Rudern - Segeln - Fliegen - Aktivitäten akademischer Verbindungen und Vereine zwischen Sport und Politik von Harald Lönnecker
Einen Gastbeitrag für die Digitale Luftfahrt Bibliothek hat Prof. Dr. Harald Lönnecker mit seinem Artikel „Rudern, Segeln, Fliegen - Aktivitäten akademischer Verbindungen und Vereine zwischen Sport und Politik“ eingereicht. So unterstreicht Lönnecker in seinen Ausführungen, dass neben dem Rudern und Segeln insbesondere auch das Fliegen als akademische Sportart bei Studentenverbindungen beliebt war.
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Aktivitäten akademischer Verbindungen und Vereine zwischen Sport und Politik |
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Harald Lönnecker
Rudern, Segeln, Fliegen - Aktivitäten akademischer Verbindungen und Vereine zwischen Sport und Politik
1. Vorbemerkung
Eine Verbindung war vom Ende des 18, bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts für
zahlreiche Akademiker konstitutiver Bestandteil ihres Lebens und ihrer Per-
sönlichkeit, das nicht zu überschätzen, keinesfalls aber auch zu unterschätzen sein
sollte." Der bekannteste Typus ist die 1815 gegründete Burschenschaft, die
Avantgarde der deutschen Nationalbewegung. Sie wurzelte in den Freiheitskriegen,
stand unter dem Einfluß von Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt und Johann
Gott lieb Fichte, war geprägt durch eine idealistische Volksturnslehre, christliche
Erweckung und patriotische Freiheitsliebe. Diese antinapoleoni sehe National
bewegung deutscher Studenten war politische Jugendbewegung - die erste in Europa
- und die erste nationale Organisation des deutschen Bürgertums überhaupt, die 1817
mit dem Wartburgfest die erste gesamtdeutsche Feier ausrichtete und mit rund 3,000
Mitgliedern 1818/19 etwa ein Drittel der Studentenschaft des Deutschen Bundes
umfaßte. Aus der Burschenschaft gingen die schwarz-rot-goldenen Farben und die
„deutsche Urverfassung", die „Beschlüsse des 18- Oktobern hervor, die 1848/49 die
Paulskirchen Verfassung und selbst 1919 noch die Weimarer Verfassung und 1949
das Grundgesetz beeinflußten/
War in der Urburschenschaft neben der Sicherung des Volkstums nach außen die
„Erziehung zum christlichen Studenten" für den Innenbereich bestimmend gewesen
und der Zusammenhang von Wartburg, Luther und Reformation 1817 mehr als
deutlich geworden, so ließ der Frankfurter Burschentag 1831 die Forderung nach
„christlich-deutscher Ausbildung" zu Gunsten einer zunehmenden Politisierung
endgültig fallen. Der Stuttgarter Burschentag fasste im Dezember 1832 einen
Beschluss zur Tolerierung und Förderung revolutionärer Gewalt zum Zweck der
Überwindung der inneren Zersplitterung Deutschlands, Das mündete in die
Beteiligung am Hambacher Fest und am Preß- und Vaterlandsverein sowie in den
Frankfurter Wachensturm vom 3./4. April 1833 und löste eine neue Welle der
Verfolgungen durch die eigens
Noch um 1850 war der studentische Nationalismus keineswegs die Regel. Zu dieser
Zeit traf er nur auf die in Frontstellung zur deutschen Vielstaaterei stehende
Burschenschaft zu (THOMAS 1992). Bis 1914 war hier eine bedeutende Wende zu
verzeichnen. Der bisher als antiliberal und antinational angefeindete Staat bekam seit
den 1850er Jahren langsam und nach der Reichsgründung immer mehr eine neue
Qualität als Institution der sozialpolitischen Steuerung im Inneren und einer
nationalen Machtpolitik nach außen. Die bürgerlichen Schichten betrachteten ihn
nicht mehr als Gegner, nationale Bewegung und tradiüonaler Staat gingen ineinander
über. Der Nationalismus wird aus einer Oppositionsideologie zu einer
Integrationsideologie.* Der den Staat führende Adel wurde nicht mehr als Konkurrent
oder Gegner empfunden, seine Symbole, Umgangsformen und Ehrbegriffe - vor allem
im Rahmen des Duells und der Mensur” - erhielten gerade unter Studenten
Vorbildfunk-tion, wobei die Vereinbarkeit mit älteren akademischen, in erster Linie
elita-ristischen Traditionsbeständen gleichfalls eine wichtige Rolle spielte (Becker
2003, 105-110),
Dem entsprach die Hinwendung zu immateriellen Werten, zur deutschen
Gemütskultur. Das bürgerliche Zusammenleben war mehr und mehr geprägt von
einem abstrakten Humanismus des zu politischer Tatenlosigkeit verdammten
Bürgertums, Ihm waren innere Werte, Moralitat und Gesirmungsfes-tigkeit weit
wichtiger als die Welt der Politik, der Äußerlichkeit, des Scheins der Zivilität gegen
wahre deutsche „Bildung und Kultur", Dahinter stand ein Bildungsverständnis, das
individualistisch-ästhetisch ausgerichtet war, Kritik an jeder Nützlichkeitsorientierung
übte, den Ausschluß des Politischen befürwortete und einem kulturkritischen
Antimodernismus huldigte.” Deutscher ‚3iedersinn", deutsche „Offenheit und
Ehrlichkeit" standen - sich seit den beginnenden achtziger Jahren immer mehr
steigernd - gegen englischen Krämergeist, russische Knute und französische
Verlogenheit, galten mehr als jeder Takt. Dem politischen Kompromiß haftete
„entsprechend dem Tenor des deutschen Denkens" der Ruch des nicht
prinzipienfesten an, er hatte „etwas leicht Schäbiges" an sich, war „unsauber [,,.],
wenn nicht schlankweg unehrlich",’
Die Studenten spiegelten diese Entwicklung getreulich wider Ihre Korporationen
wurden sich immer ähnlicher. Die Corps und jüngeren Landsmannschaften
nationalisierten sich, die Burschenschaften wurden staatstragend. Ein Zeitgenosse
schrieb:
„Aber eben weil jetzt das Nationalgeftihl alle Kreise und Schichten des deutschen
Volkes mächtig durchdrang und allenthalben kräftigen Ausdruck fand, so schien
die Betonung und Bethätigung deutschnationalen Sinnes kein charakteristisches
Merkmal der Burschenschaft mehr zu sein" (ArTHerrenverBanD 1998/1,65f,).
So hoben „einzelne Kreise den Charakter der Burschenschaft als studentisch-konservative
Waffenverbindung hervor und sahen ihr Ziel in der Angleichung an das Wesen
der Corps und anderer waffenstudentischer Verbände"?
