Preis RM 2.80. = In dem vorliegenden Büchlein sind alle in den Jahren seit 1921 (warum nicht seit 1920, wo die Rhön-Wettbewerbe begonnen haben?) im motorlosen Flug und besonders in der Gleitilugschulung gesammelten Erfahrungen zusammengetragen um allen nutzbar gemacht zu werden. In mehreren Kapiteln sind die Gelände Auswahl, die Schulung und Uebung im Segelfliegen, Wind und Wolken, die Ma- schinen, Werkzeuge und alles, was dazu gehört, behandelt. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig Expedition des Flugspori Frankfurt a. M. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen Junger Tischler, 19 Jahre, guter Zeichner, theoretische und praktische Vorkenntnisse (Segelflugzeugbau), der an selbständiges Arbeiten gewöhnt ist, sucht Stellung im Flugzeugbau. Zeugnis vorhanden. Gefällige An- gebote unter 2571 an die Geschäftsstelle des ‚„Flug- sport , Frankfurt am Main, Balınhofsplatz 8, erbeten. Dipl.-Ingenieur (Masch.-Bau), 26 Jahre, T.-H. München „Sehr gut bestand=n‘‘, Führerschein 3b, seit 1V2 J. in Metallprüfung tätig, mit sehr guten Kenntnissen in won, sucht Stellung ;..* oder Flug- motorenbau bezw, Versuchsanstalt für Luftfahrt. Gefällige Angebote unter 2570 an die Expedition des „Flugsport‘‘, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Wer beteiligt sich finanziell mit RM 5000.— an dem Bau eines ganz neuartigen motorlosen elaslischen Schwerkraftilugzeuges mit dynamischem Auftrieb. Angebote unter 2574 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. Prüfling oder sonstiges bewährtes „Segelilugzeug gegen Kasse zu kaufen gesucht. Angebote, möglichst mit Lichtbild, unter 2566 an die Exped. des „Flugsport“ Frankfurt-M. Albatros L 30 Flugzeug LVGB Ill Flugzeug m. Zulassg. 1 Girrus Mark Ill Motor zu verkaufen. Zu erfragen unt. 2568 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8 Segelgleiter Typ „Pegasus“, verstrebt (neu) ” ı ’ ’ we en Auflösung des Vereins für RM 350. zu verkaufen. Flugsportvereinigung Fürstenberg a. d. Oder. 3 Pd Anzani-Molor 3 Zylinder, W-Form, neuwertig, tadellose Beschaffenheit, preiswert zu verkaufen. Gefällige Angebote unter 2573 an die Fx- pedit. des „Flugsport“, Frankfurt-M., erbet. Neuwertiges Sportilugzeug (TypeRaka2b) PELIKAN mit 80 PS Cirrus Mark 2 Motor, 100 Be- triebsstunden, für RM 6800.— zu verkaufen. Anzufragen unter 2572bei der Expedition des Flugsport, Frankfurt a.M., Bahnhofsplatz 8. Wünschen Sie eine Spezial-Europaflug- Maschine, die sämtliche Bedingungen der Aus- schreibung erfüllt? Dann wenden Sie sich an uns! Wir liefern für den Europaflug die . „R.H.29 deutsche Motte“, Rheinische Luitiahrt-Industrie 6.n..H. vormals Raab-Katzenstein, Kreield, Flugpatz Bockum, Telefon Nr. 28757/58. WALTER-VEGA 85 HP WALTER-CASTOR 240 HP | hi- Unentllit.nttl v " | In... It... i em ÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEB ‚VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING. INN] Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In-.u. Ausland pro % Jahr bei 14täg, Erscheinen RM 4,50 frei Haus, Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mi genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 9 30. April 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 14. Mai 1930 .$ Johannes Nehring +. Unser guter Bubi Nehring ist tot, — der Favorit im Segelflug der letzten Jahre. In der Fern-Segelflug-Fliegerei war Nehring führend. Seine Flugleistungen, wie die Streckänwelt-) rekorde, sind noch! alle frisch in: Erinne- rung. Nehring,, wel- cher im Segelflug die: schneidigsten Leistun gen vollbrachte, muß- te nun ausgerechnet auf einem Motorflug- zeug am 16. April sein Leben lassen. Nehring war am 18. August 1902 in Graudenz " beenden. Für die Flie- gerei ist der Tod Neh- rings ein sehr schwe- rer Verlust. Er hat sich durch. seine Lei- stungen selbst ein. Denkmal gesetzt und wird in unser aller ‘Herzen weiterleben. Seite 152 „FLUGSPORT“ Nr. 9 De-Havilland-Moth-Il-Kabineneindecker. Den Bedürfnissen eines Kabinensportflugzeuges hat jetzt De Havil- land Aircraft Co. durch Schaffung des De Havilland Moth-IIl entspro- chen. Dieser Hochdecker mit abgestrebten Flügeln hat eine geräu- mige geschlossene Kabine. Bei Doppelsteuerung mit vornliegendem Führer und hintenliegendem Passagier und ohne Doppelsteuerung vorn- liegendem Führer und zwei hintenliegenden gestaffelten Sitzen. Durch Verwendung des neuen Gipsy-III-Motors mit hängenden Zylindern er- gibt sich ein ausgezeichnetes Gesichtsfeld, ähnlich wie bei dem Ara- do II Treff-Aß, nur daß dieser freitragende Flügel besitzt. Die Holmhöhe der Flügel ist an der Flügelwurzel verjüngt. Der Vorderholmbeschlag ist lösbar, der hintere scharnierartig ausgebildet, so daß die Flügel, ohne daß die V-Streben vom Rumpf gelöst werden, nach hinten geklappt werden können. Am hinteren Ende des Rumipfes befindet sich eine kleine abklappbare Auslegerstrebe, welche das Ge- wicht der nach hinten geklappten Flügel aufnimmt. Weiter war es nötig, um Raum für das Zurückklappen der Flügel zu geben, einen Teil der Flürelhinterkante wegklappbar einzurichten. Der Rumpf ist ganz aus Stahlrohr, mit Leinwand bespannt. Der Motorbock aus Vierkant gezogenem Rohr ist an der. Kabinenschott- wand abnehmbar. Das hintere Kabinenrahmenwerk gleichfalls aus Vierkant-Stahlrohr, das hintere an die Kabine anschließende Rumpfi- stück aus Rundrohr. Die horizontale Leitwerksfläche kann vom Führersitz aus ver- stellt werden. Die Hauptbetriebsstoffbehälter befinden sich in den Flügeln. Zum Betriebe dient der neue Gipsy-II-Motor mitjhängenden Zy- lindern, welcher wie der Gipsy II 114 Bohrung und. 140 Hub, Kom- pressions-Verhältnis 5,2 hat. Leistung 122 PS bei 2200, Umdrehungen. Das Fahrgestell besteht aus zwei Halbachsen, die durch nach den Flügeln führenden Stoßstreben abgestrebt sind. Ein Teil der tropien- ie DB Havilland. Moth IT. Unten Aufstellung der. Sitze -für - 2 und 3 Insassen. Nr. 9 „ETLUGSPORT“ Seite 153 De Havilland Moth II. ! BE förmigen Verkleidung kann um 90 Grad gedreht werden, so daß diese als Luftbremsen wirken, Spannweite 11,2 ‘m, Länge 7,6 m, Spannweite zusammengefaltet 3,95 m, Länge zusammengefaltet 7,98 m, Maximal-Flügeltiefe 1,98 m, Flügelinhalt 20,6 m?, Leergewicht 522,1 kg, Betriebsstoff und Oel 80,8 kg, Nutzlast 259,7 kg, Gewicht voll belastet 862,4 kg, Maximal- Geschwindigkeit 200 km/h, mittlere Geschwindigkeit 168 km/h, Lande- geschwindigkeit 76,8 km. Aktionsradius mit kleinen Betriebsstofftanks bei Reisegeschwindigkeit 700 km. Preis 1000 Pfund Sterling. De Havilland Moth II. Seite 154 „FLUGSPORT“- Nr. 9 Amerikanischer Northrop-Eindecker. Mr. Northrop hat ein zweisitziges Versuchsflugzeug herausge- bracht, welches später in größeren Abmessungen gebaut werden soll. Die Idee von Northrop eines „Nurflügelflugzeuges“, wie er es nennt, ist nicht neu, von den Junkers-Versuchen gar nicht zu sprechen. Auch Burnelli hat etwas Aehnliches gebaut. Die Northrop-Ausführung unter- scheidet sich von dem Burnelli nur durch den allmählichen Uebergang von dem dicken Innenflügel nach dem Außenflügel und die Verbindung mit dem Seiten- und Höhenleitwerk durch rohrartige Träger von ver- hältnismäßig sehr kleinem Querschnitt. Amerikanischer Northrop-Eindecker. Eigenartig ist das dreirädrige Fahrgestell, welches hochziehbar eingerichtet ist. Ein Cirrus-Motor mit hängenden Zylindern ist im Mittelstück ganz verkleidet eingebaut. Die Kühlung erfolgt durch be- sonders vorgesehene Luftkanäle. Der Motor arbeitet unter Zwischen- schaltung einer Welle auf eine hinter den Flügeln liegende Druck- schraube. Spannweite 9,2 m, Länge 6,08 m, Flügelinhalt 16,42 m?, maximal Flügeldicke 0,75 m, Vollast 725,76 kg. Ganzmetall Potez 39 A 2 Beobachtungsflugzeug. Dieses Ganzmetall-Potez-Flugzeug ist ein abgestrebter Hoch- decker in Ganzmetallbauweise mit einem Flügelprofil Clark Y. Der Flügel besitzt zwei T-förmige gezogene Stahlblechholme mit Aluminiumrippen von verhältnismäßig großem Abstand. Die. Rippen sind parallel zu den Holmen mit kleinen U-Profilen verbunden, auf welchen die Aluminiumbedeckung aufzenietet ist. ‘Die Nasen- und Flügelhinterkantenbedeckung kann leicht abgenommen werden. Das Rumpfgerät besteht aus U-förmig gebogenen Profilen, deren Knoten- punkte als Laschennietverbindungen ausgeführt sind. Die Flügel sind ‚am Rumpf am Spannturm befestigt und gegen den Rumpf durch V- Streben abgefangen. Der Rumpf ist aus mehreren Teilen so gebaut, daß bei Brüchen die unbeschädieten Hauptrumpfteile herausgenommen und wieder ver- wendet werden können. Die Rumpfbekleidung besteht wie beim Flügel aus Aluminium mit dreieckigen Sicken, welche in der Flugrich- tung verlaufen. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 155 Die Leitwerksflächen sind in der gleichen Metallbauweise ausge- führt. Die an der Hinterkante abgestrebte Höhenleitwerksfläche ist während des Fluges verstellbar. Die Verstellung wird durch eine senk- rechte in der hinteren Rumpfschneide stehende Gewindespindel, deren Mutter mit den beiden Vorderholmen in Verbindung steht, bewirkt. Die Verdrehung der Gewindespindel geschieht durch Seilantrieb. Das Fahrgestell mit Halbachsen von 3 m Spurweite ist durch nach der Querkante des Rumpfes führende Potez-Stoßaufnehmer mit Innennaben- bremsen abgefedert. Motor Hispano Suiza 500 PS. Spann- weite 16 m, Länge 10 m, Höhe 3,4 m, Höhe der Schrauben- achse mit Schwanz auf dem Boden 2,45 m, in Flugstellung 2 m; Flügelinhalt 35 m’, Querruderinhalt 3,80 m’, Gesamtlast 2250 kg,Maximalgeschwin- diekeit 75 km, Steig- geschwindigkeit vom Boden 6,40 m, Steig- fähigkeit auf 5000 m in 21,40 Minuten, Gip- felhöhe 7500 m. Potez 39 A 2. Franz. Ganzmetall Potez 39 A 2, Seite 156 „FLUGSPORT“ Nr. 9 _Siemens-Sternmotor Sh 20. Der Siemens-Neunzylinder-Sternmotor Sh 20 wird je nach Ver- wendungszweck mit oder ohne Untersetzungsgetriebe gebaut und hat vom 31. Dez. 1929 bis 8. Febr. 1930 seine Typenprüfung. gemacht. Mit einem Gesamt-Hubraum von 31,5 1 und einer Leistung von 500 bis 560 PS ist er einer der größten und stärksten luftgekühlten Flug- motoren der Welt. Bei seiner Konstruktion sind alle Erfahrungen ver- wertet worden, die im Flugmotorenbau der Siemens & Halske A. G. in 18jähriger führender Tätigkeit in der Entwicklung und im Bau luft- sekühlter Flugmotoren gesammelt werden konnten. Es handelt sich daher um einen Motor, der nicht sprunghaft, sondern in stetiger Arbeit ceschaffen worden ist, mit dem Ziel, in diesem Erzeugnis nicht nur alle Vorteile der luftgekühlten Bauart bei größtem Hubvolumen zur Geltung zu bringen und der Praxis zuzuführen, sondern auch diejenigen Vorzüge in Erscheinung treten zu lassen, die die bisher bei der Siemens & Halske herausgebrachten Flugmotoren von geringerer Stärke auszeichnen. Der Motor hat neun sternförmig in einer Ebene angeordnete luft- gekühlte Zylinder. Jeder der unter sich gleichen Zylinder besteht aus zwei Hauptteilen, nämlich der Laufbuchse aus ausgesuchtem Zylinder- stahl und dem Zylinderkopf, der auf der Laufbuchse nach voran- gehender Erwärmung aufgeschraubt ist, nach unten weit übergreift und in einem konischen Ansatz endigt. Der sogenannte Schrumpfring lest sich mit dem entsprechenden Innenkonus über diesen Ansatz. Er wird in erwärmtem Zustand durch das Anziehen einer Gegenmutter, die den Zylinder umfaßt und äußerlich als eine der Kühlrippen erscheint, zum festen Anliegen gebracht und erzeugt nach dem.Erkalten einen kräftigen Anpressungsdruck zwischen den konischen Flächen. Dieser Druck bewirkt sattes Anliegen der Berührungsflächen' von Zylinder- kopf und Laufbuchse und zuverlässige Verbindung dieser Teile. Die besondere Ausfüh- rung dieser Verbin- dung von Zylinder- kopf und Laufbuchse stellt ein charakteri- stisches Merkmal des neuen Motors dar. Da sie ein sattes An- liegen dieser beiden durch die Wärme höchst beanspruch- ten Motortelle an größtmöglichen Be- rührungsflächen be- wirkt, also der nicht in Arbeit umsetz- baren Verbrennungs- wärme geringen Uebergangswider- stand entgegensetzt, ergibt sie eine gute Beherrschung des Wärmezustandes. Die Kurbelwelle ist dreifach gelagert. Die Hauptlager an Siemens Sh 20 (Vorderseite). PATENTSAMMLUNG 1930 des KOITG Band Ill No. 21 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 487411; 489797; 491544; 492299; 493065; 494373, 374, 652, 763; 495223. Luftschrauben (Gruppe 1—11). Cc 10 Fr. 494 373 v. 1. 4. 27, veröfi, 22. 3. 30. Marius Jean Baptiste Bar- barou, Paris. Uebersetzungsgetriebe mit Lanf- bahnen für Rollen, die durch die Wellenzapfen der Umlanfräder des Getriebes und andererseits durch die Umlanfräder selbst gebildet sind. Die Erfindung betrifft eine weitere bauliche Ver- besserung des Uebersetzungsgetriebes nach Patent 468 546, besonders die Befestigung und Zentrierung der Planetenräder. Patentansprüche: Uebersetzungsgetriebe mit Laufbahnen für Rollen, die durch die Wellenzapfeii der Umlaufräder des Ge- triebes und andererseits durch die Umlaufräder selbst gebildet sind nach Patent 468 546, gekennzeichnet durch mehrere nebeneinander angrenzende Rollen (22) ohne Zwischenschaltung von Käfigen oder ande- ren zwischenwandigen Organen. c 10 Pat. 494763 v. 6. 6. 26, veröffl. 31. 3. 30. Argus Motoren-Gesellschaftm.b.H. Berlin-Reinickendorf*). Einrichtung zur Anpassung der Luftschranbenleistung bei Luftfahrzeugen, insbesondere mit Höhenmotoren. Zur Anpassung der Luftschraubenleistung bei Luft- fahrzeugen, insbesondere mit Höhenmotoren, sind Ein- richtungen bekannt, bei denen außer der dauernd mit dem Motor umlaufenden Luftschraube eine weitere Luftschraube unmittelbar vor 'oder'hinter der ersten Luftschraube gleichachsig mit dieser angeordnet ist, die beim Flug in geringer Höhe unwirksam ist, da- gegen beim Flug in größerer Höhe, gegebenenfalls selbsttätig, in Abhängigkeit von der Motordrehzahl oder vom Luftdruck mit dem Motor durch eine Klauen- kupplung gekfippelt wird... Derartige Anordnungen erlauben kein feinfühliges Anpassen der Schrauben- leistung an den jeweiligen Luftdruck, sondern nur ein plötzliches volles Einschalten der zusätzlichen Luftschraube bei einer bestimmten Motordrehzahl, und die dabei verwendete Klauenkupplung wird hierbei derartig hoch beansprucht, daß sie im allgemeinen leicht zerstört werden kann. Es sind ferner dicht voreinander gleichachsig an- geordnete Luftschrauben bekannt, deren gleichachsige Wellen durch ein Differentialgetriebe verbunden sind, *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gcgeben worden: Paul Daimler, Berlin-Dahlem. derart, daß die beiden Luftschrauben in einander ent- gegengesetzten Richtungen umlaufen, wobei die Dreh- zahl der einen Luftschraube vermittels des Differen- tialgetriebes sich unabhängige von der Drehzahl der anderen Luftschraube selbsttätig derart einstellen kann, daß jede Luftschraube den ihrer Flügelfläche und Form entsprechenden Leistungsanteil vom Motor erhält. Derartige Schraubenantriebe sind nicht an die in verschiedenen Flughöhen verschiedene Motorleistung ampassungsfähig. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Anpassung der Luftschrauben- leistung bei Luftfahrzeugen, insbesondere mit Höhen- nıotoren, bei welcher außer der dauernd mit dem Mo- tor umlaufenden Luftschraube eine oder mehrere wei- tere Luftschrauben angeordnet sind, die beim Flug in geringer Höhe unwirksam sind, dagegen beim Flug in größerer Höhe, gegebenenfalls selbsttätig, mit dem Motor gekuppelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die wahlweise Aenderung der Wirksamkeit der zu- satzlichen Luftschraube durch ein schaltbares Vor- gclege bewirkt wird. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß für die in geringer Höhe unwirksame Luftschraube ein Vorgelege vorgesehen ist, durch das sie so angetrieben wird, daß sie keinen Vortrieb er- zeugt und den Flug nicht hemmt. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß entweder zwischen dem Antriebs- motor (2) der dauernd wirksamen Luftschraube (1) und der in niederen Flughöhen unwirksamen Luft- schraube (3) oder unmittelbar zwischen diesen beiden Luitschrauben (1, 3) eine Reibungskupplung (4, 5, 47, 50) eingeschaltet ist, die entweder in an sich bekann- ter Weise selbsttätig in Abhängigkeit von dem sich ändernden Luftdruck, beispielsweise mittels barome- trıscher Ausdehnungsdose, ‘oder zwangsläufig von der Regelung der Motor-.bzw. Verdichterleistung an- und abgestellt wird (Abb. 1 und 10). 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die in geringer Höhe unwirksame Luft- schraube (3) gegebenenfalls nebst ihrer Welle derant axial verschiebbar angeordnet ist, daß sie nach ihrer AbbT Abbz PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 82 Nr. 21 Finschaltung durch den von ihr erzeugten Vortrieb den Reibungsschluß der Kupplung (4, 5) unmitteibar bewirkt oder unterstützt (Abb. 2). 5. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4 mit baro- metrischer Ausdehnungsdose, dadurch gekennzeichnet. daß die die Reibungskupplung (4) betätigende baro- metrische Ausdehnungsdose (52) konzentrisch auf der Schraubenwelle (53) sitzt. Einrichtungen zum Abwuri (Gr. 16—20). 18 Pat. 491544 v. 9. 6. 29, veröfi. 12. c 2. 30. Eugen Jiger, Manzell, Post Fischbach, Bodensee. Lagerung von Bomben bei Schwimmerfingzengen. Patentanspruch: Lagerung von Bomben bei Schwimmerflugzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bomben in beson- deren an den Seiten des Schwimmeroberteiles vorge- sehenen Vertiefung liegen, derart, daß sie nach Be- tätigung einer Auslösung seitlich von den Schwim- mern abrollen. Bild ı C 19 Pat. 492299 v. 17. 3. 29, veröft. 1. 3. 30. Actiengesellschait C. P. Goerz, Optische Anstalt, Actiovä spolelnost K. P. Goerz opticky üstav, Preßburg, Tschech. Rep.*). Zielvorrichtung für den Abwurf von Gegenständen aus Luftfahrzengen. Patentansprüche: 1. Zielvorrichtung für den Abwurf von Gegenstän- den aus Luftfahrzeugen, gekennzeichnet durch die An- ordnung zweier Korne, dem Vorvisur- (K) und dem Abwurfkorn (C) sowie zweier horizontal gegenläufig verschiebbarer Kimmen, der Vorvisur- (A) und der Abwurfkimme (B), von denen letztere zu Beginn der Meßdauer sich in der durch das Vorvisierkorn (K) senkrecht zur Flugrichtung gelegten Vertikalebene befindet und während der mittels eines Uhrwerkes eıngehaltenen Meßdauer durch beständiges Einvisie- ren des durch Vorwärtsschub der Vorvisierkimme von Hand aus eine solche Horizontalverschiebung ent- gegengesetzt der Flugrichtung erfährt, daß durch ihre so erzielte Endstellung und durch ein annähernd ver- tikal unter ihrer Anfangsstellung entsprechend tief an- geordnetes Abwurfkorn (C) die jeweilige Vorhalte- richtung (B’,C,) eingestellt wird. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Antonio Clementi, Wien. Abb 2 3) je Kuala] & Dr Le IK, Bi za " a # ! H An ll) P Al ax \ z ı Pr A f 2. Zielvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine nach Beendigung der Meßzeit die Verbin- dung der Vorvisierkimme (A) mit der Abwurfkimme (B) selbsttätig lösende Ausschaltvorrichtung, welche durch ein Uhrwerk betätigt wird. 3. Zielvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekenn-. zeichnet durch die Anordnung einer Einstellvorrich- tung, welche bei Wahl einer unveränderlichen Meßzeit (t) die Höhenlage (ha) des Abwurfkornes (C) unter dem Horizont der Abwurfkimme entsprechend der je- weiligen Flughöhe (Ha) bzw. Fallzeit (T) mittels Skala und Zeiger einzustellen gestattet. 4, Zielvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekenn- zeichnet durch die Anordnung einer Einstellvorrich- tung, welche bei Verwendung eines unveränderlichen Verhältnisses zwischen Meßdauer () und Fallzeit (T) die Höhenlage (ha) des Abwurfkornes (C) unter dem Horizont der Abwurfkimme so zu wählen gestattet, daß sie zur Höhenlage (hv) des Vorvisierkornes (K) unter dem Horizont: der Vorvisierkimme (A) in glei- chem Verhältnis steht wie die Meßzeit zur Fallzeit ha:hv=t:N). 5, Zielvorrichtung nach ‘Anspruch 1, 2 und 3 bzw. 4. gekennzeichnet durch eine Einstellvorrichtung für das Abwurfkorn (C), welche eine Verstellung des letz- teren zwecks Berücksichtigung der Rückdrift gestattet. Sonstige Einrichtungen (Gruppe 24-32). c 24 Pat. 493065 v. 5. 5. 28, veröfl. 3. 3. 30. Dr.-Ing. Adolf Rohrbach, Ber- lin-Wilmersdorfi. Metallfingzeng mit Korro- sionsschut?. Bislang sucht man von Metallflugzeugen die kor- rodierende Wirkung des Wassers dadurch fernzuhal- ten, daß man die den Angriff ausgesetzten Bauteile entweder mit einem metallischen Ueberzug oder mit einem Farbanstrich versieht. Während es nun ver- hältnismäßig leicht ist, die Außenseiten der Bauteile auf das Vorhandensein des Schutzüberzuges zu über- wachen und instand zu halten, weil sie vollständig freiliegen und im wesentlichen flache, auch nach- träglich bequem mit der Schutzschicht überziehbare Flächen darstellen, ergeben sich Schwierigkeiten bei der Ueberwachung und Instandhaltung der Innen- flächen dadurch, daß diese den Einzelkörpern des Bauwerkgerippes angehören oder die Begrenzungen von oft schwer zugänglichen Räumen bilden. Nr. 21 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPÖRT Seite 83 Die Erfindung erstrebt nun, die Anbringung einer Schutzschicht und deren ständige Beobachtung und Ausbesserung auf der Innenseite der Flugzeugbauteile entbehrlich zu machen und damit den Flugbetrieb zu vereinfachen. Sie nutzt in neuartiger Weise die Er- kenntnis aus, daß in Petroleum getauchtes Leicht- metall keine Anfressungen erleidet. Erfindungsgemäß werden nun dichte Leerräume, welche auf der Innen- seite von Flugzeugwänden oder -flächen oder im Innern von Flugzeugkörpern vorhanden oder zu die- sem Zweck besonders hergestellt sind, mit einer kleinen Füllung Petroleum oder eines ähnlichen als Anfressungsschutz wirkenden Mittels versehen, wäh- rend die außenliegenden, bequem zugänglichen Flä- chen nach wie vor einen Schutzüberzug aus Farbe oder Metall erhalten. Patentanspruch: Metallflugzeug mit Korrosionsschutz, dadurch ge- kennzeichnet, daß dichte Leeräume, welche auf der Innenseite der Flugzeugwände oder -Hächen oder im Innern des Flugzeugkörpers vorhanden oder beson- ders hergestellt sind, eine kleine Füllung Petroleum oder eines ähnlichen als Anfressungsschutz wirken- den Mittels erhalten. c9 Pat. 487411 v. 1. 1. 28, veröft. 11. 12. 29. Emil Piele, Berlin-Neu- kölln. Vorrichtung zum selbsttätigen Anf- zeichnen des zurückgelegten Weges von Fahr- zengen, insbesondere Luftfahrzengen. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum selbsttätigen Aufzeichnen des zurückgelegten Weges von Fahrzeugen, insbesondere Luftfahrzeugen, bei welcher die Magnetnadel außer- halb der Vorrichtung an einem magnetisch günstigen Ort im Fahrzeug untergebracht ist und vermittels einer Stromquelle so auf zwei übereinander angeord- nete, drehbar gelagerte, kreisrunde Scheiben einwirkt, daß diese mit einem bestimmten Durchmesser die Richtung der Magnetnadel einnehmen und dauernd nach Norden orientiert sind, dadurch gekennzeichnet, daß an der Magnetnadel (28) zwei Kugeln (30) an Gelenken (29) drehbar und pendelnd angeordnet sind, welche mit einem aus einer bestimmten Anzahl Segmente (18) bestehenden ‚Ring in Kontakt stehen und zwei gegenüberliegende Segmente (18) und je zwei gegenüberliegende Elektromagnete (15), die am Um- fang der einen der von der Magnetnadel beeinflußten Scheiben (5) einen festen, am Umfang der anderen Scheibe (7) einen drehbaren Ring bildend, in der gleichen Anzahl wie die Segmente angeordnet sind, unter Strom bringen, wodurch die an den Scheiben (5, 7) befindlichen Arretierstifte (11) von Federn (13) stets nach innen gedrückt, angezogen werden und die Scheiben (5, 7) entsprechend der jeweiligen Stellung der Magnetnadel (28) arretieren. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher die Fixierung der vom Fahrzeug zurückgelegten Wer- kurve auf einer nach der Nord-Süd-Richtung orien- tierten, drehbar gelagerten ‘Scheibe der Richtung nach durch an sich bekannte Parallelogrammgestänge, der Geschwindigkeit nach unter Anwendung eines Unter- setzungsgetriebes vom Geschwindigkeitsmesser des Fahrzeuges erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß die eine der von der Magnetnadel beeinflußten Scheiben (5) einen Gummibelag (9) oder dergleichen trägt, auf welchem ein auf einem gezahnten Rade (31) laufendes Fahrgestell (32) bewegt wird, derart, daß die Paralle- logrammgestänge (43, 45) an beiden Seiten des Fahr- gestelles (32) in doppelter Anordnung angreifen und das Untersetzungsgetriebe (34, 35, 38, 39) mit seiner Endschnecke (39) in das gezahnte Laufrad (31) ein- greift und die fortschreitende Bewegung des Fahrge- stelles (32) mitmacht. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Zähne (40) des Laufrades (31) radial beweglich angeordnet sind und vermittels ihrer seit- lichen Zapfen (41) durch Führungen (42) so bewegt werden, da? immer nur ein Zahn in den Gummibelag (9) oder dergleichen eindringt und das Fahrgestell (22) auf seiner Unterlage fixiert und für den Rich- tungswechsel zentriert. 4. Vorrichtung nach Anspruch I und 2, wobei die durch seitlichen Winddruck hervorgerufene Abtrift eines Flugzeuges vermittels einer sich unter dem Winddruck verdrehenden Meßfläche selbsttätig in der aufgezeichneten Wegkurve zum Ausdruck gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßfläche (53) zwischen zwei mit Rücksicht auf die Windangriffs- fläche des Flugzeuges entsprechend abgestimmten Fe- dern (57) eingespannt ist, und daß die Angriffspunkte (46) der beiden Parallelogrammgestänge um einen Zapfen (61) drehbar angeordnet sind, welcher unter dem Einfluß der Meßfläche (53) steht. c2 ‚ Pat. 489797: v. 16. 9. 28, veröft. 20. 1. 30. Askania-Werke A.-G. vorm. Centralwerkstatt Dessau und Carl-Bamberg- Friedenau, Berlin-Friedenau. Vorrichtung zum Einban von Fingzengbordinstrumenten. 466.1 | 123 === 45 ! _ — I 8 © = lo ' || Hohe Fohrt | ı ) I ] | Y [hi K I} 70 I ° 1! Bun L Ile Il 12) u re I! ii, Hi ll, 9 Il, IH .° j | ü N SI = 8 ii | I 8 1 s al So S l 11 ı U | | I kenn w iM | =) N] { Bay; 5! N u ı ! | Seite 84 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 21 Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Einbau von Flugzeug-Bord- instrumenten, dadurch gekennzeichnet, daß die Instru- mente einer Gattung, z. B. die Navigationsinstrumente, die Triebwerküberwachungsinstrumente usw., zu einer Einheit zusammengefaßt auf "einer gemeinsamen Tafe! (5) angebracht sind, die in an sich bekannter Weise unter Einschaltung stoßdämpfender Mittel (4) in einen Rahmen (3) gefaßt und leicht auswechselbar an einer entsprechend gestalteten Aufnahmevorrichtung einer Tragwand befestigt ist. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, ‚dadurch gekenn- zeichnet, daß die die Navigationsinstrumente tragende Tafel (5) die Instrumente in einer solchen Anordnung enthält, daß sie den augenblicklichen Navigationszu- stand in sinnfälliger Weise sichtbar machen, derart, daß in der Tafelmitte von unten nach oben der Län- genanzeiger (7), der Fernkompaßzeiger (8), der Quer- neigungs- und Wendezeiger (9) und die Borduhr (10), an der einen Seite von diesen der Höhenmesser (11) und an der anderen Seite der Fahrtmesser (12) an- geordnet sind. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch ‚gekenn- zeichnet, daß Fernkompaßzeiger (8) und Wendezeiger (9) derart geschaltet sind, .daß beim Durchfliegen einer Kurve beide Zeiger nach der gleichen Richtung ausschlagen. c2 Pat. 494374 v. 3. 2. 24, veröfi, 22, 3. 30. Mary Ann Kenney, New York. Lande- und Startplattform für Flugzenge mit einer Einrichtung zum Absaugen der Luft über der Laufbahn. Patentanspruch: Lande- und Startplattform für Flugzeuge mit einer Einrichtung zum Absaugen der Luft über der Lauf- bahn, dadurch gekennzeichnet, daß die tischartige Abb. ı Laufbahn auf ihrer ganzen Oberfläche mit im wesent- lichen verteilten Durchbrechungen versehen ist und unterhalb derselben die Ventilatoren derart angeord- net sind, daß sie die Luft im wesentlichen gleich- mäßig über dem ganzen Bereich der Laufbahn ab- saugen. c2 Pat. 494 652 v. 27. 9. 27, veröfl. 27. 3. 30. Jiri Soucek, Prag, Tschecho- slowakische Republik. Vorrichtung zur Si- cherung eines richtigen Landens von Luftfahr- zengen im Dunkeln unter Anwendung von den Horizont angebenden Lichtern. Abb ı GCEIIIOITOITOTTREITTT END Abb 4 0 Pat:ntansprüche: 1. Vorrichtung zur Sicherung eines richtigen Lan- dens von Luftfahrzeugen im Dunkeln unter Anwen- dung von den Horizont angebenden Lichtern, gekenn- zeichnet durch mehrere auf einem vorzugsweise orts- veränderlichen, in sich verstellbaren Gestell, in Ab- ständen hintereinander angeordnete, mit unterschied- lichen farbigen Lichtern versehenen Leisten, welche in ihrer Bauhöhe mindestens dem Durchmesser der Leuchtkörper entsprechen, wobei die hintere Leucht- körperreihe jeweils länger als die vorherige Reihe ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Glühlampenreihen zwischen Seiten- leisten eines Rahmens eingeschlossen sind, außerhalb dessen in der letzten Leistenreihe weitere Richtung angebende Glühlampen (n) angeordnet sind. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch die Anwendung von nicht blendenden mattier- ten Lichtern. 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß in der Symmetrieebene der Lichter- reihen ein leuchtendes oder beleuchtetes Landerich- tungszeichen (I—I ‚angeordnet ist. c9 Pat. 495223 v. 21. 9. 27, veröft. 4. 4. 30. Mary Ann Kenney, New York, V.St.A. Fingzeng-Start- und -Landeplatz auf einem @Gebände mit einer oder mehreren über die Gebändeseitenwände hinansragenden, das flache Dach erweiternden Rampen. Patentanspruch: Flugzeug-Start- und -Landeplatz auf einem Ge- bäude mit einer oder mehreren über die Gebäude- seitenwände hinausragenden, das flache Dach erwei- ternden Rampen, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Rampenfläche derart gekrümmt ist, daß sie die anprallenden Luftströme nach unten ablenkt und z. ®. durch Oeffnungen in der Rampenunterlläche bzw. in den Seitenwänden des Gebäudes abführt. £ > Z. A 3“ ” ’ BBRHBBBB BRBHBRBHBB BBRSBBBBBH BBRBRBHBBBH Hm Pat.-Samml. Nr. 21 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 9, am 30. 4.1930 veröffentlicht. Nr. 9 „PLLUGSPORT“ Seite 157 der Kröpfung sind über- dimensionierte Rollenlager. Beim Motor ohne Getriebe lieet nahe am Propeller das Pendelrollenlager, ein kräftiges doppeltes Ton- nenlager, das auch die Druck- und Zugkräfte der Luftschraube aufnimmt. Die Kurbelwelle ist zwei- teilig; das Vorderteil mit dem Kurbelzapfen aus einem Stück. überträgt das Propellerdrehmoment und ist mit der hinteren Kurbelwelle unverrückbar verbunden. Die besondere Art der Verbindung sorgt dafür, daß nach Demon- tage und anschließendem Wiederzusammenbau die Mittellinien der Lager- zapfen genau fluchten. Beim Motor mit Ge- triebe läuft die Propeller- welle mit der halben Dreh- Siemens Sh 20 (Hinterseite). zahl der Kurbelwelle. Das oben erwähnte Pendelrollenlager liegt in diesem Falle wieder nächst dem Propeller vorn im Getriebegehäuse, während die Kurbelwelle ihr drittes Lager einem kräftigen Kugellager erhält. häusedeckel Siemens Sh 20 (Seitenansicht), im vorderen Deckel in Die Nockentrommel, konzentrisch zur Kurbel- welle im vorderen Ge- angeord- net, wird von dieser mittels doppeltem Zwi- schlentrieb angetrieben. Der sonst bei großen luftgekühlten Flugmoto- ren vielfach übliche Stoßstangenausgleich, der die Steuerung eines solchen Motors oft recht verwickelt erscheinen läßt, kommt beim Sh 20 infolge Ausbildung einer besonderen Nockenform in Fortfall. Je Zylinder sind ein Einlaß- und ein Auslaßventil vorgese- hen, die durch Stößel, Stoßstangen und Kipp- hebel betätigt werden. Die Ventile sind groß bemessen, durch Hohl- bohren des Ventil- schaftes ist jedoch für geringe Masse des Ventils gesorgt. Seite 158 „FLUGSPORT“ Nr. 9 Die beiden Magnetzünder sind an der Propellerseite des Motors quer zur Flugrichtung gelagert und gut zugänglich. Ihr Antrieb von der vorderen Kurbelwellenhälfte aus hat eine wesentliche Schonung der empfindlichen Zündorgane zur Folge. Die hintere Kurbelwellenhälfte endigt in einem kurzen, daher sehr günstig beanspruchten Wellenstumpf. Dieser trägt das sogenannte Windrad, das die Gemischbildung günstig beeinflußt, ferner eine sorg- fältix geführte Wellenverlängerung, die das Drehmoment für die am hinteren Gehäusedeckel gelagerten Hilfsantriebe weiterleitet. Außer den 5 verfügbaren Hilfsantrieben trägt der hintere Deckel den Druck- luftverteiler und die doppelte Zahnrad-Oelpumpe für Frisch- und Rücklauföl. Beide sind leicht zu überwachen und auszubauen. Die Schmierung ist als Trockensumpfschmierung ausgebildet. Die Oel- pumpe fördert das Frischöl in die durchgehend hohlgebohrte Kurbel- welle, von wo aus alle Schmierstellen mit Oel versorgt werden. Zylinderbohrung, 154 mm, Hub 188mm, Gesamthubvolumen 31,51, Verdichtungsraum je Zylinder 0,760 1, Verdichtungsverhältnis 5,6:1, Vollgasleistung beim Horizontalflug in Bodennähe 540 PS, höchstzu- lässige Motordrehzahl 1800 U/min, höchstzulässige Flugdauer dabei 60 Min., gesteigerte Flugleistung 485 PS, Motordrehzahl bei gesteiger- ter Flugleistung nicht über 1740 U/min, höchstzulässige Flugdauer da- bei 180 Min., Dauerflugleistung, maximal 450 PS, Motordrehzahl bei Dauerflugleistung nicht über 1690 U/min, größter Durchmesser des Motors 1,458 m, größte Länge des Motors 1,182 m, Länge des Motors vor der Motoraufnahmeplatte 0,628 m, Länge des Motors hinter der Motoraufnahmeplatte 0,554 m, Gewicht des Motors, trocken 400 kg + 2,5 %, Einheitsgewicht des Motors 0,750 kg/PS. Brennstoffverbrauch 0,22—0,24 kg/PSh, Oelverbrauch 0,010—0,016 kg/PSh. Massenträgheitsmoment der Luftschraube max. 0,60—0,80 mkg sk?. Mittleres Drehmoment des Motors 205 mkg. Schulflugzeug Robertson Shipyard mit Wasserschraube. Ein eigenartiges Halbflugzeug hat Robertson Shipyard in Alameda, Kalifornien, gebaut. Dieses Flugzeug besteht, wie die nebenstehende Abbildung erkennen läßt, aus dem vorderen Flugteil, bestehend aus einem Flügel mit Gleitboot, auf welchem der Führer sitzt, und aus einem Hinterteil gleichfalls einem kleinen Gleitboot mit Wasser- schraube, welches einen Außenbordmotor trägt. Shipyard hat dieses Schulflugmittel in zwei Ausführungen, einmal mit offenem Führersitz und stark V-förmig gestellten Flügeln und einmal in verbesserter Aus- führung mit geschlossenem Rumpf und geraden Flügeln gebaut. Für das Schulen dürfte solche Vorübung wenig Zweck haben, da die Verhältnisse beim Fliegen doch ganz andere sind, im Gegensatz zu der vorliegenden Konstruktion, bei der das Hinterteil durch die im Wasser liegende Schraube ganz anders geführt wird. Amerik. Schulwasserflugzeug Robertson Shipyard. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 159 Das Fahrgestell der G 38 mußte, um die großen Gewichte des Flugzeugs aufzunehmen, mit zwei KRäderpaaren ausgerüstet werden. Um eine günstige aero- dynamische Form zu erhalten, wurden die Räder hintereinander in einem Pendelrahmengestell un- tersebracht. Diese Anordnung ze- stattet die Verwendung einer gu- ten Stromlinienverkleidung. Durch die Verwendung des Pendelrah- mens können sich die Laufräder den Bodenunebenheiten anpassen, ohne daß ein Rad die Berührung mit dem Boden verliert. Die Gummibatterien liegen an den pneumatisch zsedämpften Stoß- stangen. Beide Räderpaare sind mit Knorrschen Luftdruckinnen- bremsen versehen. Diese Anord- nung gestattet ein bequemes Ma- növrieren. | Die Stahlschrauben der englischen Metall Propellers Ltd, besitzen verstellbare hohle Blätter. Das Gewicht einer solchen Schraube z. B. für den Cirrus-Motor wiegt 10,66 kz komplett mit Nabe. Die hohlen Flügelblätter bestehen aus zwei der Flügelform ent- sprechenden Stahlblechen, die vorher entsprechend geformt und an der Ein- und Austrittskante zusammengeschweißt werden. Nennungen zum internationalen Rundilug. Am 15. April (Vornennungsschluß) lagen insgesamt 75 Nennungen vor. Die Meldungen verteilen sich auf die einzelnen teilnehmenden Länder wie folgt: Deutschland (darunter 4 Oesterreicher) . : 2 2.20.34 England = Frankreich (darunter 1 Belgier und 1 Jugoslawe). : : . 15 Schweiz 4 Von der Tschechoslowakei und von Spanien sind bisher keine Nennungen abgegeben worden. Von dautscher Seite lagen folgende Nennungen vor: 1. Verein f. Luftfahrt M.-Gladbach, Ringstr. 6, BFW-M. 23b, SH 13 72/80 PS. 2. Leichtflugzeugbau Klemm G. m. b. H., Böblingen, Klemm L 26 V, Argus As 8 80/100 PS (Spengler). 3. Klemm G. m. b. H., Klemm L 25E, Argus As 8 80/100 PS (Lusser). 4. Rhein. Luftfahrtindustrie G. m. b. H., Krefeld, vorm. Raab-Katzenstein, Krefeld, Flugplatz, RK 29 Deutsche Motte, SH 14 od. Argus (Raab). 5. en Ebner, Berlin SW, Wilhelmshöhe 18, De Havilland Moth, Gypsy I 98 PS Ebner). Seite 160 „FLUGSPORT" Nr. 9 . Ateliers A&ronautiques d’Etat, P. Z.L.5,D. H owd Ateliers Aeronautiques d’Etat, P. Z. L. 5, D. H. Gipsy 85/100 PS (B. Orlinski). . Leichtflugzeugklub München e. V., München, Berliner Str. 96, Phoenix L 2, SH 13 (Frl. Schultes). ‚ Dr. von Langsdorff, Fürstenfeldbruck bei München, Phoenix-Meteor, SA 14 (v. Langsdorff). . Junkers Flugzeugwerk A.-G., Dessau, Junkers Junior A. 50, Genet 80/88 PS. . Junkers Flugzeugw., Junkers Junior A. 50, Genet 80/88 PS. . Oesterr. Phoenix Flugzeugwerft G. m. b. H., Phoenix-Meteor, SH 14 (Kiel- hausen). . Oesterr. Phoenix, Phoenix-Meteor, SH 14 (Guritzer). - Deutsche Verkehrsfliegerschule, Braunschweig, BFW 23b, Argus (Morzik). . Deutsche Verkehrsfliegerschule, Braunschweig, Arado L 2a, Argus (Stutz). . Deutsche Verkehrsfliegerschule, Braunschweig, Albatros L 101, Argus (Stein- dorff). . Düsseldorfer Aeroclub, Düsseldorf, Wehrhahn 34—36, Klemm L. 25. . Luftdienst G. m. b. H., Berlin W 35, Blumeshof Nr. 17, Klemm L 25a, Salmson 40 PS (Osterkamp). . Luftdienst G. m. b. H., Berlin W 35, Blumeshof 17, Klemm L 258, Argus As 8 (Poss). . F.W. Siebel, Berlin W 30, Geisbergstr. 2, Klemm L 25e, Argus As 8. . F. W. Siebel, Berlin W 30, Geisbergstr. 2, Klemm L 25e, Argus As 8. 20. Ing. Ferd. Graf Starhemberg, Salzburg, Arenbergstr. 2, BFW 23c, Argus As 8 (Graf Starhemberg). ‚ Frhr. v. Freyberg, Berlin W 62, Kurfürstenstr. 63, BFW 23c, Argus As 8. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus As8 od. SA 13. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23c, Argus. . Arado Handels-G. m. b. H., Berlin, Ar. L. Na, Argus. . Arado, Berlin, Ar. L. Ha, Argus (Peschke). . Arado, Berlin, Ar. L. Ila, Argus. . Albatros Flugzeugwerke G. m. b. H., Berlin-J., L 100, Argus. . Albatros, Berlin-Joh., L 101 A, Cirrus Hermes 105/115 PS. _ Ensland. . Cirruus Aero Engines Ltd., Avro Avian, Cirrus-Hermes 104 PS (S. A. Thorn). . Robinson Aircraft Co. Ltd., Redwing, Hornet 75 PS. . The de Havilland Aircraft Co. Ltd., Moth, Gipsy 100 PS (H. S. Broad). . Simmonds Aircraft, Avron, Hermes or Gipsy 1001120 PS A. ]J. Andrews). . A. S. Butler, Moth DH/60 M., Gipsy 100 PS (A. S. Butler). . The Hon. Lady Bailey, Moth, Gipsy (The Hon. Lady Bailey). Frankreich. . P. Mauboussin, Mauboussin, Salmson 40 PS. . Comte de Lambilly (Belgien), St. Hubert, Walter 110 PS (Jaques Maus). . Ludovic Arrachart, Caudron 193, Renault 95 PS. . Aero-Club du Royaume Yougoslave, Section de Liubliana, Bloudek XV, Cirrus Mark II (Janko Colnar). . Edouard Albert, Albert A 61, Salmson 95 PS (Rd. Albert). Melle Denise Collin, Albert A 62, Renault 95 PS. . Maurice Finat, Dewoitine, Renault 95 PS (M. Finat). . E. Dewoitine, Dewoitine, Renault 100 PS (Marcel Doret). . Gustave Douchy, Douchy. . A&ro-Club de l’Aisne, Caudron, Renault. . Ren& Caudron, Caudron 193, Renault 95 PS (Delmotte). . Guerchais et Henriot, Guerchias-Henriot 5, Renault 95 PS (Bapt). “ Jean de Permanele, Farman 220, Renault 95 PS (Lallouette od. Permangle). . Club A&ronautique Universitaire (Ducout). . Gipsy 85/100 PS (J. Gedgowd). Nr. 9 „PrLUGSPORT“ Seite 161 3. Komitet Wojewodzki L. OÖ. P. P., D. K. D.-V., A. D. C. Cirrus M. III 85/95 PS (St. Dzialowski). 4. Aeroklub Akademicki W. Krakowie, Eind. S. 1, A. D. C. Cirrus 85/95 PS (Dr. K. Piotrowski). 5. Podlaska Wytwornia Samolotow Sp. Akc., P. W. S. 8, Walter-Vega 85 PS (P. Dudzinski). . Podlaska Wytwornia Samolotow Sp. Akc., P. W. S. 50, Cirrus Mark III 85 PS (Z. Babinski). 7. Podlaska Wytwornia Samolotow Sp. Akc., P. W. S. 5l, Armstrong Genet 80 PS (J. Lewoniewski). 8. Podlaska Wytwornia Samolotow Sp. Akc., P. W. S. 52, D. H. Gipsy 85 PS (F. Rutkowski). 9. Aeroklub Rzeczypospolitej Polskiej, R. W. D. 4, Cirrus-Hermes 105/115 PS (F. Zwirko). 10. Aeroklub Rzeczypospolitej Polskiej, R. W. D. 4, Cirrus-Hermes 105/115 PS (T. Karpinski). 11. Aeroklub Rzeczypospolitei Polskiei, R. W. D. 4, Cirrus-Hermes 105/115 PS (J. Bajan). 12. Aeroklub Rzeczypospolitej Polskiei, R. W. D. 2, Salmson A. D. 9 40 PS (St. Plonezynski). 13. Aeroklub Rzeczypospolitej Polskiej, R. W. D. 2, Salmson A. D. 9 40 PS (E. Wieckowski). 14. Aeroklub Rzeczypospoliteji Polskiei, R. W. D. 2, Salmson A. D. 9 40 PS (J. Muslewski). 15. Lubelski Klub lotniczy Lublin, L. K. L. 2, Walter-Vega 85 PS (W. Szulczewski). 16. Lubelski Klub lotniczy Lublin, L. K. L. 2, Walter-Vega 85 PS (J. Zeromski). Schweiz. 1. Jean Broccard et Jean-Ren& Pierroz, Breda 15-S, Walter-Venus 110 PS (I. R. Pierroz). 2. Charles Kolp, Klemm L 25, Argus As 8 80 PS (Charles Kolp). 3. Dr. Friedrich Hansen, Müller-Griesh.-Hochd. GMG, Statax 29B od. „S“ 40 PS (Dr. F. Hansen). 4. Dipl.-Ing. Hugo G. Schmid Korsa T 2, Anzani Courbevoie-Paris 6 A 20 50 PS (H. G. Schmid). | a Inland. Aenderung der Kursustermine in der Fliegerschule auf der Wasserkuppe. Auf Grund des in der Zeit vom 9. bis 24. Aug. auf der Wasserkuppe stattfinden- den Rhön-Segelflug-Wettbewerbs tritt in den Terminen der Ausbildungskurse der Fliererschule des Forschungsinstituts der Rhön-Rossitten-Gesellschaft nachfol- sende Aenderung ein: Der Juli-Kurs für Fortgeschrittene dauert (statt vom 2. bis 26. Juli) vom 2. Juli bi$ 2. August. Der Anfängerkursus nach dem Wettbewerb beginnt erst am 28. August und dauert, wie vorgesehen, bis zum 20. September. Am 26. und 27. August bleiben die Schule und die Kantine auf der Wasser- kuppe vollkommen geschlossen. Der Flugtechnische Verein Frankfurt a. M. 1909 hat in Herchenhain während der Osterfeiertage tüchtig geflogen. Am Sonntag wurden 17 und am Montag 22 Flüge, hauptsächlich Kurvenübungen bis zu 1200 m Entfernung und 90 Sek. Dauer, auf einem verkleideten „Zögling“ ausgeführt. Am Montag machten Flinsch und Sommer bei kräftigem Wind Flüge, wobei sie die Startstelle über- höhten. Die Windstärke betrug zeitweise 15 Sek. Nächste Flugtage in Herchen- hain am 4. und 18. Mai. 8050 m Höhe erreichte Johannes Nehring auf der D 18 am 1. April. Am 18.4. flog Voigt die Maschine auf 8000 m Höhe, wobei der Höhenmesser einfror. Seite 162 „FLUGSPORT“ Nr. 9 Ausland. Lindbergh hat 3915 km von Glendale, Kalifornien, nach Neuyork in 17 Std. 36 Min. mit seiner Frau als Passagier zurückgelegt, entsprechend einer Durch- schnittsgeschwindigkeit von 273 km/h. Die verwendete Maschine, ein Lockheed Sirius, hatte einen Pratt-and-Withney-Motor von 450 PS. Amerikanische neue Flugsensationen. In Amerika erwartet das Publikum immer wieder neue halsbrecherische Vorführungen. Von einem Flugzeug sich mit einer Leiter auf einen fahrenden Eisenbahnzug herabzulassen, ist nicht mehr neu und lohnend genug zu sehen. Vor kurzem setzte man ein kleines Motorflugzeug auf ein Automobil, von welchem es sich, nachdem das Automobil ungefähr Start- geschwindigkeit erreicht hatte, abhob. Das Neueste ist Start und Landung von einem schnellen Motorboot, wobei man ein dem Zögling-Typ ähnliches, mit An- zani-Motor ausgerüstetes Flugzeug verwendete. . Die akademische Fliegergruppe von Paris hat ein Segelflugzeug gebaut. Flü- gelinhalt 28 m?, Gewicht 153 kg. Die ersten Flüge von 150 bis 200 m, ausgeführt von Auger und Abrial, waren sehr zufriedenstellend. Graf Henry de la Vaulx, Präsident der Federation Aeronautique Internatio- nale, ist in Amerika bei einer Notlandung am 18. April bei Jersey City im Alter von 60 Jahren tödlich verunglückt. Die Bowlus Sailplane Co., Ltd., von San Diego, Kalifornien, mit Mr. Bowlus als Präsident, bringt pro Woche zwei Segelflugzeuge und zwei Schulgleiter heraus. Bowlus, welcher seine Produktion bis auf 5 Flugzeuge pro Tag erhöhen will, beabsichtigt, den Osten Amerikas mit Segelflugzeugen zu versorgen. | Rateau, der bekannte französische Konstrukteur in Turbo-Kompressoren für große Höhen, ist im Alter von 66 Jahren in Paris gestorben. Acht Viermotorenflugzeuge für die Imperial Airways, welche den Luftdienst Paris—London unterhalten, sind in England im Bau. Eine chinesische Flugzeugbaufirma in Schanghai soll mit dem Kapital von 300.000 Dollar gegründet werden. Die Gesellschaft soll nur mit chinesischem Ka- pital arbeiten. 500 000 km in Bolivien im Passagierdienst geilogen. Am 10. 2. 1930 hat der Lloyd Aereo Boliviano die ersten 500000 Flugkilometer in seinem Luft-, Post-, Passagier- und Frachtdienst in der Republik Bolivien erreicht. An diesem Tage zeigt die Statistik folgende Zahlen: Zahl der Flüge 2251, Flugstunden 3512,55, Flug- passagiere 8837, beförderte Flugpost 11549 kg, insgesamt befördertes Gewicht 765573 kg, Flugkilometer 500296. — Der Flugdienst des L.A.B. wurde im August 1925 eröffnet: Seit seiner Gründung ist der Verkehr in stetem Wachsen begriffen. Die obigen Zahlen allein geben schon einen schlagenden Beweis der eeleisteten Arbeit. Aus diesem Grunde können wir die folgenden interessanten Vergleichsdaten geben: Der Durchschnitt in den 1620 Verkehrstagen beläuft sich auf 1,44 Flug pro Tag. Jeder Flug mit einer Dauer von 1% Stunden. Auf jedem Fluge wurden vier Personen befördert und eine Gesamtnutzlast von 340 kg; zu- rückgelegte Strecke 220 km. Unter Anrechnung von 8 Arbeitsstunden pro Tag bedeuten die Flugstunden einen Dauerflug von 439 Tagen. Die Zahl der be- förderten Personen, ca. 9000, würde gleich der Zahl der Bewohner von vielen Ortschaften sein. Die Zahl der mit den Flugzeugen des L. A.B. beförderten Briefe Nr. 9 „FLLUGSPORT“ Seite 163 beträgt 800000. Hieraus kann man ersehen, wie wichtig für die Wirtschaft des Landes die Belebung der Beziehungen zwischen den einzelnen Ortschaften durch den Luftdienst gewesen ist. Wenn man das Totalgewicht auf Mauleseln (dem fast ausschließlich benutzten Beförderungsmittel auf den beflogenen Strecken) verteilt, würde man errechnen, daß die Flugzeuge dieselbe Ladung befördert haben wie 110950 Maulesel. Dabei ist die Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Zeit- ersparnis noch nicht berücksichtist worden. Die zurückgelegte Flugstrecke ist gleich dem 5llmaligen Durchqueren des gesamten Gebietes von Bolivien oder 12% Reisen um die Erde oder beinahe 2 Reisen von der Erde zum Mond. Eine andere interessante Seite, die gewiß die größte Wichtigkeit für die Gebiete mit schwie- rigen Wegen hat und durch die der L.A.B. seine Hauptlinien gelegt hat, ist die Zeitersparnis. — Wenn man bedenkt, daß das allgemein übliche Beförderungs- mittel der Maulesel ist, würde man 12508 Tage zu 8 Stunden gebraucht haben, um die von dem L. A.B. zurückgelegte Strecke zu durchqueren, wohingegen die- ser nur 439 Tage gebraucht hat, d. h. es sind 12059 Tage zugunsten der allge- meinen Wirtschaft gespart worden. Offizielle Mitteilungen des DMSV. „Die Flugsportvereinigung Hagen (F.V.H.) ersucht um Aufnahme in den D.M.S. V. Wir bitten, etwaige der Aufnahme entgegenstehen- den Mitteilungen innerhalb 14 Tagen der Geschäftsstelle des Verban- des auf der Wasserkuppe bekanntgeben zu wollen.“ Stamer. Jahresbericht 1929 der Segelilug-Gruppe des Luitiahrtvereins Görlitz. Im Jahre 1929 wurde von unserer Gruppe zum ersten Male der Versuch gemacht, mit dem uns zur Verfügung stehenden Maschinenmaterial allein zu schu- len. Wir haben vom Januar bis Ende September 80 Flüge mit unserem selbstge- bauten Schulflugzeug und 208 Flüge mit dem von dem DLV zur Verfügung gc- stellten Zögling Nr. 76 ausgeführt. Zu der Gesamtzahl kommen noch ungefähr 150 Schulstarts, die ja bekanntlich bei Schulen das größte Risiko bedeuten, weil bei dieser Gelegenheit Anfänger ohne jede Vorkenntnisse ihre ersten Versuche machen. Leider ging im September unsere selbstgebaute Schulmaschine bei einem Uebungsflug zu Bruch. Von den obengenannten Flügen waren von 1—3 Minuten Dauer etwa 30. Prüfungen wurden abgelegt: 2 Klasse A und 1 Klasse B: Die meisten Flüge wurden in Leschwitz und Kieslingswalde ausgeführt. An einzelnen Festtagen befand sich die Gruppe in Grunau im Riesengebirge. Daselbst wurden infolge des sehr günstigen Geländes die besten obenerwähnten Leistungen erzielt. Die Leistungen sind um so mehr zu bewerten, wenn man bedenkt, daß nur an Sonntagen geflogen werden kann, wenn es das Wetter erlaubt, und zwei Bau- abende in der Woche zur Verfügung stehen, die Maschinen wieder instandzu- setzen, und daß sämtliche Mitglieder der Gruppe sich aus Berufstätigen oder Schülern zusammensetzen und ihnen nur ihre Freizeit zur Ausübung unseres Segelflugsportes zur Verfügung steht. Leider vermissen wir eine regere Betei- ligung, trotzdem die Möglichkeit besteht, einem jeden Gelegenheit zu geben, das Fliegen zu erlernen. Die Gruppe befaßt sich jetzt mit dem Bau einer Einheits- Rumpfmaschine, deren Flächen auch für eine Schulmaschine zu verwenden sind. -Automobilstart für Gleitflugzeuge auf Flugplätzen in Amerika. Flüge der Lüftfahrt Görlitz e. V. "Wimpert am Nordhang Niemetz; Start am Nordhang in Grunau, Sept. 1929. in Grunau, Sept. 1929, Abb. 1. Seite 164 „FLUGSPORT"“ Nr. 9 Mit dieser Maschine gedenken wir längere Flüge in dem von uns jetzt ausfindig gemachten Gelände in den Grunauer Bergen und am Rothstein zu erzielen. F. Germershausen. Wilpert. Verein für Segel- und Modellilugsport Schönebeck-Saizelmen. Der Leser wird aufhorchen bei diesem Namen, den er in Verbindung mit unserem Sport noch nie gehört. Tatsächlich besteht der Verein erst seit Mitte März. Es fand sich so nach und nach eine kleine interessierte Schar ein, die durch die Flugübungen und auf Anregung des Vereins für Segel- und Modellflug- sport Magdeburg e. V., der am Hummelberg bei Schönebeck seine neue Trainings- stelle aufgeschlagen hat, zu zielbewußter Arbeit angeregt wurde. So fand denn in Anwesenheit mehrerer Magdeburger Mitglieder am 17. März im Hummelberg- Restaurant die Gründungsversammlung statt, wo sich 12 Herren als Mitglieder eintrugen. Zum Vorsitzenden wurde der Tischlermeister H. Mazeiczyk ir. und zum Schriftführer der Kaufmann Knabe gewählt. Schon die ersten Uebungstliegen, die gemeinsam mit den Magdeburgern abgehalten wurden, zeigten ganz anspre- chende Leistungen. Mit ihren Stabmodellen erzielten Hoffmann und Graf Durch- schnittszeiten von ca. 45 Sek. bei Handstart. Neben dem Modellbau will man auch demnächst mit dem Bau einer Schulmaschine beginnen. F. Alexander. Der Luftwiderstand von Modellilugzeugen. Breslauer Modell- und Segelflug-Verein „Schlesischer Adler“. Walter Stender. Wer einige Erfahrungen im Bau flugfähiger Modellflugzeuge be- sitzt, wird auch ohne besondere flugtechnische Schulung wissen, daß sich die aerodynamischen Verhältnisse eines Modells von denen großer Flugzeuge stark unterscheiden. Zunächst fällt die ungünstigere Gleitzahl kleiner Modelle auf, ferner wird man zuweilen mit den sonst so beliebten dicken Profilen schlechte Erfahrungen gemacht haben. Erstrebt man höhere Leistungen im Modellflug oder will man an Modellen technische Versuche durchführen, dann sollte man nicht ver- säumen, den aerodynamischen Veränderungen nachzuspüren und deren Ursachen, Auswirkungen und Grenzen zu erkennen. Im folgenden wird versucht, von diesem schwierigen und bisher wenig erforschten Ge- biet dem Praktiker das Verwertbare in anschaulicher Form mitzuteilen. a) Luitströmung längs einer ebenen Fläche. Ein vollkommen reibungsloses Medium könnte auf eine ebene glatte Fläche, an der es entlangfließt, keine Kraft ausüben (vom stati- schen Druck sei zunächst abgesehen). Ein solches Medium gibt es in Wirklichkeit nicht. Jede Flüssigkeit und jedes Gas, also auch die Luft, hat erstens die Eigenschaft zähe zu sein, — d.h. die kleinsten Teilchen haften aneinander — und hat zweitens die Eigenschaft, an den Ober- flächen angrenzender oder eingetauchter Körper zu haften. Wenn nun eine zunächst gleichförmige und gerade Luftströmung über die ebene Fläche eines festen Körpers hinfließt, dann entsteht eine Schubbewegung zwischen der am Körper klebenden Luftschicht und der äußeren Luftmasse. In der Berührungsfläche ist die Geschwin- digkeit der Strömung gleich Null, darüber wächst sie stetig an, bis die Geschwindigkeit der äußeren Strömung erreicht ist. In der Ueber- _ gangsschicht, die man als Grenzschicht bezeichnet, wirken Schubkräfte, die sich am Körper als Reibungswiderstand auswirken, Nr. 9 „FTLUGSPORT“ Seite 165 (Man stelle sich als extremes Beispiel die Bewegung eines Messers durch Honig vor!) Die fortgesetzte Verschiebung der Grenzschicht-Luftteilchen zsegeneinander hat zunächst zur Folge, daß die Grenzschichtdicke zu- nimmt, je weiter die Luftmasse an der Körperfläche vordringt; dann wird aber auch der zähe Zusammenhang der Luftteilchen fortgesetzt gestört, bis schließlich eine starke Veränderung in der Beschaffenheit der Grenzschicht eintritt. Die bisher ruhig und gleichmäßig aneinander vorbeigleitenden Luftteilchen der Grenzschicht geraten in schwin- sende und wirbelnde Bewegung; die Geschwindigkeitsänderung zwi- schen der innersten Schicht und der Außenluft erfolgt plötzlicher, aber unregelmäßig und die Dicke der gestörten Schicht wächst rascher an. Man bezeichnet diesen Vorgang als den Umschlag der laminaren inturbulente Strömung. Der Ort, an dem der Umschlag erfolgt, ist durch die Grenzschichtdicke bestimmt. Bei geringer Geschwindig- keit liegt er weit zurück, bei wachsender Geschwindigkeit rückt er zur Eintrittskante vor. (Der aus einer Leitung austretende Wasser- strahl bietet ein sehr anschauliches Beispiel für den Strömungs- umschlag. Bei wenig zeöffnetem Hahn, fließt ein kraftloser, klar durchsichtiger Wasserstrahl, dessen Beschaffenheit laminar ist. Oeffnet man langsam weiter, dann wird der Strahl unruhig und tritt endlich als aufgelöste, weißlich erscheinende Masse mit großer kinetischer Energie aus — Turbulenz!) Der Strömungszustand ist für den Luftwiderstand aller Körper von ausschlaggebender Bedeutung. Im folgenden Abschnitt soll darauf eingegangen werden. ‘b) Luitströmung um eine Profilstrebe. Die Betrachtung soll wieder von einer idealen, reibungslosen Strömung ausgehen. Das Medium bewegt sich gegen einen Wider- standskörper — etwa die Profilstrebe in Abb. 1 — gleichförmig und stetie. Am Symmetriepunkt vor dem Körper kommt die Masse einen Augenblick zum Stillstand, teilt sich dann und fließt beiderseits ab. Nach Umfließen der größten Querschnittbreite nähert sich die Masse dem hinteren Symmetriepunkt, an dem der Zusammenschluß zu wir- belfreiem Abfluß erfolgt. Die Geschwindirkeit der Strömung mußte dabei vom vorderen Symmetrie- oder Staupunkt bis zur größten Ouerschnittbreite von Null auf einen Höchstwert anwachsen und dann wieder zu Null an der Rückseite abfallen. Der Verzögerung und Beschleunigung des Luftstromes müssen Druckkräfte zwischen der Strömung und dem Körper entsprechen. An den beiden Staupunkten ist der Druck gleich dem Staudruck, an den Stellen der größten Breite herrscht ein Druckminimum, das je nach der Form des Körpers ein mehrfaches Negatives des Staudruckes be- tragen kann. In Abb. 1 zeist Fig. 1 den Strömungsverlauf eines reibungsfreien Mediums, darunter ist schraffiert die zugehörige Druck- verteilung dargestellt. Die Komponenten der Drücke in Bahnrichtung gegen die Vorderseite und Rückseite sind einander entgegengesetzt und gleich; die Resultierende ist gleich Null, d. h. der Körper hat keinen Widerstand. In der zähen Luft ändert sich das Bild infolge der Reibung wesent- lich. Die Reibung .entzieht der Strömung kinetische Energie, daher werden Geschwindigkeitszunahme und Druckabnahme nach den Flan- ken des Körpers geschwächt. Solange die Strömung laminar ist, reicht ihre kinetische Energie nicht aus, gegen einen Druckanstieg an der Rückseite vorzustoßen. Sie wird sich am Druckwendepunkt vom Kör- per ablösen und einen wirbelerfüllten Raum zurücklassen. Erst eine Seite 166 „FLUGSPORT” Nr. 9 Strecke hinter dem Körper tritt langsam der Auseleich ein, durch den die Luftmasse zur Ruhe kommt. __--.—— Jdeale Strömung Diese laminare Strö- mung ist in Abb. 1, Fig. 2 dargestellt. Das Druckdia- eramm zeigt für diesen Zt Fall ein schwaches Druck- Zn 7 inimum und das Fehlen des Druckanstieges auf der »— Rückseite. Gegenüber der — idealen Strömung besteht hier also eine erhebliche Differenz der Drücke ge- seite, die sich als der so- genannte Formwider- stand des Körpers be- merkbar macht. Ist die Geschwindig- keit oder die Tiefenausdeh- nung des Körpers ge- nügend groß, daß rechtzei- tige vor dem Druckwende- punkt die Turbulenz ein- tritt, dann wird die Ener- vie der Grenzschicht so- weit vergrößert, daß die Strömung imstande ist, in das Gebiet steigenden Druckes vorzudringen. Das Strömungsbild gleicht sich damit dem der idealen .— .——— .— 1. Abb. 1 Strömung an, bis sich nur noch ein schmales Band vom Körper abfließender Wirbel ablöst. Die Druckverteilung wird der idealen ähnlicher und der Formwiderstand erhält eine unbedeutende Größe gegenüber dem Reibungswiderstand. Dieser Zustand ist in Abb. 1, Fig. 3 dargestellt. (Forts. folgt.) Luft- Post Sfaudruck | Billige Imprägnierungsmittel.. Oft hört man Klagen über die teure Imprägnierung oder von dem schlechten ‘Erfolg mit Wasserglas. Nun, ich kann Ihnen heute eine gute, ja sehr gute Im- prägnierung verraten. Sie ist billig, wasserundurchlässig und schädigt den Stoff "nicht. Der Preis beträgt für einen „Zögling“ rund RM 7.—. % ka Leim wird in '3 1 Wasser aufgelöst. Dieses Wasser wird warmgehalten und so die Flächen bestrichen. Wenn sie dann halb trocken sind, nimmt man einen reinen Pin- sel und überstreicht die Flächen mit 25- bis 30prozentigem Formalin. Es ist un- bedingt notwendig, das Streichen mit Formalin im Freien durchzuführen und achtzugeben auf die Haut und die Augen, denn es ist ätzend und daher gefährlich. “Es heißt eben aufpassen und nicht spritzen damit. Hochleistungsmaschinen im- prägniert man am besten mit Blutschrunn (man bekommt es am besten in einem Schlachthof). Man nimmt das Rindsblut, läßt es in einem Bottich 3 bis 5 Stunden stehen, schöpft das abgesonderte Wasser, welches stark eiweißhaltig ist, in das zu benützende Gefäß. und bestreicht damit. die Flächen. Nachdem .dies geschehen, Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 167 bestreicht man es wieder mit Formalin. Man erhält einen seidenglanzartigen Ueberzug und besser als mit Leim. F. Gruber. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Das deutsche Luitschiff. Seine Geschichte, Einrichtungen und Fahrten, Verlag Heinrich Handels Verlag, Breslau. Preis geb. RM 15.—. Auf 48 Seiten wird eine kurze Darstellung der Entwicklung der Z-Schiffe, insbesondere des „Graf Zeppelin‘, sowie der Zukunftspläne gegeben. Bei der Ausübung seines Berufes als Flugzeugführer der Wetterflug- stelle Darmstadt verunglückte unser liebes Mitglied eand. mach. Johannes Nehring am Mittwoch, den 16. April, tödlich. Alle seine und unsere Freunde wissen, M was wir an ihm verlieren. Als einer unserer ältesten und treuesten Kame- raden, als unser bester Flieger wird er in unserem Andenken fortleben. | Seine glühende Begeisterung für die Fliegerei wird uns immer ein leuch- tendes Vorbild sein. Akademische Fliegergruppe Darmstadt e. V. Technische Hochschule. EN FE r Pilot der Wetter- Bei einem Wetterflug in Wolken stürzte gestern de | flugstelle Darmstadt Herr cand. ing. Johannes Nehring mit seinem Flugzeug tödlich ab. Damit ist einer der bewährtesten Flug- zeugführer uns entrissen, der es meisterhaft verstanden hatte, seine rei- chen, im Segelflug gewonnenen fliegerischen und meteorologischen Erfah- rungen in seiner neuen Dienststellung nutzbar zu machen. Wetterflugstelle und Flugmeteorologisches Institut werden ihm ein dankbares Gedächtnis. E bewahren für die vielen neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die seine kühnen und doch stets wohlüberlegten Flüge für den Fortschritt der Luft- © fahrt gezeitigt haben. Wetterilugstelle beim Institut für Flugmeteorologie an der Technischen Hochschule Darmstadt Darmstadt, den 17. April 1930. gez. Georgii. BED BZ Am 16. April verunglückte tödlich durch Absturz des Flugzeugs bei einem Wolkenflug Herr cand. ing. Johannes Nehring Mit ihm scheidet von uns einer unserer besten Segelflieger, der als der Meister des Streckensegelflugs anzusehen und jahrelang aus deutschen wie ausländischen Wettbewerben als Sieger hervorgegangen war. Als gleich tüchtiger Motorflieger hat er erst in den letzten Tagen einen neuen Höhenrekord für Leichtflugzeuge aufgestellt. Seine Tatkraft, sein Können, seine Kameradschaftlichkeit, die Natür- lichkeit und Frische seiner 28 Jahre waren vorbildlich für die junge Flie- gergeneration. Trauernd stehen die deutschen Segelflieger an Nehrings Bahre. In der Geschichte des Segelflugs und der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, der er besonders nahe verbunden war, wird sein Name fortleben. Rhön-Rossitten-Gesellschait e.V. Kotzenberg. Georgi. SIND ZUVERLÄSSIC Selbst in der Rückenlage arbeiten sie unverändert zuverlässig. So konnte der Jungflieger Achgelis eine neue Höchstleistung im Rückenflug von 37 Minuten Dauer auf Focke - Wulf- Kiebitz . mit SH 13 aufstellen. Erproht ! Preiswert! Flugzeuglacke Größte Elastizität 1 Größte Spannfähigkeit! Widerstandsfähig gegen alle Einflüsse der Witterung ! Gellesta-Transparent Gellesta-Tropen-Rot Silber Unsere Spezial» Lacke für Tragflächenbe» spannung sind von Fachkreisen erstklassig begutachtet, insbesondere auch von der DVL Verein für chemische Industrie A.G., Frankfurt a. M. Unser Höhenmesser mit dem Meß- bereich0/500 m besitzt bei kräftigster Ausführung ein sehr emp- findliches, ge=- gen Tempera- tureinflüsse gut ausgegli- chenes Meß- system. Die übersichtliche Skalentellung gestattet schon Höhene unterschiede von 5 m auf größere Ent- fernung abzu=- lesen. Das In- strument ist daher beson- ders wertvoll für Flüge in, niedrigen Hö- ben und un= entbehrlich für Nachiverkehrsilugzeuge, Druckschrift Aero 31260 und Angebot kostenlos. ASKANIA-WERKE AG her: nıd BERLIN-FRIED E KAISERALLEE 87788 j ! 1" ts, PN ‚Mt IN, un AM! GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \ IN VOV OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. IINIININIIII Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 10 14. Mai 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 28. Mai 1930 Unfug. Die Unfälle bei luftakrobatischen Vorführungen in Düsseldorf, Ber- lin, Geldern usw. haben die Tagespresse zu den verschiedenartigsten Aeußerungen veranlaßt. Wenn man die vielen Artikel liest, ist man sich nicht ganz klar, was hinter manchen Veröffentlichungen steckt. Interessant ist indessen, diese Ueberschriften im Zusammenhang zu lesen: Verbot flugakrobatischer Kunststücke; im preußischen Handels- ministerium schweben gegenwärtig Erwägungen über die Frage eines generellen Verbotes; weiter, die Luftpolizei muß besser aufpassen, und — last not least — die Nationalsozialisten wollen auf Luftakrobatik nicht verzichten. — — Was soll das? Politik muß aus der Fliegerei ferngehalten werden. Bisher war es so, und es muß so bleiben. Damit soll nicht gesagt sein, daß Unfug in Zukunft weiter gestattet werden soll. Avro Trainer, 150 PS. Die englischen Schulflugzeuge von Avro haben infolge ihrer guten Flugeigenschaften in den letzten 17 Jahren keinerlei wesentliche Ver- änderungen erfahren. Vielleicht lag es auch mit daran, daß man die eroßen Bestände an Reserveteilen ausnutzen wollte. Während andere englische Firmen ihre Schulflugzeuge auch gebräuchlich für den Sport- betrieb konstruiert haben, scheint der vorliegende neue Typ nur für den Mifitärbetrieb zugeschnitten zu sein. Dieser Doppeldecker, hervorgegangen aus dem bekannten Kriegs- flugzeug ..Avro 504“, ähnelt dem bekannten Fokker D VII mit Balda- chinendstreben und Stahlrohrrumpf. Neu ist in der Hauptsache der Auf- bau des Flügels aus Stahl, mit Leinwand bespannt. Die Holme beste- hen aus drei gezogenen, miteinander vernieteten Profilen (vergleiche die umstehende Abbildung). Die Befestigung der gepreßten Rippen auf dem Holm geschieht durch besondere Laschen, deren Art und Diese Nummer enthält: Profilsammlung Nr. 3, Flügelprofile, ihre Eigenschaften und ihre Auswahl von A. Lippisch, Wasser- kuppe (Rhön). Seite 170 „FLUGSPORT“ Nr. 10 Form gleichfalls die Abbildung er- kennen läßt. Die Leitwerks- flächen sind wie der Rumpf aus Stahl- rohr geschweißt und mit Leinwand bespannt. Höhen- flosse ist auf der Erde verstellbar. Das Fahrgestell von 2 m Spurweite besteht aus zwei an der Unter- seite des Rumpfes angelenkten V-Streben und an der Rumpfmitte angelenkten Stoßaufnehmerstreben mit Gummipufiern und Kolben- dämpfung. Motor Armstrong Siddeley Mongoose 150 PS. Betriebsstofi- behälter im Mittelstück über dem Spannturm. Spannweite oben 10,36 m, unten 10,36 m, Länge 8,1 m, Flügeltiefe oben und unten 1,45 m, Flügelinhalt 27,9 m?, Leergewicht 685 kg, voll belastet 1008 kg, Flügelbelastung 35,8 kg/m”, Leistungsbelastung 6,1 ke/PS, Maximalgeschwindigkeit am Boden 177 km/h., in 1500 m Höhe 175 km/h, in 3000 m Höhe 158 km/h, mittlere Geschwindigkeit 153 km/h, Landegeschwindigkeit 74 km/h, Steigfähigkeit 300 m in 1,54 Min., 1500 m in 9 Min., 3000 m in 25,1 Min., Gipfelhöhe 4420 m. Avro Trainer. „Flight" Konstruktionseinzelheiten des Avro Trainer. Links oben: Flügelrippen. Das Nasenrohr ist mit einem gebogenen Draht befestigt: Rechts: Holme. B und C Aluminiumstücke zur Verstärkung an den Innenverstre- bungen und Stielanschlüssen. Nr. 10 „PLLUGSPORT“ Seite 171 Schwedischer Kampfeinsitzer „Jaktfialk“ 500 PS. Diesen von der Svenska Aero A.-B. gebauten Kampfeinsitzer haben wir bereits in Nr. 25 des „Flugsport“ 1929 kurz beschrieben. Bei der vorliegenden Konstruktion sind alle Erfahrungen, die bis- her mit Kampfeinsitzern in den verschiedenen Ländern gemacht wor- den sind, berücksichtigt. — In Ergänzung dieses Artikels geben wir nachste- hend noch Ad N einige inter- 14 | essante Zeich- A AL nungen und mim Abbildungen von konstruk- | N, /# tiven Einzel- - Rn IN. 7 \ heiten dieser | RR Maschine. 7’ Al \ Der Rumpf Fa ist aus Stahl- Vır | \ rohren ZU- || | sammenge- @ N \ schweißt und | | mit Stoff be- | spannt, Mo- | torvorbau | Kampfeinsitzer Jaktfalk G L | und Rumpf- | oberseite sind >> | \ E mit Alumi- niumblech be- | | kleidet. Die- ses Blech kann sehr leicht abge- nommen wer- den, und man hat so eine auszezeich- nete Mösglich- keit, den ge- samtenRumpf mit Steueror- ganen und al- len anderen Einbauten zu kontrollieren. Am ‚Vor- derteil des Rumpfes ist die gesamte Motoranlage mit vier Bol- zen befestigt. Es folgt dann ein Brand- schott aus - Stahl mit er Asbestbe- \r/ kleidung, hin- 000. Seite 172 „FLUGSPORT“ Nr. 10 ter welchem die Benzinbehälter liegen. Sämtliche Benzinleitun- sen sind in biegsamen Petroflex-Rohren ausgeführt, wodurch Leckwerden durch Vibrieren vermieden wird. Hinter den Benzinbe- 8000. N \ ! S _L-------- --- -- -- -- --- — 1 775 _\425 200. Jaktialk Kampieinsitzer Schwed. Jaktfalk Kampfeinsitzer Links: Inneneinrichtung des Führerraumes. Rechts: Flugzeug mit abgenommener Verkleidung, klar zur Kontrolle. Nr. 10 „PLUGSPORT" Seite 173 hältern liegen das Instrumentenbrett, die beiden Maschinengewehre und daran anschließend der Führersitz. Die beiden Maschinengewehre sind so eingebaut, daß der Führer evtl. auftretende Ladestörungen ohne weiteres in der Luft beseitigen kann. Der Führersitz ist so ausgeführt, daß der Führer leicht mit Fall- schirm abspringen kann, ohne durch Verspannungsdrähte oder Flächen hieran behindert zu werden. Die Oberfläche ist zweiteilig und am Baldachinmittelstück befestigt. Die Flächenholme bestehen aus rechteckig gezogenen Stahlrohren mit Frleichterungslöchern aus schwedischem Spezialstahl. Die Versuche mit diesen Stahlholmen haben sehr günstige Resultate ergeben. Diese Stahlholme sind eingehend auf Ermüdungserscheinungen untersucht worden. Sie sind 50 000mal mit 70 Prozent Bruchlast und darauf noch weitere 50 000mal mit 97 Prozent Bruchlast belastet worden, ohne daß eine meßbare Formveränderung festgestellt werden konnte. Die Flächenrippen sind aus Holz, können jedoch auch in Stahl aus- geführt werden. Höhen-, Seiten- und Querruder sind in Stahl ausgeführt. Die Be- tätieung des Höhenruders geschieht durch Stoßstangen. Die Quer- ruder sind in sich selbst balanziert und werden durch Steuerzüge be- tätiet. Das Seitenruder wird durch Fußhebel und doppelte Steuerzüge bewegt. Anhänger-Segelilugzeug der Texas Co. Capt. Hawks be- absichtiste, Anfang April auf einem Kabi- nen-Segelflugzeug der Texas Co., gezo- gen von einem Waco- Doppeldecker, einen Flug, beginnend in San Diego, mit 20 Etappen in acht Tagen bis New York auszu- führen. Das verwen- dete Segelflugzeug, ein abgestrebter Schulterdecker von 15 m Spannweite und 6,3 m Länge, besitzt einen vollständig ein- gekleideten Führer- raum. Der vordere Nasentefl mit Kabine Anhänger-Segelflugzeug der Texas Co. ist, wie die beistehen- de Abbildung erkennen läßt, vollständig abnehmbar. Leergewicht 135 kg. Der „Eaglet“, konstruiert von Prof. R. E. Franklin an der Universität in Michigan, ist von der Texas Co. gebaut. Packarddiesel 225 PS (Konsir. Dorner). Der Packarddieselmotor, der nunmehr schon 2 Jahre auf der Bremse und in der Luft ausprobiert wurde, scheint jetzt verkaufsreif zu sein. Auf der Detroiter Luftfahrtausstellung war er schon in ver- schiedenen Flugzeugen anzutreffen. Wir brachten schon voriges Jahr Nr. 10 Seite 174 „FLUGSPORT“ im „Flugsport“ einige Pho- tos und eine Beschreibung des Motors. Jetzt sind wir in der Lage, nähere Einzel- heiten zu veröffentlichen. Der Neunzylinderstern- motor leistet normal 225 PS bei 1950 Touren und wiegt 232 kg. Die Zylinder haben 122 mm Bohrung, der Kol- benhub beträgt 152 mm. Hieraus ergibt sich ein Hubvolumen von 16,15 | und eine Literleistung von 13,9 PS. Sterndurchmesser 1,15 m. Mittlerer Kolben- druck 6,4 Atm. Max.-Druck bei der Verbrennung ca. 85 Atm. Bei einem Kompres- sionsverhältnis von 16 zu 1 wird die angesaugte Luft auf ca. 40 Atm. kompri- miert. 45 Grad vor dem oberen Totpunkt beginnt Abb. 1. Packard-Diesel-Flugmotor. die Einspritzung des Schweröls, die kurz nach dem oberen Totpunkt beendet ist. 45 Grad vor Schluß der. Arbeitsperiode öffnet sich das einzige Ventil, um sich erst nach -Schluß der Saugperiode wieder zu schließen. Da beim Packarddiesel für die Einspritzung und Verbrennung des Schweröls nur 0,004 Sek. zur Verfügung stehen und da infolge der hohen Kompression der Brennstoff nur ungefähr 1,5 cm weit in den Kompressionsraum eingespritzt werden kann, sind Ansaugrohr, Ven- til und Kolben so ausgebildet, daß die angesaugte Luft in einem „rotie- 4 Am 19 on Am N\ 7 6 Abb. 2. Packard-Diesel-Flugmotor. rofilsammlung 1930 S NN b ni. BA: Me GEGRÜNDET 1908 u HENMIUSGEGEREN \ Ih VOW ASHAR URSINUS = III. -ING. Nr. 3 Wir haben an Hand der Messungserzebnisse feststellen 'können, daß die S-förmig gekrümmten druckpunktsfesten Profile der Gruppe M4 bis M 6 eine wesentliche Verbesserung der Widerstands- und Auf- 12 . — 48 . „4. I: MI __ 700C mr | Te? 1 A149 V ı_ —7 M9 / ya L od” / 80 | 7 7 / 60 | £ Yo 40 j. / / Pa / 2 7 Seite 10 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Nr. 3 triebsbeiwerte gegenüber den einfachen symmetrischen Profilen er- gaben. Geht man also von einer geraden Mittellinie zu einer S-förmig gekrümmten über, so wird für eine bestimmte Größe der S-förmigen Auswölbung diese Verbesserung der Beiwerte am größten sein müs- sen. Unter diesem Gesichtspunkt gesehen, hatten also die Profile M1 bis M3 die Mittellinie „O’ a“, die Profile M4 bis M6 die Mittellinie „La“ und die in beistehender Abbildung 5 dargestellten Profile M7 bis M9 die Mittellinie „2 a“. Vergleichen wir nun diese Ergebnisse mit den anderen Messungen, so erkennen wir, daß die Maßnahme der stärkeren Auswölbung der S-Krümmung bei den dünneren Profilen günstige und bei der Dicke Ill ungünstige Werte gegenüber der Profilgruppe M4 bis M6 gezeitigt hat. Wir können also auf Grund dieser Messungsreihe annehmen, daß mit anwachsender Dicke der S-Schwung immer flacher gehalten wer- den muß, um diejenige Profilform zu ermitteln, die dann die günstigsten Auftriebs- und Widerstandsbeiwerte liefert. Die Stabilitätsverhältnisse werden, wie dies die Diagramme auch zeigen, durch die stärkere Auswölbung nicht beeinträchtigt. Dies gilt natürlich nur für Mittellinien, die von einer als stabil bestimmten Kurve dureh einfaches Vergrößern oder Verkleinern der Ordinaten abgeleitet sind. Betrachten wir nun weiterhin eine neue Profilgruppe, die auf einer Mittellinie aufgebaut ist, die im hinteren Teil nicht so stark nach. .oben geschwungen ist. Es sind dies die Profile M 10 bis M 12 (Abb. 6). Die neue Mittellinie wird mit „b“ bezeichnet, und ihre Maße sind ebenfalls in der Maßtabelle auf Seite 8 enthalten. An und für sich sollte man annehmen, daß die schwächere Stabi- lisierung eine Verbesserung der aerodynamischen Beiwerte ergeben müßte. Wie nun die Messung zeigt, trifft dies nur bei den dickeren Profilen zu, während die dünneren Profile M 10 und M 11 nicht besser sind als M4, 5, 7 und 8. Keines der drei Profile kann als vollkommen druckpunktsfest be- zeichnet werden, denn bei ca = 0 ist Cm für alle drei Profile größer als 0. Die Druckpunktswanderung ist jedoch besonders bei M 12 so gering, daß sie bei normaler Bauart kaum ins Gewicht fällt. Demge- senüber sind aber die Beiwerte für dieses Profil besonders gut, so daß mian wohl sagen kann, daß M 12 das beste Profil aus diesen Messungs- reihen darstellt. Sehr auffällig ist das Abknicken der cm-Geraden in der Nähe von ca — 0, was auf eine wachsende Instabilität in diesem Be- reich hindeutet. Bei den meisten Profilen ist diese Erscheinung gerade umgekehrt. Bei der Festigkeitsrechnung eines Flügels mit M-12-Profil muß man deshalb diesen Punkt besonders beachten, denn es können in dem Sturzflugbereich dadurch erhebliche Drehmomente hervorgerufen werden. Mancher Leser wird nun noch fragen, warum eigentlich das druck- punktsfeste Profil eine so eingehende Behandlung erfahren hat. Diese Frage wurde bereits in der Zeitschrift „Flugsport“ 1926, S, 202-208, bei der Besprechung des schwanzlosen Flugzeuges „Pte- rodaktylus“ von Kapt. Hill erörtert, soll aber hier nochmals kurz ge- streift werden. Flugzeuge mit druckpunktsfesten Flügelprofilen haben insbeson- dere zwei wesentliche Vorzüge: Die unveränderte Druckpunktslage im üblichen Anstellwinkelbe- reich bedingt, daß das Holmsystem beim steilen Gleitflug oder im Sturzflug keine Verdrehungsbeanspruchungen wie bei einem normalen eewölbten Profil erfährt, wodurch die Konstruktion bei druckpunkts- Nr. 3 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT Seite 11 festen Profilen leichter gehalten werden kann. Die zur Aufnahme der sonst üblichen Verdrehungskräfte notwendigen Bauglieder bedingen ein um ca. 20 Prozent erhöhtes Konstruktionsgewicht des Flügels. Bei freitragenden Flügeln ist dieser Umstand besonders bemer- kenswert. Weiterhin hat ein Flugzeug mit druckpunktsfesten Flügelprofilen bessere Flugeigenschaften, weil bei Aenderung der Fluglage keine Druckmittelpunktswanderung eintritt und durch entsprechende Ruder- MIR 5 22 FG 17 \ W0C, Mm ren ı N | re ; 75 10 80 LL 2 /. 60 HL /_7 o S Y _ | / / 40 1. Av Abb, 6. Seite 12 PROFILSAMMLUNG DES FLUGSPORT _____ _Nr. 3 kräfte ausgeglichen werden muß. Das hat zur Folge, daß die rein flie- gerischen Eigenschaften besser sind, das Flugzeug sich also angeneh- mer und sicherer fliegen läßt. Aus diesem Grunde werden neuerdings besonders Maschinen für Kunstflugzwecke mit solchen Profilen ausge- stattet. -Ganz besonders zeeignet sind die druckpunktsfesten Profile für die sogenannten „schwanzlosen Flugzeuge“, deren Entwicklung neuer- dings wieder gesteigerte Beachtung gefunden hat. Die ausgeglichenen Messungsergebnisse der Profile M7 — M12 sind in folgenden Tabellen zusammengestellt. Die untersten Reihen jeder Zahlentafel bezeichnen wiederum diejenigen Punkte der Polaren, bei denen der größte Auftrieb gemessen wurde. ProfilM 7 Profil MS Proiil M 9 100 100 100 100 100 100 100 100 100 400 4 | Cwoo| Cm 00 | Cyoo| m “oo c, | Cwoo| Cm -3.6 | -20 40 -6.3 -3.6 | -20 086 | -6.3 -3.6 | -20 1.02 | -6.3 -2,6 | -10 3.0 -3.9 -2.6 | -10 0.84 -3.9 26 | -10 1.00 | -3,9 -1.5 9) 1.66 -1.4 -1.5 (6) 0.83 -1.4 -1.5 6) 0.98 -1.4 -0.5 10 0.86 | 40,9 -0.5 10 0,83 | +0,9 -0,5 10 0.98 | #0,9 +0.5 20 0,86 | +3.4 +0.5 20 0.84 3.4 +0,5 20 0.9 | 34 1.6 30 0,87 5.8 1.6 30 0.85 5.8 1.6 30 1.02 5.8 2.6 40 0.90 82 2.6 40 0.89 82 2.6 40 1.05 82 3.7 50 0,94 10.6 3.7 50 0.94 10.6 3.7 50 1.10 10.6 4.7 60 1.02 13.2 4,7 60 0.99 13.2 4.7 60 1.18 13.2 5.7 709 1.12 15.6 5.7 79 1.08 15.6 5.7 70 1.29 15.6 6.8 80 1.23 17.9 6.8 80 1.19 17.9 6.8 80 1.44 17.9 7.8 90 1.39 20.4 78 90 1.34 20.4 7.8 90 1,61 20.4 89 | 100 1.60 | 29.8 89 | 100 1.54 | 22.8 89 | 100 1.86 22.8 10.2 | 110 2.04 25.3 10.1 110 1.92 25.4 11.0 | 110 32 26.1 11.0 11139 | 2.95 26.2 13.7 | 1183| 8.47 33.3 13.6 | 115.7| 7.67 28.8 Profil M 10 Profil M 11 Profil M 12 100 | 100 | 100 100 | 100 | 100 100 | 100 | 100 | cc, | eyoo| Em | cc, |eyoo, Cm |, |ewoo) Cm 23|-10 |oo|+1.6 -23|-10 | 0.82 | -0.7 -2.3 | -10 | 0.90 | +1.6 -13\|o 0.69 | 430 -13| 0 0.80 | 1.8 -13| 0 0.83| 04 -02| 10 |o89| 31 -02) 10 |oso| 43 -02 | 10 1090| 31 +08 | 0 | 0o10| 536 +o8| 20 | 0.82 | 64 08) 2 1092| 56 ı9| 30 | 073| 80 ı9| 30 | o.s| 92 19| 20 ,0%| 80 29| 40 | 0.79 | 10.5 29| 40 | o.s8 | 11.6 29! 40 | 0.9 | 10.5 40 | 50 | 0.86 | 13.0 40 | 50 | 0.95 | 14.1 40 | 50 | 1.06 | 13.0 50) 60 | 095 | 15.4 50| 60 | 1.05 | 16.6 50| 60 | 1.14 | 15.4 61| 70 | 1.09 | 179 6141| 0 ı 1.17 | 9. 61| 701,195 | 179 71| 80 | 1.27 | 20.4 7141| 80 | 1.33 | 21.6 71| so | 1.38 | 20.4 82 | 90 | 1.60 | 22.9 82 | 9 | 157 | 24.2 s2| 00 | 155 | 29 9.8 | 100 | 30 | 25.0 95 | 100 | 2.07 | 27.0 9,4 | 100 | 1.72 | 23.4 11.9 | 1004| 9,37 | 251 11.6 | 1080| 5.16 | 35.2 10.7 | 110 | 2.02 | 28.3 12.2 120 | 2.54 | 31.4 14.1 | 199.3| 3.89 | 34.6 Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 175 exakte Einspritzung zu erreichen, wird jeder der neun Zylinder von einer besonderen Pumpe mit Brennstoff versorgt. Und zwar ist jede Pumpe direkt an die Brennstoffdüse angeschlossen. Der Einspritzdruck steigt bis auf etwa 420 Atm. Zwischen Düse und Pumpe ist ein Rück- schlagventil eingeschaltet. Eine gewöhnliche Brennstoffpumpe pumpt den Brennstoff vom Tank durch Rohrleitungen in die Pumpenzylinder. Der Zufluß zu den Pumpenzylindern wird durch in die Zylinder einge- baute Kolben reguliert. Diese Kolben werden von einer Nockenscheibe durch Zwischenhebel und bewegliche Stößel gesteuert. Die Stößel sind an ihrem unteren Ende mit einem zur Nockenscheibe konzentrischen Ring gelenkig verbunden (Abb. 3). Durch Drehen dieses Ringes wird der Hebelarm des Zwischenhebels und des Stößels und hiermit der Kolbenhub, die geförderte Brennstoffmenge und letzten Endes die Lei- stung des Motors geändert. Um guten Leerlauf des Motors zu errei- chen, sind vor den Ansaugrohren „Drosselklappen“ angebracht (Ab- bildung 1), die beim Drosseln das Saugrohr schließen, so daß der Mo- tor durch den Auspuff ansaugen muß. Der Packarddiesel kann bis auf 250 Uml./Min. gedrosselt werden. Der Motor wird mit einem gewöhnlichen Schwungradanlasser ge- startet. Durch elektrisch geheizte Glühkerzen wird das Anspringen auch bei kaltem Wetter erleichtert. Die Kerzen sind mit dem Anlasser sekuppelt und treten nur beim Anlassen in Funktion. Beide Versuchsflugzeuge erreichten ohne Hilfsmittel Höhen von 5600 m. Im Gegensatz zum Benzinmotor holt der Diesel bei gleich- bleibender Drosselstellung mit zunehmender FHöhe an Tourenzahl auf. Eine beachtliche Eigenschaft des Diesels ist die Möglichkeit der Ueber- belbildung durch exzen- trische Ventilanordnung. Abb. 6. Elastisch ver- lagerte Kurbel-Gegen- Abb. 3. Steuerung der Brennstoffpumpe beim gewichte. Packard-Diesel. a Nocken, b Zwischen- e Feder für Düsenventil, hebel, c Einstellung der & Einstellung des Ventils, Stößelluft, d Druckkolben, f Brennstoffzufluß. Seite 176 „FLUGSPORT“ Nr. 10 ladung. Beim Starten und Steigen kann die Leistung um ca. 10 Prozent gesteigert werden, allerdings auf Kosten eines um 20 Prozent höheren Brennstoffverbrauchs und einer unvollkommenen Verbrennung, die sich als schwarzer Auspuffrauch bemerkbar macht. Das Oelsystem ist nach dem Muster der bewährten Oelsumpf- umlaufschmierung ausgebildet. Bemerkenswert ist die Befestigung der neun Zylinder am Gehäuse. Vor und hinter dem Stern läuft je ein Spannband (Abb. 1) über die Zylinderfüße und preßt die Zylinder auf ihren Sitz. Mit Hilfe von Spannschlössern erhalten die Bänder eine den Fxplosionsdruck übersteigende Vorspannung. Hierdurch wird das Ge- häuse vor Zugspannungen geschützt und kann sehr leicht ausgeführt werden. Es besteht aus einem Stück und wiegt ca. 15,5 kg. Infolge der hohen Kompression können beim Diesel leicht harte Stöße auftre- ten, die sämtliche Triebwerkslager sehr gefährden könnten. Um die Lager zu schonen und einen gleichmäßigeren Lauf des Motors zu er- zielen, wurden beim Packarddieselmotor die Gegengewichte der Kur- belwelle zwischen starken Federn gelenkig an der Kurbelwelle gela- gert (Abb. 6). Ebenso ist der Propeller nicht auf der Kurbelwelle ver- schraubt, sondern die Propellerblätter werden von kurzen auf der Kur- bel befestigten Armen unter Zwischenschaltung von Gummipufiern (Abb. 2) angetrieben. Durch die starke Dämpfung des Gummis wer- den Torsionsschwingungen der Kurbelwelle mit Sicherheit vermieden. Die Zylinder aus einem hochwertigen Spezialstahl sind aus dem Vollen herausgedreht. Der Zylinderkopf mit dem einseitig sitzenden Ventil aus einer hochwertigen Aluminiumlegierung trägt das strom- linienförmig ausgebildete Kipphebelgehäuse mit den seitlich sitzenden Ansaug- gleichzeitig Auspuffstutzen. Befestigung des Zylinderkopfes durch einfaches Aufschrauben mit 10 Stehbolzen. Die Zylinder wiegen nur je 5,5 kg. Jedes der 9 Ventile wird von 12 Ventilfedern geschlossen. Die Kolben aus Leichtmetall besitzen 2 Kol- benringe und einen Oelabstreifring. Von den Zubehörteilen bereiteten nur die Betriebsstoffpumpen konstruktive Schwierigkeiten. Einige Pum- penteile müssen z. B. Beschleunigungen von der Größenordnung der 500fachen Erdbeschleunigung aushalten. Der Pumpenkolben besteht aus gehärtetem Stahl. Abb. 7. Einzelteile vom Packard-Diesel. Oben links: Betriebsstoffpumpe, Kolben. Man beachte die Aussparungen für den Luftwirbel. Unten von links: Ventilfederbatterie, Kurbelwelle mit abgefederten Gegengewichten, Ventil mit Federn, Ventilkorb mit Ventilteller. Rechts: Zylinder mit abgenommenem Zylinderkopf und Ventilhebeldeckel. Nr. 10 „FLUGSPORT"“ Seite 177 Aus den Preußischen Verwaltungsordnungen für die Luftfahrt, V.d,s.P.Nr. 41. (Vorschriften der staatl. Polizei Pr.) (Siehe a. Nr. 7 „Flugsport“ 1930, S. 122.) Abwurf von Wahlilugblättern. Wiederholt sind bei uns in letzter Zeit Anträge auf Genehmigung zum Ab- wurf von Wahlflugblättern aus Luftfahrzeugen gestellt worden. Trotz der be- stehenden polizeilichen Bedenken sind wir damit einverstanden, wenn in der letzten Woche vor der Wahl der Abwurf von Wahlflugblättern geduldet wird. Sofern nicht bereits erlassene Polizeiverordnungen auf Grund des $ 366 Abs. 10 RStGB. der Genehmigung grundsätzlich entgegenstehen. Wir setzen dabei voraus, daß unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse keine besonders schweren Bedenken gegen den Abwurf bestehen und ein Auseinanderflattern der Flug- blätter in der Luft gewährleistet wird. Für die Frage der Flughöhe wird auf den RdErl. d. MiHuG. u. d. MdJ. v. 30. 11. 1927 — V 8914 u. IIM 51 Nr. 71 (MBliV. 1927 S. 1122) verwiesen. Die Entschließung auf die einzelnen Anträge ist aus Zweckmäßigkeitsgründen in geeigneter Weise im Abwurfsgebiet bekanntzugeben. Uns ist sofort Mitteilung zu machen, damit in die Nachrichten für Luftfahrer ein Hinweis aufgenommen werden kann. j RdErl. d. MdJ. u. MfHuG. v. 11. 5. 23 — IIM 59 Nr. 4, II u. V 6346/28. Abwuri von Gegenständen aus Luftiahrzeugen, Wie wir bereits im Erlaß v. 10. 8. 28 — V. 5510 und IIM 59 Nr. 11/28 (nicht veröffentlicht) — mitgeteilt haben, erscheint es unzweckmäßig, bezüglich des Abwurfs von Gegenständen weitergehende Vorschriften zu erlassen, als sie in den Ausführungsbestimmungen zum LuftVG. vorgesehen sind. Sofern daher vor- handene Polizeiverordnungen im Sinne des $ 366 Ziffer 10 des Reichsstrafgesetz- buches nicht für ausreichend erachtet werden und das Bedürfnis zu einer Re- gelung des Abwurfs von Gegenständen aus Luftfahrzeugen durch Provinzial- Polizeiverordnungen Ihrerseits als vorliegend erachtet wird, haben wir keine Bedenken, wenn eine solche Regelung, der die Bestimmungen des $ 73 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 des Entwurfs der Verordnung über Luftverkehr zugrunde zu legen wären, getroffen wird und die Genehmigung. von Ausnahmen Ihnen vor- behalten bleibt. Es ist jedoch bei der Genehmigung solcher Ausnahmen dafür Sorge zu tragen, daß die Beteiligung der zuständigen Ortspolizeibehörde gewähr- leistet wird. Hinsichtlich weiterer Berichterstattung verweisen wir auf den Runderlaß vom 23. März 1926 — Va 14009/25 und IIM 51 Nr. 7 (MBliV. S. 317). An die Herren Oberpräsidenten in Koblenz und Münster. Abschrift übersenden wir zur gefälligen Kenntnis und mit dem Anheimstellen, bei vorliegendem Bedürfnis die Frage des Abwerfens von Gegenständen aus Luftfahrzeugen bis zum Inkrafttreten der Ausführungsbestimmungen des Luftver- kehrsgesetzes in gleicher Weise zu regeln. RdErl. d. MfHuG. u. d. MdJ. v. 10. 11. 19238 — V 12834 u. II M 59 Nr. II IV/28 (nicht veröffentlicht). An die übrigen Herren Oberpräsidenten (außer Schneidemühl). FE 1 r1 % | Inland. Mitteilung des deutschen Lufitrates Nr. 51. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom April folgende Flugleistungen als Internationale Rekorde anerkannt: Klasse C bis (Seeflugzeuge) Frankreich mit 2000 kg Nutzlast Prevot, auf Seeflugzeug Eindecker Lat&co&re 28, Hispano-Suiza-Motor 650 PS, in St. Laurent de la Salanque, 5. März 1930: Seite 178 „FLUGSPORT“ Nr. 10 Geschwindigkeit über 100 km 220,026 km am 6. März 1930: Geschwindigkeit über 500 km 202,092 km Klasse C (Landflugzeuge) Deutschland mit 5000 kg Nutzlast Wilhelm Zimmermann auf Eindecker Junkers J 38 mit zwei Junkers-Motoren je 600 PS und zwei Junkers-Motoren ie 400 PS, Dessau-Leipzig am 27. März 1930: Entfernung in geschlossener Bahn 200,636 km Geschwindigkeit über 100 km 175,918 km/Std. Berlin, 30. April 1930. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. Der Flugplatz Johannisthal ist wieder in Betrieb genommen worden. Es ist ein Verdienst von Gustav E. Macholz, welcher unermüdlich für eine Wiederauf- nahme des Flugbetriebes in Johannisthal eingetreten ist. Zur Zeit werden um- fangreiche Planierungsarbeiten vorgenommen und der Platz neu eingesät. Der Eingang 6 auf der Johannisthaler Seite wird für das Publikum und die Flugzeuge hergerichtet. Unabhängig von der Flugplatzverwaltung hat sich aus der Mitte der Eingesessenen des Bezirks eine Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Flug- platzes Johannisthal-Adlershof gebildet, — kein Verein, sondern freiwillig begrün- det von Männern und Frauen, die guten Willens sind, den weltberühmten Sport- flugplatz zu fördern und selbstlose Hilfe zu leisten. Als Treuhänder der Arbeits- gemeinschaft wirkt Flugzeugführer und Holzhändler Raschke. Zur Werbung und zur Auskunfterteilung hat sich Schriftsteller Gustav E. Macholz, Berlin-Johannis- thal, Kaiser-Wilhelm-Straße 45, bereit erklärt. Hoffentlich wird auf dem Flug- platz Johannisthal bald wieder ein reger Flugbetrieb einsetzen. Ein deutscher Damen-Kunstilug-Wettbewerb 1930, verbunden mit Geschick- lichkeitswettbewerben und einem Opel-Sternflug, findet am 29. Mai 1930 auf dem Flugplatz Hangelar statt. Zugelassen sind Flugzeugführerinnen mit deut- schem Kunstflugschein, deutscher Staatsangehörigkeit und mit in Deutschland gebauten Flugzeugen. Ausländische Motoren sind zugelassen. Die Wettbewerbs- flige sind zu unterscheiden nach einem Pflicht- und einem Kürprogramm. Die Vorbereitungen für Internationalen Rundilug in vollem Gange. Im Ver- laufe des Informationsfluges, den der Vizepräsident des Aero-Clubs von Deutsch- land, Herr von Hoeppner, mit einem Junkers-,Junior“-Flugzeug unter Führung des Piloten Loose, über die Gesamtstrecke des Internationalen Europa-Rundiluges unternimmt, sind nunmehr auch sämtliche für den Wettbewerb in Frage kom- menden spanischen Flughäfen besucht worden. Der Internationale Rundflug, der im Voriahre erstmalig ausgetragen wurde und mit dem Siege des deutschen Flie- gers Morzik auf BFW-Flugzeug mit Siemens-Motor endete, findet in diesem Jahre vom 20. Juli bis 7. August statt; die Organisation des Gesamtwettbewerbes liegt in den Händen des Aero-Clubs von Deutschland. Der Wettbewerb beginnt und endet in Berlin. Der Informationsflug hat den Zweck, den Stand der Organisation auf den 27 Zwangslandeplätzen in den neun vom Wettbewerb berührten Staaten zu prüfen. Das bisherige Ergebnis des Fluges, der die Flughäfen Braunschweig, Frankfurt a. M., Reims, St. Inglevert, Bristol, London, Paris-Orly, Poitiers, Pau, Madrid, Sevilla, Albacete und Barcelona berührte, läßt sich dahin zusammenfas- sen, daß in allen teilnehmenden Ländern mit größtem Eifer an den umfangreichen Vorbereitungen gearbeitet wird. Die schwierige Frage der Sicherheit für die teilnehmenden Leichtflugzeuge bei Ueberfliegung des englischen Kanals, die auf dem Wege von St. Inglevert nach Bristol und zurück von London nach St. Ingle- vert durchgeführt werden muß, soll durch Bereitstellung eines englischen Wasser- flugzeuggeschwaders, welches in der fraglichen Zeit über dem Kanal patrouil- lieren wird, gelöst werden. Alle Flughäfen sind in tadellosem Zustand bzw. wer- den mit Hochdruck instandgesetzt. Die Ueberfliegung der Pyrenäen, welche ein besonders schwieriges Hindernis auf der ohnehin sehr schwierigen Rundflug- strecke darstellen, konnte glatt erledigt werden. Die Aufnahme von Flugzeug und Besatzung auf allen während des Infor- mationsfluges berührten Zivil- und Militärflughäfen war äußerst herzlich Der Flug wird nunmehr über Südfrankreich, die Schweiz (Bern nd Lausanne), München, Wien, Prag, Breslau, Posen, Warschau, Königsberg, Danzig nach Berlin fortge- setzt. Nr. 10 „TLUGSPORT“ Seite 179 Ausland. Die englische Fliegerin Gräfin Bediord, welche im August 1929 von London nach Karachi und zurück in 7% Tagen flog, hat nunmehr die Strecke London- Kapstadt und zurück, eine Entfernung von 30000 km, in 18% Tagen auf einem Fokker F VII zurückgelegt. Lena Bernstein flog 35 Std. 46 Min. 55 Sek. am 1. 5. auf Farman 190 mit Salmson 230 PS auf dem Flugplatz Le Bourget. Der bisherige Dauerrekord für Damen wurde von Maryse Bastie mit 26 Std. 47 Min. 30 Sek. gehalten. Nachtluftverkehr Holland-Deutschland. Die holländische Regierung hat 160 000 Gulden für die Befeuerung der Luftverkehrsstrecke Amsterdam—deutsche Grenze (Richtung Hannover) bewilligt. Es sollen 9 starke Leuchtfeuer in gerader Linie von Oldenzaal an der deutschen Grenze nach dem Amsterdamer Flughafen Schip- hol und von dort weiter nach dem Rotterdamer Flughafen Waalhaven in Richtung Vlissingen errichtet werden. Die Inbetriebnahme der Leuchtfeuer erfolgt bereits in diesem Sommer. Eine Flugzeugausstellung war der Mailänder Messe im April dieses Jahr angegliedert. Gezeigt wurden folgende Flugzeuge: „Breda 15“, Wasser-Leicht- flugzeug, Fiat A. 20 mit 430-PS-Motor, Fiat A. S. 1 Leichtflugzeug mit Fiat-A. 50- Radial-Motor, Savoia S. 55 Passagier-Flugboot mit zwei Asso-500-Motoren, Ca- proni 100 T Leichtflugzeug mit dem Asso-80-Ri-Motor, und der 12-Sitzer Ca- proni 101 Eindecker mit drei Lorraine-Motoren. Unter den Motoren waren zu sehen der Asso 1000, verschiedene Fiat-Motoren usw. Ford stellte auf der Detroit-Show folgende Metallilugzeuge aus: 5-AT-Typ mit Luxuskabine, Preis 60 000 bis 65000 Dollar; 7-AT-Dreimotoren-Landflugzeug mit Wright-J-6-300-PS-Motoren, Preis 51 000 Dollar; 4-AT-Landflugzeug mit drei Wright-J-6- oder drei Pratt-and-Whitney-Wasp-300-Motoren, Preis 51 000 Dollar: 6-AT-Wasserflugzeug ebenfalls mit drei Wright-J-6-Motoren, Preis 64.000 Dollar, und der 9-AT mit Pratt-and-Whitney-Motoren, der die gleiche Größe hat wie das 4-AT-Modell. Das Modell 4-AT kann jetzt auch mit Packard-Dieselmotor 225 PS ausgerüstet werden. In Bukarest ist eine Privat-Fliegerschule gegründet worden, Inhaber M. Can- tacuzino. 22 Schüler haben bereits ihren Flugschein erworben. Offizielle Mitteilungen des DMSV. Der Verein für Segel- und Modell-Flugsport Schönebeck-Salzelmen ersucht um Aufnahme in den D.M.S.V. Wir bitten, etwaige der Auf- nahme entgegenstehende Mitteilungen innerhalb 14 Tagen der Ge- schäftsstelle des Verbandes auf der Wasserkuppe bekanntzeben zu wollen. Der Flugtechnische Verein Halle a. d. S. ist aufgelöst worden und somit als Mitgliedsverein des D.M.S.V. gestrichen. gez. Stamer. Der Luftwiderstand von Modellilugzeugen. (Forts. v. S. 166.) c) Beziehung zwischen Geschwindigkeit, Körpergröße und Luitwider- stand. In der Aerodynamik berechnet man den Widerstand eines belie- bigen Körpers nach der Formel Seite 180 „FLUGSPORT“ Nr. 10 | © w= cv 'F- v?: Der Widerstand W ist danach proportional einer Bezugsfläche F des Körpers, dem Quadrat der Luftgeschwindigkeit v und der Luftdichte 0, die bei späteren Betrachtungen ungefähr gleichbleibend mit dem Wert !/, eingesetzt wird. Je nach der Körperform und der gewählten Bezugsfläche ist ferner eine Widerstandsbeizahl cw einzuführen. Es hat sich ergeben, daß das quadratische Gesetz für den Widerstand ab- hängig von v nur Gültigkeit hat, solange man mit unveränderlichem Cw für einen bestimmten Körper rechnen kann. In der Beizahl Cw sind aber die unter (a) und (b) besprochenen Vorgänge einbegrifien, die, wie gesagt, den Widerstand stark verändern können. Theoretische Erwägungen, bestätigt durch zahlreiche Versuche, ergaben, dab Cw für geometrisch ähnliche, aber verschieden große oder verschieden schnelle Körper eine gleichbleibende Größe hat und daß der Verlauf der Strömung um den Körper ähnlich bleibt, wenn das Verhältnis der Trärheitskräfte zu den Zähigkeitskräften der Luftströmung sich nicht ändert. Dieses Verhältnis wird durch die sogenannte Reynoldssche Zahl: vl .__. cm. cm R = on | Dimension: en] ausgedrückt. \ | ist darin eine Bezugslänge des Körpers, z. B. die Profildicke oder Tiefe, v ist die kinematischel Zähigkeit der Luft. Für normale Luftverhältnisse in Seehöhe kann man ” als konstant ansehen und mit UN _ \ Y \ v— 0,14 0,8 A d 06| c N | d N d 04| e zrı \ \ f Tr \ nr 90219 I 7 12 % 7% 10? 105° E —- 10° Abb. 2. Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 181 rechnen. Damit wird der Ausdruck R für den normalen Gebrauch zu einer Kennzahl E vereinfacht: . m E=v-]| | Dimension: —— + mm sec. Also für eine gegebene Körperform ist cw bei gleichbleibendem E konstant. Im Abschnitt (b) wurde angedeutet, daß eine bestimmte Ge- schwindigkeit oder Tiefenausdehnung des Körpers erforderlich ist, um den Eintritt der Turbulenz an einen bestimmten Ort zu verlegen. Diese Bedingung entspricht der Forderung E = konstant. Bei der Messung von Widerständen hat sich ergeben, daß im Gebiet der rein laminaren Strömung und ebenso der überwiegend turbulenten Strömung über weite Bereiche von E keine erheblichen Aenderungen von Cw VOr- kommen. Im Uebergangsgebiet, das als der Vorstoß der turbulent ge- wordenen Strömung gegen den steigenden Druck gekennzeichnet wurde, ist die Aenderung natürlich sehr stark. Selbst bei genau glei- chem E sind Schwankungen von cw möglich, da die Rückseitenströ- nung im Uebergangsgebiet hoch empfindlich ist und durch unschein- bare Störungen verändert wird. Der Uebergang vom hohen zum niedrigen cCw ist so schroff, daß einige Körperformen an der oberen Grenze von E geringeren absoluten Widerstand aufweisen, als an der unteren Grenze, obgleich v? oder F mehrfach größer geworden ist. In Abb. 2 sind die Widerstandszahlen cw abhängig von E (logarith- mischer Maßstab!) für einige gebräuchliche Strebenquerschnitte zu- sammeneestellt. Die Kurven wurden aus Messungen der Göttinger Versuchs- anstalt gewonnen. Bei der Anwendung der angegebenen Widerstands- zahlen ist folgendes zu beachten: 1. Die Messungen am Kreisprofil sind als zuverlässig anzu- sehen, da die Ergebnisse mit zahlreichen Versuchen an anderer Stelle übereinstimmen. Die Widerstandszahlen beziehen sich auf im Verhält- nis zur Dicke sehr lange Körper, sind also für Spanndrähte usw, an- wendbar. 2. Die Messungen an den übrigen Profilen können nur als Richt- werte dienen. Die Ergebnisse sind besonders in der Nähe des Ueber- gangsgebietes von Feinheiten der Querschnitts-Umrisse, von der Ober- flächenelätte und von der Strebenlänge abhängig. Die Strebenlänge war bei diesen Versuchen im Verhältnis zur Dicke nicht sehr groß. Das Umströmen der freien Strebenenden vermindert den Widerstand im laminaren Gebiet und verlegt das Uebergangsgebiet nach kleineren E-Werten. Der Vergleich der Kurven (c) und (d) ist besonders lehrreich. Der stumpfe Körper (c), dessen Flanken hinter der größten Querschnitts- breite zunächst sanfter zur Austrittskante zusammenlaufen, gestattet die Entstehung der Turbulenz bei kleineren E-Werten und weist daher zunächst den geringeren Widerstand auf. Erst bei E= 800 bis 1000 wird der spitze Körper (d) günstiger. Daraus folgt, daß für Modell- flugzeuge elliptische oder ovale Strebenquerschnitte vorzuziehen sind, wofern man sehr schlanke Querschnitte vermeiden will. Im übrigen ist bekannt, daß Streben von Kreisquerschnitt, die gegen die Strömung geneigt sind, einen viel geringeren Widerstand haben, als senkrecht zur Strömung angeordnete elliptische Streben, deren Projektion in Strömungsrichtung gleich groß ist: Diese Erscheinung ist dadurch leicht zu erklären, daß eine entstehende Turbulenz nach Seite 182 „FLUGSPORT“ Nr. 10 dem zurückliegenden Strebenende an Stärke zunimmt und den Strö- mungsverlauf verbessert. Der Widerstand eines schlanken Strebenprofils kann in der Nähe des Uebergangsgebietes schon stark zunehmen, wenn die Symmetrie- achse des Profiles mit der Windrichtung einen kleinen Winkel ein- schließt. Es treten dann nämlich sehr leicht einseitige Ablöseerschei- nungen auf. d) Auftrieb und Widerstand von Tragilügeln. Alles über den Widerstand von Streben Gesagte läßt sich sinn- vemäß auf Tragflügel anwenden. Die Aufgabe des Tragflügels, bei möglichst kleinen Widerständen hohe Kräfte quer zur Strömung zu erzeugen, ist undurchführbar, wenn stärkere Ablösungserscheinungen eintreten. Daraus ergibt sich ohne weitere Ueberlegungen, daß Flug- zeugflügel bei E-Werten des Uebergangsgebietes und darunter für Modelle nicht brauchbar sind. Beim Schwingenflug kleiner Flugtiere scheinen Flügelform- und Bewegung besonders der Forderung an- gepaßt zu sein, trotz der sehr kleinen Kennzahlen Ablösungserschei- nungen zu verhindern. Das zu erörtern, würde jedoch über den Rah- men dieser Arbeit hinausgehen. Für den Modellflug kann man sich dar- auf beschränken, das Verhalten der Flügel im überkritischen Gebiet zu untersuchen. Zuvor sei darauf hingewiesen, daß es im Hinblick auf die Schlank- heit der Flügelprofile üblich ist, die Kennzahl als Produkt von Ge- schwindiekeit und Flügeltiefe anzugeben. Die aerodynamischen Versuchsanstalten der verschiedenen Länder untersuchen ihre Flügel- modelle bei verschiedenen Kennzahlen. Während des Krieges wurde in Göttingen mit Modellflügeln von 120 mm Tiefe und mit ca. 9 m/s Windgeschwindigkeit gearbeitet. Nach Einrichtung der neuen Wind- kanalanlage konnte man auf 200 mm Tiefe und 30 m/s Geschwindig- keit übergehen. Die englischen, französischen, italienischen und ameri- kanischen Messungen liegen etwa zwischen den beiden genannten Meßgebieten. In neuerer Zeit ist man dazu übergegangen, im Ueber- druckkanal mehrfach höhere Reynoldssche Zahlen zu erzielen. (Die kinematische Zähigkeit » ist dem Luftdruck umgekehrt proportional!) Die Zahl der Meßreihen an bestimmten Profilen mit veränderten Kennzahlen genügt vorläufig nicht, um aus den Ergebnissen allgemein gültige Regeln abzuleiten. Die Profile können in Wölbung, Dicke und Umrißverlauf so mannigfaltig zestaltet sein und dadurch in ihren Eigenschaften so stark beeinflußt werden, daß jede Verallgemeinerung von Meßwerten über den Kennzahleinfluß mit Vorsicht aufzunehmen ist. Das vorhandene Versuchsmaterial über die verschiedenen Profile der verschiedenen Versuchsanstalten ließe sich noch statistisch aus- werten, jedoch ist das eine mühsame, sehr zeitraubende Arbeit. Nur eine beschränkte Anzahl von Messungen wurde zur Aufstellung der weiter unten angegebenen Kurven verwendet. Das wichtigste Ergebnis, das durch alle Messungen bestätigt wurde, bestand in der Erkenntnis, daß der dicke Flügel für niedrige Kennzahlen weniger geeignet ist als der dünne Flügel. Sowohl die dicken Profile unserer freitragenden Flugzeuge als auch die hochge- wölbten dünneren Profile der Vögel zeigen bei niedrigen Kennzahlen vorzeitires Ablösen der Strömung bei großen Anstellwinkeln und da- her viel geringere Höchstauftriebszahlen, als die dünnen wenig ge- wölbten Profile. In Abb. 3 ist versucht worden den mutmaßlichen Strömungsverlauf um ein dickes und ein dünnes Profil bei gleicher niedriger Kennzahl und bei gleichem Anstellwinkel. darzustellen. Nr. 10 „FTLUGSPORT“ Seite 183 Die Rückseite des dünnen Flügels ist gegen die Be- wegungsrichtung schwächer geneigt, d. h. der Druckan- stiexz ist sanfter, die Strömung liegt daher noch an. Die Größe und Rich- tunge der resultie- renden Luftkraft ist durch den Pieil angedeutet. Darun- ter ist die Druck- verteilung darge- N stellt. Die schraf- \ fierte Fläche, die zum dünnen Flügel ||) RN | gehört, zeigt noch 4 MI >-\ das kräftige Mini- ) mum der anliegen- | \ den Strömung. Das Y Abb. 3. Druckbild ist dem + einer idealen rei- bungslosen Strömung sehr ähnlich. Solange dies noch der Fall ist, also solange keine Ablöseerscheinungen auftreten, sind auch die Momenten- beizahlen von der Kennzahl unabhängig. Nahe am kritischen Gebiet steigt der Widerstand rasch mit der Profildicke. Die Abhängigkeit des kleinsten Profilwiderstandes von der Kennzahl ist für normale Profile mit gerader oder mäßig gewölbter Druckseite in den Kurven der Abb. 4 dargestellt. Die Darstellung gibt Mittelwerte an; erhebliche Streuungen sind möglich. Man ersieht aus dieser Darstellung, daß für Modellflugzeuge dün- nen Profilen der Vorzug gebührt. Der erreichbare Höchstauftrieb dicker Profile verschlechtert sich bereits bei E < 3000 bis 5000, wäh- rend dünne Profile bei E = 1000 noch nicht beeinträchtigt sind. Der Höchstauftrieb selbst ist für Modelle ohne Bedeutung, da diese beim Landen nicht abgefangen werden. Aber die Erhöhung des Profilwider- standes in der Nähe von Ca(may) kann unerwünscht sein, da die beste Gleitzahl von Modellen ohnehin bei höheren ca-Werten liegt. Symmetrische und nahezu symmetrische Profile, die neuerdings viel angewendet werden, eigenen sich nur für wenig belastete Leit- werke, denn es hat sich gezeigt, daß deren Ca(max) - Werte bei kleinezen Kennzahlen sehr niedrig liegen. (Schluß folgt.) Füniter Segelilugmodell-Wettbewerb der MAG in Dessau. Zum ersten Male für 1930 hatte am 6. April die MAG ihre Modellbauer zu- sammengerufen. Für diesen Tag hatte der A.V.f.L. Dessau an seinem Schul- zelände in Steutz den fünften Segelflugmodell-Wettbewerb ausgeschrieben. Lei- der war der Wind dieser Veranstaltung nicht günstig. Während er zuerst den ungefähr 12 m hohen Hang mit zirka 1 m/Sek. direkt anblies, schlug er in der zweiten Hälfte des Wettbewerb in leichten Rückenwind um. Aus den abgege- benen Meldungen konnte man erkennen, daß durch die ungünstigen Geländever- hältnisse der Segelmodellflugsport noch nicht Allgemeingut der MAG geworden ist. Gemeldet waren von Dessau 4 Modelle, Magdeburg 4 Modelle, Leipzig 1 Modell. — Aus den gezeigten Leistungen kann man jedoch erkennen, daß in der Zwischenzeit tüchtig gearbeitet wurde, steht doch die letztjährige Siegerzeit noch Seite 184 „FLUGSPORT“ Nr. 10 hinter der des 4, Preisträgers zurück. Als Sieger ging abermals Günther-Magde- burg hervor, dessen Modell die weitaus beste Zeit flog. Der Wettbewerb zeigte folgendes Ergebnis: 1. Herr Günther-Magdeburg 68 Sek., 2. Herr Böhme-Dessau 35,5 Sek., 3. Herr Käseberg-Magdeburg 28,5 Sek., 4. Herr Baehr-Dessau 18 Sek. — Als nächster Wettbewerb folgt erstmalig ein Anfänger-Wettfliegen in Hettstedt am 15. Juni 1930. Hier treffen sich alle Modellbauer, welche noch keinen Preis erringen konnten. R. Kropf, MAG-Flugwart. Ein Raketenflugmodell hat der Breslauer Mo- deli- und Segelilugverein bereits im vergangenen Jahre im Auftrage von Winkler-Breslau gebaut. Der leitwerkslose, formstabile, freitragende Rake- teneindecker besitzt eine Spannweite von 1,5 m, Flügelschnitt Göttingen 410 (symmetrisch, druck- punktfest), Flächenbelastung 6 kg/m?, Anstellwin- kel an der Wurzel 2°, Pieilform 24°. Der zweihol- mige Flügel ist mit weit übergreifender Sperrholz- nase beplankt. Steuerung erfolgt durch Querruder; Seitensteuerung durch Querruder und Flügelend- ruder, welche an den Flügelendscheiben über der Saugseite des Flügels angebracht sind. Die aus- wechselbaren Pulverrückstoßer werden von hinten in den Rumpf eingeschoben. Die Flüge erfolgten auf dem Breslauer Flugplatz. Das Modell startet von einer geneigten Gleitbahn und landet nach Verbrauch des Brennstoffes im Gleitflug. Die Un- tersuchungen an Pulverrückstoßern erfolgten im maschinentechnischen Laboratorium der T. H. Breslau. Die Versuche wurden mittels einer Verti- kalwaage ausgeführt (die von anderen Forschern wie Goddart, Ziolkowsky und in Moskau angewandte Horizontalaufhängung im Pendelrahmen ist weit bequemer). Ueber die Pause-Segelilug-Modelle schreibt die Flugsport-Vereinigung Hei- delberg: „Die Versuche wurden am letzten Sonntag von unserer Modellgruppe fortgesetzt, und zwar an einem 70—100 m hohen Hang beim Stift Neuburg. Bei Windstärke 3—5 konnten im Aufwind mit ihrem Modell „Zögling‘‘ ausgezeichnete Flüge bis 2000 m erreicht werden. Der „Zögling‘“ segelte ruhig und überhöhte in geradem Fluge die Startstelle um etwa 5—6 m. Ein volles Ausgleiten wurde durch einen auf einer vorgelagerten Bodenwelle stehenden Baum verhindert. Wir werden Ihr Modell „Zögling“ als wertvolles Hilfsmittel zur Auffindung eines gc- eireneten Segelgeländes verwenden.“ Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) „Die schönsten Märchen vom Fliegen“ von Peter Supf, Preis RM 3.80, Verlag Herbert Stuffer, Berlin-Charlottenburg. Ein Flieger-Kinderbuch mit bunten Bildern und Zeichnungen von bleibendem Wert. RAKETE Am Samstag, den 26. April, verunglückten bei einem Fluge durch Ab- rutschen aus der Kurve beim Landen unsere beiden Mitglieder Flugzeugführer Dipl.-Ing. Wilhelm Waldvogel Modellbauer Friedrich Rüdel Mit diesen beiden sehr interessierten Mitgliedern, die durch ihre Tatkraft und Können uns besonders wertvoll waren, verliert der Verein einen tüch- tigen Motorflieger und einen mustergültigen Modellbauer, die in ihrer Be- geisterung für die Fliegerei schon viel leisteten und zu den besten Erwar- tungen berechtigten. Trauernd stehen wir an der Bahre dieser beiden treuen Menschen, deren Name in unserer Vereinsgeschichte fortleben wird und denen wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Badisch-Piälzischer Luitiahrtverein e.V. Mannheim. „FLUGSPORT" Stellengesuche Selbständiger Konstrukteur! mit 4 Jahren Konstruktionspraxis im Flug- zeugbau und 3 Jahren im Segelflugzeugbau wünscht seine Stellung zu ändern. Geil. Zuschriften unter 2582 an die Exped. des „Flugsport“, Frankfurt a. Main, erbet. Junger Mann, 19 Jahre. sucht Stelle als Volontär im Flugzeugbau. Höhere Schulbildung, 1'/; Jahr Eisen- bahnwerkstatt, perfekt im Drehen und Schweißen. Angebote unter 2581 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Stellenängebote Für die Anfertigung der aerodynamischen und statischen Stabilitäts- und Leistungs- berechnungen eines Kleinverkehrsflugzeuges geeignete, erstklassige Kraft gesucht. Nur Herren, welche in der Lage sind, diese Arbeiten in kürzester Zeit DVL-fertig aus- zuführen, mögen sich melden unter Angabe der Honoraransprüche und der Anfertigungs- dauer. Anfragen unter 2580 an die Exped. des „Flugsport“, Frankfurt a. M., erbeten. An- und Verkäufe Ursinus - Leichtflugmotor (Abnahmelauf 3 Stunden ausgeführt) noch in Originalkiste verpackt, komplett, mit Werkzeugtasche und allem Zubehör, wegen Dispositionsänderung gegen Kassazahlung sofort abzugeben. Anfragen unter 2585 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Wer kauft Z.F.M.- Jahrgänge 1924 - 1929 kompl. mit Beiheften? Angeb. an Ingenieur L. Kaffenberger, Frankfurt a. M., Holbeinstraße 41. le document aeronaulique bringt Auszüge über die wichtigsten Veröffentlichungen auf dem Gebiete der Luftfahrt in der ganzen Welt. Erscheint monatl. pro Num. 4 francs, Jahres-Abonnement 40 francs. Le Document Aeronautique 40, Quai des Celestins, PARIS W Achtung! Weltflughafen Sevilla Südspanien Alter Flieger, welcher seit mehreren Jahren eine eigene Autoreparaturwerkstatt be- treibt, sucht zum Aufbau einer Flugzeug- reparaturwerkstatt und Vertretung kapital- kräftigen Sozius oder guten Segelflieger mit gutem Apparat und etwas Kapital. Nähere Auskunft unter 2583 durch die Re- daktion des „Flugsport, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8. Gleitilugzeug Typ „Zögling‘, neu oder gebraucht, sofort zu kau’en gesucht. Angebote mit äußerstem Preis und Standort erbeten unter 2579 an die Expedition des „Flugsport, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8. Flugzeugbarograph neu, äußerst preiswert abzugeben. Angeh. unter 2586 an die Exped. des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofspl. 8, erbeten. Schulsegelflugzeug beste Maschine f.Anfänger,nach den neuesten Erfahrungen gebaut, werkstattneu, und ein Satz Flächen für Schulsegelflugzeug, 17 qm Fläche, sofort billig zu verkaufen. Segelilugzeugbau-Hörath, Frankfurt a. O. Zu kaufen gesucht: Kleinllugzeug für 2-3 Personen am liebsten Klemm-Salmson oder dergl. — gebraucht, aber im guten Zustand mit Zu- lassung. Angebote mit Angabe der Betriebs- stunden u. Bild sowie äußerstem Preis und Zahlungsbedingungen erbeten unter 2584 an die Expedition des „Flugsport“ Aeronautics ist die am meisten abonnierte Flugzeitschrift der Vereinigt. Staaten. Amerikaner, welche sich über den Fortschritt im Flugwesen orientieren wollen, lesen die Aeronautics. Deutsche, welche das amerikanische Flug- wesen in Technik und Industrie kennen lernen wollen, finden einschlägige Artikel und Inserate in den Aeronautics. Abonnementspreis für 1 Jahr M. 14.70; für 2 Jahre M. 27.30. Bestellung an Aeronautics, 608 South Dearborn Street, Chicago, Illinois, U. S. A. oder an den Flug- sport, Bahnhofsplatz 8, Frankfurt a. Main. INN ' GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. MINEN Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Briei-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 BEANSPRUCHEN WENIG RAUM Ihre kurze Bau- länge ermöglicht gute Raumaus- nuizung und ver- ieiht dem Flug- ıg.grosse Wendigkeit. einer der besten Kunstflieger, be- 27 LUD TTEIEITLLIETERERRILT LTR n ' R | I: 4 D Y nutzt sie daher , ur FLUGM OTOREN + BERLIN-SPANDAU r1.007 WERKE: FHEMELINGEN BEI BREMEN FERNSPRECHER: AMT BREMEN HANSA 6358 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei l14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 11 28. Mai 1930 XXN. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 11. Juni 1930 Das 4000.- M. Sportilugzeug muß Kommen. In der Entwicklung eines wirklich billigen Sportilugzeuges sind wir in den letzten Jahren wieder auf den falschen Weg geraten. Trotz der ersten guten Erfolge mit 15- bis 20-PS-Motoren vor zehn Jahren sind die Motorenleistungen immer größer geworden und damit auch der Kaufpreis eines Sportflugzeuges. Und dabei ist das Bedürfnis nach einem billigen Motorflugzeug immer dringender geworden. Nachdem die Leichtmotorfrage für derartige Flugzeuge gelöst ist, kann ein sol- ches Sportilugzeug für RM 3500.— bis 4000.— inklusive Motor gebaut werden. Ein wirklicher Flugsport wird sich erst entwickeln, wenn den vie- len B- und C-Segelfliegern, die in der Nähe der Großstadt den Segelflug nicht ausüben können, zunächst ein langsames Uebungs-Leichtflug- zeug zur Verfügung steht. Ein guter Segelflieger wird sich ohne wei- LONDON TELEGRAMME: { . . a ! "MAILAND TITANINE WERK G.M.B.H, "Ms naen nen ongmen — ENEeLINgen teres in ein solches Leichtflugzeug setzen können und nach wenigen MAILAND 1 8 .h C] [] j HA [7 Fo “ j Die konkurrenzlose EINHEITS-SCHREIBMASCHINE aus Stahl vıry. Es u; = >» u MEI y# Unerreicht in Leistung und Preis Auch in monatlich. Raten zahlbar \NKFURT A. M.-R. Flügen sich in diesem ebenso sicher fühlen wie im Segelflugzeug. Lei- der ist das Leichtflugzeug mit geringer Motorkraft durch die mißglück- ten Versuche mit billigen Motorradmotoren, die eben für ein Motorrad und nicht für ein Flugzeug gebaut sind, in Mißkredit geraten. Schade, daß uns im Versailler Diktat dazumal nicht die Motor- leistung für Sportflugzeuge mit 20 PS begrenzt wurde. Die Frage des billigem Leichtflugzeuges wäre längst zelöst. Amerikanischer Barling-NB-3-Ganzmetall-Eindecker. Der von der Nicolas-Beazley Airplane Co. in Marshall, Co. ge- baute Tiefdecker ist eine Versuchskonstruktion in Metall, mit welchem bei größtmöglicher Erleichterung ein größter Sicherheitsgrad erreicht werden soll. Der Flügel besteht aus einem Mittelstück von 6,08 m und zwei 5 Grad V-förmig angesetzten Endflügelstücken von 1,8 m. Die Flügelholme sind aufgelöst in einen aus Wellblech mit der Außenhaut gebildeten großen Kastenholm. Und zwar laufen die Sicken des Well- blechs parallel zum Flügel, also quer zur Flugrichtung. Das Rahmen- Seite 186 „FTLUGSPORT“ Nr. 11 Amerik. Barling NB 3 Metall-Eindecker. werk in der Holmrichtung wird durch Stahlrohre gebildet. End- und Nasenrippen sind teilweise aus profiliertem Stahlblech. Die Unterseite des so gebildeten Flügelholms ist offen, so daß bei abgenommener Flü- gelbespannung alle Flügelteile leicht zugänglich sind und kontrolliert werden können. Die höchste zulässige Flügelbelastung vor Bruch be- trägt 225 kg pro m. I. I I : hi. Barling NB 3. Il. I" m Links: Schwanzkufe. | will Rechts: Fahrgestell- Rn Schneekufe. . 2x8 MITIE za) Rule Hi, ll" —gF Der Vorteil des Barling-Flügels soll vor allen Dingen darin liegen, daß plötzlich auftretende große Beanspruchungen durch eintretende Verbiegungen elastisch aufgenommen werden, so daß wohl Deformatio- nen auftreten, die Bruchgrenze jedoch verzögert wird. _ Vorstehende Abbildungen zeigen die Flügelkonstruktion sowie einige Details von Schwanzkufe und Skigestell. Fokker-Jagd-Einsitzer D. XV. Der Fokker D. XVI ist ein gestaffelter, verspannter Anderthalb- decker mit trapezförmigen Flügeln. Der durchgehende Oberflügel ist auf einem Spannturm befestigt. Neuartig an diesem Flugzeug ist die Verspannung. Von dem Vor- derholm des Oberflügels führen Streben nach dem Rumpf in der Nähe der vorderen Fahrgestellstrebe, ferner Kabel von dem Vorderholm des Unterflügels nach dem hinteren Spannturm-Knotenpunkt sowie zwei Verspannungen von dem Hinterholm des Oberflügels nach dem unteren Längsholm des Rumpfes. Flügelaufbau Spruceholme. Sperrholzbedek- kung von der Oberseite des Vorderholms über die Nase, Unterseite bis zum Hinterholm. Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 187 Fokker- Jagd- Einsitzer D. XVl. \ Der aus Aluminiumblech geschweißte Betriebsstoffbehälter, 340 1 fassend, ist im Vorderteil des Rumpfes untergebracht, Betriebsstoff- förderung direkt nach dem Motor durch AM-Pumpen, Oelbehälter 30 I. " Der geschweißte Rumpf ist in der üblichen Fokkerbauweise aus- geführt. Der Führersitz ist in der Höhe verstellbar. Bestückung zwei M.G. vor dem Führersitz fest eingebaut. Fokker- Jagd- Einsitzer D. XV1. 27200 o0oHG ' l 002€ [ 0022 7800 Seite 188 „FLUGSPORT“ Nr. 11 Höhen- und Seitenruder sind nicht ausgeglichen. Das Fahrgestell mit Oleo-Stoßdämpfern, Räder mit Bendixbremsen, die von einem Hebel rechts vom Führersitz betätigt werden. Für den Einbau sind folgende Motoren vorgesehen: Armstrong Siddeley Jaguar, überkomprimiert, Armstrong Siddeley Jaguar über- komprimiert und mit Getriebe, Armstrong Siddeley Jaguar Major, über- komprimiert oder nicht, mit Getriebe oder direkt angetrieben, Gnome et Rhone Jupiter Serie VII überkomprimiert, Bristol Jupiter Serie VIIF überkomprimiert, Pratt and Whitney Hornet, überkomprimiert oder nicht, mit Getriebe oder direkt angetrieben, B.M.W. Hornet, überkom- primiert oder nicht, mit Getriebe oder direkt angetrieben, Bristol Ju- piter Serie VIII F, C, überkomprimiert 2:1, Bristol Jupiter Serie IX F, C, überkomprimiert 2 : 1, Armstrong Siddeley Jaguar, C, Gnome et Rhone Jupiter Serie VI, C, Bristol Jupiter Serie VIF.H., C, Bristol Ju- piter SerieF.M.,C. Spannweite 9,4 m, Länge 7,2 m, Höhe 2,7 m, Flügelinhalt 18,5 m”, Spurweite des Fahrgestells 1,8 m; Maximal-Motordrehzahl in 4550 m Höhe 2200, normal 1900, Maximalleistung 460 PS in 4550 m, Normal- leistung 310 PS, am Boden max. 1750 Umdrehungen 360 PS; Betriebs- stoffverbrauch in 4550 m Höhe maximal 108 kg/h, normal 75 kg/h; Leer- gewicht 1005 kg, Ausrüstung 50 kg, Führer 80 kg, Betriebsstoff 220 kg, Oel 20 kg, Bewaffnung 100 kg, zusammen Gewicht belastet 1475 kg; Flügelbelastung 80 kg/m?, Leistungsbelastung 3,2 kg/PS. Maximal- geschwindigkeit in 4550 m Höhe 320 km/h, mittlere Geschwindigkeit in 4550 m Höhe 264 km/h, Maximalgeschwindigkeit am Boden 250 km/h, Minimalgeschwindigkeit 105 km/h, Aktionsradius bei mittlerer Ge- schwindigkeit 770 km, Steigfähigkeit auf 1000 m 2 Min. 18 Sek., auf 2000 m 4 Min. 30 Sek., auf 3000 m 6 Min. 48 Sek., auf 4000 m 9 Min. 12 Sek., auf 5000 m 12 Min. Absolute Gipfelhöhe 8500 m. Autogiro Mark IN. „Photo Flight“ Links oben: Landung. Rechts oben: Höhenleitwerk hochgeklappt als Bremse dienend. Links unten: Fahrgestell-Federbeine, Tragflügel mit festen aufgeboge- nen Stabilisierungsenden. Rechts unten: Rotorlagerung mit Rotorspannturm, Nr. 11 „rLUGSPORT“ Seite 189 Autogiro Mark Il. Der neueste Hubschrauber de la Ciervas unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch wesentlich verbesserte Flugeigenschaften. Mit dem Genet Major wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h ‘erreicht. Demgegenüber steht eine Minimalfluggeschwindigkeit von 40 km/h und ein bester Gleitwinkel von ca. 8°. Die Type Mark III wird in England in Serien gebaut werden. Das Rotorgewicht und die spezifische Belastung des Rotors sind gesenkt worden, so daß der Rotor normal nur 125 Uml/Min. erreicht. Die Rotor- blätter sind unter Zwischenschaltung von Dämpfern verspannt. Der 10600 N 5520 Er _ -600-45 40 _— | 2735 7760 I - os Engl. Autogiro Mark II. Seite 190 „‚FLUGSPORT*“ Nr. 11 Autogiro Mark III im Fluge. „Photo Flight“ (ie AM GG „Flight“ Konstruktive Einzelheiten des Autogiro: 1 eine Rotorrippe und ihre Befestigung am Holm; 2 einer der Dämpfer, die die Bewegung horizontal der Rotorblätter dämpfen; 3 und 4 Einzelheiten der Dämpfer und die Befestigung am Holm; a Kork- scheiben; b Stahlscheiben. PATENTSAMMLUNG 1930 des ON SI Band Ill No. 22 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 475461; 493533; 494422, 556; 495286, 921; 496867, 943; 497040, 401. Flugzeuge okne Motor (Gr. 1—2). 5) 1 Pat. 494556 v.17.8.27, veröff. 25. 3.30. Edison Alva Founds, Philadelphia, V.St.A. Zusammenlegbarer Fingzengdrachen mit zwei übereinander angeordneten Tragflächen. Patentansprüche: 1. Zusammenlegbarer Flugzeugdrachen mit zwei übereinander angeordneten Tragflächen, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Rumpf aus einem aus zwei in einer senkrechten Ebene liegenden Leisten (18, 19) hergestellten Rahmen besteht und daß die obere Trag- fläche (11) an der oberen Rumpfleiste (18) und die untere Tragfläche (12) an der unteren Rumpfleiste (19) in der Weise befestigt ist, daß die Rumpfleisten (18, 19) durch in der vorderen und hinteren Rand- leiste (13) der Tragflächen befindliche Aussparungen (15) hindurchgesteckt sind. “| 26 2 richshaien a. B. Flngzengflügel mit drei und mehr Holmen. Patentansprüche: 1. Flugzeugflügel mit drei und mehr Holmen, da- durch gekennzeichnet, daß der als Hauptträger aus- gebildete mittlere Holm (b) mit dem Rumpf durch eine oder mehrere zug- und druckfeste Streben (c) verbunden ist, während die äußeren Holme (d, e) vom Rumpf aus durch nur zugfeste Kabel (f) abgefangen sind, wobei die Angriffspunkte dieser Stützorgane an den einzelnen Holmen auch an verschiedenem Ab- stand von der Mittelebene des Flugzeuges angeordnet sein können. 2. Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Stützorgane etwa in .ihrer Mitte durch senkrechte Dreiecksverbände nach den Holmen hin abgefangen sind. Abb. ı Tr Zn 2. Flugzeugdrachen nach Anspruch 1 mit senk- rechten Abstandstäben an den Stellen, wo die Rumpf- leisten sich mit den Tragflächenleisten kreuzen, da- durch gekennzeichnet, daß die Rumpfleisten (18, 19) durch Löcher (22, 24) in den Enden der Abstandstäbe (21, 23) hindurchgehen. 3. Flugzeugdrachen nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die nach dem Schwanzende des Drachens zusammenlaufenden Rumpfleisten (18, 19) an ihrem hinteren Ende (25) durch Aussparungen (26) in der vorderen und hinteren Randleiste (27) der waage- rechten Schwanzflosse (28) hindurchgesteckt sind. 4. Flugzeugdrachen nach Anspruch 1 und 3, da- durch gekennzeichnet, daß die Aussparungen (26) zur Aufnahme der hinteren Enden (25) der Rumpfleisten (18, 19) sich in an den Randleisten (27) der Schwanz- flosse befestigten Klötzen (29) befinden, die. außerdem Löcher zur Atffnahme von Drehzapfen (33) einer senkrechten Steuerfläche (32) haben, die durch ein Seil (34) in der senkrechten Lage gehalten wird. 5. Flugzeugdrachen nach Anspruch 1 und 2 mit einer an dem vorderen senkrechten Stab lose dreh- bar angebrachten Luftschraube, dadurch gekennzeich- net, daß in den Flügeln der Luftschraube Löcher (42) angeordnet sind. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraftantrieb, Gruppe 3—24). b 4 Pat. 497 401 v. 23. 6. 28, veröft, 9. 5. 30. Dornier-Metallbauten G. m. b. H. und Dr.-Ing. e. h, Claudius Dornier, Fried- r Zu Pa Abb. 3 2 al Sn Abb.4 R Fan} b1I4 Pat. 495286 v. 4. 8. 28, veröff. 4. 4. 30. Askania-Werke A.-G. vormals Centralwerkstatt Dessau und Carl Bamberg- Friedenau, Berlin-Friedenau. Selbsttätige Höhensteuerung für Fingzenge. Patentansprüche: 1. Selbsttätige Höhensteuerung für Flugzeuge, bei welcher der Steuerimpuls durch das Zusammenwirken eines Geschwindigkeitsmessers und eines Höhenmes- 'sers erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuer- impuls durch den Druck in einer Kammer (m) ge- geben wird, der einerseits durch einen auf die Ge- schwindigkeit ansprechenden Staudruckmesser (r) ge- regelt wird und andererseits eine nach der Atmo- sphäre gehende Oeffnung (pt) besitzt, deren Größe durch den Höhenmesser (v) gesteuert wird. 2. Möhensteuerung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß als Regelorgan ein Strahlrohrregler verwendet wird, dessen Strahlrohr (e) durch den Druck in dem Behälter (m) gesteuert wird, wobei das zum Höhenruder führende Steuergestänge (c) eine Rückführung des aus seiner Mittellage herausge- schwungenen Strahlrohrs in seine Ruhelage bewirkt. 3. Höhensteuerung nach Anspruch 1 und 2, dadurch sckennzeichnet, daß der Unterdruck in dem Druck- raum (m) unter Vermittlung eines Hebels (h) auf das 3 = e------I----9 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 22 Seite 86 #6 Strahlrohr (e) wirkt, wobei der Drehpunkt (i) des Hebels (h) durch ein Gestänge (w, x) so mit dem Steuergestänge (c) in Verbindung steht, daß die je- weilige Bewegung des Steuergestänges den Drehpunkt () so verlegt, daß dadurch eine Rückführung des Strahlrohrs (e) in die Ruhelage stattfindet. b20 Pat. 496 943 v. 15. 2. 29, veröfl. 30. 4. 30. Charles Albert Lefirancois, Billancourt, Seine, Frankreich. Verfahren zur Abdichtung von Benzinbehältern. Bei den bekannten Brennstoffbehältern, die aus Blechen zusammengenietet sind, machen sich trotz sorgfältigster Nietung stets Undichtigkeiten geltend. Die Versuche, solche Undichtigkeiten durch Einfü- gung eines flüssigen Gummilackes zwischen Bleche und Nieten zu vermeiden, haben keine befriedigenden Ergebnisse gehabt, insbesondere weil der Gummilack brennbar und zu hart ist. Die Erfindung zielt darauf ab,. das Dichtungsmittel in flüssigem Zustand auf die Innenwandung des Behälters aufzubringen und durch Druck in dem Behälter an die abzudichtenden Stellen heranzutreiben. Erfindungsgemäß wird als Mittel, das auf diese Art zur Abdichtung verwendet wird, eine Mischung aus proteinartigen Stoffen mit einer Lösung von (Gummiarabikum vorgeschlagen. Dieses Mittel ist einerseits ausreichend elastisch, nicht in Benzin, wohl aber in Wasser löslich und nicht brennbar, an- dererseits eignet es sich dazu, in fließendem Zustand auf die Innenwandungen aufgebracht und durch Druck an die abzudichtenden Stellen herangetrieben zu wer- den. Das Verfahren gestattet nicht nur eine sehr schnelle und dauerhafte Abdichtung neuer Behälter, sondern auch in bequemer Weise eine nachträgliche Abdichtung alter Behälter, deren Nieten sich ge- lockert haben. Angenommen, man wollte den Benzinbehälter eines Flugzeuges mit einem Rauminhalt von 300 1 absolut dicht machen, so wurden bisher, um dies möglichst vollkommen zu erreichen, die Bleche unter Zwischen- fügung von Papier oder Stoff, der mit Gummilack . o. del. imprägniert war, miteinander verbunden. Bei dem Verfahren kann man auch zwischen die Bleche Papier einfügen, obwohl das nicht unbedingt notwen- dig ist. Man stellt dann eine Mischung mit Gummi- arabikum, Wasser und z. B. Eiweißstoff in folgendem Verhältnis her: Gummiarabikum etwa 65% Wasser etwa 25% Eiweißstoff etwa 10% Man bringt die Mischung in einen Behälter, der in einem Wasser- oder Oelbad bis zum Sieden der Mischung, unter Kneten derselben, geheizt wird, und hält den Siedezustand etwa eine Stunde lang aufrecht. Eine gewisse Menge dieser Mischung, abgekühlt oder noch warm oder wiedererwärmt, beispielsweise 300 g, ie nach dem Falle, bringt man in den abzu- dichtenden Behälter. Man schließt diesen dann in geeigneter Weise und führt in den Behälter einen Stoff unter einem ge- wissen Druck ein, der beispielsweise 200 glqcem sein kann. Dieser Stoff kann beispielsweise Sauerstoff oder Luft sein. Der unter Druck stehende Stoff treibt die Mischung in die zwischen den Blechrändern vorhandenen Zwischenräume, rings um die Niete, wenn man die Bleche durch Nietung verbindet, oder in die Falze oder Fugen, wenn man sie durch Falzung o. dgl. verbindet. Ebenso wird die Mischung in die An- schlußfuren der Verbindungen mit anderen vom Be-. hälter abgezweigten Organen getrieben. Außerdem wird die Mischung auch in die Narben, Risse oder sonstigen etwaigen fehlerhaften Stellen der Bleche getrieben. Alsdann führt man in den Behälter war- mes Wasser ein, damit sich der Ueberschuß der in dem Behälter verbliebenen Mischung auflöst. Natür- lich läßt man das Wasser nur so lange im Behälter, als zur Auflösung des Mischungsüberschusses notwen- dig ist. Die erzielte Dichtung ist dauerhaft, da die verwendete Mischung bei der Berührung mit dem im Behälter aufbewahrten Brennstoff erhärtet. Patentanspruch: Verfähren zur Abdichtung von Benzinbehältern durch Mittel, die in fließendem Zustand auf die Innen- wandungen des Behälters aufgebracht und durch Druck in dem Behälter an die abzudichtenden Stellen herangetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel aus proteinartigen Stoffen, gemischt mit einer Lösung von Gummiarabikum, bestehen. b2 Pat. 495921 v. 22. 7. 27, veröft. 11. 4. 30. Aktieselskabet Dansk Rekyl- riifel Syndikat, Kopenhagen. Abzugvorrich- ung von Maschinengewehren auf Fingzengen. Patentanspruch: Abzug vorrichtung von Maschinengewehren auf Flugzeugen, die durch eine in einem Gehäuse ge- lagerte, von der Welle des Flugzeugmotors angetrie- bene Scheibe mit einer oder mehreren Nocken ge- steuert wird, dadurch zekennzeichnet, daß das die Welle (&) mit Nockenscheibe (s) enthaltende Gehäuse Sa a 2,/ m (e) unmittelbar am Abzugbügel (d) des. Maschinenge- wehres befestigt ist und die Lagerung der Welle (8) ir dem Gehäuse (e) mittels zweier Lagerhülsen (c und Ä) erfolgt, von denen die eine (c) mittels eines Stiftes (h) mit der Welle (g) fest verbunden und die andere (f) am Gehäuse (e) befestigt ist, und daß die Welle (g) an ihrem freien Ende eine Einstellvorrich- tung, beispielsweise ein Schneckenradgetriebe (k, m, n), trägt, mittels welcher die Nockenscheibe (s) und die Welle (g) verstellt werden können. Nr. 22 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 87 Flugzeugunterbau (Gr. 40—47). b40 Pat, 494 422 v. 14. 12. 24, veröff, 29. 3. 30. Dr.-Ing. e.h. Hugo Junkers, Dessau. Als windschnittiger hohler Träger aus- gebildete Schneekufe für Luftfahrzenge. Bekannt sind Schneekufen in Form der gewöhn- lichen Skier mit und ohne widerstandsvermindernde Umhüllungen. Diese Schneekufen besitzen hohe Achs- stützen, durch die allein die bei Start und Landung auftretenden Stoßkräfte zu leiten sind; sie sind des- halb nur schwer genügend fest auszubilden und auch wegen der verhältnismäßig hohen Lage der Achs- stützen aerodynamisch ungünstig. Es ist weiterhin der Vorschlag gemacht worden, als hohle Träger mit Außenabdeckung ausgebildete Kufen mit außenliegen- den Lagerhülsen an die sonst die Räder tragende Fahrgestellachse zu befestigen, wobei zur Begrenzung der Schwingbewegungen der Kufe außenliegende, zum Rumpf geführte Seile dienen sollten. Obwohl bei der- artigen Kufen eine an sich aerodynamisch günstige Form erreichbar ist, bieten die Fahrgestellachse, die Lagerhülsen der Kufe, die Enden der am Kufenanlen- kungspunkt zusammenlaufenden Streben des Kufenge- stells sowie die Seile zur Begrenzung der Kufen- schwingbewegungen immer noch erheblichen Luft- widerstand. Patentansprüche: 1. Als windschnittiger hohler Träger ausgebildete Schneekufe für Luftfahrzeuge, dadurch gekennzeich- ‚net, daß die etwa horizontal verlaufende Schwin- gungsachse durch den Kufeninnenraum durchgeführt ist. 2. Schneekufe nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß eine im Innern der Kufe vorgesehene, den Schwingbewegungen der Kufe um die Querachse Widerstand entgegensetzende Abfederung in ihrer Mittellage die Kufe in der für den Normalflug aero- dyhamisch günstigsten Lage hält. 3. Schneekufe nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die bei Start, Gleiten und Landung die Achse des Flugzeugs abfedernden Vorrichtungen in- nerhalb der als hohler Träger ausgebildeten Kufe vor- gesehen sind. . 4. Schneekufe nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein und dieselbe Federung so- wohl die Stoßaufnahme bei Start, Landen und Gleiten als auch die Einstellung der Kufe in die günstigste Fluglage bewirkt. 5. Schneekufe nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Einstellung in die günstigste Flug- lage dadurch erfolgt, daß die Stoßaufnahmefederung 61 während des Fluges die Kufe mit Anschlägen gegen einen in die Kufe hineinragenden, mit dem Flug- zeug starr verbundenen Konstruktionsteil (15) elastisch andrückt. 6. Schneekufe nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß ein in die Kufe hineinragender, mit dem Flugzeug starr verbundener Konstruktionsteil gegen- über der Kufe miteinander entgegenwirkenden oder mit zur Aufnahme sowohl von Zug- als auch von Druckkräften geeigneten Federungen abgefedert ist. 7. Schneekufe nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß an der in die Kufe hineinragenden und gegenüber der Kufe in senkrechter Richtung ver- schieblichen Fahrgestellachse ein Hebel starr gela- wert ist, an welchem die Stoßaufnahmefederungen derart angreifen, daß sie während des Fluges die Kufe in der aerodynamisch günstigsten Lage halten. 8. Schneekufe nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kufe schwingbar an einem Arm gelagert ist, der quer zur Flugzeuglängsachse verläuft und seinerseits Schwingbewegungen in einer Querebene des Flugzeugs ausführen kann und daß an diesem Arm sowohl die Stoßabfederung als auch die die Kufe im Fluge in der günstigsten Lage hal- tende Federung angreifen (Abb. 1-3, 6 ®. 7). b40 Pat. 496 867 v. 15. 1. 29, veröff. 28. 4. 30. Dr.-Ing. e. h. Hugo Junkers, Dessau. Schneekufe für Fahrzenge, insbesondere Fingzenge. Bei Fahrzeugen kommt es häufig vor, daß auf der- selben Fahrt wechselweise schneebedeckte und schneefreie Flächen überfahren werden müssen, be- sonders bei Flugzeugen, die nach Start von einer schneebedeckten Fläche und längerem Fluge einen Landungsplatz antreffen, der schneefrei ist, oder um- gekehrt. Man hat zu diesem Zweck die Verwendung von Schneekufen vorgeschlagen, an deren Gestell gleichzeitig ein Räderfahrwerk vorgesehen ist. Patentansprüche: 1. Schneekufe für Fahrzeuge, insbesondere Flug- z„euge, mit durch Schlitze der Gleitfläche teilweise hindurchtretenden Rädern, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze vom Rad aus bis an das hintere Ende der Schneekufe durchlaufen und dort offen sind. 2. Schneekufe nach Anspruch 1, die als räumlicher Hohlträger ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, Seite 88 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 22 daß Versteifungselemente zur gegenseitigen Abstüt- zung der durch den Schlitz getrennten Hohlkörper- teile im oberen Teil derselben vorgesehen sind. 3. Schneekufe nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Weite der Schlitze nach hinten zunimmt. . b4 Pat. 497 040 v. 9. 8. 27, veröft. 1. 5. 30. The Dunlop Rubber Company, Ltd., London. Zanfrad mit Abdeckscheiben. Patentanspruch: Laufrad mit Abdeckscheiben, die durch an die Innenseite des Felgenkranzes anliegende Federn ge- halten werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltefedern (3) beiderseits in Bünde (6a) o. dgl. und Haken (6) endigen, die die Scheiben (1) abstützen und zum Einhängen der Haltefedern in den Wulstrand (9) dienen. b4 Pat. 493533 v. 24. 7. 28, veröft. 7. 3. 30. Dornier-Metallbauten G. m. b. H. und Dr.-Ing. e. h. Claudius Dornier, Friedrichshafen a. B. Flugboot mit seitlichen Wulsten. Patentanspruch: Flugboot mit seitlichen, der Erhaltung der Seiten- stabilität auf dem Wasser dienenden, sich über einen größeren Teil der Bootslänge erstreckenden und Aus- bauchungen des Bootskörpers bildenden Wulsten, da- Bild r durch gekennzeichnet, daß außerdem zur weiteren Erhöhung der Seitenstabilität etwa in halber Schiffs- länge seitliche, gegebenenfalls leicht lösbare seitliche Stummel oder Flossen angebracht sind, welche we- sentlich kürzer sind als die Wulste. Luftschrauben (Gr. 1—11). C 5 Pat. 475461 v. 13. 11. 27, veröff. 16. 4. 30. Jakob Haw. Berlin-Staaken. Propeller mit verstellbaren Flügeln. Die bisher bekannten Verstellvorrichtungen für Propellerflügel sind mit ihren gegen Drehung ge- sicherten und ihren mit dem Propeller umlaufenden Teilen meist auf oder neben der Propellernabe an- geordnet, und nur die unmittelbar an den drehbaren Flügeln angreifenden Verstellorgane ragen zum Teil in die Nabe bzw. in die Lagerbuchsen der Flügel- füße hinein. Diese bekannte Anordnung des Verstell- zeuges neben dem Propeller bringt eine Anzahl von Unzuträglichkeiten mit sich und bedingt unter anderem eine größere Länge des nicht gelagerten Endes der Propellerwelle. Patentansprüche: 1. Propeller mit um ihre Längsachse drehbaren Flügeln, deren Steigung durch eine zur Propeller- welle konzentrische Schiebemuffe verstellbar ist, da- durch gekennzeichnet, daß außer den an den Flügeln angreifenden Verstellorganen auch die Schiebemuffe selbst sowie die zu ihrer Lagerung und Verstellung vorgesehenen Einrichtungen im Innern der Propeller- nabe angeordnet sind. 2. Verstellpropeller nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die mit Innengewinde versehene Schiebemuffe drehbar auf einer Außengewinde tra- genden, zwischen Propellerwelle und -nabe in letz- tere hineinragenden, am Flugzeug starr befestigten Buchse gelagert und längsverschiebbar mit dem sie mitnehmenden, auf dem äußeren Buchsenende dreh- baren Stellrad gekuppelt ist. 3. Verstellpropeller nach Anspruch 1 oder 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Verstellung der Flü- gel mittels von der Schiebemuffe mitgenommener Zahnstangen bewirkt wird, die mit -am Flügelfuß in dessen Drehachse befestigten Zahnrädern kämmen. Pat.