Digitale Luftfahrt Bibliothek
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 Luftbilder von Braubach, Koblenz, Neuwied, Remagen, Bonn und Düsseldorf am 7. Mai 1945 

Aufgrund der positiven Resonanz der Leserschaft über das erste Buch der Trolley Mission, das von Markus Lenz im Jahre 2014 veröffentlicht wurde, entstand nun die Buchreihe „Die Trolley Mission der US Air Force“, die in mehreren Einzelbänden ausgewählte, digital restaurierte Luftbilder von deutschen, belgischen und holländischen Städten beinhaltet. Hatte das Buch den Fokus auf einer luftfahrthistorischen und flugnavigatorischen Ausarbeitung liegen, so liegt der Schwerpunkt der Buchreihe bei der photographischen Darstellung. Luftbilder sind in der größtmöglichen Auflösung auf hochwertigem Fotopapier mit 200 g/m² in bestmöglicher Fotoqualität gedruckt. Teilweise sind die Luftaufnahmen formatfüllend - beispielsweise im Ausmaß 42,0 cm x 29,7 cm - abgedruckt.

Die Rheinprovinz am 7. Mai 1945 : Luftbilder zur Stunde Null nach dem Zweiten Weltkrieg - Buchreihe: Die Trolley Mission der US Air Force - Band Nr. 11 von Markus Lenz
Die Rheinprovinz am 7. Mai 1945
Luftbilder zur Stunde Null nach dem Zweiten Weltkrieg

Buchreihe: Die Trolley Mission der US Air Force - Band Nr. 11

Autor: Lenz, Markus
Verlag: BOD, Books on Demand, Norderstedt
1. Auflage, 2016, 44 Seiten
ISBN 978-3-7412-4049-2

Flugroute der Trolley Mission über die Rheinprovinz
Die Rheinprovinz - häufig auch als „Rheinpreußen“ bezeichnet - umfaßt das Rheinland zwischen Bingen am Rhein im Süden und Kleve im Norden. Für Montag, den 7. Mai 1945, meldete die Wetterstation Aachen, einer von damals noch vier funktionierenden Standorten des Reichsamtes für Wetterdienst, eine Lufttemperatur von 17,1° C und einen Luftdruck auf Stationshöhe von 994,8 hPa. Laut des „Meteorological Office“, des Wetterdienstes des Vereinigten Königreiches, herrschte eine stabile Hochdruckwetterlage, die für gute Flugbedingungen im Sinne der Sichtflugregeln sorgte und zugleich beste Voraussetzungen für Luftbildaufnahmen bot. So entstanden mehrere Luftbilder und Luftbildserien von verschiedenen Städten der Rheinprovinz, die im vorliegenden Bildband in der größtmöglichen Auflösung abgedruckt sind.

Bacharach und Braubach
Nachdem Wiesbaden, Mainz und das Binger Loch überflogen wurden, folgten die Piloten schließlich dem Mittelrhein und erreichten mit Bacharach am Rhein einen der südlichsten Orte in der Rheinprovinz. Deutlich sind auf dem ersten Luftbild die Rheininseln Bacharacher Werth und Kauber Werth zu erkennen; ebenso ist die Felseninsel Falkenau mit Burg Pfalzgrafenstein weiter nördlich zu sehen. Nach einer Entfernung von knapp 30 Kilometern Luftlinie entstand das zweite Luftbild, auf welchem die Marksburg in Braubach am Rhein zu sehen ist.

Koblenz
Ein Großteil der Luftbilder der Trolley Mission aus der Rheinprovinz zeigt die Stadt Koblenz. So zeigt das erste Luftbild von Koblenz den Verlauf der Mosel westlich vom Deutschen Eck bzw. westlich der Florinskirche. Da Koblenz in mehreren Vollkreisen überflogen wurde, sind zahlreiche Bauwerke aus unterschiedlichen Perspektiven aus der Luft photographiert worden, beispielweise die Horchheimer Brücke und die Pfaffendorfer Brücke. Auch das Denkmal Kaiser Wilhelms I. am Deutschen Eck wurde überflogen, das am 16. März 1945 von einer amerikanischen Artilleriegranate getroffen wurde. Insbesondere die Moseleisenbahnbrücke sowie die Balduinbrücke sind häufig aus der Luft dokumentiert worden. Auch der Bahnhof Koblenz-Lützel und die Gleisanlagen mit unzählig vielen Bombentrichtern sind photographiert worden, ferner der große Ringlokschuppen mit Doppeldrehscheibe sowie das ehemalige Bahnbetriebswerk.