Mit der Reichsgründung begriffen die Studenten einen Teil der nationalen Aufgabe
als erfüllt. Das war vor allem in den nationalen Feiern zu erkennen, den Sedan- und
Reichsgründungskneipen (SCHNEIDER 2000, 27°4), Bismarck-Kommersen und
Denkmal-Weihen: Hermann im Teutoburger Wald (16. August 1875), Germania auf
dem Niederwald (28, September 1883), Kyffhäuser, Deutsches Eck und Porta
Westfalica - alle 1896/97 zur 25-Jahr-Feier der Reichsgründung - sowie
Völkerschlacht (18- Oktober 1913), überboten noch durch die von der Bonner
Studentenschaft und hier insbesondere der Burschenschaft Alemannia ausgelöste
Bisrnarcksäulen-Bewegung und der Errichtung eigener studentischer Denkmäler der
Verbände.’ Der Historiker Friedrich Meinecke, in der ersten Hälfte der achtziger
Jahre selbst Student und Mitglied der Berliner Verbindung Colonia, die später in der
Burschenschaft Saravia aufging, schrieb später, dass Politik in den Gesprächen der
Studenten keine Rolle spielte, „da Bismarck alles gut und richtig zu machen schien"
(BERMDT 1967, 201). Zum Handeln schien kein Bedarf. Gefördert wurde diese zur
Enthaltsamkeit und sozialen Abschließung neigende, immer weiter um sich greifende
Tendenz etwa von Professoren wie Theobald Ziegler, der angesichts der Erfahrungen
mit der studentischen Radikalität des Vormärz' die Ansicht vertrat, kein Student soll
„praktische Politik treiben wollen‘*, denn „eine aktive Beteiligung der Studenten am
politischen Leben ist nicht zu wünschen". Vielmehr sollte der Hochschüler sich als
künftiger
Akademiker auf seine Führungsrolle vorbereiten, „d. h. vor allem sich eine
politische Überzeugung [...] erwerben". Bis dahin „darf sich der Student keiner
Partei gefangen geben", ‚nicht Parteimann sein wollen", denn „wir brauchen Männer
die über den Parteien stehen" und die „über dem Teil das Ganze des Vaterlandes
nicht aus den Augen verlieren**.'’ Hinter der Attitüde der Überparteilichkeit und
interes sen freiheit verbargen sich die Freiheit von öffentlichen Mitwirkungsrechten,
Gerechtigkeit stand für den eigenen Mitwirkungsanspruch bei Ausschluss all derer,
die andere soziale Schichten repräsentierten, und „unabhängig von den Parteien“
meinte die grundsätzliche Unabhängigkeit von der Linken. Das alles war gepaart mit
Aufopferungsidealismus, dem Streben nach Bestätigung und Einsatz, Traditions-,
Elite- und Avantgardebewußtsein,
Schließlich wandelte sich die Studentenschaft innerlich, verdrängte auf Grund
außen- und innenpolitischer Umbrüche das nationale Element, zunächst nur in der
Burschenschaft als eine Tradition des studentischen Radikalismus vorhanden,
liberale und konstitutionelle Tendenzen, so dass sich die Studentenschaft nach 1880
selbstbewusst antiliberal gab. Es war jedoch kein ererbter Konservativismus,
sondern ein auf der Reichseinigung und der Industrialisierung aufbauender,
vorwärtsschauender Nationalismus, der die Studentengenerationen bis 1914
begeisterte. Er wurde als kreativ und innovativ in einer dissonanten
Fin-de-siecle-Stinimung begriffen. Dabei wurde er - abgesehen vom stereotypen
Feindbild des ‚JErbfeinds" jenseits der Vogesen - selten konkret und wirkte
entsprechend integrativ bei Ausschluss jüdischer Hochschüler und zunehmendem
Antisemitismus (Lönnecker 2004a, 145f.; LönnEcKER 2005b, 238).
Es waren diese Studenten, die mit Begeisterung 1914 in den Krieg zogen und für die
das Symbol „Langemarck" steht." Ein Fünftel der Gesamtstudentenschaft fiel, ein
weit größerer Anteil als bei allen anderen Bevölkerungsschichten. Die aus dem
Weltkrieg zurückkehrenden Studenten waren andere geworden. Der vergangene
Massen- und Materialkrieg verlangte nach einer Sinngebung, war er doch „allenfalls
praktisch und seelisch, kaum aber geistig" verarbeitet worden. Vor 1914 waren die
Studenten national. Nun wandte sich der studentische Nationalismus erstmals gegen
den Staat, Wie das Bürgertum, dem die Mehrzahl der Studenten nach wie vor
entstammte, gehörten sie „zu den zunächst unterlegenen und wurzellos gewordenen Mächten", konnten der
„politischen Wandlung im Herzen nicht zustimmen", fühlten sich deklassiert,
gedemütigt und orientierungslos, waren aus der Bahn geworfen worden, konnten den
Umwälzungen innerlich nicht zustimmen.'* Im Ergebnis mündete das in die Suche
nach einem neuen Staat (Lönnecker 2004d; Lönnecker 2006d).
2. Turnen und Sport
Seit den Anfängen der Burschenschaft gehörte das Turnen zu ihren vordringlichsten
Anliegen. Der ‚„Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) war mit seiner
Burschenordnung von 1811 unmittelbar mitverantwortlich fur die Gründung der
Burschenschaft gewesen.'” Turnen sollte in der Tradition Jahns „Volksertüchtigimg"
sein. Er hatte geschrieben:
„Das Turnen darf nicht Selbstzweck, sondern muß das Mittel zum Zweck der
Wehrhaftmachung unseres deutschen Volkes sein!" Keiner sollte „zur
Tum-gemeinschaft kommen, der wissentlich Verkehrer der deutschen Volkstüm-
lichkeit ist, und Ausländerei liebt, lobt, treibt und beschönigt" (LönnEcker 2003a,
12).
Das Turnen war im Vormärz vielfach als „demagogisch" und „staatsgefährlich"
unterdrückt worden. Als es nach 1850 von den Behörden langsam wieder
freigegeben wurde, machte seine Beurteilung und Ausübung in den Bur-
schenschaften eine bemerkenswerte Wandlung durch. Parallel zur Zunahme ihrer
sozialen Distinktion und Abschottung wurde das Turnen immer unattraktiver,
schließlich ermangelte ihm im Kaiserreich vollends die akademische Exklusivität,
galt als „unfein" (vgl. Dierz 1896). Das führte zur Gründung eigener akademischer
Turnvereine und Turnerschaften in mehr oder wenig ausgeprägter
Korporationsform,'* die allerdings in der sich herausbildenden Hierarchie der
Verbindungen sozial weit unter den Burschenschaften rangierten, da sie sich im
Gegensatz zu diesen eher bildungsbürgerlichen Verbindungen mehr aus dem neu in
die Hochschulen drängenden, aufstiegsorientierten Wirtschafts- und Kleinbürgertuni
rekrutierten.'”
Es kam aber noch mehr hinzu: Mit der Durchsetzung des Lebensbundprinzips ab
etwa 1860 blieb der ehemalige Student zeitlebenslang Mitglied der Korporation. Er
wechselt nur den Status: vom „Aktiven" zum „Alten Herrn". Bestehen blieb die bis
zum Tode geltende Lebensgemeinschaft'* der Korporierten,
3 Zorn 1965; vgl, Jarausch 1989, 118f.; Euias 1989c, 242.
3 püpıns 1984; zusammenfassend: Lönnecker 2003a; s. a, KAupp/ULFKoTTE 2008,
14 MUELLER 1972; Hörcke 1977; Höucke/Kraus 1978; Becker 1994; schLoms
1996; ALTHERRENBUT4D/ÄIOVDENÜSCHER TURN-Bunp 1983; Papst 1998.
5 Lönnscker 2004a, 145, 150f.; zur akademischen Hierarchie im einzelnen: ebd.,
139-144.
„unbeschadet späterer örtlicher, beruflicher, sozialer oder parteipolitischer
Entwicklung des Einzelnen". Die Konsolidierung der Altherrenschaften
ermöglichte ab etwa 1890 den Bau oder Erwerb eigener Häuser.'” Der vor-
herrschende Stil in Architektur wie Innengestaltung und Möblierung war eine „eine
altertümelnde ‚altdeutsche' Richtung", meist im Stile der Neurenaissance oder
Neugotik mit bleiverglasten Maßwerkfenstern, Zinnen und Tiirm-chen, damit einen
allgemeinen Zug der bürgerlichen Wohnkultur übernehmend. Die „Bierburgen" und
ihr historisierender und romantisierender Stil dienten der Schaffung und Bewahrung
einer eigenen Geschichte und der Selbstvergewisserung ebenso wie der Begründung
eines festen, in sich ruhenden Bezugspunktes angesichts sozialer, gesellschaftlicher
und industrieller Umbrüche. Die Häuser waren sowohl Anknüpfung an vereinnahmte
vorbürgerliche Traditionen und Vorstellungen wie Festungen gegen die Forderungen
nachdrängender Schichten. Im Normalfall liegen sie universitätsnah in Vierteln, in
denen „ein eher großbürgerliches Publikum zumeist in Einzelhäusern wohnt".
Bei manchen Häusern wurden von Beginn an eigene Tennisplätze angelegt. Tennis
galt als „weißer Sport" als exklusiv und teuer, passte folglich ins neue korporative
Selbstbild. Andererseits machte ihn die Herkunft aus England suspekt, haftete ihm
doch das Odium der „Ausländerei" an. Das konnte selbst die Verortung als
Oberschichten-Sport nur bedingt wettmachen. Trotzdem, der betriebene Aufwand
war beträchtlich und nur möglich, weil die erheblichen finanziellen Aufwendungen
von den Alten Herren getragen wurden.'” Rudern und Segeln, gleichfalls von der
britischen Insel herrührend, gehörten auch in diese Kategorie, Allerdings waren sie
vom Vorhandensein entsprechender Wasserflächen abhängig. Die Berliner
Burschenschaften waren die ersten, die neben Tennisplätzen in der seenreichen
Umgebung der Reichshauptstadt eigene Seegrundstücke, Bootshäuser usw.
errichteten oder erwarben. Die Anregung scheinen Burschenschafter gegeben zu
haben, die die englischen Universitäten in Oxford und Cambridge besuchten und dort
den intensiv betriebenen Rudersport kennenlernten sowie den damit intendierten
* Branor 1993, 134; Branpr 2001, 148t; Branor/Stic kLer 1998, 2f; Mörter 2001, 108,
122, 140; vgl. schon: Uerrecht 1914.
