Volltext der Zeitschrift Flugsport 1929
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Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen 1929. 65 Fachzeitschriften sind seit 1908 allein in Deutsch- land erschienen und wieder eingegangen. Die darin ent- haltene Arbeit ist begra- ben. Lückenlos durchgehal- ten und richtungzebend gewirkt hat, wie die Ge- schichte beweist, nur der „Flugsport“, Gesteckte Ziele wurden erreicht, um neuen Plänen den Weg zu ebnen. Noch sind wir lange nicht am Ziel. Seien wir N \ ehrlich. Die Kurve der Si- cherheit ist bedenklich flach geworden. Mit papierenen Kommissio- nen ist keine Forschungsarbeit zu leisten. Auch nicht mit Wettbewer- ben nach altem Muster. Das Leichtflugzeug für jedermann fehlt immer noch.” Wenn die Kräfte sich sammeln sollen, muß man diesen Ruhe geben. Also für 1929 möglichst wenig Wettbewerbe! Spart an Mit- teln für praktische Arbeit; nicht für die Erhaltung von Klubsesseln. Bei Wettbewerben im Ausland soll man jede Beteiligung fördern. Die ohnehin bedrängte Lage der deutschen Flugzeugindustrie wird durch Abgang von finanziellen Mitteln für die Luftschiffahrt geradezu unhaltbar. Wenn nicht genügend Mittel, und zwar so bald wie mög- lich, für die Entwicklung des Ozeanflugzeuges bereitgestellt werden, wird Deutschland mit Sicherheit im zukünftigen Ozeanflugverkehr zu- rückzedränet werden. Eine solche Verantwortung wird wohl nie- mand tragen können, ohne eine schwere Schuld auf sich zu laden. Seite 2 | „FTLUGSPORT" Nr. 1 Raketen-Unfug und kein Ende! Von Robert W.E.Lademann Der erste Opel-Rak-Fahrer, Ing. Kurt C. Volkhart, entwarf im Sommer 1928 einen Raketenwagen, den er am 23. Nov. vor 25 Polizei- beamten vorführte; an der Tribüne’C.der Nordkurve der Avus offen- harte sich diese Neuheit der Kommission, die „allgemein die verhält- nismäßig geräuschlose Explosion der Raketen bewunderte”. Im übrigen war man sich einig, daß die ungewollte Explosion einer Pulverrakete bei der Vorführung keinen Anlaß zu Bedenken gäbe! I.eistung auf 400 m Fahrweg nicht über 60 km/std Geschwindigkeit. Die neuartige Konstruktion zeigte sich augenfällig in der vom Rumpler-Auto her längst bekannten Steuer- und Führeranordnung im Vorderteil des Wa- gens; ferner war die Anordnung der Raketen neu, — schade, daß der Ing. Poirrier, U. S. A., Californien, eine genau gleiche Raketenpatronen- anordnung an seinem Modell „Spirit of Night“, Schirmeindecker in Ganzmetallbauart, vor einigen Monaten zeigte. Ben Akiba behält stets Recht! | Nun hatte die Oeffentlichkeit laut Anschlagsäule Gelegenheit, am 2. Dezember auf der Avus-Berlin das Rak-Auto in natura zu betrachten. Nach einem sehr humoristischen Vortrage fuhr der Wagen zunächst etwa 30—35 km/Std., hernach beim zweiten Start nicht mehr als 60 km/Std.! Angesichts der sonst nur bei Vulkanausbrüchen üblichen Dampf- und Feuerwolken und dem gar nicht bewundernswert ge- räuschlosen Abbrennen der Raketen waren die wenigen erschienenen Zuschauer sichtlich enttäuscht. Der Eindruck reichte bei weitem nicht an die überwältigende Wirkung des Opel-Rak 2 auf der Avus heran. Während dort nur ein Stückchen von einer Düsenmündung seitlich ab- sprang, hatte die von zahlreichen Schupos beschützte Zuschauermenze dieses Mal das nicht erfreuende Platzen einer Rakete zu überstehen. Die Rakete nahm ein Stück der Karosserie mit. Der Zweck der Uebung war scheinbar der Nachweis, daß ein Ra- ketenwager auch fahr- und steuerbar ist, wenn die Geschwindigkeit niedrig ist! Die Betriebssicherheit, von der Herr Volkhart selbst sehr viel hielt, bewies der Wagen knallend. Die Pulverraketen stammten von Herrn F. W. Sander, der auch zu den Katastrophen der Opel- Schienen-Rak-Wagen den Betriebsstoff geliefert hat. Ein Platzen sollte jetzt durch geeignete Bohrungen in der Pulversäule vermieden werden (D.R. P.a.!). Wie Herr Volkhart am Sonnabend selbst sagte, ‚hat er keine Ahnung von Raketentheorie“. Wenn das auch sicher- lich.nicht wörtlich zu nehmen ist, so müssen wir doch hervorheben, daß selbst Laien durch die Aufklärungsarbeit der Tages- und Fachpresse hinreichend über die Sinnlosigkeit des Pulverantriebes orientiert sind. Diese vollkommen überflüssigen Pulverspiele- reien müssen aufhören, sie kompromittieren die ernsthaften Forscher, deren Lebensaufgabe der Rückstoßerist. - Flugsport tut not! Der Aufruf „Luftfahrt tut not“ ist in Deutschland schon lange ein seflügeltes Wort für alle nur irgendwie passenden Gelegenheiten ge- worden. Der Begriff Luftfahrt umschließt dann jedoch meistens nur den Luftverkehr und höchstens noch die Ballonfahrt, und von dem wirklichen Flugsport ist nur selten die Rede. Was versteht man über- haupt unter Flugsport? Flugsport im wahrsten Sinne des Wortes ist die Betätigung privater Personen mit Flugzeugen. Voraussetzung für Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 3 den Flugsport ist also, daß der Sport nur der Freude am Fliegen wegen und nicht aus irgendwelchen finanziellen bzw. beruflichen Interessen heraus betrieben wird. In anderen Ländern, besonders in England, gibt es bereits seit Jahren einen regelrechten Flugsport, und haben sich zu diesem Zwecke in den meisten erglischen Großstädten Sport- fliegerklubs aufgetan. Diese englischen Sportfliegerklubs betreiben auf sportlicher Grundlage Fliegerschulen mit Leichtflugzeugen und bilden auf diese Weise unter verhältnismäßig geringen Unkosten jeden Mo- nat zahlreiche Flieger aus, die sich dann dem privaten Flugsport wid- men. Deutschland ist noch heute, wie die „lla“ wieder gezeigt hat, in der Fluszeug-Konstruktion führend, besitzt das beste Luftverkehrsnetz und die beste Bodenorganisation, und wäre in erster Linie prädesti- niert, Flugsport zu treiben; besonders auch deshalb, weil deutsche Fluszeug-Konstrukteure in den letzten Jahren hervorragende und lei- stungsfähige Leichtflugzeuge geschaffen haben. Woran liegt es nun, daß trotzdem in Deutschland der Flugsport über ganz vereinzelte Ver- suche noch nicht hinausgekommen ist und die meisten Versuche miß- langen? Es gibt in Deutschland ebenso wie in allen anderen Ländern eine große Anzahl von Sportsleuten, die sich dem Flugsport ebenso eifrig und freudig widmen würden, wie sie heute den Motorboot-, Auto- und Segelsport betreiben. Daß der Flugsport in Deutschland so gänz- lich daniederliegt, hat seinen Grund vielmehr darin, daß von Seiten der maßgebenden Verbände und Behörden fast jegliche Unterstützung fehlt. Das ist um so bedauerlicher ‚als es feststeht, daß aus dem Leicht- flugzeug von heute sich in Kürze das Kleinverkehrsflugzeug des Ge- schäftsmannes entwickeln wird, genau so, wie sich einst aus dem Sport- Eine Glanzleistung. Das Großflugboot Romar startet bei stärkstem Seegang. Seite 4 „PTLUGSPORT“ Nr. 1 auto der heutige Gebrauchs-Kraftwagen entwickelt hat. Wir stehen also im Leichtflugzeurbau in den ersten Anfängen einer neuen aus- sichtsreichen Industrie. Diese Anfänge sind dank der Tüchtigkeit deut- scher Flugzeug-Konstrukteure für Deutschland sehr bemerkenswert und vielversprechend, werden aber nur Anfänge bleiben, wenn unseren Leichtflugzeugfabriken nicht baldigst duch die Entwicklung des deut- schen Flugsportes ein größerer Absatz geschaffen wird. Wer trägt an dem bisherigen Mißlingen aller Versuche die Schuld ? Wir haben in Deutschland einen „Deutschen Luftfahrt-Verband“, der als Förderer des deutschen Flugsportes naturgemäß in allererster Li- nie in Frage kommt. Aber gerade dieser Luftfahrt-Verband hat in voll- ständiger Verkennung der Entwicklungsmöglichkeiten bis heute mehr geren als für die Entwicklung des deutschen Flugsportes gearbeitet. Der Deutsche Luftfahrt-Verband erstreckt sich über ganz Deutschland und besitzt in fast allen größeren Städten Ortsgruppen; die Abgaben, die der D.L.V. für seine Zentralstelle Berlin von den Ortsvereinen erhält, stehen aber in keinem Verhältnis zu den Leistungen der Zen- trale für seine Ortsvereine. Der D.L. V. beansprucht für seine Zentral- stelle außerdem die Vormundschaft aller deutschen Flugsport-Interes- sen, hat scheinbar eine große Freude an der Organisation nach dein Muster eines Generalstabes, versteht es aber auf der anderen Seite in keiner Weise, diese Organisation nutzbringend für den deutschen Flugsport anzuwenden und zu verwerten. Auf der letzten General- versammlung des D.L.V., dem sogen. 22. deutschen Luftfahrertag in Konstanz, hat der „Mecklenburgische Aeroklub“ und die „Nordwest- eruppe“ eingehend begründete Anträge eingebracht, den praktischen Motor-Flugsport mit allen Mitteln zu fördern und besonders die Aus- bildung zum Flugzeugführer zu dezentralisieren und in großem Um- range innerhalb der Luftfahrtvereine selbst vorzunehmen, die dann durch Zahlung entsprecherder Prämien zu unterstützen seien. Dieser Antrag zeugt von dem Weitblick und der richtigen Erkenntnis der deutschen Flugsport-Interessen durch den „Mecklenburgischen Aero- klub“ und die „Nordwestgruppe“. Es war aber vorauszusehen, daß diese Anträge bei der D.L. V.-Leitung wenig Anklang finden würden. Es wurden daher folgende Gegenanträge des Vorstandsrates empfoh- len und angenommen: „Der Vorstand möge entsprechend dem Beschluß des 21. deut- schen Luftfahrertages solchen Vereinen, die in der Lage sind, tech- nisch, personell und finanziell volle Verantwortung für die Flug- ausbildung ihrer Vereinsmitelieder zu tragen, das Schulen von Vereinsmiteliedern auf Leichtfluszeugen gestatten.“ Als 2. Antrag: „Wenn die betreffenden Vereine bewiesen haben, daß von ihnen praktische Arbeit in diesem Sinne bereits geleistet wor- den ist, so erhalten sie eineangemessene geldliche Unterstät- zuneim Rahmen der vorhandenen Mittel.“ Der erste Antrag und Beschluß besagt überhaupt nichts, da die Erlaubnis zur Eröffnung einer Fliezerschule nicht vom D.L. V., son- dern vom zuständigen Flug-Dezernenten der Regierung bzw. dem Mi- nisterium erteilt wird. Der 2. Beschluß besagt aber nichts anderes, als daß der D.L. V. nicht gewillt ist, den Flugsport zu entwickeln, sondern daß er zusehen will, wie Andere. Pionierarbeit leisten und sich: vorbe- _ hält, diese Pionierarbeit durch angemessene Geldprämien nachträglich I anzuerkennen. Diese eigenartige Haltung des D.L.V. wird verständ- lich, wenn man hört, daß der D.L.V. zwei eigene Fliegerschulen in Berlin und München unter der Firma „Deutsche Luftfahrt G. m. b. H.“ Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 5 unterhält. Im abgelaufenen Geschäftsjahr des D.L.V. sind in diesen beiden Fliegerschulen 101 junge Leute zum Flugzeugführer mit A- Schein ausgebildet worden. Fünfzig Flugzeugführer-Ausbildungen pro Schule erscheinen als sehr geringe Leistungen im Verhältnis zu den Mitteln, die diesen Fliegerschulen der „Luftfahrt G. m. b. H.“ scheinbar zur Verfügung stehen, und da es sich hier in der Hauptsache um öffent- liche Mittel handelt, nimmt auch die Oeffentlichkeit das größte Interesse daran, gelegentlich eine Bilanz dieser Luftfahrt G. m. b. H. zu lesen. Diese Fliegerschulen der Luftfahrt G. m. b. H. sind aber alles an- dere als Flugsport-Fliegerschulen, da die Aufnahmebedingungen solche sind, daß die Ausbildung in den Fliegerschulen der Luftfahrt G. m. b. H. nur für ganz junge ausgesuchte Leute in Frage kommt, die sich beruf- lich im Luftverkehr betätigen wollen. Abgesehen davon, würde es den meisten deutschen Sportsleuten, die sich neben ihrem Beruf dem Flugsport widmen wollen, infolge ihrer Vermögens- und Berufsver- hältnisse nicht möglich sein, ihren Heimatsort zu verlassen und auf mehrere Monate eine Fliegerschule in Berlin oder München zu be- suchen. — Nicht unerwähnt soll bleiben, daß sich der 22. deutsche Luftfahrer- tag in Konstanz zur Unterstützung der deutschen Sportfliegerei und im Hinblick auf die stark aufstrebende Sportfliegerbewegung im Ausland in der Hauptsache mit der Einführung eines „deutschen Sportflieger- Abzeichens“ befaßte. Die Herausgabe eines „Ordens“ statt tatkräf- tiger Hilfe und die im Protokoll ausdrücklich betonte „mehrmonat- liche“ eingehende Bearbeitung der Ordensfrage durch den Gesamt- vorstand kennzeichnet am allerbesten die Arbeit des Deutschen Luft- fahrer-Verbandes oder besser gesagt „Luft-Redner-Verbandes“. — Von dem D.L.V. ist daher eine Unterstützung der deutschen Flug- sport-Entwicklung auf Grund der bisherigen Einsteliung kaum zu er- warten. Ner neue 1400-PS-Packard- -Flugmotor 24 Zyl. 1. Ing. G. T. Schreiber, Detroit; 5. Ford ir., 6. Ford sen., 4. Kehl, 7. v. Hünefeld, 8. Fitzmaurice. Seite 6 „FLUGSPORT“ Nr. 1 Es bleibt also nichts anderes übrig, als daß diejenigen Sportsleute und Flugsportfachleute, die eine baldige Entwicklung des deutschen Flugsportes anstreben, sich in neuen örtlichen Sportflieger-Klubs zu- sammenschließen. Die Anfänge dazu sind bereits gemacht; doch ist eine nennenswerte Arbeit noch nicht geleistet worden, da der D.L.V. diese örtlichen Sportfliegerklubs nicht unterstützt, sondern oft sogar eine Konkurrenz in ihnen sieht. Der D.L.V. vertritt dabei auch den Standpunkt, daß er eine Zersplitterung der Kräfte verhüten mäßte. Der D.L.V. vergißt aber, daß solche Spezialvereine keine Zersplitte- rung der Kräfte, sondern im Gegensatz zu den vielerlei Interessen des D.L. V. nur stärkste fruchtbringende Konzentration auf einem Spezial- gebiet, nämlich dem deutschen Motor-Flugsport, bedeuten. Da dem D.L. V. alle öffentlichen Unterstützungen zufließen, bleibt naturgemäß den Sportfliegerklubs keine Unterstützung auch von die- ser Seite mehr. 1 Der deutsche Flugsport ist also in großer Gefahr, in seinen ersten Anfängen erstickt zu werden, und unabsehbar ist der Schaden, der dadurch der deutschen Industrie und indirekt dem gesamten deutschen Reiche zugefügt wird. Nicht Luftfahrt, sondern „Flugsport“ tut not! — Carl Kreuter, Magdeburg. Schneekufen für Fahrgestelle. Beim Landen in tiefem Schnee sind, um ein Ueberschlagen zu ver- meiden, Schneekufen unerläßlich. Ob die Landungsstelle zur Kufen- oder Radlandung geeignet ist, vermag man vorher nicht zu bestim- men. Die Erfahrungen in den nordischen Ländern von Amerika haben zu einer kombinierten Landungseinrichtung geführt, wie sie von der Aerial Service Corp., Hammondsport N. Y., auf den Markt gebracht wird. Die Kufen bestehen aus Holz oder Leichtmetall und besitzen eine schlitzartige Aussparung, durch welche das Rad ca. 10 cm hin- durchtreten kann. Die Kufe ist gegen die Fahrgestellachse abgestrebt und wird vorn und hinten durch zwei Gummistränge mit den Fahrge- stellteilen verbunden. In dieser Zeitschrift (Nr. 9, Seite 267) sind bereits sämtliche rus- sischen Schneekufen 1919 an Hand von vier Tafeln ausführlich be- schrieben. | PER SE ee Universal- Fahrgestell für Schneekufe Wrieht-Whirlwind-Vergaser mit Vorwärmer und Luiftäilter. Die Wrisht Aeronautical Corporation, die Hersteller des Wright- Whirlwind-Motors, haben ihren Vergaser mit einem verbesserten Nr.1 „rLUGSPORT“ Seite 7 Vorwärmer, insbesondere einem Staubreiniger versehen. In der Be- triebsanweisung wird empfohlen, das Filter des Staubreinigers nach bereits 5 Betriebsstunden mit Benzin abzuwaschen. Daraus geht her- vor, daß auf die Reinigung der angesaugten Luft, um einen Verschleiß der Zylinderwände und sonstigen Teile zu vermeiden, außerordentlich viel Wert gelegt wird. Nach ‚Flight‘ Konstruktionseinzelheiten vom Boulton Paul „Partridge‘‘ Kampieinsitzer. 1. Hauptholmverbindung. 2. Zwischenflächenstrebe mit Befestigungsstelle am Holm. 3. Rumpfknotenpunkt. 4. Flügelbefestigungsknotenpunkt am Rumpf. 5. Höhenruderlagerung. 6. u. 7. Betriebsstoffbehälter. Man beachte die innere Versteifung. 8. Anordnung des verstellbaren Führersitzes. 9. u. 10. Oelbehälter, mit Kühlrippen versehen. 11. Schwanzkufe, Seite 8 „FLUGSPORT“ Nr. i - Nach „Flight“ Konstruktionseinzelheiten vom Boulton Paul „Partridge“ Kampieinsitzer. 1. Flügelaufbau. 2. Befestigung der Metallnase an der Rippe. 3. Befestigung der Rippen auf dem Hauptholm. 4. Befestigung des Hinterkantenrohres mit den Rippenenden. nennen Ann mn ar NN ir Sa a en I R 5 re SE: Ir SER EN DaB Eine praktische Schweißbrille ist auf dem amerikanischen Markt erschienen. Die Brille ist vermittels zweier Hebel an einer Kopfhaube gepreßt aus Fiber befestigt. Die Brillengläser sind an einem mit Leder verkleideten Gestell gefaßt. Am hinteren Ende der Fiberkappe befindet sich ein Festschnallriemen. Diese Bril- lenkonstruktion hat den Vorteil, daß die Brille mit einer Hand von den Augen weggeschoben werden kann und durch einfaches Herunterziehen wieder in die oenau passende Lage gerät. Die bisherigen Schweißbrillen wurden nach der ‘Stirn geschoben und bei Gebrauch wieder heruntergezogen. Hierbei kann es in der Eile vorkommen, daß die Brille schlecht sitzt und das Auge beschädigt wird. amerik. bhochklappbare Brille für Schweißer, Nr. 1 08 „FLUGSPORT“ Seite 9 Bericht der DVL über Versuche mit Fallschirmen, Bauart Heinecke, vom 6. u. 7. 12. 1928 (Fiugplatz R). Zweck der Prüfung: Die von der Firma Schroeder & Co. mit durchlaufenden Fangleinen ver- sehenen Muster des Fallschirmes Heinecke Mod. 27 wurden von seiten der DVL auf die Forderungen der erhöhten Festigkeiten geprüft. Hersteller und Eigentümer der Fallschirme: Firma Schroeder & Co. Muster: Heinecke Mod. 27/I. Stoff: Seide und Mako. Gewicht des Schirmes aus Seide: 6,5 kg. Gewicht des Schirmes aus Mako: 7,3 kg. Flugzeug: L 76 D 1209. Führer: Gillert. Beobachter: a) Flugzeug: Kempte; b) Boden: Dr. Genthe, Caesar, Hofimann. Wetterbeobachtungen: an beiden Tagen stark bewölkt. Windstärke: am 6.12.28 vorm. 8 m, nachm. 4 m; am 7.12.28 10 m. 3odendruck: am 6.12.28 vorm. 759,3 mm, nachm. 757,9 mm; am 7.12.28 751,2 mm. Bodentemperatur: 3—5° C. Art der Auslösung: Slip-Haken mit Betätigung vom Beobachter. Art des Ballastes: Puppe, 100 kg Gewicht. Länge der Aufziehleine: 15 m. Die Größe des Entfaltungsstoßes wurde durch Brinellsche Kugeldruckprüf- geräte gemessen. Die Auswertung liegt noch nicht vor. Abwürfe I 1 II IV V VI VI VM IX Werk-Nr. 06 07 06 07 06 08 07 08 06 Stoff Seide Seide Seide Seide Seide Mako Seide Mako Seide Start h 1 j10 1 1% 1915 152° 1555 10% 11 10 19*#5 145° Landung hm oa ee ae 1 Flugge- u senwindig- keit km/h 950 246 271 32 33 0 %66 5367 314 385 Abwurf- höhe m 260 50 260 300 500 Se) 900 400 80o Zeit'Abwurf Entfaltung) sek. 1,9 3,5 9,5 2,2 2,1 ») 5 22 21 Zeit (Abwurf ° Landung) sek. 28 6,5 95 42 76,3 7,4 183 57 290 v= mjsek. 8,6 5 11 6,7 65 83 48 67 26 Bemerkungen: Geschwindigkeiten über 300 km/h wurden durch Drücken des Flugzeuges in den Sturzflug erzeugt. Die gemessenen Geschwindigkeiten sind nach Eichung des Staudruckmessers und nach Berücksichtigung der Abwurfhöhe reduziert wor- den, so daß die wirklichen oben angegebenen Geschwindigkeiten geringer sind. Reißschnüre wurden bei den Abwürfen I und VIII verwendet. Es ist mög- lich, daß sie bei Abwurf VIII das Reißen der dehnbaren Scheitelöffnung verur- sacht”haben. Sie ergaben im übrigen gegenüber den anderen Abwürfen keine Veränderung. Zustand der Fallschirme: Nach Abwurf I bis VII wiesen die Schirme keine erkennbaren Beschädigungen auf. Zu Abwurf II: Schirm war voll entfaltet in 15 m Höhe über dem Boden. Entfaltungsvorgang war 100 m vom Beobachter gut zu sehen. Kinoaufnahmen dieses Vorganges in solcher Lage wären möglich und werden empfohlen. Zu Abwurf VII: Baumlandung. Schirm war an einigen Stellen durch Zweige aufgerissen. Beschädigungen durch den Entfaltungsstoß wurden nicht festgestellt. Zu Abwurf VII: Aufziehleine riß am Flugzeug, Fangschnüre haben sich an zwei Stellen vom unteren Abschlußband des Schirmrandes gelöst. Die dehnbare Scheitelöffnung aus Gummi riß bis zum oberen Abschlußband stellenweise, auch zeigten sich einige Risse unterhalb dieses Bandes. Seite 10 „FLUGSPORT"“ Nr. 1 Zu Abwurf IX: Der Schirm fiel in einen Teich. Die Puppe wurde durch den aufgeblähten Schirm 50 m durch das Wasser ans Ufer geschleift. Schirm war unversehrt. Beschädigungen durch Enfaltungsstoß nicht erkennbar. u Die niedrige Sinkgeschwindigkeit bei Abwurf IX ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die wirkliche Abwurfhöhe weit über der abgelesenen lag. Die Geschwindigkeit bei der von Dr. Ge. und Hm. geschätzten Höhe 1300 m be- trägt dann 393 km/h. Allgemeine Bemerkungen: Die Pendelbewegung war bei allen Abwürfen sehr gering. Bei Abwürfen aus einer Fluggeschwindigkeit von über 300 km/h konnte man ein zwei- bis dreimaliges Atmen des Fallschirmes beobachten. oo Die Berechnung der Sinkgeschwindigkeit aus der Fallhöhe und Fallzeit ist nach diesen Messungen ohne Wert, da die Höhe bei der großen Höhenänderung des Flugzeuges während des Abwurfes am Höhenmesser nicht genau angezeigt wurde und besonders bei den großen Geschwindigkeiten die Aufmerksamkeit der Besatzung sich nicht auf die Ablesung des Höhenmessers erstrecken konnte. Abwürfe der Fallschirme aus der Trudelbewegung mit Reißschnüren haben j tattgefunden. a ersuche haben ergeben, daß die Fallschirme dieser Bauart. (durch- gehende Fangleinen, vierfache Stückelung jeder Bahn) den bei den heutigen Flug- zeugen erreichbaren höchsten Geschwindigkeiten genügen. . Bericht der DVL über Versuche mit Fallschirmen der Bauart Thkörnblad. A. Zweck der Versuche: u Durch Abwürfe sollte ermittelt werden, bis zu welcher Fluggeschwindigkeit im Augenblick des Abwurfes gegangen werden kann, ohne daß am Schirm Be- schädigungen auftreten. B. Vorbereitung und Ausführung der Versuche: Zur Verwendung kamen nachstehend aufgeführte Fallschirme: Hersteller Stoff Werk-Nr. | Art | 1. Deutsche Fallschirm A.-G. Seile 95 gefesselt 2. Deutsche Fallschirm A.-G. Seide 96 gefesselt 3. Deutsche Fallschirm A.-G. Seide 98 gefesselt Als Ballast wurde eine Puppe von 100 kg Gewicht verwendet. Sie wurde derart unter dem Rumpf angebracht, daß sie durch eine Abzugvorrichtung vom Beobachtersitz aus zum Fallen gebracht werden konnte. Bei den Versuchen wurden die Geschwindigkeiten im Augenblick des Ab- wurfes von 260 schrittweise bis auf 400 km gesteigert. GC. Ergebnisse der Versuche: Geschwindigkeit km/h Ab Entfaltungs- Durchschnitt H Werk- i ächli Zeit inkgeschwin- N | Nr. Sandruck Geschu indigk. sek. digkeit misek. 1 98 280 265 | 3 7,2 2 95 300 285 | 3 6,9 3 96 325 305 | 3 7,9 4 08 355 335 4,2 7,0 5 109 350 360 | 3,5 7,8 610% 410 385 4 7,0 7 96 425 | 395 | 5 6,4 Zu den einzelnen Abwürfen ist folgendes zu bemerken: Zu Abwurf 1 (265 km/h): keine Störung. Zu Abwurf 2 (285 km: keine Störung. urf 3 (305 km/h): keine Störung. En un 4 ei km/h): Die Schirmhülle wies etwa 10—12 kleine Risse von ca. 10 cm Länge auf. Die Risse sind vermutlich darauf zurückzuführen, daß der Gurt an der Puppe nicht genug angezogen war und somit der Fallschirm un- sleichmäßig belastet wurde. Der Abwurf ist daher nicht voll zu bewerten. Zu Abwurf 5 (360 km/h): keine Störung. Nr. 1 „TLUGSPORT" Seite 11 Zu Abwurf 6 (385 km/h): 1 Fangleine im Knotenpunkt mit den Haltetauen gerissen. Zu Abwurf 7 (395 km/h): 3 Fangleinen gerissen. Aus nachfolgender Darstellung ist zu ersehen, daß die Entfaltungsdauer mit wachsender Geschwindigkeit zunimmt. Das Pendeln war bei allen Ab- würfen gering. Amin D. Schlüsse aus den “| Ergebnissen: Die Fähigkeit, große Beanspru- chungen auszuhalten, ist wohl in der | 350) Hauptsache auf folgende Konstruk- tionseinzelheiten zurückzuführen: 1. das große Ventil mit Gummika- bel im Scheitel des Schirmes: 300 2. die kleineren seitlichen Ablauf- löcher mit Gummikabeln; 3. die allseits diagonale Anordnung der Stoffrichtungen in der 29 Schirmhülle; L 4. die häufige Unterteilung des Stoffes mit den damit verbundenen vielen Näh- ten, die eine günstige Kraftverteilung ergeben; 5. die Seidenfangleinen, die infolge ihrer Herstellungsart eine große Dehnung besitzen; t 2 3 % 5 6 7 g 9 Tosee 6. die Aufziehleine ist 15 m lang, was bewirkt, daß sich der Schirm im Augen- blick des Entfaltens nicht mehr im vollen Propellerstrahl befindet. 271% m il 9 ; Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 24. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I) hat gemäß Mitteilung vom 5. Dezember d. J. folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt: Klasse B (Luftschiffe) Deutschland: Dr. Eckener mit Luftschiff L. Z. 127 „Graf Zeppelin“, fünf Maybach-Motoren ie 450/550 PS, von Lakehurst (U.S. A.) nach Friedrichshafen (Deutschland), 29. Ok- tober bis 1. November 1928. Entfernung 6384,500 km Klasse C (Landflugzeuge) Frankreich ® Mit 2000 kg Nutzlast: Paillard und Camplan auf Eindecker „Bernard“ 190 T., Motor Hispano-Suiza, 600 PS, auf der Strecke Le Bourget—Gondreville, 23. November 1928. Geschwindigkeit über 100 km 223,546 km Classe C (Leichtflugzeuge, 3. Kategorie) (Einsitzer von weniger als 350 kg) Tschechoslowakei: Cap. A. Vichereck, auf Eindecker „Avia“, Motor Walter, 60 PS, von Prag nach Bednodemjanovsk (Rußland) am 5. Oktober 1928. Entfernung in gerader Linie 2011 km Berlin, im Dezember 1928. Deutscher Luitrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Seite 12 .FLUGSPORT“ Nr. i Ministerialdirigent Ernst Brandenburg, der Leiter der Luftfahrtabteilung im Reichsverkehrsministerium, wurde von der Technischen Hochschule Braunschweig zum Dr.-Ing. ehrenhalber ernannt. Der Hindenburgpokal und die Zusatzprämie von RM 10 000.— werden nach Vorschlag des Beirates dem Führer und Besitzer des Flugzeuges „Klemm-Daimler L 20“ mit 20-PS-Motor Mercedes-Benz F 7502 Freiherrn Friedrich Carl von König- Warthausen für seinen Flug von Berlin über Moskau, Baku nach Teheran — 4509 km — in der Zeit vom 10. August 1928 bis 31. August 1928 zugesprochen. Ergebnisse des Schulbetriebes in den beiden Segeliliegerschulen der Rhön-Rossitten-Gesellschaft im Jahre 1928. | Der Schulbetrieb in der Fliegerschule des Forschungsinstitutes der Rhön- Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe wurde, sobald die Witterungsver- ‚hältnisse es zuließen, im Frühiahr wieder aufgenommen. Der erste Kursus be- sann am 1. März, trotzdem es in dieser Zeit noch recht winterlich auf der Rhön war. Anschließend wurden bis kurz vor dem Rhön-Wettbewerb vier weitere Kurse von je vierwöchiger Dauer abgehalten. Unmittelbar nach dem Wettbewerb am 20. August wurde der Schulbetrieb fortgesetzt und bis Ende Oktober fort- geführt. Erfahrungen früherer Jahre haben gezeigt, daß bei dem meist vom No- vember an herrschenden schlechten Wetter die Abhaltung von Kursen in den Wintermonaten keine lohnenden Ergebnisse verspricht. Während der acht Mo- nate des diesjährigen Schulbetriebes haben 137 Anfänger und 22 Vorgeschulte bzw. Fortgeschrittene die Schule besucht. Von diesen wurden 121 A-, 80 B- und 19 C-Prüfungen abgelegt. Die Zahl der Flüge betrug insgesamt 2669, wobei die Flüge der Fortgeschrittenen nicht inbegriffen sind. Die Leitung der Kurse lag in den Händen von Herrn Stamer; als Hilfslehrer standen ihm im Frühjahr Herr Thönes der Akademischen Fliegergruppe München, später Herr Kronfeld, der 1927 in Rossitten seine C-Prüfung gemacht hatte, zur Seite. Bu In Rossitten, wo die Transportschwierigkeiten im Winter und Frühjahr wegen Einstellung der Haffschiffahrt noch größere sind, begannen die Kurse erst am 1. April; sie wurden, da 1928 kein Wettbewerb in Rossitten stattfand, bis Ende Oktober durchgeführt. Zum ersten Male wird in diesem Jahre, nachdem die Unterkunftsverhältnisse im neuen Segelfliegerlager entsprechend verbessert wOr- den sind, der Versuch gemacht, auch während der Wintermonate Kurse abzu- halten. Bis Ende Oktober zählte die Schule Rossitten in diesem Jahre bereits 180 Schüler (gegenüber 118 im vorigen); unter diesen 180 befanden sich 26, welche bereits im Besitze des A- bzw. B-Scheines waren. Von den restlichen 154 Schü- lern haben 147 die A-, 47 die B- und 5 die C-Prüfung bestanden. Daß die Zahl der B- und C-Prüfungen so sehr hinter der der A-Prüfungen zurückblieb, hängt mit der außergewöhnlich ungünstigen Wetterlage dieses Jahres zusammen. Im Mai, Juni und August herrschte meist so stürmisches Wetter, daß der Schulbetrieb für Anfänger bisweilen ganz unmöglich war, so daß in den drei Kursen über- haupt keine bzw. nur eine B-Prüfung abgelegt werden konnte. Trotzdem betrug die Zahl der Starts im ganzen 4765. Uebrigens hatte das stürmische Wetter auch seine gute Seite, denn es lehrte die Schüler, solange geflogen werden durfte, mit konzentrierter Aufmerksamkeit die Maschine zu führen und mit raschem Ent- schluß die gestörte Gleichgewichtslage wiederherzustellen, ebenso wie Hinder- nisse im Landegelände zu größerer Achtsamkeit zwingen und fliegerische Ge- wandtheit erfordern. Da die für Ablegung der zweiten Prüfung nötigen Ostwinde (die auf der Wasserkuppe so unerwünscht sind, weil sie für die Schulhänge Rückenwind bedeuten) in diesem Jahre meist fehlten, sah sich die Schule nach einem anderen geeigneten Gelände um und fand ein solches an der Seeküste bei den 15 km von dem Segelfliegerlager entfernten Sarkauer Dünen. Dorthin wur- den einige Male mehrtägige Exkursionen unternommen, die fliegerisch erfolgreich ausfielen, wenn auch die Unterkunfts- und Lebensverhältnisse dort denkbar pri- mitiv waren. — Da Rittmeister a. D. Röhre, der Leiter der Schule, schon Mitte April, als Führer der deutschen Segelflugexpedition nach den Vereinigten Staaten eing, wurde die Schulung durch die beiden Herren Pickert und Schwabe sowie die Herren Arndt und Lorenz als Hilfslehrer geleitet. ı Die Ergebnisse beider Schulen können als voll befriedigend angesehen WEer- den. Die Tatsache, daß nur wenige Schüler, die aus verschiedenen Gründen den Kursus vorzeitig hatten abbrechen müssen, nicht zur Ablegung der zweiten Prü- fung gekommen sind, zeigt, daß mit den zur Schulung verwandten Flugzeugen Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 13 und bei vorsichtiger Schulungsmethode fast jeder gesunde und gewandte junge Mann ohne große Schwierigkeit wenigstens die erste Prüfung bestehen kann. Fälle gänzlicher Ungeeignetheit sind unbedingt Ausnahmen, starke Kurzsichtig- keit wirkt freilich meistens hemmend. Sogar Herren, die das vorgeschriebene Alter schon längst überschritten hatten, sind, selbst ohne Motorfiieger gewesen zu sein, in keiner Weise hinter ihren jüngeren Kameraden zurückgeblieben. Natür- lich gehört ein frischer Sportgeist dazu. Wer laurig immer erst an seine Knochen denkt, wird es nie weit bringen. Sportliche Betätigung auf anderen Gebieten, kauptsächlich Skilaufen und Motorradfahren, sind zweifellos von Vorteil für Er- lernung des Segelfluses. Als von wesentlichem Einfluß hat sich die Zusammen- setzung der Kurse erwiesen. Es empfiehlt sich im allgemeinen, Gruppen von Schü- lern zusammenzustellen, die nach ihrem Beruf, ihrer Vorbildung oder ihren be- sonderen Interessen zueinander passen und so sich gegenseitig anspornen; es ist zugleich für den Lehrer eine bedeutende Erleichterung und führt meist zu einem ziemlich gleichmäßig hohen Durchschnitt der Leistungen. Welchen Wert die Ausbildung im Segelflug zur Erziehung des fliegerischen Feingefühls, das sich auch beim Flug auf Motormaschinen auswirkt, besitzt, hat erst jüngst Wolf Hirth bewiesen; nach seinem eigenen Bericht glaubt er, beim Nlasternflug des D.L.V. auf seiner leichten Klemm-Daimler L 20 den Sieg errungen zu haben, weil er unter Ausnutzung aller ihm durch den Segelflug vertrauten Luft- strömungen seinen kleinen Motor zu schonen verstand. Die gleiche Erfahrung machten einige junge Akademiker, die nach Ablegung ihrer C-Prüfung und Teil- nahme am Rhön-Wettbewerb auf eine Motorschule der Luftfehrt-G. m. b. H. kamen; der Vorsprung, der ihre segelfliegerische Vorbildung ihnen gab, war offensichtlich; er beschleunigte und verbilligte damit ihre Ausbildung zum Mo- torpiloten. Als Schulfluszeuge fanden in den beiden Schulen die bewährten Typen „Zögling“ und „Prüfling“ Verwendung. Die gute Gleitfähigkeit und relativ ge- ringe Empfindlichkeit des „Zögling‘“ gibt dem Anfänger rasch Vertrauen zu sich und zur Maschine, läßt ihn das ungewohnte Gefühl der Startbeschleunigung und des Höhenunterschiedes leicht überwinden. Auch die Schule Rossitten ist in diesem Jahr fast ganz zum Typ „Zögling‘“ übergegangen, nachdem sie vorher verschiedene andere Typen ausgeprobt hatte. Doch hat die Schule Rossitten im Hinblick auf die Eigenart des dortigen Geländes, das nach der Haffseite zu steil abfällt, während es im übrigen ziemlich flache Hänge aufweist, den „Zögling“ durch Verkleidung des Sitzes und sogar des Gitterrumpfes variiert und dadurch die ärodynamischen Eigenschaften wesentlich verbessert; mit diesem verklei- deten Zögline konnten sogar Segelflüge ausgeführt werden. Daneben wurde von der flugtechnischen Abteilung der Schule Rossitten eine neue Maschine für Flüge bei schwachem Wind und flachen Hängen aus dem Typ „Hols der Teufel“ heraus entwickelt. Leider machte die Maschine schon bei den ersten Flügen Bruch, so daß sie nicht mehr zum Einsatz im Schulbetrieb kam. Für die Ver- hältnisse auf der Rhön war eine Verbesserung der Gleitfähigkeit des Zögling nicht erforderlich: man blieb dort beim bewährten Muster. Nur einige unwe- sentliche Aenderungen sind für das nächste Jahr beabsichtist. Am „Prüfling“ wurden einige Veıbesserungen zur Steigerung seiner Leistungen vorgenommen. Daneben wurde durch die Flugtechnische Abteilung des Forschungsinstitutes ein Hochleistungsflugzeug (Typ ,„Professor‘‘) gebaut, das sich unter Kronfelds Füh- rung, im Rhön-Wettbewerb glänzend bewährte. Diese Maschine fand für Trai- ringsflüre von C-Fliesgern Verwendung und entsprach vollkommen den Erwar- tungen. Ein Doppelsitzer, der im Winter für die Schule konstruiert und gebaut war, kam nicht zum Einsatz, da er der Expedition der R. R. G. nach Amerika mitgegeben werden mußte. Ein newartiger, leichter Doppelsitzer, gleichfalls von der flugtechnischen Abteilung des Forschungsinstituts entworfen, wurde im Herbst fertiggestellt, freilich auch ohne mehr für die Schwle verwendet zu werden. Grundsätzlich steht die R. R. G. auf dem Standpunkt, daß Alleinfliegen von An- fang an das richtige Prinzip ist, da es den Schüler von vorneherein ganz auf sich selbst stellt. Die Schulung im Doppelsitzer soll lediglich dazu dienen, bei den ersten Flügen in größeren Höhen wie über dem Westhang der Wasserkunpe dem Schüler ein gewisses Gefühl der Sicherheit und Beruhigung zu verleihen und soll gleichzeitig dem Lehrer die Möglichkeit geben, ihn in verschiedenen Flug- lagen unmittelbar zu unterweisen. Bei der schrittweisen Steigerung der Anfor- Seite 14 „FLUGSPORT" Nr. 1 derungen von den ersten Sprüngen zu allmählich größer werdenden Flügen ist die Alleinschulung ganz gefahrlos. Daß schwerere Verletzungen im Flugbetrieb zu den Seltenheiten gehören, beweist wohl nichts deutlicher, als daß bei rund 7450 Starts in beiden Schulen während dieses Jahres nur drei ernsthafte Verletzungen auftraten, und zwar zwei Knöchelbrüche im März auf der Rhön, als der Boden noch hart gefroren war, und später ein Schlüsselbeinbruch. Der Todessturz des Rossittener Schülers Schröder war ein bedauerlicher Unfall, der keineswegs hätte tödlich verlaufen müssen, und der kein Zeichen einer falschen Schulungsmethode oder besonderer Gefährlichkeit des Segelflugsportes war. Im übrigen kamen nur kleinere be- deutungslose Verletzungen und Erkrankungen in den Schulen vor. Im Gegenteii darf man ruhig behaupten, daß fast alle Schüler trotz der Anstrengungen des Flugbetriebes die Schule frischer und leistungsfähiger verlasser, als sie gekom- men sind. In Rossitten bestand auch die Möglichkeit zur Ablegung der Be- dingungen des Deutschen Turn- und Sportabzeichens. Der Geist, der in den Schulen herrschte, war unverändert der voller Hin- gabe an die Sache, freiwilliger Disziplin und Kameradschaftlichkeit; die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede traten vollkommen zurück in der freudigen Arbeit zum gleichen Ziel, welche die Schüler rasch zusammenschweißt. In der Erziehung zum vollen Einsatz der Persönlichkeit, zu gemeinsamer Arbeit und gegenseitiger Hilfe liegt einer der größten Werte des Segelflugsportes. Die Beteiligung von Schülern aller Kreise und aus allen Teilen des Reiches, insbesondere auch von Gewerbe- und Sportlehrern, welche von den Segelilieger- schulen kommend, für den Gedanken weiter werben, hat zur Entwicklung einer großen Jugendbewegung geführt, wie sich aus der ständig wachsenden Zahl der Segelflug treibenden Vereine und Gruppen des D.L.V. und des D. M.S.V. ei- gibt. Die Verbesserung der Schulmaschinen läßt auch immer mehr Gelände als veeignet für die Erlernung wenigstens der Anfangsgründe erscheinen. Um so notwendiger wird es aber auch, eine Stätte zur Vollendung der Ausbildung und zu wei- terem Ueben zu haben. Die Aufgaben der Schu- len der R. R. G. ist es, richtunggebend zu blei- ben, diejenigen auszu- bilden, welche als Leh- rer der: Flugsport trei- benden Jugend oder zum Dienst an der Wei- terentwicklung des deutschen Flugwesens berufen sind, und die Fortgeschrittenen in die eigentliche hohe Kunst des Serelfluges einzu- führen. Unter diesen Ge- sichtspunkten wird der Plan der Schulkurse im Jahre 1929 aufgestellt werden. Tandem- Propeller Aeron-Reed für 500-PS- Maybach-Motor Nr. 1 „rLUGSPORT“ Seite 15 Junkers-Auszeichnungen im Jahre 1928. Bei den Junkers-Werken besteht be- kanntlich seit Jahren der Brauch, daß an Piloten und Monteure, welche 100 000 km auf Junkers-Flugzeugen zurückgelegt haben, eine silberne Junkers-Nadel, an solche, welche 250 000 km geflogen haben, ein silbernes Zigaretten-Etui mit Diplom und an solche, welche 500000 Flugkilometer zurückgelegt haben, eine goldene Junkers-Nadel mit Anerkennungsschreiben von Professor Junkers verliehen wer- den, um diese glänzenden Leistungen, die mit Junkers-Maschinen durchgeführt worden sind, besonders zu kennzeichnen. Zur alten Garde der seit dem Jahre 1925 ausgezeichneten Flugzeugführer und Monteure sind im verflossenen Jahre fol- vende hinzugetreten: Die goldene Junkers-Nadel erhielten: Flugzeugführer Her- mann Moßbacher, Dipl.-Ing. Reginald Schinzinger, Flugzeugführer Fritz Harder, Flugzeugführer Kneer; das silberne Etui: Flugzeugführer Georg Jüterbock, Flug- zeugführer Schäfer, Monteur Alfred Grundke, Flugzeugführer Hermann Schroth, Flugzeugführer Hermann Moßbacher, Monteur Günther Katzke; die silberne Jun- kers-Nadel: Flugzeugführer Georg Joas, Flugzeugführer Arthur Schneider, Mon- teur Franz Schönmetzler, Monteur Günther Katzke, Monteur Albert Ruppel, Mon- teur Hermann Schweitzer, Monteur Hermann Otzen, Monteur Wilhelm Sackewitz, Monteur Max Petermann. Klemm-Leichtilugzeugbau hat für amerik. Lieferungen 600 Salmson-Motoren bestellt. Ausland. Schwedischer Luftverkehr. Die schwedische A. B. Aerotransport-Gesellschaft hat mit ihren vier Junkers-Flugzeugen F 13 und vier Junkers-Großflugzeugen G 24 im Jahre 1928 rund 15000 Passagiere mit 38 Tonnen Gepäck und 62 Tonnen Fracht und Post befördert. Der Betrieb erfolgte hierbei auf den regelmäßigen Linien von Malmö über Kopenhagen—Hamburg nach Amsterdam und mit Wasser- flugzeugen von Stockholm nach Helsingfors. — Als technische Leistung dürfte be- sonders die Tätigkeit des dreimotoren Junkers-Wasserflugzeuges „Upland“ ange- sprochen werden, welches im Jahre 1927 44550 km und im Jahre 1928 insgesamt 48500 km im regelmäßigen Streckenverkehr über die Ostsee zurückgelegt hat. Außerdem flog die gleiche Maschine während der Nobile-Expedition 9070 km, wo- bei die Ueberfliegung von Stockholm nach Spitzbergen von Fachmännern als be- sondere Leistung beurteilt wurde. Die Maschine wurde für die außerordentliche Beanspruchung in Spitzbergen, so wie sie war, aus dem Verkehr gezogen und umgekehrt nach ihrer Verwendung bei der Expedition gleich wieder in den regel- mäßigen Dienst gestellt. An dem nöchstiöhrigen Coup-Schneider-Pokal, der in Southampton ausgetra- zen wird, werden sich Frankreich und die Vereinigten Staaten beteiligen. In englischen Sachverständigenkreisen rechnet man bestimmt, eine mittlere Stun- dengeschwindigkeit von 520 km zu erreichen. Segelilug in Deutsch-Südwest- Afrika. Zu den Lesern des „Flug- sport“ zählen seit vielen Jahren auch die Südwest-Afrikaner in Swakopmund und Lüderitzbucht. Die Segelflugbegeisterung unter unseren deutschen Landsleuten hat Dank der fleißigen Bauarbeit des rührigen Paul Schneider gewalti:r zugenommen. Erst baute man frei nach Schiller, dann nach den Richt- linien der Rhönerfoige. Jetzt fliest man bereits. Wir gratulieren den lieben Südwest-Afrikanern. Ursinus. Ein „Prüfling“ in Swakopmund. Eins „Internationale Sport- und Verkehrsilugzeug-Ausstellung Genf 1529" soll gleichzeitig mit dem internationalen Automobilsalon in Genf vom 15. bis 24. März nächsten Jalires im Palais Electoral stattfinden. Sie soll den Konstrukteuren Gec- legenheit zeben, ihre Geschäftsbeziehungen zu erweitern, und dient besonders der Popularisierung der Sport- und Verkehrs-Luftfahrt. Einschreibungen müssen vor dem 31. Dezember bei dem Ausstellungs-Sekretariat (1, Place du Lac, Genf) eingehen. Seite 16 ‚FLUGSPORT"“ Nr. i Eine franz. Fokker-Ges. ist mit Werkstätten in Argenteuil, besetzt mit franz. Konstrukteuren, segtun- det worden. 192 km mit 85 PS Moth Gip- sy mit Passagier erreichte auf einer Rundstrecke von 100 km der Engländer Allen Butler. 12 Stunden flog Miß Trout in Wie unsre Landsleute in Südwest-Afrika LOS Angeles. anfingen. u Entscheidung nach ver lugzeugrennen Gardner-Coup. vom 28 bie 30. Mai. Strecke Flugplatz St, Louis—Autorenn zurück. schiedenen Vorrennen bahn Indianapolis und Mitteldeutsche Arbeitsgemeinschaft MAG im DMSV. 1. Kyffhäuserflugwoche. Seit langen Jahren veranstaltet die Mitteldeutsche Arbeitsgemeinseha Ko Deutschen Modell- und Segelflugverbandes mit den ihr angese loss Area systematisch Modellflugwettbewerbe. Infolge der anläßlich ieser 1 ee \ hten Erfahrungen konnte die MAG ihre Bestimmungen un ett werds ertunge stetig verbessern, SO daß diese zur Zeit die meist gebräus ie en a sind Die Wettbewerbe selbst wechseln stets, es werden solc ln Stabmodelle (nach MAG-Bauvorschriften), für Rumpfmodelo Vereinen IR und endlich Segelflugmodelle ausgeschrieben und von den Das Schulgebäude von der MAG, die Numburger Höhen. Darunter die mittel- deutsche Segelflugwoche am Kyffhäuser 22. Sept. 1928. Nr. 1 „FLUGSPORT“ Seite 17 fleißig beschickt. — Man kann die Arbeit, welche die MAG auf dem Gebiete des Modellflugwesens geleistet hat und noch leistet, als bahnbrechend für die ge- samte deutsche Modellfliegerei bezeichnen, zumal Organisation und Bewertung ° nach den jahrelangen Erfahrungen bis ins kleinste ineinandergreifen. — Im Jahre 1927 reifte in der MAG-Leitung der Plan, ähnlich den Modellwett- bewerben, gemeinsame Veranstaltungen auf dem Gebiete des Segelflugwesens in die Tat umzusetzen, gesagt, getan, dieser Plan fand den Beifall aller MAG- Vereine. Sofort wurde rüstig an die Organisation einer Segelschulwoche ge-, schritten, indessen die Vereine der MAG mit dem Bau von Gleit- und Segelflug- zeugen begannen. Die Flugwoche wurde für die Zeit vom 22. September. bis 1. Oktober an den Numburghöhen bei Kelbra am Kyffhäuser vorgesehen und durchgeführt. Trotzdem keinerlei Preise oder Anerkennungen laut Ausschreibung gegeben wurden, nahmen 7 MAG-Vereine mit insgesamt 8 Gleitflugzeugen und 4 Segelflugzeugen teil. Die Leitung und Organisation des Flugbetriebes klappte in jeder Beziehung, wenn auch Unterkunft und Verpflegung an die Ur-Rhön er- innerten, war doch jeder der Teilnehmer restlos befriedigt. Geflogen wurde fleißig; an manchen Tagen konnten bis 76 Schulflüge ohne Bruch durchgeführt werden. Staudhart-Magdeburg flog seine B-Prüfung vorbildlich. — Die Flugwoche verlief in bester Harmonie, so daß sich die MAG entschlossen hat, 1929 diese zu wiederholen, Der Erfolg dieser Veranstaltung ist ein ganz bedeutender, nicht nur, daß 17 Jungflieger bis zur „A“ gelangten, es gründeten sich in der dortigen Gegend auch neue Vereine. Das große Werbemoment einer derartigen Flugwoche war ausschlag- gebend, täglich kamen von nah und fern Tausende von Zu- schauern (Schüler etc.), welche die Vorgänge in der Rhön mit größtem Interesse in den Zeitungen verfolgten, sich aber nie ein Bild von der Wirklichkeit des motorlosen Fluges machen konnten... Die MAG hat deshalb den Ent- Polter. schluß gefaßt, diese Flugwoche in jedeın Jahre in einer anderen Gegend durchzuführen, um so außenstehende Interessenten und die Be- völkerung Mitteldeutschlands mit der Segelfliegerei vertraut zu machen, um mit beizutragen, damit sie einst wirklich Volkssport wird. Po. Vom Verein für Segel- und Modellilugsport Magdeburg e. V. Wieder liegt ein Jahr harter Arbeit hinter uns, welche der nur richtig ein- zuschätzen versteht, der weit entfernt von den von uns so geliebten Bergen für unseren deutschen Segelflugsport mitgearbeitet hat. Während unsre süddeutschen Kameraden vielleicht in der Wahl des Geländes etwas wählerisch sind, weil es nicht zu einer glatten „B“ reicht, freuen wir uns im flachen Mitteldeutschland schon über jeden Maulwurfshügel, denn viel mehr kann man unsere „Hänge“ im Verhältnis zur Rhön nicht nennen. Unsere höchsten Erhebungen im Gerwischer Schulgelände, wo wir mit un- serem Zögling „Elbvogel“ bisher schuiten, sind 15 m über der Talsohle. Trotzdem dieses Gelände 15 km von Magdeburg entfernt ist und wir dort nur jeden Sonntag zum Fliegen kommen, entschlossen wir uns, doch noch eine neue „Kiste“ zu bauen, die man zur passenden Zeit im passenden Gelände auch einmal zu größeren Sachen gebrauchen kann. Und so ging es also im Frühjahr mit vereiiten Kräften daran, schon zu einer Zeit, wo uns noch am anderen Morgen der Kaltleim im Topf gefroren war. Unser H. Staudhardt hatte den neuen Rumpf- hochdecker entworfen und leitete auch den Bau. Auch mußten wir mal wieder einige Tage aufhören mit Schaffen, weil uns, wie es wohl so manchem Verein auch erging, das Geld ausgegangen war. Aber es gab dann immer wieder Gönner, die da an uns glaubten, trotzdem sie nichts oder wenig vom Fliegen sahen, eben, weil unser Fluggelände so weit entfernt liegt. Aber 14 Tage vor der M.A.G.-Segelflugwoche in Kelbra war unser „Otto von Guericke‘“, wie wir ihn tauften, doch noch fertig geworden. Wir alle freuten uns über unsere gelungene Arbeit, als H. Staudhardt bei seinem ersten Flug vom großen Hang in Numburg b. Kelbra bei fast völliger Windstille mit 1 Min. 23 Sek. und 1,526 km Strecke seine „B“ erledigen konnte. Es war, nebenbei bemerkt, „FLUGSPORT“ Nr. 1 | Seite 18 Welkoborsky Rechts: Segelwagen der Magdeburger übrigens die einzige Prüfung, die während der Dauer der Segelflugschulwoche abgelegt wurde. Mit der Segelflugschulwoche fand so manches ein Ende, nicht nur unser Geld, sondern auch unser Startseil. Nun ist Friede bei uns eingezogen, und unsere beiden Vögel halten Winterschlaf, denn ohne Startseil kann man bekanntlich nichts anfangen. Verlassen liegt ietzt der Flugplatz mit unserer alten Halle da. Zum letzten Male sind in diesem Jahre die Verkehrs- und Sportmaschinen auf ihm gelandet. Im nächsten Jahre wollen sie über den neuen Hafen jenseits der Berliner Land- straße, noch 3 km weiter weg von der Stadt. Noch gibt es aber genügend Unentwegte im Verein, die jeden Sonntagvor- mittag zum Flugplatz hinauspilgern, um wieder einmal bei den Flugzeugen zu sein. Und wenn dann die Herbststürme über die Elbe zum Flugplatz fegen und man wegen Mangels an Startseil zur Untätigkeit verdammt ist, dann kommt man auf allerhand Gedanken, wozu der Wind doch noch nütze ist. . Ein alter Benzintransportkarren, einige Latten, ein Stück alten Flächen- bespannungsstoffes und eine halbe Stunde Arbeit, und schon sausen drei Mann auf einem komisch aussehenden „Vehikel“ über das weite Rollfeld, im Vollgefühl, zu segeln, — leider aber, ohne sich in die Lüfte zu erheben, — aber mit der Hofi- nung, daß, wenn uns im Frühjahr ein neues Startseil beschert wird, wir wieder von unseren Maulwurfshügeln fliegen können, bis es im Sommer zur langersehn- ten Rhön geht. F. Alexander. Aus alter Zeit. (Persönliche Erinnerungen.) Während der „la“ 1909 drückte ich noch die Schulbank. Es be- stand die Tatsache, daß mein Interesse an der „Ila“ weit größer war als das an der Schule. Dies war deutlich am folgenden Zeugnis zu sehen, welches die Bemerkung trug, daß „die Leistungen des sonst guten Schü- lers durch äußere Einflüsse wesentlich nachgelassen hätten . Diese äußeren Einflüsse jedoch bestimmten meinen Lebensgang. Als ich die Penne mit dem gewünschten Ziel verließ, war dieser schon vorge- zeichnet. Seite 19 Nr. 1 „TrLUGSPORT"“ Mein erstes Modell baute ich 1909, noch während der Ausstellung. Es flog natürlich nicht. Sein Vorbild, ein von Sido zur Ausstellung gebrachtes Flugzeug, dachte allerdings auch nicht daran. Seine einzig- ste Leistung bestand in einem Ueberschlag beim Start nach etwa 10 m Rollänge. Ich glaube keinen wirklich ausgeführten Flug auf der „la“ versäumt zu haben. Das Zuschauen selbst war ja auch für einen Pen- näler erschwinglich, da 2 Fleischerhaken nur 10 Pig. kosteten und man sich mit deren Hilfe einen wunderbaren „Dauer-Stehplatz“ schafien konnte. Haken, ein Brett und zwei kurze Seile genügten, um unter Zuhilfenahme des Bretterzaunes — sehr zum Aerger Tschudis — die- sen Zuschauerplatz zu zaubern. Von dieser hohen Warte aus sah man Bleriot, Euler, Latham, de Caters, Nervö und Rougier teils rollend, teils wirklich fliegend. Bei einem Drachenwettbewerb erhielt ich ein Zeppelinbild mit dessen Unterschrift und eine „goldene“ Medaille, die mir die Wahrheit des Spruches „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ bestätigte. Nach Beendigung der Ila blieb noch längere Zeit zu unserer Freude der Gleitflushügel zurück, auf dem ich unter Handverstauchun- gen mein erstes Gleitflugzeug nach kurzem Fluge zertrümmerte. Um der ganzen Modell- und Gleitflieger-Bauerei bestimmte Form zu ge- ben, wurde nachher der „Frankfurter Flugmodell-Verein“ gegründet, der in überaus segensreicher Arbeit neue Wege wies. Hier war es der tüchtige Ursinus, der uns in die Mysterien des von ihm damals so setauften „Schwirrfluges“ einzuweihen versuchte, hier waren es die sonntäglichen Uebungsflüge auf dem Modellflughafen, die unsere Kon- struktionen weiterbrachten. Bei einem Modellwettbewerb im Hippo- drom führte ein Teilnehmer ein Raketenmodell vor, damals, also vor mindestens 15 Jahren schon! Der Verein beteiligte sich an Modell- ausstellungen außerhalb Frankfurts noch in Darmstadt, Essen und Ber- lin erfolgreich. Im Jahre 1912 ließ ich mir einmal ein „garantiert un- brennbares“ Imprägnierungsmittel zur Probe schicken. Nachdem ich ein Versuchsmodell damit bestrichen hatte, ging dieses durch einen aus der Zigarette fallenden Funken prompt in Flammen auf, und zwar der- art, daß beinahe meine ganze Bude mitverbrannt wäre. Ich beschloß mit mir einstimmig, weitere Versuche auf Unbrennbarkeit zu unter- lassen. An den sonntäglichen Uebungen wurden z. T. sehr gute Er- folge erzielt. Trotz sorgfältigster Wahrung von Konstruktionsgeheim- nissen war die Zusammenarbeit in jeder Beziehung kameradschaftlich. Die Leitung des Vereins hatte damals Fritz Wittekind. Die im Verein und auf dem Eulerflugplatz gemachten Erfahrungen kamen mir nach- her, als ich bei der Fa. Automobil & Aviatik schulte, sehr zugute. Die rere Modellarbeit wurde durch den Krieg jäh unterbrochen, und alle Mitglieder fast eilten zu den Fahnen. Viele blieben auch während des Krieges, soweit es ihre dienstliche Verwendung zuließ, dem Modellbau treu. Ich unterstützte derartige Bestrebungen stets bei den Feldflieger- formationen, denen ich angehörte, und sah oft, wie in unseren Werk- stätten in der Freizeit und bei Nichtflugwetter eifrigst gebaut und die Modelle dann eingeflogen wurden. In den beiden letzten Kriegsjah- ren gab es leider keinen Gummi mehr. Auch ließ die Kriegslage dann infolge der zunehmenden Fliegertätigkeit einerseits, der häufigeren Flushafenwechsel-andererseits-eine rege Modelltätigkeit nicht mehr zu. In all den 20 Jahren war es eine Zeitschrift, die mit Rat und Tat unsere Bestrebungen unterstützte und in einer Zeit, als die gesamte deutsche Fliegerei nur ein großer Trümmerhaufen, ich meine nach dem unglücklichen Kriegsende, die erste war, die zur künftigen neuen Luft- geltung durch Segelflug und Leichtflugzeug neue Wege wies. Dies ist ein Verdienst, das einzig und allein demi „Flugsport“ und seinem un- Seite 20 „FLUGSPORT“ Nr. Rhönvater Ursinus, gebührt und für mitgemacht haben, ihm großen Norbert Welkoborsky, Stolp. ermüdlichen Herausgeber, dem das viele, die die ganze Entwicklung Dank wissen. Literatur. „FLUGSPORT“ Gegen bare Kasse zu kaufen gesucht einen FLUGZEUGMOTOR Ca. 50000 ke. Stahlschrauben aus S.M.-Material, 60 kg Festigkeit 15°) Dehnung, aus dem Flugzeugbau spottbillig Mercedes 70 PS. Baujahr 1913 oder früher für Versuchszwecke. Gefällige Offerten unter 2481 an die Expedition des „Flug- sport“, Frankfurt am Main, erbeten. Welcher Segel- oder Kleinflugzeugbau hat die Ab- sicht zwecks Gemeinschaftsarbeit einen Facharbeiter, Inhaber verkehrsumwälzen- der Neuerungen, aufzunehmen? Off. erb. an Müller, Rauenstein, Thür. 95. zu verkaufen. Bei Anfragen Angabe der Größe und Kopf- art erbeten. Der Posten wird auch geschlossen verkauft. Berg.-Märk.-Kraftfahrzeug-Industrie Friedr. Gütebier Sohn Elberfeld, Bachsiraße 29. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Von Wright bis Junkers. Das erste Vierteliahrhundert Menschenflug 1903 bis 1928. Von Willy Meyer, Hauptmann a. D. Verlag Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H., Berlin W 8. Der Verfasser hat es verstanden, auf einem verhältnismäßig kleinen Raum mit einem beschreibenden Text von 52 Seiten und einer Serie Bildtafeln einen Ueberblick über die Entwicklung des Flugwesens zu geben. Besonders angenehm empfindet man die unparteiische Würdigung der Verdienste des Auslandes an der Entwicklung des Flugwesens. Wer sich mit der Entwicklung der Fliegerei befassen will, muß die Geschichte kennen, sollte sich das vorliegende Büchlein vorerst beschaffen. Luitfahrtiorschung. Band II, Heft 5. Verlag Oldenbourg, München, Berlin. Preis RM 9.40. Dieser Band enthält: Madelung und „Die Festigkeit von Bolzen Schrenk und M. v. Pilgrim. Die Zeppelin-Fahrt. Im Luftschiff nach Amerika und zurück. Ullstein Buch- und Zeitschriftenverlag. Preis RM 1.—. Walter Kleffel und Wilhelm Schulze haben diese Fahrten mitgemacht, und aus den Berichten dieser beiden Luftreisenden, aus ihren Erlebnissen während des denkwürdigen Zeppelin-Flugs, dem engen Bereich der Gondel und den Riesen- maßen des Luftraumes über dem Ozean ist dieses Buch entstanden, das die Erin- nerung an eine Tat festhalten soll, auf die jeder, über alle Grenzen, die sonst trennen, hinaus, stolz ist. — fechnikum ‚STRELITZ i.M. Hoch- und Tiefbau, Betonbau, Eisenbau, Flugzeugbau, Maschinenbau, Autobau, Heizung u. Elektrotechnik. Eig. Kasino. 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Ingenieur - Schule für Luft- und Kraftfahrzeuge II]< 7 > 7 Drähte 0,25 2600 ‚294/25 14,- r——n _ Die Seile können natürlich auch in jeder anderen gewünschten Stärke, Aus- führung und Bruchfestigkeit geliefert werden. Verspannungs- resp. Tragseile lien Tas ee man Re mit Stahlseele. Eine Reichs-Uniall-Verhütungswoche (RUWo) 2,7 6 7 0,5 592 42/30 3,3 findet vom 24. Februar bis 3. März statt. Ueber I Million Unfälle wurden im letz- 3,2 6 7 0,35 806 42/35 4,5 ten Jahre allein in den gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben gezählt. 3,6 6 7 0,4 1054 42/40 6,- Insgesamt haben sich in Deutschland in diesem Zeitraum sicher über 2 Millionen 4,2 6 12 0,35 1382 72/35 7,6 Unfälle ereignet. Fast 24000 Menschen, davon etwa ein Drittel in den bei den 4,8 6 12 0,4 1807 72/40 10,2 Berufsgenossenschaften versicherten Betrieben, haben dabei ihr Leben verloren. 5,4 6 12 0,45 2289 72/45 12,6 Also täglich 64 Tote durch Unfall! 6- 6 19 0,4 2861 114/40 15,2 Die RUWo ist der Auftakt zu systematischer Erziehungsarbeit am ganzen u 6 19 0,45 3695 114/45 19,8 Volke. Das Verantwortungsbewußtsein jedes einzelnen muß aufgerüttelt werden, 75 6 i9.' 05 0 4480 114/50 94,4 damit bei der unaufhaltsamen Mechanisierung des Lebens, der Intensivierung der Seite 34 „FLUGSPORT"“ Nr. 2 GIEESHHR 77777 HÜTE NZ x Sr AIR N, I 107 a TB 1 BENNEES Rn [81 {N J MM: SAU, le, GV RES > auy > NUN ’4 —e * / . Machs wie der. Setze die Maschine vor dem Messen still, sonst wird die Lehre mifgerissen. ‚Achtung! Kreissädgen 3 ANBIIEIEENENL SION ET EN i if > Mi Zul) ErVORER, BIT FT] @“ | Richtiger Abstand des Spalikeils vom Kreissägeblarf höchstens 1lÜmm dasons! Geiahr Zur Reichs-Uniallverhütungs-Woche: Unfallverhütungsbilder. Nr. 2 „FLUGSPORT“ Seite 35 Arbeit und der rapiden Steigerung des Verkehrs die gräßlichen Millionenzahlen der Unfälle, die Zehntausende der Todesopfer nicht weiter ins Ungemessene steigen. Es gilt die in Haus und Beruf, im Verkehr, in der Werkstatt und im Betriebe drohenden Gefahren zu erkennen und abzuwenden. Ein großer Teil der Unfälle ist vermeidbar, aber nur, wenn jeder bestrebt ist, sich und andere zu unfallsiche- rem Verhalten zu erziehen! Nicht Verbote und Bestimmungen sind das Allheilmittel gegen Unfälle! Jeder Er, muß mithelfen, Unfälle zu verhüten. I % = \ : ii 3 | Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr. 25. Bericht über die Außerordentliche Sitzung der Federation A&ronautique Internationale am 11. Januar 1929 in Paris. In der außerordentlichen Sitzung der Federation A&ronautique Internationale, die am 11. Januar in Paris tagte, wurden in erster Linie die neu bearbeiteten Satzungen und Sportvorschriften der F.A.I. angenommen, die im Oktober des Jahres in Kraft treten werden. Bei der Festsetzung der internationalen Veranstaltungen für 1929 wurde be- schlossen, daß der internationale Leichtflugzeugwettbewerb in der ersten Hälfte des August und der Schneiderpokal am 6./7. September ausgeflogen werden soll. Von Amerika wurde die Stiftung eines neuen Gordon-Bennett-Preises für Frei- ballone zugesagt. Die Goldene Medaille der F.A.I. wurde dem Engländer Bert Hinkler für seinen Flug im Leichtfluszeug von England nach Australien zugesprochen, der eine Stimme mehr erhielt ‚als der Franzose Costes für seinen Weltflug. Außer diesen beiden waren für die Medaille noch vorgeschlagen: der Deutsche Köhl, der Italiener Ferrarin, der Spanier de la Cierva und die Amerikaner Wilkins und Kingsford Smith. In die Internationale Sportkommission der F.A.I., die sich aus zehn Mit- gliedern zusammensetzt, wurde an Stelle des verstorbenen Herrn v. Tschudi der jetzige Generalsekretär des Deutschen Luftrates v. Hoeppner gewählt, so daß Deutschland in diesem wichtigsten Arbeitsausschuß der Federation wieder ver- treten ist. Die nächste Vollsitzung der F. A.I. wurde auf die Tage vom 19. bis 22. Juni nach Kopenhagen anberaumt. Berlin, den 15. Januar 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtiskeit: v. Hoeppner. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr. 26. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom 15. Januar 1929 folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt: | Klasse B (Luftschiffe): \ Deutschland: Dr. Eckener mit Luftschiff L. Z. 127 „Graf Zeppelin‘, fünf Maybach-Motoren ic 450/550 PS, von Lakehurst (U.S.A.) nach Friedrichshafen (Deutschland) 29. Oktober bis 1. November 1928. Dauer: ’ 71 Std. 7 Min. (bisher: Italien: Castracano und Castruccio, 15 Stunden) Klasse C (Leichtflugzeuge, 1. Kategorie) (Zweisitzer weniger als 400 kg) ® Seite 36 „FLUGSPORT“ | Nr. 2 England: Alan S. Butler und Mrs. Butler auf De Havilland ,„Moth“, Motor Gipsy 85/100 PS, von Stag Lane-Reading am 7. Dezember 1928. Geschwindigkeit über 100 km: 192,864 km (bisher Deutschland, Bäumer, 191,959 km) Berlin, den 19. Januar 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Ausland. Die Internationale Flugzeugausstellung in Chikago hat in der Zeit vom 1. bis 9. Dezember stattgefunden. Von den 197 Ausstellern stellten 55 Flugzeuge und 18 Flugmotoren aus. Im ganzen wurden 70 Maschinen gezeigt. Ausländische Flug- zeuge und Motoren waren nur sehr wenig vertreten, und zwar wurden gezeigt ein D. H. Moth der Avro Avian, den Lady Heath bei ihrem Afrikaflug benutzte, der Cirrus-Motor und der Armstrong-Siddeley-Genet. Von neuen amerikanischen Flugzeugen sind zu nennen Fokker-Amphibien- Flugboot, Fairchild-Leichtflugzeug, Fairchild-Kabinenflugzeug, der Monocoach und der Monoprep von der Mono-Aircraft. Auf die einzelnen Typen werden wir später an anderer Stelle zurückkommen. Frankreich erwirbt Fokker-Verkehrsilugzeuge. Der französische Luftminister hat vor kurzem der Cidna (Compagnie Internationale de Navigation A£rienne) nun doch jene Genehmigung erteilt, die schon seit fünf Jahren der Gegenstand heftigen Kampfes war, nämlich die Genehmigung zum Ankauf ausländischen Flug- zeugmaterials, da die eigenen Flugzeuge der Cidna weder in bezug auf Wirt- schaftlichkeit noch auf Sicherheit den gestellten Anforderungen entsprachen. Es ist noch allgemein in Erinnerung, daß kurz nach der Katastrophe von Toul, die dem französischen Handelsminister Bokanowski das Leben gekostet hat, die Pariser Presse zwei Briefe von General Duval, dem Vorsitzenden des Aufsichts- rate der Cidna, veröffentlichte, die an den Minister adressiert waren. Diese Do- kumente, welche die kritische Lage der französischen Aviation ans Licht brach- ten, enthielten außerdem den interessanten Vorschlag, die totale bewilligte Sub- vention von 32 Millionen Francs auf 24 Millionen zu reduzieren, unter der Be- dingung, daß die Regierung der Cidna die Bewilligung zum Ankaüf von Fokker- Flugzeugen erteile, da die Cidna zu der Ueberzeugung gekommen war, daß sie einen ökonomischen Betrieb mit diesen Maschinen bewerkstelligen könne. Laurent Eynac, der neue Luftminister, der die Interessen der französischen Handelsluftfahrt sehr wohl zu wahren weiß, hat eingesehen, daß die bisherige Politik der Entwicklung. der französischen Luftfahrt nur nachteilig war. Aus diesem Grunde hat er die Cidna dazu autorisiert, ihr Material entspre- chend zu vervollkommnen, worauf diese zunächst den Fokker-Werken in Amster- dam eine Bestellung auf zehn Handelsflugzeuge erteilte, und zwar sieben ein- motorige F. VII Jupiter und drei dreimotorige F. VII-3m mit je drei Titan-Mo- toren. Eee a e Tirfolgge der S Winteriliegen des „Schlesischen Adler“. Der Breslauer Modell- und Segelflugverein „Schlesischer Adler“ e.V. unter- nahm in den Weihnachtsferien einen Uebungskursus nach dem Bober-Katzbach- Gebirge, dem Segelfluggelände der Segelflugschule Grunau bei Hirschberg. Trotz Schnee, Sturm und Kälte wurde eine größere Anzahl guter Segelflüge ausge- führt. Der Schüler der hiesigen Höheren Maschinenbauschule Emil Rolle über- flog nach einem Start von der 562 m hohen Scheibe mit dem Segelilugzeug „Dr. Friedel“ den 665 m hohen Stangenberg und segelte eine reichliche halbe Stunde bis zur Hölle, einem Abgrund, der wegen der dort herrschenden Abwinde gemie- Nr. 2 „rFLUGSPORT“ Seite 37 Segelflugzeug „Dr. Friedel“ (von den Mitgliedern selbst gebauter „Prüfling“) über dem Bober-Katzbachgebirge, im Hintergund der Grunauer Spitzberg. den werden muß. Die Landung erfolgte dicht neben der Startstelle, Rolle legte mit diesem Fluge seine „C*-Prüfung für Segelflieger in glänzender Form ab. Es ist dieses die zweite „O“-Prüfung, die von der Segelflugschule Grunau abgenom- men worden ist, auch die erste „C“-Prüfung in Grunau wurde von einem Vereins- mitglied, Gerhard Seiler, im Sommer v.J. erfüllt. Einige Sturmflüge bei 22 m/sec Windgeschwindigkeit zeigten die Grenzen der Verwendungsmöglichkeit leichter Segelflugzeuge. Der Transport der Maschinen durch den Schnee stellte große Ansprüche an Mannschaft und Material und sah einer Polarexpedition nicht un- ähnlich. Auch Ski und Bob sind nicht umsonst mitgenommen worden. Der obli- gatorische Flugzeugbruch blieb ebenfalls nicht aus. Nach einem Fluge von der Scheibe in Richtung des Grunauer Spitzberges landete der Führer der Schul- maschine „Lilo“ im Hochwalde. Ein Teil der Tragiläche blieb an einer Birke hängen, der Führer wurde, wie meist beim Segelfliegen, nicht verletzt. Dagegen gab es nunmehr nach dem anstrengenden Flugbetrieb am Tage noch reichlich Werkstattarbeit bis in die Nacht hinein. Die beschädigte Schulmaschine wurde in vier Tagen von den Vereinsmitgliedern in den Werkstätten der Segelflugschule repariert und konnte wieder flugfähig nach Haus gebracht werden. Die Phöbus- Transport eines Segelflugzeuges im Schnee. = „Lilo“, vom D L V geschenkt erhaltener „Zögling“, die Rumpiverkleidung (Profil Göttingen 410) wurde von uns selbst ausgeführt. Seite 38 „FLUGSPORT“ Nr. 2 Filmgesellschaft kurbelte an einem der besten Flugtage in Grunau einen für Ame- rika bestimmten Sportfilm. Eine besonders interessante Aufnahme wurde ge- macht, indem ein Kinoaufnahmeapparat mit selbsttätiger Abrollvorrichtung an dem Seeelflugzeug „Lilo“ befestigt wurde. Der Film gibt ein anschauliches Bild von den Vorgängen beim Segelflug und zugleich von den Steuermanövern, die der Führer dabei vorzunehmen hat. Ein Teil dieses Filmes wird in einer der näch- sten Deulig-Wochen auch in Breslau gezeigt werden. Der Kursus in Grunau hat gezeigt, daß die Jungflieger bei den sonntäglichen Uebungsflügen bei Heide- wilxen-Obernigk viel gelernt haben. Die schnelle Reparatur der beschädigten Maschine war nur möglich, weil der Verein seine Flugzeuge selbst baut und der Weg zum Segelflieger über die Werkstatt führt. Der Breslauer Modell- und Segelflugverein „Schlesischer Adler“ e.V. gibt bekannt, daß die Schlesiergruppe des Deutschen Luftfahrt-Verbandes in diesen Tagen einen Anfängerkursus in Grunau abhalten läßt, der jedermann Gelegenheit gibt, den A- oder B-Schein für Segelflieger zu erwerben, zumal die Kosten sehr gering sind. Im vorigen Jahre haben gegen 150 Flugschüler in Grunau fliegen gelernt, darunter auch Damen und Herren im Alter bis zu 56 Jahren. Dipl.-Ing. Tonn. Flug-Sport Zürich. Unter dem Namen F.S.Z. gründeten wir Ende letzten Jahres eine Vereinigung, um uns durch gemeinsames Arbeiten auf dem Gebiete der Fliegerei zu betätigen. Anfänglich betrieben wir den Modellsport, um uns mit den wichtigsten Grund- prinzipien eines flugfähigen Modells vertraut zu machen. „Aller Anfang ist schwer.“ Auch wir mußten oft an Dingen Mißerfolge erleben, denen wir erößtes Vertrauen schenkten. Nichtsdestoweniger ließen wir uns nicht entmuti- gen, sondern zogen aus allem unsere Lehren, die uns dann schließlich doch zum gesetzten Ziel führten. An Hand des Büchleins „Flugmodellbau-Unterricht“ von Ziv.-Ing. Ursinus ging der Bau der Modelle schneller und zuverlässiger vor sich, und ich möchte es bei dieser Gelegenheit nicht versäumen, diese kleine Schrift iedem Anfänger des Modellbaus dringend zu empfehlen. Der Wunsch, selbst fliegen zu können, steckte schon lange in uns, doch war es uns aus finanziellen Gründen nicht möglich, selbst einen Schulgleiter zu bauen, ebenso hätten unsere damaligen Kenntnisse nicht ausgereicht, die Konstruktion einer solchen Maschine fachmännisch durchzuführen. Von befreundeter Seite wurde uns ein Schulgleiter (Doppeldecker) zu relativ billigem Preis angeboten, und wir kamen auf diese Weise in den Besitz des Gleiters. Es ist ein kräftiger verspannter Doppeldecker (siehe Bild [Konstruktion Flugbetrieb des Flugsport Zürich, Nr. 2 „FLUGSPORT“ Seite 39 — Aecherli, Zürich]) mit gondelartigem Rumpf. Bemerkenswert ist, daß im Gegen- satz zu den normalen Verwindungsklappen der ganze Flügel verwindbar ist; dies geschieht durch einen beweglichen Rahmen, der mit dem Flügel in Verbindung stelit. Dieser Rahmen ist auf Brusthöhe des Schülers angebracht, so daß die Verwindungsausschläge dann erfolgen, wenn der Oberkörper nach rechts oder links bewegt wird. Diese Art von Verwindung mag wohl heute etwas veraltet sein, doch aber genügten die Steuerausschläge für unsere Anfänge. vollkommen. Momentan ist ein offener Sitzgleiter von 12 m Spannweite im Bau, der im kommenden Frühling seiner Fertigstellung entgegengeht. Der Rumpf, der ein kräftiges Fachwerk bildet, ist fertiggestellt, und nun sind Höhen- und Seitenruder in Arbeit. Wenn uns dieses kleine Unternehmen auch öfters Schwierigkeiten bereitete, sei es in finanzieller oder konstruktiver Hinsicht, so ließen wir den Mut doch nicht sinken, sondern bekämpften jegliche Hemmnisse mit Energie und Ausdauer. — Schauen wir also hoffnungsvoll unseren ersten Versuchen entgegen, und möge der Lohn für diese lange, mühselige Arbeit nicht ausbleiben. Kurt Müller. Modelle. Ergebnis des 3. Modellsegelilugwetibewerbes der Staatlichen Hauptstelle für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Im Rahmen ihrer Arbeit, den Luftfahrtgedanken in den Schulunterricht ein- zuführen, schrieb die Staatliche Hauptstelle für den naturwissenschaftlichen Unter- richt im Herbst 1927 ihren 3. Modellsegelflugwettbewerb zur Förderung des Ver- ständnisses der Jugend für die Grundlagen des Fliegens aus. Es wurde wiederum ein Segelflugmodell gewählt, weil bei den Versuchen mit einem Motormodell lediglich die flugtechnischen Fragen in den Vordergrund treten, während bei den Flugversuchen mit einem Segelflugmodell auch die örtlichen Wind-, Strömungs- und Aufwindverhältnisse studiert sein wollen, wenn man Erfolge erzielen will. Der Wettbewerb wurde in zwei Gruppen durchgeführt. In Gruppe A (für An- fänger) mußten die Modelle nach einer vorgeschriebenen Vorlage gebaut werden. In Gruppe B (für Fortgeschrittene) sollten die Modelle nach eigenen Plänen her- gestellt werden, die Bewerber mußten eine Zeichnung des Modells, eine Bau- beschreibung und einen Versuchsbericht einsenden. — Gewertet wurde die Flug- weite. An Preisen wurden neben den in der Ausschreibung festgesetzten Geldpreisen wieder eine große Anzahl Prämien verteilt, sowohl an Bewerber mit guten Flug- weiten, als auch unabhängig von den erzielten Flugweiten an solche, die einen flachen Gleitwinkel erzielten und damit gute Arbeit und richtige Einstellung des Modells erkennen ließen. In der Gruppe A (für Anfänger) ist die beste Leistung die des Untersekundaners Ludwig Winner, Realgymnasium Altena i. W., mit 384 m. Insgesamt wurden die 30 besten Entfernungen mit Preisen ausgezeichet in einer Höhe von RM 80.— bis RM 10.— herunter. Flugweiten von 100 m und mehr wurden von 30 Teilnehmern erreicht, 50 m und mehr von 110 Teilnehmern. Den besten Gleitwinkel von 1:69 erreichte Rudolf Beck, Volksschule Lifeld i. H.-N., der dafür mit einer Sonderprämie von RM 12.— ausgezeichnet wurde. Als weitere Prämien für flachen Gleitwinkel konnten insgesamt 91 Bücher ver- teilt werden. In Gruppe B (für Fortgeschrittene) wurde der erste Preis von RM 140.— von dem Unterprimaner Karl Lammeyer, Gymnasium Fulda, mit 683 m Entfernung gewonnen. Ueber 100 m wurden von 12 Bewerbern erreicht. Verteilt wurden 29 Geldpreise, von denen der letzte RM 6.— betrug. Eine Sonderpräimie von RM 12.— erhielt Eberhard Rase, Realgymnasium Elbing, für den besten Gleit- winkel in Gruppe B von 1:62.6. Ferner wurden 11 Buchprämien für Gleitwinkel von 1:15 und besser verteilt, 4 Sonderprämien (v. Mises: Fluglehre) für zielbe- wußte fleißige Arbeit und eine Buchprämie als Anerkennung für Fleiß. Die ein- gereichten Zeichnungen, Baubeschreibungen und Versuchsberichte in Gruppe B ließen erkennen, daß eine große Anzahl der Bewerber sich bereits selbständig und mit zum Teil gutem Erfolg mit den Fragen und Problemen des Flugwesens beschäftigt, wenn auch die angeführten Erfahrungen und Kenntnisse nicht immer konsequent waren. Im allgemeinen zeigen die erfolgreichen Arbeiten die Tendenz, erprobte Typen zu verbessern und zu vereinfachen, Den im großen und ganzen Seite 40 | „TLUGSPORT*“ Nr. 2 interessanten Versuchen mit Enten, schwanzlosen Flugzeugen usw. waren leider keine nennenswerten Erfolge beschieden. Trotzdem der Wettbewerb an verschiedenen Orten ausgetragen wurde, waren die Leistungen keineswegs in dem Maße von dem jeweiligen Gelände ab- hängig, wie vermutet werden konnte. Fast überall stand irgendein kleiner Hügel- rücken, der Aufwind gab, zur Verfügung. So ist z.B. von Schutthalden im In- dustriegebiet und von Sandhügeln in der Heide 150 m Entfernung und mehr er- reicht worden, oder, wo jede Geländeerhebung fehlte, half man sich mit Drachen- starts; Mitglieder der Jungfliegergruppe Elberfeld (Sportlehrer Adolf Baumert) erreichten z.B. auf diese Weise 188, 201, 206 und 213 m. In Hanau a. M. wurden ferner unter Leitung des Mittelschullehrers Zobel Drachenstarte, wie in der Bau- anleitung angegeben, versucht. Die Drachenschnur wurde in sinnreicher Weise dadurch gelöst, daß man ein Stückchen Salpeterpapier unmittelbar am Modell an der Drachenschnur befestigte, welches beim Start angezündet wurde und nach einer bestimmten Zeit die Drachenschnur düurchbrannte. In der Gew. Beruis- schule Osnabrück wurde von Herrn Gewerbeoberlehrer Hellmuthhäuser der Ver- such gemacht, das Modell an einem Drachen, den Kopf nach unten, aufzuhängen, in einer bestimmten Höhe abzulösen, so daß es dann zu Boden segeln konnte. — Um für die Loslösevorrichtung eine möglichst günstige Ausführnug zu erreichen, wurde unter sämtlichen Schülern der Gew. Berufsschule ein schulinterner Wett- bewerb ausgeschrieben für die beste und einfachste Aufhänge- und Loslösevor- richtung. (Ein Beispiel dafür, daß der Wettbewerb auch Arbeiten auf verwandten Gebieten angeregt hat.) Sehr einfach ist hier die Bestimmung der Starthöhe ge- löst: Der Drachen nahm eine Schnur mit hoch, die z.B. alle 5 m mit einer Höhen- marke versehen war. Das eine Ende der Schnur war am Drachen fest, das andere lag am Boden, so daß in einfachster Weise die Entfernung zwischen Boden und Drachen abzulesen war. (Diese Schnur diente dazu, die Haltevorrichtung zu lösen.) — So wurden durch geschickte Auswahl des Geländes und Ausnutzung der örtlichen Windverhältnisse, die man natürlich kennen muß, oft gute Ergeb- nisse erreicht, trotzdem das Gelände auf dem Wettbewerbsschein als „ungünstig“ bezeichnet war, während auf „gutem“ Gelände auch mäßige Entfernungen erzielt wurden. Dies lag zum Teil mit daran, daß zum Einfliegen des Modells und zum Aufsuchen geeigneten Geländes nicht immer die Sorgfalt und Zeit verwendet werden konnte, die eigentlich nötig gewesen wäre. Auch auf diesem Gebiete werden die Bewerber für das nächste Mal gelernt haben. Die im Wettbewerb für Gruppe A verwendete Bauanleitung hat sich, wie aus den Berichten der Lehrer hervorgeht, im Modellbauunterricht sehr gut bewährt und wurde nach kurzer Erläuterung durch den Lehrer sogar von 11- bis 12jähri- een Volksschülern in allen Teilen verstanden. Zur Förderung des Modellfluges und zur Einführung des Luftfahrtgedankens in die Schule ist die Staatliche Haupt- stelle in der Lage, diese Bauanleitung und eventuell Bücher über Modellbau an. Jugendgruppen und Arbeitsgemeinschaften, die sich mit dem Modellbau befassen, kostenlos abzugeben. Literatur. Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. RAF Far-East-Flieht (RAF Flug nach dem fernen Osten [Australienfluz]). Napier & Sohn, London W 3, die bekannte englische Motorenfirma, versandte zum Jahresbeginn ein Erinnerungsalbum an den Flug des englischen Flugboot- geschwaders nach Australien. Der Flug ist auf verschiedenen Blättern beschrie- ben, und wundervoll sind die beigefügten vielfarbigen Bilder. Die Briefanschrift ist Napier & Son, Ltd., Acton, London. AU the world’s Aircraft. Herausgegeben von C. G. Grey und Leonard Brig- man. Verlag Sampson Low, Marston & Co., London. Preis 42 S. Soeben ist der Jahrgang 1928 dieses vorzüglichen, einzig dastehenden Jahr- buches erschienen. Das Werk gibt einen vorzüglichen Ueberblick über die Ent- wicklung der Luftfahrt in den verschiedensten Ländern. An Hand von Abbil- dungen sind fast sämtliche neuere Flugzeugkonstruktionen sowie Motoren kurz beschrieben. Das Werk solite in keiner besseren Vereinsbibliothek fehlen. Nr. 2 „FLUGSPORT"“ Seite 41 Luft- Post. Automobil-Flugzeuge, das heißt solche, welche auf der Landstraße sich mit eigener Motorkraft fortbewegen, sind nicht neu. Vor allem sind es die Laien, welche immer wieder> auf diesen Gedanken ver- fallen. In Frankreich sind ; von Ren& Tampier ver- schiedene Konstruktionen herausgebracht worden, Rene Tampier ist davon abgekommen, den Flug- notor unter Zwischen- schaltung eines Getriebes auf die FPahrgestellräder das Flugzeug fortzube- wegen. Er hat in seinem Flugzeug außer dem Flug- motor einen kleinen Mo- tor eingebaut, welcher unter Vermittlung eines Kardans (siehe nebenstehende Abbildung) die Fahrgestellachse antreibt. Berichtigung. In Nr. 1 auf Seite 5 hat der Druckfehlerteufel, und zwar im letzten Moment beim Zurichten der Form, in dem Wort Köhl das ö durch ein e ersetzt. Um er- regte Gemüter zu beruhigen, geben wir die eidesstattliche Versicherung ab, daß wir Köhl bisher immer mit ö geschrieben haben. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeier-Zeile Kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. 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An- fragen unter 2483 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. N o RS NDR) u IS —_ C} ROHRBACH © - ROCCO FLUGBOOTE U. LANDFLUGZEUGE ROHRBACH-Metall-Flugzeugbau G. m.b.H., Berlin N 65 Sieger im Alpenrundflug 1927 Junkers G 31 mit drei Aeron-Reed-Propellern. Nehmen Sie den Aeron-Reed- Ganzrınetall- Propeller Er verbessert die Leistung Ihrer Maschine, schont den Motor, ist völlig unempfindlich gegen Willerungseinflässe. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Kabelwerke @.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G, Frankfurt a. M. N IN 1 Mtlinnsil ®, A. MN. "GEGRÜNDET 1908 u, HERAUSGEGEBEN \ Von OSHAR, = CIIL-ING. Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Plugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 3 6. Februar 1929 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 20. Februar Nach zehn Jahren Luftverkehr. Am 5. Februar 1919 flog das erste deutsche Verkehrsflugzeug von Berlin nach Weimar. — Wie war es doch? — Während außerhalb Deutschlands alles auf weitere Züchtung der Kriegsfliegerei eingestellt war, konzentrierten sich in Deutschland die Kräfte auf friedliche Be- tätigung, auf den Luftverkehr. Es gehörte schon ein Riesenmut dazu, um mit den uns gelassenen paar Kriegsdoppeldeckern einen Luftver- kehr zu wagen. Das aufgemalte Posthorn — war immerhin ein großer Fortschritt und das Sinnbild eines eisernen „Wir wollen!“ Man denke nur an das vorhandene Material, an die Albatros, AEG, Rumpler und Gotha-Kisten, zu denen meistenteils das Ersatzmaterial fehlte. Die Flugzeugkonstrukteure haben damals manchmal die Köpfe geschüttelt, wie man mit solchem Material Luftverkehr betreiben wollte. Und doch war das etwas zu frühzeitige Einsetzen des Luftverkehrs ein gewal- tiger Zeitgewinn, denn es wurden im praktischen Luftverkehr eine Menge Erfahrungen gesammelt, die später von den Konstrukteuren ausgewertet wurden; denn großpferdige Flugzeuge durften wir ja nicht bauen. Bereits 1919 besaßen wir ein hochwertiges Riesenflugzeug von Rohrbach (siehe Flugsport 1920, Nr. 23, S. 514), welches 2b Passagiere fassen konnte und welches auf Anordnung der Entente zerschlagen werden mußte. In der Zeit des Bauverbotes wurde indessen an den Reißbrettern intensiv an der Entwicklung des Verkehrsflugzeuges ge- arbeitet. Wir wären gewiß schon weiter in der Entwicklung, wenn das Bauverbot nicht bestanden hätte. Heute nach zehn Jahren Luftverkehr sind wir alle davon fest überzeugt, daß der Luftverkehr eine große Zukunft hat. — Und zwar in einem Ausmaße, wie wir es 1919 luftpolitisch noch nicht übersehen konnten. Wenn die Optimisten von 1919, in die Zukunft sehend, z.B. den Bericht über die Rohrbach-,Romar“ in dieser Nummer gelesen hätten, so würden sie sagen, zum Ozeanflugverkehr gehört kein Opti- mismus mehr. Seite 42 „FLUGSPORT"” Nr. 3 Vor 10 Jahren Rumpler-Verkehrsflugzeug D. 72. 1919. Den Ausgangspunkt des deutschen Luftverkehrs bildete die Luft- reederei, welche 1919 ca. 2000 km während des Sommers geflogen ist. Neben der Luftreederei entstanden 48 Unternehmen, welche die Zu- lassung zum Luftverkehr beantragt erhielten und eine Menge Kapital für ihre Ideale opferten. Während dieser Zeit wurden bereits die behelfs- mäßigen Kriegsflugzeuge ausgemustert, da die Konstrukteure neue für den Luftverkehr gebaute Flugzeuge herausbrachten. Den Lesern die- ser Zeitschrift sind die Konstruktionen von Dornier, Junkers, Sablatnig und Fokker noch in Erinnerung. Einen besonderen Impuls wurde der Vor 10 Jahren: Postflugzeug der Luftreederei 1919. Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 43 Vor 10 Jahren: 1000-PS-Metall-Verkehrsflugzeug Rohrbach. 1919, Streckenentwicklung und der Organisation durch den Junkers-Luftver- kehr gegeben. Die Geschichte der Entwicklung des Luftverkehrs ist sehr umfangreich und bildet eine Wissenschaft für sich. Heute ist alles in der Lufthansa A.-G. vereinigt. Sie verfügt über ein Aktienkapital von 25 Millionen Mark und über einen Flugzeugpark von ca. 160 Land- und Wasserflugzeugen Heute: Flügelendstück der z. Z.im Bau befindlichen” Junkers J. 38. Spannweite 45 m. 4.Motoren. Seite 44 „FLUGSPORT“ Nr. 3 verschiedenster Typen. Mit ihrem Entstehen begann das Zeitalter der mehrmotorigen Maschinen im deutschen Luftverkehr, das dritte Zeit- alter wird später das der vielmotorigen Riesen sein. Eine Anzahl so- genannter regionaler Gesellschaften, die selbst keinen Verkehr aus- üben, sind Aktionäre der Deutschen Lufthansa, außerdem das Reich, die Länder und Städte, ferner private Unternehmungen, wie Banken und Industrie-Unternehmungen. Als wichtigste der regionalen Gesellschaften sind zu nennen: Ba- disch-Pfälzische Luft-Hansa A.-G., Mannheim; Bodensee-Aero-Lloyd G.m.b.H., Lindau; Brandenburgische Luftverkehrs A.-G. Berlin; Hes- sische Flugbetriebs A.-G., Darmstadt; Luftverkehr Pommern G. m. b.H., Stettin; Luftverkehrsgesellschaft Konstanz G. m. b.H., Konstanz; Luftverkehrsgesellschaft „Ruhrgebiet“ A.-G., Essen; Luftverkehrs- gesellschaft „Schwarzwald“ m.b.H., Freiburg; Luftverkehrs A.-G. der Provinz Sachsen, Halle; Luftverkehrs A.-G. Niedersachsen, Hannover; Luftverkehrs A.-G. Westfalen, Dortmund; Luftverkehrs A.-G. Ober- hessen-Lahngau, Gießen; Luftverkehr Ostpreußen G.m.b.H., Königs- berg i. Pr.; Luftverkehr Thüringen A.-G., Weimar; Luftverkehr Würt- temberg A.-G., Stuttgart; Mitteldeutsche Luftverkehrs A.-G., Leipzig; Norddeutsche Luftverkehrs A.-G., Bremen; Oberschlesische Luftver- kehrs A.-G., Gleiwitz; Rheinische Luftverkehrs A.-G., Köln; Schle- sische Luftverkehrs A.-G., Breslau; Schleswig-Holsteinische Luftver- kehrs G.m.b.H., Kiel-Holtenau; Süddeutsche Luft-Hansa A.-G., Mün- chen: Südwestdeutsche Luftverkehrs A.-G., Frankfurt a. M. Der Vorstand der Deutschen Lufthansa A.-G. setzt sich aus den Direktoren Otto Merkel, Martin Wronsky und Erhard Milch zusam- men, denen das Verdienst zukommt, bisher in zielbewußter, unermüd- licher Arbeit die Deutsche Lufthansa zu einem Verkehrsunternehmen von Weltruf gemacht zu haben. Der Aufsichtsrat setzt sich aus über 60 Köpfen zusammen, und an seiner Spitze steht eine Kapazität im deutschen Wirtschaftsleben, Direktor Dr. Emil Georg von Stauß der Deutschen Bank, Berlin. Daß der deutsche Luftverkehr bereits ein Instrument der Wirtschaft geworden ist, beweist die Zunahme in den Beförderungsleistungen: Flug- und Beförderungsergebnisse des deutschen Luftverkehrs 1919—1927. Tägliche Jahres- Beförderungsleistungen Jahr Flugleistun- Flugstrecke .. gen (km) (km) Personen Güter Post (t) (t) 1919 —_ 580 139 2042 _ _ 1920 3060 480 053 3975 5,7 6,4 1921 6780 1 654 000 6820 — —_ 1922 9860 1 203 680 7733 37 32 1923 9670 717 842 8507 39 5 1924 15020 1583 492 13422 71 22 1925 35174 4 949 661 55185 521 287 1926*) 37222 6 141 479 56268 644 302 1927 49898 9 208 079 102681 1463 480 1928 ca. 60000 ca.10 150000 | ca, 111000 ca. 1900 ca. 485 *) Ab 1926 absolute, nicht mehr Etappen-Leistungsziffern. Nr. 3 „FLUGSPORT*“ Seite 45 Freitragender Doppeldecker der Aka. Fliegergruppe Darmstadt. Die Interessengemeinschaft der Akademischen Flierer schrieb Anfang 1926 durch Vermittlung der Rhön-Rossitten Gesell. schaft einen Konstruktionswettbewerb aus. Von den eingereichten 3 Entwürfen wurde ein Doppeldeckerentwurf der akadem. Flieger- gruppe Darmstadt preisgekrönt. Der Entwurf war auf einen 40-PS- Motor, den die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt heraus- bringen wollte, abgestimmt. Als der Wunsch auftauchte, den Doppel- Freitragender gestaffelter Doppeldecker der Akaflieg, Darmstadt. Seite 46 „FLUGSPORT“ Nr. 3 in ei q ‚kstät 3 ich die Gruppe für decker in eigener Werkstätte zu bauen, entschloß sich | Für einen stärkeren und vor allem erprobten Motor, den 70 PS Armstı ong Genet. Will man wirklich eine hochwertige Zelle fliegerisch auswer- ten, so muß man einen Motor haben, der mit dem Maximum von Wahr- inlichkeit, das bei Flugmotoren existiert, auch seine Dienste tut. a sfihrung wurde der Doppeldeckerentwurf nochmals voll kommen durchentwickelt. Erstrebt wurde ein kunstflugtauglic es un steigfähiges Muster, das zur Weiterschulung nach Erlansung es „ - rerscheines A tauglich ist. Theoretisch wollte die Gruppe erpr 0) zen inwieweit ein Doppeldecker -in seinen verschiedenen Es en (Aerodynamik, Festigkeit, Bauausführung, Steuerfähigkeit, Sicl von dem Eindecker abweicht. Formal wurde Wert darauf gelegt, im a en Einzelheiten eine Werkstattausführung an den Tag zu Iegen, ie aucı vor den sorgfältigsten Fabrikerzeugnissen nicht zurückzustehe a ng. Fechner hat die Gesamtberechnung, Konstruktion und Bauleitung übernommen und in bester Weise durchgeführt. a © Fi rechneten Werte stimmen mit den Ergebnissen überein, se x das vorausberechnete Gewicht kam auf das Kilogramm genau hin. e en der Werkstatt liefen ausgedehnte Material- und Festigkeitsversue, 1e von allen Bauteilen, die rechnerisch nicht genau erfaßbar waren. ie Maschine kam aus der Hochschule und flog sofort ohne jede Beanstan- 4 oo Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite.47 dung, trotzdem sie ein gänzlich neuer Typ war, über die keinerlei Er- fahrungen der Gruppe vorlagen. Schon am ersten Tage, beim 2. und 3. Fluge, wurde festgestellt, daß die Maschine in rund 3 Minuten auf 1000 m steigt, eine garantierbare Geschwindigkeit von 190 km in der Stunde entwickelt. Nach einigen weiteren Flügen kam der Doppel- decker in die Werkstatt zurück, wurde nochmals geprüft und dann einem Kreis geladener Gäste vorgeführt. Bei —15 Grad Kälte und strahlendem Winterwetter konnte die Maschine 11% Stunden lang das Interesse der hervorragendsten Vertreter des Staates, der Hochschule, . der Stadt und der öffentlichen Körperschaften fesseln. Dann wurde die Maschine zum Flug nach der DVL klargemacht. 13 Uhr 35 starteten Nehring und Voigt in dickstem Winterzeug mit 30 k& Gepäck und vollen Tanks. Beim Start mußte Nehring nach ca. 25 m Rollen die Maschine abheben, da er sonst mit einem vom Bahnschlitten hinter- lassenen Schneewall kollidiert hätte; die schon voll auf Steuer kom- mende Maschine ließ sich dies gefallen und berührte nicht mehr die Schneedecke. Um 15 Uhr 45 landete die Maschine wegen Nebel in Dessau. Nehring flog am nächsten Morgen um 7 Uhr 30 schon wieder seinen Meteorologenaufstieg in Darmstadt, während Voigt nach Ber- lin weiterflog. Ueber technische Einzelheiten wollen wir zusanmımen- hängend berichten, sobald amtliche Berichte und Ergebnisse der Deut- schen Versuchsanstalt vorliegen. Loew. BFW Udet-,Flamingo“ U 12. Den Udet „Flamingo“ U 12 haben wir bereits 1925, Seite 240, be- sprochen. Den Wünschen mehrerer Flugsport-Leser nachkommend, bringen wir nachstehend eine Zusammenstellungszeichnung und die Hauptdaten. Die Schul- und Kunstflugmaschine mit Siemens-82-PS-Motor hat zwei Sitze. Länge 7,50 m, Höhe 2,50 m, Spannweite 10 m. Traefläche 10000 Po _ 770 ____75 = \ . en i de ieg tadt. Freitragender Doppeldecker der Akaflieg, Darms . , i ä Öl Gesamttragiläche 12,1 m’, ite 7,2 m, Gesamtlänge 6,14 m, Höhe 2,62 m, > “ a eltizel 6,05 ım?, unterer Flügel 6,05 m’, Höhenleitwerk 1,80 m, Höhentlosse Il m’ Höhenruder 0,80 m?, Seitenleitwerk 0,82 m?, Kielflosse 0,92 m/, Seitenruder 0,53 m?, Querruder 1,16 m’. BFW Udet Flamingo U 12. Seite 48 „FLUGSPORT"“ Nr. 3 24 m?, Querruder (4) 2,5 m”, Höhenflosse 1,8 m?, Höhenruder 1,5 m’, Seitenflosse 0,7 m?, Seitenruder 1 m?, Leergewicht 500 kg, Zuladung 300 kg, Gesamtgewicht 800 kg, Flächenbelastung 33,3 kg/m?, Leistungs- belastung 10 kg/PS, Flächenleistung 3,33 PS/m?, Höchstgeschwindig- keit 140 km/h, Landegeschwindigkeit 75 km/h, Steigzeit auf 1000 m 9 Min., Steiggeschwindigkeit am Boden 1,7 m/s, Gipfelhöhe 3300 m, Tankinhalt 96 1. u Erprobung des ‚hochseefähigen Flugbootes „Rohrbach-Romar“. Die Zeit drängt nach dem Ozean-Luftverkehr. Wenn auch 1929 noch nicht mit einem Transozean-Luftverkehr zu rechnen ist, so wird doch in ein paar Jahren ein Transozean-Luftverkehr mit Post und Edelfracht zu erwarten sein. Das Reichsverkehrsministerium und die Deutsche Luft-Hansa A.- G. haben diese Entwicklung vorausgesehen und ihr Rechnung getra- gen. Es war sicher ein schwerer Entschluß, schon vor Jahresfrist den Auftrag für hochseefähige Flugboote zu erteilen, um so mehr, da die bis dahin bekannten Typen durchweg keine absolut sichere Gewähr für Erreichung der verschiedenen Bedingungen gaben. Diesen Weit- blick der genannten Stellen muß man anerkennen, andererseits auch die Vorsicht, die dort nicht außer Acht gelassen wurde. Es wurden sehr harte Abnahmebedingungen gestellt; u. a. wurde auch die Ga- rantie für Seetüchtigkeit bis zu Seegang 5 verlangt. In der Geschichte des Flugzeugbaues war es bisher noch keinem Industriewerk mög- lich, solche Garantien bindend zu übernehmen. Weil die Beanspruchun- gen, welchen ein Flugboot durch Seegang und Wasserschlag ausge- setzt ist, bis heute technisch nicht vorausberechnet werden können. Die Rohrbach-Werke waren in der Lage, eine solche Garantie zu leisten, weil sie an Hand ihrer schrittweisen Typenentwicklung über entsprechende Erfahrungswerte verfügen, die einen sicheren Schluß aut die Festigkeit des neu zu konstruierenden Typs im Seegang ZU- ießen. Diese Schlüsse haben sich auch als richtig erwiesen. Als in der Sturmnacht vom 16. zum 17. November im Seeflughafen T ravemünde infolge des schweren Seeganges die dort vor Anker liegenden Motor- boote und Barkassen vollschlugen und sanken, ein an der Boie lie- sendes Flugboot der Deutschen Luft-Hansa A.-G. durch Wasserschlag schwer beschädigt wurde, trieb die „Rohrbach-Romar“ mit ihrem 850 kg schweren Bojenstein ab und strandete am Nordweststrand der Pötenitzer Wiek. Dort lag sie 2 Tage in der Brandung und wurde von dieser ganz aufs Trockene geschoben. Man mußte annehmen, daß das Boot hierbei stark beschädigt wurde, doch nichts dergleichen ge- schah. Die Konstruktion hatte sich selbst bei der unglaublichen Ueber- beanspruchung bewährt, und das Flugboot konnte nach Steigen des Wasserstrandes mit eigener Kraft wieder freikommen, um schon am nächsten Tag die vertraglichen Abnahmeflüge auszuführen. Bei die- sen Flügen hat es mit Ausnahme eines einzigen geringfügigen Punktes alle Garantieleistungen weit übertroffen, so u. a. eine Startleistung mit fast 19000 kg Gesamtgewicht (das ist über 8400 kg Zuladung) ge- zeigt. Fin an der Boie liegendes Rohrbach-Flugboot vom Typ „Rocco“ trieb in der Sturmnacht ebenfalls mit seinem Bojenstein ab. Infolge einer Bodenunebenheit faßte der Stein jedoch nach kurzer Zeit wie- der, und das Flugboot hielt die ganzen schweren Beanspruchungen Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 49 „Rohrbach“ “-Romar. Abb. 1. Abb. 2. Abb. 3. Abb. 4. von Sturm und Seegan * Boje li i | Beschädigung iR rang an der Boje liegend aus, ohne die geringste er mit größter Spannung erwartete Punkt der die Seetüchtigkeitsprüfung in Seegang 5. Diese fand ee nezember 1928 vor Vertretern des Reichsverkehrsministeriums, der eutschen Luft-Hansa A.-G. und der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt statt (Abb. 1). Als neutraler seemännischer Fachmann war der Lotsenkommandeur von Travemünde zugezogen. Das Flugboot mußte die Seetüchtigkeitsprüfung mit dem Fluggewicht von 14,5 t aus- führen, also mit einer Zuladung von 3100 kg. Bei der Seetüchtigkeits- pr üfung war das Flugboot starken Beanspruchungen ausgesetzt, z. B warf einmal eine schwere See das 14500 kg schwere Flugboot 8 10 m hoch in die Luft (Abb. 2). Dadurch, daß das Boot auch in dieser Situation willig den Steuerbewegunzen und Maßnahmen seines Füh- rers folgte, konnte es wieder in die richtige Lage zebracht werden fiel aber dann aus 8—10 m Höhe zurück in die See (Abb. 3). Dies war gewiß auch wieder eine außergewöhnliche Beanspruchung, aber auch diese bestand das Flugboot ohne die geringste Beschädigung. An- schließend hieran wurde die verlangte Manövrierprüfung durch das Rollen von zwei 8 auf dem Wasser ausgeführt. Trotz der groben See Seite 50 „FLUGSPORT“ Nr. 3 manövrierte das Boot einwandfrei. Die nächste Wasserung und der nächste Start im etwas schwereren Seegang (weiter gegen die offene See zu) gelang ohne weiteren Zwischenfall. Erstaunlich gut war der Start des Bootes im Seegang. Es kämpite in blendender Form gegen die anlaufenden Seen an, was deshalb doppelt schwer war, weil die Dünung quer zum Seegang stand und infolge dieser querlaufenden Dü- nung die Wellenberge oft mehrere Meter hoch waren. Die dritte Wasserung erfolgte weit außerhalb der Lübecker Bucht in.der ofie- nen Ostsee, wo eine Stelle mit Seegang 5 gewählt war. Auch hier lief die Dünung quer. Das Flugboot wasserte vorschriftsmäßig. Durch eine seitliche Beanspruchung des Steuerbord- (rechten) Schwimmers infolge der querlaufenden Dünung wurde die Diagonalstrebe des Schwimmergestells beschädigt. Die Maschine neigte sich auf die Seite, so daß der rechte Flügel unter Wasser kam, er wurde von mehreren schweren Seen überspült (Abb. 4). Bisher rechnete man in solchen Fällen entweder mit Flügelbruch oder mit Kentern der Maschine, was einem Totalverlust gleichkam. Doch bei der „Rohrbach-Romar“ wa- ren neuartige Konstruktionen angewandt. Ein Kentern des Bootes selbst bei schwersten Havariefällen liegt außerhalb des Bereiches der Möglichkeit, infolge der vorerwähnten neuartigen Konstruktion ist dies unmöglich. Bei dem „Romar“-T'yp ist nämlich das ganze Mittelstück des Flügels von den Motoren gegen die Flügelenden als wasserdichter Kasten konstruiert. Wenn dieser in das Wasser kommt, hat er natür- lich das Bestreben, sobald als irgend möglich wieder aufzutauchen. Die Befürchtung der Fachwelt, daß bei einem solchen Manöver der im Wasser liegende Flügel beschädigt würde, hat sich bei der See- tüchtigkeit als unrichtig erwiesen; denn trotzdem der Flügel starken Brechern der See ausgesetzt war, zeigte er keinerlei Beschädigung. Das Flugzeug rollte mit eigener Motorenkraft in den Hafen von Neu- stadt, wo einige Stunden später die geknickte Strebe durch eine neue ersetzt war und die Maschine damit wieder voll flugfähig gewesen ist. Das Rollen zum Hafen bei grober See quer zum Wind mit achter- lich laufender Dünung stellte seemännisch eine der schwierigsten Auf- gaben dar, welche für ein Flugboot überhaupt gestellt werden können. Daß die „Rohrbach-Romar“ sogar mit der beschädigten Strebe diesen noch gewachsen war, ist ein weiterer Beweis für die vorzüglichen Eigenschaften der Konstruktion und die hervorragende Seefähigkeit des Bootes. Der beschriebene Fall läßt deutlich die besonderen Vorteile der Stützschwimmer-Anordnung bei Rohrbach-Flugbooten erkennen. Bei einer Beschädigung irgendwelcher Art wird nicht etwa das ganze Schwimmergestell zerstört und die Stabilitätswirkung der Schwimmer völlig aufgehoben. Die Gestellanordnung ist derart, daß stets nur ein schwächster Teil zuerst bricht. Das ganze Gestell mitsamt dem Schwimmer weicht dann der einwirkenden Kraft aus und wird so vor Zerstörung geschützt. Der so verschobene Schwimmer erzeugt stets noch einen Teil Schwimmauftrieb und kann eventuell auch auf See mit Bordmitteln durch eine provisorische Stütze in seine ursprüngliche Lage gebracht und in dieser gehalten werden. Die Abnahmeflüge der „Rohrbach-Romar“ sind mit der Seetüchtig- keitsprüfung beendet. Das Flugboot bewährte sich hierbei sehr gut und bewies damit, daß die Rohrbach-Werke bei der Entwicklung hochseefähiger Flugboote auf dem richtigen Wege sind. Durch Er- füllung der Abnahmebedingungen im schweren Seesang und durch die hervorragenden Starteigenschaften der „Rohrbach-Romar“ ist der Transozean-Post-Luftverkehr seiner Verwirklichung näher gebracht. Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 5l Mit der „Rohrbach-Romar“ ist d ” em deutschen Luftverkehr ei - boot gefehen, wol Zur gegebenen Zeit hn den witchftiche ht! -Luftverkehrs zu Gunsten Deutschlands ei wichtiges Wort mitsprechen wird. Nach d : ands ein ge- vıird. bisherigen Versuch als feststehend anzeschen Bike Ana gen g ersuchen kann R ; die „Rohrbach-R « erste Flugboot ist, welches in de ar N h-Komar“ das Nutzlast selbst bei See 1 age sein wird, mit einer Tonne gang auf dem südlichen Weg üb 43 sche Inseln — Fernando Noronha den Ozeaı eg über Kapverdi- Deutsche Luft-Hansa A.-G. hat di Absi zean zu überqueren. Die ur I. e Absicht, das Flugbo _ Romar“ noch umfangreichen Dauererprobungen zu Sof axohrbach- kann mit Recht i interessiert auf d -oebni ' . warten. ie Ergebnisse dieser Dauerversuche | Rt] R . Gummikabel S für Fahrgestellabfederung, Startseile u.a. m. nach Kampschulte ; . 230 800 Fäden 5 | „35 zur. | „ os |88°,33 | Sser| a8: RE= 2E2 eRu) 8.52 253 . Sg= s2s2 | 2£= | 5822| 57a <= ı 288 |85 |57258| Eee = > "Q >+= © ES 0 ö As 0883 90 | | 110 75 :0,045 0,70 20 30 | | | _ 22 600 Ben 135 8 Ä 0,055 | 0,57,5 28 # _ n 180 85 , 0,065 | 0,43 36 500 föden 220 | 9 0800| 0,55 | 55 300 10 | 0,100 | 0,32 69 4RO Faden 360 11 0,120 | 0,30 90 360 fäden 420 13 | 0,135 | 0,20 110 300er 500 | 14 | 0,150| 0,15,5 | 140 220 Fäden 600 15 | 0,170 | 0,12,7 | 170 180 Fäden 800 17 0,195 | 0,9,6 230 435 Faden 410 6. Jen Für Startseile wird Spezial- kabel Nr. 600 verwendet. Dieses Kabel ist außen doppelt gelb um- 40 20 > EZ ur ur 777 Zehmeng SPonnen, damit das Seil zunächst £ C "Kabelbelastungen, ermittelt von der DVL. im Gelände besser aufgefunden werden kann. Andererseits wird jr die helle Umspinnung das Licht erheblich stärker vom Gummifaden zurtick- gehalten. wodurch das Kabel bedeutend längere Lebensdauer erhält. Seite 52 „FLUGSPORT“ Nr. 3 Ch SEE TEE ET TRITT 7 y 12 2 ! we Fu Bee —— 2 I, Unter dieser Rubrik sollen Richtlinien und Anregungen für die Entwicklung des Leichtflugzeuges gegeben werden. Die Grundgedanken sind den Lesern des „Flugsport“ aus früheren Veröffentlickungen des Herausgebers im „Flugsport“ bekannt. ni Entwicklung des Leichtflugzeuges. Die Veröffentlichung des Entwurfes eines „Zweisitzer-L.eichtilug- zeuges mit 15/20 U-Motor“ in Nr. 26, 1928, hat in den interessierten Kreisen große Begeisterung ausgelöst. Es ist mir unmöglich, all die vielen Zuschriften zu beantworten. Darunter befinden sich eine Menge Anfragen um Lieferung der Werkstattzeichnungen, andere wollen den Passagierraum als Limousine ausgebildet haben, und andere wieder, vom Schnelligkeitsteufel Besessene, wollen den Entwurf einer ein- sitzigen Maschine haben. Ich müßte ein besonderes Konstruktions- bureau einrichten, um alle diese Anfragen zu befriedigen. Und doch halte ich es für eine große Unterlassung, der Jugend nicht helfen zu können, da ich auf meine eigenen Mittel und Kräfte angewiesen bin. Ich muß eben auch hier in der Entwicklung des Leichtflugzeuges wie- der wie 1920 in der Rhön mich selbst durchbeißen. Es ist mir unmög- lich, jetzt, wo ich mit dem Bau meines Motors zu tun habe, auch noch Flugzeuge zu bauen. Diese Aufgabe fällt den Gruppen zu. Anderer- seits will ich mit Rat und Tat zur Seite stehen, soweit es meine Kräfte erlauben. Auf alle Fälle werde ich auch in den nächsten Nummern des „Flugsport“ richtunggebende Gedanken für die Entwicklung des Leicht- flugzeuges veröffentlichen. In Nachstehendem folgt der Entwurf einer Leichtilugzeuglimousine dos-ä-dos. Die Sitzanordnung des Fluggastes wurde gewählt, um das Ge- wicht möglichst in das Auftriebsmittel zu bringen (siehe Abb. 1-3). Einstieg von der Seite. Der Fluggast ist in der Lage, durch eine etwas schräge Sitzstellung durch die Fenster auch nach vorn zu sehen. Den Ausschnitt in der Flügelnase für den Kopf des Führers kann man abdecken, indem man den Windschutzschirm in sanftem Bogen nach der Oberseite des Flügels führt und den Windschutzschirm auf- klappbar für den Einstieg einrichtet. Der Flügel kann auch, um die gesamte Bauhöhe des Flugzeuges zu verringern, 10 cm tiefer gerückt werden. Die Unterseite des Flü- sels über dem Fluggastraum ist ausgespart. Die den Motoreinbau darstellende Abbildung 2 zeigt, wie man es nicht machen soll. Und zwar ist in der Abbildung der Oelbehälter mit dem Betriebsstoffbehälter zusammen hinter dem Motor eingebaut. Der Betriebsstofibehälter darf keinesfalls im Rumpf, sondern muß im Flü- gel untergebracht werden. Zwischen Flügeltank und Betriebsstofilei- tung sollte auf alle Fälle ein besonderer, vom Führersitz zu betätigen- der Betriebsstoff-Absperrhahn eingeschaltet werden. Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 53 = & ni E Rn IM N Be Entwurf einer Leichtflugzeug-Limousine Typ „dos-A-dos“ Abb. 1. Seite 54 „FLUGSPORT“ Nr. 3 | Abb. 2. Motor- Einbau mit Führer- raum. ü Ü -er kann selbstverständlich S ‘rohr für das Steuerknüppellager { ' n a etreben befestigt werden. Die Böckchen au dem 2 m Kö da sie keinen Auftrieb erzeugen, wegfallen. n \ 1 Abb un sen 2 und 3 sind, um die Uebersicht nicht zu stören, SC Quer- schotten sind nicht aufge- zeichnet. Nr. 3 „FrLUGSPORT“ | Seite 55 Rumpfquerversteifungen nicht durchgezeichnet. Die Abbildungen sol- len nur eine Vorstellung von der Raumverteilung und Anordnung des Ganzen geben. Der Aufbau des Rumpfes kann in Holz oder Stahlrohr- konstruktion oder gemischt erfolgen. Holzkonstruktion dürfte etwas schwerer ausfallen. Das Fahrgestell besteht aus zwei an den unteren Rumpfholmen aufgehängten Halbachsen, die in der Mitte an einem Rumpfquerrohr gelenkig befestigt sind. Ursinus. 1 \ Em. al) | Inland. Siegert f, Oberstleutnant, während des Krieges Inspekteur der Fliegertrup- pen, ist im Alter von 57 Jahren plötzlich gestorben. — „Und dann wird man meine Taten aufzählen, und alles ist vergessen, und die Geschichte geht weiter.“ So äußerte er sich einmal bei Lebzeiten. In diesem einen Punkt hat Siegert nicht recht gehabt. Wir alle, die wir mit ihm während des Krieges zusammenwirken konnten, werden sich gern seines frischen, energischen Wesens erinnern. Sein Name ist mit der Geschichte des Flugwesens unauslöschlich verbunden und wird allen in Erinnerung bleiben, Ausschreibung für den Internationalen Leichtilugzeug-Wettbewerb 1929, Die Ausschreibung für den Internationalen Leichtflugzeug-Wettbewerb 1929 ist nunmehr endgültie von der Federation Aeronautique Internationale (F. A. I.) angenommen worden. Die beteiligten Länder haben ihr Einverständnis dazu erteilt. Bei diesem Wettbewerb handelt es sich zum ersten Male um einen Flugwett- bewerb auf völlig internationaler Basis, d.h. es ist nicht nur die Teilnahme der Siegert f. Seite 56 „FLUGSPORT“ Nr. 3 Bewerber internationai, sondern auch die Organisation durch die Veranstanen da sechs Länder den Wettbewerb gemeinsam veranstalten. Es van 2 5 st bei um Deutschland, Frankreich, Italien, Enge echt schec so ij, di einsam die Preissumme von SU Tcs. n. Kal I Tänder an der Preissumme ist prozentual zur Anzahl er Sen die die Länder in der F. A.l. haben. Außer den Geldpreisen ist vom ranzo sehen Aero-Club, auf dessen Anregung hin der Wettbewerb ausgeschrie en W ist. ein Ehren-Wanderpreis im Werte von 20 000 Fres. gestiftet wor en ine. Der Wettbewerb ist offen für zwei Klassen von zweisitzigen eic une zeugen, und zwar erstens für solche, deren Leergewicht unter 400 nu 17 vor tens für solche, deren Leergewicht unter 280 kg liegt, wobei eine loleranz ‘ i icht zugebilligt wird. | ” En eecb setzt sich zusammen aus Prüfungen über Sartre schaften der Flugzeuge, über Betriebsstoffverbrauch, Reiseregelmd is En nd Reisegeschwindigkeit. Die sen ver die beiden letzteren Punkte finde Aßli i e äisc undflugs statt. u ae nkmmt die internationale Organisation der französische Aero-Club. Die Organisation innerhalb Deutschland ist vom Deutschen Luftrat - n Deutschland übertragen worden. von gehen Prüfungen finden auf dem Flughafen Orly statt und We am 3. August. Die Regelmäßigkeits- und Geschwindigkeitsprüfung wird a einem Rundflug von ca. 6000 km in 25 Damen aussclbach, ‚wobei zwöl Länder ü an folgenden Plätzen gelandet wer er Gent, Lyon, Marseille, Saint.-Raphael, Turin, Mailand, Venccie, Agram, Belgrad, Turnu Severin, Bukarest, Turnu Severin, Budapes Yen Brünn, Prag, Breslau, Warschau, Posen, Berlin, Hamburg, Amsterdam, Dr D% Wertung erfolgt: Erstens dureh Addidon von Punkten, die den Eigen- ure zuerteilt werden, und zwar: a at Fr Konstruktion, Bequemlichkeit, Einbau von Bordinstrumen ten, besondere Vorrichtungen für Fahrgestelle usw. besondere Anlaßvorric - gen, Doppelsteuerung, Anbringung von Fallschirmen, Vorrichtungen wesen Brand, leichte Auf- und Abmon tier bare Nichören Motors währe Verzicht auf den Gebrauch von Ersatztelen. er die Betriebsstofiverbrauchsprüfung ist ein Höchstyerbrauch festgesetzt, und zwar für die eıste Kategcrie 16 kg pro 100 Ku AT je Kategorie 11 kg pro 100 km. Bleibt det Verbrauch unter Arsen öchstver , unkte entsprechend der Ersparnis zue . ” en ie Regelmäßigkeitsprüfung, die vorschreibt, daß ken Bewerber mehr als zwei Nächte außerhalb der Zwangslandeplätze zubringen darf nu Ko stens zwei Ruhetage während-des 14tägigen Fluges einschalten darf, ist mit r i ersehen. u, a en “er Geschwindigkeitsprüfung sind Mindestgeschwindigkeien vorges:hen, unter denen die Flugzeuge ausscheiden, und zwar für die zen unter 400 kz 85 km pro Stunde und für die unter 280 kg 70 km pro N . Höhere Geschwindigkeiten werden entsprechend mit Gutpunkten ae A en Die Endwertung erfolgt unter Berücksichtigung der einzelnen Be neu sen gemeinsam für beide Klassen, so daß ein Gesamtsieger ats der Wertung ervor geht. Der Sieger erhält einen Geldpreis von 100 000 Fres., die nationa f Bor behörde, der er angehört, den Ehrenwanderpreis. Außerhalb des interna ion ü Preises ist die Ausschreibung von Sonderpreisen innerhalb der an ler voree- sehen für die Prämierung der besten Flugleistungen von Ange ae iner Nationalität. Hierfür sind in Deutschland noch die erforderlichen \ “ M zu bringen. Es liegt daher im Interesse des Wettbewerbes und der er sc e al werber, daß die Oeffentlichkeit für diesen interessanten Wettbewer \ er euro päischen Länder Interesse gewinnt, wozu die Presse zweifellos in dankens Tei ich beitragen könnte. N ehteren Finzelheiten des europäischen Rundfluges betr. die teen nischen Prüfungen, die Finzelbedingungen auf dem Rundflug usw. werde fortlaufend Pressemitteilungen veröffentlichen. Berlin W 35, den 19. Januar 1929. Aero-Club von Deutschland: Blumeshof 17. v. Hoeppner. Nr. 3 „TrLUGSPORT“ Seite 57 Segelilugkurse der Rhön-Rossitten-Gesellschaft e.V. 1929, In den beiden Segelflugschulen der Rhön-Rossitten-Gesellschaft sind für das Jahr 1929 folgende Kurse in Aussicht genommen: a) Fliegerschule des Forschungsinstituts auf der Wasserkuppe (Rhön): 1. bis 28. März: Wissenschaftlicher Segelfluskurs (nır für Fortgeschrittene). 3. April bis 4. Mai: Bayerische Beamte, Akademiker (Anfänger), 6. Mai bis 6. Juni: Preußische Beamte, Mitglieder von Vereinen (Anfänger). 8. Juni bis 8. Juli: Sportstudenten und Mitglicder von Vereinen, 20. Juni bis 20. Juli: Preußische Lehrer. 1. Juli bis 20. Juli: Fortgeschrittene (C- und gute B-Flieger). 15. Aug. bis 15. Sept.: Preußische Beamte (Fortgeschrittene), preußische und bayerische Lehrer. 15. Sept. bis 15. Okt.: Akademiker und Sportstudenten. 1. Okt. bis 1. Nov.: Fortgeschrittene (auch Lehrer). Segelfliegerschule Rossitten (Kurische Nehrung): 1. bis 27. April: Akademiker (Fliegerschaft „Preußen“ und Mitglieder von Vereinen (Anfänger). 15. bis 30. Mai: Fortgeschrittene. 1. bis 27. Juni: Mitglieder von Vereinen und Fortgeschrittene 1. bis 27. Juli: Preußische Lehrer und Schüler (Falk-Realgymnasium Ber- lin): Anfängerkurs. 1. bis 27. Aug.: Sportstudenten. 1. bis 27. Sept.: Preußische Beamte. 1. bis 27. Okt.: Preußische Lehrer und Sportstudenten, Mitglieder von Ver- einen (Anfänger). Die Anmeldungen zu den Kursen haben mindestens vier Wochen vor Beginn an die Leitung der betreffenden Schule zu erfolgen; mit dem Gesuch um Auf- nahme sind einzureichen: a) ein selbstgeschriebener Lebenslauf; b) 2 Lichtbilder in Paßformat mit der Bescheinigung auf der Rückseite, daß der Dargestellte mit dem Bewerber personengleich ist; c) beglaubigte Zeugnisabschriften, insbesondere über die Teilnahme an einem Vorkurs; d) der ärztliche Untersuchungsbefund; e) die Anschriften dreier Bürgen, die über den Bewerber erschöpfend Aus- kunft geben können; f) bei Minderjährigen die Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters: g) der Nachweis über den etwaigen Besitz des Deutschen Turn- und Sport- abzeichens; h) 40 Pfe. für Rückporto. Der Besitz des Deutschen Turn- und Sportabzeichens ist erwünscht, für Ros- sitten ist das Freischwimmerzeugnis unerläßlich. j Vordrucke für die ärztliche Untersuchung sind bei der Hauptgeschäftsstelle der R.R.G. und bei den Schulen (gegen Voreinsendung von RM 0.50) erhältlich. Die Ausbildungsgebühr beträgt RM 150.—, für Mitglieder von Vereinen des D. L. V. und des D. M. S. V., für Akademiker und Lehrer RM 50.—; für Nicht- Reichsdeutsche oder der deutschen Kulturgemeinschaft nicht Angehörige RM .300.—. Die Gebühr in welche die Unfallversicherung eingeschlossen ist, ist von "allen Schülern vor Beginn des Kurses einzuzahlen. Evtl. Anträge auf Ermäßigung der Gebühr bedürfen besonderer Begründung; der behördliche Nachweis der Be- dürftigkeit kann gefordert werden. Von Minderjährigen wird die Genehmigung des gesetzlichen Vertreters und die Erklärung gefordert, daß er für alle etwa ent- stehenden Kosten aufkommen wird. Die Verpflegung kostet pro Tag in der Schule auf der Wasserkuppe RM 2.50, in Rossitten RM 3.—. Dazu kommt ein einmaliger Beitrag für Wäsche von RM 3— und evtl. für Versicherung. Aenderungen vorbehalten. Im übrigen gelten die in den Schulprospekten enthaltenen Bedingungen. b —_ Robert Habermehl ?, Gesellsch. Geschäftf. der Firma Schroeder & Co. G. m. b. H., Berlin, ist am 25. Januar 1929 nach schwerem Leiden gestorben. Habermehl hat sich durch seine vornehme Gesinnung und durch sein unermüd- Seite 58 „FLUGSPORT“ Nr. 3 liches, schaffensfreudiges Wesen sehr viele Freunde erworben. Er gehörte der Firma seit ihrer Gründung im Jahre 1917 an. Seiner rastlosen Tätigkeit war es in erster Linie zu verdanken, daß der Heinecke-Fallschirm, der schon während des Weltkrieges vielen hundert deutschen Fliegern das Leben rettete, ständig vervollkommnet werden konnte. Bekanntlich fanden erst noch vor kurzem Ver- suche durch Abwürfe aus höchsten Geschwindigkeiten statt, die den Schirm auf technisch .denkbar.großer Höhe zeigten. Der Verstorbene hat zwar diesen Er- folg seiner zielbewußten und gründlichen Arbeit nur noch wenige Wochen über- lebt, seine vieliährigen Erfahrungen bleiben aber damit der Firma als Erbe er- halten, die auf dieser Basis an der stetigen Vervollkommnung unseres Rettungs- gerätes weiterarbeiten wird. Ausland. Amerikanischer „National Glider Association“ nennt sich jetzt der frühere „Evans Glider Club“. Ehrenvorsitzender ist Fduard S. Evans, der auch die Evans Gleiter Trophäe gestiftet hat. Zum Direktor wurde bestellt Prof. Peter Altmann von der Universität Detroit. Eine All American Aircrait Show in Detroit findet vom 6.—14. April statt. Ein amerikanischer Luitkonzern ist unter. der Beteiligung von den Firmen Boeing Aircraft Co., Chance Vought Corporation und Pratt and Whitney ge- eründet worden. Bekanntlich beliefert Boeing die meisten amerikanischen Luft- linien, Chance Vought die Marine und Pratt and Whitney liefert die Wasp-Mo- toren. Ferner sind daran beteiligt die National City Bank von Neuyork, die Pa- cific National Bank von Seattle, die ‚General Motors, Ford und die Standart Oil. Das Kapital beträgt 150 Millionen Dollar. Eine England—Indien-Fluglinie wird im April eröffnet. Die 7500 km lange Strecke wird in 6 Tagen zurückgelegt. Zur Zeit erfordert die schnellste Ver- bindung 15 Tage. Erster Tag im Flugzeug von London bis Basel, dann im Zuge bis Genua: von dort über Sizilien, Griechenland, Lybien mit Flugzeug, Ankunft am 4. Tag in Alexandria. Die Route führt dann über die Wüste nach Basra, Bagdad, am persischen Golf entlang nach Buschir. Ankunft in Karatschi am 7. Tage. Später soll die Linie nach Australien verlängert werden. Trfolge der Jugend a ru BEER Badisch-Pfälzischer Luitiahrtverein e. V. Mannheim. Die Mitgliederzahl ist um 73 Mitglieder gestiegen. — Im Segelflug erhielten 4 Herren den A-Führer- schein, 3 Herren den B-Führerschein, 2 Herren den C-Führerschein. Das Sport- abzeichen wurde von 15 Jungfliegern erworben. — Im Modellflug wurden 7 erste ‚Preise, 4 zweite Preise, 3 dritte Preise und 7 Ehrenpreise erzielt. Für die Motor- flugabteilung bekam Mannheim die Genehmigung zu Schulen und erhielt Herr Schlerf die Genehmigung als Flugführer zu fungieren. Es fliegen z. Zt. 24 An- wärter, von denen 5 bereits in diesem Jahre den A-Führerschein gemacht haben. Die Jungfliegergruppe zählt z. Zt. 68 Mann. Segelilugzeugbau des Nordbayerischen Luftfahrtverbandes Nürnberg. Fin herrlicher Wintertag lockte eine große Anzahl Mitglieder und Anhänger des Verbandes nach dem Schulfluggelände am Hainberg, um der Taufe des zwei- ten Seglers in diesem Jahre beizuwohnen. Es war ein schönes Bild, als die Maschine, umgeben von einer winterlichen 'Landschaft, auf dem weißen Teppich startbereit stand. Der erste stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Ing. Chr. Pfannmüller, hielt die Taufrede und hob nach seinen Begrüßungsworten hervor, daß der zur Taufe bereitstehende Segler in der Werkstätte des Verbandes unter der bewährten Leitung des Verbandswerk- meisters Hans Holzheimer von den Mitgliedern der Segeliliegergruppe hergestellt worden sei. Besonders verdient haben sich gemacht die Herren Michael Burk- hardt, Ing. Bachmann und Rolf Müller. Ihnen sowie. allen am Bau des Seglers Beteiligten gebühre alle Anerkennung. Wieviel Liebe und Begeisterung zum Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 59 Der erste Flug des Segel- flugzeuges „Hesselberg“ am Schulflusgelände Hainberg bei Nürnberg. Nach der Taufe des Segelflugzeuges „Hesselberg“ gebaut von Mitgliedern des Nordbayerischen Luftfahrtverbandes Nürnberg. Segelflugsport verbirgt der schmucke Segler. Wie viele Abende nach geleisteter Tagesarbeit und Sonntage wurden geopfert, um den Segler in der kurzen Zeit von acht Wochen erstehen zu lassen. Herrn Holzheimer wurde als Anerkennung für seine Verdienste ein Andenken überreicht. Der Redner betonte in seiner An- sprache weiter, daß dieser Segler der zwanzigste sei, der im Laufe der Zeit in den Werkstätten des Verbandes entstanden sei. Der Redner taufte hierauf den neuen Segler auf den Namen „Hesselberg“ weil seine eigentliche Heimat zur Ausführung des Segelfluges der Hesselberg bei Wassertrüdingen sei. | Der Leiter der Segelfliegerabteilung, Jac. Nusselt, führte den ersten Flug aus. Der Segler hob sich, dem Gelände entsprechend, leicht vom Boden und führte einen schönen Flug aus, dem die Anwesenden mit Begeisterung folgten. Es wurde festgestellt, daß der Segler, ein verkleideter Zögling, sehr gute Flug- bzw. Gleit- eigenschaften besitzt. Nachdem von der Luftpolizei der Hesselberg als Fluggelände freigegeben wurde, kofinte zur Errichtung einer Flugzeughalle geschritten werden. Die Halle bekommt eine Größe von 20X12 m und bietet Raum für drei Segler. Mit der Einweihung einer Halle in einigen Wochen wird der „Hesselberg‘“ seinen ersten Flug auf gleichbenanntem Berg ausführen. Mit der Gemeinde Gerolfingen, am Fuße des Berges gelegen, wurde ein Uebereinkommen getroffen, das im Inter- esse des Segelflugsportes nur zu begrüßen und der Gemeinde für das Entgegen- kommen nur zu danken ist. Lbm. Akademische Fliegergruppe Stuttgart. Im vergangenen Jahre wurden mit Flugzeugen der Gruppe 867 Starts ge- macht, 268 Std. 54 Min. geflogen und 1200 km über Land geflogen. Diese Zahlen und Zeiten verteilen sich auf unsere einzelnen Maschinen wie folgt: Motorflug- zeuge: Daimler L 20: 634 Start, 199 Std. 46 Min., 8000 km; H. D. 32 Heinkel: 81 Starts, 42 Std. 31 Min., 4000 km; D. P, 9 Dietrich Gobiet: 51 Starts, 7 Std, Seite 60 „FLUGSPORT"“ Nr. 3 Entwicklung der AKadem. Fliegergruppe Stuttgart. Segelflugzeuge | Motorflugzeuge | Mitgliederlakt] Mitalieder(akt)| Räumlichkeiten mit Motorflugzeug|mit Segelu.Gleit- 199 6 Führerschein |fliegerausweisen —— ı mitt 1927 ; —- aM ri ! EN tt — en 7Mi i 7 y i flugzeuge: Götz 37 Min.: insgesamt: 766 Starts, 249 Std. 54 Min., 12 000 km. Sege von Berlichingen: 45 Starts; L. S. 2: 17 Starts; Stadt Stuttgart: 39 Starts, 18 Flug- stunden; insgesamt: 101 Starts, 18 Flugstunden. . Es erwarben in diesem Sommer ihre Segelflieger-O-Prüfung: Bachem und Protzen; Gleitflieger-B-Prüfung: Hanel, Kuhbier, Künzer; Gleitflieger-A-Prüfung: Ilg; Motorflugzeug-Geschicklichkeitsprüfung: Bachem. Vom Januar bis Juli 1928 wurden zwei Segelflugzeuge gebaut, eine Versuchs- konstruktion der Gruppe sowie eine normale freitragende Hochleistungs- maschine. Außerdem wurde unser altbewährter „Götz von Berlichingen zum Rhönsegelflugwettbewerb überholt. Alle drei Maschinen nahmen am diesjährigen Rhönwettbewerb teil, die Hochleistungsmaschine war außerdem beim internatio- nalen Wettbewerb in Vauville (Frankreich). Offizielle Mitteilungen des Modell- und Segelilug-Verbandes. Die Flugsport-Vereinigung Offenbach a. M., Vorsitzender Regierungsrat a. D Rich. Heyne, Geschäftsstelle Offenbach a. M., Friedrichstr. 17, ersucht um Auf- nahme in den D. M. S. V. Die Vereine werden gebeten, etwaige der Aufnahme entgegenstehende Nachrichten bis zum 18. Februar der Geschäftsstelle des ver bandes eingeben zu wollen. Deutscher Modell- und Segelflugverband. gez. Stamer Unterricht. _ Hindenburg-Polytechnikum Oldenburg i. O. Wer ein Hochschulstudium nicht durchsetzen kann, besucht vorteilhaft ein Polytechnikum, welches nur Ober- sekundareife verlangt und die Fachausbildung etwa vier Jahre früher vollendet. Da ein Uebergang zur Hochschule und damit Ergänzung des ‚Studiums bis zum Staatsexamen (Dipl.-Ingenieur) nach beendetem Fachstudium möglich ist, so bleibt | eg zum Aufstieg offen. N lich innerhalb der weiten Grenzen des gesamten Lehrgebietes eines Polytechnikums, sich einen eigenen Studienplan zurechtzulegen, so daß der Flektro-Ingenieur auch Sondervorträge aus dem Maschinenbau oder sogar Bau- ingenieurwesen besuchen kann. Wie weit die Abteilungen durch Fachrichtungen aufgeteilt sind, möge’ z.B. an der Abteilung „Maschinenbau“ gezeigt werden, in der die Fachrichtungen Wärme- und Brennstoffwirtschaft, Dampfmaschinenbau, Motorenbau und Kraft- und Luftfahrzeugbau mit den Sondervorträgen über fein- raechanische Fertigung, Elemente des Schiffbaues, Schweiß- und Löttechnik USW. bestehen. Ganz ähnlich gliedert sich die Abteilung „Elektrotechnik“ in die Fach- Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 61 richtungen Bau elektrotechnischer Maschinen, Verkehrswesen, Hochfrequenztech- nik mit den Sonder-Vorträgen über Schwachstromtechnik, Kraftversorgung, Lei- tungsnetze usw. und die Abteilung „Bauingenieurwesen“ in die Fachrichtungen Wasserbau, Städtischer Tiefbau, Eisenbahn- und Straßenbau, Eisenbau und Eisen- betonbau mit Statik der unbestimmten Systeme; außerdem werden Sondervor- träge über Vermessungswesen, Wiesenbau, Abwasserreinigung usw. gehalten. Das Hindenburg-Polytechnikum Oldenburg gibt Interessenten über Spezial- ausbildungen Auskünfte auf Antrag. Technikum Strelitz-Mecklenburg. Der Unterricht im Flugzeug- und Luftschiffbau vermittelt zuerst eine solche Grundlage in der Mathematik, in der darstellenden Geometrie und in der Mecha- nik, um die Studierenden für die niedere und höhere Statik und Dynamik auf- nahmefähig zu machen. Obgleich eine Anzahl der Absolventen ohne weiteres in die statischen Bureaus führender Flugzeugfirmen eintrat und sich nach jeder Richtung hin bewährte, wird doch die Hauptaufgabe in der Heranbildung tüchtiger Konstrukteure gesehen. Umfangreiche Konstruktionsübungen im neuzeitlichen Holz-, Stahl- und Leichtmetallbau ieiten zu den Projekt- und Werkstattzeich- nungen der wichtigsten Typen in der Gemischt- und Metallbauweise über. Die hochentwickelte Konstruktion, der Leichtträgerbau und die Statik der starren Luftschiffgerüste finden ganz besondere Berücksichtigung. Die Absolventen kön- nen sich gegebenenfalls auch im Eisenhoch- oder Brückenbau oder im modernen Holzbau betätigen. Eine größere Zahl Absolventen befindet sich bei den Heinkel-, Rohrbach- und Junkerswerken. Ein Studierender erhielt den ersten Preis in dem von den letzteren veranstalteten Wettbewerb über die Frage „Holz oder Metall im Flugzeugbau?“ Der Dozent für Luftfahrzeugbau wurde im Luftschiffwettbe- werb des amerikanischen Marineamtes 1927 als einziger deutscher Konstrukteur unter 37 Bewerbern mit einem Preise bedaclit. [23 [4 Lehrplan für Flugzeug-Ingenieure mit besonderer Berücksichtigung des neuzeitl.Stahl-‚Leichtmetall- u.Holzbaues Zahl der Wochenstunden im 1. | 2.13. Zahl der Wochenstunden im 3. | 4. | 5. Halbjahr Halbjahr Techn. Zeichn. u. Schreib... IB, 4 Eiserne Teilbauten, 22 Wa; 1 , Holzt’agw. I u. II, V. „Wi* Körperzeichnen, 7 .| 2 Höhere Mathematik II, 46 V.|l 3 Räumliches Skizzieren, 7a Ü.| 2 Statık d. Hochbaukonstr., 66, Darstell. Geomet’ie, 31, 32, V.+Ü.|| 4 V.+U.Wi || 3 Algebra II m. gghieberrechn., zo. s Gewerbewesen v|l Stereometrie, . Pr j Trigonometrie, 44 v.| 4 orprüfung ik. Ch Physik, 55, Experimental-Vortrag || 5 I. Tag: Mathematik, Physik, &- Chemie, 56 „ » 2 mie; II. Tag: Mechanik I u. 1, Mechanik I, 60 V-+Ü.\7 Stoffkunde, Elemente d. Eisenbaues Elemente d. Eisenbaues,230,V.+Ü. || 4 Leichtmotoren (Luiftschiff- u. Flug- | Maschinenkunde, 318 v.|l zeugmotoren), 339 II V. So 3 Grundl. d. Brückenb., 225, V. Wi* 1 Licht- und Leitungsmaste, En > . 0 Stoffkunde, 72 vV. Volkswirtschaftslehre, 18 V. 2 Mechanische Technologie, 71 VW. 3 Flugzeugbau |, 348 V.+ÜU. So 3 Holzverbände, 135 \ 2 Flugzeugbau Il, 343 V.+Ü. So 4 Eiserne Träger, 336 v-+Ü. 4 Entwerfen u. Konstruieren von | Höhere Mathematik I, 46 V. 8 Flugzeugen, 343 u: So 5 Hydromechan. f. Masch’bau, 62, Flugzeugstatik, 65 V.TU. So v-+U. 2 Werkstoffprüfg., 73 V.+Prakt. So 4 Paukonstruktionslehre, 150 V. 2 Holzbrücken. = 993 \ IT Y j Ideschäftskunge, 16 V, % R Fıserne Brücken, 237° V.+Ü.So 10 Elast'l. d. Stahlbaus, 67, V.+Ü.Wi 8 , . oem Eiserne Fachwerkgebäude und | Aerostatik u. -Dynamik für Eehälter, 238 V-+U.Wwi 3 Luftschiff- u. Flugzeugbau, 63 V. 2 Förderanlagen " | Mechanik 11 (Höh. Festigkeitel,), Statik d. Kranb.), 239, V.+Ü.Wi 6 , .., 60, V.rO. 3 | Konstruktion der Luftschiffe, 312 | Mechan. III (Einiluslin.), 60, V.+Ü. 4 Vortrag u. Konstruktionsübgn. Wi 4 Flugzeugbau (Skizzen v. Rippen, Statik d. Luftsch., 64, V.m.Sem.Wi 2 Beschlägen, Anschlüss.), 343 Ü. 21 Vorrichtungsbau, 369 V.+Ü. Wi 4 Schlußentwurf: Ein größerer Entwurf aus dem Gebiete des Flugzeugbaues *) Wi = Wintervortrag, der in einem der Halbiahre gehört wird, zwischen deren Spalten seine Stundenzahl steht. f = Lehrgegenstand, der nicht unbedingt vor der Vorprüfung erledigt zu werden braucht. Hauptprüfung (2 Tage) Berechnen und Entwerfen von Flugzeugen Seite 62 .FLUGSPORT“ Nr. 3 Vom sowjet- russischen Mo- dellbau. In keinem Lande wird so eifrig Modell- bau getrieben wie in Rußland. Es dürfte daher die Leser des „Flugsport“ in- teressieren, ein- mal ein russi- sches erfolg- reiches Modell kennenzulernen. Nachstehend bringen wir eine Abbildung des sogenannten „Utka“-Modells nach dem En- tentyp. Jeder Modellbauer wird aus der Zeichnung den Aufbau des. Mo- dells erkennen, so daß! eine Be- schreibung sich erübrigen dürf- — te. In Rußland Wie man in USSR — —T wurden Höchst- Modelle baut. Fa FA leistungen von _“ 4000 m Strecke (&) und von 46 Min. 59 Sek. Dauer erzielt. 95a —-- ‘ Literatur. Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Precis de Construction, Calcul et Essais des Avions et Hydravions. Von Guillemin, Verlag Gauthier-Villars et Cie, Paris, 55, Quai des Grands-Augustins. Preis Frcs. 100.—. . Wie schon der Titel sagt, enthält das: Buch genaue Aufzeichnungen über Konstruktionen, Berechnungen und Versuche von Land- und Wasserflugzeugen. Von der Behandlung und Auswahl der Baustoffe ausgehend, sind die verschieden- sten Herstellungsarten der Fluszeugeinzelteile besprochen. Man findet eine Menge nützlicher Angaben über Profile, deren Verbindungsmöglichkeiten, Gewichte mit Festigkeitszahlen in umfangreichen Tabellen zusammengestellt. Normalien, Ta- bellen mit Zeichnungen von Schraubennaben, Spannschlössern, Schrauben, Mut- tern, Fahrgestellnaben und Rädern, elliptischen Spanndrähten und vieles andere mehr. Sehr mannigfaltig mit sehr deutlichen Skizzen illustriert sind die Kapitel über Flügel- und Rumpfaufbau in Holz- und Metallkonstruktion. Den Schluß bil- Nr. 3 „FLUGSPORT“ Seite 63 den aerodynamische und statische Berechnungen, die außerordentlich übersicht- lich gehalten sind. Hervorzuheben sind die sehr sauberen ca. 583 Abbildungen. Grundlagen der Fluglehre, Heft 5 aus der Bibliothek von „Flugzeugbau und Luftfahrt“. Dipl.-Ing. E. Pfister und Dipl.-Ing. V. Porger. Teil II, Tragflügel- theorie. Preis RM 2.50. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg 2. In dieser Neuerscheinung ist die Tragflügeltheorie in allgemeinverständlicher Form, wobei nur niedere Mathematik vorausgesetzt wird, behandelt. Gerade An- fänger, die immer fragen, können Sie mir nicht ein. gutes Profil empfehlen, werden, wenn sie dieses Buch studiert haben, niemals mehr eine solche unsinnige Frage stellen. Der Bau des Flugzeuges, Heft 2 aus der Bibliothek von „Flugzeugbau und Luftfahrt“. Von Dipl.-Ing. E. Pfister, Teil II Tragwerkverspannung und Leitwerk. Preis RM 2.—, Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. G. m. b. H,, Berlin-Charlotten- burg 2. Die zweite verbesserte Auflage mit 91 Abbildungen enthält 'einige Er- eänzungen wie: Präzisere Bestimmung der Knotenpunktlasten unter Berücksich- tigung des überragenden Trägerstückes, Erweiterung des Kapitels Ruderausgleich, Anwendung des Strömungsspaltes bei Rudern. Das Fliegerlied für den Paramount-Film der Parufamet „Wings“ (Musik von Zamecnik, deutscher Text von Kurt Schwabach und Hans Lefebre) trägt seinen Namen zu Unrecht. Es ist nicht aus dem Fliegergeist gezeugt. Der Flieger wird angesungen von „ihr“, der Filmdiva; viel Schmalz und Rührseligkeit. Text und Bild stehen auf gleicher Stufe des Kitsches: „Selbst in der Ferne bin ich bei dir.“ Die Flieger sind aus anderem Holz geschnitzt. Raketenfahrt. Von Max Valier. 5. Auflage von „Vorstoß in den Welten- raum“. Fine technische Möglichkeit. 263 S., 72 Abb. 1928. R. Oldenbourg, Mün- chen und Berlin. Kartoniert RM 8.50. Das vorliegende Buch, die 5. Auflage, erschien früher unter dem Titel „Der Vorstoß in den Weltenraum“. Verfasser hat seine letzten Erfahrungen auf diesem Gebiete niedergelegt. Außer einem kurzen Abriß über die geschichtliche Ent- wicklung sind die letzten Versuche der Raketenwägen sowie die von Stamer und Lippisch beschrieben. aa Wir suchen zum sofortigen Eintritt Junger Flugzeugführer Konstru kteu re mit A-Schein, Werkpraxis und guten Zeugnissen sucht Stellung. die bereits längere Zeit im Flugzeugbau Ang. unt. 2485 a. d. Expedition des Flugsport tätig waren. Ausführliche Angebote mit Zeugnisabschriften und Gehaltsforderungen erbeten an Raab Katzenstein Flugzeugwerk G.m.b.H. Kassel-B. L.V.G.B.3 M Interessieren Sie sich für, das Konstruieren von _ mit gut erhaltenen, neu überholt. u. abgen. otorrad- u. Leic ugzeugmotoren? Schreib. Sie an Civ.-Ing. E. Dolch, Sinsheim a. E. Sie 100-PS-Mercedes-Motor zu verkaufen, evtl. erhalten Prospekt, Zeichn. u. Beratung kostenfrei. gegen Leichtflugzeug zu tauschen. Flugsport-Jahrgang 1919 Ang. unter Nr. 2484 a. d. Exp. d. Flugsport. zu kaufen gesucht. W. Wolf, Berlin-Bohnsdorf Siebweg 33 Wegen Neubau verkaufe ich mein. Gelegenheitskauf. zweisiiziges Leichlilugzeug Zweisitz. Kleinflugzeug m. Motor 1100 cm3 mod. it 35-PS- ni _ ; Konstruktion, jedoch nicht ganz fertig gestellt, mit, En a (siehe Flugeprt DA wird ab Oesterreich umständehalber um S 2500 mit Doppelsteuer sowie der Motor sind neuwertig. od. M. 1500.— auch gegen Teilzahlung verkauft. Abnahme durch D. V. L. kann gegen Zahlung der Anfragen sind unter 2486 an die Expedition des Gebühren erfolgen. " Flugsportes zu richten. Zu erfragen unt. 2487 a. d. Exped. d. Flugsport. PEST TTEREE, N DRAN) 4 N N AR 2} Mehrmotorige Z Ss —_——— FLUGBOOTE U. LANDFLUGZEUGE ROHRBACH-Metall- Flugzeugbau G.m.b.H,, Berlin N 65 KLEMM-LEICHTFLUGZEUGE für SCHULE EISE SPORT Besucht unsere Fliegerschule Ausbildungskosten von RM 600.— an. Winterpreise Ausbildungsdauer ca. 8 Wochen Eigenes Fliegerheim Beste Verpflegung Leichtflugzeugbau Klemm © 2. „. Böblingen i. Württ. N. Nm.” GEGRÜNDET 1908 v, HERAUSGEGEBEN T , VON OSHAR, URSINUS * CIVIL ING. | MM MIAMI | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Plugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — T’ostscheck Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei l14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘' versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 4 20. Februar 1929 XXI. Jahrgang __ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 6. März Hilfsdienst durch Flugzeuge. Deutschlands Ost- und Nordküste ist vollkommen vereist. Die Inseln sind vom Festland abgeschnitten. Der Fährdienst auf der Ost- see ist vollkommen lahmeeleet. Eine Menge Schiffe liest ohne jede Verbindung eingefroren weit von der Küste. Durch Einsatz von Flug- zeugen war es möglich, den durch die Wetterkatastrophe geschaffenen Schwierigkeiten zu begegnen. Es ist gar nicht abzusehen, welches Un- heil durch das Eingreifen der Flugzeuge vermieden worden ist. Inzwischen sind überall Flugzeuge der Lufthansa eingesetzt wor- den. So konnte eine Flugverbindune mit den abseschnittenen Inseln sowie ein verstärkter Flugverkehr nach Schweden durchgeführt wer- den. Die eingefrorenen Schiffe wurden verproviantiert. Auf jeden Fall, wenn man es auch selbtsverständlich findet, haben die Vorzeänge ge- zeigt, daß unsere Verkehrsfluszeuge unerläßlich sind und Aufgaben zu lösen vermögen, welche mit einem anderen Mittel nicht vollbracht werden können. Internationaler Flugveranstaltungs-Kalender 1929 festgesetzt durch die Kalender-Kommission der F. A.1. April: Schweizer Ausstellung für Sport- und Leichtflugzeuge. 15.—20. Mai: Erster Internationaler Medizinischer Luftfahrt-Kongreß. 15.—16. Funi: Rallie International in Reims, der Association des Professionels Navigants. 19.—22. Juni: Sitzung der F. A. TI. in Kopenhagen. 27.—30. Juni: Internationaler Wettbewerb des Rotterdamer Aero-Clubs. 13. Juli: Luftmanöver in London. 16.—27. Juli: Internationale Luftfahrt-Ausstellung in London. 28. Juli: Internationaler Wettbewerb Schweden. August: Die ersten beiden Wocken: Internationaler Leichtflugzeug-Wettbewerb _ der F. A.1. 6.—7. September: Schneider-Pokal England. 10.—20. September: Große Luftfahrt-Woche des französischen Aero-Clubs, Inter- nationaler Wettbewerb La Baule. Der Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1929 findet voraussichtlich vom 18. Juli bis 1. August statt. Seite 66 „FLUGSPORT“ Nr. 4 De Havilland „Hawk Moth“. Seit Lindbergs Ozean-Flug mit dem Ryan-Kabinen-Eindecker ist dieser Typ populär geworden. In Amerika werden die Kabinen-Hoch- decker in den verschiedensten Variationen gebaut. Dabei ist dieser Typ nichts neues, denn schon in den frühesten Zeiten hat man auf den Ausstellungen ähnliche Kabinenflugzeuge gesehen. Man ist von vornherein geneigt, an eine Modesache zu glauben. Wenn man die Verhältnisse jedoch näher studiert, so findet man die Gründe warum solche Maschinen gekauft werden. Zunächst sind die aerodynamischen Verhältnisse beim abgestrebten Eindecker nicht ungünstig. Weiter werden die abgestrebten Flügel leichter, und schließlich, was wohl die Hauptsache ist, der Kabinen-Eindecker bietet auch als Reiseflug- zeug einen größeren Komfort, Schutz der Insassen, bequeme Einsteig- möglichkeit durch eine seitliche Tür, im Gegensatz bei Doppeldeckern, wo man über den Unterflügel balanzieren muß. Diese Gründe waren es, welche die De Havilland veranlaßten, einen solchen Typ, den „Hawk Moth“ herauszubrineen. Das Flugzeug hat vier Sitze, je zwei nebeneinander. Durch die . ach vorn schräg gestellte Scheibe, sowie die vielen Seitenfenster und . Dachfenster ist Sicht nach allen Seiten. Während der Flügel in Holz-, ist der Rumpf in Stahlrohrkonstruk- tion ausgeführt. In der Nähe der Kabine haben die Holme sowie Streben quadratischen Querschnitt, während im hinteren Teil Rohre von rundem Querschnitt verwendet sind. Die Flügel besitzen Kastenholme mit gewöhnlichen Holzrippen und sind mit Leinewand bekleidet. Der Vorderholm ist mit dem Rumpf in einem Bolzen, der Hinterholm mit einem Scharnier befestigt. Durch Lösen des Bolzens können die Flügel nach hinten geklappt werden. Zum Betriebe dient ein De Havilland-,Gohst“-Motor mit 8 Zy- | ‚ Endern in V-Form. Die Luftschraube ist untersetzt. Leistung des Motors 200 PS. Die Betriebsstoffbehälter vor je 150 1 sind als Fall- tanks in den Flügeln untergebracht. Das Fahrgestell hat eine ver- hältnismäßig enge Spurweite. Die Räder sind mit Bremsen versehen, die vom Führersitz aus zusammen oder einzeln betätiet werden können, um das Manövrieren auf dem Boden zu erleichtern. Gewicht leer 910 kg, belastet 1455 ke, Spannweite 13,2 m, Ge- samtlänge 8,8 m, Flügeltiefe 2,1 m. Mittlere Geschwindigkeit 160 km. De Havilland „Hawk Moth‘“ mit 200-PS-Ghost-Motor. Nr. 4 „TLUGSPORT“ Seite 67 Fokker Amphibien Flugboot F-11. Auf der Chikagoer Flugzeugausstellung zeirte Fokker sein neues Flugboot, mit hochziehbarem Fahrgestell. Der Bootskörper ist in Metallkonstruktion und der Flügel in Holzkonstruktion ausgeführt. Der Motor, ein Pratt & Whitney Wasp mit Metallschraube, ist oberhalb des Flügels verlagert. Vor dem Motor liegen die Betriebsstoffbehälter. Die Passagierkabine ist sehr geräumig, 1,5 m breit und 4.5 m lang. In der vorderen Hälfte der Kabine liegen die Führersitze. Die Kabine wird in verschiedenen Ausführungen, entweder als Passagierraum mit 6-8 Sitzen oder als Luftyachtkabine mit Tischen und verschiedenen Sitz- gelegenheiten geliefert. Hinter der Hauptkabine befindet sich ein kleinerer Raum für Gepäck, Toilette und Radiostation. Hinter diesem liegt der Schlafraum für die Besatzung, wenn das Boot auf dem Wasser liegt. Von diesem Raum führen eine Treppe und Gang nach dem Motor und nach dem vorderen Führerraum, ohne daß die Haupt- kabine betreten zu werden braucht. In dem Führerraum befindet sich die Doppelsteuerung, das Verstellrad für die Höhenflossenverstellung und Bremshebel für die Fahrgestellräder. In dem hintersten Raum ist ein Platz freigelassen, um einen Außenbordmotor, mit welchem das Flug- boot bei komplizierten Wasserverhältnissen manövrieren soll, unter- zubringen. Töhenflosse und Ruder sind aus Stahlrohr mit Leinewand be- spannt. Die Kielflosse ist mit dem Rumpf fest verbunden und ganz in Metall ausgeführt. Originell ist das hochziehbare neue Fokker-Fahrgestell. Die Halb- Achsen sind mit einer übermäßig großen Stromlinienverkleidung ver- sehen, die gleichzeitig wasserdicht als seitliche Stützschwimmer aus- zebildet sind. | Die 36mal 8-Zoll-Räder besitzen Nabenbremsen; Spurweite des Fahrgestells 4,2 m. Die Stoßaufnehmerstrebe ist unten mit dem Ende des Stützschwimmers in der Nähe der Radlagerung und oben mit dem Flügelholm verbunden. | Fokker-Amphibien-Eindecker F 11. Seite 68 „FLUGSPORT“ Nr. 4 . „Die Hauptbetriebsstoffbehälter mit Betriebsstoff für 6 Stunden sind in dem Flügel untergebracht. Flügel-, Höhen- und Seitenleitwerk sind gelb, der Rumpf marine- grau und unterhalb der Wasserlinie schwarz lackiert. Spannweite 14,8 m, Gesamtlänge 13,5 m, Höhe 3,9 m, Flügel- inhalt 46 m’, Leergewicht 1800 kg, Nutzlast 1050 kg, Besatzung zwei Personen 175 kg, Gesamtbelastung 2900 ke, Betriebsstoffaufnahme- fähigkeit 600 I, Oel 55 1, Höchstgeschwindigkeit 200 km. Durchschnitts- Geschwindigkeit 160 km, Landegeschwindigkeit 80 km, Steireeschwin- digkeit pro Minute 290 m, Aktionsradius 5 Stunden 800 km. Englisches Langstreckenflugzeug Fairey. In England sind die Konstrukteure nicht untätig gewesen. Das neueste ist das Langstreckenflugzeug Fairey, welches, wie gerücht- weise verlautet, in Etappen nach Kapstadt flieren und den Rückflug nach England, 6000 km, ohne Zwischenlandung ausführen soll. Zunächst soll das Flugzeug mit einem normalen Napiermotor einen 24-Stunden- flug ausführen, erst dann wird der Spezialmotor für den Langstrecken- flug eingebaut. Das Flugzeug ist ein Eindecker mit freitragenden Flügeln in Holz- ‚ konstruktion von 25 m Spannweite. Das hierfür verwendete Flügel- profil ist für diesen Eindecker besonders nach Versuchen im Versuchs- kanal gewählt und soll einen außerordentlich hohen Auftrieb und geringe Druckpunktwanderung besitzen. Das Fahrgestell von großer Spurweite besitzt Räder mit Innenabfederung. Vor dem Bau der Maschine wurden Belastungsversuche eines kompletten Flügelstücks entsprechend den verschiedenen Fluglagen ausgeführt. Ebenso wurde ein Rumpfstück hinsichtlich seiner Torsions- steifigkeit geprüft. Der Betriebsstoff, ca. 4500 l, ist in den im Flügel gelagerten Behältern unterzebracht. . Der Führersitz ist vollkommen eingeschlossen und mit Triplex- glasscheiben, die durch besondere Scheibenwischer gereinigt werden können, versehen. Weiter sind besondere F enster für Sicht nach unten durch den Fußboden und für Sicht nach oben durch die Flügel vor- gesehen. Der Führersitz ist pneumatisch zepclstert, um Sitzermüdun- gen nach Möglichkeit zu vermeiden. Ferner ist im Rumpf ein beson- derer Schlafraum mit pneumatischem Bett für den abgelösten Führer vorhanden. Die Hauptabmessungen sind folgende: Spannweit Ä abır g : Spa reite 25 m, Länge 14,5 m, mittlere Flügeltiefe 4,8 m, Höhe 30. Englisches Langstreckenflugzeug Fairey. Nr. 4 _„FLUGSPORT" Seite 69 Nach zehn Jahren Luftverkehr‘). Deutsche Lufthansa A.-G. (Schluß von Seite 44, Nr. 3.) Dank der Rührigkeit der deutschen Flugzeugkonstrukteure wurde auf Grund der Flugerfahrungen im Luftverkehr das Maschinenmaterial immer mehr entwickelt. Um eine Auswechselbarkeit zu ermöglichen, hat man bereits mit der Normalisierung der häufigsten Bauteile be- eonnen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Sicherheitsfrage gewid- met. Vor allen Dingen hat man auf größtmögliche Bequemlichkeit der Flusgäste an Bord Rücksicht genommen. Während der Kabinenraum in einem Verkehrsflugzeug von 1919 nur 0,55 m? betrug, entfiel 1929 1,36 m? auf den Fluggast. Die Kabinenräume wurden behaglicher ein- cerichtet und besonderer Wert auf den Einbau bequemer Sitze gelegt, deren Rückenlehne während des Fluges verstellbar ist oder die in Liegestühle umgewandelt werden können. Weitere Verbesserungen betreffen die Einrichtung des Waschraumes, die Lüftung der Kabine und die Heizung. CC - . G ga Die 7 Organi- VERKEHRS: . LEITUNG sation \ der z 7 N a Luft ı Ö Hansa. @: GG : a RD, EN FFRFFFFFFFR ; $ T REPARATUR WERKSTÄTTEN 7, 7 / TG, NR CT An die Entwicklung des Seeflugzeuges für den künftigen Trans- ozeanverkehr wird zielbewußt herangegangen. Der Seeverkehr bildet eine Wissenschaft für sich. Die Seeflugzeuge, welche auf den Strecken nach den nordischen Ländern bereits in Betrieb sind, bilden für die Entwicklung den Ausgangspunkt. ö Für den Luftweg über Rußland hat die Deutsche Lufthansa durch den Östasienflug 1926 (Dr. Knauß) Berlin—Peking und zurück und durch die Sibirienflüge 1928 (von Schröder) bereits wertvolle Vor- arbeit geleistet. Auf Grund dieser Erkundungen kann der nördliche *) Ueber die Einrichtungen der Nachtstrecken, der Flugsicherung, Bordgeräte u.a.m. werden wir in Kürze berichten. Nr. 4 „FLUGSPORT"” Seite 71 ya IEIERDDLDDDIAIGIIZ, | Seite 70 „FLUGSPORT“ - Nr. 4 Weg als technsich reif be- 0000 0:200,:2:002000000000:00007:00002% zeichnet werden, so daß mit den derzeitigen Flug- zeugen und Betriebserfah- rungen der Dienst schon heute eingerichtet werden könnte. Die Hemmungen liegen hier auf politischem Lufthansa-Expedition. Im Fluge über Peking, Himmelstempel. N N REG GGG GG ka Empfang in Peking 30. 8. 1926. Gebiet, insbesondere in den Spannungen an der russisch - chinesischen Grenze. Die innere Gliederung der Deutschen Lufthansa NÜOHRHRTUZEZ mit ihren Hauptgebieten: . Wirtschaft, Verkehr, Be- u 7 ) UN Triebwerk der Rohrbach Romar. trieb, Technik ergibt sich aus der Abbildung (Seite 69). Die Deutsche Lufthansa beschäftigte im Vollbetrieb 1928 ein Personal von 1152 Gehaltsempfängern und 1733 Lohnempfängern, das sich auf die Hauptverwaltung Berlin, 6 Bezirksleitungen, 1 Streckenleitung, 8 Aus- landsvertretungen, 89 Flugleitungen und 3 Reparaturwerkstätten ver- teilt. Der Flugzeugpark besteht aus 143 mehrsitzigen modernen Ka- binenflugszeugen, unter denen folgende Typen vertreten sind: Junkers N N \ G G | G 31, Junkers G 24, Rohrbach Roland, Dornier Wal, Dornier Super- \ _ wal, Junkers F 24 Ko, Focke Wulf Möve, Dornier Merkur, Junkers | _ F 13, Fokker-Grulich F II und F II, Caspar C 35. 7 G j X Se ü SUITE Um FAIBRIERTARTKTRERRTONUURTN A G ANıhR=t N UN] 7 G r ‚ 7 T N | | + RUNDSCHAU TD G: Tau R N. AR el x A G | _ Inland. I _ Ehrenfried Günther Frhr. von Hünefeld f, der bekannte Ozean- und Ostasien- T: flieger, ist am 5. Februar, 9 Uhr 15, im Westsanatorium in Berlin nach einer ge- A 7 elückten Magenoperation gestorben. G Freiherr von Hünefeld wurde 1892 in Königsberg i. Pr. geboren. Bei Beginn | G des Krieges war er als freiwilliger Motorradfahrer zum Stabe der Marinedivision 7 G in Flandern kommandiert und wurde im September 1914 vor Antwerpen durch G G Schrapnellschuß an beiden Beinen schwer verwundet. Die Verkürzung eines 7 m . _ Beines verhinderte ihn an weiterer militärischer Tätigkeit. Seit 1915 wurde er G — ._G deshalb vom Auswärtigen Amt in verschiedenen Spezialaufträgen nach Konstan- tinopel und Sofia gesandt. Ende 1916 kam er als Vizekonsul nach Maastricht i „Der fliegende Speisewagen“. Holland. Nach der Revolution nahm er seinen Abschied und verbrachte die näch- Seite 72 „FLUGSPORT“ Nr. 4 sten Jahre bis 1920 beim ehemaligen deutschen Kronprinzen in Wieringen. Seit 1923 war er beim Norddeutschen Lloyd in Bremen. Am 12. April 1928 startete von Hünefeld mit Köhl und Fitzmaurice zusammen auf der „Bremen“ auf dem Flugplatz Baldonnel in Irland zu dem ersten geglückten Ost-West-Flug. Am 14. April 1928 landete die „Bremen“ wegen Nebels und eingetretenen Benzin- mangels auf Greenly Island. Im Herbst 1928 unternahm von Hünefeld noch einen Ostasienflug, der ihn nach Tokio führte. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Otto Schreiber ? ist am 24. Januar an den Fol- gen einer Grippeerkrankung gestorben. Geheimrat Schreiber gründete das In- stitut für Luftrecht sowie die Zeitschrift für das gesamte Luftrecht. Der Ver- storbene hat sich auf dem Gebiete der Luftfahrt-Rechtswissenschaft während der Entstehung des Handelsluftverkehrs erfolgreich betätigt und sich durch seine vielen Arbeiten selbst ein Denkmal zesetzt. Frhr. v. König-Warthausens Indienflug. Mit dem Flug Berlin—Kalkutta 10000 km in 82 Flugstunden, mit 20-PS-Klemm-Leichtflugzeug, hat bekanntlich Frhr. v. König-Warthausen den Hindenburg-Pokal an sich gebracht. Inzwischen ist der Flieger in Gegenwart des amerikanischen und deutschen Konsuls von Kalkutta nach Bangkok weitergeflogen. Diese Entfernung von 1000 km wurde in zwei Etappen ohne Zwischenfall zurückgelegt. Das nächste Ziel ist Singapore. Auswanderung deutscher Segelflieger. Verschiedentlich haben in den letzten Monaten deutsche Segel- tlieger Angebote erhalten ins Ausland zu kommen und dort den Segel- fugsport einzuführen. Solche Angebote gingen teilweise von Sport- organisationen teils von Stellen aus, welche aus der neuen Sportart ein gutes Geschäft machen zu können hofiten. Wenn derartige An- gebote auch bisweilen sehr verlockend klingen und wegen der Höhe der in Aussicht gestellten Verdienstmöglichkeiten unerfahrene iunge Leute verleiten können, ihnen ohne hinreichende Sicherung zu folgen, so muß doch dringend gewarnt werden, ohne vorherige genaue Erkun- digung über die offerierende Stelle und die Verhältnisse in dem betref- ienden Land ins Ausland zu gehen, insbesondere wenn die Möglich- keit der Rückkehr nicht sichergestellt ist. Es wird daher allen deutschen Segelfliegern, welche ein Angebot ins Ausland bekommen, empfohlen, sich mit der Rhön-Rossitten-Ge- sellschaft in Verbindung zu setzen, da diese auf Grund ihrer zahl- reichen Beziehungen vielfach in der Lage sein dürfte, die Anfragenden zu beraten. Auch muß darauf hingewiesen werden, daß alle deutschen Flieger, welche an Wettbewerben und Schauflugveranstaltungen in einem der F. A.I. angeschlossenen Länder teilnehmen wollen, dazu einer Sport- lizenz des deutschen Luftrats bedürfen, ohne die sie sich der Disquali- fikation aussetzen. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. I. A.: gez. Dr. Graf v. Ysenburg. Wanderpreis des Internationalen Rundilugs. (Gemäß den Vorschriften der Federation A&ronautique Internationale.) Allgemeine Ausschreibung‘). $ 1. Art. 1. Auf Anregung des französischen Aero-Clubs ist ein internationaler Wettbewerb für Sportflugzeuge geschaffen worden. Er ist beschränkt auf Leicht- flugzeuge der 1. Kategorie und der 2. Kategcrie. Die Flugzeuge müssen außer dem Führer mindestens einen Passagier befördern können. $ 2. Für den Wettbewerb ist ein Wanderpreis im Wert von Frs. 20 000.— aus- 3eschrieben, der vom französischen Aero-Club gestiftet wurde. ‘) Anmerkung des Uebersetzers: Die französischen Originalausschreibungen sind in der Geschäftsstelle des Aero-Clubs- von Deutschland erhältlich, Die deutsche Uebersetzung wurde für den Gebrauch der deutschen Bewerber her- gestellt, ist aber für den Wettbewerb nicht maßgeblich. Nr. 4 „FLUGSPORT"“ Seite 73 $ 3. Die Zuerteilung dieses Wanderpreises wird: jedes Jahr durch einen Wett- bewerb zwischen den verschiedenen beteiligten Ländern entschieden; nach jedem Wettbewerb wird der Preis der Sportbehörde desjenigen Landes übergeben, dem der Sieger angehört, und wird dann im nächsten Jahr derjenigen Sportbehörde weitergegeben, die an Stelle der ersten tritt. $ 4. Der Preis wird endgültig derjenigen Sportbehörde zuerteilt, die ihn drei- mal gewonnen hat. $ 5. Wenn der Wettbewerb ein Jahr nicht stattgefunden hat, oder nicht gewonnen worden ist, so ist die Sportbehörde, die den Wanderpreis hält, nicht als Sieger für dieses Jahr anzusehen, hat aber den Auftrag, den Wettbewerb im nächsten Jahre zu organisieren. $ 6. Art. 2. Der Wettbewerb wird organisiert und die Sonderausschreibung verfaßt: das erste Jahr durch den französischen Aero-Club, die folgenden Jahre durch die Sportbehörde, die den Wanderpreis inne hat. $ 7. Die Sportbehörden geben der organisierenden Sportbehörde vor dem 1. November jeden Jahres ihre Absicht bekannt, an dem Wettbewerb im folgen- den Jahre teilzunehmen. $ 8. Art. 3. Die Teilnahme am Wettbewerb bringt die Verpflichtung mit sich, zur Abhaltung des Wettbewerbes einen Geldbetrag zur Verfügung zu stellen, der der Anzahl der Stimmen entspricht, die die Sportbehörde in der F. A. I. hat. Der Geldbetrag wird jedes Jahr festgesetzt. Die Sportbehörden der Länder haben ferner die Beurkundungskosten des Wettbewerbes in ihrem eigenen Lande zu übernehmen. Die anteiligen Beträge werden durch die teilnehmenden Sportbehörden in die Kasse der F.A.I. eingezahlt, und zwar wie folgt: 1. franz. Frs. 5000.— bei Verpflichtung der Teilnahme, 2. der Rest bei Nennungschluß. $ 9, Der für den Wettbewerb zur Verfügung stehende Betrag wird verteilt: 1. auf die Unkosten der internationalen Organisation, 2. auf die internationalen Preise. Der Betrag der nicht zurückgezahlten Nenngelder fließt dem jährlichen Fonds für den Wettbewerb zu. $ 10. Die Sonderausschreibung für jedes Jahr legt die Verwendung eines evtl. Restes fest. $ 11. Die Teilnahme am Wettbewerb ist nicht durch die Flugroute bedingt, deren Weg unter Umständen nicht durch ein Land zu führen braucht, das an dem Wettbewerb teilnimmt. $ 12. Im Falle, daß die Flugroute über das Gebiet einer nationalen Sport- behörde führt, die nicht am Wettbewerb teilnimmt, wird die sportliche Organi- sation auch in finanzieller Hinsicht von dieser Sportbehörde durchgeführt, sie wird von sämtlichen teilnehmenden Sportbehörden gemeinsam durchgeführt, wenn die fragliche Sportbehörde nicht die oben erwähnte Verpflichtung übernimmt. Die dadurch entstehenden Unkosten werden aus dem Organisationsfonds des Wett- bewerbs bestritten. Junkers J 38. Die Aufnahme zeigt das Modell des neuesten, Anfang Sommer fertig werdenden Junkers-Flugzeuges, Type J 38 (Spannweite 45 m, 4 Motoren). Die J 38 stellt insofern eine bedeutende Annäherung an den grundlegenden Gedanken des Junkers-Patentes von 1910 dar, als ein Teil der Fluggäste im Flügel untergebracht wird und auch die Motoren während des Fluges begangen werden können. Seite 74 „TLUGSPORT“ Nr. 4 $ 13. Art. 4. Der Entwurf der Sonderausschreibung wird vor dem 15. Dezem- ber jeder der teilnehmenden Sportbehörden übersandt; er wird unter Umständen der Tagung des Comite der F.A.I. im Januar unterbreitet und muß vor dem }. Februar veröffentlicht werden. $ 14. Art. 5. Diejenige Person, die die Nennung unterschreibt, gilt als Be- werber. Der Bewerber kann also sowohl der Konstrukteur als auch der Besitzer oder der Flugzeugführer sein. $ 15. Jede Sportbehörde nimmt die Nennungen ihrer Angehörigen entgegen und reicht sie zum Zwecke der Annahme an die organisierende Sportbehörde weiter. Zu dem angegebenen Nennungsschlußtermin müssen die Nennungen bereits bei der organisierenden Sportbehörde eingegangen sein. Diese benach- richtigt unverzüglich alle teilnehmenden Sportbehörden von den eingegangenen Nennungen. $ 16. Die Annahme der Nennungen wird spätestens drei Monate vor Beeinn der ersten Prüfung im Wettbewerb eröffnet und geschlossen für Nennungen mit einfacher Nennungsgebühr spätestens zwei Monate vor Beginn des Wettbewerbs, für Nennungen mit doppelter Nennungssebühr spätestens einen Monat vor Be- ginn des Wettbewerbs. S 17. Art. 6. Der Wettbewerb findet iedes Jahr zwischen dem 15. Juni und 15. Oktober statt. Der Termin wird durch die Sportbehörde, die den Wanderpreis hält, in der Sonderausschreibung festgesetzt. 