-Samml. Nr. 22 wurde im „FLUGSPORT"“ XXIT., Heft 11, am 28. 5. 1930 veröffentlicht. Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 191 obersteTeil des Spannturms dient als Ölbehälter, von dem aus das Haupt- rotorlager ständig geschmiert wird. Jede dritte der sehr eng stehenden Rotorrippen ist an den Stahlrohrrotorholm mit einem Bolzen ange- schlossen. Hierdurch wird eine 20fache Sicherheit der Rotorflügel er- zielt. Der Rumpf ist in normaler Stahlrohrbauart ausgeführt. Das Leit- werk aus Duralumin in Doppeldeckerausführung dient bei Start und Landung als Luftbremse. Entsprechend der fast senkrechten Landung des Autogiro sind die Federbeine des mit Bendixradbremsen ausge- rüsteten Fahrgestells sehr kräftig dimensioniert. Spurweite 2,45 m. Leistungen: Max. Geschwindigkeit 150 km/h, Minimalgeschwindigkeit 40 km/h, Anlauf 27 m, Steigzeit 1000 m in 4,3 Min., Gipfelhöhe einsitzig 5200 m, mit Vollast 4000 m. Nachnennungen zum Internationalen Rundflug 1930. Am 15. Mai, nachmittags 6 Uhr wurde die Annahme der Nachnennungen mit doppelter Gebühr für den diesjährigen Internationalen Rundflug beim Aero- Club von Deutschland abgeschlossen. Es liegen nunmehr folgende Nachnennun- gen vor: Deutschland (darunter ein Schweizer und ein Aegypter) 13 Ensland 2: 202 00ononon Frankreich 2 Spanien — 10 Deutschland: 1. Akademische Fliegergruppe Darmstadt E. V., Darmstadt, D. 18, Genet 100 PS (R. Neininger) 2. H. Simon, Berlin, Klemm 25 IVa, Genet 80-85 PS (H. Simon). 3. Alexander Soldenhoff, Düsseldorf, „Soldenhoff“, Salmson 40 PS (A, Riediger). 4. Leichtflugzeugklub München, Klemm L 25 Ia, BMW X 45-50 PS (v. Graven- reuth). 5. Leichtflugzeugklub München, BFW M23b, BMW 45-50 PS (H. Böhning). 6. Rheinische Luftfahrt-Industrie G. m. b. H., Krefeld, vorm. Raab-Katzenstein, R. K. 29, SH 14 95—115 PS (K. Katzenstein). 7. Horst von Salomon, Berlin, Klemm, Genet 80 PS (H. Benz). 8. Junkers Flugzeugwerk A.-G., Dessau, Junkers Junior A. 50, Sh 13a 80-92 PS. 9. Fritz Papenmeyer, Hamburg, Bäumer B VI, Gipsy 90 PS. 10. Wilh. Huth, Travemünde, Tiefdecker, A. B. C. Skorpion 35—40 PS. 11. Mohamed Sidki, Aegypten, Klemm, Salmson 40 PS (M. Sidki). 12. Fr. W. Siebel, Berlin W 30, Klemm L 26 Ila, SH 13a 80 PS (Fr. W. Siebel). 13. Alfred Friedrich, DH Moth Special, Gipsy II 115—125 PS. England: 1. Maxwell D. Trench, Mono Special, Warner 110 PS J. E. Carberry. 2. Cpt. The Rt. Hon. F. E. Guest D. C. DSO, D. H. Moth, Gipsy Mark II 100 PS, Miß W. E. Spooner. Frankreich: 1. Ren& Caudron Caudron C 232, Renault 95 PS. 2. Mlle Maryse Hilsz, Moth- Morane Saulnier, Gipsy 95 PS, Mille Hilsz. » Spanien: 1. Aero-Club de Espana, C. A. S. A., Gipsy, Rodiguez. 2. Aero-Club de Espana, C. A. S. A., Gipsy, Ordiales. 3. M. Ogara, C. A. S. A., Gipsy, Haya. 4. Rli- zalde, S. A. C. A. S. A. Elizalde Navarro. 5. Erzherzog Antonio Habsburgo Borbon, D. H. Moth, Gipsy 85 PS, Erzherzog Antonio Habsburgo Borbon. 6. Aero- Club Andalucia, Moth, Gipsy, Ansaldo. 7. Duc d’Estremera, Moth, Gipsy, An- saldo. 8. M. Loring, Loring, Gipsy, Rambaud. 9. Union Area, Junkers, Genet, Espinosa. . Insgesamt sind also zum Internationalen Rundflug 1930 gemeldet: Deutsch- land 47, England 8, Frankreich 16, Polen 16, Schweiz 4, Spanien 10, zusammen 101 Flugzeuge, eine Zahl, die bisher noch in keinem Flugzeugwettbewerb erreicht worden ist. Seite 192 „FLUGSPORT“ Nr. 11 (a za en FLUG g: \ TUNDSCHAU Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 52. Die Federation A&ronautique (F. A. I.) hat gemäß Mitteilung vom 13. Mai d. J. folgende Flugleistungen als Internationale Rekorde anerkannt. Klasse C (Landflugzeuge) mit 5000 kg Nutzlast Deutschland . . . Wilhelm Zimmermann auf Junkers J 38, mit 2 Junkers-Motoren L 55 zu 600 PS und 2 Junkers-Motoren L 8 zu 400 PS, Dessau-Leipzig, am 10. April 1930 Entfernung in geschlossener Bahn 501, 590 km Dauer 3 Std. 02 Min. Geschwindigkeit über 100 km 184,464 km/Std. Geschwindigkeit über 500 km 172,930 km/Std. Klasse C 2. Kategorie — Leichtflugzeuge (Zweisitzer bis 280 kg) Deutschland Frau Margret Fusbahn, Fluggast Herr Fusbahn, auf Klemm L 25, Motor Salmson 40 PS, Böblingen (Württ.), den 11. April 1930 Höhe 4614 m. 1. Kategorie — Leichtflugzeuge (Zweisitzer bis 400 kg) Deutschland Woldemar Voigt, Fluggast K. H. Gaule, auf Flugzeug der Akademischen Flieger- gruppe Darmstadt D 18, Motor Armstrong Siddeley Genet Major 100 PS, am 21. April 1930 in Darmstadt: Höhe 7521 m. Rudolf Neininger, Fluggast Kurt Stark, mit gleichem Flugzeug und Motor, am 23. April 1930 in Darmstadt Geschwindigkeit über 100 km 214,848 km/Std. Berlin, den 16. Mai 1930. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. 3. Deutscher Zuverlässigkeitsflug 1930, 4.—6. Juli. Dieser Flug ist mit dem „Rheinlandbefreiungsflug“ zusammengelegt worden. Durch diese Lösung wird den Teilnehmern des Zuverlässigkeitsfluges, für den ca. 40000 RM Streckenprämien zur Verfügung stehen, die Möglichkeit gegeben, die Streckenprämien im An- und Rückflug nach dem Ausgangs- und Zielhafen des Befreiungsfluges, Köln, sowie auf der Strecke des Befreiungsfluges selbst zu erfliegen und gleichzeitig sich um die für den Befreiungsflug gesondert ausge- setzten Geld- und Ehrenpreise zu bewerben. Zu dieser glücklichen finanziellen Lösung kommt der zweite und besonders wichtige Vorteil der Zusammenlegung: Aus allen Teilen des Reiches werden die jungen deutschen Amateursportflieger nach Köln kommen und von hier aus ihren Begrüßungsflug ausführen. Gegenüber früheren Ausschreibungen sind für den diesjährigen Wettbewerb einige wichtige Vereinfachungen vorgesehen. So werden die Teilnehmer neben ihrem Zuverlässigkeitsflug-Pensum im Verlaufe des Rheinlandbefreiungsfluges auch vor sportliche Aufgaben, wie Orientierungsflug, Ziellandungen, Postflug usw. gestellt. Weiterhin ist der Amateurbegriff schärfer als früher definiert worden, um ‚alle Nichtamateure von der Teilnahme ausschließen zu können. Andererseits mußte natürlich die Tatsache, daß der Flugsport heute immer noch erhebliche Mit- tel erfordert, berücksichtigt werden, dadurch, daß diejenigen Sportflieger ihre Teilnahmeberechtigung nicht verlieren, die zur Herabminderung der Flugkosten Zuwendungen erhalten, so lange sich diese in angemessenem Rahmen bewegen. Bis auf diese Aenderungen entspricht die neue Ausschreibung in fast allen Punkten den früheren Bedingungen. Nur mußten mit Rücksicht auf die Verbin- dung mit dem Rheinlandbefreiungsflug besondere Vorschriften erlassen werden. Nr. 1 „FLUGSPORT“ | Seite 193 Jeder Bewerber befliegt unter Zugrundelegung einer vorgeschriebenen Mindest- strecke eine von ihm selbst gewählte Flugroute. Diese muß für die westlich der Elbe beheimateten Teilnehmer so gelegt werden, daß am 4. Juli abends Köln er- reicht wird, um am 5. und evtl. 6. Juli die Strecke des Rheinlandfluges abfliegen zu können. Es steht den Bewerbern frei, auch die zweite Tagesstrecke des Rheinlandiluges am 6. Juli mitzufliegen. Für diese Teilnehmer endet der Zu- verlässigkeitsflug dann erst am 7. Juli mit der Erledigung der letzten Strecken des Zuverlässigkeitsfluges, also dem Rückflug nach dem Heimathafen. Ausschreibungen, Auskünfte usw. sind erhältlich beim Veranstalter: Deut- scher Luftiahrt-Verband e.V., Berlin W35, Blumeshof 17, Tel. Lützow 2410. Drahtanschrift: Luftsport Berlin. Rheinland-Befreiungsflug, 5. und 6. Juli 1930. (Rheinisches Flugturnier 1930 im D.L.V.-Zuverlässigkeitsflug 1930.) Veranstalter Kölner Club für Luftfahrt e. V., unter Mitwirkung der angrenzenden Vereine. Geschäftsstelle des Rheinland-Befreiungsfluges: Köln, Heumarkt 72 TI. Fernsprecher 58146, Telegrammadresse: Befreiungsflug Köln. In der Zeit vom 4. Juli, 12 Uhr mittags, bis zum 7. Juli, 12 Uhr mittags, befinden sich die Wettbewerbs-Oberleitung und die Geschäftsstelle auf dem Flughafen Köln. "Fernsprecher 58146, Telegrammadresse: Befreiungsflug Köln. Der Wettbewerb ist national. Die Flugzeuge müssen in Deutschland gebaut sein und die amtliche deutsche Zulassung besitzen. Sie müssen entsprechend der auf der Zulassung angegebenen Sitzzahl ein- oder mehrsitzig geflogen wer- den. Nennungen müssen bis zum 20. Juni 1930, 12 Uhr mittags, unter -Einschrei- ben auf. dem vorgeschriebenen Formular eingegangen sein. Klassen- und (Gruppeneinteilung: Klasse I: Motorleistung bis 25 PS; Klasse II: Motorleistung bis 50 PS; Klasse Ill: Motorleistung bis 90 PS: Klasse IV: Ohne Beschränkung der Motorleistung. Am 4. Juli, spätestens 20 Uhr, müssen alle Teilnehmer am Rundflug auf dem Flughafen Köln eingetroffen sein. Erste Tagesstrecke am 5. Juli 1930: Flugstrecke: Köln—Düren—Bonn (Zwangslandung)—Koblenz—Wiesbaden! Mainz (Zwangslandung)—Worms—Neustadt a. d. H. (Zwangslandung)—Germers- heim—Kaiserslautern (Zwangslandung)— Trier. Flugentfernung: 450 kn. Auf den einzelnen Teilstrecken sind folgende Sonderaufgaben zu lösen: a) 1. Teilstrecke: Köln—Düren—Bonn—Koblenz—Wiesbaden/Mainz. Flugentfernung: 195 km. Aufgabe: Pünktlichkeitsflug. Die Startzeit in Köln wird durch die Sport- leitung festgesetzt. Die Eintreffzeiten in Bonn und Wiesbaden/Mainz hat der Be-, werber selbst zu bestimmen und der Sportleitung vor dem Start schriftlich an- zugeben. In Bonn ist eine Zwangslandung vorzunehmen, in Düren und Koblenz sind Wendemarken anzufliegen. Start in Köln: Durch Sportleitung bestimmt, frühestens: Klasse I 6.45 Uhr, Klasse II 8.00 Uhr, Klasse III 8.45 Uhr. Spätestes Eintreffen in Wiesbaden/Mainz: Klasse I 10.30 Uhr, Klasse II 11.00 Uhr, Klasse III/IV 11.30 Uhr. b) I. Teilstrecke: Wiesbaden/Mainz—Worms—Neustadt a. d. H. Flugentfernung: 85 km. Aufgabe: Orientierungsflug mit Zielabwurf. Jeder Bewerber erhält kurz vor dem Start in Wiesbaden/Mainz eine Karte im Maßstabe 1:300000, in der die von ihm auszumachende, in der Gegend von Worms aufgestellte Örientierungs- marke eingezeichnet ist. Die Bezeichnung und genaue Lage ist während des Fluges in ein Planuquadrat im Maßstabe 1:25000 einzutragen. Diese Meldung ist vor der Landung in Neustadt a. d. H. in ein abgestecktes Zielfeld abzuwerfen. Frühester Start in Wiesbaden/Mainz: Klasse I 11.30 Uhr, Klasse II 12.00 Uhr, Klasse III/IV 12.30 Uhr. Spätestes Eintreffen in Neustadt a. d. H.: Klasse I 13.25 Uhr, Klasse II 13.35 Uhr, Klasse III/TV 14.00 Uhr. c) III. Teilstrecke: Neustadt a. d. H.—Germersheim—Kaiserslautern. Flugentfernung: 75 km. Aufgabe: Reiseflug mit Zielabwurf und Ziellandung: In Neustadt a. d. H. ist ein Postbeutel aufzunehmen, der in Germesheim in ein abgestecktes Zielfeld ab- Seite 194 „FLUGSPORT“ Nr. 11 zuwerfen ist. In Kaiserslautern hat die Landung in ein abgestecktes Zielfeld zu erfolgen. Frühester Start in Neustadt a. d. H.: Kiasse I 14.00 Uhr, Klasse Il 14.30 Uhr, Klasse IIU/IV 15.00 Uhr. Spätestes Eintreffen in Kaiserslautern: Klasse I 15.45 Uhr, Klasse II 16.00 Uhr, Klasse III/IV 16.15 Uhr. d) IV. Teilstrecke: Kaiserslautern—Kusel—Birkenfeld—Trier. Flugentfernung: 95 km. Aufgabe: Pünktlichkeitsflug: In Kusel und Birkenfeld sind Wendemarken an- zufliegen. Die Startzeit in Kaiserslautern wird durch die Sportleitung festgesetzt. Die Eintreffzeit in Trier hat der Bewerber selbst zu bestimmen und der Sport- leitung vor dem Start schriftlich anzugeben. Start in Kaiserslautern: Durch Sportleitung bestimmt, frühestens: Klasse I 16.30 Uhr, Klasse II 17.00 Uhr, Klasse III/TV 17.30 Uhr. Spätestes Eintreffen in Trier: Klasse I 18.30 Uhr, Klasse II 18.40 Uhr, Klasse III/IV 19.00 Uhr. Zweite Tagesstrecke am 6. Juli 1930. Flugstrecke: Trier—Stadtkyll—Aachen (Zwangslandung)—Eschweiler—Glad- bach—Rheydt (Zwangslandung)—Krefeld—Uerdingen (Zwangslandung)—Duisburg —Hamborn (Zwangslandung)—Essen/Mülheim. Flugentfernung 325 km (ohne Rennen 310 km). Auf den einzelnen Teilstrecken sind folgende Sonderaufgaben zu lösen: a) V. Teilstrecke: Trier—Stadtkyll—Aachen. Flugentfernung: 135 km. Aufgaben: Reiseflus mit Ziellandung. In Stadtkyll ist eine Wendemarke anzufliegen und in Aachen ist in ein abgestecktes Zielfeld die Landung auszu- führen. Frühester Start in Trier: Klasse I 8.30 Uhr, Klasse II 9.00 Uhr, Klasse III/IV 9.15 Uhr. b) VI. Teilstrecke: Aachen—Eschweiler—Gladbach—Rheydt—Krefeld—-Uer- dingen—Duisburge—Hamborn—Essen/Mülheim. Flugentfernung: 115 km. Aufgabe: Postflug mit Zielabwurf. In Aachen ist ein Postbeutel an Bord zu nehmen. Postabgabe und Postaufnahme hat nach folgender Vorschrift auf den Zwangslandeplätzen zu erfolgen, wo jeweils ein Aufenthalt von höchstens 10 Mi- nuten zugebilliegt wird. Es haben zu landen: in Krefeld—Uerdingen alle Flug- zeuge, in Gladbach—Rheydt die der Klassen III und IV, in Duisburg—Hamborn die der Klassen I und I. In Eschweiler ist eine Wendemarke anzufliegen. In Essen/Mülheim ist der Postbeutel vor der Landung in ein abgestecktes Zielfeld abzuwerien. Start in Aachen: Durch Sportleitung bestimmt, frühestens: Klasse I 9.45 Uhr, Klasse II 10.00 Uhr, Klasse IIV/IV 10.15 Uhr. Spätestes Eintreffen in Essen/Mülheim: Klasse I 12.10 Uhr, Klasse II 12.00 Uhr, Klasse III/IV 12.05 Uhr. c) VI. Teilstrecke: Essen/Mülheim—Düsseldorf. Flugentfernung: 30 km. Aufgabe: Geschwaderflug. Die Startfolge in den Klassen bestimmt \die Sportleitung. Frühester Start in Essen/Mülheim: Klasse I 12.45 Uhr, Klasse II 12.35 Uhr, Klasse IIV/IV 12.25 Uhr. Spätestes Eintreffen in Düsseldorf: Klasse I 13.30 Uhr, Klasse II 13.15 Uhr, Klasse III/IV 13.00 Uhr. d) VIH. Teilstrecke: Düsseldorf—Köln. Flugentfernung: Für Rennen 50 km, für Reiseflug 35 km. Aufgabe: Luftrennen. Die einzelnen Klassen starten in sich geschlossen in der Reihenfolge IV, UI, I, I. Startfreigabe durch die Sportleitung. Das Rennen führt über eine durch Wendemarken festgelegte Strecke, Die Wende- marken sind zu umrunden. In Köln ist eine Ziellinie zu überfliegen. Start in Düsseldorf: Durch Sportleitung bestimmt, frühestens: Klasse IV 14.00 Uhr, Klasse III 14.10 Uhr, Klasse II 14.20 Uhr, Klasse I 14.30 Uhr. Späteste Landung in Köln: 50 Minuten nach Startireigabe. Für Nichtteilnehmer an dem Luftrennen: Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 195 Aufgabe: Reiseflug. Frühester Start in Düsseldorf: 30 Minuten nach dem Start der letzten Renn- klasse. Spätestes Eintreffen in Köln: 16.00 Uhr. Zwei erste Preise, ein Flugzeug und ein Kraftwagen, Geldpreise in Höhe von 16 000.— RM, sowie Wander- und Ehrenpreise. Außerdem erhalten die Bewer- ber, die gleichzeitig am D.I.V.-Zuverlässigkeitsflug teilnehmen, noch Flug-Kilo- meter-Vergütungen. 11. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1930. Bekanntmachung I zur Ausschreibung. Die Ausschreibung .des 11. Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1930 sieht in 85 den Nachweis der Baufestigkeit durch eine Bescheinigung vor, die durch einen der anerkannten Segelflugbauprüfer auszustellen ist. Hierfür gelten folgende Sonderbestimmungen: Der Veranstalter wird auf Anfrage eines Bewerbers diesem den nächsten anerkannten Bauprüfer namhaft machen. Die Bewerber können dem Veranstalter auch andere fachkundige Prüfer vor dem 1. Juni 1930 vorschlagen; diese bedürfen aber sodann der Anerkennung durch den Veranstalter. Der Veranstalter braucht später eingehende Gesuche nicht mehr zu berücksichtigen. Dem Antrag an den Prüfer ist außer genauer Angabe des Bauzustandes, des Datums der Fertigstellung des Flugzeuges, des Aufbewahrungsortes und anderer für den Prüfer wesentlicher Dinge eine kurzgefaßte vorläufige Beschreibung, so- wie der Nachweis der Einhaltung der Segelflugzahl beizufügen, Die Prüfer versehen ihre Tätigkeit ehrenamtlich, doch müssen ihnen auf Wunsch Unkosten für Reise und Aufenthalt von den Bewerbern ersetzt werden. (Reisekosten 3. Kl., Tagegeld 10 Mk., mit Uebernachten 17.50 Mk.) Die Prüfer legen Wert darauf, die Flugzeuge in frühem Bauzustande kennen zu lernen, um die Erbauer rechtzeitig beraten zu können und alles zu tun, damit die Beschei- nigung der Baufestigkeit rechtzeitig ausgestellt werden kann. Für ausländische Flugzeuge ist der Nachweis der Baufestigkeit durch eine von der zuständigen Sportbehörde des betreffenden Landes anerkannte Stelle zu bescheinigen. Die Probeflüge der Flugzeuge (vergl. $ 3) können auch vom 7.—22., August d. J. auf der Wasserkuppe eriolgen. Wer die Probeflüge früher oder an einem anderen Orte abzulegen wünscht, muß rechtzeitig dem Veranstalter (Geschäfts- stelle Frankfuri a. M., Schubertstraße 10) geeignete Flugprüfer zur Anerkennung vorschlagen. Die von der RRG zusammen mit dem DLV und dem DMSV offiziell anerkannten Segelflugsportzeugen können auch diese Probeflüge abnehmen. Die Führerprüfung muß vor Eintritt in den Wettbewerb abgelegt sein (vergl. $ 6). Die.vor Ablegung der Führerprüfung während des Wettbewerbs gemachten Flüge gelten nicht als Wettbewerbsflüge. Meldevordrucke (vergl. $ 4) werden von der Geschäftsstelle Frank- furt a. M., Schubertstraße 10, jedem einzelnen Bewerber zugesandt, der sie bei ihr anfordert. Die Zahl der gewünschten Vordrucke ist anzugeben. Die Anforderung muß so früh erfolgen, daß die Meldefristen innegehalten werden können. Es wird von den Flugzeugbesitzern erwartet, daß sie schon bei Beginn des Baues die Entwürfe und das Material von einem anerkannten Prüfer nachprüfeı: und den Bau weiterhin im einzelnen überwachen lassen. Nur wenn genaue Rechnungsunterlagen und eine eingehende Bescheinigung eines Prüfers vorliegt, besteht Aussicht, daß das Flugzeug Platz in einer Halle des Fliegerlagers findet. Andernfalls behält sich die Oberleitung ohne weitere Begründung Zurückwei- sung vor. Alle Flugzeuge, für die genaue Unterlagen fehlen, müssen durch eine Belastungsprobe auf ihre Festigkeit untersucht werden, für andere behält sich die technische Kommission die Belastungsprobe vor. Die Art der Durchführung der Belastungsprobe bleibt der technischen Kommission überlassen, deren An- ordnungen sich die Flugzeugbesitzer zu fügen haben. Seite 196 „FLUGSPORT“ Nr. 11 Bekanntmachung II der Ausschreibung. Anweisung zur Baubeschreibung. Zur Baubeschreibung gehören folgende Unterlagen: on 1. Allgemeine Beschreibung. Diese soll die genaue Mitteilung des Erbauers (Name und Anschrift) sowie kurzgefaßte Angaben über. die besonder: Bauart, Bauzeit, Eigenschaften, Segelflugzahl, Leistungen, Anbringungsmöglich- keit eines Barogrophen, Abweichungen von anderen Flugzeugen desselben Er- bauers enthalten. 2. Gewichtsübersicht. Diese soll die sorgfältig nachgewogenen Ge- wichte nachstehender Teile enthalten: Fiügel .... kg, Rumpf mit Fahrgestell ren kg, Leitwerk und Steuerungsteile .... Kg, Sonstiges... kg. Ins- gesamt... . Kg. 3. Hauptzeichnungen des Flugzeuges, welche seine Haupt- ansichten darstellen und die wichtigsten Maße und Angaben enthalten. Sie müssen schwarz auf weiß hergestellt sein (Weißpausen von Tuschzeichnungen sind zulässig) und folgendes enthalten: Eine Gesamtansicht von links gesehen, eine Vorderansicht, je eine Ansicht von oben und unten. Der Maßstab ist so zu wählen, daß eine klare Darstellung des Flugzeuges ermöglicht ist. In Frage kommen die Maßstäbe 1:5 und 1:10. Die Zeichnungen müssen mindestens folgende Maße und Angaben enthalten: Spannweiten aller Flügel, Länge und Höhe des Flugzeugs, Staffelung und Flügel- abstand, Stielabstände von Rumpfmitte aus gemessen, Flügeltiefe innen und außen, größte Breite und Höhe des Rumpfes, Tiefe und Breite der Flossen, Quer-Seiten- und Höhenruder, Höhe der Vorderkante des untersten Flügels über dem Boden, waagrechter Abstand einer etwa vorhandenen Radachse von der Vorderkante des untersten Flügels, Raddurchmesser, Spurweite des Fahrgestells. Bei Fahrgestellen, welche keine Räder besitzen, entsprechende Maße. Einstellwinkel der Flügel und Flossen, am Rumpf und jedem Stiel gemessen, V- und Pfeilstellung, Flächeninhalte der Flügel, Flossen und Ruder, Art der Federung des Fahrgestelles. Eintragung des Schwerpunktes des beladenen und leeren Flugzeuges und Angabe der Momentarme zu den Schwerpunkten der Teilwerte. Darstellung der Steuerzüge, Angabe der Steuerungen. _ Darstellung des Querschnittes der Hauptflügel- und Leitwerksrippen. Besondere Angaben, wenn es die Bauart des Flugzeuges notwendig macht. Bekanntmachung IN der Ausschreibung. Gemäß den „Vorschriften für Flugsport“ bedürfen die Flugzeugführer einer Sportlizenz des Deutschen Luftrats. Da diese Vorschrift auch für den Segelflug gilt, haben die Bewerber, unter Einreichung. zweier Lichtbilder und Angaben über Segelfliegerausweis und -datum, Geburtsort und -datum, Staatsangehörig- keit und Datum des letzten Fluges die Ausstellung einer Lizenz beim Deutschen Luftrat, Berlin W 35, Blumeshof 17, zu beantragen. In Frage kommen die Teil- nehmer am Uebungs- und Leistungswettbewerb. Rhön-Rossitten Gesellschaft e. V. gez. Kotzen berg. Valier $. Der bekannte Raketenforscher ist bei seinen Raketen-Versuchsarbei- ten tödlich verunglückt. Max Valier, 35 Jahre alt, aus Bozen, ursprünglich Astro- nom, befaßte sich seit dem Kriege mit dem Raketenrückstoßproblem. In letzter Zeit arbeitete er in Gemeinschaft mit der Gesellschaft für Industriegasverwertung, Britz, an einem neuen Rückstoßverfahren. Die neue Einrichtung sollte in Dosie- rung und Gleichmäßigkeit die Rückstoßkrait der ausströmenden Gase ermöglichen, also steuerbar sein. Zu diesem Zwecke verwandte Valier statt des Pulvers ein flüssiges Treibmittel. Benzin oder Spiritus und Sauerstoff trafen sich in einer Düse, wo sie entzündet wurden und nun die den Rückstoß erzeugenden Gase aus- strömten. Mehrere in Britz und im Tempelhofer Flughafen vorgenommenen Ver- suche waren erfolgreich verlaufen. Im Beisein von zwei Herren auf dem Hofe der Gesellschaft für Industriegasverwertung in Berlin-Britz machte .er Versuche. Der Apparat explodierte plötzlich. Ein Sprengstück zerriß Valier die Halsschlagader, so daß .der Tod auf der Stelle eintrat. Die beiden Zeugen des Unfalls sind unver- letzt geblieben. Valier hatte den Apparat schon drei- bis viermal mehrere Minuten lang laufen lassen, und alles war glatt gegangen. Danach nahm Valier eine kleine Aenderung am Motor vor, und es ist nicht ausgeschlossen, daß er es dabei ver- säumt hat, die in einem Schraubengewinde sitzende Mischdüse fest anzuziehen. Es hätten sich dann Oel und flüssiger Sauerstoff vor der Düse gemischt und die kata- strophale Explosion hervorgerufen. j Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 197 Erste Johannisthaler Wiedersehenstage am 9, und 10. Juni. Unter dem Leitgedanken für „Johannisthal, deutschen Flugsport und deutschen Flugrekord!“ finden am 9. und 10. Juni d. J. Flie- serwiedersehenstage im alten Johannisthal statt. Die gesamte Veranstal- tung liegt in den Händen der „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Flug- platzes Johannisthal“, Anmeldugen von flug- sportlichen Vereinen, Ab- ordnungen und Einzel- personen sind an den ehrenamtlich Beauftrag- ten, den Schriftsteller Gustav E. Macholz, Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm- Straße 45, zu richten. Alle Flugzeughallen im besetzten Gebiet sind versteigert und abgebrochen. Die Flugzeughallen auf dem Griesheimer Flugplatz wurden von einer elsässischen Firma Marx aus Mülhausen zu Fres. 100 200.— gesteigert. Den Griesheimer Hallen folgte die Versteigerung von zehn Hallen in Lahen- Speyerdorf (Ostgruppe) als zweite Abteilung und der elf Hallen in Lahen- Speyerdorf (Westgruppe) als dritte. Die Ostgruppe wurde von der Baufirma Kirchhoff in Hamborn a. Rh. für insgesamt Fres. 70 000.— erworben. (Bei. der Ein- zelversteigerung war ein Betrag von Frcs. 69 800.— herausgekommen.) Die West- gruppe von elf Hallen erhielt eine Firma aus Musbach in der Pfalz. Die Halle auf dem Felde Frohnerhof bei Kaiserslautern endlich bildete die vierte Abteilung und brachte Frcs. 6500.— und wurde der Firma Richard Weber aus Homburg in der Pfalz zugeschlagen. Das Material der abgebrochenen Hallen muß bis zum 15. Juni abtransportiert sein. | Woli Hirth geht nach Amerika, um sich im Segelflug zu betätigen. Er soll von amerikanischer Seite ein vorteilhaftes Angebot zur Organisation des ameri- kanischen Segelflugwesens erhalten haben. Segelilieger Kronield ist von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft vorige Woche nach England entsandt worden, um für die British Gliding Association ein geeig- netes Segelfluggelände zu erkunden, Segelilüge vorzuführen und als Segelfluglehrer tätig zu sein. Ausland. Ein amerikanisches Luft-Derby über 7500 Meilen, Ausgangspunkt Neuyork, soll am 21. Juni beginnen. Der Wettbewerb ist international. Der Flugweg führt von Neuyork nach Mexiko-City, von dort nach Los Angeles, über Montreal und nach Neuyork zurück. Man spricht davon, daß sich auch drei deutsche Flieger gemeldet haben. Internationales Flugmeeting Karls- bad-Espenthor 7. bis 9. Juni. Veranstalter Ortsgruppe Karlsbad der Masaryk-Luft- liga. Das Programm umfaßt: Eine inter- nationale Sternflug-Konkurrenz, wobei die ausländischen Flieger auf dem Flug- felde Karlsbad-Espenthor am Samstag, den 7. Juni, um 14 h, und Sonntag, den 8. Juni, um 10 Uhr vorm. ankommen werden. Sonntag, den 8. Juni: Beendigung des Sternfluges für inländische Flieger um 10 h vorm. Nachmittags Vorführung sämtlicher an der Konkurrenz teilneh- Statax- Flugmotor. Do X über dem Bodensee. Seite 198 „FLUGSPORT“ Nr. 11 menden Flieser. Weiter ein militärischer Fliegerangriff von Militärflugzeugen auf den Flugplatz Espenthor. Gruppenvorführungen von Militärflugzeugen. Der Montag, der 9. Juni, bringt unter anderen vorm. Probeflüge und nachm. internationale Flugakrobatik. Das Royal Airforce Display, veranstaltet von dem Royal Airforce, findet am 18. Juni in Hendon statt. Internationale Luitfahrt-Ausstellung in Schweden findet in der Zeit vom 6. bis 28. September auf dem Flughafen von Stockholm statt. Für den Luftverkehr wurden pro Kopf der Bevölkerung ausgegeben: in Frank- reich RM 8.30, in England RM 7.70, in Deutschland nur RM 0.78. Segelflugzeugbau in Frankreich, Nach dem Studium der deutschen Segel- flugzeuge in der Rhön hat Böchereau bei der „Avia‘“ mehrere Segelflugzeuge ge- baut, welche Anfang dieses Monats in St. Cyr von Fauvel, Abrial und Auger versucht wurden. Die „Avia“ ist ein Studienbureau, welches nach dem Vorbild der Rhön-Rossitten Zeichnungen für Normalsegelflugzeuge ausarbeitet und zur Verfügung stellt und das Segelflugwesen auf breiter Basis in Frankreich ent- wickelt. Capt. Hawks im Anhängerilugszeug quer durch Amerika. Ueber den be- absichtigten Flug des Capt. Hawks quer durch Amerika auf dem Anhänger- Segelflugzeug „Eaglet‘‘ der Texas Co., berichteten wir in dieser Zeitschrift in der letzten Nummer auf Seite 173. Hawker hat nun tatsächlich diesen Flug aus- geführt und ist am 6. April auf dem Van Cortlandt Park gelandet. Auf den aui der Flugroute liegenden Hauptflugplätzen hakte er sein Schleppseil aus und machte Zwischenlandungen. Schlepp- und Anhängerflugzeug hatten miteinander telephonische Verbindung. Im Anhängerflugzeug war zur Unterhaltung des Führers ein Radioempfänger eingebaut. Jedenfalls diente das Schleppseil gleich- zeitig als Antenne. Die Wright Aeronautical Corporation soll wegen Abgabe der Lizenz des Wright Whirlwind Motors mit Junkers in Unterhandlung stehen. Das iranzösische Luftrennen, veranstaltet vom Aero-Club d’Auvergne in Clermont Ferrand, welches am 5. und 6. Mai stattfindet, wird dieses Jahr inter- national sein. An Preisen stehen 50000 Frank zur Verfügung. Meldungen sind zu richten an die Commission d’Aviation de l’A&ro-Club de France bis zum 30. Mai mit einfacher Meldegebühr (500 Frank), Nachmeldungen bis zum 13. Juni mit dreifacher Meldegebühr. Der Pariser Salon 1930, 12. Exposition Internationale de l’A&ronautique, wird vom 28. November bis zum 14. Dezember im Grand Palais in Paris stattfinden. Die bis zum 31. Mai eingeschriebenen Aussteller sind berechtigt, an der Ziehung zur Wahl der Plätze teilzunehmen. Die später eingeschriebenen Aussteller wer- den bestmöglich placiert. MODELLE. Der Luftwiderstand von Modellilugzeugen. (Forts. v. S. 166 u. 183.) (Schluß.) e) Rumpfwiderstand. | Wenn Tragflügel und Leitflächen im überkritischen Bereich liegen, eilt dies für den Rumpf unter allen Umständen. Am Rumpfwiderstand läßt sich gegenüber dem großen Flugzeug viel ersparen, wodurch mancher Mehrwiderstand ausgeglichen wird, der an anderer Stelle 003 als unvermeidlich in C | | | Kauf genommen werden vB | muß. Motorteile, Sitz- ! N ausschnitte,Windschirme 908 Ge, und Geräte fallen fort. Ge © . u. | Auf die größte Spant- fläche bezogen, haben 10% 007 NIE I 3 Modellrümpfe je nach " N | 3 der Güte der Form- RI si R gebung: Ä | y S Cw = 0,12 bis 0,25. r ad! 3 | Gm 000 70000 Große Flugzeugrümpfe 9 #000 ——eE mit Sternmotor, Sitz- Nr. 11 | „FLUGSPORT“ Seite 199 ausschnitten und dgl. haben cw = 0,3 bis 0,5. Für Modelle sind Pro- pellerhauben sehr zu empfehlen, da gerade die Nabe unerwünschte Wirbel erzeugt. Die Räder von Modellen sind weniger im Durchmesser, als in der Dicke auf ein Mindestmaß zu bringen, es gilt hier das für schlanke Profile Gesagte. f) Untere Grenze der Modellgröße. Als untere Grenze für die Modellgröße besteht die Forderung, Flügel und Leitwerk im überkritischen Gebiet zu halten. Für Flügel- schnitte der Dicke 0,06 t kann man E = 1000 angeben. Leitflächen von d < 0,04 t passen zu dieser Flügelkennzahl. Fliert das Modell un- gefähr bei ca = 0,6 bis 1,0 im Mittel ca = 0,8, so beträgt die Flug- geschwindigkeit in normaler Luftdichte: ‚= 10-7166 Ca ° F 0,8: F j Die erforderliche Flügeltiefe beträgt dann (E in m.m/s eingesetzt): E 1 t — 00177 TT—— v 16:G 08-F 2 — 1:08 , F 16 G und daraus erhält man das Mindestgewicht ao F 00 G = 0,05 5 = 7 kg. Es ergibt sich, daß die erforderliche Mindesteröße des Modells durch Gewicht und Seitenverhältnis ausgedrückt werden kann. Für = + beträgt das erforderliche Mindestgewicht: G=0,05.6 = 0,3 ke. Um das Leitwerk und andere Teile aus dem kritischen Bereich mög- lichst zu entfernen, empfiehlt sich jedoch, das Modellgewicht größer als 0,5 kg zu wählen. Vor allem wird damit auch eine Verbesserung des Schraubenwirkungsgrades zu erzielen sein. Modelle mit dicken Profilen sollte man zwei- bis dreimal schwerer bemessen, um günstige Kennzahlen zu erreichen. Die Möglichkeit, ein Modell aerodynamisch zu berechnen, ist heute schon gegeben. Planmäßige Arbeit in dieser Richtung, d.h. ständiger Vergleich der rechnerisch erwarteten und praktisch erzielten Leistungen und Stabilitätseigenschaften wird beweisen müssen, ob das freifliegende Modellflugzeug ein technisches Versuchsgerät wer- den kann. Diese Bestrebung ist gerechtfertigt durch die Vorzüge von Modellversuchen, billig und gefahrlos zu sein. Modellwettbewerb für Segelilugmodelle 1930, Piüingstsonntag auf der Wasser- kuppe. Die Austragung des diesjährigen Modellwettbewerbs, die aus praktischen Gründen mit dem ersten deutschen Jungfliegertreffen auf der Wasserkuppe zu- sammengelegt wurde, hat ein überaus starkes Interesse bei den deutschen Modell- bauern gefunden. Nach Meldeschluß lagen beim Deutschen Luftfahrt-Verband die Meldungen von 128 Modellbauern vor. Erfreulich ist, festzustellen, daß sich sogar Modellbauer aus Flensburg gemeldet haben. Unter den Teilnehmern befinden sich Neukonstruktionen bis zu einer Spann- weite von 3m. Das Schwingenflugproblem drängt nach Lösung. In letzter Zeit sind ver- schiedene Schwingenflugmodelle, und zwar von großer Spannweite, mit Erfolg geflogen. Wir haben dem Schwingenflug von den ersten Anfängen an größte Be- achtung geschenkt und bitten Modellbauer, welche Schwingenflugmodelle gebaut haben, uns Fotos von diesen einzusenden. „FLUGSPORT“ Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 201 51. März 1930 Stand der Welt-Rekorde 3|2338 LER Klasse € Wasserflugzeuge: SI2E FON BETEN — — Zu E 58 EN 58 SS Ohne Nutzlast Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kz Nutzlast | Mit 2000 kg Nutzlast | Mit 5000 kg Nutzlast Aa r E) 222 2 az2 2 7 [36:1 V.St.A. Cavin | 20:45:— V.St.A. Con- | 17:55- V.St. A., Sou- | 16:39- V.St. A., Cor- =|o20232% ZEng u. Soucek P.N.12. | nellu. Rodd, P-N. 10, | ceku.Maxson,PN-12 | ton u. Reber, PN-12, = Eau Sa . . S |3558 55 Dauer: 2x500 PS Wright, | 2x600 PS Packard | 2Xx525 PS WR., 25.- | 2%525Pratt& Whitn. S =5s3 = E23 3.-5.5.28. Philadelph. | 15/168.27San Diego | 26.5.28 Philadelphia | 11.-12.7.28 Philadel. Ems 8 SIE TE 2525 km V.St.A.Con- | 2525 km V.St.A. Con- | 2150 km V.St.A. Cor- | 2150 km V.St.A.Cor- = a 0605 nm o600 ke: nellu.Rodd, P-N. 10, | nellu. Rodd, P-N. 10, | ton u. Reber, PN-12, | ton u. Reber, PN-12, = Strecke: 2x600 PS Packard | 2X600 PS Packard | 2%525Pratt&Whitn. | 2X525Pratt& Whitn. al: E aR e- 48 18. 8. 27 San Diego | 15/168.27 San Diego | 11.-12.7.28 Philadel. | 11.-12.7.28 Philadel. SIES0O8 208 Tg 11759 m V.St.A.Lin. 1158 m Deutschland 6389 m Deutschland | 4827 m Frkr. Ltn. de S|I585N SSoh lan ouce rig pa- arder, Junk. W 34 | Kneer, Junk. W 34 | Vaisseau, C.A.M.S. z|Ia0358 A038 Höhe: che, 425 PS Pratt u. | Bristol- Jupiter 420 | Bristol- Jupiter 420 | 600 PS Hisp.-Suiza, & SE% 5 Es 5 Wirhn., Wash. 4.6.29 | PS, 6. 11. 28 Dessau | PS, 7. 11. 28 Dessan | S. Raphael 15. 5. 29 s|£ EEE Es — 533,800 km England, 259,027kmıh Dtschid. | 235,294km/h Dtschid. | 220,026km Fıkr.,Pre- B |S5S= gEO= über tcherley a. Super-, tarke, Heinkel HD | Starke, Heinkel HE | votaufLat&coere 28, 2 12338 238 100 km: marine, Rolls-R. „R“ | 38 600 PS BMW VI, | 9a 600 PS BMW VI | Hisp.-Suiza 650 PS, = 293%3 S 3%5 Spithead 7. 9. 1929 | Warnemünde 7.5.29 | Warnemünde 21.5.29 | Saint-Laurent5.3.30 — 259,328 km/hV.St. A. | 235,941km/h Dtschld. | 235,941km/h Dtschld. | 202,092km Frkr.,Pre- |- #lısas 58% 3258 über Ofstie, 450 PS Navy | Starke, Heinkel HE | Starke, Heinkel HE | votaufLatecoere 28, SISSKK SazH En 500 km: C,R.- Curtiss D 12 | 9a 600 PS BMW VI | 9a 600 PS BMW VI | Hisp.-Suiza 650 PS, S E son an FE BESTE 25. 10. 26 Baltimore |_ Warnemünde 21.5.29 | Warnemünde 21.5.29 | Saint-Laurent5 3.30 213523 Essen SEEN nn 222,277 km/hDtschld. | 222,277km/h Dtschld. | 177,279 km/h Dtschl. | 177,279 km/h Dtschl. alcF<:5 ER ZR: x N über Starke, HeinkelHE | Starke, Heinkel HE | Wagnera.D.-Sup.4 | Wagner a. D.-Sup. 4 sEng 2X% EEA3 1000 km: 9, 600 PS BMW VI, | 9 600 PS BMW VI | x480PS G.-Rh.-Jup. | X480PS G.-Rh.-Jup. SS Im EU uYmın zE Ss 135338 BRSchh % Ban Warnemünde 10.6.29 | Warnemünde 10.6.29 | 5.2.28 Friedrichshaf. | 5.2.28 Friedrichshaf. n 253 505 SES% 3aua| 32 172 km/hSchwz., Wagner | 172km/hSchwz., Wagner | 130,427kml!h V.St.A., | 130,427km/u V.$t.A. Cor- = |mox.E DSG WEXS 2E28SlES3 über u.Zinsmaier,Dornier | u.Zinsmeier,Dornier | Corton u. Reber, PN- | ton u. Reber, PN-12, = N 0 0,0 a mooo non am =NaA en=s.,.|238 2000 km: Merk. 500/600 BMW, | Merk. 500/600BMW, | 12,2x525Pr.& Whit- | 2x525Pratt& Whitn. [o} za EQ9 . 3 |son omelens- . soleomeleng = OE5N SYS 10. 8. 27, Altenrhein | 10.8. 27 Altenrhein | ney, 11.-12.7.28Phil. | 11.-12.7.28 Philadel. = [2% [22 ,2]80 35 SES2len 232, 8 JSOR|ASE, erste [975700 km England, 315 _22[5°3s|3o< 533 24523815038 zsellseE_® T Orlebar a. Superma- = =12252]2832[-2 3 RR ARSSARHS ssTalssts Geschwdsk. | ‚ine, Rolis-R. „R“ snFo = som on 8 u 6 f] „1 S uon.n En .n Eogn E80 EEE 0 EZEAN S-.ug or E s =|= Ei ERS as58 BEER 233% & ze 2335 S-= =) 1: Kategorie 2. Kategorie 3. Kategorie 4. Kategorie STIn, maslı: 4 [= S-4.ae on o® Q " : v0 fe) sl? 0 [a7 Q 29:4 Italien, D . u = LIE, EIEr zaiE2 ER 5 ER El FH: SEEN 3 & Capannini Fiat A Si ® S 3 .2lo=s -Pluo.o zZ ze, 92380 zZ - Dauer: Fıat 85 PS a |2| 2832352253 nsnal8snälsss sl588% 2 | x M io-Rq PESRZIEN Rz) AISSSEHISTRR oN Ir ontecelio-Rom n“ |» 1723 22% |S2E8 ELANE LSA ER ER 3 8 19.-20. 1. 30 8 || =|2°240l2S 852% 55 gesnleesälssss|e®s 2 | nn BASKET ISIS 17a 1--Tea fan ae Sams wluamoswlunnmnlsunes “os 5 6782 m Italien, Donati . . . u __ rc) z u. Capannini, Fiat A. S 1004 m Polen, Zyirke n 170 m Frankreich 5193 m Frankreich, Pau- yleoszelsseelso : : ol . FR Pr öhe: " iat $ "=" Kocian, R. W.D. 2, ert auf Albert vel, Mauboussin-Peyret E 2ag® ERICH: ER ES Ba 8 SENy 2808 EOSR 23 & Er: Höhe: PAR HA PS Salmson, Varsovie, 80 PS Genet, 10, ABC-Skorpion 32PS, S 33g- aus 5 ER Som E n=Eg 52 5s Sasz S3s SH 19.-20. 1. 30 19. 10. 1929 Le Bourget 11. 2. 30 | Le Bourget, 5. 9. 1929 z |.238 .|u so „TOR Latrlazielen asieno .T oO o _ r Ar © = EIS Kae Pi: uns 5 sten Es . 192,864 km Ensland, But- 300,1 km England, Cpt. 19,594 km Frankreich, = |s@3N]EOEJlEIES EsaQ[52srlss ge] 2087 Geschw. üb. Havilland „‚Moth‘“ Gip- Broad, de Havilland Ti- | peyret 10, ABC-Skorpi o Ehe] BR BER, Er = zZ | N 3 .o RE=N 1m m g ger Moth 130 PS D.H., . r ” A RERRIEESKIEREE ERS PRFTIEFE FREE SEN FEE Was Lanc- Reading 24.8. 1927, Stay Lane" On 59T og ee = [802818 22512558 = 286 25&|8 29x4|2285 Sa |E*# — EISSE2|F0 Ba Sare Luz ala. Ss - So eh SW Ans . 200 km Cananallen 2500 km Tschechoslova- | 700 km Frankreich, Pau- _— seh »Q Entierng. ja Fiat A. s.1 Fiat 85 PS BR Yicherck, Avia vel, Mauboussin-Heyret NEN = BESSER a ERS Endalvscolkicin wre] EIER ‚Bahn Montecelio- ’ - » alter, | 10, ABC-Skorpion 32PS, »|2 Ela ER ERBEN Fo] Risen ErZElSSSäales-eshss Zaun |oR .S 1000. io-Rom 6.-7. 6. 1928, Prag Le Bourget, 6. 9. 1929 s | Hegel Ss zunlSsERsı Sy SE RSND 8, ı ASS 2 > Ss 28a ha] sa PSP : S1s5RrAale3:Slgssslit szl>melise, aselnzsaleg‘ 32 |-.3% 1305.500 km Schweiz, 2655.644 km V. St. A. 18521 km Frankreich, r Kg N Ku . Pr > " x s’ i 313g88|.33;|5 20 2]82 3+1=2652]=2" sN]ea22 sa22le3EN „on ra Größte Strecke Wırth u. Naumann auf Zi iv. Barli Pauvel, Mauboussin- 2.15 leS22lE 52 8 SRZRSE0 5] SolScszelssselssis| or Er R ecie Klemm-Daimler 20 PS, immerly, Barling N.B. |p 10, ABC-Skor- . |2E2N]2283]085 28° 18882] E 5A01 5875887588 5] 258 [ESEL In gerader Linie: 16. 10. 1928, Böblingen 3. 80 ES Genet, re ee N 2 No . s$] son Bar) in 3 —-'z “ . .ı ’ - . ıon ’ HIRSERIEREE Bes EFEIS EPER FERNIEREIRE MER ESFIFER Mieschkance ee 7 7 59 Lie Bourzet, 10, 8,1029 Brite] PIE ZrBTed IH E2.:|N5EW00 9 5o|N EsZNIn e kostenlns. ASKANIA-WERKE AG. WERKE: HEMELINGEN BEI BREMEN FERNSPRECHER: AMT BREMEN HANSA 6358 LONDON FREE a: E Sr TITANINE WERK G.M.B.H, "EMelmaen ze neemen ee eLınsen für Büro und Heim und Reise Die konkurrenzlose EINHEITS-SCHREIBMASCHINE ER aus Stahl U e Unerreicht in Leistung und Preis jErkErEeEE Fe Auch in monatlich. Raten zahlbar SEILIETEN e MERZ-WERKE, FRANKFURT A.M.-R, I Ba .®, N, "GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEB, VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. MMOITT Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 12 11. Juni 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 25. Juni 1930 Die Machthaber und der Segelfliegerring. Der Deutsche Modell- und Segelflugverband ist seither der Sam- melpunkt der deutschen Fliegerjugend gewesen. Er hat es verstanden, in Deutschland die Modellbeweeung auf breitester Basis zu entwickeln. Er war der Veranstalter der ersten Segelflus-Wettbewerbe in der Rhön. Seine vornehmste Aufgabe war es, den fliegerischen Nachwuchs von Vereinsmeierei freizuhalten und über die Selbständiekeit der arbei- tenden Fliegerjugend zu wachen. Seine Verdienste sind in der Ge- schichte verzeichnet. Dem D.L.V. war die erfolgreiche Arbeit des D.M.S.V. unange- nehm. Durch Geschenke und Versprechen aller Art wurden viele Ver- eine des D.M.S.V. in den D.L.V. gelockt. Der D.M.S.V. hatte auf eine Wiedergutmachung des ihm angetanen Unrechtes, um die Entwick- lung behindernde Streitigkeiten zu vermeiden, verzichtet und Burg- frieden geschlossen. Die neueste Maßnahme des D.M.S.V. war, den Segelfliegern durch Gründung des Segelfliegerringes Selbständigkeit zu schaffen. Dieses Streben der Segelflieger nach Selbständigkeit wurde sofort. von dem D.L.V. energisch bekämpft. Er fühlte sich bemüßigt, um die Bewegung im Keime zu ersticken, folgendes zu schreiben: „Auf Grund Ihres gedruckten Rundschreibens, das Sie an eine große An- zahl von Gleit- und Segelfliegern zum Versand gebracht haben, erhalten wir lau- fend Anfragen von seiten unserer Vereine und Jugendgruppen, ob wir den Eintritt in den neuen Verband empfehlen können. Nach reiflicher Ueberlegung und Prü- fung Ihrer Satzungen sind wir zu unserem Bedauern nicht in der Lage eine solche Empfehlung abgeben zu können. Die Interessen des motorlosen Fluges werden unserer Ansicht nach genügend durch den Deutschen Luftfahrt-Verband, seine Vereine und seine speziellen Organisationen, insonderheit den Segelflug- und Ju- gendausschuß, gewahrt. Unseres Erachtens besteht zur Zeit kein Bedürfnis, neben dem D.L.V. und D.M.S.V. noch einen weiteren neuen Verband zu gründen“ usw. Man will also mit allen Mitteln die Selbständigkeit der Segelflieger verhindern und sie unter die Fuchtel des D.L.V. zwingen. Wenn Ihr nicht tanzt, wie wir pfeifen, bekommt Ihr keine Unterstützung, kein Seite) 204 „FLUGSPORT"“ Nr.12 | ögling - - iunsen Segelflieger, Startseil, keinen Zögling und anderes mehr. Ihr jungen >eg hat Euch der D.L.V. die segelfliegerbewegung geschaffen? Wollt Ihr E Selbständigkeit nehmen lassen: . much, edentalls wird das Rundschreiben des D.L.V. in erhöhtem Maße dazu beitragen, den Segelfliegerring zu einem noch festeren Ring wer- l . den zu lassen Focke-Wulf „Ente“ F 19a. ie neue „Ente“, Musterbezeichnung F 19a ist eine verbesserte Austin eines Ähnlichen Flugzeuges, das Focke-Wulf von a 2 Jahren gebaut hatte, das aber damals nach einer Reihe seht gu vr laufener Probeflüge zerstört worden war. In Anbetracht der Ba n Bedeutung, die der „Enten“-Bauart für den Fortschritt der Flugtec umk zukommt, hatte sich Focke-Wulf entschlossen, das Flugzeugs in ver Fe serter Form wieder aufzubauen. Die neue „Ente ist äußerlich er ersten Ausführung ziemlich ähnlich. Sie hat aber einen Stahlrohrrump anstatt eines Holzrumpfes und zwei Siemens-Sh-14-Sternmotoren. Focke-Wulf-Enten-Typ F 19a. Die Vorteile, die man sich von der „Enten“-Bauart erhofft, be- stehen u. a. darin, daß das Flugzeug, das gewissermaßen mit dem Schwanz nach vorn fliegt, sich auch bei Notlandungen auf schlechtem BR AN N “ „Aeroplane Blackburn Bluebird. Blick in den Führerraum. In der Mitte oben Gashebel, unten :: Hebel für Höhenflossen-Verstellung. Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 205 „Aeroplane“ Flügelkonstruktion des Blackburn Bluebird. 1 Flügelbefestigung. 2 Holmende mit eingeschobener Platte, welche die Rippen trägt. 3 Holmverstärkung am Stielanschluß. 4 Die zwei Holmprofile. 5 Befestigung der Nase an den Rippen. Gelände niemals überschlagen kann, so daß die Passagiere vollkom- men geschützt sind. Mitte voriger Woche fand unter der Führung von Flugzeugführer Cornelius Edzard der erste Probeflug statt. Wir werden auf diesen Typ noch zurückkommen. Blackburn Bluebird. In England werden, wohl mit Rücksicht auf ihre Verwendung in tropischen Ländern, auch Kleinflugzeuge in zunehmendem Maße in Me- tallkonstruktion ausgeführt. Ein modernes Ganzmetall-Kleinflugzeug dieser Art ist der Blackburn Bluebird mit Cirrus-Hermes-Motor. Cha- rakteristisch für diese Konstruktion ist die Anordnung der Sitze neben- einander. Trotz des breiten Rumpfes sollen die Flugleistungen nicht schlechter sein als bei anderen Flugzeustypen. Der Führerraum ist ebenso bequem wie bei einem Automobil. Durch die Anordnung der Sitze nebeneinander eignet sich dieses Flugzeug besonders als Schul- maschine„In Sonderausführung wird der Blackburn Bluebird auch mit Kabinenaufsatz geliefert. Die Zelle ist nach Lösen von vier Bolzen an den Rumpf anklapp- bar. Der Benzintank ist im Baldachin untergebracht. Die interessante Holmkonstruktion ist aus der Abbildung ersichtlich. Der Rumpf ist dreiteilig; der vorderste Teil ist der Motorbock, hieran schließt sich der Führerraum an, der aus Duraluminiumspanten und Stahlrohren auf- gebaut und mit Aluminiumblech beplankt ist. Das dritte Rumpfstück besteht aus geraden Profilblechen, die in origineller Weise an den schmalen Spanten befestigt sind. Es ist mit Leinwand bespannt. Das Fahrgestell mit Halbachsen wird mit Stahlfedern und Oleostoßdämpfern abgefedert. Das ausgeglichene große Seitenruder benötigt keine Dämp- Seite 206 „FLUGSPORT" Nr. 12 Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 207 fung. Der Anstellwinkel des Höhenleitwerks ist während des Fluges verstellbar. erienmäßige wird der Bluebird mit folgenden Motoren geliefert: D. En Gipsy, Cirrus III, Cirrus Hermes oder Genet Maior. Der Auspufi ist vor dem Brandschott unter den Rumpf eeführt, so daß die Insassen so wenie als möglich durch Geruch und Geräusch belästigt werden. Hinter den Sitzen ist ein großer, verschließbarer Gepäckraum einge- Da, nnweite 9,15 m, Länge 7 m, Breite in zusammengeklapptem Zustand 3 m, Gewichte mit Cirrus Hermes: Leergewicht 483 kg, Zu- ladung 251 kg, maximales Gesamtgewicht 793 kg, Flächenbelastung 29 ke/m?, Leistungsbelastung 7 kg/PS, Leistungen mit Cirrus Hermes: max. Geschwindigkeit 180 km/Std., Landegeschwindigkeit 71 km/Std. Steigt auf 222 m in 1 Min. Aktionsradius 514 km. Metall-Jagdeinsitzer Vickers „Vireo“. Dieser Jagdeinsitzer mit freitragenden Flügeln ist ganz in Metall gebaut. Das Fahrgestell ist durch zwei Streben mit eingeschalteten Stoßfängern und zwei nach hinten eehenden Lenkerstreben, die in sich verspannt sind, abgestrebt. Metall-Jagdeinsitzer Vickers „Vireo“. Spannweite 10,67 m, Flügelinhalt 19,88 m’, Leergewicht 842 kg, Gesamtgewicht belastet 1193 kg, dabei 290 1 Benzin und 181 Oel. Aus- gerüstet mit zwei Vickers-M.G.-1100-Patronen, Bombenlaneier-Ein- richtung für vier Bomben von 8 kg. Errechnete Leistungen mit Arm- strong-Siddeley-Motor „Cheetah“ mit Vorverdichter und Unter- setzungsgetriebe: Geschwindigkeit in 6000 m Höhe 225 km/h, Steig- fähigkeit auf 6000 m in 20 Minuten. Gipfelhöhe 8200 m, Lande- geschwindigkeit 72 km/h, Reichweite bei einer Geschwindigkeit von 193 km/h in 3000 m Höhe 3% Std. Curtiss „Mistery Ship“. „Mistery Ship I“ ist ein schnelles Sportflugzeug, das sich Leutn. Doolittle von Curtis bauen ließ. Die Maschine ist ein Tiefdecker von 9 m Spannweite, 6,1 m Länge und 660 kg Leergewicht. Mit dem Wrieht-J-6-Motor 300 PS wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 375 km/h. erreicht. Landegeschwindigkeit 110 km/h. Steigt auf 1000 m in 65 Sek. Gipfelhöhe 9000 m. Aktionsradius 850 km. Gipsy-De-Havilland-Motoren. . | : Von den englischen Motoren hat der Gipsy besonders guten Ru . 1929 wurde der Gipsy-I-Motor einer Motte versiegelt und flog über Curtiss „Mistery Ship“. 660 Stunden ohne ir- send eine Reparatur oder Ueberholung. 1929 erwarb die Wrieht Aeronautical Corporation die Bau- lizenz des Gipsymo- tors für Amerika. Der Gipsy l ist ein luftgekühlter Vierzy- linder-Reihen-Motor, der bei 2100 Touren 100 PS leistet und mit Propellernabe trok- ken 130 kg wiegt. Auf dem Graugußzylinder von 114 mm Bohrung sitzt ein Zylinderkopf aus Leichtmetall, der mit Spannschrauben am Gehäuse befestigt ist. Die Leichtmetall- kolben sind so kon- struiert, daß der Ex- plosionsdruck vom Kolbenboden direkt zum Kolbenbolzen übertragen wird. Sie besitzen je zwei Kol- benringe und einen - Oelabstreifring. Die Pleuel aus geschmie- detem eichtmetall sind geteilt. Die Kur- belwelle ist in fünf Gipsy I. großen Gleitlagern gelagert. Der Propellerzug wird von einem Kugel- längslager aufgenommen. Das Gehäuse aus Leichtmetallguß ist hori- zontal geteilt. Der obere Teil enthält die fünf Hauptlager und die La- ger für die Nockenwelle.. Der Oelsumpf im unteren Teil ist durch ein feines Metallsieb vom Kurbeltrieb getrennt, um Verölen des Motors bei Rückenflügen zu vermeiden, und enthält 8,6 I Oel. Das Oel wird von der Pumpe angesaugt und über ein Druckregulierventil durch einen Filter zu den fünf Hauptlagern gepreßt. Von dort fließt Gipsy I. Seite 208 „FLUGSPORT“ Nr. 12 es durch Boh- rungen in der Kurbelwelle zu den Pleuella- gern. Das über- schüssige Oel spritzt an Kol- ben, Nocken- welle und Stö- Bel, um schließ- lich zum Sumpf zurückzufließen. Ventil- und Zündkerzensitze aus Bıonze sind in den Leicht- metalizylinder- ee Die Kipphebelträger aus Stahl sind am Kopf angeschranbt. Die Stoßstangen aus Duraluminium haben Stahlköpfe und -füße. er Ventilstahl Type K. E. 965 ist besonders ‚hitzebeständig. Die ne B. T. H.-Magneten sind am. hinteren Gehäusedeckel über der en pumpe montiert und werden durch ein Schneckenrad angetrieben. Ein Magnet hat einen Schnapper. heidet sich der älteren Type in - Gipsv-II-Motor unterscheidet sich von der alter‘ | an N herer Hub und höhere Leistung, 120 PS bei 2200 Tou- ren. Stahlzylinder aus dem Vollen gedreht. Ventilsitze aus Bronze ein geschrumpft. Ventilantrieb gekapselt. Schmierung der Kipphebel I durch Fettnippel, sondern durch besondere Leitungen von der er pumpe aus. Der Oelsumpf hat gefälligere Formen und enthält 111 Oel. Der Oeldruck ist auf 3 Atm. erhöht worden. Der neueste Typ, der Gipsy III, hat hängende Zylinder und sonst dieselben Abmessungen und Leistungen wie der Gipsy II. Die Schmie- rung erfolgt nach dem Trockensumpfumlaufsystem. Die ‚obere Ge- häusehälfte enthält keinen Oelsumpf. Das Oel sammelt sich in dem Raum zwischen dem Gehäuse und den Zylinderfüßen und wird von dort zum Oeltank gepumpt. Ventile und Kipphebel werden durch im Deckel vorhandenen Oelvorrat reichlich geschmiert. Der Oelfilter ist in den Gehäusedeckel eingebaut. Gipsy I. Daten: Gipsy | Gipsy U Gipsy II Hub, Bohrung 114,128 us u \ ressi -hältn. 5:1 „2: ‚2: Kompressionsverhä 100 PS bei 2100 120 PS bei 2200 122 PS bei 2200 Gewicht 130 kg 137 kg 130 kg Brennstoffverbrauch 30 1/Std. b. Vollgas 38 ]/Std. b. Vollgas Curtiss Conqueror 600 PS. Dornier rüstet augenblicklich den Do. X mit Curtiss-Conqueror- Motoren aus, um über den Atlantik zu fliegen. Eine kurze Beschrei- bung des Motors dürfte von Interesse sein. Die Zuverlässigkeit der Curtiss-Motoren ist durch den Weltdauerrekord von 420 Stunden be- wiesen. Besonders der Conqueror, ein wassergekühlter 12-Zylinder in V-Form, ist seit Jahren bei den amerikanischen Luftstreitkräften er- probt und beliebt. Der Motor wird in zwei Typen, mit oder ohne Un- tersetzungsgetriebe, gebaut und leistet 600 PS bei ca. 2400 Touren. Die Zylinder, von denen je 6 zu einem Block vereinigt sind, haben F[PATENTSAMMLUNG des RN I Band Ill 1930 No. 23 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 489798; 491052; 496502, 894, 895, 944; 497042, 043; 498093, 713. Luitschrauben (Gr. 1—15). A Pat. 498093 v. 28. 4. 29, veröff, 17. 5. C 30. Metallgesellschait A.-G. Frank- just a. M. Nabenbefestigung für Flügelfüße von Luftfahrzengpropellern. Seit man sich mit dem Bau von Metallpropellern, insbesondere solchen aus Leichtmetall, für Luftfahr- zeuge beschäftigt, hat man die verschiedensten Lage- rungen für die Propellerflügel in der Nabe vorge- schlagen und versucht. U. a. hat man den Flügelfuß zylindrisch ausgebildet und am Ende einen oder meh- rere stärkere Ringe angedreht, welche die Fliel- kräfte aufnahmen. Ferner wurde vorgeschlagen, den Flügelfuß an zwei Stellen zu klemmen und die Flieh- kraft zwischen diesen Stellen, beispielsweise durch Gewinde, zu übertragen. Bekannt ist weiter die Ver- wendung eines kegelförmigen Schaftes, auf den ein Konus drückt, der die Zentrifugalkraft aufnimmt, wäh- rend die untere Führung des Schaftes zylindrisch aus- gebildet ist. Dieser Zylinder als Fortsatz des Schaft- endes setzt sich in eine entsprechende Bohrung der _ Nabe ein, ohne daß hierdurch irgendwie seitlich ein Druck auf den zylindrischen Zapfen geübt werden kann. Patentansprüche: 1. Nabenbefestigsung für Flügelfüße von Luftfahr- zeugpropellern, insbesondere solcher aus Leichtmetall, mit kegelig auszebildetem Schaft und Ueberwurfmut- ter, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Nabe festzuhaltende Flügelfuß mit zwei entgegengesetzt ge- richteten Kegelflächen (b, d) versehen ist, von denen die äußerste (d) beim Festziehen des Schaftes in der Nabe gegen eine Kegelfläche der Nabe gepreßt wird. 2. Nabenbefestigung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, QUaß die Kegelfläcke am äußersten Schaftende als geteilter Ring (1) auf einen zylindri- schen Zapfen (k) des Schaftes aufgesetzt ist. 3, Nabenbefestigung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß auf dem Schaftende zwischen den beiden Kegeln (b, d) eine zylindrische Fläche (c) vor- gesehen ist. C Pat. 497 042 v. 26. 3. 26, veröft. 1. 5. 30. Mogens Louis Bramson in Hon- don, London. Versstell- Propeller. Patentansprüche: 1. Propeller mit während des Umlaufes veränder- licher Flügelsteigung, dadurch gekennzeichnet, daß bei jeder Drehgeschwindigkeit des Propellers .unter- halb eines bestimmten Wertes die Zentrifugalkraft der Flügel auf die Propellernabe durch Hilfsmittel, wie ein verschiebbares, federbelastetes Spurlager, der- art übertragen wird, daß die Einstellung der Flügel- steigung auf jedes gewünschte Maß erfolgen kann, während bei größeren Drehgeschwindigkeiten des Propellers die Zentrifugalkraft der Flügel direkt auf die Nabe übertragen wird, wobei das bewegliche Spurlager sich gegen einen Schulterring oder Anschlag legt und so eine Veränderung der Flügelsteigung ver- hindert. Y ER NIS FA M D ES S N Nor: SS® IIISSH N N N N NG N N N GZZ 2. Propeller nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Nabenzapfen (2) in die Flügelhülse (3) hineinragt und zwischen ihnen eine Kammer ge- bildet wird, welche die Hilfsmittel zur Aufnahme der Zentrifugalkraft enthält, d. h. ein Kugelspurlager (4) zur Aufnahme radialer und axialer Kräfte, einen an dem Nabenzapfen (2) befestigten ringartigen An- schlag (6), eine Feder (5), die sich mit dem einen Ende gegen den Anschlag (6), mit dem anderen Ende gegen das Kugelspurlager (4) abstützt, sowie einen zwischen den Anschlag (6) und das Kugelspurlager (4) eingefügten Abstandsring (7). C 10? 496 894 v. 17. 4. 26, veröff. 29. 4. 30. Bayerische Motoren-Werke A.-G., München. Zahnradgetriebe, vornehmlich zur Herabminderung der Drehzahl von Luft- schranben. Patentansprüche: 1. Zahnradgetriebe, vornehmlich zur Herabminde- rung der Drehzahl von Luftschrauben, bestehend aus einem Kegelradumlaufgetriebe, bei dem die treibende Welle einen Zahnkranz mitnimmt, der in Planeten- räder eingreift, die auf mit der Luftschraubenwelle fest verbundenen Armen aufsitzen und sich auf einem feststehenden Zahnrade abwälzen, dadurch gekenn- zeichnet, daß der sich zwangsläufig mit der Motor- welle (1) drehende Zahnkranz (10) des Kegelradum- laufgetriebes schwebend die Motorwelle umgibt und nur durch den Eingriff seiner Verzahnung mit den Zähnen der Planetenräder (11) zentriert wird, wobei seine axiale Verstellung durch einen einstellbaren Anschlag (14) begrenzt wird. 2. Zahnradgetriebe nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Zahnkranz (10) durch die Mo- torwelle mittels zweier Stirnradverzahnungen, und zwar einer Innenverzahnung des Zahnkranzes (10) und einer Außenverzahnung (2) der Motorwelle, mitge- nommen wird, wobei zwischen diesen beiden Ver- [02 eite 90 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT 12 Ss a LG ar EEE H — er ZN Ss 9 FREIES ) 7 | N UN el { al: N DONLRREZ ZA zahnungen ein leichtes Spiel vorhanden ist, um eine schwache außenmittige Einstellbarkeit und Neigung des Zahnkranzes (10) gegenüber der Welle zu ge- statten. 3. Zahnradgetriebe nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß der einstellbare Anschlag aus einer Ringmutter (14) besteht. die auf die ge- triebene Welle (3) aufgeschraubt ist. 4. Zahnradgetriebe nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß. der feste Zahnkranz (13) des Kegelradumlaufgetriebes, der gegenüber dem Gehäuse (6) undrehbar ist, frei zwischen den Planetenrädern einerseits und dem Gehäuse anderseits liegt. 5, Zahnradgetriebe nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Zahnkranz (13) mit dem Gehäuse (6) durch zwei Stirnradverzahnungen verbunden ist, die einerseits am (ehäuse (6) und andererseits am festen Zahnkranz (13) als Innen- bzw. Außenverzahnung angebracht sind, und daß zwischen diesen beiden Verzahnungen ein genügendes Spiel vorhanden ist, um dem festen Zahnkranz (13) eine leichte außenmittige Einstellbarkeit und Neigung ge- genüber der Welle zu gestatten. cI1O Pat. 498713 v. 18. 12. 27, veröft. 24. 5. 30. Siemens & Halske A.-G., Berlin-Siemensstadt”). Kegelradgetriebe mit selbsttätig sich einstellenden Haupträdern und zwischen diesen angeordneten Planetenrädern. Die Erfindung bezieht sich auf ein Kegelradge- triebe mit zwei Haupträdern und mehreren zwischen ihnen angeordneten Planetenrädern, wie sie beispiels- weise im Kraftwagen- und Flugmotorenbau vielfach Verwendung finden. Bei diesen Getrieben hat es sich als schwierig erwiesen, die im Eingriff befindlichen Zahnflanken der verschiedenen Planetenräder gleich- zeitig zum Tragen zu bringen. (Gelingt es aber nicht, das zu übertragende Drehmoment gleichmäßig auf die einzelnen Planetenräder zu verteilen, so treten Ueberbeanspruchungen an einer Stelle auf, dir eine starke Abnutzung der Zahnflanken im Gefolge haben und zu Zahnbrüchen führen können. Besonders nach- teilig wirken sich diese Verhältnisse auf Flugmotoren aus, bei denen mit Rücksicht auf möglichste Ge- wichtsverminderung bis an die Grenze der zulässi- gen Beanspruchung gegangen werden muß, von denen aber trotzdem unbedingte Betriebssicherheit verlangt wird. Dort ist daher auch zuerst vorgeschlagen wor- *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Anton O. Zeithammer, Berlin-Char- lottenburg. SIE Sr A < SI IA eLA RG N/ N 0 ZINN NZ A MON. .Zen 7SSSEIBS ION | EIIIIISN ken und zugleich die Verbindung der Haupträder mit der Antriebswelle bzw. dem Gehäuse derart zu ge- stalten, daß sie sich gegen ihre Unterlagen in ge- wissen Grenzen einstellen können. Es soll dadurch sozusagen ein Einfühlen der einzelnen Räder aufein- ander erreicht werden, das ein gutes Anliegen sämt- licher im Eingriff befindlicher Zahnflanken zu gleicher Zeit ergeben würde. Die bekannten Bauarten weisen iedoch sämtlich den Nachteil auf, daß sich bei einer Einstellbewegung eines Hauptrades die Spitze des zu diesem gehörenden Verzahnungskegels aus der Achse entfernt. Hierdurch werden aber aufs neue Uhnregel- mäßigkeiten in die Eingriffsverhältnisse hineinge- bracht: denn bei richtigem Eingriff müssen die Spit- zen sämtlicher Verzahnungskegel in einem Punkt zu- sammenfallen. Patentansprüche: 1. Kegelrädergetriebe mit selbsttätig sich einstel- lenden Haupträdern und zwischen diesen angeordne- ten Planetenrädern, insbesondere für Flugmotoren, dadurch szekennzeichnet, daß die Stützflächen der Haupträder Teile der Oberflächen von Kugeln bilden, deren Mittelpunkte mit den Spitzen der Verzahnungs- kegel in einem Punkt zusammenfallen. 2. Kegelrädergetriebe mit selbsttätig sich einstel- lenden Haupträdern nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Stützflächen der Haupträder der gleichen Kugeloberfläche angehören. Einrichtungen zum Abwurfi (Gr. 16—20). C 18:2: 497043 v. 4. 3. 26, veröft. 1. >. 30. Robert Alkan und Georges Lesourd, Paris. Bombenabwurfvorrichtung für Luftfahrzeuge mit Traghaken für Bomben. Patentanspruch: Bombenabwurfvorrichtung für Luftfahrzeuge mit Traghaken für Bomben, von denen jeder durch einen Daumen einer vom Hauptantrieb bewegten Achse be- tätiet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die den ein- zelnen Bombentraghaken (d) zugeordneten, die Dre- hung der Auslösedaumen (52) übertragenden Achsen (42) an den einen Enden aufgekeilte Gabelhebel (40) aufweisen, in welche Daumen (44) des Hilfs- antriebes eingreifen, durch welchen entweder eine gleichzeitige Verriegelung sämtlicher Gabelhebel (40) oder eine gemeinsame Betätigung sämtlicher Bomben- auslöser bewirkt werden kann, während an den an- deren Enden der Achsen (42) Hebel (41) lose aufge- setzt sind, durch welche die Einzelauslösung der Bomben erfolgt, derart, daß durch einen auf einer endlosen Kette des Hauptantriebes angeordneten PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 91 Nocken (61) die Hebel (41) nacheinander angehoben, die mit ihnen verbundenen Spiralfedern gespannt und die Achsen (42) durch die Federkraft gedreht werden bzw. ein Anheben der Hebel (41) auch dann zulässig ist, wenn der Gabelhebel (40) durch die Daumen (44) verriegelt ist. Fallschirme (Gr. 21—23). c23 Pat. 491052 v. 12. 1. 29, veröft. 5. 2. 30. Phylax TFeuerlösch-Automaten- Bau-Gesellschait m. b. H., Berlin. Rückmelde- anlage für Fenerlöschanlagen, insbesondere anf Fingzengen. Patentansprüche: 1. Rückmeldeanlage für Feuerlöschanlagen, insbe- sondere auf Flugzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß durch den austretenden Löschstrahl ein das Inwirkung- treten des Feuerlöschers anzeigendes optisches Signal ® am Führersitz des Piloten, gegebenenfalls auch für den Bordmonteur, in Tätigkeit gesetzt wird. 2. Rückmeldeanlage nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß an den Flüssigkeitsaustritt (a) des Feuerlöschers ein durch eine Wand (d) in zwei Kam- mern (cl, c2) geteiltes Gehäuse (c) angeschlossen ist, in dessen einer Kammer (cl) sich ein um seine Mittel- achse (e) drehbarer Flügel (f) befindet, der unter der Einwirkung des Löschstrahldruckes verstellt wird und dadurch einen elektrischen, das optische Signal am Führersitz einschaltenden Kontakt (h, ht) schließt. 3. Rückmeldeanlage nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Achse (e) des Flügels (f) in die zweite Kammer (c?) des Gehäuses (c) reicht und dort eine farbige Scheibe (g) trägt, die beim Verstellen des Flügels (f) mitgenommen wird und vor eine Schauöffnung (s) der Gehäusekammer (c2) gelangt. 4. Rückmeldeanlage nach Anspruch 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß die farbige Scheibe (g) mit- tels eines nockenartigen Ansatzes (gl) zwei in der Gehäusekammer (c?) untergebrachte Blattfedern (h, ht) aneinanderpreßt, die den Stromschluß für das Lichtsignal (m) am Führersitz bewirken. 5. Rückmeldeanlage nach Anspruch 1 bis 4, da- durch gekennzeichnet, daß das optische Signal am Führersitz aus einer Glühlampe (m) und einem Schal- ter (n) besteht, mit dem eine Farbscheibe (o) derart verbunden ist, daß durch Ausschalten der Lampe ein farbiger Ausschnitt der Farbscheibe vor einer Schau- öffnung (st) erscheint. Sonstige Einrichtungen (Gruppe 24-32). c?2 Pat. 496 895 v. 2. 9. 27, veröff. 29. 4. 30. Hiram Tuttle Nones, Washington, V.St.A. Fallschirm. Patentansprüche: 1. Fallschirm, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hülle aus leinwandartigem Gewebe hergestellt ist, bei dem die Ketten- und Schlußfäden gruppenweisc derart verwebt sind, daß zwischen benachbarten Fa- dengruppen Zwischenräume entstehen. 2. Fallschirm nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß im Gewebe sich Ketten- und Schluß- fadengruppen einfach überkreuzen. 3 Abb. ı 3 3. Fallschirm nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Ketten- und Schlußfadengruppen des Gewebes je mit einem oder mit mehreren Binde- fäden versehen sind. c235 Pat. 496 502 v. 26. 6. 27, veröff. 23. = 4. 30. Dipl.-Ing. Georg Gillert, Berlin. Vorrichtung zur Feststellung der Höhenlage landender Fingzenge über dem Erdboden bei Dunkelheit. Patentanspruch: Vorrichtung zur Feststellung der Höhenlage lan- dender Flugzeuge über dem Erdboden bei Dunkelheit, Abb. 3 Seite 92 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 23 dadurch gekennzeichnet, daß am Flugzeug eine Licht- quelle, z. B. ein Scheinwerfer, derart angeordnet ist, daß ein den Erdboden voraussichtlich zuerst berüh- render Flugzeusteil, z. B. ein Laufrad, oder ein zu diesem Zweck besonders herausziehbarer stabförmiger oder ähnlicher Gegenstand in dem Lichtkegel liegt und ein Schattenbild auf den Landungsplatz wirft, dessen Größe und Entfernung vom Flugzeug dem Führer einen Anhalt für die Schätzung der jeweiligen Höhenlage gibt. c937 Pat. 495 944 v. 3. 10. 28, verölf. 30. 4 4. 30. August Ahrens, Kassel-Wal- dau, und Erich Akrens, Kassel, Automalı- scher Rauchfahnenerzenger. Patentansprüche: 1. Automatischer Rauchfahnenerzeuger zum Anzei- sen der Bodenwindrichtung für Luftfahrzeuge auf Flughäfen durch eine konstante Rauch- oder Dampf- wolke am Erdboden, die durch einen unter dem Roll- feld angeordneten Ofen erzeust wird, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Ofenunterteil (a) aus mehreren übereinandergereihten, mit Verteilungsrippen (q) ver- sehenen Lamellenringen (b, c, d) besteht, die unter Abb. ı Abb. 3 d Er IN Nur: Ve +r Bildung eines Heizkanals (e) mit einer Haube (f) zu einem Körper zusammengesetzt und durch Spann- schrauben fest verbunden sind, wobei durch den un- tersten Lamellenring ein Brenner (i) oder andere Wärmeerzeuger, durch den obersten Ring eine Brenn- stoffdüse (j) in den Heizkanal münden. 2. Automatischer Rauchfahnenerzeuger nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Ver- dampfung und Wärmeerzeugung erforderlichen festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffe in Behältern unter dem Rollfeld in einer vom Ofen getrennten Grube gelagert sind und selbsttätig dem Raucherzeuger zu- geführt werden. c2 Pat. 489798 v. 8. 5. 27, veröft. 20. 1. 30. Dr. Max Dieckmann, Grä- ielfing b. München und Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Rudoli Hell, Pasing. Vorrichtung zum Selbst- stenern von Fahrzenger, insbesondere Luftfahr- zengen. Es sind funkentelegraphische Anordnungen bekanıt, die gestatten, die Richtung des magnetischen oder 13 „ VE HM eiektrischen Vektors eines von. einem beliebigen Sen- der ausgestrahlten elektromagnetischen Feldes unmit- telbar anzuzeigen. So kann beispielsweile mit Hilfe eines drehbaren Peilrahmens, einer ungerichteten An- tenne und nur eines Empfängers die unipolare Be- stimmung der Richtung einer Sendestation mittels eines Richtungsanzeigers erfolgen. Weiterhin ist ein Verfahren bekannt, bei dem unter Verwendung einer direkt zeigenden Peilvorrichtung mit einer Dipoian- tenne und einer ungerichteten Antenne empfangen wird, wobei die Neigung der Dipolantenne gegen den elektrischen Vektor eines Sendefeldes angezeigt wird. Dieses Verfahren kann bei entsprechender Anordnung der Dipolantenne sowohl zur Bestimmung der Längs- neigung als auch zur Bestimmung der Querneigung eines Fahrzeuges gegen den annähernd vertikal ge- richteten elektrischen Feldvektor verwendet werden. Durch Kombination mehrerer derartiger Empfanzs- anoıdnungen ist es weiterhin bekannterweise möglich, die Lage eines Fahrzeuges zu dem ein eindeutiges Bezugssystem bildenden elektromagnetischen Fell eines beliebigen Senders zu bestimmen, so daß außer der Fahrtrichtung des Fahrzeuges auch seine Lage, die durch dessen Längs- und Querneigung gegeben ist, erkannt werden kann. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Selbststeuern von Fahrzeugen, insbesondere Luftfahrzeugen, bei der ein. funkent:le- graphischer Sender auf eine auf dem Fahrzeug an- gebrachte Empfangseinrichtung wirkt, die selbsttätig die Steuereinrichtung des Fahrzeuges beeinflußt, «da- durch gekennzeichnet, daß die Empfangseinrichtung aus einer einzigen Empfangsantenne besteht, die mit einer ungerichteten Antenne zusammenwirkt, wobei die Empfangseinrichtung derart mit einer Hilfsfrequenz verbunden ist, daß bei einer Abweichung des Fahr- zeuges aus der durch das elektromagnetische Feld gegebenen Senderrichtung der Steuerantrieb durch die Hilfsfrequenz so lange in der anderen Richtung ein- geschaltet wird, bis das Fahrzeug wieder die durch das Bezugssystem bedingte Lage einnimmt. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenu- zeichnet, daß bei Luftfahrzeugen eine als Neigungs- messer ausgebildete Empfangseinrichtung den Antrieb der Höhen- oder Querruder beeinflußt. Pat.-Samml. Nr. 23 wurde im „FLUGSPORT" XXII., Heft 12, am 11. 6. 1930 veröffentlicht. Nr. 12 „FLUGSPORT"“ Seite 209 Curtiss Conqueror 600 PS ohne Getriebe \0_DROPS LIGHT GRADE CYLINDER_OIL EVERY 10 HOURS INLET FROM OL TANK _ OIL_TANK_VENT RETURN TO _OIL GAUSE TO_OIL THERMOMETER GREASE_HERE FILL THIS RESERVOIR WITH EVERY 25 HOURS, | En MM Länge 1,6 m, Breite 0,78 m, Hub 158 mm, Bohrung 130 mm. Seite 210 „FLUGSPORT“ Nr. 12 130 mm Bohrung und 158 mm Hub. Die untereinander auswechsel- baren Ventile, 4 Stück pro Zylinder, werden von je zwei, Einlaß und Auslaß, im Zylinderkopf gelagerten Nockenwellen angetrieben. Ven- tilsitze aus Aluminiumbronze sind in den Zylinderkopf eingepreßt. In den aus Aluminiumlegierung gegossenen Zylinderkopf sind die Stahl- zylinder eingeschraubt und -geschrumpft, die Gaskanäle und Kühlwas- sermantel angegossen und die Nockenwellen- und Zwischenhebellager eingegossen. Die hohlgzebohrten Nockenwellen werden unter Druck geschmiert. Der aus hochwertiger Aluminiumlegierung gegossene Kühlwassermantel überträgt den Explosionsdruck auf das Gehäuse. Die hohlgebohrte Kurbelwelle ist in Gleitlagern gelagert. Beim getriebe- losen Typ wird der Propellerzug von einem kräftigen, zwischen den vorderen Kurbelwellenlagern liegenden Kugellager aufgenommen. In den oberen Teil des horizontal geteilten Gehäuses sind die Hauptlager eingegossen, während die untere dünnwandige Hälfte nur als Oel- wanne dient. Zwischen die Oelpumpe und die Hauptschmierstellen ist ein leicht zu reinigender Filter eingeschaltet. Die Pleuellager werden unter Druck von den Hauptlagern aus geschmiert. Die Leichtmetall- kolben haben je vier Ringe, von denen 2 als Oelabstreifringe dienen. Zwei Strombergvergaser sind von innen an die Zylinderblöcke ange- flanscht. Eine Brennstoffpumpe fördert das Benzin durch einen Filter zum Vergaser. Bei der Verwendung eines chemischen Kühlmittels ist es gelungen, die Kühler auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Größe zu verkleinern. Conqueror Conqueror m. Getr. Leistung 600 PS bei 2400 T. 600 PS bei 2450 T. Zylinderanordnung 2 Blocks zu 6 Zyl. in 600 Länge 1,6 m 1,72 m Breite 0,67 n 0,67 m Höhe 0,93 m 0,93 m Bohrung 130 mm 130 mm Hub 158 mm 158 mm Hubvolumen 25 1 25 1 Kompressionsverhältnis 1:58 1: 5,8 Trockengewicht 345 kg 385 kg Brennstoffverbrauch bei Vollgas 235 g/PS/Std. 250 e/PS/Std. Oelverbrauch 68 e/PS/Std. 68 g/PS/Std. Curtiss Conqueror 600 PS mit Untersetzungs- getriebe. Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 211 Gegen die Ausdehnung des Versicherungszwanges. Gehören die Turn- und Sportvereine zu den der Reichsunfallversicherung unter- worfienen Betrieben? Von Rechtsanwalt und Notar Stephan Nürck, Rechtsberater des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen. Durch Reichsgesetz vom 20. Dezember 1928 (RGBl. 1, S. 405) ist eine Er- weiterung der Sozialversicherung dahin eingetreten, daß unter die der Unfall- versicherung unterworfenen Betriebe eingereiht worden sind: Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Entbindungsheime und sonstige Anstalten, die Personen zur Kur und Pflege aufnehmen, ferner Einrichtungen und Tätigkeiten in der Öffent- lichen und freien Wohlfahrtspflese und im Gesundheitsdienst. Durch Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 17. Mai 1929 (RGBl. 1, S. 104) sind die vorbezeichneten Anstalten, Einrichtungen und Tätigkeiten der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege zugewiesen worden. Die Berufsgenossenschaft vertritt nun die Auffassung, daß die gesamten Sportverbände und Vereine, soweit sie Sport zum Zwecke der Ertüchtigung und zur Hebung der Volksgesundheit treiben, mit ihren Einrichtungen und Tätigkei- ten der Versicherung unterliegen, und beabsichtigt, die Verbände und Vereine zur Anmeldung zur Unfallversicherung anzuhalten. Als gegen Unfall versichert sollen gelten Turn- und Sportlehrer, Trainer, Führer im Wandersport usw., ohne Unterschied, ob sie diese Tätigkeit ehrenamtlich oder gegen Entgelt ausüben, so- wie ob sie Vereinsmitglieder sind, ferner Sportmasseure, Platzverwalter und Arbeiter der Sport- und Spielplätze, Sportärzte usw. Ueber die von der Berufsgenossenschaft beabsichtigte Einbeziehung der Verbände und Vereine in die Zwangsversicherung hat zwischen ihr und dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen eine Erörterung stattgefunden, die eine Gegensätzlichkeit in der Auffassung über die Zugehörigkeit des Sports zu den Einrichtungen und Betrieben der freien Wohlfahrtspflege und des Gesund- heitsdienstes ergab. Die Berufsgenossenschaft bezeichnet als Ziel der Neurege- lung, alle diejenigen in die Unfallversicherung einzubeziehen, die zum Besten der Allgemeinheit in der Wohlfahrtspflege und im Gesundheitsdienst, sei es beruflich, sei es ehrenamtlich, tätig sind, und rechnet hierzu auch die Einrichtungen und Tätigkeiten des vorbeugenden Gesundheitsdienstes. Zu letzteren rechnet sie auch die sportliche Betätigung der Verbände und Vereine, weil die Krankheitsver- hütung, die körperliche Ertüchtigung des einzelnen und damit des Volkes und damit vorbeugender Gesundheitsdienst zur Hauptaufgabe des Sports geworden sei. Hat die Berufsgenossenschaft darin recht und sind darum die der Leibes- übung dienenden Verbände und Vereine der Unfallversicherung für ihre Ange- stellten und Arbeiter unterworfen? Die Frage ist vom rechtlichen wie vom Zweckmäßigkeitsstandpunkt aus von Interesse. Zweifellos haben manche Vereine und Verbände eine Uhnfallversicherung ihrer im Sportbetrieb tätigen Angestellten eingeführt. Hier handelt es sich aber um eine Zwangsversicherung, die offensichtlich weitergehen soll, als das Be- dürfnis der Ausschaltung des im Sportbetrieb liegenden Gefahrenmoments reicht. Sollen doch nicht nur Sportleute im Angestelltenverhältnis, sondern auch ehren- amtlich tätige Vereinsmitglieder, und weiterhin auch Platzverwalter und Platz- arbeiter, also Personen, die mit der eigentlichen Sportarbeit nichts zu tun haben, für deren Versicherung also ein Bedürfnis nicht erkennbar ist, in die Versicherung einbezogen werden. Es soll also die Versicherungspflicht von vornherein auf eine breite Basis gestellt werden, die sich in den Finanzen der Verbände und Vereine unliebsam auswirken wird, und es soll der Apparat der Sozialversiche- rung mit seiner ganzen bürokratischen Schwerfälliskeit an die Stelle des pri- vaten Versicherungsvertrages gesetzt werden. Angesichts dessen muß die Prüfung der Frage vom Rechtsstandpunkt aus in den Vordergrund treten. Prüft man die Erweiterungsbestimmung des Gesetzes näher, so ist unzweifel- haft richtig, daß der Gesetzgeber Anstalten und Einrichtungen sanitären Charak- ters in weitestem Umfang in die Zwangsversicherung einbeziehen wollte, also sowohl solche, die der Heilung, als solche, die der Vorbeuge dienen. Man kann Seite 212 „FLUGSPORT“ Nr.12 also neben den Krankenhäusern und den sonstigen ausdrücklich genannten An- stalten unbedenklich alle Einrichtungen und Tätigkeiten nennen, die sanitären Charakter tragen, wie Fleischbeschau, Trichinenschau, Seuchenbekämpfung u. a. m. Allen diesen Anstalten, Einrichtungen und Tätigkeiten ist gemeinsam der unmittelbare Zweck der Erhaltung und Wiederherstellung der Volksgesund- heit. Nach einer Mitteilung der Berufsgenossenschaft hat das Reichsversiche- rungsamt in einer Verfügung an den Magistrat Berlin zum Ausdruck gebracht, daß auch kommunale Sport- und Spielplätze, die zum Besten der Einwohner ein- gerichtet und betrieben werden, als solche der Wohlfahrtspflege und des Ge- sundheitsdienstes anzusehen seien. Ob dies zutreffend ist, mag dahingestellt blei- ben, jedenfalls kann man gelten lassen, daß die kommunalen Spiel- und Sport- plätze ebenfalls zu dem Zwecke geschaffen sind, der öffentlichen Gesundheit zu nützen. Damit ist aber keineswegs bewiesen, daß nun auch entsprechend die sport- lichen Anlagen der Turn- und Sportvereine diesen Zwecken dienen. Hier taucht das Problem auf: „Warum treibt der Mensch Sport und welche Ziele und Zwecke verfolgen die Verbände und Vereine im Sport?“ Es mag sein, daß bei einzelnen der Beweggrund mitspricht, den Körper gegen Krankheit abzuhärten und eine Abwehr gegen die nervenzerrüttenden Einflüsse des Berufes und der gesteigerten Kultur zu schaffen. Aber solche Beweggründe sind keineswegs die ersten und die überwiegenden, vielmehr führt in erster Linie zum Sport der natürliche Drang nach Betätigung und Kampf, nach Ablenkung vom Alltagstreiben, die Da- seinsfreude und der Geselligkeitstrieb u. a. m. Was aber auch den einzelnen zum Sport treiben mag, der Zweck der Vereinsarbeit ist keinesfalls der eines vor- beugenden Gesundheitsdienstes an den Mitgliedern, sondern der einer Zusam- menfassung der sportlichen Triebe zu einer geschlossenen Einheit mit dem Ziel der Vervollkommnung, in Verbindung mit der Pflege des Gemeinschaftslebens. Daß die Ausübung des Sports auch der Volksgesundheit nützt, ist unbestreitbar, aber dieser Nutzen ist nicht Zweck, sondern Wirkung des Sports. Auch die Erholung von der Arbeit und die Nahrung haben gesundheitliche Wirkungen, es würde aber niemandem beifallen, ihnen darum einen sanitären Zweck beizulegen. Wenn die Pflege der Leibesübungen als gemeinnützig gilt, so geschieht es um dieser volksertüchtieenden Wirkung willen, und insoweit reihen die Durchfüh- rungsbestimmungen zum Körperschaftssteuergesetz ihn unter die Bestrebungen, die dem gemeinsamen Besten dienen und daher gemeinnützig sind, und zwar neben der Gesundheitspflege. Hätte der Gesetzgeber beabsichtigt, die Ausübung des Sports und seiner Ein- richtungen der Versicherung zu unterwerfen, so hätte er dies bei der Neufassung des $ 537 Reichsversicherungsordnung in dem Gesetz vom 20. Dezember 1928 klar ausgesprochen. Es geht aber nicht an, dies unter der Flagge der vorbeu- genden Gesundheitspflege nachzuholen. Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 35. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom Mai folgende Flugleistungen anerkannt als internationale Rekorde: Frauenrekorde: Klasse C. Vereinigte Staaten von Amerika. Miß Ruth B. Alexander auf Flugzeug Great Lakes mit Cirrus-Motor 90 PS in San Diego am 18. November 1929. Höhe: 4791 m. Frl. Lena Bernstein auf Farman-Eindecker Typ 192, Motor Salmson 230 PS, Le Bourget, am 2. Mai 1930. Dauer: 35 Std. 46 Min. Klasse C mit 500 kz Nutzlast. Vereinigte Staaten von Amerika. Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 213 Lee Schoenhair auf Eindecker Lockheed Vega mit „Wasp“-Motor 425 PS (überkomprimiert) in Jacksonville Beach am 18. Februar 1930. Geschwindigkeit über 100 km: 298,510 km/Std. Geschwindigkeit über 500 kın: 275,580 kmi/Std. Mit 1000 kg Nutzlast: Geschwindigkeit über 100 km: 283,250 km/Std. Geschwin- digkeit über 500 km: 270,800 km/Std. Geschwindigkeit über 1000 km: 245,750 km/Std. Mit 2000 kg Nutzlast: W. J. Fleming auf Eindecker Bach, drei Motoren (1 Pratt und Whitney „Wasp‘“ und 2 Wright J 67), den 26. März 1930 in Los Angeles. Geschwindigkeit über 100 km: 229,591 km/Std. Klasse C. Leichtflugzeuge. 1. Kategorie (Zweisitzer bis 400 kg). Vereinigte Staaten von Amerika: Willfred G. Moore und W. S. Gladfelty auf Eindecker Inland-Sport, Motor Warner 110 PS, Kansas City am 12. Februar 1930. Geschwindigkeit über 100 km: 204,313 km/Std. | Klasse C bis. Frankreich: Mermoz auf Seeflugzeug Lat&öco&re 28, Motor Hispano-Suiza 600 PS, in Ma- rignane, am 11—12. April 1930. Entfernung in geschlossener Bahn: 4308,340 km. Berlin, den 25. Mai 1930. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. Der deutsche Luithaushalt, wie er war und wie er voraussichtlich werden wird. Haushalt Haushalt 1929/30 1930/31 + oder — Zur Förderung technischer Zwecke auf dem Gebiet der Luftfahrt. . - . - 14 505 000 5445000 | _ > 060 000 Zur wirtschaftlichen Förderung der deut- - schen Luftfahrtindustrie. - - oo. 7 000 000 Beitrag zur Unterhaltung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. - - -» » 1600000 1 600 000 — Für besondere wissenschaftliche Forschungs- aufträge . - 720 000 835000 + 115000 Zur Förderung des öffentlichen Luftverkehrs durch die Deutsche Luft-Hansa A.-G. - 13000000 19000000 -- 6.000 000 Aufwendungen für den Flugwetterdienst. - 1195000 1173200 — 21800 Für die Ausbildung von Berufsflugzeugbe- satzungen (Deutsche Verkehrsflieger- schule G.m.Db.H.). : : » 2 2.2.02.2.*..2 300 000 2 300 000 — Für die Befeuerung und Sicherung von Nachtflugstrecken. . . oo: 330 000 370000 + 40000 Für Schaffung und Ergänzung einer Luft karte von Deutschland und Ergänzung des Flughandbuchs . -. . . 2 2202. 20 000 20 000 — Für das Segelflugwesen . - - 250 000 300 009 + 50 000 Beihilfen an Organisationen die sich der För- derung des Luftfahrtgedankens widmen. 40 000 40 090 — Für flugsportliche Wettbewerbe und Unter- stützung von flugwissenschaftlichen Ver- einigungen an den Fach- und Hochschulen 200 000 240000 - 40000 Für das Freiballonwesen . . . 20 000 1000 -— 10000 Beitrag zu den Kosten einer Sammlung \ von Luftfahrtgerät en BE 6 500 150909 — 5.000 Für die Förderung von Flushäfen rn . 100 000 109 000 — Für neue Einrichtungen des Flugfernmelde- dienstes. > >02 0n nn 273 000 239800 — 33200 Für die Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen und ähnliche Institute . - - - 50 000 50 000 -— Zur Förderung der Luftschiffahrt. - - . . 2500 000 3150000 + 650000 Ausbau der Nachtbefeuerung . . — 329000 + 329000 Zur Tilgung von Darlehen der Deutschen Luft Hansa A.-G. in Höhe von 6000000 RM, 1. Teilbetrag . : : 2 20200. u 2000000 -- 2.000 000 Zentralstelle für Flugsicherung. . - - - - 1627112 1574050 — 53062 Insgesamt. : -» - 38736612 45777550 + 7040 938 Seite 214 „rLUGSPORT“ Nr. 12 8400 m Höhe erreichte Voigt am 23. Mai auf einem Flugzeug der Akade- mischen Fliegergruppe Darmstadt e. V. Im Damenkunstilug-Meisterschafitswettbewerb auf dem Flughafen Bonn-Hange- lar am 29. Mai erschienen am Start acht Damen. Den Titel der deutschen Damen- kunstflugmeisterin erwarb Liesel Bach aus Beuel, Zweite wurde Luise Hoffmann aus Werne, Dritte Elly Beinhorn und Vierte Marga v. Etzdorf aus Berlin. Internationaler Rundflug 1930. Nachdem der Erkundigungsflug über die Euro- paflugstrecke durch Herrn v. Hoeppner nunmehr zu Ende geführt ist, sind die Ausführungsbestimmungen zu dem diesjährigen Wettbewerb veröffentlicht wor- den. Die Ausführungsbestimmungen enthalten in erster Linie die genaue Strecke des Rundfluges, die nur in zwei Punkten von der in der Ausschreibung vorge- sehenen Strecke abweicht. In Spanien ist der Landeplatz in Albacete fortgefallen, und die Strecke führt endgültig von Saragossa über Madrid nach Sevilla, wieder zurück nach Madrid und von dort nach Barcelona. Es war ursprünglich als Zwischenlandung zwischen Madrid und Barcelona Alcaniz vorgesehen; es be- steht jedoch die Möglichkeit, daß dieser Flugplatz bis zum Wettbewerb nicht fertiggestellt sein wird, so daß auch auf dieser Strecke Saragossa als Zwischen- landeplatz angeflogen werden muß. In Polen hat die Strecke insofern eine Aen- derung erfahren, als von Breslau aus nicht Krakau, sondern Posen angeflogen wird. — Besonders dankbar ist es zu begrüßen, daß die beteiligten Länder auf die Innehaltung der Einflugzonen bei dem diesiährigen Wettbewerb verzichtet haben, so daß große Umwege, die an der deutsch-französischen bzw. deutsch- polnischen Grenze notwendig gewesen wären, vermieden werden können. Für die Unterbringung der Flugzeuge in Berlin-Staaken und Berlin-Tempelhof sind alle Maßnahmen getroffen worden. In Staaken steht die Hälfte der großen Luftschiffhalle. und zwei weitere Hallen zur Verfügung. Die Wettbewerbsflug- zeuge können dort vom 16. Juli vormittags an eintreffen, müssen aber spätestens bis zum 18. Juli, 12 Uhr mittags, eingetroffen sein. Die Reihenfolge der nach dem Rundflug stattfindenden technischen Prüfungen ist wie folgt festgesetzt worden: . Wägung und Feststellung der Ausrüstung, . Prüfung der praktischen Eigenschaften, . Auf- und Abmontieren, . Brennstoffverbrauchsprüfung über die Strecke Elbbrücke und . Start- und Landeprüfungen. „Aero-Club Wirtschaits-G. m. b. H.“ Unter diesem Namen hat der Aero-Club von Deutschland vor kurzem eine Gesellschaft gegründet, die den Betrieb von Luftfahrt-Unternehmungen aller Art zum Gegenstand haben soll. Zunächst ist als Hauptaufgabe dieser neuen G. m. b. N. der Betrieb einer Lufttouristik-Beratungsstelle vorgesehen. Das Bedürfnis nach einer solchen Stelle tritt immer stärker hervor. Private Eigentümer von Flugzeugen, die größere Reisen im Inland und in das Ausland unternehmen wollen, benötigen ebenso wie Luftfahrt-Industrie-Unternehmungen oder Luftfahrt-Vereine genaue Angaben über die zu befliegenden Strecken und alle zu erledigenden Formalitäten. Die neue Lufttouristik-Beratungsstelle der Aero-Club Wirtschafts-G. m. b. H. wird zu diesem Zwecke in Zukunft auf Anfragen folgende Auskünfte und Unter- lagen liefern: 1. Einflugbestimmungen in den verschiedenen Ländern, Beobachtung von Sperr- gebieten und Einflugzonen, gegebenenfalls Einholung von Einflugerlaubnissen, 2. Beratung über die zu fliegende Strecke Gefahrzonen, Schlechtwetterwege, Zustand der Flugplätze, Notlandeplätze usw., 3. Kartenmaterial 1:800000 oder, falls gewünscht, in größerem Maßstab mit Einzeichnung aller zu beachtenden Einzelheiten, 4. Triptyks für diejenigen Länder, die dem Triptykabkommen der FAI ange- schlossen sind. AO D- Ausland. Amerikanische Auch-Rekorde. Mr. Voelper ließ sich in seinem Heathsegelflugzeug auf 1200 m schleppen, hängte aus und führte 12 Loopings bis zur Landung aus. Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 215 Einen Loopingrekord für Damen stellte Miss Laura Ingalls über dem Flug- platz St. Louis mit 410 Loopings auf. Hiervon 344 ohne abzusetzen. Auf dem Flugplatz Roosevelt lernt man in einem Tag fliegen. Morgens wur- den drei junge Damen zum ersten Male in ihrem Leben geschaukelt, und vor dem Abendbrot hatten sie schon den ersten Alleinflug hinter sich. Paul Garten f, Flugzeugführer der Kanadischen Handelsfluggesellschaft, der während des Weltkrieges der Jagdstaffel des Freiherrn v. Richthofen angehörte, ist bei Porth Arthur (Ontario) mit seiner Maschine beim Ueberfliegen brennender Forsten abgestürzt und tödlich verunglückt. Garten war im Begriff, den Forst- beamten bei der Bekämpfung des Brandes zu Hilfe zu kommen, als er mitten in die Flammen stürzte. Der Schweizer Nationalrat hat die Flugzeugvorlage in der Gesamtabstim- mung mit 117 gegen 47 Stimmen angenommen. Wie der Vorsteher des Militär- departements, Bundesrat Minger, mitteilte, wird iedes neue Flugzeug durch- schnittlich 100 000 Franken kosten. Minger, der frühere Führer der Bauern- und Gewerbepartei, glaubte die pessimistische Ansicht äußern zu sollen, es könne 200 bis 300 Jahre dauern, bis der Völkerbund den Frieden zu sichern vermöge. Zur rechtzeitigen Kriegsbereitschaft gehöre aber vor allem die Ausbildung einer Luftwaffe gegen fremde Bomben- und Gasangriffe. Frankreich sehe im ordent- lichen Jahresbudget für das Flugwesen eine Summe von 300 Millionen schwei- zerischen Franken vor, das würden, auf die schweizerischen Verhältnisse über- tragen, jährlich 30 Millionen schweizerische Franken ausmachen. In der Flug- zeugvorlage würden aber nur 20 Millionen verlangt, die auf 5 Jahre zu verteilen seien. Ein sozialdemokratischer Antrag, die Flugzeugvorlage der Volksabstimmung zu unterstellen, wurde mit 122 gegen 53 Stimmen abgelehnt. Für diesen Antrag stimmten mit den Sozialdemokraten und den Kommunisten auch fünf Freisinnige und drei Sozialpolitiker. Ein Atlantikllug Ost-West wird von dem australischen Flieger Kingsiord Smith mit der Southern Cross vorbereitet. Smith beabsichtigt Ende Juni mit der „Southern Croß“, einem dreimotorigen Fokkerflugzeug, von Irland mit dem Ziel New York zu starten. Der Abflug soll jedoch nicht von Baldonell, sondern von einem anderen irischen Flughafen aus erfolgen, weil in Baldonell die seiner- zeit von Köhl benutzte Startbahn zu kurz ist. Smith hat sich für diesen Flug eine neue Besatzung zusammengestellt, die aus dem Holländer van Dyke als zweiten Piloten und dem Engländer Stannage als Funker besteht. Zur Zeit wird die „Southern Cross“ auf der Fokkerwerft in Amsterdam für den Atlantikflug überholt und ausgerüstet. Ein Londoner Stadt-Flughaien. Der Flugplatz Croydon liegt 15 km von dem inneren London entfernt. Für Luftreisende, welche aus dem Inneren Lon- dons den Platz erreichen wollen, geht sehr viel Zeit verloren. Es sind Bestre- bungen im Gange, um diesem Uebelstand abzuhelfen. Ein hierfür gebildeter Untersuchungsausschuß studiert die Verwendungsmöglichkeit des Regent Parks, des im Süden an die Themse grenzenden Battersea Parks oder des altberühmten Hyde Parks. Italienisches „Breda“-Schulflugzeug mit gegen Sicht geschlossenem Führer- raum für Blindflugschulbetrieb. Die Blindflugschulkurse hat die Fliegerschule „Breda‘“ für Mailand ein- gerichtet. Das Schulflug- zeug (siehe nebenste- hende Abbildung) besitzt die übliehen Instrumente für Blindflug, Geschwin- digseitsmesser, Gyro- meter, Induktionskompaß, Differenzialaneroid für Höhenbestimmung und akustischen Höhenmes- ser. Zur Zeit ist man da- mit beschäftigt, zu ver- suchen, diese Höhenmes- ser in einem Apparat zu vereinigen. Seite 216 „FLUGSPORT"“ Nr.12 Die Flugzeugtabrik Kapitalien Bulgarien, die s. Z. mit tschechoslowakischem Kapital gegründet worden war, wurde von der Societa Caproni gekauft. ” 67 Std. 15 Min. sind die italienischen Flieger Maior Umberto Maddelena und Lin. Fausto Cecconi in der Luft geblieben. Dieser Flug dient als Vorberei- tung zu einem Fluge von Rom zum Panamakanal und zum Pazifischen Ozean, den die Italiener im Sommer unternehmen wollen. Ein Fokker-Eindecker mit Zusatzilügeln soll demnächst herauskommen. Der Findecker trägt normal 6 Personen. Durch Aufsetzen eines weiteren Flü- sels als Doppeldecker soll die gleiche Maschine dann 10 Personen befördern. Bereits Farman hat 1909, um die Tragfähigkeit zu erhöhen, auf seinen Doppel- decker ein drittes Deck aufgebaut. Der Rundilug von Italien 1930 findet vom 15. bis 31. August statt, Veranstal- ter Reale Aero Club d'Italia, offen für Flugzeuge Kategorie I, Leergewicht gemäß der F. A. 1.-Bestimmungen, max. 400 kg, ein Uebergewicht von 20% ist zugelas- sen. Normal-Motorstärke 80 PS. Höhere PS-Stärken werden gehandicapt. Vom 20. bis 24. August Vorprüfungen. Beginn des Etappenfluges 25. August, Rom—S. Marino— Rimini, 1110,500 km, 27. August, Rimini—S. Dona di Piave—Venezia, 883 km, 31. August, Venezia—-Vicenza—Aosta— Torino, 684,700 km, 31. August, Torino _Grosseto—Rom (Flughafen Littorio), 726 km. Anmeldeformulare sind zu erhalten vom Reale Aero Club d'Italia, Commissariato Generale „Giro Aereo d’Italia 1930“, Rom, Via Piacenza, 6. Offizielle Mitteilungen des D.M.S.V. Die Flugsportvereinigung Heidelberg e. V. mit Akademischer Flie- gergruppe Heidelberg, Große Mantelgasse 24, hatte ihre Aufnahme in den D.M.S.V. beantragt. Die Aufnakmebedingungen sind erfüllt. Evtl. Einsprüche sind binnen zweier Wochen nach Ausgabe der vorliegen- den Nummer des „Flugsport“ zu erheben. Stamer. Modelle. Verein für Modellilug Dresden. Das 2. Modellwettfliegen findet erst am Sonntag, den 22. Juni, hier auf dem Heller statt. Zugelassen sind Modelle mit jeder Antriebsart und auch Segelmodelle. Meldeschluß ist am 17. Juni 1930. Berichtigung: Das Royal Air Force Display, Hendon, über welches wir in der letzten Nummer des „Flugsport“ berichteten, findet nicht am 18., sondern am 28. Juni statt. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Stellengesuche Maschinentechniker, 21 Jahre alt, gelernter Autoschlosser, Füh- rerschein 3b, sucht Stellung in Flugzeug- bau od. Reparatur. Angebote unter 2592 an die Expedition des „Flugsport , Frank- furt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Junger Ingenieur mit guten Zeugnissen sucht Stelle als Arbeiter im Metallflugzeugbau. 24 J. alt, Obersekundareife, 4 J. als Mecha- nicker tätig u. 3 J. auf dem Konstruktions- büro, Absolvent der Abt. f. Flugzeugbau am Kyffhäuser-Technikum. Angebote unt. 2594 an d. Exp. d. „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. An- und Verkäufe SPORTFLUGZEUG, 20-100 PS, Zulassung nicht unbedingt nötig, zu kaufen gesucht. Angeb. mit Kassapreis u. Lichtbild u. genauer Beschreibung über Zustand unter Nr. 2591 d. „Flugsport“, Frankfurt-M., Bahnhofsplatz 8. 1 DP Ha mit SH 5 (ca. 40 Betriebsstunden, geringe Reparaturen) 1 LVG B IH mit 100 PS Mercedes (überho- lungsbedürftig) 1 Motor 180 PS Mercedes D Illa (kompl. be- triebsfertig, jedoch ohne Magnet) wegen Aufgabe d. Flugbetrieb. für zus. 4500.- RM gegen bar sofort abzugeben. Angebote unt. Z. Z. 2593 an d. Exp. d. „Flug- sport“, Frankfurt-M., Bahnhofsplatz 8, erbet- „ETLUGSPORT" — Zu verkaufen eine Anzahl fabrikneuer INIHIIIIRUNIIIIININIIIIEIIGIITE INTRO. Siemens-FILUMOIDTE. INIINUINIIINLIIUI IIND 60 PS, fabrikneu. Preis je Stück 1200.- RM. Anzusehen: Prior 16 Alsterdamm, Hamburg 1.8.6.:Motor (1200GEM) ca. 10 Betriebsstunden, in betriebsfertigem Zustande zu verkaufen. Angebote unter 2589 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt a. Main, Bahnhofsplatz 8, erbet. Douglas 750 cm’ billig, gebraucht, in betriebsiertigem Zu- stande, zu verkaufen. Olferten unter Nr. 2528 des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahn- hofsplatz 8, erbeten. Leichtilugzeug Finsitzer, zum Training geeignet, ca. 1N00 Flüge ausgeführt, 600 ccm Douglas-Motor mit Metallpropeller, Leergewicht ca. 100 kg, sofort zu verkaufen. Angebote unter 2588 an die Expedition des „Flugsport“, Frank- furt a. Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Ingenieurschule Altenburg Thür, & Maschinenbau — Elektrotechnik Automobil- und Flugzeugbau Prospekt frei GEMEINNÜTZIGE . SPORTFLIEGERAUSBILDUNG zum Führerschein für Leichtflugzeuge - zum Führerschein „A“ zum Kunstflugschein auf den Fliegerschulen Berlin»Staaken, Böblingen i. Württbg. und Würzburg Ausbildungskosten von RM 750.- an Ausbildungszeit für den Führerschein A etwa 2!/s Monate, für den Führerschein für Leicht. flugzeuge etwa 6 Wochen. Deutsche Luftfahrt G. m. b. H. Berlin W 35, Blumeshof 17 Flugzeugmaterial Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stah!- schrauben, Anlaßmagnete, Schalter usw. Garantie für schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim Richter-Berlin NW 40, Altmoabit 19. Speziallieferant für die Luftfahrt-Industrie und Händler. ei Flugmodell- Werkstoffe Jllustr. Katalog 20 Pfg.» Wilhelm Zilch Frankfurt - Heddernheim, Im Heidenfeld 10 Birken-Flugzeug-Sperrholzplatten 3; bezw. mehrfach wasserfest verleimt 0,8, 1, 1.2, 1,5, 2, 2'/a, 3, 4, 3, 6—8 mm, sowie HOLZBLECH Iiefert sofort ab Lager: Georg Herte, Berlin-Charlottenburg 1 Wilmersdorferstr, 143/144 Fernsprech-Sammelnummer: C 4 Amt Wilhelm 5841 Telegr.» Adresse : Fliegerhölzer Berlin FAHRTMESSER ©-100 km/Sst, für Segelflugzeuge, modernste Ausführung, besondersleicht. AUTOFLUG, Berlin- Johannisthal Einheils - Schulmaschine Grunau 29 (Die Maschine für Anfänger) Einheils - Rumpimaschine Grunau 29 für Übungsbetrieb der Vereine Hochwertige Segelmaschinen sowie Beschläge für seibstbauende Vereine liefert Segel-Flugzeugbau Riesengebirge Edmund Schneider, Grunau (Riesengebirge) Vereinigte technische Lehranstalten des Technikum Mittweida Ingenieurschulen 2. Ausbildung im Maschinen» bau und der Elektrotechnik. Besondere Studiennläne fürAuiomobil- u.Flugtechnik Programm kostenlos vom Sekretariat. | für Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte,Flug- techniker, Flugmeister, Zeichner, Konstruk- teure, Flugingenieure, Flugzeugführer durch Theoretische Ausbildung | Fernschule Jena Fordern Sie Programm P. Abschlußzeugnis, Abschlußprüfung |\Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau GENIESSEN DRSTERTRAUEN DER WELT Selbst in Amerika, dem Lande der hochentwik- kelten Motorenindustr'e, werden Siemens-Flug- motoren benutzt. Das Bild zeigt das GOODYEAR - Luftschiff „PURITAN“ über den Wolkenkratzern New-Yorks. Es ist mit zwei SH 13 ausgerüstet. SIEMENS& HALSKE AG FLUGMOTORENWERK 7 BERLIN-SPANDAU Fl. 008 Iyp RS. Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor und jedes Flugzeugmuster passend, in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Kabelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G., Frankfurt a. M. N AULLILTTER ul. ®, N, a MM! GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN \ | VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. NN) Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 . Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 13 25. Juni 1930 XXI. Jahrgang __Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 9. Juli 1930 Ohne Leichtflugzeug kein Flugsport. Die Flugsportsaison hat begonnen. Wieder ist ein Jahr in’s Land gegangen, ohne daß die Entwicklung des billigen Sportflugzeugs einen merkbaren Schritt vorwärts gegangen ist. Das Interesse und die Be- geisterung ist vorerst noch künstlich durch die vorliegende Zeitschrift wach gehalten worden. Alle verfügbaren Mittel sind in andere Kanäle geflossen. Die Baugruppen, die sich sogenannte Sportmaschinen, Klein- flugzeuge, beschafften, sind finanziell in arge Bedrängnis geraten. Alles steckt tief in Schulden. Zu dem Bau eines solchen Leichtflugzeu- zes gehören, wenn man den Motorpreis miteinkalkuliert, RM 2500.—. Der Wille ist überall vorhanden, aber nicht die Mittel. Es ist fast ent- mutirend, wenn hier seit zwölf Jahren an dieser Stelle immer und im- mer wieder bis zum Ueberdruß gepredigt wird „baut Leichtflugzeuge“, und man nur taube Ohren findet. Man hat das Gefühl, daß doch nun endlich der Umschwung kommen muß. Leider fühlt man schon wieder Bestrebungen, um wieder auf veraltete Motorentypen zu verfallen. Dieser Schritt ist geeirnet, die Leichtflugzeugsache wieder zu diskre- ditieren und auf Jahre zurückzuwerfen. Es müßte verboten werden, Motoren über 30 kg, einsitzige Maschinen von über 100 ke Leergewicht zu bauen. Was kann denn wirklich passieren? Mehr Unfälle, wie wir bereits gehabt haben, werden wir auch nicht haben, und dann kommt die Sicherheit bei Ueberlandflügen. Die Fälle, wo aus der Luft ein Flugzetg abgestürzt ist und Menschen zu Schaden gekommen sind, können wir seit Beginn der Fliegerei an den Fingern abzählen. Man vergleiche hiermit die Unfälle auf der Landstraße, die durch Automo- bile und sonstige Gefährte verursacht worden sind. Im vorigen Jahre wurde von dem DLV von den Vereinen gefordert, RM 9000.— für ein Flugzeug aufzubringen. Wieviele RM 9000. — sind aufgebracht wor- Verehrte Leser des Flugspert! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das III. Vierteljahr 1930, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 7. Juli werden wir diese zuzüglich 30 Pfg. Spesen durch Nachnahme einziehen. Verlag „Flugsport“. Seite 218 „FLUGSPORT“ Nr. 13 den? — Was hätte man mit diesen Beträgen für die Schaffung und Bau von wirklichen Leichtflugzeugen leisten können. Das Jahr 1930 hätte einen anderen Verlauf genommen. Aber nur, weil von den füh- renden Stellen die Bedeutung des billigen Leichtflugzeuges nicht an- erkannt worden ist. In England hatte vor 6 Jahren die Leichtflugzeug- entwicklung (Wettbewerb Lympne) einen erfolgversprechenden An- fang genommen. Leider wurde durch die Verwendung von Motorrad- motoren die Entwicklung vcı dem richtigen Wege abgedrängt, man baute größere Motoren ein, und die Leichtflugzeugentwicklung war im Keim erstickt. Aehnlich ging cs in England seiner Zeit der Segelflug- bewegung. Serelflugzeue nuß Segelflugzeug, Leichtflugzeug muß Leichtflugzeug und Kleinfluszeug muß Kleinflugzeug bleiben. Hier müßten feste Grenzen, auch b>i der Ausschreibung von Wettbewerben, gezogen werden, nur dann wid es gelingen, die verschiedenen Sport- arten in der richtigen Weise zu entwickeln. Prof. Madelung danke ich an dieser Stelle für seine ermunternden einsichtsvollen Worte währchd der Segelflugtagung in Darmstadt rsinus. Amerikanisches Prest-Leichtflugzeug „Baby“. Prest, ein bekannter amerikanischer Flieger, hat einen kleinen Hochdecker mit Drei-Zylinder-Anzani gebaut, mit welchem er 162 km Geschwindigkeit erreichte. Dieses Flugzeug hat 7 m Spannweite und wiegt leer 195 kg. Durch die geschickte Anordnung eines viereckigen Rumpfes, bei dem die Diagonalen senkrecht bezw. wagrecht stehen, . ergeben sich sehr gute Verstrebungsmöglichkeiten, sowohl für den Flügel als für das Fahrgestell. Die Winkel für die Verstrebungen und Knotenpunkte zum Flügel, ebenso die Streben vom Fahrgestell und Rumpf werden verhältnismäßig groß und somit die Knotenpunktwiderstände verhält- nismäßie klein. Die Störung des Flügels durch den Rumpf infolge sei- ner starken Kielung ist gleichfalls gering. Ä Amerik. Prest-Leichtflugzeug „Baby“. Nr. 13 „rLUGSPORT“ Seite 219 Das Fahrgestell besteht aus zwei Halbachsen, die mit pneumati- schen Stoßdämpfern abgefedert sind. Focke-Wulf-Viersitzer-Taxi A 33 „Sperber“. Das Flugzeugmuster A 33 „Sperber“ stellt den neuesten Typ in der Reihe der von Focke-Wulf herausgebrachten Kleinverkehrsflug- zeuge dar. Es ist demnach als Weiterentwicklung der bewährten Mu- ster A 16 und A 16d anzusprechen, stellt aber hinsichtlich seiner bau- lichen Ausführung einen völlig neuen Entwurf entsprechend dem heu- tigen Stande der Flugtechnik dar. Mit dem „Sperber“ sollte ein besonders für die Bedürfnisse des Bedarfsluftverkehrs („Taxiluftverkehr‘) geeigneter Flugzeugtyp ge- schaffen werden. Die gewählte Ausführung als Kabinenflugzeug für 1 Führer und 3 Fluggäste mit einem Motor von 150 PS gestattet einen billigen Betrieb und die Einhaltung niedriger Flugpreise auch dann, wenn nur ein Teil der vorhandenen Sitzplätze ausgenutzt wird; ande- rerseits genügt solch ein kleines Flugzeug den im Bedarfsverkehr er- fahrungsgemäß vorhandenen Ansprüchen. Dabei sind die Raumver- hältnisse der Kabine beim „Sperber“ durchaus normal, so daß die ge- botenen Bequemlichkeiten nicht hinter denen größerer Verkehrsflug- zeuge zurückbleiben. Ebenso eignet sich der „Sperber“ besonders als Reiseflugzeug für den Privatmann. Die Möglichkeit, auch wenn der Besitzer nicht selbst Flugzeugführer ist, mehrere Begleiter mitzuneh- men, ist ein großer Vorteil, der das Flugzeug als Verkehrsmittel für Reisen überhaupt erst geeignet macht. Für den letztgenannten Zweck kann der „Sperber“ natürlich in jeder gewünschten Art ausgerüstet und, wenn auf einen Sitzplatz verzichtet wird, mit jeder Bequemlich- keit ausgestattet werden. Das erstgebaute Stück des „Sperber“ ist bereits bei der Norddeut- schen Luftverkehr A.-G. in Bremen als Taxiflugzeug in Dienst gestellt worden. Der Tragflügel besteht aus einem Stück und ist auf der Rumpf- oberseite mittels U-förmiger Beschläge und Stahlbolzen befestigt. Er hat ein dickes, nach außen hin dünner werdendes Profil und leichte V-Stellung dadurch, daß seine Oberseite gerade durchgeführt ist, wäh- rend die Unterseite entsprechend dem abnehmenden Profil nach oben gezogen ist. Die Flügelenden weisen die für die meisten Focke-Wulf- Flugzeuge charakteristische Zanonia-Form auf, deren Eigenschaften, wie die kürzlich mit dem Typ „Habicht“ angestellten Versuche gezeigt haben, in einer außerordentlichen Erhöhung der Querstabilität und Focke-Wulf-Viersitzer-Taxi A 33 „Sperber“ Seite 220 „rTLUGSPORT“ Nr. 13 deren Erhaltung bis über den Anstellwinkel des Höchstauftriebes be- stehen. Der Flügelaufbau zeigt als tragendes Glied einen viergurtigen, tOT- sionsfesten Kastenholm mit Gurten aus Kiefer sowie Stegen und Be- plankung aus Sperrholz. An diesen Kastenträger sind vorn und hinten Rippenteile aus Sperrholz angesetzt, die das Flügelprofil vervollstän- digen. Die Flügelnase ist mit Sperrholz beplankt wie der Kastenträger, der hinter dem Kastenträger liegende Flügelteil ist mit Stoff bespannt. Der Rumpf hat rechteckigen Querschnitt; auf der Oberseite ist er gewölbt, vor dem Flügel geht er in einen runden Querschnitt über, um die Verwendung einer Naca-Motorhaube zu ermöglichen. Der Füh- rersitz liegt hinter dem Motorvorbau unter der Flügelvorderkante; er ist mit Windschutzscheiben völlig verkleidet, und zwar so, daß ein guter aerodynamischer Uebergang vom Rumpf zum Flügel entsteht. An den Führerraum schließt sich der Fluggastraum an, der drei Sitze enthält und 3 m? Rauminhalt besitzt. Der Führerraum ist durch eine Wand von der Kabine getrennt und von dieser aus zugänglich. Der Einstieg erfolgt durch je eine Tür auf jeder Seite. Die Sessel sind in der Kabine gestaffelt eingebaut, so daß jeder Fluggast durchaus be- quem sitzt. Das Rumpffachwerk besteht aus verschweißten Stahlrohren; es ist im vorderen Teil durch Stahlrohrdiagonalen, im hinteren Teile durch Stahlkabel bzw. Stahldraht verspannt. Die Schweißstellen des Stahl- rohrfachwerks sind in der bei Focke-Wulf üblichen Art durch Ein- schweißen von Ueberlappungen und Stegen verstärkt. Der Rumpf ist mit Ausnahme des mit Leichtmetallblech verkleideten Buges mit Stoff bespannt, die Kabine ist außerdem mit Sperrholz ausgekleidet. Die Querruder sind an den Flügelenden angeordnet; sie sind nicht entlastet. Das Schwanzleitwerk zeigt gegenseitig und zum Rumpf ver- spannte Flossen, unausgeglichene Höhenruder und ein durch Aus- eleichsfläche entlastetes Seitenruder. Die Höhenflosse ist aus Sperr- holzholmen mit ebensolchen Rippen aufgebaut und hat Sperrholzbe- plankung zur Erzielung einer hohen Steifigkeit. Sämtliche Ruder be- stehen aus Stahlrohren und haben Stoffbespannung. Die Steuerung erfolgt in der üblichen Art durch Knüppel und Fuß- hebel über Winkelhebel, Rollen und Seile. Focke-Wulf- 4-Sitzer- Taxi A 33 „Sperber“, 145 PS Walter Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 221 Das Fahrwerk besteht aus zwei an einen Rumpfuntergurt ange- lenkten Achsen, die durch ein Zug- und Druckstrebenpaar gegen Rumpf und Flügel abgestrebt sind. Die zum Flügel laufende Strebe enthält die Federung, die aus Druckgummiringen besteht. Streben und Achsen bestehen aus Stahlrohren und sind tropfenförmig verkleidet. Als Motor wird normalerweise eingebaut ein 145 PS Walter „Mars“ (9 Zyl., Stern, luftgekühlt), da in Deutschland ein ähnlicher Motor in dieser Stärke nicht vorhanden ist. Es können jedoch auch andere Motoren ähnlicher Leistung eingebaut werden. Der Motorvor- bau besteht aus einem Stahlrohrfachwerk, an dem die Motorbolzen unmittelbar angreifen; durch Zwischenschaltung von Gummikonussen wird eine sehr gute Dämpfung der Motorvibrationen erzielt. Der Mo- vor ist so verschalt, daß er mit einer Naca-Haube abgedeckt werden ann. Die Brennstoffanlage besteht aus 2 Brennstoffbehältern von ins- gesamt 140 | Inhalt im Flügel mit Brennstoffzuführung durch natür- liches Gefälle. Der Oelbehälter von 15 1 Inhalt liest im Rumpf hinter dem Motor. Länge 9,65 m, Höhe 3,0 m, Spannweite 12,0 m, Tragfläche 22,0 m’, Rüstgewicht 670 kg, Zuladung: Führer 80 kg, Betriebsstoffe 120 kg, zahlende Nutzlast 250 kg, Fluggewicht 1120 kg, Flächenbelastung 50,9 kg/m”, Leistungsbelastung 7,72 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 165 kmh, Reisegeschwindigkeit 145 km/h, Landegeschwindigkeit 75 km/h, Gipfel- höhe 3000 m, dabei Steiggeschwindigrkeit 0,5 m/Sek., Steiggeschwin- digkeit bei y = 1,1 1,5 m/Sek., Steigzeit auf 1000 m 8,0 Min., Start- strecke bis 20 m Höhe 465 m. — Preis mit 145 PS Walter RM 30 000.—. Amerikanischer Tandem-Eindecker „Cruisader“. Dieser eigenartige Tandem-Eindecker, gebaut von G. Fernic, be- steht aus einem Haupttragflügel und einem nach vorn und oben ge- staffelten kleineren Vorderflügel. Die Spannweite des letzteren ist halb so groß wie die des Hauptflügels und der Flügelinhalt 34 kleiner. Der Abstand von Hinterkante Vorderflügel bis Vorderkante Hauptflügel beträgt 30% der größten Flügeltiefe des Hauptflügels. Der Anstell- winkel des vorderen Flügels ist geringer als der des Hauptflügels, und zwar minus 2 Grad. Durch diese Anordnung und die Staffelung nach oben wird der Hauptflügel nicht so stark beeinträchtigt werden wie bei gewöhnlichen Tandemfluszeugen. Durch den geringen Abstand des vorderen Flügels soll das gesamte Flügelsystem wie ein Schlitz- flügel wirken. Der Schwerpunkt liegt zwischen den beiden Flügeln. Das Fahrgestell besteht aus zwei Rädern unter dem Schwerpunkt und einem davorliesenden Stoßrad. Durch die Anordnung des Stoßrades können die Bremsen der beiden Hinterräder, damit die Maschine nicht über Kopf geht, stark betätigt werden. Eine Schwanzkufe ist, da das Fahrgestell auf allen drei Rädern läuft, nicht nötig. Luftkräfte gegen Ueberziehen beim Tandem-Eindecker „Cruisader“. Durch die aufwärts gerichteten Luft- strömungen (a) des Hauptflügels wird der Vorderflügel unter einem größeren Anstell- winkel von der Luft getroffen. II Durch die abwärts gerichteten Luft- — I AH Tom strömungen (b) (gestrichelt dargestellt) des GUN ” Vorderflügels werden die Luftwirbel auf der Oberseite des Hauptflügels gedämpft wie bei einem Schlitzflügel. Seite 222 „FLUGSPORT“ Nr. 13 Amerik. Tandem-Eindecker „Cruisader“. Die Flügel mit Kastenholmen in Holzkonstruktion, mit Leinwand bespannt, sind freitragend. Rumpf Stahlrohr mit Leinwand bespannt. Spannweite Vorderflügel 3,8 m, Hauptflügel 7,6 m, Flügelinhalt Vorderflügel 2 m?, Hauptflügelinhalt 9 m?, Flügelschnitt U.S. A. 35-A, Leergewicht 400 kg, Gesamtgewicht 620 kg, Benzin 135 1; Oel 123,5 1, Höchstgeschwindigkeit 175 km, mittlere Geschwindigkeit 152 km, Lan- degeschwindigkeit 55 km. Motor Rover Vierzylinder 75 PS. De Havilland-Jagdeinsitzer ‚Intercepter“. Dieser von De Havilland Aircraft Ltd. gebaute Jagdeinsitzer ist mit dem neuen 300-PS-Napier-H-Motor ausgerüstet. Die stark V-för- mig gestellten Flügel des Tiefdeckers sind gegen die Oberseite des Rumpfes durch verkleidete V-Streben abgestrebt. Rumpf Duralumin mit Holzschotten mit Leinwand bespannt. Auf der Unterseite des Flü- gels greifen an den Strebenknotenpunkten die Fahrgestellstoßstreben an. Auffallend ist die große Spurweite des Fahrgestells. Der Stirnwider- stand ist, wie die Abbildung erkennen läßt, durch die Verwendung des Napier-A-Motors außerordentlich gering. Dieses Flugzeug, welches be- reits auf dem Flugplatz Martlesham Health, Suffolk, versucht wurde, soll das schnellste Jagdflugzeug sein, welches bis jetzt existiert. Während des Royal Air Force Display in Hendon am 28. Juni wird die Maschine vorgeführt. Spannweite 9,2 m, Länge 7,3 m, Höhe 2,2 m. Gesamtgewicht 1080 kg. nn | PATENTSAMMLUNG 1930 | des NZ Band Ill No. 24 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 497618; 498712, 860; 499275, 426, 560. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- ilächen und Kraftantrieb, Gruppe 3—24). b 3 Pat 499426 v. 11. 11. 28, veröff. 6. 6. 30. Arado-Handels-G. m, b. H. Warne- münde. Verstellbarer Führersitz, insbesondere für Fingzenge, Kraftwagen n. dergl. Bei Kraftfahrzeugen, in der Hauptsache bei Flug- zeugen, ist es vielfach erwünscht, die Lage des Füh- rersitzes zu den Steuerungsorganen zwecks bequemerer Handhabung der Steuerungsorgane durch den Führer veränderlich zu gestalten. Während beim Kraft- wagen in der Hauptsache die Veränderlichkeit sich auf die horizontale Entfernung vom Steuerorgan zum Führersitz beschränkt und weniger häufig ein Ver- stellen in der Senkrechten in Frage kommt, ist beim Flugzeug der Wunsch nach einer Verstellbarkeit so- wohl in der Horizontalen als auch in der Senkrechten fast in allen Fahrzeugen vorhanden, um einmal eine bequemere Handhabung der Steuerorgane zu erreichen und zweitens bei Start und Landung durch Hochstel- len des Sitzes, namentlich in an sich hochgebauten Flugzeugen, eine bessere Sicht zu erhalten. Bisher war ein solches Verstellen mit wenigen Ausnahmen nur dann möglich, wenn der Sitz frei war. Die Sitze mußten also vor dem Fluge oder vor der Benutzung des Kraftfahrzeuges dem Wunsch des Füh- rers entsprechend eingestellt werden. Die wenigen Ausnahmen beziehen sich auf Sitze, die allerdings in einer Richtung während der Benutzung verstellbar waren, aber dabei den Nachteil hatten, daß die Be- wegungsrichtung zum Verstellen entgegengesetzt der Verstellung des Sitzes erfolgte. Nun ist gerade die Forderung, daß die Aufmerksamkeit des Führers auch beim Verstellen des Sitzes in keiner Weise von der Führung des Kraftfahrzeuges abgelenkt werden darf, bei diesen Sitzen nicht berücksichtigt worden, da immerhin eine gewisse Ueberlegung dazu gehört, eine der gewünschten Bewegung entgegengesetzte Kraft- ausübung zum Verstellen des ‚Sitzes auszuführen. Zweckmäßiger und die Aufmerksamkeit des Führers weniger in Anspruch nehmend ist eine rein mecha- nische Bewegung, bei der Kraftausübung und ge- wünschte Bewegung des Sitzes die gleiche Richtung haben. Eine solche Bewegung wird die Aufmerksam- keit des Führers in keiner Weise mehr zum Verstellen des Sitzes in Anspruch nehmen. Dies ist eine bisher unerfüllt gebliebene Forderung, die insbesondere beim Flugzeugbau von jeher aufgestellt worden ist, zumal bei Flugzeugen die Forderung nach besserer Sicht während des Fluges plötzlich auftauchen kann. Patentansprüche: 1. Verstellbarer Führersitz, insbesondere für Flug- zeuge, Kraftwagen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der Sitzfläche sowohl nach vorn oder hinten als auch nach oben oder unten während der Benutzung des Sitzes durch Druck- oder Zug- bewegung erfolgt, die in Richtung der jeweils gewoll- ten Sitzverschiebung vorgenommen wird. 2. Führersitz nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß an einem mit dem Fahrzeug fest ver- bundenen Rahmen (i) ein nach oben und unten schwenkbares Zwischenglied angelenkt ist, auf dem die Sitzfläche (a) mittels Stellhebels vor- und rück- wärts verschiebbar gelagert ist. b5 Pat. 498860 v. 28. 5. 29, veröff. 26. 5. 30. Dr.-Ing. Alfred King, Stuttgart. Schwanzloses Flugzeug, dessen Flügel in einer nach vorn offenen Pfeilform angeordnet sind. Die theoretische und experimentelle Flugtechnik setzt uns heute in die Lage, ein Drachenflugzeug bis auf geringe Abweichungen in seinen Leistungen vor- auszuberechnen. -Die Wichtigkeit der Herabsetzung der Widerstände zur Leistungserhöhung ist allgemein bekannt. Bei der Berechnung werden die Wider- stände der Auftrieb erzeugenden Tragflächen getrennt von den übrigen schädlichen Widerständen erfaßt. Die Widerstände der Tragflächen selbst sind bei allen Drachenflugzeugen unvermeidlich und können inner- halb beschränkter Grenzen durch richtige Auswahl des Profils, der Tragflächenumrisse und der Tragflächen- anordnung nur noch beeinflußt werden. Zu den schädlichen Widerständen rechnet man die Wider- stände aller anderen Zwecken als der Auftriebserzeu- gung dienenden Teile, z. B. des Rumpfes, des Fahr- werkes, der Motoreneinbauten usw. und der Steue- rungs- und Stabilisierungsflächen bei den üblichen An- ordnungen derselben hinter dem Tragwerk. Eine ein- zelne Fläche mit dem gebräuchlichen, nach oben ge- wölbten Profil ist immer instabil, d. h. die Druck- punktwanderung bei der Störung einer Gleichge- wichtslage, bei welcher die Luftkraftresultierende durch den Schwerpunkt geht, ruft Momente hervor, welche das System noch weiter aus der Gleichge- wichtslage zu entfernen suchen. Zur Stabilisierung des Tragwerkes wurde nun dem Vorbilde der Natur, den Vogel entsprechend, eine Stabilisierungsfläche an- gewendet, welche als Schwanzfläche hinter dem Tragwerk liegt. Diese Form des Drachenflugzeuges mit hintenliegendem Schwanzleitwerk hat sich all- mählich als Normaltyp herausgebildet, obwohl die Verringerung des Gesamtleistungswirkungsgrades durch diese Anordnung auf der Hand liegt. Die Anordnung Seite 94 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 24 des Leitwerkes vor dem Tragwerk, das Entenflugzeug, konnte sich dagegen nicht durchsetzen, obwohl hier die Leistungsverminderung wegfiel, weil das Leitwerk zum Gesamtauftrieb beitrug. Der Grund dafür liegt u. a. im statistischen Aufbau, in den ungünstigen Sicht- und Armierungsverhältnissen bei Kriegsflugzeu- gen u. del. Die Nachteile des normalen Rumpfflugzeuges mit hintenliegendem Leitwerk treten mit zunehmender Verfeinerung der aerodynamischen Gestaltung und mit der Vergrößerung der Flugzeuge immer mehr in Erscheinung. Aus Gründen der Stabilität und Steuer- barkeit sind große Teile des leitwerktragenden Rump- fes zur Unterbringung von Lasten nicht mehr auszu- nutzen. Diese Nachteile können durch ein schwanz- loses Einflächenflugzeug vermieden werden, voraus- gesetzt daß es gelingt, die Fläche zu stabilisieren und in jeder Lage steuerbar zu erhalten. Der erste Versuch eines leitwerklosen Flugzeuges wurde von Dunne unternommen. Eine starke Pfeilform nach hin- ten sollte in Verbindung mit einer verwindbaren Fläche die Stabilität und in beschränktem Maße auch die Steuerbarkeit sichern. Wenn auch bei diesem Flugzeug der schädliche Widerstand eines nur der Verbindung zwischen Tragfläche und Leitwerk die- nenden Rumpfes und eines besonderen Leitwerkes wegfiel, so konnte es sich doch wegen seiner nicht alle Anstellwinkel und Fluglagen umfassenden Steuer- barkeit nicht durchsetzen. Dazu kommt, wie auch bei späteren ähnlichen derartigen Konstruktionen, bei welchen die der symmetrischen Steuerbarkeit und Stabilisierung dienenden Organe hinter dem Schwer- punkt angeordnet sind, der Nachteil der ungünstigen Leistungsbeeinflussung, welche die des normalen Rumpfflugzeuges mindestens erreicht und sie bei glei- cher erstrebter Ruderkraft noch übertrifft. Der näch- ste Schritt zur Beseitigung der erwähnten Nachteile des Flugzeuges ohne eigentliches Leitwerk mit den- selben Nachteilen der Leistungsverminderung durch die Steuerungsorgane für die symmetrischen Bewe- gungen vor dem Schwerpunkt entsprechend der Zwei- flächenanordnung bei der Ente. Die primitivste Form eines derartigen Flugzeuges wäre die in der eng- lischen Patentschrift 203654 veröffentlichte Anordnung einer nach vorn gestellten pfeilförmigen Fläche mit den Steuerungsorganen der symmetrischen Bewegun- gen vor dem Schwerpunkt. Bei der Entstehung und Begründung der englischen Erfindung wurde aller- dings dieser Vorteil nicht erkannt und konstruktiv ausgewertet, was aus der eingezeichneten gleichzei- tigen Verwendung von Organen zur symmetrischen Steuerung hinter dem Schwerpunkt (innenliegende Klappen) hervorgeht, welche die obenerwähnten Nach- teile der Leistungsverminderung bringen. Eine we- sentliche Verbesserung bedeutet die Ausbildung und Gestaltung eines Flugzeuges ohne besonderes Leit- werk nach den im folgenden angegebenen Richtlinien. Das Ziel der Erfindung ist ein Flugzeug, welches in jeder Lage und bei iedem Anstellwinkel des Flug- bereiches zwischen den absoluten Höchstwerten des Normalkraftbeiwertes einwandfrei steuerbar ist. Hin- sichtlich der symmetrischen Stabilitätseigenschaften. soll es dem normalen Rumpfflugzeug mindestens eben- bürtig sein. Die schädlichen Widerstände eines nur der Steuerung und Stabilisierung dienenden beson- deren Leitwerkes sollen vermieden werden. Die Sicht und die Armierungsmöglichkeiten sowohl in Be- ziehung auf Angriff als auch Verteidigung sollen bes- ser sein als die des normalen Flugzeuges. Die Träg- heitsmomente um die Quer- und Hochachse sollen zur Erzielung größerer Wendigkeit absolut kleiner werden als beim normalen Flugzeug und zur Vermei- dung des Trudelns von gleicher Größenordnung mit dem Trägheitsmoment um die Längsachse sein. Die Steuerwirkung soll deshalb bei verhältnismäßig klei- nen Ruderkräften groß sein. Der aerodynamische Gesamtwirkungsgrad soll besser sein als der normaler Flugzeuge und dem mit dem Drachenflugzeug erreich- baren nahekommen. Das den Gegenstand der Erfindung bildende Flug- zeug ist in der Zeichnung dargestellt. Eine Tragfläche bildet in ihrem mittleren Teil ein in der Flugrichtung nach vorn offenes V. Die äuße- ren Enden der Tragflächen bilden in der Verbindungs- linie der Punkte, welche gleiches Verhältnis ihres Abstandes von der Vorderkante zur Flächentiefe ha- ben, mit der Symmetrieebene des Flugzeuges einen Winkel von 900 oder haben nur eine geringe Ab- weichung nach oben oder unten von dieser Stellung. Die äußeren Teile tragen in bekannter Weise Klap- pen, welche bei gleichsinniger Bewegung die Höhen- und Tiefensteuerung, bei ungleichsinniger Bewegung die Quersteuerung bewerkstelligen. Die Flächenprofile der Tragflächen werden zweckmäßig symmetrisch ge- wählt, damit in allen Lagen die höchste Steuerwir- kung erzielt wird und das Sturzflugmoment ver- schwindet. Bei Verzicht auf höchste Steuerbarkeit in allen Lagen können die inneren Teile auch ein gewölbtes Profil haben, während die äußeren Teile zweckmäßig auch dann noch symmetrisch gestaltet werden. Das Verhältnis der inneren, nach vorn pfeil- förmigen Teile zu den äußeren, ohne Pfeilform oder nur mit geringer positiver oder negativer Pfeilform angeordneten Teilen und der Grad der Pfeilform ist durch die Stabilitätsforderung bei gegebener Schwer- punktlage festgelegt. Dabei muß und kann auch ohne weiteres den statischen, dynamischen und aero- dynamischen Forderungen nach der Konzentration der größeren Flächeninhalte auf die inneren Teile Rech- nung getragen werden. Die Abbildung zeigt eine die- sen Gesichtspunkten entsprechende Formgebung und Flächenverteilung. Die hier nicht eingezeichneten und auch die eigentliche Erfindung nicht berührenden Sei- tenleitwerke werden zur Verringerung des induzierten Widerstandes zweckmäßig als Endscheiben mit spreiz- baren Hinterenden ausgebildet. Wenn diese Anord- nung bei der insymmetrischen Stabilität sich störend bemerkbar macht, können die Seitenleitwerke auch von den Flächenenden nach rückwärts gegen die Querachse durch den Schwerpunkt verschoben wer- den. Es ist auch möglich, diese Rückverlegung des Seitenleitwerkes durch Pfeilform der äußeren Teile nach rückwärts zu erzielen. Immerhin bleibt auch in Beziehung auf die unsymmetrische Stabilität gegen- über dem Flugzeug mit Pfeilform nach vorn über die ganze Spannweite immer ein Vorteil bestehen. Die beste Steuerbarkeit in allen Fluglagen wird erzielt durch die Verwendung eines symmetrischen Profils für die inneren und die äußeren Flächenteile. Durch Verwendung eines symmetrischen Profils wird auch das Sturzflugmoment Null, so daß auch in dieser Nr. 24 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 95 Lage die Steuerbarkeit keine Schwierigkeiten macht. Die Symmetrie der äußeren Flächenteile gewährleistet bei gleichsinnigem (Höhenruder) und ungleichsinnigem (Querruder) Ausschlag den höchsten Wirkungsgrad, weil durch Erhöhung der Wölbung mit Hilfe der Klappen der Auftriebsbeiwert beim symmetrischen Profil am meisten gesteigert werden kann. Eine eingehende Untersuchung der gesamten dy- namischen Stabilität ergibt, daß die beim entspre- chenden normalen Flugzeug auftretenden Schwer- punktschwingungen bis zu sehr hohen Anstellwinkeln beim oben beschriebenen schwanzlosen Flugzeug be- deutend stärker gedämpft sind. Die Längsstabilität ist deshalb besser als beim normalen Flugzeug. Die Leistungsverbesserung wird durch Wegfall eines be- sonderen Leitwerkes (Widerstandsverminderung) und durch die im gleichen Sinne wie die eingeleitete Aenderung der Luftkräfte am Tragwerk wirkenden Ruderkräfte erreicht. Durch die Möglichkeit der Sitzanordnung für den Führer vor dem mittleren Tragflächenteil und durch die fehlende Pfeilform der äußeren Teile wird das Sichtfeld bis in die Nähe des Idealfalles erhöht. Durch die gleiche Größenordnung der Trägheits- momente um die Hoch- und Längsachse einerseits und durch die kleine absolute different der Trägheits- momente um die Längs- und Querachse andererseits ist eine Trudelgefahr ausgeschlossen (s. Report 47 Aeronautical Research Institute Imperial University Tokyo, King, Flugeigenschaften beim Trudeln). Die größere Wendigkeit wird durch die Verringerung der Trägheitsmomente und die Erhöhung der Ruderkräfte gewährleistet. Patentanspruch: Schwanzloses Flugzeug, dessen Flügel in einer nach vorn offenen Pfeilform angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Flügelteile senkrecht zur Symmetrieebene des Flugzeuges stehen oder mit ihr eine geringe positive oder negative Pfeilform bilden und daß sie an ihrer Hinterkante Klappen tragen, welche in an sich bekannter Weise gleich- sinnig oder im entgegengesetzten Sinne verstellt werden. b 18 Pat. 498712 v. 5. 3. 29, veröff. 28. 5. 30. Dornier-Metallbauten G. m. b. H., Friedrichshafen a. B. Flugboot mit über dem Tragflügel angeordneten Motoren. Patentansprüche: 1. Flugboot mit über dem Tragflügel angeordneten Motoren, dadurch gekennzeichnet, daß diese durch einen parallel zur Tragfläche angeordneten Maschinen- kontrollgang verbunden sind, der auch Räume für Betriebsstoffe und für das Maschinenpersonal- enthält. 2. Flugboot nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Verkleidung des Kontrollganges die Form einer Tragfläche erhält. b 18 Pat. 499275 v. 23. 12. 23, veröff. 4. 6. 30. Sven Lindequist, Berlin. Durch Brennkraftmaschinen angetriebenes Flugzeng für Höhenflüge. Die Erfindung betrifft ein durch Brennkraftmaschi- nen angetriebenes Flugzeug für Höhenflüge. Bei diesen Flugzeugen ist es wichtig, daß die Brennkraftmaschine nicht zu stark gekühlt wird, da sonst der regelmäßige Lauf derselben gestört wird. Insbesondere besteht die Gefahr, daß bei der üblichen Anordnung die Kühlluftzuführungen vereisen, so daß die Kühlung unterbrochen wird. Außerdem kann auch durch zu kalte Zuführung von Verbrennungsluft die Zündung in Frage gestellt werden. Patentansprüche: 1. Durch Brennkraftmaschinen angetriebenes Flug- zeug für Höhenflüge, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftzuführungen zur Brennkraftmaschine mit Vor- wärmvorrichtungen versehen sind, die in Abhängig- keit von der Flughöhe in Tätigkeit gesetzt werden. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß gegebenenfalls neben einer abschalt- baren Zuführungsvorrichtung für nicht vorgewärmte Kühlluft, deren Fördermenge durch geeignete be- kannte Stellmittel regelbar ist, eine mit gleichblei- bender Luftmenge arbeitende Kühlluftzuführung mit regelbarer Vorwärmung vorgesehen ist, die durch die Abgase des Motors beheizt wird. 3. Flugzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Regelung der Vorwärmung mittels eines in die Kühlluftzuführung eingebauten Ventils (G) erfolgt, mittels dessen der Luftstrom wahlweise durch nicht (H) oder verschieden beheizte Kanäle (I, I) geleitet wird. 4. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß an der Motorsaugrohrmündung (N) ver- änderliche Stau- und Abschirmflächen (P, O0) vor- gesehen sind, durch die die Luftgeschwindigkeit vor der Saugrohrmündung gemindert und die Minderung der Luftgeschwindigkeit der Höhenlage und Ge- schwindigkeit des Flugzeuges angepaßt werden kann. Seite 96 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 24 Flugzeugunterbau (Gr. 40—47). b40#: 499560 v. 11. 3. 28, veröff. 7. 6. 30. Elektronmetall G. m. b. H., Cantıstatt- Stuttgart.*) Ziweiteiliges Scheibenlanfrad für Fiugzenge. . Patentansprüche: 1. Zweiteiliges Scheibenlaufrad für Flugzeuge, bei dem der Felgen- und der Nabenrand mit -Augen zur Aufnahme der Verbindungsbolzen und der Zentrier- flächen versehen sind, dadurch gekennzeichnet, dab die Achsen der Bohrungen für die nächst der Felge Abb4. \d [3 angeordneten Verbindungsbolzen auf einem Kreise liegen, der genau oder nahezu mit dem größeren Zen- trierkreis zusammenfällt. 2. Rad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Augen in der im Zentrierkreis liegenden Rich- tung breiter gehalten sind als in der Richtung nach der Radachse hin. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Karl König, Stuttgart. b43 Pat. 497618 v. 8. 2. 28. veröff. 14. 5. 30. N.V. Algemeene Octrooi Ex- ploitatie Maatschappii, Rotterdam. Schwimm- körper für Wasserfingzenge. Wasserflugzeuge mit hoher Flächenbelastung er- fordern eine scharf gekielte Bodenausbildung der Schwimmkörper, damit bei. den hohen Start- und Landegeschwindigkeiten ein keilartiges Aufschneiden des Wassers erfolgt. Eine scharfe Kielung ver- schlechtert aber den beim Starten benötigten hydro- dynamischen Auftrieb, weshalb man bereits vorge- schlagen hat, die vor der ersten Stufe liegenden Bo- denflächen nach der Kimme zu hohlkehlartig auszu- bilden, d. h. die Kimme geringfügig herabzuziehen, um in den dadurch gebildeten Kanälen ein Zusammen- halten der Wasserfäden und damit eine Verbesserung der Abhebeeigenschaften des Bodens zu erzielen. Untersuchungen haben gezeigt, daß diese Ausbil- dung nicht mehr ganz befriedigt, wenn die Flächen- belastung noch weiter heraufgesetzt wird. Ein der- artiges Flugzeug läuft bei einer gewissen Geschwin- digkeit wohl ruhig auf die Stufe, springt jedoch bei weiterer Geschwindigkeitszunahme infolge des zu großen hydrodynamischen Auftriebes aus dem Was- ser. Der aerodynamische Auftrieb genügt aber in diesem Augenblick noch nicht, das Flugzeug in der Luft zu halten. Es fällt daher wieder in das Wasser zurück und sinkt dabei infolge der scharfen Kie- lung so tief ein, daß der hydrodynamische Auftrieb wieder zu groß wird. Dieses Spiel wiederholt sich unter Umständen mehrere Male, und der Start gelingt nur dann, wenn die Motorleistung stark genug ist, um das Flugzeug trotz des beim Zurückfallen in das Wasser jeweils eintretenden Abbremsens bis zum Eintritt der reinen aerodynamischen Auftriebswirkung zu beschleunigen. Die Startverhältnisse werden nun wesentlich ver- bessert, wenn man das Zurückfallen des Flugzeuges verhindert bzw. Mittel vorsieht, die das zurückfal- lende Flugzeug nicht tief in das Wasser eintauchen lassen. Patentansprüche: l. Schwimmkörper für Wasserflugzeuge, der nach dem Bug sich verjüngt und dessen Boden infolge starker Kielung eine erheblich oberhalb des Kieles liegende Kimme aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß kurz vor der ersten Stufe des Schwimmkörpers aus dessen Bodenfläche beiderseits in der Nähe des Kieles Gleitflächen herauswachsen, welche nach hin- ten zu mehr und mehr hervortreten und an der Stufe etwa in der Höhe der Kiellinie enden. 2. Schwimmkörper nach Anspruch 1, dadurch ge- l.ennzeichnet, daß die Kimme der Gleitilächen in zur Kiellinie parallelen Senkrechtebenen liegt. 3. Schwimmkörper nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Gleitflächen durch hohl- kehlartige Krümmung beiderseits des Kieles nach un- ten offene flache Rinnen bilden und mit ihrer Kimme vorzugsweise in gleicher Höhe mit dem Kiel an der Stufe enden. 4. Schwimmkörper nach Anspruch 1 oder 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Gleitflächen nach der Stufe zu sich zusammenschließen und einen einzigen nach unten offenen Kanal bilden. 5. Schwimmkörper nach Anspruch 1 oder folgen- den, dadurch gekennzeichnet, daß seine Bodenflächen durch hohlkehlartige Krümmung in der Nähe der höher als der Kiel liegenden Kimmen eine das Was- ser nach unten umlenkende Ausbildung aufweisen, die sich insbesondere auch seitlich der Gleitflächen vor- findet. 6. Schwimmkörper nach Anspruch 1 oder folgen- den, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Bo- denunterseite kurz vor der Stufe etwas herabgezogen ist, so daß sowohl die eigentlichen Bodenflächen wie auch die Gleitflächen eine schärfere Anstellung ge- gen die Strömungsrichtung erhalten als die vor ihnen liegenden Bodenflächen. Pat.-Samml. Nr. 24 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 13, am 25. 6. 1930 veröffentlicht. Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 223 De Havilland-Jagdeinsitzer „Intercepter‘ mit 16 Cyl. 300 PS Napier Napier 300 PS Iuftgekühlter H-Motor. Soeben ist von dem englischen Air Ministry eine nee Motoren- konstruktion von Napier, Konstrukteur Halford, 16 Zylinder luftgekühlt in H-Form zur Veröffentlichung freigegeben worden. Wir sind in der Lage, nebenstehend eine Abbildung dieses neuen Motors, welcher 300 PS leistet, zu veröffentlichen. Durch die Anordnung der 16 Zy- linder in vier Reihen, davon 2 Reihen nebeneinander, besitzt der Mo- tor einen geringen Luftwiderstand. Je vier übereinanderliegende Zy- linder arbeiten auf eine Kurbelwelle und diese mit Untersetzung auf die Schraubenwelle. Napier 16 Cyl. ” Vier- Reihen luft- gekühlter H-Motor 300 PS Der Motor ist versuchsweise in einen De-Havilland-Tiefdecker- Kampfeinsitzer eingebaut und bereits versucht worden. Der Vorverdichter sowie die beiden Zündaggregate für die Zylin- derreihen liegen hinter dem Motor. Gewicht 280 ke; ' Seite 224 „FLUGSPORT“ Nr. 13 Selbsttätig wirkende Fallschirme. Der tragische Absturz Nehrings am 16. April hat die Aufmerksamkeit der Fachleute erneut auf den unentbehrlichen Fallschirm gelenkt. Nehring stürzte mit der Maschine in die Tiefe, da er, offenbar bewußtlos geworden, sich nicht mehr von seinem Anschnallgurt befreien konnte; jedoch sein Begleiter, Dr. Steinhäuser, rettete sich mit Heinecke-Fallschirm. Richtiger xesagt: Der Fallschirm rettete ihn. Denn bevor er zur Besinnung kam, bevor er einen Entschluß fassen konnte, war schon alles geschehen. Nehring hatte das Flugzeug aus dem Sturzflug abzufangen versucht, da brach unter dem ungeheuren Druck der linke Flügel, die Maschine kippte, überschlug sich, schleuderte mit rasendem Schwung den Piloten nach außen, so daß der Anschnallriemen riß und den Körper freigab, — dies alles das Werk einer Sekunde, und ehe ein Gedanke sich formen konnte, hatte der treue Fallschirm sich schon vorschriftsmäßig ent- faltet und trug nun den Geretteten sicher abwärts. Es ist ein klassisches Beispiel für die Wirkungsweise des automatischen Fallschirms, der durch eine Aufziehleine mit dem Flugzeug verbunden ist und beim Hinausspringen oder Hinausstürzen des Piloten außerhalb des Gefahren- bereiches des Flugzeugs selbsttätig zur Entfaltung kommt, dadurch daß die Leine sich straff spannt, den Verpackungssack am Körper des Piloten öffnet und den Schirm herausbefördert, worauf dann die Verbindung zwischen Leine und Schirm sich löst. Hier wird vom Piloten keinerlei Ueberlegung oder Tätigkeit gefordert; auch der Besinnungslose oder Schwerverletzte kann gerettet werden, wenn er nur vom Flugzeug freikommt. Daß dies geschieht durch Reißen des Anschnallriemens, ist ein besonderer Fall, und wenn auch gesagt werden muß, daß dies Reißen für Dr. Steinhäuser vielleicht die Rettung bedeutet hat und er sonst vielleicht Nehrings Schicksal geteilt hätte, — so leuchtet doch ein, daß bei der Konstruktion der Anschnall- gurte solche Möglichkeiten keinesfalls ins Auge gefaßt werden dürfen, vielmehr müssen die Gurte so fest sein, daß sie allen auftretenden Belastungen gewachsen sind und ihr Verschluß sich keinesfalls von selbst lösen kann. Andrerseits muß das Lösen des Verschlusses mit einem Griff und mit so geringer! Kraftanwendung möglich sein, daß es im Ernstfall selbst Geschwächten und Verletzten noch gelingt. (Dies ist der Konstruktionsgedanke des Ahangu, den Nehring und Dr. Steinhäuser nicht benutzt haben.) .. Hätten wir eine Heeres- und Marinefliegerei, so wäre es nicht nötig, auf solche Einzelheiten einzugehen: sie wären nicht nur den Fachkreisen, sondern selbst dem großen Publikum vertraut. Denn Heeres- und Marineflieger müßten natürlich dauernd im' Gebrauch der Fallschirme geschult werden und auch immer wieder exerziermäßig Uebungsabsprünge ausführen. Dann hätten wir eine große, sich dauernd vermehrende Zahl Flieger, die gründlich mit dem Rettungsgerät ver- traut sind, und die Kenntnis seiner Wirkungsweise würde durch sie in die brei- ten Massen getragen. Wie ist es statt dessen bei uns? Die schulmäßige Ausbildung im Gebrauch des Fallschirms beschränkt sich auf wenige Stellen, ihre Arbeit dringt nicht in die Breite. on Ebensowenig kann es den privaten Fallschirmspringern, die bei Flieger- veranstaltungen häufig ihre Künste zeigen, gelingen, dem großen Publikum Kennt- nis des Geräts und Verständnis für seine Bedeutung im Ernstfalle zu vermitteln. Das Publikum interessiert sich naturgemäß bei diesen Absprüngen gar nicht für das Wie, sondern nur für das Was und drängt so die Piloten dazu, immer neue sensationelle Leistungen zu bieten; und wenn dann infolge leichtsinniger Hand- habung des Gerätes einmal ein Unglücksfall sich ereignet, so ist das Urteil schnell fertig: Der Schirm hat versagt, und es ist dann beim Publikum genau das Gegen- teil von dem erreicht, was vernünftigerweise hätte erreicht werden sollen. Nach Lage der Dinge bleibt es also allein der Presse vorbehalten, auf diesem Sondergebiet der Fliegerei aufklärend zu wirken und da die Fachpresse in erster Linie berufen ist, der großen Tagespresse dazu die Wege zu weisen, so seien hier die Hauptfragen kurz behandelt. a Sind die Fallschirme absolut zuverlässig? Nach dem heutigen Stande der Fallschirmtechnik muß unbedingt mit ja geantwortet werden. Alle in Deutschland in Gebrauch gelangenden Fallschirme werden von der DVL schärfsten Prüfun- een unterworfen und: bieten so die Gewähr, daß sie allen auftretenden Bean- Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 225 spruchungen gewachsen sind, und daß sie einwandfrei. arbeiten, Es sollte daher auch nicht mehr vorkommen, daß aus einem Unfall, der sich beim Absprung mit dein Fallschirm eines Systems ereignet, die Konkurrenzfirma, mit deren Schirmen niemand abspringt, also auch niemand verunglücken kann, Kapital schlägt. Das ist weder vornehm, noch dient es der Sache. Es kann vielmenr von vornherein ganz allgemein angenommen werden: bei Unglücksfällen liegt die Schuld nicht anı Material, sondern an seiner falschen Handhabung. Wie entstehen denn die Unfälle? Es muß da unterschieden werden zwischen Schausprüngen und Rettungen im Ernstfall. Also die Schausprünge. Unter den Fallschirmpiloten gibt es gewissenhafte und — weniger gewissenhafte. Die einen pflegen ihr Gerät und halten es in Ordnung oder lassen es bei eingetretener Be- schädigung in Ordnung bringen; die andern vernachlässigen es, bessern Risse mit Packnadeln und Bindfaden aus, ersetzen beschädigte Fangleinen durch Gar- dinenschnur, bringen eigenmächtig Aenderungen, sogar am Verpackungssack, an, und so sehr die Flugpolizei, die ja alle Abspringer überwacht, auch aufpaßt, alles kann sie doch nicht sehen, und gerade an einer Kleinigkeit kann es nachher liegen. Ferner gibt es leichtsinnige Abspringer, die sich über die Instruktion hin- wegsetzen und glauben, „es geht auch anders“. Wer die Aufziehleine, statt sie kurz anzubinden und bis zum Absprung im Verpackungssack zu lassen, aus dem sie dann auslaufen soll, wer sie statt dessen ganze 6 m lang herauszieht und im Winde flattern läßt, läuft Gefahr, daß sie sich beim Absprung um Arm oder Bein oder Verpackungssack schlingt, sich festzieht und dann reißt, ohne den Ver- packungssack zu Öffnen. Es geht dem Abspringer leicht wie dem Autofahrer: mit der Zeit wird man unvorsichtig. Niemandem fällt es dann ein, dem Auto Schuld an dem Unfall zu geben. Warum läßt man dem Schirm nicht gleiche Gerechtig- keit widerfahren? Im Ernstfall, 100 Prozent Rettungen zu erwarten, ist unbillig. Wie bei Neh- rings Absturz wird es gelegentlich immer vorkommen, daß der Flieger nicht vom Gurt frei kommt, weshalb auch nochmals auf die Wichtigkeit einer einwandfreien Gurtkonstruktion (Lösen mit einem Griff) verwiesen sei, Dann schalten alle Ab- stürze aus geringer Höhe (Erdböen) von vornherein aus, da die Mindesthöhe für die Möglichkeit einer Fallschirmrettung etwa 35 m beträgt. Aber darüber hinaus können alle möglichen Ereignisse, die niemand vorherbestimmen kann, die Ret- tung vereiteln. Man sei doch gerecht und verlange nicht vom Fallschirm, was man beispielsweise vom Rettungsboot des Ozeandampfers nicht verlangt, das . Fokker Verkehrsflugzeug F VII-3M mit 3 Blatt-Ganzmetall-Propellern „Typ R.S.