NN, 1890; KR 1892; A. 1891; Scirunck 1891; L, 1891; B. 1891; zum Haus
Germania Tübingens; Burschenschaftliche Blätter 10/12 (1896), 316-317; a.
NeuseL 2009; Arnorp 2009.
18 Schurze/Ssymank 1932, 438f;, MOOvorr 1914, 334-337, Wemcärtner 1910;
Reuter 1912; vgl. Stupier 1990, 84-87; zur kunstgeschichtlichen Bedeutung der
Korporationshäuser und ihrer teilweise parkähnlichen Gärten: Rıchwren 1995,
2000; NeuseL2009; ArnoLo 2009; s. a‘: Süß 1998; Lönnecker 2008d.
P VeLArnn. 17.
Zusammenhang von Rudern und nationaler Elite.”° Dies blieb aber stets auf den
jeweiligen Kreis einer einzelner Burschenschaften beschränkt. Neben den Berliner
Burschenschaften und ihren Mitgliedern gab es zahlreiche Alte Herren anderer
Burschenschaften in Berlin, die sich ab 1882 in der Vereinigung Alter
Burschenschafter (VAB) zusammengeschlossen hatten, die um 1900 über 1.000
Mitglieder zählte: Ärzte, Anwälte und Gymnasiallehrer waren hier ebenso anzutreffen
wie Wirtschaftsführer und Museumsdirektoren, Hochschullehrer und Politiker,
Richter und Beamte höchster Ränge in preußischen und Reichsbehörden, Eines der
bekanntesten VAB-Mitglieder war der an der Friedrich-Wilhelms-Universität
lehrende Althistoriker Theodor Mommsen, ein Alter Herr der Burschenschaft
Albertina Kiek”'
3. Wassersportliehe Vereinigung Deutscher Bursehenschafier Berlin
Aus den Reihen der VAB Berlin ging die „Wassersportliche Vereinigung Deutscher
Burschenschafter zu Berlin (W.V.) e. V." hervor. Ihre Anfänge liegen um 1885, als
mehrere Alte Herren einen “JRLuderclub" gründeten, dem in den folgenden Jahren
immer mehr Mitglieder beitraten. Am 1. April 1892 - Bismarcks Geburtstag war
nicht zufällig gewählt - wurde daraus die Was-sersportliche Vereinigung, seit 1904
eingetragener Verein mit zunächst etwa 120 Mitgliedern, Der Name war lange
debattiert worden, durchgesetzt hatte sich schließlich Bankdirektor Dr. iur. Wilhelm
Ahegg, ein Alter Herr der Breslauer Burschenschaft der Raczeks, Der Kommerz- und
Admiralitätsrat wollte jede Form des Wassersports in der WV ermöglichen und sich
weder auf Rudern noch Segeln festlegen lassen:
„Es scheint mir vor allem vonnöthen, auch im Namen auszusprechen, dass wir
einer Vereinigung angehören, deren Zukunft auf dem Wasser liegt, gleich in
welcher Form/*”
Die Aufnahme eines Ausspruchs Kaiser Wilhelm IL weist daraufhin, dass mit der
WV mehr intendiert war als bloße sportliche Betätigung. Es ging um deutsche
Weltgeltung. Den unvollendeten Charakter des Reiches - Nicht-
” BÄK, DB 9, I. Örtliche und einzelne Burschenschaften, Berlin: Allemannia (gegr.
1883); Arminia (gegr. 1818); Brandenburg“ (gegr. 1859); Cimbria (gegr. 1888);
Frankonia (Franconia) (gegr. 1878); Germania (gegr. 1862); Gothia (gegr. 1877
bzw. 1890); Hevellia (gegr. 1877); Markomannia (gegr. 1886); Normannia (gegr.
1842); Obotritia (gegr. 1886); Primislavia (gegr. 1877); Rugia(gegr. 1886); Saravia
(gegn 1872); Semnonia (gegr. 1874); Teutonia (gegr. 1887); Thuringia (gegr.
1875); zum Stellenwert des Sports für englische Studenten: Levsen 2006, 113£,
126f, 13 3f, werer 2008, 1OOf., 110-112,
2! BÄK, DB 9, C. Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB Berlin; die
älteste VAB entstand 1870 in Rostock; ebl, VAB Rostock
? BÄK, DB 9, ı. Örtliche und einzelne Burschenschaften, Berlin, WV, Schreiben
Ahegg v. 22. November 1899.
Übereinstimmung der Siedlungs- mit den politischen Grenzen, weitgehende
Einflußlosigkeit des Reichstags auf das politische Geschehen, politische und soziale
Gegensätze und deshalb Fehlen eines nationalen Grundkonsenses hinsichtlich
Verfassung und Kultur - mussten verschiedenste Gruppen als Herausforderung zum
Handeln verstehen. Das Bismarck-Reich war ihnen nicht End-, sondern
Ausgangspunkt deutscher Staatsbildung, und dies vor allem in den Augen jener
jungen Studenten und jüngeren Alten Herren, die das Zeitalter der Reichsgründung
nicht miterlebt hatten und den gegenwärtigen Staat als selbstverständlich erachteten.
Seit den späten siebziger Jahren kam es zu einer neuen Welle der Gründung von
Vereinen und Verbänden -allen voran die Kriegervereine (ROHKRÄnsr 1990) die
sich in neuer Weise der nationalen Argumentation bedienten und das politische Klima
wie den politischen Stil und die öffentliche Meinung nachhaltig veränderten* indem
sie „pseudodemokratische, populistische Kampagnen für die verschiedenen
‚nationalen Fragendie ihnen wichtig erschienen‘, organisierten, damit Einfluss auf die
Außen-, Innen- und Militärpolitik GEwnNEnDE’
Der erste der neuen Verbände war der 1891 gegründete Alldeutsche Verband (zuletzt
HERING 2003), dem der Verband der universitären Burschenschaften, die Deutsche
Burschenschaft, und der Verband der Burschenschaften an Technischen Hochschulen,
der Rüdesheimer Verband, korporativ sowie etliche Burschenschaften nochmals
einzeln angehörten.”* Das war auch beim Ende 1S98 entstandenen Flottenverein der
Fall. Seine Ziele waren die Verbreitung des Seemachtgedankens und den Reichstag zu
umfassenden finanziellen Bewilligungen - den Flottenvorlagen - für die Kaiserliche
Marine zu bewegen. Damit übernahm der Flottenverein den anti britischen Ausgangs-
punkt der Alldeutschen, Protektor des Vereins wurde der Bruder des Kaisers, Admiral
Prinz Heinrich von Preußen. Im April 1903 zählte der Flottenverein etwa 630.000
Mitglieder, fünf Jahre später waren es mehr als eine Million. Der Verein wurde ein
politischer Machtfkktor und beteiligte sich 1907 an den Reichstagswahlen. Er
verselbständigte sich immer mehr, so dass im folgenden Jahr die Geschäftsführung
auf Großadmiral Hans von Köster übertragen wurde, der den Verein zukünftig nach
den Wünschen des Reichsmarineamts leitete. Danach „hat der Verein seine politische
Bedeutung und viele Mitglieder verloren",
Dann 1996, 2I2f, für die Studentenschaft: Jarausch 1989, 82f
Börtcer 1909, 192; Börtser 1915; Reuter 1913; Jarausch 1989, 100.
Erev 1974; Deıst 1976, 147f; zu den Beziehungen zwischen akademischen Ver-
bänden und Flotten verein: Srupier 1990, 121 £.; vgl. N, N. 1906; Geserr 1912.
Auch die WV war seit 1905 Mitglied des Flotten Vereins,° Vorausgegangen war zwei
Jahre zuvor ihr Ableger in Hannover, die „Wassersportliche Vereinigung Deutscher
Burschenschafter zu Berlin (W. V.), Sektion Hannover'*, Sie bildete sich 1900/01, als
innerhalb kurzer Zeit mehrere Mitglieder aus beruflichen Gründen in die Leinestadt
verzogen bzw. als Beamte dorthin versetzt wurden. In den nächsten beiden Jahren
lockerten sich die Beziehungen, die neue Sektion wurde immer selbständiger, die
Hannoverschen Mitglieder wurden am 24. April 1903 einvemehrnlich aus der WV
entlassen und gründeten unmittelbar darauf die „Wassersportliche Vereinigung
Deutscher Burschenschafter zu Hannover (W.V.)V’
4* Wassersportticke Vereinigung Deutscher Burschenschaßer Hannover
Bereits seit etwa 1890 gab es wassersportbegeisterte Burschenschafter in Hannover,
die um 1895 einen festeren Verein" gründeten, der regelmäßig zur Kieler Woche an
die Ostsee fuhr.”° Die Mitglieder hatten vor allem in Kiel, Rostock, Greifswald und -
nach Gründung der Technischen Hochschule 1904 - Danzig studiert, Hochschulorten,
wo auf Grund ihrer geographischen Lage an der Ostsee Segelsport getrieben wurde,
der als „weißer Sport" nicht nur „akademisch angemessen*", sondern auch „kaiserlich
approbiert" war, da Wilhelm II,, Prinz Heinrich und der Kronprinz - er besaß auf dem
Wannsee die Yacht Angela” und war öfter Gast der WV - begeisterte Segler waren.”