Neuwied
Im Zweiten Weltkrieg wurde Neuwied zu knapp einem Fünftel durch Luftangriffe zerstört. Eines der wichtigsten Angriffsziele war die im Jahre 1935 erbaute Rheinbrücke, die Neuwied mit dem linken Rheinufer bei Weißenthurm verbunden hatte. Seinerzeit wurde die „Alte Neuwieder Rheinbrücke“, wie sie heute genannt wird, auf den Namen „Hermann-Göring-Brücke“ getauft. Die über 680 Meter lange Brücke wurde am 17. Januar 1945 von der US Air Force bombardiert und blockierte damit den Schiffsverkehr auf dem Rhein. Das erste Luftbild von Neuwied zeigt im Vordergrund das Kieswerk bzw. den Verladehafen des Betonwerks und im Hintergrund die zerstörte Neuwieder Rheinbrücke. Auch die nachfolgenden Luftbilder dokumentieren die Brückenzerstörung, wobei darüber hinaus noch die Nordspitze der Weißenthurmer Wert zu erkennen ist. Auf dem vierten Luftbild von Neuwied, das aus fast senkrechter Perspektive entstand, sind das Boothaus vom Neuwieder Wassersportverein von 1921 e.V. und die Goethe-Anlage entlang der Rheinstraße zu erkennen. Das letzte Luftbild von Neuwied zeigt zur Linken erneut die Nordspitze der Weißenthurmer Wert, zur Rechten die Stadt Weißenthurm am Rhein sowie in der Bildmitte abermals die zerstörte Rheinbrücke.

Die Brücke von Remagen
Rheinabwärts, in einer Entfernung von ca. 20 Kilometern Luftlinie von Neuwied, erreichten die Piloten jene Brücke, die den US-amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg in besonderer Erinnerung blieb, nämlich die Brücke von Remagen. Die Brücke von Remagen, die ursprünglich den Namen „Ludendorff-Brücke“ trug, wurde im Jahre 1918 als Eisenbahnbrücke zwischen Remagen (linksrheinisch) und Erpel (rechtsrheinisch) errichtet. Im Zweiten Weltkrieg erlangte die Brücke deshalb eine so herausragende Bedeutung, weil sie trotz der mißglückten Sprengversuche der Wehrmacht erhalten blieb und den alliierten Truppen damit den Vorstoß über den Rhein ins Deutsche Reich ermöglichte. Erst am 17. März 1945 kollabierte die Brücke aufgrund der mißlungenen Sprengung und der zuvor erfolgten Kampfhandlungen. Während das erste Luftbild die zerstörte Brücke und ihre Brückentürme von der linksrheinischen Seite her zeigt, sind auf dem zweiten Luftbild beide Rheinseiten sowie die Zufahrt zum Erpeler Eisenbahntunnel zu erkennen. Auch das dritte Luftbild zeigt vorwiegend die rechtsrheinische Seite mit den Brückentürmen sowie das Tunnelportal in Erpel. Das vierte Luftbild, das aus fast senkrechter Perspektive entstanden ist, zeigt erneut die linksrheinische Seite der zerstörten Brücke.