“ im Dienste der Schweiz. Ges. Balair. \ Seite 226 „FLUGSPORT“ Nr. 13 wohl seetüchtig ist, aber doch untergehen kann. Auch kommt es natürlich bei Fliegern ebenso wie bei Fallschirmabspringern vor, daß sie ihr Gerät nicht in Ordnung oder nicht vorschriftsmäßig angebracht haben. Wenn die Tagespresse dies alles sich zu eigen macht, wird sie in Zukunit verständnisvoller über derlei Unfälle berichten und durch Eingehen auf die wirk- lichen Ursachen, die von den zuständigen Stellen ja leicht zu erfahren sind, auf- klärend wirken können, Seit die See befahren wird, fordert sie Opfer, seit Eisenbahn und Automobil dahinrasen, gibt es Entgleisungen und Zusammenstöße. Auch beim Flugzeug wird man Unfälle nie ganz ausschalten können. Während es aber bei Eisenbahn und Automobil keinerlei Schutz und Rettung mehr gibt, sobald das Unglück einmal eingetreten ist, hat der Flieger in sehr vielen Fällen immer noch die Möglichkeit, heil davonzukommen, und deshalb sollte man auf dies wundervolle Gerät, das ihm zur Verfügung steht, immer wieder aufmerksam machen und dafür sorgen, daß es in der Allgemeinheit richtig verstanden und gewürdigt wird. Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 54. In den Tagen vom 10. bis 14. Juni d. J. fand die diesjährige Generalversamm- lung der Federation A&ronautique Internationale (F.A.l.) statt, und zwar in Paris anläßlich der vor 25 Jahren dort erfolgten Gründung der F.A.. Als wesentliches Ergebnis ist zu erwähnen, daß sämtliche deutschen Anträge, die durch den Vizepräsidenten von Hoeppner vorgebracht wurden, angenommen worden sind, von denen die wichtigsten nachstehend erwähnt seien: Auf deutschen Antrag wurde beschlossen, daß der Internationale Leichtilug- zeug-Wettbewerb, der in diesem Jahre vom Aero-Club von Deutschland organi- siert wird, in Zukunft nur alle zwei Jahre abgehalten werden soll im Wechsel wit dem Schneiderpokal, der ebenfalls nur alle zwei Jahre ausgetragen wird. Hierdurch wird die Bedeutung des Internationalen Leichtflugzeug-Wettbewerbes unterstrichen, der damit in den gleichen Rang wie der Schneiderpokal rückt. Ein weiterer deutscher Antrag wurde angenommen, daß in Zukunft Nutzlast. rekorde auch über 10000 kg aufgestellt werden können, und zwar mit 15000, 20000 kg, bei einer automatischen Steigerung um je 5000 kg. Unter den Weltrekorden werden in Zukunft auch Dauer- und Entfernungs- Rekorde ohne Betriebsstoffaufnahme geführt werden, so daß der Dauerrekord Dr. Eckeners mit 71 Stunden 7 Min. auf die Liste der Weltrekorde gesetzt wer- den wird. Erfreulicherweise wurde ferner dem Antrage stattgegeben, wonach in Zu- kunft bei Aufstellung von Segelflugrekorden nicht mehr offizielle‘ Zeitnehmer erforderlich sind. Die bisherige Vorschrift hatte gerade bei Segelflugrekorden große Schwierigkeiten ergeben, da die Zeitnehmer wochenlang, an Ort und Stelle sein mußten, bis die für den Rekord günstigste Wetterlage eintrat, wodurch un- tragbare ÖOrganisationskosten entstanden. Von den anderen Anträgen ist dann noch zu erwähnen, daß die Goldene Me- daille für die beste Flugleistung im Jahre 1929 dem Franzosen Coste für seinen Entfernungsrekord in gerader Strecke von 7905.140 km zugesprochen wurde. Die Wahl eines neuen Präsidenten der FAI anstelle des tödlich verunglückten de La Vaulx wurde auf eine nächste Sitzung im November d. J. verschoben, da die Vertreter der Länder, soweit sie anwesend waren, das Andenken des Ver- storbenen dadurch am besten zu ehren glaubten, daß der Präsidentenposten für einige Zeit unbesetzt bliebe. Es wurde beschlossen, daß die nächste Generalversammlung der FAI im Jahre 1931 in Bukarest stattfindet. Besonders interessant wurde die Tagung gestaltet durch einen außerordent- lich sorgfältig ausgearbeiteten Bericht des französischen Oberst Hirschauer über Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 227 die Tätigkeit der Länder der FAI im vergangenen Jahre, in dem die Tätigkeit der deutschen Luftfahrt eine eingehende Würdigung fand. Es wird darauf hin- gewiesen, daß Deutschland zur Zeit die größte Anzahl der Rekorde, d. h. 38 Rekorde von 122 u. a. besitzt. Die Federation A&ronautique Internationale (FAI) hat gemäß Schreiben vom 28. Mai 1930 folgende Flugleistungen als Internationale Rekorde anerkannt: Klasse Cbis mit 1000 kg Nutzlast (Vereinigte Staaten von Nordamerika) Boris Sergievsky auf Seeflugzeug Sikorsky S-38 mit zwei Motoren „Hornets‘“ Pratt & Whitney 575 PS, in North Beach am 13. März 1930 Höhe 7078 m mit 2000 kg Nutzlast in New York am 4. März 1930 Höhe 58il m Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: i. A. von Pritzelwitz. Gründung der Internationalen Studienkommission für den motorlosen Flug. Anläßlich der ersten wissenschaftlichen Segelflugtagung im März in Darm- stadt, waren auf Anregung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft die ‚Vertreter der am Segelflug interessierten Nationen zusammengetreten um die Basis für eine künftige gemeinsame Arbeit auf dem wissenschaftlichen und sportlichen Gebiet des Segelflugs zu schaffen. Nachdem die Darmstädter Abmachungen die Billigung der zuständigen Stellen der betreffenden Länder gefunden hatten, fand nunmehr am Samstag, 14. Juni 1930, in Frankfurt a. M. die Gründung der Internationalen Studienkommission für den motorlosen Flug statt. Hierzu haben Vertreter entsandt die Aero-Clubs in Belgien, Holland und ttalien, die französische Segelfluggesellschaft Avia, die englische Royal Aeronau- tical Society und die British Gliding Association. Deutschland war durch die Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Ungarn durch seinen Konsul vertreten. Der Oester- reichische Aero-Club, welcher gleichfalls seine Mitarbeit zugesagt hatte, war an der Entsendung eines Vertreters in letzter Minute verhindert worden. Ferner war als Gast der Vizepräsident des Aero-Clubs von Barcelona, Erzherzog Franz Joseph von Habsburg-Bourbon, der zur Zeit an einem Segelfliegerkurs auf der Wasserkuppe teilnimmt, zugegen. Jedes Land wird durch 4 Mitglieder in der Studienkommission vertreten sein; von deutscher Seite wurden hierfür die Herren Professor Dr. Georgii, Darmstadt, Professor Dr. Hoff, Berlin-Adlershof, von Hoeppner, Berlin und Zivil- Udet maclit Filmaufnahmen auf dem Trient-Gietscher (3200) des Montblanc. Seite 228 „FLUGSPORT“ Nr. 13 Ing. Ursinus, Frankfurt delegiert. Als Präsident der Studienkommission wurde Professor Dr. Georgii, als Vizepräsident die Herren Ing. Massenet, Paris, Präsi- dent der Avia, Major Massaux, Lüttich, der bekannte belgische Segelflugrekord- mann, und The Master of Sempill, Präsident der Royal Aeronautical Society gewählt: als Generalsekretär wurde Dr. Graf Ysenburg, Frankfurt, gewählt. Das Büro der Studienkommission wird in Frankfurt a. M. bei der Rhön-Rossitten- Ciesellschaft verbleiben. Die Studienkommission wird nunmehr ihre Arbeiten baldigst aufnehmen; zu diesem Zwecke wurden zunächst eine wissenschaftliche, technische, sportliche und Werbe-Unterkommission gebildet. — Am Abend hatte die Rhön-Rossitten-Gesellschaft die ausländischen Gäste und eine Anzahl deutscher Herren, darunter einen Vertreter des Reichsverkehrmini- steriums zu einem einfachen Essen in den Räumen der Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft gebeten, an dem auch die in Frankfurt amtierenden Konsulen der betreffenden Länder teilnahmen. Auf die Begrüßungs- ansprache des ersten Vorsitzenden der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Dr. Kotzen- berg, Frankfurt a. M., erwiderte der englische Generalkonsul Bosanquet, als der Doyen des Konsularkorps. Seine Rede, wie die der übrigen Herren, betonte den eroßen Wert der neuen Studienkommission nicht nur für den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, sondern auch für die friedliche Verständigung der Völker; sie erkannte die bisherigen Leistungen der Rhön-Rossitten-Gesellschaft für die Entwicklung des Segelflugs an und erhoffte aus der gemeinsamen - Arbeit Vorteile für alle beteiligten Nationen. Auch das Auswärtige Amt hatte ein herz- lich gehaltenes Begrüßungstelegramm geschickt. 3. DLV-Zuverlässigkeitsilug 1930, 4.—7. Juli. Von den eingegangenen 75 Nennungen mußten 25 gestrichen werden, da wegen der beschränkten Geldmittel nur 50 Flugzeuge zugelassen werden können. Von den 4 Flugzeugen mit aus- ländischen Motoren wurden zugelassen 2 Anzani-Motoren in GMG des Mecklen- burgischen Aero-Clubs und GMG von Schiller, weiter 2 Salmson-Motoren in Klenm-Flugzeugen von Güttler, Elsterwerda und der Flugwissenschaftlichen Gruppe Aachen. Unter den Gestrichenen befinden sich Hellmuth Hirth sowie | Wolf Hirth und auch Frau Fusbahn.. Liesel Bach ist im Wettbewerb geblieben. Die Fliegerschule auf der Wasserkuppe, von der sämtliche Ausweis-, Ab- zeichen- und Sportzeugen-Angelegenheiten erledigt werden, ersucht dringend darum, zur Vermeidung unnötiger Rückfragen bei allen Anträgen auf Erteilung von Sportzeugen- sowie Prüfungs-Ausweisen usw. jeweils die frühere Ausweis- nummer mit anzugeben, da wegen Arbeitsüberlastung derartige Anträge sonst “unerledigt zurückgehen müssen, oder übermäßig lange liegen bleiben. gez. Stamer. Stollwerk f, ein bekannter Kriegsflieger, stürzte bei einem Flug über Long Island bei Long Beach in U. S. A. in die See und ertrank. Flugsportverein Rosenheim. Die Brüder Seifert und Konrad, in der Um- gebung bekannt, durch ihre wöchentlichen Sonntagsflüge vom Samerberg mit 350 m Höhenunterschied, versuchten einen Segelflug von der Hochriß 1569 m hoch nach Rosenheim 440 m Meereshöhe mit dem von der Firma Konrad her- gestellten hochwertigen Segelflugzeug Koro 4 mit 15,5 m Spannweite. Am 15. Juni, morgens, erfolgte die Startvorbereitung. Der Nebel setzte ein, wurde immer dichter, der Start mußte deshalb um einige Stunden verschoben werden. Um 12.30 Uhr endlich konnte C. Seifert jun. vom Gipfel der Hochriß aus nach Rosen- heim abfliegen. Leider erlaubte der mittelstarke Ostwind nicht, längere Zeit zu segeln. Der Flug erfolgte über Steinkirchen-Rohrdorf, über den Inn, das Flugzeug landete auf der Aisinger-Wiese, unmittelbar bei der Stadt Rosenheim. Die Flug- strecke betrug ca. 16 km, Höhendifferenz 1120 m. Flugdauer 25 Minuten, Ausland. Der französische Luftiahrt-Etat für das Jahr 1930 beträgt 2083,6 Millionen Fres., davon entfallen auf das Militärflugwesen 1624,2 Millionen Fres., auf das Zivilflugwesen etwa der vierte Teil 459,4 Fres. Subventionen für Luftverkehrs- linien betragen 210 Millionen, für Neukonstruktionen 100 Millionen, Bodenorgani- sation 40 Millionen und Fabrik-Ausrüstungen 20 Millionen. Ferner ein Zusatz- kredit von 6 Millionen Fres. für Umbauten und Neuorganisation der aus dem Rheinland nach Frankreich zurückgezogenen Luftstreitkräfte. Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 229 Zu einer französischen Flugzeug-Interessengemeinschaft haben sich die Firmen Breguet, Potez, Liore & Olivier, Renault und Hispano Suiza vereinigt. Kapital 1 Milliarde Frcs. Der Aero-Club de France bezieht ein neues Heim im Hotel de la Rue Galilee. Ein neuer Zivililughafen bei Paris soll nach einer Aeußerung von Laurent Eynac geschaffen werden. Der Flughafen Le Bourget soll in Zukunft nur mili- tärischen Zwecken dienen. Man spricht von einem Gelände bei Maison Lafitte, 16 km von Paris, welches gleichzeitig als Wasserflughafen und mit dem sich an- schließenden Gelände bei Fromainville als Landflughafen gebaut werden soll. Der Bau soll 24 Millionen RM kosten. 112 km im Segelilugzeug legte Kronfeld in England am 15. 6. zurück. Kronfeld startete auf dem Gelände von Itford Hill bei Lewes und landete bei Portsmouth nach einem Flug von über 3 Stunden. ı Hundert Sport-Wasserilugzeuge hat das italienische Luft- Ministerium für die italienischen Aero-Clubs bei Breda bestellt. Das. Wasserflugzeug „Breda 15“ steigt auf 1000 m in 9 Min., Gipfelhöhe 3500: m, Maximalgeschwindigkeit 160 km, Aktionsradius als Einsitzer 12 Std. Der amerikanische „Wasp“-Motor ist mit Roh- Oel-Betrieb versucht worden. Der Betriebsstoff wird mit Pumpen in die Ansaugöffnungen eingespritzt. Ohne jedwede Veränderung kann der Motor auch mit Benzin und Vergaser betrieben werden. Flug der Junkers „D 2000“ nach Paris, Das Junkers- Flugzeug „D 2000° (G 38) hat im Rahmen seiner Erprobungsflüge am 16. Juni einen Flug von Dessau ‚nach \ Udet-Film-Expedition auf dem Montblanc. Oben links: Landung mit Klemm 40 PS Salmson auf Trientgletscher/Montblanc. Unten: Landespuren (Skier und Räder). Seltsame Spuren im Gletscher. Oben rechts: Ungewöhnliches Stilleben für 3200 m, Flugzeugräder und Skier. Unten: Ski-Wachsen. Seite 230 „FLUGSPORT“ Nr. 13 Paris ausgeführt, wo es um 18.38 Uhr gelandet ist. Der Flug erfolgte auf Ein- ladung des französischen Luftfahrtministers Laurent Eynac, der den Wunsch hatte, den in Paris anläßlich der Tagung der Federation A&ronautique Internatio- nale versammelten Vertreter aller Luftfahrnationen das größte Ganzmetall-Land- flugszeug der Welt vorzuführen. — Das Junkers-Flugzeug konnte dieser Einla- dung des französischen Luftfahrtministers gerne Folge leisten, da das Reichs- verkehrsministerium als Eigentümer der Maschine seine Genehmigung zu dein Fluge erteilt hatte. Bei einem Start in Dessau um 5.57 Uhr, einem Zwischen- aufenthalt in Köln von 10 Uhr bis 16.15 Uhr ergibt eine reine Flugzeit von 6 Std. 26 Min. bei einem erheblichen Umwege wegen ungünstiger Wetterlage. Flugzeug-Mechaniker-Offiziersschule wird im Oktober in Versailles eröffnet. Die englische Fliegerin Miß Johnson ist von London nach Port Darwin Australien, 15000 km geflogen. Sie startete am 5. Mai auf einer Moth mit 85 PS- Gipsy-Motor in Croydon bei London, flog über Wien, Konstantinopel, Aleppo, Bagdad, über den Persischen Meerbusen nach Karachi, Kalkutta, Rangoon, Singa- pore, überflog Sumatra und von Atambroso die letzten 800 km über das Meer, die sie noch von Australien trennten, wo sie endlich nach 19 Tagen, am 23. Mai, in Port Darwin glatt landete. Dr. Rumplers Ozeanilugboot-Projekt. Auf Veranlassung von Professor Klemin (Universität New York) verlas der Vizepräsident der Metal Air Plane Co. während des National Aeronautical Meetings in Dayton einen Vortrag von Dr. Rumpler über Transozean-Flugzeuge. Das Thema fand große Aufmerksamkeit, da die heute alle Welt interessierenden Fragen der Betriebssicherheit und Wirt- schaftlichkeit in den Vordergrund gestellt waren. Es wurde auch der Nachweis erbracht, daß die zurzeit bekannten Mittel der Flugtechnik, richtig angewendet, absolut genügen, um beiden Forderungen in weitestgehendem Maße zu ent- sprechen. Rumpler will die Motoranlage in zehn voneinander vollständig unabhängige Motoren unterteilen und sie im Innern der Tragfläche unterbringen, da dadurch die-ungestörte Reparaturmöglichkeit während des Fluges sichergestellt ist. Auch die Personen sowie sämtliche mitzunehmenden Gegenstände sind in der hohlen Tragfläche, die an ihrer höchsten Stelle 2, 3 m dick ist, untergebracht. Dadurch ist der schädliche Stirnwiderstand auf ein ungewöhnlich kleines Maß gebracht worden, und es ergibt sich ein Kraftüberschuß, der so groß ist, daß das Flugzeug am Flugbeginn zum Fliegen statt der zehn Motoren nur sechs und durch Ver- brauch des Benzinvorrats gegen Flugende sogar nur vier braucht, das heißt, es ist die Möglichkeit gegeben, daß vier bzw. sechs Motoren aussetzen könnten, ohne daß das Flugzeug zur Landung gezwungen ist. Da gleichzeitiges Versagen von soviel Motoren niemals eintreten kann, wurde die 100%ige Betriebssicherheit als gegeben festgestellt. Das Rumpler-Flugzeug wird also vom Start zum Ziel fliegen, ohne jemals durch Einflüsse irgendwelcher Art zu ungewollten Landungen gezwungen zu sein. Dies ist auch durch ein anderes Konstruktionsmoment sichergestellt, und zwar dadurch, daß der Brennstoff von den Passagierräumen und von den Motoren vollständig getrennt ist. Die Konstruktion ist das Ergebnis zehnjähriger praktischer Arbeiten und Ver- suche in Göttingen und Hamburg. Alle wichtigen Konstruktionsteile wurden in diesen mit allen. Versuchsinstrumenten ausgerüsteten Anstalten aufs sorgfältigste geprüft, derart, daß ebenso wie im modernen Schiffbau an dem fertigen Flugzeug keine Nacharbeiten zu erwarten sind. Da die Geschwindigkeit des neuen Flug- zeuges 300 km pro Std, beträgt, wird die Entfernung New York—Hamburg (Ber- lin) in nur 20 Std. durchflogen werden. Wie wir hören, soll eine amerikanisch- deutsche Gesellschaft bereits in der nächsten Zeit den Bau des Transozean-Flug- bootes aufnehmen. Modelle. Piingst-Modellsegelilugwettbewerb auf der Wasserkuppe. Der vom DLV in Verbindung mit dem DMSV in der Rhön veranstaltete 1. Modell-Segelflug-Wettbewerb fand am 1. Pfingstfeiertag am Nordhang der Was- serkuppe statt. Für den Wettbewerb waren 176 Modelle gemeldet, von denen nur Möbius- Hanau nicht vertreten war. Unter den erschienenen Modellen befanden sich solche bis zu 4 m Spannweite, darunter Rumpfmodelle, ein Rotormodell, Enten Nr. 13 „TLUGSPORT“ Seite 231 und Nurflügelmodelle vom Lippisch-,Storch“-Typ, welcher immer mehr Ver- breitung findet. Der Wettbewerb — für 8 Uhr angesagt — verzögerte sich infolge Nebels, begann aber um 11 Uhr und dauerte bis 20 Uhr. Zu Beginn des Wettbewerbes war der Wind noch reichlich stark, so daß es, wie immer, reichlich Bruch gab. Tzschoppe-Weißenfels erreichte mit seinem Rumpf-Hochdecker die größte Dauer des Wettbewerbes mit 3 Min. 23 Sek., wobei das Modell eine Entfernung von über 800 m zurücklegte. Besonders gute Flug- eigenschaften zeigte das Modell von Winkler-Berlin, welches am Nachmittag bei ruhigerem Wetter die größte Strecke von 2750 m erreichte. In der Junioren- Klasse erzielte Knopf-Koburg die größte Flugdauer von 1 Min. 19 Sek. und Böhme- Dessau mit 840 m die größte Strecke in dieser Klasse. Am Nachmittag erschien der Hargrave-Drachen der RRG für den Wettkampf um die Drachenstart-Prämie. Die beste Dauer erzielte hierin Moses-Jena mit 1 Min. 29 Sek. Insgesamt wurden ca. 760 Flüge ausgeführt, und Sportleitung, Meßtrupp und Flugprüfer sowie Preisgericht hatten ein gutes Stück Arbeit zu leisten. Die erzielten Preise und Leistungen ergaben sich wie folgt: I. Zuerkennung für Klasse A: Preise für größte Flugdauer: 1. Preis RM 100.—: Tzschoppe-Weißenfels, Flug- zeugnummer A90a, für eine Flugdauer von 3 Min. 23 Sek. — 2. Preis RM 75.—: Winkler-Berlin, Flugzeugnr. A104, für eine Flugdauer von 3 Min. 4 Sek. — 3. Preis RM 50.—: Winkler-Berlin, für eine Flugdauer von 2 Min. 12 Sek, Preise für größte Flugstrecke: 1. Preis RM 100.—: Winkler-Berlin, Flugzeugnr. A 104, für eine Flugstrecke von 2750 m. — 2. Preis RM 75.—: Deylig- Greiz, Flug- zeugnummer A 86, für eine Flugstrecke von 1050 m. — 3. Preis RM 50.—: Lahde- Berlin, Flugzeugnr. A 106, für eine Flugstrecke von 890 m. II. Zuerkennung für Klasse B: Preise für größte Flugdauer: 1. Preis RM 50.—: Knopf-Koburg, Flugzeugnr. B 39, für eine Flugdauer von 1 Min. 19 Sek. — 2. Preis RM 39.—: Hänert-Weißen- fels, Flugzeugnr. B 47 für eine Flugdauer von 1 Min. 3 Sek. — 3. Preis RM 10.—: nicht ausgeflogen. 5 Preise für größte Flugstrecke: 1. Preis RM 50.—: Böhme-Dessau, Flugzeugnr. B 65, für eine Flugstrecke von 840 m. — 2. Preis RM 30.—: Gebr. Horten-Bonn, Flugzeusnr. B 3, für eine Flugstrecke. von 535 m. — 3. Preis RM 10: nicht ausgeflogen. I II. Drachenwettbewerb: 1. Preis RM 50.—: Moses-Jena, Flugzeugnr. B 82, für eine Flusdauer von 1 Min. 29 Sek. — 2. Preis RM 25.—: Knopf-Koburg, Flugzeugnr. A 38a, für eine Flugdauer von 1 Min. 20 Sek. — Je ein 3. Preis von je RM 20.—: Schul-Magde- burg, Albert-Jena für je einen Flug von 1 Min. 6 Sek. IV. Bauprämien in Höhe von je RM 10.— werden zugesprochen: A 16 Röder-Frankfurt a. M., B 15 Brendel-Frankfurt a. M., A 70 a Kirsch-Schweinfurt, A 2 Kosin-Halle, A 4 Schürmann-M.-Gladbach, A 108 Keseberg-Magdeburg, A 42 Dittmar- Schweinfurt, B 31 Baumann- Schweinfurt, A 10 Weide-Dolmar. V. Anerkennungsprämien: B 51 H. Tzschoppe-Weißenfels RM 10.—, A 34 Schulze-Flensburg RM 10.—, A 36 Gosch-Flensburg RM 10.—, B 55 Adenaw-Herford RM 10.—. v1. Ehrenpreise: Def von der Firma Pause, München, gegebene Preis in Höhe von RM 10.— für die größte Flugstrecke wird Herrn Winkler-Berlin zugesprochen. Der Wanderpeis des DLV wird dem Modell A 104 des Herrn Winkler-Berlin für die beste Flugleistung zugesprochen (der Wanderpreis wird endeültig dem Modell zuerkannt, welches entweder zweimal hintereinander oder dreimal außer der Reihe den Preis gewinnt. Je eine silberne Stoppuhr erhalten: B65a Böhme-Dessau, A 110c Schul-Mag- deburg, A86 Deylig-Greiz, A 106 Lahde-Berlin, A137 a Albert-Jena. Je eine Nickeluhr (Stoppuhr) erhalten: A82 Herold-Greiz, A70b Kirsch- Schweinfurt, A38 Knopf-Koburg, B 47 Hänert-Weißenfels, A 136 a Knäblein-Orla- münde, Anhalt. Verein Dessau. Der Rudolf-Bieler- Gedächtnispreis wird dem Modell B3 (Gebr. Horten-Bonn) zugesprochen. Seite 232 „rLUGSPORT“ Nr. 13 Der Preis des Bayer. Luftvereins (Adler) wird dem Modell A90a des Herrn Tzschoppe-Weißenfels zuerkannt. Das Sigfridseil der Firma Kampschulte-Solingen wird der Mitteldeutschen Arbeitsgemeinschaft zugesprochen. Je ein Gutschein der Firma Hessischer Holzvertrieb, Kassel, im Werte von ie RM 25.— (Sperrholz) wird dem Oberfränk. Verein für Luftfahrt, Koburg, und dem Dt. Fliegerbund, Nürnberg, zuerkannt. Gestiftete Modelle der Firma Pause- München: Es erhalten: H. Tzschoppe- Weißenfels 1 Storch, die beiden jüngsten Weißenfelser außer H. Zschoppe 1 Storch und 1 Zögling, B 21 Matthiesen-Flensburg 1 Zögling, Fliegervereinigung Nürn- berg 2 kleine Segler. Reisebeihilfen: Die Teilnehmer des Stettiner Vereins für Luftfahrt RM 10.—, von Herrn Martens gestiftet. — Die Teilnehmer des Dt. Luftfahrt-Vereins Flens- burg RM 10.—: — 1 Bauprämie in Höhe von RM 10.— wird dem Modell A 54 des Herrn Benz-Nürnberg zuerkannt sowie Herrn Schoenfeld-Nürnberg. Modelle des Hanauer Flugvereins. Der Bau von Enten- Segelflugmodellen wird im Hanauer Flugverein e. V. ganz besonders ge- pflegt. Die Mitglieder L. Wolf und C. Möbius ha- ben Modelle mit recht guten Flugeigenschaften herausgebracht. Spann- weite 240 und 270 cm. Der Fortfall von Holm- beschlägen ist ein be- sonderes Kennzeichen dieser Modelle. Die Tragflächen werden durch 3 kurze Drähte einfach an den Rumpf gedrückt. Brüche an den Holmbeschlägen sind hierdurch beseitigt. Ein weiterer Vorteil ist die leichte Verstellbarkeit des An- stellwinkels und der Flügel-V-Stellung. Die Kopffläche ist an einem Punkte so befestigt, daß dieselbe bei evtl. Anstoß ausweichen kann. Um Geradeausflüge zu erreichen, ist das Seitensteuer sehr weit nach hinten verlegt. as im In 2 Le un nenne mininiiiniamanie ee Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Die Lilienthals, von Anna und Gustav Lilienthal. Verlag Cotta’sche Buch- handlung Nachf., Stuttgart und Berlin. Preis RM 2.80. Bald werden die lebenden Zeugen der Entwicklungsgeschichte des Flug- wesens verschwunden sein. Es ist daher an der Zeit und freudig zu begrüßen, daß Gustav und Anna Lilienthal das wichtigste aus dem Leben des ersten flie- ‘genden Menschen, Otto Lilienthal, noch einmal zusammengefaßt haben. Die lesens- werte Schilderung sollte in keiner Bibliothek fehlen. Handbuch für den Jungsegelilieger von F. Stamer und A. Lippisch, Teil II: Aerodynamik — Statik — Fachausdrücke. Mit 34 Abbildungen. Preis RM 2.80. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. Das Buch ist für den Anfänger geschrieben. Es vermittelt die seit 1921 im motorlosen Flug und besonders in der Gleitflugschulung gesammelten Erfah- rungen. Die Kapitel, etwas aus der praktischen Aerodynamik und praktischen Statik, sind so gemeinverständlich geschrieben, daß jeder ABC-Schütze den Stoff in sich aufnehmen kann. Wissenswert für den Anfänger ist das alphabetische Verzeichnis der im Gleit- und Segelflug gebräuchlichen Fachausdrücke und Er- ‚klärungen, „FLUGSPORT“ Zu Flugtagen suche eine Kunstflugmaschine mit Kunstflieger, sowie mehrere Leichtflugzeuge u. eine Fall- schirmspringerin nach Süddeutschland. 6-8 Flug- tage Engagement werden gesichert. Angebote mit äußerstem Honorar sind zu richten unter 2597 an die Expedition des ‚Flugsport‘. An- und Verkäufe Kiemm-Daimiler L 20 ohne Motor, auch stark beschädigt, zum Aus- schlachten billigst zu kaufen gesucht. R. Noack, Weimar (Thüringen), Baumschulenweg 2. FLUGMOTOR 20-25 PS, 2 Zylinder luftgekühlt, neu oder wenig gebraucht, betriebsfähig zu kaufen gesucht. Angebote unter Nr. 2595 an den Verlag des „Flugsport“, Frankfurt am Main, erbeten Wer Flugzeugmodellie baut kauft Bambus, Tonkin, Bleche, Drähte, „eeisten, Sperr- holz, auch im Ausschnitt, H. Bufe, Berlin-Lichterfelde 1, Zehlendorferstr. 53 Preisliste —.20 RM, Ausland Weltpostschein jezogene. nanit\ose LRONHRE fürane industrielle Zwecke OrossesLager inDimensionen6-100"mAussendurchmesser- Prompte Lieferung. ‚Billige Preise. Süddeufscher Röhrenvertried akobu.Johann Riedl, München-B Karıstr. 700/102 - "Telephon 52452- I. u. Il. Band der PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis je RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport“ Frankfurt a. M. Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 GEMEINNÜTZIGE SPORTFLIEGERAUSBILDUNG zum Führerschein für Leichiflugzeuge zum Führerschein „A“ zum Kunstflugschein auf den Fliege rschulen Berlin»Staaken, Böblingen i. Württbg. und Würzburg Ausbildungskosten von RM 750.- an Ausbildungszeit für den Führerschein A etwa 2!/a Monate, für den Führerschein für Leichts flugzeuge etwa 6 Wochen. Deutsche Luftfahrt G. m. b. H. Berlin W 35, Blumeshof 17 Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- schrauben, Anlaßmagnete, Schalter usw. Garantie für schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim Richter-Berlin NW 40, Altmoabit 19. Speziallieferant für die Luftfahrt-Industrie und Händler. ) Flugmodell-Werkstoffe Jilustr. Katalog 20 Pfg. « Wilhelm Zilch Frankfurt - Heddernheim, Im Heidenfeld 10 Bes nenn] Birken-Flugzeug-Sperrholzplatten 3» bezw. mehrfach wasserfest verleimt 0,8, 1, 1,2, 1,5, 2, 21/s, 3, 4, 5, 6—-8 mm, sowie HOLZBLECH Iiefert sofort ab Lager: Georg Herte, Berlin-Charlottenburg 1 Wilmersdorferstr. 143/144 Fernsprech-Sammeinummer: C4 Amt Wilhelm 5841 Telegr.» Adresse: Fliegerhölzer Berlin 7 Möbius, Hanau-M 4 > + T- Pa Postfach 2 liefert iR 2 Ld Flugmodelle / LG Werkstoffe & 7 A IN Katalog 1930 de > 2 >. 20 Pig. Grakis einen Mokor- Entwurfin „Originalgröße“ als Studienprobe meiner 2 Konstruktionsmappen für Motorrad-u. Leichtflug- zeugmotoren. Fordern Sie diese interess. Konstruk- tionszeichnung(6PSSportmotor)sowiereich illustr. Prospekt noch heutekostenlos. Sie lernen damit eine neue Methode kenn., nach derjed.Mechaniker, Tech- niker u. Student Motoren berechn. u. entwerf. kann. % . Dolch, Ziv.-Ingenieur, Sinsheim / Els.14 Vereinigte technische Lehranstalten des Technikum Mitweid Ingenieurschulen z. Ausbildung im Maschinen» bau und der Elektrotechnik. Besondere Studienpläne fürAutomobil- u.Flugtechnik Programm kostenlos vom Sekretariat. Theoretische Ausbildung für Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte,Flug- techniker, Flugmeister, Zeichner, Konstruk- teure, Flugingenieure, Flugzeugführer durch | Fernschule Jena. Fordern Sie Programm P. Abschlußzeugnis, Abschlußprüfung [Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen] 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau Erprobt! Preiswert! Größte Elastizität I Größte Spannfähigkelt! Widerstandsfähig gegen alle Einflüsse der Witterung ! Gellesta-Transparent Gellesta-Tropen-Rot Silber Unsere Spezial» Lacke für Tragflächenbe-» spannung sind von Fachkreisen erstklassig begutachtet, insbesondere auch von der DVL Verein für chemische Industrie A.G., Frankfurt a. M. Emil der Kompass mit einstellbarer Kursrose zeigt durch die darun- ter schwingende Steuerrose jede Abweichung vom Kurse an, der vorher unter Be- rücksichtigung von Mißweisung und Abtrift ein=- gestelltwurde. Er nimmt also dem Flugzeug- führer die Arbeit des Kurs- denkens und Kurssuchens ab. Druckschrift Aero 3110 u. Angebot kostenlos, BERLIN-FRIEDE KAISERALLEE 8 1. Frau Margret Fusbahn Höhenflug (11. 4. 1930) Internationale Höchstleistung im 2. Udet landet und startet mehrmals auf dem Trient-Gletscher am Mont- Blanc in 3200 m Höhe 3. Die erste Klemm L 20 Baujahr 1924 absolviert ihren 25000. Flug. 4. Fräulein Liesel Bach, Siegerin in der Deutschen Damen-Kunstflug- meisterschaft auf Klemm L26 La. Bonn 29. 5. 30 5. Wolf Hirth fliegt mit seiner L25 la 25-Stunden-Dauerflug. 11.12. 6. 30. 5 N N f GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR URSINUS * CIFIE — -ING. INNHIIINDHUNIIEHINN Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 14 9, Juli 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 23. Juli 1930 Internationaler Rundflug 1930.*) Start in Tempelhof am 20 Juli, 9 Uhr; Landung in Tempelhof 27.—31. Juli. Die Saison der flugsportlichen Veranstaltungen hat bexonnen. Die letzte Hälfte des Juli wird vom Europa-Rundflug und die Mitte des August vom Rhön-Segelflug-Wettbewerb beansprucht. Die Flugzeuge für den Internationalen Rundflug müssen spätestens am 18. Juli 12 Uhr mittags auf dem Flughafen Staaken für den technischen Wettbewerb eingetroffen sein. Nachmittags 4 Uhr ist eine Besprechung aller Wett- bewerber mit der internationalen Sportleitung. Bis zum 18. Juli 12 Uhr ist auch noch eine Umbenennung der Führer möglich. Am 19. Juli er- folgt die Ueberführung der Flugzeuge auf dem Luftwege nach Berlin- Tempelhof. Am 20. Juli, 9 Uhr vormittags, Start. Vom 1.—7. August findet in Staaken der technische Nachwettbewerb statt. Im Tempelhof konnte dieser Wettbewerb nicht abgehalten werden, da er sonst den Luftverkehr’ gestört hätte. Es ist also in Staaken Gelegenheit gegeben, die Prüfung der 100 Flugzeuge aus 7 verschiedenen europäischen Staaten und ihre Flüge vor der Wertungskommission zu verfolgen. Der diesjährige Rundflug dürfte manche Ueberraschung bringen. Nachdem die einzelnen, am Europa-Rundflug beteiligten Länder nunmehr auch die Namen der Teilnehmer gemeldet haben, läßt sich ein allgemeiner Ueberblick schon heute gewinnen. Die Elite der Führer und Maschinen aller Länder wird sich in Berlin dem Starter stellen, und mancher bekannte Name aus früheren Wettbewerben wird auch diesmal vertreten sein. Für den Neuling wird es daher ein doppelt harter Kampf werden. Zahlenmäßig marschiert Deutschland mit der Teilnehmerzahl an der Spitze. Viele von den gemeldeten Führern haben bereits den letzt- jährigen Internationalen Europa-Rundflug mitgemacht. So z. B. bei den Klemm-Piloten: Lusser, der für sein Werk schon manche Trophäe *) Die Ausschreibung zum Internationalen Rundflug (Europa-Rundflug) 1930 ist in Heft 4 und 5, die Nennungen sind in Heft 9, die Nachnennungen in Heft 11 des „Flug-Srort‘“ enthalten. Seite 234 „FLUGSPOR!“ Nr. 14 erobern konnte; Dinort, bekannt durch seinen Dauerflug mit Segelflug- zeug in Rossitten 1929, Poss, B.-Z.-Flug 1925, Europa-Rundflug 1929 und selbstverständlich der unverwüstliche „Fritze‘“ Siebel, der bisher nirgends fehlte und stets seine Ehrenpreise nach Hause bringen konnte. Nicht am vorjährigen Rundflug beteiligt erscheint diesmal für Klemm auch der Aegypter Mohamed Sidki. Für die Bayerischen Flugzeug- werke fliegt an erster Stelle der Sieger von 1929: Morzik. Seite an Seite mit ihm bekannte Namen, wie Offermann, voriges Jahr ältester aller Piloten, wird er diesen Ruhm aber an Sido abgeben müssen, der auch wieder auf BFW erscheinen wird. Mit ihm v. Köppen, der be- kannte Chefpilot der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Freiherr v. Freyberg und Loerzer, die schon manchen Strauß mit Erfolg be- standen. Junkers schickt auf seinem „Junior“ seine beiden bekannten Führer, Joh. Risztics und Roeder, in den Wettbewerb. Keinesfalls ist zu vergessen: die Akademische Fliegergruppe Darmstadt mit ihrer Re- kordmaschine D18. Im vergangenen Jahre hat sie Nehring geflogen und die Maschine lag mit an erster Stelle. Ein besonderes Pech setzte sie aber leider in Polen außer Konkurrenz und Nehring, ihr Bester, starb: in diesem Frühjahr den Fliegertod. Diesmal schicken. die Darm- städter Neininger auf die Strecke, der sich inzwischen auf der D 18 manchen Rekord geholt hat. Erfreulich ist weiterhin in diesem Jahre das Anwachsen junger Kräfte. Völlig neue Namen, wie v. Gravenreuth (Klemm), Simon (Klemm), Hans Kinna. (BFW), Stein (Albatros), von _Oerzten (Albatros) sind dabei und werden gegen die Erfahrung der alten Piloten einen schweren Stand haben. ‘Der Stand für die Deutschen wird nicht leicht sein: die Verteidi- gung des Wanderpreises wird alle Kräfte erfordern. England schickt Kapt. Broad (Moth), sowie u. a. A. S. Butler (Moth), der seinerzeit durch seinen London-Kapstadt-Flug bekannt wurde. Außerdem betei- liegen sich auch diesmal wieder die beiden Damen Lady Bailey, sowie Miß Spooner, beide wieder auf ihren Moth-Flugzeugen, mit denen sie auch im vorigen Jahr den Europa-Rundflug anstandslos durchgeführt haben. Carberry, der im letzten Jahre eine deutsche Raab-Katzenstein flog, erscheint diesmal mit seiner Mono Special. Die einzige Dame auf deutscher Seite, Fräulein Schultes, muß ‘die Erfahrungen der beiden obengenannten: Engländerinnen mit besonderer Anstrengung weltt- machen, wenn sie gegen diese Konkurrenz aufkommen will. Aber auch Frankreich erscheint mit einer Dame auf dem Plan: Mille. Hilsz (Moth- Morane-Saulnier), bekannt durch ihre Versuche, den Dauerweltrekord zu brechen. Sie vertritt nicht allein Frankreichs Farben: Namen wie Finat (Europa-Rundflug 1929), Maus, als Segel- wie Motorflieger gleich bekannt, Marcel Doret, der seinen in Berlin gegen Fieseler errungenen Titel „König der Lüfte“ nun auch im Streckenflug behalten will, haben auch in Deutschland Klang. Von den Schweizern ist u. a. Charles Kolp mit seinem deutschen Klemm-Flugzeug, Sieger im Grand Rallye International in Antwerpen, Ren& Pierroz, der Sieger im Schweizer Staffettenflug 1929, zu nennen. Weniger bekannt sind in Deutschland bisher die polnischen und spanischen Piloten. Beide Länder beteiligen sich in diesem Jahr zum ersten Male am Rundflug. Aus Polen wird besonders Zwirko, der 1929 einen 5000-km-Flug über Europa durchführte, zu nennen sein. Aber auch Babinski und Karpinski haben sich in ihren nationalen Wettbe- werben des öfteren hervorgetan, und sie verfügen als Verkehrspiloten über eine große Streckenerfahrung. Nicht zu vergessen: Piotrowski! 40 Jahre alt, Arzt, Alpinist, Amateurflieger und Redaktionsmitglied der „lustrowany Kurjer Codzienny“. Nr. 14 „PrLUGSPORT“ Seite 235 Internationaler Europarundflug 1930: Links, von oben nach unten: Lusser, Siebel, Riediger (fliegt d. schwanzlose Sol- denhoff), Neininger (fliegt den Doppeld. der Akafl. Darmstadt), Rechts oben die Junkersmannschaft Gothe, Roeder, Risztics. Darunter Kinna und unten rechts Fluglehrer Stein, Schleißheim. Seite 236 „FLUGSPORT“ Nr. 14 Doppeldecker „Panther‘‘ mit Walter Vega, 85 PS. Zu erwähnen sind noch die Spanier, welche uns nur mit einer Aus- nahme zum ersten Male in Berlin besuchen. werden. Erzherzog Anton von Habsburg-Bourbon wird sich in diesem Jahre mit seiner „Moth beteiligen, nachdem er im letzten Jahre einen Privat-Reiseflug durch Europa unternahm und dabei auch Berlin besuchte. Seine beiden Ka- meraden Ordiales und Rodriguez werden die beiden Maschinen des Aero-Klubs von Spanien fliegen, nachdem sie bereits durch ihren Flug zu den Kanarischen Inseln bekannt wurden. Das Il. Royal Airforce Display in Hendon am 28. Juni. Display, „Entfaltung“. Eine Vorführung alles Neuesten auf dem Gebiete der Fliererei. 10 000 Menschen verbrachten ihren Weekend- Nachmittag auf dem Fluggelände und verfolgten mit großem Interesse die wirklich hervorragenden Darbietungen. Die Darbietungen waren wirklich Klasse. Man sah die neusten verschiedensten Flugzeugarten, große und kleine Flugzeuge, von den langsamsten bis zu den schnell- sten. Es war ein wundervolles Bild drei vollständig verschiedenartige Flugzeuge, den schwanzlosen Pterodactyl, den Hubschrauber von Cierva und den Handley Page „Gugnunc“ mit Schlitzflügeln gleich- zeitig in der Luft zu sehen. Außerordentlich abwechslungsreiche Bilder an dem leichtbewölkten Himmel ergaben die Formationsflüge eines Ersatzgeschwaders, die Motten der Zentralilugschule und die drei Rauch-Grebeflugzeuge, welche mit farbiger Rauchentwicklung die mannigfaltigsten Figuren und Rauchvorhänge an den Himmel zeich- neten. Die akrobatischen Vorführungen der Kampfschwadron Nr. 43 waren von höchster Vollendung. Westland-Hill Zweisitzer Pterodactyl mit Armstrong-Siddeley-Genet-Motor. Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 237 Zweiter Ost-West-Ozeanflug auf „Southern Croß“. Die Flieger Kingsford Smith und Evert van Dyk, Navigator Jona- than Patrick Saul und Funker John Stanley Warburton Stannage starteten am 24. Juni 4.35 Uhr MEZ. auf „Southern Croß“, einem Fok- ker-Verkehrsflugzeug Type F. VIIb-3m, in Dublin. Um 6.30 Uhr MEZ. passierte es die irische Westküste. Um 10.35 Uhr MEZ. sandte das Flugzeug sehr schwache Funksignale aus, aus denen sich aber er- kennen ließ, daß es vorwärtskomme. Um 10.38 Uhr MEZ. trat es mit einem deutschen Schiff in Verbindung. Pilot Kingsford Smith sandte folgenden Funkspruch: „Es ist sehr kalt. Ich habe ziemlich starken Gegenwind. Ich fühle mich wohl.“ | Nach einem Funkspruch vom „Southern Croß“ wurde in Dublin um 11.05 Uhr die Position 53 Grad 15 Min. nördl. Breite und 16 Grad 57 Min. westl. Länge aufgenommen. Bis dahin zurückgelegte Entfer- nung 750 km. Um 15 Uhr MEZ. befand sich das Flugzeug auf 51 Grad 20 Min. nördl. Breite und auf 29 ‚Grad westl. Länge. 990 Meilen vom Kap Race entfernt. Die Geschwindigkeit der „Southern Croß“ betrug rund 160 km in der Stunde. u Die General Electric Company fing am 24. Juni 23.50 Uhr MEZ. folgenden Funkspruch auf: „Wir sind infolge des Nebels beinahe ins Wasser geraten. Position 40 Grad 14 Min. nördl. Breite, 40 Grad 40 Min. westl. Länge. Geschwindigkeit 128 km in der Stunde“ Am 25. Juni 2.10 Uhr war das „Southern Croß“ nach einem Bordfunk- spruch noch 450 km von Kap Race, der: Südostspitze Neuiundlands entfernt. Um 4.15 Uhr früh glaubte Smith, in einer Stunde Kap Race er- reichen zu können. Die Regierungsfunkstation in Halifax meldete um 5.40 Uhr MEZ., daß der Empfänger des „Southern Croß“ anscheinend betriebsunfähig sei, da die Sendungen des Flugzeugs zwar deutlich gehört wurden, es aber unmöglich war, ihm die Position mitzuteilen. Nach einem kurz nach 7 Uhr aufgenommenen Funkspruch von Smith hat er um diese Zeit vergeblich versucht, durch Funkpsailung Vom 2. Ost-West-Ozeanflug des „Southern 'Croß“: Die Besatzung von links nach rechts: der Funker Stannage, der Navigator Saul, Kingsford Smith, der zweite ' Pilot van Dyk. Seite 238 „FLUGSPORT* Nr. 14 die Position auszumachen. Die Fluggeschwindigkeit müsse herabge- mindert werden. Die Besatzung sei völlig übermüdet. Die Funkstation arbeite nur schwach und über dem Ozean liere undurchdringlicher ebel. Am 25. Juni um 11.53 Uhr MEZ. landete die „Southern Croß“ auf dem Flugplatz von Harbour Grace auf Neufundland. Die Landung gestaltete sich sehr schwierig, da über der Stadt und dem Landungs- feld ein dichter Nebel lag. Das Flugzeug mußte längere Zeit über der Stadt kreisen und Kingsford-Smith bat in einem Funkspruch die Lei- tung des Flugplatzes, ein Flugzeug über die Nebelschicht zu senden, das ihm den Weg weisen könne. Der Funkspruch wurde von der Radiostation des Polytechnikums in South Darmouth im Staate Mas- sachusetts aufgefangen und telephonisch nach Harbour Grace über- mittelt. Inzwischen war die „Southern Croß“ jedoch um 11.53 Uhr MEZ. glücklich gelandet. Die Flugzeit betrug 32 Std. 28 Min. Die Bremen hat seiner Zeit 38 Stunden gebraucht. Am 26. Juni 9.05 Uhr MEZ. erfolgte der Weiterflug nach New York, wo es 18.29 New Yorker-Standard-Zeit (0.29 Uhr Freitag vorm. MEZ.) auf dem Flugplatz Roosevelt Field landete. Kingsford-Smith machte über seinen Flug folgende Ausführungen: „Ich glaube, trotz aller Schwierigkeiten, die wir bei der letzten Etappe unseres Fluges zu überwinden hatten, daß der Stille Ozean schwerer zu überfliegen ist. Wir hatten dort immer mit unberechen- baren schweren Böen zu kämpfen, während über dem Atlantik zwar heftiger, aber immer stetiger Wind herrschte. Die Gegend um Neu- iundland scheint einen noch nicht ganz genau erkannten Einfluß auf die Kompasse zu haben. Es war einfach unmöglich, sich auf den Kom- paß zu verlassen. Er schien plötzlich seine guten Eigenschaften voll- kommen zu verleugnen und bockte. Ich glaube, man kann die Schwie- riekeiten eines Ost-West-Fluges dadurch beheben, daß man entweder nördlich oder südlich um Neufundland vorbeigeht und dann den Kurs umlegt. Eine direkte Ansteuerung der Insel scheint geradezu gefährlich. Die „Southern Croß“ ist ein dreimotoriges Fokker-Verkehrsflug- zeug, Type F. VIIb-3m ausgerüstet mit drei Wright-Whirlwind- Motoren Type J 5, je 225 PS. Eigentlich besteht die Maschine aus zwei Fokker-Flugzeugen, einer einmotorigen Type F. Vlla und einer dreimotorigen F. VII-3m. Der Flügel ist ursprünglich von dem ersten dreimotorigen Fokker-Flugzeug, das mit einem sogenannten großen Flügel von 67,6 m’ ausgerüstet war, ein Teil des Rumpfes von einer einmotorigen F. VII mit 400 PS Liberty-Motor, die Ende 1925 an den bekannten Polflieger Sir George Wilkins geliefert wurde. Beide Flug- zeuge wurden in Alaska beschädigt und das eine wurde zur Reparatur des anderen verwendet. -Im Jahre 1927 wurde die dreimotorige Maschine, die nunmehr schon sehr viele Flugstunden hatte, durch Kingsford-Smith von Sir George Wilkins übernommen. Man baute in die Maschine drei Wright- "Whirlwind-J-5-Motore ein, dieselben, die noch immer montiert sind. Segelflugzeug „Mü 4“ der Akaflieg München. Die Akafliee München gehört zu den wenigen Gruppen, die noch heute einen eigenen Werkstattbetrieb haben und die durch Bau von neuen Maschinen an der Weiterentwicklung der Segelfliegerei mit- PATENTSAMMLUNG 1930 des ON IG Band ll No. 25 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 495287; 498561, 862, 936; 499277, 278; 500512, 513. Luitschrauben (Gr. 1—15). Pat. 499277 v. 8. 9. 25, veröff. 4. 6. 30. Cc Dornier-Metallbauten G. m. b. H. und Dr.-Ing. e. h. Claudius Dornier, Friedrichs- hafen a. B. Verfahren zur Herstellung von Flügeln für Metallpropeller. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Flügeln für Me- tallpropeller, dadurch gekennzeichnet, daß jeder ein- zelne Flügel ganz oder teilweise aus einem durch Walzen, Pressen, Ziehen o. dgl. entstandenen Proiil- stab, dessen Querschnitt dem bekannten Tragflügel- profil oder einer anderen geeigneten Form entspricht, AbbE S—_ ms hergestellt wird, wobei die ebene Druckseite des Pro- fils durch Hobeln, Fräsen o. dgl. so bearbeitet wird, daß sich die Blattbreite längs des Flügels ändert. 2. Verfahren zur Herstellung von Flügeln für Me- tallpropeller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß die ebene Druckseite des Profils durch Ho- beln, Fräsen o. dgl. so bearbeitet wird, daß gleich- zeitig die Blattbreite und die Steigung des Flügels geändert werden. 3. Verfahren zur Herstellung von Flügeln für Me- tallpropeller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß nach vorangegangener mechanischer Bear- beitung die Steigung nachträglich durch Verdrehen des Flügels geändert wird. 4. Verfahren zur Herstellung von Flügeln für Me- tallpropeller nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Steigung durch Bearbeitung und Verdrehung des Flügels geändert wird. 4A Pat. 500512 v. 22. 9. 28, veröff. 21. 6. C 30. Bayerische Motoren-Werke A.-G., München. Befestigung für Lnftschranbennaben mit Kegelzapfen und Mitnehmerverzahnung vor dem Kegel. Eine Luftschraubennabe muß einmal genau gleich- achsie auf der Welle und zum anderen Male so fest sitzen, daß das Drehmoment mit Sicherheit übertra- gen wird. Gleichachsigkeit wird am besten durch Ke- gelzapfen erreicht. Bei vielen Ausführungen wird da- her Kegelzapfen und für die Uebertragung des Dreh- momentes Federkeil angewendet. Hierbei hat sich je- doch der Nachteil gezeigt, daß die Kegelflächen in der Nähe des Federkeiles stets schlecht trugen, und man ersetzte den Federkeil durch Verzahnung der Welle vorn vor dem Kegel und entsprechende Innen- verzahnung der Nabe. Diese Art der Luftschrauben- Jefestigung gestattet allerdings nicht ein genaues Auf- schleifen der Kugelflächen, so daß mühsames Ein- schaben nach Art des Einschabens der Lagerschalen erforderlich wurde. Bei gut tragenden Kegelflächen wird das ‚gesamte Drehmoment durch Reibung und Anpressung der Kegelflächen übertragen, wie der Be- trieb einwandfrei ergeben hat, und die Verzahnung der Welle dient nur als eine gewisse Sicherheit bei angenügend fest aufgepreßten Kegelflächen. Eine Nabenbefestigung lediglich durch zylindrische Verzah- nung hat den Nachteil, daß einmal die Verzahnung nur sehr schwierig genau tragend herzustellen ist, und kegelförmige Verzahnung ist überhaupt nicht einwand- frei herzustellen. Außerdem stellt die Verzahnung eine Verletzung der Oberfläche des Wellenzapfens dar, die Kerbwirkung bedeutet und die Dauerfestigkeit des Bauteiles bedeutend herabmindert. Durch die Erfindung werden alle Nachteile der bis- herigen Befestigungsarten vermieden. Patentanspruch: Befestigung für Luftschraubennaben mit Kegel- zapfen und Mitnehmerverzahnung vor dem Kegel, da- durch gekennzeichnet, daß die Verzahnung (f) der Nabe in eine verzahnte Mitnehmerbüchse (g) eingreift, die ihrerseits mit einer Innenverzahnung mit der Ver- zahnung (c) des Wellenzapfens in Eingriff steht. c Pat. 498862 v. 29. 3. 28, veröff. 3. 6. 30. David R. Davis, Los Angeles, Calif., V. St. A. Triebschranbe für Luftfahrzenge. Es sind bereits zahlreiche Vorschläge gemacht worden, um die selbsttätige Anpassung des Anstell- winkels von Triebschraubenflügeln an die jeweilige Belastung herbeizuführen. Zum Beispiel wurden die unverrippten Metallflügel in so geringer Dicke ausze- bildet und an den Kanten so zugeschärft, daß im Be- triebszustande eine vom Belastungszustande abhängige Formänderung der Flügel eintritt. Patentansprüche: 1.. Triebschraube für Luftfahrzeuge, dadurch ge- kennzeichnet, daß dıe Flügel (8) mit der Nabe (11) Seite 98 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT /166.3, fbb.3B. ix 153 8 z z- unter Zuhilfenahme von biegsamen Metallplatten oder Metallamellen (10)° verbunden sind, deren schmaler verbiegbarer Streifen in dem Sinne schräg zum Halb- messer liegt, daß das voranlaufende Streifenende sich weiter außen befindet als das nachfolgende Ende. 2. Triebschraube nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die je ein Gelenk bildenden Metallplat- ten oder Metallamellen (10) in einer Querebene hinter derienigen. Querebene des Flügels angeordnet sind, die beim Ruhezustand des Flügels durch dessen Mas- senmittelpunkt geht. 3. Triebschraube nach den Ansprüchen 1 und 2, gekerinzeichnet durch . eine solche Wahl der Abmes- sungen der Metallplatten oder Metallamellen (10), daß einer Abnahme des 'Luftdruckes hinter den Schrau- benflügeln nicht voll durch die Fliehkraft der umlau- fenden Flügel, sondern zum Teil durch den Wider- stand der Metallamellen gegen Verbiegung entgegen- gewirkt wird, derart, daß die Flügel einen Anstell- winkel einnehmen, der zu den auf sie einwirkenden Luftkräften in angemessenem Verhältnis steht. 4. Triebschraube nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß zwischen die Nabe (11) und je einen Flügel (10) je eine Flüssigkeitsbremse (16) ein- geschaltet ist, welche verhindert, daß die Formände- rungen der Metallplatten oder der Metallamellen über- mäßig rasch zustande kommen. c 10 Pat. 498561 v. 26. 5. 29, veröff. 31. 5. 30. Marius Jean-Baptiste Barba- rou, Paris. _ Ziweigeschwindigkeits - Planeten- wechselgetriebe. Patentansprüche: 1. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe, dadurch gekennzeichnet, daß das mittlere Zahnrad lose auf der getriebenen Welle aufsitzt und daß ein verschiebbarer Kranz das Zahnrad entweder für die erste Stellung, mit einer Verzahnung des (ehäuses oder, für die zweite Stellung, mit einer Verzahnung der treibenden Welle in Eingriff bringt. 2. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 1, dadurch. gekennzeichnet, daß der verschiebbare Zahnkranz axial auf dem mittleren Zahnrad verstellbar ist, zwangsläufig mit demselben sich dreht und mit einer Verzahnung versehen ist, welche entweder, in der ersten Stellung, des Zahn- kranzes mit der Verzahnung des Gehäuses oder, in der zweiten Stellung, mit der Verzahnung des Zahn- kranzes des Planetengetriebes, welches auf der trei- benden Welle aufsitzt, in Eingriff kommt. 3. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach den Ansprüchen I oder 2, dadurch gekennzeich- net, daß eine erste Kupplung zwischen dem Gehäuse Ab6.1 192: 2 & A SIIITILIIIS Ay abe u 2a 23 (U Abb.2 R ot NENNT EEE STICK ara) DE 50 5% 5 und dem verschiebbaren Kranz angeordnet ist und daß der Kranz bei seiner Verschiebung, bevor er in die zweite Stellung eintritt, die Kupplung ausrückt. 4. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Kupplung einen geringeren Weg zurücklegt als der verschiebbare Zahnkranz, so daß dieser zunächst mit dem Gehäuse in Eingriff gelangt, aber außer Ein- griff mit dem Gehäuse am Ende des Weges der Kupplung kommt, bevor er in die zweite Stellung ein- getreten ist. 5. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein loser Teil der Kupplung aus dem verschieb- baren Zahnkranz besteht, und der zweite Teil, wel- cher axial zum Gehäuse verschiebbar ist, federnd ge- gen den ersten Kupplungsteil gedrückt wird und in seiner axialen Bewegung begrenzt ist. 6. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Teil der ersten Kupplung zylindrische Hohl- zapfen trägt. die in Lagern des Gehäuses verschieb- bar sind, Federn enthalten und auf ihrer zylindrischen Außenfläche mit einem Schlitz versehen sind, durch welchen ein Stift tritt, der über die Innenfläche der Lager ragt. j 7. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Kupplungsvorrichtung zwischen die treibende Welle und die getriebene Welle angeordnet ist, und daß der verschiebbare Kranz die Kupplung vor Eintritt in die zweite Stellung in Eingriff bringt. 8 Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem mittleren Zahnrad in Eingriff stehenden Pla- netenräder lose auf Hohlachsen aufsitzen, in denen ein Mechanismus liegt, welcher durch den verstell- baren Kranz geschaltet wird, bevor dieser in die zweite Stellung eingetreten ist. 9, Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der durch den Kranz geschaltete Mechanismus mit federn- den Vorrichtungen versehen ist. 10. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß in die Hohlachsen der Planetenräder: Stifte eingesetzt.sind, Nr. 25 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 99 welche mit dem äußeren Konus der zweiten Kupplung fest verbunden sind und durch einen Kolben verstellt werden, in dessen Ende eine Kugel eingesetzt ist und der in der entsprechenden Hohlachse verschiebbar ist, daß die Stifte mit dem Kolben durch elastische Schei- ben verbunden sind und in den Hohlachsen durch eine Feder festgehalten werden, deren Stärke kleiner ist als die elastischen Scheiben. j 1l. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeich- } net, daß ein unter dem Einfluß des Druckmittels ! (z. B. Oel) stehender Teil auf den verschiebbaren |! Kranz in Aufgriff gelangt. 12. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach den Ansprüchen 2 und 11, dadurch gekennzeich- net, daß eine Druckmittelleitung,. die mit. einer be- stimmten Anzahl von Zylindern in Verbindung steht, das Druckmittel auf einen beweglichen Kolben jedes Zylinders leitet, und daß die Kolben sich an der Schubbewegung des beweglichen Kranzes beteiligen mit Hilfe einer Anschlagscheibe, die gleichzeitig von dem Kranz in Drehung mitgenommen wird. 13. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der verschiebbare Kranz bei seiner Rückkehr in die erste Stellung durch eine ar dem Gehäuse elastisch be- festigte Bremsvorrichtung gebremst wird. 14. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine bestimmte Anzahl der Zähne des verschiebbaren Kranzes seitlich über die Verzahnung, die auf der Hauptwelle aufsitzt, vorstehen, so daß sie vor den übrigen Zähnen des Kranzes in Eingriff kommen. 15. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kugelanschlag den verstellbaren Kranz und die Teile, welche den axialen Druck des Druckmittels auf den beweglichen Kranz übertragen, zwangsläufig in Um- drehung versetzt. 16. Zweigeschwindigkeits-Planetenwechselgetriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reihe von Längsriffelungen des mittleren Zahnrades mit entsprechenden Riffelungen des verschiebbaren Kranzes in Eingriff treten und daß Kugeln zwischen die Riffelungen zwecks axialer Verschiebung des Kranzes gelagert sind. Fallschirme u. sonst. Rettungsvorrichtungen (Gruppe 21-23). C 9) Pat. 495287 v. 17. 6. 26, veröff. 5. 6. . r.-Ing. ilhelm artin, New 30. Dr.-I Wilhel Martin, N York V. St. A. Fallschirm. Patentansprüche: 1. Fallschirm, dadurch gekennzeichnet, daß seine Hülle zur Verhinderung von Schwankungen eine nach oben sich allseitig erweiternde Form besitzt, die in an sich bekannter Weise durch eine in der Mltte der Hülle (a) angreifende Fangleine (m) o. dgl. erhalten wird oder geändert werden kann. 2. Fallschirm nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der am’ äußeren Umfange befindliche Teil der Hülle als schräg nach unten offener .schlauch- artiger Ringkörper ausgebildet ist, wobei die Form des Ringkörpers durch an den Rändern des Hüllen- teiles über der Oeffnung angeordnete Verstrebungs- leinen (v) oder Stoffstreifen erhalten wird. 3. Fallschirm nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Fangleine (m) in ihrer Normal- lage mittels einer Verdickung (d) in einer Kapsel (e) mit Verschlußbügel :(i) festgehalten wird. Abb. ı 2 E— NS; Bo 4. Einrichtung zum Steuern des Fallschirmes nach Anspruch 1 bis 3, durch einen einseitig auf einen Teil der Tragleinen -ausgeübten Zug, dadurch gekennzeicu- net, daß einige der an ihrem unteren Ende mit Hand- griffen .(ö) versehenen Tragleinen (f) in an sich be- kannter Weise durch eine Verteilerscheibe (b) xe- führt und durch Knoten o. dgl. unterhalb der Scheibe gegen Herausziehen nach oben gesichert sind. C 203 Pat. 500513 v. 14. 4. 27, veröff. 21. 6. 30. Herbert Ray McClintock, Sau Diego, Calii., V. St. A. : Anschnallvorrichtung für Fallschirme. i Patentansprüche: 1. Anschnallvorrichtung für Fallschirme, bei der an den Haupttraggurten in Schulterhöhe sich kreu- zende Rückengurte befestigt sind, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Rückengurte (11, 16) an der Kreu- zungsstelle nicht miteinander verbunden und jeweils durch den unteren Teil des Traggurtes lose hindurch- gesteckt sind, wobei ihre freien Enden (15, 19) Teile der Schenkelgurte bilden. 2. Anschnallvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kombinierten Rücken- und Schenkelgurte (11, 16) unabhängig voneinander mit den Haupttraggurten verbunden sind und nur der eine Rückengurt (16) sich in Schulterhöhe von einem Trag- gurt (1) aus nach vorn in einen Vordergurt fortsetzt, seitlich über der Brust eine Schleife (21) bildet, zum Traggurt (1) in Taillenhöhe zurückkehrt, von dem- selben aus lose um den Rücken zum anderen Trag- Abb ı Seite 100 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 25 gurt (2) witerläuft, lose durch diesen hindurchgesteckt ist und wieder zum ersten Traggurt (1) zurückkehrt, wobei sein freies Ende an seinem die Schleife (21) bildenden Teil verstellbar befestigt ist. 3. Anschnallvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die von einem Traggurt (1) ausgehende nach der gegenüberliegenden Körper- seite verlaufende Schleife (21) einen Schnapphaken trägt, der in eine Oese eingreift, die durch ein kurzes selbständiges Gurtstück (31) am anderen Traggurt (2) befestigt ist. 4. Anschnallvorrichtung nach Anspruch 1 bis 3 mit rasch lösbaren Verbindungen zwischen den Traggurten und der Fallschirmverpackungshülle, " gekennzeichnet durch mehrere kurze, mit ler Verpackungshülle lösbar verbundene Gurte (32), die die mit der Hülle in Be- rührung kommenden Gurte der Tragvorrichtung er- fassen. Sonstige Einrichtungen (Gruppe 24—32). C 27 Pat. 498936 v. 12. 10. 28, veröff. 30. 5. 30. Dr.-Ing. e. h. Claudius Dornier, Friedrichshafen a. B. Geneigte und um eine senkrechte Achse drehbare Startbahn für Fing- genge. Gegen die Horizontale geneigte bzw. neigbare und um eine senkrechte Achse drehbare Startbahnen zur Erleichterung des Startes von Flugzeugen sind be- kannt. Sie haben jedoch den Nachteil, daß der tiefste Punkt der Laufbahn nicht den Erdboden berührt, so daß startende Flugzeuge nicht in der Lage sind, falls erforderlich, den Anlauf zum Start jenseits der be- weglichen Startbahn ohne Sprung auf dem Erdboden fortzusetzen. Dieser Nachteil wird durch die vor- liegende Erfindung beseitigt. Abb.1 Le 83 Flur Patentansprüche: 1. Geneigte und um eine senkrechte: Achse dreh- bare Startbahn für Flugzeuge, dadurch gekennzeich- net, daß das eine Ende der schräg ansteigenden, über Flur angeordneten bzw. aus einer Grube über Flur gehobenen Laufbahnfläche mit dem Erdboden bündig ist. . 2. Startbahn nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der die Laufbahnfläche bildende Teil der Startbahn aus mehreren Teilen besteht, welche beim Gebrauch der Startbahn zu deren Verlängerung gegeneinander verschoben oder aneinandergereiht werden können. c2 Pat. 499278 v. 30. 4. 27, veröff. 4. 6. 30. Deutsche Werke Kiel A.-G,, Kiel”). Durch ein Vortriebsmittel beschlen- nigte Einrichtung zum Starten von Flugzengen. Patentansprüche: 1. Durch ein Vortriebsmittel beschleunigte Ein- richtung zum Starten von Flugzeugen, dadurch ge- kennzeichnet, daß für den Ablauf des Flugzeugs oder eines das Flugzeug aufnehmenden Tragmittels (Start- wagen oder Startschlitten) dienende Startbahnkörper während des Startvorganges in der Startrichtung be- wegt wird, so daß sich eine Startstrecke ergibt, die länger als der Startbahnkörper ist. ! 2. Starteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß während des Startvorganges das Flugzeug in der gleichen Richtung wie der Start- bahnkörper und mit größerer Geschwindigkeit be- wegt wird. 3. Starteinrichtung nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die Bewegungen des Startbahnkörpers und des Flugzeugs von demselben Antriebsmittel bewirkt werden. 4. Starteinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Startbahnkörper durch das Antriebsmittel direkt bewegt wird, während das Flug- zeug durch dieses Antriebsmittel mittels einer Ueber- setzung bewegt wird. 5. Starteinrichtung nach Anspruch 1 oder Unter- ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß als An- triebsmittel ein Druckmittel verwendet wird, das in einem mit dem Startbahnkörper gekuppelten Zylinder auf einem feststehenden Kolben wirkt. 6. Starteinrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder mit dem Flugzeug oder einem dieses tragenden, auf dem Startbahnkör- per laufenden Wagen oder Schlitten durch ein Seil verbunden ist, das mit dem einen Ende am Zylinder und mit dem anderen Ende am Flugzeug oder am Abb 4 h a ee — T - e < N ke} I) ») j | _ „ H c v 9 d Abb.2 a h / ot Wagen bzw. Schlitten befestigt und über zwei Rollen geführt ist, von denen die eine ortsfest und die an- dere am Zylinder gelagert ist. 7. Starteinrichtung nach Anspruch 1 oder Unter- ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Start- bahnkörper drehbar angeordnet ist. 8. Starteinrichtung nach Anspruch 7, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Antriebsmittel mit dem Start- :bahnkörper derart verbunden sind, daß sie mit diesem drehbar sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- -gegeben worden: Otto Richter, Kiel. Pat.-Samml. Nr. 25 wurde im „FLUGSPORT“ XXI, Heft 14, am 9. 7. 1930 veröffentlicht. ‚schaffen. werden. Nr. 14 ‚FLUGSPORT* Seite 239 arbeiten. Ihr neuestes Er- zeugnis, die „Mü 4“ wurde hauptsächlich als Uebungs- maschine gebaut, um den Piloten auch außerhalb der Wettbewerbe Gelegenheit zum Segeln zu geben, ohne aber dabei allzu wertvolle Maschinen aufs Spiel zu setzen. . Beim Entwurf der „Mü 4“ sollte mit möglichst wenig Geld und Bauarbeit eine segelfähige und auch stabile, für Schulbetrieb geeienete Maschine ge- u Teures Baumaterial wie hochwer- tices Sperrholz, kompli- zierte Beschläge und dgl. wurden daher von vorn- herein weggelassen. Die Flügel sind fast ganz mit Stoff bespannt, der Rumpf kann mit billigem Holz- blech beplankt werden. Die verstrebte Bauart ermög- licht sehr einfache Be- schläge fast ohne Schweiß- arbeit. Der Bau wird da- durch wesentlich verein- facht, daß fast alle Spieren im Schablonenkasten ge- baut werden können, da der zweiteilige Flügel durch- gehend gleich tief und nur u 6350 oo»9T [| Segelflug- 0072 0052 T TTITTITITIII IH III er T MIT P—1300—H Segelflugzeug „Mü 4“ der Akaflieg München. Seite 240 „FLUGSPORT“ Nr. 14 an den Enden abgerundet ist. Vorder- und Hinterholm sind so gelegt, daß beide in ihren Abmessungen genau gleich gemacht werden konnten. Die Flügeldiagonalen zwischen den beiden Hol- men bestehen einfach aus dünnen Fichtenholzbrettern. Nur die Nase vor dem Vorderholm ist mit Holzblech beplankt. Durch den geringen Spierenabstand von 18 cm und durch sorgfältige Bespannung ist der Flügel sehr glatt und das Profil zwischen den Spieren nur wenig eingefallen. Die 2,7 m langen Querruderklappen sind mit Schrägspieren gebaut, so daß die Drehkräfte durch die Spieren selbst weitergeleitet werden und ein drehsteifer Holm unnötig ist. Die Flügel- streben sind als Sperrholzröhren von stromlinigem Querschnitt aus- eebildet, die sich von der Mitte aus nach beiden Enden konisch ver- jüngen. Die Strebenkräfte werden im wesentlichen durch die SpeLT- holzhaut aufgenommen, lediglich zur Erhöhung der Knickfestigkeit ist ein dünner Fichtenholzsteg eingebaut. Zur Befestigung.der Beschläge sind an den Enden Füllklötze eingesetzt. Diese neue Strebenbauart bringt ziemliche Gewichtsersparnis; Knick- und Zerreißversuche im Mechanischen Institut der Technischen Hochschule München ergaben sehr gute Festigkeitswerte. Der 6 m lange Rumpf ist sechseckig und durchgehend mit Holz- blech beplankt. Steuerung und Kufe sind normal ausgeführt. Das Leitwerk ist gedämpft. Höhen- und Seitensteuer sind recht- eckig und gleich tief, so daß auch hier alle Spieren in einem Scha- blonenkasten gebaut werden konnten. Das Höhenruder ist vor das Seitenruder gelegt. Einmal wird durch den etwas längeren Hebelarm die Wirksamkeit des Seitenruders verbessert, was ja bei Segelmaschi- nen immer erwünscht ist; außerdem ist es dadurch möglich, daß das Höhenruder auch in ausgeschlagener Stellung dicht am Rumpf anliegt, so daß das Ganze strömungstechnisch ziemlich einwandfrei ist. Die Flossen sind mit Sperrholz beplankt, die mit Schrägspieren gebauten Ruder sind stoffbespannt. Das Gewicht der fertigen Maschine beträgt 100 kg; bei 75 kg Führergewicht ergibt sich eine Flügelbelastung von 11 kg/qm? Die (praktische) Gleitzahl ist 12—14 bei einer Geschwindigkeit von 15 bis 16 m/sec. Weitere Daten sind: Spannweite 12 m, Flügeltiefe 1,4 m, Flügelfläche 16 qm’, Schlankheitsgrad 9, Profil Gött. 549. Leitwerksanordnung und 222 _.. Schwanzkufe des Segel- flugzeugs der Akaflieg, München. l ' Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 241 Die „Mü 4° hat inzwischen vom Samerberg — bei Rosenheim — aus mehrere Flüge ausgeführt und sich dabei gut bewährt. Egon Scheibe. Amerikanisches Boening-Ganzmetall-Transportflugzeug „Monomail“. | Dieser von Boeing erbaute Tiefdecker ist als Schnell-Postflugzeug für ein Postgewicht von 1000 kg gebaut. Zum Betriebe dient ein 575-PS- Pratt-&-Whitney-Hornet-Motor. Zur Verringerung des Luftwiderstan- Amerik. Boeing Ganz- metall-Transportflugzeug „Monomail“. des ist das Fahrgestell nach hinten hochziehbar eingerichtet, und zwar so, daß das Flugzeug mit hochgezogenen, etwas hervorstehenden Rädern noch landen kann. Spannweite 18 m, Länge 12,3 m, Höhe 3,7 m, Flügelinhalt 50 m}, Leergewicht 2060 kg. Amerik. Langstreckenflugzeug Emsco „Grand Raid“. Das von Charles Rocheville konstruierte und von der Emsco Aircraft Corporation, Downey, Kalifornien, gebaute Flugzeug ist für Langstreckenflüge bestimmt. Der auf dem Flügel liegende runde Rumpf trägt vorn einen Wasp-Junior-Motor von 300 PS mit N.A.C.A.- Haube und dahinter die beiden Sitze. Der Flügel ist gegen die Ober- seite des Rumpfes und gegen das Fahrgestell verspannt. Höhen- und Seitenleitwerk werden durch zwei rohrförmige Träger gehalten. Das Fahrgestell besteht aus zwei vorderen Laufrädern und einem dritten Spornlaufrad, welches an dem hinteren unteren Ende des Rumpfes angreift, so daß die Schwanzträger entlastet sind. Spannweite 18,30 m, Länge 11 m, Flügeltiefe 2,75 m, Betriebs- stoffbehälter 3300 1, davon 3000 I in den Flügeln, Gewicht 4100 ke, Aktionsradius 9800 km. Der Konstrukteur und Pilot Charles Rocheville beabsichtigt in diesem Jahr mit der Maschine von Tokio nach Seattle über den Stillen Ozean zu fliegen. Amerik. Langstrecken- flugzeug Emsco „Grand Raid“ mit Wasp-Junior 300 PS. Seite 242 „FLUGSPORT* Nr. 14 IN la Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr, 55. Die Federation A6ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilungen vom 24. und 25. Iuni 1930 folgende Flugleistungen anerkannt: Als Internationale Rekorde: Klasse C, Leichtflugzeuge — 3. Kategorie. Woldemar Voigt, mit Flugzeug der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt D 18, Armstrong Siddeley Genet Maior-Motor zu 100 PS, am 23. Mai 1930 in Darmstadt: Höhe 8142 m — (Deutschland). Mme. Maryse Bastie auf Flugzeug Klemm, mit Salmson-Motor zu 40 PS, in Le Bourget, am 9.—10. Iuni 1930. Dauer in geschlossener Bahn (Frankreich) 22 Std. 24 Min, Als. Weltrekorde: - Klasse C Umberto Maddalena und Fausto Cecconi auf Flugzeug Savoia-Marchetti S. 64 bis, mit Fiat-Motor A 22 T, auf der Strecke Montecelio—Stazieno Ladispoli, 30. Mai bis 2. Juni 1930: j Dauer in geschlossener Bahn (Italien): 67 Std. 13 Min. Entfernung in geschlossener Bahn (Italien): 8 188,800 km. Als internationale Rekorde: Klasse C bis (Wasserflugzeuge). Pilot Mermoz mit Dabry und Gimie auf Wasserflugzeug Lateco£ere 28, mit Hispano-Suiza-Motor zu 600 PS, von St, Luois (Senegal) nach Natal (Brasilien) am 12. und 13. Mai 1930. Entfernung in gerader Linie (Frankreich) 3 173,200 km. Als internationale Rekorde: Klasse C bis, Leicht-Wasserflugzeuge 1. Kategorie. Wilhelm Zimmerman, mit Passagier Schinzinger, auf Wasserflugzeug Junkers J50W, mit Armstrong Siddeley Genet-Motor 85 PS, am 4. Juni 1930 in Dessau: | | Höhe 4614 m — (Deutschland) 3. Kategorie. Wilhelm Zimmermann auf Wasserflugzeug J50 W mit Armstrong Siddeley Genet- Motor 85 PS, am 4. Juni 1930 in Dessau. Höhe 5652 m — (Deutschland) 3. Kategorie. Alfred Grundke, mit Passagier Gottlieb Pfeiffer, auf Wasserflugzeug Junkers J50 W mit Armstrong Siddeley Genet-Motor 85 PS, am 6. Juni 1930 in Dessau. Dauer in geschlossener Bahn (Deutschland) 8 Std. 27 Min. “Entfernung in geschlossener Bahn (Deutschland) 900,180 km Geschwindigkeit über 100 km (Deutschland) 164,309 km/Std. Berlin, den 1. Juli 1930. | Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. Ein sagenhaftes Ungeheuer. Ein Engländer besucht mit seiner Motte Deutsch- land. Seine Sehnsucht ist, die Wasserkuppe zu sehen. Mit einer Motte von Baden-Baden kommend, macht er auf dem Frankfurter Flugplatz eine Zwischen- landung und erkundigt sich über die Landungsverhältnisse auf der Wasserkuppe. Ihm wird mitgeteilt, daß die Landungsverhältnisse gut seien, nur solle er sich vor dem auf der Wasserkuppe befindlichen Drachen in acht nehmen. Ihm ist die gegebene Auskunft nicht ganz klar. Er blättert in seinem Diktionär und sucht _ Drachen, oh yes, Drachen = „ein sagenhaftes Ungeheuer“. Was das nun wieder sein soll, ist ihm nicht klar. — Er fliegt los und landet wohlbehalten auf der Wasserkuppe. Gleich nach der Landung erkundigt er sich, was das mit gen Ungeheuer für eine Bewandtnis habe. Man zeigt ihm den ruhig in der Luft Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 243 stelienden Drachen —. Man soll selten so herzlich gelacht haben. Die Geschichte: hat den Vorzug, wirklich passiert zu sein. Segelilug-Uebungsgelände Krakow. Der Mecklenburgische Aeroklub hat den Großvaterberg bei Krakow als Uebungsgelände ausgesucht. Die Stadt Krakow hat teilweise Mittel zum Ausbau eines Fliegerheimes bereitgestellt. An Pfingsten fand der erste Fliegerkurs statt, wobei 4 A-Prüfungen abgelegt und 176 Flüge ausgeführt wurden. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1930. Es wird daran erinnert, daß am 14. Juli Meldeschluß ist. Nachmeldeschluß: 26. Juli, mittags, mit RM 25.— Nenngeld. Albert Rupp beging am 28. Juni sein zwanzigiähriges Pilotenjubiläum. Er lernte 1910 bei den Antoinette-Werken fliegen. Kurz darauf wurde er Chefpilot der Albatros-Werke und später von L.V.G. Während seiner Flugpraxis erkannte er die Nachteile der Bolzennabe und konstruierte die seit Jahren bekannte Rupp- Nabe, deren Konstruktion er 1916 zum Patent anmeldete. Rupp, von Geburt Schweizer, besitzt den Führerschein 3 der Schweiz und Nr. 63 für Deutschland. Einen neuen Lehrplan für Uebersee-Ingenieure hat das Technikum Strelitz i. M. eingerichtet. Ausgehend von dem Gedanken, daß durch vermehrte Tätigkeit gut geeigneter Kräfte im Auslande die Werbekraft der deutschen Industrie steigt und dadurch umsatzsteigernd wirkt, ist das Technikum Strelitz bemüht, interes- sierte Studierende mit allem Nötigen für erfolgreiche Ueberseetätigkeit auszu- statten. Besondere Kollegs für Sprachenkunde, Wirtschaftsgeographie u. del. sind zu einem Semester zusammengestellt, so daß auch fertige Ingenieure die Möglichkeit haben, dieses Semester nachträglich zu besuchen. Offizielle Mitteilungen des DMSV. Der Reichsbahn-Turn- und Sportverein Fulda beantragt seine Auf- nahme in den DMSV. Die Aufnahmebedingungen sind erfüllt. Even- tuelle Einsprüche sind binnen 2 Wochen nach Ausgabe der vorliegenden Nummer des „Flug-Sport“ beim Vorstand zu erheben. Ausland. Die Fliegerei in Brasilien. (Von unserem brasilianischen Mitarbeiter.) Mit großer Zähigkeit haben die Franzosen am Ausbau ihrer Luftlinien in Südamerika gearbeitet. Durch die Verbindung von Rivadivia und Santiago mit Buenos Aires und von Asuncion mit Rosario haben sie Patagonien, Chile und Paraguay an ihre große Atlantiklinie angeschlossen. Von Santos aus sind Probeflüge nach dem Innern Brasiliens bis zur bolivia- nischen Grenze, von Natal’aus zur Amazonenmündung unternommen worden. Die für erfolgreichen Betrieb notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen fehlen auf der Strecke Santos-Bölivien fast ganz. Der Anschluß an das Netz des Aero Lloyd Boliviano wird unzureichende Besserung bringen. Es erscheint unwahr- scheinlich, daß die Franzosen diese Linie aus ihren eigenen staatlichen Subven- tionen unterhalten werden. Ihre Eröffnung wird von der Sicherstellung der not- wendigen Unterstützung durch die brasilianische Regierung abhängen. Die wirt- schaftlichen Voraussetzungen auf der Strecke Natal—Belem sind zwar günstiger. Aber auch Verlängerung bis Manaos wird wirtschaftlichen Betrieb nicht gestat- ten. Prestigerücksichten werden sie die Franzosen trotzdem, wenigstens teil- weise, durchführen lassen. Große Geldmittel, ein sehr reichhaltiger Park, gute Flugzeuge mit ausge- zeichneten Motoren, hervorragenden Piloten gestatten den Franzosen einen pünktlichen und recht regelmäßigen Flugbetrieb auf der großen Atlantiklinie, in jeder Richtung einmal wöchentlich. Ausfälle, besonders durch Notlandungen mit Beschlagnahme durch die Mauren an der afrikanischen Küste, sind seltener. Von Rio bis Paris werden durchschnittlich 7—8 Tage gebraucht. Der geringe Vorteil gegenüber der Dampferbeförderung hat ungenügende Benutzung der Postlinie gezeitigt. Das Defizit ist deshalb Dauererscheinung. Aber für Frankreich ist die Aufrechterhaltung dieser Linie eine Prestigefrage. Erwägungen, daß sich nach dem Einsatz von Wasserflugzeugen zwischen Afrika und Brasilien ein wirtschaftlicher Betrieb infolge höherer Benutzungsziffer ergeben müsse, führten die Franzosen zur schrittweisen Entwicklung des hochsee- tüchtigen Langstreckenflugzeuges, zum Teil unter Anlehnung an bewährte Seite 244 „FLUGSPORT“ Nr..14 deutsche Baumuster. Die Versuchsflüge der Lufthansa, des Kondor-Syndikates und die erfolgreichen Zeppelinfahrten zwangen zur Beschleunigung. Der erste Einsatz des entwickelten Verkehrswasserflugzeuges auf der gähnenden „Atlantiklücke‘‘ durfte nach befriedigenden Versuchen nur nach sorg- fältigster Vorbereitung bei günstigem Wetter gewagt werden. Mißlingen war dem Rufe der Franzosen als Organisatoren und Konstrukteure schädlich, Gelingen zur Hebung der Stimmung für Frankreich auszunutzen, geboten. Verstärkte Wir- kung konnte durch Wahl eines besonders günstigen Zeitpunktes erwartet werden. Mit dem auf den 20. Mai angesetzten Studienflug des Zeppelins nach Brasilien schien er den Franzosen gegeben. Dem deutschen Luftschiffe konnte die Her- stellung der ersten unterbrochenen Luftverbindung zwischen Spanien und Bra- silien als sicher gelten. Dieser gewaltigen deutschen Leistung mußte Frankreich 7 2. . . u a ai flog Mermoz das einmotorige Wasserflugzeug Lat 28 mit Hispano- Siuza-Motor in 22% Stunden von Saint Louis nach Natal. Zwei Tage darauf genehmigte Paris, nach monatelangem Verhandeln, der Nyrba-Air-Lines die Zwischenlandung auf Martinique, Guadeloupe und in Cayenne, Stützpunkte für die. amerikanische Luftlinie New York— Buenos Aires. Auf seiner Reise durch die südamerikanischen Republiken Ende 1928 hatte sich Präsident Hoover persönlich von der Bedeutung des Luftverkehrs längs der brasilianischen Küste überzeugen können. Die Bildung von nordamerikani- schen Luftfahrtunternehmen längs der Ost- und Westküste des südamerikanischen Kontinents war die Folge seiner Anregung. Nach einem halben Jahre wurden Einzelheiten bekannt. Am 18. Februar 1930 wurde von der Nyrba (New York, Rio und Buenos Aires Air Lines Inc.) der Personen- und Postverkehr auf der Linie Santiago—Buenos Aires—Rio de Janeiro—Miami mit Sikorskiwasserflugzeugen eröffnet. Die erste Post von Rio nach Miami brauchte 5 Tage 1 Std. 40 Min. Es sind zur Zeit mehrere Commodore-Flugboote der Consolidated Aircraft, mit zwei- mal 575 PS-Motoren, dreimotorige Ford-Landflugzeuge, einige Sikorski-Flugboote und einige Lockheed-Vega-Wasserflugzeuge mit 425 PS Pratt & Whitney-Motor im Betrieb. Schrittweise Erweiterung des Flugparks soll zwei Flüge wöchentlich in jeder Richtung ermöglichen. Abkommen mit den Luftfahrtgesellschaften be- nachbarter Staaten .beabsichtigen durch- Anschluß ‚an jene. wirtschaftlichere . Ge- staltung des eigenen Flugbetriebes. Gute, zum Teil im Ausbau für größere Betriebe begriffene Stützpunkte auf der ganzen Linie sichern regelmäßigen Betrieb. Die zu große Zahl der Halte- punkte ist für die Gesamtflugzeit der Linie nachteilig. Ihre Herabsetzung kann den Postverkehr bei Einsatz von einmotorigen, schnellen Wasserflugzeugen wirt- schaftlich gestalten. Die Benutzung mehrmotoriger, schwerer Flugboote, die auch dem Personenmassenverkehr dienen sollen, schiebt dieses Ziel weit hinaus, Er- schwerend kommt die Zurückhaltung des Brasilianers gegenüber dem Flugzeug als Personentransportmittel hinzu. Die Linie führt von Santiago über Buenos Aires längs der brasilianischen Küste über die Kleinen und Großen Antillen nach Florida. Die Haltepunkte an der brasilianischen Küste sind: Rio Grande, Porto Alegre, Florianopolis, Santos, Rio de Janeiro, Campos, Victoria, Caravellas, Ilheos, Bahia, Aracajü, Maceiö, Recife, Natal, Fortaleza, Amarracao, Sao Luiz do Maranhao, Bel&m, Monte Negro. Der Nyrba ist in gleicher Weise wie der Com- pagnie Generale A&ropostale (Latecotre) und dem Condor-Syndikat die Post- und Personenbeförderung in Brasilien gestattet. Die Franzosen stehen somit einer starken Konkurrenz gegenüber. Das Condor-Syndikat hat die durch das Unglück des Dornier Wals „Santos Dumont‘“ vor anderthalb Jahren erlittene Einbuße an Zuspruch allmählich über- winden können. Der Personenverkehr ist wieder angewachsen. Daß die beför- derte Postmenge nicht erheblich ist, liegt an dem Mangel der durchgehenden Luftpostverbindung mit Europa. An die Schnelligkeit der Postverbindungen inner- halb seines Landes stellt der Brasilianer keine großen Anforderungen. In der Durchführung des Gemischtverkehrs des Condor-Syndikates und der Lufthansa mit den Schnelldampfern der Hamburg-Süd, „Cap Arcona“ und „Cap Polonio“, ersteht den Franzosen ein ernster Wettbewerber. Nach erfolg- reichen Probeflügen ist kürzlich zwischen den betreffenden Gesellschaften das Abkommen abgeschlossen worden. In Uebereinstimmung mit dem Fahrplan der genannten Dampfer wird die Luftpost von Europa mit Flugzeugen der Lufthansa | Nr. 14 „FLUGSPORT*“ Seite 245 über Südspanien nach den Kanarischen Inseln gebracht, dort von den Dampfern übernommen und bei der brasilianischen Insel Fernando do Noronha an die Flug- zeuge des Condor-Syndikates übergeben. In höchstens 9 Tagen kommt so die Post von Berlin nach Rio. Gezwungen wurden die genannten Gesellschaften zu dieser vorläufigen Lösung durch das Monopol, das sich die Franzosen auf einer sehr berechneten Ausschreibung der portugiesischen Regierung für die Benutzung der portugiesischen Inseln im Atlantischen Ozean gesichert hatten. Vernichtenden Einfluß auf die französische Luftlinie kann der deutsche Plan haben, die Strecke Sevilla—Recife durch Luftschiffe befliegen zu lassen. Von Berlin bis Rio braucht dann die Flugpost je nach dem Wetter über dem Ozean 4—5 Tage. Die regelmäßige Durchführung dieses Luftverkehrs in vollem Um- fange, der nicht nur wirtschaftlich betrieben, sondern mit Sicherheit erheblichen Reingewinn abwerfen kann, wird die Franzosen, wollen sie nicht kaltgestellt werden, zu gewaltigen Anstrengungen zwingen, mindestens Gleichwertiges zu leisten. Das Fehlen der erforderlichen Luftschiffe und der Geldmangel schiebt für uns Deutsche dieses Ziel auf Jahre hinaus. Die gegenwärtige brasilianische Regierung — sie endigt ihre Periode im November — hat bei der unerbittlichen Notwendigkeit der rücksichtslosen Spar- samkeit für die Fliegerei nur beschränkte Mittel zur Verfügung stellen können. Heer- und Marinefliegerei sind trotzdem gefördert worden. Aus tiefem Verständ- nis für Verkehrsfragen und von starkem Wunsche zur Förderung des Luftverkehrs, beseelt, brachte der Erlaß des vergangenen Jahres einen Plan zur Errichtung von Luftlinien unter Gewährung entsprechender Subventionen. Ich habe die ganz irrige Linienführung, in der französische Einflüsse unverkennbar waren, in einer hiesigen Verkehrsfachzeitschrift kritisiert. Bis letzt sind noch keine Ausführungs- bestimmungen zu dem Regierungsplan erschienen. Meine Bemühungen, an den höheren Schulen den aerodynamischen Unter- richt einzuführen, sind bisher erfolglos gewesen. Erst nach dem Antritt der neuen Regierung im November kann die Arbeit darin wieder aufgenommen werden. Ein von deutschen Segelfliegern im vergangenen Jahre in Rio gegründeter Segelfliegerverein scheint mit Schwierigkeiten zu kämpfen zu haben, Die ETA., eine brasilianische Luftverkehrsgesellschaft, die Klemm-Daimler- Flugzeuge benutzt, hat bis auf weiteres ihren Betrieb eingestellt. Japan und die Mandschurei im künftigen Weltflugverkehr. Von Dr. Waldemar Beck, Berlin. Bekannt sind die Bestrebungen der deutschen Luftfahrt in Ostasien. Weniger bekannt die selbständigen Bestrebungen des japanischen Inselvolkes, raschen An- schluß an das kommende Fern-Luftstreckennetz von Ostasien nach Europa zu erhalten, sowie die Stellungnahme der Bewohner des wichtigen Teilstückes der Mandschurei mit der Hauptstadt Charbin zu diesem Problem. Was zunächst Japan anbetrifft, so ist seit 2 Jahren ein mächtiger Auf- schwung im gesamten Luftverkehrswesen zu konstatieren. Seit Beginn dieses Jahres werden dort bereits im ganzen 4 subventionierte Luftlinien mit einem Luftliniennetz von insgesamt 1775 km im regelmäßigen Luftverkehr beflogen, nämlich: Im Schwanzende an- zeordneter Maschinen- gewehrstand bei einem der neuen engl. Blackburn-Hoch- see-Flugboote. Seite 246 „FLUGSPORT“ Nr. 14 Osaka— Tokio, 440 km, 3mal wöchentlich (Personen, Fracht, Post); Osaka—Fukuoka, 500 km, 3mal wöchentlich (Personen und ‚Post); ‚Tokio—Sendai, 370 km, 3mal wöchentlich (nur Post); Osaka—Oita, 425 km, täglich (Personen und Post). Auf jeder dieser Verkehrsstrecken verkehren je 7 Verkehrsflugzeuge. Außer- dem unterhalten die großen Zeitungen nach deutschem Vorbild zum Teil einen eigenen Flugzeugpark für Zeitungssendungen. Der Luftverkehr untersteht seit 1923 dem Verkehrsministerium. Größere Geld- mittel wurden erstmals 1927 für den Luftverkehr flüssig gemacht. In diesem Jahre wurden der japanischen Einheits-Luftverkehrsgesellschaft 1 Million Mark (500 000 Yen) zur Verfügung gestellt für Vorarbeiten auf der wichtigen künftigen internationalen Luftlinie Tokio—Schanghai. Danebenher läuft eine jährliche Sub- vention in mäßigen Grenzen für die bereits im Betrieb befindlichen innerjapa- nischen Luftlinien. Seit dem Voriahre nun wurde in den japanischen: Luftfahrt- Etat eine jährliche Subvention von 2 Millionen Mark (970000 Yen) auf 11 Jahre eingesetzt, welche der japanischen Luftverkehrsgesellschaft als Beihilfe zur Ver- fügung steht. Das Kapital der Gesellschaft beträgt 10 Millionen Yen (rund 20 Millionen Mark). Den: Aktionären der Gesellschaft ist regierungsseitig eine Divi- dende von zunächst & Prozent garantiert. Große Summen im Gesamtwert von etwa 7 Millionen Mark sind ferner in den letztiährigen Etat eingesetzt. zum. Aus- bau der Zentralflughäfen Tokio, Fukuoka, Tsushima, (letzterer zugleich Seeflug- hafen). Die Gesellschaft plant nun zunächst Verlängerung des bestehenden Luft- netzes über Fukuoka hinaus nach Soeul-Darien, und zwar 6 mal wöchentlich, für Passagiere, Fracht und Post: ferner Fukuoka—Schanghai 3 mal wöchentlich. Ziel- purıkt der nördlichen Linie aber ist Mukden und die Nordmandschurei, von wo aus je nach der Weiterentwicklung der Ereignisse Anschluß an das chinesich- deutsche oder russisch-sibirische Luftnetz, jedenfalls aber Postanschluß an die transsibirische -Fisenbahn gegeben ist. Der Flugzeugpark der Gesellschaft beträgt schon heute 30 moderne Verkehrsflugzeuge, mit ebensovielen Reservemotoren. Interessant ist der Umstand, daß die Gesellschaft mit Transporteinnahmen im Verhältnis 1:9 (Passagiere : Post rechnet). Ueber das amerikanische Projiekt, mit amerikanischem Kapital, ebensolchen Flugzeugen, Motoren und Personal it Nordchina eine Konkurrenzgesellschaft zu gründen, hat man in letzter Zeit nichts authentisches mehr gehört. In Charbin, der Hauptstadt der Mandschurei, sieht man nach uns neuestens zugegangenen Nachrichten der Entwicklung der kommenden Luftver- kehrslinien der konkurrierenden Luftverkehrsgesellschaften mit Ruhe entgegen. Seit dem Weltflug des „Graf Zeppelin“ setzt man in der Mandschurei große Hoffnungen auf die baldige Inangriffnahme eines regelmäßigen Zeppelin-Luft- dienstes von Deutschland nach Ostasien, wobei Charbin die Rolle eines wich- tigen Verkehrsknotenpunktes (Luftschiff, Flugzeug, Eisenbahn) wohl mit Be- stimmtheit zufallen würde. Die Stadt Charbin beschäftigt sich schon lebhaft mit dem Plan der Errichtung eines Ankermastes in der näheren Umgebung der Stadt, die in weitem Umkreis eben ist und somit keinerlei konstruktive Schwierigkeiten bieten würde. Sogar die Kosten eines derartigen Unternehmens wurden voran- schlagsmäßig bereits im Detail erwogen. Der Flughafen soll nicht weiter als 10 km von der Stadt entfernt sein, und einschließlich des Ankermastes, sowie einer zu errichtenden Gasanstalt den Betrag von 1% Millionen Mark nicht übersteigen. Man rechnet mit Amortisation des relativ geringen Kapitals, sowie mit Ueber- schüssen schon nach wenigen Jahren. Die Fahrtdauer Berlin—Charbin würde im Luftschiff 2 Tage, dieienige von Charbin bis Tokio 1 Tag betragen. Die Vorteile einer derartigen Luftverbindung gegenüber der bisherigen Eisenbahnverbindung sind nicht nur für die Stadt Charbin, sondern für den gesamten Passagier-, Post- und Frachtverkehr zwischen Zentraleuropa und Ostasien derartig in die Augen springend, daß sich jede Erörterung über die Zweckmäßigkeit einer derartigen Anlage von selbst verbieten. Ein schwimmender Flughafen ist von dem Ingenieurdienst des amerikani- schen Institute of Steel Construction ausgearbeitet worden. Diese schwimmen- den Landeplätze sollen großen Seestädten, wo es im Innern der Stadt an Ge- lände fehlt, die Möglichkeit geben, die Landeplätze möglichst nahe an die Stadt heranzubringen, wie z. B. in der Bucht von New York. Der vorliegende schwim- Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 247 mende Flughafen hat ein Gewicht von 7500 Tonnen und nur einen Tiefgang von 4,5 m. Die Landefläche ist 330 m lang und 67 m breit. Diese Landefläche ist ge- wählt unter der Voraussetzuüg, daß sich der schwimmende Hafen in der Längs- richtung nach der Windrichtung selbsttätig einstellt. Von New York nach Mexiko ohne Unterbrechung flog am 21. Juni der Mexikaner Roberto Fierro auf einem Lockheed-Sirius mit 210 km/h Geschwin- diekeit. 553 Std. 41 Min. 30 Sek. mit Betriebsstofiversorgung blieben die Brüder Hunter in der Luft. Der 23 Tage-Flug wurde auf einem Stinson-Kabineneindecker „City of Chicago“ ausgeführt. Im ganzen wurden 223 mal Betriebsstoff nach- gefüllt. Das Flugzeug legte ca. 67000 km zurück und verbrauchte 34 800 I Benzin und 18 200 I Oel. Mit dem Segelilugzeug als Drachen über den Ozean wollen sich die Flieger Lewis und Kearney von dem italienischen Dampfer „Saturnia‘“ schleppen lassen. Das Schleppkabel ist 300 m lang und dient gleichzeitig als Telephonkabel. Kronfeld wird am 15. Juli, nachdem er noch weitere Segelflüge in Wey- mouth am 28. und 29. Juni, in Folkestone am 5. und 6. Juli und in Scarborough am 12. und 13. Juli ausgeführt hat, nach Deutschland zurückkehren. Magersuppe segelte 3% Std. bei Felkstone am 29. Juni. Der Flug mußte wegen eintretender Flaute unterbrochen werden. Die Luiftpostbeförderung der Amerikanischen Luitverkehrsgesellschait „American Airways‘ hat im letzten Monat 7,9 Prozent gegen den Vormonat zu- genommen. Die beflogene Strecke betrug 9000 km und berührt unter anderen folgende Verkehrszentren: New York, Boston, Cleveland, Chicago, St. Louis, Louisville, Dallas, San Antonio, New Orleans, Houston, Atlanta, Kansa City, Cin- cinnate usw. Indische Fliegerermunterungspreise, Vor einiger Zeit hatte Aga Khan einen Preis ausgesetzt für den ersten Inder, der von Indien nach London fliegt. Dieser Preis wurde von Ingenieur Aspy gewonnen. Neuerdings hat er einen weiteren Preis von 500 Dollars ausgesetzt für den ersten Inder, der innerhalb vier Wochen von Indien nach Kapstadt fliegt. Junkers G 38 (D 2000) landete nach 4% Std. unter Führung von Flugkapitän Zimmermann und Dipl.-Ing. Schinzinger am 21. Juni nachm. wieder auf dem Des- sauer Flugplatz der Junkers-Werke. An Bord befanden sich außer der technischen Besatzung vier französische Ingenieure, welche ebenso wie zu dem Hinfluge von Dessau nach Paris die Maschine begleiteten. Die technischen Vorführungen der G 38 auf den Pariser Flughäfen Le Bourget und Villacoublay boten Gelegenheit, dem ausländischen Publikum die Leistungsfähigkeit des größten deutschen Land- flugzeugs eindrucksvoll zu zeigen. — Zur Verabschiedung der Junkers G 38 hatten sich am 21. Juni vormittags auf dem Flugplatz Le Bourget der französische Luft- fahrtminister Laurent Eynac und der bekannte Luftfahrtdeputierte Renaudel ein- gefunden. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Allgemeine Sportvorschriiten. Code Sportit der Federation A&ronautique In- ternationale mit 1 Anhang. Uebersetzt von v. Hoeppner. Preis der zwei Bänd- chen RM 3.—. Die Uebersetzung entsprach einem dringenden Bedürfnis. Für jeden Flug- sport-Treibenden und alle die, die mit dem Flugsport in Berührung kommen, ist der Besitz dieser Sport-Vorschriften unerläßlich. Annuaire de L’A&ronautique 1929. Herausgegeben unter Mitwirkung der Luft-, Krieges-, Marine- und Kolonie-Ministerien sowie des Aero-Clubs von Frankreich. Preis 48 Francs, Verlag M. S. Heraud, 191, Rue du Faubourg Saint-Honore, Paris, enthält die französischen führenden offiziellen Stellen, Clubs und Gesellschaften, Schulen, Luftverkehrswesen, Typentafeln der wichtigsten französischen Flug- zeuge, die französische Flugzeugindustrie, Zusammenstellung der französischen Höchstleistungen. Das ausländische Flugwesen ist nur ganz kurz gestreift. Fer- ner ein Verzeichnis der in der Luftfahrt tätigen Personen. = in, z : N 1 . oA je. = SD RL es | M | | _ _ UT 02 HABEN GERINGES GEWICHT Das geringe Gewicht der Siemens- Jupiter-Motoren ermöglicht die Mit- führung einer großen Nutzlast. Nutzlast ist Wirtschaftlichkeit. Die Verwendung hochwertigsten Stahls ermöglicht geringste Wand- stärken, wie nebenstehender Zylir.der- schniit zeigt, und damit das geringe Gewicht. Se OR 2 Ds Mm em >) MR 2, 2 De a® SIEMENS LUG MO Iyp RS. Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor und jedes Flugzeugmuster passend, in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Kabelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G., Frankfurt a. M. e : nttlin.itll ®, 7 In. in. 22 ie | GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. INNINIIIINIIN TTTTITTTETTTTTHTTTTTTTTTITRTEITITHTHTTTIT Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg, Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 15 23. Juli 1930 XX1N. Jahrgang _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 6. August 1930 Während des Europa-Fluges. Am 20., 9 Uhr vormittags, begann bei tiefhängenden Wolken und ziemlich frischer Brise mit leichtem sprühenden Regen der Start von 60 Teilnehmern. 9.59 Uhr starteten die letzten Maschinen. Bereits nach der ersten und zweiten Teilstrecke Braunschweig und Frank- furt bildete sich eine Spitzengruppe, in der die Engländer mit ihren außerordentlich schnellen Maschinen zu führen schienen. Die Motte von Cpt. Broad machte weit über 200 km. In der Spitzengruppe lagen weiter der Staffeldoppeldecker der Akaflieg Darmstadt, gesteuert von Neininger, sowie ein Pole Karpinski auf einem Hochdecker. Zur Zeit kann man noch nicht viel sagen. Die Geschwindigkeit ist nicht allein maßgebend. Jedenfalls sind die Engländer und Polen in vorzüglicher Form. Die Klemm- und BFW-Teams machten einen recht ruhigen Ein- druck — Spazierflug. Am Sonntag nachmittag waren insgesamt 50 Teilnehmer in Reims eingetroffen. Von den sofort zum Weiterflug gestarteten Maschinen trafen bis zum Abend 15 in Calais ein. Interessant waren die technischen Verfeinerungen, die zumeist auf eine Verringerung des Luftwiderstandes, gute Landemöglichkeiten und nicht zuletzt auf Bequemlichkeit hinausgingen. In vielen Fällen scheint der Versuch vollkommen, in anderen teilweise geluneen. In Einzelfäl- len haben die Konstrukteure des Guten zu viel getan. Man hat jedoch das Gefühl, daß aus all diesen technischen Verbesserungen sich viel- leicht eine Standartmaschine mit der Zeit entwickeln kann. Eine eün- stige Karosserieform mit Fenstern, die nicht mehr klappern, unter Auf- wendung geringsten Konstruktionsgewichtes wird wohl schon im näch- sten Jahr erscheinen. Verölte Rümpfe sah man nur noch bei zwei Ma- schinen. In der ersten Etappe fiel nur eine, in der zweiten überhaupt keine Maschine aus. Schade, daß die kleine Klasse (Höchstleergewicht 320 kg) in Berlin erst nach den großen Maschinen (460 kg leer) zum Start gelassen wurden. Dadurch reichte die Zeit, für die dritte Etappe Reims zu erreichen, nicht mehr aus. Seite 250 „FLUGSPORT“ Nr. 15 Albatros L 100 und 101. Das Flugzeugmuster L 100 ist ein kleines Kabinenflugzeug in völ- liger Metalleerippebauart für 3 Personen, ausgerüstet mit einem Iuft- gekühlten 4-Zyl.-Argus-Motor As. 8. Der abgestrebte Tiefdecker mit sehr geräumiger Kabine, vorn 2 Sitze nebeneinander, dritter Sitz und großer Gepäckraum dahinter, der in erster Linie ein Reiseflugzeug ist, kann auch für Schulzwecke verwendet werden. Die Doppelsteuerung, Knüppel und Fußsteuer, läßt sich mit einem Griff auskuppeln. Die Sitze sind für die Mitnahme von Rückenkissenfallschirmen eingerichtet. Drei Türen ermöglichen ungehindertes Ein- und Aussteigen. Der Rumpf, Leitwerke und Querruder sind in der bewährten Stahlrohrbau- weise ausgeführt, die Flügel haben Duralholme und Duralrippen. Die Stoffbespannung ist tropenfähig imprägniert. Die Flügel können zurückgeklappt werden, so daß Abschleppen mit Auto und Unterstellen auf kleinem Raum möglich ist. Sämtliche betriebswichtigen Teile sind gut zugänglich, die Motorhaube ist als Ganzes abklappbar. Das Fahr- gestell besitzt Druckgummifederung mit Oeldämpfung (Bauart Alba- tros) und Albatros-Bremsräder, durch Oeldruck gesteuert. Der Sporn ist einstellbar. nn Bei einer Zuladung von 350 kg beträgt die Reisegeschwindigkeit 150 km/h, die Reichweite 800 km, die Landegeschwindigkeit 80 km/h und die Gipfelhöhe 5000 m. Das Flugzeugmuster L 101 ist in erweitertem Umfange für die gleichen Zwecke, denen bisher in bewährter Weise das Muster Alba- tros L 82 dient, nämlich Schulung, Sport und Reise, entworfen worden. Bei dieser Fortentwicklung sind in der Gesamtgestaltung des Flug- zeuges zwei Maßnahmen von besonderer Bedeutung getroffen worden. Im Gegensatz zu früheren Ausführungen der gleichen Gattung wurde erstmalig die Metallgerippebauweise vollständig, d. h. auch für das Vom Europa-Flug: Oben Albatros L 100, unten Albatros L 101 mit 80/110 Argus-Motor. Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 251 Tragwerk übernommen und dabei wesentlich vereinfacht. Eine weitere wesentliche Vereinfachung wurde durch Uebergange zum Eindecker erzielt. Aus Sicherheitsgründen (Ueberschlag) und Sicherheitserfor- dernissen heraus wurde die Hochdeckerbauart gewählt. Der Anwen- dungsbereich wurde auf Gruppe K 5 (höchste Kunstflugtauglichkeit) ausgedehnt. Im übrigen geschah die Durchbildung nach den gleichen Grundsätzen wie bei L 82. on Ausgerüstet ist das Flugzeugmuster mit einem luftgekühlten 4-Zyl.-Argus-Motor As. 8. Der aus Stahlrohr geschweißte Rumpf hat vor und hinter den beiden Sitzen je einen Gepäckraum. Die Sitze sind für Mitnahme von Rückenkissenfallschirmen eingerichtet. Der hoch- liegende, abgestrebte Flügel ist aus Duralkastenholmen, Duralrippen und Duralrohrverband aufgebaut. Die Stofibespannung ist tropenfähig imprägniert. Die Flügel kön- nen zurückgeklappt werden, so daß Abschleppen mit Auto und Unter- stellen auf kleinem Raum möglich ist. Sämtliche betriebswichtigen Teile sind gut zugänglich, die Motorhaube ist als Ganzes abklappbar. Das Fahrgestell besitzt Druckgummifederung mit Oeldämpfung (Bau- art Albatros) und Albatros-Bremsräder, durch Oeldruck gesteuert. Der Sporn ist einstellbar. Bei einer Zuladung von 350 kg beträgt die Reisegeschwindigkeit 160 km/h, die Reichweite 750 km, die Landegeschwindigkeit 75 km und die Gipfelhöhe 5000 m. Arado-Kleinflugzeug Ar. L Ila. Das Baumuster Arado L Ila besitzt den luftgekühlten Argus-As-8- Motor, dessen 4 Zylinder hängend angeordnet sind. Die Dauer- und Höchstleistung des Motors beträgt 80 PS bei einer Drehzahl von 1400 Uml./Min. Zwei Brennstoffbehälter von je 65 I befinden sich im Flü- gel links und rechts vom Rumpf, zwischen den Flügelholmen, wo sie bei Bruchlandungen besonders geschützt sind. Der Brennstoff fließt dem Motor als Fallbenzin zu. Hinter dem Motor ein Brandschott, Um- kleidungsbleche des Motors Aluminium. Der Insassenraum ist vorne und oben durch große Cellonscheiben gegen den Fahrtwind und Propellerstrahl geschützt. Zwei seitliche kleine Türen ermöglichen ein sehr bequemes Ein- und Aussteigen. Da Vom Europa-Flug: Arado-Hochdecker mit 80/110 PS Argus. Seite 252 „FLUGSPORT“ Nr. 15 die 2 Sitze nebeneinander liegen, konnte der Knüppel hängend in der Mitte des Führerraumes angeordnet werden, was weiterhin zur be- quemen Ausgestaltung dieses Raumes beiträgt. Die Türen reichen bis ungefähr Ellenbogenhöhe und lassen somit den Raum seitlich offen. Hierdurch ist freie Sicht bei Regenwetter und beschlagenen Scheiben garantiert. Zwei seitliche, kleine, verstellbare Windschutzscheiben, ähnlich denen der Autos, verhindern einen etwaigen durch den Pro- pellerstrahl hervorgerufenen Luftzug. Man kann daher das Flugzeug ohne jede Sonderbekleidung benutzen; auch Kappe und Brille sind nicht erforderlich. Durch die Verwendung eines Motors mit hängen- den Zylindern und die Einfügung des Brandschotts zwischen Motor und Führerraum kann nicht der geringste Oelspritzer in den Innen- raum gelangen. — Hinter den Sitzen befindet sich ein Gepäckbeutel, der die ganze Rumpfbreite einnimmt und so das Mitnehmen auch grö- ßBerer Gepäckstücke gestattet. Zugängig ist er vom Führerraum aus; er wird durch eine mit Reißverschluß versehene Leinenwand abge- schlossen. 2 kleine, oberhalb der Sitze angebrachte Netze zum Ab- legen von Karten, Handtasche etc. vervollständigen die Einrichtung. Der Rumpf aus Stahlrohren geschweißt mit Leinwand bespannt. Das achsenlose Fahrgestell besteht aus zwei Hälften mit je einer Federstrebe. Der ähnlich wie die Fahrgestellstreben ausgebildete Schleifsporn besitzt ebenfalls eine Federstrebe. Eine kleine Rolle, welche vom Füh- rersitz aus heruntergeklappt werden kann, ermöglicht ein leichtes Rol- len auf Zementbahnen, ohne die Spornpfanne abzuschleifen. Sämtliche Federstreben sind einfachster Konstruktion. Durch Hin- zufügen resp. Entfernen einzelner Gummiringe kann die Weichheit der Lederung geregelt werden. Auf Wunsch werden bremsbare Räder ein- gebaut. Die Kielflosse ist ein Bauteil des Rumpfes und ist fest auf seine Oberseite geschweißt. Das Seitenruder überragt die Kielflosse und besitzt oben einen Ausgleich. Sämtliche Leitwerks- resp. Steuerflächen sind aus Stahlrohr geschweißt (mit Ausnahme der Querruder) und mit Leinwand bespannt. — Das Höhenleitwerk liegt auf der Oberseite der Seitenflosse und ist auf jeder Seite mittels einer Strebe zum Rumpi- obergurt abgestützt. Durch diese Ausführungsform ist auch am Rumpf- ende eine große Bodenfreiheit geschaffen, was bei Notlandungen auf mit hohem Gras bewachsenem Gelände sehr von Vorteil ist, so daß eine Beschädigung des Rumpfendes nicht so leicht eintreten kann. — Sämtliche Ruder sind mit Präzisionskugellagern ausgestattet, die Ge- lenke besitzen Meyrol-Hochdruckschmierung. Der Flügel ist abgestrebt und geteilt ausgeführt. Er besitzt zwei Kastenholme und Rippen und ist von der Unterseite des Hinterholms bis Oberseite Hinterholm mit Sperrholz beplankt. Der Flügelumriß ist trapezförmig, die Enden sind abgerundet. Die Flügelform ist nach aerodynamischen Grundsätzen so günstig wie möglich gewählt. Der Flügel ist faltbar. Hierzu wird der vordere Stiel am Rumpfknotenpunkt gelöst, an die Fläche geklappt und angeschnallt, dann werden die Querruder-Stoßstangen durch Schnellverschluß gelöst. Wird nun der Vorderholmanschluß am Rumpf gelöst, so kann die Fläche um eine Achse parallel zum Hinterholm und zugleich um eine vertikale Achse nach hinten geschwenkt und durch einen Verbindungsbeschlag an den Randboren der Höhenflosse befestigt werden. Das Gewicht der Fläche wird hierbei durch den hinteren Stiel getragen. Die Betriebsstofflei- tungen bestehen am Rumpfanschluß aus Metallschläuchen und brau- chen nicht gelöst zu werden. 2250 Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 253 Die Querruder aus Holz sind mit Sperrholz beplankt. Spannweite 11 m, Länge 6,72 m, Höhe 2,28 m, Flügelinhalt 17 m?, Raumbedarf bei gefalteten Flügeln 2,75xX 3,26X 7,52 m. Leergewicht 115 kg, Führer und Fluggast 150 kg, Brennstoff 85 k Vel 10 kg, Gepäck 40 kg, Fluggewicht 700 ke. ” Geschwindigkeit bei 83 PS 158 km, bei 110 PS 173 uouns auf 1000 m 7,5 Min. 173 km, Steigzeit 06372 LOSE &—— \ u r7 T | A 7 Z70x8, W S Joruce S | Soerhok | N | | N ” NE 2 . BR AH eine, & N ° i S Leinen - l EEE 8105 96 OS Arado-Kleinflugzeug Ar L Ila. Flächeninhalt der Fläche mit Querruder und 75 % Rumpf 17,518 m?, Einstellwinkel der Fläche in Mitte 0° am Ende 0°. Flächeninhalt: Höhenflosse 1,438 m?, Höhen- ruder 0,898 m?, Seitenflosse 0,360 m?, Seitenruder 0,631 m?. Seite 254 „FLUGSPORT“ Nr. 15 BFW M 23c. - Die Baye- rischen Flug- zeuswerke Vom Europa-Flug: BFWM 23 C. haben aus dem Sieger- flugzeug BFW M 23b des vorjähri- gen Interna- tionalen Wett- bewerbes auf Grund der neuen Aus- schreibungs- bedingungen für den Inter- nationalen Rundflug 1930 die BFW M 23c entwik- kelt. Das Flugzeug ist ein freitragen- der Tiefdek- ker und zeigt die allgemei- nen Grund- sätze der Messer- schmittschen Bauart. Ins- besondere ist der einhol- mire Flügel beibehalten, der seine hohe Festirkeit und Verdrehstei- figkeit bei kleineren und größeren Baumustern bewiesen hat. Die völlig freitragenden Flügel zeigen ein dickes, sich nach außen stark verjüngendes Profil. Der Flügel ist stark trapezförmig| und an den Enden abgerundet. Der statische Aufbau des Flügels ist einholmig mit verdrehsteifer Nase und Endkasten bis zur Höhe der Querruder. Die Flügelenden sind mit Stoff bespannt. Jede Fläche ist durch drei Beschläge mit dem Rumpf verbunden. Durch Lösen des unteren Haupt- holmbeschlages und des Hilfsholmbeschlages, die beide durch Betä- tigung eines Mebels gelöst werden können, kann die Fläche um den vorderen oberen Hauptholmbeschlag gedreht und an den Rumpf an- eeklappt werden, Der Rumpf besteht aus einem metallenen Vorderteil in genieteter Duralkonstruktion, das sich bis hinter den Beobachtersitz erstreckt, und einem hinteren Teil in Sperrholzbauweise. Der Führersitz befin- det sich hinter dem Beobachtersitz. Beide Sitze sind sehr geräumig ausgebildet. Als Fallschirme sind Sitzfallschirme vorgesehen; die Sitze PATENTSAMMLUNG 1930 des UN Band Ill No. 26 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 497966; 498629; 500205; 501362, 363, 364, 547, 548. Flugzeuge ohne Motor (Gruppe 1—2). b Pat. 501362 v. 30. 5. 29, veröff. 1. 7. 30. Rudolf Grund, Lindenberg, Kr. Beeskow. Drachen mit selbsttätiger Einstell- vorrichtung. Die Erfindung betrifft einen Drachen, bei dem sich der Anstellwinkel der Tragflächen um ein durch die jeweilige Windstärke bedingtes Maß selbsttätig ändert, um entweder den vom Drachen ausgeübten: Zug: in gewissen Grenzen zu halten oder den Tragflächen die für die herrschende Windgeschwindigkeit vorteilhaf- teste Neigung zu geben. Man Hat bisher zum glei- chen Zwecke mit Hilfe elastischer Glieder und durch Einbauen von Seilzügen des Anstellwinkels des gan- zen Drachens reguliert; auch hat man verstellbare Höhensteuer angebracht. Diese Vorrichtungen sind zu schwer und erfüllen ihre Aufgabe nicht in genügen- dem Maße. Namentlich Höhensteuer haben den Nach- teil, daß durch sie die Stabilität des Fluges verloren- geht, wenn sie, in Wirksamkeit gebracht, das Hinter- teil des Drachens aus dem zum selbsttätigen Steuern günstigsten Strömungsgebiet heben oder senken. Sie werden dadurch unerwünschterweise selbst zur Trag- fläche und bringen das ganze Flächensystem zum Trudeln. Patentanspruch: Drachen mit selbsttätiger Einstellvorrichtung, da- durch gekennzeichnet, daß der Drachen aus einer vorderen (a) und einer hinteren (f) Tragflächenzelle besteht, die um eine quer zur Flugrichtung liegende Achse (d) schwenkbar miteinander verbunden sind, wobei zur Regelung der Bewegung der Zellen gegen- einander zwischen diese ein elastisches Glied (eg) ein- geschaltet ist. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraftantrieb, Gruppe 3-24). b 3 Pat. 501547 v. 28. 8. 28, veröff. 3. 7. 30. Ewald Richter, Berlin- Johannis- thal. Wetallener Flugzengrumpf. Die Erfindung rechnet mit der bekannten Erfah- rung, daß alle sonst versuchten Verbindungsarten sich als für den Leicht- und Serienbau unvorteilhaft er- wiesen haben. Verbindungen durch Schweißen sind zum Teil behördlich verboten; die Verbindung durch Nieten läßt sich im Innern von Rohren nur in um- ständlicher Weise und daher nur selten fachgerecht (durch Kopfsetzer und Amboß) bewerkstelligen. Patentanspruch: Metallener Flugzeugrumpf, dadurch gekennzeich- net, daß zwischen die nach außen umgebogenen seit- lichen Ränder der Außenhautbahnen (e) die ange- Abb. ı bogenen Schenkel der rohrförmigen Holme (a) ein- gefügt sind, wobei die nach außen vorstehenden Rän- der in an sich bekannter Weise durch ein U-förmiges Profil (c) zusammengefaßt sind. b Pat. 501548 v. 31. 8. 27, veröff. 4. 7. 30. Rhön-Rossitten-Gesellschait e. V. und Alexander Lippisch, Fliegerlager Was- serkuppe, Post Gersield, Rhön. Vorrichtung zum Verhindern des Abreißens der Strömung an durch Strömung belasteten Flächen. Bei großen Anstellwinkeln von durch Strömung belasteten Flächen, wie insbesondere Flugzeugflügeln, entsteht durch Abreißen der Strömung“ vom hinteren Teile der Oberseite eine Wirbelbildung und damit außer einem Auftriebsverlust eine \WViderstands- zunahme. Ein Absaugen der wirbelnden Strömungs- teile durch motorisch betriebene Luft- oder Flüssig- keitsförderer führt zu erheblichen zusätzlichen Ge- wichten und bedingt eine Unsicherheit wegen der Ver- sagemöglichkeit solcher Anlagen. Es sind nun Anordnungen bekannt geworden, bei denen die Absaugung der wirbelnden Strömungsteile vom hinteren Teile der Oberseite des Flügels durch Saugdüsen bewirkt wird, deren Einströmungsmündung an der Vorderkante des Flügels und deren Ausströ- mungsöffnung an der Hinterkante des Flügels vorge- sehen ist, und die vom Fahrtwind durchströmt wer- den und vermittels Saugöffnungen im Innern des Flü- gels einen Unterdruck erzeugen, der mittels Löcher in der Oberseite des Flügels zum Absaugen der wir- belnden Strömungsteile der Luft ausgenutzt wird. Die Oefinungen einer solchen Düse an der Vorderkante und Hinterkante des Flügels bedingen jedoch eine so große Widerstandserhöhung des Flügels, daß eine derartige Düse praktisch nicht verwendbar: ist. Es sind auch Anordnungen bekannt, bei denen der vordere und untere Teil des Flügels durch Kanäle mit dem hinteren Teile der Oberseite des Flügels derart verbunden ist, daß die die Vorderkante des Flügels treffende Luft vermöge ihrer kinetischen Ener- gie die Kanäle von vorn nach hinten durchströmt. Die Austrittsöffnungen dieser Kanäle sind dann in so spitzem Winkel zur Oberseite des Flügels angeordnet, daß die Luft fast tangential zur Oberseite des Flügels austritt und somit die wirbelnden Luftschichten pa- Seite 102 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 26 Aba7 205 Abbe rn 3 BA Ss, 175 rallel zur Oberseite des Flügels fortspült. Diese An- ordnung erfordert zur Ermöglichung ihrer Wirksam- keit zahlreiche, im Innern des Flügels eingebaute glatte Kanäle, die die Festigkeitsteile des Flügels durchbrechen und somit seine Herstellung erschweren und das Gewicht erhöhen. Außerdem wird durch die zahlreichen spitzwinkligen Eintrittsöffnungen der Ka- näle im oberen Teile der Flügelnase ein unerwünsch- tes Abreißen der Luftströmung bei größeren Anstell- winkeln bewirkt. Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an einigen Ausführungsbeispielen in vereinfachter Dar- stellung, und zwar sind Abb. 1 ein rumpfartiger Kör- per mit Saug- und Absaugeöffnungen, Abb, 2 ein flü- gelartiger Körper mit gleicher Ausrüstung, Abb. 3 und 4 Druckverteilungskurven eines Flügels ohne und mit Saug- und Absaugeöffnungen, Abb. 5 Hauptteile eines Flugzeuges mit Flügelabsaugung vom Rumpf her und Abb. 6 und 7 ein flügelartiger Körper mit für die Absaugung doppelwandig ausgebildeter oberer Fläche in Längs- und Querschnitt. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Verhindern des Abreißens der Strömung an durch Strömung belasteten Flächen mit- tels selbstätiger Absaugung der Grenzschichten, da- durch gekennzeichnet, daß die Stellen des strömungs- belasteten Körpers, an denen die Strömung eine Saug- wirkung ausübt, durch Kanäle an die Entstehungs- stellen wirbelnder Grenzschichten angeschlossen sind. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Entstehungsstellen wirbelnder Grenzschichten eines Flugzeugflügels (7) durch Ka- näle (8) an Saugwirkung ergebende Stellen eines an- deren Teiles des Flugzeuges, wie insbesondere des Rumpfes (1), angeschlossen sind. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskanäle (8) min- destens zum Teil durch den Raum des hohl ausgebil- = deten Körpers selbst und durch Wandungsdurch- brechungen an den Saugstellen und an den abzusau- senden Stellen gebildet sind. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskanäle durch den Mantelraum einer deppelwandigen Begrenzungsfläche des Körpers gebildet sind, indem z.B. der Körper mit wellblechartiger Wandung (7) auseestattet und über diese eine die Durchbrechungen enthaltende Außen- haut (9) gespannt ist. b Pat. 501363 v. 28. 1. 27, veröff. 1. 7. 30. Dipl.-Ing. Karl Theis, Berlin, Mehrdeckerflugzeng mit in der Staffelung und im gegenseitigen senkrechten Abstand gegenein- ander verstellbaren Flügeln. Zweck der Erfindung ist, an einem Mehrdecker- flugzeug durch Verbindungs- und Verstellorgane die günstigste Flügelanordnung des nach vorn und oben sgestaffelten Mehrdeckers mit den günstigen Eigen- schaften einer eindeckerartigen Flügelanordnung zu kombinieren. Der Mehrdecker mit nach vorn und oben gestaf- felter Flügelanordnung kann bei geringer Geschwin- digkeit eine große Luftmasse nach unten beschleuni- sen und dadurch einen verhältnismäßig hohen Auf- triebsüberschuß erzeugen, während die Eindecker- anordnung mehr große Geschwindigkeit erzielen läßt. Gegenüber bekannten verstellbaren Tragwerken hat die Erfindung den Vorteil, daß einerseits die Gebiete des nach vorn und oben gestaffelten Mehrdeckers in den Verstellbereich gezogen werden, in denen die Einzelflächen in senkrechter Richtung große Luftmas- sen stufenweise nach unten beschleunigen können, und daß andererseits auch die wirksamen Eigenschaften der Flächendüsen des eindeckerartigen Profils wahlweise während des Fluges zur Anwendung gebracht werden können. Die durch die Erfindung vorgesehene Kombination der vorstehenden Flächenanordnungsmöglichkeiten mit der an sich bekannten Veränderung der Querschnitts- form der Einzelflächen durch Aenderung der Krüm- mungsverhältnisse der Oberflächenkonturen bezweckt, den einzelnen Flächen eine solche Querschnittsform zu geben, die die jeweils günstigsten Strömunesver- hältnisse erzielen läßt. So werden z.B. in der Stel- lung größten gegenseitigen Abstandes die Profilgquer- schnitte stärker gekrümmt sein als in der Stellung des eindeckerartigen Gesamtprofils. Ein nit derartigen Flächen- und Querschnittsver- stellmöglichkeiten ausgerüstetes Flugzeug ist in die Lage versetzt, die Spanne zwischen Höchst- und Min- Gestgeschwindigkeit im weitesten Maße zu vergrößern. Patentansprüche: I. Mehrdeckerfluszeug mit in der Staffelung und im gegenseitigen senkrechten Abstand gereneinander verstellbaren Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß in der Stellung des größten gegenseitieen Abstandes der Abb. ı Abb 7 so 58 8 5 52 So -Flugrichfung € 3 Abb. 5 Soon. === 2=-02n-26 49 NT. 26 Seite 103 Flügel die Hinterkanien der vorausliesenden Flügel vor den Nasen der nachfolgenden Flügel liegen, wäh- rend im zusammengeschobenen Zustande die Flügel ein einziges an sich bekanntes Profil mit düsenartixen Spalten bilden. 2. Mehrdeckerflugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel so zueinander ange- ordneı sind, daß sie sowohl in auseinandergezozener als auch in zusammengeschobener Stellung stets einen positiven Anstellwinkel haben. 3. Mehrdeckerflugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel so zueinander ange- orcret sind, daß sie sowohl in auseinandergezogener als auch in zusammengeschobener Stellung teils einen negativen, teils einen positiven Anstellwinkel haben. 4. Mehrdeckerflugzeug nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Verstellein- richtung gleichzeitig mit der Veränderung der gegen- seitigen Anordnung der Einzelflügel eine an sich be- kannte Veränderung der Querschnittsform eines oder mehrerer Einzelflügel durch Aenderung der Ober- flächenwölbung bewirkt wird. 5. Mehrdeckerflugzeug nach Anspruch 1 bis 4, da- durch gekennzeichnet, daß die Flügel um an ihren Wurzeln angeordnete, in der Längsachse des Flug- zeuges liegende Achsen beliebig gegeneinander ver- stellbar sind. b 12 Pat. 498629 v. 7. 10. 28, veröff. 27. 5. 30. Meßgeräte Boykow G. m. b. H,, Berlin-Lichterfelde. Vorrichtung zum Stabili- sieren von Fingzengen mittels elektrischer Stenervorrichtungen. Es sind Vorrichtungen zum Stabilisieren von Flugzeugen in bezug _ auf den Bewegungszustand, z. B. die Geschwindigkeit, die Richtung und die Höhe, bekannt. Die bekannten Vorrichtungen gestat- ten eine beliebige Stabilisierung für den Geradflug, dagegen müssen sie bei Kurvenflug ausgeschaltet oder korrigiert werden oder es ist eine ergänzende Ein- stellung entsprechend der Krümmung der Kurve er- forderlich. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Stabilisieren von Flugzeugen mittels elektrischer Steuervorrichtungen, bei der sta- bilisierend wirkende Meßgeräte, wie Geschwindig- keits- oder Höhenmesser, auf die z. B. aus einem Trägheitsrahmen mit zwei gegenläufigen Kreiseln glei- chen Impulses bestehende Stabilisierungseinrichtung wirken, dadurch gekennzeichnet, daß neben den Re- gelvorrichtungen (1, 4, 5) zur Stabilisierung des Flug- zeuges bei Geradflug Regelvorrichtungen (6, 7, 8) an- geordnet sind, die bei Kurvenflug auf die Steuer- maschinen einen dem Kurvenradius angepaßten, von ihrer willkürlichen Einstellung abhängigen zusätz- lichen Einfluß ausüben. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß außer dem Höhenruder auch Seiten- und Querruder unter dem Einflusse der stabilisierend PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT I __ 18 | | ee ne = BR r D Is „m h nr N 3_. 7 FE I H | « | 8 Me aa u en zo, ZU diesem Zweck für jedes Ruder eines Windwerkes 19 LEI AR R 203 7 ie =] ! F F A i | 2 23 25 2% . If eo] ] ! wirkenden Meßgeräte stehen, wobei die Kontaktarme (9, 10, 11, 21, 22), welche die Ruder auf die Kurve einstellen und die Einwirkung der stabilisierend wir- kenden Meßgeräte einschalten und regeln, auf einer gemeinsamen Schaltwelle (18) angeordnet sein können. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelvorrichtung (1), welche beim Geradflug nur auf das Höhenruder wirkt, mit dem Seitenruder durch zwei kombinierte Umschalt- und Regelvorrichtungen (19, 20) verbunden ist, durch die der Einfluß des Reglers (1) auf das Seitenruder beim Fliegen einer Rechts- oder Linkskurve ver- tauscht und dem Kurvenradius entsprechend einge- stellt wird. b13°#* 501364 v. 21.12. 27, veröff. 1. 7. 30. Societa Aeroplani Ugo. Antoni, Rom. Fingzenghöhenstener mit veränderlicher Wölbung. Patentanspruch: Flugzeughöhensteuer mit veränderlicher Wölbung, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerdecke zu ihrer Formveränderung lediglich zwei am Vorderrand be- findliche Gleitungen (12, 13) besitzt, und die das Steuer überspannende Leinwand, außer mit allen Lei- sten des Steuers mit der einstellbaren steifen Fläche (6) der Hinterzone (bei 14, 15) fest verbunden ist. b16 Pat. 497966 v. 8. 9. 28, veröff. 15. 5. 30. N.V. Algemeene Octrooi Ex- ploitatie Maatschappii, Rotterdam*). Ein- richtung zum zeitweiligen Aendern der Rnder- mittelstellung anf Fingzengen. Bei Flugzeugen mit falscher Trimmlage oder un- symmetrischem Schraubenzug ist es üblich, die Steuerzüge mit Gummischnüren oder Federn zu ver- sehen, mit deren Hilfe den Rudern eine andere Mit- telstellung gegeben wird, aus der dann die Aus- schläge nach beiden Seiten erfolcen. Das Spannen bzw. Aufhängen dieser Schnüre «eschieht im allge- meinen von Hand. Man hat auch schon vorgeschla- gen, die Schnüre mechanisch zu verstellen und sich zu bedienen, das aus zwei auf einer Welle fest an- seordneten Trommeln besteht, die gemeinsam mit- tels eines Handrades vor- oder rückwärts gedreht werden, wobei die eine Schnur auf-, die andere Schnur abrollt. Patentansprüche: 1. Einrichtung zum zeitweiligen Aendern der Ru- dermittelstellung auf Flugzeugen mittels zweier an Seite 104 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 26 die Steuerzüge eines Ruders angeschlossener, me- chanisch verstellbarer Gummizüge o. del., dadurch gekennzeichnet, daß jeder der beiden Gummizüge mit je einer mechanischen Spannvorrichtung verbunden ist, die unabhängig voneinander betätigt werden können. 2. Einrichtung nach Anspruch’ 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Punkt der Ruderleitung (9, 10), an den die Gummizüge (11, 111 bzw. 12, 121) angreifen, so weit von der Spannvorrichtung entfernt liegt, daß bei Hartruderlage die Gummizüge über ihre Vor- spannung hinaus nicht mehr als etwa !lao ihrer Länge verlängert werden. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Spannvorrichtungen ein- und. ausrückbar mit einer ihnen gemeinsamen Verstellvorrichtung, wie Handrad (24) o. dgl. ver- bunden sind. 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß als Spannvorrichtungen zwei an sich bekannte Windentrommeln (13, 131 bzw. 14, 141) die- nen, die je für sich freilaufend auf einer mit ihr kuppelbaren Welle (15) gelagert und über ein selbst- sperrendes Schneckengetriebe (16, 20 bzw. 161, 201) mit der ihnen gemeinsamen Verstellvorrichtung (24) verbunden sind. 5. Einrichtung nach den vorhergehenden Ansprü- chen, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgleichein- richtungen für Höhen- und Seitenruder durch eine ge- meinsame Verstelleinrichtung bedient werden. Schneckengetriebe zwischen den beiden Windentrom- melpaaren angeordnet sind und daß die Stellhebel (19, 191) der zwischen den Trommeln jedes Paares befindlichen Kupplung (17, 1741) sich in der Nähe des Handrades (24) befinden. . *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Helmut Becker, Berlin-Wittenau. b OZPat. 500205 v. 3. 9. 25, veröff. 19, 6. 30. Siemens-Schuckertwerke A.-G., Berlin-Siemensstadt”). Zinrichtung an Fener- waffen mit selbsttätigem Geschoßwechsel, ins- besondere auf Fingzengen. Patentansprüche: 1. Einrichtung an Feuerwaffen mit: selbsttätigem Geschoßwechsel, insbesondere auf Flugzeugen, da- durch gekennzeichnet, daß zwischen die Abzugsvor- richtung (4) und die Abfeuervorrichtung (2) eine pneu- matisch, hydraulisch oder elektrisch betriebene Ein- richtung (5 bis 12) zur Kraftübersetzung eingeschaltet ist, die unabhängig von der Betätigung der Waffe ein- stellbar und regelbar ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß als Mittel zur Kraftübersetzung ein Druckwasser- oder Druckluftspeicher (11) dient. 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die am Handh:bel eingeleitete Kraft nach Umsetzung in eine größere Kraft die Kupplung zwi- schen Antriebswelle und Abzugsvorrichtung bewirkt. 6. Einrichtung nach Anspruch 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (23) des als Verstell- einrichtung dienenden Handrades (24) durch ein ein- und ausrückbares Stirnradgetriebe (21, 22, 214) mit den beiden Schnecken (20, 201) der Schneckengetriebe verbunden ist. 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn- zeichnet, daß auf den verlängerten Schneckenwellen axial verschiebbare Stirnräder (21, 211) angeordnet sind, die mit einem auf der Handradachse (23) an- geordneten Mittelrad (22) durch einen waagebalken- artig bewegten Körper (31) in und außer Eingriff ge- bracht werden, dessen Antrieb durch eine in der hohlen Handradachse (23) drehbar gelagerte, mit Handhebel (25) versehene Welle (26) erfolgt. 8. Einrichtung nach den Ansprüchen 3 bis 7, da- durch gekennzeichnet, daß das Stirnrad und die 4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 3 mit zwei hintereinandergeschalteten Kupplungen zwischen Mo- tor und Feuerwaffe, dadurch gekennzeichnet, daß durch den als Mittel zur Kraftübersetzung dienenden Druckwasser- oder Druckluftspeicher nacheinander zu- nächst die die Motorwelle mit der Antriebswelle für die Abfeuervorrichtung verbindende Hauptkupplung (13) und dann die die Abfeuervorrichtung mit der Feuerwaffe verbindende Kupplung (14) eingeschaltet wird. 5. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 4 für zwei Feuerwaffen, dadurch gekennzeichnet, daß jede Feuer- waffe für sich mit der Abfeuervorrichtung sekuppelt werden kann, während die Hauptkupplung in jedem Falle eingerückt wird. ”) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder ange- geben worden: Max Raschig, Berlin-Grunewald. Pat.-Samml. Nr. 26 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 15, am 23. 7. 1930 veröffentlicht. Nr. 15 „FLUGSPORT" Seite 255 sind einstellbar. Begleiter- und Führersitz sind durch einen Kabinen- aufsatz abgedeckt, der eingeteilt ausgeführt ist und von jedem Sitz einzeln von innen und außen geöffnet werden kann. Das reich ausgestattete Instrumentenbrett und die Bedienungshe- bel für das Triebwerk befinden sich in günstiger Sitz- und Reichweite. Hinter dem Führersitz liegt ein geräumiger Gepäckraum, der zur Unterbringung von 2 bis 3 normalen Handkoffern vollauf genügt. Höhen- und Seitenleitwerk sind freitragend, trapezförmig mit ab- gerundeten Enden in Holzkonstruktion ausgeführt. Die Höhenflosse ist im Fluge verstellbar. Die Steuerung ist als Knüppelsteuerung ausgebildet und durch Seilzüge ohne Umlenkrollen zum Leitwerk geführt. Für Schulzwecke wird eine herausnehmbare Doppelsteuerung auf Wunsch eingebaut. Für sämtliche Lager sind Kugellager verwendet. Das Fahrgestell ist mit geteilter, in der Mitte etwas hochgezo- gener Achse ausgeführt. Die Abfederung erfolgt durch endlose Gummi- ringe, die einzeln ausgewechselt werden können. Der Federweg ist sehr groß gehalten und beträgt 15 cm, so daß die Landebeanspruchun- gen auch in schwierigem Gelände und bei harten Landungen gering gehalten werden. Zur Verkürzung des Auslaufs und zur Erhöhung der Manövrierfähigkeit auf dem Boden ist das Fahrgestell mit Bremsen versehen. Der Sporn ist ein nach allen Seiten frei beweglicher Holzsporn mit leicht auswechselbarem Spornteller. Das Flugzeug ist für den Einbau von luftgekühlten Motoren von ca. 100 PS vorgesehen und gewährt in der Auswahl weiten Spielraum. Als normale Ausrüstung für den Reise- und Sportgebrauch werden der 5-Zylinder-Siemens-Sternmotor Sh 13 von 72—80 PS und’ der luftgekühlte 4-Zylinder-Reihenmotor Argus As 8 eingebaut. Es kön- nen ferner luftgekühlte Motoren gleicher Größenanordnung eingebaut werden. Die Tanks für Brennstoff und Oel befinden sich oberhalb des Mo- torträgers in dem metallenen Rumpfteil. Der Brennstoff wird dem Mo- tor mit natürlichem Gefälle zugeführt; die Tanks sind sehr leicht ab- nehmbar. Das Fassungsvermögen der Brennstoffitanks beträgt 100 |, wodurch ein großer Aktionsradius gewährleistet wird. Der Rumpf- tank ist durch einen Brandspant gegen das Triebwerk abgeschottet. Spannweite 12 m, Länge 7,2 m, Leergewicht 322 ke, Zuladung 378 kg, Fluggewicht 700 kg, Höchstgeschwindigkeit mit Sh 13 luftze- kühltem Sternmotor 80/95 PS 168 km/h, mit Argus As 8 luftgekühltem Reihenmotor 80/100 PS 175 km/h, Gipfelhöhe 5,3 km bzw. 6,2 km, Flugweite 830 km bzw. 740 km. Klemmflieger im Europa-Flug: Von links nach rechts: Reinhold Poss, Oskar Notz, Oskar Dinort, Heinz Benz, Karl Kolb (St. Gallen). | Nr. 15 „TLUGSPORT“ eite 257 Seite 256 „FLUGSPORT“ Nr. 15 Polnische Flugzeuge im Europaflug. Der R. W.D.-2 ist gebaut von den Studenten der polytechnischen Hochschule von Warschau und gehört zur Klasse der Flugzeuge weniger als 280 kg. Konstrukteure sind die Ingenieure Rogalski, Wigura und Drzewiecki. Flügel, ein Kastenholm, Nase mit Sperrholz beplankt, hinten mit Leine- wand bespannt. Rumpf Holzkonstruktion mit Sperrholzbeplankung. Einstieg durch 2 seitliche Türen. Führer sitzt hinter dem Fluggast. Die Oberseite des Rumpfes ist, um die Luftströmung am Flügel nicht zu beeinträchtigen, nach oben stark gekielt. Fahrgestell besteht aus zwei Halbachsen mit Bremsen in den Rädern. Motor Salmson 40 PS mit Metall-Reed-Schraube. Spann- weite 9,8 m, Höhe 1,9 m, Länge 6,15 m, Flügelinhalt 13,6 m?, Leer- gewicht 250 kg, Gesamtgewicht 500 kg, Nutzlast 250 kg, Flügelbela- stung 36,8 ke/m?, Leistungsbelastung 12,5 kg/PS, maximale Geschwin- digkeit 155 km/h, mittlere Geschwindigkeit 130 km/h, Landegeschwin- digkeit 65 km/h, Gipfelhöhe 4000 m, Aufstieg auf 1000 m in 8 Min. Der | R. W.D.-4 Vom Europa-Flug: Polnische Flugzeuge. . Oben D.K.D.-V mit Cirrus M III 80/95 PS, unten P.Z.L.-5 mit Gipsy-Motor.. : Polnische Flieger im Europa-Flug: Oben, von links nach rechts: Ptonczynski, Dr. Piotrowski, Diiatowski, Muslewski, Wieckowski. Unten: Rutkowski, Zwirko, Bajan, Babinski. Vom Europa-Flug: Polnische Fluzzeuge. Oben und Mitte: R.W.D.-2 mit Salmson-Motor. Unten: R.W.D.-4 mit Cirrus-Motor. Seite 258 „FLUGSPORT“ Nr. 15 ähnelt dem R.D. W.-2. Der Flügel hat zwei Holme und 10,5 m Spann- weite. Fahrgestell mit Stoßstreben. Rumpf niedriger als beim R.W.D.-2. Motor Cirrus 105 PS. Betriebsstofftank im Flügel faßt 110 1. Die Maschine wurde 1930 beendet. Spannweite 10,5 m, Höhe 2,26 m, Länge 7 m, Flügelinhalt 15 m?, Leergewicht 398 kg, Nutzlast 382 kg, Gewicht flugbereit 780 kg, Maximalgeschwindigkeit 205 km/h, mittlere Geschwindigkeit 170 km/h, Gipfelhöhe 5000 m, Aufstieg auf 1000 m in 6 Min. D.K.D.-V. Konstrukteur Stanislav Dzialowski. Eine Fortsetzung der Kon- struktion des D.K.D.-IV. Rumpf Duraluminrohr, Stahlbeschläge, leinewandbedeckt. Flügelprofil Stae 72 A. gegen den Rumpf mit Alu- miniumrohren verstrebt. Fahrgestell ohne Achse mit Oleo-Stoßauf- nehmern, Spurweite 2 m. Motor Cirrus M.III 80/95 PS. Spannweite 10 m, Länge 6,30 m, Höhe 2,10 m, Flügelinhalt 18 m?, Leergewicht 380 kg, flugbereit 600 kg. Maximalgeschwindiekeit 175 km/h, Minimalgeschwindigkeit 50 km/h, Gipfelhöhe 4500 m, Aufstieg auf 1000 m in 6 Min. P.Z.L.5. Dieser als Schulflugzeug gebaute Doppeldecker hat eine 10fache Sicherheit. Die Flügel von gleicher Spannweite mit dickem Profil, einstielig, können beigeklappt werden. Flügel und Rumpf Holzkon- struktion, Motorbock Stahlrohr. Betriebsstoffbehälter im Baldachin. Motor Gipsy mit Holzschraube. Spannweite 8,3 m, Länge 6,9 m, Höhe 2,67 m, Breite mit zurück- geklappten Flügeln 2,7 m, Flügelinhalt 21,3 m?, Leergewicht 410 kg, verfügbares Gewicht 335 kg, Gesamtgewicht 745 kg, Flügelbelastung 34,2 kg/m?, Leistungsbelastung 7,45 kg/PS, Maximalgeschwindigkeit 165 kmıh, Minimalgeschwindigkeit 70 km/h, Aufstieg auf 1000 m in & Min. Gipfelhöhe 5000 m, Aktionsradius 300 km. - U Inland. Fekanntmackung IV zum 11. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1930. 1. Pro Flugzeug können in diesem Jahr bis zu 5 Personen im Fliegerlager Wasserkuppe untergebracht und verpflegt werden. Die Verpflegung kostet pro Kopf und Tag RM 2.50; als Unterkunftsgebühr ist ferner ein einmaliger Betrag von RM 5.— zu bezahlen. Außerdem ist für entliehenes Gerät ein Pfandgeld zu hinterlegen, das gegen Rückzabe der entliehenen Gegenstände zurückbezahlt wird. Sofern Bewerber mit mehr als 5 Mann pro Flugzeug kommen, übernimmt die Rhön-Rositten-Gesellschaäft keinerlei Gewähr für deren Unterbringung; sie ist bereit, auf rechtzeitigen Wunsch hin sich um billige Unterkunft und Verpflegungs- möglichkeit in den nächstgelegenen Ortschaften auf eigene Kosten der betreiien- den Gruppen zu bemühen. Sie übernimmt jedoch keinerlei Haftung, weder gegen- über den Gruppen, noch gegenüber den Besitzern. Eventuelle Wünsche sind möglichst bis 1. August der Leitung der Veranstaltung zu melden. 2. Die teilnehmenden Fluzzeugführer werden, soweit sie nicht den Nachweis einer bereits abgeschlossenen Unfallversicherung erbringen, durch die Veran- stalter für die Dauer des Wettbewerbs zu den Sätzen von RM 2000.— Tod, RM 6000.— Invalidität und bis zu RM 1500.— Kurkosten obligatorisch und kollek- tiv versichert. Die Prämie von RM 28.35 pro Flugzeugsführer ist von den Bewer- bern vor Eintritt in den \Vettbewerb zu hezahlen. Eine freiwillige Erhöhung der Prämie kann durch Vermittlung der Rhön-Rositten-Gesellschaft getätigt werden. Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 259 3. Es wird nochmals daran erinnert, daß alle am Wettbewerb teilnehmenden Flugzeugführer im Besitz einer Sportlizenz sein müssen, die vom Deutschen Luft- rat, Berlin W 35, Blumeshof 17, — für Ausländer von ihrer zuständigen nationalen Luftsportbehörde — ausgestellt wird. Für Flugzeugführer, die nicht Motorflieger und auch nicht im Besitze des Segelfliegerausweises C sind, wird im Fall der Ablegung der C-Prüfung auf der Wasserkuppe vor Eintritt in den Wettbewerb dortselbst eine vorläufige Lizenz ausgestellt werden. 4. Segelflugdauerrekorde werden von der F. A. I. nur dann anerkannt werden, wenn die hierbei verwendeten Barographen durch einen Chronometer I. Klasse geeicht sind. Diejenigen Bewerber, welche Wert darauf legen, eventuelle Rekorde offiziell anerkannt zu wissen, können ihre Barographen zur vorschriftsmäßigen Eichung an den Luftrat einreichen. Baldmöglichste Einsendung ist erwünscht. — Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß bei Höhenrekorden der Baro- graph erst 24 Stunden nach beendetem Aufstieg geöffnet werden darf, was in einem offiziellen Laboratorium zu erfolgen hat. Demnach ist nach einem als Höhen-Rekord anzusehenden Flug mit dem Ausfall des betreffenden Barographen für die nächsten Tage zu rechnen. 5. Nach den allgemeinen Sporivorschriften der F. A. I. sind alle arı einem Wettbewerb beteiligten Personen verpflichtet, den Code Sportif und die ent- sprechenden nationalen Vorschriften (für Deutschland die „Vorschriften für den Flugsport“ des Deutschen Luftrates) zu kennen und ohne Vorbehalt anzuerkennen. Die Bewerber können — soweit sie noch nicht im Besitz dieser F. A. L-Vor- schriften sind — diese durch den Deutschen Lufirat beziehen. Frankfurt a. M., den 3. Juli 1930. Rhön-Rositten-Gesellschaft, gez. Kotzenberg. Eine Privatiliegerschule ist auf dem Flugplatz Schleißheim bei München, In- haber I. Eibl, Besitzer einer Kraftfahrschule, gegründet worden. Die Schüler werden, genau so wie im Autofahren, auch im Fliegen ausgebildet. Leiter der Flug- schule ist der unseren Lesern bekannte Kriegsflieger Maior Ritter von Schleich. (Siehe „Flugsport“ 1918, Nr. 15, Seite 539). Zur Zeit sind 10 Schüler in der Aus- bildung, darunter eine Dame. Ausbildungskosten bis zum Führerschein A RM 1250.—, Bruchrisiko, Unfallversicherung und Haftpflicht eingeschlossen. Der Münchener Leichtilugzeugklub hat 2 neue Flugzeuge getauft und in den Dienst gestellt, und zwar die D 1889 „München“ mit BMW-50-PS-Fünf-Zylinder- Motor und D 1835 „Pfalz“, eine Klemm- Daimler. . - Einen Alte-Herren-Kursus veranstaltete die Segelfliegerschule Grunau im Mai j dieses Jahres. Unter Leitung des Flugleiters Schwade sah man bekannte älte Flieger, darunter Freiherr v. Hiddessen, Paul Friedrich Klüter und noch andere mehr, welche alle A- und teilweise B-Prüfung absolvierten. Segelilieger Ernst Ebel, 23 Jahre alt, stürzte mit seinem Segelilugzeug bei den Vorführungen anläßlich des Luftfahrertages in Kassel tödlich. ab. . a Rheinland-Befreiungsflug-Ergebnis. Se Von den 57 in Köln gestarteten Bewerbern haben 49 den Rheinland-Befreiungs- flug durchgeführt und das Ziel Köln wieder erreicht. Nach Prüfung der Unterlagen, wie sie dem Wertungsausschuß zugegangen sind, hat dieser folgende Wertungsfolge festgelegt, auf Grund deren das Preis- gericht die Verteilung der Preise vornehmen wird: Es bedeutet die eingeklammerte (Zahl) Wertungsfolge, die andere Wett- bewerbs-Nr. (1) 75 Flugwissenschaftl. Vereinigung Aachen, Raka Kl Ic. (2) 4 Flugwissenschaftl. Vereinigung Aachen, Klemm L 25 Ia. (3) 76 Flugwissenschaftl. Vereinigung Aachen, Heinkel H D 32. (4) 95 Kneip, Mittelbexbach, Raka Kl 2b. (4) 31 Margret, Fusbahn, Klemm L 25 Ia. (5) 55 Cölner Club f. Luftfahrt, Klemm L 26 Ila. (6) 54 Akaflieg, Köln, Klemm L 26 IIa. (6) 28 Akaflieg, München, BFW M 23b. (6) 44 Mittelrhein. Verein f. Luftf., Klemm L 26 IIa. (7) 82 Lapp, Wies- baden, Raka Kl Ic. (7) 23 Akaflieg, Bonn, BFW M 23b. (8) 62 Schneider, Mün- chen, BFW M 23b. (9) 56 Liesel Bach, Klemm L 26 IIa. (10) 24 Akaflieg, Han- nover, Klemm L 26 IIa. (10) 16 Wrttbg.: Luftf.-Verb., Stuttgart, Klemm L 26 Ila. (i1) 81 Luftfahrtver. Aachen, Junkers A 50. (12) 83 Aßmann, Mainz, Raka Kl 1b. (13) 11 Siebel, Berlin, Klemm L 26 Ila. (14) 39 Wolf Hirth, Stuttgart, Klemm L 25 Ia. (14) 22 Helmuth Hirth, Klemm L 25 Ia. (15) 17 Wrttbg. Luftf.-Verb,, Stuttgart, Klemm L 25 Ia. (15) 93 Akaflieg, Stuttgart, Heinkel HD 32. (15) 57 Sinz, Freienwalde, BFW M 23b. (16) 34 Luftf.-Verein Münster, Klemm L 26 Ila. (16): 10 Dtsch. Luftf. G. m. b.H., Berlin, Klemm L 26 IIa. (17) 33 Lufti.- Verein Münster, Seite 260 „FLUGSPORT“ Nr. 15 BFW M 23b. (18) 73 Verein f. Luftfahrt, Saarbrücken, Klemm L 25 Ia. (19) 7 Niederrh. Verein f. Luftschiff., Bonn, BFW M 23b. (19) 20 Akaflieg, Stuttgart, Klemm L 26 Ila.- (20) 59 Flugverein Niederrhein, Duisburg, Klemm L 25 Ila. (21) 30 Aeroclub v. Deutschland, BFW M 23b. (22) 49 Leichtflugz.-Club München, Klemm L 26 IIa. (23) 92 Akaflieg, Dresden, Focke-Wulf S Ia. (24) 6 Flugverein Frankenhausen, Klemm L 25a. (25) 18 v. Gravenreuth, Klemm L 25a. (25) 29 Akaflieg, München, Klemm L 25 I. Für den diesjährigen Rhön-Wettbewerb sind bis jetzt 41 Flugzeuge gemeldet. Nachmeldeschluß 26. Juli. Ausland. 15 Std. 13 Min. segelie der Amerikaner Barstow über Point Loma bei San Diego auf einem Segelflugzeug der Pacific Gliders Ltd. Dieser Dauerfiug war von Barstow nicht beabsichtigt. Er startete für einen Trainingsflug, der nicht länger als eine halbe Stunde dauern sollte. Während des Fluges wurde der Wind immer gleichmäßiger und „ich faßte plötzlich den Entschluß, den amerikanischen Dauer- Weltrekord von 9 Std. und einigen Min. anzugreifen“, wie Bartow erzählt. „Als diese Zeit vorüber war, dachte ich mir, 12 Std. zu fliegen wäre doch noch besser, und als diese verstrichen waren, konnte ich mich immer noch nicht entschließen, zu landen.