Vor allem Kieler Burschenschafter stachen hervor.°” Innerhalb weniger Jahre war die
Universitätsstadt von der Marine als Flottenstützpunkt massiv ausgebaut worden, hier
etablierte der Kaiser die Kieler Woche, hier hatte der mit Abstand exklusivste aller
Seglervereine, der 1887 gegründete Kaiserliche Yacht-Club (KYC), der heutige
Kieler Yachtclub, seinen Sitz, dessen „Com-rnodore" der Kaiser, dessen
„Vice-Commodore" Prinz Heinrich war. Der Kaiser verlieh dem KYC 1893 eine
eigene Flagge, 1900 war der Verein mit L410 Mitgliedern - darunter Alfried Krupp»
der über seine Kieler Germania-
26 BÄK, DB 9, C Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB Berlin, WV,
Beitragsliste 1905 f.
?7 Ebd., VAB Hannover, WV, 1903- - Am 11. Mai 1928 wurde in Berlin die „Wasser-
sportvereinigung Deutscher Burschenschafter (D;,B>)" als Dachorganisation aller
mittlerweile bestehenden burschenschaft liehen Wasser Sportvereinigungen gegrün-
det; N. N- 1928.
?® BÄK, DB 9, C. Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB Hannover,
WV:!N.N. 1914, 1.
1% MÖLLER 2001, 200; Lönnecker 2003a, 12; s. schon: Gesert 1911; Gersis 1914.
0 BÄK, DB 9, L Örtliche und einzelne Burschenschaften, Kiel: Krusenrotter (gegr.
1875); Teutonia {gegr, 1817 bzw 1855),
Werft Gebäude und Yachthafen sponserte - einer der größten Yachtclubs des Reiches,
der die Maßstäbe des Segelsports in Deutschland setzte. Maritimes Leben war
innerhalb weniger Jahre an der Ostsee zur Normalität geworden, und nicht nur die
dortigen Burschenschaften Teutonia und Krusen-rotter hatten mitgezogen.’' Die
Sängerschaft Normannia Danzig schaffte sich 1906 eine Segelyacht, die
3»Norrnannia" an (N; N. 1985). Guilelmia Greifewald erwarb im selben Jahr ein
Segelboot, das 1911 durch eine Segelyacht, die Albatros", ein kuttergetakeltes
Kielboot mit sieben Schlafplätzen, ersetzt wurde.” Nach dem Krieg wurde der
„Segelbetrieb" wieder aufgenommen und 1921 umsegelten die Guilehnen mit der
„Albatros" Rügen (Akademische Sängerzeitung 1 <1920>, 6; Akademische
Sängerzeitung 5 <1921>, 81-83). 1927 schaffte der Altherrenverband für die Aktiven
eine zweite Segelyacht an, die „Albatros ur, eine Yawl mit zwei Masten.” 1930
folgten die Alten Herren Baltia Kiels,”* im Sommersemester 1932 die Niedersachsen
Rostocks, die der Aktivitas das Kajütsegelboot „Nieder&ach$en" schenkten.°” Neben
den zahlreichen Korporationen, die das Segeln für sich entdeckten, bildeten sich
Akademische Seglervereine (ASV)» deren ältester 1886 in Berlin entstand, gefolgt
von München (1901), Danzig (1904), Greifewald (1908), Kiel (1910) und Rostock
(1919). Die Vereine schlossen sich im „Kartell Akademischer Seglervereine"
zusammen, betrachteten sich als eigene studentische Verbindungen, trugen aber
weder Band noch Mütze und fochten auch keine Mensuren, gaben jedoch unbedingte
Satisfaktion auf Säbel.”° Die Burschenschaften hielten deutlichen Abstand zu den
ASV, ermangelte ihnen doch die akademische Exklusivität. Außerdem waren die
Rostocker und Greifswal-der Vereine interkorporativ, nahmen also auch Angehörige
anderer Verbindungen oder sogar nichtkorporierte Studenten auf. Zwar gab es
Kontakte
Tuierecke 1986,4,14f; vgl. Gürzow 1911,22; SchiLopuAuer 1932. THiELecke 1986, 4,
14f.; GREIFSWALDER UND ROSTOCKER SÄNGERSCHAFT 1. D. DS (WEIMARER C.C)
GUILELMIA-NIEDERSACHSEN ZU FREIBURG LBR. 1985, 3; GREIFSWALDER UND ROSTOCKER
SÄNGERSCHAFT LD> DS (WEIMARER CC) GUILELMIA-NTEDERSACHSEN ZU FREIBURG L BR.
1993,22.
Deutsche Sängerschaft 6 (1930), 306; vgl. Burcknaror 1932; Körntem 1932.
GREIFSWALDER UND ROSTOCKER SÄNGERSCHAFT I. D. DS (WEIMARER CC.)
GUTLELMTA-NIEDERSACHSEN ZU FREIBURGLBRı 1985, 6; GREIFSWALDER UND
ROSTOCKER SÄNGERSCHAFTI.D. DS (WEIMARER C.C.) GUILELMIA-NIEDERSACHSEN ZU FREIBURG 1.
Br, 1993, 27; Berner 1956,349.
HErDTKAMP 1931; vgl. Universitätsarchiv Greifswald, R 1138, Gründung und Statu-
ten studentischer Verbindungen, Bd. 2, 1892-1929, Akademischer Seglerverein
(ASV), o, J,; Universitätsarchiv Rostock, Rektoratsbestand, 1900-1945, R 13: Ver-
bindungen, Vereine; F 2: Akademischer Seglerverein, 1919-1937; zur unbedingten
Satisfaktion: Lönnecker 2005c. 281 £.
zwischen der WV und dem ASV Berlin, der ASV wurde sogar wiederholt
von den Hannoveranern
„auf Grund persönlicher und verwandtschaftlicher Konnektionen einzelner
Mitglieder“ eingeladen, doch sollte „man besser Abstand halten. Diese Vereine
sind nicht zuerst Korporation, es mangelt ihnen an Zusammenhalt und Stringenz,
wenn auch ihre nationale Haltung keinen Anlass zum Tadel gibt",’’
Die WV Hannover erwarb kein eigenes Ruder- oder Segelboot, da ihre etwa funfeig
Mitglieder vielfach eigene besaßen. Das bevorzugte Ziel waren Leine, Aller und vor
allem Weser für die Ruderer, das Steinhuder Meer für die Segler. Daneben entfaltete
sich kein regeres Vereinsleben, da der jährliche Festzyklus der der VAB Hannover
war: Reichsgründungstag am 18. Januar, Kaisergeburtstag am 27. Januar, Bismarcks
Geburtstag am 1. April, Gründungstag der Jenaer Urburschenschaft am 15, Juni,
Sedantag am 3, September, Jahrestag des Wartburgfestes von 1817 am 18. Oktober
(NN. 1914, If). Hinzu kamen die Feierlichkeiten - Semesterantritts- und
-abschlußkneipen, Stiftungsfeste, Rektoratsübergaben usw. - der Hannoverschen
Burschenschaften AlW”ermania, Arminia, Cheruscia, Cimbria, Germania und Gothia
und ihres örtlichen Zusammenschlusses, des Deputierten-Convents.’* Wer wollte,
konnte mehrmals wöchentlich in diesem Kreis verkehren. Allerdings gab es ein
großes Problem, die ,„Technikerfrage". Die VAB nahm unterschiedslos alle
Burschenschafter auf, gleich ob sie einer Burschenschaft an einer Universität oder
einer Technischen Hochschule angehörten.” Die universitären Burschenschaften
hielten hingegen deutlichen Abstand zu den Technikern, die sie als nicht gleichwertig
betrachteten, was immer wieder zu Reibungen führte. Grund der Ablehnung waren
vor allem die Sorge um das eigene, universitäre Prestige angesichts einer sich mehr
und mehr technisierenden und ökonomisierenden Umwelt, in der aus bisher eher
bildungsfemen Schichten aufsteigende Ingenieure und Techniker dem klassisch
gebildeten Geisteswissenschaftler bildungsbürgerlicher Herkunft gesellschaftlich
immer näher rückten, soziale Geltung und Teilhabe beanspruchten und damit die
Bedeutung der Geisteswissenschaftler als Sinndeuter immer weiter reduzierten. In
den abwehrenden Debatten um die „Realwissenschaftler" spielten daher seitens der
Universitätsstudenten und -absolventen die der reinen und
BÄK, DB 9, C, Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB Berlin,
WV, Mitgliederversammlung v. 22. Mai 1906; vgl. ebd., VAB Hannover, WV,
Schreiben, ohne Datum (um 1905).