8 18. Art. 7. Die Wertung basiert in crster Linie auf: Reisegeschwindigkeit, Regelmäßigkeit, Betriebsstoffverbrauch, Gebrauchseigenschaften des Flugzeugs (Sicherheit, Bequemlichkeit usw.) $ 19. Während des Wettbewerbs muß ein Rundflug in geschlossener Bahn mit einer Entfernung von mindestens 4000 km durchzeführt werden. Falls die Umstände es erforderlich machen, ist die Internationale Sportleitung befugt, den in der Ausschreibung festgelesten Flugweg zu ändern, $ 20. Für das Jahr 1929 ist Paris der Ausgangspunkt des Rundflugs; in den nächsten Jahren wird der Ausgangspunkt eine Stadt sein, die durch die Sport- behörde ausgesucht wird, die den Wanderpreis hält: diese Stadt kann auch außer- halb des Landes der betreffenden Sportbehörde liegen. $ 21. Auf dem Ausgangsflugplatz werden die Betriebsstoffprüfungen und die Prüfungen der Eigenschaften der Flugzeuge vorgenommen. $ 22. Art. 8. Die Beurkundung des Wettbewerbs und die Entscheidung über Berufungen werden durch die internationale Sportleitung erledigt. $ 23. Diese Sportleitung setzt sich aus mindestens fünf und höchstens neun Mitgliedern zusammen, wobei der Vorsitzende aus der Reihe der Sportleiter gewählt wird, die der organisierenden Sportbehörde angehören; die anderen Mit- glieder der Sportleitung werden durch die organisierende Sportbehörde aus den Sportleitern gewählt, die von den teilnehmenden Sportbehörden vorgeschlagen werden. $ 24. Jede Entscheidung der Sportleitung muß durch Vertreter von min- destens zwei teilnehmenden Ländern getroffen werden, um Gültigkeit zu haben. $ 25. Sitz der Sportleitung ist die Stadt, von der der Rundflug ausgeht. $ 26. Die Sportbehörde, die den Wanderpreis hält, bearbeitet unter Weisung der Sportleitung die allgemeine Organisation, die Beurkundung und die Auswer- tung der Resultate. S 27. Art. 9. Die Flugzeuge müssen den Lufttüchtigkeitsschein für Sport- flugzeuge derjenigen Länderbehörden haben, denen die Bewerber angehören, entsprechend den Bedingungen, die in ihren Ländern bestechen. $ 28. Die Flugzeugführer müssen Inhaber des Sport- und Verkehrsflieger- scheines sein. Jedenfalls müssen die Flugzeugführer, die die Staatsangehörigkeit eines Landes besitzen, das nicht der CINA angehört, die entsprechenden Führer- scheine ihres Heimatlandes besitzen. $ 29. Art. 10. Die gewerteten Bewerber erhalten Geldpreise. $ 30. Art. 11. Der Wanderpreis wird der nationalen Sportbehörde, der der Sieger angehört, anläßlich einer Tagung der F. A.I. übergeben. (Schluß folgt.) Deutscher Luftrat. Der Vositzende: gez. Kotzenbere. Für die Richtiekeit: v. Hoeppner. Nr. 4 | „FLUGSPORT“ Seite 75 Ausland. „An official Scandal“. In der englischen Zeitschrift „The Aeroplane“ ist unter der Ueberschrift „An official Scandal“ ein Artikel erschienen. der Vor- vänge kritisiert, die ja in Deutschland kaum — — möglich sind, aber immerhin zu Ueberlegungen Anlaß geben. Wir geben in nachstehendem auszugsweise das Wichtigste: Eine der vielversprecherdsten Konstruktionen für das Leichtflug- zeugwesen der letzten 2 Iahre ist der Pobjoy-Motor. (Diesen kleinen Fünfzylinder-Sternmotor mit Untersetzungsgetriebe, der bereits 1926 celaufen ist, haben wir bereits in dieser Zeit, „Flugsport“ 1926, Nr. 20, Seite 391, erwähnt und jetzt in Nr. 2 des „Flugsport“, Seite 31—32, be- schrieben.) Der Motor bildet in seinem konstruktiven Ausbau nichts Neues. Indessen ist das Konstruktionsideal 100 PS 100 Ibs in greifbare Nähe gerückt. Der Motor wurde von Pobjoy 1927, nicht aus geschäftlichen, son- dern aus idealen Gründen, um das Leichtflugszeugwesen vorwärts zu bringen, unter Aufwendunge von persönlichen Mitteln gebaut. Dieser Versuchsmotor wurde März 1928 an das Royal Aircraft Establishment (R. A.E.) in Farnborough zur Typenprüfung abgeliefert. Er lag dort unangerührt monatelang . Dank der Einwirkung einer einsichtsvollen Persönlichkeit gelang es, den Motor auf den Prüfstand zu bringen. wo er seinen vorgeschriebenen Probelauf ohne Defekt ausführte. Nach dem Probelauf wurde der Motor auseinander genommen, in seinen Einzelteilen geprüft und wieder zusammengesetzt, um ihn wieder lau- fen zu lassen. Eine Flugzeugfirma gab sich große Mühe, den Motor in ein Leichtflugzeug einzubauen, um ihn in der Luft zu versuchen, Es war nicht möglich, den Motor frei zu bekommen, da ihn das R.A.E. zu weiteren Probeläufen mit Beschlag belest hatte. Die gesamte Prüfung: Laufenlassen, Auseinandernehmen, Wieder- laufenlassen hätte, wie andere Motortypenprüfungen, in drei Wochen veschehen können. Es wäre möglich gewesen, den Motor, der im März 1928 nach Farnborough gesandt worden war, im April in ein Flugzeug einzubauen! Der Motor könnte längst auf dem Markt sein, “wenn eine Motorenfabrik sich an den Bau des Motors herangewagt hätte. Wenn man vergleicht, daß der erste Pratt und Whitney Wasp 400 PS vom Schruppen des Zylinderstahlbiocks bis zur Fertigstellung des Motors und zum Einfliegen im Flugzeug nur sechs Wochen be- nötigte, so werden die Unterschiede von englischen und amerika- nischen Arbeitsmethoden sehr augenscheinlich. In England hat sich noch keine Motorradfabrik entschlossen, einen solcher Motor, der für 100 £ zu bauen wäre und von welchem das Muster bereits vor einem Jahr zelaufen ist, auf den Markt zu werfen. Der Motor hat ein volles Jahr bei der R. A.E. gestanden, welche die Luftfahrt fördern will, aber diese hindert und kostet uns jährlich 400 000 £. Ob die geringe Förderung dieses Motors auf die Nachlässig- keit des R.A.E. zurückzuführen ist, oder ob der Züchtung dieses Motors andere Interessen entgegenstehen, das will der Artikelschrei- ber nicht näher untersuchen. (Der Angriff aut das R. A.E. gibt jedoch zu denken. Ein Menetekel für andere Länder. Die Red.) Als das R.A.E. noch R. A. F. hieß, war es gewohnt, die ihm zur Prüfung vor- gelegten Konstruktionen bei seinen Erzeugnissen schamlos als die seinieen anzugeben. Jetzt, beim R. A.E. haben sich die Zustände nicht eeändert. Die 400 000 £ für das R. A.E. könnte man wirklich sparen. Seite 76 „FLUGSPORT“ Nr. 4 Der vierte Teil des Geldes, unter den Flugzeugfabriken verteilt und für Ermunterungsprämien ausgesetzt, hätte den zehnfachen Erfolg. Wenn das R. A.E. nur in der Lage ist, in einem Jahr die Prüfung eines 60-PS-Motors durchzuführen, wie kann es dann in der Lage sein, die umfangreichen anderen Prüfungen auf dem Gebiete des Flug- wesens auszuführen, damit England in dem Wettlauf in der Luftfahrt nicht von anderen Nationen überflügelt wird? Die amerikanischen „National Air Races“ sollen dieses Jahr in Cleveland vom 24. August bis 2. September stattfinden. Amerikanisches Coup-Schneider-Flugzeug. Das amerikanische Flugzeug, das an dem Coup Schneider vom 6. bis 7. September in Cowes (England) teilnehmen soll, wird mit einem Packard X 24-Zylinder-Motor ausgerüstet und von dem Flugzeugführer Williams gesteuert. Weltilugpreis. Einen Preis für den ersten ununterbrochenen Flug um die Welt hat die amerikanische Stadt Denver (Colo.) mit 50000 Dollar gestiftet. Der Flug soll möglichst dem nördlichen 40. Breitegrad folgen und in der Stadt Denver starten und landen. Fr ist international und gilt bis zum 1. Januar 1931. Bleriot-Ozean-Flugboot. Die Bleriot-Werke werden ein Transozean-Flugboot bauen mit einer Spannweite von 28 m, Gesamtlänge 16 m, versehen mit vier Motoren von insgesamt 3200 PS, welches 30 Passagiere befördern kann. Nach einer Reihe von Versuchsflügen im Frühjahr über Asien und Afrika unter Auf- sicht des Sohnes von Bl£riot, soll ein Flug über den Atlantik geplant sein. In Amerika werden 1930 33 578 683 Dollar für das Armee-Flugwesen bewilligt. Das sind 8730 121 Millionen mehr als für 1929 bewilligt wurden. Und zwar soll die beträchtliche Erhöhung der Mittel der Konstruktion und der Züchtung von neuen Flugzeugtypen, ihrer Ausrüstung und deren Zubehörteilen gewidmet wer- den. Ebenso sind die Ausgaben für die Bodenorganisation, Ausbau von neuen Flugplätzen, Ausbau des Wright-Flugplatzes, Einrichtung einer Heliumstation usw. um 577157 Dollar erhöht worden. Riesenilugzeughalle Detroit. Auf dem Flugplatz von Detroit in Amerika soll eine Flugzeushaile von etwa 1000 m Länge und 300 m Breite in L-Form er- richtet werden. Jeder Teil der Halle soil 500 m lang sein. Man hofft die Halle, die die größte ihrer Art in der ganzen Welt sein wird, bis Anfang April iertig- zustellen, um in ihr die Detroiter Flugzeug-Ausstellung, die vom 6. bis 14. April stattfindet, abzuhalten. rfolge der Jugend Segelilüge an der Rax. Der bekannte Rhönflieger Kronfeld ist in Begleitung des Fluglehrers Stamer mit einem hochwertigen Segelflugzeug, Typ „Rhöngeist‘“, nach der 2000 m hohen Rax gezogen, um die dortselbst herrschenden Windströmungen zu studieren. Die finanzielle Durchführung der Expedition hatte die Ill. Wochenschrift „Wiener Bilder“ übernommen. Der erste Flug von 28 Minuten gelang Ende Januar. Kurz nach dem Start bekam das Flugzeug starken Aufwind und flog in Richtung auf die Felsen des Törl zu. Mit einer Linkswendung segelte der „Rhöngeist“ nun auf die Bergstation zu und erreichte diese ungefähr in der Höhe des Gebäudes. Er machte eine Kurve und flog längs der Raxwand zurück, um die Windverhältnisse längs der ganzen Wand-kennen zu lernen. Bis zur Preiner-Wand führte ihn dieser Flug und dort machte er in einer Höhe von 1600 m (Meereshöhe) wieder kehrt, da er fest- gestellt hatte, .daß in diesem Gebiet heftige Böen herrschten, und im Tal kein Aufwind wehte. Langsam verlor er an Höhe und kehrte wieder gegen die Berg- station zurück; über dem Sängerkogel bekam er neuerdings Aufwind und ver- suchte nun auf die gegenüberliegende Seite zu gelangen und den Gahnsberg zu erreichen. Er flog arı den aufwindlosen Hängen dieses Berges entlang. So kam er über Schlöglmühl und war auf dem Wege nach Glosgnitz. Dort wurde er -— Nr. 4 „FLUGSPORT“ Seite 77 Leichtfilugzeug Zittau IypM4, 2 Sitze Motor 35 PS ABC wo sich das Tal verengt — plötzlich 30 m hochgehoben und hatte nun die Mög- ‚ichkeit, über Gloggnitz hinauszufliegen. Er verzichtete aber auf den Strecken- flug, um das Flugzeug näher an die Raxbahn heranzubringen und eventuell noch einen Höhentransport am gleichen Tage zu ermöglichen. So zog er Kurven über der Papierfabrik von Schlöglmühl, kam immer mehr in die Tiefe und landete, nachdem er einer Hochspannungsleitung gut ausgewichen war, glatt und weich auf einer Wiese zwischen Küb und Pettenbach. Am 4. Februar startete Kronfeld 15.45 Uhr von der Höhe des Jakobkogels (1738 m) glatt über die Kante der Raxwände hinweg. Er flog zur Bergstation, wendete dort in beträchtlicher Höhe und flog nun längs der großen Raxwand bis zum Siebenbrunnenkessel. Da er nirgends Aufwind finden konnte, drehte er wieder um und kehrte fast über der Mitte des Tales zurück, machte eine kleine Kurve über dem Knappenhof und zog dann zezen Reichenau. Er landete schließ- lich nach 27 Min. glatt auf einer Wiese zwischen Reichenau und Hirschwang, die bereits vorher als Landungsplatz bestimmt worden war. Der Höhenunterschied betrug 1200 Meter. Am 12. Febr. startete Kronfeld mit 15 sek/m Wind und — 35° Cels. vom Drei- markstein in 1950 m Höhe. Er bekam sehr starken Aufwind und konnte auf dem Startplatz, den er um 100 m überhöht hatte, nach 31 Min. wieder landen. Vom Flugtechnischen Verein Magdeburg. Es dürfte den Lesern des „Flugsport“ noch nicht bekannt sein, daß in Magdeburg sich ein neuer Verein „Flugtechnischer Verein Magdeburg‘ gebildet hat; er ist aus der „guten Harmonie“ der Segelflugwoche in der Numburg ent- standen. Er ist bis jetzt noch an keinem Verband angeschlossen. Der „Flug- sport“ Nr. 1 brachte zwei Berichte von der Kyfihäuser-Flugwoche und des Vereins für Segel- und Modellflugsport Magdeburg; in diesem heißt es: Stand- hardt-Magdeburg flog seine B-Prüfung vorbildlich; oder es war, nebenbei be- merkt, die einzige Prüfung. Wir möchten dazu bemerken, daß die Gründer unseres Vereins an dem guten Gelingen der Flüge des „Otto von Guerike“ bei- getragen, sowie dem Bau desselben der gleiche Teil Ehre zugesprochen werden müßte. Der Flugtechnische Verein Magdeburg zählt zirka 20 Mitglieder, an deren Tüchtigkeit keinesfalls zezweifelt werden kann; denn einige Mitglieder haben in Modellwettbewerben der M. A.G. im Jahre 1928 drei erste und je einen dritten und vierten Platz belegt. Der Verein ist eifrig bemüht an die Oeffentlich- keit zu treten, bei Schneetreiben und starken Winden wurde tüchtig geflogen und sehr gute Leistungen erzielt. Weiterhin sind unsere Mitglieder mit dem Bau von zwei Segelflugzeugen beschäftigt. Feitz Haberland, Flugtechnischer Verein Magdeburg, Tischlerbrücke 51. Der Flugtechn. Verein Magdeburg beim Winterübungs- fliegen am 27.1. 29. Seite 18 „FLUGSPORT*“ Nr. 4 Der Mecklenburgische Aeroclub, Rostock, bite auf Grund dauernder An- u erstellung und Verkauf sowie ev sebu en N en ihres in der Rhön 1928 sc erfolgreichen zweisitzigen Segelflug- um Aufnahme folgender Mitteilung: u lub ist bereit, in seiner eigenen Werkstatt einige unzen noch weiterentwickelten Typs Rumpfform, und an Interessenten abzugeben. lub in besonderen Fällen dazu t Stückliste, Bauanleitung, tbildern der Maschine und Details während ver- Unkostengebühr an diejenigen Vereine hrungen oder besondere Fach- ZEeUgS, Der Mecklenburgische Aeroc 1 Maschinen dieses nach den Rhön-Erfahr (größere Spannweite, \ setzungsverhältnisse u. a. m.) herzustellen Ferner würde sich der Mecklenburgische Aeroc bereit erklären, komplette Werkstattzeichnungen mi Materialbezugsangaben, Lich schiedener Baustadien gegen Lizenz- und und Personen abzugeben, die bereits über Bauerfa leute verfügen. f Der Mecklenburgische ü [ betrieb zweckmäßigen und oft notwendigen Transportanhän rohrkonstruktion Typ „Mecklenburg“, gebaut”), der serecht wird (teils zerlegbar, ein Deichsel u. a. eg“ ters ür den Typ „Mecklenburg entwickelt, eignet c en allem für solche mit 2teiligem Flügel. für andere Maschinen, vor rtig hergestellt und gi ü fe kann vom Mecklenburgischen Aeroclub an an seet Zur Selbstanfertigung werden jedoch auch hierzu bildern usw. abgegeben. club, Rostock, Lützow- _ preiswert geliefert werden. 1 ausführliche Bauzeichnungen mit Bauanleitung, Licht Weitere Auskunft erteilt der Mecklenburgische Aero straße 14. *) Beschrei 1 in einer der nä nern. *) Beschreibung mit Fotos in einer der nächsten Numn ABC of Aviation. „A 1 Dollar. Verlag Norman W. Henley Publishing Co., york. Das Buch ist e i ü Laien, welcher sich ohne jedwede Vorke fehlt, Ein Buch fur ce sich über Fachausdrücke orientieren will. traut machen oder ( j Flugwesen vertan der Zeppelin-Luitschiitahrt in Deutschland. Von Ein Beitrag zur Entstehung Dr. Carl Berg. In dieser, von der Fir 1 schrift herausgegebenen Broschüre wir Die hier besprochenen Bücher können durch uns bezogen werden. ior W. Page, Air Corps, U.S.A. Gebunden Preis 2 Henle: 2 West 45 th Street, Neu- gehabt hat. '$tand der Welt-Rekorde weiter verbesserte Montage, Aeroclub hat auch einen für den praktischen Flug- j gewagen in Stahl- und Anforderungen gefederte und verstellbare jeden Beanspruchungen e gefederte Achse, m.. ferner Platz bietend für Werkzeug und mehrere Literatur. cht amerikanisch. Etwas, was bei uns in Deutschland noch k- Berz-Heckmann-Selve A.-G., Altena, als Werkden 0 d geschildert, welche Bedeutung das Alu- ıninium während der Entwicklung der ersten Z-Schiffe und Luftschiffe überhaupt Klasse € Leichtflugzeuge: I. Lizenzvergebung von Werk- Steuerüber- Personen). ich iedoch auch nntnisse mit dem 31. Dezemb. 1928 2. Kategorie 3. Kategorie . 6054 m England, Cpt. de Havilland u. illand auf Moth Gipsy de Ha- Mae bs 27. 7. 28 Stag Lane 6782 m Dtschld. Bäumer, Sausewind Wright 60 PS. 8.7.27. Hamburg-F. - öhe: Höhe villand 85 PS, ‚s64 km Geschw. üb. 192 100 km England Butler u. Mrs. Butler De Havilland „Moth Gipsy s5/100 PS 7.12.28. StagLane-Reading. de! H. 300,1 km England, Cpt. Broad, de Haviland Tiger Moth 130 PS D. 24. 8. 27 Stag Lane Entierng. in geschl.Bahn 1500 km Tschechoslovakei, Hermans- ky u. Machacek, Avia BH-9, Wal- ter 60 PS, 11. 7. 28 Prag 650 km Ungarn Kaszala, Lampich- Joseph, 18 PS Thorotzkai, 14.9. 27. Budapest. 2500km Tschechoslovakei, Vicherck, | Avia BH-11 B, 60 PS Walter, 6 -7. 6. 28 Prag _ Größte Strecke in gerader Linie: 1305,500 km Deutschland, Wiırth u. Naumann a. Klemm-Daimler 20 PS, 16. 10. 28 Böblingen-Mieschkance 517,040 km Ungarn, Kaszala auf Lampich 18 PS Thorotzkai, 14. 6. 28 Budapest-Pola 201l km Tschoslovakei Vichered. auf Avia 60 PS Walter I 5.10. 28. Prag-Bednodemian. | Kıasse D Segelflugzeuge: 14:7:0 Dtschld,, Ferd. Dauer: Hochd. West- |[Strecke: 18.12.26 Campo preußen 5. 5. 27 Schulz, Cattanco, G.P.l. cn Ss dei Fiori Varese Rositten | 10500 m Italien | Strecke ö - 45k mh Disc Größte | 455,8kmDischld. 115m Dischld. möcht 54,545km'h I Fer öhe; |Dittmar auf Al- in ger Hochd. Wes Chlase en er Höhe: | bert, 8. va 28 schloss. preußen 5. 5.4 chloss.) preußen 3. 2. Wasserkuppe . Flugb. Resitten Flugb. Rositten Klasse G Hubschrauber: Strecke: 736 m, Frankr., Pescara, 180 PS Pesc.-Hisp., 18. 4. 24 Issy-les-Moulinea „FLUGSPORT“ Seite 79 Kiasse € Landflugzeuge: Ohne Nutzlast Mit 500 kg Nutzlast Mit 1000 kg Nutzlast Mit 2000 kg Nutzlast] Mit 5000 kg Nutzlast 65:25- Dtschid. Risz- tics u. Zimmermann, Junkers W 65,280 PS Jk. 5.-7.7. 28 Dessau 22:11:45 Deutschland Schnäbele u. Loose 320 PS Junk. W 33 21/22. 3. 27 Dessau 14:23:45 Deutschland Horn, 3x230 PS Jun- kers G 24- Junkers 4. 4. 27 Dessau 13:1:12,8 Deutschld. Risticz, 3X280 PS Junk. G24 - Junk.L5 29.6. 27 Dessau 1:12:21 Frankreich Bossoutrot, 4xX500 PS Sup.-Gol.-Farm. 16. 11.25 Le Bourget Strecke: 7666,616 km Italien Ferrarinu.delPrete, Sav.-March., 550 PS Fiat 31.5.-2.6.283Rom 2735,586 km Dtschld. Schnäbele u. Loose, 320 PS Junk. W 33 21/22. 3. 27 Dessau 2315,338 km Dtschld. Steindorff 3x230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27Staaken 1750,469 km Dtschld. Steindorff 3x2 OPS Rohrbach-Roland-B MW 3.8.27 Staaken — Höhe: 11710 m V.St.A. Lt. Champion; 425 PS WrightApch.-Wasp. 25.7.27 Washington 9190 m Deutschland Schinzinger, Junkers W 34, Brist.-Jup. 420 PS, 14.9. 28 Dessau 7907 m Deutschland Schinzinger, Junkers W 34, Brist.-Jup. 420 PS, 14.9. 28 Dessan 6262 m Italien Dom. Antonini 2X500 PS Caproni Ca.73- Asso 26.5.27CascinaMalp. 3586 m Frankr. Bos- soutrot,4x500PS Su- per-Goliath- Farman 16.11.25 Le Bourget Höchstge- schwindig.: über 3 km: 448,171 km/h Frankr. Bonnet, 550 PS Fer- bois-Hispano 11. 12. 24 Istres — über 100 km 401,279 km/h V.St.A. Cyrus Bettis 600 PS Curtiss R 3, 12. 10. 25 Mitchelfield 281,030 km/h Frankr. Lasne, 500 PS Nieup.- Delage - His- pano 7.10.25 Etampes 261,172 km England Broad, De Havilland 550 PSNap.-Lion, 27. 4.28StagLaneRead. 223,546 km/hFrankr. Paill.u.Campl. Bern. 600 PS Hisp.-Suiza 23.11.28. LeBourg.-G über 500 km: 306,696 km/h Frankr. Lecointe, 500 PS Nieup.- Delage - His- pano 23. 6. 24 Istres 255,333 km England Broad, De Havilland 550 PS Nap.-Lion 27. 4.28StagLaneRead. 255,333 km England Broad, De Havilland 550 PSNap.-Lion, 27. 4.28 StagLaneRead. 215,378 km/hDtschld. Steindorff 3x230 PS Rohrbach-Roland-B MW 28.7.27Staaken über 1000 km: 248.296 km/h Frankr. Lasne, 500PSNieup. -Delage-Hispano 29. 8. 25 Villesauvage 236,028 km/h Frankr. Lasne, 500 PS Nieup. -Delage-Hispano 14. 5. 26 Etampes 218,274 kn Frankr. Paillard auf Bernard 420 PS. Jupiter, 24. 1. 28 Le Merle 214,855km/h Dtschld. Steindorff 3X230 PS Rohrbach-Roland-B MW 28.7.27 Staaken über 2000 km: 218,759 km/h Frankr. Lasne, 500 PSNieup. -Delage-Hispano 12. 9. 25 Villesauvage 205,407 km/hDtschld. Steindorff 3* 230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27 Staaken 205,407km/h Dtschld. Steindorff 3x230 PS Rohrbach-Roland-B MW 31.7.27 Staaken über 5000 km: 139,177 km Italien Ferrarinu.delPrete, Sav.-March., 550 PS Fiat 31.5.-1.6.28Rom Größte Dauer brochenen Rundflug, doch mit Betriebsstoff- aufnahme: im ununter- ije- 37:15:14, 455 V. St. A. Smith u. Richter, 400 PS DH 4b- Liberty 27/28. 8. 23 Rockwell Field dung: Größte Strecke in gerader Linie ohne Zwischenlan- rin u. 7188,260 km Italien, Ferra- Del Prete, Savoia- March., Fiat 550 PS, 3.-5. 7 28 Montecelio-Touros Größte Entiernung im un- unterbrochenen Rundflug, iedoch mit Betriebsstoff- 5300 km V. St. A., Smith u. Richter, 400 PS DH 4b-Li- Größte Nutzlast Höhe: in 2000 m 6000 kg Frankreich, soutrot, 4X500 PS Super- Bos- berty 27/28. 8. 23 Rockwell Goliath-Farman 16. 11. 25 aufnahme: Fiel Le Bourget Klasse € Wasserflugzeuge: Ohne Nutzlast Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kz Nutzlast | Mit 2000 kg Nutzlast | Mit 4000 kg Nutzlast 36:1 V.St. A. Cavin | 20:45:— V.St.A. Con- | 17:55- V.St. A., Sou- | 16:30- V. St. A., Cor- | 6:1:56 Dtsch. Wagner Dauer: u.Soucek P.N.12. | nellu. Rodd, P-N. 10, | ceku.Maxson,PN-12 | ton u. Reber, PN-12, | a.Dorn.-Superw. 4X . 2x500 PS Wright, | 2X600 PS Packard | 2x525 PS WR., 25.- 2x525Pratt&Whitn. | 480PS Gn.-Rh.-Jup., 3.-5.5.28. Philadelph. | 15/16 8.27San Diego | 26.5.28 Philadelphia | 11.-12.7.28 Philadel. | 5.2.28 Friedrichshaf. 2525 km V.St.A. Con- | 2525km V.St.A. Con- | 2150 km V.St.A. Cor- | 2150 km V.St.A. Cor- 1000,160 km Dtschl. Strecke: nellu. Rodd, P-N. 10, | nellu. Rodd, P-N. 10, | ton u. Reber, PN-12, | ton u. Reber, PN-12, | Wagner a. D.-Sup.4 . ’ 2x600 PS Packard | 2Xx600 PS Packard | 2X525Pratt& Whitn. 2x525Pratt&Whitn. | X480PS G.-Rh.-Jup. 18. 8. 27 San Diego | 15/168.27 San Diego | 11.-12.7.28 Philadel. | 11.-12.7.28 Philadel. | 5.2.28 Friedrichshaf. 11581 m V.St.A. 7458 m Deutschland | 6389 m Deutschland | 4684m Frankr. Lt. de | 2845 m Dtschl. Was- Höhe: Champion; 425 PS. | Harder, Junk. W 34 | Kneer, Junk. W 34 | Vaisseau, C.A.M.S. nera.Dorn.-Sup.,dX " Wright Apach-Wasp | Bristol- Jupiter 420 | Bristol- Jupiter 420 | 2x480 PS Jup.-Gnö- [480 PS G.-Rh.-Jup., 4.7.27. Washington | PS, 6. 11. 28 Dessau | PS, 7. 11. 28 Dessau me,19.8.27,St.Rapha. | 23.1.28Friedrichshf. . 456,522 km/h England | 236,998km/h. V.St.A. | 209,546 km/h Dtschl. 209,546 km/h Dtschl. | 219,546 km/h Dtschl. über Lt. Webster, Suner- | Callaway, 425 PS | Wagner a. D.-Sup.4 | Wagner a.D.-Sup.4 | Wagner a. D.-Sup. 4 100 km: marine S.5. 1000 PS | Vought-Cors.- Wasp | x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Jup. | X480PS G.-Rh.-Jup. Nap. 26.9.27.Venedig | 23.4.27 Hampt.Roads | 20.1.28Friedrichshaf. 20.1.28Friedrichshaf. | 20.1.28Friedrichshaf. . 259,328 km/hV.St. A. | 218,908km/h V. St.A. | 190,637 km/h Italien | 179,416 km/h Dtschl. 179,416 km 'h Ditschl. über Ofstie, #450 PS Navy | Lt.J-D.Barner425PS | Passaleva, 2Xx500PS | Wagner a. D.-Sup. 4 | Wagner a. D.-Sup. 4 500 km: C,R.- Curtiss D 12 | Vought-Cors.-Wasp | Savoia-Isotta-Asso | x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Jup. 25. 10. 26 Baltimore | 30.4.27 Hampt.Roads | 30. 12. 26 Lac Majeur | 5.2.28 Friedrichshaf, | 5.2.28 Friedrichshaf. " 210,716 km V. St. A. | 181,447 km/h Dtschl. | 177,279 km/h Dtsch. 177,279 km/h Dtschl. | 177,279 km/h Dtschl. über Lt. R. Irvine 425 PS | Jüterbock, 420 PS | Wagener a.D.-Sup.4 | Wagner a.D.-Sup.4 | Wagner a. D.-Sup.4 1000 km: Vought-Cors.-Wasp | Junk. W 34 - Bristol- | x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Jup. | x480PS G.-Rh.-Jup. . 21.5.27Hampt.Roads | Jup. 11.5.27 Dessau | 5.2.28 Friedrichshaf. | 5.2. 28 Friedrichshaf. | 5.2.28 Friedrichshaf. R 172km/hSchwz,, Wagner | 172km/hSchwz., Wagner | 130,427km/h V.St.A., | 130,427km/ V.St.A. Cor- über u.Zinsmaier,Dornier | u.Zinsmeier,Dornier | Cortonu. Reber, PN- | ton u. Reber, PN-12, 2000 km: Merk. 500/600 BMW, | Merk. 500/600BMW, | 12,2%525 Pr.& Whit- | 2x525Pratt& Whitn. 10. 8. 27, Altenrhein | 10. 8.27 Altenrhein |'ney, 11.-12.7.28Phil. | 11:-12.7.28 Philadel. r 512,776km Italien, de ° ee Bernardi, Macchi52, über 3km: | Fiat A. S. 3., 30. 3. i 28 Lido (Venedig) Größte Strecke in gerader inieohne Zwischenland.: 2963 km V. St. A. Rodgers u. Connell, 2x500 PS P.N. 9-Packard Californien-Hawai 1. 9. 25 Höhe: Größte Nutzlast in 2000 m 4037 kg. Deutschland Wag- ner a. Dornier-S. 4 4 x 480 PS G.-Rh.-Jup. 23. 1. 28 Friedrichshafen Weltrekorde der Klasse C Leichttlugzeuge und Klasse D Segelilugzeuge siehe vorhergehende Seite. Seite 80 „FLUGSPORT“ Nr. 4 Fachliteratur. 1. Jahrbuch für Luftverkehr 1926/27 geb. RM 16.50 2. Taschenbuch der Luftflotten 1927, 556 S., 824 Abb. » „ 12.40 3. Patentsammlung des Flugsport Bd. I. 760 Patente brosch. „ 6.30 4. Motorlos in den Lüften v. Martens „ „2.30 5. Ergebnisse der aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen. I. Lieferung geb. „ 10.30 6. II. Lieferung Mi „8.30 7. II. Lieferung Mi „16.90 8. Flugmodellbau-Unterricht, eine praktische Anleitung für den Flugmodellbau v. Ursinus „ „2.40 9. Großer Luftverkehrsatlas von Europa 1927 geb. „ 25.— 10. „T. 1000“, Roman eines Riesenflugzeuges. 238 S. 1 „5.80 11. Einführung in die theoretische Aerodynamik. 144 S., 118 Abb. „, „9.50 12. Flugzeug-Navigation u. Luftverkehr. 232 S., v. Ing. Röder m „. 10.— 13. Der Jungflieger, Roman v. Sofie Kloerss. 180 S. geb. „ 4.50 14. Afrikaflug v. Mittelholzer. 235 S., 215 Abb., 4 Karten geh. „ 12.— 15. Der Bau des Flugzeuges, allgemeiner Aufbau u. Tragfl. brosch. „ 2.15 16. Der Bau des Flugzeuges, Tragwerkverspannung — Leitwerk „ „2.15 17. Der Bau des Flugzeuges, Rumpf und Fahrwerk » „2.415 18. Grundlagen der Fluglehre. Teil I. Luftkräfte „ „2.65 19. Der Flugmotor, Teil 1, Grundlagen, v. Dipl.-Ing. Möller „ „2.65 20. Der 19-PS-Flug über die Alpen, v. Dr.-Ing. v. Langsdorff kart. „ 4.50 21. Theorie des Segelfluges, v. Dr.-Ing. Klemperer brosch. „ 6.90 22. Der Bau von Flugmodellen, v. Stamer u. Lippisch » „2415 23. Unsere Flieger erzählen, v. Matthias kart. „ 4.30 24. Arbeiten zur Luftnavigierung, vom Navigierungsausschuß der WGL geb. „ 6.80 25. Flugzeugführer Werden und Sein, von Arntzen brosch. „ 2.15 26. Fortschritte der Luftfahrt, Jahrbuch 1926 Ganzleinen geb. „ 24.80 27. Fliegerhandbuch von Rob. Eyb, 4. Aufl. „16.40 28. Leitfaden der Flugzeugnavigation von Prof. Immler „12.90 29. Jahrbuch 1928 der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt geb. „ 23.40 30. Taschenbuch für Flugzeugführer von Gymnich.. 204 S. Leinen „9.30 31. Handbuch für Flugzeugführer von Dr.-Ing. Bader. 193 S. 91 Abb, „12.40 32. Jahrbuch d. Luftfahrt v. Reichsverband d. deutsch. Luftfahrtindustrie „ 16.90 33. Bauvorschriften für Flugzeuge von der D.V.L „5.30 34. Thea Rasche, Start in Amerika „. 1 35. Der Flieger-Roman von ‚Gustav Renker Leinen geb. „ 6.80 36. LZ 127 „Graf Zeppelin“ von Dr.-Ing. v. Langsdorff „215 37. Die Rakete für Fahrt und Flug von Scherschervsky geb. „ 9.30 brosch. „ 4.39 38. Francesko de Pinedo Amerikaflug „ 15.— 39. Aus 34 Jahren Luftfahrt. Persönl. Erinnerungen v. Maior v. Tschudi ,„ 7.80 40. Das Problem der Befahrung des Weltraums von Noordung „780 41. Ins Reich der Lüfte „0.00 42. Luftfahrtforschung, 2. Bd., Heft 4, Untersuch. eines Tragflügelprofils „, 4.05 43. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 3 „6.30 44. Luftrecht einschl. Luftverkehrsgesetz u. Pariser Luftverkehrsabk, „10.40 45. Der Flugzeugbau Schütte-Lanz von Hillmann brosch. „ 5.50 46. Gleitflug- und Segelflugzeuge, Teil IJ, von Stamer-Lippisch „2.65 47. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 2 „6b 48. Berichte der aerodynamischen Versuchsanstalt Wien von Katzmayr ,‚, 10.40 49. Neuzeitliche Flugmotoren von Dr.-Ing. Katz Ganzleinen ,„ 25.40 : 50. Der Flugmotor, Teil I, von Dipl.-Ing Möller „2.65 51. Luftfahrtforschung, Band 2, Heft 1 (Profilwiderstandsmessungen) „6.30 52. Luftfahrtforschung, 1. Band, Heft 4 (Funkwesen und Elektrotechnik) „ 10.15 53. Jahrbuch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt „ 20.4) 54. Luftfahrtforschung, Band 1, Heft 3 (Veredlungsversuche an Elektron- legierungen, neuer Seilverbinder usw.) | „3.70 Nr. 4 „FTLUGSPORT“ Seite 81 55. Veröffentlichungen des Forschungsinstituts der Rhön-Rossitten-Gesell- schaft, Jahrbuch 1926/27, von Professor Dr. Georg „4.30 56. Grundlagen des Flugzeugbaues von Fuchs „9.39 57. Hals- und Beinbruch von Udet (Hundert luftige Karrikaturen) „3.30 58. Die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs von Breuer „1.65 59. Praktische Fliegerausbildung von Leonhardy „2.415 60. Lebensfragen d. deutschen Luftfahrt v. D.-Ing. Blum u. D.-Ing, Pirath „ 2.65 61. Raketenfahrt von Max Valier „850 62. Der praktische Modellflieger, das Bastelbuch für den Modellfllugzeug- bau von Hanns Günther und Dr. Hirsch Ganzleinen ‚ 18.40 63. Luftfahrt ist not von Ernst Jünger 25 „30. Bei Bestellung genügt Angabe der Nummer. Lieferung erfolgt gegen Vorein- sendung (Postscheckkonto 7701 Verlag „Flugsport“ Frankfurtmain) Porto ist in- begriffen. Nachnahme 30 Pfg. mehr. Luftpost. Doppeldecker oder Eindecker? Ihre Frage kurz an dieser Stelle zu beant- worten, ist nicht leicht. Bekanntlich beeinflussen sich beim Doppeldecker Ober- und Unterflügel derart, daß der Oberflügel erhöhten Auftrieb, dagegen der Un- terflügel eine Auftriebsverminderung erfährt. Die Summe der Auftriebe dieser beeinflußten Flügel ist aber kleiner als der Auftrieb eines Eindeckers derselben Spannweite und der doppelten Tiefe. Verzleicht man die induzierten Widerstände beider Anordnungen, so schneidet der Doppeldecker scheinbar eünstiger ab. Untersucht man jedoch einen Eindecker mit demselben Seitenverhältnis und der- selben Fläche des Doppeldeckers, so weist der Eindecker einen wesentlich ge- ringeren induzierten Widerstand auf. Erinnert man sich nun, daß der induzierte Widerstand durch sich am Flügel ablösende Wirbel, und zwar im wesentlichen durch an den Flügelenden sich bildende Wirbelzöpfe hervorgerufen wird, so er- kennt man sofort, daß der Doppeldecker, der die doppelten Wirbelstellen besitzt, höheren induzierten Widerstand besitzen muß, als der ähnliche Eindecker. Um die Eigenschaften des Doppeldeckers etwas zu verbessern, staffelt man den unteren Flügel nach hinten und gibt ihm gleichzeitig geringere Schränkung. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Die zweigespalfene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. FLUGZEUGMOTOR Akademische Hochschule, Graz Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. bis zu 45 PS zu kaufen gesucht. Soeben neu erschienen der Il. Band der PATENTSAMMLUNG (Oesterreich). 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M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck Konto Frankfurt (Main). 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘' versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Sieger im Alpenrundflug 1927 Junkers @ 31 mit drei Aeron-Reed-Propellern. Nehmen Sie den Aeron-Reed- Ganzmetall- Propeller Er verbessert die Leistung Ihrer Maschine, schont den Motor, ist völlig unempfindlich gegen Witterungseinflüsse. Heddernheimer Kupferwerk & Süddeutsche Kabelwerke G.m.b.H., Frankfurt-M. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft A.-G, Frankfurt a. M. Nr. 5 6. März 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 20. März Noch einmal ‚Flugsport tut not“. Im Zusammenhange mit dem gleichnamigen Artikel des Herrn Kreuter, Mag- deburg und der umgehend erfolgten Replik des DLV, der vor „Sanktionen“, — Gie uns in Deutschland längst als ungeeignetes Mittel bekannt sind, wirklich vor- liegender Meinungsverschiedenheiten nicht zurückschreckt, sehe ich mich veran- laßt, eine zur Jahreswende fertiggestellte, dann aber abgelegte Gewissenser- forschung aus meinen Akten auszugraben. Der innere Zusammenhang ist durch Streichung von dreiviertel des Textes erlieblich gelockert, .dafür ist das, was mir von besonderer Wichtigkeit erscheint, umso schärfer hervorgetreten. — — Ich hoffe, daß meine Ausführungen zugleich cin Stück Rechtfertigung für den „Flugsport“ darstellen, der dem oben erwähnten Artikel Raum gab. m. E. nur aus demselben Interesse heraus, das ihm seit 21 Jahren für die deutsche Luftfahrt unermüdlich wirken heißt. Auch meine nachfolgenden Ausführungen werden nicht allerorts ungeteilten Beifall finden. Ich bitte mit der Kritik nicht zurück- zuhalten, denn ich schewe mich nicht vor etwas Zugluft! Das Jahr 1929 stellt neue Fragen und Aufraben. Was ist nun die große Aufgabe dieses Jahres, die unter allen Umständen erfüllt werden inuß, wenn die Bilanz des Jahres 1929 einst würdig neben der letztjäh- rigen bestehen will? Für mich steht sie unumstößlich fest. Ich sehe sie a) ın der Schaffung der deutschen Sportfliegerei, auf deren Geburts- stunde wir schon lange warten, b) in der organischen Verschweißung von motorlosem und Motor- fug zu einer einheitlichen, zielstrebigen Flussportbewegung. Diese zwei Fragen gehören zusamnien wie die siamesischen Zwil- linge. Sie werden die Schicksalsfragen des DLV werden. An ihnen und mit ihrer baldigen Lösung wird er wachsen oder zerbrechen. Mit dieser Zielsetzung — hoffe ich zuversichtlich — werden auch manche von denen sich einverstanden erklären, welche über das „Wie“ mit Die wichtigen, die gute Sache vorwärts treibenden, leider viel Raum be- anspruchenden Veröffentlichungen: Noch einmal „Flugsport tut not“ und Rhön- ausschreibung zwangen uns, interessante technische Abhandlungen zurückzustel- len. Die nächste Nummer des „Flugsport“ wird daher in größerem Umfange er- scheinen, Die Red, en Seite 84 „FLUGSPORT"“ Nr. meinen nachstehend entwickelten Gedanken nicht konform gehen. Ich sehe im folgenden von der Aufgabe b) aus, da sie die Lösung der Frage a) implieite in sich enthält und nur eine Stellungnahme zur Frage a) zuläßt. A. Alle DLV-Vereine pflegen heute den motorlosen Flug. Die we- nigen, die noch zurückstehen, werden nach den erzielten Erfahrungen nicht umhin können, dem Beispiel der übrigen zu folgen. Wir werden also bald bei allen Vereinen eine ganze Anzahl im motorlosen Flug seschulter junger Leute haben. Den fertigen Gleit- und Segelilieger drängt es eines Tages zum Motorflug, und unsere J ungflieger sind samt und sonders von dem Glauben beseelt, daß, wie sie das eine sich el- kämpft, so auch das andere eines Tages aneignen werden. Sie sehen dabei vor allem keine Gefahrenquellen, wo keine sind. Das immer enger werdende Band, das beide Flugsportarten umschlingt, wird ihnen durch die täglich neu erfolgende Bestätigung derselben beson- ders eingeprägt. (Siehe z. B. letzten Jahresbericht der R.R. G.) Da- mit steht die neue Aufgabe fest: Die Vereine müssen bewußt den mo- torlosen Flug so betreiben, daß er eine Vorschulung für den Motorflug darstellt, daß ein kaum merklicher Uebergang zwischen beiden Sport- arten erfolgt. Diese bewußt vollzogene Einstellung bietet eine we- sentliche Erleichterung, Vereinfachung und Verbilligung der Motor- schulung. Wir müssen also den motorlosen Flug in Zukunft in doppel- ter Hinsicht werten; bisher war er nur Selbstzweck, jetzt muß er außerdem Mittel zum Zweck werden. Bisher maßen wir ihm nur Selbst- wert bei, jetzt muß sein Wirkungswert dazutreten. Daher: Keine Mo- torschulung ohne motorlose — organische Verbindung beider, und —_ damit letztere überhaupt möglich ist — Vereinigung beider in einer Hand! Denn ohne das sind die Vorteile dieser Ehe, deren wir uns nicht entschlagen können und wollen,.nicht auswertbar. Man wird mir von Vereinsseite sagen: Wofür so viele Worte? Das ist uns ja alles eine alte Jacke! Das wissen wir schon längst und handeln danach. Gut so, dann sind meine eigenen Erfahrungen also auch anderwärts bestätict. Aber so allgemein scheint mir der Glaube noch nicht zu sein, daß auch die maßgebenden Stellen des DLV sich dazu bekennen. Oder doch? Dann aber muß ich fragen: Weshalb zieht man nicht die Konsequenzen? Welche sind das? Ein offizielles, feier- liches Begräbnis erster Klasse für den Gedanken der zentralisierten Schulung und Schaffung von Erleichterungen für die bedrückte Ver- einsfliegerei. So sehe ich die Lösung der Frage. Wir werden sogleich auf einem anderen Wege und von einer an- deren Seite her dasselbe Resultat noch überzeugender finden. Zuvor aber noch einige Zusätze, um die Vorteile der „organischen Schulung (ich nenne sie jetzt so, nachdem jeder weiß, was ich mir darunter denke) weiter zu beleuchten. 1. Sie bringt automatisch die Ausscheidung fliegerisch ungeeig- neter Flemente und einwandfreie Auslese. Ich behaupte, daß keine Fliegerschule irgendwelcher Art in der Lage ist, ihre Leute nur annä- hernd so zu sieben und auf ihre allseitige Eignung für den Motorflug zu prüfen, als es die DLV-Vereine*) können. Wer anderer Meinung ist, der mache mir die Freude, zum Gegenbeweis anzutreten.**) Mehrere *) Und DMSV-Vereine. Die Red. *%*) Das ist ein Vorteil ganz besonderer Art, der den Vereinen als reife Frucht ihrer Arbeit in den Schoß fällt, denn sie können nicht erst Flugstunden ver- schwenden, unı schließlich zur Ueberzeugung zu kommen, daß eine Ablösung wegen mangelnder Eigrung unvermeidlich ist, Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 85 Jahre sonntäglicher Flugübungen und fast alltägliche Beobachtung stel- len eine Eignungsprüfung für jeden Jungflieger dar, die kein vier- wöchentlicher Kursus bei einem Jungfliegerhorst oder ein ebenso langer Einführungskursus einer Fliegerschule irgendwelcher Art, auch keine noch so ausgefuchste psychotechnische Prüfung ersetzen kann. In letzterem Zusammenhange muß ich auf die bekannte Tatsache hin- weisen, daß der Psychologe, d. h. der Mann vom Fach, die Ergeb- nisse psychotechnischer Prüfungen viel kritischer wertet als die, welche — „von keiner psychologischen Sachkerntnis getrübt‘“ — auf Grund einiger Tests sich erdreisten, über die Eignung eines Menschen mit apodiktischer Sicherheit zu befinden. 2. Der motorlose Flug ist ein wesentliches Stück Erziehung zur Kameradschafts- und reinen Sportgesinnung. Er bewahrt insbesondere vor der so unangenehm wirkenden Ueberheblichkeit mancher Motor- flieger, insbesondere gegenüber den „Auch“-Fliegern auf motorlosem Sportgerät. 3. Erwarte ich von der organischen Ueberleitung die Beseitigung einer Illusion, die das Fliegen für ausnehmend schwierig und: daher. unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Luft keine Balken hat, für doppelt gefährlich hält. Diese Illusion muß zerstört werden. Flie- gen ist keine Kunst, sondern lediglich eine technische Fertigkeit, und unsere heutigen Flugzeuge geben keine Rätsel mehr auf. B. Nun zur Frage der Schaffung der deutschen Sportfliegerei. _ Zwei Ansichten stehen sich hier im DLV gerenüber. Die eine erwartet das Heil von der zentralisierten Schulung, die andere von der dezentralisierten. Hie Luftfahrt-G. m. b.H. — hie Vereinsschulung. Die Entscheidung dieser Frage würde uns nicht so auf die Nägel bren- nen, wenn die Mittel reichten, beides nebeneinander bestehen zu las- sen. Doch dem ist nicht so, und daher muß das Schlechtere dem Bes- seren, das Wichtigere dem weniger Wichtigen weichen, und eine klare Entscheidung tut hier not. Meinen weiteren Ausführungen muß ich zunächst zwei allgemeine Ihesen vorausschicken, die für meine Stellungnahme grundlegend sind. Wer auch nur in einer der beiden mir zustimmt, für den ist die Ent- scheidung in meinem Sinne gefallen. = 1. Monopole — und ein solches ist zentralistische Ausbildung und bleibt es, solange ihr allein genügende Mittel zufließen — sind ein Not- behelf und können nur als gesund angesehen werden, wenn sie in der Lage sind, der auftretenden Nachfrage zu genüren, und zwar nicht nur der Quantität nach, sondern insbesondere der Qualität nach. (Die Nachfrage, insbesondere ihre Qualität, ist das Maßzebende, nicht die Meinung der Monopolinhaber.) Erfüllt ein Monopol diese Forderungen nicht — erst recht in Zeiten wirtschaftlicher Not, die die deutsche Luftfahrt mit dem deutschen Volke teilt —, so ist es ungesund, und kommt dazu noch eine rigorose Handhabung, so wirkt es sich über spät oder lang unmoralisch aus. 2. These: Es muß endlich einmal zwischen den Vertretern der Vereinsfliegerei und solchen der zentralisierten Schulung ein streng sachlicher, aber scharfer Trennungsstrich gezogen werden. Daß er fehlte, erscheint mir persönlich als die Wurzel alles Uebels. Ich will daher seine Berechtigung zweifach begründen: erst durch zedankliche Ableitung (I) und dann zeigen, daß es die Praxis gar nicht anders kennt (I). I. Berufs- und Arbeitspsychologie lehren uns, daß man sich mit jeder Tätigkeit (also auch der Fliererei) aus zwei Gründen befassen kann: des Verdienstes wegen und aus Vorliebe (per diletto). Durch Seite 86 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Permutation dieser zwei Merkmale ergibt sich dann eine vierfache Klassifikation der Arbeitstypen: a) Arbeit des Amateurs, nicht um des Verdienstes willen, sondern aus Vorliebe getan (Sport im weiteren Sinne); b) Arbeit, die keinen Verdienst bringt, aber auch nicht aus Vorliebe geschieht (Sklaven-, Fron-, Zwangsarbeit); c) Arbeit, die Erwerb bringt, aber nicht aus Lust und Liebe getan wird, meist der Typ der heutigen unqualifizierten Arbeit; d) Arbeit, zu Erwerbszwecken und aus Lust und Liebe, Typ der Berufsarbeit im guten Sinne des Wortes. Diese vier Typen verfügen über eine grundsätzlich verschiedene Einstellung zu ihrer Tätigkeit, und wenn sie sich in grundsätzlichen “ Fragen auseinandersetzen, so reden sie vielfach aneinander vorbei. Wir müssen die Sportfliegerei unter Nr. 1 einreihen und die Vertreter der Fliegerschulen des DLV der Nr. 4 subsummieren. I. Die obige Ableitung mag manchem vielleicht etwas konstruiert erscheinen, aber sie ist im gesamten Sportleben aller Länder die aus- geprägteste Wirklichkeit. Wo ist die Trennung im Sport nicht äußerst scharf zwischen Amateuren und Professionels oder Profiters? Jedem -Fußballjüngling ist bekannt, daß, wo der Broterwerb anfängt, der Sport aufhört. Jede Nummer jedes Sportjournals bietet Beispiele für die -rigorose Durchführung dieser reinlichen Scheidung, denn jeder Sport sieht in ihr seine Lebensfrage. So gerne man in rein technischen Fra- gen den Rat der Professionals hört, so streng wird jede unerbetene Meinung und erst recht Bevormundung in allen übrigen Fragen zu- rückgewiesen. Facit: Wir müssen dringend im Interesse unseres schönen Flug- sportes erwarten, daß diese reinliche Scheidung auch bei uns Platz greift, daß in reinen Sportfragen nur die Sportler mitreden und daß die, welche beruflich mit der Fliegerei zu tun haben, sich bei Behand- lung solcher Fragen etwas mehr Reserve auferlegen. Damit bekommt die Frage der zentralisierten oder dezentralisier- ten Schulung einen anderen, verständlicheren Wortlaut. Sie lautet jetzt einfach: Können die Flugsportler den Berufsfliegern es überlassen, ihren Nachwuchs heranzuziehen? Dabei ist streng zu beachten, daß Sport in erster Linie Gesinnung ist (siehe Nr. 1). Auf diese Frage bleibt nur ein unzweideutiges und glattes Nein als Antwort übrig. Mit den bisherigen Ausführungen sind m. E. die Grundlagen ge- klärt, auf denen allein ein fruchtbarer Aufbau möglich ist. Ich stehe am Ende meiner Ausführungen, will jedoch noch an einigen Einzelfragen zeigen, daß sie immer wieder vermittels der bei- den Grundthesen eine Entscheidung finden. Die Vereine wollen grunds’trlich jedem geeigneten Flugsport- jünger die Gelegenheit zum Mctorsport bieten. Denn nur so ist mir das Wort vom Volkssport wahr. Wie verhält es sich hier mit den Fliegerschulen des DLV? Nutznießer derselben sind nur diejenigen, die das nötige Geld aufbringen und sich beruflich freimachen können.*) Die erwähnten wirtschaftlichen Schranken schalten eine wirkliche Aus- lese in weitem Maße aus: denn die Frage heißt jetzt nicht mehr: Wer ist geeignet?, sondern: Wer hat Geld (das Primäre) und ist geeignet? Ich behaupte natürlich nicht, daß letzteres nicht zusammentreffen *) Nach meiner Kenntnis sucht ein Teil der Schüler der Luftfahrt G. m. b. H. durch Schulung erst einen Beruf und dann sind sie ebenfalls nicht mehr Flug- sportler. Wieviel wirkliche Flugsportler hat die Luftfahrt G. m. b. H, bisher her- angebildet? - Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 87 kann. Aber bei drei Bedingungen (Geld, Zeit, Eignung, wobei letztere Bedingung wieder mehrere Seiten aufweist, ist die Wahrscheinlich- keitsquote für das Zusammentreffen aller drei Bedingungen doch schon erheblich verschlechtert (1:6). Und was soll mit den Flugsportbe- geisterten geschehen, die die Bedingungen der Fliegerschulen nicht erfüllen? Sollen sie in den Vereinen die Arbeit leisten und im übrigen ihre Flugbegeisterung auf dem Papier, in der Werkstatt, in der Ver- einsarbeit usw. austoben? Soll Fliegen 99,9% aller Jungflieger wegen eines ungesunden Monopols unmöglich gemacht werden? Wo bleibt da der Volkssport? Monopol und Sport für jedermann — ich finde hier wirklich keinen Reim. Difficile est, satiram non scribere! Man hat kürzlich aus der bloßen Existenz und Wohlau:gerüstet- heit der Fliegerschulen des DLV einen abwegigen Schluß gezogen: daß sie in erster Linie erhalten werden müssen — selost, frage ich, wenn ihre Leistung nicht annähernd den aufgewandten Mitteln ent- spricht und die Vereinsfliegerei sich weiter von den kärglichen Ab- fällen notdürftig ernähren muß. Diese Begründung spricht Bände! Warum man trotzdem den kostspieligen Apparat noch weiter aufblähte, statt ihn unter Berücksichtigung der Bedürfnisfrage zusammenzuschnei- den, bleibt ein Rätsel. Nach angewandter Betriebswirtschaft sieht so ein Verfahren nicht aus. Ein anderes Bedenken: Die Ausbildung wird leiden, wenn man die Motorschulung den Vereinen überläßt. Das ist eine Behauptung! Eine durchschlagende Begründung möchte ich zu gerne einmal hören. -Denn ganz offenbar würde sie von falschen Voraussetzungen aus- gehen. Ausbildung ist in diesem Zusammenhang ein sehr relativer Be- eriff und im Grunde genommen nur ein Stück von dem, worauf es dem Sport ankommt. Daher zur Klarstellung: Den Vereinen ist mit einem Flieger mit besten fliegerischen Kenntnissen ohne den rechten Sportgeist schlechter gedient als mit einem mittelmäßigen Flieger mit rechter Sportgesinnung. Ueber die Tüchtigkeitsresultate bei der Ver- einsschulung ist bisher noch nichts ausgemacht. Wozu also sich um ungelegte Eier streiten? Ich halte mich lieber an die Tatsachen und stelle fest, daß der einzige, bis heute wirklich erwiesene Vorsprung, BR: \ IR | ee. =) - Dr > = Königsberg oWilns =E: Nord- See Koblenz p /oulouse ° Frankfurt Ejarsele = öf Rophael : Kassel need [) leipzig Pösrcelons - Fr j = = Mittel\andische® MI fi "TAOROM Dresden OÖ Belgrad AR — rembon y Wüpnberg Makeu Lemberg o Brünn Okuns EN Straßburg CEungarT , Dijon » Basey oMünchen Czernowiiz nn a Budapest Aronstadt © Jurn-Severin Bukarest. "a, Cefinje Pkitipopel ° Streckenkarte für den Wanderpreis des internationalen Rundflugs 1929, Seite 8 „FLUGSPORT“ Nr. 5 den die Ausbildung bei den Fliegerschulen vor derjenigen bei den Ver- einen voraus hat, der ist, daß sie um ein Erkleckliches teurer ist. Wenn man sich aber endlich in der Zentrale des DLV — oder auf dem näch- sten Luftfahrertag — entschließt, die Vereine nur halbwegs so zu unter- stützen wie die Fliegerschulen, dann werden die Vereine nicht ver- absäumen, Resultate aufzuweisen, die sich sehen lassen können. Doch ich muß zum Schluß kommen. Ich erhoffe als Resultat meiner Ausführungen nur folgendes: Wer eine Stellung zu den angeschnittenen Fragen hat — pro ac contra —, der halte nicht damit hinter dem Berge. Wer sie nicht hat, der trete an sie heran. Dann wird es ihm dämmern, daß es hier ums Ganze geht, um Sein oder Nichtsein der deutschen Sportfliegerei! - P. Merkes, Bonn, Hindenburgstraße 87. Focke-Wulf A 17a „Möwe“. (Hierzu Tafel I.) Auf Grund der ausgedehnten Erfahrungen, die die Focke-Wulf Flugzeugbau A.-G., Bremen, mit ihren bekannten und erfolgreichen Kleinverkehrsflugzeugen gesammelt hat, ist das Großverkehrsflugzeug „Möwe“ entwickelt worden, das heute in zahlreichen Exemplaren von der Deutschen Luft-Hansa mit gutem Erfole auf In- und Aus- landsstrecken eingesetzt ist. Wiederum war für den Konstrukteur die Wirtschaftlichkeit, die in dem Luftverkehr eine so große Rolle spielt, bei der Durchbildung dieses Baumusters das oberste Leitmotiv, ohne jedoch etwa alle anderen Faktoren, die von einem modernen Ver- kehrsflugzeug gefordert werden müssen, zu vernachlässigen. Der hohe Wirtschaftlichkeitsgrad eines Verkehrsflugzeuges liest in seinem Ver- hältnis zwischen Motorleistung und Nutzlastaufnahme. Dieses ist bei der „Möwe“ überaus günstig selöst, so daß sie nicht allein zu den wirtschaftlichsten Maschinen im ganzen internationalen Luftverkehr zählt, sondern auch von allen bei der Deutschen Luft-Hansa in größe- rem Umfange fliegenden Typen die bisher absolut höchste Betriebswirt- schaftlichkeit erreichen Konnte. In konstruktiver Hinsicht hat man teilweise wieder auf die be- währte: Ausführung der Focke-Wulf-Kleinverkehrsflurzeuge zurück- vegriffen, teilweise ist man von ihr abzewichen, bedingt durch die erößeren Anforderungen, die an ein Großverkehrsflugzeug gestellt werden. Als Baustoffe kommen für die „Möwe“ in der Hauptsache Holz und Stahlrohr zur Anwendung. Diese Bauweise zsestattet vor allen Dinzen auch, dieses Flugzeug trotz seiner hohen Leistungsfähig- keit zu einem ebenfalls verhältnismäßig niedrigen Preis zu liefern. Abfederung der senk- rechten Fahrgestell- stützstrebe durch in der Flügelnase liegende Gummikabel bei der Focke-Wulf A 17 a Möwe, Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 89 Zum Antrieb dient der luftgekühlte Neunzylinder 480 PS Jupiter mit Getriebe, von dem sowohl die deutsche Lizenz Siemens & Halske wie auch die französische Gnöme & Rhöne Verwendung finden. Abmessungen und Leistungen: Spannweite 20 m, größte Länge 13 m, größte Höhe 4 m, Flügelinhalt 62,5 m?, Rüstgewicht 2450 kg, Zuladung 1550 kg, Gesamtflussgewicht 4000 ke, Flächenbelastung 64 ke/m?, Leistungsbelastung 8,3 keg/PS, Höchstgeschwindigkeit 201 km/St., Reisereschwindigkeit 175 km/St., Landegeschwindigkeit 00 km/St., Steigzeit für 1000 m 6,6 Min., Gipfelhöhe 5000 m, Aktions- vadius 800 km. Ein neues russisches Gleitboot. Von A. B. Scherschevsky, Berlin. Die großen Ausmaße der Wasserläufe und große Binnenseen — wie z. B. der Ladogasee bei Leningrad — gibt dem Wassertransport in der U. D.S. S.R. eine erhöhte Bedeutung. Nun ist aber wegen der kleinen Geschwindigkeiten — etwa 8--20 km/St. — des normalen Bin- nenwassertransportes der Eisenbahntransport, insbesondere Personen- transport, weit wirtschaftlicher. Auch sind bei weitem viele Binnen- wasserläufe so flach und versandet, daß selbst einfache Boote, ge- schweige Binnenschiffe normaler Bauart sie nicht befahren können. Und beide Forderungen, kleiner Tiefgang (0,7 bis 0,5 m) und große Geschwindigkeit, haben die Aufmerksamkeit der Russen schon seit jeher auf die Gleitboote gerichtet. Daß dabei als Antriebsmittel nur Luftschrauben in Betracht kommen, ist nach oben gesagtem natürlich klar. Das Gleitbootproblem wird in Rußland vom Ausschuß für Ganz- ınetallbau des Zentralen Aero-Hydrodynamischen Institutes (Leitung Prof. Dipl.-Ing. A. N. Tupolef und Dipl.-Ing. I. I. SSYDORIN) in Ar- beitsgemeinschaft mit dem Hydrodynamischen Ausschuß desselben In- stitutes (Leitung Dipl.-Ing. P. A. Walter und Prof. Dr. math. N. G. Tschentzoff) bearbeitet. Die Modellmessungen erfolgen im neuerbauten 500 m langen Froudeschen Schleppkanal des Z.A.H.I. Die Unter- suchungen des Z. A.H. I. zeigten die Möglichkeit der Erreichung größ- ter Geschwindiekeiten bis 160—180 km/St. und — unter gewissen Bedingungen — auch eine Wirtschaftlichkeit des Gleitboottransportes, zu welchen Ergebnissen auch der durch seine Untersuchungen über Luftschraubenschlitten bekannte Prof. Dr. math. Tschigitar Zagut der Neues russisches Ganzmetall- Gleitboot. Seite 90 „rTLUGSPORT“ Nr. 5 Universität Noworossijssk kam. Die Untersuchungen des Z.A.H.1. führten im wesentlichen zu folgenden Ergebnissen: 1. Anwendung der Ganzleichtmetallbauart mit Ausführung in glat- ten und gewellten Blechen. Verwendung finden geschlossene zu- sammengesetzte Profile; Verbindung erfolgt ausschließlich durch Nietung. 2. Stark gekielter Kreuzerbug mit guter Wellenbinderform, also kleinem Wellenwiderstand während des Austauchens. 3. Kleine Boote mit einer, größere Boote mit zwei Stufen. Erstere leichter trimmbar, zweite haben größere Längsstabilität. In Ruhe- lage kleiner positiver Different (also Hecklastigkeit), welcher sich im Laufe der Bewegung erhöht, um nach dem „Auf-die-Stufe- Kommen“ wieder kleiner zu werden. Das Boot fährt normal — im ausgetauchten Zustande — fast wagerecht. 4. Heck breit, im Spiegel nach unten flach in wagerechte Schneide - auslaufend. Stufe leicht gekielt (6—8° V-Form) mit S-förmigen Wellenbinderspanten, was dynamische Stabilität bei Bewegung erhöht. 5. Flugmotor mit Druckschraube über dem Spiegel angeordnet. Luftschraube durch breites Heck vor Spritzwasser und Gisclhıt geschützt. Seitenschutz der Schraube wie bei Luftschrauben- schlitten durch breite Duralrohrschutzbügel. 6. Wasser- und Luftruder — letzteres im Schraubenstrahl gelasert — kann als einzige Fläche arsoeführt werden. Das nach diesen Grundsätzen aus dem russischen Leichtmetall „Koltiugallumini“ (Duralumin-Abart der Koltiugino-Metallwerke) ge- baute dreisitzige — 3 offene Sitze, Führersitz vorne — Z.A.H.1.- A.N.T.-Gleitboot ist mit einem 7-Zylinder luftgekühlten 70-PS-Sie- mens-Sternmotor ausgerüstet (siehe Abb. 1). Das Boot kann eine Ge- schwindigkeit bis 120 km/St. erreichen und hat einen Fahrtbereich von rund 300 km. Nach Art der großen Luftschraubenschlittenprüffahrten organisiert der Ossoaviachim der U.D.S.S.R. im Sommer 1928 eine srößere Gleitbootprüffahrt auf folgender Strecke: Leningrad — Ischora — Schlüsselbure — Nowaia Ladoga — Lodeisskoje Pole — Wytegra — Beloserssk — Tscherepowetzk — Rybinsk — Jaroslawl — Pless — Kineschma — Nischnji Nowgorod — Murom — Rjasan — Kolomna — Moskau (Gesamtstrecke 2670 km). Diese Versuche sind Vorarbeiten zum Bau großer und größter Verkehrsgleitboote. Konstruktives und Praktisches über Triebwerksiragen. Von K. Saebisch, Nürnberg. Konstruktive Fehler in der Triebwerksanlage können viele Freude am Flugsport verderben. Sie können auch zur Katastrophe führen. Ich will deshalb die verschiedenen Triebwerksfiragen zusammen- hänzend beleuchten. Meine Ausführungen beziehen sich im Besonde- ren auf Leicht- und Kleinflugzeuge, wie sie für die Sportfliegerei in Frage kommen. Beim Entwurf der Maschine nimmt der Konstrukteur den Motor als gegebene Einheit an. Er ist dabei auf einige wenige marktgängige Typen angewiesen. Die Auswahl erfolgt im Allgemeinen nach den Ge- sichtspunkten Preiswürdigkeit, Betriebssicherheit und Gewicht. Ein weiteres als diese Auswahl bleibt dem Konstrukteur nicht übrig, denn im Gegensatz zur Automobil- und Motorradindustrie befaßt sich die Flugzeugindustrie überwiegend nicht mit der Entwicklung und Her- Nr.5 . „TLUGSPORT“ Seite 91 stellung der benötigten Motoren. Dies ist technisch und kaufmännisch begründet, entwicklungstechnisch aber von Nachteil. Die Tatsachen beweisen, daß die wenigen Firmen, welche ihre Motoren selbst bauen, die größten Erfolge haben. Der Entwurf der Triebwerksanlage wird nach der Wahl des Mo- tors am meisten beeinflußt durch die Berücksichtigung der Brandge- fahr. Sie bestimmt das Material des Motorfundaments und die Aus- bildung des ersten Spant des Rumpfes, die Motorverkleidung und die Lage von Brennstoffbehälter und Auspuff. Das Fundament, der Mo- torbock, wird leicht, billig, unverbrennbar und einfach herstellbar aus Stahlrohr, d. h. nahtlos gezogenem Mannesmannrohr gemacht. In der Konstruktion der Stahlrohrknotenpunkte begegnet man zwei verschie- denen Auffassungen. Bei der Stumpfschweißung läßt man das Haupt- rohr ungeschwächt durchgehen; die weiteren Rohre werden nach ein- ander ihrer Wichtigkeit entsprechend nach Anpassung des Rohrendes stumpf angeschweißt. Die andere Konstruktion bedient sich des kräfte- vermittelnden Knotenblechs, bezw. des Stegblechs. Knotenbleche werden in die entsprechend geschlitzten Rohrenden eingeschoben und verschweißt. Die freien Kanten des Knotenblechs werden in der Regel durch Abkanten eines 5 bis 10 mm breiten Zugabestreifens versteift. Stegbleche werden nachträglich in die Winkel, die die Rohre bilden, eingepaßt und durch einseitige Schweißung mit den Rohren verbun- den. In fast allen Fällen werden an den Schweißstellen kurze ‚Rohr- enden zur Verstärkung ein- oder überzeschoben, denn ein Festigkeits- verlust des Materials ist nicht zu vermeiden; er beträgt bei erstklas- siger Schweißung immerhin noch ca. 12 %. Konstruktiv ist die Knoten- punktentwicklung die beste, welche, ausgenommen am Rohrenden- rand, am weitestgehend Schweißung und andere Schwächungen am Rohrumfang vermeidet. Werkstattechnisch ist zu berücksichtigen, daß sich ein Rohr, mitten in seinem Verlauf einseitig geschweißt, stark ver- zieht. Durch Erwärmen des Rohres auf seinem ganzen Umfange kann dieser Nachteil vermindert werden. Ganz vermeiden läßt er sich nicht. Führt man den Motorbock am Rumpf abnehmbar aus, so wird man aus diesem Grunde praktisch die Anschlüsse durch Gewindebolzen ein- stellbar machen. Man vermeidet dadurch am besten ein gewaltsames Einpassen durch Hindrücken bei der Montage, wobei ganz erhebliche Zusatzspannungen auftreten können, die unter Umständen zur Herbei- führung eines Bruchs genügen, Die Motorbefestigung ist durch den Motor gegeben. Die Drei- punktaufhängung ist technisch die gesündeste. Wo sie am Motor nicht vorgesehen ist, läßt es vielleicht die Bauweise des Motors zu, ein-, zwei- oder mehrfach je zwei benachbarte Befestigungslöcher durch Motorbock für Leicht- Motorbock Motorbock für Reihenmotoren. motoren. für Sternmotoren. Dreipunktaufhängung Seite 92 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Laschen mit einander zu verbinden und diese Laschen dann als An- eriffspunkte für die Motorbefestigung auszubilden. Benutzt man dann noch zu diesen Laschen ein erschütterungsdämpfendes Nichtmetall, dann hat man ein ideales Motorfundament. Ein elastischer Puffer zur Einfügung zwischen Motor und Fundament ist dem Leichtflugzeugbau Klemm, Sindelfingen patentiert. Sternmotore mit zylindrischem Gehäuse verlangen in den meisten Fällen einen Motorbock, dessen Abschluß nach der Motorseite hin das sog. Motorschild ist, einem Blech, versehen mit einem Zentrierloch und den verschiedenen Löchern für die Motorbefestigungsbolzen. Letztere sind praktisch 1 bis 2 mm größer zu bohren, als die Befesti- gungsbolzen sind, um die Montage zu erleichtern. Das Schildblech ist durch Umbördelung des Blechrandes, durch aufgenietete Winkel oder durch Verschweißung mit einem Rohrkranz biegungssteif zu machen. Der Reihenmotor scheidet als Antrieb für Leicht- und Kleinflug- zeuge immer mehr aus. Als Fundament kämen auch hier Stahlrohr- holme im Dreiecksverband gegen den Rumpf abgestützt, in Frage. Auf den Rohren verschiebbar angeordnete Schellen ergeben die einfachste Auflage für die Motorpratzen. Auch hier müssen zwischengelegte Molz- oder Lederstücke für Schwingungsdämpfung sorgen. Die Schelle, die den Vorteil hat, sich der Lage besser anzupassen, schützt den Motor vor Pratzenbruch, eine bei Reihenmotoren oft beobachtete Erschei- nung. Um diese Gefahr weiter zu verringern, gibt man dem Motor- bock dadurch eine zewisse Elastizität, das man die Abstützstreben nicht an der Motorauflagestelle, sondern zwischen je zwei solcher Stellen angreifen läßt. Das vordere freitragende Holmende wird bei wassergekühlten Motoren gewöhnlich als Lagerung für den Kühler be- nutzt. (Fortsetzung folgt.) Ausschreibung des 10.Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1929. $ 1. Veranstalter, Zeit und Ort, Geschäftsstelle. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft veranstaltet mit Genehmigung des Deutschen Luftrates unter der sportlichen Führung der Südwestgruppe des Deutschen Lufi- fahrtverbandes e. V. und des Deutschen Modell- und Segelflugverbandes e. V. vom 18. Juli bis 1. August auf den Hängen und benachbarten Höhen der Wasser- kuppe einen internationalen Segelflugwettbewerb gemäß Art. 18 des Reglements der F.A.I. Dieser besteht aus einem Schulungswettbewerb für Gleitflieger, einem Uebungswettbewerb und einem Leistungswettbewerb für Segelilieger. Eine Verlängerung des Wettbewerbs sowie einzelner nicht ausgeflogener Preise über den Schlußtermin hinaus infolge von Gründen, die den ordnungsmäßi- ven Verlauf des Wettbewerbes gestört haben, behält sich der Veranstalter vor. Die Geschäftsstelle befindet sich in Frankfurt a. M., Schubertstraße 10, vom 10. Juli bis acht Tage nach dem Wettbewerb im Fliegerlager auf der Wasser- kuppe. $ 2. Name, Zweck und Ehrenschutz des Wettbewerbs. Die Veranstaltung führt den Namen 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1929 und steht unter dem Ehrenschutz der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt e.V. (W.G.L.). Die Veranstaltung soll der Förderung des Segelflugsportes und der Erforschung der Segelflugmöglichkeiten dienen. $ 3. Flugzeuge, Probeflüge. Der Wettbewerb ist offen für Flugzeuge ohne Motor. Die Bestimmungen über die Zulassung von Flugzeugen zum Schulungswett- bewerb werden im Nachtrag veröffentlicht. Die Entscheidung über die Zulassung zum Schulungswettbewerb gemäß dieser Festsetzung liegt in der Hand des Veranstalters. Der Veranstalter ist berechtigt, falls mehr als 70 Meldungen bei Nach- nennungsschluß vorliegen, die Zahl auf 70 herabzusetzen dadurch, daß die zuletzt angekommenen Nennungen von Flugzeugen zum Schulungswettbewerb abgelehnt werden. Nr. 5 | „FLUGSPORT“ Seite 93 Vom Bewerber selbstgebaute Schulflugzeuge haben den Vorrang vor all- deren. Ferner kann bei Nennung von mehr als 3 Flugzeugen eines Bewerbers zum Schulungswettbewerb diese Zahl auf 3 beschränkt werden. Die Flugzeuge müssen vor ihrer Zulassung Probeflüge erledigen, und zwar vor ihrer Zulassung zum Schulungswettbewerb einen Flug mit glatter Landung von mindestens 0,3 km Länge oder 30 Sek. Dauer, vor Zulassung zum Uebungs- und Leistungswettbewerb einen Flug von mindestens 60 Sekunden Dauer. Der Nachweis dieser Probeflüge ist durch eine Bescheinigung zu erbringen, die von cinem durch den Veranstalter ermächtigten Prüfer ausgestellt ist. Die Probeflüge können auch vom 15. bis 28. Juli auf der Wasserkuppe er- ledigt werden. Von nicht selbstgebauten Flugzeugen des Schulungswettbewerbes ımuß der Nachweis des Probefluges schon zugleich mit der Meldung eingereicht werden. Für die am Uebungs- und Leistungswettbewerb teilnehmenden Segelflugzeuge muß vor Eintritt in den Wettbewerb der Abschluß einer Haftpflichtversicherung nachgewiesen werden. $ 4. Bewerber, Meldungen. Der Eigentümer des Flugzeuges ist Bewerber. Die Meldung hat bei der Ge- schäftsstelle auf den vorgeschriebenen, von ihr erhältlichen Meldevordrucken für jedes Flugzeug gesondert durch den Bewerber oder dessen bevollmächtigten Vertreter bis zum 22. Juni 1929, 12 Uhr mittags, zu erfolgen. Eine Meldegebühr wird nicht erhoben. Nachmeldungen sind bis zum 29. Juni, 12 Uhr mittags, zulässig; sie unter- liegen einer Nachmeldegebühr von RM 25.—, die bis zum Nachmeldeschluß ein- gegangen sein muß und nicht zurückgezahlt wird. Die Nachmeldegebühren wer- den an die Luftfahrerstiftung abgeführt. Nach der Meldung erhält iedes Flugzeug eine Meldenummer, die während des Wettbewerbs von allen Seiten sichtbar aın Flugzeug angebracht sein muß. Vom Deutschen Luftrat oder von der F. A.]. Disqualifizierte werden weder als Bewerber noch als Flugzeugführer zugelassen. Sämtliche am Wettbewerb beteiligten Personen müssen sich bei Abgabe der Meldung zur Anerkennung der Ausschreibung und späterer, von dem Veranstalter oder dessen Beauftragten zu erlassender Bestimmungen verpflichten und gleichzeitig auf etwaige Eırtschädi- gungsansprüche aller Art gexen den Veranstalter und seine Beauftragten schrift- lich verzichten. Für Minderjährige oder unter Vormundschaft stehende Personen muß die Verzichtserklärung durch den gesetzlichen Vertreter erfolgen. Der Rechtsweg ist auch ausgeschlossen, wenn auf seiten des Veranstalters oder seiner Beauftragten Fahrlässigkeit vorliegt. $ 5. Baufestigkeit und Zulassungsprüfung. Die Baufestigkeit der Flugzeuge ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen, die durch einen der von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft im Benehmen mit der W.G.L. anerkannten Prüfer ausgestellt ist. Nur Flugzeuge, für die der Nachweis der Baufestigkeit erbracht ist, finden in den von dem Veranstalter errichteten Unterkunftsräumen Aufnahme. Die Baufestigkeitsprüfung muß am Bauort er- folgen und bis Nachmeldeschluß an die Geschäftsstelle der Veranstaltung einge- schickt sein; nähere Bestimmungen werden durch Bekanntgabe des Veranstalters mitgeteilt und sind von den Wettbewerbern genau zu befolgen. Vor der Teilnahme am Wettbewerb müssen die Flugzeuge dem Technischen Ausschuß (vgl. $ 11) zur Zulassungsprüfung vorgeführt werden. Hierzu sind fol- sende Unterlagen beizubringen: 1. Eine Baubeschreibung nach der bei der Geschäftsstelle erhältlichen Anwei- sung oder eine betreffende nationale Zulassung. " 2. Ein Satz unaufgezogener und auf der Rückseite gekennzeichneter Licht- bilder, die das Flugzeug in seinen Hauptansichten darstellen. 3. Die Bescheinigung über die Ablegung des Probefluges (vgl. $ 3). 4. Die Bescheinigung über den Nachweis der Baufestigkeit (s. oben). Die Unteriagen 1 und 2 sollen Berichten über den Wettbewerb als Grund- lage dienen. Wird ihre Veröffentlichung nicht gewünscht, so ist es besonders vorzuschreiben. Für Flugzeuge, welche nach einem bereits bewährten Typ ge- baut ‘sind, entfällt die Beibringung der Unterlagen der Ziffern 1 und 2. Ebenso entfällt für Flugzeuge, die bereits zu einem vom Deutschen Luftrat genehmigten Seite 94 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Wettbewerb zugelassen waren, die Beibringung der genannten Unterlagen, falls inzwischen keine wesentlichen Aenderungen vorgenommen worden sind. Beschädigungen oder Aenderungen eines zugelassenen Flugzeuges während des Wettbewerbes sind dem Technischen Ausschuß zu melden, der dann die Zu- lassung aufheben und eine erneute Flugzeugprüfung anordnen kann. Der Tech- nische Ausschuß ist auch berechtigt, eine schon ausgesprochene Zulassung zum Wettbewerb in Fällen offenbarer Luftuntüchtigkeit aufzuheben. Befestigungs- möglichkeiten eines Barographen und Raum für den Einbau müssen vorhanden sein. Barographen sind von den Bewerbern selbst mitzubringen. Zulassungsprüfungen finden in der Zeit vom 18. bis 27. Juli auf der Wasser- kuppe statt. $ 6. Führer. Die Flugzeuge dürfen im Wettbewerb nur von gemeldeten Führern geflogen werden. Für dasselbe Flugzeug können mehrere Führer gemeldet werden, jedoch muß schon bei Abgabe der Meldung zum Uebungs- und Leistungswettbewerb wenigstens ein Führer, der bereits im Besitze des Segelfliegerausweises C ist cder nachweislich diese Bedingungen erfüllt hat, namhaft ‚gemacht werden. Mit der Abgabe der Meldung zum Schulungswettbewerb müssen mindestens zwei Führer gemeldet werden, von denen. der eine den Gleitfliegerausweis B, der an- dere mindestens den Gleitfliegerausweis A besitzen muß, oder nachweislich die entsprechenden Bedingungen erfüllt hat. Dieselben Führer dürfen hierbei für nicht mehr als zwei Flugzeuge des Schulungswettbewerbes gemeldet werden. Der Eintritt in den Wettbewerb darf nur erfolgen, wenn diese vorgeschrie- benen Führer oder Ersatzführer, welche den gleichen Bedingungen entsprechen, anwesend sind. Zum Schulungswettbewerb sind’ Segelflieger mit dem Ausweis C und Motor- flieger, d. h. solche, die einen Alleinflug auf einem Motorflugzeug ausgeführt haben, nicht zugelassen. Die Führer im Schulungswettbewerb müssen im Be- sitze mindestens des Gleitfliegerausweises A sein oder nachweislich die ent- spr snde Bedingung erfüllt haben. . \ are welche Während des Wettbewerbes die Bedingungen der C-Prüfung erfüllt haben, können im Schulungswettbewerb verbleiben oder nachträglich zum Uebungs- und Leistungswettbewerb zugelassen werden; sie scheiden. aber in letzterem Fall aus dem Schulungswettbewerb aus. Die von solchen Führern "bis dahin im Schulungswettbewerb erzielten Flugleistungen behalten für die Preiszuerkennung ihre Gültigkeit. . Auf einen unter mehreren Führern dürfen im Schulungswettbewerb höchstens zwei Drittel aller gültigen Wettbewerbsflüge eines Flugzeuges entfallen; falls dieses Verhältnis überschritten wird, werden diese letzten Flüge außer einer etwa abgelegten C-Prüfung nicht mehr bewertet. Zum Uebungs- und Leistungswettbewerb sind nur Führer zugelassen, welche den Segelfliegerausweis GC besitzen oder nachweislich die entsprechende Be- dingung erfüllt haben. Vom Uebungswettbewerb sind die Führer ausgeschlossen, welche die Bedingungen des Ausweises C vor dem 1. Januar 1928 erfüllt ‚haben. Die zum Uebungswettbewerb gemeldeten Führer sind nicht gleichzeitig zum Leistungswetibewerb zugelassen; Uebertritt vom Uebungs- zum Leistungswett- bewerb ist möglich. Doch kommen in diesem Falle für die Preiszuerkennung im Uebungswettbewerb nur die bis zum Uebertritt in den Leistungswettbewerb er- zielten Leistungen in Betracht. Die Flüge des Uebungswettbewerbes finden auch keine Anrechnung auf den Leistungswettbewerb. . Für die Zulassung ausländischer Führer muß eine entsprechende ausländische Zulassung oder mangels einer solchen der Nachweis entsprechender Leistung er- bracht werden. Im Zweifelsfall entscheiden die auf der Wasserkuppe anwesen- -den Luftratsmitglieder. \ $ 7. Preise. A. Schulungswettbewerb. a) Allgemeine Bestimmungen: Vorbedingung Gleitfliegerausweis A oder B, Motorflieger nicht zugelassen. Für alle Flugzeuge des Schulungswettbewerbes ist die höchstzugelassene Windgeschwindigkeit 10 m/sec im Mittel. Wird diese Geschwindigkeit erreicht, so erfolgt Startschluß für den Schulungswettbewerb. Ausnahme unter b2 (Segel- flugübungspreis). . Nr. 5 „FLUGSPORT“ Seite 95 b) Preise: Gesamtpreissumme RM 5500.—. 1. Schulungspreis RM 3500.—. Eine Preissumme von RM 3500.— wird für die Förderung der Gleitflug- schulung während des Wettbewerbes ausgesetzt. Die Zuerkennung des Schu- lungspreises an 10 Flugzeuge erfolgt nach einer Punktwertung auf folgender Grundlage: a) Führerwertung: Werden außer den beiden nach $ 6 vorgeschriebenen Führern weitere Führer, die den allgemeinen Bestimmungen der Ausschreibung entsprechen, für ein Flug- zeug im Wettbewerb eingesetzt, von denen jeder mindestens zwei wertbare Wettbewerbsflüge auf diesem Flugzeuge ausführen muß, so erhält das Flugzeug für jeden dieser Führer 4 Gutpunkte. - b) Wertung für Gleit- und Segelflugprüfungen. Werden auf einem zugelassenen Flugzeug während des Schulungswett- bewerbes Führerprüfungen abgelegt, so erhält das Flugzeug folgende Gutpunkte: für eine Gleitfliegerprüfung A = 1 Gutpunkt, für eine Gleitfliegerprüfung B = 3 Gutpunkte, für eine Segelfliegerprüfung C = 6 Gutpunkte. c) Wertung der Flugdauer. Die Flugdauer auf einem Fluge wird in folgender Weise gewertet: ein Flug von 45 sec bis 59 sec Dauer = 1 Gvtpunkt, ein Flug von 60 sec bis 89 sec Dauer = 2 Gutpunkte, ein Flug von 90 sec und mehr = 3 Gutpunkte. Die Flugstrecke muß bei Flügen von 45 sec mindestens 500 m zwischen Start- und Landestelle, bei Flügen von 60 sec mindestens 700 m und bei Flügen von 90 sec und mehr mindestens 1000 m in gerader Entfernung betragen. Die Dauer- wertung entfällt für solche Flüge, die nach 1b und nach 1d gewertet werden. d) Wertung für Zielflüge. Für Flüge nach dem von der Sportleitung für ieden Flugtag ausgesetzten Ziele, das mit Umrundung einer auf halber Strecke Start—Ziel ausgesetzten Wendeflagge anzufliegen ist, erhält ein Flugzeug folgende Gutpunkte: bei einer Zielentfernung (gerade Strecke Starthaken—Zielflagge): bis u 2m 6 Gutpunkte, bis zu5m 5 Gutpunkte, bis zu 10 m 3 Gutpunkte, bis zu 15 m 2 Gutpunkte, bis zu 20 m 1 Gutpunkt. Jeder Zielflug ist als solcher besonders auf der Startkarte anzumelden. Er wertet für keine andere, Wertungsgruppe. . . . Der Schulungspreis wird unter. die ersten Flugzeuge (bis-zur Höchstzahl von 10) geteilt, welche gemäß der Punktwertunzen Ia—d die höchsten Wertungs- summen erreichen. Die Höhe der Preise errechnet sich nach dem Verhältnis der Wertungssummen. I TEN 2. Segelflugübungspreis RM 800.—. Der Preis von RM 800.— wird unter drei Flugzeuge geteilt, welche die größte Gesamtflugdauer auf beliebig vielen, mindestens aber fünf Flügen erreichen. Ge- wertet werden nur Flüge von mindestens 3 Minuten Dauer. Für den Schulungs- preis 1 werten diese Flüge nur als 90-sec-Flüge gemäß 1c unter der Voraus- setzung, daß die Bedingungen der daselbst geforderten Entfernung zwischen Start- und Landestelle gleichzeitig erfüllt ist. Wird ein Flug von mindestens 5 Minuten ausgeführt, durch den der Führer die C-Prüfung ablegt, so wertet dieser Flug gleichzeitig im Schulungspreis gemäß 1b. Die allgemeine Bestimmung des Schulungswettbewerbes über die obere Grenze der Mindestgeschwindigkeit kann, sofern es der Verlauf des Wettbewerbes erwünscht macht, von der Sportleitung nach Anhören der technischen Kommission für Flugzeuge, die um diesen Preis starten, aufgehoben werden. In diesem Falle entfällt aber jede Flugleistungswer- tung für den Schulungspreis 1. Die Preise werden im Verhältnis der erzielten Gesamtflugsdauer verteilt. 3. Sondeıpreise 1200 RM. 1200 RM stehen der Sportleitung zur Verfügung zur Ausschreibung beson- derer Tagespreise während der Dauer des Rhönsegelflugwettbewerbes. Diese Seite 96 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Ausschreibungen bedürfen der Genehmigung des Deutschen Luftrates gemäß den „Vorschriften für den Flugsport“ Art. III/9 letzter Absatz. B. Uebungswettbewerb. a) Vorbedingung: Segelfliegerausweis C nach dem 1. Januar 1927. b) Preise: Gesamtpreissumme RM 4500.— 1. Preise für die größte Gesamtflugdauer 1800 RM Die Preissumme von 1800 RM wird denienisen 3 Flugzeugen zugesprochen, welche auf beliebig vielen, mindestens aber je 2 Flügen die größte Gesamtflug- dauer im Uebungswettbewerb erreichen. Gewertet werden nur Flüse von min- destens 60 Minuten Dauer. Die Zuerkennung der 3 Preise erfolgt im Verhältnis der Gesamtflugdauer. _ 2. Preise für die größte Höhensumme RM 1500.— Die Preissumme von 1500 RM wird unter diejenigen 3 Flugzeuge geteilt, weiche auf beliebig vielen, mindestens aber je 3 Flügen die größte Höhensumme erreichen. Als Höhe wertet die maximale Flughöhe über der Startstelle. Ge- wertet werden nur. Flüge von mindestens 50 m Höhe über Startstelle und 15 Mi- nuten Dauer. Als Startstellen sind für diesen Preis der Weltenseglerhang und Pelznerhang ausgeschlossen. Die Zuerkennung der 3 Preise erfolgt im Verhältnis der erreichten Flöhen- summen. 3. Sonderpreise RM 1200.— 1200 RM stehen der Sportleitung zur Verfügung zur Ausschreibung beson- derer Tagespreise während der Dauer des Rhönsegelflugwettbewerbs. Diese Ausschreibungen bedürfen der Genehmigung des Lutfrates gemäß den „Vorschriften für den Flugsport“ Art. III/9 letzter Absatz. C. Leistungswettbewerb. a) Vorbedingung Segelfliegerausweis C b) Preise: Gesamtpreissumme RM 8000.— 1. Fernsegelflugpreis RM 2500. — Der Preis wird demjenigen Flugzeug zugesprochen, welches die größte Flug- strecke im ununterbrochenen Fluge mindestens aber 60 km, gemessen im Grund- riß der Luftlinie zwischen Start- und Landestelle, zurücklegt. Haben mehrere Flugzeuge die Mindestbedingung erfüllt, so erfolgt die Zuteilung des Preises im Verhältnis der Streckenleistung an die beiden Flugzeuge, welche die größten Flugstrecken zurückgelegt haben. 2. Fernzielflugpreis RM 2000.— 2 Preise von je 1000 RM werden denjenigen Flugzeugen zugesprochen, welche als erste ein vor dem Fluge der Sportleitung anzugebendes Ziel überfliegen und nach der Wasserkuppe ohne Zwischenlandung zurückfliegen.; Das von den Be- werbern zu wählende Ziel muß in Sicht der Wasserkuppe und in mindestens 10 km Entfernung von der Startstelle, gemessen im Grundriß der Luftlinie, und in mindestens 5 km Entfernung von jedem von einem anderen Bewerber gewähl- ten Ziele liegen. Die Landung auf-der Wasserkuppe muß oberhalb der Höhenlinie 800 m und im Umkreis von höchstens 1000 m Radius von der Startstelle erfolgen. Für einen Flug darf jeweils nur ein Ziel angegeben werden. Das gleiche Ziel darf nach erfolgter Erfüllung der Ausschreibungsbedingungen durch einen Bewerber von einem anderen Flugzeug nicht wieder angeflogen werden. Wird die Be- dingeung nur von einem Flugzeug erfüllt, so erhält dies einen Preis von 1500 RM, während der Restbetrag für Anerkennungsprämien im Leistungswettbewerb Ver- wendung findet. 3. Streckenforschungspreis RM 2000.— Gefordert werden Flüge von mindestens 25 km Strecke, gemessen im Grund- riß der Luftlinie” zwischen Start- und Landestellen nach vorgeschriebenen Rich- tungen und zwar von der Wasserkuppe aus in Richtung: “Bad Brückenau (Südwest-Richtung), Bad Kissingen (Süd-Richtung), Neustadt a. Saale (Südost-Richtung), Berg Geba (Ost-Nordost-Richtung), Appelsberg — Eiterfeld (Nordwest-Richtung). Erfolgt die Landung in einer Entfernung unter 30 km, so muß der Lande- platz innerhalb des Raumes liegen, der eingeschlossen wird: von der geraden Nr. 5 „FLUGSPORT"“ Seite 97 Linie Wasserkuppe (Trigonometrischer Punkt) nach einem der angegebenen Richtungsorte und dem freien Schenkel eines Winkels von je 20 Grad beider- seits der: Richtungslinie. Bei Entfernungen von mehr als 30 km darf dieser Winkelraum beiderseits der Richtungslinie ie 30 Grad betragen. Der Preis wird denjenigen 3 Flugzeugen zugesprochen, welche die größte Gesamtflugstrecke auf verschiedenen, mindestens aber 2 Richtungsflügen er- reichen. Die Preissumme wird unter die 3 Flugzeuge zeteilt im Verhältnis der er- reichten Streckensummen. Die Reihenfolge der zu wählenden Richtungen ist dem Bewerber freigesteilt, jedoch muß die Richtung vor dem Start der Sportleitung vsemeldet werden. Dieselbe Richtung wertet für jedes Flugzeug nur einmal. Der Fernsegelflugpreis ($ 7 C1) kann mit dem Streckenforschungspreis nicht durch denselben Flug gewonnen werden. 4. Sonderpreise RM 1500.— RM 1500.— werden der Sportleitung zur Ausschreibung von Tagespreisen während der Dauer des Wettbewerbes zur Verfügung gestellt. Diese Ausschrei- bunzen bedürfen der Genehmigung des Deutschen Luftrates gemäß den „Vor- schriften für den Flugsport“ Art. III/9 letzter Absatz. D. Preisreserve. Für Schulungs-, Uebungs- und Leistungswettbewerb stehen dem Preisgericht insgesamt weitere 2000 RM zur Verteilung von Prämien nach eigenem Ermessen zur Verfügung. E. Erinnerungsmedaillen. Die zum Wettbewerb zugelassenen Bewerber erhalten, sofern die gemeldeten Flugzeuge Flugleistungen gezeigt haben, eine Erinnerungsmedaille. $ 8. Oberleitung. Die Oberleitung besteht aus dem von dem Vorsitzenden der Rhön-Rositten- Gesellschaft ernannten Vorsitzenden, dem Vorsitzenden des technischen Aus- schusses und der Sportleitung oder ihren Vertretern und dem (Geschäftsführer. Sie steht an der Spitze der Veranstaltung und übt während des Wettbewerbes die Rechte und Pflichten des Veranstalters aus, regelt die Besetzung oder Er- eänzung der Ausschüsse und vermittelt zwischen ihnen, $ 9. Preisgericht. Das Preisgericht urteilt auf Grund der von der Sportleitung (vergl. $:10)*, dem Meßausschuß (vergl. $ 12) gesammelten Flug- und Prüfungsergebnisse mit einfacher Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Das Preisgericht tritt einen Tag vor Schluß des Wettbewerbs zusammen und entscheidet am Tage nach Schluß desselben. Bei Verlängerung einzelner nicht ausgeflogener Wettbewerbe über den Wettbewerb hinaus tritt das Preisgericht im Bedarisfalle spätestens innerhalb 8 Tagen nach Ablauf des neuen Schlußtermins zusammen. In diesem Falle ist auch schrittliche Rundfrage bei den einzelnen Mitgliedern des Preisgerichtes durch den Vorsitzenden zulässig. Das Preisgericht ist befugt, nicht gewonnene Preise für kommende Veranstaltungen zurückzustellen oder Teilbeträge als Anerkennungs- prämien zu verteilen. Gesen die Entscheidung des Preisgerichts gibt es eine Berufung an .den Deutschen Luftrat, die unter Beifügung eines Betrages von RM 50.— innerhalb 10 Tagen nach Bekanntgabe der Preisgerichtsentscheidung bei der Geschäftsstelle des Deutschen Luftrats, Berlin W 35, Blumeshof 17, eingegangen sein muß. Der Betrag wird zurückgezahlt, wenn die Berufung für begründet erachtet wird, im anderen Falle verfällt er der Luftfahrerstiftung. Berufung kann nur ein Bewerber einlegen, der sich durch das Urteil des Preisgerichtes geschädigt glaubt. $ 10. Sportleitung, Sportgehilfen. Die Sportleitune sorgt für die sportliche Durchführung des Wettbewerbs. Der jeweilige „Sportleiter vom Dieust“ trägt die Verantwortung für den sport- lichen Wettbewerbsverlauf. Seinen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. Dem ‚„Sportleiter vom Dienst“ stehen Sportgehilfen und Meßtrupps zur Seite. Die Sportleitung gibt eine Flugordnung und in Gemeinschaft mit dem Technischen Ausschuß, dem Meßausschuß und dem Wetterdienstausschuß eine Flugprüfungs- ordnung durch Aushang im Fliegerlager bekannt. * dem technischen Ausschuß (vergl. $ 11) Seite 98 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Die Flugergebnisse werden fortlaufend durch Aushang bekanntgegeben. Ein- sprüche hiergegen sind innerhalb 24 Stunden bei der Sportleitung schriftlich vor- zulegen. Die ausgehängten Flugergebnisse sind maßgebend für die Flügbewertung. $ 11. Technischer Ausschuß. Der Technische Ausschuß führt die Flugzeugzulassungsprüfungen (vergl. $ 5) durch und entscheidet bei Beschädigungen von Flugzeugen und bei offenbarer Luftuntüchtigkeit (vergl. $ 5 Abs. 4) über ihre weitere Zulassung zum Wett- bewerb endgültig. . $ 12. Meßausschuß. Der Meßausschuß führt die Vermessung und Auswertung der Flüge durch: er gibt in Gemeinschaft mit der Sportieitung eine Vermessungsordnung heraus, die das anzuwendende Meßverfahren festlegt und den Dienst der einzelnen Trupps regelt. Der Meßausschuß übernimmt die Kontrolle der Barographen und führt die Meldung der Bodenwindverhältnisse beim Start durch. Der Meßausschuß hat die Flugergebnisse innerhalb eines Tages, spätestens bis zum nächsten Vor- mittax ausgewertet der Sportleitung mitzuteilen. Der Vorsitzende des Meß- ausschusses ist für ordnungsgemäße Durchführung der Meßmethoden und ihre Auswertung verantwortlich. Auf jedem Flug des Uebungs- und Leistungs- wettbewerbs muß ein Barograph mitgeführt werden, für dessen rechtzeitigen Einbau der Bewerber Sorge zu tragen hat. Vernachlässigung dieser Vorschrift kann die Wertung des Fluges ausschließen. $ 13. Wetterdienstausschuß. Der Wetterdienstausschuß regelt den täglichen Wettervorhersagedienst und die Durchführung aerologischer Messungen. Er gibt täglich vor- und nachmittags einen Wetterbericht durch Aushang im Fliegerlager bekannt. $ 14. Organisationsausschuß. Die Unterkunft der Flugzeuge, der Wettbewerbsteilnehmer und der Organe der Veranstaltung obliest der Verwaltung der Rhön-Rositten-Gesellschaft. Diese sorgt auch für die gemeinsame Verpflegung im Fliegerlager und ist für alle son- stigen wirtschaftlichen Fragen des Wettbewerbs zuständig. Die Vertretung der Verwaltung in der Oberleitung erfolgt durch den Geschäftsführer der Rhön- Rositten-Gesellschaft. $ 15. Ordnungsdienst. Der Ordnungsdienst während des Flugbetriebs und im Lager, sowie die Regelung des Verkehrs obliegt dem Führer der Polizeiflugwache, der im Einver- ständnis mit der Oberleitung arbeitet. Auf Grund polizeilicher Maßnahmen, durch die ein Teilnehmer im Wettbewerb in seiner Leistung behindert wird, können Ansprüche an den Veranstalter nicht gestellt werden. 8 16. Verschiedenes. Die Zusammensetzung des Preisgerichts, der Oberleitung und der Ausschüsse wird vor Nachmeldeschluß veröffentlicht. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Aenderungen und Ergänzungen dieser Ausschreibung zu beschließen, die der Genehmigung des Luftrats, während des Wettbewerbs der Genehmigung der alıf der Wasserkuppe anwesenden Luftratsmitglieder bedürfen, und ihren Be- stimmungen Auslegung zu geben. Aus einem Ausfall des Wettbewerbs infolge von Umständen, für die den Veranstalter kein Verschulden trifft, können An- sprüche gegen den Veranstalter nicht geltend gemacht werden. Ueber eine etwaige Notwendigkeit des Ausfallens des Wettbewerbs entscheidet der Luftrat. Alle in dieser Ausschreibung vorgesehenen späteren öffentlichen und sonstigen Bekanntmachungen erfolgen in den Zeitschriften „Luftschau“ und „Flugsport“. Frankfurt a. M., im Februar 1929 Rhön-Rositten-Gesellschaft e. V. gez. Kotzenberg Flug-Rundschau. Inland. Fallschirmversuchsberichte der DVL. Die in Nr. 1 des „Flugsport“ vom 9. Januar 1929 an dieser Stelle abgedruckten Berichte der DVL über Versuche mit Fallschirmen: a) der Bauart Heinecke, b) der Bauart Thörnblad, sind nicht auf Veranlassung der DVL, sondern auf Veranlassung der Firmen Schröder & Co. für „Heinecke“ und der Deutschen Fallschirm-Gesellschaft für „Thörnblad“ ver- öffentlicht worden. „Flugsport“ Organ der Flugzeugfabrikanten und des Modell- und Segelflugverbandes 1929. Tafel Focke-Wulf A 17a „Möwe" {N _ N 3250 1820 _ 2280 Yordere Kabinenwand 14030 | Gonachreumkor 400:500 | | | | | | | | Pastravmlur %00:680 Sn ZZ Yerackraumtur fE02 1800 Jephich“s ArımS 1000 füherraumtir # BD) We -n - nt AG N U Hinlere kabinsnzard N BVAEE IN Sepachraumlür f09x300 & \ #C-Raumlör 300-1480 Spannweite . Größte Länge . Größte Höhe Flügelinhalt . Rüstgewicht. Zuladung . oo. Gesamtfluggewicht Flächenbelastung . Leistungsbelastung . Höchstgeschwindigkeit. Reisegeschwindigkeit Landegeschwindigkeit . Steigzeit für 1000 m Gipfelhöhe Aktionsradius --4-- — oa Pau f 62,5 m’ . 2450 kg . 1550 kg . 4000 kg 64 kg/m? 8,3 ke/PS 201 km/St. 175 km/St. 90 km/St. 6,6 Min. . 5000 m 800 km m RE RE EZ ST 4 1 | 4320 LPOOD Seite 98 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Die Flugergebnisse werden fortlaufend durch Aushang bekanntgegeben. Ein- sprüche hiergegen sind innerhalb 24 Stunden bei der Sportleitung schriftlich vor- zulegen. Die ausgehängten Flugergebnisse sind maßgebend für die Flügbewertung. $ 11. Technischer Ausschuß. Der Technische Ausschuß führt die Flugzeugzulassungsprüfungen (vergl. $ 5) durch und entscheidet bei Beschädigungen von Flugzeugen und bei offenbarer Luftuntüchtigkeit (vergl. $ 5 Abs. 4) über ihre weitere Zulassung zum Wett- bewerb endgültig. 8 12. Meßausschuß. Der Meßausschuß führt die Vermessung und Auswertung der Flüge durch: er gibt in Gemeinschaft mit der Sportleitung eine Vermessungsordnung heraus, die das anzuwendende Meßverfahren festlegt und den Dienst der einzelnen Trupps regelt. Der Meßausschuß übernimmt die Kontrolle der Barographen und führt die Meldung der Bodenwindverhältnisse beim Start durch. Der Meßausschuß hat die Flugergebnisse innerhalb eines Tages, spätestens bis zum nächsten Vor- mittax ausgewertet der Sportleitung mitzuteilen. Der Vorsitzende des Meß- ausschusses ist für ordnungsgemäße Durchführung der Meßmethoden und ihre Auswertung verantwortlich. Auf iedem Flug des Uebungs- und Leistungs- wettbewerbs muß ein Barograph mitgeführt werden, für dessen rechtzeitigen Finbau der Bewerber Sorge zu tragen hat. Vernachlässigung dieser Vorschrift kann die Wertung des Fluges ausschließen. $ 13. Wetterdienstausschuß. Der Wetterdienstausschuß regelt den täglichen Wettervorhersagedienst und die Durchführung aerologischer Messungen. Er gibt täglich vor- und nachmittags einen Wetterbericht durch Aushang im Fliegerlager bekannt. 8 14. Organisationsausschuß. Die Unterkunft der Flugzeuge, der Wettbewerbsteilnehmer und der Organe der Veranstaltung obliegt der Veıwaltung der Rhön-Rositten-Gesellschaft. Diese sorgt auch für die gemeinsame Verpflegung im Fliegerlager und ist für alle son- stigen wirtschaftlichen Fragen des Wettbewerbs zuständig. Die Vertretung der Verwaltung in der Oberleitung erfolgt durch den Geschäftsführer der Rhön- Rositten-Gesellschaft. $ 15. Ordnungsdienst. Der Ordnungsdienst während des Flugbetriebs und im Lager, sowie die Regelung des Verkehrs obliegt dem Führer der Polizeiflugwache, der im Einver- ständnis mit der Oberleitung arbeitet. Auf Grund polizeilicher Maßnahmen, durch die ein Teilnehmer im Wettbewerb in seiner Leistung behindert wird, können Ansprüche an den Veranstalter nicht gestellt werden. & 16. Verschiedenes. Die, Zusammensetzung des Preisgerichts, der Oberleitung und der Ausschüsse wird vor Nachmeldeschluß veröffentlicht. Der ‘Veranstalter behält sich. das Recht vor, Aenderungen und Ergänzungen dieser Ausschreibung zu beschließen, die der Genehmigung des Luftrats, während des Wettbewerbs der Genehmigung der aiıf der Wasserkuppe anwesenden Luftratsmitglieder bedürfen, und ihren Be- stimmungen Auslegung zu geben. Aus einem Ausfall des Wettbewerbs infolge von Umständen, für die den Veranstalter kein Verschulden trifft, können An- sprüche gegen den Veranstalter nicht geltend gemacht werden. Ueber eine etwaige Notwendigkeit des Ausfallens des Wettbewerbs entscheidet der Luftrat. Alle in dieser Ausschreibung vorgesehenen späteren öffentlichen und sonstigen Bekanntmachungen erfolgen in den Zeitschriften „Luftschau“ und „Flugsport“. Frankfurt a. M., im Februar 1929 Rhön-Rositten-Gesellschaft e. V. zez. Kotzenberg Flug-Rundschau. Inland. Fallschirmversuchsberichte der DVL. Die in Nr. 1 des „Flugsport“ vom 9. Januar 1929 an dieser Stelle abgedruckten Berichte der DVL über Versuche mit Fallschirmen: a) der Bauart Heinecke, b) der Bauart Thörnblad, sind nicht auf Veranlassung der DVL, sondern auf Veranlassung der Firmen Schröder & Co. für „Heinecke“ und der Deutschen Fallschirm-Gesellschaft für „Thörnblad“ ver- öffentlicht worden. Nr. 5 „FLUGSPORT“ | Seite 99 Otto Merkel, Direktor und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Luft-Hansa, feierte am 23. Febr. seinen 50. Geburtstag. Als Sohn eines Generalkonsuls in Bremen geboren, wandte er sich nach Besuch des Gymnasiums der kauf- männischen Laufbahn zu. Die in den Hansestädten üblichen Lehr- und Wan- deriahre brachten ihn in besonders enge Verbindung mit dem Wirtschaftsleben Deutschlands und der Vereinigten Staa- ten, and er betrieb in jenen Jahren hauptsächlich den Austausch von In- dustrieprodukten beider Länder. Schon 1907 kam er in Berührung mit der Luft- fahrt anläßlich der Gründung der ersten Wright-Gesellschaft. Mit Kriegsausbruch, der ihn in den Vereinigten Staaten über- raschte, gab er seine geschäftliche Betä- tigung auf und widmete sich als schrift- führendes Präsidualmitglied des Deut- schen Akademikerbundes (German Uni- versity League) der Förderung des deut- schen Gedankens. Dabei unterhielt er Beziehungen zu den amerikanischen Uni- versitätskreisen und konnte auch z. B., als die Einführung deutscher Bücher in Amerika durch die Blockade unmöglich Otto Merkel. . wurde, Neudrucke volkstümlicher Bücher unterstützen. 1919, kurz vor Friedens- schluß, kehrte er in die Heimat zurück. Von 1919 — 1922 stellte er sich dem Deutschen Roten Kreuz zum Ausbau der Amerika- und Auslandshilfe zur Ver- fügung, blieb aber auch in diesen Jahren in enger Fühlung mit der Luftfahrt und wurde 1923 in die Leitung des Deutschen Aero Lloyd berufen. Seit der Grün- dung der Deutschen Lufthansa 1926 ist er als das kaufmännische Vorstandsmit- glied dieser Gesellschaft tätig und war u. a. deutscher Delegierter auf der großen internationalen Luftfahrtkonferenz im Dezember vorigen Jahres in Washington. Wenn heute der deutsche Luftverkehr unleugbar einen starken Aufschwung ge- nommen und Weltgeltung erlangt hat, so darf Direktor Otto Merkel ein gutes Teil dieser Erfolge für sich buchen und man kann nur wünschen, daß die Ar- beitskraft und das Geschick eines so ausgezeichneten Wirtschaftlers noch recht lange der deutschen Handelsluftfahrt erhalten bleiben möge. „Ostpreußenilug 1928/29“ Bisheriges Ergebnis der „Technischen Leistungsprüfung‘‘ — Vor dem Streckenflug. Der erste Teil dieses vom „Deutschen Luftfahrt-Verband‘“ unter Mitwirkung der Gruppe Ost veranstalteten „Ostpreußenfluges 1928/29“ findet jetzt vor der „Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt“ in Berlin-Adlershof seinen Abschluß. In dieser „Technischen Leistungsprüfung‘“ sollen neben der Feststellung, ob das betreffende Flugzeugmuster (bis 400 kg Rüstgewicht) lufttüchtig ist, also amtlich zugelassen werden kann, auch die Größen gemessen werden, die einer Bewertung der Sicherheit, Nützlichkeit und Wirtschaftlichkeit dienen. Sämtliche geforderten Mindestleistungen erfüllten bisher die Bewerber Theo Creneiß auf B.F.W. „M 23 c“ (60 PS Armstrong Siddeley Genet) und der Jungfiieger Dipl.-Ing. Lusser auf Klemm „L 25 I“ (40 PS Salınson A. D. 9). Diese beiden Teilnehmer sind in verschiedenen Bedingungen einander gleich, z. B. Zuladung (200 kg), Höhe (4800 m) bei nahezu gleichem Brenstoffverbrauch. Das Klemm-Flugzeuz zeichnet sich durch günstigere Landegeschwindigkeit, einen besseren Gleitwinkel und größeren Flugbereich aus, das Flugzeug der Bayerischen Flugzeugwerke dazegen durch eine höhere Größtgeschwindiekeit und geringeres Rüstsgewicht. Es bleibt zu hoffen, daß auch das sorgfältige und schnittige Baumuster „D 18“ der Aka- demischen Fliegergruppe Darmstadt, nachdem es unter dem Jungflieger Voigt den Nachweis der für die „Technische Leistungsprüfung“ vorgeschriebenen Nor- malanforderungen erbracht hat, ebenfalls am Streckenflug teilnehmen wird. Seite 100 „FLUGSPORT“ Nr. 5 Trotz guter Flugeigenschaften mußten infolge Nichterfüllung einer Mindestleistung einige Bewerber ausscheiden; es muß jedoch gesagt werden, daß es sich hierbei trotzdem um Neuschöpfungen beachtenswerter Gebrauchsflugzeuge handelt. Zu dem am Sonntag, den 3. März, vom Flughafen Königsberg-Devau beginnenden Streckenflug werden nur solche Flugzeuge zugelassen, deren Muster die „Tech- nische Leistungsprüfung‘‘ erfogreich erledigten. Bei diesem bei Winterkälte durchgeführten Wettrennen mit Vorgabe ist demnach mit einer Beteiligung von 4-5 Maschinen zu rechnen; Maschinen der 10000 Mark-Klasse, die kein Spiel- zeug mehr sind, sondern durch ihre Qualitätsarbeit zur Erzielung der Wirtschaft- lichkeit erheblich mit beitragen. Die Länge jeder der 3 Tagesstrecken beträgt durchschnittlich 430 km, Ausgangs- und Endpunkt ist jedesmal Königsberg. Zwangslandungen sind vorgesehen in: Marienburg und Allenstein (1. Tag), Allen- stein und Danzig (2. Tag) und Tilsit, Insterburg, Elbing (3. Tag). Von den ins- gesamt RM 100 000.— zur Verfügung stehenden Preisen werden RM 25 000.— als Streckengelder für den Streckenflug ausgesetzt. Diese Summe wird im Ver- hältnis der beurkundet zurückgelegten Kilometer verteilt: Die Entschädigung, die auf ein Flugzeug entfällt, darf jedoch RM 2500.—, d. h. die entstandenen Kosten nicht überschreiten. Es geht hierbei also lediglich um die Ehre! Erster Flug mit Schwerölmotor. Flugzeugführer Zimmermann startete am 4. Febr. mit G 24 versuchsweise ausgerüstet mit einem Schwerölmotor. Die Maschine ging glatt nach kurzem Anlauf vom Boden weg in die Luft. Zimmermann steuerte in der Richtung nach Dessau und umkreiste die Villa Junkers mehrere Male. Darauf schlug er die Richtung des Flugfeldes ein und setzte den Apparat sanft auf die Erde. Der Flug hat 10 Min. gedauert und ist ausgezeichnet gelungen; er hätte beliebig weiter ausgedehn‘ werden können. Da aber der Motor noch nicht völlig umkleidet war, zog Zimmerman es vor, den Flug abzubrechen. Die Leistung des Junkers Oelflugmotors beträgt etwa 700 PS bei einem Gewicht von ca. 800 kg, woraus sich ein „Einheitsgewicht““ von rund 1,8 kg.pro PS ergibt, — für einen Dieselmotor ein außerordentlich niedriger Wert. Der Motor arbeitet im Zwei- takt nach dem bekannten Junkerschen Doppelkolben-System, bei dem sich in einem beiderseits offenen Zylinder zwei gegenläufige Kolben bewegen. Diese Bauart ermöglicht nicht nur einen sehr guten Ausgleich der schwingenden Mas- sen, sondern erübrigt auch infolge des Zweitaktverfahrens die Verwendung aller Ventile, wodurch sich eine weitere bedeutende Vereinfachung des Motoraufibaus ergibt. An Stelle der Ventile sind Schlitze in der Zylinderwandung angeordnet, die von den beiden Kolben geöffnet und geschlossen werden. Selbstverständlich arbeitet der Motor „kompressorlos“. Eine kleine Pumpe spritzt den Brennstoff unter dem hohen Druck unmittelbar in den zwischen den Kolben liegenden schei- benförmigen Verbrennungsraum. Ein Flug mit 2 angehängten Flugzeugen wurde am 27. Febr. von den Raab und Katzenstein-Werken in Kassel ausgeführt. In 450 m Höhe wurden die An- hänger abgekuppelt, sie landeten dann im Gleitfluge. Ausland. 12870 m Höhe erreichten die amerik. Flieger Leut. Johnson und Kap. Stevens bei einem Fluge vom Flugplatz Wrightfield aus, der Höhenrekord steht auf 12678 m. Ihre Leistung kann aber nicht als Weltrekord anerkannt werden, da nach den Bestimmungen Start und Landung auf demselben Flugplatz erfolgen müssen, während die beiden Flieger auf dem Flugplatze Northonfield landeten. Die Preisträger der nationalen Trophäen der Intern. Fliegerliga für das Jahr 1928 sind in der Hauptausschußsitzung unter dem jVorsitz des Präsidenten Clifford Harmon festgestellt worden. Für Deutschland erhielt die Trophäe Herm. Köhl. Die Trophäe für Luftschiffahrt für 1928 ist Dr. Hugo Eckener zugesprochen worden. Dann wurde die Abstimmung über die Auswahl des besten Fliegers der Welt für 1928 vorgenommen. Mit zwei Stimmen Mehrheit wurde der italienische Preisträger Oberst Arturo Ferrarin für das Jahr 1928 zum besten Flieger der Welt erklärt. Der Ausschuß hat ferner entsprechend verschiedenen Wünschen Ehrenmedaillen den Beobachtern und Passagieren verliehen, die an den Flügen teilgenommen haben, die die Auswahl ihres Führers als Preisträger für 1928 zum Anlaß hatten. So wurden derartige Ehrenmedaillen Freiherrn v. Hünefeld und Major Fitzmaurice verliehen, Nr.5 „FLUGSPORT“ Seite 101 en | „Question Mark“, das dreimotorige Fokker-Flugzeug während des 150-Std.-Fluges, wird mit Betriebsstoff versorgt. (Vergl. „Flugsport“ Nr. 2, 1929, S. 30.) In der neuen spanischen Einheits-Luitverkehrsgesellschaft wird außer spani- schen Industrie- und Finanzkreisen voraussichtlich die der deutschen Lufthansa be- freundete Iberia Compania Acria de Transportes S. A. und die den Junkers Flugzeugwerken A.-G. nahestehende Compania Union Acra Espagnola zu gleichen Teilen vertreten sein. Die Gesellschaft wird die Bezeichnung „Konzessionariade Linea Aeria Subventionertas S. A. (Klassa)“ tragen. Ein Flugiest in Sevilla wird im Juni dieses Jahres veranstaltet. Das Pro- gramm besteht u.a. aus einem Rennen für Militärflugzeuge auf der Strecke Se- villa—Cordoba—Andujar— Jaen—Granada—Motril—Malaga—Tarifa—J erez—Huel- va—Aracena— Sevilla. Preise: Pes. 1000.— für den Piloten und 500.— für den Mechaniker, außerdem Kunstgegenstände. Für Zivilflugzeuge: 1. Pokal von Se- villa, Rund um Andalusien. Strecke: Sevilla—Cordoba—Granada—Malaga—Sc- villa. Preise: Pes. 10 500.— und 2 Pokale. 2. Pokal der Ausstellung. Genauigkeits- fliegen. Pes. 3000.— und 2 Pokale. 3. Pokal von Tablada, Kunstflug. Pes. 3000.— und 2 Pokale. 4. Flug mit Passagierinnen: Sevilla—Jerez—Utrera— Sevilla. Preise: 2 Pokale für die Piloten und 2 Schmuckgegenstände für die Begleiterinnen. Unterricht. An der Ingenieurschule Altenburg in Thüringen bestanden im Herbste 1928 in den Abteilungen für Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobil- und Flugzeug- bau etwa 100 Studierende die Ingenieurprüfung. Die Anstalt verfügt über best- bewährte Lehrkräfte und mustergültige Laboratorien, die auch im Laufe des letz- ter Semesters weiter ausgebaut werden. — Allen Interessenten wird der kosten- freie Bezug des illustrierten Prospektes über das 33. Schuljahr empfohlen. Literatur. (Die hier besprochenen’Bücher können durch uns bezogen werden.)' Handbuch für Luftfahrt und Luitiahrtindustrie. Von Dr. Erich Mehne. Preis RM 5.80. Luftfahrtverlag, Berlin SW 19. In, der erweiterten Neuausgabe ist in 6 Abschnitten behandelt: Organisation, Luftpolitik, Wirtschaft und Technik des Luftverkehrs, Luftfahrtindustrie, Flug- sport und Sondergebiete der Luftfahrt, Industrie und Verkehr im Dienste der Luftfahrt. Welchen Interessen die politischen und wirtschaftlichen Zusammen- hänge der Luftfahrt, wie sie in diesem Buch zum Ausdruck gebracht sind, dienen, ist für den Fernstehenden nicht ersichtlich. Die Auto-Klempnerei. Herstellung und Reparatur von Kraftfahrzeug-Kühlern, Kotflügeln, Brennstoffbehältern, Motorhauben usw. Praktisches Hilfsbuch für Klempner, Werkmeister, Techniker, Lehrlinge u.a. m. Von Ing. Richard Hofmann. Preis geb. RM 4.50. Verlag Maetzig & Co. G.m.b.H., Berlin W 35, Lützowstr. 2. Obwohl dieses Buch nur für die Herstellung und Reparatur von Kraftfahr- zeugkühlern u.a.m. geschrieben ist, gibt dies Werkchen viele auch für den Flug- zeugbau interessante Winke, um so mehr, als in der Blechbearbeitung verhältnis- mäßig wenig praktische Literatur vorhanden ist. Jeder Flugzeugbetriebsleiter sollte dieses Buch lesen. FERNSPRECHER: AMT BREMEN WERKE: HEMELINGEN BEI BREMEN HANSA 6358 LONDON nn ee TELEGRAMME: NEW YORK HEMELINGEN BEI BREMEN TITANINE MAILAND TITANINE WERK GMBH. AMHAFEN N29 HEMELINGEN HEINE- PROPELLER AUF DER GANZEN s0 000 STÜCK WELT VERBREITET GELIEFERT HUGOHEINE BERLIN O 34 F WARSCHAUER STRASSE 58 ALTESTES UND GRÖSSTES LUFT- FERNRUF: E 8, ANDREAS 3031, 3044 SCHRAUBENWERK DEUTSCHLANDS TELEGR. -ADR.: HEINEPROPELLER für KLEMM-LEICHTFLUGZEUGE SCHULE REISE SPORT Besucht unsere Fliegerschule Ausbildungskosten von RM 600.— an. Winterpreise Ausbildungsdauer ca. 8 Wochen Eigenes Fliegerheim Beste Verpflegung Leichtflugzeugbau Klemm =: 7; Böblingen i. Württ. 7 I. Inntal An a GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. INIIHDNIDILDIIN] | IHN LIED Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Briei-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 6 20. März 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 3. April Ursachen der Luftfahrtnot. Die Flugzeugindustrie in Amerika hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung genommen. Bei uns in Deutschland ist man geneigt, diese Tatsache mit der oft zu hörenden Bemerkung leichthin abzutun, daß der größte Teil dieser Flugzeugfabriken wieder ver- schwinden wird und daß bei uns in Deutschland die Mittel hierzu nicht zur Verfügung ständen. Allerdings sind bei uns in Deutschland die Mittel für das Flugwesen außerordentlich gering. Da aber Deutsch- land keinesfalls in der Entwicklung des Flugwesens zurückbleiben darf, ist es unsere Pflicht, nach Wegen zu suchen, um die Mittel zu beschaffen. Es ist selbstverständlich, von den vielen Fluszeugfabriken in Amerika wird ein großer Teil wieder verschwinden. Indessen wird durch die scharfe Konkurrenz dieser vielen Firmen eine bis aufs höch- ste gesteigerte Tätigkeit der Konstrukteure einsetzen, und damit die Entwicklung des Flugwesens in Amerika mit Riesenschritten vorwärts treiben. Während man sich bei uns zur Zeit mit Schmutz bewirft, steht das Ausland beobachtend und abwartend zum Sprung bereit. In der Auto- mobilindustrie haben wir bereits die amerikanische Invasion. Wenn wir noch weiter die Zeit mit Interessenkämpfen vergeuden, kann es im Flugwesen ähnlich werden. * Wir müssen uns in Deutschland einmal darüber klar werden, ob alle verfügbaren Kräfte in der richtigen Weise angesetzt sind. Dazu zehört auch, zu untersuchen und sich endlich darüber klar zu werden, ob die Tätigkeit der Vereine, wenn sie anders angesetzt, Ersprießliche- Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das zweite Vierteliahr 1929, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 3. April werden wir diese zuzüglich 35 Pfg. Spesen durch Nachnahme einziehen. Verlag „Flugsport“. Seite 104 „FLUGSPORT“ Nr. 6 res zu leisten in der Lage wäre. Es wäre zu untersuchen, ob die Züch- tung oder Erziehung zum Flugsport als Mittel zum Zweck in der jetzt geübten Weise richtig ist oder den Tatsachen noch vorauseilt. Es wäre zu untersuchen, ob die Vorbedingungen zur Erreichung des Zie- les erfüllt sind, um weiter aufzubauen. Um hier nicht mißverstanden zu werden, ein Beispiel. Es war höchste Zeit, in den Schulunterricht Beispiele aus dem Flugwesen einzuführen und auch Sonderkurse zu veranstalten. Hier ist es jedoch Pflicht, vor Uebertreibungen zu war- nen und die Abiturienten auf die Ueberfüllung von technisch-wissen- schaftlichen Kräften im Flugwesen aufmerksam zu machen. Wich- tirer im Schulunterricht ist es, die Handfertigkeit zu schulen. Was nützt die beste rein theoretische Ingenieurausbildung, wenn die Praxis fehlt. In dieser Hinsicht ist es in verschiedenen anderen Ländern bes- ser bestellt. Nicht zuletzt in Amerika. Man braucht nur den hoch- entwickelten Flugmotoren- und Automobilbau in Amerika zu studie- ren. Solche Werkstätten und Betriebe können nur von praktischen Ingenieuren, die auf ihrem Gebiete Künstler sind, geschaffen werden. Die Mittel zur hochentwickelten Handfertigkeit können sehr verschie- den sein. Wie man es nicht machen soll, zeigt der Vorgang mit Se- selflugzeugen — die Zöglingsinflation —, wie man in Fachkreisen sagt. Es war ein großer Fehler, unseren jungen Leuten, fertige Flug- zeuge in die Hand zu drücken. Durch den Selbstbau von Zöglingen, wenn auch manche Fehlarbeit herauskam, wurde gerade die Handfer- tigkeit geübt. Es ist unbestreitbar, mit einem selbstgebauten Zögling wird vorsichtiger geflogen und dieser sachgemäßer gehandhabt als ein geschenkter. Man braucht nur in der kurzen Geschichte des Segel- fluges zurückzudenken; was ist aus den damals jungen Leuten in der Rhön, die ihre Flugzeuge selbst bastelten, geworden? Man braucht nur einen Blick zu tun in die Konstruktionswerkstätten der großen Fir- men, der Versuchsanstalt Adlershof usw., überall erblickt man die Ge- sichter aus den Jahren der Rhönanfänge. Es würde hier zu weit führen, die vielseitigen Möglichkeiten zu untersuchen. Jedenfalls ist es Aufgabe in der nächsten Zeit, sich ein- mal darüber klar zu werden, ob unser Flugorganismus nicht anders ge- nährt und gezüchtet werden muß. Focke-Wulf S 24 „Kiebitz“. Dieses Flugzeug Focke-Wulf S 24 „Kiebitz“ ist dem wachsenden Bedürfnis nach einem leistungsfähigen, betriebstüchtigen, in Anschaf- fung und Unterhaltung billigen Sportflugzeug entsprechend entworfen worden. Im Gegensatz zu den bisherigen ausgesprochenen Leichtilug- zeugen wurde beim „Kiebitz“ ein etwas stärkerer Motor gewählt. Dadurch wurde eine wesentliche Leistungssteigerung erzielt, die sich vor allen Dingen bei schlechtem Wetter, insbesondere bei Ueberland- fligen, günstig auswirkt. Von vornherein wurde Wert darauf gelegt, daß der „Kiebitz“ als Gebrauchsflugzeug für alle Zwecke Verwen- dung finden kann. Er ist eines der wenigen Flugzeuge in Deutsch- land, die bei einem Rüstgewicht von unter 400 kg, also in der schwe- reren Klasse der Leichtflugzeuge, voll kunstflugtauglich sind. Die Fe- stiekeit entspricht mit 10,8facher Bausicherheit der Gruppe 5 der Bau- vorschriften der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Die Kunst- flugtauglichkeit wurde ebenfalls von dieser Prüfungsstelle im Fluge er- probt. Außer tadelloser Ausführung aller anderen Flugfiguren zeigte sich besonders, daß die Maschine nicht leicht ungewollt ins Trudeln kommt, jedoch, absichtlich hineingebracht, gut trudelt und leicht und Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 105 schnell aus dem Trudeln herauskommt. Obgleich kein Rückenflugver- gaser eingebaut war, konnte doch festgestellt werden, daß das Ver- halten der Maschine in Rückenlage ebenfalls gut war. Für die praktische Brauchbarkeit wichtig ist ferner die Klappbar- keit der ganzen Zelle. Zwecks Demontage bzw. bequemer Einstellung des Flugzeuges in kleine Räume lassen sich nämlich die Flügel seitlich an den Rumpf klappen. Das Klappen der Zelle geschieht nach Lösen des Querruderseils und Einsetzen zweier leichter, im Rumpf ständig mitgeführter und im Rüstgewicht enthaltener Hilfsstiele durch Heratıs- ziehen der 4 Vorderholmbeschlagbolzen, die doppelt gesichert sind. Das Flugzeug hat mit zurückgeklappten Flügeln nur eine größte Breite von 2,40 m und eine größte Länge von 6,3 m bei 2,3 m größter Höhe Focke-Wulf S 24 „Kiebitz“. Seite 106 „FLUGSPORT“ Nr. 6 und kann durch Aufsetzen des Sporns auf ein beliebiges Fahrzeug nit Leichtigkeit geschleppt werden, auf kürzere Strecken sogar auf der Schulter. Beim Ostpreußenflug wurden beispielsweise von der Be- satzung (2 Mann) nur 9 Minuten gebraucht, um das in der Halle ste- hende Flugzeug durch ein 2,50 m breites Tor herauszubringen, aufzu- rüsten und den Motor abzubremsen. Weiter erfüllt das Flugzeug in vollem Maße die heute gestellten hohen Anforderungen an Stabilität. Mit losgelassenem Steuer geht der „Kiebitz“ bei ganz gedrosseltem Motor von selbst in den Gleitflug, ohne mehr als etwa 15—20 km an Fahrt aufzuholen, richtet sich bein Gasgeben, ohne daß das Steuer berührt wird, wieder auf, um bei Voll- cas den besten Steigwinkel zu erreichen. Bei schwacher Drosselung verbleibt das Flugzeug im wagerechten Reiseflug. Trotzdem ist die Maschine nicht etwa steuerunempfindlich und durch Vereinigung die- ser Eigenschaften somit auch ein ausgezeichnetes Schulflugzeug. Das Flugzeug ist ein verspannter Doppeldecker mit oben und un- ten gleicher Flügelform und Größe und einer Verspannungsebene, je- doch doppelten Tragkabeln und N-Stiel. Durch die Verwendung eines fast symmetrischen Flügelprofils mit festliegendem Druckpunkt vestal- tet sich diese Bauweise besonders vorteilhaft. Die bei geringem Auf- wand an Gewicht hohe, für Kunstflugtauglichkeit erforderliche Festig- keit ließ sich so erreichen. Entsprechend dieser Bauart ist ein sehr kräftiger Hauptholm vorhanden, während der Hinterholm nur ganz geringe Kräfte erhält. Jegliche Innenverspannung fällt fort, und die entsprechenden Kräfte werden durch eine Sperrholzbeplankung auf der Unterseite zwischen den beiden Holmen aufgenommen. Der Rumpf ist ganz aus Stahlrohr verschweißt. Während im Vor- derteil zur erößtimnöglichen Sicherheit bei Brüchen ohne jegliche Ver- spannung alle Diagonalen eingeschweißt sind, ist das Rumpfende ın üblicher Weise mit Stahldraht ausgekreuzt, wobei der Sicherheit Aer Drahtösenanschlüsse größte Aufmerksamkeit in der Konstruktion ZUSe- wandt wurde. Um die höchste Sicherheit zu erreichen, sind sämtliche Schweißverbindungen, wie bei allen Focke-Wulf-Stahlrohrrümpien, durch Ueberlappungs- oder Stegbleche verstärkt. Wie leicht trotzdem die ganze Bauart ist, zeigt anschaulich die Abbildung, auf der ein Mann den Rümpf mit Motoreinbau, Haupttank, Baldachinstreben, Steuerung, Kielflosse und Sport über den Kopf hebt. Der Motorraum ist durch Brandschott von den Sitzen getrennt. Hinter dem Führersitz enthält der Rumpf ein Gepäcknetz. u Das Fahrgestell besteht ebenfalls aus einer vgeschweißten Stahl- rohrkonstruktion, deren Streben tropfenförmig verkleidet sind. Es ist sehr einfach durch Lösen von 4 Bolzen und der beiden Spannseile ab- nehmbar. Die Spurweite beträgt 1,50 m. Von den Leitwerksflächen ist die Kielflosse mit dem Rumpf zu- sammen aus Stahlrohr gebaut. Die Höhenflosse ist in Ganzsperrholz- bauart gehalten und mit Sperrholz beplankt. Infolge der Flügelprofil- eigenschaften kann sie außergewöhnlich klein sein, so daß die Höhen- ruder größer sind als die Flosse. Eine ausgezeichnete Ruderwirkung auch im Rückenflug ist die Folge hiervon, trotz vorhandener Längs- stabilität mit losgelassenem Steuer. Sämtliche Ruder sind in der be- kannten Focke-Wulf-Sperrholz-Kastenbauart ausgeführt. Die Quer- _ruder sind durch zurückverleete Ruderachsen, das Seitenruder mit- tels Ausgleichlappen, die Höhenruder gar nicht ausgeglichen. Die Ab- stimmung der Ruderkräfte und Wirkungen ist auf diese Weise ausge- zeichnet gelungen. Nr. 6 „TLUGSPORT“ Seite 107 Der Führer- und Beobachterraum hat eine lichte Breite von 62 cm, so daß der Führersitz bequem ausgestattet werden kann. Vor den Führer und Beobachter befindet sich eine Windschutzscheibe. Die Be- tätigung der Höhen- und Querruder für Führer und Beobachter erfolgt durch Knüppel, während das Seitenruder mittels normaler Fußhebel bedient wird. — Der Führersitz ist hinten angeordnet, während der Beobachtersitz im Schwerpunkt liegt, so daß die Maschine ohne Schwie- rigkeiten auch ohne Beobachter zeflogen werden kann. Die Instru- mente zur Ueberwachung des Motors und Flugzeugs sind gut sicht- bar am Instrumentenbrett angeordnet. Gasdrossel und Zündung können von beiden Insassen bedient werden. Der aus Messingblech mit Querschotten bestehende Brennstoff- behälter mit 50 kg Fassungsvermögen und natürlichem Gefälle liegt hinter dem Brandspant im Rumpf. Der Oeltank liegt ebenfalls hinter dem Brandschott vor dem Benzintank. Als Triebwerk wird normal der 60/70 PS Siemens Sh 13 verwandt, doch kann auf Wunsch auch jeder andere luftgekühlte Motor von etwa 50 PS an und mit nicht mehr als etwa 130 kg Gewicht eingebaut wer- den. Der an der Rumpfspitze befindliche ringförmige Motorspant be- steht aus Stahlblech und ist durch Schweißungen direkt mit den Rumpf- längsholmen verbunden. Die Durchführung aller Leitungen und Ge- stänge zum Motor durch das Brandschott erfolgt flammensicher. Die Bleche der Haubenverkleidung sind in einfachster Weise aufklappbar, wodurch eine gute Zugänglichkeit zum Triebwerk erreicht wird. Die Abmessungen und Leistungen des „Kiebitz“ mit Siemens- Sh-13-Motor sind folgende: Spannweite 8,9 m, größte Länge 6,25 m, größte Höhe 2,25 m, Flügelinhalt 19,5 m”, Rüstgewicht 365 ke, Zufül- lung 220 kg, Gesamtfluggewicht 585 kg, Flächenbelastung 30 ke/m?. Leistungsbelastung 9 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 150 km/Std., Lan- degeschwindigkeit 70 km/Std., Steigzeit für 1000 m 8 Min., Gipfelhöhe 3500 m. Im einzelnen ist die Konstruktion mit der bei Focke-Wulf bekann- ten Sorgfalt, in ständiger Wechselwirkung theoretischer Ueberlegung und Rechnungen mit. der praktischen Erfahrung, durchgeführt und in ausgedehnter Einflugerprobung zur endrültigen Reife gebracht wor- den. Belastungsversuche aller wichtigen Teile bis zu den sicheren La- sten fanden an der Mustermaschine statt und gaben durchgehends vor- zügliche Resultate, insbesondere gute Uebereinstimmune der elasti- schen Durchbiegungen der Zelle mit der Berechnung. Die Bestellung des ersten Flugzeuges dankt die Focke-Wulf Flug- zeugbau A.-G. dem Bremer Verein für Luftfahrt. Die Musterprüfung war noch nicht beendet, als es den Focke-Wulf-Werken bereits gelang, einen Auslandsauftrag auf 20 Maschinen zu erhalten. 9 von diesen Flug- zeugen mußten neben dem gleichzeitigen Bau der übrieen 11 Maschinen in der kurzen Zeit von 2 Monaten vom 15. Dezember 1928 bis zum 15. Februar 1929 geliefert werden. Das Werk wurde dieser durch dic außergewöhnliche Kälteperiode erschwerten Aufgabe — man denke allein an die Motorschwierigkeiten beim Einfliesen und der Abnahme — in vollem Umfange gerecht. | Da auch aus dem Inland weitere Aufträge eingegangen sind, wurde bereits eine neue Serie aufreleet, die noch zu Beginn der Flugsaison fertiggestellt sein wird. Werben Sie für den „Flugsport“! Empfehlen Sie den Flugsport ihren Freunden. Seite 108 _ „FLUGSPORT“ | Nr. 6 Fairchild-Flugzeuge, Typ 21, 41 und 71. Die Fairchild Airplane Manufacturing Corporation, Farmingdale, Long Island, N. Y., zählt mit zu den am besten kaufmännisch aufgezo- genen amerikanischen Flugzeugunternehmen. Zur Zeit werden drei Serien-Typen gebaut: ein von oben abgestrebter Tiefdecker Typ 21 mit Genet 80 PS, Zweisitzer, Preis 4250 Dollars, ein Kabinenhoch- decker, Viersitzer Typ 41, Motor Wright Whirlwind 200 PS, Preis 8050 Dollars, ein Kabinenhochdecker-Siebensitzer mit Pratt and Whit- ney Wasp 410 PS, Preis 18900 Dollars. Der Fairchild 21 ist ein Schulflugzeug mit Doppelsteuerung. Das Fahrgestell von 2,4 m Spurweite mit Halbachsen ist sehr weit nach vorn gerückt. Der Flü- cel in Holzkonstruktion von fast elliptischer Form ist durch je zwei Streben abgefangen. Flügelprofil Göttingen 387. Die Querruder sind nicht ausgeglichen. Rumpf Stahlrohrkonstruktion mit Leinwand be- deckt. Höhen- und Seitenleitwerk gleichfalls Stahlrohr. Die Leitwerks- teile sind durch Stromlinien-Drähte verspannt. Spannweite 8,5 m, Länge 4,75 m, Höhe 2,1 m, Flügelinhalt 12,5 qm?, Leergewicht 340 kg, Gesamtgewicht 565 kg, mittlere Geschwindigkeit 145 km, Höchstge- schwindigkeit 168 km, Landegeschwindigkeit 65 km, Aktionsradius 680 km, Steiggeschwindigkeit 210 m/Min., Gipfelhöhe 2700 m. Der Fairchild 41, ursprünglich als Reiseflugzeug für Privatzwecke gebaut, wird zur Zeit als Kleinverkehrsmaschine benutzt. Das Flugzeug ist ein abge- strebter Hochdecker mit zurückklappbaren Flügeln. Die Flügel, Pro- fil Göttingen 387, besitzen zwei Kastenholme mit Sperrholzrippen. Leinewandbedeckung, mit Duraluminblech verkleidete Nase. Die Flü- eelenden sind, wie die Abbildung erkennen läßt, stark aufgebogen. Die QOuerruder in Metallkonstruktion mit Schlitzen (siehe die Abbil- dung) besitzen rechteckige Form und sind gegeneinander austauschbar. Die Hauptflügelstrebe besteht aus zwei Stahlrohren, die miteinander verkleidet sind. Die Strebe ist einerseits am unteren Rumpfholm und andererseits an einer die beiden Flügelholme verbindenden starken Traverse befestigt. Breite des Flugzeuges mit zusammengeklappten Flügeln 3,7 m. Die Betriebsstoffbehälter sitzen bei dem neuen Modell außerhalb des Rumpfes in den Flügelstümpfen. Ein Lösen der Rohr- leitung ist beim Zurückklappen daher nicht mehr notwendig. Der Rumpf besteht aus einem geschweißten Stahlrohrgerippe mit aufselegten Holzleisten, um eine gute Rumpfform zu erhalten. Die beiden unteren, im Rumpfboden liegenden Stahlrohre, an welchen die Streben angreifen, haben eine Zugfestigkeit von 12.000 kg. Die Ver- strebungen in der Nähe des Instrumentenbrettes sind, um eine Beein- flussung des Kompasses auszuschalten, in Leichtmetall ausgeführt. Das Fahrgestell von 3 m Spurweite besteht aus Halbachsen, Len- . kerrohr und Stoßabfangstrebe mit Spiralfederabfederung. Höhen- und Seitenleitwerk Duralumin, Höhen- und Seitenruder unausgeglichen. Die Vorderkante der Höhenflosse ist auf dem Boden verstellbar. Die Hin- terkante ist gegen Rumpf und Seitenflosse mit Stromliniendrähten ver- spannt. Der Sporn trägt ein kleines Laufrad. "Spannweite 11 m, Länge 7,6 m, Höhe 2,4 m, Flügelinhalt 18,5 m?, Kabine 1,43 m hoch, 2,4 m lang und 0,88 m breit. Leergewicht 810 kg, belastet 1360 kg, Höchstgeschwindigkeit 210 km, Landegeschwindig- keit 79 km, mittlere Geschwindigkeit 175 km, Gipfelhöhe 3700 m, Nr. 6 „ErLUGSPORT“ Seite 109 Höhen- und Seitenleitwerk von Fairchild Typ 21 und 41. Höhenflossen und Ruder sind gegenseitig auswechselbar. Steiggeschwindigkeit 216 m/Min., Steigfähigkeit in 10 Min. auf 1600 m, Aktionsradius 800 km. Der | Fairchild 71 wird als Verkehrsflugzeug mit sieben Sitzen als Land- und Seeflugzeug geliefert. Als Photographiermaschine wird eine Nutzlast von 800 kg genannt. Die durch V-Streben abgestrebten Flügel können-um den Hinterholm nach hinten geklappt werden. Das Fahrgestell mit Halb- achsen ist entgegen der Ausführung beim Typ 41 gegen den Rumpf abgestrebt. Amerikanische Fairchild-Flugzeuge. Oben: Typ 41. Mitte: Typ 21. Unten: Typ 71. Seite 110 „FLUGSPORT“ Nr. 6 Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 111 Querruder und Rumpf in Metallkonstruktion des Fairchild 41. Der Rumpf besitzt in der Nähe des Führersitzes geringere Breite als im Hauptpassagierraum. Der Flügelaufbau ist ähnlich wie beim Typ 41, nur ist die Flügelnase bis zum Vorderholm mit Sperrholz bekleidet. Die Ouerruder von rechteckiger Form bestehen aus Stahl- rohr. Rumpfaufbau im Stahlrohr geschweißt, ähnlich wie beim Typ 41, und unter Zwischenschaltung von Holzauflagen mit Leinewand beklei- det. Höhenflosse während des Fluges verstellbar, die Hinterkante der Höhenflosse ist gegen den Rumpf fest verstrebt, während die vorde- ren Streben der Höhenflosse in den Rumpf gehen und dort an einem Rahmenwerk, welches die Höhenverstellschraube trägt, angreift. Mö- hen- und Seitenruder in Stahlrohrkonstruktion sind ausgeglichen. Spannweite 15 m, Länge Landflugzeug 10 m (Seeflugzeug 11,2 m), Höhe Landfl. 2,85 m (Seefl. 3,5 m), Flügelinhalt 30,5 m’, Leergewicht Landfl. 1250 ke. (Seefl. 1420 kg), belastet Landfl. 2500 kg (Seefl. 2500 kg), Höchstgeschwindigkeit Landfl. 220 km (Seefl. 182 km), Lande- geschwindigkeit Landfl. 79 km (Seefl. 79 km), mittlere Geschwindig- keit Landfl. 177 km (Seefl. 161 km), Gipfelhöhe 5300 m (Seefl. 5100 m), Steiggeschwindigkeit 300 m/Min. (Seefl. 270 m/Min.), Steigfähigkeit in 10 Min. auf 2250 m (Seefl. 1960 m), Aktionsradius 1450 km (Seefl. 1350 km). Amerikanischer Burnelli-Verkehrs-Eindecker. . Der Konstrukteur Burnelli bemüht sich seit 10 Jahren, seinen Typ mit: zwei Motoren in einem breiten Rumpf einzuführen. Diese Anord- nung gestattet, die Motoren sehr nahe zusammenzurücken, so daß-beim Ausfallen eines Motors ein verhältnismäßig geringes Drehmoment ent- steht. Durch die breite Rumpfausbildung ergeben sich, wie man aus. Annerikanischer Burnelli-Verkehrs-Eindecker. Oben: Im Fluge mit hochgezogenem und herabgelassenem Fahrgestell, Seite 112 „FLUGSPORT“ | Nr. 6 den vorstehenden photographischen Abbildungen ersieht, außeror- dentlich günstige Raumverhältnisse für die Unterbringung der Flug- gäste. Burnelli hat seit 1920 verschiedene Typen gebaut. Der letzte Typ hat vorigen Monat seine Versuchsflüge erledigt. Durch viele Pro- pagandaflüge, bei welchen eine möglichst große Zahl von Passagieren in die Luft geführt wurden, wurde in U.S. A. das Interesse der Oeffent- lichkeit besonders auf den Burnelli gelenkt. So wurden z. B. bei vier Flügen in 56 Min. 60 Fluggäste durchgeschaukelt. Die Luftwiderstandsverhältnisse bei diesem Typ sollen, da die sonst auf den Flügeln sitzenden Motoren im Rumpf eingeschlossen sind, sehr günstig sein. Die Motoren liegen in besonderen, leicht zugäng- lichen Motorenkammern, so daß sie während des Fluges bedient wer- den können. Der freie Raum zwischen den beiden Motoren ist zur Unterbringung der Kühler benutzt. Zusätzliche Widerstände durch die : Kühler fallen daher weg. Der breite Rumpf gestattet weiterhin die Anwendung einer außer- ordentlich einfachen hochziehbaren Fahrgestell-Konstruktion. Das Fahr- gestell besteht, wie man aus den Abbildungen erkennt, aus zwei ver- kleideten V-förmigen Fahrgestellstreben, die, an den Hauptrumpfhol- men angelenkt, an die Unterseite des Rumpfes angeklappt werden können. Die Halbachsen des Fahrgestells verschwinden mit den Rä- dern im Rumpf. Das Fahrgestell wird durch eine Kurbel vom Führersitz aus hoch- gezogen. Der hochgezogene Zustand wird dauernd durch ein rotes Licht gekennzeichnet. Die Geschwindigkeitserhöhung bei hochgezoge- nem Fahrgestell beträgt 18 km/Std. In den Abbildungen sieht man das Flugzeug mit und ohne Fahrgestell fliegend. Die Motoren liegen verhältnismäßig weit vorne, so daß beim Kopf- stand die Flügel nicht beschädigt werden. Von den beiden Führer- sitzen oberhalb der Nase des Mittelstückes hat man ein gutes Ge- sichtsfeld. Um den Rumpf, im Grundriß gesehen, mit Rücksicht auf geringeren Luftwiderstand nach hinten verjüngen zu können, sind die beiden Seitenruder zusammengerückt. Der Abstand ist bedeutend ge- ringer als der Abstand zwischen den beiden Motoren. Gesamtaufbau des Flugzeuges Duralumin. Rumpfbekleidung teil- weise in Wellblech wie bei Junkers, Flügel mit glattem Blech. Be- triebsstofftanks einer im Rumpf 1800 I und je einer im Flügel 1350 1. Amerikanischer Burnelli- Verkehrs-Eindecker. Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 113 Spannweite 27 m, Flügeltiefe 4 m, Gesamtlänge 14,2 m, Leerge- wicht 3900 kg, Nutzlast mit Betriebsstoff für 7 Std. 1800 kg, mittlere Geschwindigkeit 190 km, Höchstgeschwindigkeit 240 km, Landeee- schwindigkeit mit Vollast 83 km, Aktionsradius bei mittlerer Geschwin- digkeit 3800 km, Aktionsradius bei Höchstgeschwindigkeit 6400 km, 20 Fluggäste bei Betriebsstoff für 7 Std., 12 Fluggäste bei Betriebs- stoff für 20 Std. Zwei Curtiss-Motoren von je 625 PS. A. B. C.-Hornet-Flugmotor. Diesen neuen Vierzylinder 75/82 PS luftgekühlten Motor haben wir bereits in Nr. 18, Seite 337, an Hand einer Einbauzeichnung aus- führlich beschrieben. Nebenstehend geben wir zur Ergänzung noch einige gute Abbildungen, die für den Einbau wissenswerte Aufschlüsse geben. Das Verdichtungsverhältnis bei diesem Motor beträgt 1: 5,693. Zulässige Höchstdrehzahl 2125 U/Min. Drehzahl bei zulässiger Dauer- belastung 1875 U/Min. Hubraum aller vier Zylinder 3990 cm’, Leer- gewicht ohne Nabe, Druckluftanlasser, Oel, Luftschraube, Wasser, Aus- puffsammler 99 kg. Hersteller ABC Motors Ltd., Walton-on-Thames. Generalvertretung für Deutschland und Oesterreich: Autoflug, Berlin- Johannisthal, Sternplatz 13. A.B. C.-Hornet- Flugmotor 75/82 PS. Seite 114 „FLUGSPORT" Nr. 6 Konstruktives und Praktisches über Triebwerksiragen. Von K. Saebisch, Nürnberg. (Schluß.) Ein Sorgenkind des Flugzeugbaues ist im allgemeinen die Motor- verkleidung. Der Konstrukteur sollte grundsätzlich nur ebene, zylin- drisch oder kegelig gewölbte Verkleidungsbleche, nie getriebene vor- sehen. Jedes Blech ist für sich durch eingedrückte Sieken oder ein- senietete Winkel biegungssteif zu machen. Soweit als möglich sind die Blechränder umzubördeln und ist ein 1 mm Stahldraht einzuziehen. Als Scharnierstift sollte überall dünnwandiges Stahlrohr von eroßem Außendurchmesser Verwendung finden. Abnehmbare Bleche sich ge- genseitig halten lassen zu wollen, ist sinnlos. Derartige Bleche machen sich während des Fluges selbständig und sind eine große Gefahr für Führer und Stoffbespannung. Ueberhaupt sollten abnehmbare Bleche vermieden und durch abklappbare ersetzt werden, wie es im See- flugzeugbau schon immer ist. Als Verschluß dienen federbelastete Rie- gel oder Vorreiber, wie sie ähnlich im Automobilbau auch Verwendung finden. Als technische Notwendigkeit hat sich der Brandspant erwiesen. Fr ist deshalb behördlich' vorgeschrieben. Solange wir Vergasermo- tore, d. h. Verpuffungsmaschinen im Flugzeugbau verwenden, wird sich dieser nichttragende Teil kaum umgehen lassen. Hängt beispielsweise ein Auslaßventil, so saugt der betreffende Zylinder Frischease und Ab- vase gleichzeitig an. Die Frischgase entzünden sich unter Umständen und die Flamme schlägt durch das offene Einlaßventil und die Saug- leitung in den Vergaser. Hängt ein Einlaßventil, so schlägt-die Flamme im Augenblick der normalen Zündung durch das hängengebliebene Finlaßventii und die Saugleitung in den Vergaser. Ferner: Zu armes Gemisch verbrennt langsam. Kondensiert bei kaltem Motor und nie- , derer Tourenzahl ein Teil des Brennstoffs in der kalten’ Saugleitung, so kann es vorkommen, daß die Verbrennung im Zylinder noch über die Auspuffperiode hinzieht und die Flamme die neueintretenden Frisch- ' gase entzündet. Auch dann schlägt die Flamme durch das geöffnete-Ein= ' laßventil und die Saugleitung in den Vergaser. Aus letztzenanntem _ Grunde sind Vergaserbrände im Winter häufiger als zu warmer Jahres- zeit. Aus eben diesem Grunde ist es frevelhaft, mit kaltem Motor zu starten. Zur schnellen Bekämpfung von Vergaserbränden habe ich bereits an anderer Stelle in Vorschlag gebracht, Versuche zu machen mit Saugleitungen, die bis in den Führersitz verlängert und gegebenen- falls mit engmaschigen Sieben versehen werden, und den Vergaser in Reichweite des Führers anzubringen. Was hätte dies für Vorteile? Zu- nächst: der Führer muß den Brand sofort bemerken und kann früh ge- nur Gegenmittel ergreifen. Dies kann man bei der heutigen Anordnung nicht behaupten. Ferner läßt sich der Vergaser ohne Schwierigkeiten in einem hermetisch abgeschlossenen Blechkasten an der Rumpfwand montieren. Die Saugluft tritt dabei durch eine Oeffnung in der Rumpf- wand ein. Die Anordnung ließe sich ferner derart treffen, daß ein Schauloch, zur Beobachtung des Vergasers angebracht, bei Vergaser- brand durch Schieber abgeschlossen werden kann, so daß der Brand erstickt, der Vergaser aber weiter durch den Anschluß an die Bord- wandöffnung Frischluft erhält und der Motor so weiterlaufen kann. Der Abschlußschieber kann ferner mit dem Brandhahn durch Gestänge verbunden werden, so daß beides gleichzeitig abgesperrt wird. Der Mehraufwand an Saugleitung wird durch Wegfall des Vergasergte- stänges und durch kürzere Brennstoffleitung ausgeglichen. Nun der Nachteil: Saueleitungen sollen der Kondensationsgefahr wegen so kurz Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 115 wie möglich sein. Dem muß durch hohe Gasgeschwindigkeit im An- saugrohr, ca. 70 bis SO m/sec. begegnet werden. Man wird also einen geringen Leistungsverlust in Kauf nehmen müssen. Der Brandspant in seiner heutigen Ausführung ist ein Konstruk- tionsspant, armiert mit feuerbeständigem Material, Gewöhnlich ver- wendet man Asbestplatten, die man zum Schutz beiderseits mit dünn- ‘ wandigem Stahl-, Duraluminium- oder Lautalblech armiert. Gegen Klappern und Beulen heftet man die drei Lagen mehrfach mit Nieten ge- geneinander. Um die exponierten Spantteille und die daran an- schließende Rumpfbeplankung, bezw. -bespannung auch zegen die Flamme zu schützen, läßt man praktisch einen nach hinten umge- kanteten Rand 3 bis 4 cm überstehen. Die Brennstoffzuführung geschieht bei kleinen Maschinen am ein- fachsten durch Gefälle. Den Brennstoffbehälter verlegt man deshalb bei Hoch- und Doppeldeckern in das obenliegende Tragdeck zwischen die beiden Hauptholme. Bei Tiefdeckern ist man, will man nicht die Brennstofipumpe in Kauf nehmen, gezwungen, den Behälter hinter dem Brandspant im Rumpfoberteil zu lagern. Befestigt sollten alle Behälter mit Bandage werden. Stahl- oder Leichtmetallbänder werden mittels Schellen an den Holmen befestist und in diesen Bändern die im Querschnitt runden oder am besten ovalen Behälter unter Beilage von Filzstreifen befestigt. Eckige oder solche mit Bolzen befestigte Behäl- ter neigen infolge lokaler Ueberbeanspruchungen zum Undichtwerden und sind deshalb tunlichst zu vermeiden. Ganz bedeutend komplizier- ter und teurer sind die Brennstoffanlagen, die mit Druck oder Pumpe arbeiten. Von der Druckanlage ist man mit Recht ganz abzekommen. An Pumpen unterscheidet man die Zahnradpumpe, die Kolbenpumpe und die Membranpumpe. Die beiden ersten Arten sind kaum benzin- dicht zu bekommen, die letztere setzt sich im Verkehrsflugzeug- und Kriegsflugzeugbau auf der ganzen Front durch, ist aber infolge ziem- licher Komplikation teuer, so daß sie auch bei entsprechend kleiner Aus- führung für den unterernährten deutschen Klein- und Leichtflugzeug- bau schon deshalb nicht in Frage kommt. Alle drei Arten können durch den Motor direkt oder durch einen Triebpropeller betätigt werden. Kolbenpumpen saugen bis zu 1 m, Membranpumpen bis zu 2» m an, Zahnradpumpen müssen am tiefsten Punkt der Brennstoffanlage ge- lagert sein, damit ihnen der Brennstoff zuläuft. Als Material für die Behälter kommt Messineblech, für größere Behälter auch Aluminiumblech in Betracht. Das Messingblech, harte Oualität, wird in Stärken von 0,4 bis 0,8 mm verwandt. Jeder Behäl- Brandspant. " — — Brennstofianlage Seite 116 „FLUGSPORT“ Nr. 6 ter muß zebördelt und gelötet sein. Flanschnippel für die Anschlüsse müssen genietet und gelötet sein. Aluminiumbehälter werden nach dem Verfahren von Elektron-Griesheim geschweißt. Zu beachten ist, daß alle Nähte, Nippel und Verschraubungen der Nachschweißbarkeit wegen von außen geschweißt werden müssen. Die Aluminiumbleche sind vor dem Zuschneiden zu strecken und zu hämmern. Unpräparierte Bleche strecken sich im Betrieb um 1 bis 1,5 %. Alle Behälter sollen auf 0,4 Atm. abgedrückt werden. Das Leitungsschema wird bei kleinen Maschinen sehr einfach. Bei Fallbrennstoff. geht die Leitung vom Fallbehälter über Filter, Kontroll- schauglas und Brandhahn in Führernähe durch den Brandspant zum Vergaser. Innerhalb dieses letzten Stückes sollte jedes Brennstoff- rohr in einem zweiten, stärkeren Rohr gelagert sein. Bei Rohrbruch in Motornähe, wo es vom Führer nicht bemerkt werden kann, schützt das Doppelrohr vor Brennstoffverlust. Der Filter mit Wassersack ist nicht zu klein zu wählen und muß gut zugänglich sein, damit das Säu- bern keine Schwierigkeiten bereitet. Der Brennstoffanzeiger soll so einfach wie möglich sein. Wo ein Schauglas den Dienst verrichtet, ist es am praktischsten. Einfach ist auch der Korkschwimmer mit Anzeigestab, der nach oben durch die Be- hälterwand geführt und dessen sichtbares Ende geeicht ist. Wo der Stab vom Führersitz aus nicht beobachtet werden kann, hilft man sich durch Anbringung eines Spiegels. Ein großer Nachteil dieser Anord- nung ist das Wegspritzen von Brennstoff bei verschiedenen Kunstflug- lagen. Eine vorteilhaftere Lösung, die auch sehr einfach ist, besteht in der Ausnutzung des verschieden großen Bodendrucks bei abneh- mendem Brennstoff durch eine Membran. Die verschiedenen Durch- biegungen einer Neusilbermembran bei den verschieden großen darauf ruhenden Bodendrücken werden durch ein kleines Schraubenvorgelege auf einen Zeiger übertragen, welcher über ein geeichtes Zifferblatt läuft und so den Brennstoffstand anzeigt. Membran und Anzeigevor- richtung sind auf einem Flansch gelagert, der im Boden des Brenn- stoffbehälters von außen befestigt wird. Diese Anordnung ist benzin- dicht. Ebenfalls dicht und für hängende Anordnung geeignet, aber komplizierter im Aufbau ist die magnetische Brennstoffuhr. Ein seitlich geführter Schwimmer ist”zentrisch um einen einmal um sich selbst verdrehten Vierkantstab derart gelagert, daß der Schwimmer bei allmählichem Sinken den Stab um sich selbst dreht. Ein permanen- ter Magnet, bei hängender Anordnung unten, bei stehender am oberen Ende des Vierkantstabes angebracht, beeinflußt eine außer- halb des Behälters in Richtung des Vierkantstabes gelagerte Magnet- nadel, die gleichzeitig als Zeiger dient und deshalb über ein geeichtes Zifferblatt läuft. | Any | A l DAT DM Getriebene \ Blechverkleidung beim Espenlaub- Hochdecker. Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 117 Es gibt noch eine ganze Anzahl Ausführungen von Brennstoff- uhren, die z. T. auch marktgängig sind. Im allgemeinen kann man bis auf wenige Ausnahmen darüber sagen, daß sie nicht genügend leicht gebaut werden. Andererseits ist es auch nicht ganz einfach, bei den in Frage kommenden kleinen Umsätzen diese Spezialartikel genügend preiswert zu fabrizieren, Ueber die Entlüftung der Brennstoffanlage ist noch etwas zu sagen. Grundsätzlich muß jede Brennstoffanlage, ausgenommen die Druck- anlage, entlüftet werden. Das Loch in der Einfüllverschraubung ist das einfachste, ist aber nicht überall angebracht. Auf jeden Fall muß dann innerhalb der Verschraubung ein kleines Labyrinth vorgesehen werden, damit das Wegspritzen von Brennstoff hauptsächlich während des Kunstfluges vermieden wird. Andernfalls benötigt man eine be- sondere Entlüftungsleitung, die am besten im Stutzen der Einfüllver- schraubung beginnt und durch den Behälter nach unten und hinten ge- führt -wird. - Oeltank und Leitungen werden im allgemeinen vor dem Brand- spant direkt neben oder hinter dem Motor gelagert. Die Oelleitungen werden vielfach im Durchmesser zu klein gewählt. Da das Oel im Mo- tor auch zur Wärmeabführung dient, empfiehlt es sich im allgemeinen, den Oelbehälter mit durchgehenden Rohren zu versehen und so als Oelkühler wirken zu lassen. Das Tachometer kann direkt oder auch durch biegsame Welle an- getrieben werden. Zu berücksichtigen ist, daß das Tachometer keine zu hohen Tourenzahlen verträgt. Bei hochtourigen Motoren, wie sie im Leicht- und auch im Kleinflugzeugbau üblich sind, muß eine Unter- setzung zwischengeschaltet sein. Das Tachometer sollte in Gummi- puffern gelagert und die Welle möglichst gradlinige verlegt sein, um ein „Winken“ zu verhindern. Die Gestänge aus Stahlrohr sind feuerdicht durch den Brandspant durchzuführen. Ueber die Betätigung von Gas und Zündung durch ein einziges Gestänge läßt sich streiten. Auf jeden Fall muß dann der Motor bei Leerlauf volle Spätzündung und bereits bei Halbgas volle Frühzündung haben. Es ist aber oft genug wünschenswert, den Motor auch bei Leerlauf mit einiger Frühzündung laufen zu lassen, besonders bei heißen Tagen, und umgekehrt. Das ist dann bei vereinigtem Ge- stänge unmöglich. Immerhin sollte man diese Vereinfachung nicht von der Hand weisen. Sehr angenehm wirken sich aus Rückzugfedern an Vergaser- und Zündhebeln. Unter leiser Vorspannung sollten die Fe- dern den Vergaser auf „geöffnet“, die Zündung auf „früh“ drücken. Das lästige Gestängespiel und das Klappern der Gelenke wird dadurch unterbunden. Ein windiges Kapitel ist die Anlaßvorrichtung, die eigentlich in jedes Flugzeug gehört. Faktisch haben wir in Deutschland kein markt- gängiges Anlaßgetriebe für kleine Motoren. Die heute gebräuchlichen elektrischen Starter machten mit Drum und Dran ein ruhiges rundes Fünftel des Leergewichtes eines ganzen Leichtflugzeuges aus. Auch gibt es meines Wissens keine deutsche Ausführung eines Druckluft- oder eines Schwungradanlassers. Da ist der Leichtflugzeugsbauer auf sich selbst gestellt. Der Druckluftanlasser besteht aus einem Verteiler an der Nockenwelle des Motors, einer Luftpumpe, einem Druckluft- behälter und den dazugehörigen Rohren. Die Druckluftanlassung er- setzt gewissermaßen Zündung und Expansion. Die Anlage ist leicht und läßt sich ohne Schwierigkeiten anbringen. Beim Schwungradanlasser wird kinetische Energie in einem zu diesem Zwecke hochtourigen Schwungrad aufgespeichert und diese Seite 118 „FLUGSPORT“ Nr 6 Latllernie. Ni} 5 | I ‚ia Motor-Blechverkleidung v I un N ““ L.. _ N f beim Müller-Hochdecker u Tu Konst. Hofmann. Hochdecker Gebr. Müller Energie wie beim mechanischen Teil der elektrischen Anlassung über Rutschkupplung oder Bendixkupplung und Ritzel zum Anwerfen des Motors benutzt. Die Aufladung des Schwungrades geschieht tunlichst vom Führersitz aus, indem der Führer durch Handkurbel und Ueber- setzung, wie bei Zentrifugen, das Rad auf hohe Touren bringt. Die Kraftabnahme kann automatisch durch Fliehkraftregler oder auch von Hand eingeschaltet werden. Segelflugrekorde. Seitdem Deutschland am 12. Oktober 1926 in die F. A. l. wieder aufgenommen worden ist, haben auch für den Segelflug die internatio- nalen Bestimmungen über die Anerkennung von Rekorden Gültigkeit. Segelflugzeuge bilden eine eigene Klasse (D), für die nach der Neu- rerelunge im August 1927 folgende Rekordarten bestehen: Dauer mit Rückkehr zum Startpunkt, Dauer ohne Rückkehr zum Startpunkt, Entfernung mit Rückkehr zum Startpunkt, Entfernung in der geraden Strecke ohne Zwischenlandung, Höhe über dem Startplatz, | Geschwindigkeit in geschlossener Flugbahn ohne Zwischenlan- dung über eine Strecke von mindestens I km und darüber hinanıs. Bis zum 31. Dezember 1928 durfte bei den Rekorden 2 und 4 die Höhe des Landungsplatzes nicht tiefer als 10 m unter der Höhe des Startplatzes liegen. Diese Bestimmung wurde auf Antrag des Deut- schen Luftrates auf der Herbsttagung 1928 der F.A.]. dahingehend seändert, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1929 an der Landungsplatz nicht mehr als 1% der in gerader Strecke zwischen den beiden Punk- ten durchflogenen Strecke unter dem Startplatz liegen darf. Bei den Rekorden 1, 3 und 6 versteht man unter „Rückkehr zum Startplatz“ Rückkehr in einem Kreis von 500 m Radius, dessen Mit- _telpunkt der Startplatz ist. | . Außerdem wurde bestimmt, daß Segelflugrekorde an das Gelände cebunden sein sollen. Es gibt also keine Segelflugweltrekorde wie bei den übrigen Luftfahrtklassen, sondern nur örtliche Segelflugre- korde. die aber nicht mehr durch die FAI, sondern durch die betref- fende nationale Behörde, d. h. in Deutschland durch den Luftrat, an- erkannt werden, freilich nach den Bestimmungen der FAI. Nach dem Stande vom 31. Dezember .1928 waren folgende deut- ‚sche Segelflugrekorde anerkannt: answiun Nr. 6 „FLUGSPORT*“ Seite 119 l. Segelflusgelände Rhön: a) Dauer mit Rückkehr zum Startplatz: Robert Kronfeld auf „Rhön- geist“ am 14. August 1928: 7 Stunden 54 Minuten. b) Entfernung mit Rückkehr zum Startplatz: Robert Kronfeld auf „Rhöngeist“ am 6. August 1928: Wasserkuppe — Himmeldank- berg — Wasserkuppe 15,8 km. c) Höhe über Startstelle: Edgar Dittmar auf „Albert“ am 8. August 1928: 775 m. 2. Segelfluggelände Rossitten: a) Dauer mit Rückkehr zum Startpunkt: Ferdinand Schulz auf „Westpreußen“ am 3. Mai 1927: 14 Stunden 7 Minuten. b) Entfernung in geschlossener Bahn: Ferdinand Schulz auf „West- preußen“ am 3. Mai 1927: 455,8 km. c) Entfernung in gerader Strecke: Ferdinand Schulz auf „West- preußen“ am 5. Mai 1927: 60,23 km. d) Höhe über Start: Ferdinand Schulz auf „Westpreußen“ am 5. Mai 1927: 503 m. | e) Geschwindigkeit in geschlossener Bahn: Ferdinand Schulz auf „Westpreußen“ am 5. Mai 1927: über 10 km 54,545 km; über 20 km 50,00 km; über 30 km 50,00 km; über 40 km 49,5 km: über 50 km 51,7 km; über 100 km 50,0 km. 3. Segelfluggelände Marienburg (Westpreußen). a) Dauer mit Rückkehr zum Startplatz: Ferdinand Schulz auf „West- preußen“ am 18. Oktober 1927: 4 Sdt. 1 Min. 38 Sek. 4. Segelfluggelände Grunau im Riesengebirge: a) Dauer mit Rückkehr zum Startplatz: Ferdinand Schulz auf „rer- dinand“ am 5. April 1928: 1 Std. 5 Min, 46,2 Sek. b) Höhe über Startstelle: Ferdinand Schulz auf „Ferdinand“ am 5. April 1928: 620 m. . 5. Segelfluggelände Dörnberg bei Zierenberg (Bez. Kassel): a) Dauer mit Rückkehr zum Startplatz: Karl Magersuppe auf „Zie- renberg“ am 6. Oktober 1927: 2 Stunden 6 Min. 6. Segelfluggelände Hirzenhain (Dillkreis): a) Dauer mit Rückkehr zum Startplatz: Max Kegel auf eigenem Segelflugzeugtyp Typ Hochdecker am 10. Mai 1928: 1 Stunde’ 9 Minuten 27 Sekunden. Außerdem waren als lokale ausländische Segelflugrekorde, die von deutschen Flugzeugführern aufgestellt waren, anerkannt: Segelfluggelände der Krim (Südrußland): a) Dauer mit Rückkehr zum Ausgangspunkt: Ferdinand Schulz auf „Moritz“ am 2. 10. 1925: 12 Stunden 6 Minuten 25 Sekunden. b) Entfernung in gerader Strecke: Johannes Nehring auf „Konsul“ am 9. 10. 1925: 24,4 km. Nicht berücksichtigt sind die von deutschen Segelfliexern in Asiago 1924, in Cape Cod (USA) 1928 und Vauville (Frankreich) 1928 er- zielten Leistungen; ebensowenig die Flüge mit Fluggast, deren bester von Ferdinand Schulz auf „Cöthen“ in Rossitten am 2. Juni 1926 mit 9 Stunden 21 Min. 53 Sek. war, da hierfür eine besondere Rekordart nicht vorgesehen ist. Auffallend ist, daß die großen Streckenflüge von Max Kegel am 12. August 1926 mit 55,2 km und von Nehring im Rhön-Wettbewerb 1928 mit 71,2 km nach Schnellmannshausen bei Treffurt nicht offiziell als Rekorde anerkannt werden konnten. Es hängt dies mit der ein- gangs erwähnten Bestimmung zusammen, wonach der Landeplatz nicht mehr als 10 m tiefer liegen durfte als der Startplatz. Nachdem diese Bestimmung ab 1. Januar 1929 geändert ist, ist zu erwarten, Seite 120 „FLUGSPORT“ Nr. 6 daß in Bälde auch offizielle Streckenrekorde in der Rhön und in an- deren Gebirgsgegenden ausgeflogen werden. Gegenüber diesen von Deutschen aufgestellten Rekorden hat das en von derF.A.l.zuletzt herausgegebenen Liste nicht a ac a eisen. der nicht von den Deutschen bereits ge- schlagen wäre. Anerkannt sind für Frankreich ein Dauerflug von Mas- sauıx 1923 mit 10 Stunden 29 Min. 43 IP Sek. und ein Höhenflug von Descamps in Biskra 1923 mit 546 m, für Italien ein Entfernungsflug von Cattanco bei Campo dei Fiori Varese 1926 mit 10,5 km. . Schließlich ist noch zu bemerken, daß nach den vom Deutsc en Luftrat erlassenen Vorschriften auch Segelflieger zur Aufstellung von Rekorden einer Lizenz bedürfen; dies ist erforderlich, um die Staats- angehörigkeit einwandfrei festzustellen, da die Rekorde demjenigen Lande zugesprochen werden, dessen Angehöriger den Rekord aufes- stellt hat. So gilt z. B. ein von einem deutschen Segelilieger in Fran - reich aufgestellter Rekord als deutscher Rekord, während ein von einem Oesterreicher in der Rhön aufgestellter Rekord Oesterreich zu- fällt. I DI nam mar M | \\ IN: FIUG a | UNDSCHAU 2 BA N Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr. 27. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.1L.) hat gemäß Mitteilung vom 28. Februar 1929 folgende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Klasse C Rekorde mit Betriebsstoffaufnahme im Fluge Amerika (U.S.A.). i Lieut. Elwood Maior Carl Spatz, Capt. Ira C. Eaker, Lieut. Harry A. Halverson, = d R. Qucxada, Sergeant ‚Roy W. Hooe auf Militärflugzeug „Fokker C-2-A“, drei ieh irlwi i is 7. Januar 1929. Wrieht Whirlwind-Motore ie 220 PS. Los Angeles, 1. bis 7. ie Dauer: 150 Std. 40 Min. Berlin, den 4. März 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: gez. von Hoeppner. Nachtrag zur. Ausschreibung des X. Rhönsegelilug-Wettbewerbs 1929. gemäß $ 3, Absatz 2. it- Hugzeuge zu- Zum Schulungswettbewerb werden nur solche Gleit- und Sege gelassen, die ihre Eignung als Schulmaschinen durch folgende Merkmale kenn- zeichnen: . 1. Die Seitenverhältniszahl ist kleiner als 9, Die Seitenverhältniszahl ist zu bestimmen als der Quotient. (Spannweite)" Tragflügelinhalt z.B. Spannweite = 11,4 mi , Traeflügelinhalt = 17,0 m’; I lic: 11,2% __ 180 — 765 demnach Seitenverhältniszahl: 17,0 = 7 ‚65. Bei Mehrdeckern ist der Tragflügelinhalt = Summe aller Inhalte der Einzel- flügel, als Spannweite gilt die größte aller Einzelspannweiten, Nr. 6 „TLUGSPORT“ Seite 121 2. Das Tragwerk muß verspannt oder verstrebt gebaut sein. 3. Höhen- und Seitenleitwerk müssen mit einer Dämpfungsfläche versehen sein. Die Dämpfungsfläche des Höhenleitwerks muß mindestens den gleichen Flächeninhalt besitzen wie das Ruder. 4. Die Flächenbelastung soll 8 kg/m? nicht untersehreiten. Der Berechnung des Gesamtgewichtes ist ein Führergewicht von 75 kg zugrunde zu legen. - 5. Schuldoppelsitzer müssen den gleichen Anforderungen genügen wie Finsitzer. ‘ Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. gez. Kotzenberg. Berichtigung zur Rhön-Ausschreibung: on In$ 7 Ba) muß es heißen: Vorbedingung: Segelfliegerausweis C — nach dem 1.1.1928 (statt 1927). In $ 16, letzter Absatz, muß gesetzt werden statt „öffent- lichen“ „Veröffentlichungen“, — 0 Ostpreußenilug 1928/29. Ergebnis. Für die erste Etappe am 4.3. des Streckenfluges (383 km) benötigte der Ta- gessieger Theo Croneiss-B.F.W. nach Abzug eines zweistündigen Aufenthaltes eine reine Flugzeit ven 3 St. 27 Min. (durchschnittlich 130 km/Std.) und Fritz Siebel-Klemm nach Abzug eines Aufenthaltes von 1 Std. 23 Min. eine reine Flug- zeit von 4 Std. 34 Min. (100 km/Std.). Neben der beachtlichen sportlichen Lei- stung der beiden tüchtigen Piloten verdient die Bewährung von Flugzeug und Motor — der Genet und Salmson liefen wie ein Uhrwerk — besonders hervor- gehoben zu werden. Die Heizvorrichtung, die es erlaubt, den Motor 30 Grad wärmer als die Außenluft zu halten, hat sich durchaus bewährt. Die Motoren, welche in ihrer Oelzufuhr keinerlei Störung hatten, sprangen nach dem 4stün- digen Abstellen auf den Zwangslandeplätzen schnell und leicht wieder an. Die am 5.3. um etwa 100 km längere zweite Tagesstrecke machte eine Vor- sabe von 30 Min. notwendig. Die Luft war milder, es wehten mäßige westliche Winde. Um 8.35 Uhr erfolgte Meldung der Startbereitschaft, so daß dem Klemm- Tiefdecker „D. 1569“ nach einer Stunde, während welcher Zeit die Maschine mit stehendem Triebwerk bei minus 4 Grad Celsius im Freien gestanden hatte, Start- erlaubnis erteilt wurde. Nach weiteren 10 Min. hob Siebel sein Leichtflugzeug vom Boden ab. Croneiss, der um 9.05 Uhr Startbereitschaft gemeldet hatte, konnte ab 10.05 starten. Er war bereits um 10.09 Uhr in der Luft. Nach vor- schriftsmäßiger Umrundung der Wendemarken Bartenstein und Rastenburg er- reichte Croneiss um 11.35 Uhr, eine Minute vor Siebel, den Zwangslandeplatz Allenstein. Der Weiterflug über Marienburg nach Danzig erfolgte um 12.27 bzw. 12.28 Uhr. In Danzig zwangslandete Croneiss auf „D. 1571“ um 14.00 Uhr, während Siebel 9 Min. später eintraf. Der letzte Streckenteil sollte für unsere wackeren, keine Schwierigkeiten scheuenden Piloten besonders anstrengend und aufreibend wer- den, da von der Wendemarke Elbing ab infolge Einsetzens von Schneegestöbern fast jegliche Orientierungsmöglichkeit fehlte. Das Wetter war mitunter in Königs- berg-Devau so, daß man um die beiden Ostpreußenflieger bangte; denn selbst das Anzünden von Landefeuern und die Befeuerung der Flugplatzgrenzen nützte wenig. Croneiss traf wiederum als Erster 16.23 Uhr ein, Siebel folgte 18 Min. später. Die Witterung war auch am 6.3. noch veränderlich, wechselnde Bewölkung, dazwischen Sonnenschein und Niederschlagsschauer. Siebel, der die 484 km lange Strecke am 5.3. auf seinem Klemm-Tiefdecker in einer reinen Flugzeit von 5 Std. 24 Min. (Croneiss auf B.F.W. 4 Std. 47 Min.) zurückgelegt hatte, : erhielt mit einer Vorgabe von 28 Min. um 9.40 Uhr Erlaubnis zum. „ruhenden Start“. Sein „Gegner“ konnte ab 10.08 Uhr folgen. Beide Piloten waren um 9.47 bzw. 10.13 Uhr in der Luft. Die erste, fast gleichzeitige Zwangslandung erfolste in Tilsit: „D. 1569“ (Siebel) und „D. 1571“ (Croneiss) von 10.46 bis 11.16. In Insterburg traf Croneiss um 11.43 Uhr ein, Siebel 6 Min. später. Die schwierige Wetterlage hatte hier einen längeren Aufenthalt bis 12.58 bzw. 13.06 Uhr zur Folge. Die Strecke von hier über Rastenburg nach Allenstein, das nur überflogen wurde, war insofern schwierig, da die zugefrorene Masurische Seenplatte die: Orientierung recht schwierig gestaltete und das Gelände wenig Möglichkeit für Notlandungen bot. Nach einer dritten Zwangslandung in Elbing, das von ‘den Piloten 'Croneiss und Siebel gegen 15 bzw, 16 Uhr erreicht wurde, verschlechterte sich das Wetter Seite 122 „‚FLUGSPORT" Nr. 6 erheblich. Croneiss mußte wiederholt in Baumhöhe fliegen. Er traf im Zielflug- #hafen um 16.16 Uhr als Tagessieger und somit als siegreicher Flugzeugführer des heute beendeten Streckenfluges ein. Siebel, der erst 16.18 Uhr Elbing verlassen ‚konnte, sah sich infolge Schneefalles gezwungen, bei Heiligenbeil (50 km südwest- ‚lich von Königsberg) notzulanden. Er erreichte wohlbehalten 18.06 Uhr Devau, Beide Bewerber erhalten entsprechend ihrer Streckenleistung die gleiche Geldentschädigung in Höhe von RM 2500.—. Außerdem fällt an jeden der Ost- preußenflieger ein Sonderpreis von je RM 6000.—. Croneiss, der Sieger des Streckenfluges, wurde ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis des Veranstalters, des Deutschen Luftfahrtverbandes; außerdem fielen an ihn die Preise des Landes- . hauptmanns sowie der Städte Tilsit und Marienburg. Fritz Siebel bekam die Ehrenpreise der Städte Danzig und Insterburg, während sich die Orter Fitzeck und Hagemeier in wertvolle Kristall- und Silberpreise teilten. Auiklärungsaktion über akademische Berufe. Trotz mancherlei Warnungen hat der Zudrang zu den Hochschulen angehalten, ja es ist sogar ein weiteres i Ansteigen zu befürchten. Einer der wichtigsten Gründe für diese Entwicklung ist-die mangelnde Aufklärung der Schüler der höheren Lehranstalten. Hier greift jetzt die „Deutsche Zentralstelle für Berufsberatung der Akademiker E. V.“ (Ber- lin W 62, Kurfürstenstraße 103) mit einer großzügigen Aufklärungsaktion ein. Sie versendet kostenlos ihre sämtlichen „Merkblätter für Berufsberatung‘ an a) alle höheren Lehranstalten, b) die Kreis- und Stadtschuleninspektionen, c) die deut- schen Hochschulen, d) die Schulabteilungen der Regierungen, e) die Provinzial- schulkollegien, f) die Kultusministerien. Erfaßt werden also direkt oder indirekt alle Schulen Deutschlands. Zur Verteilung gelangen nicht weniger als rund 300000 Merkblätter, da 3500 Schulen und Stellen bei dieser Aktion berücksichtigt wurden. Diese Merkblätter zeigen zum Teil neue Wege, zum Teil berücksichtigen sie auch die Handarbeit. Das ist deshalb besonders wichtig, damit die Vorur- teile, die bei der Berufswahl vielfach zu Tage treten, endlich zum Verschwinden webracht und von den Schülern der höheren Lehranstalten auch die heute zum Teil günstig gelagerten handwerklichen Berufe in den Kreis der Erwägung ge- zogen werden. Diese Merkblätter sind bekanntlich von ersten Fachleuten be- arbeitet und werden herausgegeben in Zusammenarbeit mit den zuständigen Be- rufsorganisationen, wie den Verbänden der Akademiker, dem Deutschen Aus- schuß für technisches Schulwesen, dem Bund der Akademikerinnen, dem Deut- schen Auslands-Institut in Stuttgart und anderen Stellen. Jedes Merkblatt ist in sich abgeschlossen und nach :gleichen Gesichtspunkten gegliedert. In den Merk- blättern werden die Berufe der folgenden Hauptgruppen behandelt: A. Theologie, B. Unterrichtswesen (Philolog. Berufe), C. Medizin, D. Rechts- und Staatswissen- schaften, E. Land- und Forstwirtschaft, F. Technik und Naturwissenschaften, G. Frauknberufe, ‘H. Heer, Marine, Polizei, I. Werkberufe, K. Auswanderung. Die Merkblätter (Einzelpreis 30 Pfg.) sind vom Buchhandel oder der Fa. Trowitzsch & Sohn, Berlin SW 48, zu beziehen. Es liegt im Interesse aller beteiligten Kreise, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf diese Blätter hinzuweisen und sie selbst zu benutzen. ‘ Igo Etrich, der bekannte Pionier, hält am. .12. April, 8 Uhr abends, im Blumes- hof in Berlin einen von der W.G.L. veranstalteten Vortrag über das Thema „Die historische Entwicklung des Taubenprinzips und dessen Bedeutung für die Zu- kunft“. - Walter Scherz }. Der in weiten Kreisen bekannte Navigationsoffizier Walter Scherz des Luftschiffes „Graf Zeppelin“ L.Z.127 ist uns durch Tod am 27. Fe- oruar 1929 entrissen worden. Der Verein für Luftfahrt Friedrichshafen und dessen Jungfliegergruppe betrauert in ihm einen eifrigen und begeisterten För- derer der Luftfahrtinteressen. Ausland. j 372,335 km’ Geschwindigkeit erreichte Major H. OÖ. D. Segrave mit einem Kraftwagen mit Napier-Motor am 11. März in Daytona Beach. Die bisher größte erreichte Geschwindigkeit mit Flugzeugen, aufgestellt von Fliegerleutn. D’Arcy Greig mit: Supermarine Napier, steht bekanntlich auf 514,18 km. Der erste Seeflughaien für den transatlantischen Luftverkehr soll von der amerikanischen Armstrong-Seeflughafen-Ges. in kürzester Zeit begonnen werden. Nr. 6 „TLUGSPORT"“ Seite 123 Der erste schwimmende Flughafen soll auf halbem Weg zwischen Neuyork und den Bermuda-Inseln errichtet werden. Es wird eine stählerne Plattform von 360 m Länge und 120 m Breite sein, die 30 m aus dem Wasser herausragt. Diesem Flugplatz soll dann später eine Kette von sieben Flughäfen gleicher Art quer über den Atlantischen Ozean folgen. Es ist ‚vorgesehen, eine Besatzung von 43 Mann auf jede der schwimmenden Inseln zu legen, Nach Durchführung des Gesamtplanes rechnen die Unternehmer damit, dal; ein Flugzeug, das Neuyork morgens um 6 Uhr verlassen hat, am nächsten Mor- zen um 4.30 Uhr bereits in Plymouth sein kann. Die Beförderungskosten sollen für den Anfang etwa 350 Dollar betragen, doch hofft man, diesen Preis späterhin auf 75 Dollar herabsetzen zu können. Alle See- flughäfen sollen als Einrichtungen der Handelsmarine die amerikanische Flagge führen. Statistik der Fluglinien der SCADTA in Kolumbien (Südamerika) 1920—1928 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 Flugkilometer . . 