‘ Inzwischen waren auch einige Sportzeugen eingetroffen, die den Flug beobachteten. Für die Leistung wurde ihm der Edward-St.-Evans-Preis von 2500 Dollar zuerkannt, wovon die Hälfte die Pacific Glider Ltd. als Besitzerin des Flugzeuges erhielt. Als Rekordleistung dürfte dieser Flug nicht in Frage kommen, da Sportzeugen beim Start nicht anwesend waren; ebenso fehlten jegliche Barographen. Kronfeld führte in England am 5. Juli über Eggardon Hill zwischen Dorchester und Bridport drei Lsstündige Flüge aus. Beim dritten Flug wurde ein Flügel bei der Landung leicht beschädigt. Die Reparatur wurde jedoch über Nacht von den Westland Works ausgeführt. Bei den Segelflugvorführungen am 11. 7. bei Scarborough wurden die deut- schen Segelflieger vom Pech verfolgt. Das Flugzeug von Magersuppe stieß bei dem Start gegen ein Geländer, der Flieger konnte es jedoch noch hochreißen, wurde aber dann bei dem ungünstigen Winde auf das Meer niedergezwungen. Das Flugzeug ist gesunken. Magersuppe konnte sich schwimmend retten und wurde von einem Motorboot aufgenommen. Das Flugzeug Kronfelds stieß gleich- falls gegen das Geländer und wurde beschädigt. Am 15. 7. war die Maschine bereits wieder repariert. Bei den Flügen am 15. 7. bei Ivinghoe war auch der Prinz von Wales in Be- gleitung des Prinzen Georg zugezren. Sie äußerten sich Kronfeld gegenüber sehr begeistert über die deutschen Segelflugleistungen. Ein italienischer Südamerika-Geschwaderilug mit 12 italienischen Großflug- zeugen ist in Vorbereitung. Der Flug soll über Afrika mit einer Zwischenlandung nach Brasilien und Argentinien führen. Daniel Guggenheim soll für Raketenierschung, um die Experimente mit flüssiger Luft von Goddard in großem Umfange zu ermöglichen, eine große Summe gestiftet haben. Raketengranaten, mit denen z. Zt. in Italien und Frankreich Versuche ge- macht werden, sind das modernste Kriegsmittel. Die Geschütze werden dadurch überflüssig. Die Raketengranate trägt ihr Treibmittel sowie die nötige Einrichtung zur Veränderung der Flugbahn selbst. Ferner wird berichtet, daß es heute schon kleine, streng geheimgehaltene Modelle von Gasraketen gibt bzw. von Raketen, die Schrapnellwirkung haben und so konstruiert sind, daß ein Infanterist bequem zehn solcher Granaten bei einem Sturmangriff mit sich führen kann. Versuche mit kleinen Raketengranaten sollen den Nachweis erbracht haben, daß es möglich ist auf 2 km Entfernung Geschosse in ein Ziel von 5 m zu lancieren. Offizielle Mitteilungen des DMSV. Während des Rhön-Segelflus-Wettbewerbs findet wie jedes Jahr auf der Wasserkuppe am 22. August eine DMSV-Sitzung statt. Zeit wird durch Anschlag auf der Wasserkuppe noch bekanntgegeben. Die Vereine werden zebeten, eine Liste ihrer. bisherigen Höchst- leistungen mit Modellen anzufertigen und diese 'S Tage vor der Jahresversammlung bei der Geschäftsstelle auf der Wasserkuppe ein- zureichen. Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 261 Flugbericht des Flugvereins „Lilienthal i911“, Berlin. Die diesjährige Flugsaison wurde mit dem „Lilienthal-Bodenstartpreis“ er- öffnet und brachte bei Handaufzug den Sieg des Tiefdeckers von K. Wendtland (Abb. 3), der 300 m flog. Zweiter der Krause-Hochd. mit 213 m, dann Peuß ganz knapp mit 200 m vor Sturtzkopf 198 m. Krauses Hochd. (Abb. 1) flog einen Sieg im 1300-m-Hindernisrennen heraus, das er in 7 Flg. bewältigte. Nach diesem Tag setzten die Freiflugabnahmen ein, bei denen Wendtland, Krause und Peuß ihre Extraklasse wieder erwarben. Pritschow (Abb. 4) konnte sich neu hineinfliegen. Es werden Hier bei 6 Starts im Kursflug bei Handaufzug 3mal 200 m verlangt. Auch die niederen Klassen wurden nahezü besetzt. Der Frühiahrswettbewerb be- nötigte 4 Anläufe, ehe das Wetter einen glatten Verlauf gestattete. Im Dist.-Adstrt. siegte der famose Wendtland-Tiefd. mit 357 m, im Dist.-Bdstr. Peuß mit 277 nn, der einen dreikantigen Rpf. und Taubenflügelanlehnung aufwies. Auch der Bdstr.- Dauerflug fiel mit 28 Sek. an ihn. Den Gleichmäßigkeitspreis holte Krause. Das Wochen später stattfindende Seitenwindrennen über 1650 m endete mit einer Farce. Der Spitzenreiter und einige andere wurden durch Baumlandungen aus dem Rennen geworfen. Peuß errang den Siege. Am Rhönwettbewerb für Segel- modelle beteiligten sich Winkler und Lahde und konnten da erfolgreich abschnei- den. Winkler Sieger im Streckenflug und Gewinner des 2. und 3. Preises im Dauerflug. Der Wanderpreis des D.L.V. wurde ihm zuerkannt. Lahde errang den 3. Preis der Strecke. Zu gleicher Zeit fanden in Berlin Versuche mit Wasser- modellen statt. Der Dreischwimmer von Wendtland (Abb. 7) erreichte mit 15 Sek. die beste Zeit. Pritschow kam nicht immer frei, dafür zeigte die Maschine im Handstartflug eine sehr große Geschwindigkeit (Abb. 8). Ende Juni erflogen I Modelle des | Flug verein, Lilienfhal' Berlin Seite 262 „FLUGSPORT“ Nr. 15 Peuß und Krause einige Rekorde. Neben lokalen Rennstreckenrekorden verbes- serte Krause den Handstart-Distanzrekord für Rpf. 542 m und den Bodenstart-Distanzrekord in der gleichen Klasse auf 398 m (Abb. 2). Peuß verbesserte mit Stab den Distanz-Handstartrekord Klasse vorge- schriebene Bauweise auf 563 m und den Kreisrekord auf 3% Kreise. diese Vereinsrekorde auch deutsche Höchstleistungen sind, wird noch entschieden. Alle verwandten Maschinen haben 80 cm Hakenabstand. in der freien Bauweise auf Der Vorstand. Inwieweit Nr. | Geyieht | Spann. | Beisst. ISchro. ol Touen | heisunen | Cesehy.| erbauen 1 140 90 12! 1 36 420 1325m + 55 Sek.! 5-6 [Krause 2 165 130 16 4) 400 1420 m + 50 Sek.| 9- 10 |Krause 3 300 110 18 40 360 1370 m + 35 Sek.| 10 Wendtland 4 | 240 100 16 36 380 1350 m + 32 Sek.| 10 - 12 |Pritschow 51| 280 90 18 34 350 |300 m + 32 Sek.| 9-10 |Wolter 6 135 80 14 34 400 1375m + 40 Sek.| 8—9 [Peuß 7 350 110 22 36 320 1150 m + 17Sek.| 8 Wendtland 8 250 120 16 36 350 1200 m + 18 Sek.| 12 Pritschow 9 350 110 20 36 340 |125m + 17Sek.| 8 Sturtzkopf 10 — 180 22 = |. 3 Minuten — |Winkler Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsporti Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimefer-Zeile Kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Intell. ie. Mann sucht in d. Luftfahrtbranche Lehrstellev:ar Angebote unt. 2607 an d. Exped. d. Flugsport. Guterhalt. Leichtflugzeug zu kaufen gesucht. Nähere Angebote mit Preis an E. Wiener, Mainz-Kastel, Ludwigplatz. Tüchtiger Segel- u. Motorflieger, zugleich Segelflugzeugkonstrukteur für Amerika gesucht. Es wird gebeten, keine Originalzeugnisse einzusenden, da die Unter- lagen infolge hoher Portinicht zurückgesandt werden können, Offerten unter 2005 an die Expedition d. Flugsport Frankfurt am Main, Gebrauchter 34 PS ANZANI-MOTOR zu kaufen gesucht. F. Schreiber, Kelsterbach a. M., Langstr. 22 Flugmotoren ca. 30 PS für Leichtflugzeug ca. 80 PS eventl. Wasserkühlung zu kaufen gesucht. Preisofferten an Bootswerit Zollikon bei Zürich. ERSATZTEILE 40PSSALMSON stets am Lager AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal 2 3 Billig zu verkaufen! 1 Albatros L 30 100 PS Mercedes, generalüberholt, neu zugelassen, Il Klemm L 20 20 PS Mercedes, in allerbestem Zu- stande, wenig gebraucht. Spezialausführung: Große Seitentanks, Oelrücklaufpum- pe, 1 Ersatzmotor, 2 Propeller und sonstige Ersatzteile. Offerten unter 2608 an die Expedition des ‚Flugsport‘, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Sportilugzeug „‚Raka‘‘ R.K.2a „Pelikan“ D1201 mit Siemens S.H. 11, Baujahr 1927, piberholt, Ia Zustand, mit Lufttüchtigkeits- schein der RM 5500.— verkäuflich. Gefl. Anfragen an Magdeburger Flughaiengesellschait m. b. H. Magdeburg Flughafen Berliner Chaussee. Tel. 36335 örarıs einen Motlor- Entwurfin „Originalgröße“ als Studienprobe meiner 2 Konstruktionsmappen für Motorrad-u.Leichtflug- zeugmotoren. Fordern Sie diese interess. Konstruk- tionszeichnung(6 PSSportmotor) sowie reich illustr. Prospektnochhheute kostenlos. Sielernen damit eine neue Methode kenn., nach derjed.Mechaniker, Tech- niker u. Student Motoren berechn. u. entwerf.kann. ® E. Dolch, Ziv.-Ingenieur, Sinsheim / Els.15 7 ‚ zirka 80 Betriebsstunden, für SEGELFLIEGER-RING- NACHRICHTEN 1930 Nr. 1 Zum Geleit. Was wir wollen, haben wir in unserem Rundschreiben zum Aus- druck gebracht. Wir wollten uns zusammentun, um unserer Bewegung den alten, schönen Geist zu erhalten: wir wollten uns gegenseitig fördern und helfen; wir wollten unsere Bewegung allezeit sauber er- halten und ausmerzen, was uns nicht paßt. Unsere Bewegung ist groß geworden durch unser aller gemein- same Arbeit. Wir wollen sie weiter so fördern und jedem unsere Hilfe leihen, der es ehrlich mit unserer Sache meint. Wir werden uns wehren, wenn man versucht, uns unsere Sache zu stören. Wir werden uns wehren, wenn man unsere Bewegung als Jugendbewegung zu gängeln versucht und ihr das Urwüchsige nimmt. Alle Welt beneidet uns um unsere fliegerische Jugendbewerune. Wir Segelflieger haben sie gemacht, das wollen wir ausdrücklich fest- stellen, und wir haben Freunde und Helfer gefunden, die mit ihrem Wissen, mit Rat und Tat uns geholfen haben und noch helfen. Wir werden das nie vergessen! Es sind aber auch Kräfte am Werk, die sich von unserer Arbeit, von unserer Sache nähren wollen, und wir werden sie rücksichtslos an den Pranger stellen. — Ueber alles unsere Sache! Wir glauben, damit nichts Unrechtes zu wollen, und es erscheint uns deshalb unbegreiflich, weshalb die Zentrale des Deutschen Luft, fahrt-Verbandes von einem Eintritt in unseren Ring abrät. Wir wollen dem D.L.V. nichts anhaben, und wir hoffen, daß er auch uns in Ruhe läßt. Wir verweisen auf den im „Flugsport“ abeedruckten Brief des D.L.V. Wir sind nicht deshalb Mitglied des D.M.S.V. geworden, weil wir den D.L.V. bekämpfen wollen: Wir sind dem D.M.S.V. beigetreten, da wir, wie uns die Geschichte unserer Sache zeigt, in ihm die Mutter des deutschen Segelfluges sehen. , Wir vergessen diese Mutter nicht, auch wenn sie jetzt in Armut lebt. Vereinspolitik soll uns im übrigen wenig kümmern. "Wir wollen nicht, daß wir uns gerenseitig feindliche Brüder wer- den, wir, die wir alle schon einmal an einem Startseil gezogen haben. Mögen wir sonst D.L.V.-, D.M.S.V.-, Sturmvogel-Mitglieder oder „Wilde“ sein, wir wollen, daß uns die Sache immer eint, in erster Linie sind wir Segelflieger. Wir wollen keine Parteien, und wir wollen uns dagegen wehren, in ein Fahrwasser gezogen zu werden, das uns verfeindet, statt uns fester zusammenzufinden. Um unseren Nachrichten eine vorncehme Ausstattung zu geben, und um andererseits unsere Mitglieder nicht mit den hohen Kosten der Herstellung eines eigenen Blattes zu belasten, haben wir mit dem Verlag des „Flugsport“ eine Vereinbarung getroffen, wonach das Nachrichtenblatt im „Flugsport“ er- scheint als selbständige Rubrik und zwar in zwangloser Reihenfolge. Die be- treffenden Nummern werden unseren Mitgliedern kostenlos zugestellt. Die erste Segeliliegerringtagung auf der Wasserkuppe findet Sonntag, den 23. August, statt. Von einer Veröffentlichung der Mitgliederliste wird, entgegen der früher ge- machten Mitteilung, vorläufig abgesehen, da die Zugehörigkeit zum Segelflieger- ring, um Anfeindungen aus dem Wege zu gehen, vorerst nicht bekannt werden soll. Seite 2 Zahlungen an den Segeliliegerring erbitten wir auf unser Postscheckkonto: Fankfurt a. M. 5380 oder durch Postanweisung an unsere Geschäftsstelle Rechts- anwalt Dr. Hugo Stern, Frankfurt a. M., Neue Mainzerstraße 35. Empfangs- bestätigung wird der Kostenersparnis halber nur auf ausdrücklichen Wunsch erteilt. Der Einzahlungsabschnitt ist ja genügende Quittung. Da vielfach die Erhebung einer Postnachnahme der häufig unbequemen und mit Zeitverlust verbundenen Einzahlung bei der Post vorgezogen wird, werden wir diejenigen Mitgliedsbeiträge, die nicht bis 4. August auf der Geschäftsstelle eingegangen sind, durch Nachnahme erheben. Die Ringabzeichen zelansen dieser Tage zur Versendung. Wir bitten um Empfangsbestätigung und, soweit nicht bereits geschehen, um Einsendung von RM 1.— zur Deckung unserer Kosten für das Abzeichen. Mitarbeit an den Nachrichten des Segeliliegerrings. Wir bitten unsere Mit- glieder, kurze interessante Mitteilungen, auch solche persönlicher Art, an die Geschäftsstelle des Segelfliegerrings zu übersenden. Vertrauliche Beratungsstelle des Segelifliegerrings. Die Geschäftsstelle des Segelfliegerrings hat eine Beratungsstelle eingerich- tet, deren Auskunft vertraulich nur brieflich gegeben werden kann. Die Auskunft ist für unsere Mitglieder kostenlos. Porto ist der Anfrage beizufügen. AUS DER SEGELFLIEGER-GEMEINDE Bei der Beisetzung unseres unvergeßlichen Johannes Nehring entbot Herr Ursinus die letzten Grüße des Rings und legte im Namen aller Segelflieger- kameraden einen Kranz nieder. Kronfeld schreibt uns: Ich glaube, daß auf jedem Arbeitsgebiet das meiste erreicht werden kann durch sinngemäße Anwendung der verfügbaren Kräfte, Wir Piloten müssen vor allem mit den Luftkräften und mit uns selber fertig werden. In Betrieb und Organisation von Vereinigungen haben wir herzlich wenig Erfahrung. Aber die Namen derer, die für den Ring der Segelflieger zeich- nen, geben Gewähr für die Arbeit, die geleistet werden wird. Da, wo wirklich Positives geschafft wird, sind wir immer bereit gewesen, mitzuwirken, und werden es wohl auch immer tun. Hals- und Beinbruch wünscht RobertKronfeld. Dinort schreibt uns: Die Gründung eines neuen Verbandes ist in unserer Zeit, in der schon viele Vereine bestehen, nur dann von Wert, wenn er sich zur vornehmsten Aufgabe macht, aufopfernde Arbeit zur Erreichung neuer, höherer Ziele zu leisten. Wir wissen alle, wie viel Nutzen die Betätigung in der Segel- fliegerei schon unserem gesamten Flugwesen gebracht hat. So muß es weiter unser Ziel sein, immer wieder neue Wege auf allerlei Gebieten zu versuchen und zu weisen, zum Nutzen unserer ganzen Fliegerei. Wir denken dabei wohl heute noch immer in erster Linie an den Flug mit Motor. Wir wollen aber nicht ver- gessen, daß die Segelflieserei ihren Flug ohne Motor überallbin zum Ziel hat. Es ist ein hohes Ziel; mancher mag über die allzu große Kühnheit lächeln. Wir aber wollen uns unser hohes Ziel nicht nehmen lassen, sonder weiter fest daran glauben. Nur aus diesem Glauben kann die Tat erwachsen in stiller, hingebender Arbeit, jeder auf seinen Gebiete. So soll der Ring der Segelflieger ein Fundament sein zur Verwirklichung unserer großen Idee. Gottvertrauen und Selbstzucht führen uns hinauf zu vollwertiger Hochleistung. „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Reichen wir uns alle im Geiste die Hand und bilden so den Ring der Segelflieger als verschiedene Mitglieder mit verschiedener Arbeit auf ein Ziel! Heil! Dinort. Mitglied Welkoborsky, Nanking, China, sendet zur Gründung des Rings allen Kameraden Grüße aus dem fernen Osten. Wir danken herzlichst. Aus der Tschechoslowakei. Die Idee, so einen Segelfliegerring zu bilden, ist einfach herrlich. Diese Vereinigung war wirklich notwendig; ganz besonders aber wird sie von den Auslandsdeutschen begrüßt werden, die ja von der großen und erhebenden Bewegung ganz abgeschnitten sind. E. Primavesi, Trautenau (Böhmen). E. A., Aschaffenburg: Ich betrachte es als eine hohe und schöne Aufgabe, meine ganze Kraft in den Dienst des Segelfliegerrings zu stellen. Nr. 1 Seite 3 Den Württembergern ist der Eintritt in den Segelfliegerring verboten wor- den. Aber trotzdem wünschen wir Wolf Hirth zu seiner Vermählung einen guten Gleitwinkel. ANTWORTEN Die Mitgliedschaft im Segeliliegerring ist nur persönlich. Korporative Mit- elieder können nicht aufgenommen werden. Solche Verbände von Vereinen sind zur Genüge vorhanden. Der Segeliliegerring ist dem DMSV so angeschlossen, wie der Ring der Flieger dem DLV. Der DMSV gehört dem DLV korporativ an. Ringkamerad H. J. L. Prince Rupert USA.: Den Motor-A-Schein können Sie z. B. in der Münchener Privatfliegerschule, München-Schleißheim, für RM 1250.— bekommen. In dieser Summe sind Bruchversicherung, Haftpflicht- und Unfallver- sicherung inbegriffen. Dauer der Ausbildung je nach Befähigung des Schülers. Die Anstellungsaussichten in Deutschland sind bei den derzeitigen wirtschaft- lichen Verhältnissen sehr schlecht. Ueber die Höchstleistungen unserer Mitglieder wird genau Kartothek geführt. Wir bitten unsere Mitglieder, uns ihre Höchstleistungen mit Ort und Datum sowie Namen des Sportzeugen mitzuteilen. Amerikan. Segelfilugbaufirmen: Aerogliders, Rochester, Indiana. Alexander Aircraft Co., 403 Alexander Industrie Bldg., Colorado Springs, Color The Baker McMillen Co., Akron, Ohio. Bowlus Sailplane Co. Ltd., Lindbergh Field, San Diego, Calif. Gliders Inc., Div. of Detroit Aircraft, Fort and Campau Streets, Detroit. Mead Gliders, 12, So. Market St., Chicago, Ill. Bergholt Aircraft Co., 143 East Lake St., Minneapolis, Minn. Crawford Airplane Supply Co., Venice, Calif. Evans Glider-Co., 1709 West Sth Street, Los Angeles, Calif. Imperial Aircraft Corporation, Camden, N. J. AII-American Glider Co., Allmendinger Bldg., Dearborn, Mich. Cessna Aircraft Co., Wichita, Kansas. Nicholas-Beazley Airplane Co. Inc., Marshall, Missouri. Englische Segelflug-Vereine: The London Gliding Club, Mr. Ashwell-Cooke, London. The Dorset Gliding Club, Mr. H. Campbell Johnston, 4, Derby Street, Weymouth. The Channel Gliding Club, Folkestone, Flying Officier Mr. F, Read. The Lincoln Gliding Club, Mr. F. H. L. Searl, Manor House, Cherry Willingham, Lincoln. in The „British School of Gliding“, Mr. R. G. Russell Taylor. The Kent Gliding Club, Mr. Ronald B. Haynes, 14, King Street, Maidstone. The British Gliding Association, Mr. L. Howard Flanders, London W. 1, 44 Dover Street. The Bolton Light Aeroplane and Gliding Club, J. Denton, 7, Bute Street, Bolton. The Conoley & District Gliding Club, Mr. H. M. Sellers, 178 Skipton road, Keigh- ley, Yorkshire. The Winchester Gliding Club, Mr. Walter Russell, Fordington Road, Winchester. The Sail-Plane Club of T.M.A.C., Mr. John Welding, 404 King’s Road, Chelsea SW. The Brighton Gliding Club, Mr. F. G. Leaney, Hanover Crescent, Brighton. ZUR DISKUSSION wie können wir unseren ausgebildeten Segelfliegern auf billigste Weise zur E> SIR em —Z Veröffentlicht im „Flugsport“ Nr. 15 vom 23. Juli 1930. | Flugmotoren „WALTER“ J. Walter & Co. Prag XVII. Jinonice M tn, Bd I. N, DÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \ VOV OSAAR, URSINUS * CIVIL-ING. III f | | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 16 6. August 1930 XXI. Jahrgang _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 20. August 1930 Il. Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1930. Am 9. August beginnt der Uebungs- und Leistungswettbewerb. Am 7. kann bereits die Abnahme von Probeflügen auf der Wasserkuppe er- folgen. 24. Schluß. 25. Preisgericht. Die Meldeliste (siehe diese Seite 271 und 272) verzeichnet 42 Teil- nehmer, darunter zwei Engländer. Auffallend ist die Vergrößerung der Spannweite. Kronfeld Austria 30 m, Konrad Silbervogel 22 m, Mei- ningen 22 m, Aachen MS2 20 m. Nur gut, daß in der Luft genügend Platz ist. Weniger gut für die Unterbringung, denn Kronfeld braucht eine 30-m-Halle für sich. | Das Aufgebot an Hochleistungsmaschinen ist ganz hervorragend und steht in keinem Verhältnis zu der zur Verfügung stehenden Preis- summe. Wenn im nächsten Jahre hier nicht Abhilfe geschaffen wird, wird die Baufreudigkeit bald abnehmen. Europa-Flug 1930 während der technischen Prüfung. An den Start gingen am 29. 9. 60 Teilnehmer. 39 bewältigten die Strecke. Dudzinski erschien in Berlin nach Startschluß. Butler schied wegen Propellerbruch aus. In die technische Prüfung kamen 37 Teil- nehmer. Dieses ungemein spannende technische Würfelspiel begann programmäßig am 1. August. Die Punktzahlen von Broad, Morzik, Poss, Notz, Miss Spooner, v. Massenbach, Polte, Krüger lagen dicht aneinander. Größte Spanne 10 Punkte. Wer wird das Würfelspiel ge- winnen? Hoffentlich wird dieses Jahr das endgültige Ergebnis recht bald bekannt. — Ueber den Erfolg des Wettbewerbes und seinen Einfluß auf die Entwicklung von Sportflugzeugen wird nach Beendigung des Wett- bewerbes noch sehr viel zu sagen sein. Jedenfalls ist man in ver- schiedenen Bewertungen zu weit gegangen. Ob die Auf- und Abrüstung eines Flugzeuges weniger als 5 Min. wirklich eine so große Rolle spielt, mag bezweifelt werden. Ebenso der Aufbau eines Kristallpalastes. Der Auslauf wird an und für sich bewertet. Eine nochmalige Bewertung durch Vorhandensein einer Bremse war daher nicht mehr nötig. Die Seite 264 „FLUGSPORT“ Nr. 16 Betriebssicherheit der Motoren scheint erheblich zugenommen zu haben. Wir werden in einem späteren Artikel hierauf und auf alleı tech- nischen Einzelheiten noch einmal zu sprechen kommen. Am 31. 8. waren folgende Bewerber vom Europarundflug nach Berlin zurückgekehrt. Die Streckenwertung hatte bisher folgendes Ergebnis: Flugzeit Punkte in der Nr. |Kat. Bewerber Std /Min. km/h Geschw. | Zuverl. Bemerkung. A2 I |Lusser 54,19 139 143 75 Argus AS 80/100 As8| I |Roeder 57,46 13] 123 |: 75 _ |Genet s0/88 A9 I |Risztics 52,48 143 151 75 Genet 80/88 B3 | II |Morzik 51,08 148 188 75 Argus A8 B7 II | Osterkamp 61,40 123 151 75 Salmson 40 PS BS II |Poß 50,43 149 189 75 Argus A8 B9 Il | Dinort 52,13 145 185 65 Argus A8 Cıl II | Notz 51,56 146 186 75 Argus A8 C3 II |v. Freyberg 75,05 101 93 60 Sh 13a 80/92 PS C5| II |v. Köppen 54,50 138 178 75 |Sh 13a 80/92 PS C6 I |v. Waldau 71,46 105 105 60 Argus A8 C7ı II |v. Massenbach 50,11 151 191 65 [Argus A8 C9| I |Peschke 56,17 134 132 75 Argus A 8 Di l Dr. Pasewaldt 60,22 125 105 75 Argus AS D5 I | Spengler | 64,06 118 84 75 Genet 80/85 PS Ei I |Benz 63,40 119 87 75 Genet 80/85 PS E2| I [/Gothe 58,54 128 114 65 ,Sh 13a 80/92 PS E6 | I |Siebel 62,05 122 96 75 \Shı13a 80/92 PS ES II |Krüger 54,19 | 139 179 75 Argus A8 F2 | II |Polte 51,27 147 187 75 ,Sh 13a 80/92 PS Ki) T | Thorn 48,43 155 175 75 |[Cir.-Her. 104PS K3| I |Broad 43,02 176 195 75 |Gipsy 100 PS K4| I |Andrews 77,48 97 21 30 |Gipsy II 120 PS K5 | I | Butier* 42,18 179 195 75 |Gipsy 120 PS K6 | I [Lady Bailey 69,22 109 57 75 |Gipsy 100PS K7 I Carberry 43,48 173 193 75 Warner 110 PS K8 | I |Miß Spooner 45,48 165 185 75 |Gipsy II 120 PS L3 I |Arrachart 57,42 131 123 75 Renault 95 PS Mi I Finat 55,01 137 139 75 Renault 95 PS O1 I |Gedgowd 76,34 99 27 60 |Gipsy 85/100 PS P2| I ıBaian 68,43 110 60 60 _ |Cir.-Her. 105/115 P3 II | Plonczynski 59,12 128 161 75 Salms.AD940PS P4 | II | Wiekowski 59,32 127 159 75 _|Salms.AD940PS T5 I |Habsburg-Borb. 67,11 113 69 75 Gipsy 85 PS * ausgeschieden, Protest eingel. Polte auf BFW 23c mit Siemens Sh 13a. Nr. 16 „rTLUGSPORT“ Seite 265 Später trafen noch ein der Schweizer Pierrotz S 1, der Deutsche Böhning D8 und der Pole Babinski O 6. Dudzinski O 5 traf nach Start- schluß in Berlin ein und schied ebenso wie i. Gravenreuth D 7, welcher noch auf Strecke lag, aus, Vom Europailug. Oben: Erzherzog Antonio Habsburg, Bourbon. DH Moth. Mitte: J. E, Carberry Mono Spezial Motor Warner 110 PS. Unten: Aka-Fliegergr. Darmstadt. D 18 mit aufgebautem Kabinenschutz. Seite 266 „FLUGSPORT“ Nr. 16 Leider ist dieser große Flug durch einige Unfälle, die nicht nötig waren getrübt worden. Während der Landung versuchte von Re- dern, der Mitflieger des von Oertzen geführten deutschen Flugzeuges, auf dem Flugplatz von Heston am 23. Juli das Flugzeug schnell zu verlassen, um den Bordschein unter der Kontrolluhr stempeln zu lassen. Hierbei erhielt er vom Propeller einen tödlichen Schlag auf den Kopf. In der Nähe von Lyon geriet die von Offermann und Jerzembski besetzte BFW-Maschine in eine Antenne, wobei die Insassen tödlich abstürzten. Offermann war 45 Jahre alt, eines der tätigsten Mitglieder des Luftrates, wo sein Ausscheiden eine recht empfindliche Lücke ge- rissen hat. Offermann hat sich schon in frühester Zeit, 1909 in Aachen, mit dem Gleitflug beschäftigt. (S. „Flugsport“ 1920, Nr. 22.) Während des Krieges war er R-Flugzeugführer. Durch seine vielen Veröffent- lichungen ist sein Name unauslöschlich in der Geschichte verzeichnet. Mit Jerzembski, einem alten tüchtigen Kriegsflieger, verlieren wir einen unserer unablässig in der Fliegerei begeisterten Zeitgenossen. Wir werden sie in unserer Erinnerung halten und immer an die Stun- den gedenken, wo oft schwierige Aufgaben zu lösen waren. Offermanns. T letzter Start in Deutschland. Flugplatz Frankfurt a. M. Morzik auf BFWM 23c. Ozeanüberquerung mit Kleinflugzeug 40 PS. Am 25. Juli ist Wolf Hirth mit Oskar Wel- ler von Staaken über Köln nach Kirkwall auf den Orkney-Inseln geflogen, um von da aus den Ozeanflug anzutreten. Am 1. 8., 9.40 Uhr (10.40 M.E.Z.), erfolgte der Start nach Island, wo sie nachm. 19.30 in Kalladarnes bei Reykia- vik wohlbehalten eingetroffen sind. — Das Unternehmen dieser beiden Flieger ist in der Tagespresse verschiedentlich recht ungünstig beurteilt worden. Die „Frankfurter Zeitung“ schreibt: „Der Gedanke, mit einem 40-PS-Motor nach Amerika zu flieren, er- scheint von vornherein leichtsinnig. Es wäre zu wünschen, daß man sich eines besseren be- Wolf Hirth sinnt, solange es noch Zeit ist.“ Nr. 16 „FLUGSPORT“ Seite 267 Wir sind anderer Ansicht. Der Motor mit seinen vielen Zylindern und seinem kleinen Zylinderinhalt ist verhältnismäßig bedeutend ge- ringer beansprucht als große Motoren bei großen Flugzeugen. Die Defektmöglichkeit ist demnach bedeutend herabzemindert. Weiter dürften die bedeutenden Segelflug-Erfahrungen von’ Hirth diesem Flug zugute kommen, ein Rüstzeug, wie es bisher alle Ozeanflieger noch nicht verwenden konnten. Gerade der Segelflieger ist gewöhnt, schwie- rige Wetterverhältnisse zu seinem Vorteil auszunutzen, während der Motorflieger diesen möglichst aus dem Wege geht. Gerade in diesem Gesichtspunkt dürfte uns der Flug vielleicht eine Ueberraschung bringen. Das verwendete Flugzeug ist ein normaler Klemm-Tiefdecker L25 mit Salmson-AD-9-Motor 40/50 PS. Der Betriebsstoffverbrauch ist so gering, daß die größte Entfernung von 1600 km mit größter Zeit- reserve überwunden werden kann. Gewicht der Maschine beladen Vofti Europaflug. Oben: Pierroz auf Breda 15 S Motor Walter Venus 110 PS. Mitte: Haya C.A.S.A. Unten: Finat auf Caudron 193 Motor Renault 95 PS. Seite 268 „FLUGSPORT“ Nr. 16 Klemm L 25a mit 40/50 PS BMW X. __ _ BFW M 23b mit 40/50 PS BMW X. 760 kg, hierbei für Besatzung und Betriebsstoff 410 kg. Betriebsstoff- verbrauch pro Stunde 10 kg, Flugdauer nach Möglichkeit 22 Std., Ge- schwindigkeit 130 km. Eine der größten Etappen von 1000 km, Kirk- wall-Orkney-Island, ist bereits überwunden. Von Island nach Grönland 1250 km über See. Als Instrumente sind eingebaut ein Askania-Wende- zeiger, 2 Kompasse, einer im Führer-, der andere im Begleitersitz, Höhenmesser, Tourenzähler und Geschwindigkeitsmesser. Hirth fliegt nach Amerika, um an verschiedenen Stellen Segelflug- unterricht zu erteilen. Curtiss Bleecker Helikopter. Die Erstlingskonstruktion dieses Hubschraubers stammt von B. Bleecker, ehemaliger Student der Hochschule Michigan. Die Konstruk- tion wurde weiter vervollkommnet durch den Chef-Ingenieur der Cur- tisswerke T. P. Wrieht und gebaut von der Curtiss Aeroplane and Motor Cor. in Garden City. Die erste Konstruktion wurde im Modell im Windkanal untersucht. Hierbei ergaben sich große Schwierigkeiten, da ein gewöhnlicher Windkanal hierfür nicht geeignet war. IL Erhebliche Schwierigkeiten bei der Konstruktion machte die Küh- lung des Motors und dessen Einbau. Die vier Flügel haben einen Durchmesser von 14,5 m. Die größte Flügeltiefe ist 163 cm, Flügel- inhalt 29 m?. Der Antrieb der Flügel wird durch vier Vierblattpropeller von 2 m Durchmesser, 2,7 m von der Hauptdrehachse entfernt, be- wirkt. Die vierflügelisen Zugschrauben werden durch Kegelradüber- tragung von dem horizontal gelagerten Pratt-&-Whitney-Wasp-Motor angetrieben. An den Enden der Tragflügel befinden sich Stabilisie- rungsflächen (Stabovators) von 1,15 m” Inhalt, welche den Flügelwin- kel einstellen wie bei einem Flugzeug. Nr. 16 „FLUGSPORT“ Seite 269 Amerikanischer Curtiss-Bleecker-Helicopter. Diese Stabovators werden für die Gleichgewichtserhaltung durch den Führer betätigt wie bei einem gewöhnlichen Flugzeug. Für den Horizontal-Flug werden die beiden Steuerhebel in der gleichen Rich- tung und bei der seitlichen Gleichgewichtserhaltung abwechselnd be- tätigt. Die Flügel mit Flügelprofil 387 Göttingen bestehen aus Spruce- Fournierholmen und Holzrippen mit Sperrholzbeplankung vor dem Holm und Leinwand hinter den Holmen. Die Flügel können von minus 12,5° bis plus 27,5° verstellt werden. Das Traggerüst für die Flügel sowie für den darunter befindlichen Rumpf besteht aus Stahl- und Duralrohr. Führersitz vorn, Mechanikersitz hinten. Am hinteren Ende dieses Rumpfes befindet sich noch ein Seitenruder. Bei 60 Umdrehungen beginnt sich der Hubschrauber zu heben. Die größte Drehzahl bei größter Geschwindigkeit ist 120. Hierbei beträgt die Neigung der Vertikalachse nach vorn 15 Grad. Eine Vorwärts- bewegung beim Start ist unmöglich. Der Pratt-&-Whitney-Wasp-Motor von 420 PS und 2100 Umdre- hungen mit Getriebe treibt eine senkrechte Welle mit 1050 Umdre- hungen, welche mit weiteren Zwischengetrieben die 4flügeligen Schrauben, die mit 1530 Umdrehungen laufen, antreibt. Ueber dem Motor rotiert zur Kühlung desselben ein besonderer Propeller mit Mo- torgeschwindigkeit, welcher 14 PS verbraucht. Voll belastet wiegt der Hubschrauber 1550 kg, seine Nutzlast be- trägt 20%. Bis jetzt ist die Maschine mit 105 km geflogen, Versuche, um Höchstgeschwindigkeit zu erzielen, wurden noch nicht gemacht. Nieuport-Delage 740, Dreimotor Salmson 285 PS. Der Nieuport-Delage 740, ein freitragender Hochdecker in Holz- konstruktion, ist für Nachtpostverkehr bestimmt. Zum Betriebe die- Neuport Delage 740 Dreimotor Salmson 3X95 PS. Seite 270 „FLUGSPORT“ Nr. 16 nen drei Salmson-Motore von je 95 PS, von denen zwei seitlich unter den Flügeln anzeordnet sind. Der elliptische Flügel mit sich stark nach den Enden verjüngenden Profilen, ebenso wie Querruder und Rumpf, sind ganz mit Sperrholz bedeckt. Der vor der Flügelnase be- findliche Führersitz ist durch eine rechts seitlich am Rumpf befindliche Tür zugängig. Im vorderen Teil des Rumpfes liegt der Funkerraum, weiter da- hinter ein 2 m langer Frachtraum, der auch für drei Fluggäste benutzt werden kann. Höhen- und Seitenruder, nicht ausgeglichen, zeigen die übliche Form. Die Höhenleitwerksflosse ist auf dem Boden einstellbar. Betriebsstoffbehälter mit gut sichtbaren Standmessern sind in den Flügeln, die Oelbehälter hinter den zugehörigen Motoren, angebracht. Das Fahrgestell von 3,5 m Spurweite besteht aus zwei an der Unterseite des Rumpfes angelenkten V-Streben, deren Achsenden mit Stoßaufnehmern geren die seitlichen Motorenböcke abgefedert sind. Die Schwanzkufe mit einem Bremsrad ist steuerbar, um das Wenden beim Rollen zu erleichtern. Spannweite 17,50 m, Höhe 3,02 m, Gesamtlänge 10,49 m, Maxi- mal-Flügeltiefe 2,70 m, Flügelinhalt mit Querruderinhalt 40,82 m”, Leergewicht mit Ausrüstung 1501 kg, Betriebsstoff 185 kg, Nutzlast und Besatzung 614 kg, Gesamtgewicht flugbereit 2300 kg, Flügelbe- lastung 56,7 ke/m?, Leistungsbelastung 8,075 kg/PS. Polnisches Jagdflugzeug P. G.L.1. Dieses Ganzmetall-Jagdflugzeug ist von der Panstowe Zaklady Lotnicze, Warschau, gebaut. Charakteristisch für den äußeren Auf- bau sind die am Rumpfanschluß stark nach unten gekröpften Flügel. Hierdurch wird das Gesichtsfeld für den Führer außerordentlich gün- stie. Aehnliche Ausführungen wurden von englischen Flugzeuskon- strukteuren schon mehrfach angewandt. Der Flügelaufbau ähnelt dem von Wibault, Aluminiumkastenholme, Aluminiumrippen mit falschen Rippen über den Holmen mit Aluminium- bedeckung. Die Flügel sind durch zwei Streben abgefangen. Die Querruder sind aus Alumin und teilweise aus Elektron, gleichmäßig nach unten verstellbar, um die Landegeschwindigkeit zu verringern. Rumpf gemischt Stahlrohr und Alumin. Motor Hispano Suiza 600 PS mit Metallschraube. Betriebsstoffbehälter für 2 Stunden im Flügel. Motorverkleidung Elektron. Spannweite 10,85 m, Länge 6,98 m, Höhe 3,05 m, Flügelinhalt 19,50 m?, Leergewicht 1066 kg, Gesamtgewicht 1560 kg. Errechnete Leistungen: Maximalgeschwindigkeit am Boden 297 km/h, Steigfähig- keit auf 5000 m in 8 Min. 11 Sek. Gipfelhöhe 8000 m. Polnisches Jardflugzeug P.G.L. 1 mit Hispano Suiza 600 PS. . [73 D Nr. 16 „FLUGSPORT Seite 271 Fe) ın = HoE a jan en Bu I sıas . Fr . —- 82 p Pr r uw-% S.E TDDyDbıy Dbmymy yo yo Do Do DD 1 u DI DD 5 © “ “u N 38 5 8 8% 28 in Na e) | M MM“ fa SM Q Ri BER") oO 2. Re) Re) 29% —o NS Lu u un un Hu dan Hu 2 Sea 2 3 8 8 er 9 8 9 9 , 8 8 8 S = Bu - Bu = Es EgSEBREFrEB SS SHEäES Dooyoo: 0 -vyı 3 3 oo SL oo Lu Oo 0 2 Das] oo 8 SEHR SEES S ALS AD SD US ES 5H m = eo © © vo 8 8 oo 8 2 an ed nn ! 8 2 © o\ SPD BD BTELL TS BTL BT BE SL JS DD KnUuHuunıoıomuummukMk MM onıuıo mo Zus ScH= No) 0) ın © SS, a un Z; n > “0 > > be} oo O N 0 on von oo © o. VON - 0 oo N © . {e) 5 upnl aooao_. Eaavoannawannnoo > 9yuoH zadrggsrr rennen A “ou . N nn ın (e) ale ooaao22 Smowerazaaonao „Bur]| U N N scöovoonavccovcovco vd Wr © 0 ren‘ . (e) = > E n 000 n 000% no00o00o00% N «| AG soocdı Soon do vo oo do run nz - I co - m rm rn Te Hrn rm rm N rn Au $ X 5 88% © © >= fe CD = evo ee vo oo 800 0 ul os ME RE 5855 3553%8235%% rs g 88% EEE, EELET EEE fen r vr [S) 5 Ua Ehe ev) E BP E—g gg T II U „UV VO U U UDO eV] he) ze L IE LE I oo u 82 u Lo je eREO OO 0° 0 0 0 0° 9 09 9° 0 0 0 1 00% N BrRrBAaAaAKsSsSa> > > >> Fr Pr Pr FI DPD > DB PP > > N _ EEE FE FE z z a 000% " Te a2. 8 =.2 Ne) x 06 2 8 08 E & 25% “4 40. “oo 3 Be o a, 0 80°0 % 53” «e u „3 R- BEER ETESEGES“ = Ei SE IE EA rRz—2 BE: oH 2 a4 3 rs SE a 2 aa 82a gs is Anm & E BÄNDE. !E23E 8:35 8 -| & AULIIIITRAIMERESH En irn um R ‚zearceaa ! Ta ! ER: 7.659328 -| & | TS SELTELTTITSSTAFSTASRASZELE EUEESESSITIESETENTSLENT GE SH un SEES SS SIEH ESSEHEEEHSSS S 233322353533832359355222 g RER RT RT nn HT Han rn a HH > Rn D D & = 23 oo her Ho KezBie) Eee [S) SL 23:34 S8SS88 a = NEL ESSEN o Q RL sB£Em BEE2 2 5898 M $ u se:.335333 FR o ) „ES AAMZAZ E < "O Bess aaaaaaı & Ei = per} | 4 EEE umSazsıaaası 3 g eV) v van na pr ss ss Fr I Eee 8 ı FR ie) Do ge. nn © Fe VE ee SE Sn SE ea = (CR Ver Bu z sono RR a od oa ®! 2). 808% „ ze. oo Eh LEN LT Gh A} . © zen E53 535 5 355 5 8... 2%88%3 > OL BR. BR DD DMD BESTELL: H om pr ss oa so ua oa Er © keine! Zna>- var 5 555 su ag > MS, Den En en rm oo 0 m 2 8 “u u Lu m LI 7 5,9% eg wu DV : 4.09 \ SUMMEN ses ag > ve 5 8 _ DD $ o 9 58 2 338888532 4, 3 3 5532 Pre EEE = GE Se Er = BE oO I En KB 8 vv og un oo EL 8 a 22 2 2 242 o DD a BE 0, MRSRSBEEBEEBEEER LES SEHR er x 2u0% 0.909980 0 HM CS KH En Er o 29 "208 = 8 0 cc. DD FE U U U U U RR EL E08 8 80.0259 2028 8 8 0 8 9 8 SS oa TI N HE ET SO WEB BL NM OHNE TS TH SS ZEIIKÖOÖLENRN IKK K Km MM ZA HI IC u anno N 89 oo an un oo N 80 0 © zZ De u u u u Du Du un un zn zu Nzuo; . R [73 - Seite 272 „FLUGSPORT Nr. Wu nme ıı —ı ji BE I A. 333 . 5%2| 3 3 3 3 3 ud : | \ Fe Ss. 77-7975 795707-050 DD DD en FR u = Fer oo o x 8% 7 2 & S% hei Du je 2 I M u RE: ; we = Ro) FE oe =) - 4“ 2 Jay Bu, BER 5 ses ss5s 85 5 85 BEEDESEE DS kn S23323 2 33 75303 358 SE gEE3 SF ES SSR ESER SER LT LEG zes aa gg a 8 . os 9 93525395355 m oo Tee Se Veen Vase VEN IS 238,22 83243 ,22 BB JS 87 non eiinınnslecehmn SDıanonünı won szTala oo a Q wm 0 a0 SeEgl 35 > 5 5 >35> EG “ ve e. g ze 6 © = 2 ee - E “298 ao u [= ‘© DD 8 8 2 38% 5 Eau a2 8 > 2 & ke Re) a Ay) ° ” eu una 5 NS & u R vo ıa.ı% 3 oo 58 H D u) = ao mo ı& RS m ie! Oo a SS U u x ® 5 3.3 2 Sn u Lo” nn 5 —ö — =] v5 8 2 5 DI Er 26083 = u ao “—D ei Das mo ° Bun 8 = AR 320 . u [an =S| 8 I|53 83 725 3233 FEyı 3 5arınE > 19% !QR&L 93 ES. man: AM un 0, . st 2 |2 su Tz era 8 !383aın ASS Ssacny I mM:. Oo: un ui. 9 NW LH au .m) nn 98 0 — Re) II U TS ETAEATO SS HT" o # Oct 8 3 [= aan Bas . 2225, 58% aReEERT.:%3N = a5 82 A825 5 98 Lo ae 53 o% = AR SRELILAR Mn =) seanrn»8 285 ı£ 3 HAT NA IR HH ET AT HET dB an & [ei 888 sE fei 98 9. oo D ° 3 S2<£53 3 5 8 85% eg nn = gs E22 8: aLe yeıaeı0 OS og > egas2e.5%2 a E58 E88 oo; HF 380.29 voor 253753 sg08% 95 Brei a S,arää = E23 .%0 Pop EP - Bu ‘Vo g Bass „EEdgsa aus: 4 DD EZ» sa ev a y & nes 2: 28 © sr u8% S Ss se Bu55 2 0 jun u Ge u Zu SE = BE u = u u SE ai er IE8& SS gEP >> 3 EBr- = u aa u. Aa ar “DD DE 5 > DD 5 © ss n SS Et 2 tur 43255 % 7% |BBSE LASSE 2GES SEHE 8885 [%) oo = m R . ya + m I|S858 37 58385858 ER>ESEEST SS, BB RL AAO S Ho eg eo 08 DES H3 A828 ..,.,.050% Er uH. EEE In UHR BANSNSNSITI Rn OCHBEKE SSH DD EEE BÄBSE,@E EESEEEn: m s a Pe u Be VE #5 en vo 2 ya hr Haag oo [S) 228% 8% 005% 3838 EN HEEI TSREITSH SSSESSEJJTESE SEISL8E2 u oa o°© 8 oa 8! o = (=) KRISE SSasBax KernsA 39077 PSI 20 280 70 S 260 m Lt TH u 240 7500 2000 2500 3000 3500 U/min Abb. 10: Leistungskurve. Schwierierkeiten verträgt und auf die beim Entwurf Rücksicht genom- men wurde, auszu- nützen, wobei die der Leistungskurve (Abb. 10) entspre- chenden hohen Lei- stungen verfügbar wären. Beispiels- weise könnte bei 3000 U/min eine Leistung von 65 PS bei einem Brenn- stoffverbrauch von nur 245 e/PSh nutz- bar gemacht wer- den. Die erreichte Höchstleistung bei 3500 U/min betrug 71 PS bei einem Brennstoffiver- brauch von 255 g/ PSh. Zylinderzahl 5, Zylinderbohrung 83 mm, Kolbenhub 80 mm, . Gesamt- hubraum 2,16 |, erößter Durchmes- ser über alles 725 mm, Länge über alles 720 mm. Lei- stunge bei 2300 Ulmin 50 PS, Ge- samtgewicht ein- schließl. Nabe, je- doch ohne Oel im Motor und ohne Auspuffsammler, 17S kg. Nr. 16 „FLUGSPORT“ Seite 277 Chevrolet-Vier-Zylinder luftgekühlt 90 PS. E Die amerikanische Firma Chevrolet Aircraft Corp, Bal- timore, zeigte auf der, Aus- stellung in St. Louis zum erstenmal einen Vier-Zylin- / der-Reihenmotor mit hängen- \ 2 den Zylindern. Eigenartig ist 32 die Betätigung der kopfge- steuerten Ventile mit je einer Nockenwelle, welche über die Zylinderreihen entlang läuft und von unten mit einer Oel- wanne verschlossen ist. Die Zylinderköpfe, Kolben sind aus Aluminiumguß. Pleuel ge- preßt aus Duralumin. Hub 133 mm, Bohrung 114 mm, Trockengewicht 126 kg. Bauabmessungen, 987 mm lang, Höhe 750 mm, Breite 280 mm. Zwei Boschmagnete und 1 Zenithvergaser. Il ‚MINEN Mm | UNDSCHAU lt] ( Inland. Do. X. wird, nachdem die 12 Curtiss-,Conqueror“-Motoren fertig eingebaut sind, diese Woche mit den Probeflügen beginnen. Man spricht davon, daß nach den Versuchen, möglichst noch im August, mit dem Do. X. eine Ozeanüberquerung, Le Havre—Lissabon über die Azoren, Bermudas, nach Amerika führen soll. Das Kommando soll, wie verlautet, der bekannte Kapitän Christiansen übernehmen. Die Luftfahrtüberwachung der deutschen Grenzen. Der Reichsverkehrs- minister hat die Regierungen der deutschen Länder gebeten, die Luftfahrtüber- wachungsbehörden darauf hinzuweisen, daß mit der Räumung der besetzten Ge- biete am 1. Juli d. J. der Artikel 200 des Versailler Vertrages zegenstandslos geworden ist; von diesem Termin ab bedürfen alle militärischen Flugzeuge, auch die der ehemaligen Besatzungsmächte, zum Ueberfliegen deutschen Hoheitsgebiets einer besonderen Genehmigung der Reichsregierung. Zwei „C“-Prüfungen. auf „Zöglingen“, Infolge des Ausbleibens jeglicher Unterstützung für eine Fahrt nach dem Riesengebirge waren ja dieses Jahr die Aussichten auf einen längeren Aufenthalt im Gebirge schlecht. Die Verfügungen über die Haftpflichtversicherung der Segelflugzeuge z. B. sind bestimmt sehr zweckmäßig, doch fehlt bei diesen Ver- fügungen immer die Angabe, wo man das Geld für die Versicherung hernimmt. Von monatlich 20 RM Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen läßt sich nur Miete und Licht für die Werkstatt bezahlen, für Reparaturen und Neubauten von Segel- flugszeusen sind wir auf Zuschüsse angewiesen. Infolge des vorjährigen Preis- zuspruches beim Schulungswettbewerb konnten wir die Hochleistungsmaschine und den Doppelsitzer fertigstellen, für den „Prüfling“ fehlte das Geld. Vergebens hatten wir Ostern und Pfingsten auf Segelwind gewartet, der für den „Zögling“ zum „CO“ ausreicht, um eine 100-RM-Schulungsprämie. zu bekommen. Als daher am Sonntag, 20. Juni, guter Segelwind war, ließen wir die Hochleistungsmaschine „Oberbürgermeister Wagner“ in der Halle, trotzdem Rolle beim Einfliegen mit Seite 278 „FLUGSPORT“ Nr. 16 der Maschine 54 Min. gesegelt war, 4 Tage später annähernd 4 Stunden. Heute können wir vielleicht 100 RM verdienen, wenn es zur „C“ auf dem Zögling „Lilo“ langt. Es waren 12—15 sek/m Wind, und Tilch wurde nochmals klar- gemacht, wie mies unsere Finanzverhältnisse sind. Mit dem Görlitzer Verein zusammen starteten wir die Maschine von der 550 m hohen Scheibe. Tilch über- flog die Startmannschaft mit senkrecht stehendem Gummiseil und parierte das Aufbäumen der Maschine nach dem Abfallen des Seiles gut. Mühelos überhöhte er, ständig steigend, den Bergrücken des 650 m hohen Ludwigsdorfer Gebirges. Man sah aber, daß die Querruder ständig in Bewegung waren und die Maschine die gleichmäßige obere Luftschicht nicht ganz erreichte, trotzdem Tilch dauernd 150—200 m über Starthöhe segelte. Es ist der große Nachteil der schlecht segelnden Gleitflugzeuge, daß sie wesentlich mehr Anforderungen an den Führer stellen beim Segelflug, als z. B. ein Prüfling. Nach einer halben Stunde hielten wir Kriegsrat, ob Germershausen (Görlitz) auf seinem wesentlich leichteren, ver- kleideten Stahlrohrzögling starten soll. Germershausen war schon zum 24. Male in Grunau, aber niemals ist Segelwind gewesen. Als Motorflieger hatte er die Sicherheit in der Führung vor Tilch voraus, und so startete er trotz des anhal- tenden starken Windes. In tadellosem Anflug erreichte er mit seinem „Pfannen- kuchen“ die Kammhöhe und nun segelten beide Zöglinge eine Stunde lang über dem Ludwigsdorfer Gebirge, als ob Hochleistungssegelflugzeuge eine ganz über- flüssige Weiterentwicklung der Gleitflugzeuge wären, denn die „Zöglinge“ taten es auch. Allerdings gestand uns G. nach der Landung, daß er froh war, zum Frühstück nicht mehr gegessen zu haben, es hätte keinen Zweck gehabt. Also eine reine Freude ist so ein Segeln mit einem Zögling in den unten noch böigen Luftschichten nicht, besonders im bewaldeten Gebirge, wo es mehr bockt als vielleicht an der Küste mit den gleichmäßigen Dünen. Es sollen nur Führer wie hier, die die Maschine sicher in der Hand haben, bei solchem Wind mit Zöglingen fliegen. Wesentlich einfacher und sicherer ist schon eine „C“-Prüfung mit einem „Prüfling“. Tilch, dessen Maschine fester lag als die von Germershausen, kam erst nach einem Fluge von 2 Std. 38 Min. herunter, er nahm an, für die 100-RM-,‚C“-Prüfungsprämie wird es langen. Breslauer Modell- und Segelflugverein „Schlesischer Adler“. G. Pusch. 2% Std. segelte am 27.7. auf der Insel Sylt W. Gutsche, Leiter der Segelflug- schule List der D.L.V.-Ortsgruppe Flensburg und Neumünster. Start des Prüflings erfolgte am ‚Roten Kliff“. Der Flug wurde an der Steilküste zwischen den Bade- orten Kampen und Weningstedt in ca. 80 bis 90 m Höhe ausgeführt. 9 Std. 35 Min. segelte Polizeioberltn. Hemmer am 21. 7. auf „Schloß Main- berg“ auf der Wasserkuppe. Er übertraf damit die Rhön-Dauerleistung von Mayer, Aachen, von 8 Std. 26. Min. Hemmer, ein noch junger Segelflieger, hatte ursprünglich nur die Absicht, einen Platzflug zu unternehmen. Er fand jedoch so günstige Luftverhältnisse vor, daß er sich zu einem Dauerflug entschloß. Stunde um Stunde segelte er und ließ sich auch durch den Einbruch der Dunkelheit, durch Böen und Regen nicht beirren, obwohl er nur leicht bekleidet war, zu Besinn des Fluges seine Kopfhaube verloren und außer einer Tafel Schokolade nichts zu essen hatte. Erst bei völliger Dunkelheit entschloß sich Hemmer zur Landung. Erzherzog Francesco Habsbourgo-Bourbon schulte aui der Wasserkuppe. Die Schüler stehen am Startplatz zusammen und unterhalten sich über Ungarn und den neuen König von Ungarn. — „Werden Sie doch König von Ungarn,“ wendet sich einer an den Erzherzog. — „Ich habe keine Zeit,“ antwortet dieser, — „ich muß vorerst meine C-Prüfung machen.“ 3200 m Höhe im Segelilugzeug erreichte Dittmar am 20.7. auf seiner Maschine „Schloß Mainberg‘ am Westhang der Wasserkuppe bei einer Windstärke von 12—18 seklm. Es gelang ihm eine Cumulus-Wolke anzufliegen und diese bis auf 3200 m Höhe über dem Meere zu übersteigen. Mit dieser Höhe flog er in der Richtung nach Meiningen, wobei er 1000 m hoch einige Zeit über Meiningen segelte und dort landete, da sich die Wolken auflösten und eine Ueberfliegung des Thüringer Waldes nicht ratsam war. Deutsche Luitspiele 1930, 7. September in Tempelhof, Veranstalter DLV, Preise mindestens RM 15 000.—, offen für alle vom Deutschen Luftrat anerkannte Vereine, Vereinigungen, Fliegergruppen, Flugzeuge deutsches Erzeugnis, amtlich zugelassen, Maximalrüstgewicht 410 kg. Der Wettbewerb ist national. Nennungs- schluß 25. August, Nenngeld RM 10.—. Nr. 16 „FLUGSPORT“ Seite 279 Auf der Wasserkuppe wur- den am 21. und 23. 7. 30 in der Schule der R. R. G. 12 C-Prü- fungen von den Schülern des laufenden Kursus abgelegt. — Das gibt Nachwuchs! — Die C- Prüfungen wurden auf dem neuen, von Lippisch und Stamer konstruierten Rumpfleichtwind- segler abgelegt. Weiter wurde eine andere Neukonstruktion — das Uebungssegelflugzeug „Falke“ der Fliegerschule eingeflogen. Die Maschine soll die guten Steuereigenschaften des „Prüf- ling‘ mit besserer Segelfähig- keit, größerer Eigenstabilität und größerem Schutz des Füh- rers gegen Verletzungen ver- „. Photo Diga. ses S C-Prüfung C-Prüfungen auf Zögling. binden. auf Rumpf-Leicht- wind-Segler. Ausland. Für das Luftiest Chicago, 23. August bis 1. September, werden zur Zeit durch den Bevollmächtigten, Lt. Williams, prominente europäische Flieger verpflichtet, und zwar für England Waghorn oder d’Achterley und für Frankreich Doret. Die belgische Gesellschaft Sabena hat vier Westland-Wessex-Wasserflugszeusc mit je drei Armstrong-Siddeley-Genet-Major-Motoren in England bestellt. Breguet hat für Serbien 6 Flugzeuge, die für den Rundflug der Kleinen Entente starten sollen, geliefert. Für den Coup Schneider hat Italien gemeldet. Die Meldung ist von Eneland nicht angenommen worden, da Italien nur Frces. 5000.— Nenngeld geboten hat. Bekanntlich war in der Sitzung der F. A. I. am 31. Januar 1930 das Nenngeld für den Coup Schneider von Frcs. 5000.— 'auf 200 000.— erhöht worden. Im englischen King's-Cup-Rennen vom 5. Juli erhielten folgende Preise: Die „King’s Cup“, gestiftet vom König: Miß Winifred Brown auf Avro Avian Cirrus II. Preise gestiftet von Lord Wakefield of Hythe: 1. Preis 200 £ Miß Brown, 2. Preis 100 £ A. S. Butler auf D. H. Moth Gipsy II, 3. Preis 50 £ McAlpine auf Blackburn Bluebird Markt IV Gipsy I. Für die kürzeste Zeit Bristol Evening Times Cup und 100 £, gestiftet von Lord Wakefield: Butler auf D. H. Moth, Geschwindigkeit 206 km. Handicap 50 £, gestiftet von Lord Wakefield: Butler auf D. H. Moth. Glenn Curtiss 7, einer der ersten Flieger und Pioniere des amerikanischen Flugwesens, ist am 23.’ Juli in Buffalo gestorben. 1909 beim Austrag des Gordon- Bennet-Pokals in Reims gab es eine große Ueberraschung, als Glenn Curtiss mit seinem Doppeldecker Bleriot, Latham und Lefebre im Geschwindigkeitsrennen mit der damals großen; Geschwindiskeit von 77 km schlug und den Gordon- Bennet-Pokal nach Amerika brachte. Curtiss brauchte dazumal für zwei Bahn- runden, also 20 km, 15 Min. und 15 Sek. Umstehende Abbildung zeigt ein Bild aus dem Rennen um den Gordon-Bennet-Pokal von 1909 in Reims. Glenn Curtiss, welcher sich vor allen Dingen auch als Wasserflugzeugkonstrukteur einen Namen gemacht hat, ist der Mitbegründer der Herring-Curtiss-Gesellschaft in Hammondsport, aus welcher die jetzige Curtiss-Wright-Corporation hervor- gegangen ist. Seite 280 „FLUGSPORT“ Nr. 16 Vom Gordon-Bennet-Pokal-Geschwindigkeitsrennen 1909 in Reims: Oben Curtiss während des Geschwindigkeitsrennens, darunter Paulhan auf Voisin und Latham auf Antoinette. Luitverkehr in China. Seit vielen Monaten werden, wie uns aus Nanking berichtet wird, mit Regelmäßigkeit beflogen die Linien Shanghai—Nanking—Han- kow durch die China National Aviation Corporation und die zweite Linie Shang- hai—Nanking durch die Shanghai Chengtu Air Line, die dem Verkehrsministerium untersteht. Die Flugzeuge der ersten Gesellschaft sind Loening-Amphibien, die sowohl auf dem Lande als auch auf dem Wasser landen können, ihre Piloten sind Amerikaner. Statt viertägiger Schiffsreise auf dem Yangtse kann mittels dieser Flugzeuge die Strecke Shanghai—Hankow in 7 Std. bewältigt werden. Die Shanghai-Chengtu Air Line fliegt in knapp 2 Std. täglich mit amerikanischen Stinson Landflugzeugen Shanghai—Nanking mit chinesischen Verkehrspiloten. Die Frequenz und Regelmäßigkeit ist bei beiden Linien gut zu nennen. Allgemein wird hier bedauert, daß der deutsch-chinesische Luftverkehrsvertrag von Deutschland aus nicht geschlossen wird. Die Internationale Luftfahrtausstellung Stockholm, welche vom 6. bis 28. September 1930 stattfinden sollte, ist auf 16. Mai bis 2. Juni 1931 verlegt. MODELLE. Zweiter MAG.-Modellwettbewerb im Jahre 1930 in Leipzig. Da der für den 15. Juni 1930 in Hettstedt geplante Modellwettbewerb für Anfänger infolge der unsicheren kritischen Verhältnisse, welche zu dieser Zeit im Mansfelder Lande herrschten, auf unbestimmte Zeit verschoben werden mußte, trafen sich die MAG.-Modellbauer erst nach vierteljährlicher Pause — am 13. 7. 30 — in Leipzig wieder. Für diesen Tag hatte der Leipziger Flugverein auf dem Flugplatz Leipzig- Mockau den MAG.-Wettbewerb für Landmodelle ausgeschrieben. Zugelassen wurden Stab- und Rumpf-Normalmodelle mit Zug- oder Druck- schraube, sowie Rekordmodelle. Nr. 16 „FLUGSPORT“ Seite 281 Es waren von den einzelnen Vereinen insgesamt 39 Modelle gemeldet, und zwar von: Magdeburg 14, Leipzig 9, Dessau 8, Halberstadt 6 und Schoenebeck 2 Modelle. Leider hatten die Modelle unter den öfters einsetzenden Regenschauern sehr zu leiden, so daß nur eine geringe Zahl den Wettbewerb durchhielt. Trotzdem sind die gezeigten Leistungen sehr beachtlich, denn es erreichten 12 Modelle die vorgeschriebenen 1500 Punkte, und zwar: 1. Drexler (Magdeburg) 8376, 2. Haber- land (Magdeburg) 5290, 3. Borchers (Magdeburg) 3950, 4. Unkroth (Leipzig) 3615, 5. Böhme (Dessau) 2650, 6. Blöcher (Leipzig) 2342, 7. Haberland (Magdeburg) 2264, 8. Günther (Magdeburg) 2225, 9. Bierwisch (Magdeburg) 2172, 10. Blöcher (Leip- zig) 1866, 11. Müller (Magdeburg) 1715, 12. Babe (Dessau) 1555 Punkte. Ferner wurden noch folgende neue MAG.-Rekorde für Zugschrauben-Rumpf- modelle von Drexler (Magdeburg) aufgestellt: Bodenstart-Streckenflux 384 m Gesamtpunktzahl 8376. Besonders stark hatten die Rekordmodelle unter der ungünstigen Witterung gelitten. mn In der Sonderklasse für Rekordmodelle schnitt am besten Günther (Magde- burg) mit einem Handstart-Streckenflug von 490 m und einem Handstart-Dauer- flug von 58,7 Sek. ab. Als nächsten Wettbewerb veranstaltet die MAG. am 24. 8. 30 in Magdeburg einen Wassermodellwettbewerb, zu dem Stab- und Rumpfmodelle mit Zug- oder Druckschrauben zugelassen sind. R. Kropf, MAG.-Flugwart. Luft- Post. ’ Der auffällige Unterschied zwischen den Meßergebnissen des amerikan. Profils M 3 und dem Göttinger Profil 409 ist erklärt, aus der Tatsache, daß das Göttinger-Profil bei wesentlich kleineren Reynoldsschen Zahlen untersucht wor- den ist. Dadurch erscheinen die Meßwerte wesentlich schlechter als dies in der großen Ausführung der Fall ist, so daß die Unterschiede in den beiden Messungen zustande kommen konnten. In Nr. 1 der Profilsammlung Seite 2, 3 und 4 ist auf die Erscheinung bereits hingewiesen worden. Wir werden in einer späteren Nummer der Profilsammlung noch näher auf diese Erscheinung zurückkommen. Liefert das Verhältnis der Zentrifugalkräite zu den Adhäsionskräften ein Kriterium für das Abreißen einer Strömung? Ein solches Kriterium in etwas ver- änderter Form ist wohl denkbar, es paßt jedoch unter keinen Umständen für die Größen- und Geschwindigkeitsverhältnisse normaler Flugzeuge und Modelle. Beim Abreißen der Strömung auf der Saugseite von Flügeln wird die Adhäsion nicht überwunden, denn nach wie vor haftet eine Luftmasse am Körper, nur weist sie ein verändertes Strömungsbild auf. Zum vollständigen Ablösen der Luftmasse ist außer der Adhäsion der viel wirksamere atmosphärische Druck zu überwin- den. Dafür sind die Zentrifugalkräfte der gekrümmt strömenden Luftmasse noch viel zu klein. Eine solche Wirkung ist bei Ueberschallgeschwindigkeit iedoch nicht ausgeschlossen. Das Reynold’sche Modellgesetz und die daraus abgeleitete Kennzahl sind auf dieses Geschwindigkeitsgebiet natürlich nicht anwendbar, ebensowenig wie auf das Gebiet sehr kleiner Widerstandskörper. Für die flug- technische Praxis hat es sich aber im ganzen gebräuchlichen Geschwindigkeits- und Größenbereich erwiesen, daß die Kennzahl Geschwindigkeit mal Größe das Kriterium für ähnliche Störungen liefert. Abweichungen hiervon sind in allen Fällen auf ungleiche Turbulenz der Luft oder auf verschiedene Rauhigkeit der verglichenen Körper zurückzuführen. St. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Luftfahrtiorschung, Band VII, Heft 1, Heft 2 und Heft 3. Band VIII, Heit 1. Oldenbourg Verlag, München und Berlin. Preis Band VII Heft 1 RM 15.—, Heft 2 RM 13.20, Heft 3 RM 3.30, Band VIII Heft 1 RM 7.80. Seite 282 „FLUGSPORT“ Nr. 16 Band VII, Heft 1 enthält: Pleines. Heft 2 enthält: Drähte und Seile im Flugzeugbau. Von Martin Abraham. Nietverfahren im Metallflugzeugbau. Von Wilh. | BEE ' } { Heft 3 enthält: Resonanzschwingungen von Luftschrauben. Von Fritz Liebers. Band VII, Heft 1 enthält: Knickversuche mit schlanken verkleideten Stäben. Von Heinrich Hertel. Versuche mit kurzen Bolzen in Holzbauteilen. Von Alfred Teichmann und Karl Borkmann. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugspori Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Schul- u. Sportflugzeug Type ‚HS 528“ mit Walter NZ 85 Siebenzyl. (Stahlrohrrumpf, Klappflächen) Gesamtbetriebs- stunden ca. 100 in tadellosem startbereitem Zustand preiswert abzugeben. Ausk.erteilt: h. Hopfner, Flugzeugbau, Wien Il, Paniglgasse 17a Zu kaufen gesucht 1 gebrauchten Motor 40-50 PS Angebote mit Angabe über Zustand etc. an: Fliegerbund Nordmark, Hamburg -Flughafen © Flugmodell-Werkstoffe 2 Jilustr. Katalog 20 Pfg. » Wilhelm Zilch Frankfurt am Main 21, Im Heidenfeld 10 Preiswerte erstklassige Lacke u. Verdünnung la Qualität AUTOFLUG, BERLIN - JOHANNISTHAL | -Ianaltgezögene riant\oSse . STAHLROHRE füraneindusteielle Zwecke GrossesLager “ NinDimensionen6 -100"mAussendurchmesser- "[Prompte Lieferung. Billige Preise: Süddeufscher Röhrenvertries akobu.Johann Ried!, Munchen- :Karistr.100/102 - Tetlephon 52452 6 „RIVISTA AERONAUTICA“ Illustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch ital. Luftfahrtministerium Roma, Via Agostino Depretis 45 A Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. üb. die Luftfahrttechnik, weitere Nachrichten üb. den internationalen Luftverkehr auf dem mili- tärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis für Italien und Kolonien. . . . . it. L. 50 für Ausland. .. . . it. L. 150 L L Ein separates Heft für Italien . . . 2 2 2 2 22. 1. für Ausland. . . . 2 2 22. . A1 „Raka“ R.K.2a „Pelikan“ D1201 mit Siemens S. H. 11, Baujahr 1927, überholt, Ia Zustand, mit Lufttüchtigkeits- schein der D. ‚ zirka 80 Betriebsstunden, für verkäuflich. Gefl. Anfragen an Magdeburger Flughaiengesellschaft m. b. H. Magdeburg Flughafen Berliner Chaussee. Tel. 36335 l. u. II. Band der PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis je RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 Aeronautics ist die am meisten abonnierte Flugzeitschrift der Vereinigt. Staaten. Amerikaner, welche sich über den Fortschritt im Flugwesen orientieren wollen, lesen die Aeronautics. Deutsche, welche das amerikanische Flug- wesen in Technik und Industrie kennen lernen wollen, finden einschlägige Artikel und Inserate in den Aeronautics. Abonnementspreis für 1 Jahr M. 14.70; für 2 Jahre M. 27.30. Bestellung an Aeronautics, 608 South Dearborn ‘Street, Chicago, Illinois, U.S. A. oder än den Flug- sport, Bahnhofsplatz 8, Frankfurt a. Main nn ee „FLUGSPORT“ Die versteiibaren ZEICHENIISCHE Original-Modell /07 sind weltbekannt & als zweckmäßigste und Sil Bach Heilbronn a. N. Spezialfabrik für Zeichen- tische. Gegründet 1880 & Flugzeugleinen EREIEESEEESEERZEN höchste Festigkeit geringes Gewicht normgerecht erprobt! erst- Kassigo Ware liefert‘: , AWäisker Bielefeld FAHRTMESSER O-100 km/st, für Segelflugzeuge, modernste Ausführung, besonders leicht. AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal Einheils - Sehulmaschine Grunau 29 (Die Maschine für Anfänger) Einheits - Rumpimasehine Grunau 29 für Übungsbetrieb der Vereine Hochwertige Segelmaschinen sowie Beschläge für selbstbauende Vereine liefert Segel-Flugzeugbau Riesengebirge Edmund Schneider, Grunau (Riesengebirge) GEMEINNÜTZIGE SPORTFLIEGERAUSBILDUNG zum Führerschein für Leichtflugzeuge zum Führerschein „A“ zum Kunstflugschein auf den Flieferschulen Berlin»Staaken, Böblingen i. Württbg. und Würzburg Ausbildungskosten von RM 750.- an Ausbildungszeit für den Führerschein A etwa 2!/a Monate, für den Führerschein für Leicht- flugzeuge etwa 6 Wochen. Deutsche Luftfahrt G. m. b. H. Berlin W 35, Blumeshof 17 Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- schrauben, Anlaßmagnete, Schalter usw. (Garantie für schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim Richter-Berlin NW 40, Altmoabit 19. Speziallieferant für die Luftfahrt-Industrie und Händler. Technikum Jimenau i. Th. Ingenieurausbildungin Maschinenbau, Elektrotechnik, Autobau, Flugzeugbau _ u zfechnikum WHonstanz SM Ingenieurschule am Bodensee & Maschinenbau Elektrotechnik u. Automobilbau Luftfahrzeugbau Ingenieurschule.AltenburgThür. && Maschinenbau — Elektrotechnik Automobil- und Flugzeugbau Prospekt frei ® echnikum Hoch- und Tiefbau, Betonbau, Eisenbau, Flugzcugbau, Maschinenbau, Autobanu, Heizung u. Elektrotechnik. Eig. Kasino. Semesterbeginn Aprilu, Okt. Progr. frei. Vereinigte technische Lehranstalten des TedhnikumMittweida Ingenieurschulen z. Ausbildung im Maschinen» | bau und der Elektrotechnik. Besondere Studienpläne fürAutomobil- u.Flugtechnik Programm kostenlos vom Sekretariat. — Theoretische Ausbildung für Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte,Flug- techniker, Flugmeister, Zeichner, Konstruk- teure, Flugingenieure, Flugzeugführer durch Fernschule Jena. Fordern Sie Programm P. Abschlußzeugnis, Abschlußprüfung |Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen | un 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau a N\\\ RR u j \ \ = | — : a / _ ai _ 7 ER Ss =“ oo, - 2 Ä “ < i | Ar] | <T7 N SIND ZUVERLÄSSIC £\ Selbst in der Rückanlags arbeiten sie unverändert zuvarlässig. So konnte der Jungflieger Achgelis eine neue ; Höchstleistung im Rückenflug von 37 Minuten Dauer auf Focke - Wulf- Kiabitz mit SH 13 aufstellen. SIEMENS& HALSKEACG FLUGMOTOREN RK Fl. 005a N its ati |R il 2 u Ihn... ' GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBE | VON OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. TEN m MM Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor und jedes Flugzeugmuster passend, in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. Heddernheimer Kupferwerk & Süddcuische Kabelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G., Frankfurt a. M. Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 17 20. August 1930 XXN. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 3. September 1930 Wettbewerbe in Deutschland. Die endgültigen Wertungsergebnisse im internationalen Rundflug 1930 ligen jetzt fest. Nachstehend ist die Placierung der einzelnen Teil- nehmer in der Siegerliste sowie eine Aufstellung der gewonnenen Geldpreise verzeichnet. Außerdem sind noch 20 Ehrenpreise internatio- Das Gesamt-Ergebnis des Europafluges 1930 I) ul PR = a u") Z|e| s=|8$ 3 2 & =5[o= S | E12) 8 a3 5805155 E88 a Führer, Flugzeug, Motor 2ı 2123| 3 1222983 .588 a 2109| % |< |®ealss| sts 32€ 4 ® K=) S cHzmolosi ao 3 |<|< 3282238855398 a m m &% ar a 1 | Morzik-Deutschland (B.F.W., 100 PS Argus). . . | 11/268 | 18 | 7/30|54| 6|4 | ga 2 | Poß-Deutschland (Klemm, 100 PS Argus . . . . | It | 264 |ı6 | 7|30|62 | 3| 41 | 423 3 | Notz-Deutschland (Klemm, 100 PS Argus). . . .| IM |261 |17 | 8| 28 |61 | 3 | 40 | 419 4 | Miß Spooner-England (Moth, 120 PS Gipsy) . . .ı I|20|ıs'ı 6|30|56| 0146 | gı6 5 | Polte-Deutschland (B.F.W., 90 PS Siemens) . . . | II |262| 17 | 2|25/|56 | 6 | 41 | 409 6 | Carberry-Kanada (U.S.A 110 PS Warner). . . .|ı 1/28| 0 | 5|30|74| 028 | 405 7 | v. Massenbach-Dtschl. (B.F.W., 100 PS Argus). . | II |256 | ı7 | 8 | 26 | 55 | 6 | 30 | 398 8 | Broad-England (Moth, 100 PS Gipsy) . . . . .| I|1270|ıs | 4| 2756| 0! 20 | 305 9 | Krüger-Deutschland (B.F.W., 100 PS Argus). . . | IL.|254| 18 | 9 | 22155 | 6 | 30 | 394 10 | Dinort-Deutschland (Klemm, 100 PS Argus) . . . | 1|250 117 | 7) 30 |61 | 3 |17 | 385 11 | Osterkamo-Deutschland (Klemm40 PS Salmson). . | 11 | 226 | ı3 | 11 | 30 |52 | 0 | 52 | 394 12 | v. Köppen-Deutschland (B.F.W., 90 PS Siemens). . | 11 |253| 18 2,27|56) 6 | 51 | 383 13 | Lusser-Deutschland (Klemm, 100 PS Argus) . .ı 1218| 1383| 8|30 60 | 0 | 34 | 363 14 | Pierroz-Schweiz (Ital. Breda, 110 PS Walter) 1|2383|16| 6/26 6565| 0 |ı11 | 36% 15 | Risztics-Deutschland (Junkers, 85 PS Genet). I | 226 | 13 | 0 | 30.1.67|) 0 | 19 | 355 16 | Thorn-England (Avian, 105 PS Cirrus) on 1/20) 0) 2|30\143 | 0 | 13 | 338 17 | Finat-Frankreich (Caudron, 95 PS Renault) Ij214| 11) 6, 30)64| 0 | ı2 | 337 18 | Peschke-Deutschland (Arado, 100 PS Argus) . 1/1207 |ı5 | 3| 29|1|64) 0) 18 | 336 19 | Plonczynski-Polen (R.W.D., 40 PS Salmson). I |236| 0) 8|30|49| 0 | 13 | 336 20 | Siebel-Deutschland (Klemm, 95 PS Siemens) . I, 171) 16 5/30 |61 | 4,48 | 335 21 | Wieckowski-Poilen (R.W.D., 40 PS Salmson). . II ı 234 | 0/10 |30|4 | 0| 6 | 329 22 | Pasewaldt-Deutschland (Arado, 100 PS Argus) . 1/1860115) 6|25|65| 0|27 | 318 23 | Kolp-Schweiz (Klemm, 100 PS Argus) . . .. 1189| 12| 8130 |61 |) 0 | 14 | 314 24 | Arrachart-Frankreich (Caudron, 95 PS Renault) . 1,198| 10) 6| 22,64 | 0, ı1 \aıı 25 | v. Waldau-Deutschland (B.F.W., 100 PS Argus). II |165|18| 8| 24,55 | 6 | 31 | 307 26 | Benz-Deutschland (Klemm, 85 PS Genet) . . . Iı162|15|) 4|30|58 | 3 | 32 | 304 27 | Gothe-Deutschland (Junkers, 90 PS Siemens). . 11129 12, 1,2368 | 0| 1294 28 | v. Freyberg-Deustchland (B.F.W., 100 PS Argus) Imı153|18| 3, 11|55 | 6| 27 | 273 29 | Roeder-Deutschland (Junkers, 85 PS Genet) . 1/150 | 211 0130/6| 0| 1) 271 30 | Erzh. Habsburg-Span. (Moth, 100 PS Gipsy) . IT| 14 | 18, 0122144 | 0,17 |245 31 | Lady Baily-Eneland (Moth, 100 PS Gipsy) 1[132|18| 619/54) 0| 6| 23 32 | Baian-Polen (R.W.D., 115 PS Cirrus) . 1/120|I| 0/| 5/30|!62| 0| 6223 33 | Gedgowd-Polen (P.Z.L., 100 PS Ginsy). . . . 11 87|115/| 4a 1ı22/|9| 0| 317% 34 | Böhning Deutschland (B.F.W., 50 PS B.M.W.) . 180119) 5/17/|39| 0| 1) 161 35 | Andrews-Eneland (Arrow, 120 PS Gipsy) . I, 52 |18| 4| 0/63| 0 | 24 | 160 Seite 284 „FLUGSPORT“ Nr. 17 nal verteilt worden. Der größte Teil der Preise ist von Deutschland gewonnen. Inzwischen hat der Rhön-Segelilug-Wettbewerb begonnen. Aehn- lich wie im Europa-Flug zeigt das Gesamtbild eine Steigerung der Leistungen in sportlicher und technischer Hinsicht. Im Entfernungsflug hat bereits Kronfeld 150 km bis an die tschechische Grenze in der Ge- gend von Rohau bei Hof am 13.8. hinter sich gebracht. Zuspruch der internationalen Geldpreise im „Internationalen Rundflug 1930“. 1. Preise der Aero-Clubs von: Deutschland, Frankreich, Großbri- 'tannien, Polen, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei: in der Ge- samtwertung für den 1. Sieger Dt. Verkehrsfl.-Schule ir. Frs. 100 000, 2. Luftdienst G.m.b.H. 50000, 3. Fr. Siebel, Berlin, 25000, 4. F. E. Guest D. C. 15000, 5. Bayer. Flugzeugwerke 10 000, 6. Maxwell D. Trench 10 000, 7. Bayer. Flugzeugw. A.-G. 10000, 8. Havilland Aircraft Co. 10000, 9. Bayer. Flugzeugwerke A.-G. 10000, 10. Fr. W. Siebel, Berlin, 10000, 11. Luftdienst G.m.b.H. 10000, 12. Bayer. Flugzeugwerke A.-G. 10000, 13. Leichtflugzeugbau Klemm 10000, 14. Jean Broccard et J.-R. Pierroz 10 000, 15. Junkers Flugzeugwerke A.-G. 10.000, 16, Cir- rus Aero Engines Ltd. 10 000, 17. Rene Caudron 10 000, 18. Arado Handelsges. m. b. H. 10000, 19. Poln. Aero-Klub, Warszawa, 10 000, 20. Fr. W. Siebel, Berlin, 10 000. 2. Preis der Firma Siemens & Halske A.-G. und Siemens-Schuckert- Werke A.-G., Berlin-Siemensstadt, für den 1. Sieger der 1. Kate- gorie: Cpt. The Rt. Hon. F.E. Guest D. C.D. S. 0. RM 1500. 3. Preis des Wirtschaftsamts der Stadt Frankfurt a. M. für den zwei- ten Sieger der 1. Kategorie: Maxwell D. Trench RM 750. 4. Preis der Firma Continental-Gummi-Werke, Hannover, für den dritten Sieger der I. Kategorie: Havilland Aircraft Co. RM 500. 5. Preis der Firma Kathreiner G.m.b.H., Berlin, für den vierten Sieger der 1. Kategorie: Fr. W. Siebel, Berlin, RM 250. 6. Preise des Verlages Ullstein: a) für den 1. Sieger in der 2. Kate- eorie: D. V.S. RM 1500; b) für den 2. Sieger in der 2. Kategorie: Luftdienst RM 750; c) für den 3. Sieger in der 2. Kategorie: Fr. Siebel RM 500: d) für den 4. Sieger in der 2. Kategorie: Bayer. Flugzeugw. RM 250. Während des Il. Rhön-Segelilug-Wettbewerbes. Die Wettbewerber hatten es diesmal sehr eilig. Bereits am 8. standen in üblicher Vorsicht die technische Kommission und Sport- leitung arbeitsbereit. Die technische Kommission hatte alle Hände voll zu tun. Alles drängte nach Abnahme. Bereits am vierten Tage waren folgende Flugzeuge unbeschränkt zugelassen: 1, 5, 6, 8 9, 10, 14, 16, 17, 19, 21, 23. 25, 26, 32, 38, 39, 40; und beschränkt 20 und 24. Von den gemeldeten 43 Flugzeugen waren am ersten Wett- bewerbstage, 9. August, 28 im Lager eingetroffen. Kaum, daß sich die Knofe verzogen hatte, erschienen die Flugzeuge am Start und waren schnell in der Luft. Den Frühpreis holten sich Max Kegel auf Nr. 17 „FLUGSPORT“ Seite 285 Photo Diga Vom 11. Segelflug-Wettbewerb: Von links nach rechts: Kronfeld, Ursinus, Groenhoff im „Fafnir“. Flugzeug Kassel und Hermann Mayer, Aachen, auf M II. Oblt. Hem- mer konnte auch die Zeit nicht abwarten und holte sich schnell den Ermunterungspreis. Und so ging der Flugeifer weiter, der nur zeit- weise durch die Knofe etwas gedämpft wurde. Am 2. Wettbewerbstage flogen alle Flugzeuge eine Stunde. Es war ein wundervoller Anblick, einen ganzen Schwarm, zeitweise 10 Flugzeuge, am Westhang in 300 m Höhe kreisen zu sehen. Die Leistungen wurden allerdings schlecht bezahlt. Kronfeld erhielt für einen 50 km Streckenflug 150.— M. (Einzelheiten sind aus den Tages- berichten ersichtlich). Neue Segelflugzeuge im 11. Rhön-Segelflug-Wettbewerb. Leistungssegelilugzeug „Fafnir“, Konstruktion: Forschungsinstitut der R.R.G., Abt. Flugtechnik. Die Leistungssteigerung der heute gebräuchlichen hochwertigen Segelflugzeuge bedingt ein immer weiteres Anwachsen der Spannweite, Die dabei auftretenden konstruktiven Schwierigkeiten sind zwar er- heblich, lassen sich jedoch durch Abstrebung des Flügelmittelstückes . Photo Diga Schulterdecker „Fafnir“, Hersteller R. R. G. Flieger Groenhoff (Nr. 32). Seite 286 „FLUGSPORT“ Nr. 17 (Wien) oder starke Zuspitzung der Flügel nach außen so weit um- gehen, daß es auch bei extremen Spannweiten gelingt, eine genügende Steifigkeit (hohe Eigenschwingungszahl) zu erreichen. Schwerwiegender ist die Frage der Quer- und Seitenstabilität, die nur durch eine Steigerung der Ruderwirkungen erreicht werden kann. Der lange, schwere Flügel wirkt wie eine Balanzierstange, die — einmal in Bewegung versetzt — nur durch große Gegenkräfte zur Ruhe gebracht werden kann. Das bedingt überaus umfangreiche Quer- und Seitenruder, mit großen Ausschlagmöglichkeiten, wodurch die Güte des Flugzeugs wieder vermindert wird. Bei dem Leistungsflugzeug „Fafnir“ ist nun versucht worden, dem Flügel ein Längsprofil nach Art des Vogelflügels zu geben, um eine gesteigerte Quer- und Seitenstabilität von vornherein zu gewährlei- sten und durch eine nach außen geänderte Profilfiorm dann noch die Querruderwirkung zu erhöhen. Damit war es dann andererseits auch möglich, den Flürelanschluß am Rumpf neuartig durchzubilden, so daß der meist recht schwache Rumpfturm, der bisher (seit „Roemryke Berge“) die Flügelaufhängung bildete, wegfiel. Der Führer kommt nun wieder mit dem Kopf vor die Flügelnase, und die bisher noch nicht einwandfrei durchgebildete Führerverkleidung bedarf in ihrem Einfluß auf die Strömung des Mittelflügels eines besonderen Studiums. Diese noch offene Frage wird durch Windkanalsuntersuchungen näher ge- prüft werden. Läßt sich hier eine brauchbare Lösung finden, so ist der Weg offen, um den schädlichen Widerstandsquerschnitt des Rump- fes weiterhin zu vermindern. Weitere Einzelheiten des „Fafnir“: Tragdeck: Zweiteilig mit Flü- gelmittelstück, welches fest am Rumpf angebaut ist. Mittleres Flügelteil zweiholmig, wobei die Holme ein biegungs- und torsionssteifes Recht- eck mit der Beplankung bilden (ähnlich „Kakadu“ und „Rhönadler“ 1929). Flügelschnitt innen Göttingen 652, mitten Göttingen 535, außen Clark Y (NACA). Rumpfquerschnitt eiförmig, übliche dreiholmige Bau- weise. Höhenleitwerk ungedämpft (wie „Professor“), Seitenleitwerk mit Rumpfende zusammengebaut, ohne Ueberschneidung. Spannweite 19,0 m, Fläche 18,6 m?, Höhe in Mitte 0,95 m, Leergewicht 195 kg, Schwingungszahl 170’/Min. . Photo Diga Groenhoff im „Fafnir“. Nr. 17 „FLUGSPORT“ Seite 287 Lhoro Liga Starkenburg, Akademische Fliegergruppe Darmstadt (Nr. 9). Hochleistungssegelflugzeug „Aachen“. Außer dem Segelflugzeug vom Typ „M1“, das sich im vorjähri- gen Rhönwettbewerb gut bewährt hat und infolgedessen in diesem Jahr in vier Exemplaren im Wettbewerb ist, sind die Aachener mit einem neuen Leistungsflugzeug „Aachen“ vom Typ „MS 2“ am Start erschienen. Die Maschine ist von Dipl.-Ing. Mayer-Aachen wieder nach dem bewährten Grundsatz entworfen, mit möglichst einfachen Mitteln gute Leistungen zu erzielen. Sie hat bei verschiedenen Hang- und Ueberlandflügen unter Führung des Konstrukteurs sich ausge- zeichnet bewährt, vor allem ist die Wendigkeit und ruhige Lage der Maschine in der Luft überraschend gut, was durch den langen, ecki- gen Rumpf, das große Seitensteuer und die reichlich dimensionierten Querruder zu erklären ist. Von der vorjährigen Maschine ist der Rumpf, das Seitensteuer und die Abfederung übernommen worden. Die Tragfläche konnte bei der großen Spannweite von 20 m nicht mehr rechteckig ausgeführt werden, sondern die Außenflügel nehmen nach außen hin geradlinig ab. Der Flügel ist einholmig mit torsionssteifer Sperrholznase und Hilfs- holm. Leergewicht 182 kg, Flügelinhalt 20 m?, Gesamtlänge 8,5 m, Sei- tenverhältnis 1:20. Photo Diga H. D. MS II Luftfahrtverein Aachen, Flieger Mayer (Nr. 19). Seite 288 „FLUGSPORT“ Nr. 17 Verlauf des Il. Rhön-Segelfilug-Wettbewerbes 1930. Tagesbericht Nr. vom 9. bis 10. August vormittags Melde- Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb 1 15 Luftikus Bedau 10.30 &min 553s 51m Höhe 2 14 Mainberg Hemmer 10.56 ih 9min 3 15 Luftikus Bedau 11.06 39 min 33 s 4 38 Professor Ruch 11.21 17 min 25 5 38 Professor Ruch 14.36 7 min 6 15 Luftikus Bedau 14.58 1h27 min 23s 1298 m Höhe 7 38 Professor Ruch 15.10 1h 15min 30s 125m Höhe 8 21 Mla Mayer 17.15 3 min 30s 9 40 Württemberg lIllig 17.31 8 min 105 10 & Darmstadt Starck 17.44 58 min 57s C-Prüfung erfüllt 11 38 Professor Ruch 17.58 ih 9min 12 15 Luftikus Bedau 18.05 298 min 43 13 40 Württemberg Ilig 14 25 DBönnsche Jung Ruff MI 16 14 Mainberg 17 40 Württemberg Ilig 18 6 Thüringen Hubert 19 25 Bönnsche Jung Ruff 18.10 4 min 45s außer Sicht 18.12 3 min 32 s 18.40 5min 15s C-Prüfung erfüllt 11.44 - 12 min 52s 11.45 22 min 20s 12.01 22 min 20s 12.05 © min 25s Leistungswettbewerb 1 17 Kassel Kegel 2 19 MI Mayer 3 1 Wien Kronfeld 11.15 35 min 11.21 1h15min 17s 11.35 55 min 94 s Tagesbericht Nr. 2 vom 10. August 14 Uhr bis 11. August 14 Uhr Melde- Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb 20 38 Professor Ruch 11.39 2h 48 min 2% 8 Darmstadt Starck 1140 2h 25 min 92 15 Luftikus Bedau 11.49 2h 42 min 30s 033 % MI Peters 11.57 23 min IOs 24 40 Württemberg Ilig 13.42 54 min 25 25 DBönnsche Jung Ruff 14.23 7min 5s 26 38 Professor Ruch 17.42 14 min 30 s 027 10 MI Hofmann 17.46 {min 28s Abnahme erfüllt 98 5 Weimar Preller 19.37 5 min 58s C»Prüfung nicht erfüllt Leistungswettbewerb 4 32 Fafnir Groenhoff 13.00 {1 min 47s Abnahme erfüllt 519 MI Mayer 13.21 58 min 6 { Wien Kronfeld 13.41 a.S. 14 Uhr 51,5 km 7 9 Starkenburg Neininger 13.55 13 min 8 19 MI Mayer 17.15 n.17mina.S. Landung bei Hilders 9 24 Meiningen Dittmar 19.12 {min 5s Tagesbericht Nr. 3 und 4 vom 12, August vormittags nd vom 12. August 14 Uhr bis 13. August 14 Uhr Start- zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb Nr. Nr. Flugzeug Führer 29 38 Professor Ruch 30 8 Darmstadt Starck 31 10 Karlsruhe Hofmann 32 14 Mainberg Hemmer 33 6 Thüringen Hubert 34 25 Bönnsche Jung Ruff 35 15 Luftikus Bedau 36 8 Darmstadt Starck 37 38 Professor Ruch 38: 40! Württemberg Illg 39 26 Präsid. Martin Kaufmann 10.19 37 min 1s 194 m Höhe 10.20 45 min 8s 210 m Höhe 10,22 20 min 10.23 ih 2min 115 m Höhe 10.31 12 min 10.35 O9 min 10.53 18 min 14.25 5h 19 min 520 m Höhe 14.35 16 min 426 m Höhe 1443 13min 3s 15.13 2 min 23s PATE NTSAMMLUNG 1930 es SUN Band Ill No. 'No.27 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 497041; 498861; 499276, 889; 500661, 662, 663; 501382: 502297, 859, 860. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraitantrieb, Gruppe 3—24). b 5 Pat. 502859 v. 11. 2. 28, veröff. 18. 7. Nikolaus Basenach. Kiel. Zing- vengfigel Patentansprüche: 1. Flugzeugflügel, dadurch gekennzeichnet, daß als Holme durch Innendruck versteifte: elastische Hohlträger dienen. Abb 1 en Y AN (A) — In 121 AN b ob | a | Ä ll Abk 1 N | \e AlL.. SILIITIIIIIIIITRIIIIIIS 37 + BR r3 Abb IN 1.5008) 2. Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Wandungen des Hohlträgers so mit der Flügelhaut verbunden sind, daß beide ge- meinsam die auftretenden Beanspruchungen auf- nehmen. b 5 Pat. 500661 v.9.6. 28, veröff. 24.6. 30. Dr.-Ing. e.h. Hugo Junkers, Dessau. Bangerüst für Fachwerkkonstruktionen, insbe- sondere im Fingzengban. Die Erfindung bezieht sich auf Baugerüste für Fachwerkkonstruktionen o. dgl., insbesondere im de Al ner ur Ba ll 66.1 Flugzeugbau, bei denen zunächst mehrere Hauptteile, beispielsweise die Längs- oder Querglieder, in ihrer endgültigen Lage in Lehrgerüsten festgelegt werden, und sodann die notwendigen Hilfsverbände an den festliegenden Hauptteilen angebracht werden. Mit Rücksicht auf die Beanspruchungen im Be- triebe und zur Vermeidung einer gegenseitigen Ver- lagerung der Befestigungspunkte für die Haupt- elemente waren derartige Gerüste meistens sehr schwer und unhandlich, indem den genannten For- derungen durch entsprechend biegungsfeste Ausbil- dung der Gerüste Rechnung getragen wurde. Patentanspruch: Baugerüst für Fachwerkkonstruktionen, insbeson- dere im Flugzeugbau, das die Hauptteile des aufzu- bauenden Gegenstandes in lehrenartig angeordneten Lagerstellen aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, daß es aus ebenen, nicht vollkommen biegungsfesten Fachwerkteilen besteht, an deren Festhaltevorrich- tungen für die Hauptteile des aufzubauenden Gegen- standes Kennmarken angebracht sind, die durch Visiereinrichtungen hinsichtlich ihres Zusammen- fallens in eine Ebene verglichen werden können. b 5 Pat. 500662 v.9.6.28. veröff. 24.6. 30. Dr.-Ing. e.h. Hugo Junkers, Dessau. Bangerüst für Fachwerkkonstruktionen, insbe- sondere im Flugzengban. Patentansprüche: 1. Baugerüst für Fachwerkkonstruktionen, insbe- sondere im Flugzgugbau, dadurch gekennzeichnet, daß es aus Lehrgerüsten zur Festlegung der gegen- seitigen Lage der Hauptelemente des zusammenzu- bauenden Körpers besteht, die zusammen mit den eingespannten Hauptelementen von besonderen Stütz- gerüsten getragen werden, deren Einzelteile und Ein- spannvorrichtungen verstellbar und festlegbar sind. 2. Baugerüst nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß in den Einspannvorrichtungen der Lehrgerüste Justierstäbe gleitend geführt sind, die mit einem Ende die einzuspannenden Hauptelemente berühren und mit ihrem anderen Ende aus der Ein- spannvorrichtung herausragen und, gegebenenfalls mittels besonderer Kennmarken an diesen Enden, einen gegenseitigen Vergleich ihrer Lage gestatten. Seite 106 Nr. 27 b 14°; 502860 v. 31. 8. 29, veröft. 19. 7. 30. The Cierva Autogiro Com- pany Limited, London. Flugzeng mit frei nmlanfenden Flügeln. Patentansprüche: 1. Flugzeug mit frei umlaufenden Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß am Rumpf ein oder mehrere Flächen (O, F) in den von der Luftschraube (E) er- zeugten, rückwärts gerichteten Luftstrom schräg ein- stellbar angeordnet sind. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß als Ablenkungsfläche die ein- oder mehrflächige, schräg einstellbare Höhenflosse (F) dient. 3. Flugzeug nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Höhenflosse (F) an ihren seitlichen Enden mit im wesentlichen senkrechten Flossen (X) ausgerüstet ist. 4. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Ablenkungsflächen (O) in der Außer- betriebslage innerhalb des Flugzeugrumpfes (A) lie- gen und schräg zu dem von der Luftschraube (E) erzeugten, rückwärts gerichteten Luftstrom aus dem Flugzeugrumpf herausschiebbar sind. Schraubenilugzeuge (Gruppe 25—-30) b253 Pat. 498861 v. 3. 11. 26, veröff. 28. 5. 30. Societ& Anonyme des Anciens Etablissements Chauviöre, Paris. Einrich- fung an Hubschranbern zum Ausgleich des Riückdrehmoments. Patentanspruch: Einrichtung an Hubschraubern mit einer einzigen Hubschraube zum Ausgleich des Rückdrehmoments . Abb ı \ 5 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT mittels in den .Schraubenwind einer Vortriebsschraube einstellbarer NHilfsflächen, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Hilfsflächen (52, 55) über ein Gestänge von einem das Kegelradgetriebe (33, 38) zwischen Motor- und Hubschraubenwelle (45 bzw. 36) umschließenden Gehäuse (35) aus erfolgt, das um die Hubschraubenwelle (36) drehbar den Hubschrauben- rückdruck von dem gelenkig mit der Motorwelle ver- bundenen Triebkegelrad (38) erfährt, das im Gehäuse (35) gelagert ist. Flugzeugunterbau (Gruppe 40—47). b43 Pat. 499276 v. 23. 8. 28, veröftf. 4. 6. 30. Nikolaus Basenach, Kiel. Anf- blasbare Schwimmkörper für Flugzeuge, Gleit- boote us. Es ist bekannt, Schwimmkörper für Flugzeuge, Gleitboote u. dgl. aufblasbar als Druckkörper zu bauen, wodurch gewisse Vorteile gegenüber starr ge- bauten Schwimmkörpern erzielt werden. Derartig aufgeblasene Druckkörper müssen als Ro- tationskörper mit kreisförmigem Querschnitt herge- stellt werden, da ieder unter Innendruck stehende und auf faltbarem Stoff bestehende Körper das Be- streben hat, einen kreisförmigen Querschnitt einzu- nehmen. Zur Erzielung des besten hydrodynamischen Auf- triebs ist aber der kreisförmige Querschnitt am Bo- den solcher Schwimmkörper ungeeignet; besser ist der abgeflachte. Es läßt sich zwar eine gewisse Abflachung dadurch erreichen, daß man den kreisförmigen Querschnitt des Schwimmkörpers durch Zwischenwände unterteilt. Man erhält damit jedoch keinen vollständig flachen, sondern einen aus mehreren nebeneinanderliegenden Kreissegmenten bestehenden Boden. Auch durch den Schwimmkörper hindurch gelegte Zugseile ergeben keinen flachen Boden, sondern stets Einschnürungen und Wölbungen, selbst wenn sie mit Hilfe von biegungsfesten Quer- oder Längsbalken auf die Außenwandungen der Schwimmkörper drücken. Das Maximum des hydrodynamischen Auftriebs wird jedoch erreicht, wenn man den auf dem Wasser ruhenden Boden des Schwimmkörpers als flache, an- nähernd ebene Gleitfläche ausbildet. Patentansprüche: 1. Schwimmkörper mit flacher Unterseite, be- stehend aus mehreren aneinandergelegten, aufgebla- senen, von einer gemeinsamen Außenhaut umgebenen Hohlkörpern, gekennzeichnet durch Einzelhohlkörper von kreisrundem Querschnitt, die so nebeneinander Nr. 27 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 107 angeordnet sind, daß der an den Hohlkörper (a) nicht anliegende Teil der Außenhaut durch den Fülldruck der Hohlkörper zu einer im wesentlichen ebenen Fläche gestrafft wird. 2. Schwimmkörper nach Anspruch 1, gekennzeich- net durch Einlagerung von Füllkörpern in Zwischen- räume zwischen den Hohlkörpern. "3. Schwimmkörper nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß der Boden vor der zu bil- denden Stufe durch tangentiale Anlagerung eines keil- förmigen Füllkörpers an den vorderen Teil der Schwimmkörperunterseite gebildet wird. b 43 Pat. 502297 v. 13. 1. 28, veröff. 11. 7. 30. Dornier-Metallbauten G.m. b. H. und Dr.-Ing. e.h. Claudius Dornier, Friedrichshafen a. B. Flägzeng- Schwimm- körper mit nachgiebiger Unterseite zum Schutz gegen Wasserschläge. Die Erfindung bezieht sich auf Flugzeuge und sieht einen Schutz für Schwimmkörper gegen Zer- störung beim Niedergehen auf Wasser vor. Die Schwimmkörper von Wasserflugzeugen und Flugbooten sind durch die harten Schläge beim Nie- dergehen auf Wasser und beim Start in hohem Maße der Gefahr der Beschädigung ausgesetzt. Es sind wiederholt Konstruktionen bekannt geworden, nach welchen Schwimmkörper zur Fernhaltung der Stöße vom Flugzeugrumpf aus mehreren gegeneinander be- weglichen Teilen zusammengesetzt wurden, zwischen welche Spiral- oder Blattfedern oder aber mit Luft gefüllte Bälge eingefügt waren. Der Nachteil dieser bekannten Bauarten ist, daß derart ausgeführte Schwimmkörper infolge ihrer Vielteiligkeit durch Wasserschläge sehr leicht beschädigt werden kön- nen. Die durch Federn gegeneinander abgestützten Teile müssen stets durch Leder, Gummi oder einen ähnlichen Baustoff verbunden sein, d. h. in einer gegen Schläge äußerst wenig widerstandsfähigen Weise. Ferner sind Schwimmkörper bekannt, deren Unterseite durch ein die Länge des Schwimmkörpers überragendes Brett geschützt ist. Letzteres ist in seinem überragenden Ende selbst leicht der Zerstö- rung ausgesetzt und bietet dem Schwimmkörper nur geringen Schutz. Patentansprüche: 1. Flugzeug-Schwimmkörper mit nachgiebiger Unterseite zum Schutz gegen Wasserschläge, dadurch gekennzeichnet, daß der gegebenenfalls auch seit- Abb ı Abb 2 lich hinaufführende nachgiebige Boden aus einer Schicht eines in sich elastischen Baustoffes besteht. die wesentlich stärker ist als die Wandstärke des Schwimmkörpers und in der Längsrichtung nicht über diesen hinausragt. 2. Schwimmkörper nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Schutzschicht von einer ge- gebenenfalls leicht lösbaren, wasserdichten Haut um- geben ist, so daß die Schutzschicht selbst nicht mit dem Wasser in Berührung kommt. 3. Schwimmkörper nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß die wasserdichte Haut einen allseitig geschlossenen Behälter bildet, wel- cher die Schutzschicht aus elastischem Baustoff um- schließt. b4 Pat. 501382 v. 19. 12. 22., veröff. 1. 7. 30. N. V. Algemeene Octrooi Exploitatie Maatschappii, Rotterdam. Fing- boot mit zwei Seitenschwimmern. Das Hauptpatent bezieht sich im wesentlichen auf ein Flugboot mit zwei Seitenschwimmern, welche dem Bootskörper seitlich nahe zugeordnet sind, in der Ruhelage eine ausreichende metazentrische Höhe er- geben, beim Start nur zusammen mit dem Bootskör- per als vom Wasser berührte dynamische Auftriebs- Abb. mittel wirken und beim Ueberschreiten der kritischen Geschwindigkeit austauchen. Nach dem Hauptpatent sind die Seitenschwimmer außer durch senkrechte Stützen mit den Flügeln noch durch waagerechte Ab- stützungen mit dem Flugbootkörper verbunden. Patentanspruch: Flugboot mit zwei Seitenschwimmern nach Patent 455466, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Schwimmer nur sechs Streben zu einem statisch be- stimmten Raumfachwerk zusammengestellt sind. b47 Pat. 497 041 v. 23. 7. 27, veröff. 1.5. 30.. Pierre Francois Remes, Paris. Bremsvorrichtung für das Fahrgestell von Flug- zengen in Verbindung mit einer Vorrichtung zur Verhinderung des Ueberschlagens. Patentansprüche: 1. Bremsvorrichtung für das Fahrgestell von Flug- zeugen in Verbindung mit einer Vorrichtung zur Ver- hinderung des Ueberschlagens, dadurch gekennzeich- net, daß die Bremskörper an dem einen Ende eines Seite 108 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 27 zu Pat. 497 041. begrenzt schwenkbaren Armes oder Rahmens ange- bracht sind, welcher am anderen Ende die Abstüt- zungsvorrichtung zur Verhinderung des Ueberschla- gens trägt. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1 mit Segment- bremse, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsseg- mente an einer lose auf die Radachse aufgesetzten Scheibe gelagert sind, welche ihrerseits mit dem Arm oder dem Rahmen der Vorrichtung zur Verhinderung des Ueberschlagens verbunden ist. b4 Pat. 499889 v. 22. 3. 28, veröff. 14. 6. 30. Charles Richard Fairey, Cran- ford Lane Hayes, Middl., England. Flüssig- keitsbremse für Fingzeugräder. Patentansprüche: 1. Flüssigkeitsbremse für Flugzeugräder, bei Jer die Bremsvorgänge nur so lange wirken, als Jer Schwanz des Flugzeuges auf dem Erdboden ruht, da- durch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsdruck zur Betätigung der Bremsorgane durch einen Pumpvor- gang erzeugt wird, der durch die Drehbewegung der Räder oder auch durch die Bewegung des Hemm- schuhes o. dgl. hervorgerufen wird. 2. Flüssigkeitsbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben einer Flüssigkeits- druckpumpe von einer durch die Drehbewegung der Laufräder angetriebenen Daumenscheibe in Tätigkeit gesetzt wird und die Pumpe die Flüssigkeit durch ein Rückschlagventil dem Zylinder einer Flüssigkeits- druckbremse zuführt, die auf ein oder mehrere Lauf- räder wirkt, wobei die Flüssigkeit im Bremszylinder entweder auf den Bremskolben wirkt oder aber durch einen Seitenweg über einen Behälter dem Pumpen- zylinder wieder zugeleitet wird, je nach der Stellung eines Regelungsschiebers, der einerseits selbsttätig durch die Bewegung eines Hemmschuhes o. dgl. auf der Landungsstelle und andererseits vom Flieger ge- steuert wird. . 3. Flüssigkeitsbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufleitung (22) des Pum- zu Pat. 499 889, zu Pat. 500 663. penzylinders zur Bestimmung des höchsten Brems- druckes mit einem Rückschlagventil (24) ausgestattet ist, bei dessen Offenstellung die angepumpte Flüssig- keit durch eine Nebenleitung zum Behälter (20) zu- rückkehren kann. b47 Pat. 500663 v. 11. 10. 28. veröff. 26. 6.30. Rheinische Metallwaren. und Maschinenfabrik Sömmerda Akt.-Ges. und Fritz Faudi, Sömmerda i. Th. Bremsventil- anordnung. Patentansprüche: 1. Bremsventilanordnung für auf beiden Fahr- zeugseiten verschieden anziehbare Raddruckluft- bremsen, insbesondere für Räder an Flugzeugfahr- gestellen, dadurch gekennzeichnet, daß für die Brem- sen der beiden Räder einer Achse der Bremsdruck durch nur ein Druckregelventil (2) eingestellt und die Druckluft mit der eingestellten Spannung durch den Bremszylindern vorgeschaltete, unabhängig von- einander bewegbare Ventile (3a, 3b) entweder in die Bremszylinder beider Räder oder nur eines Rades eingelassen wird. 2. Bremsventilanordnung nach Anspruch 1 mit je einem Bremshebel für die Bremse eines jeden Rades, dadurch gekennzeichnet, daß die durch das Druckregelventil (2) beeinflußte Druckhöhe beim gleichzeitigen Ausschwingen beider Bremshebel (5a, 5b) von dem um den größeren Winkelbetrag ausgeschwungenen Hebel bestimmt wird. 3. Bremsventilanordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremshebel (5a, 5b) beim Einschwingen in die Bremsstellung die Ventile in folgender Reihenfolge steuern: Auslaßventil (4a, 4b) zu, Einlaßventil (3a, 3b) auf, Regelventil (2) auf; beim Rückschwingen in die Ruhestellung wird zunächst das etwa noch offene Regelventil (2), dann das Einlaßventil (3a, 3b) geschlossen und das Aus- laßventil (da, 4b) geöffnet. Pat.-Samml. Nr.27 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 17, am 20.8.1930 veröffentlicht. „FLUGSPORT“ Seite 289 Nr. 17 Max Kegel (Nr. 17). Melde- Start- Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen 15 Luftikus Bedau 16.28 3h 17 min 520 m Höhe 5 Weimar Preller 18.30 27 min 55s C-Prüfung erfüllt 21 Rheinland Pätz 19.05 ih 4min 424 m Höhe 35 BY Muschick 19.45 { min 30s Abnahme erfüllt 21 Rheinland Bös 9,00 { min 26s 13 Luftikus Bedau 9,23 11 min 38 Professor Ruch 9,35 Q min 305 Leistungswettbewerb 32 Fafnir Groenhoff 10.46 9 min 19 MSIU Mayer 11.33 22 min 23 Jupp Pitter van Husen 11.51 { min 30 s 32 Fafnir Groenhoff 13.45 1O min 45s 98 m Höhe 19 MSI Mayer 13.52 20,2 km, 135 m Höhe 1 Wien Kronfeld 13.55 mit Rückkehr 14,5 km, 185 m Höhe 17 Kassel Kegel 13.59 15,4 km 32 Fafnir Groenhoff 14.05 2 min 30 ss 16 Elida Hurttig 14.30 40,2 km 32 Fafnir Groenhoff 14.54 18 min 174 m Höhe 1 Wien Kronfeld 16.25 40,6 km, 385 m Höhe 23 Jupp Pitter van Husen 17.13 2h 52 min 358 m Höhe 39 Ludwigshafen Dittmar 10.33 1 min 43s Abnahme erfüllt 19 Aachen Mayer 12,25 32 min 45s Tagesbericht Nr. 5 vom 13. August 14 Uhr bis 14. August 14 Uhr Melde- Nr. Flugzeug Führer ebungswettb siehe Flug Nr. 22 Leistungswettbew. 15 Luftikus Bedau 2{ Rheinland Bös 8» Darmstadt Starck 2 MI Peters Start- zeit Flugdauer ewer i min 43s (Tagesbericht Nr. 4) 14.11 & min 46s 14.55 2 min 17s C-Prüfung nicht erfüllt 16.42 12 min 16.55 & min 355 Bemerkungen Leistungswettbewerb siehe 23 Leistungswettbewerb Mayer 1 Wien 16 Elida Kronfeld Hurttig 32 min 45s 14.29 um 14.41a.5. 17.45 um 17.49... Ldg. b. Rehau Ldg. b. Bischofsroth Tagesbericht Nr. 6 vom 14. August 14 Uhr bis 16. August 14 Uhr Melde- Start- Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen ebungswettbewer 14 Schloß MainbergHemmer 14.15 40 min 196 m Höhe 35 BO Muschick 15.42 62 min 163 m Höhe 4 Schloß MainbergHemmer 16.03 35min 30s 152 m Höhe Ldg. bei Mosbach, Bruch Seite 290 „FLUGSPORT“ Nr. 17 Segelflugplatz am Steilhang. Von Wolf Hirth Der Segelflugzeugstart am Steilhang bietet besondere Schwierig- keiten, die schon zu manchem Bruch geführt haben. An Hand der nebenstehenden Abbildung wird vorgeschlagen: 1. Durch eine besondere Ausführung dient die Halle zur Verlän- gerung des Startplatzes. 2. Eine 6-12 m lange, mit Schmierseife bestrichene Startbahn dient zur Verringerung der Bodenreibung und damit besserer Aus- nützung der Gummiseilenergie. 3. Um den länger als normal dauernden Gummiseilzug nicht auf den Flugzeugrumpf wirken zu lassen, wird ein mit einer oder besser zwei Kufen versehener Startschlitten zwischengeschaltet. An dessen vorderem Ende ist das Gummiseil unaushängbar befestigt. Hinten ‚wird ein Stahlseil festgemacht, das über eine Rolle oder direkt zu einer übersetzten, ausklinkbaren Winde geht. Der Segler steht auf dem Schlitten und ist mit einem Stahlseil mit dem Ring, der im Starthaken hängt, nach vorne an den Schlitten befestigt. a N — SS Ay] _ PENNY, DANTTRTZONTRTITEE N 4. Zum Start wird der Schlitten samt Maschine zurückgezogen, dadurch das Seil gespannt. Dann wird die Winde aus- geklingt (die Kurbel vorher herausgezo- gen) und los gehts. Um den Schlitten nicht in die Ge- gend zu schleudern, wird in die Winde eine weiche Bremsung eingebaut, die nach einer einstellbaren Strecke zu wir- I | l | | | | | ken beginnt. | | | | | | | | by 4 Segelflugzeughalle für zwei hochwertige und | vier einfachere Maschinen. Maße je nach verwendeten Maschinen. Die beiden Hochleistungssegler können jeder für sich, ohne die untenstehenden Maschinen weg- nehmen zu müssen, nach links und rechts aus der Halle genommen werden. Nr. 17 „FLUGSPORT“ Seite 291 e— r— ec? N y SL @ g e. RN @ \ a Narr ! FR At 6. ya 32 ER Segelflugplatz am Steilhang. a zwei- bis dreifaches Startseil, b Verankerung, d Bretterbahn, mit Schmierseife geschmiert. c Startschlitten, e Halle, f Winde. Falls der Landeplatz in der Nähe des-Startplatzes bzw. der Halle liegt, und wenn die Winde günstig anzubringen ist, schwenkbar, kann man sie gleichzeitig zum Zurückziehen der Maschine an die Halle nach der Landung benützen. Um das „Segelfliegen‘“ (nicht Gleitfliegen) mehr in die Breite auszudehnen, braucht man solche Vorrichtungen, weil es manchmal wunderschöne Segelhänge gibt, die nur nicht ausgenützt werden, weil ein normaler Startplatz fehlt. Aber auch sonst fehlt es sehr oft an genügend Startmannschaft, so daß gar nicht oder nur mit Bruchgefahr gestartet werden kann. Dornier Flugschiff Do. X Nr. 1. Der Motorenwechsel ist jetzt beendet. Mit dem Einfliegen ist be- gonnen. Nach dem Einfliegen wird das Flugschiff von der nunmehr zu- sammengestellten festen Besatzung von 10 Mann übernommen, um nach Beendigung der Erprobung am Bodensee eine Reihe Vorfüh- rungsflüge in Europa durchzuführen, von deren Ergebnis wiederum das weitere Flugprogramm abhängt. Der leitende Gedanke bei dieser neuen Konstruktion war in erster Linie größere Sicherheit durch die unterteilte und gut wartbare Motorenanlage und dadurch Vermeidung der Uebermüdung der Füh- rer durch Trennung von Flugdienst und Motorenüberwachung, bei srößerer Bequemlichkeit der Fluggäste und ganz bedeutender Stei- gerung der zahlenden Nutzlast auf Strecken bis zu 1500 km gegenüber den z. Z. in der Welt im Dienst befindlichen Seeflugzeugen zu er- reichen. . Die Fluggasträume von 24 m Länge bei 3,2 m mittlerer Breite und 2 m Höhe liegen, wie bereits erwähnt, getrennt von Betriebsstoffanlage und Diensträumen und sind in moderner Weise für rd. 70 Fluggäste ausgestattet. Die kleineren Kabinen sind für je 8, die größeren für 10—15 Personen eingerichtet. Im Bug des Passagier- oder B.-Deckes befindet sich das Anker- gerät, eine Ankerwinde mit 100 m Stahlkabel, daran ein Patentanker von 180 kg Gewicht. Hinter der diesen Kollisionsraum abschließenden - Schottwand wurde eine !kleine Bar mit eingebauten Schränken, kleinem Kühlraum, Abspültisch etc. eingerichtet, an welche sich das mit Ledersesseln versehene Rauchzimmer anschließt. Hier wurde Seite 292 „rFLUGSPORT“ Nr. 17 durch elektrische Feueranzünder und gute Ventilation jede Feuers- gefahr ausgeschaltet. Von den übrigen Fluggasträumen sind Bar und Rauchzimmer durch eine Türe getrennt. Sowohl die Mahagonihölzer der Türen und Wandverschalung als auch die ruhigen Farben der Wandbespannung, Vorhänge und Teppiche machen einen gediegenen Eindruck. Nach dem Rauchzimmer folgen 2 Fluggasträume, wovon einer nach Bedarf in einen Schlafraum verwandelt werden kann. Eine Tür schließt diese Räume gegen den Ausgang mit den beiderseitigen Ein- steigtüren über die Bootsstummel ab. Der Einstieg vom Anlegesteg oder Motorboot aus über die Stummel ist bequem und sicher. Vom Quergang nach achtern gelangt man durch eine weitere Tür zuerst vorbei an zwei links und rechts vom Mittelgang liegenden Kleiderablagen in das Gesellschaftszimmer, einem 7 m langen und 3 m breiten Raum, dessen Ausstattung es vollständig vergessen läßt, daß man sich an Bord eines Flugzeuges befindet. — Anschließend fol- gen wieder kleinere Kabinen. Den Abschluß dieser Zimmerflucht bilden die elektr. Küche, Waschräume, Toiletten und Gepäckposträume. Der Navigationsraum ist zwischen dem Führerraum und der Mo- tor-Zentrale im A-Deck gelegen und ist gleichzeitig die Kommando- Zentrale. Eine Verbindungstüre führt zu Führerraum und Maschinen- zentrale sowie eine Leiter zum Passagierdeck. Auf beiden Seiten sind eroße Fenster mit guter Sicht. Die Ausrüstung ist nahezu die gleiche wie auf einem Ozeandampfer: Kartentisch, Seekarten, Chronometer, Arbeitskompaß, Höhenmesser, Uhren, Sextanten, Libellen-Sextanten, Abtriftmesser, Peilscheiben, Navigations-Instrumente, Telephon nach allen Seiten des Schiffes, Telefunken-Peilgerät, Scheinwerfer gehören zur Ausrüstung dieses wichtigen Raumes. Die Funkstelle des Flugschiffes Do. X dient zur dauernden Verbindung mit den Boden- funkstellen und damit zur weitgehendsten Erhöhung der Sicherheit im Fluge. Zur Uebermittlung gelangen in erster Linie Wetter- und Wind- meldungen sowie Meldungen über Start und Landung. Der Stations- raum befindet sich in einer schalldichten Kabine im Kommando-Deck zwischen Hilfsmaschinenraum und Maschinen-Zentrale. Durch eine be- sondere Signalleitung ist eine enge Verbindung der Station mit dem Führer des Flugschiffes gewährleistet. Die technische Lorenz-Einrichtung besteht aus dem Hauptsender mit einem Wellenbereich von 600-2100 m sowie einem Kurzwellen- sender mit einem Wellenbereich von 30—60 m. Der Empfänger be- deckt alle Wellenbereiche von 20—3000 m. Der Hauptsender ist ein Röhrensender in Zwischenkreisschaltung, eingerichtet für ungedämpfte, tönend modulierte und durch Sprache mo- dulierte Wellen. Als Kraftquelle dient ein Motor-Generator, der aus dem Lichtnetz über eine Puffer-Batterie gespeist wird. Diese Batterie dient zum Betrieb des Senders im Notfall, so daß also der Haupt- sender gleichzeitig als Notsender dient. Der Kurzwellensender ist ein fremdgesteuerter Röhrensender mit 2 Kaskaden. Die ausgestrahlte Wellenlänge wird durch einen Quarzkristall bestimmt und konstant gehalten. Die Sendearten sind tonlos-ungedämpit und Telephonie. Meiz- und Anodenspannung werden aus einem Einanker-Umformer entnommen, der ebenfalls über die Pufferbatterie an das Netz ange- schlossen ist. Zum Empfang dient ein Siebenröhren-Zwischenfrequenz- empfänger. Die Zwischenfrequenzstufen sind abschaltbar, so daß der Nr. 17 „FLUGSPORT“ Seite 293 Empfänger auch als Audion mit zweifacher Niederfirequenz-Verstär- kung benützt werden kann. Als Stromquelle werden eine Heizbatterie sowie eine Trocken-Anodenbatterie von 90 Volt benutzt. Die Antennen-Anlage besteht aus einer 70 m langen Schlepp- antenne für den Hauptsender, einer Dipol-Antenne für den Kurzwellen- sender sowie einer Notantenne zwischen Schwanz- und Flügelenden tür den Notbetrieb auf dem Wasser. Ferner ist ein Funkpeiler ‚Tele- unken“ im Navigationsraum eingebaut, mit dem vermittels einer dreh- baren Rahmen-Antenne Zielflige und Ortsbestimmungen vorgenom- men werden können. Die Besatzung besteht aus: Kommandant, 2 Flieger-Offizieren, 1 Navigations-Offizier, 1 Funk-Offizier, 1 Bord-Ingenieur, 3 Mon- teuren sowie 4 Ersatz-Monteuren, 1 Steward. Die Besatzung ist an Bord untergebracht und wird bei Bedarf an Bord verpflegt. Die Schlafstellen sind mit aufblasbaren Gummi- matratzen und Schlafsäcken von Klepper versehen. Der Führerraum liegt über dem vorderen Gästeraum und bildet den Abschluß des Dienstdecks nach vorne. Seine freie Lage zusammen mit der Anord- nung der beiden Führersitze steuerbord und backbord ganz an der Bordwand gibt den Flugzeugführern die denkbar beste Sicht nach vorne und der Seite, hier sogar senkrecht nach unten aufs Wasser. Die Steuerorgane für Seiten-, Höhen- und Querruderbetätigung sind die normalen wie bei allen modernen heutigen Verkehrsmaschinen und lassen sich leicht und ohne Hilfsmotoren betätigen, was durch weit- gehenden Ausgleich der Steuer erreicht worden ist. An der Außenbord- seite jedes Führersitzes befinden sich zwei Gashebel, welche jeder 6 Motoren einer Seite betätigen und regulieren. Die Drehzahlen von ie 6 Motoren sind auf zwei Sammeldrehzählern abzulesen, welche in der Mitte des Führerraumes zwischen den beiden Instrumenten- brettern, dicht über Deck angebracht sind. Die daneben angeordneten Warnlampen geben durch rotes oder gelbes Licht dem Führer Auf- schluß über die voll zur Verfügung stehenden Motoren. Die Instrumentierung ist vor beiden Sitzen gleichmäßig durch- geführt, damit bei Langstreckenflügen die beiden Piloten sich wach- mäßig ablösen können, so daß also immer nur der eine steuert, wäh- rend der andere ausruht oder sich an der Navigation beteiligt. Genau in der Flugrichtung vor jedem Führer liegt der Ludolph- Kompaß. Darunter auf dem Instrumentenbrett befinden sich die übrigen Instrumente, und zwar von außen nach innen: Geschwindigkeits- ınesser „Askania“ und „Westendarp und Pieper“, Längsneigungs- D-1929 . . »» iM ,„ ___ DORNER Dornier-Flugschiff Do. X Nr. 1 mit den 12 Conqueror-Motoren 7200 ZS. Seite 294 „FTLUGSPORT“ Nr. 17 messer „Pioneer“, Wendezeiger „Pioneer“, Feinhöhenmesser 500 m „Askania“, darunter der Kurszeiger des Fernkompasses „Askania“, fHiöhenmesser „Goerz“ bis zu 3000 m und Steigungsanzeiger „Pioneer“. Vorne in der Mitte des Führerraumes, also von beiden Seiten aus gleich gut sichtbar, liegen der Gyrorektor und der neue amerikanische Sperry-Horizont, zwei weitere Kreiselinstrumente für den Blindflug. Darüber an der Decke ist ein Chronometer angebracht. Unter dem Backbordsitz liegen die Handräder für das Wasser- ruder und für Höhen- und Seitenruderausgleich. Unter dem Steuerbordsitz ist der Zentralausschalter angebracht, welcher bei Bedarf sofort alle Motoren ausschaltet und die Licht- anlage stromlos macht; außerdem befindet sich hier die Betätigung für den Hecksliphaken. Nach ächtern ist der Führerraum gegen den Kommandantenraum durch eine Schiebetür abgeschlossen. Die Verständigung erfolgt durch eine Sprachschlauchleitung, welche Flugzeugführer, Kommandanten und * Aaschineringenierte verbindet. Sicherheitseinrichtungen: Die gesamte Beleuchtungsanlage ist mit gasdicht gefaßten Lam- pen versehen. Das C.-Deck, also der eigentliche Schiffsrumpf des Flugschiffes, ist unterteilt in 7 Abteilungen mit 6 wasserdichten Schotten. Die ein- zelnen Abteilungen sind mit einer Feuerlösch- ‚und Lenzanlage ver- sehen, welche von einer Zentrale aus bedient werden können. Für die Entlüftung der Betriebsstoffräume im C.-Deck sind Ventilatoren und selbsttätige Lüfter vorhanden. An Schiffsbooten stehen zwei Klepper- boote und ein Möve-Schlauchboot zur Verfügung, desgleichen Schwimmwesten und sonstige Schwimmkörper wie auf Seeschiffen üblich. Für das Treiben auf See sind schwere Treibanker und Sta- bilisierungs-Wassersäcke vorhanden. Selbstverständlich ist auch eine komplette Ausrüstung an Bord zur Ausführung von Reparaturen und Konservierungen, desgleichen ein reichliches Lecksicherungsgerät. Zum Antrieb des Flugschiffes sind 12 wassergekühlte Curtiss- Conqueror-Motoren, Type GV 1570, von je 600 PS Spitzenleistung verwendet und sind zu je 2 in 6 Tandem- Gondeln untergebracht. Die Drehzahl der Schrauben ist gegenüber dem Motor im Verhältnis 2:1 untersetzt. Durch einen im Flügelinnern entlang führenden Gang gelangt man in das Gondelinnere, Sämtliche Betriebsstoffleitungen und Schaltun- gen sind daher bis zu ihrem Anschluß an die Motoren im Fluge wart- bar. In den Motorgondeln sind die gleichen Kontrollinstrumente wie im Schaltraum angeordnet. Arbeiten an stilleesetzten Motoren können selbst im Fluge ausgeführt werden. Im Betriebsstoffdeck sind normalerweise untergebracht: 4 zylin- drische Brennstofftanks a 3000 1, 2 a 1700 1 sowie 2 kleinere Behälter im Flügel ä 300 I Inhalt, zusammen also 16 000 I Brennstoff. Die Be- hälter sind unmittelbar auf dem Bootsboden gelagert und sind unter sich mit einem sogenannten Sammeltopf verbunden. Von dem Sammeltopf aus wird nun der Brennstoff mittels Pum- pen zu den Flügeltanks befördert und von da mittels Lamblin-Motor- Pumpen jedem einzelnen Motor zugeführt. Um möglichst große Sicherheit in der Brennstoff-Förderung vom Betriebsstoffdeck zu den Flügeltanks zu haben, kann die Förderung auf dreierlei Weise erfol- gen, nämlich durch eine Zahnradpumpe mit Windantrieb, durch eine zweite Zahnradpumpe mit elektr. Antrieb und durch eine von Hand zu betätigende Allweiler-Pumpe. Zuviel geförderter Brennstoff fließt Nr. 17 „FLUGSPORT“ Seite 205 Dornier-Flugschiff Do. X. Fluggastraum. von den Flügeltanks zurück durch Schaugläser in der Maschinen- zentrale zum Sammeltopf. Die Oelbehälter fassen insgesamt 1660 1, und zwar befindet. sich in jeder Gondel ein 60 | fassender Doppeltank und unten im Betriebs- stoffraum ein Hauptbehälter ä 1300 1. Das Nachtanken der Gondel- behälter geschieht auf ähnliche Weise wie die Brennstoff-Förderung, und kann der Oelstand in diesen in der Maschinenzentrale durch elektr. Fernanzeiger überwacht und reguliert werden. Inland. XIX. Ordentliche Mitgl.-Vers. d. „Wissenschaftlichen Gesellschait für Luftiahrt e.V. (WGL)“ vom 10. bis 13. Sept. 1930 in Breslau. Vorträge: 11. Sept. 1930: Keg.-Rat Dr. Benckendorff: „Fragen und Ziele der Flugsicherung“. Dr.-Ing. Bleistein: ‚„Metall-Luftschiffe und Luftschiffgerippe‘“. M. H. Bauer: „Rationalisierung im Flugzeugbau‘“. Prof. Everling: „Weltrekorde“, Dipl.-Ing. Möller: „Die Entwicklung des Fernkompasses und seine Bedeu- tung für die automatische Steuerung“. Mit Filmvorführung. Dr. med. Strughold: „Kinematographische Studie der Herzgrößen bei Sauer- stoffmangel‘“. Mit Filmvorführung. Dr. med. Gillert: „Sitz und Gurte im Flugzeug als Einheit“. 12. Sept. 1930: Dr.-Ing. Schröder: „Ein neues Aehnlichkeitsgesetz der Hydrodynamik und seine Anwendung bei der Untersuchung des Startes von Seeflugzeugen‘“, Seite 296 „FLUGSPORT“ Nr. 17 Prof. Dr.-Ing. Wagner: „Ueber die Landung von Seeflugzeugen“. Dipl.-Ing. Papst: „Ueber den Landestoß von Seeflugzeugen“. Dipl.-Ing. Hertel: „Verdrehsteifigkeit und -festigkeit von Flugzeugbauteilen“, Dipl.-Ing. Kurtz: „Ueber die mechanischen Betriebsbeanspruchungen dus Vergaser-Flugmotors“. Dipl.-Ing. Löhner: „Brennstoffverbrauch und thermische Beanspruchung des Vergaser-Flugmotors“. oo. Dr.-Ing. Seyerle: „Ueber Vergaser- und Diesel-Flugmotoren“. Dr.-Ing. v. Philippovich: „Der heutige Stand der Prüfung von Flugmotorcen- kraftstoffen“. ” Prof. Dr.-Ing. e. h. Krell: „Ueber Druckmessungen an der ımströmten Kugel“. Dr. Blenk: „Beitrag zur Theorie der Längsstabilität von Flugzeugen“. Dipl.-Ing. v. Lößl: „Der Einfluß des Holmgewichtes auf .die Flugleistungen von Großflugzeugen‘“. Dipl.-Ing. Michael: „Versuche mit Flugzeugbremsen“. Dipl.-Ing. Jaeschke: „Neuartige Konstruktion einer Tragfläche mit im Fluge veränderbarer Profiltiefe und -wölbung“. ; Dipl.-Ing. H. Muttray: „Widerstand und Kühlwirkung eines Flugzeug- rumpfes mit verschieden angeordnetem Kühler“. Dr.-Ing. Scheubel: „Ueber den Luftwiderstand luftgekühlter Sternmotoren“. Dipl.-Ing. Seiferth: „Berechnung von Luftschrauben und Vergleich mit Ver- suchsergebnissen‘“. Hauptversammlung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftiahrt im Harnack-Hause in Berlin-Dahlem am 18. Juh 1930. Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Hoff als Leiter der DVL konnte eine erfreulich große Zahl von Teilnehmern begrüßen, u. a. Ministerialdirigent Dr.-Ing. e. h. Branden- Durz als Vertreter des Reichsverkehrsministers, zahlreiche Professoren und Ver- treter von verwandten Forschungsstätten, der Stadt Berlin, des Luftverkehrs und der beteiligten Industrien. Prof. Hoff gab sodann einen allgemeinen Bericht über die Tätigkeit der DVL im letzten Jahre und erwähnte besonders die Schwierigkeiten, die durch die immer weiter hinauszeschobene Verlegung der DVL und die dadurch bedingte Unmöglichkeit entstehen, den erforderlichen Ausbau einzelner Forschungsanlagen vorzunehmen. Er sprach über die Beziehungen der DVL zu den Luftfahrtkreisen und die Möglichkeiten, ihnen die Forschungsergebnisse zugänglich zu machen. Anschließend berichtete Dr.-Ing. Friedrich Seewald über Ergebnisse aus dem Arbeitsgebiet der Aerodynamischen Abteilung der DVL. Er sprach zunächst über Flugversuche, um den Einfluß des Schraubenstrahles auf die aerodynamischen Eigenschaften des Flugzeuges zu ermitteln. Zu diesem Zwecke wurde mit einer von der DVL entwickelten Meßnabe der von der Lufitschraube auf das Flugzeug ausgeübte Schraubenzug gemessen. Die Flugbahn und Geschwindigkeit wurden in der üblichen Weise festeestellt. Der Vorteil dieses Meßverfahrens liegt darin, daß man aus dem Flugversuch unmittelbar feststellen kann, welchen Einfluß die Luftschraube bzw. die Vortriebskraft, die von Motor und Luftschraube ausgeübt wird, auf die Leistungen des Flugzeuges haben, und welchen Auftrieb bzw. Wi- derstand das Flugzeug erzeugt bei verschieden starkem Schraubenschub, der das Flugzeug dadurch beeinflußt, daß die Luftgeschwindigkeit hinter der Schraube sich ändert. Weiter berichtete er über Schwimmerversuche und deren Ergebnisse. Zu- nächst sollte festgestellt werden, inwieweit man derartige Versuche so vorneh- men kann, daß sie nicht nur für ein bestimmtes Flugzeug oder eine bestimmte Flugzeugklasse Geltung haben, sondern möglichst allgemein für jedes Seeflug- zeug als Konstruktionsunterlage zu benutzen sind. Der Vortragende zeigte, daß dies sehr wohl möglich ist, wenn man die Messung etwas über das bisher übliche Maß hinaus ausdehnt, und er entwickelte das Versuchsprogramm der DVL für eine systematische Versuchsreihe mit verschiedenen typischen Schwimmerformen an einem naturgroßen Seeflugzeug. Ferner wurden Ergebnisse von Versuchen über die stoßartigen Beanspru- chungen des Schwimmwerks von Seeflugzeugen mitgeteilt, die ebenfalls am natur- sroßen Flugzeug bei Start und Landung im Seegang ermittelt worden sind. Ebeuso wurde kurz das Ergebnis der Untersuchungen über Luftschraubenschwingungen Nr. 17 „FLUGSPORT“ Seite 297 erläutert, die im Laufe des letzten Jahres durchgeführt wurden. Zum Schluß wur- den noch einige der Meßgeräte, die zu den obigen Untersuchungen benutzt wor- den sind, erklärt. Im ganzen zeigte der Vortrag, welchen Weg die Aerodynamische Abteilung der DVL eingeschlagen hat und weiter einzuschlagen gedenkt, um durch Mes- sung der Kräfte am fliegenden Flugzeug bzw. am Seeflugzeug bei Start und Lan- dung einen tieferen Einblick in die Wirkungsweise der Luft- bzw. Wasserkräfte zu bekommen. f In seinem Vortrag „Aufgaben der Flugzeugstatik‘ umriß Dr.-Ing. Karl Thalau kurz die Stellung der allgemeinen Statik innerhalb der Mechanik und ging dann auf die besonderen Aufgaben ein, deren Lösung von der Statik der Luftfahrzeuge gefordert wird. Die aerodynamischen und betriebstechnischen Anforderungen, die sich in den sogenannten „Belastungsannahmen‘“ der Luftfahrzeuge äußern, die jeweils gewählte bauliche Lösung der Aufgabe in bezug auf statischen Aufbau, Wahl der Baustoffe und Formgebung der einzelnen Bauteile, ferner die beson- deren Verhältnisse bei der Herstellung und im praktischen Flugbetrieb stellen den Statiker ständig vor neue Einzelaufgaben. Die Forderung nach Leistung zwingt ihn einerseits zu schärfster Baustoffausnutzung, die Forderung nach Sicherheit andererseits verlangt äußerste Vorsicht bei der Bemessung seiner Bauwerke. Den durch diese Vorsicht bedingten Mehraufwand an Gewicht im Laufe der Zeit durch Schaffung genauerer Unterlagen bis auf ein Mindestmaß abzubauen, ist mit eine der wichtigsten Aufgaben der Forschung auf diesem Ge- biete. Sie kann nur gelöst werden durch fortlaufende systematische Unter- suchungen der wirklichen Beanspruchungen der Luftfahrzeuge in theoretischer und versuchsmäßiger Beziehung sowohl im Laboratorium als auch im prakti- schen Flugbetrieb. An eine Uebersicht über die technische Entwicklung der Festigkeitsforschung im Luftfahrzeugbau innerhalb der letzten fünf Jahre und der drinzlichen Aufgaben für die nächste Zeit schloß sich eine Vorführung von Lichtbildern und eines Filmes aus dem Arbeitsgebiet der Statischen Abteilung der DVL an. Die rege Beteiligung an der sich im Anschluß an beide Vorträge entspinnen- len Aussprachen gab Zeugnis von dem Interesse, das sie bei den Zuhörern fander, Soldenhofis schwanzloses Flugzeug ist am 10. August auf dem Flugplatz Düsseldorf-Lohausen, nachdem cs seit 14 Tagen eine Reihe gelungener Probe- flüge ausführte, aus 50 m Höhe in der Kurve abgerutscht. Der Führer Riedinger wurde ins Krankenhaus gebracht. u Ausland. Ein 5. internationaler Luftiahrtkongreß findet vom 1. bis 6. Sept. in Haag statt. Veranstalter: Holländischer Aero-Klub. Das Vortragsprogrrtamm umfaßt: a) Abteilung für Luftverkehr, b) Abteilung für Wissenschaft und Technik, c) juristische Abteilung, d) medizinische Abteilung, e) Abteilung für Flugsport. Teilnahmelisten sind beim Kgl. Holländischen Aero-Club, Anna Paulownaplein 3, den Haag, zu erhalten. Lautsprecher im Flugzeug für Mitteilungen aller Art, insbesondere Reklaimen, sind in Montreal, | Kanada, versucht worden. Die Einrichtung, gebaut _—_ von der Northern Electric Co., besteht aus einer Verstärkeranlage mit Mikrophon. Gewicht 300 ke. Nebenstehende Abbildung zeigt ein Stinson-De- troiter Flugzeug, welches bei einem Gartenfest in Montreal benutzt wurde, mit den Schalltrichtern, Durch Auflegen einer Grammophonplatte mit dem entsprechenden Wortlaut können dann unaufhörlich der auf der Erde befindlichen Menschheit die anzupreisenden Waren millionenmal in die Ohren gebrüllt werden. Trotz des Motorengräusches konnte man aus 1000 m Höhe jedes Wort verstehen. Diese Einrichtung werden sich die Kommunen wohl bald zunutze machen, um die Steuerzahler eindringlich an die Zahlung ihrer Steuern zu erinnern. Seite 298 „FLUGSPORT“ Nr. 17 Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Im eigenen Flugzeug, eine Zusammenstellung von Bordgeräten. Herausge- xeben von den Askania-Werken A.-G., Berlin-Friedenau, Kaiser-Allee 87, wird auf Anforderung kostenlos versandt. In dieser kleinen Druckschrift findet der Konstrukteur die wichtigsten Bord- geräte, Statoskop, Höhenmesser, Fahrtmesser, Höhenschreiber, Fahrtschreiber, Fernkompasse sowie kleinere Kompasse in allen Größen, Längsneigungsmesser, Variometer, Wendezeiger, Ferndrehzahlmesser sowie ganze Instrumententafeln mit Abmessungen und Gewichten beschrieben. The Air Annual of the British Empire 1930. Herausgegeben von Squadron- Leader C. G. Burge. Verlag Gale & Polden, Ltd. 2 Amen Corner, London E. C. 4. Dieses umfangreiche Buch (774 Seiten) (2! Band einer früheren Veröffent- lichung) gibt einen Ueberblick von dem englischen Luftverkehr mit seinen Or- ganisationen in den England angeschlossenen Ländern, der Flugzeug- und Mo- torenindustrie, den Behörden, dem Zivilflugwesen, dem englischen Flugsport usw. In besonderen Kapiteln ist an Hand von teilweise noch nicht veröffentlichten Abbildungen die englische Metallbauweise, die wichtigsten Motorentypen be- schrieben. Interessant ist eine Abhandlung von Andrew Swan über Diesel- ınotoren. Weiter sind zu erwähnen die Kapitel über Metallluftschrauben und solche mit verstellbaren Blättern. Unter Zubehör findet man moderne Fahrgestell- abfederungen, Betriebsstoffbehälter, Laufräderkonstruktionen mit modernen In- nenbremsen, Radioanlagen, Kompasse, Spezialgeräte für Vermessungsaufnahmen, Fallschirme und Flugplatzbeleuchtungseinrichtungen. Flugsport Flugsport ee KLEINE ANZEIGEN ur Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Piennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Schul- u. Sportflugzeug Type ‚HS 528‘ mit Walter NZ 85 Siebenzyl. (Stahlrohrrumpf, Klappflächen) Gesarntbetriebs- stunden ca. 100 in tadellosem startbereitem Zustand preiswert abzugeben. Ausk.erteilt: Expedition des Expedition des .„ Hopfner, Flugzeugbau, Wien |, Paniglgasse 17a Kapitalkräftige Firma zur Vertretung in Deutschland gesucht für einen [U [} amerikanischen Flugmotor von 35 PS 3-Zyl. und 60 PS 5-Zyl. luftgekühlt für Sportflugzeuge. Die Motore von bester Qualität und Leistungsfähigkeit sind im Preise konkurrenzlos. In Frage kommende Firmen wollen sich wenden an Aviation Service, 925 Broadway, New-York, N. Y. U.$S.A. „FLUGS PORT“ oDoFIIlUDZEUL zu besonders günstigen Bedingungen zu verkaulen. j „Anfragen unter 2612 an die Redaktion des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhoispl. 8. Sämtliche Einzelteile fürd. Flugmodellbau, Baupläne, Preßluftmotoren, fertige Flug- u. Segelmodelle, Literatur konkurrenzlos durch: H. Bufe, Berlin-Lichterfelde 1, Zehlendorferstraße 53 Preisliste —.20 RM. Ausland Weltpostschein Gratis einen MoXor- Entwurfin „Originalgröße“ als Studienprobe meiner | 2Konstruktionsmappen für Motorrad-u.Leichtflug- # zeugmotoren. Fordern Sie diese interess. Konstruk- tionszeichnung(6PSSportmotor) sowie reich illustr. | Prospektnochheute kostenlos. Sie lernen damit eine neue Methode kenn., nach deried.Mechaniker,Tech- | nikeru. Student Motoren berechn. u. entwerf.kann. . Dolch, Ziv.-Ingenieur, Sinsheim / Els. 16 , onstanz am Bodensee echnikum Ingenieurschule Maschinenbau u. Automobilbau Elektrotechnik Prospekt frei Luftfahrzeugbau „RIVISTA AERONAUTIGA“ Illustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch ital, Luftfahrtministerium Roma, Via Agostino Depretis 45 A Fnthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg ıı. üb. die Luftfahrttechnik, weitere Nachrichten üb. den internationalen Luftverkehr auf dem mili- tärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis für alienpund Kolonien. . . . . it. L. 50 für Ausland. . - - . . it. L. 150 Ein separates licht für Italien . . . » >22... it L. 10 für Ausland. . . : 2 22020... ie L. 20 Flugzeuglührer welcher Führerschein zur erwerbsmähigen Personenbetörderung besitzt, wird als Leiter einer Flugzeugschule und für Passagierflüge gesucht. Geschäftliche Beteiligung mit einer Mindesteinlage von RM 10000.— möglich und erwünscht, iedoch nicht Bedingung. Eilofferte mit Angabe der bisherigen Flieger- tätigkeit und Gehaltsansprüchen u. Nr. 1930 an die Redaktion des Flugsport erbeten, Zu verkaufen: Flugsport Jahrgang 1914 bis und mit 1929. Offerten an G. Schenkel, Seestraße 7, Zürich, Schweiz. FAHRTMESSER 0-100 kKım/st, für Segelflugzeuge, @ modernste Ausführung, besondersleicht. E AUTOFLUG, Berlin- Johannisthal .u. ll. nn der PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis je RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport“ Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 Aeronautics ist die am meisten abonnierte Flugzeitschrift der Vereinigt. Staaten. Amerikaner, welche sich über den Fortschritt im Flugwesen orientieren wollen, lesen die Aeronautics., Deutsche, welche das amerikanische Flug- wesen in Technik und Industrie kennen lernen wollen, finden einschlägige Artikel und Inserate in den Aeronautics. Ü Abonnementspreis für 1 Jahr M. 14.70; für 2 Jahre M. 27.39. Bestellung an Aeronautics, 608 South Dearborn Street, Chicago, Illinois, U. S. A. oder an den Flug- sport, Bahnhofsplatz 8, Frankfurt a. Main RM 1250.—- bis zum unbeschränkten A-Schein Ausbildungsleiter: von Schleich Münchner Adresse: Lindwurmstr. 84-86 Telefon: 73464 - 73592 J.Eibl'sprivate Flugkurse München-Schleißheim | | a IBordinstrumente hatten unzweifelhaft einen wesentlichen An- teil an der erfolgreichen Durchführung des Euro- den in die Endwertung gelangten Teilnehmern benutzten nicht weniger als 25 Askania-Geräte, das bedeutet also 75° aller erfolgreichen Be- werber, darunter: Der Sieger —_ —_ Morzik Der Zweite: Poß Der Dritte: Notz Die Vierte: Spooner Der- Fünfte: Polte Der Siebente: | v. Massenbach Der Neunte: Krüger Der Zehnte: Dinort ASKANIA-WERKE AG, NskMnıd BAMBERGWERK > BERLIN-FRIEDENAU KAISERALLEE 87/88 Unterrichten Sie sich über Askania-Bordgeräte. Zusendung uns. Sammelschrift Nr. 3150 erfolgt kostenfrei. KENNT ‚Mi. Cu As IN u 7 GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \ | VON OSHAR, URSINUS » CIVIL-ING. Ä INMIUNNNNINMINIIITINHIIDTITILEIIN | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8: Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 18 3. September 1930 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 17. September 1930 a Rhön-Segelflug-Wettbewerb-Ende. Die Bedeutung der Segelfliegerei wird vom Ausland in zunehmen- dem Maße anerkannt. Der international&« Besuch war daher auf der Kuppe besonders stark. England entsandte seinen Vize-Luftmarschall Sir Sefton Brancker, the Master of Sempill, den zweiten Vorsitzenden der internationalen Studienkommission für den motorlosen Flug, fer- ner Gilbert Walker vom Imperial College, London, Cpt. Needham vom Royal Air Force und Ing. Scott Hall von der englischen Versuchs- anstalt. Von Belgien waren vertreten der in der Rhön bekannte Ma- jor Massaux vom belgischen Aero Club und die Tochter des belegi- schen Verkehrs- und Luftfahrtministers Lippens, die selbst Segel- fliegerin ist. Italien war durch Ing. Teichfuß in Vertretung des ver- hinderten Capt. Nanini in Begleitung eines von der Regierung ent- sandten Zivilingenieurs erschienen. Ungarn vertrat Oberstleutnant Bernard, der Leiter der Segelfliegerschule in Budapest, Spanien Direktor Juan Boix, der Leiter der Fliegerschule Albacete, Rußland Sergey Stoklitzky vom Aerohydrodynamischen Institut in Moskau und Frankreich der in der Rhön bekannte Konstrukteur und Segel- flieger Abrial. Der diesjährige Rhönwettbewerb endete am 24. August mit einer prachtvollen Glanzleistung. Alles, was an Hochleistungsmaschinen Flügel hatte, war in der Luft. Zeitweise waren in langen Dauerflügen vierzehn Maschinen in der Luft, verschiedene in großen Höhen, teil- weise in den Wolken verschwindend. Die Flugleistungen sind im Tagesbericht verzeichnet. Der rührige Bedau mit seinem Berliner „Luftikus“ war längere Zeit in den Wolken verschwunden, bis er plötz- lich, Looping drehend, wieder aus den Wolken zum Vorschein kam. Das Barogramm zeigt nach seiner Landung eine große Ueberraschung, und zwar einen fast senkrechten Aufstieg von nahezu 1000 m. In der sehr hohen Wolke scheint er das Gleichgewicht verloren zu haben und geriet ins Trudeln. Unter den Wolken fing er sofort die Maschine ab und flog vergnügt einige Stunden bis zum Startschluß weiter. Kurz nach Mittag gingen eine Menge Flieger auf Strecke. Es flo- gen Hurttig auf der Kasseler „Elida“ bis Kieselbach ca. 40 km; Mayer, Seite 300 „FLUGSPORT“ Nr. 18 Reichs- Turnverein Fulda. Aachen, auf „Frankofurtia‘ bis Marisfeld, 45,8 km; Grönhoff auf „Fafnir“ bis Dörensolz 26,1 km, und Krebs, München, auf „Kakadu“ bis Wohl- mutshausen 21,1 km. Eine Glanzleistung vollbrachte wieder Kron- feld, der seinen bisherigen Entfernungsflug von 150 km überbot und bei Marktredwitz, 162 km Entfernung, an der tschechischen Grenze landete. Pünktlich am 24. um 7 Uhr abends wurde durch Leuchtkugeln der Startschluß gegeben. Mit einem Hoch auf die Flieger und dem Absingen des Deutschlandliedes landeten die unermüdlichen Segler. Während des ganzen diesjährigen Wettbewerbes ist nicht ein einziger Bruch oder Unfall auf die Konstruktion zurückzuführen, ein Beweis für die fortschrittliche Entwicklung und den erreichten hohen Sicherheitsgrad im Bau der Segelflugzeuge. Hervorragenden Anteil an diesem Ergebnis hat die technische Kommission, die ihre Tätigkeit besonders gewissenhaft ausgeübt hat. Die Preisverteilung konnte durch den großen Streckenflug Kron- felds, von dem erst abends 11 Uhr die erste Nachricht einlief, am 24. nicht mehr stattfinden. Die Sportkommission war außerordentlich stark beansprucht, um unter Zuhilfenahme der Nachtstunden die Flüge vom 24. auszuwerten. Das Preisgericht tagte am 25. um 10 Uhr unter Vor- sitz von v. Wilamowitz-Möllendorffl. Um 11 Uhr versammelte sich as ganze Lager vor dem Ursinus-Haus, wo die Preisverteilung statt- and. Rhönsegelflug-Wettbewerb 1930. Im Vordergrunde Startplatz vor der Baude. Im Hintergrunde links Schule, rechts Lager. Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 301 Verlauf des Il. Rhön-Segelflug-Wettbewerbes 1930. - (Fortsetzung) -Tagesbericht Nr. 7 vom 17. August Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb 55 10 Karlsruhe Hofmann 11.58 2h 29 min: 180 m Höhe 56.35 B9 Muschick 12.10 6h 53 min 146 m Höhe 57 26 Präs. Martin Kaufmann 12.14 13 min 58 22 Rheinland Pätz 12.22 7h 48 min 417 m Höhe 59 8 Darmstadt Starck 13.04 6h 17 min 760 m Höhe 60 5 Weimar Preller 13.56 14 min 6 15 Luftikus Bedau 14,37 1h 5min 386 m Höhe 62 33 München Bräutigam 14.40 2 min 13s Probeflug 63 38 Professor Berner 14,50 { min 24s Probeflug 64 37 Minister Jachtmann 15.11 i min 48s Probeflug 65 39 St. Stuttgart Röhm 15.31 37 min 57s C-Prüfung erfüllt 66 15 Luftikus Bedau 16.10 1h 33 min 560 m Höhe 67 10 Karlsruhe Hofmann 16.14 2h 35 min 171 m Höhe 68 37 Minister Jachtmann 16.34 1h50min 292 m Höhe 69 38 Professor Berner 17.23 24 min 70 15 Luftikus Bedau 18.05 1h 25 min 463 m Höhe 71 39 St. Stuttgart Röhm 18.55 ih 12 min Leistungswettbewerb 25 19 MSIU Mayer 11.29 8h 28 min 725 m Höhe 26 23 Jupp»Pitter v. Husen 11.32 8h 37 min 320 m Höhe 27 9 Starkenburg Neininger 12.05 12 min 187 m Höhe 28 32 Fafnir Groenhoff 13.42 5h 16 min 790 m Höhe 29 1 Wien Kronfeld 14.04 um 14.30a.S. 17,9 km, 235 m Höhe 30 17 Kassel Kegel 14.10 36 min 261 m Höhe 31 11 Kakadu Krebs 17.23 Probeflug 32 17 Kassel Kegel 17.34 31 min 33 11 Kakadu Krebs 18.16 14 min - Tagesbericht Nr. 8 vom 18. August Melde- Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb 7 15 Luftikus Bedau 13.12 3 min 22s 73 15 Luftikus Bedau 14.50 7 min 74 37 Min. Leuschner Jachtmann 15.05 9 min 75 38 Professor Berner 15.39 1 min 46 76 7 Frankfurt Kronfeld 15.50 32 min Zulassungsflug 77 21 Rheinland Pätz 16.03 3 min 26s 78 15 Luftikus Bedau 16.59 56 min 79 8 Darmstadt Starck 17.01 40 min 80 37 Min. Leuschner Jachtmann 17.47 2 min 44 s 8i 33 München Bräutigam 17.55 5min 9s C-Prüfung erfüllt 82 21 Rheinland Bös 18.00 3 min 22s C-Prüfung nicht erfüllt 83 37 .Min. Leuschner Jachtmann 15.46 7 min 24 s Leistungswettbewerb 34 9 Starkenburg Neininger 13.59 17 min 27s 35 11 Kakadu Krebs 14.07 37 min 36 19 Aachen Mayer 1429 2h . Ss 37 17” Kassel Kegel 15.19 11 min 30s 38 11 Kakadu Krebs 16.55 18 min 16s 39 9 Starkenburg Neininger 16.57 55 min 40 1 .Wien Kronfeld 17.08 33 min 41 19 Aachen Mayer 17.31 14 min Bruchlandung Tagesbericht Nr. 9 vom 21. und 22. August Melde- Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen . Uebungswettbewerb . 8& 14 Mainberg Hemmer 9.32 2 min 8 10 Karlsruhe Hofmann 10.11 4 min 30s 86 11 Kakadu Krebs 10.28 32 min Seite 302 „FLUGSPORT“ Nr. 18 Melde- Start- Nr. Nr. - Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen 87 33 München Bräutigam 10.44 16 min 88 22 Hol’s d. Teufel Stüper 11.00 2 min 31s 89 8 Darmstadt Starck 11.04 1h 16min %90 6 Thüringen Hubert 11.06 3min 5s 9 5 Weimar Preller 11.09 3 min 92 15 Luftikus Bedau 11.11 1h34min 953 37 Min.Leuschner Jachtmann 11.15 6 min 9 35 BI Muschick 11.18 5min 95 40 Württemberg Röhm 12.04 14 min % 22 Mi Peters 12.20 4 min 30s 97 14 Mainberg Hemmer 12.29 10 min 98 35 Müncen Bräutigam 14.23 52 min 99 15 Luftikus Bedau 14.37 2h 48 min 100 8 Darmstadt Starck 14.40 ih 19min 30s 101 14 Mainberg Hemmer 14.45 37 min 102 40 Württemberg Röhm 14.49 1h 11 min 925 105 33 München Bräutigam 15.16 49 min 104 37 Min. Leuschner Jachtmann 16.19 3min 165 105 10- Karlsruhe Hofmann 16.47 5min 106 8 Darmstadt Starck 16.51 21 min 107 11 Kakadu Krebs 17.29 18 min Eube umrdt., 215mH. 108 37 Min.Leuschner Jachtmann 17.32 10 min 56 109 15 Luftikus Bedau 18.24 n.26mina.S. 158 m Höhe 110 39 Stadt Stuttgart Röhm 17.59 1h59min 30s 298 m Höhe 111 33 München Bräutigam 18.10 1h33min 112 8 Darmstadt Starck 1827 1h25 min 320 m Höhe 113 8 Darmstadt Starck 8.50 34 min 114 39 Stadt Stuttgart Röhm 855 n.38 min a.S. 115 3 BI Muschick 8.57 30 min = Leistungswettbewerb 42 1 Wien Kronfeld 11.04 1h ifmin 45 24 Meiningen Dittmar 11.33 25 min 44 32 Fafnir Groenhoff 11.50 35 min 45 7 Frankfurt Mayer 12.47 3 min 46 32 Fafnir Groenhoff 14.45 1h 41 min 25s 47 17 Kassel Kegel 1524 n. 11mina.S. 48 16 Elida Hurttig 15.33 n. 8mina.S. 49 1 Wien Kronfeld 15.34 36 min Eube umrundet 50 7 Frankfurt Mayer 16.16 8 min 5t 9 Starkenburg Neininger 16.46 29 min 52 1 Wien Kronfeld 17.00 2h 59 min 284 m Höhe 53 32 Fafnir Groenhoff 10.12 1h24min Milseburg umrundet Tagesbericht Nr. 10 vom 22. August Melde- Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb 116 14 Mainberg Hemmer 9.09 1h 33 min 117 15 Luftikus Bedau 9.25 33 min 118 8 Darmstadt Starck 13.32 1h 37 min 210 m Höhe 119 11 Kakadu Krebs 13.44 28 min 205 m Höhe 120 33 München Bräutigam 13.53 17min 4s 121 14 Mainberg Hemmer 13.56 1h 22 min 207 m Höhe 122 15 Luftikus Bedau 13.59 ih 9min 130 m Höhe Leistungswettbewerb 54 32 Fafnir Groenhoff 13.22 1h43min 370 m Höhe 55 16 Elida Hurttig 13.48 11 min 56 7 Frankfurt Mayer 14.18 52 min 380 m Höhe 57 17 Kassel Kegel 14.32 18 min 58 1 Wien Kronfeld 14.36 59 min 14s 160 m Höhe Tagesbericht Nr. 11 vom 24. August Melde- Start- Nr. Nr. Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen Uebungswettbewerb 123 10 Karlsruhe Hofmann 11.43 35 min 134 35 BY Muschick 11.48 35 min Nr. 18 „FELUGSPORT" Seite 303 Melde- Start- Nr. Nr Flugzeug Führer zeit Flugdauer Bemerkungen 1255. 5 Weimar Preller 13.05 12 min 115 m Höhe, Bruch i62%0 Mi Peters 11.57 3h 18 min 127 29 Ludwigshafen Bihlmaier 12.23 1h27 min C-Prüfung erfüllt 128 11 Kakadu Krebs 14.04 400 m Höhe, 21,1 km 129 11 Kakadu Krebs 11.29 1h 39 min 54 s 130 8 Darmstadt Starck 11.10 7h 50 min 790 m Höhe 131 21 Rheinland Pätz 11.21 7h 39 min 132 15 Luftikus Bedau 11.26 7h 34 min 1640 m Höhe 1353 39 Stuttgart Röhm 12.09 5h 54 min 530 m Höhe 134 29 Ludwigshafen Bihlmaier 15.31 10 min 135 37 Minister Jachtmann 1746 1h 14min 136 10 Karlsruhe Hofmann 14.40 3h 20 min 200 m Höhe 137 14 Mainberg Hemmer 11.353 7h 27 min 620 m Höhe Leistungswettbewerb 59 32 Fafnir Groenhoff 11.39 26,1km, Landg. b.Dör: rensolz 60 7 Frankfurt Mayer 11.53 45,8 km, 590 m Höhe, Ldg. Marisfeld 61 16 Elida Hurttig 12.04 39,3 km, Landung bei Kieselbach 62 22 Hol’sd. Teufel van Husen 11.36 7h 24 min 653 1 Wien Kronfeld 13.15 Landung bei Markt. redwitz (161) ‘Preisgerichtsentscheidung vom 11. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1930. A. Uebungswettbewerb. a) Preise des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe: Größte Gesamtilugdauer: I. Preis: Flugzeug Nr. 8 „Darmstadt‘“, Führer Starck, für insge- samt 27 Stunden 28 Minuten II. Preis: Flugzeug Nr. 15 „Luftikus“, Führer Bedau, für insgesamt 24 Stunden 35 Minuten Il. Preis: Flugzeug Nr. 21 „M 1“, Führer Pätz, für insgesamt 16 Std. 31 Min. RM 801.15 RM 717.05 RM 481.80 RM 2000.— b) Preise des Bayerischen Staatsministeriums des Aeußern: Größte Höhensumme: I. Preis: Flugzeug Nr. 15 „Luftikus“, Führer Bedau, 5 Flüge mit ermittelter Höhensumme 734 m II. Preis: Flugzeug Nr. 8 „Darmstadt“, Führer Starck, 5 Flüge mit ermittelter Höhensumme 520 m II. Preis: Flugzeug Nr. 14 „Mainberg“, Führer Hemmer, 5 Flüge mit ermittelter Höhensumme 258 m c) Schleifenilugpreis: RM 730.— RM 520.— RM 250.— RM 1500.— I. Preis: Flugzeug Nr. 8 „Darmstadt“, Führer Starck, für die er- füllte Bedingung am 17. 8. 30 mit gemessener Entfernung 5450 m II. Preis: Flugzeug Nr. 15 „Luftikus“, Führer Bedau, für die er- füllte Bedingung am 17.8.30 mit gemessener Entfernung 5150 m RM » RM 500.— 500.— RM 1000.— Dopvpelsitzer Akad. Fliegergruppe Dresden. Seite 304 „FLUGSPORT“ Nr. 18 d) Sonderpreise: Es erzielten: Flugzeug Nr. 8 „Darmstadt“, Führer Starck, am 12.8. RM 123.50, am 18. 8. RM 62.50 am 22. 8. RM 75.—, am 24. 8. RM 136.—, ins- ! gesamt RM 397.— Flugzeug „Mainberg“, Führer Hemmer, am 9.8. RM 75.—, am 22.8. RM 75.—, insgesamt RM 150.— Flugzeug Nr. 15 „Luftikus“, Führer Bedau, am 9. 8. RM 50.—, am 10. 8. RM 74.—, am 12. 8. RM 76.50, am 18. 8. RM 87.50, am 21.8. RM 97.—, am 24. 8. RM 131.—, insgesamt RM 516.— Flugzeug Nr. 11 „Kakadu“, Führer Krebs, am 21. 8. RM 150.— RM 150.— Flugzeug Nr. 21 „Rheinland“, Führer Pätz, am 24. 8. RM 133.— RM 133.— Flugzeug Nr. 38 „Professor“, Führer Ruch, am 10. 8. RM 76.— RM 76.— Außerdem anerkennt das Preisgericht zu der Tagesausschreibung vom 15.8. 30 für die Versuchs- und Sturmflüge den beiden Flugzeugen Nr. 14 „Mainberg“ RM 100.— und Nr. 35 B. 9, Führer Muschick, RM 100.—. B. Leistungswettbewerb. a) Preis des Herrn Reichsverkehrsministers: Fernsegelilugpreis: I. Preis: Flugzeug Nr. 1 „Wien“, Führer Kronfeld für den Strek- kenflug am 24.8. nach Marktredwitz 161 km RM 2000.— b) Fernzielilugpreis: I. Preis: Flugzeug Nr. 1 „Wien“, Führer Kronfeld, für den Kreuz- bergflug am 12. 8. 30 RM 750.— U. Preis: Flugzeug Nr. 32 „Fafnir“, Führer Groenhoff, für den Kreuzbergflug am 17. 8. 30 RM 750.— c) Streckenforschungspreis wurde nicht ausgeflogen. Die Preissumme wurde für Anerkennungsprämien verwendet. d) Sonderpreise: Es erzielten: Flugzeug Nr. 1 „Wien“, Führer Kronfeld, am 10. 8. RM 150.—, am 12. 8. RM 75.—, am 12. 8. RM 50.—, am 18. 8. RM 50.—, am 21. 8. RM 150.—, am 21. 8. RM 103.—, am 24. 8. RM 296.—, ins- gesamt RM 874.— Flugzeug Nr. 7 „Francofurtia“, Führer Mayer, am 22.8. RM 76.—, am 24. 8. RM 82.—, insgesamt RM 158— Flugzeug Nr. 9 „Starkenburg‘“, Führer Neininger, am 18. 8. RM 47.— RM 47— Flugzeug Nr. 16 „Elida“, Führer Hurttig, am 12. 8. RM 33.—, am 24.8. RM 72.—, insgesamt RM 105.— Flugzeug Nr. 17 „Kassel“ Führer Kegel, am 9. 8. RM 100.— RM 100.— Flugzeug Nr. 19 ,M.S.2 Aachen“, Führer Mayer, am 9.8. RM 50.—, am 12. 8. RM 17.—, am 18. 8. RM 103.—, am 18. 8. RM 150.—, insgesamt RM 320.— Flugzeug Nr. 23 „Jupiter“, Führer van Husen, am 12. 8. RM 75.—, am 17. 8. RM 300.—, insgesamt RM 375.— Flugzeug Nr. 32 „Fafnir“, Führer Groenhoff, am 22. 8. RM 74.— RM 74.— Außerdem anerkannte das Preisgericht zu der Tagesausschrei- bung vom 17. 8. 30 für eine dem Flugzeug Nr. 23 gleichzuwer- tende Leistung dem Flugzeug Nr. 19 „Aachen“, Führer Mayer, RM 300.— Es beauftragt weiterhin die RRG, die Hamburg-Amerika-Linie zu bitten, auch dem Führer Mayer für diese Leistung eine Dampferfreifahrt gewähren zu wollen. Flugprämien über die ausschreibungsgemäß zuerkannten Preissummen hat das Preisgericht aus den weiterhin zur Verfügung gestellten Geldmitteln nachfolgende Flugprämien zu- erkannt: a) Dauerprämien: 1. Flüge von mehr als 3 Stunden Dauer pro Flug RM 75.—. Flugzeug 8 „Darmstadt“ RM 225.—, Flugzeug 15 „Luftikus“ RM. 150.—, Flugzeug 19 „Aachen“ RM 75.—, Flugzeug 20 „M 1“ RM 75.—, Flugzeug 21 „M 1a“ RM 150.—, Flugzeug 23 „Ju- piter“ RM 75.—, Flugzeug 22 „Hols der T.“ RM 75.—, Flug- . Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 305 b) zeug 35 „Dresden“ RM 75.—, Flugzeug 39 „Stuttgart“ RM 75.—, Flugzeug 10 „Karlsruhe RM 75.—, Flugzeug 14 „Mainberg“ RM 75.— 2. Flüge von mehr als 2 Stunden Dauer pro Flug RM 50.—. Flugzeug 1 „Wien“ RM 50.—, Flugzeug 8 „Darmstadt“ RM 50.—, Flugzeug 10 „Karlsruhe“ RM 100.—, Flugzeug 15 „Luftikus“ RM 100.—, Flugzeug 19 „Aachen“ RM. 50.—, Flug- zeug 23 „Jupiter“ RM 50.—, Flugzeug 38 „Württemberg“ RM 50.— 3. Flüge von mehr als 1 Stunde Dauer pro Flug RM 25.—. Flug- zeug 1 „Wien“ RM 25.—, Flugzeug 11 „Kakadu“ RM 25.—, Flugzeug 14 „Mainberg“‘ RM 125.—, Flugzeug 19 „Aachen“ RM 25.—, Flugzeug 21 „M 1 a“ RM 25.—, Flugzeug 29 „Lud- wigshafen“ RM 25.—, Flugzeug 32 „Fafnir“ RM 50.—, Flugzeug 33 „München“ RM 25.—, Flugzeug 35 „B 9“ RM 25.—, Flug- zeug 37 „Min. Leusch.“ RM 50.—, Flugzeug 38 „Professor“ RM 50.-, Flugzeug 39 „Stuttgart“ RM 50.—, Flugzeug 40 „Württemberg“ RM 25.— Höhenprämien. 1. Flüge mit mehr als 600 m über Start pro Flug RM 75.—. 1 „Wien“ RM 150.—, 8 „Darmstadt“ RM 150.—, 14 „Mainberg“ RM 75.—, 15 „Luftikus“ RM 150.—, 32 „Fafnir“ RM 150.—, 19 „Aachen“ RM 75.— 2. Flüge von mehr als 350 m Höhe über Start pro Flug RM 25.—. 1 „Wien“ RM 25.—, 7 „Frankfurtia“ RM 50.—, 8 „Darmstadt“ RM 25.—, 11 „Kakadu“ RM 25.—, 15 „Luftikus“ RM 75.—, 16 „Elida“ RM 25.—, 21 „M 1“ RM 75.—, 23 „Jupiter“ RM 25.—, 29 „Ludwigshafen“ RM 25.—, 32 „Fafnir“ RM 25.—, 38 „Würt- temberg‘“ RM 25.—, 39 „Stuttgart“ RM 25.— :c) Streckenprämien. «d ee .e) 1. Das Preisgericht anerkennt für den Flug nach Rehau 150,3 km dem Flugzeug Nr. 1 „Wien“ Führer Kronfeld 2. Flüge von mehr als 40 km Entfernung pro Flug RM 100.—. 1 „Wien“ RM 200.—, 7 „Frankfurtia“ RM 100.—, 16 „Elida‘ RM 200.— 3. Flüge von mehr als 20 km Entfernung pro Flug RM 50.—. 11 „Kakadu“ RM 50.—, 19 „M 2“ RM 50.—, 32 „Fafnir“ RM 50.—, 16 „Elida“ RM 50.— Startprämien pro Start RM 15.—. 1. Uebungswettbewerb. 5 „Weimar“ RM 75.—, 6 „Thüringen“ RM 45.—, 7 „Francofurtia“ RM 75.—, 8 „Darmstadt“ RM 210.—, 10 „Karlsruhe“ RM 120.—, 11 „Kakadu“ RM 135.—, 14 „Main- berg“ RM 165.—, 15 „Luftikus“ RM 315.—, 20 „Mi“ RM 75.—, 21 M la Aachen“ RM 120.—, 22 „Hols der Teufel“ RM 30.—, 25 „Bönnsche Jung“ RM 60.—, 26 „Präsident Martin“ RM 30.—, 29 „Ludwigshafen“ RM 45.—, 33 „München“ RM 105.—, 35 „B 9“ RM 90.—, 37 „Minister Leuschner“ RM 135.—, 38 Pro- fessor“ RM 180.—, 39 „Stuttgart“ RM 75.—, 40 „Württem- berg“ RM 105.— 2. Lgistungswettbewerb. 1 „Wien“ RM 180.—, 9 „Starkenburg“ RM 75.—, 16 „Elida“ RM 75.—, 17 „Kassel“ RM 105.—, 10 „Aachen“ RM 135.—, 23 „Jupiter“ RM 45.—, 24 „Meinin- gen“ RM 30.—, 32 „Fafnir“ RM 165.— Gruppen- und Führerpreise. 1. Prämie für den Milseburgflug, gestiftet von der Stadt Gersield, dem Flugzeug Nr. 32. „Fafnir“, Führer Groenhoff 2. Schwabenpreis, gestiftet vom Württembergischen Wirtschafts- ministerium, dem Flugzeug Nr. 8 „Darmstadt“, Führer Starck für den Flug am 24. 8. mit 7 Stunden 50 Min. 3. Prämien des Hessischen Staatspräsidenten und des Hessischen Ministeriums des Innern, dem Flugzeug Nr. 9 „Starkenburg“ dem Flugzeug Nr. 37 „Minister Leuschner“ RM 1125.