BÄK, DB 9,1. Örtliche und einzelne Burschenschaften, Hannover; Hannoverscher
Deputierten-Convent (DC); Alt-Germania (gegr. 1874); Arminia (gegr. 1898);
Cheruscia (gegr. 1885); Cimbria (gegr 1904); Germania (gegr. 1891); Gothia
(gegr.; 1902).
BÄK, DB 9, C. Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB Hannover,
Fragebogen 1897f.
umfassenden Wissenschaft widersprechende strenge Fachausbildung" und die
Immaturität die wichtigste Rolle, das heisst die Möglichkeit, an den Technischen
Hochschulen ohne Abitur oder Matura zu studieren. Erst ab etwa 1900, mit der
Gleichstellung der Absolventen der Realanstalten und Oberre-alsehulen mit den
Gymnasien, wurde das Abitur Voraussetzung einer Zulassung zum Studium und
Forschung und Lehre einschließlich des nun verliehenen Promotionsrechts zum
„Dr.-Ing." bzw. „Dr. techn." - in Österreich und Bayern - „akademisch".
Die traditionellen UniversitätsVerbindungen und Universitatsvereine im Reich lehnten
fast immer die Mitgliedschaft „ungebildeter" immaturer Studenten aus vorerwähnten
Gründen ab oder gewährten ihnen höchstens den Status von minder berechtigten
„Conkneipanten" oder „Mitgliedern mit Schleife". Folglich bildeten sich - meist in
strikter Abgrenzung zu den „Vollakademikern" -eigene technische Vereine und
Verbindungen, die sich wiederum in technischen Verbänden zusammenschlossen
(sroßE 2009). Erst nach dem Ersten Weltkrieg, 1919, bildeten universitäre und
technische gemeinsam mit den österreichischen Burschenschaften unter dem alten
Namen „Deutsche Burschenschaft** einen Verband (BruncK 1999; BRUNCK
2009). In der WV Hannover nahm ab etwa 1907 die Zahl der Ruderer ab und die der
Segler zu. Ein Grund für diese Verschiebung ist nicht ersichtlich. Im Sommer dieses
Jahres fand die erste „Segelfahrt" nach Wilhelmshaven statt. Eingeladen hatte
Marine-Oberstabsarzt Dr. med. Ernst Böse, ein Alter Herr der Burschenschaft
Normannia Leipzig. Er stieg später bis zum Admiralarzt und ranghöchsten
Sanitätsoffizier in Wilhelmshaven auf und hielt stets Kontakt nach Hannover,
weshalb er 1928 zum Ehrenmitglied ernannt wurde.“ In und
Böse (21.3. 1868-12. 3. 1949) trat nach dem Schulbesuch in Greifswald und
Berlin 1890 ins Infanterie-Regiment Nr. 42 in Greifswald ein, ab Wintersemester
1890/91 Studium in Leipzig, Sommersemester 1892 in München, anschließend bis
1895 wieder in Leipzig, Dr med., L Oktober 1895 Marine-Unterarzt, an Bord
SMS (= Seiner Majestät Schiff, H. L.) „Pelikan*', dann in Kiel, Februar 1896
Assistenzarzt, März 1896 an Bord SMS „Stein", dann SMS „Blücher", 1897
verlobt mit Kate Chambers aus Ludford/England (1901 Heirat), Februar 1898
Marine-Assistenzarzt 1. Klasse, an Bord SMS „Rhein", 1. April 1898 zur
Kanonenbootsdivision nach Danzig kommandiert, dort an Bord SMS ‚Mücke**,
dann SM Panzerkanonenboot ‚„Scorpion" als Oberassistenzarzt, 1899 an Bord
SMS „Loreley", 1900 Marine-Stabsarzt, 1901 Oberarzt 1. Torpedo-Abt. in Kiel,
erhielt vom türk. Sultan den Medjidji-Orden 3. Klasse, Stabsarzt und Oberarzt
beim 3. Seebataillon in Tsingtau auf Kiautschou, China-Denkmünze in Bronze,
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Medaille, 1904 preuß. Roter Adlerorden 4. Klasse,
Mai 1906 russ. Rote-Kreuz-Medaille, 1907 Marine-Oberstabsarzt, russ,
St.-Annen-Orden 3. Klasse, L Dezember 1907 Oberarzt der Inneren Abteilung des
Lazaretts Wyk auf Föhr, 1911 Werftoberarzt auf der Kaiserlichen Werft Danzig,
1914 Marinc-Geneialoberarzt, 1915 Eisernes Kreuz 2, Klasse, 1916
Rote-Rreuz-Medaille 3, Klasse, 1917 Eisernes Kreuz 1. Klasse, 1919 Stationsarzt
der Marinestation der Nordsee in Wilhelmshaven, Herbst 1923 aus dem aktiven
um Hannover gab es weitere Normannen, sie scheinen für die Beziehungen
verantwortlich gewesen zu sein. Vor allem Rechtsanwalt und Justizrat Dr. Adolf
Stehmann und Landgerichtsrat Robert Willecke traten hervor, Aber auch andere
Militärärzte und -apotheker sowie Offiziere aus Wilhelmshaven, Kiel, Stettin, Danzig
und Pillau waren regelmäßig in Hannover zu Gast und besuchten dort ihre
Bundesbrüder. Darunter waren mindestens ein weiterer Admiral sowie zahlreiche
Stabsoffiziere. Regelmäßig kam Marine-Oberstabsarzt Dr. Fritz Steinbrück, ein Alter
Herr Allemannia Berlins,*' 1908 gab es erstmals eine größere Reise der WV zur
Kieler Woche, eine Fahrt, die sich seither alljährlich wiederholte. Die erste
organisierte der Präsident der Königlichen Generalkommission zu Hannover, Max
Freytag, seit 1871 Mitglied der Burschenschaft Germania Berlin (N. N, 1914, 2).
Spätestens zu diesem Zeitpunkt gab es keine Ruderer mehr in der WV, Während des
Winters 1908/09 kristallisierte sich daher der Gedanke heraus, einen reinen
Seglerverein zu gründen, Anfang März 1909 lud der Augenarzt Dr. Bernhard
Agricola, Alter Herr der Burschenschaften Alemannia Marburg und Franco-nia
Freiburg, alle Interessierten aus Hannover und Umgebung zur Gründung einer
„Akademischen Segler-Abteilung Deutscher Burschenschafter e. V. (Akaseg)" ein,
die am L April erfolgte. 32 Burschenschafter traten sofort bei, bis zum Sommer
folgten weitere 19. Agricola wurde zum Vorsitzenden gewählt, seine Stellvertreter
wurden die Ärzte Dr. Hermann Delius und Dr. Arthur Droese, Mitglieder der
Burschenschaften Germania Tübingen bzw. Arminia Jena, Schatzmeister wurde
Regierungsrat Dr iur. Paul Freistedt, ein Alter Herr Allemannia Heidelbergs. Die
erste größere gemeinsame Veranstaltung der Akaseg war die Fahrt zur Kieler Woche,
organisiert von Referendar Dr. iur; Heinrich Iderhoff, Alter Herr Teutonia Kiels. Der
älteste Teilnehmer war Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat Georg von
Goldbeck, ehemaliger Präsident der Hofkammer und seit 1853 Mitglied der
Burschenschaft FrankoniaBonn(N. N. 1914, 2£).
Ab 1910 nahmen auch Mitglieder der Hannoverschen Burschenschaften an den
Fahrten nach Wilhelmshaven und - öfter - Kiel teil. Vermittelt hatte dies Baurat Dr.