2.2... 86342 | 206000 | 296700 | 271250 | 293100 | 486300 | 527300 | 929354 Beförderte Luftpost (Briefe, Postkarten, Drucksachen, Ge- schäftspapiere) in Tonnen (1000 kKE) . 2 2 2 2 20. 1,55 4,83 8,29 10,67 11,51 26,29 36,61 49,95 In Deutschland beförderte gleichartige Luftpostmengen . 3,91 4,09 7,24 7,14 14,95 24,86 27,41 38,77 Anzahl der beförderten Passa- 2 | 379 1137 1318 |&1084 1134 | 2729 3905 6056 | | | | | 87,45 92,04 103,67 108,47 | 248,49 | 345.50 | 426,17 _ Gesamte beförderte Nutzlast in Tonnen (1000 kg). Günther Plüschow hat aus Ushuaia auf Feuerland, wo er sich mit dem Forschungskutter „Feuerland“ und Heinkelflugzeug ‚„Tsingtau‘ z. Zt. befand, au Dr. Heinkel folgenden Brief gerichtet: Es war mir eine große Freude, daß ich Ihnen gestern von hier aus folgendes Telegramm, das hoffentlich richtig in Ihre Hand gelangte, senden konnte: „Heinkelflugzeug ‚Tsingtau‘ fliegt siegreich über Feuerland und Kap Horn. Dankesgruß, allwohl. Kapitän Plüschow und Begleiter Dreblow.“ Anlaß zu diesem Telegramm gab nach vielen schweren und schwierigen Flügen mein großer Flug der letzten Woche. vom Monte Sarmiento im Westen aus, über die ganze Darwincordillere — einem der wildesten Teile der Welt — bis nach Ushuaia (argentinisch Feuerland am Beaglekanal). Diesem unerhörten, einzig dastehenden Flug über wildestes, unbekanntes vereistes Hochgebirge, konnte ich gestern einen nicht minder markanten Flug zum und über dem be- rüchtigten Kap Horn hinzufügen, — alles natürlich als erstes Flugzeug der Welt!! — und damit meine Arbeit hier unten im Feuerland selbst zu einem gewissen Abschluß bringen. Nunmehr wenden wir uns in nördlichere Gegenden zu deu noch völlig vereisten und absolut unbekannten Teilen Patagoniens, — ebenfalls vergletschertes, wildgstes Hochgebirge — und sind überzeugt, daß uns unsere brave Heinkelmaschine, der „Silbercondor des Feuerlandes“, auch dort treu wie bisher tragen wird. Die Schwierigkeiten, unter denen wir hier unten, losgelöst von jeder Hilie und Basis und Unterstützung, mit unseren mehr als knappen und geringen Mitteln, bei Wetterverhältnissen, die in ihrer Schlechtigkeit einzig dastehen dürften in der Welt und bei denen das Flugzeug seit Monaten bereits völlig ungeschützi, immer im Wasser liegt, arbeiten und fliegen müssen, lassen sich in Worten nicht wiedergeben. Daß wir sie bisher überwanden und weiterhin überwinden werden, verdanken wir lediglich der Güte des uns anvertrauten Materials und dem wundervollen, wie kein anderes Flugzeug für diese Gegend geeigneten Heinkel- See-Flugzeug, dem wir uns bedenkenlos anvertrauen, nachdem es so viele Proben seiner Vorzüglichkeit abgelegt hat, Seite 124 „FTLUGSPORT“ Nr. 6 : Indem ich Ihnen und allen Ihren Herren und Mitarbeitern meine besten Grüße und meinen Dank für Ihr vorzügliches Erzeugnis sende, das hier unten überall Bewunderung und Aufsehen erweckt und dem deutschen Namen neue Ehre bringt, hoffe ich, im Hochsommer dieses Jahres auf ein frohes Wiedersehen in Warnemünde. Offizielle Mitteilungen des deutschen Modell- und Segelflugverbandes. Ordentliche Verbandstagung des Deutschen Modell- und Segelfugverbandes anı 3. März 1929 zu Frankfurt a. M. Der 2. Vorsitz., Stamer, eröffnete die Tagung an Stelle des durch Krankheit verhinderten 1. Vorsitz. Prof. Dr. W. Georgii um 10% Uhr und hieß die er- schienenen Vertreter der Vereine willkommen. Es wurde zur Tagesordnung übergegangen. — Von der Versammlung waren 2 Kassenprüfer bestimmt, die Herren Bender-Darmstadt und Brückner-Mainz, idie ‘einen Bericht süber die vorgenommene Prüfung der Verbandskasse gaben und diese in Ordnung erklärten. Darauf wurde dem Kassenwart, Dr. Hugo Stern Entlastung erteilt. Als 2, Punkt der Tagesord. berichtete der geschäftsführ. Vorst. Stamer, über das verflossene Vereinsjahr. Er brachte zum Ausdruck, daß der Mit- gliederstand des Verbandes sich unwesentlich geändert hätte. 3 Vereine sind neu in den Verband aufgenommen worden. Die Ausschreibung für den Modellilug- wettbewerb 1929 ist vom „Deutschen Luitfahrt-Verband‘“ gemeinsam mit dem „Deutschen Modell- und Segelflugverband“ aufgestellt worden. Die Gemein- samkeit der beiden Verbände wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Als Punkt 3 der Tagesordnung berichtete der Kassenwart, Dr. Stern über das’ verflossene Vereinsjahr. Er erklärte, daß einige Vereine mit den Beitrags- zahlungen im Rückstand seien, daß vom Verband weitgehendste Toleranz bei der Eintreibung der Beiträge angewendet wäre, der allgemeinen Notlage ent- sprechend, daß aber der Verband vor Aufgaben stände, welche die Eintreibung der rückständigen Beiträge dringend erfordere. Es wurde von ihm zum Ausdruck gebracht, daß die Mitgliederbeiträge restlos der Sache zufließen, da die ganze Organisation des Verbandes außer den Porto-Auslagen und den Ausgaben für Briefpapier und dergl. völlig ohne Unkosten durchgeführt wird. Des Herrn Dr. Sterns Vorschlag, es bei den bisherigen Beiträgen zu belassen, wurde einstimmig angenommen. Ing. Ursinus würdigte die Verdienste des ehemaligen 1. Vorsitzenden, Pro- fessor Dr. W. Georgii, der auf seinen Vorschlag einstimmig begeistert zum Ehrenmitglied des D.M.S.V. ernannt wurde. Die Versammlung beschloß ein- stimmig, die Ernennung zum Ehrenmitglied und Wünsche für gute Besserung telegraphisch mitzuteilen. Punkt 4. Vorstandswahl: 1. Vorsitz. Stamer, 2. Vorsitz. Lippisch, beide Was- serkuppe (Rhön), Schriftführer und Kassenwart Dr. Stern, dessen Stellvertreter Dipl.-Ing. Martens beide Frankfurt a. M.. Von der Wahl der Beisitzer wurde auf Antrag Dr. Sterns beschlossen, die Wahl in diesem Jahre auszusetzen, damit die Aktionsfähigkeit des Vorstands nicht gehemmt werde. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. ‘Als Punkt 5 der Tagesordnung war zu verhandeln über die Selbständig- keit des „Deutschen Modell- und Segelflugverbandes“ und sein Verhält- nis zum „Deutschen Luftfahrt-Verband“. Der Vorsitzende, Stamer, brachte zum Ausdruck, daß die bisherige Verbandstätigkeit nur unter Wahrung voller Selbständigkeit des Verbandes aufrecht erhalten werden kann. Er wies auf die Erfolge des Verbandes in früheren Jahren hin, die zeigten, daß auch mit geringen Mitteln unbedingt etwas zu schaffen sei und daß nicht die Finanzkräftigkeit anderer Verbände mutlos machen dürfe. Er erklärte weiter, daß der D.M.S.V. nicht erfolglos versucht hätte, mit dem D.L.V. zu einem \ friedlichen Zusammen- arbeiten auf gemeinsame Ziele zu gelangen. — "Die vielen Klagen, die immer wieder von Vereinen des D.M.S.V. einliefen, lägen hauptsächlich gegen die Gruppen des D.L.V. vor. Es sei natürlich un- möglich) daß die finanzielle Uebermacht des D.L.V. die D.M.S.V.- Vereine zur Aufgabe ihrer Selbständigkeit bringen dürfe: Er erklärte, daß es sicher nicht unmöglich sei, hier einen Weg zu finden, welcher derartige, der Sache keines- Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 125 wegs dienliche Zwistigkeiten aus dem Wege schaffe. Der D.M.S.V. müsse aller- dings unbedingt einen Anspruch auf Berücksichtigung bei der Verteilung von Mit- teln für die deutsche Flugsportbewegung erheben, gemäß seiner Stärke und gemäß der Leistungen seiner Vereine. Die ‚Herren Becker-Stuttgart, Alexander-Magdeburg, Bender und Arndt- Darmstadt, Heymer-Köln und Brückner-Mainz berichteten über Schwierigkeiten ihrer Vereine mit D.L.V. - Vereinen am gleichen Ort oder den betr. Gruppen des Sämtliche Teilnehmer der Tagung brachten zum Ausdruck, daß der D.M.S,V. seinen Anspıuch auf Berücksichtigung bei der Verteilung von Beihilfen irgend- welcher Art unbedingt kund tun müsse. Es wurde einstimmig eine entsprechende Resolution gefordert, welche tolgen- den Wortlaut erhielt: Der „Deutsche Modell- und Segelflugverband“ hat in seiner ordentlichen Verbandstagung am 3. März 1929 zu Frankfurt a. M. fol- gende Resolution gefaßt: Der Deutsche Modell- und Segelflugverband, dem heute 46 Flug- sport treibende Vereine angeschlossen sind, ist seit 1920 der Träger des deutschen Modell- und Segelflugsportes. Der Deutsche Modell- und Segelflugverband war es, der die ersten Segelilugwettbewerbe auf der Rhön veranstaltete und damit den ge- waltigen Aufschwung der deutschen Segelfliegerei in die Wege leitete. Damit der Deutsche Modell- und Segelflugverband seine bisherige erfolgreiche Tätigkeit fortsetzen kann, muß er mit aller Entschieden- heit darauf bestehen, seine Selbständigkeit unbedingt zu wahren. Der Deutsche Modell- und Segelflugverband ist stets bestrebt, mit allen Vereinen oder Verbänden, die gleiche Ziele verfolgen, freund- schaftlich zusammenzuarbeiten mit dem alleinigen Ziele der Förderung des deutschen Flugwesens. Demgemäß fordert der Deutsche Modell- und Segelflugverband mit aller Entschiedenheit die volle Gleichberechtigung mit anderen Verbänden bei der Verteilung der für den deutschen Flugsport zur Verfügung stehenden Mittel entsprechend seiner Größe und der Lei- stungen seiner Vereine, Dem Deutschen Modell- und Segelflugverband liegt es fern, Ver- einsmeierei zu betreiben. Der Deutsche Modell- und Segelflugverband ist stolz, darauf hin- weisen zu Können, daß er für seine Organisation im Jahre 1928 einen Betrag von noch nicht RM 100.— verausgabt hat, und daß somit die gesamten Mittel, welche ihm zur Verfügung stehen oder ihm zufließen, ungeschmälert dem Flugsport zugute kommen.“ Es folgte als Punkt 6 der Tagesordnung ein beifällig aufgenommener Licht- bildervortrag des Herrn Lippisch über Versuche mit neuartigen Flugzeugbau- formen. Punkt 7 die Anträge: Antrag Karlsruhe, die 1000 Meter-Grenze im Ausschrei- ben des „Grüne Post“-Preises zu ändern. Da eine Aenderung der bereits lange Zeit offenen Ausschreibung nicht mehr angäugig ist, wurde der Antrag zurück- gezogen. Ein weiterer Antrag Karlsruhe bezog sich auf Versicherungen. Es wurde auf die Rundschreiben des D.M.S.V. verwiesen und beschlossen, nochmals durch Rundschreiben die verschiedenen Versicherungsmöglichkeiten bekanntzugeben. Punkt 8. Sämtliche Paragraphen der Statiten wurden nochmals genehmigt und in Gegenwart des Vorstandes von sieben bevollmächtigten Vereinsvertretern eingetragener Vereine unterzeichnet. "Es wurde sodann Kritik am vorjährigen Schulungswettbewerb in der Rhön . vorgenommen. Stamer teilte mit, daß der diesjährige Schulungswettbewerb auf eine Punktwertung umgestellt wäre, die hoffentlich diese Mißstände beseitigt, Der ursprünglich geplante Modellflugwettbewerb kam in Wegfall, da der D.M.S.V. an dem Wettbewerb des D.L.V. beteiligt ist, die Schulungsprämie soll Seite 126 „FLUGSPORT“ Nr. 6 als Frühjahrsschulungsprämie des D.M.S.V. in Gemeinschaft mit dem D.L.V. aus- geschrieben werden. Es wurde weiter angeregt, für Modellflugleistungen solle ein Ehrenbecher des D.M.S.V. neu ausgeschrieben werden. Beschlossen wurde der Versand eines Fragebogens an sämtliche Vereine zur Feststellung der Stärke, der Maschinenzahl, der Schülerzahl usw., um eine genaue Statistik des Verbandes aufstellen zu können. Für 1929 sollen die Modellrekorde neu ermittelt werden. Zur Erledigung der Modellfragen wurde der Modellausschuß erneut gewählt; er besteht aus den Herren Lippisch, Bender, Alexander und Möbius. Um einheitliche Bestimmungen zu schaffen, soll mit dem D.L.V. in Verbindung getreten werden. Der Vors, berichtete dann, daß das Schulflugzeug für flache Gelände, welches für das Fliegen um die Schulungsprämie des D.M.S.V. für diejenigen Vereine wichtig ist, die in annähernder Ebene fliegen, nunmehr von der R.R.G. auf der Wasserkuppe gebaut wird, da es in Rossitten nach Fertigstellung zu Bruch ge- gangen ist. Schluß der Sitzung um 8 Uhr. Vertreten waren folgende Vereine: Flugtechn. Verein Stuttgart e. V., W. T. Becker, Vors. Verein f. Segel- und Modellflugsport, Magdeburg, e. V., F. Alexander, Vors. u. Vors. d. M.A.G. Leipziger Flugverein. Interessengemeinschaft f. Segelflug e. V., Dessau. Luftsportverein Halberstadt e. V. Segelfliegergruppe d. Mansfelder Landes, Hettstedt. 1. G. f, S., Nordhausen e. V. Akademische Fliegergruppe Darmstadt e. V., L. Lang, G. Horn, Nehring, A. Ernsting. Akademische Fliegergruppe Karlsruhe 1925 e. V., H. Haeußler. Hanauer Flugverein, Fritz Noll. Interessengemeinschaft f. Flugsport Mainz, Brückner, Ött. Flugtechnischer Verein Darmstadt, Karl Bender, I. F. Arndt. Flustechnischer Verein Frankfurt e. V., Dipl.-Ing. Martens, Dr. Stern. Kölner Club f. Luftfahrt e. V., Heymer, Mainz. Deutscher Modell- und Segelilugverband. Der 1. Vorsitzende: Der 1. Schriftführer u. Kassenwart: Stamer. Dr. Stern. NN EEE en Ausschreibung einer Schulungsprämie des „Deutschen Modell- und Segeltlugverbandes“ und des „Deutschen Luftiahrt-Verbandes“ für die Zeit vom 1. Mai 1929 bis zum 15. Juli 1929, 81. Veranstalter: Der „Deutsche Modell- und Segelflugverband“ schreibt gemeinsam mit dem „Deutschen Luftfahrt-Verband“ e. V. für die Zeit vom 1. Mai bis zum 15. Juli 1929 eine Schulungsprämie für Gleitflugschulung aus. Verantwortlich für die Ver- anstaltung ist der „Deutsche Modell- und Segelflugverband“. Ba Geschäftsstelle: Die Geschäftsstelle zur Einreichung der Unterlagen befindet sich beim „Deut- ‚schen Modell- und Segelflugverband“ auf der Wasserkuppe, Post Gersfeld (Rhön). Zeit und Ort der Veranstaltung: Die Zeit des Prämienfliegens ist festgesetzt vom 1. Mai einschließlich bis zum 15 Juli 1929 einschl. Die Flüge können an allen Orten des Deutschen Reiches ‚ausgeführt werden. Nr. 6 „TLUGSPORT“ Seite 127 8.2. Artder Veranstaltune: Das Prämienfliegen besteht aus einer Prämiierung der in der genannten Zeit von einem Verein abgelegten Gleit- resp. Segelflugprüfungen A, B und C. 8 3. Zulassung: Zugelassen sind nur Vereine, welche dem „Deutschen Modell- und Segelflug- verband“ oder dem „Deutschen Luftfahrt-Verband“ angehören. Bewerber ist der Verein. Anmeldungen zu dem Prämienfliegen sind nicht einzureichen. Zu- gelassen sind nur Schüler, deren Schulung nicht vor dem 1.1.1929 begonnen hat. Zugelassen sind nur reine Gleitflugschüler, keine Schüler, die Motorflieger sind oder bereits am Doppelsteuer geschult haben. Zugelassen sind keine Gleit- oder Segeflugschulen, auch keine Vereinsschulen, wenn sie mit bezahlten Lehrkräften und direkt zur Schulung beurlaubten Schülern arbeiten, $4. Flugprüfungen: Die Prüfungen sind ordnungsgemäß von zwei Flugprüfern zu protokollieren. Die Flugprüfer (Sportzeugen) müssen vom „Deutschen Modell- und Segelflug- verband“, vom „Deutschen Luftfahrt-Verband“ oder von der „Rhön-Rossitten- Gesellschaft‘ anerkannt sein. Das Protokoll muß enthalten: Datum und Ort des Prüfungsfluges, Dauer und Art des Prüfungsfluges, Bezeichnung der Flugzeugtype, Name und Zugehörigkeit des schulenden Vereins, Windstärke und -richtung, Name, zwei Paßbilder, Ge- burtstag und Geburtsort des Schülers, Angabe, ob Motorflieger oder als Motor- schüler bereits am Doppelsteuer geflogen, Angabe des Beginns der Schulung, Unterschrift des Vereinsvorstandes und Unterschrift der zwei Sportzeugen. 85. Preise: Es gelangt eine Preissumme von RM 500.— zur Verteilung. Die Preissumme fällt denjenigen vier Vereinen zu, welche die größte Punktzahl erreicht haben, und zwar dem Verein mit größter Punktzahl RM 200.—, dem folgenden Verein RM 150.—, dem nächsten Verein RM 100.— und dem letzten RM 50.—. $ 6. Wertung: Gewertet werden die Prüfungen nach Punkten, und zwar: A-Prüfung = 4 Punkte, B-Prüfung —= 7 Punkte, C-Prüfung = 10 Punkte. 8.7. Einsende-Termin: Die Einsendung der Unterlagen muß bis zum 20. Juli 1929 an die Geschäfts- stelle erfolgen. Nach dem 20. Juli (Poststempel) aufgegebene Anmeldungen kön- nen keine Berücksichtigung mehr finden. 88. Preisgericht: Das Breisgericht setzt sich zusammen aus einem Vertreter des „Deutschen Modell- und Segelflugverbandes‘“, einem Vertreter des „Deutschen Luftfahrt-Ver- bandes“ und einem Vertreter der „Rhön-Rossitten-Gesellschaft“. Die Entschei- dung des Preisgerichtes ist endgültig. 89. Haftunz: Die Ausschreiber des Prämienfliegens lehnen jede Haftung irgendwelcher Art erundsätzlich ab. Alle diese Ausschreibung betreffenden Veröffentlichungen geschehen im „Flug- sport“ und in der „Luftschau“. Wasserkuppe, den 8. März 1929, Der „Deutsche Modell- und Segelflugverband'‘: gez. Stamer. Seite 128 „FLUGSPORT"“ Nr. 6 Vierter Segelilugmodell-Wettbewerb der M.A.G. 1. Wettfliegen 1929 am 7. April in den Sandbergen bei Gerwisch. Veranstalter: „Verein für Segel- und Modellflugsport Magdeburg e.V.“ . Wertung: . Jeder Bewerber kann mit beliebig vielen Modeilen starten. . Die Modelle müssen eine Mindestspannweite von 1,50 m und Profilfläche haben. . Unterschiede zwischen Rumpf- und Stabmodellen werden nicht gemacht. . Gestartet wird mit Bodenstart und Handstart. ‚ Jeder Bewerber hat seine Startkarten mitzubringen. . In ieder Klasse sind fünf Flüge zulässig. . Gewertet wird nur größte Dauer: Bester Flug bei Bodenstart plus bester Flug bei Handstart. Es wird im Gegensatz zu den vorjährigen Wettbewerben jeder Flug gewertet, „uch wenn das Modell hinter dem Hang segelt. 8. Geflogen wird nur an der von der Oberleitung dazu bestimmten Stelle. Jeder Anordnung der Oberleitung ist Folge zu leisten. 9. Die Hilfsmittel für Bodenstart sind vom Bewerber mitzubringen. Einwand- freie Startbahn ist vorhanden. 10. Meldungen müssen bis zum 1. April bei der Geschäftsstelle: Schriftführer A. Köhler, Magdeburg, Otto-von-Guericke-Straße 7. eingegangen sein. Preise: Gegeben werden Ehrenpreise nach Maßgabe der Beteiligung für die vier bis sechs besten Bewerber, außerdem M. A. G. - Diplome. Der Beginn des Wettbewerbes ist auf 1 Uhr vorgesehen. Der Schluß des- selben wird von der Oberleitung bekanntgegegben. Die Teilnehmer werden am Bahnhof Gerwisch in Empfang genommen und zum Gasthaus „Zum deutschen Haus“ geleitet, wo auch nach dem Wettfliegen die Preisverteilung stattfindet. Verein für Segel- und Modellflugsport Magdeburg e. V I.A.: Köhler, Schriftführer. M.A.G.- Tagung in Magdeburg. Der Verein für Segel- und Modellflugsport Magdeburg e.V. sah am 3. Febr. 1929 in seinem Vereinslokal die Vertreter der Vereine der Mitteldeutschen Ar- beitsgemeinschaft im Deutschen Modell- und Segelflugverband bei sich zu Gaste, um die Jahreshauptversammlung abzuhalten. Erschienen waren die Delegierten aus Dessau, Halle, Leizpig, Halberstadt, Hettstedt und Magdeburg. Nachdem der bisherige langjährige Flugwart der M.A.G., F. Thiele, Leipzig, in Vertretung für den erkrankten Vorsitzenden, R. C. Polter, Dessau, den Jahres- bericht von 1928 gegeben hatte, teilte er mit, daß beide aus Gesundheitsrücksich- ten aus ihren Aemtern auszuscheiden gedächten. Bei der darauffolgenden -Neu- besetzung fiel die Wahl zum Vorsitzer einstimmig auf den Vorsitzer des Magde- burger Vereins, F. Alexander, und die des Flugwarts auf den Vorsitzer des Leipziger Flugvereins, R. Kropf. Nachdem die von F. Alexander ausgearbeiteten Satzungen für die M.A.G. einstimmig genehmigt waren, schritt man zur Festlegung des Jahresprogramms für das Jahr 1929. Danach werden die Modellwettiliegen wie folgt ausgetragen: Am 7. April Segelmodelle in Gerwisch bei Magdeburg, am 19. Mai Rumpf- und Stab-Zugschraubenmodelle anläßlich des Jugendtages des D.L.V. in Jena, am 9. Juni Stab-, Zug- und Druckschraubenmodelle, in Dessau, am 21. Juli zweiter Wasserflugmodell-Versuchswettbewerb, offen für alle Klassen, in Leip- zig, und am 8. September Rumpf-, Zug- und Druckschraubenmodelle, nochmals in Magdeburg. Die M.A. G. - Modellwettbewerbs-Bedingungen konnten durch das Einsetzen einer neuen, einstimmig genehmigten Lastflugformel, die vom Leipziger Flug- verein eingebracht worden war, eine restlose Ergänzung erfahren. Der neuen Formel liegt folgende Berechnung zugrunde: Wenn ein Stabmodell chne Zuladung fliegt, SO erhält es nach den M.A. G.- Bedingungen für 20 m 100 Punkte. Fliegt es nun mit einer Zuladung, die gleich seinem Eigengewicht, also 100 % ist, so hat es die doppelte Leistung vollbracht, muß demnach auch die doppelte Punktzahl erhalten. Somit liegt dem Lastflug die gleiche : Punkt- wertung zugrunde, wie dem Streckenflug, doch werden soviel Prozent Punkte mehr gerechnet, als das-Modell Zuladung trug. sau roNDe Nr. 6 „FLUGSPORT“ Seite 129 Die Formel laut . Modellgewicht + en olgendermaßen: mal Punktzahl des Streckenfluges N Modellgewicht eu aufgenommen in di . er Landes“ in Hettstedt M. A.G. wurde die „Segelfliegergruppe des Mans- .C. . dienste 1 aker, Dessau, und F. Thiele, Leipzig, wurden für ihre großen Ver- jährige treue Arbeit i en Segelflugsport in Mitteldeutschland und für lang- Eine längere Auss er M.A.G. zu Ehrenmitgliedern ernannt. ° Segelflugschulwoche ssprache ergab die Veranstaltung einer zweiten M.A.G.- woche im September gemein wurde festgestellt, daß die erste Segelflugschul Ausbildung von jungen L an der Numburg bei Kelbra nicht den Vorteil bei der versprochen hatte an en zu Segelfliegern gezeitigt hätte, wie man sich ihn hatten zu dem geringe Et das Regenwetter, auch teils ungeeignetes Gelände noch kein geeignetes Ge tfolg beigetragen. Da bis jetzt in Mitteldeutschland ist, beschloß man. di elinde zur Ablegung von A- bzw. B-Prüfungen gefunden MA. G.- Sammelkırsus nei „jecem Verein vorgebildeten Jungflieger zu einem Rossitten zu entsenden Y ommer zur Segelfliegerschule nach Hirschberg oder wieder am di Isenden. oraussichtlich werden sich auch die M.A.G 5 DHAI iesjährigen Rhön-Segelflugwettbewerb beteiligen AD. Vereine F. Alexander, M. A. G.- Vorsitzer. Luft- Post Der Rhem N . ee den wer RI der © Teihewerb um ‚ginen Sportälugmotor fand 1923 statt. Die bei- Der Mot : ler erhielten Trostpreise. dem die aus Saebisch war ein Zweitakt-Umlaufmotor mit 2 Zylinde bei köpfen sitzend gase durch Fliehkraftwirkung durch hohle, auf d In, bei Der Mote e Schraubenflügel abgesaugt werden sollten. en Zylinder- 0 ü 0. . bumpe er war ein liegender Zweizylinder-Viertakt mit als Luft- Drehschieber gesteuert. ‚ Einlaß der vorverdichteten Luft wurde durch Albatros-Metallkonstruktionen waren auf der Ila zu sehen Die nebenst hend . ehende bb. zeigt einige Ausführungsformen von Holmen und Rippen Ein Schweizer Segelilug-Wettbewerb findet dieses Jahr nicht statt h. tt ” N I. Ilin.; 7 GEGRÜNDET 1908 v a a erBe |N VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. UkJLLLLEILDLINDL illustrierte technische Zeitschrift und 1 Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 -- Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Sushi ıungscäauer a. ou Woec hen | h Nr. 7 3. April 1929 . XXI. Jahrgang liegerheim Beste Verpflegung u | Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 17. April Leichtflugzeug-Schmerzen. Der Hindenburg-Wettbewerb ist aus. — — — Die Veranstalter haben das Beste gewollt. Die Flieger haben trotz der ungünstigen Wetterverhältnisse aus den Maschinen herausgeholt, was herauszuholen war. Ob wir durch den Wettbewerb in der Lösung der Leichtflugzeug- frage einen wesentlichen Schritt vorwärts gekommen sind, brauchen wir nicht zu sagen. Den beteiligten Wettbewerbern, sprich Firmen, hat die Teilnahme am Wettbewerb allerhand gekostet. In Zukunit sollte man doch ernstlich erwägen, ob man nicht auf andere Weise die Kon- strukteure und Firmen zum Bau neuer Typen von Leichtflugzeugen er- muntern könnte. Durch die Erfahrungen des diesjährigen Leichtflug- zeugwettbewerbs gewitzigt, werden die Teilnehmer an einem kom- menden Wettbewerb wohl kaum teilnehmen und den Aufwand von Mitteln und Kräften anderswo ansetzen. Denn wenn die junge, ohne- hin auf schwachen Füßen stehende Leichtflugzeugindustrie durch Auf- wendungen und Anstrengungen dieser Art weiter geschwächt wird, wird sie kaum lebensfähig bleiben. Man spricht so gern leichthin von der Selbsterhaltung der Industrie. Jedenfalls wird ein kleines Flug- zeugunternehmen in Zukunft kaufmännisch richtiger handeln, wenn es die Mittel und Kräfte auf direkte Kundenwerbung konzentriert. Zum Beispiel wäre es für die Firma X erfolgreicher gewesen, wenn sie den Aufwand für einen eigenen Rundflug über irgendwelche Länder ange- setzt hätte. Der Idealismus, neue Flugzeuge zu bauen und an der Entwicklung mitzuwirken, muß, wenn nirgends mehr Mittel aufzutreiben sind, not- sedrungen zugrunde gehen. Man darf sich daher nicht wundern, wenn der besonders in den letzten zehn Jahren wieder lebendig gewordene Forschungs- und Tatendrang begonnen hat, etwas abzuflauen. Gebot der Stunde ist, nach anderen Mitteln und Wegen zu suchen, das Leichtflugzeug zu entwickeln. Die Anforderungen für das Leicht- flugzeug dürfen von vornherein nicht so hoch gestellt werden. Wenn wir ein Sportflugzeug für die große Masse schaffen wollen, so müßte Seite 132 „FTLUGSPORT“ Nr. 7 danach gestrebt werden, billige Sportflugzeuge zu schaffen, und wenn die Flugleistungen für den Anfang noch so klein sind. Bei der Zulassung zum Wettbewerb müßte in erster Linie der An- schaffungspreis mit ausschlaggebend sein. Wenn ein Flugzeug mehr als 4000 bis 5000 RM kostet, so ist es eben für den einzelnen nicht mehr erschwinglich, und wenn die Grenze nicht vorgeschrieben wird, wird es keiner Firma einfallen, solche zu bauen. _ Stinson Kabinen-Eindecker. Stinson, ein alter Wright-Pilot vom Jahre 1911 und Direktor der Stinson Aircraft Corporation, Detroit, baute in Amerika die ersten Kabineneindecker. Die Stinson-Eindecker wurden bekannt durch den Flug von Brock und Schlee, die von Neufundland über den Atlantik nach Tokio flogen, und vor allen Dingen durch die Dauerflugleistung vom 30. März 1928, wobei Stinson und Haldemann 53 Stunden in der Luft blieben. Stinson baut in der Hauptsache zwei Typen, den „Detroit“ mit 200-PS-Wright-Whirlwind, einen 5- oder 6-Sitzer, und den „Junior“, einen Viersitzer mit 110-PS-Warner-Motor. Beide Maschinen werden mit geringen Abänderungen in Spezialausführungen je nach Wunsch des Käufers geliefert. Der Typ „Detroit“ hat eine Schwanzkufe und der Typ „Junior“ statt der Kufe ein kleines Laufrad. Die Flügel besitzen Spruceholme, von denen der vordere Holm Kastenholm und der hintere massiv ist. Flügelrippen Holz oder Metall, Bedeckung Leinwand. Die Hauptbetriebsstoffbehälter von zusammen 264 1 (Junior 176 !) liegen zu beiden Seiten außerhalb des Rumpfes in den Flügeln. Man vergleiche die nebenstehende Abbildung des unbe- spannten Flügeis. Querruder Stahlrohr mit Leinwand bedeckt. Die Flügel sind zu beiden Seiten durch kleine Stahlrohrstreben abgefangen. Der Rumpf besteht ganz aus Stahlrohr mit Leinwand bedeckt. Fiöhen- und Seitenleitwerk Stahlrohr, Höhenflosse während des Fluges verstellbar. Seitenruder beim „Detroit“ ausgezlichen. Das Fahrgestell besteht aus zwei Halbachsen, deren Stoßdämpfer an der vorderen Flü- gelstrebe und einer nach der oberen Rumpfkante führenden weiteren Strebe angreifen. Die Fahrgestellräder besitzen Bremsen, welche wechselseitig bedient werden können und den Richtungswechsel beim Kollen erleichtern. Die Kabine kann durch Auspuffgase geheizt werden. Abmessungen des Typs „Detroit“: Spannweite 13,97 m, Länge 10 m, Höhe 2,74 m, Flügelinhalt 27,17 m?, Leergewicht 894,35 kg, ein Führer und vier Flug- gäste 397,25 kg, Betriebsstoff und Oel 211,11 kg, Gesamtgewicht 1502 kg, Flügelbelastung 55 kg/m”, Leistungsbelastung 7,5 ke/PS, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Landegeschwindigkeit 86 kmh. Reisegeschwindiekeit 168 km/h; Preis 12 000 Dollar. Die Abmessungen des „Junior“: Spannweite 13,05 m, Länge 7,92 m, Höhe 2,36 m, Flügelinhalt 22 m?, Leergewicht 64 7ke, Gesamtflug- gewicht 1180 kg, Flügelbelastung 46,5 kg/m’, Leistungsbelastung 9,15 ke/PS, Höchstgeschwindiekeit 177 km, Reisegeschwindigkeit 153 km, Landegeschwindigkeit 74 km; Preis 6950 Dollar. Der Stinson „Detroit“ wird auch mit 300-PS-Wrisht-Motor gebaut. Ferner baut die Firma einen 14sitzigen Dreimotoren-Eindecker mit drei J6-Wrisht-Motoren. 22 m Spannweite, 14 m Länge und 3,3 m Höhe. Leergewicht 2650 kg, Gesamtgewicht 4850 kg, Höchstgeschwin- digkeit 215 km, Landegeschwindigkeit 86 km, Reisegeschwindigkeit 168 km. Aktionsradius 1100 km. Nr. 7 „rLUGSPORT“ Seite 133 Stinson-Flügel mit eingebautem Betriebsstoffbehälter. Oben links: Halbachsen- fahrgestell mit Abfederung und Bremsnaben. Man beachte das Flügelprofil. Oben: Stinson „Junior“ 4-Sitzer mit Spornlaufrad. Unten: Stinson „Detroit“ 6-Sitzer, Seite 134 „FLUGSPORT“ Nr. 7 Walter-Flugmotoren. (Hierzu Tafel II.) Die tschechoslowakische Flugmotorenfabrik J. Walter & Cie. in Prag baut außer in Lizenz den wassergekühlten Motoren von B.M.W. Gnome-Rhone vier eigene Typen von 60—340 PS luftgekühlt. Diese vier Typen sind in den letzten Jahren besonders entwickelt worden. Walter 60 PS Typ NZ. Zylinderanzahl = 5 — Bohrung = 120 mm — Zylinderinhalt = 5.195 1 — Kom- pression = 448:1 — Leistung = 6) PS — Umdrehungen pro Minute —= 1400 — Benzinverbrauch = 220—240 2 pro PS-Std. — Oelverbrauch = 11—20 g pro PS-Std. — Gewicht des kompletten Motors = 102 kg. ‚ ---- - - - -- -_.- LETECKY MOTOR WALTER 60 TYPU,NZ* - Walter 8 PS Typ NZ. Zylinderanzahl = 7 — Bohrung = 105 mm — Hub = 120 mm — Zylinderinhalt — 7.2731 — Kompression = 4.48:1 — Leistung — 85 PS — Umdrehungen pro Minute — 1400. — Benzinverbrauch = 220—230 & pro PS-Std. — Oelverbrauch — 11-20 g pro PS-Std. — Gewicht des kompletten Motors = 130 kg. Nr. 7 „FLUGSPORT"“ Seite 135 Walter-Castor 240/340 PS. Die Magnete liegen vor den Zylindern gegenüber liegend angeordnet. Zylinderanzahl = 7, Boh- rung = 135 mm, Hub 170 mm, Zylinderinhalt 17,033 1, Kompression 6,1:1, Leistung = 240 PS, Umdrehungen pro Minute = 1750, Ben- zinverbrauch 1:1 = 220 bis 230 g pro PSI/Std., Oelverbrauch —= 16 bis 20 z pro PS/IStd., Ge- wicht des kompletten Mo- tors = 248 kg. Il Walter 120 PS Typ NZ. (Siehe die Finbauzeich- nung Tafel II.) Zylinderzahl = 9 — Boh- rung = 105 mm — Hub — 120 mm — Zylinder- inhalt = 9.3511 — Kom- pression = 4.48:1 — Lei- stung = 120 PS — Um- drehungen pro Minute — 1550 — Benzinverbrauch — 220—230 & pro PS-Std. — ÖOelverbrauch = 11-— 16 & pro PS-Std. — Ge- wicht des kompletten Mo- ters — 160 kg. Die) Zylinder sind aus Stahl mit Köpfen aus Aluminium. Die Stoß- stangen für die Ventilhebel liegen auf der Schraubenseite des Motors. Die Ansaugleitungen hinter den Zylindern im warmen Luftstrom. Ven- tilführungen Gußeisen. Kolben Aluminium, Gehäuse Aluminium, im Innern durch Rippen verstärkt, vorn und hinten durch Deckel ver- schlossen. Pleuel und Kurbelwellen in Kugellagern laufend. Der Ver- gaser sitzt unter einem Ringkanal, in dem die Ansaugleitungen ein- münden. Zündung durch zwei V-förmig angeordnete Magnete auf der Rückseite des Motors. Die Abmessungen der verschiedenen Motoren sind folgende: Seite 136 „FLUGSPORT“ Nr. 7 = S7KONSIRUKTIONS | 2 Bestimmung der Knicklast von Stahlrohren. ULAN Wie die großen Flugzeugfirmen immer mehr zum Metall als Werk- stoff für Flugzeuge übergegangen sind, so fängt auch in den Werkstät- ten der Flugtechnischen Vereine das Metall an, die Holzbauweise zu verdrängen. Vor allem beim Aufbau des Rumpfes ist man schon des öfteren mit Erfolg zu Stahlrohrkonstruktionen übergegangen. Die Abmessungen der einzelnen Stäbe des Rumpfaufbaues werden, nachdem die in ihnen auftretenden Spannungen etwa durch Zeichnen eines Cremonaplanes ermittelt sind, mit Rücksicht auf eine genügende Knicksicherheit bestimmt. Um nun die Auswahl der Materialabmessun- gen und die Bestimmung der Knicklast zu erleichtern, sind die Knick- lasten für Stahlrohre von 1% mm Wandstärke, wie sie im Flugzeugbau Verwendung finden, in einem Diagramm zusammengestellt. Das Diagramm enthält eine Reihe von Kurven. Jede Kurve stellt die Knicklast eines Rohres von bestimmtem Durchmesser in Abhän- gigkeit von der Länge des Rohres dar. Die Anwendung des Diagram- mes ist einfach und möge an einem Beispiel erläutert werden: Es sei die Frage gestellt, welche Druckkraft ein Rohr von 60 cm Länge und 14 mm Außendurchmesser ohne auszuknicken ertragen kann. Die Antwort auf diese Frage findet man, wenn man die Grade 60 bis zum Schnitt mit der Kurve 14 verfolgt. Durch Herübergehen vom Schnittpunkt auf die Wagerechte findet man eine Kraft von 455 kg, d. h. bei 455 kg Druckbelastung würde das Rohr ausknicken. Das “ rT7 ff u 4500 — Tetmejer I] or H-HH--H 28 mn — | nn AaRE GEE Ir L 17 Di 26 — De Teil t . \ , jasramm ILS T SS TUT, zur Bestimmung 29 | II 7 n der Knicklast 32 1 — Su /N\ \ ” von Stahlrohren. 1 N / 4000 _ | IFS SIIUTÄEN 7 “SSH FERN AN > \_N\ \ 46 — || | Dn \ \ In — NEN REN 14 r> — Ba \ x \ | E A RNIT SENLRNche fer 500 >! \ BNENA — on 49 r>=- \ \ N iu Au DS N = His GERN IININ 18 IUI/NLNLINENEN-N NN x | 9 SSENEERENKIENSORERSKENNIEH SS ANENERNENEBRNEDSENRUR SEN N + KIN INEBN Nan N IDHDIIN 5 N N N N I IST u ve Sa Voss: = I IN IT SLTFRN-Rn SSR & | N-ITSQ — I--SSSsHEssssoSses == = DL Stablänge cm. 50 100 150 — Nr. 7 „FLUGSPORT“ Seite 137 Rohr darf also höchstens bis 450 kg belastet werden. Eine weitere Anwendung des Diagramms ergibt sich aus folgendem: Der Stab habe eine Länge von 40 cm und eine Belastung von 950 ke. Es soll der nötige Rohrdurchmesser ermittelt werden. Man sucht den Schnittpunkt der Geraden 40 cm und 950 kg. Dieser liegt zwischen der Kurve 20 und 22. Es würde also ein Rohr von 21 mm Wandstärke gerade aus- reichen. Der Sicherheit halber wird man ein Rohr von 22 mm Wand- stärke wählen. ....G. VoR. URLS ANNE Die Luftschrauben-Hauben. :.. :: werden in zwei Ausführungen von Bristol für die Jupiter-Motoren mit- geliefert, und zwar eine Ausführung für Holzschrauben (Abb. 1) und eine Ausführung für Metallschrauben mit geschmiedeten Flügeln (Ab- bildung 2). Die Haube besteht aus zwei geteilten Hälften, welche die Flügelwurzeln umschließen, und einem abnehmbaren Vorderstück. Die Einzelheiten der Befestigung sind aus den Abbildungen ersichtlich. Abb. 1. a) Abnehmbare Luftschraubenkappe muß beim Lösen der Nabenmuttern abge- nommen werden. b) Verstellbares Kragenstück zum Anspannen des vorderen Haubenstückes a. c) Gegenmutter. d) Befestigungsteil des Haubenstückes a bei e. f) Haubenverkleidung an den Flügelwurzeln. g&) Sperrholz. h) Holzver- steifung. Ausführungsform in Ganzmetall. Abb. 2. Die Verkleidung an den Flügelwurzeln besteht aus zwei Hälften, die auf zwei umgebördelten Scheiben a befestigt sind. Seite 138 „FLUGSPORT“ Nr. 7 | | SUHNHREEHTTREIROEREKRNERRNN U G Nr. 7 „FLUGSPORT“ Seite 139 Inland. | Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 28. Der Deutsche Lufti«t hat folgende Flugleistung als lokalen Se gelflug- rekord :,erkannt: | Klasse D (Segelflugzeuge). Segelfluggelände: Spaichingen (Württemberg). Prinz Eugen zu Schaumburg-Lippe auf Flugzeug „Peterle“ am 22. Nov. 1928. Dauer mit Rückkehr zum Ausgangspunkt 5 Std. 28. Min. Hiermit ist auch Spaichingen als Segelfluggelände zur Aufstellung von lokalen Segelflugrekorden anerkannt. Berlin, im März 1929 Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Internationaler Leichtilugzeugwettbewerb. Wie der Deutsche Luftrat mit- teilt, hat der Termin für Einsendung der Nennungen und des Nenngeides (1000 franz. Frcs.) zum „Internationalen Leichtflugzeug-Wettbewerb“ (Euorpa-Rund- flug) am 15. März begonnen und wird am 25. April, mittags, beim A&ro-Club de France ablaufen. Vom Aeroclub von Deutschland ist als letzter Termin für die Einreichung der Nennungen bei ihm der 19. April, mittags, festgesetzt worden. Französische Nennungsformulare mit deutscher Uebersetzung sind in der Ge- schäftsstelle des Aeroclubs von Deutschland erhältlich. Aenderung der Segelilugkurse auf der Wasserkuppe. Mit Rücksicht auf den vom 18. Juli bis 1. August stattfindenden Rhön-Segelflug-Wettbewerb müssen die in der „Luftschau“, Heft 10/1929, und im „Flugsport“, Heft 3/1929, enthaltenen Termine eine Aenderung erfahren. Der vom 20. Juni auf 20. Juli angesetzte Kur- sus für preußische Lehrer entfällt. Die Teilnehmer dieses Kursus können an dem Augustkurs für Lehrer sich beteiligen. Der Kursus für Fortgeschrittene, der vom 1. bis 20. Juli stattfinden sollte, wird nunmehr in der Zeit vom 20. Juni bis 10. Juli abgehalten werden. Der Augustkursus für preußische Beamte und Lehrer wird vom 12. August bis 12. Sep- tember stattfinden. Verein für Modellilug Dresden. Geschäftsstelle: Dresden-A., Wettiner Str. 20, i. Fa. Friedrich Wende. Wir geben bekannt, daß am 23. Febrvar in Dresden der Verein für Modell- flug Dresden gegründet wurde. Die Anregung zur Gründung ging von ehemaligen Mitgliedern des Flugtech- nischen Vereins Dresden aus, welcher in den Jahren 1913 bis 1924 bestanden hat. Beabsichtigt wird, Zweck und Ziel des früheren F.V.D. nach Mösglichkeit aufrechtzuerhalten, und sind grundsätzlich der Bau von Flugzeusmodellen und Uebungen sowie ähnliche Veranstaltungen zum Programm genommen. “An der Ingenieurschule Altenburg (Thür.) bestanden im Herbst 1928 in den Abteilungen für Maschinenbau, Eiektrotechnik, Automobil- und Flugzeugbau etwa 100 Studierende die Ingenieurprüfung. — Die Anstalt verfügt über best- bewährte Lehrkräfte und mustergültige Laboratorien, die auch im Laufe des letz- ten Semesters weiter ausgebaut wurden. — Allen Interessenten wird der kosten- freie Bezug des illustrierten Prospektes über das 33. Schuljahr wärmstens emp- fohlen. Ausland. Die Luftlinie England—Indien wurde am 30. März eröffnet. Das erste Flug- zeug startete mit dem englischen Luftminister Hoar an Bord um 10 Uhr auf dem Flugplatz Croydon. Von der deutschen Segelflieger-Expedition in Oesterreich. Oben links: Das Startgelände auf der Rax. Der erste Start erfolgte von der mit Kreuz bezeichneten Stelle. Später erfolgte der Start auf der mit Pfeil bezeich- neten Sielle. Die Fliegerin Morhetridge flog Mitte März 22 Std. 3 Min. und 12 Sek. lang. Ein erster Congres Internationale de l’Aviation Sanitaire findet vom 15. bis 20. Mai in Paris statt. Auskünfte erteilt das Sekretariat, 35, Rue Francois ler, Paris. Anschließend an die Rax-Expedition machte Kronfeld am 27. Februar auf einem Hang zwischen Leopoldsberg und Kahlenberg nordwestlich bei Wien mit seiner neuen, vom Kegelflugzeugbau fertiggestellten Maschine mehrere Segelilüge. Der erste Flug dauerte 8 Min., ein dritter 15 Min. Landung erfolgte auf dem Eise auf einem zugefrorenen Donauarm. Spanischer Trausozeanflug nach Südamerika. Das Flugzeug „Jesus del gran Poder“, das am 24. März nachmittags in Sevilla zu einem Flug nach Südamerika aufgestiegen ist, passierte 13 Uhr das Kap Juby an der Nordwestküste Afrikas. Um %5 Uhr überflogen die Flieger das Kap Blanco in der Richtung nach den Kap- verdischen Inseln. Nach einer Meldung der „Nacion“ ist das Flugzeug „Jesus del gran Poder“ über Brasilien eingetroffen. Es wurde um 2.36 Uhr brasilianischer Zeit (7.30 MEZ) über dem Flugplatz in Natal gesichtet und setzte seinen Flug in südlicher Rich- tung fort. Nach einer Meldung aus Bahia ist das spanische Flugzeug um 10.30 Uhr (etwa 2.45 Uhr MEZ) nach glücklicher Ueberquerung des Ozeans daselbst ohne Zwi- schenfall gelandet. Die zurückgelegte Strecke betrug 7100 km. Der Streckflugrekord, aufgestellt von Ferrarin, ist 7666,616 km. Wanderpreis des Internationalen Rundiluges. (Gemäß den Vorschriften der F. A.1.) Ferts. v. S. 74. Sonderausschreibung für 1929. $ 31. Art. 1. Der französische Aero-Club, der die Anregung zur Schaffung eines Internationalen Rundfluges gegeben hat, hat die Sonderausschreibung für 1929 ausgearbeitet. Seite 140 „ET LUGSPORT“ Nr. 7 $ 32. Es nehmen die Sportbehörden folgender Länder teil: Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, Schweiz, Tschechoslowakei. $ 33. Für die Teilnahme ist die Summe von 20000 Frs. je Stimme in der F. A.I. festgesetzt worden. $ 34. Art. 2. Termine des Wettbewerbs, Ort des Eintreffens der Flugzeuge. Die Wettbewerbe des Wanderpreises finden in der Zeit zwischen 3. August und 20. August 1929 statt. $ 35. Die Flugzeuge müssen spätestens am 3. August um 12 Uhr auf dem Flugplatz Paris-Orly eingetroffen sein. $ 36. Art. 3. Bestimmung des Gewichtes der Flugzeuge. Der Wettbewerb ist offen für zwei Kategorien von Leichtflugzeugen: 1. Kat. Mehrsitzer (mindestens Zweisitzer) mit einem Höchstgewicht von 400 kg 2. Kat. desgleichen bis 280 kg $ 37. Unter Leergewicht wird verstanden: das Gewicht des betriebsfertigen Flugzeuges, zu dem nach der Wägung noch folgende Gewichte hinzugefügt wer- den können: Besatzung, Betriebsstoff, Werkzeug, Ersatzteile, Mundvorrat, Fallschirme, elektrische Beleuchtung. In Anbetracht der großen Strecke, die die Flugzeuge zurückzulegen haben, und der notwendigen Vorkehrungen für Bequemlichkeit auf einer langen Reise wird eine Toleranz von 10 % auf dieses Gewicht beim Start zugelassen. $ 38. Die Flugzeuge werden bei ihrem ersten Eintreffen in Paris-Orly ge- wogen, dann bei ihrer Ankunft nach dem europäischen Rundflug in Orly. Während der einzelnen Wettbewerbe können Kontrollwägungen jederzeit auf Anordnung der Sportleitung stattfinden. $ 39. Für den Betriebsstoff-Wettbewerb müssen die beiden an Bord befind- lichen Personen zusammen mindestens 150 kg wiegen. Dieses Gewicht ist ge- gebenenfalls durch toten Ballast zu ergänzen. $ 40. Für den europäischen Rundflug besteht lediglich die Vorschrift, daß der oder die Passagiere älter als 16 Jahre sind. $ 41. Art. 4. Wechsel des Flugzeugführers und der Passagiere. Flugzeug- führerwechsel ist nicht statthaft. 8 42. Wechsel der Passagiere unter der Bedingung des $ 40 gestattet. 8 43. Art. 5. Bordbuch. Während des ganzen Wettbewerbs ist ein Bordbuch laufend zu führen. Der Text des Buches wird auf französisch, englisch, deutsch, italienisch und Esperanto gedruckt. Der Wettbewerber hat das Bordbuch bei ieder vorgeschriebenen Zwischenlandung ausfüllen zu lassen; er hat in dem Buch alle Zwischenfälle auf dem Fluge und besonders die Landungen außerhalb der Zwangslandeplätze zu verzeichnen. 8 44. Dieses Bordbuch enthebt nicht von der Mitführung der offiziellen Doku- mente. 8 45. Art. 6. Markierung. Zu Beginn der Wettbewerbe werden kenntlich ge- macht: die Tragflächen, die Verwindungen, die Dämpfungsflächen, die Seiten- und Höhensteuer, der Rumpf, der Propeller, die Räder, die Zylinder des Mo- tors und das Motorgehäuse. . $ 46. Das Oeffnen des Motors wird durch Anbringen von Bändern verhindert (Abschließen der Zylinder und des Gehäuses). 8 47. Wenn der Bewerber sie an Bord mitführt, so sind auch Ersatzrad und Ersatzpropeller kenntlich zu machen. $ 48. Die Kenntlichmachung wird durch Siegel oder Plomben erzielt. 8 49. Auswechseln der kenntlich gemachten Stücke ist bei Strafe untersagt, außer gegebenenfalls des Propellers oder des Rades, wenn diese Ersatzstücke an Bord mitgeführt werden, wobei letzteres allerdings in der Wertung berück- sichtigt wird. $ 50. Das Lösen der um den Motor befestigten Bänder führt nicht zum Aus- schluß, wird aber bestraft (s. $ 57, Art. 8). 8 51. Art. 7. Wertung. Die Wertung des Wettbewerbs erfolgt durch Addition von Punkten. $ 52. Die Punkte werden in folgender Weise zuerteilt: Nr. 7 „FLUGSPORT“ Seite 141 Prüfung der praktischen Eigenschaften des Flugzeuges 40 Punkte Betriebsstoffverbrauchsprüfung 20 „ Regelmäßigkeit im europäischen Rundflug 35 u Geschwindigkeit im europäischen Rundflug 70 165 Punkte. $ 53. Art. 8. Prüfung der praktischen Eigenschaften des Fiugzeuges. Es werden den praktischen Eigenschaften 40 Punkte zugesprochen. $ 54. Es wird eine Wert tung vorgenommen, deren Höchstpunktzahl unten an- gegeben ist. (Es besteht die Möglichkeit, Wertungen nach unten bis zu 4 Punkt vorzunehmen.) $ 55. Die Prüfung findet auf dem Flugplatz Orly vom 3. bis 6. August ein- schließlich statt. $ 56. Die Eigenschaften, über die die Sportleiter zu entscheiden haben, sind die nachstehend aufgeführten (die Note Null schließt vom Wettbewerb nur für die unter 1 und 5 geforderten Eigenschaften aus): 1. Stabilität der Konstruktion, Bequemlichkeit der Ausrüstung, Wahl und Anbringung der Bordinstrumente, Vorrichtungen gegen Ueberschlag (Fahrgestell ohne Achse, Fahrgestell mit Raupen, Räder mit Bremsen usw.) 8 Punkte 2. Anlassen des Motors durch verschiedene Vorrichtungen zum An- werfen des Propellers 3 „ 3. Einbau von Doppelsteuerung 2 „ 4. Anbringungsmöglichkeit von Fallschirmen und deren Anbringung 2 , 5. Abwehr gegen Feuersgefahr, Brandschott, Feuerlöscher, ver- schiedene Vorrichtungen usw. 6 „ 6. Leichte Auf- und Abmontierbarkeit des Flugzeuges durch die Be- satzung (den Flugzeugführer und höchstens einen Passagier) in weniger als 15 Minuten für jeden Vorgang. Die Möglichkeit, ein Tor von 3 m Breite und 3,50 m Höhe zu passieren, wobei der Apparat durch die Besatzung bewegt wird. Möglichkeit des Schleppens durch Auto I 26 Punkte. $ 57. Eigenschaften, die vom Beginn der Betriebsstoffprüfung bis zur end- gültigen Ankunft in Orly nach der Rückkehr vom Rundflug gewertet werden. Für diese Eigenschaften werden entweder die unten angegebenen vollen Punktzahlen oder die Note Null zuerkannt. 7. Nichtöffnen des Motors oder Nichtauswechseln eines oder meh- rerer Zylinder 10 Punkte 8. Nichtbenutzung des Ersatzpropellers _ 3» 9. Nichtbenutzung des Ersatzrades (beschädigtes Rad, nicht infolge Reifenpanne ausgewechseltes Rad) 1, insgesamt 40 Punkte. 14 Punkte, $ 58. Die unter 8 und 9 vorgesehenen Gutpunkte werden auch Bewerbern zugesprochen, die das Ersatzmaterial nicht mitgeführt und keine Auswechslung vorgenommen haben. $ 59. Art. 9, Betriebsstoffverbrauchsprüfung. Für die Betriebsstoffver- brauchsprüfung werden 20 Punkte zugesprochen. $ 60. Die Betriebsstoffverbrauchsprüfung wird für alle Bewerber an dem- selben Tage, und zwar in der Zeit zwischen dem 4. und 6. August, und, wenn es möglicheist, zu derselben Stunde auf einer zeschlossenen Bahn von etwa 50 km und über eine Gesamtentfernunz von 300 km ausgeflogen. $ 61. Gegebenenfalls müssen die Ersatzteile (Propeller und Rad) an Bord sein. $ 62. a) Der Verbrauch von Betriebsstoff darf nicht überschreiten: .Für die 1. Kategorie 16 kg für 100 km; für jede Ersparnis von 400 g wird zuerteilt 1 Punkt, wobei 20 Punkte das Maximum darstellen. Für die 2. Kategorie 11 kg für 100 km; für jede Ersparnis von 275 g wird zuerteilt 1 „» wobei 20 Punkte das Maximum darstellen‘). 1) Der Verbrauch kann bis zu 4 Punkt gewertet werden. Seite 142 „FLUGSPORT“ Nr. 7 $ 63. Der Betriebsstoff wird durch den Organisationsausschuß gratis geliefert und wird von der in Paris unter dem Namen „Tourisme“ bekannten Qualität (0,720/0,730) geliefert. $ 64. b) Der Oelverbrauch darf nicht übersteigen: für die 1. Kategorie 2 kg per 100 km, für die 2. Kategorie 1,350 kg per 100 km. $ 65. Zum Zwecke der nachstehend folgenden Bestimmung (siehe $ 99, Art. 11) wird das genaue Gewicht des Betriebsstoffes, das Gewicht des Flugzeug- führers und Passagiers und die Geschwindigkeit des Flugzeuges in dieser Prü- fung beurkundet. $ 65. Art. 10. Geschwindigkeits- und Regelmäßigkeitsprüfung. A. Flugweg, Vorschriften für Start und Landung. a) Flugweg, Zwangs-Zwischenlandeplätze. Paris—Basel 416 km, Basel—Genf 183 km, Genf—Lyon 108 km, Lyon—Mar- seille 256 km, Marseille—Saint Raphael 124 km, Saint Raphael-—-Turin 196 km, Turin—Mailand 125 km, Mailand—Venedig 239 km, Venedig—Agram 299 km, Agram—Belgrad 371 km, Belgrad—Turnu Severin 174 km, Turnu Severin— Bukarest 274 km, Bukarest—Turnu Severin 274 km, Turnu Severin—Budapest 417 km, Budapest—Wien 213 km, Wien-—Brünn 108 km, Brünn—Prag 182 km, Prae— Breslau 209 km, Breslau—Warschau 302 km, Warschau—Posen 283 km, Posen—Berlin 239 km, Berlin—Hamburg 257 km, Hamburg — Amsterdam 375 km, Amsterdam—Brüssel 160 km, Brüssel—Paris 258 km, insgesamt 6042 km’) in 25 Etappen. $ 67. Um gewertet zu werden, muß der Bewerber die gesamte Strecke ab- geflogen haben und muß auf allen oben aufgeführten Zwangslandeplätzen gelandet sein. 8 68. Zwischenlandungen sind gestattet. $ 69. Auf den Zwangslandeplätzen kann die Unterbringung in Hallen nicht gewährleistet werden. Die Flugzeuge werden jeden Abend unter Bewachung parken, wobei die Bewerber an ihren Apparaten arbeiten können. 8 70. b) Start und Ankunft in Paris (Orly) und Start in Belgrad und War- schau®). Der Start wird in Paris-Orly am 7. August, 9 Uhr, freigegeben. $ 71. Als Zeit des Starts von Orly gilt der Augenblick, in dem der Sportleiter den noch auf der Erde befindlichen Flugzeugen den Start freigibt, wobei die Mo- toren bereits laufen können. $ 72. In Belgrad wird Starterlaubnis nicht vor dem 9. August, 7 Uhr, erteilt. $ 73. In Warschau nicht vor dem 11. August, 7 Uhr. $ 74. Die Landungsbeurkundung in Orly wird nicht vor dem 14. August, 15 Uhr, eröffnet. $ 75. Als Ankunftszeit in Orly gilt der Augenblick, in dem der Bewerber die Ziellinie schneidet, im Fluge oder im Rollen. $ 76. Die Beurkundung wird in Paris-Orly am 20. August, 18 Uhr, ge- schlossen. c) Start und Ankunft auf den Zwangslandeplätzen. Auf dern Zwangslande- plätzen wird die Beurkundung um 7 Uhr eröffnet und um 20 Uhr geschlossen. $ 77. Als Aukunftszeit gilt dort der Augenblick, in dem der Bewerber sein Bordbuch dem Sportleiter übergibt. 8 78. Als Startzeit gilt der Augenblick, in dem der Bewerber Starterlaubnis beim Sportleiter erbittet. 8 79. Die Zeit der Ankunft und die des Starts werden durch den Sportleiter in das Bordbuch eingetragen; zu diesem Zweck hält sich der Sportleiter an einem leicht erreichbaren Platz auf, der auf den Skizzen der Flughäfen eingetragen wird. 8 S0. d) Serienstarts. Für den Fall, daß die Anzahl der Bewerber sehr groß ist, kann der Start sowohl in Orly als auch auf den Zwangslandeplätzen serien- weise erteilt werden. In diesem Falle wird natürlich die Zeit des Starts für die Berechnung der Geschwindigkeit zugrunde gelegt, aber die Startzeit hat in keiner Weise Einfluß auf die Zeit des Kontrollschlusses, die stets für alle Bewerber die gleiche bleibt. Soweit es möglich ist, wird ein Schema ausgearbeitet werden, da- 2) Die Entfernungen sind von Stadt zu Stadt gemessen. 3) Die in der vorliegenden Ausschreibung angegebenen Zeiten sind die Orts- zeiten der überflogenen Länder. \ „Flugsport“ Organ der Flugzeugfabrikanten und des Modell- und Segelflugverbandes 1929. Motor Walter 120 PS Typ NZ 8155 | 65 # m Tafel II 6 6% S AN / , 140 max. 1 _ . 8 — z| 295 | A430 min. N , / \ sp 2Sroub \ > - X Q 20 2 gouans " S 2 Buira \ 7 I S ze AWO A NT 4 R EN L 2 20° 8 Sroubä — - S S\ / & boulons / ! L & zniaxa 6 Z nn Zu \_AN Ball iu Br —_ _- & u \ a , Be > S— — | m _ \.\ _ x % o 7 © R A \ \ X < | = _X 5 ÜB WR, u ti [J \ 8 & 8 au D, Y W gi Pa > 2 PR G Fa j uI 0° NS 1 RR L \ & Sroub N — I——> ; . 4 goujens N [n] — de o “ Se &Issh, ni 4 Bnsra I ? — ' a I N Y zz ZI Spssut IN 4140 Mn be 7 eB D KJ Ss — _—> Y D ıN —n 2 53 Hl A M 2 = | le > Y | a rl g x N CEEELEEEL LE ® | —— IS IE, a — — Hl / ke el se ER _ DIT — " (&\ | zavreno 4 . Y A ETW 10, ZI = fermer 2 ' \ = N morns — N AZ un 2a rkomweno ee | Ss _ — + — —: % T " EIsI © 7 297 u nn yo. - N zz N oT — _ . | y ehe | | Ben = a | 301 Nr. 7 | „TLUGSPORT“ Seite 143 mit im Falle der Wiederholung von Serienstarts die Reihenfolge der Starts ver- schieden ist. $ 81. B. Regelmäßigkeitsprüfung. Hierfür werden 35 Punkte zuerkannt. $ 82. a) Ausscheidung. Der Bewerber muß grundsätzlich jede Nacht auf den Zwangslandeplätzen zubringen, $ 83. Für den Fall, daß das Flugzeug eines Bewerbers mehr als zwei Nächte außerhalb der Zwangslandeplätze zubringt, scheidet es aus. $ 84. Vom Tage des Starts ab muß der Bewerber täglich mindestens eine der in Art. 10 genannten Etappen durchfliegen. $ 85. Für den Fall, daß der Bewerber diese öfter als an zwei Tagen aus- läßt, scheidet er aus. j $ 86. b) Bestrafungen. Im Augenblick des Starts zum Rundflug werden jedem Bewerber im voraus 35 Punkte gutgeschrieben. $ 87. Von diesen 35 Punkten können Strafpunkte abgezogen werden: 1. Für den Fall, daß das Flugzeug eine Nacht außerhalb der vorgesehenen Zwangslandeplätze verbringt, Bestrafung von 7 Punkten. $ 88. Für den Fall, daß es eine zweite Nacht außerhalb der Zwangslande- plätze verbringt, zusätzliche Bestrafung von 13 Punkten; zusammen 20 Punkte. $ 89. Der Bewerber, der nach Schluß der Kontrolle auf einem Zwangslande- platz eintrifft, gilt als außerhalb des Zwangslandeplatzes übernachtet. $ 90. 2. Für den Fall, daß der Bewerber an einem Tage keine Etappe zurück- gelegt hat, wird er mit 5 Punkten bestraft. $ 91. Wenn er während zwei Tagen keine Etappe zurückgelegt hat, wird er mit 10 Punkten zusätzlich bestraft; insgesamt 15 Punkte. $ 92. Die Bestrafungen unter 1 und 2 werden zusammengezählt. $ 93. C. Geschwindigkeitsprüfung. Die der Wertung zugrunde gelegte Ge- schwindigkeit ist die Reisegeschwindigkeit, die auf dem gesamten Europa-Rund- flug erzielt wurde, und die erhalten wird, indem man die Zeiten addiert, die ge- braucht wurden, um die in der Ausschreibung festgesetzten Etappen zurückzu- legen; die Dauer der Aufenthalte auf den Zwangslandeplätzen wird abgezogen. Die Dauer der Aufenthalte außerhalb der Zwangslandeplätze wird nicht abge- zogen”). Die Geschwindigkeit wird in vollen Kilometern ausgedrückt. Dezimalen unter ”% km werden nicht berücksichtigt, über % km nach oben abgerundet’). $ 94. Ausscheidung. Die Flugzeuge der 1. Kategorie scheiden aus, wenn sie eine Geschwindigkeit unter 75 km erreichen. $ 95. Die Flugzeuge der 2. Kategorie scheiden aus, wenn sie eine Geschwin- digkeit unter 60 km erreichen. $ 96. Zuerteilung der Punkte für die Geschwindigkeit. Für die Geschwin- digkeitsprüfung werden 70 Punkte zuerteilt, davon 20 Punkte für die Wertung (Zusatz des Uebersetzers: innerhalb der Kategorien) und 50 Punkte für die er- zielte Geschwindigkeit. $ 97. a) Für die Wertung in jeder Kategorie: dem 1. 20 Punkte, dem 2. 10 » dem 2. 5 $ 98. b) Für die erzielte Geschwindigkeit entsprechend nachstehendem Schema: 1. Kategorie. Kein Punkt von 75 bis 85 km/Std. 0,5 Punkte je voller Kilometer von 86 bis 100 einschl., 0,75 Punkte je voller Kilometer von 101 bis 115 einschl. 1,00 Punkte je voller Kilometer von 116 bis 136 einschl. 1,25 Punkte von 131 bis 143 einschl.; über die letztgenannte Geschwindigkeit hinaus werden keine weiteren Gutpunkte erteilt. Gesamtentfernung. der Etappen Dauer der geflogenen Strecken 5) Beispiel: 123,250 km rechnen als 123 km; 123,600 km rechnen als 124 km. Bei 500 m wird nach oben abgerundet, also: 123,500 km —= 124 km. ®) Mit anderen Worten: & Seite 144 „FLUGSPORT“ . Nr. 7 2. Kategorie. Kein Punkt von 60 bis 70 km/Std. 0,5 Punkte je voller Kilometer von 71 bis 85 einschl. 0,75 Punkte je voller Kilometer von 86 bis 100 einschl. 1,00 Punkte je voller Kilometer von 101 bis 115 einschl. 1,25 Punkte von 116 bis 128 einschl. über die letztgenannte Geschwindigkeit hinaus werden keine weiteren Gutpunkte erteilt. 8 99. Art. 11. Im Falle der Gleichheit von Punkten erhält derienige Bewerber den Vorzug, der den größten Koeffizienten in der Formel anläßlich der Be- triebsstoffprüfung erhalten hat. Dabei ist P das Gewicht der Besatzung (Führer und Passagiere), V die tat- sächliche Geschwindigkeit und C das Gewicht des verbrauchten Betriebsstoffes. — Das Gewicht der Besatzung wird in vollen Kilogramm ausgedrückt, die Ge- schwindigkeit bis auf Meter genau, der Betriebsstoffverbrauch bis auf Dezigramm genau. $ 100. Art. 12. Zuspruch des Wanderpreises. Der Wanderpreis des französi- schen Aero-Clubs wird dem Bewerber zugesprochen, der als erster in der Ge- samtwertung klassifiziert wird, wobei jedoch Bedingung ist, daß dieser Bewerber mindestens 100 Punkte erreicht hat und nicht mit Strafpunkten für das Oeffnen des Motors oder Auswechseln eines Zylinders belegt wurde. $ 101. Art. 13. Preise. Der Wettbewerb ist mit 20 Preisen ausgeschrieben, und zwar: 1. Preis 100 900 franz. Fres. 2. Preis 50000 franz. Frcs. 3. Preis 25 000 franz. Frcs. und 17 Preise je 7350 franz. Frcs., im ganzen rund 300 000 Fres. $ 102. Nichtgewonnene Preise. Diese Preise werden zunächst auf die zuge- sprochenen. Preise vom vierten an verteilt mit einem Maximum von 12000 Fres. für jeden... $ 103. Sollte dann noch Geld zur Verteilung übrigbleiben, so wird es zwischen dem ersten, zweiten und dritten verteilt, entsprechend dem Wert ihrer Preise, ohne daß jedoch dieser letzte Preis 50 % des Wertes des eigentlichen Preises übersteigen darf. $ 104. Die Sportleitung entscheidet gegebenenfalls über den Zuspruch der übrigbleibenden Preissumme und. Organisationsmittel. $ 105. Nationale und internationale Preise (Geld- .oder Fhrenpreise) können sowohl durch Regierungen. als auch durch Private (Städte, nationale Vereine, Luftfahrtvereine, Handel, Industrie usw.) gestiftet werden. Sie werden den oben- genannten Preisen hinzugefügt. Sie müssen vor der Ausschreibung, sofern sie international sind, den nationalen Sportbehörden zur Anerkennung vorgelegt werden. $ 106. Art. 14. Die Nennungen müssen von einem Nenngelde von 1000 franz. Fres. je Flugzeug begleitet sein und auf den vom französischen Aero-Club ausge- stellten Formularen erfolgen. Sie müssen an den französischen Aero-Club, 35 Rue Francois ler, Paris, durch die nationalen Sportbehörden der Länder eingereicht werden. Nennungen werden angenommen vom 15. März bis 25. April 1929, 18 Uhr (Stunde des Eingangs)®). 8 107. Die Nachnennungen müssen von einem Nachnenngeld von 2000 franz. Fres. begleitet sein und bei dem französischen Aero-Club durch Vermittlung der nationalen Sportbehörde vor dem 24. Mai 1929, 18 Uhr, eingegangen sein. $ 108. Telegraphische Nennungen sind unter Berücksichtigung der F. A.l.-Vor- schriften statthaft. N 109. Die nationalen Sportbehörden haben die Nennungen an den französi- schen Aero-Club nach Erhalt weiterzuleiten. Der A&ro-Club de France wird un- mittelbar darauf den Sportbehörden, die teilnehmen, von den eingegangenen Mel- dungen Kenntnis geben. 2 $ 110. Vom Nenngeld werden 500 Fres. je Flugzeug, vom -Nachnenngeld 1000 Frcs. zurückgezahlt, wenn die Flugzeuge in Paris-Orly zu dem vorgeschrie- benen Termin in’ flugfähigem Zustande eingetroffen sind. DJ Siehe Zusatz des Aero-Clubs von Deutschland. Nr. 7 ,FLUGSPORT“ Seite 145 $ 111. Art. 15. Die Bewerber haben die Kosten ihrer Teilnahme selbst zu tragen. Ausgaben für Benzin, Oel, Monteure, Hotelkosten usw‘). $ 112. Art. 16. Ein Betrag von 60 000 Fres. ist für die internationale Organi- sation des Wettbewerbes vorgesehen. $ 113. Dieser Betrag steht zur Verfügung der Flugsportkommission des fran- zösischen Aero-Clubs. $ 114. Art. 17. Ausführungsbestimmungen, die nach Nennungsschluß erschei- nen, werden die Einzelheiten für die Durchführung des Wettbewerbes und alle notwendigen Angaben für die Bewerber enthalten. Zusatz des Aero-Clubs von Deutschland. Der Deutsche Luftrat hat den Aero-Club von Deutschland mit der Organi- sation und Durchführung des Internationalen Rundfluges innerhalb Deutschlands beauftragt. Sämtliche Anfragen hinsichtlich des Wettbewerbes sind daher an den Aero-Club von Deutschland zu richten. Die Nennungen der deutschen Bewerber sammelt der Aero- Club von Deutsch- land und wird sie durch den Deutschen Luftrat an den französischen Aero-Club weiterleiten. Da der Nennungsschluß beim französischen Aero-Club am 25. April 1929 um 18 Uhr und der Nachnennungsschluß am 24. Mai 1929 um 18 Uhr: fest- gesetzt ist, so sollen die Nennungen beim Aero-Club von Deutschland bis späte- stens zu folgenden Terminen unter Beifügung des Nenn- bzw. Nachnenngeldes in französischer Währung eingetroffen sein: Nennungen (Nenngeld 1000 franz. Fres. je Flugzeug) bis spätestens zum 19. April, 12 Uhr mittags (Stunde des Eintreffens). Nachnennungen (Nenngeld 2000 franz. Frcs. je Flugzeug) bis spätestens 18. Mai, 12 Uhr mittags. ’) Es werden Schritte eingeleitet werden, um den Betriebsstoff möglichst billig zu erhalten und um den Bewerbern ihre Unterbringung an den Zwangs- landeplätzen unter guten Bedingungen zu gewährleisten. Lur- Post Alter Kaltleim: Nach % Stunde muß sich unbedingt das Kaltleimpulver auf- gelöst haben. Wenn Ihr angerührtes Kaltleimpulver dann immer noch wie Grießbrei aussieht, ist der Leim zu alt und unbrauchbar. Man nimmt bei Weich- holz auf 1 Maß Pulver 1 Maß kaltes Wasser, oder auf 1 kz Pulver 1,700 kg kaltes Wasser. Bei Hartholz auf 1 Maß Pulver °/io Maß Wasser, oder auf 1 kg Pulver 1,550 kg kaltes Wasser. Pulver und Wasser verrührt man in einem hölzernen oder irdenen Gefäß mit einem starken Holzspachtel rasch und energisch, ohne abzusetzen, bis das Pulver gleichmäßig. durchtränkt ist. Man erhält eine sehr dicke breiartige Masse, welche bei weiterem Rühren allmählich Fäden zieht und eine „sirupartige Konsistenz annimmt. ' Den Lanzpreis hat Grade am 30. Oktober 1909 auf dem Flugplatz Johannis- thal gewonnen. Vergleichen Sie „Flugsport“ 1909 vom 5. September, Seite 641—44. Ihre Wette haben Sie verloren. Das Meeting von Heliopolis, an dem Grade teilnahm, war Anfang Februar 1910. Vulkanfiber, wie solches für Koffer verwendet wird, ist zur Rumpfbedeckung ungeeignet. Vor ca. 15 Jahren wurde eine solche Maschine in Mannheim gebaut. Durch die Feuchtigkeit war die Vulkanfiberdeckung vollständig wellig geworden. Deutscher Modell- und Segelilugverband, Vors. Fluglehrer Stamer, Gersfeld, Wasserkuppe. Wahrung des Chifiregeheimnisses. Die Namen unter Chiffre Inserierender dürfen nicht genannt werden. Schreiben Sie an’ die betreffende Chiffre. Seite 146 „rFLUGSPORT“ Nr. 7 Literatur. . Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Grundlagen der Fluglehre, Teil II: Tragilächentheorie. Von Dipl.-Ing. Pfister u. Dipl.-Ing. Porger. Verlag C. J. E. Volckmann, Berlin-Charlottenburg. Die Flugwissenschaft ist mit der fortschreitenden Erkenntnis immer umfang- reicher geworden. Das vorliegende Büchlein behandelt auch für den Laien ver- ständlich die nicht einfache Tragflügeltheorie, die bei ausländischen Messungen gefundenen Werte sind auch für den Fachingenieur wissenswert. „Riesen-Rotor-Luftfahrzeuge“. Von E. Giese, Geheimer und Oberregierungs- baurat. 1929. Verlag von Karl Schaefer, Berlin SW 68 (für den Buchhandel: Die- rig & Siemens, Berlin C 2). Preis brosch. RM 2.—. Wie der Verfasser ausrechnet, soll nach den Versuchen auf dem bekannten Rotorschiff „Barbara‘‘ bei einem Wind von 100 km/Std. an einem Rotor von 12,5 m Länge und 2,5 m Durchmesser ein Auftrieb von 20 700 kg = 20,7 t wirken, der sich ergibt, wenn der Rotor an einem Luftfahrzeug mit 100-km-Geschwindig- keit durch die Luft bewegt wird, weil die Fluggeschwindigkeit gleichbedeutend mit der Geschwindigkeit des Windes ist, der infolge des Fluges auf den Zylinder wirkt, ganz gleichgültig, ob Windstille ist, oder ob mit Rückenwind oder mit Wind von vorn geflogen wird. Um zu zeigen, was das bedeutet, nimmt der Verfasser ein Fahrzeug mit 12 solchen Rotoren an, von denen 10 unter normalen Verhält- nissen in Betrieb sein sollen und 2 in Reserve stillstehen. — Da ein solches Fahr- zeug mit Brennstoff für 45 Std., das ist für 4500 km, Besatzung und Ausrüstung ungefähr 122 t wiegt und die 10 arbeitenden Rotoren 20,7 t Auftrieb haben, so bleiben für nützliche Zuladung noch 207—122 = 85 t übrig, so daß also das Fahr- zeug imstande wäre, 850 Fahrgäste zu 100 kg aufzunehmen, und zwar auf dem Wege nach Neuyork, wenn unterwegs auf den Azoren und den Bermudas-Inseln neuer Brennstoff an Bord genommen wird. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN ‚Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. „St.“ für „st.“ Ilr Segelflugzg. CELLEMIT Segelflugzg. Imprägnierungsmitt f. 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In- u. Ausland pro % Jahr bei l4täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 8 17. April 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 7. Mai Luftreinigung. Die durch die Etatsabstriche verursachte dicke Luft in der Luft- fahrt hat zunächst etwas lähmend gewirkt. Verschiedene Klubsessel haben bedenklich gewackelt. Es ist auch einmal in andere Ecken hineingeleuchtet worden, die mit Luftverkehr und Industrie nichts zu tun haben. Eine durchgreifende Reinigung ist, wenn schon mit Aus- fegen begonnen worden ist, dringend notwendig. Es gibt eine Menge oft sehr versteckte Stellen, die alle an der Subventionskrippe fressen, und für die produktive Arbeit bleibt nichts mehr übrig. Zunächst wollen wir abwarten, wie der Reinigungsprozeß sich vollzieht. Das eine Gute haben die Reorganisationsbestrebungen, um nicht von einer Luftfahrtkrisis zu sprechen, gehabt: Der seit längerer Zeit geplante engere Zusammenschluß sämtlicher Werke des Flug- zeug- und Motorenbaues ist jetzt endlich gelungen. Dem neuen Verband gehören an: Albatros, Arado, Bayerische Flugzeugwerke, Bayerische Motorenwerke, Dornier, Focke-Wulf, Heinkel, Junkers Flugzeugwerk und Motorenbau, Leichtflugzeugbau em, Raab-Katzenstein, Rohrbach, Siemens & Halske Flugmotoren- werk. Luftfahrtkrise, (Blaue Partei). Bei den interfraktionellen Besprechungen über die Balanzierung des Etats ist der des Reichsverkehrsministeriums am schlechtesten iortgekommen. Bei ihm wurden RM 49 000 000.— gestrichen, was prozentual wie absolut die höchste Streichungsquote von allen Mini- sterien darstellt. Von diesen RM 49000 000.— entfallen RM 27300000. — auf die Luftfahrt, deren Etat damit halbiert ist. Jedem Menschen muß sich bei Betrachtung dieser Zahlen die Frage nach den letzten Ur- sachen zu diesem völlig aus dem Rahmen fallenden Beschluß auf- drängen. Diese Ursachen dürften zum größten Teil psychologischer Natur sein. Es ist bekannt, daß sehr namhafte Politiker und Wirtschaftsfüh- rer die Existenzberechtigung des Reichsverkehrsministeriums über- Seite 148 „FLUGSPORT"“ Nr. 8 haupt bestreiten. Sie sind der Meinung, daß die dort zusammengefaßten Arbeitsgebiete besser auf die übrigen Ministerien aufgeteilt würden. Solche Einstellung — auch wenn sie nicht allseitig geteilt wird — er- höht nicht die Gebefreudigkeit. Dazu kommt, daß das Reichsverkehrs- ministerium zur Zeit verwaist ist. Im Nebenamt vom Postminister betreut, stellt es die Linie des geringsten Widerstandes dar, zumal man der Fraktion des Herrn Postministers auf anderem Gebiet außeror- dentlich weitgehendes Entgegenkommen bewiesen hat. Sind so schon für das gesamte Reichsverkehrsministerium ze- wisse psychologisch ungünstige Aspekte gegeben, so scheint dies in noch viel stärkerem Maße für die Luftfahrt-Abteilung der Fall zu sein. ‚Hier steht der Außenstehende vor einem Rätsel. Die öffentliche Meinung aller politischen Schattierungen bekundet für die Luftfahrt immer wieder das denkbar größte Interesse. Die Halbierung des Luft- fahrt-Etats scheint hierzu in unvereinbarem Widerspruch zu stehen. Für den, der die Entwicklung der Luftfahrt in den letzten Jahren und Monaten sorgfältig verfolgt hat, liegt die Situation dagegen völlig klar: Die Mittel sind nicht der Luftfahrt gestrichen, sondern dem Reichsverkehrsministerium. Die Väter des Streichungsplanes haben offenbar drastisch zum Ausdruck bringen wollen, daß sie nicht ge- willt sind, das augenblicklich in der Luftfahrt herrschende System, das zu völliger Ertötung jeglicher privatwirtschaftlichen Initiative geführt hat, weiter zu unterstützen, da dieses System die der öffentlichen Hand zufallenden Lasten nicht kleiner, sondern von Jahr zu Jahr wangsläufig größer werden läßt. . An Warnenden Stimmen hat es nicht gefehlt, die diese Entwick- lung als verhängnisvoll bezeichnet haben und ein schlimmes Ende VOT- aussagten. Die Tatsache, daß die Luftfahrt-Abteilung des Reichsver- kehrsministeriums für alle Anregungen und Vorschläge, von welcher Seite sie auch immer kommen mochten, völlig taub war, ist die letzte Ursache für das Maß an Mißtrauen, das sich in den Streichungsabsich- ten im Luftfahrt-Etat ausdrückt. Die Situation für die Luftfahrt ist bitter ernst. Die Lösung der Krise liegt einzig und allein in den Händen der Luftfahrtkreise selbst. Gelingt es ihnen, neue Wege für die künftige Entwicklung der Luft- fahrt zu zeigen, gelingt es der Luftfahrt-Industrie, endlich ein durch- gedachtes, weitschauendes Wirtschaftsprogramm aufzustellen, dann wird der Reichstag auch bei der endgültigen Etatsgestaltung Wege finden, trotz der schwierigen Finanzlage des Reiches der Luftfahrt die Mittel bereitzustellen, die zur Verhütung einer Katastrophe erfor- derlich sind und deren Bewilligung die Parteien jetzt dem Reichsver- | inisterium glauben versagen zu müssen. Kehren die Luftfahrt heißt es jetzt: Hilf dir selbst, dann hilft dir auch der Staat. | Luftfahrtkrise (Rote Partei). In den letzten Tagen befaßte sich ein Teil der Tagespresse mit den Etatsabstrichen für die Luftfahrt und versucht, die Schuld für diese Herabsetzungen denjenigen Luftfahrtsachverständigen in die Schuhe zu schieben, die das bisherige System des Reichsverkehrsmi- nisteriums in etwas freimütiger Art kritisiert haben. Diese Polemik ist aber geeignet, der Oeffentlichkeit ein falsches Bild vom wahren Sach- verhalt zu geben. Die Etatsabstriche des gesamten Reichshaushaltes sind durch die Finanzlage des Reiches bedingt, und es war naturge- mäß, daß auch der Luftfahrtetat gekürzt werden mußte. Wenn die an der Luftfahrtsubvention Beteiligten sich jetzt wundern, daß die Kür- Nr. 8 | „FLUGSPORT“ Seite 149 zungen etwas größer ausgefallen sind, als man erwartete, so ist dies wohl darauf zurückzuführen, da es ganz allgemein bekannt war, daß in der Luftfahrt nicht alles so ist, wie es sein müßte, und es bedurfte nicht erst der Sachverständigen, die zu dieser Erkenntnis ja doch nur die letzten technischen Schlußglieder geliefert haben. Die jetzige Maßnahme der Kürzungen war eine von den wirk- lichen Luftfahrtsachverständigen schon seit Jahren gefürchtete und immer wieder vorausgesagte Tatsache. Sehr frühzeitig gaben sie den Rat, die Luftfahrt von der Basis der Subventionen auf eine solche der Eigenwirtschaft umzuorganisieren, wozu der Zeitraum, in dem die Subventionen noch reichlich flossen, benutzt werden konnte. Die Nutz- nießer der Subventionen wollten jedoch darauf nicht hören und müssen sich jetzt eben der gegebenen Sachlage fügen und glauben, in den oben genannten Sachverständigen den passenden Sündenbock gefunden zu haben. Anstatt aber die Schuld auf andere abzuschieben, ist es viel richtiger, die Kürzungen als ein Warnungssignal in letzter Stunde an- zusehen und sich entsprechend umzuorganisieren. Es spielen sich in der Luftfahrt derzeit ähnliche Dinge ab, wie vor einigen Jahren im Autowesen. Auch dort traten Kritiker und Warner auf, die von der Autoindustrie als Störenfriede angesehen wurden. Auch dort verließ man sich auf die starke Rückendeckung seitens der Bureau- kratie, die den Ansturm der Amerikaner durch hohe Zölle abwehren sollte. Erst als ein großer Teil der Autoindustrie unter Geschäftsauf- sicht stand und man erkannt hatte, daß für die hohe Qualität der ame- rikanischen Wagen Zölle kein Hindernis sind, wurde man hellhörig, konnte aber leider nur noch feststellen, daß die Amerikaner inzwischen recht beachtenswerte Gegner geworden waren und in Deutschland Geschäfte nach ihrem Belieben aufziehen, wovon auch der Ankauf von Opel durch die General Motors ein beredtes Beispiel ist. Leider haben wir auch in der Luftfahrt von dem Wege, den die Autoindustrie gegangen ist, schon ein beträchtliches Stück zurückge- legt. Unser unbestrittener Vorsprung, den wir während des Krieges und in der ersten Nachkriegszeit hatten, ist zum sroßen Teil schon auf die Amerikaner übergegangen. Wir sind noch führend auf dem Wege des Metallflugzeugbaues, aber im Motorenbau erleben wir es, daß deutsche Firmen, um auf der Höhe zu bleiben, gezwungen sind, ame- rikanische und englische Lizenzen zu erwerben. Aechnlich liegt der Fall im Propellerbau, in der Nachtbodenorganisation usw. Der Vorsprung war geschaffen von ein paar weitblickenden Köp- fen. Der allmähliche Verlust geschah in der Zeit, in der unsere Bureau- kratie die Entwicklung der gesamten Luftfahrt selbst in die Hand nahm und die Köpfe durch ministerialdirektoriale Energie und eine weit gespannte, kostspielige Organisation ersetzte. Man kann es ver- stehen, daß die Anhänger dieser Organisation über die Sachverstän- digen ungehalten sind und sie mit Elefanten im Porzellanladen ver- gleichen. Tatsächlich ist es aber so, daß der tönerne Riese mit seinem immensen Subventionshunger, der jede Entwicklung, die nicht in seinen Kram paßte, schon im Keime erstickte, durch den etwas frischen Wind, den die Sachverständigen anfachten, einfach umfiel, — sehr zum Fr- staunen der angegriffenen Sachverständigen, die sich eine solche Wir- kung nicht einmal erträumten. An den Scherben kann man noch seine riesige innere Hohlheit ersehen. Welche Wirkungen haben aber nun die Kürzungen? In erster Linie wird davon die Luftfahrtindustrie betroffen, und man muß Mittel und Wege finden, sie durch Inlandsabsatz und vor allen Dingen durch Export aufrecht zu erhalten, Bisher wurde von der Bureaukratie die Seite 150 „FLUGSPORT“ Nr. 8 Ansicht vertreten, daß als Flugzeugabnehmer nur die Luft-Hansa und die Verkehrsfliererschule in Betracht kämen und daß Privatpersonen eo ipso ausschieden. Dies hat sich als ein fundamentaler Irrtum er- wiesen, denn den Amerikanern ist es im Jahre 1928 gelungen, über 8000 Flugzeuge herzustellen und sie größtenteils an Private zu ver- kaufen. Dieser Weg, wenn auch nicht in diesem Ausmaße, ist auch tür Deutschland gangbar, hat aber zur Voraussetzung, daß die Bureau- kratie nicht hemmend im Wege steht. Der Luftverkehr ist durch die Kürzungsmaßnahmen kaum betrof- ten. Dafür ist noch immer die gewaltige Summe von 10 Millionen Mark vorhanden, zu der noch 6 bis 8 Millionen als Länder- und Kommunal- zuschüsse kommen. In früheren Jahren wurde bei einem viel geringe- ren Stande der Technik mit einem Bruchteil dieser Mittel ganz Enor- mes geleistet und bei einigermaßen gutem Willen läßt sich das ganze Flugprogramm auch mit den gekürzten Subventionen durchführen und die Drohung, Flugzeugführer und Flugpersonal entlassen zu müssen, zeigt, wie auch im Falle „Luftfahrt“ sich die Bureaukratie auf „Zwangs- läufigkeiten verbissen hat. Wenn man aber schon sparen muß, ist vielleicht der Gedanke nicht von der Hand zu weisen, erst einmal bei den unproduktiven Verwaltungskosten. bei den übertriebenen Platz- organisationen pp. anzufangen. Der Luftfahrtgedanke marschiert, nicht nur in Deutschland, er ist international geworden und wird weiter marschieren, ob mit oder ohne Subvention, die ja doch nur das Tempo und die Form der Ent- wicklung beeinflussen können. Die richtigen Wege dazu haben die Sachverständigen oft genug gewiesen, das Warnungssignal ist ertönt, und es liegt jetzt bei der Bureaukratie selbst, ob sie sich an die Ent- wicklung anschließen oder ihr fernbleiben will. Amerikanischer „Oriole“-Hochdecker. Dieser abgestrebte Hochdecker mit 60 PS Le- blond-Motor, Zweisitzer, für Schule und Sport, ist von der Doyle Aero Cor- poration, Baltimore, ge- baut. Der Rumpf, aus Stahlrohr geschweißt, trägt einen fest angeschweißten Spannturm. Durch diese Konstruktion war es mög- lich, die Rumpfholme zu unterbrechen, um eine Ein- steietür, ohne daß die Festigkeit des Rumpfes lei- det, anzubringen. Rumpf- bekleidung von Aluminium- blech, hinten Leinwand. An beiden Sitzen befinden sich Steuerbetätirungseinrich- tungen und Instrumente. Rückenlehnen, dick gepol- sterte Kissen, die durch Fallschirmpakete ersetzt werden können. Gras Nr. 8 „ETLUGSPORT“ Seite 151 Amerikanischer „Oriole“-Hochdecker. Das Fahrgestell besteht aus zwei Halbachsen, deren Enden an der Unterseite des Rumpfes angel e ; i an durch Leinwand verkleidet. elenkt sind. Die beiden V-Streben sind Die Nase des zweiholmigen in Holzkonstruktion au ü H lügels ist mit Aluminiumblech bedeckt. Endbogen des I rohr. Die Betriebsstoffbehälter liegen in den Flügelwurzeln zu beiden Seiten des Spannturms, Absperrhähne sind vom Führersitz leicht er- reichbar. Spannweite 9 m, Länge 5,7 m, Flügelinhalt 15,2 m’, Leer- sewicht 352 kg, belastet 575 kg, Höchstgeschwindiskeit 165 km 66 km, Betriebsstoffverbrauch pro Std. 22,5 1, Betriebsstoffinhalt 122 I. Amerikanischer Ganzmetall-Flamingo G 2-W. In Amerika beginnt man sich immer mehr auf den Met zustellen. Der achtsitzige Ganzmetall Verkehrehn chlachen Fl G2-W mit Hornet oder Wright .Cyclone-Motor ist von der Metal Aircraft Corporation, Cincinnati, gebaut. Die Oberseite des Flügels verläuft mit der Rumpfoberkante, so daß der Kabinenraum in die Flügel hineingeht. Zu beiden Seiten des Rumpfes im Flügel lieren die Betriebsstoffbehälter. Holme-Duralplatten mit angenieteten Winkeln in I-Schnitt, 36 Rippen mit runden Löchern Aussparung, Bedeckung 0,3 mm Duralumin. Rumpf Stahlrohr mit aufgelegtem U-Profil zur Befestigung der Duraluminverkleidung. Die Kabine ist 1,25 m breit 1,50 m hoch und 4,2 m lang. Einsteigtür für den Führer auf der linken, für die Fluggäste auf der rechten Seite. Das Fahrgestell von 2,5 m Spurweite hat abgeferderte Halb- achsen. Der abgefederte Sporn ist mit einem Laufrad ausgerüstet. Spannweite 15 m, Länge 10 m, Höhe 2,8 m, Leergewicht 1360 kg belastet 2540 kg, Höchstgeschwindigkeit 225 km, mittlere Geschwin- digkeit 194 km, Landegeschwindigkeit 81 km, Steisfähigkeit 360 m pro Minute. Aktionsradius 1450 kın, Betriebsstoff für 6% Stunden. Amerikanischer Ganzmetall-Flamingo G2-W. Seite 152 | „FLUGSPORT“ Nr. 8 Helicogyre von Isacco. m 18. März hielt V. Isacco vor der Royal Aeronautical Society einen Vortrag über seine Helicogyre. Der Name Helicogyre wurde gewählt, weil der Antrieb der Flügel nicht wie bei dem Autogiro von Cierva*) durch den Flugwind, sondern durch kleine an den Flügel- j ‘tzenden Motoren mit Propellern eriolgt. a eeogyre besteht, wie die nebenstehenden Abbildungen er- kennen lassen, aus zwei umlaufenden Flügeln, die auf einer Rohrachse gelagert sind. An den Enden der Flügel sitzen die kleinen Motor en, welche ihren Betriebsstoff aus kleinen Betriebsstoffbehältern, die in den Flügeln liegen, erhalten. An der Hinterkante der Flügel befindet sich ein verstellbares Ruder, welches zur Regelung des Auftriebes dient. n . . .. . j : Versuchsmaschine wurde in Frankreich zweiflügelig mit Sant Motoren sebaut. Und zwar waren die Motoren nicht am Ende, sondern in der Mitte der Flügel angeordnet. Der Auftrieb le Versuchsmaschine, auch zweiflügelig mit zwei Bristol- Motoren, wurde in England gebaut und wog 600 kg. Es gelang mehr" mals die Maschine mit nur 50 PS in die Luft zu bringen. Ueber die j ist nichts bekannt geworden. ste Typ, eine vierflügelige Maschine, mit 4 Bristol-Cherub- Motoren an den Flügelspitzen sitzend, mit einem Armstrong-Siddeley- Genet im Rumpf ist zur Zeit in den Cowes-Werken in England im Bau. Durch die Konstruktion von Isacco glaubt man den Anlauf des Flugzeuges bedeutend zu verringern und so vom kleinsten Start- *) Man vergleiche die Beschreibung des „Autogiro von Cierva“ (1926, Seite 382 und folgende, und 1928, Seite 513). Ferner das amerikanische Schrau: benflugzeug (vierflüglig, bei dem in zwei Flügeln je ein Motor eingebaut ist), » T, Seite 477; eine photographische Abbildung dieses Flugzeuges befindet sic 130 Nr. 2, 1928, Seite 51. Hubschrauber Hellesen-Kohn, „Flugsport“ 1925, Nr. 22, S. . . „Flight“ Helicogyre Isacco. ! 1 — Schematische Darstellung in der bisherigen Form. 2 = Für die Gleich- ecwichtserhaltung sind besondere Steuerflügel s vorgesehen. 3 = Fin Zukuniits- projekt Isaccos. Antrieb durch Reaktionsausstoß. Nr. 8 „FLUGSPORT“ Seite 153 gelände aufsteigen zu können. Ein Hauptvorteil liegt in der Verstellung der Flügel, um den Auftrieb im notwendigen Moment durch Ausnutzung der in dem umlaufenden Flügelsystem aufgespeicherten Energie zu erhöhen. (Versuche mit an den Hub-Flügeln befindlichen kleinen Luft- schrauben wurden bereits von Oes jr. in Bekescaba gemacht, siehe „Flugsport“ 1910, Seite 520.) Abgasturbine von C. Lorenzen und ihre Ausnutzung | beim Höhenfluge. Von Prof. Dipl.-Ing. C. Eberhardt. Bekanntlich erzielt man durch die Ueberverdichtung der Verbren- nungsluft in der Saugleitung eines Höhenmotors hohe Mehrleistungen an Steighöhe und Fluggeschwindigkeit. Diese Ueberlegenheit gilt nicht nur im Vergleich zu den Leistungen des Bodenmotors, sondern auch — freilich in geringerem Maße — zegenüber der Anwendung über- komprimierter oder überbemessener Motoren. Die Leistungskurven, die in Abb. 1 diese Verhältnisse veranschaulichen, sind meiner Ab- handlung „Verstellbare Luftschraube“, die in der Zeitschrift „Der Motorwagen“ im Jahre 1919, Jahrgang 22, erschienen ist, entnommen. Der Antrieb des Gebläses oder Kapselwerkes durch die Kurbel- welle der Motore ist mit erheblichen mechanischen Schwierigkeiten und mit bedeutendem Energieaufwand verbunden, Dagegen bedeutet die Abgasturbine von Lorenzen, die im letzten Jahre entwickelt wurde, nicht nur eine fortschrittliche Lösung des wichtigen Problems eines von der Drehzahl des Motors unabhängigen sich selbsttätig auf den äußeren Luftdruck regelnden Gebläseantriebs im allgemeinen, son- dern vor allem einen überragenden technischen Fortschritt in der Schaffung der Kraftmaschine der Zukunft — der Gasturbine schlechthin. Durch Vereini- 216 Km. gung des Verdich- 47000 ters mit dem N Schaufelkranz der \ Turbine zu einem Rotor und ferner dadurch, daß die J durch das Laufrad 230 hm unter Druck ge- Il setzte Kühlluft von mit konstantem Motor. innen durch hohle Schaufeln hin- |__ 443km durchgeleitet wird, ist es gelungen, die SI / Schwieriekeiten > | der Wärmebeherr- mit überkompr. Motor. | schung zu lösen, 420m A| yggum Sy die bisher der Ent- 5680 \ wicklung einer zu- N, verlässigen und mit gutem Wirkungs- \ grad arbeitenden — 2 Gasturbine ent- / gegenstanden. Ab- bild. 2. zeigt die Einzelteile der Lo- 3 3 renz - Gasturbine — am ——H Abb. 1 45200 9000 . I x B/St. ISA, N — © © Seite 154 „FLUGSPORT“ Nr. 8 Abb. 2. und Abb. 3 eine Schnittzeichnung mit den dazugehörigen Bezeich- nungen. Abb. 4 zeigt in der mit N, bezeichneten Kurve die theoretische Leistung der Abgase für je 1 kg geförderter Gasmenge in Abhängig- keit von der Höhe, während Nis den isothermischen Verdichterkrait- bedarf bezeichnet, der benötigt wird, um den der Höhe entsprechen- den verringerten Luftdruck jeweilig auf den gleichbleibenden Boden- druck von 1 ata zu erhöhen. Dieser Kraftbedarf ist in größeren Höhen, verglichen mit der Motorleistung nicht unerheblich, aber gegenüber dem Energieinhalt aus den Abgasen nicht groß, so daß sich sogar ein Leistungsüberschuß ergibt, der sich, — wie der Verlauf der Kurven N, und Nis zeigt, — 76 76 Abb. 3. / N Auspuff-Gasturbine für Kraftwagen. ‚ a Turbinenlaufrad (zwei Stahl- d Ä scheiben). I NER b Hohle Turbinenschaufeln. 2 y \ N c Eintrittsstutzen für die Abgase. II \ d Gasraum vor dem Turbinenlaufrad. x e Auspuffkammer. eı Auspuffstutzen. 7 = f Laufrad des Gebläses. > N g Leitkanäle für Luft. RUN ) < \ h Diffusor. 2 b, i Labyrinthringe. Nr. 8 „FLUGSPORT“ Seite 155 Abb. 4. No = theoretische Lei- stung der Abgase eines Flugmotors bei Expan- sion von dem konstanten Druck im Auspuffrohr p = 1175 ata, t = 750° GC; Vorgeschwindig- keit des Abgases: Co = ı 230 m/Sek.) auf den je- X weiligen der Höhe ent- X sprechenden Luftdruck. BA Nis = lIsothermischer 20 / — Verdichterkraftbedarf, um , —_—T den der Höhe entspre- 1700 — chenden Lufdruck aut 177 TM IV rdlichter] 1,0 ata zu verdichten. u IEREZELEEHRELZETT Zudy | VS LEN N \ [77 @ BS Für Ik Q N \ | S inkm mit der Höhe stark verbessert. Beispielsweise beträgt dieser Ueber- schuß für einen 1000-PS-Motor bereits bei 6 km Höhe ungefähr 90 PS, obgleich der Wirkungsgrad des Gebläses nur auf N;; = 0,50 angesetzt wurde. Es ist vorauszusehen, daß dieser Wert durch Kon- struktionsverbesserungen an der Luftführung und Abdichtung der Lorenzen schen Gasturbine verbessert und dadurch der Kraftbedarf der Verdichteranlage noch weiter herabgesetzt werden wird. (Schluß folgt.) Mein neuester Streckenflug im Segelflugzeug „Darmstadt“ an der Bergstraße. Der Verlauf jedes Strecken-Segel- fluges bringt neue eigenartise Momente und Erfahrungen. Nachstehende auf un- sere Aufforderung gegebene Schilderung des Fluges vom 1. April wird für die Segelflieger von besonderem Interesse sein. D. Red. Selten geschieht es, daß die Akademische Fliegereruppe Darmstadt außerhalb von Wettbewerben dem Segelflugsport huldigt. Sie hat so viel wichtige Aufgaben zu lösen, daß für solch zeitraubenden Sport allzuwenig Zeit übrig bleibt. Die Ausschreibung des Grünen Post- Preises, der Ehrgeiz der Gruppe, als erste die 100 km-Strecke im mo- torlosen Flug zu schaffen, lenkte die Gruppe auf unsere Bergstraße. Hier hoffen wir, ohne allzu große Organisationskosten dieses gesteckte Ziel zu erreichen. Nachdem die Werkstatt durch Fertigstellung unseres hübschen freitrasenden Doppeldeckers entlastet war, unterzogen wir das Rekordflugzeug „Darmstadt“ einer gründlichen Ueberholung. Dann wurde es in den Transportwagen verpackt und wartete auf günsti- gen Nordwest, um zum Start zu rollen. Die Ostertage brachten pfun- digen Nordweststurm. Von solchen Windgeschwindigkeiten halte ich sehr wenig, da ist mir die Luft zu böig, um mit Genuß Strecke zu segeln. Endlich am Oster-Dienstag beruhigte sich die Natur. Um 9 Uhr rutsche ich schnell mit dem Motorrad nach unserem Startplatz am Frankenstein und peile die Lage. Nordwest bis Nordnordwest, 6 m im Durchschnitt zeigt der Windmesser. Nicht gerade viel, aber in der Höhe hoffe ich auf mehr Wind. Im 90 km-Tempo gehts zurück zur Halle der Flieger- gruppe in der Hochschule. Ich alarmiere. Trotz allgemeiner Feiertags- Seite 156 „rLUGSPORT“ Nr. 8 stimmung steht Punkt 1 Uhr die „Darmstadt“ startklar am Franken- stein. Der Startplatz, ein kleines Kleefeld, dahinter Hochwald, der bis zum Gipfel des Frankensteins heraufzieht. Unser Platz liest 200 m unter dem Gipfel. Nur 100 m über der Rheinebene. Unten dichter Hochwald. Wie die Luftströmung hinter dem Walde ist und ob wir an unserer Startstelle aus demsicher vorhandenen Leewirbel heraus sind, das glaube ich bei Windgeschwindigkeiten von 5 bis 8 m noch an- nehmen zu dürfen. Ein unten hochgelassener Pilotballon bestätigt meine Ansicht. Der Wind hatte im Laufe des Vormittags abgeflaut, um 2 Uhr zeigte der Windmesser im Durchschnitt 5 secm. — Ich meldete den Sportleitern den Start an. Schwerfällig, der Boden war etwas weich, aber dann elegant wie in anderem Gelände gelingt der Start. Dann folgen 5 Minuten des Herumfühlens an diesem stark zerrissenen Hang. Stetir geht es höher. 15 Min. später hänge ich 420 m über der Start- stelle dann gehts auf die Reise. Ohne Höhenverlust erreiche ich den Melibokus, 10 km weiter südlich. Meine Höhe verbessert sich nach eini- cen Kreisen auf 550 m. In Weinheim ist fast alle Höhe wieder hin, Häu- ser, Telefonleitungen, Hochspannungen, Obstgärten, Weinberge wech- seln hier bunt durcheinander. Einen Augenblick ist die Lage recht mul- mie. Hier sind die Berge endlich wieder mehr gegen den Wind gerich- tet. Beim Anflieren spüre ich den rettenden Aufwind, Gottseidank! Hier eine Landung wäre sicher Bruch gewesen. Der Stein- bruch bei Schriesheim kommt in Sicht. Auf seinen Stufen stehen 100 bis 200 Arbeiter. Alle Arbeit bleibt liegen und die 5 Minuten, wo ich mich höher und höher schaffe, staunen all diese Leutchen nach oben. Ich kann es mir erklären, denn ich selbst kann mich immer und immer wieder an der Schönheit des Segelfluges als Zuschauer begeistern. Heidelberg! Das vielbesprochene Neckartal sieht nur halb so schlimm aus. An den Nordhängsen des Neckars noch etwas Höhe geschafft und dann frech über den Fluß gesegelt! Drüben an den südlichen Hängen schaukele ich mich vor einer Schneeböe über den Straßen von Heidel- berg in Höhe des Königstuhls. Die Böe zwingt mich nach Süden auszu- reißen. Gerne hätte ich mich den Heidelbergern noch weiter vor- eeführt. Bei Wiesloch, wo die letzten Hänge des Odenwaldes aufhören, ver- weile ich noch eine Zeitlang, um Höhe für die Ueberquerung des „Loches“ zu schaffen, — Ja, dieses Loch! 20 lange Kilometer, das wa- ren früher schon Streckenrekorde! Jetzt ist man so einfältig und will sogar über Löchern Aufwind haben. Und einmal war er auch tatsäch- Schleicher-Schul-Gleiter „Anfänger“. Nr. 8 „FLUGSPORT“ | Seite 157 lich da. Der Malschenberg, nur 150 m über dem Gelände hatte eine schöne Wolkenhaube. Sie wurde dicker und dicker. Ich ging unter sie, schwärzer und schwärzer wurde das Gebilde. Schließlich fing es an zu schneien. Da war höchste Zeit zum Ausrücken. Immerhin hatte ich noch einmal über 100 m Höhe gewonnen. Jetzt ist es aber auch aus mit der Kompression, kein rettender Kumulus mehr weit und breit. Meter um Meter geht es abwärts. Es wird mir klar, daß ich’s nicht schaffe. Bei Übstadt, 4 km nördlich von Bruchsal habe ich nur noch Kirchturm- höhe. Höchste Zeit zum landen! Zwei S-Kurven. Eine schöne große Wiese nimmt den Vogel auf. 70,3 km, für den Anfang einigermaßen zu- friedenstellend. Das nächste Rückseitenwetter, das mit vorgeschrit- tener Jahreszeit sich kräftiger zeigen wird, soll das Uebersegeln auch dieser gefährlichen Stelle, des Loches Wiesloch-Bruchsal bringen. Joh. Nehring. m MIET Ir e\ | N al e = Inland. 10. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1929, Bekanntmachung I zur Ausschreibung. Die Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1929 sieht in $5 den Nachweis der Baufestigkeit durch eine Bescheinigung vor, die durch einen von dem Veranstalter im Benehmen mit der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luft- fahrt (Berlin W 35, Blumeshof 17) anerkannten Prüfer auszustellen ist. Hierfür gelten folgende Sonderbestimmungen: Ein Verzeichnis der anerkannten Segelflugzeugprüfer wird im „Flugsport“ und der „Luftschau‘ veröffentlicht. Die Bewerber können den Veranstaltern auch andere fachkundige Prüfer vor dem 1. Juni 1929 vorschlagen. Der Veranstalter braucht später eingehende Ge- suche nicht mehr zu berücksichtigen. Dem Antrag an den Prüfer ist außer genauer Angabe des Bauzustandes, des Datums der Fertigstellung des Flugzeuges, des Aufbewahrungsortes und anderer für den Prüfer wesentlicher Dinge eine kurzgefaßte vorläufige Beschreibung bei- zufügen. En En En e Wenn diese Beschreibung oder andere Umstände die Unzulänglichkeit des Flugzeuges erweisen, so wird der Veranstalter die Ermächtigung oder Namhaft- machung eines Prüfers ablehnen. Die Prüfer versehen ihre Tätigkeit ehrenamtlich, doch müssen ihnen auf Wunsch Unkosten für Reise und Aufenthalt von den Bewerbern entsprechend der vorerwähnten Veröffentlichung ersetzt werden. Die Prüfer legen Wert darauf, die Flugzeuge in frühem Bauzustande kennenzulernen, um die Erbauer recht- zeitig beraten zu können und alles zu tun, damit die Bescheinigung der Baufestig- keit rechtzeitig ausgestellt werden kann. Für ausländische Flugzeuge ist der Nachweis der Baufestigkeit durch eine von dem betreffenden nationalen Verband anerkannte Stelle zu bescheinigen. Die. Probeflüge der Flugzeuge (vergl. $ 3) können auch vom 15. bis 28. Juli d. J. auf der Wasserkuppe erfolgen. Wer die Probeflüge früher oder an einem anderen Orte abzulegen wünscht, muß rechtzeitig dem Veranstalter (Geschäfts- stelle Frankfurt a. M., Schubertstr. 10) geeignete Flugprüfer zur Anerkennung vor- schlagen. Die von der RRG zusammen mit dem DLV und dem DMSV offiziell an- erkannten Segelflugsportzeugen können auch diese Probeflüge abnehmen. Die Probeflüge nicht vom Bewerber selbst gebauter Flugzeuge des Schu- lungswettbewerbes müssen vor der Meldung erfolgt sein (vergl. $ 3 Abs. 8). Fler | 8 Seite 158 „FLUGSPORT“ Nr. 8 Die Führerprüfung muß vor Eintritt in den Wettbewerb abgelegt sein (vergl. 8 6). Die vor Ablegung der Führerprüfung während des Wettbewerbes gemachten Flüge gelten nicht als Wettbewerbsflüge. on Meldevordrucke (vergl. $ 4) werden von der Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Schubertstr. 10, jedem einzelnen Bewerber zugesandt, der sie bei ihr anfordert. Die Zahl der gewünschten Vordrucke ist anzugeben. Die Anforderung muß so früh erfolgen, daß die Meldefristen innegehalten wer- den können. Es wird von den Flugzeugbesitzern erwartet, daß sie schon bei Beginn des Baues die Entwürfe und das Material von einem W.G.L.-Prüfer nachprüfen und den Bau weiterhin im einzelnen überwachen lassen. Nur wenn genaue Rech- nungsunterlagen und eine eingehende Bescheinigung eines Prüfers vorliegen, be- steht Aussicht, daß das Flugzeug Platz in einer Halle oder einem Zelt findet. An- dernfalls behält sich die Oberleitung ohne weitere Begründung Zurückweisung vor. Alle Flugzeuge, für die genaue Unterlagen fehlen, müssen durch eine Be- lastungsprobe auf ihre Festigkeit untersucht werden, für andere behält sich die technische Kommission die Belastungsprobe vor. Die Art der Durchführung der Belastungsprobe bleibt der technischen Kommission überlassen, deren Anord- nungen sich die Flugzeugbesitzer zu fügen haben. Bekanntmachung II der Ausschreibung. Anweisung zur Baubeschreibung. Zur Baubeschreibung zehören folgende Unterlagen: 1. Allgemeine Beschreibung. Diese soll die genaue Mitteilung des Erbauers (Name und Anschrift) sowie kurzgefaßte Angabe über die besondere Bauart, Bau- zeit, Eigenschaften, Leistungen, Anbringungsmöglichkeit eines Barographen, Ab-_ weichungen von anderen Flugzeugen desselben Erbauers enthalten. 2. Gewichtsübersicht. Diese soll die sorgfältig nachgewogenen Gewichte nachstehender Teile enthalten: Flügel... ke, Rumpf mit Fahrgestell... ke, Leitwerk und Steuerungsteile..... kg, Motoranlage........... kg, Sonstiges... ke. Insgesamt... ‚ke. 3. Hauptzeichnung des Flugzeuges, welche seine Hauptansichten darstellen und die wichtigsten Maße und Angaben enthalten. Sie müssen schwarz auf weiß hergestellt sein (Weißpausen von Tuschzeichnungen sind zulässig) und folgendes enthalten: Eine Gesamtansicht von links gesehen, eine Vorderansicht, je eine Ansicht von oben und unten. Der Maßstab ist so zu wählen, daß eine klare Darstellung des Flugzeuges ermöglicht ist. In Frage kommen die Maßstäbe 1:5 und 1:10. Die Zeichnungen müssen mindestens folgende Maße und Angaben enthalten: Spannweite aller Flügel, Länge und Höhe des Flugzeugs, Staffelung und Flü- eelabstand, Stielabstände von Rumpfmitte aus gemessen, Flügeltiefe innen und außen, größte Breite und Höhe des Rumpfes, Tiefe und Breite der Flossen, Quer- seiten und Höhenruder, Höhe der Vorderkante des untersten Flügels über dem Boden, wagrechter Abstand einer etwa vorhandenen Radachse von der Vorder- kante des untersten Flügels, Raddurchmesser, Spurweite des Fahrgestells. Bei Fahrgestellen, welche keine Räder besitzen, entsprechende Maße. Einstellwinkel der Flügel und Flossen, am Rumpf und jedem Stiel gemessen, V- und Pifeilstellung, Flächeninhalte der Flügel, Flossen und Ruder, Art der Federung des Fahrgestelles. Schleicher-Schul- und Segelflugzeug „Hol’s der Teufel“, Typ 1929. Nr. 8 „FLUGSPORT“ Seite 159 Eintragung des Schwerpunktes des beladenen und leeren Flugzeuges und Angabe der Momentenarme zu den Schwerpunkten der Teilwerte. Darstellung der Steuerzüge, Angabe der Steuerungen. Darstellung des Querschnittes der Hauptflügel- und Leitwerksrippen. Besondere Angaben, wenn es die Bauart des Flugzeuges notwendig macht. Für Flugzeuge des Schulungswettbewerbes ist der Nachweis der im Nachtrag zur Ausschreibung geforderten Bedingungen zu erbringen. Bekanntmachung II der Ausschreibung. Gemäß den „Vorschriften für Flugsport‘ VII bedürfen die Flugführer zur Auf- stellung von Rekorden einer sportlichen Lizenz des Deutschen Luftrats. Da diese Vorschrift auch für den Segelflug gilt, haben Bewerber, welche einen Rekord auf- zustellen hoffen, unter Einreichung zweier Lichtbilder und Angaben über Segel- fliegerausweis und -datum, Geburtsort und Datum, Staatsangehörigkeit und Da- tum des letzten Fluges die Ausstellung einer Lizenz beim Deutschen Luftrat, Ber- lin W 35, Blumeshof 17, zu beantragen. In Frage kommen wohl nur Teilnehmer am Uebungs- und Leistungswettbewerb. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. gez. Kotzenberg. Der amerikanische Daniel-Guggenheim-Fund, der sich die Förderung der Luft- fahrt in allen luftfahrttreibenden Ländern zur Aufgabe gemacht hat, hat in hoch- herziger Weise dem Aero-Club von Deutschland eine Stiftung von 5000 Dollar zur Anlegung eines Luftfahrt-Archivs gemacht. Dieses Archiv soll in erster Linie der Sammlung geschichtlicher Daten aus allen Gebieten der Luftfahrt dienen und wird der Stiftung entsprechend einen internationalen Charakter tragen. Als deutscher Vertreter des Daniel-Guggenheim-Fund, d.h. zum Nachfolger des verstorbenen Oberstleutnants a. D. Siegert, wurde Ing. Erich Offermann er- nannt. Herr Offermann wird sein Bureau im Aero-Club von Deutschland unter- halten, und alle den Daniel-Guggenheim-Fund betreffenden Anfragen und Anträge sind an ihn dorthin zu richten. Ueber „Die historische Entwicklung des Taubenprinzips und dessen Bedeutung für die Zukunit“ hielt am 12. April 1929 der Schöpfer des als „Taube“ bekannten Flugzeugtyps, Igo Etrich, Industrieller aus Trautenau (Deutsch-Böhmen), in Berlin vor der W.G.L. einen Vortrag. An Hand eines zahlreichen Bildermaterials wies Igo Etrich darauf hin, daß seine Arbeiten als eine direkte Fortsetzung der durch den Todessturz von Lilien- thal unterbrochenen Flugforschungen zu betrachten sind und daher die „Taube“ eine rein deutsche Schöpfung darstellt, im Gegensatz zu den meisten anderen dem Westen entlehnten Flugzeugtypen. = Etrich schilderte seine flugtechnischen Arbeiten, welche bis auf das Jahr 1899 zurückreichen, als deren Ergebnis er im Winter 1909/10 in Wien die allgemein bekannte „Taube“ konstruierte, mit der sein Führer Illner in kurzer Zeit alle da- mals bestehenden Rekorde an sich brachte und sämtliche für Ueberlandflüge in Oesterreich ausgeschriebenen Preise gewann. Um sein deutsches Patent zu verwerten, schloß Etrich im Oktober 1910 mit der Firma E. Rumpler, G. m. b.H., in Berlin-Lichtenberg, einen Lizenzvertrag, der in der Folge zu schwersten Differenzen führte, weil die Lizenznehmerin den Namen”des Schöpfers so systematisch unterdrückte, daß diese Type in Deutsch- land fast nur als „Rumplertaube‘“ bekannt ist. Etrich appelliertean die wissen- schaftlichen Fachkreise Deutschlands, diesen geschichtlichen Irrtum zu berichtigen. Er bewies an Hand zahlreicher Lichtbilder, daß die von ihm konstruierte österreichische Originaltaube vollkommen dieselbe Konstruktion aufweist wie die nach seinen Plänen in Berlin gebauten Lizenzmaschinen, mit denen vom Jahre 1911 an die bekannten großen Erfolge von Hirth, Vollmöller und vielen anderen errungen wurden; Hirth wurde seinerzeit bei Etrich in Wiener-Neustadt im Flie- gen ausgebildet. Er widerlegte die Behauptung der Lizenznehmerin, derzufolge diese erst die „Taube“ richtig zum Fliegen gebracht habe, durch Hinweis auf die Tatsache, daß diese Type bereits im Sommer 1910 die bekannten großen Erfolge in Oesterreich hinter sich hatte, während die sogenannte „Rumplertaube“ erst im Jahre 1911 in Deutschland in Erscheinung trat. Seite 160 „FLUGSPORT“ Nr. 8 Etrich gründete im Jahre 1912 in Liebau (Schlesien) eine eigene Flugzeug- fabrik, wo er eine neue „Taube‘ herausbrachte, mit welcher er u.a. mit dem Pi- loten Friedrich 1913 den ersten Auslandsflug eines deutschen Flugzeuges über Brüssel—Paris—London und Antwerpen durchführte. Die Liebauer Fabrik wurde Ende 1913 nach Brandenburg bei Berlin verlegt und waren die Brandenburgischen Flugzeuswerke einer der größten Flugzeuglieferanten während des Weltkrieges. Bei Beginn desselben war fast die Hälfte aller Flugzeuge der Zentralmächte nach dem Taubenprinzip gebaut. Da nach dem Krieg ein gedeihliches Arbeitenauf dem Gebiete der Fluzzeug- fabrikation sehr erschwert war, beschränkte sich Etrich auf die Leitung seiner Textilbetriebe bei Trautenau, verfolgte jedoch mit Interesse die weitere Entwick- lung der Flugtechnik, um einen geeigneten Zeitpunkt abzuwarten, der eine er- folgversprechende Tätigkeit auf diesem Gebiete gestattet, den er nunmehr für vekommen hält, da brauchbare Kleinmotoren bereits existieren. Er weist darauf hin, daß trotz aller beispiellosen Erfolge der letzten Jahre bisher der Flugverkehr zu kostspielig und auf wenige Linien beschränkt ist, welche nur durch hohe Subventionen aufrechterhalten werden können. Ein bil- liges, praktisches Leichtflugzeug, dessen Anschaffung jedem Autobesitzer möglich wäre, existiert leider noch immer nicht in jener Vollkommenheit, daß das Fliegen Allgemeingut werden könnte. Vor allem gehört dazu außer einem leichten. be- triebssicheren Kleinmotor eine durch ihre Formgebung vollkommen stabile Flug- zeugzelle, mit der das Fliegen keine besondere Geschicklickheit und Aufmerksam- keit erfordert und die höchstmögliche Sicherheit auch bei unrünstigem Wetter ge- währleistet. Nachdem die ‚Taube‘ nach übereinstimmendem Urteil erster Fachleute er- fahrungsgemäß das stabilste Flugzeug ist, welches bisher gebaut wurde und da- mit nie Todesstürze aus der Luft erfolgt sind, will Etrich diese Type nach mo- dernsten Grundsätzen rekonstruieren und versuchen, ein praktisch brauchbares Leichtflugzeug für zwei Personen zu schaffen, dessen Preis, Betriebskosten und Platzbedarf nicht wesentlich größer sein soll als die eines Kleinautos. Falls der für diese Maschine in Aussicht genommene leichte Kleinmotor entspricht, gedenkt Etrich noch im Laufe dieses Jahres mit der neuen „Taube“ herauszukommen und damit das Problem des „Kleinautos der Luft‘ seiner Lösung um einen Schritt näherzubringen. Segelflug in Württemberg. Nachdem im Oktober letzten Jahres von Wolf Hirth vom Württ. Luftfahrtverband der erste längere Segelflug von 1'/e Stunden Dauer im Schwabenland ausgeführt worden war, wurde von demselben Führer am Östersonntag wieder ein neuer Segelflugplatz in der Nähe von Stuttgart er- schlossen. Während das im letzten Jahre entdeckte Gebiet bei Spaichingen, der „Dreifaltigkeitsberg‘“, sich besonders als Ausgangspunkt für Dauer- und Strecken- flüge eignet (Hirth beim ersten Versuch 30 km Strecke, Prinz Schaumburg 5 Std. 28 Min. Dauer), dürfte die „Teck“ bei Kirchheim (Schwäb. Alb) ein geeignetes Uebungsgelände für die Stuttgarter Segelflieger sein, da die Entfernung von der schwäbischen Hauptstadt nur etwa 30 km beträgt. Die Gegend eignet sich außerdem ausgezeichnet zur Ablegung von A- und B-Prüfungen. Der erste Flug von Wolf Hirth ergab bei 6-10 m/Sek. Windstärke 360 m Höhe über Start. Die Landung erfolgte nach 1 Stunde 10 Min. in 100 m Entfer- nung vom Startplatz. — Verwendet wurde der Segler „Württemberg“. Außer- dem waren noch die drei Zöglinge der Stuttgarter, Krichheimer und Bissinger Flussruppen des Württ. Luftfahrtverbandes in Tätigkeit. Es wurden damit Flüge bis 1% Min. ausgeführt. Ausland. “ Walflug Holland—Indien. Das am 3. April von De Mok in Holland nach Soera- -bajia in Niederländisch-Indien abgeflogene Flugzeuggeschwader, bestehend aus drei Dornier-Walbooten, welche von der holländischen Flugzeugfabrik Aviolanda in Lizenz hergestellt wurden, hat bereits die ersten Etappen seines Fluges ohne Zwischenfälle zurückgelegt. Der Flug wurde bekanntlich von der holländischen Marine unternommen und bezweckt in erster. Linie die Ueberführung der Flugboote nach dem Schauplatz ihrer künftigen Verwendung. Gleichzeitig wird damit die Einübung des Personals Nr. 8 „FLUGSPORT“ Seite 161 für derartig große Flugunternehmungen sowie die Sammlung von Erfahrungen in der Verwendung von Flugbooten unter den verschiedensten Betriebsverhält- nissen bezweckt. Die Aufstellung von Dauer- und Streckenrekorden ist dabei nicht beabsichtigt. Die Flugboottype Dornier-Wal, mit welcher bereits verschiedene Ozeanflüge erfolgreich durchgeführt worden sind, ist mit zwei 460-PS-Motoren ausgerüstet. Bei Ausfall eines Motors ist das Flugboot nicht nur in der Lage, seinen Flug fort- zusetzen, sondern auch, wie der Flug des spanischen Majiors Franco bewiesen hat, zu starten. Die Besatzung des Geschwaders besteht aus neun Mann unter Führung des Fliegeroffiziers Tetenburg. Das Führerboot ist mit einer Funkanlage ausgerüstet, während die Fracht der übrigen beiden Boote hauptsächlich aus Ersatzteilen und Reparaturmaterial besteht. Fernilug Paris—Indochina. Die französischen Flieger Bailly und Reginensi sind am 5.4. in Saigon gelandet und haben damit ihren Etappenflug Paris—Indo- china in elf Tagen beendet. Sie waren mit einem 230-PS-Motorenflugzeug am 26. März in Le Bourget gestartet. Ihr Weg führte über Padua, Belgrad, Konstan- tinopel, Aleppo, Bender-Abbas, Basscrah, Karachi, Allahabad, Akyab und Bangkok. Der Australien—England-Flug der „Southern Cross“ unter Führung des be- kannten Piloten Kingsford Smith, der seinerzeit als erster mıt diesem Flugzeug den pazifischen Ozean von Kalifornien nach Australien überflog, hat eine Unter- brechung erfahren. Das Flugzeug, das am 1. April mit Kingford Smith und einem Begleiter von Sydney startete und in Wyndham in Westaustralien die erste Zwi- schenlandung vornehmen wollte, ist dort nicht eingetroffen. Man vermutete, daß die Flieger in der inneraustralischen Wüste eine Notlandung vornehmen mußten. Die Strecke Sydney—Wyndham beträgt 2976 km und führt teilweise durch völ- lig unbesiedeltes Gebiet. Nach 14tägigen eifrigsten Nachforschungen durch Flug- zeug, Eingeborene, Missionare teilt das an der Suche beteiligte Flugzeug „Can- berra“ drahtlos mit, daß das vermißte Flugzeug auf einer Schlammbank südlich von Port George gesichtet wurde. Etwas später gab Holden, der Führer des Flug- zeuges, nochmals folgende Meldung durch: „Sie müssen ietzt beim Essen sein, denn ich habe sie einige Minuten lang nicht xesehen. Ich habe ihnen auch noch eine weitere Ladung Lebensmittel heruntergeworfen.“ Es muß als ein Wunder bezeichnet werden, daß Kingsford Smith und Ulm noch nicht verhungert waren, denn bekanntlich haben sie, als sie am 1. ds. Mts. nicht an ihrem Bestimmungs- ort in Wyndham eintrafen, nur noch wenige Rationen bei sich. KDD NN INN EDEN Ausschreibung für den Modellilugwettbewerb 1929 des Deutschen Luitiahrt-Verbandes e.V. und des Deutschen Modell- und Segelilug-Verbandes, ® 81. Veranstalter. Der Deutsche Luftfahrt-Verband e. V. veranstaltet gemeinsam mit dem Deut- schen „nodell- und Segelflug-Verband im Sonmer 1929 einen Modellflugwett- bewerb. Verantwortlich für die Veranstaltung ist der Deutsche Luftfahrt-Verband e.V. Geschäftsstelle. Die Geschäftsstelle des Wettbewerbes befindet sich beim Deutschen Luft- fahrt-Verband e. V., Berlin W 35, Blumeshof 17. Zeit und Ort des Wettbewerbes. Der Wettbewerb findet am Sonntag, den 21. Juli 1929,, statt. Der Ort der Veranstaltung wird noch bekanntgegeben. Seite 162 „FTLUGSPORT“ Nr. 8 8.2. Art des Wettbewerbes: Der Wettbewerb besteht aus einer Leistungsprüfung a) von Flugmodellen mit Antriebsquelle, b) von Gleit- und Segelflugmodellen. $ 3.: Zulassung. Zugelassen sind nur Mitglieder von DLV-Vereinen und anerkannten Jung- fliegergruppen des Deutschen Luftfahrt-Verbandes e, V. sowie Mitglieder des Deutschen Modell- und Segelflig-Verbandes mit beliebig vielen Modellen. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Vor dem Wettbewerb finden innerhalb der 12 Landesgruppen des DLV Aus- scheidungsflüge statt, durch die die Zulassung zum Wettbewerb entschieden wird. Die Mitglieder des Deutschen Modell- und Segelflug-Verbandes schließen sich da- bei den zuständigen Landesgruppen des DLV an. (Endtermin: 1. 7. 29.) Es können am Wettbewerb 40 Bewerber teilnehmen, die beim Ausscheidungs- fliegen die größte Strecken- bzw. Dauerleistung gemäß $ 7 der Ausschreibung nachgewiesen haben. Jedoch können nicht mehr als zwei Bewerber von einer Vereinigung an dem Wettbewerb jeinemen. 4. Meldungen. Die Meldungen zu dem Wettbewerb sind auf den von der Geschäftsstelle des DLV erhältlichen Meldevordrucken an die zuständige DLV-Landesgruppe bzw. D.M.S.V.-Geschäftsstelle einzureichen, von der sie an die Hauptgeschäfts- stelle des DLV weitergegeben werden. Die Meldungen müssen bis zum 31.5.29 von den Landesgruppen und der Ge- schäftsstelle des Deutschen Modell- und Segelflug-Verbandes an die Hauptge- schäftsstelle des DLV eingereicht sein. Sämtliche am Wettbewerb beteiligten Personen müssen sich bei Abgabe der Meldungen zur Anerkennung der Aus- schreibung und späterer vom Veranstalter oder dessen Beauftragten zu erlassen- den Bestimmungen verpflichten und auf etwaige Entschädigungsansprüche aller Art gegen den Veranstalter und seine Beauftragten verzichten. Für minderiährige und unter Vormundschaft stehende Personen muß die Verzichterklärung durch den gesetzlichen Vertreter erfolgen. u Rechtsweg ist ausgeschlossen. 5. Bauvorschriften. 1. Für Flugmodelle mit Antriebsquelle. Zugelassen sind Rumpf- oder Stabmodelle mit Gummiantrieb, welche folgen- den Bedingungen genügen. a) Die Spannweite der Flügel darf nicht weniger als 60 cm betragen, die Flächenbelastung muß gleich oder größer als 10 g/qm? sein. b) Selbständige Aenderungen am Modell (Abwurf einzelner Teile) dürfen während des Fluges nicht erfolgen. c) Der Hakenabstand darf nicht größer sein als die Spannweite des Flügels. d) Jedes Modell muß mit einem Fahrgestell zum selbständigen Start und Landen versehen sein. e) Für Rumpfmodelle werden diejenigen Modelle angesehen, die einen all- seitig geschlossenen Rumpf mit einer größten Breite von mindestens 10% der gesamten Rumpflänge (Fehlergrenze + —1%) besitzen. f) Als Unterlage zur Zulassung wird eine Konstruktionszeichnung des Modells im Maßstab 1:2,5 gefordert, die 3 Hauptansichten des Modells enthält und gleich- zeitig mit der Meldung eingereicht werden muß. 2. Für Gleit- und Segelflugmodelle. Zugelassen sind alle denkbaren Flugzeugformen ohne motorischen Antrieb. Profilierte Flächen mit mindestens 2 m Spannweite sind Bedingung. Bei Rumpf- modellen soll die größte Rumpfbreite 4% der Spannweite betragen. Die Flächen- belastung soll nicht zu niedrig sein, gewünscht wird eine Flächenbelastung von 5 kg/m’. 8 6. Flugprüfungen. Die Abnahme der Wettbewerbsflüge erfolgt von 4 Flugprüfern, die vom Deut- schen Luftfahrt-Verband ernannt und bekanntgegeben werden. Die Flusprüfer geben am Tage des Wettfliegens eine Startordnung heraus, die die Durchführung des Wettfliegens regelt. Nr. 8 „TLUGSPORT*“ Seite 163 87. Preise. Die besten Leistungen werden mit Ehrenpreisen prämiiert. Außerdem steht eine Preissumme von RM 2000.— zur Verfügung, die jedoch nur als Bauprämie, und zwar an die entsprechenden Vereinigungen, zur Verteilung gelangt. Diese Gelder sind für den Modellbau zu verwenden. Je 50% der Preissumme stehen für die beiden Teile des Wettbewerbes ($ 2/1, & 2/2) zur Verfügung. Preise. l. Für Flugmodelle mit Antriebsquelle. a) Streckenpreise (Ehrenpreise und Bauprämien im Gesamtbetrage von RM 400.—). Gefordert wird eine Mindestflugstrecke von 350 m, gemessen in gerader Linie vom Start- bis zum Landepunkt. Der Start muß vom Boden aus ohne Anstoß eıfolgen. Als Startpunkt gilt die Stelle des Loslösens vom Boden. Als Landung gilt das erste Aufsetzen des Modelles auf einem erdfesten Punkt. Die Ehrenpreise werden den drei besten Bewerbern, die die Mindeststrecke erflogen haben, im Verhältnis der erzielten Flugstrecken zugesprochen. Ferner wird eine Bauprämie im Gesamtbetag von RM 400.— im Verhältnis der erzielten Flugstrecken den Ver- einigungen zugesprochen, denen die drei besten Bewerber angehören. b) Dauerpreis (Ehrenpreise und Bauprämien im Gesamtbetrag von RM 400.—). Gefordert wird ein Flug von mindestens 60 Sek. Dauer. Handstart ist erlaubt. Die Ehrenpreise werden den drei besten Bewerbern, die die Mindestdauer er- flogen haben, im Verhältnis der Dauerleistung zugesprochen. Ferner wird die Bauprämie in Höhe von RM 400.— im Verhältnis der erzielten Dauerleistung den Vereinigungen zugesprochen, denen die drei besten Bewerber angehören. c) Zusatzprämie. Vereinigungen, deren Mitglieder die Mindestforderungen erfüllt haben, er- halten je RM 5.— Anerkennungsprämie. d) Rumpfmodelle werden 20 % höher bewertet. Il. Für Gleit- und Segelflugmodelle. a) Dauerpreis (Ehrenpreise und Bauprämien im Gesamtbetrage von RM 400.—). Gefordert wird ein Flug von mindestens 60 Sek. Dauer. Als Startpunkt gilt die Stelle des Loslösens vom Boden. Als Landung gilt das erste Aufsetzen des Modells auf einen erdfesten Punkt bzw. das Verschwinden aus dem Gesichts- feld. Die Ehrenpreise werden den drei besten Bewerbern, die die Mindestdauer erflogen haben, im Verhältnis der Dauerleistung zugesprochen. Ferner wird die Bauprämie in Höhe ven RM 400.— im Verhältnis der erzielten Dauerleistung den Vereinigungen zugesprochen, denen die drei besten Bewerber angehören. b) Zusatzprämie. Vereinigungen, deren Mitglieder die Mindestforderungen erfüllt haben, er- halten je RM 5.— Anerkennungsprämie. Um sämtliche Preise (I und II) kann von jedem Bewerber innerhalb der von den Flugprüfern festgesetzten Zeit je dreimal gestartet werden. Der Startpunkt wird von den Fiugprüfern nach Maßgabe der Wind- und Ge- ländeverhältnisse festgesetzt. Beim Einsatz mehrerer Modelle kann einem Be- werber in jeder Preisausschreibung nur ein Preis zugesprochen werden. $ 8. Preisgericht. Der Zuspruch der Preise erfolgt durch ein Preisgericht, dessen Zusammen- setzung später bekanntgegeben wird. Die Herren des Preisgerichtes müssen beim Wettfliegen zugegen sein. Die Entscheidung wird an demselben Tag getroffen und ist endgültig. 809, Der Veranstalter behält sich das Recht vor, solche Aenderungen und Er- gänzungen, durch die die Grundlagen der Ausschreibungen nicht aufgehoben wer- den, zu beschließen und ihren Bestimmungen Auslegung zu geben. Bei einem Ausfall des Wettbewerbes infolge von Umständen, für die den Veranstalter kein Verschulden trifft, können Ansprüche gegen den Veranstalter nicht geltend ge- macht werden. Alle in dieser Ausschreibung vorgesehenen späteren Veröffentlichungen er- folgen in den Zeitschriften „Luftschau‘“ und „Flugsport“. Berlin, den 12. Februar 1929. Deutscher Luftfahrt-Verband e. V. I. A.: Segelflug-Ausschuß. (zez.) Prof. Dr. Georgii. Klemm L 25 - Modell 1929 Höchste Sicherheit -. ausgezeichnete Flugleistungen - angenehme Flug- eigenschaften - unerreichte Wirtschaftlichkeit sind die kennzeichnenden Merkmale dieses Idealflugzeuges für Schule, Reise und Sport VERLANGEN SIE ANGEBOTE LEICHTFLUGZEUGBAU KLEMM G.M.B.H. - BOBLINGEN (WÜRTTEMBERG) u EN Warum müsse Rupp-Nabe Haw-Ganzmetall-Propeller vorgezogen werden Für Holz- und | q Metall-Propeller Weil sie 1. nicht schwerer sind als Holz-Propeller D. R. P. und Auslands-Patente Weil sie 2. sich in zwei Minuten für die beste Leistung des Motors einstellen lassen Weil sie 3. einen hervorragenden Wirkungsgrad haben Größte Betriebssicherheit Weil sie 4. größte Betriebssicher- Erhöhte Wirtschaftlichkeit heit gewährleisten Verlangen Sie Angebot! Ribert Rupp, Berlin-Neukölln | y„w.-Propellerbau G. m. b. H. Hermannstraße 48 Berlin-Staaken Telegr.-Adr.: Ruppnabe, Berlin Tel.: Neukölln 8387 Telefon: Spandau 7104 III J Wo Iinnsutllitnncaclill v n au Ih. Al Iln.: : a "GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN Ü VON OSHAR, URSINUS * CIVIL -ING. | NIT IIINNINNN IM Ilustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Briei-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhoisplatz 8 Telefon: Hansa 4557 -- Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 9 1. Mai 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 15. Mai Prinz Heinrich von Preußen f. Prinz Heinrich von Preußen ist am 20. April nachmittags auf Schloß Hemmelmark bei Eckernförde gestorben. Mit welcher Begei- sterung Prinz Heinrich jederzeit für das deutsche Flugwesen einge- treten ist, werden die ermessen können, welche mit ihm zusammen arbeiteten. Prinz Heinrich hat bereits in den frühesten Anfängen des Flugsportes mitgeholfen, die Wege zu ebnen. Wir erinnern nur an die Zeit von 1910, wie er bei August Euler fliegen lernte. Damals war das Fliegen bei weitem noch nicht so sicher wie heute. An dieser Stelle berichteten wir am 7. Dezember 1910: Am 19. November vormittags, nachdem der Wind einigermaßen nachegelassen hatte, bestieg der Prinz die Maschine und erfüllte glatt die vorschriftsmäßigen Runden mit den Landungen und erwarb sich das Flugmaschinenführer-Zeugnis Nr. 38. Das Protokoll über den Prü- fungsflug ist gezeichnet: v. Hiddessen, v. Hammacher und August Euler als offizielle Zeitnehmer. Prinz Heinrich war das erste Mitglied eines regierenden Hauses, das das Flugzeugführerpatent überhaupt erworben hatte. Seit dieser Zeit zeigte der Prinz besonderes Interesse für das Flugwesen. Die Flüge am Oberrhein trugen seinen Namen. Dann, als die ersten Segel- flugerfolge auf der Wasserkuppe die Welt in Erstaunen versetzten, erschiefi er jedesmal auf der Wasserkuppe, wo er überall fördernd und helfend eingriff. Wir bedauern, daß es ihm nicht vergönnt war, den 10. Wettbewerb mitzuerleben. Sein Name ist auch in der Ge- schichte des deutschen Flugwesens verzeichnet. Wir ehren sein An- denken. Vorschläge zur Neuordnung der deutschen Luftfahrt-Wirtschaft von der Gemeinschaft der deutsch. Flugzeuge u. Flugmotorenherstellenden Industrie. Kriee und Kriegsfolgen haben eine Umstellung der europäischen, insbesondere der deutschen Wirtschaft notwendig gemacht. Diese konnte in doppeltem Sinne erfolgen, einerseits durch weitgehende Re- Seite 166 „FLUGSPORT“ Nr. 9 organisation und Rationalisierung ihrer Betriebe im Sinne der Zusam- menlegung und Vereinfachung der Verwaltung, andererseits durch die Stillegung solcher Produktionsstätten, deren gewinnbringende Fort- führung sich unter den neuen Verhältnissen als aussichtslos heraus- stellte. Bei der Aufnahme neuer Produktionszweige — an Stelle der nicht mehr wirtschaftlich arbeitenden — müssen, wenn man den Be- eriff der Rationalisierung auf die gesamte Volkswirtschaft überträgt, die speziellen Eigenschaften, die ein Volk an seiner Denkungsart, seinen spezifischen Arbeitsmethoden, seinen handwerklichen und technischen Eienungen besitzt, maßgebend sein. Diese Voraussetzungen müssen mit den politischen und wirtschaftsgeographischen Verhältnissen ab- gestimmt werden. Berücksichtigt man diese Ueberlegungen, dann müs- sen die vorhandenen Mittel auf diejenigen Produktionszweige konzen- triert werden, auf die alle diese Bedingungen zutreffen. Hierzu gehört die deutsche Motorenindustrie im allgemeinen und die deutsche Flug- zeug- und Flugmotorenindustrie im besonderen. Für diese Fabrikations- zweige besteht im deutschen Volk eine besondere Veranlagung. Aus diesem Grunde besitzen diese Industriezweige durch die Hochwertig- keit ihrer Erzeugnisse große Zukunftsmöglichkeiten. Wenn die bei der Umstellung frei werdenden Kapitalien nicht sofort auf dieses Gebiet angesetzt wurden, so geschah dies teils aus Mangel an Erkenntnis, welche wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten hieraus für Deutschland resultieren, teils deshalb, weil der greifbare finanzielle Erfolg nicht in einer sofort fließenden Rente realisiert werden konnte. Dies hat dazu geführt, daß die Mittel zur Entwicklung der Luftfahrt in den letzten Jahren im Gegensatz zur ersten Nachkriegsepoche in erster Linie aus Öffentlichen Geldern geflossen sind. Die als Folge hiervon eingetretene planwirtschaftliche Arbeit der deutschen Luftfahrt hat all- mählich dazu geführt, daß sämtliche Zweige der Luftfahrt sich zwangs- läufig auf dieses System und damit auch auf die Mittel der öffentlichen Hand einstellen mußten. Die deutsche Luftfahrtindustrie ist sich be- wußt, daß dieser Zustand eine schwere Gefahr in sich birgt. Er be- grenzt die Arbeits- und Wirkungsmöglichkeit auf die finanzielle Ka- pazität des Staates, gestaltet die Luftfahrt exklusiv, entfremdet sie den aufstrebenden technischen und wirtschaftlichen Kräften der Nation und setzt sie gleichzeitig in Abhängigkeit von den innen- und außenpoliti- schen Konstellationen und den Schwankungen der Staatsfinanzen. Die auf Grund der schwierigen Finanzlage Deutschlands jetzt am Reichsetat vorgenommenen Abstriche haben den jetzigen planwirt- schaftlichen Aufbau der Luftfahrt erschüttert. Die Luftfahrtindustrie ıst sich darüber klar, daß die Not der Finanzlage Deutschlands Opfer von allen Seiten erfordert. Sie will auch unter den veränderten Ver- hältnissen die Luftgeltung des Reiches erhalten und mehren. Sie ist davon überzeugt, daß dies nur gelingen kann, wenn sich alle Kräfte der Nation in vertrauensvollem Zusammenwirken auf dem richtigen Weg vereinigen. Um diesen Weg zu finden, will die Industrie die er- rungenen Erfahrungen und Erkenntnisse über die beste Form der deut- schen Luftfahrtpolitik und Wirtschaft festlegen. Sie lassen sich kurz in folgenden Leitsätzen zusammenfassen: Die deutsche Luftgeltung jetzt und in Zukunft gegenüber dem An- sturm einer zahlenmäßig überlegenen, politisch mächtigeren und wirt- schaftlich ungleich stärkeren Konkurrenz der anderen Weltmächte der Luftfahrt beruht allein in dem technischen Hochstand des in Deutsch- land erzeugten Luftfahrt-Geräts. Die deutsche Luftpolitik muß deshalb in erster Linie das geistige Leben der Luftfahrtforschung und das technische Können der Qualitäts- Nr. 9 „FLUGSPORT"“ Seite 167 arbeit unserer Luftfahrtindustrie zu erhalten bemüht sein. Nur im Ringen um Höchstleistungen und im Kampfe auf dem Weltmarkt stäh- len und erhalten sich diese Kräfte. Das gilt für alle Zweige der Luft- fahrt: nur wenn weiteste Kreise der Nation mitfühlen und mitdenken an diesem Werk, kann unser Volk im Wettkampf bestehen. Deshalb muß die Grundlinie jeder deutschen Luftpolitik vielseitig- stes Streben nach Absatzmöglichkeiten für die deutsche Industrie im Inlande und im Auslande sein. Solche Absatzmöglichkeiten lassen sich durch geeignete Maßnah- men wesentlich vermehren. Zu diesen Maßnahmen sind verschiedene auch bisher nicht be- teiligte Kräfte der Reichsverwaltung und alle zur Mitwirkung an der Gestaltung des innerdeutschen Luftmarktes berufenen Kräfte eigen- verantwortlich und individuell heranzuziehen. Die nachfolgenden Ausführungen versuchen diese Erfahrungssätze der deutschen Luftfahrtindustrie und ihre Begründung in zusammen- hängender Form zu entwickeln. Lebenswichtige Interessen der Nation verlangen, daß Deutschland im Rahmen einer rationellen und planmäßigen Luftfahrtwirtschaft die bestehenden Erzeugungsstellen für Flugzeuge und Flugsmotoren als Arbeitsstätten eines hochwertigen Facharbeitertums erhält und jedem gesunden technischen und wirtschaftlichen Leben in der Luftfahrt-In- dustrie auch für die Zukunft freie Entfaltung ermöglicht. Eine rationelle Wirtschaft der Luftfahrt-Industrie verlangt, daß die einzelnen Werke, jedes für sich nach seinem Umfang, langfristig über einen Auftragsbestand verfügen können, der ihre Existenz sicherstellt. In anderen führenden Erzeugerländern von Luftfahrtgerät wird solche rationelle Grundlage der Luftfahrt-Industrie ebenfalls durchgeführt oder angestrebt. Für Deutschland liegen aber in der Nachkriegslage die Verhältnisse besonders schwierig. Die Produktion der Luftfahrt- Industrie für Rüstungszwecke, welche in allen anderen Erzeugerlän- dern der Welt das Rückgrat der Luftfahrt-Industrie bildet, ist Deutsch- land versagt. Der Markt an Handelsluftfahrtgerät ist in Deutschland und den dem deuschen Absatz erschlossenen Teilen der Welt bisher noch nicht in der Lage, die Mindestproduktion der Flugzeuge und Flug- motoren herstellenden Werke Deutschlands aufzunehmen. Um für die lebenswichtigen Werke der Fluszeug- und Flugmoto- ren-Industrie rationell einen langfristigen Auftragsbestand sicherzu- stellen, muß deshalb die deutsche Luftpolitik als vornehmste Aufgabe die Hebung des Absatzes von Flugzeugen und Flugmotoren im In- und Auslande erstreben. Mit dem Absatz der Erzeugnisse seiner Luftfahrt-Industrie steht und fällt die Luftgeltung Deutschlands in der Welt. Planmäßiges Ab- satzstreben für die Industrie muß deshalb oberste politische Richt- schnur im Gesamtprogramm der deutschen Luftpolitik sowohl im In- land wie im Ausland sein. Innerhalb Deutschlands kann der Absatz von Flugzeugen und Flugmotoren durch das Beschreiten neuer rationeller Wege erheblich gesteigert werden, wenn möglichst viele, sachlich zur Benutzung von Luftfahrtgerät berufene Stellen sowohl der öffentlichen Hand wie der Privatwirtschaft zu einer selbständigen Luftfahrtbetätigung angeregt werden. Dies bedeutet freilich ein Abweichen von dem bisherigen star- ren Verfahren der zentralistischen Wahrnehmung aller öffentlichen Be- lange der Luftfahrt durch eine einzige Verwaltungsbehörde, die Luft- fahrt-Abteilung des Reichsverkehrsministeriums. Diese kann auch bei bestem Willen nach ihrer Wesensart als Verwaltungsbehörde niemals Produk- tions- stätten. Grund- lagen ra- tioneller Wirt- schaft. Absatz- förde- rung. Inlands- absatz, Heran- ziehung neuer Kräfte. Reichs- post. Bedaris- luitfahrt. Seite 168 „FLUGSPORT“ Nr. 9 so vielseitire Abatzgebiete des inneren Marktes erschließen wie das freie Zusammenarbeiten verschiedener berufener Stellen. Zuerst erscheint die Reichspost berufen, in ihrem Betriebe Flug- zeuge einzusetzen. Ein reiner Post- und Fracht-Flugdienst der Reichs- post von Deutschland nach den großen Zentren der umliegenden Staa- ten kann früher auf wirtschaftliche Erfolge hoffen als jeder Betrieb des Personenluftverkehrs; die Gestehungskosten eines solchen Dien- stes sind sowohl für Flugzeugbeschaffung wie an Generalunkosten des Werbe- und Zuführungsdienstes niedriger als die des Personenluft- verkehrs. Seine Ausnutzung wird eine prozentual erheblich höhere sein können. Die Post ist am besten in der Lage, die Verantwortung für ein weiteres Heranziehen des Publikums zur Luftpostbefiörderung zu übernehmen. Im Postflusdienst werden die Portoeinnahmen einen erheblich größeren Teil der Betriebskosten aufbringen können, als dies bei der immer noch geringen Benutzung bisher im Personenluftver- kehr die Passageeinnahmen vermögen, zumal Postsendungen nach ihrem Gewicht und Raumbedarf eine wirtschaftlich ungleich vorteil- haftere Ausnutzung der Verkehrsleistung der Flugzeuge ermöglichen. Auf dem Wege über die Portoeinnahmen fließen außerdem Mittel aus einem natürlichen Kreislauf der Volkswirtschaft von der Hand der un- zähligen Einzelzahler dem Aufbau der Luftfahrt zu, entgegen dem bis- her einzigen Verfahren der volkswirtschaftlich und psychologisch un- vorteilhaften Aufbringung auf dem Steuerwege. Der Reichspost selbst aber kann an der Betätigung auf diesem ihr gebührenden Arbeitsfelde der Luftfahrt nur dann Interesse nehmen, wenn diese unter der Ver- waltungshoheit des Reichspostministeriums erfolgen kann. | Weiter wird die Förderung jedweder gesunden Betätigung nicht nur im Sportflug- und Flugschulwesen, sondern besonders in der Be- darfsluftfahrt aller Art berufen sein, den innerdeutschen Flugzeug- und Flugmotorenmarkt zu stärken. Als gesundes Arbeitsfeld der Be- darfsluftfahrt sind der außerplanmäßige Fracht- und Personenverkehr auf örtlichen Zubringerstrecken, Fracht-Trampverkehr, Personen-Taxi- verkehr, Zeitungsflugdienst, Bäderluftlinien und Rund- und Schauflüge zu betrachten. Die deutsche Luftfahrtindustrie hält für diese Zweige der Luit- fahrtbetätigung volle Freiheit und Förderung der Entwicklung für un- erläßlich. | Sie weiß sich hierin einig mit den Führern des deutschen Luft- fahrtvereinswesens und empfiehlt alle gleichartigen Bestrebungen der öffentlichen Berücksichtigung. Fine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Luftbildwesen, dem Schädlingsflug und dem Reklame-Flugwesen zu, für welche Aufgaben zahlreiche wirtschaftliche Unternehmungen schon bestehen. Das Ab- satzstreben der Luftfahrtindustrie verlangt die Förderung aller solcher Kleinabnehmer, deren wirtschaftlicher Aufbau und Existenzkampf we- der direkt noch indirekt durch einen aus Öffentlichen Mitteln gestützten Wettbewerb erschwert werden darf. Solche Betriebe und auch Hilfsbetriebe der Luftfahrt, die sich selbst wirtschaftlich tragen können, wie z. B. der Zubringerdienst durch das Speditionsgewerbe, sollen zur Entlastung der Luftfahrtwirtschaft her- angezogen und keinesfalls durch eigene Zweigbetriebe der mit Öffent- lichen Mitteln gespeisten Luftfahrtunternehmungen in ihrer Arbeit be- hindert werden. Ebensowenig kann es Aufgabe von aus öffentlichen Mitteln unter- haltenen Luftfahrtunternehmungen sein, Reparaturwerkstätten in einem Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 169 größeren Ausmaße einzurichten und zu unterhalten, als es die unmit- telbaren Betriebsbedürfnisse erfordern. Durch Entziehung von Repa- raturaufträgen wird die Luftfahrtindustrie nicht nur wirtschaftlich ge- schädigt, sie sieht sich, was viel wichtiger ist, auch der Möglichkeit beraubt, die aus der Durchführung von Reparaturaufträgen resultieren- den, der fabrikatorischen und konstruktiven Weiterentwicklung des Luftfahrtgerätes dienenden Erkenntnisse und Erfahrungen zu sammeln. Die wirtschaftlichen und technischen Erfordernisse der Luftfahrtindu- strie sind hier mit den Betriebsbedürfnissen des Luftverkehrs in Ein- klang zu bringen. Hierzu gehört auch der Seeschiffahrts-Zubringer- dienst, der gleichzeitig Forschungsaufgaben für den künftigen Groß- luftverkehr über See zu leisten berufen ist. Forschungsarbeiten auf lange Sicht zur Weiterentwicklung des Flugzeug- und Flugmotorenbaues bilden nach dem Stand der Lutft- fahrttechnik heute und auch für die weitere Zukunft eine Hauptauf- gabe der deutschen Luftfahrt. Ihrer Wesensart nach werden nicht alle Erzeugnisse dieser Forschungsarbeiten auf dem freien Markt absatz- fähig sein, weil sie nicht den Gegenwartsbedürfnissen der wirtschaft- lichen Verbraucher von Flugzeugen und Flugmotoren entsprechen. Von der Luftfahrtindustrie wird trotz aller freien Initiative und Risiko- freudigkeit in der Forschung bei dem seit Kriegsende auf ihr lastenden schweren politischen und wirtschaftlichen Druck nicht erwartet wer- den können, daß sie aus eigenen Mitteln andere als die in absehbarer Zeit wirtschaftlich zu verwertenden Forschungsarbeiten durchführt. Soweit also Forschungsarbeiten auf weite Sicht aus lebenswichtigen Interessen der Nation erforderlich sind, werden hierfür mit Recht öffent- liche Mittel eingesetzt werden müssen. Diese Mittel aber sind einheit- lich von einer nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen arbeitenden Stelle, die besonders hierfür endlich geschaffen werden muß, mit klar begrenzter Kompetenz zu verwalten und der Industrie nach allgemein festzulegenden Richtlinien in Form von Aufträgen zuzuführen. Die Auf- tragserteilung muß dabei den in der Luftfahrtindustrie beim Verkehr mit Privatabnehmern üblichen allgemeinen kaufmännischen Bedingun- gen entsprechen. Die Luftfahrtindustrie wünscht dringend, daß hier die bisher oft init Recht von Parlament und Oeffentlichkeit getadelten Unklarheiten beseitigt werden, welche in der Betätigung mehrerer verschiedener Stellen in der Auftragserteilung für Forschungsaufgaben, sowie in der gelegentlichen Vermengung der Begriffe Beihilfengewährung, Kredit- gewährung und Anzahlungen auf erteilte Aufträge ihren Ursprung hat- ten. Auch der Ausdruck Sanierung ist in diesem Zusammenhang oft irreführend gebraucht worden, obwohl es sich bei solchen „Sanierun- gen“ meist um Korrekturen von anfangs technisch und wirtschaftlich nicht übersehbaren Aufträgen handelte. Gerade aus diesen Unklarhei- ten entstand vielfach der Eindruck, als erhalte und erstrebe die Luft- fahrtindustrie große Beihilfen aus öffentlichen Mitteln ohne eigene entsprechende Gegenleistung. Subventionen hat die produzierende Luftfahrtindustrie niemals ge- wünscht, Sie will auch in Zukunft von „Subventionen“ und allen aus lesen für sie entstehenden Behinderungen und Nachteilen verschont eiben. Die von der Industrie immer wieder geforderte Klarheit in der Auf- tragserteilung wird wesentlich dadurch gefördert werden können, daß mit der Erteilung von Forschungsaufträgen aller Art die wirtschaft- lichen Unternehmungen des Luftverkehrs nicht belastet werden. Diese sind vielmehr anzuhalten, ihr Gerät selbständig und nach. ihren je- For- schungs- auiträge. Einheit- liche Auftrags erteilung Kaufmän nische Hand- habung. Heutige Absatz- stockung am Inlands- markt.‘ Anglie- derung . anderer Erzeu- gungs- zweige. Heran- ziehung des Privat- kapitals. Ent- lastung der öffent- lichen Hand. Seite 170 „FLUGSPORT"“ Nr. 9 weiligen Betriebsbedürfnissen zu beschaffen. Dies hindert nicht, daß Besteller öffentlichen Charakters angehalten werden, ihre Aufträge auf das von ihnen zu verwendende Gerät nach Maßgabe des Interesses an der Erhaltung der unentbehrlichen deutschen Luftfahrtfirmen zu verteilen und planmäßig verschiedene Erzeuger zu berücksichtigen, die den jeweils zu stellenden Leistungsbedingungen der Flugzeug- und Flugmotorenmuster genügen. Auch bei Berücksichtigung verschiedener Lieferanten muß aber für den Umfang und die Auswahl der Bestellun- gen die eigene Verantwortlichkeit des bestellenden Abnehmers ge- wahrt bleiben. Die Erfahrung hat gelehrt, daß ein Abweichen von die- sen alleemeinen Grundsätzen anderer Wirtschaftszweige durch zwangs- weise Zuführung von Gerät an die Flugzeug- und Flugmotorenver- braucher zu einer Uebersättigung des innerdeutschen Marktes führt und hier die Gefahr einer völligen Absatzstockung heraufbeschwört. Diese liegt heute im deutschen Luftverkehr schon vor. Beschreitet die deutsche Luftpolitik den vorbezeichneten Weg planmäßiger Maßnahmen zur Hebung des Inlandabsatzes von Flugzeu- gen und Flugmotoren, so darf sie gewiß sein, daß ein nicht unerheb- licher Teil der Lebenskosten der deutschen Luftfahrt auf diesem ge- sunden Wege unter weit geringerer Inanspruchnahme öffentlicher Mit- tel als bisher aufgebracht werden wird. Einen weiteren Teil ihrer Lebenskosten versucht die Luftfahrt- industrie dadurch aufzubringen, daß sie ihre besonderen Fabrikations- erfahrungen so weit als möglich zur Aufnahme auch anderer Erzeu- sungszweige auszunutzen bemüht ist. Während für den Flugmotoren- bau schon heute wohl allgemein der Zustand einer lebenserhaltenden Verbindung mit anderen wesensähnlichen Erzeugungszweigen vorläu- fie noch höherer Wirtschaftlichkeit besteht, sind für die Werke des Flugzeugbaues Möglichkeiten solcher Angliederung oder Anlehnung an andere Produktionszweige weniger leicht gegeben. Die Flugzeug- industrie will aber um die Erschließung und Ausnutzung solcher Mög- lichkeiten bemüht sein: sie erwartet, daß ihr Streben nach Verbrei- terung einer gesunden wirtschaftlichen Basis anerkannt und durch planmäßige Berücksichtigung bei Auftragserteilungen aller Art auch durch die öffentliche Hand gefördert wird. Der Wert dieser Maßnahmen freilich tritt zurück gegenüber dem gesunden Streben der Luftfahrtwirtschaft, die Grundlagen ihrer finan- ziellen Existenz auf dem privaten Geldmarkt zu finden. Das Ziel der Industrie ist, ihre Produktionsstätten in sich wirtschaftlich zu gestal- ten. Die technische Leistung und der erwiesene heutige Stand der Konkurrenzfähigkeit unserer Luftfahrtindustrie könnten derzeit das Privatkapital zu Investierungen in der Luftfahrtwirtschaft veranlassen. In einer Reihe anderer Länder baut sich die Luftfahrt bereits auf Mit- teln des privaten Geldmarktes auf. Ein Zeichen, daß die künftigen Ge- winnchancen ausreichen, um dem Privatkapital genügend Anreiz zu geben, sich für die Luftfahrt zu interessieren. Somit kann und muß die öffentliche Hand entlastet werden. Allerdings dürfen die gesetzlichen und Verwaltunesmaßnahmen der Behörde der freien Betätigung des Privatkapitals nicht hindernd im Wege stehen. Da dies bisher — nicht zum Nutzen der Gesamtentwicklung — der Fall gewesen ist, liegt frei- lich der öffentlichen Hand die Pflicht ob, den Uebergang von der durch den Staat selbst inaugurierten Planwirtschaft zu einer neuen Wirt- schaftsform und der damit verbundenen Umstellung der Betriebe trag- bar zu gestalten bzw. zu erleichtern. Die Luftfahrtindustrie kann na- türlich nicht von heute auf morgen auf sich selbst gestellt werden. Nr. 9 | „rFLUGSPORT“ Seite 171 Erhaltung und Ausgestaltung eines starken Unterbaues der gesam- ten Luiftfahrtwirtschaft werden darüber hinaus immer, wie in der Schiffahrt, Sache von Reich und Ländern bleiben. Hierzu gehört auch, daß der Staat dabei mithilft, eine sowohl für das private Versicherungs- wesen wie für die Luftfahrt tragbare Form der Luftfahrzeugversiche- rung zu schaffen, die durch die entstandenen großen Verluste derzeit mehr. oder minder in Abhängigkeit vom ausländischen Markt gekom- men ist. . Wenn auch, wie in allen Wirtschaftszweigen, der Inlandsabsatz für die Luftfahrtindustrie erste Wurzel und Grundlage der Lebens- fähigkeit ist, so drängt doch die Eigenart der Produktion eines haupt- sächlich in internationalen Ausmaßen verwertbaren Verkehrsgerätes die Luftfahrtindustrie zu besonderer Berücksichtigung des Auslands- marktes. Größtmögliche Hebung des Auslandsabsatzes muß schon des- halb das Streben der deutschen Luftpolitik sein, weil der technische Stand der deutschen Luftfahrtindustrie an sich durchaus befähigt ist, einen weit größeren Teil der Lebenskosten unserer Luftfahrt als bis- her aus Erträgen des Exportes zu gewinnen. Vorbedingung hierfür ist freilich, daß alle berufenen Stellen in Staat und Wirtschaft sich zur Pflege des, Exportstrebens der deutschen Luftfahrtindustrie beken- nen und diesem jede berechtigte Förderung zuteil werden lassen. Bisher ist dies leider nicht in genügendem Umfang der Fall gewesen; nicht zum Nutzen der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung unseres Luftfahrzeugbaues, der den Maßstab eines freien Konkurrenzkampies in der Welt zur Mochhaltung der eigenen Leistung nicht entbehren kann. Verliert er aber die Höhe der eigenen Leistung und Beweise für diese an den Absatzerfolgen auf dem Weltmarkt, so wird er allmählich auch seinen inneren Markt bedroht sehen. Gerade die Oeffentlichkeit hat ein Interesse an der vollen Ausnut- zung aller Möglichkeiten zur Hebung des Auslandsabsatzes der Luft- fahrtindustrie, weil auf diesem Wege nicht nur eine Verringerung der eigenen deutschen Aufwendungen für die Luftfahrt erreicht werden kann, sondern darüber hinaus auch die deutsche Flandelsbilanz gün- stig, auch durch die erwiesene werbende Wirkung des Luftfahrzeugs für andere Exportzweige, beeinflußt wird. Hier maßgeblich mitzuwirken, ist in erster Linie Sache des Reichs- wirtschaftsministeriums; dies kann bei der Gewährung von Industrie- Krediten an fremde Staaten auf die Ablösung eines entsprechenden Anteiles der gewährten Beträge durch Aufträge an die deutsche Luft- fahrt-Industrie hinwirken. Andere Staaten, z. B. England und Frank- reich gegenüber China und der Türkei, die Vereinigten Staaten gegen- über den Südamerikanischen Republiken, haben bisher sehr viel plan- mäßiger als Deutschland diesen Weg zum erheblichen Nutzen ihrer Luftfahrt-Industrie und Luiftgeltung nachweislich beschritten. Für das Reichswirtschaftsministerium eilt hier ebenfalls das für das Reichs- postministerium Gesagte. Es wird nur dann die Interessen der Luft- - fahrt-Indutrie wirksam wahrnehmen können, wenn es einen Teil dieser Belange eigenverantwortlich übernimmt. Eine solche Förderung der Industrie durch das Reichswirtschafts- ministerium bedarf planmäßiger Ergänzung durch Maßnahmen des Auswärtigen Dienstes. Die nachdrücklichste Maßnahme dieser Art ist die Entsendung von besonderen Luftfahrt-Missionen, wie sie z. B. Frankreich mit dem Erfolg der Erschließung des Luftverkehrs in Bra- silien für seine Industrie benutzt hat. Bedingung für die Ausnutzung aller solcher Möglichkeiten auch in dem durch die Nachkriegslage für Deutschland gegebenen Rahmen Auslands: absatz. Bekennt- nis zu seiner Bedeu- tung. Mitwir= kung de: Reichs- wirt- schaits- ministe- riums. Mitwir- kung de: Auswär- tigen Amts. Verbun- denheit mit der Ver- kehrs- politik. Allge- meine Absatz- werbung. Gemein- same Wirt- schaits- organi- sation. Flugzeug: besatzun- gen für den Aus- lands- absatz. Seite 172 „FLUGSPORT“ Nr. 9 ist es freilich, daß das Auswärtige Amt sich zum Beschreiten dieses Weges grundsätzlich bekennt, und daß die einzelnen auswärtigen Ver- tretungen im Gesandtschafts- und Konsulatsdienst Anweisung erhal- ten, jede freie Initiative der deutschen Luftfahrtindustrie in der Ab- satzgewinnung im Ausland zu fördern. Mit den Maßnahmen des Reichswirtschaftsministeriums und des Auswärtigen Amtes zur Hebung des Auslandsabsatzes der Luftfahrt- „Industrie wird auch die deutsche Luftverkehrspolitik in ein enges Ein- vernehmen gebracht werden müssen. Der Luftverkehr ergibt die Be- triebserfahrungen, deren die Fabrikation zur Fortentwicklung des Ge- rätes dringend bedarf. Der Luftverkehrsbetrieb hat zudem die Mög- lichkeit, die verschiedenen hochwertigen Typen der deutschen Handels- flugzeuge gleichmäßig vor mannigfachen ausländischen Interessenten auf den von Deutschland nach den umliegenden Auslandszentren füh- renden Strecken praktisch vorzuführen. Diese Möglichkeiten zum größten erreichbaren Vorteil der gesamten Luftfahrtwirtschaft auszu- nutzen, wird bei entsprechender Rücksichtnahme der Luftverkehrs- politik unschwer möglich sein. Grundsätzlich gebührt den Absatzinteressen der erzeugenden In- dustrie vor den Betriebsinteressen des subventionierten Verkehrs der Vorrang. Die Grundlage jedes Verkehrserfolges im Auslande beruht letzten Endes auf der Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie, und der Auslandsabsatz deutscher Erzeugnisse bedeutet Arbeitsausfuhr im Gegensatz zu der mit dem Betriebe von Auslandslinien subventionier- ter Unternehmungen verbundenen Kapitalausfuhr. Als ausländische Abnehmer deutschen Luftfahrtgeräts kommen be- sonders alle Arten von Luftfahrtunternehmungen fremder Nationalität in Betracht. In der Zusammenarbeit mit ihnen als Abnehmer kann die Luftfahrt-Industrie am besten zur Aktivierung der deutschen Handels- bilanz beitragen. Möglichst zahlreiche Unternehmungen in aller Welt zur Benutzung deutschen Luftfahrtgeräts zu gewinnen, ist eine Haupt- aufgabe der deutschen Luftfahrt, die jedenfalls vermeiden muß, durch Vortreiben von Verkehrslinien eigener Regie ins Ausland aus Öfient- lichen Mitteln deutsche Vermögenswerte ohne wirtschaftlich erkenn- bare Gegenleistung in fremde Staaten zu übertragen. Diese werden über kurz oder lang doch den Verkehrsbetrieb in ihrem politischen HMoheitsgebiet in eigene Hand nehmen. Die Wesensart des Luftfahrtgerätes bringt für den Auslandsabsatz besonders hohe Werbeunkosten mit sich. Diese erwachsen aus der Vorführung von Flugzeugen und Flugmotoren im Ausland und aus verschiedensten Leistungsnachweisen (Fernflüge, Wettbewerbe, Re- korde). Zur wirtschaftlichen Gestaltung dieser Absatzarbeit werden sämtliche Flugzeuge und Flugmotoren herstellenden Werke eine ge- meinschaftliche Wirtschaftsorganisation schaffen und durch diese unter voller Wahrung der Eigeninitiative der einzelnen Werke die mannig- faltigen, für die Absatzwerbung gemeinsamen Aufgaben bearbeiten lassen. Eine der wichtigsten dieser Aufgaben ist die Finanzierung des meist nur bei Kreditgewährung möglichen Absatzes. Die etwa zur Pflege des Auslandsabsatzes bestimmten Mittel des Reiches sollen über diese Selbstverwaltungsorganisation der Industrie laufen. Zu den unentbehrlichen Maßnahmen der allgemeinen Werbungs- arbeit für den Absatz der Deutschen Luftfahrt-Industrie gehört die Her- anbildung von Flugzeugbesatzungen. Denn erfahrungsgemäß wird beim Absatz von Flugzeugen im Ausland vom Käufer auch die Stellung einer Flugzeugbesatzung verlangt. Das ist besonders in den Ländern Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 173 der Fall, die selber nicht über eine höher entwickelte Luftfahrt ver- fügen. Gerade in der Mehrzahl dieser Staaten kann Deutschland mit eroßer Sicherheit auf Absatz seines Luftfahrtgerätes rechnen. Bei Be- gleitung derartigen Luftfahrtgeräts durch eine deutsche Flugzeugbe- satzung werden die Nachteile, welche durch unzweckmäßige Wartung des Luftfahrtgeräts von unerfahrenen Händen leicht entstehen, ver- mieden. Da aber die verkehrstechnischen Anforderungen an solche Flugzeugbesatzungen gerade in den in Frage kommenden Ländern meist außerordentlich hohe sind, muß das Personal in besonders vründlicher Weise ausgebildet sein, um auch bei dieser Verwendung werbend für den Absatz der deutschen Luftfahrt-Industrie wirken zu können. Wie die Erfahrung lehrt, bringt an sich das deutsche Perso- nal besondere Veranlagung zur Erfüllung solcher Auslandsaufgaben mit. Die spezielle Ausbildung für den Verkehrsflug kann aber nur in planmäßiger, vielseitiger und straffer Schulung in der Art der Deut- schen Verkehrsfliegerschule und der Deutschen Verkehrsluftfahrt an- erzogen werden. Die deutsche Luftfahrt-Industrie hält deshalb die Deutsche Verkehrsfliegerschule grundsätzlich für einen lebenswichti- ven Teil der für den Absatz wirkenden Organisationen unserer Luft- fahrtwirtschaft und -politik. Besondere Beachtung bringt die Luftfahrt-Industrie unter den oben erläuterten, unentbehrlichen Maßnahmen der Werbungsarbeiten für Absatz jeder Art den Wettbewerben entgegen. Diese sind bisher, wenn auch nicht in sehr erheblichem Umfang, aus Reichsmitteln regelmäßig ausgeschrieben worden. Sie waren meist nach dem Prinzip des allge- meinen Leistungswettbewerbs mit Züchtungszwecken ausgestaltet. Nach den gemachten Erfahrungen warnt die Luftfahrt-Industrie vor der Voranstellung dieser Ausschreibungsart. Sie empfiehlt besonders Ausschreibungen auf allgemein anerkannte Sonderaufgaben des Flug- zeug-, Flugmotoren- und Zubehörbaues. Solche Ausschreibungen wer- den im Verhältnis zu den aufgewendeten Mitteln eher einen allgemei- nen Nutzen für die gesamte Luftfahrt-Industrie erzielen, indem sie den Hochstand der deutschen Leistung gegenüber der ausländischen Kon- kurrenz festigen und so dem gemeinsamen Absatz dienen. Außer die- ser Art von Ausschreibungen empfiehlt die Luftfahrtindustrie die Prä- miierung von Welthöchstleistungen deutscher Flugzeuge und Flugmo- toren, da durch diese das Absatzstreben der gesamten deutschen In- dustrie im Wettbewerb mit dem Ausland wirksam gefördert wird. Hierbei wird aber nicht übersehen, daß das Interesse an der Vor- führung deutschen Luftfahrtgeräts vor ausländischen Interessenten auch solche Wettbewerbe besonders internationaler Art unentbehrlich macht, welche in Form von Leistungswettbewerben als Rundflüge usw. ausgeschrieben werden. Allgemein muß den Ausschreibungen eine Form gegeben werden, die nicht den Sieger allein bevorteilt. Der starke Einfluß des Zufalls auf die Entscheidung gestaltet sonst das Verhältnis von Risiko zu Erfolgsmöglichkeit so ungünstig, daß selbst technisch befähigte Wettbewerber von der Teilnahme Abstand nehmen müssen. Das deutsche Luftfahrtgerät im Ausland vorzuführen, sind weiter Ausstellungen aller Art geeignet. Ihre Beschickung wird deshalb im Interesse des Absatzes anzustreben sein. Eine mittelbare Förderung des In- und Auslandsabsatzes der deut- schen Luftfahrtindustrie wäre auch dadurch zu erreichen, daß die Mög- lichkeit hypothekarischer Belastung von Luftfahrzeugen aller Art ge- setzlich eröffnet würde. Ein Gesetz über Hypothekenbelastung von Flugzeugen ist in Finnland bereits am 15. Juni 1928 erlassen worden. Entsprechend dem Charakter des Luftfahrzeuges, als einem internatio- Bedeu- tung der Deut- schen Verkehrs: tlieger- schule. Mittel- bare Absatz- werbung. Rekorde. Wett- bewerbe. Aus- stellun- gen. Luitiahr- ZEUg- hypothe- ken- gesetz. Erschlie- Bung des Großluit- verkehrs. Individu- elle Her- anzieh- ung aller Kräfte. Seite 174 „FLUGSPORT“ Nr. 9 nalen Verkehrsmittel, müßte ein deutsches Luftfahrzeug-Hypotheken- gesetz später, dem Schiffspfandrecht ähnlich, auch internationale Gel- tung erhalten. Neben diesen Gegenwartsaufgaben ihres Absatzstrebens darf die deutsche Luftfahrt-Industrie auch die Zukunftsaufgaben der deutschen Wettbewerbsfähigkeit bei der Erschließung des Großluftverkehrs der Zukunft nicht außer Acht lassen. Technische und organisatorische Vor- arbeiten für die Ermöglichung des Fernluftverkehrs transkontinentalen und überseeischen Ausmaßes müssen deshalb schon heute Aufgabe der deutschen Luftpolitik sein. Zur Lösung dieser großen Aufgabe müssen alle Kräfte der Nation, die technisch und wirtschaftlich an ihr teilzunehmen berufen und in der Lage sind, individuell herangezogen werden. Luftschiff und Flug- zeug, jedes an seiner Stelle und entsprechend seinen Möglichkeiten, sollen getrennt an der Lösung dieser Probleme arbeiten. Zentralisie- rung und staatliche Bevormundung werden gerade bei diesen ersten Entwicklungsarbeiten dem Fortschritt am wenigsten dienen. Das In- teresse der Allgemeinheit bei der Lösung dieser Aufgaben wird viel- mehr am besten wahrzunehmen sein, wenn der Staat jeden auf wirt- schaftlich und technisch gesunder Grundlage aufgebauten Versuch för- dert, bis Erfahrungen und Erkenntnisse ausreichen, um die geeignetste, wirtschaftlich und politisch tragbare Form zur endgültigen Durchfüh- rung des Uebersee-Luftverkehrs zu finden. Wenn die deutsche Luftfahrtindustrie diese Vorschläge für die Ge- staltung der deutschen Luftpolitik den gesetzgebenden Körperschaften und der Oeffentlichkeit empfiehlt, so ist sie sich dabei ihrer Verant- wortung voll bewußt. Sie weiß: Die schwierige Finanzlage Deutsch- lands zwingt zu einer Beschränkung auch der der Luftfahrt zuzuwen- denden öffentlichen Mittel. Rationellste Ausnutzung durch Erschlie- Bung neuer Wege ist deshalb heute zwingende wirtschaftliche Not- wendigkeit und nationale Pflicht. Nach ihren Erfahrungen kann die deutsche Luftfahrtindustrie nur den vorbezeichneten Kurs für geeignet halten, die Rationalisierung der deutschen Luftfahrtwirtschaft am besten zu erreichen. Sie legt ihre Gedankengänge zerade auch deshalb in so ausführlicher Form erstmalig einmütig dar, um den anderen Zwei- ven der Wirtschaft den Einblick in das noch junge Sondergebiet ihrer Arbeit zu gewähren, der die Voraussetzung dafür ist, daß das Privat- kapital die der Luftfahrt beim Beschreiten neuer Wege offenen Mög- lichkeiten erkennt und auszunutzen sich entschließt. Wenn die verfas- sungsmäßisen Gewalten des Reiches, die Kräfte der Wirtschaft und die Anteilnahme der Oeffentlichkeit der Luftfahrtindustrie auf diesem Kurse zu folgen bereit sind, wird das deutsche Volk den Weltruf des technischen Hochstandes nicht nur halten, sondern auch mehren und allmählich ihn zu wirtschaftlichen Erträgnissen für die gesamte Nation ausnutzen Können. Hüffer DLEW D VII. Das Flugzeugmuster DLFW D VII ist ein zweisitziger, von der Firma Flugzeugbau Dr. Georg Hüffer, Krefeld-Flughafen Bockum, ge- bauter freitragender Doppeldecker für Sport und Reise, der als Schul- und Uebungsmaschine, namentlich zum Umschulen auf schnelle Ma- schinen, sowie zu Licht- und Reklameflügen jeder Art, vorteilhaft Ver- wendung findet. "Die schnittige äußere Form, große Geschwindigkeit, besondere Eignung für Kunstflüge und die damit gegebene hohe Baufestigkeit be- gründen in Verbindung mit dem bewährten Mercedes-D-Ill- bzw. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 175 2a D-Ila-Motor die Beliebtheit der +. Maschine bei Sportfliegern und en: Privatflugzeughaltern. LL Das Flugzeug, das in seinem — äußeren Aufbau dem vom Welt- -(&>-, kriege her rühmlichst bekannten Kampfeinsitzer Fokker D VI ähnlich ist, be- sitzt wie dieser "sanz hervor- ragende Flug- eigenschaften. In | sämtlichen | Kunstfluglagen ISIS ' u‘ äußerst festlie- = RN gend, kehrt es bei nur geringen © und leichten m Steuerausschlä- sen sofort und sicher in die Normallage zurück. Ein unfreiwiliges Trudeln oder Abrutschen tritt selbst bei stärkstem Uebersteuern nicht ein. rn Mit voller Ladung hat die Maschine einen Start von 80—100 Me- tern. Die Landung ist infolge des günstigen Gleitwinkels einfach und der Auslauf gering. Die Bodenwendigkeit der Maschine ist gut. DIFF Dr Hüffer. DLFW D VII. Seite 176 „FLUGSPORT*“ Nr. 9 Durch starke Staffelung der Flügel ist die Sicht auch beim Lan- den ausgezeichnet. Sämtliche Steuer sind ausgeglichen und haben leichten Druck. Der Rumpf hat rechteckigen Querschnitt und läuft hinten in einer senkrechten Schneide aus. Die Stahlrohrlängsgurte sind mit den recht- eckigen Stahlrohrspanten organisch verschweißt und durch Stahlrohr- verstrebungen und Stahldrahtverspannungen versteift. Vorn trägt der Rumpf den Motor mit Stirnkühler und ist bis zum Brandschott-mit Leichtmetall verkleidet. Sämtliche Motorbedienungs- gestänge und Leitungen sind durch den Duralblech-Brandspant feuer- sicher geleitet. Die Feuerlöscheinrichtung ist automatisch, kann aber auch. vom Führersitz aus in Tätigkeit gesetzt werden. Hinter der Brandwand liegt der Fluggastsitz und hinter diesem der Führerraum. Im Führerraum sind sämtliche von der DVL vorge- schriebenen und gewünschten Instrumente auf einem Instrumenten- brett vereinigt. Nur der Kompaß ist wegen der geringeren Beeinflus- sung durch Metallmassen am oberen Tragflügel angebracht. Die Zif- ferblätter der Instrumente sind selbstleuchtend. Die Hauptsteuerwelle ist in nachstellbaren, mit Meyrellschmierung versehenen Bronzelagern gelagert. Motorbedienungshebel und Kühlerklappenregler sind so ange- bracht, daß sie genauestens arbeiten und vom Führer bequem zu er- reichen und zu bedienen sind. Führer- und Fluggastsitz sind durch eine Leichtmetallverkleidung abgedeckt, nach deren Entfernung alle Armaturen und Leitungen leicht zugänglich sind. Die Sitzverkleidung ist durch einen besonderen Stahlrohraufbau des Rumpfes gestützt und bewahrt so, selbst bei der größten Bean- spruchung durch Einsteigen und Betreten, stets ihre Form. Die Ränder der Sitzausschnitte sind nur von vorn und hinten mit einer starken Schutzpolsterung versehen, während sie an den Seiten nicht gepolsteri sind. Hierdurch wird die leicht eintretende Beschädigung der Polste- rung beim Einsteigen verhindert. Der Führerraum ist durch ein Schott vom hinteren Rumpfende dicht abgeschlossen. Die Pyramiden, Unterflügel- und Fahrwerk-Anschlüsse sind mit den Rumpflängsgurten organisch verschweißt. Hinter dem Führersitz befindet sich im Rumpf ein allseitig ge- schlossener Gepäckraum, der durch eine verschließbare Klappe an der linken Rumpfseite zugänglich ist. An der gewölbten Oberseite ist der Rumpf durch besonders ver- steiftes Sperrholz mit Leinenüberzug und im übrigen in der üblichen Weise mit imprägnierter Leinwand abgedeckt. Das Fahrwerk ist sehr robust hergestellt und mit den Untergurten des Rumpfes durch vier kräftige Bolzen und zwei Stahlkabelauskreu- zungen verbunden. Es ist so vor dem Unterflügel angebracht, daß es bei dessen Montage in keiner Weise hinderlich ist. Die Fahrwerk- achse ist in Messinggleitschienen durch die Strebenschuhe geleitet. Diese sind miteinander durch einen kastenförmigen Leichtmetallträger verbunden und tragen an der Außenseite je zwei kurze Hilfsachsen- stümpfe, die zur Aufnahme des Gummifederkabels dienen. Infolgedes- sen liegen die Federkabel so, daß sie nirgends scheuern können. Zwi- schen den Rädern ist das Fahrwerk mit einer tropfenförmigen Sperr- holzverkleidung versehen, die auf einfache Art schnell abnehmbar ist, so daß eine ständige Kontrolle des Fahrwerks ermöglicht wird. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 177 Ober- und Unter- flügel sind durch- eehend gebaut Der Oberflügel ist mit vier Bolzen kardanisch an den Pyramiden, der Unterflügel mit eben- falls vier Bolzen am Rumpf befestigt. Die Flügel be- sitzen je zwei starke Kastenholme mit aus Lamellen verleimten Ober- und Untergur- ten und Sperrholzbe- plankung, die durch Steg- und Kastenrip- pen miteinander ver- bunden sind. Sie sind durch doppelte Innenverspannung ausgekreuzt. Die Flügelnasen sind bis zum Vorderholm mit Sperrholz abge- deckt, um die Form zu wahren. In der Mitte des Oberflügels sind die beiden Fallbenzinbehälter, in Stahlbändern aufgehängt, angebracht. Um ein leichtes Einsteigen zu ermöglichen, ist über dem Fluggast- sitz das hintere Flügelmittelstück aufklappbar eingerichtet. | Die Torsion der Flügel wird durch N-Stiele aufgenommen. Sämtliche Ruder- und Leitwerkflächen sind Stahlrohrgerippe mit Stoffbespannung. Höhenflosse und Höhenruder sind durchzehend. Die Höhenflosse ist gegen den Rumpf durch Streben, die Kielflosse durch Stahldrahtver- spannung abgesteift. Die Betätigung sämtlicher Ruder geschieht durch Stahlkabel, die für Höhen- und Seitenruder im Rumpf und für die Querruder im Ober- flügel reibungsfrei gelagert sind. Sämtliche Stahlteile sind durch einen besonderen Schutzanstrich, Holzteile durch Lack und die Leinenbespannung durch Titanine-Im- prägnierung gegen äußere Einflüsse geschützt. Infolge der Abwaschfestigkeit der Imprägnierung läßt sich die Ma- schine leicht in einwandfreier äußerer Verfassung halten. Motor: Mercedes D III oder D IHa 160/175 PS, Länge 7,10 m, Höhe 3,10 m, Spannweite Oberflügel 8,96 m, Spannweite Unterflügel 7,00 m, Oberflügel 13,4 m?, Unterflügel 7,5 m?, Gesamtinhalt 20,9 m?, Leergewicht 760 kg, Zuladung 320 kg, höchstzulässiges Fluggewicht 1120 kg, Flügelbelastung 53,5 kg/m?, Leistungsbelastung 7,5 kg/PS, Ak- tionsradius 312 h, Geschwindirkeit max. 170/180 km, Landegeschwin- digkeit 85/90 km, Steigzeit auf 1000 m 4,5 Min., Gipfelhöhe 5,5 km. Blick auf die Sitze und Instrumentenbrett beim Hüffer DLFW D VII. Amerikanisches Amphibienflugzeug Columbia-Triad. Dieses Land- und Wasserflugzeug, konstruiert von Worcey, wurde für die Columbia-Luftlinie gebaut. Der Hauptzentralschwimmer kann, wenn das Flugzeug als Landflugzeug verwendet werden soll, durch Lösen von 4 Schrauben abgenommen werden. Der Hauptschwimmer ist in Gemischtkonstruktion, Holz und Duralumin, ausgeführt und wiegt Seite 178 „FLUGSPORT“ “Nr. 9 Amerikanisches Amphibienflugzeug Columbia-Triad. ca. 135 kg. Die erste Versuchsmaschine war mit einem Wright Whirl- wind 225 PS ausgerüstet. Der Betriebsstoffbehälter von 280 | reicht für ca. 900 km. Als Amphibien-Flugzeug mit angebautem Schwimmer kann das Fahrgestell vom Führersitz hochgezogen werden. Zur leichteren Steuerbarkeit auf dem Wasser ist am rückwärtisen Ende des Haupt- schwimmers ein Wasserruder angeordnet. Die seitliche Schwimm- stabilität wird durch zwei Stützschwimmer unter den Flügelenden auf- recht erhalten. Rumpf mit fünf Sitzen in der Kabine und einem Sitz. für den Führer, ist in Stahlrohr geschweißt und mit Leinwand be- spannt. Um größere Geschwindigkeit und Steigfähigkeit zu erreichen, soll ein 300 PS luftgekühlter Columbia-Motor eingebaut werden. Spannweite 14,7 m, Flügeltiefe 2 m, Länge 10 m, Höhe 2,7 m, Flügelinhalt 29 m?, Gesamtgewicht 1700 ke. Abgasturbine von C. Lorenzen und ihre Ausnutzung beim Höheniluge. Von Prof. Dipl.-Ing. C. Eberhardt. (Schluß.) Die veränderliche Leistung des Verdichters bedingt es, daß in die Verbrennungsluftleitung eine Vorrichtung eingeschaltet werden muß, die unabhängig von der Verdichterleistung eine Aufladung in gleichmäßiger Atmosphärenspannung erzeugt. Nach Vorschlägen von Lorenzen geschieht dies durch ein Reglerventil (Abb. 5), in dem durch eine Membrane ein ausgeglichenes Doppelventil gesteuert wird. Das Reglerventil arbeitet, wie amtliche Versuche ergeben haben, mit vrößter Empfindlichkeit. Um bei gleichbleibendem Drehmoment des Motors den Propeller den verschiedenen Betriebszuständen anpassen zu können, muß der Steigungswinkel während des Fluges verstellbar sein. Von Lorenzen wurde folgende Lösung der Aufgabe gefunden: An der Propellernabe ist ein Zylinder angegossen, in dem eine bestimmte Luftmenge durch einen Kolben luftdicht eingeschlossen ist. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 179 In den verschiedenen Höhen bewirkt die eingeschlossene Luft baro- meterartig die Verstellung der Propellersteieung, da sie sich dem jeweiligen äußeren Atmosphärendruck durch Ausdehnen oder Zu- sammenziehen anpaßt und hierdurch den Kolben verschiebt. Diese Bewegung wird durch Zugstangen übertragen. Eine solche Verstellung kann auch willkürlich durch Zu- resp. Abführung von Luft vom Führersitz aus geschehen. Abb. 6 zeigt einen solchen selbsttätigen Verstellpropeller im ‚ sechen 2-8 Schnitt. 7 Abb. 7 zeigt den Vergleich in den Lei- stungen der Propeller mit festen und ver- stellbaren Flügelblät- tern, und zwar in Ab- hängiekeit von der Geschwindigkeit bzw. dem Fortschritts- erade. Während die Zugkraftkurve aa des Verstellpropellers beim Start, also bei 80 bis 100 km Ge- _ sechian e-d schwindiekeit, mehr tr als 20 Prozent höher liest, fällt sie im Höchstwert der Wir- kungsseradkurve mit dem des festen Pro- pellers zusammen. : Darüber hinaus hat | der feste Propeller je- doch einen rapiden Abfall, während derjenige des Verstellpropellers sanft verläuft. Die Wirkungskurve des letzteren verläuft in fast gleich- bleibender Höhe, was für den Höhenflug unerläßlich ist. Bereits im Jahre 1926 haben umfangreiche Versuche mit der Lorenzen-Abgasturbine bei der „Deutschen Versuchsanstalt für Luft- fahrt“ stattgefunden, die überaus günstig verlaufen sind. (Zeitschrift des Verein Deutscher Ingenieure, Nr. 51, i928, „Die Gasturbine von C. Lorenzen“ von Dr. techn. A. Heller.) In vorgenanntem Aufsatz Self acting regulating_valve ‚ndeganden? of atmospheric eressure Abb. 5. BIS ER BSHRE Abb. 6. Lorenzen selbsttätiger Verstellpropeller. Seite 180 „LUGSPORT“ Nr. 9 al%l Kg; I 1300n. + Tr _ DaN u re stellgropeljer \ 60, 4 A . Xo2 WA er \ S2200- Sk, hs Propeller mit SL, nr \_ Aester Flügel Fu 8; L 31780 Te \ö I ”o 1220) / Pe SP 57, UERBEI-T \ Be 14 Tess 17000 A Ä BLZ <| / II 1609 — EEE & I, RZ BR, | al WA | \ o 91 02 03 0 22 Pr 66 3 N Ulf] Abb. 7. wurde darauf hingewiesen, daß sich die Lorenzen-Abgasturbine bereits ın der Praxis und zwar im Betriebe eines Kraftwagens bewährt hat, dessen Motor infolge der Aufladung durch die erwärmte und ver- dichtete Verbrennungsluft so an Elastizität gewann, daß das Getriebe fast unentbehrlich wird. ze] A Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrats Nr. 29. Der Deutsche Luftrat hat folgende Flugleistung als lokalen Segelflugrekord anerkannt: Klasse D (Segelflugzeuge). Segelfluggelände: die Teck (Württemberg) Wolf Hirth auf Flugzeug „Württemberg am 31. März 1929 Dauer mit Rückkehr zum Ausgangspunkt: 1 Std. 9 Min. 55 Sek. Hiermit ist auch die Teck als Segelfluggelände zur Aufstellung von lokalen Segelflugrekorden anerkannt. Berlin, im April 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende. gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Die Deutsche Kunstilug-Meisterschaft 1929, veranstaltet vom Luftfahrtverein Essen e. V., Essen, Bismarckstr. 5, mit Genehmigung des Deutschen Luftrats, findet auf dem Flugplatz Essen-Mülheim am 29. und 30. Juni 1929 statt. Nennungen müssen bis zum 1. Juni 1929, 12 Uhr, eingegangen sein. Gleichzeitig mit der Nen- nung ist das Nenngeld auf das Konto „Deutsche Kunstflug-Meisterschaft‘“ beim Barmer Bankverein, Filiale Essen, zu überweisen. Jeder Bewerber hat ein Nenn- geld von 100 RM für die Teilnahme am Kunstflugwettbewerb zu entrichten. Das Nenngeld wird zurückgezahlt, wenn der Bewerber das Pflichtprogramm durch- geführt hat. Nachnennungen bis zum 12. Juni, 12 Uhr, Nachnenngeld: 200 RM, wird zur Hälfte zurückgezahlt, wenn Pflichtprogramm durchgeführt wurde, ver- fällt aber im anderen Falle ganz der Luftfahrerstiftung. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 181 „Rohrbach-Romar“ 2200 m Höhe mit 6450 kg. Anläßlich eines Probefluges, der vor Sportzeugen stattfand, überbot der Flugzeugführer Steindorf mit der „Rohrbach-Romar“ den bestehenden Weltrekord: „größte Nutzlast in-2000 m Höhe“ um 2413 kg. Der Weltrekord für diese Leistung war bisher 4037 kg. Steindorf flog mit der „Rohrbach-Romar“ eine Nutzlast von 6450 kg Sand auf eine Höhe von 2200 m. — Die Leistung ist dem Deutschen Luftrat zur Anmeldung als Weltrekord bei der Federation Aeronautique Internationale eingereicht worden. Nehring flog 72 km im Segelilugzeug. Der Start erfolgte am 24. April, nach- mittags 2.30 Uhr, am Frankenstein am Malchen bei 8 s/m Wind. Nehring flog die Bergstraße entlang. und erreichte unter einer Kumulus eine größte Höhe von 1200 m. Er landete nach 1 Std. 50 Min. in der Nähe von Ubstadt bei Bruchsal. Hirths Flug Stuttgart—Barcelona. Am 4.4. startete Hirth auf einem Klemm- Leichtflugzeug in Böblingen bei Stuttgart und flog ohne Unterbrechung bis Barce- lona, wo er glatt landete. Die 1300 km lange Strecke wurde in 9% Std. durch- flogen. Dies entspricht einer Reisegeschwindigkeit von 137 km. Höhenilug im Segelilugzeug 1275 m über der Wasserkuppe. Kronfeld hat mit seinem vom Segelflugzeugbau Kegel gebauten Hochleistungs-Segelflugzeug' wie- der einmal eine Glanzleistung vollbracht. Er startete am 14. April, %4 Uhr nach- mittags, bei 5 sim Nordnordwest und schraubte sich am Nordhang in einer hal- ben Stunde auf 200 m über dem Startpunkt. Da plötzlich in der Richtung Milse- burg erblickte sein entzücktes Auge eine Kumuluswolke, die ihn 2225 m über den Meeresspiegel emporhob. Bei Neustadt löste sich die Wolke auf, Kronfeld versuchte es noch einmal am Kreuzberg und landete bei Wernatz in der Nähe von Brückenau. Leider reichte sein Barograph, der nur bis 2000 m ging, für diese Höhe nicht aus, so daß dieser Höhenflug als Rekord nicht anerkannt werden kann. j Normung der Atmungsgeräte., Im Deutschen Normenausschuß wurde unter großer Beteiligung der in Be- tracht kommenden Kreise ein Arbeitsausschuß zur Normung der Atmungsgeräte gegründet. Sitz und Anschrift dieses Ausschusses ist: Ausschuß für Atmungsgeräte, Ber- lin NW 7, Dorotheenstraße 47. Zum Obmann wurde Professor Dr.-Ing, Karl Quasebart gewählt, als stell- vertretender Obmann Baurat Dipl.-Ing. Lindner. Es wurden 4 Arbeitsgruppen gebildet, und zwar: Gruppe I: Sauerstofflaschen, Gruppe Ila: Kreislauf- und Wiederbelebungsgeräte, Gruppe Ilb: Filtergeräte, Gruppe III: Luftfahrtgeräte. Die Arbeitsgruppen setzen sich zusammen aus Vertretern der Hersteller, des Bergbaues, der Feuerwehr, der Reichswehr, der Luftfahrt, des Germanischen Lloyd und anderen Verbrauchern. Die ersten Sitzungen sind für Ende April vorgesehen. Die Entwürfe werden mit einer Einspruchsfrist von 8 Wochen zur Kritik veröffentlicht. Vereinigung der deutschen Flugzeughalter. Der Deutsche Luftfahrt-Verband e. V. gab die Anregung zum Zusammenschluß der Flugzeughalter. Er ging dabei von der Auffassung aus, daß die Flugzeughal- ter ebenso wie die Flugzeughersteller, die Flughafen- und Versicherungsgesell- schaften schon heute auf eine selbständige Vertretung Wert legen müssen. _ Ein Anschluß an einen bereits bestehenden Verband wurde zunächst in Er- wägung gezogen. 'Da aber die Belange in vieler Beziehung voneinander abwei- chen, wurde beschlossen, versuchsweise auf die Dauer eines Jahres eine beson- dere Vereinigung der Flugzeughalter zu bilden. Der Zweck dieses Zusammenschlusses ist die Wahrnehmung der Belange der Flugzeughalter u. a. im Verkehr mit a) Behörden, b) Flughafengesellschaften, c) Versicherungsgesellschaften, ‘d) Luftmaklern. Ferner soll die Vereinigung die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber dem Deutschen. Luftfahrt-Ausschuß vertreten und bei der Ausarbeitung. behördlicher Verfügungen und Verordnungen behilflich sein sowie ihren Mitgliedern bei der Beschaffung .von. Flugzeugen. auf Wunsch mit Rat zur Seite stehen,_ Seite 182 „FLUGSPORT“ Nr. 9 Die Vereinigung erhebt während des Versuchsiahres keinen Beitrag. Jedes Mitglied hat lediglich bei der Anmeldung eine einmalige Anmeldegebühr von RM. 3.— für jedes zu seiner Haltung gehörige Flugzeug zu bezahlen. - Fragen von grundsätzlicher Bedeutung unterliegen der Entschließung eines Arbeitsausschusses. Bisher haben sich der Vereinigung u. a. angeschlossen: Deut- sche Luft-Hansa A.-G., Deutscher Luftfahrt-Verband e. V., Deutsche Luftfahrt G. m. b. H., Deutsche Verkehrsfliegerschule G. m. b. H., Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, Nordbayerische Verkehrsflug G. m. b. H., Fliegerhorst Nordmark G. m. b. H., Luftverkehrsgesellschaft Hamburg G. m. b. H., Raab-Katzenstein Fliegerschule G. m. b. H., Sportflug G. m. b. H. für Mittelfranken und Oberpfalz und zahlreiche Einzelpersonen, die Halter von Flugzeugen sind. Nach Ablauf des Versuchsiahres (31. März 1930) soll die Vereinigung ent- scheiden, ob und in welcher Form sie darüber hinaus weiterbestehen will. Die Vereinigung fordert hierdurch alle deutschen Flugzeughalter auf, sich ihr anzuschließen. Anfragen und Anschlußerklärungen sind an die Geschäftsstelle der Vereini- gung, Berlin W 35, Blumeshof 17 VI., zu richten. on Mit vorzüglicher Hochachtung u Vereinigung der deutschen Flugzeughalter gez. Dominicus. Ausland. “ Fokkerilugzeug für 32 Passagiere. Fokker kündigt nach Neuyorker Meldungen an, daß nach seiner Ansicht in den nächsten fünf Jahren ein ständiger Ozean- Luftdienst eingerichtet werden könne. Er glaubt nicht, daß ein solcher Dienst der Schiffahrt irgendwelchen Abbruch tue. Seine Gesellschaft werde innerhalb der nächsten sechs Wochen ein Riesenflugzeug fertigstellen, das, mit vier 600-PS- Motoren ausgerüstet, 32 Reisenden Platz biete. Nach seiner Ansicht könne die Maschine den Ozean-ohne Schwierigkeiten überfliegen. - — „Unterschlagungen bei den englischen Luitstreitkräften. Große Unterschleife im Betrage von-mehreren Tausenden von Pfunden sind auf dem Henley-Flugplatz und auf anderen Stationen der englischen Luftstreitkräfte festgestellt worden. Die Unterschlagungen haben bereits zu Kriegsgerichtlichen Verhandlungen - geführt. Angeblich wurde Benzin, Flugzeugmaterial und Inventar in großem Umfange aus den Staatsvorräten für private Zwecke entwendet und die Buchführung gefälscht. 5. Internationaler Luitfahrtkongreß, Haag, 1930, 1.—6. September. Der 1. Kon- greß fand 1921 in Paris statt, der 2. 1923 in London, der 3. 1925 in Brüssel, der 4. 1927 in Rom, der 5. soll nun 1930 von der holländischen Regierung und dem königl. holländischen Aero-Club organisiert werden. Das Programm umfaßt Ab- teilung für Luftverkehr, für Wissenschaft und Technik, juristische Abteilung, me- dizinische Abteilung ‚und Abteilung für Flügsport. Kongreßsprache französisch. Die Denkschriften sind bis 31. März 1930 an das Sekretariat einzusenden. Gene- ralsekretariat des Kongresses: 3, Anna Paulownaplein, Haag (Holland), Die meisten Luftreisen als Passagier dürfte der französische Graf de la Vaulx ausgeführt haben. Bei seinen Luftreisen in Amerika und Europa hät er die stattliche Zahl von 75 000 Flugkilometern in drei Jahren erreicht. Deuxieme Coupe de la Societ& du Carburateur „Zenith“. Die Vergaserfirma Zenith hat drei Preise von je 30000 Fres. und einen Kunstgegenstand im Werte von 10.000 Fres. ausgesetzt. Die Ausschreibung kann beim Aero-Club de France, 35, Rue Francois Premier, Paris, angefordert werden. Modelle. Segelflugmodell „Alme‘“. Ein schönes Segelflugmodell von 1500 mm Spannweite und 2,5 kg Gewicht hat Alfred Mentzen ‚herausgebracht. Das Modell mit .. „guten Segeleigenschaften segelte . ununterbrochen 7 Min. Nr. 9 „FLUGSPORT“ Seite 183 Bisail-Stabdoppeldecker.‘ In Oesterreich ist der Modellbau nur in beschei- denem Umfange betrieben worden. Die Nachrichten hierüber sind sehr spär- lich. Vor kurzem veröf- fentlichte A. Bisail im „Flug“ einen Stabdoppel- decker mit gestaffelten Flügeln. nt Die Flügel werden aus einem gebogenen Alumi- _ niumrohr von 3 bis 9 mm 4 Durchmesser entspre- i chend dem Umriß ge- | nr formt, mit Holzrippen Ba STABDOPPELDECKER versehen und doppelsei- |. tig verspannt. Höhen- und Seitensteuer sind in der gleichen Weise aus- geführt. Die Befestigung an dem runden Motorträ- ger erfolgt mittels einer streng passenden dünnen Blechhülse, an die die Streben (aus dünnen Fahrradspeichen) ange- lötet werden. Die fertigen Flügel sind an das Mit- telstück entsprechend zu | befestigen. Man achte da- ER bei darauf, daß die obere Tragfläche etwas mehr angestellt wird als die untere. Die Steuerflächen sind starr miteinander ver- bunden und an der Vorderkante drehbar gelagert. Um die Einstellung zu regulie- ren, genügt ein Draht, der in den durchbohrten Motorträger streng eingezogen wird. Das Fahrgestell wird aus dünnen Fahrradspeichen hergestellt, am unteren Mo- torbock angelötet und an den Motorträger angebunden und verleimt. Ebenso wird die ungefederte Achse befestigt. Die Räder macht man sich am besten aus dün- nem Sperrholz und überklebt sie mit je zwei konischen Scheiben aus Zeichen- papier. Als Nabe wird ein Aluminiumröhrchen eingepreßt und verleimt. Amerikanischer Modellbau. Von Dipl.-Ing. K. Haarmann, Dozent am Kyffhäuser-Technikum Frankenhausen. In allen Zweigen der amerikanischen Luftfahrt ist gründliche Arbeit und un- gestümes Vorwärtsdrängen festzustellen. An dieser Stelle sollen die Arbeiten der amerikanischen Modellbauer näher beleuchtet werden, die manches Vorbildliche haben. In eingehender Weise beschäftigt sich die amerikanische Monatsschrift „Popular „Aviation“ mit dem Modellbau. Diese Zeitschrift hat ihrem Namen ent- sprechend den Zweck, das Verständnis für den Flugsport volkstümlich zu machen, und erfüllt ihre Aufgabe in vorbildlicher Weise. Besondere Aufmerksamkeit ver- dient ein Aufsatz „Scientific Models“ (Wissenschaftliche Modelle), aus dem aus- zugsweise das Wichtigste wiedergegeben werden soll: zZ „Die Bezeichnung ‚Scientific Models‘ wird oft gebraucht, aber selten gibt der Autor eine nähere Erklärung ab, was er unter ‚Wissenschaft‘ (science) beim'.Mo- dellbau versteht. Manchmal ist der sauberste Modellbauer von einem roh Bauen-. den geschlagen worden. Das trifft zu, wenn der roh Bauende wissenschaftliche Modellmethoden benutzt und der andere nicht. Woher kommen alle die neuen Verbesserungen im Modellbau? Sind sie das Werk von wenigen Tagen, Wochen oder Mönaten? . ‚Nein! Seit. Jahren wurde der einzig wirklich wissenschaftliche Modellbau — die Untersuchungen und Erprobungen, welche alle die letzten erfolgreichen AL H EIER ( I HN cc Mm AITITTE N, UNTmR JANINE ı DEIN I IM I «Motoranlage- -Steverbejestigung - „FLUGSPORT“ Nr. 9 Seite 184 nationalen Modellwettbewerbe möglich machten — durchgeführt vom „‚linois Model Aero Club“ (I.M.A.C.) und einigen wenigen anderswo; England verdient hierbei sehr ehrenvoll erwähnt zu werden. Die englischen Modellflieger sind die einzigsten, von denen der I.M.A.C. einige neue Forschungsergebnisse bezog, die noch nicht vom I.M.A.C. aufgefunden und gebraucht waren. Wirklich tech- nische Forschung wurde vom I.M. A.C. mit bemerkenswertem Erfolg fortgesetzt. Aerodynamik, Stromlinien, Flügelschnitte, Festigkeit von Modellmaterial, neue Anwendungen von Balsaholz, Papieruntersuchungen, Flugbescheinigungen, Theo- tie und Formeln, erprobte oder aufgegebene, genaue Gewichtsberechnungen usw. werden gegenseitig ausgetauscht und die besten ausgewählt in der Form von Rekordmodellen, Wettbewerbsgewinnen und Ehrenpreisen. Jedes Mitglied baut seine eigene Maschine und fliegt sie außerdem. Wenn in den letzten Jahren ge- funden wurde, daß der Wettbewerb nutzlos war ohne diesen wissenschaftlichen Untergrund, gab der I. M.A.C. bestimmt von seinen Erfahrungen ab, so daß er das Vergnügen eines eifrigeren Wettbewerbes an anderen Orten haben mochte. Dieses Ueberlassen von Gedanken hat sich für jeden Modellflieger in den Ver- einigten Staaten und ebenso in fremden Ländern sehr wohltätig erwiesen. Das Werk des 1.M.A.C. hat das Schwierige scheinbar einfach gemacht. Gerade wie Jungens brauchbare Radios bauen können, weil die Zubehörteile ent- wickelt und sehr vereinfacht sind, so können recht junge Knaben jetzt leicht Mo- .delle bauen, die eine halbe Meile und mehr fliegen, wenn sie die Grundsätze, Ver- hältnisse und Pläne benutzen, die vom I.M.A.C. entwickelt sind. Eine Anzahl von bahnbrechenden Geheimnissen ist noch nicht bekannt. Das ist durch die Tatsache verdeutlicht, daß Rekorde und Preise noch immer durch die I. M. A. C.-Mitglieder und ihre Freunde „gekapert“ werden. In der Tat werden dort neue wertvolle Ideen schneller entwickelt als sie freigegeben werden, offi- ziell oder anderweitig.“ Diese Ausführungen kennzeichnen die amerikanische Auffassung vom sport- lichen Wettbewerb treffend. Auffallend ist es, daß der deutsche Modellbau nicht erwähnt wird. Bei anderen Gelegenheiten werden die Erfolge deutscher Arbeit rückhaltlos anerkannt. Hat der deutsche Modellbau nachgelassen? Es scheint fast der Fall zu sein. Welches sind die Ursachen? Die Kriegszeit mit ihrem Mangel an den wichtigsten Materialien hat den deutschen Modellbau entschieden ge- schädigt. Gerade in diese Zeit fallen die großen Fortschritte des amerikanischen Modellbaues. Weiterhin ist es keine Frage, daß man in Amerika bis vor kurzer Zeit kaum Segelflug getrieben hat und daß alle die Kräfte, die dafür in Frage kamen, also die Jugend, sich lediglich dem Modellbau zuwandten. Bei uns wird jetzt häufig Segelflug ohne vorherige Beschäftigung mit dem Modellbau getrieben. Das ist natürlich möglich, darf aber nicht zu einer Vernachlässigung des Modell- baues führen. Häufig kann man beobachten, wie verkehrt Segelflugzeuge ver- spannt werden. Ein erfahrener Modellbauer weiß, welchen Einfluß die richtige Verspannung der. Maschine auf die Flugeigenschaften hat, er weiß, daß man kleine Fehler in der Schwerpunktslage durch Verspannen ausgleichen kann usw. Da gerade der „Flugsport“ seit Jahren für den Modellsport eingetreten ist, sollen an dieser Stelle regelmäßig Berichte über das amerikanische Modellwesen er- scheinen, die eine ‚Anregung für unsere Modellbauer geben sollen. Berichtigungen. In dem Aufsatz „Bestimmung der Knicklast von Stahlrohren‘“, Flugsport Nr. 7, Seite 136, ist bedauerlicherweise ein Irrtum unterlaufen. In dem ersten Beispiel kann das Rohr von 14 mm Außendurchmesser nicht. eine Kraft von 455 kg, son- dern, wie sich aus dem Diagramm ergibt, eine Kraft von 300 kg übertragen. Für eine Knickkraft von 455 kg.würde man bei der gewünschten Rohrlänge von 60 cm einen Durchmesser von 16 mm wählen müssen. Außerdem muß es in den beiden letzten Reihen des Aufsatzes statt Wand- stärke Durchmesser heißen. Die Bezeichnungen Tetmejer und Euler bedeuten die Namen der Formeln, nach denen die beiden Kurvenabschnitte rechts und links von der Begrenzungs- linie (strichpunktiert) berechnet sind. Betr, 10. Rhön-Segelilug-Wettbewerb. In der letzten Nr. 8 auf Seite 158 muß es unter „Anweisung zur Baubeschreibung‘ zu 3 richtig lauten: „Hauptzeichnungen des Flugzeuges“, . „FLUGSPORT" Gelegenheitskauf! Sportflugzeug-Zelle Zweisitzer D. P. IIa in gutem Zustande, preiswert zu verkaufen. Offerten unter 2496 an an de Exp. des „Flugsport“ erbeten. ‚künstige Gelegenheil Wegen Umste!lung meines Flugzeugparks gebe ich unter günstigen Bedingungen ab: 1 Leichtilugzeug, Einsitzer mit 600 cm? Douglas-Motor, 1 Leichtilugzeug, Einsitzer mit ABC-Motor, 1 Leichtilugzeug, Einsitzer ohne Motor, passend für ABC oder Motoren in ähn- licher Stärke. Zu erfragen unter 2500 durch die Ex- pedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main. zwei 65/70 PS Flugmoloren in best. Zustande samt reich. Zubehör werden im Lauf übergeb.; eine Fiiegerkamera f-30 cm sind billigst abzugeben, Argeb. unter 2498 an die Expedition des „Flugsport“ erbeten. 6 Stück B.M.W.Flugmotoren Type Illa 185 PS absolut neuwertig, mit Bremsprotokollen der D. V. L. 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Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 10 15. Mai 1929 XXI. Jahrgang __ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 29. Mai Mehr Motorenkenntnis. Die Betriebssicherheit des Flugmotors spielt in der Flugsicherheit mit die Hauptrolle. Wenn beim Automobil und Motorrad der Motor streikt, so bleibt er eben stehen. Und wenn er das mitten auf der Land- straße tut, so vollbringt er damit ein gutes Werk. Er zwingt den Fah- rer, nach dem Fehler zu suchen, sich mit ihm zu beschäftigen und ihn wieder in Gang zu bringen. Er zwingt weiter den Fahrer automatisch, vor Antritt der Fahrt den Motor genau zu untersuchen, damit die auf der Landstraße unangenehmen Zwischenfälle ausbleiben. Beim Flugzeug ist es anders. Der Motor wird in der Halle — wir sprechen hier von Sportflugzeugen — bestenfalls von einem Motoren- monteur, vielleicht sogar noch nebenamtlich, aufbereitet, und nach einem Probelauf wird abgehauen. Oft findet es der Flieger nicht ein- mal für nötig, den Motor zu überprüfen. In vielen Fällen ist er gar nicht dazu in der Lage, weil ihm das Verständnis dazu fehlt. Es genügt nicht, daß der Flieger die Einzelteile des Motors nur nach Hörensagen kennt und mit Namen zu belegen weiß. Verschiedere Unfälle gerade in letzter Zeit auf Sportflugzeugen sind auf nachlässige Motorenbehand- lung oder richtiger Unkenntnis zurückzuführen. Wenn wir die Ge- fahrenziffer verringern wollen, so muß vor allen Dingen die Fähigkeit, Motoren zu behandeln, gezüchtet werden. Ein deutscher Flugsport. Von Alfred Richard Weyl. Wir geben den an sich beachtenswerten Ausführungen Raum, ohne uns in allen Punkten mit der Ansicht des Verfassers zu identifizieren. Zur fliegerischen, d. h. persönlichen Leistung im reinen Sport kann aber das flugtechnische Moment bei der persönlichen Leistung dem ein- zelnen nicht verboten werden. Wir behalten uns vor, rein sachlich noch- mals darauf zurückzukommen. Die Red. Seit den Anfängen der Fliegerei ist stets von einem Flugsport die Rede gewesen. In Wirklichkeit gab es bis zum Jahre 1926 wohl einen Gleitflugsport, niemals aber einen Motorflugsport. Erst in den letzten Seite 186 „FLUGSPORT“ Nr. 10 ist im Auslande, und zwar vornehmlich in England und in den Van oen Staaten, ein richtiger Flugsport mit Motorflugzeugen im Entstehen. u " Die fliegerische Tätigkeit, die in bescheidenem Umfange einige unserer Vereine ausüben, kann genau genommen nicht als „Sport“ auf- gefaßt werden. Denn Sport bedeutet schließlich etwas mehr als Aus- bildung und Uebung; über das Ziel einer Ausbildungstätigkeit hinaus ist bei uns wohl kaum jemand geflogen. Mit dem Zeitpunkt, wo einer der machtvollsten, größten und an- eesehensten deutschen Luftfahrtvereine, nämlich der „A ero-Club von Deutschland“, beginnt, durch Schaffung einer Motorflug- stelle die praktische fliegerische Tätigkeit in den Bereich seiner Arbeit zu ziehen, scheint die Zeit gekommen, auch in Deutschland an einen regelrechten Flugsport zu denken. Dem Aufbau eines Flugsportes muß eine reinliche und gerechte Trennung zwischen Berufs- und Sport flieger vorausgehen. Es ist kar, daß jemand, der von Berufs wegen ständig fliegt oder der be- rufsmäßig an Schauflugveranstaltungen teilnimmt, mit anderem Maß- stabe gemessen werden muß als der Amateurpilot, der nur dem Sport zuliebe ein Flugzeug führt. Natürlich dürften durch diese Unterschei- dung zwischen Beruisflieger und Amateurflieger nicht etwa Auge“ hörige unserer Luftfahrt getroffen werden, die — ohne beruflich als Flugzeugführer tätig zu sein — in der Luftfahrt ihr Brot haben. Di erscheidung zwischen Berufs- und Amateurflieger dürfte u Folge haben, daß der Berufsilieger vom Amateurflieger etwa mit Geringschätzung betrachtet wird, so wie es vielleicht in an- deren Sportzweigen der Fall sein mag. Das würde gewiß nicht dem Zweck der Scheidung dienen. Es soll ja lediglich erreicht werden, da bei rein sportlichen Veranstaltungen mit gleichem Maßstabe gemessen wird. Der berüchtigte Unterschied vom „Herrenflieger im (iegensalz zum „Angestelltenflieger“, der in der Vorkriegszeit einmal eine Rolle gespielt hat, darf nicht wieder zum Leben erweckt werden. -Aufgraben hat nun der Flugsport? Seine vornehmste an nur die sein, die Freude und Anteilnahme an der Flie- gerei zu. erhöhen und in Wettbewerben die Durchschnittsleistungen zu steigern. Mit Bedacht wird von „Durchschnittsleistungen gespro- chen. Es kann nicht Aufgabe eines gesunden Sportes sein, nur echst- leistungen zu züchten. Einmal werden Spitzenleistungen in der Rege Berufsfliegern vorbehalten bleiben. Andererseits hat eine Betonung von Spitzenleistungen nur eine ungesunde Ueberspannung des Sport- sedankens zur Folge. Hier sollte sich der Flugsport die Erfahrungen anderer Sportarten zur Lehre dienen lassen. Wie kann nun die Ausübung des Flugsportes gedacht werden? Die moderne Fliegerei bietet die verschiedensten Möglichkeiten, fl ie- verische Leistungen nachzuweisen. Nur fliegerische, d. h. persön- Iche Leistungen sollen im reinen Sport entscheidend sein ; das flug- technische Moment muß nach Möglichkeit ausgeschaltet bleiben. Sport heißt Wettbewerb der Person, des persönlichen Könnens und der Ge- schicklichkeit, nicht der Sportgeräte. Deshalb ist es falsch, die üblichen Wettbewerbe als Sportveranstaltungen zu bezeichnen. Die Zukunft muß im Interesse unserer Fliegerei eine strenge S ch eidung zwi- schen Sport und Technik ergeben. Beide sollten nicht mit- einander verquickt werden. „Flugsport“-Wettbewerbe müssen daher erundsätzlich auf gleichwertigen Flugzeugen zum Austrag gebracht werden. Zur Bewertung von Flugzeugleistungen dienen technische Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 187 Wettbewerbe, die vom Sport streng zu trennen sind. Das Ausland kennt diese Entwicklung bereits. Wie Geschwindigkeits-Wettbewerbe, Geschicklichkeits-Wettbe- werbe und dergl. sportlich einwandfrei auszugestalten wären, soll hier nicht ausgeführt werden. Man kann sich leicht denken, daß aus klei- nen Vereins-Veranstaltungen Wettkämpfe von Vereinsgruppen, Ver- bandsländern — nach dem Vorbilde anderer Sportarten — hervor- gehen. Die Bildung von Meisterschaften ist durchführbar. Landeswett- bewerbe, Geschwindigkeitsflüge, Geschicklichkeitsflüge, Orientierungs- Wettbewerbe usw. geben ein reiches Feld der Betätigung für den Flugsporttreibenden. Selbstverständlich darf nicht der Fehler began- gen werden, zu früh an zu schwere Aufgaben heranzugehen. Unfälle würden die Folge sein. Der Flugsport muß — um solche Rückschläge zu vermeiden — allmählich in Ausübung und Entwicklung vorwärts gebracht werden. Wenn sich die Behörden endlich dazu durchringen könnten, den Totalisator, d. h. den Wettbetrieb für Flugzeuge zu gestatten, so wäre damit die Möglichkeit eines ungeahnten Aufschwunges für einen Flugsport gegeben. Auf diese Weise würden nicht nur weite Kreise für den neuen Sport interessiert werden; darüber hinaus würden auch erhebliche Geldmittel dem Flugsport und damit unserer Luft- fahrt zufließen. Man sollte nicht darüber rechten, ob der Wettbetrieb einen Sport demoralisiert oder nicht. Solange Wettbewerbe auf rein sportlicher Basis unter Ausschluß von Berufsfliegern aufgezogen wer- den, kann eine einwandfreie Leitung Korruptionsversuchen immer vor- beugen. Der „Aero-Club von Deutschland“ wäre die gegebene Basis für eine Flugsportbehörde, die mit solchen Aufgaben betraut werden könnte. Was im Herrenreitersport möglich ist, sollte in dem viel enger abgegrenzten Flugsport erst recht durchführbar sein. Es wäre nur zu hoffen, daß die Behörde sich dem dringenden Wunsch der Luftfahrt nach Freigabe des Totalisators für sportliche Flugwettbewerbe (besser gesagt „Sportflieger-Wettbewerbe“) nicht länger verschließt. Früh genug sollte auch erkannt werden, daß es keinen Sinn hat, noch weiterhin ausschließlich Flugzeugwettbewerbe unter Einschluß von Berufsfliegern zu veranstalten. Nur reine Sportflieger-Wettbe- Von der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Genf: Italienisches Sportflugzeug Fiat A. S. 1 mit 90-PS-Fiat-Fünfzylinder-Sternmotor. Seite 188 „FLUGSPORT“ Nr. 10 werbe mit Amateurpiloten können für einen wirklichen Flugsport in Frage kommen; der Anteil der Menge wäre solchen Wettbewerben sicher. Technische Wettbewerbe haben dagegen nur für den Fach- mann Interesse. Der Sport selbst darf nicht zur unmittelbaren Förderung der Flug- technik herangezogen werden, da sich sonst eine einwandfreie Wer- tung der sportlichen Leistungen nie und nimmer erreichen läßt. Aus diesem GrundesolltederFlugsportauchnichtetwa von der Industrie als Kampfplatz angesehen wer- den. Nur wirklich sportliches Fliegen wird unserer Luftfahrt und da- mit auch der Flugzeugindustrie von Nutzen sein können. Der Flugsport ist gewiß nicht zum Volkssport berufen. Er wird stets nur eine geringe Zahl wirklich Ausübender umfassen. Seine Rück- wirkungen auf das gesamte sportliche Leben der Nation und auf eine wirtschaftliche sowie politisch wichtige Technik und Industrie sollten deshalb aber nicht unterschätzt werden. Internationale Luftfahrt-Ausstellung in Genf. (Eigener Bericht.) | Genf, Anfang Mai 1929. Die erstmals in Genf veranstaltete Luftfahrt-Ausstellung blieb in ihrem Umfange naturgemäß weit hinter dem Pariser Salon und der lla zurück, muß aber dennoch als interessant bezeichnet werden, weil hier fast ausschließlich Sport- und Tourenflugzeuge ausgestellt waren. Aus sieben Ländern waren Flugzeuge und Flugmotoren nach Genf geschickt worden, darunter auch manches neue Modell. Auch die deutsche Indu- strie, die sich erst in ihrer neuesten Denkschrift besonders zur Pflege des Exportgeschäftes bekannt hat, ist hier vertreten. Die BFW'M 23b, die Raab-Katzenstein-,Grasmücke“ und die Klemm L 25 hinterlassen nicht nur einen ausgezeichneten Eindruck, sondern halten auch mit den anderen Fabrikaten durchaus die Preiskonkurrenz aus. Ein sorgfältig durchgebildetes Tourenflugzeug stellt der Schweizer A. C. 4 „Gentleman“ von Alfred Comte dar, ein abgestrebter Hoch- decker im Gemischtbau mit Cirrus-Motor. Erstmals gezeigt wurde hier auch der neue Potez-Hochdecker Typ 36 mit 65 PS Salmson, beide zweisitzig, wobei die Sitze nebeneinander in einer kleinen Ka- bine untergebracht sind. Einen guten Eindruck hinterlassen auch die drei italienischen Maschinen, alle drei abgestrebte Hochdecker mit zu- rückklappbaren Flügeln und zwei hintereinanderliegenden Sitzen. So der Fiat AS 1 (90 PS Fiat-Sternmotor), Breda 15 (85 PS Cirrus) und Romeo Ro. 5 (85 PS Walter). Dann finden wir noch die von früheren Ausstellungen her bekannten Maschinen Bourgois (40 PS Salmson), Albessard-Peyret mit zwei tandemartig angeordneten Flügeln, den Avia BH 11, der hier in der Schweiz von der A6ria in Lausanne in Li- zenz gebaut wird, das Farman-Kleinverkehrsflugzeug F 190 (230 PS Titan) und einen von den Eidgenössischen Konstruktionswerkstätten in Thun in Lizenz gebauten Dewoitine-Eindecker D 27 mit 500 PS Hi- spano-Suiza. Unter den Motoren finden wir bei Isotta-Fraschini jetzt den mäch- tigen Achtzehnzylinder auch mit Untersetzungsgetriebe und einer Lei- stune von 1200 PS, den von Saurer in Lizenz gebauten Jupiter mit und ohne Getriebe, einen 40-PS-Statax-Umlaufmotor mit achsparalleler Zylinderanordnung, den famosen 850 PS Packard von nur 650 kg Ge- wicht einschl. Getriebe sowie Motoren von Armstrong-Siddeley, Re- nault, Cirrus, Hispano-Suiza, Walter und den Siemens Sh 13 in einem Exemplar. Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 189 Von der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Genf: Breda 15 mit 85-PS-Motor (Cirrus oder Walter) In der historischen Abteilune erinnern ein Duf 8 aux-Doppeldecker (1910 erste Ueberfliegung des Genfer Sees), ein Bleriot-Eindecker Os. car Biders (1911 Alpenflug) und ein Rech-Eindecker aus dem Jahre 1912 an längst vergangene Zeiten. Fritz Wittekind. Sport- und Reiseflugzeug „Pique Ass“. Das nachstehend beschriebene Flugzeug „Pique Ass“ mit 60-PS „„alter-Motor wurde von Ing. Hans Wagener, Hamburg, für den Flus- iec nischen Verein Hamburg e. V. konstruiert und gebaut. Das Flug- zeug, und für die Ausbildung von Mitgliedern im Vereinsrahmen Ver- Das Flugzeug „Pique Ass“ — Baumuster H — j | g strebter Hochdecker mit einem Führer- und an ash ein abge Die Flügel von 12,10 m Spannweite und 1,50 m größter Tiefe sind geteilt und einholmig ausgeführt und haben eine der F estickeit entspre- chende starke Sperrholznase, die sich über das vordere Drittel der Flü- geltiefe über die ganze Spannweite erstreckt. Der übrige Teil ist mit Leinen bespannt. Der Hauptholm ist ein Kastenholm aus besten lamel- lierten Ostkiefergurten mit Birkensperrholzstegen. Die normalen Spie- ren haben 400 mm Abstand voneinander und sind im vorderen Drittel als Kastenspieren ausgebildet. Außerdem sind in der Torsionsnase noch bis zum Hauptholm laufende Zwischenspieren, so daß in dieser der Ab- stand 200 mm beträgt. An einem in ca. ?/s der Flügeltiefe eingezogenen Hilfsholm schließen sich die Querruder nach außen hin an. Gleichzeitig ist auch noch ein Nasenholm eingebaut, der nach außen in den Rand- bogen übergeht. Die innere Anschlußspiere und die Spiere beim Stiel- anschluß sind als besonders starke Kastenspieren ausgeführt. Die bei- den Flügelhälften schließen an den Baldachin an, der ganz mit Sperr- holz beplankt ist. Derselbe enthält die beiden Benzintanks von je 33 1 Inhalt. Die Tanks werden von oben eingesetzt und sind besonders mit einer abnehmbaren Aluminiumblechplatte verdeckt. Der Baldachin ist Seite 190 „FLUGSPORT“ Nr. 10 Sport- und Reiseflugzeug Pique Ass. durch N-förmige Profilstahlrohre auf dem Rumpf befestigt. Die Haupt- holmebene ist durch Drahtkabel in der Querrichtung ausgekreuzt. Die Flügel haben bis zum Stielanschluß gleiche Tiefe und Dicke, die nach außen hin entsprechend der Libellenflügelform abnimmt. Der Einstell- winkel beträgt 1°, die V-Form 0°. Die Querruder von je 0,86 m? haben einen Kastenholm mit einer halbkreisförmigen Sperrholznase, durch die sie die genügende Torsions- festigkeit bekommen. Die Querruder sind viermal gelagert. Eine Stoß- stange zur Betätigung führt unterhalb in die Fläche zu einem Umilenk- hebel, von dem aus Seile weiterführen. Die Flügelanschlußbeschläge sind kasten- bzw. U-förmig ausge- führt; das Material ist Stahlblech. Um geringe Reibungsdrücke zu er- zielen, ist der Materialquerschnitt bei den Bolzen durch eingelötete Rohre oder hart aufgelötete Scheiben entsprechend vergrößert. Auch sind die meisten Bolzen aus diesem Grunde überdimensioniert. Die Abfangstiele des Flügels sind A-förmig angeordnet. Sie gehen von einem Punkt des Flügelhauptholmes nach zwei Punkten am Rumpf. Der Querschnitt ist T-förmig und in besonders kräftiger Kieferiholz- ausführung. Außerdem sind sie tropfenförmig mit Sperrholz verkleidet. Die Beschläge sind überfassend mit 8X1 mm Stahlrohrnieten befestigt. Die Stiele sind am Flügel kardanisch angeschlossen und am Rumpf durch in Zug- und Flugrichtung liegende Bolzen. Die Stielanschluß- beschläge am Rumpf sind noch besonders durch durchlaufende Stahl- bänder miteinander verbunden. Der Rumpf hat bei einer Länge von 5,21 m eine größte Breite von 0,70 m und eine größte Höhe von 0,95 m. Er ist von der oberen Holm- ebene, die von vorn bis hinten gerade verläuft, nach oben halbkreis- förmie mit Sperrholz abgedeckt. Boden und Seiten sind ohne Wölbung. Nr. 10 „ELUGSPORT“ Seite 191 | Leon Ce 1 a I —_L t ı j IN Sportflugzeug mi I! Piqu 4 que Ass II _ i Typ HW3 Te 2 Flugt. Verein i \ Hamburg Hr 4 Ali \ 4 f hi ı a 1 tl) N En a _ f ETÄl 4 N . | N N ! 1 N M) ! ı ü HH \ 1 INA ! # Hinten endet er in einer horizontalen Schneide. Die Hauptspanten sind besonders kräftig ausgeführt, um die lästigen Auskreuzungen zu sparen. Der Rumpf ist vollständig mit Sperrholz beplankt. Zum Schutze der Steuerorgane und des Rumpfbodens ist in entsprechender Höhe ein Seite 192 „FLUGSPORT“ Nr. 10 kräftiger Fußboden eingebaut. Der 60-PS-Walter-Motor sitzt ohne besonderen Motorbock direkt an dem vorderen Spant, der als eine starke Sperrholzplatte ausgebildet und mit 1-mm-Aluminiumblech be- schlagen ist. Gleichzeitig dient er als Brandschott. Die beiden seit- lichen Felder zwischen den beiden vorderen Spanten sind durch Kabel ausgekreuzt und mit Aluminiumblechklappen versehen, damit man leicht und schnell an die zwischen den Spanten liegenden Motorteile ankommen kann. Der Vergaser liegt vollständig außerhalb des Rumpfes. Durch einfache Alu-Bleche ist ein glatter Uebergang vom Motor zum Rumpf geschaffen. Der Oeltank liegt in dem vorderen oberen Rumpfteil. Der Gastsitz ist sehr geräumig gehalten und befin- det sich unter dem Tragdeck. Trotzdem ist das Ein- und Aussteigen durch geeignete Auftritte leicht und bequem. Der Führersitz bietet ebenfalls gut Raum und vor allen Dingen einen freien Ausblick nach allen Seiten. Hinter dem Führersitz befindet sich der Gepäckraum, in- dem auch gleichzeitig Werkzeug und Verbandskasten untergebracht sind. Sämtliche Spanten sind durch Eckklötze mit den Rumpfholmen verbunden. Durch große Füllklötze, Aufleimer und gegengesetzte Bleche ist für gute Befestigung aller Beschläge Sorge getragen. Die Dämpfungsfläche von 1,30 m? mit dem anschließenden Höhen- ruder von 1,12 m? Größe liegt direkt auf der oberen Rumpfebene auf und ist mit vier Schrauben befestigt. Die Dämpfungsfläche ist ganz mit Sperrholz beplankt, und das Höhenruder ist mit Stoff bezogen. Letz- teres ist dreimal gelagert und wird durch eine Stoßstange von einem Umlenkhebel, der am letzten Rumpispant sitzt, aus betätigt. Das Balance-Seitenruder von 0,63 m? Größe ist frei aus dem Rumpf herausragend am letzten Rumpfspant befestigt. Die direkten Steuerzüge liegen im Rumpf. Durch genügend große Klappen kann man im Rumpfhinterteil überall gut ankommen und hat dadurch gleich- zeitig eine stete leichte Kontrolle über alle im Rumf liegenden Steuer- organe. Das Fahrwerk hat eine Spurweite von 1,60 m. Die verkleideten Räder von 710X85 Durchmesser sitzen auf einer durch Gummikabel abgefederten durchlaufenden Achse. Die Fahrwerkstreben sind aus Profilstahlrohr und beim Achslager auf ein besonderes Stahlrohr auf- geschweißt und hart gelötet. Die Achse liegt zwischen zwei Hilfsachs- stahlrohren. Das Strebensystem ist nach dem Rumpf durch doppelte Stahlkabel ausgekreuzt. Als Federwegbegrenzung und Fangvorrich- tung bei evtl. Gummibruch ist ein besonderes Stahlrohr zwischen je zwei seitliche Streben eingeschweißt. Dieses erhöht noch gleichzeitig die Festickeit des unteren Fahrwerkknotenpunktes. Jede Fahrwerk- strebe ist durch einen reichlich überdimensionierten Bolzen am Rumpf- beschlag befestigt. Der Sporn ist in einem unterhalb des Rumpfendes liegenden drei- armigen Stahlrohrbock kardanisch gelagert und vorn durch Gummi- seil gefedert. Bei Spornbruch findet dadurch keine Beschädigung am Rumpf oder an den Steuerflächen statt. Sämtliche Instrumente und Armaturen (Benzinhahn etc.) sind an einem besonderen, leicht abzunehmenden Brett gut übersichtlich vorn im Führersitz befestigt. Die Daten sind folgende: Spannweite 12,10 m, Länge über alles 6,23 m, Höhe im Stand 2,24 m, Tragfläche 16,30 m?, Querruder je 0,86 — 1,72 m’, Dämpfungsfläche 1,30 m?, Höhenruder 1,12 m?, Seitenruder 0,63 m?, Motor Walter 60 PS, Propeller AVIA 2,20 m Durchm., Rüst- gewicht 430 kg, Zuladung 220 kg, zulässiges Fluggewicht 650 kg, Flächenbelastung 45,50 kg/m”, Leistungsbelastung 10,83 kg/PS, Oel 81, Nr. 10 „rLUGSPORT“ Seite 193 Benzin 66 l, Flugbereich 31% Std., Gesch indiek it ; 7 max. 160 km/Std. windigkeit min. 72 kmiStd., Fiat-Stern-A.-50-Flugmotor 85 PS. Dieser Sieben-Zylinder-Sternmotor von 120 mm Hub und 100 mm Bohrung hat Stahlzylinder mit aufgeschrumpften Aluminiumköpfen. der Verbrennungsraum ist halbkugelig ausgebildet. Ein- und Auslaß liegen auf der Hinterseite des Zylinderkopfes. Das gegossene Kurbel- gehäuse aus Alumin besteht aus zwei Hälften. In der vorderen Hälfte liegen die Zahnräder mit Nocken und Ventilstössel. In der hinteren Hälfte befindet sich ein ringförmiger Raum, in welchem die Ansaug- rohre einmünden. Außerhalb befinden sich Magnet, Vergaser und Oel- pumpe. Unterhalb des Gehäuses befindet sich ein kleiner Oelsumpf. Die Aluminiumkolben mit 178 flachem Kopf besitzen vier Ringe, davon sind zwei als 165 6 | 023 | Oelabstreifringe ausge- _| 293.5 150 126 bildet. iR Der Kurbeltrieb ist in —= der üblichen Weise ausge- E bildet, bestehend aus einer } Hauptpleuelstange, an wel- S cher die Nebenpleuelstan- EI gen angelenkt sind. Die : Kurbelwelle ist in Weiß- —— N | ° metallagern gelagert. Nur . | für den Stirndruck ist ein de Längskugellager vorge- sehen. 135 Die Ventile sitzen ” schräg (29 Grad gegen die = Zylinderachse) im Zylin- =S derkopf. Die Ventilsitze bestehen aus einer Spe- zialbronze, die in er- wärmtem Zustande des Kopfes eingeschrumpft sind. Ventilführung Gußeisen. - Von den zwei an der Hinterseite angebrachten Zahnradpumpen dient eine für die Zuführung des Oels auf die Getriebeteile, die andere, weiche ‚amal so viel fördert, zum Auspumpen des Oelsumpfes. Der eldruck wir urch ein kalibriert Venti | Ze dee es Ventil geregelt. Vergaser Zwei Zündkerzen, eine vorn und eine hinten im Zylinderko C , i pi. Zylinderinhalt 6590 cm’, Kompressionsverhältnis 1:5, Leistung bei 1600 Umdrehungen 85 PS, bei 1800 Umdrehungen 95 PS, Be- triebsstoffverbrauch 230 g pro PS/h, Oel 20 & pro PS/h, größter Laurchmesser des Motors 900 mm, größte Länge 778 mm, Gewicht 8. on Das Parabelflugzeug. Ein Beitrag zum Problem des formstabilen Nurflügels. Von A. B. Scherschevsky, Berlin. Ich gebe hier einen kurzen Bericht der Untersuchungen am Pa- rabelflugzeug Bauart B. J. Tscheranowsky in den Windkanälen N2 und 3 (statische Längsstabilität) des Joukowsky-Laboratoriums der Seite 194 „FLUGSPORT“ Nr. 10 Fiat- Stern-A 50- Flugmotor 85 PS Abteilung für experimentelle Strömungsforschung des Zentralen Aero- Hvdrodynamischen Institutes (Z.A.H. I.) Moskau. Ich benutze hierbei die üblichen deutschen Bezeichnungen. | 1. Kurze Beschreibung. | Das Parabelflugzeug ist ein freitragender Parabelsegment-Nurflü- gel (Abb. 1) mit Flügelfläche: F=? bb tax (1)) Die Seitenverhältniszahl des untersuchten Modells war: A=b4:F=5 (2) Der unten flache, mittelgewölbte Flügelschnitt (Abb. 2 und Zahlen- tafel 1) ist folgendermaßen gekennzeichnet: (Y Ina — 196 v.H. in X = 30,0 v.H. — 1 (3) also Wölbung C((Y Inax: 9:19 = 09053 Uns. Abb. 2 ec Y " \Y Abb. 1 Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 195 Zahlentafel 1. X 0,00 | 1,25| 2,50 | 5,00 | 7,50 | 10,00 | 15,00 | 20,0 | 30,0 Y, 2,50 | 4,10 5,00 | 6,10 | 7,30 | 810 | 9,40 | 9,90 | 10,60 Yı 2,50 | 0,90 | 0,30 | 0,00 | 0,00) 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 x - | 40,0 | 50,0 | 60,0 | 70,0 80,0 | 90,0 | 95,0 1100,0 Y, 10,40 | 9,90 | 8,50 | 6,70 | 4,70 | 3,00 | 1,40) 0,01 Yı 0,00 | 0,00 | 0,00| 0,00 | 0,00| 0,00| 0,00 | 0,01 Für den Randwiderstand erhalten wir unter Berücksichtigung der parabolischen Flügelumrandung x —= 1,1 (der Göttinger Wert ist etwas höher: x — 1,2) und der Gl. (2): „= (hr:la- 5) - C2 = 0,07 C} (4) also (Abb. 6): C,= C, — 0,07 C? u) wp Da man in der U. d. S. S. R. dimensionslose Beiwerte bei doppeltem Staudruck gebraucht, sind sämtliche deutsche Beiwerte zweimal so groß: _ Cams = 2 orsmdt (6))) Der Uebergang zu den Göttinger Beiwerten erfolgt nach den Z. A.H. 1.- Uebergangsgleichungen: C,=2- (1,05 # 0,03) - er! nm C„=2:- (0,94 + 0,05) - C, wobei ich zur geringsten Verzerrung der für Gleit- und Segelflug (und auch der Everlingschen Weitflugzahl = 7 (1:e)) wichtigen Gleit- (£) und Steigzahlen die Vorzeichen in den Klammern entsprechend änderte (d. h. Verzerrung von € rund 3 v. H.). Nach diesen Werten berechnete ich folgende Schaubilder: die Polare (Abb. 3), die für Segler kennzeichnende Kurven (Abb. 4 und 5): 1:9)=f, (a) (8) 3 2 1:2)=1,(C, : C}) (9) ‘) Ich gebrauche die englische Formelschreibweise. Bei n Bruch- oder gar 100 Doppelbruchgleichungen erspart man (2 nn) GE 17 bzw. (4 n—n) Zeilen, also 15 Papier. a ?) Indizes mz, da Z die Flugzeugquerachse bezeichnet. & 8 12 - zn \ EN Ss 4— -———— Anstellwinkel& 4 12 16 10 | 20 / Abb. 3 Abb. 4 Seite 196 „FLUGSPORT“ Nr. 10 die für (insbesondere formstabile) Nurflügel wichtige Kurve (Abb. 6)°): C„=t (e) (10) an ie Kir die statische Längsstabilität grundlegende Momentenkurve bb. 7): „the (11) Anmerkung: Längsmomentbezugspunkt ist nicht wie üblich die Flügelvorderkante (Kreischen in Abb. 2), sondern eine Achse, deren Lage aus der Skizze in Abb. 7 ersichtlich ist. Die Flügelhinterkante ist als Querruder ausgebildet, welche mit Differentialsteuerung versehen, zur Höhen- und Quersteuerung dienen. Zur Seitensteuerung waren noch bei einigen Modellen zwei kleine Sei- tenruder über der Tragfläche angebracht. Versuche zeigten, daß man auch ohne sie auskommt und Querruder zum Kurvenflug ausreichen (Vergleiche mit Versuchen von Wenk und Lippisch und des englischen Hauptmanns Hill — Pterodactyl 1 und 2 bis). Das Fahrgestell bestand aus einem stromlinig verschalten Mittelrad und zwei kleineren Seiten- rädern (Abb. 1). Weggeblieben am Modell war die Windschutzscheibe, Flugzeugführerkopf und -abfluß und der Triebwerkseinbau. Der sta- tische Tragflügelaufbau ist wohl wegen der durch den Flügelumriß ungünstic gelagerten Druckmittelpunktlinie und der sich daraus er- gebenden Unmöglichkeit der Anwendung — ohne Hervorrufung be- deutender Torsionsmomente — zweier gerader Holme als aufgelöstes Mehrholmsystem ausgeführt. Die Lösung des statischen Problems ist als gut zu betrachten, da ausgeführte Parabelsegler bei Lastfachen 3-4 Flügeleinheitsbaugewichte g — Gpiger; F = 18 # 2,5 kg/m? aufwie- sen (zum Vergleich „Charlotte“ (abgestützt) der Akaflug der T. H. Berlin-Charlottenburg & —= 2,44 kglm?, „Baden-Baden Stolz“ (frei- tragend) der Weltensegler G. m. b. H. & = 3,62 kg/m?). 2. Kurze Diskussion der Ergebnisse und einige Bemerkungen. Die Windkanalversuche erfolgten bei einem Kennwert von 8640 m/sec/mm. Die Untersuchung ist nicht bis (C,) „.„, durchgeführt, doch kann man schätzungsweise annehmen: (C,)., — 9% bei a = 18°. Leider ist das Modell nicht bis zum und über den Abreißpunkt unter- sucht, so daß man die Werte: —(dC, Id«) und —(d(1 :8) :d«) nicht abzuschätzen vermag. Das wohl aus baulichen Gründen gewählte ein- fache Profil mit flacher Druckseite ist nicht besonders hochwertig. Das Modell ist durch folgende Angaben gekennzeichnet: L ı \ __ S3 . 2 ı_ . (O Ina = 960, (CO Imin — I KO dmin = 126, (GC) U j 12) e = 0,067 also 1:8 = 14,9, &, — 0,035 also 1: &, — 28,35 Abb. 4 zeigt, daß (1:8) > 10 bei a = 0 12°, das Maximum ist etwas scharf. Aus allen diesen Angaben zieht das Z. A.H. I. ein abfälli- ges Urteil über das Parabel-Nurflügelsystem. Dazu bemerke ich: 1. Der Parabelsegmentflügel stellt sicher nicht die allergünstigste formstabile Tragflügelform dar. 2. Das Profil war ungünstig. 3. Der Tragflügel be- 3) Verfasser hofft diese Fragen in einer größeren Untersuchung der Form- stabilität ausführlicher zu behandeln. Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 197 120 —— Abb. 5 r _ Y / Du o— 17 10 ca 20 Cw saß keine Profiländerung. Daß C man unter diesen Umständen "p / keine allzu glänzenden Ergeb- P nise erzielen konnte, war vor- auszusehen. Dagegen könnte 16 man bei vernünftiger Profilwahl / und -änderung auch beim Pa- 4 rabelflugzeug bessere Ergeb- N v4 nisse (auch bessere Torsions- GERRNGEE- Burn momente) erzielen. Daß man mit « Ba ST, Anstellwinkela richtige gebauten formstabilen -6-4-2 0 24 6 8 10.1214 16 Flugzeugen normaler Bauart Abb. 6 (keine Nurflügel) gute Ergebnisse erzielen kann, beweisen folgende bekannte Angaben: Baden-Baden Stolz: Em 0905, (1:0 R. R. G. N6 Modell: — 0,048, (1: E) ax Der Grundgedanke war also schon richtig, die Schuld liegt nur in der falschen Profilwahl und Abwesenheit der Profiländerung. Gün- stige Profilwahl mit druckpunktfesten®)’) oder S-Schlag°’-)Endprofilen *) Druckpunktfeste Profile müssen nicht unbedingt symmetrisch sein. Siehe Report 221 der National Advisory Committee of Aeronauties U. S. A. (Ver. St. max = 20, (0: 0 Vaax = 320 E nin = 2], (c N ar —= 280 Amerikas). Bu om Schi — 5) Siehe etwa | EEE —e— Schlitz zu, P=0 W. Müller: „PB Ben | — Schlitz offen, A=—15° „Ueber die Form- |x MN, —— " =15° und Auftriebsinva- Im ' $ = Höhenruderanstellwinkel rianten für eine Lage der Momentenbezugsachse besondere Klasse I | — von Flügelprofilen“. 01 Zeitschrift für an- 7 Anstellwinkelo gewandte Mathe- 4 Bi IE pa IE matik und Mecha- 120 _-16 12 I 4 8 412 46 20 nik. Bd. 4, Heft 5 Da vom Oktober 1924, > DE re S. 389—404 (VDJ- -04 Verlag, Berlin). Abb. 7 Seite 198 „FLUGSPORT“ Nr. 10 und vernünftiger Profiländerung könnte die statische Längsstabilität (Abb. 7) noch bedeutend erhöhen. Fine Verringerung der Torsions- momente hatte auch eine Verkleinerung des Flügeleinheitsbaugewich- tes zur Folge. Doch besaß das Modell auch in seiner damaligen Form- gebung genügende statische Längsstabilität. Man ersieht aus Abb. 7 eine geringfügige Schlitzwirkung am Querruderspalt, wobei ein Zu- kleben des Spaltes die Stabilität etwas erhöht. Inwiefern die Quer- ruder der bekannten Beziehung: (max = K C, de) " (C)in max (13) (alle Werte beziehen sich naturgemäß auf die Ruderfläche) genügen, ist schwer abzuschätzen, ließe sich aber durch Messung mit dem Trag- flügel als Blende leicht ermitteln. 3. Zusammenfassung, Eine kurze Beschreibung des Modells eines Parabel-Nurflügels und der Windkanalversuche führt uns zum Schluß, daß lediglich ungünstige Profilwahl ohne Profiländerung nicht zu den erwarteten Ergebnissen führte. Die Untersuchung eines Parabel-Nurflügels mit entsprechenden Profilen und Profiländerung wird vorgeschlagen. Der induzierte Widerstand von Ein- und Mehrdeckern. Für Anfänger zur Einführung. Wiederholte Anfragen aus dem Leserkreise behandelten eine mög- lichst allgemeinverständliche Erklärung von dem Zustandekommen so- wie Wirkung des induzierten Widerstandes. Es soll deshalb an dieser Stelle versucht werden, diesen Wünschen eerecht zu werden, ohne dabei auf die schwierigeren Ableitungen zurückzugreifen. Von vorn- herein sei gesagt, daß in den theoretischen Teilen der Ergebnisse der Aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen diese Ableitungen enthal- ten sind, und daß auch die hier folgenden Ausführungen sich auf die an- geführten Arbeiten stützen. Es ist bekannt, daß bei der Bewegung einer Tragfläche durch die Luft eine Auftriebskraft entsteht. Dieser Auftrieb wird nun offenbar dadurch hervorgerufen, daß die den Tragflügel umspielende Luftmenge durch denselben nach unten mehr oder weniger abgelenkt wird. Die Größe der Ablenkung hängt ab von der Form des Tragflächenquer- schnittes (Profils) und von dem Anstellwinkel der Profilsehne gegen die Richtung der Anströmung vor der Traefläche. Die Tragfläche wirkt also wie eine Umlenkschaufel, so daß die Strömung hinter der Trag- wi | fläche nach abwärts gerichtet ist. Die nach abwärts geworfenen Luft- teile üben dann auf den Flügel selbst eine aufwärts erichtete Kraft aus, ähnlich wie die aus einer Rakete auszestoßenen Gasteilchen den Vortrieb der Rakete erzeugen. Es ist einleuchtend, daß die Abwärts- Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 199 bewegung in der Nähe des Flügels am stärksten sein wird, und daß außerhalb der abwärts gedrückten Luftmenge die durch diese ver- drängten Luftschichten eine Aufwärtsbewegung ausführen werden. Da- durch entstehen zwei von der Tragfläche nach hinten laufende Wirbel, deren Achsen in der Verlängerung der Flürelenden liegen und schräg nach abwärts geneigt sind. Die Vorgänge sind durch die Abb. 1 und 2 veranschaulicht. Abb. 1 zeigt einen schematischen Schnitt durch die Strömung. Während die Luft vor der Tragfläche horizontal anströmt, hat sie hinter derselben eine Ablenkung nach unten erfahren. Falls keine Reibungswiderstände auftreten würden, müßte also die resultie- rende Kraftrichtung in der Winkelhalbierenden zwischen der Anströ- mungsrichtung und der Abströmungsrichtung liegen. Abb. 2 zeigt den zur Flugrichtung senkrechten Schnitt durch die Strömung um den Flü- gel. Man sieht also lediglich die Vertikalbewegungen in der Strömung, die zwei die Flügelenden umkreisende Wirbel bildet. Die Kraft, die zur dauernden Bildung dieser Wirbelzöpfe während des Fluges verbraucht wird, ist nun gleich dem „induzierten“ (durch die Auftriebsströmung erzeugten) Widerstand. Mit wachsendem Auf- trieb wird nun auch die Abwärtsbewegung hinter dem Tragflügel ent- sprechend stärker, so daß ein Anwachsen des induzierten Widerstandes durch Erhöhung des Auftriebes stattfinden muß. Um nun die Größe des induzierten Widerstandes auf einfache Weise ableiten zu können, bedienen wir uns der von Prof. Prandtl an- gegebenen vereinfachten Darstellung. Man denkt sich hierbei das kom- plizierte Strömungssystem durch ein einfaches System ersetzt, bei dem Abb. 3 die den Querschnitt f (Abb. 3) durchströmenden Luftmengen eleich- mäßig mit der Abwärtsgeschwindigkeit w abzelenkt werden. Es wird also sozusagen nur diejenige Luftmenge betrachtet, die wie in einem Rohr vom Querschnitt f hindurchströmt. Nun ist ja, wie oben erläutert, der Auftrieb gleich der pro Sekunde am Flügel vorbeiströmenden Luft- masse, multipliziert mit der Abwärtsgeschwindigrkeit (Impulssatz). Diese pro Sekunde beeinflußte Luftmasse ist doch nun = QuerschnittX Längexspezifisches Gewicht dividiert durch Erdbeschleunieung, also Masse — Lv? g Es handelt sich nun darum, die Größe der Querschnittfläche f zu be- stimmen. Sie wird natürlich im wesentlichen von der Spannweite des Flügels abhängen, da es ja für die Ablenkung an und für sich gleicheül- tig ist, ob die gleiche Abwärtsbewegung durch große Tiefe bei ge- ringem Auftrieb oder kleine Tiefe bei starkem Auftrieb erzeugt wird. Fernerhin wird es natürlich wesentlich sein, wie der Auftrieb längs der Spannweite verteilt ist, da z. B. bei stärkerer Belastung des Außen- Hügels und schwächerer Belastung des Innenflügels eine kräftigere Ausbildung der Wirbel auftreten wird. Die auf dieser Grundlage aus- Seite 200 „rLUGSPORT“ Nr. 10 geführten theoretischen Rechnungen haben das Er i g ıbe gebnis, daß der ge- ringste induzierte Widerstand dann eintritt, wenn eine elliptische Auf. triebsverteilung eintreten wird, wofür sich dann die Größe der Fläche f errechnet al ° i= _T_.y Damit wird 4 e.=c ? [ i a b IT | | Rechteck 1.6 n clr 3 7 ö | oO, ‚Anstellwinkel 4 Abb. 4 Abb. 5 Auftrieb beim rechteckigen Flügel bei normalen völliger als elliptisch verteilt ist, und daß a st nen etwas winkel die äußerste Flügelkante einen sehr starken Auftriebszuwachs erfährt, so daß von einer elliptischen Verteilung nicht mehr gesprochen werden kann. Aus diesem Umstand ist zu ioleern, daß der induzierte Widerstand bei großen Anstellwinkeln auch eine Verstärkung gegen- über demjenigen elliptischer Verteilung annehmen muß. Günstizer lie- gen die Verhältnisse bei trapezförmig verjüngtem Flügel wovon wir ebenfalls nach amerikanischen Messungen ein Beispiel zeigen (Abb. 5) Man wird also zumindest, falls man keine verjüngten Flügel bauen will, darauf achten müssen, daß die Außenflügel gut ausgerundet sind und zwar hat sich herausgestellt, daß eine günstige Form die gemäß Abb 6 dargestellt sein dürfte, Das Auftreten der starken Unterdruckgebiete an der Flüzel- u ) spitze führt sehr leicht zu Flattererschei- | nungen, besonders wenn man bedenkt, daß dieser Teil des Flügels die Querruder trägt. (Schluß folgt.) Abb. 6 Nr. 10 | „FLUGSPORT“ Seite 201 RTTIS, =, >KONSIRUKTIONS AEINZEBHEITEN Hochziehbares Fahrgestell am amerikanischen Eaglerock-Bullet-Tiei- decker. Um den Widerstand zu verringern, ist bei diesem in Detroit ausge- stellten Eindecker das Fahrgestell hochziehbar eingerichtet. Das Hoch- ziehen geschieht durch zwei Seile a, b vermittels der Trommel c. Die Räder mit den Streben verschwinden in einer Aussparung unterhalb des Rumpfes. Durch Auslösen einer Arre- tiervorrichtung fällt das Fahrgestell durch die eigene Schwere wieder in seine ur- sprüngliche Lage zu- zurück und wird durch einen selbsttätig ein- schnappenden Sicher- heitsverschluß in die- ser Lage gehalten. Eine weitere Neue- rung, die auch: auf der Detroiter Ausstellung zu sehen war, ist eine luitwiderstandver- ringernde Motorverklei- dung N.A.C.A. Die Zylinder sind durch eine hauben- artice Verkleidung voll- ständig eingeschlossen. Die Kühlluft streicht in- tensiv um die Zylinder und verläßt hinten die Haube durch einen ring- förmigen Schlitz. Die hin- teren Deffnungen können | - durch einen regulier- baren Ring a mehr oder weniger verschlossen werden. Es ist nahe- lierend, ’daß durch diese Anordnung der Luftstrom, da die Zylinder- köpfe eingeschlossen sind, außerhalb des Rumpfes weniger gestört wird. 3 Amerikanische Steuersäule. Nebenstehende Abbildung zeigt eine einfache Ausführungsart der Steuersäule, wie sie beim amerikani- schen Couriereindecker verwendet wird. Der. Steuerknüppel ist in einer Lasche bei A gelagert und trägt am unteren Ende in einer Aussparung des Achsenrohres C eine Oese zur Be- festigung der Querruderkabel B. Das Seite 202 „FLUGSPORT“ Nr. 10 Kabel liegt daher vollkommen geschützt in dem Achsenrohr. Auf der Unterseite ist ein Kopf aufgeschweißt, an welchem die Stoßstange für das Höhenruder angreift. zz / Inland. Intern. Rundilug 1929, Bis zum Nennungsschluß (25. April 1929) lagen folgende Nennungen deutscher Bewerber vor: Raab-Katzenstein Flugzeugwerk G. m. b. H., Kassel. RK. 25, mit Pilot Carberry. Bayer. Luftverein e. V., München, BFW M 23b, mit Pilot Thomas. Luftfahrtverein Essen e. V., R.K.25, mit Pilot Altemeier. Akad. Fliegergruppe Darmstadt, D. 18, mit Piloten Nehring oder Hesselbach. Aero-Club von Deutschland, BFW M 23b, mit Pilot Offermann. Ernst Petersen, Hamburg, Bäumer BIVa „sausewind‘“, Pilot er selbst, Oscar Cammineci, BFW M 23b, mit Pilot Frhr. v. Dungern. Deutsche Verkehrsfliegerschule, Berlin, Albatros L 82, mit Pilot Dr. Ziegler Deutsche Verkehrsfliegerschule, Berlin, BFW M 23b, mit Pilot Morzik. Direktor Theo Croneis, BFW M 23, Pilot er selbst. Leichtflugzeugbau Klemm G. m. b. H., Klemm L 251 mit Pilot Lusser. Leichtflugzeugbau Klemm G. m. b. H., Klemm L 26I mit Pilot Kirsch. Leichtflugzeugbau Klemm G. m. b. H., Klemm L 26 mit Pilot Hagenmeyer Württembergischer Luftfahrtverband, Stuttgart, Klemm L 25 I mit Pilot Wolf Hirth. Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23b mit Pilot Loerzer. Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23b mit Pilot Schüz. Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23b mit Pilot Sido. Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg, BFW M 23b mit Pilot v. Bismarck. Mecklenburg. Aero-Club, Rostock, Arado L I, mit Pilot Dr. Eggersh. Soldenhoff, Langguth & Friedmann, Berlin, Soldenhoff LF 6, mit Pilot Krause. Wilhelm var Nes, Freiburg i. B., Guritzer-van Nees A 2, mit Pilot Guritzer. Deutsche Luftfahrt G. m. b. H., Berlin, Focke-Wulf S 24 mit Pilot Ritter v. Greim. Eugen Jansen, Düsseldorf, Phönix-Meteor L II, mit Pilot Skarupke. Im ganzen liegen 65 Nennungen vor, und zwar 23 deutsche, 25 französische 12 italienische, 2 schweizerische, 3 tschechoslowakische. Nachnennungen (mit doppelter Nenngebühr) müssen bis zum 18. Mai 1929, 12 Uhr mittags, beim Aero- Club von Deutschland, Berlin W 35, Blumeshof 17, eingegangen sein, der sie an den Aero-Club de France weiterreicht. Aero-Club von Deutschland. v. d. Grieben. Segelilugpreis der „Grünen Post“. Die Bewerber um den Segelflugpreis der Grünen Post werden ersucht, auch über die von ihnen unternommenen Flüge, welche einen Angriff auf den Grünen- Post-Preis darstellen, auch wenn sie nicht zum Erfolg führten, unter Einreichung der in der Ausschreibung geforderten Unterlagen der Rhön-Rossitten-Gesellschaft jeweils einen Bericht einzusenden. Rhön-Rossitten-Gesellschaft. gez. Kotzenberg. Segelilugbauprüfer. Um den Vereinen und Gruppen, welche sich mit dem Bau von Gleit- und Segelflugzeugen befassen, mit sachverständigem Rat unter- stützend zur Seite zu stehen, haben auf Bitte des DLV., DMSV. und der RRG. die nachstehenden Herren sich freundlichst bereiterklärt, auf Anforderung, so- weit es ihre Zeit zuläßt, die Baugruppen zu besuchen, um sie beim Bau zu be-, raten und ‚um die Flugtüchtigkeit der fertiggestellten Gleit- und Segelflugzeuge zu bescheinigen, Nr. 10 „FLUGSPORT“ Seite 203 Mit Rücksicht auf die meist geringen finanziellen Mittel .der Vereine haben sich die Herren bei solchen Reisen außerhalb ihres Wohnortes mit Ersatz der Fahrtkosten 3. Klasse und einem Tagegeld von RM 10.—, mit Uebernachten von RM 17.50, die von der anfordernden Stelle zu tragen sind, begnügt. Die Liste ist entsprechend den Gruppen des DLV. aufgestellt; da die Herren über das ganze Reich verteilt wohnen, kommen größere Reisen der Prüfer im allgemeinen nicht-in Frage. Eine Erweiterung der Liste ist ins Auge gefaßt. Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt hat ihre Zustimmung zu der Liste gegeben. Das Verzeichnis der anerkannten Bauprüfer ist folgendes: Bayern: Reg.-Baumeister Krauß, Augsburg, Höhere Technische Lehranstalt; Dipl.-Ing. Scheuermann, München, Maximilianstr. 8, Bayrische Flieger- schule. — Brandenburg: Dipl.-Ing. Hofmann, DLV.- Jugendausschuß, Berlin W 35, Blumeshof 17; Dipl.-Ing. von Pilgrim, Berlin-Johannistal, Tritzlerstraße 14. — Mitteldeutschland: Dipl.-Ing. Eisemann, Braun- schweig, Hagenstraße 17; Dipl.-Ing. Haarmann, Bad Frankenhausen, Am Wolleraben 38; Dipl.-Ing. Hoppe, Dessau, Junkerswerke; Dipl.-Ing. Priesterjahn, Braunschweig, Technische Hochschule. — Ost: Dipl.-Ing. Schwabe, Fliegerschule Rossitten, Rossitten, Kurische Nehrung. — Pommern und Nordwest: Marinebaurat Coulmann, Hamburg, Wands- beker Chaussee 76. — Sachsen: Professor Dr. Treffz, Dresden, Technische Hochschule. — Südwest: Dipl.-Ing. Eisenlohr, Karlsruhe, Jahnstraße S; Professor Dr. Schlink, Darmstadt, Olbrichweg 16; Dr.-Ing. Prager, Privatdozent, Darmstadt, Spessartring 6. — Hans Jacob, A. Stamer, F. Lip- pisch, Fliegerlager Wasserkuppe, Post Gersfeld (Rhön): Dipl.-Ing. Loew, Darmstadt, Technische Hochschule. — West: Gewerberat Holtmann, Essen, Humboldtstraße 259; Dipl.-Ing. Hermann Mayer, Aachen, Tech- nische Hochschule. Kronield flog um den „Grünen-Post-Preis“ und startete am 9. 5., 12.30 Uhr, an den Hängen des Teutoburger Waldes. Er blieb 1% Stunden in der Luft, brachte jedoch nur 35 km hinter sich. Die Flüge werden fortgesetzt. Die Stadt Wien hat Kronfeld mit 6000 Schilling unterstützt. Ausland. England-Indien-Flug. Wenn auch in den Zeitungen der England-Indienflug. als mißlungen bezeich- net wird, so ist diese Leistung mit geringschätzigem Achselzucken keineswegs abgetan. Das Flugzeug, ein Fairey-Eindecker, welchen wir in Nr. 4, Seite 68 des „Flugsport“ beschrieben haben, hätte sicher sein Ziel erreicht, wenn es nicht durch Nebel und widrige Winde behindert worden wäre. Das Flugzeug Jandete am 26. April, 17.45 Uhr, in Karachi, wo es bereits um 16 Uhr einmal erschienen war. Hätte es Sholapur, einen Ort im Hinterland von Bombay, erreichen können, so hätte es den Weltrekord gebrochen. Augenscheinlich mußte die Maschine infolge Betriebsstoffmangels umkehren und auf den Flugplatz von Karachi zurückkehren. Für die 6650 km lange Strecke Cranwell—Karachi wurden 50 Std. 38 Min. benötigt. Der Napier-Lion-Motor, mit welchem kurz vorher ein Englischer Fairey-Eindecker mit Napiermotor, welcher anläßlich des England- Indien-Fluges die 6650 km lange Strecke Cranwell-Karachi in 50 Std. 38 Min. zurücklegte. Seite 204 „FLUGSPORT“ Nr. 10 24-Stunden-Flug ausgeführt wurde, arbeitete während dieser langen Dauer ohne die geringste Störung. Die deutsche Luftfahrt auf der Weltausstellung Barcelona. Vergangene Woche ist nach jahrelangen Vorbereitungen die Weltausstellung Barcelona eröffnet wor- den. Die einzelnen Länder, darunter auch Deutschland, werden auf dieser Aus- stellung mit ihren Spitzenleistungen auf allen Gebieten vertreten sein. In der deutschen Gruppe beteiligt sich auch die deutsche Luftfahrt mit einer Kollektiv- Ausstellung. Bei der Dauer der Ausstellung war es leider nicht möglich, mehrere komplette Flugzeuge zur Verfügung stellen zu können. Diese werden aber durch den Luftverkehr, der auch Barcelona berührt, vertreten sein. Um trotzdem eine möglichst geschlossene Uebersicht über die deutsche Luftfahrt geben zu können, werden alle maßgebenden Firmen ihre modernsten und neuesten Typen durch maßstabsgerechte Präzisionsmodelle ausstellen, die firmenmäßig getrennt ein Ge- samtbild der deutschen Luftfahrtindustrie geben. Diese Kollektivausstellung wird noch vervollständigt durch die Motoren- und Zubehörindustrie sowie durch den Luftverkehr und eine Abteilung Luftbildwesen. Insgesamt wird diese Ausstel- lung 15 Aussteller mit ca. 40 verschiedenen Typen umfassen. — Folgende Werke sind daran beteiligt: Albatros, „Arado“, Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Dor- nier Metallbauten G. m. b. H., Focke-Wulf Flugzeugbau A,-G., Haw Propeller- bau G. m. b. H., Hugo Heine Propellerwerk, Ernst Heinkel Flugzeugwerke, Jun- kers Flugzeugwerk A.-G., Junkers Motorenbau G. m. b. H., Deutsche Lufthansa A.-G., Leichtflugzeugbau Klemm G. m. b. H., Raab-Katzenstein Flugzeugwerk G. m. b. H., Rohrbach Metallflugzeugbau G. m. b. H., Deutsche ‚Gesellschaft für Photogrammetrie, Siemens & Halske A.-G., Flugmotorenwerk, Berlin-Spandau. Einen Höhenflug von 11930 m führte der Fliegerleutnant Apollo Soucek aus. Während der Steigzeit von 55 Min. fiel die Temperatur bis auf minus 60 Grad Fah- renheit (minus 51 Grad Celsius). Die Leistung des Fliegers ist, nachdem bereits der Höhenmesser nachgeprüft worden ist, zur Anerkennung eingereicht. NEN Der Modellbau in Rußland wird immer noch lebhaft betrieben, im Gegen- satz zum Segelflugzeugbau, der, wie es scheint, in letzter Zeit etwas eingeschränkt worden ist. Es scheint eben wie bei uns an Mitteln zu fehlen. Wesentliche Wie man eine Schraube macht. Ein Papierfaltmodell. Nr. 10 „rLUGSPORT“ Seite 205 Neuerungen im Modellbau in Rußland sind in letzter Zeit nicht vorgekommen. Man findet in den Fachzeitungen die üblichen Anleitungsskizzen für den An- fänger. Einige Muster geben wir nebenstehend wieder. Modellilugwettbewerb 1929. Infolge Verlesung des Rhön-Segelfilugwett- bewerbes muß der Termin für den Modellflugwettbewerb, für den der 21. Juli vorgesehen war, auf den 6. Oktober verlegt werden. Dieser Termin wird auch allgemein für zweckmäßiger gehalten, da dann bereits die Felder ab- geerntet sind und auch meistens die Herbstferien in diese Zeit fallen. Die Meldungen zum Ausscheidungsfliesen in den einzelnen Landesgruppen müssen den Landesgruppen bis zum 15. August 1929 eingereicht werden. Die Ergebnisse der Ausscheidungsflüge müssen von den einzelnen Landesgruppen bis spätestens 10. September 1929 dem Deutschen Luftfahrt-Verband mitgeteilt werden, der sie durch Rundschreiben veröffentlicht und gleichzeitig die für den Hauptwettbewerb zugelassenen Bewerber bekannt gibt. Diese Ergebnisse wer- den auch in der „Luftschau“, die am 25. September 1929 erscheint, und der ent- sprechenden Ausgabe des „Flugsport“ veröffentlicht, Deutscher Luftfahrt-Verband e. V. Jugendausschuß. gez.: Hofmann. Luft- Post. Was ist beim Gleitiliegen ein Flug? Ist ein Luitsprung von 3 Sek. Dauer ein Flug? Antwort: Wenn Sie mit Ihrem Motorrad auf der Straße über eine plötzliche starke Bodenwelle, z. B. eine stark gewölbte Brücke fahren und so einen Luft- sprung ausführen, so ist das kein Flug, da die Schwerkraft nicht durch die Flügel aufgehoben wird und das tragende Element der Flügel eben fehlt. Man kann beim Gleitfliegen daher sehr wohl immer von einem Flug sprechen, wenn nur Energie durch das Startseil hineingegeben wird. Ebenso ist ein Flug von nur 3 Sek. Dauer immer ein Flug, denn das Maschinengewicht wäre ohne das tra- sende Element der Flügel unter Berücksichtigung der hineingegebenen Energie durch das Startseil oder Verbrauch der Energie durch die Fallhöhe nicht 3 Sek. in der Luft gehalten worden. Was ist ein Jungflieger (Modellilug, Gleit- und Segelilug)? Gibt es auch Alt- flieger? Vielleicht auch Mittelalterflieger? Antwort: Wir haben Sie beinahe im Verdacht, daß hinter Ihrer Frage jemand aus dem Blumeshof steckt. Die Bezeichnung „Jungflieger“ ist entstanden nach Kriegsende, um die Kriegsflieger, denen ia die Ausbildung in den Schoß gefallen war, bei Wettbewerben von den neu ausgebildeten Fliegern, deren Ausbildung, da sie meistenteils auf eigene Kosten geschah, nicht an die raffinierte Ausbildung der Kriegsflieger heranreichte, zu unterscheiden. Ebenso wollte man dem so be- namsten Jungflieger die Möglichkeit geben, mit der Erfüllung von kleineren Lei- stungen sich erfolgreich an Wettbewerben zu beteiligen. Die Bezeichnung Jung- oder Altflieger.ist meistenteils willkürlich gebraucht worden. Wenn sie gebraucht wird, sosmüßte sie in Wettbewerbsausschreibungen genau definiert werden. Z. B. beim Modellfliegen, oifen für solche, die noch keine Preisflüge über 300 m aus- geführt haben; oder bei Gleit- und Segelflügen, offen für Führer mit A-, B- oder C-Schein vom Jahre 1927 oder ähnlich. Besser wäre es schon, um Proteste zu vermeiden, wenn man solche Klasseneinteilungen nach Möglichkeit vermeiden würde. Raketen für Flugzeugmodelle können Sie unter Bezugnahme auf die Zeit- schrift „Flugsport“ von Ph. Sennelaub, Frankfurt a. M., Kornmarkt 3, beziehen. Ein Gros der kleinsten Type kostet RM 5.84. Bei Abschluß einer Regenversicherung kommt in Frage: Angabe der zu versichernden Tagesstunden, die zu versichernde Regenhöhe (l mm oder 2 mm) und Höhe der Versicherungssumme. Lassen Sie sich Angebot von Kastner & Co,, Assekuranz, Nürnberg, Laufertorgraben 2, machen. Seite 206 „FLUGSPORT“ Nr. 10 Falls Sie mit Sammlern historischer Bilder von Kriegsfliegern in Verbindung treten wollen, so senden Sie uns Ihre Adresse. Literatur. ‘Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Spezialkarte der Rhön. „Blatt Hohe Rhön.“ 3. verbesserte Auflage 1929. Druck und Verlag: Hofbuchdruckerei Eisenach H. Kahle A.-G. Preis RM 1.—. Diese Neuerscheinung, Maßstab 1 :50000, war dringend notwendig. Das Blatt enthält viele Neueintragungen. Die kräftigen Schichtlinienfarben geben ein gutes Bild über den Verlauf der Höhenzüge. Jeder Segelflieger sollte diese Karte be- sitzen. Der Bau des Flugzeuges. Von Dipl.-Ing. Pfister. Heft 2, 2. Auflage. Preis RM 2.—. Verlag: Volckmann Nachf. G. m. b. H,, Berlin-Charlottenburg. In dem vorliegenden 2. Teil sind in gemeinverständlicher Weise die Tragwerkverspan- nung und das Leitwerk behandelt. Die 1. Auflage erschien vor 2 Jahren. Seit dieser Zeit ist über das Raketenproblem viel geschrieben worden. Die vorlie- ende 2. Auflage behandelt in gemeinverständlicher Weise die wichtigsten Fort- schritte auf diesem Gebiet. Pfingstülm 1918. Von Maior Leo Leonhardy. Der nachstehende Aufsatz ist dem Andenken an unsere Fliegerhelden des Weltkrieges gewidmet. Wir entnehmen ihn mit Erlaubnis des Ver- lags J. F. Lehmann in München dem eben erschienenen prächtigen Werk „In der Luft unbesiegt“. Erlebnisse im Weltkrieg. 7.—11. Tausend, herausgegeben von Major G. P. Neumann. Preis sebd. RM 5.—. Am Pfingstsonnabend 1918 wurde ich zur Fliegerleitung der 6. Armee be- fohlen: Wir Bombenflieger sollten das Uebel an der Wurzel fassen und die wich- tieste Truppen- und Materialausladestation, Etaples an der Nordküste Frank- reichs, und die bei ihr liegenden, 500000 Mann fassenden Barackenlager plan- mäßig angreifen. Das hieß, von Anbruch der Dämmerung bis zur Morgenröte alle 10 Minuten mindestens mit einem Flugzeug das Ziel zu bombardieren. Es war ein happiges Ende bis dorthin, meist über feindliches Gebiet, aber eine neue Aufgabe in bisher unberührter Gegend. Ich wußte, daß ich damit mei- nen jungen Adlern dieselbe Freude machen würde, wie ich sie über jede Ab- wechslung empfand. — In gehobener Stimmung wollte ich abfahren, als mir ein alter Bekannter von der Wiesbadener Knochenheilmühle in die Arme lief, damals Kriegsberichterstatter für das Auswärtige Amt. Da ich es eilig hatte, bat ich ihn, zu me’nem Flugplatz mitzukommen und bei uns zu essen. Er entschloß sich dazu rasch und erlebte die freudige Begeisterung meiner Flugzeugbesatzungen für die schöne Aufgabe. Das riß ihn selbst derartig mit, daß er mich bat, den Flug mit- machen zu dürfen. Er blieb auch bei seiner Bitte, als ich ihn auf „gewisse Mög- lichkeiten“ aufmerksam machte. Der Verantwortung wegen teilte ich ihn für mein Flugzeug ein und wählte statt der wegen anderer Aufgaben seltener fliegenden Offiziere aus dem Stabe eine besonders fluggeübte Besatzung. Sogleich nach der etwas eiligen Mahlzeit begannen die Vorbereitungen. Die Wetteraussichten blieben einwandfrei, so daß ich von der schwersten Verant- wortung frei war: Nebelgefahr und gleichzeitig dringende Flugnotwendigkeit nämlich brachten uns Bombengeschwaderführer leider oft in schwerste innere Konflikte. Zu Vieren stiegen wir ein, verteilten die Rollen, das Startlicht auf dem sonst im tiefsten Dunkel liegenden Flugplatz flammte auf, der „Doppelmotorige“ rollte, hob sich, und bald erblickten wir unseren Leuchtturm auf der höchsten Kirche von Lille. Fast wie bei Tage lag das vom Vollmond beschienene Gelände aus 2000 m Höhe vor dem geübten Auge. Leider waren nicht alle Nächte so günstig wie diese, und oft mußten wir bei Regen und mondloser Regennacht den Weg finden. Da halfen uns dann Erdlichtzeichen zwischen Front und Flugplatz, z. B. hier ein eroßes lateinisches T, das, mit hellen elektrischen Lampen besetzt, in einem gegen feindliche Beschießung toten Winkel lag, und dessen Enden nach vorher bestimmten Richtungen wiesen. Nr. 10 „PTLUGSPORT“ Seite 207 Ueber diesem Zeichen empfingen uns bereits die ersten feindlichen Schein- werfer und Flugabwehrkanonen. Von Dünkirchen bis weit über die Front vor Lille hinaus zog sich ein mindestens 30 km breiter Gürtel, gespickt mit Abwehr- geschützen, die meist mit Scheinwerfern gekuppelt waren. Zehn, auch fünfzehn Sekunden lang -faßten uns wohl hie und da diese gierigen Leuchtfinger, aber un- ser braver Pilot kurvte unseren Vogel trotz seiner 28 m Spannweite wie einen Finsitzer, so daß wir die Erde oben und die Sterne unter uns zu sehen meinten,, und rasch waren wir entronnen. Bald hatten wir diese Hölle hinter uns, und es hieß, sich nach Karte, Kompaß, Sternen und den Blinkern der Feinde zu orientieren. In der Ferne wurden die Lichter von Boulogne und Calais sichtbar; in herrlichem Mondlicht lag das sil- berne Band des Meeres. Plötzlich heftiges Flugabwehrfeuer, von zahlreichen Kriessschiffen lebhaft sekundiert. Aus der Schuß- und Scheinwerferrichtung konnte ich schließen, daß das zehn Minuten vor uns abgeflogene Flugzeug die gesamte Abwehr — nach meiner gewohnten Taktik — auf sich lenkte. Wir „schlichen“ uns sofort mit abgedrosselten Motoren rückwärts der Scheinwerfer- strahlen tief über Etaples, und ungestört konnten wir unsere 1200 kg Bomben in den nicht zu verfehlenden großen Anlagen mit sichtbarem Erfolg anbringen. Ebenso schnell, wie jetzt Flugabwehrkanonen und Scheinwerfer umschwenkten, brausten auch wir nach einer steilen Flügelkurve mit voller Motorkraft ab, und während in wildem Lichtertanz die Scheinwerfer nach uns tasteten und die Flug- abwehr planlos hinter uns herschoß, arbeitete das erste Flugzeug in gleicher Weise wie wir vorher. Ich kreiste noch eine Weile an der Peripherie des Schuß- bereiches, und wir erfreuten uns an den eigenen und anderen Erfolgen, die man an immer neuen Explosionen und Bränden feststellen konnte; dann ging's heim- wärts. Fachliteratur. Bei Bestellung genügt Angabe der Nummer. Lieferung erfolgt gegen Vorein- sendung (Postscheckkonto 7701 Verlag „Flugsport“ Frankfurtmain) Porto ist in- begriffen. Nachnahme 30 Pfg. mehr. i. Jahrbuch für Luftfahrt 1928 geb. RM 16.90 2. Taschenbuch der Luftflotten 1927, 556 S., 824 Abb. », „12.40 3. Patentsammlung des Flugsport Bd. I u. Bd. Il ie brosch „ 6.30 4. Motorlos in den Lüften v. Martens » „2.30 5. Ergebnisse der aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen. I. Lieferung ch. ,„ 10.30 6. II. Lieferung „ „8.30 7. III. Lieferung » „16.90 8. Flugmodellbau-Unterricht, eine praktische Anleitung für den Flugmodellbau v. Ursinus „ „2.40 9. Großer Luftverkehrsatlas von Europa 1927 geb. „ 25.— 10. „T. 1000“, Roman eines Riesenflugzeuges. 238 S. » „5.80 11. Einführung in die theoretische Aerodynamik. 144 S., 118 Abb. „ „9.50 12. Flugzeug-Navigation u. Luftverkehr. 232 S., v. Ing. Röder » „10. — 13. Der Jungflieger, Roman v. Sofie Kloerss. 180 S. geb. „ 4.50 14. Afrikaflug v. Mittelholzer. 235 S., 215 Abb., 4 Karten geh. „ 12.— 15. Der Bau des Flugzeuges, allgemeiner Aufbau u. Tragfl. brosch. „ 2.15 16. Der Bau des Flugzeuges, Tragwerkverspannung — Leitwerk » „2.15 17. Der Bau des Flugzeuges, Rumpf und Fahrwerk » „2.15 18. Grundlagen der Fluglehre. Teil I. Luftkräite » „2.65 19. Der Flugmotor, Teil 1, Grundlagen, v. Dipl.-Ing. Möller » „2.65 20. Der 19-PS-Flug über die Alpen, v. Dr.-Ing. v. Langsdorff kart. „ 4.50 21. Theorie des Segelfluges, v. Dr.-Ing. Klemperer brosch. „ 6.90 22. Der Bau von Flugmodellen, v. Stamer u. Lippisch „ „2.415 23. Unsere Flieger erzählen, v. Matthias kart. „ 4.30 24. Arbeiten zur Luftnavigierung, vom Navigierungsausschuß der WGL geb. „ 6.80 25. Flugzeugführer Werden und Sein, von Arntzen brosch. „ 2.15 26. Fortschritte der Luftfahrt, Jahrbuch 1926 Ganzleinen geb. „ 24.80 27. Fliegerhandbuch von Rob. Eyb, 4. Aufl. „16.40 Seite 208 „FLUGSPORT“ 28. Leitfaden der Flugzeugnavigation von Prof. Immler » 29. Jahrbuch 1928 der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt geb. „, 30. Taschenbuch für Flugzeugführer von Gymnich. 204 S. Leinen „, » 31. Handbuch für Flugzeugführer von Dr.-Ing. Bader. 193 S. 91 Abb. » 32. Jahrbuch d. Luftfahrt v. Reichsverband d. deutsch. Luftfahrtindustrie „, 33. Bauvorschriften für Flugzeuge von der D.V.L „ 34. Thea Rasche, Start in Amerika » 35. Der Flieger-Roman von Gustav Renker Leinen geb. „ 36. LZ 127 „Graf Zeppelin“ von Dr.-Ing. v. Langsdorff „ 37. Die Rakete für Fahrt und Flug von Scherschervsky geb. „, brosch. „, 38. Francesko de Pinedo Amerikaflug „ 39. Aus 34 Jahren Luftfahrt. Persönl. Erinnerungen v. Major v. Tschudi ,, 40. Das Problem der Befahrung des Weltraums von Noordung 1 41. Ins Reich der Lüfte „> 42. Luftfahrtforschung, 2. Bd., Heft 4, Untersuch. eines Tragflügelprofils „, 43. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 3 „ 44. Luftrecht einschl. Luftverkehrsgesetz u. Pariser Luftverkehrsabk. „ 45. Der Flugzeugbau Schütte-Lanz von Hillmann brosch. 46. Gleitflug- und Segelflugzeuge, Teil I], von Stamer-Lippisch » 47. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 2 Mn 48. Berichte der aerodynamischen Versuchsanstalt Wien von Katzmayr „, 49, Neuzeitliche Flugmotoren von Dr.-Ing. Katz Ganzleinen „, 50. Der Flugmotor, Teil II, von Dipl.-Ing Möller „ 51. Luftfahrtforschung, Band 2, Heft 1 (Profilwiderstandsmessungen) „ 52. Luftfahrtforschung, 1. Band, Heft 4 (Funkwesen und Elektrotechnik) ,, 53. Jahrbuch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt » 54. Luftfahrtforschung, Band 1, Heft 3 (Veredlungsversuche an Elektron- legierungen, neuer Seilverbinder usw.) 2, 55. Veröffentlichungen des Forschungsinstituts der Rhön-Rossitten-Gesell- schaft, Jahrbuch 1926/27, von Professor Dr. Georgii „ 56. Grundlagen des Flugzeugbaues von Fuchs „ 57. Hals- und Beinbruch von Udet (Hundert luftige Karrikaturen) „ 58. Die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs von Breuer „1.65 59, Praktische Fliegerausbildung von Leonhardy „2.15 60. Lebensfragen d. deutschen Luftfahrt v. D.-Ing. Blum u. D.-Ing, Pirath „ 2.65 61. Raketenfahrt von Max Valier „8.50 62. Der praktische Modellilieger, das Bastelbuch für den Modellillugzeug- bau von Hanns Günther und Dr. Hirsch Ganzleinen ,„ 1840 63. Luftfahrt ist not von Ernst Jünger „ „ 50.— 64. Handbuch für Luftfahrt und Luftfahrtindustrie geb. „ 6.20 65. Die Auto-Klempnerei geb. „ 480 66. Grundlagen der Fluglehre Teil II (Tragflügeltheorie) „2.65 67. Gleitflug und Gleitflugzeuge Teil I v. Stamer-Lippisch „2.65 68. Die Möglichkeit der Weltraumfahrt von Ley geh. „ 13.40 Expedition des Expedition des Flugsport Flugsport we KLEINE ANZEIGEN 4% Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt . Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Flotter Konstrukteur, sauberer Zeichner, sucht per 1. Juli Stellung. Gefl. Angebote unter 2507 an die Expedition des „Flugsport“. 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Mai hat Willy Neuenhofen auf einer Junkers W 33 den bis- her von Amerika gehaltenen Welthöhenrekord, welcher mit 11710 m bzw. 12100 m registriert war, mit 12500 m überboten. Neuenhofen machte einen ersten Angriff bereits am 24. und erreichte bald große Höhen. Er hatte knapp die amerikanische Rekordgrenze erreicht, als plötzlich der Schlauch, der ihm den zum Leben unentbehrlichen Sauer- stoff zuführte, infolge einer Bewegung des Fliegers zerriß. „Ich wußte im Augenblick nicht, wie mir geschah“, sagte Neuenhofen. „Ich befand mich in einem Zustand wie in der Narkose und verlor auf Minuten die Besinnung. Automatisch müssen meine Hände den Sicherheits- knopf am Steuer losgelassen haben. Das hatte dann das Aussetzen des Motors zur Folge, und die Maschine elitt in ihrer wunderbaren Sta- bilität mit großer Geschwindigkeit aus etwa 7000 m Höhe im Gleitflug zur Erde nieder. Da kam ich wieder zur Besinnung. Meine Hände lagen lose am Steuer. Ich ahnte sofort, was geschehen war, gab Gas und kam, als wäre nichts geschehen, glatt auf den Boden nieder. Am Samstag früh, kurz vor acht Uhr, erneuerte ich mit Zustim- mung der Werksleitung den Versuch. Mit meiner Bremenmaschine, die von einem Bristol-Jupiter-Motor mit 420 PS getrieben wurde, stieg ich empor. Ich hatte lediglich meinen Fliegerdreß mit einem Ueberpelz auf dem Körper, flog ohne Schutzbrille, weil erfahrungs- gemäß in großen Höhen durch das Atmen die Gläser anlaufen. Ich stieg höher und höher, und das Meßinstrument zeigte bereits 11 000 m. Jetzt kamen die schlimmsten Minuten. Durch die gewaltige Kälte — es waren 55° Celsius unter Null — fror mir ein tränendes Auge zu. Die 12000 m waren erreicht, die Luft wurde dünner und dünner, das Atmen immer schwerer. Ich kannte nur das eine Ziel: den Welthöchst- rekord für Deutschland zu sichern. Der Höhenmesser zeigte 12300, 12400 und endlich — ich kann nicht mehr sagen, wie mir zu Mute war — 12500 m an. Ich hatte den Weltrekord gebrochen und ließ das Höhen- steuer Iocker, und im Augenblick begann. ein wundervoller Gleitflug zur Erde.“ Seite 210 „FLUGSPORT“ Nr. 11 Der Höhenflug wird beim Deutschen Luftrat zur Anerkennung bei der F.A.I. angemeldet. Der induzierte Widerstand von Ein- und Mehrdecker. Für Anfänger zur Einführung. - Die Wirbel lösen sich ja nicht stetig ab, sondern sie erzeugen eine dauernde Pulsation, so daß dieses Rütteln Außenflügelschwingungen hervorrufen kann. Abb. 7 zeigt die Druckverteilung des Außenflügels < Znblesrichtung _— einer rechteckigen Fläche bei verschiedenartiger Ausrundung. Man sieht, daß die nach hinten vorstehende Spitze eine sehr starke Be- lastung infolge des Unterdruckes erfährt. Neben dem induzierten Widerstand gestatten die Formeln auch die Ableitung des induzierten Anstellwinkels. Da ja die Strömung am Flü- gel bereits nach unten gerichtet ist, muß der Flügel mit endlichem Sei- tenverhältnis unter größeren Anstellwinkeln arbeiten, wenn man als Anstellwinkel die Richtung zwischen der Flügelsehne und der unge- störten Strömung betrachtet. Will man also den Auftrieb des Flügels mit unendlichem Seitenverhältnis mit einem Flügel mit endlichem Sei- tenverhältnis erzeugen, so muß dieser Anstellwinkel größer werden. Die Tangente dieses induzierten Anstellwinkels ist gemäß Abb. 1 Isa, = 2v was mit Anwendung der vorher angeleiteten Formeln sich errechnet zu tga, —c | a b’ Da oi stets klein ist, kann man die Tangente mit Bogen verwech- seln, so daß der Winkel, in Grad ausgedrückt, die Größe hat: 573 b Will man nun von irgendeinem Seitenverhältnis auf ein anderes Seiten- verhältnis umrechnen, so gelten unter der Voraussetzung, daß die Auf- triebswerte gleich sind, die Formeln 2 a“ \b ob 0 F BR \ u = 57,30, 2 072 b, b, Der induzierte Widerstand des Doppeldeckers läßt sich nun auf ähnliche Weise ableiten, wobei man berücksichtigen muß, daß die bei- den Flügel sich gegenseitig beeinflussen, vorausgesetzt, daß sie nicht Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 211 in sehr großer Entfernung voneinander angeordnet sind. Die Flügel haben also nicht nur ihren als Eindecker vorhandenen induzierten Widerstand, sondern es tritt noch der durch die gegenseitige Beeinflus- sung hervorgerufene Widerstand hinzu. Vergleicht man Anordnung von Ein- und Mehrdeckerflügeln, die alle die gleiche Spannweite haben und deren Gesamtfläche gleich ist, so kann man feststellen, daß der induzierte Widerstand des Doppeldeckers um einen bestimmten Betrag geringer ist als der des Eindeckers bei gleicher Spannweite und Flächengröße; beispielsweise stellen wir uns einen Eindecker vor mit 10 m Spannweite und 3,33 m Tiefe, also Seitenverhältnis —= 3, Flächen- größe — 33,3 m?, und setzen diesen Eindecker in Vergleich mit Dop- peldeckern, die zwei gleiche ungestaffelte Tragdecks: besitzen, die gleiche Flächengröße haben, so daß also jedes Deck 10 m Spannweite hat und 1,67 m Tiefe besitzt, wodurch die Gesamtfläche des Doppel- deckers ebenfalls auf 33,3 m? kommt, und bestimmen wir die Polaren dieser Anordnungen, so erhalten wir die in Abb. 8 dargestellten Mes- sungsergebnisse. Wir sehen, daß die Polaren der Doppeldecker zwi- schen der Polare des Eindeckers mit dem Seitenverhältnis 1:3 und der Polare des Doppeldeckereinzelflügels mit dem Seitenverhältnis 1:6 liegen, und zwar nähern sich die Polaren immer mehr der Polare des Einzelflügels, je größer der Abstand der einzelnen Decks ist. Theoretisch ist der induzierte Widerstand im wesentlichen ab- hängig von dem Verhältnis des Deckabstandes zur Spannweite, und weiterhin ist der Einfluß des Deckabstandes zur Tiefe ebenfalls maß- gebend. Die Verhältnisse liegen allerdings wesentlich schwieriger als beim Eindecker, da eine ganze Reihe von verschiedenartigen Einflüs- sen hier zusammenwirkt. So befindet sich z.B. das Oberdeck des Dop- peldeckers in der durch den Unterflügel erzeugten, nach abwärts ge- richteten und gekrümmten Strömung, so daß der Flügel nicht mehr in einer geradlinigen Strömung arbeitet und dementsprechend die Wöl- z00 l | 5 | /S- nr u o ——9—n Lindecken 2:3 / I —— finder 1:0 60 © A’ 9 Ioppelclecker 4 =08 %4-0733 ° er Me-42 0783 Va . — 000 E24 %-0233 » i . 40 — 20 f Abb. 8 200 (u, ” Seite 212 „FLUGSPORT"“ Nr. 11 bung des Flügels nicht mehr voll zur Geltung kommt. Um zu einfachen Umrechnungsformeln zu gelangen, setzt man den induzierten Wider- stand des Doppeldeckers ähnlich an wie den des Eindeckers, indem man angibt: c Z [% Wi (Doppeldecker) a b’ Hier bezeichnet F die gesamte Fläche des Dopeldeckers und b die größte Spannweite, während * eine Güte-Zahl ist, die je nach der Bau- art der Doppeldeckerzelle errechnet werden kann. * ist stets kleiner als 1, d. h. also, der Doppeldecker ist stets günstiger als der Eindecker mit gleicher Flächengröße und gleicher Spannweite. Vergleicht man nun die Versuchsergebnisse mit den theoretischen Rechnungen, so muß man feststellen, daß die Theorie im allgemeinen zu günstige Werte er- gibt, was dadurch zu erklären ist, daß die der Rechnung zugrunde ge- legte Auftriebsverteilung der beiden Flügel nicht in vollem Maße ein- tritt, und was zur Folge hat, daß die Güte-Zahl größer wird. In Abb. 9 10 kann man für verschiedene Anordnungen 4 diese Güte-Zahl entnehmen. Die strich- ! \ I —— nehm a9 Tr punktierte Kurve zeigt die experimentell % Ne gefundenen Werte. Hiermit soll jedoch 08 Ss nicht gesagt sein, daß vom flugtechni- Sn _ schen Standpunkt aus dem Doppeldecker 07 RS ml stets der Vorzug zu geben ist. Man muß Ir 7 | ja immer bedenken, daß die Güte 06 > eines Flugzeuges nicht nur vom Abb.o “0 + Y, * # aerodynamischen Aufbau, sondern auch von der rein konstruktiven Seite betrachtet werden muß. Hier muß man nun beim Doppeldecker be- denken, daß bei der hier besprochenen einfachen Anordnung gleicher Flügel bei gleichen Spannweiten folgendes ungünstiger wird: Erstens: Die verfügbaren Holmhöhen sind nur halb so groß wie beim Findecker mit gleicher Spannweite, zweitens, alle an sich nebensächlichen Bau- teile des Flügels sind in doppelter Ausführung vorhanden, so daß die Gewichte dieser Teile stets etwas größer werden als beim Eindecker, drittens benötigt man die doppelte Anzahl Rippen, was ebenfalls eine Gewichtsvermehrung bedeutet, weil ja beispielsweise zwei 1 m lange Rippen stets etwas mehr wiegen als eine 2 m lange Rippe. Und dann noch eins. Das Deck des Eindeckers läßt sich stets an die günstigste Stelle in bezug zum Rumpf setzen, dahin, wo es nämlich durch den Rumpf am wenigsten ungünstig beeinflußt wird. Dies kann man beim Doppeldecker nur normalerweise mit dem Oberdeck er- reichen. Das untere Deck wird infolge des Rumpfes, Fahrgestells usw. nicht unerheblich gestört, was zur Folge hat, daß selbst die experimen- tell gemessenen Güte-Grade nicht voll zur Geltung kommen. Der Vor- teil des Doppeldeckers beruht auf anderen Eigenschaften. Es ist stets möglich, durch irgendeine Verbindung beider Decks die auftretenden Flugbeanspruchungen günstiger aufzunehmen als beim Eindecker. An- dererseits ist zur Stabilisierung der Doppeldeckerzelle ein wesentlich kleineres Leitwerk notwendig als zur Stabilisierung des gleichwerti- gen Eindeckerflügels, da ia die Stabilität durch die Tiefe des Flügels erheblich beeinflußt wird und ein tieferer Flügel ein entsprechend grö- ßeres Leitwerk bedingt. Eine klare Entscheidung, ob Doppeldecker oder Eindecker zu wählen ist, läßt sich nicht treffen. Man wird stets von Fall zu Fall zwischen den verschiedenen Anordnungen auswählen und die große Anzahl der ganz verschieden gerichteten Ein- Nr. 11 „FLUGSPORT*“ Seite 213 flüsse abwägen müssen, die der Konstruktion eines Flugzeuges zu- grunde liegen; es ist z.B. ganz verkehrt, lediglich die aerodynamische Güte in den Vordergrund zu stellen. Sie spielt z.B. bei Sport- oder Schulflugzeugen keine wesentliche Rolle; hier entscheidet die Unter- bringungsmöglichkeit, die gute Steuerfähigkeit und das geringe Bau- gewicht. Beim Verkehrsflugzeug hingegen steht die aerodynamische ‘Güte stärker im Vordergrund, so daß wir auch hier fast allenthalben Eindeckerkonstruktionen antreffen. Wer sich über diese Fragen, die hier nur kurz behandelt worden sind, genauer orientieren will, der sei nochmals auf die in den Ergeb- nissen der Göttinger Versuchsanstalt, Lieferung 1, 2 und 3, dargelegte Ableitung verwiesen. Anhang (vergl. Seite 199 Flugsport.) Die Größe des Antriebs läßt sich errechnen als A=- UT. g andererseits ist gemäß Abb. 1 A _2xv W w Aus beiden Gleichungen erhalten wir den induzierten Widerstand, A? W, = 2 av g Da nun 2. 5 v’= q (Staudruck) ist, A? d = so wir W, 10.4 Schreibt man nun für W, und für A Ww= „Fra A =c, :F-q so wird der induzierte Widerstandsbeiwert mg: Geschwindigkeitsgrenzen im Flugzeugbau. Die Dornier-Metallbauten hatten auf der Ila 1928 das Modell eines Rennflug- zeuges (Abb. 2) mit der bei dieser Firma bevorzugten Tandem-Anordnung der Mo- toren ausgestellt. Dieses Modell regte den englischen Rennflugzeugskonstrukteur Carter zu einer Untersuchung über die Möglichkeit der Geschwindigkeitssteigerung durch diese Motorenanordnung an, Der Untersuchung, die im „Flight“ veröffent- licht wurde, entnehmen wir folgendes: Carter hat in einem Diagramm folgende Werte von 6 gebauten Rennflug- zeugen eingetragen: Höchstgeschwindigkeit, Geschwindigkeit über eine längere Strecke, Propellerleistung und Widerstand. Durch Verbinden der einzelnen Punkte erhält man den Anfang der in dem Diagramm eingezeichneten Kurven. Um nun Grenzen zu finden, bis zu denen man diese Kurven extrapolieren kann, d. h. um festzustellen, wie weit man die Geschwindigkeiten der Flugzeuge mit den heute gegebenen Erkenntnissen der Flugtechnik steigern kann, werden die einzelnen Faktoren, von denen die Geschwindigkeit abhängt, untersucht. Diese Faktoren sind Widerstand und Propellerleistung. Seite 214 | u „FLUGSPORT“ Nr. 11 T I J 5 ı B ] N | | gesh Grenze 1 I ] Jgoo Iasoo ao —— - ,'/ - . I u . .J 8 : un. 1800 J4ooo Ieo in | °| 8 DA Höchstgeschw. —_ — _ LS 4 J 2 | so) 7 a Iyso 2500 &] 90 yA Retsegeschwindigkeit. _ TE N 4 - 34 a u PS’Tandem - - o- j 01 ] 7 y . -j90° & 2300 Eu 50 7 3- s- €- = - = - “- Sg - S- o- I: 3 700 K 290° 40 I PS. einmotorig. 2- »- “7 Fr \ 5] 81 7 93-1300 & 4500 „30 o] I 81 pa p| un. t Iaeo IJs000 320 N | Aue BEE 3 _ J Sl III “Widerstand. Tandem. — - »- 7 - a ] r4 | IN ||| Iyoo JIsoo Io — PA | Widerst. einmetorig. | | | 1 < | | | | | | u J u No. Abb. 1. Der Widerstand der Flugzeuge bei den heutigen Baugepflogenheiten setzt sich wie folgt zusammen; wenn man eine Vergleichsgeschwindigkeit von 30,5 m/sek. zugrunde legt. . Eindecker Doppeldecker en kg Tragflächen on 6,6 7,05 Rumpf 328°, 3,64... Leitwerk 1,28 1,28 Zwei Schwimmer ., 3,75 3,75 Streben und Verspannung 5,7 6,75 20,61 22,47 Mit einer Propellerleistung von 825 PS, wie sie heute mit einem Motor er- reicht werden kann, würde man Geschwindigkeiten von 494 bzw. 470 km/h er- zielen können. Abb. 2. Dornier-Renn- Wasserflugzeug. Cha- rakteristisch für die Konstruktion ist der Aufbau mit einem Rumpf mit zwei Moto- ren von ie 1000 PS vor und hinter: dem Führer. Dadurch ist es möglich, ohne den Stirnwiderstand zu er- höhen, zwei Motoren “ unterzubringen. NHoö- hen- und Seitenleit- werk sind‘ auf den nach hinten verlänger- - ten beiden Schwim- - mern befestigt. N. il „FLUGSPORT“ Seite 215 Der Widerstand kann durch geschickte Konstruktion eventuell wie folgt herabgesetzt werden: Tragfläche 5,6 kg Rumpf 25 kg Leitwerk 1,0 kg Schwimmer 3,28 .kg Streben und Verspannung 3,65 kg 16,03 kg Durch diese Herabsetzung des Widerstandes würde man bei gleicher, Pro- pellerleistung eine Geschwindigkeitssteigerung auf 525 km/h erreichen. Man hat also durch Herabsetzung des Widerstandes um 23% eine Geschwindigkeitsstei- gerung um 5,8% erzielt, ein Gewinn, der verhältnismäßig gering ist, so daß man sagen kann, daß man durch Widerstandsverringerung keine wesentliche Ge- schwindiskeitserhöhung mehr erzielen wird. Anders liegen die Verhältnisse bei der Leistungssteigerung. Eine Erhöhung der Leistung unserer heutigen Vergaser-Flugmotoren erscheint für Rennzwecke sehr wohl möglich, wenn auch kaum für Verkehrsflugzeuge. Man kommt zu dieser Annahine, wenn man die heutigen Flugmotore mit Rennwagenmotoren ver- gleicht. So soll z. B. der Motor eines amerikanischen Rennwagens die Leistung von 145 PS bei einem Zylinderinhalt von nur 1,5 | haben, allerdings bei 6500 Um- drehungen/Min. : Dagegen hat die typische Rennflugzeugmaschine bei 3600 Um- drehungen/Min. und einem Inhalt von 24 I eine Leistung von etwa 1000 PS. Aus diesem Vergleich kann geschlossen werden, daß es möglich sein wird, die Motor- leistung bei gleichem Zylinderinhalt um 100% zu steigern. Das würde mit der gleichzeitigen Widerstandsverringerung von 23% eine Geschwindigkeit von 715 km/h ergeben. Immerhin wird die Entwicklung eines Motors von etwa 100 PS Leistung pro Liter Zylinderinhalt bei Motoren mit großer Leistung zu Problemen führen, die nur durch umfangreiche Versuche gelöst werden können, so daß in nächster Zeit nicht mit einer Leistungssteigerung der Flugmotoren zu rechnen ist. Eine Mög- lichkeit der Leistungssteigerung würde ein Motor mit zwei oder mehr Kurbel- wellen ergeben. Dies würde im Prinzip das Gleiche sein, wie die Tandemanord- nung zweier Motoren. Das aus diesen Gründen von Carter entworfene Flugzeug, dessen Kon- struktionsskizzen Abbildung 3 zeigt, zeigt folgende grundlegenden Werte: Fluggewicht 2500 kg, Tragflächeninhalt 16,5 m’, untere Tragfläche 3,1 m?, obere Tragfläche 13,4 m’, Spannweite obere Tragfläche 8,85 m, Spannweite untere Tragfläche 3,65 m, Flächentiefe obere Tragfläche 1,75 m, Flächentiefe untere Trag- fläche 0,84 m, Flächenbelastung 150 kg/m?, Landegeschwindigkeit 160 km/h. Der Vergleichswiderstand dieses Flugzeuges ergibt sich: Obere Tragfläche und Motorengondel 885 kg Untere Tragfläche und 2 Stützschwimmer 3,95 kg Boot und Leitwerk 6,95 kg . Streben und Kabel 5,55 kg 25,3 kg Um einen ersten Vergleich mit den jetzigen einmotorigen Flugzeugen zu ge- statten, wird die Propellerleistung, die sich durch die Tandemanordnung verwirk- lichen läßt, zu 1580 PS angenommen, eine Zahl, die sich sicher verwirklichen läßt. Damit wird man eine Geschwindigkeit von 556 km/h erreichen können, überbietet also die bisher erreichte Höchstgeschwindigkeit um etwa 35 km/h. Die konstruktiven Grundlagen des Renn-Flugbootes zeigen die Abbildungen. Gegenüber den Zweischwimmer-Flugzeugen ergeben sich noch folgende Vorteile: Abb. 3. Englisches Renn-Wasser-Flugzeug. Seite 216 „FLUGSPORT“ Nr. il Der Führer ist befreit von der großen Unbequemlichkeit seines Platzes direkt hinter dem Motor. Der Führersitz kann ganz abgedeckt werden ohne Belästigungen durch Aus- puff und Oeldämpfe befürchten zu müssen. Die Sicht ist nach allen Richtungen vollkommen frei. Die Motoren können leichter so angeordnet werden, daß eine gute Kühlung gewährleistet ist. Zusammenfassend kann man also sagen, daß ein Rennflugzeug mit Tandem- anordnung der Motoren einem einmotorigen immer überlegen ist, trotz des grö- ßeren Widerstandes. Außerdem bietet dieses dem Führer Erleichterungen, die für den Ausgang eines Rennens ausschlaggebend sein können. G. VoR. Schleicher Segelflugzeuge 1929. y Flugzeugbau Alex. —— N Schleicher hat seine Flugzeuge verbessert und 2 neue Typen herausgebracht. nee (Siehe die Zeichnungen.) 00 7o00 500 Hochdecker \ Hols der Teufel 1929. N Bann | \ \ N 7 IR Gewicht 90 ke. 3 1-2” , N Fläche 22 m?. N ’ N Seitenverh.1:7,2. Fr 7800 — Fi Ba Gleitwinkel1:15. / 7 . | 750.7 PAR Sinkgeschw. a , 0,78 m/sek. | ' / r | „° 01, | Is” | f | | | | I | | 1 | | | | Nr. 11 „FLUGSPORT"” Seite 217 7400 I 9600 7 l N doo_,509 DEREN Hochdecker EN In „Anfänger“. : BR Gewicht 95 kg. } N Q Fläche 18,5 m’. $ NL 8 L Seitenverh. 1:6. Y i Fa N MN 1 Gleitwinkel1:12. F Sseschw. 4 oo.L70o4 j X ‚0 mi/sek. “ “ j | i . BAER | | | | | | | | | | | | L ZKONSIRUKTIONS SEINZEISHEITEN Französische elastische Rohrverbindung. Eine elastische, die Erschütterung dämpfende Rohrleitungsverbindung zeigt die nebenstehende Abbildung. Die Verbindung besteht aus einem ku- gelförmigen Stück, welches in eine entsprechende kugelförmige Pfanne eingeschliffen ist. Das kugelförmige Stück wird durch eine Ueberwurfmut- ter in Form einer Stoffbüchse gehalten. Seite 218 „FLUGSPORT“ Nr. 11 Rumpfknotenpunkt beim „Hawk Moth“, De Havilland verwendet für seinen Rumpf Stahlrohr von vierecki- gem Querschnitt. Dieses Stahlrohr ist aus Rundrohr durch eine geeig- nete Matrize viereckis gezogen. Obwohl das Widerstandsmoment beim viereckigen Querschnitt ungünstiger ist, ergeben sich z.B. für die Verkleidung allerhand Vorteile. Nebenstehende Abbildung zeigt einen solchen Knotenpunkt. Der viereckige Querschnitt gestattet auch, Rumpfverbindungen in den Längsholmen leichter zusammenzuschrauben und Laschen anzu- bringen. In die durchbohrten Enden werden dann Aluminiumfüllstücke eingeführt, die ein Zusammendrücken des Rohres vermeiden. Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr. 30. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A.I.) hat gemäß Mitteilung im April folgende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Klasse C (Landflugzeuge) Frankreich mit 1000 kg Nutzlast: “ Paillard und. Camplan auf Flugzeug Bernard, Motor Hispano-Suiza 600 PS am 23. Dezember 1928 Geschwindigkeit über 1000 km 220,791 km Der Luftrat hat folgende Leistung als Deutschen Rekord anerkannt und: zur Anerkennung als Weltrekord bei der F. A. I. zur Anmeldung gebracht: Klasse C bis (Seeflugzeuge) Deutschland mit 6450 kg Nutzlast Steindorf auf Flugboot Rohrbach „Romar“, drei BMW VI-Motoren je 500 PS, in Travemünde am 17. April 1929. Größte auf eine Gipfelhöhe von 2000 m transportierte Last: 6450 kg. Berlin, im Mai 1929 Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: zez. v. Hoeppner. Mitteilung des Deutschen Luftrats Nr, 31. Federation Aeronautique Internationale (F. A. I. hat gemäß Mitteilung vom 16. Mai 1929 folgende Flugleistungen als Weltrekord anerkannt: Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 219 Klasse C bis Deutschland Hermann Steindorf mit Fluxboot Rohrbach „Romar“, drei BMW VI-Motoren ie 500 PS, in Travemünde am 17. April 1929 Größte auf eine Gipfelhöhe von 2000 m transportierte Last 6450 ke. Der Deutsche Luitrat hat folgende Flugleistung als Deutschen Rekord an- erkannt und die Dokumente zwecks Anerkennung als Weltrekord an die F. A. I. weitergereicht: Klasse C bis Rolf Starke mit Seeflugzeug Heinkel HD 38 mit einem BMW Vla-Motor zu 600 PS, in Warnemünde am 7. Mai 1929 Geschwindigkeit über 100 km 259,927 km/Std. Berlin, im Mai 1929 Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Vom Luftrat wurden folgende Lizenzen für 1929 neu ausgestellt: Nr. 119 Arnd Benzler, Böblingen; Nr. 120 Heinrich Eisemann, Böblingen; Nr. 121 Frank Kirsch, Böblingen; Nr. 122 Erich Offermann, Berlin; Nr. 123 Theo Croneiss, Gut Schrammelhof bei Regensburg; Nr. 124 Alex Thomas, München; Nr. 125 Frhr. Wolf von Dungern, Berlin-Charlottenburg; Nr. 126 Ernst August Wohlberg, Bremen; Nr. 127 Otto Graf Lippe, Kassel; Nr. 128 Fritz Morzik, Berlin; Nr. 129 Dr. Günther Ziegler, Berlin; und verlängert: Nr. 100 Heinrich Weber, Hannover; Nr. 18 Gerhard Fieseler, Kassel; Nr. 29 Kurt Gossen, Berlin; Nr. 72 Paul Röhre, Königsberg i. Pr.; Nr. 82 Johannes Nehring, Darmstadt; Nr. 67 Peter Hesselbach, Darmstadt; Nr. 101 Friedrich Altemeier, Essen; Nr. 69 Paul Laubenthal, Stuttgart. ° Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. - Intern. Rundilug 1929, Auf Grund der zahlreich eingegangenen Nennungen zum „Wanderpreis des Internationalen Rundflugs 1929“ hat, wie der Aero-Club von Deutschland mit- teilt, die international zusammengesetzte Sportleitung anläßlich einer Sitzung in Paris am 13. Mai d. J. beschlossen, daß der Termin zum Eintreffen der Flugzeuge in Paris-Orly vom 3. August auf den 2. August d. J. vorverlegt wird. Die Organisation für diesen ausgedehntesten Flugzeug-Wettbewerb, der je stattgefunden hat, ist in vollem Gange. Die Betriebsstofiversorgung auf der 6000 km langen Strecke, die Beurkun- dung, Unterbringung der Flugzeuge und Besatzungen usw. werden auf interna- tionaler Basis vom A&ro Club de France organisiert. Die Beschaffung ausrei- chenden Kartenmaterials für die deutschen Besatzungen übernimmt auf Anfor- dern der Aero-Club von Deutschland. Ausländische Nennungen zum Internationalen Rundilug 1929 bis zum Nennungsschluß am 25. April. Durch den A&ro-Club de France: Bourgeois, 3 App. Bourgeois B, 1. Kategorie; Ste. Anon. des avions Albert, 2 Albert Type TT2, 1. Kateg.; Rene Caudron, 2 App. Caudron, 1. Kateg.; Guerchais L. Henriot, App. Guerchais L. Henriot, 1. Kateg.; Henry Potez, 4 Potez 36, .1. Kateg.; Maurice Fänat, App. Potez, 1. Kateg. Edmond Abraham, App. Abraham, 1. Kateg. Club Universitaire A&ronautique, Caudron, 1. Kateg.; Weymann, Cierva Autogiro, 1. Kateg.; Antonio Muniz, Muniz M 5, 1. Kateg. J. de la Cierva, Autogiro. Comte Alain de Lambilly, App. St. Hubert, 1. Kateg.; John W. Edwards, de Havilland, 1. Kateg. de Havilland Aircraft, de Havilland, 1. Kateg. S. A. „Ikarus“, App. Ikarus-Mickl, 2. Kateg. Miss Winifried Evelyn Spooner, de Havilland, 1. Kateg. Spartan, App. Simmonds. Lady Bailey, de Havilland, 1. Kateg.; Seite 220 „rFLUGSPORT“ Nr. 11 Durch den Aero-Club d’Italia: Antonini Doenico, App. Caproni, 1. Kateg.; Francis Carlo Lombardi, App. A. S. l., 1. Kateg.; Soc. An. Aeron. d’Italia, 3 App. Fiat AS I, 1. Kateg.: Officino Ferroviaro Modidionali, 3 App. Romeo Ro. 5, 1. Kateg.; Soc. Italiana Ernesto Breda, 3 Breda 15, 1. Kateg.; Aeronautica Caproni, Caproni 100, 1. Kateg: Durch den Schweizer Aero-Club: Van Mühlenen und Burkhard, Klemm, 2. Kateg. H. Wirth, Klemm, 2. Kateg. Durch den Tschechoslowakischen Aero-Club: Soc. An. Avia, 3 App. Avria BH II antilopa, 1. Kateg. Wilhelm Mejo f ist am 8. Mai bei einem Kunstflug auf dem Flugfelde bei Aspern verunglückt. Das Leichtflugzeug „Phönix-Meteor L 2“ mit dem deut- schen Hoheitsabzeichen „D 1431“, ein Erzeugnis der Phönix-Flugwerke-in Düssel- dorf-Lohhausen, war mit einem 30/40pferdigen Skorpion-Flugmotor ausgerüstet und sollte als Vorführungsflugzeug der Wiener Generalvertretung dienen. Schen am 7. d. hatte die Maschine unter sehr ungünstigen Windverhältnissen einen Probeflug von 15 Minuten ausgeführt und seine große Flugsicherheit. erwiesen. Meio trudelte von 1200 m bis auf etwa 600 m, wo er die Maschine in die- nor- male Lage brachte, ab, hierauf setzte er zum Sturzflug ein, um in die Rücken- lage zu gelien, was tadellos gelang. Plötzlich sah man, daß aus der Maschine etwas herausfiel. Das Flugzeug flog in der Rückenlage etwa 500 m weiter und näherte sich in einer schwachen Kurve dem Boden, wo es flach landete und. sich über- schlug. Mejo fand man in 800 m Entfernung vom Flugzeug. Die Anschnallgurte im Führersitz waren unversehrt, unbeschädigt und offen. — Das Phönix-Flugzeug ist bekanntlich abgenommen und für den Verkehr zugelassen. Mejo war ein eifriger Mitkämpfer für die Entwicklung des Leichtflugzeuges. Die Rechtskommission der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt befaßte sich in ihrer letzten Sitzung unter dem Präsidium ihres Vorsitzenden (Oberregierungsrat Dr. Alex Meyer) mit dem aktuellen Thema „Die Bestellung von Pfandrechten an Luftfahrzeugen“. Berichterstatter war der Syndikus der Luft-Hansa A.-G., Dr. jur. Hermann Döring. Dr. Döring legte den von ihm ausge- arbeiteten Entwurf eines Gesetzes vor, den er eingehend erläuterte. In der Diskussion wurde insbesondere die schwierige Frage erörtert, auf welche Gegen- stände des Luftfahrzeuges sich das Pfandrecht erstrecken soll. Die . Beant- wortung dieser Frage bietet vor allem bezüglich des Motors, der erfahrungs- gemäß häufig ausgewechselt wird, Schwierigkeiten. Gemäß Vorschlag des Vor- sitzenden wird Dr. Döring seinen Entwurf zunächst dem neu ernannten Leiter des Institutes für Luftrecht in Königsberg, Professor Dr. Oppikofer, zuleiten, der sich zur Erstattung eines Gegenreferates erboten hat. Dieser endgültige Entwurf soll in der nächsten- Sitzung der Rechtskommission erörtert und alsdann den zu- ständigen Reichsstellen überwiesen werden. Transporte von Flugzeugen auf die Wasserkuppe übernimmt Johann Heller, Wagnermeister, Abtsroda, Post Poppenhausen (Rhön), und zwar ohne Beihilfe von Flugschülern, Preis RM 15.—. Außerdem besorgt er Pferd und Fuhrmann für das Heraufziehen der Flugzeuge zwischen den Flügen für RM 12.— pro Tag, resp. für RM 6.— den halben Tag. u „Sturmvogel, Flugverband der Werktätigen“. Unter diesem Namen ist in Berlin eine Organisation zebildet worden, deren Aufgabe es ist, das Flugwesen enger als bisher mit dem Interessenkreise des ganzen Volkes zu verbinden und das Flugzeug: für Sport, Werbung und Verkehr den breiten Massen zu erobern. Die Geschäftsstelle befindet sich im Zentralflughafen Berlin- Tempelhof. Der Verband wird eine eigene Zeitschrift herausgeben. Segelilugbauprüfer. In dem in der letzten Nummer veröffentlichten Verzeich- nis sind noch folgende Bauprüfer nachzutragen: für Gruppe Württemberg: Dipl.- Ing. Wolf Hirth, Stuttgart, Fürstenstr. 1; ‚Dipl.-Ing. Paul Laubenthal, Stuttgart, Fürstenstr. 1; Erich Bachem, Stuttgart, Technische Hochschule, Akademische Flie- gergruppe. Schlesiergruppe: Ing. Huppertz, Provinzwerk Hirschberg (Schlesien): Ing. Friese, Provinzwerk: Hirschberg (Schlesien); Ing. Schneider, Segelflieger- schule Grunau bei Hirschberg. Gruppe Oberschlesien: Ing. Orzulok, i. Fa. Borsig- werk A.-G., Borsigwerk (Oberschlesien). Nr. 11 „FLUGSPORT“ Seite 221 Ausland. Einen Dauerflug im Einsitzigen Flugzeug von 35 Std. 33 Min. 21 Sek. hat der amerikanische Flieger Martin Jensen auf Roosevelt Field ausgeführt und damit den längsten einsitzigen Dauerflug von Lindbergh gelegentlich seiner Ozeanüberque- rung von 33 Stunden 3] Min. erheblich überboten. Der Flug kommt aber als Weltrekord nicht in Frage, da keine entsprechende Klasse vorhanden ist. Uebergabe des Transozeanilugzeuges „Bremen“ an Neuyork erfolgte am 22. Mai mit einem feierlichen Akt in Anwesenheit von Oberst Fitzmaurice, Bürger- meister Walker und dem deutschen Konsul Heuser. In herzlicher Weise wurde hierbei auch insbesondere des verstorbenen Kameraden Freiherrn v. Hünefeld und des leider nicht anwesenden Hauptmanns Koehl gedacht. Das Flugzeug „Bremen“, welches ja auch auf seinem Schiffstransport nach Neuyork als Versteck eines blinden Passagiers von sich reden gemacht hat, wird zunächst in der Grand Central Station einen Ehrenplatz über dem ebenfalls dort aufgestellten ersten histo- rischen Eisenbahnzug der Neuyork—Central—Eisenbahn erhalten und dann nach Vollendung des „Museum of Peaceful Arts‘ dorthin überführt werden. Ueber die Weltausstellung in Barcelona, insbesondere über die deutsche Abteilung, berichteten wir bereits in der letzten Nummer. Von sonstigen nicht- ‚deutschen Firmen ist ausgestellt: ein Doppeldecker Breguet Typ Jesus del gran Poder, ein sogenannter Sesquiplan-Anderthalbdecker, ferner eine Maschine ohne Bezug, ein Loring-Doppeldecker und die gleiche Maschine ohne Bezug, ein Flug- boot von der Marine, italienisches Modell, kein Dornier, ein Autogiro de la Cierva von Loring und ein von einer Militärfliegerschule gebauter Doppeldecker, Modell alter Avro mit Kufe und Rotationsmotor 80 PS le Rhöne. Vom „Dansk Fiyvemodel & Glideilyver Forening“ Kopenhagen. Dieser Club hat in letzter Zeit recht fleißig gearbeitet und einen Sitzgleiter mit offenem Gitter- rumpf gebaut. Die Maschine hat eine Spannweite von 12 m, 5,5 m Länge und einen Flügelinhalt von 12 m?. Die Flügel sind aus Cawit-Birken-Sperrholzplatten und Kiefernholz aufgebaut. Die Kastenholme bestehen aus 2 Stück Kiefernleisten 15x15 mm, welche mit 2 mm Sperrholzseiten bekleidet sind. Versteift wird der Flügel durch eine bis zum Vorderholm reichende Sperrholznase. Der Holm der Verwindung und der vordere Seitensteuerholm sind auch Kastenholme, die übri- gen sind U-Holme, Die Werkstatt des „Dansk Flyvemodel & Glideflyver Forening“. Im Vordergrunde links (x) C. le Dous, rechts daneben mit dem Modell (xx) a. Larsen, Schatzmeister, Seite 222 „rLUGSPORT“ Nr. 11 Neuyorker Flugzeugschau 1929, Zum ersten Male seit 7 Jahren fand in Neuyork vom 6. bis 13. Februar eine Flugzeugschau statt. Veranstaltet wurde diese rein lokale Schau durch Aviation Post Nr. 743 der American Legion, ohne Mitwirkung oder auch nur moralische Unterstützung der Aeronautical Chamber of Commerce. Sie bewies durch den außerordentlich großen Zustrom, der ihr vom ersten bis zum letzten Tage zuteil wurde, das intensive Interesse, das auch vom großen Publikum dem Flugwesen entgegengebracht wird. Die annähernd 100 Ausstellungsgegenstände, darunter 48 Flugzeuge, waren in geschickter Weise ver- teilt, um neben dem kommerziellen auch dem erzieherischen Zweck Rechnung zu tragen. Die Stadtverwaltung unterstützte dieses Bestreben dadurch, daß sie ausnahmsweise die Erlaubnis gab, die Ausstellung auch am Sonntagnachmittag offen zu halten, um in weite Kreise das Interesse am Fliegen („airmindness“) zu tragen. Vorbedingung für die Zulassung eines Flugzeuges war, daß es seine Brauch- barkeit als Luftbeförderungsmittel bereits erwiesen haben mußte. Obgleich aus diesem Grunde von überraschenden Neuheiten keine Rede sein konnte, bot die Ausstellung schon durch die Beschickung von Flugzeugen bekannter Flieger, die zeitweise persönlich anwesend waren, des Interessanten genug. Im allgemeinen war der Sporttyp vorherrschend; Avro Avion und Havilland Moth, sowie das Handley-Page-Flugzeug fanden viel Aufmerksamkeit. Die Moth . Aircraft Co. konnte zum Schluß den Verkauf von 37 Flugzeugen melden. — Als einzige, militärischen Zwecken dienende Maschine zeigte die Chanc Vought Corporation den für die argentinische Regierung gebauten „Vought Corsair“. Siemens & Halske-Motoren waren in verschiedene Flugzeuge eingebaut, da- runter auch die für Post- und Personenverkehr bestimmten Maschinen des „Curtiss Flying Service“. Einen eigenen Stand nahmen mehrere von der Neuyorker Isotta-Fraschini-Gesellschaft gestellte Motoren-Modelle ein. Die American Aero- natical Corporation brachte eine 12-Zylinder-Type der Motoren, deren Her- stellungsrechte sie von Savoia Marchetti für die Vereinigten Staaten erworben hat. Die E. W. Bliss Company Neuyork, zeigte einige Bristol-Motoren, für deren Herstellung sie die Lizenz von der englischen Gesellschaft erworben hat. — Große Anziehungskraft übte der „Ruggles Orientator‘ aus, eine Vorrichtung zum Trai- nieren zukünftiger Piloten. Im ganzen sollen mehr als 160 000 zahlende Besucher die Ausstellung besich- tigt haben, so daß bei einer Eintrittsgebühr von 75 Cents auch der finanzielle Erfolg nicht unbeträchtlich war. Es wird beabsichtigt, die Ausstellung im Februar nächsten Jahres in erweiterter Form als nationale Schau zu wiederholen. — Bei der diesmaligen Veranstaltung waren weder Ford noch Fokker vertreten. ss 111 NTUNNNNNTTINTTTINTTMmn Vierter Segelmodell-Wettbewerb der MAG in den Gerwischer Sandbergen bei Magdeburg. Für den 7. April hatte der Verein für Segel-'und Modellflugsport Magdeburg e. V. den ersten diesjährigen Segelmodell-Wettbewerb der. MAG ausgeschrieben. Leider konnte dieser Termin nicht eingehalten werden, da durch die eingetretene Schneeschmelze die nahe dem Gelände vorbeifließende Elbe Hoch- wasser führte und die Gerwischer „Berge“ überflutete. Der Wettbewerb wurde daher abgesagt und für den 12. Mai neu ausgeschrieben. Aber auch diesmal war die MAG von Mißgeschick verfolgt, denn das Gelände, welches der Magistrat dem Magdeburger Verein zur Verfügung gestellt hatte, war in der Zwischenzeit von einer Konservenfabrik aufgekauft worden, die hier ihre Kulturen einrichten will. Daß der Wettbewerb trotzdem stattfinden konnte, ist vor allem Herrn Alexander zu danken, der keine Mühe scheute, wenigstens einen kleinen, allerdings ungünstig gelegenen Hügel von nur 6 m Höhe für diesen Wettbewerb frei zu bekommen. Glücklicherweise blies der Wind mit ungefähr 2 m/sek den Hang von der günstigen Seite an, Nr. 11 „rLUGSPORT“ Seite 223 Gemeldet hatten drei Vereine mit zusammen 17 Modellen und zwar Dessau 9, Magdeburg 7 und Leipzig 1. Schon nach wenigen Flügen zeigte sich das Modell von Günther-Magdeburg allen anderen weit überlegen. Das Modell, welches nach dem Ententyp gebaut war, zeigte sehr gute Flugeigenschaften, und die Konstruk- tion ließ erkennen, daß es von einem alten Modellbauer hergestellt war. Es ist auch eins von den wenigen Modellen, welche den Wettbewerb ohne Bruch beendeten. Ein ebenfalls fast unverwüstliches Modell hatte Herr Fr. Kähne- Magdeburg. Die Wertung ergab als Sieger Günther-Magdeburg mit der besten Flugzeit von 19,4 Sek., zweiter wurde Schurz-Dessau mit 11,4 Sek., dritter Fr. Kähne-Magde- burg mit 11 Sek., vierter Müller-Annaberg (auswärtiges Mitglied des Magdeburger Vereins) mit 9 Sek., und fünfter Reddehase-Dessau mit ebenfalls 9 Sek. Leider zeigten fast alle Modelle außer Wettbewerb bessere Flüge; so flog die Ente von Günther gegen den Wind ungefähr 200 m geradeaus bei einer Dauer von etwa 30 Sek. Diese Leistung ist bei einer Höhendifferenz von nur 6 m sehr beachtlich. Hoffentlich ist bis zu dem nächsten Wettbewerb in Mitteldeutschland ein gün- stigeres Segelfluggelände gefunden worden, damit auch hier bessere Leistungen gezeigt werden können. Als nächster MAG-Wettbewerb ist ein Zug- und Druckschraubenmodell- Wett- fliegen am 9. Juni in Dessau vorgesehen, bei dem die Teilnehmerzahl noch be- trächtlich steigen wird. R. Kropf, MAG-Flugwart. Luft-Post. Ganzmetall-Leichtilugzeuge sind noch nicht in der Fabrikation. Immelmann, Oberstltn.; geboren 21. Sept. 1890 Dresden, Fliegerprüfung 9. Februar 1915. Flugmöglichkeiten über den Ozean. Den Artikel finden Sie im Flugsport Nr. 9 vom 26. 4. 1916. Flugtechnischer Verein Hamburg. Geschäftsführer Dr. Amthor, Mundsburger- damm 37. . Berichtigung. In dem Artikel „Leichtflugzeug-Schmerzen“ in Nr. 7 vom 3. April muß es heißen statt „Hindenburg-Wettbewerb“ „Ostpreußen-Flug“. Literatur. Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden. Luftfahrtiorschung, Band 3, Heft 1, 2, 3 und 4. R. Oldenbourg - Verlag München, Glückstraße 8. Pr.: Heft 1 RM 7.20, Heft 2 RM 3.80, Heft 3 RM 6.60, Heft 4 RM 5. —. Heft 1 enthält: Stationäier Trudelflug. Von R. Fuchs u. W. Schmidt, Beitrag zur Frage der Stabilität der Trudelbewegung. Von A. v. Baranoff, Göttinger Sechskomponentenmessungen an Flügeln mit V-Form, Pfeilform und Verwindung. Nach Göttinger Messungen ausgewertet von H. Blenk. Heft 2 enthält: Untersuchungen über die kombinierte Seiten- und Längs- bewegung von Flugzeugen. Von A. v. Baranoff und L. Hopf. Heft 3 enthält: Dynamische Festigkeit von Flugzeug-Konstruktionsteilen. Von Paul Brenner, Flugzeug-Sperrholz und seine Prüfung. Von Max Dobberke und Karl Schraivogel, Untersuchung über den Einfluß von Aufbau und Faserver- Jauf auf Zugfestigkeit, Biegung und Dehnung an Birkenfurnieren und Birkensperr- holz. Von Otto Kraemer, Ueber den Schutz von Sperrholz gegen Feuchtigkeits- aufnahme durch Paraffinvorbehandlung. Von Erich Rackwitz und Erich K. 0. Schmidt, Teil II gemeinsam mit Otto Kraemer. Heft 4 enthält: Kurzwellenversuche bei der Amerikafahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin“, Ueber die Ausbreitune der kurzen Wellen bei kleiner Leistung im 1000-Kilometer-Bereich. Von Kurt Krüger und Hans Plendl, Abhängigkeit der Reichweite sehr kurzer Wellen von der Höhe des Senders über der Erde. Von Heinrich Faßbender und Georg Kuribaum, Der Bordpeilempfänger im Flugzeug. Von M. Heinrich Gloeckner. Die Sicherheit im Luftverkehr. auf Grund der Betriebsergebnisse der Deut- schen Luft-Hansa 1926—1928, von Erhard Milch. Verfasser gibt auf Grund der bisherigen Betriebserfahrungen Angaben über Verkehrsleistungen. Regeimäßiskeit, unvorhergesehene Zwischenlandungen, Seite 224 „FLUGSPORT“ Nr. 11 Brüche, Personenschäden, Nachtstrecken, Personal- und Materialstand. Für den Konstrukteur sind ‚die Angaben über technisch organisatorische Maßnahmen, Entwicklung und Verbesserung des technischen Materials wissenswert. Motorrad- und Leichtilugzeugmotoren, von E. Dolch, Band 1 und 2 in Map- penform, M. Krayn, Verlagsbuchhandlung, Berlin W 10. Preis brosch. RM 12.— pro Band. Das vorliegende Werk ist nicht nur in seiner Aufmachung, sondern in der Gruppierung des Stoffes, und wie der Stoff gegeben wird, neuartig und zeit- gemäß. Der Verfasser hat mit großem Eifer alles das zusammengetragen, was man sonst nur in der Literatur zerstreut oder garnicht findet. Sehr schön ist die. Zusammenstellung verschiedener Formeltafeln über Motorleistung, Ventil- federn. und Steuernocken, ferner durchgerechnete Beispiele verschiedener Mo- tore. Die sauber durchgeführten Konstruktionstafeln geben eine vorzügliche An- leitung für den angehenden Konstrukteur. Besonders wertvoll ist dieses Werk für die Studierenden der technischen Lehranstalten. Der Preis ist im Verhältnis zu dem Gebotenen außerordentlich niedrig. Die Grundlagen der Tragflügel- und Luftschraubentheorie, von H. Glauert M. A. Fellow of Trinity College Cambridge, übersetzt von Dipl.-Ing. H. Holl, Danzig, Verlag von Julius Springer, Berlin, Preis RM 12.75, geb. 13.75. Die vorliegende Uebersetzung bedeutet eine Bereicherung der deutschen technischen Literatur. Die ersten 5 Kapitel geben eine kurze Einführung in die Teile der Hydrodynamik, welche zur Entwicklung einer Tragflügeltheorie nötig sind. Die folgenden Kapitel behandeln der Reihe nach den Auftrieb eines Trag- ‚Nügels von endlicher Spannweite. Die letzten drei Kapitel sind der Entwicklung der Luftschraubentheorie gewidmet. Am 8. Mai 1929 stürzte in Wien (Aspern) bei Ausführung einer schwierigen Kunstflugfigur unser Flugzeugführer = = a Willi Meio aus dem Flugzeug und fand dabei den Tod. Wir betrauern in ihm einen treuen Mitarbeiter, der uns durch sein hohes fliegerisches Können große Dienste geleistet hat. Mut und unermüdlicher Schaffensdrang zeichneten ihn besonders aus. Sein Streben galt nur den höheren Zielen der Fliegerei, in der er seit über 15 Jahren tätig war. Er wird uns unvergessen bleiben. Phoenix-Flugzeugbau Phoenix-Flugzeugbau Düsseldorf-Lohausen } Generalpräsentanz - Wien III, Hintzerstr. 5 | Flugzeugführer und Filmfachmann! ehemaliger Kriegsflieger, Segelfl. 29 Jahre, versiert in der Praxis der gesamten Film- produktion, auch an der Kamera, intelligent, unbedingt zuverlässig, repräsentable Er- scheinung, allseitig verwendbar, erste Referenzen, wenn Bedarf erlerne sofort Funk- dienst,, mehrjährige Praxis im S V c 64 T aus Freude zur Fliegerei diesbe- Motorenbau und Reparatur, zügliche expansionsfähige Position, sofort, auch Ausland (Expeditionen, Luftschiff). Gefällige Zuschriften unter 2505 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Flugzeugmonieur (Funken) | umrzeRZILEnTZ: 22 J., sucht Stellung im In- oder Ausland, perfekt in du H NY H allen durchaus selbständigen Arbeiten an Zelle und U06 IMDrAgNIEr ach Motor, Duralspezialist. Engl. Frz. Bevorzuge Posten, a j der Einsetzung aller Kräfte u. allen Könnens erfordert. 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Ueber die Erhöhung der Flugsicherheit und die Schaffung des wirklichen Sportflugzeuges ist genug gesprochen worden. Jetzt heißt es arbeiten, um die Vorbedingungen finanzieller Art zu schaffen, die das Arbeiten wirklich erst ermöglichen. Dazu wird es auch bald not- wendig werden, einmal an Stellen hineinzuleuchten, wo nutzlos Gelder in Leerlaufs- und Doppelarbeit vergeudet werden; auch solche Stellen sollte man einmal unter die Lupe nehmen, wo der Arm des Sparkom- missars nicht hinreicht. — — Währenddessen werden im Ausland die größten Anstrengungen semacht. Die VII. internationale Luftfahrtausstellung in der Olympia, 16. bis 27. Juli, steht vor der Türe. Nach der vorläufigen Liste der Aus- steller zu urteilen, verspricht die Veranstaltung die größte Entfaltung der europäischen Luftfahrtindustrie des Jahres 1929 zu werden. Internationaler. Flugveranstaltungs-Kalender 1929 15.—16. Juni: Rallie International in Reims, der Association des Professionels . Navigants. 19.—22. Juni: Sitzung der F. A.1I. in Kopenhagen. 27.—30. Juni: Internationaler Wettbewerb des Rotterdamer Aero-Clubs. 13. Juli: Luftmanöver in London. 16.—27. Juli: Internationale Luftfahrt-Ausstellung in L.ondon. 28. Juli: Internationaler Wettbewerb Schweden. August: Die ersten beiden Wochen: Internationaler Leichtflugzeus-Wettbewerb der F. A.1. 6.—7. September: Schneider-Pokal England. 10.—20. September: Große Luftfahrt-Woche des französischen Aero-Clubs, Inter- nationaler Wettbewerb La Baule, Seite 226 „FLUGSPORT"“ - Nr. 12 Sporteinsitzer „Pique III“. Baumuster HW. 5, Motor 20 PS. (Hierzu Tafel III.) Das Flugzeug „Pique III“ — Baumuster HW. 5 — ist ein freitra- sender Hochdecker, der nach dem Grundsatz, geringe PS-Zahl, ge- ringes Leergewicht und im Vergleich zur PS-Zahl große Zuladung und Leistungen, konstruiert worden ist. Der Rumpf von 3,65 m Länge ist in Holz ausgeführt und vollstän- die mit Sperrholz beplankt. Er ist in seinem Aufbau sehr einfach und leicht, da sich die auftretenden Hauptkräfte nur auf zwei hintereinan- derliegende Spanten, die besonders kräftig ausgeführt sind, verteilen. An diesen beiden Hauptspanten ist das Tragdeck und Fahrwerk be- festigt. An den vorderen Spant, der gleichzeitig als Brandschutz aus- gebildet ist, schließt sich der Motorbuck aus Stahlrohr an, der durch Lösen von 5 Schrauben leicht abzunehmen ist. Der Benzintank von 30 l liegt im vorderen oberen Rumpfteil vor dem Führersitz. Der Mo- tor ist durch zwei leicht abnehmbare, der Rumpfform angepaßte Alu- Bleche verkleidet. Hinten endet der Rumpf in einer senkrechten Schneide, an der das Seitenruder zum Teil befestigt ist. Der Sporn ragt nur kurz aus dem Rumpfende heraus und ist im vorletzten Spant durch Gummikabel abgefedert. Das Tragdeck von 5,60 m Spannweite ist in einem Stück durch- gehend ausgeführt. Die Holme sind Doppel-T-Holme mit Stegen aus Birken-Sperrholz und Gurten aus Ostkiefer. Die zweiholmige Bau- weise ist bei gleicher Festigkeit leichter als die einholmige. Das Trag- deck ist bis zum Hinterholm mit 1,0 resp. 0,7 mm Sperrholz beplankt; dadurch kommen alle Innenverspannungen oder Verstrebungen in Fortfall. Diese Bauweise hat vor allen Dingen den Vorteil, daß das Profil besser erhalten wird, was bei einer solch kleinen Fläche eine Grundbedingung ist. Die Querruder von je 0,32 m” Größe schließen sich kurz hinter dem Hinterholm an. Durch geringe Tiefe und große Breite sind sie gut wirksam. 2. Die Dämpfungsfläche von 0,49 m?” Größe, welche durch kurze Stre- ben nach der Rumpfunterseite abgefangen ist, wird von oben auf den Rumpf aufgesetzt und durch nur einen Bolzen befestigt. Das geteilte Höhenruder von 0,50 m?” Größe schließt sich an die Dämpfungsfläche an. Die beiden Klappen sind getrennt. Die 0,18 m? große Richtfläche wird an der Verlängerung der hin- teren Rumpfschneide und dem vorletzten Spant befestigt. An diese schließt sich das 0,31 m? große Seitenruder an. Sämtliche Ruderflächen sind mit Stoff bespannt und der besonderen Sicherheit halber dreimal gelagert. Das Fahrwerk mit einem Radstand von 1,20 m hat geteilte Achsen, die in der Rumpfmitte angreifen. Zwei Zugstreben nach dem vorderen Spant verhüten ein Ausscheeren der Achsen nach hinten, und je eine Druckstrebe führt nach oben an den Rumpf heran. Da das Gewicht der Maschine nur gering ist, ist von einer besonderen Federung des Fahrwerks Abstand genommen worden. Die Räder in der Dimension von 610X85 mm machen eine besondere Federung in der Druckstrebe überflüssig, da die nicht zu hart aufgepumpten großen Reifen bei Lan- dungsstößen genügend nachgeben. Diese Ausführung ist bedeutend ein- facher und birgt bestimmt nicht mehr Gefahrenmomente als die sonst übliche Bauweise. Das Höhensteuer wird durch Zwischenschaltung einer kurzen Stoßstange und eines Umlenkhebels. an den sich Seilzüge anschließen, Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 227 betätigt. Quer- und Seitenruder haben direkte Seilzüge. Der Lager- bock des Seitenruderschwengels ist verstellbar angeordnet. Diese Aus- führung ist bedeutend leichter und einfacher, als wenn man den Sitz verstellbar macht. Die Demontage und Montage der Maschine ist im Notfalle von einer Person durchführbar, sonst aber von 2 Personen sehr schnell und leicht in kurzer Zeit auszuführen. Nach Lösen von 4 Bolzen und 2 Querruderkabeln kann das Tragdeck einfach nach oben abgehoben werden. Falls erwünscht, kann das Tragdeck für einen Transport durch Anhängen etc. durch Aufsetzen von zwei kleinen Böcken in der Längsrichtung leicht auf dem Rumpf befestiet werden. Eine Demon- tage der Steuerflächen ist nicht nötig, da man bei der geringen Breite von nur 2,00 m des Höhensteuers überall durchkommen kann. Selbst bei einem Transport auf der Landstraße ist diese Breite zulässige. Die Transporthöhe mit aufgelegtem Tragdeck beträgt, wenn die Maschine wagerecht liegt, 1,92 m. Die Böcke, welche für die Befestieung des Tragdecks zum Erdtransport nötig sind, können ohne weiteres stets in der Naschine mitgeführt werden. aten: Spannweite 5,60 m, Länge über alles 4,47 Ö i Stand 1,45 m, Tragfläche 4,70 m?, Querruder 2 X _0,32 m? nr mi Dämpfungsfläche 0,49 m”, Höhenruder 0,50 m?, Richtfläche 0,18 m? Seitenruder 0,31 m, Rüstgewicht 105 kg, Zuladung 105 kg, Fluggewicht 210 kg, Motor Ursinus U 2 15/20 PS, Luftschraube 1,60 m ®, Flächen- belastung 44,70 kg/m”, Leistungsbelastung 10,50 kg/PS, Geschwindig- keit max. 154 km/Std., min. 72 km/Std., Steirfähirkeit 1,46 m/sec., Gip- felhöhe theoretisch 4200 m, Flugbereich 5 Std. \ Widerstandsberechnung für „Pique 3“, Baumuster HW. 5. Spannweite B = 5,60 m. Fläche F = 4,70 m’. Fluggewicht G = 210 kg. Flächenbelastung G/F = 44,7 kg/m?., Geschwindigkeit im Horizontalflug vmax = 42 mjsec. Leistung des Motors N = 20 PS, n = 2400 Umdr.imin. Wirkungsgrad des Propellers 7 = 0,6. , 2 IV 112,4 ke/m?. Staudruck q bei 42 m/sec. — 3 g Der Gesamtwiderstand beträgt W=EW+-WtW.+W+Wı Es bedeuten: W; = Induzierter Widerstand, W,= Profil-Widerstand, W;, = Rumpf-Widerstand, W;: = Fahrwerk-Widerstand, ° W = Leitwerk- Widerstand, Gesamtwiderstand W — N1:7 — 22:06:75 0,675 _ nd W v 42 21,4 kg. 2 P} Induzierter Widerstand W; = Q — 210 = w.g:B? 3,14-112,4:5,6° 3,98KE. Profil-Widerstand (als Beiwert des Profilwiderstandes ist der Mittel- wert ui Cwp = 0,013 eingesetzt). Wi = cm 'F:q = 0,013 - 4,7 - 112,4 = 5,74 kg. Rumpf-Widerstand (Widerstandsbeiwert c = 0,1) a W,=f.c:q = 0,44 0,1: 112,4 = 4,94 kg. Fahrwerk-Widerstand (Widerstandsbeiwert c = 0,46 und 0,10) Seite 228 „FLUGSPORT“ | Nr. 12 a) Räder = f-c-q = 0,044 : 0,46: 112,4—= 2,23kg | b) Streben — 0,096 0,10 112,4= 1,08 kg J Leitwerk-Widerstand (Widerstandsbeiwert cw = 0,02) Wı=cv'i:qa=0,02- 1,5°- 112,4 = 3 Gesamtwiderstand W = Wi = 3,98 kg wu SI m Q W,=5,74kg W. = 4,94 kg Wr = 3,306 kg Wı —= 3,37 ke W = 21.39 kg Zusammensetzung der Teilwiderstände in Prozent (siehe Skizze). 50 40 G N Z DIS u IR x 20 AN— a N W_ S VS wos mzaS 70 SE 74 SEIN Na AN KAAS N 0 EN I Ermittlung des Propellerschubes (nach Duran und Leslie): n = 2400 Umdr.[min. N = 40 Umdtr.[sec. L = 20 PS = 1500 mkgisec. D = 1,60 m. V= 42 mjsec. Voo..42 0. 0.657 Wirkungsgrad n bei — 0,657 N-D 20:16 ’ — 0,727 L . N 1500 0,727 on .. . 0 . BE hub S = = = ———— = 26,0 kg abzüglich 15 /o Slip = Son V a2 S= 22,1 ke. Rechnungsbeispiel bei 8-iacher Sicherheit. (Vereinfachte Rechnung) Pique 3 Baumuster HW 5 Lu Ar __VORDERHOLM __________ N _ S_ nn nn mn on 6 mn (0) — Un u . mn DEN AUFTRIEBSMIMH wi __2 ____ — A-Fall FINTERHOLM N, bei8= 105 :8= 840 kg Py = 528,87 kg | 2309 I Py=3llläkg Nr. 12 „TLUGSPORT“ Seite 229 M;, — 118 - 528,87 = 62406,66 cm/kg Na —= 118 - 311,13 = 36713,34 cm/kg ey & VORDERHOLM N HINTERHOLM N S 3 3 Ss 3 3 N S SQ Wy —=b- (H — h’) ST =--—- Wa —=b ' (H — h’) NEN Sg 6H SS S 6H N 3 5 S IS > N =38- (16 — 8,2?) Ss | PR = 5: (10° — 3°) im RS 6:16 STALL, 6:10 W= 140,32 SS Wr= 81,08 M Fü Y V= 62406,66 : 140,32 = 445,7 kg/cm? Kee t N MT zulässig Wr H = 36713,34 : 81,08 = 452,8 kg/cm’ 450 ke/cm?) Leichtflugzeug G.H. Il. Erbauer desselben ist der von der Rhön her bekannte Segelflieger Hoppe. Die Maschine ist mit 30-PS-Anzani-Motor ausgerüstet. Die normale Geschwindigkeit beträgt 130 km, Spannweite 10 m, Länge 5,50 m. Die Maschine ist in 10 Minuten start- und transportfähig zu machen. Die Fläche besteht aus einem Mittelstück und zwei Endilü- seln. Einholmige Bauart. Leichtflugzeug G.H. II. Engl. Glenny-und-Henderson-Eindecker. Dieses als Schulflugzeug ursprünglich für die Hendersons-Flug- schule, England, von Ltn. Pearson konstruierte Flugzeug ist ein Tief- decker mit 40-PS-A.-B.-O.-Scorpion-Zweizylindermotor. Der Rumpf von viefeckigem Querschnitt besteht aus vier Holmen, von denen die oberen vom Führersitz aus nach dem Motor herabgebogen und die unteren zur Aufnahme des durchgehenden Flügels unterbrochen sind und durch ein Rahmenwerk zusammengehalten werden. Der durch- gehende, im Grundriß rechteckige Flügel ohne abgerundete Enden be- sitzt zwei Kastenholme mit Sperrholzrippen und ist vollständig mit Sperrholz überzogen. Die Ausführung der Hinterkante des Flügels zeigt die nebenstehende Abbildung. Der Führersitz ist zwischen den beiden Holmen, wie die Abbildung erkennen läßt, montiert. Sehr ein- fach ist die Befestigung des Steuerknüppels auf dem Vorderholm. Der Flügel kann durch Lösen von vier Bolzen und Entfernung eines Bol- zens aus dem Querrudergestänge sehr schnell demontiert werden, Seite 230 ,FLUGSPORT“ Nr. 12 Englischer Henderson- Eindecker unten mit abgenommenem Flügel. Die Querruder ruhen auf einem längs des Hinterholms laufenden Rohr, welches durch Hebel und Stoßstangen betätigt wird. Die Höhen- rıderseile fühen außerhalb des Rumpfes nach hinten, die des Seiten- ruders liegen innerhalb des Rumpfes. Das Fahrgestell mit V-Streben trägt eine durchgehende, an Gummi- seilen aufzehängte Achse. Die vorderen Streben des Fahrgestells grei- AN L 7 „The Aeroplane“ Glenn- u. Henderson-Eindecker. Vorderteil des Rumpfes mit An- ordnung der Betriebsstoffbehäl- ter, Steuerung sowie Fahrge- stell. Rechts unten perspekti- vische Skizze des Fahrgestells. Nı. 12 „FLUGSPORT“ Seite 231 © „The Aeroplane“ Glenn- und Henderson-Eindecker: A. Kielflosse und Seitenruder. B. Flügelrippe mit Holmen. C. Ausführung der Hinterkante am Flügel und den Rudern. D. Wie sich der vordere Flügelholm nach den Enden verjüngt. E. Flügelmittelstück mit Führersitz und Steuersäule. F. Flügelbefestigungslaschen mit Bolzen, rechts da- neben von unten gesehen. fen direkt unter der Motorbefestigung an, so daß die Motorvibrationen gut abgefangen werden. Oel- und Benzinbehälter liegen direkt hinter dem durch vier Schrauben befestigten Motor. Eine feuersichere Schotte ist unterhalb der Betriebsstoffbehälter zunächst etwas schräg, dann senkrecht nach unten geführt. Spannweite 7,62 m, Länge 5,46 m, Höhe 1,70 m, Flügeltiefe 1,46 m, Flügelinhalt 10 m?, Leergewicht 212 kg, belastet 340 kg, Nutzlast 128 kg, Flügelbelastung 34 kg/m’, Leistungsbelastung 8,5 kg/PS, Maxi- malgeschwindigkeit 138 km/h, mittlere Geschwindigkeit 113 kmh, Landegeschwindigkeit 72,5 km/h, Steigfähigkeit 137 m/Min., Gipfel- höhe 2740 m. Wagner-Gleit- und Segelflugzeuge. Von Ing. Hans Wagener, Hamburg 21, Haufistr. 3, sind die beiden nachstehend beschriebenen Typen neu herausgebracht worden: , Schulgleiter Typ ‚„Matador“ mit Boot. Dieser Typ ist aus dem im „Flugsport“ Heft 26 (1927) beschrie- benen Zerstörer entwickelt worden und weist dem Zerstörer gegen- über wesentliche Vorteile auf. Bei dem vorderen Mittelbau ist die vordere Strebe (Schädelspalter) in Fortfall gekommen. Die Querruder und das Seitenruder sind vergrößert, um geringere Steuerausschläge zu haben. Die Konstruktion der Stiele ist geändert; dieselben sind dadurch bedeutend leichter und fester geworden. Der obere Holm des Gitterschwanzes ist so ausgeführt, daß nur noch eine Verspannung der oberen Ebene nötig ist. Durch die Verwendung eines anderen Pro- fils mit höherem Ca- und geringerem Cw-Wert hat die Maschine be- deutend bessere Flugeigenschaften erhalten. Auch werden keine Brett- holme mehr verwendet, sondern Doppel-T-Holme, da sich in der Pra- Seite 232 „FLUGSPORT“ Nr. 12 Schulgleiter Typ „Matador“ mit Boot. Spannweite 12 m, Länge 6 m, Tragfläche 18 m’, Gewicht 100 kg. Hochleistungs- Segelflugzeug „Westhang“. Spannweite 14,50 m, Länge 6,70 m, Trasfläche 18,0 m’, Gewicht 110 kg. Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 233 xis gezeigt hat, daß die Reparatur eines Doppel-T-Holmes nicht schwie- riger ist als die eines Brettholmes. Der Gitterschwanz ist wie bei dem Zerstörer hinter dem Boot abnehmbar. Der Zerstörer hat im Schulbe- trieb des Flugtechnischen Vereins Hamburg e. V. über 500 Schulflüge ausgehalten. Die Tragflächen und der Gitterschwanz sind jetzt noch wieder zum Aufbau einer Schulmaschine. verwendet.worden, da diese Teile noch tadellos in Ordnung waren. Die Daten des Typs „Matador“ sind: Spannweite 12,00 m, Länge 6,00 m, Tragfläche 18,00 m?, Querruder 2 X 1,5 =.3,00 m?, Dämp- fungsfläche 1,13 m”, Höhenruder 1,50 m?, Richtfläche 0,42 m?, Seiten- ruder 0,76 m?, Seitenverhältnis 1:8, Gewicht 100 ke. Hochleistungssegelilugzeug Typ „Westhang“ ist ein abgestrebter Hochdecker. Die Tragfläche von 18,0 m? Größe ist zweiteilig ausgeführt, um ein geringeres Baugewicht zu erzielen als bei der sonst allgemein üblichen dreiteiligen Bauart. Die Quer- ruder werden durch Seile mit zwei auf die Länge des Ruders verteilte Hebel betätigt. Der Rumpf hat 5 Längsholme und ist in der sonst üb- lichen Art mit Sperrholz beplankt. Er endet hinten in einer senkrechten Schneide, an die sich die aus dem Rumpf organisch herauskommende Richtfläche und das Seitenruder anschließen. Das Höhenruder ist als Balanceruder ausgebildet und ebenfalls zweiteilig. Die beiden Hälften werden auf ein Stahlrohr, welches im Rumpf drehbar gelagert ist, auf- gesteckt. Die Betätigung des Höhenruders geschieht durch Stoßstangen. Die Daten des Typs „Westhang“ sind: Spannweite 14,50 m, Länge 6,70 m, Tragfläche 18,00 m?, Querruder 2 X 1,72 = 3,44 m”, Höhen- ruder 1,55 m?, Richtfläche 0,18 m?, Seitenruder 0,76 m?, Seitenver- hältnis 1:13, Gewicht 110 ke. Brownback C-400 89-PS-Sternmotor. Dieser luftzekühlte, von der Brownback Motor Laboratories, New York, gebaute Sechszylinder in Sternfiorm hat zuß- eiserne Zylinder, die durch Ankerschrau- ben ähnlich wie bei Anzani mit dem Ge- häuse verbunden sind. Die Aluminiumkolben besitzen vier Ringe; das Kurbelgehäuse aus Aluminium ist zweiteilig. Die Kur- belwelle ist doppelt gekröpft. Die kopfge- steuerten Ventile ha- ben Tulpenform. Die Nockenscheiben für die Stößel liegen im Hinterteil des Gehäu- ses. Der Gesamtauf- bau ähnelt auffallend dem Sechszylinder 90—120 PS - Anzani. Seite 234 „FLUGSPORT" Nr. 12 Bohrung 122 mm, Hub 127 mm, Kompressionsverhältnis 1 :5,2, eröß- ter Durchmesser des Zylindersterns 940 mm, Gewicht trocken 120 kg, Zündung zwei Scintilla-Magneten, Vergaser Zenith. Preis 1840 Dollars. FLUG Inland. Verlegung des Rhön-Segelilug-Wettbewerbs 1929 für Anfänger. Die Schwierigkeiten, in welche die deutsche Luftfahrt durch die hohen Ab- striche am Luftfahrtetat des Reiches gekommen ist, wirken sich nicht nur auf Luftverkehr und Luftfahrtindustrie aus, sondern haben sich auch auf den Luft- sport erstreckt. Auch die Rhön-Rossitten-Gesellschaft ist in diesem Jahre nicht in der Lage, die hohen Organisationskosten, die der Rhön-Wettbewerb bedingt, im gleichen Maße wie früher aufzubringen; sie kann aber auch die Kosten den Teilnehmern nicht aufbürden. Daher mußte sie nach einem Ausweg suchen, der ohne Beeinträchtigung der Bewerber sich den finanziellen Möglichkeiten anpaßte. Obgleich gerade in diesem Jahre, in dem der Rhön-Wettbewerb zum 10. Male stattfinden soll, mit einer sehr großen Beteiligung zu rechnen gewesen wäre, kann die Rhön-Rossitten-Gesellschaft doch nur so viele Flugzeuge auf der Rhön ZU- lassen, als in den vorhandenen Gebäuden des Fliegerlagers Unterkommen finden können. Infolgedessen hat die Rhön-Rossitten-Gesellschaft mit Genehmigung des Deutschen Luftrates beschlossen, den Wettbewerb für Anfänger nicht auf der Wasserkuppe abzuhalten; vielmehr können die dafür ausgesetzten Preise in der Zeit vom 18. Juli bis 30. September in ganz Deutschland ausgeflogen werden. Die Beteiligung an diesem Wettbewerb, welche übrigens den gleichen Bedingungen unterliegt, wie in der bereits veröffentlichten Ausschreibung vorgesehen, ist auf höchstens 60 Flugzeuge festgesetzt. Es ist dies zweifellos erheblich mehr, als bei der bisher vorgesehenen Gesamtzahl von 70 Flugzeugen auf den Schulungs- wettbewerb hätte entfallen können. Nach Abzug der Flugzeuge des Schulungs- wettbewerbes ist die Teilnehmerzahl im Uebungs- und Leistungswettbewerb auf 40 Flugzeuge begrenzt worden. Diese Zahl entspricht nach den bisherigen Er- fahrungen den zu erwartenden Meldungen für die beiden Klassen. Dabei kann einem alten Wunsche der Bewerber Rechnung getragen werden, indem pro Flug- zeug 5 (statt 3) Mann im Lager untergebracht werden können. Es ist natürlich sehr bedauerlich, daß in diesem Jahre zum ersten Male die Anfänger nicht am Wettbewerb auf der Rhön werden teilnehmen können; denn für viele Gruppen bedeutete die Teilnahme an dieser Veranstaltung die einzige Gelegenheit im Jahr, auf gutem Gelände zu fliegen, Prüfungen abzulegen und aus dem Zusammensein mit anderen Erfahrungen und Anregungen zu sammeln; da- gegen wird vielleicht mancher Verein, der weit ab von der Rhön seinen Sitz hat, die Möglichkeit begrüßen, in der Nähe der eigenen Heimat sich um die Preise be- werben zu können, ohne durch die hohen Transport- und Reisekosten nach der Rhön eine zu große Belastung seiner Kasse befürchten zu müssen. 10. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1929. Bekanntmachung IV zur Ausschreibung. Die schwierige wirtschaftliche Lage, in welche die deutsche Luftfahrt durch die bedeutenden Streichungen im Reichshaushalt geraten ist und die zu Beginn des Jahres in ihrer vollen Schwere noch nicht erkannt werden konnte, ist auch nicht olıne Auswirkung auf den Segelflug geblieben. Die hohen Kosten, welche ein von etwa 70-100 Gleit- und Segelflugzeugen beschickter Rhön-Wettbewerb mit sich bringt, können unter diesen Umständen von der RRG, ohne übermäßige Beeinträchtigung ihrer eigentlichen Arbeiten, in diesem Jahre nicht verantwortet - werden. Die RRG mußte sich daher, mit Genehmigung des Luftrats, zu folgenden Maßnahmen bezüglich des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1929 entschließen: Nr. 12 __ .„FLUGSPORT“ Seite 235 1. Auf Grund des $ 16 der Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1929 findet der Schulungs-Wettbewerb nicht in der Rhön statt. Die für den Schulungs-Wettbewerb ausgeschriebenen Preise von Mk. 5500.— (8 7 A der Aus- schreibung) werden vielmehr für Leistungen von Gleitfliegern im Sommer 1929 außerhalb des Rhön-Wettbewerbs neu ausgesetzt. Die Bedingungen werden in Bekanntmachung V veröffentlicht. Der Uebungs- und Leistungswettbewerb wird entsprechend dem Wegfall der Flugzeuge des Schulungs-Wettbewerbs auf 40 Flug- zeuge beschränkt. 2. Nachtrag zu $ 3 Abs. 2: Die Bestimmungen über die Zulassung von Flug- zeugen zum Uebungs- und Leistungs-Wettbewerb werden in Bekanntmachung VI veröffentlicht. Auf Grund dieser Festsetzung entscheidet der Veranstalter über die Zulassung der Flugzeuge zum Usbungs- und Leistungs-Wettbewerb. 3. Nachtrag zu $ 6 Abs. 1 und 2: Der für ein Flugzeug des Uebungs- bzw. Leistungs-Wettbewerbs an 1. Stelle gemeldete Führer darf für ein anderes Flug- zeug nicht als 1. Führer gemeldet werden. Unterkommen im Lager haben nur solche Bewerber für die Flugzeug-Führer und Begleit-Mannschaften zu gewärtigen, deren gemäß $ 6 Abs. 1 gemeldeten Führer beim Eintreffen der Flugzeuge auf der Wasserkuppe zugegen sind. 4. Pro Flugzeug können in diesem Jahre bis zu 5 Personen im Lager unter- gebracht und verpflzgt werden. Die tägliche Verpflezung kostet pro Kopf und Tag Mk. 2.50; als Unterkunftsgebühr ist außerdem ein einmaliger Betrag von Mk. 5.— zu bezahlen. Die teilnehmenden Flugzeugführer werden, soweit sie nicht den Nachweis einer bereits abgeschlossenen Unfallversicherung erbringen, durch die Veran- stälter für die Dauer des Wettbewerbs zu den Sätzen von Mk. 2000.— Tod, Mk. 6.000.-— Invalidität und Mk. 1500. — Kurkosten obligatorisch und kollektiv versichert. Die Prämie von Mk. 30.— pro Flugzeugführer ist von den Bewerbern vor Eintritt in den Wettbewerb zu bezahlen. Eine freiwillige Erhöhung der Prämie kann durch Vermittlung der RRG getätigt werden. Sofern Bewerber mit mehr als 5 Mann pro Flugzeug kommen wollen, werden die Veranstalter bemüht sein, in den nächstgelegenen Dörfern, billige Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten zu besorgen; die Kosten sind von Gruppen, welche davon Gebrauch machen, selbst zu tragen; ebenso übernimmt die RRG keinerlei Schadenshaftung, weder gegenüber den Besitzern, noch gegenüber den Gruppen. Eventuelle Wünsche sind möglichst bis 1. Juli der Leitung der Veranstaltung zu melden. Frankfurta. M., den 29. Mai 1929. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. gez. Kotzenbere. 