— RM RM RM RM RM RM RM 450.— 525.— 750.— 425.— 750.— 500.— 200.— RM 2 190. — RM RM RM RM RM 810.— 500.— 750.— 300.— 300.— Seite 306 „FLUGSPORT“ Nr. 18 4. Prämie des Thüringischen Wirtschaftsministeriums. Luftfahrt- vereinigung Meiningen RM 50.—, Flugwissenschaftliche Ver- einigung Frankenhausen RM 50.—, Otto Patenge, Bruno Preller, Weimar, RM 50.—, Bernhard Bräutigam, Frankenhau- sen, RM 50.— RM 200.— 5. Prämie des Forschungs-Instituts der RRG. dem Flugzeug ‚„Luf- tikus“, Führer Bedau, für seinen Flug am 24. 8. RM 300.— 6. Strekenforschungsprämien dem Führer Mayer des Flugzeuges Nr. 7 „Francofurtia“ für den Wolkenstreckenflug am 24.8. RM 150.— dem Führer Hurttig auf Flugzeug Nr. 16 „Elida“ für den Ge- witterfrontflug am 13. 8. RM 150.— 7. Hiedemannprämie, für beste Leistung eines bayerischen und württembergischen Segelfliegers, a) dem Führer Hemmer, Flugzeug Nr. 14 „Mainberg“ RM 250.— dem Führer Röhm des Flugzeuges Nr. 39 ‚Stuttgart‘ RM 250.— Ehrenpreise, 1. Hindenburgpokal, für beste Gesamtflugleistung: Flugzeug Nr. 1 „Wien“, Führer Kronfeld. 2. Prinz-Heinrich-Rhön-Wanderpreis der Lüfte: Flugzeug Nr. 15 „Luftikus“, Führer Bedau, für seinen Flug am 24. 8. mit 1640 m Höhe über Start. 3. Bad-Homburg-Pokal. Wanderpreis zum Gedächtnis von Johannes Nehring, für Segelflieger deutscher Staatsangehörigkeit: Flugzeug Nr. 16 „Elida“, Führer Hurttig, für den Flug am 13. 8. nach Bischofsrot mit 51,1 km, 4. Milseburg-Wan- derpreis. Nehring-Erinnerungspreis des Kreises Gersfeld: Flugzeug Nr. 32 „Faf- nir“, Führer Groenhoff. 5. Ehrenurkunde der WGL und silberne DLV-Plakette: Flugzeug Nr. 15 „Luftikus“, Führer Bedau. 6. Verfassungstagsurkunde vom Reichsinnenministerium, für die beste Tagesleistung des Uebungswettbewerbs am Verfassungstage: Dem Führer des Flugzeuges Nr. 38, Ruch, außerdem erhalten Ehrenurkunden die Führer Kronfeld, Mayer, Bedau, Starck, Hemmer. 7. Aeroklub von Deutschland, einen silbernen Zigarettenkasten: dem Führer Mayer. 8. Ring der Flieger: 2 Paar Manschettenknöpfe, davon: 1 Paar dem Führer Ruff, 1 Paar ‚dem Führer Krebs; ferner: ein Richthofenbild: dem Führer Krebs. 9. Deutsche Lufthansa: 5 Streckenflüge erhalten je einen Führer Preller, Peters, Röhm, Bräu- tigam, Bedau. 10. Luftschiffbau Zeppelin: Einen Zeppelin-Freiflugschein dem .Führer Starck vom Flugzeug Nr. 8 „Darmstadt“. 11. Wiesbadener Automobilklub: Einen Pokal erhält die Fliegergruppe Dresden. 12. Telefunkengesellschaft: Einen Radioapparat dem Führer Groenhoff. 13. Generaldirektor Dr. Herrmann: Dem Führer Kaufmann vom Reichsbahn-Turn- und Sportverein Fulda ein Kaffee-Ser- vice. 14. Hotel Kurfürst, Fulda: Einen silbernen Zigarrenkasten dem Führer Hem- mer; ferner: Einen silbernen Zigarettenkasten dem Führer van Husen. 15. As- kaniawerk, Berlin: Ein Fernglas dem Führer Starck. 16. von Waldthausen, Gers- feld: Glaskaraffe mit Adlerkopf dem Führer Hurttig. 17. Georg Herte, Berlin: Ein silberner Pokal der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt. 18. Kienzle, Cannstatt: Eine Borduhr dem Führer Bräutigam. 19. Kampschulte, Solingen: 50 m Startseil der. Akademischen Fliegergruppe Karlsruhe. 20. Mittelrheinischer Verein für.Luftfahrt, Wiesbaden: 2 Stoppuhren, davon erhält je ein Stück Führer Pätz, Führer Jachtmann. 21. Fiat-Vertretung, Fulda: 2 Stoppuhren, davon erhält je ein Stück Führer Ruch und Führer Hofmann. 22. Leipziger Neueste Nachrich- ten: Ehrenplakette dem Führer Muschick. 23. Frankfurter Nachrichten: Plakette dem Führer Flinsch vom Flugtechnischen Verein. 24. Söhnlein A.-G.: 2 Doppel- flaschen Sekt dem Führer Kronfeld. 25. Christ, Meiningen: Ein Pokal der Alten: die Hessenflieger, Verein für Luftfahrt, Darmstadt. 26. Kantorowicz, Berlin: Eine Flasche Likör dem Badisch-Pfälzischen Luftfahrtverein, Mannheim; eine Flasche Orangeade der Akaflieg, Stuttgart. -27. Asbach & Co.: 12 Flaschen Cognak; davon erhält je eine Flasche: Flugwissenschaftliche Vereinigung Frankenhausen, Flug- technischer Verein Frankfurt, Akademische Fliegergruppe Darmstadt, Akademische Fliegergruppe München, Berliner Segelflugverein, Niederhessischer Luftfahrtverein Kassel, Luftfahrtverein Aachen, Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen, Aka- demische Fliegergruppe Göttingen, Luftfahrervereinigung Meiningen, Institut für Leibesübungen Bonn, Württembergischer Luftfahrt-Verband Stuttgart. Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 307 Sport- und Gebrauchsflugzeug Hüffer HB 28a. Der neue Hochdeckertyp HB 28a ist von Jul. Hüffer, Münster i. W., aus dem Muster HB 28 entwickelt worden und weist durchgreifende Verbesserungen auf. Absichtlich ist die Hochdecker-Bauart beibehal- ten worden, da diese für die Verwendungszwecke des Flugzeuges we- sentliche Vorteile ergibt. Die außerordentlich guten Sichtverhältnisse des Hochdeckers machen diesen als Sport- und Schulmaschine sehr geeignet, zumal das Landen hierdurch sehr erleichtert wird. — Für Lichtbildaufnahmen, zumal Senkrechtaufnahmen, ist der Typ bestens zu verwenden; auch eignet sich der durchgehende Flügel gut für Reklamebeschriftung. — Für den Aufbau der Zelle ist die Gemischtbauweise gewählt wor- den, da einerseits bei dieser Bauart Reparaturen leicht ausführbar sind, andererseits die Herstellungskosten niedrig gehalten werden können. Trotzdem ist aber auf beste Werkstattarbeit, gediegenes Aeußeres und zweckmäßige Inneneinrichtung der Maschine besonderer Wert gelegt worden. — Die Flugeigenschaften der Maschinen sind denkbar gute: auch wurden die Abnahmebedingungen der DVL anstandslos erfüllt. Der Typ ist jetzt von der neugegründeten Hüffer-Flugzeugbau G. m. b. H., Münster i. W., in Fabrikation genommen worden. — Zur Oben: Taufe eines neuen Hüffer-Hochdeckers, Typ HB 28a der Luftfahrtvereini- gung Münster i. W. durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen in Gegen- wart des Reichsverkehrsministers und des Staatsministers a. D. Dominicus in Münster i. Westf. Unten: Seitenansicht, oben im Fluge. Seite 308 „FLUGSPORT“ Nr. 18 Zeit ist diese Maschine die kleinste zweisitzige Sportmaschine Deutsch- lands; ihre Spannweite beträgt nur 9,70 m. | Der Rumpf ist in Stahlrohr-Gitterfachwerkkonstruktion ausze- führt, nur die hinteren Querfelder sind drahtverspannt. Zur Aufnahme der Fahrwerk-Halbachsen ist ein Stahlrohrbock unter dem 2. und 3. kumpfspant angeschweißt. Um das Einsteigen in den vorderen Gast- raum zu ermöglichen, ist die Backbordrumpfwand mit einer Einsteig- tür versehen. Die beiden Sitze haben getrennte Sitzausschnitte. Der Aufbau des Rumpfes ist so hoch gezogen worden, daß die Insassen gegen Fahrtwind vollkommen geschützt untergebracht werden konn- ten, Die Abdeckung des Rumpfes ist von vorne bis zum Führersitz in Aluminium ausgeführt, vom Führersitz bis zum Höhenleitwerk ist ein abnehmbarer Elektronrücken aufgeleet worden. Die Rumpfwände und der Boden sind mit imprägniertem Leinen bespannt. Die Sitz- rahmen sind aus Dural-Winkel-Rahmen mit eingenietetem Duralblech verfertigt und in diese Schaumgummi-Rück- und- Sitzkissen eingelegt und befestigt. Die Steuerung ist als geschlossenes Doppelsteuerungs-Aggregat in den Rumpf eingesetzt und mit einigen Bolzen an den unteren Rumpf- querstäben befestigt. Die Fußhebel sind verstellbar, die vordere Steue- rung mit einigen Griffen leicht zu entfernen. Fußhebel sowie Steuer- knüppel sind aus Duralrohr. Die Leitwerke sind aus dünnwandigem Stahlrohr hergestellt, auto- gen verschweißt und mit imprägniertem Stoff bespannt. Querruder und Höhenruder sind nicht ausgeglichen, Seitenruder mit Ausgleich ver- sehen. Höhenflosse zum Rumpf abgestrebt. Sämtliche Lager mit Preß- nippelschmierung. Das Fahrwerk hat zwei Halbachsen, die seitlichen Fahrwerkschen- kel sind scharnierartig am Rumpf befestigt und aus profiliertem Stahl- rohr hergestellt. Die Achsen sind mit ihren unteren Enden wiederum gelenkig mit den Schenkeln verbunden, mit ihren oberen Enden über Führungsrohre geschoben, welche an dem Rumpfbock kardanisch an- geschlossen sind. Zwischen Rumpfbock und Achsenden ist dann bei- derseitig je eine Federungsbatterie eingeschaltet, welche aus Gummi- wicklung besteht. Die Räder sind mit Bremsen versehen. Der Sporn besteht aus Profilstahlrohr und ist gelenkig unter dem Rumpfende be- jestigt. Zur Abfederung dient Gummikabel. Der freitragende Flügel ist dreiteilig und ganz in Sperrholz aus- geführt. Das Mittelstück, in welches der Hauptbenzinbehälter aus Elektron eingelassen ist, ist direkt mit den Stahlrohr-Rumpfpyramiden und Abstützstreben durch kardanische Beschläge verbunden. Die bei- derseitigen Flügelenden sind dann durch Beschläge an dem Mittelstück befestigt und im Bedarfsfalle abnehmbar. — Die Holme sind als Kasten- holme ausgebildet, die Rippen in Stäbchenkonstruktion hergestellt. Der Flügel ist von Oberseite-Hinterholm über die Nase hinweg bis zur Unterseite-Hinterholm mit Sperrholz beplankt. — Die Flügelenden. können in abgenommenem Zustande für den Transport seitlich am Mit- telstück. befestigt werden. Der Motor ist in eine Duralmotorplatte eingebaut, welche mit ‘Schrauben am Rumpfgerüst befestigt ist und leicht ausgewechselt wer- den kann. Als Motortyp wird bei dem Muster der Siemens SH 13a verwendet, welcher eine Normalleistung von 80 PS entwickelt. Außer dem Hauptbenzinbehälter sind noch ein Benzin-Neben- und ein Oeltank aus Aluminium vorhanden, welche im Rumpf untergebracht sind. Der 1 assagiersitz ist vom Motorraum durch eine Duralbrandplatte ge- trennt. — Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 309 Als Spezialausführung wird das Muster unter der Bezeichnung HB 28b mit dem 5-Zyl.-110-PS-,Genet-Major“ geliefert. Spannweite 9,70 m, Länge 6,20 m, Höhe 2,40 m, Tragfläche 14,50 m?, Rüstgewicht 370 kg, Zuladung 230 kg, Fluggewicht 600 kg, Flächenbelastung 41,38 ke/m?, Leistungsbelastung 7,5 ke/PS (bei 80 PS), Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, Reisegeschwindigkeit 145 km/h, Landegeschwindigkeit 70 km/h, Steigzeit 1000 m in 7 Min., Gip- felhöhe 4000 m, Inhalt des Hauptbenzintanks 65 1, des Nebenbenzin- tanks 15 I, des Oeltanks 15 I, Flugbereich 550 km, Bruchlastfaktor 7,5. Abmessungen des zusammengelegten Flugzeuges: Breite 2,95 m, Höhe 2,40 m, Länge 6,20 m. Amerikanisches Towle-Flugboot. Dieses Kabinenflugboot, welches auch als Amphibien-Flugzeug geliefert wird, ist von der Towle Aircraft Co., Detroit, Michigan, ge- baut. Zum Antrieb dienen zwei 225-PS-Packard-Dieselmotoren, die über dem Flügel angeordnet sind. Der Passagierraum faßt 10 Flug- eäste. Leergewicht 1750 kg, Gewicht mit 45 1 Schmieröl, 400 1 Be- triebsstoff-Oel und 10 Fluggästen ä 76 kg, belastet 2600 kg. Maximal- Geschwindigkeit 300 km, mittlere Geschwindigkeit 160 km, Steig- fähigkeit 195 m/Min. Startzeit 16 Sek. Gipfelhöhe mit 2 Motoren 3600 m, mit einem Motor 800 m. Preis als Flugboot 30000 Dollar, als Amphibien 32 500 Dollar. Amerikanisches Towle-Aircraft-Flugboot mit zwei Packard-Dieselmotoren Schulgleiter „Spatz“, Hamburg. Das Flugzeug gleicht etwa dem von Lippisch Stamer entworfenen „Baby“. Die Fläche hat einfache, in der neutralen Faser durchbohrte Brettholme, deren Sicherheit 9,5 ist. Durch die Flächentiefe von 1,5 m ergeben sich gute Holmhöhen, die bei relativ geringem Holmgewicht diesen Sicherheitsfaktor gestatten. Von der Flügelwurzel bis zum Stielagschluß des Flügels erfolgt die Kraftübertragung der Horizontal- kräfte durch einfache Zug- und Druckrippen, die unter ungefähr 45° zur Flugrichtung verlaufen; hinter dem Anschluß erfolgt sie durch be- sonders kräftige Rippen, die gleichzeitig die Torsionskräfte in die Streben leiten. Das Feld an der Flügelwurzel ist, wie die Flügelnase, mit Sperrholz beplankt; in ihm ist zur Kontrolle des Flügelinnern und der Steuerzüge eine Klappe angebracht. Die kräftigen Flügelstiele besitzen einen senkrecht zur Flugrich- tung laufenden Steg mit Kiefernholzgurten. Die Knicksicherheit ist trotz geringen Gewichtes 19fach. Die Verbindung von Boot und Leitwerk erfolgt durch den vom „Baby“-Typ bekannten Tetraeder, der nach Lösen der Steuerzüge Seite 310 „FLUGSPORT“ Nr. 18 und Abnehmen des Leitwerks in die Flächenebene geklappt wird, so daß für die Unterbringung des Flugzeuges nur eine Torweite von 2,7x1,6 m nötig ist. Die Montage bzw. Demontage dauert ca. 4 Min. Durch die große Dämpfungsflosse ist das Flugzeug sehr längsstabil und ist längere Zeit ohne Berühren der Steuerung geflogen worden. Alle Ruder außer dem Seitenruder sind reichlich bemessen: eine große Wendigkeit um die Ver- tikal-Achse ist auch nicht er- wünscht, da in unserem wal- digen Fluggelände fast jeder gröbere Steuerfehler mit gro- Ben Rudern bei der Anfänger- schulung zum Bruch führte. Die Landung erfolgt bei großem Anstellwinkel mit sehr geringer Geschwindig- keit auf dem hinteren Boots- teil; ein Schwanzsporn hat sich als unnötig erwiesen. Spannweite 10 m, Länge über alles 5,5 m Höhe, Höhe 1,58 m, Flächeninhalt 17,7 m’, Leergewicht 100 kg, Flächen- belastung 9,6 kg/m’. Schulgleiter Spatz des Flugtechn. Vereins Hamburg, Konst. Ing. Schehak. Von Gronaus Transozeanilug auf Dornier Wal. Von Gronau startete mit dem Dornier Wal „D 1422“ am 19. August von Trangisvaag auf den Färöer Inseln. Er traf 18 Uhr auf Reykjavik ein. Am 22. setzte er seinen Flug nach Südgrönland fort, wo er in Ivig- tut nachm. 16.30 Uhr landete und am 23. nach Cartwright an der Süd- spitze von Labrador weiterflog. Er traf dort 8 Uhr vorm. MEZ ein, startete nach kurzem Aufenthalt am 24., 7.45 Uhr Ortszeit (13.45 Uhr MEZ) und wasserte in Queensport Harbour, Neuschottland, um 1.45 Uhr (19.45 Uhr MEZ). Der Weiterflug erfolgte um 5.50 Uhr ostameri- kanische Zeit (11.50 Uhr MEZ), Ankunft in Halifax, Neuschottland, 22 Uhr. Weiterflug von Halifax 9.50 amerik. Z., Wasserung im Neu- yorker Hafen 15.45 Uhr. Von Cartwright war das Flugzeug in ständi- ger Verbindung mit den kanadischen drahtlosen Stationen. Das Flugzeug wurde im Neuyorker Hafen mit großer Begeiste- rung und Sirenengeheul begrüßt. Es ist das erste Mal, daß ein Flug- zeug bei einem Atlantikflug bis zum Neuyorker Hafen flog. Die Besatzung bestand aus von Gronau als Führer, dem 2. Führer Zimmer, dem Mechaniker Franz Hack und dem Funker Fritz Albrecht. Das von Wolfgang von Gronau verwendete Zweimotoren-Flug- boot Dornier Wal (2mal 500 PS BMW) ist bereits sechs Jahre im Dienst. Es wurde 1924 im Auftrage des Nordpolforschers Roald Amundsen gebaut und von ihm zu seinem berühmten Fluge nach dem Nordpol im Jahre 1925 benutzt. Während das eine Flugboot „Wal N 24“ im Eise zurückgelassen werden mußte, konnte „N 25“, der heute von Gronau benutzte Wal D 1422, wieder starten und brachte die Be- satzung beider Flugboote nach Spitzbergen und der norwegischen Hauptstadt zurück. Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 311 Die außerordentlichen Anforderungen, welche bei diesem Fluge an die Maschine gestellt wurden, waren in Form von Verbeulungen, verursacht durch Eispressungen, wohl sichtbar, beeinträchtigten jedoch die Eigenschaften des Flugzeuges in keiner Weise. In den folgenden Jahren machte der Nordpol-Wal unter Führung des norwegischen Oberlt. Lützow-Holm eine Reihe von Erkundungs- flügen von Oslo nach England und Holland, um zwei Jahre nach der Rückkehr vom Nordpol von den Dornier-Werken wieder zurückerwor- ben zu werden. 1927 wurden die im Flugboot befindlichen englischen Rolls-Royce-Motoren gegen zwei 450-PS-Napier-Lion-Motoren aus- gewechselt. Der englische Flieger Courtney benutzte darauf das Flug- boot zu dem Versuche einer Atlantiküberquerung, der jedoch wegen ungünstiger Witterung auf dem Wege nach den Azoren abgebrochen werden mußte, worauf der Wal wieder nach Friedrichshafen zurück- geflogen wurde. Es erfolgte hierauf ein neuer Motorenwechsel, und wurden die heute in der Maschine befindlichen 450/600-PS-Motoren der Bayer. Motoren-Werke, München, eingebaut. Die Maschine ging darauf in den Besitz der Deutschen Verkehrs- fliegerschule Warnemünde über und machte bereits 1928 unter Füh- rung des Herrn von Gronau einen Rundflug List—Färöer Inseln—Ber- gen—Oslo—List, 1929 einen Flug nach Island und zurück und in die- sem Jahre größere Flüge, worunter einer nach Helsingfors, Finnland. Daß die gleiche Flugboottype Dornier-Wal bereits zweimal den Sidatlantik, das erste Mal 1926 unter Führung des spanischen Majors Franco, das zweite Mal unter dem portugiesischen Major Sarmento de Beires 1927, überquert hat, dürfte ebenfalls noch in Erinnerung sein. Fernfliegen im Leichtflugzeug. Erfahrungen aus dem Islandflug mit D 1753. Die Grenzen zwischen normalem Tourenflug und sportlichem Langstreckenflug verändern sich sehr schnell. Was vor zwei Jahren noch als ausgezeichnete Leistung galt, wird heute von vielen Fliegern als normale Tagestour betrachtet. Als Langstreckenflug im Leichtflugzeug kann man heute bezeich- nen: Tagesetappen von mehr als 1000 Kilometer, besonders mit ein- geschlossenen Ueberseestrecken. Ein solcher Flug erfordert sorgfältigere Vorbereitungen als ein normaler Ueberlandflug. Man muß sich auf die Zuverlässigkeit des Motors und der Navigationsinstrumente absolut verlassen können. Wolf Hirth z. B. unternahm vor dem großen Flug mehrere Probe- flüge, darunter einen Fernflug zur Insel Man in der Irischen See und einen Dauerflug über 25 Stunden und 11 Minuten. Maschinen und Motor müssen vorher zerlegt und geprüft werden. Der Startweg der vollbeladenen Maschine ist festzustellen, um später, wenn keine richtigen Flughäfen zur Verfügung stehen, die Starteienung von Plätzen einwandfrei beurteilen zu können. D 1753 hatte für große Strecken einen Brennstoffvorrat von 300 I an Bord. Mit zwei Mann Besatzung, Oel, Werkzeug und Gepäck be- trug das höchste Startgewicht etwa 800 kg, entsprechend einer Flä- chenbelastung von 40 kg/m? und einer Leistungsbelastung von 20 kg/PS, auf Dauerleistung bezogen. Auf hartem, ebenem Boden betrug der Startweg bei diesem Gewicht etwa 500 Meter. Das Flugzeug war eine normale Klemm L 251 mit Neunzylinder- Sternmotor Salinson Ad 9, Dauerleistung 40 PS, Spitzenleistung 50 PS. Der Brennstoffverbrauch beträgt, je nach Beanspruchung des Motors, Seite 312 „FTLUGSPORT“ Nr. 18 zwischen 14 und 17 Liter in der Stunde. Das ergibt bei einem Vorrat von 300 l eine Reichweite von 18 bis 20 Stunden. Die Reisegeschwin- digkeit ist etwa 110 km/Std., so daß sich ein (theoretischer) Aktions- radius von 1900 bis 2200 km ergibt. Die Instrumenten-Ausrüstung bestand aus den üblichen Anzeigern für Staudruck, Motordrehzahl, Oeldruck, drei Höhenmessern (darun- ter einem Askania für Höhen bis zu 500 m), zwei Kompassen — ein Glockenkompaß von Zürn und Jackenkroll, ein Askania mit Drauf- sicht, der sich besonders gut hielt — und einem Askania-Wendezeiger. Blindfliegen kommt für den Sportflieger normalerweise kaum in Be- tracht. In nördlichen Breiten und über See muß man aber mit ört- lichen Nebeln rechnen und sich entsprechend einrichten. Die Instru- mente sind aber nur von Nutzen, wenn man sich wirklich darauf ein- geflogen hat. Die Brennstoffbehälter waren in den Flügeln untergebracht. Aus diesen Behältern wurde das Benzin in den Hilfstank gepumpt, aus dem es unter Gefälle dem Vergaser zufloß. Brennstoffleitungen und Handpumpen waren zur Sicherheit doppelt vorhanden. Durch das regelmäßige Nachfüllen des Falltanks hat man eine genaue Kontrolle des Bremnstoffverbrauchs. Ein Kartenmaßstab von 1800000 ist gewöhnlich ausreichend. Bei größerem Maßstab werden die Blätter zu unhandlich. Bei nicht zu komplizierter Fliegerei, z. B. eine Küstenlinie entlang, kommt man mit Maßstäben bis zu 1:5000000 gut aus. Bei Verwendung so klei- ner Maßstäbe schadet es nichts, wenn man aus Karten größeren Maß- stabs in bestimmtem Abstand, etwa alle 250 km, Ausschnitte macht. Bei Seeflügen ist die Verwendung von Seekarten angebracht, auf denen Mißweisungen und Gebiete lokaler magnetischer Störungen eingetragen sind und die in Profilzeichnung charakteristische Punkte der Küste, Vorgebirge usw. zeigen. In England gibt es von der all- gemeinen Uebersichtskarte eine Umdruckausgabe für Flieger, auf der Sperrgebiete und Flugplätze angegeben sind. Für die 1220 km lange Strecke von der Swanbister-Bay auf den Orkneys bis nach Kaldadarnes auf Island, von denen 900 km über See führten, brauchte D 1753 12 Stunden und 4 Minuten, Start 9.37 M.E.Z., Landung 21.41 M.E.Z., 19.41 Ortszeit. Bei einer mittleren Motordrehzahl von 1750 in der Minute hielt sich der Brennstoffverbrauch in den errechneten Grenzen. Nach der Landung auf Island hatte D 1753 noch Brennstoff für 7 Flugstunden in den Tanks. Verwendet wurde ein Leichtbenzin 680/700 der Deutsch- Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft, das trotz der großen Dean- spruchung im Motor keine Ueberhitzungserscheinungen hervorrief. Der Oelverbrauch (Castrol XXL) war wesentlich niedriger als auf früheren Flügen. Der Bosch-Zünder hatte auf dieser Etappe gegen fünfeinhalb Millionen Zündungen auszuführen. Für die Navigation waren die mitgeführten Instrumente ausrei- chend. Allerdings muß. beim Anfliegen eines verhältnismäßig kleinen Objekts der Kurs’ gut gehalten werden. Der Winkel zwischen dem Startpunkt auf.den Orkneys und den äußersten Enden Islands beträgt nur 23 Grad. Die Mißweisung beträgt bei den Orkneys 17 Grad, vor Island aber 26 Grad nach Westen. Die Kompasse waren vorher kom- pensiert und mit Steuertabelle versehen worden. Wichtig ist die Peilung der Abtrift über See. Man verwendet dazu Peilbomben mit Schwimmkörper, aus der Rauchfahne ist die Wind- richtung ersichtlich, mit der Stoppuhr kann aus bestimmter Höhe die Schnelligkeit über Grund gemessen werden. Die Differenz zwischen Nr. 18 „FLUGSPORT"“ Seite 313 der gemessenen und der bekannten Flugzgeschwindigkeit ist die Wind- stärke. . In unserem Fall versagten sämtliche Peilbomben. Durch Auf- scheuchen von Möwen gelang es, die Windrichtung festzustellen; die Windstärke mußte geschätzt werden. Die Abweichung vom vorge- nommenen Kurs betrug 30 km nach Nordost. Bei 900 km Seestrecke sind das drei Prozent. Die angetroffenen Windrichtungen waren: West, Ost, Nordost, Nordwest, Nordost. Durchschnittliche Stärke 25 bis 30 km/Std., der Nordwest hatte bis zu 50 km/Std. Zweimal wurden Nebelstreifen von geringer Ausdehnung durchflogen. Auf etwa 61 Grad Nord und 9 Grad West wurden die Färöer auf 100 km Distanz gesichtet. Später war der Himmel vollkommen bewölkt, und bei Annäherung an Island sank die Sicht bis auf etwa 5 bis 10 km. Astronomische Observation und Funkpeilung kommen für den Sportflieger auch auf Ueberseestrecken vorläufig kaum in Frage. Die erforderlichen Geräte sind schwer und unhandlich und erfordern große Uebung, wenn brauchbare Resultate erlangt werden sollen. Strecken, auf denen diese Navigationsgeräte unbedingt erforderlich sind, liegen noch außer der Reichweite heutiger Leichtflugzeuge. Was auf Fernflügen auch für den erfahrenen Sportflieger schwie- rig ist, ist die Notwendigkeit, aus Eigenem schwerwiegende Ent- schlüsse zu treffen und schnell durchzuführen. Der beste Startplatz, der in der Nähe von Kirkwall zu finden war, hatte nur 350 m Länge. Er lag am Hang eines Hügels, so daß man eine höhere Beschleunigung der Maschine beim Start annehmen durfte. Zwei Geländeschwellen störten, und gegen die ist das Fahrgestell beim Start heftig angefahren. Eine Rollbahn mußte zurechtgemacht werden. Größere Steine wurden entfernt und zum Auffüllen von Kar- nickellöchern verwendet. Ein Start aus dem engen Feld war nur mög- lich bei Windstille oder Wind aus Südost bis Südwest. Deutsche Flugzeuge in Südwestafrika. In der Luft eine Junkers F 13 zu Besuch aus der Union. Führer Capt. Frye. Am Boden Klemm L 27, 3-Sitzer, Fracht- und Verkehrsflugzeug mit Cirrus M III, seit 9 Monaten mit Erfolg im Land geflogen. Die Maschine kam an diesem Tag von Johannesburg zurück, die ca. 1700 km wurden in 12% Std. zurückgelegt. Führer A. Wöckner, ein Stuttgarter und ehe- maliger Ingenieur der Klemm-Werke. Seite 314 „rLUGSPORT“ Nr. 18 Ein Flug im Gebiet des Nordatlantischen Ozeans wird immer lo- kale Schlechtwettergebiete treffen. Da die Wetterstationen zwischen Europa und Island und auch auf Island sehr weit voneinander entfernt sind, ist es schwierig, den Umfang solcher Gebiete festzustellen und den weiteren Witterungsverlauf vorherzusagen. Ein Flug in diesen Gebieten erfordert eine gewisse meteorologische Erfahrung, um ein- gehende Wettermeldungen beurteilen zu können und danach den Ent- schluß zum Start zu treffen. Oskar Weller. = F-UG? zi rm a No. j 1 Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 56. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A.I.) hat folgende Flugleistun- gen anerkannt: Als Weltrekord: Klasse C Amerika: Lt. Apelle Soucek, auf Flugzeug Wright „Apache“, mit 450 PS Pratt & Whit- ney-Motor, in Washington am 4. Juni 1930: Höhe 13157 m. Als internationale Rekorde: KlasseC: Leichtflugzeuge — 4. Kategorie (Einsitzer bis 200 kg). Ungarn: Ing. Arpad Lampich, auf Flugzeug „Roma“ der Flugsportl. Vereinigung der Techn. Hochschule, mit Motor „Graf Thoroczkay zu 18 PS, auf der geschlossenen Bahn Matyasföld-Menor, am 14. Juni 1930: Entfernung in geschlossener Bahn 1033,368 km. Klasse C bis (Wasserflugzeuge mit 500 kg Nutzlast): Amerika: Boris Sergievsky auf Flugzeug Sikorsky S-38 mit 2 Motoren Pratt & Whit- ney „Wasp“ zu 420 PS, in North Beach, Neuyork, am 15. Juni 1930: Höhe 8037 m Berlin, den 19. August 1930. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. Propellerwerk Hugo Heine beging dieser Tage das Jubiläum seines 20jähri- gen Bestehens. Das im In- und Ausland bekannte Unternehmen hat sich aus kleinsten Anfängen entwickelt. Bis heute wurden über 50000 Luftschrauben her- gestellt. Deutsche Luitspiele 1930. Die Zeiteinteilung für die am 7. September d. J. auf dem Flughafen Tempelhof zum Austrag gelangenden Deutschen Luftspiele 1930 ist festgelegt (Aenderungen vorbehalten). Am Vormittag des 7. Sept. ab 7 Uhr beginnen die Ausscheidungskämpfe und Vorspiele. Um 10.30 Uhr wird das Such- spiel, um 11 Uhr das Ueberlandrennen und um 12 Uhr der Luftbildwettbewerb durchgeführt. Der Hauptteil der Veranstaltung beginnt um 15 Uhr mit der Eröff- nung der Entscheidungsspiele. Es folgen: 15.05 Uhr Ballonaufstieg, 15.10 Uhr Hindenburg-Stafette, 15.45 Uhr Kunstflugwettbewerb und Hindernisziellandung, 16.10 Verfolgungsspiel, 16.25 Höhenschätzen (Preisaufgabe für die Besucher der Deutschen Luftspiele), 16.40 Uhr Geschwaderflug, ausgeführt von Flugzeugen der Deutschen Verkehrsfliegerschule, Braunschweig, 17 Uhr BZ-Rennen, 17.45 Uhr Ballonrammen, 18.15 Uhr Abwurfspiel. Schluß voraussichtlich gegen 19 Uhr. — In einem Programm wird eine vollständige Uebersicht mit genatier Beschreibung Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 315 der einzelnen Spiele gegeben, ferner eine kurze Geschichte der Flugveranstal- tungen in Deutschland. Der Verlauf der Spiele und sämtliche Ergebnisse werden in einer auch dem Laien verständlichen Weise durch die umfangreiche Laut- sprecheranlage des Flughafens bekanntgegeben werden. Dazu kommt als Ergän- zung die Veröffentlichung der Ergebnisse an einem ca. 9 m hohen Anzeigeturm, der von allen Plätzen gut einzusehen sein wird und mit ca. 2 m hohen Ziffern die Resultate verkündet. Schließlich wird auch durch eine Rundfunkübertragung der Hindenburg-Stafette um 15.10 Uhr, die gleichzeitig auf den Lautsprecher in Tempelhof übertragen wird, ein Bild von den Deutschen Luftspielen an die große Oeffentlichkeit gegeben werden. — Ganz besonders wertvoll wird für das Publi- kum die Typenschau sein, welche von dem Veranstalter zusammen mit der Deut- schen Luft-Hansa A.-G. durchgeführt wird. Die Deutsche Luft-Hansa wird sämt- liche Verkehrsflugzeugtypen zur Besichtigung durch die Besucher freigeben und dabei durch Schilder usw. auf die besonderen Eigenschaften jedes Flugzeuges ganz besonders hinweisen. — Während diese Typenschau der Deutschen Luft-Hansa stationär sein wird, führt der Deutsche Luftfahrt-Verband sämtliche deutschen Sportilugzeugtypen durch Vorbeirollen an den Zuschauerplätzen und durch Vor- führungen in der Luft vor. Dabei wird von besonderem Interesse sein, auch zwei Flugzeuge aus den Entwicklungsjahren der Luftfahrt, nämlich Dr.-Gest-Möven aus dem Jahre 1912, kennen zu lernen und mit anderen Sportflugzeugtypen zu vergleichen. Ein Gleit-Segelilug-Wettbewerb auf den Herchenhainer Höhen im Vogelsberg soll am 20. und 21. Sept. stattfinden. Beteiligt sind: Frankfurter flugtechnischer Verein, Berufsschule Frankfurt a. M., Fliegergruppe b. Polytechnikum Friedberg, Hessenflieger-Verein f. Luftfahrt Darmstadt, Verein f. Luftfahrt Gießen und Flug- sport-Vereinigung Offenbach a. M. Zugelassen sind nur Maschinen der Typen „Zögling“ und „Prüfling“ sowie Typen ähnlicher Maschinen. Beginn des Wett-.. bewerbs: Samstag, 20. 9., 12 Uhr, Schluß Sonntag, 21. 9., 18 Uhr. Uniformierung beim DLV. Bei der vorgesehenen Landung des Zeppelin LZ 127 in Bielefeld am 31. August 1930 soll die Segelfliegergruppe zur Hilfeleistung heran- gezogen werden. Dies bot einigen der führenden Leute Gielegenheit, eine Uni- formierung der Segelflieger in Vorschlag zu bringen. Es sollen einheitliche Knickerbockers und Hemden mit einem Abzeichen getragen werden. Wer sich bis zum 31. d. M. nicht zumindest in den Besitz eines derartigen Hemdes (RM 6.—) bringen kann, wird nach Aussage des Jungfliegerwartes nicht auf einen günsti- gen Posten bei der Landung rechnen können, sondern im Hintergrund verschwin- den. Wer also nicht in der wirtschaftlichen Lage ist, sich ein derartiges Hemd zu beschaffen, muß darunter leiden. Die Lieferung wird vermittelt durch den Sohn eines Mitinhabers einer hiesigen sehr großen Wäschefabrik, die es sich auch heute noch erlauben könnte, wenn man von derartigen Kindereien nicht Abstand nehmen kann, dieselben zu stiften. Nebenbei könnte das Geld besser angewendet werden. Bei 30 Mann sind das RM 180.—, das ist ein halber Zögling. Ob die Segelflieger in Zukunft wohl besser fliegen können? X. Ausland. American Airways, Inc. transportierte auf ihren Luftlinien im Monat Juli 49500 kg gegen 46 700 kg im Vormonat. Die Einnahme im Monat Juli betrug 10 178 Dollar. Woligang Hirth ist in Montreal mit dem Schiff eingetroffen. Er läßt alle Rhön- Indianer,„bestens grüßen. Es ist zutreffend, daß die dänische Handelges. für den Einflug nach Grönland 10000 Kronen Einfluggebühr abverlangte. Von deutscher, englischer und isländischer Seite wurde ihm alle Hilfe zuteil. Warum er in Island nicht weiterflog, lag einfach daran, daß er die 10000 Kronen nicht aufbringen konnte, daß sein Leichtbenzin, das er 6 Wochen vorher abgeschickt hatte, nicht eingetroffen war und die Herrichtune eines Startplatzes mangels Zeit und Geld nicht möglich war. Maschine und Motor waren in bester Verfassung. Sie hatten mit der Aufgabe des Planes nicht das Geringste zu tun. Hirth hält nach wie vor den Flug fliegerisch ohne weiteres für möglich. Während seines Aufenthaltes in Island war nicht ein einziges Mal so schlech- tes Wetter, daß er nicht hätte losfliegen können. 647 Std. 28 Min. mit Betriebsstoffversorgung blieben Jackson und O'Brien in der Luft. Sie haben damit den Rekord der Brüder Hunter, 553 Std. 40 Min., ge- Seite 316 „FLUGSPORT" Nr. 18 schlagen. Bekanntlich wurde die erste Dauerflugleistung von Jackson und O'Brien 420 Std. 21 Min., durch die Brüder Hunter überboten. Eine Segelilugschule in Frankreich ist in der Nähe von Toulouse eingerichtet worden. Für den Schulbetrieb sind 12 Schulflugzeuge beschafft. Eine Flugzeug-Ausstellung Oakland 1930 fand vom 28. Juni bis 6. Juli unter der Bezeichnung „Pacific Coast Aeronautical Exposition‘ statt; der Wert der ausgestellten Flugmodelle wird auf mehr als 1 Million Dollar angegeben. Die Aus- stellung, die durch ein gleichzeitiges reichhaltiges Flugschauprogramm sowie durch die Ankunft des Flugzeuges „Southern Cross“, das den Atlantik und die Vereinig- ten Staaten kürzlich überflogen hatte, eine große Besucherzahl anzog, sollte offen- bar das Interesse weiterer Kreise für das Flugwesen und vor allem auch für die Privatfliegerei wecken. Offizielle Mitteilungen des DMSV: Die Luftfahrt-Vereinigung Dolmar e. V., Dolmar-Meiningen, be- antragt ihre Aufnahme in den DMSV. Die Aufnahmebedingungen sind erfüllt. Eventuelle Einsprüche sind binnen 2 Wochen nach Ausgabe der vorliegenden Nummer des „Flugsport“ beim Vorstand zu erheben. D.M.S.V.-Sitzung am 22. Aug. 1930. Der Vorstand berichtet über die mit dem D.L.V. getroffenen Vereinbarungen bezüglich Bauprüferfragen, Stellung des D.M.S.V. gleichbedeutend einer Landes- gruppe des D.L.V., sowie über die in Versicherungsiragen getroffenen Verein- barungen. Es wird beschlossen, daß der Vorstand in einem Rundschreiben an alle D.M.S.V.-Vereine nochmals über Versicherungsfragen eingehend berichtet. Der 2. Vors. berichtet über Bau- und Bauprüferfragen und über die bislang getroffenen Bestimmungen. Er berichtet weiter, daß in Kürze die Bauvorschrif- ten mit Berechnungsanleitungen im Druck erscheinen werden. Es wird beschlos- sen, daß der Vorstand durch Rundschreiben die Mitgliedvereine von dem Er- scheinen der Bauvorschriften in Kenntnis setzt und eine Sammelbestellung er- wirkt. Es entspinnt sich eine Diskussion über die zum Bau empiehlenswerten Flug- zeuge. Das Fehlen einer auch für Vereinszwecke geeigneten Schulsegelmaschine wird betont. Es wird auf die einzelnen zur Verfügung stehenden Typen hinge- wiesen und beschlossen, die Mitgliedvereine durch Rundschreiben im November über die Flugeigenschaften des neuen Trainingstyps „Falke“ der Rhön-Rossitten- Gesellschaft in Kenntnis zu setzen. Unter Hinweis auf die Erschließung des Fluggeländes Herchenhainer Höhe durch mehrere D.M.S.V.-Vereine wird die Erschließung von Schulungsgelände durch mehrere Vereine anempfohlen. Es entspinnt sich eine Diskussion darüber, ob der D.M.S.V. für den kommen- den Winter wiederum eine Schulungsprämie ausschreiben soll. Es wird beschlos- sen, daß der Vortand eine Ausschreibung ausarbeitet, auf Grund deren auch den Modellvereinen Anregung für den Winterbetrieb gegeben wird. In eine Beratung über Modell-Rekorde konnte nicht eingetreten werden, da trotz der Aufforderung im Verbandsorgan lediglich vom Modell- und Segelflugverein Lilienthal in Berlin Unterlagen eingegangen waren. ‚gez. Stamer. Modelle. Schelhasse-Rumpimodell. Besondere Eigenart des Modells ist seine Herstellung aus einem bisher wenig angewandten Material, sog. Aluminiumpapier, welches neuerdings für Deko- rationszwecke im Handel ist. Vorzug dieses Papiers ist seine große Steifigkeit, Festigkeit und geringes Ge- wicht (etwa 1 g/dem?). Der gesamte Rumpf, Flügelnasen, Ruder usw. sind aus Aluminiumpapier her- gestellt. Der Rumpf hat nur zwei Bambusholme und vier Sperrholzspanten. Er ist durch seinen elliptischen Querschnitt gegen Torsion völlig unempfindlich. Der Profilfligel ist einholmig (Bambusholm) und freitragend. Der Gummi- motor arbeitet auf ein Getriebe, bestehend aus sechs gekuppelten Zahnrädern, die sämtlich auf. die Propellerwelle eingreifen. Durch den geringen Querschnitt der sechs einzelnen Gummistränge ist bei 75 cm Hakenabstand eine Aufziehzahl von Nr. 18 „Er LUGSPORT“ Seite 317 etwa 700 Umdrehungen/Min. möglich, in gedehntem Zustande sogar bis 1200. Das Modell hat daher eine sehr große Flugweite. en mn, Spannweite 1750 mm, Länge 1100 mm, Gewicht 680 g, Flächenbelastung 18 g, Propeller 380 mm, Steigung IS 500 mm, Aufziehzahl 700, SR Aufziehzahl gedehnt 1200. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Some present practices in secondary aeronautical education. Bearbeitet von R. Spaulding, herausgegeben von dem Daniel Guggenheim Fund Committee on Elementary and Secondary Aeronautical Education, Neuyork. Erhältlich bei der New York University, Washington Square East, Neuyork, N. Y. Eine Zusammen- stellung der Studienpläne unter Berücksichtigung der Ausbildung in der Flugtech- nik der Universitäten und Hochschulen: Neuyork; Atlanta, Georgien; Boston; Buf- falo; Detroit; Elizabeth, N. J.; Erie, Pennsylvanien; Galt, Kalifornien; Los Angeles, San Franzisko und Seattle, Washington. Gebrauchter, guterhaltener SALMSON-MOTOR 40 PS ERSATZTEILE DAIMLER-BENZ-MOTORZ0PS | | FOPS SALMSON stets am Lager AUTOFLUG, Berlin-Johannisthai zu kaufen gesucht: Angebote’an Flugzeugf. Standop, Flughafen Düsseldorf’ | Neue Erfolge der 38 ) SIEMENS- Flugmotoren Beim DLV-Zuverlässigkeitsflug und Rheinland-Befreiungsflug 1930 erzielten sämtlich’e‘’23 Siemens-Motoren die höchste Wertung von 100°) tür Zuverlässigkeit. Beim Europa-Rundflug 1930 wurde den Siemens-Motoren ebenfalls die höchste Punktzahl für Zuverlässigkeit zuerkannt. Bei keinem der Motoren wurde irgend ein Teil ausgewechselt. Der DLV schreibt: 0... Eines aber ist unbestreitbar, nämlich die Bewäh- rung der deutschen Erzeugnisse, und dies gilt auch für Ihre Motoren, von denen nicht ein einziger Versager Telegramm vom Rundflug: madrid 26. jul. 1930 festgestellt zu werden brauchte. Auf diesen Erfolg | Cine Außerst schwierige strecke des eu- können Sie wirklich stolz sein, und dazu bitte ich meine | °Pa rundfluges pau zaragoza madrid se- aufrichtigsten Glückwünsche entgegennehmen zu villa madrid ist heute mit den sh 13 a von wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung unseren maschinen gut überstanden = (gez.) Dominicus siebel offermann koeppen gothe king... SIEMENS & HALSKE A.-G. FLUGMOTORENWERK BERLIN-SPANDAU / BERLINER CHAUSSEE „Möwe” 10Ositziges Verkehrsflugzeug "Bussard” 6sitziges Verkehrsflugzeug „Sperber’” Asitziges Verkehrsflugzeug „Kiebitz’ Schul-,Sport-u.Kunstflugzg. zeichnen sich durch große Wirtschaftlichkeit, niedrigen Anschaffungspreis, ausgezeichnete Flugeigenschaften und hohe Flugleistungen aus FOGKE-WULF FLUGZEUGBAU A.-G., BREMEN, FLUGHAFEN Se . Iyp RS. Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor. und jedes Flugzeugmuster passend, j in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Kabelwerke G.m.b.H,, Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G., Frankfurt a. M. Nas RN M N, Eu RUNDET 1908 u, HERAUSGEGEBEN \ Ä OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. IT | | INN | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. j XXI. Jahrgang Nr. 19 | 17. September 1930 Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 1. Oktober 193 ee nt SNEIFTENTERENPIER Er Auch Segelflugzeuge! "Man kann nicht behaupten, daß die Gesetzgebung gegenüber der Entwicklung des Segelflugwesens zurückgeblieben ist. In der Verordnung über Luftverkehr vom 19. Juli 1930 Reichsgesetzbl. 1 . S. 363 heißt es: Auf Grund des $ 17 des Luftverkehrsgesetzes vom 1. August 1922 (Reichsgesetzbl. 1 S. 681) wird nach Zustimmung des Reichsrats und eines Aus- schusses des Reichstags verordnet. Unter Absatz "4. Andere Luftfahrzeuge. Zulassung. $ 13. Die Zulassung eines Segelflugzeuges, Freiballons, Fesselballons, Dra- chens oder Fallschirms zum Luftverkehr ist bei der Landesbehörde zu beantragen, in deren Bereich der Antragsteller seinen Wohnsitz hat oder das Luftfahrzeug erstmalig in Betrieb genommen werden soll. Dem Antrag sind beizufügen: 1. der Nachweis, daß die Haftpflicht des Halters durch Versicherung oder Hin- terlegung gedeckt ist ($ 105 ff.); bei Fallschirmen bedarf es der Haftpflicht- deckung nicht, wenn sie nur als Zubehör anderer Luftfahrzeuge benutzt wer- den sollen; bei Freiballonen und Segelflugzeugen außerdem: 2. ein Vorschlag für den Namen, den das Luftfahrzeug führen soll; 3. die Erklärung, daß das Luftfahrzeug in keinem anderen Staate zugelassen oder eingetragen ist. Die Landesbehörde beauftragt einen von ihr bestellten Sachverständigen mit der Prüfung der Verkehrssicherheit, die nach den Bau- und Prüfvorschriften $ 2) vorzunehmen ist. _ Sind die geforderten Nachweise erbracht und ist das Luftfahrzeug verkehrs- sicher, so läßt es die Landesbehörde zum Luftverkehr zu und erteilt darüber einen Zulassungsschein (Anlage 2), der beim Betrieb mitzuführen ist. Einer Eintragung des Luftfahrzeuges in die Luftfahrzeugrolle bedarf es nicht. Im übrigen gilt $ 9 Abs. 1 entsprechend mit der Maßgabe, daß an die Stelle des Reichsverkehrsministers die Landesbehörde tritt. Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das IV. Vierteljahr 1930, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 28. Sept. werden wir diese zuzüglich 30 Pfg. Spesen durch Nachnahme einziehen. Verlag „Flugsport“. Seite 320 „FLUGSPORT“ Nr. 19 Besonders für Segelflugzeuge, Frei- und Fesselballone. $ 14. Segelflugzeuge und Freiballone haben neben dem deutschen Hoheits- zeichen — Buchstabe D — nach näherer Vorschrift der Anlage 2 einen Namen sichtbar zu führen.“ Bisher haben wir das Inkrafttreten der Bestimmungen für Segel- flugzeuge nicht ernst genommen. Wie diese Bestimmungen sich aus- wirken werden, ist noch gar nicht abzusehen. Jedenfalls wird sich die Gesetzgebung nach: der Uebung in der Praxis richten müssen, oder es gibt einen Stillstand in der bisherigen Entwicklung des Segelflugwesens. Engl. Blackburn-Flugboot „Sidney“. Dieses von der Blackburn Aircraft Ltd. gebaute größte englische Marineflugboot ist für Küstenaufklärung bestimmt. Die abgestrebten Flügel und Leitwerksorgane sind in Metallkonstruktion mit Lein- wand bedeckt. Das Boot mit zwei Stufen ist ganz in Metall. Der Flü- gel wird durch einen in Stromlinienform verkleideten Aufbau getra- sen und durch Streben abgefanzen. Die seitlichen Stützschwimmer sind verhältnismäßig nahe am Boot und durch Streben gegen das Mit- telstück des Flügels abgestützt. Das Schwanzende des Bootes ist stark nach oben gezogen, so daß die Leitwerksorgane fast in Höhe des Flügels und Schrauben- strahles zu liegen kommen. Ueber dem Horizontal-Leitwerk liegen drei Ruder ohne Kielflächen. Die drei Rolls Royce F. XII M. S. von je 525 PS liegen vor der Nase des Flügels, die Betriebsstoffbehälter in dem stromlinienverklei- deten Rumpfaufbau. Besatzung zwei Führer, Funker, Mechaniker und M.-G.-Schütze. An der Spitze des Bootes sowie im Hinterteil befindet sich ein M.-G.- Stand. Der mit Fenstern nach allen Richtungen versehene Kabinen- aufbau des Führers gestattet einen vorzüglichen Rundblick. Im Hin- terteil des Rumpfes befindet sich Schlafgelegenheit für drei Personen. Die Abmessungen dieses großen Flugbootes werden zur Zeit noch geheim gehalten. Das Gewicht belastet soll 10000 kg und die Ge- schwindigkeit 190 km betragen. Engl. Blackburn Flugboot „Sidney“ mit drei Rolls-Royce-F. XII.-Motoren. Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 321 Engl. Zweischwimmer-Verkehrsflugzeug „Valetta“ Um die Leistungsfähigkeit von Flugboot und Zweischwimmerflug- zeug vergleichen zu können, gab das englische Air Ministry der Firma Short Brothers, Rochester, den Auftrag, ein Zweischwimmer-Ver- kehrsflurzeug in den gleichen Abmessungen und Motorleistungen wie die „Kalkutta“ zu bauen. Dieses Zweischwimmerflugzeug kann auch in ein Landflugzeug umgewandelt werden. Rumpf, Flügel, Schwimmer sind bis auf die Flügelbespannung ganz aus Metall gebaut. Die Schwimmer haben eine Länge von 12 m und eine Wasserverdrängung von 10 t. Von den drei Jupiter-XIF-Getriebemotoren von je 490 PS ist einer in der Nase des Rumpfes, die beiden anderen unter den Flügeln unter Zwischenschaltung von Gummipuffern aufgehängt, um jedwede Vi- bration von den Flugzeugteilen fernzuhalten. Die Motoren sind mit Gas- und zur Reserve mit Handanlassern ausgerüstet. Die Betriebs- stoffbehälter liegen in den Flügeln, Betriebsstoffzufuhr durch Gefälle. Beide Betriebsstoffbehälter sind miteinander verbunden, so daß die Motoren von jedem Behälter aus gespeist werden können. Für jeden Motor sind besondere, reichlich dimensionierte Oelkühler angeordnet. Führersitze sind während des Fluges durch Handhebel verstellbar. Der Führerraum ist vollständig durch verschiebbare Glasscheiben ver- kleidet. Auch das Dach kann weggeschoben werden. Hinter dem Füh- rersitz befindet sich die Funkerkabine und weiter dahinter der 5 m lange, 1,85 m breite und 1,8 m hohe Passagierraum. Einsteigtüren be- finden sich vor und hinter dem Flügel, ebenso im Dach der Ka- bine eine Hilfsaussteigöffnung. Ausrüstung mit Empfang und Gebe- station Marconi A.D.8. Reichweite für Telefon, 400 km und für Morse- zeichen 600 km. Engl. Zweischwimmer-Verkehrsflugzeug Short „Valetta‘“‘ mit 3 Jupiter-Motoren. Seite 322 oo. “ FLUGSPORT“ Nr. 19 Der Lichtgenerator befindet sich auf dem Dach des Rumpfes direkt hinter dem Führersitz. Das Landfahrgestell von. V-Type hat nur zwei Räder. Abfede- rung durch pneumatische Stoßdämpfer. Das große Seitenruder und die Ausweichfläche besitzen ein besonderes Hilfsentlastungsruder (ver- gleiche die Abbildung). . Spannweite 32,61 m, Länge 21,23 m, Höhe als Seeflugzeug 5,94 m, als Landflugzeug 4,72 m, Flügelinhalt 128,4 m?. Leergewicht einschließ- lich Kabinenausrüstung als Seeflugzeug 6593 kg, als Landflurzeug 6343 kg, zulässige Belastung als Seeflugzeug 7865 kg, als Landflugzeug 3567 kg, Gesamtgewicht als Seeflugzeug 10160 kg, als Landflug- zeug 9910 kg. Betriebsstoffassungsvermögen 1600 1, Flügelbelastung als Seeflugzeug 79,25 kg/m?, als Landflugzeug 77,3 ke/m?, Leistungs- belastung als Seeflugzeug 6,46 kg/PS, als Landflugzeug 6,33 ke/PS. Errechnete Leistungen: Seeflugzeug Maximalgeschwindigkeit 217 km/h, mittlere Geschwindigkeit 169—177 km/h, Minimalzeschwindig- keit 104,5 km/h, Steigvermögen 259 m in der Min., Gipfelhöhe 4880 m, Aktionsradius 835 km. Landflugzeug Maximalgeschwindigkeit 222 km/h, mittlere Geschwindigkeit 169—177 km/h, Minimalgeschwindigkeit 104 km/h, Steigvermögen 268 m in der Min., Gipfelhöhe 5060 m, Aktions- radius 835 km. Engl. Amphibien-Flugzeug Saro Cloud. Die alte englische Marinewerft Saunders-Roe Ltd. in Cowes hat ein Amphibien-Flugboot, als Verkehrsmaschine für 6 bis 8 Passagiere bestimmt, gebaut. | Die freitragenden Flügel besitzen Kastenholme mit Sperrholzste- gen, Rippen Sperrholz, das Ganze mit Sperrholz bekleidet. Das aerodynamisch gut durchgebildete Boot in „Alclad“-Alumi- nium gebaut, die patentierte Bootsform ist an der Unterseite ziem- lich flach und nur leicht gekielt. Ein besonderes Wasserruder er- leichtert das Manövrieren auf dem Wasser. Führerraum vor der Flü- gelnase, Fluggastraum unter dem Flügel, dahinter Raum für Gepäck. Die Zugangsluke liegt in der vorderen Nase des Flugboots. Mitten durch den Gastraum führt längs der Sitze ein Laufgang, dessen Boden tiefer liegt als der der Sitze. Ganghöhe 1,8 m, in den Sitzen 1,5 m, Kabinenlänge 3 m. Vorn und hinten Türen. Nach hinten Ausgang zur Bootoberseite. Das heraufziehbare Fahrgestell besteht aus je einer Halbachse, an denen die pneumatisch abgefederte Stoßaufnehmerstrebe angreift. Die Stoßaufnehmerstrebe besitzt unterhalb der Abfederung ein Gelenk, so daß sie nach dem Rumpf zu mittels Zugseil eingeknickt werden kann, wodurch die Fahrgestellachse gehoben wird. Der Flügel ist mit vier Bolzen auf dem Boot verschraubt. Die zwei je 300-PS-Sternmotoren liegen über dem Flügel. An- werfen durch Handstarter. Betriebsstoffbehälter 900 I liegen im Flügel. Betriebsstoffzuführung mittels Pumpe zum Vergaser. Die Oelbehälter liegen hinter den Motoren und werden durch den Luftstrom gekühlt. Das Seitenleitwerk in Alumin wächst aus dem hinteren Rumpf- teil heraus. Höhenleitwerk durch Stahlrohre abgestrebt. in Stahlkon- struktion ausgeführt, mit Leinwand bespannt. Seiten- und Höhenruder ausgeglichen. Unter den Flügeln sind je zwei seitliche Stützschwimmer aus Duralumin. . Spannweite 19,5 m, Flügeltiefe 3,65 m, an der Spitze 2,2 m, Ge- samtlänge 15,16 m, Bootlänge 14,2 m, Gesamthöhe 4,06 m, Flügelin- halt 60,4 m?. Motoren: zwei Wright Whirlwind von je 300 PS bei 1900 Umdrehungen. . Nr. 19 „FLUGSPORT*“ Seite 323 Engl. Amphibien-Flugzeug Saro Cloud mit zwei Wrisht-Whirlwind-Motoren. Gewicht als Flugboot: leer 2330 kg, bezahlte Last 1630 kg, Füh- rer 77 kg, Betriebsstoff und Oel.für 4 Std. 490 kg, Gesamtgewicht 4540 kg, Flügelbelastung 75 kg/m?, Leistungsbelastung 7,98 ke/PS. Ge- wicht als Amphibienflugzeug: leer 2620 kg, bezahlte Last 1220 ke, Führer 77 kg, Betriebsstoff und Oel für 4 Std. 490 kg, Gesamtgewicht 4300 kg, Flügelbelastung 71 kg/m”, Leistungsbelastung 7,54 ke/PS. Leistungen als Flugboot: Maximalgeschwindigkeit am Boden 194 Ki, mittlere Geschwindigkeit 169 km/h, Landegeschwindigkeit 87,5 km/h. Leistungen als Amphibienflugzeug: Maximalgeschwindigkeit am Boden 185 km/h, mittlere Geschwindigkeit 161 km/h, Landegeschwin- digkeit 87,5 kmh. | Schulgleiter W. H. III F. 30. | Die Type ist aus der bekannten Type W. H. III entwickelt worden und weist wesentliche Verbesserungen auf. Vorderstrebe und Spann- turm sind weggefallen. Durch die Verwendung eines besseren Profils hat die Maschine bessere Flugeigenschaften. Brettholme sind durch doppelte 'T-Holme ersetzt, Spierenabstand nur noch 20 cm gegen 30 cm, um die Verspannung zu vermeiden. Höhen- und Seitensteuer sind vergrößert. Die Maschine ist im Flug sehr langsam und dadurch besonders als Schulmaschine geeignet. Schulgleiter W. H. III F. 30 Hörath. Seite 324 „FLUGSPORT"“ Nr. 19 Spannweite 10 m, Länge 5,55 m, Flügelinhalt 16 m?, Gewicht 7S kg, Seitenverhältnis 1:6, Gleitwinkel 1:11, Sinkgeschwindigkeit 1 m/sec, Verkaufspreis RM 500,—. Fairchild-Reihenmotor mit hängenden Zylindern 110 PS. Auf der Ausstellung in St. Louis fand der neue luftgekühlte Reihen- motor von Fairchild große Beachtung. Dieser Sechszylindermotor mit hängenden Zylindern erreichte bei einem 50-Std.-Probelauf eine durch- schnittliche Leistung von 112 PS. Er wiegt trocken ohne Auspuff und Propellernabe 145 kg. Der Fairchildmotor hat eine Stirn-Widerstands- fläche von 2,8 m?. Neuartig ist der Ventilantrieb durch Königswelle und untenliegende Nockenwelle. Das den Ventilantrieb umschließende Ge- häuse dient als Oelsumpf des Motors. Um die Ventilzeiten leicht regu- 'lieren zu können, ist das Antriebskegelrad der Königswelle achsial ver- schiebbar. Je drei Saugleitungen sind zu einem Gußstück vereinigt. Von hier aus führt je ein Saugrohr zu einem am Vergaser angeschlosse- nen, vorgewärmten T-Stück. Zwei Scintillamagnete sind am hinteren oberen Ende des Gehäuses angeordnet. Das Schmiersystem arbeitet mit einem Ueberdruck von 4 Atm. Das Hauptölfilter sitzt an der Druck- seite der am hinteren Ende des Gehäuses angeschlossenen Zahnrad- ölpumpe. Das Oel fließt durch die hohle Magnetantriebswelle und Bohrungen im Gehäuse zu den Hauptlagern (sämtliche Kurbel- und Pleuellager sind Gleitlager). Am Propellerende der Kurbelwelle tritt das Oel in die hohle Königswelle ein, um von der ebenfalls hohlge- ‚bohrten Nockenwelle aus die Nocken- und Kipphebellager und .die Ventilfedern und Schäfte ausreichend zu schmieren. Eine zweite von der Nockenwelle angetriebene Oelpumpe saugt das überschüssige Oel durch ein am Boden des Steuergehäuses angebrachtes Rohr ab. Durch den im Steuergehäuse vorhandenen Oelsumpf werden die Zylinder- köpfe außerordentlich gut gekühlt. Die Hauptdaten des Motors sind folgende: Bohrung 100 mm, Hub 130 mm, Hubraum 12,25 1, Normalleistung 110 PS 2000 Touren, max. 122 PS 2100 Touren. Gewicht trocken 145 kg. a Fairchild 1l0o PS mit hängenden Zylindern. Amerik. Vierzylinder-Menasco-90-PS-Motor. In Amerika sind in den letzten Jahren mehrere luftzekühlte Mo- toren mit hängenden Zylindern auf dem Markt erschienen. Die Me- nasco Motors Co., Los Angeles, hat einen luftgekühlten Vierzylinder ‚mit kopfgesteuerten Ventilen herausgebracht. Bei diesem Motor lie- een die Kipphebel für die kopfgesteuerten Ventile parallel zur Kurbel- 1930 |PATENTSAMMLUNG des GUN Band Ill No. 28 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 498935; 501047, 422, 549, 551. 804, 805; 502737, 738. Ergänzungsblatt zur Patentschrift 333 938, Klasse 77 h, Gruppe 9. Das Patent 333 938 ist durch rechtskräftige Ent- scheidung des Reichspatentamts vom 21. Februar 1929 dadurch teilweise für nichtig erklärt, daß im An- spruch 1 Zeile 7 hinter das Wort „leichte“ die Worte „weich abgefederte“ eingeschoben werden. Luitschrauben (Gruppe 1—11). A Pat. 501804 v. 3. 3. 28. veröff. 8. 7. 30. C Deutsche Versuchsanstalt für Luit- fahrt e.V., Berlin-Adlershoi. Einrichtung zur spielfreien Uebertragung des Drehmomentes bei Luftschranben von einem metallischen Teil der Nabe auf die Holznabe der Flügel. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur spielfreien Uebertragung des Drehmomentes bei Luftschrauben von einem metal- lischen Teil der Nabe auf die Holznabe der Flügel mittels Riffelung des metallischen Teiles, dadurch as | T [ f umgossen ist, haben den Nachteil, daß sich in dem die Stahleinlage umgebenden Leichtmetallmantel des Propellerfußes Risse bilden. Patentansprüche: 1. Aus Leichtmetall gegossener Propellerflügel mit hohlem Flügelfuß, dadurch gekennzeichnet, daß der Flügelfuß mittels eines fest aufgezogenen, vVOT- zugsweise aufgeschrumpften Stahlmantels in der Pro- pellernabe gelagert ist. 2. Propellerflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß bei durch längsgerichtete Stahl- stangen verstärkten Propellerflügeln außer dem Fuß- teil des Flügels auch der zur Verankerung der Ver- stärkungen dienende Stahlblock vom Stahlmantel umspannt wird. 3. Propellerflügel nach Anspruch 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Stahlmantel mit dem zur Ver- 457 CH TZQ THREE se | EM TZU on ur gi: ne Sg: Ze N N AbBE2 paralleler Rippen gebildet wird und der Zusammen- bau so erfolgt, daß die Richtung der Rippen mit der Faserrichtung des anliegenden Holznabenteiles gleich- läuft. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Abmessung des die Rippen enthal- tenden Metallteiles in der Richtung der Rippen grö- Ber ist als quer dazu. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Luftschrauben mit mehreren von einer Nabe zusammengehaltenen, axial hinter- einander angeordneten Flügelpaaren die Holznaben durch Metallplatten getrennt sind, die auf beiden Seiten mit Rippen versehen sind. c 4 Pit. 501805 v. 16.1. 27. veröff. 8.7.30. Jakob Haw, Berlin-Staaken. Aus Leichtmetall gegossener Propellerflügel mit hohlem Flügelfuß. Es hat sich bei den verschiedenen bekannten Ausführungsformen von aus Leichtmetall gefertigten Propellerflügeln mit hohl gegossenem Fuß gezeigt, daß der Flügelfuß unter dem Druck der ihn um- spannenden Nabe zu Rißbildungen neigt. Auch die bekannten Propellerflügel, bei denen eine vorzugs- weise aus Stahl gefertigte, hohle Verstärkungsein- lage für den Propellerflügel gleichzeitig den Pro- pellerfuß bildet und mit einem Leichtmetallmantel ankerung der Verstärkungsstangen dienenden Stahl- block ein einheitliches Ganzes bildet. C 10: 501047 v. 7. 12. 28, veröff. 27. 6. 30. Soc. An. Stablimenti Farina, Turin, Italien. Innenbrennkraftmaschine, ins- besondere für Luftfahrzenge. Zum Untersetzen der Drehzahl einer Motorwelle ist bereits ein Umlaufrädergetriebe bekannt, dessen Träger durch die Kurbel gebildet wird. Feruer ist bei Innenbrennkraftmaschinen vorge- schlagen, den Kurbelzapfen von einer \Velle zu durch- setzen, die an ihren Enden je ein mit einem anderen Zahnrad kämmendes Zahnrad trägt. Gemäß der Erfindung ist nun der feste Teil auf der einen Seite und der getriebene Teil des Untersetzungs- getriebes auf der arderen Seite der Kurbel angeord- net, wobei die entsprechenden Uimlaufräder auf einer den Kurbelzapfen durchsetzenden Welle sitzen. Patentansprüche: 1. Inrenbrennkraftmaschine, insbesondere für Luft- fahrzeuge, mit in ihrem Gehäuse untergebrachten Um- laufräderuntersetzungsgetriebe, wobei die Kurbel den Träger des Umlaufrädersatzes bildet, dadurch gekenn- zeichnet, daß der mit dem Gehäuse fest verbundene Zahnkranz (5) des Untersetzungsgetriebes auf der einen Seite und ein zu einem Glockenrad mit Innen- verzahnung (10) ausgebildetes Luftschraubenwellen- ende (12) auf der anderen Seite bezüglich der Kurbel Seite 110 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 28 (3) angeordnet sind, in deren Zapfen die an jedem Ende ein Umlaufrad (6, 9) tragende Welle (7) dreh- bar gelagert ist. 2. Innenbrennkraftmaschine nach Anspruch 1, da- durch ‚gekennzeichnet, daß zum Ausgleich des Unter- setzungsgetriebes auf einem oder beiden Armen: der Kurbel weitere Umlaufräder gelagert sind, die einer- seits mit dem feststehenden oder getriebenen Zahn- kranz und andererseits mit einem Zahnrade 8) in Ein- griff stehen, das in das vom Kurbelzapfen (7) getra- gene Umlaufrad eingreift. Antriebsmaschinen und Zubehör (Gruppe 12-15). c 12 Pat. 501549 v. 19. 7. 27, veröff. 4. 7. 30. Dr.-Ing. e. h. Hugo Jünkers, Dessau. Propellerlagerung, insbesondere für Luftfahrzenge. Patentansprüche: 1. Propellerlagerung, insbesondere für Luftfahr- zeuge, bei welcher das den Propeller tragende Wel- lenstück an der vom Propeller abgekehrten Seite so gelagert ist, daß es um einen Punkt nach allen Rich- tungen ausschwingen kann, und durch ein in Pro- pellernähe liegendes Lager nachgiebig unterstützt ist, Abb.7. dadurch gekennzeichnet, daß dieses letztgenannte La- ser gegen ein festliegendes Gehäuse durch metallene Federn, welche eine Bewegung des Lagers in belie- biger radialer Richtung zur Wellenachse ermöglichen, abgestützt ist, und daß außerdem eine Einrichtung zur Dämpfung der Federschwingungen vorgesehen ist.. 2. Propellerantrieb nach Anspruch 1, dadurch ge. kennzeichnet, daß die das Propellerlager in radialer Richtung abstützenden Federn als Bündel von lauter gleich langen federnden Stäben oder Drahtstücken, die nach allen Seiten hin Biegungskräfte elastisch aufnehmen können, ausgebildet sind. Einrichtungen zum Abwuri (Gruppe 16-20). C 18 Pat. 498935 v. 27. 11. 28, veröff. 31. 5. 30. N. V. Algemeene Octrooi Ex- ploitatie Maatschappij, Rotterdam. Gerät zum Abwerfen von Lasten von Luftfahrzengen. Patentansprüche: 1. Gerät zum Abwerfen von Lasten von Luftfahr- zeugen nach Patent 478705, bei dem eine mecha- nische Auslösevorrichtung mit elektrischer Wählein- richtung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrischen Wähleinrichtung unter Verzicht auf elektrische Einzelrückführung eine mechanische Rück- steuervorrichtung für die geschalteten Abzughebel zu- geordnet ist. 2. Gerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine gemeinsame Rücksteuervorrichtung für sämtliche Abzughebel eines Gerätes. 3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem in einem feststehenden, einen oder mehrere Lasthaken tragenden Körper eine Abzugschiene verschiebbar ge- lagert ist, an welcher entsprechend der Zahl und Lage der Lasthaken elektrisch zu steuernde Hebel angeordnet sind, die sich bei erfolgtem Wählen in den Bewegungsbereich von Stützhebeln der Last- Mean |» A065. Su 800000 o0o000 Z Sge0000] s Su 35 RS a En | 38 UI haken legen, dadurch gekennzeichnet, daß die vor- zugsweise als Stange (79) mit einzelnen, die elek- trisch gesteuerten Abzughebel (24) fassenden Stiften (80) ausgebildete Rücksteuervorrichtung innerhalb des die Lasthaken (5) tragenden Körpers (1) in der Nähe der Abzugschiene (13) angeordnet ist. 4. Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich- net, daß die Rücksteuerstange (79) auf der Abzug- schiene verschiebbar gelagert ist und mit ihr die Abzugbewegungen ausführen kann. 5. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rücksteuerstange (79) unter nachgiebiger Be- . Nr. 28 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 111 lastung (Feder o. dgl.) steht, welche bestrebt ist, sie in ihrer Einstellung zu halten, aus der sie durch einen zum Platz des Bedienungsmannes geführten Stellzug (83) bewegt wird. 6. Gerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zu einem Arm des Abwurfhebels (18) ge- führte Stellzug ein Zugglied (85) zum unabhängigen Bewegen der Rücksteuerstange entgegen dem Sinne der Abzugbewegung der Abzugschiene aufweist. 7. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abzugschiene gleichzeitig als Lagerkörper für eine die elektrisch zu betätigenden Abzughebel ge- gebenenfalls mechanisch in Abzugstellung bringende, unter Federbelastung stehende Notsteuerstanzxe (86) dient. 8. Gerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Notsteuerstange (86) an den andern Arm Jes Abwurfhebels (18) mittels eines Stellzuges ange- schlossen ist, der eine Einrichtung zum unabhängigen Bewegen der Stange im Sinne der Abzugbewerunz der Abzugschiene aufweist. 9. Gerät nach Anspruch 1 oder folgende, dadurch gekennzeichnet, daß jeder elektrisch zu betätigende Abzughebel mit einem Kontakt versehen ist, der den Stromkreis der zugehörigen Signallampe erst bei Uebergsang des Abzughebels in Arbeitsstellung schließt. 10. Gerät nach Anspruch 9 mit einem Maeneten zum elektrischen Steuern des als Winkelhebel aus- gebildeten Abzugshebels (24), dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (251) des als Solenoid ausgebildeten Magneten einerseits mit dem Steuerarm des Abzug- hebels verbunden und andererseits mit einem Kon- taktstift (89) versehen ist, der bei gesteuertem Ab- zughebel einen Gegenkontakt (90, 91) berührt. Sonstige Einrichtungen (Gruppe 24-32). c25 Pat. 501551 v. 26. 11. 27. veröff. 8. 7. 30. Signaldienst für Luftverkehr G. m. b. H.. Berlin. Zuftfahrtfener zur Kennt- lichmachung von Hindernissen bei Dunkelheit. Patentanspruch: Luftfahrtfeuer zur Kenntlichmachung von Hinder- nissen bei Dunkelheit oder unsichtigem Wetter mit mehreren übereinander angeordneten Lichtern, da- b a .d durch gekennzeichnet, daß die Zahl der Lichter zu der Höhe und der Abstand der Lichter zu der waage- rechten Ausdehnung des Hindernisses in einem festen Verhältnis stehen. C 27 Pat. 501422 v. 16. 3. 29, veröft. 2. 7. 30. Julius Pintsch A.-G., Berlin*). Einrichtung zur Sichtbarmachung des Höhen- unterschiedes für landende Luftfahrzeuge mit- fels zweier Kreise. In Abb. 1 sind die beiden senkrecht zueinander angeordneten Kreise dargestellt. Die Kreise können zur besseren Unterscheidung mit verschiedenartigem Licht ausgeführt werden, und zwar verwendet man dann zweckmäßig Gasent- ladungsröhren. Man kann natürlich auch jede andere Beleuchtungsart verwenden. Die Abb. 2 und 2a zeigen, in welch verschiedenen Formen die beiden Kreise dem Beobachter beim Nie- dergehen des Flugzeuges erscheinen können. Dabei ist der in der horizontalen Ebene liegende Kreis voll ausgezogen, der in der vertikalen Ebene gestrichelt. Es sei angenommen, daß das in Abb. 2 angedeutete Flugzeug den durch gestrichelte Linie be- zeichneten Weg nimmt und dabei gleichzeitig an Höhe verliert. Im Punkte 1 (vgl. Abb. 2 und 2a) wird sich dem Beobachter das Kreissystem so zeigen, wie auf Abb. 2a unter 1 dargestellt, im Punkte 2 wie unter 2, im Punkte 3 wie unter 3 usw. Im Punkte 9 hat das Flugzeug bereits so viel an Höhe verloren, daß es sich in gleicher Höhe befindet wie der horizontal liegende Kreis, der nun als hori- zontaler Strich erscheint (Abb. 2a). Der vertikale Kreis zeigt sich gleichfalls als gerader Strich, wenn sich das Flugzeug im Punkte 9 befindet; dadurch ist auch der Landeort bestimmt. Es ist ohne weiteres möglich, diese Anordnung bei Wasserflughäfen auf eine Bojie oder einen klei- neren Schwimmkörper aufzusetzen. Gleichzeitig kann man eine Einrichtung treffen, die die beiden Kreise zwangsläufig zur Windrichtung einstellt. Dies ' ge- schieht am besten mit irgendeinem der bekannten Windrichtungsanzeiger, der fest mit der Boje verbun- den wird. Patentanspruch: Einrichtung zur Sichtbarmachung des Höhenunter- schiedes für landende Luftfahrzeuge mittels zweier Kreise, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kreise in zueinander senkrechten Ebenen angeordnet sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Friedrich Wagner, Berlin-Charlot- tenburg. Abb. ı Abb. 2a " A OO j4 \ \ 7 e > en mn ! . ES I\ f \ / > 1 \ 1 N PA \ = _._ 5” zZ = Fa ZN ! N H 1 —— ! 0 H / N’ nn. 8 9 c27 Pat. 502737 v. 11. 8. 28. veröff. 17. 7. 30. Dipl.-Ing. Wsevolode Grün- berg genannt Greg, Paris. Verfahren zum Registrieren der Bewegungen und der Stener- vorgünge, insbesondere von Luftfahrzengen. Seite 112 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 28 Patentansprüche: 1. Verfahren zum Registrieren der Bewegungen und der Steuervorgänge, insbesondere von Luftfahr- zeugen, dadurch gekennzeichnet, daß die Lageverän- derungen des Luftfahrzeuges in bezug auf ein in seiner Lage unveränderliches Anzeigemittel (z. B. wahrer oder künstlicher Horizont, Vertikale o. dgl.) und die entsprechenden Steuerbewegungen in rTepro- duzierbarer Weise graphisch oder kinematographisch registriert werden. ” 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Relativbewegung einer Bildebene und eines Achsenkreuzes o. dgl.,-von denen die eine oder das andere durch die Steuerbewegungen des Luftfahrzeuges beeinflußt werden, : kinematographisch aufgenommen wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß durch die Bewegungen der Steuer- organe ein Achsenkreuz o. del. im Aufnahmefeld eines mit ‘dem Luftfahrzeug o. dgl. verbundenen kinematographischen Apparates sinngemäß bewest wird. 4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß durch die Bewegungen der Steuer- organe ein kinematographischer Apparat oder ein in dessen Aufnahmefeld befindliches optisches System (Prismen, Spiegel o. dgl.) bewegt wird, wobei im Aufnahmefeld ein auf dem Luftfahrzeug befestigtes Achsenkreuz o. dgl. angeordnet ist. 5. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß vor einem in Richtung der Längsachse des Luftfahr- zeuges befindlichen kinematographischen Aufnahme- apparat (A) ein Achsenkreuz o. dgl. angeordnet ist, das im Sinne der Betätigung der verschiedenen Steuerorgane durch diese im Aufnahmefeld bewegt wird. 6. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor einem kinematographischen Aufnahmeapparat (A), der auf dem Luftfahrzeug angebracht ist, ein aus drehbaren Prismen, Spiegeln o. dgl. bestehendes optisches System (B, C) angeordnet ist, das entspre- chend den Bewegungen der Steuerorgane durch diese verstellt wird und in dessen Bildfeld ein auf dem Luftfahrzeug fest angeordnetes Achsenkreuz o. del. (D) vorgesehen ist. 7. Verfahren zum Veranschaulichen der kinemato- graphisch registrierten Bewegungen und Steuervor- gänge nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeich- net, daß der aufgenommene Bild- oder Kurvenstrei- fen auf eine Fläche projiziert wird und daß sich im Lichtkegel des Projektionsapparates ein Achsenkreuz befindet, das durch die Steuerbewegungen eines das wiedergegebene Bild beobachtenden Flugschülers in- nerhalb des proiizierten Bildes bewegt wird. 8. Verfahren zum Veranschaulichen der kinemato- graphisch registrierten Bewegungen und Steuervor- gänge nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß der aufgenommene Bild- oder Kurven- streifen auf eine Fläche projiziert wird und daß sich im Lichtkegel des Projektionsapparates ein aus dreh- baren Prismen, Spiegeln o. dgl. bestehendes opti- sches System befindet, das durch die Steuerbewe- gungen eines das wiedergegebene Bild beobachten- den Flugschülers entsprechend den Abweichungen des Bildes von der Normallage verstellt werden kann. c27 Pat. 502738 v. 3. 2. 24. veröff. 16. 7.30. Mary Ann Kenney. New York, V.St.A. Vorrichtung zur Erleichterung des Landens von Flugzengen auf beschränkten Flä- chen mit Milteln zur Verzögerung der Flng- zengbewegung. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur Erleichterung des Landens von Flugzeugen mit Mitteln zur Verzögerung der Flugzeugbewegung, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Laufbahn bewegliche Widerstände (41 bzw. 45) sitzen, welche federnd nachgiebig in die die Flug- zeugbewegung verzögernde Stellung gedrückt werden. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Widerstände aus mit Luft gefüllten Taschen (41) aus elastischem Stoff bestehen, die sich der Form der auf sie einwirkenden Teile des Flug- zeuges anpassen. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Widerstände (45) auf quer zur Laufbahn angeordneten Achsen schwingbar sitzen und durch Federn (47) in ihre aufrechte Stellung ge- drückt werden. Pat.-Samml. Nr. 28 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 19, am 17. 9. 1930 veröffentlicht. Nr. 19 „FLUGSPORT" Seite 325 Amerik. Vierzylinder- Menasco- 90-PS- Motor. wellenachse. Dadurch wird ein freierer Luftdurchlaß über den Zylin- derköpfen erreicht. Ferner kommen die Ventilstössel zwischen die Zy- linder zu liegen, wodurch eine gedrungenere Bauart erreicht wird. Stösselbetätigung durch zwei Nockenwellen. Gewicht 122 kg. ‚Daten über bis heute gebaute Dieselilugmotoren. | | | Szlas Hub- | 8 | 3 38285855 Fabrikat Bau- ‚Arbeits 588 5 Hub | Jaum SE E R 3 E 2 5 2 32 i ld s Vh N n 1 GI G/N L6/Vh|A/Vh Altendue....... 2-takt. |Strahlzerstäub.| 4 | 63 140 1750 85 | 1620 | 250! 2,941 142,5| 48,5 Beardmore ..... 4-takt. |Strahlzerstäub. | 6 | 210 305 63200 750 | 1400 |1050! 1,87) 22,1| 11,8 Beardmore ..... 4-takt. |Strahlzerstäub. | 8 | 210 305 84400 650 | 1000 116501 2,54| 19,6| 7,7 Daimler-Benz... .| 4-takt. Vorkammer 12 | 165 190 48800 750 | 1800 | — | — | — |15,3 Fiat... 2.2.22... 4-takt. |Strahlzerstäub. | 6 | 140 180 16600 180 | 1600 | — | — | — !10,8 Garuffa ....... 2-takt. |Strahlzerstäub.| 9 | — —_ —_ 300 | — | 300|1,00| — | — Garuffa ....... 2-takt. |Strahlzerstäub. | 12 | — —_ —_ 500 I — 400) 0,80| — | — Junkers ....... 2-takt. |Strahlzerstäub.| 6 |160 | 2X190 45900 600 | 1200 | 720) 1,20| 15,6| 13,0 Küssner (Proiekt) .! 2-takt. |Strahlzerstäub.| 6 |132| 2X285 46800 | 1250 | 1875 \1250| 1,00 27,21 26,3 Maedler ....... 2-takt. |Strahlzerstäub. | 6 | 89 |82+4102| 6888 125 | 1200 | — | — | — |18,2 Packard... .. ..| 4-takt. | Wirbelverf. 9 |127 140 16000 200 | 1800 | 280; 1,40| 17,5| 12,5 Packard....... 4-takt. Wirbelverf. 9 |122 152 | 16000 225 | 1950 230 1,02| 14,3] 14,0 Sunbeam. ...... 4-takt. | Strahlzerstäub. | 6 | 120 130 | 8850 112 | 1600 197] 1,76! 22,3] 12,7 Costes und Bellonte Paris-New-Vork in 37 Std. 19 Min. Die französischen Atlantik-Flieger Costes und Bellonte starteten am 1. Sept. in Le Bourget, überflogen die französische Küste um 13.48 Uhr in der Nähe von Cherbourg, passierten um 16.05 (MEZ) die Stadt Waterford an der irischen Küste. Sie landeten am 3. Sept. 0.13 Uhr (MEZ) auf dem Flugplatz Curtisfield. Die Flugzeit für die Strecke Paris — New York betrug 37 Std. 19 Min. Lindbergh hatte 1927 zur Ueberwältigung der umgekehrten Strecke 33 Std. 30 Min. gebraucht. Costes und Bellonte, weiche völlig erschöpft waren, wurden von Oberst Lindbergeh empfangen. Am 4. Sept. erfolgte der Weiterflug von Curtisfield und Landung 17.29 in Dallas (Texas), womit die beiden französischen Flieger den von Oberst Easterwood gestifteten Preis von 5000 Pfund Sterling gewannen. Torsionsschwingungsdämpfer Junkers. Die Junkers-Werke haben seit einigen Jahren systematisch einen Torsionsschwingungsdämpfer für Reihenmotoren entwickelt in der rich- tiren Erkenntnis, daß die Ueberbeanspruchung der Wellen durch Dreh- Seite 326 „FLUGSPORT“ | Nr. 19 schwingungen ganz erheblich zu den damals gerade häufig auftreten- den Kurbelwellenbrüchen beitrügen. Der Schwingungsdämpfer ist, entgegen den im Automobilbau üblichen Konstruktionen, als Flüssig- keitsdämpfer aus- d ni = gebildet und be- | ° nutzt zur Dämp- ‚b.| fung das Schmieröl || des Motors. Ge- genüber dem me- chanischen Rei- bungsdämpfer hat er den natürlichen Vorteil, daß die entstehende Wär- me ohne Kompli- kationen mit dem Schmieröl abge- führt werden kann. — Dadurch wird jede Abb. 1. Ueberhitzung aus- geschlossen, und der Betriebszustand bleibt beherrschbar, da ein Fres- sen oder Abnutzen der Reibscheiben, das bei mechanischen ‚Reibungs- dämpfern eine gewisse Gefahr bedeutet, vollkommen ausgeschlossen bleibt. Die Konstruktion des Dämpfers ist sehr einfach. Ein Dämpferrad.a (Abb. 1 und 2), mit Schaufeln versehen, ist auf das der Luftschraube entgegengesetzte Ende starr aufgesetzt und also gezwungen, alle Un- gleichförmigkeiten der Wellendrehung mitzumachen. Dieses Dämpfer- rad wird eingekapselt von den Dämpfermassen b und b,, die zu diesem Zweck zweiteilig und mit Kammern ausgeführt sind, auf der Radnabe drehbar lagern und infolge ihrer Massenträgheit sich gleichförmig drehen wollen. Läuferrad a und Dämpfermassen b und b, werden durch zwei Federpaare e derart zueinander eingestellt, daß bei Still- stand des Motors die Schaufeln des Rades ungefähr in der Mitte der Kammern der Dämpfermasse stehen. Um diese Mittellage kann die e Iprucköt Abb. 2. Dämpfer zusammengebaut. Abb. 3. Oelschema. Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 327 Masse um einige Grade nach jeder Seite pendeln. Die Relativbewe- gung zwischen Dämpferrad und Dämpfermasse zwingt das Oel in den Kammern, die Schaufeln des Dämpferrades entsprechend dieser Bewegungen zu umfließen und dämpft durch die dadurch entste- hende Flüssigkeitsreibung die Schwingungsenergien. Das er- wärmte Oel fließt in den Sumpf ab und wird durch neues Oel aus dem Kurbelwellenlager ersetzt (vergl. Abb. 3). Um Oelverluste durch Un- dichtheiten zu vermeiden, kann der Dämpfer durch eine Schutzhaube verkleidet werden (Abb. 4). Die Vorrichtung wiegt ca. 6 kg. Die Durchschwingungen am hin- teren Wellenende werden durch den Einbau eines Dämpfers be- deutend herabgesetzt. So sind an einem 300-PS-Sechszylinder-Mo- Abb. 4, a tor die Resonanzausschläge 6. Ordnung auf 46 Prozent, die 4%. Ordnung auf 53 Prozent herabgesetzt. In demselben Maße nimmt .die zusätzliche Beanspruchung der Kurbelwelle ab. Es liegt auf der Hand, daß eine von dieser Gruppe der Schwingungsbe- anspruchungen so weit entlastete Welle eher in der Lage ist, ohne Gefährdung der Betriebssicherheit auch noch die aus evtl. Betriebs- unregelmäßigkeiten entstehenden Beanspruchungen aufzunehmen, die sich ganz besonders im Flugbetrieb bei der Vielfältigkeit der Arbeits- vorbedingungen nicht ganz vermeiden lassen. WEIN N | za‘ ‘ ] IN! hu i N mm II ( Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 57. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A.I.) hat folgende Flugleistun- gen als internationale Rekorde anerkannt: Klasse C bis (Wasserflugzeuge). Frankreich: Lt. de Marine Paris und Herr Hebert, auf Wasserflugzeug Lat&cosre 28 mit 600-PS-Hispano-Suiza-Motor, in St. Laurent de la Salanque: am 21./22. Juni 1930: mit 1000 kg Nutzlast: ® Dauer in geschlossener Bahn: 20 Std. 2 Min. Entfernung in geschlossener Bahn: 2854,344 km Geschwindigkeit über 2000 km: 146,765 km mit 500 kg Nutzlast: Entfernung in geschlossener Bahn: 2854,344 km am 23. Juni 1930: mit 1000 kg Nutzlast: Geschwindigkeit über 1000 km: 190,004 km Geschwindigkeit über 2000 km: 185,931 km Seite 328 „FLUGSPORT“ Nr. 19 mit 500 ke Nutzlast: Geschwindigkeit über 2000 km: 185,931 km ohne Nutzlast: . Geschwindigkeit über 2000 km: 185,931 km am 16./17. Juni 1930: mit 500 kg Nutzlast: Dauer in geschlossener Bahn: 31 Std. 1 Min. Entfernung in geschlossener Bahn: 4202,496 km -3. Kategorie (Leicht-Wasserflugzeuge). Deutschland: Flugzeugführer Alfred Grundke auf Flugzeug Junkers ]50 W mit Armstrong- Siddeley-Genet-Motor zu 85 PS am 13. Juni 1930 in Dessau: Entfernung in geschlossener Bahn: 2100,420 km Geschwindigkeit über 100 km: 165,440 km Dauer: 16 Std. 29 Min. Berlin, den 7. September 1930. Deutscher Luftrat. Der Generalsekretär: von Hoeppner. Rhön-Segelilugwettbewerb. Preisverteilung. (Nachtrag.) Gemäß $ 7 der Ausschreibung C Schulungsprämien wurden vom Preisgericht des Rhön-Segelflugwettbewerbes 1930 je RM 100.— für abgelegte C-Prüfungen zuerkannt den Herren: Dipl.-Ing. C. Karsch, Frankfurt a. M., Hadrianstr. 17, A. Matzke, Eisenach, Nordstr. 24. Ferner ie ein Luftbild als Ehrenpreis der Junkers-Luftbild-Zentrale in Leipzig und die Ehrenurkunde des Rhön-Wettbewerbes 1930. Die Deutsche Luitversicherungs-A.-G., Berlin, veröffentlicht ihren 2. Jahresbe- ‘richt für das Geschäftsjahr 1929 mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Es ergibt sich aus den wenigen Zahlen für dieses Jahr ein kleiner Ueberschuß. Im Geschäftsbericht sind die Prämienrücklagen für diejenigen Gesellschaften, die in Kasko-Selbstversicherung liefen, mit RM 1805 067.54 ausgewiesen, es geht aber nicht aus dem Bericht hervor, welchem Prozentsatz zur Gesamthöhe der in Frage kommenden Objekte diese Summe etwa entspricht. Andererseits sind ja wohl noch für die Zeit bis 1. Mai 1929 anteilige Kaskoprämien in den ausgewie- senen Prämien enthalten, so daß sich ein klares Bild nicht ergibt. Die Frage der Selbstversicherung interessiert deshalb, weil in Aussicht gestellt ist, daß mit dem Wachsen der Werte einzelner Luftfahrzeuge wieder in höherem Maße von der Kaskoversicherung Gebrauch gemacht werden dürfte. Das System der Selbst- versicherung scheint sich danach nur bedingt zu bewähren. Erfreulich ist die Tatsache, daß die Gründung des Luftfahrt-Pensions-Vereins in die Tatsache umgesetzt werden konnte. Für das fliegende Personal der Luft- hansa bedeutet dies einen wesentlichen Fortschritt. „Berek“, eine Berliner Reklamegesellschaft, hat mit der Berliner Flughafen- gesellschaft einen Monopolvertrag für Reklamevergebung jeder Art auf dem Tem- ‘pelhofer Flughafen abgeschlossen. Während der letzten deutschen Luftspiele in Berlin verlangt die „Berek“ von dem Veranstalter für Flugzeuge, die an den Luftspielen teilnehmen und eine Reklamebeschriftung tragen, eine Entschädigung von ie RM 100.— resp. einen größeren Pauschalbetrag, eine Abgabe also für Re- klame in der Luft. — — Auf jeden Fall hat eine städtische Gesellschaft nicht das Recht, für beschriftete Flugzeuge eine Sondersteuer zu verlangen. Wie eine städtische Gesellschaft mit einem derart unerhörten Ansinnen die deutsche Luft- fahrt fördern will, ist unverständlich. Ein Elektron-Segelilugzeug wird zur Zeit von der technischen Fliegergruppe Bingen gebaut. Jahresrechnung Junkers-Flugzeugwerk A.-G. Die von der Junkers-Flugzeug- werk A.-G., Dessau, zum 30. Sept. 1929 vorgelegte Jahresrechnung, welche von der am 26. Aug. 1930 stattgefundenen Aufsichtsratssitzung und Generalversamm- lung verabschiedet worden ist, weist als Vermögenswerte aus: 1. Anlagewerte 3 657 164.— (im Vorjahre 3 406 003.—), 2. Beteiligungen 2 807 044.— (2 801 505.—), 3. Hypotheken 12000.— (8000.—), 4. Betriebsvorräte 5 640 887.25 (4 381 701.93), 5. Barmittel und Wertpapiere 375 075.— (1 047 709.56), 6. Forderungen an Abneh- mer 1475566.95 (1423 997.44), ‘Forderungen an Konzern- und Zweigstellen 3 350 853.37 (2 992 144.70), 8. Anzahlungen an Lieferanten 55905.53 (92 534.30). — Unter Verbindlichkeiten sind angeführt: 1. Aktienkapital 10500 000.-— (10 500 000.—), Nr. 19 „FTLUGSPORT” Seite 329 2. Gesetzl. Rücklage 135.000.— (135 000.—), 3. Hypotheken und Hauskauf-Renten- verpflichtungen 71880.50 (44570.50), 4. Gekündigte Teilschuldverschreibungen 1352.46 (1491.84), 5. Buchschulden 1389 609.83 (854 029.21), 1. Empfangene Vor- auszahlungen 2 001 541.65 (899 416.56), 7. Rückstellungen 1 339 750.— (1376 205.—), 8. Uebergangsposten 72 003.35 (23 979.11), 9. Ueberschuß nach Verrechnung des Jahresverlustes 1928/29 455 545.40 — 1 863 358.31. Die Verlust- und Gewinnrechnung weist aus: 1. Unkosten einschließlich Ver- suche 5916 555.44 (5 218 874.56), 2. Beteiligungs-Verwaltung und Abwicklung 356 138.39 (1 674 236.86), 3. Rückstellungen betreffs Ausfall an Buchforderungen 65 573.94 (—.—), 4. Abschreibungen 256 985.80 (255 298.73), insgesamt 6 595 253.57 sowie 1. Fabrikationsüberschuß 6089 696.32 (6 834 235.88), 2. Zinsen und sonstige Erträge 50 011.85 (128 625.39), 3. Verlust 1928/29 455 545.40 (149 710.91). Ein Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres ergibt demnach eine Steigerung der Betriebsvorräte bei Verminderung der Barmittel, was bezüglich ersterem durch die Auflegung der Großtype 38, bezüglich weiterem Umstand durch die not- wendige Investierung in Halb- und Fertigfabrikaten erklärt wird, wogegen als Ursache für die Erhöhung der Forderungen an Konzern- und Zweigstellen be- sonders eine erforderliche Erhöhung der Arbeitsintensität im Auslande angegeben wird. Die Unkosten für Versuche haben sich entsprechend der Vervielfachung und Vergrößerung der Forschungsobiekte erhöht. Der Gesamtumsatz hielt sich auf der Höhe des Voriahres, also rund 10 Millionen. In dem Geschäftsbericht des Flugzeugwerkes wird betont, daß der Inlands- absatz nach Flugzeugen nach wie vor vor besonders schwierigen Aufgaben steht, daß sich jedoch die Bemühungen um den Auslandsabsatz so ausgewirkt haben, daß dieser heute mehr als das Doppelte des Inlandsabsatzes beträgt. Man hofft, daß die in letzter Zeit von der deutschen Reichsregierung durchgeführten Maß- nahmen bezüglich Exportförderung auch der Flugzeugindustrie zugute kommen werden. Auf das Großfrachtilugszeug G 38 konnte schon im März 1929 ein Auf- trag hereingenommen werden, und nachdem sich diese Type auf großen Flügen bereits bewährt hat, steht das Flugzeugwerk gegenwärtig mit dem Ausland in Verhandlungen, deren Stand als sehr aussichtsreich bezeichnet werden darf. In den marktzängigsten Flugzeugmustern F 13 und W 33 mußte auf Vorrat ge- arbeitet werden, was sich teilweise durch die Einstellung der Verbraucherkreise auf sofortige Lieferungsmöglichkeit bei Auftragserteilung erklärt. — Der Ge- schäftsbericht hebt weiter hervor, daß es auch im abgelaufenen Geschäftsjahre wiederum möglich war, sämtliche Ausgaben mit eigenen Mitteln ohne Inanspruch- nahme von Bankkredit, Darlehen oder durch Begebung von Eigenakzepten zu decken, obwohl sich die Verkaufsgeschäfte oft nur durch Kreditgewährung ab- wickeln ließen. Die Aussichten für die zukünftige Entwicklung des Werkes wer- den als nicht ungünstig bezeichnet, was in gleicher Weise wie für das Junkers- Flugzeugwerk auch für die übrigen Unternehmungen, nämlich Junkers & Co. (Warmwasser-Apparatebau), Junkers-Motorenbau G. m. b. H., Kaloriferwerk H. Junkers, trotz der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage gilt. Zwei Stunden Segelilug in Schleswig-Holstein. Der Wetterdoktor der Deutschen Verkehrsfliegerschule in List a. Sylt hatte für zwei Tage Westwind vorausgesagt; es war ein Sonnabend, und da er mir auf Grund seiner bisherigen Prognosen nicht die schlechtesten Beziehungen zu Petrus zu unterhalten schien, glaubte ich ihm auf sein ehrliches Gesicht und nach einem Blick auf die Wetterkarte. D3» zu einem Segelflug an der Steilküste der Insel Sylt zwischen den Bade- orten Kampen und Wenningstedt Wind aus westlicher Richtung die erste Vor- aussetzung war und die Expedition mit dem Segelflugzeug von List dorthin keine alltägliche Arbeitsleistung darstellte (Wege und Straßen sind nicht vorhanden), war immerhin manches zu überlegen, bevor ich die Teilnehmer des Segelflug- kurses nach Kampen in Marsch setzte. Aber sie haben sich alle freudig den Strapazen unterzogen und sind es nicht zuletzt gewesen, die den Erfolg erst möglich machten. Gegen Mittag kam der Transport auf die Beine. Ueber Wanderdünen und Heide, bergauf, bergab. Der Transportwagen, ein zweiräderiger Karren, stöhnt, hat er doch außer dem „Prüfling‘‘ auch noch sämtliches Zubehör und die ge- samte Ausrüstung der Startmannschaft zu tragen, die sich ihrer bis auf eine be- scheidene Badehose bald entledigt hat. Möwen und Seeschwalben können sich Seite 330: „rLUGSPORT"“ Nr. 19 mit unserer Anwesenheit gar nicht abfinden. Scheinbar sehen sie sich in ihrer Ruhe gestört, in ihren Brutplätzen und Jagdgefilden bedroht, führt unser Weg. doch durch fast unberührtes Gebiet, in welches sich selten ein Mensch verirrt. Quarrend und schreiend verfolgen sie uns und suchen durch manchen kühnen Sturzflug mit uns anzubinden. Dann ist endlich der Weststrand erreicht, und vor uns tut sich die unendliche Weite der brausenden Nordsee auf. Alles atmet er- leichtert auf! Erstens gibt es hier frischere Luft, zweitens läuft Ebbe, und der Strand ist schön fest, vorausgesetzt, daß man unmittelbar am Ufer geht und dann und wann eine besonders vorwitzige Brandungswelle in Kauf zu nehmen gewillt ist. Mit gutem Humor geht es dann auch flott weiter. Am freien Klapp- holtaler Badestrand werden die ersten Badegäste in Hilfsdienst genommen. Schmunzelnd wird diesen Hilfsbereiten Fliegerlatein gröbsten Kalibers vorgesetzt. In Kampen sperren Hunderte von Strandkörben und -burgen den Weg. Wir müs- sen wieder in die Dünen, dafür ist das Ziel aber nun-bald erreicht. Noch eine letzte größere Anstrengung gegen losen Dünensand und einige Hügel — wir habens geschafft. Für einen Start an diesem Tage ist es aber doch zu spät ge- worden. Dem „Prüfling“ wird eine Bleibe für die Nacht verschafft, dann zieht das Völkchen schnell nach der Bahn, um noch den letzten Zug nach List zu er- reichen. Mir bleibt es vorbehalten, unter Assistenz einiger Unentwegten noch kleine Reparaturen auszuführen und den Weg nach List zu Fuß zurückzulegen. Der Sonntag, 27. 7., sieht mich in aller Frühe auf den Beinen; war ich doch gespannt, ob der Wetteronkel recht behalten hatte. Und er hatte es nicht! Süd- west! Das war eine nette Bescherung! „Er kann noch wieder zurückdrehen“, mit dem Trost verließ ich den Wetterdoktor. Zugleich war es die einzige Hoff- nung, die ich mit auf den Weg nahm, als das Inselbähnchen die gesamte Beleg- schaft um 10 Uhr nach Kampen entführte. Es war nicht daran zu rütteln! Auch in Kampen blies der Wind lustig aus Südwest, stand also etwas spitz auf die von Norden nach Süden verlaufende Steilküste. Das war peinlich! Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken vertraut machen, daß der ganze Aufwand an Arbeit nutzlos vertan sein sollte, wartete noch bis gegen 14.00, die leise Hoffnung im Herzen: „vielleicht dreht er doch noch zurück“. Er tat es nicht! Wenn ich dann trotzdem den Entschluß faßte, zu starten, war ich mir wohl der Verantwortung und der Folgen bewußt, die ein Fehlstart bei ungünstigem Wind, auf unbekanntem Gelände über die ca. 45 m hohe Steilküste für die gesamte Segelflugbewegung haben konnte. Aber, drei Jahre lang hatte ich schon auf diese Gelegenheit warten müssen, immer war die Zeit für ein solches Unternehmen dem jeweils tagenden Gleit- und Segelflug- kursus in List nicht zu entziehen gewesen; es mußte gehen. Entweder bestätig- ten sich jetzt meine Theorien, die ich seit einigen Jahren vertrat, oder sie be- stätigten sich nicht, dann hatten eben die Nörgler und Zweifler im lieben Vater- lande recht behalten. Der Start vollzog sich bei ca. 9 sec'm Wind nahezu parallel zur Steilküste, da dieser noch einige Dünen nachgelagert sind, die den südwestlichen Wind bei- nahe in dieser Richtung ablenken. Der Startplatz ist ein Plateau, vollständig eben, Sand mit kleineren Steinen durchsetzt. 12 Männer am doppelten Startseil! Durch viel Kompression hoffe ich mit evtl. vorhandenen Leewirbeln leichter fertig zu werden. „Los!“ Wie ein Pfeil geht der „Prüfling“ aus dem Start. Durch leichte Rechtsdrehung schnuppere ich in die vermutliche Aufwindzone hinein, stelle mit Erleichterung fest, daß auch der spitz auf die Steilküste stehende Wind noch gut trägt, und gehe mit einer kurzen Linkskurve auf Südkurs. Ich habe den Wind schräg von vorn. Die Maschine macht gut Höhe, der Startplatz ist bald um 50—60 m überhöht. Nach ca. 2 km verflacht sich die Steilküste etwas, ich drehe. Die Kurve aus dem Wind ist unangenehm! Trotz vollen Seitensteueraus- schlages reagiert der sonst so wendige „Prüfling“ gar nicht. Langsam, viel zu langsam kommt er dann schließlich. Der auf den Rumpf drückende Seitenwind hebt die Seitensteuerwirkung fast vollkommen auf. Ca. 150 m befinde ich mich in See. Unter mir rauscht eine himmelhohe Brandung, die ich mit recht gemisch- ten Gefühlen näher und näher kommen sehe. Dann ist die Maschine aber herum! Ich drücke, drücke, trotz des Höhenverlustes, um möglichst schnell wieder an den Steilhang zu kommen, denn die Maschine ist bedenklich weich im Ruder wegen des achterlichen Windes. Aber ich erreiche den Anschluß doch noch. Während die Kurve in den Wind bei Kampen spielend leicht und elegant zu fliegen ist, daß es geradezu Spaß macht, bringt mich die andere mitunter doch Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 331 noch wieder in arge Verlegenheit. Es gehören Nerven dazu und Geduld, viel Geduld, die Maschine immer weiter in See zu fliegen, ab von allem Aufwind, und warten zu müssen, bis sie endlich dem Seitensteuer nachgibt. Dabei geht entsetzlich viel Höhe verloren, so daß ich, wenn es manchmal gar nicht klappen wollte, die Steilküste unter Hanghöhe erreiche, aber erreicht, auch bald wieder die normale Startüberhöhung habe. Von Wirbeln, die Steilküsten vorgelagert sein sollen, habe ich bei solchen Gelegenheiten nichts gespürt. Ich hätte mir vielleicht auch ein solches Manöver (Steilküste unter Hanghöhe anfliegen) nicht geleistet, wenn mir die Möwen nicht wiederholt gezeigt hätten, wie es gemacht werden kann. Ich habe das Verhalten dieser Tiere an den Dünen und im Aufwind ein- gehend beobachtet und gesehen, daß sie, von See kommend, in ganz geringer Höhe über das flache Vorgelände streichen bis an den Fuß der Steilküste. Mühe- los, ohne Flügelschlag, fast senkrecht steigend, überhöhen sie dann den Steilhang. Ich konnte übrigens die Aufwindzone gar nicht verfehlen. Möwen segeln den gleichen Strich, mit mir und mir entgegen. Es herrscht Betrieb wie bei einem Wettbewerb. Sie fliegen aber sämtlich unter mir; das entspricht wohl mehr dem Zwcek ihres Fluges, sie sind ja auf der Nahrungssuche. Kommen mir die Möwen mal näher, blitzen sie mich unter leichter Drehung des Kopfes mit ihren schwarzen oder gelb umrandeten Perlaugen neugierig, bisweilen boshaft an. Mir scheint, als läge in dem Blick bisweilen ein klein wenig Mitleid, vielleicht dar- über, daß Menschenflug gegenüber ihrem Können noch immer Stückwerk ist. Trotzdem, den Möwen gegenüber habe ich wenigstens das schnellere Tempo. Der Hin- und Rückflug (ca. 4 km) dauert durchschnittlich 4 Min. Mit halbem achterlichem Wind ist es sogar eine beängstigende Fahrt über Grund auf der Maschine, die schon manchen Sturm erlebt und in den 4 Jahren ihres Daseins mitunter 3—4 Wochen bei Wind und Wetter, nur mit einer Presenning bedeckt,. im Freien gestanden hat. Sie macht heute ihren ersten längeren Flug. Mittlerweile habe ich mich auf der Strecke eingefuchst. Die windige Rechts- kurve bei Wenningstedt nehme ich mit etwas Höhensteuer am Anfang. Das bringt den treuen „Prüfling“ so aus dem Konzept, daß er sich beschleunigt auf den neuen Kurs in Marsch setzt. Das Experiment ist fliegerisch für Segelflugzeuge etwas gewagt, aber der Zweck heiligt auch hier die Mittel. Hoffentlich gibt mir der liebe, brave Stamer und Lehrmeister von der Wasserkuppe nicht das Prä- dikat „verrückt“. Segelflug in Schleswig-Holstein. Links oben: Hoch über Strandkörben und Burden. Rechts oben: Segelflieger Gutsche. Unten: „Prüfling“ über dem „Roten Kliff“ bei Kampen. Seite 332 „FLUGSPORT“ Nr. 19 Ueberraschungen konnte der Weiterflug voraussichtlich nicht mehr bringen. Ich hatte die Aufwindverhältnisse vor und hinter der Steilküste im Laufe der Zeit genügend „beschnuppert“. Die Aufwindzone ist ausreichend breit und der Aufwind, selbst bei schräg zur Küste stehendem mittlerem Wind, noch kräftig. 60—70 m den Startplatz zu überhöhen, dürfte für den Prüfling bei 9 m Wind aas höchste der Gefühle sein. Er setzte jedenfalls meinen Bemühungen in dieser Richtung hartnäckigen Widerstand entgegen. j Der Lehrgang, d. h. die Startmannschaft, hat das Strampeln und Hurra- Schreien als sichtbaren Ausdruck seiner Freude längst aufgegeben. Selbst „Mo- ritz“, eine der Kursusteilnehmerinnen, die es noch am längsten aushielt, hat sich resigniert in den Sand und in. Windschutz gelegt. Von „Onkel Walter‘ natürlich abgesehen. Der winkt unentwegt Richtung Kampen-Wenningstedt, was ich mir sprachlich in ein „Wehe, kommst du runter!“ übersetze. Sonst beschränkt man sich darauf, mir die geflogene Zeit dann und wann in den Sand zu malen. Ich gedachte auch keineswegs den Flug zu unterbrechen, obwohl ich gar nicht auf eine längere Dauer vorbereitet war. Aber es kam anders! Nach be- reits längerer Flugdauer merkte ich, daß sich der Knüppel in der Querruder- bewegung schwerer und schwerer bewegen ließ. Soweit ich Feststellungen vor- nehmen konnte, entdeckte ich nichts. Die Beobachtung beunruhigte mich aber doch in zunehmendem Maße. Vermutlich war ein Querruderkabel von der Rolle gesprungen und führte nun zwischen Führung und Rolle. Dies hätte mich zweifel- los bei einem allmählichen Durchscheuern des Kabels in eine unangenehme Lage gebracht. Meine Vermutung bestätigte sich später. Nach 2%4stündigem Flug beschloß ich zu landen. Bei der Landung ging nun leider nicht alles nach Wunsch. Um nahezu 3 Std. Transport zu sparen (die Steilküste mußte bei einer Landung am Strand um- gangen werden), setze ich zur Landung auf die Startstelle an und stelle die Wir- kung der Leewirbel zu niedrig in Rechnung. Einige recht häßliche Böen, die ich aber noch gut ausgleichen kann, hätten mich warnen sollen. Dann schwebt die Maschine aber auch schon mit voller Landegeschwindigkeit aus und wird ganz plötzlich aus ca. 80 cm Höhe durch eine Böe an den Boden gedrückt und am vorderen Bootsteil nicht unerheblich beschädigt. Die Flächen bleiben unversehrt, ebenso der übrige Rumpfteil. Daß ich selbst etwas plötzlich aus der Maschine stieg und diese private Landung nicht gerade zur Verschönerung meines Profils beigetragen hat, wird jedem Fachmann einleuchten. Außer diesen Schönheits- fehlern, einem verstauchten Daumen und einer zerrissenen Hose fehlte mir ab- solut nichts, trotzdem die versammelten Publikümer absolut mehr festgestellt haben wollten. Der schmerzlichste Schaden war entschieden die zerrissene Hose. Erstens betraf sie meine beste Sonntagsbüx, denn ich hatte mich, was in der Zeit selten vorkam, mal „landfein“ gemacht, und zweitens: die Büx heilt nicht wieder allein. Aber all die Schäden wurden aufgewogen durch die ehrliche Freude, mit welcher der Flug von allen begrüßt wurde, und der Genugtuung darüber, der Segelflugbewegung hier oben im Norden einen neuen Impuls gege- ben und einen neuen Weg gewiesen zu haben, der noch weitere größere Erfolge verspricht. Gutsche, Flensburg. Ausland. ° | Italien-Rundilug 1930. Von 52 am 25. 8. gestarteten Teilnehmern haben 37 die 2725-km-Strecke über- wunden. Die erste Etappe über 111l'’km führte von Rom nach Rimini, zweite Etappe, 888 km, Rimini—Venedig, dritte Etappe, 622 km, Venedig über Bozen nach Turin, vierte Etappe, 726 km, Turin—Rom. “ Erster wurde der Italiener Sacchi mit einer Flugzeit von 23:01:44. Zweiter wurde Donati-Italien in 23:46:58 und Dritter der Deutsche Robert Lusser in 24:08:22 vor Miß Spooner-England in 24:48:23. Den 17. Platz besetzte der zweite Deutsche Oskar Notz in 27:22:37, und 23. wurde Konr. Stein in 29:48:47. Von den zur Verfügung stehenden 640 000 Liren erhielt Sacchi 100000 Lire, Donati 80000 Lire und Lusser 60 000 Lire. Lusser erhielt noch mehrere wertvolle Ehrenpreise, darunter den Pirelle-Pokal, den Ehrenpreis des Kolonialministers, der Stadt Verona und Goldmedaillen. Notz erhielt ein Reiterstandblid und eine Gold- medaille. 0 Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 333 Aero-Club von Frank- Marn reich. Im Aero Club de © France werden in einer besonderen Gruppe Flug- zeugbesitzer, welche prak- tisch das Flugzeug für eigene Zwecke benutzen, gesammelt. Um die Schwierigkeiten, die ver- schiedentlich auf Ver- kehrs- und Militärflug- plätzen den Flugzeugbe- sitzern im Wege stehen, hat der Aero Club de France für seine Touristengruppe den Flugplatz Orly für seine Zwecke belegt und Flugzeughallen sowie Klubräume bereitgestellt. Die nebenstehende Kartenskizze zeigt die Lage des Flugplatzes Orly zu Paris. Aus dem Ausland nach Orly Zufliegende können vorher Auskunft bei dem Aero Olub de France, 35 Rue Frangois ler, Paris, erhalten. Die franz. Fliegerin Marys Basti& hat auf einem Klemm-Leichtflugzeug 37 Std. 55 geflogen. Sie startete in Le Bourget am 2. Sept. um 19.31 Uhr und landete am 4. September um 9.25 Uhr. Ein franz. Segelflug-Wettbewerb, 14 Tage dauernd, findet zur Zeit in Sens statt. Veranstalter Avia unter Mitarbeit des Aero-Club von Sens. Berlin—Tokio flog der japanische Sportredakteur Yoshihara auf Junkers Ju- nior. Er startete am 20.8. in Berlin, landete am gleichen Tage in Königsberg und Smolensk, traf am 22. 8. in Swerdlowsk ein, am 23. 8 in Omsk, am 24. 8. in Kras- noiarsk, am 25.8. in Tschita, am 27. in Charbin, am 29. in Osaka. Am 29.8. er- reichte Yoshihara sein Ziel Tokio und hatte damit in zehn Tagen die 11000 km lange Strecke bewältigt. Für die Errichtung der Fluglinien in Aegypten hat die ägyptische Regierung 10 Flugzeuge bestellt, um einen Post- und Passagierverkehr zwischen Alexan- drien, Kairo und den wichtigsten Städten Oberägyptens einzurichten. Zur Zeit werden in Almaza zwei Flugzeughallen für zwölf Flugzeuge sowie ein Hotel er- richtet. Vereinigung von Pri- TTIRRI STEORTE DE PI R or RAR Ne N CPUS vat-Flugzeughaltern im E\ ü EN . ) N \ Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns ‚bezogen werden.) Siegermodell Winkler, Modellwettbewerb 1930 Pfingsten, Wasserkuppe. Der Jugendausschuß des D.L.V. hat eine Werkstattzeichnung mit einer Baubeschrei- bung dieses ausgezeichneten Modells herstellen lassen. Diese können zum Preise von RM 5.— vom D.L.V., Jugendausschuß, Berlin W 35, Blumeshof 17, bezogen werden. Siegermodell Winkler, DVV-Modellwettbewerb 1930. Seite 334 „FLUGSPORT“ Nr. 19 Zur Rationalisierung der innerdeutschen Handelsluftfahrt. Von Dr. Emmy Oswald. Verlag der Weiß’schen Universitätsbuchhandlung, Heidelberg. Preis RM 4—. Die Verfasserin will mit dieser Arbeit der für die Luftfahrt lebensnotwendi- gen Frage eine Rationalisierung des innerdeutschen Flugstreckennetzes gangbare Wege zeigen, um das durch die Kürzungen im Luftfahrt-Etat hervorgerufene Uebergangsstadium zu überwinden. L’Annee Aödronautique 1929—1930. Von Hirschauer und Ch. Dollfus, heraus- gegeben von Dunod, Paris, 92, Rue Bonaparte. Erhältlich bei der Zenith-Ver- gaser-Gesellschaft, 26/32, Rue de Villiers, Levallois-Perret, Frankreich. Enthält Zusammenstellungen der Rekordleistungen, der wichtigsten Wett- bewerbe und größten Streckenflüge des vergangenen Jahres, ferner der wichtig- sten Ausstellungen, Neuyork, Detroit, Genf, London und Cleveland, eine Ueber- sicht über den Luftverkehr der verschiedensten Länder sowie die Verwaltungs- stellen und anderes mehr. Barograph bill. zu kaufen gesucht. Offert. unt. 1700 an die Exped. des Flugsport, Frankfurt-M., erbet. Wenig gebrauchter 34 PS ANZANI-MOTOR mit Propeller zum Preise von RM 800.— gegen Barzahlung zu verkaufen. Der Motor ist riß- und bruchfrei und wurde geren einen Salmson-Motor ausgetauscht, weil größere Ueberlandflüge in Frage kommen. Bad.-Pfälz. Luftfahrtverein, e. V., Mannheim. Sämtliche Einzelteile fürd. Flugmodellbau, Baupläne, Preßluftmotoren, fertige Flug- u. Segelmodelle, Literatur konkurrenzlos durch: H.’Bufe, Berlin-Lichterfelde 1, Zehlendorferstraße 53 Preisliste —.20 RM. Ausland Weltpostschein ERSATZTEILE 40PSSALMSON stets am Lager AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal | Birken-Flugzeug-Sperrholzplatten , 3» bezw. mehrfach wasserfest verleimt 0,8, 1, 1,2, 1,5, 2, Alla, 3, 4, 5, 6—8 mm, sowie HOLZBLECH |Iiefert sofort ab Lager: Georg Herte, Berlin-Gharlottenburg 1 Wiimersdorferstr. 143/144 Fernsprech»Sammelnummer: C 4 Amt Wilhelm 5841 Teiegr.» Adresse: Fliegerhölzer Berlin En SERIES Gleitflugzeug ‚zu verkaufen. Angebote unter 2623 an den Flugsport. Frankfurt am Main, erbeten. Flugzeugführer, P-Schein. kapitalkräftie. zur Gründung einer Fliererschule im Anschluß an bedeutende Kraftfahrschule einer Großstadt Mittel- deutschlards gesucht. Angebote unter 2621 an die Fxped. des Flugsport, Frankfurt-M. Flugzeugmaterial Motoren-Ersatzteile, Instrumente. Snannschlösser, Stahl- schrauben. Anlaßmagnete. Schalter usw. Garantie für schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim Richter-Berlin NW 40, Altmoahit 19. Speziallieferant für die Lnftfahrt-Industrie und Händler. FAHRTMESSER = O-100 kmist, für Segelflugreuge. modernste Ausführung, besonders leicht. AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal Flugzeugführer-Ausbildung BANN sILsc, S zum Führerschein für Leichtflugzeuge, zum a Führerschein „A“, zum Kunstflugschein auf d. Fliegerschulen Berlin- FAN Staaken, Böblingen wi i. Württ. u. Würzburg. Deutsche Luftfahrt G.m.b.H., Berlin W.35, Blumeshof 6 J. Eibl’s private Flugkurse München-Schleißheim | „FLUGSPORT“ Der schwierig ste aller Atlantikflüge- Ohne Zwischenlandung erreichten die wagemutigen Flieger COSTE und BELLONTE wohlbebalten das ferne Ziel NewYork-Dallae. Ein beispielloser Erfolg aller Versuche den Ozean direkt su überfliegen. Wie beim Internationalen Rundflug alle Piloten, die Stanavo-Öl und »Gasoline verwendeten, von diesen neuen und überlegenen Flugmotoren: Produkten begeistert waren, so verdanken Coste und Bellonte nicht zuletzt ihren Erfolg dem STANAVO Kraftstoff für Flugmotoren - Überall in gleicher Qualität erhältlich - Ebenso führend in Qualität wie die drei Marken von Weitruf DAPOLIN ESSO 24 DEUTSCH- ya PETROLEUM-\ STANDARD MOTOR Ol AMERIKANISCHE ' GESELLSCHAFT RM 1250.— bis zum unbeschränkten A-Schein Ausbildungsleiter : Benzler (früher Klemmschule, Böblingen) Münchner Adresse: Lindwurmstr. 84-86 el Telefon: 73464 - 73592 |\Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen | . 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau STANDARD | N v£ a oron NE Flugmotoren Beim DLV-Zuverlässigkeitsflug und Rheinland-Befreiungsflug 1930 erzielten sämtliche 23 Siemens-Motoren die höchste Wertung von 100) tür Zuverlässigkeit. Beim Europa-Rundflug 1930 wurde den Siemens-Motoren ebenfalls die höchste Punktzahl für Zuverlässigkeit. zuerkannt. Bei keinem der Motoren wurde irgend ein Teil ausgewechselt. Der DLV schreibt: . Eines aber ist unbestreitbar, nämlich die Bewäh- rung der deutschen Erzeugnisse, und dies gilt auch für Ihre Motoren, von denen nicht ein einziger Versager Telegramm vom Rundflug: madrid 26. jul. 1930 festgestellt zu werden brauchte. Auf diesen Erfolg eine äußerst schwierige strecke des eu- können Sie wirklich stolz sein, und dazu bitte ich meine ropa rundfluges pau zaragoza madrid se. aufrichtigsten Glückwünsche entgegennehmen zu | Villa madrid ist heute mit den sh 13 a von wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung unseren maschinen gut überstanden = (gez.) Dominicus siebel offermann koeppen gothe king... SIEMENS & HALSKE A.-G. FLUGMOTORENWERK BERLIN-SPANDAU / BERLINER CHAUSSEE WERKE: FERNSPRECHER: HEMELINGEN BEI AMT BREMEN BREMEN HANSA 6358 LONDON TELEGRAMME: NEW Yo TITANINE manand TITANINE WERK 6.M.B.H. "Anne MemeLineen Für Segelilieger, Sportilieger und Flugschüler Billige Uniall-, Haitpilicht- (Bruch, Diebstahl, Feuer) u. Flugzeug -Versicherung Für Vereine und Gruppen sonderangehoie für Vereinsilugzeuge, Schulbeirieh, Flugtage, Welihewerbe Zentralstelle für Lufdahrt-Versicherungen, Nürnberg, Lauiertorgraben 2 Neue Erfolge der $ INIZ u KL TITEIHTLLUTTTERRPTILLLLL LS [ ‘ In. Il. a | GEGRUNDET 1908 v. HERAUSGEGEBE ||) VON OSHAR, URSINUS »” CIVIL-ING. NNNININIINLLNIIIININHN | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 343834 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 20 1. Oktober 1930 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 15. Oktober 1930 Auch Segelflugzeuge! Wie inoffiziell bekannt wird, bezieht sich die Verordnung bezügl. der Zulassung der Segelflugzeuge nur auf solche Segelflugzeuge, mit denen über Land geflogen wird. Die Bestimmungen in den $$ 47 und 48 geben dem Zulassungsparagraphen 13 eine andere Auslegung. Die beiden Paragraphen in der neuen Luftverkehrsordnung lauten: 2. Privatlandeplätze. 8 47. Soll ein Gelände, ohne daß darauf besondere Einrichtungen getroffen werden, als Privatlandeplatz ständig zu Abflug und Landung von Luftfahrzeugen benutzt werden, so ist dies der Landesbehörde vor der Aufnahme des Betriebes anzuzeigen. Die Landesbehörde kann zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ord- nung dem Unternehmer Auflagen machen oder den Betrieb untersagen. 3. Segelfluggelände. 8 48. Soll ein Gelände ständig zu Uebungen von Segelflugzeugen benutzt werden, so gilt $ 47 entsprechend. Der Zulassung der Segelflugzeuge und der Er- laubnis zu ihrer Führung oder Bedienung bedarf es für den Verkehr auf einem solchen Gelände nicht. Vom Do X. Im Do X sind inzwischen die neuen Curtiss-Conqueror-Motoren eingebaut. Durch die Verwendung dieser ganz anders gearteten Mo- torentype mußten die gesamten Maschinenanlagen umgebaut werden. Seit mehreren Wochen ist man damit beschäftigt, die Triebwerks- anlagen in allen Phasen durchzuprobieren. Bevor mit dem Uebersee- flug begonnen wird, sollam 15. Oktober der DoX nach dem Müggelsee flieeen. Als Kommandant hat man den alten bewährten Seeflieger Christiansen gewonnen. Die Besatzung für den Ueberseeflug besteht aus 12 Köpfen. Als Fluggäste sind nur Lady Drummond Hay und ein amerikanischer Journalist zugelassen. An unsere verehrten Leser im Ausland. An alle zunächst herzliche Grüße. An der Auslandsberichterstattung des „Flug- sport“ sollte jeder Leser mitarbeiten. Kurze Mitteilungen genügen. Probenummern des „Flugsport“ stehen zur Weitergabe an Freunde des Flugwesens gratis zur Verfügung. Wir stehen andererseits den verehrten Abonnenten mit Auskünften gern zur Verfügung. Redaktion und Verlag „Flugsport“. Seite 336 „FLUGSPORT“ Nr: 20 Mehr-Motoren-Großflugzeuge mit hochliegendem Rumpf. (Hierzu Tafel 1.) Es ist interessant zu beobachten, wie in neuerer Zeit in im Flug- zeugbau führenden Ländern die Flugzeugkonstrukteure die Vorteile des hochliegenden Rumpfes bei Doppeldeckern immer wieder ver- wenden. Die erste Maschine mit hochliegendem Rumpf wurde be- kanntlich 1914 von Ingenieur Ursinus (DRP. Nr. 307382) gebaut. Die- ser Typ mit hochliegendem Rumpf war ursprünglich vor dem Kriege als Seeverkehrsflugzeug gedacht. Der Widerstand des oben liegenden Rumpfes und der unten liegenden Schwimmer bzw. des Fahrgestelles war günstig für die Verlagerung der Motoren auf dem Unterflügel. Im Vergleich mit den damals bekannten französischen Zwei-Motoren- Maschinen ergab sich bei dem hochliegenden Rumpf ein geradezu ideales Schußfeld. Mit einem MG. war man in der Lage, in horizon- taler Richtung .nach allen Richtungen und in vertikaler Richtung drei Viertel des Schußkreises zu bestreichen. Ursinus hatte bereits zu die- ser Zeit die Bedeutung der. Verwendung des Flugzeuses für die Be- kämpfung von Erdzielen mit Schußwaffe erkannt. Aus diesem Grunde besaß das allererste Flugzeug dieser Type bereits gepanzerten Motor 2 Motoren Ursinus-Großflugzeug 1914 Handley-Page-Nachtbomber. Seite 338 „FLUGSPORT“ Nr. 20 und gepanzerten Insassenraum. Ein weiterer Hauptvorteil der Kon- struktion war die Möglichkeit, die Motoren so weit zusammenzu- rücken, daß die Propeller sich berührten. Da die Motorachsen aus bekannten Gründen versetzt waren (nicht parallel zu einander), so konnten auch, unbeschadet der gegenseitigen Beeinflussung, größere Propeller verwendet werden, ohne daß diese sich berührten. Der Vorteil der nahe zusammengerückten Motoren hat sich im praktischen Gebrauch bestätigt. Es ist oft vorgekommen, daß Flieger beim Aus- fallen von einem Motor mit einem noch laufenden Motor noch weiter flogen und hierbei noch gestiegen sind. Um einen Vergleich mit späte- ren Konstruktionen zu ermöglichen, bringen wir in dieser Nummer eine Zusammenstellungszeichnung der ersten Maschine von 1914. Um Be- schädigungen und überhaupt leichteste Deformationen am Rumpf zu vermeiden, wurde das hinterlastige Gewicht bei der Landung durch zwei an den Fahrgestellkufen befestigten Spornblattfedern aufgenom- men, so daß der Schwanzsporn, welcher nur als Hilfssporn diente, nur in Ausnahmefällen ganz geringe Kräfte aufzunehmen hatte. Beim Rollen war der Schwanzsporn ganz frei. Daher konnte die Maschine bei geeignetem Manövrieren fast auf der Stelle drehen. Man muß sich wundern, daß bei späteren Konstruktionen dieser Konstruktions- zgedanke selten wieder anzutreffen ist. Handley Page hat bei der unten ‚beschriebenen Konstruktion für den Radsporn einen besonders großen Ausschlag vorgesehen, ein Be- weis dafür, daß der hinten liegende Sporn für das Wenden und das Manövrieren beim Rollen sehr. ungünstig ist. Der Bau des Ursinus-Großflugzeuges war damals von grundlegen- der Bedeutung für den gesamten Gothaer ‚Flugzeugbau. Das Hoch- legen des Rumpfes ist in späterer Zeit von Dornier u. a. wieder aus- geführt worden. Verschiedene Konstruktionselemente, die von Ur- sinus zuerst geschaffen wurden, z. B. „Ausbalancierte Verwindungs- klappen“, „Kombinierte Stellhebel“, „Wagerechte Aufhängung der Bomben in der Flugrichtung“ u. a. m., sind später im Flugzeugbau zur dauernden Verwendung gelangt. Am 7. Juli 1930 zeigte Handley Page anläßlich eines Besuches des Prinzen Georg von England seinen neuesten Handley Page - Nachtbomber, einen zweimotorigen Doppeldecker mit hochliegendem Rumpf. Diese Maschine ähnelt in ihrem Aufbau den ersten Großflugzeugen von Ursinus von 1914, nur mit dem Unterschied, daß die Motoren anstatt auf den Unterflügel gestellt, an den Oberflügel gehängt sind. Weiter ist bei dem Handley Page der Führerraum vor den Flügel ver- legt. Die Motorgewichte sind durch kräftige Streben auf die Fahr- gestellräder übertragen. Die zwei Seitenleitwerksflächen sind, damit sie in den Bereich des Schraubenstrahls kommen, stark nach oben gezogen. Um die Beanspruchungen des hinteren Rumpfendes beim Rollen zu verringern und die Manövrierfähigkeit zu vergrößern, ist an Stelle eines gewöhnlichen Sporns ein schwenkbares Schwanzlaufrad vor- gesehen. An den Oberflügeln befinden sich in der Nase Handley Page- Schlitzklappen. Die beiden Rolls Royce - Motoren, Type F. sind voll- ständig verkleidet. In der Verkleidung befinden sich auch die Be- triebstoffbehälter. Das untere Flügelstück zwischen den beiden Rädern ist als Bombenraum ausgebildet. Beim Lancieren der Bomben öffnen sich . Nr. 20 „FLUGSPORT" Seite 339 automatisch Klappen an der Unterseite, die sich nach Fallenlassen der Bomben wieder von selbst schließen. Das Gesichtsfeld des Führers ist außerordentlich günstig, so daß sich die Maschine für Nachtflug besonders eignet. Besonderes Interesse widmet der Service Technique der Ent- wicklung des Types „Latecoere 6“. eine Großkampfmaschine mit auf dem Unterflügel untergebrachten vier Motoren und in den Oberflügel hineingezogenen Rumpf. Der „Latecoere 6“ istin Ganzmetall ausgeführt, wobei die kraftaufnehmen- den Organe nicht in Einzelträgern zusammengezogen, sondern nach Möglichkeit auf die umgebende Haut, Rumpfbeplankung und anderes mehr aufgelöst worden sind. Maßgebend für die Konstrukteure war auch hier Schaffung freien Schußfeldes nach allen Richtungen. Der Oberflügel des „Lat&coe&re 6“ hat eine Spannweite von 27,70 m und eine Flügeltiefe von 3,35 m. Der Unterflügel hat 20,63 m Spann- weite und 2,20 m Flügeltiefe. Die Flügel sind am Rumpf abnehmbar Latecoere 6 4 Motoren. Seite 340 „FLUGSPORT" Nr. 20 Lateco&re 6 Großkampf- und Bombenflugzeug und so bemessen, daß sie in Eisenbahnwagen untergebracht werden können. Flügelstellung leichte V- und Pfeilform. Flügelprofil 426. Quer- ruder befinden sich am Ober- und Unterflügel., Am Oberflügel sind die Klappen ausgeglichen. Die kraftübertragenden Teile sind im Ober- flügel in neun Holme aufgelöst. Die Flügelholme sind innerhalb des Flügels in 2 m Abstand durch Streben versteift. Der Rumpf, vollständige mit Aluminium bekleidet, gestattet eine vorzügliche Raumausnützung. Untergebracht werden Führer, die Be- triebstoffbehälter, Raum für Bomben, Station für drahtlose Telegra- phie, Photographie und Kinematographie, ferner für die Maschinen- gewehrstände. Dämpfungsfläche verstellbar. Das Seitenleitwerk in Metallbauweise wird aus drei Seitenrudern gebildet, von denen das mittelste ausgeglichen ist. Die Motoren sind auf dem Uhnterflügel auf einem Stahlrohrbock durch Alumin verkleidet untergebracht. Die Betriebsstoffbehälter be- sitzen Einrichtungen, um sie sofort zu entleeren. Der Latecoere 6 war ursprünglich gebaut für 265er Salmson-Motoren, wurde jedoch später umgebaut und mit Jupiter-Motoren versehen. Das Fahrgestell besteht aus zwei Räderpaaren, die in5 m Ent- fernung voneinander gelagert sind. Die Verteilung der Gefechtsstände ist genau so wie bei dem „Ursinus 1915". Zwei Maschinengewehre nach vorn, ein Maschinengewehr hinter der Flügelhinterkante im Rumpf, oben ein Maschinengewehrstand unter dem Rumpf nach hinten. Die Abmessungen sind folgende: Spannweite 27,70 m, Gesamt- länge 15,74 m, Gesamthöhe 4,32 m, Tragfläche 120 m?, Leergewicht 4100 kg, Betriebstoffgewicht 1570 kg, Nutzlast 720 ke, Gesamtgewicht 6390 kg, Belastung pro m? 53 kg, Belastung pro PS 6 kg. Erreichte Leistungen: Geschwindieckeit am Boden 200 km, Gipfelhöhe 5100 m. Ein weiterer interessanter französischer Versuch der Schaffung eines zweimotorigen Bombenflugzeuges mit erhöhten Gefechtseigen- schaften war die Konstruktion. „Hanriot HD. 25. 1924“, Bei diesem Ganzmetallflugzeug lagen die Motoren auf dem Unterflügel direkt über dem Fahrgestell. Der Flügel zwischen den beiden Motoren war unterbrochen und ge- gen den großen ovalen Rumpf verstrebt. Besonderer Wert war hier auf Abwehr nach hinten unter den Schwanz gelegt. Ausgezeichnet durchgebildet war die Formgebung des Rumpfes, die ‚Verkleidung der Motoren und Fahrgestellräder. Bei die- ser Maschine wurden die hinterlastig wir- kenden Kräfte beim Rollen auch durch den Schwanzsporn aufgenommen, Spannweite Oberflügel 17 m, Unter- flügel 155 m, Höhe 4 m, Länge 13 m, Hanriot HD 25 PATENTSAMMLUNG 1930 | des ON I Band Ill No. 29 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 503979, 504050, 576, 968; 506698, 699, 700, 701; 507025. Flugzeuge ohne Motor (Gruppe 1—2). b 1 Pat. 506698 v. 27. 9. 29, veröff. 6. 9. 30. Rudolf Grund, Lindenberg, Kr. Bees- kow. Aus mehreren hintereinander angeord- neten Flächen bestehende Seitenstenerung für Drachen. Die Skizze zeigt den waagerechten Schnitt durch ‚die Seitensteuerflächen eines Drachens. Diese sind nicht parallel zueinander angeordnet, sondern die hinteren Steuerflächen b!, b? bilden mit der vorderen ‚ Leitfläche a (Kiel) einen Winkel. Bei Punkt c liegt die Achse des ganzen Systems, d. h. durch ihn geht der verlängert gedachte Haltedraht. Weicht nun der Drachen von der Windrichtung ab, wie die Skizze zeigt, so erhält Fläche b! infolge ihres größeren An- stellwinkels einen größeren Druck als Fläche b? und PR L 44 N ——r 6x | | IN Ni \ . N N EN dreht den Drachen hinten in der Pfeilrichtung zurück, wodurch er gerade in den Wind zu stehen kommt. Bierdurch wird erfahrungsgemäß jede Neigung zum Gieren sofort abgedämpft. Die gleiche Wirkung wird erreicht, wenn die Flächen b! und b? vorn genähert sind und hinten auseinanderstehen. Patentanspruch: Aus mehreren hintereinander angeordneten Flächen bestehende Seitensteuerung für Drachen, dadurch’ ge- kennzeichnet, daß die hinteren Flächen (b!, b2) so nebeneinander angeordnet sind, daß ihre Verlängerun- gen mit der senkrechten Mittelebene des Drachens einen Winkel bilden. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- lächen und Kraftantrieb, Gruppe 3—24). b 4 Pat. 506699 v. 22. 5. 27, veröff. 6. 9. 30. Societe Anonyme Nieuport-Astra, Issy- les-Moulineaux, Seine, Frankreich. JNieten- lose Verbindung von Blechen für Metallkon- struktionen, insbesondere im Flugzeugban. Patentansprüche: 1. Nietenlose Verbindung von Blechen für Metall- konstruktionen, insbesondere im Flugzeugbau, bei der Abb r ee, ce “ur? A 4 e VVYyın etradarh % die zu verbindenden Blechränder umgebogen und durch ein geschlitztes Rohr zusammengehalten sind, dadurch gekennzeichnet, daß die umgebogenen Rän- der der zu verbindenden Bleche (a), gegebenenfalls unter Einschaltung weiterer, in einer’ anderen Ebene liegender Bleche (b), derart um einen stabförmigen Kern (d) herumgebogen sind, daß die Blechränder eine zweimalige Biegung in verschiedener Richtung erhal- ten, wobei das geschlitzte Rohr (e) die Blechränder an den Kern (d) und aneinanderpreßt. 2. Nietenlose Verbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der stabförmige Kern (d) durch den zusammengerollten Rand eines Bleches gebildet wird. b 12 Pat. 506700 v. 23. 2. 29, veröff. 8. 9. 30. Meßgeräte Boykow G. m. b. H., Berlin-Lichterfelde, Vorrichtung zur gedämpf- ten Querstabilisierung von bewegten Gegenstän- den, @. B. Fingzengen, mittels eines Kreisels. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur gedämpften Querstabilisierung von bewegten Gegenständen, z. B. Flugzeugen, mit- tels eines Kreisels, gekennzeichnet durch einen um eine waagerechte, zur Querachse des bewegten Gegen- standes parallele Achse (2) rotierenden Kreisel mit senkrecht zur Querachse und zur Bewegungsrichtung liegender Präzisionsachse (6), dessen Schwerpunkt außerhalb der Präzisionsachse liegt und der bei seiner Seite 114 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 29 Drehung um die Präzisionsachse (6) das Querruder steuert. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß dem Kreisel durch eine Kraft, z. B. eine Feder (16), ein Drehmoment mitgeteilt wird, das ihn in seiner Nullage zu erhalten sucht. b 14 Pat. 504050 v. 22. 12. 29, veröff. 30. 7. 30. The Cierva Autogiro Company Limited, London. Fingzeng mit unter der Wirkung des Fahrtwindes frei umlaufenden Flügeln. Patentansprüche: 1. Flugzeug mit unter der. Wirkung des Fahrt- windes frei umlaufenden Flügeln, dadurch gekennzeich- “net; daß in oder: auf den- Flügeln (2) eine Reaktions-- düsen (16, 16a) aufweisende, den Flügeln durch den Rückstoß eines Treibmittels eine Anfangsdrehung er- teilende Antriebsvorrichtung gelagert ist. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß in den Flügeln (2) Behälter (1, 9, 10) zur Aufnahme des zur Erzeugung des Rückstoßes dienen- den Reaktionsmittels untergebracht sind. 3. Flugzeug nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstoßantriebsvorrichtung Mittel zur Erzeugung von Dampf geeigneten Druckes und Ausströmdüsen enthält, in denen der erzeugte Dampf zur Erzielung des erforderlichen Rückstoßes expandiert. 4. Flugzeug nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch einen oder mehrere Behälter (1) zur Aufnahme von unter Druck stehender Luft oder Sauerstoff und durch Behälter (9, 10) zur Aufnahme von Wasser und flüssi- gem Brennstoff sowie durch eine Verbrennungskam- mer (14) und eine oder mehrere Misch- und Zerstäu- berdüsen (25, 29), durch welche Luft und fein zer- stäubter Brennstoff in die Verbrennungskammer be- fördert wird, wobei eine Verdampfungskammer (15) und Steuermittel vorgesehen sind, die das Brennstoff- Luft-Gemisch den Mischdüsen zuführen und das Ge- misch entzünden. 5. Flugzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich- net, daß die Verbrennungsgase zusammen mit dem erzeugten Dampf durch Expansionsdüsen (16, 16a) nach Art der Venturidüsen in die Außenluft geleitet werden. 6. Flugzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich- net, daß die Verdampfungskammer (15) aus einem Ringraum besteht, der die Verbrennungskammer (14) umgibt und mit dieser Kammer im Abstand von der Brennstoff-Luft-Mischdüse (25, 29) und dicht neben einer Oeffnung in Verbindung steht, die von der Ver- brennungskammer zu der Venturiexpansionsdüse führt. 7. Flugzeug nach den Ansprüchen 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoff- und Wasserbehäl- ter (9, 10) mit dem Luftbehälter (1) durch Rohrleitun- sen in Verbindung stehen. . Ab 1 —2? 32 ER 37 BU MOL 87 m 6 ou v 7ER ; \ EN\B0o Rn 028 782 N N \\- 29 2 wt 2825 30 23 9 _ _ —< I 1728 mn 8. Flugzeug nach Anspruch 7, dadurch gekenn- zeichnet, daß in dem vom Luftbehälter (1) zu den Mischdüsen (25, 29) führenden Rohr ein Drosselventil (23) vorgesehen ist. 9. Flugzeug nach den Ansprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Verbindungsrohr zwischen dem Luftbehälter (1) und den die Druckluft zu den Brennstoff- und Wasserbehältern (10, 9) führenden Leitungen (18) ein Reduzierventil (12) vorgesehen ist, aus dem die Luft mit vermindertem Druck zu den Mischdüsen (25, 29) strömt. 10. Flugzeug nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Holme der Flügel (2) rohrförmig ausgebildet sind und einen Raum (1) für komprimierte Luft oder Sauerstoff enthalten, 11. Flugzeug nach den Ansprüchen 1 bis 10 gekenn- zeichnet durch einen von dem Hauptantriebsmotor an- getriebenen Luftkompressor, der Luft unter hohem Druck in die Luftbehälter (1) liefert. 12. Flugzeug nach den Ansprüchen 4 bis 11, da- durch gekennzeichnet, daß das Brennstoff-Luft-Gemisch mittels einer oder mehrerer Patronen entzündet wird, die Schießpulver oder einen ähnlichen Zündstoff ent- halten und mittels eines Schlagzünders (32, 33) ent- zündet werden. 13. Flugzeug nach den Ansprüchen 4 bis 12, da- durch gekennzeichnet, daß von dem Flugzeugführer bedienbare Steuerungsglieder (37) vorgesehen sind, die gleichzeitig die Zuführung von Luft, Brennstoff und Wasser zu dem Dampferzeuger und die Entzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches bewirken. b 14 Pat. 506701 v. 3. 11, 26, veröff. 8. 9. 30. The Cierva Autosiro Com- pany Ltd. London. Flugzeug mit frei um- lanfenden, vom Fahrtwind angetriebenen Flügeln, In der deutschen Patentschrift 416727 (Cierva) ist ein Flugzeug mit frei umlaufenden Flügeln beschrie- ben, die während des Fluges unter der Wirkung des Fahrtwindes umlaufen. Jeder Flügel ist derart an der Drehachse angelenkt, daß er jederzeit Stellungen ein- nehmen kann, in denen die durch die Drehung hervor- gerufene Fliehkraft und der Auftrieb sich im Gleich- gewicht befinden. Bei Flugzeugen dieser Art wird dem seitlichen Kippen des Flugzeuges um seine Längsachse dadurch entgegengewirkt, daß an den Enden von seitlich aus dem Flugzeugrumpf herausragenden Holmen steuer- bare Querruder angebracht sind. Nach der Erfindung ist die Wirkung dieser Querruder dadurch wesentlich verbessert, daß diese Flächen durchlaufende Trag- flächen mit einem guten ärodynamischen Wirkungs- grad darstellen. Hierdurch werden die umlaufenden Flügel von einem Teile der Auftriebskraft bei Ge- schwindigkeiten entlastet, die in der Nähe der höch- sten Fluggeschwindigkeit liegen. Auf diese \Weise Abb. 2 Nr. 29 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 115 — können die umlaufenden Flügel viel wirksamer arbei- ten, während bei Geschwindigkeiten, die in der Nähe der kleinsten Fluggeschwindigkeit liegen, die Auf- triebsbelastungen durch die festen Tragflächen nicht übermäßig groß sind. Auf diese Weise können die umlaufenden Flügel ihre Aufgabe als Stützflächen bei sehr geringen Vorwärtsgeschwindigkeiten erfüllen. Ein geeignetes Verhältnis für die festen Tragflächen ist dann geschaffen, wenn ihre Gesamtfläche den sieb- zehnten Teil der Fläche ausmacht, welche die um- laufenden Flügel bestreichen. Dieses Verhältnis kann jedoch innerhalb weiter Grenzen geändert werden. Patentanspruch: Flugzeug mit frei umlaufenden, vom Fahrtwind angetriebenen Flügeln, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der umlaufenden Flügel (A) feste, steuerbare oder mit Querrudern (D, D!) ausgerüstete Tragflächen (B) angeordnet sind. b 1 Pat. 507025 v. 8. 5. 29, veröff. 11. 9. 30. Otto Adolph Schaer, Lausanne, Schweiz. Vorrichtung zum augenblicklichen Einkuppeln des Doppelsteners eines Flugzenges während des Fluges von einem der Führersitze aus. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum augenblicklichen Einkuppeln des Doppelsteuers eines Flugzeuges während des Fluges von einem der Führersitze aus, bestehend aus minde- stens zwei parallel geschalteten Seitensteuerhebeln und mindestens zwei gemeinsam zu bedienenden Steuer- knüppeln, dadurch gekennzeichnet, daß der eine der Steuerknüppel der Doppelsteuerung aus mindestens zwei Teilen besteht, von denen der eine starr ist, in einer Kardanaufhängung schwingt und parallel mit dem entsprechenden Teil des anderen Steuerknüppels arbeitet, während der andere, als Handgriff ausgebil- dete Teil durch Fernbetätigung aus jeder beliebigen Lage mit dem starren Teil verbunden werden kann. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der als Handgriff dienende Teil des Abb. 3 Abb. ı Abb. 5 Abb. 4’ 22 er: Steuerknüppels (6, 7) aus einem elastischen Rohr ge- bildet ist, in weichem sich ein starrer Kern (11, 12) bewegt, der mit der Fernbetätigung (13 bis 18) derart verbunden ist, daß er aus der ausgekuppelten Stellung, in welcher er in den starren Teil des Steuerknüppels (1) zurückgezogen ist, in das biegsame Rohr gescho- ben werden kann. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der den Handgriff des Steuerknüppels bildende Teil (21, 22) aus einem starren Rohr besteht, das mit dem starren Teil (1’) des Steuerknüppels mit- tels einer elastischen Muffe (23) verbunden ist, wobei im Innern beider Teile ein mit der Fernbetätigungs- vorrichtung (13° bis 18°) verbundener, aus einem kon- zentrischen Rohr bestehender starrer Kern (24 bis 26) derart gleitet, daß er beim Einkuppeln gleichzeitig an beiden’ Teilen des Steuerknüppels anliegt. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der biegsame Teil des Steuerknüppels aus ineinander eingefügten Gliedern (29, 30) besteht, die mittels eines Seiles (31) mit der Fernbetätigung derart axial verbunden sind, daß beim Anziehen des Seiles die aneinandergepreßten Glieder einen starren Steuerknüppel bilden. b 187 503979 v. 25. 9. 28, veröff. 31. 7.30. Dr.-Ing. Carl Töpier, Karlsruhe. Fingzeng mit an den Flügeln angeordnetem Triebwerk. Patentansprüche: 1. Flugzeug mit an den Flügeln angeordnetem Triebwerk, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor- körper derart in die Tragkonstruktion des Flügels eingefügt ist, daß die im Flügel auftretenden Bean- spruchungen ganz oder teilweise durch den Motor- körper hindurchgeleitet werden. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß Kurbelgehäuse und Zylinder des Mo- tors zu einem Gußkörper vereinigt sind, der durch zwei Reihen von senkrecht zu der durch Kurbelwel- len- und Zylindermitte gelegten Ebene angeordneten Zugorganen an die anstoßenden Flügelteile angeschlos- sen ist, wobei die Zugorgane fest eingegossen oder herausziehbar sein können. 3. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß zwischen je zwei Zylindern des Motors eine druckfeste Rippe liegt, durch die eine Zugstange geführt ist. 4. Flugzeug nach Anspruch 1 und 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Kurbelgehäuse des Motors senk- Seite 116 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 29 ‚recht zur Längsachse durch Querrippen unterteilt ist, durch die Zugstangen geführt sind. b 90 Pat. 504576 v. 13. 12. 27, veröff. 19. 9. 30. Jacques Pobereisky, Neuilly- sur-Seine, Frankreich. Schutzverkleidung für Brennstoffbehälter, insbesondere für Flngzenge. Patentansprüche: 1. Schutzverkleidung für Brennstoffbehälter, ins- besondere für Flugzeuge, bestehend aus mehreren, die Behälter umgebenden Gummilagen, dadurch gekenn- zeichnet, daß die einzelnen Gummilagen unabhängig voneinander unter verschiedener, jedoch in parallelen Ebenei wirkender Spannung stehen. 2. Schutzverkleidung für Brennstoffbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Span- nungszug der einzelnen Lagen in verschiedenen, z. B. aufeinander senkrechten Richtungen hervorgerufen ist. 3. Schutzverkleidung für Brennstoffbehälter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß unter Spannung stehende und nicht unter Spannung stehende Gummilagen miteinander abwechseln. 4. Schutzverkleidung für Brennstoffbehälter nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere nicht unter Spannung stehende Gummi- lagen mit mehreren dünnen, stark gespannten Gummi- lagen bedeckt sind. 5. Schutzverkleidung für Brennstoffbehälter nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ge- spannte und nicht gespannte Gummilagen zusammen- geklebt oder vulkanisiert sind. b 90 Pat. 504968 v. 24. 2. 29, veröff. 12. 8. 30. Bayerische Flugzeugwerke A.-G. und Dipl.-Ing. Willy Messerschmitt, Augs- burg. Fingzeng mit im Rumpf oder Flügel verteilten Brennstoffbehältern. Die Unterbringung des Brennstoffes in Großflug- zeugen setzt meist die Anordnung mehrerer Behälter im Flugzeug voraus. Der Brennstoff gelangt ent- weder durch natürliches Gefälle zur Verbrauchsstelle oder wird mittels Pumpe in Falltanks oder zur Ver- brauchsstelle gefördert. Brennstoffbehälter mit na- türlichem Gefälle haben einen sehr beschränkten Ver- wendungsbereich, denn sie müssen mit Rücksicht auf den Flugzeugwiderstand innerhalb eines an sich nö- tigen Flugzeugteiles untergebracht werden, wobei der betreffende Flugzeugteil wesentlich höher liegen muß als der Motor. Diese Anordnung ist also nur möglich, wenn die Motore tiefer als der Flügel oder der Rumpf angeordnet sind. In allen übrigen, viel zahlreicheren Fällen muß der Brennstoff durch Pumpen zur Ver- brauchsstelle gefördert werden. Die Gefahr des Ver- sagens von Pumpen ist ziemlich groß. Die Folge ist eine Notlandung oder die Zerstörung der Maschine, wenn sich das Flugzeug beim Versagen der Brenn- stoffzufuhr gerade in ungünstiger Lage und geringer Höhe befindet. Um diese Nachteile möglichst zu vermeiden, ließ man mehrere Einzelbehälter in einen Sammelbehälter ntünden, von dem aus erst die Motore gespeist wur- den. Da auch bei diesen Anordnungen die Einzel- behälter über den Sammelbehältern und diese über den Motoren liegen mußten oder die Verwendung von Pumpen nötig war, ergaben sich auch hier die oben bezeichneten Schwierigkeiten, wenn auch in gerin- gerem Maße. Vollständig vermieden werden sie jedoch gemäß der Erfindung. Bei einer Anordnung gemäß der Er- findung können mehrere Sammelbehälter vorhanden sein, die unter sich durch Leitungen verbunden können. In der Zeichnung (Abb. 1) ist ein Beispiel einer solchen Anordnung schematisch dargestellt. S sind die Sammelbehälter, E die Einzelbehälter. Die Abb. 2 und 3 zeigen Anordnungen, bei denen sämt- liche Einzelbehälter mit einem gemeinsamen Sammel- behälter verbunden sind. Die Brennstoffleitungen können in jeder beliebigen, an sich bekannten Weise verlegt und mit Absperrhähnen usw. versehen sein. Patentanspruch: Flugzeug mit im Rumpf oder Flügel verteilten Brennstoffbehältern, die mit einem oder mehreren gleich hoch oder höher liegenden Sammelbehältern verbunden sind und deren Leitungen so verlegt sind, daß der Brennstoff mittels natürlichen Gefälles den Sammelbehältern zugeführt werden kann, dadurch ge- kennzeichnet, daß das natürliche Gefälle durch Schräg- lagen des Flugzeuges hergestellt wird, so daß die im Waagerechtflug niedrigeren Behälter vom im Schräg- flug oberen Flügel zum Sammelbehälter entleert wer- den können. | Pat.-Samml. Nr. 29 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 20, am 1. 10. 1930 veröffentlicht. N. 2000 „FLUGSPORT"“ Seite 341 Flügeltiefe Oberflügel 3m, Unterflügel 1,50 m, Flügelinhalt 70 m}, Nutzlast 520 kg, Betriebstoff 650 kg, Gewicht belastet 3300 ke, Flügel- belastung 47 kg/m”, Leistungsbelastung 5,5 kg/PS, Geschwindiekeit 212km/h, Steigfähigkeit auf 5000 m in 18’6”, Gipfelhöhe 7500 m. Hochleistungs-Segelflugzeug „Oberbürgermeister Wagner“. Das vom Breslauer Mo- dell- und Segelflug-Verein „Schlesischer Adler“ ge- baute Flugzeug zeigt ze- genüber der üblichen Bau- weise der Hochleistungs- Segelflugzeuge verschie- Pren I dene Abweichungen. Um eine nicht unwesentliche Gewichtsverminderung des Holmes zu erreichen, sind bei dieser Maschine die Tragflächen durch ein verkleidetes Kabel abge- fangen. Bei einem Seiten- verhältnis von 1: 17,4 hat _ das Flugzeug eine Flächen- A belastung von 11,6 ke/m? bei 17Vefacher Sicherheit. 3000 2774 J Das Kabel wird mit Vor- Jen! spannung angeschlossen und dämpft Flügelschwin- Miurrrw gungen weicher als Stre- | Mr ben. Während eines vier- stündigen Segelfluges bei starkem Winde konnte der Führer nicht die gering- sten Schwingungserschei- nungen feststellen. Es han- flugzeug Oberb. delt sich allerdiness um | Wagner einen Segelflug ausschließ- | lich im Hangwind, und da | die Maschine bis 480 m | über Start erreichte, se- | ur gelte sie in den gleichmä- SS«- Bigen Luftschichten. Gebaut ist das Flugzeug unter Verwendung von Profil G.535 in der üblichen einholmigen Bauweise ımit Hilfsholm. Spannweite 18,1 m, Tragfläche 18,4 m’, Leergewicht 144 kg, Gleitwinkel 1—22. —__ 8000 Hochleist. Segel- Booo —___ . 4500 Segelflugzeug „Gildehof“. Dieser Doppelsitzer des Breslauer Modell- und Segelflug-Ver- eins „Schlesischer Adler“ entstand nach vorhergehenden Modellver- suchen mit dem druckmittelpunktfesten Profil M.12. Die Versuche lieferten sehr gute Resultate. Die Tragfläche des Segelflugzeuges be- sitzt durchgehend Profil M.12 mit leichter Verwindung nach den Flügelenden um 112°. Die Doppelsteuerung macht die Maschine ge-. eignet als Uebungsflugzeug für „C“-Anwärter. Den runden Rumpf Seite 342 „FLUGSPORT“ Nr. 20 und elliptischen Flächenumriß wählten wir, um die Widerstände mög- lichst klein zu halten, da M. 12 keine zu hohen Ca.-Werte hat und die guten Eigenschaften des Profils durch große zusätzliche Widerstände SER 8900 > stark vermin- Sl dert werden. 8 Im übrigen stellt | diese Bauweise gegen eckigen Rumpfundrecht- eckigenFlächen- umriß ja nur eine geringe zeichnerische Mehrarbeit dar, welche beim Rumpf durch weniger Ge- FR wicht bei grö- ßerer Festigkeit aufgewogen wird. Zur Wah- rung der Profil- form wurde die Sperrholznase weit herumge- zogen. Die rest- lichen Torsions- kräfte werden durch Diagonal- stäbe aufgenom- men. Die Rumpfspanten bestehen aus mehreren Schichten von Kiefernleisten, -J00 | Hochleistungs-Segelflugzeug Oberbürgerm. Wagner d. Bresl. Mod.- u. Segelfl.- Ver. Schles. Adler. Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 343 Segelflugzeug Gildehof d. Bresl. Mod.- u. Segelfl.-Vereins Schles. Adler. Alle Tragflächenspieren (bis 2,10 m lang) und sämtliche Rumpi- spanten fertigte ein Mitglied daheim im — Herrenzimmer an, da unsere Werkstatträume anderweitig zu stark besetzt waren. Spannweite 15 m, Tragfläche 27 m?, Seitenverhältnis 1—8,4, Leergewicht 166 kg, Fluggewicht (einsitzig) 236 kg. Flächenbelastung 8,6 ke m?; Fluggew. (zweisitzig) 306 kg, Flächenbelastung 11,3 kg/m?. Die Zigarettenfabrik Hans Bergmann gab uns eine Baubeihilfe für Materialbeschaffung aus ihrem Werbefonds. Dipl.-Ing. Tonn. Caunter-Fünfzylinder-Zweitakt-Sternmotor. Dieser von Caunter: (England) konstruierte Fünfzylinder-Zwei- takt besitzt einen Arbeitskolben mit darunter liegendem Stufen- kolben. Der Stufenkolben arbei- tet doppelwirkend mit nach dem Kurbelgehäuse abgeschlossener Ansaugseite und dient als Vor- verdichter. Zylinder Gußeisen mit aufzeschraubten Aluminium- köpfen. Die konstruktive Durch- bildung des Motors erscheint hinsichtlich der wenigen Einzel- teile sehr einfach. Die Massen- kräfte sind jedoch durch die Stufenkolben ziemlich groß. Bohrung 85 mm, Hub 88 mm. | Aluminiumkolben mit Deflektor Engl. Caunter Zweitakt-Motor und aufgezogenen QGußeisenrin- gen mit eingedrehten Rillen für die Kolbenringe. Kurbelwelle ein Stück, vorn Kugellager für Radial- und Axialbrücke, hinten Gleit- lager. Kurbelgehäuse hinten und vorn durch Deckel verschlossen, hinterer Deckel trägt Magnet und Oelpumpe. Vergaser Claudel 45 mm. Seite 344 Schmierung durch die hohle Kurbelwelle vom hinteren Lagerzapfen aus. 2 Leistung. bei 2000 Umdrehungen 55/60 PS, Gewicht 77,7 kg, Sterndurchmesser. 839 mm. „Fiat-Diesel“ 6-Zylinder 220 PS. . Während der letzten großen ita- lienischen Flugver- anstaltung, „Tag der Flügel“, wurde zum erstenmal ein Flugzeug „Fiat“, nem „Fiat“-Diesel- Flugsmotor, Typ A.N.I., gezeigt. Der vorliegende Expe- rimentiermotor ist „A1l2 Bis“, 6-Zy- linder wasserge- . kühlt. An Stelle der Magnete sind, wie man aus der Abbildung ersieht, ten. Die Zylinder von 140 mm Boh- mit aufgelötetem Wassermantel. Je zwei Ein- und Aus- Fiat Diesel 6 Zyl. 4 Takt laßventile werden 220 PS. von zwei obenlie- 4 genden wellen gesteuert. Zwischen den Ventilen liegen die Einspritzdüsen. Die zwei Bosch- Einspritzpumpen PE3B pressen das Oel mit 2300 Atmosphären in die Zylinder. Anlassen erfolgt mittels komprimierter Luft. Hub 180 mm, Bohrung 140 mm, Normalleistung bei 1600 Um- „FLUGSPORT“ Nr. 20 auszrerüstet mit ei-. ‘ein umzebauter Oelpumpen getre- rung sind; aus Stahl: Nocken--! drehungen 180 PS, bei 1700 Umdrehungen 220 PS, Betriebsölver- brauch bei Normalleistung 190 gPS/h, effektiver mittlerer Druck : 7 kglm?. Die Luftkühlung beim Gipsy. durch geeignete Verklei- dung für eine wirksame Luftstromführung zwischen den Zylindern gesorgt ist. Die Luft strömt von vorn seitlich der Zylinderreihen entlang, strömt zwischen den Zylindern quer zur Achse durch, wird dann weiter auf der anderen Seite nach hinten und überhaupt bei Reihen- motoren hat sich als genü- | send erwiesen, sofern |! Nr. 20 „Er LUGSPORT“ Seite 345 geführt. Um zwischen den Zylindern eine intensivere Kühlung zu er- möglichen, sind besondere Luft-Abweichtürmchen, siehe nebenste- hende Abbildung, angeordnet. Vorträge a. d. XIX. Mitgliederversammlung d. WGL. 10.