Albrecht Haupt (Germania Gießen), der als außerordentlicher Professor an der
Technischen Hochschule lehrte und über entsprechende Kontakte verfügte, sowie
seine Kollegen Prof. Dr. Wilhelm Kasten (Holz-minda Göttingen) und Geheimer
Regierungsrat Prof. Dr. Hermann Ost (Brunsviga Göttingen), ehemaliger Rektor der
Technischen Hochschule Hannover, In dieser Richtung setzten sich auch Dr. Otto
Hugo (Arminia Marburg)
schieden, Februar 1924 Arzt in Marburg/Lahn, im Sommer Badearzt in Bad Pyr-
mont, 1935 reaktiviert, Admiralarzt, 1945 a. D. in Bad Pyrmont; BAK, DB 9, M,
Burschenschafterlisten; N. N. 1935, 5, Nr. 30.
* BÄK, DB 9, M. Burschenschaft erlisten; vgl. ebd, C. Vereinigung alter Burschen-
schafter (VAB), IL 4. VAB Hannover, Mitgliederliste 1908f.
ein, der Chefredakteur des hannoverschen Couriers", und Dr. Erich Wienbeck
(Allemannia Berlin), der Syndikus der Handwerkskammer Hannover. Besonders
aktiv wurden aber ein Aiter Herr der Burschenschaft Arminia München, Dr, Harry
Meyer, Navigationslehrer beim Norddeutschen Lloyd, und Dr. Gustav Schömig
(Cimbria Würzburg), der 1912 als Assistenzarzt zur Kaiserlichen Schutztruppe nach
Akonolinga in Kamerun abkommandiert wurde.” Sie versuchten auch erstmals die
Teilnahme an Regatten, was jedoch auf wenig Widerhall stieß: der
Wettkampfgedanke höhlte potentiell die nationale Solidarität aus, widersprach dem
Gedanken der nationalen Einheit. Nur Meyer nahm mit Unterstützung von
Hamburger Bundesbrüdern an ihnen teil Er besaß eine hochseetaugliche
12-Meter-Yacht, einen Gaffelschoner, mit dem er regelmäßig an der Kieler Woche
teilnahm, St, Petersburg, Stockholm, Kopenhagen und Oslo besuchte.*
Während des Ersten Weltkriegs ruhte der Betrieb der Akaseg,“* Erst 1920 rührte sie
sich wieder: sie schenkte den Hannoverschen Burschenschaften ein Segelboot, das
„Kleeblatt"* benannt nach demselben im Stadtwappen Hannovers. Es lag am
Steinhuder Meer und erwies sich schnell als zu klein und zu stark frequenitiert.
Außerdem war der Unterhalt angesichts der Inflation zu teuer, so dass das Boot Ende
1923 wieder verkauft werden musste.” Erst nach E infuhrung der Rentenmark
stellten sich die Finanzen erfreulicher dar und es war die Bezuschussung einer Fahrt
der Hannoverschen Burschenschaften zur Kieler Woche 1924 möglich, an der auch
einige Mitglieder der Akaseg teilnahmen, Das wiederholte sich in den nächsten
beiden Jahren und es wurde der neuer liehe Kauf eines Bootes erwogen. Sogar ein
Liegeplatz am Steinhuder Meer war bereits organisiert, als sich die Möglichkeit des
Erwerbs eines Seegrundstücks ergab, auf dem ein Bootshaus errichtet werden sollte.
Die Akaseg griff zu, mehrere Mitglieder schössen bedeutende Summen -insgesamt
fast 11.000 Mark - vor* Steganlagen wurden geschaffen und ein bescheidenes
„Bretterhaus" errichtet, das man 1928 durch einen festeren Bau hoffte ersetzen zu
können.** Das Vorhaben zerschlug sich angesichts der einsetzenden
Weltwirtschaftskrise, das Grundstück konnte nicht gehalten und musste 1931
verkauft werden. Immerhin hatte die Anlage mehrere Jahre hin-
N.N. 1914, 3; BÄK, DB 9, C. Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), II. 4.
VAB Hannover, Akaseg, Mitgliederliste 1909f.
® Ebd., Bericht über die Saison 1913/14; vgl. ebd., Schreiben v; 4, Dezember 1913.
“NN. 1914,4; zu Korporierten im Ersten Weltkrieg s. Anm, 11.
® BÄK, DB 9, C Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB Hannover,
Akaseg, Jahresbericht 1920,2; ebd., Jahresberichte 1921-1923.
* Ebd., Jahresberichte 1924-1928.
durch für die Boote der Akaseg-Mitgtieder genutzt werden können, die sich nun
wieder stärker auf die Ostsee orientierten.”
5. Vom Sport zum Wehrsport
Dazu hatte ein bedeutender Wandel stattgefunden. Sport um seiner selbst willen
lehnten die Burschenschaften nach wie vor durchgängig ab - bereits das Wort atmete
„Engländerei" weshalb meist von „Leibesübungen" oder „körperlicher Ertüchtigung"
gesprochen wurde.”® Die Ablehnung des Sports als Selbstzweck wurde ab 1929, als
zur politischen Krise die ökonomische trat, immer stärker. Sport aus „nationalen
Gründen" schien „absolut geboten".” Die ‚>nationalen Gründe" waren das
entscheidende Stichwort. Sport war - wenn auch mangelhafter - Ersatz für den
Fortfall der eisernen militärischen Schulung", er diene der Wehrhaftmachung und
Vermittlung militärischer Disziplin.°° Ein Zeitgenosse erkannte im Sport die
„Erziehung zur Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung", eine militärische
Schule, „wie es für die Vorkriegsjugend in unübertrefflicher Form das deutsche Heer
war" (LÖNN ECKER 2003a, 12).
# Ebd., Schreiben v. 22. Oktober 1931; ebd, Bericht über die Jahre 1930/3 L
*&7 um burschenschaftiiehen Sprachpurismus: Lönnecker 2005d; Brunck 2009, 35f.,
40f.
® BÄK, DB 9, IV. Deutsche Burschenschaft (DB), Burschemag 1930; vgl ebd.,
Burschentag 1931; THierreLot 1930; Bartz 1930.
50 Brunck 1999, 123; Lönnecker 2003a, 12; Lönnecker 2003b, 49; LönNnEcKER
200Scr 136f.; TuierreLor 1930; Bartz 1930.
Der Sport sollte bei den Burschenschaften „die körperliche Ausbildung, die früher
die Militärzeit leistete, ersetzend”' Spätestens seit 1923/24 war das Allgemeingut
geworden, letzter Auslöser dafür waren die Ruhrbesetzung und die „Anwesenheit
feindlicher Entente-Truppen auf deutscher Erde".”” Immer deutlicher zeichnete sich
der Weg „Vom Sport zum Wehrsport" ab/” Zuerst erkannten dies jedoch die
Segelsport treibenden Burschenschaften an der Ostseeküste.°* Der Versailler Vertrag
verbot Deutschland eine starke Flotte, beschränkte die Marinerüstung und
-ausbildung. Das Segeln wurde jetzt zur „Seemännischen Ausbildung" - Ausbilder
waren Aktive und Alte Herren, die vordem Offiziere und Reserveoffiziere der
Kaiserlichen Marine gewesen waren - Funken, Gegnererkennung, Seezielerfessung
und Seenotmanöver, „Geschwaderfahrten [.,,] mit Winken und Morsen", kurz alle
Aspekte wurden unterrichtet, wie sie auch Kadetten der Reichsmarine in ihrem
ersten Ausbildungsjahr lernten. Die Organisation Lıer nicht mehr über einzelne
Burschenschaften oder eine VAB, sondern wurde von der Deutschen Burschenschaft
nach Möglichkeit zentral koordiniert.” Die nötigen Materialien, Unterlagen,
Vorschriften usw. beschafften die Reichsmarinekommandos in Kiel, Warnemünde
und pırraus die den Burschenschaften hin und wieder auch militärische Ausbilder zur
Verfugung stellten,”
6. Fliegerische Konkurrenz
Das Segeln war aber von der Nähe zum Wasser abhängig, Dazu erhielt es
nachhaltige Konkurrenz durch das Fliegen, für das 1930 die .“Akademische
>! Kızm 1924, 51; vgl, zum mit der Wehrpflicht verbundenen Bild von Männlichkeit:
Schröper 2003, 115; a. Schröper 2004.
>> BÄK, DB 9, IV Deutsche Burschenschaft (DB), Burschentag 1924.
> OBerDörrer 1991; vgl. Schröper 2003, 36; ein Überblick zum studentischen
Wehrsport: Lönnecker 2006b.
> BÄK, DB 9, I. Örtliche und einzelne Burschenschaften, Danzig: Germania (gegr.