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1929. Bekanntmachung V. (Aenderung der Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1929). Gemäß Bekanntmachung IV der Ausschreibung findet der Schulungs-Wett- bewerb nicht während des Rhön-Wettbewerbs auf der Wasserkuppe statt. _ Die nachfolgenden Bedingungen können vielmehr in jedem Teil des deutschen Reiches in der Zeit vom 18. Juli bis 30. September erfüllt werden. 1. Für die Teilnahme der Flugzeuge und Flugzeugführer gelten die gleichen Bedingungen wie bisher (s. $ 3 Abs. 1-3, 5, 6, 8, $ 5 Abs. 1—3, $ 6 Abs. 1-5 u. 8) mit folgenden Aenderungen: $ 3 Abs. 4: Die Zahl der Teilnehmer am Schulungs-Wettbewerb wird auf 60 begrenzt. $ 3 Abs. 7: Die Probeflüge können bis spätestens 10. September an jedem beliebigen Ort vor anerkannten Sportzeugen abgelegt werden. $ 5 Abs. 2: Die Unterlagen für die Zulassungsprüfung müssen der Geschäfts- stelle der Veranstaltung bis spätestens 15. Juli eingereicht werden (ab 10. Juli befindet sich die Geschäftsstelle auf der Wasserkuppe). Nach erfolgter Prüfung durch Organe des Technischen Ausschusses erhält der Bewerber, spätestens bis 23. Juli, Mitteilung, ob das Flugzeug zugelassen werden kann oder nicht. Erst von diesem Termin an tritt das Flugzeug in den Wettbewerb ein, wenn der Probe- flug gemäß $ 3 der Ausschreibung vor Einreichung der Unterlagen für die Zulas- sungsprüfung stattgefunden hat. Seite: 236 „FLUGSPORT“ Nr. 12 Findet der Probeflug erst später statt, so gilt die Zulassung erst vom Augen- blick der Anerkennung desselben durch den Veranstalter. Als 1. Wettbewerbstag gilt der Tag, der auf das Abgangsdatum des einge- schriebenen Briefes folgt, mit welchem dem Bewerber die endgültige Zulassung durch die Veranstalter mitgeteilt wird. Maßgeblich ist der Poststempel des ein- geschriebenen Briefes. Beschädigungen oder Aenderungen eines zugelassenen Flugzeuges sind sofort einem von der RRG. anerkannten Bauprüfer zu melden, der dann die Zulassung- aufheben und eine erneute Flugzeugprüfung vornehmen kann. Die weitere Teil- nahme am Wettbewerb bedarf einer schriftlichen Unbedenklichkeitserklärung des Prüfers. Ueber solche Beschädigungen und Aenderungen ist von dem zuständigen Sportleiter umgehend der Veranstaltungsleitung Meldung zu machen, ebenso vom Wiedereintritt in den Wettbewerb. 2.8 7 A der Ausschreibung erhält folgende Fassung: a) Allgemeine Bestimmungen: bleiben. b) Preise: Gesamtpreissumme RM 5500.—. 1. Schulungspreis RM 4000.—. Die Zuerkennung erfolgt nach den Bedin- gungen ‘der Ausschreibung, jedoch an die 20 (statt 10) besten Flugzeuge, ferner wird die Ablegung der Segelfliegerprüfung C hier nicht gewertet; auch entfällt die Wertung von Zielflügen (d). 2. Segelflugübungspreis RM 600.—, bleibt im übrigen ausschreibungsgemäß. Satz 3 (betreffend Wertung der C-Prüfung) und Satz 4 und 5 (Aufhebung der Geschwindigkeitsgrenze) entfallen. 3. Preise für Ablegung von C-Prüfungen RM 400.—: Eine Summe von RM 400.— wird unter die Bewerber verteilt, auf deren zugelassenen Flug- zeugen von gemeldeten Führern die C-Prüfung während eines Wett- bewerbsfluges abgelegt worden ist. Gewertet werden die C-Prüfungen (bis zur Höchstzahl von 8) nach dem Zeitpunkt der Ablegung der Prü- funzen. Die Höhe der Prämie richtet sich nach der Zahl der abgelegten Prüfungen. 4. Weitere RM 500.— stehen dem Preisgericht zur Verteilung nach eigenem Ermessen zur Verfügung. 8 7 entfällt für die Teilnehmer am Schulungswettbewerb. 3. Organisation: Die $$ 1, 2, 4, 8, 9, 11 und 16 sowie der Nachtrag zur Aus- schreibung bleiben in Kraft. $ 10. Die Sportleiter und Sportzeugen sind bis spätestens zum Nachmelde- schluß der Veranstaltungsleitung zur ausdrücklichen Anerkennung für den Wett- bewerb namhaft zu machen. Die Fluglehrer der Bewerber werden als Beurkun- der nicht anerkannt werden. Der jeweilige Sportleiter vom Dienst trägt die Ver- antwortung für den sportlichen Wettbewerbsverlauf. Seinen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. Die Sportleitung muß im Besitze von zwei richtig- eehenden Stoppuhren, eines ausreichend langen Bandmaßes oder anderer Mittel zur Feststellung der genauen Strecke, sowie der vom Deutschen Luftrat heraus- gegebenen „Vorläufigen Vorschriften für den Flugsport“ sein. Einsprüche gegen Maßnahmen der Sportleitung können nur vorgebracht werden, sofern sie sich auf Flugbeurkundungen beziehen; sie sind innerhalb von 24 Stunden mit einge- schriebenem Brief an die Geschäftsstelle der Rhön-Rossitten-Gesellschaft zu richten. Ueber die Wettbewerbsflüge ist von der Sportleitung für jedes Flugzeug ge- sondert Buch zu führen. Entsprechende Flugbücher sind von der Veranstaltungs- leitung zum Preise von RM 0.20 ie Stück erhältlich. Jede Beurkundung hat durch zwei anerkannte Sportorgane zu erfolgen, die sich durch ihre Unterschrift für die Richtigkeit der Angaben verbürgen. Frankfurta.M., den 29. Mai 1929, Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. gez. Kotzenberg. Bekanntmachung VI zur Ausschreibung des 10. Rhön-Segelilug-Wettbewerbes auf der Wasserkuppe 1929. (Nachtrag zu $ 3 Absatz 2 gemäß Bekanntmachung IV Ziffer 3.) Die zum Uebungs- und Leistungs-Wettbewerb zugelassenen Flugzeuge müssen so gebaut sein, daß der Quotient aus Flächenbelastung und Seitenverhältniszahl Tafel Ill \ L 00% + 8 > 0 7, S I | ll 8 | | | | 0027 5 0002 e 092" 082” 082 verbandes 1929, X < RS SO Oo ) 8 S S Wu [223 Sport-Einsitzer Pique 3 mit 20-PS-Ursinus-Motor U2 4470 L + j IT | 0081 500 850 | ==2262 2-2 == > mi — [| 270, Flugsport“, Organ der Fiugzeugfabrikanten und des Modell- und Segelflug Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 237 nicht größer als 1,10 wird, d.h. also beispielsweise ein Fluzgeug mit dem Seiten- verhältnis 1:12 darf nicht mehr als 13,2 kg pro m? Flächenbelastung haben. Das Fluggewicht des Flugzeuges ist bestimmt als das Leergewicht + 70 kg Führer- gewicht. Der Nachweis der Einhaltung dieser Bedingung muß zugleich mit dem Nach- weis der Baufestigkeit gemäß $ 5 der Ausschreibung bis spätestens Nachmelde- schluß an die Geschäftsstelle des Wettbewerbes eingereicht sein. Das Versäum- nis dieses Nachweises kann zur Zurückweisung des Flugzeuges führen. Rhön-Rossitten-Gesellschaft E. V.: gez. Kotzenbersg. Die vorstehende Bauanforderung wird von der Flugtechnischen Abteilung des Forschungsinstituts der Rhön-Rossitten-Gesellschaft wie folgt erläutert: Ersetzt man die gebräuchlichen Polaren verschiedener Segelflugprofile durch die sie umhüllende ideelle Polare, so kann man dieselbe anschreiben als Cu. — 0.010 c,? = 0,007 Woo Setzt man fernerhin den schädlichen Widerstandskoeffizienten beim Leistungs- segelflugszeug zu 100 ey, = 1,3 ein, so erhält man unter der Bedingung, daß die Sinkgeschwindigkeit nicht größer sein soll als v„= 0,80 m/s, folgende Abhängig- keit zwischen der Seitenverhältniszahl und der Flächenbelastung: A = Seitenverhältniszahl 8 10 12 14 16 18 20 G/F = Flächenbelastung 83 108 132 155 178 198 21,9 G/F: A = Segelflugzahl 1,04 1,08 110 1,11 1,11 1,10 1,09 Man sieht aus dieser Zusammenstellung, daß nur bei sehr schlechten Seiten- verhältnissen dieser Quotient kleiner wird als gefordert, im übrigen aber ein fast genau linearer Verlauf dieses Quotienten gewährleistet ist. Damit ergibt sich eine sehr einfache und leicht bestimmbare Kennzahl, die auf verschiedene ausgeführte Flugzeuge angewendet, eine gute Brauchbarkeit zeist. Nachstehend einige Bei- spiele: Name des Fluzeugs | unanem, | Seien | Be en Prüfling . . . . . 11,3 7,4 1,54 0,72(fälltaus) Mecklenburg (einsitzie) . . 7,7 6,7 1,15 0,96(fälltaus) Rhöngeist : . . . . 12,1 13,9 0,87 1.26 Poppenhaus. (Schleich. )isitz. 7,0 8,6 0,82 1,35 Darmstadt . . .. .. 13,6 19,2 0,71 1,55 Die Zusammenstellung zeigt, daß durch Bildung des Quotienten, der kurz die Segelflugzahl genannt werden soll, die Hochwertigkeit der verschiedenartigen Typen deutlich charakterisiert ist. Die letzte Spalte zeigt, daß die Leistungsflug- zeuge diese Bedingungen erfüllen. Mitteilung für die Teilnehmer am 10. Rhön-Segelilug-Wettbewerb 1929. 1. Es wird daran erinnert, daß Meldeschluß für den Rhön-Wett- bewerb am 22. Juni ist. Wer also noch nicht gemeldet hat, möge das schleunigs# tun. Die Baufestiskeitsprüfung muß längstens bis Nachmeldeschluß (29. Juni, 12 Uhr mittags) eingesandt sein ($ 5 Abs. 1); die Bestimmungen über Führermeldungen ($ 6) sind genau zu beachten! 2. Die Teilnehmer am Wettbewerb, welche mit eigenen Personenkraitwagen oder Motorrädern nach der Rhön kommen, werden gut daran tun, zum Zudecken ihrer Fahrzeuge Wagenplane oder Decken mitzubringen. Da Zelte in diesem Jahre nicht aufgestellt werden und die vorhandenen Hallen für die Unterbringung der Flugzeuge voll benötigt sein werden, wird die Einstellung der Fahrzeuge in Bau- lichkeiten des Lagers sich nicht ermöglichen lassen. 3. Jeder Teilnehmer, der im Lager wohnen wird, wird vier Decken und ein Bettlaken seitens der Wettbewerb-Veranstaltung gestellt erhalten. Im übrigen sind die Teilnehmer darauf angewiesen, eigene Bettwäsche mitzubringen, ebenso haben die Teilnehmer Handtücher selbst mitzubringen. Seite 238 „ETLUGSPORT“ Nr. 12 4. Die Flugzeugtransporte von der Bahnstation nach dem Fliegerlager und zu- rück sowie die Rücktransporte von Fernflügen gehen zu Lasten der Flugzeug- eigentümer. Frankfurt a. M., den 7. Juni 1929. Rhön-Rossitten-Gesellschaft E. V.: l. A.: gez. Graf Ysenbure. Der Reichsverband der Deutschen Luitfahrt-Industrie ist nach den Umgruppierungen in der deutschen Luftfahrt, über die Ende Mai d.]J. berichtet wurde, in der neuen Form am 5. Juni zu seiner konstituierenden Ver- sammlung zusammengetreten. Bei dieser übernahm der neugewählte Präsdient, Lahs, die Führung des Verbandes. In seinen einleitenden Worten gedachte er der besonders schweren Aufgabe, vor die die gesamte deutsche Luftfahrt und beson- ders die Luftfahrt Industrie heute gestellt ist. Er nahm besonders auf die Pro- gsrammatischen Arbeiten der „Gemeinschaft“ Bezug, welche die Grundlage für die neue Gemeinschaftsarbeit geschaffen hätten. Besonders begrüßte der Präsident dann die Tatsache, daß dem Reichsverband in der neuen Form auch die beiden Werke von Herrn Professor Junkers angehören. Er bat die Vertreter der Junkers- Werke, dem leider nicht anwesenden Herrn Professor Junkers die Verehrung und Hochschätzung aller Mitglieder der Versammlung zum Ausdruck zu bringen. Herr Lahs schloß seine Worte mit dem Ausdruck der Zuversicht dafür, daß das allseitige vertrauensvolle Zusammenwirken sämtlicher Firmen der deutschen Flugzeug- und Flugmotoren-Industrie, welches längst an die Stelle der allseits bedauerten Ver- hältnisse früherer Zeit getreten sei, der Zukunftsarbeit des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrt-Industrie volle Erfolge bescheren würde. Die Deutsche Landesgruppe des Comite juridique international de l’aviation tagte vor kurzem zum ersten Male unter ihrem neuen Vorsitzenden, Justizrat Dr. Niemeyer, Essen, der an Stelle des verstorbenen Geheimrat Dr. Schreiber, Königsberg, getreten ist. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Oberre- gierungsrat Dr. Alex Meyer, Berlin, bestimmt. Die Landesgruppe beriet über die für den nächsten internationalen Kongreß des Comite zur Beratung gestellten Gegenstände: „Luftverkehr über See“, Berichterstatter Dr. H. Döring, Syndikus der Luft-Hansa A.-G.; „Das Wasserflugzeug“, Berichterstatter Reg.-Rat Dr. Schleicher, Reichsverkehrsministerium; „Verbrechen und Vergehen an Bord von Luftfahrzeugen“, Berichterstatter Dr. Niemeyer, Essen. Der Kongreß soll zu Budapest stattfinden; der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Franz Kirsch’s Flug von Stuttgart nach Barcelona. Der Flug am 4. 4. auf Klemm-Leichtflugzeug von Böblingen nach Barcelona ist, wie uns Wolfram Hirth mitteilt, nicht von ihm, sondern von Franz Kirsch ausgeführt worden. Das Preisgericht des „Grünen-Post“-Preises, das aus ie einem Vertreter des Verlags der „Grünen Post“, des Aero-Clubs von Deutschland, der Wissenchaft- lichen Gesellschaft für Luftfahrt, des Deutschen Luftfahrt-Verbandes, des Deut- schen Modell- und Segelilug-Verbandes und der Rhön-Rossitten-Gesellschaft be- stand, hat auf Grund der vorgelegten amtlichen Beurkundungen den Segelflug- preis der „Grünen Post“ in Höhe von 5000 RM dem Segelflieger Herrn Robert Kronfeld, z. Zt. Fluglehrer der Fliegerschule der Rhön-Rossitten-Ge- sellschaft auf der Wasserkuppe, für seinen 100-km-Flug am 15. Mai über den Teutoburger Wald zugesprochen. An der Gleitilugschule Wangen i. A. fand im Monat April wiedeı ein größerer Schulkursus statt, bei dem auch 10 Lehrer württembergischer Lehranstalten teil- nahmen. Ferner waren Teilnehmer dabei aus Augsburg, Berlin, Krefeld und Mün- chen. Sämtliche 15 Teilnehmer konnten teils die A-, teils die B-Prüfung ablegen, obwohl nur eine verkürzte Ausbildungszeit von drei Wochen zur Verfügung stand. Im Laufe des Sommers finden weitere Kurse unter Leitung des bekannten Flug- lehrers Blessing statt. Die Ausbildung in Wangen i. A. ist dank des eigenartigen Geländes äußerst gründlich. Die Schüler werden vom ersten Schulflug ab dazu erzogen, nach der ausgesteckten Zielflagge zu fliegen. Als Prüfung werden nur Flüge gewertet, bei denen die Landung in Richtung auf das Ziel zu erfolgt. Die Schule versendet auf Anfrage einen hübschen, kleinen Prospekt, der alles Wissenswerte enthält. Nr. 12 „FLUGSPORT“ Seite 239 Für den Internationalen Europa-Rundilug 1929 liegen, wie der Aero-Club von Deutschland mitteilt, noch folgende Nachnennungen vor: Durch den Aero-Club von Deutschland: Albatros Flugzeugwerke, 2 Albatros L 82a, 1. Kategorie; Theo Croneiss, BFW M 23b, 1. Kategorie; Biehl & Mertz, RK 9 „Grasmücke“, 2. Kategorie; Fritz Siebel, 2 Klemm L 25 Ila, 2. Kategorie; Junkers- Flugzeugwerke, 3 Junkers A 50, 1. Kategorie; Heinz Kissin, Focke-Wulf „Kiebitz‘“, 1. Kategorie; Junkers-Flugzeugwerke, Junkers A 50, 1. Kategorie. (Nennungen und Nachnennungen zusamen 34, davon 32 Deutsche, 1 Kanadier, 1 Oesterreicher.) Durch den Tschechoslowakischen Aero-Klub: Aero Tovarna Letadel, App. Aero A-34, 1. Kategorie (zusammen 4). Durch den A&ro-Club de France: Joseph Vuylsteke, App. St-Hubert, 1. Kate- gorie; Edmond Latham, 3 App. Potez 36, 1. Kategorie; Aero-Klub von Jugoslavien, App. Bloudek XV, 2. Kategorie. (Insgesamt 28, darunter 17 Franzosen, 1 Brasi- lianer, 1 Amerikaner, 2 Belgier, 5 Engländer, 2 Jugoslaven.) Durch den Italienischen Aero-Club: Cantiere Navale Triestino, App. Cant. 26, 1. Kategorie; Benassati Carlo, 1. Apparat. (Zusammen 14.) Es sind also für den Wettbewerb insgesamt genannt: von Deutschland 34, von der Tschechoslowakei 4, von Frankreich 28, von Italien 14, von der Schweiz 2, Summa 82 Flugzeuge, Ausland. 5000 km mit einer Stundengeschwindigkeit von 188,31 km wurden auf Bre- guet-Hispano Suiza von Gierier und Weiß auf einer geschlossenen Strecke am 25. Mai zurückgelegt. Die Rundstrecke in einer Gesamtflugzeit von 26 Std. 34 Min. Etampes—Orl&ans—Chartres wurde 32mal durchflogen. Für den Coup Schneider werden in Frankreich von Nieuport und Bernard Flugzeuge mit Hispano und Jupiter-Mistral von mehr als 1000 PS gebaut. Die Probeflüge sollen in Kürze beginnen, VII. Concours International d’Avions Lezers et de Tourisme in Brüssel. Der Belgische Aero-Club veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Wettbewerb um den Königspokal, und zwar auf dem Flugplatz Brüssel-Evere in den Tagen vom 26. bis 29. September 1929. Der Wettbewerb ist ausgestattet mit dem „Wanderpreis des Königs“, der sich zur Zeit in deutschem Besitz befindet, ferner mit einem 1. Preis von 15000 Fr. und einem 2. Preis von 5000 Fr. Die Nennungen mit Nenngeld in Höhe von 1000 belg. Fr. müssen spätestens bis zum 15. September 1929 beim Schatzmeister des Belgischen Aero-Clubs durch Vermittlung des Deutschen Luftrats eingegangen sein. Zugelassen zu dem Wettbewerb sind Flugzeuge der 1. Kategorie, die einen Piloten und einen Fluggast von je 80 kg Gewicht und 40 kg Gepäck, insgesamt 200 kg, transportieren können; ferner Flugzeuge der 2. Kategorie, die insgesamt 160 kg transportieren können. Die 1. und 2. Kategorie entsprechen ferner ihrem Arbeiten der Mitglieder des Vereins für Modellflug, Dresden, Seite 240 ‚FLUGSPORT"* | Nr. 12 Leergewicht nach den F. A.1.-Bestimmungen und müssen beide eine Reichweite von 400 km haben. Fine genaue Ausschreibung ist in der Geschäftsstelle des Luftrats erhältlich. Flughaien Barcelona (Prat de Llobregat). Flugplatz der Kriegsmarine, als Zivilflughafen zugelassen. Lage: 41° 23 N, 5° 45° 0 (Meridian von Madrid); Mißweisung 11° W. 15 km SSW von der Stadt Barcelona südlich der Mün- dung des Flusses Llobregat, an das S" Justo.Degver® Neid es @splugas Meer grenzend und im Süden be- N - grenzt durch den kleinen Teich Re- mola. Rollfeld: 750x480 m; 3 m ü. M.; sandiger Boden. Hindernisse im Nor- den Flughallen, im Süden und Süd- westen ein Pinienwald, der das Roll- feld begrenzt. Landezeichen bei Tage das Wort „PRAT“ in weißen Buchstaben in der Mitte des Rollfeldes; Windsack auf der Luftschiffhalle. Bei Nacht keine. Anlagen: zwei Gruppen von Flug- hallen für Flugzeuge und eine Luft- schiffhalle für kleine Luftschiffe. Un- | terkunft in einem Gasthaus im Dorfe Prat und Hotels in Barcelona. — Reparaturwerkstatt der Marineluftfahrt. S"Baudi jo deLlobregat .L 7 Prat deLlobregat < Flughafen der | ® Aeroclubs BE Flughafen der , , „Aeropostale” II. Internationaler Wettbewerb für Sportilugzeuge, Rotterdam, 27. bis 30. Juni 1929. Zusammenfassung der Bestimmungen. (Ausführliche Bestimmungen sind auf Anfrage beim Klub erhältlich.) Der Wettbewerb wird geführt nach den Regeln der F. A.I. An den Wettfllügen kann nur teilgenommen werden durch Zweisitzer, deren Leergewicht 450 kg, und durch Einsitzer, deren Leergewicht 350 kg nicht überschreitet. Hierbei muß - Betriebsstoff für 3 Std. bei Kreuzgeschwindigkeit mitgenommen werden können. Der Sternflug. Zeit und Ort des Abfluges darf durch die Teilnehmer selbst bestimmt werden auf einem Mindestabstand von 200 km von Rotterdam. Die Zeit des Eintreffens in Rotterdam ist 16 Uhr am 27. Juni 1928. Eine Lan- dung nach dem letzten Startpunkt ist nicht gestattet. ) Bu | — [IT 13n Die Befestigung der Flügel am Rumpf zeigt Abb. 4. Auf der Ober- seite des Rumpfes befindet sich ein Druckrohr aus Aluminium mit einem gegabelten Stahlschuh und kardanisch beweglichen Aluminium- ‚klotz mit einem Loch für den Befestigungsbolzen. Die Flügel, Profil R. A. F. 34, mit geringer Druckpunktwanderung haben zwei Holme von I-Querschnitt. Holme, Flügelnase und Rippen sind aus Spruce. Dämpfungsfläche, Höhenruder, Kielfläche und Seiten- ruder sind in normaler Weise in Holzkonstruktion ausgeführt. Die Dämpfungsfläche, durch Stahlrohre abgestrebt, ist auf dem Boden verstellbar. Die Fahrgestellachse wird aus zwei V-förmige am Rumpf be- festigten Streben und einem Teleskop-Stoßaufnehmer mit Gummi- schnüren gebildet. Spannweite 7,7:m, Flügeltiefe 1,37 m, Gesamtlänge 5,54 m, Höhe 1,75 m, Flügelinhalt 9,8 m?, Flügelbelastung 31 kg/m?, Leistungsbe- lastung bei 35 PS 8,75 kg. Leergewicht 185 kg, belastet 310 ke. Lande- geschwindigkeit 54 km, theoretische Höchstgeschwindiekeit 170 km, Reisegeschwindiekeit 135 km. Salmson-Stern-Motor Type 9 AD 40 PS. Der Neunzylinder-Salmson-Sternmotor von 70 mm Bohrung und 86 mm Hub leistet bei 2000 Umdrehungen 40 PS. Kompressionsver- hältnis 5,6. Für die Zündung ist nur ein Salmson-Magnet Type G.G.9 mit je einer Zündkerze vorgesehen. Vergaser Zenith. Gewicht mit Nabe 70 kg. Betriebsstoffverbrauch 250 g/PS/h, Oel 25 g/PS/h. Wie die Zeichnungen Abb. S. 249 erkennen lassen, besteht das Kurbel- gehäuse aus Leichtmetall aus einem zweiteiligen Hauptteil, an welchem die Zylinder befestigt sind, einem hinteren Deckel, enthaltend die Zahn- räder für Magnetantrieb, Oelpumpe und zwei vorderen Deckeln für die Nockenscheiben und Rollenlagerbefestigung. Asa‘ Salmson-Sternmotor Type 9 AD 40 PS. Seite 250 „FLUGSPORT* Nr. 13 Die Zylinder bestehen aus einer Stahllaufbüchse, auf deren Boden die Ein- und Auslaßrohre, Oeffnungen aus Stahlrohr, aufgeschweißt und mit einem Kühlrippen tragenden Aluminiumkopf umgossen sind. Die Aluminiumkolben mit starken Versteifungsrippen besitzen zwei Kolben- und einen Oelabstreifring. Von den neun verhältnismäßig langen Pleueln sind acht an dem Hauptpleuel angelenkt. Die Kurbelwelle ist zweiteilig mit Gegengewichten ausbalanciert und im Vorderteil zweimal gelagert. Ein doppeltes Stirndrucklager ge- stattet, den Motor mit Zug- oder Druckschraube arbeiten zu lassen. An Stelle von zylindrischen Spiralfedern sind Hebelfedern aus rundem Stahldraht gebogen verwendet. Die Federenden liegen in einem tellerartiren Raum am Ventil einerseits und in einer Pfanne auf dem Zylinderkopf andererseits. Durch diese Anordnung ist der Ventil- schaft besser gekühlt und der Federweg wird auf mehrere Spiralen, welche auf Torsion beansprucht sind, verteilt. Ein- und Auslaßventil werden von je einem zweiarmigen Hebel, von verstellbaren Stoß- stangen betätigt. Die Stoßstangen ruhen an ihrem unteren Ende in den mit Kugelpfannen versehenen Stößeln. Für die Ein- und Auslaß- ventile ist je eine Nockenscheibe mit fünf Nocken angeordnet. Die Nockenscheiben, welche auf der Kurbelwelle gelagert sind, werden durch ein Planetengetriebe angetrieben. Das Planetengetriebe mit den Nockenscheiben ist durch Abnahme des vorderen Verteilerdeckels leicht zugänglich. Auf der Rückseite des Motors befindet sich ein ringförmiges Ver- teilerrohr in das Kurbelgehäuse eingegossen, in welches die Ansaug- rohre für die einzelnen Zylinder einmünden. An das rückwärtige Ende der Kurbelwelle ist eine Andrehvorrich- tung eingebaut. Siemens-Sternmotor SH 13 und SH 14. (Hierzu Tafel IV.) Siemens, die älteste deutsche Stern-Flugmotorenfirma, hat unab- lässig ihre Motoren weiter entwickelt. Die neueren Typen, der SH 13 und SH 14, mit 5 bzw. 7 Cylindern sind aus der Type SH 10, und SH 11 hervorgegangen. (Cf. Beschreibung auch des SA 12 in Nr. 14 „Flug- sport“ 1928, Seite 257—261.) Durch Vergrößerung der Bohrung wurde, ohne die Lebensdauer und Betriebssicherheit herabzumindern, eine er- hebliche Leistungssteigerung erreicht und das Gewicht herabgedrückt. So ist die Type SH 13 mit einem Leistungsgewicht von nur 1,37 ke/PS um 5 kg leichter geworden als die Type SH 10 und die Type SH 14 mit einem Leistungsgewicht von nur 1,22 ke/PS um 8 kg leichter als die Type SH 11. Die Zylinder von 105 mm Bohrung und 120 mm Hub bestehen aus einer oben offenen, mit .einem Aluminiumkühlrippen- mantel versehenen Stahllaufbuchse und einem abnehmbaren, aufge- bolzten Leichtmetallzylinderkopf. Die Zylinder haben hängende Ven- tile, die durch Stoßstangen und durch Rollenstößel betätigt werden. Eine einfach gekröpfte Kurbelwelle läuft auf Kugel- bzw. Rollenlagern. Vier bzw. sechs Nebenpleuelstangen sind an dem Kopf der Haupt- pleuelstange angelenkt, die über zwei kräftig bemessene Kugellager auf die Kröpfung arbeitet. Beide Motoren besitzen zwei Siemens- Maenetzünder und in jedem Zylinder zwei Siemens-Zündkerzen. Nr. 13 . „FLUGSPORT“ Seite 251 Tyre : 2 2 2 nn. Sh 13 Sh 14 Zylinderzahl. . . . .. 5 7 Bohrung . . . 2 2... mm 105 105 Hıb .:. . 2 2 2 202. mm 120 120 Hubvolumen . . ... 1 5,20 7,27 Drehzahl . . . . 2... Ulmin 1500/1750 1500/1750 Nennleistung . . 2... PS 68/80 92/110 Mittlere Leistung (bei n = etwa 1575 Ulmin). . .| PS 72 | 101. Mittleres Drehmoment . . m/kg 33 | 46 Gewicht trocken (ohne Luftschraube und Nabe) etwa 2. 2 2 rn kg 117,5+0,5 | 145,5+0,5 Gewicht der vollständigen Nabe etwa . . 2... kg 3,1 31 Einheitsgewicht bezogen auf 82 bzw. 115 PS, etwa ke/PS 1,46 1,32 Literleistung . bezogen auf 82 bzw. 115 PS, bis. . PSI 16,0 16,0 Bremnstoffverbrauch . . e/PS/h 220-240 220-—240 Schmierölverbrauch . . . e/PS/h 8—12 8s—12 Größter Durchmesser . . m 1,006 1,006 Größte Länge . . m 0,858 0,814 Die Fünfzylindermotoren haben einen und die Siebenzylinder- motoren je zwei Sum-Vergaser. Die Anordnung des Düsenstockes am Vergaser gestattet auch bei laufendem Motor eine Aenderung der Ein- stellung. Der Brennstoff fließt dem Vergaser entweder durch eigenes (iefälle zu oder durch Druckluftförderung, wobei die Druckluft von einer am Motor angebauten Luftpumpe erzeugt wird. Für die Oelför- derung ist eine doppelte Zahnradpumpe vorgesehen, die die Schmie- rung selbsttätig bewirkt. Magnetzünder, Vergaser, Luft- und Oel- pumpe sind leicht auswechselbar am hinteren Abschlußdeckel ange- bracht und vom Führersitz aus zugänglich. Die Motoren sind für Zug- und Druckschraubenantrieb geeignet, sie laufen normalerweise ent- vegengesetzt dem Uhrzeigersinn, wobei angenommen ist, daß man von vorn auf den Propeller blickt. Auf Wunsch werden die Motoren auch im Uhrzeigersinn laufend zeliefert. Beardmore-Diesel-Motor.*) Anläßlich eines Vortrages von Wine Commander T. R. Cave- Browne-Cave am 28. November 1928 über das englische Luftschiff R. 101. vor der Royal Aeronautical Society und der Institution of AutomoBile Engineers wurden sehr interessante Einzelheiten über den in diesem Luftschiff eingebauten Beardmore-Tornado-Motor gegeben. Diese kompressorlose Motoren ohne Vorkammer arbeiteten mit Selbstzündung durch Kompression. Der Beardmore-Tornado von 210 mm Bohrung und 306 mm Hub sollte ursprünglich bei 1000 Um- drehungen 700 PS entwickeln. Die Steigerung auf 1000 Umdrehungen war unmöglich, da bei 950 Umdrehungen sich starke Torsionsschwin- eungen an der Kurbelwelle einstellten. Die größte Höchstleistung war 650 PS und Dauerleistung 585 PS. Gewicht pro PS ca. 3,6 kg. Man hofft das Gewicht auf 1,35 herunterzudrücken. Abb. 2 zeigt den Beard- more-8-Zylinder-Motor im Schnitt. *, Siehe The Journal of „The Royal Aeronantical Society“ vom März 1929. Seite 252 „FLUGSPORT“ Nr. 13 Der Betriebsstoff wird kurz vor dem oberen Totpunkt durch eine Preßpumpe mit Steuerkolben, siehe die neben- stehende Abb. 1, eingespritzt. Das Anlassen geschieht durch einen Hilfsmotor von 40 PS unter Zwischenschaltung Abb. 1. Betriebsstoff- Einspritzung beim Beardmore-Diesel. a) Steuerkolben b) Preßpumpe. SS N N N N 0 © von einem Untersetzungsgetriebe von 2:1. Für das Anlassen genügen jedoch 10 PS. Mein Streckenrekordflug am Teutoburger Wald. Von Robert Kronfeld. Es ist bestimmt, daß die Ausschreibung des „Grünen Post“- Preises nach dem verflossenen Rhön-Wettbewerb die Gemüter der erfolgreichsten Segelflieger und derjenigen, die es werden wollten, eingestandener oder auch uneingestandener Maßen in heftige Auf- regung versetzte. Aus leicht begreiflichen Gründen hörte man von den zahlreichen Versuchen, die zur Erreichung des 100 km-Zieles an- gesetzt wurden, nicht allzuviel. Nur von Zeit zu Zeit vernahm man, daß in irgend einer Gegend Deutschlands etliche km geflogen wurden, eine Maschine zu Bruch gegangen sei, oder einige Kanonen ebenso andauernd wie verzweifelt auf richtiges 100 km-Wetter warteten. Im Herbst zog so manche schöne Front über die Wasserkuppe, manch schöner Kumulus lud zum Starten ein. Oft stand ich dann da, bei meiner Fluglehrertätigkeit auf der Wasserkuppe, mit der Stoppuhr in der Hand, die C-Prüflinge in der Luft verfolgend und dachte daran, daß jetzt wohl irgendwo einer in Deutschland den „Bart abnimmt“, wie es in der Fliegersprache so schön heißt. Aber es erfolgte nichts, und so gewann ich Zeit. Der Winter kam, die Segelfliegerei hielt Winterschlaf. Mit dem Frühjahr wurde meine neue Maschine vom Kegelflugzeugsbau in Kassel fertiggestellt. Meine „Wien“ stellt eine Hochzüchtung des so bewährten Professortyps der Rhön-Rositten- Gesellschaft dar. Mein erster großer Flug damit führte mich in erheb- liche Höhen und so sah ich denn den kommenden Dinsen doch mit einiger Hoffnung entgegen. Gleichzeitig begann Nehring seine Flüge bei Darmstadt und seine Erfolge in geschaffter Strecke übertrafen meine bei weiten. Es war mir klar, daß bei so scharfer Konkurrenz und einer so bedeutend geforderten Leistungssteigerung nur die Zuhilfenahme der neueren Erfahrungen des Segelfluges, eine günstice Geländewahl und die unumgänglich notwendige Portion Glück zum Ziele führen könnte. Ein Studium der Karte von Deutschland ergab bald die günstigsten Gegenden. Sollte ich das klassisch deutsche Segelilusgelände, die Rhön wählen, Nehrings Flugstrecke an der Bergstraße und weiter den Schwarzwald, oder ein neues Gelände aufsuchen? Gegen die erste Möglichkeit sprechen, trotz der besonderen Vorteile, rein sportliche Erwägungen. In einem, einem selbst unbekannten Gelände zu fliegen, gibt immer mehr an Reiz. Ich wollte damit zeigen, daß es auch wo Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 253 anders gehen muß. Die von jemand anderem erprobte Flugstrecke auch aufzusuchen, ist wohl für eine solche Leistung auch nicht allzu elegant. So blieb die dritte Möglichkeit, die durch die Hilfeleistung der Segelflugvereinigung des D.L.V. Bielefeld und auch Münster noch besonders begünstigt wurde: Der Teutoburger Wald. Der erste Ver- such, in dem ich kläglich in einem Loch bei Iburg absackte, war wenig erfolgversprechend. Betrübt kehrte ich nach 3 Tagen Aufenthalt am Teutoburger-Wald auf die Wasserkuppe zurück. 3 Tage Urlaub waren ergebnislos verlaufen, Nächte durchfahren worden und beinahe hätte ich denen recht gegeben, die meinten, daß an diesen niedrigen Hängen — die zur Verfügung stehenden Hanghöhen betragen stellenweise nur. 50 bis 100 Meter über dem umliegenden Gelände — doch nicht viel zu erreichen sei. Plötzlich kam wieder ein Telesramm von der Wetter- dienststelle in Münster. Ein letztes Mal wollte ich es versuchen und dann, im Falle eines Nichtgelingens, die Maschine wieder zurück auf die Wasserkuppe bringen. Schweren Herzens bewilligte mir Herr Stamer zum zweiten Male die unumgänglich nötige Zeitspanne von 3 Tagen. Wieder wurde eine Nacht auf den Bänken der Eisenbahn- wagen verbracht. Die ganze Bielefelder-Segelflugsgruppe hatte sich ausgezeichnet. Als ich an der Startstelle ankam, stand schon meine Maschine startbereit da. Auch die Wetterlage schien recht günstig. Der Windmesser zeigte 8 bis 12 sm. Auch Kumuluswolken waren am Himmel zu sehen. Ganz die richtigen waren es ja nicht. Sie waren nicht sehr groß und recht zerzaust, aber sie waren besser, als der blaue Himmel bei meinem ersten Versuche. Schon im Wettbewerb 1928 hatten sich ja die erfreulichen Auswirkungen der systematischen Forschung erschlossen, die im Frühjahr und Sommer 1928 vom For- schungsinstitut der Rhön-Rositten-Gesellschaft auf dem Flugplatz in Darmstadt durchgeführt wurde. Auf Anregung von Prof. Georgii hatte Nehring mit der Motor-Maschine bewiesen, daß dauerndes Segeln, - selbst mit sonst nicht segelfähigen Maschinen unter Kumuluswolken möglich ist. Im Wettbewerb hatten sich die wichtigsten Auswirkungen dieser Kenntnis auf dem Segelflug gezeist. Das Ueberbrücken grö- ßerer Löcher, wie sie die Hänge des Teutoburger-Waldes aufweisen, Bu ll ebd du UN ii 0 O0 AN | N N ne re 7 NH ai T Di Ü Abb. 2. Beardmore-Tornado-Diesel-Motor mit obenliegender Kurbelwelle. Seite 254 „FLUGSPORT“ Nr. 13 dürfte nur mit Zuhilfenahme des Wolkenaufwindes möglich sein. Tat- sächlich war dieser Flug ein Beweis dafür. Das verhältnismäßig schmale Aufwindfeld der relativ niedrigen Hänge gab mir beim Flie- gen keine große Bewegungsireiheit. Immer wieder mußten Wolken helfen. Bei Lengrich, einer recht ungemütlichen Stelle, mußte ich mich wesentlich länger aufhalten, als beim ersten Flug. Es war verhältnis- mäßig früh am Tage und die Häuser der Stadt, sowie die sonnen- bestrahlten Silos der dortigen Zementfabrik zaben noch nicht die Thermik wie beim ersten Fluge zu Mittag. Verdächtig nahe „krebste“ ich 34 Stunden an den Fabrikschornsteinen herum, die von unten immer näher kamen, bis es mir gelang, eine Wolke zu erwischen, die mich über die Stelle brachte. Ebenso ging es über das Loch von lburge und dann später über eines der schwierigsten Stücke bei Rothenfelde, wo vorgelagerte Hänge den Aufwind außerordentlich schwächen. Mit demselben Kumulus ging es weiter über Borgholz- hausen. Dabei war ganz richtiges Wolkensegeln nicht möglich, das absolute „Anschluß bekommen“, also das Segeln nur durch Wolken- aufwind, erwies sich undurchführbar. An der Schwedenschanze vor Bielefeld war die erste Stelle, wo ich einigermaßen Ruhe fand. Ver- bältnismäßig leicht ging es an der Hünenburg vorbei über Brackwede weg und jetzt immer mit halbem Rückenwind den Hängen entlang, die selten mehr eine unbewaldete Stelle zeigten. Die Autos, die mich zahlreich verfolgten und sonst an den Stellen, wo ich längere Zeit pendeln mußte, mich immer wieder einholten, verlor ich aus dem Gesichtsfelde. Mit diesen Staubwolkenerzeugern verlor ich gleich- zeitie jede Möglichkeit, die leider einsetzende Drehung des Windes zu verfolgen. Einige prächtige, sich richtig aufblähende Kumuluswolken sah ich jetzt vor mir. Es waren die Wärmekumuli, die über der Stapellagersenne hingen. Am großen Hermannsberg versuchte ich wiederum den Anschluß nach oben zu bekommen und bekam ihn hier zum ersten Mal vollständig. Das war auch notwendig, denn unter mir breitete sich der Wald immer mehr aus. Der Forst von Berlebeck, in einer Breite von schätzungweise 7 bis 8 km und unabsehbarer Länge, machte jede Landung unmöglich. Das Hermannsdenkmal sah ich von weitem und stieß direkt darauf zu. Hier werden die Hänge immer flacher, der Teutoburger-Wald biegt gegen Süden ab. Das Vorgelände steiet so an, daß es nicht mehr möglich ist, mit Hangaufwind zu segeln. Wieder erwies sich das Kumulusfliegen an diesem Tage nicht allzu zuverlässig. So schnell ich hinauf gekommen war, kam ich auch wieder herunter. Die Wipfel des Laubwaldes kamen verdächtig nahe, immer tiefer gings und tiefer. Ich stieß noch etwas weiter gexen Osten vor. Mit einem Male gab es eine Fallböe, die mich bis auf 10 Meter über die Baumwipfel drückte. Es war mir klar, daß ich, um die Maschine zu retten, kehrt machen und auf km 85 zurückfliegen müsse, um die letzte Landungsstelle aufzusuchen. Verzweifelt drehte ich vom so nahen 100 km-Ziele ab. Im Augenblick des Abkurvens sehe ich schwach vorn über mir, weit weg vom Hange, einen ganz kleinen zerzausten Dunstfetzen, wie sie schwache Wärmeschläuche krönen. Das war die letzte Rettung. 50 Meter Höhengewinn genügten, um sofort wieder kehrt machend, sich unter den Kumuluswolken entlang zu moglen, die sich über die Kammhöhe wegschoben. Detmold kam links, von meiner Flugroute ins Gesichtsfeld und, jetzt war die Frage, ob die Kumulis stark genug seien, den Hangabwind zu überwinden. Es war so. Gerade in der ganzen Schicht zwischen Auf- und Abwind schob ich mich lang, je nachdem, ob mich die eine oder andere Strömung erreiche, wurde ich hart hinauf und hinunter geworfen. So Flugsport“ Organ der Flugzeugfabrikanten und des Modell- und Segelflugverbandes 1929, Tafel IV. Siemens-Sternmotor SH13 u. SH14 5 Zyl. 68/80 u. 7 Zyl. 9210 PS 354 = 303 I | , EN Ss | U NP 753 /) ir | < 328 I 2 | | | | =S N be | 525 l | Sr | 342 A | | I | u f 4 54171 | | | 9018 | = | 136 SCINTILLA Br | - % 2 429 51371 423 ' | | En g! AIRES DEE ZZAI>A- DI “ R Y DE = mod 3__|770scinriLLa X 1: il; —E - .M ® “ ji 7518 ——H =@ Cu en ME 72 & 1295 Tr = \Nirga A188 sciNrilLA u | —- 5 _ 3 2 N 2 Z Ah WILZEZERTZEL. — — — \ Ss GREGOR ZOOEIRTE 51 Ä 50971 ZZ y a ii Bu) & 1446 5 z | 403 1 rm = Abs > | ee r DENN 430 402 121 909 | I S (ad, et NI III ı\ NN N N wÄ N, 145 DON N N Ss III 7, x Tr . SZ \ N 642. 641 19 "50 N In \ III N Nr. 13 „FTLUGSPORT“ Seite 255 blieb mir nicht viel Zeit übrig, auf das Landegelände zu achten. Eine Kurve noch, die mich in die Richtung des Tales brachte und mit halbem Rückenwind und Gleitwinkel noch Strecke gewinnen ließ, eine Rückenwindlandung und der Flug war beendet. Dann spürte ich erst, wie fertig ich war. Ich war glücklich, daß mir meine Sportzeugen und Helfer jede weitere Arbeit von diesem Augenblick an abnahmen. Die Oeffentlichkeit pflegt solche Flüge mit sroßer Begeisterung zu feiern, wie das auch Sportbegeisterte in Bielefeld und Münster taten. Dem Flieger selber ist es klar, daß nur ein kleiner Impuls gegeben durch Wetterlage, einen Wärmehauch im richtigen Augenblick und einer ausbleibenden Abwindböe im andern, die Neigung des Glückes sich von einem zum andern wenden 1äßt. Inland. Mitteilung Nr. 32 des Deutschen Luitrates. Die Federation A&ronautigue Internationale (F.A.I.) hat folgende Flug- leistungen als Weltrekorde anerkannt: Klasse C bis (Seeflugzeuge). Deutschland: Rolf Starke mit Heinkel HD 38, mit einem BMW-Vla-Motor zu 600 PS, in Warnemünde am 7. Mai 1929. Geschwindigkeit, über 100 km 259,927 km/Std., mit 1000 kg Nutzlast: Geschwindigkeit, über 500 km 235,941 km/Std., Geschwindigkeit, über 100 km 233,294 km/Std., mit 500 kg Nutzlast: Geschwindigkeit, über 500 km 235,941 km/Std. Diese letzten drei Rekorde wurden aufgestellt von Rolf Starke am 21. Mai 1929 mit Heinkel HE 9a. Frankreich: Mit 2000 kg Nutzlast: Lt. Paris auf Seeflugzeug C. A.M.S., Motor Hispano-Suiza 600 PS, in St. Raphael am 15. Mai 1929. Höhe 4827 m. Klasse C (Landflugzeuge). Deutschland: Willi Neuenhofen auf Junkers W. 34, Bristol-Jupiter 420 PS, in Dessau, den 26. Mai 1929: Höhe 12 739 m. ® Amerika: Lt. Soucek, auf Wright „Apache“, Pratt & Whitney, 425 PS, in Washington, am 8. Mai 1929. Höhe 11930 m. Frankreich: Cdt. Girier und Weiß auf Breguet, Hispano-Suiza, 600 PS, Etampes, 24.—25. Mai 1929. Geschwindigkeit, über 5000 km 188097 km. Der Deutsche Luftrat hat als lokale Segelflugrekorde folgende Leistungen anerkannt: Klasse D (Segelflugzeuge). Gelände: Bergstraße. Joliannes Nehring auf Segelflugzeug „Darmstadt“, am 2. April 1929: Dauer: 1 Std. 51 Min. Seite 256 „rLUGSPORT“ Nr. 13 Entfernung: (von Frankenstein bis Ubstadt) 70,2 km und am 25. April 1929: Höhe über Startplatz 1209 m. (Entfernung: (von Malchen bis Ubstadt) 72,2 km. Berlin, im Juni 1929. - Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtirkeit: v. Hoeppner. Ferdinand Schulz ist am 16.6. mit dem Segelflieger Bruno Kaiser auf cinem Motorsportflugzeug „Marienburg‘ bei einem Ehrenflug über einem neu ein- geweihten Kriegerdenkmal in Stuhm (Westpr.) nach zwei geflogenen Loopings beim Abfangen der Maschine aus 200 m Höhe abgestürzt. Ferdinand Schulz wurde am 18. Dezember 1892 in Waldensee (Ermland) als Sohn eines Lehrers geboren. Er besuchte von 1904 bis 1909 das Gymnasium in Braunschweig, ging danach auf die Präparandenanstalt in Rössel (Ostpreußen) und vollendete seine Ausbildung auf dem Seminar in Thorn. Nach bestandener Lehrerprüfung genügte er im Mai 1914 seiner Militärpflicht und zog bei Kriegs- ausbruch mit dem Infanterieregiment 128 ins Feld. Er wurde zweimal verwundet. Im Februar 1917 meldete er sich zur Fliegertruppe, wurde ausgebildet und im Felde der Schlachtstaffel 10 zugeteilt. Im Oktober 1918 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert. Nach Beendigung des Krieges nahm er seine Tätigkeit als Lehrer wieder auf und hatte eine Lehrstelle in Marienburg inne. 1920 wid- mete er sich ganz dem Segelflug. Seine gewaltigen Leistungen im Segelflug sind den Lesern des „Flugsport“ bekannt. Tragisch ist, daß er ausgerechnet auf einem Motorflugzeug verunglücken mußte. Laubenthal ist am 8. Juni 1929 in Böblingen tödlich abgestürzt. Ueber den Hergang des Unfalles wird uns aus Stuttgart berichtet: Laubenthal führte auf Wunsch des Herrn Polizeihauptmanns Fischer, welcher zur Information dienst- lich nach Böblingen entsandt war, einen Rundflug aus. Einige Augenzeugen sahen das Flugzeug aus einer, nach ihrer Ansicht, zu steil geführten Kurve seit- lich abrutschen und dann trudelnd abstürzen. Laubenthal war sofort tot infolge Schädelbruches. Sein Fluggast, welcher gleichfalls einen Schädelbruch sowie Lungenquetschungen davongetragen hat, starb am Sonntagmorgen im Bezirks- krankenhaus zu Böblingen. Franz Nowak f ist am 12. Juni auf dem Flugplatz von Hangelar mit einer DP II A, die Maschine kam in ca. 300 m Höhe ins Trudeln, tödlich abgestürzt. Einladung zur Mitgliederversammlung der Rhön-Rossitten-Gesellschait amı Dienstag, den 30. Juli, 11 Uhr vormittags, im Fliegerlager auf der Wasserkuppe. Tagesordnung: 1. Jahresbericht 1928/29. 2. Verschiedenes. Etwaige Anträge wollen bis spätestens 20. Juli bei der Geschäftsstelle der R.R.G. (18. Juli Fliegerlager Wasserkuppe) eingereicht werden. Rhön-Rossitten-Gesellschaft: gez. Kotzenberg. Photomaschine der Bayerischen Flugzeugwerke A.-G. zur Vermessung des Ru- mänischen Petroleum-Gebietes. In Verfolg der auf der Internationalen Luftfahrt- ausstellung in Berlin angeknüpften Beziehungen wurde im Winter dieses Jahres den Bayerischen Flugzeugwerken von dem Rumänischen Handelsministerium Auftrag auf Lieferung eines Messerschmittschen Ganz-Metall-Hochdeckers BFW M 18 erteilt. Das Rumänische Handelsministerium will diese Maschine, welche sich dank ihrer großen Wendigkeit und Schwebefähigkeit vorzüglich zu photographischen Zwecken eignet, zur topographischen Erschließung des Rumänischen Petroleum- Gebietes verwenden. Am 25. Mai vergangenen Monats wurde das bestellte Flugzeug durch den Piloten Sido der Bayerischen Flugzeugwerke in 11 Stunden 9 Minuten von Augs- burg nach Bukarest überführt. Die Abnahmeflüge dortselbst verliefen zur größten Zufriedenheit der Fliegerbehörden und der beteiligten Kreise, wurde doch mit dem nur 100 PS starken Siemens-Motor in einer Zeit von 48,5 Minuten bei einem Fluggewicht von 1200 kg eine Höhe von 3000 m erklommen. Als Höchstgeschwin- digkeit ergab sich 151 km in der Stunde, während die für den Photoflug wichtige Mindestgeschwindigkeit von 78 km abgestoppt werden konnte. Nr. 13 „FLUGSPORT“ Seite 257 Stamer Leichtflugzeug mit DKW. Geschwindigkeit 90 km, Startlänge 150 m. Kronfelds Hochleistungsmaschine. Entgegen irreführenden Nachrichten der Tages- und teilweise auch Fachpresse bittet Robert Kronfeld um folgende Feststellung: Sein Scgelflugzeug „Wien“, mit dem der 100-km-Flug gemacht wurde, stammt im aerodynamischen Entwurf von A. Lippisch, Wasserkuppe, die Konstruktion von E. Pohorilli, Dresden, und Hans Jakobs, Wasserkuppe. Die Maschine wurde vom „Kegeli-Flugzeugbau‘“, Kassel, gebaut und nicht von Raab-Katzenstein. Ausland. Aufwendungen für die Luftfahrt in den verschiedenen Ländern. Danach sind von England, Amerika, Frankreich, Italien und Deutschland folgende Beträge aufgewendet worden: Mill. Mark bezw. RM pro Kopf Mill. Mark bezw. RM pro Kopf d.Bevölkerg. d.Bevölkerg. England: 1927 310 6,75 Frankr:: 1929 283 71,25 1928 325 7,— Italien: 1927 138 3,45 1929 324 1, 1928 154 3,85 Amerika: 1927 178 1,70 1929 154 3,85 1928 203 1,90 Dtschl.: 1927 46 0,73 1929 26? 2,50 1928 51 0,81 Frankr.: 1927° 165 4,25 1929 54 0,86 *) 1928 209 5,46 “und 20 0,44 **) Für den Daniel-Guggenheim-Sicherheits-Wettbewerb sind bis zum 27. Mai folgende 12 Meldungen eingegangen: Amerika: . Shroeder Wentworth Co., 523 Madison Ave., Glencoe, Il. . Charles Ward Hall, Inc., 156 E. 42nd St., New York City ‚Mr. Heraclio Alfaro, 303 National Bldg., Cleveland, Ohio J. S. McDonnell, Jr., & Associates, 1700 Humboldt Blvd., Milwaukee, Wis. . Curtiss Aeroplane & Motor Co., Garden City, Long Island, N. Y. . Brunner & Winkle Aircraft Corp., 7 East 42nd St., New York City England: 1. The Cierva Autogiro Co. Ltd., Bush House, Aldwych, London W.C. 2 2. The De Havilland Aircraft Co., Ltd., Stag Lane Aerodrome, Edgware, Middlesex 3, The Gloster Aircraft Co., Ltd., Sunningend Works, Cheltenham 4, Handley Page Ltd., Claremont Road, Cricklewood, London N.W.2 5. Vickers Ltd., Vickers House, Broadway, Westminster, London S.W.1 Italien: 1. Societa Italiana Ernesto Breda, Via Bordoni 9, Mailand. Auf Grund der Ausschreibung wird noch einmal aufgefordert, die Meldung mög- lichst bald abzugeben. ankwv- Ei *) Nach dem Regierungsvorschlag. **) Nach dem Vorschlag der Regierungsparleien. Unterricht. Die Entwicklung des Kyiihäuser-Technikums, das Tausende von Studieren- den seit der vor mehr als 30 Jahren erfolgten Gründung mit seiner bekannt Seite 258 „FLUGSPORT* Nr. 13 gründlichen und gewissenhaften Lehrmethode ausgebildet hat, läuft parallel zu der Entwicklung der technischen Methoden selbst in den letzten drei Jahrzehn- ten. Diese Ueberzeugung drängt sich insbesondere iedem auf, der Gelegenheit hat, den Ausbau der Lehrpläne aller in Betracht kommenden Ingenieurabteilun- gen des Kyffhäuser-Technikums kennenzulernen, Lehreinrichtungen und Labora- torien für Allgemeinen Maschinenbau, Schwach- und Starkstromtechnik, für Werkstofiprüfung und Werkzeugmaschinenbau, sowie für Automobilbau und Flugtechnik in Augenschein zu nehmen. Der Besucher gewinnt so die Ueber- zeugung, daß das Kyffhäuser-Technikum zu den besteingerichteten technischen Lehrinstituten ähnlicher Organisation zu zählen ist. Die Anstalt entläßt ihre Ab- solventen mit dem Zeugnis der mittleren Reife., Seit mehr als 27 Jahren hat Professor Huppert die Leitung der Anstalt inne. Das Fliegergeschick entriß uns unseren lieben Segelflugmeister Ferdinand Schulz der uns als Kamerad, Führer und ‚Vorbild der beste war. Wir halten ihm Treue um Treue. Alter Herrn Verband und Aktivitas der u „Flugwissenschaftlichen Ärbeitsgemeinschaft Cöthen Friedrichs-Polytechnikum Ein unersetzlicher Verlust hat die deutsche Segelfliegerei betroffen. u Ferdinand Schulz hat der Fliegertod mitten aus frohem Schaffen für die Fliegerei, die die große Leidenschaft seines Lebens war, von uns genommen. In die Tafeln der Ge- schichte des Segelflugs sind die Taten dieses Mannes unauslöschlich eingegraben, der in seiner stillen bescheidenen Art nichts aus sich machte und der doch durch seine Leistungen wie durch sein Wesen Vorbild war für die deutsche Jugend, die mit Liebe und Verehrung an ihm hing. Weit über den engen Kreis seiner Fliegerkameraden hinaus hat in allen Schichten des Volkes Schulz Anerkennung, Bewunderung und herzliche Sympathie gefunden. Ihm ist es mit in erster Linie zu verdanken, wenn in Ostpreußen nach dem Kriege der Fliegergeist wieder er- wachte, der Geist selbstloser aufopfernder Hingabe an eine große Sache. In der Segelfliegerschule Rossitten, wo Schulz die ersten Jahre als Fluglehrer wirkte, hat er seinen Schülern diesen Geist eingeimpft. Trauernd und doch stolz, daß er der ihre war, steht die Rhön-Rossitten-Gesellschaft an seiner Bahre mit dem Gelöbnis nach seiner Art, durch Taten, nicht durch Worte weiterzuarbeiten in seinem Sinn, die Jugend zu begeistern für die Fliegerei und zu aufrechten, deut- schen Männern zu erziehen. Noch einen zweiten Verlust hat in denselben Tagen die Rhön-Rossitten- Gesellschaft zu beklagen: Auf dieselbe tragische Weise starb in Böblingen Dipl.-Ing. Paul Laubenthal Als Mitglied der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt, seit langem der Rhön- Rossitten-Gesellschaft nahestand, wurde er von ihr im vergangenen Jahr nach den Vereinigten Staaten geschickt, um dort durch die Einführung des Segelflugs in der neuen Welt dem Ansehen des deutschen Namens zu dienen. Die Saat, die er mit seinen zwei Kameraden dort legte, ist inzwischen vielversprechend aufgegangen. So wird auch sein Name in der Geschichte des Segelflugs in Ehren weiterleben und die Rhön-Rossitten-Gesellschaft wird ihm über sein frühes Grab hinaus ein treues Gedächtnis: bewahren. Rhön-Rossitten-Gesellschaft gez. Kotzenberg. „FLUGSPORT“ NACHRUF. Am Samstag, den 8. Juni 1929, verunglückte in Stuttgart unser Mitglied und Alter Herr, Dipl.-Ing. Paul Laubenthal, .bei der Ausführung von Kunstflügen. Die Gruppe wird ihm, der über her- vorragende fliegerische Fähigkeiten und technische Kenntnisse verfügte, stets ein ehrendes und einem guten Kameraden würdiges Andenken bewahren. AKADEMISCHE FLIEGERGRUPPE DARMSTADT E.V. TECHNISCHE HOCHSCHULE gez. Horn Stellenangebote Süddeutsches Flugzeugwerk sucht für Konstruktion und Berechnungen Ingenieur mit mehrjähriger Praxis, der an selb- ständiges zuverlässiges Arbeiten ge» wöhnt ist. Angebote mit Lichtbild, Zeugnissen u. Gehalts ansprüchen unter 2514 an die Expedition des Flugspori. 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Der Rumpf von viereckigem Querschnitt ist sehr schmal und hoch. Hinter dem vorderen Maschinengewehrstand befindet sich. der Führer- ‚sitz und schräg nach ‚hinten ein weiterer Sitz für den Funker. Dann GEGRUNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN IN VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING. INNEN | II Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa _4557_ — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit ‚Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 14 10. Juli 1929 XXI. Jahrgang __ _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 24. Juli Zum 10. Rhön-Wettbewerb. Oskar Ursinus. 1919 — — sämtliche deutsche Kriegsflugzeuge wurden abselie- fert. Was noch übrig blieb, wurde zersägt und zerschlagen. Die Werk- stätten der Flugzeugfabriken waren verödet. Den Konstrukteuren und Flugzeugführern war jede Betätigung genommen. Eine Zeit der tiefsten Entmutigung! — — — 1919 auf der Wasserkuppe! — Der Blick schweift in die weite Ferne und schwimmt gedankenlos über der Landschaft. Da huscht ein dunkles Etwas den Berghang herauf. Zu Fuß zwei Bussarde. — Der Mensch fängt an zu denken. Er sieht, wie sich die beiden plötzlich init einem kräftigen Absprung der Fänge mit zwei, drei Flügelschlägen in die Luft erheben und, ohne Flügelschlag kreisend, träge sich höher schrauben. Fliegen — — der zerstörte Traum kann doch noch möglich sein! Fliegen ohne Motor! Versuchen wir’s. Mit frischem Mut. Das war der Anfang der Segelflugbewegung! Die Vorarbeit wurde begonnen. Die jungen flugbegeisterten Ka- meraden scharten sich zusammen. Am 24. März 1920 erschien in die- ser Zeitschrift folgender Aufruf: Der Weg zum neuen Ziele. „Der Zeitzustand darf uns nicht erschlaffen lassen. Die jetzige in- dustrie* und wettbewerbslose Zeit eibt uns Muße, um nach neuen We- sen zu suchen. — Fruchtbringende Arbeit in wissenschaftlich-fort- schrittlicher Richtung. — Abgesehen von einzelnen konstruktiven Ver- besserungen ist nichts zu spüren. — Wo sind die Förderer des deut- schen Flugwesens? — Wo bleibt die: Unterstützung der vielen in Deutschland tätigen Luftvereine? — Von einem anspornenden, vor- wärtstreibenden Impuls ist ebensowenig wahrzunehmen. Der Blick nach vorwärts ist eingeengt und behindert durch die Schablone der er- lebten Vorgänge. Dasselbe gilt auch von der Mehrzahl der einzelnen Personen. — Seit Beginn der Fliegerei hat man überhaupt nie im Sinne des Wortes Flugsport betrieben; dieser Selbstbetrug bringt uns nicht weiter. Wenn eine große Anzahl Menschen eine Klubmütze auf- London -Engla 16. — 27. äuli { Seite 262 „FLUGSPORT“ Nr. 14 keit auf 4500 m in 19 Min. Gipfelhöhe 7200 m, Landegeschwindigkeit 86 km. Besonders reichhaltig ist der Stand der Fairey Aviation Company Ltd,, welche mit acht Flugzeugen vertreten ist. Der Fairey III F mit Napier Lion XI ist, um die Einzelheiten des Aufbaus erkennen zu lassen, unbespannt ausgestellt. Ferner sieht man ein Fairey-Seeflugzeug dreisitzig mit Napier- Lion XI. Spannweite 13,9 m, Gesamtlänge 11,2 m, Höhe 3,8 m, Breite zusammengefaltet 4,4 m. Weiterhin einen Zweisitzer mit Armstrong Siddeley Jaguar VI. Um die Luftwirbel an dem Zylinderstern zu ver- meiden und den Luftwiderstand zu verringern, ist der Motor mit einer rineförmigen Verkleidung versehen. Siehe die Abbildung. j Von der Olympia-Show: Oben Fairey Land- und Seeflugzeug mit Napier Lion XI, Mitte Fairey II. F. mit Armstrong Siddeley Jaguar VI, unten Fairey Firefly I. Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 263 Der Fairey „Fox“, ein Tag-Bomber, ist mit Rolls-Royce-F-Motor ausgerüstet. Das ausgestellte Fairey-Langstreckenflugzeug haben wir bereits anläßlich seines Fluges nach Indien im Flugsport Nr. 4, auf Seite 68, beschrieben. Eine neue Type stellt Fairey Fyrefly I, ein Einsitzer von großer Geschwindigkeit, dar. Spannweite 9,76 m, Gesamtlänge 7,5 m, Höhe 2,64 m, Flügeltiefe: Oberflügel 1,56 m, Unterflügel 1.25 m. Eine andere neue Type ähnlich dem Fyrefly II, jedoch etwas ver- schieden in der Konstruktion, ist der Fairey-Fighter-Shipplane-Ein- sitzer. Spannweite 10,20 m, Gesamtlänge 7,8 m, Höhe 2,63 m, Flügel- tiefe: Oberflügel 1,83 m, Unterflügel 1,24 m. Das Marine- Kampf- und Erkundungs-Wasserflugzeug, mit zurück- klappbaren Flügeln, in Ganz-Metall-Konstruktion, ist mit Rolls Royce F ausgerüstet. Spannweite 11,28 m, Flügeltiefe: Oberflügel 2,21 m, Unterflügel 1,29 m, Gesamthöhe 3,35 m, Gesamtlänge 9 m. Die Hawker Engineering Co., Ltd., Kingston-on-Thames, ist auf Stand 22 mit drei Typen vertreten. Die „Tomtit“-Schulmaschine, ein Doppeldecker mit N-Stielen in Metallkonstruktion, besitzt eine Einrichtung, dem Schüler Von der Olympia-Show, London: Hawker-Flugzeuge, oben Schulmaschine „Tom- tit“, Mitte Erkundungsflugzeug „Hart“, unten Jagdeinsitzer „Hornet“, Seite 264 „FLUGSPORT“ Nr. 14 das Gesichtsfeld zu verdecken, um die Verhältnisse zu schaf- fen, welche beim Wolkenflug eintreten. Zu diesem Zwecke wird dem Schüler eine Kappe übergestülpt, so daß er nur noch das Instrumentenbrett sehen kann, welches elektrisch beleuchtet wird und einen Richtungsanzeiger, Patent Reid, besitzt. Spannweite 8,7 m, Länge 7,13 m, Höhe 2,64 m, Flügeltiefe 1,45 m, Flügelinhalt 22,1 m}, Leergewicht 498 kg, belastet 794 kg. Steigfähigkeit auf 300 m in 59 Sek., auf 3000 m in 14 Min. 22 Sek. Geschwindigkeit in 300 m 199,5 km, in 3000 m Höhe 164 km. Motor Armstrong Siddeley Mon- goose 150 PS. Betriebsstoff 109 I, Aktionsradius 560 km. Das Erkundungsflugzeug Typ „Hart“, ein Doppeldecker mit N- Stielen, Land- oder Schwimmergestell, besitzt einen Rolls-Royce-,F"- Motor. Leistung mit Rolls-Royce-F. XI. B.-Motor, überkomprimiert, 296 km Geschwindigkeit, Steigfähigkeit 3048 m in 8 Min. Der „Hornet“, Jagdeinsitzer mit Roll Royce-F.-Motor, ein Dop- peldecker, soll die schnellste englische Jardmaschine sein. Die Ge- schwindigkeit wird nicht angegeben. » Die Westland Aircraft Works, Yeovil, zeigen auf ihrem Stand Nr. 28 drei verschiedene Typen. Zunächst einen Ganzmetall-Westland-Wapiti-IIA-Zweisitzer, Mili- tärmaschine, mit Jupiter-VIII-Motor für verschiedene Zwecke. Diese Maschine wird von dem Royal Air Force und in den Kolonien, in Süd- afrika, Australien usw. benutzt. Ferner sieht man auf dem Stand die Westland IV, eine dreimoto- rige Limousine mit Hermes-Motoren. Die nebenstehende Abbildung zeigt den gleichen Typ mit Cirrusmotoren. Spannweite 17,55 m, Flü- geltiefe 2,90 m, Länge 11,46 m, Flügelinhalt 45,5 m?, Nutzlast 394 ke, Gewicht belastet 2222 kg, Flügelbelastung 48,8 ke/m?, Leistungsbe- lastung 8,3 kg/PS, Maximalgeschwindigkeit 185 km, Reisegeschwindie- keit 153 km, Aktionsradius mit 394 kg Nutzlast 918 km, mit 508 ke Nutzlast 612 km. MM UN Pay y, HN, DM my IN ZERUUU n zu ı( ei — Konstruktions-Einzelheiten des Westland-Widgeon-Kleinflugzeuges: Motorbock, links die Ausführung der Anschlüsse. Rechts unten Fahrgestell. Nr. 14 „ELUGSPORT"“ Seite 265 Von der Olympia-Show. Westland IV Limousine mit drei MHermes-Motoren. Von der Olympia-Show. Westland-Kleinflugzeug Widgeon IlIla. Das Westland-Leichtflugzeug Widgeon IIIA mit D.H. Gipsy- oder A.D. C.-Cirrus-Motor ist ein abgestrebter Hochdecker mit Baldachin über dem Rumpf. Der Motorbock aus Stahlrohr (siehe die nebenste- hende Abbildung) kann mit vier Schrauben vom Brandschott gelöst werden. Der Rumpf mit Längsholmen von viereckigen Duraluminroh- ren und auch solchen Streben mit genieteten Laschen-Knotenpunkten ist auf der Unterseite im Vorderteil mit gesicktem Duraluminblech be- \ = er 3 ICH o_° (N 0,0, CE > ° IT] _ l Konstruktions-Einzelheiten des West- land-Widgeon-Kleinflugzeuges. Oben links: Flügelanschlußbeschläge für die Strebenbefestigung und Bock für den Fußhebel auf dem Boden des Rumpfes. Rechts: Rumpfgitterwerk. Unten links Befestigungsbeschlag für die Fahrgestellstoßstreben, rechts für die hintere Fahrgestellstrebe. Seite 266 „FLUGSPORT“ Nr. 14 kleidet. Der Betriebsstoffbehälter befindet sich in dem Mittelstück des nach hinten klappbaren Flügels. Flügelschnitt R.A.F. 34. Flügel- aufbau in Holzkonstruktion, Querruder über die ganze Länge des Flü- gels, Metallkonstruktion. Das Fahrgestell besteht aus unter dem Rumpf angelenkten Halb- achsen mit Stoßaufnehmerstreben und einer Lenkerstrebe, welche am Flügelstrebenaufhängepunkt am Unterholm angreift. Auf Stand Nr. 19 wird der Besucher der Ausstellung das im „Flug- sport“ Nr. 12, Seite 229, besprochene Leichtflugzeug, den H.F.S. 2. „Gadily“ von Glenny & Henderson, Surrey, finden. Diese Maschine von 212 kg Leergewicht und 35 PS ist noch als Leichtflugzeug anzusprechen. Torsionsiester Einholmflügel Stieger. Die Monospar Co. zeigt auf Stand Nr. 121 der Olympia-Show London, einen torsionsfesten einholmigen Flügel, nach den Patenten Stieger. Die Torsionssteifigkeit wird entweder, wie aus nebenstehen- der Abbildung hervorgeht, durch eine kreuzweise, pyramidenähnliche Verspannung oder auch die an Flügelrippen angreifen, erreicht. Es ist einleuchtend, daß ein derartiger Flügel verhältnismäßig leicht aus- fällt. Nach Angaben der Firma soll die Gewichtsersparnis bei einem Probeflügel 57 Prozent betragen haben. Torsionsfester Einholm-Flügel: a) auf a Druck beansprucht, b) Spanndrähte, c) Holme, d) Profilrippen, e) Haupt- rippen, f) Draht auf Zug beansprucht. Auf dem Stand der Cirrus Aero-Engines Ltd. 95 PS Cirrus Mark II Cirrus-Motor Hermes 105/115 PS. Auspuffseite, Hinteransicht. Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 267 Cirrus Mark III. Cirrus Hermes, Propellerseite. der Reihenmotor, luftgekühlt, 105/115 PS Cirrus Hermes Vierzylinder Reihenmotor, luftgekühlt, mit einem Magnet parallel zur Kurbelwellen- achse, und den 105/115 PS Cirrus Hermes Vierzylinder Reihenmotor luftgekühlt mit Verkleidung. Die Schwestergesellschaft von Cirrus, die A.D.C€. Aircraft Ltd. ist mit zwei Motoren vertreten, dem 300/330 PS A.D.C. Nimbus, Sechs- zylinder Reihenmotor, wassergekühlt, und dem 275/300 PS A.D.C. Air- six, Sechszylinder Reihenmotor, luftzekühlt. Die Walter-Moetoren, Prag, Hauptlieferantin der tschechoslowakischen Luftstreitkräfte, zeigt auf ihrem Stand luftgekühlte Sternmotoren von allen Größen. J. Walter & Co. hat bereits vor 10 Jahren mit den luftgekühlten Motoren begon- nen. Der erste Motor war der N Z 60 PS. Aus diesem Motor sind srößere Typen in Sternform entwickelt worden: 5-, 7- und 9-Zylinder von 70, 95 und 130 PS. Die wichtigsten Teile sind auswechselbar. Eine weitere Gruppe von Motoren mit dem gleichen Hub und Boh- rung wie die vorerwähnten sind die 5-Zylinder Walter-Vega, 7-Zylin- der Walter-Venus und der 9-Zylinder Walter-Mars. Diese Gruppe von Motoren ist besonders auf hohe Leistung entwickelt und besitzt Alu- Englisches Vickers-Napier-,‚Victoria“-Flugzeug mit zwei Napier-Motoren, das im Dienst des Royal Airforce während der Unruhen in Afghanistan 600 Leute, darun- ter Frauen und Kinder, von Peshawar nach Kabul beförderte. Das Fluzzeug hatte ausgedehntes gebirgiges Gelände zu überfliegen, in welchem eine Notlandung un- möglich war. Rolls Royce überkomprimiert 825 PS.| Seite 268 „FLUGSPORT“ Nr. 14 miniumköpfe und sonstige erforderlich gewordene Detailkonstruktion. Dadurch sind sie im Preis etwas höher. Eine dritte Gruppe von 5-, 7- und 9-Zylindern hat 135 mm Bohrung und 170 mm Hub. Der 7-Zylinder 240 PS Typ Walter-Castor 17,30 Gesamtzylindervolumen hat ein Verdichtungsverhältnis von 1:6 und wiegt 250 kg. Der Motor leistet am Boden bei 1750 Umdrehungen 310 PS und bei 2000 Umdrehungen 345 PS. Als Luftverkehrsmotor mit einem Verdichtungsverhältnis von 5,3:1 leistet der Motor 260 PS. Weiter baut die Firma in Lizenz den B.M.W.-Motor und den Bri- stol-Jupiter-Motor. Zur Zeit beschäftigt die Firma 1500 Arbeiter. (Die Walter-Flugmotoren sind an Hand von Abbildungen und Tafel in Schnitt, Zeichnung in Nr. 7 des ‚,Flugsport“, Seite 134 ff., ausführlich beschrieben.) — Luitzeküklter Arzus-Fiugmotor As 8, S0 PS. Die Argus-Motoren-Gesellschaft m. b. H. hat einen neuen Vierzylin- der für Kleinflugzeuge, Baumuster As 8, lufitzekühlt, 80 PS, herausge- bracht. Dieser Motor mit hängenden Zylindern in Reihenbauart ergibt beste Sicht und ermöglicht Rumpfformen mit kleinstem Stirnwider- stand. Die hohe Lage der Schraubenachse gestattet eine äußerst ze- ringe Fahrgestellhöhe, wodurch wiederum geringes Gewicht und ver- minderter Luftwiderstand sowie erhöhte Sicherheit beim Starten und Landen erreicht wird. Der Motor ist in allen seinen Teilen robust gebaut, so daß die Höchstleistung von 80 PS bei 1400 U/Min. dauernd ohne Ueberbeanspruchung entnommen werden kann. Die Kühlflächen sind so bemessen, daß sie für alle klimatischen Verhältnisse ausreichen. Der Motor wiegt mit eingebautem Oelbehälter mit den zugehöri- een Armaturen, der selbsttätigen Zündverstellung, Gemischvorwär- mung 112,5 kg. Das Kurbelgehäuse aus Elektronguß ist über die Kur- belwellenmitte hochgezogen und dadurch besonders versteift. Die Kurbelwelle aus vergütetem Chromnickel-Sonderstahl, im Ge- senk geschmiedet und allseitig bearbeitet, ist so kräftig gehalten, daß sie jeder Schwingungsbeanspruchung gewachsen ist. Sie ist sechsfach in Gleitlagern gelagert. Die Pleuelstangen aus vergütetem Chrom- nickelstahl sind im Gesenk geschmiedet und allseitig bearbeitet, Quer- schnitt A-förmig. Die Kolben aus einer harten, gegen Abnützung besonders wider- Von der Olympia-Show. | Nr. 14 „FLUGSPORT"“ Seite 269 Von der Olympia- Show. Luftgekühlter Argus-80-PS- Motor. Vier hängende kopfgeesteuerte Zylinder. | standsfähigen Aluminium-Legierung, in Kokillen gevxossen, besitzen zwei Kolbenringe und einen Oelabstreifring. | Die einzeln stehenden Zylinder sind leicht für kleine Ueberholungs- arbeiten zugänglich. Die geteilte Ausführung ist besonders wirtschaft- lich für die Flugzeughaltung. Die Zylinderlaufbüchse ist aus einem hart vergüteten Sonderstahl im Gesenk geschmiedet und mit den Kühlrippen aus einem Stück ge- arbeitet. Der Zylinderkopf ist aus einer warmfesten Aluminium-Legierung gegossen. Ventilsitze und Ventilführungen sind aus Bronze. Junkers Junior A 50 80/88 PS. Seite 270 „FLUGSPORT“ Nr. 14 Ein- und Auslaßventile mit je zwei Schraubenfedern werden durch Kipphebel und Stoßstangen betätigt. Die Steuerungsteile sind sämtlich dicht gekapselt und so gegen Abnützung besonders geschützt. Die ganze Schmieranlage bildet mit dem Motor eine Einheit. Der als Oelbehälter ausgebildete Kurbelgehäusedeckel faßt 8 1 Oel, aus- reichend für mindestens 6 Betriebsstunden. Die Trockensumpf-Druck- umlauf-Schmierung mit einer Druck- und zwei Absaug-Pumpen er- möglichen regelmäßigen Betrieb in jeder Fluglage. Der Sum-Sondervergaser ist mit Gemischvorwärmung durch Aus- puffgase versehen. Die zwei Scintilla-Magnete Type MN 4 haben selbst- tätige Zündverstellung. Flanschnabe Bauart Rupp. Anlasser auf Wunsch Handandreh-Vorrichtung. Die zulässige Höchstleistung bei 1400 U 80 PS kann ohne Ge- fährdung des Motors auch dauernd entnommen werden. Bohrung 120 mm, Hub 140 mm, Hubraum 6333,5 cm”, Verdichtungsverhältnis 1 :5,3, Drehsinn der Luftschraube, in Flugrichtung gesehen, im Uhr- zeigersinn. Brennstoffverbrauch 0,220—0,230 ke/PS/h, Oelverbrauch 0,010—0,012 ke/PS/h. Einbaumaße: Länge 1070 mm, Breite 421 mm, Höhe 890 mm. SO, 02 Junkers Junior A 50 Ganzmetall 80/88 PS. Junkers hat ein Kleinflugzeug für zwei Personen mit 30 kg Ge- näck mit einem Aktionsradius für 5 Std., 135 km Reisegeschwindigkeit, herausgebracht. Das Flugzeug soll zu Schulzwecken, für sportliche Be- tätigung und auch für Kunstflug verwendet werden. er freitrarende Tiefdecker, siehe die Abbildung, ist in der üb- lichen Junkersbauweise ausgeführt. Das Tragwerk besteht aus einem mit dem Rumpf fest verbundenen Mittelgerüst und Flügel, die mit vier Ueberwurfmuttern am Rumpf verschraubt sind. Die Flügel sind vier- holmig mit Beplankung aus Duralumin-Wellblech. Der Rumpf mit stehenden Rohrformspanten und Längsverband durch Duraluminium-Wellblechbeplankung hat zwei Sitze, Führer hin- ten, Gast vorn. Die Höhenflosse ist am Boden einstellbar; feste Kiel- flosse, Ruder nicht ausgeglichen. Die Ruder sind in Kugellagern ge- lagert. Steuerknüppel und Fußhebel, Uebertragung durch Stoßstangen und Seitensteuerseile, sind für Schulzwecke als Doppelsteuerung leicht herausnehmbar. Das Fahrgestell ist geteilt ohne durchlaufende Achse, die Räder 610X85 können durch Schnecken- oder Schwimmwerk er- setzt werden. Zum Betriebe dient ein 5-Zylinder-Sternmotor, Bau- muster Armstrong Siddeley Genet 80/88 PS. Zwei Brennstoffbehälter im Mittelstück je 40 I, ein Falltank 12,5 I als Nottank. Spannweite 10 m, Länge über alles 6,97 m, tragende Fläche ein- schließlich Ouerruder 12,6 m?, Höhenflosse 1,2 m, Höhenruder 1 m, Seitenflosse 0,44 m, Seitenruder 0,58 m, Gesamthöhe mit quergestell- tem Propeller, Sporn am Boden, 2 m, Spurweite 1,8 m. Gewichte: Reingewicht 295 kg, Führer 75 kg, Gast 75 kg, Brenn- stoff 65 ke, Oel 8 kg, Gepäck 32 kg, Fluggewicht 550 kg, Flächen- belastung 43,6 ke/m?, Leistungsbelastung 6.25 ke/PS. Errechnete Flug- leistungen: Maximalgeschwindigkeit am Boden 165 km/h, Reise- geschwindigkeit 135 km/h, Landegeschwindigkeit rund 75 km/h, Flug- strecke 675 km/h, Flugdauer rund 5 h, Gipfelhöhe 4500 m. Steigzeiten: bis 1000 m 5,5 Min., bis 2000 m 12,0 Min., bis 3000 m 21 Min., bis 4000 m 37 Min., bis 4500 m 52 Min. Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 271 Aufnehmen und Absetzen von Flugzeugen auf Schiffen. Auf dem Dampfer „Lützow“ des Norddeutschen Lloyd wurden auf der letzten Mittelmeerreise interessante Versuche mit der sog. Kiwullschen Staubahn ausgeführt. Bisher konnten Seeflugzeuge, die ja ausschließlich auf See Ver- wendung finden, nur bei ganz ruhigem Wasser vermittels eines Krans im Hafen an Bord genommen werden, während auf See ein Landen auf dem Schiff nicht möglich war. Die Kiwullsche Staubahn hat den Zweck, Seeflugzeugen das Landen an Bord von Schiffen auch bei See- eang zu ermöglichen. Die Staubahn besteht aus einer Sezeltuchbahn, die im aufgeholten Zustand am Heck des Schiffes festzezurrt wird. Das eine Ende der Bahn wird an Deck des Schiffes befestigt, das andere Ende der Bahn ist mit einem Widerstandskörper versehen. Soll die Bahn gebraucht werden, so wird dieselbe heruntergelassen. Infolge der Fahrt des Schiffes spannt der Widerstandskörper die Segeltuchbahn, so daß die Segeltuchschleppe eine schräge Verbindungsfläche zwischen Wasser und Deck bildet. Will nın das ankommende Flugzeug landen, so geht es in Richtung des Hecks des Schiffes auf das Wasser nieder und setzt sich auf das untere Ende der Staubahn auf. Das Flugzeug wird sodann über die Bahn nach oben gezogen. In gleicher Weise erfolst das Herab- lassen des Flugzeuges. Hat dasselbe beim Herablassen den untersten Teil der Bahn erreicht, so wird die Fahrt des Schiffes vermindert, wo- durch die Bahn etwas sinkt. Dadurch wird es dem Flugzeug ermög- licht, wieder aufzuschwimmen; es kommt frei von der Bahn und kann wieder auffliegen. Selbstverständlich braucht das Flugzeug nicht immer an Deck geholt zu werden, sondern kann auch auf dem unteren Teil der Bahn verbleiben, um evtl. Post abzugeben oder abzuholen, Passa- siere auszuwechseln, Brennstoff zu ergänzen, Reparaturen am Motor auszuführen usw. und dann wieder aufzufliegen. Die praktische Anwendung der Staubahn ermöglicht somit, einem in See befindlichen Schiff ein Flugzeug mit Post und Passagieren nach- zusenden. Bei geringem Seegang kann das Flugzeug anstandslos auf See wassern, auf der Staubahn aufsitzen und von See wieder auffliegen. Wie ein Heinkel-Doppeldecker mit Hilfe des Kiwullschen Stausegels auf dem Dampfer „Lützow“ an Bord genommen wird. Meldeliste zum Rhönsegelflug-Wettbewerb 1929 Fortsetzung der Meldeliste zum Rhönsegelflug-Wettbewerb 1929 Spw. | &, | 2 „ Füge Wettbewerb Nr. Eigentümer Bezeichnung Führeranordnung rd.m|ä$ E < E inhalt Hersteller U ÜIbgswb. — rd.m LLeistsswb. Uebungs- und Leistungs-Wettbewerb .. 1 \ Interess.-Vereinigg. für Flugsport Mainz | Hochdecker „Geiger I“ vor der Fläche 16,0 | 7,0 | 1,3 | 18,5 | Eigentümer Ü 2 ,, » | Hochd. „Goldenes Mainz“) , , ‚, 16,0 | 70 | 1,5 | 18,5 B [61 3 | Alex Schleicher, Poppenhausen freitr. Hochd. „Schleicher‘‘ | im Rumpf 15,7 | 72 11,55 | 20,0 m UuL 4 m Mi n vstr. Doppels. „Rhönadler“ | » 175 | 7,5 11,65 | 27,0 I UuL 5 |N.-Rh. Verein f. Luftschiff. e.V. Sekt. Bonn | ,. n „Helge“ » 1 1140 179 | 2,0 | 28,0 | Dipt.-Ing.H.Landmann Ü 6 | Mecklenburgisch. Aero-Club e.V.Rostock | vsp. 1 „M.“ 1 vor 1unt.d.Fl.i.Boot |13,8(12.10) 7,0 2,45 [24,0 01,0)) Eigentümer Ü 7 1, 1, I ir » Mm“ {vor funt.d.Fl.i.Boot | 180 | 7,5 | 3,5 | 26,5 „ Uu.L 8 | Fliegergruppe Friedberg, Polytechnikum | Hochdecker i.Rpfht.u.unt.d.Flgnase | 17,0 1,1 | 24 I Ü 9 | Akad.Fliegergr. Karlsruhe, Tech.Hochsch. | freitr. Eindecker im Flügel 18,0 | 7,5 11.20 | 20,0 » UuL 10 | N.-Hess.V erein f. Lufifahrte.V. Sitz Kassel | Hochdecker „Elida“ vor der Fläche 18,5 | 6,7 [1,05 | 21,6 | Kegel-Flugzgb. Kassel | [U u. L 11 „ ‚, M » 9» ‚Hochdecker Max Kegel unter der Fläche 16,0 | 5,2 |1,10 | 16 „ Ü 12 ,, 1 MM ‚, „ ‚abgestr. Doppelsitzer vor der Fläche 16,0 | 70 | 1,3 | 28,8 MM UuLl 13 | Max Kegel, Kassel Hochd. ‚Kassel‘ unter der Fläche 185 58 | 11, 21 1 UuL 14 | Luftfahrtverein Aachen e.V. Hochdecker ,„M.1“ i. Rpf.vord. Vorderh. | 14,52| 6,0 | 2,0 | 16,8 | Eigentümer Ü 15 | Berliner Segelflugverein e.V. » „Luftikus“ sitz. vor d. Druckmitt. | 15,0 | 6,4 | 1,4 | 15,4 » UuL 16 | Flugverein 1923 e. V. Fulda „ „Albert“ vor dem Flügel 150 | 5,3 11,25 | 18,0 , UuL 17 | Akademische Fliegergruppe Darmstadt » „Darmstadt“ vor der Fläche 18,0 | 6,5 11,35 | 16,8 » UuL 18 , „ „ , „Starkenburg‘ | „ 1 16,0 | 6,15 1,25 | 17.5 „ UuL 19 | Akademische Fliegergruppe Dresden freitr. Hockd. „Bau No.8“ | Unt.d. Vorderk.d.Fi. | 20,0 | 7,5 | 2,0 | 19,0 » U. 20 „ MM , abgestr. „ „BauNo.7“ | Unt.d. Vorderk.d.Fi. | 12,0 | 5,5 | 23,0 | 180 u Ü 21 | Akademische Fliegergruppe München |Hochdecker „Kakadu“ unter der Fläche 19 7011517 » U 22 | Akad. Fliegerschaft „Dädalia‘“ Breslau | freitr. Mitteldecker „D. XII“ | vor der Fläche 16,0 165 | 1,5 | 16 » L 253 | Robert Kronfeld, Wasserkuppe (Rhön) |abgestr. Hochdeck. „Wien“| „ , » 19,5 | 65 1,0 | 16 Kegel»Fiugzgb. Kassel | |. 24 | Lothar Spiegel, Arnstadt i. Thüringen | Hochdecker „L. S. 2“ vor der Flügelnase 13,0 | 620| 1,6 | 20 Eigentümer Uu.L 25 | Bad.-Pfälz. Luftfahrtvereine.V. Mannheim | Doppelsitzer ‚Mannheim‘ | vor u. unter d. Fläche eu UuL S % [$) Flügel- S=Schulgs.» Nr. Eigentümer, Bezeichnung Führeranordnung Pw.ı =&8|%5 &|inhalt Hersteller wettbewerb rim IE |rd.m? NEN 26 | Bad.-Pfälz. Luftfahrtvereine.V. Mannheim | Hochdeck. „Professor“ vor der Fläche 150 | 7,0 | 1,2 | 18,0 | Eigentümer ÜUuLl .27 | Edgar Dittmar, Schweinfurt a.M. Hochd, „Schloß Mainberg“ | „ , MM 16,0 | 6,15 11,675) 18 Kegel-Flugzgb. Kassel | L 28 ‚Kölner Klub für Luftfahrt e. V. n „Köln 10“ on „ 14,0 | 5,5 | 1,4 | 16,28 | Eigentümer UuLl 29 „ on m » „Köln 11“ Don 1, 15,0 | 70 | 1,2 | 180 , UuL 50 | Akad. Fliegergr. Stuttgart e.V. im WLV.|freitr.Hochd.,‚Württembg.“ | „ ‚, 15,1 |60 | 12 | 15,0 „ UuL 31 „ n u „ m ‚, „ „StadtStuttgart“| , ‚, 159 | 6,0 11,67 | 15,0 „ UuL 32 | Württ. Luftfahrt-Verband e.V. Stuttgart » „H2 PL* Do MM 15,6 65 | 12 | 15,0 Leichte, nnzab.Klemm Uu.L 33 | Württ. Fliegerverein e.V. Stuttgart „ „» „Hugo“ vn m 152 | 6,0 | 1,2 | 15,0 | Fag Stuttgartd.W.LV.| U u.L 34 | Württ. Luftf.-Verband Fag Hohentwiel » » „an“ on 1 16,2 6,0 | 1,2 | 16,0 | Kegel-Flugzgb. Kassel U u. L 55 » » » Fag Wangen MM » »Wangen“ vn 1 14,0 | 6,0 | 1,2 | 15,0 | Eigentümer UuL 36 | Verein für Flugsport e.V. Saarbrücken „» „Professor“ Do » 15,0 | 7,0 | 1,2 | 18,0 | Fr.Brockhoff,Saarbrück.| U Schulungs-Wettbewerb 41 |Interessenvereinigg. für Flugsport Mainz | Zögling „Mainz“ unter dem Flügel 19,0 | 5,5 | 23,1 | 16 Eigentümer 5 42 » 1» » » Prüfling n Be » 100 155 ı 1,8 | 17 » N) 43 „ » n 1 Prüfling I 1 I 10,0 !55 I 23,116 » 5 44 | Arbeitsgruppe für Segelflug Würzburg | Prüfling R.lla MN „ » 10,0 150 11,5 | 15 » S 45 » » » 1 Schulmaschine vor der Fläche 100 53 | 2,1 | 14 » N 46 | Ulmer Flugsportverein verkleid. Zögling vor u. unt. d. Fläche | 123,0 | 6,0 | 1,5 | 20 , 5 47 | Alex Schleicher, Poppenhausen Typ „Hols der Teufel“ im Boot 12,6 62 | 1,6, 22 » 5 48 | Segelfliegergruppe Poppenhausen verkleid. Typ „Anfänger“ | unter der Fläche 10,6 | 6,0 | 1,6 | 18 A.Schleicher,Poppenh. | S 49 | Niederrhein.Verein f. Luftschiff.e.V. Bonn | Prüfling ‚Jupp“ im Rumpf 100 |55 | 18 | 17 Eigentümer N 50 » „ vr »». | verkl. Zöglg.,‚Rodderberg“ | unter der Fläche 10,0 | 6,0 1 2,0 | 15 » 5 5 » » » on Dopgpels. „Helge‘‘ im Rumpf 14,0 |) 79 | 2,0 | 28,0 | Dipl.»Ing.H.Landmann | S 51 ‚Akad. Fliegergr. Universität Bonn verkl. Zögl. „Bonnsch.Jung‘ | unter der Fläche 134 | 5,0 | 2,0 | 19,1 | Eigentümer S 59 » „ » „, verkleid. Zögling M 1 vr 10,0 | 5.0 | 9,0 | 16,0 1 S “90 ‚ Akademische Fliegergruppe Dresden abgestr. Hochd. „BauNo.7“ | unt. d. Vorderk. d.Fl. | 12,0 | 55 | 9,0 | 180 1 S 53 | Fliegergruppe Friedberg, Polytechnikum | Prüfling R.Ila M Br m 100 |55 | 1,8 | 17 I S »„LIOASDNITA cle Sy3S IN Pl gi rl »„LIOASDNTA" elc RS Fortsetzung der Meldeliste zum Rhönsegelflug-Wettbewerb 1929 ı . Spw. | &. |2 „ Hüger eitbewerb Nr. Eigentümer Bezeichnung Führeranordnung dm's 8158 | inhalt Hersteller U lbgswb. a L rd.m? L Leistgswb. 54 |Fliegergruppe Friedberg, Polytechnikum | Zögling unter der Fläche 100 55 | %,1 | 16 Eigentümer S 55 |Bergisch.Verein f. Luftfahrt e.V. Elberfeld | Zögling n " „ 10,0 157 | 2,1 | 165 EspenlaubsFlugzeugbau S 56 „ „ vn „ Pegasus „ r „ 11,0 ! 5,65| 2,2 |! 16,5 | Eigentümer S 6 | Mecklenburgisch. Aero-Club e.V. Rostock | vspr. Dopps. „M. II“ {vor iunt.d.Fl.i.Boot | 13,8 | 7,0 2,45 | 24,0 MM S 57 | Niederhss. Verein f. Luftfahrt e.V. Kassel | Prüfling „Zierenberg“ unter der Fläche 10,0 | 5,5 1,80 | 13,5 » S 58 „ » „ „0 » | Zögling „Raka“ Don le | S 59 „» „ » „ „» Zögling „D.L. V.“ „ » » 100 |55 | 23,1 | 16 Rhön-Rossitten-Ges. | S 12 » » » » » abgestr. Hochd. Doppels. | vor der Fläche 16,0 | 7,0 | 1,3 | 28,8 | Kegel-Flugzgb, Kassel S 60 | Flugwiss. Vereinigg. e.V. Frankenhausen | Zögl. „Bad Frankenhausen“ | unter der Fläche 10,0 155 | 2,1 | 16 Eigentümer S 61 | A.Matzke, Eug.Junius, Ed.Schult, Eisenach | Zögling „Wartburg“ MM nr » 109 | 55 | 235 | 16,5 MM S 62 | Verein für Luftfahrt e.V Hirzenhain | Zögling Den 100 |55 | 2,1 | 16 Raab. Kabenstein 9" S 63 m „ MM „ , Prüfling „ „ „ 100155 |1,8 | 17 A.Schleicher,Poppenh.| S 64 | Lothar Spiegel, Arnstadt i. Thüringen |Hochdecker „L. S. 1“ unter der Flügelnase | 12,0 | 5,0 | 2,4 | 18 Eigentümer S 65 | Hessenflieg.,Vereinf.Luftf.e.V.Darmstadt | Zögling „Gewerberat“ unter der Fläche 10,0 [5,5 | 2,1 | 16 » S 66 M „ „ 1 Zögling „Schulrat“ " r „ 10,0 | 55 | 2,1 | 16 M S 67 | Verein für Luftfahrt Gießen Zögling „Gießen“ n » 1 10,0 15,0 | 2,3 | 16 n S 68 „ „ „ MM Prüfling „Stadt Gießen“ „ 1 ‚, 105 155 |a1 | 18 „ S 69 | Flugtechn. Arbeitsgemeinsch. Fulda 1927 | Zögling „ 1 MM 109 15,5 |, 2,1 | 16 m S 70 | Flugabt.d.Reichsb. Turn-u. Sportvb. Fulda | Zögling „Baumeister“ sn n , 10,0 | 5,4 | %,1 | 16,0 m S 71 |Flug-Verein 1925 e.V. Fulda Zögling „Robur“ MM „ „ 10,0 | 5,4 | 2,1 | 16,0 m b) 72 | Flugtechnischer Verein e.V. Spandau Zögling m n M 100 155 | 23,1 | 16 1 S 73 „ „ „ „ Prüfling „Hermann Köhl“ 1 „ „ 10,0 1553 ı 23,1 | 16 MM S 74 » » n „ Zögl.Doppels.,,Lindemann‘ | vor ,, MM 10,7 | 7,5 19,05 | 26,8 m S 75 |Josef Flitiner, Aschaffenburg a. M. Schulflugzeug 1 1 „, 11,0 | 6,0 11,55 | 16,0 MM S 76 , Akd.Fliegergr. Karlsruhe, Techn.Hochsch. | Zögling 1 1 „ | 100 155 | 23,1 | 16,0 , S 77 | Bad.-Pfälz. Luftfahrt-Ver.‘e.V. Mannheim | „Hofs der Teufel“ nn 11,8|65 12 |ı7 Schleicher-Flngzengbau S Fortsetzung der Meldeliste zum Rhönsegelflug-Wettbewerb 1929. © agels = - Nr. Eigentümer Bezeichnung Führeranordnung Spw. | © = E = Kara Hersteller weitbewerb . rd.m 3 7 rd.m? U Übeswb, l.Leistgswb. 78 | Bad.-Pfälz. Lufifahrt-Ver. e.V. Mannheim | Zögling vor der Fläche 10,0 |55 | 21 | 16,0 Rhön-Rossitten-Ges. | S 79 | Kölner Klub für Luftfahrt e. V. Prüfling „Köln 5“ Don no 100155 11,8 | 17 Eigentümer S 80 „, Yon „ „ verkleid. Zögling „Köln 9 | „ un 100 155 12,1 16 M S 81 | Württ. Luftfahrt-Verband e.V. Stuttgart | „Götz von Berlichingen“ | im Boot 12,0 | 60 | 2,2 | 20,0 | Akaflieg, Stuttgart , S 82 „ » Mi » verkleid. Zögling unter der Fläche 10,40 | 5,5 | 2,1 | 16 Eigentümer 5 83 » » „, „ verkleid. Zögling » » „ 10,4 [5,5 1 3,1 | 16 » S 84 | » »» „ Hochdecker ‚Peterle I“ „ » , 12,0 160 ı 1,3 | 17 » 5 85 „ » ”„ » .” „Peterle 1“ ”» » ” 12,0 6,0 1,3 1/ » S 86. » I » » MM „Peterle III“ „ » » 120160 | 13| 17 » N) 87 | Segelfluggruppe Asbach im Dolmar-Gau | Zögling » » „ 100/155 |23,1| 15 „ Ss. 88 Segelflugversuchsgr. Meiningen „ Pegasus » „ » 90 |55 | 20) 14,4 » S 89 | Fiugtechnischer Verein 1909 Frankfurt-M. | Zögling 1 » „ 10,0 155 | 23,1 | 16 Gebr.Müller,Griesh., S 90 » „ »» „» Prüfling » „ » 10,0 5,5 11,46 | 16 Eigentümer S 9 an: „ » » verkleidet Pegasus » „ „ 11 5,48 2,11 | 16 MM S 92 » 0 I v» verkleidet. Zögling „ » „ 11 5,48 2,11 | 16 » S 93 | Flugtechnisch. Verein e.V. Hamburg Hochdecker „Pirat“ » » » 12,53 |57 | 14 | 18 » 5 94 MM „ » n Schulgleiter „Harfe“ » » » 121158 1233| 18 » N 95.| Verein für Flugsport e.V. Saarbrücken | Prüfling » » » 10,0 155 | 18 | 17 A.Schleicher,Poppenh. | 5 96 MN MN » » » Stahlrohr-Zögling » » „ 100 1 55 | 2,1 | 16 !Medi.Aeroklub,Rostock) 5’ 97 „ „ R „ „, „ „ „, „ 10,0 55 | 2,1 | 16 | Raab-Katßenstein Flug«» S 98 | Braunschw. Landesverein f. Luftfahrte.V. | Typ Zögling „Burglöwe“ » „ » 13,6 | 5,6 | 2,8 | 16,75 Eigentümer S 99 M » » Typ Zöglg. „Braunschweig“ „ „ 100/146 | 14| 80 ‚, S 100 | Segelflugvereinigung Lüwa Berlin e.V. | Doppelsitzer |. » » 140 |65 |1,8|25 A. Zscheile, Berlin | S 101 | Bresi.Mod u.Segelflugver.Schles. Adlere.V. | Prüfling „Dr. Friedel‘ „ » » 10,0 155 !1,8 | 17 » „ S 102 » „ » » » Zöglioug „Lilo“ » ». » 105 |55 | 2,1 | 16 Segelflugsch.Grunau| S 103 | Westpreuß. Verein f. Luftfahrt „» »Winrich v.Kniprode“ | „ » „ 105 | 5,5 | 2,3 | 16,5 | Eigentümer 5 104 „ Don verkleid. Pegasus ‚„Stuhm‘“ „ „ » 11 5,6 | 2,2 | 16,5 „ S „LIOASDNIA plc SY19S IN rl rI IN »„LIOAISDNTI“ She 19S Seite 276 „FLUGSPORT“ Nr. 14 Dei stärkerem Seegang ist zum Wiederabfliegen ein Katapult erfor- erlich. Bei Vergnügungsdampfern auf Mittelmeer-, Nordlandfahrten und Weltreisen ermöglicht die Staubahn den Passagieren eine stete Ver- bindung zwischen Schiff und Land. Es können z. B. interessante Kü- stenstriche und Inseln mit einem Flugzeug, ohne einen Hafen anzu- laufen, besucht werden. Die Fahrt des betreffenden Schiffes wird da- durch nicht aufgehalten. Im Hafen zurückgebliebene Passagiere kön- nen evtl. dem Schiff nachfliegen usw. Die Kiwullsche Staubahn ist zunächst in der Hamburgischen Schiff- bau-Versuchsanstalt bei fahrenden Modellen im Seegang geprüft, und Stau- und Sog-Bildungen am Segel sind dem praktischen Verwen- dungszweck dort angepaßt worden. Der Norddeutsche Lloyd hat dann diese Versuche mit seinem Seebäderdampfer „Roland“ weiter fortge- setzt, um diese auf dem Lloyddampfer „Lützow“, wie bereits oben erwähnt, zum Abschluß zu bringen. Auf Grund der gesammelten Erfahrungen erscheint die Kiwullsche Staubahn geeignet, zusammen mit dem Katapult eine innigere Zusam- menarbeit zwischen Schiff und Flugzeug herbeizuführen als es bisher N war. le IE zn \ \ re 2 Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 33. In den Tagen vom 19. bis 22. Juni fand in Kopenhagen die diesjährige Kon- ferenz der Federation A&ronautique Internationale (F. A.1.) statt, bei der die Ver- treter von 20 Ländern anwesend waren und in der Deutschland durch den Ge- neralsekretär des Deutschen Luftrates, v. Hoeppner, vertreten wurde. Anläßlich der Konferenz, die von dem dänischen Minister des Auswärtigen im dänischen Reichstag eröffnet wurde und die unter dem Protektorat des dä- nischen Königs stand, wurde die Goldene Medaille der F. A. I. für das Jahr 1928 dem englischen Flieger, Bert Hinkler, übergeben. Von den auf der Konferenz während der Arbeitssitzungen zefaßten Be- schlüssen verdienen folgende besondere Erwähnung. Auf deutschen Antrag wurde beschlossen, in Zukunft die besten Segelflug- leistungen ohne Rücksicht auf das Gelände als Weltrekorde anzuerkennen. Da- neben bleibt die Anerkennung lokaler Rekorde unter Berücksichtigung der Segel- fluggelände bestehen. Ein belgischer Antrag, daß die F. A. I. und die ihm angeschlossenen Sport- behörden sich weitgehendst für die Förderung der Lufttouristik einsetzen mögen, wurde gleichfalls angenommen. Es wird also die Aufgabe der F.A.I. sein, die heute noch bestehenden Schwierigkeiten betr. Grenzüberfliegen, Zoll- und Paß- formalitäten, internationalen Landkarten, Unterbringung auf den Flughäfen usw. möglichst zu beseitigen. Des weiteren wurde beschlossen, daß von der F.A.I. in Zukunft ein inter- nationales Fliegerabzeichen verliehen werden soll, das alle zugelassenen Flug- zeugführer derjenigen Länder erhalten können, die der F. A. I. angeschlossen sind. Ein österreichischer Antrag führte zu dem Beschluß, daß die F. A. I. an die Regierungen der Länder mit dem Wunsche herantreten möge, daß die Bedin- gungen zur Erlangung des Sportfliegerscheines in allen Ländern vereinheitlicht werden mögen, und daß als Grundlage hierfür die Bedingungen der F. A. 1. genommen werden. Zu erwähnen ist schließlich noch der Beschluß, daß in Zukunft Rekorde, die von Frauen aufgestellt werden, besonders geführt werden. Wenn ein von einer Nr. 14 „TLUGSPORT“ Seite 277 Frau aufgestellter Rekord einen der bisher bestehenden Rekorde übertrifft, so wird er aber natürlich in der Liste der Hauptrekorde geführt. Bei der Neuwahl des Präsidiums der F. A. I., das gleichzeitig das „Comite directeur‘ bildet, waren 3 Vizepräsidentenstellen zu besetzen, die dem deutschen Vertreter, v. Hoeppner, dem Italiener Prinz Ruffo di Calabra und dem Argentinier Maszias auf dem Wahlwege zugesprochen wurden. Die nächste ordentliche Tagung der F. A. I. findet im Jahre 1930 in Paris statt, da in diesem Jahre die F. A. I. die 25jährige Wiederkehr ihrer Gründung in Paris feiert. Für das Jahr 1931 hat der Argentinische Aero-Club die F. A. 1. nach Buenos Aires eingeladen und für das Jahr 1932 der rumänische Aero-Club nach Bukarest. Berlin, im Juni 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg; für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Berichtigung zur Mitteilung Nr. 32. Der Weltrekord des Herrn Rolf Starke mit Heinkel HD 38, am 7. Mai 1929, Geschwindigkeit über 100 km, 259,927 km/Std, versteht sich mit 500 kg Nutzlast. Berlin, 28. Juni 1929. Deutscher Luftrat. Vom Luitrat wurden folgende Lizenzen für 1929 neu ausgestellt: Nr. 130 Leo- pold Hagenmeyer, Böblingen; Nr. 131 Robert Ritter von Greim, Würzburg; Nr. 132 Hermann Weller, Böblingen; Nr. 133 Franz Sido, Augsburg; Nr. 134 Dr. H. H. Eggersh, Rostock; Nr. 135 Hans Werner Krause, Berlin; Nr. 136 Viktor Neubrand, München-Pasing; Nr. 137 Adolf Schütte, Kassel-Waldau; Nr. 138 Hein- rich Schlerf, Mannheim; Nr. 139 Heinrich Knott, Darmstadt; Nr. 140 Rolf von Chlingensperg, Traunstein; Nr. 141 Josef Stüper, Göttingen; Nr. 142 Ernst varı Vloten, Dessau; Nr. 143 Heinrich Arntzen, Dessau; Nr. 144 Rolf Starke, Warne- münde; Nr. 145 Bruno Kaiser, Marienburg (Westpr.); Nr. 146 Erhard Muschik, Dresden: Nr. 147 Hans Biehl, Breslau; Nr. 148 Werner Junck, Berlin; Nr. 149 Hermann Dahlmann, Berlin; Nr. 150 Georg Krupp, Berlin; Nr. 151 Heinz Kissin, Berlin; Nr. 152 Edgar Dittmar, Schweinfurt; Nr. 153 Georg Gillert, Berlin; Nr. 154 Hans Nowack, Bonn; Nr. 155 Hans Wisskirchen, Bonn; Nr. 156 Paul Krekel, Warnemünde: und verlängert: Nr. 46 Hans Schütz, Berlin-Adlershof; Nr. 37 Ro- bert Lusser, Böblingen; Nr. 69 Bruno Loerzer. Berlin; Nr. 83 Wolf Hirth, Stutt- eart; Nr. 77 Hans Kuhbier, Stuttgart; Nr. 35 Cornelius Edzad, Bremen; Nr. 58 Ferdinand Schulz; Nr. 60 Ulrich Koenemann, Hamburg; Nr. 95 Werner Skarupke, Düsseldorf; Nr. 40 Alfred Gothe, Dessau; Nr. 106 Franz Kneer, Dessau; Nr. 6 Waldemar Roeder, Dessau; Nr. 70 Erich Bachem, Stuttgart. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Bauprüfer für Segelilugzeuge. In der in Nummer 10 auf Seite 203 veröffent- lichten Bauprüfer-Liste sind noch folgende Namen nachzutragen: Dipl.-Ing. Paul Krekel, Warnemünde, Heinkelwerke; Dipl.-Ing. F. Fecher, Warnemünde, Am Strom 114. Auf dem Deutschen Luitiahrertag in Essen wurde folgende Entschließung ge- faßt: „Der Deutsche Luftfahrerverband hat mit großer Genugtuung von der Er- klärung des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung, die Kriegsschuld- lüge betreffend, Kenntnis genommen, die noch immer die Grundlage des Vertrages von Versailles bildet. Der Deutsche Luftfahrertag stellt mit aller Entschiedenheit fest, daß das in Auswirkung dieses Vertrages erlassene Verbot der Gewährung von öffentlichen Zuschüssen für den Sportflug, das Deutschland völlig einseitig belastet, noch immer fortbesteht. Der Deutsche Luftfahrertag richtet daher an die Reichsregierung die erneute Bitte, bei den derzeitigen internationalen Ver- handlungen auf die Aufhebung dieses Verbotes hinzuwirken.“ Das Rheinische Flugturnier 1929 um die Kunstflugmeisterschaft fand am 29. Juni in Fssen statt. Von 54 Flugzeugen landeten 36 auf dem Flughafen Essen- Mülheim. Erster wurde Fieseler mit 836, Zweiter Fluglehrer Stör mit 787 Punk- ten. Stör flog eine M 23 von 300 kg Leergewicht. Der Nachmeldeschluß zum 10. Rhön-Segelilug-Wettbewerb ist am 29. Juni abgelaufen. Bis dahin lagen 36 Nennungen zum Uebungs- und Leistungs-Wett- bewerb und 66 Nennungen zum Schulungs-Wettbewerb für Jungflieger vor. Diese Zahl entspricht fast genau derjenigen des Voriahres und bedeutet sogar insofern Seite 278 „FLUGSPORT“ Nr. 14 eine Steigerung, ais die Teilnahmebedingungen in diesem Jahre nicht unwesent- lich erschwert waren. Am Uebungs- und Leistungswettbewerb können nur hoch- wertige Segelflugzeuge und Segelflieger, die im Besitze des C- Ausweises sind, teilnehmen. Eine Reihe neuer Flugzeuge sind zu diesem Wettbewerb gemeldet, so daß bei günstiger Witterung mit einem scharfen Wettkampf gerechnet werden kann. Die besten Segelflieger werden sich in diesen Tagen vom 18. Juli bis I. August auf der Wasserkuppe treffen, fast keiner der bekannten Namen: Neh- ring, Kronfeld, Hirth, Kegel, Magersuppe, Dittmar usw., fehlt; nur Ferdinand Schulz, dessen Kommen gleichfalls in Aussicht stand, wird schmerzlich vermißt werden. Die Jungflieger, die sonst mit ihren Gleitflugzeugen die Hänge der Wasser- kuppe belebten, können in diesem Jahre leider nicht zugelassen werden. Die hohen Kosten, welche die Organisation einer von Jahr zu Jahr mit dem Anwachsen der Segelflugbewegung sich vergrößernden Veranstaltung verursacht, können bei der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der die deutsche Luftfahrt sich augenblick- lich befindet, nicht mehr getragen werden. So mußte sich die Rhön-Rossitten-Ge- sellschaft als Veranstalterin des Wettbewerbes mit den vorhandenen Unterkunfts- möglichkeiten des Fliegerlagers begnügen, und die Zeltstadt, die sonst weithin sichtbar ein Wahrzeichen des Wettbewerbes bildete, wird nicht aufgebaut wer- den. Die Jungflieger werden auf ihrem heimatlichen Gelände sich um die ausge- schriebenen Preise bewerben und auch so zur Propagierung des Segelfluggedan- kens beitragen. Auf der Rhön aber wird um so heißer um die Siegespalme für große Leistungen gekämpft werden. Die IV. Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie findet am 25. und 26. Okt. 1929 in der Technischen Hochschule zu Berlin-Char- lottenburg statt. Neben den geschäftlichen Angelegenheiten soll eine beschränkte Anzahl von Vorträgen gehalten werden. Angemeldet sind bisher Vorträge von Herrn Dr. Fuß, Sternwarte-Neubabels- berg, über photogramımnetrische Messungen mit Registrier-Theodoliten und von Herrn Dr.-Ing. Aschenbrenner, München, über die Erzebnisse von Versuchs- messungen mit der Panoramakammer der Photogrammetrie G. m. b. H., von Herrn Ungewitter, Junkers Luftbildzentrale, über Erfahrungen im Luftbildwesen im Ausland. Der IV. internat. Photeogrammeter-Kongreß findet als Hauptversammlung der Internationalen Gesellschaft für Photogrammetrie im September 1930 (dicht vor dem internationalen Geometer-Kongreß, also voraussichtlich vom 6. bis 10. September) in Zürich statt. Mit der Durchführung ist die Schweizerische Gesellschaft für Photogrammetrie beauftragt. Bei diesem Kongreß finden Vorträge über photogrammetrische Arbeiten in den verschiedenen Ländern und über Ergebnisse der verwendeten Methoden statt. Und zwar sollen in den Vollversammlungen zusammenfassende Vorträge von allgemeinem Interesse gehalten und über die Ergebnisse der Kommissions- sitzungen berichtet werden. In diesen werden spezielle Fragen der Photogram- metrie oder des Luftbildwesens von den Fachleuten der einzelnen Länder in ein- gehender Diskussion besprochen werden. Mit dem Kongreß wird eine internationale Ausstellung für Photogrammetrie verbunden, auf welcher die verschiedenen Gebiete (Gerätebau, ausgeführte photo- grammetrische Arbeiten, Anwendungsgebiete usw.) vertreten sein sollen. An- schließend an den Kongreß sind Exkursionen nach Bern (Fidgenössische Landes- topographie) und Heerbrugg (Fa. H. Wild) vorgesehen. Anfragen betreffend Hauptversammlung und Kongreß sind an Regierungsrat Korner, Berlin-Halensee, Karlsruher Str. 1, betreffend Ausstellung an Dr.-Ing. Ewald, Bildstelle d. Pr. Ministeriums f. Handel u. Gewerbe, Berlin W 9, Leip- ziger Str. 2, zu richten. Ausland. | Ozeanilug Major Franco. Franco startete mit Mai. Gallarza als zweiten Füh- rer und Kapt. Ruiz de Alda als Navigationsoffizier und Funker sowie einem Rord- wart am 21. Juni mit einem Dornier-Wal mit 600 PS Hispano Suiza von dem sra- nischen Flughafen Los Alcazares bei Cartagena in der Richtung der Azoren. Von den Fliegern blieb man 8% Tage ohne Nachricht, bis ein englisches Flu:- zeugmutterschiff „Eagle“ am 29. folgenden Funkspruch von Maior Franco durch- gab: Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite .279 Ich verließ Los Alcacares am 21. Juni um 17 Uhr und passierte Cap Vincent um 21 Uhr. Infolge sehr starker Luftwirbel ‘waren wir gezwungen, von da ab höher zu steigen. Von Cap St. Vincent bis zu den Azoren spannte sich eine un- unterbrochene Wolkendecke, die wir überfliegen mußten. Später bildete sich eine zweite Wolkendecke über uns. Wir glaubten, am 22. Juni um 9 Uhr Greenwicher Zeit die Azoren zu erreichen, aber ein starker Nordostwind brachte es mit sich, daß wir die Azoren während der Nacht überflogen. Nach Tagesanbruch stellten wir nach dem Stande der Sonne fest, daß wir uns südwestlich der Azoren befan- den. Deshalb gingen wir durch die Wolkendecke nieder, um Brennstoff zu sparen und unsere genaue Position festzustellen. Nachdem dies geschehen, nahmen wir Kurs in Richtung Faya, aber infolge des starken Gegenwindes war unser Ben- zinvorrat ungefähr 60 km vor Fayal zu Ende, und wir mußten auf das Wasser niedergehen. Starke nordöstliche Winde trieben uns nun nach Süden, und am folgenden Tage, dem 23. Juni, waren wir ungefähr 160 km von Fayal entfernt. Der Wind drehte sich sodann nach Südwesten, er erreichte Sturmstärke und trieb uns auf die Insel St. Maria zu. Vom 24. bis 27. Juni warf uns der Wind, dessen Stärke und Richtung ständig wechselten, umher. Am Morgen des 27. Juni war die Lage infolge des starken Windes und des hohen Seeganges äußerst ernst ge- worden. Am 29. morgens fand uns das Flugzeugmutterschiff „Eagle“ und nahm uns an Bord. Die Haltung der Besatzung und ‚die Leistung der Motoren waren großartig. Das 8S%tägige Treiben des Flugbootes auf dem Atlantik bei heftigen Stürmen und der hiermit erbrachte Beweis der Seetüchtigkeit bedeuten mehr als ein zu- fällig gelungener Ozeanflug. Ozeanilug „Gelber Vogel“ von Amerika nach Spanien in 29 Stunden von Assolant, Lefevre und Lotti. Der Start erfolgte am 13. Juni um 3 Uhr 8 Min. (M. E. Zeit) in Old Orchard auf einem Bernard-Hispano-Eindecker „Gelber Vogel“. Die 5500 km lange Flugstrecke führte über die Azoren nach Spanien, wo sie auf dem Strand von Oyambra bei Comillas, 45 km von Santander entfernt, landeten. Kurz nach dem Start in Amerika stellte sich heraus, daß noch ein Passagier sich mit eingeschlichen hatte. Die Flieger waren über diese Entdeckung angeblich wenig erbaut. Am 15. Juni erfolgte der Weiterflug nach Paris, wo sie in Le Bourget landeten und mit großer Begeisterung empfangen wurden. Das Flugzeug, ein freitragender Eindecker von 43 m? Flügelinhalt, wog be- lastet 7580 kg. Betriebsstoffvorrat 3670 1, entsprechend einer Belastung von 134 kg pro m? und 10 kg pro PS, Der Pariser Salon 1930 findet vom 27. Nov. bis 14. Dez. 1930 im Grand Palais in Paris statt. Das Komitee der Chambre Syndicale des Industries A&ronautiques mit dem Vorsitz von Lior& hat beschlossen, daß der aeronautische Salon alle zwei Jahre stattfindet. Raylle A6rien Internationale, veranstaltet vom Aero Club de France, findet am 14. September in La Baule statt. Anschließend daran wird die Coupe de l’A6ro-Club de France am 15. September in La Baule ausgetragen. An der Raylle Arien Internationale für Wasserflugzeuge können alle Län- der, die der F.A.I. angehören, teilnehmen. Zur Verfügung stehen 100000 Frs. Preise und ein Kunstgegenstand im Werte von 10000 Frs. Die Bewertung erfolgt nach Punkten, PS-Zahl pro Passagier, Entfernung im Quadrat. Amphibien-Flug- Major Francos. Dornier-Wal, welcher 8% Tage auf dem Atlantik getrieben hat. Seite 280 „FLUGSPORT“ Nr. 14 BREMEN: = WESIWARUNER Nascn Das Junkersflugzeug „Bremen“, welches im Voriahre mit der Besatzung Köhl, von Hünefeld und Fitzmaurice den ersten Ozeanflug von Ost nach West durch- führte, wurde kürzlich, nachdem es mit dem Lloyddampfer „Columbus“ nach Amerika transportiert worden war, im Bahnhof der Grand Central Railway auf- gehängt und in Anwesenheit des Bürgermeisters von Neuyork, Maior Walker, und verschiedener Vertreter amerikanischer Museen sowie Beamten der Central Railway und unter Beteiligung einer großen Menschenmenge feierlich enthüllt. zeuge werden besonders bewertet. Start ist freigegeben von 4 Uhr morgens an, Rückkunft bis 4.30 Uhr nachmittags. 1. Preis 50000 Frs. und den Kunstgegen- stand, 2. Preis 20.000 Frs., 3. Preis 15000 Frs., 4., 5. und 6. Preis je 5000 Frs.. Die Coupe de l’A&ro-Club de France ist ein interhationaler Geschwindigkeits- Wettbewerb für Wasserflugzeuge, der in drei jährlich stattfindenden Wettbewer- ben ausgetragen wird. Preise je Jahr 100000 Frs. und einen Kunstgegenstand im Werte von 3000 Frs. Offen für Flugzeuge Gruppe 1: mindestens 400 km, Gruppe 2: Handicap Geschwindigkeits-Rennen. Ausschreibungen sind erhältlich bei der Commission d’Aviation de l’A&ro-Club de France, Paris. Modelle. Stabmodellwettiliegen der MAG in Dessau. Die J. G. f. S. Dessau hatte für den 9. Juni 1929 den diesjährigen Stabmodell- Wettbewerb der MAG ausgeschrieben. Hierbei wurde das erste Mal nach der neuen Lastflugformel geflogen. Durch diese neue Regelung soll vermieden wer- den, daß der Lastflug einen übermäßig großen Einfluß auf das Gesamtergebnis hat. Auf Grund dieses Wettbewerbs kann man sagen, daß die Aenderung als vollständig gelungen zu bezeichnen ist. Zu dem Wettbewerb, der auf dem Kühnauer Exerzierplatz stattfand, hatten 17 Modellbauer ihre Meldungen abgegeben und zwar erschienen aus: Dessau 9, Magdeburg 5, Leipzig 3. Bereits nach wenigen Flügen zeigte sich das Modell von Unkroth-Leipzig allen anderen weit überlegen. Der Wettbewerb zeigte folgendes Ergebnis: 1. Unkroth-Leipzig 3075,5 Punkte; 2. Späte-Dessau 1292,5 Punkte; 3. Graser-Dessau 1205 Punkte; 4. Eicke-Magde- burg 685 Punkte; 5. Baehr-Dessau 605 Punkte. Nr. 14 „FLUGSPORT“ Seite 281 Besonders ungünstig machte sich der starke Wind bemerkbar, der fast den ganzen Nachmittag mit etwa 8 m/sek. blies. Hierauf sind auch die zum Teil niedrigen Punktzahlen zurückzuführen. Die Modellbauer der MAG treffen sich zum 2. Wassermodell-Wettbewerb am 11. August 1929 in Leipzig wieder. R. Kropf, MAG-Flugwart. Der Flugtechnische Verein Magdeburg veranstaltet seit einiger Zeit auf dem alten Flugplatz in Magdeburg wieder regelmäßig Sonntags Uebungfliegen, Weit- hin sichtbar ziehen dann die Qualitätsmodelle, von erstklassigen Modellbauern wie Thomas, Haberland, Mende und Drexler gebaut, hoch in den Lüften ihre Kreise und locken zahlreiche Schaulustige. Dann wieder erheben sich die Tief- deckertypen von B. Behrens elegant und sicher vom Boden und erreichen Strecken von 350 m und mehr. So wird, ob Sonnenschein, ob Sturm, jeden Sonntag Propaganda getrieben. Und der Erfolg? Er zeigt sich am besten an dem ständigen Zuwachs an Mitgliedern, so daß es möglich ist, noch zum Herbst dieses Jahres ein angefangenes Hochleistungssegelflugzeug fertigzustellen, In nächster Zeit wird auch ein langersehnter Wunsch vieler Vereinsmitglieder in Erfüllung gehen: zu fliegen! Dem Verein wurde ein Schulsegelflugzeug von seinem Ehren- mitgliede zur Verfügung gestellt. Am letzten Sonntag sah man wieder eine stattliche Anzahl von Modellen am Start. Das Uebungsfliegen stand schon ganz im Zeichen der Vorbereitungen zu dem am Sonntag, dem 21. Juli, stattfindenden Wettfliegen um die Klubmeister- schaft. Schon jetzt kann man mit Sicherheit sagen, daß sich die Modellbauer scharfe und interessante Kämpfe liefern werden. Gelangen doch am letzten Sonntag dauernd von fast allen Modellen die überraschenden Zeiten von über 45 Sek. Der Beste des Tages war Thomas mit 57 Sek. Dauer mit seinem Rekord- hochdecker „Auge vom Anger“, mit dem er am Sonnabend abends eine neue Mitteldeutsche Höchstleistung von 72 Sek. Dauer aufstellte. Damit überbot er seinen im Jahre 1926 aufgestellten Mitteldeutschen Rekord ganz erheblich, Flugechnischer Verein Magdeburg. W. Drexler, Flugwart. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Das Problem der Leinöltechnik und seine natürliche Lösung. Von Paul Jaeger. Preis RM 1,80. Verlag Forschungs- und Lehrinstitut für Anstreich- technik, Feuerbach. Der Schutz des Flugzeugs durch geeigneten Anstrich vor Witterungsein- flüssen ist von allergrößter Bedeutung, Jeder Vorschlag zur Verbesserung in dieser Hinsicht sollte eingehend versucht werden. Verfasser bespricht in vor- liegender Schrift die Nachteile, die aus der Leinöltechnik entstehen können, wie Abstehen, Reißen, Abplatzen, Schorfbildung usw. In sauberen Abbildungen ist der Unterschied zwischen der alten und neuen Technik veranschaulicht. In einem besonderen Abschnitt ist das Pentrinlackverfahren eingehend besprochen. Vor allen Dingen müsse den Anstrichen von Zeit zu Zeit frische Nahrung gegeben werden. Ein planloses Nachstreichen führt nicht zum Ziele. Der Bau von Flugmodellen. Teil I. Für Anfänger. Kart. RM 1.85. Von F. Stamer und A. Lippisch. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. G.m.b.H., Berlin- Charlottenburg 2. An Hand von 25 Abbildungen und auf 49 Seiten ist in gemeinverständlicher Weise der Bau von Drachen, eines einfachen Gleiflugmodells, eines kleineren Gummimodells und eines größeren Gummimotor-Stabmodells besprochen. Als Anleitung zum Bau sind 2 Tafeln beigegeben. Automobiltechnische Zeitschrift. Unter diesem Titel werden die drei führen- den automobiltechnischen Fachzeitschriften: die „Automobil- und Flugtechnische Zeitschrift, Der Motorwagen“, „Die Autotechnik“ und die „Mitteilungen des Reichsverbandes der Automobilindustrie“ ab 1. Juli vereinigt. Die Herausgeber sind Zivil-Ing. Robert Conrad und Wa. Ostwald; die Schriftleitung wird in Hän- den des Ing. Ptaczowsky liegen. Die vereinigte Zeitschrift ist gleichzeitig das Organ des Reichsverbandes der Automobilindustrie und der Automobil- und Flugtechnischen Gesellschaft E.V. und somit das Zentralorgan der fachtechni- schen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Kreise der Automobilindustrie,. Die Zeitschrift erscheint im Automobiltechnischen Verlag G.m.b.H. (Krayn & Kla- sing), Berlin W 10, Genthiner Straße 39, Die größte und mo: © IyM = & A Vergessen Sie nicht die dernste, jeweils auf R.A.F.- Vorführungen, die Be j London-England 3 Tage vor der Eröffnung einem Plage gezeigte der Olympia» Ausstellung Ausstellung der Flug» 16. — 27. Juli 1929 am Sonnabend, den 13. Juli zeug-Industrie in Hendon stattfinden Kommen Sie und besichtigen Sie eine Flugzeuge von der kleinen Privatma- gehend die neuesten Errungenschaften schine bis zu dem großen, mit 3 Motoren der Luftfahrt. ausgerüsteien Passagierflugzeug, von "Eine große Anzahl von Flugzeugen und dem einsigigen Kampfflugzeug bis zur Maschinen britischer französischer, deut riesigen Bombenabwuı fmaschine. scher eic. Herkunft werden ausgestellt. Viele neue, bisher geheimgehaltene Sie können nach Beiieben Landllug Fiugmaschinen, die gerade jegt vom zeuge, Seeflugzeuge und Flugboote Luftfahrtministerium freigegeben wur» besichtigen. den, werden zum überhaupt ersien Maschinen v. 1000 PSbisherab zu60PS. Male auf dieser Ausstellung. gezeigt. Nr. 15 „FELUGSPORT“ Seite 285 Basler Flug-Meeting 23.6.1929: Direktor Koepke auf KLEMM L 25 la erster Sieger; Rheinisches Flug-Turnier 29.6.1929: Kölner Club für Luftfahrt e.V., Köln a.Rh., auf KLEMM L 20 zwei erste Preise; Rheinisches Flug-Turnier: Wolf Hirth auf KLEMM L25 la zwei zweite Preise. aan . BOBLINGEN ({ r GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN VON OSHAR, URSINUS * CIVIL-ING. MINI Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 77" Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14tag. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 15 24. Juli 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 7. August Nach 3 Tagen des 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerbes. In üblicher Weise, ohne festliches Gepränge, begann am 18. Juli der 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerb. — 10 Jahre Segelflug-Entwick- lung! Sie bilden einen Zeitabschnitt in der Entwicklung des Flug- wesens. Erster Abschnitt 1909 bis 1914, Entwicklung des Motorfluges, 1914 bis 1918 Kriegsfliegerei, 1920 bis heute Entwicklung des Segel- fluges, Entwicklung eines wirklichen Flugsportes. Parallel dazu seit 1919 bis heute Entwicklung des Flugverkehrs. Wir werden später eine Parallele ziehen mit der Entwicklung des Flugsportes in anderen Län- dern. Heute, am dritten Segelflug-Wettbewerbstage auf der Wasser- kuppe, können wir mit Genugtuung eine stetige Fortentwicklung des Segelfluges feststellen. Kronfeld flog am 20. Juli von der Wasserkuppe in ca. 2000 m 152 km bis Hermsdorf bei Jena. Im vergangenen Jahre nach zurück- gelegten 71,2 km und nach Kronfelds 100-km-Flug am Teutoburger Wald war man von einer Steigerung der Leistungen noch nicht über- zeugt. Heute ist die Steigerung wieder zur Tatsache geworden. Ein Ansporn zu weiteren Leistungssteigerungen! Hierbei muß in Betracht gezogen werden, daß diese Leistungen im Segelflug mit außerordent- lich geringen Mitteln vollbracht wurden. Durch einen Einsatz von größeren Mitteln und Kräften wäre es eine Kleinigkeit, die Leistungen um ein Bedeutendes zu steigern. Für den September haben die Russen die deutschen Segelflieger nach der Krim eingeladen. Leider kann der Einladung nicht Folge gegeben werden, da die Mittel dazu fehlen. Schade! — Seite 286 „FLUGSPORT“ Nr. 15 Fläche mit äußerst geringer Deformation des Tragwerkes zu ent- wickeln, und wurde ein etwas höheres Gewicht der Fläche in Kauf ge- nommen. Die Profilerhaltung ist durch Sperrholzbeplankung der Fläche er- reicht, soweit dieselbe als tragende Haut in Frage kommt. Die Torsion in der Normalfluglage dürfte infolge dieser Konstruktion fast Null sein. Die Biegung der Fläche ist trotz des hohen Seitenverhältnisses gering. Fläche 20 m?, Spannweite 18,4 m, Seitenverhältnis 1:17,5, Leer- gewicht 190 kg, Flächenbelastung 13,25 ke/m?, Gleitverhältnis ange- nähert 1:28, Fluggeschwindigkeit angenähert 17 m/Min. Dornier-Flugschiff Do X. Während der Vergrößerung von Landflugzeugen durch die Ueber- tragung der schweren Gewichte über das Fahrgestell auf dem Boden vorläufig noch große Schwierigkeiten entgerenstehen, treten diese bei der Vergrößerung von Wasserflugzeugen nicht in Erscheinung. Es hat sich vielmehr gezeigt, daß die technische Durchführung der Vergrößerung von Wasserflugzeugen für den Luftverkehr bedeutsame Vorteile mit sich bringt. Bei der Entwicklung des von Dr. Dornier bereits im Jahre 1921 ge- bauten Flugbootes „Libelle“ zu immer größeren Abmessungen, hat sich ergeben, daß die Zuladung mit der Vergrößerung nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zum Abfluggewicht wächst und dement- sprechend auch die größte Reichweite der Boote zunimmt. Für den Luftverkehr, dem diese Steigerung in Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit sehr willkommen ist, ergeben sich darüber hinaus noch im Hinblick auf die Sicherheit mit der Steigerung der Größe der Flugboote erhebliche Vorzüge. Während der Flugzeugführer im kleinen Boot Flugüberwachungs- geräte, Triebwerksüberwachungsgeräte und Navigationsgeräte allein zu beobachten und die nach den Angaben der Geräte erforderlichen Maßnahmen selbst zu treffen hat, gestattet die Vergrößerung eine Ar- beitsteilung, die dem einzelnen ermöglicht, die im Interesse der Sicher- heit des Fluges erforderlichen Eingriffe schneller und planmäßiger zu vollziehen. So ist bei dem Flugschiff Do X die ganze Aufmerksamkeit des Flug- zeugführers allein auf die Ueberwachung des Flugzustandes gerichtet. Die Ueberwachung des Triebwerkes erfolgt durch einen Ingenieur, der von vier Mechanikern unterstützt wird. Die Navigation liegt in den Händen eines Kommandanten, der mit einem Beobachtungsoffizier den Kurs bestimmt und der Besatzung die übrigen der Lage entsprechen- den Weisungen erteilt. Hier ist also der einzelne nicht, wie im kleinen Flugzeug, über- lastet, sondern jeder Mann der Besatzung kann seine volle Aufmerk- samkeit seiner besonderen Aufgabe zuwenden und so die notwendige Ueberwachung viel weiter bis ins einzelne gehend leisten. Der Erhöhung der Sicherheit dient weiterhin die Steigerung des Leistungsüberschusses und der Leistungsunterteilung, die man Flug- booten mit wachsender Größe anzedeihen lassen kann. Dornier-Flugschiff Do X auf dem Bodensee. Nr. 15 „FLUGSPORT" Seite 287 Das Dornier-Flugschiff Type Do X mit 12X50 i Ö - 0-PS-Motoren ist das größte bisher sebaute „Schwerer-als-die-Luft“-Luftfahrzeug. Länge über alles 40,05 m, Spann- weite 48 m, tragende Fläche 490 m”. Während der Ausfall des einzigen Motors am rä 1 Kleinflugboot die sofortige Notlandung zur Folge en DL booten mittlerer Größe immer noch ein erheblicher Bruchteil der Ge- samtleistung bei Versagen einer Vortriebseinheit ausfällt. bedeutet der Ausfall eines einzigen Motors der Do.X eine Leistungsminderung von nur 8 v. H., die durch eine unwesentliche Leistungssteigeruns der noch laufenden Motoren vollkommen ausgeglichen werden kann. Ja r Ausfall mehrerer ding ine ; die Vornahmd er Noklaner otoren bedingt noch keineswegs die inzu kommt, daß bei der geräumigeren Unterbringeut | toren, wie sie die größeren Abmessungen größerer echte wo statten, die Wartbarkeit stetig steigt, so daß im Flugschiff noch In- standsetzungsarbeiten ausgeführt werden können, die im Flugboot un- Dornier-Flugschiff Do X. Ansicht schräg von vorn. Seite 288 „FLUGSPORT“ Nr. 15 durchführbar sind. So können insbesondere Undichtheiten behoben und Brüche an Betriebsstoffleitungen viel eher entdeckt und in An- betracht der Zugänglichkeit während des Fluges verhindert oder un- schädlich gemacht werden. Dadurch sinkt nicht allein die Gefahr einer Betriebsstörung der Motoren, sondern auch die eines Brandes an Bord. In dieser Hinsicht bietet auch die durch eroße Entfernungen von den Motoren getrennte Unterbringung des Brenmnstoffes in den tiefsten Räumen des Rumpfes kaum überschätzbare Vorzüge. Die ungewöhnlichen Abmessungen gestatten auch. die Besatzung vollkommen getrennt von den Fluggästen unterzubringen, so daß sie in ihrer Tätigkeit nicht von diesen gestört werden kann. Der Rumpf weist zu diesem Zweck 3 Decks auf. Im Unterdeck sind. wie er- wähnt, Betriebsstoff und daneben tote Lasten wie Fracht. Gepäck, Vorräte, Ersatzteile, Werkzeuge, lose See-Ausrüstungsgeräte USW. untergebracht. Das darüberliegende Hauptdeck von rund 20 m Länge dient ausschließlich der Unterbringung der Flugsäste für Tag und Nacht. Je nach den Wünschen der Verkehrsgesellschaft können hier Tagesaufenthaltsräume, Unterhaltungsräume und Schlafräume in einer weitgehenden Ansprüchen cenügenden Ausstattung eingerichtet werden. Bei Langstreckenflügen kann auch der hintere Teil des Rumpies durch eine besondere Wand von den Gasträumen getrennt werden, um dem Aufenthalt der Ablösemannschaften für die Besatzung zu dienen. Die Besatzung selbst befindet sich in Ausübung des Dienstes im Oberdeck über dem Hauptdeck. Der vorderste Raum, der die beste Sicht bietet. dient dabei natürlich der Unterbringung der Fluszeugführer. Unmittelbar dahinter wird die Navigation überwacht und dahinter liest dann der Haupt- schaltraum, der auf übersichtlichen Tafeln die Ueberwachung der 12 Motoren durch Ablesung von Drehzahl, Drucken und Temperaturen mittels Fernanzeigegeräten ermöglicht. Sodann folgen der Funkraum, der durch besonderes Nachrichtengerät mit dem Navigationsraum in ‚Verbindung steht, in dem sich ja überwiegend der Kommandant des “Flugschiffes aufhalten wird, und daran anschließend der Hilfs- maschinenraum, in dem die ganzen für Triebwerk und Flugzeug er- ‚ forderlichen Hilfsmaschinen von einem selbständigen kleinen Ver- ‚ brennungsmotor getrieben werden. | . Dem Rumpf, der von Lot zu Lot 40,05 m Länge mißt, entspricht "ein Flügel von 48 m Spannweite. Die tragende Fläche umfaßt ca. '490 m?. Der diesen Abmessungen entsprechende hohe Leistungsüber- : schuß gestattet eine Höchstgeschwindigkeit mit Vollgas aller Motoren von 240 km/h zu erreichen und, außer bei einem Brennstoffvorrat für : 6-8 Stunden, 100 Personen an Bord zu nehmen, selbst dann, wenn ‚auf iede Person mit Gepäck 100 ke Gewicht gerechnet werden. Mit genanntem Brennstoffvorrat und der anzerrebenen Passagier- zahl können leicht Strecken von über 1000 km Länge zurückgelegt werden. Zum Bau dieses Flugschiffes war es erforderlich, in Anbetracht der außerordentlichen Abmessungen, neue Werkstätten anzulegen, da die einzelnen Gebäude des Werks Manzell zu klein sind. Es wurde daher an der Finmündung des Rheins in den Bodensee auf Schweizer Gebiet eine bedeutende Werksanlage im Jahre 1926/27 zeschaffen mit 17455 m? überbauter Fläche und 144719 cbm umbautem Raum. Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 289 Die derzeitige Belegschaft des W Al h s Werkes, das de ü ‚Altingeslsehai für Domier irre, Ältenrhei" be Rorschach , u etwa ann; doch: bi das nme ßeren Belegschaft geräumigen A Werk auch einer grö- Flugzeugstarteinrichtungen des Dampfers „Bremen“. Bereits vor vier Jahren haben di . 1 ie Heinkel-Flugzeugwerke ne- an stets Vorläufer für die Katapultanlage, wie sie ee " „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd ei wurde, errichtet. Es wurde eine ei ya eingebaut , nfache Ablaufbahn für die j nische Marine geliefert. Vom Jahre 1927 ne aDar oh: or: | b begann die Firma Heink sich intensiv für den Bau von Katapult 1 Ber ma Heinkel, dem im Laufe eines Jahres im K apultaniagen zu interessieren. Nach- 1: onstruktionsbüro der Firma die er derlichen Vorarbeiten soweit irma die erfor. r ten so gediehen waren, konnte d u einem Schwimmdock erbaute Versuch ti cer erste, auf - skatapult in Angriff ge werden. Von diesem Versuchskatapult 'de i DER Jahres eine Reihe von Flugzeu pirt wurde im Laufe des letzten g ge Pr” . . . Doppeldecker und Flugboote. n katapuliert, darunter Eindecker, der Die 50 gewonnenen Erfahrungen können nutzbringend für den Bau ERReen sm nohnelldampfer „remen” eingebauten Katapultanlage erden. Diese neue Anlage wei u C ‚eine rt © ist daher auch gegenüber dem Versuchskatapult wesentliche Verbesserungen auf, die wie die Anlage selbs 261 Schätze u e selbst, durch zahlreiche Patente im In- und Ausland ge- Die Gesamt-Katapultanlage ist 27 m lan Auf ei ti iger von gleicher Länge ‚wird der Startschlitten. an chen ier ige re netestigt Don wärtsgeschnellt Das Vorwärtsbe- reg les S ns geschie urch eine Pre ag j 18 einem Preßluftbehälter, einem Arbeitszylinder I Seh a sn pparatur besteht. Die Beschleunigung des Schlittens ist derart daß das Flugzeug nach Zurücklegen einer Startstrecke von 20 h senügend Auftrieb erhält, um sich mit Hilfe seines laufenden Dornier-Flugschiff Do X: Raumverteilung, rechts unten .der Konstrukteur Dr. Dornier. Seite 290 „FLUGSPORT"“ Nr. 15 Propellers selbst in der Luft halten zu können. Die Startgeschwindig- keit des Schlittens erhöht sich auf dieser kurzen Strecke von 20 m bis zu 90 km Anfangsgeschwindigkeit, während das Flugzeug selbst seine höchste Anfangsgeschwindigkeit, etwa 1 m nach Verlassen des Schlit- tens, mit 110 km erhält. Der Schlitten selbst wird am Ende der Start- bahn durch Abbremsen automatisch angehalten. Ausgeschlossen ist, daß der Schlitten während des Starts stehenbleiben kann; denn be- sondere Einrichtungen sorgen dafür, daß er während des Starts stets vollen Antrieb erhält. Es sind an dem Schlitten Sicherheitsvorrichtun- gen vorhanden, die das Flugzeug in seiner startbereiten Lage solange festhalten, bis durch Umlegen eines Steuerhebels die Preßluft vom Luftbehälter zum Arbeitszylinder strömt und damit der Start einge- leitet wird. Der Arbeitszylinder ist mit seinem Arbeitskolben und 6 Seilrollen zu einem Flaschenzug vereinigt, der die Bewegung des Ar- beitskolbens mittels eines Seils im Verhältnis 6 : 1 auf den Startschlit- ten überträgt. Die Beschleunigung des Schlittens tritt erst allmählich ein und wächst auf dem ersten Meter der Startstrecke allmählich zur vollen Höhe an, um unangenehme Rückstöße zu vermeiden. Das Start- seil wird vor dem Start zwangläufig gespannt, während die Ab- bremsung des Startschlittens am Ende der Startstrecke durch Brems- backen, die unter dem Druck von Preßluftzylindern stehen, erfolgt. Die Gesamt-Startvorrichtung als solche kann auch, ohne daß ein Flugzeug zum Start eingesetzt wird, mit Hilfe der patentierten Prüf- einrichtung ausprobiert werden. Die für den Abschuß erforderliche Preßluft wird einer bereits an Bord vorhandenen Kompressoranlage mit Flaschenbatterie entnommen. Die Bedienung der Anlage geschieht durch Fernsteuerung von einem Bedienungsstand aus. Die Fernsteue- rung ist durch geeignete Verblockungsvorrichtungen in der Weise ge- sichert, daß die einzelnen Bedienungsgriffe des Starters (Monteurs) nur in der erforderlichen Reihenfolge ausgeführt werden können. Fehl- starts sind somit bei vollem Intaktsein der Anlage ausgeschlossen. Heinkel-Wasserflugzeug auf dem Katapult des Dampfers „Bremen“ des Nord- deutschen Lloyd. Unten links sieht man den Startwagen. Nr. 15 „FTLUGSPORT“ Seite 291 Der Katapult der „Bremen“ ist so eingerichtet, daß Flugzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 3500 kg gestartet werden können. Das auf der „Bremen“ zur Verwendung gelangende Flugzeug ist ein Hein- kel-Tiefdecker mit der Bezeichnung Heinkel „HE 12“ mit einem ameri- kanischen Hornet-Motor von 500 PS. Das Gesamt-Fluggewicht der Maschine beträgt 26002800 kg. Die größte erreichbare Geschwin- digkeit im horizontalen Flug ist 215 km, so daß mit einer Reisege- schwindigkeit von durchschnittlich 190 km/h gerechnet werden kann. Das Flugzeug ist in der Lage, etwa 200 ke Post mitzunehmen. Die Gesamt-Katapultanlage ist um einen Zapfen drehbar auf einem Radkranz montiert, so daß sie nach beiden Seiten des Schiffes aus- schwenkbar ist. Sie befindet sich auf der Decke des Sonnendecks des Dampfers „Bremen“, zwischen den beiden Schornsteinen. Die Einrichtung dient in erster Linie dazu, um Expreßeut etwa 1000 km vor dem Endhafen abzusenden, so daß sie etwa einen Tag früher als der Dampfer am Bestimmungsort eintrifft. Von der Olympia-Schau. Die Armstrong Whitworth Aircraft Co., Ltd. zeigen auf ihrem Stand 87 drei Flugzeuge, Der Siskin-Einsitzer 111B ist ein Jagd-Doppeldecker mit V-Stre- ben an den Enden und gegen den Rumpf sowie Baldachin verspannt. Flügel und Rumpf in Stahlkonstruktion mit Leinwand bespannt. Die hintere Höhenleitwerksfläche ist verstellbar. Das Fahrgestell mit durchgehender Achse mit V-Streben ist pneumatisch.abgefedert. Vor dem Führer befinden sich zwei Maschinengewehre. Zur Verringerung des Luftwiderstandes ist der luftzekühlte Jaguar-Sternmotor mit einer ringförmigen Verkleidung versehen. Der A. W.14 ähnelt in seinem Aufbau dem Siskin 111B, hat je- doch N-Stiele.e Die Abmessungen sind folgende: Spannweite des Oberflügels 9,3.m, Unterflügel 7,2 m, Gesamtlänge 7,6 m, Höhe 3,16 m, obere Flügeltiefe 1,5 m, untere Flügeltiefe 1,3 m, Flügelabstand 1,36 m, Schraubendurchmesser 2,6 m, Jaguar-Motor überkomprimiert, Be- tıiebsstoffbehälter 270 1, Oel 29 I, Gewicht 1360 kg, Landegeschwin- digkeit 99 km, Geschwindigkeit ohne Kompressor am Boden 270 km, mit Kompressor in 5000 m Höhe 285 km, in 6200 m Höhe 260 km. Steigfähigkeit mit Kompressor auf 3000 m 7 Min., auf 5000 m 11 Min. 5 Sek., auf 6500 m 17 Min. 5 Sek., Gipfelhöhe 9500 m. Der Atlas XIV, gleichfalls mit Jaguar-Motor, ist ein Zweisitzer mit 2 Endstielen. Vor dem Führer ein fest eingebautes Maschinen- gewehr und hinter dem Führer ein Gefechtsstand mit beweglichem’ Maschinengewehr für den Beobachter. Die Ausrüstung besteht aus Kamera und drahtloser Station, ferner einer Einrichtung für 4 Bomben von je»70 kg. Ohne Bewaffnungseinrichtung wird dieser Typ als Schulflugzeug für Fortgeschrittene benützt. Spannweite 12 m, Gesamtlänge 8,7 m, Höhe 3,2 m, obere Flügel- tiefe 2 m, untere Flügeltiefe 1,67 m, Flügelabstand 1,65 m, Betriebs- stoffbehälter 340 1, Oel 32 I. Gewicht mit Getriebe-Motor 1880 kg, Geschwindigkeit am Boden 240 km, in 1800 m.Höhe 233 km. in 5000 m Höhe 210 km (mit überkomprimiertem Motor 260 km), Steiggeschwin- digkeit auf 5000 m! 21 Min. 75 Sek. (überkomprimiert 5000 m in 18 Min., 6100 m in 26 Min.), Gipfelhöhe 5800 m (überkomprimiert 7600 m), Landegeschwindigkeit mit Handley-Page-Schlitzflügel 86 km. Interessant auf diesem Stand sind die unbespannten Stahlflügel sowie Einzelteile in Stahlkonstruktion. Seite 292 „FLUGSPORT"“ Nr. 15 Eine reichhaltige Auswahl von luftgekühlten Stern-Motoren in allen Größen findet man auf dem Stand Nr. 86 von Von der Olympia-Show: Oben Armstrong Whitwortli Si-kin III B. Mitte Arm- strong Whitworth A. W. 14 Einsitzer-Kampfflugzeug. Unten Armstrong Whitworth Atlas XIV Kampfilugzeus. Dez Armstrong Siddeley Motors. Lid; Um einen Ueberblick über diese vielen Typen zu gewinnen, geben wir in nebenstehender Tabelle eine Zusammenstellung dieser Motoren. Zu den bisherigen Fünf-Zylinder- Motoren Genet 80 PS und Mongoose 150 PS ist ein neuer Typ Genet Major 100 PS dazugekommen. Bei der Konstruktion dieses Motors, welcher"Sehr- sparsam arbeitet, sind alle Erfahrungen der bisherigen Fünfzylindertypen, wie Stromlinien- verkleidung der Ventilhebel auf den Köpfen und andere Verbesserun- Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 293 sen, berücksichtigt. Die Magnete liegen, wie beim Genet, hinter dem Gehäuse. Ausgestellt sind noch weiter der 80-PS-Fünfzylinder Genet, der 150-PS-Fünfzylinder Mongoose, der 215-PS-Siebenzylinder Lynx, der 460-PS-Vierzehnzylinder Jaguar und der 700-PS-Vierzehnzylinder Leopard. Zylinder, Kolben und andere Einzelteile des Jaguar, Lynx und Mongoose sind gleich. Der größte Motor ist der Leonpard-Vier- zehnzylinder mit Untersetzungsgetriebe von 800 PS. welcher für Armstrong-Siddeley-Sternmotoren: Von oben links: Genet Major 5 Zyl., 100 PS.; Mongoose 5 Zyl. 150 PS, Lynx 7 Zyl. 225 PS, mit Getriebe, Lynx,7 Zyl., 215 PS, ohne Getriebe, „Jaguar“ 14 Zyl:, 460 PS mit Getriebe, „Leopard“ 14 Zyl. 815 PS mit Getriebe. Flugzeuge für große Lasten verwendest wird. Der Jaguar Major und der Ja- guar werden mit Uebersetzungsgetriebe und auch als überkomprimierter Motor geliefert. Charakteristisch und teilweise pa- tentiert bei den Arnistrong Siddeley- Motoren ist die gasdichte Befestigung der Aluminiumköpfe auf den Stahlzylin- dern, die Befestigung der Zylinder in den Gehäusen, die fächerförmige Gas- verteilune und das Uebersetzungs- getriebe. Stromlinienförmige Verkleidungen der Kipp- hebel beim Siddeley Armstrong, Jaguar, Lynx und Mongoose. “ . [73 _ Seite 294 FLUGSPORT Nr. 15 ’’ _ kun) n \o \o — RN) in 2 . 2 2 S re] =) a [e) > 8 [0% — = -_ = a ın n m © ja 2 o oO 4 . N oo x & n S n [G) - - * in a A - o I ın {fo} u o bi | BSH N - 3° Ba = = r o har nn Z = m o ® S = 1ın & x a aQ Q o = a aA ® „= - [= 2 se) © . m Q © an © m o a o > = Sal | &|%2|=|2|8|8 er in 21% =) Dn a . S Q Q Oo Ss mn S = 2) ä re} A - , N Q - - SS - HB - RR x oO m o o© ES] nm — [ee] - . n in in ee) > © © 5 [e) nm n a = Z S Ss 7) Pe © So Q = 5 A SIE ISIS ISIN “ a u m —_ & E =) _ j S [ce] je) „X EN = =} 2 — Q -i mn Oa\ \ - © A a a a IS] 7 n Ir = - a oO - - » = 3 = je) In © © = =!) Ss mn m Ne} o x vo=w m © | Bw) = . 2 n N - S © o x n = Q , De © a 2 SZ N & Ss 2 Ss || JE) || elag|lsc I u Ss in > o = | = 2 2 % 6) nm ge Tu S o o = - PN Dr S 2 5°] = Ne) 2] pen < \ - aM ° : [SS] m nm - Q oO - - oO nd Oo - o = = 1n 1 o A x Re) = : S S 2 ıS EN 2 rt | du Fa 2) I m ” 2 = = | . je?) S n nm & - es) u = BN > . 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Die einzelnen Wärmeverluste bei diesen beiden Motorarten sind: Benzin Diesel nutzbare Arbeit am Schwungrad 25 35% Reibung der umlaufenden Teile 8 7% Wärme im Auspuff 17 21% Wärme im Kühlwasser 50 37% Es steht demnach nichts im Wege, auch den Dieselmotor als luftgekühlten Motor zu bauen, besonders, wenn man berücksichtigt, daß in den letzten Jahren der luftgekühlte Flugmotor großer Einheiten eine Betriebssicherheit erreicht hat, die der wassergekühlter Motoren in nichts nachsteht. Tatsächlich haben auch Versuche, die die Firma Packard mit einem luftgekühlten Diesel-Flugmotor seit über einem Jahr gemacht, sehr befriedigende Betriebsergebnisse geliefert. Betriebsstoff-Zuführung. Eine der wichtigsten und heute noch — man kann ruhig sagen — ungeklärten Frage ist die der Brennstoff-Zuführung. Dies bezieht sich nicht nur auf schnellaufende Fahrzeug-Dieselmotoren, sondern auch auf Stationär-Motoren. Nach dem heutigen Stande kann man zwei Gruppen der Brennstoffeinführungen unterscheiden: 1. Brennstoff- einführung mittels Druckluft und 2. Brennstoffeinführung ohne Zuhilfe- nahme von Druckluft. Die Brennstoffeinführung mittels Druckluft erfordert einen mehr- stufigen Kompressor, was gleichbedeutend ist mit Gewichtserhöhung und Raumerweiterung. Die Betriebssicherheit in diesem Falle läßt sehr zu wünschen übrig, falls nicht für gute und aufmerksame War- tung des Motors Sorge getragen wird. Die Einführung des Brenn- stoffes mittels Druckluft dürfte daher für Flugmotore wegen der vor- erwähnten Gesichtspunkte nicht in Betracht kommen. Abgesehen wurde hierbei ganz von der Anlaßflasche, den Rohrleitunsen, Hähnen und Ventilen, die nicht nur das Gewicht bedeutend erhöhen, sondern auch die Betriebssicherheit sehr zum Nachteil beeinflussen. Anderer- seits darf nicht verkannt werden, daß beim Anlassen mit Druckluft das Drehmoment des Motors bis zum fünffachen Betrag seines nor- malen Drehmomentes gesteigert werden kann, was speziell für den Start schwerer Flugzeuge ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein dürfte. Die druckluftlose Einführung des Brennstoffes kennzeichnet sich vor allen Fällen durch den Wegfall des Kompressors, wodurch Ge- wichts- und Raumersparnisse entstehen und vor allen Dingen die Betriebssicherheit des Motors erhöht und die Bedienung desselben wesentlich erleichtert wird. In den letzten Jahren haben sich zwei Systeme kompressorloser Dieselmaschinenentwickelt. Bei demeinen Seite 296 „FLUGSPORT" Nr. 15 System wird der Brennstoff unter sehr hohem Druck — ca. 300 bis: 700 Atm. — direkt -in den Kompressionsraum des Zylinders ein- geblasen; bei dem anderen System dagegen wird der Brennstoff unter wesentlich niederem Druck — ca. 60 Atm. — in eine dem eigent- lichen Verbrennungsraum vorgelagerte Kammer, die sog. Vor- kammer eingespritzt. Das erste System hat den Nachteil, daß es sehr empfindlich ist, eine rauchfreie Verbrennung sehr schwer zü erzielen ist und beliebige Brennstoffe nicht ohne weiteres, wenigstens nicht gegen vorheriges Einregulieren, verbrannt werden können. Der Vor- kammermotor dagegen ist, wie Versuche gezeigt haben, ziemlich un- abhängig vom Brennstoff; auch läßt sich eine rauchfr eie Verbrennung ohne weiteres erzielen. Die Regulierfähigkeit des Motors spielt im Flugbetrieb keine so große Rolle wie im Lastkraftwagenbetrieb. Der Vorkammermotor dürfte daher als Flugmotor nicht die Rolle spielen, die er als Last- kraftwagenmotor einnimmt. Unter Berücksichtigung, daß der Flug- motor in der freien Atmosphäre arbeitet, dürfte die Belästigung von Personen durch den Auspuff nicht so ausschlaggebend sein, wie dies beim Automobilbetrieb’ der Fall ist. Vorkammermotor und normaler Dieselmotor dürften daher auf eine Stufe zu bringen sein. Was schließlich das Gewicht von schnellaufenden Dieselmotoren betrifft, so liegt dasselbe heute ungefähr 15—25 Prozent höher als eines gleichstarken Benzinmotors. Ob es gelingen wird, bei beiden Motoren gleiche Einheitsgewichte zu erzielen, ist noch sehr fraglich. Fast alle bis heute gebauten Diesel-Motoren haben ein‘ Einheits- gewicht von ca. 2 kg. Sch. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr. 34. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom 4. Juli 1929 foleende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Klasse C bis (Wasserflugzeuge) Höhe Amerika (USA). Lt. A. Soucek, USA, auf Wasserflugzeug, Doppeldecker Wright Apache, Pratt & Whitney, 425 PS, überkomprimiert in Washington D. C. am 4. Juni 1929: 11 753 m. Deutschland . mit 500 kg Nutzlast. Rolf Starke mit Wasserflugzeug Heinkel HE9 mit einem BMW VI-Motor zu 600 PS, in Warnemünde am 10. Juni 1929. Geschwindigkeit über 1000 km: 222,277 km/Std. Durch Anwendung des Artikels 111 der allgemeinen Bestimmungen der F.A.I. wurde R. Starke gleichzeitig Inhaber des Rekords: Deutschland ohne Nutzlast. Geschwindigkeit über 1000 km: 222,277 km/Std. Berlin, im Juli 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Ausschreibung des Hindenburg-Segelilugpreises. 1. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft schreibt mit Genehmigung des Deutschen Luftrates den von dem Herrn Reichspräsidenten zur Förderung des Segelfluges Nr. 15 „FLUGSPORT“ Seite 297 aus Anlaß des 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerbs gestifteten Hindenburg-Becher aus. 2. Um den Preis können sich zugelassene Führer auf zugelassenen Flugzeugen des 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerbs bewerben, soweit sie die deutsche Staats- angehörigkeit besitzen oder der Deutschen Kulturgemeinschaft angehören und nicht disqualifiziert sind. Flugzeugführer usw., welche für sich die Deutsche Kul- turgemeinschaft beanspruchen, haben für deren Nachweis geeignete Unterlagen bei der Nennung einzureichen. Darüber, wem .die Deutsche Kulturgemeinschaft zuerkannt wird, entscheidet der Deutsche Luftrat nach Prüfung der eingereichten Unterlagen von Fall zu Fall endgültig und unter Ausschluß des Rechtsweges. 3. Die Ausschreibung ist offen für die Dauer des 10. Rhön- Segelflug- Wett- bewerbs, d.h. vom 18. Juli bis 1. August 1929. Bei Verlängerung des Rhön- Sesel- flug- Wettbewerbs verlängert sich auch die Ausschreibung für den Hindenburg- Becher um die entsprechende Dauer. 4. Der Hindenburg-Becher wird demjenigen Segelflieger zugesprochen, der während .des 10. Rhön-Segelflug-Wettbewerbs von der Wasserkuppe aus eine fliegerische Leistung vollbringt, die von besonderer Bedeutung für die. wissen- schaftliche und sportliche Fortenwicklung des Segelfluges ist. Werden zwei Lei- stungen von verschiedenen Führern ausgeführt, von denen die eine im wesent- lichen als wissenschaftliche, die andere als sportliche Flugleistung anzusehen ist, so erfolgt die Zuerkennung des Preises nach Ermessen des Preisgerichts unter dem Gesichtspunkt, welcher von den beiden Flügen für die zukünftige Entwick- lung des Segelfluges von der größeren Bedeutung ist. 5. ‚Hinsichtlich Beurkundung .der Flüge, Preisgericht, Berufung und anderer allgemeiner Bestimmungen ist die Ausschreibung- des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1929 maßgebend. . Ein Einspruch gegen die. Preisgerichtsentscheidnug ist-nur in dem Falle ZU- lässig, daß der Preiszuspruch unter .einer tatsächlich unrichtigen Voraussetzung erfolgt ist. In diesem Falle muß der Einspruch unter Beifügung von RM-20.— als Gebühr binnen 10 Tagen nach der ersten Bekanntgabe der Entscheidung des Preisgerichtes bis 12 Uhr mittags beim Deutschen Luftrat eingegangen sein. Im Falle der Abweisung ‘des Einspruches verfällt die Gebühr zugunsten der Luft- fahrerstiftung beim -Aero-Club von Deutschland. - 6. Wird keine Leistung ausgeführt, die einer Zuerkennung des Hindenburg- Bechers würdig erscheinen läßt, so erfolgt eine neue Ausschreibung, die eine Be- werbung auch außerhalb des Rhön- Segelflug-Wettbewerbs ermöglicht. Frankfurt a. M., den 4. Juni 1929. Rhön- Rossitten- Gesellschaft: gez. Kot zen berg. Ausschreibung des Segelilugzielpreises des Bades Kissingen 1929. Die Rhön-Rossitten- Gesellschaft schreibt mit Genehmigung des Deutschen Luftrates einen vom Staatlichen Badekommissariat Kissingen gestifteten Preis von RM 1500.— als Segelflugzielpreis des Bades Kissingen 1929 für die am Uebungs- und Leistungswettbewerb teilnehmenden Segelflugzeuge des 10. Rhön- Segelflug- Wettbewerbs 1929 aus. Gefordert ist ein Zielflug von der Wasserkuppe nach Bad Kissingen mit. Lan- dung auf dem dortigen Flugplatz (Turnierplatz) an einem von der Sportleitung des Rhön- Wettbewerbs zu bestimmenden Tag. Der Preis wird unter diejenigen Bewerber geteilt, welche das Ziel ohne Zwi- schenlandung und-ohne Beschädigung des Flugzeuges bei der Landung erreichen, jedoch erhält auf keinen Fall ein Bewerber mehr als RM 1000.—. Der Flug wertet nicht für die übrigen Preise des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus dem Staatlichen Badekommissar Kissingen als Vorsitzenden, dem Vorsitzenden des Kurvereins und zwei von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft zu benennenden Herren. Bei Stimmeneleichheit ent- scheidet die Stimme des Vorsitzenden, das Preisgericht fällt sein Urteil am Abend des Zielfluges, gegebenenfalls am folgenden Tag. Als Sportzeugen für Kissingen macht der Staatliche Badekommissar zwei Herren namhaft; die Beurkunder sind vorher dem Luftrat zwecks Anerkennung namhaft zu machen. Seite 298 „FLUGSPORT"“ Nr. 15 Im übrigen gelten die allgemeinen Bestimmungen der Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs. Frankfurt a. M., den 8. Juli 1929. Rhön-Rossitten-Gesellschaft E. V.: gez. Kotzenberg. Ausschreibung für den „Prinz-Heinrich-Rhön-Preis der Lüfte“. 1. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft schreibt den bisher noch nicht gewonnenen „Prinz-Heinrich-Rhön-Preis der Lüfte‘ als Wanderpreis erneut aus. 2. Zugelassen als Bewerber sind Flugzeugführer usw., die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder der Deutschen Kulturgemeinschaft angehören, und die nicht disqualifiziert sind. Flugzeugführer usw., welche für sich die Deutsche Kulturgemeinschaft be- anspruchen, haben für deren Nachweis geeignete Unterlagen bei der Nennung ein- zureichen. Darüber, daß die Deutsche Kulturgemeinschaft zuerkannt wird, entscheidet der Deutsche Luftrat nach Prüfung der eingereichten Unterlagen von Fall zu Fall endgültig und unter Ausschluß des Rechtsweges. 3. Der Preis fällt demjenigen Bewerber zu, der jeweils während ‘des Rhön- Segelflug-Wettbewerbes die größte anerkannte Höhe, jedoch mindestens 500 m über Start im motorlosen Segelflugzeug deutschen Ursprungs erreicht hat. Der Wanderpreis fällt demjenigen Bewerber endgültig zu, der den Preis zum dritten Male gewinnt. Es ist dabei nicht erforderlich, daß die Leistung von dem- selben Flugzeugführer und mit demselben Segelflugzeug erzielt worden ist. 4, Die Bestimmungen der Ausschreibung des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes gelten auch für die Bewerbung um diesen Preis. 5. Das Preisgericht des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes entscheidet jeweils über die Zuerkennung des Wanderpreises, ohne daß eine besondere Bewerbung erforderlich wäre. 6. Alle Korrespondenz betreffend den „Prinz-Heinrich-Rhön-Preis der Lüfte“, ist mit der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Frankfurt a. M., Schubertstr. 10, zu führen. Frankfurt a. M., den 7. Juli 1929. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e.V.: .gez. Kotzenberg. Die Rechtskommission der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt E.V. (WGL) trat am 25. Juni d. J. zu ihrer letzten Sitzung vor den Ferien zusammen. An der Sitzung nahmen u. a. der Präsident des Deutschen Luftfahrtverbandes, Staatsminister Dominicus und Vertreter der Vereinigung der Flugzeughalter teil. Zur Beratung stand erneut die Frage der Schaffung von Luftfahrzeugshypotheken unter Zugrundelegung des von Dr. Döring verfaßten Gesetzentwurfes. Hierzu hatte der Leiter des Instituts für Luftrecht in Königsberg, Prof. Oppikofer, eine Denkschrift verfaßt. Ueber die schwierige Materie fand eine lebhafte Diskussion statt. Insbesondere wurde die Frage der Erstreckung der Hypotheken auf den Motor sowie die Frage, ob dem Luftfahrzeug-Register öffentlicher Glaube beizu- legen sei, eingehend erörtert. DieVersammlung war sich darüber einig, daß ein nationales Gesetz betr. die Schaffung von Luftfahrzeug-Hypotheken ohne inter- nationale Anerkennung wirkungslos sein würde, stand jedoch andererseits auf dem Standpunkt, daß es trotzdem zweckmäßig sei, schon jetzt ein solches Gesetz mit dem Ziel der späteren Einreihung in eine internationale Regelung vorzuberei- ten. In dem Gesetzentwurf soll sowohl die Verpfändung einzelner Luftfahrzeuge sowie auch die Schaffung von Luftfahrzeugpark-Hypotheken vorgesehen werden. Prof. Oppikofer wurde beauftragt, Richtlinien für die Schaffung einer Luftfahr- zeug-Hypothek nebst Begründung auszuarbeiten, welche in der nächsten Sitzung der Rechtskommission, die voraussichtlich im Oktober stattfinden wird, zur Dis- kussion gestellt werden sollen. Hauptmann Köhl soll nach einem Bericht der „Germania“ eine Stellung als Flugdirektor der katholischen Missionsgesellschaft „Miva“ angenommen haben. Die „Miva“ ist die erste Missionsgesellschaft der Welt, die Flugzeuge bei ihrem Werk in Afrika verwendet. Hauptmann Köhl soll die Organisation des Flugwesens der Missionsgesellschaft übernehmen und im nächsten Februar auch Südwest- afrika bereisen. Er wird ein Gebiet von mehreren 1000 akm zu bearbeiten haben. Junkers Großilugzeug G. 24 fliegt mit Dieselmotor 4 Stunden. Am 10. Juli startete Waldemar Röder um 14.30 Uhr auf dem Flugfelde der Junkerswerke in Dessau mit einem einmotorigen Großflugzeug der Type G24, das mit einem Nr. 15 „TLUGSPORT“ Seite 299 neuen Diesel-Flugmotor ausgerüstet war. Der Flug galt der Erprobung des Motors im praktischen Flugbetrieb. Das Flugzeug landete nach absolut befriedi- gsendem und ohne jede Störung verlaufenen Fluge um 18.10 Uhr glatt. Schon seit Wochen konnte man an dem Motorenprüfstand einen Motor laufen hören, der sich durch einen überaus gleichmäßigen und ruhigen Lauf auszeichnete und durch einen eigenartigen blauen Auspuff sich als Dieselmotor kennzeichnete. In aller Stille vollzog sich der Einbau des Motors in das bewährte Großflugzeug G 24, und das Ergebnis war überraschend. Der Motor arbeitet nach dem bekannten Junkersschen Gleichdruckverfahren im Zweitakt und verbrennt ein brandsicheres schweres Gasöl nach dem Dieselprinzip. Es sind keinerlei Ventile und Vergaser vorhanden. Nur eine störungslos arbeitende Brennstoffdruckpumpe, so daß zwei erhebliche Störungsmomente fortfallen, die den bisherigen Motoren-Luftverkehr stark beeinträchtigten. Bei 1300 Umdrehungen erzeugt der Motor etwa 850 PS, jedoch ist nach den bisherigen Ergebnissen zu erwarten, daß die Leistung mühe- los auf 1000 PS erhöht wird. Ausland. Segelilug-Wettbewerb in der Krim. Die USSR, Moskau, Ossoaviakhime, gibt uns folgende Bekanntmachung: Im September d. J. wird in der Krim ein Segelflug-Wettbewerb stattfinden. Die Sowietsegelflieger würden die Gegenwart Ihrer Mitglieder an dem Wett- bewerb herzlich begrüßen. Sollte Ihre Zustimmung an die Teilnahme am Wettbewerb erfolgen, ersuchen wir Sie höflichst, uns alle nötigen Papiere unter nachsiehender Adresse: USSR, Moskau, Gesellschaft Ossoawiachim, einsenden zu wollen. Die Anmeldung zum Wettbewerb umfaßt folgende Papiere : 1. Kurze Beschreibung der teilnehmenden Segelflugzeuge (Form Nr. 1), für jedes Flugzeug separat. 2. Schematische Darstellung der Segelflugzeuge in drei Projektionen. Anbordnahme eines Heinkel-Doppeldeckers mit Kiwullschen Stausegeln, Seite 300 „FLUGSPORT“ Nr. 15 3. Verpflichtung (Form Nr. 2). Es ist erwünscht, daß die Teilnehmer zum Wettbewerb, welche Höhenrekord- flüge beabsichtigen, Barographen mitführen. Die näheren Bestimmungen für Ihre Ankunft zum Wettbewerb werden Ihnen bis 15. August bekanntgegeben. Diesem ist folgendes beigefügt: I. Ausschreibung über den Segelflug-Wettbewerb 1929 in der Krim. II. Form der kurzen Beschreibung des Segelflugzeuges (Form ]). Ill. Text der Verpflichtung (Form Nr. 2). Segelflugabteilung beim Ossoaviachim Central-Rat gez. Boganoff. An dem Wettbewerb in der Krim können sich auch Ausländer, soweit sic eingeladen sind, beteiligen. Die Kosten für Transporte und Beköstigung haben die Teilnehmer zu tragen. Preise: 1. Entfernung auf gerader Strecke: 1. Preis ca. RM 2000.—, 2. Preis ca. RM 1000.—. 2. Höhe über Start: 1. Preis ca. RM 1000.—, 2. Preis ca. 500.— 3. Zielfllug: 1. Preis ca. RM 1200.—, 2. Preis ca. RM 800.—. 4. Kleinstes Verhältnis zwischen Höhenverlust und Entfernung: 1. Preis ca. RM 300.—, 2. Preis ca. RM 200.—. 5. Preis für schönes Fliesen: RM 500.—. Flugzeug-Ausstellung Montreal 1929. Die diesjährige Flugzeug-Ausstellung in Montreal vom 4. bis 11. Mai war im wesentlichen eine verbesserte Wiederholung der ersten, vorjährigen Ausstellung. Sie veranschaulichte in augenfälliger Weise die Fortschritte, die Kanada im abgelaufenen Jahr auf dem Gebiete des Flug- wesens gemacht hat. Wie im vorigen Jahre stand die Veranstaltung unter der Aegide des dortigen Fliegerklubs, des Montreal Light Aeroplane Club, jedoch mit dem Unterschied, daß in diesem Jahre das Erwerbsmoment ausgeschaltet war. Vielmehr war von vornherein vorgesehen, daß die Einkünfte durch die Ausstel- lung lediglich zur Deckung der hohen Auslagen verwendet werden sollten. Als Hauptzweck der Ausstellung wurde wiederum die Ausbreitung des Fluggeistes unter der kanadischen Bevölkerung bezeichnet. Die Gesuche um Bewilligung von Ausstellungsraum waren so zahlreich, daß eine größere Halle gewählt werden mußte. Infolgedessen fand die Ausstellung in dem neuen, für Ausstellungen mitt- lerer Größe sehr geeigneten Stadiumgebäude statt. Die Zahl der Aussteller war erheblich größer als im Vorjahre. Die Stände waren besser ausgestattet, und der Besuch soll auch bedeutender gewesen sein. Eine der wirkungsvollsten Reklame- maßnahmen waren die Kunstflüge, die während der Ausstellungswoche täglich über Montreal abgehalten wurder und die zweifellos viel dazu beigetragen haben, die Bevölkerung zum Besuch der Ausstellung zu ermuntern. Freiflüge für die In- haber der ausgelosten Nummern auf Eintrittskarten und numerierten Programmen bildeten ebenfalls ein großes Lockmittel. Die Ausstellungsleitung soll mit dem Erfolg zufrieden gewesen sein. 246”? Std. Dauerilug mit Betriebsstoffergänzung. Am 12. Juli ist das Flugzeug „Angeleno“ mit den beiden Fliegern Reinhardt und Mendell in Culver City Californien nach einem ununterbrochenen Flug von 246% Stunden gelandet. Die Betriebsstoffnachfüllung während des Fluges arbeitete einwandfrei. Australien—England-Flug. Der australische Flugzeugführer Kingsford Smith und die Flieger Sichsfield und William starteten auf dem „Southern Cross“ am 25. Juni in Sidney. Zwischenlandungen erfolgten in Derby, Singapore, Victoria, Rangoon, Kalkutta, Allahabad, Karacchi, Bagdad, Athen und Rom. Die letzte Teilstrecke Rom—Croydon wurde in 10 Std. 25 Min. zurückgelegt. Gesamtilug- zeit 12 Tage. Sowjiet-Europa-Rundilug. Das dreimotorige Sowiet-Verkehrsflugzeug, ge- nannt „Flügel der Sowiet“, das in allen seinen Teilen, außer der Motoren, in Ruß- land hergestellt ist, ist am 10. Juli 13.30 Uhr auf dem Tempelhofer Flughafen ein- getroffen. Der Start erfolgte am gleichen Tage 2.45 Uhr vormittags in Moskau. Dieser Ganzmetall-Hochdecker, geführt von Flugzeugführer Gromow, ist in den Werkstätten des zentralen Aero-Hydrodynamischen Instituts Zogi in Moskau er- Nr. 15 | „FTLUGSPORT“ Seite 301 baut. Das Flugzeug hat mit den drei 230 PS luftgekühlten Titanmotoren 170 km Geschwindigkeit und ist für zwei Mann Besatzung und 8 Fluggäste eingerichtet. Die polnischen und französischen Ozeanilieger, welche am 13. in Le Bourget starteten, haben ihre Absicht nicht zur Durchführung bringen können. Die fran- zösischen Flieger Coste und Bellonte mit ihrem Flugzeug „Fragezeichen“, ein Bre- guet mit Hispano, sind infolge ungünstiger Witterungsverhältnisse gezwungen ge- wesen, ihren Flug zu unterbrechen. Sie haben bereits am 13.7. abends kehrt- gemacht und sind am 14.7. 9.30 Uhr morgens auf dem Flugplatz Villacoublay bei Paris glücklich gelandet. Das polnische Flugzeug „Marschall Pilsudski“ stürzte am 13.7. abends 19 Uhr Ortszeit über Brazileira auf der Azoreninsel Graciosa ab, wobei sich eine Explo- sion ereignete. Einer der Piloten, der Maior Idzikowski, ist dabei getötet worden. Das polnische Schulschiff „Iskra“ ist nach Graciosa unterwegs. Amerika—Rom. Der Eindecker „Pathfinder“, der mit dem Piloten Roger Wil- liams und dem Navigator Lewis A. Yancey an Bord in Old-Orchard um 8.49 Uhr Neuyorker Zeit zu einem Flug nach Rom startete, hat seinen Ozeanflug glücklich beendet, mußte aber auf spanischem Boden niedergehen. Da die Benzinvorräte erschöpft waren, mußte das Flugzeug am 10.7., 21.4 MEZ, bei dem Dorf Albericia in der Nähe von Santander in Spanien notlanden. Der Flug des „Pathfinder“ stellt die achte Ueberquerung des Atlantischen Ozeans in west-östlicher Richtung dar. Die in 32 Std. zurückgelegste Strecke be- trägt ungefähr 5400 km, während der „Kanarienvogel“ nur 29 Std. benötigte. Der Navigator des „Pathfinder“, Lewis A. Yancey gab dem Vertreter der „United Press“ eine Schilderung des Ozeanfluges und erzählte ihm u.a., daß er mit dem Piloten Williams ungefähr auf halbem Wege die Rollen tauschen mußte, da Williams von Uebelkeit ergriffen wurde. Williams fiel beinahe in Ohnmacht, als der „Pathfinder“ auf dem Flugplatz von Santander landete, hat sich aber in- zwischen erholt. „Ich flog fünf Stunden lang durch dichten Nebel,“ fuhr Yancey fort, „und sah während des ganzen Weges nur ein einziges Schiff, das am Diens- tag um 3 Uhr morgens in Sicht kam. Ich ging herunter, um die Aufmerksamkeit der Schiffsmannschaft auf mich zu ziehen, aber niemand bemerkte uns. In der Nähe der Azoren trafen wir heftigen Gegenwind an, der den Deckel unseres Ben- zintanks fortblies. Sonst ereignete sich während der ganzen Fahrt nichts Fr- wähnenswertes. Sogar von der Meeresoberfläche war infolge des dichten Nebels nur wenig zu erblicken, und die Azoren blieben vollkommen unsichtbar. Wir folgten unserem einmal eingeschlagenen Kurse bis zum Kap Ortegal und flogen dann die Küste entlang, bis wir Santander sichteten, wo eintretender Benzin- maneel uns zur Landung zwang.“ Der „Pathfinder“ ist am 10.7. nach Rom weitergeflogen, wo er gegen 9 Uhr abends auf dem Liktoriums-Flugplatz landete. Der ..Untin Bowler“, welcher am 3. Juli in Chicago gestartet war, um über die nördliche Route über den Atlantik nach Berlin zu fliegen, war unter schwic-: rigen Verhältnissen, Nebel usw. bis Grönland nach Port Burwell gelangt, wo es den Fliegern durch einen Sturm, und zwar unbemannt entrissen wurde. Nach einem Bericht waren die Angehörigen der Besatzung in einer improvisierten Werkstätte damit beschäftigt, Ersatzschwimmer für die verlorengegangenen her- zustellen, als die mit der Bewachung des Flugzeuges betrauten Eskimos mit der Nachricht hereinstürzten, daß der Apparat abtreibe. Die Besatzung mußte hilflos zusehen, wie die Eisscholle, die das Flugzeug trug, vor einem mäßigen Südwest- sturm dahintrieb und verschwand. Schließlich sah man nur noch das Vorderteil des Apvarates üiber dem Packeis in die Luft ragen. Das Abtreiben des Apparates soll auf eine ungewöhnlich hohe Flut zurückzuführen sein. Modelle. Ausschreiben für das 2. Wassermodell-Wettiliegen in Leipzig. Veranstalter: Leipziger Flugverein. Geschäftsstelle: Richard Kropf, Leipzig N 24, Dimpfelstraße 29. Der Wettbewerb findet am Sonntag, 11. August 1929, von 13 bis 15 Uhr auf dem Hochflutbecken in Leipzig statt. Zugelassen sind Stab- und Rumpfmodelle mit Zug- oder Druckschrauben- anordnung, soweit sie den MAG-Bestimmungen entsprechen. Das gemeldete Mo- Seite 302 „rLUGSPORT*“ Nr. 15 dell muß bereits einen einwandfreien Wasserstart ohne Anstoß gezeigt haben, was ein Vereinsflugprüfer auf dem Meldebogen zu bestätigen hat. Die Meldungen sind bis zum 4. August 1929 — unter Beifügung des MAG- Meldebogens — bei der Geschäftsstelle einzureichen. Nachmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Die Abnahme erfolgt vormittags 11 Uhr; der Ort wird noch bekanntgegeben, Gestartet wird um zwei Bedingungen: a) Wasserstartdauer ohne Anstoß, b) Handstartdauer. Gewertet wird nach Punkten, und zwar nach folgendem Schema: Wasserstartdauer f. Rumpfmodelle 1,66 sek., f. Stabmodelle 2,66 sek., Punkte 100. Handstartdauer für Rumpfmodelle 5 sek., für Stabmodelle 8 sek., Punkte 100. In jeder Bedingung sind 6 Starts offen, von denen je die 3 besten gewertet werden. Beim Handstart muß das Modell noch ein startfähiges Schwimmergestell be- sitzen. Vor jedem Flug ist eine Startkarte abzugeben, die sich jeder Teilnehmer selbst zu besorgen hat. : Gegeben werden Ehrenpreise sowie MAG-Diplome. Leipzig, den 13. Juli 1929. Leipziger Flugverein: R. Knopp. Modellwettbewerb 1929 in Jena. Das Gruppenausscheidungsfliegen der Mo- delle der Südwestgruppe findet nun am Sonntag, den 11. August 1929, vorm. 11 Uhr, auf dem Flugplatz in Mannheim statt und sind die Anmeldungen bis längstens 6. August 1929 bei der Geschäftsstelle des Bad. -Pfälz. Luftfahrtver- eins e.V., Mannheim, Schleusenweg 5/7, einzureichen. Die gedruckte Ausschreibung geht den Vereinen der Südwestgruppe noch separat zu. Bad.-Pfälz. Luftfahrtverein e. V., Mannheim: Inge. Doll. Literatur. Die hier besprochenen Bücher können durch uns bezogen werden. Luitfahrt-Lehrtaieln. 1. Auflage. Herausgegeben vom Deutschen Luftfahrer- Verband E. V., Berlin, Preis RM 15.—. Die vorliegenden Tafeln in Register-Kartenformat sind ein ganz vorzügliches unvergleichliches Lehrmittel für den Fliegernachwuchs. Für ein Selbst-Studium, für Luftfahrt-Vorträge ist das vorliegende Werk besonders zu empfehlen. Die Lehrtafeln sind nach Sachgruppen eingeteilt. Die Gruppenzugehörigkeit ist auf jeder Lehrtafel angegeben und außerdem durch eine Suchmarke besonders gekennzeichnet. Die Gruppen umfassen: Grundlagen: Aerodynamik, Flug- eigenschaften, Leistungsbedarf, Stabilität, Statik. — Einteilung: Bauarten, Motoranordnung, Fahrwerkanordnung, Verwendungszweck (Bild-, Kriegs-, Sa- nitäts-, Segel-, Sport-, Streu- und Verkehrsflugzeug). — Baustoffe: Bespannungs- stoff, Gummi, Holz, Leichtmetall, Korrosionsschutz. — Baustoff-Verarbeitung: Pressen, Schweißen und sonstige Verarbeitung. — Flugwerk: Fahrwerk, Flü- gel, Leitwerk, Prüfung, Rumpf, Schwimmwerk, Steuerwerk.— Triebwerk: Be- triebsstoffanlage, Luftschraube, Motorbedienung, Motorarbeitsweise, Motorein- stellung, Nabe, Prüfung, Zündung. — Ausrüstung: Feuerlöscher, Flugmeßgeräte, Navigationsgeräte, Rettungsgeräte, Triebwerksgeräte. — Bodenorganisation: Nachtbefeuerung. — Luftbild: Aufnahmegeräte, Auswertung, Bildflug, Entzer- rungsgeräte.e — Wetterkunde: Auswertung, Meßgeräte, Messungen, Wetter- karten, Wolkenkarten. Das vorliegende Werk ist eine sehr gute Arbeit, auf die der Luftfahrer-Ver- band stolz sein darf. Die Anschaffung kann nicht dringend genug empfohlen werden. Die elektrische Ausrüstung des Kraftfahrzeuges. Teil I: Zündung. Von Erich Klaiber und Dr. Walter Lippart. Mit 157 Abbildungen. — Die elektrische Aus- rüstung des Kraftfahrzeuges. Teil II: Lichtmaschine und Batterie. Von Alfred Mattes und Dr. Friedrich Trautmann. Verlag M. Krayn, Technischer Verlax G.m.b.H., Berlin W 10. Preis: Teil Ibrosch. RM 17.—, geb. RM 19.—; Teil HU brosch. RM 15.—, geb. RM 17.—. Die Kenntnis der elektrischen Ausrüstung des Kraftfahrzeuges ist eine Wissen- schaft für sich geworden, Selbst für den Fachmann ist es schwer, einen Ueberblick Nr. 15 „FLUGSPORT“ über den jeweiligen Stand der Technik sich zu verschaffen. Man muß schon sagen, es gehört ein Bienenfleiß dazu, aus den Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre das herauszugreifen, was zur Weiterentwicklung nötig ist. Eine Unter- teilung des Stoffes in drei Bände war daher unumgänglich. Der 1. Teil behandelt das wichtigste Kapitel: die Zündung. Der 2. Teil: Lichtmaschine und Batterie. Der noch nicht erschienene 3. Band wird die übrigen elektrischen Ausrüstungen umfassen. Sehr angenehm berührt uns mit Beginn des Buches die kurze sachliche ge- schichtliche Darstellung. In den übrigen Kapiteln sind behandelt: Theorie der Zündung, wesentliche Konstruktionsteile des Zünders, verschiedene Zünderbau- arten, Einbau, Störungen und Hilfseinrichtungen des Zünders, Zündkerzen. Der 2. Teil behandelt die Niederspannungsanlagen, die Lichtmaschine, die Batterie, die Regelung der Lichtmaschine, Aufbau von Regler und Schalter, Ein- bau und Wartung. Luitfahrtforschung. Band 3, Heft 5 und 6; Band 4, Heft 1 und 2. Oldenbourg- Verlag, München, Glückstraße 8. Preis: Bd. 3, Heft 5 RM 5.40, Heft 6 RM 5.—; Bd. 4, Heft IRM 8.25, Heft 2 RM 5.80. Band 3, Heft 5 enthält: Flügelschwingungen im stationären Luftstrom. Von Felix Nagel. Heft 6 enthält: Korrosionsschutz von vergütbaren Aluminiumlegierungen im Flugzeugbau. Von Paul Brenner. Prüfung der Korrosionsbeständigkeit von Alcladblechen. Von Erich Rackwitz und Erich K. O. Schmidt. Prüfung der Festig- keitseigenschaften von Alcladblechen. Von Kurt Matthaes Band 4, Heft 1 enthält: Die mittragende Breite. Ven W. Metzer, Aachen. Ueber die mittragende Breite. Von A. B. Miller. Biegungs- und Torsionssteifig- keit des freitragenden Flüzels. Von Stefan v. Fakla. Heft 2 enthält: Schwingungen von Flugzeusflügeln. Von Hans Georg Küßner. Schwingungen mehrfach gestützter Stäbe mit Axialkräften. Von Hans Georg Küßner. Dictionary of Aeronautical Terms in Abridged Form German-English-French — French-English-German by J. Vanier. Verlag The American Society of Me- chanical Engineers, 29, West 39th Street, New York, N. Y. Verfasser ist in Amerika als Uebersetzer in der lufttechnischen Literatur be- kannt. Vor der Drucklegung ist das Manuskript von einem Komitee geprüft wor- den. Ihm gehörten an Professor Alexander Klemin, E. Chagniard, Alexander Kartveli, Dr. Wolfgang Klemperer, William Knisht, Felix W. A. Knoll, F. Scherer und Frank Schiefer. Die Fachausdrücke sind in Deutsch, Englisch und Franzö- sisch alphabetisch geordnet, so daß man in jeder Sprache alphabetisch das Wort aufsuchen kann. Mit dem vorliegenden Wörterbuch ist eine längst fühlbar ze- wesene Lücke ausgefüllt. Luftiahrerdeutsch. Einheitliche Fachausdrücke in Luitschiffahrt und Flug. Im Auftrag des Deutschen Sprachvereins bearbeitet von Johannes Poeschel. Preis gcheftet RM 1.20, geb. RM 2.10. Verlag des Deutschen Sprachvereins, Berlin. Die erste Anregung zur Normung der Luftfahrtfachsprache wurde bereits 1010 durch die Zeitschrift „Flugsport“ durch Versand eines Fragebogens gegeben. 