—13. Sept. i. Breslau. Brennstofiverbrauch und Wärmebelastung des Vergaserilugmotors. Von Kurt Löhner, Der Brennstoffverbrauch und die Wärmebelastung des Vergasermotors wer- den auf Grund von theoretischen Berechnungen und von Messungen untersucht. Außer durch Erhöhung des Verdichtungsverhältnisses kann der Brennstoffver- brauch durch Verlängerung der Dehnung herabgesetzt werden. Dabei muß ie- doch eine Zunahme des Motorgewichts in Kauf genommen: werden. Eine Aende- rung des Verhältnisses von Dehnung zu Verdichtung zur Regelung des Motors hätte nur dann Zweck, wenn gleichzeitig der Verdichtungsraum veränderlich wäre, was praktisch kaum durchführbar sein wird. Die Regelung des Motors durch Aenderung der Gemischzusammensetzung ergibt günstigeren Brennstoff- verbrauch als die meist übliche Drosselregelung. Eine Untersuchung der Zünd- geschwindigkeit zeigt, daß durch eine verhältnismäßig geringe Vorwärmung der durch den zunehmenden Luftüberschuß bedingten Verringerung der Zünd- geschwindigkeit entgegengewirkt werden kann. Als Maß für die Wärmebelastung des Motors wird die an die Wandungen des Verdichtungsraumes übergegangene Wärmemenge eingeführt. Die Wärme- belastung steigt nur wenig mit der Zunahme des Verdichtungsverhältnisses. Sie fällt sehr stark mit wachsendem Luftüberschuß. Auch mit der Verlängerung der Dehnung ergibt sich ein beträchtliches Absinken der Wärmebelastung. Wesent- lich geringer ist dagegen der Einfluß der Drosselung. Auf Grund der Untersuchung ist es zweckmäßig, bei Motoren, an die keine hohen Anforderungen in bezug auf geringes Gewicht gestellt werden, die aber möglichst günstigen Brennstoffverbrauch haben sollen, den Dehnungshub länger als den Verdichtungshub zu machen und dabei das höchstzulässige Verdichtungs- verhältnis zu wählen. Im übrigen empfiehlt es sich mit Rücksicht auf Brennstoff- verbrauch und. Wärmebelastung, im Bereich hoher Drehmomente mit Gemisch- regelung unter entsprechender Vorwärmung zu arbeiten und für niedere Dreh- momente Drosselregelung anzuwenden. Ueber Vergaser- und Dieselilugmotoren. Von Dr.-Ing. Seyerle, Die Entwicklung der Vergaser- und Dieselflugmotoren könnte wesentlich ge- fördert werden, wenn es gelänge, Einblick in den zeitlichen Ablauf der Verbren- nung zu erhalten. Zwischen der Vergaser- und der Dieselmaschine besteht im Verbrennungs- verlauf ein fundamentaler Unterschied. Ueber diesen verwickelten Vorgang im Arbeits-Zylinder einer Verbrennungskraftmaschine weiß man bis heute noch recht wenig. Aus dem Druckverlauf von Indikator-Diagrammen ist ein mehr qualita- tiver Vergleich zwischen Diesel- und Vergasermaschine versucht worden. Aus diesem Druckverlauf wurde die zeitliche Wärmeentwicklung berechnet, die mit der Verbrennungsgeschwindigkeit identisch ist, denn die Verbrennungsgeschwin- digkeit ist die Wärmeentwicklung in der Zeiteinheit, und diese wiederum steht mit der zeitlich wechselnden Druckänderung im Arbeitsmittel in engem Zu- sammenhang. Die zeitliche Druckänderung im Arbeitsmittel, der sogenannte Klopfstoß, wurde durch Differentieren der Druckkurve mit einem neuen Differentiergerät bestimmt. Bei den untersuchten Dieselmotoren hat sich gegenüber den Vergasermotoren ein wesentlicher Unterschied in der Art der Verbrennung ergeben. Der Verbrennungsverlauf im Arbeits-Zylinder einer wassergekühlten Diesel- maschine mit indirekter Einspritzung zeigte am meisten Aehnlichkeit mit dem Verbrennungsverlauf einer luft- und einer wassergekühlten Vergasermaschine. Die Verbrennung setzt fast augenblicklich mit der Zündung oder mit dem Ein- spritzen ein, um dann sehr rasch aber stetig zu einem Höchstwert anzusteigen. Der Abfall der Verbrennungskurve erfolgt ebenfalls sehr stetig, Ganz anders Seite 346 „FLUGSPORT“ Nr. 20 dagegen ist die Art des Ablaufs der Verbrennung bei luft- und wassergekühlten Motoren mit direkter Einspritzung. Die Verbrennung steigt steil zu sehr hohen Spitzen an und sinkt dann fast plötzlich zurück, um wiederholt neu aufzuflackern. Eine andere sehr interessante Erscheinung ist das Auftreten einer Art Wärme- schwingung, welche sich dem Wärmespiel der zeitlichen Wärmeentwicklung des Kreisprozesses überlagert. Eine Deutung dieser Erscheinung kann jedoch erst durch weitere Versuche erbracht werden. Für die Belastung eines Motors sind nicht allein die absoluten Werte der Drücke im Arbeitsmittel maßgebend, sondern auch die momentanen Aenderungen dieser Drücke. Die Aenderung dieses Druckes wirkt sich auch auf den resul- tierenden Gas- und Massendruck aus, und dieser wiederum wirkt sich als Ruck in allen Triebwerksteilen aus. Wichtig für die Frage der Kühlung und Festigkeit der Zylinderwände ist die Wärmebelastung. Man versteht darunter diejenige Wärme, welche in einer ge- wissen Zeit durch die Zylinderwände hindurchfließt. Die Wärmebelastung mit ihrer Wirkung der Wärmespannung ist umso gefährlicher, je dicker die Wand und ie höher die Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenseite der Zylinderwände ist. Die Untersuchung des Wärmeflusses zwischen Gas und Wand luft- und was- sergekühlter 2- und 4-Takt-Vergaser- und Dieselmotoren wurde betrachtet, um zusammen mit der zeitlichen Wärmeentwicklung im Arbeitsmittel und in der Wand die gesamte augenblickliche Wärmeänderung und Wärmemenge im Arbeits- zylinder festzustellen, wobei diese gleich der durch den Brennstoff zugeführten Wärmemenge sein muß. Aus der Kenntnis dieser Vorgänge heraus kann dann die Wärmebelastung der verschiedenen Verbrennungskraftmaschinen angegeben werden. Es gibt einen optimalen Verlauf der Verbrennung, bei dem die höchsten Ver- brennnungsdrücke, die Aenderung der Verbrennung- und der Massendrücke, die Verbrennungszeit, die Brennstoffökonomie, die Belastung und die Lebensdauer der Verbrennungkraftmaschinen ebenfalls ihren optimalen Wert erreichen. Ueber Druckverteilung an der umströmten Kugel. Prof. Dr.-Ing. O. Krell, Berlin, berichtet über Druckverteilungsmessungen an der umströmten Kugel, die er im Windkanal des Instituts für Strömungsforschung (Prof. Dr. Föttinger) an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg als Gast vorgenommen hat. Die von ihm für die Druckdiagramme gewählte Dar- stellungsweise, bei der er den Mittelpunkt der umströmten Kugel in den Mittel- punkt des Polarkoordinatensystems verlegt, so daß der Schnitt der Meßebene mit der Kugel als ein Kreis erscheint, von dem aus er nach außen die positiven und negativen Drucke aufträgt, bezweckt so anschaulich zu wirken, daß sich auch weniger geschulte Zuhörer eine Vorstellung bilden können, wie die an der Oberfläche der Kugel angreifenden Kräfte sich zu dem Gesamtwiderstand zu- sammensetzen, den die Kugel im Luftstrom erfährt. Besonderes Interesse lösen die Versuche aus, die er an einer Kugel vorgenommen hat, die auf ihrer Stirnseite, d. h. der dem Winde zugekehrten Seite einen Stauring trägt. Auf Prof. Prandtl ist die Feststellung zurückzuführen, daß ein auf der Vorderseite ziemlich nahe dem größten Umfang der Kugel aufgelegter dünner Drahtreif eine starke Ver- kleinerung des Wirbelgebietes hinter der Kugel und damit eine starke Verrin- gerung des Luftwiderstandes der Kugel bewirkt. Die Druckverteilungsmessungen des Vortragenden bestätigen diese Erfahrung, obwohl der Ring, den er benutzt, relativ kleiner und höher ist, also auch weiter vorne an der Kugel sitzt als der Prandtlsche Drahtreif. Die vorgeführten Druckdiagramme tragen wesentlich zur Klärung dieser eigentümlichen Erscheinung bei. Sehr überzeugend wirkt die Gegenüberstellung dieser Druckdiagramme und der von Prof. Ahlborn nach seiner bekannten eleganten Methode hergestellten Bilder von der Strömung um den Zylinder, insofern als sich die beiden Darstellungen gegenseitig ergänzen und erklären. In diesen Messungen und den Strömungsbildern findet der Vortragende seinen Standpunkt bestätigt, wonach bei allen Strömungsvorgängen das Be- harrungsvermögen der strömenden Masse (Trägheit und kinetische Energie) einen überragenden Einfluß ausübt. Der Kampf dieses Beharrungsvermögens der Strömung als Zentrifugalkraft an konvexen Körperoberflächen mit dem dem gan- zen Vorgang überlagerten statischen Druck ist bestimmend für die Ablösung der Strömung von der Körperoberfläche. Die Vorgänge in der dem Körper unmittel- „Flugsport“, Organ der Flugzeugfabrikanten und des Modell- und Segelflugverbandes 1930. A0co e y —— B Mn) [ FA = c I — A 5 — m ı R) BE - u: 5 —— u: 6 S f ‚ t ı — x T° na u ZEN | > \ mit hochliegendem Rumpf j | | | | j ! Darursichr. M-1:4o0. | F Ursinus-Zwei-Motoren-Großflugzeug 1914 B - 5 u E Hr 2 = 2 Te oO zZ x all u 7. \ DJ 7. 1 E u IB. SS “ N l N Tl, a —h | —— N, — 2 19 IN 1840 Pe 11750 ! 3850 Se \ os zeugfabrikanten und des Modell- und Segelflugverbandes 1930. Tafel | u Ursinus-Zwei-Motoren-Großflugzeug 1914 vonsonmnsc mit hochliegendem Rumpf | 840 »850 \ < _ _— 175 Drrursi CHT.M-1:40. SCHNITT: Ay. mano 7 - S — —_ i Hits | n u | | | = Bi | —— I L —— N | | S | 7 _L- j z I —_—— ! er ! — Sms — u | = el = ——— = m e5 — _- I = > \ I | | | = S nn | a Ewimn 0 zz 7 In / N | +7 j \ 7 r : II N N | N | A N | | u | RS | a ISWN N >> It - 2 IISAZTI ZT] FN | | SS IN _|l| Aa 2> | = N. 5 — | S | > I = = —— | Seite 346 „FLUGSPORT“ Nr. 20 dagegen ist die Art des Ablaufs der Verbrennung bei luft- und wassergekühlten Motoren mit direkter Einspritzung. Die Verbrennung steigt steil zu sehr hohen Spitzen an und sinkt dann fast plötzlich zurück, um wiederholt neu aufzuflackern. Eine andere sehr interessante Erscheinung ist das Auftreten einer Art Wärme- schwingung, welche sich dem Wärmespiel der zeitlichen Wärmeentwicklung des Kreisprozesses überlagert. Eine Deutung dieser Erscheinung kann jedoch erst durch weitere Versuche erbracht werden. Für die Belastung eines Motors sind nicht allein die absoluten Werte der Drücke im Arbeitsmittel maßgebend, sondern auch die momentanen Aenderungen dieser Drücke. Die Aenderung dieses Druckes wirkt sich auch auf den resul- tierenden Gas- und Massendruck aus, und dieser wiederum wirkt sich als Ruck in allen Triebwerksteilen aus. Wichtig für die Frage der Kühlung und Festigkeit der Zylinderwände ist die Wärmebelastung. Man versteht darunter diejenige Wärme, welche in einer ge- wissen Zeit durch die Zylinderwände hindurchfließt. Die Wärmebelastung mit ihrer Wirkung der Wärmespannung ist umso gefährlicher, je dicker die Wand und je höher die Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenseite der Zylinderwände ist. Die Untersuchung des Wärmeflusses zwischen Gas und Wand luft- und was- sereekühlter 2- und 4-Takt-Vergaser- und Dieselmotoren wurde betrachtet, um zusammen mit der zeitlichen Wärmeentwicklung im Arbeitsmittel und in der Wand die gesamte augenblickliche Wärmeänderung und Wärmemenge im Arbeits- zylinder festzustellen, wobei diese gleich der durch den Brennstoff zugeführten Wärmemenge sein muß. Aus der Kenntnis dieser Vorgänge heraus: kann dann die Wärmebelastung der verschiedenen Verbrennungskraftmaschinen angegeben werden. Es gibt einen optimalen Verlauf der Verbrennung, bei dem die höchsten Ver- brennnungsdrücke, die Aenderung der Verbrennung- und der Massendrücke, die Verbrennungszeit, die Brennstoffökonomie, die Belastung und die Lebensdauer der Verbrennungkraftmaschinen ebenfalls ihren optimalen Wert erreichen. Ueber Druckverteilung an der umströmten Kugel. Prof. Dr.-Ing. O. Krell, Berlin, berichtet über Druckverteilungsmessungen an der umströmten Kugel, die er im Windkanal des Instituts für Strömungsforschung (Prof. Dr. Föttinger) an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg als Gast vorgenommen hat. Die von ihm für die Druckdiagramme gewählte Dar- stellungsweise, bei der er den Mittelpunkt der umströmten Kugel in den Mittel- punkt des Polarkoordinatensystems verlegt, so daß der Schnitt der Meßebene mit der Kugel als ein Kreis erscheint, von dem aus er nach außen die positiven und negativen Drucke aufträgt, bezweckt so anschaulich zu wirken, daß sich auch weniger geschulte Zuhörer eine Vorstellung bilden können, wie die an der Oberfläche der Kugel angreifenden Kräfte sich zu dem Gesamtwiderstand zu- sammensetzen, den die Kugel im Luftstrom erfährt. Besonderes Interesse lösen die Versuche aus, die er an einer Kugel vorgenommen hat, die auf ihrer Stirnseite, d. h. der dem Winde zugekehrten Seite einen Stauring trägt. Auf Prof. Prandtl ist die Feststellung zurückzuführen, daß ein auf der Vorderseite ziemlich nahe dem größten Umfang der Kugel aufgelegter dünner Drahtreif eine starke Ver- kleinerung des Wirbelgebietes hinter der Kugel und damit eine starke Verrin- gerung des Luftwiderstandes der Kugel bewirkt. Die Druckverteilungsmessungen des Vortragenden bestätigen diese Erfahrung, obwohl der Ring, den er benutzt, relativ kleiner und höher ist, also auch weiter vorne an der Kugel sitzt als der Prandtische Drahtreif. Die vorgeführten Druckdiagramme tragen wesentlich zur Klärung dieser eigentümlichen Erscheinung bei. Sehr überzeugend wirkt die Gegenüberstellung dieser Druckdiagramme und der von Prof. Ahlborn nach seiner bekannten eleganten Methode hergestellten Bilder von der Strömung um den Zylinder, insofern als sich die beiden Darstellungen gegenseitig ergänzen und erklären. In diesen Messungen und den Strömungsbildern findet der Vortragende seinen Standpunkt bestätigt, wonach bei allen Strömungsvorgängen das Be- harrungsvermögen der strömenden Masse (Trägheit und kinetische Energie) einen überragenden Einfluß ausübt. Der Kampf dieses Beharrungsvermögens der Strömung als Zentrifugalkraft an konvexen Körperoberflächen mit dem dem gan- zen Vorgang überlagerten statischen Druck ist bestimmend für die Ablösung der Strömung von der Körperoberfläche. Die Vorgänge in der dem Körper unmittel- Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 347 bar benachbarten Schicht treten diesem Einfluß gegenüber vollständig zurück. Bei den physikalischen Verhältnissen um den rotierenden Zylinder (Magnuseffekt, Flettnerrotor) handelt es sich gar nicht um eine einfache Strömung, weil hier der in der Strömung liegende Körper durch seine Drehbewegung seinerseits in den Vorgang eingreift, in dem er vermöge des Haftens der Flüssigkeit an seiner Oberfläche und ihrer inneren Reibung die Richtung der Strömung aktiv beeinflußt. Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 58. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A.I.) hat folgende Flugleistun- sen anerkannt: Als Weltrekord mit Betriebsstoffaufnahme im Fluge: KlasseC. Amerika. John und Kennet Hunter, auf Eindecker „Stinson Detroiter“ mit Motor Wright „Whirlwind“ zu 300 PS, in Stey Harbor Worthbrook, vom 11. Juni bis 4. Juli 1930: Dauer: 553 Std. 41. Min. Alsinternationale Rekorde: Klasse C bis (Wasserflugzeuge) mit 5000 kg Nutzlast. Deutschland. Steindorf auf Seeflugzeug „Rohrbach Romar“, mit drei BMW-Motoren je 500 PS, am 17. April 1929 in Travemünde: Höhe: 2000 m. Mit 1000 kg Nutzlast. Amerika. Boris Sergievsky, auf Seeflugzeug „Sikorsky‘ S-38, mit zwei Motoren Pratt & Whitney zu 400 PS, Bridgeport am 21. Juli 1930: Höhe: 8208 m. Klasse C (Landflugzeuge). Leichtfilugzeuge, 3. Kategorie. Frankreich. Madame Maryse Basti& auf Eindecker Klemm mit Salmson-Motor zu 40 PS, Le Bourget, 17./18. August 1930: Dauer: 25 Std. 55 Min. Berlin, den 22. September 1930. Deutscher Luftrat. Amierik. Curtiss Conqueror, größte Geschwindigkeit 330 km, Führer Ltn. Page. Seite 348 „FLUGSPORT“ Nr. 20 Ehrungen auf der WGL-Tagung. Während der XIX. ordentlichen Mitglieder- versammlung der WGL in Breslau überreichte nach einer Begrüßungsansprache Prof. Schütte Herrn Prof. Prandtl die Medaille des „Daniel-Guggenheim-Fund“ und Herrn Prof. Georgii die „Otto-Lilienthal-Medaille“ für hervorragende Dienste im Segelflug. Engwer, Spengler als Flugzeugiührer, Flugakrobat Schindler und Mon- teur Hagenmeyer, sind am 17. September bei Stuttgart-Böblingen tötlich abge- stürzt. Beim Uebersteigen nach einer vom anderen Flugzeug herabgelassenen Leiter sackte das obere Flugzeug plötzlich durch und verfing sich mit dem dar- unterflliegenden. Spengler gelang es, mit seinem Fallschirm freizukommen, er wurde jedoch von den nachstürzenden Flugzeugen erfaßt. Forssmann-Holzblech G. m. b. H. ist in Kölner Sperrholz G. m. b. H. umge- Ändert. Ausland. Die Chicagoer Luiftspiele 1930 fanden vom 23. August bis 1. September auf dem Curtiss-Reynold-Flughafen, Chicago, statt. Während der l0tätigen Veranstal- tung waren schätzungsweise 360000 Zuschauer anwesend. An einem Flugtage wurden allein 60000 gezählt. Die Rennen führten über eine Dreieckstrecke von 8 km. Das Tagesprogramm bestand aus Geschwindigkeitsrennen, Geschwader- flügen, Anhängerflugzeugen Heliocopteren, Fallschirmabsprüngen und internatio- nalen Vorführungen. An letzteren nahmen teil: Lt. Atcherley (England) auf Black- burn Lincock, Marcel Doret (Frankreich) auf Dewoitine D 27, Fritz. Lohse (Deutschland) auf Junkers Junior und Pietro Colombo (Itatien) auf Breda 18 mit Armstong-Siddeley-Lynx-Motor. Das Programm bestand aus 50 Nummern, wovon 45 von Zivil und 5 von Militärfliegern bestritten wurden. An einem Sternflug nach Chicago nahmen teil: 5 Flieger von der Pazifik-Küste und 3 von der Küste des Atlantiks. In dem unbegrenzten Geschwindigkeitsrennen für die Thompson-Trophäe starteten Lt. Page auf Curtiss-Renn-Eindecker mit 800 PS-Conqueror-Motor, Frank Hawks auf Travel-Air-Mystery mit 300 PS-Wright-Whirlwind-Motor, Ja- mes Haizlip ebenfalls auf Travel-Air-Mystery, Paul Adams auf Travel-Air-Whirl- wind-Doppeldecker, Errett Williams auf Weddell-Williams-Eindecker mit ameri- kanischen Cirrus-Motor, Howard auf seinem Gipsy-Motor-Eindecker und Holman auf einem Spezial-Laird-Doppeldecker mit 300 PS-Pratt & Whitney-Wasp-lunior- Motor. Ltn. Page ererichte eine Stundengeschwindigkeit von 340 km. Leider stürzte er in der 17. Runde ab. Gewinner wurde mit 328 km Holman auf Laird- Doppeldecker. Ein Flugdienst Berlin—Nanking mit zweiwöchentlichem Verkehr soll im April 1931 eingerichtet werden. Die Flugzeuge, welche 15 Passagiere befördern können, nehmen als Flugroute die transsibirische Eisenbahnlinie, Flugmodellbau in der Tschechosiowakei. Die Masarykova Letecka Liga in Prag veranstaltete im Jahre 1929—30 den ersten Kursus für Modellbau. Wir geben im Nachstehen- den einige Typen, wie sie von dieser Vereinigung entwickelt wurden. Die beste Zeit erzielte Randermann am 9. 6. 1930 mit einem normalen Rumpfmodell mit 5 Min. 38 Sek., Start aus der Hand. Die Durch- schnittsflugzeiten aller Rumpfmodelle betrug 80—100 Sek., bei Stab- ınodellen 60 Sek. Bei dem ersten Wettfliesen, veranstaltet von der „Ustredi Ma- saryk. Leteck& Ligy“, erzielte die beste Zeit Bronsky mit seinem nor- malen Rumpfmodell in der Strecke 500 m und 101 Sek., als zweiter kam Spitalsky mit 98 Sek. Das Wettfliegen wurde bei ungünstiger Witterung und starkem Gegenwind veranstaltet. Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 349 Stabmodell Typ P1. Der Hauptstab, gleichzeitige Gummiträger, ist aus Tannenholz (8X3,5 mm), die Tragfläche aus Linde (Durchm. 1,5 mm) die abge- rundeten Enden und die Rippen aus Bambus. Der Ueberzug der Trag- Häche und Ruder Seidenpapier. Die Stütze, welche das Fahrgestell trägt, ist profilierte Linde. Achse des Fahrgestells Bambus. Die Räder sind aus hartem Zeichenpapier zusammengeklebt. Seitenruder Bam- bus. Höhenruderbauart wie die Tragfläche. Ein so gebautes Modell hat einen guten Gleitflug und erzielte eine normale Zeit von 60 Sek. Rumpfimodell Typ P2. Rumpf, Holme und Streben Linde (Durchmesser 2 mm). Die ein- zelnen Felder sind mit Seidenfäden zusammengebunden. Fahrgestell Bambusstützen. Der Landestoß wird durch Gummi „A“ (Durchmesser 1 mm) aufgenommen. Für den Transport kann man das Fahrgestell durch einfache Weise am Rumpf anklappen. Durch das Lösen des Gummis („A“) von dem Häkchen am Punkte „B“ beim Rumpf ist es möglich, das Fahrgestell zusammenzulegen. Die Räder sind aus har- tem Zeichenpapier. Seitenruder Bambus. Höhenruder wie beim Typ 1. Bespannung Seidenpapier. Das Modell läßt sich zerlegt in einer Schach- tel 20%X15%X90) unterbringen. Erzielte Durchschnittszeit von 100 bis 120 Sek. und eine Strecke von 500 m. Am unteren linken Rumpfholm gleich hinter dem Fahrgestell ist eine Fallschirmvorrichtung ange- bracht. Der Propeller Lindenholz, Rumpfstreben Lindenholz (1,5 mm). je ! r 700 Tragfläche N 1125 cm, H Ar Gewicht 65 g, | = Belastung _ 5,77 g/dm? nn _ - -— Gummi 35 mm?, N 1275 165 " 220 85 30 292 305 - / N 058 65 [373 Pu Stabmodell P I. Seite 350 „FLUGSPORT“ Nr. 20 aus | Tragfläche - 1125 cm?, Meg BAR Belastung 3 5,77 g/dm? Gummi 35 mm’. —— + S 7720 - I a 2 — _ ' @ [a] 85,9 A4R0 , 1 1200 ” 280 8 , 75 i my ._ 2 ASS 8 o o tn | N S > ° l ] I Il —t 2 | 3 z [e) \ N ° < N S ES > 290 ai Mi < a. \ Rumpfmodell P II. Dreimotoriges Modell Typ P3. Das Modell hat eine Spannweite von 2000 mm und zeichnet sich durch eine gute Stabilität im Flug aus. Die beste Zeit war 67 Sek. und 400 m. Der Zentralrumpf, Holme und Diagonalen Linde (2 bzw. 1,5 mm). Seitenrümpfe Dreieckquerschnitt. Seitenruder Bambus, Hö- henruder Lindenholz (1,5 mm). Die abgerundeten Teile Bambus. Sei- ten- und Höhenruder sind leicht abnehmbar für Transport. Tragfläche Lindenholz (4 mm), Rippen Bambus. Hauptstützen vom Rumpf zur Tragfläche Lindenholz profiliert (4 mm). Das Modell hat Fallschirm- vorrichtung. An Stelle der Fallschirmvorrichtung lassen sich auch Flugblätter zu Propagationszwecken befestigen (siehe Photographie). Bespannung der Tragfläche und des Rumpfes Seidenpapier. Räder aus starkem Zeichenpapier und innen durch Fourniere verstärkt. Fallschirm-Vorrichtung mit Flugblättern zu Reklamezwecken. Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 351 4700 1500 PUR N 810 400 N . « < G 18 400, Do A E — | A € ° 8 - — q — Lo - -—. wi | 1.” & [ - “ i o & | N + FE DL > a LITE I 3 | 207 20! 400 zu) IF x tezisie 7 2 N N & Fe zum Ei r] 3 lien Tragfläche 613 cm’, Gewicht 430 g, Belastung 7,1 g/dm?, Gummi 2 \ 50X 36x36 mm?. A50___ BBEE Be in 450 — 480 L. 3 Motoren Modell P II. Der Verein für Modellilug Dresden hielt am 6. u. 27. 7. d. J. sein 2. Modellwettfliegen auf dem Heller-Dresden ab. Die Teilnehmerzahl hatte sich erfreulicherweise gegenüber dem ersten Wettbe- werb im Februar d. J. nahezu verdreifacht. Zugelassen waren Antriebsmodelle und Segelflugmodelle. Die gemeldeten 28 Motor- u. Segelmodelle waren vollzählig am Start. Auch die Freiberger D. L. V.-Ortsgruppe hatte diesmal 3 Vertreter (Reinhardt, Schulze, Heisterbergk) entsandt. Der Freiberger Reinhardt hatte sich mit seinem Stabeindecker wieder den ersten Platz gesichert mit 310 m u. 32 Sek. Peter-Dresden erreichte mit seiner Ente 260 m und 37 Sek. Michalicka und Dederke Dresden, mit ihren bewährten Segelrumpfmodellen, flogen bei Handstart bis zu 200 m. (Mit Rücksicht auf das Gelände beachtenswert!) Der Pause-Storch und auch der Zögling flogen erstmalig im Rahmen der Vereins- veranstaltungen mit hervorragenden Ergebnissen (a. K.). Besonders anzuerken- nen ist, daß die Firma R. u. G. Pause das 2. Wettfliegen mit wertvollen Preisen förderte, Die Dresdner Firma „Residenz-Kaufhaus“ half uns beim Werben, in- dem wir eine l4tägige Modellausstellung, mit starkem Besuch, in ihrem Hause abhalten konnten. Am 25. Okt. und 26. Okt. hält der Verein für Mo- dellflug Dresden seinen dritten Modellflugwettbewerb auf dem Heller-Dresden ab. Zugelassen sind Antriebs- modelle jeder Art und Bauausführung und auch Segel- modelle. Meldebogen von der Geschäftsstelle: Dresden A 1, Wettiner Straße 20, i. Fa. Friedrich Wende. Melde- schluß ist am 12. Oktober. Der Wettbewerb findet bei schlechter Witterung am nächstfolgenden Sonntag statt. Auswärtige Bewerber werden um baldgefl. Nachricht ge- Dresdner Mod.- beten. Wettil. 1930. Seite 352 „FLUGSPORT“ Nr. 20 Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) „Kilimandjaro-Flug“ von Walter Mittelholzer. 114 Seiten 8°, 6 farbige Ta- feln, 121 Tiefdruckbilder. Geh. Fr. 8.—, RM 6.40, Ballonleinen Fr. 10.—, RM 8.—. Orell Füssli Verlag, Zürich und Leipzig. Wieder einmal ein Buch in vornehmster Ausstattung, reich bebildert mit wun- derbaren, einzigartigen Aufnahmen, welche dem Leser ein wirkliches Miterleben dieses wundervollen Jagdausfluges im Flugzeug nach der Serengetissteppe im tiefsten Afrika vermitteln. Das Ueberfliegen des gewaltigen Kilimandiaro ist ein Zeitereignis, welches jeder durch Lesen des Buches miterleben sollte. tuend ist die gewohnte sachliche Berichterstattung Mittelholzers. Wohl- Fr versteht es ausgezeichnet, in seinen spannenden Schilderungen die Flüge über endlose Steppen und Urwälder, Salzseen, Nebelmeere, Lavaströme, noch nie erreichte Kraterringe wiederzugeben. Almanacco Aeronautico 1930. des Italienischen Aero-Clubs. land. Ein wundervolles Werbebuch für das Flugwesen. Von Mario Massai. 248 Seiten. Preis 35 Lire. Verlag Bompiani, Mai- Unter dem Protektorat Dieses Werkchen, mit vielen Abbildungen, soll in Italien dem Flugwesen neue Anhänger zuführen. Es enthält zur Einführung kurz gefaßte Angaben über die Entwicklungsgeschichte, ferner ausführlichere Beschreibungen über den heutigen Stand des Flurwesens. Stellenangebote Es werden zum baldigen Eintritt gesucht Statiker und Konstrukteure für Flugzeugbau. Bewerber mit längerer Praxis bevorzugt- Angebote unter 2625 an die Expedition des Flugsport, Frankfurt/Main. mitFührerschein A,der möglichst kauf- männisch tätig war, von Großfirma gesucht. Ausführliche Offerten mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, mög- lichst Lichtbild erbeten unter 2627 an . die Expedition dieses Blattes. Neuwertiges Leichtflugzeug „Grasmücke“ Salmson-Motor wenig Betriebsstunden, wegen Todesfall zu verkaufen. Zuschriften unter 3089 an die Ge- schäftsstelle des „Flugsport“ Frankfurt a.M. erbeten. Flugzeugmaterial Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- schrauben, Anlaßmagnete, Schalter usw. Garantie für schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim Richter-Berlin NW 40, Altmoabit 19. Speziallieferant für die Luftfahrt-Industrie und Händler. An- und Verkäufe Barograph bill. zu kaufen gesucht. Offert. unt. 1700 an die Exped. des Flugsport, Frankfurt-M., erbet. Kaufe einen gebrauchten Flugmotor Stärke 40-50 PS in gutem Zustande. Anträge an: Fr. Bleche, Prag XII. Fochova 65. CSR. 20 PS Mercedes-Motor abzugeben. Etwa 100 Betriebstunden garan- tiert einwandfrei. Gut gepflegt. Betriebs- fertig. Zu erfragen unter F 30 and. Exped. des Flugsport Frankfurt-M., Bahnhofsplatz 8. Das deutsche Segelfliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Klavierbegleitung, darf in keinem Verein oder Familie fehlen. Preis incl. Porto RM 1.25. Zu bez v Verl. ‚Flugsport‘, FrankfurtsM., Bahnhofsplaß, Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M, Aeronautics ist de am meisten abonnierteFlugzeitschrift der Vereinigt. Staaten. Amerikaner, welche sich über den Fortschritt im Flugwesen orientieren wollen, lesen die Aeronautics. Deutsche, welche das amerikanische Flug- wesen in Technik und Industrie kennen lernen wollen, finden einschlägige Artikel und Inserate in den Aeronautics, - Abonnementspreis für 1 Jahr M. 14.70; für 2 Jahre M. 27.30. Bestellung an Aeronautics, 608 South Dearborn Street, Chicago, Illinois, U. S. A. oder an den Flug- sport, Bahnhofsplatz 8, Frankfurt a. -Main „FLUGSPORT“ Preiswerte erstklassige Lacke u. Verdünnung la Qualität AUTOFLUG, BERLIN - JOHANNISTHAL Prospekt frei. onstanz am Bodensee echnikum Ingenieurschule Maschinenbau Elektrotechnik u. Automobilbau Luftfahrzeugbau Besondere Studienpläne fUrAutomobil- u.Flugtechnik Theoretische Ausbildung für Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte,Flug- techniker, Flugmeister, Zeichner, Konstruk- teure, Flugingenieure, Flugzeugführer durch Fernschule 3Jena. Fordern Sie Programm P. Abschlußzeugnis, Abschlußprüfung bau und der Elektrotechnik. Programm kostenlos vom Sekretariat. Vereinigte technische Lehranstalten des TechnikumMittweida Ingenieurschulen z. Ausbildung im Maschinen- echnikum Hoch- und Tiefbau, Betonbau, Eisenbau, Fiugzeugbau, Maschinenbau, Autobau, Heizung u. Elektrotechnik. Eig. Kasino. Semesterbeginn Aprilu, Okt. Progr. frei. Einheits - Schulmaschine Grunau 29 (Die Maschine für Anfänger) Einheits - Rumpimaschine Grunau 28 für Übungsbetrieb der Vereine Hochwertige Segelmaschinen sowie Beschläge für selbstbauende Vereine liefert Segel-Flugzeugbau Riesengebirge Edmund Schneider, Grunau (Riesengebirge) ERSATZTEILE 40PSSALMSON stets am Lager AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal Birken-Flugzeug-Sperrholzplatten & 3» bezw. mehrfach wasserfest verleimt 0,8, 1, 1,2, 1,5, 2, 21/4, 3, 4, 3, 6—8 mm, sowie HOLZBLECH Iiefert sofort ab Lager: Georg Herte, Berlin-Charlottenburg 1 Wilmersdorferstr. 143/144 Fernsprech-Sammelnummer: C 4 Amt Wilhelm 5841 Telegr.» Adresse: Fliegerhölzer Berlin „RIVISTA AERONAUTICA“ Illustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch ital, Luftfahrtministerium Roma, Via Agostino Depretis 45 A Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. üb. die Luftfahrttechnik, weitere Nachrichten üb. den internationalen Luftverkehr auf dem mili- tärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis für Italien und Kolonien. . . . . it t.L. 50 für Ausland. .. it. L. 150 Ein separates Heft für Italien . 2222.20... ML 0 für Ausland. . . . 2 22.2.2. 1. L. 20 FAHRTMESSER O-100 km/st, für Segelflugzeuge, modernste Ausführung, besonders leicht. AUTOFLUG, Berlin - Johannisthal Flugzeugführer-Ausbildung zum Führerschein für Leichtflugzeuge, zum a Führerschein „A“, zum Kunstflugschein auf d. Fliegerschulen Berlin- ! Staaken, Böblingen Ei i. Württ. u. Würzburg. Deutsche Luftfahrt G.m.b.H., Berlin W.35, Blumeshof 6 J. Eibl’s private Flugkurse München-Schleißheim | RM 1250.— bis zum unbeschränkten A-Schein Ausbildungsleiter: Benzler (früher Klemmschule, Böblingen) e“ Münchner Adresse: Lindwurmstr. 84-86 Telefon: 73464 - 73592 | Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen | 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau Pi WERKE: FERNSPRECHER: HEMELINGEN BEI AMT BREMEN BREMEN HANSA 6358 LONDON TELEGRAMME:. NEW YOR TITANIN manano TITANINE WERHG.N.B.H. ae 4emeLncen Alle siegreichen Maschinen mit D.W.K.-Abfederung ausgerüstet. Ein Beweis für die Güte und Zuverlässigkeit unserer Fabrikate. Spezialiabrik für Abiederungskabel, endlose Ringe, Startseile und Anschnallgurte Dr. W. KAMPSCHULTE A.-G. « SOLINGEN Iyp Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor und jedes Flugzeugmuster passend, in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeuische Mabelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G., Frankfurf a. M. I Var: Mnnunınhllinnscenullll »r In. Il... oo fi! GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ | VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING._# INMUNNINNIITNI] | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 21 15. Oktober 1930 XXI. Jahrgang _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 29. Oktober 1930 Pioniere + Die Luftschiff-Katastrophe des englischen Luftschiffes R 101 hat in der ganzen Welt herzlichste Teilnahme erweckt. Der Verlust des Schiffes an sich ist ersetzbar. Schwer zu ersetzen sind die prachtvollen Menschen, wie der englische Luftfahrt-Minister Lord Thomson, der Di- rektor der zivilen Luftfahrt, Sir Sefton Brancker, und der gesamte Kon- struktionsstab des R 101. In Deutschland war die Anteilnahme beson- ders herzlich. Alle möchten den Engländern zurufen: „Nun erst recht!“ Ozeanflug Boyd-O’Connor. Die Flieger Boyd und O’Connor starteten auf dem Bellanca-Flug- zeug „Columbia“ (die alte Miß Columbia), der gleichenMaschine,welche Chamberlain zu seinem Europaflug seinerzeit benutzte, am 9. Okt., 15.30 Uhr, in Harbour Grace und landeten am 10. Okt., 20 Uhr, auf der Insel Tresco (Scilly-Inseln) am nordwestlichen Ausgang des Kanals. Das Flugzeug hat von Harbour Grace bis Tresco ungefähr 28 Std. ge- braucht. Eine Radioanlage war nicht an Bord. Am 11.10., 13.01, er- folgte der Weiterflug nach Croydon. England-Australienflüge. Zu ginem England—Australien-Flug startete Fl.-Ltin. Hill am 4. Okt. in London. Ankunft in Karachi am 9. Okt. Kingsford Smith startete am 9. Okt. auf dem Flugplatz Heston bei London ebenfalls für einen Australienflug. Er will versuchen, den Re- kord Hinklers zu brechen. Wie Hochgeschwindigkeits-Wasserflugzeuge entwickelt werden. In Nr. 11 des „Flugsport“ 1929, Seite 213, brachten wir unter der Ueberschrift „Geschwindigkeitserenzen im Flugzeugbau“ Untersuchun- gen des englischen Ingenieurs Carter unter anderem auch den Entwurf eines englischen Renn-Wasserflugzeuges, Abb. 3, mit seitlichen Stütz- Seite 354 „FLUGSPORT“ Nr. 21 schwimmern. Carter hat jetzt in einem neuen Entwurf an Stelle der seitlichen Stützschwimmer Rumpfstummeln nach Dornier-Bauweise angeordnet. on Nach Ansicht von Carter wird eine regelmäßige Geschwindig- keitserhöhung durch eine vollständig neuartige Konstruktion nicht zu erreichen sein. Der bisherige Standardtyp, ein Rumpftiefdecker mit verspannten Flügeln auf Schwimmern, wird bestehen bleiben. Eine wesentliche Geschwindigkeitserhöhung wird nur mit einer Vergröße- rung der Motorleistung möglich sein. Indessen scheint die Vergröße- rung der Motoren durch Vergrößerung des Zylinderinhaltes ebenso schwierige wie die aerodynamische Verbesserung des Flugwerkes. Bei der neuen Konstruktion von Carter sind die vielen Spann- drähte weggefallen. Die Flügel sind durch Streben über dem Stummel abgefangen. Das Fluggewicht (zwei Napier-Lion-Motoren VIID) er- rechnet Carter mit 2700 ke. Hierbei ist ein Betriebsstofivorrat von 520 1, ausreichend für 350 km, vorgesehen. Die Konstruktion hat folgende Vorteile: 1. Bei einem Schwimmer vorteilhaftere Ausnutzung des Materials als bei zwei Schwimmern. 2. Bei einem Schwimmer gleichzeitig Verwendungsmöglichkeit für die Unterbringung des Führers. 3. Höhere Geschwindigkeit erfordert im Verhältnis weniger Betriebsstoff je Motor. 4, Betriebsstoffbehälter ungeteilt, daher vereinfachte Zuführung des Betriebsstofis. 5. Ge- ringste Beeinflussung der übrigen Teile durch den Motoreneinbau. Daher geringstes Strukturgewicht. In nachstehender Zusammenstellung sind die Widerstände ge- schätzt im Vergleich zu anderen Renntypen eingesetzt. A ist eine ein- motorige Schwimmermaschine von 1600 kg, B die vorliegende Type und C eine ähnliche Konstruktion etwas abgeändert, um die seitlichen Stützschwimmer zu ersetzen. A B C kg kg kg Schwimmer 4,25 Boot mit Schwimmerstummeln . 8,8 Boot mit Flügelschwimmern . . 6,55 Flügel en 6,3 10,2 10,2 Gondel oder Rumpf . . . . 3,6 3,16 3,16 Leitwerksteile nn 1,35 2,05 2,05 Schwimmerstreben rn 2,48 Mittleres Verbindungsstück zwischen Boot und Flügel. 2,3 2,3 Flügelstreben . . . 20.20. 1,58 1,58 Verspannungsseile rn 4,3 Zusammen nn ‚22,28 | 28,09 | 25.84 Größte Motorleistung . 1.1300 PS | 2600 PS , 2600 PS Propellerleittung . . . 1070 2140 2140 Geschwindiekeit . 2. .2...,536 km/h | 625 km/h | 640 km/h Geschwindigkeit im Rundflug . . |510 km/h | 592 km/h 353 kmin. . 2020.20... )415 Min. | 36 Min. Leistungsbelastung 20.0. |L22kg/PS 1.04 kg/ PS Flügselinnalt . . . 10,16 m? 16,63 m Interessant ist der Einfluß der Zeit auf den Betriebsstoffverbrauch und mithin auf sein geringes Gewicht. Es zeigt sich, daß beide Mo- toren nur 76% mehr Betriebsstoff brauchen, als für eine einmotorige Maschine nötig wäre, dieselbe Strecke zurückzulegen. Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 355 Hochgeschwindigkeits- Flugboot mit Napier Lion VI. Spannweite: 9,85 m, Flügeltiefe: 1,95 m, Länge: 9,3 m, Höhe: 2,47 m. In der Zeitschrift „Flight“, vom 26. September, gibt Carter eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen drei Konstruktionen, wie sie die Geschwindigkeit beeinflussen. Espenlaub E 14. Der Espenlaub-Flugzeugbau Düsseldorf baut einen neuen Hoch- decker Typ E 14 mit Cirrus-Motor. Die Hochdeckerbauart ist beibe- halten worden, da diese für die Verwendungszwecke des Flugzeuges wesentliche Vorteile ergibt. Sie ist gleichzeitig als Sport- und Schul- maschine wie auch als Photomaschine zu verwenden. Der Rumpf wie auch der Flügel ist außer dem Motoreneinbau aus Holz hergestellt. Durch den elliptischen Rumpf und die verspannungslose Bauart sind die aero- dynamischen Eigenschaften gut, so daß nur ein geringer Teil der Mo- ‚torenkraft für den Reiseflug notwendig wird und daher eine genügende Kraftreserve dem Flugzeug zur Verfügung steht. Infolge der einfachen, soliden Bauweise war es möglich, die Maschine trotz des Cirrus- oder Argus-Motors billig herzustellen. Die Höchstgeschwindigkeit soll 190 km und die Landegeschwindigkeit nur 45 km betragen — —. Durch Espenlaub-Hochdecker E 14. Seite. 356 „FLUGSPORT“ Nr. 21 den hochgelegten Flügel ist die Sicht nach unten für beide Insassen denkbar günstig, und auch das Fliegen bei schwerem Wetter erfordert kaum nennenswerte Betätigung der Steuerung. Das Fahrgestell ist mit geteilter Achse und mit Spiralfedern als Stoßdämpfer auszerüstet. Spannw. 11 m, mittl. Flügeltiefe 1,40 m, gesamte Länge 7 m, gesamte „öhe 2,20 m, Leergew. 400 kg, Zuladung 300 kg, Steigfähigrkeit 1000 m in in. Espenlaub schwanzloses Raketenflugzeug. Das schwanzlose Flugzeug wurde speziell zum Einbau von Ra- keten dem Espenlaub-Flugzeugbau in Düsseldorf in Auftrag gegeben. Bereits die ersten Versuche mit einigen Raketen von 200 kg Schub zeigten, daß schwanzlose Flugzeuge für Raketenantrieb das Gerebene sind. Das Flugzeug wurde bei den ersten Versuchen mit Raketen von einem Motorflugzeug auf 20 m Höhe gezogen, und in diesem Moment entzündete Espenlaub seine Raketen und erreichte beim ersten Flug eine Länge von 2 km. Bei dem letzten Versuch, wo mehrere Raketen ver- wendet werden sollten, wurde vom Start aus mit besonders herge- stellten Raketen gestartet. Der Start erfolgte ohne Schwierigkeit be- reits nach 10 m, wofür nur eine Startrakete von 150 kg Schub ent- zündet wurde. Nachdem die Maschine 1 m vom Boden war, wurden 3 Flugraketen von je 15 kg Schub mit einer Brenndauer von 30 Sek. entzündet, die der Maschine 'einen guten Steilflug ermöglichten. Nach 2 Min. Flug, als ein großer Teil der Raketen zur Entzündung gebracht wurde, passierte Espenlaub ein Zündfehler, indem er eine Rakete von 200 kg Schub, welche nur im Moment des Startens benutzt werden darf, zur Entzündung brachte. Durch den plötzlichen zu starken Schub wurde die Maschine, da diese Rakete zu hoch eingebaut war, blitzartig auf den Kopf gedrückt, so daß es Espenlaub nicht mehr mög- Espenlaub schwanzloses Raketenflugzeug. Spannw. 12 m, Leergew. 220 kg mit Ra- keteneinbauvorrichtung, Gesamtl. 2 m, mitt- lere Flügeltiefe 140 cm, Geschw. 90 km, Zu- ladung 160 kg, einbegr. 70 kz Raketen. Führer sitzt in einer geschlossenen Kabine. Nr. 21 „FLUGSPORT" Seite 357 lich war, die Maschine glatt aufzusetzen. Eine Beschädigung des Rumpfes blieb deshalb nicht aus, jedoch war in wenigen Tagen die Reparatur behoben und Espenlaub wird demnächst mit dem Raketen- konstrukteur Sander in Wesermünde seine Versuche fortsetzen. Amerikanischer Little-Rocket-Einsitzer. Das Flugzeug, gebaut von der Command-Aire Inc., ist ein Renn- flugzeug (Einsitzer), das besonders für die verhältnismäßig großen Ta- gesstrecken entworfen wurde. Verantwortlicher Ingenieur dieser Firma ist Mr. A. Völlmecke, früher Konstrukteur bei den Heinkel-Flug- zeugwerken und einer der Gründer der Akademischen Fliegergruppe an der T. H. Braunschweig. Der Rumpf ist in Sperrholz-monocoque-Ausführung und weist eine sehr sorgfältige aerodynamische Formgebung auf. Der Vorderteil des Rumpfes, direkt hinter dem Motor, ist als Benzintank von 130 I Fas- sungsvermögen ausgebildet. Sämtliche Flossen sind ebenfalls in Sperr- holz ausgeführt und bilden einen Teil des Rumpfes. Sämtliche Steuer- flächen aus dünnem Stahlblech sind mit Seide bespannt. Die Flügel, verspannt mit Profildrähten nach der Rumpfoberkante und dem Fahrgestell, besitzen einen Rennflügelschnitt mit verhältnis- mäßig hohem Auftriebskoeffizienten. Eine Modifikation des Göttinger Profils 398 wurde hierfür sehr erfolgreich entwickelt. Jeder Flügel besitzt 2 Spruceholme von I-förmigem Querschnitt. Eine Sperrholz- Amerik. Little-Rocket-Einsitzer. Seite 358 „FLUGSPORT" Nr. 21 schubplatte bekleidet den Flügel von der Oberseite Vorderholm bis zur Unterseite Hinterholm, der übrige Teil des Flügels ist mit Spezialseide bespannt. Durch Drehung des Steuerknüppelgriffes können beide Ver- windungsklappen gleichzeitig heruntergezogen werden, um die Lande- geschwindigkeit zu verringern. Das Fahrgestell wird von Profil-Stahl- ohren gebildet und besitzt federnde Leichtmetallräder mit Bremsaus- rüstung, Als Motor wurde der Cirrus M III mit De-Palma-Vorverdichter verwendet. Der Motor leistete 115 PS bei 2100 Umdrehungen. Spannweite 8,09 m, Länge 6,25 m, Flügelfläche 8,3 m?, Leer- gewicht 342 kg, Zuladung 168 kg, Fluggewicht 510 ke, Höchstzeschwin- digkeit 280 km, Betriebsgeschwindigkeit 210 km, Landegeschwindig- keit 98 km, Flächenbelastung 62 kg/m?, Leistungsbelastung 4,5 ke/PS. Das vorbeschriebene Flugzeug ging im All American Air Derby 1930 im Juli dieses Jahres als Sieger hervor. Bekanntlich wurde die- ser Wettbewerb von der American Cirrus Engine Company finanziert, Bedingung war, daß nur amerikanische Cirrus-Motoren verwendet wurden. Das Rennen führte über eine Strecke von 9000 km mit zweimaliger Ueberquerung des Felsengebirges. Eine Landung war ferner vorge- sehen in einer Höhe von 2300 m. Dieser Wettbewerb stellte außer- ordentliche Anforderungen an Flieger und Maschine, da Tagestempe- raturen von 39 Grad Celsius durchaus keine Seltenheit waren. Von den 18 in Detroit am 21. Juli gestarteten Flugzeugen erreich- ‚ten 10 Flugzeuge wieder am 3. Aug. das Ziel Detroit. Gewertet wurde die absolute Flugzeit der Tagesetappen. Das Siegerflugzeug erledigte diese Strecken mit einer Durch- schnittsgeschwindigkeit von 210 km die Stunde, zeitweilie Geschwin- digkeit bis zu 320 km die Stunde erreichend. Bauarten russischer Drachen. Von I. Babjük. Verdeutscht und bearbeitet von A.B.S....y. Die hier gegebenen Zeichnungen älterer und neuerer Drachenbau- arten — die Mehrzahl der Abbildungen wird hier (nach Ssamolet) zum erstenmal veröffentlicht — können Erfindern und Drachenbauern als Orundlage dienen. Ich gebe hier eine kurze Beschreibung der Bau- arten: 1. Drachen der Balt-Flott (Baltischen Flotte). Baujahr 1898. Umgeänderte halbstarre Hargrave-Bauart mit nicht ausein- andernehmbaren Seitenwänden. Hob als manntragender Drachen im Drachenzug aus 4:6 Einheiten Beobachter. Steuerung (Anstellwinkel- änderung) erfolgte durch Anziehen der Drachenzügel vom Beobachter — SO konnte gleiche Zugkraft am Drachenseil bei verschiedenen Wind- geschwindigkeiten erreicht werden. Bambusgerippe mit dünner Segel- leinwandbespannung. 2.Pomortzeff-Drachen.') Baujahr 1901. Starre Bauart; rechteckige Eschenholme. Stoffbespannung. Versuchsbau. 3. Prachow-Drachen.’) Baujahr 1905. Halbstarre Bauart — interessanter Mehrkastenversuchsbau. Baustoffe: Bambus, Esche; ‘) General Pomortzeff: eifriger Pionier und Förderer der russischen Luft- fahrt. Machte 1913—1916 in der Versuchsanstalt von D. P. Riabuschinsky in Koutschino bei Moskau erste Versuche mit Flüssigkeitsraketen (Benzin und Sauerstoff). ?) Prachow: namhafter russischer Meteorologe. N PATENTSAMMLUNG 1930 des KORRTS Band Ill No. 30 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 483042; 501550; 504051, 459, 527,539, 969; 505288; 506507. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- lächen und Kraftantrieb, (Gruppe 3—24). b21 Pat. 504539 v. 26. 5. 26, veröff. 6. 8. 30. Piero Magni, Genua, Italien. Kühlvorrichtung für Flngzengmotoren. Patentansprüche: 1. Kühlvorrichtung für Flugzeugmotoren, bei der die Motorkühler von einer die Spitze des Flugzeug- rumpfes bildenden Haube umgeben sind, die an ihrem Scheitel eine Lufteintrittsöffnung besitzt, dadurch ge- kennzeichnet, daß das hintere Ende der Haube (d) mit dem Flugzeugrumpf (a) an der Stelle von dessen größtem Querschnitt einen ringförmigen Luftaustritt (e) bildet. 2. Kühlvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Breite des ringförmigen Luft- austrittes (e) beispielsweise durch Klappen (n) regel- bar ist. Flugzeugunterbau (Gr. 40—47). b 4 Pat. 504051 v. 19. 10. 28, veröff. 1. 8. 30. Georges Dhainaut und Maurice Fauveliere, Paris. Vorrichtung für Fingzeug- räder mit einer durch den Flugzengführer direkt gesteuerten Bremsung und einer selbsttätigen Bremslösungsvorrichtung. Patentansprüche: 1. Vorrichtung für Flugzeugräder mit einer durch den Flugzeugführer direkt gesteuerten Bremsung und einer selbsttätigen Bremslösungsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Radachse (R) um eine am Gestelle feste Welle (E) verschwenkbar angeordnet und die Radbremse mit zwei Daumen o. dgl. ausge- stattet ist, deren einer durch den Flugzeugführer ge- steuert wird, während der andere durch eine ge- eignete Verbindung mit der Welle verbunden ist, wo- bei die selbsttätige Bremslösung der Räder dann ein- tritt, wenn die Bewegung des Rades in bezug auf die Welle einen festgelegten Winkel überschreitet, wel- cher gleich dem Winkel ist, um den sich das Flug- zeug ohne Ueberschlagsgefahr um seine Welle drehen kann. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Daumen für die selbsttätige Brems- lösung (7) durch die Strebe (M) mittels einer tele- skopischen Verbindung gesteuert wird, welche einen Anschlag besitzt, der die Einstellung des Daumens in die Losestellung bewirkt. Luitschrauben (Gruppe 1—11). c zZ Pat. 505288 v. 8. 4. 26, veröff. 16. 8. 30. Sylvanus Albert Reed, New York. Luftschraube mit massiven Metallflügeln. Patentansprüche: 1. Luftschraube mit massiven Metallflügeln von so geringer Profilstärke relativ zur erwarteten Schub- belastung, daß sie beim Fliegen ohne den Ausgleich der Schleuderkraft in unzulässiger Weise verbogen würden, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel aus einem Stück mit einer mittleren nabenförmigen Ver- dickung zum Aufsetzen auf die Antriebswelle bestehen. Abb r 2. Luftschraube nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Dicke der Flügelquerschnitte in einem radialen Abstand von etwa !lıo der Flügel- länge von der Drehachse etwa !/so dieser Flügel- länge nicht übersteigt, so daß die Flügel an dieser Stelle noch vortreibende Wirkung haben, und daß die Flügelquerschnitte aus dieser Dicke am Flügelfuß all- mählich in die Verdickung des Nabenteils übergehen. 3. Verfahren zur Herstellung der Luftschraube nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem verdickten Nabenteil und einem erheblichen Teil der verwundenen Flügel bestehende Mittelteil in der Hitze im Gesenk fertiggeschmiedet wird, während die Hauptteile der Schraubenflügel an der Spitze un- bearbeitet bleiben, um kalt weiterbearbeitet zu werden. C 3 Pat. 506507 v. 29. 6. 29, veröff. 4. 9. 30. Jakob Haw, Berlin-Staaken. Metall- propeller, insbesondere für Luftfahrzeuge, dessen aus Leichtmetall bestehende Flügel mittels in einem Stahlfuß bezw. in der Nabe verankerter Stahlstangen verstärkt sind. Patentansprüche: 1. Metallpropeller, insbesondere für Luftfahrzeuge, dessen aus Leichtmetall bestehende Flügel mittels. in Seite 118 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT einem Stahlfuß bzw. in der Nabe verankerter Stahl- stangen verstärkt sind, dadurch gekennzeichnet, daß au‘ zz SISSSSS III ISIS EZ RT ESS Ve KR LEE WE die in den Stahlfuß bzw. in die Nabe eingepaßten Flügel lediglich mittels der Stahlstangen befestigt und bei Dehnung der Stahlstangen in deren Längsrichtung gegenüber der Nabe verschiebbar sind. 2. Metallpropeller nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Flügel mittels in Aussparungen des Stahlfußes bzw. der Nabe eingreifender Dübel o. dgl. gegen Drehung gesichert sind. C 10 Pat. 504527 v. 29. 3. 29, veröff. 6. 8. 30. Pierre Levasseur, Paris. Vor- richtung zum Feststellen von Propellern, ins- besondere von Fingzengpropellern. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Feststellen von Propellern, ins- besondere Flugzeugpropellern, vorzugsweise in waage- rechter Lage vermittels einer auf die Propellernabe wirkenden Bremse, dadurch gekennzeichnet, daß ge- genüber der Bremse ein Gesperre (20) angeordnet ist, bei dessen Einrückung die Bremse bei der gewählten Propellerlage in Tätigkeit gesetzt wird. 2.Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Bremse im Nichtgebrauchszustand als mit dem Propeller umlaufende Bandbremse ausge- bildet ist, wobei ein vom Bremsband (7) getragener Bremsschuh (5) einen, mit einem Gesperre (20) in Wechselwirkung stehenden Ansatz (19) besitzt, so daß bei Einschaltung des Gesperres der Bremsvorgang ausgelöst wird. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremstrommel mit Vorsprün- gen (8, 9) und die Enden des Bremsbandes (7) mit Gleitstücken (Zapfen 12, 13 o. dgl.) versehen sind, weiche einerseits auf der Bremstrommel (4) und de- ren Vorsprüngen (8, 9) geführt, anderseits entgegen Federkraft (15, 16) auf einer Achse (14) verschiebbar sind, so daß bei Vorbeigang der Trommelvorsprünge (8, 9) an den Gleitstücken (12, 13) diese angehoben werden und eine verstärkte Bremswirkung bei waage- rechter oder bei einer anderen gewählten Propeller- lage ausgeübt wird. Fallschirme (Gr. 21—23). Cc 9) Pat. 483042 v. 4. 11. 27, veröff. 5. 7. 30. Carl Theodor Lendner, Ham- burg. Von den Tragleinen durchsetzter Ring zum Beseitigen von Verwicklungen der Leinen beim Entfalten von Fallschirmen. Patentansprüche: 1. Von den Tragleinen durchsetzter Ring zum Be- seitigen von Verwicklungen der Leinen beim Entfal- SA Sur sur var zur me ee Mm ten von Fallschirmen, dadurch gekennzeichnet, daß der Ring (b) lose zu den Tragleinen (c) und über deren ganze Länge verschiebbar angeordnet ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Ring mehrteilig ausgeführt ist. c21 Pat. 501550 v. 5. 10. 28, veröftf. 3. 7. 30. S. A. Brevetti Aeronautici „Sal- vator“, Rom. Fallschirm mit am Scheitel der Hülle durch elastische Begrenzungsmittel_ein- stellbaren Windloch. Es ist bekannt, Fallschirme mit einem am Scheitel der Hülle durch elastische Begrenzungsmittel einstell- Nr. 30 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 119 baren Windloch zu versehen. Das Schließen und Oeffnen des Windloches erfolgt bei diesen bekannten Fallschirmen mit Hilfe von Schnüren, Schläuchen oder elastischen Bändern, welche das Windloch umfassen und an dem Stoff der Kappe befestigt sind. Um diese Verbindungen zu sichern, ist es aber nötig, Schutzfutterale, Verstärkungen, Nähte u. dgl. in der Umgebung des Windloches vorzusehen, deren Kanten so versteift sind, daß sie am Einschrumpfen in vollem, normalem Umfang behindert werden. Wei- terhin wird das Windloch an der vollen und leichten Entfaltung infolge der Reibung behindert, welche zwi- schen den elastischen Beschränkungselementen und deren Futteralen erzeugt wird. Dadurch wird es auch unmöglich gemacht, die wichtigen Vorteile eines ela- stisch- beschränkten Windlochs voll auszunutzen. Zu diesen Nachteilen tritt noch hinzu die verminderte Dehnbarkeit des Stoffes in der Nähe der genannten Futterale und die Vermehrung von Linien von ge- ringerem Widerstand, bedingt durch die Nähte an den Stellen, wo die Spannung der Kappe am größten ist. Patentansprüche: 1. Fallschirm mit am Scheitel der Hülle durch elastische Begrenzungsmittel einstellbarem Windloch, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des vorzugs- weise unverstärkten Windlochrandes ein oder mehrere elastische Ringe in bezug auf den Stoff der Hülle frei angeordnet sind, wobei die längs der Meridiane nach dem Scheitel der Hülle verlaufenden Tragseile mit ihren in das Windloch hineinragenden Enden durch schmale Bänder an den elastischen Ringen befestigt sind. 2. Fallschirm nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die schmalen Befestigungsbänder in Form einer 8 die Ringe umfassen, wobei am Kreu- zungspunkt der oberen und unteren Schleife die Bän- der mit Lederstreifen vernäht sind, an die die Enden der Tragseile angreifen. Cc 9) Pat. 504969 v. 3. 11. 28, veröff. 12. 8. 30. Carl H. Lundholm, Stockholm. Verpackungsvorrichtung für Fallschirme. Patentansprüche: 1. Verpackungsvorrichtung für Fallschirme mit einer unter Wirkung eines elastischen Mittels sich selbsttätig öffnenden Ueberdeckung, dadurch gekenn- - zeichnet, daß die zur Abdeckung des in der Vorrich- tung enthaltenen Fallschirms bzw. Hilfsfallschirms dienende Ueberdeckung (10) durch eingelegte, sich bei Freigabe aufrollende Stahlstreifen (20) aufrollbar gemacht ist, so daß die Ueberdeckung, wenn sie ar einer Seite (12, 14 oder 12, 13) gelöst wird, sich nach der anderen Seite (12, 13 oder 12, 14) hin auf- rollt und so den Fallschirm freigibt. 2. Verpackungsvorrichtung für Fallschirme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von den beiden, die Ueberdeckung (10) an ie einer Seite hal- tenden Verschlüssen der eine (11, 12, 14, 16) für automatische Oeffnung, der andere (11, 12, 13, 15) für Oeffnung von Hand eingerichtet ist. 3. Verpackungsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung der Ueberdeckung (10) an den Seiten der Verpackungs- vorrichtung durch eine Scharnierverbindung erfolgt, deren einzelne Ringe (11, 12) abwechselnd an dem Verpackungssack und an der Ueberdeckung angreifen und in denen der Länge nach ein von selbst oder von Hand herausziehbarer Draht (14, 13) verläuft. 4. Verpackungsvorrichtung für Fallschirme nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der lösbare Verschluß (11, 12, 14, 16 oder 11, 12, 13, 15) sich nur an einer Seite befindet. Abb ı 5. Verpackungsvorrichtung für Fallschirme nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß so- wohl der den Hilfsfallschirm aufnehmende Teil (6) des Verpackungssacks wie auch der den eigentlichen Fallschirm aufnehmende Teil (4) mit einer gemein- samen Ueberdeckung nach Anspruch 1 bis 4 ausge- stattet sind. 6. Verpackungsvorrichtung für Fallschirme nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Hilfsfallschirms zwei besondere Abteilungen (6, 4) in der Vorrichtung vorhanden sind, von denen die eine äußere (6), die den Hilfsfallschirm (7, 8) enthält, in der in Anspruch 1 bis 4 gekenn- zeichneten Weise geöffnet werden kann, während die andere, darunterliegende (4), beliebig verschlossen ist und in an sich bekannter Art und Weise durch den von dem sich entfaltenden Hilfsfallschirm ausgehen- den Zug geöffnet wird. Sonstige Einrichtungen (Gruppe 24-32). c27 Pat. 504459 v. 23. 4. 29, veröff. 5. 8. 30. Dipl.-Ing. Wsevolode Grünberg genannt Greg, Paris. Verfahren zum Anler- nen von Fingschülern. Seite 120 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 30 Die Erfindung betrifft eine weitere Ausbildung des Verfahrens nach Patent 502737. Das Verfahren nach dem Hauptpatent soll in der Hauptsache zum An- lernen von Flugschülern nutzbar gemacht werden. Es sind Einrichtungen zum Anlernen von Flug- schülern bekannt, bei denen feststehende, auf dem Erdboden zu benutzende Lehrapparate Verwendung finden. Diese bekannten Einrichtungen erfordern aber große und teure Bauwerke zum Halten eines Flug- zeuges oder flugzeugähnlichen Gerätes und benötigen meist einen maschinellen Antrieb, um das Flugzeug in die verschiedensten Lagen zu bringen. Außerdem ist bei diesen bekannten Einrichtungen nicht mit Si- cherheit festzustellen, ob der Flugschüler bei Lagen- änderungen augenblicklich die richtigen Steuerbewe- gungen ausführt und innerhalb welchen Zeitraumes er auf Lagenänderungen reagiert. Durch das Verfahren nach der Erfindung sollen diese Nachteile behoben werden. Nach dem Haupt- patent werden die Steuerbewegungen während eines Fluges kinematographisch aufgenommen, wobei ein Achsenkreuz oder eine sonstige Marke im Bilde die bei den verschiedenen Lagen des Flugzeuges vor- genommenen Steuerbewegungen erkennen läßt. Die- ses kinematographische Bild wird dem Schüler sicht- bar gemacht, und es muß nun an ortsfesten Steuer- organen die entsprechenden Steuerbewegungen aus- führen. Diese Bewegungen werden durch ein im Lichtkegel des Wiedergabeapparates befindliches Achsenkreuz o. dgl. sichtbar gemacht, und der An- lernende kann feststellen, ob der Schüler die rich- tigen Steuerbewegungen ausführt. Gemäß der Erfindung wird das Verfahren in der Weise ausgeführt, daß dem Schüler ein bewegtes Obiekt sichtbar gemacht wird. Mittels eines Projektionsapparates a oder einer anderen Lichtquelle wird ein Lichtschein auf eine Wand b geworfen. In dem Lichtkegel befindet sich ein Achsenkreuz c o. dgl., dessen Schattenbild auf der Fläche b sichtbar ist. Dieses Achsenkreuz ist mit den nicht dargestellten Steuerorganen, die denen eines Flugzeuges entsprechen, derart verbunden, daß es Bewegungen parallel zu den beiden Achsen 1, 2 ausführen sowie um eine Längsachse entsprechend der Achse 3 gedreht werden kann. Die Bewegungen des Achsenkreuzes in Richtung der Achsen 1 und 2 entsprechen den Höhen- und Seitensteuerbewegungen, während die Drehung entsprechend der Achse 3 die Quersteuerbewegungen darstellt. Das Achsenkreuz c wird von dem Anlernenden bewegt. In dem Lichtkegel befindet sich ein zweites Achsenkreuz e, das mit nicht dargestellten Steuer- organen verbunden ist, die der Flugschüler zu be- tätigen hat, und das mit diesen Steuerorganen eben- falls so verbunden ist, daß es in Richtung der Achsen 1 und 2 verschoben bzw. entsprechend der Achse 3 um seine eigene Achse gedreht werden kann. I j ! i 7 —_ i 2. 2 1 u , = w „2 ı \2 Der Flugschüler hat die Aufgabe, die von ihm zu bedienenden Steuerorgane derart zu betätigen, daß das Achsenkreuz e stets mit dem anderen Achsen- kreuz c zur Deckung kommt. Der Schüler wird nun versuchen, möglichst schnell auf diejenigen Bewegun- gen, die ihm durch das Achsenkreuz c o. dgl. oder das Flugbild vorgeführt werden, zu reagieren und die entsprechenden Bewegungen seiner Steuerorgane auszuführen. Patentanspruch: 1. Verfahren zum Anlernen von Flugschülern nach Patent 502737, dadurch gekennzeichnet, daß dem Flug- schüler ein bewegtes Objekt sichtbar gemacht wird, dessen Bewegungen beispielsweise den zur Führung eines Flugzeuges erforderlichen Steuerbewegungen oder den Seiten-, Höhen- und Neigungsbewegungen eines Flugzeuges entsprechen, und daß gleichzeitig die Bewegungen von Steuerorganen, die der Flug- schüler zu bedienen hat, zum Vergleich sichtbar ge- macht werden. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Bewegungen, beispielsweise von Steuerorganen, die zur Führung eines Flugzeuges er- forderlich sind, auf ein Achsenkreuz o. dgl. übertra- gen werden, das auf einer Beobachtungsfläche sicht- bar gemacht wird, und daß die hiernach von dem Flugschüler ausgeführten Bewegungen ähnlicher Steuerorgane auf ein anderes Achsenkreuz o. dgl. übertragen werden, dessen Schattenbild auf die Be- obachtungsfläche projiziert wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß ein kinematographisch aufgenommenes Bewegungsbild auf eine Fläche projiziert wird, und daß sich im Lichtkegel des Proiektionsapparates das von den Si_”“ (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Gleitilug und Gleitilugzeuge, Teil I. Konstruktion und praktische Flugver- suche mit 75 Abbildungen einschl. einer Tafel, 2. verbesserte Auflage. Preis RM 2.50. Verl. C. J. E. Volckmann Nachf., Berlin-Charlottenburg 2. Die soeben erschienene 2. Auflage ist vollkommen durchgearbeitet und er- gänzt. Für jeden Gleitfluganfänger ist dieses Büchlein bestens zu empfehlen. „Mit Graf Zeppelin nach Süd- und Nordamerika“. Reiseeindrücke und Fahrt- erlebnisse. Von J. Breithaupt. Mit 53 Originalaufnahmen. Geschmackvoll kar- toniertt RM 4.—. Verlag von Moritz Schauenburg K.-G., Lahr (Baden). Der Verfasser, welcher die große Atlantikfahrt an Bord des „Graf Zeppelin“ mitgemacht hat, gibt eine sehr interessante Schilderung über den Verlauf der Fahrt. Viele schöne, bisher noch unbekannte Aufnahmen während der Fahrt geben dem Leser ein anschauliches Bild von den Reiseerlebnissen. Seite 368 „FLUGSPORT“ Nr. 21 Luitfahrtforschung. Band 8, Heft 2, Heft 3 und Heft4. Oldenbourg Verlag Mün- chen und Berlin. Preis Band 8 Heft 2 RM 6,60, Heft 3 RM 4,20 und Heft 4 RM 6,20. Band 8, Heft 2 enthält: Dauerbiegeversuche mit Hölzern. Von Otto Kraemer. Oberflächenschutz von Sperrholz. Von Erich K. ©. Schmidt. Ueber Sperrholzleime. Von Otto Gerngroß. Der Einfluß der Leimung auf die Güte von Flugzeugsperrholz. Von Otto Kraemer. Heft 3 enthält: Beitrag zur Frage des Ausbeulens von versteiften Platten bei Schubbeanspruchung. Von Edgar Seydel. Heft 4 enthält: Kurbelwellenbrüche und Werkstoffragen. Von Kurt Matthaes. Jahrbuch 1930 der Deutschen Versuchsanstalt für Luitfahrt e. V., Berlin- Adlershof. Herausg. von Dr.-Ing. W. Hoff. 762 Seiten mit 1195 Abbildungen, 263 Zahlentafeln, Din A 4. München 1930, R. Oldenbourg, Leinen RM 58.—. Der letzte Tätigkeitsbericht der DVL, Geschäftsiahr 1929/30, enthaltend den allgemeinen Bericht, ist diesmal besonders umfangreich geworden. Ausgeschie- den aus dem Mitarbeiterkreis der DVL sind Prof. Madelung und Dr. Kamm, welche beide Lehrstühle an der Technischen Hochschule Stuttgart übernommen haben. Nach dem Prüftätigkeitsbericht der DVL sind 79 neue Flugzeugmuster, 194 Stückprüfungen und 722 Nachprüfungen vorgenommen worden. Von Motoren wurden geprüft 7 neue Muster, ferner wurden 318 Stück- und 846 Nachprüfungen vorgenommen. In vorliegendem Jahresbericht sind wiederum sämtliche bereits in den Sonderheften Nr. 2 u. 4, 6. Bd., Nr. 2 u. 3, 7. Bd., Nr. 1, 2, 3 u. 4, 8. Bd., der „Luftfahrtforschung“ enthaltene Arbeiten mitaufgenommen. Ueber diese Ar- beiten ist bereits an dieser Stelle berichtet worden. Die neuen spanischen Columbus-Briefmarken zur Erinnerung an die Ent- deckung Amerikas sind erschienen. Mit der Auslieferung ist beauftragt Eduardo Navarro. Noviciado 14 Principal Madrid-8, Spanien. Henleys ABC of Gliding and Saililying. Herausgegeben von V. W. Page. Preis 2 Dollar. Verlag Norman W. Henley Publishing Co. 2 West 45th Street, Neu- york, U.S.A., enthält Auszüge der Veröffentlichungen von Gymnich über deutsche Gleit- und Segelflugzeuge, wie solche in Popular Aviaton erschienen sind, ferner eine Zusammenstellung der amerikanischen Gleit- und Segelflugzeuge. Man findet hier den deutschen Zögling und Prüfling in verschiedenen Abänderungen wieder. Airport Problems of American Cities, by Austin F. Macdonald. Preis 1 Dol- lar. Verlegt von The American Academy of Political and Social Science. 3622 Lo- cust Street, Philadelphia, Pa. U.S.A. 60 Seiten. Enthält Lufthäfen und Handels- Luftverkehr, Lufthäfen von heute, Lufthäfen-Finanzen, Lufthäfen von morgen und Lufthäfenbesitzerschaft. Literaturschau der DVL. Die von der Deutschen Versuchsanstalt für Luft- fahrt seit 1929 für ihre Mitarbeiter herausgegebene Literaturschau liegt uns in ihrer neuesten Form vor, die eine Auftrennung der perforierten Blätter in DIN A 6-Karten und deren unmittelbare Verwendung für Karteizwecke ohne Klebearbeit gestattet. Der Kopf der Karten entspricht der Einteilung der VDI-Literaturkarte. Die DVL gibt ihre Literaturschau auf Wunsch gegen Erstattung der durch die Vervielfältigung und den Versand entstehenden Unkosten auch an Außen- stehende ab. Es erscheint wöchentlich eine Ausgabe von etwa 12 Blatt (36 Kar- ten); der Preis beträgt vierteljährlich RM 9.—. Experimentelle Untersuchungen an schnellaufenden Kleinmotoren, unter be- sonderer Berücksichtigung des Ausspülverlustes bei Zweitakt-Gemischmaschinen. Von Dr.-Ing. Albert Geißler. 65 Seiten, 19 Abbildungen, 8 Zahlentafeln, gr. 8°, 1930. R. Oldenbourg, München und Berlin. Broschiert RM 5.—. Es wird ein Weg zur experimentellen Ermittlung des Ausspülverlustes bei schnellaufenden Zweitaktgemischmaschinen mit Kurbelkastenpumpe angegeben. Hierzu werden die mathematischen Beziehungen entwickelt. Auf Grund durch- seführter Versuche wird der Spülwirkungsgrad sowie der Ausnutzungsgrad der Ladung bestimmt. Im Anhang werden Vergleichsversuche zwischen zwei gleich großen Mo- toren, einem Vier- und einem Zweitaktmotor (Opel und DKW), sowie Versuche über den Einfluß des Mischungsverhältnisses am Zweitaktmotor behandelt, die manches bemerkenswerte Ergebnis geliefert haben. „FLUGSPORT" 30. Juni 1950 1:31 Italien, Domeni- co Antonini, Caproni 6x1000PSAsso,Cas- cinaMalpensa22.2.30 3231 m Ital., Domeni- co Antonini, Caproni 6x1000PSAsso,Cas- . cinaMalpensa22.2.30 1:31 Italien, Domeni- co Antonini, Caproni 6x 1000PSAsso,Cas- cinaMalpensa22.2.30 3231 m Ital., Domeni- co Antonini, Caproni 6x<1000PSAsso,Cas- cinaMalpensa22.2.30 SIk. Dess.-Leipz. 10. 4.30 172,950 km Ditschld. Steindorff 3X230 PS | Zimmerm., Junk. J38 Dess.-Leipz. 10. 4.30 501,590 km Ditschld. Steindorff 3230 PS | Zimmerm., Junk. J38 soutrot,4x500PS Su- 16.11.25 Le Bourget Zimmerm., Junk. J38 184,464km Ditschld. 600 u.2xX400PS Junk. 3586 m Frankr. Bos- Bourget- Le Moulart (China) 27.-29. 9. 29 3x280 PS | mann, Junk. J] 38 2X 22. 2. 30 29.6. 27 Dessau Asso, Cascina Malpensa 13:1:12 Deutschland | 3:2 Dtschld. Zimmer- 1750,469 km Dtschld. Rohrbach-Roland-B | 2Xx600u.2x400PS Ik. MW 3.8.27 Staaken | Dess.-Leipz. 10.4.30 6262 m Italien Dom. Caproni Ca.73- Asso | per-Goliath- Farman 26.5.27CascinaMalp. Rohrbach -Roland-B | 2x600u.2Xx400PS Jk. MW 28.7.27Staaken | Dess.-Leipz. 10. 4. 30 214,855km/h Dtschld. Wasp u.2Wrisht J67 | 2xX600u.2%x400P Lockheed | Steindorff 3X230 PS Antonini 2X500 PS 229,591 km V.St. A. Fleming auf Bach, 1 215,378 km/hDtschld. Rohrbach-Roland-B MW 28.7.27 Staaken 7905,140 km Frankr ‚Costeu. Bellonte, Br&egueı 600PS His- pano-Suiza. 10000 kg Italien, Domenico Antonini, Caproni 61000 PS Risticz, guet 19, Hisp.-S. 600 | Junk. G24 - Junk.L5 Frankreich 500 PS Costes u.Codos,Bre&- 750km V.St.A. Jacks.-Beach 18.2.30 Schönhair, guet 19, Hisp.-S. 600 Jacks.-Beach 18.2.30 205,407km/h Dtschld. Costesu.Codos,Bre&- PS, Istres 17.-18.1.30 | PS, Istres 15.-16.2.30 18:1 Jacks.-Beach 18.2.30 | Los Angeles 26. 3. 30 PS, Istres 15.-16.2.30 3309,900 km Frankr. 8089 m,Frkr., Burtin, Farman mit Kompr., Toussus-le-N.26.9.29 283.250 km V. St. A. Schönhair,Lockheed -Vega 425 PS Wasp, 270,800 km V.St.A. -Vega 425 PS Wasp, -Vega 425 PS Wasp, Steindorff 3x230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27 Staaken 245, Klasse € Landflugzeuge: 30 Linie ohne Zwischenlan- dung: Höhe: 1. Größte Nutzlast in 2000 m Größte Strecke in gerader Stand der Welt-Rekorde -Delage-Hispano 14. 5. 26 Etampes 214,553 km Frankr. Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kg Nutzlast! Mit 2000 kg Nutzlast | Mit 5000 kg Nutzlast | Mit 7500 kg Nutzlast | Mit 10000 kg Nutzlast Costes u.Codos,Bre&- Breguet 19, 500 PS | Breguet 19, 23:22 Frankr., Costes u.Codos, Breguet 19, Hisp.-Suiza 600 PS, Istres 17.-18. 4361,980km Frankr. Costes u.Codos,Bre&- guet 19, Hisp.-S. 600 Farman mit Kompr., Toussus-le-N.23.8.29 298,510 km V.St.A. Schönhair,Lockheed -Vega 425 PS Wasp, Jacks.-Beach 18.2.30 275,580 km V. St. A. -Vega 42» PS Wasp, Jacks.-Beach 18.2.30 236,028 km/h Frankr. Lasne, 500PS Nieup. guet 19, Hisp.-S. 600 PS, Istres 17.-18.1.30 Field 500 PS | Schönhair,Lockheed | Schönhair,Lockheed na u.Lecccni, Savoia-March.S 64 107 Ohne Nutzlast 67:13 Italien Maddalena u. Cecconi, Savoia-Marcheiti $64 Fiat A22, Montecelio-Stazione Lasdispo i 30. 5. bis 2. 6. 30 tamp.24.-25.5.29 420:17 V. St. A. Jackson u. O’Brine, Curtiss 170 PS Cur- tiss, St. Louis 13.-30. 7. 29 Richter, 400 PS DH 4b-Li- berty 27/28. 8. 23 Rockwell 5300 km V. St. A., Smith u. 25 Mitchelfield bois-Hispano il. 12. 24 Istres 306,696 km/h Frankr. 401,279 km/h V.St.A. za, 8. 25 Villesauvage 218,759 km/h Frankr. 9. 25 Villesauvage 12739 m Deutschland | 9374 m Frkr., Burtin, 188,097 km/h Frankr. 8188.800 km Italien Maddale- Fiat A 22, Montecelio-Stazione Ladispoli 30. 5. bis 2. 6. 30 Neuenhoten, Junkers W 34, 420 PS Bristol- Jup., Dessau, 26.5.29 448,171 km/h Frankr. Bonnet, 550 PS Fer- Cyrus Bettis 600 PS Curtiss R 3, 12. 10. Nieup.- Delage - His- pano 23. 6. 24 Istres 248.296 km/h Frankr. Lasne, 500PSNieup. -Delage-Hispano 29. Lasne, 500 PS Nieup. -Delage-Hispano 12. Girier u. Weiß, Bre- guet600PSHisp.-Sui- Lecointe, ie- im un- Dauer: Strecke: Höhe: über 3 km über 100 km über 500 km über 1000 km über 2000 km über 5000 km doch mit Betriebsstoff- aufnahme: Größte Entfernung iedoch mit Betriebsstoff- unterbrochenen Rundflug, aufnahme: Höchstgeschwindigkeit: brochenen Rundflug, Größte Dauer im ununter- Seite 370 „ELUGSPORT“ Klasse € Wasserflugzeuge: Ohne Nutzlast Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kz Nutzlast | Mit 2000 kg Nutzlast Dauer: 36:1 V.St.A. Cavin u. Soucek P.N. 12. 2x500 PS Wright, 3.-5.5.28. Philadelph. 20:45:— V.St.A. Con- nellu. Rodd, P-N. 10, 2x600 PS Packard 15/168.27San Diego 17:55- V.St. A., Sou- cek u.Maxson,PN-12 2x525 PS WR., 25.- 26.5.28 Philadelphia 16:39- V.St. A., Cor- ton u.Reber, PN-12, 2x525Pratt& Whitn. 11.-12.7.28 Philadel. Strecke: 4308,340 km Frankr. Mermoz, Latecoere 28 Hisp.-Suizan00PS Marignanell.-12.4.30 2525 km V.St.A. Con- nellu. Rodd, P-N. 10, 2Xx600 PS Packard 15/16 8.27 San Diego 2150 km V.St.A. Cor- ton u. Reber, PN-12, 2x525Pratt& Whitn. 11.-12.7.28 Philadel. 2150 km V.St.A. Cor- ton u. Reber, PN-12, 2x525Pratt& Whitn. 11.-12.7.28 Philadel. Höhe: 11753 m V.St.A.Ltn. Soucek Wright Apa- che, 425 PS Pratt u. Withn., Wash. 4.6.29 7458 m Deutschland Harder, Junk. W 34 Bristol- Jupiter 420 PS, 6. 11. 28 Dessau 7078 m V.St.A., Ser- gievsky, Sikorsky S 38 2X575 PS Hornet, Nort Beach 13. 3. 30 58llm V.St.A., Ser- gievsky, Sikorsky S 38 2Xx575 PS Hornet, New York 4. 3. 30 über 100 km: 533,800 km England, Atcherley a. Super- marine, Rolls-R. „R“ Spithead 7. 9. 1929 259,927km/h Dtschld. Starke, Heinkel HD 38 600 PS BMW VI, Warnemünde 7.5.29 235,294km/h Dtschld. Starke, HeinkelHE 9a 600 PS BMW VI Warnemünde 21.5.29 220,026km Fıkr.,Pre- votaufLatecoere 28, Hisp.-Suiza 650 PS, Saint-Laurent5.3.30 über 500 km: 259,328 km/hV. St. A. Ofstie, 450 PS Navy ‚R.- Curtiss D 12 25. 10. 26 Baltimore 235,941km/h Ditschld. Starke, Heinkel HE 9a 600 PSBMW VI Warnemünde 21.5.29 235,941km/h Dtschld. Starke, Heinkel HE 9a 600 PS BMW VI Warnemünde 21.5.29 202,092km Frkr.,Pre- votaufLat&coere 28, Hisp.-Suiza 650 PS, Saint-Laurent5 3.30 über 1000 km: 222,277 km/hDtschld. Starke, HeinkelHE 9, 600 PS BMW VI, Warnemünde 10.6.29 222,277km/h Dtschld. Starke, Heinkel HE 9 600 PS BMW VI Warnemünde 10.6.29 177,279 km/h Dtschl. Wagnera.D.-Sup. 4 x480PS G.-Rh.-Jup. 5.2.28 Friedrichshaf. 177,279 km/h Dtsch!. Wagner a.D.-Sup. 4 x480PS G.-Rh.-Jup. 5.2.28 Friedrichshaf. über 2000 km: 172 km/h Schwz., Wagner u.Zinsmaier,Dornier Merk. 500/600 BMW, 10. 8. 27, Altenrhein 172km/h Schwz., Wagner u.Zinsmeier,Dornier Merk. 500/600 BMW, 10.8. 27 Altenrhein 130,427kmih V.St.A., Cortonu. Reber, PN- 12,2x525 Pr.& Whit- ney,11.-12.7.28 Phil. 130,427km/a V.$t.A. Cor- ton u. Reber, PN-12, 2x525Pratt&Whitn. 11.-12.7.28 Philadel. Größte Geschwdgk. über 3 km: 575,700 km England, Orlebar.a. Superma- rine, Rolls-R. „R“, Calshot 12. 9. 1929 Größte Strecke in gerader Linie ohne Zwischenland.: 3173,200km Frankr.,Mermoz, Dabry u. Gimie, Lat&ecoere 600 PSHisp.-Suiza, St.Louis (Senegal) Natal 12.-13. 5. 30 Größte Nutzlast Höhe: in 2000 m Stei Travemünde 17. 4. 29 6450 kg Deutschland ndorf,Rohrbach..Romar“ 3x500 PS BMW Klasse € Leicht-Landflugzeuge: 1. Kategorie 2. Kategorie 3. Kategorie 4. Kategorie 29:4 Italien, Donati u. Capannini, Fiat A. S. 1 ehe akreich, Frau Dauer: Fiat 85 PS, ” Salmson Montecelio-Rom 19.-20. 1. 30 Le Bourget 9.-10. 6. 30 7521 m Deutschland, 8142 m Deutschland, : Voigt u. Gaule, Akaflieg 4614 m Deutschland, Voigt, Akaflieg Darm- 5193 m Frankreich, Fau Höhe: D tadt D 18 100 PS Frau u. Herr Fusbahn, stadt D 18 100 PS vel, Mauboussin- ' armsta Klemm 40 PS Salmson, a h 10, ABC-Skorpion 32 PS Genet Major, Böblingen 11. 4. 30 Genet Maior Le Bourget, 5 Darmstadt 23. 4. 30 —. Darmstadt 23. 5. 30 " 214,848km Deutschland, | 139,534 km Frankreich Geschw. üb Neininger u. Stark, Aka- Do m England, pt. Fauvel, Mauboussin- 100 km - flieg Darmstadt D 18 100 ger Moth 130 PSD.H,, Peyret 10, ABC-Skorpi S Genet Maior, Darmstadt 23. 4. 30 24. 8. 1927, Stag Lane 4. 9. 1929 Entferng. in geschl.Bahn 2746,200 km Italien Donati u. Capannini, Fiat A.S.1ı Fiat 85 PS, Montecelio-Rom 19.-20. 1. 30 2500 km Tschechoslova- kei, Vicherck, Avia BH-11 B, 60 PS Walter, 6.-7. 6. 1928, Prag 700 km Frankreich, Fau vel, Mauboussin-Peyre 10, ABC- Skorpion 32PS Le Bourget, 6. 9. 1929 Größte Strecke 1305,500 km Schweiz, Wirth u. Naumann auf 2655,464 km V. St. A., Zimmerly, Barling N.B. 852,1 km Frankreich, Fauvel, Mauboussin- in gerader Linie: Klemm-Daimler 20 PS, 3. 80 PS Genet. Peyret 10, ABC-Skor 16. 10. 1928, Böblingen- Brownsville, 17. 7. 1929 pion 32 PS, Mieschkance [en Le Bourget, 10. 9. 1929 Klasse D Segelflugzeuge: 14:7:0 Dtschld., 149,420 km Größte | 455,8kmDtschld. 2589 m Höchst-|54,545km !h Dischld Ferd. Schulz, Oesterreich |Strecke! Ferd. Schulz; Oesterreich |geschw.!) Ferd. Schulz, Dauer: | Hochd. West- |Strecke: Kronfeld in ge- | Hochd. West- | Höhe: Kronfeld in ge- | Hochd. West- preußen 3. 5. 27 auf „Wien“, Ischloss.|preußen 3. 5. 27 auf „Wien schloss.|preußen 5 5. 27 Rossitten | Lienlas 30. 7.29] Flugb. Rcssitten Lienlas 30. 7. 29] Flugb. Rossitten Klasse G Hubschrauber: Strecke: 136 m, Frankr., Frauen-Rekorde: Pescara, 180 PS Pesc.-Hisp., 18. 4. 24 Issy-les-Moulineaux. Dauer: 35:46 Frankreich Lene Bernstein, Farman, 230 PS Salmson, Le Bourget 2. 5. 30 Größte Strecke in gerader Linie: 2268 km Frankreich Lena Bernstein, C Istres-Sidi Barany 19.-20. 8. 29 audron 40 PS Salmson, „FLUGSPORT“ Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespalftene Millimeter-Zeile kosiet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Neuwertiges Leichtflugzeug urasmücke mil Salmson-Molor wenig Betriebsstunden, wegen Todesfall zu verkaufen. Zuschriften unter 3089 an die Geschäftsstelle des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten, Zu kaufen gesucht: Leishmolorilugzeug Ein- oder Doppeldecker, Einsitzer, mit oder ohne Motor. Offerten unter 2630 an die Expedition des „Flugsport“. —— = = = = = = =— = = = = = = = = == = = Sämtliche Einzelteile fürd. Flugmodellbau, Baupläne, Preßluftmotoren, fertige Flug- u. Segelmodelle, Literatur konkurrenzlos durch: H. Bufe, Berlin-Lichterfelde 1, Zehlendorterstraße 53 Preisliste —.20 RM. Ausland Weltpostschein Vereinigte technische Lehranstalten n des Ingenfeurschulen 2 z. Ausbildung im Maschinen. bau und der Elektrotechnik. Besondere Studienpläne fürAutomobil- u.Flugtechnik Programm kostenlos vom Sekretariat. Einheils - Schulmaschine Grunau 29 (Die Maschine für Anfänger) Einheils - Rumpimaschine Grunau 29 für Übungsbetrieb der Vereine Hochwertige Segelmaschinen sowie Beschläge für seibstbauende Vereine liefert Segel-Flugzeugbau Riesengebirge Edmund Schneider, Grunau (Riesengebirge) 2 DHW- Flugmaar 12-16 PS, 28 kg, nur 8 Stunden Probe gelau- fen, mit Nabe, Propeller, Tourenzähler, Hö- hen- und Geschwindigkeitsmesser umstände- halber zum Spottpreise von 650.— RM evtl. Teilzahlung zu verkaufen. Angebote unter B.C. 123 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbet. I. u. Il. Band der # PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis je RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport“ Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 Theoretische Ausbildung für Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte,Flug- techniker, Flugmeister, Zeichner, Konstruk- teure, Flugingenieure, Flugzeugführer durch Fernschule Jena Fordern Sie Programm P Abschlußzeugnis, Abschlußprüfung ae ae ra Flugzeugführer-Ausbildung zum Führerschein für Leichtflugzeuge, zum Führerschein „A“, zum = Kunstilugschein auf d. Fliegerschulen Berlir- Staaken, Böblingen ij. Württ. u. Würzburg. Deutsche Luftfahrt6. m.b. H. Berlin W.35, Biumeshof 6 RM 1250.— Ausbildungsleiter: bis zum unbeschränkten A-Schein | Benzler (früher Klemmschule, Böblingen) Münchner Adresse: Lindwurmstr. 84-86 Telefon: 73464 - 73592 J. Eibl’s private Flugkurse München-Schleißheim 4 Kyffhäuser-Technikum, Frankenhausen 1. Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge Elektrotechnik, Allgem. und Landmaschinenbau Neue Erfolge der \ Flugmotoren Beim DLV-Zuverlässigkeitsflug und Rheinland-Befreiungsflug 1930 erzielten sämtliche 23 Siemens-Moto:en die höchste Wertung von 100, tür Zuverlässigkeit. Beim Europa-Rundflug 1930 wurde den Siemens-Moto ren ebenfalls die höchste Punktzahl für Zuverlässigkeit zuerkannt, Bei keinem der Motoren wurde irgend ein Der DLV schreibt: . Eines aber ist unbestreitbar, nämlich die Bewäh- rung der deutschen Erzeugnisse, und dies gilt auch für Ihre Motoren, von denen nicht ein einziger Versager festgestellt zu werden brauchte. Auf diesen Erfolg können Sie wirklich stolz sein, und dazu bitte ich meine aufrichtigsteen Glückwünsche entgegennehmen zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung (gez.) Dominicus Teil ausgewechselt. Telegramm vom Rundflug: madrid 26. jul. 1930 eine Außerst schwierige strecke des eu- ropa rundfluges pau zaragoza madrid se- villa madrid ist heute mit den sh 13 a von unseren maschinen gut überstanden = siebel offermann kosppen gothe king... = UCMOTORENWERK BERLIN-SPANDAU_/ BERLINER CHAUSSEE Billige Untall-, Haitpilicht- (Bruch, Diebstahl, Feuer) sonderangeboie für Vereinsilugzeuge, Sportilieger und Flugschüler Zentralstelle für Luitiahrt-Versicherungen, Nürnberg, Laufertorgraben 2 u. Flugzeug -Versicherung Für Vereine und Gruppen Schulbeirieh, Fluglage, Wellbewerbe WERKE: HEMELINGEN BEI BREMEN LONDON FERNSPRECHER: AMT BREMEN HANSA 6358 manano TITANINE WERK 6.M.B.H. """ TELEGRAMME: ELINGEN BEI BREMEN TITANINE AM HAFEN Nr. 9 HEMELINGEN mL uantllinannanilill ® ALIILITRE N, a f GEGRÜNDET 1908 u, HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING. MMO Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4,50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 22 29. Oktober 1930 XX1. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 12. November 1930 Flugzeugabsatz. In Amerika sind die Flugzeugfabriken wie Pilze aus der Erde geschossen. Im Westen und Osten von U.S. A. sind die Bestrebungen verschieden. Dazu kommt noch Kanada mit Sonderinteressen. Durch den sogenannten sportlichen Wettbewerb in diesem Jahre ist nichts Bemerkenswertes herausgekommen, Teilnehmer waren meistenteils Firmen. Von einem erhöhten Flugzeugverkauf hat man kaum etwas ge- merkt. Die rückläufige Bewegung in der gesamten Industrie drüben soll auch auf die Flugzeugindustrie nicht ohne Einwirkung geblieben sein. Ueber die Absatzmöglichkeiten von Flugzeugen scheint man sich noch allerhand Illusionen zu machen. Einzelne scheinen von ihrem Optimismus etwas ernüchtert und suchen nach anderen Absatzmög- lichkeiten. Dieser Tage hat Ford in England zwei Muster von Verkehrsflug- zeugen auszeladen, mit denen er seine Reisenden im Kontinent herum- schicken will, um Flugzeuge zu verkaufen. Ausgerechnet in Europa, wo es von Flugzeugfabriken wimmelt. Aber immerhin, die deutschen Firmen könnten von ihm lernen. — Die wirtschaftliche Lage in der deutschen Flugzeugindustrie hat sich bis heute noch nicht gebessert. Das im vergangenen Jahre ge- prägte Schlagwort: Die deutsche Flugzeugindustrie muß sich auf eigene Füße stellen und ihren Export vergrößern, ist auf dem Papier stehen geblieben. Wettbewerbe, Vereine, staatliche Maßnahmen haben in der Industrie nichts geholfen. Eine Vergrößerung des Absatzes wird auch von diesen Seiten nicht zu erwarten sein. Genau wie ausländische Motoren- und Flugzeugfirmen Flugzeuge exportieren, ebenso müßte die deutsche Industrie, welche doch wirk- lich in technischer Hinsicht leistungsfähig ist, ihren Export zu ver- erößern suchen. Bis jetzt haben nur 1 bis 2 deutsche Firmen Erfolge zu verzeichnen. Wenn andere Firmen zurückgeblieben sind, so liegt es an diesen selbst. Die Ursache liegt darin, weil sie zu wenig auf ihre Fabrikate hinweisen. Was nützen die schönen Erfolge im Europa- flug, wo wir in technischer Hinsicht mit den ausländischen Fabrikaten erfolgreich konkurriert haben, wenn sie nicht ausgenutzt werden. Seite 372 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Eine günstige Gelegenheit, sich jetzt wieder einmal vor dem Aus- land zu zeigen, ist der Pariser Salon. Die Ausstellung der Objekte ist das wenigste. Die Hauptsache ist, hierbei nachhaltig gerade auf die deutschen Erzeugnisse hinzuweisen. Vorbedingung dabei ist, daß in den entferntesten Ländern die Namen der deutschen Fabrikate be- kannt werden. Es gibt keinen Ort im Ausland, wo nicht irgendein Abonnent des „Flugsport“ sitzt. Diese Auslandsabonnenten des „Flug- sport“ bilden die besten Agenten für die deutsche Industrie. Sie sind es, welche neben dem Deutschtum die deutsche Industrie indirekt ver- treten, indem sie durch den „Flugsport“ fortgesetzt über die Lei- stungen der deutschen Industrie informiert werden und deren Stand im Ausland verbreiten können. Leider sind diese Tatsachen noch viel zu wenig beachtet und von der Industrie ausgenutzt worden. Brustmann-Schwingenflugzeug. 1924—25 begannen auf der Wasserkuppe die führenden Persön- lichkeiten, die Flugforschung auch auf andere Flugarten auszudehnen. In den damaligen Rhön-Ausschreibungen waren bereits entsprechende Preise für Leistungen anders gearteter Flugarten ausgesetzt. Die da- maligen Ergebnisse waren naturgemäß, da dieses schwierige Problem sehr schwer zu lösen war, recht spärlich. In gewissen Kreisen sprach man von einem Stillstand der Segelflugbewegung und Aussichtslosig- keit derartiger Forschungsarbeiten. Unter den im Jahre 1925 gemel- deten Bewerbern befand sich Dr. Martin Brustmann mit einem Schwingenflugzeug. Trotz der entmutigenden Versuche während des Wettbewerbs gab Brustmann seine Arbeiten nicht auf und vollbrachte 4 Tage nach dem Wettbewerb einen Sprung von 15—20 m Länge. Ein kleiner Lichtblick! | Aber trotzdem ging es nicht vorwärts. Zunächst unterbrachen Geldmangel die Versuche, bis er 1928 einen gleitfähigen Rumpfein- decker mit beweglichen Flügeln in Auftrag geben konnte. Konstruk- tion Alexander-Lippisch, Bauausführung A. Schleicher, Poppenhausen. Brustmann-Schwingenflugzeug im Fluge. Oben: Aufschlag. Unten: Niederschlag der Schwingen. Nr. 22 „rLUGSPORT“ Seite 373 Brustmann-Schwingenflugzeug. Die Schwingen schlagen nach unten. Das nur 70 kg schwere Flugzeug von 10 m Spannweite hat 12 m? Fläche, keine Verwindung, normales Höhen- und Seitensteuer an einem Knüppel angeschlossen. Der Flügelniederschlag erfolgt durch Strecken der Beine, die Kraftübertragung durch Seilzüge und Rollen auf ein Duralrohrdreieck, das im Druckmittelpunkt des Flügels angreift. Das Flugzeug leistet in der Ebene mit Seilstart Gleitflüge von 6—10 Sek. Dauer bei 8—10 Sek/m Geschwindigkeit. Unter Schwingenschlag wird die im Gleitflug erzielte Strecke bis auf das Doppelte verlängert, die Fluggeschwindigkeit auf 12—15 Sek/m gesteigert. Der Kraftaufwand zum Schwingenflug entspricht etwa dem beim Rennrudern. Das Flug- zeug ist von Hans Werner Krause und Fritz Stamer auf der Wasser- kuppe eingeflogen worden. Krause hat schon über 60 gelungene Schwingenflüge damit ausgeführt. Zur Förderung des Schwingenfluges wäre erwünscht, wenn die Rhön-Rossitten-Gesellschaft noch einmal im Wettbewerb Preise aus- schriebe für „mit Menschenkraft betriebene Flugzeuge“, die ihre Gleit- flugstrecke durch Menschenkraft um einen bestimmten Prozentsatz verlängern sollen. Doppelsitzer „B 9“ Akaflieg Dresden. In Weiterverfolgung des mit unserer B 8 „Wolfgang Pomnitz“ be- schrittenen Weges gingen wir an den Bau der B9. Die für unsere Bauweise gewählten Grundsätze weichen von den im Segelflugzeugbau üblichen z. T. erheblich ab. Es gelang uns jedoch, in dem schwierigen Dresdner Gelände ihre Richtigkeit unter Beweis zu stellen. Wir führten dort mit der B 8 bei flautenreichem mittl. Wind einen Dreistunden-Flug durch und segelten außerdem bei einem Sturm von bis zu 32 m/s Wind einwandfrei. Vor der näheren Beschreibung der B 9 sei darüber einiges Grund- sätzliches gesagt. Wir verwirklichen bei unseren Segelmaschinen 1. Hohe Bausicherheit, 2. Hohe Flächenbelastung, entsprechend hohe Geschwindig- keit, und 3. Aerodynamisch äußerste Hochwertigkeit. Zur Begründung sei kurz folgendes gesagt: Die hohe Bausicher- heit wurde angewendet, um auch bei großen Windstärken segeln zu Seite 374 „FLU GSPORT“ Nr. 22 können und insbesondere bei den stark böigen Wolkenaufwinden eine Bruchgefahr auszuschließen. Außerdem wird dadurch die Bruchmög- lichkeit bei schwierigen Landungen stark vermindert. Geschwindig- keit bzw. Flächenbelastung wurden hoch gewählt, um gegen große —p j mit gutem Gleitwin- | kel, bzw. überhaupt | vorwärtszukommen, | und um eine Anglei- IN Od chung ‘ der Steuer- —ı zuummlmasn fähigkeit an die von ‚ Motorflugzeugen zu | erreichen. Die hohe 3 Geschwindigkeit hat Ss natürlich eine größere = Sinkgeschwindigkeit I \ | | zur Folge, die durch ı / Eu den dritten Punkt, aerodynamische Hoch- || - wertigkeit, reichlich | ausgleichbar ist. Es wird insbesondere eine Verbesserung des Gleitwinkels durch großes Seiten- verhältnis, große Spannweite, geeig- netes Flügelprofil, Vermeidung schäd- ir licher Widerstände AL | Segleitersitz. Führersitz [| N erst [h 1 re— 4180 wl ne ———— 6000: j I I I | u. a. m. erstrebt. Be- sonders wertvoll ist, daß sich die 3 aufge- Doppelsitzer „B 9“ zeigtenHauptgesichts- Akaflieg Dresden punkte für unsere Bauweise z. T. zwangläufig ausein- ander ergeben und | gegenseitige fördernd beeinflussen. Mit der B9 wurde bei weitem nicht bis an die Grenze des mit den angeführten Grundsätzen technisch Erreichbaren gegangen, denn hier lag nur die Absicht zugrunde, ein hochwertiges Schulflugzeug (Doppelsitzer) bzw. ein Forschungsflugzeug für große Windstärken zu schaffen. . Die Hauptdaten der Maschine sind: Spannweite b = 19 m, Fläche F = 23,12 m?, Seitenverhältnis F/b? — 1:15,63, Gesamt- länge 1 = 8,41 m, Gesamtgewicht G = 320 kg, bestehend aus: Flügel 160 kg, Rumpf 117 kg, Streben 17,6 kg, Höhenleitwerk 19,6 kg, Seiten- leitwerk 6,2 kg, Fluggewicht: 480 kg zweisitzig, 400 kg einsitzig, unter Berücksichtigung der Ausrüstung (Fallschirme, Instrumente usw.). Flächenbelastung: 20,8 kg/m? zweisitzig, 17,3 kglm? einsitzig. Normalgeschwindigkeit: (bei günstigem Gleitwinkel) v = 77 km/h zweisitzig, v = 71 kmjh einsitzig. | Die Maschine ist als abzestrebter Hochdecker ausgebildet und be- sitzt bis zum Strebenanschluß rechteckigen Flügelumriß und trapez- förmige Flügelenden. Lande- Klappen 19000 Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 375 Doppel- sitzer B9, Aka Flieg Dresden. Rumpf- gerippe mit Leitwerk. Der Tragflügel ist einholmig mit normalem Kastenholm gebaut, dessen Gurte bei den Beanspruchungen des stabilen Gleitiluges 11fach sicher sind. In der Flügeltiefe liegt der Holm ungefähr in der Mitte zwischen der vordersten Druckpunktlage und der beim günstigsten Gleitflug. Die normal gebauten Spieren haben das Flügelprofil „Göttingen Nr. 527“ als Umriß, dessen äußerst stetige Polare, guter Gleitwinkel und geringe Druckpunktwanderung (kleines Höhenleitwerk) aerody- namisch sehr günstige sind. Die Vervielfältigung der Spieren in ver- schiedenen Größen geschah erstmalig mit Erfolg durch ein selbstent- wickeltes optisches Verfahren. Der Flügel ist zweiteilig, und an einem schmalen Baldachin ziemlich hoch über dem Rumpf befestigt. Dadurch kann der Begleiter unter der Flügelnase nahe am Schwerpunkt sitzen, und die Maschine ist ein- und zweisitzig praktisch gleich gut aus- gewogen. Die drei Anschlüsse befinden sich am Hauptholm, der Flü- gelnase und an einem Hilfsholm, der ungefähr vom letzten Viertel der Flügeltiefe schräg nach dem Hauptholm verläuft und diesen am oberen Strebenanschluß erreicht. Dieser Hilfsholm leitet die waagerechte Massenwirkung der Trag- fligel beim Landen in den Baldachin bzw. Rumpf über. Er ersetzt die V-Strebe vollständig, da der Tragflügel durch eine kräftige Sperrholz- beplankung der Nase bis zum Hauptholm in sich reichlich ver- drehungssteif ist. Der Hilfsholm und seine Anschlüsse sind bei einer Verzögerung von der dreifachen Erdbeschleunigung zweifach sicher. Der eigentliche Flächenanschluß geschieht für alle drei Befestigungs- punkte durch einen gemeinsamen abgesetzten zylindrischen Rohrbol- zen (ungefähr 1,1 m lang) für jede Fläche. Die kräftiren U-Blechbeschläge im Baldachin tragen beide Flügel ohne Holz-Zwischenstück. Sie sind an zwei Rumpfspanten bzw. die Flügelnase an einem Gitterträger so befestigt, daß sie bei einseitiger Uebertragung der Kräfte nur eines Flügels elffach sicher sind. Die Wei- terleitung der Tragflügelkräfte in den Rumpf geschieht durch zwei be- sonders versteifte Rumpfspanten und kräftige Auskreuzungen mit Sicherung gegen Vorbrechen der Tragflügelmitte beim Aufrennen auf ein Hindernis (Schutz der Piloten!). Die verkleideten Stahlrohrstreben sind reichlich knicksicher bei Seite 376 „FLUGSPORT“ Nr. 22 einer senkrechten Massenwirkung aus einer Verzögerung von fünf- facher Erdbeschleunigung. Auf Zug sind sie infolgedessen übermessen (ungefähr 20fach sicher). Der obere Strebenanschlußbeschlag ist an einem Füllklotz im Tragflügelholm befestigt, der zur Aufnahme der Holm- Biegungskräfte mit herangezogen wird. Dadurch konnten an Gurt- und Füllklotzbreite 3 cm erspart werden. (Gewichtsverminderung). Der untere Streben- anschlußbeschlag besteht für beide Streben aus einem Stück, so daß nur die kleine senkrechte Komponente der Strebenzugkräfte auf Holz übertragen wird. Außerdem umgreift der Beschlag durch ein U-Blech den Rumpf- hauptspant, ist mit dem Kielholm (S. U.) äußerst fest verbunden und direkt gegen die Kufe abgefedert. Der Rumpf, vorn elliptisch, hinten rund, ist gekennzeichnet durch aerodynamisch günstige Form, Rücksicht auf große Landebeanspru- chungen Geräumigkeit bei den Führersitzen und Schwimmfähigkeit. Zur Aufnahme der Landestöße ist ein Kielholm eingebaut, der von vorn bis ungefähr 1,5 m hinter den zweiten Sitz verläuft. Auf Schwimmfähigkeit mußte Wert gelegt werden, da es im Dresdner Segelgelände derart an geeigneten Landeplätzen mangelt, daß die Elbe u. U. dazu benutzt werden soll. Neben vollständiger Sperrholzbeplankung, -wasserfestem Lacküberzug usw., wurde der Rumpf außerdem mehrmals abgeschottet. Die Tragflügel sind an den Enden abgeschottet und dienen als Stützschwimmer, zur Vermeidung des Unterschneidens sind die Enden leicht nach oben zeknickt. Das Flügelprofil ist in ein symmetrisches übergeführt (größere Wasserver- drängung!) Die Schwimmfähigkeit hat sich beim Modellversuch als einwandfrei erwiesen, wobei noch bemerkt sei, daß hier nur an ein kurzes Ausgleiten auf ruhigem Wasser mit sofortiger Bergung ge- dacht ist. Die Maschine besitzt Doppelsteuerung (Knüppel) und eine neu- artige Trennung der Verwindungs- und Höhenruder-Betätigung. Alle dauernd hoch beanspruchten Lager sind mit Messing ausgebuchst, wo- bei auf die Ruderlagerungen besonderer Wert gelegt wurde. Das Höhenleitwerk ist aus Montagerücksichten auf den Rumpf aufgesetzt und das Seitenruder fast ohne Dämpfungsflosse ganz ans Rumpfende gelegt. Als wesentliche im Segelflugzeugbau völlig neue Ergänzung des Leitwerkes besitzt die Maschine 2 Klappen in der Flügelnase (Ober- seite) durch deren Oeffnen die Umströmung des Profils (damit der Auftrieb) über einem großen Teil des Flügels zerstört wird. Das hat natürlich eine starke Verschlechterung des Gleitwinkels zur Folge, außerdem eine Druckpunktwanderung, zu deren Ausgleich das Höhen- leitwerk überdimensioniert würde. Durch diese Klappen wird die bis- her räumlich so schwer zu beherrschende Landung der Segelflugzeuge mit ihrem hierbei lästigen guten Gleitwinkel ganz außerordentlich er- leichtert, und den im Motorflugwesen bestehenden Verhältnissen gleichgestellt. Die Betätigung der Klappen geschieht durch seitlichen Handhebel entsprechend dem Gashebel bei Motorflugzeugen. Am Instrumentenbrett des vordersten (Führer-) Sitzes befinden sich Geschwindigkeitsmesser mit doppelter Düse, Kompaß, sichtbarer Barograph, Variometer und Uhr. Zusammenfassend sei noch gesagt, daß mit der B 9 der Weg be- schritten wurde, aus den Erfahrungen des Motorflugzeugbaues heraus eine Segelmaschine zu entwickeln, die bei guten Flugeigenschaften auch einen entsprechenden Gebrauchswert besitzt. Dabei ist an eine 1930 PATENTSAMMLUNG Ss RN Band Ill No. 31 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 504526; 507767; 508855, 856; 509143, 337. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraitantrieb, (Gruppe 3—24). b A, Pat. 507767 v. 5. 5. 26, veröff. 19. 9. 30. N. V. Algemeene Octroi Exploi- tatie Maatschappij, Rotterdam.*) Kastenför- miges Mittelstück für in Flugrichtung dreiterlige metallene Flnugzengflügel. Es ist ein Mittelstück für in Flugrichtung drei- teilige metallene Flugzeugflügel bekannt geworden, bei welchem die Außenhaut aus mehreren vonein- ander unabhängigen, sich aneinander schließenden Ta- feln besteht, die an der Innenseite Randleisten haben, mit welchen sie an den Holmen befestigt werden. Die Tafeln sind lediglich Abdeckung. Sie nehmen an der Uebertragung der Biegungs- und Verdrehungs- kräfte nicht teil, weswegen der Anschluß der Rand- leisten an die Haut und die Holme entsprechend schwach ausgeführt ist. Auf ihrer Innenseite sind sie mit in Flugrichtung verlaufenden winkelförmigen Pro- filen versehen, die in geringem Abstande vor den Randleisten enden und nur die Aufgabe haben, als Versteifungskörper die Hautwölbung zu erhalten. Es ist ferner ein gegebenenfalls mit einer ver- stärkten Wurzel versehenes Tragflächenmittelstück be- kannt, das aus einem torsionsfesten Kasten besteht, dessen glatte Außenhaut an den Gurten des für sich nicht torsionsfesten Gerippes aus Längswänden und Querverbänden befestigt ist. Die Außenhaut weist in den von der Gurtung begrenzten Feldern angenietete Versteifungsprofile auf, die parallel zu den Längs- stegen auf der Hautinnenseite liegen und durch Aus- sparungen der entsprechend ausgebildeten Gurte der Querverbände hindurchgeführt sind. Patentansprüche: 1. Kastenförmiges Mittelstück für in Flugrichtung dreiteilige metallene Flugzeugflügel, bei welchem die an den Gurtungen der miteinander verbundenen, für sich nicht torsionsfesten Längsstege und Querver- bände befestigte glatte Außenhaut in den von den Gurtungen begrenzten Feldern durch Profile versteift ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungs- profile parallel zu den Querverbänden angeordnet und mit ihren Enden an den Längsstesen oder deren Gurtung befestigt sind. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Ludwig Staiger, Friedrichshafen am Bodensee. 62 a e - IT I / Abb4 7 i Fi Kerr SSEETENESTSETS a5 : ? 7 2. Kastenförmiges Flügelmittelstick nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungspro- file der Oberhaut auf der Hautinnenseite diejenigen der Unterhaut auf der Hautaußenseite liegen oder um- gekehrt. 3. Kastenförmiges Flügelmittelstück nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die außen lie- genden, in an sich bekannter Weise mit seitlichen Befestigungsrändern versehenen Versteifungsprofile an beiden Enden windschnittig in einen zum Anschließen an die Gurtung der Längsstege dienenden großflächi- gen Befestigungslappen auslaufen, der in die seit- lichen Ränder übergeht. 4. Kastenförmiges Flügelmittelstück nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß außen- liegende Versteifungsprofile auch in der Ebene von Querverbänden angeordnet sind und die Gurtung der letzteren verstärken. b 4 Pat. 508855 v. 22. 8. 28, veröff. 6. 10. 30. Dr. Antonio Longo und Gaetano Longo, Mailand. Einrichtung zur Steigerung des Auftriebes von Flugzengflügeln. Gemäß Abb. 1 und 2 sind unterhalb der Tragflügel 1 des Flugzeuges B an den von diesen ausgehenden Armen 2, 2’ zwei längliche, um ihre Längsachse dreh- bare Flügel A gelagert, die mit Endscheiben 4 ver- sehen sind und sich längs des hinteren Randes der Tragflügel erstrecken. Die Zusammensetzung der Drehbewegung des Flü- gels A und der Fortbewegung des Flugzeuges ergibt (vgl. Abb. 3) eine aufwärts gerichtete, geneigte Re- sultante R, welche in zwei Komponenten x und y zerfällt, von denen die eine x waagerecht und die andere y senkrecht aufwärts gerichtet ist. Es ist klar, daß dadurch die Tragfähigkeit des Flugzeuges ebenso wie dessen Widerstand gesteigert ist. Der Wert des sich auf den Nutzeffekt beziehenden Ver- hältnisses Ky :Kx ist jedoch bei negativen Einfall- winkeln und bei positiven Einfallwinkeln in der Nähe von Null höher als bei einem mit derartigen Dreh- flügeln nicht ausgestatteten Tragflügel. Bei normalen Einfallwinkeln nimmt die Tragfähigkeit zu, während der Nutzeffekt kleiner ausfällt als bei einem Tragflü- gel ohne Drehflügel. In iedem Falle bleibt der Nutz- effekt konstant innerhalb eines Bereiches variabler Einfallwinkel von etwa 15° zwischen kleinstem und größtem Einfallwiknel. In dem auf Grund von Versuchen gewonnenen Kurvenbild der Abb. 10 sind die Werte von Ky als Abszissen in Abhängigkeit von den Werten Kx als Ordinaten aufgetragen. Die Kurve A gilt für einen Hauptflügel ohne Drehflügel, die Kurve B für einen Hauptflügel mit einem in seiner Stellung gesperrten Drehflügel und die Kurve D für einen Hauptflügel mit einem frei drehbaren Drehflügel. Die in Abb. 7 bis 9 dargestellte abgeänderte Aus- führungsform der Triebvorrichtung zum Anlassen des Drehflügels A enthält als Kraftquelle eine Windtur- bine 24, die zusammen mit einem Reibungsgrad 25 auf einer gemeinsamen Achse 26 im Cehäuse 27 dreh- bar gelagert ist. Seite 122 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 31 Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Steigerung des Auftriebes von Flugzeugflügeln, dadurch gekennzeichnet, daß wenig- stens ein um eine parallel zur Flügelaustrittskante liegende Achse umlaufender Drehflügel (A) unterhalb der Flügelaustrittskante angeordnet ist. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Umlauf des Drehflügels (A) durch den Fahrtwind oder eine besondere Kraftquelle ohne oder mit Zwischenschaltung einer die Umlaufge- schwindigkeit steigernden Uebersetzung erfolgt und Mittel zum Sperren des Drehflügels in der während des Fluges gewünschten Lage vorgesehen sind. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekenn- zeichnet durch eine zwischen Antriebseinrichtung (Windmotor 7, 24 bzw. Kraftwelle) und Drehflügel (A) angeordnete ein- oder ausrückbare Kupplung (12, 12 oder 25, 25’; Abb. 4 und 7 bis 9). 2 Su IN DW N, = SL ik DIS e INES NINE ” KONIEN GE“ FIaE > I | RAS Ä " x |b ° SIERTE 5 Sy® va N =) < IN S N R } IS \& 2 x 2 mn 4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Anordnung einer Bremse 6 oder 36 und einer den Drehflügel (a) in einer be- stimmten Winkelstellung mit Bezug auf den Tragflü gel haltenden Verriegelungsvorrichtung (20, 20° oder 41, 43; Abb. 4 und 7 bis 9). 5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Drehflügel (A) in hohlen Trag armen (2, 2’) gelagert ist, in deren Innerem die ein- und ausrückbare Kupplung (12, 12’), die Bremse (6) und die Verriegelungsvorrichtung (20, 20°) eingebau sind (Abb. 4). 6. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Verriegelungsvorrichtung aus einer ein- und ausrückbaren Kupplung (5, 5’) besteht bei welcher die beiden Kupplungsteile mittels inein- ander passender Ansätze (20) und Aussparungen (20) zum Eingriff kommen und der eine Kupplungsteil (5') fest auf der Drehflügelachse (51) sitzt und mit dieser Achse durch die Bremse (6) stillgesetzt werden kann während der andere Kupplungsteil (5) durch einen Drahtzug (16) entgegen der Wirkung einer Feder sich auf der Drehflügelachse (51) axial verschieben läßt (Abb. 4). 7. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß eine Windturbine (24) in einem um einen festen Zapfen (28) mittels eines Drahtzuges (31) entgegen der Wirkung einer Feder (29) schwenkbaren Gehäuse (27) gelagert ist, das beim Ausschwingen den Treiblufteinlaß (34) zur Turbine öffnet und die Tur- binenwelle (26) über ein Getriebe (25, 25’) mit der Drehflügelachse (51) kuppelt (Abb. 7 bis 9). 8. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4 und 7, da- durch gekennzeichnet, daß die Verriegelungsvorrich- tung aus einem Bremsklotz (36) besteht, den eind Feder (40) ständig an ein auf der Drehflügelachse (51) sitzendes Rad (38) anzupressen sucht, und der mit einem federbelasteten verschiebbaren Riegel (41) in eine entsprechende Aushöhlung (43) dieses Rades (38) eingreift, während eine weitere Feder (44) ihn und, den Riegel vom Rade (38) wegzieht, wenn ein ihr entgegenwirkender Drahtzug freigegeben wird. 9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Tragflügel (1) ein beweglicher verstellbarer Hilfsflügel (22) hinter dem Drehflügel (A) angeordnet ist (Abb. 5 und 6). b 19, 509337 v. 30. 4. 29, veröftf. 8. 10. 30. Meßgeräte Boykow G. m. b. H, Berlin-Lichterielde. lisieren des Kurses bewegter Systeme, 2. B. Luft- oder Wasserfahrzenge. Patentansprüche: 1. ‚Vorrichtung zum Stabilisieren des Kurses be- wegter Systeme, z. B. Luft- oder Wasserfahrzeuge dadurch gekennzeichnet, daß der Kurskreisel (1) auf das Seitenruder über ein Drehrelais (20) einwirkt, mit welchem ein Hilfskreisel (13) mit waagerechter Drehachse und waagerechter Präzessionsachse (14) gekuppelt ist, den ein Kraftmoment, z. B. eine Feder (18), in die Mittellage zurückzuführen sucht. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein elektromagnetisches System (21, 22, 23), das gestattet, z. B. mittels Tasten (24, 25) ein nach Größe und Drehsinn einstellbares Drehmoment auf die senkrechte Präzessionsachse (3) des Kurskreisels (1) auszuüben. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekenn- zeichnet durch eine von der waagerechten Präzes- sionsachse (4) des Kurskreisels (1) gesteuerte Kon-, taktvorrichtung (10, 11, 12) zur Querstabilisierung. Vorrichlung zum Stabi- Nr. 31 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 123 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, gekenn- zeichnet durch drehbare Kontaktarme (36, 37), von denen der eine (36) mit Hilfe von Kontaktbahnen (38, 39) und Stufenwiderständen (40, 41) auf das Dreh- relais (20) zur Verstellung .des Seitenruders und der andere (37) mit Hilfe von gleichartigen Kontaktbahnen (42, 43) und Stufenwiderständen (44, 45) auf das Höhenruder wirkt und die in Abhängigkeit von den auf die senkrechte Präzessionsachse (3) des Kurs- kreisels (1) durch das Magnetsystem (21, 22, 23) aus- geübten Drehmomenten verstellt werden. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehkontakte (36, 37) mit einem Lagenzeiger (46) verbunden sind und gemein- sam beim Einschalten des Magnetsystems (21, 22, 23) beim Kurvenflug entsprechend der Zentrifugalbeschleu- nigung auf die Kurve eingestellt werden. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, gekenn- zeichnet durch einen ständig laufenden Motor (32), der mittels eines Wendegetriebes (33) die Drehkon- takte (36, 37) und den Lagenzeiger (46) einstellt, und der durch die Kurvenschalter (24, 25) zur Einstellung des Kurvenfluges ein- und ausgeschaltet wird. 7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, gekenn- zeichnet durch einen Kontrollschalter (48), der bei Vorhandensein einer Restkurve gestattet, durch das Magnetsystem (21, 22, 23) auf den Kurskreisel (1) ein das Fahrzeug in den geraden Kurs zurückführen- des Korrekturmoment auf den Kreisel (1) auszuüben. 8. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, gekenn- zeichnet durch einen Regelwiderstand (53), der ge- stattet, auf die senkrechte Präzessionsachse (3) des Kurskreisels (1) kleine regelbare Korrekturmomente einzustellen. 9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, gekenn- zeichnet durch einen Schalter (26, 27, 28), der ge- stattet, bei Handsteuerung Magnete (55, 56) einzu- schalten, die von der durch die senkrechte Präzes- sionsachse (3) des Kurskreisels (1) beeinflußten Kon- taktvorrichtun® (7, 8, 9) gesteuert werden, und die Kurvenschalter (24, 25) zwecks Einstellung des La- genzeigers (46) und des Magnetsystems (21, 22, 23) selbsttätig ein- und auszurücken. b15:* 508856 v. 27. 9. 29, veröff. 4. 10. 30. Bayerische Flugzeugwerke A.G. und Dipl.-Ing. Willy Messerschmitt, Augs- burg. Leitwerk für Flngzenge. Höhen- und Seitenleitwerke von. Flugzeugen sind im allgemeinen so angeordnet, daß sie in Flugrichtung gesehen miteinander ein umgekehrtes T oder ein Kreuz bilden. Die Ruderachsen stehen also senkrecht zueinander und kreuzen sich in einem Punkt oder in einem meistens nur geringen Abstand voneinander. Für die Beweglichkeit der beiden Ruder ist es daher notwendig, daß das eine in einem Winkel aus- oder abgeschnitten ist, der dem größten Ausschlage des anderen entspricht. Bei T-förmiger Leitwerksanord- nung muß z. B. der untere Teil des Seitenruders schräg abgeschnitten sein, damit das Höhenruder nach oben bewegt werden kann. Bei kreuzförmiger Anord- nung erhält gewöhnlich das Höhenruder einen V-för- migen Ausschnitt für den Ausschlag des Seitenruders. Durch diese Maßnahmen wird die Fläche des Leit- werks an der Kreuzungsstelle verringert, wodurch man gezwungen ist, das betreffende Ruder höher, breiter oder tiefer zu machen. Außerdem haben aber diese Ausschnitte und die durch sie verursachten Spalte noch aerodynamische Nachteile. Patentansprüche: 1. Leitwerk für Flugzeuge, ‚dadurch gekennzeich net, daß an der Kreuzungsstelle des Höhen- und Seitenruders ein aus zwei aufeinander senkrecht stehenden Flächen (a, b, c) bestehendes Zwischen- stück derart angeordnet ist, daß es sowohl mit dem Höhen- als auch mit dem Seitenruder schwenkbar ist. 2. Leitwerk nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die einzelnen Flächen .des Zwischen- stückes so bemessen sind, daß sie in jeder Ruder- lage die Bewegung des einen Ruders ermöglichenden Ausschnitte im anderen Ruder überdecken. 3. Leitwerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Querschnitte der Flächen des Zwischenstückes den Querschnitten der zugehörigen Ruder angepaßt sind. b 18° 509143 v. 22. 5. 26, veröff. 7. 10. 30. Argus-Motoren-Ges. m. b. H, Berlin-Reinickendori. Wotorenanordnung für Luftfahrzenge, insbesondere für Flngzenge. Für Luftfahrzeuge, insbesondere für Flugzeuge, sind Anordnungen bekannt, bei denen Motoren mit liegenden, auf einer oder einander gegenüber auf beiden Seiten einer Kurbelwelle angeordneten Zylin- Seite 124 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT ‚Nr. 31 dern im Flügel untergebracht sind, wobei die Kurbel- wellen unmittelbar auf die Luftschrauben wirken. Durch eine solche Anordnung wird erreicht, daß der für die Unterbringung von Führersitzen und Nutz- lasten wertvolle Rumpfraum von (etriebeteilen be- freit wird, und die liegenden Motoren können im all- gemeinen bei Flugzeugen mittlerer Größe ohne be- sondere Verdickung der Flügel in diesen untergebracht werden. Diese bekannten Anordnungen haben jedoch den Nachteil, daß infolge der unmittelbaren Verbin- dung der Luftschraubenwellen mit der Motorenwelle einerseits das Innere einer hohlen Luftschraubenwelle zum Zweck, die Luftschraubenflügel auf bequeme Weise verstellen zu können, nicht zugänglich ist, und daß andererseits die aerodynamisch sehr günstige Drehzahluntersetzung der Luftschraubenwellen nicht möglich ist. Für sehr große Flugzeuge mit derart dicken Flü- geln, daß dieser selbst zur Aufnahme von Personen und Nutzlasten dient, sind andererseits Anordnungen bekannt, bei denen zwei oder mehrere nebeneinander angeordnete Motoren mit stehenden Zylindern auf eine gemeinsame Luftschraubenwelle mittels Getriebes wirken. Bei diesen Anordnungen ist die Drehzahl- untersetzung der Luftschraubenwelle möglich, und das Innere einer hohlen Luftschraubenwelle ist zur Unter- bringung von Verstellorganen für die Verstellung der Luftschraubenflügel verfügbar und bequem zugänglich. Derartige Anordnungen sind jedoch nur für sehr große Flugzeuge verwendbar, oder sie erfordern besondere Flügelverdickungen, in denen die Motoren unterge- bracht werden, die ihrerseits aerodynamisch nach- teilig sind. . Patentansprüche: 1. Motorenanordnung für Luftfahrzeuge, insbeson- dere für Flugzeuge, mit Unterbringung von Motoren mit liegenden Zylindern im Flügel, dadurch gekenn- zeichnet, daß an die Welle einer Luftschraube durch an sich bekannte Getriebe mindestens zwei Motoren einander gegenüberliegend derart angeschlossen sind, daß die Motoren seitlich der Luftschraubenachse im Flügel liegen. 2. Motorenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Motoren seitlich des Rumpfes in den Flügeln liegen und durch an sich bekannte spitzwinklige Winkelgetriebe derart an die am Rumpf- bug angeordnete Luftschraube angeschlossen sind, daß der Rumpf im wesentlichen von Triebwerkteilen frei bleibt. Flugzeugunterbau (Gruppe 40-47). b47 Pat. 504526 v. 4. 8. 29, veröff. 6. 8 30. Dipl.-Ing. Oskar Winter, Berlin- Siemensstadt. Anordnung zum Verkürzen der Landestrecke bezw. Auslaufstrecke von Flug- zeugen mittels Raketen. Patentansprüche: l. Anordnung zum Verkürzen der Landestrecke bzw. Auslaufstrecke von Flugzeugen mittels Raketen, dadurch gekennzeichnet, daß durch Raketenrückdruck der für eine Bodenbremse benötigte Bremsdruck er- zeugt wird. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Rakete nahe dem Rumpfende be- festigt ist. 3. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß an der Schwanzauflage besondere Bremsansätze angebracht sind, die beim Entzünden der Rakete in den Boden eindringen können. 4. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß Bremsansätze für sich besonders, d. h. getrennt von der Schwanzauflage, am Flugzeug- rumpf befestigt sind. 5. Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Rakete fest eingebaut ist. 6. Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Rakete um eine horizontale Achse drehbar ist. - 7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekenn- zeichnet, daß die jeweilige Stellung der Rakete vom Führer eingestellt werden kann. 8. Anordnung nach Anspruch 1 bis 7, gekennzeich- net durch eine die jeweilige Stellung der Rakete dem Führer sichtbar machende Anzeigevorrichtung. 9. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß statt einer Rakete deren mehrere wahl- weise fest oder drehbar angebracht sind. 10. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Explosionsgase der Raketen nicht unmittelbar ins Freie, sondern zunächst in einen Sammelraum gelangen, von dem aus sie einer oder mehreren Austrittsdüsen zugeführt werden. Pat.-Samml. Nr. 31 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 22, am 29. 10. 1930 veröffentlicht. Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 377 längere Betriebsfähigkeit, leichte schnelle Montierbarkeit, werkstatt- mäßig einfachen Aufbau (Selbstbau) und Verwendbarkeit für alle Zwecke, besonders stürmisches Flugwetter gedacht. Horst Weidmüller, Dresden. Selbstbau-Leichtflugzeug Einsitzer KE 8.*) (Hierzu Tafel II.) Ausgehend von dem Grundsatz, ein billiges, einfaches und leichtes Volksilugzeug mit wenig PS zu schaffen, wurde das Leichtflugzeug KE. 8 entwickelt. Schon der äußere Aufbau läßt ohne weiteres erkennen, daß diese Grundsätze weitgehend verwirklicht wurden. Das Flugzeug ist ein freitragender Hochdecker mit einem 15/20 PS U, Ursinus-Motor, der infolge seines geringen Gewichtes von nur 27,5 kg für die Konstruktion dieser Art von Leichtflugzeugen nur in Frage kommt. Bei der Konstruktion des Rumpfes wurde der bewährten Stahl- rohrbauweise der Vorzug gegeben, d. h. geschweißtes Stahlrohr- gerüst mit Rohrdiagonalen. Auf die Auskreuzung mit Stahldraht zwischen den einzelnen Feldern wurde mit Rücksicht auf eine ein- fachere und billigere Herstellungsweise verzichtet, da eine rech- nerische Nachprüfung fast gar keinen Gewichtsunterschied zwischen beiden Konstruktionsarten ergab. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, daß Stahlrohrrümpfe bei Brüchen den Insassen eine höhere Sicherheit gewähren als Holzrümpfe, wie sie eine weit größere Kräfte- und Arbeitsaufnahmefähigkeit besitzen. Die Rumpfform er- gibt sich durch Bespannung mit Stoff. Die im Aufbau sehr einfach ge- haltene Knüppelsteuerung kann nach Lösen von 4 Bolzen, durch Unterlagen von Scheiben sehr leicht ausgerichtet werden. Die Betäti- gung des Seitensteuers erfolgt durch hängende Pedale, die mittels Ausgleichrollen organisch verbunden sind. Das Steuerwerk wird aus Hebeln und um Seilrollen geführte Seile gebildet. Alle Teile sind gut zugänglich und die Lagerstellen mittels Subnippel geschmiert. Der Ursinus-Motor Type U, hängt in einem mit dem Rumpf ver- schweißten Stahlrohrgerüst, und besitzt 3 Punkt-Aufhängung, bei denkbar einfachster Einbaumöglichkeit. Für die Dreipunktbefestigung des Motors sind 3 kräftige Pratzen am Motor angeordnet, und zwar derart, daß nur der obere Befestigungsbolzen auf Abscherung bean- sprucht wird. Bei den beiden unteren Befestigungsstellen wirkt der Reaktionsdruck fast senkrecht auf den Holm. Der Motor und Rumpf- bug sind aluminiumverkleidet. Um die Zylinder liegen seitliche Hau- ben, die vorne und hinten offen sind, in der. Art des bekannten Town- end-Ringes. Die Motorhaube ist in der Mitte geteilt und läßt sich nach Lösen von einigen Schnellverschlüssen nach oben und unten auf- bzw. abklappen, und gestattet dann infolge des jetzt völlig freiliegenden Motors eine gute Kontrolle desselben. Hinter dem Motor befindet sich ein Brandschott. Vor dem Brandschott befindet sich der 2,5 Liter fassende Oel- tank, und hinter dem Schott auf den oberen Rumpfholmen der ca. 20 Liter fassende Kraftstofitank, welcher für eine Zeit von fast 4 Voll- gasflugstunden ausreicht. Das Tragdeck mit einer Spannweite von 5,6 m wird mit 4 Bolzen auf dem nach oben erhöhten und eingezogenen Rumpfe befestigt. Es ist in einem Stück bei gleichbleibender Flügeltiefe zweiholmig aus- geführt mit abgerundeten Enden. Im Bereiche des Führersitzes ist ein kleiner Sitzausschnitt vorhanden. Das Tragdeck ist von Oberkante *) Die Werkstattzeichnungen, 38 Stück, können durch den Verlag des „Llug- sport“ bezogen werden. Seite 378 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Hinterholm über die Flügelnase bis Unterkante Hinterholm mit Sperr- holz von 1,2—0,8 mm beplankt. Ueber die ganze Fläche sind im gan- zen 6 normale Rippen als Kastenrippen ausgebildet. Die Sperrholz- beplankung der Fläche ist zwar etwas schwerer in der Ausführung, ist aber billiger als Innenverspannung, zumal letztere beim freitragen- den Flügel sich sehr ungünstig auswirkt, und Schubplatten auch das Profil sehr gut erhalten, eine Bedingung, die bei diesen kleinen Flug- zeugen eine Notwendigkeit ist. Als Profil wurde Gött. 593 verwendet. Am Hinterholm schließen sich außen die je 0,36 m? großen Quer- ruder an. Sämtliche Lager sind ausgebuchst und leichtgängig. Aus- führung in Stahlrohr. Beim Fahrgestell mit einer Normalspurweite von 1,10 m wurde der Drehpunkt der gefiederten Achse nach unten verlegt, um eine größtmöglichste Montagegenauigkeit zu erreichen, ohne Verwendung von Schablonen. Durch einfaches Nachstellen der inneren, nach dem Rumpfmittel gehenden Zugstrebe, kann die Spurweite zu jeder Zeit nachreguliert werden. Die nicht durchgehende Achse bietet die be- kannten Vorteile beim Starten und Landen auf unebenen oder mit Gras bewachsenen Plätzen. Der Federweg beträgt 50 mm + Elasti- zität des Reifens. Die am Boden verstellbare Dämpfungsflosse von 0,43 m? ist zwei- teilig in Stahlrohrfachwerk ausgeführt, und wird seitwärts in die Hin- terschneide des Rumpfes eingesteckt. Sie ist durch Stahldraht nach dem Steven und nach oben zum Seitenflossenholm abgefangen. Das Höhenruder ist ebenfalls zweiteilig ausgeführt und durch ein Rohr verbunden. Pro Seite befinden sich 2 Lager, welche mit Mes- singbuchsen ausgebuchst sind. Auf der Verlängerung des Rumpfstevens schließt sich die Seiten- nosse an. Der vordere Randbogen ist auf dem vorletzten Spant be- estig Das 0,3 m? große Seitenruder ist am Seitenflossenholm dreimal gelagert und mit Messingbuchsen versehen. Sämtliche Ruder sind stoffbeplankt und nicht entlastet. Die Montage der Maschine ist die denkbar einfachste. Durch Lösen von 4 Querruderkabeln und 4 Steckbolzen kann der Flügel ab- genommen werden, Daten: Gesamte Flügelfläche 5,25 m’, Aerodyn. Flügelfläche 5,0 m?, Seitenverhältnis = 0,167 : I 1:6; Flügelprofil Gött: 593, Reisegeschwindigkeit 141 km-Std., Höchstgeschwindigkeit 161 km- Std., Landegeschwindigkeit 79 km, Steiggeschwindigkeit 2,3 m-Sek.; Rüstgewicht 110 kg, Zuladung = 100 kg, Fluggewicht 210 kg, Flächen- belastung 40 kg-m?, Leistungsbelastung 10,5 kg-PS, Spannweite 5,6 m, zange 4,4 m, Höhe 1,45 m, Motor: Ursinus Un 20 PS, Aktionsradius m. Ford-Metall- „Verkehrsflugzeuge. Vor einigen Tagen sind in England auf dem Flugplatz Hooton bei Liverpool zwei Ford-Musterflugzeuge ausgeladen worden, die bereits vor Interessenten Probeflüge ausgeführt haben. Typ G-AbEF (genannt nach Edsel Ford) ist ein Verkehrsflugzeug mit drei Whirlwind-J 6-Motoren von je 300 PS. In der Kabine befin- den sich 11 Sitze. Spannweite 22,2 m, Länge 14,7 m, Höhe 3,3 m, Spurweite des Fahrgestells 4,9 m, Kabinenraum Breite 1,35 m, Höhe 1,8 m, Länge 4,8m. Flügelinhalt 70 m?, Gewicht belastet 4600 kg, Leerge- wicht 2900 km, bezahlte Last 780 kg, Möchstgeschwindigkeit 210 km, Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 379 Ford-Flugzeuge in England. mittlere Geschwindigkeit bei 1700 Umdrehungen 170 km, Lande- geschwindigkeit 91 km. Aktionsradius 900 km. Steigfähigkeit in 10 Min. auf 2160 m. Gipfelhöhe 5600 m. Typ G-AbHF (genannt nach Henry Ford oder auch FF nach Father Ford genannt) mit drei Pratt-and-Whitney-Wasp-420-PS-Mo- toren. Kabine 13—15 Sitze, Breite 1,35 m, Höhe 1,8 m, Länge 5,5 m; Spannweite 23 m, Länge 15 m, Höhe 3,6 m, Spurweite 5,5 m, Flügel- inhalt 76 m?, Gewicht belastet 6100 kg, Leergewicht 3400 kg, bezahlte Last 1600 kg, Höchstgeschwindigkeit 240 km, mittlere Geschwindig- keit mit 1700 Umdrehungen 162 km, Landegeschwindigkeit 103 km. Aktionsradius 900 km, Steigfähigkeit in 10 Min. auf 2400 m, Gipfelhöhe 6000 m. Preis variiert je nach Ausrüstung zwischen 220 000 ” 260 000 M. BER FLUG Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 59 Die Federation Aeronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Schreiben vom 2. Oktober folgende Flugleistungen als Internationale Rekorde an- erkannt: Frauen-Rekorde. Am erika: Miß Ruth Blaney Alexander, auf Flugzeug Bar- linz NB 3 mit Motor Warner-Scarab, Jr. 90 PS, Flughafen San Diego, Ca. am 11. Juli 1930, Höhe 6583 m. — Frankreich: Madame Maryse Bastie, auf Flugzeug Klemm, Motor Salmson 40 PS, Le Bourget, am 2., 3. und 4. Sept. 1930, Dauer 37 Std. 55 Min. Klasse C, Leichtflugzeuge. 3. Kategorie. Frankreich: Madame Maryse Basti&e (s. oben) Dauer 37 Std. 55 Min. M. Laulh& auf Flugzeug Albert, Motor Salmson 40 PS, Le Bourget am 4./5. Sept. 1930: Entfernungin ge- schlossener Bahn 2 714,400 km. 4. Kategorie. Amerika: Clarence O. Prest, auf Flugzeug Prest (Baby Pur- suit), Motor Szekely 40 PS, in San Bernardino County, Ca. am 28. Mai 1930: Geschwindigkeit über 100 km 162,21 km/Std. — Frankreich: C. Fauvel, auf Flugzeug Peyret-Mauboussin, Motor A. B. C.-Scorpion 34 PS, Le Bourget, am 12. September 1930: Dauer 12 Std. 3Min. Entfernung in geschlossener Bahn 1258,800 km. Klasse C bis mit 2000 kg Nutzlast: Amerika: Boris Sergievsky, auf Flug- zeug Sikorsky S-38, zwei Motore, Pratt & Whitney „Wasp‘“ 425 PS, in Strat- ford/Conn. 11. Aug. 1930, Höhe 6074 m. Klasse C mit 1000 kg Nutzlast: Tschechoslowakei: Adi. Chef Voitech Svozil, auf Flugzeug Aero A-42, Motor Asso 800 PS, auf der Strecke Prag, Nove& Benatky, Rip, Prag, am 20. Sept, 1930 Geschwindigkeit über 1000 km 252,380 km/Std. und gemäß Schreiben vom 15. Oktober: Seite 380 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Klasse C mit 500 kg Nutzlast: Tschechoslowakei: Adi. Chef Voitech Svozil auf Flugzeug Aero A-42, mit Motor Asso, 800 PS, auf der Strecke Prag, Nov& Benatky, Rip, Prag, 25. Sept. 1930 Geschwindigkeit über 1000 km 253,428 km/Std, ohne Nutzlast: Cdt. Joseph Kalla auf Flugzeug Letov S-16 mit Motor Asso, 800 PS, auf der Strecke Prag, Nov& Benatky, Rip, Prag, 29. Sept. 1930, Geschwindigkeit über 1000 km 274,094 km/Std. Wir möchten hiermit folgendes nachholen. Unter dem 18. II. 30 wurden von der F. A. I. folgende Flugleistungen als Internationale Rekorde anerkannt: Klasse C mit 500 kg Nutzlast: Frankreich: Costes und Codes auf Flug- zeug Breguet 19 Spezial, Motor Hispano-Suiza 600 PS, auf der Strecke Istres— Nimes—Cöte—Narbonnaise—Nimes—Istres, am 17. und 18. Januar 1930: Dauer 23 Std. 22 Min. 49 Sek, Entfernung 4361,980 km, Geschwindigkeit über 2000 km 214,553 km/Std. Berlin, den 24. Oktober 1930. Deutscher Luftrat. Ausschreibung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft zur Förderung der Gleitilugschulung. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft schreibt mit Genehmigung des Deutschen Luftrats zur Förderung der Gleitflugschulung Prämien in der Gesamthöhe von M 1000.— aus. nn 40 Prämien von je M. 25.— werden denjenigen Bewerbern zugesprochen, auf deren Flugzeugen in der Zeit vom 1. November 1930 bis 31. März 1931 die ersten anerkannten B-Prüfungen von Vereinsmitgliedern abgelegt worden sind. Der- selbe Bewerber kann somit auch mehrere Prämien gewinnen. Bewerber können nur Vereine und Jungfliegergruppen des DLV., des DMSV. und des Sturmvogel, sowie reichsdeutsche Akademische Fliegergruppen sein. Ausgeschlossen sind die gewerbsmäßig betriebenen Segelschulen. Die Prüfungsflüge müssen auf zugelassenen Flugzeugen, auf anerkanntem Ge- lände vor anerkannten Sportzeugen, und zwar nur an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen abgelegt werden. Die Flugzeugführer dürfen nicht Motorflieger sein, d. h. noch nicht den 1. Alleinflug ausgeführt haben, und nicht disqualifiziert sein. Die 5 für Ablegung der Prüfung geforderten Minutenflüge müssen nach dem 31. Oktober 1930 aus- geflogen sein. nn Die Zuerkennung der Prämien erfolgt nach der Reihenfolge der Bewerbun- gen. Die Bewerbung ist nur gültig, wenn das von den Sportzeugen unterschriebene Flugprotokoll beigefügt ist. - Maßgebend für die Reihenfolge ist der Abgangsstempel der Post auf dem Briefumschlag des Bewerbungsschreibens. Die Bewerbungen sind zu richten an die Hauptgeschäftsstelle der R. R. G., Frankfurt a. Main, Mainzer Landstraße 42. Eine vorherige Meldung zur Teilnahme an dem Prämienfliegen ist nicht er- forderlich. Ueber die Zuerkennung der Prämien entscheidet ein dreiköpfiger, von der R. R. G. ernannter Ausschuß unter Ausschluß des Rechtsweges. Berufung kann nur durch einen Bewerber eingelegt werden, der sich durch das Urteil des Preisgerichts geschädigt glaubt; sie ist innerhalb von 10 Tagen nach Veröffentlichung des Zuspruchs der Prämien unter Beifügung einer Gebühr von M. 15.— beim Deutschen Luftrat, Berlin W 35, Blumeshof 17, schriftlich ein- zureichen. Bei Ablehnung der Berufung verfällt die Gebühr zu Gunsten der Luft- fahrerstiftung. Alle -Veröffentlichungen betreffend das Prämienfliegen erfolgen in den Zeit- schriften „Flugsport“, „Luftschau‘“ und „Der Jungflieger“. Frankfurt a. Main, den 18. Oktober 1930. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. gez. Kotzenberg. Der vorläufige Deutsche Luitfahrzeugausschuß (VDLA) hat in seiner 3, Voll- versammlung am 25. September 1930 seine Arbeiten abzeschlossen. Vom 1. Ok- tober 1930 ab tritt die neue Verordnung über Luftverkehr und damit der end- gültige Deutsche Luftfahrzeugausschuß in Kraft. Nr. 22 „rLUGSPORT“ Seite 381 In der genannten Sitzung hat der VDLA folgende Beschlüsse bezüglich Vor- schriften für die Prüfung von Flugzeugen und Flugmotoren, die für die Zeit bis zur Fertigstellung endgültiger Vorschriften gelten sollen, gefaßt: „1. Die Vereinbarungen bezüglich der Prüfordnungen für Flugzeuge und Motoren vom 23. 11. 1926 und 28. 6. 1927 werden bis zum Abschluß der in Arbeit be- findlichen Prüfordnung den Prüfungen zugrunde gelegt. Mit Rücksicht auf den vorläufigen Charakter der Prüfordnung soll die Prüfstelle ermächtigt werden, in Uebereinstimmung mit dem Antragsteller Abweichungen von die- ser Prüfordnung von Fall zu Fall zu vereinbaren. 2. Die von der DVL herausgegebenen Bauvorschriften für Flugzeuge (August 1928), sowie die jetzt in Gebrauch befindlichen Belastungsannahmen werden bis zur Fertigstellung der neuen Bauvorschriften für Flugzeuge vom vorläu- figen Deutschen Luftfahrzeugausschuß übernommen. Die Prüfstelle wird er- mächtigt, von den Vorschriften abzuweichen, wo es der Stand der Technik erfordert.“ Die Vollversammlung hat ferner eine Reihe von Deckblättern zu den Bau- vorschriften für Flugzeuge und Belastungsannahmen, die vom Unterausschuß für Flugzeuge bearbeitet und empfohlen waren, angenommen. Diese Deckblätter ent- halten Aenderungen und Ergänzungen, die seit Herausgabe der Bauvorschriften für Flugzeuge auf Grund praktischer Erfahrungen und der technischen Entwick- lung erforderlich geworden sind. Diese Deckblätter werden von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, E. V., Berlin-Adlershof, herausgegeben und vertrieben. Auf Vorschlag des Vorstands der RRG. wurde in der Sitzung des Großen Ausschusses am 25. August 1930 auf der Wasserkuppe Mai. a. D. Franz Hailer, Dir. der Süddeutschen Lufthansa A.-G., München, in den Großen Ausschuß der RRG. zugewählt. Mai. Hailer hat schon in den ersten Jahren der Segelflugbewe- gung bei den Wettbewerben auf der Rhön als Lagerkommandant mitgewirkt und ist somit einer der ältesten und treuesten Freunde der Rhön und des Segelflugs. Flugschiff „Do X“. Die Einsendefrist für Postsendungen, die mit dem Amerika- flug des Dornier-Flugschiffes „Do X‘ befördert werden sollen, ist hinausgeschoben worden. Die Sendungen müssen bis zum 8. November, 23 Uhr, beim Postamt in Friedrichshafen (Bodensee) vorliegen. Gleit- und Segelilugwettbewerb auf der Herchenhainer Höhe. Zum Abschluß des Haupt-Flugbetriebes auf der Herchenhainer Höhe (Vogelsberg) fand ein von dem Segelflug-Ausschuß Herchenhainer Höhe veranstalteter Wettbewerb statt. Der ursprünglich ‚zum 20. und 21. September anberaumte Wettbewerb mußte in- folge ungünstigen: Wetters auf "den 18. und 19. Oktober verlegt werden. Obwohl die Witterungsverhältnisse am 18. Oktober vormittags ebenfalls denkbar schlecht waren, konnte die Veranstaltung am 19. Oktober nachmittags durchgeführt wer- den. Wenn auch der während des Wettbewerbes herrschende Rückenwind die Leistungen der Flugzeuge ungünstig beeinflußte, konnten doch die Teilnehmer des Wettbewerbes sehr gute Erfolge erzielen. Ganz besonders kamen die sehr zahlreich erschienenen Zuschauer auf ihre Kosten, zumal in dem Modellwett- fliegen, veranstaltet von der Berufsschule I, Frankfurt a. M., außer beachtlichen und anerkennenswerten baulichen Leistungen auch ebensolche Flugleistungen er- zielt wurden, und diese interne Veranstaltung bei den Zuschauern ebenfalls sehr sroßes Interesse erkennen ließ. Nach Schluß des Gleit- und Segelflugwettbewerbes wurde in dem Vater- Bender-Heim die Preisverteilung vorgenommen. Propellertriebwagen der Ges. f. Verkehrstechnik, welcher zur Zeit auf der Strecke Hannover—Celle versucht wird. Motor BMW VI, 500 PS, Geschw.: 182: km/Std. Seite 382 „FLUGSPORT"“ Nr. 22 Der Wanderpreis der „Flugfreunde Herchenhain‘“ für die beste Gesamtleistung innerhalb des Wettbewerbes fiel dem Flugtechnischen Kursus der Berufsschule Frankfurt a. M. zu. Für die zweitbeste Gesamtleistung erhielt der Flugtechnische Verein Frank- furt a. M. die von den „Frankfurter Nachrichten“ gestiftete Plakette, Der dritte Hauptpreis fiel der Fliegergruppe beim Polytechnikum Friedberg (Hessen) zu. Auf den I. und I. Hauptpreis entfiel noch je eine Freistelle zu Kursen auf der Wasserkuppe. Weitere Preise, und zwar Geldpreise, wurden für längste Gesamtflugdauer, längste Gesamtflugstrecke, Ziellandung und größte zurückgelegte Strecke bei einem Fluge zuerkannt. Außerdem erhielt der Flugtechnische Kursus der Berufsschule I Frankfurt am Main einen besonderen Preis für den von Herrn Dipl.-Ing. Karsch am 21. Sep- tember ausgeführten Segelflug. Die außer Konkurrenz gestartete Hochleistungs- maschine des Hessenflieger-Vereins für Luftfahrt, Darmstadt, erhielt eine Prämie für einen hervorragenden Flug von 5,1 km. Außerdem wurden sämtliche Führer mit Ehrengaben bedacht. Während des Wettbewerbes führte noch die Flugsport- Vereinigung Offenbach a. M. mit ihrem doppelsitzigen Segelflugzeug „Hess®n“ einen Post-Segelflug durch. Stratosphären-Flugzeug der Junkers-Werke, Von den Junkers-Werken wird uns, um Veröffentlichungen in der Tagespresse entgegenzutreten, folgendes mit- geteilt: Im Auftrage und in Zusammenarbeit mit der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft sowie der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt arbeitet Junkers, wie bereits vor über einem Jahr der Presse bekanntgegeben wurde, zur Zeit an einem Versuchs-Höhenflugzeug, welches in seiner späteren Entwicklung das Vor- dringen in die Stratosphäre ermöglichen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Motor des Flugzeuges mit einem besonderen, von Junkers zu entwickelnden Kompressor ausgerüstet werden, durch welchen die sonst bei normalen Motoren in größeren Höhen sehr stark abnehmende Motorleistung wieder so weit ge- steigert wird, als dies für den Flug in solchen Höhen erforderlich wird. Entgegen den in der Presse gemachten Angaben muß hier besonders betont werden, daß bei diesen Arbeiten kein Wert auf die Erzielung besonders hoher Geschwindig- keiten gelegt wird, wenngleich in den Höhen, in denen sich ein solches Flugzeug bewegen soll, entsprechend der geringen Luftdichte schon eine erheblich größere Schwebegeschwindigkeit als in den üblichen Flughöhen in Frage kommt. Eine weitere Aufgabe ist es, die Besatzung in einer allseitig geschlossenen druckdichten Höhenkammer- unterzubringen; erst durch diese Einrichtung wird es für die Besatzung überhaupt physisch möglich sein, sich längere Zeit ohne Gefahr für Leben und Gesundheit in solchen Höhen aufzuhalten. Erich Tilch, vom Breslauer Modell- und Segelflugverein, erhielt von der Rhön- Rossitten für seine am 20. 7. abgelegte C-Prüfung auf verkleidetem Zögling „Lilo“, Prüfungsflug 2 Std. 38 Min., (Schulungswettbewerb-Ersatz 1930) 100.— RM und die Erinnerungsurkunde. Ausland. Kingsiord Smith flog in 10% Tagen von England nach Australien. Start in Croydon erfolgte am 5. Oktober, 5.30 Uhr vormittags, und Landung in Port Darwin am 19. Oktober, 13.55 Uhr. Die kürzeste Zeit für diese Strecke hat bisher Bert Hinkler mit 15% Tagen benötigt. Das verwendete Flugzeug war ein Sport-Avian mit Gipsy-Il-Motor. London—Kapstadt in elf Tagen. Im April nächsten Jahres wird die Imperial- Airway eine Luftlinie Kairo—Kapstadt eröffnen. Durch die Verbindung mit der bereits bestehenden Linie London—Aegypten wird es möglich sein, in 11 Tagen von London nach Kapstadt zu fliegen. Für die Durchführung dieser neuen Luft- linie ist den Imperial-Airways von der englischen Regierung eine Unterstützung von 940 000 £ zugesagt. Lord Amulree ist als Nachfolger des mit dem „R 101“ tödlich verunglückten Lord Thomson zum englischen Luftminister ernannt worden. In englischen Fach- kreisen sagt man, es sei aus politischen Gründen gut, daß der englische Luft- minister, der bisher mit der englischen Luftfahrt noch in keinerlei Beziehung stand, noch ein weißes Blatt sei. Flugsport“ Organ der Flugzeugfabrikanten, d. Modell- u. Segelflug-Verb. u. Segelfliegerring 1930 Leichtflugzeug Einsitzer KE8 mit ZO PS URSINUS Motor U; u — 44oa " er SE Z—— = —_” N DL Den SZ= 7 Ai fg! sn. ww ji EZ „Zu X u fl 1 L.——V > en Ben Bit Taf. II SEGELFLIEGER-RING- NACHRICHTEN ‚1930 Nr. 2 1. Tagung des Segeliliegerrings, Wasserkuppe, 23. 8. 30. Der Anschluß des Ringes an den DMSV. hat zu Mißdeutungen Anlaß gegeben. Um die volle, un- bedingte Selbständigkeit des Ringes zu wahren, wird beschlossen, zu gegebener Zeit die Loslösung des Ringes vom DMSV. zu vollziehen; (dies ist bereits ge- schehen), gleichzeitig in der Satzung festzulegen, daß der Ring sich keinem der bestehenden Flugsportverbände anschließen darf. Weitere Beschlüsse: Ausländer können als Mitglieder aufgenommen werden, wenn sie durch ein anderes Mitglied eingeführt werden und den Nachweis der Ablegung einer Prüfung erbringen, die einer der deutschen Gleit- und Segelflug- prüfungen entspricht. Ausländische Mitglieder sind stimmberechtigt. Ausländer, die einen Weltrekord aufgestellt haben, werden Ehrenmitglied, wenn sie dem Ring beitreten. Die Herren Kronfeld, Schlerff und Kegel werden als Beiräte in den Vor- stand zugewählt. Um jedem deutschen Segelflieger, insbesondere den Jugendlichen, den Beitritt zum Ring zu ermöglichen, wird der Beitrag für solche Mitglieder, die auf den Bezug des Nachrichtenblattes verzichten, auf RM. 3.— jährl. bzw. RM. 0.25 monat- lich ermäßigt. Das erste Geschäftsjahr endigt am 31. 12. 30. Künftig deckt sich das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr. Zur Versicherungsfrage: Auf Antrag Kronfeld wird der Vorstand beauftragt, an die Versicherungsgesellschaften heranzutreten mit dem Vorschlag, solchen Piloten, die vom Ring als besonders zuverlässig bezeichnet werden, eine Er- mäßigung auf die normalen Prämiensätze, insbesondere für Vollkasko zu ge- währen. Weitere Beschlüsse, die wegen ihres vertraulichen Charakter geheim bleiben müssen, können auf der Geschäftsstelle eingesehen werden. Eine preiswerte Unfallversicherung hat der Deutsche Luftfahrt-Verband e. V. bei der Berufsgenossenschaft Nr. 68, Berlin, für seine Mitglieder erwirkt. Die Jahresprämie beträgt einschließlich einer Verwaltungsgebühr RM 6.— und ist halbiährlich zu zahlen. Der Deutsche Modell- und Segelflug-Verband hat sich dieser Versicherung angeschlossen und die Versicherung soll als Zwangsversicherung für die beiden genannten Verbände durchgeführt werden. Versicherungspflichtig soll jedes Mit- glied eines der den beiden Verbänden angeschlossenen Vereine sein, sobald es aktiv Gleit- und Segelflugsport betreibt. Die Segeliliegerring-Nachrichten im „Flugsport“ erscheinen alle zwei Monate. Den Segelfliegerring-Mitgliedern wird nur die Nummer, welche Nachrichten ent- hält, geliefert. ZUR DISKUSSION Wie können wir unseren ausgebildeten Segelfliegern auf billigste Weise zur Flusmöglichkeit verhelfen? Ein Vorschlag. Mitzliedschaft verpflichtet! Auch ich will im Segeliliegerring nicht nur Mit- läufer sein, sondern an der Erreichung seiner Ziele mitarbeiten. Aus diesem Grunde nehme ich, wenn auch etwas reichlich spät, zu der in Nr. 1 der Segel- fliegerring-Nachrichten veröffentlichten Diskussionsfrage: „Wie können wir un- seren ausgebildeten Segelfliegern auf billigste Weise zur Flugmöglichkeit ver- helfen?