1904); Markomannia (gegn 1924); Teutonia (gegr. 1905); ebd., Greifswald: Ger-
mania (gegr, 1862); Rugia (gegr. 1856); ebd.r Kiel: Krusenrotter (gegr. 1875);
Teu-
tonia (gegr. 1817 bzw. 1855); ebd., Königsberg; Alemannia (gegr. 1879);
Germania
(gegr. 1843); Gothia {gegr. 1854); Teutonia (gegr. 1875); Rostock; Obotritia
(gegr.
1883); Redaria (gegr, 1886); auch die Hamburger Burschenschaften beteiligten
sich: ebd,, Hambui”j: Alemannia Straßburg (gegr. 1880); Germania (gegr. 1919);
Hanseafgegn 1919),
> BÄK, DB 9, C Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL4. VAB Hannover,
Akaseg. Schreiben v 21. Januar 1932; ebd, IV Deutsche Burschenschaft (DB);
Burschentag 1930; ebd., Burschentag 1931.
>° BÄK, DB 9, ıv. Deutsche Burschenschaft (DB), Burschentag 1930, Anhang; vgl
ebd., Burschentag 1931, Anhang; vgl. schon: xızLmann 1926; Stang 1994 berück-
sichtigt das Interesse der Marine an der Pmonabeserve der Studenten nicht; eben-
Flieger-Abteilung Deutscher Burschenschafter (Akaflieg) e. W* unter dem Vorsitz
von Dr.-Ing. Otto Schwab (Germania Darmstadt) gegründet wurde.” Die
militärischen Beschränkungen Deutschlands durch den Versailler Vertrag bei
gleichbleibenden Rüstungsanstrengungen seiner unmittelbaren Nachbarn forderten
in den Augen der Studenten dazu heraus, nach einer Entsprechung zu suchen, die vor
allem mit der voranschreitenden Zeit immer dringlicher zu werden schien. Die
„Wehr-Entwicklung" fand in allen Korporationsverbänden gleichermaßen statt und
hatte „den Charakter einer Breitenbewegung", zunehmend ab etwa 1928, Führend
wurde auf diesem Gebiet - es erstreckte sich um 1930 von der Schieß- und
Handgranatenausbildung über Karten- und Geländekunde, Fernmelde wesen, Erste
Hilfe und den militärischen Reitsport bis zum Truppensanitäts- und Gasschutzdienst
fiir Mediziner - die über 170 Korporationen und über 32.000 Mitglieder zählende
Deutsche Burschenschaft. Der ehemalige Hauptmann der Artillerietruppe Otto
Schwab regte im April 1929 eine erste Eisenacher Schulungswoche „auf dem
Gebiete der Wehrhaftmachung" an und wurde der Theoretiker des akademischen
Wehrsports schlechthin, 1927 war die Deutsche Burschenschaft unter seiner
Federführung maßgeblich an der Gründung der ersten Studentengruppen des rund
eine halbe Million Mitglieder zählenden „Stahlhelms - Bund der Frontsoldaten"
beteiligt, aus denen im Februar 1929 der „Stahlhelm-Studentenring Langemarck"
unter der Führung Dr. Eduard Stadtlerss - Alter Herr des reichs-deutschen
katholischen Kartellverbands und Reichstagsabgeordneter der DNVP - hervorging
(sANKER 2004).
Otto Schwab baute nach geheimen Verhandlungen mit der Reichswehr ab Juli 1929
zunächst für die Burschenschaften, ab 1930 auch im Rahmen anderer Verbände ein
Wehramt auf, das sich dem Wehrsport und seiner Organisation widmete. Zur
Tarnung - der Versailler Vertrag verbot jede vor- oder paramilitärische Ausbildung -
wurde das Wehramt als „Wissenschaftliches Arbeitsamt" oder „Wissenschaftliches
Amt" bezeichnet. Schwab bat,
„in allen burschenschaftlichen Druckschriften keinerlei Ausfuhrungen zu ma-
chen, die über das Maß dessen hinausgehen, was dem Deutschen Reich offiziell
politisch erlaubt ist. Was praktisch getan wird, ist eine andere Frage". Angestrebt
war keine „Parallelarbeit zum Stahlhelm oder ähnlichen Bünden [...], [+] auch
nicht eine Angliederung oder Dienstmöglichkeiten innerhalb der Reichswehr, da
wir alles vermeiden wollen, was z. Z. politische Schwierigkeiten verursacht und
deswegen die zu lösende Aufgabe nur erschwert", sondern es galt „unsere zivile
Wehrhaftmachung aufs engste mit unserer berufsmäßigen Schulung und Arbeit
zu verknüpfen".
Dahinter stand der Gedanke, dass der Krieg 1918 vor allem auf Grund geistiger
Defizite verlorenging, weil es trotz aller Anstrengungen letztlich doch
Hierzu und in folgenden: Lönnecker 2006b, 100, 104-112; zu Schwab
(1889-1959); ebd,, 105f.; vgl. LöÖNNECKER 2005e.
nicht zu einer Vernetzung aller für den Sieg wichtigen Bereiche vom „Siegeswillen
bis zur Rüstung" gekommen war. Im Hinblick auf einen künftigen Krieg galt es alle
Lebensäußerungen zu mobilisieren. Nicht nur Schwab erwartete 1931/32 nach der
unerlaubten Einfahrt polnischer Kriegsschiffe in den Danziger Hafen, der Besetzung
und Befestigung der zu Danzig gehörenden Westerplatte durch polnische Pioniere
und der Anlandung polnischer Marineinfanterie einen durch Frankreich gedeckten
Überfall Polens auf Deutschland „in allernächster Zeit". Etappenziel war eine Art
paramilitärische Miliz, Endziel war nach Schwab die „Wiedereinführung einer
allgemeinen Wehr(sport)pflicht, die wir als slaatspolitisches Ziel unserer praktischen
Vorarbeit betrachten". Nur eine starke Militärmacht würde Deutschlands Stimme in
der Welt jene Nachhaltigkeit verleihen, die der volkreichsten Nation Europas
zukomme, und wesentlich dazu beitragen, das Reich endgültig vom „Versailler
Schmachfriede" zu befreien.
Da der Versailler Vertrag in Artikel 198 Deutschland eine Luftwaffe verbot, legte
Schwab besonderen Wert auf eine fliegerische Ausbildung. Das Fliegen war in
akademischen Kreisen überaus beliebt, haftete ihm doch im Gegensatz zu
Grabenkampf und Massenkrieg das Odium des ritterlichen Zweikampfes Mann
gegen Mann an, nicht unähnlich der Mensur. Außerdem war Fliegen elitär, nur
Offiziere flogen, auch sozial maß man sich mit seinesgleichen. Schließlich waren
unter den „Fliegerhelden" des Weltkriegs, den hoch dekorierten „Rittern der Lüfte",
zahlreiche Korporierte, neben etlichen anderen Burschenschaftern etwa Erich
Löwenhardt (Normannia Leipzig), Albert Dos-senbach (Alemannia Freiburg) und
Kurt Georg Wissemann (Arminia Marburg) oder der noch weit bekanntere „Adler
von Lille", Max Immelmann, ein Angehöriger der Verbindung Alsatia Dresden im
Akademischen Turnbund.
Die Flugausbildung erfolgte im Rahmen der Akaflieg in Böblingen bei Stuttgart fur
den Motorflug und auf dem Dörnberg in Zierenberg bei Kassel finden Segelflug.
Hier gelang Ernst Steinhoff (Markomannia Darmstadt) u, a; ein Weltrekord im
Langstreckensegelflug über 500 Kilometer nach Brünn. Berühmt waren der „Sieger
im Großen Italienflug und in Belgien, Lusser (GhibeUima-Stuttgart)" und der
Weltrekordhalter im Rückenflug, Werner Weichelt (Thuringia Braunschweig),
Alfred Henke (Cimbria Berlin), der 1938 auf einer Focke-Wulf Condor „im ersten
Ohnehaltflug ßerlin-New York über den Ozean steuerte, gehört auch zu den aus der
Burschenschaft hervorgegangenen Fliegern".
Die Flugzeugkonstrukteure Emst Heinkel, Hanns Klemm und Hugo Junkers -erstere
Alte Herren der Burschenschaft Ghibellinia Stuttgart, letzterer Mitglied der
Tumerschaft Rhenania Berlin und später des Corps Delta Aachen -stellten die
Flugzeuge bereit, die zum größten Teil aus Spenden finanziert wurden. Damit hatten
die DBurschenschaften im Bereich der „Wehrfliegeraus-bildung" eine
Monopolstellung, schulten „Selbstüberwindung, Tapferkeit,
Opferbereitschaft" im Hinblick auf eine künftige Luftwaffe. An der fliegerischen
Ausbildung nahmen auch Österreicher und Angehörige anderer Verbände teil, doch
wollte Schwab seine Arbeit auf eine noch breitere Grundlage stellen, was ihm
1931/32 auch gelang. Die örtlichen Studentenschaften, vertreten durch ihre
Allgemeinen Studentenausschüsse, richteten Wehrämter ein, deren Aktivitäten durch
das „Akademische Wissenschaftliche Arbeitsamt e, V/* (AWA) gebündelt wurden.