1011 versandte der D.L.V. eine von Prof. Poeschel bearbeitete kleine Schrift „Die Deutsche Luftfahrt“. Seit dieser Zeit ist in der Verdeutschung der Fach- ausdrücke eine Wandlung eingetreten. Es werden noch viele fremde Fachaus- drücke gebraucht, die sich ohne weiteres durch deutsche ersetzen lassen. Viele Fachausdrücke wie labil, stabil, Kurve, Statik, Dynamik werden aus anderen Gründen wohl beibehalten werden. Eine neue Zusammenfassung von Poeschels Arbeiten entsprach einem dringenden Bedürfnis. Das Studium dieses Werkchens ist sehr zu empfehlen. Stellengesuche FLUGZEUGFÜUHRER sicher u. gewandt, mit groß. Motorenkenntnissen, sucht Stellung als Reklame», Sport- od. Finflieger im In» oder Ausland. Gefällige Ängebote an Ofaven Moblegz Frankfurt 7 O Breslau ° Krakau 5 AARIS Pers 9 Mipnberg «Prag A dem erg o Brünn okurs N Straßburg oörungert A Dijon » Baser oMünchen WIEN®O Czernowirz a Sudapest - LyonQ Genf „eine Venedig, _Adcam Aragatadr Turin p rz P Toulouse „glema SE: oO n 5 — 9A, _ = Bologna TE „Belgrad Turn- ; DS Reohoe/ Zu urn-Severin Bukarest PAsrcelons R = 2. = Cefinje Priigopel Mittellandsch®® Me. =, FIOROM EN Strecke des Europa-Rundfluges, 6288 km. werden. Bei diesem Flug hatten besonders die Italiener Vorbildliches im Team-Fliegen gezeigt. In beiden Kategorien ist nicht ein einziger Teilnehmer unter den Mindestdurchschnittsgeschwindigkeiten geblieben. Mehrere haben die Höchstdurchschnittsgeschwindigkeiten erreicht bezw. sind ziemlich dicht an diese herangekommen, in zwei Fällen der Kategorie I und einem Fall der Kategorie II sind sie sogar überschritten worden. Als man in Paris sah, daß schon im Verlauf der technischen Lei- stungsprüfungen verhältnismäßig viel Ausfälle vorgekommen sind, wurde es einem für den Rundflug zuerst banze. Daß soviel Teilnehmer über die ganze Distanz kommen, haben damals wohl nur die wenig- sten geglaubt. Daß aber mehr Flugzeuge wieder in Paris angekom- men sind, als der größte Optimist annahm, zeugt davon, daß heute in allen Ländern Flugzeuge gebaut werden, die durchaus geeignet sind, mit ihnen Touristik zu treiben. Weiter zeigt dieses Ergebnis auch, daß die Motoren gute Fortschritte gemacht haben und von hoher Zu- verlässigkeit sind. Allerdings fast durchweg solche ausländischen Ursprungs, während deutscherseits nur einige Simens-Motoren ver- treten waren, die aber zur Zufriedenheit durchhielten. Es gab unter- wegs mehrere Fahrgestellbeschädigungen. Das Fahrgestell ist noch ein wunder Punkt. Ihm muß in der nächsten Zeit weit größere Auf- merksamkeit gewidmet werden, denn gerade das Sport- und Touren- flugzeu& kann nicht immer mit guten Flugplätzen rechnen. Ganz gleich, wie die Siegerliste aussehen möge; alle, die diesen Flug vollbracht haben, haben Großes geleistet. Deutschland hat an an diesen Leistungen hervorragenden Anteil. Wir dürfen aber nicht auf unseren vermeintlichen Lorbeeren ausruhen. Auch unsere Piloten haben Vorzügliches geleistet. Sie können aber doch auch manches von den Ausländern, besonders von den Engländern, lernen. Kleinig- keiten wie Tanken, Motor nachsehen usw., darin haben die Engländer eine Routine, Gründlichkeit und Schnelligkeit, die nachahmenswert sind, denn man darf nicht außer Acht lassen, daß gerade solche Klei- nigkeiten oft den Ausschlag zeben. Seite 334 „FLUGSPORT“ No. 17 Supermarine S 6 für den Coup Schneider 1929. Während bei dem Supermarine S5 (s. Flugsport 28, S. 95—97) der Flügel aus Holz war, ist bei dem S6 der Flügel in Metallbau aus- geführt. Die in den Flügel eingebauten Kühler werden durch eine doppelte Metallbedeckung mit entsprechendem Zwischenraum gebil- det. Der Kühler dient gleichzeitig als tragender Teil und erhöht die Torsionssteifigkeit des Flügels. Der Rumpf besteht aus einem Dur- alumingerippe mit Aluminiumbedeckung. Auf beiden Seiten des Rump- fes erkennt man in der Abbildung die sikenförmig ausgeführten, nach dem Schwanzende laufenden, Oelkühler. Diese dienen auch gleich- zeitig als Verstärkung. Die Schwimmerstreben sind, gegenüber dem früheren Typ, weiter nach vorn gerückt. Die Schwimmer sind aus Duraluminkonstruktion und enthalten die Betriebsstoffbehälter aus Stahlblech. Der verwendete Motor ist aus dem 830 PS Rolls Royce entwickelt. Die Leistung ist bedeutend erhöht worden und der Stirn- widerstand verringert. Den geschmiedeten Metallpropeller hat die Fairey Co. entworfen und gebaut. Supermarine S 6, Motor Rolls-Royce, für den Coup Schneider 1929, Hochdecker. Hüffer HB 28. Das neue Sport- und Schulflugzeug „Bajadere“, konstruiert von Julius Hüffer, Münster i. W., ist ein freitragender Hochdecker, der durchgehende Flügel hat, zwei Sperrholzkastenholme mit Stegrippen und Stahldraht-Rauminnenverspannung. Die Nase ist bis zum Vorder- holm durch Sperrholz verschalt, der übrige Teil des Flügels ist mit Stoff bespannt. In den nebenstehenden Abbildungen erkennt man Fin- stiegflügelklappe, eingelassenen Hauptbenzintank, Grifflöscher für Flü- gelabrüstung. . Der rechteckige Stahlrohrrumpf ist autogen verschweißt mit ova- lem, abnehmbarem Sperrholzrücken. Gast- und Führersitz liegen hin- tereinander in gemeinsamem Rumpfausschnitt. Rumpfseitenwände teil- weise durch Rohrdiagonale versteift oder drahtverspannt. Vorderteil mit abnehmbaren Aluminiumblechen bekleidet, hinten mit Stoff be- spannt. Stahlrohrsitze mit Luftkissen. Zweckmäßige Inneneinrichtung und Duralweliblech-Fußboden. Die Doppelsteuerung sowie das gesamte Steuerungsaggregat ist leicht herausnehmbar. Der Fußhebel ist entsprechend der Beinlänge No. 17 „FLUGSPORT“ Seite 335 Hochdecker Hüffer HB 28. verstellbar. Das Seitensteuer wird durch Seile, das Höhensteuer durch Stoßstange, Vorgelegewelle und Seile betätigt. Knüppel und Fuß- hebei sind aus Dural. Das schmale Querruder und Höhenruder sind nicht entlastet. Seitenruder ausgeglichen. Aufbau sämtlicher Steuerflächen aus Stahl- rohr, verschweißt und mit Stoff bespannt. Lager mit Preßnippelschmie- rung. | Das Fahrgestell in V-Form aus Profilstahlrohr mit Kugelanschlüs- sen am Rumpf ruht auf einer durchgehenden Achse in Duralkasten mit Stromlinienverkleidung. Spurweite 1,80 m, Radabmessung 710/85. — Das Fahrgestell kann ohne Veränderung der Rumpfanschlüsse gegen Schwimmer ausgetauscht werden. — Sporn aus Profilstahlrohr mit abnehmbarer Pfanne, drehbar unterm Rumpf gelagert und durch Gummizug abgefedert. Zum Einbau kann verwendet werden, ohne Veränderung des Mo- torbocks 50/60 PS 6 Zyl. Anzani, 60/70 PS 5 Zyl. Walter, 80/88 PS 5 Zyl. Genet, luftgekühlt, Sternform. Seite 336 „FLUGSPORT“ No. 17 Abmessungen: Länge 6 m, Höhe 2,40 m, Spannweite 9 m, Trag- flügel (einschl. Querruder) 13,40 m?, Höhenflosse 1,44 m?, Höhenruder 0,95 m?, Seitenflosse 0,20 m?, Seitenruder 0,50 m?, Reingewicht 350 kg, Zuladung 220 kg, Gesamtfluggewicht 570 kg, Flächenbelastung 42,5 kgjm?, Leistungsbelastung (auf 55 PS bez.) 10,4 kg/PS. Errechnete Leistungen (auf 55 PS bezogen): Höchstgeschwindig- keit am Boden 135 km/h, Normalgeschwindigkeit 124 km/h, Lande- geschwindigkeit ca. 60 km/h. Steigzeiten (auf 55 PS bezogen): 1000 m in 13 Min. Gipfelhöhe: 3500 m. Brennstoff für 312 Std. Aktionsradius ca. 420 km. Z Er X Z Z Z N Engl. Comper Swift Leichtflugzeug. Links: Fahrgestell. Rechts: Führersitz. Engl. Comper Swift C. (L. A.) 7, Leichtilugzeug. Dieses Sportflugzeug, gebaut von der Comper Aircraft Co., Hoo- ton Park, Aerodrome Cheshire, ist ein abgestrebter Hochdecker in Holzkonstruktion mit 40-PS-A.B.C.-Skorpion-Motor II. Die Höchst- geschwindigkeit ist 160 km, und die Reisegeschwindigkeit beträgt 128 km, Aktionsradius 550 km, Landegeschwindigkeit 55 km. Der Führersitz liegt hinter dem Flügel, und zwar ist der Flügel an dieser Stelle ausgespart. Der Oberteil des Rumpfes ist, um das Ge- sichtsfeld zu erhöhen, zusammengezogen. (Siehe die Abbildung.) An der Hinterseite des Hinterholmes befindet sich Geschwindig- keits- und Höhenmesser, so daß noch auf dem Instrumentenbrett der Drehzähler und Oeldruckmanometer enthalten sind. Die Demontage der Flügel ist sehr einfach. Nach Entfernung der Flügelanschlußbolzen und der Strebenbolzen können diese abgenommen werden. In zusam- mengelegtem Zustande beansprucht die Maschine einen Raum von 2,35 m Breite und 6,5 m Länge. Der Rumpf besteht aus einem Holz- gerippe mit diagonalen Streben, die an den Eckpunkten verlascht sind, mit Sperrholz überzogen. Die Flügelrippen sowie Holme sind in Holz- konstruktion ausgeführt. Das Fahrgestell (siehe Abbildung) besteht aus gebogenen, ander UnterseitedesRumpfesangelenkten Halbachsen, die nach hinten durch eine Lenkerstrebe abgestützt und durch eine Stoß- stange, die an der im Innern des Rumpfes liegenden Abfederung an- greift, abgefangen sind. No. 17 „FLUGSPORT“ Seite 337 Engl. Comper Swift C (LA) 7 Leichtflugzeug. m Spannweite 7,2 m, Flügeltiefe 1,2 m, Spannweite des Leitwerkes 2,1 m, Leergewicht 150 kg, belastet 270 kg, Leistungsbelastung Segelflug in Italien. Oben links: Type LT 12, Spannweite 17 m, t max. 1,25, t min. 0,55, Flügel Steilig, freitragend. Leergewicht 154 kg, sehr gute Flugeigenschaften, einholmig, Sperr- holzbeplankung. Rechts: Nach 12 km Flug bei einbrechender Dunkelheit über dem Flugplatz. Pilot Cap. U. Nannini, 15. August 1928, Flugzeug Typ LT 12, freitragend, Spann- weite 17 m. Unten: Parade der Jungflieger, Flugzeughalle-Caserne. 680 ü. M. Seite 338 „FLUGSPORT“ ‘No. 17 6,75 kg|PS, Geschwindigkeit 160 km, Reisegeschwindigkeit 128 km, Steiggeschwindigkeit 310 m/Min. Der Verkaufspreis der Maschine soll RM 8000 betragen. Entwicklung des Segelfluges in Italien. Die Segelflugbewegung in Italien begann 1924 mit dem von den Italienern veranstalteten internationalen Segelflugwettbewerb am Monte Sisemol. Die Leistungen der Italiener waren damals recht be- scheiden. Bekanntlich wurden damals die Preise von den Deutschen gewonnen. Vergleiche „Flugsport“ Nr. 19, 17. Oktober 1924. Seit dieser Zeit haben die Italiener systematisch gearbeitet und nach deut- schem Muster eine Segelflugschule bei Pavullo errichtet. Leiter und Lehrer ist Kapitän Umberto Nannini, Konstrukteur der Maschinen und technischer Chef der Schule ist der den deutschen Flierern be- kannte L. Teichfuß. Dank der Unterstützung Seiner Exzellenz Italo Balbo ist eine mustergültige Anlage mit dem nötigen Material ge- schaffen worden. Zurzeit befinden sich in der Schule 60—80 Schüler, welche kostenlos unterrichtet werden und freie Unterkunft und Ver- pflegung erhalten. Der Kursus dauert 40 Tage. Wie man aus den bei- stehenden Bildern ersieht, hat man neben dem Schulflugzeugtyp „LÖg- ling“ auch sehr gute Hochleistungsmaschinen gebaut. Es wäre in- teressant, wenn sich im nächsten Jahr wieder einmal die deutschen mit den italienischen Segelfliegern treffen würden, Mitte: Erster Probeflug der LT 12. Oben links: Start zur Ablegung der B-Prüfung, Pilot L Teichfuß, 28. Juli 1927. Rechts: Ein Jungflieger der Schule, Juni 1928. Unten: La Vale del Panari wird mit der LT 9 überflogen, am Steuer Kap. Nannini. No. 17 „FLUGSPORT“ Seite 339 | DREI UTTETLITTERTITTEINTTTNERRIENN |) |) | FI-UN 1 u un 2, 7 gm» Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr. 35. Die Federation Aeronautique Internationale (F. A. l.) hat gemäß Mitteilung vom 1. August d. J. folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt; Klasse A (Freiballone) 5., 6. und 7. Kategorie: Amerika: Lt. T. G. W. Settle und Ensign W. Bushnell, Pittsburg Pa, in Savage Harbour, Il Prince Edward Canada, v. 4—6. März 1929. Entfernung: 1531,768 km. Klasse C mit Betriebsstoffaufnahme im Fluge: Amerika: Reginald Robbins und James Kelly auf Eindecker Ryan B-I „Brougham‘“, Wright-Motor J-5 zu 220 PS, Fort Worth, Texas, vom 19. bis 26. Mai 1929. Dauer: 172 Std., 32 Min. Leichtflugzeuge — 4. Kategorie. England: - Lt. Colonel J. P. H. Henderson auf Eindecker Glenny-Henderson, Motor Scor- pion II zu 40 PS, Brooklands, den 16. Mai 1929, Höhe: 3021 m. Berlin, im August 1929. - Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: gez. v. Hoeppner. .- Deutscher Luftrat. Mitteilung des Deutschen Luftrats Nr. 36. Betr. Schneider-Pokal-Wettbewerb: u Das englische Luftfahrtministerium gewährt deutschen Flugzeugen, die .an- läßlich des Schneiderpokals in England eintreffen, besondere Vergünstigungen. Um in den Besitz dieser Vergünstigungen zu gelangen, ist es erforderlich, daß die Flugzeugbesitzer umgehend eine entsprechende Anmeldung beim „Aviation Department, Automobile Association“, Fanum House, New Coventry Street, London W. 1. machen. In dieser Anmeldung müssen besondere An- gaben über die Zeit der Ankunft in England und über Flugzeug und Besatzung enthalten sein. Berlin, den 14. August 1929. Deutscher Luitrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Der Arbeitsausschuß des Luitrats hat in seiner Sitzung vom 25. Juli 1929 beschlossen, die Ortsgruppe Bamberg des D.L.V. zu disqualifizieren, weil: sie ihren ‚finanziellen Verpflichtungen aus einer Flugveranstaltung trotz wiederholter . Aufforderung und trotz Vermittlungsversuchen des D.L.V. nicht nachgekommen ist. Die Disqualifikation soll solange aufrecht erhalten bleiben, bis die Ortsgruppe Bamberg ihre Verpflichtungen erfüllt. — Des weiteren hat der Arbeitsausschuß beschlossen, auf Dauer zu disqualifizieren: a) Herrn Kaufmann Waldemar Groß, Zella-Mehlis, Eisenberg Nr. 35 bei Triebel, b) Herrn Flugzeugführer Richard Lehmann, Ziegelheim Nr. 21 bei Kirsch (Amts- hauptmannschaft Glauchau), die früheren Inhaber der Aero-Sport- und Reklameflug G. m. b. H. in Forst (Lau- sitz), da sie sich unfähig zur Durchführung von Flugveranstaltungen erwiesen haben. Betr. „Vorschriften für den Flugsport“. a In Kapitel V der „Vorschriften für den Flugsport“ ist als Ziffer 6 nachzu- ", tragen: . j Seite 340 „rTLUGSPORT“ No. 17 Wenn ein Veranstalter, der nachweislich keine Erfahrungen in der Organi- sation von Wettbewerben besitzt, einen größeren Wettbewerb organisieren will. zu dem gleichzeitig Zuschauer zugelassen sind, so ist er gehalten, eine Persönlich- keit hauptamtlich für die Organisation dieses Wettbewerbes zu verpflichten. Diese Persönlichkeit benötigt die Anerkennung durch den Luftrat und soll be der Or- ganisation und Durchführung des Wettbewerbes die weitestgehenden Vollmachten sl Folgende Sportlizenzen wurden neu ausgestellt: Nr. 180 für Herrn Hellmuth Krebs, Sternberg, Nr. 181 für Herrn August Kupper, Dessau, Nr. 182 für Herrn Alfred Pfeuffer, Schmalkalden, Nr. 183 für Herrn Erik Thomas, Berlin, Nr. 184 für Herrn Gottfried Richter, z. Zt. Düsseldorf, Nr. 185 für Herrn Joachim Huebner, Berlin-Staaken, Nr. 186 für Herrn Gerd Achgelis, Bremen. Der gestaffelte Doppeldecker der Akademischen Fliegergruppe, geführt von Nehring, mit Loew als Passagier, mußte am 11. August bei Posen notlanden, wobei sich die Maschine überschlug und vollständig zu Bruch ging. Damit sind die aus- sichtsreichsten deutschen Wettbewerber ausgeschieden. Die Maschine machte mit 80-PS-Genet-Motor 196 km in der Stunde. Loew wurde von einem Sanitäts- flugzeug des 3. polnischen Fliegerregiments nach Posen gebracht, wo er in dem deutschen Diakonissenhaus Aufnahme fand. Auf den Herchenhainer Höhen bei Herchenhain im Vogelberg fliegen in der Zeit vom 24. 8. bis 1. 9. 29 die Gruppen des Rhein-Mainischen Bezirkes für den Schulungswettbewerb des Rhön-Segelflugwettbewerbes 1929. 10 Std. flog ein Junkers-Flugzeug mit Schweröl-Motor. Das Flugzeug, ge- steuert von Risztics, landete am 27. 7. kurz vor 19 Uhr auf dem Flughafen von Dessau. Ausland. Das Rennen um den Schneiderpokal beginnt am 7. September. Zur Zeit trai- nieren bereits die englischen Maschinen für die Vorrennen. Die Maschinen, alles Eindecker, sollen eine Geschwindigkeit von 579 bis 595 km in der Stunde erreichen. Die Gloster-Company, welche den Hochgeschwindigkeitszweidecker immer noch nicht aufgegeben hat, wird in diesem Jahre notgedrungen mit einem Eindecker vertreten sein. Die Windtunnelversuche für den neuen Hochgeschwindigkeits- zweidecker waren sehr befriedigend ausgefallen. Es stellt sich jedoch bei der Konstruktion heraus, daß der neue Napier-Motor 150 kg zu schwer geworden ist. Hierdurch wäre es nötig gewesen, den Oberflügel über die mittleren Reihen der Motorzylinder zu befestigen. Da eine befriedigende Lösung der Befestigung nicht möglich war, war die Firma gezwungen, einen Eindecker zu bauen, der die Be- zeichnung „Gloster VI“ erhält. Die Italiener erwartet man am 23. August und die Amerikaner gegen Ende .des Monats. Die Franzosen werden nicht vertreten sein. Die Franzosen lassen zum Rennen am 7. September einen Extrazug gehen und stellen bei Dieppe ein Schiff für die Besucher bereit. Die Passagierzahl ist 7 72a z N “ \ EN a X L RE” M 8 ) \ x SS Nil en u To SS SOUTHAM PTON ING U Rennstrecke für d. Coup Schneider 1929 6.—7. September. Für deutsche Be- sucher geht ein Sonderzug 4. 9. 12.27 ab Bremen nach Bremerhaven, 5 nachm, mit Schiff weiter und an Southampton 5. 9. pour“ mittags. N Nce® f \ ee I | | Tirchfield I) 4 ARL N N er uf 7 mn VS r Prarbou 7 als j \ ne ol, N over EIE« N x No. 17 „FLUGSPORT“ Seite 341 auf 300 beschränkt. Die Kosten für Eisenbahn und Schiff incl. Verköstigung be- tragen 2. Klasse 550 Frs. und 1. Klasse 750 Frs. Einschreibung erfolgt in dem Auskunftsbüro (Englischer Dienst), Saal Pas-Perdu, Bahnhof Saint-Lazare. Neuyork-Post in 5 Tagen 11 Std. in Berlin. Auch bei der Rückkehr des Schnelldampfers „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd aus Neuyork hat sich die Einrichtung des vom Seeflugdienst der Deutschen Luft-Hansa betriebenen Kata- pult-Flugdienstes von Bord dieses Schiffes außerordentlich bewährt. Das von den Heinkel-Flugzeugwerken gebaute Seepostflugzeug „New York“ (D 1717), das am 1. 8. um 831 Uhr vor Cherbourg den Dampfer mit 18000 für Deutschland bestimmten Briefen verließ, landete am gleichen Tage 12.34 Uhr trotz starker Regenböen bei Windstärke 8 glücklich im Weser-Flughafen Bremerhaven. Die „Rio and Baires (Buenos Aires) Airlinie Inc“ wird demnächst einen regel- mäßigen Flugzeugpassagier- und Postdienst zwischen Buenos Aires und New York entlang der Atlantischen Küste eröffnen. Vereinsnachrichten. Flugzeugtauie des Luftfahrtvereins Mittweida. Der Luftfahrtverein Mittweida beging am 6. Juni 1929 die Taufe seines ersten Segelflugzeuges in der Rößgener Aue, zu der sich außer den Vereinsmitgliedern viele Freunde und Gönner, dar- unter auch Vertreter der Stadtgemeinde .Mittweida, eingefunden hatten. Vor allem war das Technikum Mittweida, welches durch seine tatkräftige Unterstüt- zung in erster Linie dazu beigetragen hat, daß schon so kurze Zeit nach der Gründung des Vereins die Taufe des ersten Flugzeuges begangen werden konnte, durch die Direktion mit Herrn Hofrat Holzt an der Spitze, durch das Lehrerkol- leeium und eine große Anzahl Studierender vertreten. Der erste Flug mit dem in den Modellwerkstätten des Technikums von Studierenden unter Leitung des Dozenten für Flugtechnik hergestellten Zögling wurde von cand. ing. Böhm ausgeführt. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Aerial Navigation and Meteorology von Capt. Lewis A. Yancey, Master Ma- riner (Unlimited). Preis 4 Dollar. Verlag: The Norman W. Henley Publishing Co., 2 West 45th Street, New York. Der Verfasser, ein Seefahrer mit 15jähriger Flugpraxis, behandelt in diesem Buch das Wichtigste aus der Navigation und Meteorologie und bei Ueberland- fligen Wissenswerteste. In dem Kapitel Navigation sind die Instrumente mit ihrer praktischen Handhabung an Hand von Beispielen am Kurslegen beschrieben. Das Kapitel Meteorologie wird auch für den deutschen Fachmann interessant sein. ln einem Anhang sind die in der Navigation und Meteorologie vorkommenden Bezeichnungen und Fachausdrücke in alphabetischer Ordnung erläutert. Bilder aus dem Wirkungskreis unserer Absolventen. Herausgegeben und zu beziehen vom Technikum Strelitz. Die vorliegenden Blätter bilden die zweite Auflage eines beschreibenden Ausschnittes aus dem Arbeitsfelde der Absolventen der Ingenieurschule Techni- kum Strelitz und aus Werken, bei denen Absolventen entscheidend mitgewirkt haben. » Am 5. August verunglückte auf dem Flugplatz Paris-Orly unser Mitglied und Alter Herr Dipl.-Ing. Hermann Hoimann.'; Die Akademische Fliegergrüppe Darmstadt verliert in ihm einen Mit- begründer der Gruppe, einen ihrer tüchtigsten Mitarbeiter und einen guten Kameraden. Wir alle werden ihm, dessen Befähigungen als Konstrukteur überall geschätzt wurden, ein ehrendes und würdiges Andenken bewahren. Akademische Fliegergruppe Darmstadt e. V. Technische Hochschule gez. Weinlig. KlemmL25la 40/50 PS Salmson Ostpreußenflug: I. Sieger und alleiniger Preisträger in der Technischen Leistungsprüfung Europaflug 1929: Hauptmann Wirth erzielt höchste Punktzahl im Leistungswettibewerb Dipl.-Ing. Lusser wird Il. Sieger in der ll. Kategorie und Vierter im Gesamiklasse- ment unter 56 Teilnehmern 6 Klemmflugzeuge von 8 gemeldeten gehen strafpunktfrei über die 6288 km Strecke Leichtflugzeusbau Klemm G.m.b.H. Böblingen (Württemberg) EINEN 1 Mneeutllinnscill (%) NEHM. N) GEGRÜNDET 1908 u, HERAUSGEGEBEN voN OSHAR, URSINUS = CIVIL -ING. INN] Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. . Nr. 18 4. September 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 18. September Das Rennen „Leichter“ oder „Schwerer als Luft“. Der größte Wettbewerb auf dem Gebiete der Luftfahrt hat ohne Ausschreibung begonnnen. Die Forderung ging von den „Leichter-als- Luft“-Maschinen aus, Dr. Eckener mit seinem „Graf Zeppelin“ ist als Erster um den Preis der Luftverkehrs-Vorherrschaft gestartet. Die „Schwerer-als-Luft“-Maschinen machen die größten Anstrengungen, um sich den Preis nicht abjagen zu lassen. Der letztere Konkurrent ist gegenüber dem anderen im Nachteil und vorläufig gehandikapt, denn die Weltmeinung liegt zur Zeit durch den ersten Weltflug bei den „Leichter-als-Luft“-Maschinen. Das Rennen geht weiter. Während des Krieges hatte „Leichter-als- Luft“ auch einmal einen solchen Vorsprung, der schnell verloren ging. - Die technischen Grundbedingungen für die wirtschaftliche Luftfahrt können sich eines Tages sehr schnell ändern, und eine wirtschaftliche Luftfahrt ist nur möglich, wenn sie sich ändert. Unter diesem Gesichts- punkt sind die Anstrengungen der führenden Großflugzeugfirmen nicht hoch genug einzuschätzen. Das Rennen wird gewinnen, wer die tech- nischen Grundlagen für die wirtschaftliche Luftfahrt schafft und wer die finanziellen Mittel für die Durchführung dieser Riesenarbeit auf- bringt. In Deutschland scheint es nicht möglich zu sein. Die Finanzie- rung wird wieder im Ausland erfolgen. Vom Coup Schneider. Die Italiener, welche ihren tüchtigsten Hochgeschwindiekeits- flieger, Guiseppe Motta, der am 22. August aus 100 m Höhe auf dem „M 67“ in den Gardasee stürzte, verloren haben, werden nun doch noch am Coup Schneider teilnehmen. Am 29. August trafen 2 Macchi Flugzeuge mit dem technischen und Flieger-Personal in Calshot ein. Seite 344 „FLUGSPORT“ Nr. 18 Internationaler Rundflug 1929. Ergebnisse. Das Preisgericht.des Internationalen Rundfluges 1929 hat in seinen Sitzungen vom 21. und 22. August die Wertungsergebnisse des Wettbewerbes geprüft u. beschlossen, sie wie nachstehend zu veröffentlichen: Wen 3 = & = FR Prak- Gesamt-- bewerbs- Typ Motor |PS| Führer 23 ER) FE 3 tischer wert nummer B vo 33 Wert 8 | Oz 1 A4 BFW. M 23b Siemens |70|| Morzik 70 35 114 | 19.50 1138.50 2 H5 Havilland Moth Gipsy 80 | Broad 60 35 114 | 26.25 1135.25 3 B3 Raab-Katzenstein Cirrus 90 | Carberry | 70 35 114 | 12.— |131.— 4 C2 Klemm L 25 Salmson |95 | Lusser 48.75 |35 | 14 | 30.50 1128.25 5 M3 Rome R5 | Fiat 80 | Guazetti | 50 3514| 28.25 1127.25 6 A3 BFW. M 23b Siemens | 70 | v. Dungern | 57.50 135 114 | 20.25 1126.75 7 TI Antilopa Walter 85 | Kleps 45 35 114 | 32.50 1126.50 8 M2 Rome R 5 . Fiat 80 | Castaldo | 50 35,14 | 25.25 1124.25 9 MI Rome R 5 Fiat 80 | Gelmetti |55 35 114 | 18.— |122.— 10 H6 Moth Gipsy Gipsy 85 | M.Spooner| 50 35 |14 | 22.50 |121.50 11 D5 Junkers Genet 80 | Roeder 41.25 [35 ,14 | 30.25 120.50 12 K3 A. S. 1. Fiat 85 | Lombardi | 50 3514| 18.50 [117.50 13 K8 Romeo R 5 Fiat 85 | Benassatti | 48.75 | 35 |14 | 20 117.50 14 K6 A.S.I Fiat 85 | Bottalla 50 35/14|18 117.— 15 C6 Klemm Salmson |40 | Poß 35 35/14 | 30.25 |114.25 16 S2 Klemm Salmson |40| Wirth 32.75 |35 |14 | 32.50 |114.25 17 D4 Junkers Genet 80 | Kneer 32.75 3514| 29.50 1111.25 18 A2 BFW. Siemens |70 | Offermann | 40 35 114 | 20.25 109.25 19 C4 Klemm Cirrus 80 | Kirsch 28.75 |35 114 | 27.75 105.50 20 C5 Klemm Salmson | 40 | Siebel 24.75 \35 |14 | 30.25 1104.— 21 M5 Breda 15 Cirrus 80 | Mazotti 27.75 |35|14 | 26 102.75 22 F5 Potez 36 Salmson |80|M. Weiß | 25.75 135 |14 | 25.75 | 98.50 23 K4 A. S. 1. Fiat 85 | Ct. Donati | 28.75 |35 |14 | 18 95.75 24 SI Klemm Salmson |40 | Burckhart | 20.75 |35 [14 | 24.75 | 94.50 25 FI Guerchet et Hanriot | Salmson |95 |Lemerre |28.75|35|14,15 93.75 26 F6 Potez 36 Salmson |95 | Finat 23.7535 114 | 18.75 |. 91.50 27 B9 Albatros Siemens |70| Junck 15.75 |35 |14 | 25.25 ‚90.— 28 E7 Caudron C 191 Salmson |96 | Delmotte | 23.75 | 35 |14 | 12.75 | 85.50 29 A5 BFW. Genet 80 | Croneis 15.25 35 113 | 21.75 | 85.— 30 M6 Breda 15 Cirrus Liberati 3.5 [3514| 24.75 | 76.75 31 H2 Saint Hubert “Walter 85 | Mauß 10.50 |30 114 | 18.125| 72.625 32 K5 unbewertet Die Entscheidung kann noch nicht als endgültig betrachtet werden, da gegen einige Flugzeuge Be- rufungen wegen Ueberfliegung von Sperrgebieten eingelegt wurden und zwar gegen die Wettbewerbs- nummern H 5 Broad, B 3 Carberry, H 6 Miß Spooner. Diese Berufungen haben zu einer ausführlichen Nachprüfung Anlaß gegeben, deren Ergebnis bisher noch nicht vorliegt. Durch die Berufungen kann die Zuerteilung des 1. Platzes, d. h. die Feststellung des Gesamt- siegers jedoch nicht mehr in Frage gestellt werden. Der Sieg wird daher dem Flugzeugführer Morzik auf einer Maschine der Bayerischen Flugzeugwerke mit Siemens SH 13-Motor zugeteilt werden. Entsprechend der Ausschreibung erhält den Wanderpreis die Luftsportbehörde des Siegers. In diesem Falle also der Deutsche Luftrat, der den Aero-Club von Deutschland mit der Organisation be- auftragt hatte. Der Zuspruch des Wanderpreises bringt es gleichzeitig mit sich, daß der Wettbewerb im nächsten Jahre im Lande des Siegers, d. h. also in Deutschland organisiert werden wird. Es wird daher auch eine deutsche Stadt zum Ausgangspunkt und Endpunkt des nächstjährigen Rundflugs aus- gewählt werden. Berlin W 35, den 24. August 1929. Aero-Club von Deutschland. gez. von Hoeppner. Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 345 Der Sieger im Internationalen Rundflug, Morzik, auf BFW M 23 mit Siemens- Motor Sh 13. B. F. W. M23b mit Sh 13. Die Siegermaschine M 23 ist ein in Holzkonstruktion ausgeführter Tiefdecker mit einholmigen freitragenden Flügeln, die an den Rumpf angeklappt werden können. Das von Messerschmitt gewählte Flügel- profil gewährleistet gute Steigleistungen und große Schwebefähigkeit. Einige technische Daten sind: Rüstgewicht 330 kg, Zuladung 265 ke, Fluggewicht 595 kg, Länge 6,50 m, Spannweite 11,30 m, Höhe 2,30 m, Tragfläche 14,40 m?, Flächenbelastung 41,30 kr/m?, Leistungsbelastung 7,30 km/PS, Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, Steigzeit auf 1000 m 5,5 min, Gipfelhöhe 4700 m, Reichweite 800 km. Klemm L 26. Die Type Klemm L26 wurde in diesem Frühjahr aus der Type L25 entwickelt, und zwar in erster Linie durch Vergrößerung des Rumpfes, durch geräumige Sitzanordnung und durch Einbau starker Motoren der Größenanordnung 80 bis 90 PS. Bis jetzt wurden zwei Exemplare hergestellt, die mit dem Siemens-Motor Sh 13 und mit dem Cirrus Mark III Motor ausgerüstet sind, und welche beide am Inter- nationalen Europa-Rundflug teilgenommen haben. Leider mußte die mit dem Siemens-Motor ausgerüstete Maschine infolce Benzinrohr- bruches in der Nähe von Marseille aus dem Wettbewerb ausscheiden. Die mit,dem Cirrus Mark III ausgerüstete Maschine hat den Strecken- flug erfolgreich beendet. Die Type L 26 soll das Bedürfnis nach einer schnellen stark- motorigen Reise- und Schulmaschine erfüllen. Sie ist diesem Ver- wendungszwecke entsprechend außerordentlich robust zebaut und wird außerdem für Kunstflug zugelassen. Das Fahrgestell ist ver- stärkt, die Räder weisen Ballonbereifung auf, die eine sanfte Landung auch bei schlechten Plätzen gewährleistet. Der Elektronsporn ist um eine vertikale Achse drehbar und gedämpft abgefedert.. Auf den Abbil- dungen ist die Radbremse erkennbar, die durch Pedale für iedes Rad getrennt zu betätigen ist. Die Maschine kann dadurch praktisch auf: der Stelle Wendungen ausführen. Außerdem kann durch die Bremsen Seite 346 „FLUGSPORT“ Nr. 18 Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 347 Klemm-Europaflug-Mannschaft: Von links nach rechts: Haux, Hagemeyer, Poß, Siebel. Thumm, Dir. Klemm, Kirsch, Kerschbaum, Goldmann, Flittner, Wirth, Lusser. die Rollstrecke auf weniger als die Hälfte verkürzt werden. Der Gepäckraum bei dieser Maschine befindet sich zwischen Führer- und Passagiersitz. Selbstverständlich ist die Maschine mit Doppelsteue- rung ausgerüstet und weist in beiden Sitzen Behälter für Rücken- fallschirme auf. Nachstehende angegebene Flugleistungen sind bis jetzt erreicht worden, sie dürften jedoch durch Verwendung anderer Propeller noch verbessert werden. Spannweite 13 m, Länge 7,7 m, Höhe 2,5 m, V-Stellung des Flügels 2°, Tragende Fläche 20 m?, Rüstgewicht 380 kg bzw. 400 kg, Zufüllung 240 kg, Fluggewicht mit Siemens 620 kg, mit Cirrus 640 ke, Flächen- belastung mit Siemens 31 kg/m?, mit Cirrus 32 kelm?, Leistungen: Höchstgeschwindigkeit mit Siemens 160 km/Std., mit Cirrus 175 km! Std., Reisegeschwindigkeit 140 km/Std., 150 km/Std., Landegeschwin- digkeit bei voller Zuladung 55 km/Std., 55 km/Std., Landegeschwindig- keit, einsitzig 50 km/Std., Reichweite bei Reisegeschw. 800 km bzw. 600 Steigzeit auf 1000 m Höhe, bei voller Zuladung 8 Min., 6 Min. Steig- zeit auf 1000 m Höhe, einsitzig 5,5 Min., 4 Min., Brennstoffverbrauch bei Reiseflug 18 1/Std., 22 Std. Abbau in Transportzustande: 1,5/2, 2]7,0 m in ca. 5 Min., Aufbau in Flugzustand in ca. 10 Min. Leichtflugzeug WK Mi. Das Leichtflugzeug WK M 1. ist nach Grundsätzen der im Segel- flug erforschten aerodynamisch günstigsten Verhältnisse von Walter Kittelberger in Bregenz konstruiert und gebaut. Besonderen Wert wurde auf die Verwendungsmöglichkeit als Sport- und Reiseflugzeug gelegt. Für einfache Bedienung, leichte Demontierbarkeit. verbunden mit kleinem Platzbedarf in zerlegtem Zustande ist bei der Konstruk- tion Rücksicht genommen worden. Das Flugzeug ist ein zweisitziger freitragender Hochdecker. Das Tragdeck ist auf der Rumpfoberseite aufgesetzt und kann nach lösen von 4 Bolzen vom Rumpf abzgenom- men werden. Um ein etwaiges Ueberschlagen bei Landungen zu ver- Europa-Rundflug. Oben: Klemm L. 26 mit 65/82 Siemens Sh 13. Unten: Klemm L. 26 I 85/95 PS Cirrus Mark II. Leichtflusgzeuge WKM 1. Seite 348 ‚FLUGSPORT“ Nr. 18 Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 349 meiden, wurde von einem hohen Fahrgestell abgesehen und die Achse durch den Rumpf gehend, verlegt. Zum Betriebe dient ein Motorrad- Motor M.AG.. 1100 cm? 2-Zylinder V-Form, welcher ca. 28 PS leistet. Die Luftschraube ist im Verhältnis 1: 15 untersetzt. Der Flügel ist 3teilig, besitzt 2 Holme in U-Form, mit Spieren aus Sperrholz. Außer einigen Distanzstreben und den Spieren, welche kräftig gebaut sind, wurde von einer Innenbespannung abgesehen, da die ganze Fläche mit Sperrholz beplankt ist und deswegen eine tra- sende Haut bildet, wodurch ein vollkommen torsionsfester Bau ge- währleistet wird. Die Spannweite beträgt 10,4 m, die größte Flächen- “tiefe 1,4 m, sie nimmt nach außen auf 1 m Tiefe ab. Das verwendete Flügelprofil „Göttingen 441“ besitzt eine größte Höhe von 0.25 m; die Höhe nimmt nach den Flügelenden ab, wodurch eine leichte V-Form entsteht. Das Mittelstück von 5,3 m Länge hat beim Führersitz einen Ausschnitt zwecks besserer Sicht. An das Mittelstück werden die Endstücke angebolzt, welche die Verbindungsflächen tragen. Der Rumpf, von rechteckigem Querschnitt mit stark gewölbter Oberseite, besteht aus 4 Holmen mit Sperrholzspanten und ist außen ganz und innen noch vom Motor bis Passagiersitz mit Sperrholz beplankt. Vorn ist der Passagiersitz durch eine kleine seitliche Tür zugänglich, an- geordnet, dahinter der Führersitz und hat dieser den Einstieg von oben. Der Führersitz ist sehr geräumig, die Instrumente gut sichtbar angebracht. Zwischen beiden Sitzen, also im Schwerpunkt, liegt der Brennstofitank, welcher für 6 Std. Flugzeit ausreicht, eingebaut. Seit- lich hinter dem Führersitz ist ein Gepäckraum. Nach Herausnahme dessen Bodens sind die Umleitrollen, sowie Spannschlösser und Steuerzüge freigelegt und ermöglichen eine stetige Kontrolle. Sämt- liche Steuerzüge sind im Rumpf geführt. Das Seitenleitwerk, welches ein etwas entlastendes Ruder trägt, wächst aus dem Rumpf heraus. Das Höhenruder ist durchgehend und hat eine Spannweite von 2,8 m. Das Höhenleitwerk ist geteilt und einstellbar angeordnet. Von einer Fede- rung des Fahrgestells wurde bei dieser leichten Maschine abgesehen, da die verkleideten Räder auf elastischer Achse montiert und die Pneus größer dimensioniert sind. Bei dem Bau des Flugzeuges wurde von jeder Stoffbespannung abgesehen, da sämtliche Flächen mit 1 mm Sperrholz beplankt sind, was nicht unwesentlich zur Dauerhaftigkeit der Maschine beiträgt. Spannweite 10,4 m, Tragfläche 13,5 m’, größte Länge 6,4 m, größte Höhe 1,70 m und Gewicht, leer, 200 kg, Zuladung 190 ke, Gesamtgewicht 390 kg, Flächenbelastung 30 kg per m’, Lei- stungsbelastung 13 kg per PS, Geschwindigkeit ca. 130 km/Std. Ak- tionsradius ca. 720 km, Motor bei 3000 Umdrehungen ver Min. 28 PS. Untersetzung der Luftschraube 1: 1,5 Durchmesser. 1601 km Streckenflug mit Focke-Wulf „Kiebitz“. Nach eingehenden Vorversuchen und Probestarts mit allmählich steigender Belastung startete am 20. August 1929 in Bremen der Chef- Focke-Wulf S 24 „Kiebitz“ mit Zusatztank für Dauerilug. pilot der Focke-Wulf-Flugzeug-A.-G., C. Edzard mit H. Midden- dorf als Beobachter auf dem Focke-Wulf „Kiebitz“ D 1728 mit 70 PS Siemens-Sh 13-Motor zum Angriff auf den Weltrekord der Entfernung in geschlossener Bahn für Leichtzweisitzer unter 400 kg Leergewicht. Dieser Rekord wird bisher mit 1500 km von den Tschechen Her- mannsky und Machacek auf Avia mit Walter-Motor gehalten. Edzard flog vor Sportflugzeugen von 5 Uhr 56 Min. bis 19 Uhr 27 Min., also in 13 Std. 31 Min. 13mal die Strecke Bremen—Bremer- haven (hin und zurück je 123,2 km), so daß er 1601 km zurücklegte. Die Leistung ist dem Deutschen Luftrat zwecks Anerkennung als Weltrekord durch die F. A. I. gemeldet worden. Der benutzte Focke-Wulf „Kiebitz“ (vgl. die Baubeschr. „Flug- sport“ 1929, Nr. 6, S. 104) ist ein normales Serienflugzeug, aus dem lediglich unwichtige Teile fortgelassen wurden. Für den Betriebsstoff wurden beiderseits des Rumpfes außenbords stromlinienförmige Zu- satzbehälter angebaut, so daß etwa 240 kg Brennstoff, außerdem 20 kg Oel mitgenommen werden konnten. Bei einem Leergewicht von 398 kg betrug das Fluggewicht beim Start 813 kg, der Start dauerte 25 Sek. auf gewöhnlicher Grasnarbe und die Steiggeschwindigkeit in Boden- nähe war noch etwa 0,7 m/sek. Es ergibt sich eine mittlere Geschwin- diekeit von 119 km/Std., nach Ausschaltung des Wind- und Kurven- einflusses von 123 km/Std. bei 10 Prozent Drosselung des Siemens- Motors. Verwendet wurde ein Schwarz-Pronpeller. Die Ergebnisse sind besonders bemerkenswert. wenn man be- denkt, daß das normale Höchstgewicht 615 kg beträgt, daß der „Kie- bitz‘“ bei diesem Gewicht vollkunstflugtauglich nach Gruppe 5 ist, also 10,8fache Bausicherheit aufweist und somit bei 813 kg Fluggewicht noch Sfache Bausicherheit hatte. " Coup-Schneider-Rennflugzeug Gloster vl. Die von dem Chef-Konstrukteur der Gloster Aircraft Co., Mr. Folland, konstruierte Gloster VI ist in gemischter Konstruktion aus- geführt. Der Flügel mit sechs Spruceholmen besitzt Sperrholzbeplan- kung. Die Sperrholzbeplankung besteht aus einem über einer be- sonderen Form doppelt kreuzweise verleimten Sprucefournier. Diese so geformte Bedeckung der Ober- und Unterseite wird auf das Flügel- Vom Coup Schneider. Rennflugzeug Gloster Napier. Der Rumpfquerschnitt ist j so groß wie die Sitzfigur des Führers. Seite 350 „FLUGSPORT“ Nr. 1 (04) Vom Coup-Schneider-Rennen. : Ueberkomprinierter Napier-Motor für den Gloster Napier VI. Dieser Motor ent- wickelt eine erheblich höhere Leistung als der vorjährige. Um den Rumpfquer- schnitt und den Stirnwiderstand zu verringern, sind ‚verschiedene Teile, so die Zylinderreihen, mehr zusammengedrückt worden. ‚gerippe aufgebracht und an der Vorder- und Hinterkante verschraubt. "Rumpf und Schwimmer sind in Metallkonstruktion auszeführt. Höhen- und Seitenleitwerk sind gleichfalls wie die Flügel in Holzkonstruktion, mit Sperrholz beplankt. Die Höhenflosse ist am Boden verstellbar. Die Kühler sind als Flügelkühler ausgebildet und bedecken die ‚ganzen Flügel. Nur an’ dem Angriffspunkt der Verspannung sind die Kühler unterbrochen. . Die Oelkühler bestehen aus flachen Rohren, die sich im Bereich des Führersitzes an den Rumpf ringförmige anschmieren. Weitere Zusatzölkühler liegen auf der Oberseite-der Schwimmer. Infolge des geringen Rumpfquerschnittes mußten die Hauptbetrieb- stofibehälter in beide Schwimmer verlegt werden, von wo sie mittels zwei getrennter Pumpen den Betriebsstoff in einen 10 | fassenden Reservebehälter im Rumpf pumpen. Der Metallpropeller ist von Gloster selbst geschmiedet. Ueber die Geschwindigkeit wird noch nichts bekanntgegeben. Die Steigfähirkeit soll 1600 m pro Minute betragen. Handley-Page-Doppeldecker mit Schlitzflügel. Die Abbildung auf Seite 351 zeigt einen Handley-Page-Doppel- decker mit an der Vorderkante des Oberflügels angeordneten, auto- matisch wirkenden Schlitzflügelklappen im überzogenen Zustande, ge- steuert von Captain Cordes. Dieses Flugzeug ist für den Guggenheim- Sicherheitswettbewerb bestimmt. Durch die Anordnung eines Spaltes (vgl. Patent-Sammlung „Flugsport“ Bd. I) in der vorderen Kante des Flügels wird das Durchsacken beim Ueberziehen bekanntlich erheh- lich verzögert. Handley Page hat eine Einrichtung geschaffen, wobei sich der Schlitz selbsttätig schließt. Das vordere Nasenstück ist nach hinten, in Richtung der Flügelsehne, verschiebbar. Bei geringem An- stellwinkel wird der Schlitz durch den Luftdruck geschlossen gehal- ten. Bei.großem Anstellwinkel entsteht eine Druckkomponente, welche Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 351 Handley-Page-Doppeldecker. Seite 352 „FLUGSPORT“ Nr. 18 die Flügelnase nach vorn schiebt. Auf der Abbildung erkennt man den vorderen Schlitz in geöffnetem Zustand. Amerikanischer Le Blond 60 und 90 PS-Motor. Die Le Blond Aircraft Corporation in Cincinnati hat zwei Typeu von luftgekühlten Sternmotoren herausgebracht, die in ihrer Konstruk- tion verhältnismäßig einfach durchgeführt sind. Beide Motorentypen haben gleiche Graugußzylinder von 105 mm Bohrung und 95 mm Hub. Der Sterndurchmesser beim 5-Zylinder 60 PS ist 830 mm und beim 7-Zylinder 90 PS gleichfalls 830 mm. Das Kurbelgehäuse besteht aus einem Hauptmittelstück, welches die Zylinder und die Stößelführunzen aufnimmt. Das hintere Deckelstück trägt den Nockenantrieb und zwei Magnete quer zur Kurbelwellenachse. Der vordere Deckel ent- hält nur das Propeller- lager. Die Stößelstangen liegen hinten; Einlaß und Auspuff sind achs- parallel nach hinten ge- führt. Die auf den Zylin- derköpfen liegenden Kipphebel sind gekap- selt. Der 5-Zylinder lei- stet bei 1900 Umdrehun- gen 60 PS und bei 1950 Umdrehungen 65 PS. Gewicht trocken 100 kg. Der 7-Zylinder entwik- kelt bei 2000 Umdre- hungen 90 PS und wiegt trocken 128 kg. 5 Zyl. Le Blond 60 PS. Fischschwanzbewegung als Vortriebsmittel. Der schlechte Wirkungsgrad des Luft- und Wasserpropellers, 75—80 Prozent, gibt immer wieder Veranlassung, nach anderer Vor- triebsmöglichkeit zu suchen. In der Natur findet man das reine Luft- schrauben-Prinzip nicht vertreten, wohl aber in den verschiedensten Variationen die Fischschwanzbewegung. Interessant ist dabei, daß von einem parallel fliegenden Mechanismus die in das Luftflierfeld hinein- gegebene Energie, wenn der fliegende Mechanismus synchron schwingt, nutzbar gemacht werden kann. Abb. 1 zeigt als Beispiel ein durch Fischschwanzbewegung erregtes Wasserfeld. Man sieht, daß die nachfolgenden Fische mit einer ganz geringen Hineingabe von Kraft dem Schwingungsverlauf folgen und sozusagen durch die Wellen hin- durchgleiten. Bei einem Propeller geht die Kraft in der Turbulenz vor und hinter diesem verloren. Auch die Vögel haben gelernt, wie Schieferstein*) es bewiesen hat, in einem durch Flügelschlag in Schwingung versetzten Feld die hinein- gegebene Energie ausnutzend, zu fliegen. Es sei nur an den Flug der Kraniche erinnert, die mühelos in einer erprobten Geschwaderform lange Zeit in der Luft zu bleiben vermögen. *) Vgl. auch Schieferstein Pat Nr. 392512 Pat.-Sammlung „Flugsport“ 1924, Nr. 12 und Pat. Nr. 402 133 Pat.-Sammlung 1925 Nr. 7. - Nr. 18 „TLUGSPORT“ Seite 353 Nebenstehende Abb. 2 zeigt die Anwendung der Fischschwanz- bewegung bei einem Versuchsboot, welches von Ing. Hans Schramm gebaut. worden ist. Der Fischschwanz wird durch eine elastische Stahlplatte gebildet, welche durch einen Kurbelantrieb betätigt wird. Die untere Abbildung zeigt ein durch Fußhebel betätigtes Fisch- schwanz-Vortriebsruder. Mit Hilfe dieses Ruders soll eine Geschwin- digkeit von 11 km die Stunde erreicht worden sein. EI NIT IR _ —--— Abb. 1. nn >Zgıuı7un 7 Fischzug- 7 9 un _. > Nu _ Abb. 2. | _ ) Vogelflug. Schweißen von Elektronmetall. Die Elektronschweißung findet im Flugzeugbau immer mehr Ver- wendung. Für geschweißte Teile verwendet man Elektronblech iu Legierung AM 503. Als Schweißmittel dient ein Schweißsalz in wässeriger Lösung, das bei der I. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M., Gutleutstraße 31, erhältlich ist. Die Flasche muß vor dem Gebrauch seschüttelt werden. Da das Schweißmittel nach der Schweißung einwandfrei entfernt werden muß, und da Salzeinschlüsse in den Schweißnähten nicht vor- handen sein dürfen, sind bei Elektronblech nur Stumpfschweißungen durchführbar. In den Abbildungen 1—6 geben wir Beispiele von fal- schen und richtigen Schweißnahtanordnungen. Armaturen, die ebenfalls stumpf einzuschweißen sind. müssen mit einem Einschweißbund versehen werden. Bleche unter 1 mm Stärke werden 2-3 mm aufgebördelt und derart geschweißt, daß die Schweißnaht nach; dem Schweißen wie eine Stumpfschweißung aus- sieht (Abb. 3). Eckschweißungen sind ebenfalls möglich; hierbei muß das Metall nach der Innenseite der Ecke gut durchfließen, damit keine Seite 354 „rLUGSPORT“ Nr. 18. Rille entsteht, aus der nachher das Schweißmittel sehr schwer zu entfernen ist (Abb. 5). Die zu schweißende ‘Stelle ist mittels Schaber, Feile oder einer mechanischen Vorrichtung (Drahtbürste usw.) blank zu machen. Es ist darauf zu achten, daß die zu schweißenden Stellen gut zusammen- passen, damit keine unerwünschten Spannungen entstehen. Der Schweißdraht, bestehend aus 3—4 mm breiten Blechstreifen der glei-. chen Legierung, die geschweißt wird, ist ebenfalls zuerst blank zu machen. Hierauf wird das Schweißmittel mit einem sauberen Pinsel an einzelnen Stellen in Abständen von 2—4 cm aufeetraxen und auch der Schweißdraht mit dem Schweißmittel versehen. Zunächst wird die Haftschweißung durchgeführt derart, daß die zu verschweißenden Bleche alle 2-4 cm durch Schweißpunkte miteinander verbunden werden. Dadurch wird die Herstellung der durchgehenden Schweiß- nähte, insbesondere bei langen Nähten, erleichtert. Am besten wird mit der Acetylen-Sauerstoff-Flamme geschweißt. Die Düsenöffnung des Schweißbrenners beträgt d—1 mm Durchm. Die Manometerein- stellung für Sauerstoff beträgt beim Schweißen von Blechen: mit 0.6°—1 mm Stärke rund 0.2—0.25 Liter pro Minute „ über 1 „ »s »„..0.5—0.6 on n Bei der oben angegebenen Brennereinstellung beträgt das Mi- schungsverhältnis Sauerstoff zu Acetylen 2.2—3.6. Die richtig einge- stellte Flamme ist flach zu halten, da man bei senkrechter Flamme leicht Löcher in das Blech brennt. Die Flammenstellung muß derart sein, daß die Flammenspitze der Schweißung vorauseilt. Nach durchgeführter Haftschweißung wird die auf diese Weise vorbereitete Naht mit dem Hammer ausgerichtet, wobei größere Verformungen warm durchgeführt werden müssen. Sodann wird die Schweißnaht mit dem Schweißmittel versehen und fertig geschweißt. Da auch hierbei das Metall sich verzieht, ist nach der Fertigschweißung ein Ausrichten mit dem Hammer erforderlich. Daran anschließend ist das Schweißmittel mit Wasser sauber abzuwaschen und das Metall nach dem Chromat-Salpetersäure-Verfahren zu beizen. Bei Herstellung von schwierigen Teilen, insbesondere von Behältern, lassen sich meistens nicht alle Schweißnähte ohne Zwischenarbeit hintereinander fertig- schweißen. In diesem Falle ist jede fertig gewordene Schweißnaht zu säubern und in einer Salpetersäurebeize (10—15 %) zu beizen und zu trocknen. Die Kalium-Bichromatbeize ist in diesem Falle nicht ver- wendbar, da sie das Metall mit einer Chromverbindung überzieht, die an einer neu zu schweißenden Stelle wieder entfernt werden müßte. Außerdem lassen sich die in der Salpetersäure blank zebeizten Schweißnähte viel besser auf etwa noch vorhandene Schweißfehler nachprüfen. Die Salpetersäurebeize ist allerdines nur als eine Zwischenbeize zu betrachten; nach Fertigstellung der letzten ° Schweißnaht ist der ganze Behälter in der Chromat-Salvetersäure- beize zu beizen. Besonders zu beachten ist, daß das Innere der Be- hälter nach dem Beizen sorgfältig zu trocknen ist. Zu diesem Zwecke ist der Tank so lange zu erwärmen, bis die letzte Spur von. Feuchtig- keit entfernt ist. | Die Festigkeit und Dehnung von Schweißnähten ist annähernd gleich der Festigkeit von Gußstücken der entsprechenden Legierung. Durch Schmieden der Schweißnaht in angewärmtem Zustand (300° C) kann die Festigkeit bis auf die Blechfestigkeit wieder zesteigert. wer- den, wobei man eine Dehnung bis zu 4% erzielt. Die Schweißnähte lassen sich, wie das Blech selbst, in erwärmtem Zustand (ca. 300° C) biegen, treiben oder einziehen. Bei Blechen in Stärke von 1 mm und N.18 0. ,FLUGSPORT“ Seite 355 mehr können die Schweißnähte, ohne an Festigkeit einzubüßen, ein- seitixe mit Schaber oder Feile bearbeitet werden. Durch Nachschmie- den bei etwa 300° C wird die Festigkeit der Schweißnähte wesentlich gesteigert. Die bei der weiteren Bearbeitung der Schweißnähte etwa sichtbar werdenden schlechten Stellen lassen sich unter Einhaltung obiger Vorschrift bequem nachschweißen. Sind Teile verschiedenen Volumens zusammenzuschweißen, so muß das größere Stück entspre- chend vorgewärmt werden, damit beide Teile gleichmäßig fließen können. Schw eißnähte N ED BEE), ALLIIIITTTTITTIITI falsch Abb. 1 EZZZZZELLLLILLLZIESSSSSSSSSSIISS EZLZIIEZLLLLEL, ZA SSISIILIIO vor und _ nach der Schweißung | rıchti Abb. 2 J EEE /\ EEE und reoeeee __NSSSSSSSSN vor der Schweißung nach | richti, Abb. 3 g —— 4 RSIIIIIIIY DZZZRZZZ EIIIIIIIIITEETEKIN ZIITEITEETTDE I warzzezze2 r ich tı g Abb. 4 Geschweißte Behälter werden außen durch Lacküberzüge geschützt. Das Innere der Be- hälter schützt man zweckmäßig durch. Aus- spülen mit einem Benzin-Oel-Gemisch (50 % Benzin, 50% Maschinenöl), was bei längerer Lagerung alle 4 Wochen wiederholt werden muß. Auf keinen Fall darf Wasser in das In- nere der Behälter gelangen. | Abb. 6 zeigt einen aufgeschnittenen Be- triebsstoffbehälter aus geschweißtem Elek- tronblech. Man sieht die Schlingerwand mit aufgeschweißten T-förmigen Verspannungs- profilen und die Rohrleitung gleichfalls in Elektron von 1.5 mm Wand- und 8 mm Innen- 0 | durchmesser. Die Einfüllarmatur aus Elek- Abb.6. Elektron Tank. tron ist gleichfalls angeschweißt. richtig | | richtig | Abb. 5 Nr. 18 „FLUGSPORT“ Seite 357 Seite 356 „FLUGSPORT*“ Nr. 18° Nun & It a il >7((( au Inland. Br Mitteilung des Deutschen Luftrats Nr, 37. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A. I.) hat gemäß Mitteilung vom 20. August d. J. folgende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Klasse C (Leichtflugzeuge) 3. Kategorie: Amerika: D. S.. Zimmerly auf Eindecker Barling NB —3, Motor Genet zu 80 PS, von Brownsville, Texas, nach Winnipeg City, Kanada, den 17. Juli 1929. Entfernung: 2 655,464 km. Der Deutsche Luftrat hat als deutschen Rekord folgende Flugleistung anerkannt: Klasse C (Leichtflugzeuge) Flugzeugführer Edzard auf Focke-Wulf-Flugzeug S 24 „Kiebitz“ mit Siemens- Sh-13-Motor 72/80 PS, Bremen, den 20. August 1929. Entfernung in geschlossener Bahn: 1 601,6 km. Berlin, im August 1929. Deutscher Luitrat. Der Vorsitzende; gez. Kotzenberg. Für die Richtiekeit: v. Hoeppner. Ergebnis des Ostpreußenilugs. Wie uns der Leichtflugzeugbau Klemm mit- teilt wurde auf Grund der Luftratsentscheidung vom 25. Juli 1929 der Sieg in der technischen Leistungsprüfung des Ostpreußenfluges endgültige dem von Herrn Dipl.-Ing. Lusser geflogenen Klemm-Leichtflugzeug L 25 Ia mit 40/50 PS Salm- son-Motor zuerkannt. Die Bewerberin Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Führer Croneiß, hat in- folge Nichterfüllung der Landesstreckenmindestforderung die Teilwertung 0 er- halten und scheidet daher infolge der Gesamtwertung als Produkt der Teil- wertung aus der technischen Leistungsprüfung aus. Hiermit entfällt gleichzeitig für Herrn Croneiß die Berechtigung zur Teilnahme am Streckenflug, da zum Streckenflug nur solche Flugzeuge zugelassen sind, deren Muster die technische Leistungsprüfung in allen Teilen erfolgreich erledigt haben. Von Dessau nach Köln flog mit einem Junkers-Oelmotor am 30,8. ein Jun- kers-Flugzeug in 3 Std. Um den Zenith-Pokal flog am 27.8. Röder auf Junkers Junior die Wett- bewerbsstrecke Paris—Tours—Bordeaux—Toulon—Marseille—Lyon—Paris, 1700 Kilometer, in 13 Std. Ausland. Rohrbach-Flugzeugbau in Neuyork. In Neuyork wurde eine neue Gesell- schaft unter dem Namen The Metal Flying Boat Corporation mit einem Kapital von zwei Millionen Dollar gegründet. Die neue Gesellschaft wird sich aus- schließlich mit dem Bau von Rohrbach-Metall-Flugbooten beschäftigen, und zwar vorzugsweise von Rohrbach - Romar - Flugbooten, die in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit bekannt wurden durch ihre Bewährung und Seetüchtigkeit und die wohlgelungenen Langstreckenflüge, wie den Fünf-Länder-Flug, die durch die Deutsche Lufthansa mit diesem Flugboot-Typ ausgeführt wurden. Entsprechend den besonderen Anforderungen für die Verwendung der Flug- boote im nordamerikanischen Flugverkehr werden sie weiter entwickelt und ein Typ geschaffen, der 45 Passagiere befördern kann. Als Kraftanlage werden in das Flugboot vier luftgekühlte Motoren eingebaut. Ir. Gras& f, Chefpilot der Firma Fokker und Vorsteher deren wissenschaft- lichen Abteilung, ist nach langem qualvollem Leiden an einer schweren inneren Krankheit gestorben. Ir. Gras war weit über die Grenzen seines Heimatlandes bekannt und galt als glänzender Sachverständiger für die Beurteilung und das Einfliegen von Flug- zeugen der verschiedensten Typen. Die großen Erfolge, die die, Fa. Fokker mit ihren Fugzeugen im In- und Ausland erworben hat, tragen auch den Stempel der wissenschaftlichen Arbeit von Ir, Grase. Grase, der nur ein Alter: von 38 Jahren erreichte, war auch in deutschen Fliegerkreisen eine bekannte Erscheinung. Fin Forschungsinstitut zur Förderung der „Leichter-als-die-Luit-Schiff“- Kunde wird in Akron, U.S.A., gegründet. Das Institut wird vom Guggenheim- Fonds zur Förderung des Flugwesens im Gebäude des städtischen Lufthafens untergebracht. Der Guggenheim-Fonds bewilligt 75000 Dollar, während der Stadtrat 95000 Dollar beisteuern soll. Die Direktoren des Fonds beabsichtigen, Sachverständige aus Deutschland zur Uebernahme der Leitung des Instituts kom- men zu lassen. Ba ae En BEE BE EEE a 2 = Thea Rasche ist zur Zeit in Amerika, wo vom 24. 8. bis 2.9. das Damenluft- rennen stattgefunden hat. . 2655,464 km im Leichtflugzeug, Klasse unter 400 kg, hat der Amerikaner Zim- merly auf Barling-Flugzeug Type N.B. 3 mit Armstrong-Genet-80-PS-Motor am 17. Juli zwischen Brownsville, Texas, und Winnipeg City, Kanada, zurückgelegt. LINIEN 2. Wassermodell-Wettbewer* der MAG in Leipzig. Der Leipziger Flugverein veranstaltete nach fünfiähriger Pause wieder einen Modellwettbewerb. Dieser war für alle Vereine der MAG offen. Durch die örtlichen Verhältnisse bedingt, konnten meistens keine ausgibigen Vorversuche mit Wassermodellen gemacht werden. Das Wettfliegen ist trotz- dem als voll gelungen zu bezeichnen, denn fast alle Modelle erfüllten die Be- dingung der Ausschreibung, wonach jedes Modell einen einwandfreien Wasser- start zu zeigen hatte. Beim letzten Wassermodell-Wettbewerb war diese Bedingung nur von einem Modell erfüllt worden. Bei einem schwachen Südwind von ca. 1 bis 2 m/sek. wurde der Wettbewerb auf dem Hochflutbecken in Leipzig ausgetragen. Man startete nur um die beiden Bedingungen: Wasserstart-Dauer und Hand- start-Dauer, da das Streckemessen auf dem Wasser einige Schwierigkeiten bereitet, Für den Wettbewerb wurden insgesamt 16 Modelle gemeldet und zwar: 8 Modelle von der 1.G.f.S. Dessau; 5 Modelle von dem V.S.M. Magdeburg; 3 Modelle vom Leipziger Flugverein. Die Modelle von Unkroth, Leipzig und Günther, Magdeburg zeigten sich eleich® nach Beginn des Wettbewerbs allen anderen weit überlegen; leider waren beide vom Mißgeschick verfolgt. Das Modell von Unkroth, Leipzig, mußte bereits nach dem zweiten Start ausscheiden, da durch den zerplatzenden Gummistrang die eine Flächenhälfte abgerissen wurde; dem Modell Günther, Magdeburg, erging es später bei den Handstartflügen ähnlich. Trotzdem war beiden der Sieg nicht zu nehmen. Die Wertung ergab folgendes Bild: '1. Günther, Magdeburg, 698 Punkte; 2. Unkroth, Leipzig, 615 Punkte; 3. Fr. Kähne, Magdeburg, 496 Punkte; 4. Jahn, Magdeburg, 475 Punkte; 5. K. Kähne, Magdeburg, 468 Punkte. Als nächsten Wettbewerb veranstaltet die MAG am 8. September 1929 in Magdeburg einen Rumpfmodell- Wettbewerb, der für Zug- und Druckschrauben- modelle offen ist. _R. Kropf, MAG-Flugwart, Seite 358 „FLUGSPORT“ Nr. 18 . Aus der Industrie. | | Gerhard Sedimayr, Inhaber der Firma Autoflug, feiert am 20. Dezember sein 10jähriges Geschäftsjubiläum. Er zählt zu den alten Pionieren, die sich von der Fliegerei nicht trennen können. Sedlmayr begann am .20. Dezember 1910 bei der „Flugmaschine Wright“-G. m. b. H. als Oberprimaner, nachdem er sich die nötige Werkstattpraxis angeeignet hatte, zu fliegen. Am 29, September 1911 stürzte er mit Engelhard ab und kam glimpflich mit dem Leben davon. Am 9. Februar 1912 machte er seine Pilotenprüfung auf Wright-Zweidecker Piloten- zeugnis 162. Im September 1912, während der Berliner Herbstflugwoche, er- hielt er den 1. Preis im Dauerflug. 1913 flog er 6 Stunden um die National-Flug- Spende. Am 3. August 1914 rückte er, kaum von einem Beinbruch geheilt, dienst- untauglich, mit ins Feld, wurde 1916 Reserveoffizier und im September 1916 Flugleiter bei der Fea 3 in Gotha. 1918, nach Kriegsende beteiligte er sich an der Gründung eines Berufsverbandes für das Luftfahrtwesen und am 15. September 1919 gründete er die offene Handelsgesellschaft Autoflug. ‘Gerhard Sedlmayr lernte bei der Flugmaschine Wright 1911 fliegen. Literatur. | (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Fortschritte der Luitfahrt von Dr.-Ing. W. v. Lahgsdorff, mit 760 Abbildun- gen, 578 Seiten, H. Bechhold Verlag, Frankfurt a. M. Preis RM 24.—. Der Verfasser hat in dem vorliegenden Jahrgang 1929/30 mit außerordent- lichem Fleiß eine Fülle von ihstruktiven Abbildungen zusammengetragen. Sehr wertvoll sind die Abschnitte: „Fortschritte im Flugwesen“, von Dr.-Ing. W. v. Langsdorff; „tlochseefähige Schwimmer“, von Dr.-Ing. e. h. Heinkel; „Metall- gerüstbau”, von Dipl.-Ing. K. H. Rühl; „Aus der Praxis des Gemischtbaues“, von Dipl.-Ing. E. v. Loeßl; „Der Weg zum Großflugzeug“, von Dipl.-Ing. Dr. A. R. "Böhm; „Neuere Forschungen am ‚Handley-Page‘-Spaltflügel“, von Inge. F. Hand- ley-Page; „Technische Lehren aus Flugunfällen“, von Dipl.-Ing. H. Müller; „Betrachtungen zum Schulflugzeug-Problem“, von Dipl.-Ing, S.: Günter, „Anwen- dungsbeispiele und Verarbeitungsverfahren für Elektronblech im Flugszeugbau‘“, von Ing. E. de Ridder; ‚Fortschritte. in der Luftschiffahrt“, von Dipl.-Ing. P. Schmitt; „Fortschritte im Triebwerkbau“, von Ing. A. R. Weyl; „Navigation in ‚der Luftfahrt“, von Kapitänleutnant a. D. H. v. Schiller. 0 . Für Studierende, angehende Konstrukteure und auch dem dem Flugzeuerbau fernstetenden Konstrukteur bietet das Buch eine Fülle von Wissenswertem. „FLUGSPORT“ Stellenangebote Verkehrstlieger 30 J., Ingenieur Patent, bew. in Aerodynamik u. Statik, seit 1924 ununterbr. im akt. Flugdienst, 1928 inf. schwerer Kriegsdienstbeschäd. v. d. Deutschen Luft»-Hansa entl. sucht leichte Be» schäftigung im Bürodienst oder Konstruktion. Offerten unter H. G. 106 des „Flugsport“. Erfahrener Flugzeugführer (u. Segelfl.) Ki. A. F. A. 1.15 jährl. Praxis, sucht beliebige Verwendung in Flugunternehmen | od. Flug- und Motorenfabrik bei mäß. Anspr. am liebsten im Ausland. Off. unter 2527 des „Flugsport“. Junger gebildeter FLUGZEUGFÜHRER mit A-Schein und 1'jähriger Werkstatt- praxis im Flugzeugbau sucht Stellung im In- oder Ausland. Gefl. 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Chaussee | gegen stärkste Konkurrenz wurde riieger VMorzik auf BFW I iin Se { MR N, ' GEGRÜNDET 1908 v. HERAUSGEGEBEN \ VON OSHAR, URSINUS = CIVIL-ING. III] Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugspor t“‘, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 19 18. September 1929 XXI. Jahrgang __Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 2. Oktober England siegt im Coup Schneider. Die Schneider-Trophäe ist, wie zu erwarten war. von England gewonnen worden. Das Rennen war nicht nur das größte -sportliche Ereignis Englands, sondern der ganzen Welt. Eine Riesenmenschen- menge hatte sich an der Rennstrecke, hauptsächlich auf der Nord- seite der Insel Wight, eingefunden. Der Verlauf des Rennens wurde durch Radio auf die größeren Sender Europas übertragen. Der Verlauf des Rennens bei herrlichstem Sommerwetter eing programmäßig vor sich. Die 350 km lange Rennstrecke wurde von den drei englischen Maschinen ohne Zwischenfall durchflogen. Sieger wurde Fliegerleutnant Waghorn auf Supermarine-Rolls- Royce S6 mit 39:42,4 Min. Geschwindiekeit 528 km. Die größte Rundengeschwindigkeit erzielte Fliegerfähnrich Atcherly mit 534 km (148 sec/m). Der Italiener Balmolin erreichte 455 km. Der Supermarine S 6, den wir bereits in der letzten Nummer des „Flugsport“ beschrieben haben, zeigt in seiner Formgebung Fein- heiten, die man erst nach längerem Studium erkennt. Schwierigkeiten machte die Entlüftung des Führerraums. Bei einem Stromlinienkör- per wird an der Spitze ein größtes Ueberdruck plus und hinten ein Unterdruck minus vorhanden sein. Es muß nun eine Stelle auf dem Stromlinienkörper geben, wo der Plusdruck in Minusdruck übergeht. Diese Stelle wäre die geeignete für den Führerraum. Durch den Riesenmotor rückt jedoch der Führerraum weit hinter diesen Punkt in den Minusdruckraum hinein. Dadurch werden die Gase vom Motor durch den Rumpf angesaugt. Bereits im vergangenen Jahre hatten die Amerikaner mit großen Schwierigkeiten durch Vergasung zu kämp- fen. Auch bei dem Supermarine zeigten sich bei Probeflügen ähnliche Erscheinungen, die man durch Einleitung von Druckluft vom Vorder- teil des Rumpfes beheben hat. Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das vierte Vierteljahr 1929, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 2. Oktober werden wir diese zuzüglich 35 Pig. Spesen durch Nahnahme einziehen. Verlag „Fluzsport“. Seite 360 „FLUGSPORT“ Nr. 19 Die physische Beanspruchung der Flieger scheint bei weiten nicht so groß zu sein, als man annimmt. Den englischen Fliegern machte, wie man aus ihren Gesichtern lesen konnte, die Rennfliegerei einen Heidenspaß. Jedenfalls ist das Fliegen mit großen Geschwindig- keiten lange nicht so gefährlich wie die Hochgeschwindiekeitsversuche ınit Rennwagen. u , 593,399 km Std.-Geschwindigkeit. Die vorzüglichen Geschwindigkeitseigenschaften des Supermarine veranlaßte die Engländer, den Geschwindiekeitsrekord noch höher hinaufzuschrauben. Am 10. Sept. startete Squadron Leader Orlebar, der Führer des englischen Schneider-Teams, auf der internationalen Rennstrecke über 3 km, die zweimal hin und zweimal zurück mit dem Supermarine-Rolls-Royce S6 1800 PS ohne Unterbrechung geflogen werden mußte, und erzielte eine ‚Durchschnittsgeschwindigkeit von 572,48 und eine Höchstgeschwindigkeit von 593,399 km. Gestoppt wurde mit einem kinematographischen Verfahren, welches eine ze- naue Zeitaufnahme gewährleistete. Diese Geschwindigkeitssteigerung ist ein beachtenswerter Erfole. Er wird die Konstrukteure der Welt in allen Ländern aufrütteln, im nächsten Jahr noch weitere Steigerungen zu erreichen. 1913, als Prevost mit 160 PS Gnom 72,6 km vollbrachte, haben selbst Fach- leute sich eine solche Entwicklung nicht träumen lassen. Die Ent- wicklung wird weitergehen. Die Geschwindigkeitssteigerung mit Erhöhung der PS-Zahl hat sich seit 1913 fast stetig entwickelt, so daß eine weitere Steigerung bestimmt zu erwarten ist. 1913, 16. April — Monaco: Ueber 280 km in 28 Runden, Prevost (Frankreich), auf Deperdussin-Zweischwimmer-Eindecker mit 160 PS luftgekühltem Gnom, 72,6 km/h. 1914, 20. Aprii — Monaco: Ueber 280 km in 28 Runden, Pixton (England), auf Sopwith-Zweischwimmer-Doppeldecker mit 100 PS luftgekühltem Mono-Gnom, 139,7 km/h. 1919, 10. Sepember — Bournemouth: Ueber 370 km in 10 Runden, Rennen wegen Nebel abgebrochen. 1920, 19.—21. September — Venedig: Ueber 375 km in 10 Runden, Bologna (Italien), auf Savoia S 19, Zweischwimmer-Doppeldecker mit 550 PS wassergekühltem Ansaldo-Motor, 172,5 km/h. Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 361 tini (Italien), auf Macchi-VII-Wasserdoppeldecker mit 200 PS- Isotta-Fraschini-Motor, 178,5 km/h. 1922, 10.—12. August — Neapel: Ueber 370 km in 13 Runden, H. C. Biard (England), auf Supermarine-Doppeldecker mit 450 PS was- sergekühltem Napier-Lion-Motor, 234,5 km/h. | 1923, 27.—28. September — Cowes: Ueber 344 km in 5 Runden, D. Rittenhouse (U. S. A.), auf Curtiss-Navy-C. R.-Zweischimmer- Doppeldecker mit 465—500 PS wassergekühltem Curtiss-D 12- Motor, 285,4 km/h. 1925, 23.—26. Oktober — Baltimore: Ueber 350 km in 7 Runden, J. Doolittle (U. S. A.), auf Curtiss-Army-R.3C. 2-Zweischwim- mer-Doppeldecker mit 600 PS wassergekühltem Curtiss-V 1400- Motor, 374,2 km/h. 1926, 13. November — Hampton Roads: Ueber 350 km in 7 Runden, De Bernardi (Italien), auf Macchi-Zweischwimmer-Eindecker mit 800 PS wassergekühltem Fiat-Motor, 396,6 km/h. 1927, 25.—26. September — Lido, Venedig: Ueber 350 km in 7 Run- den, S.N. Webster (England), auf Supermarine-S 5-Zweischwim- mer-Eindecker mit 850 PS-Napier-Lion-Motor, 450,64 kmh. Rundilug der kleinen Entente und Polen. Für dieses Geschwindigkeitsrennen, organisiert von dem Köniegl. Aero-Club von Rumänien und den benachbarten Ländern, offen für ein- sitzige Jagdflugzeuge, waren 600 000 Lei ausgesetzt. Der Wettbewerb begann mit einer Geschwindigkeitsprüfung in entgegengesetzten Rich- tungen mit 150 kg Zuladung in einer Minimalhöhe von 100 m. Die Ergebnisse dieser Vorprüfung waren folgende: 1921, 6.—7. August — Venedig: Ueber 370 km in Runden, De Brigan- Vom Coup Schneider: Gloster-Napier-Rennflugzeug. (Man beachte die an den Enden dicker werdenden Flügel und die Ausbildung des Knotenpunktes des Flügelanschlusses und Strebenangriffpunktes am Rumpf.) E 2 .. Max.- erzielte Folge Führer Flugzeug Motor Geschw. Punkte 1 Soukup BH 33 L Skoda L 298 km/St. 15 2 —_ Dewoitine Hispano 293 „ 14.738 3 Divis BH 33 L Skoda L 292 , 14.685 4 — Dewoitine Hispano 290 ,„ 14.600 5 — » Hispano 289 „ 14.535 6 Bräzda BH 33 L Skoda L 288 „ 14.499 7 _ Dewoitine Hispano 2837 „ 14.438 8 Malkovsky BH 33 E Jupiter VI 273 „ 13.725 9 Kalla Ss 3l Hornet 272 „ 13.688 10 Spady — _ 260 „ 13.100 Nieuport Zn 260 „ 13.100 11 — Fiat 25 ,„ 12.800 12 Mares BH 33 E Jupiter VII 247° ,„ 12.420 Das Hauptrennen begann am 5. September. Zwischenlandungen mußten vorgenommen werden in Jasi, Lemberg, Warschau, Krakau, Prag, Brünn, Zagreb und Belgrad. Am 7. September mußten die Wett- bewerber in Bukarest zurück sein. Die Bedingungen für das über eine Gesamtstrecke von 3112 km führende Rennen waren nicht leicht. Leider hatte die Veranstaltung unter ungünstigen meteorologischen Verhältnissen zu leiden. Von 24 Teilnehmern waren bis zum 6. auf dem Flugplatz Prag nur 11 eingetroffen. Viele Flugzeuge wurden durch starke Gewitterbildung zur Notlandung gezwungen. Staats- kapitän Soukup wurde bei einer Notlandung zetötet. Seite 362 | „FLUGSPORT“ Nr. 19 Vom Rundflug der Kleinen Entente: Avia-Jagdilugzeug B. H. 33 mit 500-PS-Skoda-L-Motor, gesteuert von Kapitän Soukup, erreichte in der Geschwindigkeitsprüfung auf einer Strecke von 6 km 298 km. Den ersten Preis hat der tschechoslowakische Flieger Kalla, der bereits im vergangenen Jahr Erster war. Zweiter ist der Jugoslave Sintitch. BMW-Sternmotor 5 Zyl. 65 PS und 9 Zyl. 110. PS. Die Bayerischen Motorenwerke haben auf den baulichen Grund- lagen ihrer Hornetmotoren einen schnellaufenden Kleinmotor mit Un- tersetzungsgetriebe entwickelt. Der kleine Motor hat 5 Zylinder und leistet 65 PS. Weiter soll noch eine weitere Type mit den gleichen Zylinderabmessungen mit 9 Zylindern 110 PS entwickelt werden. Die luftgekülilten Zylinder von 83 mm Bohrung und SO mm Hub, Gesamthubraum 2,17 1, besitzen eine Stahllaufbuchse mit eingedrehten Kühlrippen. Der Zylinderkopf aus Leichtmetall mit schräg sitzenden Ventilen und eingekapselten Ventilhebeln besitzt eingeschrumpfte Alu- miniumbronzesitze und ist auf die Stahlzylinder aufgeschraubt und durch Schrumpfung befestigt. Das fünfteilige Kurbelgehäuse aus Elek- tron besteht aus einem zweiteiligen Mittelstück, an welches die Zylin- der aufgeschraubt sind. Im hinteren Teil liest das durch Zahnradvor- gelege angetriebene Kreiselgebläse für die Vorverdichtung. Auf der Hinterwand quer zur Kurbelwellenachse liegen zwei Boschmagnete und zwischen diesen ein mit Heizung und Luftvorwärmung versehener BMW-Vergaser. Der Motor kann von hinten vom Führersitz aus durch eine Handkurbel angedreht werden. Die Betätigung der Stößel und Stoßstangen geschieht durch eine Nockentrommel. Die zweiteilige Kurbelwelle mit einer Kröpfung läuft in Kugellagern und ist mit einem Farman-Kegelradumlaufgetriebe ge- kuppelt. Die Nebenpleuelstangen von H-förmigen Schaftquerschnitten greifen auf einer auf Rollenlager laufenden Hauptpleuelstange an. Die zwei Oelzahnradpumpen für Umlauf und zum Absaugen liegen im un- teren Teil des Gehäuses. Zur Motorbefestigung dienen sechs Bolzen von 9 mm Durchmes- ser, Lochkreis 276 mm Durchmesser. Auf dem vorderen das Unter- setzungsgetriebe enthaltenden Gehäuseteil sind sechs Augen mit Steh- bolzen zur Befestigung der Blechverkleidung vorgesehen. Der Motor macht in seinem Aufbau einen recht gediegenen, gut durchdachten Eindruck. Zur Zeit befindet er sich in Adlershof, wo er bereits erfolgreiche Läufe hinter sich hat. Die Hauptdaten sind: Zulässige Höchstleistung 65 PS, Drehzahl der Kurbelwelle 3000 U/Min., Drehzahl der Luftschraube 1500 U/Min., zulässige Dauer- leistung 50 PS, Drehzahl der Kurbelwelle 2750 U/Min., Drehzahl der Luftschraube 1375 U/Min., Brennstoffverbrauch 0,240 ke/PSih, Oel- verbrauch 0,020 kg/PS/h. Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 363 BMW- Sternmotor 5 Zyl. 65 PS mit Unter- setzungs- getriebe. Durchmesser über alles 712 mm, Länge über alles 780 mm, Länge hinter dem Einbauflansch 222 mm, Entfernung von Hinterkante, Ein- bauflansch bis Mitte Luftschraube 500 mm. Gewicht des Motors mit Luftschraubennabe, ohne Auspuffsamm- ler 75—80 kg. Amerikanischer Kinner-5-Zyl.-Sternmotor 100 PS. Dieser 5-Zylinder luftgekühlte Sternmotor von 108 mm Bohrung und 114 mm Hub ist von der Kinner Airplane and Motor Corporation, Glendale in Kalifornien, nach achtjähriger Versuchsarbeit gebaut. Die Zylinder sind aus Stahl, Zylinderkopf aus Aluminium mit eingewalzten Stahlventilsitzen. Die Ven- tilfederung und Ventilhebel sind eingekapselt. Die aus einem Stück geschmiedete, mit Gegengewichten ver- sehene Kurbelwelle läuft in zwei Querlagern und in einem Längslager zur Auf- nahme ”des Propeller- schubes. Die vier Nebenpleuel sind an einem Hauptpleuel angelenkt. Das Haupt- pleuel hat Bronzelager. Für jeden Zylinder ist ein be- sonderer Ein- und Auslaß- Amerikanischer Kinner-5-Zyl.- Sternmotor. Seite 364 „FLUGSPORT“ Nr. 19° Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 365 nocken vorgesehen. Stoßstangen aus Aluminiumrohr mit ein- gesetzten Kugelenden. Das Gehäuse besteht aus einem unge- teilten Mittelstück und ist vorn und hinten durch einen Gehäusedeckel verschlossen. Befestigung der Zylinder am Gehäuse mit 8 Schrauben. Die Stößelführungen und Gaszuführung liegen im mittleren Ge- häuseteil. Der vordere und hintere Deckel können abgenommen wer- den, ohne daß das Kurbelgetriebe auseinandergenommen zu werden braucht. Die Schmierung geschieht durch zwei Oelpumpen; davon arbeitet eine als Umlaufpumpe zur Schmierung durch die hohle Kurbelwelle. Die beiden Scintillamagnete sitzen quer zur Kurbelachse und sind auf einem Konsol am hinteren Gehäusedeckel montiert. Zwischen beiden Magneten sitzt ein Heywood-Selbststarter. Maximalleistung bei 1880 Umdrehungen 113 PS. Gewicht trocken ohne Starter 118 kg, Kompressionsverhältnis 5,1, größter Durchmesser 1070 mm, Durchmesser des Schraubenkreises für die Befestigung am Motorbock 355 mm. Studiensegelflüge im Riesengebirge. Von Gerhard Pusch, 1. Vors. d. Bresl. Modell- und Segelflugv. „Schlesischer Adler“. Einer Einladung des Bundes Deutscher Flieger, Hirschberg, fol- gend, unternahm der Breslauer Modell- und Segelflugverein „Schlesi- scher Adler“ vom 11.7. bis 5. 8.1929 eine Exkursion nach dem Riesen- gebirge. Wir hatten die Aufgabe, für die verschiedenen Windrich- tungen geeignete Segelhänge und Startstellen auszuprobieren. Ferner Segelfliegen im Riesen- gsebirge: Oben: Der erste Segelflug in der Tschechoslowakei am 24. 7, Rolle auf „Burkbraun‘“, Startstelle: Brandkoppe 1560 m hoch, segelte 41 Min. über dem Hochplateau der Brun- nenberge. Landung bei der Wiesenbaude 1400 m hoch. Unten links: „Burkbraun“, | Führer Rolle, | .über den Brunnenbergen. Unten rechts: „Dr. Friedel“ über dem Gräbergebirge. Führer Rolle (Juli 29). sollten wir an den Flug- und Autosporttagen in Bad Warmbrunn und Krummhübel mitwirken, wofür wir Vergütung für den Maschinen- transport, freie Unterkunft und Verpflegung in den jeweiligen Stand- quartieren erhielten. An Maschinen besaßen wir die eigenen Flugzeuge: den Prüfling, Dr. Friedel und den verkleideten Zögling vom D.L.V. „Lilo“. Später stellte uns noch der Hirschberger Verein von seinen Maschinen „Burk- braun“ und zu den Veranstaltungen den Doppelsitzer „Bad Warm- brunn” zur Verfügung. Während unseres Aufenthaltes im Riesengebirge wurden mit die- sen Maschinen Flüge unternommen: bei Saalfeld neben dem Kynast, im Gräbergebirge (Startstelle Stirnberg 800 m), in den Rabenbergen bei Krummhübel, vom Sansengebirgskamm (Startstelle oberhalb der Hampelbaude 1300 m), auf den Brunnenbergen (Startstelle Brandkoppe 1560 m) und im Gelände der Segelflugschule Grunau. Leider blieb das gesamte Isergebirge, welches für Südwind sehr geeignet ist, für Segelflige resp. Startstellen unerforscht, was aber wo- möglich in den Herbstferien nachgeholt werden soll. In den ersten Tagen, bei Nordwestwind, gelangen in den Vor- bergen Segelflige von 8 Min. bis 2 Std. 53 Min. Dauer. Später setzte Windstille ein und nachher Südwind. Es mußten daher vorwiegend Gleitflüge gemacht werden. Doch bewiesen diese Gleitflüge mit zeit- weisem Segeln in thermischen Aufwinden, daß die Sezelmöglichkeiten im Riesengebirge, auch bei fast ruhigem Wetter, mit besseren Segel- flugzeugen als dem Prüfling sehr aussichtsreich sind. Eine mehr oder weniger gute Startstelle fand sich an jedem der gewählten Berge. Der oft sehr schwierige Transport der zerlegten Flugzeuge durch Wälder und Geröllhalden zeigte aber, daß die mit den Transportwagen erreichbaren Startstellen zu bevorzugen sind. Als gegebenes Startgelände ist die Wiese vor der Hampelbaude anzusprechen und die vom Knieholz freien Stellen auf dem Riesen- gebirgskamm dahinter. Ebenso bieten sich hier völlig ausreichende Landemöglichkeiten. Unter anderem gelang eine Landung bei der Hampelbaude. Das Gelände bei der Wiesenbaude, 1400 m hoch, ist sogar ais Motorflugzeug-Landegelände geeignet. Flüge über 5 Min. Dauer wurden von folgenden Vereinsmitglie- dern ausgeführt: Maschinenbauschüler Rolle auf „Dr. Friedel“: am 13.7. Start bei Saalfeld, Flugzeit 8 Min., Landung bei Hermsdorf; am 14.7. Start im Gräbergebirge, Flugzeit 2 Std. 53 Min., Lan- . dung bei Merzdorf. Letzterer Flug mußte abgebrochen werden, da die Querruder zu flattern begannen, weil das Kabel nachlässig gespannt war. Am 19.7. Start von der Hampelbaude, 1280 m, bei fast Wind- stille, Ziellandung bei Steinseiffen, Flugzeit 15 Min.: am 24. 7. Rolle auf „Burkbraun“, Start von der Brand- koppe, 1560 m, 1 km von der 1605 m hohen Schneekoppe entfernt. Rolle segelte 41 Min. über dem Hochplateau der Brunnenberge, 1700 m ü. d. M.; Landung wegen ein- brechender Dunkelheit bei der Wiesenbaude, 1400 m hoch. Seiler auf Doppelsitz „Bad Warmbrunn“ mit Passagier: Seite 366 „FLUGSPORT*“ Nr. 19. Am 24. 7. Start vom Flachenseiffen-Hang (Grunau), Flugzeit 52 Min. Sieben kürzere Flüge zur Geländeerkundigung führten im Riesen- gebirge noch aus auf „Burkbraun“ und „Dr. Friedel“ die Mitelieder Rolle, Tonn und Breitkopf. Die Startstellen lagen in den Rabenbergen, oberhalb der Hampelbaude, bei der Wiesenbaude und den Brunnen- erzen. Anläßlich der Flug- und Autosporttage in Krummhübel am 27. und 28. 7. unternahmen alle Segelflugzeuge Talflüge, Start von der Hampel- baude, 1280 m, und Landung auf dem Ziellandegelände bei Krumm- hübel-Steinseiffen. Die Flugzeit der von uns geführten Maschinen lag zwischen 7 und 9 Min., da an beiden Tagen Windstille war. Rolle am 27. und 28. je einen. Talflug auf „Burkbraun‘“; Seiler am 27. und 28. je einen Talflug auf „Bad Warmbrunn“ (am 28.7. mit Passagier); Breitkopf am 27. auf „Dr. Friedel“; Tonn am 28. auf „Dr. Friedel“; Kentsche am 28. auf dem Zögling „Lilo“. Alle Landungen erfolgten auf der bestimmten Landestelle ohne Bruch. Andresen, B.D.F., Hirschberg, flog persönlich auf dem Segel- flugzeug „Krummhübel“ an diesen Tagen mit. Die sehr geschickt von ihm arrangierten Flustage fanden großen Anklang und werden sich in ihrer Auswirkung als außerordentlich werbend. für den Segelflug im Riesengebirge erweisen. Der in Krummhübel zur Kur anwesende Reichsverkehrsminister Stegerwald verfolgte die Veranstaltung mit großem Interesse und sprach den Piloten seine Anerkennung aus. Da an diesen Tagen auch die hiesige Akademische Fliegerschaft „Marcho- Silesia‘“ mit ihrem Segelflugzeug „Werner Schmeidler“ mitwirkte, flo- gen am Samstag fünf, am Sonntag, den 28., sechs Segelflugzeuge vom Kamm hinunter zu Tal. Rolle bekam bei der Sportveranstaltung in Warmbrunn am 14.7. eine vergoldete Bronzeplakette für den längsten Segelflug in Schlesien auf „Dr. Friedel“, ebenso Seiler bei den Veranstaltungen in Krumm- hübel am 28. für den längsten Flug mit Passagier auf „Bad Warm- brunn“; die übrigen Führer erhielten silberne Erinnerungsplaketten. Vom 29.7. bis 5. 8. wurde mit den Flugzeugen ‚Dr. Friedel“, „Lilo“ und „Burkbraun“ im Gelände der Segelflugschule Grunau geflogen. Es führten eine größere Anzahl Gleitflüge und Segelversuche die Mitglie- der Seiler, Rolle, Tonn, Breitkopf, Tilch, Kentsche und Pusch aus. Bei den herrschenden Windverhältnissen wurde bei keinem dieser Flüge über 3 Min. Flugdauer erzielt. Bis auf die letzten Tage in Grunau ist keine unserer Maschinen „Dr. Friedel“ und „Lilo“ unter ein Dach gekommen und waren stets dem Wetter ausgesetzt. Wir bohrten Löcher in die Rümpfe, damit das Regenwasser ausfließen konnte; da Flügelgerippe und Rümpfe gut ze- firnist sind, konnten wir an den Maschinen kein Verziehen feststellen, womit allerdings nicht behauptet werden soll, daß die Flugzeuge durch den Regen besser geworden wären. Zum Segeln im Wolkenaufwind, wozu unsere derzeitigen Maschinen auch kaum geeignet sein dürften, kam es leider nicht. Es fehlen uns die Rhönerfahrungen resp, die Mit- tel, um auch endlich einmal nach der Rhön gehen zu können, denn aus der „ZFM“ allein kann man die Wolkensegelei nicht lernen. Nach der Fertigstellung unserer Hochleistungsmaschine und des Doppelsitzers werden wir die künftigen Riesengebirgsexkursionen mit besseren Aussichten antreten können, obgleich unser ‚„Prüfling‘‘ weit mehr geleistet hat, als wir erwartet haben. Gerade im Riesengebirge Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 367 mit seinen Vorbergen und Kesseln ist der gute Gleitwinkel einer Ma- schine sehr wertvoll. Mit dem „Prüfling“ durfte man nicht zu viel ris- kieren und mußte genau die jeweilige Höhe beachten, um über die Vorberge noch in das freie Gelinde hinaus zu kommen. Die Abwind- verhältnisse, selbst an den Teichkesseln unterhalb des Kammes, erwie- sen sich als wesentlich geringer, als wir befürchtet hatten. Die Vorberge reichen bei starkem Wind zum Segeln voll aus und bieten wegen der nahen Ebene leicht zu erreichende Landemösglich- keiten. Bei guten Wind- und Sichtverhältnissen ist der Riesengebirgs- kamm dagegen zum Segeln ideal und auch für Streckenflüge durchaus geeignet. Vorläufig mußten wir uns allerdings damit begnügen, den längsten Dauersegelflug in Schlesien ausgeführt zu haben und den ersten Segelflug in der Tschechoslowakei. Daß sich unser „Zögling“ Startstellen in 1280 m Höhe suchte, spricht für den Unternehmungs- geist der Jungflieger, für die Grunauer Schulung, daß alle Maschinen Segeliliegen im Riesengebirge. Oben: Doppelsitzer „Bad Warmbrunn“, „B.D.F. Hirschberg“ nach der Landung nach dem 51-Min.-Flug mit Passagier. Mitte: Flugzeug „Dr. Friedel“. Landung bei Merzdorf (bei Bad Warmbrunn). Unten: Vor dem Start am 27. 7. von der (1280 m) Hampelbaude zum Talflug. Seite 368 „FLUGSPORT“ Nr. 19 Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 369 am Schluß noch flugfähig waren. Die diversen Kufenbrüche und Rumpfbodenbeschädigungen durch steiniges Gelände konnten wir im- mer an Ort und Stelle beheben. Reicher an Erfahrungen kehrten wir am 5.8. heim und mußten mit Bedauern feststellen, daß unser Maschinenbaufonds infolge der hohen Ausgaben im Riesengebirge, Haftpflichtversicherung usw. so zu- sammengeschmolzen ist, daß wir wieder betteln gehen müssen, um die Mittel zur Fertigstellung der im Bau befindlichen Maschinen zu- sammenzubringen. Inland. Ministerialrat Knipfer vom Handelsministerium, Abt. Luftfahrwesen, wurde von der Hochschule Breslau der Dr.-Ing. h. c. verliehen. Der Schulungs-Wettbewerb auf den Herchenhainer Höhen, auch Rhein-Main- Segelflugwettbewerb 1929 genannt, hat einen sehr guten Verlauf gehabt. Es wurde recht fleißig geflogen. Die Tagesmeldungen vom 25.8. verzeichnen 22, die vom 31.8. 19 und die vom 1.9. 37 Flüge. Es konnten vier A- und vier B-Prü- fungen, von denen sieben von Mitgliedern des Frankfurter Flugtechnischen Ver- eins, eine B-Prüfung vom Offenbacher Verein, erledigt werden. Größere Windstär- ken als 4 bis 5 m wurden nicht angetroffen. Das Ergebnis des Wettbewerbes: 1. Pr. (Preis der Stadt Frankfurt a. M.) RM 100.—, Flugzeug. Frankfurt 91! mit 14 Punkten. 2. Pr. (Preis des Kreises Schotten) RM 50.—, Flugzeug Offen- bach und Frankfurt 92 ie zur Hälfte mit je 7 Punkten. Tagespreise: Ziellandungspreis 25.8.: Offenbach (20 m durchschnittliche Ent- fernung) RM 20.—. Prämie für den längsten Flug des Tages: Erich Loge für den. Flug von 46 Sek. RM 10.—. Tagespreise 31. 8. und 1. 9. 29: Ziellandungsrreis: Prüfling Mainz (durch- schnittl. Entfernung 19,3 m) RM 20.—. Dauer: nicht ausgeflogen, als Prämie zu- erkannt dem Flugzeug Meenzer Bub für einen Flug von 3 Min. 4 Sek. und 3700 m Strecke RM 30.—. Längste Strecke: Flugzeug Frankfurt 91 für eine Gesamtstrecke von 9683 m RM 25.—. Prämie für Jugendliche und Anfänger: Liebeskind RM 20.—. Prämie Martens. Dr. Stern für den weitesten Flug eines Jugendlichen: Liebeskind RM 10.—. Preis der Frankfurter Nachrichten für den längsten Flug des Tages: geteilt zwischen Liebeskind und Demharter für einen Flug von ie 1050 m RM 20.—. Weiter wurden zugesprochen: eine Anerkennungsprämie für die Erschließung von neuem Gelände an Reiter RM 15.—, für bes. Leistungen vor und während des Wettbewerbes an Demharter RM 20.—, für bes. Flugleistungen an Ott und Wei- land je RM 10.—. Ferner erhielten Ehrenpreise: Görich, Demharter, Weiland, Ott, Reiter, Stai- ger, Stemmler, Knoblauch, Liebeskind und Flinsch. 700 000 Flugkilometer hat Flugkapitän Noack am 2. August zurückgelegt. Karl Noack, der 1917 zur Fliegerei kam, ist seit dem 1. März 1920 ununter- brochen in der friedlichen Handelisluftfahrt tätig und hat die Verkehrsflugzeuge der Luft-Hansa wohl schon auf allen internationalen Strecken gesteuert. Auf den Linien nach London und Paris, nach Kopenhagen und Wien, nach Amsterdam und Zürich hat er sich ebenso wie auf der Nachtstrecke nachı Moskau hervor- ragend bewährt. Bei seiner Landung am 2. August im Flughafen Tempelhoi wurde dieser Pionier des deutschen L.uftverkehrs festlich empfangen und die Luft-Hansa gab ihm ihre ganz besondere Anerkennung zum Ausdruck. Der Ring der Flieger hatte am 29.8. die Europaflieger zu einem Begrüßungs- abend auf der Terrasse des Hauptverwaltungsgebäudes des Flugplatzes Tempel- hof eingeladen. Der Sieger des Internationalen Rund- flugs Morzik mit seinem Begleiter vor der BFW.M 23. Der DLV-Zuverlässigkeitsilug 1929, veranstaltet vom Deutschen Luitfahrt- | Verband, findet vom 27. bis 29. September 1929 statt. Bis zum Nennungsschluß am 1. Sept. waren insgesamt 42 Nennungen abgegeben worden. Diese Zahl dürfte sich bis zum Nachnennungsschluß am 10. Sept. noch erhöhen. Da bedauerlicher- weise infolge der geringen zur Verfügung stehenden Geldmittel ausschreibungs- gemäß nur 35 Flugzeuge an dem Wettbewerb teilnehmen dürfen, so muß der Ver- anstalter noch Ausscheidungen vornehmen. Diese finden nach dem Prinzip statt, daß den Flugzeugen mit deutschem Motor der Vorrang vor ausländischen Mo- toren gebührt. Die endgültige Teilnehmerliste wird nach Nachnennungsschluß ver- öffentlicht werden. Die Teilnehmer, die innerhalb von drei Tagen eine Strecke von 15 Stunden Reisegeschwindigkeit des Flugzeuges durchfliegen müssen, erhalten keine Preise, sondern Streckenentschädigungen für jeden planmäßig geflogenen km. An Streckenentschädigungen steht für die 35 Teilnehmer der Gesamtbetrag von nur RM 43 000.— zur Verfügung. Außerdem wurde erfreulicherweise vom Magistrat Berlin ein Anflugpreis für den Flughafen Berlin-Staaken in Höhe von RM 500.— gestiftet. Die Strecken sind, unter Verzicht auf einen gemeinsamen Zielflughafen, von jedem Teilnehmer nach dem Gesichtspunkt der Vermeidung von An- und Abflug- wegen außerhalb des Wettbewerbes, selbst zusammengestellt worden. Sie füh- ren, fast alle deutschen Flughäfen berührend, in nahezu allen Fällen wieder zum Heimathafen zurück. Auf diese Weise wird der Wettbewerb nicht nur denkbar billig, sondern auch ohne Berufsstörung für die Teilnehmer, die nur reine Ama- teurflieger sein dürfen, durchgeführt werden können. Durch die Bestimmung der Ausschreibung, daß die Flugzeugbesatzungen — mit Ausnahme von denienigen Privatflugzeugen, die vom Besitzer geflogen werden — mehrmals gewechselt werden müssen, wurde das erfreuliche Ergebnis erreicht, daß ca. 115 Piloten und 125 Begleiter an dem Wettbewerb beteiligt sind. Der Hauptzweck des Wett- bewerbes, die Mitglieder der DLV-Vereine und Privatflugzeugbesitzer in mög- lichst großer Zahl trotz der äußerst beschränkten Mittel zum Fliegen zu bringen, kann mit diesen Zahlen schon heute als erreicht angesehen werden. Einen Rückenflug von 37 Min. vollführte am 4. Sept. 29 der Jungflieger Gerd Achgelis auf Focke-Wulf S 24 „Kiebitz“ mit Siemens-Motor SH 13. Der bisherige längste Rückenflug von Fieseler betrug 16 Min. Durch das Großfeuer in den Focke-Wuli-Werken am 12. 9., bei dem die Werk- stätten vollständig ausbrannten, wird der Betrieb nicht gestört. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt. Die vorliegenden Flugzeugaufträge können, da weitere Betriebsräume zur Verfügung stehen, ausgeführt werden. Ausland. Siegerin im Damen-Luftrennen in U.S. A. wurde Miß Louise Thaden, Pitts- bourg. Sie benötigte für die Rennstrecke Kalifornien—Cleveland 20 Std. 19 Min. Von 20 Wettbewerberinnen erreichten 15 das Ziel. Ein Coup Bleriot für Landilugzeuge entsprechend dem Coup Schneider für Seeflugzeuge beabsichtigt Bleriot zu stiften. Der Fokker IX für 18 Passagiere mit drei 450-PS-Motoren ist zum erstenmal in Schiphol geflogen. Deutsch-polnisches Luitverkehrsabkommen. Bisher gehört wohl Polen seit 13.10.19 der Pariser Konvention an, aber nicht Deutschland. Nunmehr ist durch Seite 370 „FLUGSPORT“ Nr, 19 das neue deutsch-polnische Luftverkehrsabkommen die Rechtsgrundlage für die Einrichtung und den Betrieb von Luftverkehrslinien zwischen Deutschland und Polen geschaffen. Es wurde beschlossen, bereits vor der Ratifizierung deutschen Luftfahrzeugen auf den bereits betriebenen Luftverkehrslinien Berlin—Danzig und Berlin—Königsberg das Ueberfliegen polnischen Gebietes und polnischen Luft- fahrzeugen auf den ebenfalls bereits betriebenen Linien Posen—Kattowitz und Warschau—Danzig das Ueberfliegen deutschen Gebietes zu gestatten. Für die Linien Berlin—Danzig und Berlin—Königsberg ist diese Regelung insofern von sroßer Bedeutung, als nicht nur eine schnellere, sondern vor allem betriebssichere Beförderung gewährleistet ist. Bisher mußten die Flugzeuge, um ein Ueberfliegen polnischen Gebietes zu vermeiden, auf das offene Meer hinaus und konnten nur durch dieses für Landflugzeuge immerhin gefährliche Unternehmen nach Königs- berg und Danzig gelangen. Erst nach der Ratifizierung wird die Errichtung einer Fluglinie Berlin—Warschau erwogen werden. | Die Tatsache, daß Deutschland jetzt mit Polen ein Sonderabkommen über den Luftverkehr abgeschlossen hat, schließt nicht aus, daß Deutschland zu irgend- einem Zeitpunkt der Pariser Konvention beitritt. Für diesen Fall sind automatisch die mit den verschiedenen Staaten geschlossenen Sonderabkommen hinfällig. Führerraum des 4motorigen 40-Passagier-Handley-Page-Flugzeuges. Die beiden Steuerruder ruhen auf einer gegabelten Steuersäule, Seitenruder, Betätigung durch Fußpedale,. Die Motorbedienungshebel befinden sich zwischen beiden Füh- rern und sind leicht erreichbar. Modelle. Der „Flug-Modellbau-Unterricht“ von Ursinus. Eine praktische Anleitung für Modellbau und Ein- führung in den Modellsport. 2. Auflage erscheint Anfang Oktober. Rumpfhochdeckermodell „Mohs‘, Dessau. Nr. 19 „FLUGSPORT“ Seite 371 Vereinsnachrichten. Der „Verein für Flugsport e. V., Neumünster“ ist kürzlich gegründet wor- den und hat z. Zt. 42 Mitglieder. Vorsitzender: van Ewig, Geschäftsstelle: Bank- direktor Brunstamp, Neumünster, Großflecken, Sportleitung: Ing. W. Wohldorf, Schleusberg. Der Modellabteilung gehören 14 Herren an, bei den bisher ab- gehaltenen Uebungsfliegen wurden bereits gute Resultate erzielt. Ein Teil der Mitglieder hat sich im Laufe des Sommers in den Segelflugschulen Rositten, Grunau und Sylt bis zum A- und B-Schein ausbilden lassen und bildet die erste Jungfliegergruppe. Seitens der Stadtverwaltung Neumünster ist in der früheren Kaserne ein großer Werkstattraum zur Verfügung gestellt worden, in diesen Tagen wurde mit dem Bau des ersten „Zögling‘‘ begonnen. Uebungsgelände: Boostedt Höhe 53 und der Bocksberg bei Innien. ‚Berichtigung. Betrifit Ergebnisse Internationaler Rundflug 1929. In der Siegerliste auf Seite 344, Nr. 18, „Flugsport“, ist die von Lusser geflogene Maschine irrtümlich mit 95 PS angegeben. Es muß richtig heißen 40 PS Salmson-Motor AD 9. Diese Leistung von Lusser ist um so beachtenswerter, da er mit 40-PS-Motor in der Geschwindigkeit nur 6 km hinter dem Siegerflugzeug von Morzik zurückgeblie- ben ist. Die englischen Abkürzungen bedeuten: B. E. = Doppeldecker der British Experimental. R. F. C. = Royal Flying Corps. R. A. F. = Royal Aircraft Factory. Eine Tafel der ausländischen Kriegsflugzeuge finden Sie in Nr. 8 des „Flug- sport“ 1918. Ernst Plochmann ist am 29. Sept. 1910 nicht auf einem Grade-Eindecker, auf welchem er seine Pilotenprüfung erwarb, sondern auf einem Aviatik-Doppel- decker abgestürzt. Sabotage. Wir glauben nicht an diese Märchen und geben solche Nachrich- ten nicht gern, um nicht zur Nachahmung wie bei Eisenbahnsabotagen anzureizen. Wie wollen Sie Wasser in den Vergaser gießen? Das ist nicht so einfach. Ebenso schwer ist es, Sand in den Motor zu bringen. Warum ist es immer sehr feiner Sand? Die wirkliche Ursache ist vielmehr sehr natürlich. Wasser kann schon mit dem Betriebsstoff mit eingefüllt sein, oder es haben sich Niederschläge durch Temperaturdifferenzen gebildet. Staub und feiner Sand sind in der Flugzeughalle beim Motorlaufenlassen im Stand angesaugt worden und sind in die Getriebeteile geraten, Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Jahrbuch 1929 der Deutschen Versuchsanstalt für Luitfahrt E. V. Verlag R. Oldenbourg, München. Ganzleinen RM 42.—. Das umfangreiche Jahrbuch enthält außer dem Tätigkeitsbericht der DVL. die DVL.-Berichte Nr. 102—140, Schrenk: Ueber Profilwiderstandsmes- sung im Fluge nach dem Impulsverfahren. Kaiser: Blutkreislauf-Untersuchungen im Unterdruck. Hoffmann: Entwicklung eines Anschnallgurtes von einheitlichem Muster. Lacmann: Einige Nomogramme und andere Hilfsmittel für die Luftbild- messung. Hübner & Pleines: Kinematographische Messung der Trudelbewegzung an einem Flugzeug vom Muster Albatros L 68. Koppe: Die Bedeutung der MeB- technik für die Luftfahrt. Thalau: Belastungsversuche an Flugzeugen. Faß- bender: Die zweckmäßigsten Wellen für den drahtlosen Langwellenverkehr mit Flugzeugen. Schmiescheck: Der Energienivellierer, ein neues Gerät zur Unter- suchung von lichtempfindlichen Emulsionen auf ihre selektive Empfindlichkeit. Kaiser: Die Sauerstoffdrosselung in der Atemluft bei Atmosphärendruck (Stick- stoffnarkose). Schrenk: Probleme des Höhenflugs. Seewald: Ueber die Messung Seite 372 „TLUGSPORT“ Nr. 19 der Kräfte an Luftfahrzeugen. Schrenk und v. Pilgrim: Die Festigkeit von Bolzen in Holzbauteilen. Brenner: Dynamische Festigkeit von Fluzzeug-Konstruktions- teilen. Kaiser: Blutkreislauf-Untersuchungen im Ueberdruck. Fuchs und Schmidt: Stationärer Trudelflug. v. Baranoff: Beitrag zur Frage der Stabilität der Trudel- bewegung. Blenk: Göttinger Sechskomponentenmessungen an Flügeln mit V-Form, Pfeilform und Verwindung. Lürenbaum: Ueber die meßtechnische Untersuchung beschleunigter Bewegungsvorgänge, insbesondere über die direkte Ermittlung von Beschleunigungen mittels eines schwingungsfähigen Systems (Masse und Feder). Dobberke und Schraivogel: Flugzeugs-Sperrholz und seine Prüfung. Kraemer: Untersuchung über den Einfluß von Aufbau und Faserverlauf auf Zug- festigkeit, Biegung und Dehnung an Birkenfurnieren und Birkensperrholz. Kurz- wellenversuche bei der Amerikafahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin“. Krüger und Plendl: Ueber die Ausbreitung der kurzen Wellen bei kleiner Leistung im 1000-Kilometer-Bereich. Faßbender und Kurlbaum: Abhängigkeit der Reichweite Sehr kurzer Wellen von der Höhe des Senders über der Erde. Gloeckner: Der Bordpeilempfäneer im Flugzeug. Rackwitz und Schmidt: Prüfverfahren zur Beurteilung der Korrosionsbeständigkeit von Metallen gegen Witterung und Seewasser. Rackwitz und Schmidt: Ueber den Schutz von Sperrholz gegen Feuchtigkeitsaufnahme durch Paraffinvorbehandlung. Blenk und Liebers: Ge- koppelte Biegungs-, Torsions- und Querruderschwingungen von freitragenden und halbfreitragenden Fiügeln. Hübner: Erfahrungen bei Flugeigenschaftsprüfungen im Jahre 1927/28. Brenner: Korrosionsschutz von vergütbarern Aluminiumlegie- rungen im Flugzeugbau. Rackwitz und Schmidt: Prüfung der Korrosionsbestän- digkeit von Alcladblechen. Matthaes: Prüfung der Festigkeitseigenschaften von. Alcladblechen. Küßner: Schwingungen von Flugzeugflügeln. Küßner: Schwin- gungen mehrfach gestützter Stäbe mit Axialkräften. Caspari: Zergliederung und statistische Erfassung von Flugzeugunfällen. Essers-Kober: Untersuchung von Flügelschwingungen im Windkanal. Ebner: Zur Berechnung räumlicher Fach- werke im Flugzeug-Fachwerk-Rumpf. Seydel: Ermittlung der Stabkräfte im Flugzeug-Fachwerk-Rumpf, Stieglitz: Drehschwingungen in Reihenmotoren. Wirtschaftliche Luftfahrt von Hermann Röder, Ingenieur und Flugkapitän. Verlag Otto Herm. Hörisch, Dresden N6, 286 Seiten, brosch. RM 13.—, geb. RM 15.—. Die in dem Buch nach der heutigen Technik behandelten Fragen sind außer- ordentlich lesenswert. Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs, diese Bezeichnung ist in den letzten Jahren oft als Titel für die verschiedensten Zwecke verwendet worden. Die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs kann eine Wissenschaft für sich sein und werden. Sie kann es aber auch sein als eine Ueberschrift für einen be- stimmten Zweck. Die Zusammenstellung der Diskussionen im vorliegenden Buch ist interessant. Interessant besonders für die Kraftverteilung, hier Junkers, dort Luft-Hansa, Allerdings sind die Parteien und die für diese tätigen Kräfte nur für den Eingeweihten mit Sicherheit erkennbar. Auch das ist eine Wissenschaft für sich. Segel-Fliegerlied, für Gesang mit Klavierbegleitung von Gustav Striedinger. (Im Selbstverlag.) Das Lied erschien zum 10. Rhönsegelflug-Wettbewerb und ist dem „Rhön- geist“ gewidmet. Eine lebhaft bewegte, kraftvolle Melodie hat sich dem eigen- artigen Rhythmus der Worte innig verbunden zu einer Einheit, wie sie nur selten unter glücklicher Eingebung zustande kommt. Das ganze atmet Rhön- geist, herbe Frische. Es kündet in Wahrheit, „was des Fliegers Herz beseelt im Tatendrang‘“. Die deutsche Jugend muß an dieser markigen Marschweise ihre helle Freude haben, insbesondere wird es in Fliegerkreisen als ein Festgesang auch bei feierlichen Gelegenheiten seine Wirkung nicht verfehlen, Wir glauben nicht besser dafür werben zu können, als daß wir den Text zum Abdruck brin- gen. Das Lied, dessen Titel ein Bild des Fliegerlagers auf der Wasserkuppe schmückt, kann vom: Verlag des „Flugsport“ zum Preise von 1.— RM zuzüglich 25 Pig. für Porto und Verpackung bezogen werden. Segel-Fliegerlied. Stolz flieg‘ auf, mein Lied, Freiheitsgesang! Verkünde, was des Fliegers Herz beseelt im Tatendrang! Wo Aufwind deutscher: Kraft Wege zur Freiheit weist, da lebt und wirkt noch heldenhaft der deutsche Fliegergeist, Nr. 19 ‚FLUGSPORT“ Seite 373 Schließt den Ring! Hebt die Hand, Hüter deutscher Ehr und Art: Freiheit gilt's, Vaterland! Fliegergeist sei treu bewahrt! Nct zwang, Volk ohne Raum, Schicksalsgebot. Wir glauben an den deutschen Traum, was immer uns bedroht! Das Herz schlägt unverzagst trotz aller Not der Zeit! Die Freiheit grüßt! Ihr Morgen tagt im Reich der Herrlichkeit. Sonne steigt! Jauchze Herz! Wahrheit wird der Fliegertraum: Freie Bahn, sonnenwärts! Erde hat für alle Raum! Gruß dir, Heldenmal, Horst in der Rhön. Wie blinkt der goldne Sonnenstrahl auf Erz und Stein so schön. Der Stolz wallt auf im Blut! Heldenzedäcktnis gilt’s! Vermächtnis bleibt's und heilges Gut, zu deutscher Tatkraft schwillt's Flieger sein, Sieger sein! Losung bleibt es immerdar; Hals und Bein, Flieger sein. Schwing dich auf, du freier Aar! Rhönführer. Von Dr. Gustav Schneider, Sanitätsrat, mit einer Uebersichts- karte der Rhön und 14 Wegekärtchen, 19 Abb. sowie einem Verzeichnis von Reiseplänen für die Rhön. Preis RM 4.—, Verlag der Universitätsdruckerei H. Stürtz A.-G., Würzburg. Es gibt wohl kaum einen Segelflieger, dem außer der Wasserkuppe auch die Schönheiten der Rhön nicht in ihren Bann gezogen haben. Der vorliegende Füh- rer ist eine ausgezeichnete Uebersicht über die gesamte Rhön. Sehr wertvoll sind die 14 Uebersichtskärtchen, die bei Ueberlandflügen gute Dienste leisten. Der bil- lixe Preis steht in keinem Verhältnis zu dem Gebotenen. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Expedition des Flugsport KLEINE ANZEIGEN «Ws Die zweigespaltfene Millimeier-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Stellengesuche Technischer Leiter (Ingenieur) großer Seeflugst., Taucherlehrer u. Taucher, sucht leitende Stell. im Flugbetrieb. Offerten unter 2531 an die Exped.d. „Flugsport erbet. Flugzeugiührer zugleich erster Motorenmonteur y ar . an selbstständiges Arbeiten ge- wöhnt, sucht Auslandsstellung. Offerten unter 2532 an die Expedition des „Flugsport” erbeten. An- undVerkäufe Douglas 750 cm? gebraucht, in "betriebsiertigem Zustande, zu verkaufen. 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H. - BOBLINGEN (WÜURTTEMBERG) N n Iniclittensch ® ‚ Rs Min... > # GEGRÜNDET 1908 vu. HERAUSGEGEBEN N | VON OSHAR, URSINUS *= CIVIL -ING. UNINIII | | Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen _ Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4,50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten“ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 20 2. Oktober 1929 XXI. Jahrgang __ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 16. Oktober Der belgische Königspokal wird zum 2. Mal von Lusser gewonnen. _ Der belgische Königspokal ist von Robert Lusser auf Klemm-Fin- decker mit 40 PS Salmson gewonnen worden. Lusser wurde vom bel- . gischen König zu seinem Erfolg beglückwünscht. An dem Wettbewerb nahmen weiter teil drei Potez-Hochdecker, ein Caudron-Doppeldecker C 161 (60 PS Salmson), der belgische Saint-Hubert-Hochdecker C 1 (85 PS Walter) und aus England ein Avro-Doppeldecker „Avian“ mit dem neuen 105/115 PS Cirrus-Hermes-Motor. Der Klemm-Eindecker war die einzige Maschine der Kategorie II (bis 280 kg Leergewicht) ; sie wurde lediglich hinsichtlich der Brennstoffverbrauchsprüfung gün- stiger bewertet, hatte aber sonst die gleichen Leistungen zu erzielen wie die größeren, mit mehr als doppelt so starken Motoren ausgerüsteten Maschinen. Als einzige Prüfung wurde am 26.9. die Brennstoffverbrauchsprü- lung vorgenommen. Sie führte über eine Strecke von 100 km Länge, wobei die Teilnehmer jedoch für 400 km Brennstoff mitnehmen muß- ten, welche Menge auch für alle übrigen Prüfungen vorgeschrieben war. Zwei von den drei Potez-Maschinen mußten unterwegs Notlandungen vorneffmen. Eine ist wieder gestartet und hat die Prüfung zu Ende ge- fiogen. Lusser hatte jedoch nur 8,725 I Benzin (mehr als 12 I durfte er nicht verbrauchen) und 150 & Oel verbraucht. DLV-Zuverlässigkeitsilug 1929. Der DLV-Zuverlässigkeitsflug 27.—29,. September ist beendet. Das Wetter war sehr günstig, bis auf die unter frühem Bodennebel leiden- den Flugplätze im nördlichen Deutschland. Von 35 zum Wettbewerb zugelassenen Flugzeugen gingen 33 an Start. Am Start konnten nicht erscheinen das Flugzeug des Aero-Klubs von Deuschland und der Aka- demischen Fliegergruppe Halle. | Seite 376 „rFLUGSPORT“ Nr. 20 Schon bald nach dem Start der 33 Teilnehmer wurde die Wetter- lage im gesamten Reichsgebiet günstiger, und der Nebel machte bald strahlenden Sonnenschein Platz. Von den 33 gestarteten Flugzeugen erreichte bis zum Beurkundungsschluß um 5 Uhr nachmittags die er- staunlich hohe Zahl von 29 Flugzeugen nach planmäßiger Erledigung der Strecke, die für jedes Flugzeug durchschnittlich 500 bis 600 km be- trug, wieder ihren Zielflughafen, darunter auch Helmuth Hirth und der 47jährige Friedrich Güttler aus Elsterwerda, der mit seinem Sohn den Wettbewerb bestritt. Am 2. Tage starteten wieder alle 33 Flug- zeuge, von denen 28 planmäßig ihre Tagesstrecke durchflogen. Nur ein einziges der am 2. Tage gestarteten Flugzeuge mußte wegen Ven- tilfederbruchs bei Barnstorf notlanden, wobei sich das Fahrgestell be- schädigte und für den Wettbewerb nicht mehr in Frage kam. Das Flug- zeug, das der Luftfahrtvereinigung Münster angehört, hatte schon am ersten Tage eine Notlandung wegen Ventilfederbruches machen müs- sen. Außer diesem Flugzeug mußten weitere drei Flugzeuge notlan- den, und zwar das Flugzeug von Gustav Schritt, Marienburg, 3 km vor Marienburg, mit Pleuelstangenbruch. Das Flugzeug hatte aber Ersatz- teile und konnte am Wettbewerb wieder teilnehmen; ferner das Flug- zeug des Vereins zur Förderung des Flugwesens, Kottbus, das in Leip- zig Propellerschaden erlitt, und das Flugzeug des „Siebengebirgsflug“, das in Uerdingen a. Rhein notlandete. Auch diese beiden Flugzeuge blieben im Wettbewerb. Zwei Flugzeuge landeten erst nach der Be- urkundungszeit auf ihrem Heimathafen und haben dadurch einige plan- mäßige Kilometer verloren. Das eine Flugzeug gehörte dem Verein Kott- bus an, während das zweite dieser Flugzeuge von der einzigen weib- lichen Pilotin des Wettbewerbes gesteuert wurde. Fräulein Beinhorn hatte Vergaserschaden und mußte zwischen Dessau und Staaken not- landen. Zusammen mit ihrer Begleiterin, Fräulein Pix, reparierte sie aber innerhalb einer Stunde den Schaden und erreichte ihr Ziel Berlin- Staaken. Am dritten Wettbewerbstag starteten 28 Teilnehmer, darunter auch der alte Friedensflieger Helmuth Hirt auf einer Klemm-Daimler, welcher, von Friedrichshafen kommend, in alter Frische in Frankfurt landete und nach Böblingen, seinem Heimathafen, weiterflog. Vom Rhönsegelflug 1929: Der untere Teil der Anlagen mit der Straßenkehre. Nr. 20: „FLUGSPORT“ Seite 377 Schwedisches Schul- und Sportilugzeug „Falken“. Die Svenska Aero A.-B., Stockholm, baut einstielige, stark ge- saffelte Land-Doppeldecker mit Armstrong-Siddeley-Mongoose 175 km/h und mit Armstrong-Siddeley-Lynx 205 km/h. Der Motorbock ist mit vier Bolzen am Rumpf leicht auswechselbar 'befestiet. Rumpf Stahlrohr mit Leinewandbekleidung, um den Motor und oberhalb des Rumpfes vor den Sitzen Aluminiumblechbekleidung. Hinter dem mit Asbest isolierten Brandschott liegt der als Falltank ausgebildete Be- triebsstoffbehälter. Sämtliche Benzinleitungen sind in biegsamen Petro- Schwedisches Schul- und Sportflugzeug „Falken“. u Rechts oben: Fahrgestellanordnung. u flexrohren ausgeführt. Die beiden Führerplätze sind für Fallschirm- benutzung eingerichtet. . Ober- und Unterflügel sind zweiteilig und so gestaffelt, daß der obere Hinterholm über dem unteren Vorderholm liest. Die Flügelholme aus rechteckigem Stahlrohr gezogen, sind in den Stegen mit Erleich- terungslöchern versehen. Die Rippen sind aus Holz, können jedoch auch in Stahl ausgeführt werden. Nach dem Coup Schneider. 593,399 km Geschwindigkeit erreichte. _ Supermarine Rolls Royce S VI 1800 PS, mit welchem Leader Orlebar am 5.Sept. Seite 378 „FLUGSPORT“ Nr. 20 " Höhen- und Seitenleitwerk sind aus Stahl. Höhen- und Querruder werden durch Stoßstangen betätigt, das Seitenruder durch Seilzüge. Spannweite Oberflügel 9,4 m, Unterflügel 8,8 m, Flügeltiefe 1,25 m, Gesamthöhe 3,05 m, Gesamtlänge 7,6 m, beim Uebungsflugzeug 7,5 m, ‚Spurweite des Fahrgestells 1,65 m, Flügelinhalt 25.3 m?. Schulilugzeug mit Armstrong-Siddeley-Mongoose mit 135 PS, Ma- ximalgeschwindigkeit 175 km/h, Landegeschwindiekeit 70 km/h, Steig- zeit bis 1000 m 4,5 Min., Leergewicht 620 kg, Zuladung 320 kg, Flug- gewicht 940 kg, Flügelbelastung 37, Leistungsbelastung 6,7, Betriebs- stoffbehälter 4,5 Std. Uebungsflugzeug mit Armstrong-Siddeley-Lynx 200 PS, Maximal- geschwindigkeit 205 km/h, Landegeschwindigkeit 78, Steigzeit bis 1000 m 4 Min., Leergewicht 700 kg, Zuladung 420 ke, Fluggewicht 1120 kg, Flügelbelastung 44,3, Leistungsbelastung 5,6, Betriebsstoffbe- hälter 3,2 Std. Curtiss-Condor- Verkehrsflugzeug für 18 Passagiere 1250 PS. ‚Die Curtiss Aeroplane and Motor Co. hat einen Verkehrsdoppel- decker mit zwei Curtiss-„Conqueror“-Motoren zu beiden Seiten des Rumpfes gebaut. Besonderer Wert wurde beim Bau des Passagier- raumes auf Geräuschdämpfung gelegt. Der Passagierraum besteht aus drei Abteilen mit je sechs Sitzen, welche in zwölf Schlafplätze umge- ‚ wandelt werden können. Der Motor macht 2400 Umdrehungen und ist auf 1200 untersetzt. Maximalgeschwindigkeit des Flugzeuges 220 km, Reisegeschwindigkeit 185 km, Landegeschwindigkeit 78 km, Aktionsradius 900 km mit einer bezahlten Last von 1600 kg. Das Flug- zeug soll bei voller Belastung, ohne Höhe zu verlieren, mit nur einem Motor fliegen können. Höhen- und Seitenleitwerk sind ähnlich wie bei den früheren deut- schen Gotha-Riesenflugzeugen doppelt ausgeführt. Die beiden Seiten- ruder liegen zu beiden Seiten des Rumpfes, so daß diese von den seit- lichen Motoren noch beaufschlagt werden können. Ital. luftgekühlter Reihenmotor Colombo „S.53“ 85 PS.*) Die Officine Colombo, Societa Anonima, Mailand, bekannt durch ihren 6 Zyl. wassergekühlten Flugmotor, haben im vergangenen Jahr einen neuen luftgekühlten Flugmotor 4 Zyl. in Reihen unter der Be- zeichnung S. 53 herausgebracht. Der Motor leistet bei 1700 Umdrehungen 87 PS und bei 2000 Umdrehungen 105 PS. Gewicht nur 103 kg. Die Zylinder, 114 mm Bohrung und 140 Hub, besitzen Stahllaufbüchsen mit einzedrehten Kühlrippen und aufgeschraubten Zylinderköpfen aus einer Magnesium- legierung. Kolben aus Aluminium, Pleuelstangen aus Stahl von H-förmigem Querschnitt. Die Kurbelwelle ist fünfmal in Bronzelagern gelagert. Der Pro- pellerdruck wird durch ein Längskugellager aufgenommen. Pleuel- iager gleichfalls in Bronze. Die beiden Boschmagnete liegen quer zur Kurbelwellenachse. Vergaser Zenith. Schmierung durch eine Zahn- radpumpe, welche das Oel an die Schmierstellen preßt, und eine Zahn- radrücklaufpumpe. Der Entlüfterstutzen liegt vor der Zylinderreihe. Gesamtzylinderinhalt 5,71 1, Kompressionsverhältnis 5:1, Be- triebsstoffverbrauch 225/230 g. Ze *). Siehe d. Abb. S. 379. Seite 379 Italienischer Flugmotor Colombo „S. 53“ 85 PS. 114 mm Bohr., 140 mm Hub, Seite 380 „FLUGSPORT“ _ Nr. 20 Werkstofforschung im Flugzeug- und Motorenbau. Mit der zunehmenden Entwicklung des Flugzeug- und Motoren- baues drängte die Werkstofforschung nach planmäßiger Weiterent- wicklung. Die sich fortgesetzt steigernden Anforderungen in der Lei- stungsfähigkeit und Sicherheit der Verkehrsflugzeuge zwangen zu einer Spezialisierung der systematischen Untersuchung der Baustoffe hin- sichtlich ihrer Festigkeit, chemischen Eigenschaften und anderen mehr. Für jede einzelne Stelle am Flugzeug mußte das beste und einwand- freieste Material geprüft und ausgesucht werden. Einen sehr schönen Ueberblick über solches Arbeiten gab die Forschungsanstalt : von Junkers auf der Ila 1928. Die Forschungsanstalt arbeitet mit den Konstruk- tionsbüros in Werkstofi- fragen eng zusammen, um auf Grund ihrer Sonder- kenntnisse der Festig- keits- und Verarbeitungs- eigenschaften die günstig- sten Formen und Abmes- sungen der einzelnen Kon- struktionsstelle finden zu helfen. In vielen Fällen wird es wegen ' schwieriger Be- rechnungsmöglichkeit ein- zelner Bauteile notwen- dig, die wirklich erreich- . ten Festigkeiten dadurch zu prüfen, daß man sie betriebsähnlichen Bela- stungen unterwirft. Auch andere Eigenschaften, wie Kugelsiuck_ für Flügelverschraubung ‚{ür_eın R-Flugzeug. Werkstoif: Vergüfeler romnihetstahl VON 85/15. elastisches Verhalten, Wi- , | \ derstand gegen Dauer- Sepr weilgehend VOrgpreV, iNWANGFFEIeL_[OSErVEL- schwin guneen, ferner Ver- jauf parallel zur Oberfläche. halten bei , Hr | | Wärmebean- — spruchungen, Laufeigen- schaften u. dgl. werden häufig schon während des Entwurfs an versuchsmä- Big hergestellten Bautei- len nachgeprüft. Man er- hält dadurch die größt- mögliche Sicherheit da- für, daß bei der Gesamt- erprobung der Konstruk- tion keine wesentlichen Schwierigkeiten an den Einzelteilen auftreten, die die Versuche am Ganzen stören oder verzögern könnten. Eine wichtige Aufgabe der Forschungsanstalt ist ‚Abb. 1. es auch, die Kenntnis der Bruchlast 680 fg : 163 Igimm! Drahtquerschn Festiageitsverlust durch den Spleil ca 6%. Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 381 Werkstoffe und ihrer Behandlung in den Betrieben zu fördern und deren richtige Verarbeitungsmethoden, Wärmebehandlung usw. in der Werkstatt zu kontrollieren. Die Ausstellungsgegenstände in der „Werkstoff-Forschung“ zeig- ten die Art der Werkstoffbehandlung im Flugzeugbau und im Motoren- bau. Beide Gruppen waren nach Leichtmetallen und Schwermetallen unterteilt. Bei den Leichtmetallen im Flugzeugbau sah man, wie die laufen- den Prüfungen zur Kontrolle des angelieferten Materials ausgeübt wer- den. Die gleichen Versuche werden auch zur Beurteilung neuer Werk- stoffe durchgeführt, die dann noch durch andere wissenschaftliche Prü- fungen und Verarbeitungs- versuche im Betriebe. hauptsächlich auf Kalt- und Warm-Verformbarkeit, Schweißbarkeit, Gießbar- keit ergänzt werden. Für alle diese Formgebungsar- beiten werden vergleichen- de Beispiele an verschiede- nen, mehr oder weniger brauchbaren Legierungen dargestellt. Auch Versuche an fertigen Bauteilen, ins- besondere Gußstücken, wurden vorgeführt. Ein wichtiger Punkt zur Beur- teilung der Leichtmetalle | ist auch die Prüfung ihrer ni . Korrosionsbeständiekeit so- | #erkstoff: Unlegrerter Stah/guß,Stg Sofss gegN wie Maßnahmen zum Schutze von Teilen, die be- sonders starken Angriffen, z. B. Seewasser, unterwor- fen sind. Von den Schwermetallen ist es in erster Linie der Stahl, der im Flugzeugbau Verwendung findet. Einize Flügelteile aus dem ersten Versuchsfluszeug J1, das ganz aus Stahl aufgebaut war, bestanden aus Blechen bis zu 0,2 mm Stärke her- ab, die elektrisch zusam- mengeschweißt waren. Bei den jetzigen Junkers-Flug- zeugen sind nur noch we- nige Teile aus Stahl, insbe- sondere wird Stahlblech für Knotenstücke zur Ver- bindung von Holmen und _ Streben benutzt. Sehr in- Ungeoln teressant war die Darstel- |- lung der richtigen Verarbei- tung und Nachbehandlung Abb. 2. Gefügebilder von Stg Sofre. Geglähf (nermalisier) Vergüfer auf 65 hg je Gußsiruklur spröde. zähe. . festıgkeit. . Schmiit durch Ausschußstüc mi Rondiunker Vergütung einwondires, serbihisches GESüge. e Ur FOpILGESEN-PNSCHIUSS, Werkstoff; Legierter Stablguß _ SIG N 705° Gefügebrlder von $7 GN Oh 5. Beglchr ne Seite 382 „FLUGSPORT“ Nr. 20 dieser geschweißten Knotenstücke. Die weitere Verwendung von Stahl beschränkt sich auf Rohrstreben größerer Länge im freien Luftstrom (wegen günstigerer Knickbelastung) und auf deren Endverbindungen sowie. auf Steuerseile für die Betätigung des Leitwerks. Neuerdings werden auch größere Kugelverschraubungen (Abb. 1) aus hochwerti- gem Stahl gemacht, von denen ein Stück für das neue 20-Tonnen-Groß- fugzeug ausgestellt war. In geringerem Maße wird auch Stahlguß für Knotenstücke verwendet, von denen eine Strebenverbindung für das Fahrgestell des Großflugzeuges gezeigt wurde. Von den übrigen Metallen werden Kupfer und seine Legierungen LOngs- und Querproben VOR SEHMEGESNÜLEN. Brucheresen zu obiger Tabelle . Schmiedesion) 1 a... ® De EiR Schlüsse verursachen, (zusammen mil Seigerung Zerreifßprobe » se als ss ve se ersoeinungen) beim Auswalzen bzu.- Sumieden die 509. /@5 a es ul: oder Zeilensiruktur, die ungleibomäßige Festigkeiten im Wen Beuchoussepen | Krnererut | Tnehterbras | Tricpterßrech | Triohtersruh "OT ie Sof beuurkf, Quer zur Füser Sind die FESHIOREISEIgGENSCHATE Te wrurwurwierg: ofs erheblich geringer. u . BAR un - _ — Be der Herstellung von Sehmwedesiüchen muß or Bruchaussehen 102 | Prrepterörug Or ger Hels- Ben es geachtel werden, daß der Füserverlauf Immer MOGMSE r m raliel zur Oberflache geht, damit! keine Beansprvchung: ange) ® ® 23 quer zur Faser auftreten. Is dies nich! möglich, SO 17 Bruchausschen Ainkorng \ Grobhiranz der Konstrukteur bei seiner Bereopnung geringere Ps einem & ® & ‚kalswerle einseizen. \ gwer _ : SER © B Brunauss erE Hark frsenrg Ve fe en. . Beispiele_für_die Wichtigkeit HDHGER A. Yenfilkegel, Faser verlaufan Kurbeiweien le Aezeeraus 1_Kurbeivelte ausoestone Sohlechter Faserserlauf Ä R fosee- 243. Fo und Skizze sunes Kegeisfiichs . wet. Bam Anstauchen zes Telers Paz baum Ausdreben gekar Soprsiten: Dausr [erhıgso es IDafre gessigf, & : Ansßgefahr 2. Kurbeiwelle im Saltel gebogerguiiuse weveger ser e fi b 2 EKenbiseger ” Dee Mache wur, Gefhr rgfermueger 7 egfOrREge weifergehend 1 er füserveria, Ser pen) Zur ı Diner fen 90h 4 arg Ike; SEE Si n Inspruchung € it we geschmegerer Neryılkegei, Faser üben 2. Zahnräder. 3. Handgeschmiee: ungunshig. YURSHO. B zes ; Lersurchs: Barrch oR % wel us Öpserk a2 FErÄSPESF ger vroßle Brvmgsfshr Aueh 2 Abb. 3. . Abb. 4. Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 383 in geringerem Umfang im Flugzeugbau benutzt, insbesondere für Rohr- leitungen usw. Ein Beispiel für die Verwendung von Reinkupfer zur Aufnahme von Stoßenergie in Fahrgestellen beschloß diese Abteilung. Auch die Prüfung von Gummi für Abfederungszwecke sowie von ganzen Fahrgestell-Federbeinen und Anlaufrädern, die beim Landen des Flugzeuges die Stoßenergie auffangen, gehört, wie man sehen konnte, zum Aufgabenkreis der Werkstoffs-Forschungs-Abteilung. Im Motorenbau spielen die Hauptrolle Stahl und Eisen; die Leicht- metalle haben sich nur für weniger hochbeanspruchte Teile eingeführt. Die Darstellung wies zunächst auf einige grundlegende Gesichts- punkte über die Prüfung von Werk- 4 stoffen hin. und gab & eine Uebersicht der % wichtigsten Eisen- und Stahlarten, wie Grauguß, Temper- cuß, Stahleguß, schmiedbare Stäh- le. Näher war ein- gegangen auf wich- tige Sondereigen- schaften der ge- schmiedeten Stähle, insbesondere auf die Wirkung von unlöslichen Verun- ” reinigungen, die die Leichlimelall-Kolben. \® . A_KoNSITUKNVE GLUNdIAGER. . Die Kolben fur Verörennungsmatare werden in erster wor st große Warmeobiestung Reosiserest Hierduroa ergeben Sich wo Den FE. OEELESER GELÖG Frotzders [5 2005 eioe VALSOFWERN BU BASE 8 ESPEINUS 0er Speufischen Gewsch/e In_AEIchImeIcH, 2) Konstruktive Meflnahmen gegen die hohe Wärmedehnung. sog. ’ ‚Fasers truk- Wegen der gegenüber Gußersen etwa dopnelien WErME FL do der ey “en , . meiall-Kolben größeres Spiel, Um oreses 24 verringern kant OR den Wolbenscha, tur etz eug en . D 1e- abreıfen. und B m dem Bodenstüc durch &iR Wehen Segr MOrmeOeSURQ, se ist bei der Form- 2 vnnarstahl, Vera Berspiele: gebung von Bau- teilen vom Kon- i strukteur stark zu | oe i beachten, da die ii. | Festigkeitseigen- schaften längs und quer zur Faser sehr verschieden sein können. Als BEmfluß der Qießart. UBoden nach oben. Beispiel dafür ist Sn TO BE RRN die Herstellung und Eli. 57002 BuBelels)e Hager 2 Me us zanr bleiben über den Augen Prüfung von Kur-- | = ByGer Srger u gro, com wird | belwellen darge- | ar ame aue Tone stellt (Abb. 3u. 4). | Borg, car ieh Auch von der Prü- fung fertiger Bau- teile unter dem Be- trieb angepaßten RS Beanspruchungen, = insbesondere der a Prüfung von Ven- tilkegeln bei hohen Auspufftemperatu- renwurden Muster- beispiele gezeigt. Abb. 5. „FLUGSPORT“ Seite 384 Nr. 20 Von großem Wert für den Konstrukteur sind die dargestellten Untersuchungen über den Einfluß von mehr oder weniger scharfen Kerben auf die Schlag- und Dauerfestigkeit. Gerade bei den ständigen Schwingungsbeanspruchungen der Motorenbauteile bieten scharfe Querschnittsübergänge eine große Gefahr. In der Stahlabteilung waren noch Beispiele angeführt, wie man durch falsche oder richtige Warmbehandlung die Stähle in ihren Eigen- schaften in weitem Umfange beeinflussen kann. Dies zeigt, daß man im Betriebe einer weitgehenden Kontrolle der Wärmebehandlung erößte Beachtung schenken muß. Von anderen Schwermetallen werden noch Kupferlegierungen und Veredelbare AlUMWMIUM= . LEWIELURGER. A Allgemeines. Durch Verformung in der Wärme erholfen die Metalle größere 0/00 - majigkeif und bessere Fesfigkefseigenschaffen. i Einge Blumimium-Legierungen jassen sieh drüber hinaus durc} eine 6esen- dere Wörmebehandlung noch ganz erpebbich in rer GÜRe Stergern. Die seg „ Veredelung "besteht in einen Glühen bu ca 502° ml nocfolgender Abschre kung ın Wosser Die Festrgkeilsstergerung Irıi# mießf Soforf ein, Sonsern, fe nach dem Legierungs/yp, selbsttäfig im Verlauf von einigen Tagen (seiöstätiges Altern oder erst nach längerem Anlossen auf Temperoluren von ca 126-160°. /könsthches Allern} Weiter gibf es Legierungen mm gemischter ANEFURG. Übemische Zusursspensefzung Zusatze , agiert 1 irtebildner. Lewerung u En m Wr SE IR) Harlebildner. “2 jwsjas)an|- jr Kupfer, Magnesioa 6 Shräitera 3 ei = bee) or) ar | Zi 0 Zllacen »2l = lası =. ce = a3} Aupfer a SEZIER ’ Ba ae 06 = 123 | Ausfar w Shaw 12ı - Josı 2. las|8s|as | Kunferlapasseno. Innziwe Et 2. 0# 1 ie: has | Dead, Magmessm u, SrRae B.Warmverarbeiiung. Injeige ihrer ausgeprägten Fosersirukfer 15} 6 der Herstellung Von Sumiede- u Preifeilen noch höhere Aufmerksamkeit zu verwenden, als bei Sfapı, al em guter Faserveriguf erzieif wird und Beansprucpeng ger 207. FRSer OBIRE VER mieden wird. Berspreie: u Gabelstüch,, im _Gesenk_gearoßk. Guter Füserverlauf. 2/ Shubstangen. Sn ungunstiger gunstiger Schubslange 005 faservertauf Foserverlauf dLegrerung W Untersuchung _ger_Schubslonge_aus Legl. Probeentaahme und Fesligkeiisergebmusse: VAgUnsbiger fuserveriauf. j Aereapingruebal an erg & Rehristallisations Erscheinungen. Wird ein Melall kalt, (d.h. unterhalb einer bestimmten Temperatur) schwach) verfernmit uno! nacher bei einer frriifschen Temperatur gegiühl Solni# Hornvergröberung ein, dıeden Werkstoff ungünsiig beeinfhasst Die vorliegende Siange ist zu. halt ferlig geschmiedeel Bei der nachfolgenden Veredelung haben sich2.T sehr grobe Atistafle gebildet Zum Studium der Erscheinung wurden & . dem unteren Kopf der Stange Scheiben herausgeschmif undan diesen die Längs- und Quer festigkeit des Werksrajfe. bestimm#. Die erhallenen Werte an feın-bswmgrobkörnigen Probestücken zeigen beträchtliche Festigkeilsunterschiede. Querschnitt des halben ousgeschnilienen Stückes. e Außenseite des ausgeschmienen Stückes. Entnahmeder Probestäbe. R \ i £ ” Außenzone Langsricht 2.Rußenzene ver: : n i _ eis (grobes am) 7 S \ g ie j AEgeee SNEITTTSERRESTEETEN F 9 g % Innenzone & ‘a RZ (fenes Korn) 7 ve (fares Korn} Festigkeitscaren: Ar Probestab B Bruch Aufn ERTRR ER Jar _ Außen- Versuchs- f Ausschnitte. re | für Probenahms f VerWwendger Abb. 7. Nr..20 „FLUGSPORT“ Seite 385 Weißmetall im Motorenbau in geringerem Umfange verwendet, z. T. als Guß, z. T. warm oder kalt verformt. Bei diesen Metallen wurde auf deren Gießeigenschaften sowie auf die Wirkung von Warm- und Kaltverformung hingewiesen. Bei den Leichtmetallen fand sich eine Uebersicht über die ver- wendeten Legierungen und ihre Gießeigenschaften, deren Kenntnis für die Formgebung durch den Konstrukteur von großer Wichtigkeit ist. Besonders eingehend sind die Leichtmetall-Kolben (Abb. 5) behandelt, die immer größere Verbreitung im Motorenbau auf Grund ihrer guten Wärmeabführung finden. Interessant war weiter die Warmverformung der Leichtmetalle, insbesondere auch die Berücksichtigung der Faser- struktur. Die schmiedbaren Leichtmetalle haben folgende Eigenschaften: 1. Reinaluminium. Spez. Gewicht 2,7. Kalt und warm schmiedbar, schweißbar, schlecht lötbar. Korrosionsbeständigkeit geglüht gut, kalt gewalzt schlechter. Festigkeit — 9 kg/mm?, kalt gewalzt bis = 20 kge/mm?. .2. Al-Cu-Legierungen. | a) Duralumin Leg. 681, spez. Gew. 2,8. Warm schmiedbar. Festig- keit veredelt — 40, geglüht — 25 k&/mm?. b) Duralumin Leg. ZB, Eigenschaften ähnlich Leg. 681, aber etwas höhere Streckgrenze und Zugfestigkeit. c) Konstruktal 2. Eigenschaften ähnlich Duralumin. d) Lautal, spez. Gew. — 2,8. Kaltbildsamkeit etwas geringer als beim Duralumin, ebenso die Korrosionsbeständigkeit. Festigkeitseigen- schaft etwas unter Duralumin; Dehnung etwas höher. e) Aeron, spez. Gew. —— 2,8. In Eigenschaft und Wärmebehand- lung fast genau dem Lautal entsprechend. 3. Al-Zn-Legierungen. a) Skleron, spez. Gew. — 3. Gut schmiedbar und bearbeitbar. We- niger korrosionsfest als Duralumin, Festiekeit etwas höher, Dehnung gerinser. Hohe Streckgrenze. b) Konstruktal 8, Eigenschaften ähnlich Skleron. 4. Al-Mg-Mn-Legierungen. KS-Seewasser-Legierung, spez. Gew. — 28. Warm und kalt schmiedbar. Besondere Korrosionsbeständigkeit. Festigkeit zewalzt- seglüht —20kg/mm? bei 20% Dehnung; hart gewalzt bis — 30 ke/mm?. Nicht veredelbar. Wärmebehandlung. Bosch-Schwungkraft-Anlasser für Flugmotoren. Zu den größten Unbequemlichkeiten im Flugbetrieb gehört das An- lassen von Flugmotoren. Bei größeren Flugmotoren ist das Durch- drehen geradezu lebensgefährlich. Es ist schon dagewesen, daß große Flugzeuge nach ihrer Zwischenlandung nicht wieder starten konnten, weil die’Monteure sich weigerten, infolge der großen Gefahr die Mo- toren anzuwerfen. Und das mit Recht. Die behelfsmäßigen Anwerf- vorrichtungen funktionierten gewöhnlich nicht. Das Bedürfnis nach einem Anlasser hat man schon in den frühesten Zeiten erkannt. Vor allen Dingen mußte das Durchdrehen am Propeller vermieden werden. Inzwischen sind die verschiedenartigsten Anlasser- konstruktionen, meistenteils sehr kompliziert, auf dem Markt er- schienen. Bei dem großen Energiebedarf beim Anlassen werden gewöhnlich auch die Anlaßvorrichtungen sehr schwer und erhöhen somit das Mo- torgewicht erheblich. Erste Hauptbedingung bei Anlassern ist, daß sie jederzeit betriebsbereit sind und nie versagen. Hauptsächlich die letzte Seite 386 „FLUGSPORT“ Nr. 20 Bedingung hat die Firma Bosch veranlaßt, den Schwungkraft-Anlasser Eclipse in Lizenz zu bauen. Bosch baut die Anlasser in drei Haupt- ausführungsformen. Für Sternmotoren werden vorzugsweise die Anlasser der Grup- pen 6-11 (konzentrische Bauart) verwendet, während die Anlasser der Gruppe 7 (vertikale Bauart) in erster Linie für Reihenmotoren be- stimmt sind. Die Gruppen 6—11 unterscheiden sich nur durch ihre Größe; die Anlasser der Gruppe 6 reichen aus für Motoren mit einem Zylinder- inhalt bis 22 1, die der Gruppen 7 und 11 bis zu einem Zylinderinhalt von etwa 401. Alle Anlasser können mit Elektromotor- und Handantrieb geliefert werden. Bei den Bosch-Schwungkraft-Anlassern für Flugzeuge wird das Drehmoment eines auf hohe Drehzahl gebrachten kleinen Schwungrads dazu benutzt, den Flugmotor anzuwerfen. Das Schwungrad wird von einem Elektromotor oder unter Vorschalten eines Uebersetzungsgetrie- bes, von Hand angetrieben und überträgt dann seine Energie über das- selbe Getriebe auf die Welle des Flugmotors. Die Verbindung zwischen der Motorwelle und der Welle des Anlassers wird durch eine Klauen- kupplung hergestellt, die erst, nachdem das Schwungrad seine Arbeits- drehzahl erreicht hat, durch eine Kupplungsstange eingerückt wird. In das Anlassergehäuse eingebaut ist eine Rutschkupplung, die die feste Verbindung zwischen Motor und Anlasser aufhebt, sobald Rückschläge eintreten oder das vom Anlasser zu übertragende Drehmoment einen bestimmten Betrag überschreitet. Die Größe dieses Drehmoments kann durch Aenderung des auf die Scheiben der Kupplung wirkenden Feder- drucks der Größe des Motors angepaßt werden. Der Anlasser ist also gegen Beschädigungen durch etwa eintretende Ueberlastungen ge- schützt. Nachdem der Motor angeworfen ist, wird der Anlasser im Augen- blick des Ueberholens selbsttätig vom Motor entkuppelt. Die besonderen Vorteile der Bosch-Schwunekraft-Anlasser liegen in dem geringen Gewicht des Anlassers im Verhältnis zu seiner Lei- stune und in der hohen Anwurfdrehzahl, die es ermöglicht, den Motor bei voller Frühzündung anzulassen. - Ein weiterer Vorteil ist der, daß der Anlasser zunächst unabhäneig vom Motor selbst anläuft, denn der Anlasser wird mit dem Motor erst gekuppelt, nachdem er die nötige Drehzahl hat; die auftgewandte Be- schleunigungsarbeit ist also konstant und unabhängig von der Größe des Abb. 1. Bosch- Schwung- kraft- Anlasser, Gruppe 11, mit elektri- schem und Handantrieb. Nr.. 20 „FLUGSPORT“ Seite 387 Abb. 2. Bosch-Schwungskraft-Anlasser, Gruppe 6, mit Handantrieb. Abo. 3. Bosch-Schwungkraft-Anlasser, Gruppe 7, mit elektrischem und Handantrieb. Abb. 4. Bosch-Schwungkraft-Anlasser, Gruppe 7, mit Handantrieb. Motors und von der Temperatur, was in der kalten Jahreszeit beson- ders ins Gewicht fällt. Der elektrische Anlasser unterscheidet sich von dem Handanlasser nur dadurch, daß an das Schwungradgehäuse ein Elektromotor ange- baut ist, der das Schwungrad bis auf die Arbeitsdrehzahl beschleunigt. Der Elektromotor wird durch einen Magnetschalter eingeschaltet, der seinen Strom über einen Druckknopfschalter erhält. Beim Niederdrücken des Druckknopfschalters fließt Strom durch die Wieklung des Magnetschalters, dessen Anker angezogen wird und dadurch Batterie und Elektromotor miteinander verbindet. Nachdem der Elektromotor das Schwungrad beschleunigt hat (nach etwa 5 Sekunden), wird durch Ziehen am Druckknopf der Strom ausgeschaltet. Durch weiteres Zurückziehen des Druckknopfes wird mit einem am Ende der Druckknopfstange befestirten Drahtseil oder einer Stange die Kupplung des Anlassers vorgerückt und der Anlasser mit dem Motor gekuppelt. Sobald der Motor angeworfen ist, wird der Druckknopf losgelassen; eine Rückzugfeder bringt ihn dann in seine Ruhestellung. Der Elektromotor ist nur, solange‘er das Anlasser-Schwungrad be- schleunigt, mit diesem verbunden. Die Verbindung wird selbsttätig her- Seite 388 „FLUGSPORT“ Nr. 20 gestellt und wieder gelöst. Der Anlasser hat daher keine Bürsten- reibungsverluste, und bei etwaiger Benutzung der Handkurbel wird eine zusätzliche Belastung vermieden. Der elektrische Anlasser hat den Vorteil, daß eine Person allein, vom Führersitz aus, den Flugmotor anlassen kann. Außerdem ist es natürlich auch möglich, den Motor anzuwerfen, wenn das Flugzeug sich in der Luft befindet. Rohrverbindung. von Benzinleitungen. In Abb. 1 ist eine richtig ausgeführte Verbindung zwischen dem Leitungsrohr und beispielsweise einem Armaturenteil dargestellt. Die Ausführung in dieser Art zeigt, daß keine Leitungsverengung vorhan- den ist. Sehr häufig sieht man Ausführungen, bei welchen das Rohr 1 über den Nippel 2 gelötet ist. Diese Ausführung ist schlecht auszufüh- ren und ergibt auch eine Querschnittverminderung, sie sollte ver- mieden werden. Das Auflöten des Nippels 2 auf Rohr 1 wird mit Silberlot ausge- führt. Bei Benutzung eines Schweißapparates ist größte Sorgfalt darauf zu legen, daß keine Ueberhitzung des Kupferrohres WAZ 0 2 __7 eintritt. Andernfalls sind Rohr- | — Abb. 1. prüche dicht hinter dem Nippel En die Folge. In Abb. 2 ist eine Verbin- re Rz dungsart gezeigt, die ein Auf- Abb. 2. löten des Nippels vermeidet en — und evtl. auch leichter ausfällt. Diese Ausführung findet sich SERDDIAÄA an den meisten amerikani- \ Abp, 3, Schen Automobilen. Die Auf- bördelung des Kupferrohres geschieht am besten dadurch, daß man bei einzelner Ausfüh- rung das Rohr, welches natürlich vor dem Verlegen ausseglüht ist, auf eine laufende Körnerspitze einer Drehbank drückt. Das weiche Kupfer ergibt eine sehr gute Dichtung. Der angedrehte Hals der Ueberwurfmutter bei 3 gestattet überdies noch das Vorsehen einer Rohrsicherung, indem von den beiden Muttern ein Schlauch über die ganze Länge des Rohres gezogen wird. Eine weitere interessante Nippelverbindung zeigt Abb. 3. Ueber das glatt abgeschnittene Kupferrohr wird der Nippel 4 geschoben und einfach mit einer normalen Ueberwurfmutter, bei der nur die innere Kante leicht gebrochen ist, angezogen. Das Armaturstück bleibt gieich- falls dasselbe. Die Nippel aus Aluminium kann man heute schon in allen einschlägigen Geschäften in allen Größen bekommen und haben den Vorzug, sehr billig zu sein. Ein großer Vorteil bei dieser Ausführung von Rohranschlüssen ist, daß man ohne weiteres vorhandene und han- delsübliche Mundstücke und Ueberwurfmuttern verwenden kann, nichts daran zu löten oder zu hämmern braucht und die Montage eine sehr einfache und schnelle ist. SI EL, AR Rx RR Schwanzkufe und Bal- dachin - Betriebsstoff- Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 389 Baldachin-Betriebs- — stofibehälter., Nebenstehende Ab- bildung zeigt den Ein- bau eines Betriebs- stoffbehälters der Flugzeugfirma Aero, Prag, in den einstieli- gen Doppeldecker Aero-A-34-Kos. Durch Herausziehen eines MARTIN Da mE ne TILTOR m: (Br Det \ küp AMT ah ui! ADMIN, behälter der Aero-A-34-Kos. „Latectvi“ Sicherungsdrahtes fällt die gebogene Halteklappe nach unten, und der Behälter kann herausgenommen werden. Die andere Abbildung zeigt die Schwanzkufe des Aero-A-34-Kos, welche aus Stahlblattfedern besteht und durch Klemmbügel am Kiel- klotz befestigt ist. Das schleifende Ende der Kufe ist mit einem kuge- licen Schleifblech beschlagen. ee — ee wa NED, Sat 5 Selbstbau einer Kreissäge fir Handbetrieb. Das Kiefernholz. für den Segel- flugzeugbau erfordert den geringsten Anteil von den Materialunkosten, wenn- gleich man einen ganzen Bretterstapel umdrehen muß, um zwei brauchbare Bretter zu finden. Für das Schneiden der vielen verschiedenen Leisten muß man schon mehr bezahlen, und selten schneidet der Tischler genau nach der Faser. Wir haben uns schon vor zwei Jahren eine Kreissäge für Handbetrieb gebaut und können den Vereinen, die in der gleichen Geldklemme sind wie wir, nur dasselbe empfehlen. Die Welle mit Lagern und Sägeblatt kam RM 30.—, das Holz zur Säge RM 15.—. Die Konstruktion geht aus der Abbildung hervor; das Schwung#ad, 1.20 m Durchmesser, ist gleichzeitig Riemenscheibe. An Vorteilen stellten sich heraus: Beste Holzausnützung: wenig Materialverschwendung im Werkstattbetrieb (fertig geschnittene Leisten sind immer auffallend schnell ver- braucht); ständige Beschäftigungsmöglichkeit für Anfänger; Aussieben von Renom- mierfliegern. Nachdem diese Herren einige Leisten geschnitten haben, gehen sie meist wegen Mangel an Begeisterung fort und wir haben einen voraussichtlichen Bruchpiloten weniger. Die Säge schneidet alle im Segelfluszeusbau vorkommen- den Holzstärken. Ein 25 mm starkes, 6 m langes Kiefernblatt kann ein Mann ohne Ablösung längs durchschneiden. Meist sind wir jedoch nicht so gehässig und lösen in der Hälfte ab. Oft entsteht auch ein Wettstreit, wer länger aushält, und dabei werden dann allerhand Gurtleisten fertig. Die Spierenleisten zu schneiden ist Spielerei und direkt begehrt. Wegen der erforderlichen Anmeldung zu der betreffenden Berufsgenossenschaft bei Antrieb der Säge durch einen Seite 390 „FLUGSPORT“ Nr. 20 Selbstgebaute Kreissäge der Breslauer. Motor, sahen wir bis jetzt von einem Motorenantrieb ab, und außerdem sind wir ja dem „Reichsausschuß für Leibesübungen“ angeschlossen. Bresl. Modell- u. Segelflugver. „Schlesisch, Adler“. Gez.: Dipl.-Ing. Tonn, 2. Vors. | per wa.“ f IN N @ ) Inland. Mitteilung des Deutschen Luitrats Nr, 38, Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom 5. September d.J. folzende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Deutschland: Klasse C (Leichtflugzeuge) 1. Kategorie. Cornelius Edzard auf Focker-Wulf-Flugzeug S24 „Kiebitz“ mit Siemens SH 13- Motor 72/80 PS, in Bremen-Neuenland, am 20. August 1929. Entfernung in geschlossener Bahn: 1601 km. Berlin, September 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenbersg, Für die Richtigkeit: von Hoeppner. 1350 km Leichtilugzeug-Langstreckenilug. Der Bremer Pilot Edzard, der erst. vor wenigen Wochen auf Focke-Wulf „Kiebitz‘“ mit Siemens-Motor-Sh 13 einen neuen, inzwischen offiziell von der F. A. I, anerkannten Weltrekord der Ent- fernung von 1601 km in geschlossener Bahn aufstellte, unternahm am 9. Sept. 1929, mit Harzog als Beobachter ebenfalls auf Focke-Wulf „Kiebitz‘‘ mit Siemens- Sh-13-Motor einen Angriff auf den zur Zeit von der Schweiz mit 1305,5 km ge- haltenen Weltrekord im Langstreckenflug. Das Flugzeug legte auf der Strecke Bremen—Biarritz (Frankreich) in einem ununterbrochenen 1272-Std.-Fluge etwa 1350 km zurück; durch Nebel wurde die Besatzung gehindert, den Flug über die Pyrenäen fortzusetzen, so daß die für die Ueberbietung des Weltrekords erforderliche Mehrleistung von 100 km leider nicht ganz erreicht werden konnte. Immerhin stellt dieser Flug, der dem Deutschen Luftrat zur Anerkennung als deutscher Rekord angemeldet wurde, eine sehr beachtenswerte Leistung eines Leichtflugzeugs unter 400 kg Leergewicht dar. Nr.. 20 „FLUGSPORT“ Seite 391. Wissenschaftliche Abteilungen der DVL, _ Aus dem Tätigkeitsbericht 1929 der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt e.V. geben wir in nachstehendem einiges. über die Tätigkeit der wissenschaft- lichen Abteilungen: | Aerodynamische Abteilung, Leiter Dr.-Ing. Friedrich Seewald. 1. Allgemeine Aerodynamik: Ihre Anwendung auf Ermittlung und Verbesserung von Flugleistungen und Flugeigenschaften sowie Ermittlung der Luftkraftvertei- lung im Hinblick auf die Beanspruchungen des Tragwerkes. 2. Luftschrauben: Konstruktive Durchbildung im Hinblick auf aerodynamische Eigenschaften sowie Betriebssicherheit. 3. Schwimmkörper von Sceflugzeugen: Formgebung im Hin- blick auf geringen Widerstand und Sicherheit bei Start und Landung im See- gang. 4. Entwicklung von Meßgeräten zur Durchführung von wissenschaftlichen Versuchen auf den unter 1—3 erwähnten Aufgaben. 5. Bordgeräte für alle im Luftverkehr als „innere Navigation“ bezeichneten Aufgaben. Statische Abteilung, Leiter Dr.-Ing. Karl Thalau. Theoretische und praktische Bearbeitung der Festigkeits- und Konstruktionsfrageri des Luftfahr- zeugbaues und Untersuchung von dynamischen Vorgängen an ganzen Flugzeugen und Flugzeugteilen. nn Motorenabteilung, Leiter Dr.-Ing. Wunibald Kamm. 1. Erledigung der Prüfaufträge und Bearbeitung aller Fragen, die mit Motorenprüfung und -entwicklung bei den Flugmotorenwerken sowie Entwicklung der gesamten Trieb- werkanlagen einschließlich ihrer Zubehörteile zusammenhängen; Abgabe von Gutachten auf diesem Gebiet. Die Sonderfrage der Sicherung der Triebwerk- anlage gegen Brandgefahr wird hier miterledigt. 2. Bearbeitung der mechani- schen Fragen des Triebwerkes, namentlich der im Berichtsjahre durch zahlreiche Kurbelwellenbrüche im Flugverkehr dringend gewordenen Schwingungsfragen. 3. Untersuchung der thermodynamischen Fragen des Triebwerkes. 4. Durchfüh- rung von Prüf- und Forschungsarbeiten auf dem Gebiete der Triebwerk-Ueber- wachungsgeräte. 5. Laufende Bearbeitung des Ausbaues der DVL.-Versuchsein- richtungen und Entwicklung fortschrittlicher Versuchsverfahren. - Stoffabteilung, Leiter Dr.-Ing. Paul Brenner. Wie bisher wurden Stofiprüfungen als Ergänzung der Arbeiten anderer Abteilungen durchgeführt, dazu kam im Berichtsjahre die laufende Prüfung aller für das Lager der DVL eingehenden Werkstoffe, Halbzeuge und Betriebsstoffe. Im Rahmen der Muster- prüfungen führte die Abteilung an Flugzeugen und Flugmotoren Werkstoff-Prü- fungen sowie Festigkeitsversuche an Bauteilen (Beschläge, Gelenke, Steuerungs- teile u.dgl.) aus. Zur Vervollständigung der Belastungsannahmen der „Bauvor- schriften für Flugzeuge wurden die Beanspruchungsziffern (Ermüdungsfestigkeit, Elastizitäts- und Streckgrenze) für verschiedene Leichtmetalle und Stähle fest. gestellt. Abteilung für Luftbildwesen und Navigation, Leiter.Dr.- Ing. Otto Lacmann. Die Abteilung betätigt sich jetzt somit mit folgenden Gebie- ten: Luftbildmessung, Photooptik und Apparatebau, Photochemie, Navigation. Abteilung für Funkwesen und Elektrotechnik, Leiter Prof. Dr. phil. Heinrich Faßbender. *) Aus d. Jahrbuch d. DVL. vgl. Literatur, Flugsport Nr. 19, S. 371. Wartende, fahrbereit stehende Segel- flug-Transportwagen während des Rhön-Segelflus-Wettbewerbs 1929. Nachdem Hirth und Kronfeld mit dem Gewitter in den Wolken verschwun- den gestartet und abgezogen sind, stehen die Transportmannschaften mit ihren an Personenkraftwagen "ange- hängten Segelflugwagen stundenlang vor dem Ursinus-Haus und warten auf die telefonische Meldung, wo die Flieger gelandet sind. j Das nebenstehende "Bild zeigt eine Situation vom diesiährigen Wettbewerb: ca. 2 Stunden nachdem Start. Das Gewitter hat sich bereits wieder verzogen ‚ und noch immer keine Nachricht, Seite 392 „FLUGSPORT“ Nr. 20 Flugabteilung, Leiter Joachim v. Köppen. Wartung und Instandhaltung der DVL-Flugzeuge, Bereitstellung von Flugzeugen und Führern für Flugaufträge der DVL-Abteilungen und fremder Auftraggeber, Prüfung der Flugeigenschaften von Flugzeugmustern im Rahmen der Musterprüfung, Entwicklung von Verfahren und Geräten zur Messung der Flugeigenschaften und Forschung auf dem Gebiete der Flugeigenschaften. Prüfabteilung, Leiter Dipl.-Ing. Robert Thelen. Die im Voriahre ge- sammelten Erfahrungen über Prüfung neuer Flugzeugmuster wurden für den wei- teren Aufbau der Musterprüfungen verwertet. Diese konnten im vergangenen Jahr auch dadurch vereinheitlicht und im Interesse der Sicherheit des Luftver- kehrs vertieft werden, daß die Belastungsannahmen für die Festigkeitsrechnung von Flugzeugen, die im dritten Entwurf vorliegen, wesentlich stärker herange- zogen wurden. Bezirksvertretungen: Bezirk West: Dipl-Ing. K. Rau, Sitz Essen; Bezirk Süd: Dipl.-Ing. E. Scheuermann, Sitz München; Bezirk Südwest: Ing. F. Kempf, Sitz Stuttgart; Bezirk See: Marinebaurat a. D. A. Schmedding, Sitz Ham- burg; Außenstelle Staaken: Ing. Bongers, Sitz Staaken. Bauaufsichten: Albatros-Flugzeugwerke G. m. b. H., Berlin-Johannis- tal: Arado-Handelsgesellschaft m.b. H., Warnemünde; Bayerische Flugzeugwerke A.-G., Augsburg; Dornier Metallbauten G.m.b.H., Friedrichshafen a. B.; Ernst Heinkel Flugzeugwerke G.m.bH., Warnemünde: Focke-Wulf Flugzeugbau A.-G., Bremen; Leichtflugzeugbau Klemm G.m.b.H., Böblingen; Raab-Katzenstein Flug- zeugwerk G.m.b.H., Kassel; Rohrbach Metallflugzeugbau G.m.bH., Berlin; Sie- mens & Halske A.-G., Flugmotorenwerk, Berlin-Spandau. Segelilugbetrieb am Kyiihäuser-Technikum, Bad Frankenhausen. Die gün- stige Lage von Bad Frankenhausen, die durch den Verlauf des Kyffhäuser-Gebir- ges im Norden, durch den Höhenzug der Hainleite im Süden gekennzeichnet ist, bietet der Flugwis- senschaftlichen Vereinigung am Kyffhäuser-Tech- nikum günstige Ge- legenheit zur flie- gerischen Weiter- bildung ihrer Mit- glieder. Die für die Erlangung des Aus- weises A und B notwendigen Uebungen können in diesem Gelände in zweckmäßiger Weise durchge- führt werden. Die nebenstehende Abbildung zeigt einen Teil des auch landschaftlich reizvollen Flug- geländes. Die Mannschaft der F.V.F. während des Sonntag-Flugbetriebes. Erfolgreiche Fallschirmversuche. Anläßlich der durchgeführten Musterprüfung der DVL. (Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt) auf dem Flugplatz Staaken bei Berlin wurde bei Erprobung des neuesten Modells des bekannten Heinecke- Fallschirmes eine hervorragende Leistung dadurch erzieli, daß der Hamburger Pilot Schneider aus einer Höhe von 300 m bei 250 km Flugzeuggeschwindigkeit mit dem Fallschirm absprang nud ohne zu pendeln bei heftigen Windböen glatt landete. Den DLV-Flug, 3. Etappe, zu der 30 Flugzeuge gestartet waren, beendeten 24 Flugzeuge. 6 von den 30 Flugzeugen fielen wegen Motorschäden, teils wegen verspäteten Eintreffens aus. Ausland. Bei einem Flug um den Coup Bibesco, offen vom 15. August bis 15. Oktober, legten die rumänischen Flieger Burduloiu und Jacobesco auf Breguet XIX mit 600 PS Hispano Suiza, einem normalen rumänischen Aufklärungsflugzeug, die Strecke Paris—Bukarest, 2000 km, in 9 Std. 20 Min., entsprechend einer Ge- schwindigkeit von 215 km, zurück. Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 393 Die Schweizer Atlantik-Flieger verschollen. Seit der Ueberfliesung der zur Azorengruppe gehörenden Insel Terceira am 19. August, nachmittags, ist man ohne jede Nachricht. Die 1650 km lange Strecke von Lissabon bis zu den Azoren war von ihnen, in 11 Std. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 km, zu- rückgelegt worden. Von den Azoren bis zur amerikanischen Küste waren es noch 3600 km. Die beiden Flieger Kaeser und Lüscher starteten am 19. August, 7 Uhr, auf einem Farman-F-190 mit 230 fünizyl. Gnom-Rhone „Titan‘ auf einem Gelände bei Juncal, am linken Ufer des Tayo-Flusses. Radiostation war nicht an Bord, hingegen ein Gummiboot aus Seide, welches innerhalb 1 Min. mittels eines Blase- balges gefüllt werden konnte. Der englische Unterstaats-Sekretär Montague macht zur Zeit eine Studien- reise durch Europa, um den Luftverkehr in den verschiedenen Ländern aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Er ist von Croydon gestartet und wird in fol- genden Städten landen: Rotterdam, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Malmö, orescen, Berlin, Wien, München, Nürnberg, Frankfurt a. M., Köln, Brüssel und stende. Vereinsnachrichten. Flugbericht des Breslauer Modell- und Segelilug-Vereins „Schlesischer Adler“ E.V. Tonn segelte am 20. September 30 Minuten in Grunau und fühlte sich bei der Landung veranlaßt, die Maschine „Dr. Friedel“ so scharf an den Boden zu drücken, daß sich die Rumpfnase stauchte und die Kiste einen Ueber- schlag machte. Der Spaß kostet uns einen neuen Rumpf. 20 m von der Stelle entfernt saß ich im Winter mit der „Lile“ im Walde und Ferdinand Schultz hat diese Bruchecke vor zwei Jahren schon eingeweiht, indem er den „Ferdinand“ nach seinem Höhenfluge in die Sträucher setzte. Im übrigen segelte neulich Seiler von uns auf „Bad Warmbrunn‘“ mit Passagier 3 Stunden 10 Minuten über dem im Juli erkundeten Gräbergebirge im Riesengebirge. Seiler machte am Frei- tag auch einen Flug auf „Dr. Friedel‘ von 33 Minuten in Grunau. lm Schulungs- wettbewerb werden wir allerdings nicht mehr viel erreichen. Gerhard Pusch. = NLNDNUNNNINNUNNNNUNNNUNNNDUNNNN „Modellrekorde.“ Von R. K. Polter, Dessau. Ein Gebiet, welches unbedingt Beachtung verdient, ist die Aufstellung und Bekanntmachung von Höchstleistungen im Modellflugzeugwesen. — Man kann bier die abenteuerlichsten Schilderungen von Modellen vernehmen, welche in den Wolken verschwanden und nicht mehr gesehen wurden, von Modellen, welche nach 5 Minuten Dauerflug außer Sicht waren und vieles andere mehr. All’ diese „Rekorde“ schaden der Bewegung mehr als sie nützen. Es ist keine Kunst, ein Modell von wenigen Gramm Gewicht herzustellen, dieses Modell an einem böigen Tage auf Höhe zu schicken, dann selbsttätig nach abgelaufenen Gummi- motor diesen samt Propeller abwerfen zu lassen, so daß das übriggebliebene Blatt Papier ein Spielball des Windes ist, und unter Umständen stundenweit seweht werden kann, wenn es genügend Höhe erreicht hatte. Der normale Modellbauer kann es sich kaum vorstellen, daß sein Modell, welches er doch recht gut und ordentlich gebaut hat, zu dem er sich den besten Rekordpropeller anfertigte und prima Gummi schicken ließ, sich „nur“ in 200-—300-m-Grenzen hielt. Er kann aber beruhigt und zufrieden sein, denn seine „Normalleistung“ war ein wirklicher Kraftflug und ist höher zu bewerten: als der „Rekordflug“ eines gut ausbalanzierten Stück Papiers. Man sollte deshalb bei Veröffentlichun- gen und Anerkennung von „Rekorden“ im Modellflugwesen recht vorsichtig sein und immer erst feststellen, um welche Art von Modellen es sich handelte, ob Fahrgestell vorhanden, ob Teile abwerfbar waren usw. Einen sehr korrekten Weg hat hier die Mitteldeutsche Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Modell- IT Seite 394 „FLUGSPORT“ Nr. 20 und Segelflugverbands eingeschlagen, indem sie nicht Zufallsrekorde anerkennt, sondern der Modellflieger muß der Kommission mitteilen: ich will am 10. 8. einen bestehenden Rekord offiziell angreifen; dieser Angriff darf dann nur in. Gegen- wart der Kommission unter Benutzung von Normalmodellen erfolgen. — Es ist dies der richtige Weg, phantastischen Rekordmeldungen ein Ende zu bereiten. Nur auf dieser Basis ist eine Entwicklung der Modellhöchstleistungen möglich. Nachstehend die Modellrekordliste der MAG. im DMSV. Anerkannte Modellrekorde der MAG. im DMSV. (Abgeschlossen im Februar 1929.) 1. Handstartstreckenflug: ZS. 548,0 m: Drexler-Magdeburg am 5. 3. 27 . DS. 376,0 m: Kosin-Halle am 3. 4. 27 ZR. 369,5 m: Standhardt-Magdeburg am 22. 8. 26 - DR. 277,0 m: Kropf-Leipzig am 21. 10. 23 Bodenstartstreckenflug (ohne Anstoß): ZS. 594,0 m: Gäbler-Halberstadt am 7. 8. 27 DS. 376,0 m: Kosin-Halle am 3. 4. 27 ZR. 369,5 m: Plock-Magdeburg am 22. 8. 26 DR. 249,5 m: Kropf-Leipzig am 21. 10. 23 3. Handstartdauerflug: ZS. 73,4 sec: Mohs-Dessau am 28. 3. 26 DS. 61,0 sec: Hennig-Quedlinburg am 16. 9. 23 ZR. 50,0 sec: Thomas-Magdeburg am 22. ®. 23 DR. 39,6 sec: Kropf-Leipzig am 9. 11. 24 4. Bodenstartdauerflug (ohne Anstoß): ZS. 62,0 sec: Mohs-Dessau am 26. 9. 26 DS. 62,2 sec: Günther-Magdeburg 27. 3. 27 ZR. 54,4 sec: Kosin-Halle am 22. 5. 27 DR. 42,0 sec: Mohs-Dessau am 3. 7. 27 8 . Die Abkürzungen bedeuten folgendes: ZS. = Zugschraubenstabmodell: DS. — Druckschraubenstabmodell (Enten); ZR. = Zugschraubenrumpfmodell; DR. = Druckschraubenrumpfmodell; SS. = Segelflugmodell. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Die deutsche Handelsluftiahrt, was sie ist und was sie uns sein kann. Von Dr. Ernst Kredel. 129S., geh. RM 3.60. Verl. Adolf SponholtzG.m.b H., Hannover. Unter der in letzter Zeit über die Handelsluftfahrt erschienenen Literatur befinden sich viele Erscheinungen, die von interessierten Kreisen besonders ver- anlaßt sind. Für den Fernstehenden ist es oft gar nicht möglich, zu erkennen, welchen Interessen solche Veröffentlichungen dienen. In dem vorliegenden Buch gibt der Verfasser einen Ueberblick über die Entwicklungsgeschichte der Han- delsluftfahrt, ihren Ausbau und der verkehrstheoretischen und verkehrspoliti- schen Zusammenhänge. Die Handelsluftfahrt ist eine besondere Wissenschaft seworden. In dem vorliegenden Buche findet man alles, was man über die ein- zelnen Zusammenhänge in verkehrspolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht wissen muß. Mit „Graf Zeppelin“ um die Welt. Ein Bild-Buch von Max Geisenheyner. 112 Seiten Text mit zahlreichen, bisher noch unveröffentlichen Originalaufnahmen im (Kupfertiefdruck. Preis RM 1.20. Verlag Frankfurter Societäts-Druckerei G. m. b. H., Frankfurt a. M. Der Verfasser schildert in fesselndem Stil die Luftreise von Friedrichshafen über Steppen, Sümpfe und brennenden Wälder Rußlands und der sibirischen Einöde; die Landung, Aufenthalt, Start in Japan; Weiterfahrt nach San Fran- cisco, Los Angeles, Chicago, New York. Zahlreiche, bisher unveröffentlichte Originalaufnahmen, erhöhen den Wert des Buches. Veröffentlichungen des Forschungs-Institutes der Rhön-Rossitten-Ges., e.V. Nr. 2, Jahrbuch 1928 und Ablıandlungen. Herausgegeben vom Direktor Prof. Dr. Walter Georgii. Verlag. R. Oldenbourg, München und Berlin 1929. Preis RM 8.—. Enthält Jahresbericht und Tätirkeitsberichte der einzelnen Abteilungen. Von den Abhandlungen seien hervorgehoben: A. Lippisch: Messungsergebnisse ge- wölbter dicker Profile, Drachenversuche mit Rotor, der Schleppzug. F. Höhn- Nr. 20 „FLUGSPORT“ Seite 395 dorf: Vermessung von Aufwindgeschwindigkeiten mit Hilfe des Segelflugzeuges. H. Koch: Graphische Analyse der Strömung jm Luv einer Düne. H. Knott: Der Segelflug auf der internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Berlin 1928. P. Raetjen: Kinematographische Flugmessung. Deutsche Normen. Drahtstiite DIN rund 1151 L27 Flachkopf Senkkopf Stauchkopf Halbrundkopf | 1152 L 28 Auswahl Luftfahrt | 1155 L 29 — ol N, Flachkopf, glatt Bezeichnung von runden Drahtstiften mit glattem Flachkopf mit Durchmesser d= 1,2 mm und Länge 1 = 20 mm: Runde Drahtstifte, Flachkopf, 12><20 Maße in mm Senkkopf, geriffelt Bezeichnung von runden Drahtstiften mit ge- riffeltem Senkkopf mit Durchmesser d= 2 mm und Länge | = 45 mm: Runde Drabtstifte, Senkkopf, 20><45 ee Bezeichnung von runden Drahtstiften mit Stauch- kopf mit Durchmesser d= 1,2 mm und Länge DIN 1151! DIN 1151? Ab- Zulässige Bei Ver- Ab- Zulässige Bei Ver- Bezeich- | messun- | Abweichungen | packg. Bezeich- | messun-| Abweichungen | packg. nung gen für in Pak. nung gen für in Pak. alı d | 1 Gramm d|lr d ı Gramm 7x 7 |0,7| 7/#0,075/+1d| 100 14x25 |1,4|24[+0,075|&1d! 500 8x11 |0,8| 11 16x30 |1,6 | 30 1000 913 |0,9|13 10x13 |1,0|13 11x15 [1,1|15 250 _ 12x20 |1,2 | 20 (13x25) 11,3 | 25 of P I N —_ 5 = re / Januar 1928 = 25 mm: Runde Drahtstifte, Stauchkopf, 12x25 DIN 1152 Bezeichnung von Drahtstiften mit Halbrund- Ab- Zulässige Bei Ver- kopf mit Durchmesser d = 1,2 mm und Länge Bezeich- | messun- | Abweichungen | packe. | = 20 mm: nung gen für in Pak. Drahtstiftemithalbrundem Kopf 12><20 alı da__| _1 | Gramm DIN 1155? 7x 7 10,7| 7|\#0,075#+1d 100 Ab- zZ i - 8=x11 [0,8 | 11 _ |Bezeich- messun- Abweichungen Zr 9x13 |0,9 | 13 nung gen für in Pak. 10x13 [11,0 |13 dıı d ı | Gramm 11x15 |1,1|15 250 7x 7/0,7\ 7#0075-=+1d 100 12x20 |1,2 20 8x11 [0,8 | 11 14x25 |1,4|25 500 9x1310,9 113 16x30 |1,6 | 30 10x13 11,0] 13 18x38 |1,8|38 | #0,1 2500 11x15 1,1|15 250 20x45 |2,0 | 45 12x20 [1,2 | 20 22x55 |2,2|55 14x25 [1,4 |25 500 Luftfahrtausführung: ! Hartmessing, geriffelt. ” Flußstahl, vermessingt. Fachnormenausschuß für Luftfahrt. Alleinvertrieb der Normblätter d. Beuth-Verlag G. m.b. H., Berlin S 14. Nachdruck verboten.) Seite 396 „FLUGSPORT“ Nr. 20 Die Bautechnik, Fachzeitschrift für das gesamte Bauingenieurwesen, Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin W 8, Wilhelmstr. 90. Heft 40, 1929, enthält eine interessante Abhandlung zur Frage der Unterbrin- gung von Großflugzeugen. Einen Entwurf A, 42mal 94 m. Die Flugzeuge werden mittels Schiebebühne oder Traktor seitlich eingeschoben. Finen Entwurf B, 45 m Spannweite und 100 m Länge für 2 Flugzeuge von 42 m Spannweite und ein Groß- flugzeug von 90 m Spannweite, werden. Bei einem Vorführungsflug verunglückte tödlich Herr Dr. Heinz Liebig Wir betrauern in ihm einen sehr tüchtigen Flieger und lieben Mitarbeiter, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren Bayerische Flugzeugwerke A.G. Arn- und Verkäufe Alter Flugmotor, wassergekühlt, 100 bis 200 PS, braucht nicht lufttüchtig zu sein, zu kaufen gesucht. Nur billige Angebote kommen in Frage. Angebote unter 2533 an die Expedition des „Flugsport“, Frankfurt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. L. V G. © vI mit 200 PS Benz, absolut bruch- und riß- frei, generalüberholt, wenig gebraucht, billig abzugeben. Offerten unter 2536 an die Fx- pedition des „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, erbeten. ABC-Motor in tadellosem Zustande, 30 PS, sofort zu ver- kaufen. 