Bonn
Von Bonn sind nur wenige Luftbilder entstanden. Lediglich drei Schräg-Luftbilder, die aus den seitlichen Fenstern im Flugzeug erstellt worden sind, dokumentieren den Zustand am 7. Mai 1945. So zeigt das erste Luftbild die Nordstadt von Bonn sowie die zerstörte alte Rheinbrücke, die heute den Namen „Kennedybrücke“ trägt und die Altstadt von Bonn mit dem Stadtteil Bonn-Beuel verbindet. Im Hintergrund ist das Siebengebirge mit den darunter liegenden Städten Königswinter und Bad Honnef zu erkennen. Nur wenige Flugminuten zuvor wurde ein Luftbild vom Schloß Drachenburg in Königswinter im Tiefflug erstellt. Schloß Drachenburg wurde ab dem Jahre 1940 als „Adolf-Hitler-Schule“ für den Gau Köln-Aachen zur Ausbildung nationalsozialistischer Führungskräfte genutzt. Da Schloß Drachenburg in den letzten Kriegswochen hart umkämpft wurde, sind unterhalb des Schlosses sogar Flak- und Gefechtsstellungen eingerichtet worden. Noch heute sind diverse Einschußlöcher an der Fassade zu sehen. Im März 1945 wurde Schloß Drachenburg schließlich von den heranrückenden US-amerikanischen Truppen erobert und vorübergehend als Kommandantur genutzt. Während Bonn im Verlauf des Zweiten Weltkrieges größtenteils von Luftangriffen verschont geblieben ist, zerstörte jedoch das Bombardement der britischen Luftwaffe am 18. Oktober 1944 innerhalb von nur 30 Minuten die gesamte Innenstadt, was auf dem dritten Luftbild deutlich zu erkennen ist; auch ist das Bonner Münster („Münsterbasilika“), die katholische Hauptkirche in Bonn, zwischen den Trümmern eindeutig auszumachen.

Düsseldorf
Die letzten acht Luftbildaufnahmen der Rheinprovinz in diesem Bildband zeigen die Stadt Düsseldorf, u.a. die Herz Jesu Kirche in der Roßstraße und den Schloßturm am Burgplatz, nahe der Schiffsanlegestelle der damaligen Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrtsgesellschaft. Weiter südlich von der Altstadt entfernt wurde ein Luftbild der Hammer Eisenbahnbrücke erstellt, die im Jahre 1870 als „König-Wilhelm-Eisenbahn-Rheinbrücke“ eingeweiht wurde. Ebenso ist von den Piloten die Gegend um den Düsseldorfer Hauptbahnhof überflogen worden, so dass u.a. die Häuser in der Erkrather Straße und Kölner Straße zu erkennen sind. Das nächste Luftbild zeigt die im Rhein versunkene Oberkasseler Brücke, die allerdings nicht durch Luftangriffe zerstört, sondern am 3. März 1945 von der Wehrmacht gesprengt wurde. Aus der Innenstadt stammt das darauffolgende Luftbild, das die Eisenbahnstrecke vom Hauptbahnhof in Richtung Derendorf zeigt; im Detail sind die Brücke entlang zur heutigen Grafenberger Allee sowie die heutige S-Bahn-Station Düsseldorf-Wehrhahn zu erkennen. Im Anschluß daran entstand ein Luftbild vom Ringlokschuppen in der Harffstraße, der heute unter Denkmalschutz steht und als „Classic Remise Düsseldorf“ zahlreiche Händler-, Werkstatt- und Servicebetriebe für Oldtimer und klassische Automobile beherbergt. Das letzte Luftbild von Düsseldorf zeigt abermals das Wahrzeichen der Stadt, nämlich den Schloßturm am Rheinufer, das einzig erhaltene Bauwerk des ehemaligen Stadtschlosses, sowie den Kirchturm der dahinter gelegenen Pfarrkirche St. Lambertus.

Leseprobe
Eine Leseprobe steht kostenlos bei Google Books zur Verfügung.

Bezugsquellen und Buchhandel
Das Booklet „Die Rheinprovinz am 7. Mai 1945“ kann im internationalen Buchhandel
über die ISBN 978-3-7412-4049-2 zum Preis von 23,95 Euro bestellt werden.
» Buchbestellung über www.Amazon.de
» Ausleihe in der Deutschen Nationalbibliothek

Addendum
Als Ergänzung wurde die Internetseite www.trolley-mission.de eingerichtet,
auf der zahlreiche Luftbilder frei und kostenlos angeschaut werden können.

Luftbildarchiv
Aufgrund der Anfragen von Stadtarchiven und Museen können sowohl private als auch institutionelle Nutzer diese äußerst seltenen Luftbilder aus dem Jahre 1945 in hochauflösender Vollbildqualität herunterladen. Für den Download der Luftbilder steht auf der Internetseite der digitalen Luftfahrt-Bibliothek das Luftbildarchiv Zweiter Weltkrieg zur Verfügung.

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