Sie erhielten seit Herbst 1931 Unterstützung durch das Reich, die Rektorenkonferenz
und das eigens gegründete Reichskuratorium für Jugendertüchtigung und richteten
ihrerseits mit Hilfe der Reichswehr ‚Arbeitslager" - der Tarnbegriff für
Wehnsportlager TM aus, die die Schweipunkte Gasschutz- und Schießausbildung
hatten. Die um 1930 beginnende, 1931 von der Reichsregierung institutionalisierte
Arbeitslagerbe wegung propagierte zur Milderung der Arbeitslosigkeit den
freiwilligen Arbeitsdienst, Wehrsport und Arbeitsdienst gingen im Laufe kurzer Zeit
mit Zustimmung aus allen politischen Lagern mit Ausnahme der äußersten Linken
fast nahtlos ineinander über. Regierung und Parteien, Reichswehr und akademische
Verbände hatten hier ein gemeinsames Interesse, alle sahen in den Studenten die
Offiziere einer zukünftigen deutschen Armee.” Je erfolgreicher die Akaflieg wurde,
desto mehr trat die Akaseg in den Hintergrund. Die Akaflieg hatte ihren
Schwerpunkt an den Technischen Hochschulen, vor allem in Braunschweig, das
auch auf Hannover ausstrahlte.”” Die
Es bildete sich sogar ein eigener Verband für den Luftsport, der Akademische
Fliegerring; er wurde am 28, Oktober 1924 mit unbedingter Satisfaktion,
freigestellter Mensur und Couleur (Band und Mütze) gegründet; der Fliegerring
war durch Fliegerschaften in Berlin, Breslau, Darmstadt, Halle, Heidelberg,
Königsberg, Leipzig und Graz vertreten; lediglich die letztere - Wieland-Staufen
zu Graz - besteht heute noch; urırıcn 1931; Granpen 2007, 503f;, werep 1993, 41%5;
wEFELD 1994, 79-115; wereLp 1995, 109-134;
1922 entstand in Braunschweig die „Flugwissenschaftliche Gruppe", woraus 1937
die „Flugtechnische Fachgruppe" und 1940 die „Fliegerkameradschaft Brann-
schweig" in starker Anlehnung an das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK)
wurde; Inhaber des Lehrstuhls für Flugzeugbau und Vorstand der Luftfahrtabtei-
lung war Prof. Dr. Hermann Winter, Alter Herr der Burschenschaft Arminia Dres-
den, aktiv in der Akaflieg, später AltherrenfÜhrer der Fliegerkameradschaft; nach
1945 und dem alliierten Verbot der Forschung und Lehre in den Fachrichtungen
Luftfahrttechnik und Flugzeugbau der Fakultät für Maschinenbau überwiesen, un-
terstützte Winter maßgeblich die im Juli 1948 gegründete „Studentische
Flugmo-deHbaugruppe"; nach ihrem Verbot durch den britischen Kontrolloffizier
im Juli 1949 wurde daraus die ”»Arbeitsgruppe Ruder- und Gleitboote", im Mai
1951, nach dem Wegfall der britischen Einschränkungen, die „Akademische
Fliegergemeinschaft Braunschweig" (Akaflieg), deren Namen nicht zufallig an die
alte Akaflieg angelehnt war; sie benannte sich noch 1951 in „Akademische
Fliegergruppe. Flugwissenschaftliche Gruppe an der Technischen Hochschule
Braunschweig" um; ehemalige Mitglieder waren seit dem Ende der fünfziger
Jahre maßgeblich am Aufbau der deutschen Luft- und Raumfahrttechnik beteiligt;
als Mitglieder der Flug-
vormilitärische Segelausbildung erfolgte in der Hanseatischen Yachtschule
Neustadt L Holstein, die von der Deutschen Studentenschaft (DSt) mittels des
AWA betrieben wurde.‘ Sie hatte wenig mit klassischem Segelsport zu tun und die
beteiligten Studenten hielten Abstand zur Akaseg oder zur Berliner WV, die ihnen
politisch nicht radikal genug waren.°' In den Augen der aktivistischen und
aktionistischen Hochschüler waren die Bootseigner und Alten Herren zu sehr im
Nationalismus des Kaiserreichs verhaftet, zu saturiert, hatten kein Organ für die
„Erfordernisse der Gegenwart", hatten sich mit der Weimarer Republik arrangiert,
statt sie zu bekämpfen (vgl, Lönnecker 2006d; LönnEckErR 2008e, 180-182).
Die beiderseitige Entfremdung blieb bis zur Auflösung der Deutschen Bur-
schenschaft im Herbst 1935 und der nachfolgenden Auflösung der einzelnen
Burschenschaften bestehen (Lönnecker 2003c, 244E)* Dabei hielt man sich
gegenüber nationalsozialistischen Avancen stets sehr zurück, von denen die
Burschenschafter vor allem ein starkes soziales Gefalle trennte.”
7, Ausklang
Im Gegensatz zu Verband und Burschenschaften existierten die Altherrenverbände
und Örtlichen Altherrenvereinigungen nach 1935/36 weiter, so auch in Hannover.”
Das scheint auch für die Akaseg zu gelten, obwohl wir nur aus einer kurzen Notiz
von ihrer Fortexistenz wissen. Auch den Zweiten Weltkrieg scheint sie
überstanden zu haben, nach der Wiedergründung der Deutschen Burschenschaft
1949/50 richtete die Akaseg 1951 eine erste Fahrt zur
wissenschaftlichen Gruppe wie der Studentischen Flugmodellbaugruppe und
ihrer Nachfolger sind stets Burschenschafter nachzuweisen, aber auch andere
Korporier-te; BÄK, DB 9, m Burschenschaft erlisten, Braunschweig, Allgemein;
MAAB 1998, 228-230; vgl, auch: Universitätsarchiv Rostock, Rektoratsbestand,
1900-1945, R 13: Verbindungen, Vereine: N 7: Akademische Fliegergruppe,
1927-1933; zur Akademischen Fliegergruppe in Jena: kremer 2002, 40-44.
*° BÄK, DB 9, IV. Deutsche Burschenschaft (DB), 4. Hochschulpolitischer
Ausschuß (HPA), Hanseatische Yachtschule (Neustadt i. Holstein), 1930; NEß
1940, 172, 178f, schröper 2003, 187; zur DSt: Lönnecker 2004d.
61 BÄK, DB 9, C Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), II. 4. VAB Hannover,
Akaseg, Schreiben v. 12. Mai 1932,
2 BÄK, DB 9, C. Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), IL 4. VAB
Hannover,
1935f
9% Ebd.; zu den Altherrenzusammenschlüssen bis 1945 und darüber hinaus:
LÖNNECKER 2005b, 244-249; LönnEcKER 2007b, 244£, 250-262; LÖNNECKER
2008e, 207-220, 224-226; LönnEcKER 20097 263f., 294.
@BÄK, DB 9, C. Vereinigung alter Burschenschafter (VAB), II. 4. VAB
Hannover,
Akaseg, Schreiben, ohne Datum (1938?).
Kieler Woche aus.°° In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sie sich und hatte
stets etwa vierzig Mitglieder, beteiligte sich jedoch nicht an Regatten oder an
Aktivitäten anderer Seglervereine. Von diesen unterschied sie sich nach wie vor
dadurch, dass nur Akademiker und Burschenschafter Mitglied werden konnten und
können. Trotzdem war die Akaseg wohl nicht ohne Einfluss, denn ihre Mitglieder
lassen sich oftmals in Führungspositionen anderer Vereine nachweisen.“
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Lönnecker 2009, 296,
Archivalien aus der Nachkriegszeit liegen nicht vor. - Ich danke folgenden Perso-
nen flir Hinweise: Frau Elisabeth Schmoeger, Witwe von Dr. iur Wilhelm
Schmoe-ger (1903-1980), Ltd, Landesverwaltungsdirektor im Niedersächsischen
Landesverwaltungsamts Hannover, Hemnringen, sowie den Herren
Dipl.-Volkswirt Siegfried Klaube, Bundesbankdirektor i, R-, Hameln, und Prof.
Dr. Adolf Bückmann, ehemals Lehrstuhl für Hydrobiologie und Fischerei
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