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M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 21 16. Oktober 1929 XXI. Jahrgang __ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 30. Oktober Geschwindigkeitssteigerung mit Landflugzeugen. Die Geschwindigkeitssteigerung mit Landflugzeugen hat gegenüber den Wasserflugzeugen nicht Schritt gehalten. Ursache: fehlender An- reiz. Der Geschwindigkeitsrekord für Landflugzeuge wird mit 448,171 km auf Eindecker Ferbois mit Hispano-Suiza 550 PS von Adjut. Bonnet (Frankreich), aufgestellt in Istres am 11. Dezember 1924, gehalten. Diese Geschwindigkeit erscheint gegenüber der von Orlebar auf Su- permarine erreichten Geschwindigkeit von 593,39 km recht gering. Ein Geschwindigkeitsversuch mit 1800 PS wäre sehr interessant; denn es ist doch anzunehmen, daß der Luftwiderstand eines Fahrgestells, wenn die Räder stromlinienartig verkleidet würden, geringer ist als der eines Schwimmergestells. Es dürfte sich vielleicht auch lohnen, bei solchen Geschwindigkeitsmaschinen zu versuchen, das Fahrgestell hochziehbar einzurichten, da durch Weegfallen des Fahrgestellwider- standes gerade bei außerordentlich großen Geschwindigkeiten erheb- lich gespart werden könnte. Das Endziel dürfte eine Nur-Flügel-Ma- schine sein. Hier bietet jedoch die Ausbildung des Fahrgestells mit Rücksicht auf geringsten Stirnwiderstand erhebliche Schwierigkeiten. Vielleicht kommt man in diesem Falle mit einem Raupenfahrgestell zum Ziele. Im besetzten Gebiet kann wieder geflogen werden. Die. interalliierte Rheinlandkommission hat Ende September die bereits vor einigen Tagen angekündigte Ordonnanz über Neuregelung der Luftfahrt erlassen. Demnach ist das Fliegen im besetzten Gebiet grundsätzlich frei unter den Bedingungen, die in den deutschen Ge- setzen und Verordnungen über die Luftfahrt vorgesehen sind. Die Be- nutzung der Landeplätze Erbenheim bei Wiesbaden-Mainz und Wei- den bei Aachen ist ohne weiteres gestattet. Landungen außerhalb die- ser Plätze oder auf Militärflugplätzen bedürfen der Genehmigung. Der Segelflugsport ist grundsätzlich frei. Für die Herstellung von Luft- bildaufnahmen braucht die Genehmigung der Rheinlandkommission Seite 398 „FLUGSPORT* Nr. 21 weht mehr nachgesucht zu werden. Die Verordnung tritt sofort in raft. Albatros L 75 E Ass mit Schlitzflügeln. Die Albatros Flugzeugwerke arbeiten bereits seit längerer Zeit mit der englischen Flugzeugfabrik Handley-Page zusammen. Bereits im Jahre 1926 wurden versuchsweise die bekannten Handley-Page- Schlitzflügel — die damals aber noch vom Führersitz aus betätigt wer- den mußten — an einigen Albatros-Konstruktionen versucht. Im: August 1929, nachdem in vielen Staaten sich die automatisch betätigten Schlitzflügel bei vielen Typen bewährt haben und z. B. alle dem englischen Staat gehörenden Flugzeuge damit ausgestattet sind, ist Albatros dazu übergegangen, versuchsweise bei einer ihrer neuesten Iypen L75 „Ass“ gleichfalls einen automatischen Schlitzflügel zu ver- wenden. Selbsttätiger Handley-Page-Spalt- flügel (Albatros „L 75 E. Ass“). Die nebenstehende Abbildung zeigt eine L75 mit automatischem Handley-Page-Schlitzflügel; der Schlitz ist gerade beiderseits geöffnet. Die Anordnung des Hilfsflügels und seine Gestängeführung gehen aus den Skizzen hervor*). Im Gegensatz zum älteren, gesteuerten Spaltflügel, der zunächst der Verminderung der Landegeschwindig- keit dienen sollte, wird der selbsttätige Spalt in erster Linie zur Ver- besserung der Querruderwirkung im überzogenen Flugzustande ange- wendet. Siehe das Patent Nr. 483039, Klasse 62b, Gruppe 4, Flugzeugflügel mit vor den Hauptflügeln angeordneten verstellbaren Vorflügeln von Frederick Handley Page und Handley Page Limited, Cricklewood (England). Patent- sammlung des „Flugsport“ Nr. 13 (1929). Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 399 Albatros L 75 E „Ass“ mit selbsttätigem Handley-Page- Schlitzflügel. Unterschreitet das Flugzeug einen bestimmten Staudruck, über-- schreitet es also einen bestimmten Anstellwinkel, so öffnet sich der vor den Querrudern an der Flügelnase angeordnete Spalt mit zuneh- mendem Anstellwinkel mehr und mehr, bis er kurz vor Erreichen des kritischen Anstellwinkels voll geöffnet ist. Das zwischen Druck- und Saugseite bestehende Druckgefälle läßt auf der Saugseite aus dem Düsenspalt ein Luftband mit hoher Geschwindigkeit hindurchtreten, so daß die Strömung auf der Saugseite auch dann noch anliegt, wenn sie an den inneren, nicht mit Spalt versehenen Teilen des Flügels be- reits abgerissen ist (überzorener Flugzustand). Damit ist volle Quer- ruderwirksamkeit bis zum kritischen Anstellwinkel sichergestellt. Nimmt der Anstellwinkel wieder ab, so kehrt sich der Vorgang einfach um. Da die Bewegung des Hilfsflügels dem Führer sichtbar ist, stellt der selbsttätige Spalt eine wertvolle Hilfe zur Beurteilung der Fluglage dar, die ihn vor unfreiwilligem Uebergang ins Trudeln rechtzeitig warnt. _ Die Selbstbetätigung des Hilfsflügels erfolgt dadurch, daß bei gro- Rem Anstellwinkel eine kräftige Umströmung der Flügelnase mit hohem Unterdruck stattfindet; dieser Unterdruck hebt den Hilfsflügel von der Flügelnase ab. Bei kleineren Anstellwinkeln teilt sich die Strömung an der Flügelnase; dann entsteht dort ein kräftiger Ueberdruck, der den Hilfsflügel fest gegen die Flügelnase andrückt. Amerikanischer Bellanca Tandem’fliegender Benzintank. Die Konstrukteure sinnen fortgesetzt darüber nach, wie man den Dauer- und Entfernungsrekord erhöhen kann. Die Unterbringung der Betriebsstoffmenge mit Rücksicht auf geringsten Luftwiderstand spielt Amerikanischer Bellanca für Dauer und Entfernung. Seite 400 „TLUGSPORT“ Nr. 21. hierbei die Hauptrolle. Der amerikanische Konstrukteur Bellanca schritt auf ungewöhnliche Art zur Lösung des Problems. Er kon- struierte zunächst einen Betriebsstoffbehälter für) ein Fassungsver- mögen von 9000 1 in Form einer langgestreckten Linse und konstruierte um diesen herum Flügel, Fahrgestell, Motoren und Höhen- und Seiten- leitwerk. So entstand der Bellanca Tandem. Die beiden Wasp-Motoren liegen im Vorderteil Rücken an Rücken, wovon der vordere eine Zugschraube und der hintere eine dreiflüge- lige Druckschraube unter Vermittlung einer Welle antreibt. Im hin- tersten Teil des so gebildeten Rumpfes befinden sich die Sitze für die Führer. Das Flugzeug ähnelt, von vorn gesehen, einem Anderthalb- decker. Der dreiteilige Oberflügel ist mit dem unteren durch Drei- ecksverband verstrebt. An den Enden des Unterflügels sind die ver- kleideten Fahrgestellräder befestigt. Die Querruder gehen über die ganze Länge der Ansatzflügel. _ Der Rumpf ist so hoch wie der Flügelabstand. Das hintere Rumpf- ende läuft in einer senkrechten Schneide aus. Das Rumpfrahmenwerk besteht aus 6 Stahlrohrlängsträgern mit mehreren Schotten. Höhen- und Seitenleitwerk sind durch vier Träger am Ober- und Unterflügel befestigt und mit diesem verspannt. Das Seitenleitwerk liegt in der Mittelachse im Schraubenwind. Die vier kastenförmigen Träger sind so verkleidet, daß, wenn sie in der Flugrichtung geschnit- ten sind, sie Körper von geringstem Luftwiderstand bilden. Das Fahr- gestell besitzt neue Ballonreifen, so daß man von einer besonderen Radabfederung Abstand genommen hat. Unter den beiden Leitwerks- trägern befinden sich zwei Schwanzkufen mit Oleostoßaufnehmern. Zum Betriebe dienen zwei 425 PS Pratt & Whitney Wasp luft-. gekühlte Sternmotoren in der Nase der Gondel. Beide sind zusammen mit einer N. A.C. A.-Kühlung verkleidet. Der Haupttank von 5700 1 liegt in dem Vorderteil der Gondel. Weiter liegt hinter dem Führersitz ein Hilfstank von 870 I und in den Flügeln zwei Flügeltanks von je 990 |. Die Oeltanks von je 228 I liegen direkt hinter dem Motor. Der Motorbock mit den Motoren ist abnehmbar. Der Führerraum enthält zwei Sitze nebeneinander mit am Ober- flügel hängender, von einem Sitz nach dem anderen schwenkbarer Radsteuerung, ferner zwei Ruderpedale für jeden Sitz. Die Motor- betätigungshebel liegen in der Mitte, von den beiden Sitzen erreichbar. Im Führerraum sind weiter vorhanden zwei Pionier-Erdinduktor-Kom- passe und besonderes Instrumentenbrett für Blindfliegen. Weiterhin drahtlose Station im hinteren unteren Teil des Rumpfes. Spannweite des Oberflügels 25,35 m, Länge 13,46 m, Höhe 3,89 m, Flügeltiefe 2,90 m, Flügelinhalt 84,7 m?, Fahrgestell-Räderabstand 5,44 m. Leergewicht 3170 kg, belastet 8170/9540 ke. Sunbeam-Dieselflugmotor. Die Firma Sunbeam brachte vor kurzem einen Dieselflugmotor heraus, der ungefähr die gleichen Größen- und Gewichtsverhältnisse wie ein gleich starker Vergaserflugmotor aufweist. Wie aus den Ab- bildungen ersichtlich, ähnelt der Diesel-Flugmotor einem normalen Ver- gaser-Flugmotor, nur mit dem Unterschied, daß an Stelle von Ver- gasern, Magnetapparaten und Zündkerzen die Brennstoffpumpe mit den Zerstäubern rückt. Der Motor hat 6 in einer Reihe stehende Zylinder, die als aus- wechselbare Stahllaufbüchsen in einem Leichtmetallblock sitzen. Die Kolben sind aus der bekannten Y-Leichtmetall-Legierung. Jeder Zy- linder hat ein Ein- und Auslaßventil von 45 mm Durchmesser sowie ein Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 401 gesteuertes Brennstoffventil. Der Auslaß befindet sich auf der rechten Seite, der Lufteinlaß auf der linken Seite. Damit keine Unreiniekeiten an den Motor gelangen, sind an den Luftansaugrohren Staubfilter unter- gebracht und der Motor im übrigen soweit als möglich gekapselt. Die Wasser- und Oelpumpen befinden sich an der Rückseite des Motors, an welcher auch die Brennstoffpumpe untergebracht ist. Der Motor hat eine Bohrung von 120 mm und einen Hub von 130 mm, was einem Hubraum von 8,8 1 entspricht. Der Verdichtungs- grad beträgt 12:1. Bei einer Nenndrehzahl von 1500 Umdr.[min. soll der Motor 112 PS leisten, 227 & Brennstoffverbrauch und 0,017 g& Oel- verbrauch pro PS/h aufweisen. Der mittlere wirksame Knlhendruck beträgt 7,14 kg/acm. Das Gewicht des Motors ohne Wasser und Oel beträgt 197 kg, was ein Einheitsgewicht von 1,75 ke/PS und eine Liter- leistung von 12,7 PS/l ergibt. Die Hauptabmessungen des Motors sind: Gesamtlänge 1600 mm, größte Breite 475 mm, größte Höhe 975 mm. Der Motor arbeitet rauch- und geruchfrei und soll ohne irgendwelche Hilfsapparate aus dem kalten Zustand anlaufen. Der große Erfolg, welcher der erste Ver- suchsmotor bis heute aufzuweisen hat, wird hauptsächlich dem Brennstoffeinspritzme- chanismus _zugeschrie- ben, der einfach ist, hohe Drehzahlen verträgt und dafür sorgt, “daß jeder Sumbeam-Diesel. Zylinder gleiche Brenn- stoffmengen erhält. Wie Englischer Sumbeam- Diesel- Flugmotor. 120 mm . Bohrung, 130 mm Hub, 112 PS. Seite 402 „FLUGSPORT“ Nr. 21 aus der Abbildung ersichtlich, fließt der Brennstoff von einer dauernd wirkenden Pumpe H einer Kammer G zu, die einen federbelasteten Kolben J trägt. Ueberschreitet der Druck in der Kammer G einen ge- wissen Betrag, so hebt sich der Kolben und der Brennstoff kann aus den Oeffnungen so lange entweichen, bis der eingestellte Druck wie- der erreicht ist. Von der Kammer G führen nun zu jedem Zylinder bzw. Zerstäuber A Rohrleitungen, durch welche der Brennstoff in die Zylinder eingespritzt wird. Das Brennstoffventil A selbst wird durch 2 Nocken B betätigt, die auf einen Hebel C, der an dem Ventilschaft selagert ist, wirken. Die Nocken B sitzen auf Wellen D, von denen eine durch Kegelräder angetrieben wird. Die Wellen D sind wiederum an einem Ende durch 4 Zahnräder E miteinander gekuppelt, von denen 2 relativ zu den anderen beiden durch einen Hebel F, welcher durch ein Handrad betätigt wird, verdreht werden können. Auf diese Weise ist es möglich, eine Phasenverschiebung der beiden Nocken B zu er- reichen, wodurch der Nadelhub, die Oefinungsdauer und die Einspritz- zeit — Früh- oder Späteinspritzung — erreicht wird. Als Orter in der Klemm! Der DLV-Zuverlässigkeitsflug ist vorüber; wochenlang bildete er das Gesprächsthema der Sportflieger, ist es doch nicht so einfach, drei Flugzeuge an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit dauernd wechseln- der Besatzung einzuteilen. Endlich ist alles festgelegt, alles nach Ber- lin gemeldet, alles genehmigt und zugelassen. Ich bin überglücklich, der Klemm-Besatzung anzugehören. Tagelang verfolge ich das Baro- meter und die Wolken und stelle fest, daß wir gutes Wetter bekommen müssen. Der 27. 9. kommt, um %5 Uhr rappelt der Wecker, eine Stunde später sitzen wir draußen in Hangelar beim Kaffee. Um 6 Uhr ist alles startbereit, drei Maschinen flugklar mit Besatzungen voll eisernen Wil- lens. Nachdem die Vereins-Messerschmitt und Schillers-GMG gestar- tet sind, verläßt unsere Klemm „Siebengebirge“ mit Dipl.-Ing. Mayer und der Flugschülerin Liesel Bach als Beobachter den Hafen. Nach schönem Start erhebt sich der große Vogel, fliegt eine Platzrunde und verschwindet in Richtung Frankfurt. Wir lauschen der Musik des Motors und stellen mit Befriedigung fest, daß das Herz der Maschine ‚einwandfrei arbeitet. Gespannt folgen wir dem Ergebnis des ersten Tages: Unsere Klemm kehrt von Frankfurt, Düsseldorf und Köln wohl- behalten zurück, sie hat den ersten Tag glücklich mit 432 km absolviert. Wir schieben den braven Vogel in die geräumige Halle des „Luftver- kehr Siebengebirgsflug“ zu seiner verdienten Ruhe und hören gerne, daß Pilot und Beobachter, das prächtige Sportmädel, begeistert sind von ihrem Erlebnis. Der 2. Tag! Ebenso schön wie tags zuvor grau der Morgen. Was wird’s geben? 600 km sind zu bewältigen, werden wirs schaffen? Fragend schaue ich nach meinem Piloten Hans Wiß- kirchen, der in schneeweißer, fescher Kombination vor mir steht. Rin in die Kiste und los! — „Hals- und Beinbruch!“ schallt’s uns nach, wir hauen ab. Ist das herrlich, an solch schönem Herbstmorgen zu fliegen: Unter uns Mutter Erde, erquickt und erfrischt, die Ortschaften noch meist verschlafen und verträumt, stellenweise wallende Nebel- schwaden. Ich bin begeistert, und oftmals habe ich vor mich hinge- murmelt: „Nur von oben gesehen, ist die Welt schön.“ Die Sieg liegt längst hinter uns, langsam nähern wir uns Köln-Mülheim, zur Linken grüßen die Türme des Kölner Domes. Weiter geht’s, Leverkusen mit seinen vielen Schornsteinen, Benrath mit dem herrlichen Schloß und dem großen Weiher, und da Düsseldorf mit seinen großen Parks und Nr. 21 „FLUGSPORT“ - Seite 403 Alleen, wo wir zwischenlanden müssen. Und dann weiter Richtung Münster! Immer klarer wird das Wetter, es ist ein Vergnügen, sich durch die Karte zu orientieren. Da liegen sie alle, die Hochöfen, Zechen und Fabriken des Industriegebietes, Zeugnis ablegend von emsiger Ar- Deit, die heiß qualmenden Schlote werfen uns hin und her. Werk reiht sich an Werk und dazwischen die Siedlungen, schmuck und schön wie sächsisches Spielzeug, vom Christkind herrlich aufgebaut. Oberhausen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, und nun geht's dem Dortmund-Ems- Kanal entlang dem Münsterlande zu. Wir fliegen genau Strich, um zur ja keine Zeit zu verlieren. Fabelhaft liegt die Maschine, heller Sonnenschein grüßt uns, der Motor singt sein ewiges Lied, ruhig und gleichmäßig surrt’s vor mir. Und unten liegen jetzt die Bauernhöfe Westfalens, alle zerstreut, die vielen Gutshöfe mit den umfangreichen Wirtschaftsgebäuden inmitten großer Wiesen, auf denen ungezähltes Pindvieh weidet. Da, was ist das, eine Maschine, Notlandung? Ein Flugplatz? Ich sehe näher zu, ein Flugplatz kann’s nicht sein, kein Gelände für gefahr- loses Starten und Landen, aha, ein Segelflugzeug! Schnell auf der Karte nachgeschaut, Gegend von Haltern, die Borkenberge, wo ein Schulungswettbewerb stattfindet. Wir gehen höher, noch einige Hö- henzüge, und wir sind vor Münster, wo wir unsere Vereins-Messer- schmitt mit Reimann und Kalt antreffen. Der Rückflug bietet uns nicht viel Schönes. Nebel und Dunst nehmen uns immer mehr die Sicht. Links und rechts nichts zu sehen, vor uns eine dicke, undurchdring- liche Mauer von Dunst und Dreck, über uns zeitweise strahlende Sonne, der Flugzeugschatten huscht über die Nebelschicht. Gegenwinde be- kämpfen uns, unsere 20 PS müssen herhalten. Stellenweise scheint die Maschine zu stehen, doch dann gehts wieder besser. Endlich haben wir uns bis zum Rhein durchgekämpft, auch hier Dreck, Dunst und Gegen- wind. Kurz nach 12 Uhr sind wir wieder in Hangelar und übergeben unsere Maschine in gutem Zustande an Flugzeugführer Hardt und mei- nem Mann. Eilends starten sie, mit Rückenwind sind sie in 31 Minuten in Düsseldorf, zurück allerdings langsamer. Währenddem habe ich etwas gefrühstückt, unsere lieben Jungens zum Spielplatz an der Tri- biine gebracht, dann setzen Wißkirchen und ich an zur letzten Tages- etappe Bonn—Krefeld und zurück —= 152 km. Das Motörchen singt nıoch immer einwandfrei und gleichmäßig seine Melodie, und wir haben frohen Mut. In Düsseldorf müssen wir zwischenlanden, und da passiert uns etwas Eigenartiges. Beim Ausrollen pfeift’s einen Moment — st — zu meiner Linken, dann kracht’s! Nanu, ein nettes Loch in der Sperr- holznase! Alles eilt herbei, man weiß nicht, was los ist. Da, sieh da, Hasenhaare und Blut an den Holzsplittern, und tatsächlich findet die Lupo bald Meister Langohr, der seinen waghalsigen Sprung gegen seinen Ruhestörer mit dem Tode gebüßt hat. — Schon sehe ich im Geiste den Hasen auf meinem Küchenherd brodeln, um den Tisch herum die hungrige Klemm-Besatzung — doch nichts da, der Düsseldorfer Aeroklub gönnt ihn mir nicht, wird ihn wohl abends zum Besten der Klubkasse versteigern. — Der gute Espenlaub flickt unseren Vogel für sage und schreibe 3.50 RM, dann geht’s mit „geflickter Sperrholz- nase“ als Jagdtrophäe nach Krefeld. Ich überlege dauernd: Wem ge- hört nun eigentlich der Hase vom rechtlichen Standpunkt aus, der Flug- hafengesellschaft, dem Jagdpächter oder uns? Wer zahlt die Repa- ratur an unserer Maschine, die Versicherung, der Hase oder wir selbst? Oder können wir den Jagdpächter wegen Wildschadenersatz verkla- gen, kann man uns wegen unberechtigten Jagens verdonnern, durften wir während der Schonzeit „wildern“? — Ich weiß nicht, was man Seite 404 „FLUGSPORT“ Nr. 21 da noch alles überlegen könnte, vielleicht macht einer meiner lieben Leser hierüber seinen „Dr. flieg.“ ! Ueber diesem juristischen Geplänkel sind wir schon im nahen Kre- feld gelandet, schnell heraus aus der Kiste, zur Luftpolizei, alles be- scheinigen, und 4 Minuten später rollen wir schon wieder vom Platz. Wir haben für die restlichen 76 km noch eine Stunde Zeit, der Wind hat sich gelegt, da werden wir’s schaffen. Ich sehe mir gerade Uer- dingen an, da, ein Knall, ein Schlag, es rappelt, als wenn der ganze Motor auseinanderbersten wollte, Gas weg — und hinter mir flucht der „kleine Udet“, wie wir unseren guten Wißky nennen, in den ver- schiedensten Tonarten, wie ich sie bisher noch nie zu Ohren bekam. Ich sehe rechts noch ein gewaltiges Rübenfeld — aber schon sind wir unten, auf einem weichen Acker, ohne Zellenschaden, genau wie auf einem normalen Flughafen. — Raus, Propeller durchdrehen, kein Kolben gefressen, aber innen rappelts fürchterlich. Wir montieren trau- rigen Herzens ab, was ja bei Klemm sehr schnell geht. Ich laufe zum nächsten Telephon an der Chaussee, werde unterwegs gefragt: „Sind die beiden Insassen schon tot?“, worauf ich lachend erwidere: „Ja, ich bin einer von den Toten!“ — Der Flughafen Krefeld schickt uns ein Auto und schleppt uns ab; dort sehen wir, welches Pech wir haben: Pleuelbruch! Schade, schade, alle möglichen Ersatzteile haben wir bei uns, aber ein Pleuel ist im ganzen Rheinland nicht aufzutreiben. So müssen wir denn schweren Herzens auf den 3. Wettbewerbstag ver- zichten, immerhin haben wir doch 76% der Sollstrecke absolviert und „verdient“. Frau Sonntag. N east EN FLUG -RUNDSCHAL Inland. Mitteilung des Deutschen Lufitrats Nr. 39, Die Federation Aeronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom 21. September 1929 folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt: Frankreich Klasse C mit 1000 kg Nutzlast. J. Burtin auf Bregust 19 mit Farman-Motor zu 500 PS und Rateau-Kompresser,. in Toussus-le-Noble, am 26. 7. 29. Flöhe 8089 m mit 500 kz Nutzlast. Derselbe mit dem gleichen Flugzeug am 23. August 1929 an demselben Ort: Höhe 9374 m. Berlin, Oktober 1929. Deutscher Luitrat. Der Vorsitzende: gez, Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Folgende Schauflugveranstaltungen wurden anerkannt: Gera am 20. Oktober. Flugsport Halle und Verein Gera. Stuttgart 29. bis 30. September. Württ. Luft- fahrtverb. Oberglogau am 6. Oktober. Köster. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Ausschreibung Easterwood-Preis. Colonel William E. Easterwood jr., Dallas (Texas), hat einen Preis von 25000 Dollar in bar für denienigen Flugzeugführer gestiftet, der als Erster mit einem Flugzeug schwerer als Luft einen erfolgreichen Flug von Rom (Italien) über den Atlantischen Ozean nach New York (N. Y.), und dann nach Dallas. Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 405 (Texas) ausgeführt hat, und zwar nicht später, als bis Mitternacht des 15. Sep- tember 1930, Dallas (Texas)-Zeit. Bewerber: Der Wettbewerb ist offen für Flugzeugführer jeder Nationa- lität, die im Besitz des behördlichen Führerscheins (Land- oder Seeflugzeug) und der Jahreslizenz ihrer obersten Sportmacht sind, die der F. A. I. angeschlos- sen sein muß. Die Nennung muß ordnungsgemäß bei der N. A. A. erfolgt sein. Die Bewerber müssen über 21 Jahre alt sein und mindestens 200 Stunden Allein- flug ausgeführt haben. Die Bewerber können bis zu irgendeinem Zwischen- landeplatz oder zu dem ganzen Flug einen Passagier, der mehr als 21 Jahre ° alt sein muß, mitnehmen, aber es ist ihm nicht gestattet, diesen Passagier (oder Passagiere) während des Fluges durch andere zu ersetzen. Dieser Bestimmung wird vorausgesetzt, daß solche Person bzw. Personen, die den Bewerber beglei- ten, dem Startkomitee ein von einem guten Arzt ausgestelltes Gesundheitszeugnis vorzulegen haben und auf jegliche Schadensersatzansprüche verzichten, die an den Bewerber gestellt werden können. Nennungen: Das Nennungsformular muß von 250 Dollar (in bar oder im Scheck) Nenngeld begleitet sein, zahlbar an die Order des Schatzmeisters (Treasurer) oder des Startkomitees (Starting Committee) Lieut. Pat. Bellinger, Rom (Italien). Nennungsformular und Nenngeld dürfen nicht später als 10 Tage vor dem beabsichtigten Starttage bei der genannten Adresse eingehen, und der beabsichtigte Starttag muß auf dem Nennungsformular angegeben sein, Zweite Ausfertigung des Nennungsformulars, von dem Bewerber ordnungsgemäß unter- schrieben, muß an die Sportkommission (Contest-Committee) der National Aeronautic Association, Washington D. C. gesandt werden. Das Nenngeld geht weder Colonel William E. Easterwood ir. noch der Dallas Trust & Savings Bank, in der die 25000 Dollar hinterlegt sind, zu, sondern es dient ausschließlich zur Deckung der Organisationskosten. Beträge der Nenngelder, die hierfür nicht verwendet werden, werden den Bewerbern innerhalb 30 Tagen nach dem 15. September 1930 zurückerstattet. Das Nenngeld von 250 Dollar geht an die National Aeronautic Association und wird dieser von Colonel William E. Easter- wood ir. gestiftet. Starttermin: Der Flug kann zu jeder Zeit nach dem 1. Juni 1929 und vor dem 15. September 1930 beginnen. Colonel William E. Easterwood muß 24 Stunden vor dem Start durch Kabel hiervon benachrichtigt werden. Startgelände: Der Start hat auf dem National Aeronautic-Flughafen in Rom (Italien), während der Tagesstunden und in Gegenwart von drei Mitglie- dern des Startkomitees zu erfolgen. Premierminister Benito Mussolini hat seine Erlaubnis dazu erteilt, daß alle ausländischen Flugzeuge in Rom (Italien) starten dürfen. Zwischenlandeplätze: Nur eine Zwischenlandung ist erlaubt, die in New York und wie nachstehend eriäutert erfolgen muß: Die Landung dort hat auf einem Gelände zu erfolgen, das vom New York Chapter der National Aeronautic Association vor dem Start in Rom (Italien) bestimmt wird; die Lan- dung darf nicht mehr als 72 Stunden später erfolgen. Bei allen Startversuchen muß sich der Bewerber vorher persönlich mit dem Start- und Wettbewerbs- Komitee oder deren Bevollmächtigten in Verbindung setzen. Starterlaubnis wird durch den Vertreter der National Aeronautic Association in Rom (Italien) erteilt. Typ der zugelassenen Maschinen: Land- oder Seeflugzeug. Kennzeichnung der Maschine: Jeder Bewerber muß in großen les- baren Buchstaben auf dem Rumpf seines Flugzeugs die folgenden Worte und Buchstaben anbringen: „Sponsorted by Col. W. E. Easterwood ir. The Texas Easterwood Rome, New York, to Dallas Flight“. Prüfung: Das Startkomitee in Rom (Italien) wird den Nachweis über Lufttüchtigkeit, Navigationsfähigkeit und Ausrüstung verlangen. Die Entschei- dungen des Komitees in dieser Hinsicht sind endgültig. Forderungen betr. die Sicherheit: Rettungsgürtel, die fähig sind, die Mannschaft über Wasser zu halten, sind mitzuführen. Genügend Nahrung und Wasser für drei Tage sind mitzuführen. Zehn Rauch- oder Leuchtsignale sind mitzuführen. Das Vorstehende bedeutet keine Begrenzung, der Bewerber kann vielmehr noch weitere der Sicherheit dienende Gegenstände mit sich führen, wenn er es für notwendig erachtet. Seite 406 „FLUGSPORT“ Nr. 21 Ausschreibung des Opel-Segelilugpreises. 1. Im Auftrage der Adam Opel A.-G., Rüsselsheim, und mit Genehmigung des. Deutschen Luftrates schreibt die Rhön-Rossitten-Gesellschaft nachfolgenden, von Herrn Fritz Opel gestifteten, Preis aus: a) 1 Opel, 8 PS Luxus-Limousine, derzeitiger Wert RM 4800., b) RM 2000.— in bar, c) 1 Opel Motorclub SS Motorrad, derzeitiger Wert RM 1455.—. 2. Die Opel 8 PS Luxus-Limousine wird dem Eigentümer desjenigen motor- j losen Segelflugzeugs zugesprochen, welches zuerst in der Zeit vom 15. Oktober 1929 bis zum Schlusse des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1930, spätestens aber Dis zum 31. August 1930, einen ununterbrochenen Flug nach der Gemarkung Rüssels- heim ausführt, wobei die Startstelle mindestens 100 km Luftlinie von der Opelbahn in Rüsselsheim entfernt sein muß. Die Grenze der Gemarkung Rüsselsheim wird bestimmt durch einen Kreis von 3 km um das Stationsgebäude Rüsselsheim. 3. Die unter 1b aufgeführten RM 2000.— in bar werden als Zusatzpreis zu- erkannt, wenn die zurückgelegte Flugstrecke, gemessen im Grundriß der Luftlinie zwischen Start- und Landestelle, die bis dahin größte Segelflug-Strecken-Leistung überbietet. 4. Das unter Ic aufgeführte Opel Motorclub SS Motorrad wird als weiterer Zusatzpreis dem Eigentümer desjenigen Flugzeugs zugesprochen, welches unter Erfüllung der Bedingungen unter 2 auf der Opelbahn bei Rüsselsheim landet. 5. Der Start kann von jedem Punkte innerhalb Deutschlands erfolgen, der nicht höher als 1500 m über dem Meeresspiegel liegt. Benutzung von Motorflug- zeugen ist nicht gestattet. 6. Als Preisbewerber gilt der Eigentümer des Segelflugzeuges. Zugelassert sind Eigentümer und Flugzeugführer, die die deutsche Staatsangehörigkeit be- sitzen oder der Deutschen Kulturgemeinschaft angehören, und die nicht dis- qualifiziert sind. Eigentümer und Flugzeugführer, welche für sich die Deutsche Kulturgemein- schaft beanspruchen, haben für deren Nachweis geeignete Unterlagen bei der Nennung einzureichen. Darüber, wem die Deutsche Kulturgemeinschaft zuerkannt wird, entscheidet der Deutsche Luftrat nach Prüfung der eingereichten Unterlagen von Fall zu Fall endgültig und unter Ausschluß des Rechtsweges. 7. Die Bewerber um den Opel-Segelflugpreis haben mindestens 14 Tage vor Fintritt in den Wettbewerb an die Geschäftsstelle der Rhön-Rossitten-Gesell- schaft, Frankfurt a. M., Schubertstraße10, ihre Meldung einzureichen, die den Namen des Bewerbers, des Piloten, der anerkannten zwei Sportzeugen, des Flug- zeuges und den Nachweis einer abgeschlossenen Haftpflichtversicherung für das. gemeldete Segelflugzeug enthalten muß. Es ist jedoch erwünscht, daß die Nen- nungen spätestens bis zum 1. November eingehen. 8. Die Beurkundung der Leistungen hat zu erfolgen durch mindestens zwei Sportzeugen, die vom Deutschen Luftrat anerkannt sein müssen. Die Bestätigung: dieser Anerkennung durch den Deutschen Luftrat ist der Meldung beizufügen. Die Unkosten der Beurkundung gehen zu Lasten des Bewerbers. Die Sportzeugen haben dem Start beizuwohnen und die Landestelle noch vor Abtransport des Flugzeuges persönlich einzusehen. Als Beurkundungen des Fluges sind innerhalb von 4 Tagen an die Geschäftsstelle der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Frankfurt am Main, einzusenden: a) Name des Flugzeugeigentümers und seine Adresse, b) Name und Adresse des Flugzeugführers, c) Lichtbild des Segelflugzeuges, d) Datum und Zeit des Startes, e) Landezeit, angenähert durch Barogramm, f) Ort und Meereshöhe des Startes, &) Ort und Meereshöhe der Landung, h) Gemessene Entfernung zwischen Start- und Landestelle, i) Kartenmaterial, höchstens im Maßstab 1100000, auf dem die Flug- strecke in gerader Linie zwischen Start- und Landepunkt eingetragen ist, k) Ein auswertbares Barogramm des Segelfluges, !) Eine gestempelte Bescheinigung des Ortsvorstehers, seines Vertreters. Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 407 oder einer anderen amtlich anerkannten Stelle über die in ihrem Orts- bezirk erfolgte Landung, m) Ein Flugbericht des Flugzeugführers über den Verlauf des Fluges und die Wind- und Wetterverhältnisse. 9. Außer diesen an die Geschäftsstelle der Rhön -Rossitten - Gesellschaft, Frankfurt a. M., Schubertstraße 10, einzureichenden Beurkundungen ist jeder Be- werber verpflichtet, jeden Start schriftlich oder telegraphisch beim Sekretariat des Herrn Fritz v. Opel in Rüsselsheim anzumelden, und zwar so rechtzeitig, dab die Nachricht spätestens 12 Stunden nach vollzogenem Start oder Startversuch vorliegt. Ferner ist von allen Flugversuchen, gleichgültig, ob sie die Bedingungen der Ausschreibung erfüllen oder nicht, ein vorläufiger Bericht mit allen wissens- werten Einzelheiten über den Verlauf des Fluges an das Sekretariat des Herrn Fritz von Opel einzureichen, und zwar derart, daß dieser Bericht spätestens 24 Stunden nach vollzogener Landung vorliegt, 10. Der Zuspruch des Preises erfolgt durch ein Preisgericht, das von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft nach Eingane der Beurkundungen einberufen wird und sich aus Herrn Fritz von Opel als Vorsitzendem, einem Vertreter des Aero- klubs von Deutschland, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, des Deutschen Luftfahrt-Verbandes und der Rhön-Rossitten-Gesellschaft zusammen- setzt. Das Preisgericht kann Ergänzungen der Beurkundungen fordern und den Zuspruch wegen nicht genügender Flugsbelege ablehnen. 11. Gegen die Entscheidung des Preisgerichts kann von einem abgewiesenen Bewerber Berufung beim Denutschen Luftrat innerhalb von 10 Tagen nach der Veröffentlichung der Preisgerichtsentscheidung unter gleichzeitiger Bezahlung von RM 50.— an den Deutschen Luftrat eingelegt werden, Berufung kann nur ein Bewerber einlegen, der sich durch das Urteil des Preisgerichts geschädigt glaubt. Im Falle der Ablehnung der Berufung verfällt die Gebühr der Luftfahrtstiftung beim Aeroklub von Deutschland. 12. Der Preisstifter und die Rhön-Rossitten-Gesellschaft e. V. lehnen jede Haf- tung für sich und die Sportzeugen ab. Jeder Bewerber trägt die Verantwortung für alle Auswirkungen seiner Flüge. 13. Wenn der Preis innerhalb des festgesetzten Termines nicht gewonnen wird, steht es der Rhön-Rossitten-Gesellschaft e.V. frei, im Einvernehmen mit dem Preisstifter die Ausschreibung zu verlängern oder eine veränderte Segelflug- ausschreibung herauszugeben. 14. Notwendig Erläuterungen zu der Ausschreibung sind bei der Rhön-Rossit- ten-Gesellschaft e. V., Frankfurt a. M., Schubertstraße 10, einzuholen. Mit dieser Stelle ist mit Ausnahme der unter 9 aufgeführten Berichte auch aller Schrift- wechsel über den Wettbewerb unter Beifügung des Rückportos zu führen. Alle offiziellen Veröffentlichungen, welche diese Ausschreibung betreffen, erfolgen in der „Luftschau“ und dem „Flugsport“. Frankfurt a. M., im Oktober: 1929. Rhön-Rossitten-Gesellschaft e.V. gez. Dr. Kotzenberg. Mitteilung der R.R. G., des D.L. V. und des D.M. S. V, infolge der durch die Abstriche am Luftfahrt-Etat zeschaffenen schwierigen finanziellen Lage ist die von den genannten Organisationen geschaffene Stelle zur Ausgabe der Gleit- und Segelflieserausweise und -Abzeichen nicht mehr in der Lage, diese kostenlos abzugeben. Zur Deckung der Unkosten für Formulare und Abzeichen, sowie der Porto- auslagen ist jedem Antrag auf Erteilung eines Ausweises der Betrag von RM 0.50 und für Abzeichen von RM 1.— beizufügen. Dieser Beschluß tritt am 1. Oktober 1929 in Kraft, und von diesem Tage an werden beim Fehlen der genannten Beträge die Ausweise per Nachnahme ver- schickt werden. Wasserkuppe, im September 1929, gez. Stamer sez. Georgii. Eine Bildiunkauinahme im Flugzeug wurde am 2. Oktober von der deut- schen Luft-Hansa und der Fultograph-Gesellschaft durchgeführt. Bei drei hinter- einander folgenden Flügen wurden eine Wetterkarte, eine Geländeskizze und eine Darstellung des Vorrückens einer Gewitterfront zu dem Bildfunkempfänger im Flugzeug gegeben. Praktisch kann damit zum Beispiel durch Uebertragung Seite 408 „FLUGSPORT“ Nr. 21 von Wetterkarten und ähnlichem der Flugbesatzung ein sehr wichtiges Hilis- mittel in bezug auf die Durchführung insbesondere von Langstreckenflügen, gegeben werden. Verwandt wurde bei den Versuchen eine normale Funkaus- rüstung, die nur durch ein kleines Zusatzgerät, den Fultograph, ergänzt wurde. Do-X-Amerika-Flug. Dr. Dornier verhandelt mit der General-Motors-Com- pany über den Vertrieb der Großflugzeuge in Amerika. Geplant ist eine Fluglinie mit Do X über Dakar (Französisch Senegal) nach Natal in der brasilianischen Provinz des Rio Grande do Norte. Dann geht die Fluglinie an der südamerikani- schen Küste entlang über West-Indien voraussichtlich nach Miami. Bestimmt wird New Vork angeflogen, wahrscheinlich der St. Lorenz und die Großen Seen, sowie Chicago. Eine Rohrbach-Romar ist den Rohrbach-Werken in Berlin von Frankreich bestellt worden. ’ Der bestellte Großflugboot-Typ „Rohrbach-Romar“ ist derselbe, den die Deutsche Lufthansa bereits in der Ostsee erprobt, um ihn auf großen Uebersee- strecken einzusetzen. Für die deutsche Luftfahrtindustrie ist dieser schöne Erfolg um so begrüßens- werter, als gerade dieser Industriezweig sich augenblicklich mit seinem Absatz weit mehr nach dem Ausland orientieren muß als bisher. Ueber „Rechtsfragen bei der Ausführung des Luitverkehrsgesetzes, insbeson- dere im Lichte des internationalen Rechts“, hält Montag, den 28. Okt. 1929, 8 Uhr nach., im großen Saale des Flugverbandhauses, Berlin W 35, Blumeshof 17, Dr. Rüdiger Schleicher, Regierungsrat im Reichsverkehrsministerium einen Vortrag unter Vorsitz des Unterstaatssekretärs im Auswätigen Amt z. D. Exzellenz Dr. Hillmar, Freiherrn v. d. Busche-Haddehausen. „Die Wissenschaitliche Gesellschaft für Luftiahrt E. V. (WGL)“ veranstaltet vom 5. bis 8. November 1929 ihre XVII. Ordentliche Mitglieder-Versammlung in der Technischen Hochschule Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Geh. Reg. Rat Prof. Dr.-Ing. e. h. Schütte. Die Tagung beginnt mit einem Begrüßungsabend im Rathaus, zu dem die Stadt Berlin eingeladen hat. Am 6,, 7. und 8. November finden 21 Vorträge über die aktuellsten Fragen der Luftfahrt statt. Zu der Tagung sind Mitglieder und deren Gäste willkommen. Nähere Auskunft erteilt die Ge- schäftsstelle der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt E. V. (WGL), Berlin W 35, Blumeshof 17/V1. Fichtel & Sachs A.-G. Nachdem die Fabrikation von Kugel- und Rollen- lagern in Gemeinschaft mit den Firmen SKF-Norma und Fries & Höpflinger A.-G. in die „Vereinigte Kugellagerfabriken Aktiengesellschaft‘“, Berlin, eingebracht worden ist, wurde laut Generalversammlungsbeschluß vom 5. d. M. die Bezeich- nung „Schweinfurter Präzisions-Kugel-Lager-Werke“ gestrichen. Die Firma lautet jetzt Fichtel & Sachs A.-G. Vorstand Geheimrat Dr. Ernst Sachs und Willy Sachs. Gustav Lilienthal, der Bruder und Mitarbeiter von Otto Lilienthal, feierte am 9. Oktober seinen 80. Geburtstag. Das Interesse und die Begeisterung für die Fliegerei halten den rüstigen Achtziger noch immer gefangen. In Tempelhof, wo man ihm einen Schuppen zur Verfügung gestellt hat, baut er an einem vogel- ähnlichen Flugzeug. Ausland. An dem Rundilug um die Vereinigten Staaten von Amerika vom 5. bis 21. Oktober nehmen 45 Flugzeuge, darunter drei Autogiros, teil. Der Rundflug um- faßt eine Strecke von 800 km mit 32 Etappen. An dem Guggenheim-Sicherheits-Wettbewerb in Amerika nehmen folgende Firmen teil: Von Amerika: Curtiss Aeroplane and Motor Co., Schroeder-Went- ‘worth Ass., Charles Wand Hall Inc., Heraclio Alfaro; J. S. Mc. Donnell Ass., Brunner-Winkle Aircraft Corp., Cosmic Aircraft Corp., Cunnigham Hall Aircraft Corp., Dare Airplane Co., Fleet Aircraft Inc., Pitcairn, Cierva Autogiro of America, Rocheville Aircraft Corp. Von England: Handley Page, Gloster Air- craft Co., Cierva Autogiro von England. Von Italien: Society Italiana Ernesto Breda von Mailand. Unter den 16 Teilnehmern befinden sich 12 amerikanische, 3 englische und 1 italienischer. Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 409 Versuche mit führerlosen -Bombenilugzeugen in Frankreich sollen sehr gute Resultate ergeben haben, Die Flugzeuge, welche durch Radiowellen gesteuert werden, sind mit automatisch steuernden, auf dem Kreiselprinzip beruhenden Einrichtungen ausgestattet. Die vom französischen Kriegsministerium seit 10 Jahren betriebene Forschungsarbeit wird weiter fortgesetzt. Ein Clerget-Dieselmotor wird zur Zeit in Frankreich entwickelt. Das fran- zösische Luftministerium hat für diesen Motor, welcher 100 PS leistet größere Mittel bereitgestellt. Der luftgekühlte Clerget-Sternmotor wurde in einem Morane- Saulnier eingebaut und ist mit diesem geflogen. Die Ergebnisse sollen zufrieden- stellung gewesen sein. Die amerikanische Flugzeugindustrie umfaßt zur Zeit 101 Flugzeugsfabriken und 25 Flugmotorenwerke mit zusammen 21000 beschäftigten Arbeitern. Die Flieger Hptm. Coste und Lin. Bellonte, welche am 27. September um 8.16 Uhr in Le Bourget starteten, sind in der Mandschurei nach 50 Stunden Flug in der Nähe von Tzitzikar gelandet. Der verwendete Flugmotor war ein 600-PS-Hispano-Suiza. Die Gesamtflugstrecke von Paris bis zum Landungsort betrug über 8000 km. Der bisherige Weltrekord der Entfernung in gerader Linie wurde von Arturo Ferrarin und Carlo del Prete auf Savoia-Marchetti S-64 mit 550 PS Fiat ar dem Flug vom 5. Juli 1928 von Rom nach Touros in Brasilien, 7188, km, ge- alten, Vereinsnachrichten. Vier „C“-Prüfungen an einem Nachmittag aui einem Rumpf-,,Zögling“. der Breslauer. Nachdem unser „Prüfling“ zur Zeit rumpflos ist, machten die drei „C-Prü- fungsanwärter des Vereins die Herbstferienfahrt nach Grunau nicht mit. Der Hinweis, daß uns Ferdinand Schulz vorigen Sommer sagte, — „natürlich könnt ihr auf einer verkleideten Schulmaschine segeln“ — nutzte nichts. So fuhren nur Maschinenbauschüler Kentsche und ich nach Grunau, um in den letzten Septem- bertagen noch etwas Zeit für den Schulungswettbewerb zu schinden. Der Wind war eut — so daß Kentsche auf dem Zögling „Lilo“ am 30. September einen Aug von fast 12 Min. machte, — jedoch unterhalb der Startstelle auf dem Galgen- erge. Rumpf-Zögling, mit welchem der Breslauer Modell- und Segelflug-Verein „Schlesischer Adler“ 4 C-Prüfungen ablegte. i \ | ; | | | Seite 410 „FLUGSPORT“ Nr. 21 Am 1. Oktober, vorm., flog uns Seiler die „Lilo“ über 1% km Waldstrecke nach dem „C“-Hang hinüber. Der „C“-Hang ist das Ludwigsdorfer Gebirge, — ein völlig bewaldeter Bergrücken von reichlich 600 m Flöhe. Seiler startete gegen mittag auf dem „Ferdinand“ der Segelflugschule zu einem Dauerfluge und wollte die „C“-Prüfungen auf der „Lilo“ von oben ab- nehmen. Kurz nach Seiler startete Kentsche auf „Lilo“. Unser Drahtverhau segelte wie der Prüfling. Wenn die Maschine auch nicht die Höhe des „Ferdi- nand“ erreichte, — so segelte sie doch 42 Min. lang, ca, 150 m über der Start-. stelle. Kentsche kam nur herunter, um mich zu einem „Alten-Herrenflug‘ starten zu lassen und nachher weiter zu machen. Er hatte aber Pech, — denn der „Zög- ling‘ war auf einmal eine so begehrte Segelkiste geworden, — daß wir dann später drei von den Grunauer Kursisten, — die uns kameradschaftlich. geholfen hatten, — fliegen ließen. Zunächst startete ich zur „C“ und versprach in einer Viertelstunde zu landen. Es flog sich jedoch so schön, — daß ich noch eine weitere Viertelstunde zugegeben hätte, wenn nicht eine Regenböe einsetzte, — die sogar Seiler auf dem schweren „Ferdinand“ zum Abbrechen seines Dauer- fluges veranlaßte. Nur der ehemalige österreichische Kampfilieger „Bönsch“ — der inzwischen auf „Krummhübel“ gestartet war, — blieb oben. Seiler drehte beim Herunterkommen über mir einige Kurven, — er.wollte sehen was der „Alte Mann“ macht, — wenn die Kiste rumgeworfen wird. Nun, das Werkzeug im Rumpfboden und die Uhr flogen zwar einige Male in die Flöhe, und ich dachte für einen „Alten-Herrenflug“ ist eine Viertelstunde genug, aber — runter wollte der Zögling nicht, — trotzdem ich immer weiter vom Hange wegging. Als kein ‚Zureden helfen wollte, drückte ich eben, daß Seiler über mir das Drahtverhau sausen hörte und mir die Tränen in die Augen kamen. Kaum gelandet, — war die Regenböe vorüber und wieder minder bockiges Wetter. Als nächster startete Körner von der hiesigen akademischen Fliegerschaft „Marche-Silesia“, der erst zwei kleine Flüge auf Gleitflugzeugen gemacht hatte. Als Motorflieger hatte iedoch Körner die Maschine sofort so gut in der Hand, daß die „Lilo“ mit ihm größere Höhen erreichte, als mit Kentsche und mir. Wir hatten eine halbe Stunde Flugzeit ausgemacht und Körner landete nach 29 Min. programmäßig. Das war. die dritte „C“-Prüfung. Der nächste Kursist, — den wir fliegen ließen, — blieb nur 5 Min. oben und kam in den Kurven den Bäumen so bedenklich nahe, daß wir heilfroh waren, als er zur Landung ansetzte und die Maschine gut herunter- brachte. Im Interesse der letzten zur Zeit intakten Vereinsmaschine beschlossen wir daraufhin, nır noch einen ehemaligen Kriegsflieger von den Kursisten, — Sprotte, auf „Lilo“ starten zu lassen. Sprotte machte einen ausgezeichneten Flug von 26 Min. Dauer. Dies war die vierte „C“ an dem Nachmittag auf der „Lilo“. Da es inzwischen spät geworden war, wurde die Maschine im Windschatten im Walde verankert, einige Schritte von der Stelle entfernt, wo Tann vor 14 Tagen mit dem Prüfling nach Petroleum gebohrt hat. Wir haben uns dadurch nicht außer Gefecht setzen lassen und — Ferdinand Schulz hatte schon recht, — „die Kiste segelt“. Daß die zwei Vereins-,C“-Prüfungen ausgerechnet auf den 1. Oktober, also einen Tag nach Schulungswettbewerbsschluß fielen, ist ja im Interesse der Vereinskasse sehr bedauerlich, wie ia auch unser ganzer Schulungswettbewerb unter einem schlechten Stern stand. Na — vielleicht gibt es Trostpreise. Gesegelt wurde von Vereinsmitgliedern ziemlich viel. Zur Zeit halten Seiler und Rolle von uns den schlesischen Dauerrekord mit einem Fluge auf dem Doppel- sitzer „Bad Warmbrunn‘“ (B.D.F. Hirschberg), mit dem sie am 5. Oktober 1929 — 6 Std. 10 Min. flogen. Bresl. Modell- und Segelflug-Verein „Schlesischer Adler“ E. V. Gerhard Pusch, 1. Vorsitzender. Der Flugsportverein ehemaliger Flieger e. V., Berlin, eröffnete am Sonntag, 22. September, auf dem Falkenberg bei Berlin-Grünau seinen neuen Flugsport- platz. Am gleichen Tage wurden die von den Jungfliegern seibst erbauten zwei Segelfluszeuge des Typs „Zögling‘“, und zwar auf die Namen „Sorgenkrähe“ und „Findling“ getauft. In Anwesenheit der städtischen Behörden nahm der Tag einen sehr guten Verlauf. Trotz des sehr starken Windes wurden mit den Schul- gleitern mehrere Starts vorgeführt, die unter dem Beifall des sehr zahlreichen Publikums gut vonstatten gingen. Der Verein hat bereits beschlossen, nach die- Nr. 21 „FLUGSPORT“ Seite 411 sen guten Anfängen in den nächsten Tagen mit dem Bau einer hochwertigen Maschine zu beginnen, mit welcher der Flugsportverein beabsichtigt, im nächsten Jahre an der Rhön an die Oeffentlichkeit zu treten. Streller. Idailieg (Interessengemeinschaft der akademischen Fliegergruppen). Durch Beschluß der Idaflieg-Sitzung vom 31. Juli im Fliegerlager auf der Wasserkuppe ist die Geschäftsführung der Idafliesg auf die Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen (F.V.A.) e.V., Aachen, Technische Hochschule, übergegangen. Die Segelilug-Gruppe Zeitz führte am 22. September 1929 das Einfliegen ihres Segelflugzeuges „Diebische Elster“ durch. Als Pilot hatte sich Herr Lehrer Schumann vom Luftfahrt-Verein Gera zur Verfügung gestellt. Der Start fand auf dem Heerpanken-Gelände, nach dem Elstertale zu, ca. 6 km südlich Zeitz statt. Der Segler flog trotz 160 kg Leergewicht und nur 8-10 seklm Wind glänzend. Erstlingsflug ca. 500 m Strecke und 40 m Höhe über Gelände von 10° Neigung. Ein Raketenilug von ca. 2 km in 45 Sek. führte Fritz v. Opel am 30.9. um 4.30 Uhr nachmittags auf dem Frankfurter Flughafen aus. Fritz v. Opel startete auf einem mit 900 kg Schubraketen ausgestatteten Gleit- flugzeug mit Hilfe einer Schienenstartbahn und umrundete den westlichen Teil des Flughafens. Durch eine Fehlzündung ver- lor er an Geschwindigkeit, mußte landen, wodurch der vordere Teil des Rumpfes be- schädigt wurde. Dominicus, Staatsminister a. D., wurde auf dem 20. Deutschen Turntag in Berlin als Nachfolger von Prof. Dr. Berger zum obersten Führer der DT. gewählt. Diebische Elster, Zeitz. Rumpimodellwettiliegen der MAG in Magdeburg. Der letzte diesjährige Modellwettbewerb der MAG wurde vom Verein für Segel- und Modellflugsport Magdeburg für den 29. September 1929 ausgeschrieben. Hierfür waren Zug- und Druckschraubenmodelle zugelassen. Für den Wettbewerb waren von 4 Vereinen 14 Meldungen abgegeben wor- den und zwar von: Magdeburg 5, Dessau 4, Halberstadt 4, Leipzig 1. Da das Wetter sehr günstig war, konnte der Wettbewerb sehr schnell ab- gewickelt werden. Fast sämtliche Maschinen zeigten gute Durchschnittsleistungen. Dieses ist auch aus den erreichten Punktzahlen zu ersehen. Die Wertung brachte folgendes Ergebnis: 1. Stümpert, Halberstadt, 4840 Punkte, 2. Günther, Magdeburg, 4179, 3. Czech, Leipzig, 4083, 4. Fr. Kähne, Magdeburg, 1720, 5. Rabe, Dessau, 1576. Als Sonderleistungen sind 2 MAG-Rekorde von Günther, Magdeburg, zu nennen und zwar für Enten-Rumpfmodelle. Es wurden der Bodenstart-Dauer- rekord auf 49,6 Sek. und der Bodenstart-Streckenrekord auf 315 m verbessert. R. Kropf, MAG-Flugwart. DLV-Modellilugwettbewerb 1929. Der Deutsche Luftfahrt-Verband e. V. hatte zum Sonntag, 6. Oktober 1929, die Durchführung des diesiährigen Modellwettfliegens für die Jungfliegergruppen des DLV dem Verein für Luftfahrt Jena e. V. übertragen, der damit zugleich das erste Deutsche Jungfliegertreffen abbielt. — Bereits am 5. Oktober trafen die Jungflieger aus allen Teilen des Reichs in Jena ein, Sachsen, Bayern, Badenser, Seite 412 „LT LUGSPORT“ Nr. 21 Rheinländer, Preußen, Anhaltiner, Schlesier und viele andere mehr. Samstag- abend fanden in den Rosensälen Jena die Begrüßungsfeierlichkeiten statt, zu denen Vertreter der thüringischen Regierung, der Stadt Jena, des Deutschen Luit- fahrtverbands und des Deutschen Modell- und Segelflugverbands anwesend waren. Sonntag, 6. Oktober, morgens 8.30 Uhr, wurde auf dem Fluggelände bei Cospeda die Auslosung der Startnummern vorgenommen und 9.30 Uhr der Wettbewerb eröffnet. Die technische Leitung lag in den Händen von Stamer und Lippisch, Gersfeld, sowie Polter, Dessau. — In flotter Reihenfolge wurden die Dauerflüge erledigt, welche recht beachtliche Ergebnisse zeitigten. Vor allem die süddeut- schen Gruppen leisteten Vorbildliches! — Schweinfurt, Mannheim und Nürnberz machten das Rennen. — Schwierirkeiten bereiteten die Messungen der Strecken- flüge, das bergige Gelände ließ die Anwendung der vorhandenen Meßgeräte nicht zu, so daß zur Messung mit Bandmaß geschritten werden mußte. Die Mittel- deutschen Gruppen sowie Mannheim zeigten sich hier von der besten Seite. Abgesehen von einigen Organisationsfehlern des veranstaltenden Vereins kann der DLV diese Veranstaltung der voriährigen in Kassel würdig anschließen und als vollen Erfolg buchen! — Nachfolgend die Ergebnisse: A. Streckenfilug — Motorilugmodell Preis Name Ort Geflogene Strecke Preissumme 1. | Laddey Mannheim 700 m 150 RM Stabmodell 2. | Kossin Halle a. S. 499 m + 20% 100 RM Rumpfmodell 3. | Gäbler Halberstadt | 460 m + 20°/o 75 RM Rumpfmodell 4 Riedel Nürnberg 459 m 75 RM Stabmodell B. Dauerilug — Motorilugmodell Preis Name Ort Geflogene Dauer Preissumme 1. Dittmar Schweinfurt 102 sec. {56 RM Stabmodell 2. Riedel Nürnberg 82 sec. 127 RM | Stabmodell 3. | Ziegler Schweinfurt 76,5 sec. 117 RM Stabmodell C. Segelilugdauer — Segelilugmodell Preis Name Ort Geflogene Dauer Preissumme 1. Schoppe Weißenfels 55 sec. 200 RM Rumpfmodell 2. Albert‘ Stadt Roda 29 sec. 100 RM Rumpfmodell 3. | Zacharias Jena 20 sec. 50 RM Rumpfmodell 4. Unger Spandau 19 sec. 50 RM Rumpfmodell Dessau, den 7. 10. 29. R. K. Polter, Dessau Ein italienisch-nationaler Flugmodellwettbewerb (,„Concorso Nazional e per Modelli Volanti) hat zur Zeit mit einem Ausscheidungswettbewerb begonnen. Die größte Entfernung erreichte im Ausscheidungs-Wettbewerb Olivero vom Club „Gino Lisa“ von Turin mit einer Entfernung von 520 m in 70 Sek. Der Hauptwettbewerb fand am 13. Oktober statt. Eingesandt. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) „Modellrekorde“, In Ihrer letzten Nummer schreibt R. K. Polter in seiner, nicht gerade sach- lichen, Abhandlung über ‚„Modellrekorde‘“, daß es keine Kunst sei ein Modell von wenigen Gramm Gewicht herzustellen, dieses Modell an einem böigen Tage auf Höhe zu schicken, dann selbsttätig nach abgelaufenen Gummimotor diesen samt Propeller abwerfen zu lassen, so daß das übrig gebliebene Blatt Papier ein Spiel- ball des Windes ist und unter Umständen stundenweit geweht werden kann, wenn es genügend Höhe erreicht hat. — Ich erwidere hierauf, daß es gerade eine Kunst ist, ein Modell so zu kon- struieren, daß es während des Kraftfluges (mit Luftschraube und Gummimotor) und anschließendem Gleitflug (ohne Antrieb) im Fluge gleichgewichtig bleibt. Es klingt geradezu gehässig, wenn Schreiber erklärt, daß solche Rekorde der Bewesunz mehr schaden als nützen. Ich empfehle dem Schreiber einmal ein Modell zu Konstruieren, das nach dem nur Luftwiderstand bietenden Antrieb diesen abwirft und noch wirklich fliegt. Mir ist bekannt, daß nur in zwei Fällen (7 Min. und 21 Min. Dauerflug) dies gelungen ist. Bestimmt ist es leichter, beste- hende Rekorde zu bekämpfen, als neue aufzustellen. Schwer bauen ist keine .21 „FLUGSPORT“ Kunst, aber leicht und doch fest zu bauen, damit sollte man sich beschäftigen. Aufmerksame Leser des „Flugsport“ werden sich noch erinnern können, daı schon vor längerer Zeit an dieser Stelle aufgefordert wurde, neue Wege, die zum Leichtest-Bau führen, zu beschreiten. Es ist wirklich Zeit, daß einmal ein frischer Wind die Papierfetzen, die dazu bekritzelt werden Unfriede im deutschen Flugmodellsport zu stiften, stundenweit wegweht. Dem Verfasser scheint es nicht bekannt zu sein, daß gerade mein Rekordflug (21 Minuten), vor nahezu 5 Jahren in Frankfurt aufgestellt, sehr wertvolle und augenscheinliche Aufschlüsse über dynamischen Auftrieb ergeben hat. Möbius, Hanau. Auf den unter der Spitzmarke „Modellrekorde“ in Nr. 20 des „Flugsport“ abgedruckten Artikel des Herrn Polter, Dessau, möchte ich als alter Modell- bauer einiges erwidern. Von vornherein will ich erwähnen, daß ich selbst kein Anhänger der extrem leichten, sogenannten Rekordmodelle bin, habe aber schon verschiedentlich derartige Modelle fliegen sehen und war auch zugegen, als vor einigen Jahren Möbius mit einem solchen Rekordmodell mit Gummiabwurf eine festgestellte Flugdauer von 21 Minuten erreichte. Es ist doch bekannt, daß die Rekordmodelle eine Klasse für sich bilden und deshalb in ihren Leistungen nie- mals mit den Normalmodellen verglichen werden dürfen. Der scharfe Ausfall des Herrn Polter gegen die Rekordmodelle ist mir deshalb völlig unverständlich. Zunächst möchte ich festgestellt haben, daß es durchaus keine Kleinigkeit ist, ein Modell derart leicht zu bauen und so gut auszubalanzieren, daß es in einer aufsteigenden Luftschicht in ganz regelmäßigen Kreisen große Höhe und somit außergewöhnlich große Flugdauer erreicht. Es steht ja jedem frei, ein solches Modell zu bauen und damit die Höchstleistungen der Rekordmodelle an- zugreifen. Ich bin aber fest davon überzeugt, daß es die meisten nach einigen Versuchen wieder aufgeben werden, weil es ihnen einfach nicht gelingt. Im Uebrigen wird wohl ieder Modellbauer schon gemerkt haben was für ein launisches Ding so ein Flugmodell ist, man kann deshalb doch wohl nie genau vorhersagen, was für einen Flug es gibt, wenn das Modell gestartet wird. Meistens gibt es einen Höhen- somit Dauerflug, wenn man auf Strecke gestartet ist oder umgekehrt. Vielleicht geben die betreffenden Herren, gegen die der Artikel des Herrn Polter gerichtet ist, selbst im „Flugsport“ ihre Meinung zur Diskussion, Paul Schaaf. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kosfei 50 Piennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. SPS TETETTLTN | Dedarfan Photos 4, Seite 413 Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Junger Schreiner 21 J. guter Zejchner mit theoretischen u. prak- tischen Vorkenntnissen, der an selbst. Arbeit. gewöhnt ist, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, Stellung im Flugzeugbau. Gefl. Angebote unter 2543 an die Expedition des Flugsport erbeten. An- und Verkäufe wer liefert komplette Konstruktionszeichnungen mit Berechnungen für ein selbst zubauendes Leichtilugzeug ? Offerten unt. 2542 an die Exped. des Flugsport techn. Neuheiten. Kutschbach, Berlin-Lankwitz, Scharzhofbergerstraße 5. 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Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 22 30. Oktober 1929 XXI. Jahrgang _ Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 13. November Was wird? Do X flog mit 150 Passagieren und 19 Mann Besatzung. Rohrbach verkauft eine Romar nach Frankreich. Die Dornier Corporation of America baut den Do X. Die Heinkel-Katapultflugzeuge haben sich vorzüglich bewährt. Auch die übrigen Flugzeugfirmen haben erfolg- reiche Anstrenzungen gemacht, Auslandsaufträge hereinzubekommen. Am Anfang dieses Jahres wurde der Flugzeugindustrie verkündet, daß sie mit dem Ausfall fast aller Inlandsaufträge rechnen und sich auf Eigenwirtschaftlichkeit aus dem Auslandsbedarf umstellen müsse. Zu dieser Umstellung wurde bekanntlich eine Neunmillionen-Anleihe für die Luftfahrtindustrie in Aussicht gestellt. — An sich eine sehr bedenk- liche Finanzierungsmöglichkeit. Jetzt ist ein halbes Jahr vergangen. Von der Finanzierungsaktion hat man nichts mehr gehört. Ist über- haupt noch etwas zu erwarten ? Focke-Wulf A 29 „Möwe“. Die Focke-Wulf „Möwe“ Muster A 17a mit Siemens-Jupiter-Ge- triebemotor ist im deutschen und internationalen Luftverkehr der Deut- schen Lufthansa A.-G. eine bekannte Erscheinung geworden. Ihre nach dem Zeugnis der Lufthansa ausgezeichnete Streckenbewährung vor- wiegend auf den langen Auslandsstrecken (z. B. Berlin—Zürich, Ber- lin—Paris) und ihre guten Schlechtwetter-Flugeigenschaften haben sie bei Führern und Flugzästen schnell beliebt gemacht. Nahezu einzig- artig ist bei der Focke-Wulf „Möwe“ aber ihre hohe Betriebswirt- schaftlichkeit infolge der guten aerodynamischen Eigenschaften und ‚des einfach konstruierten Aufbaues, der mäßigen Anschaffungspreis bei niedrigen Unterhaltungs- und Reparaturkosten zur Folge hat. Obwohl das letzte Flugzeug von den 10 Stück der Serie 1928 noch nicht ganz ein Jahr vorher der Lufthansa geliefert wurde, hatten die Focke-Wulf „Möwen“ im August 1929 bereits über eine Million km zurückgelegt. Seite 416 „FLUGSPORT*“ Nr. 22 | Nr. 22 „FLUGSPORT*“ Seite 417 So ist es leicht verständlich, daß gerade im Hinblick auf die heute so dıingende Notwendigkeit sparsamsten Arbeitens die Lufthansa wei- tere „Möwen“ in Dienst zu stellen wünschte, und die Focke-Wulf Flug- zeugbau A.-G. einen Auftrag auf 4 weitere Maschinen erhielt. Diesmal wurde die Ausführung mit B.M. W.VI-Motoren ge- wünscht, und das so entstandene Muster erhielt die Bezeichnung: A29 „Möwe“. Bei dem schweren, wassergekühlten Motor, der Kühlanlage und. ihrem Wasserinhalt sowie den zahlreichen bestehenden und neu hinzu- gekommenen Wünschen des praktischen Luftverkehrs war eine erheb- liche Gewichtserhöhung gegenüber dem Muster A17a unvermeidlich, wenn nicht von dem soliden konstruktiven Aufbau etwas geopfert ! werden sollte. Erste Fachleute bezweifelten, daß bei dem so ent-. stehenden Fluggewicht von 4300 kg statt 4000 kg (gleichbleibende Zu- ladung vorausgesetzt) eine ausreichende Startleistung zustandekommen würde. Die Vorausberechnungen von Focke-Wulf sind aber nicht nur erfüllt, sondern noch weit übertroffen worden, denn die A29 „Möwe“ hat eine noch um ein Weniges bessere Startleistung (für 20 m Höhe 480 m) als die A1l7a (für 20 m Höhe 485 m), und zwar noch bei 4400 kg Fluggewicht. Dasselbe gilt für die Steigleistung, die von 6,4 Min. auf 5,7 Min. für 1000 m verbessert wurde, ebenfalls mit 4400 ke. So konnte also die Zuladung von 1550 kg noch auf 1690 kg erhöht wer- den (vergl. unten). Dies wurde erreicht mit B. M. W. VI-Motor (1:5,5) ohne Getriebe. In eines der Flugzeuge wird zu Vergleichszwecken ein Motor mit Getriebe eingebaut, mit dem sich die Leistungen naturgemäß noch weiter verbessern. Im Aeußeren unterscheidet sich die A29 von der A1l7a auf den ersten Blick nur durch den Motoreinbau mit Stirnkühler. Doch sind, z. T. in enger Zusammenarbeit mit der Lufthansa, mancherlei Einzel- heiten vervollkommnet worden. So erfuhr die Windschutzscheiben- anordnung des Führerraumes eine Umänderung zweck weiterer Ver- besserung der Sichtverhältnisse, ohne die aerodynamischen Rücksich- cen zu vernachlässigen. Die Kielflosse wurde am Boden einstellbar ze- macht und die Höhenflossenverstellung konstruktiv geändert. Ferner erhielt das Fahrgestell auf Wunsch der Lufthansa überall Kugelzelenke- ‚statt der bisherigen Kardanstücke. Man darf hiervon eine Verminde- rung der Kosten für Bolzenabnutzung erwarten. Schließlich wurde die Umrißform des Höhenleitwerks in systematischen Versuchen abgeän- dert, um möglichst starke Ruderwirkung beim Landen zu erzielen. Eine interessante Variation der A29 bzw. der Al7a wurde von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt bestellt. Dieses „A 26“ senannte Muster ist für Versuche mit verschiedenen, und zwar luft- und wassergekühlten Motoren in der gleichen Zelle bestimmt und hat dementsprechend auswechselbare Motorvorbauten, die mitsamt den fertig eingebauten Motoren ausgetauscht werden können. Durch je- weilige Messung der Flugleistungen kann der Einfluß der Motorlei- stungen und Drehzahlen des Propellers einschließlich der durch den Motor selbst bedingten Formgebung des Rumpfvorderteils, evtl. der Kühlerdurchströmung usw., festgestellt werden. Die Kabineneinrichtung ist fortgelassen worden, und der so verfüg- bare Raum dient zur Unterbringung der Instrumente und Beobachter, um die Betriebsverhältnisse der Motoren im Fluge zu studieren. | Abmessungen und Gewichte: Tragfläche 62,5 m?, Spannweite 20 m, Länge über alles 14,8 m, größte Höhe 4 m, Rüstgewicht 2710 kg, Zuladung: 2 Führer 160 kg, Betriebsstoff für 5 Std. 500 ke, Oel 50 kg, Focke-Wulf A 29 „Möwe“ mit B.M.W. VI. 8 Fluggäste 640 kg, Gepäck und Fracht 340 kg, zusammen 1690 kg, Flusgewicht 4400 ke. - Leistungen mit 4400 kg nach Messungen der D. V.L. bzw. D.L.H.: Höchstgeschwindigkeit 198 km/Std., Reisegeschwindigkeit bei 12 Pro- zent Drosselung 176 km/Std., Landegeschwindigkeit 92 km/Std., Steig- zeiten für 1000 m 5,7 Min., 2000 m 12,6 Min., 3000 m 21,7 Min., 4000 m 36,2 Min., 4500 m 48,8 Min. Steiggeschwindigkeit in der Luftdichte 1,1 ke/m? 2,6 m/Sek., Gipfelhöhe (Steiggeschwindigkeit = 0) 4700 m, Dienstgipfelhöhe (Steiggeschwindigkeit —= 0,5 m/Sek.) 4500 m, Start: vom Stand 20 m Höhe erreicht nach 480 m. Großflugboot Romar. Dieser Typ wurde von der französischen Regierung bei Rohrhach in Auftrag Nr. 22 „rFLUGSPORT“ Seite 419 Seite 418 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Versuche mit „schwanzlosen Flugzeugen“. Von A. Lippisch, Forschungsinstitut d. R.R.G. Im Verlauf dieses Jahres wurden von der Abteilung Flustechnik des Forschungsinstitutes der R.R.G. eine Anzahl erfolgreicher Ver- suche mit dem Versuchsflugzeug „Storch“ unternommen, über die hier einiges berichtet werden soll. Die mit dem motorlosen Typ im Frühjahr 1927 begonnenen Ver- suche (siehe Flugsport) hatten bekanntlich die prinzipielle Brauchbar- keit des aus Modellversuchen entwickelten „schwanzlosen Flugzeuges“ erwiesen. Nicht befriedigend war die Wirksamkeit der Querruder so- wie die durch Betätigung der Querruder hervorgerufene Instabilität. j Abb. 2. . „Storch“ Typ IV 1929, motorlos. ‚ZZF0O 7880 Zum Teil wurden diese Fehler durch eine Aenderung der Rumpf- form sowie der Flügelspitzenseitensteuer behoben, da man annehmen mußte, daß eine zu geringe Kursstabilität die Querruderwirkung z. T. aufheben mußte. Wenn man also z. B. mit einer solchen nicht genügend kursstabilen Maschine eine Linkskurve durch Querrudergeben nach links einleiten will, so legt sich die linke Querruderklappe nach oben und die rechte nach unten. Es tritt dann links eine Auftriebsverminde- rung und Widerstandsverminderung ein und rechts eine Auftriebs- und Widerstandserhöhung. Die Auftriebskräfte bedingen eine Drehung um die Längsachse im Sinne der gewünschten Flugbewegung, während die Widerstandskräfte eine Rechtsdrehung um die Hochachse hervor- rufen, d. h. der gewollten Kurve entgegenwirken. Die Folge davon ist im Falle mangelnder Kursstabilität, daß beide Bewegungen sich gegen- seitig so ausgleichen, daß eine Schiebebewegung mit linkem Flügel voraus eintreten kann, oder zumindest die gewünschte Querruderwir- kung nur zum Teil in Erscheinung tritt. Da jedoch, wie gesagt, der ursprüngliche Fehler nur z. T. durch Aenderung des Rumpfes und der Seitensteuer behoben worden war, mußte eine ungünstige Ausbildung der Höhen- und Querruder — die ja beim schwanzlosen Typ die gleichen sind — die restliche Ursache darstellen. Bei dem ursprünglichen Storchtyp waren, wie Abb. 1 zeigt, die Ruder, entsprechend dem Normaltyp, parallel zum Holmsystem ge- lagert, so daß die Lagerungsachse in einem Winkel zur Flugrichtung verlief. Es konnte nun wohl möglich sein, daß hierdurch eine man- gelnde Wirkung hervorgerufen wurde und daß eine zur Flugrichtung senkrechte Verlegung der Achsen die Mängel aufheben würde. An- dererseits mußte man annehmen, daß eine stärkere Längsstabilisie- rung ebenfalls günstig für die Ruderwirkung sein mußte, da in diesem Falle die von den Klappen ausgeübten Widerstandskräfte im Sinne der Kurve wirken mußten. Bei stärkerer Stabilisierung erzeugen die Ruder entsprechend stärkeren Abtrieb, und beim Querrudergeben werden die weiterhin vermehrten Abtr jebskr äfte an der Ruderklappe des Kurveninnenflügels --dann auch eine er- wünschte Wider- standsvermehrung hervorrufen. Abb. 1. Anordnung der Querruder bei den ersten Typen. Modellen nachge- prüft wurden, ent- schwerpunkt um einige Aus diesen Er- wägungen heraus, 4 die durch Versuche mit freifliegenden -chen Flugzeugsbauart erga- ‘lich bei der Dwurchbil- stand der diesjährige „Storch“ Typ IV. — Abb. 2 zeigt das Flugzeug in der Uebersichtszeichnung. Gegenüber Typ III wurden lediglich die Höhen- und Querruder- klappen so umgeändert, daß die Drehachsen senkrecht zur Flugrich- tung stehen und eine leichte Wölbung derselben nach oben eine größere Längsstabilität erzeugte. Naturgemäß mußte dann auch der Gesamt- Zentimeter weiter nach vorn gerückt werden. Die | Wirkung dieser Verände- rung war allerdings verblüf- fend. Bereits bei den ersten kurzen Sprüngen auf dem Pelznerhang war die Ver- besserung der Ruderwir- kungen zu erkennen. Die daraufhin ausgeführten zahlreichen Flüge unter der ausgezeichneten Führung des Piloten Grönhoff bestä- tisten voll und ganz die an die Maschine von Anfang an gestellten Erwartungen. Die Abbildungen 3 und 4 zeiren den neuen Typ im Fluge. Letzten Endes war ja der „Storch“-Typ aus dem Gedanken heraus ent- standen, daß durch die schwanzlose Bauart dem Fluszeusbau neue Zzu- kunftsreiche Wege eröffnet werden konnten. Welche Möglichkeiten zur Verbesserung der übli- ben sich denn nun eigent- dung einer brauchbaren | | „schwanzlosen* Bauform? Abb. 3. „Storch“ Typ IV, Führer Grönhoff, Seite 420 „FLUGSPORT"“ Nr. 22 _ Ä I. Tragwerk und Leitwerk werden zu einem geschlosse- nen Bauglied vereinigt. Da- durch wird eine Gewichts- und Widerstandsverminderung er- reicht. Eine Durchbrechung des pfeilförmigen schwanzlosen Flügels in der Bauart des For- schungsinstitutes zeigt, daß, wie man früher annahm, eine Erhöhung des spezifischen Flügelgewichtes gegenüber dem Normalflügel nicht ein- tritt. (Der sehr kräftig gebaute Flügel des „Storch“ wiegt mit den Seitensteuern 4,4 kg/m?.) Die beim Normalflügel auf den Rumpf übertragenen Torsions- kräfte, die ja vom Höhenleit- werk ausgeglichen werden müssen, sind doch beim „schwanzlosen“ Typ nicht vorhanden, denn nur dann kann das Höhenleitwerk fort- fallen. Die Torsionskräfte glei- chen sich also bereits inner- | halb des Flügels aus. Damit fällt nicht nur das getrennt zu bauende Höhenleitwerk fort, sondern auch alle diejenigen Bauglieder des Rumpfes, die den Kräfteausgleich zwischen Flügel und Leitwerk übernehmen müssen. Der Rumpf wird also bei normalen Abmessungen des Flugzeuges lediglich eine Verkleidung der Insassen und kann mit zunehmender Vergrößerung des Flugzeuges ganz vom Flügel ersetzt werden. Die von Prof. Junkers angestrebte „Nur-Flügel-Bauart“ ist in der idealsten Form nur als „schwanzlos‘ denkbar. Abb. 4. „Storch“ Typ IV, Führer Grönhoff. 2. Die aerodynamischen Eigenschaften des „Storch“-Types sind gerade im Hinblick auf die Entwicklung des Verkehrsilugzeuges dem Normal- typ überlegen. Will man nämlich Flugzeuge bauen, die möglichst wirtschaftlich fliegen, dann muß man offenbar geringsten Brennstoffverbrauch pro Flugstrecke anstreben. Eine einfache Ueberlegung zeigt, daß der ge- ringste „spezifische Brennstoffverbrauch“ (kz/km) erreicht wird, wenn spez. Brennstoffverbrauch des Motors prop. Wirkungsgrad X Gleitzahl . Der spez. Brennstoffverbrauch des Motors ist Sache des Motoren- bauers und beim Rohöl-Diesel-Motor, wie er von Junkers und im Aus- land als Flugmotor entwickelt worden ist, bereits wesentlich ver- bessert worden. Der Propellerwirkungsgrad kann dadurch verbessert werden, daß man von der ungünstigen Anordnung der Zugschraube an der Rumpf- spitze abgeht. Das ist beim einmotorigen und auch beim mehrmotori- gen Flugzeug normaler Bauart kaum möglich, weil die Lastverteilung dann große Schwierigkeiten macht. Nur durch Aufbau der Motoren über ’dem Flügel oder zwischen den Flügeln läßt sich dies beim Normal- möglichst klein wird. Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 421 typ (besonders bei Flugbooten) umgehen. Hierbei befinden sich jedoch stets lebenswichtige Bau- teile in gefährdeter Nähe des Schraubenkreises. Der „schwanz- lose“ Typ bedingt geradezu die Anordnung von Druckschrauben, allein schon deshalb, weil der Ge- samtschwerpunkt nahe der Hin- terkante des Mittelprofils liegt. Der vollkommen ungestörte Ab- strom des Schraubenstrahles und die Möglichkeit, die Luftschrau- Abb. 5. Schema der Polaren, schwanzlose ben an die jeweils günstigste Flugzeuge. Stelle setzen zu können, ist ein sehr wesentlicher Vorteil. Um gute Gleitzahlen zu erreichen, muß man einerseits die schäd- lichen Widerstände möglichst klein halten und andererseits durch gün- stire Seitenverhältnisse den induzierten Widerstand vermindern. Der ersten Forderung wird durch die freitragende Bauart nach Möglichkeit entsprochen, die zweite Forderung findet durch statische und gewicht- liche Bedingungen bereits bei Seitenverhältnissen von ca. 1:10 ihre Grenzen. Und selbst dann liegen die Auftriebswerte bester Gleitzahlen so hoch, daß ein Fliegen in diesem Bereich bei den heute üblichen Flächenbelastungen viel zu geringe Geschwindigkeiten ergibt. Weiterhin braucht ein Flugzeug mit gutem Gleitwinkel naturge- mäß einen längeren Weg zum Ausschweben, da ja die kinetische Ener- gie langsamer aufgezehrt wird. Man käme also mit solch einem hoch- gezüchteten Flugzeug in keinen normalen Flugplatz mehr hinein. Man müßte also fordern, daß die Polare so gestaltet ist, daß die Stellen bester Gleitzahlen bei kleinen Auftriebsbeiwerten liegen und daß der obere Ast der Polare möglichst konstanten Auftrieb bei dauernd wachsendem Widerstand ergibt (Abb. 5). Weiterhin ist eine Ruderbauart erwünscht, die von sich aus eine gewollte Widerstandsvermehrung beim Landen möglich macht. An- dererseits muß der Typ auch überzogen geflogen im Kurs zu halten sein, d. h. die Seitenruderwirkung darf nicht durch Abschirmung des Rumpfes oder durch unsymmetrische Ablösung am Flügel aufgehoben werden. Die bereits aus Flugmodellversuchen und Windkanalmessungen erkennbaren guten Eigenschaften der „Storch“-Type konnten an zahl- reichen Versuchsflügen ganz einwandfrei nachgewiesen werden. Bei oberflächlicher Betrachtung der Windkanalmessung (Abb. 6) sollte man annehmen, daß der geringe Maximalauftrieb sich beim Ueberziehen unangenehm bemerkbar machen müßte. Zwei Gedanken- sänge jedoch zeigen, daß gerade das Gegenteil der Fall ist. Wind- kanalmessungen bei großen Kennwerten, entsprechend der Ausführung als bemanntes Flugzeug, zeigen, daß die beim „Storch“-Flügel ver- wendeten druckpunktfesten Profile normale Höchstauftriebe (bis zu C.-Werten von 120-130) aufweisen. Die Polare des großen Flug- zeuges geht also höher hinauf, Andererseits ist ja beim Gleitflug mit großen Anstellwinkeln, ent- sprechend dem. Landungsvorgang, nicht Ga-Maximum, sondern Cr- Maximum = V Ca’ + Cw”? zur Bestimmung der Flugzeschwin- digkeit maßgebend, und da ja die Polare des „schwanzlosen“ Typs den langen oberen Ast besitzt, so ist gerade in diesem Falle ein Gleitflug Seite 422 „FLUGSPORT“ Nr. 22 120 S v > 7 SI 00 11% —or u’ 80 4 IP AN v4 —_— 40 | £.Profilform 7 — 40 j Bra 1.Profilform w PR 20 1 | h A 400 Cw 1 40 20 —I%N PA zo Ts 70 50 60 70 Abb. 6. Polaren des schwanzlosen Flugzeuges mit Rumpf. mit geringster Fluggeschwindigkeit möglich. Dabei ist der große Wi- derstand zur Kürzung des Landeweges nur erwünscht. _ Verlert man nun noch die Seitensteuer auf die Flügelspitzen und gibt die Möglichkeit, jedes Ruder für sich zu betätigen, dann gewinnt man einmal eine Gleitzahlverbesserung durch die Endscheibenwirkung, und andererseits können beide Ruder, symmetrisch betätigt, sehr wirk- sam zur Widerstandsvergrößerung beim Landen herangezogen werden. Besonders auffallend ist der für das verwendete Seitenverhältnis von 1:8 hohe Gleitwinkel von 1:20 nach der Windkanalmessung mit Rumpf. Dieses Maximum liegt bereits bei einem Auftriebsbeiwert von a = 50! ° Bei einem Ca = 15 ist der Gleitwinkel noch 1:10. Dieser Umstand ist besonders beachtenswert, denn er allein macht es möglich, Flugzeuge zu bauen, die mit geringer Motorleistung große Geschwindirkeiten erreichen können. Das Flugzeug aber, das mit erößter Geschwindigkeit noch geringe Leistung braucht, ist „das wirt- schaftlichste Flugzeug“. 3. Der „schwanzlose“ Typ ist in anormalen Fluglagen besser steuer- fähig als der Normaltyp. Während nämlich beim Normaltyp beim Ueberziehen die Strö- mung über den ganzen Flügel abreißt und dadurch auch die Querruder unwirksam werden, tritt das Abreißen beim „schwanzlosen“ Pfeil- flügel nur teilweise, und zwar erst am Innenflügel, ein. Der Außen- flügel und damit das Querruder trägt noch normal, und letzteres ver- liert nicht an. Wirkung. “ Die Endscheibenseitenruder verstärken ihre Wirkung bis zu Aus- schlägen von 90°, während die Seitensteuer am Rumpfende, also zentral angeordnet, bereits bei Ausschlägen von 15—20° die größte Wirksam- keit erreichen. Das Abreißen der Strömung um das Seitensteuer spielt bei der Anordnung wie beim „Storch“-Typ gar keine Rolle und wirkt nicht verschlechternd auf die Steuermomente. Nr. 22 „FLUGSPORT"“ Seite 423 Es ist also anzunehmen, daß man mit einer schwanzlosen Ma- schine leichter aus einer abnormalen Fluglage wieder herauskommt. Und dann noch eines: Vielfach wird die Meinung vertreten, daß eine schwanzlose Ma- schine nicht mehr aus der Sturzfluglare herauszubringen ist. Diese Ansicht ist aus tatsächlichen Vorkommnissen entstanden. Untersucht man jedoch diese Fälle, so findet man, daß nicht der „schwanzlose Typ“, sondern die besonderen ungünstigen Ausführungen daran schuld waren. Die früheren schwanzlosen Bauarten, ähnlich Dunne, besaßen stark pfeilförmige Flügelgrundrisse bei durchlaufend gleichem Profil, dessen Anstellwinkel sich von innen nach außen zwecks Stabilisierung stark verminderte. Man bewerkstelligte also den notwendigen Auf- triebsabfall nach außen durch die in jeder Beziehung ungünstige Maß- nahme, ein Normalprofil mit stark negativen Anstellwinkeln arbeiten zu lassen, anstatt von vornherein entsprechend dem Auftriebsabfall die Außenflügelprofile zu verändern. Dadurch lagen naturgemäß die Druck- mittelpunkte der Außenflügelprofile ganz hinten, und diese Flügelteile erzeugten erhebliche Verdrehungskräfte. Wenn dann noch eine an sich ungenügende Starrheit der Flügel vorhanden war, so deformierten diese Flügel bei größeren Geschwindigkeiten derart, daß alles Steuer- geben nutzlos bleiben mußte. Es wird doch auch heute keiner ein Normalflugzeug mit gleichen Tragflächen und Leitwerkspro- filen bauen, wenn er nicht von vornherein beabsichtigt, ein Tandem zu kon- struieren. Der richtig durchgebildete schwanzloseFlü- gel besitzt ge- rade die Eigen- schaft, sich sehr schnell aus der Sturzfluglage aufzurichten, weil ja die Träg- heit um die Quer- achse viel ge- ringer ist als bei dem Normaltyp mit langem Rumpf. Was haben nun die prakti- schen Versuche mit der „Storch“- Type gezeigt? Im Gerade- aus-Flug ist der Abb. 7. Motoreinbau am Rumpfende. Typ im Höhen- Abb. 8. Motor ohne Verkleidung, Vergaserseite. Man sieht steuer empfind- u rechts das Turbinenrad, Seite 424 „FLUGSPORT“ | Nr. 22 licher als ein Normalflugzeug. Die Bewegungen um die Querachse sind kürzer und ruckartiger. Unangenehm bemerkbar ist diese Emp- findlichkeit nicht, da gerade dadurch ein sehr schneller Wechsel von einer Fluglage zur anderen möglich wird. Eine vermehrte Pfeilstellung des Flügels ist bei den nächsten Bauarten jedoch vorgesehen. Diese Maßnahme bewirkt eine Vergrößerung der Dämpfung und des Träg- heitsmomentes um die Querachse. Es wurde sodann versucht, durch langsames Höhensteuer-Geben das Flugzeug an die Grenze des überzogenen Fluges heranzubringen. Dieses Manöver wurde schließlich bis zum vollen Höhensteueraus- schlag durchgeführt. In dieser vollständig überzogenen Fluglage wurde die Maschine bis zur Landung ohne Nachgeben des Höhenruders geradeaus geflogen, chne daß eine Tendenz zum seitlichen Abrutschen spürbar wurde. Die Wirksamkeit der Seitensteuer blieb durch die hierbei auftre- tenden außergewöhnlich geringen Geschwindigkeiten vollständig er- halten, so daß Kursänderungen durch Seitenruder ausgeführt werden: konnten. Es wurde sodann im Normalflug das Höhensteuer kurz angezogen und in dieser Stellung gehalten. Das Flugzeug stieg hierauf erst steil an, sackte nach Verlust der Geschwindigkeit bis zur überzogenen Flug- lage durch und flog unter Beibehaltung dieser Fluglage weiter. Auch hierbei waren instabile Seitenbewegungen nicht bemerkbar. Das Eigenartige an dieser Flugbewegung ist der Umstand, daß das Flugzeug nicht nach dem plötzlichen Ueberziehen erst auf den Kopf geht, sondern sich lediglich wieder in die beim langsamen Ueberziehen erreichte Fluglage mit großen Anstellwinkeln einstellt. Das Herausnehmen aus dem überzogenen Fluge geschieht momen- tan durch Zurücknehmen des Höhensteuers. Damit kommt das Flug- zeug sofort wieder auf Fahrt ohne besonderen Höhenverlust. Der ge- ringe Stirnwiderstand verbraucht beim Beschleunigungsvorgang ent- sprechend wenig potentielle Energie. Weiterhin wurden verschiedene Kurvenflüge erprobt. Es zeigte sich, daß zur Ausführung der Kurve diese stets mit Fahrt angeflogen werden muß. Man kann dann in gleicher Weise wie beim Normal-Flugzeug die Steilkurve mit Ruderwechsel ausfliegen. Geht man aus einer zu geringen Fluggeschwindigkeit in die Kurve, dann reagiert das Flugzeug zu stark auf Seitenruder und hat offenbar die Tendenz, kursinstabil zu werden. Durch Gegen-Seitensteuer läßt sich die Bewegung abfangen. Welche Flugbewegung beim Beibehalten des Seitensteuerausschlages eintritt, kann nicht mit Bestimmtheit ge- sagt werden. Aechnliche Erscheinungen wurden an der anfangs zu kopflastig getrimmten Ausführung mit Motor und vergrößerten Seiten- steuern beobachtet. Die beim Geradeausflug in diesem Falle notwen- dire Höhenruderstellung entsprach ja auch dem Langsam-Flug mit der richtiglastigen Maschine. Die beim Kurvenfliegen wirksamsten Steuer sind die Seitenruder. Durch Seitenrudergeben legt sich das Flugzeug in die Kurve und läßt sich durch Gegenseitensteuer wieder daraus aufrichten. Mit Verwin- dung allein lassen sich nur ganz flache Kurven fliegen. Im Ganzen genommen, unterscheidet sich der Typ beim Kurven- fliegen nur wenig vom Normalflugzeug. Es wurden dann fernerhin noch „Side-slip“-Fluglagen ausgeführt. Das Manöver gelang sofort mit Querruder und Gegenseitensteuer. Die Bremswirkung ist dabei infolge des kurzen Rumpfes nicht so stark wie bei dem Normaltyp. Nimmt man das Gegenseitensteuer heraus, SO Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 425 kommt der vorausfliegende Flügel zurück, die Schräglage wird jedoch beibehalten. . Die beste Bremsung zur Kürzung des Landeweges erfolgt durch gemeinsames Ausschlagen der Seitenruder nach außen. Da die Ruder unabhängig voneinander betätigt werden, ist dies ohne weiteres möglich. Das Flugzeug, das sonst infolge des guten Gleitwinkels und der geringen Minimalgeschwindigkeit sehr lange ausschwebt, braucht mit ausgetretenen Seitenrudern nur einen Bruchteil dieses Landeweges. Da die Seitensteuer, um sie vor Beschädigungen zu schützen, auf der Flügeloberseite angebracht waren, wirkte der oberhalb desSchwer- punktes angreifende Widerstand derselben bei kräftigen Ausschlägen anstellwinkelvergrößernd. Damit das Flugzeug also nicht dadurch auf- bäumt, muß man anfangs mit Tiefenruder dagegenhalten und dann erst auch dieses anziehen. Bei einer Ausführung als Motorflugzeug können dann die Seitensteuer heruntergedrückt werden und als volle End- scheibe gebaut werden. Im ganzen genommen, waren die Resultate in dem motorlosen Typ so befriedigend, daß nunmehr an einen Umbau des Flugzeuges mit einem schwachen Motor herangegangen werden konnte. Da aus Ersparnisgründen der Flügel des motorlosen Typs Ver- wendung finden sollte, wurde ein bereits früher angeschaffter 500-cm’?- DKW-Zweizylin- der-Motor mit Luftkühlung als Antrieb vorgese- hen. Die Normallei- stung dieses Mo- tors beträgt auf Wasserkuppen- niveau ca. 9 PS. Aus diesem Grun- de wurde beim Entwurfvon vorn- herein auf ein noT- males Fahrgestell verzichtet. Der Druckschrauben- antrieb gestattete ja auch den beim Segelflugzeug üb- lichen Seilstart. Der neue Rumpf hatte einen weiter nach vorn gerückten Füh- rersitz, um so das * Motorgewicht, welches mit Tank, Kihlturbine, Ver- kleidung und Luft- schraube zirka 40 kg betrug, aus- Abb. 9. Schwanzloses Flugzeug des Forschungsinstitutes zugleichen. Der d.R.R. G., Abt. Flugtechnik, im Fluge. „Storch“ Typ V, Motor saß über Motor D.K.W. 500 cm?, Führer Grönhoff. = Seite 426 „FLUGSPORT" Nr. 22 dem Rumpfende, noch z. T. in den Flügel hineingreifend. Die direkt angetriebene Luftschraube wurde durch Zwischenschaltung einer elastischen Gummikuppelung auf eine verlängerte Welle gesetzt, so daß sie von dem Totluftbereich des Motors und Rumpfes nicht mehr erheblich gestört werden konnte. Der größtmögliche Durchmesser wurde zu 1,34 m festgelegt, die Versuche mit verschiedenen Luft- schrauben erwiesen jedoch in bezug auf die Drehzahl 1,24 m Durch- messer als günstiestes Maß. Da von Versuchen anderer bekannt war, daß der Motor ungenügende Kühlwirkung besaß, wurde eine besondere Kühleinrichtung mit Hilfe einer Zentrifugalturbine und zwangsläufiger Luftführung geschaffen. Während der Versuche wurde diese Kühlung nochmals verbessert. Die Abbildungen 7, 8 und 9 zeigen verschiedene Ansichten des Flugzeuges und des Motoreinbaues. Abb. 10 ist eine Uebersichtszeichnung des Motortyps. Nach einigen kurzen Sprüngen ohne laufenden Motor gelangen sofort einige kürzere Flüge. Dabei stellte sich heraus, daß die wegen der weiter nach vorne ragenden Rumpfspitze vergrößerten Seiten- steuer zu groß geraten waren, so daß sie in der Folge wesentlich ver- kleinert werden konnten. Weiterhin erwies sich die Kufenform als ungünstig. Die Maschine kam selbst mit Tiefensteuer zu früh frei und sackte dann nochmals durch, bis die richtige Fluggeschwindigkeit er- reicht wurde. Durch Verringern des Einstellwinkels zum Erdboden wurde dieser Fehler ebenfalls behoben. Von Anfang an auffallend war die erstaunlich große Fluggeschwin- digkeit im Horizontalflug. Bei einem Kreisflug wurde die Geschwindig- keit zu mehr als 120 km/h gestoppt, doch können genaue Angaben erst nach Erledigung von mehreren Messungen gemacht werden. Die Maße und Gewichte dieses Typs waren nun folgende: Spannweite . oo. .. 12,37 m Länge . . . . . . . j 38 m Höhe . . . j 20 m Flügeltiefe in Mitte . . . . 1,89 m Flügzeltiefe außen . . . . . . 1,17 m, Flügelfläche gesamt . . . . . 185 m. Höhen- bzw. Querruderflächen je . 0,93 m? Seitenleitwerksfläche mit Ruder ie . . 0,50 m? Motor: DKW luftgekühlt, 2 Zylinder . . 19 PS Luftschraube: RRG . . . . . 124 0 0,6 m N. Rüstgewicht . . , . . 170 kg Zuladme 2: 202m nen 80 Kg Flusgewicht . . . . . . 250 kg , Flächenbelastung . . . . 135 kelm mittl. Leistungsbelastung . . ....30,0 kg|PS mittl. Flächenleistung . >. 0,45 PS/m Genaue Messungen über Geschwindigkeit und Steigfähigkeit konn- ten noch nicht unternommen werden, da der Motor noch nicht zum einwandfreien Lauf zu bringen war. Nach Flugzeiten von 15—20 Min. stellten sich stets Störungen infolge mangelnder Kühlung ein. Es wurde deshalb bereits auf die Drehzahl der Motorhöchstleistung (3200 n) verzichtet und die Luftschraube so dimensioniert, daß die Flugdreh- zahlen nicht größer als 2800 n waren. Die Steigfähigkeit sowie die Fluggeschwindigkeit waren trotzdem sehr befriedigend, und man kann bereits atıs den bisher gemachten. Versuchsflügen die Leistungssteigerung des neuen Typs erkennen. Nr. 22 —„FLUGSPORT“ Seite 427 Abb. 10. Schwanz- loses Versuchs- motorflugzeug d. R. R. GC. Der Seilstart machte keine Schwierigkeiten und ließ sich genau so ausführen wie beim motorlosen Typ. Der Startweg ist infolge des Motorschubes natürlich kürzer. Gegenüber dem motorlosen Flugzeug war die Ruderwirkung ver- stärkt, was besonders bei den Seitenrudern in Erscheinung trat. Die Aufgabe der weiteren Versuche muß es nun sein, die Wir- kung des Motorschubes und der größeren Flächenbelastung auf die Eigenschaften in abnormalen Fluglagen zu prüfen, Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrats Nr. 40. Die Federation A&ronautique Internationale (F..A. I.) hat gemäß Mitteilung vom 26. September 1929 folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt: Frankreich. Frauenrekorde: Klasse C. Frl. Maryse Basti& auf Eindecker Caudron, mit 40-PS-Salmson-Motor, Le Bourget, den 28. Juli 1929. Dauer: 26 Std. 47 Min. 30 Sek. Frankreich. Klasse C. Leichtflugzeuge, 4. Kategorie (Einsitzer unter 200 kg). C. Fauvel auf Flugzeug Mauboussin-Peyret, Typ 10 Nr. 1, mit A. B. C.- „Scorpion“-Motor, Typ MK1l, zu 32 PS, am 4. September 1929, Strecke Le Bour- get—Gondreville. Geschwindigkeit über 100 km. 139,534 km/Std., am 5. Sept. 1929 Le Bourget: Höhe 5193 Meter, am 6. Sept. 1929 Le Bourget: Entfernung in geschlossener Bahn: 700 km, am 10. Sept. 1929 St. Inglevert bis Pau Pont Long: Entferhung gerader Linie 852,100 km. Berlin, im Oktober 1929. Nachtrag zur Mitteilung Nr. 40. Der Deutsche Luftrat hat als lokalen Segelflugrekord folgende Flugleistung anerkannt: Klasse D (Flugzeuge ohne Motor). Gelände: Rhön. W. Hirth auf Segelflugzeug „Lore“ am 22. Juli 1929. Entfernung mit Rück- kehr zur Startstelle: 21 km. Berlin, 11. Oktober 1929. Mitteilung Nr. 41. Häufig ist die Frage aufgeworfen worden, warum die allgemein bekannten hervorragenden deutschen Segelflugleistungen nicht als Weltrekorde anerkannt und in der offiziellen Liste der F. A. I. geführt worden sind. Dieser Umstand erklärt sich daraus, daß zur Zeit, als in Deutschland die ersten größeren Lei- Seite 428 FTUGSPORT" Nr. 22 stungen im Segelflug erzielt wurden, Deutschland noch nicht wieder der F. A. 1. beigetreten war. Dies erfolgte erst im Oktober des Jahres 1926. Nachdem im Jahre 1927 in Deutschland wiederum hervorragende Flüge mit Segelflugzeugen, in erster Linie durch den Ostpreußen Ferdinand Schulz, aus- geführt worden waren, hätten diese als Weltrekorde anerkannt werden können, jedoch trat zu jener Zeit eine neue Bestimmung der F. A. I. in Kraft, wonach Segelflugrekorde, weil an das Gelände gebunden, nicht mehr internationalen, sondern nur noch lokalen Charakter tragen sollten. Aus diesem Grunde wurden die Segelflugrekorde nicht mehr in der offiziellen Liste der F. A. I. geführt und nicht mehr international bekanntgegeben. Der Deutsche Luftrat hat in Erkenntnis dessen, daß hierdurch der Wert der Segelflusrekorde nach außen hin herabgemindert wird, bei der diesjährigen F. A. 1.-Sitzung in Kopenhagen beantragt, daß zwar die Anerkennung von lokalen Segelflugrekorden beibehalten werden soll, daß aber die besten Leistungen un- abhängig vom Gelände in Zukunft wiederum international anerkannt und geführt werden sollen. Diesem Antrag des Deutschen Luftrats, der u. a. damit begrün- det wurde, daß bei den großen Entfernungen, die heute schon im Segelflug zu- rückgelegt werden, der lokale Charakter kaum mehr festzustellen sei, wurde ein- stimmig stattgezeben. Die F. A. I. hat nunmehr die ihr angeschlossenen Länder gebeten, die bis- her aufgestellten besten Segelflugleistungen bei ihr anzumelden, und erfreulicher- weise sind sämtliche internationalen Rekorde der Klasse D (Flugzeuge ohne Motor) Deutschland zugesprochen worden. Welche gewaltigen Fortschritte in den letzten Jahren im Segelflugsport gemacht worden sind, beweisen am besten die in der nachstehenden Liste in Klammern angeführten internationalen Rekorde, die zum letztenmal als solche in der Rekordliste der F. A. I. vom 30. Juni 1927 veröffentlicht wurden. Die von der F. A. I. mit Schreiben vom 18. Oktober 1929 bekanntgegebene offizielle Liste der internationalen Segelflugrekorde lautet wie folgt: Klasse D (Flugzeuge ohne Motor). Größte Dauer (Deutschland). Ferdinand Schulz auf Flugzeug „Westpreußen“. Gelände: Rossitten, am 3. Mai 1927: 14 Std. 7 Min. (bisher 10 Std. 29 Min. 43°/s Sek. Frankreich). Größte Entfernung in geschlossener Bahn (Deutschland). Ferdinand Schulz auf Flugzeug „Westpreußen“. Gelände: Rossitten, am 3. Mai 1927: 455,800 km (bisher nicht aufgestellt). Größte Entiernung in gerader Linie (Deutschland). Johannes Nehring auf Flugzeug „Darmstadt“. Gelände: Bergstraße, von Frankenstein nach Ubstadt am 25. April 1929: 72,200 km (bisher 10,5 km Italien). Größte Geschwindigkeit in geschlossener Bahn (Deutschland). Ferdinand Schulz auf Flugzeug „Westpreußen“. Gelände: Rossitten, am 5. Mai 1927: 54,545 km/Std. (bisher nicht aufgestellt). Höhe über Startpunkt (Deutschland). Johannes Nehring auf Flugzeug „Darmstadt“. Gelände: Bergstraße, am 25. April 1929: 1209 Meter (bisher 546 m Frankreich). Die beiden obigen Rekorde Nehrings, d. h. Entfernung in gerader Strecke und Höhe, sind der Leistung nach überboten, und zwar durch den Ossterreicher Robert Kronfeld; eine Anerkennung dieser Leistungen als Rekorde durch die F. A. I. ist aber noch nicht erfolgt, so daß tatsächlich Nehring noch diese beiden Rekorde hält. Berlin, den 21. Oktober 1929. ‘ Deutscher Luitrat.. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg; für die Richtigkeit: gez. von Hoeppner. Betr. „Ostpreußenilug“. Verschiedene irreführende Inserate und Veröffentlichunzen über die Ergeb- nisse des „Ostpreußenfluges“ 1928/29 veranlassen uns zu folgender Feststellung: Gegen die Preisgerichtsentscheidung im „Ostpreußenflug“ gingen beim Luft- rat zwei Berufungen ein. Die erste Berufung war gegen einen Preiszuspruch an das Flugzeug der Bayerischen Flugzeugwerke (BFW) (Führer Croneiß) erhoben, weil dieses Flugzeug in der technischen Leistungsprüfung bei den Landungsprü- fungen im Seitengleitflug statt im Geradeausflug gelandet war. Der Luftrat hat der Berufung stattgegeben, weil er zu der Auffassung kam, daß der Seitengleitflug bei dieser technischen Prüfung nicht zulässig war. In- Nr. 22 „FLUGSPORT" Seite 42% folgedessen mußte dem Flugzeug der BFW für die Landeprüfung die Note Null zuerteilt werden, wodurch das Flugzeug völlig aus der technischen Leistungs- prüfung ausschied, da die Wertung vorsah, daß nur solche Flugzeuge prämiiert werden konnten, die in allen geforderten Eigenschaften den Mindestbedingungen der Ausschreibung entsprachen. Da die Ausschreibung für den Ostpreußen- Streckenflug vorsah, daß nur solche Flugzeuge daran teilnehmen konnten, deren Muster die technische Leistungsprüfung bestanden hatten, durfte das Flugzeug der BFW am Streckenflug nicht teilnehmen. Der Luftrat kam daher zu der Auffassung, daß auch im Strekenflug den BFW kein Preis zugesprochen werden konnte, obwohl das Flugzeug tatsächlich teil- genommen hatte, da zur Zeit des Streckenfluges noch nicht feststand, daß es zur Teilnahme nicht berechtigt war. In Anbetracht der im übrigen vorzüglichen Leistungen des Flugzeuges der BFW und der besonderen Umstände hat der Luftrat den BFW aber einen Trost- preis zuerteilt. Die zweite Berufung richtete sich gegen die Teilnahme des Flugzeuges der Firma Klemm im Streckenflug. Auf Grund der Leistung im technischen Vorwettbewerb war die Firma Klemm berechtigt, mit einem Flugzeug des gleichen Musters am Streckenflug teilzunehmen. Die Berufung gegen einen Preiszuspruch für den Streckenflug richtet sich dagegen, daß das im Streckenflug geflogene Flugzeug der Firma Klemm (Führer Siebel) nicht in allen Teilen dem in der technischen Leistungsprüfung geflogenen Muster entsprach. Der Luftrat hat dieser Berufung stattgegeben, da das Flugzeug tatsächlich. erhebliche Veränderungen am Motor und an der Zelle aufwies, und erkannt, daß das Flugzeug der Firma Klemm am Streckenflug des „Ostpreußenfluges‘“ unbe- rechtigterweise teilgenommen hat, und daher kein Anspruch der Firma Klemm auf einen Anteil der Preise im Streckenflug besteht. Berlin, den 24. Oktober 1929, Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenbers. Für die Richtigkeit: gez. voii Hoeppner. Do X flog mit 169 Personen an Bord. Am 21. Oktober, vormittags 11 Uhr 5Min. wurde der Do X auf See geschleppt.: 11.25 Uhr sprangen sämtliche Mo- toren an und nach 52 Sek. hob sich der Do X vom Wasser ab. Das Flugzeug wurde von dem Piloten Wagner gesteuert. Nach einem Rundflug über Altenrhein wasserte 12.06 Uhr das Flugzeug vor seiner Halle. Die größte erreichte Höhe betrug 400 m, die Geschwindisrkeit 170 km. Der Start der Oberth-Rakete soll am 25. November im Ostseebad Horst bei Treptow a. d. Rega zum Abschuß kommen. Luftiahrzeugmotoren-Forschung. Die Deutsche Versuchsanstalt für Luft- fahrt (DVL) hält im Anschluß an die Mitgliederversammlung der Wissenschaft- lichen Gesellschaft für Luftfahrt am Sonnabend, dem 9. November, ihre diesjährige Hauptversammlung in der Technischen Hochschule ab. Es werden folgende Vor- träge aus dem Gebiete der Motorenforschung gehalten: Dr.-Ing. Kamm, Die Ge- staltung des Luftfahrzeug-Motors; Dr.-Ing. Schrenk, Einfluß der Triebwerks- gewichte auf das Flugzeug; Dr.-Ing. Lürenbaum, Die Schwingungen in Luftfahr- zeug-Triebwerksanlagen; Dipl.-Ing. Stieglitz, Neuere Erkenntnisse und Ergebnisse auf dem Gebiete der Kurbelwellenschwingungen; Dipl.-Ing. Löhner, Thermodyna- mische Aufgaben der Luftfahrt-Forschung: Dipl.-Ing. Janson, Versuchseinrich- tungen für Forschungsarbeiten an Luftfahrzeug-Motoren. Im Anschluß an’ die: Vorträge findet eine Aussprache statt. Ein Nachtsegelilug von 14 Std. 43 Min. 25 Sek. wurde von Oberltn. Dinort ausgeführt. Er startete am 19. Oktober 15.19 Uhr im Rossitten-Segelflusselände auf einer Schwachwindmaschine und landete am Sonntagmorgen um 6.03 Uhr. Die größte Flugleistung, im Mai 1927 von Ferdinand Schulz aufgestellt, betrug: 14 Std. 7 Min. Der Flug wurde von Sportzeugen kontrolliert. Espenlaub hat in der Mitte des Oberflügels seines Segelflugzeuges zwei. Raketenrohre angebracht. Auf dem Flugplatz Düsseldorf wurde am 22. Oktober dieses Segelflugzeug mit einem Motorflugzeug auf 20 m Höhe geschleppt. Nach- dem das Verbindungsseil mit dem Motorflugzeug gelöst war, zündete Espe die: erste Rakete, wobei auch prompt sich das Seitenruder entzündete und Espe: schleunigst die Maschine zu Boden drückte. Es ist wieder einmal gut gegangen. Anschließend an diesen Versuch führte er einen Flug mit dem schwanzlosen Seite 430 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Flugzeug Soldenhof aus, wobei er angeblich 140 km Geschwindigkeit erreicht haben soll. Oitizielles Ergebnis des Deutschen Zuverlässigkeitsiluges 1929. Das offizielle Preisgericht-Ergebnis ist jetzt herausgekommen. Von 33 gestarteten Flugzeugen haben 20 Maschinen die Prüfung 100-prozentig beendet, d. h., der Führer des Apparates hat die vorgeschriebenen Flugkilometer zurückgelegt. 4 Maschinen wurden mit über 90 Prozent bewertet. Einen erfreulichen Erfolg haben die Klemm-Daimler-Flugzeugwerke zu ver- zeichnen. Sie haben insgesamt 22 Maschinen ins Rennen geschickt, daven sind 13 mit 100 Prozent bewertet worden und 2 Apparate mit über 90 Prozent. Die größte Strecke hat der Dessauer Müller auf Junkers A 50 mit Armstrong-Siddeley- Genet-Motor zurückgelegt, er flog insgesamt 2197 km. Das Ergebnis: W. v. Gravenreuth (Klemm L 25) 100 Proz.; Meckl. Aero-Club, Rostock (GMG. II) 100 Proz.; Graf v. Sackenheim-Aberdar, Böblingen (Klemm L 20) 100 Proz.; Bad. Pfälz. Luftfahrt-Verein, Mannheim (Klemm L 25) 100 Proz.; J. Schiller-Bonn (GMG. II) 100 Proz.; H. W. Fußbahn-Böblingen (Klemm L 25) 100 Proz.: A. Riediger-Ebingen (Klemm L 25) 100 Proz.; Württ. Luftf,-Verband, Stuttgart (Klemm L 25) 100 Proz.; Fluwiac e. V., Köthen (Klemm L 25) 100 Prbz.; Akad. Fliegergr., München (Klemm L 25) 100 Proz.; W. Siebel-Berlin (Klemm L 25) 100 Proz.; Kölner Klub für Luftschiffahrt, Köln (Klemm L 25) 100 Proz.; Verein f. Luftf., München-G. (BFW.) 100 Proz.: F. Güttler-Elsterwerda (Klemm L 25) 100 Proz.: Düsseldorfer Aero-Club, Düsseldorf (BFW.) 100 Proz.; H. Hirth- Berlin (Klemm L 25) 100 Proz.; Flugw. Vereinigung, Frankenhausen (Klemm L 25) 100 Proz.: J. Koenen (RAKA) 100 Proz.; G. Achgelis-Bremen (Focke-Wulf) 100 Proz.; H. Müller-Dessau (Junkers) 100 Proz. Elly Beinhorn-Berlin (BFW.) 98 Proz.; Niederrhein. Verein f. Luftf., Sektion Bonn (BFW.) 97 Proz.; Luftf.-Verein Münster u. Münsterland (Klemm L_ 20) 95 Proz.:;O.Bissinzer-Sindelfingen (Klemm L 20) 91 Proz.; Luftverkehr Sieben- gebirgsflug, Bonn (Klemm L 25) 76 Proz.; Verein z. Förd. d. Flugwesens, Cottbus (Klemm L 20) 75 Proz.: W. Hirth-Stuttgart (Klemm L 25) 73 Proz.; G. Schritt- Marienburge (GMG. II) 68 Proz.; Verein z. Förd. d. Flugw., Cottbus (RAKA) 65 Proz.: Akad. Fliegergr., Halle a. S. (Klemm L 25) 64 Proz.; Düsseld. Aero-Club (Klemm L 25) 38 Proz.; Luftfahrt-Verein f. Münster und das Münsterland (Klemm L 20) 35 Proz.; Kölner Club f. Luftfahrt, Köln (Klemm L 20) 23 Proz. Winterflugplan der Deutschen Luft Hansa. Am Freitag, dem 1. November, wird im Bereiche des Streckennetzes der Deutschen Luft Hansa und der Mehrzahl der befreundeten ausländischen Luitver- kehrsgesellschaften der Uebergang vom Herbst- zum Winterflugdienst vollzogen. Eine größere Anzahl von Flugverbindungen wird zu diesem Termin eingestellt, zum Teil aus meteorologischen Gründen, zum Teil deswegen, weil infolge des be- schränkten Luftfahrtetats nur verhältnismäßig geringe Subventionsmittel für den deutschen Luftverkehr zur Verfügung stehen. Aus wirtschaftlichen Gründen muß iedoch eine allmähliche Angleichung des Winterluftverkehrs an den sommerlichen Hochbetrieb angestrebt werden. Solange Personal und Material nicht sleich- mäßig das ganze Jahr über in der Handelsluftfahrt beschäftigt und ausgenutzt werden können, solange also die Leistungskurve von der sommerlichen Spitzen- leistung zu den Wintermonaten steil abfällt, tritt eine erhebliche finanzielle Be- lastung der Verkehrsgesellschaft ein, die das Streben nach Eirenwirtschaftlichkeit stark erschwert. Daher ist es erfreulich, festzustellen, daß der neue Winterflug- plan gegenüber dem vorigen Jahre in dieser Hinsicht eine Verbesserung bedeutet. Während im vorigen Winter nur 7000 bis 8000 km in den Wintermonaten täglich geflogen werden konnten, erhöht sich diesmal die Leistung auf etwa 11 600 km. Es darf iedoch nicht übersehen werden, daß der deutsche Luftverkehr von der wünschenswerten gleichmäßigen Beschäftigung während des ganzen Jahres noch sehr weit entfernt ist. Der Winterflueplan der Deutschen Luft Hansa, der vom 1. 11. 1929 bis 28. 2. 1930 Gültigkeit hat, sieht 14 Flugverbindungen zwischen den wichtigsten Zentren des Wirtschaftslebens vor. Man hat eine sorgfältige Auswahl im Hinblick auf Verkehrsbedeutung, Frequenz und Wirtschaftlichkeit vorgenommen. Von Berlin aus führen Flugstrecken nach Danzig—Königsberg, nach Dresden—Prag— Wien, nach Halle/Leipzig—Nürnberg/Fürth—München, nach Erfurt—Frankfurt am Main, nach Hamburg —Lübeck/Travemünde—Kopenhagen— Malmö sowie über - Hanırover nach Köln—Brüssel—Paris und nach Amsterdam—London. Durch die Nachtbefeuerung der Strecke Berlin—Hannover ist es möglich, die Flugverbin- dungen nach der französischen und englischen Hauptstadt ohne Unterbrechung Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 431 den ganzen Winter über in einem Tagesflug aufrechtzuerhalten. Weiter führen Linien von Hamburg über Hannover nach Frankfurt a. M.—-Stuttgart, von Mann- heim über Frankfurt a. M. nach Köln—Düsseldorf—Essen/Mülheim, von Frank- furt a. M. nach Köln und Nürnberg/Fürth—München, ferner von Halle/Leipzig und Dortmund nach Köln. Schließlich wird auf der Linie Basel—Genf—Marseille— Farcelona dreimal wöchentlich Flugdienst in beiden Richtungen durchgeführt. Hierbei ist auf die Möglichkeit eines kombinierten Eisenbahn- und Luftverkehrs Rücksicht genommen. Ausländische Gesellschaften fliegen deutsche Flughäfen auf den Strecken Paris—Straßburg—Nürnberg/Fürth—Prag--Warschau, auf Brüssel— Antwerpen—Düsseldorf—Essen/Mülheim—Bremen— Hamburg und auf London— Brüssel-—-Düsseldorf—Essen/Mülheim an. Die Reichspost- und Frachtstrecke Ber- lin—Hannover—Essen/Mülheim—Düsseldorf—Köln—Amsterdam— London, die im Gegensatz zu sämtlichen bisher genannten Linien auch Sonntags betrieben wird, wird am 15. 11. 1929 eingestellt. Die bodenorganisatorische Sicherung des Winterluftverkehrs wird von der Deutschen Luft Hansa gemeinsam mit der Zentralstelle für Flugsicherung vorge- nommen. Auf allen größeren Verbindungen sind mehrmotorige Großflugzeuge ein- gesetzt, die mit den neuesten Navigationsinstrumenten, insbesondere mit Funk- gerät, für den Flug im Nebel und bei schlechtem Wetter ausgerüstet sind. Sämt- liche Fluggastkabinen sind natürlich mit Heizungsanlage versehen. Während der Wintermonate wird die Luft Hansa für das fliegende und Erdpersonal, welches ja bedauerlicherweise nicht in derselben Weise wie im Som- mer beschäftigt werden kann, besondere Kurse zur Weiterbildung auf allen in Frage kommenden Gebieten einrichten. Sollten sich auch in diesem Winter infolge strenger Kälte für erdgebundene Verkehrsmittel ähnliche Schwierigkeiten wie im Voriahre ergeben, so wird die Deutsche Luft Hansa für einen zusätzlichen Luft- verkehr und einen Flughilfsdienst bestens gerüstet sein. Ausland. Ozeanilieger Ditemann ist am 22. Oktober, 16.15 Uhr, von Neufundland ge- startet, um mit seinem kleinen 110-PS-Sportflugzeug mit Betriebsstoff für 25 Std. nach England zu fliegen. Der Flieger ist bis heute überfällig. Im englischen Luftverkehr 1928 wurden 27659 Passagiere befördert und 1,7 Millionen km zurückgelegt. STRECKENNETZ DER DEUTSCHEN LUFT HANSA A. WINTER 1929/39 4 Danzig see Königsberg KRlübeck / Travemünde Hambur Amsterdam Pen j London he remen u — @Rofterdam Berli Antıyerpen Essen/M. Hannover cc arschau Halle[Leipzig WW Erfurt $Fbankfurt“/M. Heidelberg ZU” Mannhem® N Ludwigshafen R Paris Stra Pburg Pa München ya wu: j j Klagenfurt "7 &Budapest ß Venedig Marseill® Senf Rom EEE fa el Barcelona . —— Strecken ausländ Luffverkehrsgesellschaften ’ R * 3x wöchentlich in jeder Richfung 11.409 Seite 432 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Vereinsnachrichten. Einrädrige Startwagen für Segelilugzeuge. Bei allen Gleitflügen steht der Arbeitsaufwand für den Rücktransport der Flugzeuge zur Startstelle in einem ungünstigen Verhältnis zu der kurzen Flug- dauer. Aus diesen Erwägungen heraus konstruierte der Flugleiter der Segelflug- schule Grunau, Schwede, einen einrädrigen Startwagen für die Schulmaschinen sowohl wie für Rumpfflugzeuge, der gestattet, 3—6 Flugzeuge hintereinanderge- koppelt von einem Pferde den Hang hinaufziehen zu lassen. Geschult wird meist bei 20 Kursisten mit 4 Maschinen, die ein Pferd mit je drei Begleitmannschaften für ein Flugzeug zurücktransportiert. Bis zur A-Prüfung kann auf das Pferd verzichtet werden, da die kurze Strecke infolge der geringen Reibung des auf Kugellagern laufenden einrädrigen Startwagens die Mannschaft das Flugzeug selbst zurückbringen kann, ohne wesentliche Anstrengung. Jedenfalls wurden von den Grunauer Flugschülern im letzten Jahr seit Einführung dieses Wagens und des dadurch möglichen Transportes mehrerer Maschinen durch ein Pferd wesentlich mehr Flüge ausgeführt als vorher. Zur Zeit kommt ein Flugschüler in Grunau während des vier Wochen dauernden Anfängerkirses meist zu 30 Flügen über 10 Sek. Dauer und zur B-Prüfung. Im letzten Anfängerkursus kam auch ein Nichtmotorflieger bis zur „CO“. Der einrädrige Startwagen besitzt ein auf Kugellager laufendes kräftiges Mottrrad und ein ganz einfaches Stahlrohrgestell, welches an der offenen Schul- maschine mit einem Bolzen befestigt wird. Die die Radachse haltenden senk- rechten S‘::ben werden durch zwei Laschen hindurchgeschoben, welche man im Leergewi.‘,tsmittelpunkt der Maschine über der Kufe befestigt. B:: Rumpfmaschinen werden die senkrechten Streben des Fahrgestells oben gennickt und mit zwei Bolzen am Strebenbeschlag des Rumpfes befestigt. Die sc) :ägen Arme des Fahrgestells laufen rechts und links beim Gummipuffer vorbei und werden durch einen hindurchgesteckten Bolzen mit diesem oder einer anzubıingenden Lasche auf der Kufenoberseite verbunden. Auf diese Weise ist der Startwagen mit der Maschine mit wenigen Hand- erifferı so fest verbunden, daß man am Starthaken mit Stricken noch, wie er- wähnt, mehrere Maschinen anhängen kann. Infolge der leichten Drehung auf dem einen Rade beim Transport besteht keine Gefahr, daß man bei Zugrichtungs- änderungen die Kufe oder den Schwanz der vorderen Maschine abdreht, wenn- gleich man natürlich immer aufpaßt, daß alle folgenden Maschinen genau Vorder- mann fahren (‚fahren stimmt diesmal). Beim gleichen Transport mit nur zwei Maschinen auf den üblichen zwei- rädrigen Startwagen mußte der Verbindungsstrick immer am Wagen befestigt sein, um einem Abscheren der Kufe bei Richtungsänderungen vorzubeugen. Vereine können ganz gut ein Rad von dem Flugzeugtransportwagen gleich- zeitig für den Gebrauch am Startwagen einrichten. Es ist dann nur die Mit- nahme des wenige Kilogramm wiegenden Startwagen-Stahlrohrgestells nötig, um bei einem Ausfluge ganz komplett zu sein. Breslauer Modell- und Segelflugverein „Schlesischer Adler“, gez. Dipl.-Ing. Tonn. Die Flugsportschau der Magdeburger Sportausstellung. Leider ist die Magdeburger Ausstellung „Der Mensch und der Sport“ nun schon wieder vorüber, nachdem sie im Zeitraum von 3 Wochen weit über 100 000 Besuchern gezeigt hat, wie vielseitig heute Sport getrieben werden kann. Es soll jedoch nicht meine Aufgabe sein, hier alle auf der Ausstellung gezeigten Sportarten aufzuführen, sondern festzustellen, daß die Ausstellungsleitung in dan- kenswerter Weise dem Flugsport weitesten Raum gelassen hat. Es erfüllte uns Mitelieder jedesmal mit Stolz, wenn wir auswärtige Gäste durch unsere „kleine Ila“ führen konnten und Herrn Dir. Albrecht von der Ausstellungsleitung ist es ganz besonders zu danken, daß er sich um die Veranschaulichung des Flug- zeugs so sehr bemüht hat. Beim Anblick des Original-Eindeckers von H. Grade erlebte man noch ein- mal im Geiste die Anfänge der deutschen Motorfliegerei und ehrfurchtsvoll be- staunten wir die „Kiste“, wo sich bei Betätigung der Verwindung die ganze Fläche verschränkt. Von jener „guten alten Zeit‘ machte dann die Schau einen ziemlichen Sprung und wir sehen sodann die gute alte „D 1“ Junkers F 13, die bereits 10 Jahre Verkehrsfliegerei im Dienste der Deutschen Luft-Hansa hinter sich hat und nach wie vor ihren Dier.st versieht. — „Focke-Wulf“ zeigte den Nr. 22 „FLUGSPORT“ Seite 433 Einrädriger | Start- | wagen für Segel- flugzeuge. „Welt-Rekord Kiebitz“. Der gute Edzard flog ihn selbst her von Bremen. Durch die beim Transport anklappbaren Flächen war es ihm möglich, knappe 3 Stunden nach der Landung die Maschine in der Ausstellung schon wieder startfertig auf- gebaut zu haben. . Von Privathand wurden gezeigt: ein Raab-Katzenstein „Pelikan“ und eine „Schwalbe“. Von der Techn. Hochschule Hannover ein „Albatros-Doppeldecker. Die „Fluwiak, Köthen“ zeigte drei Maschinen, ihre „Focke-Wulf“-Schul- maschine A 20, eine „Klemm“ und das Rekordsegelflugzeug „Cöthen‘“, auf dem Ferdinand Schulz mit Passagier die Weltrekordzeit von 14 Std. 7 Min. segelte. Unser Verein hatte neben seiner Koje mit Bildmaterial und Modellen auch seinen Hochdecker „Otto v. Guericke“ aufgestellt, der bei dem Magdeburger Publikum durch seine Ueberfliegung der Elbe bekannt geworden, ganz besondere Beachtung fand. Ferner hatte der Magdeburger Flugtechnische Verein sein von einem Ehrenmitglied des Vereins erbautes „Stromdüsensegelflugzeug , D.R.P.an- gem., ausgestellt. So war uns Magdeburgern wieder mal eine glänzende Gelegen- heit gegeben worden, für den Flugsport im allgemeinen, im besonderen aber für unsere Modell- und Segelfliegerei zu werben. Und mit dem moralischen Erfolg können wir zufrieden sein. Magdeburg. A. Alexander Vorsitzender des Vereins für Segel- u. Modellilugsport e. V. Flugzeugtaufe bei der Flugwissenschaftlichen Vereinigung am Kyffhäuser-Tech- nikum. Dieses Flugzeug hat im Dienst der Flugwissenschaftlichen Vereinigung am DLV-Zuverlässigkeitsflug teilgenommen und ca. 1300 km Flugstrecke straffrei zu- rückgelegt. Seite 434 „rLUGSPORT“ Nr. 22 Eingesandt. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) „Modellrekorde‘“, Zu dem Eingesandt des Herrn Paul Schaaf in der Nr. 21 des „Flugsport“ möchte ich Herrn Schaaf folgendes erwidern. Ich persönlich habe absolut keine Ursache, an den „Rekorden‘ des Herrn Möbius Hanau zu zweifeln, im Gegenteil, auch mir ist der 21-Minuten-Flug bekannt. — Es ist aber nicht angebracht, diesen Flug als den Rekord eines Motorflugmodells hinzustellen, da ja bekanntlich nach Ablauf des Gummimotors dieser samt Luftschraube ab&cworfen wurde: wo sollte cs in der Modellflugbewegung hinführen, wenn man derartige Rekorde als solche offiziell anerkennen wollte. — Es wäre ein anderer Fall, wenn das Modell mit seinem Antriebsaggregat gelandet wäre, also mit derselben Belastung, mit der es gestartet war (m. E. etwa 30 Gramm). — Weiterhin sind derartige Rekorde Fragen des Geländes und der Windverhältnisse. Ich gebe gern zu, daß zur Erforschung etwaiger dynamischer Segelaffekte die angewandte Art des Herrn Möbius ohne weiteres zu empfehlen ist, — aber auch nur deswegen! — Ein Re- kord eines Flugmodells ist es nicht, denn in welcher Klasse sollte eigentlich die- ser Rekord rangieren?? — — — Motorflusmodell oder Segelmodeli? — Kombi- nationen gibt es bis dato im Modellflugwesen nicht! — Als wissenschaftliches Experiment erkenne ich den „21-Minuten-Flug‘ des Herrn Möbius durchaus an, als Modellflugrekord nie, da dies ein völlig falsches Bild ergeben würde. R. K. Polter, Dessau. „Modellrekorde“, Bezugnehmend auf das Eingesandt des Inhabers der Firma C. Möbius — Flugmodelle etc. — Hanau, Herrn C. Möbius, in der Nr. 21 des „Flugsport“ fühle ich mich nicht veranlaßt, diese nur der Amateurmodellfliegerei zustehende Sache mit einem Berufsmodellbauer zu klären. — Im Interesse der von mir vertretenen Modelliliegerei muß ich aber betonen, daß es mir fern lag, im „gehässigen‘ Tone jemand anzugreifen und bin erstaunt, daß sich Herr Möbius, ohne von mir genannt zu sein, getroffen fühlte. Den Ton, in welchem Herr Möbius mir antwortete, halte ich nicht für förderlich und lehne aus diesem weiteren Grunde eine Dispu- tation in dieser Art grundsätzlich ab. R. K. Polter, Dessau. Berichtigung. Betrifft: Flugsport Nr. 21, Seite 406: Opel-Segelflugpreis. Auf Zeile 3 zu Ziffer 1 der Ausschreibung muß es statt „von Herrn Fritz von Opel gestifteten Preis“ heißen: „von der Firma Adam Opel A. G. gestifteten Preis“. Literatur. Probleme der Wirtschaftlichkeit des Luitverkehrs. Von A. Colsman, Fried- richshafen. Verlae August Lincke, Friedrichshafen. Preis RM 1.—. Der Verfasser gibt in diesem kleinen Büchlein (ca. 36 Seiten) den Inhalt eines am 24. April 1929 in Köln gehalteren Vortrages wieder. Stand der Weit-Rekorde Klasse € Leichtflugzeuge: Nr. 22 „rLUGSPORT"“ Seite 435 Klasse € Landflugzeuge: —— | _Ohne Nutzlast | Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 ke Nutzlast| Mit 2000-kg Nutzlast | Mit 5000 kg Nutzlast ST 65: :25- Dischid, Risz- 2 a; Rs Deutschland 1: :23:45 Deutschland | 13:1:12,8 Deutschld. | 1:12:21 Frankreich ics u. Zimmermann, chnäbele u. Loose orn, 3x230 PS Jun- | Risticz, 3x280 PS | Bossoutrot x Dauer Junkers W 65,280 PS | 320 PS Junk. W 33 | kers G 24- Junkers | Junk. G24- Junk.L5 IPs Su _ Jk. 5.-7.7. 28 Dessau | 21/22. 3. 27 Dessau 4. 4. 27 Dessau 29.6. 27 Dessau 16. 11.25 Le Bourget 1666,616 km Italien | 2735,586 km Dtschld. 2315,338 km Dtschld. | 1750,469 km Dtschld. Strecke: Ferrarinu.delPrete, Schnäbele u. Loose, | Steindorff 3X230 PS | Steindorff 3x2,0 PS Sav.-March., 550 PS | 320 PS Junk. W 33 Rohrbach-Roland-B | Rohrbach-Roland-B Fiat 31.5.-2.6.283 Rom 21/22. 3. 27 Dessau MW 31.7.27Staaken | MW 3.8. 27 Staaken 12739 m Deutschland | 9374 m Frkr., Burtin, 8089 m,Frkr., Burtin, | 6262 m Italien Dom. | 3586 m Frankr. Bos- Höhe: Neuenhoien, Junkers Breguet 19, 500 PS | Breguet 19, 500 PS | Antonini 2X500 PS | soutrot,4x500PS Su- W 34, 420 PSBristol- | Farman mit Kompr., | Farman mit Kompr., | Caproni Ca.73-Asso | per-Goliath- Farman Jup., Dessau, 26.5.29 | Toussus-le-N.23.8.29 Toussus-le-N.26.9.29 26.5.27CascinaMalp. | 16.11. 25 Le Bourget Mi - 448,171 km/h Frankr. Höchstge- | Bonnet, 550 PS Fer- schwindie-: bois-Hispano ube j 11. 12. 24 Istres 401,279 km/h V.St.A. | 281,030 km/h Frankr. | 261,172 km England | 223,546 km/hFrankr. über Cyrus Bettis 600 PS . Lasne, 500 PS | Broad, De Havilland aill.u.Campl. Bern. 100 km Curtiss R3, 12. 10. Nieup.- Delage - His- 550 PSNap.-Lion, 27. | 600 PS Hisp.-Suiza 25 Mitchelfield pano7.10.25Etampes | 4. 28StagLaneRead. | 23.11 28. LeBourg.-G 306,696 km/h Frankr. | 255,333 km England 255,333 km England | 215,378 km/hDtschld. über Lecointe, 500 PS Broad, De Havilland Broad, De Havilland | Steindorff 3x230 PS 500 km: Nieup.- Delage - His- | 550 PS Nap.-Lion 27. | 550PsS' Nap.-Lion, 27. | Rohrbach-Roland-B pano 23. 6. 24 Istres | 4.28StagLaneRead. | 4.28 StagLane Read. MW 28.7.27Staaken . 248.296 km/h Frankr. | 236,028 km/h Frankr. | 220,791 km/h Frankr. 214,855km/h Dtschld. über Lasne, 500PSNieup. | Lasne, 500PS Nieup. Paillard u. Camplan, | Steindorff 3x230 PS 1000 km: -Delage-Hispano 29. -Delage-Hispano Bernard600PSHisp.- | Rohrbach-Roland-B 8. 25 Villesauvage 14. 5. 26 Etampes Suiza, Istres 23.12.28 | MW 28.7.27 Staaken 218,759 km/h Frankr. | 205,407 km/hDtschld. 205,407km/h Dtschld, über Lasne, 500 PSNieup. | Steindorff 3= 230 PS | Steindorff 3x230 PS 2000 km: -Delage-Hispano 12. | Rohrbach-Roland-B Rohrbach-Roland-B 9. 25 Villesauvage MW 31.7.27Staaken | MW 31.7.27 Staaken 188,097 km/h Frankr. über Girier u. Weiß, Bre&- 5000 km: guet600PSHisp.-Sui- za,Etamp.24.-25.5.29 Größte Dauer brochenen Rundflug, ie- Betriebsstoff- doch mit aufnahme: im ununter- 172: 32 V. St. A. Robbins u. Kelly, Ryan 220 PS Wright Fort Worth 19.-26. 5. 29 Größte Größte Entiernung unterbrochenen Rundflug, iedoch mit Betriebsstoff- im un- 5300 km V. St. A., Smith u. Richter, 400 PS DH 4b-Li- berty 27/28. 8. 23 Rockwell Strecke in gerader Linie ohne Zwischenlan- rin u. 7188,260 km Italien, Ferra- Del Prete, : Savoia- Höhe: dung: March., Fiat 550 Ps, 3.-5.7 28 Montecelio- Touros 6000 kg Frank - Größte Nutzlast in 2000 m soutrot, os 4Xx500 PS Super- Goliath- Farman 16. 11. 25 Oktober 1928 | 1. Kategorie 4. Kategorie 3. Kategorie 6054 m England, Cpt. de Havilland u. | 5193 m Frankr. Pauvel, Mauboussin- 6782 m Dtschld. Bäumer, ausewin Höhe: Mrs. Havilland auf MothGipsydeHa- | Peyret 10, ABC-Skorpion 32 PS Wright 60 PS. 8. villand 85 PS, 27. 7. 28 Stag Lane Le Bourget 5. 9. 29 Hamburg-F. ’ı .. 192,864 km England Butler u. Mrs. | 139,534 km Frkr. Pauvel, Maubous- | 300,1 km England, Cpt. Broad, de | Geschw. üb. | Buller De Havilland ‚„‚Moth‘ Gipsy | sin-Peyret 10, ABC-Skorpion 32 PS | Haviland Tiger Moth 130 PS D. H 100 km 85/100 PS 7.12.28.Stag Lane-Reading. Le Bourget. 4. 9. 29 24. 8. 27 Stag Lane Entierng. in geschl.Bahn 1601 km Deutschland Edzard, Focke- Wulf Kiebitz, 72/80 PS Siemens Bremen 20. 8. 29 700 km Frkr. Pauvel, Mauboussin- Peyret 10. ABC-Skorpion 32 PS Le Bourget 6. 9. 29 Avia BH-11 B, 60 PS W 6-7. 6. 28 Prag alter, Größte Strecke in gerader Linie: 1305.500 km Deutschland, Wirth u. Naumann a. Klemm-Daimler 20 PS, 16. 10. 28 Böblingen-Mieschkance 852,1 km Frkr. Pauvel, Le Bourget 10. 9. 29 Maubous- sin-Peyret10, ABC-Skorpion 32 PS Barling N. B. 3. 80 PS Genet Brownsville, 17. 7. 29 2500 km Tschechoslovakei, Vicherck, \ 2655,64 km V. St. A. Zimmerly, | Klasse D Segelflugzeuge: 14:7:0 Dtschld., 72,2 km Dtschld.| Größte | 455,8kmDtschld. 1209 m Dtschla. | Höchst-|54,545km/h Dischle. I Ferd. Schulz, Nehringa.Darm-| Strecke, Ferd. Schulz; Nehringa.Darm. |geschw.) Ferd. Schulz, | Dauer: | Hocid. West- |Strecke:) stadt 25. 4. 29.) in ge- | Hochd. West- | Höhe: stadt 25. 4. 29. | In ze | Hochd. West- | preußen 3. 5. 27 Frankenstein- Ischloss.|preußen 3.°5.°27 “ ” "Ber straße schloss.|preußen 5 5.27 Rositten Uhstadt _| Flugh. Resitten | © | Flugb. Rositt.n Klasse G Hubschrauber: strecke: 136 m, Frankr., Pescara, 180 PS Pesc.-Hisp., 18. 4. 24 Issy-les-Moulineaux. I Größte Strecke in gerader Linie ohne Zwischenland.: 2963 kın V. St. A. Rodgers u. Connell, 2Xx500 PS P.N. 9-Packard Californien-Hawai 1. 9. 25 Größte Nutzlast Höhe: in 2000 m aufnahme: Field Le Bourget Klasse € Wasserflugzeuge: Ohne Nutzlast | Mit 500 kg Nutzlast | Mit 1000 kg Nutzlast | Mit 2000 k& Nutzlast | Mit 4000 kg Nutzlast 36:1 V.St. A. Cavin | 20:45:— V.St.A. Con- | 17:55- V.St.A., Sou- | 16:39- V, St. A., Cor- | 6:1: Dauer: u. Soucek P. N. 12. | nellu. Rodd, P-N. 10, | cek u.Maxson,PN-12 | ton u.Reber, PN- 12, Don Sch Wagner 2x500 PS ‚Wright, 2x600 PS Packard 2Xx525 PS WR., 25.- 2x525Pratt&Whitn. 480PS Gn -Rh -Jup 3.-5.5.28. Philadelph. |_15/168.27 San Diego | 26.5.28 Philadelphia | 11.-12.7.28 Philadel. | 5.2. 28 Friodichskar’ 2525 km V.St.A. Con- | 2525km V.St.A.Con- | 2150km V.St.A. Cor- 2150 km V.St.A. Cor- | 1000 Strecke: nellu. Rodd, P-N. 10, | nellu. Rodd, P-N. 10, | ton u. Reber, PN-12, | ton u. Reber, PN-12, Wagner aD KM “| 22x600 PS Packard | 2>600 PS Packard | 2x525Pratt& Whitn. | 2x525Pratt& Whitn. | <480PS G-Rh Din 18. 8. 27 San Diego | 15/168.27 San Diego | 11.-12.7.28 Philadel._| 11.-12.7.28 Philadel. | 5.2.28 Friedrsehchen 11753m V.St.A.Ltn. | 7458 m Deutschland | 6389 m Deutschland 4827 m Frkr. Ltn.de |2 Höhe: Soucek Wright Apa- Harder, Junk. W 34 | Kneer, Junk. W 34 Vaisseau, C.A. M. S. ea Do schl. Wag- . che, 425 PS Pratt u. | Bristol- Jupiter 420 | Bristol- Jupiter 420 | 600 PS Hisp. -Suiza, |480 PS G -Rh -Jup Withn., Wash. 4.6.29 | PS, 6. 11. 28 Dessau | PS, 7. 11. 28 Dessau | S. Raphael 15. 5. 29 | 23. 1.28 Friestichuin 456,522 km/h England | 259,927km/h Dtschld. | 235,294km/h Dtschld. 209,546 km/h Dtschl über Lt. Webster, Super- | Starke, Heinkel HD ! Starke, HeinkelHE Wagnera. D.-Sup 4 Ware Kt 100 km: | marine S.5. 1000 PS | 38 600 PS BMW VI, | 9a 600 PS BMW VI | <4s0PS G.-Rihio | aanet G.-Rh.-Jup _ Nap. 26,9.27.Venedig | Warnemünde 7.5. 29 Warnemünde 21.5.29 20.1.28Friedrichshaf. 20.1.28Friedrichshaf. 259,328 km/hV.St. A. | 235,941km/h Dtschld. 235,941km/h Dtschld. 179,416 km/h Dtschl. | 17 ' über Ofstie, 450 PS Navy | Starke, Heinkel HE | Starke, Heinkel HE Wagner an Dischl, Warnera' D Br 500 km: ©, R. - Curtiss D 12 | 9a 600 PS BMW VI | 9a 600 PS BMW VI | x480PS G.-Rh.-Jun. | x480PS G.-Rh un 25. 10. 26 Baltimore | Warnemünde 21.5.29 | Warnemünde 21.5.29 | 5.2.28 Friedrichshat, | 5.2, 28 Friedrichehat 222,277km/hDtschld. | 222,277km/h Dtschld. | 177,279 km/h Dtschl. 177,279 km/h Dtschl über Starke, Heinkel HE | Starke, Heinkel HE | Wagnera. D.-Sup. 4 Wagner n D.-Sup. 4 en al Dischl; 1000 km: | 9,600 PS BMW VI, | 9 600 PS BMW VI | x4s0PSG.-Rh.-Jup. | X480PS G.-Rh.-Jun. | x480PS A -Ru Jun Warnemünde 10.6.29 | Warnemünde 10.6.29 | 5.2.28 Friedrichshaf. 5.2.28 Friedrichshaf. | 5.2.28 Friedrichshaf. . 172km/hSchwz., Wagner | 172km/hSchwz., Wagner | 130,427km/h V.St.A., | 130,427km/.V.St.A. Cor- über u.Zinsmaier,Dornier | u.Zinsmeier,Dornier | Corton u. Reber, PN- ton u. Reber, PN-12 2000 km: Merk. 500/600 BMW, Merk. 500/600BMW, | 12,2%x525 Pr.& Whit- 2x525Pratt&Whitn. 10. 8. 27, Altenrhein | 10.8. 27 Altenrhein | ney, 11.-12.7.28 Phil. 11.-12.7.28 Philadel. FA 512,776km Italien, de G Größte Bernardi, Macchi52, eschwdek. F über 3 km: iat A. 3, 30. 3. eo 28 lo (Venedig) 6450 kg Deutschland Steindorf oo pibach. womar“ 3x 500 PS B Travemünde 7 M 29 Seite 436 „FLUGSPORT“ Nr. 22 Nr. 22 „FLUGSPORT“ KM “ * 22 5 2, Ye n ze = 54 re = WNIINILNNNNUNNNNNNUNUNNNUNUMLNLLLUNDLNNNLDUNUn.>> Eindrücke vom „Deutschen Modellwettiliegen.“ „Deutsches Modellwettfliegen!“‘ — Wer spricht diesen Satz nicht mit Ehr- furcht und Hochachtung aus, weil es ihm die Krone aller Wettfliegen dünkt. Leider ist dem nicht immer so, denn für einen großen Teil der Teilnehmer war das diesjährige Deutsche Modellwettfliegen eine große Enttäuschung. Man muß da einmal nach den Gründen forschen. Die Ausschreibung, für die der selige Herr Dipl.-Ing. Hofmann noch verantwortlich zeichnete, wies schon verschiedene bedenkliche Lücken auf, die auf keine allzugroßen Fachkenntnisse im Modellbau schließen ließen. Um so eine Ausschreibung ist es ein eigen Ding. Es genügt nicht, Modellierbogen für den Bau von Anschauungsmodellen gezeichnet zu haben, um sich dadurch als Modellbaufachmann zu qualifizieren, sondern man muß einmal selbst versucht haben, ein Segelmodell nach dieser Ausschreibung zum Fliegen zu bringen. Nachdem man ieder Jungfliegergruppe eine Ausschreibung zugesandt hatte, die für verbindlich gelten sollte, erhielt ich als Vorsitzender der M. A. G. eben- falls ein Exemplar „zur kritischen Betrachtung“. Die. Vorschriften für Gummi- motormodelle hielten sich im großen ganzen im Rahmen der M. A. G.-Bauvor- schriften, die ia in jeder Beziehung einwandfrei sind. Nur hatte man hier, wie auch bei den Segelmodellen eine Flächenbelastung vorgeschrieben, was ich in keiner Weise gut heißen konnte, da jeder Modellbauer bestrebt sein wird, sein Modell so leicht wie irgend möglich zu bauen. Die Flächenbelastung betrug für Gummimotormodelle 10 & pro dm? und für Segelmodelle 50 g pro dm?. Ich ‚wies ferner darauf hin, daß derartig schwere Segelmodelle wohl in der Rhön fliegen würden, wo man mit einem ganz anderen Aufwindgebiet rechnen könnte, aber nicht in unserem verflachten Mitteldeutschland. Mein Gutachten wurde nach Berlin weitergeleitet, fand aber dort leider keinen Beifall. So wurden dann nicht nur bei uns, sondern auch in verschiedenen anderen Vereinen, getreu der Ausschreibung, Segelmodelle mit extrem hohen Flächenbelastungen gebaut. Nur einige Eingeweihte hatten in der Ausschreibung eine kleine Hintertür entdeckt. Es hieß nämlich da: Gummimotormodelle: — — — Flächenbelastung von 10 g pro dm? ist vorgeschrieben. Und bei den Segel- modellen: 5 kg pro m? — — „isterwüns cht"! Die Modellbauer, die diesem Wunsche nachgekommen waren, wurden dafür wunderbar bestraft. Sie wur- den zum großen Teil bei den Ausscheidungsflügen schon „abgehängt ‚und das von solchen Modellen, die an Leichtigkeit getrost mit den Gummimotormodellen 1 önnten. a kam der 6. Oktober und mit ihm das „Deutsche Modellwett- fliegen“. Zur Mitteilung an alle D. L. V.-Vereine erscheint das vollständige Pro- gramm in Nr. 7 der „Luftschau‘ bereits am 10. Oktober. Die Teilnehmer standen, da ihnen kein offizieller Bescheid zugegangen, ziemlich „betöppert“ auf dem Jenaer Bahnhof und wußten nicht, wohin sie ihre Schritte wenden sollten. Mit einigem Glück franzte man sich aber doch noch richtig zu dem Sammelpunkt er Dir. Meyer machte die auswärtigen Gäste mit einem Ton bekannt, der nur in Jena gebräuchlich zu sein scheint. Da die Durchführung seines Komman- dos ..Antreten zu Zweien!“ ihn nicht befriedigte, begann er eine kleine Ansprache mit den Worten: „Schämt Ihr Euch denn gar nicht?“ Was sich auf das Antreten bezog und bei verschiedenen Teilnehmern, die zum Teil älter als der Herr Dir. Meyer waren, sichtliches Befremden erregte. Man sollte sich doch darüber klar sein, daß ein derartiger Kasernenhofton a solchen Veranstaltungen höchst un- i h dort gar nicht hingebört. nassen, en dem Fluggelände, wurden die Teilnehmer durch eine neu> „Wettbewerbsordnung“ überrascht, von der in der Ausschreibung nichts erwähnt war. Es wurde jedem untersagt, Probestarts mit seinem Modell zu machen, viel- mehr standen jedem nur 3 Starts in jeder Klasse zur Verfügung. Auswechseln der Schraube und des Gummis waren ebenfalls untersagt. Von diesen 3 Starts ging man gleich nach Beginn des Wettbewerbs ab, indem man einen gänzlich neuen Begriff des Fehlstarts einführte. Flüge unter 8 Sek. Flugdauer galten als Fehlstart. Wer also sein Modell einfliegen wollte, war gezwungen, einen Fehl- start zu machen! Bei den Gummimotormodellen war man großzügiger, denn dort konnte man beliebig viele Fehlstarts machen, während bei den Segelmodellen nur 2 außer den 3 Wettbewerbsstarts zulässig waren. Eine grundlegende Hauptsache für einen Wettbewerb vermißte man, das Nachkontrollieren der Modelle! Erst auf Antrag eines Modellbauers, der auch dem „Wunsche“ der Flächenbelastung für Segelmodelle nachgekommen war, wurden 3 Teilnehmer aufgefordert, ihr Modell nachwiegen zu lassen. Sie schenk- ten dieser begründeten Aufforderung aber keine Beachtung. Wir wollen uns für heute mit der Feststellung dieser Mängel begnügen und können dem D. L. V. nur empfehlen, für den nächstjährigen „Deutschen Mo- dellwettbewerb‘ von vornherein durch alte Modellfachleute eine Ausschreibung schaffen zu lassen, die keine solchen Schwächen wie die diesjährige aufweist. Warum konnte man die Herren, die jetzt mit der Flugprüfung betraut waren, Seite 437 nicht schon früher finden, als man eine Ausschreibung brauchte? Dann hätte der D. L. V. diese Veranstaltung als einen „vollen Er- folg‘“ buchen können! F. Alexander, Vorsitzer der M. A. G. Otto Günther, Flugwart des Vereins für Segel- u. Modellflugsport Magdeburg e. V. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeiter-Zeile kostet 50 Piennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Flugzeugkonstrukteur mit langjährig., reich. Erfahrungen im Metall- bau, ledig, wünscht sich bei Gelegenheit zu verändern. Näheres bezw. Angebote unter 2547 an den Verlag des „Flugsport“, Frank- furt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. Neues Flugzeugwerk in Oesterreich sucht durchaus selbstständigen, tüchtigen Ronstrukteur. Angebote mit Gehaltsansprüchen zu richten unter 4800 an die Expedit. des „Flugsport . An- und Verkäufe Suchen. A zucheu. Luitpostmarken. An3°3sie unt. an die Expedition des „Flugsport“ erbeten. Gratis einen Motor-, Entwurfin „Originalgröße“ als Studienprobe meiner 2 Konstruktionsmappen für Motorrad- u. Leichtflug- zeugmotoren. Fordern Sie diese interess. 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ZUVERLÄSSIGKEITSFLUG 1929 = Beteiligung. 4 FLUGZEUGE = Bedingungen zu u 100)0 nn. ..2 FLUGZEUGE = \ Bedingungen zu 98%o erfüllt > 2 2 2 2 20222. 1 FLUGZEUG = Bedingungen zu 97% erfüllt >. 2 2 2200.20. .1 FLUGZEUG = . | Sa UININIIDINLINUDLIILUIIDLULDLAIELLIRLILDH UIID LIDO ıl DAPOLIN ESSO STANDARD Aviation Benzin STANDARD Aviation Oil | KRAFTVOLL : WIRTSCHAFTLICH. ZUVERLASSIG DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM- -GESELLSCHAFT kn \ N NDS "GEGRÜNDET 1908 u, HERAUSGEGEBEN VON OSKAR, URSINÜUS * CIVIL-ING. INN Illustrierte technische Zeitschriit und Anzeiger für das gesamte Flugwesen Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport“, Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 23 13. November 1929 XXI. Jahrgang _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 27. November Mangel an Mitteln. Die vergangene Woche stand im Zeichen der Tagung der WGL. Die verschiedensten Probleme wurden erörtert. Das technische Rüst- zeug zur Lösung der brennenden Fragen scheint vorhanden zu sein und vor allem bestimmt ein energisches Wollen. Jedoch nicht vorhanden sind die geringsten Anzeichen für die Möglichkeit der praktischen Durchführung, weil die Mittel fehlen. Wenn ein neuer technischer Erfolg zu verzeichnen ist, wenn ein neues Riesenflugzeug fliegt, ist man begeistert. Und wenn ein Ver- kehrsflugzeug mit tüchtigsten, erprobten Führern, dem die nötigen Orientierungsmittel im Nebel infolge der Knauserei nicht zur Verfügung standen, gegen ein Hindernis stößt, ist man ungehalten über die Un- vollkommenheit des Luftverkehrsmittels. Bald werden uns die Amerikaner auch im „Nebel-Fliegen‘“ über sein. Dank der Unterstützung durch den amerikanischen Guggenheim- Fond sind Anfänge für das Blindfliesen vorhanden. Drüben werden sie durch finanzielle Unterstützung energisch gefördert. Bei uns, wo das Wollen und das technische Rüstzeug vorhanden ist, geschieht nichts. Die Schuld an den Opfern tragen diejenigen, welche die Mittel für die Förderung des Flugwesens versarten. — — „Etrich-Taube“ 40 PS. Die erste „Etrich-Taube“ ist den Lesern des „Flugsport“ aus dem Jahre 1909 bekannt. Während des Krieges, wo nur Militärflugzeuge sebaut wurden und man keinen Wert auf Eigenstabilität des Flugzeuges leste, sondern nur noch Geschwindigkeit gefordert wurde, kam 1915 die „Taube“ zum Verschwinden. Igo Etrich, der Konstrukteur der „Taube“, hat seit einigen Jahren seine alten Gedanken wieder aufgegriffen und ein kleines Flugzeug für 2 Personen mit 40 PS Salmson herausgebracht. Diese kleine Innenlenker-Limousine hat, wie die Abbildung erken- nen läßt, einen sehr hohen Rumpf mit seitlichen Fenstern und einen vorn verkleideten Führerraum. Die Flügel in bekannter Zanoniafom Seite 440 \ „FLUGSPORT“ | Nr. 23 Etrich-Taube 40 PS. Typ 1929. sind durch eine Strebe abgefangen. Die Flügelendlappen sind an Stelle von Klappen verwindbar. Der Führersitz liegt vorn, der Gastsitz hinten. Einstieg durch eine seitliche Tür. Fahrgestell durchgehend elastisch am Rumpf aufgehängt. Spannweite 11 m, Länge 6 m, Höhe 1,8 m, Flügelinhalt 15 m?, Rüstgewicht 300 kg, Aktionsradius 800 km, Geschwindirkeit 150 km, Landegeschwindigkeit 50 km. Arado L II Reise- und Sportflugzeug Treff-Aß. _ Ein Kabinenhochdecker mit 80-PS-Argus-Motor mit hängenden Zylindern haben die Arado-Werke, Warnemünde, herausgebracht. Der Rumpf ist aus Stahlrohren geschweißt und mit Leinwand be- spannt. Zwei seitliche kleine Türen ermöglichen ein sehr bequemes Ein- und Aussteigen. Da die zwei Sitze nebeneinander liegen, konnte der Knüppel hängend in der Mitte des Führerraumes angeordnet wer- Etrich-Taube 40 PS. Nr. 23 nn „FLUGSPORT“ Seite 441 den, was weiterhin zur bequemen Ausgestaltung dieses Raumes bei- trägt. Die Türen reichen bis ungefähr Ellenbogenhöhe und lassen somit den Raum seitlich offen. Hierdurch ist freie Sicht bei Regenwetter und beschlagenen Scheiben garantiert. Zwei seitliche kleine verstellbare Windschutzscheiben verhindern einen etwaigen durch den Propeller- strahl hervorgerufenen Luftzug. Man kann daher das Flugzeug ohne jede Sonderbekleidung benutzen. Durch die Verwendung eines Motors mit hängenden Zylindern und die Einfügung des Brandschotts zwi- schen Motor und Führerraum kann nicht der geringste Oelspritzer in den Innenraum gelangen. — Hinter den Sitzen befindet sich ein Ge- päckbeutel, der die ganze Rumpfbreite einnimmt und so das Mitneh- men auch größerer Gepäckstücke gestattet. Zugängig ist er vom Füh- rerraum aus: er wird durch eine mit Reißverschluß versehene Leinen- wand abgeschlossen. Zwei kleine, oberhalb der Sitze angebrachte Netze zum Ablesen von Karten, Handtasche etc. vervollständigen die Ein- richtung. | | Das Fahrgestell besteht aus zwei Hälften mit je einer Federstrebe. Es ist achslos ausgeführt, so daß bei Notlandungen auch auf uneben- stem Gelände die Gefahr des Ueberschlagens auf ein Minimum redu- ziert ist. Der am Rumpfende sitzende Schleifporn ist analog einer Fahrge- stellhälfte ausgebildet und besitzt ebenfalls eine Federstrebe. Arado L II Reise- und Sportflugzeug Trefi-AB. Seite 442 „FLUGSPORT“ Nr. 23 Die Kielflosse ist ein Bauteil des Rumpfes und ist fest auf seine Oberseite geschweißt. Das Seitenruder überragt die Kielflosse und be- sitzt oben einen Ausgleich. Sämtliche Leitwerks- resp. Steuerflächen sind aus Stahlrohr geschweißt (mit Ausnahme der Ouerruder) und mit Leinwand bespannt. Das Höhenleitwerk liegt auf der Oberseite der Seitenflosse und ist auf jeder Seite mittels einer Strebe zum Rumpf- obergurt abgestützt. Sämtliche Ruder sind mit Präzisionskugellagern ausgestattet. Die Gelenke besitzen Meyrol-Hochdruckschmierung. Der Flügel ist freitragend und ungeteilt. Er besitzt zwei Kasten- holme und Rippen und ist von der Unterseite des Hinterholms bis Oberseite Hinterholm mit Sperrholz beplankt. Der Flügelumriß ist tra- pezförmig, die Enden sind abgerundet. Die Querruder sind vollkommen aus Holz hergestellt. Ihre Be- plankung besteht aus Sperrholz. Am Randbogen des Flügels befindet sich auf jeder Seite ein Halte- ring, so daß das Flugzeug beim Uebernachten im Freien leicht ver- ankert werden kann. Das Baumuster Arado L II besitzt den luftgekühlten Argus-As-8- Motor, dessen vier Zylinder hängend angeordnet sind. Die Dauer- und Höchstleistung des Motors beträgt 80 PS bei einer Drehzahl von 1400 Uml.[Min. Zwei Brennstoffbehälter von je 55 1 Inhalt befinden sich im Flügel links und rechts vom Rumpf, zwischen den Flügelhol- men, wo sie bei Bruchlandungen besonders geschützt sind. Der Brenn- stoff fließt dem Motor als Fallbenzin zu. Hinter dem Motor ist ein Brandschott eingebaut. Die Umkleidungsbleche des Motors sind aus Aluminium hergestellt. Rüstgewicht 405 kg; Führer 75 kg, Fluggast 75 kg, Brennstoff 70 kg, Schmierstoff 10 kg, Gepäck 35 kg, zusammen 265 kg; Flugge- wicht 670 kg; Spannweite 10,5 m, Länge 6,72 m, Höhe 2,28 m, Fläche ı6 m, Flächenbelastung G/F 41,870 kg/m?, Leistungsbelastung G/N Se] Oben: Breguet-Langstreckenflugzeug, das Costes und Le Brix 1928 zu ihrer Welt- reise benutzten. Unten: Breguet Typ 1929, den Costes und Bellonte zu ihrem Mandschureiflug be- nutzten. Bezeichnung „Fragezeichen“. Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 443 8,37 kg|PS, Geschwindigkeit in 1 km Höhe V = 162 k iozei auf 1 km Höhe t = 8 Min. e m/Std., Steigzeit Breguet-Langstreckenflugzeug Typ”1928 und 29. ver as regel Tangstreckenflugzeug für ein Betriebsstoff-Fassungs- mögen von 01, Typ ‚ ist durch de ste und Le Brix 1928 bekannt geworden. n Weltiiug von Costes Der neue Typ 1929, welchen Costes und Bellonte nach der Mand- schurei benutzten, hat durch Vergrößerung der Betriebsstoffbehälter einige Abänderungen erfahren. Der Rumpf ist um 90 cm verlängert worden, die Verkleidung des Spannturms ist nicht mehr bis zum Ober- flügel ‚durchgeführt. Im Oberflügel ist ein 2,4 m breites Mittelstück eingefügt. Statt der Einstielstrebe sind zwei ausgekreuzte Streben an- geordnet. Die Fahrgestellspurweite ist von 1,96 m auf 2,51 m und die Gummibereifung von 1000180 auf 1000X225 vergrößert worden. Durch Vermehrung der Betriebsstoffbehälter in Rumpf und Flügel Breguet-Langstreckenilugzeug mit einem Betriebsstoffbehälter von 4000 1. Links: Daneben der Betriebsstoffbehälter von 365 1 des normalen Breguet XIX. Unten: Der in das Rumpfgerüst eingebaute 4000-I-Betriebsstofibehälter des Bre- guet. Die Betriebsstöffbehälterwand ist zum Teil abgenommen. Hinter dem Be- triebsstoffbehälter sieht man. den Steuerknüppel und den Fußhebel, Seite 444 „FLUGSPORT“ Nr. 23 wurde das Fassungsvermögen auf 5180 I gebracht (früher 4100), Oel- fassungsvermörzen statt 200 1 jetzt 220 1. Weiter ist vorgesehen, am Aneriffspunkt der Flügelstreben unterhalb des Unterflügels je einen Dr ofilierten Betriebsstoffbehälter von 600 I Fassungsvermögen unterzu- bringen. - Interessant ist die Konstruktion des riesigen Betriebsstoffbehäl- ters. Die Stahlrohrkonstruktion des Rumpfes liegt, nach außen abge- dichtet, innerhalb des Behälters. Das hintere Rumpistück vom Führer- sitz ab kann abzeschraubt werden, ebenso vorn der Motorbock. Durch diese Anordnung fällt eine Versteifung und Aufhängung des Betriebs- stoffbehälters fort. Gerade die Aufhänzung würde bei derartig großen Gewichten erhebliche Schwierigkeiten verursachen. Ein Leckwerden des Behälters wird durch diese Art der Ausführung erheblich herab- semindert. In dieser Ausführung hat das Flugzeug bei einem Rekordversuch statt 5150 kg 6150 kg in die Luft gehoben. Bei einer Gesamtbelastung auf 3260 kg mit 600 PS Hispano Suiza wurde in 2000 m Höhe eine Geschwindigkeit von 243 km gemessen und 5000 m in 26 Min. 54 Sek. erreicht. Der Aktionsradius wurde von 0500 km auf 10 000 km erhöht. Französisches Verkehrsflugboot Liore u. Olivier Typ 240. Die Fortschritte in der Entwicklung des deutschen Verkehrsflug- zeugbaues haben die ausländischen Konstrukteure zu ähnlichen Arbei- ten angespornt. Die in Frankreich gemachten Anstrengungen sind be- | | | Im mn Fränzösisches Verkehrsflugboot Liore ' und Olivier. Typ 240. Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 445 achtlich. Zur Zeit werden verschiedene neue Verkehrs-Großflugzeuge gebaut. Man kann beobachten, daß der gesamten französischen Kon- struktionsarbeit einheitliche Richtlinien zu Grunde liegen. Das neue Verkehrs-Flugboot Liore und Olivier 240 wird durch zwei über dem Flügel liegende 500-PS-Renault-Motoren angetrieben. Der Motorenaufbau mit Steigschacht ähnelt dem Do-X-Motorenaufbau. Der V-förmige Flügel besteht aus einem Mittelstück mit Ansatzflügeln. An den Enden des Mittelstücks sind die seitlichen Stützschwimmer befestigt. Die Flügel haben Kastenholme und Rippen in Holzkonstruk- tion, mit Sperrholz bedeckt. Das einstufige Boot mit mehreren senkrechten Schotten ist in Holzkonstruktion ausgeführt. Vor dem mit Fenstern verkleideten Füh- rerraum befindet sich der Raum für den Beobachter mit den er- forderlichen Instrumenten. Weiter an der Spitze ist ein Kollisions- schott, in welchem Anker und sonstige Hilfsmittel untergebracht sind. - Hinter und unter dem Führersitz liegt der Funkerraum und weiter hinten der Fluggastraum mit 12 Sitzen. Dieser Raum mit je 5 Fen- stern zu beiden Seiten ist 2,20 m breit, 1,85 m hoch und 3,95 m lang. Höhen- und Seitenleitwerk liegen sehr hoch über dem Rumpf in der Verlängerung der Motorenachse. Die im Mittelstück des Flügels liegenden Hauptbetriebsstofibe- hälter sind mit einer Einrichtung zur schnellen Entleerung durch Druck- luft versehen. Zum Anwerfen der Motoren dient ein kleiner Hilfsmotor. Spannweite 26, 20 m, Gesamtlänge 18,60 m, Gesamthöhe 6,30 ıı, Flügelinhalt 105 m’, maximale Flügeltiefe 6,30 m, Leergewicht 4300 kg, Brennstoff 1060 kg, normale Nutzlast, Besatzung und Fracht 1870 kg, Gesamtgewicht flugbereit 7230 kg, Flügelbelastung 08,850 kg, Lei- stungsbelastung 7,230 kg; errechnete Leistungen: Maximalgeschwin- digkeit 105—200 km/h, Wasserungsgeschwindigkeit 90 km/h, Gipfel- höhe 4000 m; erreichte Leistungen: Start bei Vollast 7230 kg 32 Sek. Flugfähigkeit mit 6230 kg mit einem Motor. Inland. . Mitteilung Nr. 42 des Deutschen Luftrats. Der Deutsche Luftrat hat folgende Leistung als Deutschen Rekord anerkannt: Klasse C. 3. Kategorie, Einsitzer zwischen 200 und 350 kg: Kurt Siemon, mit Flugzeug Klemm L 25 la, ® Motor: 40 PS-Salmson AD9, am 27.128. Oktober 1929 über Strecke Leipzigs—Dessau—Schkeuditz. Entfernung in geschlossener Bahn 1707,3 km Berlin, den 2. November 1929. Deutscher Luitrat. Der Vorsitzende. gez. Kotzenbereg. Für die Richtigkeit: von Hoeppner. . Der erste Flug der „6 38°“ mit einer Motorleistung von 2400 PS, Spannweite 44'm, Flügelinhalt 290 m?, fand am 6. November auf dem Flugplätz von Dessau statt. Das Flugzeug rollte über den Platz, und als die Motoren die höchste Tou- renzahl erreicht hatten, hob Zimmermann die „G 38° sanft vom Boden ab. Die Maschine entschwand in der Richtung von Dessau. Das Flugzeug flog in einer ‚Höhe von 500 m und führte mehrere Kurven ‘und Schleifen aus. Die Landung ‚dieser: Riesenmaschine machte einen überwältigenden Eindruck. Man .hatte das Seite 446 „FLUGSPORT“ Nr. 23 Gefühl, als wenn der Platz für dieses Riesenflugzeug viel zu klein wäre. Der Auslauf war überraschend gering. Das Flugzeug war besetzt von einem Flug- kapitän und fünf Ingenieuren und Monteuren, Die „G 38“ ist ein verspannungsloser Rumpfeindecker mit sehr dicken Flü- geln von 1,9 m größter Flügelhöhe, in welchen die Fluggasträume und Motoren- kammern untergebracht sind. In dem Rumpfvorderteil befinden sich die Räume für Führung und Besatzung. Die Gesamtlänge des Eindeckers beträgt 23 m, die Höhe 5,30 m.Er kann etwa 30 Passagiere fassen und mit 22 Betten ausgerüstet werden. Die erwartete Fluggeschwindigkeit liegt bei 170 Std./km. Das Rumpfinnere besteht aus zwei Etagen. Oben befinden sich die Gast- räume und unten die Laderäume. Die vier Motoren liegen zu beiden Seiten in den Flügeln, Das Fahrgestell, welches ein Gesamtfluggewicht von 18000 kg zu tragen hat, besteht aus zwei hintereinanderliegenden Räderpaaren. Sämtliche Landeräder sind mit Bremsen ausgerüstet. Die Lande- und Rollstöße werden durch große Federpufferbatterien amortisiert. Unter dem Schwanzende befindet sich ein gTo- Bes abgefedertes Schwanzrad. Das Höhenleitwerk besteht aus zwei überein- anderliegenden waagrechten Flächen, zwischen denen sich das Seitenleitwerk be- findet. Hpt. Krupp gibt seine Tätigkeit als Generalsekretär bei der WGL auf, um den Direktorposten eines zu gründenden historischen Museums auf dem Flug- hafen Tempelhof zu übernehmen. Carganico wird Generalsekretär der WGL. 40 000 RM für die Beschaffung von vier Leichtilugzeugen haben Deutsch-Ame- rikaner König-Warthausen während seines Fluges durch Amerika übergeben. Ausland. Eine Luit-Taxameter-Gesellschaft ist in Paris gegründet worden. Gegenstand des Unternehmens ist der internationale Betrieb mit Luft-Droschken und die Hebung des Leichtflugzeugwesens. Der Gesellschaft gehören an: Louis Bleriot, Faillant und Sadi-Lecointe. Gründer des Unternehmens ist Lawrence Santoni. Für ein englisches Luftdroschken-Unternehmen sind zur Zeit 100 Flugzeuge bei Desouther in Auftrag gegeben. Der Vermietungstarif beträgt 1 Schilling pro Meile. Diese Flugzeuge werden in den englischen Provinzflushäfen stationiert. Zu einem neuen Langstreckenfilug starten die englischen Flieger Williams und Jenkins am 18. November in Cromwell in der Grafschaft Lincoln. Der Flug soll nach Kapstadt führen. Einen Dornier X soll sich der amerikanische Millionär Garfield Wood als Luftyacht bei den Dornier-Werken bestellt haben. Das amerikanische Luitministerium hat 66 Kampf- und Bombenflugzeuge in Auftrag gegeben. Wert 1,6 Millionen Dollars. Die Versuche mit dem Caproni-Riesenfilugzeug wurden fortgesetzt. Am 3. Nov. flog der Caproni mit sechs Asso-Motoren von 1000 PS in Gallarate in Gegenwart des italienischen Luftministers, General Bolbo, und des Staatssekre- tärs der Aeronautik, General Valle. Der neue Bomben-Doppeldecker aus Metall- konstruktion ist 10 m hoch und 28 m lang. Er kann 12 Tonnen Betriebsstoff und 8 Tonnen Bomben mitnehmen. Seine Geschwindigkeit liegt zwischen 190 und 210 km. Das Leergewicht soll nur 15 Tonnen beiragen. Das Verkehrsflugzeug D 903, welches am 6. 11. Croydon 9.44 Uhr verließ, stieß in dichtem Nebel bei Marden in der Nähe von Caterham in 20 m Höhe gegen ein Hindernis und verbrannte:. Flugkapitän Bruno Rodschinka, Funker Niklas Bordwart Ullrich waren sofort tot. Prinz zu Schaumburg-Lippe, welcher sich aus dem brennenden Flugzeug rettete, starb im Krankenhaus. Commander Kid- ston konnte noch rechtzeitig aus der G 24 abspringen. Einen gelungenen Nebelfilug hat Ltn. James H. Doolittle auf Veranlassung des Daniel-Guggenheim-Fund am 24. Sept. auf dem Mitchel Field ausgeführt. Ihm war die Aufgabe gestellt, im dichtesten Nebel zu starten und an einer bestimmten Stelle des Flugplatzes zu landen. Der Führer war bei diesem Versuch vollstän- dig in seine Kabine eingeschlossen, so daß keinerlei Gesichtsfeld vorhanden war. Die Orientierung erfolgte lediglich durch seine Instrumente. Er startete von dem Flugplatz, flog vom Platz weg und kehrte nach einer Wendung wieder zu diesem Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 447 zurück und landete ganz in der Nähe seines Startpunktes. Die Hauptfaktoren für den Erfolg waren: eine neuartige Verwendung der anzusteuernden Funkbake, die Vervollkommnung eines Instrumentes, das die Längen- und Seitenlage des Flug- zeuges anzeigt, ein neues Richtungs-Gyroskop sowie ein barometrischer Höhen- messer, der so empfindlich ist, daß man die Höhe des Flugzeuges bis auf wenige Fuß vom Erdboden messen kann. An Stelle des natürlichen Horizonts, der es gemeinhin dem Piloten ermöglicht, sein Flugzeug in stabiler und sicherer Flug- lage zu halten, der aber im Nebel unsichtbar sein würde, benutzte Ltn. Doolittle einen „künstlichen Horizont“ in Gestalt eines kleinen Instrumentes, das dem Pi- loten jederzeit die Längen- und Seitenlage des Flugzeuges anzeigt. Zu der Societe Generale Adronautique haben sich die französischen Firmen: Societe Lorraine, die Societ& Hanriot, S.E. C. M. und die Chantiers Aero Mari times de la Seine, die Societ& Nieuport-Astra, sowie die Societ& Latecoere zu- sammensgeschlossen. Dieser Konzern bildet in Frankreich die wichtigste aeronau- tische Gruppe. Paris—Madagaskar in 10 Tagen. Ein Farman 190 mit 230 PS Salmson-Motor startete am 17. Oktober in Paris und erreichte Tananariva auf Madagaskar am 27. Oktober, nachdem die Besatzung den ganzen Kontinent Afrikas durchquert hatte. Preisverteilung — Internationaler Rundilug. Die Sportkommission des Französischen Aero-Clubs hat in ihrer Sitzung am 4. November die Ergebnisse des „Wanderpreises für den Internationalen Rund- flug‘, dessen Wettbewerbe vom 2. bis 16. August 1929 stattfanden, bestätigt. Sie hat die Preise wie folgt zuerkannt: Der durch den A&ro-Club de France gestiftete Wanderpokal wird für die Dauer eines Jahres dem Deutschen Luftrat zugesprochen für den Sieg des Flug- zeuges BFW M 23b (A 4), Führer Morzik. 1. Preis von 100 000 Frs. an Deutsche Verkehrsfliegerschule; Flugzeug BFW M 23b, Führer Morzik (A 4). 2. Preis von 50000 Frs. an de Havilland Aircraft; Flugzeug de Havilland, Führer Cpt. Broad (H 5). 3, Preis von 25000 Frs. an Raab-Katzenstein-Werke; Flugzeug RK 25, Führer Carberry (B 3). 4. Preis von 7350 Frs. an Leichtflugzeugbau Klemm; Flugzeug Klemm, Führer Lusser (C 2). 5. Preis von 7350 Frs. an Officine Ferroviare Meridionali: Flugzeug Romeo R 5, Führer Guazzetti (M 3). 6. Preis von 7350 Frs. an Oscar Caminneci; Flugzeug BFW M 23b, Führer von Dungern (A 3). ° 7. Preis von 7350 Frs. an Soc. An. Avia; Flugzeug Avia Antilope, Führer Kleps (T 1). 8. Preis von 7350 Frs. an Officine Ferroviare Meridionali; Flugzeug Romeo R 5, Führer Castaldo (M 2). 9. Preis von 7350 Frs. an Officine Ferroviare Meridionali; Flugzeug Romeo R 5, Führer Gelmetti (M 1). 10. Preis von 7350 Frs. an Miß Sprooner; Flugzeug de Havilland (H 6). 11. Preis von 7350 Frs. an Junkers-Flugzeugwerk: Fluszeug Junkers A 50, Führer Roeder (D 5). 12. Preis von 7350 Frs. an Bonassati Carlo; Flugzeuxz Romeo R5 (K 8). 13. Preis von 7350 Frs. an Francis Carlo Lombardi; Flugzeug Asi (K. 3). 14. Preis von 7350 Frs. an Soc. An. Aeronautica d'Italia; Flugzeug Fiat A.S.I., Führer Bottala (K 6). 15. Preis von 7350 Frs. an Hans Wirth; Flugzeug Klemm L 25 (S 2). 16. Preis von 7350 Frs. an Siebel: Flugzeug Klemm la L 25, Führer Poß (C 6). 17. Preis von 7350 Fr. an Junkers- Flugzeugwerke; Flugzeug Junkers A 50, Führer Kneer (D 4). 18. Preis von 7350 Frs. an Aero-Club von Deutschland; Flugzeug BFW M 23b, Führer Offermann (A 2). Seite 448 „FLUGSPORT“ Nr. 23 19. Preis von 7350 Frs. an Leichtflugzeugbau Klemm; Flugzeug Klemm, Führer Kirsch (C 4). 20. Preis von 7350 Frs. an Fritz Siebel; Flugzeug Klemm (C 5). Die Deutsche Verkehrsfliegerschule, deren Flugzeug BFW M 23b, Führer Morzik, an erster Stelle steht: erhält: den Preis des Präsidenten der Französischen Republik, bestehend aus einer Sevres-Porzellan-Vase, u ein italienisches Sportflugzeug, Typ Fiat mit Motor, und eine Goldmedaille gegeben vom italienischen Luftfahrtminister, eine Medaille des Aero-Clubs von Deutschland, ein Motorrad der Deutschen Industrie-Werke, Spandaı. Einen italienischen Motor für Sportflugzeug und eine Goldmedaille erhält de Havilland Aircraft, für Flugzeug A 5 de Havilland, Führer Cpt. Broad als Zweiter klassifiziert. Einen Deltrintem-Feldstecher der Firma Carl Zeiss an Herrn Weedon, Passagier von Cpt. Broad. Ein 6-PS-Renault-Wagen mit Innensteuerung, viersitzig, gegeben von den Usines Renault, an Leichtflugzeugbau Klemm, Flugzeug Klemm L 25 Führer Lusser, weil ausgerüstet mit einem in Frankreich gebauten Motor (Salm- son-Motor). Ein 60-PS-Walter-Motor, gegeben von der Walter-Motoren-Gesellschaft ar die Soc. An. Avia, deren Flugzeug B H II, Führer Kleps, mit einem tschechi- schen Motor Walter ausgerüstet ist. Ein Chronograph, gegeben von der Firma Leroy, Paris, an die Soc. An Avia, deren Flugzeug B H II Antilope, Führer Kleps, die größte Punktzahl für praktische Eigenschaften der Flugzeuge erhielt und sich unter den zehn Ersten befindet. Eine Schärpe, gegeben von der französischen Firma Tissus Rodier an Miß Spooner. Preise der Kategorien: Il. Kategorie: Preis der Stadt Prag, Ehrenpreis im Werte von 10000 Kr. an de Deutsche Verkehrsfliegerschule, Führer Morzik, Erster im Gesamtklassement. Ein Motorrad Gnöme & Rhöne zu 3 PS erhält Raab-Katzenstein für das Flugzeuge RK, Führer Carberry, das auf dem Europa-Rundflug die beste Reise- zeschwindiskeit erzielte. Il Kategorie: Fin Motorrad Gnöme & Rhöne zu 3 PS an die Deutsche Verkehrs Fliegerschule für das Flugzeug BFW M 23b, Führer Morzik, das auf dem Europa-Rundflug die beste Reisegeschwindigkeit erzielte. Etappen-Preise: Der Preis der Stadt Paris, bestehend aus einem Paar Vasen der Manufacture Nationale de Sevres, an Raab-Katzenstein für das Flugzeug RK 25, Führer Carberry, weil dieser Bewerber das beste Gesamtklassement hat und unter den ersten fünf Bewerbern ist, die gleichzeitig die Ankunftlinie überflogen haben. Ein Ehrenbecher, gestiftet vom Prinzen Bibesco, Präsident des Rumänischen Aero-Clubs, an Delmotte, der als Erster in Bukarest ankam. Der Magistrat der Stadt Budapest stiftet allen Teilnehmern eine Er- innerungsplakette. u | a Ein Glas aus Böhmisch-Kristall im Werte von 15000 Kr, gestiftet vom Tschechoslowakischen Aero-Club, an die Firma Raab-Katz stein, Flug- zeug RK 25, Führer Carberry, da es die beste Wertung von Paris nach Prae er- hielt. Der Magistrat der Stadt Breslau zibt einen Preis von 500 RM ande Havil- land Aircraft Co., Flugzeug de Havilland, Führer Cpt. Broad, das als erstes in Breslau landete (Flugzeug der I. Kategorie). und einen Preis von 500 RM an den Aero-Club von Deutschland. Flugzeugs BFW M 23b, Führer Offermann, das als erstes in Breslau landete (Flug- zeuz der II. Kategorie). Ein Ehrenpreis, gegeben. vom Verkehrsminister der Polnischen Republik, an Raab-Katzenstein, ‚Flugzeug RK, Führer Carberry, da es die beste Wer- tung von Paris nach Warschau erhielt. vr Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 449 Drei Silberbecher, gegeben vom Senat der Freien Hansestadt Hamburg, an die drei ersten Führer der ersten Kategorie, die in Hamburg landeten, nämlich: an Cpt. Broad (H 5), an Miß Spooner (H 6), an Kirsch (C 4). Drei Silberbecher, gegeben vom Senat der Freien Hansestadt Hamburg, an die drei ersten Führer der zweiten Kategorie, die in Hamburg landeten, nämlich: Offermann (A 2), an von Dungern (A 3), an Morzik (A 4). Silberbecher, gestiftet vom Magistıat Berlin, wurden allen Besatzungen zu- “erteilt, die in Berlin gelandet sind. Der Kgl. Belgische Aero-Club stiftet Medaillen, die wie folgt verteilt werden und einen Becher: die goldene Medaille „L’Effort“ an Cpt. Broad, der als Erster in Brüssel landete, die silberne Medaille „L’Effort“ an Offermann, der unter den Bewerbern der IT. Kategorie als Erster in Brüssel landete, die Branze- Medaille „L’Effort“ anCarberry, der unter den Bewerbern der . Kategorie als Zweiter in Brüssel landete, die Bronze Medaille „LEffort“ an Lusser, der unter den Bewerbern der II. Kategorie als Zweiter in Brüssel landete. Fin Becher im Werte von 1000 Frs. wird Jaques Maus, Belgier, zuge- sprochen. Der Preis des österreichischen Ministers für Handel und Verkehr wird de Havilland zugesprochen, Flugzeug H 5, Führer Cpt. Broad, Sieger in der I. Kategorie. Der Preis des Verkehrsamtes für Wien und Niederösterreich an Carberry, der als Erster auf dem Flugplatz Aspern landete. Der Minister de I’Instruction Publique stiftet einen Preis, der der Deut- schen Verkehrsfliegerschule, Flugzeug A 4, Führer Morzik, als Sieger in der II. Kategorie, zuerteilt wird. Der Ehrenpreis des deutschen Reichsministers des Innern, bestehend aus einer Plakette der Regierung, wird dem Flugzeugführer Morzik zugesprochen, der den besten Platz in der Gesamtwertung erhielt. Aero-Club von Deutschland: von Hoeppner. Vereinsnachrichten. Der erste bayerische Segelilugwettbewerb am Hesselberg, veranstaltet vom Nordbayerischen Luftfahrt-Verband e. V., Nürnberg, wurde naclı achttägiger Dauer am 28. 