“ Stellung. In ganz Deutschland finden sich Segelfluggruppen, die dem DMSV. DLV. oder Sturmvogel angehören. Hunderte von Gleit- und Segelflugzeugen stehen zu Flügen in mehr oder weniger geeignetem Gelände zur Verfügung, Die Segelfluggruppen, bzw. ihre „Muttervereine“ leiden bekanntlich fast alle an chronischem Geldmangel. Wie wäre es, wenn der Segelfliegerring mit den gesamten deutschen Ver- einen über ihre Verbände Verträge abschließt, durch die den Segelfliegerring- Seite 4 Nr. 2 Mitgliedern mit Gleit- und Segelflug-Ausweis das Fliegen der Vereinsflugzeuge gegen Entgelt ermöglicht wird? In den Verträgen müßte ein Tarif enthalten sein, der einmal nach Flugzeug- typen (Anfänger-, Uebungs- und Hochleistungsmaschinen) und zum anderen nach der Qualität des Fluggeländes (z. B. verfügbare Höhendifferenz) gestaffelt ist. Bei Flugzeugstypen und Geländen, die nur Flüge bis zur B-Prüfung zulassen (Grenze z. B. 2’ Flugdauer), wäre die Benutzungsgebühr nach Zahl der Starts zu berechnen. Bei Segelmöglichkeit, bzw. bei größeren Talflügen mit Gleitflug- zeugen müßte die Flugdauer als Berechnungsgrundlage dienen. Außerdem sind evtl. Bruchkosten, sowie die bei Streckenfligen entstehenden Rücktransport- kosten von den „Gastfliegern“ des Segelfliegeringes zu tragen. Bei angemessenen Sätzen werden die Verträge sicher viele Freunde finden. Den Segelfliegerring-Mitgliedern, die keinem Einzelverein angehören, sowie denjenigen, die durch ihre Berufstätigkeit von ihrem Verein getrennt sind, wird so die Möglichkeit gegeben zu fliegen, ohne doppelte Vereinsmitgliedschaften Andererseits erhalten die Luftfahrtvereine, bzw. die Segelfluggruppen eine kleine finanzielle Unterstützung. die sicher gern mitgenommen wird. Vielleicht wird auch auf diese Weise der DLV. von der Unsinnigkeit seines Widerstandes gegen den Segelfliegerring überzeugt, oder vorerst wenigstens äußerlich keinen Wider- stand mehr leisten. Er erhält ja eine, wenn auch kleine Finnahmequelle, die vielleicht noch stärkeres Wachstum zeigen wird. Nicht zu vergessen ist ferner, daß die Möglichkeit, die Flugbedingungen der verschiedensten Gelände kennenzulernen, sowie verschiedenste Flugzeugtype zu fliegen, eine Qualitäts- erhöhung der aktiven Segelfliegerschaft bewirkt. So gibt es sicher noch weitere Momente, die die Segelfliegerei einem besseren „Wirkungsgrad“ entgegen führen. Mit deutschem Gruß Ing. Hans Reese, Bremerhaven. Segelilugzeugprüfung in England. . Die British Gliding Association hat sich eingehend mit dem Problem der Luft- tüchtigkeitsprüfung von Segelflugzeugen befaßt. Die gewählten Sicherheitsfaktoren scheinen nicht zu hoch zu sein, dagegen überraschen die Prüfungsgebühren etwas. Man scheint drüben auf dem rechten Weg zu sein, wenn man die regelmäßige Prüfung der Flugzeuge und Ueberwachung der Reparaturen zum Teil verantwort- lichen Mitgliedern der einzelnen, Klubs überläßt, so daß die British Gliding Asso- ciation (BGA.) im wesentlichen die Mustertypen und jedes neugebaute Segelflug- zeug, gleich welchen Typs, prüfen muß. Belastungsproben könnten vielleicht viel Rechenarbeit und Geld sparen und geben nebenher Aufschluß über die verwende- ten Materialien. Jedes Flugzeug sollte vom Erbauer eingeflogen sein. Um vielen flugbegeisterten Klubs die Prüfungskosten beim Bau eines neuen Typs zu ersparen, gibt die BGA. Blaupausen zugelassener Typen gegen geringes Entgelt an die Klubs ab. Die verlangten Lastvielfachen, die nach den neuesten deutschen Erfahrungen etwas abgeändert werden sollen, sind vorläufig folgende:: Hauptflügel: a) Auftriebsmittel vorn 5fach b) Auftriebsmittel hinten 3,75fach e) Sturzflug lfach d) Rückenflug 3fach Leitwerk: a) bei Aufrichten aus steilem Gleitflug volle Festigkeit, entsprechend Flügelfestigkeit b) Sturzflug lfach Ruder: Bei max. Steuerdruck 2fach Rumpf: a) wie bei a unter Flügel b) Landung 4fach Fahrgestell: 4fach Gebühren für die Ausstellung eines Lufttüchtigkeitszeugnisses: Nichtmitgl. Mitgl. d. BGA. a) RM 157.50 RM 105.— Neuer Typ b) RM 63.— RM 42.— Flugzeuge desselben Typs vom gleichen Erbauer c) RM 96.50 RM 63.— Erste Maschine desselben Typs von anderem Erbauer Nr. 2 Seite 5 d) RM 52.50 Erste Maschine nach BGA.-Blaupausen gebaut e) RM 21.— Folgende Maschine nach BGA.-Blaupausen f) RM 31.50 RM 21.— Erneuerung jeder Lizenz für ein Jahr Jedes Zeugnis gilt nur für ein Jahr. Kostenfreie „Experimentier-Zeugnisse“ können für Versuchs-Segelflugzeuge ausgestellt werden. Alle Flugzeuge werden vor dem Bespannen untersucht und im Fall a, c und d werden die wichtigsten Teile vor der Montage zum zweitenmal geprüft. Ausländische Segelflugzeuge er- halten ihre Zulassung, falls sie von einer anerkannten Type sein sollten, nach Zahlung der Gebühr f. Alle zugelassenen Gleit- und Segelflugzeuge erhalten Er- kennungsnummern und werden registriert. Heiteres und Ernstes von England. Der rührige „Aeroplane‘ hat ein strammes Kind in die Welt gesetzt, den „The Sailplane and Glider‘“, die einzige wöchentliche Zeitschrift über den Segelflug in der Welt. Neben der erfolgreichen Anfeuerung der englischen Segelflugbewegung bringt der Sailplane ausführliche Nachrichten über Segelflugerfolge und Versuche aus aller Welt. Wir können nur jedem, der sich noch dunkel an sein Schulenglisch erinnert, die Lektüre dieser einzigartigen Zeitschrift empfehlen. Der Sailplane ist direkt durch den Verlag des ‘Aeroplane‘, 175 Picadilly, London, zu beziehen. Preis pro Heft 25 Pfennig, ohne Porto. Obwohl die Engländer die deutschen Erfolge anerkennen und eifrige Zöglinge, Prüflinge und Professors verwenden, ist der Vorschlag gemacht worden, die Typen umzutaufen. Z. B. Zögling = Fledgling (Küken); Prüfling = Gull (Möve), Professor = Eagle (Adler). Hierauf schlug ein Spaßvogel vor: Lawn-Loppers, Tree-Toppers, Heaven-Hoppers (Grashüpfer, Baumspalter, Himmelsfloh). In der Nacht vom 4.—5. Oktober hatte der London-Gliding-Club großes Pech. Ein Zelt wurde vom Wind umgerissen und die Maschinen stark beschädigt. Am Tage vorher war eine 11 Min.-C.-Prüfung geflogen worden. Trotzdem wird anı 18 .und 19. Oktober ein Klub-Wettfliegen, ebenfalls in Itford abgehalten werden. In Indien haben sich Mitglieder der englischen Luftflotte aus Karachi einen Zögling aus Altmaterial mit geändertem Profil (Raf 34) gebaut und geflögen., Ihr Führer Sq. Ldr. Leask fragt an, welches Profil, Seitenverhältnis etc. für ein Höoch- leistungssegelflugzeug in Frage kommen. Die Profilzusammenstellung am „Fafnir“ ist ihm bekannt. In Jamaica ist ein Segelflugverein im Entstehen. In Germiston, Südafrika, fängt ein Klub Versuche mit „Dickson Glider“ an. Erfolge 150 m bei Windstille und heißer Luft. Es wurde South African Gliding Association gegründet. Aus Amerika 7 Stunden 4 Min. flog Mr. H. A. Hastings bei dem Wettbewerb der National Glider Association of the United States. Dieser auf einem Schulflug- ‘zeug Type Franklin Utility (entspricht etwa Hols der Teufel) erreichte Dauer- flug gilt als amerikanischer Dauerrekord. Während des Rekordversuches soll ein anderes Segelflugzeug den Dauerflieger mit Nahrung versorgt haben. Die Sport- Kommissionen kommen in Verlegenheit. Was nun? Eine neue Klasse „Dauerflug mit Nahrungsaufnahme“? — Wolf Hirth gewann mit 53 km Strecke den Strecken- preis. Ebenso die größte Anzahl gültiger Flüge mit 23. An Geldpreisen waren ferner ausgesetzt: 150, 200 und 50 Dollar für Strecke und Dauer, 100, 75—25 für Schleifenflug, für Ziellandungen 75, 50, 25 und 150, 50, 25 Dollar an Teampreisen. Der Ring unabhängig! Im Verfolg der auf der Wasserkuppe gefaßten Be- schlüsse hat der Vorstand nunmehr auf Grund freundschaftlichen Einvernehmens mit dem Deutschen Modell- und Segelflug-Verband die korporative Beitritts- erklärung des Ringes zum D.M.S.V. zurückgezogen. Werbt neue Mitglieder! Es ist Ehrenpflicht iedes Mitgliedes, seine Kamera- den, soweit sie dem Ring noch nicht angehören, dem Ring zuzuführen. veröffentlicht im „Flugsport“ Nr. 22 vom 29. Okt. 1930. Seite 384 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Der H-Napier 300 PS, welchen wir in Nr. 13 Seite 223 des „Flugsport“ be- sprochen haben, hat vom englischen Air Ministry die Typenbezeichnung „Rapier“ erhalten. Dieser neue Motor in der hohen Leistung von 300 PS besitzt einen bedeutend geringeren Stirnwiderstand als die üblichen Sternmotore. Sämtliche Flugzeugstypen mit diesem Leistungsbedarf können daher alle auf zroße Ge- schwindigkeit gebracht werden. Fräulein Lippens, Tochter des belgischen Luftministers, führte am 14. Oktober bei Folkestone einen Segelflug von 30 Minuten aus. Von England nach Kapstadt flog R. F. Caspareuthus, ein Südafrikaner, der die 13000 km in 9% Tagen zurücklegte. Segelilug in Ungarn. Die „Möve‘“ führte im Jahre 1929 in Ungarn den Segelflug ein und begründete die Segelfliegerschule (Movero) auf dem Er Farkashegy bei Budaörs nächst Budapest, ein zwar schwie- nn riges, jedoch brauchbares Gelände, wo jedoch A-, B- und C-Prüfungen geflogen werden können. Der Somogyer Auto- Club begründete im Jahre 1930 in Kaposvar eine zweite Segel- fliegerschule (Sacaero). Der Wettbewerb, vom 20. bis 30. 9., wurde in 2 Gruppen geteilt, und zwar: 1. In der Gruppe A flogen die Anfänger, die A- oder B-Scheine hatten, auf „Zögling“; dieser Wettbewerb bestand aus: a) Ziellandung, b) Geschicklichkeitsllug und c) Dauerflug. 2. In der Gruppe B flogen nur C-Flieger auf Segel- flugzeugen, und bestand dieser Wettbewerb aus Dauer-, Höhen- und Streckenflügen. Am ersten Tage des Wettbewerbes frischte gegen Mittag ein 8—10-, später 10—14-m/sec-SW-Wind auf, bei welchem die beiden Flugleiter Obstlt. a. D. Bernard (Movero) und v. Hefty (Sacaero) auf „Hols der Teufel“ bzw. auf „Hangwind“ star- teten und 1 Std. 17. Min. 45 Sek. bzw. 1 Std. 20 Min. 57 Sek. vor und über den Hängen des Petroczy-orom (Südhang) segel- ten. Es wurden hierbei Höhen von 218 bzw. 180 m erreicht. Die schönen Segelflüge der beiden Flugleiter riefen eine nie geahnte Begeisterung unter den zahlreichen Zuschauern her- vor. Es waren nebst vielen anderen die Schüler des jaszbere- Oberst! z D. nyer Realgymnasiums unter Führung von vier Professoren ernar zum Besuche erschienen. Der iunge Segelflieger Formanek (Ungarn) konnte leider nur sehr kurze Zeit vor dem Südhang segeln, während Dipl.-Ing. Kelenyi zur C-Prüfung startete, diese ie- doch wegen Abflauens des Windes nicht erfüllte. Nachmittags erschien der Erz- herzog Albrecht in Begleitung des Reichstagsabgeordneten v. Tabody. Bernard und v. Hefty starteten abermals und erreichten in kurzer Zeit eine Möhe von über 100 m. Nun entschloß sich Bernard, das Flugfeld zu verlassen. Er flog über den Kalvarienberg 1500 m vom Flusfelde entfernt und erreichte zurück- kehrend noch das Flugfeld.e Von den Anfängern wurde bei Ziellandungen die . Plachenmitte auf 1,5, 2,94, 3,95 und 5 m angenähert. In Dauer gab es Flüge von 64,5, 60,2 und 58 Sekunden, die bei den ungarischen geringen relativen Höhen- unterschieden als sehr günstig bezeichnet werden müssen. In der Geschicklich- keitskonkurrenz sah man die hübschesten Schleifen- und Kurvenflüge, durch die ‘die jungen Flieger Sicherheit in der Führung der Maschinen, im Landen usw. zur Genüge bewiesen. Hier zeichnete sich insbesondere die junge. Tochter des Kaposvarer Apothekers Abaffy Z., Frl. Genov&va, aus. Noch vor einem Jahre war es auf dem Farkashegy öde und leer, nur die Habichte zogen ihre ruhigen Kreise. Heute steht den ungarischen Segelfliegern auf dem Berge ein 13 X 32-m- und ein 12 X 16-m-Hangar für Flugzeuge, den Schülern ein 11 X 18-m-Wohnhaus zur Verfügung. Die begeisterten ungarischen Segelflieger haben nach deutschem Vorbild alles selbst gebaut. Zur Zeit fehlt es noch an hochwertigen Maschinen. Leider fehlt es auch an den nötigen Mitteln. Auch diese Schwierigkeiten müssen über- wunden werden, genau so wie in der Rhön. Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 385 Ungarische Segelfliegerschule (Movero) auf dem Farkashegy bei Budaörs in der Nähe von Budapest. 794B>- I R RI S | = NEUN Erster MAG.-Wettbewerb für schwanzlose Modelle. Als letzten Modell-Wett- bewerb der Mitteldeutschen Arbeitsgemeinschaft hatte der Anhaltische Verein für Luftfahrt einen Versuchs-Wettbewerb für schwanzlose Motor-Modelle ausgeschrieben. Dieser fand am 5. Oktober 1930 auf dem Flugplatz in Dessau statt. Für diesen Wettbewerb waren insgesamt 14 Modelle gemeldet worden, und zwar aus Magde- burg 10 Modelle, Dessau 2 Modelle, Schönebeck 1 Modell, Leipzig 1 Modell. Leider herrschte auch diesmal kein günstiges Wetter, so daß der Wettbewerb, der für den Vormittag angesetzt war, erst am Nachmittag abgehalten werden konnte. Mit den Leistungen kann die MAG. voll und ganz zufrieden sein, hat sie doch gezeigt, daß man auch solche Wettbewerbe mit Erfolg durchführen kann. Wenn auch die erreichten Punktzahlen noch nicht den allgemeinen Durch- schnittswerten gleichkommen, so ist dies doch im wesentlichen auf die ungünstige Witterung zurückzuführen, welche den Modellen arg zu schaffen machte. Als Sieger ging einwandfrei Herr Bierwisch aus Magdeburg mit 972,5 Punk- ten hervor. Ihm folgten: 2. Warmbier, Magdeburg, 812 Punkte: 3. Heinicke, Magde- burg, 257,5 Punkte; 4. Köhler, Magdeburg, 182,5 Punkte; 5. Warmbier, Magdeburg, 160 Punkte; 6. Hoffmann, Schönebeck, 152,5 Punkte. Mit diesem Modellwettbewerb hat die MAG. ihr diesjähriges Programm ab- geschlossen. Die Termine für die im nächsten Jahre stattfindenden Wettbewerbe werden zur MAG.-Hauptversammlung festgelegt, welche am 11. Januar 1931 in Hettstädt tagt. R. Kropf, MAG.-Flugwart. Luft-Post. FaHschirme müssen gemäß der Verordnung über den Luftverkehr $ 13 zur Zulassung bei der Landesbehörde beantragt werden. Ebenso ist gemäß $ 26 die öffentliche Betätigung als Fallschirmabspringer bei dieser zu beantragen. Dem Antrag sind beizufügen: 1. eine amtliche Bescheinigung über Geburtstag und Ge- burtsort sowie auf Verlangen der Landesbehörde über die Staatsangehörigkeit: 2, bei Bewerbern unter 21 Jahren die Angabe der besonderen Umstände, die den Antrag rechtfertigen, sowie die amtlich beglaubigte Zustimmungserklärung des sesetzlichen Vertreters; 3. eine Bescheinigung des Fallschirmherstellers, daß der Bewerber in der Handhabung des Fallschirms ausgebildet ist; 4. zwei polizeilich beglaubigte Lichtbilder des Bewerbers (Brustbilder in der Größe 4,5X6 cm). Die Landesbehörde fordert den Bewerber zur Vorführung eines Probe- absprungs vor einem Sachverständigen (8 23) auf. Ist die Eignung und Befähigung des Bewerbers festgestellt, so erteilt die Landesbehörde die Erlaubnis durch Aus- Seite 386 „FLUGSPORT“ Nr. 22 stellung einer Bescheinigung nach dem Muster 4 der Anlage 3 und macht der Sammelstelle für Nachrichten über Luftfahrer (Reichsverkehrsministerium) in Ber- lin davon Mitteilung. Alles weitere können Sie unter Bezugnahme auf den „Fiugsport“ bei der Firma Schroeder & Co., Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 10, erfahren. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Feldilieger, von Hptm. Heydemarck. Preis geb. RM 6,50, kart. RM 5,—. Dom-Verlag, Berlin SW 61. Für den Rezensenten ist es oft schwer, sich durch die Fülle der vielen Neu- erscheinungen durchzufinden. Oft genügt ein flüchtiges Durchblättern, sich über den Inhalt klar zu werden. Beim Lesen der ersten Seiten des vorliegenden Bu- ches von Heydemarck wurde ich derartig in den Bann der Ereignisse gezogen und von den Schilderungen gepackt, daß ich das Buch Seite für Seite aufmerk- sam studierte und erst in den frühsten Morgenstunden zuklappen konnte. — Ver- fasser war Führer einer Staffel an der türkisch-mazedonischen Front, in welchem der jugendliche Held „Eschwege“ trotz einer vielfachen Uebermacht den eng- lischen Fliegern das Gleichgewicht hielt. Man findet darin eine Menge bekannter alter ehrenwerter Namen, wie v. Blomberg, Walter, Hesse, Siebold, Hoesch, Kuff- ler, Becher, Frentzel, Lenz, Rottka, König u. a. m. Interessant sind die Schilderungen, wie die Engländer foıtgesetzt, von Sport- geist beseelt, versuchten, mit den deutschen Fliegern in Berührung zu kommen. Deutsche Luftiahrtgesetzgebung von Wegerdt. Preis geb. RM 9,50. Verlag Gebr. Radetzki, Berlin SW 48. Durch die neue Verordnung über den Luftverkehr vom 19. Juli 1930 ist das Luftverkehrsgesetz vom 1. August 1922 weiter ausgebaut worden. In der vor- liegenden neuen Ausgabe ist wiederum das Luftverkehrsgesetz von 1922 mit der neyen Verordnung vom 19. Juli 1930 enthalten. Ferner bringt dieses Buch alle Luftfahrt betreffenden reichsgesetzlichen Bestimmungen einschließlich sämtlicher bisher von Deutschland abgeschlossenen Luftverkehrsabkommen und Linienver- einbarungen, ferner den authentischen Wortlaut der Pariser Vereinbarungen über Luftfahrt vom 22. Mai 1926, durch welche die Beschränkungen im Luftfahrzeugbau aufgehoben wurden, weiterhin die für die Luftfahrt in Frage kommenden Be- stimmungen des Versailler Vertrags, die Bestimmungen über die Zollabfertigung. die deutschen Zollflushäfen, die luftpostrechtlichen Bestimmungen usw. Die Sammlung enthält auch die Fluglinienvorschriften und Reichsbeihilfebedingungen, die Beförderungsbedingungen im Luftverkehr, die Bestimmungen über den Flug- eisenbahnverkehr sowie die Warschauer Konvention vom 12. Oktober 1929 über den Luftfrachtbrief und über die Haftung aus dem Luftbeförderungsvertrag. Deutscher Luftfahrt-Kalender 1931 (Abreißkalender). Verlag Ferd. Ashelm K.-G., Berlin N 65, Willdenowstr. 16. Preis RM 3.10. Die einzelnen Abreißblätter sind mit interessanten Abbildungen fliegerischer Ereignisse aus dem Jahre 1930 versehen. Behandelt sind die verschiedensten Ge- biete der Luftfahrt, Wissenschaft, Jugendbewegung und Segelflug, ferner ein Ver- zeichnis der wichtigsten Luftfahrtorganisationen, Fliegerschulen und der Luft- fahrt-Industrie. Wir Flieger! 1914—1918, der Krieg im Fliegerlichtbild, von Fritz Baur. Oesterreichische Druck- und Verlagsgesellschaft m. b. H., Wien 8, Josefsgasse Nr. 4—6. Preis RM 4.70. Dieses mit vielen zum Teil in Deutschland wenig bekannten Abbildungen illustrierte Buch mit interessanten Fliegerepisoden gibt einen Ueberblick über die fliegerische Betätigung an den österreichischen Fronten. Luitverkehrsrecht. Luftverkehrsgesetz und Luftverkehrsverordnung nebst er- gänzendem Anhang. Mit Einleitung, Erläuterung, Tabellen und Sachverzeichnis von Ernst Gottscho, Rechtsanwalt in München. XT, 201 Seiten, kl. 8°. München 1931. C. H. Beck. Leinenband RM 6.50. Diese neue Erscheinung vereinigt alle einschlägigen Bestimmungen mit kurzen Erläuterungen unter Verarbeitung der Rechtsprechung, Der Bearbeiter beherrscht aus langjähriger Erfahrung heraus nicht nur alle flugrechtlichen, sondern auch alle „PLUGSPORT“ flugtechnischen Fragen, wodurch die Ausgabe ihren besonderen praktischen Wert erhält. Tabellen über Einteilung der Land- und Seeflugzeuge, der Prüfungsflug- zeuge, Ueberprüfung für Landflugzeugführer, Ruhen und Entzug des Luftfahrer- scheins, Schulung und Umschulung werden besonders willkommen sein. Neue Sprachgestaltung, ein Handbuch für Sprachlehrer, für Forscher und Künstler, für Techniker und Werber von Hans Lorenz Stoltenberg. Verlag Moritz Schauenburg K.-G., Lahr (Baden). Preis RM 3.50. Es ist schade, daß dieses Buch nicht schon früher erschienen ist. Die Sprach- gestaltung hat bei der Entwicklung der Luftfahrt eine bedeutende Rolle gespielt. Viele Fachausdrücke würden wohl heute anders Sprachgebrauch werden. Das Buch sollte in keiner Büchersammlung fehlen. Expedition aus Expedition des eiusseon KLEINE ANZEIGEN wusec Frankfurt a. M. Frankturt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Billiger, gut erhaltener „ZÖGLING" sowie 1 Startseıl zu kaufen gesucht. Zuschr. unter Oesterreich 2634 an den Flugsnort erbeten, Gebrauchten Salmson 40 PS kauft wenn preiswert und gut Segelflugzeug gesucht Tausche evtl. Motorrad Oifert. u. 2635 an d. Flursport, Frankfurt-M DH Gipsy-Motor 100 PS wenig gebraucht, vollkommen überholt, mit Bremsattest billig verkäuflich. Friedrich, Berlin SW, Zentralflughafen EINBANDDECKEN in Leinen und mehrfarbig, passend für alle 21 Jahrgänge, sind wieder lieferbar Preis RM 2.—, bei Nachn. 30 Pfg. mehr. VERLAG ‚„FLUGSPORT“ Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8 E2 Die führende englische Luftfahrzeitung Ihe Aeroplane (Direktor C. G. Grey bringt regelmäßig die neuesten Errungen- schaften der Luftfahrzeug- und Motoren- Industrie aus aller Welt. „Das Blatt der Praxis“. Preis 35 sh pro Jahr franko Lieferung. Probehefte gratis. Administration of The Aeroplane 175, Picadiilly, London W. 1. An- undVerkäufe Gebraucht. Ursinus U2-Motor zu kaufen gesucht. Oiferten unter 2637 an die Expedition des Flugsport, Frankfurt a. M., Bahnhofplatz 8 2 Zyl. luftg. Flugmotor, ca.5-6P»>, ca. 15 kg Gewicht, neu- wertig für RM 280.— zu verkaufen. Anfr. unt. 2636 a. d. Flugsport, Frankfurt-M. Dietrich DP IIa mit Siemens SH 5 Motor, in betriebsfähigem Zustande umstandshalber sofort billig zu verkaufen. Anfragen unter 2631 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. Heinkel- Landilugzeug mit BMW IV-Motor in gutem, überholtem Zustande, billig zu verkaufen. Auch Zelle und Motor einzeln. Zuschriften unter 2633 an die Expedition des „Flugsport“, Frank- furt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. „RIVISTA AERONAUTICA“ Illustrierte monatliche Zeitschrift Herausgegeben durch ital, Luftfahrtministerium Roma, Via Agostino Depretis 45 A Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. üb. die Luftfahrttechnik, weitere Nachrichten üb. en internationalen Luftverkehr auf dem mili- tärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Abonnementspreis für Italien und Kolonien. . . . . it L 5 für Ausland. . . ... 20... 4. L. 150 Ein separates Heft für Italien . . . 2... 20. itL 10 für Ausland. . . .. 2.0.2. it L 20 WERKE: FERNSPRECHER: HEMELINGEN BEI AMT BREMEN BREMEN HANSA 6358 LONDON 000 kEEEREREIEEESEETEEERNETEEBE EEE En ENDEREREN BEEREPERTER TELEGRAMME: NEW YORK marano TITANINE WERK. MBH. nature HemeLıngen Mi. tin. }, i I. N, 5 ! GEGRÜNDET 1908 u. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. INN | Illustrierte technische Zeitschrift. und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 EUROPA-RUNDFLUG 1930 Alle siegreichen Maschinen mit D.W.K.-Abfederung ausgerüstet. Ein Beweis für die Güte und Zuverlässigkeit unserer Fabrikate. Spezialiabrik für Abiederungskabel, endlose Ringe, Startseile und Anschnallgurte Dr. W. KAMPSCHULTE A.-G. «x SOLINGEN Iyp RS. Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor und jedes Flugzeugmuster passend, in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Habelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G., Frankfurt a. M. Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 23 12. November 1930 XXN. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 26. November 1930 Do. X. (Hierzu Tafel I). Ozeanflug! — Wann startet der Do X? Die Welt verlangt nur Sensationen! Ein gewagter und gelungener Ozeanflug ist nichts. Die Sensationslüsternheit wäre nach einem gelungenen Flug befriedigt. Man würde den Flug wieder vergessen und auf eine neue Sensation warten. Damit wäre jedoch der Lösung des Ozeanflusproblems nicht gedient. Es ist ein großer Fortschritt, daß sich Christiansen vorgenommen hat, auf die Sensation zu verzichten und den Europaflug mit anschließendem Ozeanflug Schritt für Schritt mit genauen vorherigen Erwägun- gen über die Wetterlage durchzuführen. Nur auf diese Weise ist es möglich, Erfah: rungen zu sammeln, wie sie bei Reise- flügen über den Ozean in Zukunft in Frage kommen. * Den Do X Nr. 1 haben wir bereits in Nr. 17 dieser Zeitschrift auf Seite 291—295 ausführlich besprochen. Ergänzend wäre noch folgendes nachzutragen. Für die Ueberwachung der Motorenanlage ist eine besondere Bedienungszentrale, von welcher ein Laufgang zu sämtlichen Motoren führt, vorgesehen. Auf dem Instrumentenbrett des Führers befinden sich 12 Glühlampen sinn- — gemäß der Anordnung der Motoren grup- Kapt. Christiansen piert, welche den Flugzeugführer erkennen lassen, welche Motoren sich im Betrieb be- finden. In der Motorenüberwächungszentrale, die ständig von einem Ingenieur besetzt ist, befinden. sich an den beiden Seitenwänden sämt- Seite 390 „FLUGSPORT“ Nr. 23 liche Bedienungshebel und Ueberwachungsinstrumente für -je 6 Mo- toren in einer übersichtlichen Schalttafel vereinigt. Da es unbedingt notwendig ist, daß der Flugzeugführer unmittel- bar die Motorenleistung regeln kann, so ist die Anordnung getroffen, daß die Einzelgasbedienungshebel von je 6 auf einer Seite befind- lichen Motoren von der Maschinenzentrale aus an einen Sammelgas- hebel beim Flugzeugführer angekuppelt werden können. Von dem Schaltraum aus kann ferner jeder Motor einzeln kurz- geschlossen werden, während der Flugzeugführer nur gesammelt in 6 Motoren ausschalten kann. Die elektr. Verteiler- und Sicherungs- tafel mit Ueberstromschaltern befindet sich ebenfalls in der Maschinen- zentrale. An Ueberwachungs- instrumenten sind in der Zentrale untergebracht für je 1 Motor 1 elektr. Ferntachometer, 1 elektr. Fernthermometer für Wasser- und Oeltem- peratur, 1 Brennstoffmanometer, 1 Oelmanometer. In den Motorgondeln be- findet sich dieselbe Anzahl von Instrumenten noch- mals für die Motorkontrolle durch den Maschinisten. Angelassen werden die Motoren von Hand mittels Eclipse-Starter. Im Hilfsmaschinenraum ist ein Aggregat unter- gebracht, bestehend aus einem wassergekühlten Zweitaktmotor DKW von 12 PS Leistung, welcher über eine Lamellenkupp- lung eine Antriebswelle an- treibt. Je nach Bedarf wer- den ein wassergekühlter Zweizylinder - Kompressor für Belüftungszwecke, ein Generator für F. T.-Anlage. ein Lichtgenerator „Bosch“ sowie ein Heizgenerator .Siemens-Schuckert, Wien“, bedient. Im Fluge wird das Aggregat durch einen Windantrieb getrie- ben. Nebenstehende Abbil- dung zeigt einen Längs- '"Sd 002, uS10J0W-I019nbU0Y-ssnıny ZI Nur I IN X 0A Torulog Querschnitte durch den Do X. In der untersten Etage sind die Betriebs- stoffbehälter untergebracht. Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 391 soso.....:.-. Dort Do X Nr. 1 mit 12 Curtiss-Conqueror-Motoren 7200 PS. Der Raum vor und hinter diesen ist in wasserdichte Schotten aufge- teilt. Zur weiteren Sicherung sind außerdem zwei Klepperboote, Schlauchboote, Schwimmwesten und sonstige Rettungseinrichtungen vorgesehen. Vergleichsdaten der Junkers G 38 und Do X Nr. 1. Junkers G 38 Do X Spannweite 455 m 48 m Höhe 6,5 m 10 m Länge 23 m 40,5 m Fluggewicht 24 t 50 t Nutzlast bei 3500 km 3 t 35 t 4 Motoren — 2400 PS 12 Motoren = 7200 PS Flügelinhalt 270 m? 450 m? Der Ueberführungsilug Altenrhein— Amsterdam hat bereits am 5. November stattgefunden. Das Flugschiff hob sich 11 Uhr 30 Minuten innerhalb 5 Sekunden vom Wasser ab. Wasserung auf der Marineflugstation Schellingwoude bei Amsterdam erfolgte 16 Uhr 30. An Bord des Flugschiffes befanden sich 14 Mann Besatzung, be- stehend aus dem Kommandanten Kapt. Christiansen, zwei Flugzeug- führern Horst Merz und dem Deutschamerikaner Schildhauer, Funk- offizier Kiel, Navigationsoffizier Niemann, Bordoffizier Eitel, Maschi- neningenieur der Firma Curtiss, Monteure Lang, Jäger, Brombeis, Schuster, Schmid und Bautz, Ingenieur Kemer der Dornierwerke Man- | | cD EF <| (6) w Do X Nr. 1. Längs- und Querschnitt ar durch das Boot. \ ’ En schnitt und verschiedene Seite 392 _„FLUGSPORT“ Nr. 23 zell, der während des Fluges Messungen vornimmt, und Dr. Erich Tilgenkamp als Presse- und Propagandachef. Unter Berücksichtigung einer Flugstrecke, die ungefähr dem Lauf des Rheines folgt, ergibt sich eine durchschnittliche Reisegeschwindig- keit mit gedrosselten Motoren von 170 km. Am 7. November, 13.05 Uhr deutsche Zeit, startete der Do. X für einen Vorführungsflug über Amsterdam, Haag und die Nordseeküste, wobei das Flugzeug 40 Min. in der Luft blieb. Am 10. November, 11.45 Uhr, startete der Do.X mit 10 000 Liter Benzin, 300 Liter Oel, Betriebsstoff für 9 Std., nach Southampton. Der Flug führte über Dover. Ankunft in Southampton 15.45 Uhr. Segrave Meteor I mit zwei Gipsy-Motoren. Der von dem englischen Major Segrave konstruierte und von Saunders-Roe, Ltd., Cowes, gebaute freitragende Tiefdecker hat zwei in die Nase der Flügel eingebaute und verkleidete Gipsy-Motoren mit hängenden Zylindern. Der Rumpf von rundem Querschnitt ist ebenso Segrave Meteor I 2 Gipsy-Motoren wie die Flügel in Holzkonstruktion ausgeführt. Fahrgestell Halbachse mit Gummistoßaufnehmerstreben. Kabinenaufbau mit Olasfenstern in Delphin-Form. Das Flugzeug hat am Kine’s Cup teilgenommen, mußte leider schon nach der ersten Runde ausscheiden. Die errechneten Leistungen sind folgende: Maximalgeschwindigkeit 225 km, Landegeschwindiekeit .65 km, Steigfähigkeit 105 m pro Min., Durchschnittsgeschwindigkeit 200 km. Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 393 Focke-Wulf F 19a „Ente“. Die „Ente“ ist ohne irgend welche besondere Hilfsmittel, allein in- folge ihrer aerodynamischen Gestaltung ‚„unüberziehbar“. Das vorn liegende Leitwerk, oder besser gesagt der Vorderflügel, ist aus Grün- den der Längsstabilität stärker angestellt als der Hauptflügel. Bei zu- nehmender Längsneigung gelangt daher der Vorderflügel eher an die Höchstgrenze seines Auftriebes, so daß ein weiteres „Ziehen“ wir- kungslos bleibt und das Flugzeug auch durch gröbste Führungsfehler nicht in die gefährliche Lage gebracht werden kann, in der es seine QOuerstabilität und Quersteuerbarkeit verliert. Cessna D C-6-A, Kabinentype, viersitzig. Spannweite 12,2 m, Gesamtlänge 8,37 mn, Höhe 2,3 m, Wright-Whirlwind-300-PS-Motor, Leergewicht 875 kg, bezahlte Last 276 kg, Gesamtgewicht 1440 kg, Fahrgestell Halbachsen, Höchstgeschwindigkeit 260 km. Focke-Wulf F 19a Ente. Die Entenbauart mit ihrem weit vorspringenden Rumpf eewährt auch im Falle eines Bruches für die Insassen besseren Schutz als das normale Schwanzflugzeug. Das weit vorne liegende Leitwerk erleichtert dem Führer die Be- urteilung der Flugzeuglage in der Luft; es bietet ferner den Vorteil, daß der Führer die augenblickliche Stellung des wichtigsten Steuerorganes, nämlich des Höhenruders, unmittelbar vor sich sieht. Die „Ente“ besitzt keine horizontale nichttragende und nur Wider- stand erzeugende Flächen, wie Höhenflosse und Höhenruder beim Focke-Wulf F 19a Ente. Seite 394 „FLUGSPORT“ Schwanzflugzeug. Der Vorderflügel und die Höhenruder der „Ente“ sind mit zur Auftrieberzeugung herangezogen, sie tragen sogar mehr je Quadratmeter als der Hauptflügel. Es läßt sich auch eine sehr kräf- tige Seitensteuerung ohne zusätzlichen Widerstand erzielen. Wenn man nämlich dem Vorderflügel eine Querneigung gibt, erhält er eine seit- liche Auftriebskomponente, die ein sehr wirksames Seitenmoment ohne zusätzlichen Widerstand erzeugt. Das ist von größter Bedeutung für die Möglichkeit, trotz eines ausgefallenen Motors ohne Höhenverlust geradeaus fliegen zu Können. Das Fehlen von horizontalen Flächen ohne Auftrieb wirkt sich günstig auf die erreichbare Flugwirtschaftlichkeit aus, die bei gegebener Motorleistung Geschwindigkeit und Steigvermögen bestimmt. Schon bei der vorliegenden Ausführung der „Ente“ ist die Flugwirtschaftlich- keit ebenso gut wie bei den besten Verkehrsflugzeugen gewöhnlicher Bauart. Das Flugzeugmuster Focke-Wulf F 19a „Ente“ gleicht unter Be- rücksichtigung einer Reihe baulicher Verbesserungen im großen und ganzen der „Ente“, wie wir diese in Nr. 19, 1927, S. 366, beschrieben haben, Es ist ebenso als Kabinenflugzeug für einen Führer und drei Fluggäste ausgeführt. Die „Ente“ ist als freitragender Hochdecker ausgeführt. Abmes- sungen und Aufbau des Haupttragflügels sind die gleichen wie bei einem kleineren Verkehrsflugzeug von Focke-Wulf. Der Flügel hat ein dickes Profil, leichte V-Stellung und zeigt an den Flügelenden die charakteristische Zanonia-Form, deren querstabilisierende Eigenschaf- ten bekannt sind. Der kleine Vorderflügel hat Trapez-Form derart, daß seine Vorderkante gerade durchläuft. Der Aufbau des Hauptflügels zeigt die bei Focke-Wulf übliche Bauweise: ein viergurtiger Kastenholm in Sperrholzbauart mit ange- setzten Rippenteilen auf Vorder- und Hinterseite; teils Sperrholz- beplankung, teils Stoffbespannung. Der Vorderflügel ist in ähnlicher Weise ebenfalls aus Sperrholz aufgebaut. Der nach hinten zu in das Seitenleitwerk auslaufende Rumpf fällt auf halbem Wege zwischen Vorder- und Hauptilügel bis auf zwei Drittel seiner Höhe ab und endigt vorn in einer Spitze, die einen kur- zen Stahlrohrbock zur Lagerung des Vorderflügels trägt. Der hohe Rumpfteil unmittelbar vor dem Hauptflügel bildet eine Kabine, vor der der Führerraum angeordnet ist; da, wo sich die Rumpfoberseite senkt, ist sie für den Führer ausgeschnitten. Die Kabine ist für die Aufnahme von drei Fluggästen eingerichtet und von der rechten Seite aus durch eine Tür zugänglich. Der Rumpfaufbau zeigt im Gegensatz zur ersten „Ente“ aus dem Jahre 1927 ein Fachwerk aus verschweißten Stahlrohren. Das Rumpf- gerüst ist mit Ausnahme der Oberseite, die aus Leichtmetallblech be- steht, mit Stoff bespannt; die Kabine ist außerdem mit Sperrholz aus- gekleidet. Zur Quersteuerung dienen in vollkommen normaler Weise Quer- ruder im Hauptflügel. Die Höhensteuerung wird durch zwei sich an den Vorderflügel anschließende schmale Ruder bewirkt, die mit Spaltwir- kung arbeiten. Zu Trimmzwecken kann der Vorderflügel außerdem auf. dem Boden auf verschiedene Anstellwinkel eingestellt werden. Zur Kursstabilisierung und Seitensteuerung dienen Kielflosse und Seiten- ruder über und hinter dem Hauptflügel. Die Kielilosse ist außerordent- lich groß gehalten, was notwendig ist, um genügende Kursstabilität zu erzielen; aus demselben Grunde sind unter dem Hauptflügel zwei wei- tere Leitflächen angeordnet. Die Seitensteuerung kann außerdem durch Nr. 23 1930 PATENTSAMMLUNG des GUN Band Ill No. 32 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 507620, 768, 872; 508471, 530, 859; 509675, 676, 677. Ergänzungsblätter zur Patentschrift 440877 Klasse 62b Gruppe 3. Das Patent 440877 ist durch Verzicht auf das Hauptpatent 310181 selbständig geworden. zur Patentschrift 421834 Klasse 77h Gruppe 5. Das Patent 421834 ist durch Verzicht auf das Hauptpatent 310181 selbständig geworden. Luitschrauben (Gr. 1—11). 6 Pat. 509675 v. 5. 12. 25, veröff. 11. 10. CO 30. Dipl.-Ing. Eduard Seppeler, Ber- lin-Neukölln, und die Telefunken-Gesell- schaft für drahtlose Telegraphie m. b. H,, Berlin. Einrichtung zur Steigungsregelung an eine Strömung erzeugenden oder von einer Strö- mung getriebenen Lufl- oder Wasserschrauben. Patentansprüche: 1. Einrichtung zur Steigungsregelung an eine a 9 fig.1 Strömung erzeugenden oder von einer Strömung ge- triebenen Luft- oder Wasserschrauben, bei denen die Steigung sich aus dem Ausgleich der Drehmomente von umlaufenden Schwungmassen einerseits und einer in der Schraubendrehachse angeordneten Feder an- dererseits ergibt, dadurch gekennzeichnet, daß zu- sätzlich vorgesehene Schwungmassen (8, 9) in einer sowohl zur Schraubendrehachse (3) als auch zu den Flügeldrehachsen (c, d) rechtwinklig stehenden Gleit- führung (7) verschiebbar gelagert und mit der Feder (10) je durch ein an jedem Flügelschaft befestigtes Band oder Seil verbunden sind. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Band oder Seil über ein Seilrollen- segment (11, 12) geführt ist, dessen Schwerpunkt außerhalb der Rollenachse liegt. Einrichtung z. Abwurf u. Aufnahme v. Lasten (Gr. 16—20). c 18? 508530 v. 13. 10. 26, veröff. 29. 9. 30. Harold Edward Sherwin Holt, London. Vorrichtung zum Abwerfen von Post- benteln oder dergl. aus Luftfahrzengen. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Abwerfen von Postbeuteln - mn Ind 0. dgl. aus Luftfahrzeugen, gekennzeichnet durch einen auf einem gemeinsamen Rahmen in einem Ge- häuse angeordneten Regelmechanismus und einen in einem Behälter eingeschlossenen Haupt- und Steuer- fallschirm sowie durch ein den Zeitpunkt der Entfal- tung des Hauptfallschirmes regelndes, von der Ab- wurfsvorrichtung an einem Seil herabhängendes Steuergewicht mit eingebauter Stromschlußvorrichtung. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß nach dem Abwurf durch das Ablaufen des das Steuergewicht tragenden Seils (e!) von einer Trommel (f) selbsttätig eine Bremsvorrichtung (h!) mittels Schnecken- und Schraubenantriebs (f?, f?) zum stoßfreien Stillsetzen der Seiltrommel (f) nach dem Ablaufen des Seils ei? betätigt und gleichzeitig ein Stromschlußschalter (k, k?) geschlossen wird. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daB das Halteseil des Steuerfall- schirmes (d) in eine aus zwei Hebeln (i, it) be- stehende Kupplung eingreift und der eine Hebel (i) durch Herausziehen eines Bolzens (i?) vom Lutftfahr- zeug aus mittels Seils (i?) geöffnet werden kann, falls der Hauptschirm sofort entfaltet werden soll, während der andere Hebel (it) durch einen Haken (i) Zu Patent 508530 Seite 126 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 32 gehalten wird, der in einem bestimmten Abstand vom Erdboden durch Zündung eines Explosivstoffs (j?) auf elektrischem Wege außer Eingriff gebracht wird. ‚4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Trommel (f) gegen vorzeitige Drehung durch einen Bolzen (g!) gesichert ist, der durch ein Seil (g?) herausgezogen werden kann, wo- bei dieses Seil (g?) zusammen mit dem Seil (i?), das den Fallschirmkupplungshebel bedient, von einer dop- pelhakenförmigen Vorrichtung (m) gehalten wird, die, vom Luftfahrzeug aus bedienbar, stets nur das eine oder andere Seil freigibt. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Steuergewicht (e) eine feder- beeinflußte Stange (1°) enthält, die beim Aufschlagen auf dem Boden nach den axialen Richtungen hin ver- schiebbar ist und hierdurch einen elektrischen Strom- kreis (1*, 1°) schließt und hierbei die Stange (1°) vor dem Aufschlag auf die Erde oder einen anderen Gegen- stand durch zerbrechliche oder deformierbare Teile in der .Einschnappstellung gehalten wird. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Ladung (n) während des größ- ten Teils des Abfalls nahe dem Regelmechanismus auf- gehängt ist, jedoch das Aufhängeseil (nt) beim Oeff- nen des Hauptschirmes (c) freigegeben wird und die Ladung (n) so eine gewisse Strecke, die sich nach der Länge eines zweiten Halteseiles (n?) richtet, unter das Gehäuse des Regelmechanismus fällt. Fallschirme (Gr. 21—23). c21 Pat. 507768 v. 9. 2. 27, veröff. 19. 9, 30. Herbert Ray McClintock, San Diego, Kalif., V. St. A. Fallschirm. Patentansprüche: 1. Fallschirm, dessen Schirmfläche aus einer Anzahl konzentrisch zusammengesetzter Teile besteht, dadurch gekennzeichnet, daß im entfalteten Zustand der mitt- lere Schirmteil (10) im wesentlichen flach ist und der Randteil (11) einen Wulst bildet, dessen unterste Kante durch Sehnen des Wulstes bildende Leinen (30) derart gehalten wird, daß sie annähernd horizontal in den Schirmrand (16) einmündet und eine Oeffnung bildet, die wesentlich kleiner ist als der größte Durch- messer der Schirmhülle. 2. Fallschirm nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Schirmfläche aus radialen Bahnen (13) zusammengesetzt ist, deren Breite im äußeren Umfange der Randwölbung (14) am größten ist, wäh- rend sie nach der Außenkante (15) hin wieder ab- nimmt. 3. Fallschirm nach Anspruch 1 und 2, gekennzeich- net durch Steuerleinen (32), die auf der Innenseite der nn Schirmfläche im äußeren Umfang der Randwölbung angreifen. 4. Fallschirm nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeich- net durch Tragleinen (35), die im Mittelpunkte (36) des Mittelteiles (10) der Schirmfläche angreifen, wö- bei die Länge der Tragleinen so bemessen ist, daß sie den Mittelpunkt des Mittelteils in die Ebene seines äußeren Randes ziehen. 5. Fallschirm nach 1 bis 4, dadurch gekennzeich- net, daß die Außenkante (15) der Schirmfläche an einem Ringband (16) befestigt ist, dessen Umfang kleiner ist als der äußere Umfang der Randwölbung. 6. Fallschirm nach Anspruch 1 bis 5, dadurch ge- kennzeichnet, daß am flachen Mittelteil (10) der Schirmfläche an sich bekannte Luftauslaßöffnungen (40, 41, 42) unsymmetrisch angeordnet sind, die durch in radialer Richtung miteinander verbundene, sich über- lappende Stoffbahnen gebildet werden. Sonstige Einrichtungen f. Luftiahrt (Gr. 24-32). c95 Pat. 507620 v. 6. 10. 27, veröff. 18. 9. 30. Siemens-Schuckertwerke Akt.- Ges., Berlin-Siemensstadt.*) richtung für Fingzenge. Patentansprüche: 1. Kompaß-Einrichtung für Flugzeuge, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Kompaß in einem Behälter an- geordnet ist, der während des Fluges mittels einer Leine o. dgl. so weit vom Flugzeug heruntergelassen werden kann, daß die Metallteile des Flugzeuges auf die Magnetnadel fast keine ablenkende Wirkung mehr ausüben können. 2. Kompaß-Einrichtung nach Anspruch 1, gekenn- zeichnet durch an sich bekannte elektrische Ueber- tragungsmittel, die eine Beobachtung der Stellung der Kompaßnadel ermöglichen. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Ludwig Reeps, Berlin-Wilmersdorf. c95 Pat. 507872 v. 9. 2. 29, veröft. 20. 9. 30. Julius Pintsch Akt.-Ges., Berlin. Antrieb für rotierende Optiken. Patentansprüche: 1. Antrieb für rotierende Optiken von mit flüssigem Brennstoff betriebenen Blinklicht-Leuchtfeuerlaternen, die insbesondere zur Befeuerung von Luftfahrtstrecken dienen, dadurch. gekennzeichnet, daß die das Blink- licht cızeugende Optik durch einen in der Laterue eingebauten Heißluftmotor bewegt wird. 2. Antrieb. nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß der Heißluftmotor durch die Abgase des Brenners in der Optik beheizt wird. Kompaß - Ein- Nr. 32 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 127 m 3. Autrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- net, daß zum Heizen des Heißluftmotors ein beson- derer Hilfsbrenner vorgesehen ist. c25 Pat. 508471 v. 22. 1. 26, veröff. 29. 9. 30. Dr.-Ing. e. h. Hugo Junkers, Des- sau. Navigationsgerät für Luftfahrzenge. Patentansprüche: 1. Navigationsgerät für Luftfahrzeuge, bei dem ein optisches Gerät zur Erzeugung eines reellen Gelände- verschiebungsbildes mit dem Kompaß . vereinigt ist, gekennzeichnet durch zwei optische Vorrichtungen, die reelle Bilder von dem beweglichen Kompaßteil und von dem überflogenen Gelände über Spiegel auf Bild- schirme (6, 13) werfen.. 2. Navigationsgerät nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß Kompaßbild und Geländebild auf zwei dicht nebeneinander stehende Bildschirme (6, 13) geworfen werden, deren jeder einen drehbaren Zeiger (7, 14) trägt, die zu gleichsinniger Bewegung miteinander gekuppelt sind (Abb. 1 bis 3). 3. Navigationsgerät nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Bildschirme (19, 20) für Kom- paßbild und Geländebild gleichachsig ineinander- liegen und einen gemeinsamen Stellzeiger (18) tragen (Abb. 9). 4. Navigationsgerät nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß an Stelle des Kompaßbildes nur ein die Kompaßstellung wiedergebendes Zeigerbild mit auf das: Geländebild projiziert wird, so daß besondere Stellzeiger entbehrlich werden. 5. Navigationsgerät nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kurszeiger (16) anstatt mit der Kompaßrose mit einem der Stellzeiger (7, 14 oder 18) verbunden ist. 6. Navigationsgerät nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kurszeiger (16) durch Dreh- A6.R barmachung eines der Bilder (Kompaßbild oder Ge- ländebild) ersetzt ist. c253 Pat. 509676 v. 9. 10. 27, veröff. 11. — 10. 30. Dr. Leo Wenzel Pollak, Prag. Von einem Ballon getragener Acetylenbelench- tungskörper. Die theoretische und praktische Meteorologie be- nötigt Windmessungen mittels freifliegender Ballone nicht nur bei Tag, sondern auch bei Nacht. Bisher kamen nur zwei Arten von Beleuchtungseinrichtungen für Nachtlancierungen (Nachtpilotierungen) in Betracht: die elektrische Glühbirne mit kleiner Trockenbatterie oder Papierlampions mit Kerzenbeleuchtung. Die zweite Einrichtung scheidet, abgesehen von der Ge- fahr der Brandlegung bei Ballonvergasern, für grö- here Höhen und Entfernungen von selbst aus, und auch die erste gewährt keinen genügend großen Aktions- radius, da man das Gewicht der Beleuchtungseinrich- tung in zulässigen Grenzen (etwa 100 &) halten muß. An Versuchen, andere Lichtquellen zu verwenden, hat es nicht gefehlt. Die bereits bekannten Azetylen- beleuchtungskörper sind aber ganz primitiv und be- sitzen keine Sicherung gsegen Brandlegung. Ferner sind mit Heizeinrichtungen versehene Leucht-(Feuer-) Ballons oder mit sogenannten „Christbaumwunder- kerzen"” ausgerüstete Leuchteinrichtungen, deren Leuchtsterne gut gesehen werden, bekannt. Das Ge- wicht dieser Leuchteinrichtungen ist aber beträchtlich. Patentansprüche: 1. Von einem Ballon getragener Azetylenbeleuch- tungskörper, dadurch gekennzeichnet, daß beim Schrumpfen oder Platzen des Ballons selbsttätig ein Absperren der Gaszufuhr zu den Brennern oder ein Erlöschen der Flamme eintritt. 2. Beleuchtungskörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er mittels einer Vorrichtung am Abb. 1. Abb. 2. Ballon aufgehängt ist, die bei Schlaffwerden des Bal- lons ein derartiges Kippen der in normaler. Gebrauchs- lage nach unten gerichtete Brenner aufweisenden Be- leuchtungsanlage bewirkt, daß damit die Gaszufuhr zu den Brennern abgesperrt wird. c2 .Pat. 508859 v. 19. 4. 29, veröft, 2.10. 30. Dr.-Ing. e. h. Ernst Heinkel, Warnemünde. Lagerung des Flngzenges anf Flugzengabstoßbahnen. Die Erfindung bezieht sich auf Flugzeugabstoßbah- nen, bei denen das auf einem Startwagen gelagerte Seite 128 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 23 Flugzeug durch äußere Kraftmittel über eine Bahn ge- führt und bis zur Erreichung der erforderlichen Ab- fluggeschwindigkeit beschleunigt wird. Bisher wurden die Flugzeuge auf den Abstoßbahnen in einer Stellung gelagert, die etwa dem normalen Geradeausflug ent- spricht. Hierdurch wurde der Luftwiderstand während des Beschleunigungsvorganges gering gehalten, um eine möglichst große Endgeschwindigkeit zu erhalten. Zugleich wurden hierdurch die auf das Flugzeug wir- kenden Auftriebkräfte, welche zusätzliche Beanspru- chungen auf das Fahrgestell und den Startwagen her- vorrufen, gering gehalten. Gegenüber der bisher üblichen Anordnung hat die Lagerung des Flugzeuges gemäß der Erfindung den Vorteil, daß die erforderliche Mindestgeschwindigkeit, die dem Flugzeug auf der Bahn erteilt werden muß, erheblich verringert ist. Das Flugzeug ist ferner nach Verlassen der Bahn gegen etwaiges Durchsacken ge- sichert, und es kann sofort auf eine weitere Höhe ansteigen. Dies ist in vielen Fällen, z. B. beim Start von Schiffen bei schwerem Seegang, von ausschlag- gebendem Vorteil. j Patentansprüche: . 1. Lagerung des Flugzeuges auf Flugzeugabstoß- bahnen, dadurch gekennzeichnet, daß das Flugzeug (1) in einem solchen Anstellwinkel gelagert und über die Bahn (4) geführt wird, daß es nach dem Verlassen der Bahn (4) ohne Betätigung der Steuerung die für Horizontalflug bzw. für steigenden Flug erforderliche Fluglage besitze. A 8 „Ri .7 Abb Na ZB eier Te + b) TE ee N — \ ANNG seinerseits mit dem Startschlitten fest verbunden durch eine Verriegelungsvorrichtung, die am Ende der Bahn anN Zu Patent 508°59 2. Lagerung des Flugzeuges nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß das Flugzeug (1) unter einem Anstellwinkel von etwa 10° auf dem Startwagen (2) gelagert ist. c27 Pat. 509677 v. 19. 4. 29, veröft. 11. 10. 30. Dr.-Ing. e. h. Ernst Heinkel, Warnemünde. Einrichtung zum Verriegeln des Fingzenges in der Anfangsstellung auf Fing- zengabstoßbahnen. Bei künstlichen Startbahnen für Flugzeuge ist 'es üblich, das Flugzeug auf einem Startwagen oder -schlitten, der durch Führungen geführt ist, ablaufen zu lassen. Hierbei muß das Flugzeug während des Ablaufes auf dem Startschlitten solange gehalten wer- den, bis es die zum Schweben erforderliche Ge- schwindigkeit besitzt. Ferner muß das Flugzeug vor dem Ablauf in der Anfangsstellung gesichert sein, um den Motor zur Probe laufen zu lassen und bei Beginn des Starts. auf die höchste Drehzahl zu bringen. Schließlich muß auch der Startschlitten in der Aus- . gangsstellung verankert sein, wenn eine am Start- schlitten angreifende Beschleunigungseinrichtung vor- handen ist, die vor dem Start unter eine Spannung gesetzt wird. Um diese Bedingungen zu erfüllen, ist bei bekannten Einrichtungen der Startschlitten in der Ausgangsstellung durch eine mit einer Auslösung ver- sehenen Haltevorrichtung gehalten. Das Flugzeug ist durch Anschläge entriegelt wird. Diese Einrichtung ist umständlich und erfordert eine größere Zahl von in- einandergreifenden Triebwerkteilen, die eine sorgfäl- tige Ueberwachung und Prüfung ihres Zustandes und genauen Arbeitens benötigen. Gegenstand der Erfindung ist eine besonders ein- fache Art der Verriegelung und Befestigung des Flug- geuges. j Patentansprüche: 1. Einrichtung zum Verriegeln des Flugzeuges in der Anfangsstellung auf Flugzeugabstoßbahnen, da- durch gekennzeichnet, daß durch eine am Flugzeug (1) angreifende Haltevorrichtung (6) gleichzeitig das Flugzeug (1) und der Startschlitten (2) gehalten werden. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Haltevorrichtung (6) an einem gleichzeitig den Startschlitten (2) und das Flugzeug (1) haltenden Zwischenglied (10) angreift. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Zwischenglied (10) gleichzeitig zur Verriegelung des Flugzeuges (1) auf dem Start- schlitten (2) dient. 4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Zwischenglied (10) während des Ablaufes des Flugzeuges (1) in eine Entriegelungs- stellung bewegt wird. Pat.-Samml. Nr. 32 wurde im „FLUGSPORT“ XXIT., Heft 23, am 12. 11. 1930 veröffentlicht. Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 395 Neigen des Vorderflügels um die Flugzeuglängsachse ausgeübt werden. Von dieser Möglichkeit soll jedoch erst im späteren Verlauf der Er- probung Gebrauch gemacht werden. Die Uebertragung der Steuerbewegungen erfolgt für die normalen drei Steuerungen durch Rad-Steuersäule und Fußhebel über Gestänge und Seile. Für die Betätigung der Querneigung des Vorderflügels dient ein Handrad. Das Hauptfahrgestell ist hinter dem Flugzeugschwerpunkt ange- ordnet. Es besteht aus zwei getrennten Hälften mit je zwei an den Rumpfuntergurten angelenkten Achsschenkeln, die gegen die Motor- träger durch einen Federstiel abgestützt sind. Den dritten Auflagepunkt bildet ein Vorderrad, das etwa 4m vor dem Schwerpunkt im Rumpf gelagert und in üblicher Weise mit Hilfe von Gummizügen abgefedert ist; dieses Rad ist schwenkbar an die Seitensteuerung angeschlossen. Die hinteren Räder sind bremsbar; die Betätigung der Bremsen erfolgt durch kleine Pedale auf dem Fußhebel. Das Triebwerk wird von zwei 100-PS-Siemens-Sh-14-Motoren (7-Zyl.-Stern, luftzekühlt) gebildet. Die Motoren hängen zu beiden Sei- ten unter dem Hauptflügel und zwar so, daß die Luftschrauben vor der Flügelnase arbeiten. Die Motorträger bestehen aus verschweißten Stahlrohren; sie sind stromlinienförmig mit Blech verkleidet. Focke-Wulf F 19a Ente. Seite 396 „FLUGSPORT“ Nr. 23 Die Brennstoffanlage besteht aus zwei in der Flügelnase zu beiden Seiten des Rumpfes liegenden Brennstoffbehältern von ie 125 | Inhalt. Die Brennstoffzuführung erfolgt durch natürliches Gefälle. Die beiden Oelbehälter. von je 12 1 Inhalt liegen ebenfalls in der Flügelnase über den Motorträgern. Länge 10,53 m, Spannweite d. Hauptflügels 10 m, Tragfläche d. Hauptflügels 29,5 m?, Spannweite d. Vorderflügels 5 m, Tragfläche.d. Vorderflügels 6 m?, Rüstgewicht (mit Kabinenausstattung für 3 Pass.) 1175 kg, Zuladung 475 kg, Fluggewicht 1650 kg, Flächenbelastung (einschl. Querruder) 46,5 kg/m?, Leistungsbelastung 7,5 kg/PS, (Muster- prüfungsdaten) Höchstgeschw. 142 km/h, Reisegeschw. 128 km/h, Landegeschw. 83 km/h, Steigzeit auf 1000 m 8,3 Min, Startleistung (vom Stand bis 20 m Höhe) 405 m, Landeleistung (von 20 m Höhe bis zum Stand) 415 m. Segelflug in Amerika. Betätirungsmöglichkeiten für unsere fortgeschritteneren Segel- flieger in Deutschland infolge der schlechten finanziellen Lage waren in letzter Zeit kaum noch vorhanden. Dasselbe galt auch für Konstrukteure im Motorflugzeugbau. Vor einem halben Jahr gab es nach unseren eigenen Feststellungen über 100 beschäftigungslose Flug- zeurkonstrukteure. Es ist daher begreiflich, wenn diese, um nicht un- tätig zu sein, im Ausland entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Be- schäftigung suchen. Der größte Teil ist nach Amerika gegangen, von wo man erfreulicherweise gute Nachrichten über erfolgreiche Tätig- keit empfängt. Manche Namen haben drüben bereits einen sehr guten Klang. Dr. Klemperer, seit 1922 in Akron, gehört drüben zu den führenden Persönlichkeiten. Wie Hirth über den großen Teich kam, ist den Le- sern des „Flugsport“ bekannt. Jetzt fliegt er mit seiner Klemm lustig in der Gegend von Neuyork im Lande herum und macht mit seinen Segelflügen Zirkus. Es ist betrüblich, daß unsere Segelflieger auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Am 14. August flog Hirth mit Schempp in 4% Std. bei Gegenwind von Syracuse nach Neuyork, wo in den nächstfolgenden Wochen in Ge- meinschaft mit Ackermann ein Prüfling gebaut wurde. Uebrigens machte Hirth bei einem weiteren Fluge von 4 Std. am 13. 10. inter- essante Versuche mit thermischen Aufwinden. Am 21.9. fand bei Elmira ein Segelilug-Wettbewerb statt. Zwei Amerikaner flogen je 5 Min., während Hirth einen einstün- digen Nachtflug im thermischen Waldabendwind ohne spürbare hori- zontale Komponente machen konnte. Landung erfolgte auf einem durch Autos und Benzinfeuer erleuchteten etwa 3 km entfernten Flugplatz. In den nächsten Tagen folgten kurze Flüge der Amerikaner mit Uti- lity Gliders. Jack O’Meara flog auf Franz Gross Akron Condor Glider, 16 m Spannweite; 114 Stunde. Ferner flog Hirth, durch Flaute zum Landen gezwungen, 42 Min. Nach einer Woche des Wettbewerbs- besinns setzte endlich wieder gutes Wetter ein. Bowlus flog 1 und 2‘), Std., Jack O’Meara 3'/,, einer 2, 42, 1,50 Min. usw. Meistens mit amerikan. Utility Glidern (12 m Spannweite, Stahlrohrrumpf und 1 Zen- tralrädchen). Dr. Klemperer hatte Pech und zerbrach wegen klemmen- den Seitenruders’den „Condor“. Hirth flog 7 Std. 7 Min. und hätte da- mit den amerikan. Rekord von. Bowlus mit 6 Std. 48 Min. gebrochen, wenn er dmerikan. Bürger gewesen wäre und sein Barograph geschrie- EV Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 397 Amerikan. Franklin Utility Glider zum Auto- und Flugzeug- schleppen, zum Segeln und Schulen mit Auto. Geht glänzend. Das Rad hat eine einfache Bremse, Kufe außer- dem. Preis 670 Dollar. ben hätte. Von nun an wurde jeden Tag gesegelt, obwohl nur zwei deutsche Segler da waren. Die übrigen hatten alle bis auf Bowlus, der am 2. Sonntag Bruch machte, Franklin und Baker McMillen Utility Gliders. Ergebnisse: Jack O’Meara aus Akron-Ohio auf Baker McMillen 6 Std., 2 Std., 16 km Strecke, 720 m Höhe, viele 12-Std.-Flüge. Hastings aus Los Angeles, Cal., auf Franklin viele Dauerflüge, am 2. letzten Tag 7 Std. 43 Min. (Rekord). W. Backus aus Neuyork auf Franklin 1000 m Flöhe, 15,8 km Strecke, mehrere Flüge bis 22 Std., Zielflüge. W. Franklin aus Ypsylanti, Michig., auf Franklin Sieger im Zielflug mit 7 cm vom Ziel. Kürzere Dauerflüge über 1 Std. Warren Eaton aus Norwich N. Y. auf Baker McMillen flog am zweitletzten Tag 7 Std. 23 Min., vorher einmal über 5 Std. Gus Haller aus Pittsburgh, Pens., auf Schloß Main- berg 2 Streckenflüge 20,8 km und 23,5 km, Rekord und 1. Streckenpr. Wolf Hirth aus Stuttgart auf „WLV-H; P,“, 7 Std. 7 Min. Insgesamt 26 Flüge von zusammen 25 Std. Dauer, 23 über 30 Min., 1. Preis in der größten Flugzahl, 900—1000 m Höhe, größte Strecke 53 km (inoff. Rekord) bei einem einzigen Streckenflug. Schleppschulilüge. Seit einiger Zeit macht man in Amerika, und neuerdings auch in England, erfolgreiche Versuche, durch Schleppen von Gleitflugzeugen hinter Automobilen die Ausbildungszeiten für A- und B-Prüfungen wesentlich zu verkürzen. Schon 1909 bei der Ila in Frankfurt ange- stellte ähnliche Versuche scheiterten an dem damalig unvollkommenen Fluggerät, Hängegleitern. In Amerika rüstet man die Maschinen mit be- sonderen Stahlrohr-Fahrgestellen von großer Spurweite aus. Als Räder werden die neuen fußballähnlichen Radreifen von Goodyear verwendet. Das Schulen findet zweckmäßig auf einem genügend großen Teil eines Motorflugplatzes statt und ist vom Wind fast unabhängig. Zuerst wird an einem 100 m langen Seil geschult. Auslösevorrichtungen an Flug- zeug und Auto können schnell betätigt werden. Nach halbstündigem "Ziehen am Boden, Roll- und Steuerübungen, wird mit Fluggeschwin- digkeit gezogen, so daß der Schüler in 3—8 m Höhe sich an die rich- tige Fluglage gewöhnen und bei geringem abstoppen Landungen üben Zögling mit abnehm- barem Rumpf (System Rupprecht, Flieger- schule Würzburg. Seite 398 „FLUGSPORT“ Nr. 23 kann. Hierauf erfolgt der erste „Allein“flug, nachdem 15—20 m Höhe erreicht sind. Höhen bis zu 50 m wurden am 100—130 m-Seil erreicht. Später wird das Seil bis zur vollen Länge von 230 m ausgelassen, so daß Flughöhen von 130—160 m erreicht werden. In dieser Höhe wer- den Kurvenflüge geübt. Der staatliche Führerschein erfordert drei Flüge mit besonderen Kurven. Fluglehrer müssen besondere Kreis- flüge und Ziellandungen ausführen. Goodyear Radreifen für Segelilugzeuge. Neben ihren bekannten Ballonreifen für Motorflugzeuge hat die Goodyear Co. einen leichten Typ für Segelflugzeuge herausgebracht. Type und wiegt mit Schlauch und Nabe 3,41 kg. Drei verschiedene Nabenbüchsen werden geliefert. Und zwar für 28,5, 31,75 und 34,9 mm starke Achsen. Bei 1,8 Atm. Luftdruck ist 133,8 ke und bei 4,5 Atm. 220 kg Belastung zulässig. Vorträge aus der XIX. Mitglieder-Versammlung d. WGL. 10.—13. September, Breslau. Der Einfluß des Holmgewichtes auf die Bauspannweite und die Flugleistungen von Großflugzeugen. Von Dipl.-Ing. E. v. Lößl. Dem Vortrag lagen folgende Gedanken zugrunde: Die letzten Jahre haben einen gewaltigen Fortschritt in der Herstellung großer Verkehrsflugzeuge der Metallbauart gebracht. Während man im Jahre 1918 die erreichbare Größe des Flugzeuges mit etwa 10 t Fluggewicht einschätzt und im Jahre 1920 diese Grenze bei ungefähr 30 t theoretisch ermittelt wurde, stehen wir heute vor der Tatsache, das Dornier-Flugschiff mit einem Fluggewicht von 50 t fliegen zu sehen. Eine unbegrenzte Möglichkeit der Vergrößerung der Flugzeuge unserer heutigen Bauart besteht jedoch nicht. Ein bekanntes Gesetz der Mechanik steht dem entgegen und lautet, auf das Flugzeug angewandt, etwa folgender- maßen: Die tragende Flügelfläche eines Flugzeuges wächst bei der Vergrößerung mit dem Quadrat der maßstäblichen Vergrößerung, das Gewicht der Bauteile da- gegen mit der 3. Potenz derselben, also schneller. Ein größeres Flugzeug besitzt demnach ein verhältnismäßig größeres Leergewicht als ein ähnlich gebautes kleineres. Glücklicherweise betrifft diese ungünstige Gesetzmäßigkeit aber nicht alle Bauteile, sondern nur die eigentliche, .tragende.Innenkonstruktion, vor allem die schweren, den Flügel durchlaufenden Brückenträger, die sogenannten „Holme“. Diese Holme werden, wie man sich leicht vorstellen kann, um so schwerer, ıe größer man die Flügelspannweite eines Flugzeuges macht, da dann der Hebel- arm, an welchem die das Flugzeug tragende Luftkraft angreift, immer größer wird. Nach einem Gesetz der Aeromechanik wird dagegen der Widerstand bei größerer Spannweite immer kleiner. Man sieht ja schon in der Natur, daß die am besten fliegenden Vögel, wie Albatros oder Möve, schmale Flügel von großer Spannweite besitzen. Zur Erreichung eines geringen Holmgewichtes ist also geringe Spannweite nötig, zur Erreichung geringen Widerstandes dagegen große Spannweite. Die Zögrling mit ab- nehmharem Rumpf. Sy- stem Rupp- recht - Flie- gerschule Würzburg. Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 399 beiden Forderungen wirken also einander entgegen; es gibt aber offenbar einen günstigsten Mittelweg. Der Vortragende hat diese „günstige Spannweite“ er- mittelt. Sie wird bei den größten Flugzeugen ve rhältnismäßig kleiner als bei kleineren Flugzeugen, aber durchweg größer als die heutigen Spannweiten. Gleichzeitig wurde eine Formel für die Ermittlung des Holmgewichtes auf- gestellt, und wenn man nun Flugzeuge der günstigsten Spannweite baut und das jeweilige Holmgewicht ermitteln kann, so kann man auch feststellen, wie weit sich Flugzeuge vergrößern lassen, bis das Holmgewicht, selbst im günstigsten Fall, so bedeutend wird, daß für die Zuladung zu wenig übrig bleibt. Das Flug- zeug wird dann unwirtschaftlich und ein Bau dieser Größe nicht mehr lohnend. An Hand von Wirtschaftlichkeitsberechnungen, welche nach dem vorgehend geschilderten Verfahren ausgeführt sind, wies der Vortragende nach, daß Flug- zeuge von 25 t noch durchaus wirtschaftlich fliegen und die obere Grenze der Ausführbarkeit bei "ungefähr 100 t Fluggewicht liegt, wenigstens, wenn große Strecken ohne neue Betriebsstoffaufnahme zurückgelegt werden sollen. Demnach wären wir mit den jetzigen größten Flugzeugen ungefähr am Ende der Entwicklung angelangt. Es sind jedoch von bekannten Fachleuten, z. B. Dr. Rumpler und Prof. Junkers, schon seit längerer Zeit Vorschläge zur „künstlichen“ Verringerung des Holmgewichtes gemacht und in jüngster Zeit bereits teilweise in die Praxis umgesetzt worden. Sie beruhen auf einer neuartigen Verteilung der Hauptlasten des Flugzeuges: Diese werden nicht, wie bisher, in der Mitte des Flugzeuges angesammelt, sondern über die Spannweite des Flugzeuges verteilt, also im Innern des Flügels selbst untergebracht. Wenn diese Neuerung sich erst völlig ausgewirkt haben wird, werden wir Flugriesen von vielmals größeren Aus- maßen als heute bewundern können. Die Transportmöglichkeiten des Flugzeuges, welches heute selbst in den größten Ausführungen im Vergleich zu Eisenbahn und Schiff geringe Lasten befördert, werden dadurch außerordentlich erhöht werden. Neuartige Konstruktion einer Tragiläche mit im Fluge veränderbarer Profiltiefe und -wölbung. Von R. Jaeschke. Zweckmäßigkeit der im Fluge verän- derlichen Fläche — Aeltere Konstruktic- nen — Das beim Versuchsfluszeus der Techn. Hochschule Breslau ausgeführte neue Prinzip. \ Seine konstruktive Durchführung bei durchgehend gleicher und bei nach den Flügelenden zu abnehmender Profiltiefe — Wege zur Beseitigung der evtl. zu starken Druckmittelwanderung — Kon- struktive Durchbildung der Rippen, des beweglichen Flächenstückes, der Abdeck- haut, des Bewegungsmechanismus — Vorschläge zur konstruktiven Verbesserung der letzteren. Zu ] NLORRATEANERHUN “| Ne wi; Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 60. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A.1.) teilt unter dem 29. Ok- tober d. J. folgende Berichtigung mit (s. Mitteilung Nr. 59): Klasse C, Leichtflugzeuge. 4. Kategorie Amerika: Clarence O. Prest, auf Flugzeug Prest am 28. Mai 1930: Geschwindigkeit über 100 km 162,940 km/Std. (anstatt 162,21). Ferner wurden als internationale Rekorde anerkannt: Klasse C mit 2000 kg Nutzlast. Amerika: Leroy Manning und Carl Wenzel auf Ford Transport, mit drei Motoren Prätt & Whitney „Wasp“ zu 420 PS, in Dearborn, Michigan, am 29. September 1930. Geschwindigkeit über 100 km 254,623 km/Std. — Mit 500 kg Nutzlast. Tschechoslowakei: Cpt. Omdt. ‘Seite 400 „FLUGSPORT“ | "Nr. 23 Joseph Kalla auf Flugzeug Letow S 16 mit Motor „Asso“ zu 800 PS, auf der Strecke Prag—Nove—Benatzky—Rip—Prag am 12. Oktober 1930: Geschwindig- keit über 1000 km 275,269 km/Std., Geschwindigkeit über 500 km 276,375 km/Std. Klasse G Helikopter. Italien: Pilot Marinello Nelli auf Ascanio-Helikopter mit Motor Fiat A 50, am 8. Oktober 1930 in Rom: Dauer mit Rückkehr zum Aus- gangspunkt ohne Zwischenlandung 8 Min. 45 Sek.; am 10. Oktober: Entfernung in gerader Strecke ohne Zwischenlandung 1078,60 m; am 13. Oktober: Höhe über Startstelle 18 m. Berlin, 6. November 1930. Deutscher Luftrat. Zu dem Patentstreit Rohrbach und Dornier erklären die Rohrbachwerke, daß durch die Anordnung der Motoren des „Do X“ ein Rohrbach-Patent verletzt wor- den sei. Die Rohrbachwerke verhandelten deswegen schon seit sechs Wochen mit der Firma Dornier. Auch sie wünschten, daß es sich vermeiden lasse, die Gerichte ‚in Anspruch zu nehmen, weil „dadurch eine Störung der jetzigen im deutschen all- gemeinen Interesse so begrüßenswerten Fernflugabsichten des „Do X“ doch sehr wahrscheinlich wäre“. Dazu, daß die Differenzen um das Patent gerade jetzt 'be- kannt geworden sind, hätten die Rohrbachwerke nicht beigetragen. Sie hätten bisher auch keinerlei behördliche Zwangsmaßnahmen beantragt. Die Rohrbach- werke teilen gleichzeitig mit, daß der Partner in den von ihnen abgeschlossenen Auslandsverträgen über eine technische Zusammenarbeit beim Bau der dreimoto- rigen Landflugzeugtype „Rohrbach-Roland“ die staatliche tschechoslowakische Flugzeugfabrik „Letov Vojenska Tovarna na Letadla“ in Prag sei. Magersuppe in England wirkte bei dem am 25. und 26. Oktober abgehaltenen Segelflugmeeting des Scarborough-Clubs erfolgreich mit. Er zeigte dreizehn Pas- sagier-Segelflüge in dem neuen Doppelsitzer, Typ Poppenhausen des Scarborough- Clubs und laridete jedesmal am Startort. Bei seinem letzten Passagierflug flog er ca. 9 km weit, kam zum Startort zurück und landete im Tal. Eine Flieger-Afrika-Expedition wird von einem Tonfilmunternehmen, die das Schicksal einer Flugzeug-Jard-Expedition darstellen soll und fremde Vögel optisch und akustisch zu erfassen sucht, organisiert. Neben Udet befinden sich unter den dreizehn Expeditionsteilnehmern der Pilot Suchotzky und der Genfer Sportflieger und Multimillionär Zitz, der Regis- seur Junghanns, die Schauspielerin Yvonne Rodin mit zwei Filmoperateuren und einige Damen aus der Berliner Gesellschaft, deren Namen geheim gehalten wur- den. Die Expedition, die übrigens Vorstöße in bisher unbetretenes Gebiet unter- nehmen will, führt sechs Automobile mit sich, eine BFW.-Flugmaschine, Wasser- flugzeuge, Klepperboote und selbstverständlich eine vollkommene Tonfilmaus- rüstung. Afrikanischer Ausgangspunkt der Expedition wird Britisch-Mombas, an der südostafrikanischen Küste sein. Von dort soll das Kilimandscharogebiet überflogen werden. Es geht dann weiter nach der Seringeti-Steppe, der riesigen afrikanischen Wildsteppe, nach dem Ngorungoru-Krater, der einen Durchmesser von 50 Kilo- meter hat. Zum ersten Male werden von Udet und Suchotzky dabei die noch tätigen Vulkane des Mondgebirges überflogen werden. Mit der Reichsrundfunkgesellschaft hat die Expedition eine interessante Ver- einbarung getroffen, nach der die Teilnehmer in Afrika auf Platten Reportagen sprechen, die von den deutschen Sendern gesendet werden sollen. Die Kosten des Afrikaforscherzuges, der zum großen Teil von dem oben er- wähnten Sportflieger Zitz finanziert wird, werden auf etwa 650000 Mark veran- schlagt. Neben der englischen Regierung hat auch die belgische der Expedition, die voraussichtlich erst Mitte April nach Deutschland zurückkehren wird, Hilfe zugesagt. - Dernier Do S, ein neues Flusboot mit vier Motoren Hisrano Suiza 600 PS, Geschwindigkeit 220 km, welches seine Probeflige am Bodensee durchgeführt hat, soll in den nächsten Tagen nach Paris fliegen. Ausland. Der englische Luitminister Lord Amulree hat Mr. L. G. S. Reynolds zu seinem ersten Privatsekretär und Mr. I. V. A. Campbell zum zweiten Privatsekretär ernannt. Ein englischer Rieseneindecker wird zur Zeit in Southampton gebaut. Dieses Flugzeug von 48 m Spannweite, bestimmt für 50 Passagiere, hat sechs Rolls- lugsport“ Organ d. Flugzeugfabrikanten, d. Modell- u. Segelflug-Verb. u. Segelfliegerring 1930 Tafel Ill 4SOR — saand —, _ EEE T »ooooebonnoe kl) eoeAlheoolboe oo 98 BP 80800: >». 0) ° 5 er —n D sy e ° U L__.3600 7200 kn —— 402 050 B LI [ [ = | u \ ) N u 1£ | —1 u j | t Nesejel]] LU----L-Ls | on 2300 „7008, N n 3 -| Dornier Flugschiff DoX Nr.1 12 Motore Gurtiss Gonqueror 7200 PS E00 Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 401 Royce-Motoren von insgesamt 5000 PS. Es soll 190 km Geschwindigkeit ent- wickeln und wiegt 31 t. Einen australischen Segelilugrekord stellte Mr. Pratt mit 1 Std. 35 Min. am 21. September auf. Bei einem französischen Wettbewerb llog M. Auger auf seinem Rapace 28 Min. lang, 30 km in geschlossener Bahn und erreichte ca. 100 m über Start. Internationale Luitiahrt-Ausstellung Montevideo 1931. Die Organisation der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung und des Luftverkehrs-Kongresses, die im Februar n. J. in Montevideo stattfinden, liegt in den Händen des Fregattenkapi- täns Attilio Frigerio, Leiter des Luftfahrtdienstes des Heeres, der. im Kriegs- ministerium (Ministero de la Guerra y Marina) beschäftigt ist. Die Absatzmög- lichkeiten für deutsche Flugzeuge dürften nur gering sein. Das Zivilfllugwesen in Uruguay ist konzentriert in dem „Centro Nacional de Aviation“, das auch eine Fliegerschule unterhält. Bisher verfügt das Centro jedoch nur über etwa 5—6 Flugzeuge zu Sportzwecken. Eine Beteiligung an der Ausstellung scheint bisher nur von nordamerikanischer Seite angemeldet worden zu sein, Europa-Rundflug der Junkers G 38. In Fortsetzung unseres Berichtes in Nr. 21, Seite 366, startete die Junkers G 38 auf dem Flughafen San Stefano, Stambul, am 21. 10. und flog in 3 Std. nach Athen, woselbst mehrere Vorführungsflüge stattian- den. Am 24.10. Weiterflug nach Rom, Flugdauer 8 Std. Am 1.11., 10.17 Uhr, Weiterflug über Marseille nach Barcelona. Am 4.11. mußte die G 38, die vormit- tags 11 Uhr nach Madrid gestartet war, in der Gegend von Tarragona infolge un- ewöhnlich schweren Wetters gegen einen Sturm in Stärke von 190 bis 200 Std/km und Vertikalböen bis zu 500 m ankämpfen. Flugzeug und Motoren hielten sich tadellos. Die Maschine, die infolge des Sturmes, der ihrer Eigengeschwindigkeit gleichkam, nicht mehr vorwärtskommen konnte, kehrte deshalb nach Barcelona zurück, wo sie wohlbehalten eintraf. Am 5.11., vormittags 11 Uhr, startete die G 38 zum zweiten Male in Barcelona und landete nach einem fünfstündigen Flug bei 60 km Bodenwind in Madrid. Wieder hatte die Maschine unterwegs gegen starken Sturm und stellenweise schweres Unwetter anzukämpfen. Hans Genser, sei- nes Zeichens Schnei- derlehrling bei seinem Vater in Piesendorf bei Zell am See, hat sich in seinen Frei- stunden ein Segelilug- zeug gebaut. Die er- sten zwei Flugzeuge eingen bei der Lan- dune in Trümmer, dann lernte er bald nach eifrigem Studium des Flugsportes, rich- tig zu fliegen. Er flog, und zwar er- reichte er mit seinem papierbespannten Ein- decker Höhen bis zu 250 m. In nebenste- hender Abbildung zei- gen wir einige Flüge von Genser. In der oberen Abbildung hat er allerdings ziemlich stark überzogen. In der Mitte sieht man, wie er Hinder- nisse überfliegt. Bis jetzt hat sich in Piesendorf noch keine Polizei sehen lassen. Aber was nicht ist, kann noch werden. Dann ist die schöne Zeit, lieber Genser, vorbei. Junkers-Luftverkehrslinie in Südwestairika. Auf Grund einer Ausschreibung ist nunmehr zwischen der Mandatsverwaltung des ehemaligen Deutsch-Südwest- afrika und der Junkers-Flugzeugwerk A.-G., Dessau, ein Vertrag abgeschlossen worden, wonach am 1. April 1931 ein Flugverkehr zwischen Windhuk und Kim- Seite 402 „FLUGSPORT“ Nr. 23 berley in Betrieb genommen wird. , Es handelt sich um die Einrichtung einer Luft- verkehrslinie, die vorläufig zur ausschließlichen Beförderung von Post dient. Die Flugzeuge haben Anschluß an die Kap—-Kairo-Linie der Imperial Airways und gleichzeitig an den Postzug, der wöchentlich die mit dem euglischen Schnell- dampfer in Kapstadt eintreffende Post von dort nach Johannesburg bringt. Auf der neuen Linie Windhuk—Kimberley werden laut Vertrag Junkers-Ganzmetall- flugzeuge eingesetzt werden, die ja für das dortige tropische Klima ihre besondere Eignung bereits mehrfach bewiesen haben. — Die Strecke wird vorläufig einmal wöchentlich hin und zurück beflogen werden. Privatilugzeuge im Ausland. Nach im Ausland aufgestellten amtlichen Statisti- ken befinden sich im Privatbesitz in Frankreich 77 Flugzeuge, in Holland 7 Flug- zeuge, in England 288 Flugzeuge. Unter den englischen Privatflugzeugen befinden sich 2 Junkers- und 8 Klemm-Maschinen. Die Nahrungsmittelversorgung während der Dauersegelilige scheint sich in Amerika als besonderer Sport zu entwickeln. Der erste Versuch, mittels Angel- schnur belegte Brote zu überbringen, wurde von Hirth durchgeführt. Eingesandt. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Ein zweites Nachwort zum 2. Westdeutschen Segelilugwettbewerb. Der 2. Westdeutsche Segelflugwettbewerb bestand aus einem Schulungs-, einem Uebungs- und einem Leistungswettbewerb. Neben dem Titel „Westdeut- scher Meister im Segelflug‘ sollte der Spitzenmannschaft im Leistungswettbewerb ein vom D.V.L. gestiftetes Motorflugzeug (Messerschmitt) zuerkannt werden. Kein Wunder, wenn sich einzelne Gruppen hauptsächlich auf den Leistungswett- bewerb verlegten. Mit großen Erwartungen ging man in den Wettbewerb, be- sonders, da die Borkenberge als „Westdeutsche Rhön“ bezeichnet wurden, deren Höhen lautlos zu umsegeln ein Sonntagsvergnügen der Jungflieger sein sollte. Wie sieht nun dieses Gelände (bestehend aus: Waustberg, Steinberg, Rauher Hang) aus? Der Waustberg geeignet für Anfangsschulung (Sprünge von ca. 15 Sek. Dauer), der Steinberg, A-Prüfungshang bei Mindestwindstärke 5 m/sec, Not- behelf für Uebungswettbewerb, der Rauhe Hang (Segelhang) von der Gestalt eines 60—70 m hohen Hügels (Bahndamms), lediglich für die seltenen Winde von Nord bis Ost tauglich. Das Landegelände denkbar ungünstig. Von Heidekraut und kniehohem Gras verdeckte Stümpfe längst abgebrannter Bäume, stetige Gefahr für jede Rumpf- maschine, erst 5 m vor der Landung sichtbar! Es ist daher verständlich, daß manche Gruppe das Schwergewicht auf den Uebungs- und Schulungswettbewerb verlegte. Zweifellos dürfte sich die Tatsache, daß die beiden gemeldeten Segel- flugzeuge vom Typ „Professor“ nicht eingesetzt wurden und daß nur die nach Bruchschäden verhältnismäßig leicht wiederherzustellenden Typen (,Hols der Teufel“, Mayer M. 1) im Leistungswettbewerb starteten, aus dem gleichen Grunde erklären lassen. Ich gebe zu, daß sich das Gelände in den Borkenbergen für einen Schulungs- wettbewerb sehr gut eignet, allenfalls noch für einen Uebungswettbewerb. Von einer „Westdeutschen Rhön‘ darf bei einem Segelhang, der nicht einmal nach Westen liegt, an dem bisher noch keine einzige C-Prüfung geflogen wurde, nicht die Rede sein. Ich will die Ausschreibung der Leistungswettbewerbe nicht als groben Unfug bezeichnen, wie es ein Segelflieger mir gegenüber tat; zum min- desten ist es aber unverständlich, daß sachverständige Leute, die im Segelflug (wenigstens in Westdeutschland) führend sein wollen, dennoch 2 Barographen für jede Maschine verlangten. Dann noch etwas, an sich Nebensächliches: Es ist wohl allgemeiner Brauch, die in den Rhönwettbewerben gewonnenen Plaketten an den siegreichen Ma- schinen anzubringen. Das ist bei den Plaketten des 2. Westdeutschen Segelflug- wettbewerbes, die die ungefähren Ausmaße eines Kaminschiebers haben, nicht möglich. Die Fortsetzung des Leistungswettbewerbs in den Borkenbergen halte ich für zwecklos — und rate, das Messerschmitt-Motorflugzeug im Rahmen des nächstiährigen Rhönsegelflugwettbewerbes oder in einem besseren Gelände eines Vereins der Gruppe West ausfliegen zu lassen. K. Spannring, Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 403 Luff- Post Verwenden Sie einen Zündkerzenprüier. Es ist vorteilhaft und sicherer, am laufenden Mo- tor die Zündkerzen zu prüfen. Man wird mit einem solchen Prüfer schon in der Verschieden- artigkeit des Laufes feststellen können, ob die Kerzen normal arbeiten. Nebenstehende Abbil- dung zeigt die Ausführungsform eines Zündker- zenprüfers, wie man ihn sich selbst anfertigen kann. Wenn der Funke ausbleibt, so hat die Kerze Schluß. Beim Stoffi-Imprägnieren ist das Weiß- Fleckigwerden hauptsächlich, soweit es nicht an schlechter Beschaffenheit des Imprägnie- rungslackes selbst liegt, auf zu hohe atmosphä- rische Feuchtigkeit zurückzuführen. Die relative Feuchtigkeit des Arbeitsrau- mes sollte im allgemeinen nicht 60 % überstei- gen. Auch empfiehlt es sich, eine Durchschnitts- NS temperatur von 18° aufrechtzuerhalten. Kalte Luftzüge müssen unbedingt vermie- den werden. Wenn es nicht möglich ist, diese Arbeitsverhältnisse einzuhalten, so empfehlen wir den Verbrauchern, sich mit dem betreffenden Lacklieferanten in Verbindung zu setzen. Titanine liefert z.B. auf Wunsch einen Imprägnierungslack, bei dessen Ver- wendung ein Weiß-Fleckigwerden gänzlich ausgeschlossen ist. Ferner im Falle, daß die Tragflächen weiß geworden sind, ein besonderes Lösungsmittel zum Ent- fernen der Flecke. Dieses Mittel wird auf die weißen Stellen leicht aufgetragen mit einem Pinsel oder Lappen, und der Lack erhält nach einigen Minuten sein ge- wöhnliches Aussehen. Beim Spritzen ist ferner darauf zu achten, daß ein nicht zu hoher Druck ver- wendet wird. Wir empfehlen, mit nicht mehr als 3 Atmosphären Druck zu spritzen. Die Gefahr einer zu hohen Feuchtigkeit läßt sich leicht dadurch vermeiden, wenn man die Werkstättentemperatur etwas höher hält als die der äußeren un- mittelbaren Umgebung. Ohne Heizung ist dies natürlich im Sommer schwieriger zu erreichen als im Winter, deshalb kommen auch die meisten Klagen über das Weiß-Fleckigwerden während der Sommermonate vor. Fieber oder Hartholz a 10stark Messıngblech 2stark \) BE C = Holzschraube , —<) Id: Schraube 2. Einstellen C des Klektrodenabsiandes. db. Messingblech 2 "Im stark Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von ıns bezogen werden.) Eine Chronik des Fluggedankens bis zur Luftfahrt im Dienste der Völker- verbindung, Preis RM 2.50, Verlag Licht und Schatten, Berlin W 9. Die Luftfahrt-Literatur ist in den letzten Jahren außerordentlich umfang- reich geworden. Die Entwicklungsgeschichte ist vielfach in umfangreichen, meist vergriffenen Werken, niedergelest. Die vorliegende kurz gefaßte Chronik des Fliegens mit schönen Illustrationen, insbesondere mit Rücksicht auf den billigen Preis, füllt eine fühlbare Lücke aus. The Final Report of the Daniel Guggenkeim Fund for the Promotion of Aeronautics 1929. Der dritte und letzte Bericht des Fund bringt einen abschließen- den Bericht der vier Jahre zwischen der Gründung im Januar 1926 und der Be- endigung im Januar 1930. Zu beziehen durch das Commitee des Daniel Guggen- heim Fund for the Promotion of Aeronautics, 598 Madison Avenue, New York. Bücherverzeichnis der Zentralbücherei der deutschen Luftfahrt (Moedebeck- Bibliothek) 1. Nachtrag. Nach dem Stande vom 16. Juni 1930. Selbstkostenpreis M 3.50. Herausgegeben von der W. G. L. Dieses außerordentlich umfangreiche Verzeichnis, welches nur in wenigen Exemplaren angefertigt worden ist, sollte in keiner Bibliothek fehlen. oesL "das ’OE S9PION43Y-13M 43P PUEIS 444 pIOLg :Swuyeume esuodjey euldsey '0OSSYy :aU0H 1OAppoN gez '8 'szjız Arıaq -J0}ssqa1yag u yDopal 3 Sd000T><9 1uUOIdeQ ‘TuIUOJUV w 000zZ UI }sejzinN 9/9910 -/T[-9F HA Sd 00F ‘1o3ysIq ‘Znjpunyg usuay9olgIo}un x osıuawoq ‘uarer] 39 00001 nypus vw IS "A WM 0088 -un mp Zunusopug 2799ID 62 °6 62-22 (euIyd) YIeINOW . "peragrıy es :owyeume o -17931nog AN en ‚Zunp de Lv gl HU3LM Sd 00€ -}J04ssqa1mag Yu UYDOp = -SIH S A009 12n391g "sJuo]leg -uejuayssimz ouyo lu] J2yoyaq-"suns Jojung you -3[ “Injpuny uouaydorg N -12]50N -Iyue1] u 0PT‘S064 Jope193 UI 919945 H01D -usy 'nuyof '"VIS’A IP:ESS -1ojunun wi zoneg 219910 ses'ser ve erg P7 -1NS-"dSINSI0094>2N -9Ig ‘gIOM "n JOLIID my 0008 asqn “Iyueıg yjwy 160°881 usyeeIS/Zz'L'IEMW | OE'T'SI-2ISENS] ‘SA | PSeanesojjIä GE '6 g-puejoy-yoegıyoyg | 009 °S-"dsig ‘61 4on3 | "ZI ouedsı-e3ejac- my 0007 ı2qn Sd 0E2xE Yıopurayg | -9Ig'sopoY'nsa}so) | "dnaINSd 008 ‘ause’] ” “PIOSIA Y/WY,OR‘S0z | “ıyueıg wg esc‘piz | “ıyueıg yjuN 69,‘8Te uoyeerIS/e'L'sE MW |, DE 6 DE 3elg 08 6 02 Feld 0E '6 02 3eld g-puejog-yseqiyog | 'Sd 008 0sSy zu v | 'SA 008 0SSY ep V ‘Sqd 008 0ssy cr V my I ıoqn . Sl 0EZXxE Hıopure1g | 0JoY IIZoASyos}lor | o1ay ‘ItzoASysarlor | 010y‘JIZoAg ydayloA poor 2qn D "PIyOSIq ywuygsg‘pIz | "UDOyosL‘wnoge‘zsz | “"y2ayosL WIN 08E‘Z82 “y9aydsL WN0gE'ZSZ 0€ FOL zdI9 ]-ssoq | uoyerIS,z'L se MW | DE Z'8I ypeag-"syder | 0E'Z’8] yaeag-"syoerf | SONS] pe 9 'E2 oued a4 ALSAOOFXZNO0IXxZ | g-puejoyg-yoegiyog | ‘dsem Sqd Ser edar- | dseM Sqd‘eh e39\- | -SIH-»3ejoq -"dneIN my 008 Jagqn oO ger yun. "wıswwız | SA 0£2XE Yıopuıaıs | Poayy90TT ıreyuoyos paayy9oT‘ıreyuoyos | Sd 009 2441099] “ -PIYIHq wy 056221 | PIESFAWWNgIE'SIE | "VISA WA 008‘022 | "v IS "A WIN O8g’s2e | "DIWEII yjuıy 969‘90€E aD DE POT zd1e]-"ssaq | 0E'E '9E SOJ9Zuy SOT | 0E'Z’SIT yDeag-"sy2ef | VEZ'81 HPeag-"SN2ef PIe!HSySIW Se (0) IL SIO0FXZNO09XxZ | ZIr YusLımzndsem | ‘dseMm Sq ser e3ay- | "dseM Sd Sch ezaA- | OL 'zI ‘ed SSHAN) my 001 soqn ger yunf "wıowwız | I ‘yoeg ne Zumwa],g | Paayy2oTj‘ıreyugyos | peayy20T‘ıreyquoyss | Sd 009 sıyag SnIAJZ “ oO -PIYSSIA wWyFOPP8T | 'v ISA mm Iog'sez | "VISA wu oge'esz | "VISA WAOLIS'SE2 | "VISTA yjuwy 6,2°I0# a) sa1}s] pe "ZT "II u ouedsipj-siog my ge ı>qn -I9,] Sd 055 ‘Ypuuog :HOYSIPUIMYSSOZISYIOH I Iyuelg yyuw T21'8PP . DEZ zeesuodjemeulo | 0E'Z’zcesuodjeyyeulo | Jezinog 91 ge "IL 91 | Afeweulosenyyz'g’92 | 62°6°9e'N-el-snssnoL | 62°8°E2"N-OI-SmSsnoL 0€°9°p Y3u1yse y'Aou -SENOSSYSAO00TX9 | -SEO‘OSSYSA0007x9 | uewmıe,]-yrelfon-1ad | ossy-£,'e9 Tuolden | “Idwoyyu uemfeg | "1dwoy Jul UBULTET -HUM SHEIdSA0SF “a ImoIlden ‘Iunuoyuy 09 | TUOIdeQ ‘Tuuoguy 09 | -nSSI00SxF}014NoS | S4 005x2 Mumoyuy | Sd 005 ‘6T Janzgıg | Sd 009 ‘6T Jenzgıg | aysedy Yyzlım 999 ">HeH -1u9WwIo "je wifgze | -Tuawog “"reryueze | -sog 'ıyueıg ur ggge | "wog uaıeyf m 2929 | “unang “yıgw6gog | “uyıng “ıyıquplee | nos“ vIs’AWLSTEI DE P 01 Zdi9]-"ssoq | vegeeIg zz ge MW | 0E'Z'9I-'STSENS] ‘SA | 0E'T’ST-"Z1SOI}S] SA | DE '9 "7 Sıq "S °0E 1odsıpe7] "IL SA00FXZ2’N009xz | g-puejoyg-yoeqiyoyg | 009 'S-"dsıyy ‘6T Yon3 | 009 'S-"dsıH ‘6T Fon | auoizejs-ora9apuon “ZZ V Held BED EERHTS ger yunf "wıowwız | SA0FZXE Hıopuraıs | -9ıg‘sopoQ'nsa}soQd | -F1g‘sopoJy'nse}so) | Fgg"piey-Bioneg “URaj’n Eu . -PIyo9sIq ws 065°108 | "PIyasIq ma 69P‘Ogz1 | “ı9ueLg wm 006‘60E€ | "INuUeıg WIM OS6‘TIEF | -aleppen waljel un DOB“BBLB 0E’z'zzesusdjeweum | 0E'Z’zzesusdeweul | 0E POT "ZA1977-"Ssaq nesso(g L2 9 '6C DEZIT-"ST SONST SA | 0E "IT "ST-"ZT SO1S] | 9E°9 7 Sıq °G 'oE Nodsıpse] -SEHOSSYSA0001x9 | -SEY‘OSSYSA0001x9 | "NUnfSA00Px2’n009 | ST'NuNf-PzDn 'Nunf | 009 °S-"dsıy] ‘61T Yon3 | ‘SA 009 ezins-"dsipy | auolzejs-oradapuon "ZZ Y Jeld one 1uo1dey *Iutuojuy 09 | 1UO1dENH ‘TuTUo4uUY 09 | xZ gef "yunf ‘unew | SI 082xE 'zosıy | -21g‘sopoQ'n S}S0J ‘6TIonZgıg ‘sopoYy'n | 795 Napıepj-eloaeg “IU02) . a -[uamog] user] [e:T | -Tuswog ‘aoerjfe:T | -ıommız ppyasyqz:e | Pueiyastnag ZT:T:ET | HOISTUBIT 1:8T | SP}so9’ "ıyueigez:ee | m eusjeppew ualjel] E1:29 mn IseIzInN 34 00001 1W | ISeIzInN 37 0082 YIW | Ise]ZInN 39 0005 HW | 4sejzinN 34 0002 3IW |IseIzInN 39 0001 HW | Isejzinn 34 005 HW +Sse]z}nN euyO N = :36n3az6nyjpue7 3 Bssejy 2 1 Da) oo oeceo 202|,0 ,|nWWWWOOWOOSTSQCSWRAONSGHSOR | SW OS“ ı 1 SE = N ES mm mm a SZEIF JALLSLIREZTASFTTSATESRÄRRRRES SERTEZR EZETTFTSSBRRT eN | Kan) u m . r) . . . . . . . » . . . . N . ° . . ° . . re . » > . Q . . . . . . . > . Q . . . . . . . 2 . . ° - o gen sus NSKsoacvwüiiiiäinivsnrsdhnainVsnernnnennnng gwänigcwsaend Kan (eB] = - - oo z| 2° >” - & fe) nn 2202 Bonn a nn nn RR AKT NT NR RN KR NR Pe ee GE GE ESG SE SEE SEE SE SE Se RR RR RR a RN NR zo se = . R-: ..S . . >. 80 . . . ss > oo 2 Ss S.co SS SS SE = 5-50 Ss + 2, om So: 2» 2.5 En 2 BON aa Rd AG 25 o oo 2 og» 2 S u — o% = ne & 86 © zo "z 2 u u E SZ & ur ns . =. E00 58 : R= RS = 8 2 ‘© & © ee) = Be Bei San cn [8] 0 D Z © Q N Ss 8 se > 0% 5 > vo. 58 = == i= Ss = 28 = I < = ES 75 oc 8 8 "I = S) u > re © o © j = so so = > vos > FB SR? - 2 - B Q 2 nz - Do :Q . Aue) .B © (dp) "I Z < Kan 65 > ıS _ og eco = ,o I = = 5 u En? Se ° = .E 2383 5% GR Ss 8 2 ir) S Es = 5 N 48. = S n ‚Q -] fe 7 S 5 Sn N 5 a gr = 58 ER 3 5 s > A ‘o > EoWie. Iı 5, Ko CESwe no = o ” E57 & >) =. S s4 Tour sun 05 o E02 CE = = 3 = u 0 eb + — 80 : SET: 209 ; OS 5b > & 2 un = = = = Kan = ja) 72) sn ,»-o 5558 ı pP o = sarR 22 In) Be Z=o S BB KK fe) wo S {any .@OaHE vr 8 oO re 7) [08) > Ko) = > vo To . 5 Eu M © = <{o zresef O5, SH E 8 Pan Im) 1 > m} n . = ’ o n| © E35 22: _ 5 293587 Sony ®?T ‚BEsu SOENIEHS PER SHSE HE S .2ohA gas zZ Er eHaH mE DHL SESL .rH S| x 2 ms 82 Brass Wisan ss". 75 E55 ENT SE „Er LasMB8rE5R u = - . je] on Ko = aD ss „"mn2D. NG re) \ @Q Pan = oO o . ESS [52] „Em ) o 22 S 2282822 BESTER SEBEELSEHFSSEIFRREN S SAE„S Sa _ BEE s 825208 En = erösho ENBELSSBFE ESAFSEmMsäErsärs smeheun.N 3 3885855 FL BR 2 Lu So $ a2 ENTOEN ZH .58Z on Km 0 DL 2 EL &n 2,2. 82257 os „23998# 1 j ı . . ° Taboo > = Ss 2 - Art | sle£ ESa 5 uB2Esu.n „ol FErsztasEöu 3 SELSTEREE 2Egrsages Ih 2 ODE SENnNFMa=S SYS. vcochre$ SEBS,JESHEBEHSETBEENSETSNS = ZME ES „E55 SSBE8 ,v 8288 = = — 2 2 ENSTENSK=Z ; A==3,S Se Le nn2ao S= SS & „u Sm m & ES.20 =. 27 ELDSRLCOENOSO SH ne SHno Eeds0 yo = 9° 0509. = u © zarxr nz IS OT m © = => BE gEO SDUEESSZSIUOINZFILEENSONFN sE mesN\oea3asvs8 355, Ha’rPr FAIR) SH SEONIN sEeEeN os 2 n ESETELSED-O dan” . 222733 E,sssmssust mayus Slasgsr ‚EISEPLS5LSSILSTärEHgN Mas) de En Ze! Mh m ur © [) Zu &% a) 25.08 SER- Eur LET ASEELFELNSELSBERDEN- SAW3EE.9938,235057583°r 35° E58 0% ua se Era. „engeren vS u u HH sE-n eh TH Son mE umwe2sSEHnsn Bun S ERESES „BEER TESFSBILEHHSSISSTHSHE ESEL B.MEISS. 555 SLEERS 2 DIS Er RESSS.-aRE „TOoToEngPrn SoH2 Se ee ir 552 5 He 8 m 00 N OO on S ES TI.” TE "Oo [eb] I en en) So oO» — E o como m od u [ss] Be u & = nm © 5 0 nun uUgeı 2 u © Do ı1%5öı = ON: Oo .D m rar = an 2 seo RR k- vomo,s Mia 5 5 3 m. oo ’ı SO urza aa su Sauna Vu 00 5 28: =355 5238 zn=5 a5 229-035 ZU, EL 00 58H 20 no 9 580." u» 5SESL5
oo Mı 2% oo f) = m 3 nsEf - “onb .ınno = ovovov VD D.S ET OS TSON .S SU SS DL RS OR ku 0 0 05 SH eo „ms S,AFHlESTE "DEA= m = = R lem zweider bewährten sicheren Klepper-Boote. asse egeiflugzeuge: 14:70 Dtschld., 10,220 km Größte 155,8kmDischld. ö 2 best 54,545lcım/n Dil Auch hier wieder ein Zeichen des Vertrauens in die Güte der international anerkannten Dauer: Hochd. West Strecke: Kronfeld in ge- | Hochd. West- | Höhe: Kronfeld in ge- Hochd. wess Klepperfabrikate, die unseren Weltruhm begründeten. preußen 3. 5. auf „Wien“, Ischloss.|preußen 3. 5. 27 auf „Wien‘‘ Ischloss.|preußen . . . . . .. . Rossitten Lienlas 30.7.29| Flugb. | _ Rossitten | Lienlas 30. 7.29| Flugb. | Rossitten Flieger und Kraftfahrer bitten wir, unsere Liste 198 für absolut wind- und wasser- F . 1 i eklei for .— Klasse G Hubschrauber: Strecke: 136 m, Frankr., Pescara, 180 PS Pesc.-Hisp., 18. 4. 24 Issy-les-Moulineaux dichte iederleichte Bekle dung anzufordern ® Frauen-Rekorde: id ") | | 37:55 Frankreich Größte Strecke 2268 km Frankreich 0] U] ] ) Dauer: Frau Bastie, Klemm 40 PS Salmson, in gerader Lena Bernstein, Caudron 40 PS Salmson, j j Le Bourget 2.-4. 9. 30 Linie: Istres-Sidi Barany 19.-20. 8. 29 . . 6583 m V.St.A. ! Höhe: Miss Alexander, Barling 90 PS Warner San Diego 11. 7. 30 3 a Ieenttlitnnseosallll ®, : In. li. on f GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN | VON OSHAR, URSINUS ° a CIVIE -ING. INH) | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenberg 34384 — Telegr.-Adresse; Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 24 26. November 1930 XXN. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 10. Dezember 1930 Pariser Salon 1930. Die Flugzeuge werden immer größer und die Anmeldungen zum Salon immer zahlreicher. Um alle Aussteller unterzubringen, mußte in diesem Jahre die Gallerie für die Unterbringung von Flugzeugen her- angezogen werden. Schwierig gestaltete sich das Einbringen der Groß- flugzeugteile. Zu diesem Zwecke mußten die Haupttore abmontiert n ERRETN BF R ARTE — ii mL _ werden, um große unzerlegbare Teile von Riesenflugzeugen in die EN I EITT TE AR IDG \ LU NORNTZOND, N | Halle zu bringen. x \ ) * Am 29. Nov. wird der Präsident der französischen Republik die Ausstellung um 10.30 Uhr vormittags besuchen. * Von den ausgestellten deutschen Flugzeugen wird das Dornier- Flugschiff ADS TTS BL TGT GT Do. S eroßes Interesse erregen. Das Flugboot Do. S wurde auf dem Luft- wege, dem Rhein folgend, über Amsterdam, der Maas entlang nach Paris überführt, wo es bereits am 16. Nov. in dem Bassin von Suresnes auf der Seine wasserte und von wo es nach dem Salon gebracht wurde. Das Flugboot Do. S, etwas kleiner als der Do. X, hat 31 m Spann- weite und eine Gesamtlänge von 28 m, Leergewicht 10 t. Zum Betrieb LA N D- U N DD Ze E | dienen 4 Hispano-Suiza-Motoren von je 600 PS, welche über dem . Flügel wie beim Do. X in Tandem angeordnet sind. Geschwindigkeit _ SEEFLUGZEUGE| N bringt auf seinem Stand im Vergleich zu seinen modernen Typen das | Flugzeug, mit weichem er am 21. Juli 1909 den Kanal überquerte. Da- WARNEMÜNDE - BERLIN | R | EEE EEE _—ı; Beachten Sie nächste Nummer Nr. 25 Flugsport vom 10. Dez. Enthält: Ausführlichen Bericht „Pariser Salon“ mit Zeichnungen und Abbildungen, englischen Stahlflugzeugbau mit 25 Abbildungen, Segelflugstart in der Ebene, neues Verfahren u.a. Mm, Bleriot Seite 408 „FLUGSPORT“ Nr. 24 neben steht ein großer Verkehrseindecker Typ Bleriot 125 mit zwei Hispano Suiza von je 500 PS. Die beiden Motoren mit Zug und Druck- schraube und dazwischen liegendem Führerraum sind in der Mitte des Flügels verlagert. Zu beiden Seiten befinden sich zwei Rümpfe, die hinten das Leitwerk tragen. Die Rümpfe, enthaltend je eine Kabine für 6 Passagiere, sind bis auf das Fahrgestell tief herabgezoren. Durch diese Anordnung soll die Sicherheit beim Landen erhöht werden. Die beiden Rümpfe können gleichzeitig als Schwimmer ausgebildet wer- den. Spannweite 29,4 m, Höhe 4 m, Länge 13,8 m, Flügelinhalt 100 m?, Leergewicht 3930 kg, Gesamtgewicht 6300 kg, maximal Geschwindig- keit 205 km/h, fliegt mit einem Motor in 1000 m Höhe. Weiter sieht man den Spad-Einsitzer 91 mit zwei M. G. s., Motor 500 PS Hispano-Suiza. Dieser Metall-Doppeldecker, mit Leinewand bespannt, zählt in Frankreich zur Klasse der leichten, besonders wen- digen Jagdflugzeuge. Spannweite 8,65 m, Höhe 2,72 m, Länge 6 30 m, Flügelinhalt 22,2 m?, Leergewicht 1132 kg, Gesamtgewicht 1497 kg, Geschwindigkeit in 4000 m Höhe 270 km/h, Steigzeit auf 4000 m in 7 Min. 48 Sek., Gipfelhöhe 8500 m. Das Sanitätsflugzeug Guillemin, ein freitragender Eindecker aus Halbmetall, mit einem Salmson oder Lorraine von 120 PS, ist für den Transport eines Kranken eingerichtet und besonders für die Verwen- dung in den Kolonien gedacht. Die Bahre wird durch eine breite, nach unten klappbare Tür in den Rumpf eingebracht. Der Führer des Flug- zeuges kann durch ein Fenster den Kranken beobachten. Spannweite 13,50 m, Gesamtlänge 7,70 m, Höhe 3,50 m, Gesamterewicht 980 kg, Geschwindigkeit in 2500 m 150 km/h, Gipfelhöhe 5000 m, normaler Aktionsradius 500 km. Der Bleriot-Verkehrstiefdecker 111 mit Hispano-Suiza 400 PS für 4 Fluggäste. Die Flügel haben Metallkastenholme und Holzrippen mit Leinewand bespannt. Rumpf bis auf den Motorbock Holzkonstruktion. Das Fahrwerk von großer Spurweite, hat BlErioträder mit Nabeninnen- abfederung. Spannweite 17 m, Höhe 4,030 m, Länge 10,64 m, Leer- gewicht 1600 kg, Gesamtgewicht 2700 kg, mittlere Geschwindigkeit 200 km/h, Aktionsradius 800 km. Auf Einzelheiten werden wir in der nächsten Nummer zurückkommen. Breguet zeigt als Glanzstück das „Fragezeichen“, mit welchem Costes und Bellonte den Nord-Atlantik von Paris nach New York überflogen. Pariser Salon. Bleriot-Spad-Metall-Jagdeinsitzer. Geschw. i, 4000 m 270 km. Hispano-Suiza 500 PS. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 409 Pariser Salon. Bleriot-Sanitätsflugzeug Guillemin. Ferner neben einem Runpf des Militärflugzeuges Breguet 230, den Ganzmetall-Militär-Zweisitzer Typ 270. Dieser Ganzmetall-Andert- halbdecker zeichnet sich aus durch geringsten Luftwiderstand; Ver- spannungen sind vermieden. Fahrwerkswiderstände gering. Man ver- gleiche die nebenstehende Abb. Für alle hochbeanspruchten Teile ist Stahl verwendet, für Rippen und Bedeckung Alumin. Spannweite Oberflügel 17,01 m, Unterflügel 7,58 m, Gesamtlänge 9,76 m, Höhe 3,58 m, Oberflügelinhalt 40,92 m”, Unterflügelinhalt Pariser Salon. Bleriot-Verkehrstiefdecker 400 PS Hispano-Suiza. 8,75 m’, Gesamtflügelinhalt 49,67 m?, Spurweite des Fahrgestells 3,521 m, Hauptbetriebsstoffbehälter 300 1, Zusatzbehälter 140 1, Leer- gewicht je nach) Motor 1650 bis 1750 kg, Gesamtgewicht je nach Motor 2250 kg bis 2350 kg, Höchstgewicht 2650 kg. Von weiteren Ausstellern sind zu nennen: Michel Wibault, Late- coere, Morane-Saulnier, Farman, Dewoitine, Weymann-Lepere, les Mureaux, Bleriot-A&ronautique, Schreck, Levasseur, Henry Potez, Caudron, Lior& et Olivier, C. A. M. S., Nieuport Astra, S. E.C.M,, Hanriot, Ren& Couzinet, Bernard; Motoren-Fabrikanten Hispano-Suiza, Renaalt, Farman, Salmson, Panhard-Levasso, Gnome-Rhone; Boulton- Paul, Armstrong Siddeley, Bristol, Rolls Royce; Reichsverband der deutschen Luftfahrtindustrie; Polen: Ateliers Aeronautiques d’Etat; sin Pariser Salon. Breguet-Milit.-Zweisitzer Typ 270. Seite 410 „FLUGSPORT“ Nr. 24 U.S.A.: Ford; Italien: Fiat, Romeo, Isotta-Fraschini; Tschechoslowa- kei: Wälter; Holland: Französische Fokker-Filiale. Erster intern. Kongreß für Luftsicherheit. | Der ler Congr&s International de la Securite -A&rienne findet vom. 10. bis 23. 12.1930 in Paris statt. Geschäftsstelle: Commissariat General, 23, Avenue de Messine, Paris (8e). Kongreßteilnehmer er-| halten bei französischen Bahnen und Fluggesellschaften eine Preis-| ermäßigung von 50 Prozent. due „A | Albatros L 83 mit Junkers L 5. Albatros L 83 mit Junkers-L-5-Motor. Albatros hat einen neuen nach den Rumpfobergurten abgestrebten Tiefdecker als Lastflugzeug für Verkehr- und Sonderzwecke im Auf- trag der Deutschen Verkehrsfliegerschule gebaut. Der Rumpf mit voll- ständig geschlossenem Führerraum besteht vorn aus geschweißtem. Stahlrohr und ist hinten verspannt. Flügelumriß trapezförmig, Flügel- aufbau Duralumin mit Stoff bespannt. Das hoch über dem Rumpf verlagerte Leitwerk besteht gleichfalls aus stoffbespanntem Metallgerippe. Höhenflosse im Fluge verstellbar. Fahrwerk hochgezogen, Achse mit Druckgummi-Federbeinen, Sporn lenkbar und druckgummigefedert. Das Verhältnis zwischen Rüstgewicht und Zuladung ist, wie nach- stehende Angaben zeigen, sehr günstig und gewährt einen Aktions- radius von über 3500 km. Spannweite 25 m, Länge 13 m, Höhe 3,5 m, Rüstgewicht ca. 1525 kg, Zuladung ca. 1475 kg, Flugzewicht 3000 kg, Flügelfläche 57 m?, Brennstoffanlage normal 320 I im Flügel — 5 Std. Armstrong Whitworth Stahlflugzeugbau. Vielleicht der größte Konzern der englischen Flugzeugindustrie ist die Armstrong Siddeley Development Co. Diesem von Mr. J. D. Siddeley geleiteten Konzern gehören außer der A, V. Roe and Co. die Armstrong Siddeley Motors Limited und die Sir W. G. Armstrong Whitworth Aircraft Ltd. an. Mr. Siddeley, einer der erfolgreichsten Automobil- und Flugmotorenkonstrukteure Englands baute 1902 bei Wolseley seine ersten Automobile. Später konstruierte Mr. Siddeley einen Motor für Dunnes Flugzeug und 1909 gründete er die Siddeley Deasy Motors Ltd., die spätere Armstrong Siddeley Motors Ltd. Die Firma übernahm zu Anfang des Krieges den Bau luftgekühlter 120-PS- Flugmotore. 1916 wurde der bekannte Siddeley Puma Flugmotor ge-' baut und schon 1917 lief der erste luftgekühlte Vierzehnzylinderver-' suchssternmotor mit Kompressor. Nach langjährigem Studium im Bau eigener Stahlflugzeuge entstand kurz nach dem Kriege der Siddeley- Siskin-Jagdeinsitzer. Dieser Flugzeugtyp wird heute von Armstrong.“ Whitworth Ltd. fast unverändert gebaut und in der englischen Luft-: flotte geflogen. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 411 Nach dem Kriege zeigte die Armstrong Whitworth Co. Interesse für die Siddeley Deasy Motors Limited und bald darauf übernahm Mr. J. D. Siddeley persönlich die Leitung der Flugzeugabteilung der Arm- strong Whitworth Ltd. Die Sir W. G. Armstrong Whitworth Ltd. Flug- zeugwerke in Whitley, ein Vorort Coventrys, sind mit den modernsten Maschinen für Großserienbau eingerichtet und direkt an dem großen Flugplatz gelegen. Ferner verfügt die Firma über Materialprüfungs- und aerodynamische Laboratorien mit einem großen Windkanal. Die Armstrong Whitworth Metallflugzeuge sind sämtlich ver- spannte Doppeldecker mit luftgekühlten Siddeley Sternmotoren aus- gerüstet. Der bekannteste der drei Typen, der Siskin Kampfeinsitzer, wurde 1918 zum ersten Male geflogen. Der jetzige Typ Siskin IIIB Spannw. 10,08 m, Gesamtl. 7,70 m, Höhe 2,94 m, Tiefe d. un Oberfl. 2,12 m, Tiefe d. Unterfl. 1,06 m, Flügelabstand 1,52 m, Flügelinhalt 27,07 m?. NLL_L- Abb. 1. Armstrong-Whitworth- Kampfeinsitzer Siskin. Seite 412 „TLUGSPORT“ Nr. 24 wird seit über 5 Jahren in den englischen Jagdgeschwadern verwen- det. Durch die günstige Lage des Oberdecks (Flügelhinterkante in Augenhöhe des Piloten) und die schmale untere Tragfläche hat der Führer ausgezeichnete Sicht nach vorn, oben und unten. Außer den üblichen Tragkabeln ist die untere Tragfläche vom V-Stielanschluß nach dem Fahrgestell verspannt. Es kann also beiderseitig irgendein Haupttragkabel durchschossen werden ohne jede Beeinträchtigung der Flugsicherheit des Siskins. Der Oberflügel ist zweiholmig in der später beschriebenen Stahlbauweise aufgebaut, während der schmale, kurze Unterflügel einen Stahlrohrholm aufweist. Der zweiteilige Rumpf ist in Armstrong Whitworth Stahlrohrfachwerkbauart konstruiert und zum größten Teil mit leicht entfernbaren Stoffbahnen bespannt. Das Höhensteuer mit im Fluge verstellbarer Dämpfung sowie das Seiten- IQ = S Fee==s --- N 18 Nch-i---=-----=- 220 ==-=2=2=- = 222202220 - \ AN ‘ a \ AN AN AN sr see... bg ' FAR ZN AN x Au An FAN ah "mo EnN N An /h Ya Ri FUN 1 m ©) ' ‘ 1} \ in v x ‚ N N „FE h \ \ eh ou v H N v 1 x r WON, [1 o IM \z \ q vjf N u Kae y Mi N v " “ N ’ ! up Y Dyup ı = ! \ Y M R I x I BR h ” 1 nn ” N R \ı, \ , \ H N " N IH N \ , 1 x son si + N Ps B NSS INN \ z = 4 7 va, 17 NIT 2-2 Koss = = "aa N \ vn, "7 x’ NS I! ___- -Esssssn "Sk ’ Nr? 1, \ 117 VW zseses ea... __W N N L2o A N Spanw. 11,02 m, Gesamtl. 8,92 m, Höhe 3,20 m, Tiefe d. Oberfl. 2,0 m, Tiefe d. Unterfl. 1,70 m, Flügelabstand 1,67 m, Flügel- inhalt 36,13 m?. Abb. 2. Armstrong-Whitworth- Atlas-Zweisitzer. PATENTSAMMLUNG 1930 | des ÖNRNZ Band III No.33 Inhalt: Die deutschen Patentschriiten: 478076; 507619; 508304, 857; 509880; 510383; 511076. 555. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraftantrieb, (Gruppe 3—24). b4 Pat. 510383 v. 9. 3. 29, veröff. 18. 10. 30. Dipl.-Ing. Karl Mix, Dresden. Fingzengflügel mit diüsenartigen Kanälen. Patentanspruch: Flugzeugflügel mit düsenartigen, von unten nach oben sich verengenden, schräg nach hinten verlaufen- den Kanälen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle Abb,7. auf der Flügelober- und -unterseite durch Platten verschließbar sind, die zwecks Oeffnens der Kanäle in das Innere der festen Flügelteile hineingezogen werden. b4°* 511076 v. 3. 4. 29, veröff. 25. 10. 30. Focke-Wuli Flugzeugbau A.-G., Bremen. Verfahren zum Absangen der Grenz- schicht an Fingzengflügeln. Es ist bekannt, die Auftriebsziffern von Flugzeug- flügeln durch Absaugen der Grenzschicht, besonders auf der hinteren Oberseite, zu steigern. Die prak- tische Anwendung ist bisher hauptsächlich deshalb unterblieben, weil durch die Saugvorrichtung (etwa vom Motor angetriebene Saugpumpe oder Kreisel- gebläse) zusätzliches Gewicht, Raum und Leistung erfordert wurde. Es ist zwar vorgeschlagen worden, die Absaugung olıne wesentliche Zusatzgewichte durch den Fahrtwind selbst, z. B. Venturidüsen, Saugöffnungen an Flug- zcugteilen mit hohem Unterdruck, zu bewirken. Ent- sprechende Düsen, die erhebliche Abmessungen haben müßten, verursachen viel Luftwiderstand, der die er- strebten Vorteile fraglich erscheinen läßt. Absaugung von Stellen hohen Unterdrucks aus ergibt ebenfalls ' nur einen Scheinerfolg, denn an den Austrittsstellen begünstigt man auf diese Weise die Ablösung, die man an den Absaugestellen gerade verhindern wollte. Grundsätzlich ist den angeführten Verfahren der Man- gel eigen, daß sie mehr oder weniger Strahlpumpen darstellen, deren Wirkungsgrade nur etwa 20 bis 30% betragen. Patentansprüche: 1. Verfahren zum Absaugen der Grenzschicht an Flugzeugflügeln, dadurch gekennzeichnet, daß die Ab- saugeöffnungen in den Flügeln im Bedarfsfalle mit den Ansaugeöffnungen der Vergaser der Flugmotoren verbunden werden. 2. Verfahren zum Absaugen der Grenzschicht an Flugzeugflügeln, dadurch gekennzeichnet, daß die Ab- saugeöffnungen in den Flügeln inı Bedarfsfalle mit den Ansaugeöffnungen der Vorverdichter der Flug- motoren verbunden werden. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß im Bedarfsfalle die Absaugeöffnun- gen in den Flügeln sowohl mit den Ansaugeöffnungen der Vorverdichter als auch mit den Ansaugeöffnungen der Vergaser der Flugmotoren im Parallelbetrieb ver- bunden werden, wobei sowohl die Motoren als auch die Vorverdichter in die freie Atmosphäre ausblasen. b Pat. 509880 v. 24. 2. 29, veröff. 13. 10. 30. Bayerische Flugzeuszwerke A.-G. und Dipl.-Ing. Willy Messerschmitt, Augsburg. Befestigung frei tragender Flug- zengflügel am Rumpf in drei Punkten. In Abb. 1 ist a die Seitenansicht eines Rumpfes, b der Grundriß eines dazugehörigen zweiholmigen Flügels. Der Hauptholm c trägt am Obher- und Unter- gurt je einen Beschlag d, die zugehörigen Gegenbe- schläge sind am Rumpf befestigt. Die beiden Be- schläge am Hauptholm nehmen die sämtlichen ' Bieg- kräfte auf. Ein dritter Beschlag f sitzt am Hinterholm g an beliebiger Stelle; der zugehörige Gegenbeschlag am Rumpf ist h. Der Beschlag f, h nimmt die Stirn- und Verdrehkräfte auf. Auch in Abb. 2 ist a die Seitenansicht eines Rump- fes. Der zugehörige einholmige Flügel k ist von oben gesehen dargestellt. Die die Biegekräfte aufnehmen- den Beschläge d, e sind wie bei der Ausführung nach Abb. 1 angeordnet. Der rückwärtige Beschlag I wird durch Einfügen eines Dreieckverbandes geschaffen. Bei der dargestellten Ausführung geschieht dies dadurch, Abb. ı Abb. 2 Seite 130 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 33 daß man in das zweite Rippenfeld (vom Rumpf aus gerechnet) einen Hilfsträger m legt, der einerseits zugleich mit der dritten Rippe am Holm c, anderer- seits mit der zweiten Rippe und der hinteren Wand n des Verdrehkörpers verbunden ist. Die Wand n ist kein für die Anbringung von Beschlägen geeigneter Träger, sondern nur ein Abstandsstück zwischen der oberen und unteren Haut des Verdrehkörpers und dient zugleich zum Befestigen der Haut des Flügel- endstückes. Von der Verbindungsstelle zwischen dem Hilfsträger m und der Wand n aus läuft durch das erste Rippenfeld ein zweiter Hilfsträger 0. Sein dem Rumpfe zugewandtes Ende ist mit der Anschlußrippe p verbunden. Dadurch ist der Knotenpunkt für die Befestigung des rückwärtigen Beschlages I geschaffen. Patentansprüche: 1. Befestigung frei tragender Flugzeugflügel am Rumpf in drei Punkten, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Anschlußpunkte je im Ober- und Untergurt des Hauptholmes liegen, während der dritte Anschlußpunkt an einem hinteren Holm vorgesehen ist. 2. Befestigung frei tragender Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei ein- holmigen Flügeln der den dritten Anschlußpunkt tra- gende Verband durch eine schräg zur Flugrichtung verlaufende Abzweigung vom Hauptholm gebildet wird. be& Pat. 478076 v. 13. 3. 26, veröff. 29. 10. 30. Focke-Wuli Flugzeugbau A.-G., Bremen. Um eine in der Flngrichtung liegende Achse schwenkbarer Vorderflügel für Flngzeuge. Es ist bekannt, die Seitensteuerung von Flugzeu- gen in Entenbauart durch Schwenken des Vorderflügels um eine annähernd in Flugrichtung liegende Dreh- achse zu bewirken. Hierbei ergibt sich der Uebelstand, daß der Druckmittelpunkt des Vorderflügels schon bei Eintritt geringer Abweichungen der Flugzeuglängsachse von der Flugrichtung (Schieben) in der Richtung die- ser Schiebebewegung seitwärts wandert, so daß ein Moment des Vorderfligels um seine annähernd in Flugrichtung liegende Drehachse entsteht, das für den Flugzeugführer rasch unüberwindlich groß werden kann. Der Vorderflügel dreht sich daher eigenmäch- tig weiter, und das Flugzeug kann ganz aus der Herr- schaft des Führers geraten. Die Erfindung bezweckt die Verminderung oder Be- — Fıg. ı Fig. 3 a b Fig 8 a 7 Schmid 4A-B I = i | | | Schmitt CH C-D m | Augricktleng seitigung der schädlichen Quermomente des Vorder- flügels dadurch, daß demselben die an sich bekannte negative V-Stellung und (oder) die ebenfalls an sich bekannte negative Pfeilstellung gegeben wird. Bei Auftreten eines Schiebewinkels (Kurswinkels) v (Abb. 1) würde bei einem Vorderflügel ohne V- und Pfeilstellung der Druckmittelpunkt nach der linken Flü- gelseite b wandern, also b zu heben, a zu senken suchen, indem der Vorderflügel sich um die Achse c dreht. Ist negative Pfeilstellung vorhanden, so trifft der Luftstrom infolge des Kurswinkels y auf der Flügelseite a ein besseres Seitenverhältnis und eine stärkere Wölbung an als auf der Seite b, sucht also a zu heben und b zu senken. Ist außerdem negative V-Form vorhanden (Abb. 2 und 3), so trifft der Luft- stıom die Flügelseite a auch unter einem größeren Anstellwinkel als die Seite b, wirkt also ebenfalls auf a hebend, auf b senkend. Durch geeignete Wahl der V- und (oder) Pfeilstellung kann man so die Quer- momente des Vorderflügels um die Achse c beliebig verringern oder aufheben, wie aerodynamische Ver- suche gezeigt haben. Das Wesen der Erfindung ist also darin zu er- blicken, daß die an sich bekannte Querneigbarkeit des Vorderflügels mit der an sich ebenfalls bekannten ne- gativen V- und (oder) Pfeilstellung zum Zwecke der Erzielung einer neuen technischen Wirkung, nämlich der Verminderung oder Aufhebung von Steuermomen- ten aus der Querneigungsbewegung, kombiniert wird. Es können auch unter Umständen nur Teile des Vorderflügels V- und (oder) pfeilförmig gestellt wer- den (Abb. 4 bis 6). Ferner ist es möglich, z. B. bei dicken Flügeln, nur die Oberseite (Saugseite) mit negativer V-Form zu versehen (Fig. 7); weiter z. B. bei trapezförmigem Vorderflügelgrundriß aus Gründen konstruktiver Ein- fachheit die Vorderkante gerade durchlaufen zu las- sen, während nur die Hinterkante negative Pfeilform zeigt (Abb. 8). Das Wesentliche der Erfindung ist, daß die wirksame Flügelmittellinie negative V- und (oder) Pfeilform aufweist. Patentansprüche: 1. Um eine in der Flugrichtung liegende Achse schwenkbarer Vorderflügel für Entenflugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorderflügel die an sich be- kannte negative Pfeilstellung besitzt. 2. Vorderflügel für Entenflugzeuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur Teile des Vorder- flügels die negative Pfeilstellung erhalten. 3. Vorderflügel für Entenflugzeuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorderflügel die an sich bekannte negative V-Stellung besitzt. 4. Vorderflügel für Entenflugzeuge nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß nur Teile des Vor- derflügels die negative V-Stellung erhalten. 5. Vorderflügel für Entenflugzeuge nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorderflügel oder Teile desselben die negative Pfeilstellung und die negative V-Stellung zugleich besitzen. b1 Dessau. fläche. Die Erfindung betrifft eine Anordnung von Aus- gleichflächen für Steuerruder bei Luftfahrzeugen, die einen praktisch vollständigen Ausgleich der Ruder- drehmomente bei allen vorkommenden Ruderlagen er- möglichen soll. Es ist bereits bekannt, zum Ausgleich der Rudermomente vor der Ruderfläche, und zwar ent- weder an diese unmittelbar anschließend oder in einem Pat. 511555 v. 30. 5. 28, veröfi. 1. 11. 30. Dr.-Ing, e. h. Hugo Junkers, Lnftfahrzengrnder mit Ausgleich- Nr. 33 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 131 gewissen Abstande von ihr, Ausgleichflächen vorzu- sehen, die fest mit dem Ruder zusammenhängen. Fer- ner hat man vorgeschlagen, die Ausgleichfläche für sich beweglich zu machen, derart, daß sie bei Ver- schwenkung der Ruderfläche zwangsläufig um einen in bestimmtem Verhältnis größeren Winkei verschwenkt wird, wodurch man die Ausgleichfläche kleiner be- messen könnte. Bei dieser Anordnung ändern sich die Anstellwinkel der Ausgleichfläche und des Ruders über den ganzen Verstellbereich proportional. Bei star- ken Verstellungen wird aber das an der Ruderfläche wirksame Drehmoment der Luftkräfte infolge der Druckmittelpunktwanderung auf der Ruderfläche größer als das entgegendrehende Moment der Ausgleichfläche; dies hat zur Folge, daß diese bekannten Anordnungen nur in der Mittellage und bei kleinen Ausschlagwin- keln, bis etwa 5°, einen guten Ausgleich der Ruder- momente ergeben können. Für Schiffsruder ist ferner vorgeschlagen worden, eine am Ruderende sitzende Ausgleichfläche in eine die Bedienung des Hauptruders unterstützende Stel- lung zu bringen, derart, daß das Rudermoment an- nähernd konstant bleibt. Die Erfindung besteht in der Uebertragung dieser letztgenannten, an sich bekannten Einrichtung auf Luft- fahrzeuge, wobei Nachteile, die bei solchen Schiffs- rudern vorhanden sind, vermieden und neue Vorteile erzielt werden. Bei Schiffsrudern stellen die aus prak- . tischen Gründen stets am Ende des Hauptruders anzu- bringenden Hilfsruder insofern eine Gefahrenquelle dar, als sie der ständigen Beobachtung und Wartung entzogen sind, andererseits aber leicht durch Berüh- rung mit Schwimmkörpern, mit dem Boden oder mit dem Ufer beschädigt werden können. Bei Luftfahrzeu- gen fallen diese Behinderungen fort, die Ruder sind stets frei zugänglich, leicht zu beobachten und zu warten. Ferner ist man bei Luftfahrzeugen nicht ge- bunden, die Hilfsruder am Ende des Hauptruders an- zuordnen, wo sie im Abstrom des Hauptruders liegen, wodurch ihre Wirkung leicht unregelmäßig und un- stetig wird, sondern man kann sie vor das Haupt- ruder legen oder seitwärts desselben anordnen. Patentansprüche: 1. Luftfahrzeugruder mit Ausgleichfläche, die beim Verstellen des Ruders in eine das Rudermoment aus- eleichende Stellung gebracht wird, dadurch gekenn- zeichnet, daß (das Verhältnis des Ausschlages der Ausgleichfläche zum Ausschlag des Ruders bei grö- ßBeren Verstellwinkeln des Ruders größer ist als bei kleinen Verstellwinkeln. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Ausgleichfläche bei geringen Aus- schlagwinkeln des Ruders gar keinen oder einen klei- neren Ausschlagwinkel als das Ruder besitzt, während Abb K_ Er 3 335 7 30 von einer bestimmten Verstellung des Ruders ab der Ausschlagwinkel der Ausgleichfläche mindestens an- nähernd dem Ausschlagwinkel des Ruders gleichkommt (Abb. 1 bis 10). 3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Verhältnis des Ausschlages der Aus- gleichfläche zum Ausschlage des Ruders mit zunehmen- dem Verstellwinkel des Ruders stetig anwächst (Abb. 11 und 12). 4. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Ausgleichfläche (12, 32) an einem mit dem Ruder (10, 30) starr oder durch Lenker verbundenen Hebelarm (2, 14) relativ zu diesem schwenkbar angebracht ist und von einem bestimmten Ausschlagwinkel an durch einen an dem Ruder oder Hebelarm angebrachten, einstellbaren Anschlag (5, 25) mitgenommen wird (Abb. 1 bis 6). 5. Anordnung nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß an der Ausgleichfläche (12’) eine Feder (6°) angreift, die die Ausgleichfläche in ihrer Mittellage relativ zum Ruder (10°) zu halten bestrebt ist (Abb. 7 bis 10). 6. Anordnung nach Anspruch 4 und 5, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Schwerpunkt der Ausgleichfläche durch Zufügen von Gewichten (7) in ihre Schwenk- achse (3’) gelegt ist. 7. Anordnung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch ge- kennzeichnet, daß außer der schwenkbaren Ausgleich- fläche (12) eine feste Ausgleichfläche (11) vorgesehen ist, die in bekannter Weise mit dem Ruder (10) fest oder durch Lenker so verbunden ist, daß ihr Ausschlag dem Ruderausschlag im ganzen Verstellbereich ver- hältnisgleich ist (Abb. 1 bis 4). 8. Anordnung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Schwerpunkt des Gesamtruder- systems in der Schwenkachse des Hauptsteuerruders liegt. Flugzeugunterbau (Fahrgestelle) (Gruppe 40-47). b434: 507619 v. 16. 5. 26, veröff. 20. 9. Dipl.-Ing. Edmund Rumpler, Ber- lin-Charlottenburg. WasserfiIngzeng mit schwimmfähigen Tragflächenenden. Profile, deren Unterseite eine nach vorn aufstei- gende Schräge hat, sind an sich bekannt. Ferner ist bereits vorgeschlagen worden, bei Flossen eine sich über die ganze Länge der Flossen erstreckende, nach vorn aufsteigende Schräge vorzusehen. Bei dieser bekannten Einrichtung handelt es sich um Schwimm- körper, bei denen die Schräge einen zusätzlichen dy- namischen Auftrieb erzeugen soll, der ein rasches „auf die Stufe kommen“ des Bootes erleichtern soll. Patentanspruch: Wasserflugzeug mit schwimmfähigen Tragflächen- enden, dadurch gekennzeichnet, daß diese Enden ein Profil mit nach vorn aufsteigender Schräge, d. h. hochgezogener Flügelnase, besitzen, während der übrige Teil der Tragfläche normal, d. h. mit herab- gezogener Vorderkante, profiliert ist. Abb ı Seite 132 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 33 b47?* 508857 v. 20. 9. 28, veröff. 3. 10. 30. George Louis Ren& Jean Messier, Montrouge, Seine, Frankreich. richtung für Fingzeugräder. Patentansprüche: 1. Bremsvorrichtung für Flugzeugräder, bei der erst der Druck des Flugzeugsporns auf dem Erdboden den Bremsdruck erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Bremszug des Sporns und den eigent- lichen Radbremsen eine Regelvorrichtung eingeschal- tet ist, durch welche der Führer nach Belieben das Uebersetzungsverhältnis des Bremsdruckes zur Brems- wirkung ändern kann. 2. Bremsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Sporn (9) durch ein Kabel (15) mit einem schwingbaren Bremshebel (16) verbunden Bremstvor- ist, dessen Arbeitslänge vom Führer beliebig geändert werden kann, 3. Bremsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß das vom Sporn kommende Kabel (15) an einem in einer Gleitführung (18) be- festigten Kulissenstein (17) angreift, der vom Führer verstellt werden kann. 4. Bremsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Kolben (21) der an sich be- kannten, am Sporn angeschlossenen hydraulischen Pumpe (22) einen Zylinder (24) trägt, dessen Kolben (26) mit einem Bremsgestänge verbunden -ist, wobei der Führer den Druck in dem Zylinder (24) beliebig ändern kaın. 5. Bremsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der Kolben der an sich bekannten hydraulischen Pumpe durch seine Kolbenstange @L’) mit dem schwingbaren Bremshebel (16) verbunden ist, dessen Arbeitslänge durch hydraulische Hilfsmittel (26°) vom Führer beliebig geändert werden kann. 6. Bremsvorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, ge- kennzeichnet durch den Einbau von Verzögerungsvor- richtungen oder Katarakten (27, 29) bei den hydrau- lisch gesteuerten Regelvorrichtungen. b46°*:: 508304 v. 23. 8. 29, veröfltf. 27. 9. 30. Dr. Woligang Merkel, Gräiel- fing b. München. Land- und Wasserflugzeug mit fingbootartigem Pumpf. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Flug- zeug, das vermöge der eigenartigen Form, Konstruk- tion und Stellung seiner Tragflächen und vermöge des Fehblens eines eigentlichen Fahrgestelles imstande ist, sowohl auf Land wie auf Wasser niederzugehen bzw. _ von Land oder Wasser aus zu starten. Die bisheri- gen Land- und Wasserflugzeuge versuchten das Ziel durch Einziehbarkeit des Fahrgestelles oder der Schwimmer zu erreichen und waren praktisch wegen ikrer Kompliziertheit, wegen ihres hohen Gewichtes und hohen Luftwiderstandes meist nicht brauchbar oder zu unwirtschaftlich oder mit zu vielen Gefahr- quellen verbunden. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, im schwimmfähigen Mittelteil eines Wasser- flächen, mittleren, teilweise im Rumpf liegenden Lauf- arzuordnen, so daß es nur mit einem kleinen Teil seines Umfanges aus dem Schwimmkörper hervorragt, und die seitliche Abstützung durch zusätzliche Mittel, Abb. ı wie seitliche Nebenräder oder Sporne, zu bewirken. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Flugzeuge der letztgenannten Art, verbessert diese aber durch eine zweckmäßige Ausbildung der Tragfläche, insbe- sondere ihres Profiles in der Nähe des Rumpfes, und durch die Unterteilung der Tragfläche in einen festen Vorderteil und einen daran federnd angeschlossenen hinteren Teil. Patentansprüche: 1. Land- und Wasserflugzeug mit flugbootartigem Rumpf, an diesen unmittelbar angeschlossenen, mit ihren Innenenden in das Wasser eintauchenden Trag- flächen, mittleren, teilweise im Rumpf liegenden Lauf- rad und seitlichen Stützmitteln (Nebenräder, Sporne), dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnkante der Trag- flächen in Rumpfnähe nach oben gezogen ist, derart, daß sie an der Rumpfanschlußstelle etwa in Höhe der Tragflächenoberseite liegt. 2. Land- und Wasserflugzeug nach Anspruch 1, da- durch gekennzeichnet, daß der hintere Tragflächenteil federnd am vorderen Tragflächenteil angelenkt ist. Pat.-Samml.Nr. 33 wurde im „FLUGSPORT" XXII., Heft 24, am 26. 11. 1930 veröffentlicht. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 413 ruder sind dem Flügel entsprechend aus Stahlrohren und Bandprofilen gebaut. Die Fahrgestellanordnung und Oleodämpfung sind aus Abb. 1 ersichtlich. Je nach Verwendungszweck wird der Siskin mit den ver- schiedenen Typen des Armstrong Siddeley Jaguarmotors ausgerüstet. Gewöhnlich werden zwei durch den Propellerkreis schießende Vickers M-G, Sauerstofflaschen für Höhenflüge, elektrische Beleuchtung mit Positionslampen und Heizung, Kurzwellensender und -Empfänger, vier Zehnkilobomben, eine Signalpistole mit Patronenkasten, Fallschirm, Sicherheitsgürtel und Feuerlöscher für Armeezwecke eingebaut. Zum Umschulen Kann der Siskin anstatt mit der militärischen Ausrüstung mit einem zweiten Sitz hinter dem Führersitz und Doppelsteuer ge- liefert werden. Beide Sitze haben die gleichen Instrumente. Die Flug- eigenschaften des Siskindoppelsitzers unterscheiden sich kaum von der Einsitzertype. nn Spannw. d. Oberfl. 27 m, wa Spannw. d. Unterfl. 27,45 7 m, Gesamtlänge 20,36 m, LS Höhe 6,08 m, Tiefe d. Abb. 3. Armstrong-Whit- 5 Oberfl. 3,65 m Tiete d worth-Verkehrsflugzeug Ta Unterfl. 3.04 m, Flügelab- Argosy. stand 3,16 m, Flügelinhalt 169,61 m?, Querruderin- halt 21,40 m?. Seite 414 „rFLUGSPORT“ Nr. 24 Der Atlas-Zweisitzer wird in der englischen Luftflotte für die verschiedensten militärischen Zwecke verwendet. Mit dem überkom- primierten und untersetzten Jaguar Major (510 PS in 3500 m Höhe) ist der Atlas ein ausgezeichnetes Jagdilugzeug, Auf Schwimmern zeigt er ähnlich gute Flugeigenschaften und steigt zum Beispiel auf 3000 m in 12 Minuten. Da die folgenden Beispiele für Armstrong Whitworth- sche Stahlbauweise sich im wesentlichen auf den Atlas (Abb. 2) be- ziehen, erübrigt sich eine nähere Beschreibung an dieser Stelle. Auf Bestellung der Imperial Airways entwickelte Armstrong Whit- worth den dreimotorigen Argosy Verkehrsdoppeldecker. Die normale Nutzlast bei 3,5 Std. Flugdauer ist 2200 ke. Die 1,85 m hohe Kabine bietet Platz für 20 Passagiere. Aktionsradius 5,5 Std. bei 150 km Reise- geschwindigkeit. Der Argosy hat drei Jaguar Motore und startet nach 200 m Anlauf und kann in 600 m Höhe leicht mit zwei beliebigen Mo- toren geflogen werden. Ein aerodynamisch wesentlich verbesserter Jagrdeinsitzertyp mit sehr kleinem Unterflügel absolviert zur Zeit erfolgreiche Probeflüge. (Forts. folgt.) Handley Page Verkehrsflugzeug H. P. 42 „Hannibal“. 2000 PS. Am 15. November machte das neue englische Verkehrs-Großflug- zeug von Handley Page „Hannibal“ seinen ersten Probeflug. Dieser Doppeldecker besitzt vier untersetzte Jupiter-Motoren von insgesamt 2000 PS mit vierflügeligen Schrauben, von denen zwei im Oberflügel und zwei im Unterflügel so in die Nähe des Rumpfes gerückt sind, daß die Schrauben gerade noch vorbei gehen. Die Flügel mit Metallholmen sind durch Streben im Dreiecksverband gegeneinander abgestützt. Querruder nur am Öberflügel, an der Vorderkante Schlitzflügel. Der Unterflügel ist von den Motoren nach dem Rumpf zu nach oben geführt, so daß die Kabinenfenster freie Sicht erhalten. Der Rumpf ist an der Länge des Kabinenraums aus Duralumin; die Hauptversteifung des Rumpfes liegt in einem Gitterwerk unterhalb Handley-Page-Verkehrsflugzeug H. P. 42. „Hannibal“, vier Bristol-Jupiter-Motoren. Nr. 24 .„rLUGSPORT“ Seite 415 des Fußbodens. Unterseite Leinewandbespannung. Der Führerraum mit Doppelsteuerung liegt in der Rumpfnase. Hinter dem Führerraum liegt die Funkerkabine, daran anschließend der Passagierraum mit 12 Sitzen, dann Raum für Bar, Toilette und Gepäck. In dem weiter da- hinter anschließenden Raum können noch einmal 14 Fluggäste unter- gebracht werden. Fahrwerk, zwei an den Rumpf angehängte Halbachsen mit Stoß- aufnehmern, die unter dem Motorfundament angreifen. Spornrad vom Führersitz steuerbar. Höhenruder doppelt unausgeglichen. Seitenruder dreifach mit Hilf-Druckausgleichflügeln. Die Fall- benzinbehälter für sämtliche Motoren liegen im Mittelstück des Ober- flügels. Man spricht von einem Leerbetriebsgewicht von 9000 ke und einer Zuladung von 4500 ke. Mittlere Geschwindierkeit 160 km; maximal 190 km. Do. X-Flug. Der Flug des Do. X ist im Ausland mit großem Interesse verfolgt worden. Das Flugboot startete am 14. 11. um 12.45 Uhr (MEZ) von Calshot mit Kurs auf Bordeaux. Um 14 Uhr gab Do. X durch Funk seinen Standort bei Cap Quessant an. Um 15.30 kam folgender Funk- spruch von Bord: „Fliesen entlang französischer Westküste, Stand- ort Loire inferieure in Höhe der Stadt Nantes. Wetter schlechter. Do. X und an Bord alles wohl. Treffen ca. 6 Uhr in Bordeaux ein.“ Bei Abgabe dieses Funkteleeramms befand sich das Flugschiff noch ca. 300 km von Bordeaux entfernt. Nach einem weiteren vorherigen Funkspruch, daß es an der französischen Küste anlegen wollte, was- serte das Flugschiff 13.45 (MEZ) bei Rocque de Taux in der Gironde- mündung, 30 km von Bordeaux entfernt. Am 16. erfolgte der Weiter- flug nach Bordeaux, wo der Do. X um 12.40 (MEZ) eintraf. Am 20. November flog der Do. X, nachdem er 15 Min. über Bor- deaux gekreuzt hatte, nach Spanien und landete 15 Uhr in Santander. Die spanische Hafenstadt an der Nordküste Spaniens war ursprünglich als spanischer Anlaufhafen in Aussicht genommen und hatte an Dr. Dornier nach Bordeaux eine Abordnung entsandt mit der Bitte, auf dem Fluge nach La Coruna eine Zwischenlandung vorzunehmen. Das Wetter im Golf von Biscaya war während des Fluges stürmisch und reenerisch. Am 23. 11. erfolgte der Weiterflug. Ankunft in La Coruna 14.10 Uhr (MEZ). Die Daten des Do. X mit Conqueror Motoren seien nochmals zu- sammengefaßt: Spannweite 48 m, Gesamtlänge 40,05 m, Gesamthöhe 9 m, Spannweite der Stummel 10 m, größte Bootsbreite 3,5 m, Höhe des Bootes 6,4 m, Inhalt des Bootsraumes 400 cbm, Sitze für Flug- gäste, Eintauchtiefe leer, 0,8 m, mit 50 t Gewicht 1,05 m, Flügelinhalt mit Otierrudern 454 m?, Leergewicht 29 500 kg, normales Fluggewicht 52000 kg, maximales Fluggewicht 56000 kg, mittlere Geschwindig- keit 190 km/h, maximal Geschwindigkeit 216 km/h, Startgeschw. 52 Sek., errechnete Gipfelhöhe 2100 m, PS mit Conqueror-Motoren 7200, Betriebsstoff-Fassung max. 19 000 1, Gargoyle-Mobilöl 1600 I, Gesamt- betriebsstoffverbrauch pro Std. bei größter Geschwindigkeit 1580 kg (die Jupitermotoren brauchten 1620 kg). Es ergaben sich folgende mögliche Leistungen: Leergewicht 29 500 kg, Ausrüstung 500 kg, Besatzung 1000 kg, zus.31 000 kg, dazu max. Betriebsstoff 16 500 kg, Nutzlast 4500 kg, zus. 52000 kg. Dies entspricht einer Flugdauer von 10% Std., entsprechend einer Entfer- nung von 2000 km. Seite 416 „FTLUGSPORT“ Nr. 24 Entwurf eines 18-PS-Einsitzers St 1. (Hierzu Tafel IV.) Dieser Entwurf eines leichten einsitzigen Uebungsflugzeu- ges wurde von unserem Mitglied Walter Stender für uns aus- searbeitet. Der Bau der Maschine mußte unterbleiben, da dic Durchführung unseres Arbeitsprogrammes im Segelflug den Einsatz aller Kräfte erfordert. Wir veröffentlichen daher diesen Flugzeug-Entwurf hauptsächlich, um zu zeigen, daß wir an die Möglichkeit eines derartig leichten Flugzeuges und an die Er- zielung befriedigender Flugleistungen glauben. Breslauer Modell- und Segelflugverein „Schlesischer Adler“. Es sollte ein Einsitzer für Uebungszwecke geschaffen werden, der im Bau und Betrieb denkbar billig ist und hinsichtlich der Festigkeit und der Flugeigenschaften auch in der Hand wenig geübter Führer als genügend sicher gelten kann. Die Festigkeit sollte der Beanspruchungs- gruppe S 4 laut DVL-Lastannahmen entsprechen, so daß auch die Aus- führung einiger Kunstflugfiguren zulässig ist. Für den Antrieb wurde der 18-PS-Ursinus-Motor U 2 vorgesehen, dessen geringes Gewicht und geringer Anschaffungspreis den Aus- schlag gaben. Die aufzunehmende Zuladung konnte sehr niedrig veranschlagt werden. Eine Gesamtbelastung von 95 kg sollte ausreichen, wenn für den Führer 75, für Bordwerkzeug und bewegliche Ausrüstung 5 und für Betriebsstoff 15 kg (ca. 312 Stunden) eingesetzt werden. Bei ge- ringer Abänderung des Entwurfes könnte Raum für einen Fallschirm geschaffen werden, für den die 5 kg Ausrüstung und noch 3 kg vom Be- triebsstoff fortfallen müssen. Als Baustoff wurde für den Flügel Holz und für den Rumpf Stahl- rohr gewählt. Die Gemischtbauweise ergibt für derartig kleine Ma- schinen das günstigste Gewicht bei recht geringem Kostenaufwand. Für den Aufbau schien nur der freitragende Tiefdecker geeirnet, da eine Maschine dieser Größe sonst keine günstige Unterbringung des Füh- rers ermöglicht. Bei zedröngtester Anordnung aller Teile sitzt der Führer ungefähr im Schwerpunkt, was übrigens wegen der ungleichen Führergewichte sehr erwünscht ist. Dann erfordert jedoch der Hoch- decker einen sehr hohen Baldachin, der wegen Gewicht und Luftwider- stand nicht ausführbar ist. Der aerodynamische Aufbau mußte denkbar einfach gehalten wer- den, bei der kleinen Spannweite verlangt die freitragende Bauweise keine besonders dicken Profile. Das bekannte amerikanische Profil Clark Y war zur Verringerung der Druckpunktwanderung durch Auf- biegen der Austrittskante verändert worden und wies nach amerikani- schen Messungen noch sehr günstige Werte von Auftrieb und Wider- stand auf. Dieses Profil „Clark YH“ wurde der Flügelkonstruktion zu- erunde gelegt, nur sind die inneren Flügelguerschnitte etwas verstärkt, die Äußeren dagegen entsprechend dünner ausgebildet worden. Von der Entwurfsberechnung sind im folgenden die wichtigsten Abschnitte wiedergegeben und durch Kurvenblätter ergänzt. Auf die Wiedergabe der überschläglichen statischen Berechnung von Rumpf, Fahrgestell und Flügel mußte leider verzichtet werden, da der Raum nicht ausreicht. Die statischen Berechnungen dienten zur Nachprüfung der im folgenden eingesetzten Teilgewichte. a) Gewichtsschätzung. Motor U 2 mit Schraube komplett . . . 28 kg Rumpfgerüst und Bespannung . . . . . 16 kg Rumpfausrüstung (Behälter, Steuer, Sitz). 7 kg Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 417 2 Räder 50X65 . . 2. 11ke Radgestell mit Druckfederung . sn... 5ke Spon . ... 1kg Höhen- und Seitenleitwerk 19 9m ) 0.0 4kg Flügel 64m’. . oo. 2.20 kg Flügelanschlußbeschläge nn. ökg Leergewicht . . 2. 2 222 nn... 95 kg Führer . . . nn. TS kg Bewegliche Bordausrüstung. . 5 kg Oel und Brennstoff für 3%2 Vollgasstunden 15 kg Zuladung . 2 2 2 2m mn nn nn. 95 kg b) Schwerpunktermittlung. Mit den unter a) genannten Gewichten wurde der Flugzeug- schwerpunkt für gefüllte und leere Betriebsstoffbehälter ermittelt, Es ergab sich im ersten Falle die Schwerpunktlage 11,5 cm, im zweiten Falle 6,5 cm vor Mitte Holm. Das bedeutet eine Schwankung zwischen 23 und 27 v. H. der mittleren Flügeltiefe. Die Hochlage des Schwerpunktes ergab sich zu 25 cm Ca=0, über der Flügelsehne |» ER am Rumpf. M | \ c) Stabilitäts- | berechnung. Für beide Schwer- punktlagen berechnet!z2 wurde die Stabilität um die Seitenachse. Eine Einstellung der)” Flügelsehne von + 3° und der Höhenflosse|.4 | | | von 0° wurde voraus-| | | gesetzt. A 4 m IN PH R EN Er da ul u u ae : Abb. 1 zeigt das}? zL | A x Ergebnis der Stabili- Mp tätsberechnung, auf-|_,, I _ m gezeichnet als redu- zierte Flügel- und / M |-as Leitwerksmomente abhängig vom Anstell- winkel a. Es be- deuten: NM, das Flügelmoment bei gefüllten Behältern, M; bei leeren Behältern, M,, das Höhenleitwerksmoment bei in Mittellage festgehaltenem Ruder, M, bei losgelassenem Ruder. Aus der Kurve v ist die zugehörige Gleichgewichtsgeschwindig- keit zu entnehmen. In allen Fällen ist das Flugzeug vollkommen stabil, da die Leit- werksmomente auch bei losgelassenem Ruder überwiegen. Mit ge- füllten Behältern besteht Gleichgewicht bei a = 4’ und v = 29 mis, mit leeren Behältern bei « = 8° und v = 24 m/s. Abb. 1 Seite 418 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Das reichlich überbemessene Leitwerk wird nicht verkleinert, um die Handhabung des Flugzeuges nicht zu erschweren. Ca _ 4° —-o— d) Luftwider- 42 Va mn stands-Schät- AR we zung. | 2 men 2 =r21| Bei der Berech- 7 ” nung der Wider- | Ya standsanteille wurde 0 | / berücksichtigt, _ daß | 2 IA max. &= 7,7 |außer den 6,4 m” rei- 7 ya ner Flügelfläche auch 06 | / der Rumpf an der | , VA Auftriebserzeugung 04 | / ya teilnimmt. Der Zu- “ | schlag zur Flügel- / vr fläche wurde auf 02 | / 0,4 m? geschätzt. Die Wi schädliche Stirnfläche / des Rumpfes wurde AT Era er as &e — dementsprechend um Va ' ü ’ ” 10,03 m? geringer ein- RN gesetzt. Der gesamte NEN Widerstand der nicht- tragenden Teile wurde aus folgenden Wer- Abb. 2 ten ermittelt: Bezugsiläche Widerstands- Widerstands- m? beizahl fläche Rumpf mit Motor und Sitz- ausschnitt . . .. ...0,42 0,17 0,0715 Kopf des Führers . . . . 0,035 0,15 0,0053 Leitwerk mit Verspannung . 1,90 0,02 0,0380 Fahrwerkstreben. . . . . 0,10 0,12 0,0120 Räder. . . 2 220202. 0 ‚062 0, 48 0,0297 Gesamtwiderstandsfläche 0,1565 Die Beizahl des schädlichen Widerstandes, bezogen auf die Trag- fläche, beträgt: cw = 0,1565 : 6,8 — 0,023. Abb. 2 zeigt die Polarkurve für das ganze Flugzeug und die an- genommene Zunahme von cw’ bei sehr kleinen und sehr großen An- stellwinkeln. Die Momentenkurve ist strich-punktiert eingezeichnet. Bei ca. — () hat die Momentenzahl den kleinen Wert cm = 0,03, entsprechend einer geringen Druckpunktwanderung. e) Flugleistungsberechnung. Der Leistungsberechnung wurde eine Luftdichte 0 zugrunde —_4t 8 gelegt, entsprechend rund 400 m Flughöhe. Die erforderliche Schwebeleistung wurde aus der Formel 2.0 y@. [es] N erforderlich = 75 -G FC; PS berechnet, mit einer Flächenbelastung G|/F = 28 ke/m?. Das Ergebnis ist in Abb. 3 in einer Kurve dargestellt. Danach beträgt die geringste Schwebeleistung 5 PS, ugsport“ Organ d. Flugzeugfabrikanten, d. Modell- u. Segelflug-Verb. u. Segelfliegerring. Taf. IV | Aerodyn. Fläche 6,8 m? Ya \ Leergewicht: 95 kg LE ES UL \ Zuladung: 95 kg 5160 4240 I —: 7.1 2oLiter h N 2 | Pa | N ! \ ; = .7--r0n ——— ce Seite 418 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Das reichlich überbemessene Leitwerk wird nicht verkleinert, um die Handhabung des Flugzeuges nicht zu erschweren. Ca >” 45° 1 d) Luftwider- 42 < mr stands-Schät- A je m zung. 10 | man. Sa, = 121 Bei der Berech- — 7 “ nung der Wider- | YA standsanteile wurde 0 | / berücksichtigt, daß | ja YL max. & = 7,7\außer den 6,4 m? rei- YA ner Flügelfliche auch 06__| 7 der Rumpf an der | , VA Auftriebserzeugung 04 | / Ya teilnimmt. Der Zu- “ | ’ schlag zur Flügel- / VG fläche wurde auf 02 | / 0,4 m? zeschätzt. Die | schädliche Stirnfläche A des Rumpfes wurde e— B Fr ar rE & — dementsprechend um YA ' ’ ” 10,03 m? geringer ein- N gesetzt. Der gesamte sa Widerstand der nicht- trarendenTeile wurde aus folgenden Wer- Abb. 2 ten ermittelt: Bezugsfläche Widerstands- Widerstands- m? beizahl fläche Rumpf mit Motor und Sitz- ausschnitt . 2 2 202...0,42 0,17 0,0715 Kopf des Führers . . . 0,035 0,15 0,0053 Leitwerk mit Verspannung . ...1,90 0,02 0,0380 Fahrwerkstreben. . . . . 0,10 0,12 0,0120 Räder. . . 2. 2.222..2...0,062 0,48 0,0297 Gesamtwiderstandsfläche 0,1565 Die Beizahl des schädlichen Widerstandes, bezogen auf die Trag- fläche, beträgt: cw' = 0,1565 : 06,8 = 0,023. Abb. 2 zeigt die Polarkurve für das ganze Flugzeug und die an- genommene Zunahme von cw’ bei sehr kleinen und sehr großen An- stellwinkeln. Die Momentenkurve ist strich-punktiert eingezeichnet. Bei ca. — () hat die Momentenzahl den kleinen Wert cm = 0,03, entsprechend einer geringen Druckpunktwanderung. e) Flugleistungsberechnung. Der Leistungsberechnung wurde eine Luftdichte 0 = zugrunde gelegt, entsprechend rund 400 m Flughöhe. Die erforderliche Schwebeleistung wurde aus der Formel n=%:0 8. [rs] N erforderlich = 75 G FC, a ,;| PS berechnet, mit einer Flächenbelastung G/F = 28 km? . Das Ergebnis ist in Abb. 3 in einer Kurve dargestellt. Danach beträgt die geringste Schwebeleistung 5 PS, Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 419 Die von der Schraube gelieferte Leistung wurde aus der effektiven Motorleistung (F = 18 PS bei n = 2100) und dem Schraubenwir- kungsgrad errechnet. N vorhanden =N N. 12 Nyerhanden (st(max) *6,I PS / G | Es wurde eine Schraube ausgewählt, die bein = 2100 den® 4 besten Wirkungsgrad bei v = 30 m/s auf-# weist. ‘ Bei einem Durchmesser von 1,7 7 1,3 m war ein Höchstwir- kungsgrad von 0,76 zu# erwarten. Zur Be- rücksichtigung des hö-l2 / — ' heren Widerstandes i der im Schrauben- & 10 15 20 25 Bo_v 351" strahl liegenden Flug- Abb. 3 zeugteile wurde ein um 10 v.H. verminderter Wirkungsgrad ange- nommen. N] max — (0,76 : 0,90 = 0,685 bei Zr — 0,16. Für andere Fortschrittsgrade ist n kleiner. Zwischen der bei Vollgas vorhandenen Leistung und der erforder- lichen ergibt sich nach Abb. 3 eine größte Spanne von N, = 6,5 PS als Steigleistungsüberschuß. Damit kann eine größte Steiggeschwin- digkeit Na: 6,5 a 7° Too erzielt werden. Für die ersten 1000 m beträst dann angenähert die Steigzeit: V=?7:- — 2,56 m/s 1000 t 1,05 - 60: 2,50 7 Minuten Die Leistungsabnahme des Motors ist nicht bekannt. Erfahrungsgemäß beträgt die Gipfelhöhe etwa 4000 m bei den oben berechneten Steig- veschwindigrkeiten. Die Höchstgeschwindigkeit ist durch den Schnittpunkt der Kurven N erf. und N vorh. bestimmt und beträgt 37 m/s entsprechend 133 km/h. Die Tangente vom Nullpunkt an die (N erf.)-Kurve bezeichnet die wirtschäaftlichste Geschwindigkeit und Leistung. Bei v= 25 m/s (90 km/h) sind —— Ner n. = = = 83 PS erforderlich. Beträgt der Betriebsstoffpreis 15 Pf. |PSh, so erhält man reine Betriebsstoffkosten von a 0,15 :8,3 = 1.40 Mark auf 100 km. Die Landegeschwindigkeit ist aus Abb. 3 mit 18,5 m/s abzulesen, entsprechend 67 km/h. Die Gleitzahl bei langsam laufender Schraube (Widerstand = 0) beträgt 11,7. (Schluß folgt.) Seite 420 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Inland. Verordnung über Segelilug- und Freiballonwesen vom 20. Oktober 1930. Auf Grund der $$ 25 und 33 der Verordnung über Luftverkehr vom 29. Juli 1930 (Reichsgesetzbl. I S. 363) wird nach Zustimmung des Reichsrats verordnet: A. Erlaubnis zur Führung von Segelflugzeugen und Freiballonen. $ 1. Für die Erlaubnis zur Führung eines Segelflugzeuges oder eines Frei- ballons gelten die $$ 17 bis 23 der Verordnung über Luftverkehr, soweit nach- stehend nichts anderes bestimmt ist. $ 2. An Stelle der im $ 17 Nr. 3 der Verordnung über Luftverkehr geforderten Nachweise und Zeugnisse über die Vorbildung ist dem Antrag an die Landes- behörde der Nachweis der Befähigung nach $ 3 oder 4 dieser Verordnung vor- zulegen. Der Nachweis kann entweder durch das Zeugnis eines von der Landesbehörde dafür anerkannten Ausbildungsunternehmens oder durch das Gutachten eines von der Landesbehörde bestellten Sachverständigen erbracht werden. Der Sachver- ständige muß die Erlaubnis zur Führung eines Segelflugzeuges bzw. eines Frei- ballons besitzen und ausreichende Betriebserfahrung haben. $ 3. Die Erlaubnis zur Führung eines Segelflugzeuges außerhalb eines Segel- fluggeländes kann an Personen erteilt werden, die das 16. Lebensjahr vollendet haben; der Angabe der besonderen Umstände für den Antrag gemäß $ 17 Nr. 2 der Verordnung über Luftverkehr bedarf es in diesem Falle nicht. Der Bewerber hat nachzuweisen: a) 5 Segelflüge von insgesamt 30 Minuten Dauer ohne Beschädigung des Segel- flugzeuges. Bei jedem Fluge muß die Abflugstelle mindestens 2 Minuten lang überhöht werden. Die Flüge müssen innerhalb der letzten 3 Jahre vor dem Antrag ausgeführt sein; ferner ausreichende Kenntnisse über: b) die Grundbegriffe der Segelflugzeugkunde einschließlich der Beurteilung der Verkehrssicherheit des Segelflugzeuges; c) das Verhalten während des Fluges, auch in besonderen Fällen; d) die Luftströmungen und ihren Einfluß auf die Segelflugzeuge; e) die Verkehrsvorschriften ($$ 69 bis 99) der Verordnung über Luftverkehr, soweit sie das Segelflugzeug betreffen. $ 4. Betr. Freiballonführer. $ 5. Für die ärztliche Untersuchung gilt $ 7 der Anlage 4 zur Verordnung über Luftverkehr, jedoch ist Farbenuntüchtigkeit kein Hindernisgrund für die Er- teilung der Erlaubnis. Die Landesbehörde kann bei Nichterfüllung einzelner Bedingungen im Beneh- men mit dem Arzt und dem. Sachverständigen Ausnahmen zulassen, wenn die sichere Führung von Segelflugzeugen oder Freiballonen hierdurch nicht beein- trächtigt erscheint. $ 6. Betr. Muster der Führerscheine. $ 7. Der Führer eines Segelflugzeuges oder eines Freiballons hat in Abstän- den von 3 Jahren, vom Tage der Erteilung der Erlaubnis angerechnet, der Lan- desbehörde nachzuweisen, daß er in der Zwischenzeit Segelflugzeuge oder Frei- ballone geführt hat. $ 8. Führer von Freiballonen und Segelflugzeugen, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung von einer Luftfahrtvereinigung zugelassen wurden, haben bei der Landesbehörde bis zum 31. März 1931 die Erlaubnis nach dieser Verordnung zu beantragen. Andernfalls erlischt die Erlaubnis an diesem Tage. Führer von Segelflugzeugen haben hierbei nachzuweisen, daß die Anforde- rungen gemäß $ 3 Buchstabe a innerhalb der letzten 3 Jahre erfüllt wurden. Füh- rern von Freiballonen wird die Erlaubnis auf Grund des bisherigen Führerscheins erteilt, ohne daß es weiterer Nachweise bedarf. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 421 B. Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Ausbildung von Segelflugzeugführern. $ 9. Für die Erteilung der Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Ausbildung von Segelflugzeugführern gelten die $$ 27 bis 32 der Verordnung über Luftverkehr entsprechend. An die Stelle der Anlage 5 zur Verordnung über Luftverkehr treten die nachfolgenden Vorschriften. $ 10. Die Einrichtungen und Lehrmittel von Segelfliegerschulen, die gewerbs- mäßig ausbilden, müssen folgenden Anforderungen entsprechen: 1. Die Schule soll mindestens 3 Lehr- und Uebungssegelflugzeuge besitzen. Sollen mehr als 20 Schüler gleichzeitig ausgebildet werden, so soll eine ent- sprechend größere Zahl solcher Segelflugzeuge zur Verfügung stehen. Die Segelflugzeuge müssen betriebssicher und für den Unterricht besonders geeignet sein, veraltete Bauarten dürfen nicht verwendet werden. Die Schule muß beschädigte Segelflugzeuge schnell instand setzen und zer- störte bald ersetzen können, damit eine fortlaufende Ausbildung gewähr- leistet ist. . Für je 20 Schüler soll ein Lehrer vorhanden sein. . Die Schüler müssen die einzelnen Teile eines Segelflugzeuges und die zur Instandhaltung erforderlichen Arbeiten kennenlernen können. Für den theoretischen Unterricht müssen die notwendigen Lehrräume, Lehr- mittel und Lehrbücher vorhanden sein. 4. Die Benutzung eines geeigneten Uebungsgeländes muß gewährleistet sein. Die geringen Erfahrungen der Flugschüler müssen bei der Auswahl berück- sichtigt werden. 5. Für sofortige Unfallhilfe müssen die erforderlichen Maßnahmen sichergestellt sein. 6. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmers soll so groß sein, daß er seinen Verpflichtungen gegenüber den Schülern jederzeit nachkommen kann. $ 11. Der Ausbildungsleiter und die Fluglehrer einer Segelfliegerschule müs- sen ausreichende Erfahrung in der Führung von Segelflugzeugen besitzen und ihre Befähigung durch ein Gutachten des Sachverständigen nachweisen: sie sollen tun- lichst im Besitze der behördlichen Erlaubnis zur Führung von. Segelllugzeugen sein. Für den theoretischen Unterricht müssen die entsprechenden Lehrkräfte ver- pflichtet sein, wenn Ausbildungsleiter und Fluglehrer diesen Unterricht nicht selbst erteilen können. Ein Wechsel des Ausbildungsleiters und der Fluglehrer ist der Landesbehörde anzuzeigen. $ 12. Schüler dürfen erst aufgenommen werden, wenn sie durch ein ärztliches Zeugnis ihre Eignung entsprechend 8 5 nachgewiesen haben. Minderiährige Schüler haben die schriftliche Erlaubnis. des gesetzlichen Ver- treters nachzuweisen. Berlin, den 20. Oktober 1930. ID ws] Der Reichsverkehrsminister von Guörard. Frich Regen hat sich einen Stamer-Lippisch-Stahlrohrzögline mit einer Führersitzverkleidung von Sperrholz, ausgeführt nach der Zeichnung in Heft ?5, 1929, des „Flugsport“, gebaut. Regen hat die Maschine mit seiner Frau’ an 109 Sonnabendnachmittagen und Sonntagen ganz allein gebaut. Der „Zögling‘‘ macht, wie nebenstehende Abbildung erkennen läßt, einen sehr guten Eindruck. Zur Nach- ahnung zu empfehlen. Von Erich Regen gebauter Zögling, Führersitzverkleidung nach Flugsport Nr. 25, 1929. Seite 422 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Die Rhön-Rossitten-Gesellschafit, Frankfurt a. M., ist von der Schubertstr. 10 nach der Mainzer Landstr. 42 verzogen. Die seitherige Telefonnummer Maingau 76515 ist die gleiche geblieben. Angerstein segelte im Harz am 10. 11. 1 Std. und 1 Min. bei einer Windstärke von 15—20 Sek.Im. Das Flugzeug war ein gewöhnlicher „Prüfling“ der rührigen Magdeburger Segelflug-Vereinigung „Lüwa“, welche während ihres I1%iährigen Bestehens 19 Mitglieder durch die A-Prüfung, 5 durch die B-Prüfung und 4 durch die C-Prüfung gebracht hat. Der Start von Angerstein, einem Vorkriegsflieger, erfolgte auf dem Seeberg bei Braunschweigisch-Börnecke. Der Flugplatz der Hannoverschen Waggonfabrik mit den dazugehörigen Flug- zeughallen ist von der Stadt Hannover erworben worden, um diese als Nutz- und Zuchtviehhof zu verwenden. Ausland. Ein italienischer Geschwaderflug nach Brasilien ist in Vorbereitung. Das Ge- schwader von 12 Flugzeugen, bestehend aus 4 Staffeln, soll am 15. Dezember in Orbetello unter Befehl des italienischen Luftfahrtministers Balbo starten. Die Flugzeuge, Bombenapparate „Savoia 55° mit 4 Motoren, haben bereits im vorigen Jahre im Schwarzen Meer erfolgreiche Streckenflüge ausgeführt. Der Flug führt über Kartagena in Spanien, entlang der afrikanischen Westküste nach Bolama in Portugiesisch-Guinea, nach Ueberquerung des Ozeans nach Port Natal in Brasilien und Rio de Janeiro. K.N. IL L.M. In der ordentl. General-Versammlung der Koninkliike Neder- landsch-Indische Luchtvaart Maatschappii wurden benannt als Aufsichtsräte an- statt der ausscheidenden Herren F. P. J. Vester und E. A. Pan, die Herren Dr. C. J. K. van Aalst, der zu gleicher Zeit angewiesen wurde als Aufsichtsrats-Vorsitz, und Ir. A. Fokker. Die nach Turnus ausscheidenden H. Costerus, F. HA. Fentener van Vlissingen und P. van Leeuwen Boomkamp wurden wiedergewählt. Herbert Cremer wurde Vize-Präsident des Aufsichtsrates. Verwaltungsrat wurde A. A. Pauw und J. M. Telders gewählt. Jhr. HA. K. B. Rendorp wurde zum Direktor er- nannt und wird nunmehr mit A. Plesman die Geschäftsleitung führen. E. Enthoven wurde zum Vorsitz. und A. A. Pauw zum Vize-Vorsitzenden des Verwaltungsrates gewählt. Europarundfilug der Junkers G 38. (Fortsetzung unseres Berichtes in Nr. 23, S. 411.) Die Junkers G 38 startete am 10. 11. um 10.10 Uhr in Madrid und landete nach 2% Std. Flug in Lissabon. Am 11.11., 6.35 Uhr, erfolgte von Lissabon aus der Weiterflug. Infolge Stur- mes, starken Nebels und teilweise vollkommen geschlossener Wolkendecke mußte in Vitoria eine Zwischenlandung vorgenommen werden. Die G 38 traf dann am 13. 11., 13 Uhr, auf dem Flugplatz von Bordeaux ein. Am 14.11. erfolgte der Weiterflug nach Paris, wo sie um 14 Uhr auf dem Flugplatz Le Bourget landete. Am 17.11. machte die G 38, von Paris kommend, infolge eines von Essen gemeldeten Schneesturmes, in Köln eine Zwischenlandung. Am 18. erfolgte der Weiterflug nach Dessau, wo die Maschine um 14 Uhr auf dem Fabrikflugplatz landete. Prof. Junkers sprach dem Chefpiloten Zimmermann und Flugkapitän Bauer herzliche Worte der Anerkennung aus. Berichtigung. In der Nutzlastangabe über den Do. X in Nr. 23, Seite 391, ist statt der An- gabe „3,5 t“ „? t“ zu setzen. Die Zahl 3,5 ist versehentlich hineingeraten. = UTTNNERENNNNEEONGnan>>—>— Richtig starten! Für das gute Gelingen eines Fluges ist der richtige Start ausschlaggebend. In der Regel sind es Anfänger, die ihr mit vieler Mühe gebautes Modell durch falsches Starten aufs Spiel setzen. Oft sieht man, wie das Modell Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 423 einfach steil nach oben geworfen wird. Daß selbst der beste Apparat dann Fahrt verliert, abschmiert und Bruch macht, ist selbstverständlich. Beim „in die Luft werfen“ läuft die Luftschraube leer ab und zieht erst dann wieder, wenn es zu spät ist. Die erhoffte, größere Flugleistung bleibt aus, dafür wird in der Regel die Luftschraube zerstört. Hat sich der junge Modellsportler wo- möglich ein Flugmodell gekauft, dann wird er bestimmt die Schuld an dem Unglück dem „schlechten Apparat“ zuschieben. Zweckmäßig ist es, sein Flugmodell erst eingehend durch Star- ten vom Boden einzufliesen. Nach einigen Versuchen ist die erforderliche Fluggeschwindigkeit festgestellt. Jetzt erst gehe man zum Handstart, der natürlich größere Flugstrecken er- gibt, über. Bedingung ist: waagrecht starten. (Siehe Abbild.) Bei stärkerem Wind ist noch darauf zu achten, daß die durch die Drehwirkung der Luftschraube herun- tergedrückte Flächenhälfte vom Wind zuerst getroffen wird. Auf alle Fälle ist Anfängern zu raten, ihr Modell vor Teilnahme an Wettbewerben recht oft zu starten, möglichst auch noch bei verschiedener Windstärke. C. Möbius. Richtiger Start eines Flurzeuges Flugzeugwerft (auch mit Fliegerschule) sucht Betriebsleiter mögl. Dipl.-Ing., mit guten Fachkenntnissen u. techn. Erfahrungen in Reparatur und Ueberholung von Sport- flugzeugen. Geringe Kapitalbeteiligung u. Flugschein B erwünscht. Wohnung vorhanden. Nur energische, zielbewußte Bewerber, die durch praktische Mitarbeit das Unternehmen vorwärtsbringen, kommen in Frage. Vergütung oder Umsatzbeteiligung wird den heutigen Verhältnissen entsprechen müssen. Schriftliche Ange- bote mit Referenzen, Lebenslauf, Zeugnissen u. Gehalts- ansprüchen etc. umgehend unter „Flugwerk 2643° an die Geschäftsstelle des ‚Flugsport‘, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. I. u. Il. Band der | PATENTSAMMLUNG des „Flugsport“ Preis je RM 6.30, zu beziehen durch den Verlag „Flugsport Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Postscheckkonto 7701 A.B.C. „Skorpion“ Motor 40 PS mit Propeller, neu, 1500.— RM verkauft Gobel, Berlin, Stübbenstr.8 _ Uebernehme während des Pariser Salons Vertretung ausländischer Firmen in Paris Eilofferten unter 2644 an die Expedition des Flugsport erbeten. DKW-Flusmotor, 12-16 PS, 28 kg, nur 8 Stunden garantiertein- wandfrei zur Probe gelaufen, mit Nabe, Pro- peller, Tourenzähler, Höhen- und Geschwin- digkeitsmesser umständehalber zum Spott- preise von 450.—- RM evtl. Teilzahlung zu verkaufen. Angebote unter B.C. 123 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. Leichtflugzeug zu kaufen gesucht. Suche gleichzeitig einen ilugbegeisterten Pariner Tür Wellflug. Nur wirkliche Sportsleute wollen sich mel- den. Zu erfragen unter 2645 an die Ge- schäftsstelle des Flugsport. Das deutsche Segelfliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Klavierbegleitung, darf in keinem Verein oder Familie fehlen. Preis incl. Porto RM 1.25. Zu bez.v. Verl. „Flugsport“, Frankfurt-M., Bahnhofsplaß, Postscheckkonto 7701, Frankfurt a. M, DerneuerFlug- Mior „ATLAS“ 600-700 HP Die neueste Kreation der Fabrik WALTER, deren luft- gekühlte Motoren in der ganzen Welt wohl bekannt, ges.hätzt und benützt sind, ist der Motor WALTER- ATLAS 600/7::0 PS, bei dem eine grol’e Zahl neuer Prin- zipien und Verbessı rungen in der Konstiuktion von luft- gekıihlten Moturen angewandtist. D:eser Motor sowie die komplette Reihe der anderen luftyekünlten WALTER- Moooren ist auf em AERO-SALON zu PARIS, Stand Nr. 11, ausgestellt. Komplette Reihe der luftgekühlten Walter-Motoren: | Vexa | Venus | Mars |Rexulus Castor | Atlas Zylinder-Anzahl. . . ... 5 7 9 5 7 9 Bohrung. . 2 2 2 2 02. 105 105 105 135 135 165 Kolbenhub. . . . 2.2... 120 120 120 160 170 18) Gesamt-/ylinderinhalt . . - | 5195 | 7.273 | 9.351 11-44 | 17:03 | 34-64 Kompressions-Vırhältnis . . | 5151 | 5151 | 15:1 | 571 6:1 53:1 Nomina -Leistung . . . . » 85 10 145 185 240 600 Umdrehungszahl p. M. . . . | 1750 1750 1750 1800 1750 1900 Maximal Leistung . . . . . 9) 115 150 195 260 650 Maximal-Umdrehungszahl . . | 1800 1800 18:0 1900 1850 1950 L:istungs-Arquivalent . . . 100 125 160 210 280 7110 Bezinvırbrauch per PS/Std. . | 230 230 250 230 240 230 Oelverbrauch per PS Std,. . | 10-16 | 10-16 | 10-16 16 15-20 | 15-20 Gewicht des komp ’ett. Motors one Propellernabe. . kg 98 127 155 191 243 480 J. Walter & Cie., Prague - Jinonice - Tchecoslovaguie. f du. Mtnnusnthlltanscuontill ® ‘ I. lin. os GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. INIIIILINN Tem Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsnlatz_3 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei l4täg. Erscheinen RM 4.50 ırcı Haus. Telef.: Senckenberg 34334 — lelegr.-Adresse. Ursinus — l’ostscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nıcht mit „Nachdruck verboten” versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. .Nr. 25 10. Dezember 1930 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 24. Dezember 1930 12. Pariser Salon 1930. Von Oskar Ursinus. Interessant zu beobachten war vor der Eröffnung des Salons die Montage der großen Flugzeuge. Durch das Fehlen eines Laufkrans im Salon gestaltete sich der Aufbau der Apparate besonders schwierig. Jede Firma war gezwungen, sich ein eigenes hebezeug mitzubringen. Mit einem gewöhnlichen Dreibaum, wie diese in Paris aufgetrieben wurden, gelangten die wenigsten zum Ziele, da sie für die Hubhöhe der sperrigen Teile (Rumpf, Flügel) nicht ausreichten. Viele Firmen waren so vorsichtig gewesen und hatten sich zur Montage besonders zusammenlegbare Hebezeuge aus Holz gebaut. In Zukunft empfiehlt es sich bei dem Besuch einer solchen Ausstellung, unter allen Um- ständen eine Probemontage ohne den Fabrikskran vorzunehmen. Die Dekoration bestand, um die unruhig wirkende Hallendach- Konstruktion des Grand Palais zu verdecken, aus einem Gemisch von flachen, sich rechtwinklig schneidenden Flächen und Körpern in Grau- blau und Silber. Ueberzug des Fußbodens der Stände blau. Gänge mit braunen Kokosmatten belegt. Von besonderen Standdekorationen hatte man diesmal ganz abgesehen. Eröffnet wurde der Salon am 28. November durch den französi- schen Luftminister Laurent Eynac. Am Sonnabend, 29., erfolgte der Besuch des Präsidenten der Republik, Mr. Doumergue. Aus der Be- leitung sind neben Laurent Eynac und dem Polizeipräfekten von Paris die Gesandten der verschiedenen Länder zu erwähnen: Ritter Voopens d’Houlthust von Belgien, Col. Bone von England, General Harts und Walsh von den Vereinigten Staaten, General Piccio von Italien, Leutnant Labouchere von den Niederlanden sowie die Luft- Attaches von Polen, Serbien, Kroatien, Slovenien und der tschecho- slowakischen Republik. “ Vor der Eröffnung sah man auf dem noch leeren Stand von Ford Die Weihnachtsnummer bringt die üblichen Jahresberichte der Modell- und Segelflugvereine, sowie interessante neue Segelflugzeugkonstruktionen wie Kron- -felds Ku IV., Konstrukteur Dr. Kuppers mit Details u. a. m. Jahresberichte müssen spätestens Donnerstag, den 18.12, eingesandt sein. Seite 426 „FLUGSPORT"“ Nr. 25 das Firmenschild „Ford“. Am Tage der Eröffnung war das Stand- schild „Ford“ verschwunden. Ford war fort. Warum? Der Stand war angeblich zu klein, und um eine Mauer wegen des zu kleinen Standes durchzubrechen, gab die Ausstellungsleitung keine Erlaubnis. Dr. Heinkel war mit seiner Chefkonstrukteurgemeinde, 10 Mann hoch, zum Besuch des Salons erschienen. Sehr nachahmenswert! Ueberhaupt konnte man alle Konstrukteure von Namen antreffen. Es fehlte kaum ein Land. Auffallend war die Zunahme der ausgestellten Ganzmetallmaschi- nen. Jedenfalls wollten die französischen Firmen damit dartun, daß sie im Metallbau gegenüber den ausländischen Firmen nicht rückständig sind. Ob aber der Metallbau in kleineren Maschinen den Holzbau ver- drängen wird, bleibt abzuwarten. Alte Firmen, wie z. B. Fokker, die in Praxis auf dem internationalen Markte herrschen, haben an der Gemischtbauweise festgehalten, auch in Großflugzeugen. Flugzeuge, welche irgendeine neue Entwicklung erwarten lassen, waren im Sa- Ion nicht zu finden. Von einer Entwicklung und Pionierarbeit im Leichtflugzeugbau war überhaupt nichts zu verspüren. Auch Segel- flugzeuge fehlten vollkommen bis auf einen kleinen primitiven „ZÖg- ling“, der von einer französischen Gleitilug-Vereinigung ausgestellt war. Von Helikopteren, schwanzlosen Flugzeugen, war nichts zu sehen. Auf der Galerie befand sich der Himmel für Jungflieger. Man sah reizend aufgeschnittene vernickelte Motoren der gebräuchlichsten Ty- pen, innen beleuchtet, den Kurbelantrieb, die Ventilsteuerung, die Oelung, die Wasserkühlung, Zündeinrichtungen, man sah, wie das Gas explodierte. Und dann wunderbar lackierte Flugzeuge. J ede Bomben- und Jagdmaschine darfst du fliegen — werde Militärflieger! Hier eine Druckschrift, wie du Militärflieger werden kannst. Es kostet alles nichts. — — Da mußte ich an meine deutschen Jungens denken, die sich unter Entbehrung eine Segelkiste zusammenleimen, um sich nur ein paar Minuten von der trübseligen Erde ein paar Meter zu entfernen — um zu fliegen. In der offiziellen Ausstellung des französischen Luftministeriums hatten Heer und Marine sowie der Service Technique recht erhebliche Anstrengungen gemacht, um zu zeigen, was mit den Mitteln des Luft- fahrt-Etats erreicht worden ist. Neben vielen bekannten Sachen sah man auch viele neue, viele interessante Einzelheiten, aerodynamische Versuchseinrichtungen, fabrikatorische Hilfsmittel aller Art. Auch im Motorenbau sah man sehr viele interessante Versuchseinrichtungen. Einzelne französische Versuchseinrichtungen für Diesel-Experimente wurden zum erstenmal öffentlich gezeigt. Im Motorenbau macht sich mehr und mehr eine Standardisierung bemerkbar. Den Sternmotor mit seinem großen Stirnwiderstand hat man nicht aufgegeben zu entwickeln. Im Gegenteil, auf dem Gebiete des Dieselmotors ist man von dem Reihenmotor abgekommen und baut Sternmotoren, und zwar Hispano-Suiza und Panhard et Levas- sor den Ülerget-Diesel. Daneben sah man einen von Weißmann, Levalois, gebauten 6-Zy- linder-Diesel des englischen Konstrukteurs Coatalen mit Wasserküh- lung. Ferner auf der Galerie den bekannten Junkers-Diesel-Flugmotor mit gegenüberliegenden Zylindern, und zwar zum erstenmal in Leicht- metallausführung, während er auf der Ila in Berlin als Versuchsmotor in Grauguß ausgeführt war. Es war interessant. zu beobachten, wie 6 Mann diesen großen Motor beim Aufbauen der. Stände die Treppe der Galerie hinauftrugen. (Artikel über Motoren folgt.) Nr. 25 „rLUGSPORT“ Seite 427 Liore u. Oliviere Wibault Bootsrumpf. Dreimotor. Vom Pariser Salon: Blick in den mittleren Querflügel und den rechten Seitenflügel. Unten links über dem Flügel des „Fragezeichens“ mit der Kokarde sieht man die Luftdroschke Weymann Lepere, Flügel verspannt, mit über dem Flügel liegendem 6-Zylinder-Fiat-Motor. Rechts unten Hochdecker mit gestreiften Flügeln Morane-Saulnier, schräg nach links oben Morane-Saulnier-Jagdeinsitzer, darüber F.B.A.-Schreck-Flugboote mit hochziehbarem Fahrgestell. Oben rechts sieht man das Zweirumpf-Verkehrsflugzeug von BlEeriot. Seite 428 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Der Clerget-Diesel-Motor von Panhard et Levassor hat 120 mm Bohrung und 130 mm Hub; Leistung 120 PS, Gewicht 220 kg. Der Clerget-Diesel-Motor von Hispano-Suiza hat 130 mm Boh- rung und 178 mm Hub, 2 — 16, Leistung bei 1800 Umdrehungen 250 PS, Gewicht 310 kg. Die Entwicklung des Fahrwerkes bewegt sich je nach Zweck des Flugzeuges in bestimmter Richtung. Bei Amphibienflugzeugen dient z. B. das hochziehbare Fahrgestell dazu, dieses aus dem Wasser zu bekommen. Bei Hochgeschwindigkeitsflugzeugen hingegen soll der Luftwiderstand verringert werden. Für hochziehbare Fahrgestelle gibt es eine große Anzahl Lösungen. Meistenteils wird das Hochziehen von Hand bewirkt, wie bei Schreck (vgl. untenstehende Abb.), bei welchem das Federbein a durch eine Stange b gehoben, welche innerhalb des Bootes verlagert ist, und durch einen Kniehebel arretiert wird. Für eroße schwere Fahrgestelle scheint eine pneumatische Betätigung, wie sie F. B. A. verwendet, sehr praktisch zu sein. Der Zylinder des pneumatischen Federbeins a enthält einen Kolben, in welchen ein- fach Preßluft durch die Rohre b, c wechselseitig gedrückt wird. Bei den übrigen Ausführungen der hochziehbaren Fahrgestelle zur Beseitigung der Widerstände des Fahrgestells müssen die Fahr- eestellteile in Flügel oder Rumpf so hoch gezogen werden, daß sie verschwinden, wie z. B. die an anderer Stelle beschriebene Ausführung an dem dreimotorigen Flugzeug von Rene Couzinet. Das hochziehbare Verschwindfahrwerk von Bleriot besteht aus einer V-förmigen Strebe, die seitlich durch eine dritte Teleskopstrebe mit Arretiervorrichtung c fixiert wird. Die sämtlichen drei Streben werden durch Seil d durch eine genau passende Aussparung im Flügel hineingezogen. Die Abfe- derung liegt in der Nabe des Rades. Der Abfederung der Räder und Ausrüstung mit Bremsen ist in letzter Zeit besondere Beachtung geschenkt worden. Die Konstruk- tion von Bremsen ist eine kleine Wissenschaft für sich geworden. Es genügt bekanntlich nicht, einfach das Fahrwerk mit Bremsen zu ver- sehen. Die Einrichtungen müssen so ge- troffen sein, daß in dem Moment, wo der Schwanz des Flugzeuges sich vom Boden erheben will, die Bremswirkung sich auto- matisch ausschaltet. Die Entwicklung die- ser Spezialbremsen spiegelt sich gerade in den letzten Patentanmeldungen. Im Pa- riser Salon waren verschiedene Bremsen vorhanden, jedoch wurde deren Einrichtung nicht gezeigt. _— Fr Schreck Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 429 Von den Ständen. Den Do S der Dornier-Metallbauten haben wir bereits in der letzten Nummer kurz besprochen. Die beiden Motorengondeln über den Flügeln sind mit einem kleineren Flügel von 10 m Spannweite ver- bunden. Die Besatzung kann über die Passagierräume hinweg durch Laufgänge zu den anderen einzelnen Dienstabteilungen gelangen. Die Raumausnutzung ist außerordentlich günstig durchgebildet. Im Boot liegt vorn der Kollisionsschott, enthaltend die nötigen Hilfseinrich- tungen, anschließend der Gepäckraum, Fluggastraum mit 12 Sitzen, weiter Vorzimmer und Garderobe, Toilette W. C., Bibliothek und Apotheke, darauf einen weiteren Fluggastraum für 10 Fluggäste und Küche. Die Hauptbetriebsstoffbehälter liegen in den Flügelstummeln zu beiden Seiten außerhalb des Bootes. Besatzung normal: 2 Führer, 1 Mechaniker, 1 Funker, Spannweite 31 m, Länge 25,75 m, Höhe über alles mit laufenden Schrauben 7,85 m, Hauptflügeltiefe 5,8 m, Gesamtflächeninhalt 209 m’. Die Bayerischen Flugzeugwerke zeigen das Siegerflugzeug des Internationalen Rundflugs 1930, das Baumuster BFW M 23c mit Argus-As-8-Motor. Das Höhenruder ist bei diesem Typ nicht durchlaufend, so daß das Seitenruder nach unten durchtritt. Junkers-Flugzeug-Werke haben den Junkers-Junior ausgestellt, teilweise aufgeschnitten, und zwar die eine Seite mit Fahrwerk und die andere mit Schwimmern. Preis RM 16 200.— ab Werk. | Heink>l, Rohrbach. Klzmm haben ihre Typen im Modell zur Schau gestellt. Propelterwerk Heine zeigt seine Leistungsfähigkeit in Groß-Holzpropellern 2- und 4-flügelig. Vom Pariser Salon: Stand Dornier Do S von vorn und der Seite gesehen. Unten Stand Fokker F XI mit drei 450-PS-Jupiter-Motoren. Seite 430 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Die Stände der deutschen Abteilung. Stand 13. Die Bayerischen Motorenwerkz A.-G. sind mit ihrem wassergekühlten 12-Zyl.-V-Motor vertreten, welcher von März bis Juni seine Musterprüfung erledigt hat. Zylinderbohrung 160 mm, Hub 190 mm, größte Länge mit Getriebe 2025 mm, Breite 864 mm, Höhe 1045 mm. Gewicht ohne Getriebe und Nabe, trocken 555 ke, mit Getriebe 59 kg mehr. Luftschraubennabe 16 kg, Oelinhalt des Motors 6 kg, Wasser 20 kg, Höchstleistung 690 PS, Dauer- belastung 600 PS. Betriebsstoffverbrauch 228 &/PS h, Oel 5,5 g/PS h. Den Hornet-Motor haben wir bereits im „Flugsport“ 1928, Nr. 11, S. 173 ff. beschrieben. Siemens & Halske A.-G. Flugmotorenwerk zeigt die Motorenmuster Sh 13a und Sh 20. Siehe diese „Flugsport“ 1929, Heft 13, Tafel IV, und „Flugsport“ 1930, Heft 9, Seite 156 fl. Durch Ersatz der bisher verwendeten Kugellager am Haupt- pleuelkopf durch Weißmetallgleiter konnten die Drehzahlen und Leistungen erheblich gesteigert werden. Max. Drehzahl im Horizon- talflug 1900 U/Min., Höchstleistung 88 PS, Dauerflug 1800 U/Min., Dauerflugleistung 75 PS. Hochdruckschmierung 4 Atm. Durch Verwendung von Elektron beträgt das Gewicht trocken nur noch 102 kg. Der Sh 20, ein Neun- Zyl.-Sternmotor, Gesamthubraum 31,5 1, hat eine Spitzenleistung von 560 PS. Er wird ohne und mit Farman-Getriebe 2 :1 geliefert. Askania-Werke A.-G., Berlin-Friedenau, zeizen eine Reihe auszeführter Geräte und Abbildungen solcher für die verschiedensten Aufgaben in der Luftfahrt, Flugtechnik und Wet- terkunde. Ferner ist eine Universal-Kino-Kamera aufgestellt mit Hilfs- einrichtungen, wie sie für Sport- und Flugaufnahmen in Frage kommt. In der Gruppe der aeronautischen Instrumente findet der pneuma- tische Askania-Fernkompaß besonderes Interesse, der jetzt als voll- endetes Standardmodell anzusprechen ist. Neu sind Wendezeiger und Doppelkreisel, während die bekannten Dosengeräte, wie Höhen- und Fahrtmesser, und Kompasse für Führer und Beobachter weitere Ver- Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 431 besserungen aufweisen. In der Zusammenstellung zu Instrumenten- brettern geben sie bei geringem Gewicht und wenig Raumbedarf dem Führer eine einzigartige Uebersicht über den Flugzustand. Die Aufgaben in der Flugtechnik führten zur Schaffung der ausge- stellten Zenitkamera, die eine unmittelbare Registrierung der Flug- eirenschaften, also der Geschwindigkeit, der Höhenbestimmung und des Verhaltens von Flugzeugen in Kurven, gestattet. Neue Ballon- theodolite, zum Teil für ähnliche Zwecke bestimmt, finden auch in der Meteorologie weitgehende Anwendung. Hierhin gehören weiter Wind- meßanlagen, Gewitterwarner und ähnliche Apparate. Der Andrang zum Stand der Askania-Werke ist außerordentlich stark. Promi- nente Persön- lichkeiten aus allen Ländern lassen sich die interessanten Instrumente vorführen. So zeigte der Ozeanflieger Costes vor al- lem für den Fernkompaß ein starkes, persönliches Interesse und bedauerte nur, auf sei- nem ÖOzean- flug diese Ein- richtung nicht benutzt zu haben. Die Aus- stellung der Askania- Werke ver- mittelt einen lebendigen Eindruck von der Entwick- lung fein- mechanischer Instrumente für die Aero- nautik und Meteorologie und kenn- zeichnet da- mit die füh- rende Stel- lung Deutsch- lands auf die- sen Gebieten. Im Vordergrunde der Stand Dornier mit Do S, dahinter dreimotoriger Caudron. Seite 432 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Die Societe des Avions Henri & Maurice Farman gruppiert auf ihrem Stand vier Flugzeuge. Der Farman F 300 ist ein Dreimotor dreimal 230 PS, Kabinen- hochdecker, abgestrebt. Ein Motor in der Rumpfnase, die beiden ande- ren unter den Flügeln. Spannweite 19,08 m, Länge 13,35 m, Höhe 3,20 m, Flügelinhalt 66 m’, Flügelbelastung 68,6 kg, Leistungsbelastung 6,5 kg, Fluggewicht 4530 kg. Start 180 m, steigt in 3 Min. 826 m, Aus- lauf 205 m. Der Farman F. 190 ist eine schnelle viersitzige Limousine mit 230 PS Salmson, in Gemischtbauweise, Leinewand bespannt. Spannweite 14,10 m, Länge 10 m, Höhe 3 m, Flügelinhalt 40 m’, Fluggewicht 1800 Farman- Limousine _ Typ | _800 | 190 97000 pe 147100 —- Salmson 230 PS. kg, Geschw. am Boden 200 km/h, mittlere Geschw. 170 km, Preis 207 000 Fr. Klein-Touren- und Schulflugzeug F 200. Gemischtbauweise, Hoch- decker mit Baldachin, abgestrebt, Spannweite 11 m, Länge 9 m, Höhe Farman- Typ ——_1L 200. | 1 I IRM il lv 2 N) T - Bar 2,6 m, Flügelinhalt 25 m?, Fluggewicht 1000 kg, mittlere Geschw. 140 km, Aktionsradius 500 m, Motor Salmson 120 PS, Betriebsstofiver- brauch 35 I/h. | Farman Tiefdecker F 231, 100 PS Renault, Reihenmotor. Vierzyl., Holzbauweise, Flügelenden scharf abgeschnitten. Spannweite 9,11 m, Länge 6,15 m, Höhe 2 m, Flügelinhalt 14,25 m’, Fluggewicht 650 kg, mittlere Geschw. 160 km, Aktrionsradius 600 km. Preis 62 000 Fr. Henry Potez baut in Ganzmetall sowie in gemischt Holzarbeit. Der Potez 36 ist ein Tourenilugzeug, ein abgestrebter Hochdecker, Sitze nebeneinander, mit geschlossener Kabine. An der Flügelnase befinden sich feste Schlitzflügel „Bec de Securite“, Sicherheitsschnabel. Diese Sicher- Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 433 Vom Pariser Salon: Henry Potez, Schlitzflügel des Tourenflugzeugs Typ 36. heitsschnäbel sind bereits 1913 von M. Constantin gefühlsmäßig vor- geschlagen worden. Ueber die Wirkungsweise konnte sich damals Constantin keine klaren Vorstellungen machen. Zu dieser Zeit war bereits bekannt, daß, wenn man z. B. einen Fallschirm mit einer Oeff- nung versah, die Sinkgeschwindigkeit kleiner wurde und die Pendel- schwingungen des Fallschirmes abnahmen. Mit anderen Worten, man fühlte damals schon, daß man dem Abreißen der Luftwirbel durch Nachführen von Luft begegnen mußte. Dieser zweisitzige Eindecker ist mit 95-PS-Renault-Vier-Zylin- der ausgestattet. Spannweite 10,44 m, Länge 7,69 m. Höhe 2,47 m. Flügelinhalt 20 m’, Fluggewicht 762 kg, Horizontalgeschw. am Boden 150 km/h, auf 3000 m in 9 Min. 30 Sek. Gipfelhöhe 4000 m. Potez Typ 39 A2, Erkundungsflugzeug, Ganzmetall, Flügelprofil Clark Y H, gutes Seitenverhältnis, Flügelenden stark abgerundet. | Vom Pariser Salon: Oben zweisitziges Potez-Kabinen-Tourenflugzeug, Typ 36, mit Motor 95 PS Re- nault, luftgekühlt. Unten Typ Potez 39 A2, Ganzmetall-Erkundungsflugzeug. Seite 434 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Rumpf ganz aus Duralumin, Bedeckung wie beim Flügel, gesickte Aluminiumstreifen. Fahrgestell V-förmige, am Rumpf angelenkte Halb- achsen, mit Federbeinen gegen die Oberseite des Rumpfes abgestrebt. Motor Hispano 500 PS Type 12 Hb. Spannweite 16 m, Länge 10 m, Höhe 3,40 m, Flügelinhalt 35 m?, Fluggewicht 2250 kg, Horizontalge- schwindigkeit am Boden 239 km/h, auf 3000 m in 9 Min. 16 Sek., Gipfelhöhe 7700 m. Potez 40, für den Gebrauch in den Kolonien bestimmt, Ganzmetall, drei Motoren, Salmson Type 9 ab. Flügelprofil Clark Y H. Spannweite 18,50 m, Länge 14,40 m, Höhe 3,45 m, Flügelinhalt 63 m?, Fluggewicht 4220 kg, Horizontalgeschw. am Boden 213 km/h, auf 3000 m in 14 Min., Gipfelhöhe 5500 m. Bleriot-Steuersäule für zwei Führer im Ver- kehrsflugzeug. Die bei- den Handräder sind durch Kette und Kettenrad mit- einander verbunden. Vor- teil: geringes Gewicht und Möglichkeit, unter i ' dem rechten Steuerrad in i i den Rumpfvorderteil zu u) Li gelangen. Die niederländische Vliegtuigeniabrik und ihre französische Schwesterfirma die Societe Commerciale Aeronautique zeigt zwei Typen, den Fokker F XI, ein Verkehrsflugzeug mit drei Gnome-Rhone-Jupiter-Motoren von 450 PS für 2 Führer und 20 Flug- gäste. Spannweite 24,14 m, Länge 19,30 m, Höhe 4,80 m, Flügelinhalt 103 m’, Spurweite des Fahrgestells 7 m, Länge der Kabine 5,70 m, Breite 2,10 m, Höhe 1,90 m, Kabineninhalt 23 m’, Leergewicht 5450 kg, Zuladung 3550 kg, Gesamtgewicht 9000 kg, max. Geschw. 210 km/h, mittlere Geschw. 173 km/h, min. Geschw. 108 km/h, Gipfelhöhe 4400 m. Ferner befindet sich noch auf dem Stand, vergleiche Seite 429 Abb., der Fokker C VIII W mit 450 PS Lorraine. Diese Maschine ha- ben wir bereits in Nr. 8 des „Flugsport“ 1930 auf Seite 137 ausführlich beschrieben. Viel beachtet wurde der dreimotorige Eindecker Rene-Couzinet mit hochziehbarem Fahrgestell. Die Räder sind an v-förmigen Halb- achsen angelenkt (vergleiche die Abb.) und verschwinden beim Foch- ziehen in Aussparungen hinter den seitlichen Motorengondeln. Bei hoch- Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 435 Vom Pariser Salon: Dreimotoriger Tiefdecker Ren& Couzinet mit hochziehbarem Fahrgestell. gezogenem Fahrgestell vermehrt sich die Geschwindigkeit um 12 km. Rumpf Holzkonstruktion ganz mit Sperrholz beplankt. Der Rumpf läuft hinten in fast gleichbleibender Höhe in das Seitenleitwerk aus. Die beiden Führersitze liegen nebeneinander, dahinter zwei Fluggastsitze. Leergewicht 980 kg. Zuladung 400 kg, Max. Geschw. 153 km, normal 150 km, Landegeschwindigkeit 65 km. Preis 285 000 Fr. Das Glanzstück auf dem Stand von Lior& und Olivier bildet ein halbfertiger Metall-Bootsrumpf des großen Transatlantik- Wasserflugzeuges Le OH 27. Ueber dem Mittelstück des dreiteiligen Flügels sind zu beiden Seiten des Rumpfes je zwei 650-PS-Hispano- Suiza-Motoren mit Zug- und Druckschraube eingebaut. Im Salon war nur das Mittelstück (vergl. die Abbildung 427 oben) zu sehen. Unter dem Flügel des Mittelstücks sind auch die beiden Stützschwimmer angebracht. Spannweite 37 m, Länge 21,50 m, Höhe 6,50 m, Flügelinhalt 180 m”, Gesamtgewicht 17300 kg, Leergewicht 9000 kg, Zuladung 8300 ke. In letzterer sind eingerechnet 6950 kg Betriebsstoff, 320 kg für Be- satzung und 600 kg für Passagiere und Fracht. Das andere ist Ge- wicht für die Ausrüstung. Mittlere Geschwindigkeit 200 km/h, am Bo- den 225 km, Gipfelhöhe 3000 m, Aktionsradius bei 50 m Gegenwind 3200 km, bei Windstille 4000 km. Le O 203 ist ein viermotoriger Bombendoppeldecker mit Zug- und Druckschraube. Der Vorgänger-Typ Le O 20 hatte 22,20 m Spann- weite. Beim ausgestellten Typ 203 ist die Spannweite größer, Gesamt- länge 14,77 m, Leergewicht 4004 kg, Fluggewicht 6600 kg, Maximal- geschwindigkeit 195 km, Steigfähigkeit auf 2000 m in 9’ 45”, Gipfel- höhe 5400 m, Aktionsradius 1100 km. Das Amphibienflugboot Le OH 22 mit freitragenden Flügeln und seitlichen Stützschwimmern ist für vier Fluggäste bestimmt. Der 230- PS-Salmson-Sternmotor liegt über dem Flügel. Rumpf mit Flügelmittelstück Metall, Ansatzstücke Holzkonstruk- tion, Spannweite 15,94 m, Länge 10.70 m, Höhe 3,85 m, Flügelinhalt 33 m?. Leergewicht 1340 kg, Fluggewicht 1800 kg, Geschwindigkeit am Boden 170 km/h, Steigfähigkeit auf 2000 m in 16° 30”, Gipfelhöhe 4000 m, Aktionsradius bei Windstille 650 km. Die Societe Generale Aeronautique vereinigt folgende Firmen: Nieuport, Lorraine, Hanriot, C. A. M. S., Lathan, S,E. C.M. und S. A.B. (Societe Aöron. Bordelaise). Der Stand von Nieuport Delage enthält drei Flugzeuge, einen Verkehrs-Ganzmetallhochdecker, Typ 540 mit 600-PS-Lorraine-Motor. Schraube untersetzt. Spannweite 23,40 m, Seite 436 „FLUGSPORT"“ Nr. 25 Länge 15 m, Höhe 3,80 m, Flügelinhalt 60 m?, Leergewicht 2250 kg, Flugzewicht 3850 kg, Geschwindigkeit am Boden 214 km, in 1000 m 210 km, in 3000 m 198 km, Lande 101 km, mittlere 196 km,, Steigfähig- keit auf 500 m in 3’ 41”, auf 1000 m in 7’ 15”, auf 3000 m in 26’ 43”, Gipfelhöhe 4660 m. Nieuport Delare Typ 540. Einen sehr guten Eindruck macht der Typ 641, Icar& III mit Dop- pelsteuerung und vier Sitzen. Motor Lorraine 300 PS. Dieser Stern- motor kann durch Lösen von zwei Bolzen abgeklappt werden. Rumpf Sperrholz beplankt. Flügel und Grundriß fast elliptisch mit druckpunkt- festem Profil. Spannweite 15,40 m, Länge 9,45 m, Höhe 3,99 m, Flügel- inhalt 31 m?, Leergewicht 1100 kg, Fluggewicht 1800 kg, Aktionsradius 760 km, Geschwindigkeit am Boden 210 km, Lande 90 km, mittlere 170 km, Steigfähigkeit auf 1000 m in 6’, auf 2000 m in 14° 40, auf 3000 m in 29’, Gipfelhöhe 4800 m. Der Jagdeinsitzer Typ 82, ein Anderthalbdecker, ist mit dem neuen 500-PS-Lorraine-,,Petrel“-Motor ausgerüstet. Spannweite 12 m, Länge 7,50 m, Höhe 3 m, Flügelinhalt 28 m?, Leergewicht 1200 kg, Flugge- wicht 1600 kg, Aktionsradius 520 km, Geschwindigkeit am Boden 271 km, in 6000 m 264 km, Steigfähigkeit auf 1000 m in 17 29 , auf 3000 m in 5’ 9”, auf 5000 m in 10’ 20°, auf 7000 m in 19’, Gipfelhöhe 9450 m. Die S.E.C.M. baut seit drei Iahren den Amiot 140-M, ein Ganzmetall-Schlacht- und Bombenflugzeug mit zwei 700-PS-Lorraine-,Orion“-Motoren (siehe die nebenstehende Abbildung). Flügel dreiholmig. Fahrgestell zwei ver- kleidete Halbachsen, am Rumpf angelenkt und gegen die Motoren mit- tels Federbein abgestützt. Räder tropfenförmige Verkleidung. Die Ver- Amiot 140. kleidung der Motoren macht einen sehr guten Eindruck. Spannweite 24 46 m, Länge 17 m, Höhe 3,50 m, Flügelinhalt 100 ım?, Leergewicht 4200 ke, Aktionsradius 800 km, Geschwindigkeit am Boden 242 km/h, in 5000 m 235 km/h, Fahrgestell 85 km/h, Steigfähigkeit auf 1000 m in 2’ 2”, auf 4000 m in 15° auf 5000 m in 17 3, Gipfelhöhe 8000 m. Das Amphibien-Flugboot | C.A.M.S. 80 Gemischtbauweise, hochziehbares Fahrwerk, seitliche Stütz- schwimmer:; die Ansatzflügelstücke sind stark nach oben V-förmig ge- stellt. Flügelgerippe Metall, Holme gezogenes Stahlrohrprofil, mit Lein- wand bedeckt. Die Flügel sind bis zu den Ansatzstücken verspannt, die Ansatzstücke freitragend. Aufbau des Rumpfes in nicht oxydierbarem Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 437 Flugboot C.A.M.S. 80. Vedal, hochbeanspruchte Teile aus rostfreiem Stahl. Die Motorachse ist von der Seite gesehen nach vorn schräg nach oben geneigt. Spannweite 24,6 m, Gesamtlänge 12,95 m, Höhe 5,10 m, Flügel- inhalt 62,24 m?, Gesamtgewicht als Amphibienflugzeug 4125 kg, Leer- gewicht 2775 kg, errechnete Leistungen: Geschwindigkeit 205 km, Gip- felhöhe 6500 m, Steigfähigket 1500 m in 10, Aktionsradius 1300 km. Hanriot d. S. G. A. ist mit zwei Typen vertreten. Lorraine-Hanriot L. H. 10 ist ein abgestrebter Hochdecker, Dop- pelsitzer für Schulbetrieb mit Lorriane-Sternmotor 100 PS. Flügel von elliptischer Form, Duraluminholme mit Sperrholzrippen, Leinewand be- deckt. Rumpf bis hinter den Sitz Sperrholzbeplankung, hinten Leine- wand. Fahrwerk, Halbachsen, Abfederung durch Oleo-Stoßaufnehmer (siehe die Abbildung). Spannweite 11,90 m, Länge 7,43 m, Höhe 2,80 m, Flügelinhalt 22 m?, Leergewicht 575 kg, Fluggewicht 850 kg, Geschwindigkeit am Boden 147 km/h, in 1000 m 140 km/h, Steigfähigkeit auf 1000 m in 7 Min., auf 2000 m in 17 Min., Gipfelhöhe 3900 m. Hanriot L. H. 431 mit Lorraine-240-PS-Sternmotor ist als Funker-, "Bomben- und Photographierflugzeug gebaut, mit Doppelsteuerung als Schulflugzeug für Akrobatik. Spannweite Oberflügel 11,40 m, Unter- flügel 8,56 m, Länge 7,98 m, Höhe 3,29 m, Flügelinhalt 30,24 m?, Leer- Vom Pariser Salon: Links unten der kleine Nieuport Delage Icar& III 641 mit rotem Rumpf und weißen Flügeln. Der Motor ist abgeklappt. Rechts daneben, von hinten gesehen, das Nieuport-Delage-Verkehrsflugzeug Typ 540. Rechts unten das zweimotorige Amiot-Bombenflugzeug. Links oben sieht man das Leitwerk des Bleriot 125 mit 4 Seitenrudern und 2 Rümpfen. Oben rechts das Flugboot C.A.M.S. 80. Seite 438 „ETLUGSPORT“ Nr. 25 3 Motor Wibault Typ 280 T 10. | Fahr- gestell Hanriot L. A. 10. Nr. 25 „FTLUGSPORT“ Seite 439 gewicht 955 kg, Fluggewicht 1370 kg, Geschwindigkeit am Boden 184 km/h, in 2000 m 181 km/h, Lande 85 km/h, Gipfelhöhe 6000 m, Aktionsradius 450 km. Avions Wibault Type 280 T 10 konstruiert von dem bekannten alten französischen Konstrukteur Michel Wibault, ist ein Ganzmetall-Tiefdecker mit durchgehendem Flügel mit drei Hispano-Suiza-Wright-Motoren von je 300 PS. Dieses Verkehrsflugzeug ist für 10 Fluggäste bestimmt und macht einen gu- ten Eindruck. Das Fahrwerk besteht aus zwei Halbachsen mit aus- weichenden Rädern und Ol&eo-Pneumatik-Stoßdämpfern. Spannweite 22,60 m, Länge 17 m, Höhe 5,75 m, Flügeltiefe 4,04 m, Leergewicht 3430 kg, Fluggewicht 5625 kg, Aktionsradius 800 km. Zubehör. Besonders reichhaltig waren in diesem Jahre die Stände auf der Galerie in Zubehörteilen. Man sah vieles Neues. Auf dem Stand von Aera konnte man alles finden, was auf dem Instrumentenbrett bzw. im Füh- rerraum nötig ist. Registrierende Tourendrehzähler, Neigungsmesser, Geschwindigkeitsmesser, Kompasse, Benzinstandanzeiger, Atmungs- apparate, Schalthebel in den mannigfaltigsten Ausführungen. Die Societe Rateau war mit neuen Modellen von Vorverdichtern vertreten. In Stoßdämp- fern ist die Societe Francaise de Material d’Aviation, welche den Messier-Stoßdämpfer fabriziert, führend. Die Verwendung von Metallpropeliern hat bedeutend zugenom- men. Der geschmiedete Metallpropeller anstelle des nur an der Nabe verdrehten kommt hauptsächlich für größere Leistungen immer mehr in Aufnahme. Levasseur zeigt auf seinem Stand geschmiedete 2-flü- gelige Propeller aus einem Stück, dreiflügelige mit in der Nabe ver- stellbaren Blättern sowie einen vom Führersitz aus verstellbaren Me- tallpropeller. Verstellpropeller san man weiterhin noch auf den Stän- den von Bleriot und von Ratier, Eine zunehmende Verwendung der vom Führersitz aus verstellbaren Propeller hat man infolge ihres ho- hen Gewichtes und Preises bis jetzt noch nicht finden können. Einen bedeutenden Anteil am Gelingen der französischen Fern- flüge der letzten Jahre (z. B. Ozeanflug „Gelber Vogel“, Paris-Tokio, Paris-Madagaskar, Paris-Kapstadt usw.) haben die Kompasse der Firma E. Vion, die auf ihrem Stand eine reichhaltige Zusammenstellung der verschie- denen Modelle zeigte. Die Kompasse für Piloten wie für Beobachter werden, abgesehen von Unterschieden in der Aufhängungsart, mit Ro- sen von 60—140 mm Durchmesser geliefert. Allen eigentümlich ist die Kompensationsvorrichtung, die die Metallmassen des Flugzeuges völ- lie und zuverlässig absolviert, sehr einfach zu bedienen ist und mit dem veralteten Auswechseln von Kompensationsmagneten nichts mehr zu tun hat (s. auch nachstehende Abbildung). E. Vion hat vor dem Kriege in Deutschland einen großen Markt für optische Artikel gehabt und beabsichtigt, jetzt auch_mit seinen be- währten Kompassen bei uns zu erscheinen. Wohl im Zusammenhang damit sahen wir Vion in eifrigem Gespräch mit dem Inhaber einer bekannten deutschen Firma für Flugzeugzubehör, ein. großes deutsches Flugzeugwerk hatte bereits auf dem Salon zwei Vionkompasse ein- gebaut. Seite 440 „FLUGSPORT*“ Nr. 25 KOMPASSGEHAEUSE KOMPASSTELLER KOMPASSSOCKEL OBERER ZEIGER HANDSCHRAUBF Äı HANDKNOPF A CUMMI-STOSSDAEMPFEF GRADEINTEILUNG A, KOMPASSRING FR ZEIGER 0 — \ HANDKNOPF E m HANDKNOPF aa SATTEL GEHAEUSE DER — _— QULADRANTALEN KOMPENSATOR DER SUPPLEMENTAEREN DEVIATION HANDKNOPF J HANDKNOPF J OBERE SCHEIBF ANDKNOPF S en HANDKNOPF 5 BEFESTIGUNGSFEDER DER HAUBE HANDKNOPF C = ABLESE-PRISMA _——— KIELLINIE m KOMPASS ROSE u NTERE SCHEIBE KOMPENSATOR DER SEMIZIRCULAREN N anoknorr D HANDKNOPF B LAMPENSOCKEL OMPASSSCHAFT ORIENTIERUNGSSTRICH As = „ jüs sur In Com en K (@) M P A SS : COMBAS VION aus 5. HAUT Enkever je 4bo np ! aa eier 3 0 j „e (haules a9 Beml-eirculaire en 0 Rondelles Weydert bringt einen neuartigen Gummipuffer, welcher in mehreren Batterien hintereinander in das Federbein eingebaut wird. Dieser Gummipuffer, ein zylindrischer Ring, besitzt im Innern eine flache Stahlspiralfeder eingeschmolzen. Ferner bringt die Firma eine Serie neuartiger lös- barer Schlauchschellen in den verschiedensten Ausführungen. Auf der Galerie sah man einen reichhaltigen Stand der I. G. Farbenindustrie, Abteilung Elektronmetall. Aus den ausgestellten Objekten ging hervor, daß das Elektronmetall im Flugzeug- und Motorenbau, auch von ausländischen Firmen, in zu- nehmendem Maße verwendet wird. Vertreten waren selbstverständlich auch die französischen Leicht- metallfirmen, die Societ& Francaise Duralumin, Paris, und Le Magnesium Industriel, welcher bekanntlich von der Firma Chauvitre verwendet wird. (Fortsetzung folgt). Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 441 Armstrong Whitworth Stahl-Bauweise. FrithjofUrsinus (Bearbeitet nach Machinery). (Hierzu Tafel V.) (Fortsetzung von Seite 414.) Um Stahlbauteile, zum Beispiel Flügelholme, ebenso leicht wie Duraluminiumkonstruktionen auszuführen, ist man gezwungen, sehr dünne Bleche, die nur geringe Druck- und Knickfestigkeit besitzen, zu verwenden. Andererseits hat Stahl den Vorteil beliebiger Härtbarkeit, großer Zähigkeit und Dauerfestigkeit. Er läßt sich sicherer vor Korrosion schützen und ist in den verschiedensten Qualitäten lieferbar. Wie man ein günstiges Gewichts-Festigkeitsverhältnis in Stahlbauart erreicht, zeigt der Atlasholm (Abb. 4). Dieser besteht aus 0,25—0,58 mm star- ken Chromnickelstahlblechen, wiegt 1,27 kg pro laufenden Meter und hat in gehärte- tem Zustand eine Festiekeit von 125,6 kelmm?. Der Holm be- steht aus zwei röhrenförmigen, dreiteiligen Gur- ten mit einem wellblechartigen Steg. Die beson- dere Form des Steges D (siehe Abb. 4), die Flä- chen sind 32 Ma- terialstärken 2 ...| breit, verdreißig- \ — | facht seine Fe- tirkeit gegen- Abb. 4. Atlasstahlholm. A, B, C Segmentprofile, D Steg- SUsKel se über einem ent- profil, E Klammerstreifen, F Versteifungsbleche. sprechenden fla- chen Blech. Die zwei vierflächi- gen Segmente B und C sind mit ihren umgeboge- nen Enden an den Steg ange- nietet. Die fünf- flächigen Seg- mente A werden von klammer- ähnlich geform- ten Blechstreifen E gehalten, in ihrer korrekten Stellung. ° ver- bohrt und alle vier Blechdicken mit Rohrnieten verbunden. Durch die gün- Abb. 5. Holmanschlußbeschlag. stise Gurtiorm Seite 442 „FLUGSPORT“ Nr. 25 läßt sich der Holm leicht durch eingebaute Stahlrohrstücke oder äußere Blechstreifen F an besonders beanspruchten Stellen verstärken. Abb. 5 zeigt den einfachen Holmanschlußbeschlag. Das ZuschneidenderBlechstreifen auf die erforderliche Breite geschieht in einer besonders konstruierten Maschine (Abb. 6). Das unbeschnittene Blechband ist auf eine Trommel A aufgewickelt, sein freies Ende durch verstellbare Führungen B und die Schneid- walzen C zu einer zweiten Trommel geführt, die von einem Elektro- motor getrieben das Blech aufwickelnd durch die Walzen zieht. Die Scheibenmesser der Walzen C können in der Breite der zu schneiden- den Bleche verschoben werden. Eine dritte Trommel F nimmt die Abb. 6. Blechstreifenzuschneidmaschine. A Trommel für unbeschnittenes Blech- band, B Blechführung, C Schneidwalzen, E, F angetriebene Trommeln für die beschnittenen Blech- und Abfallstreifen, EN < "Abb. 7. Sechsfaches Profilwalzwerk. A, B, C, D bewegliche Montage auf der Ziehbank, FF Wagen mit Kupplung, G, H Regulierung des Walzenabstandes, - J Zahnstange mit Handkurbel D zum Einbringen des Stahlbandes zu Beginn des Walzens, Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 443 Abfallstreifen des geschnittenen Bleches auf. Schnittgeschwindigkeit 6 m pro Minute. Durch Ziehen werden die zurechtgeschnittenen Blechstreifen in halbhartem Zustand profiliert. Das die Bleche formende sechsfache Walzwerk ist auf der 6,4 m langen und 45 cm breiten Ziehbank hori- zontal und vertikal verschiebbar montiert (siehe A, B, C und D in Abb. 7). In der Mitte der Ziehbank läuft zwischen zwei Winkeleisen eine endlose Kette und zieht den mit der Klemmvorrichtung versehenen Wagen F. Die nicht angetriebenen Walzen werden von Hand ver- stellt (HT). Um zu Beginn des Walzens das Blech durch das Walzwerk ziehen zu können, sind alle unteren Walzen mit einem Zahnrad ver- sehen. Mit Hilfe einer bei K eingeführten Zahnstange J und einer an der ersten Walze angebrachten Handkurbel L können alle Walzen von BEE Hand mit gleich- mäßiger Ge- schwindigkeit gedreht und der Stahlstreifen in die gewünschte Form ° gewalzt werden, bis sein vorderes Ende in die Klemm- vorrichtung ge- spannt werden kann. Hierauf werden Kurbel und Zahnstange entfernt und der Wagen zieht das Stahlband durch das Walzwerk. Abb. 8 zeigt das Walzwerk von der anderen Sei- te und Abb. 9 die Profile in den verschiedenen Abb. 8. Walzwerk, von der Antriebsseite gesehen. u Arbeitsgängen. -- Die Rippengur- ten werden in fünf Gängen aus 65—80 kg/mm? festem Stahl gewalzt (siehe links Abb. 9). Um den Uebereang von Rolle zu Rolle zu er- leichtern, sind diese an den Enden der Arbeitsflächen etwas abge- schrägt (vel. Abb. 10 bei Y). Bei der Herstellung der Walzen ist darauf zu achten, daß die Profilform gleichmäßig um die mittlere Be- rührungsebene LM der Walzen verteilt wird, um ungleichmäßige Ver- formung durch verschiedene Walzgeschwindigkeiten zu vermeiden. Die Walzen aus 0,45% C-Stahl sind gehärtet und geschliffen. Das Härten der 0,25—0,58 mm starken und ca. 7 m langen Holmprofile geschieht durch Erhitzen mit elektrischem Strom und, um Durchbiegungen und andere Verformungen zu vermeiden, in senk- rechter Lage. Einen der Härteöfen zeigt Abb. 11. Ein 8 m hoher, mit feuerfestem Material ausgekleideter Stahlkasten A von 9,4 dem? lichtem Querschnitt hat an seinem unteren Ende eine Tür B. Zweck des Kastens ist Zusammenhalten der Hitze und Schutz des glühenden Stahls vor atmosphärischen Einflüssen. Direkt unter dem Isolations- kasten befindet sich der Kühlbehälter C. Im Boden dieses Behälters Seite 444 „FLUGSPORT“ Nr. 25 befinden sich dem Profil entspr. Oeffnungen, die seinen Durchtritt nach unten gestatten. Das Profil E wird an seinen Enden von Klemmbacken (D, F) gehalten. Das den oberen Klemmbacken D haltende Kupfer- kabel führt, über eine Rolle aus dem Isolationskasten austretend und eine herabhängende Schlinge bildend, zu einem festen elektrischen Kontakt. In der Schlinge hängt an einer Rolle ein mittels eines iso- lierten Seils und der Winde G reguliertes Gewicht, welches der Aus- dehnung des Profils entsprechend den Klemmbacken nach oben zieht und hiermit das Stahlprofil leicht strafft. _Der untere Klemmbacken F ist an einem endlosen Band be- festigt, welches zur Hälfte aus einer Kette H und aus einem bei J angeschlossenen Stahlseil besteht. 8,5 m tief im Boden ist ein von einem Elektromotor mit- tels Untersetzungsgzetriebe und Kuppelung angetriebenes Ritzel eingebaut, welches in die Kette eingreifend den Klemmbacken Machinery nach unten zieht. Ein an dem L Ss Seil angeschlossenes Gewicht S bewegt die Klemmbacke bei aus- p% Ss seschalteter Kuppelung wieder AÄ N | nach oben. ec { nn Der Härteprozeß ist fol- - gender: = E LG Q N II : Rippengurt, Mitte: Rippensteg, vias2G Ü N N Rechts: Holmsegment. < =D > 2 S a B= E al =) [eD} E ) L 5 a Z S G > %G R G / > io el Fe] h Q <« ZN --n L Abb. 10. Ausführung dreier Walzen, Abschrägung der Arbeitsfläche Y zur Erleichterung des Stahlbandeintritts beim Walzen. Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 445 Die Oeffinung in Boden des Kühlbehälters wird vergrößert, so daß das Stahl- ! profil nach oben “ geschoben, in die Backe D einge- spannt und durch das Gewicht in den Isolations- schacht gezogen werden kann bis das untere, freie Ende des Profils 25 cm vom Bo- den des Kühlbe- hälters entfernt ‘ist. Hierauf wird der Backen F befestigt und das Profil bis zum Anstoßen des Backens an die Oeffnung nach oben gezogen. Nachdem die Oeffnung genü- gend dicht ge- schlossen wur- de, wird der Strom mit hal- ber Spannung eingeschaltet. Nach 4 Sek. er- Abb. 11. Härteofen. A Isolationsschacht, D, F Kontaktklemm- reicht der Stahl backen, E Profil, G Winde zum Einziehen des Profils in den \ . Schacht, C Kühltank, M Kühlmittelvorratsbehälter, J, H end- eine Temperatur loses Band, welches von einem Elektromotor angetrieben, von 600 Grad, das Profil durch den Kühltank zieht. und sein Wider- stand ist bedeu- tend höher als in kaltem Zustand, so daß jetzt die volle Spannung, die zwischen 22 und 28 Volt pro m je nach der Profildicke schwankt, ein- eeschaltet werden kann. Ungefähr 3,5 Kilowatt je m Länge und 25 mm Breite sind für die Erhitzung erforderlich. Nach 15 Sek. ist die volle Temperatur erreicht (820850 Grad). Der Strom bleibt eine halbe Minute länger eingeschaltet und wird hierauf vermindert bis die Tem- peratur auf 750 Grad gesunken ist. Jetzt wird der Kühlbehälter aus dem Vorratstank M 25 cm hoch mit Seifenwasser gefüllt, der Motor eingekuppelt und das Profil mit 16 m/Sek. Geschwindigkeit durch die Oeffnung im Kühlbehälter gezogen. Beim Berühren des Kühlbehälters öffnet sich der obere Klemmbacken automatisch, der Motor kuppelt aus, und das Gegengewicht zieht das Profil frei nach oben, welches dann ausgespannt wird. Die Festigkeit des Stahls ist jetzt von 65 auf 155 ke/mm? erhöht worden. Der Stahl ist jedoch spröde und muß ge- tempert werden. Das Tempern geschieht ähnlich wie das Härten, jedoch in hori- zontaler Lage (Abb. 12 und 13). Der Klemmbacken A ist fest auf der Seite 446 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 447 -alle inneren Ver- steifungsrohre befestigt. Um die zwei letzten Segmente. - zu vernieten, wird der Holm zwi- schen Winkel- eisen gestellt ‘und mit den Segmenten an einem Ende fest- gespannt (C in Abb. 15). Die vier schmalen ı _ U-förmigen Blechstreifen E Abb. 12. Temperbank. A, B Einspannkontakte. Temperbank C montiert, wäh- rend der Backen B auf ihr beweg- lich ist. Das ein- sespannte Profil wird diesmal auf 420 Grad er- hitzt. In diesem Zustand wird es durch ein mittels einer über eine Rolle. geführten Kette an den Backen B ange- schlossenes Ge- wicht gespannt und alle etwa beim Härten entstandenen Ausbeulunsen entfernt. Damit Abb. 13. Anderes Ende der Temperbank, Seil E verhütet zu das Gewicht das große Dehnung des glühenden Stahls. Profil in glühendem Zustand nicht zu sehr streckt, ist das Seil E später eingeschaltet. Nach 90 Sek. wird der Strom, 20-40 Volt und 100—350 Amp., ausgeschaltet und das Profil an der Luft gekühlt. Seine Festig- keit ist jetzt 140 kg/mm? bei wesentlich erhöhter Elastizität. Bevor die Holmprofile zum Lager gebracht werden, wird ihre Festigkeit mit einer Diamanthärteprüfmaschine festgestellt. Die während des Härtens und Temperns benötigten Strommengen werden automatisch registriert und geben neben der Härteprüfung ein einwandfreies Bild der Wärme- behandlung. . Die Holmmontage geschieht unter weitgehender Verwendung von Schablonen und Vorrichtungen. Zuerst werden die 4 vierflächigen Seg- mente zwischen zwei Distanzrohren an den Steg angeheftet (Abb. 14), in 25 mm Abständen gebohrt und fertig vernietet. Gleichzeitig werden und F werden Abb. 14, Holmmontage. Ausrichten und Verbohren der Pro. von einer be- file. A Distanzrohr als Schablone. weglichen Klam- mer D über die Verbindungsflanschen der Segmente gezogen. Die Klammer preßt die Segmente zusammen, zieht die Blechstreifen über die Flanschen und wird von einem Seil mittels Handwinde gezogen. Besondere Blechklam- mern G halten die Blechstreifen zusammen, bis sie durch Nieten ge- sichert sind. Hierauf werden die Nietlöcher von Hand in 25 mm Abstand gestanzt (Abb. 16). Der Holm wird rechts und links von der Stanz- maschine durch Holzblöcke sowie bei E und A in seiner Lage gehalten. Der federbelastete Dorn B kontrolliert den Lochabstand, indem er jeweils in das zuletzt gestanzte Loch einschnappt. Eine ähnliche Ma- schine nietet die von Hand eingesetzten tassenförmigen Nieten (vgl. Abb. 17). Zur Befestigung der eingebauten Versteifungsrohre oder Abb. 15. Montieren der Klemmstreifen. F, G Klammern, D Zugklammer, Seite 448 „FLUGSPORT*“ Nr. 25 äußeren Be- schläge am f{er- tigen Holm be- nutzt die Sir W. G. Armstrong Whitworth Ltd. besondere Rohr- nieten, die voll- kommen von außen genietet werden (Abb. 18). Und zwar wird der Weich- stahlniet A auf der Innenseite durch Nachaus- senziehen des konischen Stif- tes B aufgetrie- ben. Der Stift aus 95 kg/mm? Stahl hat 1,82 mm Schaft- durchmesser und einen 2,54 dicken koni- schen Kopf. Die lichte Weite des Rohrniets ist 1,9 mm und sein Abb. 16. Stanzmaschine. Dorn B kontrolliert den Loch- Außendurchmes- abstand beim Stanzen. ser 3,2. Aus der Abb. ist ersichtlich, daß der konische Kopf des Stahl- kopfes beim Passieren der Bohrung zusammengepreßt wird und gleich- zeitig den Niet sehr fest in die Bohrung preßt. Diese Nietmethode ist für alle Materialien anwendbar. Bei Leichtmetallen oder Duraluminium inüssen lediglich weichere Stahlstifte verwendet werden. Die patentier- ten Zugwerkzeuge für die Nietung der Rohrnieten (Abb. 19—21) wer- den hand- oder fußbetätigt. Das auffallend wenig Kraft erfordernde handbetätigte Werkzeug zeigen Abb. 19 und 20. Für das Bohren der Niet- und Bolzenlöcher für die äußeren Anschlußbeschläge wird der Holm in lange, axial drehbare Vorrichtungen gespannt, Abb. 22, und von beiden Seiten nach der Schablone gebohrt, da sonst beim Durch- bohren von nur einer Seite die Bohrer verlaufen. Die fertigen Holme werden in Spezialmaschinen auf Zug, Druck und Torsion geprüft. Abb. 23 (alle weiteren Abbildungen auf Tafel V) zeigt eine kombinierte Druck- und Schubbeanspruchung eines Atlasholms. Die Rippen werden aus den in Abb. 9 gezeigten Profilen gebaut. Die 7 m langen, ungehärteten Profile werden von einer elektrischen Kreissäge mit zahnlosem Weichstahlmesser bei 4-5000 Touren auf die gewünschte Länge zugeschnitten (Abb. 24, Tafel V). Auf der anderen Seite des Motors befindet sich eine Schmirgelscheibe zum Anschleifen eines kleinen Radius’ an die mit Nietlöchern versehenen Rippenstre- ben, die Nietlöcher als Mitte benutzend. Diese Nietlöcher wurden in einer veränderlichen Schablone gebohrt. Die Spierengurte werden über besondere Formstücke A, Abb. 25, Tafel V, gebogen. Zwei dem Profil entsprechend geformte, in den horizontalen, mit Handgriffen versehe- nen Wagen B eingebaute Rollen pressen das Profil eng an das Form- Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 449 stück an, wäh- rend die gebo- genen Teile der Leisten mit Klammern ge- halten werden. Außer dem Bie- sen der Profil- leisten walzen die Rollen alle etwa vorhande- nen Falten oder Knicke aus dem Material. Nach dem Biegen werden die Gur- ten in besonde- ren Schablonen (Abb. 26, Tafel V) mit Nietlö- chern versehen. In hölzernen Ge- stellen (Abb. 27, Tafel V) wer- den die einzel- nen, fertig ge- bohrten Teile zusammenge- setzt, die Nieten angeheftet und später an der Abb. 17. Nietmaschine. Nietmaschine fertig vernietet. Abb. 28 zeigt die Rippenprüfmaschine, an der die Festigkeit der Rip- pen fortlaufend geprüft wird. Interessant ist, daß beim Flügelaufbau die Rippen lediglich an den Holm angeklemmt werden. Abb. 29 zeigt die kniehebelartig ausgbil- deten Befestigungsstreben A und B, die mit den Formstücken C und D beim Anziehen der Mutter E sich an den Holm pressen. Die Nasen- und Endleisten von halbrundem Querschnitt sind ebenfalls nur an die Rippen angeklemmt. Die Flugzeugrümpfe bestehen aus nahtlos gezogenem Stahl- rohr mit bearbeiteten Verbindungsstücken (Abb. 30—31). Die senk- rechten Streben besitzen an den Enden Kugelverbindungen, die Längs- holme Gabelverbindungen. Spanndrähte von elliptischem Querschnitt halten die Kugelverbindungen zusammen und übertragen alle Zug- kräfte (Abb. 32). Abb. 33 und 34 zeigen die Anordnung der Gabel- beschläge. Die Stahlrohre von etwa 70 kg/mm? Festigkeit haben 19 bis 332 mm Durchmesser, ca. 0,55 mm Wandstärke und sind an den Enden durch Manschetten verstärkt. Hierauf wird das Gabelstück auf das Rohrende geschoben und verbohrt (Abb. 35 u. 36). die Bohrung nachgerieben und mit besonderen Bolzen verbunden. Diese Bolzen bestehen aus einem Gewindestift, etwa 3-6 mm Durchmesser, und aus zwei mit rundem Hals versehenen Sechskantmuttern. Die Hälse der Muttern passen genau in die versenkten Bohrungen und werden beim Festschrauben wie Nietköpfe an und in das Rohr gepreßt. Der überstehende Gewindestift wird hierauf abgesägt und an den Muttern Seite 450 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 451 verkörnt. Da die Rohre auf Druck beansprucht werden und die Rohrendenandie inneren Stirnflä- chen der Gabel- enden anstoßend alle Kräfte über- tragen, sind die Bolzen fast un- belastet. Die Verbindung ist leicht lösbar und hat vor der Nie- tung noch den Vorteil, die dün- nen Stahlrohre nicht zu quet- schen oder in der Bohrung zu arbeiten. Da sowohl die Bohrungen der einzelnen Rohre als auch die Montage der Rümpfe in Scha- Abb. 18. Rohrnietung. A Rohrniet, B Zugdorn, C, D, E Niet- blonen (Abb. 37) vorgang. ausgeführt werden können, sind der Massenfabrikation durch unge- lernte Arbeiter keine Grenzen gesetzt. Ebenso sind einzelne Rohre bei Beschädigungen leicht auswechselbar. Z. B. wird ein verbogenes Rohr nur an der Biegung durchgesägt, ausgerichtet, innere und äußere Ver- steifungsrohre angepaßt und das Ganze verschraubt. Diese Reparatur- methode ist vom Air Ministry als erprobt zugelassen worden. Nachdem Flächen, Rumpf und Ruder montiert sind, werden sie in einem Ofen 1,5 Std. lang getrocknet, in ein Emaillebad getaucht und nach 1 Std. Abtropfen 3,5 Std. lang getrocknet. Hierauf "werden sie ein zweites Mal in das Bad getaucht und endgültig getrocknet (Abb. 38). Die Emaille ist hart genug, um Kratzen oder Schaben zu wider- stehen, ohne andererseits bei Biegungen oder Verdrehungen abzu- blättern. NG Machinery Abb. 20. Handnietmaschine im Schnitt. A Mantel, B Zugrohr, D Klemmbacken, E Rückdruckifeder. Abb. 19. Handnietmaschine für Rohrnieten. Oben: Abb. 21. Fußbetätigte Rohrnietmaschine. Neben: Abb. 22. Bohrschablone {.Holmanschlußbeschläge. J drehbare ‚Spannbacken K, L Bohrbüchsen. Entwurf eines ‚18-PS-Einsitzers St 1. : (Fortsetzung und Schluß v. Nr. 25) f) Flügelträger-Berechnung. Die folgende Berechnung soll das anfangs eingesetzte Flügel- gewicht von. 20 kg nachprüfen. Rechnungsgewicht : 190—20 = 170 kg. Sicheres Lastvielfaches mal Bruchsicherheit im A-Fall: N, Bruch=4 18 = 722. Gesamtbruchlast auf einem Flügel: a, = ee e — 612 ke. Seite 452 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Die Holmhöhe beträgt an Rippe 1 — 18,1 cm an Rippe 8 — 7,4 cm, Holmbreite 4,3 cm 0,8 cm, Gurthöhe oben 3,3 cm 1,5 cm, Gurthöhe unten 1,5 cm 0,5 cm. Bei diesen Abmessungen bleiben die Spannungen im Holm unter + 700 und — 450 kg/cm?. Diese Bruchspannungen können für gute Kiefer vorausgesetzt werden. | Der Holm erhält nur einen Steg aus Birkensperrholz, dessen Stärke übereinstimmend mit der Stärke der Nasenbeplankung von 0,2 cm an der Wurzel auf 0,1 cm am Ende abgestuft ist. Die Fasern der Beplankung sollen unter 45° zur Holmrichtung verlaufen. Es ergeben sich folgende Flügelgewichte: 4 Holmgurte aus Kiefer (y = 0,55) . . 2,6 kg, Sperrholz für Steg und Nase (y = 0,80). 6,7 kg, 2 Hilfsholme . . . . 2 2 202020... L2 kg, Füllklötze, Beschläge, Leim, Nägel. . . 2,0 kg, 32 Rippen-Nasenstücke . . . 2.2.2... Lö kg, 16 Rippen-Endstücke . . 2. .2..2......0,9 kg, Randleisten . . 2 2 20202020.2...0,7 kg, 9,2 m? Stoffbezug (0,24 kelm?) . . . . 2,2 kg, 2 Querruder (je 0,54 m?) on Gesamtgewicht ohne Anschlußbeschläge 20,0 kg. g) Rumpffachwerks-Berechnung. Das Rumpfende erhält eine Bruchlast von + 65 kg vom Höhen- leitwerk oder — 60 kg vom Sporn bei der Landung. Diese Belastungen können in allen Stäben des Fachwerkes Knickung verursachen, es ge- nügte daher, überschläglich mit den mittels Cremonaplan gefundenen Knickkräften zu rechnen. Die Einspannwirkung der ungelenkigen Stab- verbindungen wurde durch Annahme 10 v.H. geringerer Knicklängen berücksichtigt. Auf Grund der Rechnung wurden für die Rumpfgurte Stahlrohre 14X0,75 und für die Füllstäbe 10X0,5 vorgesehen. Im vorderen Rumpfstück sind stärkere Stäbe erforderlich. Die Gewichtsberechnung konnte nicht so genau wie die des Flü- gels aufgestellt werden, jedoch ergab sich, daß ein reines Gerüst- gewicht von 12 ke möglich ist. Für den Motorbock, die Einbauten und die Stoffhülle verbleiben dann noch 4+7 kg. Abb. 23. Festirkeitsprüfung am Atlasholm. Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 453 h)Fahrwerksgewicht. Die Räder liefern den größten Gewichtsanteil, sind jedoch stark überbemessen und könnten durch leichtere ersetzt werden, wenn die Beschaffung derartiger nicht genormter Radgrößen möglich ist. Die beiden Achshälften aus 28X 2 mm Rohr wiegen zusammen 1,5 kg. Für die anderen Streben aus Duralumin wurde 1,5 kg und für die Fede- rungen je 5 kg angenommen. Zusammenfassung. Sporteinsitzer mit luftgekühltem Kleinmotor. Flügel, freitragend, Tiefdecker. Ein Holm in % Tiefe, Tor- sionsnase. Zweiteilig mit beiderseits drei Bolzen am Rumpf angeschlos- sen. Baustoff: Holme aus Kiefer, Nasenbeplankung aus diagonal geleg- tem Birkensperrholz. Rumpf aus Stahlrohr geschweißt. Fahrwerk mit geteilter Achse und je einer gefederten Stoß- strebe. Spannweite 2 2 222 nn... 6,60 m Länse. . 2. 2 2 2 200. 5,16 m Fläche (mit 0,4 m? Rumpf) . 6,80 m? Querruder (1 Stück) 0,54 m? Höhenleitwerk . 1,20 m? Seitenleitwerk. . : 2 2 2..2..2.0,70 m? Motor: 2Zyl. U 2, maximal. . . - 18 PS Gewicht: Leergewicht 95 kg Zuladung . 95 kg Fluggewicht 190 kg Flächenbelastung . 28 kg/m? Leistungsbelastung . 10,5 kg/PS Höchstgeschwindigkeit . 133 km/h Landegeschwindigkeit . . 67 km/h Max. Steiggeschwindigkeit 2,56 m/s Gleitzahl. . . . 2... 1: 11,7 Profil . . Clark YH Segelflug-Hochstart in der Ebene. Der Artikel über „Schleppflüge in Amerika“, Heft 23 des „Flug- sport“, gibt uns Veranlassung, auf die anscheinend zu wenig bekannten Hochstarts von Gleitflugzeugen hinzuweisen. Eine eingehende Be- schreibung von Hochstarts vermittels Gummiseil und einem über eine Rolle laufenden Stahlkabel habe ich noch nirgends gefunden, ebenso- wenig über die Resultate evtl. Gefahren dieser Startmethode. Es sei daher eine Schilderung gegeben, wie wir hier im Flughafen Breslau beim Hochstart verfahren. An den Startring des doppelten Gummiseiles wird eine ca. 15 cm sroße Eisenrolle, rechtwinklig, fest angeschlossen. Ueber diese Rolle läuft, — gegen Herausspringen gesichert, — ein 100 m langes, 3—4 mm dickes Stahlkabel, welches an beiden Enden einen Ring trägt. Der eine Ring wird am Starthaken des Flugzeuges eingehängt, — der andere Ring auf einen eisernen Pflock gesteckt, welcher fast 100 m entfernt von der Maschine in die Erde geschlagen ist. An letzterem Ringe ist eine kurze Stange befestigt, — mit welcher ein Mann den Ring auf dem Pflock festhält, — eventuell herunterreißt, — wenn die Umstände dies erfordern. Von einer Auslösevorrichtung am Flugzeug sahen wir ab, — damit sich der Führer ganz auf die Fluglage konzen- Seite 454 „PrLUGSPORT“ Nr. 25 trieren Kann, und um nicht durch größere Kompliziertheit neue Ge- fahrenquellen zu schaffen. Beim Autoschleppflug mag eine Auslöse- vorrichtung unerläßlich sein. Durch die Rolle entsteht eine Flaschenzugwirkung, — d. h. die Maschine muß die doppelte Geschwindiekeit der laufenden Start- mannschaft am Seil erreichen. Andererseits geht die auf den Eisen- pflock wirkende Zugkraft und die Rollenreibung der Maschine ver- loren und dies muß durch stärkere Besetzung der Startmannschaft ausgeglichen werden. Bei Gegenwind überfliert die Maschine den Sicherheitsposten in 30—40 m Höhe, und jetzt kann letzterer den Ring vom Pflock herunterreißen, — damit sich das Seil an der Maschine schneller aushakt. Bei Windstille kann die Startmannschaft nicht so schnell laufen, wie es erwünscht wäre. Der Zug läßt zu früh nach, und der Ring fällt zu früh ab. Hier genügt ein 100-m-Stahlseil, — hingesen muß man bei Gegenwind mit einem bis 200 m langen Seil größere Hö- hen erreichen können, sofern man dies anstrebt. Eine Auslösung des Seiles auf der Erde ist eigentlich nur not- wendig, — wenn sich der Ring an der Maschine erst bei ziemlich steil stehendem Seile zu spät zu lösen droht und die Maschine bereits wie- der nach unten zieht; — unter allen Umständen jedoch bei schlechtem Kurshalten und damit seitlicher Zugwirkung auf das Flugzeug. Wir lösen das Seil nach dem Ueberfliegen der Startmannschaft lediglich deshalb aus, weil wir von Höhenrekorden auf dem Flugplatz und dem Streckenschinden keine Vorteile erwarten. Der Führer soll die Ma- schine in der besten Schwebelage führen und auf einwandfreie Lan- dung achten; — die Höhe und Länge des Fluges sind Nebensache. Wenn er dies macht, kommt die Höhe später beim Segeln von selbst. Damit komme ich auch zu einer Gefahr des Hochstarts, — nämlich die anderen Flugschüler an Höhe übertreffen zu wollen. Die Folge ist überzogener Flug, — Herausfliegen des Startringes mit Spannung, welch letzterer dem Mann am Pflock oder der Startmannschaft an den Ohren vorbeisaust. Der Sicherheitsposten am Pflock bekommt aus diesem Grunde am besten eine Sturzkappe oder einen Stahlhelm. Da sich 30-Sek.-Flüge mit dieser Hochstartmethode gut ausführen lassen, fliegen wir z. Z. unsere „B“- u. „C“-Piloten auf Rumpfmaschinen ein, (— den Prüfling „Dr. Friedel“ und den Doppelsitzer „Gildehof“) und üben Ziellandungen. Der Propagandawert dieser Gleitflüge im Flughafen, allsonntäglich beim Großstadtpublikum, ist nicht zu unter- schätzen, — denn bisher sah die Großstadt ja nichts von der Segel- Segelflug-Hochstart in der Ebene. Startseul Pflock Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 455 Segelflug-Hochstart in der Ebene, des Breslauer Modell- und Segelflug-Vereins Schles. Adler auf dem Flugplatz Breslau Oben: Hochstart mit Gildehof. Unten links: Hochstart bei Windstille mit Ober- bürgermeister Wagner am 30. 11. Unten rechts: Hochstart mit Prüfling Dr. Friedel am 30. 11. fliegerei. Mitwirkung bei Flugtagen ist mit Hochstartmethode empfehlenswert und wird, solange das Publikum dies noch nicht kennt, mehr Wirkung haben als manche Kunstflüge. Sehr wertvoll ist die Hochstartmethode für Gruppen, die ein zu flach abfallendes Uebungsgelände haben, jedoch mit Hochstart über vorgelagerte Bodenwellen hinwegkommen und die Flugstrecke ge- fahrlos verlängern können. Desgleichen kann es beim Segelfliegen vorkommen, — daß die im Gebirge spärlich gesäten guten Startstellen etwas von der Hügelvorderkante zurückliegen, und mit Hochstart dennoch gut zu benützen sind. Am Steilhang, — wo man nicht nach vorn ausziehen kann, — läßt sich das Flugzeug auch mit dieser Start- methode entgegen der Flugrichtung ausziehen. Es wäre erwünscht, wenn sich Vereine, die schon Erfahrungen mit Hochstart im Anfängerschulbetrieb haben, hier zu dieser Sache ein- mal äußern würden. Dresl. Modell- und Segelflugv. „Schles. Adler“. Gerhard Pusch. Wem gehören „Schwimmende Inseln‘? Von Dr. jur. Waldemar Beck, Berlin. Diese Frage erscheint auf den ersten Anblick müßig. Denn erstens existieren derartige „Künstliche Inseln‘ bekanntlich noch nicht. Zum anderen aber neigt der gesunde Menschenverstand zu der Ansicht, daß selbstverständlich diese Konstruktionen demjenigen gehören, der sie erbaut, finanziert und eingerichtet hat, ebenso wie im allgemeinen ein Gebäude auf dem Festland in das Eigentum des Bauherrn übergeht. Leider aber trifft in Wirklichkeit sehr häufig der Fall zu, daß der klare und gesunde Menschenverstand nicht genügt, um rechtliche Probleme Seite 456 „FLUGSPORT“ Nr. 25 in bindender Form zu lösen. Häufig sieht vielmehr die juristische Lö- sung eines Problems gerade umgekehrt aus als diejenige, die sich der friedliche Bürger auf Grund rein theoretischer Erwägungen zurecht- legt. So auch in diesem Falle: Im Gegensatz zu Gebäuden auf dem Festland ist es unmöglich, einen noch so kleinen Teil der Oberfläche des Weltmeeres zu kaufen, mieten oder pachten. In den Gesetz- zebungen sämtlicher Kulturstaaten finden sich Bestimmungen, denen zufolge es Dinge gibt, die in niemandes Besitz und Eigentum stehen, wie beispielsweise die Luft, das Sonnenlicht und das freie Meer. — An diesen Dingen allen ist ein privates Besitz- und Eigentumsrecht un- denkbar. Es kann somit der Erbauer einer „Schwimmenden Insel“ wohl Eigentümer der Baumaterialien sein und bleiben, nicht aber Eigen- tiimer des Raumes, den die künstliche Insel im Weltmeer einnehmen wird. — Der letzte Kongreß in Budapest des Internationalen Juristen-Aus- schusses für Luftfahrtfragen hat sich ausführlich mit diesem Problem befaßt. Folgende Lösungen des interessanten, völkerrechtlichen Pro- blems wurden der Erwägung anheimgegeben mit der Begründung, daß - sie am ehesten mit den geltenden Sätzen des Völkerrechts in Einklang zu bringen wären, daß sie relativ logisch und folgerichtig seien, und daß ihrer Anwendung in der Praxis die verhältnismäßig geringsten Schwierigkeiten entgegenstehen würden: 1. „Schwimmende Inseln“ dürfen nicht von privaten Unternehmun- gen errichtet werden. Es ist stets erforderlich, daß ein anerkanntes selbständiges Staatswesen die „Insel“ seiner Staatsautorität unterstellt und derselben dadurch eine Nationalität verleiht. Der betreffende Staat muß die anderen Staaten von dem vollzogenen Akt der „Schöpfung“ der künstlichen Insel unverzüglich in Kenntnis setzen, sowie die nähe- ren Einzelheiten über ihre geographische Lage, ihre Größe und ihre Kenntlichmachung (Leuchtfeuer etc.) bekanntgeben. 2. Der betreffende Staat kann die Benützung der ‚„Insel“ den Luftfahrzeugen anderer Staaten keineswegs untersagen. 3. Im Kriegsfalle darf eine neutrale schwimmende Insel nicht ‚als Schiffsbasis für die Kriegführenden verwendet werden. Sie darf auch nicht beschlagnahmt und an einen anderen Ort versetzt werden. Gehört die „Insel“ einer der kriegführenden Parteien, so kann die Ge- genpartei dieselbe erobern und der eigenen Autorität unterstellen. Soweit die Theorie. Wie sich das Problem später in der Praxis auswirken wird, sofern die Technik die Herstellung dieser Inselgebilde ermöglicht und der Luftverkehr ihre Indienststellung für zweckmäßig hält, bleibt abzuwarten. N IN N a (| N Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 61. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A.I.) teilt unter dem 14. No- vember mit, daß sie folgende Flugleistungen als Internationale Rekorde anerkannt hat: Klasse D (Flugzeuge ohne Motor) Oesterreich: Robert Kronfeld auf Segelflugzeug „Wien“, am 24. August 1930, Wasserkuppe „Flugsport“ Organ d. Flugzeugfabrikanten d. Modell- u. Segelflug-Verb. u. Segelfliegerring 1930 Tafel V N Pa) Abb. 26. Spiereribohrschablone. C Klammer, D Bohrbüchsen. Abb. 24. Kreissäge. A horizontal verschiebbare Platte, D Einspannen des Profils, B Längenanschlag, C Profil, ; Abb. 25. Biegeschablone. \ . Armstrong Whitworth Stahl- Abb. 32. Kugelverbindung. A Kugelstrebe, B = n mit Pf ‚c, D Spanndraht. Bauweise wit Pfanne banndı Abb. 31. Atlashinterrumpf. Machine) ei —— — - SERBFEE N: — — NEST - "Abb. 34. Gabelanschlußbeschlag für den Vordeı des Unterflügels. Abb, 29, Rippenanschluß; A, B Kniehebel, C, D Klammern, Abb, 30. Atlasvorderrumpf. ne Verb. u. Segelfliegerring 1930 Tafel V Abb. 26. Spiereribohrschablone. C Klammer, D Bohrbüchsen. Abb. 25. Biegeschablone. i . rmstrong hitworth “ Stahl- Abb. 33. Gabelanschlußbeschlag für den Hinterholm. Abb. 32. Kugelverbindung. A Kugelstrebe, B Holmbeschlag | auweise mit Pfanne, C, D Spanndraht. . b. 31. Atlashinterrumpf. 2 er Abb. 385. Trocknen der emaillierten Flügel. ZZ —— — - — - Abb. 34. Gabelanschlußbeschlag für den Vorderholm des Unterflügels. Abb, 30. Atlasvorderrumpf. 13 ırelverbindung. A Kugelstrebe, B Holmbeschlag mit Pfanne, C, D Spanndraht. welanschlußbeschlag für den Vorderholm des Unterflügels. & er gar Abb. 33. Gabelanschlußbeschlag für den Hinterholm. Abb. 38. Trocknen der emaillierten Flügel. Abb. 35. Bohrschablone für Stahlrohre mit Gabelenden. x = = EEE “= EEE ELIEEN TEEN ce — EEE EEELETTETEN ® Abb. 36. Montageschablone für Stahlrohre mit Gabelenden. Abb. 37. Bohr- und Montage-Einrichtung für Unterteil des Vorderrumpfes. Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 457 bis Wölsauerhammer. Entfernung in gerader Strecke: 164,51 km. Klasse C (Motorflugzeuge) Spanien: Carlos de Haya Gonzalez und Cipriano Rodriguez Diaz auf Flugzeug Breguet Motor Hispano-Suiza 600 PS, über die Strecke Sevilla-Utrera-Carmona, am 7.8. Oktober 1930. Geschwindigkeit über 5000 km: 208,152 km/Std. Mit 500 kg Nutzlast und ohne Nutzlast: Derselbe am 11. Oktober 1930 auf dem Flughafen Tablada (Sevilla) (Flugzeug usw. wie oben): Geschwindigkeit über 2000 km: 220,428 km/Std. Berlin, im November 1930. Deutscher Luitrat. Kapt. Christiansen, Kommandant des DoX, ist die silberne Seewarten-Me- daille von der Hamburger Seewarte verliehen worden. Vereinigte. deutsche Metallwerke A.-G. Unter dieser Firma haben sich fol- sende Firmen zusammengeschlossen: Altena in Westfalen Berg-Heckmann-Selve Aktiengesellschaft, Altena, und die Betriebe der Heddernheimer Kupferwerke und Süddeutschen Kabelwerke G. m. b. H., Frankfurt a. M. Ausland. In der Sitzung der Federation A&ronautique Internationale am 1. Dezember in Paris wurde zum Präsidenten der F. A. I. Prinz Bibescu gewählt. Zum Vize- präsidenten: für Deutschland von Hoeppner, ferner für Frankreich Bl£riot, für die Schweiz Messner, für Belgien Graf d’Oultremont, für U. S. A. Cahot, für Schweden Amundson, für England O’Gorman, für Spanien Ruiz Ferry, für Italien General Piccio, für Holland van der Berch. Die nächste F. A. I.-Tagung findet vom 7.—15. Juni 1931 in Bukarest statt. Japan hat bei Farman eine beträchtliche Anzahl Motoren mit hängenden Zy- lindern von 550 PS der Type 12 W.]. bestellt. Do-X-Brand. Am 29. XI. geriet in Lissabon DoX in Brand. Vermutlich ist durch Auspufi-Funken des DKW-Motors, eines Hilfsmotors zum Betriebe einer Dynamo für die Akkumulatoren, Leckbenzin entzündet worden. Es gelang mit “an Bord befindlichen Feuerlöschern, den Brand zu löschen. Verbrannt sind ledig- lich die Hautfelder, während die Holme unbeschädigt blieben. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Reparatur wird voraussichtlich drei Wochen in Anspruch nehmen. Das vom französischen Luftminister bestellte Rohrbach-Flugzeug „Romar“ wird zur Zeit montiert und wird demnächst zur Ablieferung gelangen. Berichtigung. In unserer Notiz „Magersuppe in England“ Nr. 23, Seite 400, muß es heißen statt Typ Poppenhausen: Typ Doppelsitzer „SK III“, wie er von dem Segelflugzeugbau Kassel an den Scarborough Gliding Club geliefert wor- den ist. Luft-Post. Mit dem in Heft 8 veröffentlichten Pause-Segelilugmodell „Storch“ wurden folgende Flüge ausgeführt. C. Weithaas, Vors. des Jugendausschusses der Gruppe Mitteldeutschland im D.L. V., erreichte eine Dauer von 2% Min. und eine Strecke von 1500 m; Heinz Wendel, Berlin, eine Strecke von 1800 m. Anfrage: Wie kann man das Startseil imprägnieren (konservieren), um es beim Start im Winter gegen Schnee unempfindlich zu machen? Antwort: Ein Imprägnieren des Startseils im Sinne Ihrer Anfrage wird wohl kaum möglich sein. Selbst wenn das Seil naß werden sollte oder bei Winterstarts Schneenässe aufnehmen sollte, so schadet das dem Gummi in keinem Falle. . Auch, ein Anfrieren naß gewordener Seile schadet dem Gummikern nichts, da nach Versuchen von Kampschulte ermittelt wurde, daß selbst eine Kälte von 40 Grad unter Null dem Gummi in keinem Falle schadet. Allerdings muß beim Rücktrans- port derartiger Seile eine gewisse Vorsicht obwalten. Bei steif gefrorenen Seilen kann sonst unter Umständen ein Knicken des Startseiles den Bruch der Um- spinnung herbeiführen. Seite 458 „FLUGSPORT“ Nr. 25 Naß gewordene oder völlig durchnäßte oder gefrorene Startseile sind aus- einandergelegt in einem mäßig temperierten Raume zu trocknen. Vorschnelles Trocknen in heißen Räumen oder in der Nähe von Heizungsanlagen jeder Art sind unangebracht; ebensowenig ist es dem Startseil zuträglich, wenn es naß geworden ist und dann in aufgerolltem Zustande irgendwo. zum Trocknen hin- gelegt würde. Naß gewordene Startseile sind erst dann wieder zu benutzen, wenn sie auf vorgesagte Art auseinandergelegt und getrocknet worden sind. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Uhlands-Ingenieur-Kalender. 57. Jahrgang 1931. Zwei Teile. Bearbeitet von Prof. Robert Stückle, Stuttgart. Preis Leinen 6.— RM. Verlag Alfred Krö- ner, Leipzig C 1. Der vorliegende 57. Jahrgang ist den Bedürfnissen der Praxis folgend vollständig umgestellt. Im 1. Teil Taschenbuch findet man die mathema- tischen Zahlentafeln, Abmessungen von Maschinenelementen, Tafeln über spezi- fische Gewichte, chemische Formeln und Versicherungswesen. Der 2. Teil für den Konstruktionstisch enthält das Wichtigste aus der Hydraulik, Wasserkraftmaschinen, Wärme, Dampfmaschinen, Automobilen, Dampfturbinen, Dampfkessel, Kompressoren u. a. m. Wichtig für den Konstruk- teur ist die Wiedergabe vielgebräuchlicher Din-Normalblätter. Aviation Engine Examiner, by Victor W. Page, Air Corps, U. S. A., 440 Seiten, 244 Abbildungen. Preis 3 Dollar. Verlag The Norman W. Henley Publishing Co., 2—4 and 6 West 45th Street, New York. Dieses Buch vermittelt in Frage und Antwort alles Wissenswerte über den Flugmotor und dessen Betrieb, Beschrei- bung der Prinzipien und Konstruktion der Flugmotore, und gibt dabei praktische „PELUGSPORT“ Winke über Einbau, Ueberwachung, Störung und Reparatur. Din-Taschenbuch, Band 1, Grundnormen. Herausgegeben vom Deutschen Normenausschuß Berlin NW 7. Preis brosch. M 5.—, Beuth-Verlag G. m, b. H., Berlin S 14. Soeben ist die vierte Auflage Oktober 1930 erschienen. Inhalt: Ein- heiten, Formelzeichen, Benennungen, Formate, Bilder, Zeichnungen, graph. Dar- stellungen, Schriften, techn. Grundnormen, Allgemeines, Durchmesser, Federn und Keile, Kegel, Niete, Schrauben und Muttern, Rohrleitungen, Schlüsselweiten, Gewinde, Passungen, Toleranzen, Nummernverzeichnis, Stichwortverzeichnis. Expedition des Expedition des ss KLEINE ANZEIGEN + Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. DKW-Flugmotor, 12-16 PS, 28 kg, nur 8 Stunden garantiertein- wandfrei zur Probe gelaufen, mit Nabe, Pro- peller, Tourenzähler, Höhen- und Geschwin- digkeitsmesser umständehalber zum Spott- preise von 450.— RM evtl. Teilzahlung zu verkaufen. Angebote unter B. C. 123 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. Verkauf! Sport- u. Schulflugzeug G. M. G., 45 PS Salmson, neu, RM 11500. ; Sport- u. Schulflugzeug 35 PS Anzani, gebraucht, RM 3500.—; Flugzeugzellen neu, RM 2500.— bis 3900.— ie nach Motorenstärke; Angefangene Flugzeuge für Jungfliegergruppen mit Zeichnungen zum Fer- tigbauen von RM 800.— an. Günstige Zahlungsbedingungen. A. Knöll, Altheim, Hessen An- und Verkauf von Flugzeugen aller Art. Flugzeugwerft (auch mit Fliegerschule) sucht Betriebsleiter mögl. Dipl.-Ing., mit guten Fachkenntnissen u. techn. Erfahrungen in Reparatur und Ueberholung von Sport- flugzeugen. Geringe Kapitalbeteiligung u. Flugschein B erwünscht. Wohnung vorhanden. Nur energische, zielbewußte Bewerber, die durch praktische Mitarbeit das Unternehmen vorwärtsbringen, kommen in Frage. Vergütung oder Umsatzbeteiligung wird den heutigen Verhältnissen entsprechen müssen. Schriftliche Ange- bote mit Referenzen, Lebenslauf, Zeugnissen u. Gehalts- ansprüchen etc. umgehend unter „Flugwerk 2643° an die Geschäftsstelle. des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. EINBANDDECKEN in Leinen und mehrfarbig, passend für alle 21 Jahrgänge, sind wieder lieferbar Preis RM 2,—, bei Nachn. 30 Pig. mehr. VERLAG ‚„FLUGSPORT‘“ Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8 Fial Aeronaulica D’Ilalia Fial. Leergewicht 460 kg Nutzlast 280 kg Max.-Geschwindigkeit 175 km/h Min.-Geschwindigkeit 70 km/h Steigfähigkeit in 40 Min. auf 4300 m Aktionsradius 7 Std. Tourenflugzeug A.S. 2. Motor Fiat A.50 85 PS. Man verlange Angaben über Flugleistungen, Typenbeschreibungen, Verkaufsbedingungen usw. von der Soc. Anon. Aeronautica d’Italia, Turin-Corso Francia 366, Turin. Fiat Sezione Motori Aviazione Fiat Es werden folgende Fiat-Flugmotoren gebaut: Wassergekühlte Motoren: Type A/20 410 PS = 330 kg — für Jagdflugzeuge. Type A 22 T 550 PS = 460 kg — für Erkundungsflugzeuge. Der Motor wurde verwendet bei der Ueberquerung des Atlantik von Rom nach Brasilien von Ferrarin und Del Prete und bei dem Dauer- und Entfernungsrekord des Komm. Maddelena und Lin. ecconi. Type A/22R 560 PS — 530 kg — mit Uhntersetzung — eingebaut auf den Wasserflugzeugen Savoia und Dornier Wal, Superwal und Do X. Type A'24 700 PS — 480 kg — für Erkundungsflugzeuge. Type A/24R 700 PS —= 570 kg — für Zivil-Land- und Wasserflugzeuge. Type A/25»950 PS —= 844 kg — für schnelle Bombenflugzeuge. Type A.S.2. 850 PS = 390 kg — Sieger im Coup Schneider 1927. Type A.S.3. 1000 PS — 402 kg — hat den Weltgeschwindigkeitsrekord 1928 geschlagen. Luftgekühlte Motoren: Type A/50 90 PS —= 128 kg — hat den Weltdauer- und Entfernungsrekord im geschlossenen Rundflug für Tourenflugzeuge geschlagen. Stand No. 3 — Galerie A — Internationale Luftfahrtausstellung Paris 28. November bis 14. Dezember 1930. „‚FLUGSPORT*“ i „FLUGSPORT“ Vereinigte. technische Lehranstalten des 39 = FUR WEIHNACHTEN. Buntes Flugzeugmaterial . ® . g fw d. 2 Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- Fachliteratur. etnniKUM MIITWeIda TE Bei Bestellung genügt Angabe der Nummer. Lieferung erfolgt gegen Vorein- N i " un Re RER a hai Speziallieferant sendung (Postscheckkonto 7701 Verlag „Flugsport“ Frankfurtmain) Porto ist in- Ingenieurschulen z. Ausbildung im Maschinen» „Industrie und Händler. begriffen. Nachnahme 30 Pfg. mehr. bau und der Elektrotechnik. Flug- 3. Patentsammlung des Flugsport Bd. I u. Bd. II je brosch M. 6.30 Besondere Studienpläne fUrAutomobIl- u.Flugtechnik | | | 4. Motorlos in den Lüften v. Martens » m. 2.30 Programm kostenlos vom Sekretariat. Hl modelle 5. Ergebnisse der aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen. N ar in höchster I. Lieferung geb. „ 10.30 —— | ) IN n 6. II. Lieferung Ä 0 830 ‚Theoretische Ausbildung ll) een 7. III. Lieferung „ „16.90 ür Flugzeugmonteure,Flugzeugwarte, ug- BI. 8. Flugmodellbau-Unterricht, eine praktische Anleitung für den ee a ernetührer G. Möbius, Hanau-M., Postfach r Flugmodellbau v. Ursinus, 2. verbesserte Auflage „nm 2.40 durch Weiltlieger Balken RM 5.50 bosttrei 10. „T. 1000“, Roman eines Riesenflugzeuges. 238 S. » „9.80 Fe rnsc hule Jena. Ilustrierter Katalog 20 Pfg. in Marken. TEEN 11. Einführung in die theoretische Aerodynamik. 144 S., 118 Abb. „ „9.50 schlußpräfung 12. Flugzeug-Navigation u. Luftverkehr. 232 S., v. Ing. Röder „0 10.— ERSATZTEILE 13. Der Jungflieger, Roman v. Sofie Kloerss. 180 S. geb. „ 4.50: 14. Afrikaflug v. Mittelholzer. 235 S., 215 Abb., 4 Karten geh. „ 12.— a . 40 PS SALMSON 15. Der Bau des Flugzeuges, allgemeiner Aufbau u. Tragfl. brosch. „ 2.15 | Flugzeugführer-Ausbildung 16. Der Bau des Flugzeuges, Tragwerkverspannung — Leitwerk » „245 .. m stets am Lager 17. Der Bau des Flugzeuges, Rumpf und Fahrwerk nm. 215 SU zum Führerschein für AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal 18. Grundlagen der Fluglehre. Teil I. Luftkräfte 2m 2,65 EG Leichtflugzeuge, zum 19. Der Flugmotor, Teil 1, Grundlagen, v. Dipl.-Ing. Möller » „2.65 Führerschein „A, zum . . 1 BE 20. Der 19-PS-Flug über die Alpen, v. Dr.-Ing. v. Langsdorf kart. „ 4.50 N Kunstilugschein auf a. | | Bestes Bindemittel für den Flugzeugbau. . 21. Theorie des Segelfluges, v. Dr.-Ing. Klemperer brosch. „ 6.90 Fii hulen Berlin- 22. Der Bau von Flugmodellen, v. Stamer u. Lippisch „ „2.15 jegerschu en . 23. Unsere Flieger erzählen, v. Matthias kart. „ 4.30 ‘ei: Staaken, Böblingen 27. Fliegerhandbuch von Rob. Eyb, 4. Aufl. j „16.40 | pa EM i. Württ. u, Würzburg. 28. Leitfaden der Flugzeugnavigation von Prof. Immler „ 12.90 | Deutsche Luftfahrt &.m.b.H., Berlin W.35, Blumeshof 6 30. Taschenbuch für Flugzeugführer von Gymnich. 204 S. Leinen „ „9.30 31, Handbuch für Flugzeugführer von Dr.-Ing. Bader. 193 S. 91 Abb. „12.40 n 34. Thea Rasche, Start in Amerika 15 Ingenieurschule Bad Sulza 35. Der Flieger-Roman von Gustav Renker Leinen geb. „ 6.80 Höhere Technische Lehranstalt * 36. LZ 127 „Graf Zeppelin“ von Dr.-Ing. v. Langsdorff „2.15 Maschinenbau / Elektrotechnik Alleinberechtigte Hersteller: 37. Die Rakete für Fahrt und Flug von Scherschervsky geb. „ 6.30 Gas- u. Wassertechnik / Chemie Deutsche IE brosch. „ 4.80 F i u 3 t ec h mi k Fernrut: Roland 8446 u. 8448, Telegr.: Valvan 40. Das Problem der Befahrung des Weltraums von Noordung „780 Automobilbau - Werkmeisterabteilung 41. Ins Reich der Lüfte „3.30 Programm kostenlos H I. u. II. Band der 46. Gleitflug- und Segelflugzeuge, Teil I], von Stamer-Lippisch „2.65 $ 47. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 2 „ 6 ' x PATENTSAMMLUNG 49. Neuzeitliche Flugmotoren von Dr.-Ing. Katz Ganzleinen ,„ 25.40 Ingenieurschule Altenburg Thür. 50. Der Flugmotor, Teil II, von Dipl.-Ing Möller „2.65 Maschinenbau — Elektrotechnik des „Flugsport 56. Grundlagen des Flugzeugbaues von Fuchs „9.30 Automobil- und Flugzeugbau Preis je RM 6.30, zu beziehen 59. Praktische Fliegerausbildung von Leonhardy „2.15 —— Mi 61. Raketenfahrt von Max Valier „8.80 Prospekt frei durch den Verlag „Flugsport 62. Der praktische Modellflieger, das Bastelbuch für den Modellflugzeug- Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 bau von Hanns Günther und Dr. Hirsch Ganzleinen „ 8.40 . Postscheckkonto 7701 65. Die Auto-Klempnerei geb. „ 480 la Birken - Flugzeugplatten 66. Grundlagen der Fluglehre Teil II (Tragflügeltheorie) „2.65 08 ı m 15 2 25 3 45 6 mm „RIVISTA AERONAUTIGA“ 67, Gleitflug und Gleitflugzeuge Teil I v. Stamer-Lippisch „2.65 lustriert che Zeitschrift 68. Die Möglichkeit der Weltraumfahrt von Ley ad: seh» 13.40 wasserfest verleimt, Herausgegeben durch ital. Luftfahrtministerium 72. Segelfliegerlied für Gesarg mit Klavierbegleitung v. Striedinger „1.25 der D. V.L. ge- Roma, Via Agostino Depretis 45 A 75. Feldflieger, von Hptm. Heydemarck kart. „ 5.30 von der me Enthält Orig.-Abhandlungen üb. den Luftkrieg u. 76. Deutsche Luftfahrtgesetzgebung, von Wegerdt „9.80 prüft und als Kür den üb. die Luftfahrttechnik, weitere Nackrhhen 77. Luftverkehrsrecht, von Rechtsanw. Gottschow „6.80 Flugzeugbau geeignet tärischen, wissenschaftlichen u. Handelsgebiet, 78. Handbuch für den Jungsegelflieger, Teil I u. II ie „2.80 befunden. sowie zahlreiche Buchbesprechungen: 79. Kilimandiaro-Flug, von Mittelholzer „640 | —— für alien und Kolonien. 0. R L. m 80. Wie berechnet, konstruiert und baut man ein Flugzeug von Dipl.- - .: für Ausland... 0000. it. L. Ing. Skopik — Ganzleinen „ 12.0 | sen nl utherst " für Italien nseraralss N 2 it L. 10 81. Vom Gleitflug zum Segelflug von G. Lilienthal „ 25 ertin-Sc ee eonan 7550 j für Ausland. 22220. it. L. 20 82. Börnsteins Leitfaden für Wetterkunde geh. M 15.40, geb. : „. 17.40 , . 397 Minuten Rückenflug mit Begleiter Welthöchstleistung erreicht durch den Kunsiflieger Achgelis auf einem Flugzeug mit Siemens-Sternmotor ein neuer Beweis für die Verläßlichkeit unserer Flugmotoren SIEMENS & HALSKE A.G. FLUGMOTORENWERK BERLIN-SPANDAU BERLINER CHAUSSEE Iyp RS. Der neue einstellbare Ganz-Metall-Propeller mit geschmiedeten Leichtmetallblättern. Lieferbar für jeden Motor und jedes Flugzeugmuster passend, in allen Größen bis zu 5,5 m Durchmesser zwei-, drei- und mehrflüglig. .. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Kabelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G. Frankfurt a. M. L m il MR, R ? GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \\ VON OSHAR, URSINUS » EIVIL-ING. ) MITITIIT Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus. Telef.: Senckenbere 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 26 24. Dezember 1930 XXIN. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „F lugsport“ erscheint am 7. Januar 1931 Förderung des Flugwesens wird bestraft. Herr Balthasar Goldstein, ein eifriger Flugsportjünger, Besitzer einer kleinen Autoreparaturwerkstatt in Saarbrücken, baute sich einen netten kleinen Zweizylindermotor und dazu ein Leichtflugzeug. Mit diesem selbstgebauten Leichtflugszeug führte er recht erfolgreiche Flüge aus. Am 2.8.30 wurde er prompt vom Amtsgericht wegen 1. ein eintragungspflichtiges Luftfahrzeug, das nicht eingetragen war, geführt zu haben, 2. ein Luftfahrzeug geführt oder bedient zu haben, ohne die Erlaubnis hierzu zu besitzen, Vergehen gegen $ 30 Abs. 1 Ziffer 1 und 3 und Abs. 2 der Verordnung betr. die Regelung des Luftverkehrs im Saargebiet vom 15. 2.28 zu 100 Franken oder 10 Tagen Gefängnis ver- urteilt. Anstatt die schöne Leistung von Goldstein zu belohnen, wird sie bestraft. Man greift sich an den Kopf. Die Entwicklung des Leicht- flugzeuges steckt noch in den Kinderschuhen, und wenn wir nicht allen Kräften freie Hand lassen, wird die Bewegung durch die unglücklichen Gesetzesbestimmungen im Keim erstickt. Selbstverständlich muß eine Kontrolle über die Flugzeuge und Flugzeugführer ausgeführt werden, aber nicht für Leichtflugzeuge, die sich noch in der Entwicklung befinden. Wenn jemand, wie im vorlie- genden Fall, sich die Kosten für den Bau von Motor und Flugzeug zu- sammenhungert, so ist es verständlich, wenn die hohen Abnahme- eebühren nicht mehr aufgebracht werden können. Viele schöne, selbst- gebaute Flugzeuge stehen zur Zeit unbenutzt und unausprobiert in der Scheune, nur weil sie durch die leidigen Abnahmebedingungen im Flie- een behindert sind. Warum das? Im Segelflugwesen hat man einen Ausweg gefunden. Es ist drin- gend notwendig, denn die Fälle mehren sich bedenklich, daß unserer flugfreudigen Jugend, welche mit Begeisterung an der Entwicklung Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das erste Vierteljahr 1931, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 6. Januar werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen. Verlag „Flugsport“. Seite 460 „FLUGSPORT"“ Nr. 26 des Leichtflugzeuges arbeitet, freie Bahn geschaffen wird. Die schöne Zeit von 1914, wo unsere Flugpioniere fliegen konnten, wie sie woll- ten, ist vorbei. Unsere heranwachsende Jugend wird in ihrer Mitarbeit an der Entwicklung des Flugwesens behindert. 12. Pariser Salon 1930. (Forts. a. Nr. 25.) Der Salon ist zu Ende. Die Ausstellungsobjekte auf dem deutschen Stand in seiner bescheidenen Aufmachung wurden recht aufmerksam studiert. An der Siegermaschine vom Europa-Rundflug sah man oft ausländische Flugzeug- und Motorenkonstrukteure. Auch vor dem Mo- dell von Focke-Wulf sah man bekannte, in Gedanken versunkene Kon- strukteurgesichter. Es ist schade, daß Focke-Wulf nicht ein Flugzeug in natürlicher Größe ausgestellt hatte. In mancher Hinsicht mag dies jedoch gut gewesen sein, vielleicht hat Focke-Wulf seine Gründe. Uebrigens eins muß einmal gesagt werden: die deutschen Firmen machen viel zu wenig Reklame. Die Welterfolge der deutschen Indu- strie werden viel zu wenig ausgenutzt. BFW hatte auf dem Pariser Salon die Siegermsachine vom Europa-Rundflug ausgestellt. Nirgends war jedoch ein Schild auf dem Stand zu entdecken, daß dies die Sie- sermaschine vom Europa-Rundflug war. Weiter auf dem Ehrenstand in der Mitte des Salons befand sich das Breguet-Rekordflugzeug von Costes. In dieses war ein deutsches Gyrorector-Instrument eingebaut. Ein Hinweis hierüber am Stand fehlte, und dann wundert man sich, daß so wenig exportiert wird. Interessant und reichhaltige waren auch die Ausstellungsstände der englischen Firmen, leider oft nur sehr versteckt auf den Galerien. Das Studium des Standes von Boulton & Paul, wo Capt. Sayers die Honneurs machte, erforderte ein Studium für sich. Prominenten Besuchern wurde hier ein Stereo- Apparat mit Stereo - Auf- nahmen vom Boulton & Paul - Metall- Flugzeugbau übergeben, Auch die englische Zu- behör - Indu- strie hat sehr reichhaltig ausgestellt. Führerstand des Costes-Bre&guet- Flugzeuges mit eingebauten Gy- rorector- Instru- menten, hat bis jetzt 800 Flug- stunden entspr, 40000 Fluskilo- meter hinter sich. Der Krei- sel macht 20 000 U/Min. Nr. 26 „ELUGSPORT*“ Seite 461 Besonders Chance Brothers zeigen Scheinwerfer und Beleuchtungsanlagen. führen FI id lien Dimanz | | ühren Flugzeugräder in allen Dimensionen von den kleinst is den größten. Kirby Smith einsten bis ZU stellen Instrumentenbretter und Bordgeräte aller Art aus. Motoren. Ueber die Fortschritte besonders im Rohölmotorenbau haben wir bereits in der letzten Nummer berichtet. Der größte Teil der ausge- stellten Vergasermotoren ist den Lesern unserer Zeitschrift bekannt, so daß wir uns nicht wiederholen möchten. Hispano Suiza hat seit längerer Zeit einen 18-Zyl.-W-Motor wassergekühlt, vergleiche die nebenstehende Abb., für den Coup Schneider konstruiert. Je 6 Zy- linder in einer Reihe, 80 Grad gegeneinander versetzt. Für je eine Zy- linderreihe ein Vergaser. Zylinderblocks aus Alumin mit eingeschraub- ten nitrierten Stahlbüchsen. 150 mm Bohrung, 170 mm Hub, Gesamt- zylinderinhalt 54 1, Trockengewicht mit Schraubennabe 600 ke, Ge- wicht pro PS 0,533 kg, Betriebsstoffverbrauch 220 g, 5 & Oel pro PS. Leistung bei 2000 Umdrehungen 1125 PS mit Getriebe, Kurbelwelle 2000, untersetzt 1000. Baulänge 1995 mm, Breite 1330 mm, Höhe 1171 mm. ' Der größte von Lorraine ausgestellte Motor, Type Eider, ist ein 12-Zyl. in V-Form, wasserge- kühlt, 170 mm Bohrung, 165 mm Hub, Gewicht trocken 580 kg, Lei- stung 1050 PS bei 2200 Umdrehungen. Länge 1870 mm, Breite 750 mm, Höhe 960 mm. Lorraine hat noch ein weiteres neues Modell, „Petrel“, einen 12-Zyl. V-Form, welcher dem Hispano außerordentlich ähnlich sieht, Weymann-Limousine 100 PS Renault. Lorraine Eider 1050 PS f. d. Coup Schneider. Gnom-Rhone Titan K. Seite 462 „FLUGSPORT"“ | Nr. 26 herausgebracht. Bohrung 145 mm, Hub 145 mm, Kompressionsverhält- nis 1:6. Leistung bei 2000 Umdrehungen 610 PS, bei 2200 Umdrehun- ven 670 PS. Gewicht trocken mit Nabe 375 kg. Auf dem Stand von Fiat - sah man die normalen wasser- und luftgekühlten Typen, darunter das eroße Modell AS 5, ein wassergekühlter 12-Zyl. in V-Form, Leistung 1050 PS, Gewicht 348 kg. Die Societe Gnöme-Rhöne brachte zwei neue Modelle, den 240/285 PS bei 2000 Umdrehungen. 5-Zyl. Titan K. und den 300/370 PS bei 2050 Umdrehungen 7-Zyl.-Titan- Major, Bohrung 146 mm, Hub 165 mm normal wie bei den übrigen Typen. Neu an diesen Motoren ist die Ausbildung der Zylinderköpfe und Verankerung des Kipphebelgehäuses mit den Zylindern, ähnlich wie bei Armstrong. Sehr einfach und leicht ist der Kipphebelgehäuse- deckel mit praktischem Drahtverschluß ausgeführt. (S. die vorst. Abb.) Auffallend war das Fehlen an neueren Motorentypen in kleinen Leistungen. Als einzige Firma zeigte Omnium Metallurgique et Industriel den Chaise-Flugmotor, mit vier hängenden luftgekühlten Zylindern, von denen je 2in V-Form auf eine Kurbelkröpfung arbeiten. Die Rippen von beiden Zylindern sind miteinander verbunden. Ventile kKopige- steuert. Die Vergaserleitung wird bei dieser Anordnung außerordent- lich kurz, da der Vergaser direkt unter den Zylinderköpfen hängt. Eine Ansammlung von kondensiertem Gemisch in der Vergaserleitung ist daher unmöglich. Die Firma zeigte zwei Typen, einen kleinen Vier-Zyl. von 12 PS, Gewicht 35 ke, Drehzahl 4000. Und einen größeren Typ, AV 2, 120 mm Bohrung und 140 mm Hub. Leistung 100 PS bei 2000 Umdrehungen. Preis RM 8000.—. | Die Walter-Motoren haben wir in Nr. 7 „Flugsport“ 1929, S. 134, beschrieben. Walter baut jetzt in Lizenz die Fiattypen A-22, A-24 und A-25. (Schluß folgt.) Chaise 100 PS Flugmotor. derartigem Wert Nr. 26 „FLUGSPORT“ Seite 463 Segelflugzeug Ku 4 — „Austria“, Das Muster Ku4, im Auftrage von Robert Kronfeld gebaut, ist eine Fortentwicklung des Musters Mü 3 (Kul) — „Kakadu“ der. Aka- demischen Fliegergruppe München vom Jahre 1928 und wie letzteres ein freitragender Hochdecker mit ei) großer, nach außen | zunehmender Wöl- Ku 4 bung und starker Austria. Zuspitzung des Tragwerks bei be- sonders geringer Länge des Leit- werksträgers. Die Ausrüstung des Segelflugzeu- ges von heute ist in wenigen Jahren an Umfang und Ge- | wicht derart ge- wachsen (Fall- schirm, Blindflug- gerät), anderer- seits die Anforde- rungen an Festig- keit, also mit ande- ren Worten die zu fordernde Bie- gungsbruchlast und der Bruchstaudruck für das Flugwerk, daß es von vorn- herein als aus- $ sichtslos erschien, ? bei einer Spann- weite von 19 bis 20 m in einer Neu- konstruktion dar- über hinaus auch noch die Fluglei- stungen erheblich zu verbessern. An- dererseits lag die Erfahrung des Be- stellers vor, daß eine (bei dem heu- tigen Stand des Se- eelflugzeugbaues nur mehr) beschei- l dene Verbesserung der Sinkgeschwin- digkeit, Gleitzahl und Geschwindig- keitsspanne von für Strecken- und Seite 464 „FLUGSPORT“ Nr. 26 meteorologische Forschungsflüge sein kann, daß sie unausbleibliche fliegerische Mängel solch „überzüchteten“ Gerätes reichlich aufzuwie- gen vermag. Handelt es sich ja bei der Technik des Strecken-Segel- fluges darum, von einem Aufwindfeld aus das nächste überhaupt zu erreichen (oder aber zu verfehlen, was für eine den Flug beendende Zwangslandung entscheidend ist), ferner oft darum, Zeit zu sparen, indem das Anfliegen von nicht auf dem Kurs liegenden Aufwindfeldern möglichst unterlassen wird. So ist z. B. auch zu wünschen, daß es immer seltener nötig wird, an einem Hang kreisend auf Wolkenan- schluß zu warten; dann aber sinken die Anforderungen an die Wen- digkeit des Flugzeuges beträchtlich. So wurde trotz aller Bedenken in bezug auf die Landeeigenschaften die ungewöhnliche Spannweite von 30 m gewählt; denn einerseits handelt es sich hier um eine Son- derausführung, die nur für ganz spezielle Zwecke von Hand eines be- sonders erfahrenen Piloten eingesetzt werden soll, andererseits steht zu hoffen, daß auch bei dieser erheblichen Spannweitenvergrößerung wie bei der bisherigen Entwicklung der Segelfluszeuge die Wahr- scheinlichkeit, unvorbereitet landen zu müssen, weiter beträchtlich sinkt. Die Zweiteilung der Kakadu-Fläche (statt der vordem für Ma- schinen größerer Spannweite gebräuchlichen Dreiteilung) hat inzwi- schen Schule gemacht; sie gestattet, die Bauhöhe nach innen stetig an- wachsen zu lassen (ohne Knicke in Holmgurten), verringert die Zahl der Beschläge und den Trägheitsradius, was vor allem für die Lande- beanspruchung des Flugwerks bei zentralem Fahrwerk wesentlich ist. Aus ihr entstand die Vierteilung der Austria-Fläche mit Rücksicht auf Landtransport. Ein Mittelstück von nur 0,40 m Breite ist in den Rumpf- aufbau unlösbar einbezogen, um auf diese Weise die geometrische Durchdringung von Flügel und Rumpf strömungstechnisch einwandfrei ausführen zu können. Beim Kakadu war erstmals das extrem ge- wölbte Profil Gött. 652, das von A. Lippisch herrührt, für die Fläche verwendet worden, und zwar an der Flügelspitze identisch, an der Wurzel auf 1:5,8 verdickt bei auf 9% verminderter Pfeilhöhe des Kreisskeletts. Der Maximalauftrieb dieser Fläche erwies sich als noch größer als im Göttinger Windkanal und selbst bei böigem Wetter fliegerisch ausnützbar (hohe Trudelsicherheit). Dagegen treten im Schnellflug (wenn auch etwas später als im Windkanal) Abreißerschei- nungen an der Unterseite der Flügelnase auf, welche die Gleitzahlen bei Geschwindigkeiten über 80 km/Std. stark verschlechtern. Da für den Verwendungszweck der Austria eine mindestens ebenso kleine Minimalgeschwindigkeit, jedoch rund um die Hälfte größere Maximal- geschwindigkeit zu fordern war, fielen diese Profile in starrer Aus- führung von vornherein aus, zumal die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß die im Windkanal gemessenen phantastisch guten Profilgleitzahlen nicht zutreffen (da sie aus jeder Systematik der Göttinger Profilmes- sungen herausfallen). Trotz der Fehlschläge anderer Autoren wurden für die „Ku 4“ Verstellprofile entworfen (ohne daß hierfür irgendwelche Windkanal-Messungen gemacht worden wären). Der zusätzliche Ge- wichtsaufwand war in unserem Fall gering; denn 1. werden nur Klap- pen von prozentual kleinem Tiefenverhältnis bewegt; 2. müssen solche zur Quersteuerung sowieso über einen großen Teil der Spannweite vorhanden sein; 3. empfahl es sich schon allein aus Gründen der Ste- tigkeit des Festigkeitsaufbaues der Tragfläche, den die Klappen tra- genden Hilfsholm bis zum Rumpf durchlaufen zu lassen; 4. hätte die Formerhaltung der nicht durch Klappen gebildeten Spierenenden in Holzbau Schwierigkeiten gemacht, während für die langen Klappen stumpf geschweißter Stahlrohrbau gewählt wurde, der z. B. auch den PATENTSAMMLUNG 1930 des SUN Band Ill No.34 Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 512092, 093, 094, 095, 191, 194, 195, 196, 527. Flugdrachen (Drachenilugzeuge, mit Trag- flächen und Kraitantrieb, (Gruppe 3—24). b 4A Pat. 512191 v. 28. 10. 28, veröff. 13. 11. 30. Alan Ernest Leofric Chorlton, Rollo Amyatt de Haga Haig und Helmut John Stieger, London. Einholmiger Fing- zengflügel. Patentansprüche: 1. Einholmiger Flugzeugflügel, dadurch gekenn- zeichnet, daß der aus einem Steg (C) mit Ober- (A) und Untergurt (B) bestehende Holm auf beiden Sei- ten mit Dreieckverspannungen versehen ist, deren Schenkel (E,F,G.H, P’, F, G’, H’) am Ober- und 77 Su_ 1 PvY Öl 7 Dom IIn \| Untergurt des Holmes angreifen und deren Scheitel paarweise auf jeder Seite des Holmes in einem Punkte zusammenlaufen und durch parallel zum Holm lau- fende Drähte (K, L) gegeneinander abgespannt sind. 2. Flugzeugflügel nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die auf gegenüberliegenden Seiten des Holmes befindlichen Scheitel der Spanndreiecke gereneinander durch Druckstreben (D) abgesteift sind. b6 Pat. 512527 v. 28. 1. 27, veröff. 15. 11. 30. Karl Theis, Berlin-Charlotten- burg. Fingzeng mit veränderlichem Tragwerk Der Vorteil der Erfindung ist, daß der Führer von Verstellmaßnahmen des Tragwerkes entlastet und außerdem eine zwangläufige Abhängigkeit der Trag- werkgestalt und -größe von der Triebwerkleistung und dem Staudruck geschaffen wird. Patentansprüche: 1. Flugzeug mit veränderlichem Tragwerk, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragwerk durch eine Aende-h ac N \ rung der Leistung des durch den jeweiligen Stau- druck gesteuerten Triebwerkes derart verstellt wird,- daß bei größer werdender Triebwerkleistung die wirk- same Tragwerkfläche und ihr Anstellwinkel kleiner und die Wölbung der Tragflügel flacher, bei kleiner werdender Triebwerkleistung die wirksame Tragwerk- fläche und ihr Anstellwinkel größer und die Wölbung der Tragflügel stärker gekrümmt werden. 2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß ein Verstellen des Tragwerkes nur dann erfolgt, wenn der die Leistung des Triebwerkes steu- ernde Staudruck (78, 143) eine bestimmte Größe über- schritten und beispielsweise den Gegendruck einer in das Uebertragungsgestänge eingeschalteten Feder (12, 128) überwunden hat. 3. Flugzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Triebwerk (5, 100, 101) und das Tragwerk (33) durch Kraftübertragungsmittel (130 bis 138) miteinander verbunden sind, welche die rotie- rende Bewegung der Triebwerkwelle in eine hin und her gehende, das Tragwerk verändernde Bewegung umwandelt. 4. Flugzeug nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Triebwerk (5) mit einer Pumpe (45) gekuppelt ist, die eine Druckflüssigkeit (59) zu einer Steuer- und Drosselvorrichtung (19) leitet, die mit Zylindern (23, 24) in Verbindung steht, deren Kolben (25, 29) mit dem Verstellgestänge (27, 28, 31, 32) des Tragwerkes verbunden sind. 5. Flugzeug nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Triebwerkwelle (102) mit einem elektromagnetischen Anker (104) gekuppelt ist, der in einem elektromagnetischen Felde läuft, dessen Träger (106, 107, 110) drehbar gelagert sind. 6. Flugzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich- net, daß die auf dem Träger (110) sitzenden Feld- magnete (106, 107) durch Stromabnehmer (116, 117) mit einem elektrischen Regulierwiderstand (120, 121) verbunden sind. 7. Flugzeug nach Anspruch 5 und 6, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Feldmagnete (106, 107) mit einem Getriebe (130, 131, 132) gekuppelt sind, auf dem sich gegen den Druck einer Feder (136) eine Mutter (133) bewegt, mit der der eine Arm eines Schwinghebels (137) verbunden ist, an dessen anderem Arm das Verstellgestänge des Tragwerkes angreift. 8. Flugzeug nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß an das Kraftübertragungsgestänge zwi- schen Triebwerk und Tragwerk der Höhensteuerhebel (37) angeschlossen ist. 9. Flugzeug nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Höhenflosse (64) in Abhängigkeit von der Verstellung des Tragwerkes verstellt wird. 10. Flugzeug nach Anspruch 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß zum Fördern der Druckflüssigkeit (59 ein Hilfsmotor (56) dient, dessen Leistung in Abhän- gigekeit von der Leistung des Triebwerkes (5, 100 101) geregelt wird. ABB AL. m AA AD 405 108 dob Al Mo h 1 an) an = 1% EN | fi 6 „7 au4 133 1 Seite 134 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 34 11. Flugzeug nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Kraftübertragungsmittel zwischen Triebwerk und Tragwerk mit den Verstellhebeln (70) einer Lufischraube mit veränderlicher Steigung (7) verbunden sind. Flugzeugunterbau (Bremsen) (Gr. 40—47). b47 Pat. 512092 v. 11. 12. 28, veröff. 7. 11. 30. Wilhelm von Jagwitz, Bieg- nitz bei Glogau. Bremsvorrichtung an Fing- zeugen. Patentansprüche: 1. Bremsvorrichtung an Flugzeugen, bestehend aus entgegengesetzt zur Auslaufrichtung des Flugzeuges wirkenden Raketen, die bei Auftreffen des Flugzeuges auf die Landungsfläche entzündet werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Entzündung der Raketen von den Laufrädern bzw. Schwimmern des Flugzeuges aus Abb.1 nach vorheriger Einschaltung selbsttätig erfolgt. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Laufräder bzw. das Fahrgestell beim Berühren des Bodens entgegen der Wirkung einer Feder verschoben werden und dabei z. B. durch Schließen eines elektrischen Stromkreises die Ra- keten sämtlich oder teilweise entzünden oder deren Entzündung durch den Führer freigeben. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entzündung der Raketen pro- rortional zur Drehgeschwindigkeit der Laufräder bzw. zum \Wasserdruck oder zur Geschwindigkeit des Flug- zeuges über dem Grund erfolgt, z. B. dadurch, daß von der Laufradwelle oder bei Wasserflugzeugen sinngemäß von einer durch den Wasserdruck ange- triebenen Welle eine den Zündstromkreis schließende und unterbrechende Kontakttrommel mit beliebiger Uebersetzung angetrieben wird. b47 Pat. 512093 v. 11. 12. 28, veröff. 6. 11. 30. Wilhelm von Jagwitz, Bieg- nitz bei Glogau. Bremsvorrichtung an Flug- zengen. Patentansprüche: 1. Bremsvorrichtung an Flugzeugen, bestehend aus entgegengesetzt zur Auslaufvorrichtung des Flugzeu- « „es wirkenden Raketen, die beim Aufsetzen des Flug- & zeuges auf die Landungsfläche zur Wirkung gebracht werden, dadurch gekennzeichnet, daß bei Entzündung der Raketen die Laufräder oder bei Wasserflugzeugen Abb.7 die Schwimmer in ihrer Bewegung zum Wasser selbsttätig abgebremst werden. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Bremswirkung auf die Laufräder bzw. Schwimmkörper bei Fehlzündungen sowie bei Unterschreiten eines bestimmten Mindestreaktions- druckes aufhört. b47 Pat. 512094 v. 21. 9. 28, veröff. 10. 1l. 30. Societe Anonyme des Ate- liers d’Aviation Louis Breguet, Paris. — Stenervorrichtung zur Verteilung der die Brems- vorrichtungen von Fingzengrädern beim Landen betätigenden Preßluft. Von bekannten Vorrichtungen zur Regelung der Preßluftzuführung, die ebenfalls das Bremsen eines Laufrades oder auch mehrerer Laufräder gleichzeitig gestatten, unterscheidet sich vorliegende Erfindung vorteilhaft durch einfache Mittel und geringeren Raum- bedarf. Eine bekannte Vorrichtung z. B. besitzt vier Hähne (zwei für den Lufteinlaß und zwei für den Luftauslaß), von denen je zwei gekuppelt und alle von einem gemeinsamen Steuerhebel bedient werden. Patentansprüche: 1. Steuervorrichtung zur Verteilung der die Brems- vorrichtungen von Flugzeugrädern beim Landen be- tätigenden Preßluft, dadurch gekennzeichnet, daß im gleichen Gehäuse ein Schieber und ein Drehverteiler vutergebracht sind, wobei der Schieber die Zuführung der Preßluft zu dem Drehverteiler und der Drehver- teiler die Zuführung der Preßluft zu den mit den Bremszylindern der Laufräder verbundenen Leitun- gen regelt, 2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß der als Doppelkolben (16) ausge- bildete Schieber in einem zylindrischen Gehäuse (60, 61) geführt ist und der aus einer Hülse (50) einer Verteilerscheibe (58) und einem nach außen führenden offenen Rohransatz (37) bestehende Drehverteiler in einem Ringraum zwischen dem Gehäuse (60) und sei- nem Rohransatz (61) drehbar angeordnet ist und je nach Stellung entweder durch eine außerhalb der Hülse befindliche Oeffnung (38) der Verteilerscheibe Preßluft in eine zum Bremszylinder eines Rades füh- rende Leitung (22 oder 23) zur Bremsung eines Lauf- rades oder durch zwei innerhalb der Hülse (50) be- findliche Oeffnungen (39, 40) in zwei Leitungen (22 und 23) zur gleichzeitigen Bremsung beider Laufräder leiten kann. 3. Steuervorrichtung nach Anspruch 1 und 2, da- durch gekennzeichnet, daß in oberer Lage des Schie- bers (16) der innere Raum des Zylinders (61) durch N Abb. ı Nr. 34 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Seite 135 Bohrungen (26) mit den Leitungen (22 und 23) und durch die Ringöffnung (34) mit der Außenluft ver- bunden ist. 4. Steuervorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, daß der Schieber und der Dreh- verteiler von einem gemeinsamen Handhebel (17) ge- steuert werden, der an der Stange (19) des Schiebers angreift, wobei bei senkrechter Verschiebung der Stange (19) nur der Schieber, bei Drehung der Stange (19) um die Längsachse auch der Drehverteiler ver- mittels eines in der Stange angeordneten, in einen Schlitz des Rohransatzes (37) eingreifenden Riegels (36) bewegt wird. b47 Pat. 512095 v. 8. 11. 29, veröff. 12. 11. 30. The Westinghouse Brake & Saxby Signal Co. Ltd., London. Dremsein- richtung für die Lanfräder von Luftfahrzeugen. Eine Ausführungsform der Erfindung ist auf der Zeichnung schematisch dargestellt. Abb. 1 zeigt die Vorderräder und Abb. 2 das Hinterrad eines Flug- zeuges. Die Patentschrift enthält noch Abb. 3 bis 9, welche verschiedene Betriebsstellungen der Regelein- richtungen wiedergeben. Mit F sind in Abb. 1 die üblichen vorderen Lauf- räder und mit R in Abb. 2 das hintere Laufrad eines Flugzeuges bezeichnet. Jedes Laufrad ist mit einer Bremsvorrichtung geeigneter Bauart verbunden, bei- spielsweise mit der bei Kraftwagen bekannten Brems- trommel an die mittels eines Hebels die Bremsbacken oder das Bremsband angelegt werden. Diese an sich Abb. s bekannten Vorrichtungen sind auf der Zeichnung nicht dargestellt. Die Verstellung eines Hebels 1, der mit der Bremseinrichtung in Verbindung steht, bewirkt das Anziehen der Bremsen. Patentansprüche: 1. Bremseinrichtung für die Laufräder von Luft- fahrzeugen, bei der die Bremsung der Vorderräder selbsttätig ermtsprechend der Belastung des Hinter- rades bzw. Spornes geregelt wird, gekennzeichnet durch eine Einrichtung, die die Bremsung jedes Vor- derrades selbsttätig nach Maßgabe der Belastung des betreffenden Rades regelt. 2. Ausführungsform nach Anspruch 1, gekennzeich- net durch eine Einrichtung, die das Lösen der Brem- sen bewirkt, wenn ein Laufrad den Erdboden verläßt. 3. Ausführungsform nach Anspruch 1, bei der die Bremsen durch Druckluft angezogen werden, da- durch gekennzeichnet, daß die Luftdrücke in den Sremszylindern (3) durch Steuerorgane (21, 22) ge- regelt werden, die ihrerseits durch die Stellungsände- rung der Laufräder (F, R) gegenüber dem Luftfahr- zeugkörper beeinflußt werden. 4. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die zu den: Vorderrädern (F) ge- hörenden Bremszylinder (3) während der Bremsung mit dem zum Hinterrade (R) gehörenden Bremszylin- der (3) und zweckmäßig auch mit einem zwischen- geschalteten Druckmittelbehälter (24) in Verbindung stehen. 5. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß die Bremsen der Regelung durch deu Luftfahrzeugführer unterliegen, wobei mittels eines vom Führer betätigten Steuerventils (29) dem ‘hinteren Bremszylinder (3) aus einer geeigneten Druckluftquelle (30) Druckluft über ein für gewöhnlich offenes Ventil (21) zugeführt wird, welches sich selbsttätig schließt, wenn der Druck im Bremszylin- der einen bestimmten Wert erreicht, der von der Belastung des Laufrades (R) abhängt. 6. Ausführungstorm nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet, daß ein für gewöhnlich geschlossenes Ventil (21) die Druckluftzufuhr zu einem Bremszylin- der bzw. zu den Bremszylindern (3) der Vorderräder (F) so lange verhindert, bis diese (F) den Erdboden berührt haben. b47 Pat. 512194 v. 25. 8. 29, veröff. 10. 11. 30. Knorr-Bremse Akt.-Ges., Ber- lin-Lichtenberg*). Steuergerät für Preßluft- bremsanlagen von Fingzengen. Im Gegensatz zu den Bremsanlagen anderer Fahr- zeuge müssen beim Flugzeug größere Anforderungen an die Betätigungsmöglichkeit gestellt werden. So ist außer der selbstverständlichen Möglichkeit, die Bremse allmählich ein- oder abzuschalten, erforder- lich, daß ein einseitiges Bremsen, etwa unter Kupp- lung mit dem Seitensteuer, möglich ist. Diese For- derung bezweckt in erster Linie, die Rolleigenschaften des Flugzeuges am Boden, beim Kurvenrollen usw. zu verbessern und außerdem die Möglichkeit zu schaffen, einem Ausbrechen des Flugzeuges beim Landen durch einseitiges Bremsen entgegenzuwirken. Die Gefahr eines Ueberschlagens des Flugzeugs bei zu starkem, plötzlichem Bremsen läßt wünschenswert erscheinen, auch eine Kupplung mit dem Sporn vor- zusehen, so daß die Bremse plötzlich abgeschaltet *) Von dem Patentsucher sind als die Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Franz Michael, Berlin- Baumschulenweg, und Manfred Grabarse, Berlin- Adlershof. Seite 136 PATENTSAMMLUNG des FLUGSPORT Nr. 34 wird, wenn der Sporn den Boden verläßt. Auch wurde bereits die Forderung erhoben, die Brems- anlage mit Bedienungshebeln im Führerstand derart zu kuppeln, daß Bedienungsfehler, etwa ein Startver- such bei angezogenen Bremsen, ausgeschlossen werden. Diese Forderungen machen eine umfangreichere Schaltanlage notwendig als bei den Bremsen anderer Fahrzeuge. Da sich nun im Flugzeug zur Ueber- wachung der Maschine und des Fluges bereits zahl- reiche Nebenapparate und Instrumente befinden, de- ren dezentralisierter Einbau einerseits durch die vie- len notwendigen Beschläge und Anbauten einen be- trächtlichen Gewichtsaufwand ergibt und die anderer- seits den Führer bei der Bedienung des Flugzeuges schon außerordentlich in Anspruch nehmen, ist von einer Bremsanlage für Flugzeuge zu fordern, daß sie möglichst wenig zusätzliche Anbauten ergibt und die Bedienung durch den Führer sehr einfach und auto- matisch fehlerfrei erfolgen kann. Aus diesen Erwägungen heraus ist die vorliegende Erfindung entstanden. Patentanspruch: Steuergerät für Preßluftbremsanlagen von Flug- zeugen, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftvorrats- behälter und alle notwendigen Ventile und Hähne und deren direkter Antrieb durch Kurvenscheiben, Zahn- räder oder Hebel zu einem von dem Flugzeug lös- baren und von der Flugzeugbauart unabhängigen Aggregat zusammengebaut werden, so daß zum Steuergerät lediglich die Bedienungszüge oder -ge- stänge, wie z. B. vom Bedienungshebel im Führer- stand (Bremsdruckregelung), von der Seitensteuerung (einseitige Bremsung), vom Sporn und Bedienungsge- stänge des Motors (Sicherung gegen Betätigungsfeh- ler), und vom Steuergerät lediglich die Leitungen zu den Bremsrädern führen. b47 Pat. 512195 v. 23. 12. 28, veröft. 8. 11. 30. Elektronmetall G. m. b. H,, Cannstatt, Stuttgart. Lanfrad mit Innenab- federung, insbesondere für Flngzenge. Patentanspruch: Laufrad mit Innenabfederung, insbesondere für Flugzeuge, welches in einem drehbaren Hebel ge- lagert ist, der auf einem festen Zapfen des Fahrge- stells schwingend angeordnet ist, wobei der Lager- zapfen gleichzeitig einen fest verkeilten Hebel trägt, der mit dem schwingenden Hebel durch elastische Mittel verbunden ist, gekennzeichnet durch die Ver- bindung mit einer Bremsvorrichtung, in welcher der mit dem Fahrgestell fest verbundene Zapfen (a) in seiner Bohrung eine in axialer Richtung wirkende Be- tätigungsspindel (n) der Bremse aufnimmt, wobei die Spindel in zwei oder mehr nicht miteinander verbun- dene Teile (m und o) zerlegt ist und die drehende Bewegung des einen Wellenteils (0) eine axiale Ver- schiebung des anderen (m) hervorruft. b47 Pat. 512196 v. 19. 10. 29, veröff. 7. 11. 30. Knorr-Bremse Akt.-Ges., Ber- lin-Lichtenberg*). Bremszylinderanordnung an Trommelbremsen, insbesondere für Flugzenge. Das Bestreben, an Flugzeugen vorspringende Teile, die beim Fliegen einen erheblichen Luftwiderstand verursachen, zu vermeiden, hat bei bekannten Brems- konustruktionen dazu geführt, die Bremszylinder im Innern der Bremsgehäuse oder Bremstrommeln an- zuordnen. Diese Anordnung ist aber hinsichtlich der notwendigen Ueberwachung der Bremseinrichtung un- günstig; es ist dabei unmöglich, die von Zeit zu Zeit erforderliche Nachstellung der Bremse zu beobachten. Man ist bei dieser Tätigkeit vielmehr auf Vermutun- gen und auf das Gefühl angewiesen oder man muß Abb. ı Teile der Bremstrommel abnehmen, um zu den Brems- teilen zu gelangen. Gegenstand der Erfindung ist eine Anordnung der Bremszylinder, bei der der unerwünschte, nachteilige Luftwiderstand der Bremszylinder gleichfalls vermie- den ist, ohne daß diese in der Bremstrommel ver- borgen liegen, so daß der Hub der Bremskolben je- derzeit überwacht werden und das Nachstellen vor- gcnommen werden kann, ohne die Bremstrommel zu öffnen. Patentanspruch: Bremszylinderanordnung an Trommelbremsen, ins- besondere für Flugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremszylinder (b) und der von diesem zum Spreiznocken (c) führende Hebel (d) in einem Gesenk des Gehäusedeckels (g) der »Bremstrommel (a) ange- ordnet sind, wobei der versenkte Teil durch eine ab- nehmbare Deckplatte (e) nach außen abgeschlossen ist. *) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder an- gegeben worden: Dipl.-Ing. Theodor Kollinek, Berlin. Pat.-Samml. Nr. 34 wurde im „FLUGSPORT“ XXII., Heft 26, am 24. 12. 1930 veröffentlicht. Hiermit schließt der Band II Patentsammlung von 28. Jan. 1929 bis Ende Dezember 1930. Nr. 26 „FLUGSPORT“ Seite 465 Vorzug mit sich brachte, die Klappen je nur mit einem einzigen Hebel an einem Ende anzutreiben. Im Vergleich zum Kakadu sind die Pro- filnasen etwas spitzer und der Auslauf fast geradlinig; an der Klappen- arehachse sind in mittlerer Klappenstellung einspringende Ecken, um ausspringende möglichst zu umgehen; in gewölbtester Stellung sind die Profile denen des Kakadu nicht unähnlich; im ganzen verspricht die Wölbungsveränderlichkeit eine Verringerung des Risikos eines konstruktiven Fehlschlags, zumal die schon aus betrieblichen und Gründen der Flügeldurchbiegung gebotene Unterteilung in insgesamt 6 Flügelklappen gestattet, auf Grund der Flugerfahrungen auch die Wölbungsverteilung über die Spannweite ziemlich frei zu variieren. Konstruktionseinzelheiten d. Ku 4 Austria. Oben links: Hauptholm-Beschlagsätze zum Außenflügelanschluß (fertig zum Ein- bau). Rechts: Hauptholmbeschlag an Flügelwurzel samt Baldachinbeschlag und dessen Distanzrahmen (vor dem Einbau). Mitte links: Pedalsteuersatz „Ku 4“ (Seitensteuer und Bremse). Das aus 4 Seil- rädern bestehende Differential. Mitte: Leitwerksträger im Bau. Rechts: Außen- flügelanschlußbeschlag am Innenflügel, zerlegt. Beachte: Konusbolzen a mit Ge- windespindel b, Anschlagplatte c, Distanzröhrchen d und Stiftschrauben e, welche die eigentlichen Beschläge zusammenhalten. Unten links: Bootskörper samt Turm im Bau. Rechts: Innenflügel-Außenende unbeplankt. Darunter: Außenflügel-Innenende unbeplankt, und Innenflügel- Wurzel unbeplankt. Seite 466 „rLUGSPORT“ Nr. 26 Die rund 9,3 m langen Innenflügel sind von trapezförmigem Grund- viß, die etwa 5,5 m langen Außenflügel schließen daran mit etwas ge- ringerer Zuspitzung und einem Knick in Verwindung und Aufriß an, um unter Ausnutzung der aus Transportgründen einmal notwendigen Trennstellen die gewünschte Auftriebsverteilung und gewisse Flug- eigenschaften zu erzielen. — Der Endantrieb der je dreifach kugelge- lagerten stoffbespannten Klappen erfolgt an den Trennstellen der Außen- und Innenflügel bzw. Innenflügel und Rumpf, und zwar über je einen Winkelhebel und Stoßstange (auf Flüzelunterseite), die ein- zigen im Luftstrom liegenden Steuerungsteile. Im Flügelinnern führt die Stroßstange zu ein und demselben (bei jedem der 3 Klappenpaare jedoch anders eingestellten) Differential; jede Klappe hat ihre durch die ganzen Innenflügel getrennt laufenden Seilzüge, wobei die Kupp- lung der Seilhebel an allen 4 Flügeltrennstellen automatisch bei Flügel- montage geschieht, ähnlich wie bei verschiedenen Konstruktionen der Akaflieg Darmstadt; jedoch tragen die Kupplungs-Stoßstänschen Ku- gelköpfe, welche in Pfannen der Gegenhebel laufen und bei Montage unter Federzug mittels die Pfannenpaare verbindender kreisbogenför- miger Gleitbahn selbsttätig in Betriebsstellung gebracht werden. — Inland. Bauprüferkursus auf der Wasserkuppe. Vom 15.—31. Januar 1931 und vom 15. Februar bis 1. März 1931 finden in der Fliegerschule des Forschungs-Instituts der Rhön-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe Ausbildungskurse für An- wärter zu Bauprüfern II. Klasse statt. Die Kursusgebühr beträgt RM 25.—, die Kosten für die tägliche Verpflegung RM 2.50, hinzu kommt ein einmaliges Wäsche- geld von RM 5—. Anmeldungen sind bis spätestens 31. Dezember 1930 unmittelbar an die Flie- gerschule zu richten. Für den Fall ungenügender Beteiligung muß der Ausfall der Kurse vorbehalten bleiben. Die Luft-Hansa hat für 1931 bestellt, wie „Les Ailes“ berichtet, 10 B.F.W. M 20, vier Focke-Wulf A. 38, zwei Dornier Wal. Die zur Verwendung kommen- den Motoren sind B.M.W. von 700 PS und Siemens von ungefähr 550 PS. Ausland. Woli Hirth erhielt für seine wertvolle Mitarbeit zur Einführung des Segel- fluges in U.S. A. und für seine ausgezeichneten Leistungen während des Eimira- Segelilug-Wettbewerbs von der National Glider Association das „Dreistern-Ab- zeichen‘, welches bisher nur Dr. Klemperer und Franz Gross verliehen wurde. Ein Bleriot-Pokal für 1000 km Geschwindigkeit ist vom Aero-Club de Fıance veröffentlicht worden. Der Pokal im Werte von 100000 Fıcs, fällt demjenigen Flieger zu, welcher als erster 1000 km Geschwindigkeit erreicht. Vorerst läuft der Preis als Wanderpreis. von der 600-km-Grenze ab. Bewahrer ist der nationale Aero-Club des jeweiligen Landes, das die Höchstgrenze mit 5 Prozent überbietet. Verlangt wird ein Flug von 30 Min. in gerader oder geschlossener Bahn. Nach Artikel 2 der Ausschreibung kann der Flug mit einer beliebigen Einrichtung mit einem Menschen an Bord ausgeführt werden. Der Antrieb muß mit an Bord be- findlichen Mitteln erfolgen. Zum Lanzieren kann eine Energie benutzt werder, die sich außerhalb des Apparates befindet. Vereinsnachrichten. Der geschäftsführende Vorstand der Intern. Studienkommission für den motor- losen Flug trat am 6.12. in Paris zum ersten Male zu einer Sitzung zusammen. Nr. 26 „FLUGSPORT" Seite 467 Anwesend waren von Deutschland Prof. Dr. Georgii als Präsident und Dr. Graf von Ysenburg als Generalsekretär, ferner die Vizepräs. Maior Massaux-Belgien, Massenet-Frankreich und der Oberst The Master of Sempill-England. Weiterhin nahmen u.a. Dr. Magnan, Prof. am College de France, welcher sich lebhaft für die Probleme des Segelfluges interessiert, sowie der Generalsekr. der F.A.l., Mr. Tissandier, zeitweise an den Beratungen teil. Aus dem vom (Generalsekretär der Studienkommission vorgelegten Bericht über den Stand der Segelflugbewegung Ende 1930 ging hervor, daß gerade das abgelaufene Jahr einen außerordentlich starken Aufschwung der Bewegung ge- bracht hat. Insbesondere in England und Frankreich ist unter der Leitung der British Gliding Association bzw. der Avia ein erfreuliches Wachstum zu verzeich- nen. Auch in einer Reihe anderer europäischer Länder ist aktives Interesse am motorlosen Flug erwacht. Sogar in Südafrika, Australien und Indien beginnt man sich dem Segelflugsport zuzuwenden. Bemerkenswert sind die raschen Erfolge der jungen amerikanischen Bewegung, welche in einem Wettbewerb im Herbst 1930 ausgezeichnete Leistungen im Dauer-, Höhen- und Streckenflug aufzuweisen hatte. Für 1931 istbestimmt mit einer größeren Zahl nationaler und internationaler Segelflugwettbewerbe zu rechnen. Die Internationale Studienkommission beschloß, daß ab 1932 unter ihrem Pa- tronat jährlich ein großer internationaler Segelflugwettbewerb in einem der ange- schlossenen Länder veranstaltet werden solle. Für Durchführung der Arbeiten der Studienkommission war im Juni die Schaffung von vier Unterausschüssen vorgesehen worden. Nachdem inzwischen die Zusammensetzung der Ausschüsse erfolgt ist, wurden vorbehaltlich der Zu- stimmung der Ausschüsse als Vorsitzende folgende Herren gewählt: für den wis- senschaftlichen Ausschuß Prof. Dr. Magnan vom College de France, Paris; für den technischen Prof. Dr. Hoff, Direktor der Deutschen Versuchsanstalt für Luft- fahrt, Berlin; für den sportlichen Mr. Gordon England, Chairman der British Gli- ding Association, London; für den Propaganda-Ausschuß Mr. Wolff, Generalsekre- tär des Kgl. Belg. Aero-Clubs, Brüssel. Schließlich beschloß der Vorstand der Studienkommission, den ihr angeschlos- senen Ländern vorzuschlagen, als Gleit- bzw. Segelfliegerabzeichen das deutsche Abzeichen zu übernehmen mit der Maßgabe, daß die Abzeichen mit dem inter- nationalen Kennzeichen des jeweiligen Landes versehen werden sollen, während das deutsche Abzeichen als das ursprüngliche die jetzige Form (also ohne den Buchstaben D) behalten solle. Nach ausführlicher Beratung einer Reihe von Fragen sportlicher und organi- satorischer Art wurde als Termin für die Mitgliederversammlung der Internatio- nalen Studienkommission der Herbst 1931 in Aussicht genommen, woselbst die Ausschüsse über die inzwischen geleistete Arbeit berichten sollen. Jahres-Tätigkeitsbericht der M. A.G. im D.M. S.V. Wieder liegt ein arbeitsreiches Jahr hinter uns. Aber nicht nur reich an Ar- beit, sondern auch reich an Erfolgen. Dessen kann sich die M. A.G. rühmen, daß sie wohl, was den Modellbau und die Modellwettbewerbe betrifft, am rührigsten von allen Arbeitsgemeinschaften gearbeitet hat. Wenn es auch nach außen hin den Anschein hat, als wäre die M.A.G. durch Abbröckeln von Halle und Nordhausen kleiner geworden, so können wir mit Freude und Genugtuung feststellen, daß diese Lücken bereits durch den Eintritt von Hettstedt und Schönebeck-Salzelmen wieder ausgefüllt sind. Die Gründung dieser peuen Vereine ist auf die Werbetätigkeit der M.A.G. zurückzuführen, und im nächsten Jahre wird die M.A.G. voraussichtlich durch Neugründungen noch einige Vereine mehr zählen, die es sich in der Hauptsache werden angelegen sein lassen, den Modellflugsport zu fördern. Es ist selbstverständlich schwer für die neuen Vereine, mit den Leistungen der alten M. A. G.-Vereine Schritt zu halten, aber schon in einem Jahr wird dieses Minus aufgeholt sein, da der Modellbau in den neuen Vereinen gleich nach den neuesten Erfahrungen organisiert wird. In uneigennütziger Weise wird den neuen Vereinen geholfen. Man spielt nicht mit ihnen, sondern will sie zu ernsten Geg- nern bei friedlichem Wettbewerb erziehen. Der Enderfolg ist Leistungssteige- rung bei jedem neuen Wettbewerb. Ein Beweis, daß die M. A. G. nicht am Alten klebt, sondern für den Fortschritt arbeitet, sind die Versuchswettbewerbe für Wasser- und schwanzlose Modelle, die sich auch in diesem Jahre reger Teilnahme erfreuten. Und daß auf diesem, Seite 468 „FLUGSPORT“ „FLUGSPORT* Nr. 26 N. 26 Seite 469 fir den Modellbau teils noch unerforschten Gebiete schon etwas geleistet worden ist, zeigt das Modell des Schülers Hanfr. Müller, Magdeburg, der mit einem schwanzlosen Modell, versehen mit start- und landesicherem Fahrgestell, einen Geradeausflug von 266,2 m bei 51,5 Sek. Dauer erzielte. In zwei Jahren werden die Leistungen der schwanzlosen Modelle denen der Normalmodelle kaum noch zurückstehen. Das gleiche kann man wohl von den Wassermodellen behaupten. Die M.A.G., die anläßlich des 15jährigen Stiftungsfestes des Vereins für Segel- und Modellflugsport, Magdeburg, e. V., dort ihr 3. Wassermodellwettfliegen ab- hielt, konnte hier schon einen großen Fortschritt buchen. Während bei den in den Vorjahren vorangegangenen Wasserwettfliegen in Dessau und Leipzig nur einige Modelle vom Wasser freikamen, gelang es hier fast ausnahmslos allen. Aber noch mehr Pflege als den beiden letztgenannten Modellarten wird die M.A.G. im nächsten Jahre den Segelmodellen widmen, angespornt durch die Erfolge im „Rhön-Segelmodellwettfliegen 1930“, wo schon die Leistungen von M.A.G.-Mitgliedern mit an führender Stelle standen. Um einen Ueberblick über die geleistete Arbeit der M.A.G. im Modellwett- fliegen zu geben, seien die Daten hier nochmals angeführt. Am 6. April: Segelmodellwettfliegen in Dessau. Am 8. Juni: Beteiligung am Rhön-Segelmodellwettbewerb 1930. (Die M.A.G. xewinnt durch Böhme-Dessau und Schul-Magdeburg einen 1. und 3. Preis sowie einen Anerkennungspreis.) Am 13. Juli: Modellwettfliegen für alle Klassen in Leipzig. Am 24. August: Wassermodellwettfliegen in Magdeburg. Am 21. September: 1. Versuchswettbewerb für schwanzlose Modelle in Dessau. Die durchschnittliche Beteiligung bei den M. A. G.-Wettfliegen waren ca. 15 Modelle. Hier sei festgestellt, daß gegenüber den Wettbewerben von 1925—26 die Teilnehmerzahl um 50 Prozent gesunken ist, welches auf den sich ganz enorm entwickelnden Gleitflugschulbetrieb zurückzuführen ist. Am 11. 1. 1931 werden sich nın die M.A.G.-Vereine zur Jahreshauptver- sammlung in Hettstedt treffen, um das neue Jahresprogramm festzulegen. Es soll wieder ein arbeitsreiches Jahr werden, hoffentlich auch ein erfolgreiches, welches dem verflossenen in keiner Weise nachsteht. Allen M. A. G.-Kameraden, ob jung, ob alt, möchte ich an dieser Stelle noch- ınals Dank sagen für die mühevolle Pionierarbeit in unserem, uns ans Herz ge- wachsenen Modellflugsport, zum Wohl und weiteren Erblühen der M. A.G. F. Alexander, M. A. G.-Vorsitzer. Abgestrebter verkleideter Zögling des Oesterreichischen Flugtechn. Vereins. sere seit vier Sonntagen vom 280 m hohen Spitzerberge bei Hundsheim ausge- führten Flüge brachten es mit sich, daß der Großteil der fliegenden Mitglieder die Gleitfliegerprüfung A glatt erfüllte. Wir flogen mit einer durchschnittlichen Flugdauer von 40-60 Sek. und noch bei Windstärken von 8—12 m/Sek., was allerdings nur durch das etwas größere Gewicht (ca. 86 kg) möglich ist. Es wur- den insgesamt 8 A-Prüfungen abgelegt, die aber leider infolge der ungeklärten Verhältnisse bei uns keine offizielle Bestätigung erfahren konnten. Einige unserer fortzeschrittenen Mitglieder nähern sich den Bedingungen der B-Prüfung; so wurden am 2. Nov. d. J. bereits Kurvenflüge bis zu 80 Sek. Dauer erreicht. Unser Programm ist, über Winter eine bessere Maschine zu bauen, mit der wir unsere Flugleistungen erfolgreich steigern können. Wir hoffen, durch unsere Tätigkeit den Gleit- und Segelflugsport, der in Oesterreich noch wenig gepflegt und noch weniger gefördert wird, auf jene Stufe zu heben, die ihm in Anbetracht seiner Einladung zur M. A. G.-Jahreshauptversammlung, Die M.A.G. im D.M.S.V. hält am 11. Januar 1931 in Hettstedt (Südharz) ihre Jahreshauptversammlung ab. Tagungslokal: Hotel „Sonne“. Beginn: 11 Uhr. Tagesordnung: hohen ideellen und fliegerischen Werte gebührt. Daß es bis dorthin noch ein wei- 1. Jahresbericht des Flugwartes der M. A.G. ter Weg ist, soll uns nicht abhalten, unverzagt an der Erfüllung unserer Ziele 2. Aufnahme neuer Vereine. . zu arbeiten. Oesterreichischer Flugsport-Verein. Flugleiter: Leopold Harbich. h aiesung der Wettbewerbe für 1931. =: Flugzeu in der Preislage bis zum RM 1000.- gegen Kasse zu 5. Verschiedenes. se kaufen gesucht. Off. unter 2648 an den „Flugsport“ Anträge müssen schriftlich bis zum 9. Januar 1931 bei dem Unterzeichneten, 18jähr. Schlosser (Meistersohn) m. gut. Schul- Magdeburg, Regierungsstr. 18 II., eingereicht sein. F. Alexander, M. A. G.-Vorsitzer. Oesterreichischer Flugsportverein, Wien. Die im Dezember 1929 begonnene Maschine, ein unseren Verhältnissen angepaßter, verbesserter Zögsling, wurde nach Ueberwindung großer finanzieller Schwierigkeiten zu Pfingsten 1930 start- bereit. Doch erst am 13. 6. konnte der Flugbetrieb eröffnet werden, der uns in Anbetracht des uns zur Verfügung stehenden Geländes einen vollen Erfolg brachte. Mit der unter Leitung unseres Mitgliedes Adolf Adam erbauten Maschine wurden am ersten Flugtag ca. 30 Starts vollführt, wobei bereits 25—28-Sek.-Flüge er- reicht wurden. Dabei ist zu bemerken, daß die Maschine durchwegs von An- fängern geflogen wurde. Der sich in der Folge entwickelnde Flugbetrieb zeigte, daß es für unsere Verhältnisse vorteilhafter ist, mit einer geschlossenen Maschine zu beginnen, da unser Schulgelände voller Hindernisse ist. Steinen und Sträu- chern auszuweichen, war von vornherein selbst für den Schüler Bedingung. Un- bildg., welch. gr. Interesse an d. Fliegereihat, sucht Stelle auf Konstr.-Büro als Betriebsas- sistent od Ähnlich. Auch im Ausland. Angeb. unter 2647 af die Exped. des Flugsport erbet. Die verstellbaren ZEINENLISCHE is [97 9riginal-Mouen /07 sind weltbekannt als zweckmäßigste und = — Asolideste Konstruktionen Emil Bach, Heilbronn a. N. Spezialfahrik für Zeichen- tische. Gegründet 1880 Fokker D VII, Klemm-Salmson- Flugzeuge, DP Ila Flugzeuge zu verkaufen Flugzeugtelefone Röhrensystem RM 55.— Flugzeugsirenen RM 200.— Salmson-Motore fabrikneu RM 3400.— Flughof-Flugzeugmaterial 6. m. b. H., ‘Berlin SW 29, Zentralflughafen.