10. beendet. Das Gesamtergebnis kann als ein aus- vezeichnetes angesprochen werden und ist besonders zu begrüßen, daß die 85 ausgeführten Schulungsflüge ohne jeglichen Unfall durchgeführt wurden. Der von der Dinkelsbühler Sanitätskolonne zur Verfügung gestellte Sanitäter brauchte daher nicht in Tätiekeit zu treten. Am Sonntag herrschte Hochbetrieb in Gerol- fingen und am Hesselberg. Auf Privat- und Lastautos kamen von allen Seiten Interessenten herbeigeeilt, die alle Zeuge der schönen Flüge sein wollten. Der Zweck der Veranstaltung, die Segelflugsport treibenden Vereine zu einer gemein- samen Schulung, als Ersatz für den in diesem Jahr auf der Wasserkuppe aus- cefallenen Schulungswettbewerb, zusammenzuführen, wurde voll und ganz erfüllt. Da die Unterbringung der Segelflugzeuge Schwierigkeiten verursachte, war es leider nicht möglich, weitere Vereine mit Maschinen zum Wettbewerb einzuladen. Die Halle und das von der Flugüberwachung freundlichst zur Verfügung gestellte Zelt konnten die gemeldeten 8 Segelflugzeuge gerade noch beherbergen. Es wärc nur zu begrüßen, wenn derartige Veranstaltungen durch die Behörden unterstützt vürden, damit der Segelflugsport als Sportart weiter ausgebaut werden könnte und den flugbegeisterten Mitgliedern der Vereine öfters Gelegenheit geboten würde, die Erdenschwere von sich zu schütteln. Besonders hervorzuheben ist die ausgezeichnete Kameradschaft, die unter den Teilnehmern während des Wettbe- werbes herrschte. Auch der Humor kam zu seinem Recht, zumal, wie auf der Wasserkuppe der Rhöngeist erscheint, auch am Hesselberg der Hesselberggeist ärschien. Der bekannte Fliegerhumor kam anläßlich einer Ehrung des Hauptlehrers Kolb aus Schwabach so richtig zum Ausdruck. \ Seite 450 „FLUGSPORT“ Nr. 23 Die Gemeinde und das Gendarmeriekommando von Gerolfingen, besonders aber das Kommando der Flugüberwachung Bayern-Nord in Fürth haben zur glat- ten Abwicklung der Flugveranstaltung sehr viel beigetragen. Auch die Einwohner- schaft Gerolfingens, die für Unterkunft der Wettbewerbsteilnehmer Quartiere zur Verfügung stellte, zeigte großes Entgegenkommen. Die Flugleitung lag in den Händen des bewährten Flugleiters Nusselt vom N.L.V., der sich an dem Wett- bewerb fliegerisch nicht beteiligen konnte, da die übernommene Pflicht zur glatten Abwicklung der Veranstaltung ihn davon abhielt. Die beste Zeit während des Wettbewerbs erzielte Medicus von der Segelfliegerabteilung des Augsburger Ver- eins für Luftfahrt auf „Windsbraut“ (Type Hols der Teufel) mit 4 Min. 26 Sek. Leider ging der Segler bei Ablegung der A-Prüfung, gesteuert von einem anderen Piloten, zu Bruch und mußte ausscheiden. Gerade von diesem Segelflugzeug er- wartete man noch große Leistungen und bessere Zeiten. Am Wettbewerb nahmen 5 Vereine mit 8 Segelflugzeugen teil. Max Wimmer vom Deutschen Fliegerbund Nürnberg erzielte mit 2 Min. 56 Sek. mit dem Segelflugzeug „Moritz“ die zweit- beste Zeit und Rolf Müller vom N.L.V. Nürnberg auf dem Segler „Nürnberg“ 2 Min. 33 Sek. A-Prüfungen wurden abgelegt von: Merz, Kolb, Thäter, Wackersreuther, Hei- dolph und Fitzinger vom Deutschen Fliegerbund Schwabach, Lehner und Wetter vom Augsburger Verein für Luftfahrt, Buchner, Löbermann und Rupp vom N.L.V. Nürnberg. B-Prüfungen wurden abgelegt von: Kolb und Thäter vom Deutschen F. B. Schwabach, Max Wimmer vom D.F.B. Nürnberg, Benz und Bachmann vom N.L. V. Nürnberg. Flüge wurden ausgeführt vom: F.S. V. Erlangen 9 von 2 Führern mit Erlangen; beste Zeit Königsreuther 108 Sek. N.L.V. Nürnberg mit Nürnberg 8 von 4 Führern; beste Zeit Müller 153 Sek. N.L. V. Nürnberg mit Hesselberg 20 von 8 Führern; beste Zeit Holzheimer 125 Sek. N.L.V. Nürnberg mit Albrecht Dürer 19 von 7 Führern; beste Zeit Bachmann 77 Sek. Augsb. V.f.L. mit Windsbraut 4 von 3 Führern; beste Zeit Medicus 266 Sek. Augsb. V.f.L. Wetterhexe 5 von 1 Führer: beste Zeit Medicus 146 Sek. D.F.B. Schwabach mit Herold 14 von 8 Führern; beste Zeit Schleicher 100 Sek. D.F.B. Nürnberg mit Moritz 6 von 1 Führer; beste Zeit Wimmer 176 Sek. Nach Beendigung des Wettbewerbs fand im Saale der Brauerei Rotter in Gerolfingen die Preisverteilung statt. Der erste stellvertr. Vorsitzende des N.L.V., Ing. Pfannmüller, dankte allen teilnehmenden Vereinen und Mitgliedern für das rege Interesse und kameradschaftliche Verhalten mit dem Wunsche, daß dieser Wettbewerb die flugsporttreibenden Vereine enger zusammengeführt hat. Ferner dankte der Redner der Flugüberwachung Fürth für Abstellung des Kommandos der Gemeinde Gerolfingen, deren 1. Bürgermeister anwesend war, dem Gendar- meriekommando, der Sanitätskolonne Dinkelsbühl und schließlich den Stiftern der Preise, die auf Veranlassung des Redners durch Herrn Liebermann verteilt wurden. Mit dem Sportrufe „Startfrei“ wurde die Preisverteilung und der Segel- flugwettbewerb beendet. Mit dieser Veranstaltung hat der N.L.V. ein neues Ruhmesblatt erworben und seinen Grundsatz, der Allgemeinheit zu dienen, hoch- gehalten. Ueber die Beibringung der 15 Ehrenpreise, die einen Wert von ca. 400 RM repräsentierten, wurden von allen Seiten Worte der Anerkennung aus- gesprochen. Der herzliche Abschied der einzelnen Vereine bezeugte den Wunsch, recht bald wieder am Hesselberg zum Segelflugwettbewerb zusammenzukommen. Die Vereinspreise wurden im Schulungswettbewerb folgenden Segelflugzeugen zugeteilt: . Albrecht Dürer mit 64 Punkten Preis des Königshof Nürnberg. . Hesselberg mit 58 Punkten Preis des Grand Hotel Nürnberg. . Herold mit 54 Punkten Preis des Bayer. Luftvereins München. ‚ Wetterhexe mit 20 Punkten Preis des Bayer. Luftvereins München. . Windsbraut mit 18 Punkten Preis des Ing. Paul Hopf, Nürnberg. . Nünberg mit 17 Punkten Preis der Firma L. Ostermayr, Nürnberg. . Erlangen mit 2 Punkten Preis des Stadtverb. für Leibesübungen, Nürnberg. Motorpiloten mußten laut Ausschreibung ausgeschaltet werden. — Der Preis im Uebungswettbewerb wurde dem Segelflugzeug „Moritz“ mit 20 Punkten, ge- stiftet von der Gemeinde Gerolfingen, zugesprochen. ->IN DIA Um Nr. 23 „FLUGSPORT“ Seite 451 Führerpreise erhielten: 1. Holzheimer vom N.L. V. Nürnberg 30 Punkte, Preis der Brauerei Rötter, Gerol- fingen. 2. Medicus vom A.V.f.L. 23 Punkte, Preis der Fa. G. Schönherr, Nürnberg. 3. Bachmann vom N.L.V. Nürnberg 20 Punkte, Preis des Herrn A. Dorner, Nbe. 4. Löbermann vom N.L.V. Nürnberg 14 Punkte, Preis J. N. Bauer, Nürnberg. 5. Benz vom N.L.V. Nürnberg 12 Punkte, Preis Ramspeck-Wölfel, Nürnberg. 6. Kolb vom D.F.B. Schwabach 12 Punkte, Preis d. Fa. Photo-Porst, Nürnberg. 7. Schleicher vom D.F.B. Schwabach 2 Punkte, Preis d. Fa. Sporthaus Bauer, Nbg. Der Wanderpreis, nur für Mitglieder des N.L.V. gestiftet vom 1. Vorsitzenden des N.L.V. Nürnberg, Heinrich Th. Barth, wurde Rolf Müller für längste Flug- dauer von 153 Sek. zugesprochen. Das Preisgericht bestand aus den Herren Filbig-Amberg, Kolb-Schwabach, Scheu-Augsburg, Schreiber und Liebermann-Nürnberg. Lbm. Segelflug- gruppe Wangen beim Heim- iransport vom Rhön- wettbewerb 1929. Modelle. Für den italienischen Filugmodellwettbewerb „Premio Littorio“ standen 25000 Lire an Preisen zur Verfügung. Am Wettbewerb nahmen insgesamt 600 Modellbauer teil, die sich in verschiedenen Bezirken an den Ausscheidungs- fligen beteiligten. Den ersten Preis errang Mulinacci, Cesto Calente, mit einer Flugleistung von 900 m Entfernung (Welt-Rekord). Zweiter wurde Clerici, Rom, mit 302 m Entfernung. Das von Mulinacci gestartete Modell ist ein Enteneindecker mit 2 Luftschrauben, die vor der vorderen Fläche und hinter der hinteren Fläche montiert sind und durch einen Gummistrang getrieben werden. Das von Clerici war ein Zugschraubeneindecker. Als Motorträger wurden bei beiden Modellen Aluminiumrohre, die den Gummi umschlossen, verwandt. Möbius-Segelilugmodell. Das nebenstehend abgebildete Segel- flugmodell zeichnet sich durch Formenschönheit und ruhigen stabilen Flug aus. Mit wenigen Handgriffen ist es leicht zerlegt. Eine weit vorragende Kufe schützt das Modell vor Beschä- digungen. Die Handhabung ist so einfach, daß auch weniger Er- fahrene damit umgehen können. Spannweite 60 cm, Länge 60 cm, Gewicht ca. 50 g komplett. Als Material für den Rumpf wurde Celluloid gewählt, wodurch eine besondere Haltbarkeit gewährleistet ist. Die elliptischen Tragflächen sind aus einem besonders festen Peddigrohr hergestellt und mit einem imprägnierten Seidenbatist bespannt. Seite 452 „FLUGSPORT“ Nr. 23 Propellerauslösevorrichtung für Flugmodelle. Um den Widerstand des nach abgelaufenem Gummimotor stehen geblie- benen Propellers zu verringern, rüsten erfahrene Modellbauer ihre Modelle mit einer Propellerleerlaufeinrichtung aus, so daß beim im Gleitflug heruntergehenden Modell der Propeller nicht stehen bleibt und dadurch enormen Widerstand ver- ursacht, sondern mit geringer Tourenzahl weiterläuft. Eine sehr brauchbare und von jedem Modellbauer leicht zu bastelnde Leerlaufvorrichtung ist die in der Abbildung ersichtliche. Ihre Wirkungsweise ist recht einfach. — Der Stahldraht- bügel a wird durch den aufgezogenen Gummimotor, welcher in seinem Bogen eingehängt wird, angezogen, so daß a Stahldraht Ira der mit der Propellerwelle c vermit- Messingbl. In, chens verbundene Stift d in einem in > hi der Grundplatte f vorgesehenen Loch 13 ET, e eingreift und so die Propellerwelle E3 I < und den darauf befestigten Propeller 3 r mitnimmt. Ist der Motor abgelaufen. ER: Tas d. h. lassen die Touren nach, wird £ der Stift d vermittels der Feder g aus Messingrehr Inf, dem Loche herausgedrückt, und der c Propeller wird durch die im Gleitflug Propellerwelle Segelmodell... RM 4.50 Illustr. Preisliste 30 Pig. in Marken CurtMöbius, Hanau a.M. Flugmodellbau, Postfach 2 Flugzeugmaterial Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- schrauben, Anlaßma»nete, Schalter usw. Garantie für schnellen Versand und richtige Lieferung! Joachim Richter-Berlin NW 40, Altmoabit 19. 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M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — "Postscheck- Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro 4 Jahr bei I4täg. Erscheinen Mk. 4,50 frei Hans. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit ‚Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. . Nr. 24 27. November 1929 XXI. Jahrgang _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 11. Dezember Notwendige Vorbedingungen für Weiterentwicklung. Am 30. Juni 1931 werden die internationalen Vereinbarungen von Genf über die Einfuhrverbote von Aluminium aufgehoben. Die deutsche Roh-Aluminiumindustrie beabsichtigt, einen Einfuhrzoll von RM 300.— pro 1000 kg durchzudrücken. Es ist an der Zeit, zu fragen, hat die deutsche Luftfahrtindustrie Erwägunzen angestellt, werden, um mit dem Ausland konkurrieren zu können, in Zukunft genügend billige Leichtmetallprodukte zur Verfügung stehen ? Zur Illustration sei folgendes angeführt: Für ein Leichtmetallflug- zeug würden allein die Holme aus Duralumin rund RM 287.— kosten. In Frankreich kostet dieses Rohmaterial ein Viertel des Preises. Frhr. König von Warthausen hat mit seinem 20-PS-Klemmflug- zeug bei seinem Flug 30 000 km rund um die Welt zurückzelegt. Daß mit dieser geringen Motorleistung Sportflug ausgeübt werden kann, ist damit bewiesen. Derartige Leichtflugzeuge mit geringer Motor- leistung können natürlich nicht in Wettbewerben mit den starkmotori- gen von 50—100 PS konkurrieren. Die Schaffung einer neuen Klasse von unter 20 PS oder unter 130 kg und Schaffung entsprechender Wettbewerbe ist dringende Notwendigkeit. Was gedenkt das R.V.M. zu tun, damit wirklich billige Leichtflugzeuge, die nicht mehr als 5000 Mark kosten, sich entwickeln können? Junkers-Großflugzeug G 38. Die G38 ist noch kein „Nur-Flügel-Flugzeug“, aber sie enthält bereits die wesentlichen Elemente und Merkmale, welche für die end- eültige Verwirklichung des „Nur-Flügel-Flugzeuges“ Voraussetzung sind. Die Nutzlasträume sind bereits in den, den ganzen Aufbau des Flugzeuges beherrschenden freitragenden Flügel von 2m Dicke hinein- gewachsen. Ebenso hat sich die Triebwerksanlage von 4 Motoren mit der Flugzeugzelle zu organischer konstruktiver Einheit verbunden. Um die Motoren dem Luftstrom zu entziehen und im Fluge warten zu können, für die Propeller aber möglichst günstige Arbeitsbedinsungen Seite 454 „FLUGSPORT“ Nr. 24 in ungestörtem Luftstrom zu schaffen, sind die Motoren völlig ins Flügelinnere verlegt, die Propeller aber mittels einer neuartigen, von Junkers entwickelten Antriebsleitung in windschnittiger Verkleidung, weit vor die Flügel vorgezogen. Die Luftschraube ist mit dem Motor durch eine den Anforderungen des Flugzeugbaues entsprechende, be- sonders leichte, Schwingungen dämpfende, Drehmoment begrenzende Kupplung verbunden. Das Leitwerk der G38 zeigt, wie weit die Beherrschbarkeit gro- Ber Flugzeuge fortgeschritten ist. Durch die Junkers geschützte Aus- gestaltung der Ruderorgane werden die Steuerkräfte so gering, daß das Flugzeug mit Leichtigkeit von Hand des Piloten gesteuert werden kann. Wie die bisherigen Flüge bereits eindeutig erwiesen haben, wird diese einfache Betätigung der Ruderorgane selbst bei noch größeren Abmessungen der Flugzeuge erhalten bleiben können. Der Kommandostand befindet sich vor der Mitte des Flügels in einem Ausbau; hinter diesem liegst der Führerraum für 2 Führer und anschließend der Zentralbedienungsstand für die gesamte Triebwerks- anlage. Ueber den Mittelteil des Flügels und Rumpf verteilen sich die Nutzlasträume. Das Gewicht der Maschine ruht entsprechend ihrer Größe nicht mehr auf einem zweirädrigen Fahrgestell, sondern auf einem Fahrwerk aus vier Rädern, die zu je zwei hintereinander in einem Pendelrahmen lagern. Jedes Rad ist mit Luftdruckbremse versehen. Die Bremsen können einzeln und dabei verschieden stark betätigt werden. Dadurch und durch Einbau eines Spornrades anstelle des Spornes manövriert die Maschine auf dem Boden sehr leicht. Durch gleichmäßige Betäti- eung der Bremsen aber wird der Auslauf der Maschine sehr kurz. Die G 38 ist noch mit Vergasermotoren ausgerüstet. Der von Junkers entwickelte, jetzt bereits durch Flüge erprobte Schwerölmotor wird der MascHine einen weiteren großen Zuwachs an Wirtschaftlich- keit durch Erhöhung der Tragfähigkeit bzw. Reichweite bringen. Spannweite 45 m, Länge 23 m, Leergewicht 13 t, Fluggewicht 20—24 t, Triebwerkanlage: 4 Junkers-Vergaser-Motoren mit zusam- men 2400 PS, Reichweite bei 3000 kg Nutzlast ca. 3500 km. — Ver- wendungszweck: Fracht- und Passagierbeförderung. Nr. 24 ‚FLUGSPORT"“ Seite 455 Junkers G 38. (Man beachte den Landefühler.) Luftgekühlte Flugmotoren und ihr Einbau®). Von Otto Schwager. Zur Zeit ist die fast allgemein gebräuchliche Anordnung der Zy- linder luftgekühlter Flugmotoren die Sternform. Dieser Anordnung der Zylinder wird vielfach gegenüber Reihenmotoren der Vorwurf. eines übermäßig hohen Stirnwiderstandes gemacht. Vergleicht man den Stirnwiderstand der gewöhnlichen Zylinder- anordnungen wassergekühlter Flugmotoren, Reihe, V-Form und W- Form, mit dem sternförmig anzeordneten Zylinder, so schneidet zwei- fellos die W-Form am günstigsten ab. Es führt jedoch zu Irrtümern, nur den Stirnwiderstand der Motoren allein miteinander zu vergleichen. *) Nach den Mitteilungen v. B.M.W. Junkers G 38. Junkers G 38, Seite 456 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Will man gerecht sein, so muß zum mindesten der Stirmwiderstand der Kühler wassergekühlter Motoren mit in Rücksicht gezogen werden. Auf einen genauen zahlenmäßigen Vergleich gleichstarker Kraft- anlagen der verschiedenartigsten Zylinderanordnungen und Kühlungs- arten soll hier nicht weiter eingegangen werden, da das in der Litera- tur vorhandene Zahlenmaterial nur sehr lückenhaft ist. Es sei hier lediglich auf Grund technischer Erwägungen der Nachweis geführt, daß die heute üblichen Einbauten luftgekühlter Sternmotoren noch lange nicht dem erreichbaren Optimum geringsten Stirnwiderstandes ent- sprechen. Manche Motorenkonstrukteure haben sich in neuerer Zeit, veran- laßt durch die Behauptung des übermäßigen Stirnwiderstandes stern- förmig angeordneter Zylinder, der Entwicklung luftgekühlter Reihen- motoren zugewendet. Ob diese Bauweise luftgekühlter Motoren mit einer, zwei oder drei Zylinderreihen wirklich eine wesentliche Herab- setzung des Stirnwiderstandes des Motores bringt, dürfte einigermaßen zweifelhaft sein. Das eine ist jedenfalls sicher: In wärmetechnischer Hinsicht ist die reihenförmige Zylinderanordnung wesentlich ungünsti- ger als die sternförmige. Sie erfordert daher zweifellos einen stärkeren Kühlluftstrom als diese. Ob aber der Kühlluftstrom in Richtung des Flugwindes unmittelbar von vorn bei sternförmiger Zylinderanordnung oder, aufgefangen durch Druckhutzen, vermittels besonderer Kanäle auf die Zylinder geleitet und durch ebensolche Kanäle oder Leitbleche innerhalb der Motorverkleidung durch Saughutzen wieder abgeführt wird, dürfte ziemlich gleichen Leistungsverbrauch bedeuten. Wahr- scheinlich ist aber im letzteren Falle wegen der mehrfachen Ablenkung des Luftstromes sogar ein höherer Leistungsverbrauch für die Kühlung zu erwarten. Hat man wirklich mit luftgekühlten Reihenmotoren günstigere Er- gebnisse bezüglich des Stirnwiderstandes erhalten, so beweist dieses noch lange nicht die Ueberlegenheit dieser Bauart hinsichtlich des Stirnwiderstandes. Der richtige Schluß, der aus dieser Tatsache zu ziehen ist, liegt vielmehr in ganz anderer Richtung. Der scheinbar geringere Stirnwiderstand luftgekühlter Reihenmo- toren beweist nur, daß man für die Kühlung der Zylinder mit einem wesentlich geringeren Luftstrom auskommt, als ihn der Flugwind un- mittelbar ergibt. Bei dem heute üblichen Einbau luftgekühlter Sternmotoren setzt man alle zu kühlenden Teile der Zylinder unmittelbar dem Flugwind aus, ohne danach zu fragen, ob diese Teile denn auch wirklich eines so starken Kühlluftstromes bedürfen. Und in dieser bei den heutigen Einbauten nicht berücksichtigten Regelung des Kühlluftstromes liegt der große Denkfehler, der bei dem Vergleich des Stirnwiderstandes luft- und wassergekühlter Motoren immer noch gemacht wird. Es ist sicherlich zum großen Teil dieser Denkfehler, der zum Bau luftgekühlter Reihenmotoren geführt hat; denn bei richtiger Ueber- legung muß man unbedingt zu dem Ergebnis kommen, daß die Zylin- deranordnung der Sternmotoren der Reihenanordnung wärmetechnisch überlegen ist und daher einen schwächeren Kühlluftstrom erfordert als letztere. Andererseits dürfte es keinem Zweifel unterliegen, daß dieser an sich schon viel geringere Külluftstrom bei den Sternmntoren mit viel weniger Widerstand an den Zylindern vorbeigeführt werden kann als bei Reihenmotoren. Es ist also durchaus nicht einzusehen, weshalb der Sternmotor bezüglich des Stirnwiderstandes schlechter daran sein sollte als die Reihen-, V-Form- oder W-Form-Bauart. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 457 Es kann also nur an dem ungünstigen und unrichtigen Einbau lie- gen, wenn Sternmotoren sich bisher wegen zu hohen Stirnwiderstandes in gewissen Flugzeugen nicht als vollkommen gleichwertig mit wasser- gekühlten Motoren gezeigt haben. Hätte man sich die Frage vorgelegt: „Verlangt die Kühlung der Zylinder eine Luftgeschwindigkeit von beispielsweise 180 km/h?“, so würde man sicherlich zu anderen Lösungen des Einbaues gekommen sein. Wenn ein Kühlluftstrom von 120 km/h zur Kühlung der Zylinder unter den ungünstigsten Verhältnissen ausreicht, so bedeutet es eine Leistungsvergeudung, die Zylinder einem Flugwind von 180 km/h aus- zusetzen. Der hohe Stirnwiderstand eines Sternmotors in schnellflie- genden Flugzeugen ist also lediglich auf unrichtigen Einbau zurückzu- führen, aber keineswegs eine Eigenschaft des Sternmotors selbst. Für einen wassergekühlten Motor wird man bei Flugzeugen von 180 km/h Fluggeschwindigkeit auch nicht einen ebenso großen Kühler verwenden wie für ein Flugzeug mit demselben Motor und nur 120 km/h Geschwindigkeit. Da bei einem luftgekühlten Flugmotor die Kühl- fläche jedoch nicht veränderlich ist, so muß hier eben der Luftstrom, der auf diese Kühlfläche auftrifft, bei dem schnellfliegenden Flugzeug auf den erforderlichen Geringstwert herabgesetzt werden, um keinen unnötig großen Stirnwiderstand zu erhalten. Ausbildung der Motorhaube. Für den Entwurf der Motorhaube sind aus vorstehenden Erwä- gungen folgende Schlüsse zu ziehen: 1. Der weniger zu kühlende Zylinderschaft gehört unter keinen Um- ständen unmittelbar in den Fahrtwind und muß unter die Motor- haube verlegt werden, wobei je nach der Lufttemperatur mehr oder weniger Luft durch die Motorhaube hindurchzuführen ist, weshalb a) die Motorhaube auf der Stirnseite entsprechende Ausschnitte haben muß, die b) im Querschnitt regulierbar sein müssen. 2. Die Zylinderköpfe dürfen nur bei langsam fliegenden Flugzeugen unmittelbar frei in den Fahrtwind gestellt werden. Bei Geschwin- digkeiten über 150 km/h müssen auch die Zylinderköpfe so ver- kleidet werden, daß der Fahrtwind sie nur mit der zur Kühlung erforderlichen Geschwindigkeit umspült, die etwa 120—130 km/h beträgt. Eine Motorhaube, die der ersten Forderung entspricht, ist in der Abb. 1 dargestellt. Es handelt sich um eine Haube, die für den „Wasp“- Motor von der Pratt & Whitney Aircraft Co. entworfen wurde. Diese Haube ist so am Motor selbst befestigt, daß sie mit diesem und dem Auspuffsammler eine Einheit bildet, wie sie in Fachkreisen Abb. 1 P% f Vom Führersitz aus ver- stellbare Schlitze — N i N Seite 458 „FLUGSPORT“ Nr. 24 vielfach als die erstrebenswerte Form der Triebwerksanlage angesehen wird. l Die Haubenanordnung besteht im wesentlichen aus drei Haupt- teilen: a) Der eigentlichen Haube, die, vor dem Zylinderstern liegend, einer- seits an der vorderen Fläche der Motornase vermittels Bolzen und andererseits an den Verbindungsbolzen zwischen Motornase und Kurbelgehäuse durch ein ringförmiges geschweißtes Rohr- gerüst verbunden ist, b) dem innerhalb dieser Haube auf Rollen gelagerten Drehschieber zur Regelung der Luftquerschnitte der Haube und c) dem Auspuffsammelring, der halbstromlinienförmigen Querschnitt besitzt und durch die Auspufistutzen mit den Zylindern verbun- en ist. Zwischen den einzelnen Zylindern sind außerdem Blechverklei- dungen angeordnet, die sich einerseits auf der Haube bzw. deren Rohr- ringgerüst und andererseits auf dem Auspuffsammelring abstützen, so daß die gesamte Haubenanordnung mit dem Motor eine Einheit bildet. Der. Drehschieber innerhalb der Haube vor den Zylindern wird durch Drahtseilzüge mit dem Bedienungshebel im Führersitz verbun- den, so daß der freie Querschnitt der Lüftungsschlitze in der Haube nach Erfordernis geregelt werden kann. Im allgemeinen genügt eine Regelung der Querschnitte zwischen 15 Prozent und 65 Prozent des Querschnittes der Oeffnungen in der Haube. Der Motor wird an einem aus Rohren aufgebauten Einbauring be- festigt, der sich mit einem Traggerüst gegenüber dem Rumpf unmittel- bar am Brandschott abstützt. Vom Brandschott bis zum Einbauring wird die an dieser Stelle aus Blech herzustellende Rumpfverkleidung durchgeführt, so daß von dieser und dem halbstromlinienförmigen Aus- puffsammelring ein düsenartiger Querschnitt für den Austritt der Kühl- luft aus der Haube gebildet wird. Die Rumpfverkleidung zwischen Ein- baurine und Brandschott ist mit einer reichlichen Anzahl Jalousie- schlitzen zu versehen, um auch hier für gute Luftabfuhr Sorge zu tragen. Diese Ausbildung der Motorhaube luftgekühlter Sternmotoren ist geeignet, den Stirnwiderstand dieser Motorenbauart nicht unbedeutend lıerabzusetzen. Man kann aber im Sinne der unter I gemachten Ausführungen noch einen Schritt weiter gehen und auch die aus der vorbeschriebenen Haube herausragenden Zylinderköpfe von einer Haube umgeben, deren Einströmquerschnitt so bemessen wird, daß die Geschwindigkeit der Luft, mit der diese auf die Zylinderköpfe auftrifft, nicht größer ist, als sie zur Sicherstellung einer ausreichenden Kühlung erforderlich ist. Hiermit würde dann eine noch weitere Verminderung des Stirnwider- standes ermöglicht werden. Die Ausbildung der Haube für die Zylinderköpfe kann entweder in der Weise vorgenommen werden, daß um die Zylinderköpfe herum eine ringförmige Blechverkleidung herumgelegt wird, die mit der in Abb. 1 dargestellten Haube zusammen einen ringförmigen Kanal bildet, in den die Luft mit Flugzeschwindigkeit einströmt, bis zum Auftreffen auf die Zylinderköpfe in ihrer Geschwindigkeit bis auf das zur Kühlung notwendige Maß vermindert wird und am hinteren Querschnitt mit Flugseschwindigkeit wieder abströmt. Der einzige Nachteil dieser Anordnung wäre nur der nicht uner- hebliche Durchmesser, der vielleicht die Sicht vom Führersitz aus etwas beeinträchtigt. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 459 Diese Art der Haubenausbildung hat in ihrer Wirkung eine ge- wisse Aehnlichkeit mit dem in einer Düse angeordneten Kühler wasser- gekühlter Motoren, der gegenüber dem im freien Flugwind angeord- neten Kühler eine erhebliche Verminderung des Stirnwiderstandes be- deutet, wie nachstehend nachgewiesen sei: Ein Kühler von der Größe 1 habe die Kühlwirkung 1 bei einem Stirn- widerstand 1 und der Luftgeschwin- diekeit 1. Wird dieser Kühler in einer Düse gemäß Abb. 2 angeord- net, so daß die Luft jetzt mit der Geschwindigkeit Y2 auf ihn trifft, so sinkt der Stirnwiderstand auf YA, da dieser dem Quadrat der Luftge- schwindigkeit verhältnisgleich ist. Die Kühlwirkung sinkt allerdings auch, doch nur im Verhältnis der Quadratwurzel aus der Luftgeschwin- digkeit. Bei gleich großem Kühler würde also die Kühlwirkung jetzt l v2 1,41 müßte der Kühler in der Düse also 1,41 mal so groß sein als der frei Abb. 3 mä Zw | INDIE im Flugwind angeordnete. Der Stirnwiderstand dieses vergrößerten ru — 0,353, d. h. 35,3 Prozent des frei im Flugwind angeordneten Kühlers sein. Bei einem mit 180 km/h, also 50 m/s fliegenden Flugzeug mit einer Haubenausbildung gemäß Abb. 1 sei der Widerstand der aus der Haube herausragenden Zylinderköpfe gleich 1 gesetzt. Zur Kühlung ausrei- chend ist auf Grund von Erfahrungen beim BMW-Hornet-Motor eine Luftgeschwindigkeit von etwa 120 km/h = 33,3 m/s. Wird die Haube nach Abb. 3 so ausgeführt, daß die Luft nur mit dieser Geschwindigkeit auf die Zylinderköpfe auftrifft, so würde der Luftwiderstand auf 2 1 I — 0,443 = 44,3 Prozent des früheren Wertes sinken, woraus man ersehen mag, daß durch geschickte Haubenausbildung der Stirn- widerstand luftgekühlter Flugmotoren ganz beträchtlich herabgesetzt werden kann. Statt der im Durchmesser ungeschickt großen Haube nach Abb. 3 kann man naturgemäß auch jeden Zylinderkopf einzeln mit einer in den Querschnitten den Bedingungen der erforderlichen Luftgeschwindig- keiten angepaßten Haube umgeben, die etwa die in Abb. 4 gezeigte Form haben kann. Durch eine solche Haubenausbildung ergeben sich Formen, die schon rein äußerlich erkennen lassen, daß die Stirnwider- stände einen Kleinstwert erreichen werden. Das Bild eines Flugzeuges mit einer so ausgebildeten Motorhaube zeigt Abb. 5. Gerade im Augenblick, nachdem vorstehender Absatz niederge- schrieben war, gelangte die Technische Note Nr. 301 des National Abb. 2 sein. Um wieder die frühere Kühlwirkung zu erreichen, Kühlers in der Düse würde also Seite 460 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Advisory Committee for Aeronautics „Drag and Cooling with various Forms of Cowling for a ‚Whirlwind‘' Engine in a Cabin Fuselage“ (Stirnwiderstand und Kühlung mit verschiedenen Haubenformen für einen „Whirlwind“-Motor in einem Kabinenrumpf) von Fred E. Weik in die Hände des Verfassers. In diesem Bericht wird über Versuche mit einer Haubenanordnung berichtet, die mit vorstehenden Vorschlä- gen in weitem Maße übereinstimmen. Es wurden im Langley Memorial Aeronautical Laboratory in einem 20 Fuß = 6,096 im im Durchmesser großen Windkanal folgende Ein- bauten des Wrisht-Whirlwind-Motors untersucht: Die eingeklammerten Nummern bedeuten die amerikanischen Aus- führungsbezeichnungen. 1. Ohne Haube über Zylinder und Kurbelgehäuse, mit und ohne Flü- selstümpfen (Nr. 4). 2. Mit einer Haube, die etwas weniger als die Hälfte jedes Zylinders Ne Ss Kurbelgehäuse einschloß, mit und ohne Flügelstümpfen r. 5). . Dieselbe Haube wie unter 2, jedoch mit Nabenhaube, mit und ohne Flügelstümpfen (Nr. 6). Eine Haube, die sämtliche Zylinder fast ganz und das Kurbelge- häuse abdeckte (Nr. 7). Dieselbe Haube wie unter 4, jedoch mit Nabenhaube (Nr. 8). Einfache Haube, die Zylinder vollständig einschließend, jedoch ohne Haube über dem Kurbelgehäuse (Nr. 9). 7. Dieselbe Haube wie unter 6, jedoch mit einer inneren Haube über dem unteren Teil der Zylinder und über dem Kurbelgehäuse wie unter 2 (Nr. 10). Eine genaue Darstellung dieser verschiedenen untersuchten Hau- benanordnungen würde den zur Verfügung stehenden Raum überschrei- ten, weshalb hier nur die aus der Anordnung unter 7 entwickelte in einer schematischen Anordnung in Abb. 6 gezeigt sei. Auf die Kühlungsverhältnisse sei hier nicht näher eingegangen, da die Zwischenstufen der Entwicklung nicht weiter von Bedeutung sind. Es sei nur erwähnt, daß die aus der Anordnung unter 7 entwickelte, NS ana Abb. 5 Blackburn „Lincock“ 1928 Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 461 mit 7a bezeichnete Haube zwar eine etwas höhere Zylinder- und Oel- temperatur ergab, jedoch vollkommen ausreichende Kühlung gewähr- leistete, ein Beweis dafür, daß eine weitere Verfolgung des dieser Haubenart zugrunde liegenden Gedankens fruchtbringend sein wird. Hauptspant nn; _ 7705 — | Schritt AA H— 7320 —— 1220- Abb. 6 schritt B-B Schrutt C-C Wie sich die Stirnwiderstandsverhältnisse für die verschiedenen Haubenanordnungen verhalten, möge nachstehende Zahlentafel zeigen. . . . Verminderung des Stirnwiderstand | Stirnwiderstand | Stirnwiderstandes Motor und Motor und gegenüber Motor Haubenanordnung Rumpf Rumpf ohne Haube un kg bei kg bei 160,9 km/h 90 160,9 km/h | ?°Jo 1. Motor ohne Haube . . . 2. 56,63 100,00 0 0 2. Haube ohne Nabenhaube . . . 53,91 95,20 2,72 4,80 3. Haube 2 und Nabenhaube . . . 52,55 92,80 4,08 7,20 4. Haube ohne Nabenhaube 46,66 82,52 9,97 |17,48 4a. Haube ohne Nabenhaube geän- dert für Kühlung . rn 50,28 88,80 6,35 | 11,20 5, Haube 4 und Nabenhaube . . . 45,30 80,00 11,33 | 20,00 5a. Haube 4a und Nabenhaube . . . 48,02 84,80 8,61 | 15,20 7. Doppelhaube ohne Nabenhaube . 26,00 51,20 30,63 | 48,80 7a. Anordnung 7 geändert für Kühlung 33,98 60,00 22,65 | 40,00 7b. Anordnung 7a mit Nabenhaube .| . 33,98 60,00 22,65 | 40,00 la. Rumpf ohne Motor, Nase abge- rundet rn 18,12 14,50 38,51 | 85,50 Die wichtigste Messung ist die zu 7a, die zeigt, daß durch voll- kommene Einkapselung des Motors unter Aufrechterhaltung ausrei- chender Kühlung der Stirnwiderstand gegenüber dem gleichen Flug- zeug mit freiliegendem Motor um 40 Prozent vermindert werden kann. Gegenüber der oben beschriebenen Haube, Abb. 1, die etwa der An- ordnung zu 2 entspricht, beträgt die Verminderung des Stirnwider- standes immer noch rund 33 Prozent. Die durch sorgfältige Ausbildung Seite 462 „FLUGSPORT“ Nr. 24 der Motorhaube zu erzielende Ersparnis an schädlichem Stirnwider- stand ist demnach sehr bedeutend. Gleichzeitig ist hiermit erwiesen, daß dem luftgekühlten Sternmotor ein übermäßig hoher Stirnwider- stand ganz zu unrecht nachgesagt wird. Eine weitere wichtige Tatsache zeigt die Zahlentafel noch, näm- lich, daß durch Anordnung einer Nabenhaube nur so unwesentlich an Stirnwiderstand erspart wird, daß der Gewinn den Aufwand, den eine solche Anordnung erfordert, keineswegs lohnt. Die im Windkanal gefundenen Ergebnisse wurden im Flugzeug nachgeprüft. Für diesen Versuch wurde ein Curtiss-AT-5-Flugzeug mit einer Haube nach Ausführung 7a auszerüstet, nachdem vorher durch sorgfältige Messungen bei einer Motordrehzahl von 1900 U/min eine Geschwindigkeit von 189,86 km/h festgestellt worden war. Nach der Aenderung wurde bei gleicher Drehzahl eine Geschwindigkeit von 220,43 km/h gemessen, also eine Geschwindigkeitszunahme von 16,12 Prozent festgestellt. Ferner wurde vom Flugzeugführer angegeben, daß das Flugzeug viel angenehmer zu fliesen und außerdem der Luftabfluß am Rumpf entlang und über das Leitwerk offenbar verbessert war, worauf auch wohl zu einem nicht geringen Teil die starke Verminde- rung des Stirnwiderstandes zurückzuführen ist. Packard-Diesel-Flugmotoren. Die Firma Packard-Motor-Corp. hat vor längerer Zeit einen luftgekühl- ten neunzylindrigen Sternstand-Flug- motor, welcher nach dem Viertakt- und Diesel-Prinzip arbeitet, herausge- bracht. Der Motor hat 9 Zylinder, die 127 mm Bohrung und 140 mm Hub aufweisen. Bei einem Gesamthubvolu- men von 16 | leistet der Motor bei 1800 Touren ca. 200 PS. Das Gewicht des Motors soll 280 kg betragen. Auf Grund dieser Zahlenwerte ergeben sich folgende spezifische Leistungen und Gewichte: Literleistung 12,5 PS pro |, Einheitsgewicht 1,4 k£ pro PS, Litergewicht 17,5 kg pro 1. Jeder Zylinder besitzt an seinem unteren „nde eine Brennstoffpumpe, um ie den Brennstoff durch eine automa- FackaneDieseStern-Motor tisch wirkende Einspritzdüse in den Zylinder einspritzt. Die Brennstoff- pumpen erhalten den Brennstoff aus einer Ringleitung, welche dann von den Pumpen zu den seitlich an dem Zylinder montierten Einspritzdüsen als Hochdruckleitungen weiter- führen. Die Pumpenkolben selbst wie Ventilstössel werden durch eine Nockenscheibe betätigt. Der höchste Zünddruck beträgt ca. 70 kg pro cm“. “ Wohl der interessanteste Teil an diesem Motor ist die Steuerung der Einlaßluft sowie der Auspuffgase. Der Motor besitzt nicht, wie ein üblicher Viertaktmotor, getrennte Einlaß- und Auspuffventile, son- dern ein großes zentrales Ventil, welches nach außen hin in zwei Oefinungen ausläuft, die in Flugrichtung liegen. Der Propellerwind trifft auf die eine Oeffnung und wird hierbei während der Ansaug- Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 463 periode frische Luft in den Zylinder ansaugen. Die Auslaßgase werden andererseits unter Mischung von Frischluft nach hinten ausgetrieben. Auf diese Weise wird auch das Ventil fortwährend kühl gehalten, so daß es trotz seiner Größe sehr wenig zum Verzie- hen neigt. Anstelle einer 5 u oder zwei zentrisch an- j & veordneter Ventilfedern r mn treten mehrere kleine N RT Ventilfedern, die rings >>> = um den Ventilschaft an- U seordnet sind. Der Ven- / NY tilschaft selbst ist hohl ler mit einem leicht f | a schmelzenden Salz se- und zwecks guter Wär- meabfuhr aus dem Tel- füllt. Ein- und Auslaß beim Packard-Diesel. . Segelflug in Polen. Seit dem zweiten Segelflug-Wettbewerb, welcher in Gdynia im Jahre 1925 stattfand und der, wie auch der erste, keinen nennenswerten Erfolg brachte, lag der Segelflug in Polen still. Hier und da baute man zwar Segelflugzeuge, die aber kaum zum Fluge kamen. Nur die Flug- technische Vereinigung (Zwiazek Awiatyczny) an der Technischen Hochschule in Lwow, ließ sich nicht entmutigen: Schon im Jahre 1923 begann man den Bau eines Segelflugzeuges, eines verspannungslosen, aerodynamisch hochwertigen Eindeckers, wobei für den Flügel ein sich nach den Enden zu verjüngendes Profil des damals so erfolgreichen Vampyrs verwendet wurde. Die Konstruktion stammte von cand. ing. Waclaw Czerwinski. Infolge von riesigen Schwierigkeiten finanzieller Art wurde der Bau erst im Jahre 1928 beendet. Wie immer, so fanden Das Segelflug-Gelände bei Ustrzyki. Seite 464 „FLUGSPORT“ Nr. 24 sich auch hier Skeptiker und sogar Feinde der ganzen Segelflugbe- wegung. Auf Grund der zwei mißlungenen Wettbewerbe wurde all- gemein angenommen, es gebe in Polen kein Segelfluggelände, ja sogar der renommierte Fachmann Thoret kam während seines Aufenthaltes in Polen zu der Ueberzeugung, es wäre überhaupt unmöglich, hier einen Segelflug auszuführen. Und dennoch, am 5. Mai 1928 hatte cand. ing. Szczepan Grzeszczyk, der Präsident des Akademischen Aeroklubs in Lwow, auf dem eben beschriebenen Segelflugzeug einen Segelflug von 4 Min. 13 Sek. Dauer ausgeführt. Es war nämlich auf der Lysa Gora bei Zloczow. Das Flugzeug wurde leider beim nächsten Fehl- start zertrümmert, und der Erfolg von diesem Fluge war so gut wie ‚keiner. Was sind denn heute 4 Min. für ein Segelflugzeug? Man flog doch schon 14 Std.! Aber für uns war das genug, denn jetzt wußten wir, daß wir auch Stunden fliegen können, denn an Geländen mit gutem Hangwind mangelt es bei uns nicht, Man sollte nur stetig und fleißig weiter- arbeiten! Zwei neue Segelflugzeuge wurden konstruiert und erbaut. Der Konstrukteur war ebenfalls Waclaw Czerwinski. Diesmal handelte es sich jedoch um andere Maschinen: Ein verspannter Flochdecker mit Gitterrumpf und offenem Führersitz, ein Schulflugzeug, das etwa dem „Zögling“ der Rhön-Rossitten-Gesellschaft entsprechen könnte, und ein verspannungsloser Hochdecker mit einholmigem Flügel und sehr dickem Profil, mit Gitterrumpf und verkleidetem Führersitz, etwa ein „Prüfling“, aber aerodynamisch etwas hochwertiger. Und ein neues Gelände wurde gefunden. Diesmal handelt es sich um die Slone Gory in den östlichen Beskiden. Vom 25. 10. bis 4. 11. dieses Jahres wurden dort insgesamt 52 Flüge in einer gesamten Zeit von 3 Std. 21 Min. 59,3 Sek. ausgeführt. Am 2. 11. wurde von Szczepan Grzeszczyk ein Segelflug im Hang- wind von 2 Std. 11 Min. 48 Sek. Dauer bei einem Wind von 8—10 m/sek, an der Startstelle gemessen, ausgeführt. Dabei wurde eine Höhe von ca. 200 m erreicht. Die: Landung erfolgte bei 6 m/sek Wind an der Startstelle. Zu beachten ist, daß dieser Flug mit einem Uebungs- flugzeug, das von aerodynamischer Vollkommenheit weit entfernt ist, erreicht wurde! Es war wirklich eine Lotterie, Ja, die ganze Zeit hin- durch wollte eben kein Wind wehen. Ueberhaupt keiner, oder nur 6—7 m/sek, am Gipfel gemessen! Es handelte sich eben nur um die fehlenden 3 m/sek Wind. Er kam, und es wurde auch gleich zwei Stunden geflogen. Die übrigen ‘waren Schulflüge von Matz und No- wotny bei Windstille und Wind .bis.5 m/sek von einer halben bis 112 Min. Dauer und Talflüge von: Grzeszczyk von 5 bis 7 Min. Dauer bei 5—7 m/sek Wind. | | Was das Gelände anbelangt, so bilden die Slone Gory einen sich von Nordwest nach Südost erstreckenden, mehrere Kilometer langen Gebirgssattel. Es sind also Südwest- oder Nordostwinde erforderlich. Die größte Höhendifferenz zwischen Tal und Gebirgsgipfel beträgt Nr. 24 „TLUGSPORT“ Seite 465 Start des Schulflugzeuges CW 3, Poln. Uebungs-Segelflugzeug CW 2 im Fluge. 200 m. Die meisten und stärksten Winde treffen im Frühling und Sommer zu. Die Meteorologie und Strömungsverhältnisse sind ziem- lich kompliziert, da vom Süden andere parallele Gebirgssättel dem Fluggelände vorgelagert sind. Man konnte sehr oft starke Inversionen mit Windrichtungswechsel um 180° in einer Höhe von ca. 1500 m beobachten. | Damit kann man den Segelflug in Polen als gelöst betrachten. Es ist zu erwarten, daß nun die weitere Entwicklung ohne besondere Hemmung vor sich gehen werde. Im Frühling wird wieder geflogen. Wenn genug Maschinen fertig werden, wird schon im Sommer vielleicht ein Wettbewerb stattfinden. — Und dann werden wir viel- leicht in die Rhön und die Rhönflieger zu uns kommen?! Adam Nowotny. [m Nr I DTTemeee: a - AA 5) \ . ) a H zen R \ 4 1 Z—— Ba pr >|, | DA wall Im Kurbelwellenlager des Bristol- Jupiter. Mit Rücksicht auf eine weitgehende Gewichtsverminderung ist das Walzen- p. ven lager a so konstruiert, daß es die axialen EN zn sowie radialen Drücke aufzunehmen ver- c u mag. Das Walzenlager wird auf der Kur- [g- belwelle durch den Lagergehäuseteil b ge- halten. Die Federn c drücken einen Oel- dichtungsring gegen das Lagerzehäuse, wo- durch eine solide und sichere Oelabdich- tung erzielt wird. Das Walzenlager kann daher sehr ausgiebig mit Oel beriesel werden. et acde UNSIRUKTIONS- “EINZEBSHEITEN Seite 466 „FELUGSPORT“ Nr. 24 Proiilbemessung. (Beantwortung einer Anfrage.) Aus der Anfrage ist nicht zu ersehen, was für eine Umrechnung gemeint ist. Baut man einen nach außen verjüngten Tragflügel, so muß man einen den vorgesehenen Holmhöhen entsprechenden Straakplan machen. Siehe Abb. Man zeichnet nämlich das innerste Prefil in das äußerste Profil, welche beliebig gewählt werden können, so ineinander auf, als ob man den Flügel direkt von der Seite in der Holmachse an- sieht. Nun verbindet man die entsprechenden Punkte des Profils innen mit den entsprechenden Punkten des Profils außen durch Gerade und - teilt diese Geraden in die Anzahl der vorgesehenen Rippen. Man er- hält also auf den Geraden die Punkte 1, 1, 1,1... und 2,2, 2,2... usw. usw. Der Kurvenzug durch diese Punkte 1,1...2,2... usw. ergibt den Umriß der 1., 2., 3. usw. Rippe (siehe Abb.). IOO0D 270 E£i) 3 4 6 E Pr Fuigel - Jrrenarcss. Straakplan. Die Holmenhöhen lassen sich dann auch ohne weiteres aus die- sem Straakplan an den Rippen ablesen, wobei alle durch den Flügel velerten Holme stets längs einer im Straakplan eingezeichneten Ver- bindung zweier korrespondierender Punkte des Innen- und Außenpro- fils laufen müssen, falls sie geradlinig verjüngt sind. Alle anders lau- fenden Holme haben keinen geradlinigen Verlauf. Wenn man nun nur einen Teil des Flügels verjüngt baut, so läßt man den Holm im Innenteil unverjüngt und verfährt im verjüngten Teil wie angegeben. Die Abbildung veranschaulicht diese verschiede- nen Vorgänge. | | L. ] DS Da al. FLUG®: \ Inland. Dem Aero-Club von Deutschland wurde durch den deutschen Vertreter des Daniel-Guggenheim-Fonds, Herrn Erich Offermann, eine weitere hochherzige Stif- tung des Daniel-Guggenheim-Fonds in Höhe von $ 10 000.— übermittelt. Dieser Betrag soll für die weitere Ausgestaltung und Aufrechterhaltung des von-Tschudi- Archivs beim Aero-Club von Deutschland dienen. Bei dieser Gelegenheit bringt Herr Harry F. Guggenheim, der Präsident des Daniel-Guggenheim-Fond, seine Anerkennung für die ausgezeichnete Mitarbeit Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 467 zum Ausdruck, die Herr Offermann als Vertreter des Fonds in Deutschland ge- leistet hat, und würdigt seine „energische und kluge Vertretung des Fonds in Deutschland, die — wie ich zugeben muß — nicht nur den Fortschritt der Luft- fahrt in der weiten Welt gefördert hat, sondern auch die internationale Zusam- menarbeit und das Wohlwollen‘“, Das Archiv, das seit dem 15. April 1929 arbeitet, erfreut sich, wie die ständi- gen Zuschriften und Anfragen aus Interessentenkreisen beweisen, bereits einer allgemeinen Beliebtheit. Durch die neue Zuwendung des Guggenheim-Fonds wird das Archiv in der Lage sein, sein Arbeitsgebiet zu erweitern und immer größere Kreise für seine Tätigkeit zu interessieren. Das in den Räumen und unter der Aufsicht des Aero-Clubs von Deutschland befindliche Archiv wird durch einen Ausschuß geleitet, der sich zusammensetzt aus den Herren: v. Hoeppner, Krupp, Offermann und dem Archivar des Archivs. Herrn v. Kleist. Berlin, Blumeshof 17, 14. November 1929, Aero-Club von Deutschland. pelmuth Hirth baut einen luftgekühlten 4-Zylinder-Reihenmotor von ca. 100 PS. Prof. Madelung ist von der technischen Hochschule Stuttgart als ordent- licher Professor berufen worden. Prof. Madelung war bisher wissenschaftlicher Direktor der DVL. Er wird der Nachfolger des im vorigen Jahr verstorbenen Professors Dr.-Ing. e. bh. A. Baumann. Ausland. Ein Rohrbach-Riesenilugzeug für 290 Passagiere in Größenverhältnissen ähn- lich dem Do X soll in Amerika gebaut werden. Die französischen Segelilieger Auger und Abrial befinden sich zur Zeit in Vauville, um einen Angriff auf die bestehenden Seeelflugrekorde zu machen. An dem russischen Segelilug-Wettbewerb 1929 in der Krim nahmen 20 Flug- zeuge teil. Unter anderem gelang es einem der Wettbewerber, einen Flug von Cocktebel nach Fheodoria und zurück in 10 Std. 20 Min. auszuführen. 20 Millionen Frs. verlangt das eidgenössische Militärdepartement zur Reor- ganisation des schweizerischen militärischen Flugwesens. Die Hälfte davon ist für die Anschaffung von 105 Flugzeugen, 60 Jagdflugzeugen und 45 Beobachter- maschinen bestimmt. 10 Millionen Franken würden für Materialanschaffungen und Installationen gebraucht werden, die durch die Neuorganisation nötige werden. Die neuen Flugzeuge sollen in der Schweiz nach Modellen, die im Ausland angekauft wurden, gebaut werden. Beim Packard-Diesel-Stern-Flugmotor sollen sich Schwierigkeiten bei der Kurbelwellenlaserung ergeben haben. Englisches Fairey-IIlL-F.-Langstreckenflugzeug mit Napier-Motor. Dieser Typ führte Flüge von Cairo nach Kapstadt, durch Europa über Frankreich, Belgien, Deutschland, Jugoslavien und Griechenland und neuerdings nach Schanghai aus. Von der chinesischen Regierung wird dieser Typ für Kriegszwecke verwendet. Seite 468 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Der 12. Internationale Salon des Flugwesens — Paris 1930 findet laut Be- schluß der Syndikatskammer der Flugzeug-Industrien im Laufe des Monats November 1930 im Grand-Palais in Paris statt. Eine italienische internationale Flugwoche findet im Frühjahr 1930 in Rom statt, mit welcher auch eine kleine nationale Ausstellung für Reiseflugzeuge in Littario verbunden sein wird. „Air-Securit&“, eine Sicherheitsvorrichtung zur Vermeidung von Vergaserbränden. Der Brand eines Flugzeuges hat gewöhnlich seinen Ursprung in einem Ver- gaserbrand. Ein Vergaserbrand tritt dann ein, wenn brennende Gase aus dem Zylinder durch die Ansaugleitung in den Vergaser zurückschlagen. Ein Grund für dieses Zurückschlagen kann Undichtigkeit des Ansaugventils oder Nachbrennen infolge falscher Gemischbildung oder unnormaler Temperatur des Motors sein. Im letzteren Falle brennen die Gase noch, wenn das Saugventil sich öffnet, und setzen den sich im Vergaser befindlichen Brennstoff in Brand. Das Durchschlagen der Flamme bis in den Vergaser soll durch den Air-S6- curite, eine französische Konstruktion, vermieden werden. Der Apparat besteht aus einem zwischen Vergaser und Saugventil eingeschalteten Rohr. Dieses Rohr enthält eine Reihe dicht nebeneinanderstehender Metallplatten. Treffen die bren- nenden Gase auf dieses Metallplattengitter, so wird ihnen durch die gute Wärme- leitfähigkeit des Metalls so viel Wärme entzogen, daß die Gase, ohne zu brennen, in den Vergaser gelangen. Das Prinzip ist also dasselbe wie bei den im Bergbau gebrauchten Schlagwetterlampen. Die Abmessungen des Plattengitters sind so getroffen, daß eine Verringerung der Motorleistung infolge Verkleinerung des Querschnittes der Saugleitung nicht eintritt. Man soll sogar bei Anwendung des Air-Securit& mit einem kleineren Ver- gaser auskommen können, da das Gitter für eine gute Durchwirbelung des Brenn- stoffgemisches sorgt. Mitteilung des Deutsch. Modell- und Segelflugverbandes. Die anläßlich der Frage „Modellrekorde“ im „Flugsport“ entstan- dene Pressepolemik läßt es notwendig erscheinen, durch den DMSV neue Richtlinien für die Bewertung von Flugmodellen aufzustellen. Auf Anregung des Ehrenvorsitzenden Herrn Ziv.-Ing. Oskar Ur- sinus wird zu einer außerordentlichen Sitzung in dieser Frage für den 8. Dezember 1929, vormittags 9 Uhr, in Frankfurt a. M., Klub für Han- del und Industrie, Miquelstraße, eingeladen. Es wird gebeten, daß die interessierten Herren formulierte Vor- schläge mitbringen, von denen Abschrift möglichst drei Tage vor der Sitzung der Geschäftsstelle auf der Wasserkuppe einzureichen ist. Herren, die an der Sitzung teilnehmen werden, werden gebeten, der Geschäftsstelle, Wasserkuppe, umgehend Mitteilung zu machen. DMSV: gez. Stamer. Vereinsnachrichten. Flugtechnischer Verein Hamburg e.V. Durch die Erfolge, die der F. V.H. in letzter Zeit im Schulbetrieb auf seinem Motorflugzeug hatte, ist wieder einmal der Beweis geliefert worden, daß sich für den Segelflieger beim Schulen auf Motorflugzeugen nennenswerte Vorteile er- geben. Der Verein hat den Schulbetrieb auf seinem Motorflugzeug ‚„Pique As“ erst in letzter Zeit aufgenommen. Da sämtliche Flugschüler und Vereinsmitglie- der beruflich tätig sind, kann das Schulen nur abends und am Samstagnachmit- tag stattfinden. An Sonn- und Feiertagen ist kein Schulbetrieb auf dem Motor- flugzeug. Diese Tage bleiben dem Segelflug vorbehalten. Trotzdem konnten die Jungflieger Schehak, Huth und Bock nach 12 bzw. 21 und 27 Schulflügen ihren ersten Alleinflug auf dem Motorflugzeug ausführen. Dieses ist um so bemerkens- werter, als im allgemeinen die Flugschüler 70 bis 100 Schulflüge mit Lehrer bis zum ersten Alleinflug benötigen. Die hier genannten Jungflieger haben auf den Vereinssegelflugzeugen die Gleitflieger-Prüfung B abgelegt. Allerdings sind sie schon lange zur Ablegung der C-Prüfung reif. Leider reicht das Gelände bei Hamburg zur Ablegung dieser Prüfung nicht aus. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite. 469 Bemerkenswert ist weiterhin. — die Tatsache, daß das Motorflug- .. zeug, welches der Verein zum '--... Schulen benutzt, ebenso wie sämt- “_ liche Segelflugzeuge von Mitglie- dern konstruiert und gebaut sind. Im Segelflugbetrieb in der Fischbecker Heide sind in den letzten 2% Jahren 2300 Flüge aus- geführt worden, ohne daß sich ein Unfall ereignet hätte. Zum Schulen auf dem Motor- flugzeug werden nur Mitglieder zugelassen, die mindestens ein Jahr Mitglied im Verein sind und die B-Prüfung auf dem Gelände des Vereins abgelegt haben. - Segelflugbetrieb des Flugtech- nischen Vereins Hamburg. ss NT TI Eingesandt. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Noch einmal: „Modellrekorde“. Mit Spannung habe ich den Meinungsstreit bezüglich der Modellrekorde ver- folgt, zu welchem der in Nr. 20 erschienene Artikel Veranlassung gab. Als alter Modellsportler kann nun auch ich nicht meine Ansicht verbergen, da mir die Einstellung des Herrn Polter in mancher Hinsicht etwas einseitig erscheint. In der bereits angegriffenen Behauptung, daß es keine Kunst ist, ein Modell von nur wenigen Gramm Gesamtgewicht zu bauen und es an einem böigen Tage „auf Höhe zu schicken“, steckt zweifellos ein arger Trugschluß! Selbst wenn man von den Modellen mit Abwurf ganz absieht, ist es doch nicht jedem ge- geben, ein Modell von nur einigen Gramm herzustellen, welches dabei flugfähig sein und sich nicht bei geringster Sonnenpestrahlung verziehen soll!‘ Als Beispiel möchte ich das von mir vor mehreren Jahren in Nürnberg gebrachte Entenmodell erwähnen, welches als Bodenstarter fluzfertig nur 13 & wog, — und das bei einer Spannweite von 66 cm und einer Länge von 75 cm! Die erreichten Flugzeiten betrugen 180—220 Sek. Bedenkt man, daß die verwendeten Bambusquerschnitte bis zu 0,5X0,3 mm herab betragen und daß ein solches Modell schon mit einem Gummiquerschnitt von insgesamt nur 4—5 mm? fliegt, so erscheint es begreiflich daß zum Bau eines solchen Modells mindestens eine gute Portion Geduld, Hand- fertigkeit und spezielle Erfahrungen gehören, die erst durch lange Uebung erwor- ben werden können. Ist nun schon die Herstellung eines derartig leichten Mo- dells nicht so einfach, wie Herr Polter in seinem Artikel annimmt, so gehört außerdem eine besondere Rücksichtnahme auf die Eigentümlichkeiten dazu, ein solches Modell erfolgreich zu starten. Infolge der geringen Geschwindigkeit von ca. 1 m/Sek. und noch weniger ist möglichst windstilles Wetter Bedingung. Bei böigem Wetter versagen diese ultraleichten Modelle nahezu völlig, man kann dieselben dann leider nicht „auf Höhe schicken“. Ein Musterbeispiel dieser Art gab übrigens der diesjährige Internationale Wettbewerb um den Wakefield-Pokal in England, an weichem u.a. auch drei junge Amerikaner teilnahmen. Mit ihren Modeilen erreichten sie in ihrer Heimat Rekordzeiten von 5—8 Min., während die- selben Modelle an dem genannten Wettbewerb stark enttäuschten und die eng- Seite 470 „FLUGSPORT” Nr. 24 lischen Modelle infolge ihrer größeren Flächenbelastung wesentlich besser den hältni angepaßt waren. . ee un de Frage nach dem Zweck dieser extrem leichten Modelle allzu berechtigt, aber diese Frage ist die Zweckfrage des Modellbaues über- haupt. Hand aufs Herz! — Wissenschaftliche Bedeutung hat der Modellbau heut- zutage doch nur noch in ganz vereinzelten Fällen! Dafür ist aber der Modell- sport ein technischer, bildender Sport, bei dem ‚technisches Denken, Konstruk- tionstalent und nicht zuletzt auch Handfertigkeit, entwickelt und in hohem Maße gefördert werden, was aber Grund genügend ist, denselben nach bestem Können zu betreiben und zu fördern! Aus diesem Grunde, aber ist es nicht angängig, irgendwelche „sonderbaren‘ oder extremen Erscheinungsformen gleichsam zu verbieten, sofern irgendeine der erwähnten Voraussetzungen bezüglich Zweck er- füllt ist, was sowohl von den extrem leichten Modellen (featherplanes) als auch von den Modellen mit Abwurf gilt. Auch diese Modelle zwingen beim Entwurf zu mancher technischen Ueberlegung, erfordern Geschick in der Herstellung und Behandlung, weshalb auch diese Erscheinungsformen Existenzberechtigung be- Senso unmöglich ist es, eine bestimmte Bauart von bestimmter Stelle als normal‘ hinzustellen, die dem 'anderen vielleicht bei weitem nicht als normal erscheint. Hier gilt, wie kaum anderweitig, das bekannte Wort Reuters von der Uhl“ und der Nachtigall! Eine Bewertung, eine Bauvorschrift oder 'eine Klassen- einteilung von Modellen, welche irgendeine Bauweise in der Entwicklung be- grenzt, ist einseitig und unzureichend! Daß allerdings die erzielten Leistungen von z. B. einem zummiabwerfenden Modell denen eines Rumpfmodells nicht gegenübergestellt werden können, erscheint eigentlich selbstverständlich genug, um darüber zu diskutieren. Das gilt auch von den Rekorden. An dieser Stelle möchte ich daher an die von mir schon früher”) gebrachte „Anregung zur Auf- stellung einheitlicher Rekordtabellen“ erinnern, welche ebenfalls die Unzuläng- lichkeit der bisherigen Einreihung der 'Höchstleistungen bzw. Klasseneinteiluns der Modelle als Ursache hatte. Leider ist dieselbe bei uns unberucksichtigt ge- blieben, während der englische Modellsport (S.M.A.E.) eine ähnliche Klassen- einteilung eingeführt und die Bestimmung des größten Rumpfquerschnittes ange- han onnte nun einwenden, daß eine derartige Einteilung zu weit führt; aber die Vielseitigkeit des deutschen Modellsports läßt eben eine einfachere Lö- sung nicht zu, wie die wiederholten Unzufriedenheiten stets von neuem beweisen, Die grundverschiedenen Erscheinungsformen des Flugmodells lassen es daher mit zwingender Logik ratsam erscheineii; prinzipiell verschiedene Modelle auch prin- zipiell zu werten. Diese Trennung muß auch bei der Einteilung bzw. Anerken- nung von Rekorden berücksichtigt werden. u Nach den erwähnten Vorschlägen kann nun mit ‚jeder Modellart ein Rekord aufgestellt werden. Die Bezeichnung „Normal“modell scheidet künftig aus, und der Begriff „Rekord‘modell erscheint in völlig veränderter Bedeutung: ein Re- kordmodell ist eben nicht mehr das extrem entwickelte, der üblichen Bauweise schadende Modell, sondern eben das Modell, mit dem in der zugehörigen Klasse der Rekord aufgestellt wurde. Durch diese Begriffsbestimmung in Gemeinschaft mit der erwähnten Klasseneinteilung wird eine ‚beliebige Bauart eindeutig fest- gelegt und eine Angelegenheit, die an sich sehr einfach ist, durch keinerlei Win- kelzüge, Künstelei oder Willkür verballhornt. Die Vielseitigkeit des deutschen ‚Modellsports ist eben eine durchaus erfreu- liche Erscheinung, und die Entwicklung extremer Modelle schadet nicht, wenn dieselben entsprechend gewertet und-ihre grundsätzlichen Unterschiede berück- sichtigt werden. Gerade durch das Auftauchen von „fliegenden Stöcken (Flem- ming-Modellen), Abwurfmodellen, Stab- und Rumpfmodellen neben Enten USW wird ein Modellfliegen sehr abwechslungs- und lehrreich gestaltet und die stark unterschiedlichen Flugeigenschaften gezeigt. Die höchste Bedeutung kommt zwel- fellos dem Rumpfmodellbau zu, und unser deutscher Modellsport hat sich auch vornehmlich in dieser Richtung entwickelt; das darf aber nicht daran hindern, auch anderen Bauarten Entwicklungsmöglichkeit zu bieten, soll Einseitigkeit ver- mieden werden! *) Flugsport, Jhrg. 1927, Nr. 13. Nr. 24 „FLUGSPORT“ Seite 471 Ob eine „Ente“ über uns ruhig dahin,schwimmt“ oder ein Flemming mit 15 m/Sek. über unsere Köpfe braust, — ob ein Rumpfmodell durch seine Eleganz fesselt oder ein Modell nach Abwurf schließlich noch kilometerweit segelt, — sie alle erfüllen ihren Zweck und lassen oft kaum ahnen, wieviel Knifflichkeit und Geschick zu ihrer Entstehung und Behandlung erforderlich sind. Wenn man sich zu dem eigentlichen Zweck bekennt und obiektiv urteilt, wird man zugeben müs- sen, daß jede Bauart ihre Berechtigung hat. Ein ernsthafter Modellbauer sollte daher mit jeder Bauart einmal Erfahrungen sammeln, um gewissermaßen „allen Sätteln gerecht zu werden“. Aufgabe erfahrener Modellsportler ist es daher, sich mit den hier angeschnit- tenen Fragen einmal zu beschäftigen und sich zu äußern, um so dem Modellsport, unserer gemeinsamen Sache, zu nützen. E. Schalk. Modellrekorde. In den Heften 20 und 21 ist, hervorgerufen durch einen Aufsatz von R. K. Polter, Dessau, eine Meinungsverschiedenheit entstanden, die den alten Streit Süd- gegen Mitteldeutschland über Modellrekorde wieder neu entbrennen läßt. — Wir glauben, daß sich einzelne Herren durch diesen Aufsatz sehr zu Unrecht ge- troffen fühlen, der gar nicht alte Rekorde angreifen, sondern nur vor Abwegen warnen will. Da der Verfasser eingehend das Wesen der Rekordabnahme bei der MAG beschreibt und eine Meinung vertritt, die in der MAG Allgemeingut ist, sei es uns, dem ehemaligen und dem derzeitigen Flugwart der MAG, gestattet. in die Debatte einzugreifen, um die- Stellungnahme der mitteldeutschen Modell- bauer zu begründen. Grundlegend für unseren Standpunkt zu Modellrekorden ist die Frage: Wozu Modellbau? — Im Gegensatz zu Süddeutschland, wo das Modellflugwesen haupt- sächlich als Sport betrachtet wird, sehen wir in ihm die Vorschule zum Seegel- und Motorflug! Daher fordert die MAG als Erstes den Bau von Modellen, mit denen der Erbauer jederzeit nach Wunsch eine bestimmte Art des Fluges vor- führen kann, nicht aber solcher, die dem Erbauer etwas vorfliegen, wobei dieser, wie in einem der Aufsätze erwähnt‘ wurde, noch nicht weiß, ob sie Dauer oder Strecke fliegen werden. Ferner fordert sie, daß das Modell in seinem Wesen dem Flugzeug möglichst ähnelt und auch nach der Landung noch ein Modell ist. — Ebenso fordert sie, daß der Flug selbst dem eines Flugzeuges möglichst ähnelt. Das Modell muß daher Motor- wie auch Gleitflug in der Richtung seiner Längs- achse machen. Schon der „Fahrstuhlflug‘“ einer Ente bei abgelaufenem Propeller ruft in der MAG nur Lacherfolg hervor und wird als Flug nicht angesehen; viel weniger das taumeinde Umherschwingen eines Modells, das das Triebwerk ab- veworfen hat. Es gleicht dies sehr dem Fallen des herbstlichen Laubes, das wohl kaum jemand als Flu&”Bezerthtien wird. Dabei ist dieses Pendeln in der Längs- achse sogar eine erwürischte "Eigenschaft dieser: Modelle, da es die Zeit des In- der-Luft-Seins ‚verlängert, ;während- der das Flugwerk, vom Winde getrieben, oft quer zu seiner Längsachse, „Streckenflug‘“‘ macht. (Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß wir dieses Pendeln nicht etwa an fehlerhaft gebauten Modellen von MAG-Mitgliedern studieren konnten, sondern an erfolgreichen Re- kordmodellen anerkannter süddeutscher Modellbauer.) Die MAG hält derartige Rekordilüge für abwegig, obgleich damit Zeiten und Strecken erzielt werden die Laien und Anfänger in Erstaunen setzen. Dem Modellbau im Sinne der MAG ist aber damit nicht gedient. — Leider ist unsere Ansicht über Modellbau und -Hug noch nicht Allgemeingüt geworden. Sind doch öfters auswärtige Teilnehmer zu uns gekommen, die allen Ernstes behaupteten, daß es nicht möglich sei, Mo- delle zu bauen, die Langstreckenflüge vollkommen geradeaus machen können. Diese Herren haben bei uns meist sehr schnell umgelernt und damit ihre Kennt- nisse in Aerodynamik und -mechanik vermehrt zum Gewinne des Modellbaues als Vorschule für den Segelflug. - Es soll noch gesagt sein, daß :die Modellbauer der MAG (auch Herr Polter gehört zu diesen ) ohne weiteres anerkennen, daß es eine Kunst ist, ein Modell zu bauen, das sowohl mit wie ohne Triebwerk gleichwertig ist, daß es ferner eine Kunst ist, sehr leicht und doch hinreichend fest zu bauen, jedoch. fordern sie, daß ein Modell immer ein Modellflugzeug bleiben muß! — Mit obigem will die MAG keineswegs „bestehende Rekorde angreifen“. Sie will vielmehr den Weg für die Zukunft weisen. Die MAG legt Wert darauf, daß ihre Meinung nicht als Worte betrachtet werden, die „Unfrieden im deutschen ! Seite 472 „FLUGSPORT“ Nr. 24 Modellflugsport stiften‘ sollen. Die MAG ist vielmehr seit Jahren ernstlich be- müht, Einigung zu erzielen und den Modellbau in Bahnen zu nalten, die ihm zu einer Vorschule für Segel- und Motorflug machen. Ing. Fr. Thiele R. Kropf als ehemaliger Flugwart der MAG. als derzeitiger Flugwart der MAG. Zum Streit Modell-Rekorde, "Seit Bestehen des Flugmodellbaus arbeiten die Modellbauer mit dem Prinzip der denkbar-größten Leichtigkeit. Die guten Flugleistungen dieser Leichtmodelle sind: bekannt. Ebenso. bekannt dürfte es aber. auch sein, daß die Leichtmodelle ihren Höhepunkt in Bau und Leistung schon seit Jahren erreicht haben. Dieser seit Jahren bestehende Zustand im Modellbau ist Stillstand und bedeutet Rück- schritt. Leichtmodelle — dazu gehören auch Rekordmodelle — erfordern an flugtechnischem Verständnis und Arbeit nicht allzuviel. Sie eignen sich gut für Anfänger und solche Modellbauer, die daheim wenig Platz und Werkzeug zur Verfügung haben. Was aber den aerodynamischen Nutzeffekt, der Schönheit im Bau bzw. Aehnlichkeit mit großen Flugzeugen betrifft, so verdienen sie hierin den Namen Modell nicht im Entferntesten. Ganz im Gegensatz dazu steht das Schwermodell — besser gesagt: Profil- modell. — Hier wird auf aerodynamischen Nutzeffekt hingearbeitet, ebenso auch auf Schönheit in Form bzw. Aehnlichkeit mit großen Flugzeugen, Trotz der Materialersparnis, die hier im Bau aber nicht Hauptprinzip ist, kommt das Ge- wicht auf das Doppelte und Dreifache eines Leichtmodells. Man ist gezwungen sein ganzes flugtechnisches Können einzusetzen, um zu einem hochwertigen Flug- modell zu kommen. Das erfordert profilierte Flächen von gutem Nutzeffekt. Der Wert des Schwermodellbaus liegt — genau wie im großen Flugzeugbau — in Profil. Mit Recht können wir hier von einem „Modell“ sprechen. Tatsache ist uun, daß diese Schwermodelle nicht nur bedeutend schwerer zu bauen, sondern auch schwerer zu fliegen sind. Ueberlegen ist es dem Leichtmodell in seiner Zu- verlässigkeit und Stetigkeit der Flüge ebenso wie in der geringeren Abhängigkeit vom Wetter. In Dauer ist es dem Leichtmodell unterlegen, was natürlich infolge der stark unterschiedlichen Flächenbelastung erklärlich ist. Jahrelang habe ich mich mit Leicht- und Schwermodellbau beschäftigt und ich muß beiden Bauarten ihre Daseinsberechtigung zugestehen. Je nach Mösg- lichkeit und Fähigkeit soli sich jeder seine Bauart selbst wählen. Wir dürfen aber nicht beide Klassen zu ein und demselben Wettstreit bringen. Das bedeutet Kampf mit ungleichen Waffen. Schwermodelle mit 15—25 g Belastung pro qdm zegen Leichtmodelle mit 6-10 g Belastung. Ganz scharf genommen kann von einem einwandfreien Wettstreit-mur-die Rede sein, wenn Modellgewicht und Kraft bei allen Wettbewerbern die gleichen sind. Beide Modellarten benötigen für Rekordleistungen ausnahmsweise gutes Flugwetter. iedoch profitiert das Schwermodell bei weitem nicht soviel davon wie das Leichtmodell. Außerdem benötigen beide dazu ein günstiges Gelände und nicht zuletzt sind sie abhängig vom „Glück“. Unter diesen Vorbedingungen lassen wir besser die Finger weg von Rekorden. Verlegen wir lieber unsere Kraft auf Vervollkommnung der Modelle und tragen wir dann Kämpfe aus in Ziellandungen, in Belastungsflügen oder Kurven und Kreisflüren und ähnlichem, so erhält der Modellbau mehr Schönheit und Anreiz als in der Rekerdsucht nach Strecke und Dauer. Laddey. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Der Segelilug. Ein Ruhmeskanitel aus der Geschichte des Menscheniluges. Für die Rhön-Rositten-Gesellschaft geschrieben von Walther Kleffel. Verlag Weidmannsche Buchhandlung, 1930. Preis RM 10.—. Ein literarisches Denkmal der Rhön. Interessant zu lesen für alle die, welche die Rhön miterlebten. Das Problem, in der Luft zu segeln, wurde, nachdem man sich verschiedene Menschenalter hindurch erfolglos damit befaßt hatte, in zwei Jahren in der Rhön gelöst. Der erste Segelflug-Wettbewerb 1920 entsprang, wie in der Geschichte ver- zeichnet ist, in erster Linie technischer Ueberlegung, wie sie in der ersten Aus- schreibung zum Wettbewerb 1920 zugrunde gelegt wurde. Die technische Ueber- Nr. 24 „rLUGSPORT“ Seite 473 legung ging sogar so weit, über den Gleit- und Segelflug, das Kleinflugzeug zu entwickeln. Man vergleiche „Flugsport“ 1920 vom 24. März, Seite 153ff., sowie „Flugsport“ Nr. 9, siehe die Ausschreibung Seite 198 ff. Wege zur Raumischiffahrt. Von Prof. H. Oberth. Zugleich 3. Aufl. von „Die Rakete zu den Planetenräumen“. 442 S., 159 Abbildungen, 4 Tafeln, 8°. 1929. Brosch. RM 17.50, geb. RM 20.—. Verlag R. Oldenbourg, München und Berlin. Soeben ist die 3. Auflage dieses Werkes erschienen. Prof. H. Oberth erhielt für dieses Werk von der Societe Astronomique de France den Internationalen Preis für Weltraumfahrtwissenschaft verliehen. Durch diese Tatsache erübrigt es sich, auf die Bedeutung dieses Werkes hinzuweisen. Die vorliegende Auflage ist bedeutend erweitert worden. Es kamen hinzu: eine ausführliche Abhandlung über die näherliegenden Verwendungsmöglichkeiten der Rakete mit flüssigen Brennstoffen, die Thecrie von Fernraketen, energetische Untersuchungen, prak- tisch brauchbare Konstruktionsvorschläge, die Untersuchung der Steuerung und Landung, sowie ein Kapitel über Aussichten und Zweck der Raumschiffahrt. Um das Buch einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen, wurden die grund- legenden Ausführungen in eine auch dem Laien verständliche Form gebracht und die notwendigen wissenschaftlichen Ableitungen und Beweise durch besonderen Druck kenntlich gemacht. Ein Schlagwort- und Namenverzeichnis sowie Ver- zeichnisse der angewandten Formelgrößen erleichtern das Verständnis des Buches. l Jahrbuch des Deutschen Luftfahrer-Verbandes 1929. Mit den Vorschriften für den Flug- und Freiballonsport, Beiträgen zur Verbandsgeschichte und Zusammen- stellungen der Nachkriegswettbewerbe. Herausgegeben von W. Baur de Betaz, Geschäftsführer des Deutschen Luftfahrer-Verbandes. Preis RM 4—. Verlag Klasing & Co., G.m.b.H., Berlin W9. Besonders wichtig ist das Kapitel über den Motorflugsport. Die hierunter wiedergegebenen AMF.-Rundschreiben enthalten eine Menge Wissenswertes für ‘ jeden Flugzeugführer. Für angehende Flieger gibt der Abschnitt 3 „Fliegerschulen“ die nötige Auskunft. Veröfientlichungen des Forschungsinstitutes der Rhön-Rossitten-Ges., e.V. Nr. 3, herausgegeben von Dr. Walter Georgii, Professor für Mcteorologie an der Techn. Hochschule Darmstadt. Verlag R. Oldenbourg, München und Berlin. Preis RM 5.—. Enthält Beobachtungsergebnisse aerologischer Flugzeugaufstiege in Darm- stadt und auf der Wasserkuppe in der Rhön. Dezember 1927 — Dezember 1928. Luitfahrtiorschung. Band IV, Heft 3, 4, 5. Band V, Heft 1, 2. Oldenbur«- Verlag, München, Glückstraße 8. Preis Bd. IV, Heft 3 RM 7.80, Heft 4 RM 5.40, Heft 5 RM 5.40, Bd. V, Heft 1 RM 5.80, Heft 2 RM 16.50. Band IV, Heft 3 enthält: Gekoppelte Biegungs-, Torsions- und Queriuder- schwingungen von freitragenden und halbfreitragenden Flügeln. Von Hermann Blenk und Fritz Liebers. Ueber die Schwingungen freitragender Flügel. Von Manfred Rauscher. Heft 4 enthält: Untersuchung von Flügelschwingungen im Windkanal. Ven Ilse Essers, geb. Kober. Heft 5 enthält: Drehschwingungen in Reihenmotoren. Von Albert Stiertitz. Band V, Heft 1 enthält: Flügelschnitt und Flugleistungen. Von Horst Müller. Heft 2 enthält: Zur Berechnung räumlicher Fachwerke im Fluszeugbau. Von Hans Ebnet. Ermittlung der Stabkräfte im Flugzeug-Fachwerk-Rumpf. Von Edgar Seydel. Modern Aviation Engines. Design-Construction-Operation and Repair. In zwei Bänden von Maior Victor Page. U. S. Air Corps. Verlag The Norman W. Henley Publishing Co., 2 West 45 th Street, New York, N. Y. Preis 9 Dollar, jeder Band einzeln 5 Dollar. Soeben ist Band 1 dieses umfangreichen Werkes erschienen. Ausgehend von den Anforderungen, welche an Flugmotoren gestellt werden, sind zunächst die verschiedenen Arbeitsweisen, Zweitakt, Viertakt, Diesel, überkomprimierte luit- und wassergekühlte Motoren in allen Einzelheiten beschrieben. Sehr ausführlich behandelt ist das Kapitel der Vergaser. Hierin findet der deutsche Konstrukteur viele neue Anregungen. Die Behandlung des Stoffes verrät eine große Sachver- ständnis des Autors. Besonders lesenswert ist das Kapitel über Zylinderkonstruk- Seite 474 „FLUGSPORT“ Nr. 24 tion mit ihren Ein- und Auslaßorganen, Schiebern, Ventilen und anderes mehr. Man findet praktische Angaben und Winke, wie sie in der deutschen Literatur nur selten verzeichnet sind. Das Studium dieses Werkes ist sehr zu empfehlen Das Kraftfahrzeug, I. Band. Der Automebilmctor in Theorie und Praxis. Von Hans Buttman und Bernhard Klatt. Preis kart. RM 6.50, in Ganzleinen RM 8.60. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2 Dieses Buch ist von Lehrern des Polizei-Instituts für Technik und Verkehr Berlin, geschrieben. Der Anfänger findet darin alles, was für einen Ausbildungs- lehrgang zu wissen notwendig ist. Oberflächliche Beschreibung von Einzelteilen ist vermieden. Dadurch ist die Uebersicht gewahrt. Der iunge Praktiker findet in dem Buch das notwendigste, was er für seinen Beruf braucht. Die deutsche Mark von 1914—1924. Von 1 Mark bis 100 Billionen. Von E. Schuster, Philatelistischer Verlag, Nürnberg. Preis RM 1.—. Das Heftchen bringt im ersten Teil sämtliche deutsche Reichsbanknoten, Reichskassen- und Darlehnskassenscheine der Vorkriegs-, Kriegs- und Inflations- zeit von 1 Mark bis zum 100 Billionenschein nebst erläuterndem Text. Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Briefe sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Stellenangebote Flugzeugfabkrik sucht erfahrenen Werkmeister, B-Piloten oder sonstig. Interesenten mit 13°—20000 M. Einlage als Mitarbeiter u. Gesellschafter Offert. unt. 2551 an die Redaktion d. Flugsport. | Flugzeugkonstrukteur mit langjährig., reich. Erfahrungen im Metall- bau, ledig, wünscht sich bei Gelegenheit zu verändern. Näheres bezw. Angebote unter 2547 an den Verlag des „Flugsport“, Frank- furt am Main, Bahnhofsplatz 8, erbeten. 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M., Bahnhofsplatz 8 Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro % Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 25 11. Dezember 1929 XXI. Jahrgang _Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 25. Dezember Weiterforschen! Die flugtechnische Entwicklung hat trotz der großen Anstrengun- gen der Konstrukteure mit den ins Maßlose gesteigerten Anforderungen in der Verwendung der Flugzeuge nicht Schritt gehalten. Bekannte Konstrukteure, wie Dornier, Voisin, Cousin, sind zu der Einsicht ge- kommen, wieder einen Schritt zurückzuzehen oder die technische Ent- wicklung wieder von vorn anzufaneen. Die Erkenntnis kommt aller- dings etwas spät. Dieser Erkenntnis gab ich 1919 Ausdruck in der Abkehr von den fliegenden Motoren und zeichnete die neuen Richt- linien für die Entwicklung des neuen Leichtflugzeuges über den Segel- flug. 1920 wurde damit von neuem angefangen. Leider blieb die Be- wegung auf Deutschland beschränkt. Erst nach und nach hat man die Bedeutung der Entwicklung des motorlosen Fluges erkannt. Wie die Segelflug-Entwicklung auch in aerodynamischer Hinsicht befruchtend vewirkt hat, ist in der Geschichte verzeichnet. Mit der Verfeinerung der Konstruktion allein ist es nicht getan. Dadurch kann der Endeffekt nur um wenige Prozente gesteigert wer- den. Es gilt, in vielem immer wieder auf die Ausgangspunkte zurück- zukehren, um ein gesundes Fundament zu erhalten. Segelflug, Schwin- genflug und anderes mehr dürften noch eine gute Ausbeute ergeben. Auch den Flugmodellvereinen muß die Möglichkeit gegeben werden sich fotrtschrittlich zu betätigen. U. Zögling mit Verkleidung. Auf Grund unseres Berichtes in Heft 21 S. 409 über C-Flüge mit dem Zögling sind bei uns von verschiedenen Vereinen Anfragen ein- gegangen, die wir durch Veröffentlichung der Bauzeichnunge der Rumpf- verkleidung unseres vom D.L.V. zur Verfügung zestellten Zögling „Lilo“ am besten zu beantworten denken. Der Zögling ist nach den Oririnalzeichnungen der Rhön-Rossittengesellschaft in der Segelflug- schule Grunau bei Hirschberg i. Rsgeb. gebaut worden. Solange der Zögrline zu Uebungs-Gleitflügen benutzt wird, genügen zweifellos die Rudergrößen, zum Segelfluge vor allem über bewaldeten Hängen ist Seite 476 „rLUGSPORT“ Nr. 25 jedoch ein schnelleres Kurven notwendig, auch bei böigem Wetter wird das Fliegen mit größeren Steuern angenehmer. Eine Rumpiver- kleidung des Zögling hat Lippisch auch absichtlich weggelassen, teils um bei Brüchen weniger Reparaturstellen zu schaffen, dann wohl, um durch die Blickfreiheit nach dem Boden den Schüler das Ueberziehen bzw. richtige Lage der Maschine sofort merken zu lassen. Gewiß, für die ersten Sprünge ist die freie Sitzanordnung angebracht, später bei hochwertigen Segel- oder Motorflugzeugen kommt der Flieger jedoch nicht mehr in die Verlegenheit, „unverkleidet“ zu fliesen; entschieden trägt die Verkleidung zu einem größeren Sicherheitszefühl bei und bietet mehr Schutz bei Brüchen. Die Verkleidung der „Lilo“ wurde von uns erst nachträglich um den Sitz herumgebaut und das symmetrische Göttinger Profil 410 zu- grunde gelegt, da es zufällig paßte. Die Konstruktion und der Bau wurden von unserem Mitgliede Maschinenbauschüler Kensche ausge- führt. Der Boden ist mit 2 mm, der übrige Teil mit 11% mm starkem Sperrholz beplankt. Um die Oberflächenreibung zu vermindern, wurde die Außenfläche des Bootes sauber geglättet und lackiert. Sehr wichtig ist ferner, den Schlitz zwischen den Tragflächen zu verkleiden, was durch Sperrholzstreifen, die in Schlitze eingeschoben werden, geschieht. Bekanntlich wird dadurch der induzierte Wider- stand vermindert. Die Lastigkeit hat sich durch das Anbringen der Bootsverkleidung nicht geändert. Selbstverständlich prüft man aber jede neue Maschine vor dem Einfliegen erst auf den Einstellwinkel und die richtige Schwerpunktslage im Druckmittelpunkt. Zum Verständnis dieser aerodynamischen Fragen sei auf die wohlfeilen Heftchen der Volckmannschen Bibliothek hingewiesen.*) Nur durch Beachtung aller im Vorstehenden angegebenen Mo- mente läßt sich die Flugleistung eines Gleitflugzeuges genügend ver- bessern. Die beigefügten Lichtbilder zeigen unser erstes Schulflugzeug „Schneider Böck“. Das Fluggelände, das uns in nicht zu weiter Ent- fernung von Breslau (25 km) zur Verfügung steht und von den Mitglie- *) Grundlagen der Fluglehre, Heft 4 und 5. Preis ie RM 2.50. Bezug durch den „Flugsport“, : / & | 5 I baetı y 1 DE Ga a mau > as ® —— ——— T Profil: G 410 almenna030 ln mann Zeichnung zur Selbstanfertigung eine Zöglingsverkleidung. Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 477 dern meist durch Fahrrad erreicht wird, wodurch die Kosten für Bahn- fahrt gespart werden, liegt bei Heidewilxen im Katzengebirge, ca. 3km von Obernigk aus an der Chaussee nach Trebnitz. Der größte Höhen- unterschied beträgt 40 m, das Vorgelände erstreckt sich etwa 700 m weit. Mit dem unverkleideten Schulflugzeug „Schneider Böck“, das ein Gleitverhältnis von etwa 1:8 hatte, konnten nur kurze Sprünge gemacht werden, die Verkleidung und die übrigen Verbesserungen brachten eine Verbesserung des Gleitverhältnisses von ca. 1:11 (bei dem Zögling „Lilo“ etwa 1:12), so daß Flüge bis zu einer Minute im Geradeausfluge erreicht wurden. Ein Nachteil der Verkleidung an unserem Zögline „Lilo“ ist die schlechte Kontrollierbarkeit der unteren Tragdrähte. Wir haben, um die Beschläge, Drahtösen usw., die selbstverständlich vor jedem Fluge nachgesehen werden müssen, besser prüfen zu können, Ausschnitte in die Sperrholzwand der Verkleidung einschneiden müssen. Um das zu vermeiden, empfehlen wir, die Verkleidung nicht bis an die Kufe heranreichen zu lassen, sondern nur so weit, daß die Angriffspunkte der Drähte noch außerhalb bleiben, oder letztere tiefer zu setzen. Die gesteigerten Flugleistungen der Maschine allein machen es aber auch nicht. Ferdinand Schulz antwortete uns auf unsere Frage, ob die kurzen Gleitflüge für Fortgeschrittene noch zweckmäßig wären: Jawohl, — jeder soll 100mal Landung üben! Auch unsere C-Kanonen müssen immer wieder Schulflige von wenigen Sekunden Dauer mit- machen. Jeder Start und jede Landung halten den Segelflieser in Uebung, vor allem Ziellandungen sind für den C-Flieger wichtig. Wir konnten oft beobachten, daß Segelflieser, die schon ganz gute Lei- stungen hinter sich hatten, beim ersten Fluge nach längerer Pause unsicher fliegen und erst allmählich wieder in Form kommen, wenn nicht bis dahin die Kiste in Bruch gegangen ist. Heutzutage, nachdem die Mecklenburger bewiesen haben, daß auch im flachen Gelände Schul- und Segelflüge durchgeführt werden können, gilt die Ausrede vom „kein Gelände haben“ nicht mehr. Um nochmals die vorstehenden Ausführungen zusammenzufassen: Segelflieger und Vereine, die in der Segelfliegerei etwas erreichen Verkleideter Zögling „Schneider Böck“ beim Uebungsfliesgen im Katzengebirge (Heidewilxen bei Obernigk). Seite 478 „FELUGSPORT“ Nr. 25 wollen, müssen dreierlei beherzigen: Kameradschaft, Pflege der Ma- schinen und recht zahlreiche Uebungsflüge. Dipl.-Ing. E. Tonn, Geschäftsstelle des Breslauer Modell- und Segelflugvereins „Schlesi- scher Adler“ e. V., Breslau 2, Buddestraße 11. Schwedischer_Kampfeinsitzer Jaktfalk 500 PS. Der Kampfeinsitzer Typ „Jaktfalk“, die letzte Neukonstruktion der Svenska Aero A.B., Flygmaskinsfabrik, Stockholm, ist mit einem un- tersetzten 500-PS-Armstrong-Siddeley-Jaguar-Motor ausgerüstet. Das Flugzeug ist mit allen notwendi- ven Instrumenten und militärischen Apparaten sowie mit zwei durch den Propeller schießen- den starren M. G.s ausgerüstet. Die Flugeigenschaften sind sehr gut, und alle Kunstflugma- növer, wie Loo- ping, Rolling, Spin nach oben, Spin nach unten, Immel- mann etc., werden ohne Schwieriekeit auseeführt. Als Baumaterial ist im weitesten Maße schwedischer Stahl verwandt worden, und zwar besteht der Rumpf aus Zusammenge- schweißten Stahl- rohren mit . Stoff bespannt. Die Flä- chenholme sind in Stahl, die Rippen in Schwed. Kampfeinsitzer ‚„Jaktfalk“ Holz ausgeführt. . Die Flächenrippen können jedoch auf Wunsch auch in Stahl auseeführt werden. Die Flächenbespannung besteht aus Stoff. Die Leistungen des Flugzeuges sind, unter Zugrundelegung eines untersetzten 500-PS-Armstrong-Siddeley-Jaguar-Motors mit Kompres- scr und bei einer Zuladung von 500 kg, folgende: 320 km in 4000 m Höhe, Landegeschwindigkeit ca. 90 km, Startstrecke 50 m, Landungs- strecke 140 m, Steigzeit bis 5000 m 9 Min., Gipfelhöhe 9500 m, Spann- weite 9 m, Höhe 3,46 m, Länge 7,1 m, Flächenareal 22 m?, Leerge- wicht 875 kg, Zuladung 500 kg, Totalgewicht 1375 ke, Flächenbe- lastung 62 kg/m?, Motorbelastung 3 kg/PS. Der „Flugsport“ ist das Archiv des Flugsporttreibenden! Nr. 25 „FLUGSPORT"“ Seite 479 Armstrong Siddeley Genet Major 100/110 PS. Diese neue Type (Abb. 1 bis 3) ist aus dem Genet entwickelt wor- den. Bei der Neukonstruktion wurden die Betriebserfahrungen der Genet-Type berücksichtigt. Die Bohrung wurde von 101,6 mm auf 108 mm und der Hub von 101,6 auf 114,3 mm vergrößert. Die Zylinder sind aus Schmiedestahl mit halbkugelförmigen, warm verschraubten nd aufeeschrumpften Aluminium-Zylinderköpfen. Die Ventilsitze und Stutzen für die Zündkerzen aus Bronze sind eingeschrumpft. Die Ein- laßventile bestehen aus rostfreiem Stahl, der gegen Rostschäden un- empfindlich ist, während die Auslaßventile aus Kobaltchrom bestehen, das bei den höchsten Temperaturen unverändert bleibt. Die Ventile sind daher nicht untereinander auswechselbar. Die Rückbewegung der Ventile wird durch doppelte Ventilfedern erreicht, wodurch verhältnis- mäßig kleine Federn mit geringster Raum- beanspruchung ver- wendet werden kön- nen. Die Kipphebel für die Ventile sind in zwei Kugellagern ge- lagert. Schmierung mittels Fettpresse. Um den Luftwider- stand zu verringern, sind die Kipphebel mit einem gepreßten stromlinienförmigen Deckel verkleidet. Die Kipphebel wer- den durch Stützen vetragen, welche Abb. 3. Zylinder, bei dem das Gehäuse eines Kipp- hebels entfernt ist. Abb. 1 und 2. Genet Maior 100/110 PS. Seite 480 „FLUGSPORT“ Nr. 25 ihrerseits auf dem unteren Ende des Zylinderkopfes ruhen und durch Querstützen, durch welche Kabel laufen, gestützt sind. Die unteren Hälften der Kipphebelgehäuse bilden gewissermaßen eine Verstärkung der Stützen und sind am Zylinderkopf in der Nähe der Einlaßventile, welche sich auf der Rückseite der Zylinderköpfe befinden, angebracht. Ventilstoßstangen aus dünnwandigem Stahlrohr, oben mit gehärte- ten flachen Einsätzen, unten mit kugelförmigen Enden. Die Stössel laufen in Rollen auf einem langsam laufenden Nockenring, der sich mit !/; der Kurbelwellen-Drehzahl bewegt und von der Kurbelwelle durch zwei Zahnräder angetrieben wird. Die Zylinder sind in das Kurbelgehäuse eingeschraubt und mit einem doppelt konischen Verschlußring und einer Schraube gesichert. Die Kurbelwelle läuft in zwei Rollenlagern. Das hintere befindet sich im hinteren Gehäusedeckel, das vordere im Kurbelgehäuse. Das Druck- lager liegt im vorderen Gehäusedeckel. Die äußeren Laufringe der Rollenlager sind warm eingepaßt und mit einer Ringmutter gesichert. Die Kurbelwellengegengewichte sind mit Bolzen und Nieten befestigt. Die Hauptpleuelstange und eine Hälfte des Pleuelkopfes sind aus einem Stück aus Stahl geschmiedet und bearbeitet. An dieser Haupt- pleuelstange befinden sich zwei Hilfspleuelstangen, die ebenso wie die Hauptpleuelstange einen H-förmigen Querschnitt haben. An der unte- ren Mälfte des Pleuelkopfes befinden sich zwei weitere Hilfspleuel- stangen. Eine geteilte Lagerbüchse aus Stahl, die innen mit einer Einlage von Weißmetall versehen ist, bildet das Kurbelzapfenlager und 'st durch Stifte befestigt. Die unteren Enden der Pleuelstangen laufen in schwimmenden Bronzebüchsen, während die hohlen Kolbenbolzen an ihren oberen Enden ähnlich ausgebildet sind und durch Laschen, welche in die Kolbenaugen hineinragen, an jeder seitlichen Bewegung gehindert sind. Die Kolben sind oben flach. Ueber dem Kolbenbolzen befinden sich zwei Druckringe und ein Oel-Abstreifring, während dar- unter nur ein Oel-Abstreifring angebracht ist. Das Kurbelgehäuse mit inneren Verstärküungsrippen trägt die An- schlußstutzen für die Ansaugleitungen und die Stösselführungen sowie in der vorderen Wand das Hauptlager. Hinten wird das Kurbelzehäuse durch das Mischkammergehäuse, welches das hintere Hauptlager trägt, abgeschlossen. Am vorderen Gehäusedeckel ist die Oelpumpe und der Entlüfter angebracht. Das Entlüftungssystem ist interessant, da die Entlüftungsleitung zwischen dem Kurbelgehäuse und dem Entlüfter selbst so angebracht ist, daß ein besonderes Gehäuse für die Ventil- steuerung überflüssig ist. Der Entlüfter, der am vorderen Gehäuse- deckel angebracht ist, besteht aus einem Rückschlagventil, einer Scheidewand und einem Dampfdurchlaß, der mit Aluminiumspänen ge- füllt ist, welche das Oel vom Dampf trennen und es dazu bringen, in das Kurbelgehäuse zurückzufließen. Um zu verhindern, daß Oel in das hintere Gehäuse eindringt, ist auf der Kurbelwelle eine Dichtung und eine Spirale in der Magnet- kupplung angebracht. Auf der hinteren Antriebswelle sitzt ein Zahn- rad, an dem sich eine Handstarter-Klaue befindet. Dieses Rad treibt zwei andere Zahnräder mit 44 der Geschwindigkeit, und diese Zahn- räder sind mit einer genauen Einstellkupplung zum Synchronisieren der Steuerung versehen. Oben auf dem Steuerungszehäusedeckel be- findet sich ein Oel-Nippel; es muß so viel Oel eingefüllt werden, bis es die Höhe des Ablaßgewindes erreicht. Das mittlere Zahnrad ist auf einem einfachen Kugellager montiert, während die äußeren Räder ie zwei Lager besitzen. Die Magnete sind mit Flanschen am Steue- Nr. 25 „ETLUGSPORT“ Seite 481 rungszehäuse befestigt, und die Unterbrecherenden stehen nach hinten in einer sehr zugänglichen Lage. Die Schmierung, Trockensumpf-System, wird durch eine Druck- und eine Saugpumpe, von der Kurbelwelle durch Kegelräder angetrie- ben, bewirkt. Die Saugpumpe fördert das Doppelte als die Druck- pumpe. Sie saugt das Oel aus dem Sumpf des Kurbelgehäuses von beiden Seiten des unteren Zylinders und leitet es durch einen zylindri- schen Filter in die eigentliche Pumpe. Das Oel gelangt dann in den Tank, von wo aus es in die Druckpumpe durch einen feinen, vielfachen Gaze-Filter und dann durch die Pumpenspindel bzw. durch ein Loch in der Mitte des Kurbelgehäuses bis zum Kurbelzapfen geführt wird. Um zu großen Druck zu vermeiden, ist in der Anlage ein Sicherheits- ventil vorgesehen. Beide Filter sind leicht zugänglich und können in weniecen Augenblicken gereinigt werden. Der Antrieb des Tachometers geschieht durch ein Schneckengetriebe von der Pumpenwelle aus. Hin- ten am Motor befindet sich eine Vorrichtung zur Komprimierung des Brennstoffes, die mit einem ringförmisen Rohr verbunden ist. Von diesem rinsförmigen Rohr führen Leitungen zu dem Einlaß- Ventil jedes Zylinders. Wenn die Pumpe mit der Hand betätigt wird, wird zerstäubter Brennstoff in die Einlaßventile eingeführt. Das Gaszemisch wird von dem Claudel-Hobson- A.-V.-48-Vergaser durch einen von der Kurbelwelle angetriebenen Ven- tilator auf alle fünf Zylinder gleichmä- Big verteilt. Die Zündanlage besteht aus zwei B.T.H.-G.L.-5-Ma- eneten, wovon der eine mit Schnapper versehen ist. Abb. 4. Der Town- end-Ring am Ge- net-Motor im Avian. Seite 482 „FELUGSPORT“ Nr. 25 “ ! Abb. 5. Luftstrom bei su Reihenzylindern. ——E— _— _—jo Sm nn OO IS—S=S as Tu nn oa T-S>2 >53 LI I III I = Abb. 6. Durch Sternanord- nung hervorgerufene Wirbel, - Abb. 7. Wie der Townend- ring die Wirbel vermeidet. Abb. 4 zeigt den Einbau eines Genetmotors mit Townend-Ring aus dünnem Aluminiumblech, welcher mittels Streben am Motor be- festigt ist. Durch diesen Ring wird der Luftwiderstand auf die Hälfte verringert. Wir haben die Wirkungsweise bereits in der letzten Num- mer des „Flugsport“ unseren Lesern zur Kenntnis gebracht. Die Anbringung eines luftgekühlten Stern-Motors vorn am Flug- zeuerumpf verursacht eine Unterbrechung des über den Flugzeugkör- per gehenden Luftstroms. Die Luft, die außen am Ring vorbeigeht, be- findet sich nicht in einer Wirbelbewegung und fließt schneller als der aufgewirbelte Luftstrom, der zwischen dem vorderen Teil des Rumpfes und dem hinteren Ende des Ringes heraustritt, da letzterer durch das Hindurchfließen zwischen den Zylindern verlangsamt ist. Wenn die schnellere und nicht aufrewirbelte Luft auf den unruhigen Luftstrom stößt, wird dieser bis zu einem gewissen Grade besänftigt, so daß seine ungünstige Wirkung auf den Flugzeugkörper und damit der Luftwider- stand verringert wird (vergl. Abb. 5 bis 7). Neue elektrische Luftfahrt-Leuchten. Je stärker aus wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Gründen die Notwendigkeit eines gesteigerten Nachtflugverkehrs hervortritt, desto mehr rückt seine Sicherung durch ausreichende und völlig ver- läßlich arbeitende Leuchten in den Vordergrund des Interesses. Die Firma Julius Pintsch, die schon verschiedentlich Konstruktio- nen mit teilweise grundsätzlichen Neuerungen herausbrachte, baut neuerdings elektrische Leuchten, die unter ganz neuen Gesichtspunkten entwickelt wurden, mit besonderer Berücksichtigung der vielen wert- vollen Erfahrungen, die auf den bisher beflogenen Nachtflugstrecken von den Piloten gesammelt wurden. Die neuen Feuer weisen folgende große Vorteile auf: lange Blitzdauer bei schneller Blitzfolge, neuartige Röhrenlampe mit langer Lebensdauer, Dachlicht als Zusatzfeuer. Bekanntlich ist die schnelle Folge der einzelnen Blitze für den sehr in Anspruch genommenen Piloten außerordentlich wertvoll, und Nr. 25 „ELUGSPORT"“ Seite 483 ferner wird durch eine möglichst lange Blitzdauer eine Verringe- rung des Leuchtwertes des Feuers bzw. seiner Reichweite wirksam verhindert. Als hervorragendste Eigen- schaft der neuen Leuchten muß daher die doppelt so schnelle Blitz- folge bei gleicher Umdrehungszeit regenüber anderen Leuchten be- zeichnet werden, oder aber man kann eine Verlängerung der Blitz- dauer um das Doppelte bei gleich schneller Blitzfolge wie bisher er- reichen. Dies wird durch die Verwen- dung von zwei Linsenfeldern er- reicht, die um eine Lichtquelle drehbar angeordnet sind, eine Lö- sung, die für das Gebiet der Luft- fahrtleuchten eine grundsätzliche. Neuerung darstellt. “ Die hochelanz - geschliffenen Linsenfelder ermöglichen eine fast Abb. 1. - Drehlinsenleuchte DL 150 (1 Million HK). restlose Ausnutzung des von der Lichtquelle ausgestrahlten Lichtstro- mes, so daß Lichtstärken von einer halben Million Hefnerkerzen erreicht werden, die, falls erforderlich, mit Leuchten gleicher oder ähnlicher Konstruktion auf 2 Millionen HK ge- steigert werden können. Die Firma Pintsch baut diese neuen Leuchten in drei verschiede- nen Größen. Die beiden größeren, DL 150 und DL 115, sind mit einer automatischen Glühlampenwechsel- vorrichtung ausgerüstet, die nur bei Beschädigung der Glühlampe in Tä- tirkeit tritt, aber nicht durch Ausfall des Netzstromes ausgelöst wird. Neu ist auch die für die beiden erößeren Leuchten verwendete Röh- ren-Glühlampe. Um die bei längerer Brenndauer unvermeidliche Schwär- zung der Glaskolben möglichst un- wirksam zu machen, verlegte man den Leuchtkörper in den unteren Teil der Lampe, so daß die Schwärzung Drehlinsenleuchte DL 115 mit Dach- nur im oberen Teil des Kolbens ein- licht (300 000 HK). tritt und die Absorption des Lichtes Seite 484 „FLUGSPORT” Nr. 25 nur unwesentlich vergrößert wird. Die Lebensdauer dieser neuen Röhrenlampen ist außerdem erheblich größer als die der bisher üblichen Scheinwerferlampen. Die Leuchte DL 150 (Abb. 1) hat eine Licht- stärke von einer Million HK, DL 115 hat 300 000 HK. Fine weitere Neuerung bringen die Leuchten durch ein zusätzliches rotes oder weißes Dachlicht ‚oder ein Kurs- feuer-Dachlicht, deren Verwendung eine Reihe von Verbesserungen für die Be- feuerung von Nachtflugstrecken gewähr- leistet. . So kann das Dachlicht die natürliche Höhenstreuung der umlaufenden Haupt- optiken nach oben fortsetzen und dem Piloten als rotes oder weißes Festlicht jederzeit den Standort der Leuchte anzei- gen oder ihr Wiederauffinden erleichtern. Drehlinsenleuchte DL 50 (150 000 HK). Abb. 4. Aufzugsleuchte. Abb. Nr. 25 „ELUGSPORT“ Seite 485 Weiter kann das rote oder weiße Dachlicht durch einen beson- deren auf der Schalttafel angebrachten Wirbelstromkennungsgeber eine von der Hauptleuchte unabhängige Blinklichtkennung geben, also beispielsweise nach dem Morsealphabet die laufende Nummer der „echte blinken und dadurch eine genaue Ortsbestimmung ermög- ichen. Die Blinklichtkennung des Dachlichtes kann durch einen am Dreh- tisch angeordneten Kontakt zwangsläufig mit der einfachen Kennung der Hauptleuchten gekuppelt werden, dergestalt, daß das Dachlicht nur dann aufleuchtet, wenn die beiden Hauptlichtkegel in die Richtung der Flugstrecke fallen. Dem Piloten kann durch eine von der Haupt- leuchte abhängige Blinklichtkennung die Flugrichtung angegeben wer- den. Auch wenn er infolge schlechter Sicht die nächste Leuchte der Strecke nicht erkennen kann. An Stelle der Glasglocke des Dachlichtes kann endlich ein Kurs- feuer-Dachlicht mit zwei fest eingebauten Gürtellinsensegmenten vor- gesehen werden, die in Richtung der Flugstrecke leuchten und genau wie bei der Küstenbefeuerung einen Leitsektor als Festlicht strahlen. Eine Drehlinsenleuchte DL 115 mit Dachlicht zeigt Abb. 2. Ein Novum in jeder Hinsicht ist die kleine Ausführung dieser Dreh- linsenleuchten, DL 50 genannt (Abb. 3). Diese Leuchte übertrifft durch ihre Lichtausbeute 150 000 HK, bezogen auf ihr Gesamtgewicht, alle anderen bisher bekannten Feuer und kann wegen ihrer Leichtigkeit als „Aufzugsleuchte“ in Verbindung mit einem gleichfalls neu konstru- ierten „Aufzugsmast“ auf der Erde nachgesehen und gereinigt werden, ohne daß ein Besteigen des Mastes erforderlich ist (Abb. 4). Das ist an und für sich schon für das Bedienungs- bzw. Kontrollpersonal eine große Erleichterung, die besonders aber noch im Winter bei Ver- eisung der Steigeleitern in Erscheinung tritt. ONSTRUKTIONS PINZEISHEITEN Eine Lufitschrauben-Freilaufnabe, konstruiert von Sensaud de Lavaud, wird von der französischen Firma Paulhan & Pillard, Marseille, auf den Markt gebracht. Der Freilauf ist, wie die neben- stehende Abbildung EI RN \\ N N et, D B GE FGE . . 15 | mm ZI — | EC zeigt, zwischen en Ir Wellenende und ; <= dr Luftschraube ein- vv 3 ta geschaltet. Das in der Luftschraube festsitzende eine Nabenteil ist auf“ dem Wellenkonus- nabenteil mit einem Kugel- und Rollen- lager gelagert. Der hintere Wellenko- nusteil a ist als in- nerer Laufring mit MG | Seite 486 „FLUGSPORT" Nr. 25 Rollenkäfigen wie bei einem Rollenlager ausgebildet. Das in der Luftschraube festsitzende Nabenstück c besitzt entsprechend der Anzahl der Laufrollen b sperradartige Aussparungen, so daß ie Klemmrollen b bei Kraftübertragung auf die Schraube an den inne- ven Laufring gepreßt werden. Bleipt der Motor stehen, so sucht der Fahrtwind die Schraube in entgegengesetzter Richtung zu drehen, wo- bei die Rollen b entlastet werden und die Verbindung gelöst wird. Die Luftschraubenfreilaufnabe wiegt bei einem 500-PS-Motor bei 1000 Umdrehungen 12 k& und bei 2000 Umdrehungen 7 bis 8 kg mehr :ls die normale Luftschraubennabe. Die Ersparnis an Luftwiderstand bei der Freilaufnabe ist ganz bedeutend. Bei einem Flugzeug mit 500- PS-Motor und 3,10 m zweiflügeliger Schraube von 198 km Geschwin- diekeit vermindert sich die Geschwindigkeit bei stillstehendem Motor auf 137 km. Der errechnete Widerstand der durch die Luft angetrie- benen, auf der Motorwelle festsitzenden Schraube betrug 76 kg. sl um EEE Inland. Mitteilungen des Deutschen Luftrates Nr. 43. Die Federation A&ronautique Internationale (F. A. I.) hat gemäß Mitteilung vom 4. Noveinber 1929 folgende Flugleistungen als Weitreko rde anerkannt: Klasse © Leichtflugszeuge, 2. Kategorie (Zweisitzer unter 280 kg) Polen Fliegerltn. F. H. Zwirko und A. Koejan auf Eindecker, Typ R.W.D2, Akade- mische Fliegergruppe Warschau, Motor Salmson 40 ps, in Warschau am 19. Oktober 1929. Höhe: 4004 Meter. Klasse C bis (Wasserflugzeuge) Engeland: Fliegeroffizier H. R. D. Waghorn auf See- Findecker Rolls- Motor Rolls-Royce R. Spithead am 7. September 1929. Geschwindigkeit über 100 km 531,200 km Fliegeroffizier R. L. R. Atcherley auf See- Eindecker Rolls-Royce S.6 mit Motor Rolls-Royce R. Spithead am 7. September 1929. Geschwindigkeit über 100 km 533,800 km. Berlin, im November 1929. Deutscher Luftrat Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: v. Hoeppner. Goedecker löst das Schwingenflugproblem. Goedecker, ein alter Pionier. und Konstrukteur im Flugwesen, beschäftigt sich seit 1918 mit der Lösung des Schwingenflugproblems. Er hat ein freifliegendes Modell gebaut, welches voil- ständig stabil in der Luft liegt und dessen Flügelschlag durch einen Gummimotor betrieben wird. Gewicht des Modells 420 g. Die Leistung beim wagerechten Flug ist nach genauen Messungen 0,0065 PS. Es fliegt ohne Propeller und ohne feststehende Tragfläche, wie ein Vogel. Goedecker nennt das Modell „Urvogel“ weil es jetzt noch ohne Handschwingen fliegt. Bei stillstehenden Flügeln macht cs einen stabilen Gleitflug. Der Konstrukteur ist von ‚dem Gedanken ausgegan- ven, daß der Schwingenflieger nur Zukunft hat, wenn er ein gutes Segelflugzeuz ist, eine Verbesserung des Wirkungsgrades des ganzen Flugzeuges gegenüber den heutigen Propellerflugzeugen darstellt und gleichzeitig dieselbe Stabilität in der Luft besitzt. Diese Bedingungen werden von dem Modell erfüllt. Aero- dynamisch kann es noch viel verbessert werden, mechanisch ist es jedoch schon ziemlich vollkommen und zugleich sehr einfach. Royce S. 6, mit Nr. 25 „FLUGSPORT“ Seite 487 Preiszuspruch des Schulungs-Wettbewerbs 1929. 1) Schulungspreis (8 7 Abs. 1). Ke.| Wet Bewerber Punkt | Beirae 1 84 Württemberg. Luftfahrt-Verband Bissingen 151 588.90 2 77 Badisch-Pfälzischer Luftfahrtverein Mannheim . 148 577.20 3 81 Württemberg. Luftfahrt-Verband Ludwigsburg 94 366.60 4 82 | Württemberg. Luftfahrt-Verband Stuttgart o. 93 362.70 5 50 | Niederrheinischer Verein für Luftschiffahrt Bonn . 80 312.— 6 51 Akademische Fliegergruppe Bonn. . - . 69 269.10 7 58 | Niederhessischer Verein für Luftfahrt Kassel . . 67 261.30 8| 65 | Hessenflieger Darmstadt . 57 222.30 9 63 Verein für Luftfahrt Hirzenhain . . . . 56 218.40 10 | . 78 Badisch-Pfälzischer Luftfahrtverein Mannheim . 43 167.70 11 | 69 Fiugtechnische Arbeitsgemeinschaft Fulda . 32 124,80 12 9 Fiugtechnischer Verein Frankfurt 30 117.— 15 76 Akaflieg Karlsruhe . . 24 93.60 14 88 Segelfluggruppe Meiningen . . . 20 78.— 15 57 Niederhessischer Verein für Luftfahrt Kassel . 14 54.60 16 61 Segelfluggruppe Eisenach . En 12 46.80 17 52 Akaflieg Bonn . . 11 42.90 18 62 Verein für Luftfahrt Hirzenhain 10 39.— 19 95 Verein für Luftfahrt Saarbrücken . . . . 9 35.10 20 44 Arbeitsgemeinschaft für Segelflug Würzburg . . 9 35.10 | 1029 | 4013.10 2) Segelflugübungspreis ($ 7 Abs. 2). it | 102 | Schlesischer Adler Breslau . . . 105 Min. 29 Sek. | 335.— 2| 63 | Verein für Luftfahrt Hirzenhain . 81 Min. 50 Sek. | 265.— | 600.— 3) Preise für C-Prüfungen ($ 7 Abs. 3) ie RM 67. — (insgesamt RM 402. w. 5 Niederrheinischer Verein für Luftfahrt Bonn . . Ruf 57 Niederhessischer Verein für Luftfahrt Kassel ur Ihne 63 Verein für Luftfahrt Hirzenhain o. . . Jung 95 Verein für Flugsport Saarbrücken . Goldstein 102 Schlesischer Adler Breslau . . .„ Keutsche 102 Schlesischer Adler Breslau . . Pusch 4) Anerkennungsprämien. a) für nicht nach 1 gewertete gültige Punkte (je RM 2.—). i 45 Arbeitsgemeinschaft Würzburg . - o. 2 4.— 2 5 Niederrheinischer Verein für Luftfahrt Bonn . 1 2.— 3 54 Fliegergruppe Friedberg . 8 16.— 4 66 Hessenflieger Darmstadt . . . 5 10.— 5 83 Württembergischer Luftfahrt- Verband Künzelsau . 6 12.— 6 90 Flugtechnischer Verein Frankfurt . 3 6.— 7 92 Flugtechnischer Verein Frankfurt 7 14.— 8| 93 |, Fiugtechnischer Verein Hamburg 3 6.— 9 96 Verein für Flugsport Saarbrücken 4 8.— 10 | 101 Schlesischer Adler Breslau 3 6.— 11 | 10% Schlesischer Adler Breslau 3 6.— | 45 | 90, b) für nicht wertbare Punkte (je RM 1.—). N 50 | Niederrheinischer Verein für Luftfahrt Bonn . 29 29.— 2 5 _ Niederrheinischer Verein für Luftfahrt Bonn . 10 10.— 3: 51 Akademische Fliegergruppe Bonn 37 37.— 4 20 Akademische Fliegergruppe Dresden 40 40.— 5| 53 Akademische Fliegergruppe Friedberg . 17 17.— 6 54 Akademische Fliegergruppe Friedberg 8 8.— 7 70 Reichsbahnsportverein Fulda 8 8.— 8 76 Akademische Fliegergruppe Karlsruhe . . 8 8.— 9 78 Badisch-Pfälzischer Luftfahrtverein Mannheim . 6 6.— 10 &4 Württembergischer Luftfahrt-Verband Bissingen . 11 11.— 11 93 Flugtechnischer Verein Hamburg : 40 40.— 12 95 Verein für Flugsport Saarbrücken . 11 11.— 13 97 Verein für Flugsport Saarbrücken . 297 297.— 14 | 102 Schlesischer Adler Breslau . 64 |, 64— | 556 | 586.— Seite 488 „FLUGSPORT“ Nr. 25 c) Zusatzprämien für längste Flugdauer. Flugzeug Dauer des Fluges Betrag de: Prämie 102 42 Minuten 20 Sekunden 25.— 65 33 Minuten 35 Sekunden 209,.— 63 17 Minuten 13.— 102 17 Minuten 15.— 102 15 Minuten 5 Sekunden 15.— 90.— Ehrenpreise: 1 Zigarettenetui der Fa. Kegel, Flugzeugbau, Kassel, Herrn Keutsche, Schlesischer Adler Breslau; je 1 Streckenflug der Deutschen Lufthansa A.-G.: den Herren Ruff-Bonn, Ihne»Kassel, Jung-Hirzenhain, Goldstein»Saar- brücken und Pusc-Breslau in Anerkennung der von ihnen abgelegten Prüfungen (C); {1 Fahrrad der Firma Adam Opel A.G. der Jungfliegergruppe des Hessenfliegervereins für Luftfahrt, Darmstadt; 1 Luftbi'd des Fliegerlagers Wasserkuppe, gestiftet von der Junkersluftbildzentrale Dessau dem Flugtechnischen Verein Hamburg. Die beiden letzteren Preise in Anerkennung des großen Fiugeifers der be» treffenden Gruppe. Dr. Max Oertz % ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Vor und während des Krieges hat sich Oertz erfolgreich im Flugzeugbau betätigt. Gyrorector beim Welt-Rekord-Nonstop-Flug. Costes und Bellonte haben bei ihrem Weltflug, Paris—Tsitsihar und zurück Indien-Paris einen künstlichen Hori- zont-Gyrorector eingebaut. Costes drahtete der Firma: „Dank für Ihre Glück- wünsche. Ihrem wunderbaren Instrument verdanken wir großen Teil Erfolges und bin glücklich, es anzuerkennen. Dieudonne& Costes. Freiherr von Koenig-Warthausen wurde am 25. November nach einem Emo- fang beim Herrn Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald um 11.30 Uhr vormittags vom Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg zusammen mit seinen Eltern empfangen. Der Herr Reichspräsident drückte dabei seine Anerkennung für die hervorragende Leistung aus, die Freiherr von Koenig-Warthausen anläßlich sei- nes Weltfluges aufgestellt hat. Bei dieser Gelegenheit wurde dem erfolgreichen Flieger der Hindenburgpokal des Jahres 1928 vom Herrn Reichspräsidenten : überreicht. Im Anschluß daran fand im engsten Kreise ein zwangloses Frih- stück für Herrn von Koenig-Warthausen im Aero-Club statt. Ein Luftamt, welches nach Art des See-Amtes die Unfälle sachkundig prüft und einen Spruch fällt, beabsichtigt die deutsche Lufthansa einzurichten. Dieses Luftgericht, welches für jeden besonderen Fall zusammentritt, besteht aus einem vom Reichsversicherungsamt gestellten Vorsitzenden, zwei sachverständigen Bei- sitzern aus dem Kreise der Hansa-Piloten und zwei Beisitzern als Laienrichtern aus der Angestelltenschaft der Gesellschaft. Dieses unabhängige fünfköpfige Grc- mium klärt den Sachverhalt auf, rekonstruiert den Vorgang eines Unfalles, be- rücksichtigt alle Begleiterscheinungen, insonderheit die Person des Führers und legt sich dann erst einmal die Grundfrage vor: Ist der Führer schuldig oder nicht schuldig? Im Falle einer Schuld kann auf zeitweise Entziehung des Führer- scheins, auf einen Abzug vom Monatsgehalt oder auf beides erkannt werden. Ungenügende Berücksichtigung von Wettermeldungen, ungenügende Prüfung der Maschine vor dem Start, Wiederholung eines bereits verunglückten Starts und ähnliche Dinge werden meist ein Verschulden des Piloten bedingen. Damit aber das „Bruchgericht‘“ alles ganz sachlich klären kann, auch wo es in seinen Teilen oder in seiner Gesamtheit nicht ganz sachkundig ist, stehen ihm Sachverständige aus allen Teilgebieten der Luftfahrt zur Verfügung. Kronfeld wurde die Adlernlakette vom dentschen Reichsausschuß für Leibes- iibungen für seinen 150-km-Flur von der Wasserkurpe verliehen. Ausland. Ueberilierung des Södvols am 29, November 1929, Commander Byrd mit Flnrezeugführer Bernt Balchen. Funker Harold June und Capt. Ashlev McKinley starteten auf einem dreimoto- rigen Ford-Eindecker .Flovd Benett“ am 29. November 3 Uhr 29 mor- gens auf der eingerichteten Flugstation in Little America. Sie über- Nr. 25 „ELUGSPORT“ Seite 489 flogen den Pol und trafen 24 Stunden später, nachdem sie auf einer noch weiter vorgescliobenen Expeditionsstation für Betriebsstoffauf- nahme getankt hatten, wieder in Little America ein. Wie Frankreich die Privatiliegerei fördert. Nach einem Brief an L’Aero-Sport zibt der französische Unterstaatssekretär Laurent Eynac folgende Unterstützun- gen für das Jahr 1930 ab: 200 000 Fr. für Ausbildungsüberlandtiüge für Club-Flug- zeuge; 500 000 Fr. zum Ankauf von Schulflugzeugen für Vereine; 5 000 000 Fr. für einen Sportflug-Wettbewerb 1930 und Unterstützung des Baues von Sportilug- zeugen. Weiter wird ein Kredit ausgeworfen für die Entwicklung von neuen Sport- und Leichtflugzeugen. Ferner werden für die Vereine dreißig neue Hanriot- Flugzeuge angekauft. Eine Luitiahrtschule wird in Paris am 1. Oktober 1930 eröffnet. In der Schule sollen hauptsächlich Flugzeugkonstrukteure ausgebildet- werden. Dr. Woligang Klemperer führte am 7. Oktober in den Allesheny-Bergen einen Segelflug von 1 Std. und 40 Min. aus. Klemperer benutzte ein Segelflug- zeug „Kondor“, konstruiert von Frank Groß von der akademischen Fliegergruppe Darmstadt, und gebaut von der Baker-Mcmillen Co. in Akron (Ohio). Das Segel- flugzeug hat 16,1 m Spannweite, Flügeltiefe 1,22 m, Länge 5,50 m, Leergewicht 138 kg, Gleitwinkel 1:24, Sinkgeschwindigkeit 0,6 m. Ein Rettungsboot für Flugzeuge ist von den Engländern in Dover stationiert worden. Das für diesen Sonderzweck gebaute Boot hat insgesamt 750 PS Motor- leistung, mit der es eine Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten zu entwickeln vermag. Das Boot ist ausgestattet mit einer Sendestation, mit elektrisch Licht und Scheinwerfern und faßt 50 Personen, Ein französischer Leichtilug-Club soll in Paris gegründet werden. Beteiligt sind die Herren de Sicour, Le Brix, Lablanche, Roques Baiac, Boillot, Boutiller und andere. Ein Metall-Riesenflugboot für 270 Passagiere außer der Besatzung beab- sichtigt die Metal Flying Boat Corporation, New York, in Gemeinschaft mit Rohr- bach, New York, zu bauen. Neue Vorschriften für den Einflug nach Polen und die Ueberfliegung polni- schen Gebiets durch fremde Luftfahrzeuge sind am 23. Sept. 1929 in Kraft ge- treten. Im Sinne dieser Vorschriften muß ein jedes Luftfahrzeug, welches in Polen einfliegt oder polnisches Gebiet überfliegt, mit einer Bescheinigung ver- sehen sein, welche die unentbehrlichen Angaben über das Luftfahrzeug, die Be- satzung, Passagiere und beförderte Güter enthält. Zur Ausgabe solcher Beschei- nigungen sind die polnischen Konsularvertretungen im Auslande berechtigt. Für Luftfahrzeuge solcher Länder, die dem Internationalen Abkommen über den Luft- verkehr vom Jahre 1919 beigetreten sind oder die mit Polen ein diesbezügliches Abkommen getroffen haben, werden die genannten Bescheinigungen von den er- wähnten polnischen Vertretungen unverzüglich und gebührenfrei ausgestellt. Eine Ausnahme bilden Militär- oder andere staatliche Luftfahrzeuge, die für den. Eil- flug nach Polen oder die Ueberfliesung polnischen Gebiets einer auf diplomati- schem Wege einzuholenden Genehmigung bedürfen. Die gewerbsmäßige Be- förderung von Personen und Gütern mit Luftfahrzeugen bedarf in Polen einer besonderen Genehmigung der zuständigen Behörden. Hinsichtlich des Einfluges nach Polen oder Ueberfliegens polnischen Gebiets von privaten Luftfahrzeugen anderer Länder, müssen sich die interessierenden Personen an die polnischen Konsularvertretungen im Auslande wenden, die sich dann wegen der Erwirkung einer Genelmigung an die zuständigen Behörden wenden. | Vereinsnachrichten. Die „Flugwissenschaftliche Arbeitsgruppe Cöthen“ am Friedrichs-Polytechni- kum, bekannt unter ihrer Abkürzung „Fluwiac“, darf. mit Stolz auf die Erreichung eines seit Jahren mit zäher Energie verfolgten Zieles zurückblicken, welches durch eine festliche Weihe zur Tatsache wurde: die Schaffung eines eigenen Flug- platzes sowie die Taufe eines Motorflugzeuges zur Ausbildung eigener Piloten. Nur der Eingeweihte weiß, wie unendlich viel Gänge von Pontius zu Pilatus dazu gehören, und was man alles anstelit und überlegt, wenn man kein Geld in der Kasse hat, bis man die richtigen Kombinationen erwischt und alles unter einen Hut bringt. Dank den rastlosen Bemühungen unseres lieben 'Ehrenvor- sitzenden, Herrn Prof. Michel, welcher unermüdlich und unabweisbar bei den in Seite 490 „ErLUGSPORT“ Nr. 25 Frage kommenden „Opfern“, Behörden, Verwaltungen, Privatpersonen u. a bohrte und immer wieder weiterbohrte, bis er sie alle „erschlug‘, hat es wieder geklappt. Die Hospitalverwaltung der Stadt stellte das sogenannte Industriegelände frei zur Verfügung, eine hochgeschätzte Persönlichkeit ein Hallendach zur Flug- halle, Baumeister Hildebrand die Mauersteine und 'seine sachverständige führende Hand, der Gemeinderat mit Oberbürgermeister Dr. Damerow an der Spitze sein Wohlwollen, das Kuratorium des Friedrich-Polytechnikums seine Unterstützung, die gesamte Bevölkerung, welche stets schon auf gutem Fuße mit der Fluwiac stand und bereits einen ehrlichen Lokalflugpatriotismus entwickelt, seine freudige Anteilnahme und das R. V.M. eine Klemm-Daimler, — so halfen alle mit und freu- ten sich, wie bei strahlendem Sonnenschein vor zahlreich versammelten Ehren- ‘. gästen, unter ihnen Oberbürgermeister Dr. Damerow, Rektor Prof. Gensce vom Friedrich-Polytechnikum, Verkehrsdirektor Mehle, Dessau, Stadtrat Dr. Klewik Magdeburg, das Dezentenkollegium, die Presse, Vertreter der Studentenschaften und Vereine, und einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge durch eine schlichte Feier der Weiheakt vollzogen wurde. Cand. ing. Marchinski, als Vor- sitzender der Fluwiac und Pilot cand. ing. Kaempf übernahmen zu treuen Hän- den die Schlüssel der Gebäude und Verwaltung des Flughafens, während das neue Flugzeug von der Tochter des Herrn Kommerzienrat Dir. Dr. Keidel sekt- ' schäumenderweise auf den Namen „Agathe“ getauft wurde. Natürlich schloß sich für die Taufpaten sogleich ein Ehrenflug an, dem hernach noch andere für Ehren- eäste und Presse folgten. Vom Anhaltischen Verein für Luftfahrt war Pilot Sanders mit einer Junkers und von der akademischen Fliegergruppe Halle Pilot Haase mit einer Albatros als freudig begrüßter Gast erschienen. Außer- dem war noch die „Rosemarie“, eine Focke-Wulf-Maschine, die der Fluwiac bc- reits vor Jahresfrist vom R.V.M. zur Verfügung gestellt und seither in Halle bzw. Magdeburg stationiert war, mit im Bunde. Mit diesem Flugzeug hat unser wackerer Pilot Kaempf in der Zeit von Mai bis Oktober nicht weniger als 1500 Flüge ausgeführt und 10 Alleinflieger ausgebildet. Die Fluwiac besitzt also nun zwei Motormaschinen und darf hoffen, ebenso wie in den vorletzten Jahren, mit ihren Segelflugzeugen „Der alte Dessauer“ und „Cöthen‘‘ — letzteres hält mit Ferdinand Schulz bekanntlich den motorlosen Pas- sagierweltrekord mit 9 Stunden 21 Minuten — auch in der Sportiliegerei erfolg- reich ins Zeug zu gehen. Die Segelfliegerie wird deswegen natürlich noch lange nicht ad acta gelegt, sondern soll „bei gutem Wind“ weiter wachsen, blühen und gedeihen, L. Kaffenberger. Literatur. (Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.) Luitfahrtiorschung. Band V, Heft 3 und 4. Oldenbourg-Verlag, München, Glückstraße 8. Preis Band V, Heft 3 RM 6.20, Heft 4 RM 5.40. Band V, Heft 3 enthält: Elastische Nachwirkung, elastische Hysteresis und Temperaturkompensation an Aneroiddosen. Von Ludwig Scriba. Heft 4 enthält: Beurteilung von Flugmotorenkraftstoffen in Deutschland, Anforderungen an Kraftstoffe für Flugzeuge und Kraftwagen im Ausland, Das Kälteverhalten von Kraftstoffen zur Verwendung in Luftfahrzeugen, Der Schwefelgehalt von Kraftstofien und seine Bedeutung für den Flugbetrieb. Von Erich Rackwitz und Alexander Phillippovich. Offizieller deutscher Luitiahrt-Kalender. Herausgegeben vom Deutschen Luft- fahrer-Verband e.V., Berlin W35. Preis RM 3.—. Verlag Ferd. Ashelm, Kont- mandit-Ges., Berlin N 65, Wildenowstraße 16. Dieser Wand-Abreißkalender bringt auf jedem Blatt Abbildungen mit Be- schreibungen über Ereignisse auf dem Gebiete der Luftfahrt. Das hübsch aus- gestattete Werk ist geeignet, zur Belehrung beizutragen und breitere Kreise für die Luftfahrt zu interessieren. 30 Jahre Auto. Persönliche Erinnerungen von Dr. A. Isbert, Präsident des Frankfurter Automobil-Club. Verlag H. Bechhold Verlagsbuchhandlung, Frank- turt a. M. Preis RM 24.—. Dieses Buch ist geeignet der neuen Generation im Kraftfahren ein Bild über die Entwicklung des Kraftfahrzeuges an den allerersten Anfängen bis zur Gegenwart zu übermitteln. Es ist amüsant, die ersten, der Pferdedroschke ähnelnden Fahrzeuge, mit den heutigen modernen zu vergleichen, Nr. 25 „Pr LUGSPORT“ Seite 491 Reichskursbuch. Ausgabe 14 ab 1. November, Winter 1929/30, heraus- gegeben vom Reichsverkehrsministerium. Verlag Gebr. Radetzki, Berlin SW 48. Preis 50 Pig. Fachliteratur. Bei Bestellung genügt Angabe der Nummer. Lieferung erfolgt gegen Vorein- “sendung (Postscheckkonto 7701 Verlag „Flugsport‘‘ Frankfurtmain) Porto ist in- begriffen. Nachnahme 30 Pfz. mehr. 1. Jahrbuch 1929 der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt e. V. geb. RM 42.80 2. Taschenbuch der Luftflotten 1928/29, 648 S., 912 Abb. „ „12.40 3. Patentsammlung des Flugsport Bd. I u. Bd. II ie brosch „ 6.30 4. Motorlos in den Lüften v. Martens » „2.30 5. Ergebnisse der aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen. I. Lieferung geb. „ 10.30 6. II. Lieferung » „8.30 7. Ill. Lieferung » „16.90 8. Flugmodellbau-Unterricht, eine praktische Anleitung für den Flugmodellbau v. Ursinus, 2. verbesserte Auflage „ „2.40 9. Großer Luftverkehrsatlas von Europa 1927 geb. „ 25.— 10. „T. 1000“, Roman eines Riesenflugzeuges. 238 S. 1 » 5.80 11. Einführung in die theoretische Aerodynamik. 144 S., 118 Abb. „, „950 12. Flugzeug-Navigation u. Luftverkehr. 232 S., v. Ing. Röder „ „ 10.— 13. Der Jungflieger, Roman v. Sofie Kloerss. 180 S. geb. „ 4.50 14. Afrikaflug v. Mittelholzer. 235 S., 215 Abb., 4 Karten geh. „ 12.— 15. Der Bau des Flugzeuges, allgemeiner Aufbau u. Tragfl. brosch. „ 2.15 16. Der Bau des Flugzeuges, Tragwerkverspannung — Leitwerk » „2.15 17. Der Bau des Flugzeuges, Rumpf und Fahrwerk » „ 2.15 18. Grundlagen der Fluglehre. Teil I. Luftkräfte » „2.65 19. Der Flugmotor, Teil 1, Grundlagen, v. Dipl.-Ing. Möller 2m. 2.65 20. Der 19-PS-Flug über die Alpen, v. Dr.-Ing. v. Langsdorff kart. „ 4.50 21. Theorie des Segelfluges, v. Dr.-Ing. Klemperer brosch. „ 6.90 22. Der Bau von Flugmodellen, v. Stamer u. Lippisch » „215 23. Unsere Flieger erzählen, v. Matthias kart. „ 4.30 24. Arbeiten zur Luftnavigierung, vom Navigierungsausschuß der WGL geb. „ 6.80 25. Flugzeugführer Werden und Sein, von Arntzen brosch. „ 2.15 26. Fortschritte der Luftfahrt,Jahrbuch 1929/30 Ganzleinen geb. „ 24.80 27. Fliegerhandbuch von Rob. Eyb, 4. Aufl. „16.40 28. Leitfaden der Flugzeugnavigation von Prof. Immler „12.90 29. Jahrbuch 1928 der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt geb. ,„ 23.40 30. Taschenbuch für Flugzeugführer von Gymnich. 204 S. Leinen „9.30 31. Handbuch für Flugzeugführer von Dr.-Ing. Bader. 193 S, 91 Abb. „12.49 32. Jahrbuch d. Luftfahrt v. Reichsverband d. deutsch. Luftfahrtindustrie „ 16.90 33. Bauvorschriften für Flugzeuge von der D.V.L „5.30 34. Thea Rasche, Start in Amerika „1.65 35. Der Flieger-Roman von Gustav Renker Leinen geb. „ 6.80 36. LZ 127 „Graf Zeppelin“ von Dr.-Ing. v. Langsdorff „2.15 37. Die Rakete für Fahrt und Flug von Scherschervsky geb. „ 96.30 brosch. „ 4.39 38. Frandesko de Pinedo Amerikaflug . 15.— 39. Aus 34 Jahren Luftfahrt. Persönl. Erinnerungen v. Major v. Tschudi „780 40. Das Problem der Befahrung des Weltraums von Noordung „780 41. Ins Reich der Lüfte „3.30 42. Luftfahrtforschung, 2. Bd., Heft 4, Untersuch. eines Tragflügelprofils „ 4.05 43. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 3 „6.30 44. Luftrecht einschl. Luftverkehrsgesetz u. Pariser Luftverkehrsabk.: „10.40 45. Der Flugzeugbau Schütte-Lanz von Hillmann brosch., „ 5.50 46. Gleitflug- und Segelflugzeuge, Teil II, von Stamer-Lippisch „2:65 47. Luftfahrtforschung, 2. Band, Heft 2 48. Berichte der aerodynamischen Versuchsanstalt Wien von Katzmayr ,„ 10.40 49, Neuzeitliche Flugmotoren von Dr.-Ing. Katz Ganzleinen ,„ 25.40 50. Der Flugmotor, Teil II, von Dipl.-Ing Möller Seite 492 „FLUGSPORT“ Nr. 25 | ilwider 6.30 51. Luftfahrtforschung, Band 2, Heft 1 (Profilwiderstandsmessungen) M 0. 52. Luftfahrtforschung, 1. Band, Heft 4 (Funkwesen und Elektrotechnik) ,„ 10.15 53. Jahrbuch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt „ 204) 54. Luitfahrtforschung, Band 1, Heft 3 (Veredlungsversuche an Elektron- 31 legierungen, neuer Seilverbinder usw.) . » . 55, Veröffentlichungen des Forschungsinstituts der Rhön-Rossitten-Gesell- 230 schaft, Jahrbuch 1928, von Professor Dr. Georgii on Mi er 56. Grundlagen des Flugzeugbaues von Fuchs - » er 57. Hals- und Beinbruch von Udet (Hundert luftige Karrikaturen) „ “0 58. Die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs yon Breuer » 15 59. Praktische Fliegerausbildung von Leonhardy „2 60. Lebensfragen d.. deutschen Luftfahrt v. D.-Ing. Blum u. D.-Ing, Pirath „, 0 61. Raketenfahrt von Max Valier Pe > Fr 62. Der praktische Modellflieger, das Bastelbuch für den Modellillugzeug- bau von Haıns Günther und Dr. Hirsch Ganzleinen ‚ 18.40 Ü 50.— 63. Luftfahrt ist not von Ernst Jünger » = 64. Handbuch für Luftfahrt und Luftfahrtindustrie een „ 16 65, Die Auto-Klempnerei . geb. ,„ ve 66. Grundlagen der Fluglehre Teil Il (Tragflügeltheorie) » 0 67. Gleitflug und Gleitflugzeuge Teil I v. Stamer-Lippisch » En 68. Die Möglichkeit der Weltraumfahrt von Ley geh. K Ha 69. Die Grundlagen der Tragflügel- und Luftschrauben neo au geb. . 1. 'ad- ichtiluszeugmotoren von Ing. Dolch, Band I, U. i 70. Motorrad- und Leis In Mappenform ie Band „ 15.40 { [ Ö 15.40 . Wirtschaftliche Luftfahrt von Herm. Röder | \ » „ 0 n Sn efiezerlied für Gesarg mit Klavierbegleitung v. Striedinger „3.25 73. Die deutsche Handelsluftfahrt, was sie ist und was sie uns sein kann „ 3.90 74. Mit „Graf Zeppelin“ um die Welt, ein Bildbuch von Geisenheyner u 1.50 Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Expedition des Frankfurt a. M. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-Brief e sind stets 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. und Verkäufe Verkaufe 35PSAnzanitächermotor 3 Zylinder, gebraucht, überholt. Paul Friedei. Ber'in-Schöneberg, Hauptstr.141 40 PS SALMSON-ERSATZTEILE Kolben, K.-ringe Ventile, Ventilfedern Dichtungen, Propeller etc. ständig hier am Lager AUTOFLUG, Berlin-Johannisthal. Wer kann günstig abgeben ? evtl, aus abgewrakten Beständen, jedoch nur in gut erhaltenem Zustand: einen 2—3 Zyl., luftgek., 4-Takt, 10 —50 PS Leichtmotor m. 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Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten‘‘ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Nr. 26 25. Dezember 1929 XXI. Jahrgang Die nächste Nummer des „Flugsport“ erscheint am 8. Januar 1930 ‚Ende 1929. Die Entwicklung des deutschen Segelflugsports hat im Ausland eroße Beachtung gefunden. In Frankreich soll, um einer Zersplitterung vorzubeugen, eine Gesellschaft nach dem Muster der Rhön-Rositten gegründet werden. In England drängen die Flugsport-Jünger nach Se- eelflug-Betätigung. In Amerika hat die Serelflug-Begeisterung weiteste Kreise erfaßt. In Italien hat die Regierung keinerlei Mittel gescheut, um die Segelfliegerei in Fluß zu bringen. Zr Und bei uns in Deutschland — — — hal man durch Streichung von Mitteln der gewaltsam aufstrebenden Segelfliegerei einen schwe- ren Schlag versetzt. Was die Rhönseselflug-Bewegung der deutschen Fliegerjugend gegeben hat, scheint man an führender Stelle noch immer nicht genügend anerkennen zu wollen. Wird man die Schädigung vom vergangenen Jahr wieder gut machen ? (6) Das deutsche Flugwesen ist auf manchen Gebieten nicht rück- ständig. — — Vorschriften, Luftpolizei. Vereine, welche nichts leisten, allerhand Geschäftsstellen mit vielen Püros sind genügend vorhanden. Die Betätigung in der Fliegerei ist an manchen Stellen stark beengt. In dem nächsten Jahre wird wohl manche unangenehme Belastung, wenn man schon sparen will, notzedrungen abgeschüttelt werden müs- sen; denn letzten Endes wollen wir doch fliegen! Von der ersten amerikanischen Segelfliegerschule. Im Juli dieses Jahres ist in South-Wellfleet auf der Halbinsel Cape Cod die erste amerikanische Seselfliegerschule eröffnet worden. Es ist noch erinnerlich, daß auf Anregung eines Deutschamerikaners, der von dem Erleben des Rhön-Wettbewerbes einen tiefen Eindruck erhalten . Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das erste Vierteljahr 1930, "RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. ‚Nach dem 6. Januar werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme: einziehen. Verlag „Flugsport“. Seite 494 „FLUGSPORT“ Nr. 26 hatte, Ende 1927 eine amerikanische Gesellschaft für Segelflug, der American Motorless Aviation Club, kurz AMAC genannt, in Neuyork gegründet worden ist. Auf deren Einladung entsandte die Rhön-Ros- sitten-Gesellschaft im Frühjahr 1928 die Herren Röhre, Hesselbach und Laubenthal mit einigen Gleit- und Segelflugzeugen auf ein halbes Jahr nach den Vereinigten Staaten, um dem amerikanischen Volk einen Begriff des deutschen Segelflugs zu geben, und um die AMAC bei den Vorarbeiten für die Gründung einer Segelfliegerschule nach deutschem Muster zu beraten. Die Flüge, welche im Sommer vorigen Jahres von den deutschen Piloten auf Cape Cod ausgeführt worden sind, insbe- sondere Hesselbachs Segelflug von 4 St. 5 Min. auf der „Darmstadt“, womit er einen amerikanischen Rekord aufstellte, haben großes Auf- sehen erregt; überall, insbesendere auch an Universitäten, bildeten sich Segelfluggruppen, welche auf Gleitilugzeugen, meist Nachbildun- een deutscher Vorbilder, zu schulen begannen. Im Winter 1928/29 wurden seitens der AMAC die finanziellen Grundlagen für die neue Schule geschaffen, und im Mai fuhren auf Grund eines zwischen der AMAC und der R.R.G. getroffenen Abkommens die Herren Dipl.-Ing. Knott und von Chlingensperg zunächst auf ein halbes Jahr nach den Vereinigten Staaten. Das neue Fliegerlager erstand etwas südlich des Geländes, auf dem im Vorjahre geflogen worden war, auf der Ostseite der Halbinsel Cape Cod an der Küste des Atlantischen Ozeans. In den Dünen liegend, hat es sowohl hinsichtlich des Fluggeländes als des Ausbaues der Anlage große Aehnlichkeit mit der Schule Rossitten. Die AMAC hat mit Recht Wert darauf gelegt, erst geräumige Flugzeug- hallen und eine große Werkstatt zu schaffen, während die Schüler nach Art der amerikanischen Pfadfindergruppen in Zelten hausten. Unter Leitung der deutschen Lehrer haben in den Sommermonaten 35 Schü- ler den Kurs durchgemacht, wovon 15 die A-, 7 die B- und 3 die C- Prüfung abgelegt haben. Das Interesse, welches die Schule allseits fand, geht aus dem außerordentlich starken Besuch von Gästen aus Nr. 26 ‚„FLUGSPOR T“ Seite '495 Von der Amac-Segelfliegerschule Cape Code: Schulgelände an den Dünen, Start eines Zöglings. Von der Amac-Segelfliegerschule South Wellfleet, Mass, Cape Code: R. v. Chlingensperg startet zum Flug von 2 Std. 7” Min. allen Teilen der Vereinigten Staaten hervor. Für das nächste Jahr ist eine wesentliche Vergrößerung des Schulbetriebes, gegebenenfalls auch die Einrichtung einer weiteren Schule in einem anderen Teil der Staaten in Aussicht genommen, Aehnlich der R.R.G. sucht die AMAC, an deren Spitze Generalmajor O’Ryan, Präsident der Colonial Air- Line und Direktor der Aviation Corporation, der größten Holding- gesellschaft der amerikanischen Luftfahrt, steht, in den Vereinigten Staaten die Zentralstelle für den motorlosen Flug zu werden, die durch Ausbildung des Lehrpersonals der örtlichen Clubs richtunggebend für die weitere Entwicklung des Segelflugsportes in Amerika werden soll. Von der Amac-Segelfliegerschule Cape Code: Das Dünen-Segelfluggelände. Ein Zögling schleicht hart an den Dünen entlang. Seite 496 „FLUGSPORT" Nr. 26 Albatros „Kobold“ (L 79). Das Flugzeugmuster Albatros „Kobold“ (L 79) ist als einsitziges Versuchsflugzeug zur Erforschung des Verhaltens von symmetrischen Flügelprofilen auf Anregung der D VL entwickelt worden. Die Ver- suche sollten dabei außer allen normalen, auch besonders die Zustände in umgekehrter Fluglage (Rückenflug) umfassen. Das Flugzeug mußte, diesem Plan Rechnung tragend, in geeigneter Weise ausgebildet werden. Das gesamte Flugwerk ist entsprechend den Forderungen der höchsten Gruppe der Lastannahmen dimensioniert. Für den Fall des Rückenfluges sind die Festigkeiten darüber hinaus um 50% erhöht. Das Tragwerk besteht aus Ober- und Unterflügel von gleicher Spannweite ohne Staffelung und ohne V-Stellung. Je ein N-Stiel, Stromliniendraht-Auskreuzung in der Vorderholm-Ebene. Oberflügel am Spannturm, Unterflügel an Rumpfunterkante angelenkt Gleicher Flügelschnitt, symmetrisches Profil über die ganze Spannweite mit abgerundeten Enden. Kastenholme in üblicher Bauweise, Flügelnase und Oberseite mit Sperrholz beplankt. Doppelte Querruder aus Leicht- metall. Der Rumpf ist ein geschweißtes Stahlrohrgerüst. Die hinteren Fel- der sind mit Draht ausgekreuzft. Seitliche Türen und abnehmbarer Rumpfrücken. Verwendung von Sitzkissen-Irwing und Heinecke-Fall- schirm vorgesehen. Hinter. dem Führersitz Handkoffer aus Leicht- metall 550x 350x150. Längs des Rumpfes wurden die Massen möglichst zusammenge- schoben, wodurch der Führer nahe an den Schwerpunkt heranrückt. Das Flugzeug nimmt infolgedessen im Trudeln keine großen Drehge- schwindigkeiten an, und der Führer arbeitet dabei mit geringen Flieh- ‚kraftbeschleunigungen. Der Brennstoffbehälter liegt nahezu im Schwerpunkt, so daß sich bei veränderten Zuladungen der Flugzeug- schwerpunkt kaum verschiebt. Die Leitwerke bestehen aus Stahlrohrgerippen mit Stoff bespannt. Die Höhenflosse ist am Boden verstellbar. Die Ruder sind ausgeglichen. Das Steuerwerk besteht aus Stoßstangen, Hebeln und Seilzügen. Die‘Föhenruderseile sind doppelt. Fußhebel verstellbar. "Das Fahrgestell hat hochgezogene Achse und Druckgummifeder- beine. Der Sporn besitzt ebenfalls Druckrummifederung. Motor: Sh 12 mit Spritzvergaser „Sum U 36“. Maßgebend für die Ausführung der Triebwerksanlage war die ver- langte unbeschränkte Rückenflugfähigkeit. Die bisherigen Ausfüh- rungen konnten nicht als Vorbilder dienen, da sie entweder Druck- behälter, die verboten sind, oder Fallbehälter, die wegen der Vergrö- ßerung des Luftwiderstandes nicht in Frage kamen, benutzten, und außerdem ihre Verluste an Schmierstoff zu groß, wie überhaupt ihr ganzes Schmiersystem unzureichend war. Trotz der unter den vor- liegenden Bedingungen um ein Vielfaches größeren und mit der Dreh- zahl :veränderlichen Fördermenge der Brennstoffpumpe konnte diese mit dem sehr druckempfindlichen Spritzvergaser in Einklang gebracht werden, und auch die Schmieranlage konnte trotz der für den Rücken- flug-und die Oelabdichtung der Brennstoffpumpe unbrauchbaren Zahn- radpumpen des Motors betriebssicher ausgeführt werden. Die Brennstofförderung aus dem Kunstflugtank erfolgt durch die vollkommen lageunempfindliche Junkers-Deka-Brennstoffpumpe, deren Fördermenge durch eine Drossel und Ueberlaufleitung entsprechend dem jeweiligen Verbrauch des Motors trotz der Druckempfindlichkeit des Vergasers einwandfrei automatisch reguliert wird. “ Nr. 26 ‚FLUGSPORT“ Seite 497 Der Schmierstoff fließt dem Motor in normaler Fluglage durch na- türliches Gefälle und unter der Saugwirkung der Frischölzahnradpumpe des Motors zu. Nach seinem Kreislauf im Motor wird er durch die Rücklaufzahnradpumpe des Motors wieder in den Behälter zurückge- fördert. Für die Schmierstofförderung im Rückenflug und für die Oel- abdichtung der Brennstoffpumpe sind zwei zusätzliche Zahnradpumpen eingebaut, von denen die eine über ein Reduzier- und Rückschlagventil die Brennstoffpumpe mit etwa 1 Atm. abdrückt. Das aus dem Redu- zierventil überfließende Oel wird durch ein automatisches Umschalt- ventil in normaler Fluglage in den Schmierstoffbehälter zurückgeleitet, in.der Rückenlage dagegen wird es in die Frischölleitung gedrückt, von wo'es der Frischölpumpe des Motors zufließt. Die zweite zusätzliche Oelpumpe übernimmt das Absaugen des Schmierstoffs in der Rücken- lage und befördert das heiße Oel in den Behälter zurück. Durch diese Schmierstoffanlage sind Schmierstoffverluste vollkommen vermieden worden und eine in jeder Fluglage einwandfreie Schmierung des Mo- tors gewährleistet. Ferner ist aus Sicherheitsgründen der Frischöl- hahn mit einem Sicherheitszündschalter gekuppelt, so daß der Motor vor Oeffnen des Hahnes nicht in Betrieb gesetzt werden kann. Die Betriebsstoffbehälter sind aus Leichtmetall und im Rumpf- innern untergebracht. Das Fassungsvermögen des Fallbehälters be- trägt 34,5 1, das des für Firurenflüge besonders geformten Kunstflug- behälters 47,5 | und das des Oelbehälters 5 l. Die Betriebsstofimenge reicht bei normaler Drehzahl für eine Flugdauer von 2,5 Std. aus. Albatros Kobold L 79. Seite 498 ‚FLUGSPORT"“ Nr. 26 Wird auf die unbeschränkte Rückenflugfähigkeit verzichtet, so kann die Triebwerksanlage dementsprechend vereinfacht werden. Der Mo- tor erhält wieder die normalen Sum-Vergaser, und die Brennstofför- derung aus dem Kunstflugtank übernimmt eine A.-M.-Pumpe, die den Brennstoff über einen Windkessel in die Schwimmervergaser drückt. Die Schmierstoffanlaxe erhält durch Wegfall der zusätzlichen Zahn- radölpumpen und Armaturen die bei den Siemens-Motoren übliche Ausführung. | Spannweite 8,8 m, Höhe 2,24 m, Länge 6,27 m, Flügelfläche 16,60 m?, Motorleistung 108/125 PS, Rüstgewicht: Reiseflug 465 kg, eineeklammert Kunstflug (465 kg), Zuladung 175 kg (120 kg), Flugge- wicht 640 k& (585 kg), Flächenbelastung 33,5 kg/m* (85,2 kg/m?), Lei- stungsbelastung 5,92]5,12 ke/PS (5,42/4,68 kg|PS), Höchstgeschwindig- keit 165 km/h (165 km), Landegeschwindigkeit 76 km/h (73 km/h), Flugdauer 2,5 h (1,25 h), Steigzeit auf 1000 m (DNA) 4,5 min (4 min), Steiegeschwindigkeit (bei 8 —= 1,1 kg/m?) 3,2 m/sek (3,75 m/sek). Die vorstehenden Leistungen werden garantiert mit 4% Abzug auf die Höchstgeschwindigkeit, mit 10% Zuschlag auf die Steigzeit und, je nach den Flugplatzverhältnissen, bis zu 10% Zuschlag auf die Landegeschwindigkeit. - Amerikanisches Lockheed-Hochgeschwindigkeits-Kabinenilugzeug. Der amerikanische Lockheed-Eindecker ist durch die großen Reise- flüge des Capitain Turner bekannt geworden. Mit dieser Hochge- schwindigkeitsmaschine soll ein regelmäßiger Passagierdienst von Los Angeles nach New York eingeführt werden. Mehrere Probereiseflüge von dem Metropolitan Airport bei Los Angeles nach dem Roosevelt Field auf Long Island hat Capt. Turner bereits ausgeführt. Die trans- kontinentale Strecke soll in einem täglichen 24-Stunden-Verkehr mit Fracht und Reisenden beflogen werden. Das benutzte Lockheed-Kabinenflugzeug ist als Hochgeschwindig- keitsmaschine auf geringsten Luftwiderstand gebaut. Der vordere Rumpfteil ist mit N. A.C. A.-Motorverkleidung versehen. Die Fahr- Atierikarischer Lockheed-Eindecker, Kabinenflugzeug für Luftverkehr in U. S.A. Nr. 26 „FT LUGSPORT“ ‘Seite 499 gestellräder besitzen Stromlinienverkleidung. Mit dem Wasp-Motor wurde bei 1775 Umdrehungen eine Maximalgeschwindiekeit von 295 km festgestellt. Die Reisegeschwindigkeit betrug 250 km. Amerikanisches Riesenflugzeug der General Development of Connecticut 8800 PS. Einen Riesen-Verkehrseindecker für 206 Passagiere beabsichtigt die General Development Company of Connecticut nach Plänen des Ingenieurs Dr. Whitney Christmas zu bauen. Dieses Flugzeug von 79 m Spannweite soll bei einer Landegeschwindigkeit von 97 km eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km erreichen. Wie das nebenstehende Projektbild zeigt, soll das Flugzeug aus einem freitragenden dicken Flügel von 2,7 m größter Dicke und zwei Rümpfen, die vorn die Mo- toranlagen tragen, bestehen. Zwischen den beiden Rümpfen befindet sich der Führerraum. Der vordere Teil der Flügelnase enthält die Luxuskabinen für je 6 Passagiere, in der Mitte sieht man den Speise- raum und alle anderen bei einem Hotel üblichen Räume. Die Gesamthöhe des Flugzeuges beträgt 9,3 m, Gesamtlänge 41,5 m, Fluggewicht 72,5 Tonnen. Leergewicht 44 Tonnen. Die Ge- samtmotorleistung beträgt 8800 PS. Die beiden Motoraggregate be- stehen aus zwei Gruppen von je vier entkuppelbaren Motoren, welche auf je eine vierflügelige Schraube mit verstellbaren Flügeln, Durch- messer 10,3 m, arbeiten. Der Normalflug soll noch mit nur 3 Motoren aufrecht erhalten werden können. Anwerfen eines Motors aus der Gruppe durch Druckluft mittels Hilfsmotors. Nach Anwerfen eines Motors werden in der Gruppe die einzelnen Motoren durch Einkuppeln angeworfen. Die Propellerblätter sollen, um eine Eisbildung im Winter zu ver- hindern, heizbar eingerichtet werden. Der Hauptbetriebsstoffbehälter faßt 15 000 I. Riesenflugzeug der General Development Co. of Connecticut, von welchem vier 1930 vollendet werden sollen. Motoren 8800 PS. Seite. 500 „FLUGSPORT“ Nr. 26 Die Rümpfe von 5,4 m Höhe und 4,2 m Breite sind 39 m lang. Rumpfaufbau aus Stahlrohr mit Sperrholz verkleidet. u Höhenflosse 2,4 m tief, 32 m breit, ausbalanciertes Höhenruder 1,9 m tief, 32 m breit. Die Seitenruder sind nicht ausgeglichen. Das Fahrgestell besteht aus je zwei verkleideten Räderpaaren von 1,8 m Durchmesser. | " — Steiefähigkeit auf 1500 m in 6,5 Min., auf 3000 m in 16,6 Min. Gipfelliöhe 4000 m, Aktionsradius bei Reisegeschwindigkeit 1280 km ‘in 7 Std.. Die Maschine soll 1930 gebaut werden. ZN ZLTMLINTTTTT SS SS I ///, = IS NN N N \ N; 1: kg3958888 19 8 as! ae — RN IT nn RS = N \\ = Ir II —— RN IA | HH GE ie Amerikanisches Riesenflugzeug der General Development Co. of Connecticut . von 8800 PS. . == - — - Die Zylinder sind aus Schmied Einzelteile des tors. — Oben links: Vorver- dichter. Unten: Oelpumpe. — Rechts: Stahl- zylinder mit ab- geschraubten Ventilgehäusen. Nr... 26 „FLUGSPORT“ Seite 501 Italienischer „Fuscaldo“-Sternmotor 85 PS. = Das Charakteristische dieses Motors ist sein parabolisches Kurbel- -gehäuse, ‚enthaltend im hinteren Teil einen Vorverdichter, einen einge- gossenen Oelbehälter und großen Anflanschring für den Anschluß am Rumpf. -Der Motorbock fällt damit weg. Ferner sind in der hohlen Rückwand des Motors Beleuchtungsdynamo, Anlasser und Oelpumpen "untergebracht. estahl mit kugeligem Kompressions- raum mit aufgeschraubtem Ventilführungszehäuse aus Aluminium. -Die Anordnung einer Nockenwelle für jeden Zylinder gestattet mit Rück- sicht auf die Verschiedenartigkeit der Kolbenbewegung, hervorgerufen durch die verschieden in bezug auf die Kurbelzapfenmitte angreifenden italienischen Fuscaldo-Mo- Siebenzylinder-Fuscaldo-Motor mit dreiflügeliger verstellbarer Schraube mit Stahlflügeln. re Seite 502 „FLUGSPORT” Nr. 26 Pleuelstangen, eine individuelle Einstellung der Nockenwelle für jeden Zylinder. Den senkrecht stehenden Zylinder hat man unten angeord- net, damit das Gesichtsfeld durch das obere entstehende V verbessert wird. Kurbelzapfenlager und Hauptpleuel sind als Kugellager ausge- pildet. Vergaser „Memini“. Zündung doppelt, vermittels zweier von- einander unabhängiger Batteriestromkreise. Daher Startmöglichkeit bei kaltem Motor und geringer Antriebsmöglichkeit. Die Batterie dient gleichzeitig zum Anlassen, zur Beleuchtung und für Radiostation. Anlasser Elektromotor oder Handkurbel. Bei den offiziellen Abnahmeläufen ergab der Motor bei 2000 Um- drehungen 97 PS. Bei 1500 Umdrehungen 90 PS mit Normalluft. Anordnung sieben Zylinder in Sternform. Bohrung 90 mm, Hub 120 mm, Gesamtzylinderinhalt 5,34 1. Verdichtung 1:5. Luftschraube Stahl dreifligelig mit veränderlicher Steigung. Gewicht olıne Propel- ler mit Nabe 114 kg, Brennstoffverbrauch pro PS 219 g. Gel6g. Dieser Motor soll noch für eine Leistung von 300 PS gebaut werden. 2] 3 0: . Inland. Mitteilung des Deutschen Luftrates Nr. 44. Die Federation A&ronautique Internationale (F.A.I.) hat gemäß Mitteilung vom 23. November 1929 folgende Flugleistungen als Weltrekorde anerkannt: Klasse C bis (Seeflugzeuge): England. Fliegerleutnant C. H. Stainforth, auf Seeflugzeug Gloster-Napier 6, mit Motor Napier-Lion VII D in Calshot, Southampton, am 10. September 1929. Größte Geschwindigkeit auf Basis (3 km): 541,100 km. Squadron-leader A. H. Orlebar auf Supermarine Rolls-Royce, Motor Rolls- Royce „R“, in Calshot, Southampton, am 12. September 1929. Größte Geschwindigkeit auf Basis (3 km): 575,700 km. Gemäß Schreiben vom 29. Nov. hat die F.A.I. folgende Flugleistungen an- erkannt: Klasse C, mit Betriebsstoffaufnahme im Fluge: Amerika (U.S. A.). ‘Loren Mendell u. Roland B. Reinhart, auf Anderthalbdecker Buhl, Typ „Luftsedan“, mit 200-PS-Wright-Whirlwind-Motor, Culver City, 2. bis 12. Juli 1929. Dauer: 246 Std. 43 Min. 32 Sek. Dale Jackson u. Forest O’Brine auf Eindecker Curtiss mit 170-PS-Curtiss- Motor, in St. Louis vom 13. bis 30. Juli 1929. Dauer: 420 Std. 17 Min. Berlin, im Dezember 1929. Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg; für die Richtigkeit: von Foeppner. Mitteilung des Deutschen Luitrates Nr. 45. Die Federation Aeronautique Internationale (F.A.L.) hat gemäß Schreiben vom 6. Dezember folgende Flugleistung als Weltrekord anerkannt: Klasse C. Frankreich. Coste und Bellonte auf Spezialflugzeug Breguet 19, mit 600-PS-Hispano- Suiza-Motor, Le Bourget—-Moulart (China), d. 27., 28. und 29. September 1929, Entfernung auf gerader Strecke 7905,140 km. Betr. Schwedische Intern. Luitfahrtausstellung: Die Luftfahrtausstellungskommission des Kgl. Schwed. Aero-Clubs und der Ingenieurwissenschaftsakademie bitten um Bekanntgabe, daß sie in der Zeit vom Nr. 26 „r LUGSPOR T“ Seite 503 6, bis 28. September 1930 in Stockholm ei i i an orkanisteren Deuksich ren eine internationale Luftfahrtausstellung Berlin, im Dezember 1929. . Deutscher Luftrat. Der Vorsitzende: gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: von Hoeppner. Mitteilung über Europa-Rundilug 1930. Nachdem der Organisationsausschuß der Aero-Klubs von Deutschland den Entwurf der nächstjährigen Ausschreibung ausgearbeitet hat, hat dieser Entwurf dem Kollegium der internationalen Sportkommissare im Rundflug 1929 vorgelesen und in großen Zügen seine Billigung gefunden. Der Entwurf kann lediglich zu Informationszwecken beim Aero-Klub von Deutschland eingesehen werden. Die endetitize Fassung der Ausschreibung gelangt am 1. Februar 1930 zur Veröffent- ichung. Zum Segelilugbauprüfer wurde vom Segelflug-Ausschuß des D.L.V. er- nannt: Joseph Schreiber, Obering., Nürnberg, Siemensstraße 27. Ergebnisse des Schulbetriebs der beiden Segeliliegerschulen der Rhön-Rossitten- Gesellschaft im Jahre 1929. Ende Oktober hat in den beiden Schulen auf der Wasserkuppe und in Ros- sitten die diesjährige Schulungsperiode ihren Abschluß gefunden. Es ist ein Jahr intensivster Arbeit in beiden Schulen gewesen und das Ergebnis ist denn auch als bedeutender Fortschritt gegenüber den vergangenen zu buchen. Auf der Wasserkuppe sollte der erste Kursus schon im März beginnen, we- gen des abnorm langen Winters mußte der Anfang dann auf April verlegt werden. Von da an haben, nur vom 10. Jul. bis 12. Aug. wegen des Rhön-Wettbewerbs ‚unterbrochen, bis Ende Okt. Kurse, meist sogar Doppelkurse stattgefunden. Die Teilnahme, die im August bis auf 72 Schüler stieg, war so stark, daß die Unter- bringungsmöglichkeiten in der Schule bei weitem nicht ausreichten und ein großer Teil ständig im Fliegerringhaus einquartiert wurde. Insgesamt haben während dieses Jahres 269 Schüler, darunter zum ersten Mal auch zwei Damen, unter Stamers Leitung, dem als Fluglehrer Kronfeld, Krebs und Groenhoff zur Seite standen, an den Kursen teilgenommen. Ihren Berufen nach waren-es hauptsäch- lich Studierende von Hochschulen, Sportstudenten, Lehrer, und zwar Gewerbe- lehrer und Sportlehrer, Beamte der preußischen und bayrischen Luftpolizei, doch auch sehr zahlreiche Mitglieder von Luftfahrtvereinigungen, die die Kurse be- suchten; auch einige Ausländer, Holländer, Amerikaner und ein griechischer Flie- geroffizier haben auf der Wasserkuppe das Segelfliegen gelernt. Bei im ganzen 4505 Starts wurden in diesem Jahre 139 A-, 121 B- und 30 C-Prüfungen abgelegt. Die Steigerung der Leistungen ergibt sich ohne weiteres aus der Gegenüberstel- lung der vorangegangenen Ergebnisse: 1927 wurden in der Schule auf der Was- serkuppe 91 A-, 75 B- und 17 C-Prüfungen, 1928 bei 152 Schülern 123 A-, 94 B- und 19 C-Prüfungen abgelegt. ‚Die Schülerzahl in der Segelfliegerschule Rossitten, die 1928 176 betrug, ist in diesem Jahre auf 303 gestiegen. In 18 Kursen, von April bis Ende Oktober, wurden 5818 Starte ausgeführt. Unter Leitung des Fluglehrers Röhre, der nach seiner Rückkehr aus Amerika die Schule wieder übernommen hatte und von den Fluglehrern Arndt und Lorenz, auch zum Teil Ing. Schwabe, unterstützt wurde, ist die Schulung zum Segelfliegerschein C ganz bedeutend gefördert worden. Auch hier sprechen die nackten Zahlen für sich: 1927 wurden in Rossitten 78 A-, 16 B- und 2 C-Prüfungen bestanden 1928 wurden in Rossitten 145 A-, 53 B- und 7 C-Prüfungen bestanden 1929 wurden in Rossitten 149 A-, 89 B- und 32 C-Prüfungen bestanden Die Schwierigkeiten, welche früher darin bestanden hatten, daß außer der An- fangsschulung nur bei Ostwind größere Flüge gemacht werden konnten, sind durch Entdeckung eines günstigen Dünengeländes bei Pillkoppen behoben worden. Durch Uebernahme des sogenannten alten Lagers auf der Vogelwiese, welches die Rhön-Rossitten-Ges. vom Ostpr. Verein f. Luftfahrt gekauft hat, und durch Erweiterung des neuen Lagers wurde die Möglichkeit geschaffen, bedeutend mehr Schüler zu den Kursen zuzulassen. Ihrer Zusammensetzung nach entsprachen die Kurse in Rossitten ziemlich genau denjenigen auf der Rhön. Trotz der wei- ten Entfernung von Rossitten und der damit verbundenen erheblichen Reisekosten war der Besuch von Schülern aus dem Reich doch verhältnismäßig sehr stark. Auch in Rossitten haben Ausländer und auch eine Dame an den Kursen teilge- nommen. Be Seite 504 "FLUGSPORT“ Nr. 26 . “ Während der Winter auf der Rhön wegen seines häufigen Nebels für den Schulbetrieb zu ungünstig ist und daher der nächste Kursus erst im März oder April wird stattfinden können, werden in Rossitten nach Weihnachten im Jan. und Febr. voraussichtlich Kurse abgehalten werden; die stetigen Ostwinde, welche in dieser .Zeit in Rossitten zu wehen pflegen, bieten schönste Gelegenheit zum Segelfliegen. Daß selbst große Kälte und das Zufrieren des Haffs kein Hin- ‚derungsgrund sind, haben die Erfahrungen im vergangenen, ungewöhnlich stren- sen Winter gelehrt. Der große Fortschritt, den die Verbesserungen des Fluggerätes und die sorg- fältigen Schulmethoden gezeitigt haben, haben die R.R.G. veranlaßt, vom 1. Ja- nuar 1930 an in ihren Schulen die erste Gleitfliegerprüfung A, die nach dem heu- tigen Stand der Dinge nicht mehr als fliegerische Leistung angesehen werden kann, fallen zu lassen und nur mehr eine Gleitfliegerprüfung (B) und die Segel- -fliegerprüfung (C) anzuerkennen. Um auch bei der ersteren die Gewißheit zu haben, daß der Schüler sein Flugzeug beherrscht, wird vor Erteilung des Gleit- fliegerscheines gefordert, daß der Schüler 5mal einen Flug‘ von mindestens 1 Minute ausgeführt hat. Die bisherigen Abzeichen bleiben auch weiterhin be- stehen; das Abzeichen der einen Möve wird als Ansporn auch in Zukunft ver- liehen, wenngleich der Ausweis A von den Schulen der R.R.G. nicht mehr er- teilt wird. - Durch solche Erschwerung der Bedingungen wird der Wert des Gleit- und : des -Segelfliegerscheines erhöht und der Eifer und Ehrgeiz der Schüler angespornt "werden. “Mit berechtigter Zuversicht können die Schulen der R.R.G. ins neue Jahr eintreten; den Erfolg ihrer Arbeit zeigt das stetige Wachsen der deutschen Segel- flugbewegung, und es ist nur zu wünschen, daß nicht die finanziellen Nöte des Reichs und der Länder die Arbeit allmählich erdrosseln, welche die R.R.G. im Interesse der deutschen Jugend und der deutschen Luftfahrt leisten kann und will. Ausland. Eine englische Segelilug-Gemeinschait (British National Gliding Club) soll nach einer am 4. Dez. in London stattgefundenen Vorbesprechung von englischen - Gleitfluginteressenten gegründet werden. Der vorläufige Vorstand besteht aus Mr. Culver, London, als Leiter, Mr. Neddham, Halton, Mr. Wylde, Kent, Mr. Lan- “der, Northumberland, Viscount Carlow, London, Mr. Whidborne, London, Mr. Wroughton, Croydon und Mr. Ashwell-Cooke, Cinque Ports. Zuschriften sind bis auf weiteres an die British Gliding Association, c/o The Royal Aeronautical “Society, 7, Albemarle Street, London, W 1, zu richten. .., Die englische Royal Aeronautical Society hat Prof. Georgii aufgefordert, am 26. Februar 1930 einen Vortrag über das Segelflugwesen vor der Gesellschaft zu halten. j . 1000 Dollars für Segelilugpreise hat die Wright Corporation in Amerika für -drei-Jahre zur Förderung des amerikanischen Segelflugwesens ausgesetzt. Ein Luitministerium in Griechenland soll gemäß Beschluß der griechischen . Kammer errichtet ‚werden. Der jeweilige Ministerpräsident ist gleichzeitig Luit- _minister. Ihm untersteht ein Unterstaats-Sekretariat, das verantwortlich ist für Heer-, Marine- und Zivilflugwesen. Am Europäischen Rundflug 1930 wird Italien nach einer Mitteilung des ita- lienischen Aeroklubs nicht teilnehmen. Ein Segelilugmeeting in Vauville beabsichtigt der Aero-Club von Cherbourg im Juni 1930 zu veranstalten. 12 Bombenilugzeuge hat die chinesische Regierung bei der Chance Vought Corporation in Amerika bestellt. Kapitän Challe und Oberst Larre Berges starteten in Sevilla am 15. Dezenı- ber auf einem Breguet zu einem Ozeanflug über den Süd-Atlantik. Das Flugzeug passierte nachmittags Rabat, Casablanca und Agadir; 17.50 Uhr wurde es über Rio del Oro genieldet, am 16. morgens über den Kapverdischen Inseln, am 16. abends 200 km südlich von Pernambuco. Um 24 Uhr wurde in Natal (Brasilien) ein Rufzeichen aufgefangen. Schließlich mußte es bei der uruguaischen Stadt - Santo Antonio: in: schlechtem. Gelände niedergehen, ‚wobei das. Flugzeug in Trüm- mer ging und einer der Flieger leicht verletzt wurde. Peru Nr, 26° „FLUGSPORT“ Seite 505 Costes und Codos starteten am 15. Dezember 8.50 Uhr vormittags in Istres bei Marseille zu einem Streckenkreisflug mit dem Bre&guetflugzeug „Fragezeichen“ mit 5200 1 Betriebsstoff. Die Rundstrecke liegt zwischen Avignon und Narbonne. Landung erfolgte nach 52 Std. 40 Min. Zurückgelegte Strecke 8100 km. Junkers-Ford-Patentstreit in Spanien. Am 9. 12. erfolgte durch das zuständige Bezirksgericht von Sevilla die Be- schlagnahme eines für die spanische Luftverkehrsgesellschaft „Classa““ bestimm- ten und eben erst eingetroffenen dreimotorigen Ganzmetall-Ford-Hochdeckers. Wie bekannt, bauen die Fordwerke in Detroit seit 1925 diese Type, welche einen Wellblechrumpf und Wellblechtragdecke aufweist und, schon rein äußerlich ge- sehen, eine große Aehnlichkeit mit der Junkersschen Bauart zeigt. Vom patent- rechtlichen Standpunkt aus beurteilt, erfolgte in Spanien von seiten Junkers die Klage auf der Grundlage von Verletzungen, betreffend das Patent des „Trag- flügels mit Wellblechdecke“ und das des „direkt belasteten Flügels“. Im übrigen weist die Ford-Bauart, wie verlautet, noch weitere Patentverletzungen gegen Junkers auf. Solange Ford mit dieser Flugzeugtype keinen Export betrieb, haben die Jun- kers-Werke aus Zweckmäßigkeitsgründen auf eine Patentklage verzichtet. Die- ser Standpunkt wurde jedoch verlassen, sobald es klar war, daß Ford in inten- siver Weise den Verkauf dieser Type in Europa betreiben will. Gegenüber der Oeffentlichkeit trat dieser Wille besonders deutlich durch zahlreiche Propaganda- flüge, welche mit dieser Maschine übrigens auch in Deutschland in den Sommer- monaten durchgeführt wurden, zutage. Der erste authentisch bekannt gewordene Fall eines Maschinenverkaufs war in Spanien gegeben, so daß die Junkers-Werke sich entschlossen haben, gegen die begangene Verletzung der spanischen Junkers- Patente auf dem Klagewege vorzugehen. Man wird selbstverständlich den weiteren Gang der Ereignisse abwarten müssen, ehe hierüber ausführliche Kommentare gegeben werden können. Durch den Umstand, daß einige deutsche Zeitungen zu dieser Angelegenheit bereits vor Durchführung des gerichtlichen Schrittes Stellung genommen haben, sind im Rahmen der Veröffentlichungen auch einige unzutreffende Daten gegeben worden, so z. B., daß sich Ford längere Zeit vergeblich um Junkers-Lizenzen bemüht habe, ferner, daß auch ausländische Gesellschaften wegen der Patentlage Junkers-Ford vom Ankauf von Ford-Flugzeugen zurückgetreten wären. Dazu ist zu sagen, daß sich Ford nicht um Junkers-Patente beworben hat und unmittel- bare Beweise für die Gründe des erwähnten Kauf-Rücktritts von seiten der aus- ländischen Gesellschaften nicht vorliegen. Modelle. Das Goedecker Schwingenilugmodell in 1/;o natürlicher Größe hat 1,55 m Spannweite. Flächengröße 20,7 dem?, Flächenbelastung ca. 2 kg pro m?, Leistung des Gummimotors 0,0065 PS entsprechend 0,48 mkg pro Sek. Eine Brieftaube z. B. wiegt ca. 350 g und kann der Flugmuskel derselben ca. 0,80 mkg pro Sek. leisten. Goedecker will damit sagen, daß sein „Urvogel“ mit weniger PS fliegt als die Brieftaube. Schwanzl. Raketenflugmodell Breslau. Spannw.4m, Tragil.3m, Profil Göttingen 410. Seite‘ 506 „FLUGSPORT“ Nr. 26 ei Yo ri u _— — — Die Stabilisierungsendklappen an der „Bremen“ und der „Europa“ von Jun- kers war eine reine Spezialausführung. Wie wir erfahren, haben umfangreiche Versuche jedoch ergeben, daß die Vorteile nicht so groß sind, um eine Umstellung der Serien-Fabrikation vorzunehmen. Der A.B:C.-Motor, kleine Ausführung, 91 Bohr., 91 Hub, wiegt ohne Nabe 48 kg. Zögling-Werkstattzeichnungen sind von der Rhön-Rositten-Ges. Frank- furt a. M., Schubertstr. 10, erhältlich. Literatur. (Die hier besprochenen Bicher können von uns bezogen werden.) Flugkalender 1930. Deutsches Verlagsbuchhaus, Dresden Al, Seidnitzer- straße 9, Preis RM 2,50. Dieser reich illustrierte Abreißkalender mit Wochenübersicht bringt viele schöne Abbildungen aus den verschiedensten Gebieten der Luftfahrt. Luftfahrtnormen. Auszug aus dem Normblatt-Verzeichnis des Deutschen Normenausschusses, Ausgabe Dezember 1929.. Zu beziehen durch die Geschäfts- stelle des Falu, Berlin-Adlershof, zum Preise von RM 0,30. Das soeben erschienene Verzeichnis der DIN-Luftfahrt-Normen zeigt in einem übersichtlichen Schaubild die Entwicklung der bis jetzt fertiggestellten ‚Normblätter. Die ersten Blätter erschienen im April 1927. Ihre Zahl hat sich inzwischen auf 45 erhöht. Eine ungefähr gleiche Zahl ist gemäß dem Verzeichnis in Bearbeitung. Die rasche Förderung der Normung ist nicht zum wenigsten der Mitarbeit führender Flugzeughersteller, der Deutschen Lufthansa und behörd- licher Stellen zu verdanken. Alle Beteiligten haben in uneigennütziger Weise Werknormen und Erfahrungen zur Verfügung gestellt. Die Normung hat so neben der Erfüllung ihrer sonstigen Zwecke zu befruchtender und fördernder Gemein- schaftsarbeit geführt. 2 Der Bau von Flugmodellen, Teil II für Fortgeschrittene, von Fr. Stamer und A. Lippisch mit 73 Abbildungen und 3 Tafeln, 2. Aufl, RM 2.—. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf., G.m.b.H., Berlin-Charlottenburg 2. An der vorliegenden 2. Auflage ist gegenüber der ersten wenig geändert. Die wenig leistungsfähigen Uhrwerkmotoren sind fortgelassen worden und dafür ist die Beschreibung einiger hochwertiger Gummimotore neu hinzugenommen, Fliegerkarte von Mitteleuropa 1 : 800 000. Als Sonderdruck im Auftrage des Aero-Klubs von Deutschland und unter Mitarbeit der Wissenschaftlichen Gesell- schaft für Luftfahrt hergestellt. 19 Sektionen. Preis RM 66,50. Dieses einzig bestehende Kartenwerk enthält außer der. Grundsituation — (Ortschaften, Chausseen und Beschriftung in Schwarz, Flüsse und Kanäle in Dun- kelblau, Seen und Meere in Hellblau, Wälder in Grün, Eisenbahnlinien in Violett und Gebirge in Braun) — alle für den Luftverkehr und die europäische Luft- touristik wichtigen Anlagen, und zwar: Land-, See- und Militärflughäfen, Verkehrs- und Hilfslandeplätze, alle von den Regierungen der Länder festgesetzten Sperrgebiete, die Gefahr- und Einflug- zonen, die festgesetzten Flugrouten, auf denen die betreffenden Gebiete nur an- und überflogen werden dürfen, ferner die Funkstationen. Auch sind die Luftschiffhäfen und Zollflughäfen durch besondere Signaturen deutlich in Dun- kelrot eingedruckt. Das im Achtfarbendruck hergestellte Kartenwerk besteht aus 19 Einzelsektionen und umfaßt die Gebiete zwischen dem 0,2° östlicher Länge von Greenwich im Westen bis zum 28,2° im Osten und zwischen dem 42° nördlicher Breite im Süden und 58° im Norden. Der Eindruck der Luftverkehrsanlagen, Sperrgebiete etc. ist nach dem neuesten amtlichen Material erfolgt. Die nach der Drucklegung eingetretenen Aenderungen werden den Beziehern nach dem jeweiligen neuesten. Stande be- sonders mitgeteilt. „FLUGSPORT“ Expedition des Flugsport Frankfurt a. M. KLEINE ANZEIGEN Expedition des Flugspori Frankfurt a. M. Die zweigespaltene Millimeter-Zeile kostet 50 Pfennig. Stellengesuche 30% Rabatt Zur Weiterbeförderung der eingehenden Chiffre-lriefe sind steis 15 Pfennig in Briefmarken beizulegen. Vorkriegs-Fliegeraufnahmen 1909-11 Sankekarten Nr. 1—100, sucht für Sammelzwecke im Kauf od. Tausch Schmidt, Wald b. Solingen, Posischlieffach 3. Los Angeles Scientific Instrument Co. SUCHT VERTRETUNG für Flugzeuginstrumente für U.S.A,. oder die Pacificküste. Mein Vertreter in Germany ist Dr. SigmundSchmidt, Fuessen a.Lech Augsburgerstraße 12 Das deutsche Segelfliegerlied von G. Striedinger, für Gesang mit Klavierbegl- itung, darf in keinem Verein order Famil e fehlen. Preis incl. Porto RM { 3. Zu hez v Verl. ,.‚Flusisport“, FrankfurtsM., Bahnhofsplat, Postschekkonto 7701, Frankfurt a. M. An- und Verkäufe Gebrauchtes Schulilugzeug, gut erhalten, gibt billiest ab Segeliliegergruppe Poppenhausen an der Wasserkuppe. Anfragen ist Rückporto beizufügen, Ingenieurschule Altenburg Thür. Maschinenbau — Elektrotechnik Automobil- und Flurzeugbau i Bad Sulza Ingenieurschule Bad Su'za Höhere Technische L+ hranstalt Maschinenbau / Elektrotechnik Gas- u. Wassertech"ik Chemie Flugwesen Die Absolventen erh.d.Zeuen.der mittl. Reife Programm kostenlos EINBANDDECKEN in Leinen und mehrfarbig, passend für alle 21 Jahrgänge. sind wieder lieferbar. Preis RM 2.—, bei Nachn. 30 Pfg. mehr. VERLAG „FLUGSPORT“ FRANKFURT-M. BAHNHOFSPLATZ 8 Flugzeugmaterial Motoren-Ersatzteile, Instrumente, Spannschlösser, Stahl- schrauben, Anlaßmaenete, Schalter usw. 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